Schwarzbuch Arbeitswelt Seite 4 AK-Erfolg Bankenabgabe Seite 5 ...

arbeiterkammer.com

Schwarzbuch Arbeitswelt Seite 4 AK-Erfolg Bankenabgabe Seite 5 ...

www.arbeiterkammer.com

P.b.b., Erscheinungsort Linz, Verlagspostamt 4020. ZLN: GZ 02Z033936 M Februar 2011 / Nr. 1 / 42. Jahrgang

M a g a z i n d e r K a m m e r f ü r A r b e i t e r & A n g e s t e l l t e f ü r O Ö

„Gleichheit ist Glück“:

Mitmachen und eines von

20 Büchern gewinnen!

Seite 3

Seite 4

Schwarzbuch

Arbeitswelt

Seite 5

AK-Erfolg

Bankenabgabe

Seiten 6/7

Gesundes Essen

schmeckt gut

Cornelia Wolf (Bild) besuchte

mit ihrer Familie einen

Kochkurs für gesundes Essen.

Seite 10

Arbeitszeit

verkürzen


Z U R S A C H E

Rechtsbrüche sind

kein Kavaliersdelikt

Wenn ein Unternehmen

2

seine Beschäftigten

prellt, mitunter jahre-

lang und gerichts-

anhängig, wird das als

bedauerlicher Einzelfall

verharmlost. Das darf

nicht so bleiben.

Die AK

O b e r -

österreich hat

zum dritten Mal

das SchwarzbuchArbeitsweltveröffent-

Hans Preinfalk

licht. Dort werden

jene Unternehmen genannt,

die besonders häufig die Rechte

ihrer Beschäftigten missachten.

Die meisten Fälle kom men aus

Firmen der Transport wirtschaft

und des Leih ar beits gewer bes.

Die Wirtschaftskammer hat –

wie erwartet – reflexartig reagiert

und das Ganze als Unternehmerbeschimpfung

zurückgewiesen.

Inzwischen haben sich aber die

zuständigen Unternehmerverbän-

Service für Sie

● Weltweit günstig nächtigen

Mit dem Jugendherbergsausweis kann man weltweit in mehr als

4200 Häusern preisgünstig nächtigen. Regulär gibt es den Ausweis

ab zehn Euro, Mitglieder der Arbeiterkammer Oberösterreich

erhalten ihn mit ihrer Leistungskarte um die Hälfte. Details

zu diesem attraktiven Angebot für Familien und junge Leute

finden Sie unter www.jugendherbergsverband.at. Ausweis am

besten gleich besorgen und das ganze Jahr über nützen. In

Ober österreich gibt es übrigens Jugendgästehäuser in Bad Ischl,

Mondsee, St. Gilgen und Linz.

● Urlaub mit Schulkindern

Viele Arbeitnehmer/-innen müssen ihren Urlaub mit den Ferien

ihrer Kinder abstimmen. Hier die Termine für Oberösterreich im

laufenden Schuljahr: Semester 21. bis 26. Februar, Ostern 16. bis

26. April, Landespatron 4. Mai, Pfingsten 11. bis 14. Juni,

Sommer 9. Juli bis 11. September. Dazu hat der Landesschulrat

den 3. Juni für die meisten Schulen als schulfrei erklärt sowie den

24. Juni als schulfrei empfohlen.

de der Transport- und Leiharbeitsbranche

zu Wort gemeldet. Und

sie vertreten im Grunde die gleiche

Ansicht wie die Arbeiterkammer:

Die im Schwarzbuch genannten

Unternehmen schaden nicht

nur ihren Beschäftigten, sondern

auch allen anderen Unternehmen

der Branche. Es geht um den ohnehin

beschädigten Ruf und um

materielle Nachteile, die den seriös

arbeitenden Firmen durch die

Schmutzkonkurrenz erwachsen.

Die Missstände beschönigend

als Tat einzelner schwarzer Schafe

darzustellen, ist ein Hohn. Abgesehen

davon, dass Schafe kein

geeignetes Sinnbild für menschenverachtende

Ausbeuter sind, die

sich einen Dreck um Arbeits- und

Kollektivverträge sowie Sozialgesetze

scheren, wird es auch Zeit,

solche Verhaltensweisen im Wirtschaftsleben

nicht mehr als Kavaliersdelikte

anzusehen. Schließlich

werden die kleinen Leute um jede

Menge Geld gebracht: Allein im

Vorjahr hat die AK Oberösterreich

durch Interventionen und vor Gericht

mehr als 110 Millionen Euro

für Mitglieder erkämpft.

Mit dem oft sehr späten Nachzahlen

ihrer Schulden ist es für die

Unternehmen auch schon getan.

Eine strafrechtliche Verfolgung

haben sie nicht zu befürchten. Das

sieht das Gesetz nicht vor, auch

nicht für Serientäter. Für mich ist

das ein unhaltbarer Zustand.

Magazin der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich

Nr. 1, Februar 2011, 42. (66.) Jahrgang. Erscheint siebenmal im Jahr.

hans.preinfalk@akooe.at

Redaktionsanschrift: Volksgartenstraße 40, 4020 Linz, Tel. 050/6906-2182,

E-Mail: kommunikation@akooe.at, Fax 0732/6906-2867. ZLN: GZ 02Z033936 M

Redaktion: Dominik Bittendorfer, Rainer Brunhofer, Robert Eiter, Ulrike Etlinger,

Martina Macher, Sabine Naderer, Kurt Neulinger (Bild), Hans Preinfalk (Leitung),

Norbert Ramp, Margit Schrenk (CvD), Wolfgang Spitzbart, Walter Sturm,

Wolfgang Zeintlhofer (Produktion, Layout, Bild).

Fotos: Erwin Wimmer, Kurt Neulinger.

Medieninhaberin und Herausgeberin: Kammer für Arbeiter und Angestellte für

Oberösterreich, 4020 Linz, Volksgartenstraße 40.

Hersteller: Gutenberg-Werbering Gesellschaft m.b.H., 4020 Linz, Anastasius-

Grün-Straße 6.

Verlags- und Herstellungsort: Linz. Auflage: 547.000.

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: Der AK-Report gehört zur Gänze der Kammer

für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich, Linz, Volksgartenstraße 40. Die

Blattlinie entspricht jenen Grundsätzen, die im Bundesgesetz vom 13. November

1991 über die Kammern für Arbeiter und Angestellte (Arbeiterkammergesetz 1992)

festgehalten sind.


Ein Wirtschafts historiker

und eine Gesund heitsexpertin

beweisen auf

311 Seiten, warum

gerechte Gesellschaften

für alle besser sind.

Das Buch „Gleichheit

ist Glück“ macht

den Traum von einer

besseren Welt greifbar.

Mehr Einkommensgleichheit

verbessert nicht nur

die Lebensqualität der Armen,

in gerechten Gesellschaften

leben auch die Wohlhabenden

besser. Richard Wilkinson und

Kate Pickett belegen diese These

streng wissenschaftlich – mit

Fakten, Statistiken, so zio lo gischen

und histori schen Ana lysen.

Klingt trocken, liest sich

aber so flüssig, dass man das

Buch bis zur letzten Seite nicht

mehr aus der Hand legen möchte.

Ungleichheit ist

Wurzel allen Übels

Warum werden die Menschen

in den reichen Ländern mit zunehmendem

Reichtum nicht

glücklicher? Machen wir den

Begriff „Glück“ zum Beispiel

an Gesundheit und Lebenserwartung

fest, so zeigt sich, dass

Wohlstandszuwächse in den armen

Ländern zu einer höheren

Lebenserwartung führen. Mit

steigender Einkommensentwicklung

flacht die Zunahme

der Lebenserwartung aber ab,

bis sie bei Erreichen hoher

Durchschnittseinkommen beinahe

stagniert. Dennoch gibt es

auch in den reichen Ländern

Unterschiede. Und die hängen

ganz offensichtlich nicht mit

den Durchschnittseinkommen,

sondern mit der Einkommensungleichheit

zusammen.

Das Gleiche gilt für viele soziale

Probleme wie Alkohol- und

Drogensucht, Fettleibigkeit,

Teenager-Schwangerschaften,

Selbstmorde oder überfüllte

Gefängnisse.

Höherer Status

unerreichbar

Wilkinson und Pickett haben

nur reiche, demokratische Län-

G E R E C H T I G K E I T I S T B E S S E R F Ü R A L L E

Gleichheit als

Glücksbringer

der verglichen. Dabei haben

sich Japan und Skandinavien

als relativ „gleich“ erwiesen,

die USA, Portugal und Großbritannien

sind Länder mit höherer

Ungleichheit. Österreich

Große Ungleichheit gibt es

auch bei den Arbeitseinkommen.

Börsenotierte Un ternehmen

zahlten ihren Vor ständen

im Jahr 2009 das 35-Fache

des Durch schnitts ein kommens

liegt im Mittelfeld. Doch auch

bei uns nimmt die Ungleichheit

zu. Größere Ungleichheit

aber führt zu Neid und sozialen

Ängsten, Statussymbole werden

immer wichtiger. Wer kei-

E I N P R O Z E N T B E S I T Z T E I N D R I T T E L

Reiches Österreich

Auch bei uns nimmt die Ungleichheit zu: Das

reichste Prozent der Bevölkerung besitzt schon ein

Drittel des Privatvermögens.

ihrer Beschäf tigten. Im Vergleich

zu den USA ist das

noch beinahe harmlos: Dort

bekam ein Hedgefonds-Manager

das 360.000-Fache des

Mindestlohns.

ne Selbstbestätigung bekommt,

neigt eher zu Gewalt. Der ersehnte

höhere Status bleibt

aber meist unerreichbar, sozialer

Aufstieg ist in ungleichen

Gesellschaften fast unmöglich.

Noch etwas zeigt der Ländervergleich

sehr klar: Steigende

Ungleichverteilung zerstört

das Vertrauen zwischen

den Menschen. Entfremdung,

Abschottung, Konkurrenzdenken

und mangelnde

Kooperationsbereitschaft

sind die Folgen.

Und Ungleichheit

ist lebensgefährlich.

So ist die Säuglingssterblichkeit

im ersten

Lebensjahr in den

USA doppelt so hoch

wie in Japan. Selbst

im vergleichsweise

„armen“ Griechenland

hat ein Baby bessere

Überlebenschancen

als in den USA.

Selbst die Lebenserwartung

der relativ

Wohlhabenden ist in

den „ungleicheren“

Ländern niedriger als

in den „gleicheren“.

Ähnliches zeigt sich

bei vielen anderen

Faktoren. Umverteilung

von oben nach

unten liegt also im

Interesse aller, nicht

nur der Unterprivilegierten.

Gewinnen Sie eines

von 20 Büchern!

Das Schönste an „Gleichheit

ist Glück“ aber ist der Optimismus,

mit dem Richard Wilkinson

und Kate Pickett zur Verwirklichung

einer gerechteren

Welt inklusive intakter Umwelt

aufrufen. Ihr Befund: Feudalismus

und Sklaverei sind abgeschafft,

vor dem Gesetz sind

(zumindest theoretisch) alle

gleich. Trotz aller Rückschläge

ist eine bessere Welt möglich.

Aber lesen Sie selbst!

martina.macher@akooe.at

3


Anspruch

auf Zeugnis

Wird ein Arbeitsverhältnis

aufgelöst, haben

Ar beit nehm

e r i n n e n

und ArbeitnehmerAnspruch

auf

ein Dienstzeug

nis. Wir

erkundigten

uns beim

AK-Arbeitsrechtsexperten

Mag. Michael Geib linger,

was man dazu wissen soll.

AK-Report: Erhält der

Arbeitnehmer das Dienstzeugnis

automatisch?

Geiblinger: Nein. Der

Arbeitgeber ist bei Beendigung

des Arbeitsverhältnisses

nur auf Verlangen des

Arbeitnehmers verpflichtet,

ein schriftliches Zeugnis

auszustellen. Der Anspruch

auf Ausstellung eines

Dienstzeugnisses verjährt

aber erst nach 30 Jahren.

AK-Report: Welchen Inhalt

muss ein Dienstzeugnis

haben?

Geiblinger: Der Arbeitnehmer

hat jedenfalls Anspruch

auf ein einfaches

Zeugnis, in dem Art und

Dauer der Tätigkeit bestätigt

werden. Bei einer qualifizierten

Tätigkeit ist es

jedoch üblich, ein Zeugnis

auszustellen, in dem auch

die Leistung des Arbeitnehmers

bewertet wird.

AK-Report: Darf ein

Dienstzeugnis negative

Formulierungen enthalten?

Geiblinger: Im Dienstzeugnis

dürfen keine nachteiligen

Formulierungen enthalten

sein, die dem Arbeitnehmer

das Erlangen eines neuen

Arbeitsplatzes erschweren.

So sind beispielsweise Anmerkungen

über die Art der

Lösung des Arbeitsverhältnisses

oder ungünstige Werturteile

nicht zulässig. Beispiele

für versteckte negative

Botschaften finden Sie auf

www.arbeiterkammer.com.

4

Viele Unternehmen

verletzen das Arbeitsrecht.

Das neue

Schwarzbuch der

AK deckt wieder

aktuelle Fälle auf.

Wer die Rechte der

Beschäftigten ignoriert,

handelt verantwortungslos.

Unberechtigte Entlassung,

vorenthaltener Lohn, keine

Abfertigung: Niemals zuvor haben

die Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer die AK so gebraucht

wie während der letzten

Jahre. In der Wirtschaftskrise

ist die Gangart der Unternehmen

erneut härter geworden.

Immer wieder

Firma Stadler

Die Rechte der Beschäftigten

wurden und werden häufig ignoriert.

Zum Beispiel von der Firma

Stadler aus Peuerbach. Sie

hat in den letzten drei Jahren von

gut 200 Lkw-Fahrern rund 190

abgebaut. Dafür wurden mehr

als 1000 Lkw-Fahrer bei Tochterfirmen

in anderen europäischen

Ländern aufgenommen –

meist unter weitaus schlechteren

Lohn- und Arbeitsbedingungen.

Im Zuge des Personalabbaus

in Österreich kam es zu zahlreichen

unberechtigten Entlassungen

langjährig Beschäftigter.

Offensichtlicher Zweck war es,

Arbeitnehmeransprüche zu umgehen.

Auch sonstige Arbeitsrechtsverletzungen

sind an der

Tagesordnung.

Eine halbe Million

Euro erkämpft

Seit Herbst 2007 hat die AK in

69 Fällen Arbeitnehmer gegen

die Firma Stadler erfolgreich

vertreten: So wurde für einen

Lkw-Fahrer aus Ried eine Nachzahlung

von mehr als 10.000

Euro erkämpft. Der Mann war

unberechtigt entlassen worden.

Insgesamt hat die AK für

Stadler-Mitarbeiter rund 540.000

Euro erkämpft. Eine ganze Reihe

von Fällen ist noch offen.

Schon zum dritten Mal macht

die AK die Öffentlichkeit

A K S C H Ü T Z T B E S C H Ä F T I G T E N R E C H T E

Schwarzbuch

Arbeitswelt

Die Spedition Stadler in Peuerbach fällt immer

wieder durch Arbeitsrechtsverletzungen auf.

durch ein Schwarzbuch auf

gravierende Missstände in der

Arbeitswelt aufmerksam. Bereits

die beiden Schwarzbücher,

die 2006 und 2008 erschienen

sind, zeigten Wirkung.

Einige darin genannte

Unternehmen haben die arbeitsrechtliche

Situation verbessert.

Nicht so die Firma

Stadler, die bereits zum dritten

Mal zu den Spitzenreitern unter

den Rechtsbrechern zählt.

Wer sich über die Haupttäter

gegen die Rechte der Beschäftigten

näher informieren will,

kann das Schwarzbuch unter

www.arbeiterkammer.com

herunterladen oder unter

050/6906-444 telefonisch bestellen.

I H R I N F O - V O R S P R U N G I M N E T Z

AK-Newsletter

Sie wollen beim Autokauf

nicht geprellt werden?

Sie möchten Kulturveranstaltungen

in Ihrem Heimatbezirk

nicht versäumen? Sie

wollen von Ihrem Arbeitgeber

bei Arbeitsrechtsfragen

nicht über den Tisch gezogen

werden? Dann sollten Sie

unbedingt die elektronischen

Newsletter der Arbeiterkammer

abonnieren. Die informieren

Sie schnell, unkompliziert

und gratis über wich-

robert.eiter@akooe.at

tige Themen wie Arbeitsrecht,

Konsumentenschutz,

Bildung und Kultur. Zu bestellen

sind die Newsletter auf

www.arbeiterkammer.com.

Surfen Sie hin und sichern

Sie noch heute Ihren Informationsvorsprung!


Die kleinen Leute haben

mit ihren Steuern die

Banken in der Krise

gerettet. Diese dürfen

daher die Banken abgabe

keinesfalls auf die

Kunden/-innen abwälzen,

sondern müssen

sie aus den Gewinnen

zahlen, verlangt die AK.

Als 2008 das internationale

Finanzsystem zusammenbrach,

wurde ein Schutzschirm

über die Finanzwelt gespannt.

Österreich hat ein Hilfspaket

von 90 Milliarden Euro zur

Existenzsicherung von Banken

und Unternehmen geschnürt.

5,9 Milliarden Euro sind direkt

an die Erste Bank, die Raiffeisen

Zentral Bank, die Hypo

Alpe Adria, die Volksbank und

die Bawag geflossen. Und mit

der Verstaatlichung der Kommunalkredit,

die den Volksbanken

gehört hat, hat der Staat

eine Milliarde Euro Schulden

und faule Wertpapiere im Ausmaß

von 20 Milliarden Euro

übernommen.

Kaum Steuern für

hohe Gewinne

Die österreichischen Banken

haben vor der Krise ein Jahrzehnt

der Gewinnexplosion er-

lebt und das bei sinkender

Steuerleistung. Selbst 2009 hat

die Bank Austria 1,1 Milliarden

Euro Gewinn gemacht und

dafür null Steuern gezahlt. Der

Grund heißt Gruppenbesteuerung:

Konzerne können Ver-

G Ü N S T I G S K I F A H R E N M I T K I N D E R N

Spaß im Schnee

Ski fahren ist ein teurer

Spaß, vor allem für Familien.

Die AK hat zum Start

der Semesterferien Skigebiete

sowie Angebote zum

Ski- bzw. Snowboardservice

und -verleih getestet.

Bei den Skigebieten hat die

Hohe Dirn die Nase vorne. 19

Pistenkilometer bekommt

man bereits ab zehn Euro für

Kinder und Jugendliche. Am

teuersten ist der Skitag in Hinterstoder.

Hier zahlen Kinder

20 und Jugendliche 31 Euro

für eine Tageskarte, allerdings

A B W Ä L Z E N A U F K U N D E N V E R H I N D E R N

AK begrüßt die

Bankenabgabe

Bankkunden/-innen erwarten seriöse Dienstleistungen

zu fairen Gebühren statt eine Abwälzung

der Bankenabgabe auf die Konsu men ten/-innen.

für 40 Pistenkilometer. Der

AK-Tipp: Ermäßigungen für

Kinder werden oft beim Kauf

von Erwachsenentageskarten

bzw. gegen Vorlage der OÖ

Familienkarte gewährt.

Sparen kann man auch beim

Skiservice. Die Kosten variieren

hier zwischen neun und 23

Euro für ein kleines und 15,95

und 29,99 Euro für ein großes

Service. Wer wenig fährt,

kann die Ausrüstung auch leihen.

Einen aktuellen Preisvergleich

finden Sie unter

www.ak-konsumenten.info.

luste, die sie im Ausland machen,

in Österreich von der

Steuer abschreiben.

Und 2010 haben die Banken

schon wieder einen geschätzten

Jahresüberschuss von zirka

drei Milliarden Euro erzielt.

Mit der Bankenabgabe sollen

sie nun aus ihren Gewinnen

einen recht bescheidenen Beitrag

von 500 Millionen Euro zu

ihrer eigenen Rettung leisten.

Dennoch kündigten manche

Banker, wie Raiffeisenboss

Walter Rothensteiner, unverfroren

an, die Abgabe auf die Kunden/-innen

abwälzen zu wollen.

„Eine Ungeheuerlichkeit, die

die Arbeiterkammer mit allen

Mitteln bekämpfen wird“, erklärt

AK-Präsident Dr. Johann

Kalliauer. Anders als Raiffeisen

will Oberbank-Chef Franz Gasselsberger

die Bankenabgabe

aus den Gewinnen finanzieren.

Strenge Kartellund

Preiskontrolle

Die AK wird die Bankpreise

und Zinssätze genau beobachten

und Banken mit ungerechtfertigten

Preissteigerungen an

den Pranger stellen. Und wir

bieten den Kunden/-innen auf

www.ak-konsumenten.info

den Bankenrechner, der zeigt,

wo es wirklich günstig ist.

Sollten die Banken versuchen,

gemeinsam gegen die Interessen

ihrer Kundinnen und

Kunden vorzugehen, wird die

Arbeiterkammer die Bundeswettbewerbsbehördeeinschalten,

um solche ille galen Absprachen

abzustellen.

S C H U T Z V O R F A L L E N I M I N T E R N E T

Sicher surfen

Surfen im Internet kann

zur Kostenfalle werden.

Das haben im Vorjahr tausende

Konsumentinnen und

Konsumenten aus Oberösterreich

erlebt, als sich etwa

vermeintliche Gratisangebote

als teure Abos entpuppten

– Zahlungsaufforderungen

durch einen Rechtsanwalt

und Drohung mit dem

Inkassobüro inklusive. Die

AK bietet jetzt gratis ein

Programm zum Download

an, das davor schützt: den

Linkscanner WOT (Web of

walter.sturm@akooe.at

Trust). Wie bei Straßenverkehrsampeln

gilt: Rot heißt

Stopp, Gelb bedeutet Vorsicht

und mit Grün haben Sie

freie Fahrt. Der Linkscanner

ist einfach zu installieren

und für alle gängigen Webbrowser

verfügbar. Einmal

aktiviert wird jeder Website

eine Farbe zugewiesen beziehungsweise

vor gefährlichen

Adressen mit einem

Pop-Up gewarnt. Linkscanner

jetzt downloaden unter

www.arbeiterkammer.com

und sicher surfen!

5


6

Schmeckt gut, tut gut:

Das perfekte

Familienidylle geht auch durch den Magen. Familie Wolf-Brenner nimmt sich viel Zeit zum

gemeinsamen Kochen und Essen. „Live“ dabei auch die Töchter Marlene (links) und Cornelia.

Cornelia Wolf liebt

Lasagne. „Die kann

ich sogar selber kochen“,

sagt die 15-Jährige

stolz. Auch heute

wird gekocht, aber keine

Lasagne. Cornelia

nimmt mit ihrer Familie

an einem Kochkurs teil.

Auf Initiative der oberösterreichischenGebiets

kran kenkasse üben

die Kurs teil neh mer/-innen,

gesunde Le-

bensmittel schmackhaft

zuzubereiten.

Familienabend einmal

anders: „Karotten-Orangen-Suppe“

und „Nudeln

mit Brokkoli“ in

der Schulküche statt

Seitenblicke“ und

„Pop stars“ auf der

Wohn zimmercouch. Die

Idee zum Besuch des

Kochkurses kam von

Cornelias Mama, Monika

Wolf. Alle – Corne-

lia, ihre jüngere Schwester

Marlene und Monika

Wolfs LebensgeLebensgefährte Gerald

Brenner – waren

sofort dabei:

„Wir kochen kochen auch

zu Hause oft zusammen.

Wir essen gerne und gesund“,

erzählt Brenner.

Beide Erwachsene sind

berufstätig. Einmal am

Tag, meist abends, gibt

es eine gemeinsame

Mahlzeit.

Zeit nehmen

zum Essen

Das ist heutzu -

tage keine Selbstverständlichkeit,

berichtet

Mag. a Gudrun Bertignoll,Ernährungsberaterin

aus Garsten: „Viele

Familien haben keine

Zeit mehr zum gemein-

Eine gehörige Portion Zeit, eine Prise gesunder

samen Essen. Berufstätigkeit

und Stress führen

dazu, dass die Verpflegung

oft nur noch

außer Haus und im Vorbeigehen

erfolgt. Gerade

dieses unbewusste

Essen führt aber oft zu

Übergewicht.“ Laut

aktuellem Ernäh-

rungsbericht

des Gesundheitsm

i n i s t e r i -

ums sind bereits

42 Pro-

zent der Öster-

r e i c h e r / - i n n e n

über gewichtig, bei den

Kindern sind es 20 Prozent.

Tendenz steigend.

Appetit und viel Hausverstand.

So lautet das Rezept für

gesunde Ernährung.

Wenig gefährdet sind

in dieser Hinsicht Cornelia

und Marlene Wolf.

Sie lassen sich zwar

ebenso wie andere

Jugendliche Pizza und

Lasagne schmecken,

aber eben nur manchmal.

Auf das

Maß kommt

es an

und auf

die Mischung:

„ M a m a

packt uns

zum Jausen-

brot immer auch

Obst und Gemüse in die

Schultasche ein“, erzählt

die 14-jährige Marlene.


Familiendinner

Und das wird (fast) immer

aufgegessen.

Dazu kommt: Familie

Wolf-Brenner bewegt

sich gerne: „Wandern

und Rad fahren im Sommer,

Laufen und Ski

fah ren im Winter.“ Auch

wenn sich die beiden

Mädels am Sportprogramm

der Erwachsenen

nicht immer beteiligen

– es ist doch die

Vorbildwirkung, die

letztlich zählt, bestätigt

auch ErnährungswissenschafterinBertignoll:

„Gute Ernährung

und ausreichend Bewegung

– nur was Eltern

ihren Kindern vorleben,

geben sie ihnen auch

wirklich mit.“

Mitdenken statt

Kalorien zählen

Ihr geht es beim Thema

„Bewusst Essen“ um

viel mehr, als ums Kalorien

zählen. Gefragt ist

wieder mehr Hausverstand.

Und das beginnt

schon beim Einkaufen:

Wer Gemüse und Obst

regional und saisonal

auswählt, tut seinem Körper

und der Umwelt etwas

Gutes. „Ein Erd -

äpfel schmarrn ist gesund,

geht rasch und schmeckt

gut“, so Bertignoll.

Rasch gehen auch

Fertiggerichte. Die sind

aber nicht nur teuer,

sondern enthalten auch

zu viel Salz, Zucker und

Geschmacksverstärker,

die den Appetit anregen.

Echte Dickmacher halt!

Mit Fertiggerichten

hat Familie Wolf-Brenner

ohnehin nicht viel

am Hut, sie bereitet ihr

Essen lieber frisch zu.

Vom Besuch des Kochkurses

versprechen sich

die Vier neben einem

netten Abend vor allem

gute Tipps, wie man

L i e b -

lingsspeisen leichter

und gesünder machen

kann. Die Karotten-

Orangen-Suppe, die

langsam vor sich hin

köchelt, duftet schon

recht vielversprechend.

Gesunde Küche

in der Arbeit

Gesund Essen wird

nicht nur zu Hause,

sondern auch am Arbeitsplatz

zunehmend

zum Thema. Immer

mehr Betriebsküchen

stellen auf ein ausgewogenes

Angebot an

gesunden und leichten

Speisen um. Als eines

der ersten Unternehmen

verschrieb sich

vor 15 Jahren die Lenzing

AG der gesunden

Küche und hat dafür

bereits einige Aus-

zeichnungen bekommen.

Das betriebseigene

Restaurant „Lenzesa“

versorgt täglich

rund 1600 Beschäftigte.

Auf dem Speiseplan

kommen ausschließlich

Gerichte,

die in Zusammensetzung,

Vielfalt und

Nährwert sehr strengen

K r i t e r i e n

s t a n d -

h a l t e n .

Alles wird

frisch zu-

bereitet, bei

der Auswahl

der Lebensmittel

achten

die Küchenchefs

auf saisonale und re- re-

gionale Angebote. Für

jede Speise wird die

„Fettaugenzahl“ ermittelt

und am Menüplan

angegeben. Das soll die

Auswahl erleichtern.

Schweinsbraten und

Schnitzel werden ganz

bewusst nicht vom

Speiseplan verbannt, es

fehlt aber nie nie die die leichleichte Alternative.

Die Mischung

macht’s aus

Gesunde Angebote

hier – sündhafte Verführungen

dort. Letztlich

ist doch jeder sein eigener„Gesundheitsmanager“.

Familie Wolf-

Brenner ist heute eindeutig

auf der gesunden

Seite: Nach einem

Abend mit duftender

Karotten-Orange-Suppe,

leichten Nudeln mit

Brokkoli, fruchtigem

Salat mit Erdnüssen und

vollwertigen Dinkel-

Topfenringen zum Dessert

ist durchaus mal

wieder eine kleine Sünde

drin: Lasagne für

Cornelia.

ulrike.etlinger@akooe.at

Noch nie haben die Menschen

so viel über Ernährung

gewusst wie heute, noch

nie gab es so viele Über-

gewichtige. Die Gefahr:

ein Überangebot an

Lebensmitteln.

Die Herausforderung:

die richtigen

aus zuwählen.


Durch den Einbruch der Wirtschaft sind in der österreichischen

Metallbranche etwa 20.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Jetzt zieht die Wirtschaft wieder an. Das zeigte sich auch bei der

jüngsten Lohnrunde im Metallgewerbe: plus 2,45 Prozent auf die

Mindestlöhne hat die Gewerkschaft für die etwa 200.000

Arbeitnehmer/-innen im Gewerbe ausgehandelt. Das kommt auch

den Beschäftigten der Firma Hainzl Industriesysteme in Linz zugute,

die AK-Vizepräsident Hans-Karl Schaller vor kurzem besuchte.

Mehr Geld für die Beschäftigten ist zwar erfreulich, den besonderen

Belastungen in der Metallbranche wie Schicht- und Akkordarbeit

oder Montage wird damit aber nicht Rechnung getragen.

„Derzeit arbeiten sich einige mit Überstunden kaputt, während

tausende andere Jobs suchen“, sagt Schaller.

Kürzere Arbeitszeiten könnten allen helfen.

Für die einen würde es bedeuten, dass sie

einen fixen Arbeitsplatz bekommen und die

anderen würde es gesundheitlich entlasten.

Insgesamt könnte so auch die Kaufkraft

nachhaltig gestärkt werden.

Expertenwissen

in neuem Fachbuch

Fast 60 Millionen Euro konnten

die Insolvenz-Fachleute der Arbeiterkammer

im Jahr 2010 für oberösterreichische

Arbeit nehmer/

-innen hereinbringen. Der Expertenstab

der AK hilft aber nicht

nur den einzelnen Mitgliedern,

sondern sammelt auch viel Wissen.

Diese Erfahrungen wurden

nun in ein Fachbuch eingebracht:

„Personal verrechnung in der Insolvenz.“

Das Buch wurde vom

Leiter des AK-Insolvenz-Rechtsschutzes,

Mag. Herbert Schnetzinger,

zusammen mit fünf Mitautorinnen

und -autoren von Arbeiterkammer

und Gebietskrankenkasse

verfasst. Unmittelbarer Anlass für

die Herausgabe des Buches war

die hervorragende Zusammenarbeit

von AK, Gebietskrankenkasse,

Personalverrechnung und Betriebsrat

bei der Abwicklung des

Quelle-Konkurses.

8

Ältere gehen oft

krank arbeiten

Arbeitnehmern/-innen wird

immer wieder chronisches

Bei den Metallern geht ’s aufwärts

AK-Vizepräsident Hans-Karl

Schaller mit den Hainzl-Lehrlingen

Rene Wolfsberger und

Wolfgang Prokisch sowie Betriebsrat

Engelbert Auer(v.l.).

Krank feiern unterstellt. Das Gegenteil

ist wahr: Laut ÖsterreichischemArbeitsgesundheitsmonitor

gehen mehr als 40 Prozent

der über 50-Jährigen sogar

dann arbeiten, wenn sie krank

sind. Die Arbeitsbedingungen

müssen so verbessert werden,

dass die Menschen ihren Job

lange gesund ausüben können,

fordert die AK.

Fixanstellung

für Leiharbeiter

Es haben wieder mehr Menschen

Arbeit als noch vor wenigen

Monaten. Der Jobzuwachs ist

allerdings zu einem Gutteil auf

Leiharbeit zurückzuführen. Das

bedeutet für die Unternehmen

maximale Flexibilität, für die Beschäftigten

jedoch ständige Unsicherheit.

Eine Leasingkraft kann

nämlich jederzeit an den Überlasser

„zurückgegeben“ werden,

worauf dieser nicht selten mit

Kündigung reagiert. Der Wunsch

der meisten Leiharbeiter/-innen

nach einer Fixanstellung erfüllt

sich nur für wenige. AK-Präsident

Dr. Johann Kalliauer macht sich

für eine verpflichtende Übernahme

ins Stammpersonal stark:

„Leiharbeitnehmer sollen nach einer

bestimmten Zeit im Betrieb –

zum Beispiel nach sechs Monaten

– übernommen werden müssen.“

Die Menschen

vertrauen der AK

85 Prozent aller Österreicherinnen

und Österreicher haben

großes Vertrauen in die Arbeiterkammer.

Damit liegt die AK ganz

vorne an der Spitze aller vom Meinungsforschungsinstitut

market

abgefragten Institutionen. Erst mit

haushohem Abstand an zweiter

Stelle folgt die Wirtschaftskammer

(73 Prozent). Weit abgeschlagen

sind zum Beispiel das Finanzministerium

mit bescheidenen 32 Prozent

oder ausländische Banken mit

Sitz in Österreich mit gar nur

16 Prozent Vertrauen.

Verlässlichkeit

von Gütezeichen

Bio, AMA, Natur pur: Gütezeichen

gibt es in Hülle und Fülle.

Doch auf welche können sich

Konsumenten/-innen verlassen?

In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale

Berlin hat die

AK-Konsumenteninformation Gütezeichen

für Lebensmittel beurteilt.

Die Ergebnisse finden Sie auf

www.ak-konsumenten.info sowie

in einer Broschüre, die Sie unter

050/6906-444 bestellen können.

Die Geschichte

der Tschick-Bude

Die Ausstellung über die vor

kurzem zugesperrte Linzer Tabakfabrik,

im Volksmund Tschick-

Bude genannt, war ein Riesenerfolg.

Sehenswert und interessant

ist auch der Ausstellungskatalog.

Der AK-Report hat in seiner letzten

Ausgabe 20 Stück verlost.

Wer gewonnen hat, steht auf

www.arbeiterkammer.com.


Zu wenig Lohn, unbezahlte

Überstunden,

Kündigung im Krankenstand:

Im vergangenen

Jahr wandten sich

234.000 Menschen an

die Rechtsexperten/-innen

der AK Oberöster reich.

Besonders Leasingkräfte

suchen Rat und Hilfe.

Und täglich klingelt das Telefon:

An Spitzentagen rufen

mehr als 1000 Menschen

im Beratungszentrum der AK

an. 90 Rechtsexperten/-innen

stehen den AK-Mitgliedern in

ganz Oberösterreich kostenlos

mit Rat und Tat zur Seite, wenn

es um ihr Recht am Arbeitsplatz

geht. Und zumeist auch

um ihr Geld. Allein im Vorjahr

erkämpfte die AK rund 110

Millionen Euro für ihre Mitglieder.

Bestnoten für

die Beratung

Drei Viertel der Ratsuchenden

wird gleich am Telefon

geholfen. Rasch, unkompliziert

und kompetent. Das wissen

die AK-Mitglieder zu

schätzen: In einer Umfrage gaben

94 Prozent der oberösterreichischenArbeitnehmer/-innen

der Telefonberatung der

Bilden Sie

sich weiter

W eiterbildung ist die beste

Investition in Ihre Zukunft.

Die AK unterstützt Sie dabei mit

dem Bildungsbonus im Wert von

100 Euro. Sie erhalten ihn bei

Kursbeginn im BFI, in den Volkshochschulen

und im Wifi.

Sprachkenntnisse auffrischen,

den Computerführerschein

machen oder einen

Hauptschulabschluss nachholen

– all das und noch viel

mehr ermöglicht Ihnen der

Bildungsbonus. Das komplette

AK-Bildungsprogramm finden

Sie im Internet unter

www.arbeiterkammer.com.

Infos gibt es unter 050/6906-555.

E I N D R U C K S V O L L E R E C H T S S C H U T Z B I L A N Z

Beratungen im

Minutentakt

Fast eine viertel Million Menschen wurde im

Vorjahr von den AK-Experten/-innen beraten.

Arbeiterkammer die Noten

Sehr Gut oder Gut! Manchmal

hilft aber auch die beste Bera-

Die Zahlen sind erschreckend:

Bei den Landesspitälern

warten die Patienten/-innen

auf eine Kniegelenksoperationdurchschnittlich

150 Tage und auf eine

Hüftgelenksoperation durchschnittlich

70 Tage. Es kommt

aber auch vor, dass Betroffene

bis zu ein Jahr auf einen

OP-Termin warten müssen.

Mehr als 90 Prozent der

Patienten/-innen haben während

der Wartezeit Schmerzen.

AK-Präsident Dr. Johann

Kalliauer: „Das Grundpro-

tung nichts. Wenn sich Unternehmen

beharrlich weigern,

ihren Mitarbeitern/-innen of-

U N G L E I C H B E H A N D L U N G B E I O P E R A T I O N E N

Zu lange Wartezeiten

blem ist, dass Planung und

Vergabe von Operationsterminen

nicht transparent und

nachvollziehbar erfolgen.

Die se mangelnde Transparenz

ermöglicht es, dass Pri-

fene Ansprüche zu bezahlen,

geht die AK für ihre Mitglieder

vor Gericht. Im letzten Jahr

war das rund 3000 Mal der

Fall.

Ein Angestellter aus dem Bezirk

Braunau wandte sich an

die AK-Rechtsberatung, nachdem

er berechtigt aus seinem

Arbeitsverhältnis ausgetreten

war. Sein Chef war ihm einen

Teil seines Gehalts schuldig

geblieben. Die AK musste offene

Lohnzahlungen, Weihnachts-

und Urlaubsgeld, Kündigungsentschädigung

und Abfertigung

für 15 Dienstjahre

einklagen. Mit Erfolg: Der

Mann bekam fast 40.000 Euro

nachbezahlt.

Viel Ärger mit

Leiharbeitsfirmen

Besonders negativ aufgefallen

sind im vergangenen Jahr

Leiharbeitsfirmen. Manche

von ihnen behandeln ihre Beschäftigten

wie moderne Sklaven,

stufen sie falsch ein, zahlen

ihnen zu wenig Lohn, kündigen

sie, wann und wie sie

wollen. Die AK unterstützt

Leasingkräfte mit Rechtshilfe

und Rechtsschutz und macht

politischen Druck, um eine

Verbesserung der Arbeitsverhältnisse

in der Leasingbranche

zu erreichen.

dominik.bittendorfer@akooe.at

vatversicherte oft einen

schnelleren Termin bekommen.“

Hier sieht die AK dringenden

Handlungsbedarf.

Denn wie rasch Betroffene

zu einem OP-Termin kommen,

darf nicht von einer

privaten Kranken-Zusatzversicherung

abhängen. Die Arbeiterkammer

fordert die

Einführung eines transparentenWartezeiten-Managements

und dessen gesetzliche

Verankerung im Krankenanstalten-Gesetz.

9


Die Beschäftigten sollen

flexibler werden. Und

länger arbeiten. Das verlangen

Unternehmer/

-innen immer wieder.

Öster reich ist aber jetzt

schon Spitzenreiter:

Nirgendwo in der EU

wird so lange und flexibel

gearbeitet wie bei uns.

Bereits im Jahr 1975 hat Österreich

offiziell die

40-Stunden-Woche eingeführt.

Trotzdem wird heute, 36 Jahre

später, im Schnitt sogar mehr

gearbeitet: 40,6 Stunden Wochenarbeitszeit

weist die neueste

EU-Statistik aus. Und damit

liegt Österreich an der

Spitze Europas.

Arbeitnehmer

immer produktiver

Gewerkschaften und Arbeiterkammer

machen sich deshalb

für eine Arbeitszeitverkürzung

stark. Denn in den

Jahrzehnten seit der letzten Reduzierung

hat sich viel verändert:

Die Produktivität der

Arbeitnehmer/-innen ist zum

Beispiel stark gestiegen. Oder

anders ausgedrückt: Heute

wird in einer Stunde Arbeitszeit

viel mehr produziert als im

10

L E B E N S Q U A L I T Ä T V E R B E S S E R N

Arbeitszeit

verkürzen

Der Druck auf Arbeitnehmer/-innen steigt immer

mehr. Die Arbeitszeiten müssen deshalb kürzer werden.

Jahr 1975. Gestiegen ist auch

der Anteil der Gewinne am

Volkseinkommen – von 24 auf

32 Prozent. Weiters ist der Ar-

beitsdruck heute wesentlich

höher als Mitte der 70er-Jahre,

und die Zahl der Krankheitsfälle

durch Belastungen am Ar-

N I E D R I G V E R D I E N E R G E H E N W I E D E R E I N M A L L E E R A U S

Ungerechtes Pendlerpauschale

Mit dem Belastungspaket

wurde auch die Mineralölsteuer

erhöht. Das trifft

zehntausende Menschen, die

für den Weg zur Arbeit ein

Auto brauchen. Als Ausgleich

wurde das Pendlerpauschale

geringfügig erhöht. „Das

deckt aber bei weitem nicht

die Mehrkosten“, kritisiert

AK-Präsident Dr. Johann

Kalliauer. „Das ungerechte

Pendlerpauschale muss überhaupt

neu gestaltet werden.“

Jene, die am wenigsten verdienen,

werden bei den Fahrt-

kosten nämlich gar nicht entlastet.

Das Pauschale ist ein Steuerfreibetrag

und bringt daher

nur jenen eine Rückvergü-

tung, die vorher Lohnsteuer

bezahlt haben. Das trifft auf

zigtausende Beschäftigte in

Niedriglohnbranchen und

hunderttausende Teilzeitkräfte

nicht zu.

Die AK kämpft für ein gerechteres

System: Eine entfernungsabhängigeDirektzahlung

– statt des einkommens-

und steuerabhängigen

Pauschales – wäre leicht umzusetzen.

Die verantwortlichen

Politiker/-innen blockieren

dieses Vorhaben aber

seit Jahren.

beitsplatz schnellt enorm nach

oben.

Höchste Zeit also, die Arbeitszeit

zu verkürzen: „Eine

kluge Verkürzung der Arbeitszeit

erhöht die Jobchancen für

Arbeitsuchende und reduziert

die Belastungen durch überlange

Arbeitszeiten“, ist AK-Präsident

Dr. Johann Kalliauer

überzeugt. Kürzere Arbeitszeiten

fördern auch die Gesundheit

– das bestätigen viele

internationale Studien.

Mehr Zeit für

Privatleben

„Beruf, Privatleben und Kinderbetreuung

sind mit kürzeren

Arbeitszeiten viel besser

unter einen Hut zu bringen“,

so Kalliauer. „Und damit steigt

einerseits die Lebensqualität

und andererseits die Bereitschaft,

sich ehrenamtlich zum

Beispiel in Vereinen zu engagieren

– ein äußerst wertvoller

Beitrag für unsere Gesellschaft.“

Auch der Österreichische Arbeitsklima

Index bestätigt:

Vollzeitbeschäftigte möchten

um 2,3 bis 2,8 Stunden weniger

arbeiten. Die Arbeiterkammer

ist also nahe am Puls der

Beschäftigten, wenn sie eine

rasche Verkürzung der Arbeitszeit

fordert.

wolfgang.spitzbart@akooe.at

Berufung bei

Kündigung

D ie Frist für die gerichtliche

Anfechtung von

Kündigungen wurde kürzlich

verlängert – auf zwei Wochen

statt bisher einer Woche. Möglich

sind solche Anfechtungen

bei Kündigungen wegen eines

unzulässigen Motivs, etwa wegen

des Beitritts zu einer Gewerkschaft.

Das gilt auch für

sozial ungerechtfertigte Kündigungen

– etwa älterer Beschäftigter,

wenn aufgrund der Situation

auf dem Arbeitsmarkt

eine lange Arbeitslosigkeit

droht. Ziel der Anfechtung ist

die Weiterbeschäftigung im

Betrieb.


Zwei Länder, fünf

Kraftwerke, eine Firma:

Die Grenzkraftwerke

sind ein deutsch-

österreichisches

Unter nehmen mit

jeweils knapp

90 Mitarbeitern/-innen

und einem gemeinsamen

Betriebsrat.

Vier Kraftwerke am Inn – von

Kufstein bis Passau – sowie

das Donaukraftwerk Jochenstein

bei Engelhartszell gehören zu

den Grenzkraftwerken. Im Unternehmen

sind rund 170 Arbeitnehmer/-innen

beschäftigt – um

120 weniger als vor zehn Jahren.

Die Liberalisierung des

Strommarktes hatte die Eigentümer

veranlasst, Kosten zu

sparen. Das führte zur Zusammenlegung

der Österreichisch-

Bayerischen Kraftwerke mit

dem Donaukraftwerk Jochenstein

und damit zur Gründung

des jetzigen Unternehmens.

Mit älteren Mitarbeitern wurdenVorruhestandsvereinbarungen

getroffen. Posten, die

durch Pensionierung frei geworden

waren, wurden nicht nachbesetzt.

Betriebsrat Wendelin

Hegedüsch ist über diese Entwicklung

nicht glücklich, aber

froh, dass es trotzdem noch nie

eine Kündigung gegeben hat.

77,93 Euro

eingeklagt

Großer Ärger wegen eines

kleinen Betrags: Die AK

Ried musste für eine Frau

77,93 Euro einklagen, weil

sich deren Arbeitgeber, eine

Leiharbeitsfirma aus Wels, beharrlich

weigerte, ihre Ansprüche

zu bezahlen. Die Arbeitnehmerin

war acht Stunden

lang an eine Firma überlassen

worden und hatte dafür kein

Geld bekommen. Der Fall ging

vor Gericht. Dort wurde die

Firma zur Zahlung des Lohns

und der Gerichtskosten verurteilt:

Diese waren fast doppelt

so hoch wie die Nachzahlung

an die Mitarbeiterin.

G R E N Z Ü B E R S C H R E I T E N D E S U N T E R N E H M E N

Kraftwerker an

Inn und Donau

Wendelin Hegedüsch, Schaltwärter Alfred Hinterleuthner

und Günter Leitner (v.l.) in der Zentralwarte.

Der Sitz des Unternehmens

ist in Simbach. Alle Beschäftigten

werden nach dem Tarifvertrag

des deutschen Stromanbieters

eon bezahlt. Bei Steuern

und Abgaben gilt jeweils nationales

Recht. „Wo eine Seite

bevorzugt ist, wie zum Beispiel

die Österreicher bei der Abfertigung,

sorgt das Unternehmen

für einen Ausgleich“, so Hegedüsch,

der deutsche Vorsitzende

des gemeinsamen Betriebsrates.

Mit seinem Stellvertreter

aus den Bezirken

Braunau,

Ried im Innkreis

und Schärding

Günter Leitner vertritt er die

Interessen der Beschäftigten in

allen fünf Kraftwerken.

Frische Kräfte

für die Kraftwerke

Die Belegschaft setzt sich aus

der Verwaltung, die in Simbach

sitzt, und den Technikern in den

Kraftwerken zusammen. Für den

laufenden Betrieb sorgen Elektriker,

Schlosser, Bauarbeiter.

Acht Lehrlinge werden zu Kraftwerkern

ausgebildet. Sie lernen

den Doppelberuf Elektroniker

und Maschinenbautechniker.

Die Warten der Kraftwerke

sind nur in Ausnahmefällen wie

Hochwasser besetzt. In der Regel

befindet sich ständig Personal

in Bereitschaft. Die Maschinen

werden von der Zentralwarte

im Kraftwerk Braunau-Simbach

ferngesteuert.

dominik.bittendorfer@akooe.at

N E U E S A U S B I L D U N G S A N G E B O T F Ü R J U G E N D L I C H E

Produktionsschule in Ried

Mehr als 30 Jugendliche,

die bisher keinen

Job gefunden haben und

vom Arbeitsmarktservice

vermittelt worden sind,

können in der Produktionsschule

des BFI Ried einen

Beruf erlernen. Zur Auswahl

stehen die Bereiche

Metall, Kunststoff, Lagerlogistik

und Gastronomie.

Vier Fachtrainer, eine Sozi

al arbeiterin und eine pädago

gi sche Mitarbeiterin geben

den Jugendlichen nicht nur

Fachkenntnisse, sondern auch

Sandra Wageneder

bei der Ausbildung.

so zi a le Kompetenzen mit.

Bei einem Betriebspraktikum

schnuppern sie in die Arbeitswelt

hinein und finden dabei

vielleicht sogar den künftigen

Arbeitgeber. In der

Regel bleiben die Jugendlichen

ein halbes Jahr in

der Produktionsschule und

wechseln dann in einen Job.

Bei Bedarf können sie bis

zu einem Jahr in der Ausbildung

bleiben.

Unterstützt werden die Bemühungen

des BFI von Firmen

aus der Region. Finanziert

wurde die Pro duk ti onsschule

vom Sozialressort des

Landes. Informationen gibt es

unter 0 77 52/8 00 18-14 74.

11


www.arbeiterkammer.com

BERUFSREIFE-

PRÜFUNG

Informieren

Sie sich!

Laufend kostenlose Infoabende in ganz OÖ

(Anmeldung erforderlich) > BFI-Serviceline: 0 810 / 004 005 oder www.bfi -ooe.at

www.bfi-ooe.at BFI-Serviceline: 0810 / 004 005

... mehr Chancen im Leben

050/6906-5: Rat am AK-Steuertelefon!

15., 16. und 17.2., 16-19 Uhr

DR. JOHANN KALLIAUER, AK-Präsident:

„HOLEN SIE SICH IHR GELD VOM FINANZAMT ZURÜCK!“

Der größte Teil der Steuereinnahmen des Staates kommt von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Niemand

sollte daher dem Finanzminister zusätzliches Geld schenken. Holen Sie sich mit einem Steuerausgleich das zurück, was

Ihnen zusteht. Und wenn Sie Hilfe brauchen: Wichtige Tipps und persönliche Beratung gibt‘s bei der Arbeiterkammer.

NUTZEN SIE DAS VIELFÄLTIGE SERVICE, ES GEHT UM IHR GELD:

• Steuertelefon für Ihre persönlichen Fragen: 050/6906-5, am 15., 16. und 17. Februar, jeweils von 16-19 Uhr

• Broschüre „AK-Tipps zum Steuersparen“ unter 050/6906-444

• Formulare, Musterbriefe unter www.arbeiterkammer.com

AKInserat_190*110indd 1 14.01.11 10:58

P.b.b., Erscheinungsort Linz, Verlagspostamt 4020 Linz. ZLN: GZ 02Z033936 M

Retouren an Postfach 555, 1008 Wien

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Deutsch І Mathematik І Fremdsprache І Fachbereich

Die nächsten Lehrgangsbeginne: Februar / März 2011

Die Leistungskarte sichert Ihnen

einen raschen und unbürokratischen Zugang zu allen Leistungen der

AK: im Berufsleben, als Konsument/-in sowie bei Kultur und Bildung.

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