I gel - Carl-Orff-Schule

carl.orff.schule.neuwied.de

I gel - Carl-Orff-Schule

1969-2009

40 JAHRE

Carl-Orff-Schule

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InhaltsverzeIchnIs

Grußwort der Schulleitung

Grußwort des Schulträgers

Grußwort der Schulbehörde

Grußwort der Schülervertretung

Schulgeschichte

Organisation unserer Schule

Leben und Lernen in Beispielen

Kommunikation - Lesen

Die Werkstufe als Abschlussstufe

Vorbereitung auf „Arbeit und Beruf “

Praktika

Arbeitstag

Servicegruppe

Schülerfirma

Wohnprojekt

Projekt `Juniorwahl´

Schülerwettbewerb

Arbeitsgemeinschaften

Koch - AG

Veranstaltungen

Förderverein

Schulelternbeirat

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

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GrUssWOrt Der schUlleItUnG

Unsere Schule feiert zu Beginn des

Schuljahres 2009 / 10 ihr 40jähriges

Bestehen.

Zu diesem Anlass erscheint diese Festschrift,

die gleichzeitig die neue Informationsbroschüre

über unsere Schule

ist. Beim Lesen können Sie in komprimierter

Form einen Einblick in unsere

pädagogische Arbeit sowie in unser

Schulleben gewinnen.

Diese Schulbroschüre versteht sich so

als ein Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit,

der die berechtigten Anliegen unserer

Schülerschaft verdeutlichen möchte.

„Mitten im Leben - leben lernen“:

Unter dieser Leitidee hat sich die Carl-

Orff -Schule stetig zu einer pädagogischen

Schule weiter entwickelt, die

sich dem ganzheitlichen Lernen verpflichtet

weiß. Belehrung durch Erfahrung

ersetzen, diese möglichst über

alle Sinne zugänglich machen, dabei

den Kindern und Jugendlichen Selbstvertrauen

und Zutrauen geben, damit

sie die Welt verstehen lernen, sind wesentliche

Aspekte dieses Lernens.

Eltern erwarten von der Schule zu

Recht die bestmögliche Förderung und

Unterstützung ihrer Kinder. Schülerinnen

und Schüler mit dem Förderbedarf

ganzheitliche Entwicklung müssen

entsprechend ihrer individuellen Kompetenzen

bis zu ihrem Schulabschluss

gefördert und professionell begleitet

werden.

Lernen ermöglichen auf der Basis von

fundierten Konzepten, das ist neben

dem komplexen Feld der Erziehung die

Kernaufgabe der Schule. Dabei müssen

in unserer Schule eben auch die

vielfältigen Aspekte von Beeinträchtigungen

Berücksichtigung finden, was

nur möglich ist, wenn personell die

notwendigen fachlichen Kompetenzen

und materiell die entsprechenden

räumlichen und sachlichen Erfordernisse

erfüllt sind. Im ständigen Dialog

mit den zuständigen Partnern waren

wir dankenswerter Weise in der Lage,

unsere Schule zu dem werden zu lassen,

was sie heute ist, - auch wenn

aktuelle Veränderungen immer wieder

neue Anforderungen und Wünsche

aufkommen lassen, die nur mit vereinten

Kräften bewältigt werden können.

Alles in allem wird unsere Förderschule

in dieser Region für Schülerinnen und

Schüler mit ganzheitlichem Förderbedarf

auch zukünftig ein äußerst wichtiger

Förderort sein.

Für eine Schule, in der die Menschen

im Mittelpunkt stehen, in der Eigenverantwortlichkeit

ernst genommen wird,

in der die uns anvertrauten Kinder und

Jugendlichen in ihrer Einzigartigkeit

wahrgenommen und gefördert werden,

in der sich eingesetzt wird für

Frieden und Gerechtigkeit, für eine solche

Schule lohnt sich der große Einsatz

unser aller Kräfte und unserer Mittel,

damit Menschlichkeit auch für unsere

Schülerinnen und Schüler keine Vision

bleibt, sondern gemeinsam an ihrer

Verwirklichung gearbeitet wird.

Die Carl-Orff-Schule in Engers ist, so

wie sie uns heute begegnet, das Resultat

vieler Köpfe, vieler Hände und vor

Carl-Orff-Schule

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von links

Reinhart Thamm - 2. Förderschulkonrektor

Ulrike Feistel - Förderschulrektorin

Otmar Kruber - 1. Förderschulkonrektor

allem vieler Herzen. Allen, die Tag für

Tag mit großem Engagement ihre Arbeitskraft

einbringen, pädagogisch, organisatorisch,

handwerklich, personell

und materiell unterstützend, aber auch

in Solidarität beipflichtend sei an dieser

Stelle von ganzem Herzen gedankt.

Ein ebenso herzliches Dankeschön gilt

allen Sponsoren, den Mitgliedern des

Fördervereins sowie allen anderen

Freunden und Förderern der Schule,

die mit ihrem Engagement und ihrem

finanziellen Beitrag das Erscheinen

dieser Broschüre ermöglicht haben.

„Mitten im Leben – leben lernen“ :

Mit Ihrer aller Hilfe haben wir es angepackt,

mit Ihrer aller Hilfe schauen wir

zuversichtlich in die Zukunft!

Ulrike Feistel,

Schulleiterin

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GrUssWOrt Des schUltrÄGers GrUssWOrt Der schUlBehÖrDe

Individuelle Förderung

für eine ganzheitliche

Entwicklung

Zum 40-jährigen Bestehen der Carl-

Orff - Schule Neuwied gratuliere ich

herzlich.

Gemeinsam mit den allgemeinbildenden,

berufsbildenden Schulen und

weiteren Förderschulen ist die Carl-

Orff-Schule Teil eines umfassenden

Schulartangebotes im Landkreis Neuwied,

der als Schulstandort weit über

seine Grenzen hinaus bekannt ist und

Anerkennung genießt.

So ist es auch kein Zufall, dass im Kreis

Neuwied alle Förderschulformen vorhanden

sind. Wir sind stolz darauf, dass

der Neuwieder Landkreis als einziger

rheinland -pfälzischer Kreis Kindern

und Jugendlichen mit Behinderungen

ein solch differenziertes Bildungsangebot

zur Verfügung stellt.

Sehr froh bin ich darüber, dass die

Landesregierung in der Politik für

behinderte Menschen einen Paradigmenwechsel

vorgenommen hat und

der Selbstbestimmung und Selbstständigkeit

behinderter Menschen große

Priorität einräumt. Die Förderschulen

sind dabei ein wichtiger Partner.

Der hervorragende Ruf der Carl-Orff-

Schule kommt nicht von ungefähr.

Nur mit außergewöhnlich engagierten

Pädagoginnen und Pädagogen lässt

sich eine individuelle Förderung mit

Blick auf eine ganzheitliche Entwicklung

erzielen. Grundlegende Wissensvermittlung,

aber auch das Erlernen

sozialer Kompetenzen, motorischer

Fähigkeiten und die Vermittlung von

Selbständigkeit und Selbstbewusstsein

bilden das breite Spektrum des

Schulalltags. Die Zusammenarbeit mit

den Eltern sowie pädagogischen und

therapeutischen Einrichtungen ist

Bestandteil des Handlungskonzepts.

Ich möchte daher an dieser Stelle der

Schulleiterin Frau Ulrike Feistel und

ihrem Kollegium, die mit ihrer Schule

den hohen pädagogischen Standard

unserer Schule repräsentieren, herzlich

gratulieren und danken. Denn ein

hoher Qualitätsanspruch, der nicht im

Widerspruch zur Kosteneffizienz stehen

muss, kommt der positiven Entwicklung

der Schülerinnen und Schüler

zugute und bereitet sie so bestmöglich

auf ihr weiteres Leben vor.

Herzlichst

Rainer Kaul

Grußwort zu einer

40jährigen Erfolgsgeschichte

Weitblickend – wegweisend

maßgeblich – mutig

programmatisch – progressiv

diese schmückenden Attribute gebühren

aus heutiger Sicht den Gründervätern

und - müttern einer ganz

besonderen Schule – der Carl- Orff -

Schule. Gegründet im Jahr 1969, war

es sicherlich nur ein kleiner Kreis, der

die Eröffnung einer Schule für Kinder

und Jugendliche mit geistiger Behinderung

feierte. Ende der 1960er Jahre,

Anfang der 1970 er Jahre wurde in

Deutschland noch trefflich gestritten,

ob es ein Bildungsrecht für Kinder und

Jugendliche mit geistiger Behinderung

geben sollte, vor allem ob daraus abzuleiten

war, dass das jeweilige Land

staatliche Schulen für diese Kinder und

Jugendlichen einzurichten hatte.

Damals muss die Carl -Orff-Schule auf

Eltern, Schülerinnen und Schüler wie

ein Leuchtturm in der exkludierenden

deutschen Schullandschaft gewirkt

haben.

Eine solch exklusive Stellung einer

Schule ist Auftrag und Prägung zugleich.

So begann mit der Gründung

der Carl-Orff-Schule eine wechselvolle

(Schul-) Geschichte, die sich bis heute

unter vielen Aspekten als Erfolgsgeschichte

lesen lässt.

Eine Geschichte, die erzählt:

– vom stetigen Anwachsen der

Schülerschaft

– von Eltern, die ausdrücklich den

Wunsch äußern, dass ihr Kind an der

Carl - Orff - Schule unterrichtet wird

und in Einzelfällen weite Fahrtstrecken

und hohe Fahrtkosten in Kauf nehmen,

um ihr Kind an die Schule ihrer Wahl zu

bringen

– von Lehrkräften, die um die konzeptionelle

Ausgestaltung der Unterrichtsund

Erziehungsarbeit ringen mit dem

Ziel eine individuelle und effiziente

Förderung für jeden Schüler und jede

Schülerin zu ermöglichen.

Ich bin stolz darauf, 5 Jahre als Schulleiterin

die pädagogische Arbeit an

der Carl - Orff - Schule maßgeblich

mitgestaltet zu haben. Wir haben

damals die Schultore weit geöffnet,

den Schonraum ein Stück abgebaut,

weitere Berufsgruppen und Assistenz

in die Schule geholt. In der Carl-Orff-

Schule gab es die ersten Zivi´s, die

ersten Integrationshelfer, Berufspraktikantinnen

und Praktikantinnen von

Fachschulen. Das hat unser Kollegium

enorm verjüngt, zur großen Freude der

Schülerinnen und Schüler. Und das hat

selbstverständlich auch die inhaltlichkonzeptionelle

Diskussion entfacht

und vorangetrieben.

„Mitten im Leben - leben lernen“ - war

eine unserer damals proklamierten

Leitidee, die auch dazu führte, dass

wir Formen der Unterstützten Kommunikation

erprobten, Lesen, Schreiben,

Mathematik mit eigener Konzeption

vorantrieben, Verhaltenstraining für

Schülerinnen und Schüler mit Autismus

Carl-Orff-Schule

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durchführten und Sport im allgemeinen,

Skifreizeiten im besonderen als

Medium des gemeinsamen Lernens

mit nicht-beinträchtigten Schülerinnen

und Schüler entdeckten.

Bis heute ist die Carl - Orff-Schule mit

den neuen Schwerpunktsetzungen im

Bereich der Werkstufe Wohnen und

Arbeiten á jour - davon wird im Heft

sicherlich ausführlich berichtet. Auf der

Basis eines gelebten christlich-humanistischen

Menschenbildes wünsche ich

– den Schülerinnen und Schüler der

Carl - Orff - Schule, Lehrerinnen und

Lehrer, die sich wie bisher mit aller

Kraft dafür einsetzen, dass sie „Mitten

im Leben - leben lernen“ können

– den Lehrerinnen und Lehrern, dass

es ihnen auch zukünftig gelingt,

leidenschaftlich, aber an der Sache

orientiert über die Weiterentwicklung

der Unterrichts - und Erziehungsarbeit

trefflich zu streiten

– den Eltern, dass sie vor dem Hintergrund

der Wertschätzung der guten

Unterrichts - und Erziehungsarbeit an

der Carl-Orff-Schule die Lehrerinnen

und Lehrer an dieser Schule vorbehaltlos

unterstützen können.

Für die nächsten 40 Jahre wünsche

ich der gesamten Schulgemeinschaft

der Carl- Orff- Schule alles Gute und

Gottes Segen !

Privatdozentin Dr. phil. habil.

Ingeborg Thümmel,

Regierungsschuldirektorin

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GrUssWOrt Der schülervertretUnG

An alle Freunde und Besucher der Carl-

Orff - Schule,

Wir - die Schülervertretung der Carl-

Orff - Schule - gratulieren an dieser

Stelle unserer Schule zum 40. Geburtstag.

Was ist das besondere an unserer

Schule?

Hier ist immer viel los : Wir feiern,

singen und spielen gerne. Und das

Wichtigste: wir arbeiten und lernen,

und wie! Damit das alles gut funktioniert

laufen hier eine Menge Lehrer

und zunehmend viele junge Helfer wie

Praktikanten, Integrationshelfer usw.

herum, die alle ihr Bestes geben. Wenn

wir dennoch Probleme haben, helfen

uns unsere Lehrer garantiert.

Und schließlich unsere Schulleitung:

Sie verwaltet nicht nur die Schule,

sondern ist auch für Gespräche mit uns

da und arbeitet auch sonst viel mit.

Bevor wir die Schule verlassen, arbeiten

wir lange mit unseren Lehrern an

unserer zukünftigen Lebens - und

Berufssituation. Damit wir nach der

Schule gut unterwegs sein können,

haben wir die Möglichkeit hier einen

Roller - Führerschein zu machen.

Unser Förderverein sorgt dafür, dass

wir notwendige Anschaffungen durchführen

und verschönert damit unseren

Schulalltag. Dank dieser Mitarbeit entstand

so unser Schülercafé, dass zwar

viel Arbeit macht, uns aber großen

Spaß bereitet. Vielen Dank dafür.

Wir - die Schülervertretung - wollen

auch in Zukunft mit dafür sorgen, dass

unser Schulleben Spaß macht und alles

funktioniert. Unser nächstes Projekt

ist die Durchführung eines Spielfestes

im kommenden Schuljahr. Das wollen

wir Schüler möglichst selbstständig

gestalten. Auch sonst sind wir immer

offen für neue Ideen und versuchen so,

die Schülerinteressen der ganzen Schule

an die Lehrer weiter zu geben.

Allen, die dabei weiter helfen und unsere

Schule unterstützen, danken wir

hiermit ganz herzlich!

Liebe Grüße von der gesamten Schülervertretung

der COS Neuwied.

Carl-Orff-Schule

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schUlGeschIchte

Unsere Geschichte …

…begann am 1. August 1969. An diesem

Tag nahm die neu eingerichtete

staatliche Schule in Trägerschaft des

Landkreises Neuwied ihre Arbeit auf.

Genau genommen setzte sie damit

die schon früher in der Betreuungsstelle

der Lebenshilfe begonnene

Arbeit fort. Aber nun war eben aus der

Betreuungsstelle eine richtige Schule

geworden.

Zuerst wurden, aufgeteilt in 7 Klassen,

64 Schülerinnen und Schüler im Gebäude

der ehemaligen Katholischen

Volksschule in Engers unterrichtet.

Zum 15. März 1971 wurde zusätzlich

das Michaelhaus angemietet. Aber

bald entsprach auch dieses Raumangebot

nicht mehr den Ansprüchen

für eine zeitgemäße pädagogische

Arbeit mit geistig behinderten Schülerinnen

und Schülern. Deshalb wurde

im Januar 1975, durch Genehmigung

der Bezirksregierung Koblenz, mit

dem Schulneubau in der Orffstraße

in Engers begonnen. Es entstand ein

Schulgebäude, das durch seine architektonische

Gestaltung in besonderem

Maße den räumlichen Erfordernissen

der Arbeit mit behinderten Kindern

und Jugendlichen entsprach. Dieses

Gebäude beweist noch heute, wie

wichtig und ergiebig eine enge Zusammenarbeit

zwischen Architekt und

Pädagogen sein kann. Zu Beginn des

Schuljahres 1976 / 77 konnte schließlich

die neue Schule bezogen werden.

Nur wenige Jahre später veränderte

sich die Schulsituation erheblich, denn

ab 1981 besuchten auch die Schülerinnen

und Schüler von der anderen

Rheinseite die Schule in Engers. Zuvor

war in Andernach die Geistigbehindertenschule

aufgelöst worden.

Zusammen mit den neuen Schülerinnen

und Schülern kamen auch deren

Lehrerinnen und Lehrer an die Schule

in Engers. In den folgenden Jahren

sanken die Schülerzahlen zunächst und

lagen Anfang der 1990er bei etwa 90

Schülern. Aber etwa ab Mitte der 90er

stiegen die Schülerzahlen stetig an und

ab 2000 hatte sich die Schülerzahl

mehr als verdoppelt.

Das hatte räumliche Konsequenzen,

da das Schulgebäude nicht für so viele

Schüler ausgelegt war. Zunächst behalf

man sich, indem nach und nach

die Fachräume zu Klassenräumen umfunktioniert

wurden. Aber das genügte

bald nicht mehr.

Ab Schuljahr 2001 / 02 hielten zwei

Klassen ihren Unterricht in Räumen an

der Kunostein- Grundschule in Engers

ab. Zum Schuljahr 2004 / 05 mussten

zusätzlich 4 Klassen an die Anne-

Frank - Schule in Kettig „ausgelagert“

werden. Die Außenstelle Kettig war

entstanden!

Als auch dieser Platz nicht mehr reichte,

St. Michaelshaus in Engers

Konrad Schlossberger

Architekt der neuen Schule

wurde die Außenstelle Kettig - um zwei

weitere - auf sechs Klassen erweitert.

Erst 2008 wurde die Situation grundsätzlich

gelöst durch die Veränderung

der Einzugsbereiche.

So besuchen die Schüler mit dem Förderbedarf

ganzheitliche Entwicklung

aus dem Kreis Mayen - Koblenz, die

bisher unsere Schule besuchten, seit

dem Schuljahr 2008 / 09 die Schule

am Bienhorntal in Koblenz. Zusammen

mit ihnen verließen auch eine Reihe

von Lehrerinnen und Lehrern unsere

Schule, um ihre Arbeit in Koblenz

Carl-Orff-Schule

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fortzusetzen. Aktuell haben wir aber

immer noch für unsere Schülerinnen

und Schüler zu wenige Klassenräume

zur Verfügung. Deshalb belegen wir

nach wie vor zwei Klassenräume in

der Engerser Grundschule.

Im Laufe der Zeit wurde unsere Schule

von vielen Gruppen aus dem In- und

Ausland besucht. Überdies ist sie schon

seit vielen Jahren Ausbildungsschule

für angehende Förderschullehrerinnen

und Förderschullehrer.

R. Thamm

`Alte Schule´ in Engers

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OrGanIsatIOn Unserer schUle

Wir sind eine Schule mit dem Förderschwerpunkt

ganzheitliche Entwicklung

und als eine verpflichtende

Ganztagseinrichtung konzipiert.

Grundlagen sind neben Gesetzen wie

Schulgesetz und Verordnungen, wie

Sonderschulordnung, die Richtlinien

und der Lehrplan für die Schule mit

dem Förderschwerpunkt ganzheitliche

Entwicklung.

Unsere Schulzeiten sind Montag bis

Donnerstag von 8.45 bis 16.00 Uhr

und Freitag von 8.45 bis 13.00 Uhr.

Dies bedeutet auch, dass in der Schule

mehrere Mahlzeiten eingenommen

werden. Das Mittagessen wird gemeinsam

im Speisesaal gegessen.

Wir unterrichten Schüler im Alter von

etwa 6 - 18 Jahren.

Die Schulbesuchszeit umfasst 12 Schulbesuchsjahre

und gliedert sich in vier

Schulstufen: Unter-, Mittel-, Ober- und

Werkstufe. Jede Stufe zählt 3 Jahre

und alle Schüler durchlaufen in der

Regel alle Stufen.

Die letzten drei Schulbesuchsjahre umfasst

die sogenannte Werkstufe oder

`Berufsvorbereitende Stufe´.

Diese entspricht im Regelschulbereich

einer Berufsschule. Dabei greifen wir

in unserer Schule stärker schülerorientierte

Schwerpunkte auf, die für

die spätere Arbeit in einer Werkstatt

für behinderte Menschen oder auf

Arbeitsmöglichkeiten in integrativen

Betrieben vorbereiten.

Die Lernangebote in den einzelnen

Stufen orientieren sich am individu-

ellen Entwicklungsstand der Schüler.

Die Bildung von Klassen erfolgt nach

Alter und Schulbesuchsjahren. Die

Klassenstärke beträgt 6 bis maximal

10 Schüler. In jedem Schuljahr wird

ein neuer Stundenplan für jede Klasse

erstellt.

Die Schüler werden von einem Team

aus Förderschullehrer / - lehrerin und

pädagogischen Fachkräften unterrichtet.

Jede Klasse wird von einer

pädagogischen Fachkraft geleitet. Oft

sind Langzeitpraktikanten, Anerkennungspraktikanten,

junge Leute im

freiwilligen sozialen Jahr oder auch

Zivildienstleistende als zusätzliche

Kräfte mit in den Klassen tätig. Als

Ausbildungsschule für junge Lehrkräfte

bereichern Pädagogikstudentinnen

aller Fachrichtungen sowie Lehramts-

anwärterinnen unser Schulleben.

Nach dem ersten Schulhalbjahr des

1. Schulbesuchsjahres erhalten die

Schüler einen Entwicklungsbericht,

der mit den Eltern besprochen wird

und die weitere Schullaufbahn für eine

bestimmte Zeit vorgibt. Im weiteren

Verlauf erhalten die Schüler wie in den

Regelschulen ein Halbjahres - und ein

Jahreszeugnis. Die Beurteilung erfolgt

in beschreibender Form. Diese Zeugnisse

werden als Anlass genommen,

immer wieder zu überprüfen, ob der

Schüler auch weiterhin unsere Schule

besuchen soll oder ob sich Leistungsmerkmale

ergeben, die einen Schulwechsel

an eine andere Förderschule

oder Schwerpunktschule gegebenenfalls

begründen.

Eine Versetzung findet nicht statt.

Richtlinien und Lehrplan

Für unsere Schule gibt es verbindliche

Richtlinien und einen Lehrplan, auf

dessen Grundlage wir schulinterne

Pläne und die individuellen Förderpläne

für jeden Schüler erstellen.

Der Lehrplan stellt eine verbindliche

Planungsgrundlage für die Lehrkräfte

dar. Er hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit

und muss zu einem schulspezifischen

Lehrplan weiterentwickelt

werden. Die dargelegten Inhalte gelten

für alle Alters - und Klassenstufen, eine

festgelegte Zuordnung erfolgt im Gesamtkonzept

des Lehrplans nicht.

Der Lehrplan wird nach verschiedenen

Aktivitätsbereichen gegliedert :

– Arbeit und Beruf

– Ästhetik

– Freizeit und Lebensgestaltung

– Haushalt

– Ich und Andere

– Kommunikation

– Wahrnehmung und Bewegung

– Welterschließung

Der Begriff Aktivitätsbereich wurde gewählt,

um den Blick auf das Handeln

des Schülers (als Akteur seiner Entwicklung

) zu lenken. Die Reihenfolge

wurde alphabetisch vorgenommen,

es besteht keine Hierarchisierung einzelner

Aktivitätsbereiche. Sie sind eng

miteinander verflochten und ergänzen

sich gegenseitig. Dabei berührt

ein Lernthema immer verschiedene

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Bereiche. In einzelnen Aktivitätsbereichen

finden sich auch Schulfächer

der Regelschule wieder, z.B. im Aktivitätsbereich

Kommunikation: Deutsch,

Welterschließung und Mathematik.

Die Richtlinien und der Lehrplan verzichten

bewusst auf eine Schülerdefinition,

die Entwicklungsdefizite,

Abweichungen, Auffälligkeiten in den

Vordergrund stellt. Ihnen liegt eine

Sicht von Schülern zugrunde, die sich

an Konzepten von Schülern als Akteure

ihrer Entwicklung und an einem

ganzheitlichen Verständnis orientiert.

Hauptanliegen ganzheitlicher Entwicklungsförderung

ist es, Bedingungen

zu schaffen, unter denen sich die individuelle

Entwicklung eines Schülers

optimal vollziehen kann, d.h. kein Entwicklungsbereich

ist mehr wert als der

andere, keine Dominanz von kognitiven

Inhalten.

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OrGanIsatIOn Unserer schUle

Schule mit dem Förderschwerpunkt

ganzheitliche

Entwicklung

Die leitende Zielvorstellung unserer

Schule ist die Selbstverwirklichung in

sozialer Integration, d.h. Bildung soll

dazu führen, dass der Schüler möglichst

ein eigenständiges Leben in unserer

Gesellschaft führen kann. Für unsere

Schule bedeutet dies, lebensnahe Situationen

zu schaffen und den Umgang

mit realistischen Sachverhalten sicherzustellen.

Um dieses Ziel zu erreichen

stellt sich die Frage, welche sonderpädagogischen

Maßnahmen, Hilfen,

Anregungen die Schüler benötigen.

Unterricht

Die Grundlage für unsere Arbeit ist

immer die ganzheitliche Sichtweise,

das heißt, die Schülerinnen und Schüler

mit all ihren unterschiedlichen Kompetenzen

wahrzunehmen und an diesen

individuellen Lernvoraussetzungen die

bestmögliche Förderung anzusetzen.

Das Lernen im Unterricht basiert auf

einem handlungsorientierten und

anschaulichen Lernen mit allen Sinnen.

Aufgrund der unterschiedlichsten

Beeinträchtigungen und ihrer je eigenen

Symptomatik versuchen wir, jede

Schülerin und jeden Schüler mit seinen

unterschiedlichsten Kompetenzen

anzunehmen, ernstzunehmen und individuelle

Lernkonzepte zu entwickeln.

Der Unterricht findet zumeist im

Klassenverband statt, der den sozialen

Rahmen für Lernerfahrungen darstellt.

Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames

thematisches Vorhaben, an dem die

Schüler entsprechend ihren individuellen

Voraussetzungen und Interessen

arbeiten. Gleichzeitig findet auch

Einzelförderung statt oder es werden

klassenübergreifend Arbeitsgruppen

gebildet. Der Unterricht muss subjektive

Erfahrungen, persönliche Fähigkeiten,

spezifische Kenntnisse und

eigene Bedürfnisse aufgreifen sowie

Wege aufzeigen, diese weiterzuentwickeln.

Jeder Schüler wird dort abgeholt

wo er steht. Die individuellen Lernvoraussetzungen

sind die Grundlage

für die Erstellung von Förderplänen für

jeden einzelnen Schüler.

Der Unterricht orientiert sich an dem

Lehrplan des Landes Rheinland - Pfalz.

In wöchentlich stattfindenden Teambesprechungen

werden die Unterrichtsinhalte

geplant, fundiert festgelegt

und Arbeitspläne erstellt. Längerfristig

werden die Sachthemen zu einem

Spiralcurriculum zusammengeführt,

welches dann für die gesamte Schule

von der 1. bis zur 12. Klasse einen Orientierungsrahmen

darstellt.

Die Schule hat in den letzten Jahren

Qualitätskonzepte entwickelt, die einer

konzeptionellen Unterrichtsverbesserung

dienen.

1. Konzept für den Aktivitätsbereich

Welterschließung - Erarbeitung von

schuleigenen Arbeitsplänen - Lernstandsanalyen

als Basis für individuelle

Förderplanung.

2. Verbesserung der Kommunikation

in der Schulgemeinschaft als Basis für

eine effizientere Unterrichtsarbeit.

Zusammenarbeit mit Eltern

und Institutionen

Neben der Förderung in der Schule ist

die Zusammenarbeit mit den Eltern

notwendig. Eine enge und vertrauensvolle

Zusammenarbeit zwischen den

Lehrkräften und den Eltern ist für eine

gezielte Förderung unserer Schüler

unabdingbar.

Die Eltern werden regelmäßig schriftlich

über die Gestaltung des Unterrichts,

über geplante Unterrichtsvorhaben,

über Unterrichtsgänge oder besondere

Ereignisse im Schulleben informiert.

Ein Informationsaustausch erfolgt weiterhin

über das Mitteilungsheft, über

Elternabende und den Elterngesprächen

( z.B. über die individuellen

Förderpläne ). Eltern haben die Möglichkeit

nach vorheriger Absprache mit

den Lehrkräften im Unterricht zu

hospitieren. Sie werden bei Schulveranstaltungen

aktiv miteinbezogen.

Unabdingbar ist die Zusammenarbeit

mit anderen Institutionen und aller am

Schulleben und allgemeinen Leben

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

der Schülerinnen und Schüler beteiligten

Personen. Hierzu zählen u. a.

verschiedene Schulen, Kindergärten,

Werkstätten, Tagesförderstätten, Heilpädagogische

Wohnheime ( Internate ,

Heime, Wohngruppen ), Jugendamt,

Gesundheitsamt, Integrationsfachdienste

und besondere Kliniken (mit

Einverständnis der Eltern ).

Logopäden, Ergotherapeuten und

Krankengymnasten bieten ihre Therapien

direkt in der Schule an, was

den Vorteil hat, dass die Schüler nicht

für längere Zeit dem Unterricht fern

bleiben müssen und den Therapeuten

den engen Kontakt zu den Lehrkräften

ermöglicht.

Dorothe Oetz - Grundhever

Otmar Kruber

Ingrid Groß - Schilling

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16B

leBen UnD lernen In BeIsPIelen

Kommunikation - Lesen

Lesen, Schreiben und Rechnen sind

grundlegende kulturelle Fertigkeiten,

die man beherrschen muss, um erfolgreich

ein selbstbestimmtes Leben

führen und an der Gesellschaft teilhaben

zu können. Diese Kulturtechniken

werden in den Schulen vermittelt und

erlernt. Auch in der Schule mit dem

FSP (Förderschwerpunkt ) ganzheitliche

Entwicklung gehören sie - mittlerweile

- zum Lehrplan. Da unsere Schülerschaft

aber gekennzeichnet ist durch

häufig sehr weit auseinander liegende

Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten,

erfordert dies besondere

Vorgehensweisen beim Lehren und

Erlernen des Lesens, Schreibens und

Rechnens. Die Vielschichtigkeit dieser

Zusammenhänge darzustellen würde

den Rahmen dieser Schrift sprengen.

Deshalb wird im Folgenden - stellvertretend

für alle Kulturtechniken - nur

auf das Lesen eingegangen.

Das Lesen von Schriftsprache ist ein

Prozess, über dessen Komplexität Leserinnen

und Leser im Regelfall nicht

nachdenken, von dessen Schwierigkeitsgrad

sie keine Vorstellung haben.

Im ( Lese -) Alltag besteht dazu auch

keine Notwendigkeit.

Wenn jedoch Schülerinnen und Schüler

mit dem Förderbedarf geistige Entwicklung

lesen lernen wollen, ergeben

sich schnell gravierende Probleme.

Um sie zu verstehen und möglicherweise

Hilfen geben zu können, lohnt

sich ein Blick hinter die Kulissen des

„Lesen -Könnens“.

Zunächst soll dazu am Beispiel eines

Wortes der Frage nachgegangen werden,

welche grundlegende Fähigkeiten

Menschen beherrschen müssen, um

Schriftsprache überhaupt ( er-) lesen

zu können.

Anschließend wird skizziert, wie die

Schule mit dem FSP ganzheitliche Entwicklung

ihre Schülerinnen und Schüler

in diesem Bereich fördert.

1. Erforderliche

grundlegende Fähigkeiten,

um lesen zu können

Buchstaben werden optisch

wahrgenommen

I g e l

Buchstaben sind zunächst ( nur) grafische

Gebilde / Zeichen, die als solche

einzeln wahrgenommen und unterschieden

werden müssen.

D. h. das I sieht anders aus als das g,

das anders als das e, das sich wiederum

vom l unterscheidet.

Diese Unterscheidungsarbeit erfordert

eine gute optische ( visuelle) Wahrnehmung,

die auch kleinste Unterschiede

und Gemeinsamkeiten der Buchstaben

feststellt.

Im Wort selbst müssen die Buchstaben

durch kleine, gleich bleibende Abstände

voneinander getrennt sein, um

optisch eindeutig und schnell erfasst

werden zu können. Nun muss jeder

Buchstabe eindeutig als kleiner und

großer Buchstabe fest im Gedächtnis

verankert, sprich, gelernt werden.

A

Methodik

Die Buchstaben werden immer wieder

gemalt, geschrieben, ausgemalt,

eingekreist, mit Hilfe von Gebärden

verdeutlicht u.ä.m.

Grafische Zeichen sind

gekoppelt an bestimmte Laute

( = Buchstaben )

I + i sind gekoppelt an den Laut - i -

G + g sind gekoppelt an den Laut -g-

E + e sind gekoppelt an den Laut -e-

L + l sind gekoppelt an den Laut - l -

Diese einzelnen Laute müssen eindeutig

gehört, d.h. akustisch voneinander

und von allen sonstigen Geräuschen

unterschieden werden können.

Diese Unterscheidungsfähigkeit erfordert

eine gute akustische ( auditive)

Wahrnehmung, d. h. die richtige Einordnung

und Verarbeitung der Reize

im Gehirn. Die wiederum ist eng gebunden

an das Gehör sowie an das

eigene Sprechen.

Die Stellung eines Lautes im Wort

verändert dessen Lautgehalt.

So klingt das - i - in I g e l anders als

in Kind.

Es gibt jedoch keinen erkennbaren

Zusammenhang zwischen jeweiligem

Zeichen und Laut. Sie sind eine bloße

Übereinkunft, ihre Verknüpfung ist

abstrakt.

Nun muss jede Buchstabe - Laut -

Verbindung eindeutig für kleine und

große Buchstaben fest im Gedächtnis

verankert, sprich, „gelernt“ werden.

C

Methodik

Sich immer wiederholende Hörübungen,

Sprechübungen sind erforderlich.

Hilfreich ist auch die feste

Verknüpfung von Zeichen ( sehen ) und

Laut ( hören ) mit einer festgelegten

Gebärde (bewegen).

Buchstaben in einer

festgelegten Reihenfolge

verschmelzen zu einem

Wort

Die Buchstabenfolge fügt sich

für den Betrachter zur Wortgestalt

zusammen, die für

dieses Wort charakteristische

optische Merkmale, z. B. Überbzw.

Unterlängen, hat:

Das grafische Gebilde muss

beim Sprechen auf eine bestimmte

Weise klingen, um ein

Wort zu ergeben.

Dieser Klang ergibt sich durch

das Zusammenschleifen der

Buchstaben.

Dieser Vorgang wird Synthese

genannt, d.h. man liest nicht:

I g e l

sondern schleift die Buchstaben

zum Wort zusammen:

Zwischen dem geschriebenen

Wort, der Wortgestalt und

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dem gesprochenen Wort, der hörbaren

Lautfolge, ist kein zwingender Zusammenhang

vorhanden, denn

I g e l (gesprochen)

ist nicht das gleiche wie

I g e l

I g e l (gelesen).

Schrift ist demnach eine Abstraktion

von lautsprachlichen Gebilden.

Das wiederum bedeutet, man muss die

Einzellaute sowie Lautkombinationen

im Wort zuverlässig im Gedächtnis gespeichert

haben und schnell abrufen

können, um wirklich in der Lage zu

sein, flüssig zu lesen.

Methodik

Mit dieser Fähigkeit haben unsere

Schüler erfahrungsgemäß die größten

Schwierigkeiten. Darauf, wie wir in

unserer Schule damit umgehen, wird

unten ausführlicher eingegangen.

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18

lesen zUm BeIsPIel

Jedes Wort ist mit einem

bestimmten Inhalt verbunden

Wörter stehen für festgelegte Sachverhalte,

die beim Lesen mit gewusst und

gedacht werden müssen, damit Lesen

kein sinnleerer, mechanischer Vorgang

bleibt. Man spricht deshalb vom Sinn

entnehmenden Lesen.

Die Schwierigkeit hierbei ist, dass es

zwischen

der Wortgestalt I g e l

der Lautgestalt I g e l

und dem Sachverhalt (dem Tier „Igel“)

keinerlei Ähnlichkeit gibt.

Hinzu kommt, dass nicht alle Igel gleich

aussehen. D.h. der Begriff „Igel“ ist

eine abstrahierende Zusammenfassung,

ein Gattungsbegriff, der alle

verschiedenartig aussehenden Tiere

dieser Art in einem Wort zu erfassen

versucht.

Im Hinblick auf die Sache muss beim

Lesen demnach immer ein doppelter

Übersetzungsprozess durchlaufen

werden:

Sache (Tier Igel) mündliche Sprache

(-Igel-) Schriftsprache ( Igel ).

Man muss also alle Elemente sowie

deren Verbindung im Gedächtnis

gespeichert haben, um erfolgreich

sinnentnehmend lesen (oder schreiben)

zu können. ( Beim Schreiben kommen

natürlich etliche motorische und andere

kognitive Leistungen hinzu, auf

die an dieser Stelle aber nicht näher

eingegangen werden soll).

Methodik

Um Schülerinnen und Schülern zu

helfen, werden die Wortgestalt und

das gesprochene Wort zusammen

mit einem Bild des Tieres und, soweit

vorhanden, in Verknüpfung mit einer

Gebärde für Igel dargeboten, um sie

besser im Gedächtnis zu behalten.

Zum guten Schluss

Dieser, am Beispiel des Wortes IGEL,

ein wenig aufgeschlüsselte Vorgang

des ( Er-) Lesens geschieht, wie beschrieben,

bei kundigen Lesern automatisch.

Das bedeutet, wir „er-“ lesen

gar nicht mehr!

Genau genommen rufen wir beim Lesen

die in unserem Gedächtnis gespeicherten

Einheiten von Wortgestalt und

Bedeutungsinhalt auf und sprechen

das ebenfalls gespeicherte, dazugehörende

Wortklanggebilde aus. Und das

geschieht in unvorstellbar kurzer Zeit!

Dieser unbewusste Vorgang wird uns

in der Regel nur dann ein wenig bewusst,

wenn wir im Alltag zum ersten

Mal auf ein fremdartiges Wort, wie

zum Beispiel

stoßen. Dieses Wort (für ein Medikament

) aus einer für unsere Sprache

ungewöhnlichen Zusammensetzung

von Konsonanten und Vokalen lässt

uns zuerst einmal innehalten und es

Buchstabe für Buchstabe er-lesen.

Wir werden so - zeitweise - wieder zu

Leseanfängern.

2. Leseförderung an Schulen

mit dem FSP

ganzheitliche Entwicklung

Die Notwendigkeit, Buchstaben zusammen

schleifen zu müssen, einschließlich

aller weiteren damit verbundenen

- oben skizzierten - Lernschritte, stellt

für unsere Schüler erfahrungsgemäß

das größte Hindernis dar, Schriftsprache

erfolgreich lesen zu können.

Schulen mit dem FSP ganzheitliche

Entwicklung orientieren sich deshalb

in ihrer Arbeit an dem erweiterten

Lesebegriff. Er besagt, kurz gefasst,

dass die Lesefähigkeit nicht erst bei

der Schrift beginnt, sondern schon viel

früher einsetzt.

So können bereits Babys die Situation

„lesen“, dass, wenn die Mutter das

Zimmer betritt, es Nahrung und Zuwendung

bekommt und deshalb zu

weinen aufhört. Kleine Kinder lesen

aus Bildern ( Bilderbuchalter), ältere

Kinder „lesen“ Piktogramme, z.B. den

Schriftzug von Fast - Food -Ketten und

erkennen am Schriftzug ihrer Lieblingsschokolade

was in der Packung ist.

Im Kindergartenalter werden bereits

ganze Wörter erlesen wie der eigene

Namen oder MAMA bevor in der

Schule das Erlernen der Schriftsprache

beginnt.

An Schulen mit dem FSP ganzheitliche

Entwicklung werden alle Stufen

des Lesens gleichwertig genutzt, um

Inhalte zu verdeutlichen, d.h. Bilder,

Piktogramme, Ganzwörter sowie richtiges

Erlesen. Erfolgreich durchgesetzt,

LEBENSALTER

„Schrift” lesen

Analyse · Synthese · Sinnentnahme

Ganzwörter lesen

Signalwörter lesen

Piktogramme lesen

Bilder lesen

Situationen lesen

und weit verbreitet, hat sich die sog.

Pfeillesemethode.

Sie setzt den Pfeil für Verben ein und

Punkte für „Füllwörter“ wie und, die

Artikel u.a.

Weitere Informationen können bei den

Lehrkräften erfragt werden.

Ich brauche den Hammer

Reinhart Thamm

REIHENFOLGE DES ERLERNENS

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Quellenverzeichnis aus W. Günthner:

Lesen und Schreiben an der

Schule für Geistigbehinderte,

Dortmund, 2. Auflage 2000

19


20

DIe WerkstUfe als aBschlUssstUfe

Die „Werkstufe“ umfasst die letzten

3 von insgesamt 12 Schulbesuchsjahren

und leistet als Übergang zwischen

Schule und Erwachsensein eine Brückenfunktion.

Grundlegende Aufgabe

dieser Abschlussstufe ist es, die Jugendlichen

auf das Leben als Erwachsene in

unserer Gesellschaft vorzubereiten.

Aus diesem Grund muss sich der Unterricht

in dieser Abschlussstufe in

Inhalten, Zielen, Methoden und Organisation

grundlegend von dem der

vorausgegangenen Stufen unterscheiden.

Im Gesamtunterricht werden

zukunftsrelevante Inhalte aus den

Bereichen Arbeit und Beruf, Wohnen,

Freizeit, öffentliche Einrichtungen, Teilhabe

am sozialen Leben (Gesellschaft

und Partnerschaft), Persönlichkeit und

Mobilität angeboten.

Die bereits erworbenen Kenntnisse und

Kompetenzen der vorausgegangenen

Stufen, insbesondere die Kulturtechniken,

sollen in diese Inhalte integriert

fortgeführt werden.

Die unterrichtliche Arbeit zielt darauf,

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag

Vormittag * ( 5 Stunden ) Gesamtunterricht Gesamtunterricht Gesamtunterricht Arbeitstag Gesamtunterricht

Mittagessen * *

die Jugendlichen entsprechend ihrem

individuellen Entwicklungsniveau zu

einer größtmöglichen Eigenverantwortlichkeit

und Selbstständigkeit zu

fördern, ohne das soziale Umfeld zu

vernachlässigen.

Auf diesem Weg spielen Prozesse wie

das Erkennen und Bewältigen von Entscheidungen,

die Kontinuität im eigenen

Handeln, die Entwicklung von

Selbstwertgefühl und das Verbundensein

mit anderen eine übergeordnete

Rolle.

In allen Lernbereichen steht das handlungsgeleitete

Lernen im Vordergrund,

d.h. die Inhalte müssen in praktischen

Erprobungsfeldern verschiedenste Erfahrungsmöglichkeiten

bieten.

Diese veränderten Inhalte und Ziele

erforderten in der Wochenstruktur

des Unterrichts neue Schwerpunktsetzungen

und Organisationsformen.

Der Klassenverband öffnet sich zunehmend

für klassenübergreifende Projekte

und Aufgabenbereiche.

Nachmittag* ( 2 Stunden ) Gesamtunterricht Arbeitsgemeinschaften Gesamtunterricht Arbeitstag

* an jeweils einem Tag übernimmt eine der Werk- bzw. Oberstufenklasse das Schülercafé

** an jeweils einem Tag übernimmt eine Werk- bzw. Oberstufenklasse den Service

Im Folgenden sollen beispielhaft einige

Schwerpunkte der Werkstufenarbeit

heraus - und vorgestellt werden.

Vorbereitung

auf „Arbeit und Beruf “

Dem Lernfeld „Arbeit und Beruf“

kommt in der Schule mit dem Förderschwerpunkt

ganzheitliche Entwicklung

besondere Relevanz zu. Unsere

Schulform kommt als einzige Förderschulform

die Chance und Aufgabe zu,

verstärkt berufsvorbereitende und beschäftigungsorientierte

Lernangebote

im Rahmen einer besonderen Stufe

integriert zu schaffen und vorzuhalten.

In der Carl-Orff - Schule wurde im Rahmen

der Schulkonzeptentwicklung bereits

2001 ein Werkstufenkonzept zur

Optimierung der Vorbereitung auf das

Leben nach der Schule ( Berufsvorbereitung)

entwickelt, das auch Aspekte der

Individualität und Integration berücksichtigt.

Es gilt, die Schülerinnen und

Schüler unter besonderer Beachtung

ihres individuellen Fähigkeitsprofils

und ihrer persönlichen Vorstellungen

auf eine spätere Erwerbstätigkeit

vorzubereiten.

Die COS sieht folgende berufspraktische

Erkundungsfelder vor:

a) Durchführung von

Praktika ab dem

10. Schulbesuchsjahr

in Werkstätten für behinderte Menschen,

in Integrationsbetrieben und

dazu ergänzend in geeigneten Betrieben

des allgemeinen Arbeitsmarktes.

Die Jugendlichen erfahren die realen

Anforderungen des jeweiligen Berufsfeldes

über einen längeren Zeitraum

und können diese Erfahrungen ihren

Möglichkeiten entsprechend mit ihren

eigenen Fähigkeitsprofilen, Vorstellungen

und Zukunftswünschen

überprüfen.

Praktikumsbetriebe erfahren

dabei oftmals,

dass die Jugendlichen

z.T. über unerwartete

und schätzenswerte individuelle

Fähigkeiten

und Fertigkeiten verfügen.

Seit dem Schuljahr

2008 / 09 steht uns für

diese Aufgabe ein Mitarbeiter

des Integrationsfachdienstes

( IFD)

zur Seite. Damit bietet

sich für Jugendliche, die

u.U. zukünftig auf dem

ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig

sein können,

eine große Chance.

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Bereits während der Schulzeit erfahren

sie kompetente Unterstützung bei

der persönlichen Berufsplanung, bei

der Auswahl geeigneter Arbeitsplätze

sowie der individuellen Bewerbung

und Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen.

Diese Begleitung erfolgt

in enger Kooperation mit den Erziehungsberechtigten

bzw. Betreuern und

Lehrkräften.

b) Durchführung eines

wöchentlich stattfindenden

Arbeitstages

Der Klassenverband wird aufgelöst

und jeder Schüler lernt und arbeitet

für jeweils ein halbes Jahr in einer Arbeitsgruppe,

der er sich selbstverantwortlich

zugeordnet hat. Unterricht

und produktionsähnliche Bedingungen

sind eng verbunden, d.h. jedes Arbeitsangebot

hat „Ernstcharakter“, da es

einen „realen Auftraggeber“ gibt, der

bestimmte Leistungsanforderungen an

die Arbeitsausführung stellt und der

den Schülern Rückmeldung gibt ( Lob

und Tadel ). Es findet kein ständiger

Wechsel der Lernangebote statt.

Längere Arbeitsrhythmen und der Aufbau

einer Arbeitshaltung werden gefördert.

Der Tag wird strukturiert durch

eine Frühstücks - und Mittagspause,

ähnlich einer „Cafeteria“.

21


22

DIe WerkstUfe als aBschlUssstUfe

c) Servicegruppe

Seit dem Schuljahr 2008 / 09 haben

wir für die Mittagessenverpflegung

eine „Servicegruppe“ eingerichtet. Die

„Servicegruppe“ wird, täglich wechselnd,

gebildet aus Schülerinnen und

Schülern der Ober- und Werkstufe.

Lehrkräfte begleiten und unterstützen

die Schüler bei ihrer Tätigkeit im Servicebereich.

Es gibt 2 Essenszeiten, um 12

Uhr für die Unter- und Mittelstufenschüler

und um 13 Uhr für die Ober-

und Werkstufenschüler. Die Aufgaben

bestehen zum einen darin, die Tische

für die einzelnen Klassen mit Geschirr

und Bestecken einzudecken, bei der

Essensausgabe zu helfen, das heißt,

das Essen an den Tischen zu servieren,

die Tische wieder abdecken und beim

Spülen in der Ausgabeküche zu helfen.

Das Arbeiten in der Servicegruppe bietet

ein vielfältiges Lernfeld, in dem die

Schüler unter anderem gute Umgangsformen

sowie verantwortungsvolles Arbeiten

unter zeitlichem Druck erlernen.

Das Serviceteam ist eine Arbeitsgruppe

in unserer Schule mit „Echtheitscharakter“,

das aus unserem Schulleben

nicht mehr wegzudenken ist.

Die Arbeit im Service macht Freude und

erfüllt die meisten Schüler mit Stolz.

d) Gründung der

Schülerfirma Schülercafé

„Café Bohne“ und seine

Eröffnung im Februar 2009

Die Carl-Orff-Schule hat im Bereich

der Eingangshalle auf Dauer ein Café

für Schüler und Lehrer eingerichtet,

das feste Öffnungszeiten hat (täglich,

außer Freitag, von 13.00 bis 15.00

Uhr ). Es wird ein Warenangebot unter

besonderer Berücksichtigung vollwertiger

und gesunder Lebensmittel im

Bereich Getränke und Pausenverpflegung

bereitgehalten. Diese werden

von den Schülern nach erarbeiteten

und erprobten Rezepten unter Beachtung

festgelegter Qualitäts - und Hygienestandards

produziert.

Anschließend erfüllen sie Aufgaben

wie Bedienung, Reinigungsarbeiten

durchführen und Umgang mit Geld.

Die Jugendlichen werden ebenso in

die Reflexionsphasen zur kritischen

Bewertung des Angebotes und Beurteilung

der Arbeitsverteilung sowie der

Berechnung der Einnahmen der Schülerfirma

einbezogen.

Somit fördert eine Schülerfirma Verantwortung,

Teamarbeit und Eigeninitiative

der Schüler und vermittelt praxisnah

und handlungsorientiert Wissen über

die Wirtschaft und Wirtschaftszusammenhänge.

Sie bietet die Möglichkeit,

den Jugendlichen praxisorientiert all

die Kompetenzen zu vermitteln, die

sie sonst im herkömmlichen Unterricht

nur schwer oder gar nicht erwerben

würden. Darüber hinaus gelangen die

in Schülerfirmen beschäftigten jungen

Leute zu größerem Selbstvertrauen,

sicherem Auftreten und größerer Frustrationstoleranz.

Nicht zuletzt macht

Arbeit innerhalb eines solchen Projektes

großen Spaß.

Die Warenangebote des Schülercafés

werden zudem als Catering angeboten:

Sollten Sie für eine Geburtstagsfeier

oder ähnliches Kuchen, belegte Brötchen,

Rohkostplatte mit Dipps, Käse-

Obst-Spießen, Milchmixgetränke o.ä.

wünschen, können Sie dies bei der

Schülerfirma in Auftrag geben.

e) Vorbereitung auf `Wohnen´

Mit diesem bedeutsamen Lernfeld wird

intendiert, den Jugendlichen ein begleitetes,

aber dennoch möglichst selbstständiges

Wohnen zu ermöglichen.

Viele Jugendliche der Werkstufe haben

den Wunsch nach selbstverantwortlichem

und selbstständigem Wohnen,

ohne eine realistische Vorstellung davon

entwickelt zu haben. Daher ist es

sehr bedeutsam, die Jugendlichen auf

dieses sehr vielschichtige und komplexe

Lernfeld, das den gesamten Alltag

umfasst, sorgfältig vorzubereiten.

Sie sollen konkret handelnd erfahren,

was es bedeutet, selbstständig und

selbstverantwortlich zu wohnen. Sie

müssen für Ordnung und Sauberkeit

sorgen, Betten machen, kochen, Wäsche

pflegen, mit Haushaltsgeld wirtschaften,

den Tages- ablauf gestalten

und vieles mehr, und dabei tagsüber

noch den normalen Verpflichtungen

nachzugehen ( Schulbesuch, Arbeitspraktikum

o.ä.).

Es ist auch gesellschaftlich gewünscht,

dass Menschen mit Behinderungen

vorrangig in ambulanten Wohnformen

anstelle stationärer Großeinrichtungen

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

wohnen. Daher muss es eine schulische

Aufgabe sein, Schülerinnen und

Schüler möglichst über alle Schulstufen

schrittweise, systematisch und mit

zunehmender Intensität, als Prinzip

verstanden, auf das höchste Ziel hinzuführen:

weitgehend selbstständig

zu wohnen. Da wir sehr verschiedene

Schülerinnen und Schüler haben, müssen

differenzierte Angebote und Zielsetzung

erfolgen, die neben einer früh

beginnenden schulischen Aufbereitung

auch einer intensiven Begleitung und

Unterstützung durch das Elternhaus

bedürfen. Menschen mit einem ganzheitlichen

Förderbedarf sind in ihrem

Lernen in besonderem Maße auf handlungsorientiertes

Lernen in einer realitätsnahen

Lernumgebung angewiesen.

Daher ist es ein großes Ziel der Carl-

Orff - Schule, das Lernfeld Wohnen

als Wohnpraktikum in einer Trainingswohnung

an einem zentralen, gut und

leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln

zu erreichenden Ort, in einem gewachsenen

sozialen Umfeld, in der Nähe von

Geschäften und der Schule vorbereiten

und üben zu können - also dort, wo

üblicherweise gelebt wird. Die Schüler

sollten zum Abschluss in kleinen

Gruppen und in zeitlich festgelegten

Abschnitten das Wohnen außerhalb

des Elternhauses in einer komplett eingerichteten

Wohnung üben. Sie wohnen

dort am Nachmittag, Abend, in

der Nacht und ggf. am Wochenende

und besuchen vormittags wie gewohnt

die Schule.

Dies ist aktuell noch Zukunftsmusik.

23


24

DIe WerkstUfe als aBschlUssstUfe

Anfang des Jahres konnten wir dennoch

erste Erfahrungen in diesem sehr

komplexen Lernfeld mit ausgewählten

Werkstufenschülern sammeln, als

uns von den Franziskanerbrüdern in

Hausen bei Waldbreitbach dankenswerterweise

kostengünstig ein Haus in

Ehlscheid bei Rengsdorf zur Verfügung

gestellt wurde.

In der Zeit vom 2. bis 13 März 2009

wurde so das erste „Wohnpraktikum“

mit einer „Männergruppe“ durchgeführt.

Abgesehen von der leider unzureichenden

Verkehrsanbindung mit

öffentlichen Verkehrsmitteln wurde

die erste Erprobung von Schülern, Eltern

und Lehrkräften einstimmig sehr

positiv bezüglich Selbstständigkeit,

Planung und Durchführung beurteilt.

Alle Beteiligten hoffen auch zukünftig

weitere Erfahrungen in diesem bedeutsamen

Lernfeld sammeln zu können.

Vorbereitung auf das

Wahlrecht zur „Teilhabe am

gesellschaftlichen Leben /

Öffentlichkeit“

Ein weiterer bedeutsamer Lerninhalt

für Schülerinnen und Schülern unserer

Förderschulform ist es, sich als Bürgerin

und Bürger eines Staates, einer

Kommune, eines Bundeslandes zu

erleben, der Rechte ( Wahl, Lebensgestaltung,

Gleichheit vor dem Gesetz

) und Pflichten ( Einhalten von

Gesetzen, Steuern ) hat. Das Wahlrecht

auszuüben ist Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben. Menschen mit

dem Förderschwerpunkt ganzheitliche

Entwicklung sind ab dem 18. Lebensjahr

Erwachsene mit allen Rechten

und Pflichten. Sie dürfen grundsätzlich

auch das Wahlrecht wahrnehmen. Einzige

Einschränkung ist: sie dürfen nicht

in allen Angelegenheiten ihres Lebens

unter Betreuung - der sogenannten

Vollbetreuung - stehen.

Daher ist es Aufgabe der Schule, die

Schülerinnen und Schüler über ihr

Wahlrecht zu informieren und sie auf

diese zukunftsbedeutsamen Mitbestimmungsrechte

vorzubereiten.

Dieses Lernfeld ist sehr komplex und

zudem sehr kognitiv ausgerichtet.

Daher müssen die Inhalte handlungsorientiert

dargeboten und reduziert

werden auf einfach verständliche und

dennoch sachlich korrekte Zusammenhänge,

die den Jugendlichen lebensnah

und bedeutsam sind.

Dies erfolgt zum einen damit, dass die

Jugendlichen in der Schulgemeinschaft

Wahlen als Möglichkeit demokratischer

Mitbestimmung erleben, indem sie

einen Klassensprecher und Schülerbeirat

wählen und ihre Mitbestimmungs

- und Mitgestaltungsrechte im

Schulleben erfahren und nutzen.

Eine besondere Erfahrung war unsere

Teilnahme an der `Juniorwahl’ im März

2006 anlässlich der Landtagswahlen in

Rheinland - Pfalz.

Das Projekt `Juniorwahl’ eröffnet Jugendlichen

die Möglichkeit, bereits vor

Erreichen des gesetzlichen Wahlrechtes

die Abläufe und Auswirklungen einer

Wahl zu erleben. Der Schwerpunkt

liegt in der unterrichtlichen Vor - und

Nachbereitung von Wahlen, wobei

der Höhepunkt für die Schülerinnen

und Schüler in der simulierten Wahl in

der Woche vor der Landtagswahl am

26. März 2006 liegt.

Diese Thematik wurde nur Schülerinnen

und Schülern angeboten, die

bereits im 7. Schulbesuchsjahr sind

( Vorgabe des Ministeriums ) und die

von Ihrem Interesse und Verständnis

für demokratische Prozesse zu interessieren

sind.

Im vorbereitenden Unterricht hatten

die Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten,

sich politische Kenntnisse und

demokratische Fähigkeiten anzueignen,

indem sie über Zeitschriften, Broschüren

und Wahlmaterialien auf die

anstehenden Landtagswahlen eingestimmt

wurden, sich in Rollenspielen

mit den Inhalten und Begriffen `Demokratie’,

`Diktatur’ und `Anarchie’

auseinander setzten, den Landtag

in Mainz besuchten und eine Vor -

stellung bekamen von den dortigen

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Arbeitsabläufen. Die Jugendlichen

setzten sich exemplarisch mit den vier

damals im Landtag vertretenen Parteien

auseinander ( SPD, CDU, FDP, Die

Grünen), lernten deren Logos kennen,

analysierten deren Aussage zu Fragen

der Bildungs - und Behindertenpolitik

und luden deren Kandidaten für den

Landtag aus dem Wahlkreis Neuwied

an unsere Schule ein. Die Politiker stellten

sich den vorbereitet en Fragen der

Schüler und waren über das Interesse

und deren gute Vorbereitung sehr

beeindruckt. Diese Begegnungen waren

daher sowohl für die Politiker wie

für die Schülerinnen und Schüler, die

sich erstmals mit derartigen Themen

selbsttätig auseinender setzen konnten,

sehr fruchtbar und tief beeindruckend.

In Folge wurde der Wahlakt

von den Schülern mitorganisiert und

mitgestaltet ( als Wahlvorstand, Wahlhelfer

) und unter Realbedingungen

und zukunftsentsprechend als Online-

Wahl durchgeführt.

25


Die Landtagswahl wurde von den

Schülern mit sehr großem Interesse

und Wissen begleitet und kommentiert.

Die Wahlergebnisse der Schule

konnten mit dem tatsächlichen Wahlausgang

verglichen werden und wurde

zum Anlass genommen Säulen- und

Kreisdiagramme zu verdeutlichen.

In der Nachbereitung wurden die Konsequenzen

der Wahl hinsichtlich Regierungsbildung

begrifflich wie inhaltlich

bearbeitet und mit einer gemeinsamen

Wahlparty gefeiert.

Über diese fest institutionalisierten Unterrichtsinhalte

hinaus engagieren sich

die Werkstufenklassen mit weiteren

Aktivitäten und Projekten zum Wohle

des Fördervereins und somit der Schulgemeinschaft.

Auf diese Weise lernen

die Schülerinnen und Schüler auch

soziale Verantwortung und erfahren

persönliche Anerkennung und Wertschätzung

für die geleistete Arbeit.

Zum Beispiel nehmen wir am jährlichen

Weihnachtsmarkt in Engers teil.

Im Vorfeld werden gemeinsam mit

den Jugendlichen Verkaufsideen entwickelt

und die entsprechenden Waren

produziert wie z.B. Produkte aus

Holz, selbstgemachte Marmeladen und

selbstgebackene Plätzchen, Tischlaternen,

Ringelblumencreme, aromatisierte

Essige und Öle etc.

Ein weiteres Beispiel ist die Teilnahme

an einem Schülerwettbewerb. Unsere

Werkstufenklasse W3 hat als einzige

Förderschule im Dezember 2008

an dem von Rotary ausgeschriebenen

Schülerwettbewerb „Jugend & Technik“

unter der Schirmherrschaft der

Landkreise Ahrweiler, Neuwied und

Mayen - Koblenz teilgenommen.

Mit dem Ganzjahresprojekt “Wir stellen

Ringelblumensalbe her“ werden

den Jugendlichen in sinnvollen und für

sie erfahrbaren Bezügen fächerübergreifende

Inhalte handlungsorientiert

angeboten :

– Sie erfahren Unterscheidungsmerkmale,

Pflanzenteile und den Nutzen

der Ringelblume und pflegen sie verantwortungsbewusst

entsprechend

ihrer Wachstums- und Lebensbedingungen

( Natur / Biologie ),

– sie erweitern ihren Wortschatz,

schreiben ihre Pflanzenbeobachtungen

auf, lesen Informationsteste und Arbeitsanleitungen

und arbeiten am

Computer, um Etiketten zu schreiben

(Sprache und Kommunikation ),

– sie erleben und berechnen Zeitabläufe,

messen Flüssigkeiten ab, ermitteln

die Produktionskosten, legen

Gretel Dornauf

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

den Verkaufspreis fest und üben

beim Verkauf den Umgang mit Geld

( Mathematik ),

– sie erleben bei der Herstellung der

Ringelblumensalbe charakteristische

Reaktionen der Stoffe Wasser, Öl,

Wachs und deren chemische Verbindungen

(Chemie ),

– sie erhalten exemplarisch an der Produktherstellung

vertiefte Einblicke in

Fertigungs - und Arbeitsprozesse, in

wirtschaftliche Zusammenhänge und

Erfassen die Bedeutung relevanter

Arbeitstugenden ( Arbeitslehre ),

– sie erfahren sich als selbstständig

und kompetent handelnde

Persönlichkeit en,

– sie fotografieren das Pflanzenwachstum,

bearbeiten die Bilder am

Computer und beschriften Etiketten

( Technik - Medienkompetenz ).

27


28 schülerWettBeWerB

Das Projekt wurde im Mai 2009

unter 88 Projektbewerbern aller

Schularten aus den genannten

Landkreisen unter die 13 Besten ins

Finale ausgewählt.

Die Schüler der Werkstufenklasse W3

präsentierten auf Burg Namedy in Andernach

am 18.6. 2009 ihr Projekt einer

Jury. Die Schülerinnen und Schüler

der Carl - Orff-Schule gewannen im

Rahmen einer großen Feier 100 Euro

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

sowie sehr schöne Sachpreise und diesem Weg ist ein Beitrag zu einer

fanden für ihre Präsentation große Selbstfindung in Lebensnähe und trägt

Anerkennung. Jeder dieser exempla- damit bei zu einer Steigerung des

risch dargestellten Unterrichtsinhalte Selbstwertgefühles und zu größtmög-

aus der Werkstufe ist ein Bindeglied

bzw. ein Stein der Brücke zum Erwachlicher

Selbstverwirklichung.

senwerden. Jede Zwischenstufe auf Gretel Dornauf

29


30

arBeItsGemeInschaften

Das Bilden von Arbeitsgemeinschaften

an Schulen hat eine lange Tradition

und bietet vielfältige, sinnvolle

Lernmöglichkeiten.

Auch an unserer Schule werden Angebote

zu Arbeitsgemeinschaften gerne

angenommen.

In den Ober- und Werkstufen finden

sie regelmäßig einmal in der Woche

statt, von Schuljahr zu Schuljahr mit

wechselnden Angeboten.

So besteht seit einigen Jahren für die

Schülerinnen und Schüler unserer

Schule die Möglichkeit, den Mofaführerschein

zu erwerben.

Beim Arbeiten am Computer werden

Grundkenntnisse vermittelt, sowie

viele andere nützliche Details beim Recherchieren

im Internet, die zur Vorbereitung

auf ein selbstständiges Leben

als Erwachsener sehr dienlich sind.

Das Fußballspielen in einer Mannschaft

unterstützt die Fähigkeit sich aufeinander

einzustellen, sich gegenseitig

aufeinander verlassen zu können und

angemessen miteinander umzugehen.

Die Fußball - AG wird an unserer Schule

schon lange angeboten und hat Tradition.

Regelmäßig stattfindende Turniere

mit anderen Schulen setzen ein regelmäßiges

Training voraus, stärken immer

wieder den Ehrgeiz zu gewinnen,

verschaffen Erfolgserlebnisse und fördern

ein diszipliniertes, faires Verhalten

im Umgang mit fremden Menschen.

AG - Angebote für Unter- und Mittelstufenschüler

sind Sing- und Spielkreise,

Spielplatzbesuche, Turn - und

Psychomotorikangebote oder Projekte

zu bestimmten Themen aus dem

Sachunterricht.

Anlässlich unseres Schuljubiläums haben

sich „außerordentliche“ Arbeitsgemeinschaften

gebildet, die das Fest

zum 40 - jährigen Bestehen unserer

Schule durch besondere Aktionen und

Aktivitäten bereichern werden.

So ist eine Theater - AG entstanden,

die mit viel Freude und Eifer die Aufführung

von Mozarts „ZAUBERFLÖTE“

für Kinder einstudiert.

Eine weitere AG - Gruppe, mit vielen

fleißigen und geschickten Händen,

zaubert dazu Masken für die Schauspieler,

Kulissen und Vorhänge für den

Bühnenraum und viele andere wichtige

Theaterrequisiten.

Mit dem intensiven Kennenlernen und

den vielfältigen Möglichkeiten, den sogenannten

„ORFF - INSTRUMENTEN“,

wohlklingende Töne zu entlocken, beschäftigt

sich eine andere Schülergruppe.

Neben dem Musizieren auf dem

Orff - Instrumentarium werden auch

verschiedene Instrumente selbst gebaut.

Es wird garantiert ein Hörgenuss.

Mit „kulinarischen Genüssen“ der

letzten 40 Jahre beschäftigt sich die

Koch - AG. Es wird gekocht, gebacken,

gerührt, probiert und am Ende wird

ein tolles Kochbuch daraus entstehen.

Damit die köstlichen Gerichte der

Kochgemeinschaft sich nicht zu kleinen

Fettpölsterchen entwickeln, werden

unter Anleitung einer Bauchtanzlehrerin

flotte Schritte und gelenkige

Bewegungen eingeübt, damit ein eindrucksvoller

Tanz entsteht.

Auch Spielen will gelernt sein. Diese

sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit

bietet eine Gruppe mit Sing - und

Kreisspielen, Besuchen auf Spielplätzen,

kleinere Wanderungen, Bewegungsspiele

im Schwimmbad und in

der Turnhalle.

Eine besondere Überraschung bietet

uns die AG „HITPARADE.“

„Alte“ Schlager mit den passenden

Kleidungsstücken dieser Zeit bereichern

die Revue! Wir sind gespannt

und freuen uns darauf.

Ein wesentliches Merkmal der Arbeitsgemeinschaften

ist die Wahlfreiheit,

das bedeutet, dass die Schüler sich aus

den vielen Angeboten dasjenige aussuchen

kann, das seinen Neigungen

und Interessen entspricht. Dadurch

entstehen heterogene Verbände aus

Jungen und Mädchen aller Klassen und

damit auch Altersgruppen. Die Erfahrungen,

die dort gesammelt werden

prägen die jungen Menschen, stärken

ihr Selbstbewusstsein, erfüllen sie mit

Stolz und Freude, wecken neue Interessen

und Fähigkeiten und fördern ihre

Kompetenzentwicklung.

Arbeitsgemeinschaften beleben den

Schulalltag!

Helma Scherber

Beispiel: Koch - AG

Im September feiert unsere Schule

ihren 40. Geburtstag. Die Teilnehmer

der Koch - AG haben Gerichte und Rezeptideen

der vergangenen 40 Jahre

erforscht und durch Umfragen in der

Schule ermittelt.

Gemeinsam haben wir dann für jedes

Jahrzehnt der letzten 40 Jahre exemplarische

Gerichte ausgesucht.

Verschiedene Puddingsorten, Biene

Maja Brot, Toast Hawaii, Spargelröllchen,

Kalter Hund, Käseigel, Würstchen

als Knallbonbon, Tiramisu u.s.w.

wurden ausprobiert und für nachahmenswert

befunden.

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Schüler aller Klassenstufen haben in

der Koch - AG mitgewirkt und es entstanden

Rezeptbücher mit Bildern, Wort-

Bild- Zuordnung und mit Signalwörtern,

sodass alle Schüler in der Lage sein konnten,

die Rezepte zu lesen.

Ein Rezeptbuch mit allen ausprobierten

Gerichten wollen wir am Geburtstagsfest

der Schule den Eltern vorstellen.

Besonders leckere Gaumenfreuden wie

z.B. der Kekskuchen mit dem wohlklingenden

Namen „Kalter Hund“, wollen

wir den Besuchern zeigen und zum

Probieren bereitstellen.

Anni Andrä

31


32

veranstaltUnGen

Neben den gezielten Unterrichtsangeboten

bzw. auf diese abgestimmt muss

eine Schule mit dem Förderschwerpunkt

ganzheitliche Entwicklung noch

eine Reihe von Veranstaltungen anbieten,

die zur Entwicklung der Schüler

und deren Integration in die Gesellschaft

beitragen können.

Da wären zunächst die verschiedenen

Feste und Feiern zu nennen. Ob es

Geburtstagsfeiern in der Klasse, die

Karnevalsfeier, bei der auch schon mal

ein Schülerprinzenpaar mit Gefolge

mitwirkt, das Erntedankfest, Kommunion-

und Konfirmationsfeiern oder die

Oster-, Weihnachts- und Entlassfeiern

sind, alle diese Ereignisse haben

für unsere Schüler einen besonderen

Stellenwert. Besonders dann, wenn

Eltern und Verwandte dabei sind, fiebern

die Kinder diesen Festen entgegen.

Diese Begegnungen geben ihnen

Gelegenheit, ihre Schule zu zeigen,

Gelerntes vorzuführen und gemeinsam

„schöne Stunden“ zu verleben.

Auch Klassenfahrten stellen einen

festen Bestandteil in unserem Schulleben

dar.

In der Unterstufe beginnt es meistens

mit einer Übernachtung in der Schule,

dann folgen mehrtägige Schulwanderungen

in der Mittel- und Oberstufe

bis hin zu einem 8 bis 10- tägigen

Schullandheimaufenthalt, sogar ins

benachbarte Ausland.

Diese Unternehmungen hinterlas-

sen bei den Schülern bleibende Erinnerungen

und prägende Eindrücke.

Um diese außerschulischen Lernorte

zu erreichen, stehen unsere eigenen

Schulbusse zur Verfügung, die durch

die Unterstützung des Landkreises

Neuwied, unseres Fördervereins und

anderer Sponsoren finanziert wurden.

Alle drei Jahre richten wir die Bundesjugendspiele

aus, an denen noch zwei

weitere Förderschulen teilnehmen. Es

werden Sport - und Spielstationen angeboten

an denen alle Schülerinnen

und Schüler Ergeiz entwickeln und

Spaß haben können.

Vier mal jährlich, immer vor den jeweils

bevorstehenden Ferien treffen sich

alle Schüler und Lehrer zu unserem

„Klassentreffen“ in der Eingangshalle

um sich gegenseitig aktuelle Unterrichtsinhalte

wie z. B. Bewegungslieder,

Gedichte, Fotos von Unternehmungen

oder sachunterrichtliche Themen zu

präsentieren.

Der Unterricht der einzelnen Klassen

wird dadurch transparenter, regt zum

Austausch untereinander an und fördert

das Gefühl zu einer Gemeinschaft

zu gehören.

Ein wesentlicher Lernaspekt der Präsentation

ist der, dass die Schüler lernen,

vor einer großen Gruppe von Menschen

frei zu sprechen, sich zu bewegen

und darzustellen. All das stärkt ihr

Selbstbewusstsein und ihr Vertrauen in

die eigenen Leistungen und macht sie

mutiger. In fast jedem Schuljahr finden

an unserer Schule Projekttage statt. Die

Schülerinnen und Schüler wählen sich

ihre Arbeitsgruppe selbst aus und verbringen

1 Woche gemeinsamer Arbeit

an einem bestimmten Thema wie, z. B.

„Kunst und Gestaltung mit Naturmaterialien“

oder „Die Carl-Orff- Schule

macht sich fit“.

Zum Abschluss dieser Woche findet

eine Präsentation der entstandenen

Dinge oder geleisteten Arbeit in Form

eines Schulfestes statt. Gerne heißen

wir dann Gäste willkommen, die sich

unsere Ausstellungen ansehen oder

einstudierte Aufführungen genießen

können.

Wir hoffen, dass sie auf diesem Weg

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

einen Eindruck über unser abwechslungsreiches

Schulleben erhalten

haben. Eine noch so ausführliche Beschreibung

kann und soll jedoch nicht

persönlichen Kontakt zu unseren Schülern

ersetzten.

Vielleicht haben sie durch das Lesen

dieser Festschrift Ihr Interesse an unserer

Schule entdeckt. Wir würden uns

freuen, Sie bei einer der nächsten Veranstaltungen

begrüßen zu können.

Helma Scherber

33


fÖrDervereIn

Der Förderverein der Carl-Orff-Schule

wurde am 25. September 2000 durch

Elterninitiative gegründet und hat zur

Zeit ca. 100 Mitglieder. Mit den Beiträgen

und Spenden von Mitgliedern und

Sponsoren kann der Förderverein seine

vielfältigen Aufgaben erfüllen.

Die Aufgaben des Fördervereins beinhalten

unter anderem die finanzielle

Unterstützung von:

– Projekten z. B. Skifreizeit,

Schülercafe, Theater

– Anschaffung von Lehr- und

Lernmaterialien

– Mitfinanzierung bei Klassenfahrten

– Anschaffung von Spiel - und

Sportmaterialien,

z.B. für die Pausengestaltung

– Anschaffung von Medien,

z.B. CD - Player und andere Geräte

– Mitfinanzierung bei der Anschaffung

von Musikinstrumenten,

sowie Sport- und Schwimmhilfen

– Vorfinanzierung von Festen

und Feiern

Der Förderverein der Carl - Orff -Schule

hilft somit bei vielen Aktivitäten, die für

unsere Schüler von großer Bedeutung

sind und sonst manchmal nicht durchführbar

wären.

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Daher ist es auch sehr wichtig und

wünschenswert, dass viele Eltern Mitglied

beim Förderverein werden und so

gemeinsam mithelfen.

Alle Schüler profitieren davon, wenn

der Förderverein tätig werden kann.

Im Namen aller Schüler und Schülerinnen

der Carl - Orff -Schule bedanken

wir uns ganz herzlich bei allen Mitgliedern

und Sponsoren, die es jedes

Jahr wieder möglich machen, dass der

Förderverein Projekte und vieles Mehr

unterstützen kann.

Monika Bauer

( Vorstand des Fördervereins )

35


Der schUlelternBeIrat

Der SEB, der aus 8 gewählten Mitgliedern

besteht, besitzt seine Legitimation

aus dem Schulgesetz. Der Beirat wählt

aus seiner Mitte den Schulsprecher.

Der SEB versteht sich als Verbindungsglied

zwischen Eltern und Schule. Er ist

Ansprechpartner für alle Sorgen und

Nöte, die Eltern im Zusammenhang mit

der Schule, dem Unterricht, oder dem

Lehrpersonal haben.

Er hat die Aufgabe, die Erziehungsund

Unterrichtsbereitschaft der Schüler

zu fördern und mitzugestalten.

Der Schulelternbeirat soll die Schüler

beraten, ihnen Anregungen geben und

Vorschläge unterbreiten ( §35 Abs.1

Schulgesetz ). Er versucht andererseits

Hilfestellung bei Schwierigkeiten zu

geben, die Eltern mit ihren Kindern

haben und Kontakte zu Institutionen

zu vermitteln, die Unterstützung bereitstellen

können.

Weiterhin unterstützt der Elternbeirat

die Schule und die Schulleitung bei

der Durchsetzung schuleigener Interessen.

Er arbeitet als Vertretung der

Eltern eng mit der Schule bei Forderungen

an die Schulaufsicht und an

den Schulträger beispielsweise nach

mehr Lehrpersonal, nach Krankheitsvertretungen,

nach Zivildienstleistenden,

Erweiterung der Räumlichkeiten

etc. zusammen.

Der SEB bemüht sich um Vorschläge

im Bereich: Freizeitgestaltung ( Jugenddisco

), Projekte innerhalb der

Schule ( Projekttage ), Infoabende für

Eltern zu unterschiedlichen Themen

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

wie Berufswahl, Erbrecht, Grundsicherungsrecht,

Pflegeversicherung usw.

Bei all diesen Bemühungen bleibt unser

Hauptaugenmerk auf dem wichtigsten

Punkt unserer Arbeit, den Kindern.

Silvia Grummich

für den Schulelternbeirat

E-Mail: schulelternbeirat@carl-orffschule

-neuwied.de

37


Sollten Sie für

eine Geburtstagsfeier

oder ähnliches

Kuchen, belegte

Brötchen,

Rohkostplatte mit Dipps,

Käse - Obst - Spieße,

Milchmixgetränke o.ä.

wünschen,

können Sie dies bei der

Schülerfirma in Auftrag

geben.

Orffstraße 37

56566 Neuwied

Tel. 0 26 22 - 32 44

Fax 0 26 22 - 30 55

Carl-Orff-Schule

N E U W I E D


Getränkefachgroßhandel · Festservice

Automaten ( Getränke & Unterhaltung)

Gastronomie - Konzepte und - Service

56170 Bendorf · Untere Vallendarer Str. 45

Telefon (02622) 2423 · Fax (02622) 2454


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Wolfgang

Lehmann


Carl-Orff-Schule

N E U W I E D

Orffstraße 37

56566 Neuwied

Tel. 026 22 - 32 44

Fax 0 26 22 - 30 55

e-mail:

info@carl-orff-schule-neuwied.de

www.carl-orff-schule-neuwied.de

LANDKREIS NEUWIED

ALS SCHULTRÄGER

Aufsichts - und Dienstleistungs -

direktion Trier

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