der gemeinderat Oktober 2020

pVSpro360

Unsere Themen in der Oktoberausgabe: Digitale Kommune, Lichtplanung, Luftreiniger

Nr. 10/2020

1957– 2020

8,50 Euro

63. Jahrgang

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

WIE EINE STADT DEN BREITBANDAUSBAU

ZUM ERFOLGSPROJEKT MACHT

+++ Digitale Kommune +++ Lichtplanung +++ Luftreiniger

GLASFASER ALS CHANCE

So schaffen Kommunen die Anbindung ans

Highspeed-Internet. Mehr ab Seite 66


Editorial

„Elektromobilität ist für badenova ein

zentraler Baustein auf dem Weg in eine

nachhaltige, innovative und emissions-

arme Zukunft! Ganz gleich, ob es um

Elektromobilitätskonzepte, Ladeinfrastruktur

für Zuhause, beim Arbeitgeber

oder für den öffentlichen Bereich geht –

wir unterstützen Kommunen, Unterneh-

men und Privatpersonen mit vielfältigen

und ausgeklügelten Lösungsangeboten.

Dabei engagieren wir uns aktiv im

Thüga-Netzwerk und sind in stetigem

Austausch mit deren Experten. Ganz

nach dem Motto: Gemeinsam schneller

ans Ziel kommen!“

Hannes Meyer-Schönbohm, Projekt-

leiter Logo Elektromobilität Partnergesellschaft Unternehmens-

/

entwicklung Partnerkommune

badenova AG & Co. KG

Wie glückt Ihnen der perfekte

E-Mobility-Coup?

Gemeinsam mit unserem

Experten-Team.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Bitte geben Sie Ihren Kindern warme Kleidung mit“, hieß es Anfang

Oktober von der Schule meines Sohnes. Die Klassenzimmer müssten

regelmäßig gelüftet werden und „bei diesen Temperaturen wird es dann sehr

kalt im Klassenraum“. Dagegen helfe laut der Lehrerin nur eine Fleecejacke

von zu Hause.

Ist das die Lösung? Lüften, regelmäßig alle 40 Minuten für die jüngeren

Schüler, konstant bei den älteren? Droht den Kindern (und ihren Eltern) statt

oder zusätzlich zur Coronawelle dann die Grippewelle? Ich hoffe für Schüler

als auch Lehrer, dass noch ein anderes Mittel gefunden wird, um mit Corona

über den Winter zu kommen. Vielleicht sind es Luftfiltergeräte. In

Klassenzimmern oder anderen öffentlichen Räumen filtern sie Viren und

Bakterien aus der Luft, ohne dabei die Innentemperatur auf das Niveau von

draußen zu senken. Die Bundesregierung bereitet diesbezüglich gerade ein

Förderprogramm vor. Lesen Sie mehr dazu im Beitrag auf Seite 12.

Auch sonst ist an Schulen gerade allerhand Beschaffungsbedarf, um

die Digitalisierung mit den bereitgestellten Bundesmitteln zu bewältigen

(Seite 74). Doch die pure Bereitstellung von Laptops, Tablets und Co. wird

nicht genügen. Es gilt sowohl Schüler als auch Lehrer im Umgang mit den

modernen Methoden zu schulen, um zu vermeiden, dass – wie es unser

Gastautor Dr. Ralf Resch so treffend formuliert hat – „die digitalen

Hilfsmittel wie Kreidetafeln genutzt werden“.

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

denise.fiedler@pro-vs.de

Herzlich, Ihre

Denise Fiedler, Redaktionsleiterin

Stadtplanerische Vorhaben erfolgreich gestalten.

Mit unseren innovativen Lösungen und

unserer langjährigen Expertise.

Wir beraten und unterstützen Sie auf Ihrem Weg zur

Smart City oder Smart Region.

T +49 (0)30 . 8904 . 871 . 10 · info@vc.systems · www.vc.systems

Erfahren Sie mehr über die Leistungen und Projekte der Thüga

und ihrer rund 100 Partnerunternehmen im Bereich Elektromobilität.

Besuchen Sie uns auf: www.thuega.de


Inhalt

In diesem Heft:

Titel: Digitale Kommune

Papierloses Büro: Stuttgart digitalisiert

330 000 Pläne 64

Breitband: Glasfasernetz sichert die

Standortattraktivität 66

Videokonferenzen: Alternativen zu den

Lösungen aus USA 68

Finanzsteuerung: Software sichert Kontrolle

über den Haushaltsplan

70t

Smart Working: Mehr Digitalisierung,

weniger Cyberrisiken 72

Unterricht: Lernequipment 2.0 braucht

Fachpersonal vor Ort 74

Digitaler Zwilling: Bremen arbeitet mit einer

3D-Stadtplanungslösung 76

Eine Chance für Weihnachtsmärkte

8

Nach dem erfolgreichen Experiment „Sommer in der Stadt“ könnte ein „Winter in der

Stadt“ die Weihnachtsmärkte in München entzerren. Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner

erklärt, wie das Veranstaltungskonzept der Stadt auch bei Weihnachtsmärkten

angewendet werden könnte.

Foto: Adobe Stock/bortnikau

Kommunalentwicklung

Weihnachtsmärkte: München testet dezentrale

Veranstaltungskonzepte 8

Luftreiniger: Geräte und Anlagen filtern

Aerosole in Schulen 12

Gebäudekonzepte: Flexible Räume 20

Doppik: Landkreis Dahme-Spreewald

wählt interkommunale Herangehensweise 22

Krisenmanagement: Resilienzmodell hilft bei

der Bewältigung schwieriger Situationen 26

Stadtentwicklung: Post-Corona-Strategien 30

Schulen: Neuen Leuchten in Freystadt 46

Alles orange: Warmes Licht für guten Schlaf 48

Straßenbeleuchtung: Digitale Wege in

Ludwigsburg-Kornwestheim 50

Hallen: Effiziente Lichtführung in

Stephanskirchen 52

Wirtschaft & Finanzen

Vergaberecht: Effizient einkaufen 56

Digitale Beschaffungssysteme: E-Auktionen 82

Parlament & Verwaltung

Job-Interview: Social Media

begeistert Bewerber 90

Job-Tipp: Wie Kommunen Kandidaten

überzeugen 91

Rubriken

Editorial 3

Panorama 6

Produkte & Dienstleistungen 88

Vorschau / Impressum 98

Einkaufen: Märkte als Option 32

Public Health: Gesundheit als Auf 34

Technik & Innovation

Beleuchtung: Lichtexperte Dennis Köhler über

kommunale Lichtgestaltung 40

LED: Dortmund tauscht 24 000

Straßenleuchten aus 42

Umwelt & Verkehr

E-Fahrzeuge: Kleine Transporter 80

Mobile-Ticketing: Der erste Schritt zur

digitalen Gemeindeplattform 82

Radschnellwege: Machbarkeitsstudie zu

Querverbindungen in Heilbronn-Neckarsulm 84

ÖPNV: Verkehrsbetriebe Neuss rüsten um 86

Der Gesamtauflage dieser Ausgabe liegen

Prospekte folgender Unternehmen bei:

Ecolights GmbH, Weißkirchen/Österreich, Cemo

GmbH, Weinstadt, PBS Geo, Köln, Telenot

Eleltronic GmbH, Aalen. Einer Teilauflage liegen

Prospekte folgender Unternehmen bei: Congaia

solar energy, Lendorf /Österreich, Murtfeldt

GmbH, Dortmund, Forum Management GmbH,

Starnberg

KOMMUNAL

G L O B A L

NACHHALTIG

× × ×

KOMMUNAL

GLOBAL

ENGAGIERT

× × ×

HANDELN

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Packen Sie lokale Herausforderungen gemeinsam an

Klimawandel, Migration, Mobilität, Digitalisierung – Zukunftsfragen lösen Kommunen

leichter in Zusammenarbeit mit ihren globalen Partnern. Die Servicestelle

Kommunen in der Einen Welt unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise beim

Aufbau und der Gestaltung kommunaler Partnerschaften auf Augenhöhe.

Wir beraten Sie . Telefon: 0228 20 717 - 670 . www.kommunal-global-engagiert.de

mit ihrer

4 der gemeinderat 10/20


Panorama

NEUES AUS DEUTSCHLAND

Panorama

KURZ GEMELDET

Neue Initiative

Mit der Gründung der Initiative

„Gremienverbund Breitband“ wollen rbv,

VDE DKE und ZVEH das Schulungsangebot

im Bereich Breitband

vereinheitlichen und die Qualifizierung

dringend benötigter Fachkräfte

vorantreiben. Gemeinsam erarbeitete,

bundesweit einheitliche, Standards

sollen für mehr Transparenz im

Bildungsbereich sorgen und dem

Gigabitausbau in Deutschland neue

Impulse geben.

Bemerkenswert, vorbildlich, innovativ?

Teilen Sie der Redaktion mit,

was Ihre Kommune bewegt:

denise.fiedler@pro-vs.de

Wohnungsbau

Maßnahmen gefordert

Ein Beteiligungsfonds soll die

Eigenkapitalbasis kommunaler

Wohnungsunternehmen stärken,

fordern Wissenschaftler.

Dass sich infolge der Corona-Krise

die Wohnungskrise in den Ballungsräumen

und ihrem Umland

entspannen wird, ist nicht erkennbar. Davon

ist Sebastian Dullien, Wissenschaftlicher

Direktor des Instituts für Makroökonomie

und Konjunkturforschung der

Hans-Böckler-Stiftung (IMK) überzeugt.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität

Mannheim und des Deutschen

Instituts für Urbanistik (Difu) fordert er

vom Bund die Einrichtung eines Beteiligungsfonds

für kommunale Wohnungsbauunternehmen

und bessere Rahmenbedingungen

für die Einrichtung kommunaler

Bodenfonds. „Die sinkende Kapazitätsauslastung

im Bausektor macht verstärkten

öffentlichen Wohnungsbau auch konjunkturpolitisch

sinnvoll“, erklärt Dullien.

Bezahlbarer Wohnraum ist vielerorts rar. Kommunale

Bodenfonds sollen helfen.

Foto: Adobe Stock/Roman Babakin

Sonntags einkaufen

Foto: Adobe Stock/kasto

Verkaufsoffene Sonntage sollen dafür sorgen,

dass sich die Kundenfrequenzen verteilen und

Händler ihre Verluste kompensieren.

lichkeit zu geben, Verluste zu verringern

und so ihre Existenz und Arbeitsplätze

zu sichern. Die nordrheinwestfälische

Landesregierung schaffe hier möglichst

weitgehende Rechtssicherheit für die temporäre

Ausweitung von Ladenöffnungszeiten.

48%

des Stromverbrauchs

Nordrhein-Westfalen plant fünf verkaufsoffene

Sonntage zur Adventszeit. Die Bundesvereinigung

City- und Stadtmarketing

Deutschland (bscd e.V.) plädiert für eine

bundesweite, temporär begrenzte Ausweitung

von Sonntagsöffnungszeiten.

Verkaufsoffene Sonntage seien ein Instrument,

um einerseits die innerstädtische

Wirtschaft zu stärken und und andererseits

durch die Ausweitung der Einkaufszeiten

Kundenfrequenzen zu verteilen und

so Infektionsgefahren zu verringern. Das

gelte insbesondere in der Weihnachtszeit.

In diesem von der Covid-19-Pandemie geprägten

Jahr würden Sonntagsöffnungen

dem stationären Einzelhandel die Möglichkeit

geben, das wirtschaftlich enorm wichtige

Weihnachtsgeschäft infektionsschutzkonform

zu gestalten.

Der Schutz der Sonn- und Feiertage

durch das Grundgesetz als Tage der Arbeitsruhe

wird damit nicht in Frage gestellt,

heißt es. Vielmehr gehe es darum,

Menschen zu schützen und Einzelhändlern

und weiteren Dienstleistern die Mögdes

Bruttoinlandsstromverbrauchs wurden

in den ersten drei Quartalen durch erneuerbare

Energien gedeckt. Das entspricht

einem Anstieg um fünf Prozentpunkte im

Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das zeigen

vorläufige Berechnungen des Zentrums

für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

Baden-Württemberg

(ZSW) und des Bundesverbands der Energie-

und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu

verdanken ist dieser Anstieg vor allem den

günstigen Wetterverhältnissen und dem

gesunkenen Stromverbrauch. Die Erneuerbaren-Quote

wird als Anteil am Stromverbrauch

gemessen. Daher führt ein geringerer

Verbrauch allein schon zu einem Anstieg

der Erneuerbaren-Quote.

Anzeige

Volle Kontrolle an allen Wasserabgabestellen

Volle Kontrolle: Einfaches Einstellen, Steuern

und Auslesen aller WimTec HyPlus

Wasserabgabestellen.

Das HyPlus-Gesamtkonzept von WimTec zur

Trinkwasserhygiene wird um WimTec REMOTE

erweitert. Das Infrarot-Tablet erlaubt das

einfache und komfortable Einstellen, Steuern

und Auslesen an allen Wasserabgabestellen.

Foto: WimTec

Betreiber, Haustechniker und Installateure profitieren

von einer satten Zeitersparnis und optimierten

Arbeitsabläufen. Ob Dusche, Wanne,

Waschtisch, Küche, WC oder Urinal im Neubau

oder im Bestand – mit WimTec REMOTE können

Funktionseinstellungen an allen Wasserabgabestellen

in Netz- und Batteriebetrieb komfortabel

vorgenommen werden. WimTec REMOTE ermöglicht

es verantwortlichen Gebäudetechnikern,

die Parameter sämtlicher Funktionen (Spülintervall

und Mindestspüldauer) wertgenau einzustellen,

zu steuern und auszulesen. Weiters kann

bei der bedarfsgerechten Freispülautomatik

eine tägliche Sperrzeit einfach definiert werden

(z. B. von 22 bis 6 Uhr), sodass im Gesundheitsbereich

die Nachtruhe oder der Schulunterricht

nicht gestört wird.

Umfassende Anlagendokumentation

Zur Anlagendokumentation verfügt die WimTec

REMOTE über eine Export-Funktion: Damit können

alle Geräteinformationen, Einstellungen

sowie Betriebsdaten (z.B. Anzahl und Dauer der

Nutzungen und Freispülungen) als PDF- oder

CSV-Datei gespeichert werden. Der Datenaustausch

erfolgt sicher über die integrierte microSD-Karte

oder per WLAN über einen geschützten

Bereich auf my.wimtec.com.

Advertorial

Auch das Auslösen ausgewählter Funktionen

wird zum Kinderspiel: der Wartungsstopp oder

eine Test-Spülung lassen sich mit WimTec RE-

MOTE einfach per Fingertipp aktivieren. Die Einstellungen,

die auch die Werte für die bedarfsgerechte

Freispülautomatik WimTec HyPlus umfassen,

können in Vorlagen gespeichert und

einfach auf weitere baugleiche Wasserabgabestellen

übertragen werden. Die Verbindung zwischen

WimTec REMOTE und der Wasserabgabestelle

wird mittels Infrarotübertragung hergestellt.

Das ist absolut sicher gegenüber einer

Bluetooth- oder einer WLAN-Verbindung.

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Nach dem Lockdown

lockt das Stadtgrün

Deutschland hat seine Bewegungsfreiheit zurück. Und wo könnten die Menschen besser durchatmen und wieder Gutes für

Körper und Geist tun, als im Grünen direkt vor ihrer Tür. Geben Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern zukünftig mehr von

diesem Raum: mit dem Ausbau städtischer Park-, Sport- und Erholungsflächen.

Jetzt über die aktuelle Städtebauförderung für mehr Grün in Ihrer Stadt informieren:

www.gruen-in-die-stadt.de

„Grün in die Stadt“ ist eine Initiative des

Unterstützt durch

Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.


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Luftreinigung in Schulen

Riesenrad auf dem Königsplatz: In München konnte das Programm „Sommer in der Stadt“ trotz Corona stattfinden. Ermöglicht wurde dies durch das

Veranstaltungskonzept der Landeshauptstadt, das ein dezentrales Programm mit mehreren Kuratoren vorsah.

DAS REFERAT FÜR ARBEIT UND

WIRTSCHAFT

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft

(RAW) in München bündelt die

Kompetenzen der Stadt in der

Wirtschaftsförderung, der

Arbeitsmarktpolitik, im Tourismusmarketing

sowie beim Management von

Beteiligungen und städtischen Gesellschaften.

Zudem veranstaltet das RAW

Feste und Märkte, darunter mit dem

Oktoberfest das größte Volksfest der

Welt.

Veranstaltungskonzept

Besinnlich statt Party

Das Programm „Sommer in der Stadt − München 2020“ wurde vom Referat für

Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München koordiniert. Clemens

Baumgärtner, Leiter des Referats, erklärt im Interview, wie das Veranstaltungskonzept

der Stadt auch bei Weihnachtsmärkten angewendet werden kann.

Statt eines zentralen Festes gab es in diesem

Jahr einen „Sommer in der Stadt“. Wie

sieht dieses Konzept aus?

Clemens Baumgärtner: Die Corona-Pandemie

hat für einige Branchen verheerende Konsequenzen.

Mit dem Wegfall von Volksfesten,

Märkten und Auftrittsmöglichkeiten

haben Schausteller, Marktkaufleute

und Kulturschaffende in diesem Jahr so

gut wie keine Einnahmen erzielen können.

Gleichzeitig konnten viele Münchner nicht

wie gewohnt in den Urlaub fahren und

mussten ihre Ferien in der eigenen Stadt

planen. München hat deshalb kurzfristig

das dezentrale und überwiegend kostenfreie

Programm „Sommer in der Stadt“

geschaffen. Das Programm bot ebenso

Plätze mit Marktgeschehen an wie Karusselle

an verschiedenen Orten oder Bühnen

für ein umfangreiches Kulturprogramm.

Dazu gab es ein Kinderprogramm sowie

Spiel und Sport in verschiedenen Parks

und eine entspannte Szenerie auf der Theresienwiese.

Insgesamt wurden so mehr

als 250 Orte in der gesamten Stadt in einem

partizipativen Konzept bespielt. Das Programm

begann Ende Juli und en-

Foto: München Tourismus/Jörg Lutz

Foto: Qleanair

Der Kampf gegen Corona bedarf gerade in Schulen geeigneter Waffen: Die Luft kann dabei

besonders effektiv mithilfe eines Luftfilters gereinigt werden – auch von Viren.

Ungestörtes Lernen: Ohne Maske und ohne Dauerlüften im Klassenraum können sich Kinder ganz

auf den Unterricht konzentrieren. Raumluftreiniger sorgen für gesundes Atmen.

Zur Wiedereröffnung der Schulen gibt es viele,

teils sehr unterschiedliche Hygienekonzepte, die

alle darauf zielen, die Ausbreitung des Coronavirus

bestmöglich einzudämmen. Dazu gehören

Abstand halten, das Tragen einer Gesichtsmaske

sowie das regelmäßige Händewaschen.

Fehler im Umgang mit der Corona-Etikette sind

aber vor allem unter den jüngeren Schülern ein

unvermeidbares Risiko.

Schulen sind, wie andere Gebäude, in der

Regel auf Lüftungssysteme oder Belüftung

durch Öffnen der Fenster angewiesen, um eine

gesunde Raumluftqualität im Gebäude zu gewährleisten.

Oftmals sind aber keine oder unzureichende

Belüftungssysteme vorhanden und

Stoßlüften allein ist nicht ausreichend.

Im Falle einer erhöhten Schadstoffemission

im Gebäude oder eines erhöhten Risikos einer

Infektionsausbreitung besteht die typische

Maßnahme darin, die Luftaustauschrate zu erhöhen,

um den Verschmutzungsgrad der Innenluft

zu verringern. Zu diesem Zweck haben sich

Luftreiniger in akademischen Studien als praktikable

Alternative erwiesen. Weder Luftreiniger

noch Belüftungssysteme können das Risiko einer

Ansteckung mittels Tröpfchen- oder Schmiereninfektion

verhindern. Allerdings sind professionelle

Luftreiniger mit HEPA-14-Hochleistungsfiltern

dazu in der Lage, die Aerosolkonzentration

in der Luft vorbeugend zu verringern

und unterstützen damit bereits vorhandene Hygienekonzepte.

Vorteile der Luftreiniger liegen

auch darin, dass sie effektiv arbeiten ohne Heizkosten

zu erhöhen und keinerlei Anpassung des

Belüftungssystems erfolgen muss.

Die Universität der Bundeswehr München

schreibt zu dem Thema:

„Raumluftreiniger mit großem Volumenstrom

und hochwertigen Filtern der Klasse H14 stellen

aus unserer Sicht eine sehr sinnvolle technische

Lösung dar, um in Schulen, Büros, Geschäften,

Wartezimmern, Gemeinde- und Vereinshäusern,

Aufenthalts- und Essensräumen die indirekte

Infektionsgefahr durch Aerosole stark zu verringern.“

Die Bundeswehr-Forscher sehen in den

Luftreinigern nicht nur eine gute Alternative zum

Lüften. Die Technik garantiere eine dauerhaft

geringere Virenlast, was durch geöffnete Fenster

oft nicht gewährleistet werden könne, schreiben

sie. Zusätzlich wird das Wohlbefinden der Schüler

durch einen Luftreiniger speziell in kalten

Monaten nicht beeinflusst. Um ein nachhaltiges

Ergebnis zu bekommen, ist neben dem Einsatz

eines geeigneten Luftreinigers auch die dazugehörige

Wartung des Gerätes notwendig.

Was bedeutet HEPA/H14?

HEPA-14-Filter sind Hochleistungs-Luftfilter. Sie

haben eine Filtrationseffizienz von mindestens

99,995% für Partikel der Größe 0,1–0,2 µm

und werden daher gewöhnlich in sensiblen medizinischen

Umgebungen wie Operationssälen

und Infektionsstationen eingesetzt.

AirQlean Low HEPA und FS 70 HEPA

Nicht nur in medizinischen Bereichen können

HEPA-14-Filter die Luft von Aerosolen, Viren und

Bakterien filtern. Auch in Schulen können diese

eingesetzt werden, um das Infektionsrisiko

durch Aerosolverbreitung zu mindern. Mit über

25 Jahren Erfahrung bietet QleanAir Scandinavia

Unternehmen innovative Lösungen und Technologien

zur Förderung der Gesundheit von Mitarbeitern

und Kunden, die auf der Kontrolle der

Innenbereiche und der Luftqualität basieren.

Unser AirQlean Low HEPA und FS 70 HEPA

• filtert 99,995% aller MPPS

(Viren, Bakterien, Aerosole),

• hat einen hohen Reinigungsgrad bei

niedrigem Geräuschpegel, die

Konzentrationsfähigkeit wird nicht

beeinträchtigt,

• lässt sich einfach installieren, bedienen

und umstellen,

• führt der Luft keinerlei schädliche

Substanzen wie z. B. Ozon zu,

• ist für den Dauereinsatz geeignet.

Mit all diesen Eigenschaften eignet sich der Air-

Qlean Low HEPA bzw. FS 70 HEPA, um die Ansteckungsgefahr

durch Aerosole in den Klassenräumen

und anderen Räumlichkeiten zu senken.

Mehr Informationen zum AirQlean Low, FS 70

und zu unserer langjährigen Erfahrung im Bereich

der Luftreinigung finden Sie online unter

www.qleanair.de

QleanAir Scandinavia

Prinzregentenstrasse 22

80538 München

Tel. 089/32 20 88 71

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Advertorial

ZUR PERSON

Clemens Baumgärtner leitet das Referat

für Arbeit und Wirtschaft der Stadt

München.

dete in der ersten Oktoberwoche. Die Stadt

München trat dabei nicht als Veranstalter

auf. Vielmehr waren für die einzelnen Programmteile

jeweils Kuratoren verantwortlich,

die für die Planung und die Einhaltung

der Hygieneauflagen sorgten. Die

Stadt verstand sich dabei in der Rolle eines

Ermöglichers.

Wie waren die Erfahrungen mit diesem

neuen Veranstaltungskonzept?

Baumgärtner: Die Erfahrungen sind sehr erfreulich.

Die Münchner, aber auch die

Gäste der Stadt, haben die Angebote gut

angenommen. Es kam zu keinen Zwischenfällen,

Überfüllungen oder Platzsperrungen.

Durch die lange Veranstaltungsdauer

über drei Monate hinweg und die

entzerrte räumliche Situation blieb der

„Sommer in der Stadt“ eine entspannte

Veranstaltung für alle. Nach unserer Beobachtung

war das Programm auch Anreiz

für eine Städtereise. In der Stadt waren

wieder mehr Gäste zu sehen. Wir hoffen

daher, dass das Programm in abgewandelter

Form als Blaupause für andere Veran-

„Wir hoffen, dass das

Programm als Blaupause

für andere Veranstaltungen

gelten kann.“

Clemens Baumgärtner

staltungen in Zeiten von Corona gelten

kann. Wir versuchen derzeit, unsere Erfahrungen

zum Beispiel auf die Christkindlmärkte

in München zu übertragen.

Wie zufrieden waren Schausteller und Besucher

mit dem „Ersatz-Oktoberfest“?

Baumgärtner: Wir stellen die Kundenzufriedenheit

aktuell mit einer Online-Befragung

fest. Zu den Ergebnissen kann ich noch

nicht viel sagen, es zeichnet sich aber ein

überwiegend positives Feedback ab. Was

man heute schon sagen kann, ist, dass es

in den Medien nahezu ausschließlich positive

und intensive Berichterstattung gab.

Nicht nur in den lokalen Medien, sondern

bundesweit und sogar in den deutschsprachigen

touristischen Märkten. Wir wissen

aus einer breiten Abfrage zur Halbzeit des

Programms, dass bei allen beteiligten Kuratoren

große Zufriedenheit herrschte.

Manche hatten sich vielleicht zu viel erwartet,

weil der „Sommer in der Stadt“

gerne als Ersatz-Oktoberfest gelabelt

wurde. Das war jedoch nie unsere Intention

als Stadt. Wir wollten gerne Auftritte,

Umsätze und Spaß im Sommer 2020 ermöglichen.

Und wir wollten ein attraktives

Programm schaffen, das auch Anlass für

eine Reise nach München sein sollte.

Ist dieses Konzept übertragbar auf die

herannahende Weihnachtsmarktsaison?

Oder wird darauf in diesem Jahr verzichtet?

Baumgärtner: Eine Übertragung eins zu eins

auf den Christkindlmarkt ist sicher nicht

möglich. Aber wir haben aus dem „Sommer

in der Stadt“ wichtige Erkenntnisse

gewinnen können. Wie schon gesagt, wird

es hier um eine Entzerrung gehen und dezentrale

Spielorte, um sinnvolle Hygieneauflagen,

größere Abstände und auch um

reduzierte Formate. Eines ist unter den

aktuellen Bedingungen der Corona-Pandemie

ja klar: Nichts wird in diesem Jahr so

sein, wie es letztes Jahr war. Jetzt ist die

Kreativität aller Beteiligten gefragt, um aus

der sehr schlechten geschäftlichen Situation

wenigstens noch so viel herauszuholen,

dass das Jahr nicht komplett verloren

ist. Viel wird dabei auch davon abhängen,

wie die Gäste sich verhalten. Statt Glühweinpartys

werden wir in diesem Jahr

wohl eher traditionelle, besinnliche Märkte

erleben. Interview: Denise Fiedler

Foto: Virobuster

Mehr Lufthygiene in geschlossenen Räumen

Ob Klassenzimmer, Büro oder Verwaltungsgebäude – überall dort, wo sich viele Personen

aufhalten und hoher Durchgangsverkehr herrscht, sammeln sich infektiöse Aerosole in der

Raumluft und werden durch Luftzirkulation von aufsteigender Wärme und Bewegung verwirbelt.

Risiken, die es zum Schutz von Personal und Klientel zu minimieren gilt. Eine schnelle und

höchst effektive Lösung: UV-C-Luftentkeimung mit der von Virobuster patentierten UVPE-

Technologie. Sie ist zu 100% anwender- und umweltsicher und in vielen Bereichen förderfähig.

Ob im Wartezimmer, Büro oder Klassenraum: Mithilfe von Luftentkeimungsgeräten und hoch dosierter

UV-C-Strahlung werden Viren zu 99,99 % abgetötet.

99,99% keimfrei – mit der richtigen Leistung

Die Eliminierung von Viren, Bakterien & Co. ist

leicht, denn es gibt viele Technologien, die

99%ige Reinigungsraten versprechen. Welche

aber ist sicher, welche schnell und welche passt

zu Raumkonzept sowie vorhandener Raumgröße?

Für die effiziente Entkeimung sind nicht

nur der Verzicht auf gesundheitsgefährdende

Schadstoffemissionen (z. B. bei Ozon- oder Ionisierungsverfahren)

und der Umgang mit der vorherrschenden

Lufthierarchie von entscheidender

Bedeutung, nein, auch Wartungsaufwände

und Sondermüll (zum Beispiel bei mechanischen

Filtertechnologien). Die Desinfektion mittels

kurzwelliger UV-C-Strahlung ist die sichere

Alternative. Doch selbst hier kommt es stark auf

Dosis und Leistungsfähigkeit an.

Patentierte UVPE-Technologie

Seit mehr als 15 Jahren ist die Virobuster International

GmbH aus Windhagen auf die

UV-C-Luftentkeimung spezialisiert und hat bereits

2003 weltweit erstmalig eine Technologie

nach dem ursprünglich für die Medizin

entwickelten UVPE-Verfahren (Ultra Violet Pathogen

Elimination) patentiert – ein Alleinstellungsmerkmal

im Entkeimungs-Markt. Als Einbau-,

Wand- oder auch Standgeräte für Büro

und Klassenzimmer vereinen die Geräte hoch

dosierte UV-C-Strahlung, die Coronaviren zu

99,99% binnen kürzester Zeit abtötet, mit Anwender-

sowie Schadstoffsicherheit. Die Geräte

sind außerdem geräuscharm und erzeugen bei

hohem Luftvolumen einen gezielten Verdrängungsstrom,

der verwirbelte Luftströme von den

Personen weg in Richtung Boden transportiert.

Eine höchst effektive Leistungskombination.

Anwender-, umwelt- & planungssicher

Die Entkeimungsmodule von Virobuster mindern

Ansteckrisiken, senken Personalausfallquoten

und agieren umweltschonend. Sie sind wissenschaftlich

geprüft, TÜV-zertifiziert, durch den

modularen Aufbau nachrüstbar und passen in

jedes Raumkonzept. Schon ab 70 Euro monatlich

können die Systeme geleast werden, auch

Förderquoten zwischen 60% und 80% durch

Bund und gesetzliche Krankenukassen sind

möglich. Für detaillierte Informationen kommen

Sie gern jederzeit auf uns zu.

Ihr Ansprechpartner im Bereich Förderung:

Bernd Puschendorf

E-Mail: bp@bcgk-consult.de

Mobil: 0174/9261414

Die BCGK Consult ist Partner von Virobuster

im Bereich Förderung

Ihr Ansprechpartner für die Virobuster

UV-C-Luftentkeimungsgeräte

Thomas Rous

E-Mail: thomas.rous@virobuster.com

Tel: 02224/818-780

Virobuster International GmbH

Köhlershohner Strasse 60

53578 Windhagen

Tel. 02224/818-780

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Kommunalentwicklung

CORONA

Luftreiniger

Tief durchatmen

Dass Aerosole eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2-Viren spielen,

bringt Schulen in Bedrängnis. Denn ständig geöffnete Fenster sind im Winter keine Option.

Anlagen zur Luftreinigung könnten die Lösung sein.

Wenn es draußen kälter wird, könen

die Fenster im Klassenzimmer

nicht mehr ständig offenstehen.

Doch die Luft in Klassenräumen

muss regelmäßig ausgetauscht bzw. gefiltert

werden. Wie regelmäßig, zeigt eine

sogenannte CO 2 -Ampel. Kohlendioxid gilt

als guter Indikator für den Luftwechsel.

Der Deutsche Beamtenbund und seine Bildungsgewerkschaften

fordern zum Beispiel

CO 2 -Ampeln in allen Schulräumen.

Das Gerät, das es von diversen Herstellern

gibt, misst die CO 2 -Konzentration in der

Luft und zeigt in Grün, Gelb oder Rot an,

wie dringend der Lüftungsbedarf ist. Der

Einsatz dieser Ampel ist auch eine Maßnahme,

die die Bundesregierung empfiehlt.

Zur Erklärung: Laut der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung (DGUV) ist

eine CO 2 -Konzentration im Raum bis zu

1000 ppm (parts per million) akzeptabel.

Dieser Wert soll in Zeiten der Pandemie so

weit wie möglich unterschritten werden.

Messungen und Untersuchungen hätten

gezeigt, dass bereits nach 20 Minuten

Unterrichtszeit eine CO 2 -Konzentration in

Höhe der 1000 ppm erreicht werden kann.

Fenster nur kippen nutzt dabei wenig.

Lüftungssystemanbieter Wolf hat mit der

Technischen Universität (TU) Berlin in

einer Studie das Aerosolverhalten bei gekippten

Fenstern bzw. beim Stoßlüften

untersucht. Konkret wurde eine Simulation

durchgeführt, bei der sich neben einer

Lehrkraft 24 Schüler im Zimmer aufhielten,

wovon eine Person das Virus in sich

trug. Das Ergebnis überrascht nicht: Bei

gekippten Fenstern wurden bis zu 900 Partikel

pro m³ im Klassenraum festgestellt,

bei einer wahrscheinlichen Emission von

50 Aerosolpartikeln pro Sekunde

LUFTREINIGER MIT LUFT­

BEFEUCHTUNG FÜR SCHULEN

Infektiosität bei 20°C [%]

100

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39 €

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• Aerosole übertragen gesundheitsschädliche Viren!

• Die Infektionsaktivität** reduziert sich bei einer optimalen Luftfeuchtigkeit

von 40-60 % auf ein Minimum.

• Der Venta LPH60 Luftreiniger und Luftbefeuchter filtert Feinstpartikel

wie Aerosole, Viren, Allergene, Feinstaub bis 0,07 μm und

sorgt darüber hinaus für die optimale Raumluftfeuchtigkeit.

Keine Angst vor Viren:

Stoßlüften hilft.

Oder eine

Luftreinigungsanlage.

0

0 20 40 60 80

Relative Luftfeuchte [%]

** Abhängigkeit der Infektiosität

von der relativen Luftfeuchte

[vgl. u. a. W. Hugentobler: Neu­

este Erkenntnisse zum Einfluss

von Luftfeuchte auf Lebens­

dauer und Verbreitung von Viren,

Vortrag, 17. Forum Arbeits­

medizin, Deggendorf 2016]

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und öffentliche Einrichtungen mit einem einfachen Finanzierungsangebot

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12 der gemeinderat 10/20

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NOTFALL

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Emergency

Alarm!

Alarm!

CORONA

Im Winter und an lauten Straßen können Fenster nicht durchgängig offen stehen. In oberen Etagen

dürfen Fenster oft auch nicht ohne Aufsichtsperson geöffnet werden.

– verursacht allein durch Nasenatmung.

Beim Sprechen wären noch höhere Werte

anzunehmen gewesen. Sobald alle Fenster

komplett geöffnet wurden, sank die Partikelkonzentration

auf teilweise unter 100

Partikel pro m³. Anschließend stiegen die

Werte wieder im selben Muster an. Ein

MADE IN

GERMANY

weiterer Grund also, die CO 2 -Ampel einzusetzen?

Auf jeden Fall. Die über die

Atemluft abgegebenen Aerosole halten

sich in geschlossenen, schlecht gelüfteten

Räumen schlimmstenfalls über Stunden in

der Luft. Vereinfacht gesagt geben die Ampeln

indirekt also Auskunft darüber, wie

Foto: Adobe Stock/yossarian6

viele Aerosole sich im Raum befinden. Je

mehr CO 2 , desto mehr Aerosole gibt es vermutlich

im Klassenzimmer. Allerdings hat

die Ampel auch einen Nachteil: Sie bietet

Orientierung, aber noch keine Lösung.

CO2-AMPEL ALS INDIKATOR

Wie hoch die Virenlast im Raum ist, darüber

kann die Ampel keine Auskunft geben.

Zudem bedeutet eine CO 2 -Konzentration

kleiner 1000 ppm nicht, dass man

grundsätzlich vor einer Infektion geschützt

ist. Die Kommission Innenraumlufthygiene

am Umweltbundesamt betont jedoch,

dass CO 2 -Konzentrationen deutlich oder

dauerhaft größer als 1000 ppm in Schulen

− und im Übrigen auch in Büros und Privathaushalten

− auf ein unzureichendes

Lüftungsmanagement mit potenziell erhöhtem

Infektionsrisiko hinweisen. Dies

gelte nicht nur bei Fensterlüftung, sondern

auch beim Betrieb von Lüftungsanlagen,

die, wenn sie korrekt eingestellt und dimensioniert

seien, jedoch Vorteile böten.

Während CO 2 -Ampeln also nur ein Indika-

14 der gemeinderat 10/20

für herstellerunabhängige Euronormflaschen

tor sein können, kommen als Lösung für einen guten Luftaustausch

− neben Lüften − Geräte zur Luftreinigung und

Belüftung in Frage. Es gibt sie in diversen Ausführungen. In

der Regel erzielen sie einen Verdünnungseffekt, das heißt, die

Belastung an möglicherweise vorhandenen Viren im Raum je

Kubikmeter wird gesenkt.

Dezentrale Lüftungsgeräte lassen sich laut Herstellern mit

geringem Aufwand in jedem Raum installieren, zum Beispiel

per Deckenmontage. Sie bieten kontrollierte Be- und Entlüftung

samt Wärmerückgewinnung bzw. Kühlfunktion und ermöglichen

eine raumweise Belüftung. Werden sie fachgerecht

eingebaut, soll es weder Lärmbelästigung noch Zugluft geben.

Für die Installation reichen ein Stromanschluss und zwei Bohrungen

durch die Außenwand. Belastete Luft wird also nicht

gefiltert, sondern gegen unbelastete Frischluft ausgetauscht.

Lüftungsanlagen haben noch einen weiteren Vorteil. Technische

Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes

− wie Lüftungsanlagen − sind immer besser als organisatorische,

heißt es etwa beim Hersteller Stiebel Eltron. Bei organisatorischen

Maßnahmen hänge es von der Disziplin der

Leute ab, ob sie wirklich wirken. Lüftungsanlagen automatisierten

die Lüftung nutzerunabhängig. Und: Bei niedrigen

Temperaturen kühlt die häufige Fensterlüftung den Raum aus

und eine Raumtemperatur von 20 Grad könne bei korrekt

dimensionierter Heizung nicht mehr erreicht werden. Was

wiederum die Infektanfälligkeit der Schüler erhöhe. Durch

die Wärmerückgewinnung werde zudem die Raumsolltemperatur

weiterhin erreicht.

Die Kommission Inneraumlufthygiene (IRK) des Umweltbundesamtes

rät, raumlufttechnische Anlagen, sofern vorhanden,

möglichst durchgehend laufen zu lassen. Der Anteil

der Umluft solle jedoch möglichst gegen Null gefahren werden,

sofern keine virenabscheidenden Filter im Lüftungssystem

eingebaut sind. Die Bundesregierung empfiehlt in einem

Papier zum infektionsschutzgerechten Lüften neben konsequentem

Fensteröffnen explizit „Anpassungen bei der Belüftung

von Gebäudeinnenräumen“ durch RLT-Anlagen.

Bei Anlagen, die nur im Umluft- bzw. Mischluftbetrieb laufen

könnten, sei in Betracht zu ziehen, hochabscheidende

bzw. zusätzliche Filter und/oder zusätzliche Desinfektionsstufen,

zum Beispiel UVC-Bestrahlung einzuführen. Die Luftrückführung

würde andernfalls zu einer Verteilung von Viren

in angeschlossenen Räumen führen. Sofern eine Anlage die

entsprechenden technischen Voraussetzungen biete, soll ein

Filterupgrade durchgeführt werden, heißt es in dem Papier.

Staubfilter der Klasse F7 sollen ausgetauscht werden mit solchen

der Klassen ISO ePM1 70% (vormals F8) oder besser

ISO ePM1 80% (vormals F9). Die Aufrüstung mit Hochleistungsschwebstofffiltern

(HEPA − H 13 oder H 14) sei generell

zu bevorzugen.

IM MOBILEN EINSATZ

Mobile Luftreiniger mit integrierten HEPA-Filtern können das

Lüften flankieren, etwa dort, wo sich eine besonders hohe

Anzahl an Schülern in einem Raum aufhält. Hersteller wie

Camfil belegen die Wirksamkeit mit Referenzmessungen, im

konkreten Fall an einer Schule in Bad Oldesloe, wo nach

der gemeinderat 10/20

Sie benötigen einen rechtlichen sowie praxisgerechten

Überblick zur Erstellung individueller Hygiene- und

-Infektionsschutzkonzepte?

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Kommunalentwicklung

CORONA

Kommunalentwicklung

RICHTIG LÜFTEN

Schulen und Büros, die (noch) keine

Lüftungsanlagen besitzen, müssen auf eine

möglichst hohe Zufuhr von Frischluft sorgen.

In jeder Unterrichtspause bei weit geöffneten

Fenstern lüften, bei Unterrichtseinheiten von

mehr als 45 Minuten auch während des

Unterrichts

Bei Fensterlüftung ist Querlüftung optimal.

Über einen Durchzug über möglichst

gegenüberliegende weit geöffnete Fenster wird

Raumluft schnell gegen Frischluft

ausgetauscht.

Dabei darauf achten, dass es durch das Lüften

nicht zu einer Verbreitung infektiöser Aerosole

in andere Räume kommt. Gibt es zum Beispiel

keine Fenster im Flur zum Querlüften, soll die

Tür zum Flur geschlossen bleiben.

Quelle: Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt

Als wirksam gilt auch eine Stoßlüftung bei weit

geöffnetem Fenster, besser bei Öffnung

mehrerer Fenster gleichzeitig in einem Raum

über einige Minuten Dauer.

Wenn eine Person hustet oder niest, sofort eine

Stoßlüftung durchführen.

In stark belegten Räumen ist das Kippen der

Fenster kaum wirksam, auch wenn es

dauerhaft erfolgt.

Bei Sport in Innenräumen soll die verbrauchte

Luft jede Stunde fünfmal durch frische Luft

ersetzt werden.

Einen aktualisierten Leitfaden zum richtigen

Lüften in Schulen hat das Umweltbundesamt

in Vorbereitung (Erscheint nach

Redaktionsschluss).

Unternehmensangaben durch den Luftreinigereinsatz

eine Partikelreduzierung von

bis zu 95 Prozent reduziert wurde.

Viel beachtet in diesem Zusammenhang

ist eine Untersuchtung der Bundeswehr-Universtität

in Neubiberg, die den

Effekt von RLT-Anlagen prüfte. Professor

Christian Kähler unterscheidet dabei zwischen

direkter und indirekter Infizierung.

Bei einer direkten Infizierung werden viele

Tröpfchen über kurze Distanz (weniger als

1,5 Meter) von einer nicht infizierten Person

eingeatmet. Damit das nicht passiert,

kommen partikelfiltrierende FFP2/3 oder

bessere Atemschutzmasken zum Einsatz.

Größere Tröpfchen werden auch von einfachen

Mund-/Nasebedeckungen zurückgehalten.

Diese Art der Bedeckungen lassen es

jedoch zu, dass kleine Tröpfchen freigesetzt

werden. Diese können sich im Raum

anreichern und zu einer indirekten Infektion

führen, auch wenn die infizierte Person

gar nicht mehr anwesend ist. Die indirekte

Infektionswahrscheinlichkeit steigt

mit der Anzahl und der Aufenthaltsdauer

infizierter Personen im Raum. Ob RLT-An-

lagen in diesem Kontext hilfreich sind,

wollte Professor Kähler herausfinden.

Gefragt war eine Lösung, die im Raum

keine schnellen Luftbewegungen, keine

Temperatur- oder Luftfeuchteschwankungen

hervorruft, jedoch mit infektiösem

Virenmaterial kontaminierte Aerosolpartikel

herausfiltert und nicht als „Virenschleuder

verteilt. Zum Einsatz kam bei

der experimentellen Untersuchung ein

Raumluftreiniger von Trotec (Trotec TAC

V+) mit einem Volumenstrom von bis zu

1500m 3 /h und einer Filterkombination, die

Aerosole mit einem Durchmesser von 0,1

bis 0,3 μm zu 99,995% aus der Raumluft

abscheidet.

Das Ergebnis: Mit dem getesteten Gerät

ließ sich laut Untersuchung die Aerosolkonzentration

selbst in Räumen mit einer

Fläche von 80 Quadratmetern je nach Volumenstrom

in sechs bis 15 Minuten halbieren

− aufgrund des großen Volumenstromes

und der Filterkombination der

Klasse F7 + H14. Bei 20 Quadratmeter

großen Räumen hat sich die Konzentration

je nach Volumenstrom in drei bis fünf Minuten

realisiert.

Die Schlussfolgerung von Professor

Köhler lautete: „Es ist daher mit Raumluftreinigern

möglich, die Aerosolkonzentration

in Räumen kleiner und mittlerer

Größe problemlos auf einem niedrigen

Niveau zu halten.“ Bei größeren Räumen

oder bei solchen mit vielen Objekten oder

ungünstigen Geometrien empfiehlt er gegebenenfalls

mehrere Raumluftreiniger.

Die Luftwechselrate solle mindestens im

Bereich 4−8 liegen. Damit das Gerät nicht

doch zur Virenschleuder wird, solle der

H14-Filter einmal täglich für ca. 30 Minuten

auf etwa 100 Grad Celsius aufgeheizt

werden. Als wesentlichen weiteren Vorteil

von RLT-Anlagen nennt Professor Köhler,

dass sie kontinuierlich für eine angemessene

Raumluftqualität sorgen, betont aber,

dass sie regelmäßig gewartet und fachgerecht

betrieben werden müssen.

ZUSCHÜSSE ZU RLT-ANLAGEN

Um das Infektionsrisiko in überwiegend

öffentlich finanzierten Räumen zu senken,

bereitet die Bundesregierung ein Förderprogramm

für stationäre Raumluftanlagen

vor, die sogenannte Förderrichtlinie „Bundesförderung

Corona-gerechte Um- und

Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen

in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten“.

Sie gilt somit für Gebäude und Versammlungsstätten

von Kommunen und Ländern

und von Trägern, die durch Beteiligung

oder auf sonstige Weise überwiegend öffentlich

finanziert werden und die nicht

wirtschaftlich tätig sind. Explizit genannt

sind etwa Schul-Aulen, Hörsäle, kommunale

Versammlungsräume und Bürgerhäuser.

Mit 500 Millionen Euro bis 2024 will

die Bundesregierung die Corona-gerechte

Um- und Aufrüstung von RLT-Anlagen

unterstützen. Es soll Investitionszuschüsse

von bis zu 40 Prozent geben, die bis Ende

2021 beantragt werden können.

Laut der Technischen Universität Berlin

(TU) besitzen 90 Prozent der Klassenräume

noch keine Lüftungsanlage. Werden

dann Fenster nicht oft genug gelüftet, ist

der Aufenthalt in diesen Räumen mit einem

erhöhten Risiko behaftet − Maskentragen

ist daher sinnvoll.

red.

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Gesunde Luft in Räumen

Heylo-Luftreiniger reduzieren die Konzentration von Viren und Keimen in Innenräumen.

Advertorial

wie Schulen, Kantinen, Warteräumen, Arztpraxen,

Büros oder Produktionsbetrieben eingesetzt

werden. In Krankenhäusern oder Laboren

sind sie ebenfalls im Einsatz. Eine Vielzahl

von Filtern ist im Angebot, die zwar die

Bezeichnung HEPA im Namen tragen, jedoch

nicht die Spezifikationen der EN-Normen garantieren.

Vor jedem Einsatz sollte geprüft

werden, ob es sich um zertifizierte H14-Filter

handelt. Für diese Filter sind Prüfzeugnisse von

Einzelprüfungen erhältlich.

HEYLO Luftreiniger reduzieren das Viren-Infektionsrisiko

erheblich. Für saubere, frische

Luft frei von Viren, Bakterien, Schadstoffen und

Gerüchen haben die Experten für jeden Einsatz

das passende Produkt entwickelt.

Fotos: Heylo GmbH

Warum sollten Luftreiniger eingesetzt werden?

Viren und Keime befinden sich nicht nur auf

Oberflächen, sondern – gerade in Innenräumen

– auch in der Luft. So wie Influenza-Viren nachweisbar

sind, ist auch das SARS-CoV-2 in der

ausgeatmeten Luft eines Infizierten nachweisbar.

Viren, wie beispielsweise Influenza und

SARS-CoV-2, bewegen sich nicht vereinzelt in

der Luft, sondern sind in größeren Tröpfchen

eingeschlossen. Sie bewegen sich also in Form

eines Aerosols.

Ein HEYLO-Luftreiniger reduziert die Konzentration

von Viren und Keimen und natürlich

auch von weiteren Schadstoffen wie Staub, Pollen

und Allergene, die sich in der Innenraumluft

befinden. Damit können sie ebenfalls helfen,

die Konzentration des aktuellen Corona-Virus in

der Raumluft bedeutsam zu verringern.

Sinnvoll ist bei Viren und Keimen der Einsatz

von Luftreinigern mit HEPA-14-Filter. Diese haben

einen Durchlassgrad von 0,005 % und sollten

zur Entfernung von Schadstoffen aus der

Luft gerade in hoch frequentierten Bereichen

HEYLO GmbH

Im Finigen 9

28832 Achim

Tel. 04202/97550

www.heylo.de


CORONA

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Advertorial

Wie geht es weiter? Ein wissenschaftliches Modelll soll die Basis für Entscheidungen liefern.

Pandemie

Verlauf simulieren

Forscher haben ein Modell entwickelt, das Prognosen zum Pandemie-Verlauf

gibt. Für die Stadt Kaiserslautern ist dies eine Entscheidunghilfe.

Wie werden sich die Zahlen der Covid-19-Infektionen

entwickeln und wie

wirken sich jeweils Maßnahmen darauf

aus? Mathematische Modellierung und Simulationen

des Fraunhofer-Institut für

Gesundheitsversorgung

Besser vernetzen

Techno- und Wirtschaftsmathematik

ITWM und des Deutschen Forschungszentrums

für Künstliche Intelligenz (DFKI)

können dies kurzfristig einschätzen. Die

beiden wissenschaftlichen Institutionen

Auch während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Deutschland über

ein leistungsfähiges Gesundheitswesen verfügt. Der Deutsche Städte- und

Gemeindebund (DStGB) hat nun ein Positionspapier zum Thema vorgelegt.

In dem neuen DStGB-Positionspapier „Corona-Pandemie

zur Stärkung der Gesundheitsversorgung

nutzen“ spricht sich der

DStGB für eine stärkere Vernetzung zwischen

den niedergelassenen Ärzten und

den Krankenhäusern im Sinne von intersektoralen

Versorgungsstrukturen auf.

Deutschland habe im Vergleich zu anderen

Ländern die Pandemie bisher relativ gut

bewältigt, heißt es in dem Papier. Gleichwohl

zeige die Pandemie auch die

Schwachstellen auf, die das Gesundheitssystem

schon länger belasten. Der DStGB

nennt die unzureichende technischen und

personellen Ausstattung der Gesundheitsämter,

Defizite der Krankenhausfinanzierung,

mangelhafte ärztliche Versorgung in

den strukturschwachen Regionen und den

Rückstand bei der Digitalisierung oder die

Vernachlässigung von Prävention und Gesundheitsförderung.

Die aufgrund der Pandemie ergriffenen

Maßnahmen sollten als Bausteine und

Grundlage für eine nachhaltige Reform genutzt

werden. Die Gesundheitspolitik

müsse die Vernetzung zwischen den niedergelassenen

Haus- und Fachärzten,

Krankenhäusern, Rettungsdiensten,

Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen

unter Nutzung der Digitalisierung und

Foto: Adibe Stock/Paulista

Foto: Adobe Stock/daniilvolkov

unterstützen die Stadt Kaiserslautern mit

ihren Prognosen beim Pandemie-Management.

Ein gemeinsames Modell schafft die

wissenschaftliche Basis für politische Entscheidungen.

Die langjährige Expertise der

wissenschaftlichen Zentren am Standort

Kaiserslautern rund um Simulationen, Algorithmen

und Künstliche Intelligenz

schaffen dafür ideale Voraussetzungen,

heißt es in einer Pressemitteilung des

Fraunhofer ITWM.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt,

dass viele Entscheidungen im Umgang

mit der SARS-CoV-2-Pandemie allein

von den Kommunen zu treffen sind«, erläutert

Oberbürgermeister Klaus Weichel

den Hintergrund der Kooperation. „Bislang

waren wir dabei ein Stück weit Spielball

einer kaum zu prognostizierenden Entwicklung.

Dass die Zahlen nach den eng

getakteten Lockerungen im Mai so stabil

niedrig blieben, kam ebenso unerwartet

wie der rasche Wiederanstieg mitten im

Hochsommer. In einem solchen Szenario

Entscheidungen zu treffen, kommt einem

Glücksspiel gleich. Wir werden versuchen,

dem Virus ab sofort in die Karten zu

schauen.“

red.

telemedizinischen Möglichkeiten beschleunigen.

Intersektorale Versorgungsstrukturen

sollten vorangetrieben und die

Rolle der Kommunen gestärkt werden, erklärt

der DStGB.

red.

Baustein für die Reform: Digitale und telemedizinische

Möglichkeiten sollten dauerhaft genutzt

werden.

Fotos: Health Air Technology

Passt in jeden Raum: Das Nanodrom-Luftreinigungssystem ist flexibel einsetzbar, einfach zu bedienen und äußerst leistungsfähig.

Gesund durchatmen dank Hightech-Luftreinigung

Das Nanodron-Luftreinigungssystem von Health Air Technology ist ein Gerät der neuesten

Generation und „made in Germany“. Es sorgt für frische und saubere Luft in allen Räumen, wo

viele Menschen zusammenkommen − wie Schulen oder Krankenhäusern.

Unsere Gesundheit hängt nicht zuletzt von der

Luft ab, die wir atmen. Das einzigartige Nanodron-Luftreinigungsystem

von Health Air Technology

filtert alle Gase und Feststoffe bis zu

1 Nanometer aus der Luft. Nicht nur Ruß und

Feinstaub, auch Viren und Bakterien haben

schlechte Karten.

Die weltweit einzigartige Nanodron-Technologie

überzeugt mit ihrer außerordentlichen Leistungsfähigkeit

und wird bereits in mehr als 20

Ländern bzw. Regionen eingesetzt. Eine innovative

und ökologisch perfekte Technologie ist die

Grundlage für dieses hoch effektive Luftreinigungssystem

für Innenräume. Es bindet alle

Feststoffe bis zur Winzigkeit von 1 Nanometer. In

einem Ionisierungsbereich wird die Luft mit Negativ-Ionen

angereichert. Durch das einzigartige

Mehrstufensystem ist die Reinigungsleistung zudem

höher als bei vergleichbaren Luftreinigungssystemen.

Willkommener Nebeneffekt:

Unangenehme Gerüche werden absorbiert und

beseitigt.

Die Konstruktion ist optimal: Das Hightech-Gerät

ist einfach zu bedienen, braucht nur

wenig Platz und passt aufgrund des individuell

anpassbaren Designs in jeden Raum. Zur Auswahl

steht eine breite Palette an Farblösungen

und Oberflächenstrukturen (Glanz, Matt, Holz,

Textil). Universelle Befestigungslösungen und

ein maßgeschneiderter Kundenservice ergänzen

das Designkonzept. Der Stromverbrauch ist

mehr als überschaubar: Das Gerät verbraucht

nur 17 W bzw. 30 W in der höchsten Leistungsstufe.

Das System entspricht allen nationalen

wie internationalen Qualitätsstandards. Auch

bei jahrelangem Dauerbetrieb besitzt es noch

die höchste Reinigungsleistung bei einem äußerst

niedrigen Geräuschpegel.

Die Vorteile des Nanodron-Luftreinigungssystems

auf einen Blick:

• Innovative, ökologisch perfekte Technologie,

• einzigartiges Mehrstufensystem

• optimale Konstruktion,

• minimalster Stromverbauch,

• entspricht allen nationalen und

internationalen Qualitätsstandards.

Auch in Zukunft nützlich

Nanodron-Hersteller Health Air Technology überzeugt

durch jahrelange Erfahrung mit Luftreinigungssystemen

− bereits bevor Luftreinigung

mit Blick auf Covid-19 noch wichtiger geworden

ist. Denn Fakt ist, dass die Luft gerade in Städten

eine hohe Konzentration an Ruß und Feinstaub

sowie negativen chemischen und organischer

Substanzen aufweist. Moderne Wohnbausiedlungen

werden so konzipiert, dass durch die

dichte Bauweise möglichst wenig Wärmeverlust

entsteht. Dadurch wird jedoch die Luftzirkulation

in hohem Maße behindert. Durch belastete

Luft in Innenräumen können grundsätzlich Allergien

oder Kopfschmerzen ausgelöst werden.

Auch Erkältungskrankheiten, Schwindel, Übelkeit

und andere Beschwerden können gehäuft

vorkommen. Oft sind Kinder dafür besonders

anfällig. Der Einsatz eines Luftreinigungssystems

macht daher auch künftig Sinn − unabhängig

davon, wie sich die Corona-Lage entwickelt.

Künftig wird Health Air Technology mit

Unterstützung der Muttergesellschaft Hande

Group verstärkt in Forschung und Entwicklung

neuer Technologien investieren und international

weitere Lösungen für das Problem belasteter

Luft in Innenräumen anbieten.

Health Air Technology GmbH

Eisenbahnstraße 25

75179 Pforzheim

Tel. 07231/7810780

www.health-air-technology.com

18 der gemeinderat 10/20


Kommunalentwicklung CORONA Anzeige

Advertorial

Modul-Hybridgebäude an der Technischen Hochschule Lübeck: Die Hörsäle und der Eingangsbereich

entstanden in Stahlbeton-, die übrigen Seminar- und Nebenräume in Modulbauweise. An

der Hochschule werden Präsenzlehre und E-Learning kombiniert.

Gebäudekonzepte

Mehr flexibler Raum

Ist es noch zeitgemäß, Studenten in riesigen, chronisch überfüllten Hörsälen zu

unterrichten? Flexible Raumlösungen mit kleineren Einheiten scheinen die

bessere Alternative zu sein. Gebäude in Modulbauweise können das bieten.

S

eit Beginn der COVID-19-Krise und

den damit verbundenen tiefgreifenden

Veränderungen tritt eine Frage

noch deutlicher zutage: Sind die riesigen

und dennoch chronisch überfüllten Hörsäle

überhaupt noch zeitgemäß und in Zukunft

notwendig? Die vom Bundesministerium

für Wirtschaft und Energie geförderte

Digital-Hub-Initiative (de-hub) sieht

für neuartige Studiengänge rund um die

Digitalisierung sogar eine „Abkehr vom

Hörsaal“.

Laut de-hub wird man zukünftig volle

Hörsäle vergebens suchen. Die Zukunft

liege vielmehr in Konzepten, die kleine,

kreative Einheiten vorsehen. Der moderne

Modulbau kann hier zur Lösung beitragen,

denn insbesondere im Hinblick auf die

Digitalisierung sind damit neue flexible

Gebäude- und Raumkonzepte möglich.

Die 394 Hochschulen in Deutschland,

wozu Universitäten, Fachhochschulen sowie

Kunst- und Musikhochschulen zählen

sind für den Einsatz von vorgefertigten

Modulen bzw. Bauelementen prädestiniert.

Die Module werden projektbezogen

in unterschiedlichen Größen hergestellt, z.

B. bis zu 20 Meter Länge und 4,25 Meter

Breite, wodurch individuelle Grundrisse

realisiert werden können. Sie sind meist

bereits ab Werk mit der kompletten Elektroinstallation

sowie komplexen Heizungs-,

Klima- und Lüftungssystemen und

moderner IT-Infrastruktur ausgerüstet.

KLEINE EINHEITEN WERDEN ZU GROSSEN

Die Vorteile: In bis zu 70% kürzerer Bauzeit

entstehen ein- bis siebengeschossige

Gebäude, die dem neuesten Stand der

Technik sowie allen Bauvorschriften entsprechen.

Da es aufgrund der tragenden

Stahlkonstruktion der Module kaum stati-

Foto: Kleusberg

sche Zwangspunkte gibt, lassen sich die

Raumgrößen von Modulgebäuden sehr

wirtschaftlich und flexibel ändern und Gebäude

können so ohne großen Aufwand

einer Neunutzung zugeführt werden. Das

heißt, große Büroflächen oder Arbeitsräume

nach dem Open-Space-Konzept

können schnell in kleinere Einheiten umgewandelt

werden. Umgedreht ist es

ebenso einfach möglich: Kleine Einheiten

werden zu großen Räumen. Das Universitätsgebäude

wandelt sich. Und nicht nur

das: Sollten tiefgreifende, strukturelle Änderungen

auf dem Campus geplant sein,

kann auch das gesamte Gebäude umgesetzt

werden. Was für herkömmlich errichtete

Gebäude undenkbar ist, eröffnet hier

völlig neue Perspektiven. Auch bestehende

massiv errichtete Gebäude können von der

Modulbauweise profitieren. Denn je nach

Statik können aufgrund des geringeren Gewichts

der Modulkonstruktion ein oder

mehrere Stockwerke aufgesetzt werden.

Bei der Finanzierung geht man mit der

modularen Bauweise ebenfalls neue Wege.

So bieten große Hersteller, die die Modulgebäude

als Generalunternehmer errichten,

innovative Mietlösungen an. Bauherren

müssen keine hohen Investitionen

aufbringen, sondern erhalten maßgeschneiderte

Gebäudelösungen auf einer

kalkulierbaren Mietbasis ohne Kapital zu

binden. Ergibt sich nach Ablauf der vereinbarten

Mietzeit weiterer oder sogar

dauerhafter Nutzungsbedarf, kann das Gebäude

entweder länger gemietet oder optional

käuflich übernommen werden.

Die Räume in einem Gebäude in Modulbauweise

können sich am individuellen

Nutzen bzw. den jeweiligen Studieninhalten

orientieren. Dazu braucht es neue Rahmenbedingungen

wie eine intelligente

Kombination aus physischen und virtuellen

Lehrräumen. Eine neue technologische

Möglichkeit, um konzeptionelle, strategische

und damit auch bauliche Anforderungen

zusammenzuführen und die Lösungsansätze

bereits weit vor Baubeginn am

virtuellen 3D-Objekt zu prüfen und zu

verbessern, bietet BIM − Building Information

Modeling. In der Planungsphase

entsteht mit BIM ein „Digital Twin“ des

Gebäudes, der nicht nur die Architektur,

sondern auch sämtliche Funktionalitäten

abbildet. Führende Anbieter von Modulgebäuden

wie das Unternehmen Kleusberg

setzen die neue Art des Digitalen Bauens

bereits in der Praxis ein und haben erfolgreich

Projekte durchgeführt. Red.

Foto: MANN+HUMMEL

Antivirale Luftreiniger für risikominimierten Schulalltag

Dem Filtrationsspezialisten MANN+HUMMEL ist es gelungen, Lösungen zu entwickeln, die die

Rückkehr in einen normalen Alltag mit COVID-19 möglichst risikoarm gestalten.

Damit Schüler und Lehrer trotz Corona wieder in einen geregelten Alltag finden können, sind antivirale

Luftreiniger empfehlenswert.

Die Corona-Pandemie hat das gesellschaftliche

und wirtschaftliche Leben auf den Kopf gestellt,

auch das deutsche Schulwesen. Die Wiederaufnahme

eines geregelten Schulbetriebes ist mit

großer Unsicherheit und Angst vor erneuten Schulschließungen

verbunden.

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit ist ein regelmäßiges

Stoßlüften nicht möglich. Hinzu kommt,

dass die bereits eingeführten Hygienemaßnahmen

wie das Tragen von Mund-Nasen-Masken

und die Einhaltung des Abstands von mindestens

1,5 Metern einerseits sicherlich zu einer

Verringerung der Neuinfektionen beitragen. Andererseits

ist jedoch bekannt, dass sich virenbehaftete

Aerosole über Stunden in der Luft

halten und deutlich weitere Wege als die vorgeschriebenen

Abstände überwinden können.

Die mobilen und

stationären Raumluftreiniger

OurAir

SQ 2500 und

OurAir TK 850

können einen

wichtigen Beitrag

zur Eindämmung

der Corona-Pandemie

leisten.

Die gute Nachricht ist: Es gibt eine Lösung

für dieses Problem. Eine schnelle Rückkehr in

einen Zustand vor der Corona-Pandemie ist

möglich, mit Hilfe der antiviralen Luftfiltrationslösungen

von MANN+HUMMEL. Die neuen mobilen

und stationären Raumluftreiniger OurAir

SQ 2500 und OurAir TK 850 können einen entscheidenden

Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie

leisten.

Die verbauten HEPA H14 Filter sind in der

Lage, mehr als 99,995 Prozent der Viren, Bakterien

und Mikroorganismen sicher aus der Luft zu

filtern. Die Geräte arbeiten dabei nahezu geräuschlos.

Gerade in Schulräumen, wo konzentriert

gearbeitet wird, ist das besonders vorteilhaft.

Der OurAir SQ 2500 ist für Räume bis zu

200m² und der OurAir TK 850 für bis zu 70m²

große Innenbereiche geeignet. Die Geräte tauschen

die Luft fünf Mal pro Stunde komplett

aus, sodass Räumlichkeiten wie gewohnt nutzbar

werden. Bei größeren Räumen ist die Kombination

mehrerer Geräte problemlos möglich.

Aufrüstung von Klima- und Lüftungsanlagen

MANN+HUMMEL bietet auch die Um- und Aufrüstung

von Klima- und Lüftungsanlagen an, wodurch

ebenfalls das Infektionsrisiko in Innenräumen

gesenkt wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung

im Bereich Reinräume und Operationssäle,

konnte die Firma einen neuen ePTFE HEPA

Filter der Klasse H14 entwickeln.

Dieser bietet mit einer Abscheideeffizienz von

mehr als 99,995 Prozent nach EN 1822 den

optimalen Schutz vor Viren und Bakterien. Das

neue Medium ermöglicht die Reduzierung des

Differenzdrucks um 50 Prozent im Vergleich zu

HEPA Filtern aus Mikroglasfasermedien und ist

bei den Betriebskosten auf einem vergleichbaren

Level wie eine „vor Corona“-Filterkonfiguration.

Er erfüllt zudem die Anforderungen des

Brandschutzes der Klasse E gemäß EN 13501.

Von Prof. Dr.-Ing. Achim Dittler vom Institut

für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik

(MVM) am KIT Karlsruhe durchgeführte Messungen,

unter anderem im Klassenraum einer

Grundschule, belegen die Effizienz der Geräte in

der Reduzierung der Aerosolkonzentration. Angewendet

werden können die Filter in Schulen,

Universitäten, Bürogebäuden, Pflegeheimen und

Kindergärten ebenso wie in der Gastronomie, im

Einzelhandel und bei Event-Locations.

Öffentliche Einrichtungen wie Schulen benötigen

für die Anschaffung von antiviralen Luftreinigern

finanzielle Unterstützung, denn diese

sind in Kombination mit den Abstands- und Hygieneregelungen

ein entscheidender Baustein

auf dem Weg in ein Leben wie vor Corona.

MANN+HUMMEL GmbH

Schwieberdinger Straße 126

71636 Ludwigsburg

Tel. 07141/980

our.air@mann-hummel.com

www.airfiltration.mann-hummel.com

20 der gemeinderat 10/20


Kommunalentwicklung BERATUNG Anzeige

Advertorial

Doppik-Umstellung

Interkommunal erfolgreich

Die Einführung der Doppik stellt vor allem kleine Kommunen vor große

Herausforderungen. Mithilfe eines Beraters konnte sich im Landkreis Dahme-

Spreewald eine erfolgreiche interkommunale Herangehensweise etablieren.

Der Umstieg von der einfachen auf die doppelte Buchführung ist nicht einfach und kostet Kommunen

zusätzliche Ressourcen.

Während in einigen Bundesländern

wie Nordrhein-Westfalen

die Doppik im kommunalen

Alltag längst fest verankert ist, befinden

sich die Kommunen in anderen Bundesländern

wie Baden-Württemberg derzeit

mitten in der Umstellung oder sind gesetzlich

noch gar nicht zur Doppik verpflichtet,

beispielsweise in Bayern. Hinzu

kommt: Einige Bundesländer schreiben

ihren Kommunen zwar seit vielen Jahren

die doppische Haushaltsführung vor, die

kommunale Realität sieht allerdings anders

aus. So sind Kommunen im Land

Brandenburg beispielsweise seit 2011 verpflichtet,

doppische Bilanzen zu erstellen,

in manchen Kommunen fehlen jedoch die

Eröffnungsbilanzen. Viele Gemeinden und

Ämter haben außer der Eröffnungsbilanz

bislang keinen doppischen Abschluss erstellt.

Die Kommunen bewegen sich damit

in einem rechtswidrigen Zustand, welcher

von den Aufsichtsbehörden lange geduldet

wurde. Außerdem fehlten der Politik

ebenso wie der Verwaltungsleitung wesentliche

Informationen zur Ressourcensteuerung.

Im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald

sah die Situation nicht anders

aus: Eine im März 2018 von der Kommunalaufsicht

durchgeführte Bestandsaufnahme

zeigte, dass zu diesem Zeitpunkt

Foto: Adobe Stock/Coloures-Pic

alleine bis 2016 insgesamt über 200 Abschlüsse

von kreisangehörigen Gemeinden

fehlten. „Die Kommunen verstießen damit

seit Jahren gegen geltendes Landesrecht,

eine Besserung war nicht in Sicht. Dies

konnten wir als Kommunalaufsicht nicht

länger dulden“, erinnert sich Nadine

Starke, Leiterin der Kommunalaufsicht des

Landkreises Dahme-Spreewald. Klar war

gleichzeitig auch, dass aufsichtsrechtliche

Maßnahmen alleine nicht weit führen würden:

Den kreisangehörigen Kommunen

fehlte es an Personal, Fachwissen und adäquaten

internen Prozessen. Eine Aufholjagd

in Eigenregie war schlicht nicht

leistbar.

BERATUNG AUS EINER HAND

Der Landkreis Dahme-Spreewald entschied

sich daher, das Thema interkommunal

aufzusetzen und seine Städte und

Gemeinden bei der Verringerung des Rückstandes

zu unterstützen. Über eine vom

Landkreis aufgelegte Strukturfondsrichtlinie

konnten kreisangehörige Kommunen

einerseits Fördergelder für investive Maßnahmen

beantragen und andererseits auf

eine vom Landkreis finanzierte Beratung

bezüglich der Erstellung rückständiger Bilanzen

sowie auf Zuschüsse der entsprechenden

Personalkosten zugreifen.

„Mit den vielen rückständigen Bilanzen

steckten die Kommunen in einer Vergeblichkeitsfalle.

So sehr sie sich auch bemühten,

sie schafften es nicht“, sagt Stephan

Loge, Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald.

„Der Kreis wollte unterstützen.

Ein interkommunaler Ansatz erschien

besonders erfolgversprechend. Wichtig

war uns daher, dass die Beratungsleistungen

in einer Hand lagen.“

Foto: Stiebel Eltron

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil besucht den Stammsitz von Stiebel Eltron in Holzminden und informiert sich über haustechnische

Lösungen für Schulen, Kindertagesstätten oder Praxen im Kampf gegen das Coronavirus.

Schulen rüsten mit Lüftungs-Technik gegen Aerosole

Mit Hilfe des neuen Systems von STIEBEL ELTRON können Unterrichtsräume mit frischer Luft

versorgt werden, ohne dass dafür die Fenster geöffnet werden müssen. So können die Risiken

einer Infektion minimiert werden ohne Verlust von Wärmeenergie.

Mit der kalten Jahreszeit steigt für Schüler und

Lehrer das Ansteckungsrisiko für COVID-19. Der

Grund: In den Innenräumen der Schulen wird ab

Herbst deutlich weniger gelüftet und der Anteil

virushaltiger Aerosole nimmt zu. Das Bundesumweltamt

empfiehlt, den Klassenzimmern

möglichst viel frische Luft zuzuführen, um die

Infektionsgefahr zu senken. Mit dem Lüftungsgerät

VRL-C bietet STIEBEL ELTRON ein Lüftungsgerät,

das diese Aufgabe mit Bravour meistert

– und perfekt für die nachträgliche Ausstattung

entsprechender Räume wie Schulklassen,

Kindertagesstätten oder Praxen geeignet ist.

Die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK)

am Umweltbundesamt empfiehlt bei Unterrichtseinheiten

von mehr als 45 Minuten, auch

während des Unterrichts zu lüften. Mit durchgängig

weit geöffneten Fenstern im Sommer

lässt sich die Infektionsgefahr vergleichsweise

einfach senken. Im Herbst und Winter ist manuelles

Lüften mit dem erforderlichen Frischluftaustausch

jedoch nicht mehr realisierbar – einerseits

wegen der niedrigen Temperaturen und

damit verbundener Erkältungsgefahr, andererseits

aus wirtschaftlichen Gründen wegen des

massiven Verlusts von Wärmeenergie.

„Wir empfehlen für den Einsatz in Klassenräumen

das Lüftungsgerät VRL-C, mit dem sich

ein bis zu vierfacher Luftwechsel pro Stunde im

jeweiligen Raum realisieren lässt“, sagt Stiebel-Eltron-Geschäftsführer

Dr. Kai Schiefelbein.

„Die Konzentration an potenziell virushaltigen

Aerosolen und damit das Ansteckungsrisiko

wird mit diesen Lüftungssystemen deutlich verringert.

Technisch ist es heute ohne großen Aufwand

möglich, größere Räume in Schulen, Kindergärten

oder Geschäften nachträglich mit einer

solchen Lüftungsanlage auszurüsten. Durch

die integrierte Wärmerückgewinnung der Lüftungsgeräte

ist keine Anpassung der Heizung in

den Räumen erforderlich. Die Räume werden

wie gewohnt weiterhin warm.“

Raumweise Belüftung

Derartige Lüftungsgeräte sind mittlerweile bereits

an einigen Schulen im Einsatz, so zum Beispiel

in der Johann-Pachelbel-Schule in Nürnberg.

Für die 110 Klassenräume hat man sich

für die dezentrale Lösung entschieden, mit denen

die raumweise Belüftung realisiert werden

kann. Über die Vernetzung können auch alle

110 Geräte gleichzeitig für das Wochenende

programmiert oder kollektiv in die Ferien geschickt

werden.

Im August und September haben die niedersäschische

Gesundheitsministerin Carola Reimman,

Lena Düpont, Mitglied des Europaparlaments,

sowie Ministerpräsident Stephan Weil

den Stammsitz von Stiebel Eltron in Holzminden

besucht. Bei dieser Gelegenheit informierten sie

sich über haustechnische Lösungen für Schulen,

die für den Kampf gegen das Coronavirus

geeignet sind.

Das Lüftungsgerät VRL-C von STIEBEL EL-

TRON gibt es in verschiedenen Größen und Ausstattungen.

Mehr Infos erhalten Interessierte

unter www.stiebel-eltron.de/schullueftung, per

Mail an schullueftung@stiebel-eltron.de oder

unter der Telefonnummer 05531-702 95800.

Stiebel Eltron GmbH & Co. KG

Dr.-Stiebel-Straße 33

37603 Holzminden

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22 der gemeinderat 10/20


Kommunalentwicklung

BERATUNG

Kommunalentwicklung

Um seinen Misstand von über 200 unerledigten kommunalen Jahresabschlüssen zu beseitigen,

hat sich der Landkreis Dahme-Spreewald professionelle Unterstützung von Beratern geholt.

Der Landkreis beauftragte das Unternehmen

„PD – Berater der öffentlichen

Hand“ gemeinsam mit Axians Public Consulting

ein interkommunal orientiertes Beratungsprojekt

aufzusetzen und durchzuführen.

Dieser interkommunale Ansatz

erwies sich im weiteren Projektverlauf als

sehr erfolgreich. Unterstützt von Prof. Dr.

Martin Richter, Emeritus der Universität

Potsdam, wurde der von Richter entwickelte

sogenannte „retrograde Ansatz“ auf

das Projekt übertragen. Im Kern dreht der

Ansatz das üblicherweise angewandte Vorgehen

um: Anstatt die Abschlüsse chronologisch

aufzustellen und prüfen zu lassen,

fokussiert der retrograde Ansatz auf den

Foto: AdobeStock/pictworks

aktuellen Jahresabschluss, welcher vollumfänglich

erstellt und entsprechend den

Prüfungsstandards geprüft wird. Die

„Alt-Abschlüsse“ werden dagegen zusammengefasst

erstellt und geprüft.

AUFLÖSUNG VON RÜCKSTELLUNGEN

Die Logik dahinter: Verschiebungen zwischen

den „Alt-Abschlüssen“ sind aus

heutiger Perspektive nicht mehr steuerungsrelevant

und daher vernachlässigbar,

relevant ist ausschließlich der aktuelle Abschluss.

So kann beispielsweise für ältere

Abschlüsse auf die Buchung der meisten

Rückstellungen verzichtet werden, da

diese ohnehin über die folgenden Jahre

wieder aufgelöst würden. Nur einzelne

Positionen, insbesondere die Entwicklungen

im Anlagevermögen, sind umfassend

für alle Jahre zu betrachten.

Klar dabei war: Die Anwendung dieses

Verfahrens wäre für eine einzelne kreisangehörige

Kommune aufgrund der umfangreichen

notwendigen Abstimmungen

insbesondere mit den Rechnungsprüfungs-

ämtern ebenso wie mit der Kommunalaufsicht

kaum darstellbar gewesen. Dank des

vom Landkreis gewählten interkommunalen

Ansatzes konnten die Vereinfachungen

koordiniert abgestimmt werden.

Im Ergebnis entstand ein „Leitfaden zur

Aufholung“, welcher allen beteiligten

Kommunen zur Verfügung gestellt wurde.

Parallel dazu trat im Herbst 2018 in Brandenburg

das „Gesetz zur Beschleunigung

der Aufstellung und Prüfung kommunaler

Jahresabschlüsse“ in Kraft, welches im

Kern den retrograden Ansatz von Martin

Richter bestätigte.

Alle teilnehmenden Kommunen konnten

von der fachlichen Unterstützung im

Projekt profitieren. Außerdem wurden die

beteiligten Rechnungsprüfungsämter besonders

eng eingebunden, was erfolgskritisch

war. Denn parallel zur Aufstellung

erfolgte auch die Prüfung deutlich zeitverzögert

und sehr kleinteilig. Im Projekt

wurde daher das Prinzip der begleitenden

Prüfung eingeführt und teilweise umgesetzt:

Anstatt die Abschlüsse erst vollständig

zu erstellen und dann komplett zur

Prüfung zu geben, zielt die begleitende

Prüfung auf einen engmaschigen Austausch

zwischen Kommunen und Prüfern

ab. Zweifelsfragen sollen frühzeitig geklärt

werden, auch können bestimmte Bilanzpositionen

schon vor Fertigstellung der

gesamten Bilanz zur Prüfung gegeben werden.

PROZESSE ANPASSEN

„Das Projekt hat das Rechnungsprüfungsamt

vor große Herausforderungen gestellt.

Im Endeffekt hat es aber geholfen, unsere

Prozesse zu überdenken und anzupassen“,

sagt Karin Schrager, Leiterin des

Rechnungsprüfungsamtes des Landkreises

Dahme-Spreewald. „Der Austausch mit

den Kommunen hat sich durch die begleitende

Prüfung intensiviert, außerdem arbeiten

wir jetzt in kleineren Prüfungsteams

und fokussieren uns noch stärker

auf für den Abschluss wesentliche Feststellungen.

Gezeigt hat sich auch, von

welch entscheidender Bedeutung die Qualität

der zur Prüfung vorgelegten Unterlagen

ist.“

Während die Kommunen derzeit teilweise

noch mit der Erstellung der letzten

rückständigen Abschlüsse beschäftigt

sind, geht es für den Landkreis jetzt darum,

den langfristigen Projekterfolg sicherzustellen.

„Auf keinen Fall dürfen die

Kommunen nun wieder rückständige Abschlüsse

aufhäufen“, sagt Kreiskämmerer

Stefan Klein. „Die im Projekt angepassten

internen Prozesse wie die begleitende Prüfung

sollten hier helfen. Als Landkreis

wollen wir außerdem auch perspektivisch

den Austausch und die interkommunale

Zusammenarbeit in diesem Bereich unterstützen.“

Katharina Schlüter, Philipp Gärtner

DIE AUTOREN

Katharina Schlüter ist Managerin, Philipp

Gärtner Consultant bei PD – Berater der

öffentlichen Hand GmbH.

Durch das Institut für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) bestätigt:

Die VisionAir Luftreiniger “können sowohl SARS-CoV-2 als auch Bakterien

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Kommunalentwicklung

BERATUNG

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Krisenmanagement

In Resilienz investieren

VIERSTUFIGES

RESILIENZMODELL

Ausgehend von einer Analyse der Corona-Pandemie haben die Krisen-Experten

André Röhl und Rico Kerstan in einem wissenschaftlichen Working Paper ein

Resilienzmodell entwickelt und Lehren für die öffentliche Verwaltung abgeleitet.


1. Nanoresilienz: Die Fähigkeit zu

agilem Handeln und zur Adaption

neuer Prozessschritte wird aufgebaut

- um innerhalb standardisierter

Prozesse flexibel, aber rechtssicher zu

handeln.


2. Mikroresilienz: Befähigt Mitarbeiter

aller Führungsebenen, ihre Aufgaben

auch im Homeoffice und unter

schwierigen Umständen gemeinsam

zu bewältigen.


3. Mesoresilienz: Beschreibt die

notwendigen organisatorischen

Vorbereitungen wie eine

Betriebskontinuitäts- und

Krisenmanagementplanung.


4. Makroresilienz: Fokussiert die

aktive Kooperation zwischen

Organisationen und die wechselseitige

Unterstützung im wirksamen

Krisenmanagement.

Die Frage, ob eine Krise vorliegt oder

nicht, ist aus organisationaler Sicht

von besonderer Relevanz. Eine Krisensituation

ist per Definition dann eingetreten,

wenn die normale Aufbau- und

Ablaufstruktur nicht ausreichen, um die

Situation zu bewältigen.

Die Corona-Krise ist besonders, weil sie

sich langsam entwickelt. In der Literatur

werden Krisen, die mit niedriger Intensität

lange andauern, ohne dass der Gefahr

wirksam begegnet werden kann, auch als

„schleichende Krise“ bezeichnet. Die besondere

Herausforderung in der Corona-Krise

liegt in der Entscheidung, eine

Ausnahmesituation festzustellen und von

den normalen Alltagsprozessen abzuweichen

bzw. zu ihnen zurückzukehren. Für

die Vorbereitung von Verwaltungen auf

Ausnahmezustände ergeben sich zwei

Handlungsfelder: flexible, anpassungsfähige

Alltagsstrukturen gestalten und Vorkehrungen

für eine „besondere Alltagsorganisation“

treffen. Die Kombination der

Handlungsfelder erhöht die Resilienz, also

die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit,

der Verwaltung.

Aus politischen Erwägungen heraus erfolgt

bei schleichenden Krisen die Feststellung

eines Ausnahmezustandes (oder einer

Krise) oftmals nicht. Für Verwaltungen ist

dies eine Herausforderung, da ihr Handeln

an rechtstaatlichen Grundsätzen ausgerichtet

und in hohem Maße standardisiert

ist. Ein Abweichen von Verfahrensgrundsätzen

erfordert eine explizite Begründung.

Es besteht die Notwendigkeit, Strukturen

unterhalb der Ebene eines Ausnahmezustandes

zu etablieren, die bereits bei Vorliegen

eines akuten Risikos flexibles und

adäquates Handeln ermöglichen.

Resilienz entsteht hier durch die Fähigkeit

der Organisation, die Notwendigkeit

der Feststellung eines Ausnahme-

Foto: AdobeStock/fotomowo

Foto: complan Kommunalberatung GmbH

Für eine gute kommunale Entwicklung ist es wichtig, dass Ämter und Fachbereiche frühzeitig in die Stadtentwicklung miteinbezogen werden.

Stadtstrategie braucht Dialog mit Verwaltung und Politik

Menschen machen Stadt: In diesem Bewusstsein wird Stadtentwicklung als Aufgabe mit und für

die Bürger akzeptiert und gelebt werden. Wichtig ist es, alle Ämter und Fachbereiche in die

Entscheidungsfindung miteinzubeziehen.

Eine transparente Information und stringente

Kommunikation zu Stadtentwicklungsaufgaben

in Politik und Verwaltung steht noch nicht flächendeckend

auf der Agenda. Mitreden, mitentscheiden

und gemeinsam Verantwortung übernehmen

– Vertretende aus Politik und Verwaltung

sind die zentral handelnden Akteure der

Stadtentwicklung. Bestenfalls agieren sie Hand

in Hand und auf Augenhöhe.

Die Verwaltung ist die Schaltzentrale integrierter

Stadtentwicklungsprozesse. Sind die

städtischen Aufgaben von Baukultur, Wohnen,

Verkehr, Handel, Tourismus und sozialer Infrastruktur

Themen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes,

so gehören Vertreter dieser

Ämter und Fachbereiche von Beginn an an einen

Tisch. Projekte, die allein in der Verantwortung

des Bau- und Planungsamtes entstehen,

können in der Umsetzungsphase auf Unverständnis

und Widerstände stoßen. Analyse, Ausrichtung

und Projektentwicklung der integrierten

Strategiekonzepte können nur gewinnen, wenn

Bedarf und Expertise der Ämter und Fachbereiche

früh und für die gesamte Prozessstruktur

eingebunden werden. Fachbereichsübergreifende

Dialogformate wie Workshops, Befragungen

und Schulungen tragen nicht nur dazu bei, das

Fachwissen zu bündeln, sondern auch zur Qualitätsverbesserung

der Strategiekonzepte. Zudem

werden so Effizienz und Verantwortungsübernahme

gefördert. Bestenfalls entstehen fachbereichsübergreifende

Kommunikations- und

Organisationsstrukturen, die dauerhaft Teil des

verwaltungsinternen Arbeitsalltages werden.

Angebote an die lokale Politik

Gute Stadtentwicklungsprozesse brauchen noch

besser vorbereitete und begleitete Entscheidungsprozesse

in den politischen Gremien.

Wenn Vorhaben in der Politik scheitern, kann

dies an politischem Kirchturmdenken liegen.

Häufiger liegt es an lückenhaften, sachorientierten

Informations- und Dialogangeboten. Information

und Präsentation in Fachausschüssen

sind immer noch das Mittel der Wahl, um über

Prozesse, Zwischenergebnisse und Vorhabenplanung

zu informieren, zumeist dann, wenn es um

die entscheidenden Haushaltsmittel und Ressourcen

geht. Als Tagesordnungspunkt unter

vielen, gilt es dann, komplexe Projekte der integrierten

Stadtentwicklung kurz und bündig zu

argumentieren sowie Mehrwert und Synergien

abzuleiten.

Es geht allerdings auch anders. Die Einladung

zu Sonderformaten wie gemeinsamen Sitzungen

verschiedener Ausschüsse, interfraktionellen

Denkrunden, Stadttouren oder Workshops

sind Angebote an die lokale Politik, die

Themen und Handlungsfelder der Kommune

gezielt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

stellen, die Wissen transferieren und vermehren,

Wertschätzung vermitteln und erzeugen und so

langfristig zur Trag- und Realisierungsfähigkeit

von Stadtentwicklungsmaßnahmen beitragen.

Stadtentwicklung ist eine kommunale Aufgabe

verschiedenster Akteure und ein Kommunikationsprozess.

Mit Konsequenz integrativ gedacht,

prozessbegleitend geplant und zielorientiert

gesteuert, fördert die stringente Zusammenarbeit

mit Politik und Verwaltung die Durchsetzungsfähigkeit

und erhöht die kommunale

Effizienz.

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Voltaireweg 4

14469 Potsdam

Tel. 0331/201 510

www.complangmbh.de

26 der gemeinderat 10/20


Kommunalentwicklung BERATUNG Anzeige

Advertorial

zustandes hinauszuzögern. Sie entsteht

nicht allein durch die Leistungsfähigkeit

der Prozesse und Strukturen für den Ausnahmezustand.

Beispielhaft für diesen

Aspekt der Resilienz sind Organisationen,

deren Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten

ausgestattet waren und die bereits vor dem

Lockdown aus eigener Risikoerwägung

Teamsplitting oder Homeoffice implementieren

konnten. Entscheidend ist, dass Resilienz

immer auch leistungsfähige Strukturen

für den Ausnahmezustand einschließt.

Diese sind unabdingbar, wenn

Risiken oder Schäden die Bewältigungskapazität

der Organisation übersteigen.

Eine wichtige Erkenntnis aus der Corona-Pandemie

ist die Abhängigkeit von Organisationen

untereinander. Dies betrifft

alle Ebenen der Verwaltung. Neben Kritischen

Infrastrukturen (vgl. KRITIS-Verordnung)

ist die Gesellschaft auf weitere Akteure

(„systemrelevante Berufe“) angewiesen.

Diese Abhängigkeiten müssen im

Verständnis von Resilienz Berücksichtigung

finden. Sie haben wesentlichen Einfluss

auf das Krisenmanagement.

Im Kern entspricht die Entwicklung von

organisationaler Resilienz nach Ansicht

der Autoren einem vierstufigen Modell.

Erstens gilt es die Fähigkeit zu agilem Handeln

und zur Adaption neuer Prozessschritte

aufzubauen (Nanoresilienz). Für

Verwaltungen bedeutet das die Notwendigkeit,

innerhalb standardisierter Prozesse

flexibel, aber rechtssicher zu handeln.

Hierfür ist Vorbereitung notwendig.

Insbesondere müssen verlässliche und

kurze Kommunikationsnetzwerke entstehen:

Wen können Mitarbeiter in ungewöhnlichen

Situationen fragen? Wer kann

eine Entscheidung bestätigen?

Auf der nächsten Stufe befähigt Mikroresilienz

Mitarbeiter aller Führungsebenen,

ihre Aufgaben auch im Homeoffice

und unter schwierigen Umständen gemeinsam

zu bewältigen. Mesoresilienz

beschreibt als nächste Stufe die notwendigen

organisatorischen Vorbereitungen wie

eine Betriebskontinuitäts- und Krisenmanagementplanung.

Die Makroresilienz fokussiert schließlich

die aktive Kooperation zwischen Organisationen.

Dabei spielen Kommunen

eine entscheidende Rolle. Die Unterstützung

im wirksamen Krisenmanagement

muss wechselseitig sein: Schulen gewährleisten,

dass Eltern weiterhin arbeiten können,

Unternehmen unterstützen Schulen

mit ihrer Digitalkompetenz (von IT-Hardware

bis Datenschutz), damit diese arbeiten

können. Pragmatischer Austausch

zwischen den Akteuren ist ein essenzieller

Erfolgsfaktor. Die wohl wichtigste Erkenntnis

aus Corona sollte sein: Krise bewältigen

− das geht nur gemeinsam. Und:

Investition in mehr Resilienz lohnt sich,

denn nach der Krise ist vor der Krise.


André Röhl, Rico Kerstan

DIE AUTOREN

Prof. Dr. André Röhl ist Professor für

Sicherheitsmanagement an der NBS Northern

Business School in Hamburg. Rico Kerstan

berät als Geschäftsführer der KR Krisensicher

Risikoberatung GmbH in Lübben (Spreewald)

kritische Infrastrukturen bei der

Professionalisierung ihrer Risiko- und

Sicherheitsmanagementstrukturen.

Erregerfreie Luft dank Duster 3000 Air Scrubber

Die Firma Clean Air hat eine antivirale Umluftabsauganlage entwickelt, mit deren Hilfe

nahezu alle Viren und Bakterien aus der Innenluft von geschlossenen Räumen herausgefiltert

werden können.

Die mobile und energiesparende Umluftabsauganlage

mit einem eingebauten Hochvolumenstrom-Schwebstofffilter

(HEPA 14)

sorgt für eine staubfreie, aerosolfreie und sichere

Raumluft. Der Duster 3000 Air Scrubber

ist dazu in der Lage, mehr als 99,995 Prozent

aller Viren und Bakterien aus der Luft zu

filtern, und eignet sich daher gut für die Umluftfiltration

von Reinräumen mit höchsten Anforderungen

an die Sterilität.

Dies ist zum Beispiel in Krankenhäusern,

Operationssälen und Intensivstationen der

Fall, ebenso wie in Apotheken, Sterilräumen,

Laboren und Forschungszentren.

Auch bei hochsensiblen industriellen Prozessen

in den Bereichen der Pharmazie,

Bio-Technologie, Chemie, Optik, Lebensmittelverarbeitung

und Mikroelektronik kann

die Umluftabsauganlage viele wichtige

Funktionen übernehmen.

Hohe Leistung

Der Hochvolumenstrom-Schwebstofffilter,

der in den Geräten verbaut ist, ist

mikrobiologisch inaktiv und erfüllt alle

Kriterien der VDI-Richtlinie 6022. Weiterhin

erfüllt er ebenfalls die Anforderung

der DIN EN 60335-2-69 mit Filterklasse

H14. Der Duster 3000 Air Scrubber ist

dazu in der Lage, bis zu 5000 m 3 Luft innerhalb

einer Stunde zu filten. Dabei hat er

einen Stromverbrauch von lediglich 1500

Watt und verfügt über eine Arbeitslautstärke

von 67 dB.

Effiziente Luftreinigung für alle

Bereiche

• Arztpraxen

• Umkleidekabinen

• Restaurants, Kneipen, Bars, Cafés

• Schulen, Kindergärten und Kitas

• Flughäfen und Bahnhöfe

• Seminarräume

• Warte- und Empfangsbereiche

• Krankenhäuser

• Pflegeeinrichtungen

• Seniorenheime

• Speisesäle und Kantinen

• Messestände

• Großraumbüros

• Bibliotheken

• Betriebe, die einen sicheren Abstand

nicht zulassen

• Schiffe

All diese Bereiche können von der antiviralen

Luftfiltrationsanlage profitieren.

Technische Eckdaten

Der Aufbau des Gehäuses der Luftreiniger

besteht aus doppelt verzinktem Blech mit einer

hellgrauen Pulverbeschichtung. Das Gehäuse

ist wahlweise auch in Edelstahl erhältlich.

Das Gewicht der antiviralen Umluftabsauganlage

liegt bei 123,5 kg. Die Grundplatte

verfügt über eine Fläche von 30“ x 32“

beziehungsweise 0,8m x 0,9m. Die Höhe

beträgt 8‘ bis 6“, diese Maße entsprechen

umgerechnet 1,6 Metern. Innerhalb von einer

Stunde können bis zu zwischen 4000 und 5000

m 3 Raumluft abgesaugt werden.

Garantierte Qualität

Jeder der HEPA 14 Filter, die im Duster 3000

Air Scrubber verbaut werden, wird gemäß EN

1822 auf Leckfreiheit geprüft und mit

dem jeweiligen entsprechenden Prüfzeugnis

an den Kunden ausgeliefert.

Interessierte finden weitere Informationen

unter www.duster-3000.com oder können

sich per Mail an info@duster-3000.com an

die Firma cleanAIR wenden.

Der Duster 3000 eignet sich für die unterschiedlichsten

Einsatzgebiete. Dazu gehören

unter anderem:

Foto: cleanAIR GmbH

• Einkaufszentren

• Elektronikfachmärkte

• Baumärkte

• Drogerien und Apotheken

• Supermärkte

• Ladenlokale

• Fitnessstudios

• Therapieräume

Der Duster 3000 Air Scrubber ist

in den unterschiedlichsten Bereichen

einsetzbar, egal ob im Gesundheitswesen,

in der Gastronomie

oder in der Wirtschaft.

cleanAIR GmbH

Am Landhagen 16

59302 Oelde

Tel. 02522/8309717

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28 der gemeinderat 10/20


Kommunalentwicklung

BERATUNG

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Post-Corona-Perspektiven

Stadt neu denken

Türen auf, Frischluft rein: Das gilt nicht nur für die Reduzierung der Aerosol-

Belastung in geschlossenen Räumen – das gilt auch für die integrierte Stadtund

Quartiersentwicklung.

City der Zukunft: Es geht nicht immer um den ganz großen Wurf, jedoch um konsequentes Vorausschauen

und progressives Planen.

Der Lockdown im Frühjahr dieses

Jahres hat bisher nicht vorstellbare

Szenarien auf den Plan gerufen.

Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Der

Handelsverband Deutschland rechnet mit

bis zu 50 000 Insolvenzen im Einzelhandel,

prognostiziert Verödung und weitere

Trading-Down-Effekte in den deutschen

Innenstädten. Post-Corona-Perspektiven

in den Zentren und Kernen der Städte und

Gemeinden bundesweit müssen vor diesem

Hintergrund integriert gedacht, mutig

erprobt und kooperativ umgesetzt werden.

Kommunen tun gut daran, strategische

Pläne zu justieren, um Stadt als multifunktionalen

Ort für Versorgung, Wissen, Kultur,

Bewegung, Begegnung – für Daseinsvorsorge

und das menschliche Wohl aufzustellen.

Multifunktional heißt dabei vor

allem, Angebote und Besuchsanlässe für

alle zu bieten, am besten mit kurzen Wegen.

Die Vielfalt der Gesellschaft muss sich

in Zentren und Stadtkernen abbilden.

Dritte Orte für soziokulturelles Miteinander,

Bildungsorte für schulische wie außerschulische

Angebote, Bewegungsorte für

Gesundheit und Fitness gehören ebenso

ins Zentrum wie Handel, Dienstleistung,

Verwaltung und Tourismus.

Leerstände sind bitter. Sie belasten das

Stadtbild und erzeugen in kürzester Zeit

Trading-Down-Effekte. Entschlossenheit

und Dialog kommunaler Handlungs- und

Entscheidungsträger sind gefragt, um

Leerstände schnellstmöglich zu aktivieren

– denn sie sind Möglichkeits- und Erprobungsraum.

Je länger Leerstände bestehen,

umso schwieriger ist deren Beseitigung.

Pop-Up-Stores und Concept-Stores

zeigen wie erfolgversprechend die mutige

Ausrichtung auf eine klar abgegrenzte

Ziel- und Kundengruppe, die Verbindung

von Event und Exklusivität sein kann.

Auch Macher, Kreative, Querdenker,

Selbstverwirklicher, Kinder und Jugendliche

gehören ins Zentrum – ob als Start-up

oder Non-Profit-Initiative, als Zwischennutzung

oder Dauermietende, als Projektraum

oder Quartierszentrum. Arbeitsorte

4.0 – ortsunabhängig, flexibel, digital – als

Bürogemeinschaft, Co-Working-Space

oder Freiberufler-Basis holen Erwerbstä-

Foto: Adobe Stock/Gorodenkoff

tigkeit wieder in Stadtkerne und Zentren.

Kommunen haben die Aufgabe, Rahmen

zu setzen, Anschub zu leisten und durch

Beratung zu begleiten. Kommunen müssen

sich künftig viel stärker als Netzwerkund

Schnittstelle verstehen, um die richtigen

Ideen an die richtigen Orte zu bringen,

kleine und größere Hürden zu beseitigen,

Formate für Kennenlernen und Erfahrungsaustausch

anzubieten.

Kluge Köpfe und mutige Macher mit

Visionen braucht es für die aktive Entwicklung

starker Städte, Gemeinden und Quartiere

– vor allem zur Gestaltung von

Post-Corona-Perspektiven. Dafür muss

manches Kirchturmdenken von Eigentümern,

Händlern, von Politik und Verwaltung

umschifft werden. Gute Lösungen

entstehen nicht am Reißbrett sondern mit

individuellem Handlungswillen und vor

Ort – denn Kommunen sind ein lebendiger

Organismus, Stadt-und Quartiersentwicklung

ist ein integrierter, lernender und

kontinuierlicher Prozess. Die bewährten

Mechanismen der integrierten Stadtentwicklung

– das konsequente Vorausschauen,

progressive Planen und strategische

Justieren – basieren bestenfalls auf

starken kommunalen Bündnissen. Diese

entstehen durch Dialog- und Aushandlungsprozesse

von Politik, Verwaltung und

Stadtgesellschaft.

Künftig brauchen diese Prozesse womöglich

noch mehr Mut, Struktur und

Format, aber auch mehr interkommunale

Kooperation. Zu tragfähigen Post-Corona-Perspektiven

gehören neben den ureigenen

Kräften der Kommunen selbst auch

die Kräfte regionaler Partner. Gezielt über

den kommunalen Tellerrand schauen,

Nachbarn verstehen und dann gemeinsam

nach vorn schauen, schafft Perspektiven,

und bündelt Energien. Statt Krisenstimmung

sollten die individuellen Zeichen auf

Stadt-Chance und Stadt-Neudenken stehen.

Denn Veränderung ist immer – und

in der Krise ist Veränderung am durchsetzungsfähigsten.

Caroline Uhlig

DIE AUTORIN

Caroline Uhlig ist Mitgesellschafterin bei der

Complan Kommunalberatung und Büroleiterin

am Standort Bielefeld.

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GESUNDHEIT

Holzbau HEUTE

Eine Schulungsreihe für Kommunale Entscheider

Wochenmärkte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Daseinsvorsorge, sagt

Gerhard Johnson vom Wochenmarkt-Betreiber Deutsche Marktgilde. Als

Einkaufscentren unter freiem Himmel etablieren sie sich als Einkaufsalternative

in den Kommunen und müssen dennoch Herausforderungen meistern.

Maske gehört auch hier dazu: Einkaufen im Freien verbinden viele Menschen dennoch mit einer

niedrigeren Ansteckungsgefahr.

Die Coronakrise hat es gezeigt: Der

gute alte Wochenmarkt ist eine

echte Einkaufsalternative. Zahlreiche

Schlagzeilen weisen sogar darauf hin,

dass Wochenmärkte zu den „Gewinnern“

der Pandemie zählen (sofern man davon

überhaupt sprechen kann): „Wochenmarkt

beliebt wie nie“ oder „Händler kommen

gut durch die Corona-Krise“.

Natürlich lassen sich solche Schlaglichter

nicht pauschal auf die gesamte Branche

übertragen. Im Einzelhandel – und dort

speziell im Lebensmitteleinzelhandel – ist

ein Schwarz-Weiß-Bild nicht so ohne weiteres

zu zeichnen. In der Phase des Lockdowns

durften „eigentlich“ nur noch wenige

„systemrelevante“ Sortimente (insbesondere

Lebensmittel) verkauft werden.

Nicht allen Supermärkten oder auch Baumärkten

ist es gelungen, die vielfältigen

Vorgaben, die bundesweit noch dazu einem

Flickenteppich glichen, einzuhalten.

Foto: Adobe Stock/Kzenon

Textilhändlern, sowohl in den stationären

Einzelhandelsgeschäften als auch auf den

„gemischten“ Wochenmärkten, war allerdings

zum größten Teil die Existenzgrundlage

über viele Wochen vollständig entzogen.

In einigen wenigen Gegenden wurden

sogar auch besonders beliebte Wochenmärkte

als „Massenveranstaltungen“

mit besonderen Infektionsrisiken eingestuft

und deshalb – wenn auch nur für

kurze Zeit – ganz geschlossen. Alle mobilen

Lebensmittelhändler waren in diesen

Fällen also ebenfalls klare Verlierer aufgrund

der Krise.

Schnell wurde aber auch darüber diskutiert,

ob Wochenmärkte als „Freiluftveranstaltungen“

nicht geradezu geeignet

wären, einer erhöhten Ansteckungsgefahr

aus dem Weg zu gehen. Wie dem auch sei:

Es wurden zahlreiche – und über Deutschland

verteilt wieder sehr unterschiedliche

– Auflagen formuliert, verschärft, abgemildert,

zurückgenommen, mehr oder weniger

stark kontrolliert und bestraft.

Die allgemeinen Hygieneregeln wurden

schnell zum Standard. Bei der Maskenpflicht

gingen die Meinungen aber schon

wieder weit auseinander. Bis heute gelten

für Wochenmärkte regional sehr unterschiedliche

Vorschriften auf Wochenmärkten.

Die Spannweite reicht dabei von

„keine Maskenpflicht“ bis hin zu „Maskenpflicht

für Beschicker und Marktkunden

auf dem gesamten Marktplatz“. Mehr

oder weniger heftige Diskussionen zwischen

Marktkunden, Beschickern, Ordnungsamtsmitarbeitern

und Polizei bis hin

zu körperlichen Auseinandersetzungen

waren in Grenzsituationen (etwa bei einem

Wochenmarkt in einer Fußgängerzone)

vorprogrammiert. Umfangreiche

Informationspflichten und Zugangskontrollen

begleiteten alle Beteiligten. Desinfektionsmittel

und Einmalhandschuhe

waren kaum noch zu bekommen, und

wenn, dann nur zu horrenden Preisen, die

vorgeschriebenen „Alltagsmasken“ anfangs

ebenfalls. Nicht nur die Beschicker

hatten es schwer, auch die Veranstalter!

Nachdem die Spitzen (zumindest der

„1. Welle“) der Pandemie mit all den oft

chaotischen Verhältnissen bewältigt waren,

beruhigt sich die Situation allmählich,

ohne allerdings „normal“ genannt werden

zu können. Unbestritten haben die vergangenen

Monate aber noch einmal verdeutlicht,

dass Wochenmärkte wesentliche

Beiträge zu den Themen „Daseinsvorsorge“,

„Nahversorgung“, „Innenstadtbelebung“

leisten können.Gerhard Johnson

DER AUTOR

Prof. Dr. Gerhard Johnson ist ehemaliger

Vorstand der Deutsche Marktgilde eG und

Mitglied des Ausichtsrates. Die Genossenschaft

betreibt bundesweit rund 200 Märkte an

120 Standorten.

32 der gemeinderat 10/20

„Als Planer und Bauherren von zahlreichen

Gebäuden werden unsere

Städte, Gemeinden sowie die gesamte

kommunale Familie Taktgeber auf

dem Weg hin zu einer nachhaltigen

Wirtschaftsweise. Der Holzbau hat in

kluger Verbindung mit anderen

Materialien das Potenzial, zur Bauweise

des 21. Jahrhunderts zu werden.

Welcher andere Baustoff sonst kann

sofort wirksam über Jahrhunderte

Kohlenstoff einspeichern, höchste

Präzision und Wohnqualität liefern

und wirtschaftlich sein? Ich möchte

Sie als Vertreter unserer starken

baden-württembergischen Kommunen

ermutigen, unser Land als Trendsetter

einer lebenswerten Wohn und

Arbeitsumwelt zu etablieren!“

Minister Peter Hauk MdL

Wissenswerkstatt Schwäbisch Gmünd, Foto: Holzbau Rieg

Bauhof Frickingen, Foto: Fetscher Architekten

Achtung: Corona-bedingte

Terminänderungen entnehmen

Sie bitte unserer Homepage

unter www.proholzbw.de

Bauhof Frickingen, Foto: Fetscher Architekten

Wir laden Sie herzlich zu unseren Veranstaltungen ein und freuen uns auf

Ihre Teilnahme. Mehr Informationen unter proholzbw.de/aktuelles/termine

Termine 2020

Termine 2021

22.10.20 Auftaktveranstaltung

27.01.21 Offenburg

Ostfildern

24.02.21 Biberach

06.11.20 Blaustein

25.03.21 Freiburg

12.11.20 Wiesloch

31.03.21 Nagold

18.11.20 Friedrichshafen

15.04.21 Bad Mergentheim

05.05.21 Frickingen

Die Teilnahme ist kostenlos. Bei allen

11.05.21 Ludwigsburg

Veranstaltungen vor Ort gelten die

17.06.21 Karlsruhe

aktuellen Corona-Hygiene-Vorgaben.

23.06.21 Lörrach

15.07.21 Schwäbisch Hall

21.07.21 Singen

22.09.21 Tübingen

14.10.21 Tuttlingen

20.10.21 Aalen

17.11.21 Heilbronn

Rathaus Frickingen, Foto: proHolzBW

Bauhof Frickingen, Foto: Fetscher Architekten

Mit der Holzbau-Offensive rückt die

Landesregierung Baden-Württembergs

das klimabewusste Bauen in den Fokus.

Nachhaltiges Bauen und Betreiben

unserer gebauten Umwelt ist ein wesent-

licher und wirtschaftlicher Beitrag zur

Klimawende. Das öffentliche Bauen hat

dabei eine Vorbildfunktion. Kommunale

Entscheider von Gemeinderäten bis

Bürgermeistern und Land- oder Kreisräten

sind ein wichtiges Bindeglied zu

den Bürgerinnen und Bürgern unseres

Landes. Öffentliche Bauvorhaben sind

daher wichtige Botschafter für den Wandel

hin zu einer nachhaltigen Baukultur.

Denn auch im Nichtwohnbau bietet Holz

erstaunliche Konstruktionsvarianten.

Intelligente Holzmischbauweisen speichern

Kohlenstoff und sind die Lösung für

Kindertagesstätten, Feuerwehrhäuser,

Rathäuser, Kultur einrichtungen, Klinikbauten

oder Schulen. Dazu werden in

allen Regionen des Landes Fortbildungen

angeboten, um Sie mit auf die Reise in

den modernen Holzbau und die gebaute

Zukunft zu nehmen.


Kommunalentwicklung

GESUNDHEIT

Kommunalentwicklung

Public Health

Pakt für den

Gesundheitsdienst

Versorgung im ländlichen Raum:

Krankenhäuser können zu Gesundheitszentren

umgestaltet werden, um neben

der stationären Versorgung auch die

ambulante Facharztversorgung oder

Reha- sowie Therapieangebote

abzusichern.

LINKS & INFOS

Kommunen müssen das Thema „Gesundheit“ zu einer Pflichtaufgabe in der

Daseinsvorsorge machen, fordert der AOK-Bundesverband. Die Gesetzliche

Krankenversicherung (GKV) hält Programme vor, die entsprechende Initiativen

unterstützen. Hilfen bietet auch der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD).

Mehr Informationen zum

Förderprogramm des GKV-Bündnissen

gibt es unter www.gkv-buendnis.de/

foerderprogramm/kommunalerstrukturaufbau/

Das Leitbild für den modernen

öffentlichen Gesundheitsdienst ist

unter diesem Link nachzulesen:

www.bvoegd.de/leitbild/

DIE AUTOREN

Monika Schneider und Dirk Bürger

sind Politikreferenten im

AOK-Bundesverband.

Die Gesundheit von Menschen wird

maßgeblich von ihrem Lebensumfeld

beeinflusst. Kommunen stehen

daher besonders in der Verantwortung

gesundheitsförderliche Lebensverhältnisse

zu gestalten und gleiche Chancen auf ein

gesundes Leben zu ermöglichen. Wohnund

Umweltbedingungen sowie Bildungsgerechtigkeit,

Zugang zum Arbeitsmarkt

und zu Freizeitaktivitäten haben einen

großen Einfluss auf die Gesundheit der

Menschen.

Das Gesundheitswesen unterstützt

diese sozialen Faktoren, in dem es medizinische

Prävention (primär, sekundär und

tertiär) und Behandlung im Krankheitsfall

gewährleistet. Menschen müssen, egal wo

sie leben, einen guten Zugang zur gesundheitlichen

Versorgung haben.

Länder und Kommunen müssen das

Thema „Gesundheit“ zu einer Pflichtaufgabe

in der Daseinsvorsorge machen. So

können gesunde Lebensentwürfe unterstützt

und der soziale Zusammenhalt gestärkt

werden. Investitionen zum Ausgleich

sozial bedingter ungleicher Gesundheitschancen

reduzieren Ausgaben in den

Hilfesystemen (z. B. für Sozial-, Kinderund

Jugendhilfe). Sie sorgen für einen

besseren Zugang zum Arbeitsmarkt und

führen letztlich zu höheren kommunalen

Steuereinnahmen.

Die Gesetzliche Krankenversicherung

(GKV) kann hierzu ihren Beitrag einbringen.

Der Leistungsauftrag der Krankenkassen

wird, ähnlich wie bei den kommunalen

Akteuren, über gesetzliche Vorgaben

definiert. Im Sozialgesetzbuch V werden

die Rahmenbedingungen vorgegeben. In

einem Leitfaden hat die GKV die Umsetzung

beschrieben. Voraussetzung für das

Gelingen der Maßnahmen sind der Wille

zur ressortübergreifenden Zusammenarbeit

und die Bereitschaft, dass jeder seine

Ressourcen in diesen Prozess einbringt.

Kommunen sind in der

Pflicht, Familien in

schwierigen Lebenslagen

ein Angebot zu machen.

Die GKV hat in den Bereichen Gesundheitsförderung

und Prävention Programme

Foto: Adobe Stock / stokkete

entwickelt, die die Initiativen der Kommunen

zur Gestaltung gesunder Lebensbedingungen

unterstützen können. Im Rahmen

des GKV-Bündnisses für Gesundheit halten

die Krankenkassen eine Reihe von

Unterstützungsmaßnahmen in kommunalen

Settings bereit. Bei der Umsetzung

wird deutlich, dass es vor allem Strukturen

zur Umsetzung in den Kommunen geben

muss. Daher hat das GKV-Bündnis außerhalb

ihres gesetzlichen Leistungsauftrages

ein Förderprogramm für den kommunalen

Strukturaufbau aufgelegt. Der Gesetzgeber

gibt dabei vor, dass sich Verantwortliche

in den Lebenswelten angemessen beteiligen

müssen.

Die Krankenkassen bieten zahlreiche

weitere Maßnahmen zu Bewegung, Ernährung

und seelischer Gesundheit in den

Lebenswelten, in Unternehmen sowie für

den einzelnen Menschen an. Gute Beispiele

sind Programme der Krankenkassen,

die einen gesunden Alltag in Kindertageseinrichtungen

unterstützen. Hier

bietet die AOK das Programm Jolinchen

Kids an. Dieses bezieht auch die Gesundheit

des Personals mit ein und richtet sich

an die ganze Familie.

Wünschenswert wäre es, nachhaltige

Effekte durch eine feste Verankerung der

Programme in den regulären Tagesablauf

zu erreichen. Dazu müssten allerdings die

Inhalte der Programme Bestandteil

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Foto: Foto: Goethe-Universität in Frankfurt in Frankfurt am Main

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Kommunalentwicklung

GESUNDHEIT

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Tipps für mehr Bewegung im Kita-Alltag ist ein Teil des JolinchenKids-Programms der AOK.

der Aus-, Fort- und Weiterbildung für das

Personal in frühkindlichen Bildungseinrichtungen

werden. Nur so kann sichergestellt

werden, dass diese Maßnahmen

zum Standard in allen Einrichtungen werden.

Das Beispiel zeigt auch, dass oft am

Anfang Investitionen notwendig sind und

später nur noch geringe Kosten anfallen.

Kommunen sind in der Pflicht, vor allem

Familien in schwierigen Lebenslagen

ein Angebot zu machen, die ihren Kindern

schon frühzeitig einen Zugang zu frühkindlicher

Bildung ermöglichen wollen.

Neben einer gesunden Gemeinschaftsverpflegung

sind auch Beratungs- und

Unterstützungsangebote für Eltern wichtig,

um sie bei Erziehungsfragen zu unterstützen.

Vertreter der Frühen Hilfen, Kinderärzte,

Kinder- und Jugendhilfe, Krankenkassen

oder andere Experten stehen

für Gespräche mit Interessierten gerne

hilfreich zur Seite.

Das Beispiel zeigt, dass Public Health

eine Aufgabe aller Politikbereiche in Bund,

Ländern und Kommunen ist. Die große

Herausforderung besteht darin, die Maßnahmen

miteinander zu vernetzen sowie

deren Umsetzung zu koordinieren. Die

Kommunen sehen sich hier ebenfalls in

der Verantwortung. Dazu sollten sich die

Verantwortungsträger allerdings einen

kommunal verankerten Akteur zur Seite

stellen − den Öffentlichen Gesundheitsdienst

(ÖGD).

SCHLÜSSELROLLE BEI DER FÖRDERUNG

Mit dem „Pakt für den ÖGD“, hat die Bundesregierung

aktuell eine Förderung mit

den Ländern vereinbart. Diese Chance

sollte aktiv genutzt werden, um neben

dem Pandemiemanagement den ÖGD als

zentralen Akteur für die Bevölkerungsgesundheit

zu etablieren. Neben dem schon

im Jahr 2018 von der Gesundheitsministerkonferenz

(GMK) beschlossenen Leitbild

bedeutet das, dass der ÖGD Public Health

über alle Politikbereiche hinweg mitdenken

muss. Dazu muss er eine direkte Anbindung

an die Entscheidungsgremien der

Kommunen erhalten. Seine Expertise muss

Grundlage für kommunale Entscheidungen

werden. Aufgabe des ÖGD wäre, über

die Gesundheitsberichterstattung eine

Analyse des Bedarfs sowie der vorhandenen

Ressourcen vorzunehmen und gemeinsam

mit den kommunalen Verantwortungsträgern

prioritäre Ziel zu beschreiben.

Das würde sowohl die Finanzierung

der Aufgaben umfassen als auch die Vernetzung

und Koordination der Umsetzung.

Er hätte damit eine Schlüsselrolle bei der

Planung, Prozessbegleitung sowie Ergebnisdarstellung.

Das schließt auch ein, die Gesundheitsversorgung

in den Regionen anhand der

Bedarfe der dort lebenden Menschen zu

beschreiben und zu gestalten, ohne an

tradierten Strukturen festzuhalten. So können

z. B. Krankenhäuser zu Gesundheitszentren

umgestaltet werden, um im ländlichen

Raum neben der stationären Versorgung

auch die ambulante Facharztversorgung

oder Reha- sowie Therapieangebote

abzusichern. Angebote der Kurzzeitpflege

mit geriatrischer Rehabilitation

könnten Menschen den Wunsch erfüllen,

noch länger in ihrer Häuslichkeit zu bleiben.

Attraktive Arbeitsplätze, mehr Eigenverantwortung

z. B. für Pflegekräfte und

Fortschritte bei der Digitalisierung sind

auch Standortvorteile für Kommunen.

Monika Schneider, Dirk Bürger

Foto: AOK

+ Schlüsselbetätigtes System

+ Nahezu kontakloses Öffnen von Türen

+ Batterielose und desinfizierbare Schlüssel

+ Flächenbündige Schließzylinder

+ Virtuelle Netzwerk-Technologie

+ Intelligente Befehlsverbreitung

+ Zutrittsberechtigungen per App empfangen

und übertragen

+ Rückprotokollierung von Komponentendaten

an die Verwaltungssoftware

+ Online-Komfort zum Offline-Preis

+ Für jede Tür den passenden Komponententyp

36 der gemeinderat 10/20

winkhaus.de


Ästhetisch, gesund, kurze Bauzeit: Holzbauten erfreuen sich im Privaten großer Zustimmung,

auch für kommunale Gebäude wird der nachwachsende Baustoff immer beliebter.

Holzbau

Einfach schön

nachhaltig

Jede zweite Kindertagesstätte in Baden-Württemberg besteht aus Holz. Durch

weitere Anpassungen der Landesbauordnungen eröffnen sich noch mehr

Möglichkeiten, auch andere kommunale Gebäude aus dem nachwachsenden

und klimaschonenden Baustoff zu errichten.

Als Baustoff wird Holz für Kommunen

immer wichtiger – ob es um

ökologisches Bauen geht, Schaffung

von bezahlbarem Wohnraum oder die

Errichtung von Schulen und Kindertagesstätten

mit angenehmem Raumklima. Baden-Württemberg

hat im Jahr 2015 als

erstes der Länder seine Landesbauordnung

angepasst, um den Holzbau zu fördern

und Holzbauprojekte leichter zu realisieren.

Berlin, Hamburg und Hessen haben

in den letzten Jahren mit holzbaufreundlichen

Bauverordnungen nachgezogen.

Baden-Württemberg ist gegenwärtig

Holzbauland Nummer eins: Ungefähr jedes

dritte Ein- bis Zweifamilienhaus wird

in Holz gebaut. Auch bei den Kindertagesstätten

ist der Anteil an Holzbauten mit

nahezu 50 Prozent hoch. Bei anderen kommunalen

Bauten wie Feuerwehrhäusern,

Rathäusern, Klinikbauten oder Schulen ist

der Holzbauanteil noch gering. Doch auch

hier kann der Baustoff Holz stärker zum

Einsatz kommen. Durch die Anpassungen

in den Landesbauordnungen der fünf Bundesländer

sind die baurechtlichen Möglichkeiten

größer geworden.

Holzbau überzeugt durch Aspekte der

Bauphysik, des Brand- und Schallschutzes

sowie im Hinblick auf die Energieeffizienz.

Gerade in Bezug auf den Brandschutz ist

Holz heute rehabilitiert: Im Gegensatz zu

Stahl verkohlt Holz langsam und behält

dadurch seine Stabilität. Wände aus Holz

Foto: proHolzBW

sind dünner und ermöglichen einen Flächengewinn

im Vergleich zum Massivbau

um vier bis sieben Prozent. Kommunale

Entscheider wie Gemeinderäte, Bürgermeister,

Landräte und Kreisräte fokussieren

daher immer häufiger ihre Vorhaben

auf die Holzbauweise.

Bauen mit Holz eröffnet neue Möglichkeiten,

erfordert gleichzeitig aber eine

ganz neue Planungskultur. Wichtig für die

erfolgreiche Realisierung ist die Einbeziehung

eines im Holzbau kompetenten Planungsteams

von der Ausschreibung bis

zur Umsetzung. So lassen sich spätere Verzögerungen

oder Zusatzkosten minimieren

oder vermeiden.

UMGESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN

Holzbau bietet Vorteile in Sachen Bauzeit,

Qualität und Kostensicherheit. Durch den

hohen Vorfertigungsgrad und Holzmodulbauweise

können Holzbauten für Schulerweiterungen

oder als Unterkunft für Geflüchtete

im Durchschnitt in der Hälfte der

Bauzeit massiver Bauweisen errichtet werden.

Eine gute Planung von Beginn an

sorgt dabei für das reibungslose Ineinandergreifen

verschiedener Bauphasen und

Gewerke. Holzkonstruktionen bieten über

ihre gesamte Lebensdauer hinweg eine

große Nutzungs- und Veränderungs-Flexibilität.

Wird eine Unterkunft irgendwann

nicht mehr benötigt, lässt sich der Holzbau

entsprechend der neuen Anforderungen

leicht umbauen. Ein Komplettverlust wird

vermieden, Ressourcen werden geschont.

Durch die Auswahl des Baumaterials,

des Standortes und durch die Langlebigkeit

entstehen energieeffiziente Gebäude

mit hoher Wartungsfreundlichkeit und

niedriger Grauer Energie. Verbautes Holz

speichert ein Leben lang CO 2 und trägt somit

doppelt zum Klimaschutz bei. Die Verwendung

von Holz ermöglicht Kommunen

bedarfsgerechtes und zukunftsorientiertes

Bauen.

Esther Reinwand

DIE AUTORIN

Esther Reinwand verantwortet die

Öffentlichkeits- und Pressearbeit bei

proHolzBW

GESUNDHEIT

Foto: Arthur Krüger

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Brücken komplett aus Kunststoff

Herkömmliche Baumaterialien für Brücken, wie Holz oder

Stahl, sind den Witterungen permanent ausgesetzt und korrodieren.

Tauscht man sie gegen glasfaserverstärkten Kunststoff

(GFK) aus, steigt die Wirtschaftlichkeit, da GFK nicht

durch Feuchtigkeit oder Streusalz verrottet, meldet das Unternehmen

Arthur Krüger. Somit werden Instandhaltungskosten

gespart. GFK ist witterungsbeständig, wartungsfrei, montagefreundlich

und nachhaltig. Auch bei Regen, Laubbefall sowie

bei Eis und Schnee bietet GFK die höchste Rutschsicherheitsklasse

(R 13) Kunststoffbrücken haben nur ein Drittel des

Gewichts von Stahlbrücken. Das ermöglicht eine schnelle

Montage. Möglich ist auch eine Hybridbauweise, bei der man

nur Oberbeläge und Geländer

durch Kunststoff

ersetzt. Die Anforderungen

für die Nutzung im

öffentlichen Raum, wie

die allgemeine bauaufsichtliche

Zulassung

(abZ) durch das DIBt

oder die EBA-Zulassung,

werden erfüllt. Die Kosten

sind vergleichbar mit

denen einer Stahlbrücke.

Arthur Krüger baut Fußgänger- und

Radfahrbrücken bis zu 12 m Überspannung

und Nutzlasten bis zu 5,5 t. www.arthur-krueger.de

Banden ohne Bodenbefestigungen

Das Bandensystem der Firma A+Urban Design kann ohne

Fundamente und ohne Bodenbefestigungen aufgestellt werden.

Das System besteht aus zwei Komponenten: das untere

Bandenteil, die Einfassungselemente, und das obere Bandenteil,

der Bandenaufbau. Die Einfassungselemente sind aus

bewehrtem Beton mit einer Gummikappe gefertigt und können

als niedrige Bandeneinfassung für Inlinehockey verwendet

werden. Sie bilden das tragende Teil des Bandenaufbaus,

sodass eine Bandenhöhe von 80 bis 120 cm erreicht werden

kann. Das System kann im Außen- und Innenbereich eingesetzt

werden, da die Einfassungselemente auf Gummipuffern

aufgebaut werden und so die Stabilität der Aufbaufläche gewährleisten.

Die Banden können für Rollhockey oder Inlinehockey,

aber auch für Eishockey im öffentlichen Bereich verwendet

werden, da zwischen den Einfassungselementen und

dem Boden eine Abdichtung eingebaut werden kann, um die

Fläche zu bewässern. Die Einfassungen werden am Boden

nur aufgestellt und benötigen auf einer Modullänge von 150

cm nur zwei Schrauben. Die Materialien sind witterungsbeständig,

die Stützen und der Handlauf des Bandenaufbaus

aus Edelstahl. Die Banden können unterschiedlichen Feldgrößen

in Schritten von jeweils 1,5 Metern angepasst werden.

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Planung.

Umsetzung.

Betrieb.

38 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20

39


Technik & Innovation

Für genug Licht an öffentlichen Plätzen

zu sorgen, ist eine Aufgabe der Kommunen.

Viele Gemeinden lassen sich dafür

kreative Lösungen einfallen.

ZUR PERSON

Dennis Köhler ist Geschäftsführer des

Lichtforums NRW.

Foto: Adobe Stock/Scanrail

Städtische Beleuchtung

Gezielt in Szene setzen

Gemeinden stehen vor der Herausforderung, für ausreichende Lichtquellen an

öffentlichen Plätzen zu sorgen, um so die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten.

Diese Versorgung soll ökonomisch und nachhaltig sein. Dennis Köhler

erklärt im Interview, wie innovative Lösungen aussehen können.

Warum ist kommunale Beleuchtung mehr

als nur Licht in der Nacht?

Dennis Köhler: Städtische Beleuchtung ist

ein wichtiger Teil der kommunalen

Daseinsvorsorge. Dabei geht es um die

sichere und komfortable Nutzung der Verkehrswege

und gleichzeitig um die Aneignung

städtischer Räume und Plätze für

eine befriedigende Lebensqualität auch

nach Einbruch der Dunkelheit. Im letzteren

Fall handelt es sich um Beleuchtung,

die über das reine Sehen und visuelle Erkennen

des umbauten Raumes und seiner

Teilnehmer hinausgeht. Licht kann auf

ganz besondere Art und Weise attraktive

Passagen und Zonen erschaffen. So wird

die Aufenthaltsqualität in diesen Bereichen

gesteigert, wenn nicht sogar überhaupt

erst erzeugt. Die identitätsstiftenden

und orientierungssteigernden Qualitäten

nächtlicher Lichtgestaltung sind dabei

nicht zu unterschätzen. Sie können insbesondere

in den Stadträumen wirken, in

denen die baulichen Maßnahmen bisher

an ihre Grenzen gestoßen sind.

Wie können sich Kommunen gezielt mit

Licht in Szene setzen und warum sollten

sie das wollen?

Köhler: Künstliches Licht verbraucht nicht

nur wertvolle Energie, sondern kann auch

störend und schädlich für die Umwelt sein.

Aus diesen Gründen darf eine Kommune

diesen wichtigen Handlungsbereich nicht

dem Zufall oder der Willkür überlassen.

Städte tun gut daran, Ziele bei der städtischen

Beleuchtung festzulegen und alle

Maßnahmen daran abzutragen. Differenziert

nach der funktionalen Beleuchtung,

Lichtgestaltung und Lichtwerbung können

beispielsweise Maßnahmen nach einem

zuvor bestimmten, raum-zeitlichen

Bedarfsprofil der Räume geleitet, ausgerichtet

und betrieben werden. Jeder Raum

in der Stadt, ebenso wie Zwischenräume,

erhält ein Profil mit den Kriterien der Beleuchtung.

Diese bilden die ökonomischen,

ökologischen und ästhetischen

Rahmenbedingungen. Auf diese

Art und Weise kann ein Raum während

der Nacht möglichst ausgewogen beleuchtet

oder nicht beleuchtet werden. Darin

besteht die einzige Möglichkeit, um den

unterschiedlichen Bedürfnissen in der

nachhaltigen Stadtentwicklung wirklich

gerecht zu werden.

Welche aktuellen Trends und Entwicklungen

können Sie empfehlen – welche nicht?

Köhler: Einfach nur bunt anstrahlen und die

Fassaden der Gebäude als Leinwand für

irgendwelche Bilder und Animationen

zu nutzen, empfinde ich als sehr unbefriedigend.

Gestalterisch verschwindet der

gebaute Stadtraum dabei hinter substanzlosen

Kitschkulissen. Dabei zeigen

viele Anstrahlungen, dass deren Initiatoren

weder Ahnung von Wahrnehmung

haben, noch Expertise im Umgang mit

künstlichem Licht. Daneben finden sich

viele Beispiele, in denen von Beginn an

Lichtgestalter und -planer in den Ge

staltungsprozess eingebunden wurden.

Diese entwickeln ihre Maßnahmen aus

dem städtischen und architektonischen

Kontext heraus und achten dabei darauf,

dass die Beleuchtung keine negativen

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Einflüsse hat. Dabei wird auf bestimmte

Kriterien gesetzt, die den Energieeinsatz

sowie die Folgen für Flora, Fauna

und den natürlichen Nachthimmel in ein

ausgewogenes Verhältnis zur Gestaltung

setzen.

Wie können Kommunen lichttechnisch die

Zukunft progressiv gestalten?

Köhler: Lichttechnik dient den Vorsätzen

und Zielen, die sich eine Kommune setzt.

Damit liegt der Anfang von progressivem

Handeln im Verständnis um die positiven

und negativen Eigenschaften von nächtlicher

Beleuchtung und dem Finden eines

geografisch diversen Bedarfsprofils. Die

Technik muss dann diesem Profil in dem

langen Verlauf der Umbauprozesse innerhalb

der städtischen Infrastruktur gerecht

werden.

Gibt es Learnings aus der Vergangenheit,

auf die man bei aktuellen oder künftigen

Projekten achten sollte?

Köhler: Ja, aber es scheint fast, als bliebe

die Lernkurve bei vielen Entscheidern und

Umsetzenden relativ flach. Es ist sehr oft

nur schneller und billiger Aktionismus zu

sehen, bei dem viele schöne Worte, aber

leider wenig Substanz und Nachhaltigkeit

festzustellen sind.

Interview: Denise Fiedler

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Technik & Innovation

Beleuchtung

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Beleuchtungsmodernisierung

Lichtblick für die Zukunft

In Dortmund werden rund 24 000 Straßenleuchten ausgetauscht. Mit

LED-Lampen baut die Stadt auf sparsame und langlebige Technik. Dazu

unterstützt ein modernes System der Störungsmeldungen, um den Betrieb

Tag und Nacht sicher zu gewährleisten.

Arnulf Rybicki, Dezernent Bauen und Infrastruktur, Meinolf Pflug, Fachkoordinator Straßenbeleuchtung,

Bodo Cirkel, Firma Spies, Peter Flosbach, Technischer Geschäftsführer DEW21 (von

links) bei der Installation der neuen Lampen.

Auch in einer Zeit vieler Corona-bedingter

Einschränkungen arbeiten

das Tiefbauamt der Stadt und die

Dortmunder Energie- und Wasserversorgung

„DEW21“ an der Modernisierung der

kommunalen Infrastruktur. Um sicherzustellen,

dass der Betrieb der Straßenbeleuchtung

in den kommenden Jahren bezahlbar

bleibt, die Laternenmasten überall

standfest sind und durch altersbedingte

Ausfälle keine Lawine von teuren Störfällen

ausgelöst wird, erfolgte im Auftrag des

Tiefbauamtes im ganzen Stadtgebiet eine

umfangreiche Erneuerung. 24 600 Leuchten

und 10 500 Laternenmasten werden in

insgesamt acht Jahren ersetzt.

Foto: AdobeStock/dudlajzov

„Für viele sind die Laternen auf der

Straße eine Selbstverständlichkeit, sie sind

einfach da. Doch ihre Wirkung spürt jeder“,

sagt Arnulf Rybicki, Dezernent für

Bauen und Infrastruktur. „Die Straßenbeleuchtung

prägt mit ihren mehr als 52 000

Standorten im ganzen Gebiet das Bild, das

unsere Stadt nachts abgibt. Und sie sorgt

dabei für eine sichere Nutzung der Verkehrswege.

Deshalb ist es wichtig, alle

technisch verfügbaren Möglichkeiten auszuschöpfen,

um einen störungsfreien und

effizienten Betrieb dieses Teils der Infrastruktur

zu gewährleisten. Gutes Licht in

der Nacht stärkt das Sicherheitsgefühl der

Bürger. Es schafft Atmosphäre und sorgt

damit für die besondere nächtliche Aufenthaltsqualität

auf unseren Straßen und

Plätzen.“

Die verwendete LED-Technik bringt

neben der deutlich höheren Lebenserwartung

auch eine erhebliche Energieersparnis

mit sich. Modernste Funktechnik,

durch die es möglich wird, die Lichtstärke

der Leuchten individuell zu steuern,

kommt zum Einsatz. Gleichzeitig werden

durch die neue Technik Informationen

über den Betriebszustand der Leuchten für

die Wartung geliefert. Für einige der umzurüstenden

Straßen wird die Beleuchtung

auch in Abhängigkeit vom aktuellen Verkehrsaufkommen

geschaltet.

SMART CITY GEHT EIN LICHT AUF

Die Maßnahmen werden vom Konsortium

Straßenbeleuchtung Dortmund (Stra-

BelDo) umgesetzt. Dies ist ein Zusammenschluss

der Unternehmen DEW21 und

SPIE SAG. Bei der Umsetzung des „Leuchten-Plans“

nimmt die Stadt Kurs in Richtung

einer Smart City auf. „Durch die Umstellung

praktizieren wir gemeinsam mit

der städtischen Verwaltung die Weiterentwicklung

Dortmunds zur Smart City,“ betont

Peter Flosbach, Technischer Geschäftsführer

von DEW21. „Die Beleuchtung

wird effizient und flexibel. Mit dem

intelligenten, funkgesteuerten Lichtmanagement

können künftig rund

FLC200 Scheinwerfer von WE-EF

Präzises Licht mit großer Bandbreite

Die FLC200 Scheinwerferserie ist speziell für die

besonderen Anforderungen an die Außenbeleuchtung

von Architektur und urbanen Räume konzipiert.

Mit den aktuellen Erweiterungen ermöglicht

die Serie individuelle Lösungen für Anwendungen

jeder Dimension und Ausprägung.

Mit Qualitäten wie ihrem sachlichen Design, den

präzisen und effizienten IOS® LED-Optiken sowie

dauerhaften Gehäusematerialien und Oberflächen

beeindruckten die Scheinwerfer die Fachwelt bereits

bei ihrer Einführung im Jahr 2018. Jetzt vollzieht

WE-EF den angekündigten Ausbau zu einem

der umfangreichsten Scheinwerfersysteme am

Markt mit nicht weniger als sechs Baugrößen und

Nominal-Lichtströmen von 240 lm bis 20720 lm

bei Anschlussleistungen von 3 W bis 155 W.

Im Fokus stand dabei die Erweiterung im Bereich

niedriger Wattagen mit den Baugrößen FLC201,

FLC210 und FLC220. Die Gehäuse aus korrosionsbeständigem

Aluminiumdruckguss haben dabei

Druchmesser von 75 mm, 150 mm bzw. 190 mm

und versprechen durch das bewährte 5CE Korro-

sionsschutzsystem eine lange Lebensdauer.

CAD-optimierte Optiken bieten fünf verschiedene

Foto: WE-EF – Serge Brison

Lichtverteilungen. Die von WE-EF entwickelten und

produzierten Linsen aus PMMA sorgen für einen

hohen Wirkungsgrad, homogene Ausleuchtung

und hervorragende Entblendung. Die Möglichkeit,

internes optisches Zubehör einzusetzen, erweitert

die planerischen Spielräume zusätzlich.

Wie ihre „großen Geschwister“ im System sind

auch die neuen Baugrößen nicht nur mit 2700 K,

3000 K und 4000 K erhältlich, sondern auch mit

Colour Changer oder Tunable White Technologie,

was die Einsatzmöglichkeiten nochmals potenziert.

Eine Besonderheit stellen die kompakten Pro-

jektoren zur randscharfen Projektion von runden

oder polygonalen Flächen sowie von Gobos dar –

interessant nicht nur für den Außenbereich,

sondern auch für effektvolle Lichtinszenierungen

in Übergangs- oder Innenbereichen wie Atrien,

Hallen und Foyers.

Mit den FLC210 und FLC220 Projektoren können vielfältige Lichtwirkungen

realisiert werden – von der präzisen Ausleuchtung von

Objekten oder Denkmälern bis hin zu effektvollen Fassadenanstrahlungen.

Ihre Designqualität wurde den neuen Scheinwerfern

bereits von Experten bestätigt: Der FLC210

Projektor wurde als "Winner" beim Wettbewerb

Design Plus powered by Light + Building 2020

ausgezeichnet.

Ein weiterer Erfolg für die FLC200 Serie, die schon

zuvor bei renommierten Designwettbewerben wie

Focus Open, German Design Award oder iF Design

Award Auszeichnungen erringen konnte.

Die FLC200 Serie verfügt über eine durchgängige Formensprache.

Generell gilt hier das bewährte Credo „weniger ist mehr“.

Kriterien wie zeitlos, puristisch und funktional stehen im Fokus

der Designentwicklung.

WE-EF LEUCHTEN

Tel + 49 5194 909 0

Fax + 49 5194 909 299

www.we-ef.com

42 der gemeinderat 10/20


Technik & Innovation Beleuchtung Anzeige

Advertorial

25 000 Lichtpunkte einzeln angesteuert,

Störungen schnell erkannt und die Beleuchtungsstärke

individuell angepasst

werden, zum Beispiel mit Blick auf die

aktuelle Verkehrslage.“ Durch die Digitalisierung

wird ein System geschaffen, mit

dem zukünftig weitere smarte Innovationen

umgesetzt werden können.

MEHR EFFIZIENZ, WENIGER KOSTEN

Ersetzt werden Leuchtköpfe, die älter als

30 Jahre sind, und Stahlmasten, die älter

als 50 Jahre sind. Rund 12 000 LED-

Leuchten sind bereits am digitalen Funknetz

der Straßenbeleuchtung aktiv. 2500

Masten wurden bereits ausgetauscht.

„Das laufende Erneuerungsprogramm

der Straßenbeleuchtung sorgt nicht nur

dafür, dass ein wichtiger Teil der Straßeninfrastruktur

in einem guten Zustand gehalten

wird“, sagt Sylvia Uehlendahl, Leiterin

des Tiefbauamtes. „Es sorgt auch für

eine Steigerung der Effizienz des Beleuchtungssystems,

was eine Senkung der Energie-

und Betriebskosten sowie eine Verringerung

der Störungen und der Reparatur

und Wartungsaufwände mit sich bringt“,

ist Sylvia Uehlendahl überzeugt.

Das internetbasierte Onlinesystem „Störung

24“ trägt mit dazu bei. Darauf setzt

die Stadt bereits seit dem Start des Programmes

im Jahr 2016, als mit dem Konsortium

Straßenbeleuchtung Dortmund

GbR der Straßenbeleuchtungsvertrag geschlossen

wurde.

SCHNELLER WEG FÜR FEHLERMELDUNGEN

Das System von „Störung 24“ zur Erfassung

von Fehlermeldungen ist neben der

Browserversion auch als Mobilfunk-App

Auf dem Friedensplatz sind verschiedene Lampen aus der sogenannten „Dortmunder Leuchtenfamilie“

zu sehen. Diese werden noch auf LED umgestellt, das Form-Design bleibt.

Foto: AdobeStock/dudlajzov

für die Bürger verfügbar. Nach der Durchführung

einer ausführlichen Erprobungsphase

wurde „Störung 24“ dann Anfang

2019 den Einwohnern der Stadt Dortmund

vorgestellt.

Bei der Einführung des Online-Meldesystems

standen folgende Gründe im Vordergrund:

die Verringerung der kostspieligen

Nachtkontrollfahrten durch den Betriebsdienstleister,

die Gewährleistung einer

rund um die Uhr verfügbaren Anlaufstelle

für Störungen der Beleuchtung, eine

Verringerung der Fehlersuchfahrten aufgrund

von unklaren Ortsangaben und

missverständlichen Fehlerbeschreibungen

durch die Bürger, die Transparenz des

Störungsgeschehens durch eine einheitliche

Form der Störmeldungen sowie die

Beschleunigung der Störungsbeseitigung

durch eine direkte und automatisierte

Weiterleitung der Meldungen an den Entstörungsdienst.

Aktuell wird etwa jede zweite Störmeldungen

über das Online-Meldesystem

„Störung 24“ erfasst, Tendenz steigend. An

den Rückmeldungen einzelner Bürger –

aber auch aufgrund von Gesprächen mit

den Mitgliedern von mehreren Bezirksvertretungen

– zeigt sich deutlich, dass die

Akzeptanz des Systems in der Öffentlichkeit

sehr hoch ist.

AKZEPTANZ IN DER ÖFFENTLICHKEIT

Dennoch gibt es auch nach wie vor noch

die klassischen Wege, um Störungen zu

melden. Die 24-Stunden-Störungshotline

ist vor allem für solche Fehler in der Straßenbeleuchtung

gedacht, die eine akute

Gefahr für Leib und Leben der Bürger darstellen

können. Solche Gefahren wären

zum Beispiel offen liegende Stromkabel

oder offene Mastklappen.

Eine typische Meldung, die auffallend

häufig eingeht, ist übrigens, dass in einer

Straße gleich mehrere Lampen tagsüber

leuchten. Die Ursache dafür ist schnell erklärt:

Wenn es zu einer Störung in der

Steuerung kommt, besteht die Gefahr, dass

die Einschaltung der Laternen bei Nacht

nicht einwandfrei funktioniert. Um dem

vorzubeugen, werden in diesem Fall einige

der LED-Leuchten gezielt in eine Dauerfunktion

gesetzt. So kann sichergestellt

werden, dass nach dem Einbruch der

Dunkelheit keine Verkehrsgefahren entstehen

können.


Christian Schön

Foto: NORKA

Kommunale Klärwerke sind lichttechnisch ein Einsatzort mit besonders hohen Ansprüchen.

Gute Sicht in der Kläranlage Neufinsing

Resistent gegen Nässe, Hitze, Kälte und Temperaturschwankungen, alterungsbeständig

gegenüber UV-Einstrahlung, robust gegen mechanische Beanspruchung, in bestimmten

Bereichen explosionsgeschützt, zuverlässig, langlebig und effizient – das sind wesentliche

Kriterien aus dem umfangreichen Pflichtenheft, das Leuchten für Klärwerke erfüllen müssen.

NORKA kennt sich mit diesen Anforderungen bestens aus und weiß sie souverän zu bedienen.

Unter Beweis gestellt hat das der Lichtspezialist für Bereiche mit rauen Einsatzbedingungen und

hohem Sicherheitsbedürfnis in der Kläranlage Neufinsing im Osten Münchens.

Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an

den Anlagen, Messwerte ablesen oder auch

Gegenstände bergen, die die Rechen in den Becken

blockieren – das sind typische Arbeiten in

einem Klärwerk, für die eine helle und blendfreie

Beleuchtung gefragt ist. Unverzichtbar ist

Licht mit ausreichenden Beleuchtungsstärken

und hoher Gleichmäßigkeit natürlich auch auf

den Wegen, denn diese führen oft über Treppen,

Gitterroste oder Brücken durchs Gelände.

In der Kläranlage Neufinsing kommen verschiedene

Leuchtentypen aus dem NORKA Programm

sowohl für die Arbeits- als auch für die

Wegebeleuchtung zum Einsatz. Oft erfüllen sie

beide Aufgaben in Kombination und sorgen so

für gute Sicht und Sicherheit.

Auf der neuen Räumerbrücke über dem

Nachklärbecken und rund um die Belebungsbecken

wurden Rohrleuchten der Typen ZUG

LED und LUZERN LED installiert. Mit ihren

schlagzähen Schutzrohren aus PMMA Transopal,

den hohen Schutzarten und effizienten

LED-Lichtquellen sind sie für den anspruchsvollen

Außeneinsatz bestens gewappnet.

Sicherheit an erster Stelle

Eine besonders sorgfältige Produktauswahl war

für die Beleuchtung des Plateaus oben auf einem

Faulturm gefordert, da aus dem Klärschlamm

Methangas gewonnen wird und die

Leuchten explosionsgeschützt ausgeführt sein

müssen. Auch dafür bietet NORKA die geeigneten

Produkte. Ein großes Areal am Fuße des

Faulturms wird mit URANUS LED beleuchtet,

einem NORKA Strahler, der sich für gleichmäßige

Flächenbeleuchtungen auch aus großen

Lichtpunkthöhen empfiehlt.

Alles in allem bringen die NORKA Leuchten

für die rauen Einsatzbedingungen die jeweils

passenden technischen Features mit und überzeugen

zudem mit ihrer Effizienz und ihrer hohen

Lichtqualität. Für das Projekt qualifizieren

konnten sie sich zudem durch ihre Montagefreundlichkeit:

Durch die anschlussfertige

Lieferung und einfache Verkabelung konnte viel

Zeit bei der Installation gespart werden.

Und dank der verschiedenen Leuchtenabmessungen,

die das NORKA Programm bereithält,

ließen sich die bauseitigen Vorgaben sehr

gut bedienen.

NORKA

Norddeutsche Kunststoff- und

Elektrogesellschaft Stäcker mbH & Co. KG

Lichttechnische Spezialfabrik

Weidestraße 122 a

22083 Hamburg

Tel. 040/51 30 09 0

info@norka.de

www.norka.com

44 der gemeinderat 10/20


Beleuchtung

Lichtkonzept in Schulen

Modernes Lernen mit

neuen Leuchten

Die Stadt Freystadt hat bei der Martini-Schule neue Maßstäbe für eine zeitgemäße

Lichtversorgung gesetzt. Das Beleuchtungssystem korrespondiert mit

dem Raumkonzept.

Zeitgemäßes Lernen braucht passende

Räume und Beleuchtung. Die

Bauverantwortlichen der Freystädter

Martini-Schule haben die Generalsanierung

und Erweiterung des Gebäudes daher

Das neue Konzept der Martini-Schule

sorgt für eine angenehme Atmosphäre.

genutzt und die Raum- und Lichtplanung

an die modernen, offenen Lernkonzepte

in Schulen angepasst. In Zusammenarbeit

mit dem Architekturbüro Berschneider+Berschneider

entwickelte die Burnickl

Ingenieure GmbH aus Würzburg ein

innovatives Lichtkonzept, das für andere

Schulen wegweisend sein kann. Eine Balance

zwischen einem angenehmen Ambiente

und vertretbaren Kosten für die

Kommune definierte den Rahmen für dieses

Projekt.

Den Lernalltag aktiver, dynamischer

und angenehmer für die Schüler zu gestalten

und diese zu mehr Eigenverantwor-

Foto: Berschneider + Berschneider Architekten

tung zu erziehen: Das ist ein Ziel der

Martini-Schule. Im baulichen Bereich

spiegelte sich dieser Vorsatz in einem

Raumkonzept wider, welches auf offene

Räume und Cluster setzt. Diese Cluster

sind Klassenräume, die um eine gemeinsame

Mitte gruppiert sind und meistens

mit Gemeinschafts- und Nebenräumen

kombiniert werden. Die offene Atmosphäre

sollte sich auch in der Beleuchtung

mit hochmodernen und stromsparenden

LED-Leuchten wiederfinden. Ein

„Um die ideale Verteilung

der Leuchten zu ergründen,

haben wir Lichtberechnungen

durchgeführt.“

Manuel Götz

wichtiger Baustein hierfür waren die

Auswahl und die Anordnung der Leuchten:

Sie sollten sowohl ästhetisch ansprechend

als auch robust und langlebig

in ihrer Art sein.

„Die offene Gestaltung der Marktplätze

als Aufenthaltsbereiche, Rückzugsorte

und Veranstaltungsräume

konnte gut mit der freien Anordnung der

Leuchten in Einklang gebracht werden“,

meint Objektüberwacher Manuel Götz.

„Unterstützt wird dies durch eine indirekte

Beleuchtung, das LED-Profil.“ Auf

die lineare Beleuchtung der Klassenzimmer,

wie sie in Schulen heutzutage meistens

immer noch Standard ist, wollte

man verzichten. Stattdessen setzten die

Planer auf runde Deckenanbauleuchten

und abgependelte Deckenleuchten.

RAUMEINDRUCK BEEINFLUSSEN

„Damit die Schüler nicht geblendet werden

und die Sicherheit gewährleistet

bleibt, haben wir für die Deckenleuchten

eine starre Abhängung gewählt“, so

Götz. Dadurch wird das Schwingen der

Leuchten verhindert. Auf Grund der Deckenhöhen

sei es zu unterschiedlichen

Längen in der Abhängung der Leuchten

gekommen, dadurch werde der gesamte

Raumeindruck positiv unterstützt. Die

Anordnung der Leuchten war eine der

größten Herausforderungen des Projektes,

da einerseits die geforderte Beleuchtungsstärke

und eine angenehme Ausleuchtung

erreicht werden sollten, andererseits

die Investition und Stromkosten

für die Schule gering sein sollten. „Um

die ideale Verteilung der Leuchten zu ergründen,

haben wir in Absprache mit

den Architekten mehrmals Lichtmessungen

und -berechnungen durchgeführt“,

so Manuel Götz. Dabei gab es einige

Aspekte zu beachten. Neben der freien

Anordnung waren das zum Beispiel die

Gleichmäßigkeit, Höhe, Blendung sowie

eine harmonische Integration der Leuchten

in den Raum.

ÖKONOMISCH UND EFFIZIENT

Im Zuge der Elektroplanung wurde auch

die gesamte Stromversorgung neu aufgebaut.

Statt einer zentralen Versorgung

im Gebäude, die durch Abhängigkeiten

wegen der bereits bestehenden Kubatur

nicht möglich war, gibt es nun mehrere

über das Gebäude verteilte Stationen.

Die Klassenzimmer werden wiederum

mit eigenen Mediensäulen versorgt. In

dem modernen Gebäude können viele

Systeme automatisch angesteuert oder

geregelt werden, dazu gehören unter anderem

der Sonnenschutz, die Fensterkontakte,

Lüftungsgeräte, Heizungsstellantriebe

und die Beleuchtung.

Die Regelung erfolgt durch ein „KNX

Bussystem“ und spart wiederum einiges

an Verbrauchskosten durch ein optimales

Zusammenspiel der einzelnen Anlagen

ein. Zudem verfügt die Schule mittlerweile

über ein modernes und zukunftsorientiertes

EDV-Netz mit mehreren

Standorten, die im gesamten Gebäude

verteilt und durch ein Glasfaserkabelnetz

miteinander verbunden sind.

Eine zentrale elektroakustische Anlage

für die Lautsprecherdurchsagen und für

den Pausengong wurde mit eingeplant,

ebenso wie eine baurechtlich erforderliche

Brandmeldeanlage.

Mit diesem Gesamtkonzept, das wirtschaftlich,

effizient und außerdem optisch

ausgefeilt ist, kann das Beleuchtungskonzept

der Martini-Schule als

Vorbild für viele andere Schulen dienen.

„Wir freuen uns, dass wir damit unseren

Beitrag im Rahmen eines guten Konzeptes

leisten konnten, welches den Schülern

eine angenehmere Lernatmosphäre

bietet und sie gleichzeitig zu mehr

Selbstständigkeit ermutigen will“, sagt

Manuel Götz.

red.

46 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20


Technik & Innovation BELEUCHTUNG Anzeige

Advertorial

Kommunale Beleuchtung

Warme Farben

Mit der Verwendung von orangefarbenen LEDs können Gemeinden ihre

Straßenlaternen so umrüsten, dass kaltes Licht den Bürgern keine schlaflosen

Nächte mehr bereitet.

Die Technologie der Straßenbeleuchtung

ist einem ständigen Wandel

ausgesetzt. Seit der Jahrhundertwende

hat sich in Sachen Leuchtmittel,

Anschlusstechnik und Stromzufuhr einiges

getan. Hatte man um 1900 noch Gaslaternen

in warm-weißem Licht, so wurden

nach dem zweiten Weltkrieg vermehrt

ßen oder durch eine generell unsaubere

Planung blähen das Problem noch weiter

auf. Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder gar

ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen

können daraus resultieren. Schon in den

frühen 1950er Jahren wurde dieses Problem

deshalb bereits bedacht. Da man vorrangig

ein Leuchtmittel brauchte, das

genes Licht gut. Insekten, Vögel und andere

Tiere profitieren davon.

Bei der Modernisierung der Straßenbeleuchtung

zog vermehrt kalt-weißes Licht

in die Ortschaften ein. Bürgerinitiativen,

Mediziner und Umweltschützer laufen

Sturm gegen die meist zu kalt leuchtenden

und oft zu hellen LED-Mastleuchten. Die

Lösung kann die Verwendung von orangenem

Licht in der Straßenbeleuchtung sein.

KLASSIK UND MODERNE VEREINE

Exklusive Konzepte in außergewöhnlichen Zeiten

Nachdem 2020 sämtliche Messen abgesagt wurden, entschied sich LEIPZIGER LEUCHTEN eigene Wege zu gehen

und selbstständig eine Messe zu organisieren. Sie mietete die Leipziger Messehalle und konnte so sicherstellen,

dass die strengsten Hygienemaßnahmen zum Schutz der Besucher eingehalten wurden. Um das Konzept abzurunden,

begeisterte LEIPZIGER LEUCHTEN auch die Industrie zur Teilnahme. So gab es im Oktober auf der EXKLUSIV MESSE

unter dem Motto „Licht + Technik“ etliche Innovationen zu entdecken.

Gut für die Menschen, gut für die Natur: Orangefarbenes Licht hat Tradition und ist jetzt auch mit

LED-Technik einsetzbar.

Entladungslampen und Dampflampen installiert.

Heute verwendet man für beinahe

alle Beleuchtungsprojekte im Außenbereich

LED-Leuchten. Dies passiert leider

oft zum Leidwesen der Anwohner und der

Umwelt.

Grund ist die oft zu kalt gewählte Lichttemperatur.

Der kritische Bereich liegt besonders

bei 5000 bis 6500 Kelvin. LED-Straßenleuchten

mit diesen Mondlicht-ähnlichen

Farbtemperaturen sorgen jede Nacht

in Deutschland für zahlreiche „schlafbefreite“

Haushalte. Zu hohe Lichtmasten

aufgrund von falsch ausgelegten Ortsstra-

sparsamer im Stromverbrauch war als das

Althergebrachte, ergab die Wahl der Natriumdampfleuchte

mit dem gewohnt orangenen

Lichtfarbton eine gute Kombination

aus Stromersparnis und „Einschlafhilfe“

für die Bevölkerung.

Die Ursache dafür, dass kalt-weiße LEDs

den Schlaf stören, liegt in der verringerten

Hemmung der Bildung des Schlafhormons

Melatonin im Körper. Zu blaues, also auch

kalt-weißes Licht, sorgt für eine Reduzierung

dieser Melatonin-Bildung und hält

den Menschen wach. Auch für die Umwelt

ist warm-weißes oder, noch besser, oran-

Foto: Sunleds GmbH

Manche Firmen, wie das Unternehmen

„SUNLEDS“ aus Dresden, stellen bereits

LED-Mastleuchten mit orangefarbenen

Speziallampen her. Die Lichttemperatur im

idealen Bereich liegt bei 1900 Kelvin. Trotz

der orangenen Lichtabgabe bieten sie eine

Lichteffizienz von 100 Lumen pro Watt.

Bei einer Leistungsaufnahme von 50 Watt

leisten diese LEDs also einen Lichtstrom

von 5000 Lumen.

Orangene LED-Leuchten sind erst seit

Kurzem technisch möglich. Sie können

Klassik und Moderne innerhalb der

Leuchtmitteltechnologie für Straßenlaternen

miteinander vereinen. Durch diese

speziellen LEDs sind Modernisierungsmaßnahmen

möglich, ohne dass es negative

Auswirkungen auf Menschen, Tiere

und Umwelt gibt. Städte und Gemeinden

können so Straßenzüge auf LED-Technik

umrüsten, ohne dass es große Unterschiede

zum Altbestand anderer Wohngebiete

gibt. Nur der flache LED-Panel im

Gerät verrät, dass es sich um eine hochmoderne

Beleuchtungstechnik handelt.


Henrik Brockmann

DER AUTOR

Henrik Brockmann ist Geschäftsführer der

Firma Sunleds, die LED-Leuchten für

Straßenlaternen entwickelt.

Fotos: LEIPZIGER LEUCHTEN

Neuheiten und Inspirationen

Exklusive Neuheiten wurden auf der Messe ausgestellt:

Die beeindruckende Ringleuchte ZOE,

die quasi freischwebende Leuchte LOLA, die

modulare Glockenleuchte MAJA zum Akzentuieren,

die dekorative Lichtstele LIA und die Mastaufsatzleuchte

MIA mit polygonal anmutender

indirekter Beleuchtung.

Innovative Smart City Produkte

Besonders interessant sind die smarten Konzepte.

Durch diese wird es möglich, Leuchten

Optisch ansprechend und technisch

ausgereift überzeugen die Modelle von

LEIPZIGER LEUCHTEN.

mit intelligenten Lichtsteuerungssystemen, wie

CLEVER LIGHT, auszustatten und die Beleuchtungsstärke

durch Sensoren den Gegebenheiten

automatisch anzupassen. Gerade an Örtlichkeiten,

wo es um Naturschutz und möglichst kurze

Beleuchtungszeiten geht, wo das Licht flexibel

gesteuert werden soll oder wo viel Licht aufgrund

von Sicherheitsaspekten kurzfristig benötigt

wird, findet das System großen Anklang.

Ob WLAN, Sicherheitstechnik wie Kameras,

Lautsprecher, Umweltsensorik, Strom- und Wasserversorgung,

Verkehrszählung oder Parkplatzmanagement

– die Smart City Elemente von

LEIPZIGER LEUCHTEN lassen sich einfach und

unkompliziert integrieren.

Zukunftstechnologien für Kommunen

Leuchten für alle Zwecke

und Bedürfnisse

Aktuell besonders angesagt ist das Laternenparken

mit am Mast integrierten Ladestationen.

Neben den Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes,

die die Städte sauberer machen, ermöglichen

die Solarleuchten im öffentlichen Bereich einen

nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt. Die

daran installierte Bank gibt Gelegenheit, das

Mobiltelefon kabellos aufzuladen und lädt zum

Verweilen ein.

Tradition, Moderne und Innovationen – seit 1889.

LEIPZIGER LEUCHTEN verwirklicht Lichtideen

für den städtischen und ländlichen Raum

und bietet intelligente Lösungen, wie

CLEVER LIGHT, Smart-City-Komponenten und

Produkte für E-Mobilität. Großen Wert wird

dabei auf innovative Sonderlösungen gelegt

– ganz auf die Wünsche und Bedürfnisse der

Kunden zugeschnitten.

Ganzheitliche Konzepte und höchste Qualität

„Made in Germany“, dafür steht das Traditionsunternehmen

LEIPZIGER LEUCHTEN.

LEIPZIGER LEUCHTEN

Tel.: +49 341 245613-0

Fax.: +49 341 245613-99

info@leipziger-leuchten.com

www.leipziger-leuchten.com

48 der gemeinderat 10/20


BELEUCHTUNG

Die neuen Lampen funktionieren mit

Bewegungs- und Wärmesensoren. Sie

sorgen dafür, dass die LED-Leuchten

nur dann angehen, wenn ein Fußgänger

oder Radfahrer unterwegs ist.

DIE AUTORIN

Astrid Schulte ist für die Unternehmenskommunikation

der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim

zuständig.

Lichtversorgung

Jetzt Straßenlampen mit

Intelligenz!

Individuelle programmierbare

Elektronik für

NACHTABSENKUNG um 50 %

oder wählbare

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Für mehr Weitsicht

Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim gehen digitale Wege – auch in der

Straßenbeleuchtung. Das kommunale Unternehmen rüstet in seinen beiden

Gesellschafterstädten Ludwigsburg und Kornwestheim die Straßenbeleuchtung

intelligent auf.

Licht, das nur leuchtet, wenn es gebraucht

wird, das gibt es nun auf

vier Wegen im Wirkungskreis der

Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim

(SWLB): im West- und Ostrandweg in Pattonville

(Kornwestheim), in Ludwigsburg

Ihr kompetenter

Hersteller seit

100 Jahren.

Warmensteinacher Straße 56 | 12349 Berlin

T. +49 30 762 890 40 | hahnlichtberlin.de

auf den Wegen zwischen Innenstadt und

den beiden Hochschulen sowie im Vorort

Oßweil und am Freibad in Hoheneck.

Beispiel Pattonville: Die Lampen, die die

beiden zusammen rund 3,5 Kilometer langen

Wege bislang nachts beleuchteten,

Historisches Leuchtendesign mit smarter Technik!

50 der gemeinderat 10/20

Foto: Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim

belasteten den Haushalt durch hohe

Energiekosten. Außerdem boten die

Lampen nur die Optionen „Licht an“ und

„Licht aus“, sodass Energiesparen nur

auf Kosten des Sicherheitsgefühls der

Bürger möglich gewesen wäre. Die Lösung:

Eine intelligente Wegbeleuchtung,

die die Energiekosten durch effiziente

LED-Leuchten und clevere Sensorsteuerung

in doppelter Weise senkt. Diese

„Light on Demand“-Lösung bietet sich

vor allem für solche Wege an, die eher

selten bei Dunkelheit genutzt werden.

125 Lampen wurden bis Ende April

installiert und getestet, mittlerweile sind

sie offiziell in Betrieb. Die Leuchten bringen

jetzt im Abstand von jeweils etwa 25

Metern Licht ins Dunkel. Sie wurden in

ein Lichtmanagementsystem eingebunden

und mit einer GPS-Box, einer Funkantenne,

einem Funkcontroller sowie

mehreren Bewegungssensoren ausgestattet.

Ein maßgeschneidertes Dimmprofil

sorgt für einen möglichst geringen

Basis-Energieverbrauch während der

Dunkelheit.

Die eingebauten Sensoren reagieren

auf Wärme und Bewegung. „Das bedeutet,

wenn sich nur Bäume im Wind bewegen,

passiert nichts. Bei sehr kleinen

Wärmequellen wie kleinen Tieren, zum

Beispiel Igeln, reagiert die Sensorik ebenfalls

nicht“, so Andras Uhl, Teamleiter

Straßenbeleuchtung bei der SWLB. Aktiviert

wird die Technik nur dann, wenn

Fußgänger, Radfahrer oder Inline-Skater

vorbei fahren oder wenn Kraftfahrzeuge

unterwegs sind.

MEHR SICHERHEIT IN DER NACHT

Da die Sensoren nicht nur auf Bewegungen,

sondern auch auf Wärme reagieren,

kann sich niemand nachts unbemerkt im

Westrandweg verstecken. Somit kann die

Sicherheit der Menschen garantiert werden,

die hier in der Dämmerung oder

nachts unterwegs sind. Wenn weder

Wärme noch Bewegung registriert wird,

bleibt die Straßenbeleuchtung zwischen

23 und 5 Uhr vollständig aus.

Die gezielte sensorische Schaltung

kombiniert den Sicherheitsaspekt für

nächtliche Passanten mit einer Reduktion

der Lichtverschmutzung und dem

Schutz von Tieren und Pflanzen, die

unter einer dauerhaften nächtlichen Beleuchtung

leiden würden.

der gemeinderat 10/20

„Heutzutage werden diese Sensoren

auch in den klassischen Bewegungsmeldern

zu Hause verbaut“, erläutert Andreas

Uhl. „Das Interessante an unserer

Lösung ist, dass nicht nur die eine

Leuchte am Sensor aktiviert wird, sondern

zusätzlich weitere Leuchten mit

angehen und nach einer gewissen, von

uns eingestellten Zeit wieder ausgehen.

Man spricht hier von einer Sehaufgabe,

die gerade im Straßenverkehr wichtig ist:

Kurven und Hindernisse müssen bereits

in einem gewissen Abstand erkannt werden,

damit die Verkehrsteilnehmer die

Chance haben, noch rechtzeitig darauf

reagieren zu können.“

DEUTLICHE ENERGIEEINSPARUNG

Die Lampen kommunizieren mit ihren

Nachbarn und aktivieren jeweils zwei

Lichtpunkte vor und hinter der vorbeigehenden

Person. Bei einem Abstand

von 25 Metern zwischen den Leuchten

geht das Licht also ungefähr 50 Meter

vor der Person an. Da jede LED-Lampe

über diese Sensoren und Fähigkeiten zur

Kommunikation verfügt, setzt sich das

Licht bedarfsgerecht fort und begleitet

die vorbeigehende Person auf ihrem gesamten

Weg. Eine Minute, nachdem die

Person den Erfassungsbereich verlassen

hat, schaltet die Leuchte dann automatisch

zurück auf ihre Ausgangskonfiguration.

So spart das neue Beleuchtungssystem

im Vergleich zu der bisherigen

Anlage ungefähr 85 Prozent der Energie

ein.

Um bei der Umsetzung von energiesparender

Beleuchtung zu helfen, stehen

Kommunen, Stadtwerken und sonstigen

Organisationen mit mindestens 25 Prozent

kommunaler Beteiligung auf Bundes-

und Landesebene Möglichkeiten zur

finanziellen Förderung zur Verfügung.

Die Höhe der Unterstützung für die Sanierung

von Beleuchtungsanlagen in der

Innen-und Außenbeleuchtung durch das

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz

und nukleare Sicherheit (BMU)

beträgt aktuell rund 30 Prozent der anfallenden

Kosten. Erhöhte Fördersätze

gibt es für Kindertagesstätten, Schulen,

Sportstätten und ähnliches sowie für finanzschwache

Kommunen. Letztere

werden außerdem durch einen geringeren

notwendigen Eigenanteil unterstützt.


Astrid Schulte

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Technik & Innovation

BELEUCHTUNG

Technik & Innovation

wurden asymmetrische, pyramidenförmige

Lichtschächte eingesetzt, die die Träger

kaschieren. Die Winkel der Lichtschächte

variieren jeweils. Insgesamt gibt

es vier verschiedene Typen, die miteinander

kombiniert werden können. Die Pyramidenstümpfe

wurden mit Gipskartonplatten

verkleidet. Diese sind aus akustischen

Gründen teilweise perforiert. Die Flächen

sind ebenfalls asymmetrisch angeordnet,

wodurch sich der optische Reiz erhöht.

Am oberen Ende wurden ballwurfsichere

Leuchten in die Lichtschächte integriert,

die hohe Beleuchtungsstärken ermöglichen.

Die Modulation ergibt eine spannende

Deckenuntersicht, sorgt aber auch

für eine gleichmäßige Ausleuchtung des

Spielfelds.

betriebsbedingte Erwärmung der Umgebungsluft

in den nicht isolierten Deckenhohlraum

abgeführt werden.

Das flache, ein Meter lange Gehäuse der

„Sportler“ wurde für die Sporthalle mit

Lichtströmen von 21 900 Lumen ausgestattet.

Qualitativ hochwertige LEDs in neutralweißem

Licht (4000 Kelvin) erzielen

eine sehr gute Farbwiedergabe (RA 80).

Mit zwei verschiedenen Lichttechniken,

breitstrahlend und tief-/breitstrahlend, sowie

der Schutzart IP40 ist die LED-Leuchte

für eine adäquate Beleuchtung von Sportstätten

optimal geeignet.

Das Licht wird mit Hilfe eines Digital

Addressable Lighting Interface (DALI) gedimmt,

um auf diese Weise die unterschiedliche

Beleuchtungsstärken, abhängig

von der jeweiligen Sportart, zu erzielen.

Da die Sporthalle in Stephanskirchen

abends für den Vereinssport genutzt wird,

kann dadurch auch während der Dunkelzeiten

eine hohe Beleuchtungsdichte garantiert

werden. Wolfgang Hertinger

DER AUTOR

Wolfgang Hertinger ist Verkaufsleiter Süd bei

der Regiolux GmbH in Königsberg/Bayern

THERMISCH SICHERE INSTALLATION

Bei der außergewöhnlichen Deckenkonstruktion über dem Spielfeld standen insbesondere die Lichtplanung und die Akustik im Vordergrund.

Hallenbeleuchtung

Individuelles Oberlicht

Im bayerischen Stephanskirchen haben Architekten und Planer einen Weg

gefunden, um eine möglichst effiziente und optisch ansprechende Lichtführung

in der Sporthalle möglich zu machen.

Die Schulsport-Turnhalle der Gemeinde

Stephanskirchen war renovierungsbedürftig

und zu klein.

Deshalb veranlasste die Kommune, die

Halle an fast der gleichen Stelle durch einen

Neubau zu ersetzen. Die neue Sporthalle

bietet nun ausreichend Platz für den

Sportunterricht der direkt angrenzenden

Grundschule und für das Angebot des

Sportvereins. Bei der Deckenkonstruktion

standen insbesondere die Lichtplanung

und die Akustik im Vordergrund. 28 Lichtkuppeln

belichten zusammen mit den

Lichtbändern in der Fassade das gesamte

Spielfeld.

In dem von Wimmer Architekten entworfenen

kompakten Gebäude sind im

Erdgeschoss Nebenräume, die Umkleidekabine

und die Sportfläche untergebracht.

Über die Treppe oder den Aufzug kann

man den Gymnastikraum und die Zuschauergalerie

im Obergeschoss erreichen.

Dadurch ist es möglich, dass der Neubau

von zwei Sportgruppen gleichzeitig genutzt

werden kann . Von der Galerie aus

fällt der Blick der Besucher über die gesamte

Spielfläche und auf die besondere

Deckenkonstruktion. Insbesondere die

Lichtplanung und die Akustik standen bei

der Deckengestaltung im Vordergrund.

Neben der wichtigen statischen Konstruktion

ist die Lichtführung über die 28

Lichtkuppeln besonders bedeutend, da

diese mit den Lichtbändern in der Fassade

das gesamte Spielfeld belichten. Das Dachtragwerk

über der 15 mal 27 Meter großen

Sportfläche besteht aus einem Trägerrost

aus Brettschichtträgern. In diese Felder

Foto: www.peters-fotodesign.com

In der Sporthalle entsteht durch die integrierten

Flächenleuchten, die wie Oberlichter

wirken, eine atmosphärische Wirkung.

Dabei wurden hohe Lichtstärken benötigt,

um die rund sieben Meter hohe Halle und

das Spielfeld gleichmäßig hell auszuleuchten.

Umso mehr, da der schwarze Boden

keine Reflexionsfläche bietet. Elektroplaner

Wolfgang Weingart löste diese Aufgabe,

indem er drei Sportstättenleuchten

vom Leuchtenhersteller Regiolux zu einem

quadratischen Lichtfeld zusammenfasste.

Dieses Lichtfeld ließ sich passgenau in die

pyramidenförmigen Dome integrieren. Die

gefundene Lösung liefert jetzt sogar mehr

Licht, als ursprünglich gefordert war.

Für die Lichtfelder wurden die Sportstättenleuchten

„Sportler“ von Regiolux

ausgewählt. Sie konnten ohne zusätzlichen

Aufwand mit den ballwurfgeprüften

Montagewinkeln an der Decke befestigt

werden. Wichtig war dabei, dass eine sichere

thermische Installation realisiert

werden konnte. So schließt die Leuchte

nicht exakt mit der Decke ab, sondern

wurde mit einem deutlichen Abstand montiert.

So bleibt genügend Zirkulationsvolumen

erhalten. Auf diese Weise kann sich

die Wärme in der abgehängten Decke

gleichmäßig verteilen.

Auch die als Trag-Unterkonstruktion für

die Leuchtenhalter befestigten Kanthölzer

wurden bewusst nicht formschlüssig an

der Holzdecke festgeschraubt, sondern mit

Abstandhaltern zur Nivellierung ausgerichtet.

So kann die Luft rund um die

Leuchten herum zirkulieren und so die

Light as a Service.

Einfach. Effizient. Erfolgreich.

So geht Licht heute

Sie halten eine moderne, intelligente Beleuchtung, die gleichzeitig Kosten spart,

für einen Widerspruch? Mit Light as a Service ist das alles möglich: Energiesparende

LED­Technologie ohne Investition, ohne Risiko – aber mit Full­Service!

Wir übernehmen für Sie Lichtplanung, Installation , Wartung und die Finanzierung.

Profitieren Sie von optimaler Beleuchtung und schonen Sie nachhaltig Ihren

kommunalen Haushalt.

52 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20

Wir sind bereit. Worauf warten Sie noch?

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NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Anzeige

Advertorial

Bei Nacht beleuchtet: die Smart-Info-Säule des CitySys-Systems von Eurolighting.

Smart-Info-Säulen

Interaktion fördern

Informationssäulen sind ein wichtiger

Teil der urbanen Infrastruktur.

Leitfaden für Licht

Einen Leitfaden zur nachhaltigen Neugestaltung

und Umrüstung der Außenbeleuchtung

hat das Bundesamt für Naturschutz

(BfN) veröffentlicht. Das Material

bietet kommunalen Entscheidungsträgern

konkrete Parameter für die Auswahl von

Beleuchtungslösungen. Besonderen Stellenwert

legt der Leitfaden auf die Notwendigkeit

einer Beleuchtungsstärkesteuerung.

Erstmals werden hier auch kostengünstige

Gasentladungslampen empfohlen,

mit denen Energieeinsparungen erzielt

werden könnten, „die mit einer Umrüstung

auf eine LED-Beleuchtung ohne Beleuchtungsstärkesteuerung

vergleichbar

ist.“ Selbst für Schutzgebiete und nicht

gesetzlich geschützte, aber naturschutzfachlich

wertvolle Gebiete empfiehlt das

BfN deshalb neben LED mit möglichst geringem

Blaulichtanteil LED-Natriumdampf-Niederdruck-

sowie Natriumdampf-Hochdrucklampen

mit Beleuchtungsstärkeregulierung.

Mehr unter:

bit.ly/bfn-543, bit.ly/2QUDuJL

Bei den interaktiven Smart-Info-Säulen

des CitySys-Systems handelt es

sich um ein erweitertes PC-Terminal,

das Zugriff auf Informationen jeglicher

Art bietet und Anwendungen für die

Kommunikation, den Handel, die Unterhaltung

oder Bildungszwecke bereithält.

Die Säulen ermöglichen die Interaktion

von Menschen, die sich in einer urbanen

Infrastruktur aufhalten. Dabei kann die

Anstoß für das Stadion der Zukunft

RB Leipzig und Beleuchtungsexperte Signify

haben eine Partnerschaft vereinbart,

die unter anderem eine Umrüstung und

smarte Steuerung der Lichtanlagen beinhaltet.

Herzstück der neuen Beleuchtungsanlage

ist die IoT-Lichtmanagement-Lösung

Interact. Mit dieser wird zukünftig

die gesamte vernetzte Beleuchtung des

Stadions auf einem Dashboard verwaltet:

von der Spielfeld- und Entertainment-Beleuchtung

über die Gastronomiebereiche

bis hin zur Fassade oder direkten Umgebung

der Red Bull Arena.

Bereits seit der vergangenen Saison profitieren

Fans und Fernsehzuschauer von

einem komplett erneuerten Flutlicht mit

dem Philips ArenaVision LED-System.

Weitere Projekte sind für die Vertragslaufzeit

geplant. So wird beispielsweise für die

Mixed-Zone ein neues Digitalkonzept mit

neuem Look kreiert. Im Zuge der weiteren

Bauphasen werden auch der neue Stadion-Fanshop

sowie einzelne Segmente des

Hospitality-Bereichs in neues Licht getaucht

und an das Interact Lichtmanagement-System

angeschlossen.

Foto: Eurolighting

Foto: Signify

Säule als Unterstützung bei fast allen Aktivitäten

dienen. Sie bietet Informationen

über die Stadt, z. B. Kartenmaterial, historische

Daten oder Wissenswertes zu einzelnen

Straßen und Plätzen und gibt damit

dem Tourismus neue Perspektiven.

Die Säule vermittelt aber auch Informationen

über die einzelnen Handelsgeschäfte

oder neue Angebote des Einzelhandels.

Sie ist damit ein wichtiger Teil der

künftigen Smart Citys. So ermöglicht die

interaktive Säule die Verbindung des Menschen

mit der städtischen Infrastruktur

und unterstützt deutlich dessen Unterhaltung.

Sie ist damit auch ein effektives Mittel

für den innerstädtischen Einzelhandel,

den Kunden vom Online-Kauf zurück zu

gewinnen, mit dem Vorteil, das gewünschte

Produkt sofort erwerben zu können. Die

Info-Säulen erzeugen das Interesse der Besucher

durch ihre extrem hell beleuchteten

55-Zoll-LCD-Bildschirme, haben ein sicherheitsgehärtetes

Anti-Vandalismus-Glas

und verrichten ihre Informationsdienste

zwischen -30 und +50 Grad Celsius.

www.euroLighting.de

Auch außerhalb des Stadions ist die

neue Atmosphäre spür- und sichtbar: Die

Südfassade der Red-Bull-Arena erscheint

in den Vereinsfarben. Für besondere Anlässe

oder Fußball-Länderspiele lässt sich

die Farbgebung der Beleuchtung flexibel

verändern. Darüber hinaus erhält das

Dach eine spezielle Illumination.

www.signify.com

Die Red-Bull-Arena in Leipzig: Ihre gesamte

Beleuchtung ist vernetzt und wird per

Dashboard verwaltet.

Foto: Senatsverwaltung für Justiz/euroluftbild.de

JVA Berlin-Tegel: Investitions- und risikofreie Umrüstung auf modernste LED-Technik mit dem Deutsche Lichtmiete® Light as a Service Modell.

Energieeffiziente Beleuchtung mit Full-Service-Lösung

Spätestens seit Einführung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung

energieeffizienter Leistungen (AVV-EnEff) am 27. Mai 2020 rücken energieeffiziente und

umweltbewusste Lösungen stärker in den Vordergrund. Die Verwaltungsvorschrift verpflichtet

öffentliche Auftraggeber bei geplanten Neuanschaffungen umweltfreundliche Alternativen zu

prüfen. Im Fokus einer nachhaltig effizienten Stadtbeleuchtung stehen lebenszyklusorientierte

Lösungen, die ökologische, energetische und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.

Eine funktionale Beleuchtung erhellt öffentliche

Einrichtungen wie Schulen, städtische Verwaltungsgebäude,

Krankenhäuser und Sportstätten

ebenso wie Straßen und Plätze. Ein illuminiertes

Stadtbild unterstützt unsere Orientierung in der

Dunkelheit, erhöht das Sicherheitsempfinden

und die Sicherheit im Straßenverkehr. Aber,

Licht kostet. Vor allem alte energieintensive

Lichtanlagen. Abhilfe bietet eine Beleuchtungsmodernisierung.

Dabei geht es nicht nur um

den Austausch von Leuchten, sondern um eine

strategisch differenzierte Lichtplanung, die

Energie- und Kosteneinsparungen ökologisch

verträglich realisiert. Die LED-Technik ist dafür

eine Schlüsseltechnologie: Sie sorgt für gutes

Licht, reduziert Stromverbrauch/-kosten und

CO 2 -Emissionen signifikant und ebnet den Weg

in Richtung Smart City. Licht wird gezielt, Energie

und Budget werden sinnvoll eingesetzt.

In der Beleuchtungsmodernisierung steckt

viel Potenzial, dennoch kommt sie nur zögerlich

voran. Die damit verbundenen Investitionen und

ihre Amortisierung, personelles Know-how für

Planung, Projekt- und Kostenmanagement inkl.

Lebenszyklusrechnung werden von den Kämmerern

oft als enorme Herausforderung erachtet.

In den Fokus rücken daher Betreibermodelle,

die eine Beleuchtungsmodernisierung realisieren,

dabei aber personelle Kapazitätsengpässe,

Planungs- und Investitionsrisiken vermeiden.

Planung, Montage & Service aus einer Hand

Genau hier setzt das Deutsche Lichtmiete®

Light as a Service Modell an. Es ermöglicht

Kommunen eine investitions- und risikofreie Umrüstung

auf modernste energiesparende LED-

Technik: Lichtplanung unter Berücksichtigung

der gesetzlichen Vorgaben sowie Produktauswahl,

Montage, Wartung und Service – alles aus

einer Hand. Die eingesetzten Leuchten sind reparabel,

austauschbar und ein Upgrade über die

Plug&Play-Funktion ist jederzeit flexibel möglich.

Für die Nutzung der Anlage sowie alle Umrüstungskosten

zahlt die Kommune eine vorab festgelegte

monatliche Miete und erhält größtmögliche

Planungssicherheit und Flexibilität.

Auch bei Smart City-Vorhaben ist die öffentliche

Hand an die Vorgaben des Vergaberechts

gebunden. Ein bloßer Vergleich der anfänglichen

Investitionen greift dabei zu kurz. Im Sinne einer

ganzheitlichen Betrachtung müssen auch die

Lebenszykluskosten einer Maßnahme im Fokus

stehen. Darüber hinaus sollten Auftraggeber bei

einer Bündelung der Leistungen der Planung,

des Baus und der Unterhaltung in die Ermittlung

des wirtschaftlichsten Angebotes neben dem

Preiskriterium auch qualitative Kriterien wie Austauschzyklen

sowie Reaktions- und Behebungszeiten

in die Bewertung einfließen lassen. Nur

eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

im Vorfeld bildet sämtliche Kriterien und Kosten

transparent ab und erlaubt Kommunen eine

fundierte Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung

aller lebenszyklusbezogenen Kosten.

Deutsche Lichtmiete Unternehmensgruppe

Im Kleigrund 14

26135 Oldenburg

Tel. 0441/209 3730

www.lichtmiete.de

PSPC GmbH

Brandenburgische Str. 27

10707 Berlin

Tel. 030/315 1990

www.psp-consult.de

54 der gemeinderat 10/20


DIGITALISIEREN SIE ZWEI BEREICHE DER FINANZVERWALTUNG

- MIT EINEM SYSTEM -

Masken in Massen: Die Corona-Pandemie hat die öffentliche Beschaffung bis auf Bundesebene herausgefordert.

Foto: AdobeStock/Petra

Beschaffung

Zügig zum Ziel

IHRE DIGITALE

FINANZVERMITTLUNG

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IHRE DIGITALE

KREDITVERWALTUNG

Die Ausschreibungspflicht gilt für viele als Hindernis einer schnellen öffentlichen

Beschaffung – aber das aktuelle Vergaberecht bietet Möglichkeiten, gerade jetzt

in Krisenzeiten effizient und nachhaltig einzukaufen

In den Hochzeiten der Corona-Krise waren

eine besonders schnelle Reaktion

und effizientes Handeln der Verwaltung

im Bereich der Daseinsvorsorge gefordert.

In der Krise bedeutete das, einen äußerst

kurzfristigen Beschaffungsbedarf dringend

benötigter Liefer- und Dienstleistungen zu

decken – medizinische Schutzausrüstung,

Desinfektionsmittel oder Beatmungsgeräte,

aber auch Videokonferenztechnik.

Zudem stellten sich weitere Fragen: Wie

sollen Auftraggeber mit Auftragnehmern,

die „Corona-bedingt“ nicht liefern können,

umgehen? Was ist mit mangelhafter Ware,

die kurzfristig ohne detaillierte Kontrolle

eingekauft werden musste, um Engpässe

zu schließen? Zu medialer Aufmerksamkeit

hat es in diesem Zusammenhang die

Open-House-Ausschreibung des Bundesministeriums

für Gesundheit gebracht. Es

bleibt auch sechs Monate nach Ausbruch

der Pandemie dabei, dass insbesondere die

Vergabestellen mit der Koordinierung von

Beschaffungen unter den erschwerten Bedingungen

zu kämpfen haben.

POTENZIALE (WIEDER-)ENTDECKEN

Die grundsätzliche Ausschreibungspflicht

von öffentlichen Aufträgen gemäß § 97

Abs. 1 S. 1 GWB – von vielen als Hindernis

einer effizienten und zügigen Beschaffung

empfunden – gilt auch in Krisenzeiten. Die

ordnungsmäße Durchführung von Vergabeverfahren

ist essenziell für die Wahrung

des Grundsatzes der sparsamen und wirtschaftlichen

Haushaltsführung – eine zentrale

Zielsetzung gerade in Zeiten der Corona-Pandemie.

Das geltende Kartellvergaberecht bietet,

wie das nationale Unterschwellenvergaberecht,

ein Potpourri an Möglichkeiten, der

Krise effizient im Rahmen von effizienten

Beschaffungen zu begegnen. Wie bereits

zur Zeit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015

haben die EU-Kommission, der Bund und

zahlreiche Bundesländer Handlungsempfehlungen

zur Vergabe von öffentlichen

Aufträgen in der speziellen Corona-Krisensituation

veröffentlicht.

Effizienzsteigerungen sind primär durch

die Beschleunigung der Vergabeverfahren

zu erreichen. Bei hinreichend begründeter

Dringlichkeit können die geltenden Mindestfristen

verkürzt werden. Bei einem

offenen Verfahren etwa kann die Regelangebotsfrist

von 30 auf 15 Tage verkürzt

werden (§ 15 Abs. 3 VgV). Dies ermöglicht

eine schnellere Bezuschlagung von Angeboten,

bindet allerdings weitere Kapazitäten

innerhalb der Vergabestelle.

Das Verhandlungsverfahren kann ohne

Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden,

aufgrund von dringlichen

ü Einfach Finanzierungsbedarf

ausschreiben und abschließen

ü Veröffentlichte Konditionen

direkt anfragen

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regional & überregional

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Gerne zeigen wir Ihnen die Vorteile der

digitalen Finanzvermittlung & -verwaltung.

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analysieren, reporten

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Cash-Flow Projektionen

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l.milstein@commnex.de

56 der gemeinderat 10/20


Wirtschaft & Finanzen Beschaffung Anzeige

Advertorial

DER AUTOR

Andreas Haak ist Office Managing

Partner und Co-Head der Praxisgruppe

Competition, Antitrust und Regulatory

bei der Anwaltskanzlei Dentons in

Düsseldorf.

Gründen im Zusammenhang mit Ereignissen,

die der betreffende öffentliche Auftraggeber

nicht voraussehen konnte und

die es nicht zulassen, die Mindestfristen

einzuhalten, die für das offene und das

nicht offene Verfahren sowie für das Verhandlungsverfahren

mit Teilnahmewettbewerb

vorgeschrieben sind (Dringlichkeitsvergabe,

§ 14 Abs. 4 Nr. 3 VgV). Wichtig

ist aber: Eine dauerhaft Krise ist nicht

mehr plötzlich und unvorhersehbar und

mittels regulärer Vergabeverfahren zu bewältigen.

Letzteres muss im Einzelfall

überprüft werden.

Alternativ kann die Verlängerung und

Aufstockung laufender Verträge (§ 132

Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GWB) in Betracht zu

ziehen sein. Zu diskutieren sind daneben

auch Interimsvergaben zur Überbrückung

vertragsloser Zustände und von Lieferausfällen.

Auf der Ebene der Vertragsdurchführung

können Auftraggeber die Ausführungsfristen

verlängern und auf den Ausschluss

vom Vergabeverfahren verzichten.

Als Ultima ratio kann ein laufendes

Vergabeverfahren auf Grund von wesentlichen

Änderungen in der Grundlage aufgehoben

werden. Dies ist beispielsweise

etwa dann der Fall, wenn der Beschaffungsbedarf

im Zuge der Corona-Pandemie

weggefallen ist.

„Das Vergaberecht hat den

Weg geebnet, nun ist nur

noch die Umsetzung gefragt.“

Andreas Haak

LANGFRISTIGE KOOPERATIONEN EINGEHEN

Zwischen einer etwaigen zweiten Welle

und dem Konjunkturpaket ist es aktuell für

öffentliche Auftraggeber ratsam, allerorten

Verbündete zu suchen, um die weiteren

Entwicklungen und Probleme gemeinsam

zu meistern. Die horizontale Zusammenarbeit

(§ 108 Abs. 6 GWB) zwischen Verwaltungsträgern

oder Public-Private-Partnerships

zwischen öffentlicher Hand und

Privatwirtschaft versprechen Synergieeffekte

und setzen Impulse für eine effiziente

und innovative Bedarfsdeckung.

Rahmenvereinbarungen, die der Auftraggeber

über einen längeren Zeitraum

mit anderen Wirtschaftsteilnehmern

schließt, vereinfachen und beschleunigen

den Beschaffungsprozess. Anstatt regelmäßig

neue Vergabeverfahren für Einzelaufträge

durchzuführen, kann der Auftraggeber

unter dem Dach der einmal

ausgeschriebenen Rahmenvereinbarung

eine Vielzahl von Leistungen ohne eine

erneute Ausschreibungspflicht abrufen

(§ 21 VgV).

ANREIZFUNKTION NUTZEN

Der öffentliche Einkauf mit einem jährlichen

Beschaffungsvolumen von rund

500 Milliarden Euro ist ein immenser wirtschaftlicher

Stimulus. Die Bundesregierung

hat vor diesem Hintergrund am

8. Juli 2020 verbindliche Handlungsleitlinien

für die Bundesverwaltung für die

Vergabe öffentlicher Aufträge beschlossen.

Die geplanten öffentlichen Investitionsfördermaßnahmen

sollen unter anderem

Projekte von kleinen und mittelständischen

Unternehmen, Startups und Innovationen

fördern sowie zur Umsetzung der

Nachhaltigkeitsstrategie genutzt werden.

Diese Leitlinien sehen eine Erhöhung der

Wertgrenzen im Unterschwellenbereich

vor, ebenso wie eine Verkürzung der Regelfristen

wegen Dringlichkeit aufgrund

der aktuellen drohenden konjunkturellen

Lage (Oberschwelle) vor.

DER EUROPEAN GREEN DEAL

Zusammen mit dem von der Bundesregierung

verabschiedeten Zukunftspaket,

welches Milliardenbeträge zum Zweck der

Digitalisierung vorsieht, kann sich der öffentliche

Einkauf als treibende Kraft aus

der Krise herausmanövrieren. Allem voran

nachhaltige Initiativen sowie nachhaltiger

Einkauf sollten vermehrt in das Blickfeld

der Verantwortlichen rücken.

Die Bundesregierung behandelt die

Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

mit einer hohen Priorität und

setzt dabei einen Schwerpunkt auf die

„nachhaltige öffentliche Beschaffung“.

Gleichzeitig treibt die EU-Kommission den

European Green Deal weiterhin voran.

Neben den politischen Ideen stehen auch

die vergaberechtlichen Instrumente hierfür

schon bereit. Das Vergaberecht hat den

Weg geebnet, nun ist nur noch die Umsetzung

gefragt. Andreas Haak

Foto: AdobeStock/Andrey Popov

Weniger Ordner und Excel-Tabellen, mehr kluge Software-Lösungen: So zieht die Digitalisierung bei den Kommunen ein.

Digitalisierung in der Finanzpraxis

In der Digitalisierung der Verwaltung schlummert für Kommunen und kommunale Unternehmen

oft noch viel ungenutztes Effizienzpotenzial, weshalb Innovationen derzeit vor allem in der

Finanzverwaltung auf dem Vormarsch sind. Größter Anreiz für eine schnelle Digitalisierung der

Verwaltung ist die praktische Effizienzsteigerung und damit Kostenersparnis.

Die Kommunen verwalten selbstständig Ihre Finanzen

– sie nehmen Kredite auf, legen Gelder

an, verwalten tagtäglich die kurzfristigen liquiden

Mittel und planen Kommunalfinanzen über

Jahre hinweg. Mindestens drei Aufgabengebiete

muss die Kämmerei dabei bewältigen können:

die Kenntnis des volatilen Zinsmarktes und damit

die stetige Beobachtung des Finanzmarktes,

das erfolgreiche Einholen von Angeboten für Finanzausschreibungen

sowie die langlaufende

Planung und Verwaltung des kommunalen

Finanzbestandes.

Für die Kämmereien bedeutet das in der Praxis

auf einem Niveau mit der Bankenwelt zu

sein, was je nach Größenordnung der Kommune

jedoch eine schwierige bis unmögliche Aufgabe

darstellt.

Exakte Tilgungsszenarien

In den Banken hingegen ist eine hochkomplexe

Software, der sogenannte Rechenkern der Bank

im Einsatz. Einer der führenden Rechenkerne

und im Großteil der deutschen Banken im Einsatz,

ist der Marzipan-Rechenkern der msgGillardon

AG, die sich seit 100 Jahren auf Rechendienstleistungen

im Finanzbereich spezialisiert.

Diese komplexen Software-Produkte berechnen

und analysieren bei Kommunaldarlehen die

Parameter und Tilgungspläne auf den Cent genau

und über Jahrzehnte im Voraus.

Seit 2017 etablieren sich Anbieter in der digitalen

Finanzbeschaffung und fordern die herkömmlichen

Ausschreibungskanäle Fax, Brief,

Email und damit die gewachsenen Marktstrukturen

heraus. Mit wenigen Klicks sind Ausschreibungen

erstellt und teilnehmende Banken senden

ihre Angebote. Der Aufwand für die Finanzausschreibung

und den Vergleich ist dadurch

bereits auf nahezu Null reduziert.

Die Verbindung möglichst vieler Arbeitsschritte

in einem System ist ein entscheidender

Faktor des Digitalisierungserfolges, die Herausforderung

bei der Kombination verschiedener

Systeme ist immer die Integration und

Automatisierung.

Ausschreibung und Verwaltung in einem

CommneX als Anbieter für Online-Plattformen

erweitert sein Angebot um eine digitale Schuldenverwaltungs-Lösung

namens CredineX und

bietet damit ein einheitliches System für die

Ausschreibung und die Verwaltung des kommunalen

Finanzbedarfs. Das Kreditverwaltungssystem

ist direkt in die Ausschreibungsplattform

integriert und arbeitet vollautomatisch mit dieser

im Wechselspiel. Der Nutzer kann einen Kredit

planen, mit einem Klick die passende Ausschreibung

dazu erstellen und ausschreiben.

Andersherum werden ausgeschriebene Kredite

direkt im Schuldenmanagement angelegt und

eingebucht. Dazu kommen praktische Tools wie

ein Umschuldungsrechner, der einem einfach

sagt, ab welchem Zinslevel sich eine Umschuldung

für welche Kredite lohnt oder die Projektion

der bevorstehenden Tilgungsleistungen mit

Datum und Empfänger mit Email-Erinnerung.

Bei der Digitalisierung der Verwaltung geht es

darum, den Staat und seine Organe durch moderne

IT und neue Software-Ideen leistungsfähiger,

effizienter und kostengünstiger zu machen.

Der Finanzbereich ist ein guter Startpunkt

der kommunalen Digitalisierungsstrategie,

denn hier gibt es fertige Lösungen für jede

Organisationsgröße.

CommneX GmbH

Klenzestraße 36

80469 München

Tel. 089/2111 21 40

www.commnex.de

58 der gemeinderat 10/20


Beschaffung

Foto: Adobe Stock/putilov_denis

tern. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Beschaffung

sind komplex. Für öffentliche Liefer- und Dienstleistungen

oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes greift die

Vergabeverordnung (VgV). Unterhalb dieses Schwellenwertes

gilt die Unterschwellenvergabeverordnung (UVgO).

Die Verordnungen werden bundesweit unterschiedlich angewendet.

Sie gelten als Leitfaden, ihre Umsetzung ist aber

noch nicht verpflichtend, was die rechtskonforme Einhaltung

aller Vorschriften verkompliziert. Umso besser, wenn ein digitaler

Vergabeprozess wie die E-Auktion die Einhaltung geltender

Leitlinien Schritt für Schritt unterstützt. Eine E-Auktion

ist eine „umgekehrte Ebay-Auktion“, eine Auktion mit fallenden

Preisen, bei der sich die Teilnehmer gegenseitig unterbieten.

Es geht darum, das wirtschaftlichste Angebot für eine

Ausschreibung zu ermitteln. Auftraggeber können den Prozess

in den Vergabezyklus integrieren und behalten einen

Spielraum zum Nachverhandeln.

Beantragen Sie schnell

und einfach Ihre

NRW.BANK.Förderung.

Alle Infos und FAQ:

www.nrwbank.de/corona

@nrwbank

#TeamNRW

Dynamische Beschaffungssysteme wie elektronische Auktionen können die Suche nach dem Anbieter mit dem besten Angebot vereinfachen.

DER AUTOR

Marcel Martin ist Country Manager

DACH bei der Firma Vortal Connecting

Business.

Digitale Beschaffungssysteme

Effizienter arbeiten

In der öffentlichen Verwaltung ist es relevant, das wirtschaftlichste Angebot für

eine bestimmte Liefer- oder Dienstleistung zu finden. Helfen kann dabei

beispielsweise die E-Auktion.

Wenn eine Krise wie die aktuelle

COVID-19-Pandemie etwas Gutes

hat, dann die Tatsache, dass

Organisationen die Stellschrauben zur Optimierung

ihrer Abläufe besser erkennen.

So haben sich in den letzten Monaten die

Vorteile der digitalen Transformation vielerorts

gezeigt. Viele Behörden nutzen bereits

elektronische Beschaffungssysteme.

... DIE EXPERTEN FÜR WASSER, VERKEHR, STADT- UND UMWELTPLANUNG

www.bit-ingenieure.de

Wasser

Verkehr

Stadt-/Umweltplanung

STUTTGART KARLSRUHE FREIBURG HEILBRONN VILLINGEN-SCHWENNINGEN ÖHRINGEN DONAUESCHINGEN

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+49 7941 9241-0 +49 771 83261-0

Die wenigsten allerdings wissen das volle

Potenzial des E-Procurement zu nutzen.

Zwei Methoden innerhalb der elektronischen

Beschaffung, die noch oft ungenutzt

bleiben, sind die elektronische Auktion

und dynamische Beschaffungssysteme.

Beide bieten Möglichkeiten, nicht nur Kosten

zu sparen, sondern auch die Einhaltung

von Regeln und Gesetzen zu erleich-

• Erschließungsträgerschaft

• Bauleitplanung

• Stadt- und Umweltplanung

• Erschließung

• Verkehrsplanung

• Straßenplanung

• Lärmuntersuchungen

• Wasserversorgung

• Entwässerung

• Kläranlagen

• Wasserbau und Hydrologie

• Regenerative Energien

• Vermessung

• SiGeko

• 3-D-Visualisierung

INDIVIDUELLE PARAMETER

Zugelassen sind E-Auktionen in der öffentlichen Verwaltung

für offene und nicht-offene Verfahren, ebenso für Rahmenvereinbarungen

mit mehreren Teilnehmern. Die E-Auktion

hilft dabei, dass alle Prozesse rechtskonform ablaufen, und

unterstützt die Anwender mit Hinweisen und Erinnerungen.

Die Auktion startet mit der Bekanntmachung des Auftrags, in

dem neben der Beschreibung des angefragten Produktes oder

Dienstes auch ein Startpreis festgelegt wird. Das System sorgt

dafür, dass alle Schritte gesetzeskonform ablaufen. Wenn der

Auftrag oberhalb der Schwellenwerte ist, muss eine erste Bewertung

anhand der Zuschlagskriterien stattfinden. Unterhalb

des Schwellenwertes kann die Auktion sofort beginnen. Viele

Parameter der E-Auktion kann man individuell einstellen, beispielsweise

die Dauer einer Auktion. Es besteht kein Automatismus

zwischen Gebotspreis und Zuschlag, nach der

Auktion kann ein Auftraggeber sich also auch für einen anderen

Bieter entscheiden.

E-Auktionen können Bestandteil dynamischer Beschaffungssysteme

(DBS) sein, die Auftraggebern helfen, den wiederkehrenden

Leistungsbedarf abzudecken. Bei Nutzung eines

DBS wird bekannt gegeben, dass man für einen Zeitraum

Leistungen braucht, und lädt Unternehmen ein, sich für den

Anbieterpool zu qualifizieren. Wird eine Firma zugelassen,

kann sie sich an wiederkehrenden Ausschreibungen beteiligen.

Der Spielraum in einem DBS reicht von einer allgemeinen

Beschreibung der Leistung bis zur Vorgabe der Kategorien,

die eine Ausdifferenzierung im Beschaffungsprozess ermöglichen.

DBS können die allgemeinen Vorteile elektronischer

Beschaffung steigern. Kosteneinsparungen von zehn Prozent

sind nicht selten. DBS sorgen für Einsparungen und günstigere

Konditionen beim Einkauf wiederkehrender Güter. So

muss der Ausschreibungsprozess nicht bei jedem Bedarf neu

aufgesetzt werden. Die Offenheit des Prozesses für neue Bieter

sorgt ebenso für gute Konditionen wie die Tatsache, dass

Bieter, die beim ersten Mal nicht zum Zuge kamen, beim

nächsten Versuch ihre Konditionen verbessern. Abteilungen

sollten daher ihr Methodenarsenal um die Nutzung von

E-Auktionen und DBS erweitern.

Marcel Martin

„ Wir lernen jetzt für die

digitale Zukunft. Und das

soll Schule machen.“

Fördern, was NRW bewegt.

Manfred vom Sondern, Chief Digital Officer von

Gelsenkirchen, macht seine Heimatstadt zur

digitalen Vorzeigekommune. Dazu gehören

modern ausgestattete Schulen und Klassenzimmer

mit interaktiven Whiteboards. Möglich gemacht

mit dem Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020.

Die ganze Geschichte unter:

nrwbank.de/gelsenkirchen

der gemeinderat 10/20


Wirtschaft & Finanzen

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Wirtschaft & Finanzen

Verwertung

Erlangen ist „recyclingpapierfreundlichste Stadt“

Risiko und Rendite

Alles läuft

online

Die Vebeg sorgt für einen reibungslosen

Verkaufsprozess von Gütern der

öffentlichen Hand.

Große Kommunen wissen das zu schätzen: Die Vebeg verkauft auch umfangreiche städtische

Fuhrparks. Der gesamte Verkaufsprozess verläuft online.

Als Verwertungsunternehmen des

Bundes zeigt sich die Vebeg als

verlässlicher Partner, wenn es um

den Online-Verkauf von Gütern der öffentlichen

Hand geht. Die Vebeg erfasst für

den Auftraggeber die Verkaufsobjekte und

stellt sie in einer Ausschreibung auf ihrer

Verkaufsplattform online. Hier sind über

90 000 potenzielle Käufer registriert. Interessenten

geben verdeckt ein Kaufangebot

ab, das heißt, andere Interessenten kennen

nicht den aktuellen Stand der Gebote.

Das führt dazu, dass ein Käufer nicht wie

bei bekannten Online-Auktionsplattformen

das alte Gebot nur um einen Cent-Betrag

überbieten muss, sondern er den tatsächlichen

Marktwert oder mehr bieten

muss. So liegen die erzielten Verkaufserlöse

nicht selten weit über dem Wert von

Vergleichsgutachten. Der Auftraggeber

behält bis zur Rechnungsstellung die Entscheidungshoheit

über den Verkauf. Der

gesamte Verkaufsprozess bis zur Abholung

des Objekts verläuft online. Gerade

mit Blick auf die besondere Verantwortung

kommunaler Auftraggeber beim Verkauf

öffentlicher Güter ist ein prüfungssicherer

und transparenter Verkaufsprozess

mit Höchstpreisen ein wichtiges Argument.

www.vebeg.de

Foto: Vebeg GmbH

Bundesumweltministerin Svenja Schulze

hat in Berlin die Gewinner des Papieratlas

2020 ausgezeichnet. An dem von der Initiative

Pro Recyclingpapier (IPR) und ihren

Partnern ausgelobten Wettbewerb beteiligten

sich auch in diesem außergewöhnlichen

Jahr über 180 Kommunen und Hochschulen.

Erlangen setzte sich als „Recyclingpapierfreundlichste

Stadt“, der Kreis

Paderborn als „Recyclingpapierfreundlichster

Landkreis“ und die FernUniversität

in Hagen als „Recyclingpapierfreundlichste

Hochschule“ durch. Die Auszeichnungen

„Aufsteiger des Jahres“ gingen an Cuxhaven,

den Ilm-Kreis und die Universität zu

Köln. Die Städte Freiburg und Siegen sowie

die Universität Tübingen erhielten Sonderauszeichnungen

für langjähriges herausragendes

Engagement.

Der Papieratlas bildet den Papierverbrauch

und den Anteil von Papier mit dem

Blauen Engel in deutschen Städten, Landkreisen

und Hochschulen ab. Die 99 Großund

Mittelstädte erreichen mit einer durchschnittlichen

Recyclingpapierquote von 91

Foto: Foto Kirsch

Prozent eine neue Bestmarke. Der Landkreiswettbewerb

stellt mit 40 Teilnehmern

und 85 Prozent gleich zwei neue Rekorde

auf. Auch die 43 Hochschulen setzen ihren

Kurs fort und nutzen erstmals über 75 Prozent

Blauer-Engel-Papier. Gemeinsam bewirken

die Teilnehmer damit eine Einsparung

von 528 Millionen Liter Wasser und

108 Millionen Kilowattstunden Energie.

www.papieratlas.de

Erlangens Bürgermeister Jörg Volleth nimmt die

Auszeichnung von Svenja Schulze entgegen.

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

lädt zu einer virtuellen Fachkonferenz am

28. Oktober 2020. Thema: Nachhaltige

kommunale Finanzen − Wege zur ökonomischen

und ökologischen Rendite. Für die

Konferenz wurde ein umfassendes Programm

zu verschiedenen Themenschwerpunkten

erstellt. Teilnehmer erfahren zum

Beispiel, wie europäische und globale

Agenden nachhaltiges kommunales Investment

befördern, welche Entwicklungen auf

der Bundesebene zu erwarten und wie

Wirkung, Risiko und Rendite von nachhaltigen

Geldanlagen wissenschaftlich zu bewerten

sind. Vertreter der Finanzverwaltungen

aus Berlin und Nürnberg erläutern

zudem, welche nachhaltige Anlagestrategie

sie gewählt haben. Darüber hinaus berichtet

die Stadt Hannover, wie sie den

ersten kommunalen „Green und Social

Schuldschein“ auf den Weg gebracht hat.

www.kommunales-divestment.de/

veranstaltungen/konferenz-2020

Anzeige

Advertorial

Nachhaltige Arbeitskleidung

Nachhaltige Beschaffung ist ein guter Indikator

Auch die Gartenhof Küsters GmbH freut sich

über ihre Fairtrade-Auszeichnung von CWS.

Foto: CWS Deutschland

Wer auf nachhaltige Beschaffung mit fairer

Arbeitskleidung setzt, erhält eine

Fairtrade-Auszeichnung von CWS.

Immer mehr Kommunen setzen auf Fairtrade-

Berufskleidung, ob im Straßenbau, bei der Garten-

und Landschaftspflege oder im Bereich

Entsorgung. CWS, Serviceanbieter für Arbeitskleidung,

ist führender Anbieter von Fairtrade

zertifizierter Berufskleidung in Deutschland.

„CWS geht bei seiner Fairtrade-Arbeitskleidung

visionär und strategisch einzigartig vor. Mit seinem

langfristigen Ansatz, regelmäßig neue Kollektionen

mit Fairtrade-Baumwolle auf den

Markt zu bringen, reagiert das Unternehmen

nicht auf Kundenanforderungen, sondern gibt

selbst die Marschrichtung vor“, so Dieter Overath,

Vorstandsvorsitzender von Transfair e.V./

Fairtrade Deutschland.

Welchen Vorteil hat Fairtrade? An allen Kleidungsstücken

ist das Fairtrade-Logo angebracht,

wodurch die faire Herkunft der Baumwolle

sichtbar ist. „Städte zeigen mit der Wahl

dieser Berufskleidung ihre nachhaltige Ausrichtung.

Kunden, die unsere Fairtrade-Kleidung

einsetzen, erhalten eine Auszeichnung für ihr

Engagement“, erklärt Juliana Scherrmann, Head

of Marketing bei CWS Workwear. Städte positionieren

sich als verantwortungsbewusste Arbeitgeber,

die Wert auf hochwertige Ausstattung ihrer

Mitarbeiter legen.

Was bewirkt Fairtrade? Die Bauern erhalten

einen garantierten Mindestpreis für ihre Baumwolle.

Dieser deckt die Kosten des nachhaltigen

Anbaus ab. Die Abnehmer von Fairtrade-Baumwolle

bezahlen eine Prämie an die Bauern, die

für Gemeinschaftsprojekte verwendet wird. Kinderarbeit

und Zwangsarbeit sind verboten. Außerdem

müssen alle Teile der Lieferkette nachweislich

die ILO-Kernarbeitsnormen erfüllen.

CWS Deutschland

Dreieich Plaza 1A

63303 Dreieich

Tel. 0 61 03/3090

www.cws.com/workwear

Nachhaltigkeit:

Wir machen‘s einfach!

für die Zukunftsfähigkeit einer Kommune

Auch in den Kommunen lohnt sich Nachhaltigkeit bei der öffentlichen

Beschaffung.

Gerne unterstützt die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung

sowohl die Entscheidungsebenen als auch die Arbeitsebene

in der Beschaffung hinsichtlich der Möglichkeiten der nachhaltigen

Beschaffung.

Außerdem berät die KNB weitere Institutionen wie kommunale

Eigenbetriebe, Hochschulen und Kirchen. Das Angebot umfasst die

kostenfreie Beratung per Telefon oder E-Mail, modular aufgebaute

Schulungen sowie den Aufbau und die Betreuung eines Expertennetzwerks.

Ob Praxisbeispiele, Rechtsgrundlagen, Handlungshilfen oder

Leitfäden – die Informationsplattform der KNB hält für Beschaffer

und Lieferanten die passenden Informationen bereit.

Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern

Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung

www.nachhaltige-beschaffung.info

Telefon-Hotline: +49 228 99610 - 2345

E-Mail: nachhaltigkeit@bescha.bund.de


Titel Digitale Kommune Anzeige

Advertorial

Die umfangreichen Aktenbestände in Stuttgart stehen dank eines Dokumentenmanagement-

Systems künftig auch per Mausklick zur Verfügung.

Digitalisierung

Ein Schritt

in Richtung Zukunft

Das Baurechtsamt der Landeshauptstadt Stuttgart passt sich an das moderne

Zeitalter an. Über 22 Millionen Blatt Papier sowie 330 000 Pläne können von

den Mitarbeitern zukünftig am Arbeitsplatz abgerufen werden.

Die Stadt Stuttgart beginnt, sich auf

das Arbeiten in papierlosen Büros

vorzubereiten. Es gab viele Faktoren,

die zu dieser Entscheidung beitrugen,

unter anderem die neue Landesbauordnung

(LBO). Diese besagt, dass ab 2021

alle Bauanträge auch digital gestellt werden

können. Entsprechend musste eine

Möglichkeit eingerichtet werden, diese

über den PC auch weiterhin bearbeiten

und ablegen zu können.

„Die Umsetzung ist unheimlich schwierig“,

so Vertreter der Landeshauptstadt

Stuttgart. Bis die Vorgabe der LBO in Angriff

genommen werden kann, müsse man

mit den Bestandsakten beginnen, die teilweise

über 100 Jahre alt sind. Diese nehmen

mit der Zeit immer mehr Platz ein,

sodass die Unterlagen mittlerweile im ganzen

Haus verteilt lagern. Zwar führen die

Mitarbeiter Protokoll, wo die einzelnen

Akten sind, dennoch dauert es oft lange,

bis ein Sachbearbeiter die angeforderten

Dokumente in den Händen hält. „Teilweise

vergingen ein bis zwei Tage, bis die angeforderten

Akten auf dem Tisch lagen“,

erinnert sich Michael Klein vom Stuttgarter

Baurechtsamt.

Um diese Probleme zu lösen, kam bereits

2014 erstmals die Digitalisierung der

Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

Unterlagen zur Sprache. Bis sich das Bauamt

jedoch auf die Suche nach einem

Dienstleister machen konnte, gab es viele

Punkte zu klären. Voran stand die immense

Menge an zu verarbeitenden Akten:

Insgesamt mehr als fünf Kilometer laufende

Akten sollten gescannt und in ein

Dokumentenmanagement-System (DMS)

importiert werden. Hinzu kam auch noch

die Anforderung an eine hohe Qualitätssicherung

der Originaldaten. Denn es handelt

sich bei den Akten um teilweise historische,

fragile Papierdokumente sowie

Unterlagen zu Gebäuden, die unter Denkmalschutz

stehen. Genauso wichtig waren

eine gute Qualität der Scans und die Einhaltung

des Datenschutzes.

DER RICHTIGE PARTNER

Im Jahr 2018 gab das Bauamt Stuttgart sein

Projekt über eine bundesweite Ausschreibung

bekannt. Wegen des hohen Maßstabs

an die Bewerber gab es mehrere Ausschreibungen,

bis ein Anbieter die Vorgaben erfüllte:

Frankenraster, ein Unternehmen mit

Standorten in Buchdorf und Winsen-Luhe.

Erfahrungen mit historischen Akten und

hohe Datenschutzvorgaben verhalfen der

Firma zu einem positiven Eindruck.

Bauamt, Einkauf und EDV waren involviert,

um den reibungslosen Ablauf des

Projekts sicherzustellen. Am Anfang gab

es einige Herausforderungen. So fiel beispielsweise

während des Scannens auf,

dass manche Faszikel in den Dokumenten

nicht eindeutig deklariert waren. Doch

innerhalb kurzer Zeit konnte man gemeinsam

die fehlenden Daten ergänzen. Mittlerweile

verläuft das Projekt ohne weitere

Komplikationen. „Die Zusammenarbeit ist

gut“, resümiert Michael Klein. Die Qualität,

so das Resümee aus Stuttgart, muss

bei solchen Vergabeverfahren stets das

entscheidende Auswahlkriterium sein,

nicht der Preis.


Lena Winkler

DIE AUTORIN

Lena Winkler ist bei der Frankenraster GmbH

für die Unternehmenskommunikation

zuständig.

Foto: netfiles

Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung ist die

netfiles GmbH einer der ersten und führenden

deutschen Anbieter von virtuellen

Datenräumen.

Virtueller Datenraum von netfiles

Die sichere und compliance-gerechte Lösung für den Datenaustausch in Kommunen und

öffentlichen Unternehmen

Kommunalverwaltungen und öffentliche Unternehmen

müssen tagtäglich eine Vielzahl von

unterschiedlichen Dokumenten standort- und

organisationsübergreifend austauschen. Dabei

unterliegt ein großer Anteil der Daten dem Datenschutz

und insbesondere der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung

der Europäischen Union

zum Schutz personenbezogener Daten). Vielfach

genutzte Lösungen wie E-Mail oder Cloudspeicher-Dienste

amerikanischer Anbieter sind dabei

im Hinblick auf europäische Datenschutzanforderungen

und Datensicherheit, kritisch zu

betrachten und wenig geeignete Lösungen für

den öffentlichen Bereich. Selbst bei einer Verschlüsselung

von E-Mails, die oftmals kompliziert

in der Anwendung ist, stößt diese Lösung

bei großen Datenmengen schnell an technische

Grenzen. Unabhängig davon, dass hier zudem

keine Kontrolle über die Zustellung der Daten

besteht.

Virtueller Datenraum – Höchstmaß an Sicherheit

beim Datenaustausch

Mit einem virtuellen Datenraum von netfiles gehören

diese Probleme und Sicherheitsrisiken

der Vergangenheit an. Kommunen und öffentliche

Unternehmen können mit dieser Lösung

ihre vertraulichen und/oder personenbezogenen

Daten mit einem Höchstmaß an Sicherheit

und Effizienz online austauschen und bereitstellen.

Dabei kontrollieren und steuern sie, wer

ihre Daten erhält und wie sie genutzt werden

dürfen: Ob nur zur Ansicht, zum Download oder

zur Bearbeitung.

Im netfiles Datenraum werden sämtliche Dokumente

mit dem Advanced Encryption Standard

(AES) 256-Bit stark verschlüsselt und vor

unbefugtem Zugriff geschützt. Beim Upload von

Dateien in den Datenraum werden diese automatisch

auf Computerviren geprüft und schützen

die Computer aller Benutzer vor potentiellen

Gefahren.

Einfachste Bedienbarkeit

Für die netfiles GmbH steht die Benutzerfreundlichkeit

im Mittelpunkt der Entwicklung des

netfiles Datenraums. Die Benutzeroberfläche

und Bedienung ist ähnlich einfach wie bei der

Nutzung des Dateimanagers unter Windows

oder macOS auf einem Desktop-Computer. Sowohl

Administratoren als auch Benutzer können

den Datenraum sofort effizient und ohne aufwendige

Schulung oder Einarbeitung in Handbücher

einsetzen. netfiles wird als „Software as

a Service (SaaS)“ angeboten und die Anwendung

erfolgt ausschließlich über einen Webbrowser,

ohne Installation von Software oder

Plugins.

netfiles - Made in Germany –

zertifizierter Anbieter

Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung ist die netfiles

GmbH einer der ersten und führenden deutschen

Anbieter von virtuellen Datenräumen. Das

Unternehmen ist in Deutschland ansässig, unterliegt

den strengen Auflagen des Bundesdatenschutzgesetzes

(BDSG) und der europäischen

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Die IT-Sicherheitsverfahren der netfiles GmbH

wurden vom TÜV Süd nach ISO/IEC 27001

zertifiziert. Die Server des Anbieters befinden

sich ausschließlich in hochsicheren Rechenzentren

in Deutschland.

Interessierte Kommunen und Unternehmen können

den netfiles Datenraum kostenlos und unverbindlich

14 Tage lang testen:

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64 der gemeinderat 10/20


Digitale Kommune

Titel

Smarter Service: Die Stadt Marburg bietet entlang der wichtigsten Nahverkehrswege

WiFi für alle an – auf Basis des eigenen Glasfasernetzes.

Glasfaserausbau

Erfolg mit Partnern

Gemeinden mit Anbindung an Highspeed-Internet wissen: Mit einem

Glasfasernetz sichern sie ihre Standortattraktivität und bleiben als Wohnort und

für Unternehmen interessant. Und so gibt es viele Argumente für den

Glasfaserausbau. Und gute Beispiele, wie er gelingen kann. Der Schlüssel zum

Erfolg liegt in einer realistischen Planung und der Wahl der richtigen Partner.

Beim Thema Highspeed-Internet geht

an der Glasfaser kein Weg mehr vorbei.

Die Möglichkeiten der Kupferleitungen

sind ausgereizt, da sind sich alle

Fachleute einig. Und jeden Tag kommen

neue Argumente dazu, Fiber bis in jedes

Haus zu legen: So punktet die Glasfaser

nicht nur bei hohen Bandbreiten, sondern

auch bei Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Glasfasernetze verbrauchen bis zu 17-fach

weniger Strom als die auf Kupfer basierenden

Vectoring-Netze (VDSL), so ein Gutachten

der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Das Umweltbundesamt meldet

zudem, dass die geringste CO 2 -Belastung

beim Videostreaming über Glasfaser entsteht,

halb so viel wie bei VDSL.

Doch wie soll der Netzausbau vor Ort

erfolgen? Sucht man sich einen großen

Telekommunikationskonzern und überlässt

ihm das Verlegen der Kabel, den Betrieb

und den Vertrieb? Oder nimmt es der

Bürgermeister selbst in die Hand? Die

Stadt Marburg hat ihr Glasfasernetz gemeinsam

mit ihren Stadtwerken (SWMR)

vor sieben Jahren in Eigenregie gestartet.

So können die Marburger eigenständig

entscheiden, wo sie wann ausbauen und

welche Dienste sie anbieten. „Für uns war

dies genau der richtige Weg“, sagt

SWMR-Breitbandkoordinator Norbert

Kraus. Die SWMR hatten im Bereich der

Kommunikationsdienstleistungen bereits

Erfahrung durch Wireless-DSL, was der

Ausgangspunkt für den Einstieg in Glasfaser

war. Neben dem Glasfaserausbau

betreiben die Stadtwerke Marburg gemeinsam

mit der Stadt seit 2015 ein kostenloses

City-WiFi mit WLAN-Hotspots an zentralen

öffentlichen Plätzen und Haltestellen.

DIE STADTENTWICKLUNG PROFITIERT

Inzwischen sind in der Universitätsstadt

sechs der 19 Stadtteile mit Glasfaser versorgt.

Privatkunden können darüber bis zu

500 Megabit pro Sekunde schnell durchs

Internet surfen und auch telefonieren.

Foto: Stadtwerke Marburg

Erschlossen wurden zunächst Gebiete

außerhalb der Kernstadt, die zuvor sehr

schlecht ans Internet angebunden waren.

Davon hat auch die Stadtentwicklung profitiert,

etwa der Wohnungsmarkt für Studierende.

Bürgermeister und Gemeinderäte sollten

mutig darangehen, den Glasfaserausbau

und -betrieb selbst zu organisieren,

sagt Peter Frankenberg von der Plusnet

GmbH: „Die Kommunen haben mit ihren

regionalen Versorgern Experten für Infrastrukturmaßnahmen

vor Ort, die zudem

über einen Kundenzugang verfügen.“ Der

TK-Anbieter Plusnet besitzt jahrzehntelange

Erfahrung und war auch in Marburg

als Dienstleister von Anfang an dabei.

Seit der Bund vor einigen Jahren hohe

Fördermitteltöpfe für den Glasfaserausbau

bereitstellte, blüht das Geschäft der potenziellen

Berater und Partner. Klar ist: Auch

Stadtwerke können nicht alles selbst machen.

Der Betrieb und die Vermarktung

eines Kommunikationsnetzes erfordern

zusätzliches Know-how und andere

IT-Ressourcen. Der Marburger Versorger

kümmert sich um die physikalische Seite,

verlegt die Kabel bis zu den Wohnungen

(FTTH − Fiber to the Home). Vieles andere

überlässt er Partnern.

„Bei Glasfaser haben wir

20 Jahre im Voraus gedacht

und dann einen regelrechten

Rollout durchgeführt.“

Norbert Kraus, Stadtwerke Marburg

So hat er den Kundendienst an ein regionales

Unternehmen vergeben. Als überregionaler

Partner ist vor allem Plusnet an

Bord: Das Unternehmen betreibt seit

15 Jahren ein bundesweites Next Generation

Network und kann das Marburger

Glasfasernetz zuverlässig managen

und alle gewünschten Telefon- und Internetanschlüsse

schalten. Für den Kunden

ist das nicht sichtbar: Als sogenannte

White-Label-Produkte sind die Services

in die Markenwelt der Stadtwerke integriert.

Norbert Kraus vertraut auf seinen

Dienstleister Plusnet auch deswegen, weil

er Extras bietet, die den SWMR das Geschäft

deutlich erleichtern: So kümmert

der Partner sich auch um die gesamte Abrechnung

und betreibt ein Internetportal,

über das die Kunden Anschlüsse bestellen

oder ihre Dienste anpassen können.

Spezialisierte Hilfe sollte man sich auch

für Vertragsfragen holen: Rechtsanwalt Julien

Wilmes arbeitet bei der Wirtschaftskanzlei

BBH Becker Büttner Held, die auf

den Infrastruktursektor spezialisiert ist. Er

rät: „Es entstehen zum Beispiel Verpflichtungen

aus Vorleistungsverträgen, die

zwingend an die Endkunden weiterzugeben

sind. Hier darf es nicht zu Haftungslücken

kommen – etwa für den Fall von

missbräuchlicher Nutzung oder Hackerangriffen.“

MARKTEINFÜHRUNG PLANEN

Doch mindestens so wichtig sind ein

schlüssiges Konzept und eine wohlüberlegte

Markteinführung. Auch wenn Infrastrukturprojekte

sich ähneln, gibt es bei

Glasfaser Besonderheiten, sagt der Marburger

Breitbandkoordinator: „Ein Stromoder

Gasnetz wächst kontinuierlich. Bei

Glasfaser haben wir 20 Jahre im Voraus

gedacht und dann einen regelrechten Rollout

durchgeführt.“ Der Erfolg kann sich

sehen lassen: Mehr als 60 Prozent der angeschlossenen

Kunden haben sich für die

Produkte der SWMR entschieden.

Und die Finanzierung? Als die Marburger

mit der Glasfaser begannen, war das

Angebot an Fördermitteln nicht so groß

wie heute. Sie verzichteten darauf und

stemmten den Ausbau aus eigenen Kräften.

Das ist bisher bei der Mehrzahl der

Glasfaserprojekte der Fall, wie der Branchenverband

BREKO in seiner neuen

„Marktanalyse20“ herausfand. Und dass

zusätzliche Erlösquellen kommen werden,

ist sich Norbert Kraus sicher, zumal das

neue 5G-Mobilfunknetz die hohen Glasfaserbandbreiten

braucht.

In Marburg wünscht man sich irgendwann

ein flächendeckendes Glasfasernetz.

Dafür werden bei städtischen Tiefbauarbeiten

stets Leerrohre verlegt. Maßgeblich

bei der Ausbauplanung sind die Bedürfnisse

der Bevölkerung: So steigt gerade die

Nachfrage aus dem innerstädtischen Bereich,

seit viele Menschen im Homeoffice

arbeiten und die höheren und zuverlässigeren

Bandbreiten benötigen, die man nur

durch Glasfaser erreicht. Und nicht zuletzt

sind Glasfasernetze auch die Basis für eine

vernetzte Stadt, Stichwort Smart City, die

sich viele Bürgermeister wünschen.


Daniela Eckstein

DIE PARTNER

Die Stadt Marburg hat den Ausbau

ihres Glasfasernetzes in Eigenregie

mit ihren Stadtwerken (SWMR)

organisiert und verlegt die Kabel bis

zu den Wohnungen (FTTH).

Der Kundendienst ist an ein

regionales Unternehmen vergeben.

Der bundesweit agierende TK-Anbieter

Plusnet managt und überwacht das

Glasfasernetz. Über eine

White-Label-Plattform können die

Stadtwerke Marburg außerdem ihre

Dienste fast vollständig automatisiert

abbilden und unter eigenem Namen

vermarkten.



ONLINE

Mehr zum Thema Glasfaserausbau

finden Sie auf

www.treffpunkt-kommune.de

> Themen > Technik & Innovation

DIE AUTORIN

Daniela Eckstein ist freie

Journalistin in Köln.

66 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20

67


Titel

Digitale Kommune

Software

Lösungen für

Videokonferenzen

Die Nutzung von Software-Angeboten großer amerikanischer Unternehmen wie

Zoom, Teams oder Hangout ist nicht mit der Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO) vereinbar, sagt Andreas Dickehut, Geschäftsführer des

IT-Dienstleisters Consultix. Was gibt es für Alternativen?

DER AUTOR

Andreas Dickehut ist Geschäftsführer

des IT-Dienstleisters Consultix.

Homeoffice – aber sicher: Eine Videokonferenz-Software sollte die gesetzlichen Vorgaben einhalten,

gerade in öffentlichen Institutionen.

Foto: AdobeStock/ty

Auf den ersten Blick wird der Markt

für Videokonferenz-Software von

amerikanischen Unternehmen beherrscht.

Doch ein Blick auf die kleineren

europäischen Anbieter lohnt sich, denn

ihre Software entspricht den deutschen

Rechtsgrundsätzen.

Teilweise existieren Verbindungen zwischen

den europäischen und amerikanischen

Firmen, die jedoch durch das sogenannte

Härten – das Erhöhen der Software-Sicherheit

– getrennt werden können.

Die Videokonferenz-Lösung „Jitsi

Meet“ ist ein Beispiel dafür: Sie kann im

Umfang mit Zoom, Teams und Co. mithalten

und ist in der gehärteten Version

auch DSGVO-konform.

Im öffentlichen Sektor sind in den meisten

Bereichen Serverstrukturen vorhanden,

über die eine DSGVO-konforme

Videokonferenz-Software genutzt werden

könnte. Während der Corona-Pandemie

wurden die Probleme der Digitalisierung

jedoch deutlich: Ein Großteil der Server

verfügt nicht über eine stabile Glasfaserverbindung

und für administrative Aufgaben

steht oft nicht ausreichend geschultes

Personal zur Verfügung. Der Einarbeitungs-

und Konfigurationsaufwand bei der

Verwendung von Software-Lösungen sollte

daher nicht unterschätzt werden.

MEHR LEISTUNG FÜR MEHR TEILNEHMER

Wie können Videokonferenzen auch bei

2000 Teilnehmern noch stabil laufen? Eine

Anbindung an die großen Internet-Knotenpunkte

ist besonders wichtig, um eine

dauerhafte Verfügbarkeit sowie hohe Internetverbindungen

zu gewährleisten.

Um die Serverleistungen zu verbessern

und zudem Kosten und Zeit einzusparen,

sollte im öffentlichen Sektor über Lösungen

aus dem Bereich „Colocation“ oder

einer „Private Cloud“ nachgedacht werden.

Bei der Wahl eines sogenannten „Managed

Cloud Services“ sollte auf verschiedene

Aspekte geachtet werden. Neben der

Erfüllung der DSGVO und einem gültigen

Auftragsdatenverarbeitungsvertrag sind

weitere Punkte, dass die Wartung vom

Dienstleister übernommen und die Software

individuellen Wünschen angepasst

wird. Es ist an der Zeit, Datenhosting und

Technologie „Made in Germany“ als Wettbewerbsvorteil

anzuerkennen und umzusetzen.

So kann neben dem Datenschutz

die Wirtschaft gefördert und eine nationale

Unabhängigkeit gewonnen werden.


Andreas Dickehut

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68 der gemeinderat 10/20


Titel

DIGITALE KOMMUNE

Christoph Buttner ist Bereichsleiter bei der

Stadtverwaltung Mayen und für zentrale

Dienste wie Sitzungsdienst, Personal, EDV,

Statistik und Wahlen zuständig.

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Komplettpaket statt Insellösung

Behörden setzen immer öfter auf ein

ganzheitliches Bewerbermanagement mit

INTERAMT

Der Fachkräftemangel macht vor dem öffentlichen

Dienst nicht Halt. Ein effizientes Bewerbermanagement

ist dabei unabdinglich. Viele öffentliche

Arbeitgeber legen immer mehr Wert auf

Komplettlösungen wie INTERAMT, das mit seinem

ganzheitlichen Ansatz eine effiziente und

datenschutzkonforme Lösung bietet.

„Schnelligkeit ist ein wichtiges Erfolgskriterium“,

erklärt INTERAMT-Leiter Marco Prill. „Wer schnell

reagiert und direkt auf die Bewerber zugeht, hat

einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“ Aus

diesem Grund bringt INTERAMT Stellensuchende

und Arbeitgeber auf einer gemeinsamen

Plattform des öffentlichen Dienstes zusammen

und setzt dabei auf den direkten Kontakt zum

Bewerber. Das spart Zeit und erhöht die Zufriedenheit

der Bewerber.

All-in-one-Tool für die Verwaltung

Die Umstellung auf INTERAMT ist für Ämter und

Behörden denkbar einfach, denn das Tool ist

Foto: Stadt Mayen

Digitalisierung

Zahlen im Blick

Die Kontrolle über die Gelder ist wichtig für Kommunen. Die Stadt Mayen setzt

dabei auf eine Software. Christoph Buttner erläutert im Interview die Vorteile.

Herr Buttner, welche Spuren hinterlässt das

Corona-Virus im Haushaltsplan der Stadt

Mayen? Mit welchen Mindereinnahmen

rechnen Sie?

Christoph Buttner: Die Auswirkungen der

Coronalage sind derzeit noch nicht final

abzusehen. Einerseits liegen Anträge auf

Stundungen beziehungsweise auf bereits

bewilligte Stundungen von Steuerforderungen

vor, andererseits ergeben sich erhöhte

Anforderungen für den Infektionsschutz

und dem folgende Aufwendungen

in sämtlichen Bereichen. Das Volumen an

Stundungen beläuft sich gegenwärtig auf

rund 654 000 Euro.

Mit dem passenden Bewerbermanagement

stehen Verwaltungen nicht im Regen.

Foto: DVZ MV

Sie setzen seit 2017 im Rathaus die Software

von Axians IKVS zur interaktiven

Finanzsteuerung ein. Wie kam es dazu?

Buttner: Es gibt zwei Gründe für den Einsatz

dieser Finanzcontrolling-Software. Im

rheinland-pfälzischen kommunalen Haushaltsrecht

ist eine Informationspflicht zur

Entwicklung der Finanz- und Leistungsziele

für den Stadtrat vorgesehen. Daneben

gibt es von der Führungsebene ein Informationsinteresse

an der unterjährigen Entwicklung

des Haushaltes. Hier lassen sich

Fehlentwicklungen früh erkennen und

Informationen zu Gegensteuermaßnahmen

ableiten.

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spezialisiert auf die behördlichen Personalprozesse

und integriert dabei die wesentlichen

Komponenten der Personalgewinnung in einer

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Bei welchen Aufgaben hilft Ihnen das Tool?

Buttner: Die Software bietet insbesondere Vorteile im Rahmen

eines standardisierten Berichtswesens. Sind die Informationsbedürfnisse

fixiert, können diese mittels interaktiver oder frei

definierbarer Berichte befriedigt werden. Ein Vorteil sind die

vorbereiteten Berichtsentwürfe, die nur einer Anpassung an

die örtlichen Verhältnisse bedürfen, sowie die Vielzahl an

Diagrammen und Tabellen. So kann ein Bericht auf Schlüsselkennzahlen

verdichtet werden und bietet in Abhängigkeit der

jeweiligen Informationsinteressen den entsprechenden Aggregationsgrad

der Informationen. Zunächst werden monatlich

die Finanzdaten in das System importiert. Dann wird eine

systemseitige Prognose erstellt, die auf den Entwicklungen

der Haushaltsvorjahre basiert. Die Prognose wird durch die

Sachbearbeiter manuell monatlich überprüft.

Welche Informationen lassen sich mit der Software gewinnen?

Buttner: Da das Verfahren auf der Gliederung des Haushaltsplanes

und so auf den Leistungen in der untersten Ebene des

Haushaltes aufsetzt, kann man zunächst Informationen zu

Abweichungen auf dieser Ebene gewinnen. Entsprechend der

Gliederung des Haushaltes lassen sich die Informationen beliebig

verdichten und in höheren Gliederungsebenen darstellen.

Eine besondere Bedeutung hat der Steuerungsgedanke,

der mit dem Finanzcontrolling verbunden ist. Er beinhaltet,

dass Abweichungen erkannt und in Absprache mit der Verwaltungsführung

auch mit dem Finanzausschuss oder dem

Stadtrat Maßnahmen zur Gegensteuerung definiert werden.

Deren Umsetzung ist Bestandteil eines weiteren, iterativen

Durchlaufs des Regelungskreises.

Sind auch Prognosen zur weiteren Entwicklung abrufbar? Welchen

Wert haben diese Voraussagen gerade jetzt für Sie?

Buttner: Unser Haushalt gliedert sich in zwölf Teilhaushalte

und entspricht der Verwaltungsgliederung in Fachbereich und

Bereiche. Für jeden Teilbereich ist ein interaktiver Bericht

definiert, der einen Überblick der Aufwendungen, Erträge

sowie der Ein- und Auszahlungen als relevante Strömungsgrößen

des doppischen Haushaltes bietet. Die mit dem System

genierten Berichte sind Gegenstand von Erörterungen zur

Haushaltssteuerung in den Organisationseinheiten sowie mit

der Verwaltungsführung. Von Sachbearbeitern genannte

Gründe für Abweichungen können in die Erwägung weiterer

Maßnahmen direkt einfließen. Interview: Wolfram Markus

ONLINE

Eine Langfassung des Interviews finden Sie auf

www.treffpunkt-kommune.de > Themen > Corona

der gemeinderat 10/20

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Titel

DIGITALE KOMMUNE

Titel

Bei der Arbeit vom Home-Office aus

lauern zahlreiche digitale Gefahren, wie

Malware und Hackerangriffe. Zero-

Trust-Modelle können gegen diese

Cyberbedrohungen helfen.

Smart Working

Mehr Digitalisierung,

weniger Cyberrisiken

Trotz der im Zuge des Onlinezugangsgesetzes unternommenen Anstrengungen

zeigt die COVID-19-Pandemie deutlich den technischen Missstand der

Behörden beim Einsatz der Telearbeit. Es ist ein regelrechter Sprung vom Regen

in die Traufe bezüglich des IT-Risiko-Managements und des Datenschutzes.

Während die große Mehrheit der

Beschäftigten in der privaten

Wirtschaft zu 100 Prozent von

zu Hause aus arbeiten konnte, galt die unzureichende

technische Ausstattung unter

Verwaltungsangestellten als eine der häufigsten

Herausforderungen für die Telearbeit.

Anlässlich einer repräsentativen

Studie der Universität Köln berichteten die

Befragten unter anderem von fehlender

„Verfügbarkeit von geeigneter Technik und

Zertifikaten für VPN-Verbindungen“, von

Foto: AdobeStock/tippapatt

„eingeschränktem Zugriff auf Dienstprogramme

und Datenbanken“ sowie von

„stark ausgeprägtem analogem Arbeiten“.

Viele richteten sich einen suboptimalen

Heimarbeitsplatz mit vorhandenen Privatgeräten

ein, doch durch den fehlenden

digitalen Zugriff auf Programme und Unterlagen

war es oft nicht möglich, einen

ganzen Arbeitstag im Homeoffice vollständig

mit Arbeitsaufträgen zu füllen – außer

man nahm die zu bearbeitenden Dokumente

kartonweise mit nach Hause, wovon

ebenfalls berichtet wurde.

„Mit den gegebenen Ausnahmen gingen

Dringlichkeit und Datensicherheit noch

nie Hand in Hand“, sagt Uwe Gries, Country-Manager

DACH bei Stormshield, einem

auf dem Schutz von Daten, Workstations

und IT-/OT-Netzwerken spezialisierten

Unternehmen des Airbus-Konzerns. Die

notgedrungene Ausdehnung der digital

verfügbaren Dienste der öffentlichen Verwaltung

auf die Wohnungen der einzelnen

Mitarbeiter hat deren Angriffsfläche ebenfalls

ausgeweitet: Die Schwachstellen der

öffentlichen Infrastruktur wurden in die

Wohnungen der Angestellten getragen,

und umgekehrt genauso.

GEFAHREN DURCH SCHATTEN-IT

Die schnelle Anpassung der Infrastruktur

an die neuen Bedürfnisse, die marktübergreifend

zu einer Überlastung der IT-Abteilungen

und -Lieferanten führte, war

zum Teil in der öffentlichen Verwaltung

gar nicht möglich, was bei den Arbeitgebern

und bei den Anwendern eine gefährliche

Experimentierfreude förderte, und

dadurch eine erhöhte Gefahr durch Malware

und andere Cyberbedrohungen. „Es

reicht, einen einfachen Keylogger in den

Privatrechner des Heimanwenders einzuschleusen

oder eine erfolgreiche Phishing-Kampagne

durchzuführen, um sich

die Zugangsdaten zum Netz der Behörde

zu verschaffen oder, wie im Falle des Bundeslandes

Nordrhein-Westfalen, damit die

Behörde zum Opfer eines großangelegten

Betrugs wird. Daran denken jedoch nur

wenige, wenn es darum geht, wie gewohnt

arbeiten zu können“, bestätigt Gries. Die

restriktiven Maßnahmen der Regierung

während der Gesundheitskrise beruhten

auf der Notwendigkeit, die kollektive Sicherheit

zu gewährleisten. Könnte dieser

Ansatz nicht auch eine Lösung im Hinblick

auf die Cybersicherheit sein?

ZERO-TRUST-MODELLE

„Wir bei Stormshield halten es nicht für

angebracht, aufgrund einer in der öffentlichen

Verwaltung stark ausgeprägten Präsenzkultur

Mitarbeiter mit Geräten auszustatten,

die ihre Aktivitäten auf invasive

Weise überwachen, wo deren Zeitkarte

nach dem Login ins Amtsnetz gestempelt

und deren Produktivität an Serverlogs gemessen

wird“, meint Gries. Es ist jedoch

notwendig, Zero-Trust-Modelle in Erwägung

zu ziehen. Darunter fallen sowohl

eine transparente Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

der Daten unabhängig von

der verwendeten Speicherplattform und

der Verwendung von VPN als auch der eingeschränkte

Zugriff auf Netzwerkressourcen,

der für einen bestimmten Benutzer

aufgrund seiner Rolle, des verwendeten

Gerätes, des Arbeitsortes und der eingesetzten

Anwendung zu festgelegten Zeiten

autorisiert wird. Diese Faktoren würden es

ermöglichen, den Zugriff, die Verarbeitung

und Weiterleitung sensibler Daten sowie

die Privatsphäre der Benutzer zu schützen,

indem Arbeitszeiten klar abgegrenzt und

die Nutzung von Privatgeräten und -plattformen

eingeschränkt werden, die nicht

durch die hausinterne Sicherheitspolitik

abgedeckt sind. Die Legitimität des gesamten

Datenflusses sollte gründlich überprüft

und der Datenverkehr im Fall von Anomalien

in Echtzeit unterbunden werden. „Mit

diesem Modell kann jede Organisation

bestimmen, wer genau worauf, wie und in

welchem Zeitraum Zugriff hat, und Daten

sowie die gesamte Infrastruktur absichern“,

bestätigt Gries.

DIGITALE HYGIENE

Neben dem Schutz vor Cyberbedrohungen

und anormalem Datenflussverhalten ist es

ebenfalls wichtig, eine Reihe von Einschränkungen

für die agilen Arbeitsplätze

der Mitarbeiter einzuführen. Das

sollte jedoch im Rahmen eines Ansatzes

geschehen, der einer Mitarbeitersensibilisierung

für die Notwendigkeit der „digitalen

Hygiene“ in Verbindung mit einer stärkeren

Befähigung der Benutzer große Bedeutung

beimisst. Eine der Lehren, die aus

der Gesundheitskrise zu ziehen sind, besteht

darin, dass Kompetenz, Regeln und

persönliche Disziplin erforderlich sind, um

eine anhaltende Bedrohung abzuwehren.

Dabei ist es egal, ob es sich um eine Gesundheits-

oder um eine Cyberbedrohung

handelt. In einem sich ständig weiterentwickelnden

Umfeld sollte auch berücksichtigt

werden, dass sich der Grad der

„Strenge“ dieser Regeln weiterentwickeln

kann und muss. Anpassungsfähigkeit ist

daher auch in diesem Fall der Schlüssel

zum Erfolg, besonders für IT-Infrastrukturen

der öffentlichen Verwaltung.

Gries kommt zu folgendem Schluss:

„Die unter normalen Umständen gewährte

Möglichkeit der Telearbeit kann tatsächlich

für ein höheres Maß an Flexibilität in

der öffentlichen Verwaltung sorgen. Wir

haben nun die einmalige Gelegenheit, Modelle

und Werkzeuge zu evaluieren, die

geeignet sind, die Art und Weise, wie die

öffentliche Verwaltung arbeitet, langfristig

zu verändern – und diesmal, so hoffen wir,

nach den besten Vorsätzen der ‚Security

by Design‘.“

Red.

72 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20

73


DIGITALE KOMMUNE

Die Beschaffung von Endgeräten, wie

Tablets und Laptops, stellt oft eine Herausforderung

für Bildungsstätten dar.

DER AUTOR

Dr. Ralf Resch ist Geschäftsführer der

Bundes-Arbeitsgemeinschaft der

Kommunalen IT-Dienstleister e. V.

(VITAKO) und Vorstand der ProVitako.

■ Breitbandnetze (FTTx)

■ Private 5G-/LTE-Netze

■ Cybersecurity

■ Lösungen für E-Mobilität

Corona-Soforthilfe

Intelligente Lösungen

für Städte und Kommunen

Lernequipment 2.0

Für den digitalen Unterricht müssen Schulen ihre technische Infrastruktur

ausbauen. Mit den aktuellen Fördermitteln können sowohl Schüler als auch

Lehrer ausgerüstet und weitergebildet werden. Welche Anforderungen gibt es an

die Geräte, welche an ein passendes pädagogisches Konzept?

Die Digitalisierung der Schulen ist

eine wichtige Grundlage, um Schüler

auf die Herausforderungen und

Chancen der digitalen Arbeitswelt sowie

die wirtschaftliche, kulturelle und politische

Teilhabe vorzubereiten. Neben der

Investition in die Ausstattung ist es erforderlich,

den ursprünglichen Bildungs- und

Erziehungsauftrag der Schule um digitale

Komponenten zu erweitern. Um die Digitalisierung

voranzubringen, wurde diesem

Ansinnen mit dem „Digitalpakt Schule“

Rechnung getragen. Vielerorts konnte dieses

Förderprogramm über fünf Milliarden

Foto: AdobeStock/Tyler Olson

Euro jedoch bislang keine große Wirkung entfalten. Spätestens

mit der Corona-Pandemie wurden die Versäumnisse

deutlich. Als „Corona-Sofortmaßnahme“ stellten Bund und

Länder 550 Millionen Euro zur Verfügung, um Schüler aus

schwierigen sozioökonomischen Bedingungen mit den notwendigen

mobilen Endgeräten zu versorgen, damit sie zu

Hause lernen zu können. Darüber hinaus ist mit der Förderung

von Dienstgeräten für die Lehrerschaft nun eine weitere

Maßnahme in Höhe von 500 Millionen Euro geplant.

Schulträger und Schulen stehen vor der Herausforderung,

Fördermittel aus verschiedenen Töpfen zielgerichtet einzusetzen.

In der aktuellen Situation spielen die Kosten und die

Effizienz eine wichtige Rolle. Außerdem stellt die Auswahl

passender Geräte eine Hürde dar. In den Schulen ist bereits

eine gewisse Infrastruktur vorhanden, an die angeknüpft werden

könnte – wenn dafür passende Konzepte vorliegen. Es

entsteht ein Spagat zwischen herstellerneutraler Ausschreibung

und der Integration in die etablierten Umgebungen. Eine

nachhaltige Digitalisierung ist für die meisten Schulen in dieser

Gemengelage nur mit Unterstützung umzusetzen. Kommunale

IT-Dienstleister sind erfahrene Organisationen, um

diese Einkäufe zügig und rechtskonform umzusetzen.

Sobald der Geräteeinkauf erledigt ist, fängt die eigentliche

Arbeit erst an. Für das richtige Einrichten und Konfigurieren

ebenso wie für Administration und Support braucht es ein

langfristiges Management, das es erlaubt, unkompliziert

nachzujustieren und im Zweifel notwendige Infrastruktur

nachzuordern. Um die Schulen professioneller zu beraten und

langfristig zu begleiten, ist neben der technischen Ausstattung

auch Fachpersonal vor Ort notwendig.

GESUCHT: NEUE GERÄTE UND NEUES DENKEN

Auf die Notwendigkeit, ein technisch-pädagogisches Konzept

in Schulen nachzuweisen, wurde bei den Corona-Soforthilfen

verzichtet. Durch die Beschlüsse auf dem Bildungsgipfel

wurde dies Mitte September auch für den Digitalpakt Schule

ausgesetzt. Dennoch ist es wichtig, sich über den richtigen

Einsatz im Vorfeld Gedanken zu machen. Immerhin sehen

die Förderprogramme nun nicht nur Geräte für Schüler, sondern

auch für Lehrer vor. Darüber hinaus ist nun auch eine

Förderung des IT-Personals in den Schulen geplant.

Ziel muss es sein, möglichst die richtigen Geräte für den

geplanten Zweck zu erwerben, genauso wie den passenden

Service. So ist zu entscheiden, wann Tablets oder Laptops in

den Schulen pädagogisch sinnvoll zum Einsatz kommen sollen.

Dies ist auch aufgrund der geringeren Anschaffungskosten

für Tablets eine wirtschaftliche Frage, da im Zweifel mehr

oder weniger Schüler mit Geräten versorgt werden können.

Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz, wie Schule im

digitalen Zeitalter gedacht werden muss. Eine nachhaltige

Entwicklung kann hier nur dadurch sichergestellt werden,

dass die IT pädagogische Konzepte darauf abstimmt und konkrete

Nutzungsszenarien durchgespielt werden. Erfahrungen

mit bereits vorhandenen Whiteboards zeigen, dass diese digitalen

Hilfsmittel oft wie Kreidetafeln dafür genutzt werden,

lediglich vorgefertigte Inhalte darzustellen, anstatt damit interaktiv

im Unterricht zu agieren.

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der gemeinderat 10/20


Titel

DIGITALE KOMMUNE

Titel

Neue Perspektive: Das Stadtmodell aus dem 3D-Drucker wird z. B. für die Stadt- und Regionalplanung oder bei Bürgerbeteiligungsverfahren genutzt.

3D-Stadtmodell als Digitaler Zwilling

Bremen auf einen Blick

Die Freie Hansestadt entwickelt eine 3D-Stadtplanungslösung, die Geobasisdaten

mit weiteren Fachdaten verknüpft. Der digitale Zwilling kommt inzwischen

nicht nur im Landesamt Geoinformation zum Einsatz. Auch andere Ämter und

Institutitionen profitieren von den Daten.

Im Frühjahr 2017 wurde das erste

3D-Stadtmodell der Städte Bremen und

Bremerhaven mit insgesamt fast

320 000 Gebäuden fast komplett automatisiert

aus den Laser-Scan-Daten TGM und

Bildflugdaten mittels der Software Building-Reconstruction

abgeleitet. Während

fast 80% der Gebäude bereits den bundesweit

einheitlichen Qualitätsstandards der

AdV (Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen

der Länder) entsprachen,

wurden ca. 60 000 Gebäude manuell

nachbereitet. Begonnen wurde die Ableitung

mit den Points-of-Interest, also den

interessantesten Gebäuden des Stadtgebietes,

gefolgt von der Innenstadt und Schritt

für Schritt den gesamten städtischen Bereichen.

Die entstandenen 3D-Gebäudemodelle

im LoD2 werden seitdem in den

Formaten CityGML, DWG und DXF öffentlich

bereitgestellt und fortlaufend mit

neuen Befliegungsdaten fortgeführt.

Unter der Adresse www.3d.bremen.de

können sich Nutzer frei im Digitalen Zwilling

der Stadt bewegen und dabei die Vogel-

oder die Fußgängerperspektive einnehmen.

Gleichzeitig werden weitere Daten,

wie ein 3D-Mesh-Modell, Schrägluftbilder,

2D-Orthofotos und eine Amtliche

Basiskarte im Maßstab 1:5 000, zur Orientierung

in diese 3D-Webkarte als weitere

Datenlayer eingebunden.

DIGITALE STADTPLANUNG

Bremen nutzt die Möglichkeiten der webbasierten

3D-Stadtplanungslösung bereits

in vier neuen Planungsprojekten, um den

Austausch mit dem Bauamt, dem Amt für

Denkmalpflege und verschiedenen Fachplanern

zu verbessern. Da alle Planungs-

Fotos: Virtual City Systems, Landesamt Geoinformation Bremen

beteiligten Zugriff auf den Digitalen Zwilling

haben, können sie stets den gleichen

Informationsstand abrufen und benötigte

Daten im gewünschten Format erhalten.

Der Digitale Zwilling unterstützt Bremen

auch dabei, die Planungen verständlich

zu machen und planerische Absichten

und deren Auswirkungen für die Bürger

und Projektbeteiligte einfach und transparent

aufzuzeigen. So können beispielsweise

für die Denkmalpflege Sichtachsen

bei Neubebauungen simuliert werden, um

zu prüfen, ob diese wichtige Gebäude verdecken.

Diese einfach verständliche visuelle

Darstellung der Planung ist eine fundierte

Diskussionsgrundlage und Entscheidungshilfe

und ermöglicht so eine unkomplizierte

Abstimmung über neue Planungsschritte

und -veränderungen.

Eine weitere Anwendung ist die Darstellung

von Bebauungsplänen als extra Layer

in der webbasierten 3D-Stadtplanungslösung.

Diese Darstellungen werden vor allem

intern genutzt, um die Auswirkung

der Planung zu verdeutlichen und in den

größeren Kontext ihrer Stadtumgebung zu

setzen.

DAS LANDESAMT DRUCKT SELBST

Neben dem digitalen Stadtmodell stellt

Bremen auch ein physisches 3D-Stadtmodell

her. Sowohl einzelne Gebäude als

auch ganze Gebiete werden direkt beim

Landesamt Geoinformation Bremen gedruckt.

Als Grundlage dienen die semantischen

3D-Stadtmodell-Daten LoD1 oder

LoD2. Die physischen Modelle können

individuell eingefärbt werden, sogar Solarpotentiale

können auf den Dächern der zu

druckenden Gebäude farblich markiert

werden. Die gedruckten Modelle finden

ihren Einsatz als Anschauungsobjekte

z. B. für Messen und Architekturwettbewerbe,

für die Stadt- und Regionalplanung,

bei Bürgerbeteiligungsverfahren, Bauplanungsprozessen

und als Stadtmodelle für

Schulen und öffentliche Gebäude.

REALITÄT WIRD ERWEITERT

Bremen gestaltet mit dem 3D-Stadtmodell

als Basis und dem 3D-Planungswerkzeug

die Zukunft der Stadt. Der Betrieb des Digitalen

Zwillings und der Einsatz erster

mehrwertiger Anwendungen ermöglichen

es, Planungen verständlich und nachvollziehbar

im Kontext des Stadtgebietes darzustellen.

Der Erfolg des Projektes „Bremen sehen

und verstehen“ zeigt sich durch die Akzeptanz

und Bereitschaft weiterer Fachbehörden,

den Digitalen Zwilling einzusetzen

und ihn mit weiteren mehrwertigen

Anwendungen voranzutreiben. Beispiele

für Ideen, die behördenübergreifend diskutiert

und geplant werden, sind die Entwicklung

einer AR-App für die Visualisierung

aktueller Stadtentwicklungsentwürfe

in der erweiterten Realität oder auch Lösungen

zur Kampfmittelräumung, zum

Hochwasserschutz und zur Grün- und Verkehrsplanung.

Idealerweise ergeben sich Synergien

durch die verschiedenen Projekte, denn je

mehr ein 3D-Stadtmodell mit Informationen

angereichert und verknüpft wird,

umso wertvoller und zweckmäßiger wird

der Digitale Zwilling einer Stadt.

Dr. Sarah Tesmer / Antje Kunze

Vogel- oder Fußgängerperspektive: Nutzer können sich unter www3d.bremen.de frei im Digitalen

Zwilling der Stadt bewegen.

DAS PROJEKT

Die Stadtgemeinde Bremen hat sich

zum Ziel gesetzt, das Leben ihrer Bürger

zu verbessern, wirtschaftliche Chancen

zu schaffen und die städtische

Gemeinschaft zu beleben. Mit dem

Konzept „Bremen sehen und verstehen“

entwickelt das Landesamt

Geoinformation Bremen einen digitalen

Zwilling der Stadt, der Geobasisdaten

mit vielen weiteren Fachdaten verknüpft.

Die Lösungen von Virtual City Systems

helfen dem Landesamt dabei, effizienter

und transparenter zu arbeiten, um

stadtgestalterische, soziale,

wirtschaftliche und ökologische

Veränderungen genauer zu analysieren

und besser darauf reagieren zu können.

Seit 2017 baut das Landesamt

Geoinformation Bremen den Digitalen

Zwilling der Hansestadt auf. Dessen

Einsatz und Verwendung ist nicht nur im

Landesamt der Freien Hansestadt

Bremen geplant, sondern auch in einer

Vielzahl weiterer Ämter und

Institutionen. Konkret zählen dazu die

senatorischen Dienststellen mit ihrer

Stadtplanung und Bauordnung sowie

der Regional- und Stadtentwicklung, die

Immobilienbewertung und das

Landesamt für Denkmalpflege.

DIE AUTORINNEN

Dr. Sarah Tesmer leitet die Abteilung

Landesvermessung und Fachverfahren

beim Landesamt Geoinformation

Bremen.

Antje Kunze ist Director Sales &

Marketing bei Virtual City Systems in

Berlin.

76 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20

77


Titel

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Homeoffice

Der Cloud gehört die Zukunft

Netfiles hat eine Trendstudie zu

Datenschutz und Compliance erstellt.

Die netfiles GmbH, einer der führenden

Anbieter von virtuellen Datenräumen

in Deutschland, hat die

Ergebnisse ihrer aktuellen Trendstudie mit

dem Titel „Datenschutz und Compliance

beim Datenaustausch aus dem Homeoffice

– Herausforderungen für die IT in der Corona-Krise“

vorgestellt. Ziel der Trendstudie

war es, herauszufinden, wie es den

IT-Abteilungen in deutschen Unternehmen

bisher gelang, die Herausforderungen der

Corona-Krise zu bewältigen. Die wichtigsten

Erkenntnisse:

1. Die Corona-Krise beschleunigt den

Homeoffice-Trend. Bereits vor der Corona-Krise

war ein deutlicher Trend in Richtung

neuer Arbeitsformen spürbar. Stichworte:

New Work, Modern Work, Digital

Workplace. Wie die Umfrageergebnisse

zeigen, hat die Pandemie diesen Trend

deutlich beschleunigt und verstärkt. So

wurde bei mehr als 50 Prozent der Unternehmen

mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze

auf Homeoffice umgestellt.

2. Das Einhalten der Datenschutz- und

Compliance-Anforderungen wird durch

Homeoffice-Arbeitsplätze komplexer, ist

aber durchaus zu bewältigen. Schon jetzt

bewerten mehr als 90 Prozent der Unternehmen

die Datenschutz- und Compliance-Anforderungen

als mittel oder sogar

hoch. 72 Prozent gaben allerdings an, dass

es ihnen gelungen ist, die für das Unternehmen

geltenden Datenschutz- und Compliance-Vorgaben

auch bei der Arbeit aus

Homeoffices einzuhalten.

3. Homeoffice und Cloud gehören die

Zukunft. Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen

dies eindrucksvoll. Immerhin

sind 71 Prozent der Umfrageteilnehmer der

Überzeugung, dass Unternehmen auch

nach der Corona-Krise verstärkt auf

Homeoffice-Arbeitsplätze setzen werden.

Dass Unternehmen sich auf Grund der Corona-Krise

verstärkt mit cloudbasierten

IT-Betriebsmodellen auseinandersetzen

werden, bestätigen sogar 74 Prozent der

befragten Unternehmen. Die Ergebnisse

der Umfrage, an der sich mehr als einhundertzwanzig

Fach- und Führungskräfte aus

Unternehmen in Deutschland beteiligten,

können auf der Unternehmenshomepage

nachgelesen werden.

www.netfiles.com

Leipzig testet digitalen Führerscheinumtausch

Fixe Schulanmeldung

Foto: Adobe Stock/blende11.photo

Von 2022 bis 2025 erhalten in der EU alle

Besitzer eines Papierführerscheins neue

Dokumente. Um die gesetzlichen Anforderungen

umzusetzen, fallen in enger zeitlicher

Taktung zusätzlich zum Tagesgeschäft

sehr viele manuelle Prozesse an. So

muss jede einzelne Fahrerlaubnis mit der

Karteikarte abgeglichen werden, die von

der ausstellenden Behörde angelegt wurde.

Allein in der Stadt Leipzig sind circa

330 000 dieser Karteikarten archiviert. Gemeinsam

mit dem kommunalen IT-Unternehmen

Lecos und dem Prozessdienstleister

PS Team entwickelte die Stadt einen

Prototyp, um mit einer dem Fachverfahren

vorgelagerten Software Aufwände zu reduzieren.

Die Scanstrecke von Lecos verantwortet

nun das Scannen der Karteikarten.

Anschließend werden die Scans in die

PS-Team-Systeme übernommen, wobei

Mitarbeiter der Fahrerlaubnisbehörde die

Daten erfassen. Anschließend werden die

Daten auf die neuen Fahrerlaubnisklassen

umgestellt. Dies alles geschieht zeitlich

unabhängig vom Umtausch der Führerscheine

anhand einer stringent vorgegebenen

Prozesskette. Nach der Verifikation

der Daten stehen sie, per Schnittstelle

übermittelt, dem Sachbearbeiter zur Verfügung.

Auch andere Fahrerlaubnisbehörden

können über Schnittstellen auf die

Daten zugreifen und für Personen, die ihre

Fahrerlaubnis in Leipzig gemacht haben,

den neuen Führerscheinantrag erstellen.

Die Stadt Berlin nutzt für das Pilotprojekt

zur digitalen Schulanmeldung die Lösung

cit intelliForm der cit GmbH. Das Unternehmen

ist Spezialist für E-Government

und formularbasierte Prozesse. Bequem

werden die Eltern von einem modernen

Formular-Assistenten selbsterklärend

durch den Prozess geführt. Der Service

richtet sich nach der Pilotphase an Eltern

der mehr als 30 000 Berliner Erstklässler.

Oft wollen diese ihre Kinder auf eine andere

Grundschule als die Einzugsschule

schicken. Bisher musste der sogenannte

„Antrag auf Anmeldung an einer anderen

öffentlichen Grundschule“ persönlich an

der Einzugsschule abgegeben werden. Dieser

zeitliche Aufwand soll zukünftig entfallen.

Der Dienst bildet den gesamten

Prozess vollständig elektronisch ab: Nach

der Auswahl über das Service-Portal Berlin

können Eltern den Antrag ausfüllen, beliebig

zwischenspeichern und schließlich

online abgeben.

Lösungen.

Wir schaffen Lösungen in den Bereichen Immobilien,

Stadt entwicklung und Flächenmanagement.

Nachhaltig. Verantwortungsbewusst.

Wer einen Papierführerschein besitzt, muss ihn

demnächst umtauschen.

www.ps-team.de

www.cit.de

www.nh-projektstadt.de

78 der gemeinderat 10/20


Umwelt & Verkehr

Mobilität

Umwelt & Verkehr

WER VOM UMWELTBONUS

PROFITIERT

Das zuständige Bundesamt für

Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat es

exakt definiert: Die Kommunen an sich

profitieren nicht vom Umweltbonus, der

Privatleuten, Unternehmen sowie

Vereinen und Verbänden 6000 Euro

Zuschuss beim Kauf eines

batterieelektrischen Kraftfahrzeugs bis

40 000 Euro Verkaufspreis zusichert

(zuzüglich 3000 Euro vom Hersteller).

Zugang haben aber Kommunale

Zweckverbände sowie Unternehmen

und Betriebe in kommunaler

Trägerschaft.

Lastenfahrräder ab 150 kg Nutzlast

(definiert als Schwerstlastenräder)

werden auch beim Kauf durch

Kommunen unterstützt mit 30 Prozent

des Anschaffungspreises (maximal

2500 Euro).

In den Bundesländern gibt es ebenfalls

Förderprogramme. Baden-Württemberg

beispielsweise unterstützt den Kauf von

elektrischen Lastwagen sowie

Lastenrädern, Nordrhein-Westfalen mit

dem Programm Progres NRW die

Anschaffung von E-Autos generell mit

40 Prozent.

DER AUTOR

Matthias Röcke, Sinzig, ist freier

Journalist mit Schwerpunkt Technik

E-Fahrzeuge

Kleine sind ganz groß

Es müssen nicht immer vier Räder sein. Auch Lastenfahrräder sind mit schwerer

Fracht und elektrischem Antrieb unterwegs. Genauso wie die schmalen

Kommunaltransporter. Zu den kleinen, effizienten E-Fahrzeugen gesellen sich

Elektroautos für den Dienstgebrauch und Transporter auf Pkw-Basis.

Die mobile Welt elektrifiziert sich,

längst nicht mehr nur im privaten

Umfeld mit den beliebten E-Bikes

und nach und nach auch einem batterieelektrisch

angetriebenen Pkw. Handel und

Gewerbe haben ebenfalls ein Auge geworfen

auf den vor Ort emissionsfreien Antrieb

– da dürfen Rathaus und städtischer

Bauhof sowie deren beauftragte Dienstleister

nicht zurückstehen. Zumal beim kommunal

genutzten Elektrofahrzeug die konzeptionell

bedingte eher knappe Reichweite

keine Rolle spielt, sie wird wohl

kaum einmal an einem Tag ausgeschöpft.

Kleine Elektrotransporter sind schon

länger bekannt und auch die größeren Lieferwagen

bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht

stehen inzwischen elektrisch bereit. Aber

was geht noch? Lassen wir die Phantasie

Außergewöhnliches Gefährt:

Das Lastenfahrrad mit

elektrischer Unterstützung ist

zuschussfähig.

schweifen. Wo Dienstfahrräder im Einsatz

sind, kommt das einfache E-Bike in Frage

– wohl eher noch als der modische Elektroroller

mit den kleinen Rädern. Richtig

ernst wird es aber beim elektrischen Lastenfahrrad.

Hier gilt es erst einmal zu

unterscheiden zwischen dem familiengerechten

Lastenfahrrad (oder sogar einem

für Hundefreunde!) und einem Lastenrad

für den Transport.

RIEMEN STATT FAHRRADKETTE

Letztere bieten eine praktisch plane Grundflächen

für die Fracht bei alltagstauglichen

Nutzlast- und Volumenwerten. Zum Beispiel

das Lastenfahrrad ProCargo CT1 von

Sortimo: Mindesttransportvolumen 1 m³

Foto: Sortimo

und 140 kg Nutzlast. Auf der niedrig angesetzten

Plattform lässt sich eine Box

montieren, auch ein Anhänger kann eingesetzt

werden. Statt der üblichen Fahrradkette

dient dem Dreirad ein Riemen für

den Antrieb. Die Neigetechnik der zwei

Vorderder erleichtert das Manövrieren,

Scheibenbremsen verzögern das unbelastet

48 Kilogramm schwere Dreirad. Die

Reichweite wird mit 40 bis 60 km angegeben.

Das Ganze ist nicht billig: Rund 6000

Euro zuzüglich Aufbausysteme. Zum Trost

gibt es Zuschüsse zu den Anschaffungskosten

durch den Bund in Höhe von 30

Prozent (maximal 2500 Euro).

Schon mehr als 20 Jahre gibt es die kleinen,

schmalen Kommunaltransporter mit

elektrischem Antrieb. Einige fahren immer

noch mit Bleibatterien, Lithium-Ionen sind

aber die Regel. Die größeren von ihnen

berühren bereits den Bereich der Geräteträger,

denn auf der Kipppritsche montierte

elektrisch betriebene Geräte (Laubsammler,

Hochdruckreiniger) lassen sich

anschließen. Die Nutzlast beträgt 1000 kg,

die maximale Reichweite liegt bei 185 km

(Beispiel Goupil G5, Preis 35 000 Euro).

Von der kleineren Sorte ist der erst kürzlich

eingeführte Tropos Able, der 565 kg Last

aufnehmen und in der Ausführung mit

Lithiums-Ionen maximal 260 km weit fahren

kann. Hier lässt sich die Pritsche zügig

gegen einen Kastenaufbau austauschen.

Der Tropos kostet rund 24 000 Euro.

DIENSTWAGEN IM MINIFORMAT

Das Angebot von Elektro-Pkw für den

Dienstgebrauch ist ebenfalls stattlich. Der

günstige am Markt, wenn man nicht auf

Kleinstwagen zurückgreifen will, kommt

von Volkswagen. Der elektrische VW

e-load up!, eine Ableitung aus der bekannten

Kleinwagenbaureihe, kostet rund

23 500 Euro. Ob es dafür auch den Umweltbonus

des Staates gibt, hängt von der

Rechtsform der beschaffenden Stelle ab

(siehe Kasten). Der up! kommt auf eine

Reichweite von 260 km, der Elektromotor

leistet 61 kW. Baugleich gibt es den Seat

Mii electric und den Skoda Citigo e iV, Konkurrenten

sind der elektrifizierte Fiat 500,

der Mini Cooper SE und der Renault Zoe.

TRIAS: Wie Hamburg auszog die

Baustellenplanung zu optimieren

Welchen Einfluss haben geplante Baumaßnahmen

während der Bauzeit auf den Verkehr?

Wenn aus dem kleinen Dienstwagen ein

Transporter auf Pkw-Basis werden soll,

existiert ebenfalls eine gewisse Auswahl.

Nissan e-NV200, Piaggio Porter, Renault

KangooZ.E. oder der VW e-Caddy von Abt

gehören dazu. Maximale Reichweiten von

74 km (Piaggio) bis 240 km (Renault) und

Nutzlasten von etwa einer halben Tonne

stehen zur Verfügung. Solche Fahrzeuge

für Transporte aller Art sind jetzt schon auf

Bauhöfen und in kommunalen Unternehmen

stark vertreten, hier ließe sich ein

Umstieg sicherlich schnell auf Strom umsetzen.

Damit sind noch längst nicht alle Möglichkeiten

elektrischer Fahrzeugalternativen

aufgezeigt. Die Transporter bis 3,5

Tonnen (siehe „der gemeinderat“, Ausgabe

7-8/20) spielen eine wichtige Rolle,

Lkw bis zwölf oder 16 Tonnen Gesamtgewicht

stehen kurz vor der Markteinführung,

elektrisch angetriebene Kehrmaschinen

gibt es bereits, Abfallsammelfahrzeuge

fahren ganz oder teilweise elektrisch

– die Elektrifizierung der Antriebe erfüllt

immer mehr die Ansprüche der Zeit.


Matthias Röcke

Die Software TRIAS hilft den Verkehrseinfluss geplanter Baumaßnahmen

zu analysieren und auf dieser Grundlage Alternativen zu planen und zu

bewerten. Der Landesbetrieb Strassen, Brücken und Gewässer der Freien

und Hansestadt Hamburg hat TRIAS bereits im Einsatz und erzielt damit

nachweislich Erfolge.

80 der gemeinderat 10/20

Lesen Sie den ausführlichen Referenzbericht: ptv.to/triasinhamburg.


Umwelt & Verkehr

Mobilität

E-Transporter aus Deutschland

ÖPNV-Tickets, Leihräder, Eintrittskarten: Mobile-Ticketing-Plattformen lassen sich zu einer Gemeindeplattform

ausbauen, in der Bürger diverse Angebote kombinieren und buchen können.

Mobiles Ticketing

Einfach und schnell

Mobile-Ticketing-Plattformen ermöglichen Kommunen einen schnellen und

risikolosen Einstieg in den digitalen Vertrieb von Mobilitätsangeboten − und

den sukzessiven Ausbau zu einer umfassenden Gemeindeplattform.

Eingeschränkter Ticketverkauf im

Bus, Kunden, die den direkten Kontakt

in Service-Centern meiden,

Fahrgäste, die lieber keine Automaten anfassen

möchten: Der öffentliche Nahverkehr

hat nach wie vor mit zahlreichen

Herausforderungen zu kämpfen. In diesen

Zeiten können digitale Vertriebskanäle wie

mobiles Ticketing ihre Innovationskraft

eindrucksvoll unter Beweis stellen. Mit

ihnen können Mobilitätsanbieter im ÖPNV

den Zugang für ihre Kunden so einfach wie

möglich gestalten.

Viele Kommunen planen deshalb derzeit

den Aufbau eines mobilen Ticketing-Angebots

für ihre Verkehrsunternehmen

– zumal sie und ihre Kunden vom

mobilen Ticketing nicht nur in Krisenzeiten

profitieren. Für die Verkehrsunternehmen

entfällt das teure Cash-Handling

durch den Fahrkartenverkauf in Bus und

Bahn sowie an Automaten; es kommt zu

keinen Verzögerungen mehr wegen eines

Ticketverkaufs durch die Fahrer; und Wartungs-

oder Reparaturservices an Fahrkartenautomaten

sind hinfällig. Die Fahrgäste

benötigen weder Kleingeld noch Automaten

und müssen sich auch nicht mit den

Tarifen auskennen.

Eine gute Möglichkeit für einen unkomplizierten

Einstieg in das mobile Ticketing

können bereits vorhandene überregionale

Ticketing-Plattformen bieten. Kommunen

haben damit nicht nur die Möglichkeit,

ÖPNV-Tickets schnell und kostengünstig

in einer mobilen App zur Verfügung zu

stellen. Sie erhalten auch die Chance, dieses

Angebot Schritt für Schritt zu einer

umfassenden digitalen Gemeindeplattform

auszubauen.

Foto: HanseCom/iStock.com/Handy: Natee Meepian; 123rf.com/Bus: Radisa Zivkovic

Von entscheidender Bedeutung ist dabei

die Bezahlung der Ticketing-Plattform. Sie

sollte in Form eines transparenten, provisionsbasierten

Pay-per-Use-Modells erfolgen.

Einführung, Betrieb, Hosting, Wartung,

Weiterentwicklung und Pflege sind

dann für die Kommune kostenfrei. Sie

muss nur soviel bezahlen, wie die App in

ihrer Region genutzt wird. Das gibt ihr die

Möglichkeit, ohne finanzielles Risiko innerhalb

weniger Wochen mit mobilem

Ticketing zu starten.

BELIEBIGE TICKETS INTEGRIEREN

Da bei einer Ticketing-Plattform wie beispielsweise

HandyTicket Deutschland die

nötige Infrastruktur bereits vorhanden ist,

geht es lediglich darum, die eigenen Tarife

in die Plattform zu integrieren. Dadurch

lassen sich nicht nur Tickets für den ÖPNV,

sondern Tickets jeglicher Art unkompliziert

digital vertreiben. Das erlaubt es

Kommunen, ihr Angebot peu à peu auszubauen.

So könnten sie zusätzlich zu den

Tickets ihres ÖPNV weitere Mobilitätsangebote

wie Car-Sharing, Leihräder oder

Rufbus und mobilitätsnahe Dienstleistungen

wie Stromtanken oder Parken einbinden

− und schließlich auch Freizeitangebote

wie Schwimmhallen, Theater oder

Museen aufnehmen.

Nutzer profitieren so am Ende von einer

umfassenden digitalen Gemeindeplattform,

in der sie alle Angebote passend

zum jeweiligen Anlass kombinieren, ganzheitlich

buchen und mit einer einzigen

Rechnung bezahlen können – beispielsweise

den Park-and-Ride-Parkplatz, die

Weiterfahrt mit dem Bus bis zum Theater,

und auch gleich die Eintrittskarte für die

gewünschte Vorstellung. Bei der Bezahlung

sollten ihnen dabei nicht nur die klassischen

Bezahlformen, sondern auch digitale

Bezahldienste wie PayPal, Apple Pay

oder Google Pay zur Verfügung stehen.

Dann ist für maximale Flexibilität gesorgt.

Martin Timmann

DER AUTOR

Martin Timmann ist Geschäftsführer von

HanseCom in Hamburg.

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82 der gemeinderat 10/20

tropos-motors.de


Umwelt & Verkehr

MOBILITÄT

DER AUTOR

Dr.-Ing. Volker Mörgenthaler ist

geschäftsführender Gesellschafter der

BIT Ingenieure AG in Karlsruhe.

Bei der Planung von Querverbindungen

zum Radschnellweg Heilbronn-Bad

Wimpfen fließen Ortskenntnisse von

Radfahrern ein.

Radwegenetz

Über Stock und Stein

In einer Machbarkeitsstudie für den Raum Heilbronn-Neckarsulm wurden die

Querverbindungen zu der geplanten Radschnellverbindung zwischen Bad

Wimpfen und Heilbronn eruiert. Das Ergebnis: Die West-Ost-Verbindungen, die

in der Studie bewertet wurden, erfüllen alle notwendigen Standards.

Leonie hat jetzt

eine Tankstelle

in ihrer Garage.

Wir machen Menschen e-mobil. Mit unseren

Lade stationen wird Stromtanken einfach.

Ob daheim oder für Kommunen: Wir bieten

die passende Lösung und bauen so die

E-Mobilität in Bayern immer weiter aus.

Energie, die Bayern weiterbringt. Bayernwerk.

Mehr unter bayernwerk.de

Foto: Touristikgemeinschaft Heilbronner Land/Jan Bürgermeister

Das Land Baden-Württemberg hat

sich auf die Fahnen geschrieben,

die Radinfrastruktur im Land

massiv auszubauen. Nach der „Rad-

Strategie“ des Landes sind vor allem

Schnellverbindungen ein wirksames Instrument

zur Radverkehrsförderung und

deshalb als Leuchtturmprojekte mit hoher

Signalwirkung besonders zu fördern

und zu realisieren. Der neue Netztyp soll

Kapazitätsengpässe im Straßennetz reduzieren

und dazu beitragen, dass die

Klimaschutzziele erreicht werden. Durch

eine Kombination aus Bundes- und Landesmitteln

kann eine Förderquote von

bis zu 90 Prozent erreicht werden – ein

attraktives Angebot für Kommunen.

Der Radschnellweg Heilbronn-Bad

Wimpfen ist eines von sechs Pilotprojekten.

Die Süd-Nord-Verbindung wird derzeit

vom Regierungspräsidium Stuttgart

und dem Amt für Straßenwesen der Stadt

Heilbronn geplant. Nun haben die Städte

Neckarsulm und Heilbronn sowie der

Landkreis Heilbronn ergänzend eine

vom Land geförderte Machbarkeitsstudie

in Auftrag gegeben. Dabei sollen die Radschnellverbindungen

in West-Ost-Richtung

eruiert und weitere Teilstrecken in

der Nord-Süd-Achse ausfindig gemacht

werden. Die Radschnellverbindungen

sollen als „Zubringer“ zur Radschnellverbindung

Heilbronn-Bad Wimpfen

dienen und Querverbindungen schaffen.

AUSFÜHRLICHE ANALYSE

Die beauftragte BIT Ingenieure AG hat

für die Studie potenzielle Korridore und

Trassenverläufe für Radschnellverbindungen

entwickelt und tiefergehend

untersucht. Dabei wurden die folgenden

Korridore betrachtet: Heilbronn–Leingarten–Schwaigern,

Heilbronn–Weinsberg–Obersulm,

Neckarsulm–Weinsberg–Obersulm,

Heilbronn–Lauffen am

Neckar und Bad Wimpfen–Offenau–

Gundelsheim. Rund 100 Kilometer wurden

dazu vor Ort befahren, Trassen bewertet,

das Nutzerpotenzial abgeschätzt,

Kosten-Nutzen-Analysen sowie Sensitivitätsanalysen

durchgeführt. Eine Bewertungsmatrix

mit 24 Kriterien zu Verkehr,

Städtebau, Umwelt, Attraktivität

und Wirtschaftlichkeit ordnete die einzelnen

Streckenführungen ein. Schließlich

kristallisierte sich für jeden der fünf

Korridore jeweils eine Vorzugstrasse mit

der gemeinderat 10/20

zusammen rund 40 Kilometern Länge

heraus. Für diese Trassen wurden insgesamt

90 Steckbriefe für Teilabschnitte

und Knotenpunkte mit Querschnittsdarstellungen

und Kostenprognosen erstellt.

Darin aufgeführt waren auch Maßnahmenempfehlungen,

um die Teilstrecken

nach den Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen

zu optimieren. Zu

diesen Standards zählen beispielsweise

eine Mindestlänge von fünf Kilometern,

Potenzial für mehr als 2 000 Radfahrende

in 24 Stunden, sichere Befahrbarkeit

auch bei hohen Geschwindigkeiten, wenig

Zeitverlust durch Anhalten und Warten,

ausreichende Breite zum Überholen

und Nebeneinanderfahren, umwegfreie

Linienführung und hohe Belagsqualität.

EINBINDUNG DER BÜRGER

Entscheidend für die letztendliche Trassenfindung

war die Einbindung und Beteiligung

der Bürger. Die Planungsbetroffenen

hatten bei einer Online-Umfrage

die Gelegenheit, ihre Ortskenntnisse und

alltäglichen Erfahrungen einzubringen,

die vorgeschlagenen Trassenverläufe zu

beurteilen, Vorschläge zu alternativen

Routen zu unterbreiten und Hinweise

auf Gefahrenstellen zu geben. Innerhalb

von vier Wochen nahmen über 200 Bürger

an der Umfrage teil. Die rund 450

Kommentare wurden geprüft und bei

den weiteren Ausführungen der Studie

berücksichtigt. So wurden Gefahrenstellen

abgetragen und alternative Routen in

die Varianten eingegliedert. Durch den

Zusammenschluss von Stadt- und Landkreis

war eine ganzheitliche räumliche

Planung über kommunalen Grenzen hinweg

möglich.

Die bewerteten West-Ost-Verbindungen

erfüllen die notwendigen Qualitätsstandards

für Radschnellverbindungen

und erzielen einen gesamtwirtschaftlichen

Nutzen. In der weiteren Planung

erfolgt eine Optimierung der Konzeption.

Bei den Nord-Süd-Trassen fehlt der Studie

zufolge entweder das erforderliche

Nutzungspotenzial oder die technischen

Voraussetzungen für eine Radschnellverbindung

sind nicht gegeben. Die Studie

empfiehlt, die West-Ost-Radschnellverbindungen

weiter zu verfolgen und die

Potenziale der Nord-Süd-Trassen im Rahmen

der überregionalen Radwegenetze

zu bündeln. Volker Mörgenthaler

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Umwelt & Verkehr Mobilität Digitalisierung

ÖPNV und E-Mobilität

„Wir tasten uns heran“

JETZT!

Die Stadtwerke Neuss modernisieren ihre Flotte. Florian Stein, Leiter Technik/

Materialwirtschaft bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke, über

Förderprogramme, Fingerspitzengefühl und die Folgen der Pandemie.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie,

welche Antriebsarten Sie einsetzen?

Florian Stein: In der regulären Wiederbeschaffung

ersetzen wir Dieselfahrzeuge

durch Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb.

Wir bevorzugen jedoch Innovationstechnologien.

Im Rahmen von Förderprogrammen

werden auch Busse mit alternativem

Antrieb angeschafft. Dennoch tasten

wir uns an neue Technologien immer erst

einmal heran, denn wir müssen den täglichen

Betrieb gewährleisten. Zum jetzigen

Zeitpunkt würden wir zum Beispiel nicht

komplett auf Elektrobusse umstellen,

selbst wenn wir eine adäquate Fördersumme

erhalten würden. Dafür ist diese

Technik noch zu neu. Künftig wird ohnehin

der Gesetzgeber mit der Clean Vehicle

Directive Anschaffungsquoten für emissionsfreie

Busse vorgeben.

Bis wann sind Busse in Neuss dann ausschließlich

elektrisch unterwegs?

Florian Stein: Wir haben einen Wiederbeschaffungszyklus

von zehn bis zwölf Jahren.

Fahrzeuge, die wir zum Beispiel 2017

gekauft haben und die zum Teil auch herkömmlich

gefördert worden sind, müssen

mindestens zehn Jahre oder 600 000 Kilometer

laufen. Das heißt, dass wir nach

heutigen Gesichtspunkten bis 2030 komplett

alternativ fahren können.

Ihr Tipp an Kommunen, die ihre Busflotte

ebenfalls umrüsten müssen?

Florian Stein: Enthusiasmus und Euphorie

sind vollkommen fehl am Platz. Die Realität

holt einen ein. Man muss sich mit sehr

viel Fingerspitzengefühl herantasten, alle

Hersteller kochen mit Wasser. Beratung ist

daher sinnvoll. Entweder die kommunalen

Unternehmen beraten sich gegenseitig

oder man engagiert einen entsprechenden

Dienstleister. Denn Erfahrungswerte sind

wichtig. Für jeden, der ein normals Tagesgeschäft

bewältigen muss, ist es sehr

schwierig, sich in die Details etwa von

Bundesförderprogramme einzuarbeiten −

das ist eine echte Herausfordung und auch

ein Grund, warum manche Förderprogramme

gar nicht erst abgerufen werden.

Bekommen Sie Feedback aus der Bürgerschaft

zur Modernisierung Ihrer Flotte?

Florian: Wir sind sehr kundenorientiert. Seit

2004 sind unsere Fahrzeuge vollklimatisiert.

Schon 1999 haben wir angefangen,

sie mit Videoüberwachungsanlagen auszurüsten,

auch bei der Motortechnologie

waren wir sehr früh auf neuestem Stand.

Wir geben sehr viel Geld im Jahr aus für

Fahrzeugreinigung, innen wie außen. Für

viele Bürger ist das wichtiger als die Antriebsform.

Dennoch gibt es viel Feedback,

besonders in den sozialen Medien.

Stichwort Corona: Wie steht es um den

ÖPNV in Neuss?

Florian Stein: Wir fahren wieder im regulären

Betrieb und setzen zusätzlich acht

Fahrzeuge morgens in der Spitze ein. Was

man noch ändern müsste, ist das Kundenverhalten.

Wenn zwei Busse der gleichen

Linie direkt nacheinander kommen, drängen

alle in den ersten. Die Schulen könnten

zudem den Schulbeginn takten. Wenn

10 000 Schüler um acht Uhr anfangen,

müssen 10 000 Schüler gleichzeitig transportiert

werden. Insgesamt liegen wir zurzeit

bei 70 Prozent Auslastung im Vergleich

zu Vor-Pandemie-Zeiten. Das wird sich

erst 2022 wieder normalisieren. se.

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Investitionsfrei einsteigen

null Einführungskosten, null Fixkosten

DIE BUSFLOTTE IN NEUSS

• 5,2 Millionen Euro wurden im Jahr 2020 in

die Modernisierung der Busflotte investiert

• 16 neue Busse mit einem leistungsverzweigtem

Hybridantrieb wurden angeschafft

(Citaro hybrid von Mercedes Benz Evobus)

• 19 Busse werden auf Euro-VI-Niveau

nachgerüstet

• 2021 kommen drei neue Elektrobusse dazu

(VDL BUs & Coach). Beschaffungsvolumen:

1,8 Millionen Euro.

Florian Stein mit Förderbescheid, hier für die Umrüstung von Motoren auf EURO-6-Niveau.

Foto: Stadtwerke Neuss

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Umwelt & Verkehr

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Ladestation

Service für

Radler

E-Bikes und Pedelecs werden in

Friedrichshafen an einer städtischen

Ladestation aufgetankt.

Energiegeladen: Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer Stadtwerk am See (links) und Friedrichshafens

Oberbürgermeister Andreas Brand eröffnen die neue Ladestation in Friedrichshafen.

In Friedrichshafen haben Stadt und

Stadtwerk die neue Ladestation für

E-Bikes und Pedelecs am Antoniusplatz

eröffnet. Gäste und Einheimische

können dort ihre Elektrofahrräder kostenlos

aufladen. Die Ladestation bietet vier

abschließbare Fächer mit jeweils zwei

gängigen 230-Volt-Steckdosen. Den Ökostrom

zum Laden gibt es an der Station

kostenlos, das Stadtwerk übernimmt die

Stromkosten. Die Ladestation hat das

Stadtwerk am See im Auftrag und in Zusammenarbeit

mit der Stadt Friedrichshafen

gebaut. Sie funktioniert ganz einfach:

Mit einem 50-Cent- oder 1-Euro-Stück als

Pfand kann man das jeweilige Fach abschließen.

In den Ladefächern sind zusätzlich

Ladekabel für verschiedene Handy-Typen

in den Fächern fest verbaut. So

kann man auch sein Handy kostenlos

„auftanken“.

www.stadtwerk-am-see.de

Foto: Stadtwerk am See

Baustellenplanung

Läuft gut

Die Software Trias verbessert den

Verkehrsfluss bei Baustellen und

unvorhersehbaren Ereignissen.

Foto: PTV Group

Trias besteht aus zwei Komponenten: dem intuitiven Frontend von Roads und dem intelligenten

Backend von PTV Visum.

Steigende Pkw-Zahlen, die mangelnde

Synchronisierung der Lichtsignalanlagen,

Unfälle oder witterungsbedingte

Widrigkeiten haben großen Einfluss

auf den Verkehrsfluss. Baustellenkoordinierer

können mit Trias die Auswirkungen

von Baumaßnahmen und den

dazugehörenden Eingriffen in die Verkehrslenkung,

wie z. B. Fahrbahnverengung

oder Umleitungen simulieren. Es

werden Varianten und Baustellenkonstellationen

durchgespielt und auf ihre Verträglichkeit

für den Verkehr untersucht.

Auch Kollegen mit wenig Erfahrung können

mit Hilfe des Tools Entscheidungen

treffen. Polizisten simulieren mit Trias verkehrliche

Auswirkung bei Störungen im

Verkehrsnetz durch Sonder- und

Ad-hoc-Ereignisse und leiten verkehrsstabilisierende

Maßnahmen ein. Sie geben

beispielsweise Ausweichempfehlungen

für Autofahrerer an die Radiosender (sogenannte

TIC-Meldungen) weiter. Den

Referenzbericht gibt es hier:

www.ptv.to/triasinhamburg

Neuer Kompakttraktor

In Reutlingen ist das Parkticket überflüssig

Flexibel wie ein Lastenfahrrad, belastbar wie ein Kleinlaster

Iseki hat den robusten Kleintraktor TXGS

24 auf den Markt gebracht. Mit einer bereifungsabhängigen

Durchfahrtsbreite ab

1,22 Meter eignet sich der neue Allrounder

ebenso für den Einsatz auf Gehwegen und

in engen Passagen. Der Allrad-Kompakttraktor

kommt im schicken modernen Design

daher und ist mit Überrollbügel oder

Kabine lieferbar. In der Bügelversion kann

er optional mit einem Frontlader ausgerüstet

werden. Die neu entwickelte Kabine

sorgt dafür, dass der Fahrer zu jeder Jahreszeit

einen komfortablen Arbeitsplatz

hat. Der Traktor verfügt über einen leistungsstarken

3-Zylinder-Dieselmotor mit

umweltfreundlicher Abgasstufe Stage-V,

22,8 PS/16,8 KW und Straßenzulassung.

www.iseki.de

Autofahrer in Reutlingen können seit kurzem

ihre Parkvorgänge auf allen kostenpflichtigen

Stellplätzen der Stadt über eine

Smartphone-App abwickeln. Per Fingertipp

auf dem Handy lässt sich der Parkvorgang

starten und stoppen, bezahlt wird

minutengenau und bargeldlos über eine

monatliche Sammelrechnung. Reutlingen

setzt dabei auf eine exklusive Partnerschaft

mit dem Anbieter Park Now.

Autofahrer laden sich wahlweise die

iOS- oder Android-Version der Park-Now-

App herunter und registrieren sich kostenlos.

Auf der Straßenkarte sehen sie alle

kostenpflichtigen Parkmöglichkeiten in

Reutlingen – etwa die Parkhäuser „Rathaus”,

„Tübinger Tor” und „Stadthalle“

sowie zahlreiche Parkzonen am Straßenrand

und auf Parkplätzen. Ist das Auto abgestellt,

startet und beendet der Nutzer

seine Parkzeit bequem per Fingertipp in

der App, so dass im Gegensatz zum Parken

mit Parkschein eine minutengenaue Abrechnung

erfolgt. Autofahrer zahlen so

also nur die Zeit, in der sie den Parkplatz

wirklich genutzt haben. Die angesammelten

Parkgebühren werden am Monatsende

verrechnet und wahlweise per Lastschrift,

PayPal oder Kreditkarte beglichen. Bei der

Nutzung fallen zusätzlich zu den regulären,

minutengenau abgerechneten Parkkosten

geringe Servicegebühren an. Nutzer

haben die Wahl zwischen zwei Tarifen:

dem Silberpaket für Gelegenheitsparker,

bei dem eine Servicegebühr von 25 Cent

pro Parkvorgang berechnet wird, und dem

Goldpaket für Vielparker.

www.park-now.com

EIT InnoEnergy investiert 3 Millionen Euro

über die nächsten zwei Jahre, um den

europaweiten Markeintritt von „ONO“

(Onomotion GmbH) zu unterstützen. Der

Marktstart des „ONO PAT“ ist in Deutschland

für Herbst dieses Jahres in den Städten

Berlin, München und Leipzig sowie auf

der Insel Langeoog geplant. Der als E-Bike

klassifizierte elektrische Transporter verbindet

die Flexibilität eines Lastenfahrrads

mit der Ladekapazität und Belastbarkeit

eines Kleinlasters. Das Ergebnis ist eine

auf den Anwendungszweck zugeschnittene

und emissionsfreie Lösung, die dem

Bedürfnis nach sauberem innerstädtischen

Transport Rechnung trägt.

Der „ONO PAT“ ist vollständig modular

aufgebaut, so dass sich die verschiedenen

Module in nur wenigen Minuten austauschen

lassen. Das mit Bauteilen und Prozessen

aus der Automobilindustrie gefertigte

Fahrzeug verfügt über eine austauschbare

Batterie, hat eine Reichweite

von 60 Kilometern und ist im Betrieb vollständig

emissionsfrei.

www.onomotion.com

Prüfungs- und rechtssicher finanzielle Spielräume schaffen

Was Kämmerer aus der Fassung bringt.

Foto: Onomotion GmbH

Neuer „ONO PAT“: Die Cargo-Einheit lässt sich

mit wenigen Handgriffen abmontieren

KOMMUNALWAHL 2020

zfm berät an die 500 Kommunen in ganz Deutschland bei der Besetzung von

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Parlament & Verwaltung

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Parlament & Verwaltung

„Leicht Verrücktes führt

zu großen Sympathiebekundungen

beim Bürger.“

Holger Jung

ZUR PERSON

Holger Jung (CDU) war bis zu seiner

erfolgreichen Wahl zum Bürgermeister

am 13.9.2020 Erster Beigeordneter der

Stadt Meckenheim und hat in dieser

Position das Personalentwicklungskonzept

der Stadt mitentwickelt.

ONLINE

JOB

INTERVIEW

Mehr zum Thema sowie die Langfassung

des Interviews finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de

Foto: Erik Spilles/CDU Meckenheim

Attraktiver Arbeitgeber

Um neue Bewerber anzuziehen, hat die Stadt Meckenheim ihr Personalentwicklungskonzept

modernisiert. Holger Jung, designierter Bürgermeister, erläutert im

Interview, wie das neue Konzept aussieht.

Was war bei der Erstellung des Personalentwicklungskonzepts

besonders wichtig?

Holger Jung: Das Konzept wurde 2013 erstellt

und beinhaltete die Zusammenführung

der vorhandenen Leistungsgrundlagen.

Hinzugekommen ist die Entwicklung des

Führungsleitbildes. Damit wurde der Rahmen

für ein einheitliches Führungsverhalten

gesteckt. Bei der Erstellung war mir

besonders wichtig, dass das Konzept auch

in Zukunft aktuell bleibt und eine konsequente

Handlungsrichtlinie vorgibt.

Wie versuchen Sie, dem demografischen

Wandel zu begegnen?

Jung: Den Fachkräftemangel haben wir früh

erkannt und bilden seit Jahren konsequent

aus, um den eigenen Bedarf zu decken.

Allerdings können wir nicht die Verwaltung

überfrachten, da wir Wert auf eine

gute Ausbildung und die persönliche Entwicklung

der Auszubildenden legen.

Um Mitarbeiter zu gewinnen beschreitet

die Stadt Meckenheim vielfältige Wege,

auch auf Facebook. Wie konnten Sie sich

und die Mitarbeiter dafür begeistern?

Jung: Social Media bietet Stadtverwaltungen

die Möglichkeit, sich auf eine kreative

und freche Art zu präsentieren. Die Entwicklung

der Abonnenten- und „Gefällt-mir“-Zahlen

zeigt, dass der Auftritt

gut ankommt. Die Mitarbeiter nutzen die

„Social-Media-Sprache“ ebenso wie Piktogramme

und Fotos, die als Blickfang wirken.

Die neuen Anforderungen kommen

bei den Mitarbeitern gut an, eigene Ideen

können schnell umgesetzt werden. Leicht

Verrücktes traut man einer Kommune

nicht zu, führt aber zu großen Sympathiebekundungen

bei Bürgern und der Belegschaft.

Dadurch entsteht mehr Identifizierung

mit Stadt und Arbeitgeber.

Die Digitalisierung stellt Kommunen vor

eine große Herausforderung. Reicht es, die

eigenen Mitarbeiter zu fördern, um den

neuen Aufgaben adäquat zu begegnen?

Jung: Im Rahmen der Personalentwicklung

und des Qualifizierungsmanagements

wird geeigneten Bewerbern die Möglichkeit

gegeben, sich weiter zu qualifizieren.

Zeitliche Umsetzungsbedingungen und

bestehende Vakanzen machen es aber erforderlich,

Personal zu akquirieren, und es

ist leider nicht ausreichend, sich nur auf

das eigene Personal zu fokussieren.

Wie sieht das betriebliche Gesundheitskonzept

aus? Wie wichtig ist dieser Punkt?

Jung: Die Gesundheit ist das höchste Gut

des Menschen. Als Arbeitgeber stelle ich

für die Umsetzung von BGM-Maßnahmen

Haushaltsmittel zur Verfügung. Unser betriebliches

Gesundheitskonzept wird gemeinsam

von Arbeitgeber und Personalvertretung

getragen. Wir haben gesundheitsfördernde

Rahmenbedingungen geschaffen

und das Gesundheitsbewusstsein

gestärkt. Durch gezielte Maßnahmen soll

bewusstes Verhalten in den Fokus gerückt

werden. Führungskräfte haben besondere

Verantwortung: Mit einem umsichtigen

Führungsstil tragen sie zu einem guten

und gesunden Arbeitsklima bei.

Müssen Sie das Konzept den Auswirkungen

der Corona-Pandemie anpassen?

Jung: Ja, das müssen wir. Das betrifft vor

allem die Formen des Arbeitens. Die Digitalisierung

bei der Aufgabenerfüllung

und die Ausweitung der Homeoffice-

Optionen werden dabei zu den Schwerpunkten

gehören. Auch auf die technische

Qualifizierung werden wir in der Zukunft

ein stärkeres Augenmerk legen müssen.


Interview: Denise Fiedler

Foto: Adobe Stock/bnenin

JOB-TIPP

powered by zfm

Ein transparentes und individuell ausgerichtetes Bewerbungsverfahren sorgt bei den Kandidaten

für eine positive „Candidate Experience“ und trägt zu einer guten Bewertung bei.

Sicher rekrutieren

Aufgrund der begrenzten Anzahl an qualifizierten Fach- und Führungskräften

ist es wichtiger denn je für Kommunen, wettbewerbsfähig zu sein und Bewerber

von sich als Arbeitgeber zu überzeugen.

In einem durch den Fachkräftemangel

bedingten „Arbeitnehmermarkt“ hat

sich der bisherige Recruiting-Ansatz

umgekehrt. Waren es früher die Kandidaten,

die konkurrierten, sind es heute die

Kommunen, die sich um Arbeitnehmer

bemühen müssen. Dabei gilt es nicht nur,

sich gegen die freie Wirtschaft zu behaupten,

sondern auch im kommunalen Wettbewerb

zu bestehen. Erfolgsentscheidend

für die Verwaltungen ist es, gute Gründe

zu liefern, warum ein Bewerber sich für

sie entscheiden sollte. Eine gute Reputation

macht hier oft schon den Unterschied.

Die „Candidate Experience“ gewinnt in

diesem Kontext an Bedeutung. Dieser Begriff

meint alle subjektiven Eindrücke, die

ein Bewerber im Rekrutierungsprozess

wahrnimmt. Aus den beobachteten Ereignissen

zieht er Rückschlüsse auf die Arbeitsbedingungen

und die Arbeitgeberattraktivität.

Daher sollte in diesem Prozess

jeder Kontaktpunkt zum Kandidaten positiv

und motivierend gestaltet werden.

Um eine positive Candidate Experience

zu erzeugen, sollte man die Perspektive

wechseln und die Bewerber in den Mittelpunkt

stellen. Jeder Bewerber sollte als

potenzieller neuer Mitarbeiter behandelt

werden. Dem Selbstbewusstsein der Kandidaten

wird so Rechnung getragen. Negativerfahrungen

von Bewerbern führen oft

zu negativen Bewertungen in Foren oder

über Mund-zu-Mund-Propaganda. Umgekehrt

bedeutet es, dass zufriedene Kandidaten

ein positives Bewerbungserlebnis,

unabhängig vom Ergebnis, häufiger teilen.

POSITIVE ERLEBNISSE STÄRKEN

Ziel sollte es sein, negative Erlebnisse im

Personalgewinnungsprozess zu reduzieren

und positive Erlebnisse zu verstärken. Die

Erfolgsfaktoren für die Candidate Experience

sollten in allen Prozessphasen berücksichtigt

werden. Die Kommune muss

proaktiv für sich werben und sich erlebbar

machen. Hierzu gehört die Bereitstellung

leicht zugänglicher Informationen über die

Homepage ebenso wie die Außendarstellung

über soziale Netzwerke, Kongresse

und Messen. Die Stellenanzeigen sollten

informativ und adressatengerecht formuliert

sein. Eine unkomplizierte Online-Bewerbungsmöglichkeit

ist ebenso erfolgsentscheidend

wie eine zeitnahe Reaktion.

Kandidaten erwarten heutzutage ein zügiges

Bewerbungsverfahren. Je länger sich

der Prozess der Entscheidungsfindung hinzieht,

desto negativer fällt das Urteil aus.

Da sich die meisten Kandidaten auf mehrere

Stellenangebote bewerben, entscheiden

sie sich bei Verzögerungen möglicherweise

für einen anderen Arbeitgeber.

ZEITNAHE INFORMATIONEN

Bewerber wollen kontinuierlich informiert

und individuell umworben werden. Dazu

gehören konstante, gut erreichbare Ansprechpartner.

So zeigt die Kommune Interesse

an den Kandidaten. Auftretende

Unsicherheiten können zeitnah wahrgenommen

und aufgelöst werden.

Professionelle Vorstellungsgespräche

mit angenehmer Atmosphäre entsprechen

heute den Erwartungen der Kandidaten,

ebenso die Transparenenz im Bewerbungsprozess

ist. Gerade der Wunsch der Kandidaten

nach der Nachvollziehbarkeit

der Auswahlschritte sollte beachtet werden.

Am Ende steht ein individuelles Feedback

zum Bewerbungsprozess: Dieses

wirkt auch bei abgesagten Kandidaten

positiv.

Ein strukturiertes Onboarding nach der

Einstellungsentscheidung wirkt auf den

eingestellten Kandidaten motivationsfördernd.

Feste Ansprechpartner sichern eine

reibungslose Einarbeitung. Der positive

Eindruck durch ein bewerberzentriertes

Verfahren sollte durch die Integration des

neuen Mitarbeiters erhalten bleiben. Dies

begründet ein positives und langfristiges

Arbeitsverhältnis. Barbara Morschhaeuser

DIE AUTORIN

Barbara Morschhaeuser ist Beraterin beim

Zentrum für Management zfm

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und touristisch!

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Stadtbaurat (m/w/d)

Für Sie ist die Weiterentwicklung unseres Wirtschaftsstandortes keine

Aufgabe, sondern Berufung!

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Geschäftsführer (m/w/d) Wirtschaft & Marketing

Soest GmbH

Setzen Sie in herausgehobener Position die richtigen Impulse

für Ökologie, Klima und Umwelt!

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Beigeordneter (m/w/d) Umwelt

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jungen und dynamischen Stadtgesellschaft!

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Projektmanager Hochbau / Architekt (m/w/d)

Nehmen Sie in entscheidender Querschnittsfunktion Kurs auf

eine innovative Verwaltungsorganisation!

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Leitung (m/w/d) des Haupt- und Personalamtes

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Bewerben Sie sich direkt bei der Beratungsgesellschaft zfm. Für einen ersten vertraulichen

Kontakt stehen Ihnen dort unter der Rufnummer 0228/265004 unsere Berater Julia

Schwick, Roland Matuszewski und Sebastian Stiewe gerne zur Verfügung.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.treffpunkt-kommune.de/top-stellenmarkt

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KURZ GEMELDET

Im Umbau

Die Stadt Velbert (NRW) setzt bei

Umbau, Modernisierung und Betrieb

des Bürgerforums Niederberg auf die

Vinci Facilities Solutions GmbH. Es ist

das erste Projekt in in Öffentlich-Privater

Partnerschaft (ÖPP), das mit

staatlichen Fördermitteln für Städtebau

realisiert wird. Renovierung, Erweiterung

und Aufstockung des Gebäudekomplexes

werden voraussichtlich 44 Millionen

Euro kosten. Rund 15 Millionen Euro

davon investiert die Stadt Velbert, der

verbleibende Anteil wird aus

Fördermitteltöpfen von Bund und Land

gedeckt. Für den anschließenden

Betrieb über eine vertraglich definierte

Laufzeit von 25 Jahren – u.a.

Hausmeisterdienste, Wartungen,

Winterdienst – sind insgesamt rund 32

Millionen Euro veranschlagt.

Im Einsatz

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG

(SSB) setzt auf der City-Schnellbuslinie

X1 künftig zwei vollelektrische

Gelenkbusse des Typs Volvo 7900 EA

ein. Es sind die ersten beiden

Elektro-Gelenkbusse von Volvo, die in

Deutschland in Betrieb genommen

worden sind. Sie bieten Platz für bis zu

150 Fahrgäste und sind für den Einsatz

auf der Stuttgarter Schnellbuslinie X1

vorgesehen. Die SSB strebt nach

Elektrobussen mit ähnlicher Reichweite

und Verfügbarkeit wie herkömmliche

Dieselbusse.

Ein Sicherheitskonzept ist für eine Veranstaltung derzeit besonders wichtig: Eine spezielle Beurteilungshilfe

bewertet mögliche Übertragungswege im Hinblick auf Corona.

Veranstaltungen

Risiken ermitteln

Eine Beurteilungshilfe zur Bewertung

der Verbreitungswahrscheinlichkeit

von SARS-CoV-2 unterstützt die

Planung und Umsetzung sicherer

Veranstaltungen.

Veranstaltungen bergen nicht nur

Risiken und Gefahren, sondern

auch die Möglichkeit, in einer klar

definierten Sphäre wirksame Maßnahmen

zu definieren, umzusetzen und zu kontrollieren

– oftmals sogar konsequenter als

es im Alltag möglich ist.

Vabeg Eventsafety Deutschland hat

unter Mitarbeit von Ärzten, Virologen, Behördenvertretern

und anderen die Beurteilungshilfe

„Vabeg waVe“ entwickelt. Damit

sollen Veranstaltungen sowie temporäre

Menschenansammlungen mit Verweilcharakter

möglichst frühzeitig – idealerweise

bereits zu Beginn der Vorplanungsphase

– hinsichtlich einer möglichen

Verbreitungswahrscheinlichkeit von SARS-

CoV-2 bewertet werden. „Vabeg waVe“

steht Veranstaltern, Betreibern von Versammlungsstätten,

aber auch Behörden

wie Ordnungs- oder Gesundheitsämtern

kostenfrei und neutral unter www.infektionsschutzkonzept.de

zur Verfügung.

Mittels eines Fragenkataloges werden relevante

Kriterien, Gegebenheiten und

Maßnahmen der geplanten Veranstaltung

im Hinblick auf mögliche Übertragungswege

und Wahrscheinlichkeiten bewertet

und mit der Verbreitungswahrscheinlichkeit

im (maßnahmenregulierten) Alltag

verglichen.

Der so ermittelte Wert und die zusammenfassende

Darstellung der relevanten

Kriterien gibt der Veranstaltungsbranche

die Möglichkeit, eine objektive und nachvollziehbare

Argumentationsgrundlage für

die weitere Planung und ggf. notwendige

Genehmigungsverfahren vorzulegen.

www.vabeg.com

Foto: Vabeg Eventsafety

Foto: Berger Raumsysteme

Mit dem neuen Einscheiben-Winterdienststreuer

Taxon erweitert die Rauch Landmaschinenfabrik

GmbH das Programm um

einen Salz-, Sand-und Splittstreuer mit

vollautomatischer Schneckendosierung

und innovativem EcoTron Streucomputer.

Der neue Präzisions-Scheibenstreuer führt

die Streugüter durch eine hydraulisch angetriebene

Förderschnecke der Edelstahl-Wurfscheibe

zu. Vorteil: Auch problematische

Streugüter wie nasses Salz

werden durch die senkrechten Bordwände

und die Schnecke zuverlässig dosiert und

durch die ebenfalls hydraulisch angetriebene

Wurfscheibe präzise ausgebracht.

www.rauch.de

Toilettenanlagen

Nach Wunsch gebaut

Statt Kurzarbeit hieß es Neueinstellungen,

statt Stillstand gab es Bewegung in der

Produktion: Berger Raumsysteme hat auch

in den vergangenen Monaten viele Modelle

hergestellt, vom Mini-WC über behindertengerechte

Anlagen bis hin zu großen

zusammengesetzten Bauten. Die Sanitär-

und WC-Module werden individuell

nach Nutzung und Zweck geplant und im

eigenen Werk Ebendörfel gefertigt − mittlerweile

sind es über 700 Anlagen.

www.berger-raumsysteme.de

Auch von außen sind die Anlagen ein Hingucker,

was Stabilität und Beständigkeit keinen

Abbruch tut.

Grafik: ball b

Blick in das Innere derderschutzbox: Daten

werden direkt in eine Cloud übertragen und

können am PC oder Tablet abgerufen werden.

derschutzboxen

Einfache Analyse

Mit den Köderschutzboxen ToxProtect

1402NEX und 1402NEX-VF für den festen

bzw. flexiblen Einsatz im Kanal sowie die

ToxProtect 1602N für den oberirdischen

Einsatz bietet das Nürnberger Unternehmen

„ball-b“ nun Modelle an, die Daten

zum lokalen Rattenvorkommen von den

einzelnen Köderschutzboxen direkt per

NB-IoT-Funk in eine Cloud übertragen.

Selbst im Vergleich zu den bisherigen Tox-

Protect-Modellen, bei denen die Köderschutzboxen

im Schacht über ein funkbasiertes

Lesegerät von der Straße ausgelesen

werden können, lässt sich der Personalaufwand

so um weitere 60−70 Prozent

reduzieren.

Der bisher bewährte ULE-Funkstandard

kann parallel dazu dort genutzt werden,

wo kein NB-IoT-Netz von der Deutschen

Telekom zur Verfügung steht. Ob variabel

oder permanent eingesetzt: Die Köderschutzboxen

sind immer fest und sicher

im Schacht verbaut. Insbesondere erfüllen

sie laut Hersteller die gesetzlich vorgeschriebenen

Anforderungen und verhindern

den Kontakt zwischen Giftköder und

Wasser. Die Anwendungserfahrungen von

Kommunen zeigten, dass der Einsatz von

Giftködern mit ToxProtect im Vergleich zu

ungeschützten Ködern am Draht um über

95 Prozent reduziert werden kann. Zudem

deckt eine Köderschutzbox einen Radius

von ca. 250−300 Meter ab. Mit der Drahtmethode

mussten für einen vergleichbaren

Effekt in rund 30 Schächten Köder eingehängt

werden.

www.ball-b.de

Foto: Discgolfpark Germany

Durch die Initiative des Turn und Sportvereins

Lichterfelde ist Berlin seit diesem Jahr

um eine Freizeit- und Breitensportattraktion

reicher. Die direkt am Teltowkanal

gelegene Disc-Golf-Anlage umfasst neun

Bahnen und wurde vom Berliner Unternehmen

DiscGolfPark umgesetzt.

Disc Golf ist denkbar einfach, jeder

kann es innerhalb weniger Minuten lernen

und sich auch ohne Platzreife sofort ausprobieren.

Disc Golf ist eine inklusive Breitensportart

und unabhängig von Alter oder

körperlicher Leistung wächst schnell der

Spaß am Spiel mit der Disc-Golf-Scheibe.

Es ist sowohl möglich, eine Runde mit der

Familie zu spielen als auch an leistungsorientierten

Wettkämpfen teilzunehmen.

Der Kostenpunkt ist zu vernachlässigen.

Eine Scheibe kostet ca. 10 Euro; meist wird

das Equipment auch zum Verleih angeboten.

Und: Disc Golf kombiniert die Genauigkeit

des Golfsports mit dem Spaß des Frisbeesports.

Platzreife erlangt man in wenigen

Minuten, eine Frisbeescheibe werfen

kann eigentlich jeder.

Der Errichtung der Anlage hatte die zuständige

Bezirksverordnetenversammlung

Steglitz-Zehlendorf bereits 2019 zugestimmt.

Geld für die Anlage gaben unter

anderem der Landessportbund Berlin und

die „Aktion Mensch“. Disc Golf kann immer

mit Abstand zueinander gespielt werden,

die Kontaktregeln können bei dieser

Outdoorsportart eingehalten werdem. Das

Spiel mit der Disc-Golf-Scheibe ist zu

Recht eine der am schnellsten wachsenden

Sportarten.

www.discgolfpark.de

Neuer Spaß mit altbekannter Scheibe: Disc

Golf kombiniert Golf und Frisbeespielen und

kann auch mit Abstand gespielt werden.

94 der gemeinderat 10/20

der gemeinderat 10/20

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97


Vorschau der gemeinderat 11/20

VORSCHAU

swb Beleuchtung

Ohne Turbonetz keine Zukunft

Corona hat eindeutig gezeigt: Ohne hoch leistungsfähige Breitbandinfrastruktur kommt

Deutschland nicht aus. Unternehmen benötigen sie für den Datentransport und die

Anbindung ihrer Mitarbeiter im Homeoffice, Bildungseinrichtungen für einen zeitgemäßen

Unterricht, die öffentliche Verwaltung für die Bereitstellung digitaler Bürgerservices.

Extra: Digitale Schule

Der Stand der Digitalisierung in den Schulen

ist eines der zentralen Themen in der

Corona-Zeit. Dass Nachholbedarf besteht,

ist hinlänglich bekannt. In der Novemberausgabe

schildern wir, wie nun Tempo in

die Modernisierung der Schulen kommt.

6,5 Milliarden Euro stehen für die Digitalisierung

bereit. Die Milliarden müssen

nun zügig eingesetzt werden.

Foto: Adobe Stock/Robert Kneschek

Die nächste

Ausgabe

erscheint ab

20. November

Wohnraum schaffen

Jenseits der unmittelbaren Krisenbewältigung

in Zeiten von Corona müssen die

Kommunen weiter ihre Standardaufgaben

erfüllen. Dazu zählen die Schaffung bezahlbaren

Wohnraums, die Erneuerung

und der Ausbau der Bildungsinfrastruktur

sowie das umweltgerechte Sanieren und

Errichten öffentlicher Bauten. In unserer

Novemberausgabe geben wir ein Update.

Foto: Adobe Stock/Boris Edelmann

Foto: Adobe Stock/Serraiocco Tino

IMPRESSUM

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für

die kommunale Praxis

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Tilmann Distelbarth

Verlagsleitung Beate Semmler (V.i.S.d.P.)

Leitung Produktmanagement Print &

Digital Lisa Hofmann-Vorbach

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktionsleitung Denise Fiedler,

Dirk Täuber (Sonderthemen)

Redaktion Jörg Benzing

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management Kai-Christian Gaaz

Vertrieb Natalie Toth

(natalie.toth@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Erscheinungsweise monatlich

Bezugsbedingungen

Der Einzelpreis beträgt 8,50 Euro

zzgl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Jah res abonnement: 95,50 Euro

inkl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Es gelten die Mediadaten Nr. 43

vom 1. Januar 2020

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18,

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300, info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch Hall–Crailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

Möller Druck und Verlag GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung –

auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem

UltraMag Plus Silk-Recyclingpapier

aus 100% Altpapier, zertifiziert mit den

Umweltsiegeln „Der Blaue Engel“, „EU-

Ecolabel“ sowie FSC- und PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

98 der gemeinderat 10/20

NEUE STRASSENBELEUCHTUNG

OHNE EIGENKAPITAL UND

STAATLICHE FÖRDERUNG

Wir investieren in Ihre Zukunft, damit Sie schnellstmöglich Ihre Klimaziele

erreichen und Ihr Budget für andere Zwecke nutzen können:

> LED-Komplettsanierung Ihrer Beleuchtungsanlage im ersten Vertragsjahr durch

swb Beleuchtung, d. h. es sind keine KAG-Maßnahmen, keine Investitionen

und keine Finanzierung seitens der Kommune nötig.

> Lichtpunktgenaue Abrechnung und niedrige jährliche Abschlagszahlungen

> Full-Service-Betreuung inklusive 24/7 Störungshotline

> Langfristige Herstellergarantien und gesicherte Ersatzteilversorgung

> Smarte Steuerungssysteme

> Ökostrom

Weitere Infos und Broschüren finden Sie

unter www.swb-beleuchtung.de.

Ihre Ansprechpartner vor Ort:

NRW

Niedersachsen

Niedersachsen

Schleswig-Holstein

Oliver Balzer

links der Weser

rechts der Weser

Michael Porsch

Mobil 0152 03671502

Berthold Laing

Kai-Uwe Petereit

Mobil 0162 7898430

oliver.balzer@

Mobil 0152 06314098

Mobil 0152 09291892

michael.porsch@

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