möbel kultur 10/20

holzmannverlag

10 I 2020

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Faceto-Face

Endlich wieder Messen!

Das Möbel- und Küchenbusiness

auf der Sonnenseite

Foto: Schüller

Stark aufgestellt

Wie es bei der MHK personell weitergeht

COOLE KONZEPTE

LOODS 5 &

RED CORNER

Poggenpohl: Marke mit Weltruf

IFA: Hybrid in der Hauptstadt

Ehrmann: Nr. 7 in neuem Glanz

Elbgestöber: Influencerin mit Ausblick

DeinSchrank: Bewusst made in Germany

Oberfranken: Live-Erlebnis unersetzlich


TOP-THEMA/MOW-ANALYSE

Endlich

wieder Messe

Während der gesamten Messewoche gab das Wetter das Motto vor: Denn

die Einrichtungsbranche sitzt auf der Sonnenseite, seitdem der Lockdown

aufgehoben wurde. Das hatte in diesem verrückten Corona-Jahr noch vor

einigen Monaten wohl niemand kommen sehen, weshalb das kollektive

Auf atmen in den Ausstellungen deutlich zu spüren und der Bedarf nach

frischer Ware groß war. Doch mit dem aktuellen Erfolg entstehen neue

Herausforderungen. Was zwischen Bad Salzuflen, Lügde, Gütersloh und

Die penau auf der Agenda stand, hat die „möbel kultur“- Redaktion in zehn

Beobachtungen zusammengefasst.

24 möbel kultur 10/2020


1Messen sind auch in Corona-

Zeiten möglich: Auch wenn der

Infektionstrend dagegensprach,

auch wenn die Reisemöglichkeiten

in Europa stark eingeschränkt

waren und auch wenn die Frequenz

am Ende niedriger war

(aber dennoch höher als erwartet)

– die Herbstmessen haben

funktioniert und der Aufwand

hat sich gerechnet. Möbel muss

man live sehen und fühlen, davon

überzeugten sich Aussteller und

Besucher im Messeverlauf mehr

denn je. Digitale Angebote können

unterstützen, wenn auch hier

das Matchmaking und nicht der

Einkaufsprozess im Vordergrund

stand: „Als wichtigstes Tool des

neuen Portals kuechenherbst.

online kristallisierte sich schnell

die Visitenkarten-Übergabe heraus,

Großer Wurf für Domo: Der

Polstermöbelhersteller vermarktet

ab sofort in Lizenz

die Looks by Wolfgang

Joop-Kollektion. Dazu

gehören insgesamt sechs

Sofa- und Sessel-Modelle.

Danke an die Besucher für ihr Erscheinen

und das getätigte Business. Bernd Schäfermeier, Andreas Reibchen, M.O.W.-Veranstalter

Fotos: M.O.W., Polipol, möbel kultur

denn darüber lassen sich effizient

und direkt echte Leads generieren

bzw. Geschäfte anbahnen“, vermeldete

beispielsweise Michael Rambach,

Trendfairs-Geschäftsführer.

„Danke an die Besucher für

ihr Erscheinen und das getätigte

Business. Danke an alle Beteiligten

für die Disziplin und Sorgfalt.

Gemeinsam haben wir bewiesen,

dass Messe machbar ist, wenn

sich alle an die Regeln halten“, so

das Fazit der beiden M.O.W.-Veranstalter

Andreas Reibchen und

Bernd Schäfermeier. Die sinnlichen

Dimensionen einer Messe –

gemeinsam reden, handeln, ja,

auch lachen – erfülle kein Digitalformat.

Für die „imm cologne“

sind das Signale, die Mut machen.

Wenn sich alle Beteiligten an die

Sicherheitsvorkehrungen und

Die Polipol-Gruppe hatte seine

Kunden wie gewohnt nach

Diepenau geladen. Doch auch

wer nicht kommen konnte,

sollte bestens bedient werden,

wofür kurzerhand eine „digitale

Live-Messe“ mit iPad und

Livestream organisiert wurde

(siehe auch S. 82-85).

Abstandsregeln halten, sind Veranstaltungen

dieser Art machbar.

Deshalb sollte sich die gesamte

Branche sehr gut überlegen, wie

sie mit dem Messestandort Köln

2021 umgeht, damit kein nachhaltiger

Schaden entsteht. Für

die Kölner kam es während der

Messewoche allerdings dicke.

Erst kündigten die Frankfurter

an, ihre Konsumgütermessen ins

zweite Quartal 2021 zu verschieben

(siehe S. 97)und dann wurde

deutlich, dass die Infektionszahlen

wieder steigen. Dass es keine

Option für das Wirtschaftsleben

sein kann, ein oder zwei Jahre auf

Pause zu stellen, steht auf einem

anderen Blatt.

Dementsprechend setzten die

Kölner nochmal ein Zeichen: „In

Köln halten wir selbstverständlich

weiterhin an unseren Plänen fest,

bald wieder Messen auf unserem

Gelände zu veranstalten“, sagte

Koelnmesse-Chef Gerald Böse.

Dabei soll die „imm cologne“ auch

digitaler werden: „Es wird nicht

mehr nur um die Anzahl der Aussteller

und die Anzahl der Besucher

sowie deren Herkunft gehen – wir

wollen uns auch an der digitalen

Reichweite messen lassen“, sagt

Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter

Messemanagement

der Koelnmesse. Hybride Formate

werden die Zukunft sein.

2

Entschleunigung allerorten: Das

Business verlief entspannter denn

je – und die Einkäufer nahmen

sich viel Zeit für Gespräche und

die Sortimentierung. Schließlich

war das Angebot in diesem Jahr

limitierter und der reisetechnische

Zeitdruck nicht ganz so groß. Viele

bewerten es positiv, dass die Neuheitenschraube

mal etwas langsamer

gedreht wird. Der Fokus lag

weniger auf krachenden Neuheiten

als auf Modelloptimierungen. Insbesondere

in Bad Salzuflen war das

10/2020 möbel kultur 25


TOP-THEMA/MARKETPLACES 2020

Neue Chancen

jetzt ergreifen!

Über eines waren sich

die Teilnehmer des Events

„Marketplaces 2020“, das

die „möbel kultur“ am

3. September gemeinsam

mit Finc3Commerce

organisiert hat, einig:

Der Austausch in der

Branche hat allen nach

langer Pause gut getan.

Und da die Hygienevorschriften

in der

Founders Foundation

in Bielefeld bestens

20

eingehalten werden

konnten, waren die

Voraussetzungen

für das umfangreiche

Vortragsprogramm ideal.

20

Einleitend wies „möbel kultur“-

Chefredakteur Sascha Tapken

darauf hin, dass die Marktplätze

eine immer größere Rolle für

das Segment Home & Living spielen.

Gerade in der Corona-Krise haben die

Marketplaces ihre Bedeutung noch

einmal stärken können, was nicht

zuletzt daran liegt, dass sich zunehmend

auch einstige Pure Player wie

Otto, Wayfair oder Zalando in Portale

mit Drittanbietern verwandeln.

Ebenfalls sollte der Workshop-Tag

dazu dienen, die Frage zu beantworten,

welche Marketplaces für Home

& Living relevant sind. Immerhin

gibt es allein in der DACH- Region

möbel kultur“-Chefredakteur Sascha

Tapken gab einen Überblick über

aktuelle Marktplatzthemen. Bei

knapp 500 Marketplaces allein in der

DACH-Region ist Orientierung nicht einfach.

Rechts: Die Erfolgsformel für das

Martkplatzgeschäft laut Moebel.de-

Vorstand Arne Stock.

30 möbel kultur 10/2020


inzwischen eine Bandbreite von

knapp 500 unterschiedlichen Markt -

platz-Formaten.

In seinem Impulsvortag „Gähnende

Leere? Die Handelslandschaft

im Jahre 2025“ stellte auch Jan

Bechler, OMR/Finc3 Commerce,

fest, dass die Digitalisierung rasant

an Fahrt aufnimmt. Es gleichwohl

aber auch im stationären Handel neue

Konzepte geben werde, wie z. B. das

geplante City-Haus von Möbel Hardeck

in Hamburg. „Ein schlauer Move

für die Möbelbranche, in die Städte

zu gehen.“

Auf den Weg durch die Online-

Marketing-Landkarte führte Arne

Stock von Moebel.de. Er ermutigte

die Zuhörer, einfach mal unterschiedliche

Werbeformate auszuprobieren.

„Auch mit kleinen Budgets kann man

loslegen.“ Mut sei der entscheidende

Erfolgsfaktor.

Welche rechtlichen Tücken auf

Unternehmen lauern, wenn sie auf

Plattformvertrieb setzen, darüber

informierte Rechtsanwalt Dr. Lars

Maritzen von der Kanzlei Orth Kluth.

Wie man die Plattformen so richtig

rocken kann, darüber erzählte

Michael Atug, der ein Geschäft für

Werkzeug betreibt und bereits seit

2001 auf Plattformen wie Amazon

unterwegs ist. Authentisch berichtete

er von seinen Erfolgen auf Onlinemarktplätzen,

erzählte aber auch

über die Probleme, die auftauchen

können. Auch er appellierte aber:

„Macht etwas, immer nur Bla Bla

bringt es nicht.“

Die Vor- und Nachteile von Amazon,

Ebay und Otto sowie die einzelnen

Instrumente, die die Plattformen

bieten, analysierte anschließend

Daniel Zemitsch, Finc3 Commerce.

Aus seinem spannenden Vortrag ergaben

sich viele individuelle Fragen aus

dem Publikum, die lebhaft diskutiert

wurden.

Abschließend stellte Roman Heim -

bold seine Plattform Atalanda vor,

die sich auf regionale Anbieter und

städtische Vermarktungskonzepte

konzentriert.

Fazit der Veranstaltung: Die Marketplaces

bieten auch für die Möbelbranche

viele Chancen, die neben der

stationären Präsenz genutzt werden

sollten, wenn man das Geschäft mit

„Daten, Grips und Mut“ betreibt, wie

Arne Stock in einer einleuchtenden

Gleichung zusammenfasste.


RITA BREER

www.holzmann-events.de

Dr. Lars Maritzen, Kanzlei Orth

Kluth: „Es gibt Tücken.“

Arne Stock, Moebel.de:

„Mut ist das Wichtigste!“

Roman Heimbold, Atalanda:

„Immer mehr Kunden wollen

regional kaufen.“

Werkzeughändler und Digital

Rockstar: Michael Atug.

Daniel Zemitsch, Finc3:

„63 Prozent aller Produktsuchen

starten bei Amazon.“

Jan Bechler, Finc3 Commerce:

„Digitalisierung ist rasant.“

Unten: Marco Rieso,

IHK Ostwestfalen, Dr.

Raphael Golombek aus

dem Digitalteam des

Einrichtungspartnerrings

VME und Sebastian

Moos, CDO Einrichtungspartnerring

VME (v. r.).

Holten sich Input in Sachen Marktplatzvermarktung:

Oliver Höner, Musterring

und Monika Brune, Blume PR (o.).

Links: möbel kultur-Chefredakteur

Sascha Tapken und Michael Atug.

Diskutierten in der Pause:

Dr. Bastian Kramer, Möbelvertrieb

Forte, Julia Kastner, Kaveko

Digital und Daniel Zemitsch (v. l.).

Es gibt viele Branchen,

die an Amazon nicht vorbeikommen,

weil sie 85 Prozent

des Marktes damit abdecken.

Aber für andere kommen auch

alternative Kanäle in Frage.


Jan Bechler, Finc3 Commerce

10/2020 möbel kultur 31


PERSÖNLICHRALF MAROHN

1

Herr Marohn, was hat Sie persönlich

bewogen, sich für Poggenpohl zu

engagieren?

Ralf Marohn: Poggenpohl ist mir

schon aus meiner Jugend durch

unseren Familienbetrieb, einen

Sanitär- und Heizungsgroßhandel

mit Küchen und Badausstellung,

bekannt. Zudem bin ich seit 2014

in der Küchenindustrie tätig und

habe Erfahrung mit der Übernahme

insolventer Küchenmöbelhersteller.

Im Investorenverfahren von Nobia

an Adcuram 2016 war ich bei der

Übertragung eingebunden und

kenne Poggenpohl dadurch bereits

sehr gut.

2

Bedingt durch die Herkunft der neuen

Inhaber, wird der Fokus sicher in Zukunft

verstärkt auf dem chinesischen Markt liegen.

Wie bekannt ist Poggenpohl schon

in China und welche besonderen Chancen

ergeben sich hier? Wie erfolgreich war zum

Beispiel das Joint Venture mit dem Unternehmen

Red Star Maccaline?

Ralf Marohn: Das Joint Venture mit

Red Star Maccaline konnte aufgrund

der Insolvenz nicht weiter umgesetzt

werden. Poggenpohl ist die älteste

deutsche Küchenmarke und im Premium-

und Luxussegment in China

bereits viele Jahre sehr bekannt.

Deutsche Produkte genießen in

China insgesamt ein hohes Ansehen,

und Luxus-Möbel sind sehr stark

nachgefragt. Westlicher Luxus ist

sehr beliebt. Wir bauen auf einem

sehr guten Fundament auf und wollen

die Umsätze mit Poggenpohl in

China weiter steigern.

3

Wird der Schwerpunkt insgesamt im

internationalen Geschäft liegen oder

sehen Sie auch wieder mehr Potenzial in

Deutschland?

Ralf Marohn: Wir wollen die Präsenz

von Poggenpohl in Deutschland

erhöhen und die Aktivitäten verstärken.

Dies wird zum einen über

unsere eigenen Stores erfolgen, aber

auch über die Ausweitung der Händlerstruktur

in Deutschland.

4

Wie wollen Sie das Vertrauen im deutschen

Handel gewinnen und welche Premiumqualitäten

spielen dabei die größte

Rolle? Wie wollen Sie die Marke „zu altem

Glanz und neuer Stärke“, wie Sie sagen,

zurückführen?

Ralf Marohn: Der Name Poggenpohl

steht für höchste Qualität, handwerkliche

Sorgfalt und zukunftsweisendes

Design. Auf diesen Werten

baut auch die zukünftige Strategie

für Poggenpohl auf. Schwerpunkte

liegen für mich dabei auf Design/

Innovation sowie dem Ausbau der

Serviceleistungen beim Kunden. Im

Luxussegment ist Service ein wichtigeres

Verkaufsargument als der Preis.

5

Welche Programme werden künftig

weitergeführt? Und warum wird die

bereits angekündigte neue Küche von

Porsche- Design nicht mehr umgesetzt?

Ralf Marohn: Poggenpohl verfügt

über ein gutes Produktportfolio

mit sehr eigenständigem Charakter.

Die bestehenden Design-Konzepte

werden wir fortführen und durch

neue, innovative Produkte ergänzen.

Wir sind überzeugt, dass die

weltweite Strahlkraft der Marke

Poggenpohl zukünftig keine zusätzliche

Aufwertung durch Markenkooperationen

benötigt.

6

Poggenpohl: Die Traditionsmarke meldet sich zurück

Marke mit Potenzial

und Weltruf

Seit 1. September gehört Poggenpohl zur chinesischen Investorengruppe Jomoo.

Jetzt will die seit 1892 bestehende Küchenmarke neu durchstarten – unter neuer

Führung von Ralf Marohn (53). Erfahrung bringt der in China bestens vernetzte

Manager durch die erfolgreiche Restrukturierung bei der Löhner RWK &

Kuhlmann Küchen GmbH mit – und hat auch konkrete Vorstellungen,

wie das Revival gelingen kann.

Wo sehen Sie Ihre Hauptzielgruppe?

Zumindest hierzulande scheint Poggenpohl

eher bei älteren Käuferschichten

bekannt zu sein?

Ralf Marohn: Poggenpohl ist im Luxussegment

sowohl bei Traditionalisten

als auch bei Individualisten sehr

begehrt. Aktuelle Studien belegen,

dass wir im Luxussegment ebenso bei

New Performern gut vertreten sind.

7

Sie haben gegenüber der Belegschaft

angekündigt, dass die Produktion und

die Arbeitsplätze in Herford erhalten bleiben.

Wird sich trotzdem etwas ändern?

Ralf Marohn: Wir werden auch in

Zukunft 400 Mitarbeitern beschäftigen,

von denen 280 in Herford

arbeiten. Das Unternehmen teilt

sich unter der neuen Holding

Poggenpohl Group in drei Gesellschaften

auf: Poggenpohl Manufacturing

GmbH, Poggenpohl

Trading GmbH und Poggenpohl

International GmbH.

Wichtige Kompetenzbereiche

von Poggenpohl werden personell

ausgebaut. Aktuell besetzen wir 15

bis 20 Stellen neu, schwerpunktmäßig

in den Bereichen Design/

Innovation und Marketing/Digital.

Vor allem die Designkompetenz

werden wir verstärken, dazu

nutzen wir derzeit auch Ressourcen

von Jomoo Deutschland in

München.

8

Sie wollen auch künftig parallel zum

Poggenpohl-Management weiterhin

Geschäftsführer RWK & Kuhlmann Küchen

GmbH bleiben. Ist diese Doppelaufgabe

mit „zwei Seelen in einer Brust“ nicht

problematisch?

Ralf Marohn: Meine Erfahrungen von

Kuhlmann aus den letzten Jahren

22 möbel kultur 10/2020


Nach dem Übergang von Poggenpohl

an die chinesische Jomoo Group

übernahm jetzt Ralf Marohn (53) die

Geschäftsführung in Herford. Bereits

mit Erfolg managt er den Turn-around

beim Unternehmen RWK Kuhlmann,

das 2014 vom chinesischen Investor

Boloni gekauft wurde.

kann ich sehr gut bei Poggenpohl

einsetzen. Am Markt agieren

Poggenpohl und Kuhlmann

eigenständig, in unterschiedlichen

Segmenten. Zudem wird das

operative Geschäft bei Kuhlmann

von Christian Reupke und Hilmar

Fröhlich geleitet wird, so dass ich

mich voll auf Poggenpohl konzentrieren

kann.

9

Warum sind Sie so kurz nach der Übernahme

die Partnerschaft mit Hettich

eingegangen und stellen damit von Blum

auf den neuen Schubkasten- und Auszugs-

lieferanten um? Solch eine technische

Umstellung bringt meist einen hohen Aufwand

mit sich und ist nicht immer nahtlos

zu bewältigen.

Ralf Marohn: Poggenpohl hat bereits

seit 2017 an der Weiterentwicklung

der 8-mm-Zarge gearbeitet.

Nachdem sich die Firma Blum

entschlossen hatte, diese Zarge

langfristig aus dem Sortiment zu

nehmen, konnten wir mit Hettich

einen international renommierten

Lieferanten gewinnen, der unsere

hohen Vorgaben mit großem Engagement

umsetzt. Gemeinsam haben

wir das Prinzip der einzigartigen

Poggenpohl-8-mm-Zarge in wichtigen

Bereichen funktional und

ästhetisch weiterentwickelt und

verbessert. So können wir nun z.B.

auch die Rückwand in 8-mm liefern,

was für die Wiedererkennung

des Poggenpohl Designs sehr wichtig

ist. Deshalb freuen wir uns über

diese neue Kooperation. Hettich

wird die 8-mm-Aluminium Zarge

exklusiv für Poggenpohl fertigen.

Blum bleibt bei den Scharnieren

und anderen Beschlägen weiterhin

unser Lieferant.

Wann wird der Restart von Poggenpohl

10 in der Öffentlichkeit sichtbar?

Ralf Marohn: Die zur Küchenmeile

präsentierten Neuheiten sind ab

April 2021 lieferbar. Wir planen

einen Auftritt zur Eurocucina 2021

in Mailand. Sofern die Messe stattfinden

kann, werden wir in diesem

Rahmen neue Produkte von

Poggenpohl präsentieren. Weitere

Neuheiten werden im September

2021 präsentiert.


HEIKE LORENZ

www.poggenpohl.com

10/2020 möbel kultur 23


HANDEL

Wie du

lebst und wie

du wohnst,

sagt unheimlich

viel über

dich aus. Jenny Feldmann

Von ihrem Balkon im 5. Stock

blickt Jenny Feldmann direkt auf

den Hamburger Fischmarkt - da

kann man schon neidisch werden!

Elbgestoeber: Influencer-Marketing mit Herz und Seele

Intime (Aus)Blicke

Der Blick von ihrem Balkon auf den Hamburger Fischmarkt hat sie auf

Social Media bekannt gemacht: Mit ihrem Instagram-Account „Elbgestoeber“

erreicht Jenny Feldmann mittlerweile über 125.000 User und hat für Otto

gerade ihre erste eigene Möbel-Kollektion entworfen. Die „möbel kultur

besuchte die Interior-Influencerin in ihrer Wohnung.

Der Blick vom 5. Stock auf

den Hamburger Fischmarkt

begeistert täglich mehr als

100.000 Follower bei Instagram: Auf

ihrem Account „Elbgestoeber“ sowie

dem gleichnamigen Blog dokumentiert

Jenny Feldmann seit 2014 nicht

nur ihr Leben, sondern vor allem

sämtliche Interior Projekte, die sie

in ihrer 65 qm großen Altbauwohnung

umgesetzt hat. Mittlerweile hat

sich die studierte Betriebswirtin und

Soziologin als Interior-Influencerin

selbstständig gemacht. Heute arbeitet

sie teilselbstständig.

Aber wie kam sie überhaupt

an diese Wohnung? „Ich habe mir

damals vielleicht zehn Wohnungen

angeschaut und dann hier die

Zusage bekommen“, erzählt Jenny.

Kontakt zum Eigentümer hatte sie

vorher nicht. „Es war Glück, denn

ich war damals Berufsanfängerin

und noch in der Probezeit. Aber

ich denke, hier im Haus wird schon

darauf geachtet, wer einzieht, und

ob man in die Gemeinschaft passt.

Da dachte sich jemand: Ach, der

geb‘ ich mal ‘ne Chance!“ Die

Wohnung erwies sich in mehr als

einer Hinsicht als Glücksgriff, denn

unabhängig von der Top-Lage mit

Super-Ausblick inspirierte sie die

angehende Social Media-Expertin

dazu, ihrer Einrichtungswut freien

Lauf zu lassen: „Ìch habe sofort

gesehen, dass die Wohnung nicht

,fertig‘ war, sondern ein Rohdiamant,

den ich schleifen konnte.“

32 möbel kultur 10/2020


Ihre berufliche Karriere startete die

gebürtige Hamburgerin damals als

Junior Product Managerin bei der

Plattform Wer-weiß-was.de – von

ihrer jetzigen Wohnung praktisch

ein Katzensprung entfernt. Nach

ihrem zweiten Job – ebenfalls im

Online Marketing – gönnte sie sich

eine Auszeit. „Ich wusste immer,

dass ich anders ticke und anders

arbeiten möchte als die meisten.

Damals habe ich mir dann auch

die Zeit genommen, um mal zu

schauen, was das genau bedeutet.“

Während dieser Zeit ist „Elbgestoeber“

entstanden. Ein Projekt,

das Jennys Fanatasie angekurbelte:

„Ich hatte schon so ein Gefühl, dass

das etwas Besonderes sein könnte.

Deshalb hat der Account ja auch

einen vernünftigen Namen.“ Da sie

sich unter anderem mit dem Thema

Selbstständigkeit beschäftigte, dachte

Jenny zunächst an „elbständig“,

doch der Name war bereits vergeben.

Dann anders: „Ich wohne an

der Elbe und Gestöber kann für mich

alles sein. Da blieb genug Freiraum,

um zu gucken, in welche Richtung

es am Ende gehen soll.“

Dass Jenny später überwiegend

Interior Content posten würde, war

ihr damals noch nicht klar. „Wenn

man auf Instagram zurückscrollt,

sieht man, wie sich meine Wohnung

über die vergangenen Jahre verändert

hat. Jahr für Jahr ist sie kaum

wiederzuerkennen. Das ist schon

krass. Für mich ist es ja ein Prozess.

Ich merke das nicht so.“

Die Posts, in denen Jenny persönliche

Ereignisse aus ihrem Leben

teilt, sind vergeichsweise weniger

geworden. Dass „Elbgestoeber“

deshalb an Persönlichkeit verliert,

glaubt sie nicht: „Auch wenn ich

jetzt hauptsächlich Interior Bilder

poste, sind die ja das Intimste, was

man von sich zeigen kann. Wie

du lebst und wie du wohnst, sagt

unheimlich viel über dich aus.“

Bis auf die Abstellkammer hat sie

mittlerweile jeden Raum mindestens

einmal umgestaltet – zuletzt

das Badezimmer. Dokumentieren

gehört jedoch nicht unbedingt zu

ihren Stärken. „Das war mir immer

zu aufwendig. Deshalb gibt es auch

keine ausführlichen Anleitungen

und Berichte auf meinem Blog. Ich

arbeite lieber auf Instagram mit den

Stories.“

Für viele Influencer spielt Interior

Styling eine große Rolle. Jenny

sieht das anders. Selbst für bezahlte

Posts stylt sie ihre Wohnung selten

um. „Für mich muss alles alltagstauglich

sein. Ich teile ungern

inszenierte Geschichten, denn dann

gebe ich vor, etwas zu sein, das ich

nicht bin.“ Authentizität spielt für

Jenny eine große Rolle, denn es ist

ihr Leben, das zu Content führt und

nicht anders herum. Projekte, von

denen sie nicht überzeugt ist, setzt

sie auch nicht um und behandelt

dementsprechend ihre Anfragen.

Bevor sie mit „Elbgestoeber“

durchstartete, war sie bei Tchibo

angestellt. Heute nimmt sie zwei bis

drei Kooperationen pro Monat für

„Elbgestoeber“ an und berät auch

Kunden außerhalb der Möbel- und

Einrichtungsbranche – in Sachen

Social Media. „Die Anzahl der Anfragen

wechselt von Monat zu Monat.

Mir, die ich lange im klassischen

Marketing gearbeitet hat, ist natürlich

klar, wie die Zyklen sind. Im

März wird das Budget freigegeben,

dann kommt die Sommerpause und

im Herbst ziehen die Maßnahmen

wieder an. In einigen Monaten fragen

also bis zu fünf verschiedene

Marken an, ob ich mir eine Zusammenarbeit

vorstellen kann, und in

anderen Monaten sind es vielleicht

nur zwei oder ein Unternehmen.

Langfristig möchte ich eher in die

Richtung gehen, dass ich mit meinen

Partnern langfristige Verträge

abschließe. Das heißt, wir legen uns

auf die Menge an Beiträgen fest,

und bei den einzelnen Posts habe

ich dann mehr Gestaltungsfreiheit.“

Viele Unternehmen wollen

immer noch sehr stark kontrollieren,

was der Influencer tue, erklärt Jenny,

die hofft, dass sich das zukünftig

besser einspielt. Wichtig sei es, eine

vertrauensvolle Beziehung zwischen

Möbel- oder Einrichtungsmarke und

Influencer aufzubauen. Dadurch

werden nach ihrer Erfahrung die

besten Kampagnen konzipiert und

gute Erfolge erzielt.

Beim Influencer-

Marketing geht es nicht um

den Abverkauf, sondern um

das Inspirieren.

Jenny Feldmann

Bevor sie sich mit „Elbgestoeber“ selbstständig

gemacht hat – inzwischen arbeitet

sie teilselbstständig – war Jenny Feldmann

u.a. für Marken wie Tchibo im Online-

Marketing tätig. Für Otto hat sie gerade ihre

erste eigene Möbel-Kollektion entworfen,

darunter das Sofa „Elbdock“ (s. Foto).

10/2020 möbel kultur 33


HANDEL

„Inspiration macht

einen wesentlichen

Teil des Erfolges von

Loods 5 aus“, erzählt

Diederick Schnitger,

Commercial Officer.

Loods 5: Außergewöhnliches Filialkonzept in den Niederlanden

Zeit als größter Konkurrent

Das historische Fabrikgebäude

in Zaandam

wirkt bereits von außen

überhaupt nicht wie

ein konventionelles

Möbelhaus.

Nur 15 km von Amsterdam entfernt

wurde 1999 Loods 5 in Zaandam von

zwei Entrepreneuren aus der Taufe

gehoben. Inzwischen gehören fünf

Filialen mit einer Gesamtfläche von

knapp 100.000 qm sowie ein Outlet

zum Unternehmen, das jährlich

2,5 Mio. Besucher anzieht. Die

möbel kultur“ war vor Ort, um die

Besonderheiten des ungewöhnlichen

Einrichtungshauses zu entdecken.

Wohnboulevards gehören

in den Niederlanden wie

selbstverständlich zur

Handelsstruktur. Sie liegen in der

Regel etwas außerhalb von Städten,

sind verkehrstechnisch gut zu

erreichen und sorgen in Summe

für Attraktivität und Frequenzen. So

auch in Zaandam, in der Provinz

Nordholland, nur wenige Autominuten

von der Hauptstadt Amsterdam

entfernt, wo rund 77.000 Einwohner

leben. Dort entstand 1999 die

erste von fünf Loods 5-Filialen.

Das Besondere an dem 23.000 qm

großen Warenhaus – denn das ist

die deutsche Übersetzung des

Begriffs – ist nicht nur, dass es in

einem ehemaligen Fabrikgebäude

untergebracht ist, sondern auch das

außergewöhnliche Konzept. Denn

während im Erdgeschoss Fachsortimente

aus aller Welt in Eigenregie

angeboten werden, ist die erste Etage

komplett an sogenannte Teilhaber

untervermietet.

„Den beiden Firmengründern,

die Wert darauf legen inkognito zu

bleiben, gehören die Gebäude und

auch die Marke Loods 5. Möbelproduzenten

und Importeure haben

die Möglichkeit, Flächen zwischen

zehn und 2.000 qm zu mieten“,

erklärt Diederick Schnitger, Commercial

Officer, die Idee. „Unsere

Teilnehmer bestimmen selbst über

die Darstellung ihrer Produkte. Flankierend

zu den untervermieteten

Flächen gibt es allgemeine Bereiche,

die von uns gestaltet sind, wie z. B.

das Restaurant Loods 5 Lekkers.

Darüber hinaus betreiben wir den

Onlineshop, für den die beteiligten

Firmen eine Provision zahlen müssen,

während für die Offline-Präsenz

eine für alle gleich hohe Flächenmiete

plus Umsatzprovision fällig

wird.“ Außerdem verantwortet das

Team zentral das Marketing. Was

sehr divers gestaltet wird und von

dem vier Mal im Jahr erscheinenden

Magazin, über ein TV-Format – das

es aktuell nicht mehr gibt – bis hin

zu Social Media-Kampagnen reicht,

die immer wichtiger werden, „weil

sie inzwischen nicht nur für Likes,

sondern für echte Umsätze sorgen“.

Über 300 Firmen gehören zu

Loods 5 und belegen 85 Prozent

der Fläche. Darunter befinden sich

internationale Marken von Artemide

bis Zuiver. Auch wenn Firmen aus

Benelux wie De Eekhoorn, Frandsen

oder Ethnicraft überwiegen, finden

sich auch viele skandinavische

Brands wie Muuto, Menu oder

Normann Copenhagen. Und auch

deutsche Unternehmen wie Kare

oder Vitra gehören zum Kreis der

Anbieter. „Darüber hinaus ver-

38 möbel kultur 10/2020


treiben wir eine eigene Kollektion

von Möbeln und Accessoires“, sagt

Diederick Schnitger.

Besucher des Standortes Zaandam

werden sofort vom industriellen

Charme des Komplexes gefangen

genommen. Zumal nicht das Gefühl

entsteht, dass jeder Quadratmeter

bis in den letzten Winkel belegt sein

muss. In großzügiger Atmosphäre

präsentieren sich die einzelnen

Marken, wobei sich Warenträger, auf

denen die Produkte inszeniert werden,

und Regale zur Bevorratung an

den Wänden abwechseln. Die Auswahl

an Möbeln, Wohnaccessoires,

Bildern, Heimtextilien, Farben etc.

ist gigantisch – das Einkaufserlebnis

inspirierend und abwechslungsreich.

„Wer eines der fünf Loods5-Einrichtungshäuser

besucht, bleibt

für mindestens einen halben Tag“,

erzählt Diederick Schnitger aus

Erfahrung. Und schmunzelnd fügt er

hinzu: „Wenn Sie mich nach unserem

größten Wettbewerber fragen,

dann ist das definitiv die Zeit.“ Die

Kundenstruktur ist weit ge fächert

und reicht vom Youngster, der seine

erste Wohnung bezieht, bis hin zum

Zweit- oder Dritteinrichter, die eher

Qualitätsmöbel suchen.

Das Haus startete zunächst als

Outlet auf 4.000 qm. Nach und

nach kamen weitere Gebäudeteile

hinzu, zuletzt der Bereich, in dem

heute Küchen im Loftcharakter

angeboten werden. „Diese Fläche

wird ebenso von Loods 5 betrieben,

weil das Business zu speziell ist, um

mit Teilhabern zusammen zu arbeiten“,

erläutert Diederick Schnitger.

2007 folgte der Standort Sliedrecht

in der Nähe von Rotterdam, 2015

Amersfoort und 2019 Duiven und

Maastricht, wo Loods 5 in einer

ehemaligen, historischen Fliesenproduktionshalle

aus dem Jahr 1860

beheimatet ist.

Dort machte der Filialist auch

seine ersten, größeren Erfahrungen

mit deutschen Kunden, die durchaus

empfänglich für den niederländischen

Stil-Mix sind. Vielleicht ein

Fingerzeig, über die Grenzen hinaus

nach neuen Perspektiven zu suchen?

„Vielleicht wäre hierzulande noch

eine weitere große Filiale denkbar.

Wir haben die Standorte so gewählt,

dass in 45 Minuten 97 Prozent der

Bevölkerung einen Loods 5-Standort

erreichen können. Es ist zudem

sehr kapitalintensiv, die Standorte

zu entwickeln. Gut möglich wäre

es, kleinere City-Läden zu eröffnen.

Das liegt ganz klar im Trend. Diese

Standorte muss man dann eher

als Inspirationspunkte begreifen,

bei dem die Kunden dann online

be stellen: eine weitere Maßnahme,

die in Richtung Omnichannel geht“,

sagt Diederick Schnitger.

Und ein großer Store in Deutschland?

„Es gäbe bestimmt tolle Locations,

z. B. in Hamburg, aber dafür

300 Teilhaber von Marken und

Importeuren zu finden, ist nicht

so einfach. Gleichwohl wäre der

deutsche Markt natürlich interessant

für uns.“


RITA BREER

Inspirierender Stilmix:

Das Angebot reicht von

skandinavischem Design

in puristischer Ausprägung

bis hin zu opulentem

Glamour-Look.

FACTS

❯❯

Loods 5 Filialen:

Zaandam (1999): 23.000 qm

Sliedrecht (2007): 17.000 qm

Amersfoort (2015): 19.000 qm

Maastricht (2019): 19.000 qm

Duiven (2019): 19.000 qm

Garage (Outlet) Zaandam

❯❯

Kunden: ca. 2,5 Mio. im Jahr

❯❯

Sortimente: Möbel, Wohnaccessoires,

Haushaltswaren, Heimtextilien,

Teppiche, Leuchten, Bilder

www.loods5.nl

10/2020 möbel kultur 39


HANDEL

Mit einem umfassenden

Zukunftskonzept gehen

einige Neuerungen für die

Möfa einher. Dazu gehören

Online-Lehreinheiten bzw.

Fernstudiengänge als

Zusatzangebot und weitere

Abschlüsse, die sich auf die

Bedürfnisse von Industrie

und Handel ausrichten.

Möfa: Kölner Möbelfachschule geht neue Wege

Frischer und näher

an Handel und Hersteller

Eine eigene Schule – nicht viele Branchen können auf dieses Privileg zurückgreifen. Die Möbelbranche

kann es. Seit 1938 bietet die Kölner Fachschule einen auf die Bedürfnisse spezialisierten

Mix von Aus- und Weiterbildungsangeboten. Ihre Absolventen gehören zu gefragten Nachwuchskräften

in Möbelhandel, Möbelindustrie und Verbänden. Das traditionsreiche Institut und

damit die Branche fit für die Zukunft zu machen, das war der Wunsch von Hans Strothoff, der

sich bis zuletzt als Vorstandsvorsitzender des Vereins der Möbelfachschule für die Belange der

Möfa einsetzte. Diesem Ansinnen und Vermächtnis wird jetzt Rechnung getragen.

Zum Jahresbeginn hatte Hans

Strothoff ein umfassendes

Projekt angestoßen, das der

Fachschule eine neue und vor

allem sichere Zukunftsperspektive

geben soll – und das den ganz

unterschiedlichen Anforderungen

gerecht wird: den Erwartungen

der Lernenden und Studierenden

einerseits und den Bedingungen

und Erwartungen des Handels und

der Industrie andererseits. Für die

Planung relevanter Maßnahmen

wurde im April eine breit angelegte

Befragung unter Händlern und Herstellern

durchgeführt. Hierfür hatte

sich das Team um Sabine Gantzkow,

die seit 1. Oktober Schulleiterin der

Möfa ist, das renommierte und auf

Bildungsmarketing spezialisierte

Deutsche Institut für Marketing

(DIM) ins Boot geholt.

„Die Befragung hat einige für uns

überraschende, aber für die Weiterentwicklung

der Möfa essenziell

wichtige Ergebnisse zu Tage gefördert“,

resümiert sie. So wünschten

sich die Befragten spezifischere

Inhalte, mehr Fachbezogenheit und

die Integration von Pflichtpraktika.

Herstellerseitig fiel vor allem der

Hinweis ins Auge, dass sich das Bildungsangebot

der Möfa scheinbar

nur auf den Handel fokussiere.

Unabhängig ob Hersteller oder

Handel, vermissen die Befragten

Online-Lehreinheiten bzw. Fernstudiengänge

als Zusatzangebot.

Dass eine Digitalisierung der Lehr-

Fotos: Webseite und Poster © MHK Group , Drobot Dean und

Wayhome Studio, © Adobe Stock

44 möbel kultur 10/2020


Fotos: Illustrationen: Cute Designs und tarikdiz, © Adobe Stock

inhalte gut angenommen wird und

erfolgreich Anwendung findet, hat

zuletzt die Corona-Krise deutlich

gemacht. Bereits vor dem Ausbruch

der Pandemie hatte die Möfa mit

ihrer digitalen Neuausrichtung

begonnen. Genau zur richtigen

Zeit, wie sich herausstellen sollte,

denn so konnte das Semester im

Frühjahr trotz Corona-Krise starten

– nicht als klassischer Präsenzunterricht,

sondern als digitaler

Distanzunterricht. Durch eine

zusätzliche Digitalisierung der Lehrinhalte

schafft die Möfa jetzt weitere

Voraussetzungen, um Online-Lehreinheiten

mit Präsenzphasen zu

kombinieren. Eine Flexibilisierung,

die auch den Anforderungen der

Zielgruppen gerecht wird.

Apropos Flexibilisierung: Diese

soll durch eine Fachakademie,

Inhouse-Schulungen und eine

Modularisierung der Angebote

zusätzlich erhöht werden. Um die

Attraktivität der Angebote zu steigern,

ist außerdem eine Umstrukturierung

und teilweise Umbenennung

bestehender Angebote geplant.

„So manche Berufsbezeichnung

wirkt auf junge Menschen angestaubt“,

berichtet Sabine Gantzkow.

Im Sinne des Handels wird

der Lehrgang „Einkaufsberater*

Küche“ (staatl. geprüft) nicht nur in

„Interior Designer* Küche“ (staatl.

geprüft) umbenannt, sondern ganz

neu ein 4-plus-2-Konzept eingeführt.

„Für unsere SchülerInnen

bedeutet dies, dass sie vier Tage

an der Möfa lernen“, erläutert die

Schulleiterin das Konzept, „und an

den beiden frequenzstarken Handelstagen,

dem Freitag und dem

Samstag, Erfahrungen im Betrieb

sammeln können“. Basierend auf

den Befragungsergebnissen soll

zusätzlich ein spezielles Angebot für

die Industrie aufgebaut werden: die

Ausbildung zum Industriekaufmann

sowie ein Bachelorstudiengang wird

aufgenommen, das Firmenkundengeschäft

als feste Leistung implementiert

und kommuniziert sowie

das bestehende Angebote internationalisiert

und aufgewertet. Außerdem

soll die Kommunikation aktiver und

systematischer gestaltet werden.

Um ihre Schülerzahlen zu steigern,

hatte die Möfa bereits im

Sommer eine Akquise-Kampagne

gestartet. Mit farbenfrohen Motiven

und zielgruppenrelevanten Sprüche

wirbt sie auf ihrer Homepage

ebenso wie mit Postkarten und Plakaten

und einer breit angelegten

Social-Media-Kampagne.

Die ersten Schritte der Neuausrichtung

tragen bereits Früchte.

So konnte die Zahl der Lernenden

und Studierenden im Vergleich zum

Vorjahr trotz Corona-Krise deutlich

gesteigert werden. Auch ein Indiz

dafür, dass die Kampagnen greifen.

Zukünftig sollen die Partner aus

dem Handel, aber auch aus der

Industrie deutlich dichter an die

Möfa gebunden werden. Dazu sollen

Pakete geschnürt werden, die

dafür sorgen, dass Handel, Industrie

und Möfa gleichermaßen bestmöglich

profitieren und die Misere am

Arbeitsmarkt für die Branche deutlich

reduziert wird. Hierfür wird

gerade eine breit angelegte Kampagne

aufgesetzt und initiiert.

„Die Branche braucht die Möfa!“,

betont Markus Meyer, Präsidiumsmitglied

des Vereins zur Förderung

der Möbelfachschule Köln e.V. „Und

die Möfa braucht die Branche. Es

wird Zeit, dass wir hier gemeinsam

ein neues Kapitel aufschlagen.“

möfa.com

Auch die Kommunikation

soll aktiver gestaltet

werden. Bereits im Sommer

startete eine Akquise-Kampagne

mit farbenfrohen

Motiven für die Homepage

(l.), Postkarten und Plakate

(u.) sowie Social-Media.

10/2020 möbel kultur 45


KÜCHE

Der MHK-Vorstand v.l.: Dr. Olaf Hoppelshäuser (54) zeichnet für das Ressort Gesamtvertrieb, Logistik und Facility

Management verantwortlich. Wolfgang Becker (64) verantwortet Zentralregulierung, Delkredere und betriebswirtschaftliche

Händlerberatung. Donald Schieren (56) betreut auch weiterhin das Ressort Beschaffungsmarketing.

Werner Heilos (69) ist als neuer Vorstandsvorsitzender für die strategische Ausrichtung und die Bereiche Personal,

Finanzen und Recht zuständig. Frank Bermbach (52) obliegt der Bereich Bankdienstleistungen, Versicherungen und

interne IT. Kirk Mangels (42) ist für die Bereiche Marketing, Unternehmenskommunikation, Bildungseinrichtungen

und zusätzlich für die Digitalisierung einschließlich der IT-Gesellschaften zuständig.

MHK: Wie es in Dreieich weitergeht

Stark aufgestellt in

die Zukunft

Als langjähriger

Stellvertreter von

Hans Strothoff bildet

Werner Heilos künftig

als Vorstandschef den

Übergang an der Spitze

der MHK Group.

Dass der Tod von Hans Strothoff

als Gründer und Vorstandschef

der MHK Group einen tiefen

Einschnitt in der Verbandsgeschichte

setzt, lässt sich leicht vorstellen.

Im operativen Geschäft wird es dennoch

zu keiner harten Zäsur oder gar einem Vakuum

kommen. Denn frühzeitig wurden die Management-Aufgaben

auf mehrere Schultern verteilt. Als

bisheriger Stellverteter von Hans Strothoff ist Werner

Heilos seit Jahren auf seine neue Funktion an

der Spitze der breit aufgestellten Verbundgruppe

vorbereitet. Zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden

Prof. Rainer Kirchdörfer wurde nun die

künftige Organisationsstruktur festgelegt. Das Ziel

ist klar: Kontinuität wahren und – ganz im Sinne des

MHK-Gründers – die Zukunft aktiv gestalten.

Prof. Rainer Kirchdörfer hat es als

Vorsitzender des Aufsichtsrats übernommen,

die neue Führungsstruktur

der MHK Group im Sinne ihres Gründers

Hans Strothoff umzusetzen.

52 möbel kultur 10/2020


möbel kultur: Die letzten Wochen nach

dem Ableben von Hans Strothoff haben

sicher alle Mitarbeiter und Gesellschafter

der MHK Group tief bewegt und Sie mussten

sich auf die neue Situation einstellen.

Wie haben Sie diesen Konsolidierungsprozess

erlebt?

Werner Heilos: Dass Hans Strothoff

nicht mehr unter uns ist, ist eine

traurige und schmerzliche Tatsache,

die uns für eine Zeit des Abschiednehmens

hat innehalten lassen.

Hans Strothoffs Familie und sein

Unternehmen haben aus der Branche

sehr viel Anteilnahme erfahren.

Es ist bedauerlich, dass Corona-bedingt

keine ihm und seinem Ansehen

gebührende Trauerfeier stattfinden

konnte, aber es ist ein Trost,

dass er in zahlreichen Schreiben,

Telefonaten und Gesprächen so viel

Wertschätzung erfahren hat.

Prof. Rainer Kirchdörfer: Ich begleite

die einzigartige und stolze Entwicklung

der MHK Group seit nun

schon 15 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender.

Im Laufe der Jahre

hat sich aus dem beruflichen

Miteinander mit Hans Strothoff

eine tiefe Freundschaft entwickelt.

Gerade in den letzten beiden

Jahren haben wir viel Zeit

zusammen verbracht und viele

Ideen ausgetauscht, um die MHK

Group für die Zukunft bestmöglich

aufzustellen. Ich denke, das ist

uns – aber vor allem Hans Strothoff

– gelungen. Daher habe ich die

Aufgabe übernommen, die MHK

Group auch als Testamentsvollstrecker

in die Zukunft zu begleiten.

möbel kultur: Herr Prof. Kirchdörfer hat es

angedeutet – Hans Strothoff hat bereits

frühzeitig die Weichen gestellt. Er hat

schon zur Jahrtausendwende die AG sowie

eine Stiftung gegründet und über die Jahre

den Vorstand mit seinen Schlüsselkompetenzen

aufgebaut. Inwieweit kommt Ihnen

dies jetzt zugute?

Werner Heilos: Hans Strothoff hat die

MHK Group frühzeitig auf die Zeit

nach seinem Ableben vorbereitet.

Dass die Gruppe heute krisensicher

aufgestellt ist, zeigt die Corona-Pandemie,

deren Probleme die MHK

Group mit Bravour gemeistert hat.

Prof. Rainer Kirchdörfer: Hans Strothoffs

Wunsch war es, dass die

Gruppe als Ganzes erhalten bleibt.

Deshalb wird eine Stiftung gegründet,

unter der alle Gesellschaften

direkt oder indirekt aufgehängt sein

werden. Operativ wird der Vorstand

in seiner bisherigen Besetzung die

Führung der Unternehmens gruppe

auch weiterhin behalten. Hierzu

haben wir einen Geschäftsverteilungsplan

verabschiedet, der jeder

Geschäftseinheit auch einen Verantwortlichen

im Vorstand zuordnet.

möbel kultur: Wie wird die neue Führungsstruktur

– die ja weitgehend der bisherigen

entspricht – laut Ihrer Wahrnehmung

aufgenommen?

Prof. Rainer Kirchdörfer: Für die Leitung

eines Unternehmens wie die

der MHK Group sind Werteorientierung,

Erfahrung und klare starke

Führung nicht nur wichtig, sondern

ein Qualitätsmerkmal. Dieser

Dreiklang war das Erfolgsrezept von

Hans Strothoff. Deshalb freuen wir

uns ganz besonders, dass Werner

Heilos, der bisher die Aufgabe des

stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden

innehatte, der MHK Group

erhalten bleibt und als neuer Vorstandsvorsitzender

den Übergang in

die neue Zeit begleiten und tragen

wird. Aus meinen Gesprächen mit

den verschiedenen Gremien kann

ich berichten, dass diese Entscheidung

einstimmig von allen Seiten

begrüßt wurde. Auch das ist ein einmaliges

Signal für die Einheit der

MHK Group.

möbel kultur: Grundsätzlich haben sich

die Aufgaben der Vorstandsmitglieder

offenbar nicht verändert. Damit scheinen

alle gut auf ihre Führungsrolle vorbereitet

zu sein...

Werner Heilos: Richtig. Mit dem Aufbau

des Vorstandsteams hat Hans

Strothoff schon frühzeitig begonnen,

um Kontinuität sicherzustellen.

Wir müssen uns nicht erst finden,

weil wir bereits seit Jahrzenten

zusammenarbeiten. Insgesamt vereint

der MHK-Vorstand übrigens

knapp 100 Jahre MHK-Zugehörigkeit.

Der frühe Aufbau hat zugleich

dafür gesorgt, dass die unterschiedlichsten

Aufgaben, die es bei der

Führung der Gruppe zu erfüllen

gilt, auch jetzt in besten Händen

liegen und weitergeführt werden.

Der MHK-Vorstand kann auf viele

Erfahrungen zurückgreifen, denn

bereits in der Vergangenheit hat

er das Unternehmen gemeinsam

geführt – auch während der Corona-Pandemie.

Und das wird auch in

Zukunft so bleiben.

möbel kultur: Wie sieht Ihre bisherige

Zwischenbilanz für die MHK Group im

Corona-Jahr aus?

Werner Heilos: Während der Corona-

Krise haben wir unsere Gesellschafter

mit einer Vielzahl an Leistungen

unterstützt: angefangen bei Finanzierungen

und Hilfen bei der Beantragung

der staatlich bereitgestellten

Hilfskredite über die Beratung

bei rechtlichen Fragen oder der

Unterstützung insbesondere im

Online-Marketing und -Verkauf bis

hin zur breit angelegten Kampagne

„Küchen für Deutschland“, die

nach dem Lockdown für zusätz liche

Frequenz in den Fachgeschäften

gesorgt hat.

Dass diese Maßnahmen gegriffen

haben, dafür sprechen die Zahlen.

Denn trotz der Corona-Krise und

der mit dem Lockdown verbundenen

Umsatzeinbrüche liegen wir

Stand heute im Rahmen der Jahresplanung

– und die war selbst ohne

Corona recht ambitioniert. Auf

dieses Ergebnis sind wir aufgrund

der überaus schwierigen Rahmenbedingungen

der ersten Jahreshälfte

natürlich besonders stolz.

möbel kultur: Wie geht es mit der MHK

Group weiter?

Prof. Rainer Kirchdörfer: Für unsere

Gesellschafter wird sich im Tagesgeschäft

nichts verändern. Ganz im

Sinne von Hans Strothoff werden

wir die MHK Group in gewohnter

erfolgreicher Art und Weise weiterführen

und die Marktführerschaft

gemeinsam ausbauen.

Werner Heilos: Die MHK Group

steht in der Branche für ihre Innovationskraft.

Wir haben beispielsweise

1998 mit unserem Ladenbaukonzept

Initiative Zukunft eine

Blaupause für die Branche geliefert

und 1999 die erste Eigenmarke in

den Markt gebracht. Oder denken

Sie an den gemeinsamen Einkauf

mit dem Einrichtungspartnerring.

2013 ließ die Kooperation alle aufhorchen,

weil es so etwas vorher

noch nicht gab – sogar undenkbar

schien. Existenzgründer unterstützt

die MHK Group schon lange mit

einem Zuschuss in Höhe von bis zu

175.000 Euro – auch das ist einzigartig

in der Verbandslandschaft. Und

während der Corona-Krise wurde

die Entwicklung einiger neuer Produkte

wie beispielsweise die Aufmaß-App,

deutlich beschleunigt, um

unsere Partner in dieser schwierigen

Zeit zu unterstützen.

Leisten konnten und können wir

diese Dienste und Eigenentwicklungen

in dieser hohen Qualität, weil

wir im Vergleich zu vielen anderen

über die entsprechenden Ressourcen

und Kapazitäten verfügen. Wir

haben ein schlagkräftiges Team, das

kollegial und effizient zusammenarbeitet.

Und gemeinsam werden

wir auch künftig Maßstäbe setzen

und Orientierung geben.

möbel kultur: Welche Projekte werden Sie

als nächstes in Angriff nehmen?

Werner Heilos: Zwei Projekte, mit

denen wir uns unter anderem

aktuell befassen, kommen aus dem

Bereichen Prozessoptimierung/

Daten/Digitalisierung. Im letzten

Jahr haben wir auf unserer Hauptversammlung

in Berlin eine neue

Dienstleistung vorgestellt: MHK

Logistik. In den vergangenen eineinhalb

Jahren wurde dieses Projekt

mit viel Kraft vorangetrieben. Unter

anderem haben wir im Rhein-Main-

Gebiet eine Infrastruktur aufgebaut,

die in Kürze zum Roll out kommt.

Das zweite Projekt ist das MHK

Cockpit, das jedem unserer Partnern

durch die Analyse seiner Daten

eine Entscheidungsgrundlage bietet

mit dem Ziel der Kostensenkung

und damit der Ergebnisoptimierung.

Details werden wir unseren Gesellschaftern

auf den MHK-Expertentreffs

2020 vorstellen, die Mitte

November starten.

Prof. Rainer Kirchdörfer: Wir sind aus

Sicht des Aufsichtsrats davon überzeugt,

dass der Vorstand die richtigen

Weichen stellt. Viele Themen und

Projekte sind auch noch mit Hans

Strothoff besprochen und beschlossen

worden. Die MHK Group wird

auch weiterhin die Themen der

Zukunft besetzen. Daher werden

wir unsere Marktführerschaft auch

fortan behalten und gemeinsam

weiter ausbauen.

www.mhk.de

10/2020 möbel kultur 53


KÜCHE

Küchenherbst 2020: Report aus OWL

Perfektion

wie vom Tischler

Endlich wieder Küche zum

Anfassen und Face-to-Face-

Gespräche über das aktuelle

Marktgeschehen: Wenn auch

mit Maske und Abstand, so

haben Aussteller und Besucher

den ostwestfälischen

„Küchenherbst“ sichtlich

entspannt genossen. Etwa

30 Prozent der üblichen

Händlerzahl suchten in der

Woche vom 19. bis 24. September

die etwa 30 Ausstellungen

rund um die „Küchenmeile“

auf. Der Lohn waren

jede Menge kreative Anregungen,

neue Ober flächen

in dunklem Timbre und

konstruktive Veränderungen,

die dem Ziel serieller Unikate

einen weiteren Schritt

näherkommen.

Zuerst den zugeteilten QR-Code und

die Körpertemperatur scannen, so

startete das ausgefeilte Corona-Konzept

für einen Besuch bei Nobilia. Dazu

liefen mobile Luftreiniger unter dem

Namen „Nobi-Robi“ durch die Ausstellung.

1,50 Meter Abstand halten und

Masken tragen, war überall oberstes

Gebot. Doch gerade die Haptik der

neuen Matt- und Strukturoberflächen

verlangten echte Berührung.

54 möbel kultur 10/2020


Vor allem die jüngsten Einreiseauflagen

für Besucher

aus dem Ausland hatten

die Quoten in der Messewoche

nochmals gedrückt – umso größer

die Freude, wenn dennoch einige

Händler aus den Benelux-Ländern

in den Ausstellungen zu sehen

und zu hören waren. Nach dem

Motto „Qualität vor Quantität“

wurde die Zeit für jeden Einzelnen

zum intensiveren Austausch

genutzt. Entsprechend war die

Atmosphäre an der „Küchenmeile“

bei schönstem Wetter

überall stressfrei und entspannt.

Ein Pluspunkt, den die Hausmessen

im ländlichen Ostwestfalen

ohnehin gegenüber den großen

Messehallen für sich verbuchen.

Im Corona-Jahr dämpfte er zudem

die Schwellenängste. Dazu trugen

auch die ausgefeilten Sicherheitskonzepte

bei. Wobei insbesondere

Nobilia als Branchenleader

durch seinen maximalen Aufwand

beeindruckte: von der Vorabregistrierung,

die via QR-Code-Scanner

im separaten Empfangszelt

ebenso wie die Körpertemperatur

gecheckt wurde, über den Einlass

in 20-Minuten-Slots bis zu

Abstandskontrolleuren und den

mobilen „Nobi-Robis“ für die

Luftreinigung.

Für eine positive Grundstimmung

sorgte nicht zuletzt

der Nachfrageboom, der in den

letzten Monaten die Einbrüche

aus dem Frühjahr wieder wettgemacht

hatte und den Umsatz

der Küchenmöbler durch Aufholbedarf,

Mehrwertsteuererhöhung

und verstärktes „Homing“ zum

Teil mit deutlich zweistelligen

Zuwächsen pushte. Auf der anderen

Seite bringt die Verknappung

bei Holzwerkstoffen Lieferengpässe

und Preiserhöhungen mit

sich. Auf der Pressekonferenz in

Löhne berichtete der VdDK insgesamt

von einem Umsatzminus

von 1,74 Prozent bis Juli (Inland:

+1,39%, Ausland: -6%), ging aber

von einem leichten Plus bis Jahresende

aus.

Das Topthema beim Küchendesign:

noch mehr Perfektion

im Harmoniekonzept. Während

sich die Branche überwiegend

auf dunkle Töne wie Anthrazit

und Grau-Braun an den Fronten

einigt, zieht sich der Trend

nun bis ins Innenleben fort. Ob

Korpus, Zargen, Kanten, Vitrinen

oder Organisationssysteme: Alles

verbindet sich zu einem ganzheitlichen

Farbkonzept. Tiefgezogene

Fronten mit minimalen Sockeln,

Beleuchtungssysteme an Griffleisten

und Glasböden sowie durchgehende

Türen im Oberschrank

für eine blendenfreie Planung

unterstreichen den wohnlichen

Auftritt. Akzente in Bronze oder

Messing, RAL-Lackfarben und ein

breiteres Spektrum an Hölzern

wie Nussbaum oder Lärche machten

die oft sehr kreativen Planungen

sehenswert. Zum Must-Have

werden matte Fronten mit Antifingerprint-Oberfläche,

die nun

von verschiedenen Vorlieferanten

angeboten wird.

Wie schon in den vorherigen

Jahren erhielten nicht nur Küchen

den wohnlichen Touch, es wurden

immer wieder auch Lösungen

für Hauswirtschaftsraum,

Ess- und Wohnzimmer gezeigt.

Neu dazu kamen nun Ideen, wie

sich auch das Homeoffice zum

Beispiel hinter einer „Barklappe“

leicht integrieren lässt. Bei Nobilia

und Nolte wurde überdies das

Bad entsprechend dem Ausbau

ihrer Sortimente auf breiter Front

präsentiert. Stauraum-Ideen für

das urbane Apartment nahmen

ebenso viele Hersteller als Herausforderung

an. Großformatige

Schiebetüren ermöglichen zudem

innenarchitektonische Raumabtrennungen.

Allein die vorbildlichen

Planungen dürften die Reise

nach Ostwestfalen wert gewesen

sein. Wer nicht live dabei war, hat

jetzt meist noch die Chance zu

einem virtuellen Rundgang oder

zumindest eine digitale Aufbereitung

der News.

HEIKE LORENZ, SUSANNE KRAFT

10/2020 möbel kultur 55


KÜCHE

Bedienknebel statt Touchsteuerung:

Den Anfang 2021

lieferbaren Bora-Newcomer

„Professional 3.0“ stellte

Außendienstler Ralf Braune in

der Architekturwerkstatt vor.

Es läuft bei Gessi! Darüber

freuen sich Maurizio

Amanzi, Leiter der Küchensparte

(r.), und Verkaufsleiter

Matteo Ottone (l.).

Küchen von Walden werden vererbt, so langlebig

sind sie, versichern die Vertriebsleiter Olaf Brennecke

(o.) und Uwe Steinhorst (r.). Neu ist die „Terrabox“

für die Aufbewahrung von Brot und Gemüse.

Küchenherbst 2020

>People & Stories

Ankicken statt Händeschütteln – in Corona-Zeiten die

bessere Alternative. Auch mit Maske zeigt dabei Der

Kreis-Geschäftsführer Ernst-Martin Schaible (o.) Herz.

Rechts: Die Neue Alno kooperiert mit Dein Konfigurator

(GF Albrecht Arenz, 2. v.l.) und wird Pilot für den digitalen

Katalog (l. Alno-GF Michael Spadinger, v.r.: GF Jochen

Braun und Gordian Gebhart, Corp. Development Alno).

Unten: Für Smeg hielt Karsten Schönfeld, seit September

Key Account Manager, die Stellung auf Gut Böckel.

Guter Dinge: Pronorm-GF

Roger Klinkenberg (l.)

und Verkaufsleiter Udo

Helweg (g.l.), planen für

2021 keine Preiserhöhungen.

75 Jahre Rotpunkt: Die große Feier wird 2021

nachgeholt, versprechen die Inhaber Heinz-Jürgen

Meyer und Andreas Wagner – zeigten aber auch

Küchen von damals in der Hausmesse.

56 möbel kultur 10/2020


Besteckschublade rausnehmen

und den Inhalt

in den Schrank sortieren:

Wie einfach dies beim

neuen Spüler „Adora“ von

V-Zug geht, demonstrierte

Deutschland-Verkaufsleiter

Patric Schleicher.

„Wir sind auch mit 30 bis 40

Prozent der üblichen Besucher

zufrieden“, zeigte sich Leicht-GF

Stefan Waldenmaier in der

Architekturwerkstatt in Löhne

trotz Corona-Krise entspannt.

Ein 180 cm breiter Schubkasten

lockert die Front

auf. Bei Rational werden

80 Prozent der Küchen

trotz Programmvielfalt

mit Sonderwünschen

geliefert. Eine Stärke der

Marke, so Marketingleiterin

Elke Pfeiffer.

Hausmesse bei Nolte Küchen: VDM-Geschäftsführer Jan

Kurth nutzte die Gelegenheit, um die Urkunde „Möbel

Made in Germany“ an GF Eckhard Wefing zu überreichen.

Messen sind Meetingpoints: Darüber

freute sich auch das „Küchenring“-Team

mit GF Jürgen Feldmann (2.v.r.).

Oben: Nimmt den Wettbewerb mit

Innovationen von Systemat 3.0 in die

Zange – VertriebsGL Marcus Roth.

Links: Ganz auf (Philipp) Blum eingestellt:

Heidrun Brinkmeyer wertet die Ballerina-

Auszüge mit der „Legrabox“ auf.

Nobilia-Geschäftsführer

Dr. Lars Bopf

schiebt Küchenmöbel

mit Sets für

Garderobe, Ess- und

Wohnbereich erfolgreich

in die ganze

Wohnung.

10/2020 möbel kultur 57


KÜCHE

IFA Special Edition: Die ganz andere „Funkausstellung“

Berliner

„Experience“

Keine Geräte zum Anfassen, keine Liveshow mit Appetithäppchen

vor laufenden Kameras, kein Trubel auf den Ständen und auch kein

Zufallstalk am Rande – auch bei der IFA lief diesmal vieles anders. In

drei Bereiche mit limitierten Besucherzahlen unterteilt, bot die Berliner

Messe trotz Corona vom 3. bis 5. September drei Tage lang eine

internationale Bühne für die Hightech-News. Eine „IFA Special Edition“,

die mit viel Aufwand reale und virtuelle Präsentationen kombinierte.

Die „möbel kultur“ machte sich von beidem ein Bild.

Anders als andere Messen,

die in diesem Jahr komplett

verschoben oder ausgefallen

sind, sollte Berlin die erste Probe

aufs Exempel sein. „Tech is back“

lautete entsprechend das Motto zur

Corona-bedingten Alternative. Etwa

150 Unternehmen sowie 1.350

virtuelle Ausstellerpräsentationen

im IFA Xtended Space und im IFA

Virtual Market Place konnten die

Berliner Messegesellschaft und

Mitveranstalter gfu für das neue

Konzept der „IFA Special Edition“

gewinnen. Den größten Part machte

dabei die Internationale Pressekonferenz

mit rund 100 meist

deutschen Journalisten in Berlin

aus, die live in alle Welt übertragen

wurde. Von der Sparte Haushaltsgeräte

beteiligten sich die BSH, Miele,

Haier und LG, die ihre Neuheiten

durch einen Mix aus Vorträgen und

Videospots präsentierten. Ein weiterer

Bereich waren die „IFA Business,

Retail und Meeting Lounges“

im Messe-Cube, in dem u. a. die

deutsche Vertriebsgesellschaft der

Marken Beko/Grundig Besucher

live empfing. Während sich der

ursprünglich geplante Bereich „IFA

Global Markets“ als Sourcing-Platt-

form vor allem

mit Zulieferern

aus asiatischer

Herkunftsländern

ausfallen musste,

verbreitete immerhin

die eigens im

Messe-Cube eingerichtete

Plattform „IFA next“

für Start-up-Unternehmen,

die ihre Hightech-Visionen

vom kompakten Kühlschrank bis

zur Mobility darstellten, etwas

vom gewohntem Messeflair. Alles

musste natürlich den Hygiene-Auflagen

der Berliner Behörden entsprechen,

sodass in allen drei Sektoren

jeweils nur eine begrenzte

Zahl von zuvor angemeldeten

Besuchern zugelassen war.

Die Resonanz darauf waren

6.100 Teilnehmer vor Ort und

78.000 „virtuelle Besucher“, die

online die Keynotes, Pressekonferenzen,

Podiumsdiskussionen und

Produktvorführungen verfolgt hatten.

Insgesamt wurden während

der drei Veranstaltungstage mehr

als 262.000 Views generiert.

Aktuelle Hintergrundinformationen

und Trends vermittelte

zudem die bekannte Veranstaltung

74 möbel kultur 10/2020


Große Bühne vor wenig Live-Publikum:

Nur rund 100 Journalisten

kamen zur Global Press Conference –

dafür wurde diese im Internet übertragen

(oben: Miele-Chef Axel Kniehl

zum Thema Intelligentes Kochen).

Echtes Messefeeling gab es bei den

Start-up-Ständen der Halle „IFA next“

(r.: Daan Tech mit Mini-Spüler „Bob“).

„gfu Insights“, die am Vortag der

dreitägigen „IFA Special Edition“

ebenfalls live mit virtueller Übertragung

stattfand - mit Impulsvorträgen

von fünf Experten. Moderiert wurde

sie von „Tagesschau“-Profi Judith

Rakers. Angefangen bei Kai Hillebrandt,

der als neuer gfu-Aufsichtsratsvorsitzender

(und Nachfolger

von Hans-Joachim Kamp) Auszüge

aus der jüngsten Verbraucherumfrage

über Folgen von Corona für

Markt und Gesellschaft vortrug. So

gaben 55 Prozent der 2.000 Konsumenten

an, dass sie Anschaffungen

vorgezogen hätten, besonders die

von Gefrier-/Kühlgeräten (89 %)

und Geschirrspülern (78 %), und

nur 17 Prozent, dass die seit Juli

reduzierte Mehrwertsteuer einen

Kaufanreiz gesetzt habe. Immerhin

27 Prozent der Befragten bestätigten,

dass sie nun häufiger kochten

und backten. Ein Trend, den auch

die Hausgeräteindustrie nachvollziehen

kann, wie es BSH-Vertriebschef

Volker Klodwig unter dem Titel

„Mein Heim – mein Hausgerät“ auf

den Punkt brachte. Denn bei 2,7

Prozent Inlandswachstum im ersten

Halbjahr ist die Entwicklung vergleichsweise

robust und spiegele

die Wertschätzung für das Zuhause

wider: „Hausgeräte haben Lebensqualität“.

Für Bosch ist dafür You-Tuberin

Sally eine wichtige Botschafterin.

Aus Sicht von Klodwig ist die

Corona-Krise zugleich Katalysator

und Herausforderung, vor allem in

puncto Digitalisierung: „Neue Normalität

bedeutet für unsere Branche,

dass wir flexibel sein müssen.“

Ihren ersten Bühnenauftritt

in neuer Position hatte in Berlin

überdies Dr. Sara Warneke, die

erst im September ihren Job als

Geschäftsführerin der gfu angetreten

hatte. Mit Blick auf die beiden

folgenden Tage, an denen die IFA

Special Edition mit Internationaler

Pressekonferenz, Lounges und

Keynotes für weitere Impulse sorgen

wollte, stellte Kai Hillebrandt

mit Dank an die Messegesellschaft

und die Stadt Berlin fest: „Was wir

hier auf die Beine gestellt haben,

ist weltweit einzigartig“.

Optimistisch blicken die Veranstalter

nun auf das nächste Jahr:

Schon jetzt sind für die IFA 2021,

die vom 3. bis 7. September in

Berlin stattfinden wird, mehr als

60 Prozent der Ausstellungsfläche

gebucht. „Das ist ein neuer

Rekord. Noch nie zuvor hatten

wir so früh, so weit vor Beginn

der IFA, ein so großes Interesse“,

stellt dazu Jens Heithecker, IFA

Executive Director, fest.

HEIKE LORENZ

www.ifa-berlin.com/de

10/2020 möbel kultur 75


POLSTER

Partnertage Oberfranken: Positive Bilanz

Live-Erlebnis

unersetzlich

In diesem Jahr luden die oberfränkischen Polstermöbelhersteller

vom 28. bis 30. September anstelle der Hausmessen

zu den Partnertagen ein. Coronabedingt kamen

weniger Besucher als in den vergangenen Jahren. Dennoch

zeigte sich der überwiegende Teil der Teilnehmer mit dem

Verlauf zufrieden.

Luxuriös gesteppte

Polster in großzügiger

Karomusterung und

Verwandlungsfunktionen

zum Sitzen, Entspannen

und Liegen kennzeichnen

„Amber“ von Brühl.

Unter den gegebenen Umständen

können wir eine positive

Bilanz der diesjährigen Partnertage

ziehen“, lautet das Resümee

von Christian Dahm, Geschäftsführer

der Hausmessen Oberfranken.

„Sie waren zwar nicht vergleichbar

mit den Hausmessen

Oberfranken der

ver gangenen Jahre, boten aber

verlässliche Rahmenbedingungen

und eine Bühne für die Neuheiten

und Innovationen unserer oberfränkischen

Hersteller.“ Aufgrund der

Pandemie-Einschränkungen waren

vor allem inländische Gäste nach

Bayern gereist. Die Anzahl der ausländischen

Besucher hielt sich in

Grenzen.

Für die Sicherheit von Besuchern

und Mitarbeiter hatten die Unternehmen

umfangreiche Hygienekonzepte

umgesetzt. „An dieser Stelle

möchte ich auch einen besonderen

Dank an die Hersteller richten, die

sehr viel Arbeit und Herzblut in die

Partnertage gesteckt haben“, betont

Dahm. „Trotz weniger Besucher als

in den vergangenen Jahren war der

organisatorische Aufwand um ein

Vielfaches höher. Alle haben hier

großartige Arbeit geleistet.“

Ein Highlight bei Koinor war „Experio“ aus der Free-Motion Familie. Motorisch gesteuert lässt sich der Sitz auf

dem Plateau Drehen, Verschieben, Schwenken – der Rücken senkt und hebt sich und die Kopfstütze fährt in

jede gewünschte Höhe. Außerdem einzigartig: Die verstellbare Armlehne kann zur Fußablage werden.

Sedda gab dem Thema Boxspring viel Raum – als

Sofa oder als Bett wie das Modell „Prince“ bietet der

Hersteller dabei viele Gestaltungsmöglichkeiten.

80 möbel kultur 10/2020


Bei W. Schillig kristallisierte sich der Bereich „Seat & Eat“ als

Publikumsliebling heraus. Neben Dining Bänken und Stühlen

wurden ganz neu auch Barhocker und -bänke inszeniert.

Der Klassiker „Al Jazar“ von TM Collections

in Dickleder punktet mit seinem hervorragenden

Sitz- und Loungecharakter.

Und diese hat sich gelohnt.

„Geschäftlich gesehen sind wir sehr

zufrieden und mit der positiven

Resonanz auf unsere Neuvorstellung

auch“, erklärt Ponsel-Geschäftsführerin

Sabine Faber. „Es war auch

wichtig und richtig, diese ,Hausmesse

vs. Partnertage‘ stattfinden zu

lassen. Unsere Polstermöbel müssen

einfach mal besessen, gefühlt und

ausprobiert werden. Bei allem virtuellen

Fortschritt ist nun einmal das

Live-Messe-Erlebnis einzigartig.“ Das

bekräftigt auch Harald Bauersachs,

Vertriebsleiter bei Arco: „Die Partnertage

haben ihren Sinn und der Einsatz

hat sich gelohnt.“ Ebenso sieht es

Harald Riemer, Marketingleiter bei

Koinor: „Wir hatten intensive Gespräche,

konnten unsere Neuheiten gut

präsentieren, bestehende Modelle

mit Erweiterungen vorführen sowie

unsere komplette Kollektion der

Dining- und Polstermöbel in Szene

setzen. Als Neuheit konnte ,Gismo‘

im Polsterbereich direkt platziert

werden, ebenso wie im Essbereich

das neue ,Dining Concept‘.“

Für die kommenden Monate hoffen

die Hersteller auf eine anhaltend

hohe Nachfrage nach deutschen

Polstermöbeln. „Die Auftragslage

ist aktuell gut. Nach dem Lockdown

herrschte Nachholbedarf an

Wohnmöbeln, von dem auch unsere

oberfränkischen Hersteller profitiert

haben. Ob diese Entwicklung die Verluste

des Lockdowns kompensieren

können, bleibt abzuwarten. Das hängt

sehr von der weiteren Entwicklung

der Pandemie ab“, erklärt Christian

Dahm. Und Thomas Machalke,

Geschäftsführer von TM Collections

fügt hinzu: „Wir hoffen, dass sich

die Sommernachfrage im Herbst und

Winter fortsetzt und im nächsten

Jahr Corona in den Griff bekommen

wird, damit langsam wieder eine

gewisse Normalität Einzug halten

kann.“

DORIS SCHMIDT

www.hausmessen-oberfranken.de

Das Hauptthema bei Arco war „Neo Vital“,

eine neue Systembaureihe mit vielfältigen

Funktionen und Ausführungen.

Bei Ponsel zog das moderne und flexible Modell

„342 Day Bed“ direkt im Eingangsbereich das

Interesse der Besucher auf sich.

10/2020 möbel kultur 81


POLSTER

Oben: Das Thema

„Landart“ mit seinem

skandinavischem

Look spielt bei Polipol

nach wie vor eine

große Rolle. Ganz neu

in dieser Vertriebsschiene

sind hingegen

die TV-Sessel (rechts).

Um auch die Kunden zu

bedienen, die in diesem

Corona-Jahr nicht nach

Diepenau kommen

konnten, hat das Team

kurzerhand zusätzlich

eine „digitale Live-

Messe“ möglich gemacht.

Samtstoffe in edlen Farbtönen waren die Hingucker bei

Hukla. Unter #sowillichsitzen können Insta- Stories aus

der Ausstellung angesehen werden.

Polipol: Live aus Diepenau – vor Ort und digital

Viel Neues zum

30. Geburtstag

Positives Messeresümee und

großes Aufatmen: Bei der

Polipol-Gruppe zeigten sich

die Verantwortlichen erleichtert,

dass die Besuchertage im eigenen

Showroom in Diepenau auch in diesem

besonderen Corona-Jahr stattfinden

konnten. Fazit: Mit einem

durchdachten Hygiene- und Sicherheitskonzept,

an das sich alle gehalten

haben, ist Messe möglich! Und zum

Abschluss konnte der Polstermöbelhersteller

auch noch ein erfreuliches

Messeergebnis präsentieren. Zu dem

sicherlich auch die gute Stimmung

beigetragen hat, denn es war zu

spüren, dass sich alle Teilnehmer

auf die persönlichen Kontakte und

Gespräche gefreut haben. Dabei hatte

Polipol für die Händler, die – oftmals

aus dem Ausland – leider nicht

anreisen konnten, auch kurzfristig

eine „digitale Live-Messe“ organisiert,

bei der die Gebietsverkaufsleiter

ihren Kunden mit Hilfe von iPad und

Livestream die Kollektionsneuheiten,

Funktionen und Bezüge direkt

und individuell aus dem Showroom

demonstrieren konnten. Ein praktisches

Tool, dass sicherlich auch

künftig zum Einsatz kommen wird.

Insgesamt konnte Polipol durch

die besondere Situation natürlich

weniger Besucher in Diepenau

begrüßen. Gleichwohl wurden die

neuen Polsterkonzepte und -bausteine

gut platziert, wie Geschäftsführer

Marc Greve betont. „Es war

die richtige Entscheidung, unsere

Produktentwicklung auch während

des Lockdowns auf Hochtouren

voranzutreiben.“ Neben Küchen

werden Polstermöbel bei den Endverbrauchern

derzeit am stärksten

nachgefragt.

Bei den Einkäufern kamen aktuell

moderne Modelle mit viel Bodenfreiheit

und integriertem Bettauszug

82 möbel kultur 10/2020


Links: Italienisch

elegant – neue Modelle

von Polinova. Darunter:

Das Studiokonzept

„Colibri“ mit Produkten

von Polinova und

Zehdenick.

Oben: Jugendlich frisch: Die Präsentation von

Megapol mit leuchtenden Samtbezügen. Ein weiteres

Highlight: Die Herz-Waage-Wallaway-Funktion, die

es bei sämtlichen Vertriebslinien gibt.

besonders gut an. Die Funktion sieht

man den Produkten nicht an – sie

kann zudem bei sämtlichen Vertriebsschienen

eingebaut werden.

Mit „Colibri“ wurden Produkte

von Polinova und Zehdenick gemeinsam

in einem neuen Studio-Konzept

vorgestellt – mit modernen Polstergruppen

in Leder und Stoff. Bei dieser

Wohnwelt, zu der es auch die passenden

POS-Materialien gibt, liegt der

Fokus auf einer hohen Bodenfreiheit

kombiniert mit unterschiedlichen

Funktionen. Ein weiteres Highlight

aus der Produktentwicklung: Die

Herz-Waage-Wallaway-Funktion, die

in sämtlichen Segmenten angeboten

wird. Insgesamt bleibt Wall away ein

wichtiges Thema.

Bei Polipol setzt der Hersteller

auch künftig auf „Landart“. Der

skandinavische Look ist nach wie

vor gefragt. Ebenso die ergonomischen

Polstersitzgruppen mit indi-

viduellem Sitzkomfort von Polifit.

Erstmals gab es bei Polipol zudem

TV-Sessel zu sehen.

Hukla überzeugte den Handel

mit weiteren Ergänzungen sowohl

im klassischen Sortiment, als auch

bei der modernen Linie „pure“.

Hin gucker waren hier zudem Samtbezüge

in dunklen Blau-, Grün-,

Rot- und Grautönen. Und bei der

jungen Linie Megapol überraschte

der Marktführer mit einer neuen,

trendigen Präsentation sowie jeder

Menge frischen Optiken. Zudem

wurde hier abermals das Thema

Nachhaltigkeit propagiert – mit

Bezügen aus recycelten PET-Flaschen.

Und dann gab es auch noch ein

Jubiläum: Am 3. Oktober 2020,

dem Tag der Deutschen Einheit,

feierte auch die Polipol-Gruppe

ihren 30. Geburtstag.

www.polipol.de

Neu bei Hukla: Eine moderne

Sessellinie mit Holzschale.

10/2020 möbel kultur 83


GO GREEN

DeinSchrank.de: Umweltbewusstsein im Fokus

Nachhaltigkeit

made in Germany

Vor zehn Jahren gegründet, hat sich deinSchrank.de zu einem erfolgreichen

Unternehmen entwickelt, das sein Portfolio stetig ausbaut.

Immer im Blick dabei: die Umwelt. Mit einer klima freundlichen

Produktion, ausgewählten Materialien, kurzen Lieferwegen und einer

optimierten Verpackung wird Verantwortung übernommen.

Gemeinsam mit Frank

Budde gründete

Gisela Cousland 2010

deinSchrank.de. Neben

Schränken und Regalen

bietet das Unternehmen

mittlerweile auch

Schiebetüren, Sideboards,

Tische, Bänke,

Polstermöbel, Betten,

Wandboards und Vitrinen

an. Weitere Produkte

sind geplant.

Die Fertigung der Produkte findet mit Ausnahme der Polstermöbel im eigenen

Werk in Rheinbach statt. Dabei legt deinSchrank.de Wert auf eine klimafreundliche

Produktion und zertifizierte Materialien aus Deutschland.

Quasi aus der Not heraus wurde

die Idee für deinSchrank.de

geboren. Für die Gründer

Frank Budde und Gisela Cousland

war es nahezu unmöglich, für

eine kleine Studentenwohnung

mit Dachschrägen passende und

erschwingliche Möbel zu finden.

Sie setzten sich das Ziel, bezahlbare

Einrichtungslösungen nach Maß in

Schreinerqualität anzubieten. 2010

fiel mit deinSchrank.de dafür dann

der Startschuss

Das Konzept dahinter: via Online-

Konfigurator kann jeder Verbraucher

sein individuelles Möbelstück entwerfen

und herstellen lassen. Die

Kosten bleiben dabei stets transparent.

Angefangen mit Schränken

und Regalen hat deinSchrank.de sein

Foto: DeinSchrank.de

Portfolio sukzessive erweitert. Mittlerweile

umfasst das Angebot auch

Schiebetüren, Sideboards, Tische

und Bänke sowie Polstermöbel. Seit

diesem Jahr können zudem Betten

Wandboards und Vitrinen über den

Hersteller konfiguriert werden.

Die Fertigung findet im eigenen

Werk in Rheinbach bei Bonn statt –

mit Ausnahme der Polstermöbel,

die von Hand in einer deutschen

Partner-Manufaktur hergestellt wer -

den. Das Unternehmen hat sich

bewusst für den Standort Deutschland

entschieden. „Hier haben wir

die Qualitätsbedingungen in allen

Belangen selbst in der Hand und

sorgen für Arbeitsplätze“, erklärt

Geschäftsführerin Gisela Cousland.

„Dazu kommen kurze Liefer- und

Transportwege, die uns vor allem

auch unter Umweltgesichtspunkten

wichtig sind.“

Dem Thema Nachhaltigkeit

legt der Hersteller eine besondere

Bedeutung bei. So wird das Engagement

in dem Bereich immer

weiter ausgebaut. „Das bedeutet

zum Beispiel eine klimafreundliche

Produktion, die Verwendung

von ausgewählten Materialien, optimierte

Verpackung und die schon

genannten kurzen Lieferwege

sowie ein ressourcenschonender

Transport. Hier planen wir für und

mit den ausliefernden Speditionen

effiziente Auslieferungsfahrten, die

besonders umweltfreundlich sind“,

erläutert Cousland. „Das Schöne ist,

dass man in so vielen Punkten –

kleinen, wie großen – etwas für

die Umwelt tun kann. Sei es der

Ökostrom mit dem die Büros und

die Produktion betrieben wird, der

Papierverbrauch oder auch das allgemeine

Meeting-Verhalten.“

88 möbel kultur 10/2020


Durch die individuelle Konfiguration der

Schränke, können die Verbraucher den

vorhandenen Raum optimal nutzen. Auf

diese Weise entstehen moderne und

praktische Stauraumlösungen.

FACTS

❯❯

Gegründet: 2010 von Frank Budde

und Gisela Cousland

❯❯

Eigenes Werk: Rheinbach bei Bonn

❯❯

Portfolio: Schränke, Regale,

Schiebetüren, Sideboards, Tische,

Bänke, Polstermöbel, Wandboards,

Betten, Vitrinen

Besonders wichtig ist deinSchrank.

de, dass auch das Produkt selbst einen

Beitrag zum Umweltschutz leistet.

„DeinSchrank.de setzt auf ein Gegenkonzept

zur modernen Wegwerfgesellschaft,

weshalb die Möbel auf eine

besondere Langlebigkeit ausgelegt

sind“, führt die Gründerin fort. Im

Sinne einer guten CO2-Bilanz werden

die verwendeten Materialien zudem

aus Deutschland bezogen. Die Holzwerkstoffplatten

sind außerdem in

einen Umweltkreislauf eingebunden.

„Das bedeutet, dass sie aus nachhaltiger

Waldwirtschaft stammen und

teils aus Altholz recycelt werden.“

Der Versand erfolgt mittels eines

individuell angepassten Kartons aus

recycelten Materialien. Nicht zuletzt

engagiert sich der Hersteller bei der

Aktion „Plant-for-the-Planet“, für

die er bereits mehr als 32.000 Bäume

gepflanzt hat.


DORIS SCHMIDT

❯❯

Umweltbewusstsein: Klimafreundliche

Produktion, ausgewählte

Materialien aus Deutschland,

optimierte Verpackung, ressourcenschonender

Transport, Unterstützung

von „Plant-for-the-Planet“

www.deinschrank.de

Ob unter der Treppe oder der

Dachschräge: DeinSchrank.de

bietet vielfältige Einrichtungsmöglichkeiten

an.

10/2020 möbel kultur 89


OUTDOOR

Ein Traum für

Griller ist dieses

Gasmodell, so

Dot-Geschäftsführer

Daniel Joachimmeyer.

Zusätzlich zur Marke

Burnout bietet Dot ab

2021 den „Eckart“

an. Fünf Module,

wahlweise auf Rollen,

online bestellbar zum

Selberaufbauen (u.).

Outdoorküchen: Hausmesse in Bissendorf

Viel Lob für

die Premiere

Kleine Themenkojen, ein

„Männerraum“ mit verschiedenen

Grills, von denen ein

Gasmodell allein rund 4.500 Euro

kostet, die komplette Range an Outdoor-Küchen

und umfangreiches

Zubehör: Wer den Weg zur Burnout-Hausmesse

mit namhaften Gastausstellern

wie Wesco, Monolith,

Napoleon, Spartherm und Caso nach

Bissendorf bei Osnabrück auf sich

nahm, bekam reichlich was geboten.

Burnout-Kitchen, 2018 gegründet,

startet hier durch und will das

knapp 2.000 qm große Innengelände

am neuen Produktionsstandort

dauerhaft zum Mekka für Outdoor-Liebhaber

machen. Wie gefragt

der Draußen-Lifestyle ist, zeigen

750.000 verkaufte Grills und die

Verdoppelung des Durchschnittspreises

von 400 Euro auf 800 Euro

innerhalb von fünf Jahren.

Das Konzept, die modulare Küche

einfach zu halten, kommt an. Neu

stellten die Dot-Geschäftsführer

Thomas Pabst und Daniel Joachimmeyer

für ihre Küchenmarke Burnout

nicht nur einen Online-Konfigurator

Was die Dot GmbH & Co. KG mit der Marke Burnout

im Gewerbepark in Bissendorf auf die Beine gestellt

hat, konnte sich sehen lassen. Die Hausmessebesucher

sparten angesichts der Vielfalt des Angebotes an

Outdoorküchen und Zubehör sowie der entspannten

Atmosphäre nicht mit Anerkennung. Schon jetzt steht

fest, dass es 2021 eine Fortsetzung geben wird.

vor, sondern auch passende Tische

und Bänke. Zudem gibt es das obligatorische

Edelstahlgestell jetzt auch

schwarz gepulvert.

Rund 15.000 Euro koste eine

Burnout-Küche im Schnitt und schon

gut 30 Prozent seien mit Spüle ausgestattet,

so Joachimmeyer. Die liefert

Franke. Bei Trinkwasserschläuchen

arbeitet man mit Rehau zusammen.

Um stärker vom Outdoor-Boom zu

profitieren, launcht Dot 2021 online

bestellbare Schränke zum Selbstaufbauen

unter dem Namen „Der

Eckart“, die Stauraum und Arbeitsfläche

bieten – in Grill- oder Poolnähe,

aber auch im Garten als Pflanztisch.

Es handelt sich um eine „abgespeckte

Variante“ in Burnout-Qualität,

aber ohne die Möglichkeit Grill oder

Spüle einzubauen. Mit den Möbeln

soll eine jüngere Zielgruppe angesprochen

werden.

Das Hochwert-Segment bedient

Wesco. „Wir fangen da an, wo Burnout

aufhört“, so Fabian Quandt, Leiter

dieses Segments. Wesco stehe für millimetergenau

nach Kundenwünschen

geplante Outdoorküchen. Eingesetzt

werde für die Gestelle nur Aluminium

und zunehmend Keramik für Arbeitsplatte

und Front, möglich seien

zudem zahlreiche Komfort- Features.

SUSANNE KRAFT

www.burnout.kitchen.de

Outdoorküche war auch ein Thema

beim Küchenherbst, beispielsweise

bei Störmer in Rödinghausen.

Als Portfolio-Ergänzung sind

Sets geplant, vordefiniert mit

Schranktypen, Ausstattung und

Arbeitsplatte. Über ein durchweg

positives Feedback freute sich

Thorben Wiedemann, Marketingund

Vertriebsleiter.

Fabian Quandt, bei Wesco

verantwortlich für Outdoorküchen,

sieht viel Potenzial.

Mit Extras weiß der Hersteller

aus Arnsberg anspruchsvolle

Kunden zu verwöhnen.

Dazu gehören ein nach oben

herausfahrbares Eck-Hubsystem,

eine zusätzliche

Abdeckung vom Segelmacher

oder auch eine Hakenleiste

für Grill-Zubehör.

98 möbel kultur 10/2020


Bio Green

Einfache Bewässerung

Die Bewässerungssysteme von

Bio Green verpflegen Gewächse

während des Urlaubs mit genügend

Wasser und stellen sicher, dass die

Pflanzen weder über den Durst

trinken noch austrocknen. Die

„Hydro“-Serie besticht am POS durch

ihre natürliche, farblich abgestimmte

Verpackung mit hohem Wiedererkennungswert.

www.biogreen.world

Ofyr

Grill und Lagerfeuer in einem

Der neue „Ofyren“ von Ofyr ist Grill und Kochplatte in einem.

Der verwendete Kortenstahl in modernem Design ist äußerst

stabil, deshalb kann das Gerät bei jedem Wetter draußen bleiben.

Mit Hilfe von trockenem Holz wird innerhalb ein paar Minuten

ein loderndes Feuer entfacht, das in der kegelförmigen Konstruktion

die darüber liegende kreisförmige Kochplatte erhitzt.

Präzises Outdoor-Kochen wird leicht gemacht, denn durch den

besonderen Aufbau lassen sich mit diesem Grill verschiedene

Hitzezonen auf der Kochplatte erzeugen. www.ofyr.de

Bolia

Erste Outdoor-

Kollektion

Im Rahmen seiner frisch

lancierten Outdoor-

Kollektion übersetzt

Bolia, neben gänzlich

neuen Designs, diese

Saison auch einige seiner

Produktklassiker für den Außenbereich. Nach dem Modulsofa

„Orlando“ ist auch die Leuchte „Pica“ ab sofort in einer Outdoor-Variante

erhältlich: „Pica Outdoor“ (Foto). Von Joa Herrenknecht für

Bolia entworfen, erzeugt die Leuchte eine beruhigende Atmosphäre.

Diese besteht aus einem Metallfuß sowie einem eleganten Leuchtenschirm

aus mattweißem Opalglas. Mit einer integrierten LED und

Dimmfunktion versehen, verbreitet sie nach vorherigem Aufladen

über einen Zeitraum von sechs Stunden und ganz ohne lästige Kabel

ein angenehm weiches Licht. www.bolia.com

Elho

Neue Designs für Balkon & Co.

Innovative Produkte und neue Kolorierungen von Elho

erleichtern auch im kommenden Jahr die Pflanzenpflege und

-inszenierung auf dem Balkon, der Terrasse, im Garten oder

Wohnraum. Elho lanciert unter anderem die neue Kollektion

„Fuente“ mit verschiedenen Oberflächenstrukturen, stilvolle

„Vibes“-Indoor-Töpfe, formschöne „Vibia Campana“-Hängetöpfe

und praktische „Corsica Vertical Forest“-Pflanztöpfe

(Foto) für vertikales Gärtnern auf kleinstem Raum. Elho produziert

seit mehr als 55 Jahren nachhaltige Kunststofftöpfe.

Die Philosophie: Mit kreativen und innovativen Produktentwicklungen

das Leben grüner zu gestalten und die Pflege von

Pflanzen so einfach wie möglich zu machen. www.elho.com

Markilux

Mobil und energiesparend

Für behagliche Temperaturen unter einer Markise sorgt bei

Markilux ein Infrarot-Wärmestrahler, den man an der Wand oder

direkt unter dem Sonnenschutz befestigen kann. Nun ergänzt ein

mobiles Standgerät (Foto) mit 1.400 Watt Leistung dieses Angebot.

Es ist mit einer Timerfunktion ausgestattet, über die sich das Gerät

automatisch in drei wählbaren Zeitstufen abschalten lässt. Der

schlicht designte Infrarot-Standwärmestrahler ist aus hochwertigem

pulverbeschichteten Aluminium gefertigt. Er ist knapp einen

Meter hoch sowie 35 Zentimeter breit und tief. Über eine Softstartfunktion

heizt der Wärmestrahler mit geringem Anlaufstrom und

damit energiesparend sekundenschnell auf. www.markilux.com

10/2020 möbel kultur 99


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