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B.A.U.M.-Jahrbuch 2020: Nachhaltige Stadt. Unternehmen als Akteure im urbanen Raum

Gut zwei Drittel der Menschen in Deutschland leben in Städten bzw. Ballungsräumen. Ob eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft gelingen wird, entscheidet sich daher auch in den Städten. Als Unternehmensnetzwerk interessiert sich B.A.U.M. für die Rolle, die Unternehmen als Akteure im urbanen Raum spielen. Die Beiträge des B.A.U.M.-Jahrbuchs 2020 fragen nach den Potenzialen für mehr Umwelt- und Klimaschutz, die eine urbane Wertschöpfung erschließen kann. Sie stellen u.a. zukunftsweisende Ansätze in der urbanen Logistik und bei der dezentralen Energieversorgung vor. Auch die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine „smarte“ und zukunftsfähige Stadt werden beleuchtet.

Gut zwei Drittel der Menschen in Deutschland leben in Städten bzw. Ballungsräumen. Ob eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft gelingen wird, entscheidet sich daher auch in den Städten. Als Unternehmensnetzwerk interessiert sich B.A.U.M. für die Rolle, die Unternehmen als Akteure im urbanen Raum spielen.
Die Beiträge des B.A.U.M.-Jahrbuchs 2020 fragen nach den Potenzialen für mehr Umwelt- und Klimaschutz, die eine urbane Wertschöpfung erschließen kann. Sie stellen u.a. zukunftsweisende Ansätze in der urbanen Logistik und bei der dezentralen Energieversorgung vor. Auch die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine „smarte“ und zukunftsfähige Stadt werden beleuchtet.

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Nachhaltige Stadt

Unternehmen als Akteure

im urbanen Raum

B.A.U.M. e.V.

Jahrbuch

2020


Gut zwei Drittel der Menschen in Deutschland leben in Städten bzw. Ballungsräumen. Ob eine nachhaltige

Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft gelingen wird, entscheidet sich daher auch in

den Städten. Als Unternehmensnetzwerk interessiert sich B.A.U.M. für die Rolle, die Unternehmen als

Akteure im urbanen Raum spielen.

Die Beiträge des B.A.U.M.-Jahrbuchs 2020 fragen nach den Potenzialen für mehr Umwelt- und Klimaschutz,

die eine urbane Wertschöpfung erschließen kann. Sie stellen u.a. zukunftsweisende Ansätze

in der urbanen Logistik und bei der dezentralen Energieversorgung vor. Auch die Möglichkeiten der

Digitalisierung für eine „smarte“ und zukunftsfähige Stadt werden beleuchtet.


B.A.U.M. e.V.

Jahrbuch

2020

Nachhaltige Stadt

Unternehmen als Akteure

im urbanen Raum

1


B.A.U.M.-JAHRBUCH 2020 | INHALT

Vorworte

Peter Altmeier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie .............................................................. 4

Prof. Dr. Maximilian Gege, Dieter Brübach, Martin Oldeland, B.A.U.M. e.V. ...................................... 6

Nachhaltige StadtUnternehmen als Akteure im urbanen Raum .................... 7

Wandel der Stadtökonomie ............................................................................................................. 8

Anja Bierwirth, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Integration von Produktion in den urbanen Raum ........................................................................... 11

Dr. Frank Hees, RWTH Aachen University, sowie Gesa Horn und

Dr. Kathrin Schönefeld, Bergische Universität Wuppertal

Mittelstand und Smart Cities ......................................................................................................... 14

Prof. Dr. Henning Vöpel, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut

Der neue WiloPark ........................................................................................................................ 17

Olaf Kuhnt und Carolin Casper, Wilo SE

Der Alnatura Campus .................................................................................................................... 19

Jonas Theile, Alnatura Produktions- und Handels GmbH

Ein Gewerbe- und Industriegebiet im Einklang mit Ökologie und Ökonomie .................................... 22

Annette Schimmel, Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und

Stadtentwicklung mbH

Gut für die Umwelt ........................................................................................................................ 25

Ulf Gehrckens und Christian Hein, Aurubis AG

Energieversorgung im Quartier ...................................................................................................... 27

Florian Henle, Polarstern GmbH

Städtischen Wirtschaftsverkehr nachhaltig gestalten ...................................................................... 29

Dr. Wulf-Holger Arndt, Deutsches Institut für Urbanistik

Grüne Logistik auf der letzten Meile .............................................................................................. 32

Jill Meiburg, Deutsche Post DHL Group

Mobilität braucht Miteinander ....................................................................................................... 34

Michael Birk, Deutsche Bahn AG

InfraLab Berlin .............................................................................................................................. 37

Norbert Pauluweit, Frieder Söling und Markus Spitznagel, Berliner Stadtreinigung

Mitte Altona: inklusiv von Anfang an ............................................................................................. 40

Michael Wulf, Bauverein der Elbgemeinden eG

Wohnen über dem ALDI Markt ....................................................................................................... 42

Jörg Michalek, ALDI Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG

Kaufmann, Kita, Coworking ........................................................................................................... 43

Ulrich Bähr, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

Nah an den Nachbarn .................................................................................................................... 46

Gunnar Sadewater, Hamburg Airport

2


B.A.U.M.-JAHRBUCH 2020 | INHALT

B.A.U.M.-PORTRAIT ............................................................................................................ 49

B.A.U.M.-Jahresrückblick 2019 ....................................................................................................... 50

Zukunft der Arbeit nachhaltig gestalten ......................................................................................... 51

B.A.U.M.-Preisträgerinnen und -Preisträger 2019 ............................................................................ 55

Plattformen für Erfahrungsaustausch schaffen ............................................................................... 56

Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand .......................................................................... 58

Klimaschutz – Unternehmen engagieren sich .................................................................................. 61

Zukunftsinvestition: Ressourcenschutz ........................................................................................... 64

Wälder zukunftsfähig machen ........................................................................................................ 67

Mobilität und Klimaschutz ............................................................................................................. 68

Die SDGs: mehr als bunte Bilder ..................................................................................................... 70

B.A.U.M. als Informationsnetzwerk ................................................................................................ 71

B.A.U.M. 5.0 – die Zukunft gestalten .............................................................................................. 72

Ein Netzwerk … und gut vernetzt .................................................................................................. 75

Der B.A.U.M.-Kodex ....................................................................................................................... 76

Mitglied sein – das Netzwerk stärken ............................................................................................ 78

Langjährige Partner im B.A.U.M.-Netzwerk ..................................................................................... 79

Warum sie sich bei B.A.U.M. engagieren ........................................................................................ 80

Firmenportraits ...................................................................................................................... 81

Mitgliederverzeichnis ........................................................................................................ 181

Serviceadressen .......................................................................................................................... 206

Impressum ....................................................................................................... innere Umschlagseite

3


B.A.U.M.-JAHRBUCH 2020

Peter Altmaier

Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Für das Jahrbuch 2020 hat sich B.A.U.M. das Thema „Nachhaltige

Stadt. Unternehmen als Akteure im urbanen Raum“ gesetzt.

Eine gute Entscheidung! Denn das Gelingen einer

nachhaltigen Entwicklung wird sich in vielerlei Hinsicht

in den Städten entscheiden: Hier lebt ein Großteil der

Bevölkerung, hier wird das Wirtschaftswachstum ganz

wesentlich generiert. Das Zusammenleben vieler Menschen

auf vergleichsweise kleinem Raum verbunden mit

vielfältigen wirtschaftlichen Aktivitäten stellt die Städte

vor erhebliche ökologische und soziale, aber auch ökonomische

Herausforderungen. Diese Herausforderungen

müssen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung bewältigt

werden, damit unsere Städte auch in Zukunft

lebenswert bleiben. Es geht zum Beispiel um ressourcenund

umweltschonendes Leben und Wirtschaften, aber

auch um Fragen ökonomischer Rahmenbedingungen

und des sozialen Zusammenhalts.

Diese Entwicklung wird ganz wesentlich von der Digitalisierung getragen. Dies gilt insbesondere in

den Bereichen Bildung, Energie, Gesundheit, Verkehr und Verwaltung. Um die digitale Transformation

von Städten zu Smart Cities zu unterstützen, habe ich die Initiative Stadt.Land.Digital angestoßen. Die

Initiative versteht sich als Kompe tenzzentrum und Ansprechpartner für Kommunen, steht aber auch

Unternehmen und der Zivilgesellschaft offen. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität in Stadt und Land

durch digitale Lösungen zu verbessern.

Ein vordringliches Thema in den Städten ist dabei die Frage der Mobilität: eine Frage, die Stadtbewohner

und Pendler, aber auch Unternehmen betrifft. Wie schaffen wir es, Mobilität umweltschonend und

bezahlbar zu gestalten und gleichzeitig den Mobilitätsbedürfnissen jedes Einzelnen gerecht zu werden?

Mein Ministerium treibt hier die Entwicklung einer digitalen, alle Verkehrsträger übergreifenden

überregio nalen Mobilitätsplattform voran, mittels derer Mobilität über alle Fortbewegungsmittel

hinweg geplant, gebucht und bezahlt werden kann. Solche und viele andere digitale Plattformen

sind die Grundlage der „Sharing Economy“, die gerade in Städten eine nachhaltige Entwicklung befördern

kann: Wenn über Plattformen nicht nur Dienstleistungen, sondern auch Gebrauchsgüter zur

temporären Nutzung vermittelt werden, kann dies ein bedeutsamer Beitrag zur Ressourcenschonung

sein. Carsharing ist hier ein schon fast klassisches Beispiel. Gleichzeitig stellen sich bei der Plattformökonomie

viele grundsätzliche Fragen nach einem konsistenten Ordnungsrahmen, der Unternehmen

und Verbrauchern den freien Zugang zu allen Märkten und Produkten ermöglicht und den Missbrauch

von Marktmacht wirksam verhindert. Diesen Prozess begleiten wir im Bereich des Wettbewerbs- und

Kartellrechts sehr intensiv.

4


B.A.U.M.-JAHRBUCH 2020

Dienstleistungen, wie sie digitale Plattformen anbieten, sind aber nur ein Teil der Wertschöpfung in

Städten. Auch die industrielle Fertigung wird und muss hier weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Unter

dem Stichwort „Urban Production“ werden in der Wissenschaft Konzepte diskutiert, wie sich industrielle

Produktion wieder stärker in die Städte verlagern lässt, um zum Beispiel näher an Fachkräften zu sein.

Industriell hergestellte Produkte und auch deren Produktion in Städten sollten besonders platzsparend,

ressourcenschonend und emissionsarm sein. Dafür kann Leichtbau eine geeignete nachhaltige Technologie

sein: Durch die verstärkte Nutzung bionischer Strukturen mit Hilfe von Digitalisierung und innovativen

Fertigungsverfahren wie dem 3-D-Druck eröffnen sich neue industrielle Anwendungen, die auch

die Herstellung von individuellen Einzelstücken ermöglichen. Das spart Platz, Rohstoffe und Energie.

Zur Förderung dieser Querschnittstechnologie hat mein Ministerium die Initiative Leichtbau erfolgreich

etabliert und wird 2020 ein Technologietransfer-Programm Leichtbau starten.

Dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, welche Chancen sich aus der nachhaltigen Entwicklung in

Städten ergeben können. Sie zeigen sehr eindringlich, wie Nachhaltigkeit und Innovationen Hand in

Hand gehen können – und müssen. Das vorliegende Jahrbuch 2020 beschäftigt sich auch mit weiteren

Themen, stellt zum Beispiel zukunftsweisende Ansätze in der urbanen Logistik und für ein umweltschonend

und sozial gestaltetes Zusammenspiel von Stadt und Umland vor.

Unternehmen spielen dabei immer eine wesentliche Rolle: Sie setzen nicht nur Umwelt-, Klimaschutzund

Transparenzvorgaben um, sondern entwickeln technische Innovationen und neue Geschäftsmodelle,

welche die nachhaltige Entwicklung in vielen Bereichen erst ermöglichen. Das macht deutlich: Ohne

aktives und konstruktives Mitwirken der Wirtschaft lassen sich die Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen.

Deshalb begrüße ich sehr, dass das vorliegende B.A.U.M.-Jahrbuch vor allem die Rolle von Unternehmen

als Akteure im urbanen Raum in den Fokus nimmt und dabei zahlreiche interessante Praxisbeispiele,

aber auch bedenkenswerte Diskussionsanstöße für eine nachhaltige Entwicklung aufzeigt.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich viel Freude und Erkenntnis bei der Lektüre.

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B.A.U.M.-JAHRBUCH 2020

Nachhaltige Stadt

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Städte sind der Lebensraum der Zukunft“, schreibt das Zukunftsinstitut, der Thinktank mit Sitz in

Frankfurt a.M., und zitiert eine Prognose der Vereinten Nationen, der zufolge im Jahr 2050 70 Prozent

der Weltbevölkerung in urbanen Räumen leben werden. Interessant ist: In den westlichen Ländern

schreitet die Urbanisierung nur noch langsam voran. Das Zukunftsinstitut sieht die Herausforderung

hier „in der Optimierung […] bestehender Strukturen“. An dieser Stelle setzt das B.A.U.M.-Jahrbuch

2020 mit dem Titel „Nachhaltige Stadt“ an.

Wir sind überzeugt davon, dass sich in den Städten erweisen wird, ob die Transformation zu einer

nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft gelingen kann. Als Unternehmensnetzwerk interessiert uns

dabei die Rolle der Unternehmen als Akteure im urbanen Raum.

Die Beiträge des Jahrbuchs beleuchten, wie sich Produktion in den urbanen Raum (re-)integrieren

lässt und Stadtökonomie dabei emissionsarm, klimaresilient und ressourcengerecht gestaltet werden

kann. Best-Practice-Beispiele zeigen, wie Unternehmen Potenziale in der Stadt nutzen und den Herausforderungen

konstruktiv begegnen: sie tragen zu einem Wandel der Energieversorgung in Richtung

Klimaneutralität oder zur Schaffung von Wohnraum bei und bieten mit ihrem Unternehmenssitz in der

Stadt Mehrwert fürs Quartier. Als Schlüssel für eine nachhaltige Stadt der Zukunft erweist sich neben

innovativen Unternehmenskooperationen vor allem die Digitalisierung. Zudem gehen wir im B.A.U.M.-

Jahrbuch der Frage nach, wie sich der städtische Wirtschaftsverkehr nachhaltig gestalten lässt und was

Unternehmen dazu beitragen können – insbesondere bei den sog. KEP-Diensten (Kurier-, Express- und

Paketdiensten) oder bei der Mitarbeitermobilität.

Der zweite Teil des Jahrbuchs gibt einen Überblick über unsere Arbeit im Jahr 2019 und stellt aktuelle

Projekte vor. Ab Seite 81 präsentieren nachhaltig wirtschaftende Unternehmen ihre vorbildlichen

Aktivitäten für Nachhaltigkeit. Wir wünschen eine anregende Lektüre! Wenn Sie sich zur Arbeit von

B.A.U.M. austauschen möchten, freuen wir uns, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen:

vorstand@baumev.de.

Prof. Dr. Maximilian Gege

Vorsitzender

Dieter Brübach

Mitglied des Vorstands

Martin Oldeland

Mitglied des Vorstands

6


© 123RF.com, Kasto

Nachhaltige Stadt

Unternehmen als Akteure im urbanen Raum

7


NACHHALTIGE STADT

Wandel der Stadtökonomie

Emissionsarm, klimaresilient und ressourcengerecht

Von Anja Bierwirth, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Stadtentwicklung sieht sich heute sehr unterschiedlichen Herausforderungen ausgesetzt: Auf der

einen Seite besteht ein wachsender Problemdruck durch ungleiche Entwicklungen von Wachstum und

Schrumpfung, wirtschaftlichem Strukturwandel und Standortwettbewerb, Alterung der Gesellschaft,

sozialer Ungleichheit und zunehmenden Umweltbelastungen und -risiken. Auf der anderen Seite

bestehen wachsende Chancen, Wissen in Städten durch eine breite Mobilisierung aller Institutionen

und Akteure für eine Vielfalt neuer Ansätze und Lösungen der Probleme nutzbar zu machen. Für eine

moderne Nachhaltigkeits- und Innovationspolitik nimmt die Stadt- und Regionalebene als Aktionsraum

somit eine Schlüsselrolle ein.

In diesem Spannungsfeld von steigendem Problemdruck und hohen Innovationspotenzialen bedarf es

daher neuer forschungs- und wissensbasierter Politikansätze in der Stadt- und Regionalforschung, um

Transformationspfade zur Nachhaltigkeit systematisch zu erschließen. Es bedarf allerdings auch einer

kritisch-begleitenden Forschung im urbanen Raum, die eine Sensorik gegenwärtiger Prozesse gesellschaftlichen

Wandels entwickelt und deren soziale wie ökologische Wirkungen auslotet. Ein solcher

Ansatz bezieht seine stärksten Impulse und Orientierungen aus der internationalen politischen Debatte

von den Sustainable Development Goals bis zu den Beschlüssen der UN-Klimakonferenz COP 21 in Paris.

Konkret bietet insbesondere die New Urban Agenda (NUA) im Rahmen des UN-Habitat-Prozesses eine

Leitlinie, wie die UN Sustainable Development Goals (SDGs) und die Beschlüsse der UN-Klimakonferenz

im urbanen und regionalen Kontext wirkungsvoll umzusetzen sind. Insbesondere erhebt die NUA für

moderne Städte den Anspruch auf kompakte Siedlungsentwicklung mit angemessenen Freiräumen,

sparsamem Umgang mit Ressourcen, sozialem Ausgleich, klima- und umweltschonender sowie sozialverträglicher

und sozial inkludierender Mobilität und Entwicklung gesunder Lebensbedingungen.

Den urbanen Wandel nachhaltig gestalten

Für einen gestalteten Wandel zur Nachhaltigkeit fehlen in Kommunen allerdings vielfach die Voraussetzungen:

Kommunalverwaltungen sind von einer ressortspezifischen Problembearbeitung geprägt,

für übergreifende Handlungsansätze fehlen vielfach die Zuständigkeiten, Strukturen für einen fachbereichsübergreifenden

Austausch und die notwendigen zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Nicht

selten mangelt es auch an einem Bewusstsein für den Mehrwert und an der Bereitschaft, bestehende

Strukturen und Arbeitsabläufe zu verändern. Zukunftsthemen wie resiliente Infrastrukturentwicklungen,

nachhaltige Siedlungsentwicklung, Digitalisierung und nachhaltige Mobilität sind nur schwer in die

sektorale Struktur einer Verwaltung zu integrieren. Erschwerend führen die finanziellen Restriktionen

zu einer Reduzierung der Verwaltungstätigkeit auf so genannte Pflichtaufgaben und oftmals zu einer

deutlichen Reduktion des Dienstleistungsangebotes für die Bürgerinnen und Bürger – bei gleichzeitiger

Zunahme projektbasierter Ansätze auf der Basis von Drittmittelprojekten.

8


NACHHALTIGE STADT

Trotz dieser spannungsreichen Rahmenbedingungen unternehmen viele Kommunen den Versuch einer

proaktiven Gestaltung urbanen Wandels zur Nachhaltigkeit. Unterlegt werden diese kommunalen Aktivitäten

durch Initiativen, die nachhaltige Entwicklung in Quartieren befördern. Klimaquartiere, Urban

Gardening, Gemeinschaftsprojekte zur Energieversorgung, Sharing-Angebote, neue Nachbarschaften

etc. entsprechen vielfach den global formulierten Zielen zur nachhaltigen Entwicklung. Es gilt, diese

mit Ansätzen der Kommunalverwaltung zur Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Folgende normative

Zielkontexte bilden dabei den Ausgang:

... die dekarbonisierte Stadt

Klima ist ein schutzwürdiges Gut und die notwendige Dekarbonisierung setzt in zentralen Entwicklungsfeldern

einer Stadt Innovationsprozesse zur Nachhaltigkeit frei: in Gebäuden und Quartieren,

in Infrastrukturen (vor allem Energie und Verkehr) und im nachhaltigen Umgang mit Flächen.

... die klimaresiliente Stadt

Klimawandel birgt sowohl eine Risiko- als auch Entwicklungsdimension. Städte sind aufgrund ihrer

Bevölkerungs- und baulichen Dichte von Klimawandelfolgen wie z.B. Hitze- und Extremwetterereignissen

betroffen. Eine klimaresiliente Stadt bewahrt trotz derartiger externer Störungen ihre

Entwicklungsfähigkeit und setzt die Lebensqualität für ihre Bürgerinnen und Bürger als zentralen

Maßstab der Stadtentwicklung.

... die klima- und ressourcengerechte Stadt

Klima- und Ressourcengerechtigkeit unterteilen sich in eine soziale und eine politische Kategorie.

Zum einen drücken sie ein demokratisches Moment aus, in dem es materieller und formaler demokratischer

Strukturen bedarf, gerechte Stadtentwicklung zu ermöglichen. Zum anderen zielen soziale

Innovationen in der klima- und ressourcengerechten Stadt darauf, die Beziehungen von Institutionen

und Menschen untereinander zu verbessern. In einer klima- und ressourcengerechten Stadt

ist der Zugang zu Umweltgütern (z.B. qualitätsvolle Stadträume), zu Energie (durch erneuerbare

Energien und Energieeffizienz) und zu Anpassungsmöglichkeiten an Klimafolgen integraler Teil der

Daseinsvorsorge.

... die sozial und wirtschaftlich innovative Stadt

Soziale Innovationen sind ein Schlüssel, bestehende Handlungshemmnisse zu überwinden. Experimentelle

Settings und Laborräume sind ein methodischer Ansatz, derartige Innovationen und

regionalökonomische Wertschöpfung zu generieren.

Konzept der Wirtschaftsförderung 4.0

(Abbildung: Michael Kopatz)

9


NACHHALTIGE STADT

Die vier genannten Zieldimensionen können mit dem Begriff der lebenswerten Stadt zusammengefasst

werden. Für ihre Ausgestaltung sind jedoch vielfältige Rückkopplungsprozesse notwendig, je nach

Stadttyp und Entwicklungsdynamik. Damit können abhängig von bestehenden Politik-, Akteurs- und

Unternehmensstrukturen, lokalen wissenschaftlichen Einrichtungen, naturräumlichen Rahmenbedingungen

und sozialen Lagen unterschiedliche Auffassungen einer verbesserten Lebensqualität in

Städten aufkommen.

Wirtschaftsförderung 4.0

Wie soziale Fragen, regionalwirtschaftliche Aspekte und ökologische Belange einer Stadtökonomie

zusammengehen können, zeigt das Konzept der „Wirtschaftsförderung 4.0“. Es betrachtet die gesamte

Wirtschaft und geht damit über die reine Unternehmensförderung – und damit die eher klassische

Wirtschaftsförderung – hinaus. Die „gesamte Wirtschaft“ meint nicht nur bezahlte Tätigkeiten oder

geldbasierten Austausch. Sie umfasst sämtliche Tätigkeiten, die zur Herstellung, Nutzung, Entsorgung

und Wiederaufbereitung, zu Handel, Tausch, Kauf und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen notwendig

sind. Sie umfasst außerdem den großen Bereich der unbezahlten Arbeit, wie die Betreuung

von Kindern, Pflege von Angehörigen oder ehrenamtliche Tätigkeiten, die mehr als die Hälfte aller

geleisteten Arbeit ausmachen. Viele lokale Initiativen tragen mit ihren innovativen Geschäftsmodellen zur

wirtschaftlichen Stabilität in einer Stadt, einer Region bei. Wie solche Initiativen und Geschäftsmodelle

gestärkt werden können, beschreibt und fördert das Konzept der „Wirtschaftsförderung 4.0“, denn

ohne diese Formen der Wirtschaft könnte auch der gewerbliche Bereich nicht existieren.

Anja Bierwirth ist Co-Leiterin des Forschungsbereichs „StadtWandel“ am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt,

Energie. Als Architektin und Umweltwissenschaftlerin arbeitet sie schwerpunktmäßig im Bereich nachhaltiger

Stadtentwicklung, Energieeffizienz und -suffizienz in Gebäuden.

10


NACHHALTIGE STADT

Integration von Produktion in den

urbanen Raum

Von Dr. Frank Hees, RWTH Aachen University, sowie Gesa Horn und Dr. Kathrin Schönefeld, Bergische

Universität Wuppertal

Für die Wahl eines (Produktions-)Standorts im urbanen Raum treffen Unternehmen viele Entscheidungen

zu individuellen Bedarfen, Anforderungen und möglichen Konsequenzen. In der Vergangenheit war

eine klare Tendenz zu erkennen, Produktionsstätten aus städtisch geprägten Gebieten in suburbane

und monostrukturierte Industriestandorte zu verlegen, um ungestört produzieren zu können und

ausreichende Möglichkeiten zur Expansion zu haben.

In den letzten Jahren ist ein entgegengesetzter Trend zu beobachten: Produzierende Unternehmen

finden nach und nach den Weg zurück in die Städte und erkennen die Standortvorteile urbaner Gebiete.

Dies war Ausschlag für ein Projekt zum Thema „Made in Aachen – (Re-)Integration von Produktion in

den urbanen Raum“, kurz MIA.

Das transdisziplinäre Forschungsprojekt MIA der RWTH Aachen University und der Stadt Aachen hat

in einem interdisziplinären Team von 2016 bis 2019 für ausgewählte Gebiete in Aachen gezeigt, dass

ein Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe in der Innenstadt gelingen kann. Voraussetzung dafür

ist, dass sich alle Beteiligten möglicher Wechselwirkungen bewusst sind und aktiv an einer stadtverträglichen

Zusammenführung der verschiedenen Interessen arbeiten.

Anforderungen und Nutzen urbaner Produktion

Produktion und Stadt – was zunächst nach einem Widerspruch klingt, bietet bei näherer Betrachtung

eine ernstzunehmende Möglichkeit für Produktionsstätten der Zukunft, die sich nah am Arbeitnehmer

und am Kunden befinden. Das Wechselspiel zwischen Unternehmen, Kommune und Bürgern wirft

jedoch die Frage auf, welche Anforderungen für die einzelnen Akteure im Fokus stehen.

Aus Unternehmenssicht stellen ein spezifischer Flächenbedarf, Sichtbarkeit und Nähe zu Kunden, Mitarbeitern

sowie Logistikern und ungestörte Produktionsabläufe wichtige Kriterien für einen Standort

im urbanen Raum dar. Um den Bedarf nach räumlicher Nähe erfüllen zu können, wird Produzieren

und Wohnen wieder enger miteinander verflochten und somit der kurze Weg zwischen Wohnen und

Arbeiten beziehungsweise auch zwischen Konsument und Produzent forciert. Ein Ergebnis dieser

Entwicklung können attraktivere, wohnortnahe Arbeitsplätze und kurze Lieferwege sein mit sozialökologischen

und ökonomischen Vorteilen. Es gilt also innovative Nutzungsmischungen mit Synergiepotenzial

zu entwickeln. Trends wie beispielsweise die kundennahe, hochindividuelle Fertigung

vor Ort in kleinen Produktionseinheiten befördern dieses Konzept der Nutzungsmischung zusätzlich.

Außerdem unterstützen moderne Produktionsverfahren die neuen Standort- und Nutzungsmöglichkeiten,

da etwa der 3D-Druck Produktionsschritte ersetzen und Produktionsstätten emissions- sowie

dadurch konfliktärmer gestalten kann.

11


NACHHALTIGE STADT

Die Revitalisierung von Städten

Aus städtischer und stadtplanerischer Sicht bietet die Integration von Produktion in den urbanen Raum

den Vorteil, dass ungenutzte städtische Flächen revitalisiert werden können und durch Mischnutzungen

beiderseits Vorteile für Anwohner und Unternehmen entstehen können. Für Bürger und Anwohner von

urbanen Gebieten sind besonders die Attraktivität des Quartiers und die Möglichkeit der Freizeitgestaltung

wichtige Kriterien für die Entwicklung eines Quartiers. Bedeutend für die Attraktivität eines Gebiets

ist die Anzahl der Gebäude, deren Gebäudestrukturen und die Existenz von Freiflächen wie Parkanlagen

oder Spielplätzen. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Historie eines Gebiets ausschlaggebend für die

Bewertung von Produktion im direkten Wohnumfeld von Bürgern ist. In urbanen Gebieten, die historisch

gewachsene Nutzungsmischungen vorweisen oder über Jahrzehnte beziehungsweise Jahrhunderte als

Industriestandort geprägt sind, haben Anwohner und Bürger Produktionsstätten als Teil des Gebiets

angenommen und identifizieren sich und ihr Wohnviertel mit produzierenden Unternehmen.

Urbane Produktion in der Nachbarschaft: Akzeptanz und Konfliktpotenzial

Für Aachen konnte festgestellt werden, dass in den zwei untersuchten urbanen Räumen Produktion

mit einer gewachsenen Nutzungsmischung nicht als störend wahrgenommen wird, obwohl es durch

sie zu Lieferverkehren, Geruchs- und Geräuschemissionen kommt. Das ist jedoch nicht immer der Fall.

Angst vor Emissionen und erhöhtem Verkehrsaufkommen sind nach wie vor wesentliche hemmende

Faktoren für eine Ansiedlung von Produktion im urbanen Raum. Dem versuchen Unternehmen entgegenzusteuern.

Insgesamt 41 Prozent der im Rahmen von MIA befragten Unternehmen in Aachen geben

an, Technologien einzusetzen, um Emissionen zu reduzieren, und 36 Prozent geben sogar an gar keine

Emissionen zu produzieren. So verwundert es nicht, dass eine Haushaltsbefragung ergab, dass nur 16,7

Prozent der befragten Anwohner Aachens die Produktion in Wohnortnähe explizit ablehnen. Aktuell

wird somit deutlich, dass Wohnen und Produzieren im urbanen Raum Aachens oftmals nebeneinander

funktioniert und eine gegenseitige Toleranz und Akzeptanz vorhanden ist.

Das transdisziplinäre Forschungsprojekt

MIA der RWTH Aachen

University und der Stadt Aachen hat

für ausgewählte Gebiete in Aachen

gezeigt, dass ein Nebeneinander von

Wohnen und Gewerbe in der Innenstadt

gelingen kann.

12


NACHHALTIGE STADT

Dennoch besteht weiter Handlungsbedarf für die nachhaltige Entwicklung urbaner Produktion. In

Bürger- als auch in Unternehmensbefragungen konnte festgestellt werden, dass Austausch und Kommunikation

zwischen den Akteuren nur sehr selten stattfindet: Unternehmen suchen selten aktiv den

Kontakt zu Anwohnern und bewegen sich meist nur auf ihrem Werksgelände, wodurch in vielen Fällen

ein Eindruck der Abschottung entsteht, der seinen Ursprung oft im äußeren Eindruck und damit in

der Architektur der Produktionsstätte hat. Der Eindruck wird durch Sicherheitsmaßnahmen wie Zäune,

Mauern und geschlossene Räume noch verstärkt.

Nutzungsmischung und nachhaltige Stadtplanung

In der Folge der zunehmenden Verschiebung von Produktion in (inner-)städtische Lagen mit angrenzenden

oder integrierten Wohnbebauungen ist zu erwarten, dass eine höhere bauliche Dichte, zunehmende

Nutzungsvielfalt und voneinander abweichende Anforderungen ein Aushandeln verträglicher

Kompromisse durch alle Beteiligten notwendig machen. Aus Sicht des Projekts MIA können Konflikte

abgeschwächt und urbane Produktion positive Auswirkungen auf die Stadtentwicklung haben, wenn

Kommunen, Unternehmen und Bürger sich gemeinsam das Ziel der vermehrten Nutzungsmischung

und der gelebten Integration von Produktion und Wohnen setzen. Dafür bedarf es eines systematischen

Ansatzes der nachhaltigen Stadtplanung und Wirtschaftsförderung.

Auf Basis der Ergebnisse des Projekts MIA ist davon auszugehen, dass die identifizierten Konfliktpotenziale

durch eine ausgewogene Mischung, eine sorgfältige räumliche Gestaltung von Gebäuden,

Anlagen sowie Freiflächen zur Bereicherung des Quartiers und durch eine Einbeziehung aller Akteure

ausgeräumt werden und somit die Vorteile der urbanen Produktion genutzt werden können.

Drei zentrale Maßnahmen auf dem Weg zu diesem stadtverträglichen Miteinander sind daher Partizipation

(d.h. Mitgestaltung), Demonstration (d.h. Vorführen von Wechselwirkungen und geeigneten

Lösungsansätzen) und Kommunikation (d.h. Informationsvermittlung an alle Beteiligten).

Dr. Frank Hees ist zweiter stellvertretender Direktor des Cybernetics Lab IMA & IfU der RWTH Aachen University

sowie Geschäftsführer des An-Instituts IfU e.V. Seine Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem Strategieberatung

zu den Themen Digitalisierung, Demografiemanagement, Wissensmanagement, Personal- und Organisationsentwicklung

und Change Management.

Gesa Horn hat an der Maastricht University und der Lund University Psychologie mit der Vertiefung Arbeits- und

Organisationspsychologie studiert. Während ihrer Zeit am Cybernetics Lab der RWTH Aachen University hat sie

das Projekt „MIA – Made in Aachen“ geleitet.

Dr. Kathrin Schönefeld hat sich während ihrer Zeit am Cybernetics Lab der RWTH Aachen University mit den

Themen Nachhaltigkeit und Technikgestaltung beschäftigt. Derzeit forscht sie zusammen mit Gesa Horn an der

Bergischen Universität Wuppertal zum Thema „Rethinking Mobility“: wie KI als Enabler der Mobilität der Zukunft

wirkt und wie für Bürger ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für das Bergische Städtedreieck aussieht.

13


NACHHALTIGE STADT

Mittelstand und Smart Cities

Schlüssel für eine digitale und nachhaltige Zukunft

Von Prof. Dr. Henning Vöpel, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut

Die Wirtschaft in Deutschland ist stark mittelständisch geprägt. Kleine und mittlere Unternehmen sorgen

für rund 90 Prozent der Wertschöpfung und der Beschäftigung. Und der Mittelstand ist auch für die

Mehrzahl der Innovationen verantwortlich. Zugleich wohnen immer mehr Menschen in Städten und

urbanen Agglomerationen. Dort findet der Großteil der ökonomischen Aktivität statt und es werden

die höchsten CO 2

-Emissionen pro Kopf verursacht, vor allem im Verkehr und in der Bauwirtschaft.

Wenn es heute um eine digitale und klimaneutrale Transformation geht, spielen Mittelstand und Städte

folglich eine Schlüsselrolle.

Doch bei vielen Unternehmen und Städten sind die Abhängigkeiten sehr hoch. Der Status quo kann

nicht einfach und schnell transformiert werden, denn der bevorstehende Strukturwandel ist so

umfassend, dass er eine systemische Dimension hat. Es geht um die grundlegende Umstellung der

Produktions- und Lebensweisen: vom fossilen zum klimaneutralen, vom industriellen in das digitale

Paradigma. Daher braucht es Anreize für Innovationen und Verhaltensänderungen. Nur so lässt sich

die systemische Ausrichtung ändern. Die Koinzidenz von Digitalisierung und Klimawandel ist dann im

besten Fall keine doppelte Belastung, sondern eine große technologische und gesellschaftliche Chance.

Digitalisierung schafft neue Ressourceneffizienz

Jenseits aller Diskussionen um eine effiziente Regulierung und Bepreisung von CO 2

-Emissionen gelingt

eine Dekarbonisierung nur durch eine grundsätzliche Umstellung von fossilen zu sauberen Technologien.

Eine klimaneutrale Produktion sollte dabei zukünftig nicht teurer, sondern günstiger sein und so eine

Wettbewerbschance für Unternehmen bedeuten. Derzeit existieren aber kaum ausreichende Substitutionsmöglichkeiten

für Produzenten und Konsumenten. Viele Haushalte, zum Beispiel Pendler, werden

durch den CO 2

-Preis zunächst einfach höhere Kosten tragen. Doch digitale Innovationen versprechen

in diesem Zusammenhang schnelle Klimagewinne, in vielen Fällen sind sie sogar der technologische

Schlüssel zum Paradigmenwechsel.

Ein Teil der Nachfrage könnte in

einem smart grid so gesteuert werden,

dass Waschmaschinen, Herde

oder Kühlgeräte im Haushalt genau

dann automatisch gestartet werden,

wenn der Wind weht oder die Sonne

scheint und der Strom nicht nur am

klimafreundlichsten, sondern zudem

am preisgünstigsten ist.

14


NACHHALTIGE STADT

Digitalisierung bedeutet im Kern, dass technologisch große Mengen an Daten erhoben und über den

Einsatz von Algorithmen in Beziehung zueinander gesetzt werden. Dies ermöglicht die Vernetzung

von Menschen und Maschinen und damit die Koordination und Synchronisation von Prozessen und

Transaktionen weltweit in Echtzeit. Das ist eine immense Chance für die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs

und der Transportwege. Zwei einfache Beispiele zeigen, wie Digitalisierung zu einer deutlich

höheren Ressourceneffizienz führen kann.

Das erste Beispiel bezieht sich auf die smarte Steuerung der Energienachfrage. Erneuerbare Energien

aus Wind und Sonne sind heute nur schwer zu speichern. Damit sind sie nicht grundlastfähig, das heißt

sie können den Bedarf, der zu bestimmten Zeiten besteht, nicht sicher planbar decken. Ein gewisser

Teil der Nachfrage könnte in einem smart grid jedoch so gesteuert werden, dass Waschmaschinen,

Ladevorgänge von Elektroautos etc. dann automatisch gestartet werden, wenn der Wind weht oder die

Sonne scheint und der Strom nicht nur am klimafreundlichsten, sondern zudem am preisgünstigsten

ist. Ein zweites Beispiel ist die datenbasierte Steuerung des Verkehrs durch Algorithmen und smarte

Ampelschaltungen. Diese können durch die Auflösung und Vermeidung von Staus die Emissionen im

Verkehr wesentlich reduzieren. Auch Sharing-Ansätze in der Mobilität, die durch Digitalisierung erst

möglich werden, können die Klimaauswirkungen des Verkehrs begünstigen.

Wie Mittelstand und Städte gemeinsam die Transformation schaffen können

Systemische Transformationen wie die Digitalisierung und die Dekarbonisierung erfordern eine übergeordnete

Regulierung, um die Akteure und deren Innovationskraft auf bestimmte Ziele auszurichten.

Zusätzlich können Wirtschaft und Regionen durch eine gemeinsame Strategie bedeutende Synergien

realisieren. Gerade große technologische Transformationen benötigen ein Zusammenspiel zwischen

privatwirtschaftlichen und öffentlichen Akteuren, denn es ist schwierig, systemische Strukturen im

Alleingang zu verändern.

Es beginnt mit der Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur als öffentliche Aufgabe. Das gilt

für die digitale Infrastruktur als Voraussetzung für smarte Lösungen ebenso wie für die lokale und

Auch Ladevorgänge von Elektroautos

und Sharing-Ansätze in der

Mobilität, die durch Digitalisierung

erst möglich werden, können die

Klimaauswirkungen des Verkehrs

begünstigen.

15


NACHHALTIGE STADT

regionale Verkehrsinfrastruktur als Alternative zum Individualverkehr. Die Bedeutung von Substitutionsmöglichkeiten

zeigt sich insbesondere in ländlichen Regionen oder bei der Anbindung der Peripherie

an das Zentrum. Smarte und nachhaltige Lösungen können auf lokaler Ebene etabliert werden und

angesichts einer anhaltenden Urbanisierung Entlastung auf den Wohnungsmärkten und für den Verkehr

schaffen. Digitalisierung ermöglicht jedoch auch dezentrale Lösungen und stärkt somit die Autarkie

von Regionen. Zur digitalen Infrastruktur gehört neben der Breitband- und Mobilfunkversorgung auch

der Aufbau einer so genannten Urban Data Platform. Erst die systematische Nutzung lokaler Daten

und Informationen zieht eine effizientere und somit umweltschonendere Verwendung von Ressourcen

nach sich, etwa in Form der Sharing Economy in der Mobilität.

Kulturwandel und Kollaboration fördern

Die Entwicklung von smarten Städten und Regionen eröffnet eine Fülle an neuen Geschäftsmodellen

für die lokale Wirtschaft, die damit selbst zu einem Treiber von digitaler Transformation wird. Smart-

City-Applikationen sind längst zu einem wichtigen Markt für Unternehmen geworden. „Digital und

nachhaltig“ ist somit keine Zukunftsvision mehr. Es ist bereits heute überall möglich, setzt indes voraus,

dass die privatwirtschaftlichen Unternehmen und die öffentliche Verwaltung sich viel stärker jeweils

untereinander, aber auch miteinander vernetzen. Zentral dafür ist die Schaffung eines urbanen Designs

und einer komfortablen Nutzeroberfläche für den Digital Citizen. In Stockholm beispielsweise ist es

möglich, durch die hohe Vernetzung der Stadt sehr komfortabel durch die Stadt zu navigieren.

Eine wesentliche Voraussetzung aber stellen lokale Communities dar, die bereit sind, sich in einem

gemeinsamen Innovationsökosystem zu vernetzen. Das setzt einen Kulturwandel voraus, den viele

noch nicht geschafft haben. Dass es geht, zeigen insbesondere Beispiele von Städten und Regionen,

die wenig zu verlieren hatten. Estland ist mittlerweile ein viel bewundertes Beispiel für eine gelungene

Digitalisierung. In Lissabon hat sich wenige Jahre nach der Wirtschaftskrise eine der führenden

Standorte für kreative Start-ups etabliert. Und in Ruanda, das sich „Land der Experimente“ nennt,

versorgen Drohnen die wenigen Krankenhäuser mit dringend benötigten Medikamenten. Städte

waren schon immer die Experimentierräume der Gesellschaft. Der Mittelstand hat sich immer wieder

durch seine Innovationsfähigkeit behauptet. Eine bewusste Zusammenführung dieser beiden

Stärken kann eine digitale und nachhaltige Zukunft in greifbare Nähe bringen. Die Kraft des kreativen

und innovativen Unternehmertums kann so zu einem wichtigen Treiber von Digitalisierung

und Nachhaltigkeit werden.

Prof. Dr. Henning Vöpel ist seit 2014 Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Im Jahr

2010 wurde er als Professor für Volkswirtschaftslehre an die HSBA Hamburg School of Business Administration

berufen. Seine Forschungs- und Themenschwerpunkte sind Konjunkturanalyse, Geld- und Währungspolitik,

Finanzmärkte und Digitalökonomie.

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NACHHALTIGE STADT

Der neue WiloPark

Klimaschutz durch Konzentration

Von Olaf Kuhnt und Carolin Casper, Wilo SE

Seit 2016 baut die Wilo Gruppe am Standort in Dortmund auf einer Gesamtfläche von 194.000 m 2

einen neuen Stammsitz, den WiloPark – derzeit das größte Industrie-Bauprojekt in Nordrhein-Westfalen.

Nach 36 Monaten Bauzeit begann im Herbst 2019 der Umzug in die hochmoderne Produktionsstätte

und somit die Aufnahme des Betriebs der digitalisierten Fabrik.

2015 hatte Wilo den Entschluss gefasst, die im Stadtgebiet verteilten Unternehmensbereiche bis zum

150-jährigen Jubiläum im Jahr 2022 wieder am Stammsitz Dortmund zusammenzuführen. Dabei sollte der

Traditionsstandort nicht nur ausgebaut, sondern auch in digitaler und nachhaltiger Hinsicht neu ausgerichtet

werden. Durch die Zusammenführung der Standorte werden Prozesse verschlankt, deren Komplexität

aufgrund der Verteilung der einzelnen Fachabteilungen auf verschiedene Standorte in den vergangenen

Jahren zugenommen hatte. Sowohl die Verwaltung als auch die Factory sind im neuen Konzept so konstruiert,

dass sie schnell und flexibel auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren können. Die

Kommunikation und Zusammenarbeit wird durch die Umsetzung des „Future Office Concepts“ mit einer

hoch flexiblen Arbeitsplatzwahl gestärkt. Kurze Wege und der Wegfall der Shuttleverkehre zwischen den

Standorten tragen gleichermaßen zu Zeitersparnis und Reduzierung des CO 2

-Ausstoßes bei. Klimaschutz

ist Teil des Wilo-Geschäftsmodells. Der verantwortungsvolle Umgang mit den kostbaren Ressourcen

Wasser und Energie spielt dabei eine besondere Rolle. Denn alle Produk tionsstandorte sind gefordert,

durch intelligente Betriebs- und Produktionsabläufe zur Reduktion der Energieverbräuche beizutragen.

Dazu werden natürlich auch die hocheffizienten Produkte und System lösungen der WILO-Gruppe genutzt,

die weltweit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauchs leisten.

Bekenntnis zur Region

Produzierende Unternehmen haben in den letzten Jahren eher das Ruhrgebiet verlassen, als Standorte

auszubauen. Mit der Entscheidung für den etablierten Standort in Dortmund-Hörde zeigt Wilo ein klares

Bekenntnis für die Region: Dortmund ist seit der Unternehmensgründung 1872 die Heimat von Wilo.

Mit dem kompletten Neubau des WiloParks wird die historisch gewachsene Verbundenheit zur Stadt

Der WiloPark besteht aus mehreren

Gebäuden, die über einen zentralen

Platz miteinander verbunden sind.

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NACHHALTIGE STADT

und den hier lebenden Menschen deutlich. Wilo investiert damit in seine eigene wie in Dortmunds

Zukunft gleichermaßen und schafft damit einen eigenen, digitalen Stadtteil innerhalb Dortmunds. Durch

diese Investition setzt Wilo ein eindeutiges Zeichen, welches als Signalwirkung an andere Akteure in

der Region wahrgenommen wird.

Der Hauptproduktions- und Verwaltungsstandort nimmt nicht nur für Wilo selbst eine herausragende

Bedeutung ein, sondern stellt auch den Beitrag zu einer sich entwickelnden „Smart Urban Area“ – Ruhrgebiet

dar. Diese bildet bereits heute mit ihren 70 Hochschulen und 50 außeruniversitären Forschungseinrichtungen

eine bundesweit einmalige Bildungslandschaft und mit zusätzlich 60 Technologieparks

sowie einem starken Mittelstand einen großen Innovationstreiber der Region NRW.

Smart Factory

Mit der Smart Factory eröffnet das Dortmunder Unternehmen auf einer Bruttogrundfläche von über

55.000 m 2 eine Produktions- und Entwicklungsstätte mit Industrie 4.0-Standard. Die smarte Produktion

vernetzt nicht nur Maschinen und Arbeitsplätze, als Sinnbild für unternehmerischen Pioniergeist bietet

sie auch ein ideales Umfeld für Kreativität, zukunftsorientiertes Arbeiten und neue Ideen.

Neben den Produktionsprozessen und der digitalen Logistik entsprechen auch die Fertigungsanlagen

modernsten Standards. So wurde z.B. in eine vollautomatische Aluminium-Lackieranlage investiert,

deren Steuerung direkt mit dem MES (Manufacturing Execution System) vernetzt ist. Fahrerlose

Transportsysteme ermöglichen effiziente Warentransporte, und ergonomische Montagemöglichkeiten

erleichtern die tägliche Arbeit der Mitarbeiter. Mit diesen und zahlreichen weiteren Investitionen in

moderne Technologien bietet der Standort hochmoderne Arbeitsplätze und wird damit auch zukünftig

das Flaggschiff für die Innovationen des Technologiespezialisten sein.

Olaf Kuhnt leitet bei Wilo den Bereich Campus Management Governance mit den Schwerpunkten Energy- und

Building Management.

Carolin Casper ist Mitarbeiterin des Nachhaltigkeitsmanagements bei Wilo.

Mit einer Gesamtflache von

194.000 m 2 ist der WiloPark derzeit

das größte Industrie-Bauprojekt in

Nordrhein-Westfalen. Die integrierte

Smart Factory ist eine Produktionsund

Entwicklungsstätte mit Industrie-

4.0-Standard.

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NACHHALTIGE STADT

Der Alnatura Campus

Begegnungsort für die Region

Von Jonas Theile, Alnatura Produktions- und Handels GmbH

Seit Januar 2019 befindet sich der Alnatura Firmensitz auf dem neu angelegten Alnatura Campus

im Südwesten Darmstadts. Nach fast 30 Jahren im nahe gelegenen Bickenbach, bietet der Standort

genügend Platz für bis zu 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alnatura Arbeitsgemeinschaft.

Für den 55.000 Quadratmeter großen Alnatura Campus wurde das ehemalige US-Kasernengelände

der Kelley-Barracks im Südwesten von Darmstadt umfassend neugestaltet.

Das Gelände ist im Norden, Osten und Süden durch Wohnbebauung und gewerbliche Nutzungen aus

den Bereichen Dienstleistung, Produktion und Entwicklung und im Westen durch Wald beziehungsweise

Baumbestand geprägt. Innerhalb der Konversionsflächen stellt der Alnatura Campus den Übergang

aus dem Naturraum Westwald zur städtischen Bebauung dar. Der Auftrag an das Architektur- und

Planungsteam lautete entsprechend: Die zum Großteil versiegelte Fläche soll renaturiert werden, sodass

eine attraktive Arbeitsumgebung und ein Erholungs- und Begegnungsort für die Öffentlichkeit

entstehen.

Begegnungsort für die Region

Die Verwandlung des ehemaligen Militärgeländes in einen Campus versinnbildlicht den Alnatura

Leitgedanken, Sinnvolles für Mensch und Erde zu gestalten. Als verbindendes Element zwischen Wald

und Stadt lädt der Campus dazu ein, Natur und Bio-Landwirtschaft im städtischen Raum zu erleben.

Ein großer Teil der Außenflächen des Campus ist öffentlich zugänglich. Ein Entdeckungspfad führt die

Besucherinnen und Besucher entlang eines Naturteichs, vorbei an Flugsanddünen mit dem regionstypischen

Magerrasen bis hin zu einem „Marktplatz“, der mit einer Gartenküche und einem Außenbackofen

Platz für Veranstaltungen wie Brotbackkurse und zahlreiche weitere Seminare bietet. Entlang

des Weges finden sich zudem ein Kräutersinnesgarten und ein kleiner Weinberg, ein Naturtheater,

Auf einer zuvor größtenteils

zubetonierten Fläche, die militärisch

genutzt wurde, ist der Alnatura

Campus entstanden. Renaturierte

Flächen, Pachtparzellen, Schulgärten

und ein vegetarisches Restaurant laden

zum Verweilen und Mitmachen ein.

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NACHHALTIGE STADT

gebaut aus Betonbruchstücken des ehemaligen Panzerübungsplatzes, eine Streuobstwiese und ein

Schulgarten der Montessori-Schule Darmstadt.

Auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern befinden sich 100 Pachtparzellen der „Ackerhelden“.

Das junge Unternehmen bepflanzt dort Ackerflächen mit vielseitigen Gemüsesorten und vermietet

diese parzellenweise. Die Ackerheldenfläche ist nach den Richtlinien des Ökoanbauverbands Bioland

zertifiziert. Die Pächter der Gärten – interessierte Menschen aus der Umgebung wie auch Alnatura

Mitarbeitende – werden zu Erzeugern von Bio-Gemüse und entwickeln einen vertieften Bezug zu Natur

und Bio-Landwirtschaft. Fast 90 Kinder aus Darmstadt und der näheren Umgebung besuchen den

öffentlichen KinderNaturGarten, der auf der naturnahen Waldorfpädagogik basiert.

Im Erdgeschoss der Alnatura Arbeitswelt befindet sich das vegetarische Restaurant tibits, das fast ausschließlich

Bio-Lebensmittel verarbeitet. Ein Teil des Gemüses wird auf Parzellen der Ackerheldenfläche

angebaut. Das Restaurant bietet Platz für 200 Personen sowie eine Außenterrasse mit Sicht auf den

Naturteich. Aus rund 40 hausgemachten, saisonalen Gerichten stellen die Gäste, zu denen auch die

Alnatura Mitarbeitenden zählen, ihr Menü an einem Buffet selbst zusammen. Für eine nachhaltige

Anreise können Leihräder oder -Pkw am Campus zurückgegeben oder ausgeliehen und Elektro-Pkw

während des Besuchs geladen werden.

Die Alnatura Arbeitswelt

Herzstück des Geländes ist die Alnatura Arbeitswelt. Die symbiotische Verbindung mit der umgebenden

Natur, die nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen und eine schlichte, naturnahe Ästhetik sind

zentrale Momente dieses Baus. Natürliche und nachhaltige Materialien und ein geringer Energiebedarf

über den gesamten Gebäudelebenszyklus zeichnen die neue Alnatura Arbeitswelt aus. Mit 13.500

Quadratmetern ist sie das europaweit größte Bürogebäude mit Wänden aus Stampflehm. Lehm aus

dem Westerwald, Lavaschotter aus der Eifel und Material aus dem Tunnelaushub von Stuttgart 21

wurden zu 3,5 Meter langen, einen Meter hohen und circa 70 Zentimeter breiten Elementen gestampft.

Die Alnatura Arbeitswelt wurde aus

energetischen Gründen mit ihren

Längsseiten konsequent nach Nord/

Süd ausgerichtet. Der angrenzende

Westwald versorgt das Gebäude mit

kühlender und frischer Waldluft.

20


NACHHALTIGE STADT

Die Fertigung der 384 Stampflehmblöcke erfolgte in den ehemaligen Panzerhallen auf dem Gelände,

was Transportwege einsparte. Weltweit erstmals im Einsatz: eine in die Wände eingebaute und mittels

Geothermie betriebene Wandheizung, die den Wärmebedarf des Gebäudes deckt. An rund 60 Tagen

im Jahr wird zusätzlich Erdgas bezogen, um die Heizung zu Spitzenlastzeiten zu unterstützen.

Im Gebäude verzichtet Alnatura weitgehend auf ressourcenverbrauchende und wartungsintensive

Klima- und Lüftungsgeräte: Der angrenzende Kiefernwald ist die Quelle für Frischluft. Über Ansaugtürme

am Waldrand wird die Luft in einen Erdkanal geleitet, der ins Gebäude führt. Für den Antrieb

des Luftstroms sorgt der Kamineffekt des sich über die komplette Länge des Gebäudes ziehenden

Atriums. 25 Prozent des Strombedarfs deckt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der Rest wird über

den Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau bezogen. Wasser für die Toilettenspülungen und

die Außenanlagen entstammt einer unterirdischen Zisterne mit einer Million Liter Fassungsvermögen.

Im März 2019 zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen die Alnatura Arbeitswelt

mit der Bestnote Platin aus. Besonders erfreulich: In der ökologischen Qualität erreicht das Gebäude

100 Prozent. Im November 2019 wurde sie zusätzlich mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Architektur ausgezeichnet. Sie überzeugte die Jury insbesondere „durch eine außerordentliche

ganzheitliche Qualität, die zukunftsweisend ist und die Möglichkeiten einer nachhaltigen Bauweise

umfassend auslotet.“

Jonas Theile arbeitet seit 2014 in der Abteilung Nachhaltigkeit bei dem Bio-Lebensmittelhändler Alnatura

Produktions- und Handels GmbH und ist für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeit im Unternehmen

zuständig. Zudem war er als Referent für die Hochschule Darmstadt tätig.

Tageslicht, Besprechungsinseln

und Stillarbeitszonen sowie eine

flexible Sitzplatzbelegung prägen die

Alnatura Arbeitswelt und fördern

Kommunikation, Kreativität und

Transparenz. Die Industrielampen an

den Decken der Alnatura Arbeitswelt

stammen aus den ehemaligen

Panzerhallen auf dem Gelände; sie

wurden aufbereitet und mit LED

Leuchtmitteln ausgestattet.

21


NACHHALTIGE STADT

Ein Gewerbe- und Industriegebiet

im Einklang mit Ökologie und Ökonomie

Von Annette Schimmel, Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH

Bremen ist mit seinen zwei Städten Bremen und Bremerhaven das kleinste unter den deutschen

Bundes ländern. Allerdings konnte Bremerhaven sein Stadtgebiet im Jahr 2010 um fast ein Fünftel durch

Gebietsübertragung aus dem angrenzenden Land Niedersachsen vergrößern. Das hatte zwar seinen Preis,

war aber erforderlich, um ökologische Ausgleichsflächen für die Erweiterung des Containerterminals CT

4a ausweisen zu können. Im Ergebnis ist durch die Gebietsübertragung das größte Naturschutzgebiet

des Landes Bremen auf einer Fläche von rund 1.400 Hektar entstanden – die Luneplate.

Ein Teilbereich aus der Gebietsübertragung der Luneplate war von Beginn an für die gewerbliche

Nutzung vorgesehen und wurde deshalb der stadteigenen Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft

Alter/Neuer Hafen (BEAN) übertragen. Diese lässt das ca. 150 ha große Gebiet im Stadtsüden Bremerhavens

jetzt von der BIS Wirtschaftsförderung „nachhaltig“ entwickeln, denn in Zeiten eines

zunehmenden Umwelt bewusstseins sollen künftigen Ansiedlern optimale Rahmenbedingungen für

zukunftsfähiges Wirtschaften zur Verfügung gestellt werden. Von daher wurden für die Entwicklung

des städtebaulichen Konzeptes des Plangebietes schon in der Leistungsbeschreibung folgende grundlegende

Prämissen formuliert:

• Mit dem benachbarten Naturschutzgebiet soll behutsam umgegangen werden.

• Die Energieversorgung soll zu 100 Prozent regenerativ erfolgen.

• Das Gebiet soll zukunftsfähig und klimaresilient sein.

• Das Mobilitätskonzept soll weg vom klassischen Individualverkehr hin zur Nutzung von ÖPNV,

Fahrrad, CarSharing-Modellen, Pooling und vernetzter Logistik führen.

• Das erarbeitete Planungs- und Entwicklungskonzept muss (fach-)planungs- und bauordnungsrechtlich

realisierbar und etappenweise umsetzbar sein.

Natur und Gewerbe Hand in Hand:

Mit der Luneplate ist das größte Naturschutzgebiet

des Landes Bremen auf

einer Fläche von rund 1.400 Hektar

entstanden. Davon sind 150 Hektar

für die gewerbliche Nutzung vorgesehen.

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NACHHALTIGE STADT

„Regenerative Energie“ für Mensch und Maschine

Im Rahmen eines dialogorientierten Werkstattverfahrens wurde auf dieser Grundlage von der Arbeitsgemeinschaft

urbanegestalt und CITYFÖRSTER das Konzept „Lune Delta“ entwickelt. Es zielt

darauf ab, das nachhaltige Gewerbe- und Industriegebiet Lune Delta als integralen Bestandteil der

Lune-Flusslandschaft zu entwickeln. Die Topographie vor Ort – bestimmt von durch Fleete gegliederten

Parzellen, Deichrelikten sowie Wasser- und Grünflächen – prägt den Entwurf des Gewerbegebiets

maßgeblich. Vorhandene Gewässer werden Orte der Erholung, und es entstehen neue Parks sowie

Freiflächen, die für ökologische Nutzung, aber auch für Sport- und Freizeitaktivitäten offenstehen. In

einem breit angelegten Netz aus Rad- und Fußwegen sind außerdem schnelle Verbindungen ins Grüne

oder in die Innenstadt möglich.

Im Innern des Gebiets wird eine zusammenhängende Grünfläche als Landschaftspark gestaltet. In

Gräben und Wasserflächen nimmt dieser Niederschlagswasser auf und bietet einen gemeinschaftlich

nutzbaren Frei- und Erholungsraum. Die sog. „Commons“ bestehen aus Gemeinschaftsflächen mit

verschiedenen Sharing-Angeboten, z.B. im Bereich Arbeitsstätten, Mobilität oder Kinderbetreuung.

Ein Gründerzentrum mit Schwerpunkt „Green Economy“ soll darüber hinaus eine Keimzelle für neue

Formen des gemeinsamen und vernetzten Wirtschaftens sein, ergänzt um ein Gebietsmanagement,

das Stoffströme lenkt, die Unterhaltung des Gebietes für alle managt und auf diese Weise hilft, Ressourcen

und Kosten zu sparen.

Zu den besonderen Rahmenbedingungen des Projektes zählt ein Versorgungskonzept, das zu 100

Prozent auf den „Erneuerbaren“ beruht und Pilotprojekte zum Energiesystem der Zukunft möglich

macht. Beispielsweise soll in der unmittelbaren Nachbarschaft Windstrom – in einem bundesweit bislang

einzigartigem Testfeld für Elektrolyseure – in grünen Wasserstoff umgewandelt werden.

Wirtschaft mit Zukunft:

Die BIS Wirtschaftsförderung soll

das Gewerbegebiet nachhaltig

entwickeln. In Zeiten zunehmenden

Umweltbewusstseins sollen optimale

Rahmenbedingungen für zukunftsfähiges

Wirtschaften zur Verfügung

gestellt werden.

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NACHHALTIGE STADT

Platin für das Lune Delta

Die laufende Erschließungsplanung wird intensiv durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges

Bauen (DGNB) begleitet und ganzheitlich nach drei maßgeblichen Kriterien entwickelt:

• ökologische und ökonomische Qualität

• soziokulturelle und funktionale Qualität

• technische Qualität und Prozessqualität

Die DGNB hat Lune Delta mit der höchsten Bewertungsstufe (Platin) ausgezeichnet und ein Vorzertifikat

für die Erschließungsplanung verliehen. Die detaillierten Handlungsempfehlungen der DGNB werden

in der weiteren Planung und Umsetzung des Gebietes als verbindliche Richtlinie in ein Pflichtenheft

übernommen. Für das Areal werden außerdem verbindliche Nachhaltigkeitskriterien formuliert, die

auch Eingang in die Bebauungsplanung und in die Grundstücksverträge finden sollen.

Der Zeitplan der Wirtschaftsförderer geht davon aus, dass 2020 das Bebauungsplanverfahren stattfindet.

Nach der Ausführungsplanung kann mit dem 1. Bauabschnitt voraussichtlich 2022 begonnen werden.

Annette Schimmel ist Wirtschaftswissenschaftlerin und arbeitet seit 20 Jahren für die Wirtschaftsförderung

Bremerhaven. Während dieser Zeit hat sie spannende Projekte für und in Bremerhaven entwickelt, mit dem Ziel,

die von Strukturkrisen geprägte Hafenstadt zu modernisieren. Derzeit setzt sie gemeinsam mit weiteren Akteuren

die Green Economy Strategie für Bremerhaven um.

Hinweis: Weitere Informationen finden Sie unter nebenstehendem QR-Code

100 Prozent „Erneuerbare“: Das

Energiekonzept realisiert Pilotprojekte

zum Energiesystem der Zukunft. In

einem bundesweit bislang einzigartigen

Testfeld für Elektrolyseure

wird zum Beispiel Windstrom in

grünen Wasserstoff umgewandelt.

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NACHHALTIGE STADT

Gut für die Umwelt

Der Blick über den Tellerrand

Von Ulf Gehrckens und Christian Hein, Aurubis AG

Sie ist Hamburgs ganzer Stolz und Europas größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsprojekt: die

HafenCity. Wo einst Hafengelände war, entsteht gerade Schritt für Schritt ein völlig neuer Stadtteil.

Eines Tages – etwa 2030 – sollen dort 15.000 Menschen wohnen, mehr als 40.000 arbeiten und sich

80.000 Tagestouristen vergnügen.

Dies einzigartige Projekt, in dem ein ganzer Stadtteil mitten im Zentrum einer Großstadt neu erschaffen

wird, ermöglicht ganz neue städtebauliche Ansätze. Dies betrifft nicht nur die Planung der räumlichen

Struktur oder Rahmenvorgaben für architektonische Fragen – auch zeichnet sich die HafenCity durch

ein modernes Verkehrskonzept und durch eine intelligente Energieversorgung aus.

Eine wichtige Rolle dabei spielt das nur wenige Kilometer entfernt gelegene Hamburger Hauptwerk

des Multimetall-Anbieters Aurubis. Das Unternehmen stellt Metalle in höchster Qualität her – vor allem

Kupfer, aber auch Edelmetalle oder Blei. Bei der Kupferraffination entsteht Schwefeldioxid, das in der so

genannten Kontaktanlage zu Schwefelsäure weiterverarbeitet wird. Bei diesem Verfahren wird Wärme

freigesetzt – man nennt dies eine exotherme chemische Reaktion. Seit Herbst 2018 koppelt Aurubis

die Wärme aus und liefert sie an das Energieversorgungsunternehmen enercity, das damit die östliche

HafenCity beheizt. Einen weiteren Teil der Wärme nutzt Aurubis für interne Zwecke im Werk. Insgesamt

wird so der Ausstoß von 20.000 Tonnen CO 2

jährlich vermieden – das entspricht in etwa dem Kohlendioxidausstoß

von 10.000 Mittelklasse-PKWs mit einer Jahresfahrleistung von circa 13.000 Kilometern.

Eine einfache Idee, in der Umsetzung aber komplex

Es gehört in der energieintensiven Industrie inzwischen zum Standard, anfallende Prozesswärme an

anderer Stelle im Werk zu nutzen und so den Energieverbrauch zu optimieren. Dieses Potenzial ist

jedoch weitgehend ausgeschöpft. Da lag der Gedanke nicht fern, die Wärme aus der Schwefelsäureproduktion

auch außerhalb des Werksgeländes nutzbar zu machen. Mit dem Neubaugebiet der östlichen

HafenCity sowie enercity als Versorger des Gebiets standen die Partner bereit. Allerdings musste

Der 18 Meter hohe Kessel der

Kontakt anlage mit einem Außendurchmesser

von 6 Metern und

einem Gewicht von 200 Tonnen ist

die neue „Heizung der HafenCity“.

Um der chemischen Reaktion gewachsen

zu sein, ist er mit rund

50.000 speziellen, hitze- und säurebeständigen

Keramiksteinen ausgemauert

worden.

25


NACHHALTIGE STADT

die chemische Reaktion in der Kontaktanlage bei höheren Temperaturen ablaufen, um die Wärme als

Fernwärme nutzen zu können. Doch je heißer die Säure ist, desto aggressiver wird sie. Darum war es

nötig, in der Kontaktanlage den Zwischenabsorber auszutauschen. Der neue, rund 18 Meter hohe

Absorberkessel mit einem Außendurchmesser von sechs Metern und einem Gewicht von 200 Tonnen

ist die neue „Heizung der HafenCity“, denn genau dort findet nun die chemische Reaktion mit höheren

Temperaturen statt. Um dieser gewachsen zu sein, ist der Kessel mit rund 50.000 speziellen, hitze- und

säurebeständigen Keramiksteinen ausgemauert worden.

Zudem haben die Projektpartner eine 3,7 Kilometer lange Fernwärmetrasse vom Werksgelände zur

östlichen HafenCity installiert. Die Leitung hat bereits jetzt die Kapazität, die dreifache der jetzigen

Wärmemenge zu transportieren, denn die Kontaktanlage besteht aus insgesamt drei Produktionssträngen.

Zur Versorgung der östlichen HafenCity reicht jedoch die Wärmemenge aus einem Strang

aus. Die Wärme aus den weiteren Strängen könnte in das Hamburger Fernwärmenetz fließen. Da hier

die Wärme noch vorwiegend aus den Brennstoffen Kohle und Erdgas erzeugt wird, wäre es möglich,

insgesamt weitere 120.000 Tonnen CO 2

jährlich zu vermeiden. Aurubis befindet sich dazu in aussichtsreichen

Gesprächen mit der Stadt Hamburg.

Neben den technischen Herausforderungen gilt es in einem solchen Projekt auch, die finanziellen Aspekte

zu klären: Aurubis hat über 20 Millionen Euro investiert, im Wesentlichen für den Bau der Leitung

und den Neubau des Zwischenabsorbers. Nur durch die Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums

über die KfW-Bank und der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie war es überhaupt möglich,

das Projekt zu realisieren.

Im Rahmen der Energiewende hin zu einer CO 2

-freien Energieversorgung liegt im Bereich der Wärme

noch sehr viel Potenzial. Industrieunternehmen könnten mit vergleichbaren Projekten einen großen

Beitrag dazu leisten: Berechnungen der deutschen Energieagentur (dena) schätzen das Potenzial auf

37 Millionen Tonnen CO 2

-Einsparungen. Jedes Jahr! Aktuell werden jedoch die CO 2

-Einsparungen, die

Unternehmen wie in diesem Projekt außerhalb des Werksgeländes im privaten Sektor erreichen, nicht

ausreichend im Rahmen des Emissionshandels anerkannt. Dies jedoch würde die Wirtschaftlichkeit

solcher Projekte deutlich erhöhen. Die Politik ist gefragt, nach Lösungen zu suchen, damit das volle

Potenzial für die Industriewärme gehoben werden kann.

Bereits jetzt ist das Projekt „Industriewärme – ein Klimabündnis von Aurubis und enercity“ vielfach

ausgezeichnet worden und dient somit als Leuchtturm.

Ulf Gehrckens ist Senior Vice President Corporate Energy & Climate Affairs bei der Aurubis AG. Bereits seit

1984 für Aurubis tätig, verantwortet der Betriebswirt seit nunmehr elf Jahren die strategische Ausrichtung des

Unternehmens in Fragen der Energieversorgung und ihrer klimatischen Auswirkungen.

Christian Hein ist seit 2011 Director Corporate Energy & Climate Affairs bei der Aurubis AG. Er koordiniert das

Energiemanagement und die Energieeffizienz der Aurubis-Standorte und stellt den Erfahrungsaustausch sicher.

Er ist Leiter des Industriewärmeprojekts.

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NACHHALTIGE STADT

Energieversorgung im Quartier

Ganzheitliche, integrative und dezentrale Ansätze

Von Florian Henle, Polarstern GmbH

Ein ideales Testfeld, um die Energiewende in der Stadt voranzubringen, sind Quartiere. Hier wird im

Kleinen erprobt und erforscht, was später Standard werden soll. So eröffnet etwa die Mieterstromversorgung

zahlreiche sektorenübergreifende Verknüpfungsmöglichkeiten für klimafreundliche Smart

Cities. Die im Quartier erzeugte Energie wird dann nicht nur zur Strom-, sondern auch zur Wärmeversorgung

genutzt und kann durch Ladeangebote für Elektrofahrzeuge auch CO 2

-Emissionen im Verkehr

reduzieren. Die vernetzte Steuerung der Anlagentechnik ist außerdem die Basis für smarte Lösungen,

die den Alltag der Menschen sicherer, bequemer und effizienter machen.

Zwei große Mieterstromprojekte von Polarstern zeigen, wie das Wohnen der Zukunft schon heute

aussieht: das Quartier Lok.West in Esslingen und das Quartier Future Living ® Berlin.

In Esslingen entsteht derzeit auf einem alten Güterbahnhofsgelände ein neues Wohn- und Geschäftsquartier

namens Lok.West. Auf 26.500 Quadratmetern, einer Fläche größer als dreieinhalb Fußballfelder,

werden bis 2022 fünf Gebäude gebaut mit rund 500 Ein- bis Vierzimmerwohnungen und privaten

sowie öffentlichen Grünflächen und Höfen.

Das Besondere am Quartier Lok.West ist seine 100-prozentige CO 2

-Neutralität. Allein mit Energiesparmaßnahmen

wäre das nicht erreichbar. Zwar verfügen die Gebäude über eine hoch wärmegedämmte

Gebäudehülle, aber es muss auch lokal Strom erzeugt und vorwiegend im Gebäude genutzt werden, um

die Klimaziele zu erfüllen. Reicht die vor Ort erzeugte Strommenge aus PV-Anlagen und BHKWs nicht aus,

wird das Gebäude mit Ökostrom und Ökogas aus 100 Prozent erneuerbarer Energie versorgt. Insgesamt

sollen in den Gebäuden bis zu 80 Prozent des Strombedarfs aus eigener Produktion gedeckt werden.

Lok.West ist das erste Quartiersobjekt, bei dem aus den Überschüssen der dezentralen Stromerzeugung

mit PV-Anlagen und BHKWs in einem Elektrolyseur „grüner Wasserstoff“ erzeugt wird. Solche

Maßnahmen stabilisieren das Stromnetz und ermöglichen, Erzeugungs- und Lastspitzen im Stromsektor

besser aneinander anzupassen. Der erzeugte Wasserstoff wird in eine Abfüllstation geleitet und steht

so Tankstellen und lokalen Unternehmen zur Verfügung. Die bei der Elektrolyse anfallende Abwärme

Lok.West ist das erste Quartiersobjekt,

bei dem aus den Überschüssen

der dezentralen Stromerzeugung mit

PV-Anlagen und BHKWs in einem

Elektrolyseur „grüner Wasserstoff“

erzeugt wird.

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NACHHALTIGE STADT

wird zudem über ein Nahwärmenetz direkt im Quartier genutzt. Außerdem kann bei Bedarf ein geringer

Teil des Wasserstoffs in den BHKWs des Quartiers rückverstromt und somit zur Energieversorgung der

Haushalte eingesetzt werden. Damit dient der Elektrolyseur entsprechend des Ansatzes Power-to-Gasto-Power

gewissermaßen auch als Stromspeicher.

Das gesamte Projekt ist eines von sechs Leuchtturmprojekten, das vom Bundesministerium für Wirtschaft

und Energie (BMWi) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus mehr als 60

Bewerbungen ausgewählt wurde. Damit erhält es eine Förderung im Rahmen des Förderschwerpunktes

„Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“.

Im zukunftsweisenden Quartier Future Living ® Berlin realisiert Polarstern eine smarte Mieterstromversorgung

mit integrierter Sektorenkopplung. Eine 190 Kilowatt Peak Photovoltaik-Dachanlage versorgt

69 Wohneinheiten und 20 Boarding House-Studios. Wird mehr Strom erzeugt als direkt genutzt werden

kann, füllt der Solarstrom mindestens einen Batteriespeicher mit 170 Kilowattstunden nutzbarer

Speicherkapazität.

Auch Wärmepumpen und Ladestationen eines Community E-Car-Sharing-Angebots werden mit Solarstrom

versorgt. Das alles steigert den Direktverbrauch, zumal zur effizienten Wärmeversorgung auch

25 Wärmepumpen untereinander vernetzt sind.

Neben der optimalen Nutzung der verfügbaren Speicherkapazität spielt das Verbraucherverhalten bei

der effizienten Energieversorgung eine wichtige Rolle. Um die im Energiekonzept budgetierte Eigenstromversorgung

und Autarkie zu erzielen, muss Extremverhalten der Bewohner – sprich: sinnloser

Energieverbrauch – vermieden werden. Nutzer in ihrem Verhalten anzuleiten und die Versorgung an

ihren Bedarf anzupassen, sie mit Informationen zu unterstützen, das ist ebenfalls eine Funktion, die

das Energie-Management-System leisten muss. Die Bewohner von Future Living ® Berlin werden dabei

von einem digitalen Wohnungsmanager auf einem festinstallierten Touchscreen unterstützt. Er zeigt

ihnen u.a. den Strom-, Heizungs- und Wasserverbrauch für die einzelne Wohnung an, so dass sich die

Bewohner daran orientieren können. Automatisierungen führen ferner dazu, dass sich beispielsweise

die Heizung bei Nichtnutzung von Räumen ausschaltet.

Mieterstrom ist ein Steigbügel für die umfassende Energiewende in der Stadt. Sie unterstützt klimafreundliche

Entwicklungen und Lösungen auch in anderen Sektoren und bietet dabei Vorteile für

Immobilienbesitzer und Bewohner. So steigt nicht nur der Immobilienwert, auch die Energiekosten

sinken und es eröffnen sich neue Geschäftsmodelle und damit Serviceangebote. Wer die Stadt der

Zukunft mitgestalten will, kommt an vernetzten Mieterstromprojekten nicht vorbei. Quartierslösungen

zeigen heute, wie es morgen bei uns aussehen kann.

Florian Henle ist Mitgründer und Geschäftsführer des Öko-Energieversorgers Polarstern. Er verantwortet die Bereiche

Geschäftsentwicklung, Energiewirtschaft, Finanzen und Marketing. Bei der Realisierung und Weiterentwicklung

von Mieterstromprojekten setzt er auf eine intelligente und sektorenübergreifende Vernetzung.

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NACHHALTIGE STADT

Städtischen Wirtschaftsverkehr

nachhaltig gestalten

Von Dr. Wulf-Holger Arndt, Deutsches Institut für Urbanistik

Unsere Städte und Metropolregionen leiden unter dem zunehmenden Straßenverkehr. Luftverschmutzung,

Lärm, Stress und Stau sind die Folge. Der Wirtschaftsverkehr trägt dazu bei. Unter Wirtschaftsverkehr

versteht man alle Ortsveränderungen von Personen und Gütern, die erwerbswirtschaftlichen

oder dienstlichen Zwecken dienen. Wirtschaftsverkehr ist nicht nur Güterverkehr, sondern umfasst

auch Dienstreisen oder Dienstleistungsverkehr, bei dem sowohl Personen als auch Güter befördert

werden, beispielsweise bei Handwerkerfahrten. Der Wirtschaftsverkehr erfüllt wichtige Funktionen bei

der Ver- und Entsorgung der Städte und zur Abwicklung regionaler und überregionaler wirtschaftlicher

Austauschprozesse. Trotz Digitalisierung und Dematerialisierung sind weiterhin Gütertransporte zur

Gewährleistung städtischen Lebens notwendig. Verschiedene Tendenzen, wie die Alterung der Bevölkerung

oder die fortschreitende Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft, führen außerdem zum

Anwachsen des Dienstleistungsverkehrs.

Die Rahmenbedingungen des städtischen Wirtschaftsverkehrs sind im ständigen Wandel begriffen. Zu

den wichtigsten Veränderungen gehören die Ausweitung und Internationalisierung der Märkte, eine

zunehmend räumlich-funktionale Arbeitsteilung über weite Distanzen, neue zeitliche Anforderungen

an die Güterbereitstellung und eine insgesamt wachsende Komplexität der Logistik. Neben diesen auf

den ökonomischen Strukturwandel zurückgehenden veränderten Rahmenbedingungen sind gleichzeitig

neue Lebensstile zu beobachten, die zu veränderten Mustern städtischen Lebens und städtischer

Alltagsorganisation führen.

Entwicklungen und Herausforderungen im Wirtschaftsverkehr

Ungefähr ein Drittel der werktäglichen Kfz-Fahrten sind dem Wirtschaftsverkehr zuzuordnen. In Innenstadtgebieten

liegt der Anteil noch höher. Die Umweltfolgen vor allem durch schwere, dieselbetriebene

und laute Lkw sind deutlich größer, als es dem Anteil des Wirtschaftsverkehrs an allen Kfz-Fahrten

entspricht.

Außerdem beansprucht der Wirtschaftsverkehr für seine Logistik einen erheblichen Teil der Straße. Eine

Erhebung in Berlin ermittelte 10 Prozent aller Haltevorgänge in einem Innenstadtgebiet als Liefervorgänge.

Insgesamt werden Liefer- und Abholvorgänge zu mehr als einem Drittel im öffentlichen Raum

getätigt. Die Wahl des Halteorts durch den Lieferverkehr sowie Störungen durch Zweckentfremdung

der Straße als Ladefläche beeinflussen direkt die Qualität des fließenden Verkehrs und stellen oft ein

Sicherheitsrisiko dar.

Aktuelle Trends der Arbeitsteilung, des Online-Handels, Kundenansprüche wie „Same Day Delivery“

oder kleinere Zeitfenster führen zu Sendungs- und Fahrtenzuwachs und verstärken vor allem Liefer- und

Dienstleistungsverkehre. Der Kunde wird durch das „Internet der Dinge“ „Regisseur seiner Sendung“

und erhöht so die Ansprüche an die logistische Leistungserstellung. Durch flexible Arbeitsmuster steigt

auch der Personenwirtschaftsverkehr. Mittlerweile haben Personenwirtschafts- und Dienstleistungsver-

29


NACHHALTIGE STADT

kehr einen Fahrtenanteil von über der Hälfte am Wirtschaftsverkehr. Unterschiedliches Verkehrsaufkommen

und komplexe Tourenbildungen verschärfen das Problem. Diese Zunahme der -Fahrten (d.h.

Kurier, -Express- und Paketdienst) ist vor allem dem Online-Handel geschuldet, der ein starkes Wachstum

verzeichnet. Dieses führt zu weiteren Problemen im städtischen Raum. Parken von Lieferfahrzeugen in

zweiter Reihe, starke Lärm- und Luftschadstoffemissionen durch Lkw in Wohngebieten, hoher Flächenbedarf

sowie schwere Verkehrsunfälle durch große Fahrzeuge sind typische kommunale Probleme im

städtischen Güterverkehr. Gleichzeitig sind die Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen sowie

die Entsorgung wichtige Funktionen des Wirtschaftsverkehrs.

Flächenkonkurrenz durch den Wirtschaftsverkehr

Der Wirtschaftsverkehr steht in direkter Konkurrenz zum ruhenden Verkehr um Flächen im Straßenraum.

86 Prozent des Lieferverkehrs halten im Umkreis von bis zu 10 m vom Lieferziel. Damit steigt der

Parkdruck an wichtigen Lieferzielpunkten wie Geschäften, Bürohäusern o.ä. Diese Herausforderungen

werden durch den zunehmenden Verkehr weiter verschärft. Für einen Ausbau des Straßennetzes sind

weder die Flächen noch die finanziellen Mittel vorhanden; die Kommunen verfügen nicht einmal über

ausreichende Budgets für den Erhalt der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur. Wichtig wäre somit die

stärkere Integration des Wirtschaftsverkehrs in kommunale Planungsabläufe. Dafür sind Datenerhebungsmethoden

und Modelle anzupassen sowie praktische Beispiele für Strategien, Maßnahmen und

rechtliche Umsetzung zu vermitteln. Bisher werden Umweltziele im Wirtschaftsverkehr in Landes- und

Regionalplanung wenig effektiv gefördert. Es gibt keine ausreichenden Vorgaben auf Landes- und

kommunaler Ebene, so dass der Wirtschaftsverkehr als Nicht-Pflichtaufgabe meist aus dem Blickfeld

kommunaler Planer gerät. Aber auch der rechtliche Rahmen muss für Kommunen flexibler gestaltet

werden, z.B. bei der Einrichtung von Verkehrsregelungen (Ladezonen, Benutzervorteile für umweltschonende

Fahrzeug usw.).

Die Zunahme der Fahrten von

Kurier-, Express- und Paket-Diensten

(KEP) ist vor allem dem Online-

Handel geschuldet, der ein starkes

Wachstum verzeichnet.

30


NACHHALTIGE STADT

Das Problem der letzten Meile

Viele Ausliefer-/KEP-Fahrten stoßen ins Leere, weil Empfänger oft nicht anwesend sind. Hier gibt es

Initiativen wie Lieferterminabsprache, Auslieferung an Paketboxen oder nahegelegene Einzelhändler.

Die Kommunen sollten solche Ansätze unterstützen. Auch Lastenräder können Problemzonen des

innerstädtischen Verkehrs entlasten und sollten durch entsprechende Standards sowie Anpassungen

der Verkehrsinfrastruktur unterstützt werden. Ansätze wie das Projekt KoMoDo in Berlin als neutraler

Konsolidierungspunkt (Mikro-Hub) zwischen den Lieferwagen verschiedener KEP-Unternehmen und

Fahrradkuriere für die letzte Meile gehen in diese Richtung.

Auch elektrisch betriebene Lkw können einen Teil der Umweltfolgen des Schwerlastverkehrs reduzieren.

Doch sind hier noch technische Entwicklungen nötig. Wenn durch die Batterie 20 Prozent der Nutzlast

entfällt, wird der Fahrzeugeinsatz schnell unwirtschaftlich. Als Zwischenlösung sind Wasserstoff- oder

Hybrid-Lkw geeignet, die nur kurze Teilstrecken vollelektrisch fahren und so sensible Stadtgebiete

schonen können. Einen weiteren wichtigen Handlungsbereich stellt die Standortsicherung für den

Wirtschaftsverkehr in der kommunalen Flächennutzungsplanung dar. Nur wenn geeignete stadtverträgliche

Logistikstandorte wie z.B. für die Mikro-Hubs gesichert und zur Verfügung gestellt werden,

können Lkw-Fahrten minimiert oder auf weniger sensible Routen geleitet werden.

Weitere Möglichkeiten zur verbesserten Abwicklung des Lieferverkehrs sind:

• Einrichtung oder Unterstützung einer koordinierten Routenführung z.B. auch durch Telematik-

Systeme, um die Effizienz zu erhöhen und unnötige Fahrten des Wirtschaftsverkehrs zu vermeiden

• Unterstützung von Anlieger-Kooperationen, z.B. zur gemeinsamen Rampennutzung

• Initiierung von Wirtschaftsverkehrs-Plattformen zur gemeinsamen Problemlösungssuche

• Unterstützung von Lieferantenkooperationen (City-Logistik 2.0)

• Erteilung von Gebiets-Konzessionen für Anlieferungen (Beispiele sind die zentral koordinierte Organisation

des früheren Baustellenverkehrs am Potsdamer Platz in Berlin oder das Versorgungsregime

am Potsdamer Platz heute)

Der zunehmende Wirtschaftsverkehr erfordert komplexe Konzepte und eine Kombination unterschiedlichster

Maßnahmen. Die Akteure verschiedenster Branchen von IT über Stadtplanung, Politik bis Handel

und Transportgewerbe müssen deshalb gemeinsam an Lösungen arbeiten.

www.difu.de

www.komodo.berlin

Dr. Wulf-Holger Arndt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Mobilität und Infrastruktur“ des

Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) sowie Bereichsleiter „Mobilität und Raum“ an der TU Berlin.

31


NACHHALTIGE STADT

Grüne Logistik auf der letzten Meile

Lösungen für eine nachhaltige Zukunft

Von Jill Meiburg, Deutsche Post DHL Group

Die Transport- und Logistikbranche steht vor großen Herausforderungen: Einerseits zählt sie mit rund

14 Prozent Anteil weltweit zu den größten Verursachern beim Ausstoß von Treibhausgasemissionen,

andererseits ist sie durch den Onlinehandel mit stetig steigenden Sendungsmengen konfrontiert, die

das Reduzieren klimaschädlicher Emissionen erschweren. Gerade die letzte Meile, also der Lieferverkehr

vom letzten Depot bis zum Empfänger, ist dafür besonders entscheidend. Wie kann die Branche unter

diesen Bedingungen ihrer Verantwortung gerecht werden und die Zustellung nachhaltiger organisieren?

Die Deutsche Post DHL Group beschäftigt sich seit langem mit dieser Frage und entwickelt Lösungen,

um die Zustellung grüner zu gestalten. Dabei ist klar: Es gibt nicht den einen richtigen Weg – gefragt

ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Instrumente und Technologien.

Zustellung mit grünen Transportlösungen

Der Lieferverkehr hat Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensqualität vor Ort: Zustellfahrzeuge

erhöhen das Verkehrsaufkommen in bereits stark frequentierten Innenstädten zusätzlich und können

dazu beitragen, den Verkehrsfluss zu behindern. Der Lieferverkehr erzeugt Lärm und belastet durch

den Ausstoß von Luftschadstoffen die Luftqualität dort, wo Menschen arbeiten und leben. 2017 haben

wir uns mit der Mission 2050 das Ziel gesetzt, unsere eigenen Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren.

Eines unserer Teilziele lautet deshalb, bereits bis 2025 mindestens 70 Prozent unserer eigenen

Zustellung mit grünen Transportlösungen durchzuführen.

Ein wichtiger Schritt dafür war die Entwicklung des StreetScooters. Nachdem wir auf der Suche nach

einem geeigneten, elektrisch betriebenen Zustellfahrzeug bei den Automobilherstellern nicht fündig

geworden waren, stiegen wir gemeinsam mit der RWTH Aachen selbst in die Fahrzeugentwicklung

ein. Aus der Kooperation entstand ein innovatives, für den Zustellbetrieb maßgeschneidertes Elektrofahrzeug:

Der StreetScooter ist emissionsfrei unterwegs, leise und wird zu 100 Prozent mit Ökostrom

Lastenräder übernehmen die Expresszustellung

auf der letzten Meile. Das

CubiCycle ist ein vierrädriges Lastenfahrrad

mit einer Containerbox, die

bis zu einen Kubikmeter oder 125

Kilogramm Sendungen fassen kann.

32


NACHHALTIGE STADT

aufgeladen. Heute sind bereits rund 10.000 StreetScooter für die Deutsche Post DHL Group im Einsatz.

Der Kleintransporter ist so erfolgreich, dass er inzwischen auch an Dritte verkauft wird. Im Rahmen

von Kooperationen und Joint Ventures ist unsere Tochter StreetScooter GmbH seit kurzem sogar in

Japan und China präsent.

Lieferverkehre effizient organisieren

Auch wenn Elektromobilität eine Schlüsseltechnologie für eine nachhaltigere Logistik ist, kann sie

nicht die einzige Antwort sein. Wir müssen Lieferverkehre bei steigenden Sendungsaufkommen auch

möglichst effizient organisieren. Während die Digitalisierung einerseits durch den Onlinehandel zu stark

steigenden Sendungsmengen geführt hat, stellt sie andererseits wichtige Instrumente zur Verfügung, um

Lieferverkehre zu optimieren und damit nachhaltiger zu gestalten. Smarte Algorithmen helfen uns bei

der Planung unserer Routen und dabei, sie kurzfristig und flexibel an schwankende Sendungs mengen

anzupassen. So können wir eine schnelle und zuverlässige Zustellung garantieren und zugleich die

Zahl der Lieferfahrten so niedrig wie möglich halten.

CityHub in Frankfurt im Test

Insbesondere in hochverdichteten Innenstädten können Lastenräder eine attraktive Alternative zum

motorisierten Lieferverkehr darstellen. Die Deutsche Post DHL Group setzt bereits seit Jahrzehnten

erfolgreich eine große Flotte an Lastenrädern in der Briefzustellung ein. Seit kurzem arbeiten wir nun

auch mit Lastenrädern in der Expresszustellung. In Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin und einigen

weiteren Städten werden speziell für die Zustellung auf der letzten Meile konzipierte Lastenräder in der

Expresszustellung getestet, beispielsweise der eigens für unsere Bedürfnisse entwickelte CubiCycle. Dabei

handelt es sich um ein vierrädriges Lastenfahrrad mit einer Containerbox, die bis zu einen Kubikmeter

oder 125 Kilogramm Sendungen fassen kann. In Frankfurt testen wir das Cityhubkonzept: Die Räder

starten von zentral gelegenen Mikrodepots, sogenannten CityHubs, und übernehmen die Zustellung

vom CityHub zum Empfänger. Das innovative System macht die Auslieferung erheblich nachhaltiger:

Mit einem CityHub lassen sich in der Expresszustellung bis zu zwei konventionelle Zustellfahrzeuge

ersetzen, das entspricht einer Ersparnis von mehr als 16 Tonnen CO 2

-Emissionen pro Jahr.

Die genannten Maßnahmen stehen exemplarisch für eine Vielzahl an Lösungen, mit denen wir unser

Geschäft nachhaltiger machen. Dazu zählen grüne Investitionen in unsere Fernverkehrsflotten, aber

auch die Ausstattung unserer Standorte mit energieeffizienter LED-Beleuchtung oder der Umstieg

auf Strom aus regenerativen Quellen. Denn was für das Ziel einer grünen letzten Meile gilt, ist auch

auf unser langfristiges Ziel der Null-Emissionen-Logistik übertragbar: Erreichen lässt es sich es nur im

Zusammenspiel unterschiedlicher Maßnahmen aller Bereiche unseres Geschäfts.

Jill Meiburg leitet seit November 2019 bei der Deutsche Post DHL Group die Abteilung Communications &

Sustainability Strategy. In ihren Bereich fällt auch das konzernweite Umweltschutzprogramm GoGreen.

33


NACHHALTIGE STADT

Mobilität braucht Miteinander

Die Verkehrswende gemeinsam gestalten

Von Michael Birk, Deutsche Bahn AG

Klimawandel, Nachhaltigkeit, Verkehrswende – diese Begriffe sind mittlerweile fester Bestandteil

nahezu aller Bereiche der öffentlichen Diskussion. Und täglich machen sich Millionen Berufspendler

auf den Weg zur Arbeit, zu oft im eigenen Auto. Vor allem in Ballungszentren sind Parkplätze knapp

und gute Luft ebenso.

Bei der Gestaltung nachhaltiger Städte tragen Unternehmen als wichtige Akteure im urbanen Raum

große Verantwortung. Sie prägen Mobilität und Verkehr einer Stadt maßgeblich mit, da sie großen

Einfluss auf die Mobilität ihrer Mitarbeiter, Kunden und Besucher haben. Dieser Einfluss kann mittels

einer Vielzahl von Maßnahmen geltend gemacht werden, wie zum Beispiel durch die Bereitstellung

von Jobtickets, unternehmenseigenen Fahrzeugpools oder auch durch eine ausreichende Anzahl an

Fahrradparkplätzen.

Jeder macht sein Ding? Raus aus den Silos!

Es gibt viele interessante Ansätze, Mobilität in Städten nachhaltiger zu gestalten. Das Problem: Die

einzelnen Akteure – ob Mobilitätsanbieter, Städte/Kommunen, Verantwortliche in der Politik, Bürger

oder eben Unternehmen – kümmern sich meist nur um ihre „eigene“ Mobilität, obwohl es gerade in

großen Städten aufgrund der Dichte und Nähe enorme Synergie- und Effizienzpotenziale gibt. Selbst

benachbarte Unternehmen entwickeln eigene Lösungen für ihre Mitarbeiter, obwohl der Nachbar

vermutlich vor gleichen oder ähnlichen Herausforderungen steht.

Um wirklich etwas zu verändern, braucht es ein Umdenken: weg von der sektoralen Betrachtung (zum

Beispiel Auto versus Fußgänger versus Radfahrer) und der Entwicklung von Insellösungen hin zum

Erkennen und Nutzen von Synergien. Wenn jeder nur sein Ding macht, bedeutet das eine große, auch

geistige Ressourcenverschwendung – und das ist nicht nachhaltig! Mobilität sollte ganzheitlich betrachtet

werden. Nur so gelingt es, Verkehrsmittel und Mobilitätsangebote sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

Die Mobilitätswende braucht Initiativen,

Formate und Anlässe, um den

unterschiedlichen Akteuren Möglichkeiten

für einen offenen Diskurs zu

geben. Bei driversity entwickeln die

Teilnehmer gemeinsame Visionen,

auf die sie anschließend konkret

hinarbeiten.

34


NACHHALTIGE STADT

Raus aus den Silos – das bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass die eigene Bewegung/Mobilität

fast immer einen Effekt auf andere hat – sei es positiver oder negativer Natur.

Vom Gegeneinander zum Miteinander

Aktuell erleben wir in vielen Bereichen ein Gegeneinander, das kontraproduktiv zu einer nachhaltigen

Verkehrswende ist. Diese ist nämlich nicht länger eine Frage technischer Voraussetzungen, sondern

der Kooperation und Kollaboration.

Eine Mobilitätswende braucht also auch und zuerst eine Wertediskussion, einen Kulturwandel. Sie

braucht Initiativen, Formate und Anlässe, die bewusst geschaffen werden, um den unterschiedlichen

Akteuren Raum und Möglichkeiten für einen offenen Diskurs zu geben. Wir müssen gemeinsame

Visionen entwickeln, auf die wir hinarbeiten können. Ohne dies bleibt vieles Stückwerk und viele

Potenziale bleiben ungenutzt.

Driversity – Netzwerkinitiative für moderne Mitarbeiter-Mobilität

Mit driversity entstand vor über zwei Jahren ein solches Format. Das kollaborative und interdisziplinäre

Netzwerk bringt Praktiker und Macher aus Wirtschaft und Forschung zusammen, mit dem Ziel, Lösungen

für nachhaltige und vernetzte Mitarbeitermobilität zu finden und umzusetzen. 150 Teilnehmer

aus 100 Unternehmen, darunter beispielsweise die Deutsche Bahn, die GLS Gemeinschaftsbank AG,

NTT Data, PwC und Barmer, sind schon an Bord.

Dabei zeichnet sich driversity durch eine Kultur der Offenheit, des Miteinanders und des Ausprobierens

aus und bietet allen Akteuren Raum für freies Denken und gegenseitige Inspiration. Jeder soll sein

Wissen einbringen und neue Erkenntnisse mitnehmen können. Das Netzwerk lebt von Mitarbeitern aus

verschiedenen Bereichen, Unternehmenskulturen und Hierarchieebenen sowie dem Mix aus jahrelanger

Erfahrung und ungewöhnlichen Ansätzen.

Das interdisziplinäre Netzwerk bringt

Praktiker und Macher aus Wirtschaft

und Forschung zusammen, um Lösungen

für nachhaltige und vernetzte

Mitarbeitermobilität zu finden und

umzusetzen. 150 Teilnehmer aus 100

Unternehmen sind schon an Bord.

35


NACHHALTIGE STADT

Die interdisziplinären Teams arbeiten an verschiedenen Projekten unter den übergeordneten Clustern

digitale Mobilität, individuelle Mobilität und Incentivierung. Dabei haben alle eines gemeinsam: Es geht

darum, praktikable Lösungen zu entwickeln, die direkt in Unternehmen getestet und in naher Zukunft

auch umgesetzt werden können.

Mehrwert für Unternehmen

Beteiligte Unternehmen profitieren in vielerlei Hinsicht: Der Blick über den eigenen Tellerrand zeigt

zum einen, wie vielfältig die Maßnahmen und Angebote für die Gestaltung nachhaltiger Mitarbeitermobilität

bereits sind. Zum anderen ergeben sich Synergieeffekte, etwa indem ein Projekt gemeinsam

entwickelt und dann in unterschiedlichen Unternehmen getestet werden kann. So bringt driversity nicht

nur Inspiration in die Unternehmen, sondern unterstützt diese praktisch dabei, Mitarbeitermobilität

neu und nachhaltig (weiter) zu entwickeln und so auch der Verantwortung als wichtige Akteure im

urbanen Raum gerecht zu werden.

Wenn es uns gemeinsam gelingt, Verkehrsmittel sinnvoll zu kombinieren, ihre Nutzung in unsere

Lebens- und Arbeitskontexte zu integrieren, dann wird bereits diese Flexibilisierung zu deutlich weniger

Schadstoffausstoß, Lärm, Platz- und Ressourcenverbrauch beitragen.

www.driversity.de

Michael Birk ist Leiter des Strategischen Kunden- und Projektmanagements im Vertrieb Geschäftskunden der

Deutschen Bahn und war 2017 einer der Initiatoren der offenen B2B-Netzwerkinitiative driversity für moderne

Mitarbeitermobilität.

Konkrete Projekte werden visualisiert

und in Arbeitsgruppen bis zur Lösung

vorangetrieben. Eine neue App für

die intelligente Kombination von Verkehrsmitteln

kann zu deutlich weniger

Schadstoffausstoß, Lärm, Platz- und

Ressourcenverbrauch beitragen.

36


NACHHALTIGE STADT

InfraLab Berlin

Gemeinsame Lösungen für die Stadt von morgen

Von Norbert Pauluweit, Frieder Söling und Markus Spitznagel, Berliner Stadtreinigung

Im Herbst 2016 hat die Berliner Stadtreinigung gemeinsam mit weiteren Infrastrukturunternehmen

das InfraLab Berlin auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg gestartet. Das Ziel ist, gemeinsam

smarte nachhaltige Lösungen für die Stadt von morgen zu entwickeln.

Was ist das InfraLab?

InfraLab Berlin ist ein langfristiges Co-Working- und Co-Creation-Projekt der Berliner Stadtreinigung

(BSR), der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der Berliner Wasserbetriebe (BWB), der GASAG, von

Vattenfall Wärme Berlin und Stromnetz Berlin. Nachhaltigkeit und eine bessere Lebensqualität stehen

im Fokus dieser Innovationswerkstatt. Damit soll ein wichtiger Beitrag für die städtische Entwicklung

geleistet werden, denn das InfraLab Berlin dient nicht nur den eigenen Aktivitäten der sechs Partner,

sondern auch der Umsetzung von Smart-City-Projekten in enger Zusammenarbeit mit Politik, Industrie,

Start-ups und Wissenschaft.

Das InfraLab Berlin ist ein Denk- und Arbeitsraum, ein Ort für Experimente. Fehler als Teil des Prozesses

sind erlaubt. InfraLab Berlin steht für die Weiterentwicklung visionärer Ideen für ein nachhaltigeres Berlin.

Dabei setzen die beteiligten Unternehmen bewusst auf den Dialog und die Kooperation mit ausgewählten

Partnern und schaffen durch das InfraLab Berlin einen einzigartigen Ort des Austausches und

der Ideenschöpfung. Die strategische Lage auf dem EUREF-Campus erschließt außerdem das Potenzial,

ein bereits bestehendes Energie- und Mobilitätsnetzwerk in diese Entwicklungsprozesse einzubinden.

Im InfraLab Berlin sind nicht nur die Räumlichkeiten, sondern die gesamte Koordination der Aktivitäten

gebündelt, damit die Handelnden eine optimale Arbeitsumgebung vorfinden. In dieser Umgebung

wird ein effektives Co-Working ermöglicht. Außerdem wird die Vernetzung der Infralab-Community

zur Entwicklung und Umsetzung von innovativen Lösungsansätzen in den Bereichen Klimaschutz,

Kreislaufwirtschaft, Mobilität und Digitalisierung vorangetrieben.

Das InfraLab auf dem EUREF-Campus

in Berlin-Schöneberg entwickelt

smarte, nachhaltige Lösungen für die

Stadt von morgen.

37


NACHHALTIGE STADT

Das InfraLab Berlin war zunächst als Projekt für drei Jahre aufgesetzt. Im Sommer 2019 haben sich

die Partnerunternehmen auf ein längerfristiges Engagement verständigt und den Verein InfraLab

Berlin gegründet. Aktuelle Projekte und Veranstaltungsformate des InfraLab werden im Folgenden

vorgestellt.

Klimamacher

Klimabildung an Berliner Schulen findet derzeit nur vereinzelt und eher zufällig statt. Das Thema ist

weder in den Fachunterricht integriert, noch wird es fachübergreifend aufgegriffen. Das soll sich mit

dem Klimamacher-Projekt ändern. Die InfraLab-Partner verfügen bereits über eigenständige Bildungsangebote

für Schulen. Diese Angebote bündeln sie nun und erarbeiten erstmals gemeinsam ein integriertes

Bildungskonzept zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Denn die Verbindung von formalem

und außerschulischem Lernen hat nach wie vor großes Potenzial, die Lernprozesse der Schüler*innen

zu optimieren. Vermittelt wird unter anderem Grundlagenwissen zu Klima (Klimawandel, Klimaschutz,

Klimaforschung), Energie (erneuerbare Energien, Zukunftstechnologien, Energieeffizienz) sowie Abfallvermeidung

und verwertung. Die Schüler*innen sollen aber auch lernen, wie sie sich im Alltag

klimafreundlich verhalten, zum Beispiel beim Einkaufen oder im Hinblick auf Mobilität.

InfraLab Effizienz

Im Energieeffizienz-Netzwerk tauschen Unternehmen Erfahrungen und Ideen aus, um dauerhaft ihre

Energieeffizienz zu steigern und so eine spürbare Senkung der Energiekosten zu erreichen. Zentraler

Baustein ist die Definition eines Energiesparzieles, das mit etwa 20 Einzelmaßnahmen erreicht werden

soll. Dazu zählen Anlagen- und Heizungsoptimierungen ebenso wie neue Beleuchtungstechnik. Die

InfraLab-Unternehmen gehen von einer gemeinsamen Einsparung von 55.000 MWh beziehungsweise

LOGO

INFRALAB

18.400 Tonnen CO 2

pro Jahr aus. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 15.500 privaten Haushalten

DRUCK V1

oder 2.300 Autofahrten rund um den Globus.

C 73%

M 0%

Y 43%

K 0%

Co-Creation ist angesagt. Die beteiligten

Unternehmen setzen auf

Dialog und Kooperation. Für sie ist

das InfraLab ein Ort des Austausches

und der Ideenschöpfung.

38


NACHHALTIGE STADT

Sensare

Aktuell wie auch zukünftig nehmen die Starkregenereignisse in Deutschland deutlich zu und die

Herausforderungen zum sicheren Weiterbetrieb der Verkehrsmittel und zur Bewältigung von Hindernissen

auf Verkehrsflächen im Ereignisfall steigen. Hauptziel des Projekts Sensare ist die verbesserte

Handlungsfähigkeit aller Verkehrsteilnehmer bei Überflutungsereignissen durch Starkregen im urbanen

Raum. Ereignisse wie jene in Münster (2014), Dortmund (2015) und Berlin (2017) machen die

Intensitäten und Ausmaße deutlich. Kritisch sind sogenannte Schwerpunkt-Stadtgebiete im Hinblick

auf Überflutungsgefährdung bei Starkregen – meist durch ihre Topografie bedingte Gefahrenstellen.

Smart Business District

Ziel ist der Aufbau einer klimafreundlichen Infrastruktur unter Nutzung von Synergien, die sich aus

der Nachbarschaft von Unternehmensstandorten ergeben. Gemeinsam arbeiten die InfraLab-Partner

BSR, BWB und BVG am Projekt „Smart Business Disctrict“ und haben verschiedene Ansatzpunkte

identifiziert, mit der die Klimafreundlichkeit der Unternehmensinfrastruktur verbessert werden kann,

zum Beispiel in den Bereichen Energieversorgung, Mobilität, Biodiversität, Regenwassermanagement

sowie Mikroklima und Kreislaufwirtschaft.

BizBreakfast

Beim InfraLab Berlin-BizBreakfast können alle, die an der InfraLab-Community interessiert sind, entspannt

in den Tag einsteigen, „netzwerken“ und jedes Mal ein neues Projekt kennenlernen. Bei der bereits 40.

Veranstaltung am 18. September 2019 stellte beispielsweise der NAHhaft e.V. die KlimaTeller-App vor,

mit der man ein klimafreundliches Gericht entwickeln kann, das vom Acker bis in die Küche mindestens

50 Prozent weniger Emissionen als eine durchschnittliche Mahlzeit erzeugt. Davor gab es eine breite

Themenpalette mit Textil-Recycling, Solarstromerzeugung, Lebensmittelrettung, Augmented Reality,

Sensortechnik und vielem mehr.

www.infralab.berlin

Norbert Pauluweit, Frieder Söling und Markus Spitznagel sind mit den Themen Energie, Innovationen

sowie Umwelt und Nachhaltigkeit befasst. Sie haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Innovationskultur

innerhalb der BSR zu fördern und als kompetenter Ansprechpartner bei der Umsetzung von Innovationsprojekten

aufzutreten. Dazu gehört auch die Leitung, Koordination und Weiterentwicklung des InfraLab Berlin.

39


NACHHALTIGE STADT

Mitte Altona: inklusiv von Anfang an

Von Michael Wulf, Bauverein der Elbgemeinden eG

Mitte Altona gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten Hamburgs: Auf einem ehemaligen

Eisenbahngelände entstehen rund 3.500 neue Wohnungen sowie Gewerbeflächen, Kitas und eine

Schule mitten im zentralen Stadtteil Altona. Von Anfang an wurde Mitte Altona als inklusives Quartier

geplant – eine Premiere in der Hansestadt. Das Ziel ist, ein Viertel zu schaffen, in dem jeder Mensch

am Leben teilhaben kann, und zwar unabhängig von seinen Fähigkeiten, körperlicher Verfassung,

Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung und Alter.

Während der gesamten Planungsphase wurden die Bürger*innen an der Entwicklung von Mitte Altona

beteiligt. Sehr früh zeigte sich, dass sie sich ein möglichst vielfältiges Viertel wünschen. Im Masterplan für

Mitte Altona wurde deshalb als Nutzungskonzept ein „familienfreundliches, durchmischtes Quartier“ mit

„verschiedenen Wohnformen und vielfältigen Arbeitsplätzen“ festgelegt. Seit 2012 arbeitet die Initiative

Q8 der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und der Nordmetall-Stiftung daran, diese Forderung mit Leben

zu füllen. Sie hat dafür das Forum „Eine Mitte für Alle“ ins Leben gerufen, ein offenes Gremium aus

Bewohner*innen, Bauinteressierten, Sozialverbänden und Vereinen. Es trifft sich zweimal im Jahr, um

Empfehlungen für Mitte Altona zu erarbeiten. Diese gibt Q8 an die Eigentümer*innen weiter. So wird

die Entwicklung des neuen Quartiers als Ort der Inklusion begleitet. Zu den Anforderungen gehört, dass

• öffentliche Räume barrierearm zu gestalten sind,

• die Kitas im Quartier inklusiv sein müssen,

• ein Quartiersmanagement eingerichtet wird und

• fünf bis zehn Prozent der Flächen für Integrationsprojekte zur Verfügung stehen.

Als sichtbarer Ausdruck der sozialen Vielfalt werden die Fassaden der Häuser in Mitte Altona möglichst

abwechslungsreich gestaltet. Jedes soll einen eigenen Charakter erhalten. Die Wohnungen im Quartier

entstehen im Drittelmix, der in Hamburg mittlerweile die Regel ist: je ein Drittel geförderte Mietwohnungen,

frei finanzierte Mietwohnungen und Eigentumswohnungen.

Der Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE) hat in Mitte Altona zwei Gewerbeeinheiten und 89

Wohnungen gebaut, 79 davon öffentlich gefördert. Die Gewerbeeinheiten vermietet der BVE an

den Verein „Leben mit Behinderung“. Dreizehn der neuen Wohnungen sind der Baugemeinschaft

„Flickwerk“ vorbehalten – einer Gruppe von Menschen, die sich zusammengetan haben, um gemeinsam

ein Bauprojekt für den eigenen Bedarf zu realisieren. In diesem Fall bleibt der BVE Eigentümer des

Gebäudes und vermietet an die Mitglieder der Baugemeinschaft.

„Flickwerk“ setzt sich zusammen aus Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehenden, Paaren

und Singles. Die Mitglieder möchten ihren Alltag ressourcenschonend organisieren, indem sie zum

Beispiel so weit wie möglich Dinge teilen, anstatt alles neu zu kaufen. Mit einer Food-Coop wollen sie

Betriebe aus der Region unterstützen. Wenn ein Mitglied der Baugemeinschaft auszieht, hat diese ein

Vorschlagsrecht für die Nachmieterin oder den Nachmieter.

In Mitte Altona ist ein ganzes Baufeld Baugemeinschaften vorbehalten. Darunter sind ein interkulturelles

Wohnprojekt für Senioren sowie eine Baugemeinschaft für Blinde, Sehbehinderte und Sehende. Um

40


NACHHALTIGE STADT

Eigentümer, Bauherren und Baugemeinschaften zusammenzubringen, hat die Hamburger Behörde

für Stadtentwicklung und Wohnen eine Agentur eingerichtet. Sie führt Informationsveranstaltungen

durch, veröffentlicht passende Grundstücksausschreibungen und bringt Bauherren und -gemeinschaften

zusammen – so auch „Flickwerk“ und den BVE.

Auch in Hamburg gibt es Siedlungen, die sehr deutlich zeigen: Wenn zu viele Menschen mit ähnlichen

Voraussetzungen in einem Quartier zusammenleben, entstehen kaum stabile Nachbarschaften. Deshalb

achten heute sowohl die Stadt als auch die Wohnungsunternehmen darauf, die Quartiere überall gut

zu durchmischen. Geförderte Wohnungen und Wohnungen mit Belegungsrechten werden über das

gesamte Stadtgebiet verteilt. Wenn Grundstücke vergeben werden, sollte nicht der Preis entscheiden,

sondern das Konzept. Solide Maßnahmen zahlen sich aus.

Niemanden von vornherein ausschließen

„Flickwerk“ ist nicht die erste Baugemeinschaft in den Häusern des BVE. Denn die Erfahrung zeigt,

dass diese Gruppen sich gut integrieren und engagiert einbringen. Als Genossenschaft muss der BVE

in Zeiträumen von 75 bis 100 Jahren denken. Ziel ist es, dauerhaft funktionierende Nachbarschaften

und Quartiere zu schaffen. Deshalb baut der BVE heute grundsätzlich so, dass keine Menschen oder

Nutzungen von vornherein ausgeschlossen sind. Alle Maßnahmen sind dafür ausgelegt, dass die Häuser

über diesen langen Zeitraum und von vielen Menschen gut zu nutzen sind.

Innerhalb der Genossenschaft spielt in dieser Hinsicht die Vermietungsabteilung eine zentrale Rolle.

Sie behält im Auge, ob die Menschen in die Nachbarschaft passen, und dass eine gute Mischung

geschaffen wird. Wenn das akzeptiert und toleriert wird, ist es ein Gewinn für alle.

www.bve.de

Michael Wulf ist einer von zwei Vorständen des Bauvereins der Elbgemeinden eG (BVE). Dieser besteht seit 1899

und verfügt über einen Bestand von mehr als 14.000 Wohnungen in Hamburg und im Umland und zählt rund

22.000 Mitglieder. Damit ist er die größte Wohnungsgenossenschaft der Stadt und die drittgrößte bundesweit.

Mitte Altona gehört zu den größten

Stadtentwicklungsprojekten Hamburgs:

Auf einem ehemaligen Eisenbahngelände

entstehen rund 3.500 neue

Wohnungen sowie Gewerbeflächen,

Kitas und eine Schule mitten im

zentralen Stadtteil Altona.

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NACHHALTIGE STADT

Wohnen über dem ALDI Markt

Immobilienprojekte des Discounters in Berlin

Von Jörg Michalek, ALDI Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG

Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Berlin steigt. Bis 2030 erwartet die Stadt ein Bevölkerungswachstum

von rund 300.000 Einwohnern. Das stellt die Stadt ebenso wie ansässige Unternehmen vor

neue Herausforderungen. ALDI Nord reagiert auf die Wohnungsnot und baut in Berlin an insgesamt 30

Standorten sogenannte gemischt genutzte Immobilien. Das heißt konkret: Wohnungen in Kombination

mit ALDI Märkten. Das Ziel ist, insgesamt mehr als 2.000 Wohnungen in der deutschen Hauptstadt

zu schaffen. Davon profitiert auch ALDI, denn für das neue „ANIKo“-Filialkonzept (ALDI Nord Instore

Konzept) benötigt der Discounter geeignete und entsprechend große Standorte. Die neuen Märkte

im ANIKo-Stil sind bis zu 1.400 Quadratmeter groß.

Mit wachsender Bevölkerung steigt der Bedarf an entsprechenden Nahversorgern. Diesem Bedarf will

der Lebensmitteleinzelhändler gerecht werden, um auch weiterhin für die Kundinnen und Kunden als

attraktiver Nahversorger an zentralen, gut erreichbaren Standorten vor Ort zu sein. Die Kombination von

ALDI Märkten und angeschlossenem Wohnraum ist daher eine konsequente und vor allem zukunftsorientierte

Lösung. Mit dem neuen Expansionskonzept will ALDI Nord die Stadt Berlin aktiv bei der

Nachverdichtung unterstützen.

Leuchtturmprojekte Neukölln und Lichtenberg

Direkt zum Start der Immobilienvorhaben hat ALDI Nord zwei Leuchtturmprojekte angeschoben, an

denen das Konzept „gemischt genutzte Immobilien“ exemplarisch realisiert werden soll. In den Stadtteilen

Neukölln und Lichtenberg entstehen in einem ersten Schritt 200 Wohnungen. Weitere fünfzehn

Standorte in der Kombination ALDI Markt und Wohnungsbau befinden sich zudem in konkreter

Planung. Die beiden Leuchtturmprojekte sollen bereits Ende 2020 fertiggestellt und bezugsbereit sein.

Insgesamt sind die Vorhaben Ergebnis einer engen und guten Zusammenarbeit mit den Stadtbezirken und

dem Berliner Senat. Für die einzelnen Projekte finden im Vorfeld intensive Abstimmungsgespräche statt.

Bei jedem Bauvorhaben wird zudem der individuelle Bedarf in den Stadtteilen berücksichtigt. Erfreulich

ist die positive Resonanz, die ALDI Nord auf sein Ansinnen erhalten hat, die Wünsche der Kundinnen

und Kunden in Verbindung mit den städtebaulichen Rahmenbedingungen in Berlin zu berücksichtigen.

Im Fokus der Vorhaben steht der Ansatz, das Einkaufen im Sinne der Kunden so einfach und angenehm

wie möglich zu gestalten – und das in modernen Märkten an den bestmöglichen Standorten. Die

Mischnutzung erzielt Vorteile für alle Beteiligten: Einzelhandelsflächen, Nachverdichtung und dringend

benötigten Wohnraum. So ist die Schaffung von ALDI Märkten in Kombination mit Wohnraum nicht

nur ein Vorteil für ALDI Nord und dessen Kunden, sondern ein Mehrwert für ganz Berlin.

Jörg Michalek ist Geschäftsführer der ALDI Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG.

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NACHHALTIGE STADT

Kaufmann, Kita, Coworking

Die Zukunft guter Arbeit liegt auf dem Land

Von Ulrich Bähr, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

Irgendwo im Nichts liegt der Hof Viehbrook – auf den ersten Blick ein Holsteiner Bauernhof in Alleinlage

wie viele andere. Doch hier wird Zukunft gemacht: Auf Viehbrook gibt es einen kleinen Kaufmannsladen,

eine Kita und einen Coworking-Space. Ein privat organisiertes Angebot, das einen großen Teil

dessen, was in Zukunft Daseinsvorsorge auf dem Land bedeuten wird, abbildet.

Der Hof Viehbrook ist auch ein Vorreiter ist für die Digitalisierung des ländlichen Raums, denn bisher

sind hier die Versprechen der Digitalisierung noch nicht angekommen. Obwohl heute eigentlich viele

Menschen dort arbeiten könnten, wo sie leben und so Pendelzeit, Benzin und Nerven sparen könnten,

treibt in der Realität die Digitalisierung die Landflucht voran. Viehbrook zeigt, dass es anders geht. Wie

in einem Berliner Kiez können Dörfler*innen hier zu Fuß zur Arbeit gehen, ihre Kinder nebenan zur Kita

bringen, auf dem Nachhauseweg noch das nötigste im Hofladen kaufen. Gleichzeitig bietet der mit

Glasfaser angebundene Coworking-Space auch ein soziales Umfeld. Hier kann man mit Kolleg*innen

über Berufliches, aber auch über den neuesten Dorfklatsch klönen. Gerade für junge Familien in Städten

ein spannendes Angebot – und ein guter Grund, zurück aufs Land zu gehen.

Was, wenn es nicht einen Hof Viehbrook, sondern hunderte gäbe? Was für einen Wandel in Stadt und

Land würden wir erleben, weg von der schädlichen Pendelei, hin zu besserer Vereinbarkeit von Arbeit

und Familie, lebendigen Dörfern, einem naturnahen, entspannten Leben? Mit diesen Fragen ist 2018

das Projekt „CoWorkLand“ der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein angetreten, gefördert vom

Bundeslandwirtschaftsministerium.

Der Anfang: ein mobiler Pop-up-Coworking-Space

Im Sommer bot am Ostseestrand ein mobiler Pop-up-Coworking-Space einen Blick auf die Zukunft der

Arbeit. Das Projekt CoWorkLand erforschte an unterschiedlichen Orten im Umland von Kiel, welche

Chancen Coworking auf dem Land bietet, wie solche Orte genutzt werden und welche Geschäftsmodelle

Der aus Containern gebaute mobile

Coworking-Space bietet alles, was

Coworking braucht: schnelles Internet,

guten Kaffee, schöne Arbeitsplätze

und vor allem nette Leute.

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NACHHALTIGE STADT

für die Betreiber funktionieren könnten. Der einfach aus Containern gebaute mobile Coworking-Space

bietet alles, was Coworking braucht: schnelles Internet, guten Kaffee, schöne Arbeitsplätze und vor

allem nette Leute.

Ein Eindruck aus dem mobilen CoWorkLand: Johannes, Anfang 60, sitzt, seinen Laptop vor sich, auf

der Terrasse vor der Kaffeebar und blickt Richtung Deich und Meer. Er arbeitet am Aufbau eines Online-

Shops für Rollstühle und ist regelmäßiger Gast hier. Vor einem Jahr ist er von Bayern ins Heimatdorf

seiner Frau in den Norden gezogen. Nun kommt er fast jeden Tag von Laboe mit dem Fahrrad zum

Arbeiten hierher. Neben ihm sitzt Andrej, um 30 Jahre jünger, der ebenfalls konzentriert auf seinen

Laptop schaut. Nach einer Weile kommen die beiden ins Gespräch: Andrej erzählt, dass er nebenberuflich

einen Online-Shop für orthopädische Kissen aufbaut. Die beiden lachen – sie haben sich gefunden

und sind ab diesem Moment ins Gespräch vertieft. Vielleicht entsteht eine Kooperation, gewachsen

auf einem Acker hinterm Deich.

Potenziale für den ländlichen Raum

Das Beispiel zeigt, welche innovativen Potenziale das Konzept für den ländlichen Raum hat: Menschen

zusammenbringen und Netzwerke schaffen, die wieder Innovation und Gemeinschaft aufs Land bringen.

Dabei ist Coworking auf dem Land ganz anders als in der Stadt: Dort ist Raum knapp, auf dem Land

nicht. Hier sind Menschen knapp. Und die, die hier sind, suchen daher andere Menschen. Community,

wie es in der Sprache der Coworker heißt.

Noch sind es vor allem Kreative, Freiberufler, Start-ups – Menschen, die neue Arbeitsformen schon leben

und ein solches Angebot schnell verstehen und annehmen. Doch das ändert sich: Coworking hat auf

dem Land eine viel breitere Zielgruppe als in der Stadt, weil es mehr Menschen ganz direkt nützt. Im

„Alten Heuboden“ in Felde, der aus einer Segelmacherei hervorging, war die erste Coworkerin eine

Schneiderin aus dem Ort, der zweite Coworker ein Informatiker.

Coworking am Strand der Eckernförder

Bucht – das Idealbild einer

besseren Arbeit, das viele Menschen

im Herzen tragen, kann sich hier

entfalten.

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NACHHALTIGE STADT

Es braucht einen Kristallisationskern

Ein Coworking-Space entwickelt sich auf dem Land am besten dort, wo schon eine Gemeinschaft

besteht. Und vor allem: Wo eine Person ist, die sich kümmern kann. Denn gerade am Anfang ist das

Community-Management kein Vollzeitjob. Es ist daher sinnvoll, Coworking-Spaces neben Hofläden,

in Bankfilialen oder auch in einer Kirchengemeinde anzusiedeln. Dann muss die Bank vielleicht nicht

schließen, sondern kann sich für eine neue Nutzung öffnen.

So kann Coworking auf dem Land zugleich eine Lösung für die wegbrechende Infrastruktur im ländlichen

Raum sein. Im Gegensatz zur Stadt ist „Rural Coworking“ also kein abgegrenztes Geschäftsmodell,

sondern fast immer ein ganz individueller Hybrid aus mehreren Nutzungen – und kann sich

auch nur so für jene lohnen, die das Abenteuer wagen, einen Space auf dem Land zu gründen. Und

das sind viele: Aus dem Projekt wurde schnell eine Bewegung. Menschen haben sich zusammengetan

und die CoWorkLand-Genossenschaft gegründet, um den Norden Deutschlands zu verwandeln. Um

zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Im Sommer 2018 sind wir gestartet, heute, Ende 2019, sind

schon elf Coworking-Spaces gegründet worden, und 34 Genoss*innen verwirklichen ihre Vision vom

Leben und Arbeiten auf dem Land.

Ulrich Bähr ist Gründungsvorstand der CoWorkLand eG. Als Projektleiter Digitalisierung der Heinrich-Böll-Stiftung

Schleswig-Holstein erforscht und entwickelt er seit 2016 die digitale Zukunft des ländlichen Raums. Der Medienwissenschaftler

baute ab 1999 die Onlinekommunikation der Volkswagen AG mit auf. Er beriet Konzerne,

politische Institutionen und NGOs zur Digitalisierung der Fort- und Weiterbildung.

„Wir bauen Zulunft“ in Nieklitz – ein

ehemaliger Naturpark verwandelt sich

in einen Ort, an dem Naturerlebnis,

nachhaltiges Wirtschaften und neue

Arbeitsformen gelebt werden.

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NACHHALTIGE STADT

Nah an den Nachbarn

Kontakt mit Anwohnern ist wichtig

Von Gunnar Sadewater, Hamburg Airport

Seit mehr als 20 Jahren gibt es am Hamburger Flughafen das Nachbarschaftsbüro. Wichtigste Aufgabe:

Kommunikation mit den Menschen, die in unmittelbarer Nähe zum Airport und im An- und

Abflugbereich wohnen. Eine aktive Nachbarschaftsarbeit gehört zu den wesentlichen Bestandteilen

des Unternehmensleitbildes. Ob am Telefon oder vor Ort bei Informationsveranstaltungen oder unterschiedlichen

Events: „Zuhören und verstehen – gemeinsam geht’s besser“, heißt die Devise.

Fast 110 Jahre ist der Hamburger Flughafen alt. Ein Flughafen in der Stadt war er schon immer – doch

damals sah die Umgebung noch anders aus. Heutzutage wird die Bebauung immer dichter. Jüngstes

Beispiel: In Groß Borstel entstehen gerade rund 4.000 neue Wohnungen – das bedeutet einige tausend

neue Nachbarn. Sie müssen sich an ihre neue Umgebung gewöhnen, sich dort zurechtfinden. Und

dazu gehört auch der Flughafen. Nur wer voneinander weiß, kann füreinander Verständnis entwickeln.

„Zuhören und verstehen – gemeinsam geht’s besser“

Zweimal jährlich trifft sich der Nachbarschaftsbeirat – ein Gremium aus Vertretern von Initiativen, Vereinen

und Verbänden rund um den Flughafen und des Nachbarschaftsbüros. Im partnerschaftlichen

Dialog hat er in den vergangenen Jahren zusammen mit anderen Aktivitäten viel erreicht. Information

und Aufklärung tragen dazu bei, Probleme zu lösen und Vorurteile abzubauen. Im Nachbarschaftsbüro

spielt dabei das Telefon eine wichtige Rolle. Einen ebenso großen Anteil aber hat der direkte, persönliche

Kontakt, wenn es um Fragen und Wünsche, mitunter auch um Beschwerden geht. Dankbar werden

beispielsweise Hinweise zur Subventionierung von Lärmschutzmaßnahmen aufgenommen. Häufig

auch erkundigen sich Gartenbesitzer nach den Vorschriften für den Baumschnitt, der aus Gründen der

Flugsicherheit in unmittelbarer Nähe der An- und Abflugrouten notwendig ist. Aber auch die vorübergehende

Sperrung von Pisten bei Wartungsarbeiten, die eine Mehrbelastung der übrigen Start- und

Der Hamburger Flughafen liegt in der

Stadt und die umliegende Bebauung

wird immer dichter. In Groß Borstel

etwa entstehen rund 4.000 neue

Wohnungen.

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NACHHALTIGE STADT

Landebahnen zur Folge hat, ist immer wieder ein Grund für Diskussionen. Die Themenpalette ist groß

und manchmal muss es schnell gehen: Aus Niendorf erreichte das Nachbarschaftsbüro während der

besonders heißen Sommertage ein Hinweis, dass nachts nach Ende des Flugbetriebs laute Fräsarbeiten

den Schlaf störten, und deshalb trotz hoher Temperaturen die Fenster in den Häusern geschlossen

bleiben mussten. Durch schnelle Kommunikation des Nachbarschaftsteams mit Kollegen aus der

zuständigen Abteilung wurde ein Kompromiss erreicht: Die notwendigen Arbeiten wurden auf die

kühlere Jahreszeit verlegt. Die enge und gute Zusammenarbeit mit allen Abteilungen am Flughafen ist

ein Erfolgsgarant für die Nachbarschaftsarbeit. Besonders eng ist der Kontakt mit dem Bereich Umwelt.

Das gilt nicht nur für den Lärmschutz. Eine von vielen spontanen Aktionen begann mit dem Anruf einer

Kita-Leiterin aus Elmenhorst: Borkenkäfer hatten den Kletterbaum der Einrichtung vernichtet. Kollegen

aus der Umweltabteilung stellten unbürokratisch den Kontakt zu einer Baumschule her – kurze Zeit

später konnten die Kleinen dank Hamburg Airport einen neuen Baum erklettern.

Förderung von Vereinen rund um den Flughafen

Doch nicht nur solche Hilfsaktionen beschäftigen das Nachbarschaftsteam. Regelmäßig werden

Institutionen und Vereine rund um den Flughafen unterstützt, sowohl in Hamburg als auch in den

nördlichen Nachbargemeinden. Rund 50 Stadtteilfeste, Kultur- und Sportveranstaltungen stehen jährlich

auf dem Programm. Dabei kommt häufig auch das „Infomobil“ als beliebter Anlaufpunkt zum

Einsatz. Eine der vielen Initiativen ist ferner der „Hamburg Airport. Bewegt. Nachbarschaftspreis“, der

2017 ins Leben gerufen wurde. An dem Wettbewerb können sich alljährlich alle eingetragenen und

anerkannten gemeinnützigen oder mildtätigen Vereine, Verbände und Einrichtungen aus der Stadt

Hamburg und den Landkreisen Stormarn, Segeberg und Pinneberg beteiligen. 85 Bewerbungen in

diesem Jahr zeigen das große Interesse. Der Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert, und bis zu

zwölf Initiativen können gewinnen.

Mit der Unterstützung von rund 50

Stadtteilfesten, Kultur- und Sportveranstaltungen

fördert der Hamburg

Airport das gute Verhältnis mit seinen

Nachbarn.

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NACHHALTIGE STADT

Beziehungen pflegen

Durch die enge Zusammenarbeit mit Sport-, Kultur-, Sozial- und Bildungseinrichtungen sind viele

langjährige Beziehungen zu den Menschen in der Nachbarschaft gewachsen. In den zahlreichen Gesprächen

und Diskussionen gilt es immer wieder auch das Verantwortungsbewusstsein des Flughafens

für die Umwelt deutlich zu machen. Mit Interesse nehmen die Menschen auf, wie groß die Bandbreite

der Aktivitäten ist, die weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus gehen – vom Lärmschutz

bis zur Reduzierung der CO 2

-Emissionen, unter anderem durch Umstellung der Bodenfahrzeuge auf

alternative Antriebe.

Umfangreiche Aktivitäten gibt es auch im Naturschutz: Das Team vom Nachbarschaftsbüro unterstützt

das Bemühen, den Flughafen als Umweltfläche wahrnehmbar und erlebbar zu machen. Schließlich hat

Hamburg Airport eine der größten zusammenhängenden Grünflächen in der Stadt – größer noch als der

Stadtpark. Gerne nutzen Besucher aus der Nachbarschaft bei Rundfahrten auf dem Flughafengelände

die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen. Viele wollen kaum glauben, dass hier bis zu 130 Wirbeltierarten

leben. Für das zweiköpfige Team vom Nachbarschaftsbüro, das bei Außenveranstaltungen von

einer Agentur unterstützt wird, sieht jeder Tag anders aus. Durch die Teilnahme an Veranstaltungen ist

Wochenendarbeit genauso selbstverständlich wie der Besuch von Abendterminen. Doch die Begegnung

mit vielen Menschen macht die Arbeit immer wieder spannend – auch wenn manche Problemlösung

nur ein Kompromiss sein kann.

Gunnar Sadewater ist seit zwei Jahren als Nachbarschaftsreferent am Hamburg Airport tätig. Wichtigstes

Anliegen ist für den gebürtigen Stralsunder und studierten Kommunikationswissenschaftler ein vertrauensvoller,

offener Dialog mit den Bewohnern in der Umgebung des Flughafens.

Das „Infomobil“ ist ein beliebter

Anlaufpunkt bei Veranstaltungen im

Umfeld des Flughafens. Am Nachbarschaftspreis

können sich Vereine und

Einrichtungen aus der Umgebung

beteiligen.

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© 123RF.com, sheeler

B.A.U.M.-PORTRAIT

und Tätigkeitsbericht für 2019

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B.A.U.M.-PORTRAIT

B.A.U.M.-Jahresrückblick 2019

22.1. „Zukunft der Energie. Die Rolle der digitalen Transformation bei der Energiewende“ – Veranstaltung Berlin

der Plattform nachhaltig.digital von B.A.U.M. und DBU in Kooperation mit etventure und DENEFF

29.1. Sustainable Office Day auf der Messe Paperworld mit Preisverleihung zum Wettbewerb „Büro & Umwelt“ 2018 Frankfurt a.M.

11.2.-20.3. Pilotkurs der HNE Eberswalde „Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Potenziale für die Entwicklung von Berlin

nachhaltigen Produkten und Geschäftsmodellen“ in Kooperation mit nachhaltig.digital

14./15.2. 46. Sustainability Leadership Forum: „Nudging – Sanfte Stupse für die Nachhaltigkeit“; Hamburg

Gastgeber: ARAMARK Holding Deutschland GmbH & Co. KG

20.2. „Das Duett aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ – Veranstaltung der Plattform nachhaltig.digital Hamburg

von B.A.U.M. und DBU in Kooperation mit der HSBA

14.3. „B.A.U.M. vor Ort“ bei Wilkhahn – Wilkening + Hahne GmbH + Co. KG Bad Münder

14.3. B.A.U.M.-Politikergespräch mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies Bad Münder

20.3. Jahreskongress der Plattform nachhaltig.digital von B.A.U.M. und DBU Osnabrück

3./4.4. Einführungsworkshop „Design Thinking“ Frankfurt a.M.

6.-8.5. Meetup von nachhaltig.digital im Rahmen der re:publica 2019 Berlin

23.5. Einführungsworkshop „Design Thinking“ kompakt München

6.6. „Für Unternehmen: Hamburg macht’s effizient“ – Veranstaltung in Kooperation mit dem Hamburg

Bundeswirtschaftsministerium

6./7.6. Midterm Conference des Projekts ALLIES Prag (Tschechien)

14.6. B.A.U.M.-Netzwerktreffen mit Themenschwerpunkt „Wirtschaft pro Klima“; Bremerhaven

Gastgeber: Klimahaus Bremerhaven

17./18.6. 47. Sustainability Leadership Forum: „Sustainable Developement Goals (SDGs)“; Nürnberg

Gastgeber: Wiegel Gruppe

19.6. „Effizienz wirksam umsetzen – zum Umgang mit Rebound-Effekten in Unternehmen“ – Berlin

Veranstaltung im Rahmen des Projekts MERU

3.9. B.A.U.M.-Jahrestagung und Preisverleihung Hamburg

12.-15.9. B.A.U.M.-Gipfelgespräch Dolomiten (Italien)

26./27.9. „Wirtschaft pro Klima“-Symposium Hamburg

14./15.11. 3. Deutscher CSR-Kommunikationskongress in Kooperation mit DNWE, DPRG und DBU Osnabrück

2./3.12. 48. Sustainability Leadership Forum: „CR-Community: Aufbau und Management“; Bonn

Gastgeber: Deutsche Telekom AG

26./27.11. Zweiter Praxisdialog im Rahmen des Projekts MERU Stuttgart

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B.A.U.M.-PORTRAIT

Zukunft der Arbeit nachhaltig gestalten

„New Work“ im Fokus der B.A.U.M.-Jahrestagung

Für 2019 hatte sich B.A.U.M. „New Work“ als Jahresthema gesetzt. Den Auftakt

bildete das Jahrbuch, das im Januar zu diesem thematischen Schwerpunkt erschien.

Die Beiträge des Jahrbuchs erkundeten, was sich hinter dem Schlagwort „New Work“

verbirgt, und beleuchteten Chancen und Herausforderungen für Unternehmen, für

deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Gesellschaft insgesamt. Im Fokus

stand dabei die Frage, wie sich der Trend „New Work“ nachhaltig gestalten lässt:

ökonomisch zukunftsfähig, sozial gerecht und mit Entlastungen für die Umwelt.

Der Sustainable Office Day auf der Messe Paperworld am 29. Januar nahm dann

das nachhaltige Büro aus der Perspektive von „New Work“ in den Blick. Es ging um

non-territoriale Arbeitsplätze unter organisatorischen und gestalterischen Aspekten

sowie um nachhaltiges Design für Büro- und Geschäftsräume.

Beim Jahreskongress der Plattform nachhaltig.digital von B.A.U.M. und DBU am

20. März stellte „New Work“ neben „Künstliche Intelligenz“ und „Messbarkeit“

eines der drei Leitthemen dar. Diskutiert wurde, wie Unternehmen die digitale

Transformation gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden nachhaltig gestalten und wie

sie ihre Potenziale in einem sich wandelnden Arbeitsumfeld fördern können. Workshops

setzten diese Frage zu den drei unternehmerischen Dimensionen „Personen“,

„Produkte“ und „Prozesse“ in Beziehung.

Arbeit 4.0 im Fokus der Jahrestagung

Ganz zentral war das Thema „New Work“ bei der B.A.U.M.-Jahrestagung am

3. September. Gleich zu Beginn ging es im Plenum um die Arbeitswelt der Zukunft.

„New Work ist ein Abenteuer“ – auf diese Formel brachte Uwe Urbschat, Head

Corporate Culture & Identity bei der WELEDA AG, das Thema. Ali Malodji, Gründer

von Whatchado, EU-Jugendbotschafter und Trendforscher beim Zukunftsinstitut,

beschrieb, wie sich heutige Berufsbiografien von denen zurückliegender Generationen

unterscheiden. Für ein Gelingen von „New Work“ forderte er Führung auf

Der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof.

Dr. Maximilian Gege begrüßte die

Gäste der B.A.U.M.-Jahrestagung

in den Räumen der Hamburger

Patriotischen Gesellschaft.

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B.A.U.M.-PORTRAIT

Augenhöhe und das Zulassen einer Fehlerkultur. Auch Bernhard Schwager, Chief

Expert Sustainability bei der Robert Bosch GmbH, betonte, auf dem Weg zu „New

Work“ lasse sich „kein Schalter umlegen“. Von der Geschäftsführung müssten die

richtigen Signale ausgehen und sie müsse die gewünschte Veränderung selbst vorleben.

Die Bereitschaft, sich auf neue Arbeitsformen und -strukturen einzulassen,

erläuterte Bernhard Schwager vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen bei Bosch,

sei nicht so sehr eine Generationsfrage, sondern hinge vielmehr von der Dauer der

Betriebszugehörigkeit ab. Irene Oksinoglu, ˘ die das Projekt „Future Work“ bei Otto

(GmbH & Co. KG) leitet, verglich die Prozesse rund um „New Work“ mit einem reichhaltigen

Buffet: „Wir müssen lernen, uns den Teller so zu füllen, wie es zu uns passt.“

Publikum diskutierte engagiert mit

Das Publikum konnte sich mittels der App Slido an der Diskussion beteiligen.

Modera torin Tina Teucher, Mitglied des Gesamtvorstands von B.A.U.M., nahm die

auf diese Weise gestellten Fragen geschickt auf. Dadurch kamen auch kritische

Töne in die Diskussion. Der Zwiespalt, dass Menschen zum einen „ihre Persönlichkeit

nicht an der Bürotür abgeben“ möchten, wie es Ali Malodji formulierte, dass

Mitarbeitende andererseits aber auch das „Recht haben, nicht ihre gesamte Persönlichkeit

in den Job einzubringen, weil etwas außerhalb des Jobs ihnen wichtiger

ist“, so der Beitrag einer Tagungsteilnehmerin per Slido, konnte auf der Tagung

nicht aufgelöst werden.

Ein spezielles Fachforum auf der Jahrestagung beschäftigte sich unter der Moderation

von Bianca Dönicke, die beim Büromöbelhersteller Haworth als Head of

European Continuous Improvement & Sustainability fungiert, mit praktischen

Aspekten von „New Work“. Michael C. Liley, Partner bei Deloitte Consulting,

erläuterte unter dem Titel „Drei Trends auf dem Weg zur Future of Work“ u.a.,

wie Menschen voraussichtlich in Zukunft in sog. „Superjobs“ mit Künstlicher

Intelligenz interagieren. Um die Veränderung von Arbeitsstrukturen durch die

Diskutierten über die Arbeitswelt der

Zukunft: (v.l.) Uwe Urbschat (WELEDA

AG), Bernhard Schwager (Robert

Bosch GmbH), Irene Oksinoglu ˘

(Otto GmbH & Co. KG), Ali Malodji

(Whatchado) und Moderatorin Tina

Teucher.

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B.A.U.M.-PORTRAIT

Nutzung von Social-Collaboration-Plattformen ging es in den Beiträgen von Lutz

Hirsch, Geschäftsführender Gesellschafter der HIRSCHTEC GmbH & Co. KG, sowie

Dr. Diana Kuhrau, die die Unternehmenskommunikation bei der WEMAG AG

leitet und ein konkretes Beispiel aus der Praxis ihres Unternehmens vorstellte. Ole

Kretschmer, Manager Deutschland Nord bei M.O.O.CON, sprach schließlich über die

Wechselwirkungen zwischen Raum, Technologie und Organisation und beschrieb

eine neue Arbeitswelt zugleich als neues Managementumfeld.

Als Fazit kann am Ende eines Jahres der Beschäftigung mit dem Thema „New

Work“ stehen: Soll die Zukunft der Arbeit nachhaltig gestaltet werden, so ist das

Menschenbild, an dem sich die Veränderungen orientieren, ganz entscheidend.

„New Work“ als Etikett auf Prozessumstellungen, die allein der Steigerung von

betrieblicher Effizienz und Rendite dienen, kann nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen

nicht genügen.

Das B.A.U.M.-Jahrbuch 2019 mit dem Schwerpunkt „New Work“ findet sich,

neben weiteren Jahrbuch-Ausgaben, als E-Paper unter www.forum-csr.net/

BAUMJahrbuch.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische

Staatssekretärin im Bundesministerium

für Umwelt, Naturschutz

und nukleare Sicherheit, sprach über

„Nachhaltigkeit als Chancentreiber

für sozialen und ökologischen Fortschritt“.

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B.A.U.M.-PORTRAIT

Dr. Monika Griefahn (Mitte), u.a.

Mitglied der Jury des B.A.U.M. | Umwelt-

und Nachhaltigkeitspreises,

präsentierte den Preisträger in der

Kategorie „Großunternehmen“

Thomas Fuhr, CEO der Grohe AG.

Der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof. Dr.

Maximilian Gege gratulierte Bundespräsident

a.D. Prof. Dr. Horst Köhler

zum Internationalen B.A.U.M.-Sonderpreis

2019.

Altbundespräsident Köhler wies

in seiner Rede auf das herausragende

Engagement von B.A.U.M.

und seinen Mitgliedsunternehmen

zugunsten von mehr Nachhaltigkeit

in der Wirtschaft hin.

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B.A.U.M.-PORTRAIT

B.A.U.M.-Preisträgerinnen

und -Preisträger 2019

Auch 2019 konnte B.A.U.M. im Rahmen seiner Jahrestagung am 3. September

in Hamburg wieder überzeugende Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren.

Internationaler B.A.U.M.-Sonderpreis

• Prof. Dr. Horst Köhler, Bundespräsident a. D.

• Ole Scheeren, Büro Ole Scheeren

B.A.U.M. | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis

Kategorie Großunternehmen

• Thomas Fuhr, Grohe AG

Kategorie Kleine und mittelständische Unternehmen

• Anne-Kathrin Laufmann, SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA

• Dr. Philip Lettmann, Wala Heilmittel GmbH

• Barbara Scheitz, Andechser Molkerei Scheitz GmbH

Kategorie Medien

• Christiane Grefe, DIE ZEIT

Kategorie Wissenschaft

• Prof. Dr. Natalie Eßig, Hochschule München

Kategorie Digitalisierung

• Christian Kroll, Ecosia GmbH

Die B.A.U.M.-Preisträgerinnen und

-Preisträger 2019 mit dem B.A.U.M.-

Vorstand sowie dem Hamburger

Umweltsenator Jens Kerstan und

Prof. Dr. Michael Otto (es fehlt im

Bild leider Christian Kroll)

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B.A.U.M.-PORTRAIT

Plattformen für Erfahrungsaustausch

schaffen

Zahlreiche Veranstaltungen bietet B.A.U.M. über das Jahr an. Ziel ist, Nachhaltigkeitsakteure

aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen, das Netzwerk

zu stärken und Plattformen für Erfahrungsaustausch zu schaffen.

Ein Höhepunkt ist stets die B.A.U.M.-Jahrestagung (vgl. S. 51). Zahlreiche Veranstaltungen

finden aber auch im Rahmen von Projekten statt: sie treiben das Anliegen

des Projekts voran oder präsentieren Ergebnisse. Zu diesen Veranstaltungen gehörte

2019 beispielsweise die Midterm Conference des aus EU-Mitteln geförderten Projekts

ALLIES Anfang Juni in Prag (vgl. S. 63), der Praxisdialog zum Thema „Effizienz wirksam

umsetzen – zum Umgang mit Rebound-Effekten in Unternehmen“, der Mitte Juni

in Berlin im Rahmen des Projekts MERU (vgl. S. 64) stattfand, oder das „Wirtschaft

pro Klima“-Symposium im September in Hamburg (vgl. S. 61).

Sustainability Leadership Forum

Ein Veranstaltungsformat mit langer Tradition ist das Sustainability Leadership Forum

(SLF), das B.A.U.M. bisher gemeinsam mit dem Centre for Sustainability Management

(CSM) der Leuphana Universität Lüneburg organisiert hat. Ab 2020 ist die NORDAKA-

DEMIE Hochschule der Wirtschaft Partnerin von B.A.U.M. Aktuell nehmen am SLF folgende

Unternehmen teil: ARAMARK Holdings GmbH & Co. KG, Deutsche Gesellschaft

für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Deutsche Telekom AG, dm-drogerie

markt GmbH + Co. KG, ENTEGA Energie GmbH & Co. KG, Grohe AG, memo AG,

Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG, Provinzial Rheinland Versicherung

AG, Vaillant GmbH, WELEDA AG, Wiegel Gruppe. B.A.U.M. plant in Anlehnung an

das erfolgreiche Format des SLF ein Climate Leadership Forum (CLF) zu etablieren.

Praxisnahe Workshops und Seminare

Um den Teilnehmenden einen möglichst großen Mehrwert zu bieten, bemüht sich

B.A.U.M. bei seinen Veranstaltungen um hohe Praxisrelevanz. Von der Natur zu

lernen, ist beispielsweise der Grundgedanke von „Wälder beraten Wirtschaft“.

Unternehmens beispiele und Beispiele aus intakten Waldöko systemen vermitteln

in diesem Praxisseminar, wie die Erfolgsprinzipien der Natur auf Unternehmen

Das SLF beschäftigte sich im Juni mit

den SDGs der Vereinten Nationen

und deren Bedeutung für Unter nehmen

(vorne links im Bild Alexander

Hofmann, Verwaltungsrat und

Gesellschafter des gastgebenden

Unternehmens Wiegel Verwaltung

GmbH & Co. KG).

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B.A.U.M.-PORTRAIT

übertragen werden können. Unternehmerinnen, Geschäftsführer und Führungsverantwortliche

aus Behörden und Verwaltung erfahren, wie sie ihre Wettbewerbsfähigkeit

durch neuartige Geschäftsmodelle und eine innovative Markenentwicklung

langfristig absichern können.

Austausch im Netzwerk

Bewährte Formate, die einen Austausch der B.A.U.M.-Mitglieder untereinander

sowie mit Fachleuten aus Wissenschaft und Politik ermöglichen, sind „B.A.U.M.

vor Ort“-Treffen, Politikergespräche oder das B.A.U.M.-Gipfelgespräch. Bei einem

Politikergespräch im März diskutierte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies mit

B.A.U.M.-Mitgliedern Maßnahmen zum Klimaschutz. Neben neuen, nachhaltigen

Mobilitätskonzepten waren auch Digitalisierung und CO 2

-Bepreisung Thema.

Zum Gipfelgespräch 2019 lud B.A.U.M. im September in die Sextner Dolomiten

ein. Der thematische Fokus lag auf der Gemeinwohlökonomie. Christian Felber, der

Initiator der Gemeinwohlökonomie, hielt nicht nur die Keynote am ersten Abend,

sondern nahm an der gesamten viertägigen Wandertour teil, wodurch sich zahlreiche

Gelegenheiten zum Austausch ergaben.

Veranstaltungen mit Kooperationspartnern

Um Synergien zu nutzen, tut sich B.A.U.M. bei der Organisation von Veranstaltungen

auch mit Kooperationspartnern zusammen. So fand Anfang Juni 2019 in Hamburg

eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium unter dem

Titel „Für Unternehmen: Hamburg macht’s effizient“ statt. Im November organisierte

B.A.U.M. gemeinsam mit dem Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE), der

Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) und der deutschen Bundesstiftung

Umwelt (DBU) den 3. Deutschen CSR-Kommunika tionskongress in Osnabrück.

Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen von B.A.U.M. finden Sie unter

www.baumev.de/Veranstaltungen_BAUM

Im Juni lud B.A.U.M. zum Netzwerktreffen

ins Klimahaus Bremerhaven.

Themenschwerpunkt war die Initiative

„Wirtschaft pro Klima“.

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B.A.U.M.-PORTRAIT

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

im Mittelstand

Anfang 2018 startete nachhaltig.digital als Gemeinschaftsprojekt von B.A.U.M. und

der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Auftrag der Kompetenzplattform

ist es, die Zielgruppe Mittelstand für die Erfordernisse einer nachhaltig gestalteten

Digitalisierung zu sensibilisieren und bei deren Umsetzung Orientierung zu geben.

Die Thematik gewinnt an Rückenwind

Als das nachhaltig.digital-Team seine Arbeit aufnahm, gab es wenige Veranstaltungen

oder Akteure, die sich dafür einsetzten, Nachhaltigkeit und Digitalisierung gemeinsam

zu betrachten. Nach eineinhalb Jahren ist dieser Gedanke in der Fachdiskussion

angekommen: Das WBGU-Hauptgutachten „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“

oder Veranstaltungen wie die „Bits & Bäume“-Konferenz Ende 2018 bestätigen das.

Auf der zweitägigen Konferenz kamen rund 1.700 Menschen aus der Nachhaltigkeits-

und der Digitalisierungsszene zusammen, um über die Überschneidungen der

beiden Themen zu diskutieren. Die Kompetenzplattform bot auch hier Gelegenheit,

Akteure an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu vernetzen,

u.a. mithilfe der nachhaltig.digitalen Landkarte, analog und virtuell.

Jahreskongress mit neuen Themenschwerpunkten

Am 20. März fand der zweite Jahreskongress von nachhaltig.digital statt. Nachdem

der Auftaktkongress möglichst viele verschiedene Themen zusammenbringen sollte,

wurden für den Jahreskongress 2019 die Themenschwerpunkte Messbarkeit von

Nachhaltigkeit und Digitalisierung, Künstliche Intelligenz sowie New Work gewählt.

Diese Themen stehen auch 2019 und 2020 im Fokus.

Über 160 Teilnehmende aus Wirtschaft und Forschung stellten sich ihr individuelles

Programm aus neun Workshops zusammen, die die Themenschwerpunkte mit den

Geschäftsbereichen Produkte, Prozesse und Personen verbanden. Ein breites Angebot

von Formaten – von Virtual Reality bis zur interaktiven Selbsteinschätzung in einer

Matrix von Nachhaltigkeit und Digitalisierung – lud die Teilnehmenden dazu ein,

Wie werden digitale Technologien

wie Virtual Reality die Arbeitswelt

verändern? Ein mögliches Beispiel

zeigte die Salt and Pepper Software

GmbH & Co. KG im gemeinsamen

Workshop mit dem Collaborating

Centre on Sustainable Consumption

and Production gGmbH auf dem

Jahreskongress von nachhaltig.digital.

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B.A.U.M.-PORTRAIT

die Themen aus neuen Blickwinkeln zu entdecken und ihre eigenen Erfahrungen

und Expertise einzubringen.

Beginn der Arbeit in den Expertenkreisen

Der Jahreskongress war gleichzeitig der Auftakt für Expertenkreise zu den Themenschwerpunkten.

Gemeinsam mit dem Team von nachhaltig.digital werden nützliche

und nutzbare Inhalte für die Zielgruppe der Plattform ausgearbeitet. Den Anfang

machten die Diskussionen auf dem Jahreskongress und eine erste Einschätzung

der Themenschwerpunkte – basierend auf einer Umfrage in den Expertenkreisen,

unter Mittelständlern, ihren Geschäftspartnern und Akteuren aus der Forschung.

Gelegenheit, diese Erkenntnisse zu diskutieren und weiter auszuarbeiten, bot ein

Fachforum auf der B.A.U.M.-Jahrestagung am 3. September.

nachhaltig.digital – Plattform für den Austausch

nachhaltig.digital war 2019 auch auf zahlreichen Veranstaltungen aktiv, um für

die Thematik zu sensibilisieren, mit Praxisbeispielen zu inspirieren oder Akteure

miteinander zu vernetzen: sei es als Teilnehmer von Podiumsdiskussionen, wie auf

dem Symposium Ressourceneffizienz, sei es als Moderator von eigenen Workshops

oder Community Meetups, beispielsweise auf der re:publica. Zusätzlich konnten

mit Partnern wie der DENEFF oder dem RKW Kompetenzzentrum verschiedene

Veranstaltungsformate realisiert werden – immer zugeschnitten auf die Zielgruppe

Mittelstand.

Fortsetzung bis Ende 2022

Besonders erfreuliche Nachrichten erhielt das Projektteam im Juni 2019. Das neu

berufene Kuratorium der DBU entschied, die Kompetenzplattform nachhaltig.digital

gemeinsam mit B.A.U.M. bis mindestens Ende 2022 fortzuführen. Mit der Bewilligung

der Fördermittel folgte das DBU-Kuratorium der Empfehlung des nachhaltig.

digital-Beirats, der sich aus Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und

Im Fachforum von nachhaltig.digital

auf der B.A.U.M.-Jahrestagung

wurden, moderiert von Projektkoordi

nator Carl-Ernst Müller, Ergebnisse

einer Umfrage zu den drei

Themenschwerpunkten Künstliche

Intelligenz, New Work und Messbarkeit

vorgestellt und es wurde über

Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsbewertungstools

diskutiert.

59


B.A.U.M.-PORTRAIT

Kontakt

Carl-Ernst Müller

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 11

carl-ernst.mueller@baumev.de

Gesellschaft zusammensetzt. In den kommenden drei Jahren wird sich die Kompetenzplattform,

begleitet durch den Beirat und die Arbeit der Expertenkreise, weiter

fokussieren und neue Angebote für den Mittelstand entwickeln. Unternehmen sind

ausdrücklich dazu eingeladen, an nachhaltig.digital mitzuwirken und ihre Fragen

und Antworten beizusteuern.

Werden Sie Teil der Expertenkreise und gestalten Sie die Themenschwerpunkte

Messbarkeit von Nachhaltigkeit und Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und

New Work mit. Melden Sie sich bei Interesse unter info@nachhaltig.digital

#alleantworten – #nachhaltigdigital – @nachhal_dig

Bereits 2013 hatte B.A.U.M. gemeinsam mit der Accenture GmbH den Report

„Intelligent Cities“ initiiert und in Zusammenarbeit mit den Unternehmenspartnern

ECE Projektmanagement, Hewlett-Packard GmbH, Panasonic Deutschland

und dem NATURpur Institut erstellt. Der Report liefert u.a. praxisorientierte

Lösungsansätze auf dem Weg hin zu einer Intelligent City und steht hier als PDF

zur Verfügung: http://bit.ly/Report_IC

Auf der Landkarte von nachhaltig.

digital sind Good Practices, Veranstaltungen

und Steckbriefe von

Unternehmen zu finden, die sich

aktiv am nachhaltig-digitalen Wandel

mit guten Beispielen und Inspiration

beteiligen.

60


B.A.U.M.-PORTRAIT

Klimaschutz – Unternehmen engagieren sich

Dass eine Schülerin beschließt, nicht zur Schule zu gehen, sondern stattdessen für

mehr Klimaschutz zu streiken, und dass sie dadurch eine weltweite Bewegung auslöst

– damit hat wohl niemand gerechnet, der sich schon seit Jahren in Wirtschaft

und Politik für erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz einsetzt.

Die öffentliche Aufmerksamkeit, die die Initiative Fridays for Future dem Thema

Klimawandel verschafft hat, gilt es jedoch zu nutzen, um den Klimaschutz weiter

voranzubringen. So haben sich zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen mit den

Jugendlichen solidarisiert: die Scientists for Future, zu denen auch der B.A.U.M.-

Vorsitzende Prof. Dr. Maximilian Gege gehört, die Artists for Future oder auch die

Engineers for 2°C Target.

Unternehmen bekennen sich zu Klimaschutz und Klimaneutralität

Auch die von B.A.U.M. initiierte Plattform „Wirtschaft pro Klima“ unterstützt die

Anliegen von Fridays for Future. Zugleich will sie zeigen, wie engagiert die Wirtschaft

ihre Verantwortung zum Klimaschutz bereits wahrnimmt, und erfolgreiche Strategien

und Maßnahmen zur Klimaneutralität von Unternehmen sichtbar machen. Denn viele

Unternehmen sind schon weiter als die Politik. Für die eigene Planungssicherheit

fordern sie konkrete Entscheidungen und einen gesetzlichen Rahmen zum Klimaschutz,

und sie werden selbst aktiv. Zahlreiche dieser klima-engagierten Unternehmen

haben sich bei „Wirtschaft pro Klima“ zusammengeschlossen mit dem gemeinsamen

Credo: „Wir bekennen uns zu Klimaschutz und Klimaneutralität und übernehmen

Verantwortung für unsere Klimagas-Emissionen!“ Zu den Sponsorpartnern von

„Wirtschaft pro Klima“ gehören Flughafen Hamburg GmbH, FutureCamp Climate

GmbH, ID-Impuls GmbH, JobRad GmbH, memo AG, RED KILOWATT Energiemanagement

GmbH, Wackler Group und – als Hauptpartner – die Wiegel Gruppe.

Das „Wirtschaft pro Klima“-Symposium am 26. September brachte die Initiative zum

Austausch zusammen. Gastgeber war das B.A.U.M.-Mitglied NORDAKADEMIE im

Dockland am Hamburger Hafen. Über 100 Gäste folgten den Ausführungen des

B.A.U.M.-Vorstand Martin Oldeland

(r.) mit Peter Otto, Geschäftsführer

des B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmens

Postberg + Co., bei den Kasseler

Energietagen im September 2019,

wo die Initiative Engineers for 2°C

Target ins Leben gerufen wurde.

61


B.A.U.M.-PORTRAIT

Klimaforschers und B.A.U.M.-Kuratoriumsmitglieds Prof. Dr. Mojib Latif vom Geomar

Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, der aus wissenschaftlicher Sicht erneut

aufzeigte, dass angesichts der Ausmaße des vom Menschen verursachten Klimawandels

dringlichster Handlungsbedarf besteht. Dass es bereits klima-engagierte

Unternehmen gibt, machten in kurzen Statements Jürgen Hack (SODASAN Waschund

Reinigungsmittel GmbH), Jan Eike Hardegen (Flughafen Hamburg GmbH), Jonas

Waldmann und Lilian Áts (JobRad GmbH) sowie Dr. Ernst Wallis (Wiegel Innovation

und Technologie GmbH) beispielhaft deutlich.

Für mehr Durchsetzungsstärke gründet „Wirtschaft pro Klima“ Plattformen auf Länderebene

– u.a. in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen – jeweils

unter Schirmherrschaft der Landesumweltministerin bzw. des Landesumweltministers.

Außerdem ruft B.A.U.M. in Anlehnung an das seit Jahren sehr erfolgreiche Sustainable

Leadership Forum (SLF) nun ein Climate Leadership Forum (CLF) ins Leben. Die teilnehmenden

Unternehmen profitieren von Wissen und Erfahrung ausgewählter

Fachleute aus Unternehmen und Wissenschaft und positionieren sich als führend

in Sachen Klimaschutz.

Allianzen für das Klima

Um den Klimaschutz voranzubringen, sucht B.A.U.M. Bündnispartner und schmiedet

unterschiedliche Allianzen. Bereits im November 2018 hatten über 60 Organisationen,

darunter auch B.A.U.M. als Mitglied der Klima-Allianz Deutschland, in einem Positionspapier

dargestellt, welche Maßnahmen nötig wären, damit Deutschland sein

Klimaziel für 2030 erreicht (vgl. klima-allianz.de/Publikationen). Zentrale Forderungen

waren ein baldiger Kohleausstieg, die schnelle Umsetzung der Verkehrs- und Agrarwende

sowie ein ambitionierter CO 2

-Preis.

Selbstverständlich gehörten B.A.U.M. und „Wirtschaft pro Klima“ auch zu den Unterstützern

des weltweiten Klimastreiks am 20. September. An jenem Freitag wurde

das sog. Klimapaket der Bundesregierung vorgestellt. Es enthielt zwar einige gute

Beim „Wirtschaft pro Klima“-

Symposium am 26. September: die

B.A.U.M.-Vorstände Martin Oldeland

(l.) und Dieter Brübach (r.) mit Klimaforscher

Prof. Dr. Mojib Latif

62


B.A.U.M.-PORTRAIT

Ansätze, blieb aber insgesamt zu vage, um die Einhaltung der Klimaziele zu sichern,

und wurde in der Folge noch abgeschwächt. B.A.U.M. setzt sich gemeinsam mit

anderen weiterhin für eine konsequente, effektive Klimapolitik ein.

Klimaschutz europaweit voranbringen

Das Projekt ALLIES (Activating and Learning from Local Investment in Energy Savings)

hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimaschutz in Europa voranzubringen. B.A.U.M.

arbeitet bei diesem Projekt mit Partnerorganisationen aus Polen und Ungarn sowie

dem International Network for Environmental Management e.V. (INEM) zusammen.

Das Projektteam kann auf Erfahrungen zurückgreifen, die B.A.U.M. in dem Vorläuferprojekt

REEG gesammelt hat.

Von 2013 bis 2016 hatte B.A.U.M. in einem vom Bundesumweltministerium im

Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten Pilotprojekt ein neues

Geschäftsmodell zum Energiesparen und zur CO 2

-Reduktion erprobt: die Regionale

EnergieEffizienzGenossenschaft (REEG), eine Bürgerenergiegenossenschaft

besonderer Art (www.reeg-info.de). Dieses Modell wird nun weiterentwickelt und mit

einer geeigneten Organisationsform auch auf Polen und Ungarn übertragen. In allen

drei teilnehmenden Ländern werden im Rahmen von ALLIES lokale Organisationen

zur Finan zierung von Energieeffizienzmaßnahmen gegründet (vgl. allies-project.eu).

Die auf diese Weise angeregten Investitionen kommen der wirtschaftlichen Entwicklung

vor Ort zugute und schaffen Arbeitsplätze. Dies überzeugt hoffentlich

Lokalpolitiker und Stakeholder von dem Konzept und motiviert, über das Ende der

Projektlaufzeit im Juni 2020 hinaus Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen und

so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Kontakt

Dieter Brübach

Telefon +49 (0)511 / 1 65 00 21

dieter.bruebach@baumev.de

Martin Oldeland

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 00

martin.oldeland@baumev.de

Rainer Kant

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 14

rainer.kant@baumev.de

Unternehmen sind herzlich zur Mitwirkung an der Initiative „Wirtschaft pro

Klima“ eingeladen. Weitere Informationen unter wirtschaftproklima.de/mitmachen

Teilnehmende diskutierten bei der

ALLIES Midterm Conference im Juni

2019 in Prag länderspezifische Herausforderungen

bei der Finanzierung

von Energieeffizienzmaßnahmen.

63


B.A.U.M.-PORTRAIT

Zukunftsinvestition: Ressourcenschutz

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den sog. Earth Overshoot Day.

2019 fiel er auf den 29. Juli. An diesem Tag war das Ressourcen-Budget für das

gesamte Jahr bereits aufgebraucht, d.h. die Menschheit hatte bereits so viele Ressourcen

verbraucht, wie die Erde in einem ganzen Jahr erneuern kann. Erschreckend ist:

Von Jahr zu Jahr liegt der Earth Overshoot Day früher; 1987 war er z.B. erst am 19.

Dezember. Dadurch wird deutlich: Ein schonender und effizienter Umgang mit Ressourcen

ist nötiger denn je – aus Verantwortung gegenüber künftigen Generationen,

aus ökologischen, aber auch aus ökonomischen Gründen. Viele Unternehmen sind

in diesem Bereich sehr engagiert. B.A.U.M. unterstützt das Bemühen der Wirtschaft

um Ressourcenschutz und Ressourceneffizienz durch verschiedene Projekte.

Rebound-Effekte in Unternehmen

In den vergangenen Jahren konnten viele Erkenntnisse zu sog. Rebound-Effekten im

Bereich des privaten Konsums gewonnen werden; Rebound-Effekte in Unternehmen

wurden dagegen bisher kaum erforscht. 2018 startete daher das Projekt „Ganzheitliches

Management von Energie- und Ressourceneffizienz in Unternehmen“ (MERU),

das sich mit diesem Teilaspekt beschäftigt.

Das Problem: Wenn etwa durch höhere Effizienz Verbrauchskosten sinken, wird

Geld eingespart. Wird dieses beispielsweise für neue Güter oder Investitionen eingesetzt,

können neue Verbräuche von Energie und Materialien entstehen. Während

die Energie- und Ressourcenproduktivität steigt, fallen die absoluten Energie- bzw.

Materialeinsparungen dann geringer aus. Ändert ein Unternehmen also beispielsweise

seine Produktgestaltung und spart so Material, stellt sich die Frage, wie es

mit den eingesparten Kosten umgeht. Ein Rebound-Effekt könnte dann entstehen,

wenn das Unternehmen seine Produktion in Folge einer effizienzbedingten Kosteneinsparung

ausweitet.

Das MERU-Projektteam, dem neben B.A.U.M. das Öko-Institut, das Centre for Sustainability

Management der Leuphana Universität Lüneburg, das Institut für ökologische

Beim Praxisworkshop im Rahmen des

Projekts MERU diskutierten die Teilnehmenden

im World Café über Ursachen

und Eigenschaften von sowie

den Umgang mit Rebound-Effekten.

64


B.A.U.M.-PORTRAIT

Wirtschaftsforschung (IÖW) sowie die Data Center Group angehören, untersucht

unternehmensbezogene Rebound-Effekte aus sozialökologischer Perspektive mit dem

Ziel, einen wissenschaftlich fundierten und anwendungsorientierten Leitfaden zu entwickeln.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden sich unter www.meru-projekt.de.

Bundespreis UMWELT & BAUEN

Der Bundespreis UMWELT & BAUEN ist Teil des vom Bundesumweltministerium

geförderten Projekts „Best-Practice-Beispiele im Bereich des nachhaltigen Bauens:

Produkte, Gebäude und Quartiere“, das im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA)

durch eine Arbeitsgemeinschaft aus Öko-Zentrum NRW, B.A.U.M. und der Kommunikationsagentur

MediaCompany durchgeführt wird. Vergeben wird der Bundespreis

auf Grundlage der Bewertung einer interdisziplinär besetzten Jury aus Fachleuten

für Architektur und Planung, Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und

Forschung, Bauherren sowie Verbänden der Bauwirtschaft und Baustoffherstellern.

Neben Preisen in den Kategorien „Wohngebäude“, „Nichtwohngebäude“ und

„Quartiere“ werden Sonderpreise für besonders innovative und nachhaltige Lösungen

vergeben, bei denen in herausragender Weise Maßnahmen zum Klimaschutz realisiert

wurden: z.B. durch die Anpassung an den Klimawandel (Resilienz) oder durch die

Realisierung von Suffizienzstrategien. Auch nachhaltige Lösungen durch innovative

Bauprodukte und Baukonstruktionen (z.B. im Bereich der Gebäudehülle) kommen

für einen Sonderpreis in Frage. Ziel ist, durch die so prämierten Best-Practice-Beispiele

Vorbilder für interessierte und engagierte Bauherren zu präsentieren, die diese motivieren,

gemeinsam mit ihren Planern nachhaltige Lösungen für ihre Bauprojekte im

Bereich der Sanierung (oder im Neubau) zu entwickeln und umzusetzen.

Interesse an Nachhaltigkeit im Büro steigt

Auch Bürotätigkeit belastet die Umwelt, z.B. durch den hohen Energie- und Papierverbrauch

in den Büros. Aus diesem Grund steht der schonende Umgang mit

Ressourcen im Mittelpunkt des Wettbewerbs „Büro & Umwelt“, zu dem B.A.U.M.

Das UBA geht beim nachhaltigen

Bauen mit gutem Beispiel voran:

Für seinen vom Architekturbüro

sauerbruch & hutton architekten

entworfenen Neubau in Dessau-

Roßlau hat es 2009 das Deutsche

Gütesiegel für nachhaltiges Bauen

in Gold verliehen bekommen.

65


B.A.U.M.-PORTRAIT

alljährlich aufruft. Schirmherrin ist 2020 wie schon 2019 Bundesumweltministerin

Svenja Schulze. Die Bewerberzahl war 2019 erheblich angestiegen – ein Beweis,

dass das Thema Nachhaltigkeit im Büro immer mehr an Relevanz gewinnt. Erstmals

hatte B.A.U.M. die Kategorie „Kommunen“ in die Bewertung aufgenommen, um

eine verstärkte Teilnahme von Städten und Gemeinden zu ermöglichen.

Ermittelt wurden die umweltfreundlichsten Büros anhand von Fragebögen; eine

Fachjury entschied abschließend über die Platzierung in den fünf Wettbewerbskategorien.

Den jeweils 1. Platz belegten: Urkind Media KG, Allos Hof-Manufaktur

GmbH, Capgemini Deutschland, die Stadt Erlangen und die Umweltstation Lias-

Grube. In jeder Kategorie werden die drei Hauptpreisträger am 28. Januar 2020 bei

der Preisverleihung im Rahmen des Sustainable Office Day auf der Messe Paperworld

in Frankfurt a.M. ausgezeichnet. Die Gewinner werden dort vor Publikum ihre Best-

Practice-Beispiele präsentieren.

Kontakt

Dieter Brübach

Telefon +49 (0)511 / 1 65 00 21

dieter.bruebach@baumev.de

Philip Mathies

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 01

philip.mathies@baumev.de

Antonia Thiele

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 05

antonia.thiele@baumev.de

Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz

Um Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz voranzubringen, hat sich

B.A.U.M. 2019 auch dem Netzwerk „Bildung für Ressourcenschonung und

Ressourceneffi zienz“ (BilRess) angeschlossen. BilRess führt Vertreterinnen und

Vertreter von Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung mit Akteuren aus

Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Durch diese Vernetzung soll die

für eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz

elementar wichtige Bildung und Ressourcenkompetenz auf allen

Ebenen verankert werden.

Der Start des Wettbewerbs „Büro & Umwelt“ 2020 erfolgt am 28. Januar auf

der Messe Paperworld in Frankfurt a.M. im Rahmen des Sustainable Office Day.

www.buero-und-umwelt.de

Die Ende Januar 2019 ausgezeichneten

Preisträgerinnen und Preisträger

des Wettbewerbs „Büro & Umwelt“

freuten sich über ihre Urkunden.

66


B.A.U.M.-PORTRAIT

Wälder zukunftsfähig machen

Ein thematischer Schwerpunkt von B.A.U.M. ist seit langem die Bedeutung, der

Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Im Sommer 2019 stand

der Wald im Fokus des medialen Interesses: von einer Waldkrise, sogar vom Waldsterben

2.0 war die Rede. Anlass für B.A.U.M., seinen Forderungen nach einem

systemischen Wald-Management Nachdruck zu verleihen, da nur so die Wälder in

Deutschland zukunftsfähig gemacht werden können.

Die deutsche Waldkrise ist hausgemacht

Die Waldkrise, wie sie sich im Sommer 2019 mit extremen Waldschäden besonders

in den großflächigen Fichten- und Kiefern-Monokulturen äußerte, offenbart das

Versagen der Forstwirtschaft, mit dem hochkomplexen Lebensraum Wald und seinen

natürlichen Lebensvorgängen schonend und nachhaltig umzugehen. Nicht nur der

Klimawandel, der Borkenkäfer und die Stürme sind Ursache für die Waldkrise – es

ist vor allem der systemische Fehler einer naturfernen Waldbehandlung. Die Forstwirtschaft

hat es versäumt, das natürliche Potenzial der Waldökosysteme, elastisch

und flexibel auf Katastrophen reagieren zu können, zu entwickeln bzw. zu erhalten.

Bei Hans Carl von Carlowitz, der das Prinzip der Nachhaltigkeit im 18. Jahrhundert

erstmals formulierte, ging es um eine reine Holzversorgungs-Nachhaltigkeit. Dieser

Fokus der Forstwirtschaft hat sich bis heute kaum verändert. Die einseitige Ausrichtung

der Forstwirtschaft auf Ökonomie, Effizienz und Ertrag kann den zukünftigen

Herausforderungen nichts entgegensetzen. Wir brauchen dringend einen ganzheitlichen

Ansatz, der ökologische und soziale Aspekte wirkungsvoll integriert, damit

sich die Wälder so entwickeln können, dass sie wieder das Prädikat Nachhaltigkeit

verdienen. Näheres ist in einem Positionspapier nachzulesen, das B.A.U.M. im August

2019 veröffentlicht hat.

Kontakt

Rainer Kant

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 14

rainer.kant@baumev.de

Das B.A.U.M.-Positionspapier zum Wald-Management finden Sie unter

http://bit.ly/Positionspapier_Wald

Informationen zu B.A.U.M.-Waldführungen finden Sie hier: http://bit.ly/Waldfuehrungen

Waldführungen mit Rainer Kant (l.)

sind informativ und erlebnisreich und

zeigen am Beispiel des Ökosystems

Wald die Bedeutung symbiotischer

Beziehungen in einem Netzwerk.

67


B.A.U.M.-PORTRAIT

Mobilität und Klimaschutz

Kleine Schritte

Man sollte meinen, mittlerweile sei das Klimaschutzproblem gerade im Verkehrsbereich

allen bewusst und alle seien nach Kräften dabei, hier wirksam und schnell

Abhilfe zu schaffen. Weit gefehlt: Erste Maßnahmenempfehlungen einer vom

Bundesverkehrsministerium eingerichteten Kommission wurden vom zuständigen

Minister sogleich als „ohne Menschenverstand“ zurückgewiesen. Der große Wurf

bleibt aus.

Betriebliche Förderung umweltfreundlicher Mobilität steuerlich begünstigt

Immerhin gibt es einige kleine Verbesserungen im Detail: Elektroautos als Dienstwagen

werden zum halben Betrag als geldwerter Vorteil versteuert, Jobtickets und

vom Arbeitgeber bereitgestellte Fahrräder sind komplett freigestellt. Das erleichtert

den Betrieben die Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität und macht eine

solche auch für Arbeitnehmer attraktiver.

Auf der Abschlusstagung des B.A.U.M.-Projekts Mobil.Pro.Fit. im September 2016 hatte

B.A.U.M. gegenüber der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks genau

diese Hemmnisse angesprochen und eine Änderung der steuerrechtlichen Vorschriften

angemahnt. Spontan hatte die Ministerin damals zugesagt, sich dieser Forderungen

anzunehmen und Abhilfe zu schaffen – 2019 kam endlich die Umsetzung.

Die Politik ist am Zuge

So begrüßenswert dies auch ist: es muss viel mehr dafür getan werden, nachhaltige

Mobilität voranzubringen. Gemeinsam mit anderen Akteuren der Klima-Allianz

Deutschland hat B.A.U.M. Vorschläge für ein Maßnahmenprogramm Klimaschutz

2030 der deutschen Zivilgesellschaft erarbeitet (www.klima-allianz.de). Die Politik

ist am Zuge, die Weichen entsprechend schnell und wirksam umzustellen.

Welche Möglichkeiten Unternehmen selbst haben, wurde in dem vom Bundesumweltministerium

im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten

und vom Bundesverkehrsministerium unterstützten Projekt zur Förderung des be-

Diensträder – z.B. von JobRad – sind,

auch auf Betreiben von B.A.U.M.,

seit 2019 steuerfrei.

68


B.A.U.M.-PORTRAIT

trieblichen Mobilitätsmanagements „mobil gewinnt“ gezeigt, das von B.A.U.M. e.V.,

B.A.U.M. Consult sowie dem AutoMobilClub Europa (ACE) 2017/2018 durchgeführt

wurde (www.mobil-gewinnt.de). Zusätzlich zu 300 Erstberatungen zu betrieblichem

Mobilitätsmanagement entstanden Praxisbeispielen sowie ein als „Wiki“ umgesetzter

Leitfaden zur Hilfe für Unternehmen. B.A.U.M. fordert, Mobilitätsmanagement

gesetzlich einzuführen – zunächst in Betrieben und Einrichtungen mit über 500

Beschäftigten am Standort. Dieser und weitere Vorschläge wurden dem Verkehrsministerium

übermittelt.

Unternehmen können selbst handeln

Unternehmen können aber jetzt schon handeln. Gerade die Nutzung des Fahrrads

als umweltfreundliches, kostengünstiges und noch dazu gesundheitsförderndes Verkehrsmittel

lässt sich kräftig voranbringen – Richtschnur und Erfolgsnachweis kann

die von B.A.U.M angebotene FAHRRAD-fit-Zertifizierung sein. Etliche Unternehmen

widmen sich diesem Thema schon und bieten – nicht zuletzt auch um ihre Attraktivität

als Arbeitgeber zu steigern – den Beschäftigten z.B. Fahrradleasingmodelle (JobRad)

an. Auch die Preisträger des Wettbewerbs „Die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber in

der Region Hannover“ zeigen, was machbar ist: allen voran der „Triple“-Gewinner

Wertgarantie AG. Die Vielfalt der Angebote zur „Nahmobilität“ wird zudem immer

größer und bietet Lösungen für fast alle Verkehrswege: ob E-Scooter, E-Bike, Lastenoder

Faltrad – für jede und jeden ist etwas Passendes dabei.

Öffentliche Arbeitgeber können auch hier vorbildlich vorangehen, um ihren Mitarbeitenden

nachhaltige Mobilität zu vermitteln. Im Auftrag der Klima- und Energieagentur

Niedersachsen hat B.A.U.M. zehn Kommunalverwaltungen in Niedersachsen

entsprechend beraten. Ein guter Start für ein Maßnahmenprogramm ist eine Mitarbeiterbefragung:

sie liefert Daten und Fakten zum aktuellen Mobilitätsverhalten,

aber auch viele Hinweise auf Verbesserungspotenziale, und bindet die Belegschaft

zudem früh in die Konzeption ein.

Kontakt

Dieter Brübach

Telefon +49 (0)511 / 1 65 00 21

dieter.bruebach@baumev.de

Informationen zu betrieblichem Mobilitätsmanagement unter

www.mobil-gewinnt.de. B.A.U.M. bietet weiterhin Unterstützung z.B. in Form

einer Erstberatung an.

Sind Sie ein fahrradfreundlicher Arbeitgeber? Dann lassen Sie sich als

FAHRRAD- fit-Betrieb zertifizieren. Informationen und viele Tipps zur

betrieblichen Fahrradförderung unter www.fahrrad-fit.de

Autofahren muss sein? Dann aber möglichst spritsparend! Ein ECO-Fahrtrainingskurs

zeigt, wie es geht: eine echte Win-Win-Maßnahme für Umwelt, Gesundheit

und Finanzen.

69


B.A.U.M.-PORTRAIT

Die SDGs: mehr als bunte Bilder

Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen dienen nicht

nur einzelnen Staaten zur Definition und Strukturierung ihrer jeweiligen nationalen

Nachhaltigkeitsstrategie, sondern werden auch vermehrt von Unternehmen zur Darstellung

ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten genutzt. Teilweise ergänzen die SDGs dabei

eine schon bestehende Nachhaltigkeitsberichterstattung; teilweise adressieren sie neue

Aspekte. Die SDGs sind auch wesentlicher Bestandteil des von Prof. Dr. Maximilian

Gege in Kooperation mit der GLS Bank initiierten B.A.U.M. Fair Future Fonds (Volumen

Stand 30.11.2019: rund 28 Mio. Euro, Performance seit Januar 2019: 16,21 Prozent).

Kontakt

Prof. Dr. Maximilian Gege

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 00

maximilian.gege@baumev.de

Dieter Brübach

Telefon +49 (0)511 / 1 65 00 21

dieter.bruebach@baumev.de

Einstieg in das Nachhaltigkeitsmanagement für KMU

Nachhaltigkeitsmanagement ist besonders in kleinen und mittleren Unternehmen

noch nicht verbreitet. B.A.U.M. will mit dem CheckN eine Brücke bauen: von den

ersten Umweltanstrengungen (z.B. ÖKOPROFIT, ISO 14001, Energieaudit) hin zum

anerkannten Nachhaltigkeitsstandard (DNK, GWÖ, GRI). CheckN ist ein einfacher

Nachhaltigkeitskompass auf Grundlage der SDGs. Beraterinnen und Berater von

B.A.U.M. klopfen in einem halbtägigen Workshop gemeinsam mit Mitarbeitenden

des Unternehmens die 17 SDGs im Hinblick auf Relevanz und Umsetzungsstatus

ab. Das Ergebnis ist eine einfache SDG-Auswertung mit Handlungsempfehlungen,

die in einem Bericht dargestellt werden. Auch Schnittstellen zu zertifizierbaren

Nachhaltigkeitsstandards werden aufgezeigt.

Unternehmen, die sich dem CheckN unterziehen, erhalten den Status Quo im Hinblick

auf ihre „Nachhaltigkeitsperformance“. Sie konkretisieren ihre Umweltpolitik und

Leitlinien und bereiten sich auf Themen der Zukunft sowie mögliche höhere Standards

vor. Sie erhalten zudem einen Nachweis eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

(KVP) im Betrieb und können auf Kundenanfragen souverän reagieren.

Informationen zum CheckN unter www.baumev.de/CSR_SDG

Informationen zum B.A.U.M. Fair Future Fonds unter

www.gls-fonds.de/fair-future-fonds/das-konzept

Nach erfolgreichem CheckN bei

der Goldbeck GmbH in Bielefeld:

(v.l.) Dieter Brübach (B.A.U.M. e.V.),

Dietke Benndorf (Goldbeck), Elmar

Stevens (B.A.U.M. Consult GmbH),

Thomas Eilers (Goldbeck), Birgit Reher

(Umweltamt der Stadt Bielefeld)

70


B.A.U.M.-PORTRAIT

B.A.U.M. als Informationsnetzwerk

B.A.U.M. wirkt als Sender, Empfänger und Multiplikator gleichermaßen, verbreitet

die Informationen seiner Mitglieder und stellt Informationen für sie sowie für weitere

Nachhaltigkeitsinteressierte bereit. Dies geschieht vor allem über die Website

www.baumev.de sowie den monatlich erscheinenden Newsletter. Von Zeit zu Zeit

werden über den Newsletter-Verteiler auch aktuelle Einzelmeldungen zu wichtigen

Ereignissen oder Neuigkeiten aus dem B.A.U.M.-Netzwerk verschickt.

B.A.U.M. ist auf Twitter vertreten und beteiligt sich unter @BAUMeV an Diskussionen

zu Nachhaltigkeitsthemen. Xing und LinkedIn dienen dem Netzwerk zur Pflege von

Kontakten und zur Ankündigung von Veranstaltungen. Die Kommunikation über

Social Media wird B.A.U.M. 2020 weiter ausbauen.

Neben dem zentralen Internetauftritt www.baumev.de betreibt B.A.U.M. auch

Websites zu einzelnen Projekten wie wirtschaftproklima.de, nachhaltig.digital oder

allies-project.eu.

Auch die Kanäle klassischer Medienarbeit nutzt B.A.U.M. und veröffentlicht bei

besonderen Anlässen wie der Verleihung des B.A.U.M. | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises

oder zu politischen Stellungnahmen Pressemitteilungen, die unter

www.baumev.de/Presse zu finden sind. Außerdem publizieren Mitglieder des Vorstands

regelmäßig zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen in den Medien. B.A.U.M.

beteiligt sich gern an thematischen Verlagsbeilagen in Tageszeitungen wie Die Welt,

Handelsblatt oder Frankfurter Allgemeine Zeitung oder auch im Magazin Focus und

ermöglicht seinen Mitgliedern dort Sonderkonditionen.

Der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof. Dr. Maximilian Gege ist Mitherausgeber von forum

Nachhaltig Wirtschaften, dem reichweitenstärksten CSR-Magazin für Politik, Wirtschaft,

Non-Profit-Organisationen und Gesellschaft im deutschsprachigen Raum.

Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift bietet in fundierten Beiträgen system- und

branchenübergreifend Lösungen für Nachhaltigkeit und zeigt praxisnahes Wissen und

nützliche Beispiele auf. Das Angebot des Magazins umfasst außerdem tagesaktuelle

Online-Beiträge und bietet so ein crossmediales Kommunikationsnetzwerk. B.A.U.M.-

Mitgliedsunternehmen erhalten forum Nachhaltig Wirtschaften kostenlos.

Abonnieren Sie den B.A.U.M.-Newsletter unter

www.baumev.de/subscribe.asp

Informationen zu Veröffentlichungen von B.A.U.M. finden Sie unter

www.baumev.de/Publikationen

71


B.A.U.M.-PORTRAIT

B.A.U.M. 5.0 – die Zukunft gestalten

Wir leben in bewegten Zeiten. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind teilweise

großen Veränderungsprozessen unterworfen. Enorme Herausforderungen wie

Klimawandel, demografischer Wandel und auch die digitale Transformation führen

in vielen Bereichen zu grundlegenden Veränderungen – u.a. von Strukturen und

Arbeitsweisen.

Auch ein seit mehr als 35 Jahren bestehender Verband wie B.A.U.M. steht vor diesen

Herausforderungen, muss sich weiterentwickeln und in gewissem Maße neu

positionieren. Es gilt zu fragen, ob das Schiff noch auf dem richtigen Kurs ist, und

den Kompass ggf. neu zu justieren. Aus diesem Grund hat der B.A.U.M.-Vorstand

unter dem Schlagwort „B.A.U.M. 5.0“ einen Prozess gestartet, der nicht nur die

Weiterentwicklung von Strukturen und Arbeitsabläufen zum Ziel hat, sondern auch

die inhaltliche Anpassung und Weiterentwicklung des Profils von B.A.U.M. In den

Prozess sind neben den Mitarbeitenden auch die B.A.U.M.-Gremien einbezogen:

Gesamtvorstand, Beirat Unternehmen und Kuratorium Wissenschaft. Input weiterer

Akteure aus dem B.A.U.M.-Netzwerk fließt ebenfalls ein.

Informations- und Kontaktnetzwerk: online und offline

Themen verändern sich heute schneller, temporäre Netzwerkstrukturen und Kooperationen

nehmen zu, digitales und agiles Arbeiten wird immer wichtiger. Die

Menschen haben ein hohes Informations- und Austauschbedürfnis, aber zunehmend

weniger Zeit für klassische Events. Gleichzeitig nimmt die Fülle an Informationen

rasant zu; oft fehlt Orientierung in diesem Informationsdschungel. Es braucht hier

ein Nebeneinander von modernen Onlineangeboten und „realen“ Begegnungen.

B.A.U.M. möchte seinen Mitgliedern ermöglichen, relevante Informationen und

Kontakte je nach Bedarf zu nutzen. Die Entwicklung entsprechender Services steht

weit oben auf der Agenda. Die Umsetzung erfolgt stufenweise bzw. ist bereits in

Teilen vollzogen.

Prof. Dr. Dr.-Ing. Christian Berg und

Prof. Dr. Edda Müller, beide Mitglieder

des B.A.U.M.-Kuratoriums

Wissenschaft, am 2. September beim

Workshop zu „B.A.U.M. 5.0.“

72


Struktur des B.A.U.M.-Netzwerks

B.A.U.M.-PORTRAIT

Mitglieder

des Förderkreises

(Firmenmitglieder)

Die Beiträge der Förderkreismitglieder sind der zentrale

Baustein der Finanzierung von B.A.U.M. e.V. und seiner

Arbeit. Die Mitgliedschaft im B.A.U.M.-Förderkreis steht

allen Unternehmen, Institutionen und Personen offen, die

sich aktiv für die Entwicklung und Umsetzung nachhaltigen

Wirtschaftens einsetzen. Es wird unterschieden zwischen

Firmenmitgliedschaft und Personenmitgliedschaft.

Beirat

Unternehmen

Kuratorium

Wissenschaft

Mitglieder

des Förderkreises

(Personenmitglieder)

sind Ansprechpartner

Regionalbüros

beraten

Dem Beirat Unternehmen

gehören Geschäftsführende

und weitere Führungskräfte

aus B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmen

an.

berät

Im Kuratorium Wissenschaft wirken

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

aus Fachgebieten rund um

das nachhaltige Wirtschaften mit.

Die Regionalbüros in

Hamm, Hannover sowie

Suhl für Deutschland-

Mitte unterstützen die

Netzwerkarbeit von

B.A.U.M.

berät

B.A.U.M. e.V.

(ordentliche Mitglieder)

Die übrigen, ehrenamtlichen Mitglieder

des Gesamtvorstands stehen dem geschäftsführenden

Vorstand beratend zur Seite und

vertreten B.A.U.M. teilweise auch bei

Veranstaltungen oder in externen Gremien.

Geschäftsführender

Vorstand

delegiert

berichten

Mitarbeitende

in der Geschäftsstelle

Gesamtvorstand

In der Geschäftsstelle in Hamburg sind etwa

20 Mitarbeitende beschäftigt, einige auch im

Praktikum oder Freiwilligen Ökologischen Jahr.

Die jährlich stattfindende Mitgliederversammlung

der ordentlichen, stimmberechtigten Mitglieder von

B.A.U.M. e.V. ist das höchste Entscheidungsgremium.

Die Arbeit von B.A.U.M. wird geleitet von einem geschäftsführenden

Vorstand, dem Prof. Dr. Maximilian Gege als Vorsitzender sowie Dieter

Brübach und Martin Oldeland angehören.

73


B.A.U.M.-PORTRAIT

Wer sind wir – und wenn ja, wie viele?

In den Diskussionen der letzten Monate hat sich B.A.U.M. grundlegenden Fragen

gestellt: Was ist die Vision, was die Mission unseres Netzwerks? Welche Funktionen

und Aufgaben hat B.A.U.M.? Welche Kernkompetenzen und Services sind für Mitglieder

und potenzielle Mitglieder wichtig? Was sind die Erfolgsfaktoren von B.A.U.M.?

Wie kann sich ein multithematischer Verband im Bereich Nachhaltigkeit gegenüber

monothematischen Verbänden, die einzelne Spezialthemen in der Tiefe bearbeiten,

abgrenzen und dabei seinen Mehrwert aufzeigen? Welche Veränderungsprozesse

sind heute für die Zukunft notwendig?

Diese und weitere Fragen müssen beantwortet bzw. die gewohnten Antworten

reflektiert und ggf. überarbeitet werden, damit B.A.U.M. für die Zukunft attraktiv

aufgestellt ist, für Unternehmen ein wichtiger Ansprechpartner zum Thema „nachhaltiges

Wirtschaften“ bleibt und auch weiterhin als kräftige Stimme nachhaltig

orientierter Unternehmen wahrgenommen wird.

Strukturell sind bereits Veränderungen umgesetzt worden: Der Kreis der stimmberechtigten

ordentlichen Mitglieder wurde erweitert (zur Unterscheidung zwischen

ordentlichen Mitgliedern und Fördermitgliedern vgl. das Organigramm auf S. XX).

Als neues Gremium wurde durch Wahl der erweiterte Vorstand geschaffen und in die

Vereinssatzung eingetragen, der zusammen mit dem geschäftsführenden Vorstand

den Gesamtvorstand bildet.

Kontakt

Prof. Dr. Maximilian Gege

Dieter Brübach

Martin Oldeland

Telefon +49 (0)40 / 49 07 11 00

vorstand@baumev.de

Digitalisierung in der Geschäftsstelle

Eine weitere Aufgabe ist, B.A.U.M. aus der analogen in eine digitalere Welt zu

führen. Das Gemeinschaftsprojekt nachhaltig.digital mit der DBU dient B.A.U.M.

auch als eine Art Reallabor, in dem digitale Tools im Projektalltag getestet werden.

Nach guten Erfahrungen in diesem Projekt sind bereits einige Tools und Prozesse in

die Arbeitsabläufe in der B.A.U.M.-Geschäftsstelle übernommen worden; weitere

entsprechende Veränderungen sind geplant.

74


B.A.U.M.-PORTRAIT

Ein Netzwerk … und gut vernetzt

B.A.U.M. versteht sich als Informations- und Kontaktnetzwerk und ist auch selbst

gut vernetzt.

Durch Mitglieder des Vorstands und weitere Mitarbeitende ist B.A.U.M. in unterschiedlichen

Gremien vertreten, hat eine Stimme in den Jurys wichtiger Umweltund

Nachhaltigkeitspreise und wirkt in Beiräten von Unternehmen, Instituten und

Verbänden mit.

B.A.U.M. ist zudem als Verein Mitglied von Organisationen aus den Bereichen Umwelt

und Nachhaltigkeit und unterstützt Initiativen, die sich ebenfalls für nachhaltiges

Wirtschaften und eine nachhaltige Entwicklung stark machen.

Wo B.A.U.M. sich einbringt, erfahren Sie unter www.baumev.de/Mitwirkung

Der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof. Dr.

Maximilian Gege (r.) gehört dem

Beirat von Transparency International

Deutschland e.V. an.

75


B.A.U.M.-PORTRAIT

Der B.A.U.M.-Kodex

Richtschnur für nachhaltiges Wirtschaften

Grundsätzlich steht die Mitgliedschaft im B.A.U.M.-Förderkreis allen Unternehmen,

Institutionen und Personen offen, die sich aktiv für die Entwicklung und Umsetzung

nachhaltigen Wirtschaftens einsetzen. Seit 2017 wird den Mitgliedsunternehmen im

B.A.U.M.-Förderkreis empfohlen, freiwillig den „B.A.U.M.-Kodex für nachhaltiges

Wirtschaften“ als Richtschnur für das zukünftige Handeln zu unterzeichnen. Über

250 Mitgliedsunternehmen haben sich bislang hierzu bekannt – und werden unter

www.baumev.de/Mitgliederverzeichnis entsprechend hervorgehoben.

Nur diejenigen Förderkreismitglieder, die sich zum B.A.U.M.-Kodex bekannt haben,

dürfen auf ihre Mitgliedschaft bei B.A.U.M. im Rahmen der Unternehmenskommunikation

hinweisen und das B.A.U.M.-Logo und die Urkunde verwenden.

Dabei sollte, soweit möglich, zugleich auf das Bekenntnis zum „B.A.U.M.-Kodex

für nachhaltiges Wirtschaften“ hingewiesen werden. Dies kann z.B. durch dessen

Abdruck oder durch eine Verlinkung zu www.baumev.de/Kodex erfolgen. Zusätzlich

sollen die eigenen Beschäftigten in geeigneter Weise über die B.A.U.M.-Mitgliedschaft

informiert werden.

Produktbezogen darf das B.A.U.M.-Logo grundsätzlich nicht verwendet werden.

Kontakt

Dieter Brübach

Telefon +49 (0)511 / 165 00 21

dieter.bruebach@baumev.de

Bei Hinweisen, die zu Zweifeln an dem ernsthaften Bemühen Anlass geben, den

unterzeichneten B.A.U.M.-Kodex umzusetzen, wird dem Förderkreismitglied Gelegenheit

zur Stellungnahme gegeben, die auch darüber Auskunft zu geben hat,

inwieweit berechtigter Kritik in Zukunft Rechnung getragen und eine Änderung

umgesetzt werden soll. Sofern erkennbar wird, dass das Förderkreismitglied dem

B.A.U.M.-Kodex nicht gerecht werden will oder kann, entscheidet der B.A.U.M.-

Vorstand über den Ausschluss des Mitglieds.

Die Neumarkter Lammsbräu Gebr.

Ehrnsperger KG, Ökopionier und

bereits seit 30 Jahren Mitglied im

B.A.U.M.-Netzwerk, hat 2019 den

B.A.U.M.-Kodex auch formal unterzeichnet.

Im Bild Geschäftsführer

Johannes Ehrnsperger (l.) und

B.A.U.M.-Vorstand Dieter Brübach.

76


B.A.U.M.-PORTRAIT

Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften

Wir richten unser unternehmerisches Handeln an den Grundprinzipien einer nachhaltigen, d.h. ökonomisch

sowie ökologisch und sozial verträglichen Wirtschaftsweise aus.

Unternehmen sind integraler Bestandteil eines globalen, gesellschaftlichen und ökologischen Systems.

Als solche tragen wir Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten, seiner Gesellschaften und der

Natur. Nachhaltigkeit ist daher Bestandteil unserer Unternehmensleitlinien und Unternehmensziele.

Die Verwirklichung nachhaltigen Wirtschaftens ist ein kontinuierlicher Prozess, dessen Umsetzung auf

allen Ebenen und in allen Bereichen unseres Unternehmens über gesetzliche Mindestanforderungen

hinaus hohe Priorität hat.

Verantwortung für die Natur

Als Unternehmen haben wir durch unser Handeln eine besondere Verantwortung für die Bewahrung

der globalen natürlichen Lebensgrundlagen und den schonenden Einsatz von Ressourcen. Belastungen

der Umwelt und der Ökosysteme wollen wir daher weitestgehend vermeiden und die biologische

Vielfalt erhalten.

Die kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeit unserer Produkte, Dienstleistungen und Verfahren

ist zentraler Bestandteil unseres Handelns. Wir setzen dabei natürliche Ressourcen und Rohstoffe und

sonstige Güter so effizient wie möglich ein und berücksichtigen dabei die gesamte Wertschöpfungskette

inklusive Nutzung und Gebrauch sowie Umgang nach Ende der Nutzungsdauer der Produkte

mit dem Ziel, Materialien möglichst in Kreisläufen zu nutzen. Wir beziehen Lieferanten und Kunden

in diesen Prozess ein.

Verantwortung für die Gesellschaft

Wir tragen Verantwortung für unsere Beschäftigten sowie das kulturelle und gesellschaftliche Miteinander.

Wir setzen uns ein für die Einhaltung der Menschenrechte und für gerechte Arbeits bedingungen

– auch für die Beschäftigten bei unseren Zulieferern. Wir wenden uns gegen Kinderarbeit und sonstige

Ausbeutung sowie gegen Korruption. Wir fördern und setzen uns ein für Vielfalt in allen gesellschaftlichen

Bereichen.

Verantwortung für die Zukunft

Unser wirtschaftliches Handeln folgt dem Prinzip, aktuelle, absehbare und auch für die Zukunft zu

vermutende Risiken für Umwelt und Gesellschaft zu vermeiden bzw. möglichst gar nicht entstehen

zu lassen. Wir wollen die Zukunft aktiv mitgestalten und die vielfältigen Chancen nachhaltigen Wirtschaftens

nutzen.

Verantwortung zu Transparenz

Wir berichten regelmäßig intern und extern umfassend und transparent über den Stand der Nachhaltigkeit

im Unternehmen. Dies bezieht sich auf erzielte Fortschritte, aber auch verbleibende Herausforderungen

und Ziele sowie die dazu erforderlichen Maßnahmen.

Wir sind zum offenen Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen bereit, stellen den Medien nachhaltigkeitsrelevante

Informationen zur Verfügung und arbeiten mit Behörden, Verbänden und anderen

Institutionen zusammen.

77


B.A.U.M.-PORTRAIT

Mitglied sein – das Netzwerk stärken

Die weit über 500 Mitgliedsunternehmen im B.A.U.M.-Förderkreis bilden den Kern

des B.A.U.M.-Netzwerks. Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen haben

sich hier zusammengetan, um die Idee einer nachhaltigen Ökonomie in Wirtschaft

und Gesellschaft zu verbreiten. Mit ihren Förderbeiträgen unterstützen die Mitgliedsunternehmen

die Arbeit von B.A.U.M. Durch ihr eigenes Nachhaltigkeitsengagement

werden sie häufig zu Pionieren ihrer Branchen.

B.A.U.M. unterstützt durch Informationen und Impulse, hebt in Wettbewerben und

Veröffentlichungen Best-Practice-Beispiele hervor und sorgt für den Austausch von

Wissen und Erfahrung im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsformate.

Unternehmen, die sich zum B.A.U.M.-Kodex bekannt haben, erhalten eine Urkunde

und können ihre Mitgliedschaft im B.A.U.M.-Netzwerk zudem durch das Logo sichtbar

machen. B.A.U.M. präsentiert seine Mitglieder durch seine Öffentlichkeitsarbeit.

Vielfach arbeiten B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmen auch in Projekten mit und tragen

zur Entwicklung von Innovationen und neuen Konzepten im Bereich Nachhaltigkeit

bei, von denen sie dann wiederum profitieren können. Viele Akteure aus B.A.U.M.-

Mitgliedsunternehmen bringen sich zudem in B.A.U.M.-Gremien wie Vorstand oder

Beirat ein – und profitieren zugleich vom Austausch mit Wissenschaft, Politik und

Medien.

Durch eine Personenmitgliedschaft können auch Einzelpersonen B.A.U.M. unterstützen.

Sie erhalten dann neben Einladungen zu B.A.U.M.-Veranstaltungen regelmäßig

Informationen über den B.A.U.M.-Newsletter und durch das B.A.U.M.-Jahrbuch. Der

Jahresförderbeitrag beträgt regulär 98 Euro, ermäßigt 49 Euro.

Mitgliederverzeichnis: www.baumev.de/Mitgliederverzeichnis

Informationen zur Firmenmitgliedschaft: www.baumev.de/Firmenmitgliedschaft

Informationen zur Personenmitgliedschaft: www.baumev.de/Personenmitgliedschaft

78


B.A.U.M.-PORTRAIT

Langjährige Partner im B.A.U.M.-Netzwerk

Im Jahr 2019 konnte das B.A.U.M.-Netzwerk wieder zahlreiche Neueintritte verzeichnen.

Wir freuen uns aber auch ganz besonders über die vielen Mitglieder, die dem

Förderkreis von B.A.U.M. bereits seit 15, 20, 25 oder gar 30 Jahren angehören. Die

folgenden Unternehmen gehören zu den „B.A.U.M.-Jubilaren“ 2020.

Seit 30 Jahren Mitglied bei B.A.U.M.

• ALTOP Verlags- und Vertriebsgesellschaft für umweltfreundliche Produkte mbH,

München

• Fielmann AG, Hamburg

• Gundlach GmbH & Co. KG, Hannover

• IKEA Deutschland GmbH & Co. KG, Hofheim-Wallau

• Robert Bosch GmbH, Gerlingen-Schillerhöhe

• Yves Rocher GmbH, Stuttgart

Seit 25 Jahren Mitglied bei B.A.U.M.

• BIOVERSAL DEUTSCHLAND GmbH, Delitzsch

• Cosalus Steuerberatungsgesellschaft mbH, Hamburg

• Dentaurum GmbH & Co.KG, Ispringen

• Dittgen Bauunternehmen GmbH, Schmelz

• Eurofins Umwelt Nord GmbH, Hamburg

• Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf

• Holborn Europa Raffinerie GmbH, Hamburg

• Sharp Electronics GmbH, Hamburg

• Ulrich Walter GmbH – Lebensbaum, Diepholz

• v. Stern’sche Druckerei GmbH & Co. KG, Lüneburg

Seit 20 Jahren Mitglied bei B.A.U.M.

• Designbüro Dorothea Hess, Bad Homburg v.d. Höhe

• Faber-Castell Aktiengesellschaft, Stein

• Flughafen Hamburg GmbH, Hamburg

• SaluVet GmbH, Bad Waldsee

• Stiftung Apfelbaum, Köln

• TÜV NORD AG, Hamburg

• UPM, Augsburg

Seit 15 Jahren Mitglied bei B.A.U.M.

• Antalis GmbH, Frechen

• CLEAN Excellence GmbH, Bonn

• ECOCAMPING e.V., Konstanz

• Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH, Hannover

• Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS), Berlin

• greenya Verlag OHG, Tremsbüttel

• Julius Gaiser GmbH & Co. KG, Ulm

• Kübler GmbH, Ludwigshafen

• LR Facility Services, Barnstorf

• Ludwig & Höhne Marketing, Kommunikation und Design GmbH, Schweinfurt

• Tries GmbH + Co. KG, Ehingen

79


B.A.U.M.-PORTRAIT

Warum sie sich bei B.A.U.M. engagieren …

„Wir engagieren uns bei B.A.U.M., weil Nachhaltigkeit ein wichtiger

Aspekt der Daseinsvorsorge ist, dem sich die HEAG besonders

verpflichtet fühlt. Uns als Nachhaltigkeitskonzern bieten das

B.A.U.M.-Netzwerk und die B.A.U.M.-Veranstaltungen ein sehr

gutes Forum, um mit anderen Unternehmen in Kontakt zu treten,

die ebenfalls nachhaltige Unternehmensführung als wirtschaftliche

Chance und Zukunftsaufgabe begreifen.“

Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend, Vorstand, HEAG Holding

„Die Übernahme von ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher

Verantwortung ist seit über einem Jahrhundert fester Bestandteil

der Unternehmenskultur von Miele. Seit unserem Beitritt 1997

bietet B.A.U.M. uns dabei praktische Unterstützung, etwa durch

sein großes Netzwerk oder die Vermittlung von Expertenwissen.

Zuletzt hat uns die Beratung zum Thema Mobilitätskonzepte für

Mitarbeiter ein gutes Stück weitergebracht. Daneben gibt es zwei

Schwerpunktfelder, die Miele ebenso wie B.A.U.M. sehr wichtig

sind: Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Hier unterstützen

wir die Bemühungen, den Klimaschutz in Unternehmen und bei

Verbrauchern voranzutreiben.“

Dr. Stefan Breit, Geschäftsführer Technik, Miele Gruppe

„Wir engagieren uns bei B.A.U.M., da nachhaltiges Wirtschaften

bei uns von Anfang an fest in der Unternehmensphilosophie verankert

ist. Ressourcenschonung und Energieeffizienz sind Ziele, die

im Unternehmen sehr hohe Priorität haben. Mein Vater ist einer

der frühen Preisträger des B.A.U.M.-Umweltpreises, was uns bei

edding bis heute Vorbild und Ansporn ist, uns stetig in Bezug auf

nachhaltiges Wirtschaften weiterzuentwickeln. B.A.U.M. ist für uns

ein wichtiges Informations- und Kontaktnetzwerk, von dem wir

durch Austausch und gemeinsame Initiativen profitieren.“

Patricia Siebel, Head of CR-Coordination, edding AG

80


© 123RF.com, Cathy Yeulet

FIRMENPORTRAITS


FIRMENPORTRAITS

Inhaltsverzeichnis

Altop Verlagsgesellschaft mbH .......................... 84

Andechser Molkerei Scheitz GmbH ................... 86

Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG .............. 88

Baufritz GmbH & Co. KG .................................. 89

Bluesign Technologies AG ................................. 90

Carl Berberich GmbH ........................................ 92

Robert Bosch GmbH ......................................... 94

Cewe Stiftung & Co. KGaA ............................... 96

CWS­Boco International GmbH ......................... 98

Ein Unternehmen der CWS Gruppe

Datev eG .......................................................... 99

Deutsche Gesellschaft für internationale ......... 100

Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Ece Projektmanagement GmbH & Co. KG ....... 102

Eco­Institut Germany GmbH ........................... 104

e­motors UG ................................................... 105

Entega Naturpur Institut GgmbH .................... 106

Faber­Castell Aktiengesellschaft ...................... 107

Flughafen Hamburg GmbH ............................. 108

Fattoria La Vialla ............................................. 110

Girsberger GmbH ............................................ 112

Globus SB­Warenhaus Holding GmbH & Co.KG 114

Grander GmbH ............................................... 116

Green Brands Organisation GmbH .................. 118

Grohe AG ....................................................... 120

Hansewerk Natur GmbH ................................. 122

Hipp Werk Georg Hipp OHG ........................... 123

Ikea Deutschland GmbH & Co. KG .................. 124

Kanne Brottrunk GmbH .................................. 126

& Co. Betriebsgesellschaft KG

KYOCERA ....................................................... 128

Document Solutions Deutschland GmbH

Logpay Financial Services GmbH ..................... 130

Martin Bauer Group und MB­Holding ............. 132

Melitta Group Management GmbH & Co. KG 134

Miele & Cie. KG .............................................. 135

Mondi Paper Sales GmbH ............................... 136

Naturstrom AG ............................................... 138

Nerdlichter AG ................................................ 140

Oskar Lehmann GmbH & Co. KG .................... 142

Otto (GmbH & Co. KG) ................................... 143

Papacks Sales GmbH ....................................... 144

Paradies GmbH ............................................... 146

Pilot Pen (Deutschland) GmbH ........................ 147

Dr. Ing. H.C.F. Porsche AG ............................... 148

Rewe Group ................................................... 150

Scholz & Volkmer ............................................ 151

Signal Iduna Gruppe ....................................... 152

Sika Deutschland GmbH ................................. 154

Sparda­Bank München eG .............................. 155

STAEDTLER MARS GmbH & Co. KG ................ 156

Steinbeis Papier GmbH .................................... 157

Tchibo GmbH .................................................. 158

Telefónica Deutschland Holding AG ................ 160

Ulrich Walter GmbH ........................................ 162

Umweltbank AG ............................................. 163

UPM GmbH .................................................... 164

Viessmann Werke GmbH & Co. KG ................. 165

Voelkel Naturkostsäfte .................................... 166

Wala Heilmittel GmbH .................................... 168

Webasto Se .................................................... 169

Wemag AG ..................................................... 170

Werkhaus Design + Produktion GmbH ............ 172

Werner & Mertz GmbH .................................. 174

Wiegel­Gruppe ............................................... 176

Wilkening + Hahne GmbH + Co. KG ............... 178

82


Nachhaltige Produktion.

Nachhaltige Wirkung.

FIRMENPORTRAITS

Das Druckhaus mit dem besonderen Anspruch.

Max-von-Laue-Straße 31 · 97080 Würzburg · Telefon 0931-90083-0

mail@bonitasprint.de · www.bonitasprint.de

www.printzipia.de

83


FIRMENPORTRAITS

ALTOP VERLAGSGESELLSCHAFT MBH

Gotzinger Straße 48

D­81371 München

www.altop.de

info@altop.de

BRANCHE

Verlag und Kommunikationsdienstleistungen

BESCHÄFTIGTE 16

ANSPRECHPARTNER

Fritz Lietsch

Geschäftsführer

Tel. +49 (0)89 / 74 66 11 ­ 11

f.lietsch@forum­csr.net

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1989

ALL LOVE TO OUR PLANET

ALTOP – so lautet der Name einer Firma, die anders

ist. ALTOP steht für „All Love to Our Planet“. Und

dieser Name ist Programm. ALTOP geht es nicht um

maximalen Profit, sondern um sinnvolles Handeln und

wirklich „gute“ Geschäfte. Es geht darum, unseren

Lebensstil und unser Wirtschaften in einen global

zukunftsfähigen Zielkorridor zu lenken und dabei

trotzdem wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Konkret

erfolgt dies durch Bücher, Broschüren, Magazine,

Internetportale, Videos, Veranstaltungen, Workshops

und Beratungsdienstleistungen. Wenn es um die

Förderung und Kommunikation von Nachhaltigkeit

geht, ist ALTOP der richtige Ansprechpartner.

35 JAHRE EINSATZ FÜR NACHHALTIGKEIT

ALTOP wurde 1984 mit dem Ziel gegründet: „Nicht

reden, sondern handeln, wenn es um Umweltschutz

und Zukunft geht!“ Daraus entstand ECO­World,

das alternative Branchenbuch. Es zeigte Einkaufsund

Handlungsmöglichkeiten, und bereits die erste

Ausgabe 1986 wurde zu einem Bestseller. Die Printausgaben

von ECO­World waren über 28 Jahre

führende Jahrbücher und wandelten sich zu einem

der wichtigsten Internetportale für moderne Konsumenten

und verantwortungsbewusste Einkäufer.

VOM VERBRAUCHER ZUR WIRTSCHAFT

Die oberste Priorität ist, dass die Wirtschaft ihre

Verantwortung erkennt und übernimmt. forum

Nachhaltig Wirtschaften, das führende Magazin

für eine zukunftsgerechte Unternehmensführung,

unterstützt die Wirtschaft dabei, die drei Säulen der

Nachhaltigkeit – also Ökonomie, Ökologie und Soziales

– erfolgreich zu verbinden. Das Magazin wird

flankiert von Sonderausgaben und Themenspecials

sowie vom Internetportal www.forum­csr.net.

forum Nachhaltig Wirtschaften ist damit ein Flaggschiff

unternehmerischer Verantwortung bzw. der

„Corporate Social Responsibility“ (CSR) im deutschsprachigen

Raum.

INFORMATIONEN UND SERVICES FÜR WIRT-

SCHAFT, POLITIK UND ZIVILGESELLSCHAFT

Seit 2010 flankiert ALTOP seine Magazine mit weiterführenden

Informationsangeboten und Büchern. Das

Spektrum reicht vom Erfolgsbuch „Der CSR Manager.

Unternehmensverantwortung in der Praxis“ über „7

Tage CSR“ bis hin zu „Die Kraft des Mitgefühls – Leadership

im Geiste des Franz von Assisi“.

Für externe Auftraggeber produziert der Verlag Bücher

und Jahrbücher (wie das vorliegende B.A.U.M.­

Jahrbuch) und bietet dabei einen Full­Service von

der Redaktion bis zur Anzeigenverwaltung. Durch

Sonderdrucke (z.B. zu den Themen nachhaltiger

Gewerbebau, Stadt der Zukunft oder E­Mobilität)

und Veranstaltungsreader unterstützt der Verlag

Organisationen und Veranstaltungen im Bereich

Nachhaltigkeit, flankiert durch Beratung, Moderation,

Keynotes und Medienpartnerschaften.

Die forum­Kamingespräche vernetzen einflussreiche

Entscheider aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und

Medien und ermöglichen Allianzen für eine nachhaltige

Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Rufen Sie uns an, wir sind gerne für Sie da.

MEHR INFORMATIONEN

www.forum­csr.net

www.eco­world.de

www.altop.de

84


FIRMENPORTRAITS

GELDANLAGE

MIT WEITSICHT

DURCH IHRE INVESTITIONSENTSCHEIDUNGEN HABEN ANLEGER ES IN DER HAND, UNSER

WIRTSCHAFTSSYSTEM ZUKUNFTSFÄHIG ZU GESTALTEN. MIT DEM B.A.U.M. FAIR FUTURE FONDS

GIBT ES JETZT EINE INTERESSANTE ANLAGEMÖGLICHKEIT.

Prof. Dr. Maximilian Gege, Gründungsmitglied und Vorsitzender von B.A.U.M. e.V., sowie Gründer der Green

Growth Futura (GGF) und Initiator des B.A.U.M. Fair Future Fonds

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass sich nachhaltige Aktienwerte besser oder

mindestens gleich gut entwickeln wie Werte, die keine Nachhaltigkeitsgesichtspunkte

beachten. Gemeinsam mit unserem Partner GLS Bank haben wir den B.A.U.M. Fair

Future Fonds entwickelt; seit 1.10.18 wird er am Markt angeboten. Ein hochkarätiger

Beirat überprüft die von GGF/B.A.U.M. vorgeschlagenen Unternehmen. Unser Konzept

will dazu beitragen, dass wesentlich mehr finanzielle Mittel als bisher in mittelständische,

weltweit nachhaltig und erfolgreich wirtschaftende Unternehmen mit nachhaltigen

Geschäftsmodellen fließen. Erfahren Sie mehr unter www.greengrowthfutura.de,

www.gls.de/privatkunden/anlegen/baum-fair-future-fonds und www.baumev.de.

85


FIRMENPORTRAITS

ANDECHSER MOLKEREI SCHEITZ GMBH

Biomilchstraße 1

82346 Andechs

www.andechser-natur.de

BRANCHE

Lebensmittel, Bio-Milchprodukte

ANSPRECHPARTNERIN

Stefanie Miller

Kommunikation / Presse

Tel. +49 (0)8152 / 37 93 45

s.miller@andechser-molkerei.de

BESCHÄFTIGTE rund 190

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1997

ANDECHSER MOLKEREI SCHEITZ GMBH

„NATÜRLICHE PRODUKTE NATÜRLICH BELASSEN“

Die Andechser Molkerei Scheitz ist ein moderner,

mittelständischer und inhabergeführter Familienbetrieb

mit Sitz in Oberbayern. Südlich von München

in Andechs beheimatet, liegt der Standort im ländlichen

Bereich – aber in Reichweite zum urbanen

Raum München. Als „Corporate Citizen“ erfüllt die

Bio-Molkerei in ihrem Landkreis eine nachhaltige

Rolle – als Produzent für 100 Prozent Bio-Produkte,

als Arbeitgeber, als Akteur in einer zukunftsfähigen

Gemeindeentwicklung, aber auch als Impulsgeber

für innovative Strategien zur Klimaschonung.

BESTE ROHSTOFFE FÜR AUSGEZEICHNETE

QUALITÄT

Die ANDECHSER NATUR Bio-Produkte werden –

getreu dem Credo „Natürliches natürlich belassen“

– aus schließlich aus besten Rohstoffen, ohne

künstliche Zusatzstoffe, ohne Aromen und ohne

gentechnisch veränderte Substanzen hergestellt.

Dabei verarbeitet das Unternehmen jährlich ca. 120

Millionen kg Kuhmilch und etwa 10,2 Millionen kg

Ziegenmilch. Die wertvolle Bio-Milch liefern insgesamt

642 verbandszertifizierte Bio-Milchlieferanten

in einem Umkreis von 160 km, mit denen die Mol­

kerei vertrauensvoll und in einer „Partnerschaft auf

Augenhöhe“ zusammenarbeitet.

Das Produktsortiment reicht von feinstem Jogurt

über fruchtig-frische Jogurtdrinks bis hin zu herzhaften

Käseschmankerln und einer feinen Auswahl

an Ziegenmilchprodukten. Für ANDECHSER NATUR

Bio-Produkte sprechen Anerkennungen für handwerkliche

Spitzenleistung, höchste Produktsicherheit

und einwandfreie Qualität. Zahlreiche nationale

und internationale Auszeichnungen belegen seit

Jahrzehnten höchste Produktqualität.

VERANTWORTUNG ALS UNTERNEHMENSMAXIME

Mit allen Lebensräumen und Umweltgütern ökologisch

zu arbeiten – diese Maxime ist Grundlage

des Wirtschaftens der Andechser Molkerei Scheitz.

Mit ethisch begründetem Verantwortungsgefühl

und größtem Respekt gegenüber der Umwelt

verpflichtet sich die Andechser Molkerei Scheitz

mit ihren Leitsätzen auf ein ihr jeweils bestmöglich

umweltverträgliches Handeln. Durch Schonung

aller Elemente bei Produktion und Vertrieb, Minimierung

von Energie- und Rohstoffverbrauch,

aktivem Umwelt- und Klimaschutz und gesellschaftlichem

Engagement wird so regionales Handeln zu

globalem Wirken.

INTERVIEW MIT BARBARA SCHEITZ, GESCHÄFTSFÜHRERIN DER ANDECHSER MOLKEREI SCHEITZ GMBH

Frau Scheitz,

was bedeutet die Auszeichnung des B.A.U.M. e.V. für Sie?

Ich sehe diese persönliche Auszeichnung für nachhaltiges

Handeln als eine Bestätigung dafür, dass

mit meinem Netzwerk zusammen viele sinnvolle

Einzelentscheidungen getroffen wurden. Daher gilt

die Anerkennung allen, die unseren „Ökologischen

Weg“ mitgetragen haben – der gesamten Andechser-

Familie, also unseren Mitarbeitern und unseren

Bio-Bauern, die Tag für Tag Großartiges leisten. Aber

auch den Konsumenten unserer Bio-Milchprodukte,

die mit ihrer Kaufentscheidung aktiv die ressourcen­

86


FIRMENPORTRAITS

Auch mit einer KuhPatenschaft kann ein aktiver Beitrag

zur Sicherung der ökologischen Landwirtschaft geleistet

werden. Mehr dazu auf www.kuhpatenschaft.de

Barbara Scheitz, Geschäftsführerin

schonende, ökologische Landwirtschaft mit Biodiversität,

Boden-, Grundwasser-, Tier- und Klimaschutz

unterstützen und uns beweisen, dass ökologisches

Wirtschaften der richtige, der gewollte Weg unserer

Gesellschaft in die Zukunft ist.

Ausgezeichnet wird mit dem B.A.U.M. | Umwelt- und

Nachhaltigkeitspreis ein langjähriges, herausragendes

Engagement für Umweltschutz und nachhaltige

Entwicklung. Was waren für Sie die Meilensteine auf

diesem Weg?

Bereits 1980 wird in der Andechser Molkerei Scheitz

erstmals ökologisch erzeugte Milch eines Bio-Bauern

verarbeitet. Mein Vater Georg Scheitz hat schon

früh den ökologischen Gedanken verfolgt und den

Leitzsatz „Natürliches natürlich belassen“ geprägt. Ich

habe dann 2005 mit der Umstellung auf ‚Gentechnikfreiheit‘

begonnen, das Unternehmen schließlich

2009 vollkommen auf 100 Prozent Bio-Produktion

umgestellt, ein neues, Hundertwasser-inspiriertes,

energieeffizientes Hochregallager mit Verwaltungsbau

umgesetzt und 2015 bezogen. Dabei immer im

Fokus: Die Herstellung gesunder und hochwertiger

Bio-Milchprodukte in Harmonie mit Mensch, Tier

und Natur.

Frau Scheitz, was sind die nächsten konkreten Schritte

im Nachhaltigkeitsengagement?

Durch weitere Investitionen und Modernisierungen

am Standort – etwa die Eigenstromerzeugung durch

ein geplantes Blockheizkraftwerk – wird die Umwelt-

Bilanz optimiert. Mit Initiativen und Maßnahmen

werden der Ressourcenverbrauch und die CO 2

-Bilanz

stetig verbessert. So ist es uns etwa gelungen, den

Materialeinsatz bei Verpackungen signifikant zu reduzieren

und durch Verpackungsoptimierungen seit

2018 bis zu 37 Tonnen Kunststoff einzusparen. Diesen

Weg verfolgen wir weiter. Mit der Veranstaltungsreihe

„Bio verstehen“ und der deutschlandweiten

repräsentativen Umfrage zu diesem Thema setzen

wir uns außerdem dafür ein, die Öffentlichkeit weiter

für die Vorteile der ökologischen Landwirtschaft zu

sensibilisieren.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen in

der Zukunft?

Eine der größten Herausforderungen in nächster

Zukunft für unsere Gesellschaft ist die Neuausrichtung

auf eine ethische – also mit der Natur kooperierende

und verantwortungsvolle – Bioökonomie.

Denn: Rohstoffverknappung und Umweltbelastung

nehmen zu, die Artenvielfalt verschwindet, die

Klimaänderung stellt uns vor allergrößte Herausforderungen.

Eine lebenswerte Zukunft, auch für

unsere nachfolgenden Generationen, können wir

nur mit Vernunft gewinnen – und dazu müssen wir

gemeinschaftlich und überlegt nachhaltig handeln!

Die ökologische Wirtschaftsweise als einzig richtige

Antwort unterwirft sich den jeweiligen natürlichen

Bedingungen und Vorgaben der Natur, sie passt sich

ihr an. Mit dieser Art der Bewirtschaftung sichern

wir unsere ökologischen Lebensgrundlagen und

stabilisieren unsere Umwelt.

87


FIRMENPORTRAITS

BRANCHE

Büromöbelsysteme

BESCHÄFTIGTE mehr als 385

ASSMANN BÜROMÖBEL GMBH & CO. KG

Heinrich-Assmann-Straße 11, 49324 Melle

Tel. +49 (0)5422 / 7 06 - 0

www.assmann.de | info@assmann.de

ANSPRECHPARTNER

Marc Schumann

Leiter Marketing und Kommunikation

marc.schumann@assmann.de

Tel. +49 (0)5422 / 7 06 - 1 61

Martin Könneker

Nachhaltigkeitsbeauftragter

martin.koenneker@assmann.de

Tel.+49 (0)5422 / 7 06 - 4 19

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1996

GUTE ARBEIT

Die ASSMANN Büromöbel GmbH & Co. KG zählt zu

den führenden deutschen Herstellern hochwertiger

Büromöbelsysteme und Einrichtungslösungen. Das

1939 gegründete Familienunternehmen setzt auf

das gelebte Prinzip „Gute Arbeit“ und entwickelte

sich zu einem europaweit aktiven Unternehmen. In

Melle werden täglich rund 2.500 funktionelle und

innovative Möbel in einer der modernsten Büromöbelproduktionen

Europas gefertigt. Mit Dirk Aßmann

als Geschäftsführendem Gesellschafter führt das

Unternehmen den Kurs von Innovation und Investition

in dritter Generation fort. Einen Schwerpunkt setzt

ASSMANN auf besonders nachhaltige Verfahren

in allen Unternehmensbereichen. Das Produktsortiment

reicht von flexiblen Schreibtisch- und

Stauraumsystemen über Empfangs-, Seminar- und

Akustik-Lösungen bis zu modernen Loungemöbeln.

NACHHALTIGE ARBEIT

Mit der Fokussierung auf effiziente und automatisierte

Produktionsanlagen und der engen Einbindung überwiegend

regionaler Lieferanten, nimmt ASSMANN die

Herausforderungen der Digitalisierung an und stärkt

den Heimatstandort Melle. Soziale Verantwortung

und Mitarbeiterorientierung ist dabei ein selbstverständlicher

Aspekt wirtschaftlichen Handelns. Zuverlässigkeit

und Beständigkeit sind wesentliche Werte

der Unternehmenskultur. ASSMANN veröffentlicht

alle zwei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht. Das

Unternehmen lebt die Verbindung aus hohem Qualitätsanspruch

und nachhaltiger Produktion – auch

im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses,

z.B. mit dem DIN ISO EN 14001 zertifizierten

und mit dem Gütesiegel EMAS ausgezeichneten

Umwelt- und Qualitätsmanagement. Auch wird nur

PEFC-zertifizierte Ware aus verantwortungsvoller

Holzwirtschaft verarbeitet.

AUSGEZEICHNETE ARBEIT

• 2015 wurde ASSMANN mit dem Großen Preis

des Mittelstandes ausgezeichnet und erhielt für

das Docking System Applica den „Red Dot Design

Award“.

• 2017 und 2019 erhielt das Unternehmen die TOP­

JOB-Auszeichnung als Top-Arbeitgeber im deutschen

Mittelstand.

• 2018 wurde ASSMANN der Hermann-Schmidt-

Preis für herausragende Nachwuchssicherung und

Karriereförderung verliehen und in die Studie der

Unternehmensberatung „Munich Strategy“ in die

„Top 100 des Mittelstands 2018“ aufgenommen.

• 2019 hat ASSMANN das „European Level“-Nachhaltigkeitszertifikat

der Dachorganisation der europäischen

Büroeinrichtungsindustrie (FEMB) erhalten

und wurde beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis

für die „TOP 3 der mittelgroßen Unternehmen

nominiert.

88


FIRMENPORTRAITS

BAU-FRITZ GMBH & CO. KG

seit 1896

Alpenweg 25

87746 Erkheim

www.baufritz-bj.de

info@baufritz-bj.de

ANSPRECHPARTNER

Dietmar Spitz

Marketingleitung

Tel. +49 (0)8336 / 90 02 50

Dietmar.Spitz@Baufritz.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1996

BRANCHE

Ökologische Holzhäuser, Mehrfamilienhäuser

und Siedlungsbau

BESCHÄFTIGTE 400

„GUT FÜR MENSCH UND NATUR!“

DAFÜR LEBEN WIR, DAFÜR STEHEN WIR.

Einen Trend verfolgen ist das eine. Doch aus der

eigenen Geschichte ein Leitbild für ein ganzes Unternehmen

zu generieren etwas ganz anderes. Unsere

Philosophie bestimmt unser Handeln, unser Leben

und unser Produkt: Häuser, die uns Menschen spürbar

gut tun. Dabei geht es auch um die Verantwortung

für Ressourcenschonung und wirklich nachhaltigen

Klimaschutz. Ohne Wenn und Aber.

DIE PHILOSOPHIE DES NACHHALTIGEN BAUENS

Als Zimmermeister Sylvester Fritz im Jahre 1896

die Zimmerei „Fritz“ gründete, dachte niemand

daran, dass daraus eines der innovativsten Öko-

Hausbau-Unternehmen Europas entstehen würde.

Handwerkliches Können, Kreativität, Forschungsdrang

und Pioniergeist der Familie Fritz waren die

Grundlage für die einzigartigen Baufritz Voll-Werte-

Häuser. Über 120 Jahre Erfahrung und Forschung

stecken somit in jedem Baufritz-Gebäude. Bereits in

den 80er Jahren begann der Ökohaus-Pionier, alle

Materialien und konstruktiven Detaillösungen nach

baubiologischen Gesichtspunkten zu verändern. Der

damalige Unternehmenschef Hubert Fritz, Deutschlands

Ökomanager 1995, hatte sich zum Ziel gesetzt,

absolut gesunde Gebäude zu bauen, welche den

Bewohnern größtmöglichen Gesundheitsschutz bieten.

Damals nannte man dies „Ganzheitliches Bauen

im Naturkreislauf“ und es entsprach der Lebenseinstellung

„Gut für Mensch und Natur“! Denn die

Natur liefert die besten klimaschützenden und selbst

nachwachsenden Materialien. Was heutzutage als

nachhaltiges Produkt angepriesen wird, wird leider

oft als Marketingstrategie und Grünfärberei entlarvt.

Zweimal hinschauen und nachfragen lohnt sich.

Allein schon der verschwenderische Umgang mit

Entstehungs- und Produktionsenergien einzelner

Materialien muss in Zukunft näher betrachtet und

von nachhaltigen Unternehmen berechnet und

deklariert werden. Tatsächlich wird aber nach wie

vor zu wenig Wert auf die gesundheitliche Qualität

und Entsorgbarkeit der Materialien geachtet. Dies

kann sich für die kleinen und großen Bewohner sehr

gesundheitsbelastend auswirken. Neben nachhaltig

geplanten Bio-Designhäusern, Bungalows sowie

Doppel- und Reihenhäusern realisiert der Ökopionier

auch zunehmend Mehrfamilien- und Mehrgenerationenhäuser

sowie moderne Wohnkonzepte für

urbane Ballungsräume.

INFORMATIONSMATERIAL

Fordern Sie kostenlos die umfassende Architektur-

Broschüre „Unikate aus Holz“ an – telefonisch

unter Tel. +49 (0)8336 / 90 00, per E-Mail an

info@baufritz-bj.de oder unter www.baufritz-bj.de.

Hier gibt es auch den aktuellen Umweltbericht zum

Download.

HAUTNAH ERLEBEN.

Interessieren Sie sich für ein nachhaltig und wohngesund

gebautes, individuelles Bio-Designhaus? Baufritz

lädt Sie herzlich ein, die Erlebniswelt am Stammsitz

in Erkheim / Allgäu samt Musterhauspark, gläsernem

Werk und der HausSchneiderei zu besuchen – täglich

geöffnet von 10-18 Uhr, außer sonn- und feiertags.

Auch gibt es die Möglichkeit weitere Musterhäuser in

München-Poing, Günzburg, Langenargen/Bodensee

und Köln/Frechen zu erleben bzw. ein Referenzhaus in

Ihrer Nähe zu besichtigen. Eine gesamthafte Übersicht

finden Sie auf www.baufritz-bj.de unter „Kontakt &

Beratung“.

89


FIRMENPORTRAITS

BLUESIGN TECHNOLOGIES AG

Moevenstraße 18

9015 St.Gallen

Switzerland

Tel. +41 (0)71 272 / 29 90

www.bluesign.com/business

info@bluesign.com

BRANCHE

Dienstleistung und Information für textile Produkte

BESCHÄFTIGTE 80

ANSPRECHPARTNER

Philip Schaer

CRM Europe

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2003

FIRMENPROFIL

BLUESIGN wurde 2000 gegründet. Seitdem vertrauen

zahlreiche Global Player der Chemieindustrie,

führende textile Zulieferer sowie bekannte Marken

der textilen Kompetenz von BLUESIGN. Das Beratungsunternehmen

setzt sich für nachhaltige und

verantwortungsbewusste Herstellung von Textilien

ein und liefert Dienstleistungen und Informationen,

die auf verifizierten Daten beruhen. So soll von vornherein

verhindert werden, dass Schadstoffe in den

Fertigungsprozess gelangen.

VERNETZUNG UND WISSENSTRANSFER

MIT SYSTEM

Als umfassende Lösung hat BLUESIGN ein ganzheitliches

System entwickelt, das Industrie und Marken

ein Gesamtpaket an Services bietet, um Produkte

verantwortungsvoll herzustellen: Das bluesign ®

SYSTEM eröffnet Unternehmen den Schritt in eine

Partnerschaft, die auf Wissenstransfer und Vernetzung

beruht. Alle Partner profitieren davon, sich

auszutauschen, Innovationen voranzutreiben und

Impulse zu setzen.

Mit über 190 Chemiepartnern sowie über 12.000

geprüften Chemieprodukten für Textilien und Leder

können bluesign ® SYSTEM PARTNER auf die weltweit

erste und umfangreichste Positivliste für Chemikalien

zurückgreifen. Darüber hinaus berät BLUESIGN Unternehmen,

bietet Schulungen im Rahmen der bluesign ®

ACADEMY an und begleitet als unabhängige Instanz

den Fortschritt, den die Unternehmen auf ihrem

blauen Weg machen. Dabei entwickelt BLUESIGN

ihre Lösungen stetig weiter.

THE BLUE WAY BY BLUESIGN

Der blaue Weg von BLUESIGN steht für die Vision

und Denkhaltung einer verantwortungsvollen und

nachhaltigen Herstellung textiler Produkte. Diese

Denkhaltung beruht auf einem zielorientierten und

ganzheitlichen Ansatz: dem Einsatz bester Technologie

und deren bestmöglicher Anwendung, um

Risiken und ihre Auswirkungen bereits am Anfang der

Produktionskette zu minimieren. Dies stellt jedoch die

gesamte Lieferkette vor grosse Herausforderungen

– denn ganzheitliche Veränderungen lassen sich nicht

von heute auf morgen umsetzen.

DER WEG ZU MEHR WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

UND NACHHALTIGKEIT

Wer auf dem Weg in eine nachhaltige Textilproduktion

einen Schritt nach vorn machen will, braucht

kompetente Partner: BLUESIGN unterstützt ihre

Partner mit langjährigem Know-how. Auf Basis

eines wissenschaftlichen Ansatzes werden Risiken

schrittweise reduziert. Dabei holt BLUESIGN das Unternehmen

dort ab, wo es sich gerade befindet. Um

den Beginn so einfach und effizient wie möglich zu

machen, kann jedes Unternehmen selbst entscheiden,

wie viel Unterstützung es in Anspruch nehmen will,

und einzelne Serviceleistungen anfordern.

90


FIRMENPORTRAITS

91


FIRMENPORTRAITS

CARL BERBERICH GMBH

Sichererstraße 52

74076 Heilbronn

www.berberich.de

marketing@berberich.de

BRANCHE

Papiergroßhandel, Hersteller von Präsentationsmitteln

BESCHÄFTIGTE 350

ANSPRECHPARTNERIN

Britta Ketzler

Leiterin Marketing

Tel. +49 (0)7131 / 189 - 169

Britta.Ketzler@berberich.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2016

FASZINATION UND LEIDENSCHAFT

Papier ist nach wie vor ein unersetzbarer Kommunikationsträger.

Mit seiner Vielfalt sowie dem unverwechselbaren

Charakter ist Papier ein einzigartiges

optisches und fühlbares Erlebnis.

Die Carl Berberich GmbH setzt mit Leidenschaft,

Know-How, einer über 150-jährigen Erfahrung sowie

einer großen Produktpalette auf diese Philosophie.

BERBERICH PAPIER UND BERBERICH SYSTEMS

Neben dem Papiergroßhandel als Kernkompetenz

verfügt das Unternehmen über den Geschäftsbereich

Berberich Systems.

In der der hauseigenen Fertigung produziert dieser

Präsentations- und Organisationsmittel, wie

beispielsweise Mappen, Boxen, Ringbücher oder

Kalender mit dem Gütesiegel „Made in Germany“.

Dank modernen Verarbeitungstechniken und unter

höchsten Qualitätskriterien – besonders im Hinblick

auf den Umweltschutz – erfüllt Berberich individuelle

Kundenwünsche und bietet Druckereien, Verlagen,

Werbeagenturen und Industriefirmen einen zuverlässigen

Service.

STARKE TRADITION

Berberich wurde 1863 im baden-württembergischen

Heilbronn gegründet und befindet sich seitdem im

Familienbesitz. Mit Niederlassungen in Abstatt bei

Heilbronn, Hofheim-Wallau bei Frankfurt, Langenfeld

im Rheinland, Lippstadt in Westfalen, Hannover in

Niedersachsen und Ottobrunn bei München sowie

einer österreichischen Tochtergesellschaft mit Standorten

in Thalgau bei Salzburg und Traiskirchen bei

Wien greift das Unternehmen auf ein breit verzweigtes

Netzwerk zurück. Dies spart Ressourcen, denn

kurze Wege tragen dazu bei die Umwelt zu schonen.

UMWELTSCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT

Die beiden Schlüsselwörter der Zukunft – gerade in

der Papierbranche – sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Bei der Papiernachfrage überzeugen Produkte,

die umweltfreundlich, qualitativ hochwertig,

leistungsfähig und gleichzeitig kostengünstig sind.

SORGSAME AUSWAHL

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt

liegt Berberich am Herzen und ist firmenkulturelles

Selbstverständnis. Umweltbewusstsein beginnt

bereits bei der gewissenhaften Auswahl von Lieferanten

und Papierherstellern. Berberich verwendet

für sein Sortiment deshalb nur Produkte von qualitäts-

und umweltbewussten Papiererzeugern, deren

Fabriken entsprechende Zertifizierungen nachweisen

können.

ES LEBE VIVUS

VIVUS ist die Recycling-Marke von Berberich.

Unter VIVUS bündeln sich nachhaltig produzierte

Produkte. VIVUS-Papiere sind qualitativ hochwertige

gestrichene und ungestrichene, weiße und

natürlich gefärbte Papiere, die mit verschiedenen

Umweltlabels wie FSC ® , PEFC, Blauer Engel, CO 2

-

neutral oder EU-Ecolabel ausgezeichnet sind. Ob

Imagebroschüre, Jahresbericht, Katalog, Einladung,

Flyer oder Wahlzettel: VIVUS bietet das passenden

Papier für Entscheider, die sowohl ökologisch und

ökonomisch denken.

ZERTIFIKATE

Die Carl Berberich GmbH ist sowohl FSC ® - als auch

PEFC-zertifiziert.

92


FIRMENPORTRAITS

VIVUS 89

Recyclingpapier

VIVUS 89: 89: ein ein Produkt der der Marke VIVUS.

Nachhaltig. Ökologisch. Anspruchsvoll.

Recyclingpapier

80 80 bis bis 300 g/qm


ungestrichen matt matt hochweiß


oberflächengeleimt


Recycling aus aus 100 100 % % Altpapier

mit mit ca. ca. 1,25-fachem Volumen

gute gute Blattformation


Umweltzeichen: EU-Ecolabel

und und Der Der Blaue Blaue Engel Engel

Carl Carl Berberich GmbH GmbH • • Sichererstraße 52 • 5274076 • 74076 Heilbronn

Tel.: Tel.: +49 +49 (0)7131 (0)7131 189-169 • Fax: • Fax: +49 +49 (0)7131 (0)7131 189-190

www.berberich.de • E-Mail: • E-Mail: marketing@berberich.de

93


FIRMENPORTRAITS

ROBERT BOSCH GMBH

Robert-Bosch-Platz 1

70839 Gerlingen-Schillerhöhe

www.bosch.com

BRANCHE

Mobilitätslösungen, Industrietechnik, Gebrauchsgüter

sowie Energie- und Gebäudetechnik

BESCHÄFTIGTE 410.000

ANSPRECHPARTNERIN

Annette Wagner

Leiterin Zentralstelle Nachhaltigkeit

und Ideenschmiede (C/HSE2)

Tel. +49 (0)711 / 8 11 - 1 55 26

annette.wagner@de.bosch.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1990

FIRMENPROFIL

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes

Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit

rund 410.000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2018).

Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018 einen

Umsatz von 78,5 Milliarden Euro. Die Aktivitäten

gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche

Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer

Goods sowie Energy and Building Technology. Als

führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet

Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart

City, Connected Mobility und Industrie 4.0. Mit seiner

Kompetenz in Sensorik, Software und Services

sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in

der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende

Lösungen aus einer Hand anzubieten.

Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen

für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden

Produkten sowie Dienstleistungen verbessert

Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen.

Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe

umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 460

Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60

Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern

erstreckt sich der weltweite Fertigungs-,

Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über

fast alle Länder der Welt. Bosch beschäftigt weltweit

rund 68.700 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung

an rund 130 Standorten.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für

Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch

(1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche

Struktur der Robert Bosch GmbH sichert

die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-

Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig

zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die

Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert

Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen

Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte

hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand

KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion

aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie

Bosch und der Robert Bosch GmbH.

NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

Nachhaltigkeit geht jeden an – und ist daher bei

Bosch als zentrale Aufgabe definiert, an der die

verschiedenen Unternehmensbereiche gemeinsam

arbeiten. Ambitionierte Ziele und ein systematisches

Nachhaltig keitsmanagement liefern die Grundlage

dafür. Die Inhalte und Aufgaben sowie das entsprechende

Controlling sind bei Bosch fest in den

Prozessen verankert. Klare Verantwortlichkeiten

und Entscheidungswege sichern dabei die Effizienz

unseres Handelns.

In den vergangenen Jahren haben wir an der Realisierung

unserer Ziele gearbeitet. Vieles, was wir uns

vorgenommen hatten, haben wir bereits erreicht –

und die meisten unserer Zielsetzungen enden in den

Jahren 2018 bis 2020. Vor diesem Hintergrund haben

wir 2018 ein neues, noch ambitionierteres Zielbild für

Bosch entworfen:

„New Dimensions – Sustainability 2025“.

Es beschreibt sechs globale Themenfelder, jedes davon

konkretisiert durch zwei wesentliche Aspekte mit

klar ausformulierten, mittelfristigen Zielen. Abgeleitet

aus den für unser Unternehmen wesentlichen Megatrends,

beschreiben die Themenfelder den Rahmen

für unsere Aktivitäten in den kommenden Jahren.

Auch allgemeine Nachhaltigkeitstrends sowie die

Ziele und Aktivitäten von Unternehmen, die wir als

94


FIRMENPORTRAITS

führend in Sachen Nachhaltigkeit betrachten, sind in

unsere Zielbildentwicklung eingeflossen.

Die Themenfelder unseres Zielbilds beschreiben

den Weg dorthin und setzen Eckpfeiler für unser

Nachhaltigkeitsengagement. Unser Bekenntnis

zum Klimaschutz gehört dazu, ebenso wie das

kontinuierliche Streben nach Energieeffizienz und

der achtsame Umgang mit Wasser. Denn wir wollen

auch in einer zunehmend urbanisierten Welt den

ökologischen Fußabdruck unserer Aktivitäten und

Produkte so gering wie möglich halten und unsere

Aktivitäten mehr und mehr nach dem Prinzip der

Kreislaufwirtschaft ausrichten. Als global agierendes

Unternehmen übernehmen wir zudem weltweit

Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Wir

machen unsere Aktivitäten transparent und beziehen

auch unsere Lieferkette mit ein, wenn es darum

geht, nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften.

Unser Anspruch ist zudem, Gefährdungen

für Menschen und Umwelt zu vermeiden – Arbeitsschutz

und die Einhaltung von Stoffverboten sowie

die Reduktion von gefährlichen Stoffen sind hier die

zentralen Themen.

INFOMATERIAL

Was wir uns im Einzelnen in den jeweiligen Themenfeldern

vorgenommen haben, erläutern wir auf unserer

Website und in unserem Nachhaltigkeitsbericht

unter: csr.bosch.com

„New Dimensions – Sustainability 2025“. Es beschreibt sechs globale Themenfelder, jedes davon konkretisiert durch zwei

wesentliche Aspekte mit klar ausformulierten, mittelfristigen Zielen.

95


FIRMENPORTRAITS

CEWE STIFTUNG & CO. KGAA

Meerweg 30-32

26133 Oldenburg

Tel. +49 (0)441 / 4 04 - 0

www.cewe.de

info@cewe.de

BRANCHE

Fotofinishing und Online-Druck

BESCHÄFTIGTE 4.000

in 26 europäischen Ländern

ANSPRECHPARTNER

Christian Stamerjohanns

Leiter Unternehmenskommunikation

presse@cewe.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2012

UNTERNEHMENSPROFIL

Die CEWE-Gruppe ist Europas führender Foto-

Service und Onlinedruck-Anbieter. Sie ist mit mehr

als 4.000 Mitarbeitern in mehr als 20 Ländern präsent

und wuchs 2018 im Umsatz auf 653 Millionen

Euro. Die CEWE-Aktie ist im SDAX notiert. Aus den

Anfängen im Jahr 1912 hat sich CEWE als erste

Adresse im Foto-Service entwickelt.

Dafür steht insbesondere das vielfach ausgezeichnete

CEWE FOTOBUCH mit jährlich mehr als sechs

Millionen verkauften Exemplaren. Weitere personalisierte

Fotoprodukte erhalten Kunden zum Beispiel

unter den Marken CEWE, WhiteWall und Cheerz

sowie bei vielen europäischen Einzelhändlern.

KLIMASTRATEGIE ZUM ANFASSEN

Für die Umsetzung einer Klimastrategie ist es besonders

wichtig, einfache und leicht begreifbare Ziele

zu definieren sowie klare Absprachen darüber zu

treffen, welche Maßnahmen im eigenen Unternehmen

einen positiven Effekt haben.

Die Strategie von CEWE lässt sich in zwei große

Bereiche aufteilen: Die Reduktion von negativem

Einfluss auf das Weltklima und die Anpassung des

Unternehmens an die sich stets wandelnden Klimabedingungen.

Zur Reduktion gehören zum Beispiel

Dienstreisen mit der Bahn statt mit dem Flugzeug,

während als Anpassung an neue Klimabedingungen

zum Beispiel neue Dachkonstruktionen gebaut werden,

um unsere Betriebsstätten besser vor Hagel- oder

Sturmschäden zu schützen.

Klimastrategie heißt bei CEWE unter anderem, die

Ziele des Pariser Abkommens von 2015 sowie die

Empfehlung des Weltklimarats IPCC von 2018 innerhalb

des Unternehmens umzusetzen. CEWE war

eines der ersten drei deutschen Unternehmen, die

ihre Klimaziele öffentlich formulierten und von der

„Science Based Targets initiative“ (SBTi) anerkennen

ließen. Die beiden SBTi-Ziele von CEWE sind prägnant

und wie folgt formuliert:

1. Halbierung der Scope-1- und Scope-2-CO 2

-Emissionen

absolut von 2015 bis 2025 von 13.401

Tonnen pro Jahr auf weniger als 6.700 Tonnen

pro Jahr

2. Verminderung der im CDP berichteten absoluten

Scope-3-CO 2

-Emissionen um mindestens 25 Prozent

in den nächsten zehn Jahren auf Basis des

Jahres 2015.

Absolut bedeutet hier, dass die Emissionen entkoppelt

vom Wachstum des Unternehmens betrachtet

werden müssen. Es sollen also trotz steigender

Umsätze und einem damit einhergehenden höheren

Material verbrauch die einmal gesetzten Emissions-

Ziele bestehen bleiben.

UMSETZUNG DER KLIMASTRATEGIE

Für die Umsetzung des ersten SBTi-Zieles hat CEWE

zwei Maßnahmenpakete beschlossen. Zum einen

wird zunehmend Grünstrom bezogen, zum anderen

wird in eigene Stromerzeugungsanlagen investiert.

Derzeit beziehen vier der 14 Produktionsbetriebe

Grünstrom und in drei Betrieben erzeugt CEWE

mit Photovoltaik-Anlagen einen Teil des Stroms

selbst. Ab 2020 stellt CEWE alle Standorte innerhalb

Deutschlands auf Grünstrom um. Zusätzlich investiert

das Unternehmen in Energieeffizienz-Projekte,

um den spezifischen Strombedarf zu senken. Durch

Maßnahmen wie insbesondere die flächendeckende

Installation von LED-Beleuchtung sowie die gezielte

Steuerungsoptimierung von Klimaanlagen und

Drucklufterzeugung soll die Effizienz erhöht werden.

Weitere Optimierungspotentiale werden im Rahmen

96


FIRMENPORTRAITS

Solaranlage auf dem Dach des CEWE Neubaus am

Hauptstandort in Oldenburg

Dr. Matthias Hausmann, Leiter Abteilung Umwelt und

Chemie

des Energiemanagementsystems bewertet und

umgesetzt. Alle größeren deutschen Betriebe sind

entsprechend der Norm ISO 50001 (Energiemanagementsystem)

seit 2015 zertifiziert.

Das zweite SBTi-Ziel besteht in der Senkung der

absoluten Scope-3-Emissionen um 25 Prozent zwischen

2015 und 2025. Dieses Ziel ist derzeit ehrgeiziger

denn je, weil das Wachstum von CEWE auch

durch den Erwerb weiterer Standorte eher zu einer

Erhöhung des CO 2

-Fußabdrucks im Bereich Scope 3

beigetragen hat. CEWE hat aber im Bereich Scope 3

bereits großen Erfolg in Einzelprojekten vorzuweisen.

So konnten die durch die Lieferlogistik verursachten

Emissionen im Jahr 2018 halbiert werden. Die Strategie

hier war die umfangreiche Umstellung von Lieferfahrzeugen

mit relativ geringer Auslastung auf externe

Dienstleister, die CEWE-Aufträge „dazuladen“

können und damit effizienter ausliefern.

Weitere große Einflussfaktoren im Bereich Scope

3 sind die Beschaffung von Maschinen (Capital

Goods) und Druckmaterialien, hauptsächlich Papier

(Purchased Goods). Auf diese beiden Schlüsselkomponenten

entfallen mehr als 50 Prozent der Scope-3­

Emissionen. Hier pflegt CEWE einen guten Kontakt

mit seinen Lieferanten und hat gemeinsam mit ihnen

eine Strategie zur Reduzierung der Emissionen entwickelt,

zum Beispiel durch die Einigung auf Komplettladungsverkehr

(Full Truck Load). Die Herstellung

und die Belieferungssituation der Ausgangsstoffe

werden stets intensiv beleuchtet und mit den Lieferanten

auch regelmäßig diskutiert.

MEHR ALS KLIMASCHUTZ

Einige der Projekte bewirken nicht nur eine Verbesserung

des Scope-3-CO 2

-Fußabdrucks, sondern sind

zusätzlich Projekte mit weiteren Benefits. Zu nennen

sind hier zum Beispiel die Pluspunkte für die Gesundheit

der Mitarbeiter, wenn sie den Weg zur Arbeit mit

dem Fahrrad oder einem öffentlichen Verkehrsmittel

zurücklegen. Ein Fahrradleasing sowie die Teilnahme

an Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ sind Projekte

des Gesundheitsmanagements von CEWE.

Ein überaus wichtiger Punkt der CEWE-Klimastrategie

ist das CO 2

-Kompensationsprojekt „Kasigau Wildlife

Corridor“. Hier hat sich das Unternehmen ganz bewusst

für ein Waldschutzprojekt entschieden, weil

Papier als Material aus Holz in gewisser Weise eine

Waldgefährdung darstellt. Darüber hinaus werden

in diesem Projekt in Kenia sowohl die lokale Bevölkerung

unterstützt als auch bedrohte Tierarten

geschützt. CEWE kompensiert mit diesem Projekt

die CO 2

-Emissionen aller seiner Markenprodukte

„cradle to gate“, also von der Rohstoffgewinnung

bis zur Übergabe an den Versand. Das sind ungefähr

20.000 Tonnen CO 2

, die aber nicht auf die im SBTi-

Ziel formulierte Reduktion angerechnet werden. Für

den Versand werden die klimaneutralen Angebote

der Logistik-Dienstleister genutzt.

97


FIRMENPORTRAITS

CWS-BOCO INTERNATIONAL GMBH –

EIN UNTERNEHMEN DER CWS GRUPPE

Dreieich Plaza 1b

63303 Dreieich

Tel. +49 (0)6103 / 3 09 - 0

cws.com

info@cws.com

BRANCHE

Waschraumhygiene, Berufsbekleidung und

Schmutzfangsysteme

ANSPRECHPARTNERIN

Dr. Maren Otte

Group Director Corporate Communications

& Responsibility

Tel. +49 (0)6103 / 3 09 - 1030

corp-communications@cws.com

BESCHÄFTIGTE

10.600 europaweit

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1991

CWS: KOMPLETTLÖSUNGEN FÜR MEHR

GESUNDHEIT UND SICHERHEIT

Eine gesündere und sichere Zukunft zu schaffen – so

lautet das Ziel von CWS. Mit innovativen, nachhaltigen

und digitalen Mietlösungen sorgt das Unternehmen

für mehr Gesundheit, Sicherheit und

Schutz von Kunden und deren Belegschaft. Ganzheitliche

Hygienelösungen können die Übertragung

von Infek tionen einschränken und Krankheitsraten

senken. Regelmäßig kontrollierte Schutzkleidung

kann Arbeits unfälle verhindern und trägt somit zur

Sicherheit am Arbeitsplatz bei.

Dazu setzt CWS als Systemanbieter auf sechs Leistungsbereiche,

in denen es seine Kunden ganzheitlich

berät und beliefert: Hygiene, Matten, Berufskleidung,

Brandschutz, Reinraum, Gesundheit und Pflege.

NACHHALTIGES MEHRWEGPRINZIP

CWS steht für nachhaltige Mietlösungen nach dem

Mehrwegprinzip. Damit hat das Unternehmen seinen

Kunden schon immer das geboten, was aktuell

unter dem Begriff „Circular Economy“ steht. Bei

CWS gilt seit Firmengründung: mieten statt kaufen.

Seine Mietprodukte bereitet das Unternehmen

für Kunden immer wieder auf, sodass sie langfristig

genutzt werden können. Für Berufskleidung

bedeutet das: Sie wird regelmäßig beim Kunden

abgeholt, gewaschen, bei Bedarf ausgebessert

und wieder ausgeliefert. Auf diese Weise erhalten

die CWS Kunden mehr als nur saubere Kleidung:

Das Unternehmen stellt ebenso sicher, dass die

Textilien ihre Schutzfunktion erfüllen und die Träger

rundum geschützt sind. Nach dem gleichen

Kreislaufprinzip behandelt der Hygiene experte auch

seine Stoffhandtuchrollen, sodass sie bis zu 100-mal

wiederverwendet werden können, ohne Abfall im

Waschraum zu verursachen.

Die unternehmenseigenen High-Tech-Wäschereien

sind mit wasser- und energiesparenden Systemen

ausgestattet und nach internationalen Qualitäts-,

Umwelt- und Hygienemanagementstandards zertifiziert.

In der Servicelogistik setzt das Unternehmen

auf intelligente Tools zur Routenplanung, um die

Produkte auf dem kürzesten Weg zum Kunden zu

bringen. Darüber hinaus werden möglichst viele ausgediente

Materialien recycelt: Stoffhandtuchrollen,

Berufskleidung und die Korpusse alter Spender.

INNOVATIV UND DIGITAL

Um zu einer gesünderen und sicheren Zukunft beizutragen,

strebt CWS für seine Kunden stets die

besten Lösungen an. Dabei ist das Unternehmen

offen für neue Wege. Um Innovationen unkompliziert

in einer realen Umgebung auszuprobieren, hat das

Unternehmen am Standort Duisburg mit dem „CWS

Hygiene Experience Lab“ ein eigenes Testlabor für

neue Hygienelösungen aufgebaut.

Modernste RFID-Chips in den Kleidungsstücken unterstützen

die Serviceprozesse. Auf diese Weise sind

Informationen zum richtigen Waschprogramm und

den bisherigen Servicezyklen direkt am jeweiligen

Produkt abrufbar und es findet stets seinen Weg

zurück zum richtigen Träger.

Alles Wichtige im Blick behalten auch die Brandschutzkunden

des Unternehmens: dank einer digitalen

Dokumentation von Nachweisen, Eckdaten und

Wartungszeitpunkten.

98


FIRMENPORTRAITS

DATEV EG

Paumgartnerstraße 6 -14

90329 Nürnberg

www.datev.de/nachhaltigkeit

ANSPRECHPARTNER

Harald Oelschlegel

Umweltbeauftragter

Tel. +49(0)911 / 3 19 - 5 36 88

harald.oelschlegel@datev.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1997

BRANCHE

Software und IT-Dienstleistungen

BESCHÄFTIGTE > 7.800

NACHHALTIGES ZUSAMMENLEBEN

Seit vielen Jahren ist Nachhaltigkeit ein wesentliches

Entscheidungs- und Handlungskriterium bei der

DATEV eG. Seit 2019 berichtet das Unternehmen über

sein nachhaltiges Engagement und Nachhaltigkeitskennzahlen

nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

Auch die gesellschaftliche Verantwortung

nimmt die Genossenschaft ernst und zeigt Engagement

im öffentlichen Raum.

ALTERNATIVE MOBILITÄT

Nachhaltigkeit ist im Alltag zunehmend wichtig.

Im Arbeitskontext fängt das bereits mit dem Weg

dorthin an. Daher unterstützt die DATEV ein nachhaltigeres

Mobilitätsverhalten ihrer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Zentral ist dafür die Förderung eines

Job-Tickets vom örtlichen ÖPNV, das mittlerweile rund

3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nürnberg

nutzen. Durch die enthaltene private Nutzung sowie

600 Freiminuten für die Leihräder des regionalen

Verkehrsanbieters wird der Stadtverkehr zusätzlich

und nachhaltig entlastet.

Seit 2018 steht der DATEV-Belegschaft auch ein

Bike-Leasing zur Verfügung. Beschäftigte können

bis zu zwei Wunschräder über die DATEV leasen.

Das Unternehmen behält Leasingraten sowie den

geldwerten Vorteil für die private Nutzung ein. Ob

normales Rad, Rennrad, Mountainbike oder E-Bike

– der Tritt in die Pedale fördert die Gesundheit und

schont die Umwelt. Der Abschluss von über 1.000

Leasingverträgen innerhalb des ersten Jahres zeigt

das Interesse der Beschäftigten an alternativen

Fortbewegungsmethoden. Ladestationen an den

verschiedenen DATEV-Standorten sorgen für den

nötigen Strom.

NUTZEN FÜR DIE GESELLSCHAFT

Die Genossenschaft engagiert sich auch für das

Wohl von Bürgerinnen und Bürger am Heimatstandort

Nürnberg. Da rund um den Firmensitz

Erholungsplätze und Grünflächen kaum vorhanden

sind, widmete die Genossenschaft bei einem Neubau

rund 4.500 Quadratmeter für öffentliche Grünanlagen.

Dort laden Schachfelder, Boccia-Bahnen und

Sitzbänke zum Verweilen ein und schaffen einen Ort

der Begegnung. In regelmäßigen Abständen findet

in diesen Gärten auch eine mobile Fahrradwerkstatt

mit kostenlosem Rad-Check und kleinen Reparaturleistungen

statt. Außerdem unterstützt das Unternehmen

die Pflanzung neuer Bäume im Stadtteil durch

die „Bäume für Nürnberg Stiftung“.

KULTURFÖRDERUNG

Bei einem Dienstleister wie der DATEV spielt der Faktor

Mensch eine wichtige Rolle. Der Genossenschaft

liegt deshalb viel an einem attraktiven Leben in der

Region. Die DATEV unterstützt viele regionale Veranstaltungen

(SommernachtFilmFestival, Open Beatz

Festival, Stars im Luitpoldhain, etc.) und bereichert

damit die Kulturszene der Region. Darüber hinaus

organisiert das Unternehmen mit „DATEV kreativ“

spannende Kunstprojekte, die u.a. auch im öffentlichen

Raum zu sehen sind. Künstlerische Aktionen

bringen dabei Anwohner Nürnbergs und Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der DATEV zusammen.

99


FIRMENPORTRAITS

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR INTERNATIONALE

ZUSAMMENARBEIT (GIZ) GMBH

Sitz der Gesellschaft Bonn

Friedrich-Ebert Allee 36 + 40, 53113 Bonn

Sitz der Gesellschaft Eschborn

Dag-Hammarskjöld-Weg 1 - 5, 65760 Eschborn

www.giz.de

info@giz.de

BRANCHE

Internationale Zusammenarbeit

ANSPRECHPARTNERIN

Elke Siehl

Beauftragte für Nachhaltigkeit

Tel. +49 (0)6196 / 79 - 16 51

BESCHÄFTIGTE 20.726

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2011

NACHHALTIGKEIT IST DAS LEITPRINZIP

UNSERES HANDELNS

Als Dienstleister der internationalen Zusammenarbeit

für nachhaltige Entwicklung und internationale Bildungs

arbeit engagieren wir uns weltweit für eine

lebenswerte Zukunft. Wir haben mehr als 50 Jahre

Erfahrung in unterschiedlichsten Feldern, von der

Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung über

Ener gie- und Umweltthemen bis hin zur Förderung

von Frieden und Sicherheit. Das vielfältige Know-how

des Bundesunternehmens GIZ wird rund um den

Globus nachgefragt. Unser Hauptauftraggeber ist das

Bundes ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (BMZ).

Alle Auftraggeber und Kooperationspartner schenken

der GIZ das Vertrauen, Ideen für politische, gesellschaftliche

und wirtschaftliche Veränderungen mit

ihnen gemeinsam zu entwickeln, konkret zu planen

und umzusetzen.

Zusammen mit unseren Partnern in den nationalen

Regierungen weltweit sowie mit Kooperationspartnern

aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft

arbeiten wir in rund 120 Ländern flexibel an

wirksamen Lösungen, die Menschen Perspektiven

bieten und deren Lebensbedingungen dauerhaft

verbessern.

Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip unseres Handelns

und daher durch messbare Ziele im Nachhaltigkeitsprogramm

und in der Unternehmensstrategie

verankert. Dabei geht es um soziale Verantwortung,

ökologisches Gleichgewicht und wirtschaftliche

Leistungsfähigkeit. Um wirklich nachhaltig zu

handeln, sehen wir politische Teilhabe als wichtige

Grundvoraus setzung.

GRUNDSATZ IM KLIMAMANAGEMENT:

VERMEIDEN, REDUZIEREN UND KOMPENSIEREN

Wir verursachen täglich Treibhausgasemissionen

(THG-Emissionen) – unter anderem durch Kühlen

und Heizen unserer Gebäude, aber vor allem durch

die Reise tätigkeit unserer Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter im In- und Ausland. Unser Ziel ist es,

THG-Emissionen zu vermeiden, zu reduzieren und

zu kompensieren.

Seit 2013 sind unsere Inlandsstandorte, inbegriffen

aller in Deutschland gebuchten Flüge, klimaneutral,

das heißt, die dort verursachten THG-Emissionen werden

kompensiert. Für die Jahre 2014-16 erfolgte die

Kompensation beispielsweise über ein eigenes Projekt

in Thailand. Die dadurch erworbenen Klimazertifikate

entsprechen den höchsten internationalen Standards

– Clean Development Mechanism (CDM) und Gold

Standard. Ab 2020 wollen wir unternehmensweit

klimaneutral agieren – im In- und Ausland. Damit

tragen wir auch zum Ziel des BMZ bei, klimaneutral

zu werden.

MOBILITÄT ALS GRÖSSTER HEBEL

Bei einem weltweit tätigen Unternehmen wie der GIZ

ist Mobilität der größte Hebel zur Vermeidung und Reduktion

von THG-Emissionen. Unsere Geschäfts reisen

verursachen circa 75 Prozent unserer THG-Emis sionen.

Eine stärker auf Nachhaltigkeit ausgelegte Reisekostenrichtlinie

ist zur Minderung der unternehmensweiten

Emissionen unabdingbar. Dazu prüfen wir

Maßnahmen, die zu (quantifizierbaren) CO 2

-Einsparungen

führen sollen. Diese Maßnahmen befassen

sich mit Aspekten wie Direktflug versus

Gabelflug, Zeitschwellen für Business-Class-Flüge,

CO 2

-freundliche Fluglinien oder Kriterien zur Prüfung

der Reisenotwendigkeit.

100


FIRMENPORTRAITS

© GIZ/Sender

Projekte zur CO 2

-Kompensation

Teilnehmerinnen wählen ein

Kompensationsprojekt aus

Eine abwechslungsreiche Auswahl

am vegan-vegetarischen Buffet

Um die Anzahl der Dienstreisen zu reduzieren, setzen

wir in der Kooperation vermehrt auf digitale Tools:

Jährlich werden innerhalb der GIZ rund 330.000

Online-Meetings und -Konferenzen abgehalten.

Dienstreisen sind bei bestimmten Anlässen jedoch

weiterhin von Bedeutung, beispielsweise für den

direk ten Kontakt mit Partnern vor Ort, für die Prüfung

der Umsetzung von Projekten oder die Teilnahme an

fachspezifischen Veranstaltungen.

NACHHALTIGE VERANSTALTUNGEN

Veranstaltungen machen Nachhaltigkeit praktisch

erlebbar – dies gilt für die Organisation und die Teilnahme

gleichermaßen. Wir haben bereits 2018 einen

Wegweiser entwickelt, um soziale und ökologische

Aspekte in die Organisation von Veranstaltungen zu

integrieren, von der Konzeption über die Kommunikation

bis hin zur Durchführung und Nachbereitung.

Um nachhaltiges Veranstaltungsmanagement zu veranschaulichen,

organisierte die GIZ fünf sogenannte

Leuchtturmveranstaltungen.

Die erste dieser Veranstaltungen im Jahr 2019 war

die Fachtagung Just Transition in Berlin. Auf dieser

Tagung diskutierten Anfang Juni rund 300 GIZ-

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 50 externe

Gäste, wie sich der Übergang zu nachhaltigen,

kohlenstoffarmen Gesellschaften sozial gerecht

gestalten lässt. Bereits in den beiden Vorjahren legte

das Projektteam der Tagung einen Fokus auf nachhaltiges

Veranstaltungsmanagement – im ersten

Jahr sparte es dank einer Event-App Papier ein, im

zweiten Jahr organisierte es ein vegan-vegetarisches

Catering. „Wir hatten Sorge, dass wir damit nicht

nur Begeisterung auslösen. Das Gegenteil war der

Fall: Ein Großteil der Teilnehmenden gratulierte uns

zu dem mutigen Schritt“, sagt Organisatorin Gitta

Sender. „In diesem Jahr haben wir ein nachhaltiges

Hotel ausgewählt und damit gezeigt, dass es immer

nochmal einen Schritt weitergeht.“

Die Veranstalterinnen und Veranstalter setzten das

Tagungskonzept, die An- und Abreise und die Beschaffungen

nachhaltig und klimaneutral um. Als

weitestgehend papierlose Veranstaltung wurden

keine Programmhefte ausgehändigt, sondern alle

Infos zur Veranstaltung sowie zu nachhaltigen Unternehmungen

in und um Berlin in einer Event-App

bereitgestellt. Auch die soziale Dimension sollte nicht

zu kurz kommen: Gäste mit Kindern konnten dank

der professionellen Kinderbetreuung ihren Nachwuchs

mitbringen. Menschen mit Beeinträchtigung

konnten individuelle Assistenzen beim barrierefreien

Hotel vorab anmelden. Um Ressourcen zu sparen und

Abfall zu vermeiden, wurden zahlreiche Materialien

von vergangenen Fachtagungen wie Badges oder

Dekoration wiederverwendet. Interessierte Teilnehmer

und Teilnehmerinnen konnten sich in einer Info-Ecke

nicht nur zum Thema Nachhaltigkeit schlau machen,

sondern mit einer Klimawaage ihren eigenen CO 2

-

Fußabdruck ermitteln und darüber abstimmen, über

welches Projekt ihre Emissionen kompensiert werden

sollten.

Um die nachhaltige Ausrichtung von Veranstaltungen

der GIZ noch zielstrebiger umzusetzen, haben wir nun

verbindliche Mindeststandards verabschiedet.

QR Code zum Integrierten

Unternehmensbericht 2018

101


FIRMENPORTRAITS

ECE PROJEKTMANAGEMENT G.M.B.H. & CO. KG

Heegbarg 30

22391 Hamburg

BRANCHE

Gewerbeimmobilien

BESCHÄFTIGTE ca. 3.400

ANSPRECHPARTNERIN

Dr. Stephanie Dutzke-Wittneben, LL.M.

Manager Sustainability

Tel. +49 (0)40 / 6 06 06 - 95 35

Stephanie.Dutzke-Wittneben@ece.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2010

FIRMENPROFIL

Die ECE entwickelt und betreibt Shopping-Center

und realisiert weitere Großimmobilien wie Konzernzentralen,

Bürohäuser, Industriebauten, Logistikzentren,

Verkehrsimmobilien, Hotels und Stadtquartiere.

Mit fast 200 Einkaufszentren im Management und

Aktivitäten in 11 Ländern ist das Unternehmen europäischer

Marktführer im Shopping-Center-Bereich.

STRUKTURELL GUT AUFGESTELLT

Das Nachhaltigkeitsmanagement der ECE zeichnet

sich dadurch aus, dass es klare Strukturen und Verantwortlichkeiten

im gesamten Unternehmen gibt.

Mit dem vor vielen Jahren gegründeten Nachhaltigkeitsteam

wird Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen

gelebt und in die Arbeitsabläufe integriert

und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Strukturen

sind maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass das

Thema Nachhaltigkeit fest im Unternehmen verankert

ist. Unterstützt wird das Team von einem mit unabhängigen

Experten besetzter Nachhaltigkeitsbeirat

der die ECE strategisch berät. Er begleitet durch

kritisch konstruktive Beiträge die Entwicklung des

Unternehmens.

NACHHALTIGKEIT KONKRET

Die Ziele der ECE im Bereich Nachhaltigkeit sind

vielfältig: ein schonender Umgang mit dem Bauland,

Flächenrecycling, hohe Dauerhaftigkeit und

universelle Nutzbarkeit des Gebäudes, problemloser

Umbau und ggf. Rückbau, der Einsatz umwelt- und

gesundheitsverträglicher Stoffe und Materialien

und effiziente Energieverwendung. Die Umsetzung

dieser Ziele bedeutet harte Arbeit im Detail. Viele

Maßnahmen haben die Nachhaltigkeitsverantwortlichen

schon auf den Weg gebracht. Darunter die

Erarbeitung von Nachhaltigkeitshandbüchern mit

Handlungsempfehlungen, den Aufbau eines umfassenden

CR-Datenmanagementsystems, zahlreiche

Maßnahmen im Bereich Ressourcenschutz im Bereich

der Kühlung, Lüftung und Beleuchtung sowie die

Unterstützung von zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten,

insbesondere der Elektromobilität. Die ECE

arbeitet kontinuierlich daran, Nachhaltigkeit in allen

Geschäftsprozessen zu integrieren.

PUBLIKATIONEN

• Nachhaltigkeitsberichte

• Handbuch „Nachhaltige Shopping-Center“

• Handbuch „Nachhaltiges Betreiben von Shopping-

Centern“

• Handbuch „Elektromobilität“

• Handbuch „Bauprodukte im Mieterausbau“

Siehe: www.ece.de/nachhaltigkeit

102


© Laubner (links)/HOCHTIEF (rechts)

FIRMENPORTRAITS

DAS GANZE

IMMER IM BLICK

Nachhaltige Gebäude, die Nutzern eine gesunde Atmosphäre bieten und das Wohlbefi nden fördern: HOCHTIEF baut weltweit

„grüne“ Projekte, die höchsten Standards entsprechen. So wie in Frankfurt. Der jüngst fertiggestellte 155 Meter hohe Marienturm ist

nach den Vorgaben des Nachhaltigkeitszertifi kats LEED in Platin realisiert worden. HOCHTIEF hatte schon beim Bau größten Wert

auf Umwelt- und Ressourcenschutz gelegt – ein Beitrag für die Städte von morgen. www.hochtief.de

Wir bauen die Welt von morgen.

103


FIRMENPORTRAITS

eco-INSTITUT Germany GmbH



BRANCHE

Labordienstleistungen und Zertifizierungen

BESCHÄFTIGTE 19

ECO-INSTITUT GERMANY GMBH

Schanzenstraße 6-20

Carlswerk 1.19

51063 Köln

www.eco-institut.de

www.eco-institut-label.de

ANSPRECHPARTNER

Daniel Tigges

Geschäftsführer

Tel. +49 (0)221 / 93 12 45 - 30

daniel.tigges@eco-institut.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2015

GESUNDE INNENRAUMLUFT IM FOKUS

Wohnen, essen, arbeiten – fast 90 Prozent unserer

Lebenszeit verbringen wir Menschen hierzulande in

geschlossenen Räumen, den Großteil davon in den

eigenen vier Wänden. Dass eine gute Innenraumluft-

Qualität wichtig ist für Gesundheit und Wohlbefinden,

erkannte das eco-INSTITUT bereits vor über

30 Jahren. Seit 1988 prüft das Unternehmen Bauund

Einrichtungsprodukte, Möbel, Elektrogeräte,

Matratzen und Bettwaren – häufige Verursacher für

Schadstoffe in Innenräumen – auf unerwünschte

Chemikalien. Dabei werden die Produkte schwerpunktmäßig

auf Emissionen (Ausgasungen) in über

120 Prüfkammern untersucht. Zusätzlich überprüft

das eco-INSTITUT Produkte auf schädliche Inhaltsstoffe

wie Weichmacher oder Pestizide.

UMWELTBEWEGT – VON ANFANG AN

Für den Gründer und Geschäftsführer des eco-

INSTITUTs – Frank Kuebart – stand schon während

seines Chemie-Studiums Anfang der 1980er-Jahre

fest, dass er nicht den klassischen Weg eines Chemikers

gehen wollte. Stattdessen engagierte er sich

in der Friedensbewegung, wandte sich verstärkt

ökologischen Themen zu und gründete schließlich

gemeinsam mit Partnern das Labor. 1995 entwickelte

das eco-INSTITUT ein eigenes Prüfzeichen – daraus

ging das heutige eco-INSTITUT-Label hervor, das

Produkte auszeichnet, die strengste Schadstoff- und

Emissionsanforderungen erfüllen. Das eco-INSTITUT

ist ebenso akkreditierte und anerkannte Prüfstelle

für andere Label wie beispielsweise natureplus oder

Blauer Engel.

MITTEN IM URBANEN STADTQUARTIER

2015 verlegte das eco-INSTITUT seinen Firmensitz

von der Kölner Südstadt ins rechtsrheinische Köln­

Mülheim auf das Gelände des Carlswerks – einer

ehemaligen Kabelfabrik. Auf der einstigen Industriefläche

hat sich eine bunte Mischung von

Unternehmen, Gastronomiebetrieben, Kultur- und

Freizeiteinrichtungen angesiedelt. Für das eco-

INSTITUT waren auch die gute Anbindung an den

öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die

kurzen Anfahrtswege für einen Großteil der Mitarbeiter

wichtige Gründe für die Standortwahl. Viele

der Angestellten kommen mit dem Fahrrad zur

Arbeit, die meisten besitzen zudem ein sogenanntes

JobTicket, mit dem sie den ÖPNV zu einem vergünstigten

Preis nutzen können.

BERUF UND FAMILIE IM EINKLANG

Das eco-INSTITUT legt viel Wert auf Familienfreundlichkeit

und eine gute Work-Life-Balance: Die Arbeitszeiten

sind flexibel und die Mitarbeiter können ihr

Büro tageweise auch nach Hause verlegen. Die

Zusammengehörigkeit fördern die regelmäßigen

gemeinsamen Mittagessen und Betriebsausflüge. Das

gute Arbeitsklima zeigt sich auch an der niedrigen

Fluktuation der Mitarbeiter und ihrer teils jahrzehntelangen

Firmenzughörigkeit.

MEHR INFORMATIONEN

www.eco-institut.de

www.eco-institut-label.de

104


FIRMENPORTRAITS

E-MOTORS UG

Schäftlarnstraße 10 / KH1

81371 München

www.e-motors.de

ANSPRECHPARTNER

Stephan Schnabelmaier

Geschäftsführer, Inhaber

Tel. +49 (0)89 / 5 23 31 14

info@e-motors-online.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2013

BRANCHE

Event-, Projekt- und Kampagnen-Agentur

für Elektromobilität; e-Motorsport

BESCHÄFTIGTE 3

UNSER AUFTRAG. FORTSCHRITT!

Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland

hat e-motors bereits im Jahr 2007 damit begonnen,

sich mit dem Thema „Elektromobilität“ auseinanderzusetzen.

Schon damals war klar, dass der Marktdurchbruch

von Elektrofahrzeugen nur gelingen

kann, wenn die künftigen Nutzer die Technologie

hautnah erleben und erfahren können.

Zielführendes Projekt von e-motors ist das „Elektrodrom

® “, eine Modellstadt, die ein praxisnahes Schaufenster

in die Zukunft verkörpert und als Entwicklungsund

Vermarktungsplattform für Zukunftstechnologien

internationalen Leuchtturmcharakter hat.

In diesem Sinne bietet e-motors heute spektakuläre

Events und Kampagnen rund um das Thema Elektromobilität

in all seinen Facetten und arbeitet projektbezogen

an Konzepten und Geschäftsmodellen für

eine nachhaltige Zukunft.

LEISTUNGSSPEKTRUM

• Maßgeschneiderte Events

Ob als Messeprogramm, für kommunale Veranstaltungen

oder bei Firmenpräsentationen, e-motors

bietet Events für jede Zielgruppe und Größe:

- Roadshow Elektromobilität mit Probefahr möglichkeiten

- Showprogramm mit Elektro-KARTs, Elektro-

Motorrädern etc.

- Informationsveranstaltungen

- Showläufe mit e-Wettbewerbsfahrzeugen

• Reichweitenstarke Kampagnen

Den gesellschaftlichen Paradigmenwechsel begleiten

wir mit der Konzeption reichweitenstarker

Informations- und Kommunikationskampagnen.

Diese setzen wir auch regional, auf Landes- oder

Bundesebene professionell um. Unser zentrales

Eigenprojekt ist die bundesweite Kampagne für

MINT-Berufe „Werd was … mit Zukunft!“

• Motorsport elektrisch!

Motorsport soll vor Ort CO 2

-frei werden. Im Rennsport

sind Wettbewerbsfahrzeuge Technologieträger

für Forschung und Entwicklung. Rennsport ist aber

auch ein Publikumsmagnet und somit ein geeignetes

Werkzeug zur Vermarktung eingesetzter

Techno lo gien, von Marken und Dienstleistungen.

Seit 2009 engagiert sich e-motors im internationalen

Elektro-Rennsport.

• Projekte

Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen,

sind innovative Ideen, profitable Geschäftsmodelle

und praktikable Konzepte zur Umsetzung

erforderlich. e-motors bietet in Zusammenarbeit

mit seinem umfassenden Kompetenz-Netzwerk

aus Prakti kern und Profis aller Fachrichtungen zielführende

und effektive Lösungsansätze für jeden

Bedarf:

- Kommunale Elektromobilitätskonzepte (z.B.:

Umstellung des innerstätdischen Lieferverkehrs

auf Elektrofahrzeuge am Beispiel der Markthallen

München)

- Fuhrparklösungen

- Entwicklung multimodaler Verkehrskonzepte

- Potenzial- und Machbarkeitsstudien

- Vermarktungskonzepte für Elektrofahrzeuge,

Ladeinfrastruktur, erneuerbare Energien und

energienahe Dienstleistungen

- Sensibilisierung von potenziellen Nutzern durch

Workshops und Seminare

WEITERFÜHRENDE LINKS

• www.e-motors.de

• www.wwmz.de

105


FIRMENPORTRAITS

ENTEGA NATURPUR INSTITUT GGMBH

Frankfurter Straße 110

64293 Darmstadt

Tel. +49 (0)6151 / 7 01 - 10 61

www.naturpur-institut.de

info@naturpur-institut.de

BRANCHE

Energieversorgung

BESCHÄFTIGTE 2.000

ANSPRECHPARTNER

Matthias W. Send

Vorsitzender der Geschäftsführung

Tel. +49 (0)6151 / 7 01 - 10 60

matthias.w.send@naturpur-institut.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2009

„Probleme werden nie mit derselben Denkweise gelöst, durch die sie entstanden sind.“

Albert Einstein

DEN KLIMAWANDEL BEKÄMPFEN

Die Energiewirtschaft ist bei der Bekämpfung des

Klima wandels in besonderer Weise gefordert. Als einer

der führenden Energie- und Infrastrukturdienstleister

ist die ENTEGA AG Wegbereiter einer

modernen Nachhaltigkeit in der deutschen Energiewirtschaft:

ökologisch verantwortungsvoll und

weitblickend in der Entwicklung einer innovativen

und zukunftsorientierten Energieversorgung. Mit der

Gründung der ENTEGA NATURpur Institut gGmbH

hat die ENTEGA AG einen weiteren Schritt in die

Zukunft einer nachhaltigen Energieversorgung

gemacht.

Wer Fortschritt in Richtung einer modernen Daseinsvorsorge

will, muss über den Tag hinaus denken und

handeln: Das ENTEGA NATURpur Institut leistet als

Plattform für die anwendungsorientierte Forschung

einen Beitrag, die Umsetzungsdefizite im Hinblick

auf eine nachhaltige Energieversorgung zu beheben

und setzt sich für eine zukunftsfähige Lebenswelt

ein. Dazu zählt auch der dauerhafte, nachhaltige

Klima- und Umweltschutz. Insbesondere unter dem

Gesichtspunkt der erneuerbaren Energieerzeugung,

der Energieeffizienz sowie entsprechender zukunftsorientierter

Energietechnik und Energieanwendung.

Das Institut konzentriert sich außerdem auf die

För derung von innovativen und interdisziplinären

Projekten in den Bereichen Elektromobilität sowie

intelli genten Städten der Zukunft (Intelligent Cities)

und will zum öffentlichen Diskurs über die Themen

Klimaschutz und nachhaltige Versorgung anregen.

Leitbild für die ENTEGA NATURpur Institut gGmbH

ist eine moderne Daseinsvorsorge, die den nachhaltigen

Zugang zu den Grundgütern Energie und

Wasser sichert.

Im Geschäftsjahr 2019 hat das ENTEGA NATURpur

Institut u. a. die Kooperationen mit der Technischen

Universität Darmstadt (TUD) und der Hochschule

Darmstadt (h.da) fortgeführt. So finanziert das Institut

weiterhin die Stiftungsprofessur für das Fachgebiet

„Angewandte Geothermie“ am Institut für Angewandte

Geowissenschaften. Durch die Unterstützung

sollen die Forschungskapazitäten der Technischen

Universität Darmstadt gestärkt und die Qualität der

Lehre weiter verbessert werden.

Das ENTEGA NATURpur Institut unterstützte die

Hochschule Darmstadt im Wintersemester 2018/19

bei der jährlich stattfindenden Vortragsreihe „Energie

für die Zukunft“, mit der das Bewusstsein für

Nachhaltigkeit geschärft, ein schonender Umgang

mit Energie gefördert und zugleich für den Ausbau

zukunftsfähiger Energietechnologien geworben

wird. Die Vorträge fanden am monatlichen Wissenschaftstag

der Kultureinrichtung Centralstation

Darmstadt statt und wurden durch den zentralen

Veranstaltungsort erneut „in die Mitte der Darmstädter

Gesellschaft“ getragen.

MEHR INFORMATIONEN

www.naturpur-institut.de

106


FIRMENPORTRAITS

FABER-CASTELL AKTIENGESELLSCHAFT

Nürnberger Straße 2

90546 Stein

www.faber-castell.de

info@faber-castell.de

ANSPRECHPARTNER

Dr. Mathias Makowski

Tel. +49 (0)911 / 99 65 - 0

BRANCHE

Schreibgeräte

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2000

BESCHÄFTIGTE 8.000

FIRMENPROFIL

Faber-Castell ist eines der weltweit führenden Unternehmen

für hochwertige Produkte zum Schreiben,

Zeichnen und kreativen Gestalten sowie dekorativer

Kosmetikprodukte. Mit über zwei Milliarden Blei- und

Farbstiften pro Jahr und rund 8.000 Mitarbeitern ist

Faber-Castell der bedeutendste Hersteller von holzgefassten

Stiften weltweit. Heute ist das Unternehmen in

über 120 Ländern vertreten und verfügt über eigene

Produktionsstätten in neun sowie Vertriebsgesellschaften

in 23 Ländern weltweit. Das 1761 gegründete

Industrieunternehmen Faber-Castell ist eines der ältesten

der Welt und seit neun Generationen im Besitz

derselben Familie. Seine führende Position auf dem

internationalen Markt verdankt das Unternehmen der

traditionellen Selbstverpflichtung zu höchster Qualität

und der großen Zahl von Produktinnovationen.

NACHHALTIGE RESSOURCENNUTZUNG

Die umweltverträgliche Sicherung der Holzressource

ist für Faber-Castell eines der wichtigsten strategischen

Ziele. Das Unternehmen verarbeitet jedes Jahr

mehr als 100.000 Tonnen Holz. Um die Nachhaltigkeit

des Rohstoffs zu gewährleisten, stammt das Holz für

die Blei- und Buntstiftproduktion von Faber-Castell

ausschließlich aus zertifizierten Quellen.

Seit rund drei Jahrzehnten setzt das Unternehmen

auf eigene, nachhaltig bewirtschaftete Wälder in

Prata (Brasilien). Die Forstplantage wird nicht nur

zur Holzgewinnung genutzt, sondern dient auch

dem Schutz der Ökosysteme und dem Erhalt der

Biodiversität und ist vom Forest Stewardship Council ®

(FSC ® ) als „sozialverträglich, ökologisch wertvoll und

wirtschaftlich rentabel“ zertifiziert.

Auch im Bereich der Energieerzeugung geht Faber-

Castell mit gutem Beispiel voran: Mindestens 63

Prozent der zugekauften Energie stammt aus erneuerbaren

Energieträgern. Derzeit wird geprüft, wie der

Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen

gruppenweit auf 100 Prozent ausgeweitet werden

kann – an den Standorten in Brasilien und Österreich

konnte dies bereits erfolgreich umgesetzt werden.

91 Prozent der eigenproduzierten Energie erzeugte

Faber-Castell im Geschäftsjahr 2017/18 mit Hilfe von

erneuerbaren Energieträgern. Die Energie kommt

hierbei aus der energetischen Verwertung industrieller

Resthölzer aus der Brettchen- und Bleistiftproduktion

in den holzverarbeitenden Werken. Zusätzlich wird

am Standort Stein bereits seit 1956 Wasserkraft aus

dem benachbarten Fluss zur Stromerzeugung genutzt.

2014 wurde die Wasserkraftturbine grundsaniert und

kann, abhängig vom Wasserstand der Rednitz, bis zu

zwei Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen.

Darüber hinaus ist die Faber-Castell Gruppe seit 2014

vom TÜV als klimaneutral zertifiziert und alle drei

westeuropäischen Standorte sind gemäß ISO 50001

zertifiziert.

ENGANGEMENT UND MITGLIEDSCHAFTEN

• 2007 B.A.U.M.-Umweltpreis für vorbeugendes

und ganzheitliches Umweltmanagement

• 2008 A.-W. Graf von Faber-Castell (1941-2016)

wird zum Ökomanager des Jahres gekürt

• 2010 A.-W. Graf von Faber-Castell (1941-2016)

erhält das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

• 2014 A.-W. Graf von Faber-Castell (1941-2016)

erhält B.A.U.M.-Umweltpreis für sein

Lebenswerk

• 2016 PSI Sustainability Awards:

Kategorie 3: „Social Excellence“

Kategorie 4: „Environment Initiative“

Kategorie 5: „Social Initiative“

107


FIRMENPORTRAITS

FLUGHAFEN HAMBURG GMBH

Stabstelle Umwelt

22335 Hamburg

www.hamburg-airport.de

BRANCHE

Verkehr, Betrieb und Aufrechterhaltung der

Flughafeninfrastruktur

ANSPRECHPARTNER

Axel Schmidt

Leiter Stabstelle Umwelt

Tel. +49 (0)40 / 50 75 - 15 97

Fax +49 (0)40 / 50 75 - 18 78

aschmidt@ham.airport.de

BESCHÄFTIGTE

2.103 in der FHG-Gruppe

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2000

REALISIERTE UMWELTSCHUTZ- UND NACHHALTIG-

KEITSMASSNAHMEN IM UNTERNEHMEN

• Einrichtung eines zertifizierten Umweltmanagementsystems

(EMAS und ISO 14.001)

• Zertifizierung nach Airport Carbon Accreditation

(Level 3)

• Stationäre Energieversorgung der Flugzeuge mit

Wärme/Kälte und Strom

• Betrieb eines flughafeneigenen Blockheizkraftwerks

• Extern bezogene Elektrizität 100 Prozent klimaneutral

• Klimawald zur Kompensation von dienstreisebedingten

CO 2

-Emissionen

• Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge bei der Bodenabfertigung

(Wasserstoff-, Erdgas- und Elektrofahrzeuge

sowie synthetisches Dieselsubstitut)

• Förderung schadstoffarmer Mitarbeitermobilität

(Zuschuss ÖPNV, Fahrradaktiver Betrieb)

• Einsatz energieeffizienter Gebäudetechnik (Thermolabyrinth

zur Klimatisierung der Terminals, CO 2

-

Sensoren zur Anpassung der Luftversorgung)

• Regenwassernutzung in den Terminals

• Umsetzung von Schallschutzprogrammen in der

Nachbarschaft und Lärmschutzmaßnahmen

Nachhaltige Grünflächenbewirtschaftung und

Förderung der Biodiversität

ORGANISATION VON UMWELTSCHUTZ UND

NACHHALTIGKEIT

Hamburg Airport ist nicht nur wichtiger Schrittgeber

für die norddeutsche Wirtschaft und bedeutender

Arbeitgeber für Hamburg und die Metropolregion,

sondern unterstreicht zugleich seit vielen Jahren seine

Verantwortung als modernes, umweltbewusstes

Unternehmen. Mit dem nachhaltigen Unternehmensleitziel

„innovativ, umweltbewusst, vorbildlich“ hat es

sich der Flughafen zur Aufgabe gemacht, die Umwelt­

auswirkungen des Betriebs so weit wie möglich zu

reduzieren sowie Maßnahmen zur Vermeidung von

Umweltbelastungen zu ergreifen. Über gesetzliche

Erfordernisse hinaus hat sich Hamburg Airport zur

Reduktion seiner Umweltauswirkungen verpflichtet

und ist nach EMAS, ISO 14001 und Airport Carbon

Accreditation Level 3 zertifiziert. Umweltschutz wird

systematisch und zielgerichtet in allen Unternehmensbereichen

umgesetzt. Durch die enge Kooperationen

mit Akteuren aus Forschung und Entwicklung sowie

die Mitarbeit in nationalen und internationalen Verbänden

findet ein ständiger Austausch über Neuerungen

im Umweltschutz statt. Hamburg Airport

erprobt innovative Umweltschutzmaßnahmen und

beteiligt sich an umweltbezogenen Pilotprojekten

rund um die Luftfahrt und den Airportbetrieb.

CO 2

-MANAGEMENT UND KLIMANEUTRALITÄT

BIS 2021

Ab 2021 wird Hamburg Airport den Betrieb des

Flughafens klimaneutral stellen (Scope 1 und 2 Emissionen).

Seit 2009 konnte Hamburg Airport seine CO 2

-

Emissionen bereits von rund 40.000 t CO 2

auf rund

15.000 t CO 2

reduzieren. Rund 50 Prozent des Bedarfs

an Wärme und Strom werden durch das flughafeneigene

erdgasbetriebene Blockheizkraftwerk abgedeckt

(Wirkungsgrad rund 92 Prozent). Zur umweltfreundlichen

Klimatisierung der Terminalgebäude

wird darüber hinaus ein Thermolabyrinth genutzt.

Darin herrscht durch die natürliche Erdwärme in rund

11 m Tiefe ganzjährig eine konstante Temperatur von

ca. 10 bis 12° C. Im Sommer wird die angesaugte

Außenluft hier vorgekühlt, im Winter vorgewärmt.

Anschließend gelangt die temperierte Luft in die

Klima anlagen der Terminals, wodurch die erforderliche

Leistung der Anlagen deutlich gesenkt wird. Den

108


FIRMENPORTRAITS

© Michael Penner, Flughafen Hamburg GmbH

Alternativ angetriebener Fuhrpark am Hamburg Airport

Flughafenimker Ingo Fehr

größten Teil des vor Ort benötigten Stroms bezieht

der Flughafen von externen Energieversorgern. Seit

2015 beschafft Hamburg Airport ausschließlich klimaneutral

erzeugten Strom.

SCHADSTOFFARME MOBILITÄT

Seit Sommer 2013 setzt Hamburg Airport das „Mobilitätskonzept

2020“ um. Es sieht vor, bis 2020

mindestens 50 Prozent des Fuhrparks auf Fahrzeuge

mit alternativen Antrieben umzustellen. Jedes neu

angeschaffte Fahrzeug am Hamburg Airport muss

seit 2013 grundsätzlich mit einem alternativen und

umweltfreundlichen Antriebssystem ausgestattet

sein, sofern der Markt wirtschaftlich und technisch

vernünftige Alternativen bereitstellt. Schon jetzt, ein

Jahr vor Ablauf der Frist, ist das Ziel weit übertroffen:

Inzwischen fahren über 70 Prozent des umstellfähigen

Fuhrparks mit alternativen Antrieben.

Für den noch rund 200 Fahrzeuge umfassenden Diesel­

Fuhrpark hat Hamburg Airport seine Betriebstankstelle

Ende 2016 auf synthetischen Dieselkraftstoff

umgestellt. Durch den Einsatz dieses neuartigen

Kraftstoffs werden sowohl die Schadstoffemissionen

der dieselbetriebenen Fahrzeuge und Geräte als auch

deren CO 2

-Emissionen drastisch verringert. Hamburg

Airport ist der erste internationale Flughafen weltweit,

der diesen synthetischen Kraftstoff für seine gesamte

Flotte nutzt. Der Alternativkraftstoff ist eine ergänzende

Maßnahme zum Mobilitätskonzept 2020, da

er für die dieselbetriebenen Spezialfahrzeuge eine

ideale Übergangsversorgung ist.

Der Flughafen bietet den Tieren optimale Lebensbedingungen:

die größte zusammenhängenden

Grünfläche der Stadt und eine vielfältige Flora. Seit

2015 setzt sich Hamburg Airport gemeinsam mit der

Deutschen Wildtierstiftung speziell für den Schutz

der Wildbienen ein. Wildbienen verzeichnen im

städtischen Raum einen dramatischen Rückgang, jede

zweite in Deutschland beheimatete Bienenart steht

bereits auf der Roten Liste. Auf dem Flughafengelände

wurden Projektflächen ausgewiesen, die mit einer

speziellen Wildblumensaat sowie heimischen Stauden

und Gehölzen ökologisch aufgewertet wurden. Der

Flughafen schafft damit wertvolle Brut- und Nistplätze

und verbessert das Nahrungsangebot für die

Wildbiene. Ergänzt wird das Angebot durch mehrere

große Insektenhotels auf dem Betriebsgelände. Im

September 2018 wurde die Initiative als offizielles

Projekt im Rahmen der UN-Dekade „Biologische

Vielfalt“ ausgezeichnet.

AKTUELLE PUBLIKATIONEN MIT

WEITERFÜHRENDEN INFORMATIONEN

• Umwelterklärung 2017-2020

• Geschäftsbericht 2018

BIENENPROJEKT

Bereits seit 1999 werden jedes Jahr im April bis zu acht

Bienenstöcke auf dem Flughafengelände aufgestellt.

109


FIRMENPORTRAITS

FATTORIA LA VIALLA

Via di Meliciano 26

I-52029 Castiglion Fibocchi

Tel. +39 0575 / 47 77 20

Fax + 39 0575 / 44 77 04

www.lavialla.it

BRANCHE

Biologisch- biodynamische Erzeugnisse,

Agrotourismus

BESCHÄFTIGTE 150

ANSPRECHPARTNERIN

Annette Mueller

annette.mueller@lavialla.it

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2014

NATÜRLICHE QUALITÄT FÜR VOLLEN GENUSS

Genuss und Nachhaltigkeit? Hervorragender Wein

und CO 2

-Neutralität?

Traditionelle Rezepte und moderne Technik? Dass dies

keine Gegensätze sein müssen, beweist die Familie

Lo Franco mit ihrer Fattoria La Vialla.

Die Fattoria La Vialla ist ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb

im Chianti-Gebiet, der größte Demeter

zertifizierte in der Toskana.

Was vor über vierzig Jahren mit einem Landhaus

und ein paar Hektar Land in der Toskana begann,

ist gegenwärtig nicht nur der größte biodynamische

Bauernhof und Weingut, sondern auch einer der beliebtesten

Agriturismo (Bauernhof mit Gästebetrieb)

der Toskana. Gianni, Antonio und Bandino Lo Franco

führen die Fattoria La Vialla in zweiter Generation

und lenken deren Geschicke. „La Vialla“, erklärt

Antonio Lo Franco stolz, „ist heute ein komplexer

Landwirtschaftsbetrieb mit unterschiedlichsten Produktionsbereichen:

Trauben – Wein, Oliven – Öl, Viehzucht

– Milch und Schafskäse, Getreide – Pasta und

Plätzchen, Gemüseanbau – Soßen, bis hin zu einem

100 Prozent natürlichen Nahrungsergänzungsmittel

(OliPhenolia ® ) und Biokosmetik.“

VON ANFANG AN SETZTE DIE FAMILIE AUF

BIOLOGISCHE ANBAUMETHODEN – GANZ OHNE

PESTIZIDE UND ANDERE GIFTE.

Daran hat sich bis heute nichts geändert: Ende der

Neunziger Jahre wurde der Betrieb auf Demeter-

Niveau umgestellt.

Die Schafe, die die Milch für den hauseigenen Pecorino

liefern, genießen ein freies Leben auf der Weide.

Alle Weinsorten sind selbstverständlich biologisch –

biodynamisch (und vegan), genauso wie die Tomaten

und das andere Gemüse, die zu „Sugo“ verarbeitet

werden oder das exquisite kalt gepresste Olivenöl, das

in der eigenen Ölmühle hergestellt wird.

Weite Transportwege werden vermieden: „Es ist

extrem wichtig, dass jede Frucht erst dann gepflückt

wird, wenn sie ihren natürlichen Reifezeitpunkt

erreicht hat. Das geht aber nur, wenn die Weiterverarbeitung

sofort und in der Nähe passiert“, erklärt

Gianni Lo Franco.

Auch bei der Energie- und Wasserversorgung der

Fattoria La Vialla setzen die Lo Francos ganz auf Klimaschutz

und Nachhaltigkeit: Eine Fotovoltaik-Anlage

produziert so viel Strom, dass auf fossile Energien zur

Stromerzeugung verzichtet werden kann.

Der Barriquekeller und die Ölmühle wurden gut

isoliert in die Erde eingebaut, sodass eine energieintensive

Kühlung vermieden wird.

Die Abwässer aus den Arbeitsräumen werden von

einer Pflanzenkläranlage gefiltert und weiterverwendet.

Um die Bewässerung der Pflanzen zu sichern, wird

Regenwasser gesammelt und über ein komplexes

Rohrsystem in drei Seen geleitet.

Schon 2009 wurde La Vialla auf der Klimakonferenz

in Kopenhagen als gelungenes Beispiel für ökologisch-nachhaltige

Landwirtschaft gelobt, und 2014

zertifizierte natureOffice die Fattoria offiziell als

klima neutrales Unternehmen. Insgesamt nimmt die

Fattoria La Vialla sogar mehr CO 2

auf, als sie abgibt.

Da versteht es sich von selbst, dass die biologischen

Erzeugnisse so umweltfreundlich wie möglich zugestellt

werden.

2017 wurde den Brüdern Gianni, Antonio und

Bandino Lo Franco der B.A.U.M. Umweltpreis für

herausragendes Engagement für Umweltschutz und

nachhaltige Entwicklung verliehen.

110


FIRMENPORTRAITS

… wir feiern über 40 Jahre La Vialla

Die Erzeugnisse der Fattoria gibt es im eigenen Hofladen

in der Toskana und werden auch direkt nach Hause geliefert.

„Metti bòn, cava bòn!“

(Tu Gutes rein, hol Gutes raus!)

…. seit über 40 Jahren!

Und es zahlt sich aus! Nicht nur in besonders gesunden

und leckeren Erzeugnissen, sondern auch in

internationalen Anerkennungen...

Allein 2019 gelang La Vialla ein „Vierer-Trumpf“

an Aus zeichnungen: „Bio-Winzer des Jahres“ bei

Mundus Vini Biofach, Berliner Wein Trophy und Vinitaly

„Wine Without Walls“ sowie „Best of Show“

für den Chianti Riserva bei Prowein.

„KEINES UNSERER ERZEUGNISSE VERLÄSST

DEN HOF,

wenn nicht alle Familienmitglieder inklusive unserer

Eltern und Kinder dafür gestimmt haben. Aber auch

nicht, wenn wir der Meinung sind, dass es auf dem

Markt schon ein solches Produkt mit vergleichbarem

Geschmack gibt. Wenn wir etwas machen, dann weil

wir überzeugt davon sind, dass es etwas Besonderes

ist“, da sind sich die drei Brüder einig. „Das gilt

insbesondere auch für unser Olivenöl Extravergine.

Italienisches Olivenöl ist aufgrund seiner zweifelhaften

Qualität oder der Herkunft der Oliven oft in Verruf gekommen.

Wir können für unsere Oliven bürgen. Denn

sie sind ein Erzeugnis unserer Fattoria, gepresst wird

schonend und kalt, und basta. Unser Öl ist uns heilig!“

Mittlerweile gehören zu La Vialla nicht nur die Felder

bei Arezzo, sondern auch ein Olivenhain in Apulien

sowie Weinberge in der Maremma, auf Sizilien und

Die drei Brüder Gianni, Antonio und Bandino Lo Franco

sind gleichberechtigte Teilhaber und Verwalter der Fattoria

La Vialla.

im Oltrepò Pavese in Norditalien für die Herstellung

des Metodo Classico. Die drei Brüder Lo Franco

sind gleichberechtigte Teilhaber und Verwalter der

Fattoria La Vialla. Alle drei haben einen Universitätsabschluss

in Wirtschaftslehre und Handel. Die

Grundlagen der Feldarbeit lernten sie bereits als

Kinder, als sie mit ihren Eltern und mit befreundeten

Familien die Wochenenden auf dem ersten

restaurierten Hof von La Vialla verbrachten. Aus dem

Hobby wurde Berufung. Die drei Brüder arbeiten in

einvernehmlichem Respekt miteinander. Ihre Stärke

liegt in ihrer konstruktiven Zusammenarbeit: „Wir

führen den Betrieb, indem wir unsere individuellen

Kenntnisse bündeln. Jeder von uns verfügt über ganz

persönliche Fachkenntnisse, die seinen Interessen

entsprechen. Wir wissen aus Erfahrung, dass man

auf den Gebieten am besten ist, die man am meisten

liebt“, betont Bandino Lo Franco.

Wer je die auserlesenen Erzeugnisse der Fattoria

La Vialla probiert hat, weiß um die geschmackvolle

Zusammenstellung des Paketeinhalts und gerät ins

Schwärmen. Jeder Artikel ist nicht nur ein kulinarischer

Genuss, sondern ist auch liebevoll verpackt.

Die Erzeugnisse der Fattoria gibt es im eigenen Hofladen

in der Toskana oder sie können auf Bestellung über den

Prospekt der Fattoria oder www.lavialla.it direkt nach

Hause geliefert werden.

Von April bis Oktober kann man in der Toskana von Montag

bis Freitag die Fattoria, den Weinkeller, die Ölmühle,

die Backstube und die Soßenküche besuchen.

111


FIRMENPORTRAITS

GIRSBERGER GMBH

Ersteiner Straße 2

79346 Endingen

www.girsberger.com

info@girsberger.com

BRANCHE

Möbelhersteller, Büromöbelhersteller,

Einrichtungslösungen

BESCHÄFTIGTE

350 (Gruppe)

ANSPRECHPARTNERIN

Dorothea Scheidl-Nennemann

Public Relations Manager Girsberger Group

Tel. +49 (0)7642 / 68 98 - 0

dorothea.scheidl@girsberger.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2013

UNTERNEHMENSPROFIL

Die Schweizer Unternehmensgruppe wurde im Jahr

1889 gegründet und entwickelte sich bald zu einem

namhaften Sitzmöbelhersteller. Schwerpunkt des

Angebots sind heute qualitativ hochwertige und

innovative Möbellösungen für den Büro- Objektund

Wohnbereich sowie eine besondere Verarbeitungskompetenz

im Segment Massivholz. Dank der

interdisziplinär angelegten eigenen Manufakturen

und der hohen Fertigungstiefe erfolgte eine strategische

Weiterentwicklung durch die Geschäftsfelder

Customized Furniture, Remanufacturing und einen

eigenen Massivholzhandel.

Außerhalb der Schweiz ist Girsberger mit Vertriebsgesellschaften

in Deutschland, Frankreich, Benelux,

Österreich und der Türkei präsent; der Hauptsitz

befindet sich in Bützberg bei Bern. Produziert wird

in Bützberg (CH), Endingen (D), Kraljevci (SRB) und

Silivri (TR).

NACHHALTIGKEIT – UNTERNEHMEN IN BALANCE

Die unternehmerische Verantwortung mit allen Facetten

war immer ein zentraler Teil der Firmenphilosophie

von Girsberger. Produziert wird in der Schweiz und

in Deutschland – seit 2015 klimaneutral. Rohstoffe

und Komponenten werden zu über 80 Prozent von

Lieferanten bezogen, die im Umkreis von 600 km

der Werke angesiedelt sind. Damit ist garantiert,

dass die Produkte sozial und ökologisch verträglich

hergestellt und den eigenen Ansprüchen an Qualität

und Nachhaltigkeit sowie denen der Kunden

gerecht werden. Der Leitgedanke: Funktionalität mit

hohem praktischem Nutzen, präzise Fertigung in

handwerklicher Tradition sowie Materialehrlichkeit

und Beständigkeit. Mit dem Geschäftsbereich Remanufacturing

wird sogar die besonders nachhaltige

Möglichkeit geboten, in die Jahre gekommene Möbel

in größeren Stückzahlen einer Generalüberholung zu

unterziehen, sie aufzufrischen und neu zu polstern.

Michael Girsberger, der das Unternehmen in Familienbesitz

in der vierten Generation führt, hat einen der

wichtigsten Grundsätze vor Jahren so formuliert:

„Größten Wert legen wir darauf, möglichst immer

die richtige Balance zwischen ökonomischem Erfolg,

sozialer Orientierung und ökologischer Verantwortung

zu finden“.

Girsberger erhielt durch die Ratingorganisation

EcoVadis die internationale Goldmedaille 2019 für

unternehmerische Verantwortung mit 65 von 100

möglichen Gesamtpunkten. Damit liegt die Unternehmensgruppe

Girsberger in der Gesamtbewertung

der Corporate Social Responsibility (CSR) unter den

Top 5 Prozent, im Bereich Umwelt unter den Top 4

Prozent und hinsichtlich nachhaltiger Beschaffung

unter den Top 3 Prozent der von EcoVadis weltweit

zertifizierten Unternehmen der möbelproduzierenden

Branche.

112


FIRMENPORTRAITS

Fotos v.l.n.r.: KKL | Girsberger

Im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) wurden

alle 1898 Klappsitze der Saalbestuhlung durch Girsberger

Remanufacturing überarbeitet.

Henning Schweizer, Geschäftsführer der Girsberger

GmbH in Endingen a. K.

INTERVIEW MIT HENNING SCHWEIZER, GESCHÄFTSFÜHRER GIRSBERGER GMBH

Herr Schweizer, wie kam es zum Geschäftsbereich

Remanufacturing?

Erste Projekte entstanden aus Kundenanforderungen

wie Service- und Reparaturleistungen heraus. Oft

ergab sich auch ein historischer oder sogar denkmalgeschützten

Kontext mit besonderem Anspruch an

Authentizität. Weitere Anforderungen kamen hinzu

und dann blieb es nicht nur bei einer Renovierung,

sondern Möbel erhielten auch dank eigener Entwicklungsingenieure

und Testlabors neue Produkteigenschaften

wie erweiterten Komfort, Brandschutz oder

zusätzliche technische Upgrades etwa hinsichtlich

der Raumakustik. Beispiele dafür sind das Kulturund

Kongresszentrum Luzern (KKL), die Tonhalle St.

Gallen, das Theater Basel oder die Konzerthalle Bad

Salzuflen.

Langlebige Produkte sind eine wichtige Voraussetzung

für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Mit unserer Dienstleistung setzten wir uns dafür ein,

dass Möbel nicht vorschnell entsorgt und ersetzt

werden, sondern einer zweiten Nutzungsdauer zugeführt

werden.

Welche Anwendungsgebiete eignen sich besonders?

Girsberger Remanufacturing widmet sich heute

der industriellen Instandsetzung von Mobiliar, vor

allem von Sitzmöbeln sowie Saal- und Konzertbestuhlungen.

Mit diesem übrigens ganz herstellerunabhängigen

Service verleihen wir ihnen quasi ein

zweites Leben. Leider werden seitens vieler Hersteller

Ersatzteile mittlerweile nur kurzzeitig vorgehalten.

Dabei ist nichts nachhaltiger als die Instandsetzung.

Obwohl wir als Möbelhersteller ja auch selbst vom

Neuverkauf leben, bieten wir diese Leistung aus unserer

Überzeugung für nachhaltiges Handeln heraus

an. Erhalten statt ersetzen, renovieren statt entsorgen,

ist also Teil unserer Geschäftspraxis.

Wie wirkt sich Remanufacturing hinsichtlich der Kosten

und in der Ökobilanz aus?

Die konkrete Umsetzung einer Idee von Kreislaufwirtschaft

ist im Wesentlichen Teil eines umfassenden

Nachhaltigkeitsansatzes – nicht nur seitens

Girsberger, sondern auch seitens der Kunden. Die

Instandsetzung liegt preislich erfahrungsmässig unter

den Kosten einer Neuanschaffung qualitativ gleichwertiger

Produkte. Ökologisch gesehen bedeutet

Remanufacturing das Einsparen wesentlicher Material-

und Energieressourcen. Hinzu kommen durch die

Ausführung bei Girsberger ein sozial- und umweltverträglicher

Verhaltenskodex für Lieferanten sowie

eine zu hundert Prozent klimaneutrale Produktion.

Dass wir für 2019 mit der EcoVadis Goldmedaille ausgezeichnet

wurden, freut uns sehr und unterstreicht

unsere Bemühungen.

MEHR INFORMATIONEN

www.girsberger.com

113


FIRMENPORTRAITS

GLOBUS SB-WARENHAUS HOLDING

GMBH & CO. KG

Leipziger Straße 8

66606 St. Wendel

www.globus.de

kundenservice@globus.de

BRANCHE

Lebensmitteleinzelhandel

BESCHÄFTIGTE 323

ANSPRECHPARTNERIN

Isabel del Alcazar von Buchwald

presse@globus.net

Tel. +49 (0)721 / 6 25 14 - 23

Fax +49 (0)721 / 6 25 14 - 92

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1998

UNTERNEHMENSPROFIL

Vor über 190 Jahren gegründet, ist Globus als saarländisches

Familienunternehmen heute für viele

Menschen nicht nur Einkaufsstätte, sondern Lebensmittelpunkt

und Treffpunkt in der Region. Neben

eigenverantwortlichem Handeln und Gestaltungsfreiraum

möchte Globus insbesondere Verantwortung

für Mensch, Natur und Unternehmen übernehmen.

Darüber hinaus ist nachhaltiges Denken und Handeln

seit jeher fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie

bei Globus. Von Ressourcenschonung über die

intensive Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern bis

zur Unterstützung der regionalen Wirtschaft engagieren

sich die 47 Globus SB-Warenhäuser für Mensch,

Natur und Unternehmen und treiben das nachhaltige

Engagement des Unternehmens gemeinsam voran.

REGIONALE PARTNERSCHAFTEN

Regionale und lokale Partnerschaften mit Herstellern,

Lieferanten und Handwerksbetrieben spielen für den

Globus-Markt in Leipzig-Seehausen eine zentrale Rolle.

Eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit

liegt dem Markt dabei besonders am Herzen.

Unter dem Dach „Gutes von hier“ präsentiert Globus

Ware aus einem Umkreis von 40 Kilometern. Durch

die regionale Zusammenarbeit werden Lieferanten

vor Ort unterstützt und die heimische Wirtschaft

gefördert. So werden Arbeitsplätze in der Region

erhalten, und den Kunden werden frischeste Produkte

durch kurze Lieferwege garantiert. Der Globus

Leipzig-Seehausen wird von mehr als 42 Betrieben aus

der Region beliefert. Vom lokalen Imker, der unsere

eigenen Honigbienen auf dem Dach betreut, über

Leipziger Getränke- und Spirituosenlieferanten und

ortsansässige Käseproduzenten bis hin zu BIOLAND

Bördegarten.

Mit über 3.000 Artikeln bietet der Globus-Markt

seinen Kunden darüber hinaus ein vielfältiges Bio­

Sortiment an, das in so gut wie allen Sortimentsbereichen

zu finden ist. Neben Bio-Lebensmittelhersteller

Alnatura kooperiert Globus auch mit den Landbauverbänden

Demeter, Bioland und Naturland. Globus

ist zudem Gründungsmitglied des „Arbeitskreis

Ökologisch engagierter Lebensmittelhändler und Drogisten“

(ÖLD). Seit Anfang 2017 engagiert sich Globus

gemeinsam mit weiteren Lebensmittelhändlern im

„Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft e.V.“

(BÖLW), dem auch der Demeter-Verband angehört.

Einen bewussten Ernährungs- und Lebensstil vermittelt

der Globus-Markt seinen Kunden zudem über

Verkostungen, Seminare und Ernährungsberatung.

VIELSCHICHTIGES ENERGIEMANAGEMENT

Besondere Akzente setzt der Globus in Leipzig-Seehausen

mit seinem vielschichtigen Energiekonzept,

durch das jährlich 90 Tonnen CO 2

eingespart werden.

Durch diese Einsparung konnte der Strombezug des

SB-Warenhauses seit 2017 um 15 Prozent verringert

werden. Mehr Transparenz beim Energieverbrauch

bietet hier ein komplexes zentrales Energiedatenmonitoring,

an welches alle Globus-Märkte angeschlossen

sind. 400.000 Messwerte werden täglich

erfasst und bieten eine Vielzahl an Analysemöglichkeiten

zur Lokalisierung von Ausfällen im Energieverbrauch.

Durch eine Kraft-Wärme-Kopplung wird

anhand von Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW)

im Globus Leipzig-Seehausen Wärme und Strom

erzeugt, der zu 100 Prozent im Markt verbraucht

wird. Anstatt Erdgas lediglich zur Wärmeerzeugung

zu verbrennen, wird Erdgas auch zur Stromerzeugung

eingesetzt und die aus dem Prozess resultierende

Abwärme vollständig genutzt. Insgesamt 40 Prozent der

114


FIRMENPORTRAITS

© Globus SB-Warenhaus

Globus bietet seinen Kunden mit über 3.000 Artikeln ein

vielfältiges Bio-Sortiment an und kooperiert mit Landbauverbänden

Demeter, Bioland und Naturland und dem Bio-

Lebensmittelhersteller Alnatura.

Durch eine Kraft-Wärme-Kopplung wird anhand von

Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW) im Globus Leipzig-

Seehausen Wärme und Strom erzeugt, der zu 100 Prozent

im Markt verbraucht wird.

Globus-Standorte sind bereits mit den hocheffizienten

Klein-BHKWs ausgestattet. Um den Energiebedarf im

Markt noch weiter nachhaltig zu senken, wurde in

die Anschaffung energieeffizienter Maschinen und

Geräte investiert. Durch diese Investitionen konnte

der Stromverbrauch deutlich reduziert werden. Beispielsweise

hat sich bei den Schneidemaschinen, die

wir in unserer Eigenproduktion im Einsatz haben, die

Schnittleistung um einiges verbessert – sie schneiden

nicht nur effizienter, sondern auch genauer sowie

leiser und verbrauchen darüber hinaus deutlich weniger

Strom. Daneben achtet Globus verstärkt auf das

Material der Geräte und investiert hier insbesondere

in Maschinen aus Volledelstahl, da diese eine längere

Nutzungsdauer und Haltbarkeit mit sich bringen.

NACHHALTIGE VERPACKUNGEN

Globus hat es sich zum Ziel gesetzt, sinnvolle, durchdachte

und nachhaltige Verpackungsoptimierungen

durchzuführen und den Anteil an Kunststoffmaterial

effektiv zu reduzieren. Als Teil des Rezyklat-Forums

setzt sich Globus für die Vermeidung und Reduzierung

von Kunststoffverpackungen, die Erhöhung der

Recyclingquoten sowie für eine stärkere Verwendung

von Rezyklaten ein. Bereits seit April 2016 bietet

der Globus in Leipzig-Seehausen an den Kassen

keine kostenlosen Kunststofftüten mehr an. In den

Obst- und Gemüseabteilungen können Kunden

wiederverwendbare Polyester-Beutel käuflich erwerben.

Damit schafft Globus eine umweltfreundliche

Alternative zu Einweg-Kunststofftüten. Durch die

Nutzung von Alter nativrohstoffen, wie beispielsweise

kompostierbare Maisstärke-Folien, umweltschonende

Kartonagen und durch lebensmitteltaugliche

Lasergeräte erzeugte Natural Brandings, werden

Kunststoffverpackungen im Markt reduziert. Daneben

wird konsequent an nachhaltigen Verpackungen in

der Globus-Gastronomie gearbeitet. So sind beispielsweise

die Verpackungen für Burger und Pommes

kompostierbar. Grundsätzlich wird in allen Bereichen

geprüft, wie Verpackungen sinnvoll gestaltet werden

können, um sowohl der Lebensmittelsicherheit, der

Wünsche der Kunden als auch einer sinnvollen Entsorgung

gerecht zu werden.

AUSZEICHNUNGEN

Mit dem EHI-Energiemanagement-Award wurde

Globus 2015 für seine umfassende Energiestrategie

ausgezeichnet. 2017 erhielt das Unternehmen den

„Goldenen Ehrenbrief“ der Interessengemeinschaft

für gesunde Lebensmittel (IG FÜR) überreicht. Die

Auszeichnung spiegelt die Anerkennung für das

große gesellschaftliche Engagement des Unternehmens

im Hinblick auf Frische, Qualität und die langfristigen

und nachhaltigen Beziehungen zu seinen

Lieferanten wider.

MEHR INFORMATIONEN

www.globus.de/leipzig-seehausen/gutes-von-hier.php

www.globus.de/bewusst-leben/bewusst-handeln/index.php

115


FIRMENPORTRAITS

GRANDER GMBH

Bergwerksweg 10

A-6373 Jochberg

www.grander.com

info@grander.at

BRANCHE

Wasserbelebung

… DIE GANZE KRAFT DES WASSERS

ANSPRECHPARTNER

Johann Grander

Geschäftsführung

Tel. +43 (0)5355 / 2 03 35

BESCHÄFTIGTE

GRANDER ® -Zentrale in Jochberg, AT: 28

Mitarbeiter/Partner weltweit: ca. 500

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2009

GRANDER ® belebtes Wasser zeigt überall dort, wo

Wasser fließt, getrunken und gebraucht wird, positive

Effekte und Nutzen. Johann Grander ( † 2012) gründete

1979 das Familienunternehmen GRANDER ® und

mit der Entdeckung der Wasserbelebung bereichert

das Unternehmen seit 4 Jahrzehnten das Leben und

die Arbeit von vielen hunderttausend Anwendern

weltweit.

UNTERSCHIED ZWISCHEN BELEBTEM UND

UNBELEBTEM WASSER IST JETZT AUCH

MESSTECHNISCH DARSTELLBAR

Die tägliche Praxis, und die tausendfachen positiven

Wirkungserfahrungen durch private und betriebliche

Anwender gingen der wissenschaftlichen Erklärbarkeit

voraus. Durch jahrzehntelange Forschung und

die hervorragende Kooperation mit renommierten

Forschungseinrichtungen ist es nun gelungen, messtechnisch

den Unterschied zwischen belebtem

und unbelebtem Wasser darzustellen. GRANDER ®

bezo gene Ergebnisse aus der Studie *) , die in der Forschungsgruppe

Applied Water Physics bei WETSUS

erarbeitet wurde, wurden im Rahmen des Wassersymposiums

am 7.9.2019 erstmals einer breiten

Öffentlichkeit vorgestellt.

DIE NUTZEN DER GRANDER ® -EFFEKTE WISSEN-

SCHAFTLICH UNTERMAUERT

Jedes Wasser besitzt die Fähigkeit Kalk zu lösen. Dabei

spielen die Parameter pH-Wert und Temperatur eine

wesentliche Rolle. Auch die Sättigung mit anderen

Mineralien und Stoffen bestimmt, wieviel Kalk im

Wasser gelöst bleibt und ab wann sich dieser auszukristallisieren

beginnt. In belebtem Wasser beginnen

sich Ablagerungen erst ab einem höheren Härtegrad,

als in unbelebtem Wasser zu bilden.

DER NUTZEN VON GRANDER ® BEZÜGLICH

ABLAGERUNGEN

• Belebtes Wasser toleriert einen höheren Härtegrad

ohne Ablagerungsbildung

• In Kombination mit einem Ionentauscher kann

die Resthärte auf einen höheren Wert eingestellt

werden

• Das Wasser hat einen besseren Geschmack

Bakterien brauchen Nährstoffe und ein entsprechendes

Milieu, um sich im Wasser halten und vermehren

zu können. In belebtem Wasser ist die natürliche

Hintergrundflora aktiver und verbraucht mehr Nährstoffe,

so können sich unerwünschte Bakterien

schlechter etablieren. Sollte der Schmutzeintrag aber

sehr hoch sein, sollte auch in diesem Fall eine Kombination

mit konventionellen Behandlungsmethoden

angestrebt werden.

DER NUTZEN BEZÜGLICH MIKROBIOLOGISCHER

STABILITÄT

• Belebtes Wasser bleibt auch bei höherem Nährstoffgehalt

stabil

• Höhere mikrobiologische Stabilität

• Spart Kosten bei Chemie, Strom und Wartung

www.grander.com

*)

Strong Gradients in Weak Magnetic Fields Induce DOLLOP Formation in Tap Water – Martina Sammer, Cees Kamp,

Astrid H. Paulitsch-Fuchs, Adam D. Wexler, Cees J. N. Buisman and Elmar C. Fuchs – Received: 21 January 2016;

Accepted: 23 February 2016; Published: 3 March 2016

116


FIRMENPORTRAITS

117


FIRMENPORTRAITS

GREEN BRANDS ORGANISATION GMBH

Wacholderbergstraße 29

90587 Veitsbronn (bei Nürnberg)

www.Green-Brands.org

BRANCHE

Brand Marketing, Markenkommunikation,

Zertifizierung

ANSPRECHPARTNER

Norbert R. Lux

Geschäftsführer

Tel. +49 (0)911 / 9 79 95 99

Norbert.Lux@Green-Brands.org

BESCHÄFTIGTE 3

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2013

INTERNATIONALES GÜTESIEGEL FÜR

ÖKOLOGISCH NACHHALTIGE MARKEN

GREEN BRANDS ist eine internationale, unabhängige

und selbständige Markenbewertungs-Organisation,

die ökologisch nachhaltige Marken auszeichnet und

das GREEN BRANDS Gütesiegel verleiht. Marken sind

Unternehmen, Produkte, Dienstleister, Initiativen,

Lebensmittel sowie Persönlichkeiten.

GREEN BRANDS sind mit dem Gütesiegel ausgezeichnete

Marken aller Branchen und Größen im B2B- und

B2C-Bereich, die nachweisbar ökologische Nachhaltigkeit

praktizieren und somit eine hohe – nationale

wie internationale – Anerkennung verdienen.

WELTWEIT EINZIGARTIGES VERFAHREN

Das dreistufige Verfahren zur Auszeichnung ist

weltweit einzigartig und wird zusammen mit dem

internationalen, wissenschaftlichen Nachhaltigkeitsinstitut

SERI (Wien) sowie hochrangigen und hochkompetenten

Jury-Mitgliedern in zweijährigem

Turnus durchgeführt.

• Nominierung: mittels Marktforschung, Nennung

durch NGOs, Interessensverbände, Medien-Partner

oder Jury-Mitglieder sowie bereits ausgezeichnete

GREEN BRANDS selbst.

• Validierung: durch wissenschaftlich aufbereitete

Kriterienkataloge wird der Stand auf dem GREEN-

BRANDS-Index von Experten ermittelt. Die teilnehmenden

Marken erhalten eine transparente Auswertung

und können somit sehr gut erkennen, bei

welchen Kriterien sie gut aufgestellt sind und / oder

wo ein Veränderungs- sowie Verbesserungspotential

liegt.

• Jury-Entscheid: abschließende Beurteilung der

Validierung/Auswertung und finale Instanz zur

Anerkennung der Auszeichnung

BENEFITS

GREEN BRANDS veröffentlicht in zweijährigem Turnus

das Buch der ausgezeichneten Marken des jeweiligen

Landes und ehrt die Marken im Rahmen einer Gala-

Veranstaltung.

GREEN BRANDS promotet durch breite und großangelegte

Medien-Kooperationen im B2B- und

B2C-Sektor die ausgezeichneten Marken und fördert

dadurch die Marken-Awareness bzw. Akzeptanz und

Anerkennung bei den Verbrauchern, bei Geschäftskollegen

und eigenen Mitarbeitern.

Das GREEN BRANDS Gütesiegel wurde zum international

anerkannten Entscheidungskriterium für

zukünftiges Kauf- und Marktverhalten im B2B- und

B2C-Bereich.

INTERNATIONALE AUSRICHTUNG

Start des Auszeichnungs-Verfahrens war 2011 in

Österreich. Hier wurden in bereits vier beendeten

Zyklen über 100 Marken ausgezeichnet! Darunter

etliche zum dritten und vierten Mal, die zur Anerkennung

der wiederholten erfolgreichen Prüfung

das Güte siegel mit Stern bzw. mit zwei/drei Sternen

erhielten.

Seit 2012 wurden in Deutschland über 80 Marken

ausgezeichnet. Das fünfte Verfahren (2020 / 2021)

beginnt im Frühjahr 2020 und es können noch Nominierungen

berücksichtigt werden.

Auch hier haben bereits etliche Marken das Verfahren

(erneut) erfolgreich bestanden und erhielten das

Gütesiegel mit Stern bzw. mit zwei / drei Sternen.

GREEN BRANDS expandiert auch in weitere Länder, so

begannen wir nun bereits in der Schweiz, in Ungarn,

in Tschechien und der Slowakei mit dem Verfahren.

118


FIRMENPORTRAITS

DRUCKEREI

119


FIRMENPORTRAITS

GROHE AG

Feldmühleplatz 15

40545 Düsseldorf

www.grohe.com

sustainability@grohe.com

BRANCHE

Sanitärindustrie

ANSPRECHPARTNER

Norbert Lange

Head of Corporate EHS & Sustainability

Management

BESCHÄFTIGTE

ca. 6.500 Mitarbeiter

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2016

JEDER TROPFEN ZÄHLT: GROHE SETZT MESSBARE, SICHTBARE UND GANZHEITLICHE AKZENTE IM

BEREICH NACHHALTIGKEIT

Die aktuelle Debatte rund um Herausforderungen

wie Ressourcen- & Wasserknappheit bis hin zum

wachsenden globalen Energiebedarf geben wichtige

Impulse für die Entwicklung fortschrittlicher und

umweltschonender Lösungen und zeigen die Dringlichkeit

des Themas Nachhaltigkeit. Als eine der international

führenden Marken für ganzheitliche Badlösungen

und Küchenarmaturen hat sich GROHE von

Beginn an selbst in die Verantwortung genommen

– eine Verantwortung, die sich auf den Menschen,

die Umwelt und die Gesellschaft als Ganzes erstreckt.

Seit dem Jahr 2000 ist das Thema Nachhaltigkeit integraler

Bestandteil der Unternehmens strategie und

neben Qualität, Technologie und Design Kernwert

der Marke GROHE. Das Portfolio umfasst nachhaltig

gefertigte und ressourcenschonend arbeitende Produkte,

die im globalen Produktionsnetzwerk mit einheitlich

hohen Fertigungsstandards und einzigartiger

Präzisionstechnik entstehen. Innovation, Design und

Entwicklung sind dabei stets eng aufeinander abgestimmt

und als integrierter Prozess fest am Standort

Deutschland verankert. Damit tragen GROHE Produkte

das Qualitätssiegel „Made in Germany. Seit 2014 ist

GROHE Teil des internationalen Markenportfolios der

japanischen LIXIL Group Corporation, die weltweit

richtungsweisende Wassertechnologien und Gebäudeausstattungen

entwickelt.

UNSERE MISSION BEI GROHE: DER 360-GRAD-

NACHHALTIGKEITSANSATZ

Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil von GROHEs

Unternehmensstrategie und wird aktiv kontinuierlich

vorangetrieben. Dabei verfolgt die Sanitärmarke konse­

quent einen Ansatz der 360-Grad-Nachhaltigkeit,

der die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Produkte,

Prozesse und den Beitrag zur Gesellschaft gleichermaßen

umfasst. Dabei orientiert sich GROHE an den

17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable

Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen.

Dazu zählt zum Beispiel die Verfügbarkeit und nachhaltige

Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung

(SDG 6).

Die Sanitärmarke verfügt über ein umfassendes

Nachhaltigkeitsmanagement. Dazu gehören unter

anderem das Sustainability Council, das den Vorstand

bei Fragen der Nachhaltigkeit unterstützt, sowie die

Fachabteilung GROHE Corporate EHS & Sustainability

Management. Alle zwei Jahre veröffentlicht die Marke

einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem anerkannten

Standard der GRI (Global Reporting Initiative).

RESSOURCENSCHONENDE TECHNOLOGIEN FÜR

EIN NACHHALTIGES KUNDENERLEBNIS

GROHE reduziert den CO 2

-Fußabdruck des Unternehmens

durch Investitionen in Blockheizkraftwerke,

energiesparende Maschinen und Anlagen sowie

durch Photovoltaik. Für die Werkserweiterung in

Klaeng, Thailand, hat die Marke das Silber-Zertifikat

der Deutschen Gesell schaft für Nachhaltiges Bauen

(DGNB) erhalten. Und bei den Fertigungsprozessen

setzt der Hersteller ebenfalls auf neueste Technologien,

um seine Nachhaltigkeit zu steigern: 2019

wurde beispielsweise das material sparende 3D-

Metalldruck-Verfahren für die Armaturen serie GROHE

Icon 3D eingeführt.

120


FIRMENPORTRAITS

Von links nach rechts: Marco Saathoff (Portfoliomanager LichtBlick SE), Dieter Brübach (Mitglied des Vorstands B.A.U.M.

e.V.), Thomas Fuhr (CEO GROHE), Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums

für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit), Prof. Dr. Maximilian Gege (Vorsitzender B.A.U.M. e.V.), Martin

Oldeland (Mitglied des Vorstands B.A.U.M. e.V.). Bild rechts: Blockheizkraftwerk am GROHE Standort in Lahr.

CO 2

-NEUTRALITÄT

Nun geht GROHE noch einen Schritt weiter: Die Marke

verfolgt das Ziel, als erster führender Hersteller der Sanitärbranche

bis 2020 eine CO 2

-neutrale Produktion zu

erreichen. Dafür wurden im Juli 2019 alle Produktionswerke

auf Ökostrom umgestellt. Der Sanitärhersteller

wird darüber hinaus ab 2020 unvermeidbare Emissionen

durch Kompensationsprojekte ausgleichen und

dabei Aktivitäten unterstützen, die sich an sehr hohen

Maßstäben wie z.B. dem vom WWF federführend

entwickelten Gold-Standard orientieren.

NACHHALTIG WIRKENDE PRODUKTE

GROHE Produkte sollen den Kunden einen sicheren

und verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen

Wasser und Energie ermöglichen. Mit der

GROHE EcoJoy Technologie lassen sich beispielsweise

dank Einsatz eines Durchflussmengenbegrenzers

Wassereinsparungen von bis zu 50 Prozent erreichen,

während Armaturen, die mit der GROHE SilkMove

ES Technologie ausgestattet sind dafür sorgen, dass

in der Hebel-Mittelstellung ausschließlich kaltes

Wasser fließt. Das Wassersicherheitssystem GROHE

Sense und Sense Guard ist eine digitale Lösung, um

unentdeckte Leckagen frühzeitig zu erkennen. Im

Falle eines Rohrbruchs schaltet das System sogar die

Wasserversorgung sofort ab und verhindert, dass aus

einem Tropfen eine Überschwemmung wird.

NACHHALTIGKEIT DURCH GESELLSCHAFTLICHE

VERANTWORTUNG

Für GROHE bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur Klimaund

Umweltschutz. Im Zuge des jährlichen LIXIL

Community Day engagieren sich die Mitarbeiter den

ganzen Oktober über in zahlreichen sozialen Projekten.

Neben eigeninitiierten Projekten möchte die Marke

auch durch Kooperationen einen Beitrag im Bereich

Nachhaltigkeit leisten. Daher unterstützt GROHE seit

November 2019 das Pacific Garbage Screening Projekt

der Architektin Marcella Hansch, mit dem Ziel, Ozeane

und Flüsse von Plastik zu befreien.

AUSGEZEICHNETES ENGAGEMENT

Als Vorreiter in der Sanitärindustrie setzt GROHE

weltweit Maßstäbe. Dieses Engagement findet auch

außerhalb der Branche Anerkennung durch renommierte

Auszeichnungen wie zum Beispiel:

Deutscher Nachhaltigkeitspreis:

• 2014 (Top 3 in der Kategorie „Ressourceneffizienz“)

• 2015 (Top 3 in der Kategorie „Deutschlands

nachhaltigste Großunternehmen“)

• 2016 (Top 5 in der Kategorie „Deutschlands

nachhaltigste Großunternehmen“)

• 2019 (Top 3 in der Kategorie „Deutschlands

nachhaltigste Großunternehmen“)

2020 (Top 3 in der Kategorie „Deutschlands

nachhaltigste Großunternehmen“)

CSR-Preis der Bundesregierung

• 2017 (Gewinner in der Kategorie „Unternehmen

mit 1.000 und mehr Beschäftigten)

B.A.U.M Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis

• 2019 (für GROHE CEO Thomas Fuhr in der

Kategorie „Großunternehmen“)

121


FIRMENPORTRAITS

HANSEWERK NATUR GMBH

Am Radeland 25

21079 Hamburg

Tel. +49 (0)40 / 2 37 82 72 62

Fax +49 (0)40 / 23 78 27 10

info-vertrieb@hansewerk-natur.com

www.hansewerk-natur.com

BRANCHE

Energieversorger

BESCHÄFTIGTE 260

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2018

UMWELTFREUNDLICHE WÄRME FÜR DEN NORDEN

HanseWerk Natur steht für eine umweltschonende

und sichere Energieversorgung in Norddeutschland –

und das bereits seit Jahrzehnten. Das Unternehmen

erzeugt Warm- und Heißwasser, Dampf, Kaltwasser

oder Strom. Dabei gewinnt HanseWerk Natur die

Wärme nicht nur aus Brennwertkesseln, sondern

setzt zunehmend auch auf Kraft-Wärme-Kopplung

in Blockheizkraftwerken. Die umweltschonende

Erzeugung von Strom in BHKW geschieht bereits

zu zwei Dritteln mit regenerativen Brennstoffen,

also etwa Biogas oder Bioerdgas. Außerdem macht

das Unternehmen Prozessabwärme, wie Müll- oder

Produktionsabwärme, für seine Kunden nutzbar.

Nahe die Hälfte der bei HanseWerk eingesetzten

Primärenergien wird regenerativ erzeugt.

Jedes Jahr liefert das Unternehmen mit Sitz in Hamburg

circa 1.100 Gigawattstunden (GWh) Wärme mit

circa 800 Megawatt (MW) Leistung aus insgesamt

1.100 Anlagen. Rund 200 Blockheizkraftwerke mit

einer elektrischen Leistung von 50 MW produzieren

in Kraft-Wärme-Kopplung 200 GWh Strom. Neben

der Versorgung von Kunden aus der Wohnungswirtschaft,

der Industrie oder Krankenhäuser betreibt

HanseWerk Natur umfangreiche Nahwärmesysteme

für Endkunden im Norden. Außerdem bietet das

Unternehmen BHKW-Service und technische Betriebsführung

an sowie Quartierslösungen mit Mieterstrom

und Elektromobilität.

Abgaswärmepumpen und Gesamtwirkungsgraden

von mehr als 95 Prozent errichtet. Die BHKW-Motoren

betreibt HanseWerk Natur mit eigenem Fachpersonal

und sorgt so für einen reibungslosen, störungsfreien

Betrieb. Die neueste Hocheffizienz-Anlage kann mit

jeweils rund 8,5 MW elektrischer und thermischer

Leistung im Hamburger Westen gleichzeitig Strom

für bis zu 20.000 Haushalte sowie Wärme für umgerechnet

rund 2.800 Haushalte produzieren.

GRÜNE ENERGIEUMWANDLUNG

Durch den Einsatz von regenerativen Energiemengen

und Blockheizkraftwerkstechnik erreicht HanseWerk

Natur in seinem Hamburger Nahwärmesystem sehr

gute Primärenergiefaktoren zwischen 0,21 - 0,57 sowie

sehr geringe CO 2

-Emissionsfaktoren zwischen 65

und 92 Gramm pro Kilowattstunde (g/kWh) Wärme.

In vielen schleswig-holsteinischen Wärmenetzen von

HanseWerk Natur liegen die Werte sogar noch deutlich

darunter. Der Primärenergiefaktor ist ein Indikator,

der das Verhältnis von eingesetzter Primärenergie

zu abgegebener Endenergie anzeigt. Je kleiner der

Primärenergiefaktor ist, desto effizienter und grüner

ist auch die Energieumwandlung und das ist das Ziel

von HanseWerk Natur.

WEITERE INFORMATIONEN

www.hansewerk-natur.com

HOCHEFFIZIENTE TECHNOLOGIE

Um die Klimaziele der Stadt Hamburg zu unterstützen,

hat HanseWerk Natur zwischen 2012 und 2018 vier

hocheffiziente Blockheizkraftwerk-Anlagen (rund

24,5 MW elektrische Leistung) mit nachgeschalteten

122


FIRMENPORTRAITS

HIPP WERK GEORG HIPP OHG

Georg-Hipp-Straße 7

85276 Pfaffenhofen

www.hipp.de

ANSPRECHPARTNERIN

Evi Weichenrieder

+49 (0)8441 / 75 78 61

BRANCHE

Babynahrung, Babypflege

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1996

BESCHÄFTIGTE ca. 3.500

GRÜNES HIPP PARKHAUS

Als führender Hersteller von Babynahrung fühlt sich

HiPP besonders kommenden Generationen verpflichtet.

Aus diesem Grund zieht sich umweltbewusstes

und nachhaltiges Handeln wie ein roter Faden bis

heute durch die Unternehmensgeschichte. Einen

wichtigen Nachhaltigkeitshebel sieht HiPP auch bei

Investitionsentscheidungen wie zum Beispiel Neubauten.

Gerade am Produktionsstandort Pfaffenhofen

prägen das HiPP-Werk und die dazugehörenden

Gebäude durch ihre zentrale Lage das Stadtbild. Das

2018 eröffnete HiPP Parkhaus zeigt mustergültig,

wie ein an das Umfeld angepasster Bau den urbanen

Raum bereichern kann.

DURCHDACHTE LÖSUNG

Besonderes Augenmerk lag neben den verwendeten

Baumaterialien auf der Außengestaltung des Komplexes.

Zwischen dem Verwaltungsgebäude und dem

kleinen Flüsschen Ilm fügt sich nun ein ungewöhnlicher

Bau beinahe so in die Umgebung, als wäre er

schon immer dagewesen. Bei der Planung hatten

die Architekten den Auftrag, ein Gebäude zu entwerfen,

das sich harmonisch in das Umfeld einfügt

und der nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens

entspricht. Daraus entstand die Idee, bei der

Gebäude hülle ansprechende Optik und ökologischen

Mehrwert zu vereinen.

für hunderte Pflanzen wie Blauregen, Efeu, Hopfen

und wilden Wein. Durch den Bewuchs entstehen

großflächig Lebensräume für Vögel und Insekten.

Auch auf dem Flachdach fördert HiPP den Erhalt

der Artenvielfalt durch eine Kiesgründachmischung,

auf der sich kleine Tiere und Insekten wohlfühlen.

In vollem Bewuchs gewährleistet die grüne Fassade

auch ein gesundes Klima im Inneren des Gebäudes.

HIPP ALS VOGELHEIMAT

Das Werksgelände in Pfaffenhofen war bei Vögeln

auch vor dem Parkhausneubau schon sehr beliebt.

Nisthilfen finden sich genügend und so verwundert

es nicht, dass neben einem Wanderfalken viele andere

Vogelarten am Standort ein Zuhause gefunden

haben. Aber welches Exemplar passt besser zu einem

Babynahrungshersteller als ein Storch? Um ihn anzulocken,

sind die Vogelbehausungen bei HiPP seit 2018

um ein wahres Schmuckstück reicher. Auf dem Dach

des neuen Parkhauses flochten zwei HiPP Mitarbeiter

ein Storchennest, das nun für den Einzug des ersten

Storchenpaares bereitsteht.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei HiPP finden Sie

unter www.hipp.de/nachhaltigkeit oder

www.bioweitergedacht.de

HOLZKLEID SCHMÜCKT BAU

360 Lärchen- und Kiefernstämme aus nachhaltiger,

regionaler Forstwirtschaft bilden die außergewöhnliche

Fassade des stattlichen Gebäudes. Die Stämme

schmiegen sich an das Parkhaus und wirken fast wie

eine überdimensionierte Bastelarbeit von Kindern.

Schon jetzt dienen die Bäume zusätzlich als Rankhilfe

123


FIRMENPORTRAITS

IKEA DEUTSCHLAND GMBH & CO. KG

Am Wandersmann 2-4

65719 Hofheim-Wallau

deutschland.presse@ikea.com

www.IKEA.de

BRANCHE

Einzelhandel

BESCHÄFTIGTE 18.088

ANSPRECHPARTNERIN

Simone Settergren

Corporate Communications / Public Affairs

Tel. +49 (0)6122 / 5 85 61 73

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1990

URBANES IKEA: BILLY & CO. IN DER

HAMBURGER CITY

Mitten in Deutschlands ältester Fußgängerzone, der

Großen Bergstraße in Hamburg-Altona, können Besucher

Teelichter und BILLY Regale kaufen: Vor fünf

Jahren hat IKEA hier den weltweit ersten Store in der

Innenstadt eröffnet.

„Mit diesem City-Store hatten wir absolutes Neuland

betreten“, sagt Johannes Ferber, Property Manager

IKEA Deutschland. Das schwedische Möbelunternehmen

möchte damit näher am Kunden sein. Auch

der Zeitgeist spielt eine große Rolle: „Immer mehr

Menschen gerade in der Stadt entscheiden sich bewusst

gegen ein Auto – vor allem sie möchten wir

ansprechen.“ Der Umweltgedanke zeigt sich auch

darin, dass IKEA hier eine Gewerbebrache revitalisiert

hat, ohne zusätzliche Fläche zu versiegeln.

Der Bahnhof von Altona liegt nur 300 Meter vom

Einrichtungshaus entfernt. Wer mit Bus oder Bahn

kommt, kann sich das BILLY Regal oder den PAX

Schrank am IKEA Transportschalter bequem noch am

selben Tag nach Hause liefern lassen. Hinzu kommen

Liefermodelle wie Carsharing, Lastentaxi, Fahrradkurier

oder Lastenfahrräder zum Verleih.

MIT KLEINEREN FORMATEN IN DIE CITIES

Im Inneren setzt IKEA auf eine umweltschonende und

energiesparende Technik – eine Kombination aus Kältemaschinen

und Wärmepumpen in Verbindung mit

Gasbrennkesseln sorgt für das Beheizen bzw. Kühlen.

In Zukunft möchte IKEA mit kleineren Store-Formaten

noch mehr Innenstädte erobern. „2018 haben wir

entschieden, unsere Expansionsstrategie neu auszurichten“,

sagt Johannes Ferber. Der Fokus liegt dabei

auf den großen deutschen Metropolregionen – und

den Anfang macht Berlin. „Hier sind wir bereits auf

Standortsuche. Wie unsere neuen Store-Formate aussehen,

steht noch nicht fest. Denn unsere künftigen

Konzepte werden individueller und flexibler sein.“ Auf

jeden Fall ist IKEA wieder mittendrin, nur wesentlich

kleiner als IKEA Altona.

Besuchen Sie uns auch auf unserem Unternehmensblog

unter www.ikea-unternehmensblog.de

Einkaufen bei IKEA in der City ist etwas anders als im

„normalen“ IKEA: Statt zwei Stockwerke sind es hier

acht – Anlieferung und Lager sind im Untergeschoss.

Darüber gibt es drei Stockwerke für den Verkauf inklusive

dem Kinderbereich Småland, Schwedenbistro und

Restaurant, eine Etage für Büros und Mitarbeiterrestaurant

und schließlich vier zurückgestaffelte Parkebenen.

Vorbei spazierende Fußgänger können durch Schaufenster

bzw. Glasfassaden in das Gebäude hineinsehen.

124


FIRMENPORTRAITS

© IKEA

INTERVIEW MIT CHRISTIANE SCHARNAGL, SUSTAINABILITY MANAGERIN IKEA DEUTSCHLAND

Frau Scharnagl, in Altona gibt es hervorragende Anbindungen

an das ÖPNV-Netz. Wie sieht das für andere

IKEA Standorte aus, die oft in direkter Autobahnnähe

liegen?

Wir eröffnen im nächsten Jahr unser 54.tes Einrichtungshaus

in Karlsruhe an der Durlacher Allee. Hier

haben wir noch idealere Voraussetzungen als in

Altona: In Karlsruhe liegt die Haltestelle nur wenige

Meter vom Haupteingang entfernt, es gibt Stadtbahnanschluss

mit teilweise überregionalen Verbindungen.

Deutschlandweit arbeiten wir an einem so genannten

Country Mobility Plan. Er hat das Ziel, unsere Einrichtungshäuser

mit nachhaltigeren Transportmitteln

noch besser erreichbar zu machen und gleichzeitig

das Angebot an klimafreundlichen Lieferkonzepten

weiter zu entwickeln. Hier setzen wir auf bessere

ÖPNV-Anbindungen, Kooperationen mit Mobilitätsdienstleistern

und auch eine verbesserte Infrastruktur

für Fußgänger und Radfahrer.

Wie will IKEA in Zukunft möglichst klimaneutral BILLY

& Co. nach Hause liefern?

Wir setzen vor allem auf individuelle, maßgeschneiderte

Lieferkonzepte, die es unseren Kunden so einfach wie

möglich macht die Einkäufe bequem, preisgünstig

und möglichst CO 2

-neutral nach Hause zu bringen.

Dazu gehören Car-Sharing, Fahrräder zum Ausleihen

oder ein Fahrradkurier bzw. ein E-Lastenfahrrad für

größere Möbel.

In Altona testen wir zudem einen E-Cargo Träger von

NÜWIEL. Das ist ein elektrifizierter Lastenanhänger,

den sich unsere Kunden ausleihen können. NÜWIEL

kann dabei nicht nur als gezogener Handwagen,

sondern auch als Anhänger für jedes Fahrrad, ob

elektrisch oder nicht, genutzt werden. Die Last von

bis zu 150 Kilogramm zusätzlich zum Eigengewicht

des Anhängers ist nicht spürbar, da ein Elektromotor

unterstützt.

Außerdem planen wir ab 2025 nur noch emissionsfreie

Autos und Lieferwagen für Customer Deliveries

& Services einzusetzen. Die Fahrzeuge werden

spätestens ab 2025 ausschließlich mit Strom aus

erneuerbaren Energien geladen werden.

Auch möchten wir all unseren 53 Einrichtungshäusern

E-Transporter für unsere Kunden zur Verfügung

stellen. Aktuell können wir diesen Service in Wallau, in

Frankfurt Nieder-Eschbach, Kamen, Rostock, Magdeburg

und Freiburg anbieten.

Wie gehen Sie generell mit dem Thema Elektromobilität

um? Ist das die Zukunft?

IKEA ist eines der Gründungsmitglieder der Initiative

EV100 der Climate Group mit dem Ziel, den Umstieg

auf Elektromobilität zu beschleunigen. Seit März 2019

können alle Besucher an allen IKEA Standorten in

Deutschland kostenlos Ökostrom laden – mit dieser

Initiative sind wir ein Vorreiter weit über den Einzelhandel

hinaus.

E-Mobilität ist nur ein Puzzleteil einer nachhaltigeren

Mobilität. Hier hilft ein ganzheitlicher Ansatz. Es

bedarf vieler Bausteine und Konzepte, gerade Innenstädte

lebenswerter zu gestalten. Wasserstoffbasierte

Mobilität gehört dazu ebenso wie der Ausbau von

Rad- und Fußwegen oder ausreichende Parkmöglichkeiten

außerhalb der City.

125


FIRMENPORTRAITS

BRANCHE

Bio-Produkte für Mensch, Tier, Pflanze, Boden und

Gewässer

Brot und Backwaren, Konditoreierzeugnisse,

Partyservice

BESCHÄFTIGTE ca. 400

KANNE BROTTRUNK GMBH & CO.

BETRIEBSGESELLSCHAFT KG

Bahnhofstraße 68, 59379 Selm-Bork

www.kanne-brottrunk.de

ANSPRECHPARTNER

Christel Kanne /Wilhelm Karl Kanne, Geschäftsführer

Tel. +49 (0)2592 / 97 40 - 0

wilhelm.kanne@kanne-brottrunk.de

BÄCKEREI KANNE GMBH & CO. KG

Im Geistwinkel 40, 44534 Lünen

www.baeckerei-kanne.de

ANSPRECHPARTNER

Wilhelm Kanne jun., Geschäftsführer

Tel. +49 (0)2306 / 7 56 60 - 0

wk.jun@baeckerei-kanne.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1989

FIRMENGESCHICHTE

Die Anfänge des Familienunternehmens Kanne gehen

auf die Gründung der Bäckerei Kanne im Jahr

1904 zurück. 1948 tritt Wilhelm Kanne sen. in das

väterliche Unternehmen ein und übernimmt 1957 die

Leitung des Unternehmens.

Seit Anfang der 80er Jahre war die Entwicklung von

Produkten zum Wohle des Menschen im Einklang

mit der Natur elementarer Bestandteil der Firmen

und Lebensphilosophie von Wilhelm Kanne Senior.

Darauf aufbauend folgt 1981 die Gründung der

Kanne Brottrunk GmbH & Co. KG, was 1986 mit der

Eröffnung moderner Produktionshallen mit Backstraßen,

Abfüllanlagen und Gärbehältern, um rahmt von

Biotopen und Obstwiesen, fortgesetzt wurde.

Heute ist das Unternehmen der weltweit einzige

Anbieter des Original Kanne Bio Brottrunks und führt

Produkte aus Brottrunk ® und Fermentgetreide ® , Brotaufstriche,

Senf, aber auch Kosmetikartikel.

Durch die weitere Intensivierung der Forschung und

stetige Neuentwicklung werden die Kanne Produkte

auch in der Landwirtschaft eingesetzt, um die Gesundheit

von Tier, Pflanze, Boden und Gewässern zu

verbessern. Dies ist heute unter der „Kanne Anbau-

Methode“ bekannt.

Zahlreiche Landwirte im In- und Ausland haben durch

die Überzeugungskraft von Wilhelm Kanne sen. Ihre

Betriebe auf diese Anbau-Methode umgestellt.

Alle Kanne Bio Brottrunk ® Produkte werden nach

biologisch-ökologischen Standards hergestellt und

sind bio-zertifiziert.

1986 folgt die Aufnahme des Exportgeschäfts in viele

Länder Europas.

In der seit 1987 gegründeten Versuchsgärtnerei wird

im Freiland und in Gewächshäusern Gemüse für den

regionalen Markt angebaut.

In der Kanne Umweltakademie auf dem Gelände der

Bäckerei Kanne in Lünen, die 1996 erbaut wurde,

können interessierte Besucher, Ärzte, Heilpraktiker,

Naturheilvereine sowie Umwelt- und Sportvereine

das Kanne Konzept hautnah erleben.

Hier produzieren eine Windkraft- und Foto voltaikanlage

erneuerbare Energien für den Eigenbedarf

des Betriebes.

FIRMENPHILOSOPHIE UND PREISE

Das Kanne-Konzept, für das Wilhelm Kanne sen. im

Jahr 2001 den B.A.U.M.-Umweltpreis erhielt, beinhaltet

ganzheitliches ökologisches Denken und Handeln

zum Schutz natürlicher Ressourcen.

2014 ging der Unternehmerpreis „Erfolgreich nachhaltig“

der Kommende Dortmund sowie der von der

WGZ-Bank und Funke-Mediengruppe vergebene

Initiativpreis NRW in der Kategorie „Erneuerbare

Energien und Umweltschutz“ an das Unternehmen.

DIE NEUE GENERATION

Dank seines unternehmerischen Weitblicks und um

sich noch mehr um die Forschung rund um den

Brottrunk zu kümmern, übergab er den Betrieb

frühzeitig an seinen Sohn Wilhelm Karl Kanne, der

das Unternehmen heute in der vierten Generation

mit seiner Familie führt.

„Es liegt an uns, die Umwelt zu verbessern und sie

so auch künftigen Generationen zu erhalten“, sagt

Wilhelm Kanne jun., der Enkel von Wilhelm Kanne

sen. und trägt damit das Anliegen seines Großvaters

und Bio-Pioniers weiter in die Zukunft.

126


FIRMENPORTRAITS

Windrad und Gewächshäuser auf dem Bäckerei-Gelände

in Lünen

Produktionshalle und Teich auf dem Brottrunk-Gelände

in Bork

TSCHERNOBYL-HILFE

1986 spendete die Firma Kanne Brottrunk nach der

Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl auf Wunsch

der Ärzte des Kinderkrankenhauses von Mogilev

(Weißrussland) 200.000 Flaschen Original Kanne

Bio Brottrunk ® .

WILLI KANNE STIFTUNG

Wilhelm Kanne sen. war stets ein sozialer Unternehmer,

der vielen Menschen und Vereinen in Lünen

und Selm geholfen hat. Unermüdlich hat er sich für

die Natur und Umwelt eingesetzt.

Nach seinem Tod wird sein Lebenswerk heute durch

die Willi Kanne Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung

Selm, deren Mitbegründer Wilhelm Kanne

sen. war, gewürdigt.

Zweck der Stiftung ist es Kunst und Kultur, Heimat

und Landschaftspflege, Natur und Umweltschutz,

Bildung und Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, sportliche

Bereiche, Wissenschaft und Forschung, aber

auch bürgerliches Engagement im Sinne von Wilhelm

Kanne sen. zu entwickeln und zu fördern. Mit dem

Stiftungsvermögen werden vorrangig Projekte in den

Städten Lünen und Selm gefördert.

REALISIERTE UMWELTSCHUTZ- UND NACHHAL-

TIGKEITSMASSNAHMEN IN BEIDEN UNTERNEH-

MEN

• Verzicht auf Chemikalien und Zusatzstoffe bei allen

Produktionsprozessen

• Bezug von Rohstoffen aus der Region, wodurch

Transportwege vermieden werden

• Reinigung von Produktionsabwässern in einer

bio logischen Kläranlage und Rückführung in den

natürlichen Wasserkreislauf

• Auffangen von Regenwasser von versiegelten

Flächen und Sammeln in Teichen und Biotopen

• Bewässerung der Bio-Gärtnerei durch über Kies

und Schilfbetten gereinigtes Regenwasser

• Betrieb eines Umweltzentrums mit Umweltakademie,

biologischer Versuchsgärtnerei und Fischteichen

• Kanne Reinheitsgebot für Brot und Brötchen,

garantiert ohne chemische Backmittel und Emulgatoren,

keine Fertigmischungen oder Fertigmassen,

keine chemischen Geschmacksverstärker, hauseigener

Natursauerteig

• Nutzung von Abwärme aus den Schwadendämpfen

der Öfen sowie von Ölheizung und Ölbrennern zur

Warmwasserbereitung

• eigene Stromerzeugung durch eine Photovoltaikanlage

mit 125 kW und ein Windrad mit 800 kW

„Was uns im Brote speist, ist Gottes ew‘ges Wort, ist Leben und ist Geist.“

Diese Worte von Angelus Silesius haben das Leben von Wilhelm Kanne sen. immer begleitet.

127


FIRMENPORTRAITS

KYOCERA DOCUMENT SOLUTIONS

DEUTSCHLAND GMBH

Otto-Hahn-Straße 12

40670 Meerbusch

BRANCHE

IT Solutions Provider

BESCHÄFTIGTE ca. 250

ANSPRECHPARTNERIN

Daniela Matysiak

Umwelt- und CSR-Managerin

daniela.matysiak@dde.kyocera.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1998

FIRMENPROFIL

„Achte die Natur und liebe die Menschen“.

Dieser Satz ist seit der Unternehmensgründung die

Grundlage aller Geschäftsaktivitäten von Kyocera

Document Solutions. Ziel des Unternehmens ist es

daher, mit seinen Produkten, zu denen neben Druckund

Multifunktionssystemen auch Dokumentenmanagement-Lösungen

gehören, dokumentenbasierte

Unternehmensprozesse zu optimieren und umweltfreundlicher

zu gestalten.

Dazu arbeitet das Unternehmen in Deutschland mit

rund 300 Fachhandelspartnern zusammen.

UMWELTFREUNDLICHE TECHNOLOGIEN

Durch die ECOSYS-Technologie steht Kyocera für

ressourcenschonendes Drucken und Kopieren.

Das ECOSYS-Konzept basiert auf der patentierten

Keramiktechnologie und dem Einsatz besonders

langlebiger Komponenten. Somit fällt als einziges

Verbrauchsmaterial lediglich Toner an, was im Vergleich

zu Wettbewerbssystemen in einer um bis zu 75

Prozent geringeren Abfallmenge resultiert. Dies hat

ein Vergleichstest der Fachzeitschrift FACTS bestätigt:

www.dauerläufer.kyocera.de.

ENGAGEMENT FÜR DEN KLIMASCHUTZ

Seit dem Jahr 2013 bietet Kyocera sämtlichen in

Deutschland vertriebenen Toner klimaneutral an.

Seit Oktober 2019 sind auch alle Kyocera Systeme

CO 2

-neutral gestellt. Erreicht wird dies durch die

Unterstützung ausgewählter Klimaschutzprojekte

in Kenia, Madagaskar und Nepal. Das Projekt liefert

einen Beitrag zu insgesamt 10 Sustainable Development

Goals der Vereinten Nationen und hilft,

die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu

verbessern. Wie dies gelingt, ist auch auf der Website

www.printgreen.kyocera.de zu sehen.

LANGFRISTIGE PARTNERSCHAFTEN

Bei der Erreichung der eigenen CSR-Ziele setzt

Kyocera in Deutschland auf langfristige Partnerschaften:

Im Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes

Management e.V. (B.A.U.M. e. V.) ist

das Unternehmen seit 20 Jahren Mitglied. Zudem

kooperiert es seit dem Jahre 1987 auch mit der Deutschen

Umwelthilfe – dies ist die längste Partnerschaft

der Organisation mit einem Wirtschaftsunternehmen.

Hier engagiert Kyocera sich vor allem im Projekt

„Lebendige Flüsse“, einer Initiative, die sich für

den Fließgewässerschutz einsetzt. Was im Rahmen

des Projekts erreicht wurde, zeigt eindrucksvoll der

Kyocera NATOUR-GUIDE – ein Wanderführer, in dem

gemeinsam mit der DUH und dem Autor Manuel

Andrack 15 Wanderungen entlang der lebendigen

Flüsse vorgestellt werden. Dieser kann kostenfrei auf

www.natourguide.kyocera.de heruntergeladen

werden.

AUSGEZEICHNETES ENGAGEMENT

Für das umfassende Nachhaltigkeits-Engagement

wurde Kyocera mit zahlreichen Preisen ausge zeichnet:

Im Jahr 2017 erhielt das Unternehmen den Deutschen

CSR-Preis sowie in 2019 den German Brand Award für

ausgezeichnete CSR-Kommunikation. Im Rahmen des

Deutschen Nachhaltigkeitspreises wurde das Unternehmen

2014 für sein langjähriges Engage ment rund

um den Blauen Engel mit dem „Blauer Engel-Preis“

ausgezeichnet.

128


Büro ist da, wo es passiert.

FIRMENPORTRAITS

seit 1871

se:motion wie geschaffen für moderne Büromenschen, für die

das Teilen eines Schreibtisches eine Selbstverständlichkeit

und teamorientiertes Miteinander der Normalzustand ist.

Mit seinen kompakten Maßen und seiner reduzierten Formensprache

bietet er auch im Home-Office höchste Ergonomie.

Was vor wenigen Jahren noch utopisch schien, haben die

Sedus Designer und Ingenieure jetzt wahr werden lassen − durch

die Entwicklung eines völlig neuen kinematischen Konzeptes.

www.sedus.com

129


FIRMENPORTRAITS

LOGPAY FINANCIAL SERVICES GMBH

Schwalbacher Straße 72

65760 Eschborn

www.logpay.de

info@logpay.de

BRANCHE

Finanzdienstleistungen & Forderungsmanagement

ANSPRECHPARTNER

Thomas J. Korec

Leiter Marketing & E-Commerce

Tel. +49 (0)6196 / 8 01 22 16

Thomas.Korec@logpay.de

BESCHÄFTIGTE

mehr als 70 Mitarbeiter

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2010

FIRMENPROFIL

LogPay Financial Services GmbH ist ein in Deutschland

zugelassener Finanzdienstleister. Mit einem Umsatz

von mehr als 3 Milliarden Euro pro Jahr zählen wir zu

den führenden Zahlungs- und Factoringinstituten im

deutschen Verkehrs- und im europäischen Transportmarkt.

Die Kernkompetenzen der LogPay liegen im

Forderungs-, Risiko- und Transaktionsmanagement.

Unsere Dienstleistungen umfassen die Zahlungsabwicklung

für den Personenverkehr, insbesondere

die digitalen Verkaufskanäle mit einer Vielzahl von

Zahlungsmöglichkeiten, den Kundensupport und die

Bereitstellung von individuellen IT Lösungen. Für das

Maut- und Tankgeschäft sowie für den Güterverkehr

auf der Schiene und den Wasserstraßen offerieren wir

unseren Geschäftspartnern und unseren Kunden ein

weitreichendes Serviceangebot.

DIE DIGITALE VERKEHRSWENDE: „ANYPLACE,

ANYHOW, ANYTIME“

Wenn wir morgens durch Frankfurt am Main oder

jede beliebige andere Großstadt laufen, bietet sich

immer das gleiche Bild: Stau auf den Straßen, überfüllte

Bahnen, zugeparkte Fahrradwege. Dann ist

auf den ersten Blick nicht viel zu sehen von der Verkehrswende,

von der alle sprechen. Aber wer genauer

hinsieht, kann auf den zweiten Blick eine ganze

Reihe von neuen Mobilitätsangeboten entdecken:

Menschen auf Leihfahrrädern, E-Rollern und in Car­

Sharing-Autos mit alternativen Antriebstechnologien.

Die Digitalisierung treibt die Verkehrswende voran,

macht sie überhaupt erst möglich. Fahrstrecken, Umstiege

und die Wahl des Verkehrsmittels werden vom

ÖPNV optimiert, um den zunehmenden individuellen

Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Bezahlvorgänge

werden digitalisiert und immer häufiger

über Online-Zahlarten abgewickelt; Tarifangebote

setzen mit Best-Price-Modellen zusätzlich Anreize

für den Kunden, seine Tickets digital zu erwerben.

Der Kunde entscheidet, was er wann kauft und wie

er bezahlt.

MITGESTALTEN STATT ZUSCHAUEN

Fakt ist, dass die Verkehrswende nur dann gelingen

kann, wenn alle relevanten Akteure zusammenarbeiten.

Verkehr, Infrastruktur, Energieversorgung,

Verwaltung und öffentliche Sicherheit – alle diese

Bereiche sollen miteinander vernetzt und digital sein.

Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen,

ein nutzerfreundliches, effizientes und nachhaltiges

Mobilitätssystem zu entwickeln. Die Verkehrsunternehmen

und die Städte wie ländliche Kommunen

sollten zusammen an der Digitalisierung und Beschleunigung

der Prozesse für einen Infrastrukturausbau

arbeiten, während Dienstleister wie die

LogPay Financial Services GmbH weiterhin durch die

komfortable Nutzung ihrer digitalen Dienstleistungen

den Kunden einen Mehrwert bieten. So erhöht sich

für alle die Lebensqualität, gerade in den Städten.

SMARTE LÖSUNGEN BEI LOGPAY

Wir unterstützen mit Hilfe einer TankApp die Transport-

und Logistikbranche in der effizienten Nutzung

begrenzter Ressourcen. LogPay unterstützt zudem

durch die schnellen und einfachen Zahlungsmethoden

vom Mobile Payment die positive Entwicklung im

öffentlichen Personenverkehr, aber auch die Nutzung

von neuen Mobilitätsformen.

130


FIRMENPORTRAITS

ANYPLACE

ANYHOW

ANYTIME

LogPay – mehr als nur ein reiner Zahlungsdienstleister.

www.logpay.de 131


FIRMENPORTRAITS

MARTIN BAUER GROUP UND MB-HOLDING

Dutendorfer Straße 5-7

91487 Vestenbergsgreuth

BRANCHE

Tee-, Getränke- und Lebensmittelindustrie

BESCHÄFTIGTE 2.500

ANSPRECHPARTNER

Gisbert Braun

Nachhaltigkeitsmanagement

Tel. +49 (0)9163 / 88 - 5 30

gisbert.braun@mb-holding.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2019

FIRMENPROFIL

Die Martin Bauer Group entwickelt pflanzliche Produkte

für die Tee-, Getränke- und Lebensmittelindustrie.

In unseren Produkten stecken Leidenschaft,

Liebe zur Natur und 90 Jahre Expertise. Die Grundlage

für unsere Produkte sind 200 hochwertige und verantwortungsvoll

beschaffte Rohstoffen aus mehr als

80 Ländern weltweit. Im nachhaltigen Anbau und der

Wildpflanzensammlung nehmen wir eine Vorreiterrolle

ein. Vor über 10 Jahren haben wir mabagrown ® ,

den unternehmenseigenen Standard für nachhaltig

erzeugte Kräuter und Früchte entwickelt, der vom

Zertifizierungsprogramm UTZ (www.utz.org) anerkannt

ist. Damit verfügen wir über langjähriges

Know-how beim Aufbau nachhaltiger Lieferketten.

Neben der Martin Bauer Group gehören auch folgende

Geschäftsbereiche zur Unternehmensgruppe:

• Finzelberg: phytopharmazeutische Extrakte und

Pulver

• Europlant Group: pflanzliche Arzneimittel und -tees

für Endverbraucher

• PhytoLab: Speziallabor für Pflanzenanalytik

WO SETZEN WIR AN?

UNSERE HANDLUNGSFELDER DER

NACHHALTIGKEIT

Wir sind ein Familienunternehmen in der 4. Generation

und verfolgen eine wertorientierte, langfristige

Unternehmensstrategie. Entlang der gesamten

Wertschöpfungskette übernehmen wir ganzheitlich

Verantwortung.

WERTSCHÖPFUNG

Wir setzen auf langfristiges, wertschöpfendes Wachstum.

Nur so können wir Kunden, Rohstoffpartnern

und Mitarbeitern Sicherheit und eine langfristige

Perspektive bieten. Wir arbeiten entlang der Wert­

schöpfungskette partnerschaftlich zusammen und

halten Gesetze und Standards verlässlich ein.

Hier entwickeln wir uns weiter:

• Compliance

• Standards und Zertifizierungen

• Beschaffungsstrategie

• Anpassungsstrategie an den Klimawandel

NATUR

Der schonende und verantwortungsvolle Umgang mit

Natur und Umwelt ist uns wichtig. Wir tragen durch

ressourcenschonendes Wirtschaften dazu bei, sie für

zukünftige Generationen zu bewahren. Wir streben

an, unseren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich

zu verringern.

Hier entwickeln wir uns weiter:

• Ressourcenschonung

• Energieeffizienz

• klimarelevante Emissionen und Klimaneutralität

• Biodiversität und Böden

LIEFERKETTE

Wir stehen für die nachhaltige Beschaffung unserer

Rohstoffe ein und sorgen für größtmögliche

Transparenz in der Lieferkette. Um die Arbeits- und

Lebensbedingungen der lokalen Gemeinschaften

zu verbessern, setzen wir ökologische und soziale

Projekte um.

Hier entwickeln wir uns weiter:

• nachhaltige Rohstoffe

• Transparenz in den Lieferketten

• Engagement in den Communitys

MITARBEITER UND GESELLSCHAFT

Unseren Mitarbeitern bieten wir attraktive Arbeitsbedingungen,

indem wir Themen wie Aus- und

Weiterbildung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie,

132


FIRMENPORTRAITS

Firmenzentrale mit Produktion im mittelfränkischen

Vestenbergsgreuth

Kleinbauern bei der Verarbeitung von Hibiskus in

Simbabwe

Vielfalt und Chancengleichheit aktiv fördern. Wir

unterstützen eine lebendige Zivilgesellschaft rund

um unsere Standorte.

Hier entwickeln wir uns weiter:

• Ausbildung und Entwicklung

• Gesundheit und Sicherheit

• Beruf und Lebensphasen

• Vielfalt und Chancengleichheit

WAS TUN WIR BEREITS?

PROJEKTBEISPIEL

BAU VON DEMOFARMEN IN SIMBABWE

Zwei Demofarmen geben 1.000 Menschen Arbeit,

Schulungszentren entstehen, 5.000 Kleinbauern

werden ausgebildet, davon 70 Prozent Frauen,

unterstützt von der Deutschen Investitions- und

Entwicklungsgesellschaft (DEG).

WANN: 2015 - 2019

PROJEKTINHALT

Simbabwe ist ein Land der Gegensätze. Fruchtbare

Böden und verschiedene Klimazonen schaffen beste

Bedingungen für die Landwirtschaft. Durch politische

Umbrüche und verlorengegangenes landwirtschaftliches

Know-How liegen aber viele Farmen brach.

Gemeinsam mit den Projektpartnern Organic Africa

Holdings sowie der DEG haben wir zwei Demofarmen

aufgebaut, auf denen wir Versuchsanbau mit an die

veränderten Klimabedingungen angepassten Pflanzen

betreiben. Bereits 1.000 Menschen haben Arbeit

und Einkommen gefunden. Durch Schulungszentren

konnten 5.000 Kleinbauern, Wildpflanzensammler

und Landarbeiter in den Grundlagen ökologischer

Landwirtschaft und nachhaltiger Wildsammlung

ausgebildet werden. Das Training beinhaltet auch

Maßnahmen zur angepassten Produktion von Nahrungsmitteln

für den Eigenbedarf. Etwa 70 Prozent

der Teilnehmer sind Frauen, insgesamt profitieren

rund 30.000 Menschen von dem Projekt.

WAS HABEN WIR VOR?

PROJEKTBEISPIEL

SDG COMPACT LIEFERKETTENPROJEKT IN AFRIKA

Die Martin Bauer Group und das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

(BMZ) haben im November 2019 die Basis für eine

langfristige Kooperation zur Stärkung der ökologischen

und nachhaltigen Landwirtschaft in Afrika

im Rahmen eines SDG Compacts gelegt.

WANN: 2020 - 2029

PROJEKTINHALT

Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, in mehreren

afrikanischen Ländern Demofarmen für ökologische

und nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen und die

Lebensbedingungen der Kleinbauern, Wildpflanzensammler

und Landarbeiter vor Ort zu verbessern. Die

Maßnahmen unterstützen die UN-Nachhaltigkeitsziele

2 „Kein Hunger“ und 15 „Leben an Land“. In

den kommenden 10 Jahren wird die Martin Bauer

Group von Marokko im Norden Afrikas bis Namibia

im Süden Standorte untersuchen, um Pflanzen in

Bio-Qualität anzubauen. Es werden Demofarmen

aufgebaut, die bis zu 1.600 Menschen Arbeit geben,

es entstehen Trainingszentren, sodass insgesamt bis

zu 10.000 Kleinbauern, Wildpflanzensammler und

Landarbeiter in den Grundlagen der Öko-Landwirtschaft

und der nachhaltigen Wildpflanzensammlung

geschult werden. Insgesamt werden bis zu 70.000

Menschen von den Effekten des Trainings profitieren.

133


FIRMENPORTRAITS

MELITTA

GROUP MANAGEMENT GMBH & CO. KG

Marienstraße 88

32425 Minden

www.melitta-group.com

BRANCHE

Lebensmittel, Haushaltsprodukte, Pappe und Papier,

Elektrogeräte

ANSPRECHPARTNER

Stefan Dierks

Director Sustainability

Tel. +49 (0)571 / 40 46 - 2 90

nachhaltigkeit@melitta.de

BESCHÄFTIGTE 5.222

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2016

VERBINDLICHE NACHHALTIGKEITSZIELE

FÜR ALLE GESCHÄFTSBEREICHE

Als Familienunternehmen mit einer über 100-jährigen

Tradition sehen wir die Förderung der Nachhaltigen

Entwicklung als integrierten Bestandteil unserer

Geschäftstätigkeit an und sind davon überzeugt,

dass Unternehmen das Leben von Menschen besser

machen sollten. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit,

sich unserer Verantwortung bewusst zu sein. Deshalb

haben wir Nachhaltigkeit als einen von sieben Kernwerten

des Unternehmens definiert. Dies entspricht

nicht nur unserer langfristig orientierten Sicht- und

Handlungsweise, sondern auch unserer Überzeugung,

dass mit einer nachhaltigen Entwicklung zahlreiche

Marktchancen für uns als Markenunternehmen

einhergehen.

In allen Geschäftsfeldern haben wir uns daher verbindliche

Ziele für die kommenden Jahre gesetzt und

diese in unsere Geschäftsstrategie integriert.

KAFFEE UND KUNSTSTOFFE DER ZUKUNFT

In unseren Lieferketten, Produktionsprozessen und

Produkten haben wir in den vergangenen Jahren

gezielt und systematisch immer mehr Nachhaltigkeitsaspekte

berücksichtigt. So haben wir beispielsweise

2019 elf Kaffeeprodukte aus unserem Kernsortiment

auf zertifiziert nachhaltig angebauten Kaffee umgestellt.

Bis 2030 wollen wir in unserem Geschäftsfeld

Kaffee ausschließlich Rohkaffee beziehen, den wir als

„Kaffee der Zukunft“ bezeichnen.

Ein ähnliches Ziel verfolgen wir bei unseren Kunststoffprodukten.

Hier bekennen wir uns zum New

Plastics Economy Commitment der EllenMacArthur

Foundation und verfolgen den Ansatz „ReCycle –

ReUse – ReDuce – Re-Design“.

ZELLSTOFFE UND PAPIERE SOWIE ELEKTRO-

GERÄTE DER ZUKUNFT

In unserer Papierproduktion stammen bereits 81 Prozent

des von uns bezogenen Zellstoffs aus nachhaltigen

Quellen. Bis 2025 werden wir unsere Papier- und

Zellstoffverwendung – soweit wie möglich – komplett

auf recycelte bzw. nachhaltige Quellen umstellen.

Um die Nachhaltigkeit unserer Elektrogeräte zu

messen und diese dem Verbraucher transparent zu

machen, haben wir 2013 das Bewertungssystem

„MISSION eco & care“ eingeführt, das wir aufgrund

der damit gemachten positiven Erfahrungen zukünftig

weiter ausbauen werden.

VERANTWORTUNG FÜR ÖKOLOGIE,

GESELLSCHAFT UND MITARBEITER

Auch mit Blick auf unseren ökologischen Fußabdruck,

unsere Rolle in der Gesellschaft und als Arbeitgeber

haben wir ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre

definiert, um unseren Nachhaltigkeitsanspruch

gerecht zu werden. So möchten wir zum Beispiel

bis 2025 an unseren Standorten global klimaneutral

sein und unseren Wasserverbrauch an Standorten

für Papierproduktion um weitere 25 Prozent senken.

Unser Engagement in der Gesellschaft über das Kerngeschäft

hinaus werden wir ausbauen und mit einem

umfassenden Corporate Volunteering Angebot für

unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verknüpfen.

Mehr Informationen über uns und unser Nachhaltigkeitsengagement

unter www.melitta-group.com.

134


FIRMENPORTRAITS

MIELE & CIE. KG

Carl-Miele-Straße 29

33332 Gütersloh

www.miele.com/nachhaltigkeit

nachhaltigkeit@miele.de

ANSPRECHPARTNERIN

Ursula Wilms

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +49 (0)5241 / 89 - 19 58

ursula.wilms@miele.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1997

BRANCHE

Haus- und Gewerbegeräte

BESCHÄFTIGTE 20.221

ÜBER MIELE

Das westfälische Familienunternehmen stellt Premium­

Hausgeräte für Küche, Wäsche- und Bodenpflege her.

Hinzu kommen Geräte für den gewerblichen Einsatz

zum Spülen, Waschen, Reinigen und Desinfi zieren

sowie Sterilisieren. In fast 100 Ländern der Welt ist

Miele mit eigenen Vertriebsgesellschaften oder über

Importeure vertreten.

UNSERE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

Die Miele-Unternehmensführung basiert auf Werten

und Kontinuität. Bei der Entwicklung unserer Produkte

verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz: Alle

unsere Geräte bieten bei möglichst niedrigen Verbräuchen

von Energie, Wasser und Chemie hohe Leistung

und beste Ergebnisse. Ebenso wie die Produkte ist

auch unsere Produktion auf Ressourcenschonung und

Energieeffizienz ausgelegt. Wir stellen uns unserer

Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft.

Miele bekennt sich zum 2°-Ziel der internationalen

Klimapolitik und leistet seinen Beitrag zur Erreichung

der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

(Sustainable Development Goals).

MASSNAHMEN FÜR NACHHALTIGKEIT

• Entwicklung und Herstellung langlebiger und effizienter

Produkte, die bei Produktion, Gebrauch

und Entsorgung die Umwelt so wenig wie möglich

belasten

• Höchste Lebensdauer: Als einziger Hersteller der

Branche testet Miele seine Produkte auf bis zu 20

Jahre Lebensdauer

• Hoher Anteil an recyclingfähigen Materialien

(Metallanteil bis zu 90 Prozent; Sortenreinheit bei

Kunststoffen)

• Integriertes Managementsystem für alle Bereiche

• Qualitätsmanagement ISO 9001

• Qualitätsmanagement Medizinprodukte ISO 13485

• Umweltmanagement ISO 14001

• Energiemanagement ISO 50001

• Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nach

OHSAS 18001

• Sozialstandard SA8000

• Mitglied im UN Global Compact

• Unterzeichner der Charta der Vielfalt

• Mit Maßnahmen und Zielen hinterlegte Nachhaltigkeitsstrategie

in den Bereichen Produkte, Lieferkette,

Prozesse/Produktion, Mitarbeiter und Gesellschaft

• Energieeffizienzprogramme an den Standorten

• Vollständige CO 2

-Bilanz für das Unternehmen

INNOVATIONEN FÜR DIE UMWELT

• Nahezu alle aktuellen Waschmaschinen erreichen

die beste Energieeffizienzklasse A+++ und unterschreiten

deren Grenzwert um bis zu 50 Prozent.

• Das Miele-Waschverfahren PowerWash 2.0

ermöglicht besonders energiesparendes Waschen

mit kurzen Laufzeiten – auch bei kleinsten Wäschemengen

(„SingleWash“).

• Die Geschirrspüler G 6000 EcoFlex unterschreiten

den Grenzwert der besten Energieeffizienzklasse

A+++ um bis zu 20 Prozent – dank eines Wärmespeichers,

durch den bedeutend weniger Energie

für das Aufheizen benötigt wird.

• Entwicklungen wie das EcoFeedback zur aktuellen

Anzeige von Strom- und Wasserverbrauch und die

TwinDos Dosierautomatik helfen dem Kunden,

selbst Ressourcen zu sparen. So kann die automatische

Waschmitteldosierung bis zu einem Drittel

Waschmittel gegenüber der manuellen Dosierung

einsparen.

135


FIRMENPORTRAITS

MONDI PAPER SALES GMBH

Marxergasse 4a

A-1030 Wien

Tel. +43 (0)1790 / 13 49 90

www.mymondi.net

Customer.Success@mondigroup.com

BRANCHE

Papier und Verpackung

BESCHÄFTIGTE 25.000

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2009

MONDI ERSCHLIESST MIT NAUTILUS ® DEN RECYCLINGPAPIERMARKT

Interview mit Johannes Klumpp, Marketing & Sales Director bei Mondi Uncoated Fine Paper,

einem Unternehmen des global führenden Verpackungs- und Papierherstellers Mondi Group.

Herr Klumpp, im Juli 2019 haben Sie bekannt gegeben,

dass Mondi das Sortiment im Bereich der Recyclingpapiere

massiv ausweitet. Was war der Grund?

Anfang 2019 hat sich der Recyclingpapiermarkt

stark verändert. Der Bedarf war da, aber das Papier

nicht mehr ausreichend verfügbar. Wir hatten mit

NAUTILUS ® schon eine etablierte Marke und in unserem

Werk Mondi Neusiedler in Österreich sowohl

technisch als auch logistisch die Möglichkeit, diese

Lücke zu schließen.

Das klingt nach einem ambitionierten Projekt. Was

war nötig, um so rasch auf den Markt zu reagieren?

Ambition ist das richtige Wort. Wir möchten einer

der führenden Anbieter im Premium-Bereich der

unge strichenen Recyclingpapiere werden. Dafür

mussten wir zwei Dinge umsetzen: eine Erweiterung

unseres Sortiments und eine verbesserte Verfügbarkeit

für Kunden in ganz Europa. Beides ist gelungen.

NAUTILUS ® ist in vier Qualitäten mit bis zu zehn Grammaturen

von 70 bis 350 g/m 2 erhältlich, in Bogenformaten

für den Offsetdruck und in Rollen, SRA3,

A3 und A4. Gleichzeitig halten wir einen hohen und

schnell abrufbaren Lagerbestand für die gängigsten

Produkte. Gemeinsam mit starken Vertriebspartnern

stellen wir so sicher, dass NAUTILUS ® in ganz Europa

rasch verfügbar ist.

Mondi ist ja eher als Produzent von Papier aus Frischfasern

bekannt. Ist das auch eine Neuausrichtung?

NAUTILUS ® bieten wir schon seit den 90er-Jahren an,

aber mit dem erweiterten Sortiment geben wir ein

klares Bekenntnis zum Recyclingpapier ab. Unsere

Kunden wollen die Wahl zwischen hochwertigen,

nachhaltigen Frischfaser- und Recyclingpapieren

haben, und wir bieten beides an. Alle unsere Markenpapiere

sind seit Jahren gemäß FSC oder PEFC

zertifiziert. NAUTILUS ® Classic und NAUTILUS ®

SuperWhite tragen das Zertifikat 100 Prozent FSC

Recycled und das Europäische Umweltzeichen.

NAUTILUS ® Classic ist zusätzlich mit dem Gütesiegel

„Blauer Engel“ ausgezeichnet. Außerdem können

Kunden NAUTILUS ® SuperWhite auch in einer CO 2

-

neutralen Variante bestellen. Unser Sortiment wird

also bei Nachhaltigkeit und Zertifizierung den höchsten

Ansprüchen gerecht.

Wie geht es nun weiter mit NAUTILUS ® ?

Das Portfolio ist schon jetzt sehr breit aufgestellt. Zum

Beispiel bieten wir die Sorten NAUTILUS ® Classic und

SuperWhite auch in oberflächenbehandelten Qualitäten

für den High-Speed-Inkjet-Druck an. Anfang

2020 lancieren wir zudem NAUTILUS ® ProCycle.

Dieses 100 Prozent Recyclingpapier entspricht den

höchsten Umweltstandards: Es ist CO 2

-neutral und

verfügt neben dem Europäischen Umweltzeichen

und dem FSC TM Recycled Zertifikat auch über das

Gütesiegel „Blauer Engel“. Dabei besitzt es eine hohe

Weiße und ist gemäß den Standards des „Blauen

Engel“ ohne optische Aufheller produziert (UV 100 /

CIE Weiße 135). Damit haben wir ein Produkt, das

vier wesentliche Nachhaltigkeitszertifikate in sich

vereint und so die Projekte unserer Kunden ins beste

Licht rückt.

136


FIRMENPORTRAITS

Muster ganz

einfach bestellen!

Büropapier.

Aus Liebe zur Natur.

100% Recyclingpapier

4 Qualitäten:

NAUTILUS ® Classic

(CIE 112, Blauer Engel & FSC Recycled)

NAUTILUS ® ProCycle

(CIE 135, Blauer Engel, CO 2

neutral &

FSC Recycled)

NAUTILUS ® SuperWhite

(CIE 150 & FSC Recycled)

NAUTILUS ® ReFresh

(CIE 161, FSC Mix & TRIOTEC ® )

Sofort verfügbar

Wir bei Nautilus ® stehen für einen schonenden,

nachhaltigen und bewussten Umgang mit der

Natur und ihren Ressourcen.

Daher ist es unser höchstes Ziel, unseren Kunden

verlässlich Recyclingpapier von höchster Qualität,

Reinheit und Weiße zur Verfügung zu stellen.

Für all ihre Anwendungen – ohne Kompromisse.

So können wir gemeinsam etwas bewegen.

NAUTILUS ® – Alles, aus Liebe zur Natur.

www.mymondi.net/nautilus

137


FIRMENPORTRAITS

NATURSTROM AG

Parsevalstraße 11

40468 Düsseldorf

Tel. +49 (0)211 / 77 90 03 00

www.naturstrom.de

BRANCHE

Erneuerbare Energien

BESCHÄFTIGTE rund 430

ANSPRECHPARTNER

Jens Lettmayer

Vertriebsleiter

Ernst Raupach

Marketingleiter

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2008

DIE NATURSTROM AG – IHR NACHHALTIGER

PARTNER FÜR STROM, WÄRME UND MOBILITÄT

Ziel der NATURSTROM AG ist eine zukunftsfähige

Ener gieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien,

die umwelt- und klimaschonend, sicher und wirtschaftlich

ist. Das mittelständische Unternehmen

mit einer Gesamtleistung von über 300 Millionen

Euro wurde unmittelbar nach der Strommarktliberalisierung

1998 gegründet. Die NATURSTROM AG

wird von etwa 1.000 Aktionärinnen und Aktionären

getragen und ist unabhängig von konventioneller

Energiewirtschaft. Unter dem Leitmotiv „Energie mit

Zukunft“ ist die gesamte Unternehmensgruppe auf

allen Ebenen nachhaltig ausgerichtet: Inhaltliche Ziele

steuern die Geschäftstätigkeiten, nicht Umsatz- oder

Renditeziele. Seit Firmengründung hat NATURSTROM

den Energiemarkt in Deutschland durch zahlreiche

Innovationen geprägt und wurde dafür vielfach

ausgezeichnet.

ENERGIEBELIEFERUNG

NATURSTROM gehört zu den führenden Anbietern

von Strom, Wärme und Mobilität aus erneuerbaren

Energien. Der anerkannte Qualitätsführer versorgt

bundesweit mehr als 250.000 Kundinnen und

Kunden mit naturstrom bzw. naturstrom biogas – vielfach

ausgezeichneten Produkten mit herausragendem

Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zudem ist das Unternehmen im Großhandel aktiv,

beispielsweise bei der EEG-Strom-Vermarktung, und

betreibt nachhaltige Nahwärmenetze.

Um den Ausbau klima- und umweltschonender Mobilität

zu fördern, beliefert NATURSTROM über 600

öffentliche Ladestationen und entwickelt ressourcenschonende

Sharing- und Downsizing-Konzepte. So

garantieren modulare Sharing-Systeme für elektrische

Zweiräder im urbanen Umfeld maximale Flexibilität

bei minimalem Ressourcenverbrauch. Anstelle des

Pkw kommt hier das Zweirad zum Einsatz – mit dem

Ergeb nis: weniger Emissionen, weniger Lärm, weniger

Straßen- und Parkflächenverbrauch, weniger Stau,

mehr Le bens qualität.

ENERGIEERZEUGUNG

NATURSTROM treibt den Ausbau der erneuerbaren Energien

voran: um neue saubere Produktions kapazitäten

aufzubauen und um Kunden aus eigenen Kraftwerken

beliefern zu können. Mehr als 300 Wind-, Wasser-,

Solar- und Biomassekraftwerke sind durch Mitwirkung

von NATURSTROM bereits ans Netz gegangen. Hinzu

kommen mehrere Nahwärmenetze. Die Beteiligung

von Kommunen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und

Bürgern vor Ort hält die Wertschöpfung in der Region.

DEZENTRALE ENERGIEVERSORGUNG

Die Energieerzeugung wird näher an die Energieverbraucher

verlagert, Energieangebot und -nachfrage

immer enger aufeinander abgestimmt. Dabei gehen

Ressourcen- und Kosteneinsparung Hand in Hand.

NATURSTROM entwickelt und realisiert lokale Versorgungskonzepte

für Unternehmen, Wohnungswirtschaft,

Quartiere und Ortschaften. Das Angebot

reicht von KWK-Contracting und individuellen

Quartierslösungen über Nahwärmenetze bis hin

zu lokalen Mieterstromangeboten und regionalen

Ökostromprodukten. Außerdem bietet NATURSTROM

als Messstellenbetreiber innovative Zählerlösungen.

UNSERE LEISTUNGEN FÜR UNTERNEHMEN,

KOMMUNEN UND ENERGIEGESELLSCHAFTEN

Unternehmen, Kommunen und Energiegesellschaften

stehen aufgrund gesetzlicher Auflagen sowie eigener

138


FIRMENPORTRAITS

© NATURSTROM AG

NATURSTROM-Bürger-Windpark Scheßlitz-Königsfeld

E-Lastenrad-Sharing „Donk-EE“ in Köln

ökonomischer Interessen vielen Herausforderungen

im Bereich der Energieversorgung gegenüber. Die

NATURSTROM AG unterstützt sie umfassend mit einem

breiten Angebot an Dienstleistungen. Denn Energieverbrauch

bedeutet immer auch Kosten und öffentliche

Diskussionen über Umweltstandards, Ressourcenschonung

und Schadstoffminimierung. NATURSTROM ist

der ideale Rundum-Partner für alle Unternehmen und

Organisationen, die nachhaltig agieren und dies auch

als Imagevorteil nutzen möchten.

UNSERE LEISTUNGEN IM ÜBERBLICK:

• Belieferung mit Ökostrom und Biogas: nachhaltige

Energieprodukte mit herausragendem Preis-

Leistungs-Verhältnis und hoher Imagewirkung

• Direktbelieferung von Gewerbebetrieben mit regional

erzeugtem Solar oder Windstrom

• Belieferung mit Strom, Wärme und Kälte, die vor

Ort beim Kunden produziert werden: von der

Konzeption über die Umsetzung und Finanzierung

bis zum Betrieb der Anlagen, der Abrechnung und

dem Kundenservice

• Analysen und integrierte Konzepte für nachhaltige

Wärme-, Kälte- und Stromversorgung

• Beratung zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz

und Energieeinsparung

• Projektierung von Wind-, Solar- und Biomassekraftwerken

sowie Nahwärmenetzen mit Kraft-

Wärme-Kopplung und Holzbrennstoffen: von der

Konzeption über Planung, Finanzierung, Errichtung,

Wartung, Betrieb und Energievermarktung

bis hin zu Rückbau oder Repowering

• Mieterstromkonzepte für Mehrfamilienhäuser:

Nutzung von vor Ort produziertem Solar- oder

KWK-Strom durch die Mietparteien zu attraktiven

Konditionen

Nachhaltige Mobilitätslösungen: schlüsselfertige

Zweirad-Sharing-Systeme, Lade-Infrastruktur für

öffentliche oder private Nutzung, Zugangsmedien

und Abrechnung

• Messstellenbetrieb, Regeltechnik

• Unterstützung bei der Nachhaltigkeitskommunikation

gegenüber Kunden und Geschäftspartnern

BEISPIELPROJEKTE

• Solarstrom für nachhaltige Druckerei

Mit der oeding print GmbH setzte NATURSTROM

ein Projekt zur Direktbelieferung von Gewerben

mit Solarstrom um. Dieser wird auf dem Gebäude

der Druckerei erzeugt und direkt dort verbraucht.

• Erneuerbare Energie für Stadtquartier

Im Berliner Möckernkiez erzeugen Photovoltaik-

Anlagen und ein Blockheizkraftwerk Energie für

471 Wohneinheiten, Gewerbe und E-Ladestationen

direkt auf dem Gelände. Das Energiekonzept wurde

2018 durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung

als „Projekt N“ ausgezeichnet.

• Energieeffizientes Quartiersleben

In der Alten Kaserne Bitburg realisiert NATURSTROM

durch Sektorenkopplung, also die Vernetzung von

Wärme, Kälte, Strom und Mobilität, eine ganzheitliche

Energielösung mit Erzeugungsvielfalt: Ein

Blockheizkraftwerk deckt die Grundlast der Wärmeabnehmer

– zwei Hackschnitzelkessel springen

bei hohem Bedarf mit ein. Der im BHKW erzeugte

Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und

beliefert die Ladesäule vor dem Gebäude.

• Modulares Zweirad-Sharing

2018 ging „Donk-EE“ an den Start, Europas

größtes E-Lastenrad-Sharing-System in einer Stadt.

Bereits über 3.000 Kundinnen und Kunden nutzen

die 60 in Köln verteilten Räder.

139


FIRMENPORTRAITS

NERDLICHTER AG

Sternstraße 121

20253 Hamburg

Tel. +49 (0)40 / 60 08 49 49

www.nerdlichter.com

info@nerdlichter.com

BRANCHE

Softwareentwicklung, Webentwicklung,

Beratung für digitale Transformation

BESCHÄFTIGTE 10

ANSPRECHPARTNER

Jens Vielhaben

Vorstand

jens@nerdlichter.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2019

NACHHALTIGE DIGITALEXPERTEN

Seit 2014 bieten wir die volle Bandbreite der digitalen

Transformation im Bereich Software- und Webentwicklung

– von Beratung über Design und Entwicklung

bis zu Maintenance und Support.

Vom Bundeswirtschaftsministerium sind wir als

„go-digital“-Beratungsunternehmen autorisiert,

sodass kleine und mittelständische Unternehmen

unsere Expertise nutzen können und dabei von der

finanziellen Förderung profitieren.

Bei all unserem Handeln liegen uns Mensch und

Umwelt am Herzen. Deshalb verwenden wir 100

Prozent Ökostrom, setzen auf klimaneutrale Server

und nachhaltige Dienstleister. Wir möchten Teil einer

fairen Zukunft sein und mit gleichgesinnten Kunden

und Partnern zusammenarbeiten.

WIR LEBEN UNSERE WERTE

Wir entwickeln Software für eine menschliche und

nachhaltige Digitalisierung. In einer soziokratischen

Organisation arbeiten wir gleichberechtigt miteinander.

Denn wir glauben, dass selbstbestimmte

Menschen besser arbeiten und führen unser Unternehmen

deshalb gemeinsam auf Augenhöhe. Das

Ergebnis ist eine herausragende Qualität unserer

Produkte – so wächst aus einem erfolgreichen Projekt

eine langjährige Partnerschaft, in der wir unsere

Kund*innen mit unserer agilen Arbeitsweise stets von

Neuem unterstützen und begeistern. Auch unsere

Erfahrungen mit der Soziokratie teilen wir gerne.

WIE GELINGT NACHHALTIGE DIGITALISIERUNG?

Wer sein Geschäft nachhaltig digitalisieren und

effizient für die Zukunft aufstellen möchte, braucht

keine Software von der Stange, sondern eine

indi viduelle Lösung, die den Menschen und seine

Arbeitsabläufe in den Mittelpunkt stellt. Indem wir

mit unserer Beratung direkt bei Ihren Workflows und

Zielen ansetzen, stellen wir sicher, dass die Digitalisierung

im gesamten Unternehmen für ein besseres

und erfolgreicheres Arbeiten sorgt.

DIE PERFEKTE WEBSITE

Welche Aufgaben soll Ihre Website erfüllen? Sobald

diese Frage beantwortet ist, arbeiten wir zusammen

mit Ihnen agil und iterativ. In enger Verzahnung

von Beratung, Konzept, Design und Entwicklung

realisieren wir für Sie eine Website aus einem Guss,

die aktuelle Web-Standards und rechtliche Rahmenbedingungen

(Stichwort: DSGVO) erfüllt.

EINE MASSGESCHNEIDERTE SOFTWARE

Welche Lösung für Sie die beste ist, finden wir zusammen

in einem gemeinsamen Workshop heraus.

In der Umsetzung gibt es zwei Wege: auf bestehende

Systeme aufsetzen oder ganz neu entwickeln. Wir

machen das, was das Beste für Ihr Unternehmen ist.

Dann erschaffen wir gemeinsam eine Software, die

allen Beteiligten das Arbeiten vereinfacht.

ERFOLGREICHE DIGITALE TRANSFORMATION

Eine gute Beratung arbeitet den Kern Ihres Geschäfts

heraus. Und davon profitiert nicht nur das Projekt,

das wir gemeinsam angehen, sondern das ganze

Unternehmen.

Deshalb bieten wir unsere Beratung auch unabhängig

von einem gemeinsamen Softwareprojekt an – ein

analytischer Blick von außen ist häufig schon ein

gewaltiger Schritt zur richtigen Lösung.

Wir freuen uns auf Ihre Email oder Ihren Anruf!

140


FIRMENPORTRAITS

Ihre Full-Service

Web- und Software-Agentur

aus Hamburg!

Bis zu 16.500 € „go-digital“-

Förderung für Ihr Projekt!

Weitere Informationen:

nerdlichter.com/go-digital

Von der Beratung über das Design und die Entwicklung bis zu

Maintenance und Support bieten wir unseren Kund*innen das gesamte

Spektrum der digitalen Transformation.

Wir sind Experten für webbasierte Software und Websites.

Damit unsere Lösungen langjährig für Zufriedenheit sorgen, setzen

wir mit unserer Beratung direkt bei den Workflows und Zielen unserer

Kund*innen an. Denn nur wenn die Digitalisierung im gesamten

Unternehmen für ein besseres und erfolgreicheres Arbeiten sorgt,

findet sie überall Akzeptanz.

nerdlichter.com

141


FIRMENPORTRAITS

OSKAR LEHMANN GMBH & CO. KG

Alte Chaussee 59-70

32825 Blomberg-Donop

Tel.: +49 (0)5236 / 8 98 - 0

info@olplastik.de

www.olplastik.de

BRANCHE

Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau

BESCHÄFTIGTE 220

ANSPRECHPARTNERIN

Melanie Lehmann

Geschäftsführende Gesellschafterin

Melanie.Lehmann@olplastik.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2019

FIRMENPORTRAIT

Wir sind ein inhabergeführtes Familienunternehmen

in der 2. Generation mit Sitz in Blomberg und haben

uns auf die Fertigung von technischen Kunststoff teilen

im Spritzgießverfahren sowie den Bau von Spritzgießwerkzeugen

spezialisiert. Unseren Kunden bieten

wir nicht nur ein umfangreiches Produktsortiment

für den Office-Bereich, sondern auch individuelle

Produktlösungen für unterschiedliche Anforderungen

und Industriezweige. Zu unserem Kundenstamm

gehören namhafte Firmen und Konzerne, viele aus

der Möbel-, Automobil-, Elektro- und Bauindustrie.

„GRÜNE“ PRODUKTE

Unsere Kunststoffleidenschaft und unser Nachhaltigkeitsstreben

waren schon zu einem frühen Zeitpunkt

Impulsgeber für die Beschäftigung mit Biokunststoffen.

Seit 2011 arbeiten wir mit externen Kooperationspartnern

wie z. B. Hochschulen zusammen, um

gemeinsame Lösungen zu entwickeln und einen

aktuellen Wissenstransfer zu gewährleisten. Unsere

jüngste Entwicklung ist eine Kabelkette aus partiell

biobasiertem Kunststoff. Hier folgen wir nicht nur der

aktuellen Umweltstrategie der EU, sondern tragen

zu einem zeitgemäßen sowie design- und zukunftsorientierten

Kabelmanagement in modernen Office-

Umgebungen bei.

Derzeit arbeiten wir an der kompletten Umstellung

weiterer Produktgruppen unseres Standard-Produktsortiments.

Das Recycling von eigenen Produkt- und Kunststoffabfällen

betreiben wir seit Anbeginn. In Zusammenarbeit

mit dem Netzwerk „Lippe zirkulär“ und

der EPEA möchten wir uns zukünftig mehr mit den

Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft im Sinne des

Upcyclings beschäftigen. Ziel ist es, ausgewählte

Produktgruppen nach dem Design-Konzept Cradleto-Cradle

zertifizieren zu lassen.

NACHHALTIGKEIT

Wir denken und handeln zukunftsorientiert und nachhaltig.

Dies zeigt sich in der Umsetzung verschiedener

Maßnahmen wie beispielsweise die Umstellung auf

LED-Beleuchtung im gesamten Unternehmen, dem

Einsatz energieeffizienter Maschinen, Peripherien

und Elektrostaplern oder dem Betrieb einer eigenen

Photovoltaikanlage. Im Jahr 2020 streben wir die

freiwillige Zertifizierung nach DIN ISO 50001 an. Von

der Mitgliedschaft bei B.A.U.M versprechen wir uns

neue Ideen und Synergieeffekte durch ein starkes

Miteinander gleichgesinnter Unternehmen, die eine

lebenswerte Zukunft für unsere Kinder mitgestalten

wollen.

SOZIALES ENGAGEMENT

Soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement

sind für uns Herzensangelegenheiten. Seit

Jahren unterstützen wir finanziell das Kinderkrebsprojekt

Fruchtalarm, das Deutsche Kinderhilfswerk

sowie örtliche Sportvereine und die Kindertagesstätte

in unserem Ort.

Ein gutes Betriebsklima und ein wertschätzendes

Miteinander auf Augenhöhe sind uns ebenso wichtig

wie die Orientierung an unserem Leitbild für Führung

und Zusammenarbeit.

142


FIRMENPORTRAITS

OTTO (GMBH & CO KG)

Werner-Otto-Straße 1-7

22179 Hamburg

Tel. +49 (0)40 / 64 61 - 0

www.ottogroup.com

ANSPRECHPARTNER

Stephan Engel

Corporate Responsibility

stephan.engel@ottogroup.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1987

BRANCHE

Handel und handelsnahe Dienstleistungen

BESCHÄFTIGTE ca. 52.600

FIRMENPROFIL

Die Otto Group ist eine weltweit agierende Handelsund

Dienstleistungsgruppe mit rund 52.600 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern. Sie gehört zu den

weltweit größten Onlinehändlern und ist mit 30

wesentlichen Unternehmensgruppen in mehr als

30 Ländern Europas, Nord- und Südamerikas und

Asiens präsent. Die Otto Group deckt die gesamte

Wertschöpfungskette des Handels ab: vom Einkauf

über Transport und Vermarktung bis zu Finanzdienstleistungen.

Die Aktivitäten sind in drei Geschäftsfelder

(Segmente) gegliedert:

• Multichannel-Einzelhandel

Der Geschäftskern der Unternehmensgruppe umfasst

die in- und ausländischen Konzerngesellschaften

der Otto Group, die ihre Produkte über

die Kanäle E-Commerce, Katalog und stationärer

Einzelhandel anbieten.

• Finanzdienstleistungen

Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst die

internationalen Finanzservices wie beispielsweise

das Forderungs- und Liquiditätsmanagement sowie

innovative Finanzdienstleistungen.

• Service

Dieses Segment umfasst die Logistik- und Einkaufsgesellschaften

der Otto Group. Die Hermes Gruppe

bietet dabei vielfältige Dienstleistungen entlang

der logistischen Wertschöpfungskette an: von

der Beschaffung über Qualitätsprüfung, Transport

und Lagerung bis hin zur Zustellung an Privat- und

Geschäftskunden, und dies sowohl für die Otto

Group als auch für Drittkunden.

UNTERNEHMENSVERANTWORTUNG

Die Otto Group übernimmt Verantwortung für ihre

geschäftlichen Aktivitäten. Dabei haben wir die gesamte

Wertschöpfungskette im Blick, von der Gewin­

nung der Ressourcen über deren Verarbeitung zum

fertigen Produkt, dessen Vertrieb bis hin zur Nutzung

und Entsorgung durch den Konsumenten.

Die Grundlage für unsere Nachhaltigkeitssteuerung

ist unser CR-Management „impACT“, das die unerwünschten

Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit

(impact) mit dem daraus abgeleiteten Handeln (act)

verknüpft. Mit impACT richten wir all unsere Kerngeschäftsprozesse

nachhaltig aus. Dafür ermitteln

wir die sozialen und ökologischen Auswirkungen

unserer gesamten Geschäftstätigkeit und gleichen

diese mit den Erwartungen unserer internen und

externen Stakeholder ab.

Die Ergebnisse des impACT-Prozesses fließen direkt

in unsere Nachhaltigkeitsstrategie 2020 ein. Diese

umfasst fünf Teilstrategien: die schonende Gewinnung

und Verarbeitung von Rohstoffen (Textilien-,

Möbel- und Papierstrategie), die Einhaltung von Sozialstandards

bei Lieferanten in der Endfertigung (Sozialprogramm)

und die Verbesserung der CO 2

-Bilanz an

den eigenen Standorten sowie der Beschaffungs- und

Distributionstransporte (Klimastrategie).

Um die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards

in der globalen Lieferkette besser vorantreiben

zu können, beteiligt die Otto Group sich zudem

an einer Vielzahl nationaler und internationaler

Initiativen und Organisationen und steht in regem

Austausch mit Vertretern aus Zivilgesellschaft, Politik

und Wirtschaft. So haben wir unter anderem 2004

die Business Social Compliance Initiative (BSCI) mitbegründet,

2005 folgte die Stiftung Aid by Trade mit der

Initiative Cotton made in Africa und 2012 die Carbon

Performance Improvement Initiative (CPI2). Zudem

ist die Otto Group Unterzeichner des ersten und

zweiten Gebäude- und Brandschutzabkommens für

Textilfabriken in Bangladesch (Accord) sowie seit Juni

2015 Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien.

143


FIRMENPORTRAITS

PAPACKS SALES GMBH

Von-Hünefeld-Straße 1

50829 Köln

www.papacks.com

BRANCHE

Entwicklung und Produktion nachhaltiger Verpackungslösungen,

Konzept- und Produktentwicklung für plastikfreie

Primär- und Sekundärverpackungen

ANSPRECHPARTNER

Manuel Leibrock

CMO

Tel. +49 (0)221 / 30 16 30 06

beratung@papacks.com

BESCHÄFTIGTE 39

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2018

WIR BEGLEITEN IHR UNTERNEHMEN SICHER IN

EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

Unser Team verfügt über 20 Jahre Erfahrung zum

Thema Nachhaltigkeit. Inspiriert von Albert Einstein’s

Zitat: „Probleme kann man niemals mit derselben

Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“

und von Abläufen in der Natur, die keinen Abfall

produziert, erforschen wir Rohstoffe und produzieren

Lösungen für umweltfreundliche Verpackungen.

Wir kombinieren unsere Entwicklungen mit modernen

Produktionstechniken und den Herausforderungen

der Zukunft (Digitalisierung, Dematerialisierung,

Dezentralisierung, CO 2

-Vermeidung) um

Ihnen zukunftsweisende Verpackungs-, Transport-,

Logistik- und Recyclinglösungen zur Reduzierung oder

Vermeidung von abzuführenden CO 2

-Steuern, Plastiksteuern

und Abfallentsorgungssteuern zu bieten.

VISIONEN, PRINZIPIEN UND ZIELE

• Vermeidung und Reduzierung

Verpackungsvermeidung und Reduzierung der

Rohstoffe durch intelligente Verpackungslösungen

• Kreislaufwirtschaft – Zero-Waste – Supply Chain

Verpackungslösungen auf Basis eines Kreislauf-

Gedankens und einer Zero-Waste-Konzeption

• Verlassen des Elfenbeinturms

Blick von „Außen“ zur Vermeidung von „Einweg-

Lösungen“ mit der Einbeziehung von Partner- und

Zulieferunternehmen, welche die „Verpackungen“,

mitbenutzen können

LEISTUNGEN UND KERNKOMPETENZEN

• Konzeption, Entwicklung und Design von nachhaltigen

Verpackungen und Produkten

• Internationales Management und Betreuung

• Expertisen in Sekundär- und Primärrohstoffen

• Individuelle unternehmensweite Nachhaltigkeits-

Konzepte

• Konzeption individueller Zero-Waste, Verpackungsund

Recycling-Kreisläufe

• Optimierung von Prozess-, Produktionssteuerung,

Logistik und CO 2

-Emissionsreduzierung

• Forschung zu Rohstoffen und Rezepturentwicklung

auf Basis nachwachsender Rohstoffe

• Natürliche Barriere- und Beschichtungsentwicklung,

frei von PFAS, Melamin und Formaldehyd

• Modernste 3D-Drucktechnik und Prototypenbau

• Produktion in Deutschland/Europa

PAPACKS entwickelt und produziert umweltfreundliche,

nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen für

Ihre individuellen Anforderungen mit dem Ziel der

Vermeidung von Einwegplastik in Verpackungen

und der Reduzierung stetig steigender Abgaben und

Steuern zum Verpackungsgesetz bei Plastik.

Wir begleiten Unternehmen mit unserem Know-how

von der ersten Vision bis zur finalen Umsetzung und

Serienproduktion.

ANALYSE – BERATUNG – ENTWICKLUNG

Um für Ihr Unternehmen die richtige Strategie zum

komplexen Nachhaltigskeitsthema zu entwicklen,

beginnen wir mit der Analyse Ihrer Prozesse und

Anforderungen. Hierdurch können wir Ihre Schwerpunkte

erkennen und die besten Lösungen auch für

Ihre Ziele definieren. Wir helfen Ihnen, den roten

Faden Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und die richtige

Kommunikation zu entwickeln und umzusetzen.

144


FIRMENPORTRAITS

Oben: Zero-Waste-Kreislauf am Beispiel für Parfumflakon-

Transportträger aus kompostierbaren Agrarreststoffen bei

COTY Inc. für einen geschlossenen Verpackungskreislauf

Unten: Plastikfreier natürlicher Ersatz von Kunststoff Trays

und aufwendige Kartonage-Konstruktionen, individuell

auf Ihre Anforderungen optimiert, hergestellt aus sekundären

Rohstoffen für einen Zero-Waste-Kreislauf

Oben: PAPACKS ® Faserguss + PAPACKS ® Natural Blend (food

grade coating) – plastikfreier Ersatz von Lebensmittel-Einwegverpackungen,

recycelbar, biologisch abbaubar, PFAS frei,

sowie frei von Melamin und Formaldehyd

Unten: PAPACKS ® Faserguss Inlays für Adventskalender – plastikfreier

vollständiger Ersatz von Kunststoff Tiefzieh – Inlays

zur Entsorgung im Altpapier geeignet, dem einzig funktionierenden

Recyclingkreislauf

LÖSUNGSANSÄTZE ZUR KREISLAUFOPTIMIERUNG

• Refuse: Prüfen, ob eine Verpackung notwendig ist

• Reduse: Verpackungsmaterial vermeiden

• Reuse: Kann die Verpackung mehrfach verwendet

werden? (Wiederverwendung)

• Renew: Nachwachsende Rohstoffe / erneuerbares

Material, sekundäres Material

• Remove: Potenziell bedenkliche Stoffe vermeiden

• Recycle: Ressourcen erneut verwenden

• Recover: Material zurückgewinnen (z.B. aus Abfällen)

• Regenerate: Aus Bestandteilen neues Material

gewinnen

• Recompost: Verbleib in der Natur verhindern

MATERIALEXPERTISE, ROHSTOFFFORSCHUNG

UND NATÜRLICHE BESCHICHTUNGEN

Auf Basis eines optimalen Rohstoffes erforschen und

entwickeln wir für Ihre Anforderungen das passende

Material. Unsere Basis ist hierzu ausschließlich natürlich,

nachhaltig, umweltfreundlich und vollständige

Recyclingfähigkeit.

Bio-Kunststoff, R-Pet, Ocean-Plastics, Papierspritzguss

basierend auf Stärkegewinnung gengezüchteter

Industrieernte und viele weitere Neuerfindungen

der „Greenwashing-Szene“ sind keine dauerhaft

funktionierenden Alternativen, sondern stehen

für „Pseudo-Nachhaltigkeit“, da es hierzu keine

funktionierenden Recyclingkreisläufe gibt und

geben wird.

KOSTENREDUZIERUNG DURCH NACHHALTIGKEIT

Eine ganzheitliche Betrachtung im Unternehmen mit

veränderten Prozessen, der Analyse Ihrer Supply Chain

und alternativen Verpackungskonzepten, erzielt erfahrungsgemäß

höhere Einsparpotenziale als einfach

nur den günstigsten Einkaufspreis der einzelnen

Verpackung zu betrachten.

• Auswirkungen auf neue Pflichten: Verpackungsgesetze

D+EU, CO 2

-Steuern und zukünftige neue

Regularien

• Einsparung von Material und Rohstoffen

• Rückgewinnung von Rohstoffen – Verwertung und

Recyclingfähigkeit

• Nutzung unseres Zero-Waste-Kreislauf-Netzwerks

für einen funktionierenden Verpackungskreislauf

Nutzen Sie das Überdenken Ihrer Verpackungen auch

zur Optimierung Ihrer gesamten Unternehmensprozesse.

Kunden fordern heute eine authentische

Gesamtdarstellung der Unternehmen, welche sie

fortan unterstützen.

Als Experte für Nachhaltigkeit unterstützen wir ihr

Unternehmen von der Analyse und Entwicklung,

bis zur späteren Produktion und Lieferung bei allen

notwendigen Schritten. Nehmen Sie gerne direkt

Kontakt mit uns auf!

Detaillierte und aktuelle Informationen finden Sie

unter www.papacks.com

145


FIRMENPORTRAITS

PARADIES GMBH

Rayener Straße 14

47506 Neukirchen-Vluyn

www.paradies.de

info@paradies.de

BRANCHE

Heimtextilien (Kissen, Bettdecken, Matratzen)

ANSPRECHPARTNER

Thomas Borghs

Marketingleiter

Tel. +49 (0)2845 / 2 03 - 3 10

Thomas.Borghs@paradies.de

BESCHÄFTIGTE 150

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2016

PARADIES – GESUNDER UND ERHOLSAMER

SCHLAF – MADE IN GERMANY

Bereits seit 1854 und mittlerweile schon in der fünften

Kremers-Generation geführt ist das Familienunternehmen

vom Niederrhein Inbegriff für höchsten

Schlafkomfort. Von Beginn an widmete man sich der

Entwicklung hochwertiger Produkte für den gesunden,

erholsamen Schlaf. Mit der Erfindung der ersten

waschbaren mit Textilfasern gefüllten Steppdecken

Ende der 60er Jahre veränderte Paradies die deutsche

Schlafkultur. Heute werden alle in Deutschland

produzierten Faser-, Daunen- und Naturprodukte in

mehr als 50 Ländern rund um den Globus vertrieben

und sorgen weltweit für erholsamen Schlaf.

GEPRÜFTE PARADIES QUALITÄT – VERANTWOR-

TUNG FÜR MENSCH UND UMWELT

Alle eingesetzten Materialien sind streng schadstoffkontrolliert

und damit gesundheitsverträglich. Die

im Sortiment eingesetzten Bezugsstoffe sind auf

ihre Haut- und Körperverträglichkeit medizinisch

getestet und der Umwelt zuliebe frei von unnötigen

optischen Aufhellern. Daunen- und Federnfüllungen

des Paradies Sortimentes entsprechen dem strengen

SuperClean Standard und sind somit besonders rein.

So bietet Paradies besten Schlaf in verantwortungsvollen

Markenbettwaren.

NACHHALTIG PRODUZIEREN UND VON DER

ZUKUNFT TRÄUMEN

Als verantwortungsvoll denkendes und handelndes

Unternehmen in Deutschland hat die Paradies GmbH

es sich zur Aufgabe gemacht, Produktionsabläufe

und -bedingungen so effizient wie möglich zu

gestalten. Ressourcenschonung und der Blick für

nachfolgende Generationen sind dabei untrennbar

mit dem Qualitätsgedanken des Unternehmens

verbunden.

• Ökologische Produktion, Abfall- und Emissionsvermeidung,

keine zu klärenden Abwässer, keine

Abluft oder Ablärm

• Gesamter Strom aus erneuerbare Energien (Windenergie

– kein Atomstrom)

• Recycling von insgesamt 100 Tonnen Verkaufsverpackungen

pro Jahr, umgerechnet ca. 130 Tonnen

CO 2

• Auszeichnung als Ökoprofitbetrieb (Ökologisches

Projekt für integrierte Umwelttechnik)

• Zertifizierung als Fairtrade-Unternehmen

• Mitglied der „Plant My Tree“-Initiative (Aufforstung

von deutschen Wäldern und CO 2

-Abbau)

• Gründungsmitglied der „Marken für Gesundheit

und Wohlbefinden in Europa“

• CarbonNeutral ® -Zertifizierung

Paradies ist ständig auf der Suche nach effizienten

Produktlösungen, die für eine nachhaltige Zukunftssicherung

stehen. Bei allen Entwicklungen steht aber

eines im Fokus aller Überlegungen: dem Endverbraucher

nur erstklassige Produkte anzubieten, mit hohem

Gebrauchsnutzen und lang anhaltender Qualität.

• Paradies Fill 2.0 – „Upcycling“-Textilfaserfüllung

aus aufbereiteten PET-Flaschen

• Paradies Biofill – Textilfaserfüllung aus nachwachsenden

pflanzlichen Rohstoffen

• Organic Gewebe / KBA aus kontrolliert biologischem

Anbau

• Paradies Biolana – KBT Schafschurwolle aus kontrolliert

biologischer Tierhaltung

• Fairtrade-Gewebe aus nachhaltigem Baumwollanbau

• Hochwertige Deutsche Gänsedaune aus exklusiven

Zuchtbetrieben

146


FIRMENPORTRAITS

PILOT PEN (DEUTSCHLAND) GMBH

Senefelder Ring 81

21465 Reinbek

info@pilotpen.de

www.pilotpen.de

Tel. +49 (0)40 / 25 19 32 - 0

BRANCHE

Schreibgeräte

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2008

BESCHÄFTIGTE

2.604 weltweit

FIRMENPROFIL

PILOT PEN ist ein internationaler Konzern mit japanischen

Wurzeln, der nun seit mehr als 100 Jahren

für die Entwicklung von innovativen Schreibgeräten

steht.

PILOT verbindet Kreativität, Innovation und Design

und gehört zu den weltweit führenden Herstellern

im Bereich der Schreibgerätetechnologie. Bis heute

zählt PILOT weltweit zu einem der wenigen Unternehmen

der Branche, das in der Lage ist, sämtliche

Schritte in der Entwicklung eines Schreibgeräts selbst

zu realisieren.

Aufgrund dieser Wurzeln hat das Unternehmen eine

charakteristisch japanische und langfristige Sichtweise

von einer Zukunft in Harmonie mit der Umwelt. Für

PILOT ist die Reduktion ihrer Produktionsauswirkungen

auf die Umwelt ebenso wichtig, wie die

Herstellung attraktiver Produkte für den Verbraucher.

PILOT‘s Anspruch ist es, sicherzustellen, dass seine

Aktivitäten nachhaltig sind. Es ist genau dieser Anspruch,

der das Unternehmen und deren Mitarbeiter

vorantreibt, die Umweltfreundlichkeit der Marke

PILOT zu verbessern und dabei besonders das Augenmerk

auf die Erhaltung von Ressourcen und die

Vermeidung von Umweltverschmutzungen zu legen.

Grund bevorzugt PILOT, bei der Herstellung seiner

Produkte, die Verwendung von recycelten Materialien

und wirbt insbesondere für die Nachfüllbarkeit mittels

auswechselbarer Mine oder Patrone, denn dies schont

bereits Umwelt und Ressourcen. Somit wird dem

Verbraucher eine wesentlich umweltverträglichere

Schreiblösung angeboten.

Im Jahre 2006 führt Pilot das BEGREEN Sortiment ein.

Das BEGREEN Label indiziert, dass ein Produkt (ohne

Verbrauchsmaterialien) zu einem Minimum von 70

Prozent aus recyceltem Kunststoff aus entweder Post-

Consumer Abfällen besteht (wie beispielsweise die

B2P Stifte, die aus PET-Flaschen hergestellt werden)

oder aus post-industriellen Abfällen (wie beispielsweise

der Hi-Tecpoint V5/V7 Cartridge) besteht.

Die BEGREEN Produktpallette umfasst Produkte verschiedenster

Schreib- und Markiertechniken vom Füllfederhalter,

über den klassischen Kugelschreiber und

Tintenroller bis hin zu Text- und Permanent Markern.

Dabei liegen die Anteile des recycelten Kunststoffes

stets zwischen 71 und 95 Prozent.

BEGREEN – FÜR EINEN GRÜNEREN LEBENSSTIL

Die Verwendung von Mahlgut & Regranulat aus recycelten

Kunststoffabfällen durch Industrie und Handel

sind heutzutage eine echte Alternative zur Kunststoffneuware.

Analysen zeigen, dass die Verwendung

solcher Neuware, aufgrund der fossilen Erschöpfung,

den größten Einfluss auf die Umwelt hat. Aus diesem

147


FIRMENPORTRAITS

DR. ING. H.C. F. PORSCHE AG

Porscheplatz 1

70435 Stuttgart

www.porsche.com

BRANCHE

Automobilindustrie

BESCHÄFTIGTE 32.325

ANSPRECHPARTNERIN

Daniela Rathe

Leiterin Politik, Außenbeziehungen und

Nachhaltigkeit

Tel. +49 (0) 711 / 91 12 80 94

nachhaltigkeit@porsche.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2016

UNTERNEHMENSPROFIL

Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG mit Sitz in Stuttgart-

Zuffenhausen steht als einer der profitabelsten

Automobilhersteller für wertschaffendes Wachstum.

Im Jahr 2018 hat Porsche die weltweiten

Auslieferungen auf 256.255 Fahrzeuge gesteigert

und damit die Bestmarke aus dem Vorjahr um vier

Prozent übertroffen. Deutlichen Schub gibt der neue

Panamera mit 38.443 Auslieferungen und einem Zuwachs

von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der

Sportwagenhersteller baut sein Angebot im Bereich

der Elektromobilität konsequent aus: Im September

2019 wurde mit dem Taycan der erste rein elektrisch

angetriebene Sportwagen von Porsche präsentiert

und Anfang des nächsten Jahrzehnts kommt sein

erstes Derivat, der Cross Turismo. Auch die neue

Generation des Kompakt-SUV Macan wird als rein

elektrisch angetriebene Variante angeboten werden.

Das Unternehmen geht davon aus, dass Mitte des

nächsten Jahrzehnts bereits die Hälfte der gesamten

Porsche-Produktpalette elektrisch oder teilelektrisch

als Plug-in-Hybrid verkauft wird. Das Unternehmen

erwirtschaftete in 2018 einen Umsatz von 25,8

Milliar den Euro und die operative Umsatzrendite

betrug 16,6 Prozent. Porsche hat Werke in Stuttgart

und in Leipzig sowie das Entwicklungszentrum in

Weissach. Die Porsche Digital GmbH und das Digital

Lab sind die Kompetenzzentren für neue Wertschöpfungsmodelle

und innovative Produktangebote.

NACHHALTIGKEIT BEI PORSCHE

Porsche agiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette

zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistungen

auf allen Ebenen seines unternehmerischen Handelns.

Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zu

übernehmen, steht für den Sportwagenbauer nicht

im Widerspruch zu Effizienz und ökonomischem

Erfolg. Nachhaltigkeit bei Porsche ist mehr als die

reine Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit

– vielmehr geht es darum, neben den unmittelbaren

auch die langfristigen Folgen der Entscheidungen

zu berücksichtigen und die Gegenwart von der Zukunft

aus zu denken. Nachhaltigkeit ist als zentrales

Querschnittsthema in der Unternehmensstrategie

verankert. Die Zuständigkeit dafür liegt direkt im

Ressort des Vorstandsvorsitzenden und wird durch

eine Patenschaft vom Vorstand für Produktion und

Logistik ergänzt. Die Vision ist klar definiert: Porsche

soll die nachhaltigste Marke für exklusive und sportliche

Mobilität werden.

PORSCHE UND URBANISIERUNG

Bestehende Verkehrssysteme müssen in den nächsten

Jahrzehnten verschiedensten ökologischen,

demographischen und kulturellen Anforderungen

gerecht werden. Nicht nur in Megacities wie Peking,

New York oder Mexiko City, sondern auch in

Stutt gart (ca. 600.000 Einwohner) sind die Auswirkungen

zunehmender Verstädterung deutlich

zu spüren. Die Zahl der Autos steigt rasant, die

Menschen verbringen mehr Zeit in Staus oder bei

der Suche nach Parkplätzen. Das eigentliche Fahrerlebnis

tritt dabei oft in den Hintergrund. Porsche

entwickelt daher Produkte und Dienstleistungen,

um die Mobilität der Zukunft so flexibel, komfortabel

und nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Innovative Lösungen rund um das Thema „Parken“

sowie die nahtlose Anbindung an andere Verkehrsmittel

und die temporäre Bereitstellung von Porsche

Fahrzeugen sind Ansätze, um individuelle Mobilität

nachhaltig zu gestalten und Smart Cities Realität

werden zu lassen.

148


FIRMENPORTRAITS

© Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Der Taycan ist der erste rein elektrisch angetriebene Sportwagen

von Porsche.

Albrecht Reimold, Mitglied des Vorstandes Produktion

und Logistik der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.

INTERVIEW MIT ALBRECHT REIMOLD, VORSTAND FÜR PRODUKTION UND LOGISTIK DER

DR. ING. H.C. F. PORSCHE AG

Herr Reimold, Nachhaltigkeit ist eine der tragenden

Säulen der Unternehmensstrategie von Porsche. Was

bedeutet das im Alltag?

Bereits unserem Unternehmensgründer Ferry Porsche

war neben der Leistungsfähigkeit und Qualität unserer

Sportwagen auch das Thema Nachhaltigkeit

ein wichtiges Anliegen – und zwar sowohl mit sozialen

und ökonomischen als auch mit ökologischen

Aspekten. Wir haben die Verantwortung, seine Gedanken

in die heutige Zeit zu übertragen und dafür

zu sorgen, dass es auch morgen noch Freude macht,

Porsche zu fahren.

Die Produktion des ersten vollelektrischen Sportwagens

von Porsche erfolgt CO 2

-neutral in Stuttgart.

Wie gestaltet sich die operative Umsetzung?

Für uns war es von vornherein selbstverständlich,

dass wir den Taycan, der sich emissionsfrei fahren

lässt, auch CO 2

-neutral produzieren. Die neuen

Fabrikgebäude sind energieeffizienter als die bisherigen

Produktionsstätten. Darüber hinaus nutzen

wir für Fertigung und Bahnlogistik bereits seit

Jahren Ökostrom und beziehen unsere Wärme über

eigene Blockheizkraftwerke, die wir künftig mit Biogas

betreiben, das aus Bioabfällen und Reststoffen

gewonnen wird. Zu unseren Maßnahmen zählen

auch Photovoltaik-Anlagen auf unseren Dächern

und eine zunehmend elektrifizierte Logistikflotte.

Daraus resultiert eine CO 2

-neutrale Fertigung des

Taycan in Zuffenhausen. Darüber hinaus motivieren

wir unsere Lieferanten und Partner, unserem

Beispiel zu folgen und ihren Beitrag zu leisten, um

die Vision der Zero Impact Factory Realität werden

zu lassen.

Was verstehen Sie unter einer Zero Impact Factory?

Unser Ziel ist es, nicht nur ein emissionsfreies Auto

CO 2

-neutral zu produzieren, sondern keinerlei ökologischen

Fußabdruck zu hinterlassen. Dabei betrachten

wir die komplette Wertschöpfungskette und

Lebensdauer des Fahrzeugs. Mit der Umsetzung von

Maßnahmen haben wir längst begonnen. Neben den

genannten Punkten in der Produktion gehören dazu

auch verbindliche Nachhaltigkeitsvorgaben für unsere

Lieferanten, die Nutzung der Blockchain-Technologie

in der Beschaffung, schadstoffschluckende Fassadenelemente,

eine Schnelllade-Infrastruktur mit Naturstrom

und vieles Weitere mehr. Daran knüpfen wir

fortwährend an, um dieses Ziel zu erreichen.

Letzten Endes ist Nachhaltigkeit die Summe vieler

einzelner Elemente. Jeder bei Porsche trägt seinen

Teil dazu bei. Das beginnt bei den einfachen Dingen,

wie der verantwortungsvollen Nutzung von Energie.

149


FIRMENPORTRAITS

REWE GROUP

Domstraße 20

50668 Köln

www.rewe-group.com

BRANCHE

Handel und Touristik

BESCHÄFTIGTE 360.000

ANSPRECHPARTNERIN

Nicola Tanaskovic

Leitung Corporate Responsibility

Tel +49 (0)221 / 1 49 17 91

nachhaltigkeit@rewe-group.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2011

FIRMENPROFIL

Mit einem Umsatz von über 61 Milliarden Euro und

Aktivitäten in 22 Ländern ist die genossenschaftliche

REWE Group einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne

in Europa. Die Vertriebsformate reichen

dabei von Super-, Convenience- und Verbrauchermärkten,

Discountern und Drogeriemärkten über

Baumärkte bis hin zu E-Commerce-Aktivitäten sowie

Reisebüros und Reiseveranstaltern.

NACHHALTIGKEIT BEI DER REWE GROUP

„Nachhaltigkeit ist für die REWE Group kein Trend,

sondern ein wesentliches Element ihrer Unternehmensstrategie.“

Diesen Anspruch hat der Vorstand

der REWE Group in der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften

formuliert. Für die REWE Group bedeutet

dies: Sie übernimmt Verantwortung für ihre Mitarbeiter,

achtet auf einen fairen Umgang mit Partnern

und Lieferanten, fördert nachhaltigere Sortimente,

handelt umwelt- und klimabewusst und setzt sich

für Artenvielfalt und eine zukunftsfähige Gesellschaft

ein. Bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie

führt die REWE Group einen intensiven Dialog mit

ihren Stakeholdern und geht verbindliche und langfristige

Partnerschaften ein.

NACHHALTIGER KONSUM

Nachhaltigeren Konsum in der Breite zu etablieren, ist

für die REWE Group ein zentrales Ziel. Daraus ergibt

sich der Anspruch, nachhaltigere Angebote, z. B.

regionale oder Bio-Produkte, stetig auszubauen und

neue innovative Ansätze umzusetzen:

• PRO PLANET ist das Nachhaltigkeitslabel der REWE

Group für Eigenmarkenprodukte. Das Label bietet

Kunden eine verlässliche Orientierungshilfe für

einen nachhaltigeren Einkauf.

• Die Umsetzung warengruppenspezifischer Leitlinien

(z. B. Palmöl, Kakao, Kaffee und Wildfisch)

steigert das Angebot von Eigenmarkenprodukten

mit nachhaltigeren Rohstoffen.

• Die umweltfreundlichere Gestaltung von Verpakkungen

ist bei der REWE Group strategisch verankert.

• Im April 2019 hat die REWE Group die Grundsatzerklärung

Menschenrechte veröffentlicht, in der sie

sich verpflichtet, Menschenrechte zu stärken und

Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen.

KLIMASCHUTZ

Die REWE Group hat sich 2013 folgendes Klimaziel

gesetzt: Bis 2022 sollen die spezifischen Treibhausgasemissionen

pro Quadratmeter Verkaufsfläche

im Vergleich zu 2006 halbiert werden. Neben dem

Einsatz von 100 Prozent zertifiziertem Grünstrom in

bundesweit über 6.000 Märkten, Reisebüros und

Lägern tragen vor allem Maßnahmen im Bereich

Energieeffizienz und Kältemittel zur Zielerreichung

bei.

MITARBEITER

Um Talente zu gewinnen und zu binden, setzt die

REWE Group auf mitarbeiterorientierte Arbeitskonzepte,

sichere Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung,

zusätzliche betriebliche Leistungen und maßgeschneiderte

Weiterbildungsangebote. Ein weiterer wesentlicher

Aspekt ist die Vereinbarkeit von Beruf und

Privatleben. Hierzu hat die REWE Group zahlreiche

Maßnahmen umgesetzt, wie z. B. die Flexibilisierung

von Arbeitszeit und -ort, Kinderbetreuungsangebote

oder Pflegezeiten.

150


FIRMENPORTRAITS

SCHOLZ & VOLKMER GMBH

seit 1994

Schwalbacher Straße 72

65183 Wiesbaden

www.s-v.de

info@s-v.de

ANSPRECHPARTNERIN

Birgit Eichinger

New Business Management

Tel. +49 (0)611 / 1 80 99 - 1 44

b.eichinger@s-v.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2019

BRANCHE

Kreativagentur, Digitale Markenführung,

Kommunikation im Bereich Nachhaltigkeit

BESCHÄFTIGTE 130

„CREATING SHARED VALUE“

GEMEINWOHL ALS GESCHÄFTSMODELL

Scholz & Volkmer ist seit 2011 eine der ersten klimaneutral

zertifizierten Agenturen Deutschlands. Seitdem

verfolgen wir eine stringente Nachhaltigkeitsstrategie:

Wir transformieren die Agentur, beteiligen

dabei die Mitarbeiter mit zahlreichen Angeboten,

wirken mit eigenen Diensten in der Region und

helfen unseren Kunden bei ihrer nachhaltigen Transformation.

DIGITAL NACHHALTIG

Von digitalen Produkten und Diensten über Plattfor men

und Apps bis hin zu Kampagnen und Community

Management setzen wir eine stetig wachsende

Anzahl von Projekten im Bereich Nachhaltigkeit um,

die Marken Ertrag bringen, dem Menschen nutzen

und zum Gemeinwohl beitragen. Die Bandbreite

der über 100 umgesetzten Projekte reicht von der

Umweltkommunikation der Deutschen Bahn über

Datencockpits für e-Mobilität bis zum Re-Branding

eines Social Business.

Wir betrachten dabei soziale und ökologische Herausforderungen

nicht als Widerspruch zu unternehmerischem

Erfolg, sondern als seinen Motor. Nachhaltigkeit

lässt Marken durch das mediale Rauschen dringen

und Relevanz erlangen. „Shared Value“ macht aus

Marketing einen Dienst an Mensch und Gesellschaft

und fördert soziale Innovation, anstatt fehlende Innovation

bunt zu verpacken.

DIGITALE MARKENFÜHRUNG

Seit 1994 entwickelt Scholz & Volkmer digitale

Kommunikation und legt dabei besonderen Wert auf

einzigartige Ideen und höchste Design-Ansprüche.

Die technische Expertise im Haus ermöglicht dabei

Umsetzungen jenseits der Standard-Lösungen.

Unser Angebot umfasst den gesamten Zyklus eines

Projektes: Von der Strategie über die kreative Kampagnenidee

oder das Plattformkonzept bis hin zur

Produktion der Inhalte für verschiedene Kanäle und

die Betreuung nach dem Livegang. Darüber hinaus

zählen auch klassische und analoge Aufgaben wie

Brand Design und Print zu den Kompetenzen.

Scholz & Volkmer betreut über 30 Kunden, darunter

Mittelständler, NGOs und internationale Marken. Mit

vielen davon pflegen wir eine langjährige Beziehung.

Die Arbeiten der Agentur wurden mit mehr als 650

nationalen und internationalen Auszeichnungen

prämiert, darunter eine wachsende Anzahl an Umweltpreisen.

GEDEIHEN STATT WACHSEN – EINE STRATEGIE

FÜR NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN

Das Prinzip höher, schneller, weiter funktioniert nicht

mehr. Wir sind davon überzeugt, dass Gedeihen statt

wachsen die richtige Alternative ist. Daher haben wir

uns selbst bereits 2011 einen Wachstumsstopp auferlegt,

regulieren unseren Ressourcenverbrauch sowie

das Reiseverhalten und veröffentlichen jährlich einen

Klimareport. So konnten wir den CO 2

-Fußabdruck

unserer Mitarbeiter stetig verringern und Expertisen

aufbauen, die wir heute für unsere Kunden einsetzen.

Weiterhin investieren wir 20 Prozent unseres Ertrags

in Forschung und Entwicklung, von IoT-Lösungen für

Luftqualitätsmessung bis zu „digitalen Zwillingen“ für

die Kreislaufwirtschaft. Basierend auf diesen Kompetenzen

betreiben wir eigene, nachhaltige Produkte

und Dienste. Dazu zählen der klimaneutrale Einzelhandelslieferdienst

Kiezkaufhaus, die Radwende-App

zur Incentivierung von Radverkehr und eine CO 2

-App

für Unternehmen zur Förderung von umweltfreundlichem

Verhalten der Belegschaft.

151


FIRMENPORTRAITS

SIGNAL IDUNA GRUPPE

Neue Rabenstraße 15-19

20354 Hamburg

www.signal-iduna.de

nachhaltigkeit@signal-iduna.de

ANSPRECHPARTNERIN

Dayane Kemmer Marquart

Nachhaltigkeitsbeauftragte

BRANCHE

Versicherungen und Finanzdienstleistungen

BESCHÄFTIGTE rund 10.000

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2015

AKTIVER ARTENSCHUTZ BEI SIGNAL IDUNA

EIN NEUER LEBENSRAUM FÜR WILDBIENEN, SCHMETTERLINGE UND CO.

Die Kernkompetenz der SIGNAL IDUNA Gruppe liegt

in der Absicherung aller Lebensrisiken privater Haushalte

und in der maßgerechten Risikodeckung für die

Betriebe der mittelständischen Wirtschaft. Das Angebot

umfasst Versicherungs- und Vorsorgeprodukte

von der privaten Kranken- und Unfallversicherung

über Lebens- und Rentenversicherungen, private und

gewerbliche Sach- und Haftpflichtversicherungen bis

hin zu Vermögensbildung und Bausparen.

Der Ursprungsgedanke der Gründer – Hilfe zur

Selbsthilfe – ist dabei aktueller denn je und zeichnet

die SIGNAL IDUNA Gruppe als partnerschaftlichen

Berater und zuverlässigen Unterstützer im

Schadensfall aus. Dieser Gedanke ist auch in der

Rechtsform der Gruppe – dem Versicherungsverein

auf Gegenseitig keit (VVaG) – verankert. Der

Gründungsgedanke ist über 100 Jahre lebendig

geblieben und stellt die Kunden und Mitglieder der

SIGNAL IDUNA Gruppe in den Mittelpunkt allen

Engagements.

NACHHALTIGKEIT BEI SIGNAL IDUNA

Was bedeutet eigentlich für ein Versicherungsunternehmen,

nachhaltig zu sein – und sich damit ökonomisch,

ökologisch und auch sozial zu engagieren?

Die SIGNAL IDUNA Gruppe sieht es als Ansporn,

Menschen generationenübergreifend abzusichern

und sich gleichzeitig daran zu beteiligen, die heutigen

und zukünftigen Herausforderungen für die

Gesellschaft und die Umwelt positiv mitzugestalten.

„Gemeinsam mehr Lebensqualität schaffen“ – diesen

übergreifenden Anspruch verfolgt SIGNAL IDUNA

mit dem Transformationsprogramm VISION2023.

Zusätzlich will das Unternehmen konkrete Maßnahmen

entwickeln, um dem Thema Nachhaltigkeit

sowohl ökologisch als auch ökonomisch und sozial

gerecht zu werden.

PROJEKT „UNTERNEHMENSNATUR“

Auch als wenig ressourcen- und energieintensives

Unternehmen setzt die SIGNAL IDUNA regelmäßig

umweltschonende Maßnahmen um. So engagiert sie

sich beispielswiese am Projekt „UnternehmensNatur“

– einer Kooperation des Naturschutzbundes NABU

Hamburg, der Handelskammer Hamburg sowie der

Behörde für Umwelt und Energie (BUE), mit dem Ziel,

mehr naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen

auf Unternehmensflächen zu schaffen.

Auf den Betriebsflächen der SIGNAL IDUNA in Dortmund

und Hamburg entsteht neuer Lebensraum

für heimische Pflanzen und Wildtiere. Dazu werden

Nahrungsquellen und Rückzugsräume für Insekten,

Vögel und Kleinsäuger geschaffen sowie auch für

Mitarbeiter und Besucher attraktive Erholungs- und

Aufenthaltsmöglichkeiten gestaltet.

AKTIONEN IN HAMBURG…

In Hamburg standen im Sommer 2019 auf dem Gelände

der Hauptverwaltung Spaten, Holz, regionale

Wildblumensaat sowie zahlreiche insektenfreundliche

Stauden für ihren Einsatz bereit. Während

eines Aktionstags legten Mitarbeiter eine große

Wildblumen wiese, eine Wildbienen-Bodennisthilfe

sowie neue Pflanzbeete mit heimischen Stauden an.

Die Biologin Kirsten Gulau vom Beratungsbüro

STADTNATURENTWICKLUNG begleitet die SIGNAL

152


FIRMENPORTRAITS

Von links oben nach rechts unten: Einige von insgesamt 120 Stauden werden gesetzt. Eine Bodennisthilfe für Wildbienen

wird gebaut. Gruppenfoto am Aktionstag: Gemeinsam für mehr Unternehmensnatur. Der 1. SIGNAL IDUNA

Honig direkt aus den Hauptverwaltungen in Dortmund und Hamburg.

IDUNA bei ihrem Engagement zur Förderung der

Biodiversität und betreute die Mitarbeiter beim

Aktionstag mit Fachwissen und tatkräftigem Einsatz.

Der Aktionstag war Startschuss für weitere Einsätze

der SIGNAL IDUNA zu mehr Unternehmensgrün.

Zukünftig werden in Hamburg das vorhandene

Wasserbecken für Libellen aufgewertet, Nistkästen

für Vögel aufgehängt, die insbesondere Gebäudebrüter

fördern, sowie Blumenzwiebeln gesetzt. Ein

frühes Blühangebot unterstützt im zeitigen Frühjahr

Insekten wie Hummeln bei der Nahrungssuche. Für

sie entstehen in Hamburg und Dortmund mehrere

Hummelburgen in Form von Steinhaufen.

…UND IN DORTMUND

Für die Firmenflächen in Dortmund, die in einen

öffentlichen Park übergehen, hat Kirsten Gulau ein

umfangreiches Konzept zur Förderung heimischer

Wildtiere erarbeitet. Für die ökologische Entwicklung

der Flächen untersuchte die Biologin zunächst

die bestehende Artenvielfalt. Basierend auf diesen

Ergebnissen werden im kommenden Jahr die Lebensräume

von Insekten, wie Käfer, Schmetterlinge und

Wildbienen sowie von Vögeln, Fledermäusen und anderen

Kleinsäugern gezielt gefördert. Grundlagen für

die Aufwertung der Lebensräume bilden heimische

Pflanzen und einzelne Naturelemente, welche Rückzugs-

und Fortpflanzungsstätten für verschiedene

Arten bieten.

Mitarbeiter und Besucher des Parks können bald die

bunte Artenvielfalt auf den Flächen beobachten. Die

Umsetzung soll wieder gemeinsam mit den Mitarbeitern

der SIGNAL IDUNA erfolgen.

ANSIEDLUNG VON BIENENVÖLKERN

Ein weiterer Teil des Projekts ist die Ansiedlung

von insgesamt 21 Bienenvölkern auf dem Gelände

der SIGNAL IDUNA – sowohl in Hamburg als auch

in Dortmund. Die Haltung von Honigbienen in

Zusam menarbeit mit Imkern bietet eine langfristige

Möglichkeit, nicht nur die Welt der Bienen näher

kennenzulernen, sondern auch die Bedürfnisse ihrer

wilden Verwandten zu berücksichtigen. Auf Infoveranstaltungen

wird den Mitarbeitern und ihren

Kindern das Thema nähergebracht.

Ein schöner Nebeneffekt ist die Honigernte. So wurden

bei der ersten Ernte im Jahr 2019 in Dortmund

ca. 250 kg und in Hamburg ca. 215 kg Honig geerntet

und u.a. an die Mitarbeiter verkauft. Diese Einnahmen

sorgen für mehr Umweltschutz, denn der Erlös

wurde komplett an Umweltprojekte in Dortmund und

Hamburg gespendet.

NACHAHMER ERWÜNSCHT

Die SIGNAL IDUNA will mit ihrem Engagement innerund

außerhalb des Unternehmens einen aktiven

Beitrag zur Artenvielfalt im urbanen Raum beitragen

und mehr Bewusstsein für die Wechselwirkungen

zwischen Natur und dem Leben in der Stadt schaffen.

Nachahmer sind mehr als erwünscht!

153


FIRMENPORTRAITS

SIKA DEUTSCHLAND GMBH

Kornwestheimer Straße 103-107

70439 Stuttgart

Tel. +49 (0)711 / 80 09 - 0

www.sika.de

info@de.sika.com

BRANCHE

Chemische Industrie

BESCHÄFTIGTE

Sika Deutschland GmbH und

Sika Holding CH AG & Co KG > 1.400

Weltweit > 24.000

ANSPRECHPARTNERIN

Cornelia Stanke

Referentin für Nachhaltigkeit

Tel. +49 (0)711 / 80 09 - 57 76

stanke.cornelia@de.sika.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2014

NACHHALTIGKEIT LEBEN MIT SIKA

Sika versteht sich als Unternehmen mit gesellschaftlicher

Verantwortung, ökologischem Bewusstsein

sowie starkem Praxisbezug. Aus dieser Überzeugung

heraus sind bei Sika nachhaltiges Denken und Handeln

in den eigenen Management- und Geschäftsmethoden,

Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie

der firmenübergreifenden Zusammenarbeit verankert.

Sika schafft Lösungen für Bau und Industrie, welche

die Bedingungen der Menschen verbessern, die Sika

Produkte und Systeme herstellen, mit ihnen arbeiten

und leben. Denn nur durch Investitionen in Mensch,

Natur und die gesamte Wertschöpfungskette können

wir eine gute Lebensqualität für heutige und nachfolgende

Generationen gewährleisten.

LÖSUNGEN FÜR DIE NACHHALTIGE STADT

Als Hersteller von Bauprodukten und -systemen engagiert

sich Sika für die Entwicklung einer nachhaltigen

Stadt und insbesondere für nachhaltiges Bauen. Mit

gezielten Neu- und Weiterentwicklungen arbeiten

wir ständig daran, die Umweltwirkungen unserer

Produkte weiter zu verringern. Ein großer Teil des

Produktportfolios erfüllt bereits die hohen Anforderungen

verschiedener Gebäudezertifizierungssysteme.

Den Praxistest hat Sika mit einem eigenen Objekt

gemeistert, das nach den Vorgaben der Deutschen

Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) geplant,

gebaut und erfolgreich zertifiziert wurde.

Doch eine nachhaltige Stadt ist mehr als ihre Gebäude:

Mit Leichtbau-Lösungen für die Automobilindustrie,

Produkten für Anlagen zur Erzeugung

erneuerbarer Energie und schnell zu verarbeitenden

Systemen für Brücken und Parkflächen leistet Sika

ebenfalls Beiträge zur Vermeidung von Emissionen

und zur Entwicklung einer nachhaltigen Stadt.

Auch das soziale Leben gehört zu einer nachhaltigen

Stadt. Deshalb unterstützt Sika beispielsweise gezielt

Sportvereine und -events sowie kulturelle Veranstaltungen

an den Unternehmensstandorten. Anstelle

von Weihnachtsgeschenken für Kunden und Lieferanten

erhalten „Die Tafeln“ eine jährliche Spende.

So vielfältig das Engagement von Sika für mehr

Nachhaltigkeit und eine nachhaltige Stadt auch ist:

im Mittelpunkt stehen immer Mensch und Umwelt.

ÜBER SIKA

Als Tochterunternehmen der global tätigen Sika AG

(Baar/Schweiz) zählt die Sika Deutschland GmbH

zu den führenden Anbietern von bauchemischen

Produktsystemen und industriellen Kleb- und Dichtstoffen.

Mit hohen Produkt- und Serviceleistungen ist Sika

der ideale Partner für Architekten, Planer, Bauherren,

Handwerk und Handel sowie für die industrielle Fertigung

in ganz Deutschland. In allen Anwendungsbereichen

bietet Sika ein Höchstmaß an Sicherheit

und ein Optimum an Qualität. Nachhaltigkeit ist für

Sika ein Schlüsselelement der Innovationstätigkeit.

WEITERE INFORMATIONEN

Ausführliche Informationen zum Nachhaltigkeits­

Engagement von Sika, zahlreiche Dokumente und

Broschüren erhalten Sie jederzeit unter

www.sika.de/nachhaltigkeit

154


FIRMENPORTRAITS

SPARDA-BANK MÜNCHEN EG

Arnulfstraße 15

80335 München

www.zum-wohl-aller.de

www.sparda-m.de

www.naturtalent-beratung.de

www.naturtalent-stiftung.de

ANSPRECHPARTNERIN

Christine Miedl

Direktorin Unternehmenskommunikation

und Nachhaltigkeitsmanagement

Tel. + 049 (0)89 / 5 51 42 - 31 00

presse@sparda-m.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2007

BRANCHE

Finanzdienstleistungen

BESCHÄFTIGTE 748

FIRMENPROFIL

Die Sparda-Bank München eG ist 90 Jahre nach ihrer

Gründung mit über 307.000 Mitgliedern die größte

Genossenschaftsbank in Bayern. Ziel und Auftrag als

Genossenschaft ist es, ihre Mitglieder zu fördern. Zudem

unterstützt sie seit 2011 als Pionierunternehmen

und einzige Bank in Deutschland die Gemeinwohl-

Ökonomie, die sich für ein faires und solidarisches

Wirtschaftssystem einsetzt. In diesem Rahmen tritt

sie aktiv für Werte wie Menschenwürde, Solidarität,

ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit

sowie Mitbestimmung und Transparenz ein.

KLIMASCHUTZ DURCH ÖKOSTROM

Um nachfolgenden Generationen eine lebenswerte

Welt zu hinterlassen, wirtschaftet die Sparda-Bank

München ressourcenschonend und umweltfreundlich.

Sie pflegt mit dem Ökostrom-Anbieter Polarstern

Energie, ebenfalls ein Gemeinwohl-Unternehmen,

eine langfristig angelegte Wertepartnerschaft für

mehr wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische

Verantwortung. Seit 2018 setzt die Genossenschaftsbank

selbst zu 100 Prozent auf „Wirklich

Ökostrom“ von Polarstern und bietet mit einem

Spezialtarif auch ihren Mitgliedern und Kunden

die Möglichkeit einer nachhaltigen und regionalen

Energieversorgung.

von Polarstern, bei der das Ufer der Isar von Abfall

befreit wird. Sie gehört darüber hinaus einem breiten

Bündnis an, wie dem Münchner Klima herbst, und

unterstützt über die Entrepreneurs for Future die

Forderungen der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for

Future“ an den Münchner Stadtrat. In ihrem Nachhaltigkeitsbericht

nach den Vorgaben des Deutschen

Nachhaltigkeitskodex (DNK), der Gemeinwohl-Bilanz

sowie der CO 2

-Bilanz legt sie ihre gesamten Umweltund

Klimaschutz-Maßnahmen detailliert offen.

DER MENSCH IM MITTELPUNKT

Im Vordergrund steht für die Genossenschaftsbank

das ethische und gesellschaftsfördernde Handeln im

Interesse der Menschen. In ihrer aktuellen, vierten Gemeinwohl-Bilanz

berichtet die Sparda-Bank München

transparent über ihr Engagement zum Wohl aller. Für

seine stärkenorientierte Mitarbeiterförderung und

sein betriebliches Gesundheitsmanagement wurde

das Finanzinstitut bereits mehrfach ausgezeichnet.

FÖRDERUNG NACHHALTIGER PROJEKTE

Als Münchner Unternehmen trägt die Sparda-Bank

München mit zahlreichen eigenen Projekten zu

Nachhaltigkeit und Umweltschutz im urbanen Raum

bei. An ihren E-Tankstellen auf ihrem Firmengelände

können Fahrer von Elektroautos und -fahrrädern

diese kostenlos aufladen. Zudem unterstützt das

Finanzinstitut die jährliche Aktion „Isar Clean Up“

155


FIRMENPORTRAITS

STAEDTLER MARS GMBH & CO. KG

Moosäckerstraße 3

90427 Nürnberg

www.staedtler.de

info@staedtler.com

ANSPRECHPARTNER

Karl-Michael Roth

Tel. +49 (0)911 / 93 65 - 7 16

BRANCHE

Schreibgeräte

BESCHÄFTIGTE 3.000

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2011

WOPEX – PRODUKT UND TECHNOLOGIETRÄGER

Das von STAEDTLER entwickelte und patentierte

WOPEX Material ermöglicht eine effiziente Blei- und

Buntstiftherstellung im Co-Extrusionsverfahren. Das

verwendete Holz stammt ausschließlich aus PEFCzertifizierten

deutschen Wäldern. Alle Materialien

werden in Form von Granulaten in einem speziell

entwickelten Produktionsverfahren verarbeitet und

zu einem zunächst endlosen Stiftstrang geformt,

welcher im Anschluss auf die passende Stiftlänge

zugeschnitten wird.

E-MOBILITÄT UND FAHRRADLEASING

An den deutschen STAEDTLER-Standorten entsteht

2019 eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Die STA­

EDTLER Niederlassung in Frankreich ging mit gutem

Beispiel voran. Bereits 2018 wurde dort eine elektrische

Ladestation errichtet und ein Hybridelektrofahrzeug

angeschafft.

Fahrrad statt Auto – das hält fit und schont die Umwelt.

STAEDTLER Mitarbeiter haben seit Juli 2019

die Möglichkeit sich über STAEDTLER ein Fahrrad

zu leasen. Das Rad kann ebenfalls privat genutzt

werden und die Mitarbeiter können zwischen vielen

verschiedenen Modellen wählen.

INTELLIGENTE LOGISTIK

Die weltweite Warenverteilung steuert STAEDTLER

über die Distributionslogistik in Nürnberg. Laufende

Prozessoptimierungen garantieren einen sehr guten

Lieferservice, STAEDTLER übernimmt Verantwortung

für die Umwelt durch die Reduzierung des

Verpackungsmaterials und vermehrt CO 2

-neutrale

Transporte. Zudem beschäftigt STAEDTLER sich

mit dem Einsatz von Robotik in den logistischen

Einrichtungen. Ein weiteres Thema ist der Einsatz

von Exo-Skeletten, um das Heben und Tragen zu

unterstützen.

ÜBER STAEDTLER

STAEDTLER ist eines der ältesten Industrieunternehmen

Deutschlands und zählt zu den weltweit

führenden Herstellern und Anbietern von Schreib-,

Mal-, Zeichen- und Kreativprodukten. Mit seinen

Produkten beflügelt das Unternehmen die Kreativität

seiner Kunden ein Leben lang: Vom ersten Malstift in

frühester Kindheit bis zu Produkten fürs kreative Gestalten

bietet der Schreib- und Kreativwarenhersteller

eine breite Produktpalette für alle Altersgruppen und

Ansprüche und denkt dabei auch Altbewährtes vor

dem Hintergrund der Digitalisierung neu.

www.staedtler.com

STAEDTLER ZAHLEN & FAKTEN

Gegründet: 1835 von Johann Sebastian Staedtler

Produktionsstätten: 9 weltweit, 4 in Deutschland

Mitarbeiter: 3.000 weltweit,

mehr als 1.200 in Deutschland

Verbundene Unternehmen: 27 weltweit

Marktpräsenz: in über 150 Ländern

Exportquote (Deutschland): bei über 80 Prozent

Made in Germany: nahezu Zweidrittel der

STAEDTLER-Produkte.

Größter europäischer Hersteller für: holzgefasste

Stifte, Folienstifte, Radierer, Feinminen,

Modelliermassen

Zertifikate: ISO 9001:2015, ISO 14001:2015,

FSC, PEFC

156


FIRMENPORTRAITS

STEINBEIS PAPIER GMBH

Stadtstraße 20

25348 Glückstadt

www.steinbeis-papier.de

info@stp.de

ANSPRECHPARTNER

Ulrich Feuersinger

Geschäftsführer

Tel. +49 (0)4124 / 9 11 - 0

info@stp.de

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 1999

BRANCHE

Führender Hersteller hochwertiger grafischer

Recyclingpapiere

BESCHÄFTIGTE 321

STEINBEIS GEHT VORAN

Als europäischer Marktführer für hochwertige grafische

Recyclingpapiere, hergestellt aus 100 Prozent

Altpapier, versteht sich das Unternehmen als Pionier

für Nachhaltigkeit in der Branche. Steinbeis betreibt

eine der modernsten ökologisch-integrierten Fabriken

in der Recyclingpapierindustrie. Die gesamte

Produktions- und Wertschöpfungskette ist auf umweltfreundliche,

ressourcen- und energieeffiziente

Verfahren ausgerichtet. Steinbeis investiert in ein

umfangreiches Programm (über 350 Millionen Euro)

für innovative Versorgungs-, Umwelt- und Kreislauftechnologien.

DIE ZAHLEN SPRECHEN FÜR SICH

Steinbeis kann beste Öko-Bilanzwerte vorweisen.*

Im Vergleich zur Produktion von herkömmlichen

Frischfaserpapieren werden bis zu 83 Prozent weniger

Wasser und bis zu 72 Prozent weniger Energie benötigt.

Gleichzeitig ist der CO 2

-Ausstoß um bis zu 62

Prozent gesenkt. Alle Wertschöpfungsketten haben

Nachhaltigkeit als vorrangiges Ziel. Steinbeis vermeidet

den Einsatz von Primärressourcen bei maximaler

Verwertungstiefe aller eingesetzten Rohstoffe. Für die

Herstellung der Papiere bedeutet das den Einsatz von

100 Prozent Altpapier. Auf diese Weise unterstützt

Steinbeis den Bestandsschutz der Wälder sowie den

Erhalt der Biodiversität.

KUNDEN UND UMWELT PROFITIEREN

Unsere Angebotspalette umfasst Druck- und Kopierpapiere

für das Office-Management, Magazinpapiere

für den Rollenoffsetdruck sowie Digitaldruckpapiere.

Mit diesen Produkten ermöglicht Steinbeis den

Anwendern in Wirtschaft, Industrie und im öffentlichen

Sektor, Papiere in großen Mengen einzusetzen

und gleichzeitig nachhaltig wie verantwortungsvoll

zu handeln. Die Recyclingpapiere unterstützen

klima schonendes Drucken, helfen den CO 2

-Ausstoß

zu reduzieren und verbessern die Umweltbilanz.

Sie ergänzen CSR-Initiativen und Maßnahmen in

der nachhaltigen Beschaffung, ihr Einsatz setzt

ein klares Statement zu Nachhaltigkeit nach innen

und außen.

ZERTIFIZIERT UND AUSGEZEICHNET

Steinbeis Papiere sind mit den weltweit führenden

Umwelt- und Verbraucherschutzzeichen ausgezeichnet.

Der Blaue Engel und das EU Ecolabel stehen für

die Einhaltung höchster Umweltstandards, Ausschluss

schädlicher Chemikalien, geringste CO 2

-Emission

und Ressourcenschutz sowie Umwelt- und Verbraucherschutz.

Unter anderem erhielt Steinbeis bereits folgende

Auszeichnungen: WWF Environmental Paper Awards,

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2008, Deutschlands

wertvollste Unternehmen 2018, TOP Ausbildungsbetrieb

2019.

Steinbeis ist zertifiziert gemäß EMAS, DIN EN ISO 9001,

14001, 50001, OHSAS 18001.

WEITERE INFORMATIONEN

www.steinbeis-papier.de

www.stp.de

* Quelle: IFEU Institut 2006 und 2010 (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH).

157


FIRMENPORTRAITS

TCHIBO GMBH

Überseering 18

22297 Hamburg

www.tchibo-nachhaltigkeit.de

BRANCHE

Konsumgüter und Einzelhandel

BESCHÄFTIGTE

Anzahl der Mitarbeiter: rund 11.850 weltweit, davon

über 7.700 in Deutschland, Hauptsitz: Hamburg

ANSPRECHPARTNERIN

Nanda Bergstein

Direktorin Unternehmensverantwortung

Tel. +49 (0)40 / 63 87 - 48 59

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2007

TCHIBO – AUF DEM WEG ZU EINER 100 PROZENT

NACHHALTIGEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

1949 von Max Herz gegründet, steht Tchibo seit 70

Jahren für Frische und Qualität auf dem Kaffeemarkt.

Aus dem ursprünglichen Versender von Kaffee hat

sich bis heute ein international tätiges Unternehmen

entwickelt, das in deutlich mehr Geschäftsbereichen

tätig ist als dem traditionellen Vertrieb von Kaffee. Im

Laufe der Jahre hat Tchibo sein Angebot und seine

Vertriebswege konsequent ausgebaut und steht für

ein einzigartiges Geschäftsmodell. In acht Ländern

betreibt Tchibo mehr als 1.000 Filialen, über 21.000

Depots im Einzelhandel sowie nationale Onlineshops.

Über dieses Multichannel-Vertriebssystem bietet das

Unternehmen neben Kaffee und den Einzelportionssystemen

Cafissimo und Qbo die wöchentlich wechselnden

Non Food-Sortimente und Dienstleistungen,

wie Tchibo Reisen oder Tchibo mobil an.

VERANTWORTUNG ENTLANG DER GESAMTEN

GLOBALEN WERTSCHÖPFUNGSKETTEN

Tchibo hat 2006 Nachhaltigkeit als festen Bestandteil

in seine Geschäftstätigkeit integriert. Das Unternehmen

betrachtet es als unternehmerische Pflicht,

Verant wortung für sein Handeln zu übernehmen – und

zwar entlang der gesamten globalen Wertschöpfungsketten.

Ziel sind faire Arbeits- und Lebensbedingungen

für die Menschen in den Lieferketten,

mehr Umweltschutz durch den Einsatz ressourcenschonender

Materialien und durch innovative Produk

tionsverfahren und neue nachhaltige Angebote

– insbesondere auch mit Blick auf die zunehmenden

Verbrauchererwartungen.

Menschenrechtscharta, die ILO-Erklärung über

die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der

Arbeit sowie die OECD Leitsätze für multinationale

Unternehmen. Darüber hinaus unterstützt Tchibo

die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der

Vereinten Nationen und leistet einen Beitrag zur Umsetzung

der Sustainable Development Goals (SDGs).

IM FOKUS: KLIMA-, WASSER-, RESSOURCEN-

UND ARTENSCHUTZ

Im Bereich Umwelt konzentriert das Unternehmen

sein Engagement auf den Schutz des Klimas, des

Wassers und der Biodiversität sowie die Förderung der

Kreislaufwirtschaft. Der Schutz von Wasser und der

Biodiversität betrifft vorrangig den Anbau von Kaffee

und Baumwolle sowie die Produktion der Tchibo Non

Food-Produkte.

Durch die systematische Reduzierung von CO 2

-Emissionen

leistet Tchibo seinen Beitrag zum Klimaschutz:

durch emissionsärmere Transporte, nachhaltigeren

Energieverbrauch und umweltschonende Mobilitätslösungen.

Den Rahmen in der Logistik bildet die Klimaschutz-Roadmap

2020.

Für seine nachhaltige Geschäftspolitik wurde das

Hamburger Familienunternehmen mehrfach ausgezeichnet:

2012 mit dem Preis für Unternehmensethik

und dem Umweltpreis Logistik sowie 2013 mit den

CSR Preisen der Bundesregierung und der EU. 2016

wurde Tchibo als nachhaltigstes Grußunternehmen

Deutschlands ausgezeichnet.

Tchibo stützt sein Handeln auf weltweit anerkannte

Standards und Richtlinien, vor allem die internationale

158


FIRMENPORTRAITS

Verantwortung liegt in unserer Natur.

Wir schützen den Reichtum und die

Vielfalt der Natur. Denn sie ist Grundlage

all unserer Produkte.

Eine bunte Wiese kann beglücken – das Auge des Menschen und die

heimische Tierwelt. Deshalb blüht bei uns der Wildwuchs: Unsere Wiesenfläche

mähen wir nur zweimal im Jahr. So haben Gräser, Kräuter und

Blumen genügend Zeit, sich an zu siedeln, und dienen als Nist platz und

Futterquelle. Teiche, un ter schiedliche Baumarten sowie Totholz und Steinhaufen

bieten weitere Lebensräume, etwa für Wild bienen. Obwohl sie

keinen Honig produzieren, sind sie von größtem Nutzen für den Menschen.

Denn Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer

Wild­ und Nutz pflanzen.

Auch Ringelblume und Rotklee, Schlüsselpflanzen der Dr. Hauschka Naturkosmetik,

profitieren vom fleißigen Wild bienen­Einsatz. Dafür bedanken wir

uns mit einem reich gedeckten Tisch. Doch Wildbie nen sind echte Feinschmecker,

viele Arten nutzen sehr wenige oder nur eine einzige Pflanze

als Futterquelle. Je größer die Vielfalt an nahrhaften Blüten, desto mehr

Wildbienen finden Pollen und Nektar nach ihrem Geschmack. Und umso

beglückender ist die bunte Wiese für Mensch und Tier. Das findet auch

die baden­württembergische Landes regierung: Für unsere Leistungen im

Bereich der Biodiversität hat sie uns den Umweltsonderpreis „Erhalt und

Förderung der bio logischen Vielfalt“ verliehen.

Augenpflege mit Bienenwachs.

An die zarte Haut der Augen lassen wir nur das Beste

aus der Natur. Die Augencreme mit Ro sen wasser,

Eibisch und Ringelblume wirkt erfrischend und ist

eine ideale Make­up­Grund lage. Die Regeneration

Augencreme mit Quittensamen, Birkenblättern und

Rotklee glättet und verfeinert die trockene Augenpartie.

In beiden Produkten schenkt pflegendes

Bienenwachs ein geschmeidiges Hautgefühl.

100 % zertifizierte, wirksame Naturkosmetik.

Anders seit 1967.

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FIRMENPORTRAITS

TELEFÓNICA DEUTSCHLAND HOLDING AG

Georg-Brauchle-Ring 23-25

80992 München

www.telefonica.de/verantwortung

cr-de@telefonica.com

BRANCHE

Informations- & Telekommunikationstechnologie (IKT)

BESCHÄFTIGTE ca. 10.000

ANSPRECHPARTNERIN

Claudia von Bothmer

Head of Corporate Responsibility

CR-de@telefonica.com

B.A.U.M.-MITGLIED SEIT 2011

AUF DEM WEG ZUM MOBILE CUSTOMER & DIGITAL CHAMPION

Telefónica Deutschland mit seiner Kernmarke O2

bietet Telekommunikationsdienste für Privat- und

Geschäftskunden sowie innovative digitale Produkte

und Services im Bereich Internet der Dinge und Datenanalyse.

Mit 50 Millionen Kundenanschlüssen ist

das Unternehmen einer der führenden integrierten

Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Im

Mobilfunk betreut Telefónica mehr als 45 Millionen

Anschlüsse – kein Netzbetreiber verbindet hierzulande

mehr Menschen. Bis 2022 will das Unternehmen zum

Mobile Customer & Digital Champion werden – dem

bevorzugten Partner der Kunden im deutschen Mobilfunkmarkt,

der ihnen mobile Freiheit in der digitalen

Welt ermöglicht.

VERANTWORTUNGSVOLL WIRTSCHAFTEN

Das Vertrauen unserer Partner ist zentral für unseren

Erfolg in der digitalen Welt und die Entwicklung nachhaltiger

Lösungen. Ein faires Verhalten gegenüber

unseren Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und allen

weiteren Interessensgruppen ist daher von besonderer

Bedeutung für uns. Kundenzufriedenheit ist dabei der

Maßstab des Handelns. Deshalb erhalten die Kunden

Transparenz und Kontrolle über ihre Daten sowie

das beste Erlebnis bei Netz, Produkten und Services.

Auch zu den Mitarbeitern pflegt Telefónica eine faire

Partnerschaft und entwickelt ihre Fähigkeiten für die

Herausforderungen in der digitalen Welt. Mit seinen

Lieferanten arbeitet das Unternehmen langfristig

zusammen und übernimmt Verantwortung entlang

der gesamten Lieferkette.

LEBEN IN DER DIGITALEN WELT STÄRKEN

Mit digitalen Produkten und Dienstleistungen will

Telefónica mit der Kernmarke O2 das Leben der

Menschen einfacher, sicherer, gesünder und umweltfreundlicher

machen. Wir wollen als digitaler

Telekommunikationsanbieter allen Menschen ermöglichen,

am digitalen Leben teilzuhaben und von den

Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren. Die Kunden

sollen die Errungenschaften der Digitalisierung so

nutzen können, wie es zu ihren Wünschen, Vorlieben

und Gewohnheiten passt. Schon heute vereinfachen

digitale Lösungen die Arbeits- und Lebenswelten der

Kunden. Telefónica beschleunigt für die Teilhabe an

der Digitalisierung nicht nur den Netzausbau, sondern

engagiert sich auch für die digitalen Kompetenzen

junger und älterer Menschen.

UMWELT UND KLIMA SCHÜTZEN

Als Unternehmen mit einer großen technischen Infrastruktur

engagiert sich Telefónica für den nachhaltigen

Einsatz von Ressourcen. So ist es in den vergangenen

Jahren gelungen, den Energieverbrauch im Netzwerk

pro Kundenanschluss um 46 Prozent zu senken. 100

Prozent des von uns beschafften Stroms stammt aus

erneuerbaren Energien. Zudem ist das Unternehmen

nach ISO 14001 zertifiziert und sammelt bereits seit

16 Jahren alte Mobiltelefone ein und sorgt für die

Handy-Aufbereitung bzw. für das Recycling.

Mehr zu Corporate Responsibility bei Telefónica / O2

unter: www.telefonica.de/verantwortung

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FIRMENPORTRAITS

INTERVIEW MIT CLAUDIA VON BOTHMER, HEAD OF CORPORATE RESPONSIBILITY BEI TELEFÓNICA

DEUTSCHLAND

Frau von Bothmer, welche Chancen bietet die Digitalisierung

für Ihr Unternehmen?

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft

grundlegend. Das ist positiv, denn viele

Herausforderungen in den Bereichen Umwelt und

Soziales sind ohne digitale Technologien nicht lösbar,

z.B. im Bereich der Mobilität oder der Energiewende.

Telefónica mit der Kernmarke O2 verfügt über zwei

wesentliche Rohstoffe der Digitalisierung: Konnektivität,

also internetbasierte Verbindungen, und Daten.