2020 unternehmen [!] Magazin Ausgabe 74 Oktober 2020

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten. Ausgabe 74 - Oktober 2020

RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 74 | Oktober 2020 | 3,00 €

MIT 15

EXTRASEITEN

TAGUNGEN &

EVENTS

Logistik unter Strom

E-Mobilität, Digitalisierung und Corona krempeln die Branche um.

Heiner Matthias Honold aus Neu-Ulm transportiert nicht nur. Er plant

und entwickelt Immobilien und will sein Unternehmen durch Zukäufe stärken.

FIRMENWAGEN

Noch führen alternative Antriebe

ein Nischendasein. Doch es gibt

Gründe, das zu ändern.

Seite 38

KREISLAUFWIRTSCHAFT

Mit recyceltem Beton will der

Bausektor Ressourcen wie Kies

und Sand schonen.

Seite 22

UMFRAGE

Sechs Führungskräfte geben tiefe

Einblicke in das Verhältnis zu

ihrem Smartphone.

Seite 64


2

RESSORT

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unternehmen [!] INHALT/EDITORIAL 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

je weiter das Jahr voranschreitet, desto mehr wird

deutlich: Die Folgen der Corona-Pandemie werden

die deutsche Wirtschaft auch über das Krisenjahr

2020 hinaus beschäftigen – auch wenn es

Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung gibt

und die Zahl der Kurzarbeiter im September deutlich

gesunken ist. Corona hat aber auch deutlich

gemacht, dass Unternehmen systemrelavante

Themen mit größerem Tempo und Nachdruck

verfolgen müssen. Dazu gehört für die allermeisten

Betriebe die Digitalisierung. In unserem Titelinterview

(Seite 12) schildert Familienunternehmer

Heiner Matthias Honold aus Neu-Ulm,

wie die Digitalisierung das Geschäftsmodell der

Logistik verändert. In der Bauindustrie stellt die

digitale Welt vor allem kleine Betriebe vor enorme

Herausforderungen, ermöglicht aber auch

Chancen (Seite 26). Angesichts mutmaßlich steigender

Infektionszahlen im Herbst und Winter

wird das Thema Homeoffice und dessen Organisation

an Bedeutung zunehmen – auch welche Lösungen

es zur Erfassung der Arbeitszeit der Mitarbeiter

(Seite 46) gibt. Ich wünsche Ihnen eine

abwechslungsreiche Lektüre!

Ihre Julia Kling,

Redaktion unternehmen [!]

FINANZIEREN

6 Nur die Familie verpflichtet

Wie Familiy Offices das Vermögen von

Unternehmern sichern und mehren

TITELTHEMA

12 Der Mann der Warenströme

Logistiker Heiner Matthias Honold

im Gespräch

SPEZIAL

22 Zurück auf die Baustelle

Recycling-Beton soll die Bauindustrie

nachhaltiger machen

26 Digital auf jeder Ebene

Die Digitalisierung am Bau geht weit

über BIM hinaus

38 Prämie für neues Zeitalter

In Firmenflotten dominiert der Diesel.

Aber es gibt Gründe für ein Umdenken

46 Abschied von der Stempeluhr

Es gibt viele Arten der Arbeitszeiterfassung.

Doch was ist erlaubt?

VERANTWORTEN

34 Netzwerk der Macher

60 Jahre Club der Industrie: Plädoyer

für Verantwortungsbewusstsein

67 Tagungen und Events

Locations und Dienstleister aus der

Region stellen sich vor

MACHEN

44 Der Pionier, mit dem die Kälte kam

KTI-Plersch aus Balzheim ist mit der

Kühlung von Baustellen erfolgreich

52 Voll Gas in die Zukunft

Klein, aber oho: G+L Innotec

entwickelt einen Wasserstoff-Motor

LEBEN

58 Kunst gehört zum Leben

Albrecht Braun macht das Potenzial

von Beton sichtbar

64 Geht noch was App?

Umfrage unter Führungskräften

82 Impressum

46

06

64

58

38


4

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Der Container muss weg

Handel Nach zähen Verhandlungen zieht McDonald’s zum Jahresende in die Sedelhöfe. Die

ersten Händler ziehen Konsequenzen aus der Corona-Krise.

Ulm Spätestens Ende des Jahres

muss er weg. Der Container von

Mc Donald’s in der Bahnhofstraße

hat zuletzt für Unstimmigkeiten

zwischen der Stadtverwaltung

und der Fastfood-Kette

gesorgt. Das Geschäftsgebaren

McDonald’s stieß auf

harsche Kritik, da der Konzern

eine Vereinbarung aus dem Jahr

2013 reichlich strapaziert hatte.

Um das ehemalige Gebäude

mit der Adresse Bahnhofplatz 6

abreißen zu können und eine

Verzögerung des Sedelhöfe-Projekts

zu verhindern, schloss

die Stadtverwaltung damals einen

teuren Vertrag. McDonald’s

bekam den Interims-Container

in der Bahnhofstraße gestellt

und zudem zugesichert, dass

Umsatzausfälle von der Stadt

ausgeglichen werden. Das kostete

die Stadtverwaltung etwa

3,5 Millionen Euro. Vereinbart

war, dass die Zahlungen enden,

wenn McDonald’s in die Sedelhöfe

umziehen kann. Doch als

das Quartier Mitte Juli eröffnete,

verhandelte die Fastfoodkette

beim Investor DC nach und

ließ sich dabei sehr viel Zeit.

Ein Umzug in der Adventszeit

soll jedoch vermieden werden.

„Die Baumaßnahmen dürfen

nicht zu einer weiteren Belastung

für den Handel werden“,

sagt Oberbürgermeister Gunter

Czisch. Bereits über die Sommermonate

haben unter anderem

infolge der Corona-Krise

mehrere Ladengeschäfte in der

Innenstadt geschlossen: Neben

dem Herrenausstatter Sør etwa

auch der Plattenladen Musikmaschine

oder das Reisebüro Skytrain.

Zudem kündigte der Modekonzern

Esprit an, seine Filiale

in der Hirschstraße Ende

November zu schließen.

Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit

ist die Passanten-Frequenz

in den vergangenen Monaten

um rund 30 Prozent gesunken,

wie Jonas Pürckhauer,

Mitglied der Geschäftsführung

der Industrie- und Handelskammer

Ulm, erläutert. „Viele Gelegenheitskäufe

fallen damit

weg.“ [!]

jkl

Das goldene M soll möglichst zügig aus der Bahnhofstraße verschwinden.


Foto: Matthias Kessler

Setra setzt auf Hygienekonzept im Omnibus

Eine Setra-Rohkarosse in der Montage.

Foto: Matthias Kessler

Reisebus Daimler setzt aufgrund

der wegbrechenden Aufträge

aufgrund der Pandemie

bei Setra- und Mercedes-Reisebussen

auf neue Hygienepakete

mit

Hochleis tungs-

Partikelfiltern in der Klimaanlage

und einen schnellen Luftaustausch

alle zwei Minuten. Sogar

eine antivirale Beschichtung der

Oberflächen im Omnibus ist im

Gespräch. Wegen der schwierigen

Lage bei Busreisen in der

Krise ist die Setra-Produktion

beim Daimler-Busunternehmen

Evobus in Neu-Ulm nur noch

vorübergehend mit Altaufträgen

ausgelastet. Für August und

September mussten in der Montage

zwei Tage Kurzarbeit pro

Woche eingeplant werden. Darüber

hinaus erwartet der Betriebsrat

eine diesmal stark ausgedehnte

Werkspause über den

Jahreswechsel. Der Betriebsratsvorsitzende

Hansjörg Müller

rechnet beim größten industriellen

Arbeitgeber der Region

frühestens 2022 mit einer Besserung.

Die fast 4000 „hochwertigen“

Arbeitsplätze müssten in

dieser kritischen Zeit auf alle

Fälle gesichert werden. Er sieht

vorerst keine Kündigungen. Am

Standort in Neu-Ulm werden

Daimler zufolge 2020 überwiegend

Bestellungen von vor der

Pandemie abgearbeitet. [!] kö


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5

Roller erobern Ulmer Innenstadt

E-Mobilität 400 Elektroroller

sind inzwischen in Ulm unterwegs.

Nachdem zunächst das

Unternehmen Zeus seine bislang

20 Scooter in der Doppelstadt

auf 100 aufgestockt hat, ist

inzwischen auch Tier Mobility

mit 300 türkisfarbenen Gefährten

im Stadtbild vertreten. Die

Strategie des Unternehmens: Im

Fokus seien nicht Touristen,

sondern Alltagsnutzer, „die unsere

Fahrzeuge auch für den

Weg zur Arbeit nehmen“, erklärt

Tier-Citymanagerin Anna

Lauffer. Das 2018 gegründete

Berliner Start-up ist seit vergangenem

Jahr auch auf dem deutschen

Markt vertreten, kurz

nachdem elektrische Tretroller

seit dem 15. Juni hierzulande erlaubt

waren. Erste Roller brachte

das Start-up zunächst etwa in

Berlin, Düsseldorf, München,

Hamburg und Münster auf die

Straße. Konkrete Daten zu Umsatz

und Gewinn gibt Tier wie

viele Start-ups nicht heraus.

„Es läuft sehr gut in Ulm“,

sagt Zeus-Pressesprecher Peter

Verclas. Das Feedback der Kunden

sei bislang durchweg positiv,

die Nachfrage groß. Die

Wartung der Zeus-Roller übernimmt

der Neu-Ulmer Fahrradladen

Zweirad-Schmiede. Zwei

Mitarbeiter sammeln die Roller

regelmäßig ein und tauschen die

Akkus aus. Tier Mobility stellt

dafür ein eigenes Team. „Wir

haben im Neu-Ulmer Industriegebiet

eine Halle angemietet

und fünf Leute angestellt, die

sich kümmern“, erklärt Lauffer.

Die Scooter müsse man allerdings

nicht einsammeln: „Die

Batterien werden vor Ort ausgetauscht.“

[!]

jkl

Im Ulmer Stadtgebiet sind inzwischen 400 Elektroroller unterwegs.

Den Großteil der Scooter stellt Tier Mobility. Foto: Lars Schwerdtfeger

Impfstoff

aus Illertissen

Produktion Der russische Pharma-Konzern

R-Pharm will an

seinem Standort in Illertissen

noch im ersten Quartal 2021 mit

der Produktion eines Corona-Impfstoffs

beginnen. Grobe

Pläne für eine Produktionswerkstätte

dort liegen schon seit Februar

in der Schublade, konnten

also jederzeit aktiviert werden.

Standortleiter Ivan Semenov erklärte,

das Werk

stehe unter großem

Zeitdruck.

Nachdem die

Lohnfertigung

für den

Ivan Semenov

leitet

den R-Pharm-

Standort in

Illertissen.

US-Pharma-Konzern

Pfizer

auslaufen

wird, sieht Semenov

in der

Produktion des

so genannten

Oxford-Impfstoffs eine große

Chance. Man müsse nun schnell

sein, um einen Teil des Kuchens

abzukriegen. Die R-Pharm-Gruppe

unterhält 70 Filialen in 30

Ländern.[!]

ref

Zukunft des

Donautals

Industriegebiet Rund 345

Hektar Fläche, gut 200 Unternehmen,

mehr als 20 000 Arbeiter

und Angestellte: Das Industriegebiet

Donautal ist ein großes

und wichtiges Stück Ulm.

Doch wie soll es sich weiterentwickeln?

Um dafür eine Datenbasis

zu schaffen, hat die Unternehmer-Initiative

Donautal

connect eine Online-Umfrage

gestartet. Das Hauptthema ist

Mobilität. Zudem spielen Fragen

zu Nahversorgung, Infrastruktur

und Arbeitszeiten eine Rolle,

aber auch zu Gesundheit,

Kinderbetreuung und Wohnungsmarkt.

„Wir brauchen Erkenntnisse

über das gesamte

Donautal, um damit das Industriegebiet,

unsere Heimat weiterzuentwickeln“,

erläuterte Julian

Utz, Vorstandsmitglied von

Uzin Utz. Es gehe auch darum,

das Interesse von Investoren zu

gewinnen. Daher wolle man

„Zahlen, Daten, Fakten“ zusammentragen.

„Jedes Unternehmen

macht für sich etwas, aber

die Gesamtheit fehlt.“ [!] abo

Teamviewer zieht um

Neubau Derzeit zieht der Göppinger

Software-Entwickler

Teamviewer in einen rund

25 Millionen teuren Neubau an

der Westseite des Bahnhofsvorplatzes.

Das Gebäude war ursprünglich

zur Nutzung durch

die Göppinger Stadtverwaltung

geplant. Am bisherigen Hauptsitz

in der Jahnstraße wurde der

Pachtvertrag vorerst bis Mitte

nächsten Jahres verlängert um

Medizintechnik Der Medizintechnik-Spezialist

Zimmer plant

neue Standorte. Das Unternehmen

mit Sitz in Neu-Ulm ist derzeit

unter anderem bereits in

China, den USA und Frankreich

vertreten. Die 500 Beschäftigten

– 240 davon am Standort

Neu-Ulm – erwirtschafteten zuletzt

einen Umsatz von 100 Millionen

Euro. Ein Plus von 100

Prozent in den vergangenen fünf

Jahren. Das Unternehmen hat

die aktuell notwendigen Abstandsregeln

einhalten zu können.

Die AG war Ende September

rund 8,5 Milliarden Euro

wert und ist neben seiner Video-Software

vor allem für Instrumente

zur Fernwartung von

Computern und Maschinen bekannt.

In Göppingen arbeiten

für das weltweit tätige Unternehmen

etwa 400 der rund

900 Mitarbeiter. [!] ara

Zimmer will wachsen

die Pandemie bislang glimpflich

überstanden. In Europa und Asien

sei der Umsatz fast wieder

auf normalen Niveau. Trotzdem

sind die Geschäftsführer Armin

und Michael Zimmer nicht ganz

zufrieden. Das bisherige Gelände

in Schwaighofen ist nicht für

Entwicklung, Produktion und

Vertrieb geeignet. Ihnen

schwebt ein Neubau auf einem

Gelände mit bis zu 20 000 Quadratmetern

vor. [!] ck


6

FINANZEN unternehmen [!]

MB – diese Initialen

werden bei vielen

Anlegern noch lange

Zeit für ungute Erinnerungen

sorgen. Sie stehen für

Markus Braun, den Ex-Vorstandschef

des im Frühjahr

spektakulär pleite gegangenen

Zahlungsverkehrsdienstleisters

Wirecard aus Aschheim

bei München. Auch Michael

Jaffé hat es auf das

Namenskürzel abgesehen

– allerdings

unter anderen Vorzeichen.

Der zum

Insolvenzverwalter

bestellte

Rechtsanwalt

hat nach einer

ersten Bestandsaufnahme

gerade mal

überschaubare

26 Millionen

Euro auf den

Konten des

Konzerns gefunden,

der in

guten Zeiten Milliarden

bewegt hat.

Im Auftrag von

Tausenden von Gläubigern

sucht Jaffé nun

nach weiteren Vermögenswerten,

die Braun und

der per internationalem

Haftbefehl gesuchte Finanzvorstand

Jan Marsalek möglicherweise

verschoben haben. Eine

Adresse, die Jaffé im Auge hat:

die MB Beteiligungsgesellschaft

– ein Family Office (FO), bei

dem Braun sein privates Vermögen

verwalten lässt.

Exklusive Beratung

Ob die großen deutschen Familienverbünde

Haniel, Reimann,

Brenninkmeyer oder eben

Braun – fast immer ist es mittlerweile

ein Family Office und

nicht etwa eine feine Privatbank,

die sich um das Milliardenvermögen

von Großindustriellen

und alteingesessenen

Unternehmerfamilien oder deren

Mitglieder kümmert. Wer

hinter diesen Family Offices

steckt und wer alles zum Kreis

der Mandanten gehört – darum

ranken sich Mythen. Klar ist jedoch:

Diese Art der exklusiven

Vermögensberatung steht nur

Die Palette der Aufgaben ist

breit: von Steuerberatung,

Notar, Bank, Makler, Jurist,

Vermögensverwaltung bis hin

zu Versicherungen.

Illustrationen: Max Meschkowski

Nur der

Familie

verpflichtet

Vermögensverwaltung Die Dienstleistung

von Family Offices sind stark gefragt. Die

Experten suchen für Unternehmer

ganzheitlich, unabhängig und ohne

Vertriebsdruck die besten Lösungen.

einem ausgesuchten, sehr vermögenden

Mandantenkreis offen.

Dafür gibt eine extrem hohe

Qualität, Verschwiegenheit und

Diskretion.

Im Fall von Markus Braun indes

deutet für Experten schon

der Name der Firma auf Ungereimtheiten

hin. „Vom Grundsatz

und der Idee her agieren

Family Offices als Trusted

Advisors, die eine

objektive, unabhängige

Beratungsleistung

vornehmen“, erläutert

Maximilian

Werkmüller, der

unter anderem

eine Professur

für Finance und

Family Office

Management

an der Allensbach

Hochschule

hat. „Bei

Investments

gilt ein strenger

,Best Select’ und

,Best Advice’

-Ansatz.“

Das ist einer der

wesentlichen Unterschiede

zu den Private-Banking-

oder

Wealth- Management-

Angeboten der Banken für

wohlhabende Kunden. Die

Institute sind erfahrungsgemäß

daran interessiert, eher hauseigene

Produkte zu verkaufen, um

höhere Erlöse zu erzielen.“ Die

Experten des Family Offices sitzen

also mit der Familie gemeinsam

auf einer Seite des Tisches.

Gegenüber dürfen dann Banker,

Vermögensverwalter und Initiatoren

Platz nehmen, die sich

um ein Mandat bewerben und

zuvor unter die Lupe genommen

werden.

Keine Interessenskonflikte

Auch Catharina Weber sieht die

originäre Aufgabe eines Family

Office darin, sich ganz auf die

Managementsteuerung des Vermögens

zu fokussieren. „Das Family

Office unterstützt und berät

die Familie bei der Entwicklung

einer nachhaltig ausgerichteten

Vermögensstrategie, also

strategischen Asset Allocation“,

erläutert die Leiterin der Geschäftsstelle

des Verbandes un-


unternehmen [!]

RESSORTAnzeige 7

Blick über die Allgäuer Alpen.

Fotos: Thomas Ostenrieder

Freiheit trotz Vermögen

Vielleicht liegt es an der Lage des Allgäuer

Unternehmens „ALPS Family Office AG“,

dass hier das Thema Freiheit für den Kunden

zu schaffen so im Fokus steht.

Es kann auch daran liegen, dass man hier das

Gefühl der wahren Freiheit noch kennt, welches

man spüren kann, wenn man einen der

Allgäuer Berge erklommen hat und der Blick

auf das Ganze einem mehr Klarheit und Überblick

verschafft.

„Der Freiraum, der durch unsere Dienstleistungen

entsteht, ermöglicht dieses Gefühl

der Freiheit – notwendig ist dafür natürlich

Vertrauen“, so Michael Blanz, Vorstand der

ALPS Family Office AG.

Woher kommt nun dieses Vertrauen, dass

Kunden gerade ein Family Office mit Vermögensverwaltung

in den Allgäuer Alpen aufsuchen?

Es muss schon etwas Besonderes

sein, dass Kunden von Kiel bis Ibiza oder vom

Ruhrgebiet bis nach Wien zu dieser Adresse

bringt.

Es ist wohl die Summe vieler Dinge. Allem

voran sind es die zufriedenen Kunden, welche

das Unternehmen gerne weiterempfehlen.

97 % der Kunden werden aus Empfehlungen

generiert. Diese kommen sowohl von

Kunden, als auch von Netzwerkpartnern.

„Nicht zu vergessen ist ein kompetentes

Team, dass aufgrund unserer durch und

durch gelebten Unabhängigkeit, immer im

Interesse des Kunden handelt“ ergänzt

Michael Blanz.

Das Vertrauen dürfte aber auch aus anderen

Faktoren des Unternehmens entstehen. So

sind sowohl für das Unternehmen, als auch

für die Mitarbeiter Werte sehr wichtig. Auch

spielt hier noch die früher sehr bekannte

Michael Blanz, Vorstand und Partner der

ALPS Family Office AG

„Handschlagqualität“ eine wichtige Rolle. Es

wird alles daran gesetzt die vereinbarten Ziele

zu erreichen, auch wenn die Finanzmärkte

sich wieder einmal irrational verhalten.

Kompetenzen aus den unterschiedlichsten

Bereichen sind ebenfalls geballt zu finden,

was es dem Unternehmen ermöglicht auch

außergewöhnliche Lösungen für Mandanten

maßgeschneidert zu erstellen. Die Bereiche

eines Family Office sind vielfältig und Immobilienmanagement,

Vermögensstabilität,

Testamentsvollstreckung, Vermögenskonsolidierung,

Bürofunktion sind nur ein Bruchteil

der Leistungen, welche ALPS Family Office

seinen Kunden anbietet.

Auch im Bereich der Vermögensverwaltung

zeigt das Unternehmen, dass es sehr gut aufgestellt

ist. So wurde die ALPS Family Office

AG gerade diesen Sommer von der Finanzzeitschrift

Capital als einer der besten Vermögensverwalter

in Deutschland ausgezeichnet.

Michael Blanz sagt hierzu: „Nur

wer selbst im Bereich Vermögensverwaltung

top ist, kann auch andere Vermögensverwalter

als Family Office überwachen und hat die

Fähigkeit, das Gesamtvermögen im Griff zu

behalten.“

Wo im Allgäu ist nun diese Adresse zu finden?

Die richtige Antwort auf diese Frage wäre

wohl „im gesamten deutschsprachigen

Raum“, denn die Kunden werden, wenn gewünscht,

ganz bequem zu Hause betreut.

Aber es gibt auch einige Kunden, die den Besuch

bei Ihrem Vermögensverwalter gleich

mit einem Urlaub im Allgäu verbinden. Denn

im Allgäu fühlt sich nicht nur das Vermögen

wohl, sondern auch viele Kunden genießen

die Freiheit in den Allgäuer Alpen – Freiheit

trotz Vermögen.

Und wo ist der Sitz des Unternehmens?

ALPS Family Office findet man an der A7

gleich nach dem Allgäuer Tor, wenn die Allgäuer

Bergwelt bei guter Sicht zum ersten

Mal in den Blick kommt. Ein sympathisches,

erfahrenes und kompetentes Team freut sich

hier immer über ein gutes Gespräch. Oft entsteht

aus diesem Gespräch Vertrauen und es

kann auch schnell mehr daraus werden –

beispielsweise mehr Zeit für Dinge, die einem

persönlich sehr wichtig sind.

ALPS Family Office AG

Baumeisterstraße 8

D-87463 Dietmannsried

Tel. +49 8374 58 933 0

info[at]alpsfamilyoffice.de


unternehmen [!]

Der Markt boomt

Dabei haben sich mittlerweile nicht

nur viele Banken, sondern auch unabhängige

Vermögensverwalter und

Steuer- und Wirtschaftsberatungsgesellschaften

einen Family-Office-Ableger

zugelegt. Der Markt boomt. Das

Problem dabei: Der Begriff ist nicht

geschützt. Family Office darf sich im

Prinzip jeder freie Anlageberater

nennen. Das macht das Anbieterfeld

heterogen und intransparent. Experten

unterscheiden daher in zwei

grundsätzliche Geschäftsmodelle:

Zum einen Single-Family-Offices, die

sich nur um das Vermögen einer einzelnen

Familie kümmern.

Die zweite Gruppe besteht aus

Multi-Family-Offices, die eine gemeinsame

Plattform betreiben, an die

sich Kunden mit entsprechendem

Vermögen andocken können. „Davon

gibt es sehr viele und der Trend ist

dramatisch ansteigend“, beobachtet

Finanzexperte Werkmüller. „Viele

vermögende Anleger haben das Vertrauen

in die Banken seit der Finanzkrise

verloren – und dieser Trend hält

bis heute an“, sieht er den Treiber

dieser Entwicklung.

Weil Standards fehlen, gibt es keine

genauen Branchenzahlen. Am

Markt kursieren jedoch Schätzungen

von 550 bis 600 Family Offices allein

in Deutschland. „Interessenten sollten

also genau hinschauen, bevor sie

einen Verwaltungsvertrag abschließen:

Bietet das Family Office wirklich

nur Beratung oder ist es doch

eine verkappte Vertriebseinheit oder

ein Asset-Manager, der parallel zu

Beratung auch noch Vermögen verwaltet?“,

empfiehlt der Rechtsanwalt.

Die Mitarbeiter der Family Offices sind nah dran an den Interessen und Bedürfnissen ihrer Mandanten.

Sie agieren quasi wie Angestellte der Familie und schützen das Vermögen.

Fraglich nun, was Family Offices

im Ergebnis anders machen als Banken

und Vermögensverwalter. „Sie

kümmern sich um eine ganzheitliche

klassische Finanz- und Vermögensplanung.

Das reicht von Risikoanalysen,

geht über die Planung einer

eventuell anstehenden Unternehmensnachfolge

und schließt Fragen

zur Gründung von Stiftungen, Testamentsberatung

und anderen Finanzservices

mit ein“, fasst Werkmüller

das breite Spektrum an Themen zusammen.

Verbandsexpertin Weber hat zudem

den Anlageaspekt im Blick: „Es

gibt immer wieder Berichte darüber,

dass die Banken das Vermögen

ihrer gehobenen Private-Banking

Mandanten überwiegend sehr

liquide etwa in Wertpapieren anlegen,

weil der Zugang zu anderen ilabhängiger

Family Offices (VuFO).

„Das prägende Kennzeichen eines

Family Office ist die Interessenkonfliktfreiheit:

Es verfolgt keine eigenen

gewerblichen Interessen und

seine Mitarbeiter agieren quasi als

Angestellte der Familie, die sie betreuen“,

betont Weber. „Das Family

Office agiert als Berater auf Honorarbasis,

sucht die besten Manager

am Markt – für die jeweiligen Anlageklassen

und prüft einzelne Investments.“

Eine weitere Aufgabe ist die fortlaufende

Kontrolle der Investitionen.

Der Familie werde anschließend

in der von ihr gewünschten

Detailtiefe und Fristigkeit über die

Entwicklung des Vermögens berichtet.

„Zahlen Manager im Einzelfall

Provisionen, werden diese ungeschmälert

an die Mandanten durchgeleitet“,

erläutert Weber.

Die Mitarbeiter der Family Offices

sind also immer nah dran an den Interessen

und Bedürfnissen ihrer

Mandanten. Gerade deshalb ist es

für beide Experten essentiell, dass

sie nicht in Konkurrenz zu anderen

Asset-Managern stehen. „Wenn das

Zur Person

Catharina Weber

leitet seit 2014 die

Geschäftsstelle des

Verbandes unabhängiger

Family Offices.

Sie ist Beraterin im

Multi Family Office

Kontora.

Family Office selbst eigene Produkte

verkauft, besteht ein Interessenkonflikt“,

ist Weber überzeugt.

„Damit ist die Gefahr verbunden,

dass sich die Beratung auf die Investitionen,

die den Beratern die höchsten

Provisionen versprechen oder

auf bestimmte Anlageklassen beschränkt“,

erläutert Weber. Als Beispiel

nennt sie, dass die Berater unter

Umständen eher zu Wertpapieranlagen

raten und weniger zu illiquiden

Anlageklassen wie etwa

Private Equity. Auch außerbörsliche

Firmenbeteiligungen und alternative

Investments, wie etwa Immobilien,

könnten wenig berücksichtigt

werden. „Zum zweiten gibt es in vielen

Bankhäusern einen gewissen

Vertriebsdruck – und davor werden

sich Family-Office-Abteilungen,

auch wenn sie rechtlich selbstständig

agieren, nicht schützen können.“

Das Family

Office berät auf

Honorarbasis und

sucht die besten

Manager.

Catharina Weber

Rechtsanwältin beim VuFO


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

9

Neue Arbeitsformen, Führungsstrukturen und Technologien – Wie sehen die Arbeitswelten der Zukunft aus?

Ab in die Zukunft …

Foto: Sergey Nivens/Shutterstock.com

Digitalisierung und Globalisierung revolutionieren

unsere Arbeitswelt wie nie zuvor.

Hierarchische und starre Arbeitsstrukturen

weichen immer mehr einer modernen und

flexiblen Arbeitsweise. Der Begriff „New

Work“ erlebt einen wahren Hype. Doch bei

der Umsetzung in den Unternehmen stellen

alle plötzlich fest, dass es dann mit der

„Neuen Arbeit“ doch nicht so leicht ist.

Im Zuge der Corona-Pandemie hat der Begriff

„New Work“ einen wahren Aufschwung

erlebt. Wird sich die Arbeit der Zukunft

nachhaltig verändern?

Bevor wir über Veränderungen reden, lassen

Sie mich kurz was zur Begrifflichkeit sagen.

New Work impliziert, dass wir plötzlich alles

anders machen und das stimmt ja nicht. Die

Corona-Krise beschleunigt letztendlich die

Digitalisierung der Arbeitswelt und entwickelt

sich mehr und mehr zum positiven Katalysator.

Auch den Begriff der Post-Corona-Arbeitswelten

sehe ich kritisch, weil er eine begrenzte

Zeitspanne suggeriert, die aber irreführend

ist, da die Pandemie die Arbeitswelt

langfristig verändern wird. Aus meiner Sicht

reden wir nicht über die eine Arbeitswelt, sondern

über verschiedene. Denn die Arbeitswelt

an sich ist nicht homogen, sondern vielfältig.

Wir sprechen deshalb von „Arbeitswelten der

Zukunft.“

Wie definieren Sie die „Arbeitswelten der

Zukunft“?

Als Beratungsunternehmen beschäftigen wir

uns vorrangig mit Themen wie Digitale Transformation

und Effizienzsteigerung. Das ist

das, was unsere Kunden am meisten beschäftigt.

Die Veränderung der Arbeit basiert auf einem

tiefgreifenden wirtschaftlichen und kulturellen

Wandel. Neue Technologien, Digitalisierung,

Automatisierung und eine

allumfassende Vernetzung führen dazu, dass

nicht nur bestimmte Berufe überflüssig werden

und neue hinzukommen, sondern dass

wir die Organisation von Arbeit komplett neu

denken müssen. Wir haben deshalb sechs

Thesen entwickelt, die sich mit den Aspekten

Arbeitsformen, Arbeitsstrukturen, Unternehmenszielen

und Individualbedürfnissen, ökologischen

und ökonomischen Dimensionen,

Führungsstrukturen und Chancengleichheit

beschäftigen. Klingt zunächst abstrakt, ist

aber ganz simpel. Denn wenn wir jede These

genau analysieren, können wir das Veränderungs-

und Handlungspotenzial ermitteln.

Wichtig ist, dass wir diese Bereiche nicht voneinander

losgelöst betrachten. Die Arbeit der

Zukunft muss ganzheitlich betrachtet werden

– das ist für mich die größte Herausforderung

überhaupt.

Wo stehen wir in Deutschland beim Thema

„Arbeitswelten der Zukunft“?

Aktuell wird das Thema sehr gehypt. Das ist

gut, birgt aber auch Gefahren. Denn aus meiner

Sicht stehen wir beim Thema „Arbeitswelten

der Zukunft“ erst am Anfang, da viele Unternehmen

nur einzelne Aspekte umsetzen

und die Thematik bislang noch nicht ganzheitlich

denken. Wir brauchen weder Sozialromantik

noch dogmatische Ansätze. Was wir

vielmehr brauchen, sind agile Arbeitsmethoden

und neuen Organisationsdesigns. Und

den Mut, sich darauf einzulassen. Ich halte es

deshalb für ganz wichtig, zu starten, Experimente

zu machen und daraus zu lernen.

Welches sind zentrale Handlungsfelder in

der Praxis?

Das Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ ist

mehr als Employer Branding oder Marketing.

Wir müssen weg von den Buzzwords hin zu einer

neuen Definition. Und hier kommen wieder

unsere sechs Thesen ins Spiel. Digitale

Transformation ist mehr als nur ein Change-

Ein Interview mit vier

Fragen an Sieghard

Schmetzer, Partner

und Director

Business Unit der

Ingenics AG zum

Arbeiten der Zukunft.

Projekt zur Einführung digitaler Geschäftsmodelle

im Unternehmen. Digitale Transformation

und Transformation der Arbeit werden

nicht mehr voneinander zu trennen sein.

Es geht in Zukunft darum, diese Veränderungsprozesse

aufeinander abzustimmen,

neue Lösungen zu suchen und Synergien zu

definieren. Das bedeutet aber auch, dass

Unternehmen ernsthaft an ihren Prozessen

arbeiten müssen. Die Unternehmensführung

muss sich die Frage stellen: Will ich das wirklich?

Und auch die Mitarbeitenden müssen

sich fragen: Will ich diesen Weg mitgehen?

Wenn beide Haltungen zusammenpassen,

bleibt es nicht bei einzelnen Beispielen in einer

Abteilung, sondern erst dann hat man

auch die Chance, sowohl kleine als auch sehr

große und vielschichtige Organisationen zu

verändern.

Erfahren Sie mehr über die 6 Thesen

zu den Arbeitswelten der Zukunft unter:

ingenics.com/de/neue-arbeit/

Ingenics AG

Schillerstrasse 1/15

89077 Ulm

Tel: +49 731 936800

info@ingenics.com

www.ingenics.com

Foto: Ingenics AG


10

FINANZEN unternehmen [!]

Honorierung erfolgt aufwands- oder zeitbezogen

liquiden Investitionen etwa im Bereich

der Alternative Investments

fehlt und die Bankhäuser ihre eigenen

Vermögensverwaltungs-Leistungen

anbieten möchten.“

Demgegenüber könne ein unabhängiges

Family Office ohne eigene

Interessen agieren, die besten

Investitionen ohne Vertriebsdruck

suchen, unterschiedliche Märkte

und Anlageklassen analysieren

und damit das Gesamtvermögen

des Mandanten breiter und resilienter

aufstellen.

Ab fünf Millionen Euro

Dazu kommt: Family Offices verfolgen

einen extrem langfristigen

Anlagehorizont: Die meisten

Familien denken in Generationen.

Allein vor diesem Hintergrund

sollten Interessenten

ein größeres freies Vermögen

mitbringen. Einzelne Angebote

starten ab 5 Millionen Euro.

200

Interessenten

sollten genau

hinschauen, ob

das Family Office

wirklich nur berät.

Maximilian Werkmüller

Rechtsanwalt

Kernaufgabe von Family Offices ist es, das Vermögen ihrer Kunden zu sichern und zu mehren.

Interessenten können sich

an den Verband unabhängiger

Family Offices (www.vufo.org)

wenden, der verbandseigene

Anbieter empfiehlt. Die Verbandsmitglieder

erfüllen die

Kriterien einer honorarbasierten

Beratung, Unabhängigkeit,

keine Vereinnahmung von Provisionen

und kein Angebot eigener

Produkte. Die Wurzeln

des Verbandes reichen ins Jahr

2013 zurück, als sich eine

Gruppe von Family Offices auf

Iniitiative von Dr. Yvonne Brückner

darauf einigte, einen

Verband zu gründen.

Die Honorierung erfolgt in

vielen Fällen ähnlich wie bei der

Beratung durch einen Rechtsanwalt,

aufwandsorientiert

oder nach zeitlichem Aufwand.

Die Stundensätze liegen im

mittleren dreistelligen Bereich.

Aber auch Preismodelle aus

prozentualem jährlichem Pauschalsatz

vom verwalteten Vermögen

plus Honorarkomponente

sind üblich.

„Die Zusammenarbeit mit einem

ganzheitlich agierenden Multi

Family Office lohnt sich meines

Erachtens für die Familie erst ab einem

freien Vermögen von 25 bis 30

Mio. Euro. Andernfalls rechnet sich

die Leistung für beide Seiten nicht“,

erläutert Weber. „Ein Single Family

Office hingegen, das sich nur um

die Interessen einer Familie kümmert,

macht erst ab einem höheren

dreistelligen Millionenbetrag

Sinn.“ [!]


Thomas Luther


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

11

Family Offices als Immobilieninvestoren

Wie sind FOs bislang investiert und welche Asset-Klassen werden zukünftig stärker nachgefragt

Das Family Office als „Hort der Bündelung

von Fachwissen“ zum langfristigen Erhalt

oder Ausbau privaten Vermögens befasste

sich ursprünglich mit dem Vermögen einer

Familie – das Single Family Office. Da auch

Dritte von diesem Spezialwissen profitieren

wollten und sollten, öffneten sich SFOs mit

der Zeit für weitere Familien und Privatinvestoren

– es entstanden Multi Family

Offices. Diese tragen noch besser der zunehmenden

Komplexität der privaten Vermögensverwaltung

Rechnung: „Gute“ Renditen

bedingen heutzutage zielgerichtete

Auswahl und Risikostreuung.

*Quelle: Catella Market Tracker Family Offices, 2020

Noch 2010 investierten FOs relativ zyklusunabhängig

mit dem Ziel des langfristigen

Vermögenserhalts. In den Folgejahren sank

das Zinsniveau und die Liquidität stieg. Seit

etwa 2015 werden Anlagemöglichkeiten mit

dem Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus

sowie die Einbeziehung bislang nicht im Fokus

stehender Anlagealternativen und die damit

einhergehende Risikostreuung immer „dringender“.

Bei nahezu allen FOs spielt die Anlageklasse

„Immobilien“ eine zentrale Rolle. Tatsächlich

sind hier FOs und vermögende Privatpersonen

nach institutionellen Investoren

(42%)* weltweit die zweitwichtigste Investorengruppe,

noch vor REITs und börsennotierten

Immobiliengesellschaften (zusammen

20%)*.

Ungefähr 2/3 aller FOs haben Immobilien

aus dem Bereich Lebensmitteleinzelhandel

im Portfolio*. Dies aus „historischen“ Gründen:

Der Wandel vom Tante­Emma­Laden

zum großflächigen Lebensmitteleinzelhandel

erforderte neue Standorte und neue Gebäudekonzepte.

Die Marktteilnehmer selbst –

Vollsortimenter wie Discounter – entwickeln

und bauen beliebig reproduzierbare Gebäude­Layouts

mit entsprechender Kostensicherheit.

Um die Liquidität für die Expansion

vorzuhalten, wird der Standort mittels langfristiger

Mietverträge gesichert.

Zudem steht die Mieterbonität außer Frage

– kurz: die optimalen Voraussetzungen für ein

langfristiges und sicheres Invest. Und das

ohne Spezialwissen seitens des Investors.

Dieses „Verfahren“ gipfelte in der Tatsache,

dass bei passendem Grundstück mit entsprechendem

Baurecht nicht nur die Mietinteressenten,

sondern auch die finanzierungswilligen

Banken „Schlange standen“.

Die nachfolgenden Entwicklungen – z. B. im

Discounter­Bereich von 400 m² über 800 m²

zu heute 1.200 m² und mehr Verkaufsfläche –

begleitete allerdings nur der erfolgreich,

der sich im Laufe der Jahre eigenes, unabhängiges

know how aufgebaut hat. Diese geradezu

erzwungenen Professionalisierung

des eigenen Immobilien­Investment­Managements

ist mit ursächlich für das Entstehen

ent sprechender FOs.

Heute – zumindest bis Corona – beliebteste

Asset­Klasse ist die Büroimmobilie. Aktuell

bemerken wir eine Unsicherheit bzgl. der zukünftigen

Flächenanforderungen einzelner

Nutzer – home­office funktioniert, aber wie

viel home­office funktioniert noch? Folge ist

ein „Nachfrage­Stopp“. Auf Sicht wird dies die

generelle Attraktivität dieser Asset­Klasse für

Anleger kaum beeinträchtigen – im Gegenteil:

starre, unflexible Bestandsimmobilien werden

verlieren, Objekte, die z. B. aufgrund einer

variablen Grundrissgestaltung Raum für unterschiedliche

Bürokonzepte bieten, so dass

damit z. B. auch Abstandsregeln umgesetzt

werden können, werden gewinnen.

Knapp hinter ‚Büro‘ liegt ‚Wohnen‘. Die

größte Nachfragesteigerung von derzeit 22%

auf 62% innerhalb der nächsten fünf Jahre

wird für Sozialimmobilien vorhergesagt*. Sozialimmobilien

sind Gesundheits­, Seniorenund

Betreuungsimmobilien. Zu letzteren zählen

z. B. Kindergärten, Kinder­ und Jugendheime

sowie ‚geschütztes Wohnen‘. Getrieben

wird diese Steigerung von der demografischen

Entwicklung sowie der psychosozialen

Veränderungen unserer Gesellschaft. Und

Beides ist zudem konjunkturunabhängig!

Auch die Nachfrage nach Hotels sowie

Sonder formen des Wohnens wie etwa

Mikro­Apartments, betreutes und studentisches

sowie Service­Wohnen wird steigen,

wenngleich nicht so sehr wie bei vorgenannten

Sozialimmobilien.

Schon vor Corona stand eine Asset­Klasse

als Verlierer fest: der klassische, d. h. stationäre,

Einzelhandel. Hier stehen aufgrund des zunehmendem

Online­Handeln mittlerweile

auch größere Verkaufsflächen „im Feuer“. Corona

beschleunigt diese Entwicklung nur.

Zukünftig werden also deutlich mehr Immobilieninvestments

als bisher nachgefragt

werden. Die im Bürobereich coronabedingt

eintretende vorübergehende Nachfrageabschwächung

sollte durch die stark zunehmende

Nachfrage nach Sozialimmobilien

mehr als kompensiert werden.

Laut Michael Wägerle, Geschäftsführer bei

Objekta, wird die bereits deutlich spürbare

Nachfragebelebung bei Sozialimmobilien und

besonderen Formen des Wohnens zu weiter

steigenden Preisen in diesen Asset­Klassen

führen und damit zu weiter sinkenden Renditen.

www.objekta-realestate.de


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

Der Mann

der Warenströme

Honold-Gruppe Gütertransporte in Lieferketten sind mitunter komplex. Funktionieren die

Konzepte nicht, liegt das fast immer an der IT, sagt Unternehmer Heiner Matthias Honold.

Ein Gespräch über Corona-Folgen, drohende Vertragsstrafen, Investitionen ins Digitale und

warum dem Neu-Ulmer Logistiker die Nullzins-Zeit das Geschäft erschwert.

Wie hat die Corona-Pandemie ihr Geschäftsmodell

auf den Prüfstand gestellt?

Corona hat bewirkt, dass wir uns von Geschäftsfeldern

getrennt haben, die wie wir schon zuvor hinterfragt

hatten. Aktuell sprechen wir im Führungsteam

in Videokonferenzen immer wieder darüber,

wie die Honold-Gruppe zum Corona-Gewinner

werden kann und an welchen Stellen wir profitieren

können. Zu unserer Firmen-DNA hat es schon

immer gehört, Neues auszuprobieren.

Welche Aktivitäten haben Sie abgegeben?

Im Zug der Krise haben wir uns nun komplett von

unseren Honold Zeitarbeitsfirma und 30 Mitarbeitern

getrennt, auch weil wir sie nicht mehr beschäftigen

können. Verleih von Mitarbeitern ist jedoch

auch nicht zwingend etwas, was

wir tun wollen. In der Logistik gehört

ein solches Angebot auch ein

Stück weit dazu, um die Auftragsspitzen

von Kunden abzufangen.

Hier können wir in Zukunft diese

Leistung flexibler zukaufen.

Sie haben auch Ihr Reisebüro

aufgegeben, das auch viel für andere

Firmen tätig war?

Das war eine schmerzhafte Entscheidung. Die Honold

Travel Group hat ihre Wurzeln in den 1960er

Jahren. Sie war und ist eine hochangesehene,

deutschlandweit bekannte Kette, die mit viel Herzblut

und 50 Mitarbeitern wie ein Mittelständler geführt

wurde. 2019 hatte sie noch einen Rekordgewinn

erwirtschaftet.

Was gab den Ausschlag?

Hohe laufende Kosten einerseits, bei null Umsatz

andrerseits – und das ohne Aussicht auf Besserung.

Wir ließen uns beraten, hielten wöchentliche Sitzungen

ab, analysierten die Lage immer wieder aufs

Neue und informierten Kunden transparent. Erst

gab es noch Hoffnung, dass das Reisegeschäft wieder

anzieht. Dann kam der Lockdown und die Meldungen

haben sich überschlagen. Klar, man wird

Unser hohes

Eigenkapital

kommt uns zugute.

So schnell haut uns

nichts um.

irgendwann wieder reisen können. Aber hinzukommt,

dass uns die Digitalisierung an dieser Stelle

überrollt und künftig noch mehr Buchungen online

erfolgen. Also habe ich gemeinsam mit der Geschäftsführung

und unserem Beirat einstimmig beschlossen,

das Reisebüro zum Ende des Jahres zu

schließen.

Bei einem Insolvenzantrag wären die Kosten

niedriger gewesen.

Das wäre für uns niemals eine Option gewesen. Wir

haben uns dazu entschlossen, es ordentlich und sauber

zu machen. Dass wir dadurch allen Verpflichtungen

nachkommen müssen – seien es Mietzahlungen

oder Abfindungen für langjährige Mitarbeiter,

war uns bewusst. Im Zuge der Schließung hat

sich aber ein Käufer gefunden, der

alle Mitarbeiter übernimmt und

das Reisebüro mit einer Online-Strategie

weiterführt.

Hatten Sie angesichts der Pandemie-Folgen

Sorgen um Ihr 150

Jahre altes Familienunternehmen,

das seit Jahrzehnten nur

Wachstum kannte?

Nein, wir haben schon 2019 vorsichtig

agiert. Durch die Entwicklung eigener Immobilien

brauchen wir immer viel Eigenkapital.

Diese hohe Quote kommt uns jetzt zugute, so

schnell haut uns nichts um. Diese Tatsache gibt mir

ein gutes Gefühl.

Wie hat Corona Ihr Kerngeschäft verändert?

Das gliedert sich auf in Immobilien, Logistik und

Transport. Am anfälligsten für die Situation war

und ist die klassische Spedition und Teile der Logistik

– insbesondere Reifen und Luftfahrt.

Warum?

In den Umschlagshallen arbeiten sehr viele Mitarbeiter

gleichzeitig. Unsere größte Sorge war, dass

uns die Behörden infolge von Infektionen Hallen

schließen. Wenn wir als Spedition 48 Stunden nicht

Zur Person

Heiner Matthias

Honold leitet das

gleichnamige Familienunternehmen

aus Neu-Ulm in der

fünften Generation.

In Ulm geboren und

in Neu-Ulm aufgewachsen

absolvierte

er nach dem Abitur

eine Lehre als

Speditionskaufmann

in Hannover.

Parallel studierte er

an der Berufsakademie

BWL und

setzte ein Unviversitätsstudium

in

Göttingen und

Hannover obendrauf.

Während seines

Studium arbeitete

Honold für den

Deutschen Paketdienst,

unter anderem

in Tschechien,

bevor der Diplomkaufmann

mit starkem

Hang zur IT

1998 ins Unternehmen

einstieg. Honold

ist verheiratet

und hat mit seiner

Frau drei Kinder.

Zur Entspannung

und zum Kraft tanken,

joggt er und

spielt – im Eigenstudium

– Klavier.

Ob Flugzeugteile, Medikamente oder Reifen: Heiner Matthias Honold hält die Güterströme in Fluss.


14

TITELTHEMA unternehmen [!]

Heiner Matthias Honold: Sorgen

bereiteten ihm die Kombination

aus Corona und einem hohen

polnischen Feiertag, die den

Zeitplan für ein neues Logistikzentrum

in Neu-Ulm gefährdete.

Da drohen hohe

Vertragsstrafen –

pro Stunde

Produktionsausfall

bis zu 100 000 Euro.

umschlagen können, stehen die Lkws bis zum

Münsterplatz und darüber hinaus. Also haben wir

sehr schnell und dennoch mit erstaunlicher Ruhe

eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen.

Wie sahen die aus?

Wir haben das Unternehmen mit Notebooks geflutet,

um möglichst vielen Mitarbeitern die Arbeit

von Zuhause zu ermöglichen. Es war gespenstisch

ins Büro zu kommen und keinen Menschen zu treffen.

Glücklicherweise haben wir im Jahr 2019 stark

in den Ausbau unserer IT investiert. Daher waren

wir technisch optimal auf diese Situation vorbereitet.

Die Kollegen in der Umschlagshalle hingegen,

mussten trotz Pandemie vor Ort sein. Daher haben

wir entsprechende Schutzmaßnahmen eingeführt.

Und in der Logistik?

Auch hier ist es kritisch, wenn ein Lager geschlossen

wird. Vor allem wenn wir dadurch die Produktion

von Industriekunden hätten nicht mehr versorgen

können. Da drohen hohe Vertragsstrafen –

pro Stunde Produktionsausfall bis zu 100 000 Euro.

Welche Situation hat Ihnen die größten Sorgen

gemacht?

Das war in der Immobilienentwicklung.

Wir bauen in Neu-Ulm ein Logistikzentrum

mit einer Hallenfläche

von 20 000 Quadratmeter und

500 Quadratmeter Büroflächen.

Ankermieter ist die schwedische

Husqvarna Group, zu der

auch Gardena gehört. Auch hier

sind exakte Termine vereinbart.

Warum gab es Probleme?

Das Bauunternehmen rief an und

sagte: „Wir können wegen höherer

Gewalt den Termin nicht halten.“

Die polnischen Arbeiter wollten

zu einem hohen christlichen

Feiertag in die Heimat – und können

anschließend nicht mehr oder

nur mit 14-tägiger Quarantäne zurück

nach Deutschland. Also haben

wir alles was ging schon im

Vorfeld gemacht – Tag und Nacht.

Welche Rolle spielt Kurzarbeit

zur Bewältigung der Krise?

Unsere Standorte, die mit Autozulieferern

und Flugzeugbauern

zusammenarbeiten, waren und

sind massiv von der Krise betroffen.

Unsere Personalabteilung,

hat in kürzester Zeit verschiedene

Modelle für die Standorte entworfen.

So haben wir unter anderem das

Werk Aachen komplett heruntergefahren,

die Arbeitszeit in anderen Werken

halbiert. Momentan haben wir noch

an vier von 24 Standorten Kurzarbeit.


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

Wie sehr hat Ihr Transportgeschäft gelitten?

Wir haben hier zwei Säulen: das traditionelle Speditionsgeschäft

der Cargo Line und der Bereich Night

Star Express. Insgesamt ist das Segment um elf Prozent

eingebrochen. Die transportierten Gewichte

sind sogar um das doppelte zurückgegangen, ganz

brutal ist der Export weggefallen. Das ist bitter, weil

wir hier deutlich höhere Margen haben.

Haben Sie von der Pandemie in irgendeinem

Bereich profitiert?

Für unseren Night Star Express ist

die Krise auch eine Chance. Das

ist einer der größten Anbieter für

Ersatzteile und Pharma Transporte.

Eine Gründung meines Vaters,

in welcher wir inzwischen der

zweitgrößte Gesellschafter

sind. Somit haben wir einen hohen Einfluss auf das

System. Ersatzteile werden mehr benötigt wenn Neufahrzeuge

nicht verkauft werden, daher krisensicher

und in Zeiten von Corona stärker gefragt als bisher.

Es werden mehr

Ersatzteile

benötigt. Davon

profitiert unser

Night Star Express.

deutlich schneller als tagsüber. Im Vergleich zum

Speditionsgeschäft ist das ein kleines System.

Aber wir erweitern es stetig. Vergangenes Jahr

haben wir drei neue Standorte in Karlsruhe,

Frankfurt und Luxemburg zugekauft.

Wie wird sich die Logistik-Branche verändern?

Es zeichnet sich ein Trend ab, dass die Pandemie

die Logistikbranche eher befeuern

wird. Denn die Industrie holt

einige bisher ausgelagerte Schritte

zurück nach Deutschland. Ein

weiterer Antreiber ist der

Onlinehandel, der nach wie vor

stark wächst. Das wird zu Lasten

des Innenstadthandels und

auch der Märkte für Verbraucher

auf der grünen Wiese gehen.

Fachleute sagen, dass in einem solchen Szenario

große Flächen für Logistikzentren benötigt werden

– die Großwetterlage für die Branche soll gut

sein.

Wie funktioniert das Modell?

Ordentlich bezahlte Subunternehmer liefern zwischen

2 Uhr nachts und 8 Uhr morgens. Das geht

Wo sehen sie Schwierigkeiten?

In der Automotive-Logistik. Wir haben zwei Standorte,

die direkt hiervon abhängen. Klar, wenn we-

making

places

expressive

usm.com


16

TITELTHEMA unternehmen [!]

Mit den bisherigen

Stromleitungen kommen

Logistiker im Zeitalter der

E-Mobilität nicht mehr aus.

„Viele Standorte müssen

nachelektrifiziert werden“,

sagt Firmenchef Honold.

niger Autos gebaut werden, braucht man weniger

Reifen. Was hingegen aber in Krisen meist unbeschadet

bleibt, ist der Ersatzteilemarkt, in unserem

Fall die Ersatzreifen. Denn gefahren wird ja dennoch.

Welche Aufgaben bringt das

Zeitalter der E-Mobilität für Logistiker?

Da gibt es mehrere Entwicklungen,

nehmen Sie zum Beispiel den

Immobiliensektor: Früher brauchten

wir einen Glasfaseranschluss

an einem Standort, heute kommt

ein großer Elektroanschluss dazu.

Wenn man davon ausgeht, dass Lkws künftig mit

Strom fahren und 40 Fahrzeuge gleichzeitig aufgeladen

werden müssen, ist der Strombedarf etwa so

groß wie der eines ganzen Dorfes. Den Ladevorgang

können herkömmliche Leitungen nicht leisten.

Daher müssen Standorte und Logistikzentren

nachelektrifiziert werden.

Was ändert sich durch den Megatrend Digitalisierung?

Unser Ziel ist es die Benchmark für Innovation in

der Branche zu sein. Deshalb investieren wir hohe

Summen in die IT. Das kann man als Digitalisierung

sehen, ich sehe das als normale Investitionen.

Früher war an

Standorten

Glasfaser nötig,

heute auch große

Elektroanschlüsse.

Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass wir gut aufgestellt

sind. Funktioniert ein Logistikkonzept nicht,

liegt das fast immer an der IT. Viel stärker wird

aber der Transport-Bereich von der Digitalisierung

beeinflusst.

Wie meinen Sie das?

Nehmen Sie das Beispiel Delivery

Hero. Die fahren Pizza und anderes

aus. Das Unternehmen ist

über sechs Milliarden Euro oder

noch mehr wert. Ich bestell meine

Pizza beim Italiener im Nachbardorf.

Eine Internet Plattform

dazwischen zu schalten, auf diesen

Gedanken wäre ich nicht gekommen. Trotzdem

ist meine Pizzeria inzwischen an das Netz von

Delivery Hero angeschlossen.

Was heißt das für die Transportbranche?

Stellt man sich dasselbe Konzept im Transport vor

– also dass jemand es schafft, eine Plattform über

die verschiedenen Speditionen zu setzen und dafür

sorgt, dass die Abhängigkeit so groß wird wie

die des Pizzabäckers, der jetzt auch über diese App

kommunizieren muss, ist das erschreckend.

Warum?

Jede Spedition baut sich mit viel Arbeit und Zeit ein


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Netzwerk auf und plötzlich kommt ein junges Unternehmen

und sagt, du brauchst mich, um deinen

Kunden den Kontakt zu erleichtern. Auch das ist Digitalisierung.

Was gehört zu Ihren Erfolgsfaktoren?

Dazu gehört der Einsatz von SAP. Das macht es

Kunden, die auch SAP nutzen, leichter. Wir sprechen

die gleiche Sprache. Wir setzen zudem konsequent

auf Technologie und hohe IT-Verfügbarkeit.

Viele unserer Kunden haben Werke so groß

wie Stadtgebiete mit mehreren hundert Ablieferstellen,

die wir bedienen. Die Honold-Gruppe liefert

dabei Lösungen aus einer Hand. Wir bauen die

Halle, stellen die Regale rein, besorgen die Technik

und beliefern jeden Werker zum definierten Zeitpunkt.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Bei einem Flugzeughersteller betreiben wir eines

der größten automatische Kleinteilelager in

Deutschland. Pro Stunde kommen 2500 Behälter

aus den Regalen. Diese werden sortiert, umgeschlagen

und feinkommissioniert. An einem der 400

„Bahnhöfe“ in dem Werk kommen alle Teile so an,

wie sie der Reihe nach verbaut werden müssen.

Also zum Beispiel Schraube, Mutter, Stromkabel,

Platine. Das können nur wenige und das Flugzeug

fliegt.

Welche Rolle spielt die Immobilienentwicklung in

Ihrem Geschäftsmodell?

Eine wichtige. Wir planen, bauen und investieren in

Logistik-Immobilien, Fabrikationsanlagen und Parkhäuser.

Wir haben unter anderem in Rumänien eine

Pharma Fabrik gebaut, wir bauen Kühllager und Gefahrgut-Zentren,

Cross-Dock-Anlagen, bei denen

Waren nicht gelagert, sondern direkt umgeschlagen

werden, Parkhäuser und sogar komplette Speditionsterminals.

Hier sind wir vielfältig und sehr wettbewerbsfähig.

Das ist ein langfristig angelegtes Geschäft.

Die Immobilien-Entwicklung ist eine unserer

Säulen. Gemessen an den eingesetzten Mitarbeitern

sind die Immobilien ein kleiner Bereich,

gemessen an den Investitionen der größte.

Wie kommt es, dass Sie überhaupt im Immobiliengeschäft

tätig sind?

Mein Schlüsselerlebnis hatte ich in der Slowakei.

Dort haben wir für einen Kunden die Logistik übernommen

und benötigten zusätzliche Fläche, die wir

mieten mussten. Da wurde mir klar, dass der Vermieter

mit eben dieser Fläche eine hohe Rendite erwirtschaften

kann – mehr als wir mit 100 Mitarbeitern

im operativen Geschäft. In der Folge sind wir

selbst in dieses Geschäft eingestiegen.

Wir planen,

bauen und

investieren

in Logistik-

Immobilien.

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18

TITELTHEMA unternehmen [!]

In 141 Jahren immer wieder neue Geschäftsfelder erschlossen

Die Honold-Gruppe aus Neu-Ulm unterhält derzeit bundesweit 24 Standorte.

Als Königlich Bayrisches Rollfuhrunternehmen

startete die Honold-Gruppe. Dieses

transportierte Möbel und handelte mit Kohle.

141 Jahre und ein paar Metarmophosen

später gehört das Familienunternehmen zu

den führenden Logistikunternehmen in Süddeutschland,

das die Produktion von Flugzeugherstellern

und Autozulieferern passgenau

mit Produktionsteilen bestückt, das Logistikzentren

für die Pharmaindustrie sowie

Konsumgüterhersteller betreibt und

Logistik immobilien entwickelt, baut und betreibt.

Zur DNA des Unternehmens gehört

es, innovative Lösungen umzusetzen. So ist

Honold Gründungsmitglied des Deutschen

Paketdienstes und des Night Star Expresses.

Der Umsatz des Neu-Ulmer Familienunternehmens

kletterte 2019 um 9 Prozent auf

246 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis,

das Honold nicht beziffert, erhöhte sich erneut

um mehr als 15 Prozent. Das Unternehmen

schloss 2019 einen unprofitablen

Standort. In der Folge sank die Zahl der Beschäftigten

auf 1340. Honold hat eine vergleichsweise

kleine eigene Flotte und arbeitet

mit selbstständigen Lkw-Fahrern zusammen.

Auf Rückgänge stellt sich die Gruppe in

der Reifen-, Metall- und Luftfahrt-Logistik

ein. Wachstum erwartet Honold im Pharmaund

Consumer-Geschäft. Honold ist an 24

Standorten vertreten mit einer Fläche von

mehr als 750 000 Quadratmetern.

Wir wollen

verstärkt

strategische

Partnerschaften

eingehen.

Mit welchem Erfolg?

Das hat lange gut funktioniert. Wir haben viel gebaut

und einen großen Teil unseres Ertrags in die

Immobilien investiert. Diese sind nachhaltig. Denn

sie überdauern vieles. Allerdings hat das Geschäftsmodell

seinen Höhepunkt überschritten.

Was heißt das konkret?

Es gibt inzwischen zu viele Anbieter, die Margen

sind zu niedrig. Aber das Geschäft lohnt sich dennoch,

wenn man eigene Grundstücke hat oder viel

Eigenkapital einsetzen will. Zudem hilft es uns auch,

schwierige Zeiten zu überstehen. Wir zahlen uns

selbst Miete. Aber das müssten wir ja nicht, wenn

es an irgendeiner Stelle eng wird.

Wie funktionieren solche Geschäfte konkret?

Ganz aktuell bauen wir in Neu-Ulm ein 20.000 Quadratmeter

großes Logistikzentrum. Ankermieter

wird der schwedische Husqvarna-Konzern, zu dem

auch Gardena gehört. Ohne die Immobilie hätten

wir den Auftrag nicht bekommen. Derzeit bekommt

in der Branche nur der den Auftrag, der auch die

Fläche hat. Die Zusammenarbeit für Husquarna ist

für uns ein Dreiklang: Wir stellen die Immobilie,

machen die Logistik und die Transporte.

Gibt es einen Haken?

Es gibt in jedem der drei Segmente gute Wettbewerber.

Wir müssen uns auch entscheiden in welchem

Segment wir Kapital einsetzen und wir benötigen

viel Liquidität. Bisher haben wir diese Immobilien-Projekte

so finanziert, dass wir weitgehend

unabhängig von Banken sind. Das Modell ist

natürlich endlich. Irgendwann geht einem das Eigenkapital

aus oder die Risiken werden sehr hoch.

Je kürzer die Mietlaufzeiten und je geringer die Rendite,

umso mehr Liquidität müssen wir einsetzen,

um nicht abhängig von Banken zu werden, wenn

die Zusammenarbeit mit dem Kunden endet.

Woran liegt es, dass auch branchenfremde Anbieter

auf diesen Markt strömen?

Es gibt viel Geld auf dem Markt und Menschen, die

Anlagemöglichkeiten suchen. Für diese Investoren

ist Rendite ein nachrangiges Thema. Was früher in

Einkaufszentren oder ähnliche Projekte investiert

wurde, fließt heute in Logistikimmobilien. Das billige

Geld zerstört ein Stück weit das Geschäftsmodell

des Mittelstandes in der Logistik.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Wir haben aktuell 1340 Mitarbeiter und wollen in

allen drei Segmenten profitabel wachsen. Wir wollen

von der Krise profitieren. Eine grundsätzliche

Vorstellung, wie wir das tun werden, haben wir

schon. Zu den Möglichkeiten gehört auch, unsere

Kompetenzen durch Firmenkäufe zu erweitern und


unternehmen [!] TITELTHEMA 19

strategische Partnerschaften einzugehen. Auf jeden

Fall werden wir unsere Investitionen verstärken.

Themenwechsel: Wie groß ist eigentlich Ihre

Lkw-Flotte?

Wir haben keine große Flotte. Wir wollen nicht

zu Lkw-affin sein und arbeiten lieber mit Subunternehmern.

Uns selbst gehören etwa 35 Lkw und

das reicht mir.

Der Antrieb von Fahrzeugen ist ein großes Thema.

Mit welcher Entwicklung rechnen sie in den

nächsten fünf bis zehn Jahren?

Wir haben ein Projekt in Augsburg, bei dem wir

einen Shuttle-Lkw komplett elektrisch betreiben

wollen. Allerdings fährt dieser nur zwischen zwei

Werken hin und her. So einfach ist das aber gar

nicht, weil solche Fahrzeuge noch nicht serienreif

sind oder zu teuer. Der Fokus unserer Strategie

in Sachen E-Mobility liegt mehr darauf, unsere Immobilien

mit den richtigen Elektroanschlüssen zu

versehen.

Ist Ihnen die Antriebsfrage nicht wichtig?

Die Antriebstechnologie spielt für uns insofern

eine Rolle, dass wir als Unternehmen auch ökologische

Ziele haben. Wir wollen den CO 2

-Verbrauch

unseres Unternehmens senken. Dementsprechend

müssen wir versuchen, unsere Subunternehmer

bei diesem Thema zu befähigen und zu lenken.

Bisher haben wir aber noch kein Elektrofahrzeug

im Einsatz. Aus dem einfachen Grund, weil die

Batterie die Strecken nicht schaffen würde.

„Die Antriebstechnologie

spielt für uns insofern eine

Rolle, weil wir als Unternehmen

auch ökologische

Ziele haben“, sagt Heiner

Matthias Honold.

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20

TITELTHEMA unternehmen [!]

2013 war ein herausforderndes Jahr:

„Heute haben wir ein breiter

aufgestelltes Management und

entsprechende Instrumente, um

solche Entwicklungen im Blick zu

behalten“, sagt Firmenchef Honold.

Das Interview führte

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

Unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Matthias Kessler

Wie engagieren Sie sich ansonsten für den Umweltschutz?

Das nächste Immobilien-Projekt bei dem in Kürze

der Spatenstich erfolgen wird, erhält ein grünes,

ökologisches Naturgras-Dach. Außerdem bauen wir

an zwei weiteren Standorten nun Parkhäuser anstatt

Parkflächen – um Flächen einzusparen. Wir

betreiben inzwischen ein großes Biotop im Landkreis

Neu-Ulm und unsere Hallen

verfügen über eine Biotop-Versickerungsanlage.

Ebenfalls setzen

wir auf Solaranlagen und moderne

Energieeinspar-Konzepte. Ich

glaube, dass wir mit unseren Projekten

in der oberen Liga mitspielen

können. Zusätzlich motivieren

wir unsere Mitarbeiter, den Verbrauch

von Energie und Wasser

sowie das Abfallaufkommen zu senken, um unsere

Betriebskosten und Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Unser Slogan: „Logistik ist grün“ ist ein Versprechen

– und mein persönliches Anliegen.

Was war für Sie der der prägendste Moment als

Unternehmer?

Mein Ziel ist es,

30 Kilometer

pro Woche zu laufen

– auch wenn’s ab

und an schwerfällt.

Das war im Jahr 2013. Wir hatten ein gutes erstes

Quartal und haben parallel eine Pharma-Fabrik in

Rumänien und 40 000 Quadratmeter in Aachen gebaut.

Zudem haben wir den Standort Augsburg

hochgefahren und einen komplizierten Logistik-Kunden

gewonnen. Plötzlich gab es bei einem

der Projekte finanzielle Herausforderungen. Die

Situation war fürs Unternehmen nie finanziell kritisch,

aber in der Summe der Themen

war dies eine hohe Belastung.

Daraus haben wir gelernt. Heute

haben wir ein breiter aufgestelltes

Management und entsprechende

Instrumente, um solche Entwicklungen

im Blick zu behalten. Ich

bin heute auch erfahrener und

weiß zudem, wie ich Stress abbauen

kann.

Wie machen Sie das und wie entspannen sich

abends?

Ich jogge – manchmal muss ich mich dazu auch

zwingen. Mein Ziel ist es, 30 Kilometer pro Woche

zu laufen. Außerdem spiele ich etwas Klavier im

Selbststudium.


unternehmen [!] RESSORT 21


22

SPEZIAL unternehmen [!]

Primäre Rohstoffe wie Kies und Sand sind endlich.

Eine Möglichkeit den Ressourcenverbrauch zu

reduzieren, ist das Recycling von Beton.

FOTOS: DALTON DINGELSTAD, 3D_KOT/SHUTTERSTOCK.COM

Zurück auf die Baustelle

Kreislaufwirtschaft Die Ressourcen von Kies, Sand und Metallen sind endlich. Das eröffnet

Möglichkeiten für einen vielfach unterschätzen Rohstoff: recycelten Bauschutt.

Häuser werden gebaut – und

auch über kurz oder lang

wieder abgerissen. In der

Konsequenz heißt das: Es

fällt Bauschutt an, und davon eine

ganze Menge. Zuletzt kamen innerhalb

eines Jahres laut des Verbands

Kreislaufwirtschaft Bau knapp

59 Millionen Tonnen in Deutschland

zusammen. In Baden-Württemberg

belief sich die gesamte Abfallmenge

auf knapp 51 Millionen Tonnen,

Bau- und Abbruchabfälle machten

mit rund 40 Millionen Tonnen etwa

80 Prozent des Müllaufkommens

aus. Bei 12 Millionen Tonnen davon

handelte es sich um Bauschutt, wie

das Statistische Landesamt ausführt.

Dieses ehemals verbaute Material

auf Deponien zu entsorgen oder geschreddert

zum Verfüllen zu nutzen

ist für Walter Feeß keine Option. Er

hat sich mit seinem Bauunternehmen,

der Heinrich Feeß GmbH mit

Sitz in Kirchheim/Teck im Landkreis

Esslingen, auf das Recycling

von Baustoffen spezialisiert.

40 unterschiedliche R-Stoffe

„Bauschutt ist großteils Wertstoff“,

sagt Feeß, der bereits vor 20 Jahren

mit dem Recycling von Baustoffen

begonnen hat. Aus dem angelieferten

Material entstehen auf dem

Wertstoffhof des Unternehmens

mithilfe mehrerer Aufbereitungsanlagen

über 40 unterschiedliche Recycling-Baustoffe.

„Wir erreichen so

eine Recyclingquote von etwa 80

Prozent“, erklärt Feeß. Die bei der

Wiederaufbereitung entstehenden

Materialien wie Splitt für RC-Beton

können dann bei der Frischbetonherstellung

oder etwa in Frostschutzschichten

wiederverwendet

werden. Laut dem Landesumweltministerium

enthält ein Kubikmeter

R-Beton bis zu 900 Kilogramm recyceltes

Gestein. Hinzukommen

1100 kg Primärgestein, bis zu 350 kg

Zement und 200 kg Wasser.

Um beim Recycling der Baustoffe

möglichst viele Bestandteile wiederverwerten

zu können, müsse be-


schutt durch das Aufbrechen

des Materials etwa 250 Kilogramm

Sand an. „Den dürfen

wir aber nicht verwenden“, sagt

Feeß. Grund seien veraltete

Normen, die nicht auf die aktuellen

Gegebenheiten angepasst

wurden.

Hier erhofft sich der Bauunternehmer

mehr Bewegung in

der Politik und der Normengebung

– mit Blick auf die Verwenunternehmen

[!] SPEZIAL 23

reits beim Bau neuer Gebäude

auf die Verarbeitung der Materialien

geachtet werden. „Verbundstoffe

etwa sind sehr

schwierig zu recyceln“, erklärt

Feeß. Zusätze wie Holz, Kunststoffe

oder Isoliermaterial ließen

sich aus dem Bauschutt nur

schwer herauslösen. „Beim Planen

muss der Architekt oder Ingenieur

den Rückbau daher bereits

bedenken.“ Nur so könne

eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft

umgesetzt werden. „Die

Primärbaustoffe brauchen wir

auch noch in 100 Jahren, deshalb

müssen wir sie heute schonen“,

ist der Unternehmer überzeugt,

der für sein Engagement im Bereich

Recycling 2016 mit dem

deutschen Umweltpreis ausgezeichnet

wurde.

Der Rohstoff Sand wird etwa

heute schon knapp. Denn nicht

jeder Sand lässt sich in allen Bereichen

einsetzen. Wüstensand

ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI

In 100 Jahren

brauchen wir

Primärbaustoffe,

deshalb gilt es, sie

jetzt zu schonen.

Walter Feeß

Inhaber Heinrich Feeß GmbH

Mit der

Aufbereitung

und Wiederverwendung

werden

mineralische

Bauabfälle wieder

der Kreislaufwirtschaft

zugeführt und

dadurch Ressourcen

geschont.

ist beispielsweise für die Herstellung

von Beton nicht geeignet.

Die Körner verhaken sich

kaum und können dadurch nicht

haften, da sie durch Winde glatt

und rund geschliffen wurden.

Umso weniger kann Feeß verstehen,

dass recycelter Sand in

Deutschland nicht für den Bau

eingesetzt werden darf. Beim

Recycling-Prozess in seinem

Werk fallen pro Tonne Beton-

INDIVIDUELL GEPLANTE

ARCHITEKTENHÄUSER

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24

SPEZIAL unternehmen [!]

Nachhaltiges Bauen im Land

Beim Bauen mit Holz empfiehlt das Ministerium den Einsatz regionaler Hölzer.

FOTO: VADIM OVCHINNIKOV/SHUTTERSTOCK.COM

Momentan

sind wir noch

weit hinter dem

zurück, was

möglich wäre.

Helmfried Meinel

Amtschef Umweltministerium

Die baden-württembergische

Landesregierung hat es

sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeitsaspekte

als selbstverständlichen

Bestandteil bei

der Planung und Realisierung

von Neubauten und Modernisierungsmaßnahmen

zu etablieren.

Um diesen Prozess zu

unterstützen, hat das Landesministerium

für Umwelt, Klima

und Energiewirtschaft das digitale

Planungswerkzeug

dung von R-Baustoffen im Allgemeinen.

„Wenn es uns gelingt, Beton in

großem Stil mehrfach zu nutzen,

leisten wir einen erheblichen Beitrag

zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung“,

ist auch Helmfried

Meinel, Amtschef im Umweltministerium,

überzeugt. Er fordert

die Industrie, die öffentliche Hand,

Architekten und Bauherren, auf Recycling-Beton

ganz oben auf die Tagesordnung

zu setzen. „Wir sind

noch weit hinter dem zurück, was

möglich wäre.“ Umweltschützer sehen

die Klimabilanz von R-Beton

kritisch. da weiter energieintensiver

Zement benötigt werde.

R-Beton könne sich nur durchsetzen,

wenn er auch wirtschaftlich

Zur Person

Walter Feeß schult

im Kompetenzzentrum

K3 Vertreter

der Baubranche in

den Bereichen Recycling

und nachhaltiges

Bauen. Für sein

Engagement erhielt

er 2016 den Deutschen

Umweltpreis.

N!BBW – Nachhaltiges Bauen

Baden-Württemberg – entwickelt.

Neben der Förderung

von Recycling-Beton setzt das

Ministerium dabei auch auf

den Einsatz von Holz als Baumaterial.

Um Nachhaltigkeit

zu garantieren, empfiehlt der

Leitfaden das Nutzen regionaler

Hölzer sowie den Verzicht

auf Holzschutzmittel, um die

Belastung von Luft, Wasser

und Böden so gering wie möglich

zu halten. Im Rahmen des

vom Land initiierten weltweiten

Netzwerkes „Under2

Coalition“ hat sich Baden-

Württemberg im September

2018 dazu verpflichtet, spätestens

2050 alle Gebäude in

Verantwortung des Landes klimaneutral

zu betreiben. Zudem

soll der Treibhausgasausstoß

im selben Jahr 80 bis

95 Prozent unter dem Niveau

von 1990 liegen.

hergestellt werde, sagt Feeß. Bei einer

Ausschussquote von 25 Prozent

Sand sei das jedoch nicht möglich.

Zudem müsse jedoch auch noch viel

Aufklärungsarbeit betrieben werden.

„Recycling hat hierzulande für

viele noch ein G’schmäckle“, meint

Feeß. Es fehle an Vertrauen und Akzeptanz.

Auch das könne mithilfe

der Politik geschaffen werden. Etwa,

wenn der Einsatz von Recycling-Stoffen

stärker forciert werde.

Neben dem Recycling von Baustoffen

müsse jedoch auch an der Infrastruktur

gearbeitet werden. „Es

kann nicht sein, dass Laster mit Bauaushub

und Bauschutt beladen bis

ins Elsass, nach Bayern oder Rheinland-Pfalz

fahren müssen, um ihre

Ladung loszuwerden“, sagt Feeß.

Fehlende Verfüllungsmöglichkeiten

im näheren Umkreis, die sinkende

Anzahl von Deponien im Bundesgebiet

sowie zu wenige Wiederaufbereitungsanlagen

seien die Ursache

für diese Entwicklung. Das sei weder

wirtschaftlich, noch gut für die

Umwelt.

Der zunehmende Bau im Bestand

und die wachsende Bautätigkeit in

den Ballungsräumen werde einerseits

das Aufkommen an Bauschutt

weiter ansteigen lassen, prognostiziert

dahingehend das Landesumweltministerium.

Andererseits werde

die Aufnahmekapazität des Straßen-

und Wegebaus für aus Bauschutt

gewonnene Baustoffe weiter

abnehmen, da immer weniger Straßen

neu angelegt werden. Es braucht

Feeß zufolge daher viel mehr eine

dezentrale Struktur an Deponien

und Wiederaufbereitungsanlagen.

Zumindest am Rand jeder großen

Stadt sollten Feeß zufolge solche

Anlagen gebaut werden. „Das spart

jährlich Millionen Lkw-Kilometer

bei der Versorgung der Baustellen,

bei der Entsorgung des Bauschutts

und somit letztlich vor allem CO 2

.“

Lkw-Fahrten ließen sich laut Thomas

Möller, Hauptgeschäftsführer

der Bauwirtschaft Baden-Württemberg

auch auf eine andere Art und

Weise reduzieren. 28,5 Millionen

Tonnen unbelasteter Bodenaushub

wurden allein 2018 in Baden-Württemberg

dem Erdreich entnommen.

Beim Bau neuer Wohngebiete könne

der unbelastete Bodenaushub vor

Ort bleiben, indem man das gesamte

Geländeniveau anhebe und den

anfallenden Erdaushub seitlich an

den Gebäuden wieder anfülle. „Das

spart Zeit, Transport- und Deponiekosten“,

ist Möller überzeugt. Dafür

müssten die Kommunen jedoch

schon beim Aufstellen von Bebauungspläne

die Anhebung des Geländeniveaus

mit einplanen. [!]


Julia Kling


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

25

Effizienter bauen durch Digitalisierung

Josef Hebel GmbH & Co. KG Beherrschung der Komplexität und Steigerung der Qualität auf

Baustellen. Ob Hoch-, Tief-, Schlüsselfertigbau, Bauwerkserhaltung oder Projektentwicklung:

Mit neuen digitalen Möglichkeiten wird die Baubranche revolutioniert.

Durch die überall präsente und stets zunehmende

digitale und globale Vernetzung gewinnt

die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen

an die stete Veränderung immer mehr an

Bedeutung. Wie in vielen anderen Bereichen

der Wirtschaft steht auch das Bauunternehmen

Josef Hebel mit seinen rund 400 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern vor immer neuen

Herausforderungen. Während für alle Baustellen

der Bedarf an Information kontinuierlich

zunimmt, steht gleichzeitig immer mehr der

Zeitdruck in Konkurrenz. Um seinen Kunden

einen optimalen Baustellenablauf bieten zu

können und gleichzeitig mit Partnerunternehmen

bei steter Qualitätssteigerung reibungslos

zusammenzuarbeiten, setzt die Bauunternehmung

Josef Hebel auf die innovativen Möglichkeiten

digitaler Tools.

Intelligente, digitale Bauakte

Kern der Innovation ist die „eine Schnittstelle“.

Während früher noch Unterlagen, Dokumente

und Informationen an vielen verschiedenen

Orten zu suchen waren, gibt es jetzt nur eine

Plattform, auf der alles zusammenläuft. Da alle

Beteiligten darauf Zugriff erhalten, kann eine

erhebliche Zeitersparnis erreicht werden.

Doch die intelligente, digitale Bauakte ist viel

mehr als nur eine „gemeinsame Ablage“.

Verknüpfte Informationen

Zu den herkömmlichen Informationen eines

Dokumentes oder einer Datei wie beispielsweise

der Name eines Bauplans, werden jetzt auch

Eigenschaften hinterlegt. Der Name eines beteiligten

Partners, ein betroffenes Gewerk oder

die exakte Stelle am Bauwerk sind nur wenige

der vielen zusätzlichen Möglichkeiten. Hierüber

kann nun die gewünschte Information

über viele Wege gefunden werden. Die Zuordnung

der Eigenschaften geschieht teilweise sogar

automatisch durch die digitale Bauakte.

innerhalb einer Minute aufgenommen werden.

Diese Information steht nahezu in Echtzeit

überall zur Verfügung und kann allen Betroffenen

weiterkommuniziert werden.

Auch der hochmoderne Neubau der Josef

Hebel Hauptverwaltung mit 135 Arbeitsplätzen

am Standort Memmingen wurde mit der intelligenten,

digitalen Bauakte abgenommen. Dabei

konnte ungefähr 75 Prozent der früher benötigten

Zeit eingespart werden.

Es geht nicht darum, digitaler zu werden,

sondern um unser Schaffen mit

digitalen Tools zu verbessern.

Fabian Müller, MBA

Und das war erst der Anfang

Auch wenn diese neuen, digitalen Möglichkeiten

schon jetzt zu einer deutlichen Effizienzsteigerung

der Projekte beitragen, sind die weitreichenden

Chancen noch lange nicht ausgeschöpft. Erst

kürzlich wurden am Ulmer Eselsberg auf der Baustelle

Stadtquartier „Am Weinberg“ die neu geplanten

Funktionen getestet.

Seit fast 100 Jahren geht es dem Unternehmen

um den Anspruch, Projekte zur höchsten Zufriedenheit

der Auftraggeber zu erfüllen – dabei

steht die Qualitätssteigerung für alle Beteiligten

im Fokus. Geschäftsführer Wolfgang

Dorn: „In unserem Unternehmen hat auch in

Zukunft die Effizienzsteigerung mit digitalen

Tools einen sehr hohen Stellenwert!“

Fabian Müller

Hochbau

Schlüsselfertigbau

Tiefbau

Bauwerkserhaltung

Projektentwicklung

Der Neubau am Standort Memmingen.

Josef Hebel GmbH & Co. KG

Bauunternehmung

www.josef-hebel.de

Digitaler Kollege

Früher mussten Bauleiter Mängel oder Schäden,

die auf der Baustelle entstanden sind, manuell

in einem geeigneten Plan verorten und

umständlich eine Fotodokumentation als Anlage

beifügen. Dies konnte bis zu einer Stunde

Aufwand bedeuten. Durch die intelligente Software

im Hintergrund können Daten, wie etwa

Baustellenpläne, jetzt automatisch aufbereitet

werden. Diese evolutionäre Funktion ist die

neue Art, sämtliche Ereignisse mit hoher Qualität

zu erfassen und schnellstmöglich weiter

zu kommunizieren. Heute können diese Mängel

und Schäden noch vor Ort, punktgenau im

Plan, mit Bild, den relevanten Verantwortlichen

und dem betroffenen Gewerk und vielem mehr

Projekte bestehen nicht nur

aus Zahlen und Fakten.

Sondern für uns auch aus

Fairness und Nachhaltigkeit.

www.josef-hebel.de

attacke.love


26

SPEZIAL unternehmen [!]

Mögliche Fallstricke, die die Arbeit auf der Baustelle aufhalten,

schon am digitalen Modell ausmerzen: das ist das Ziel von BIM.

Foto: Sorn340 Studio Images/shutterstock.com

Digital auf

jeder Ebene

Bauwirtschaft Wer in der Branche von

Digitalisierung spricht, ist schnell bei BIM.

Betriebe können aber auch mit weniger

Aufwand neue Technologien nutzen.

Egal, ob in der Planung

oder bei den Arbeiten

auf der Baustelle, die Digitalisierung

bietet den

Akteuren der Bauwirtschaft

weitreichende Möglichkeiten.

Das ist Konsens in der Branche.

Nur die Frage der Umsetzung

lässt sich nicht mit der gleichen

Einhelligkeit beantworten. „Diese

Entwicklung wird mit Sicherheit

für ein deutliches Produktivitätswachstum

in unserer

Branche und eine weitere Steigerung

der Bauleistung sorgen“,

ist Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer

der Bauwirtschaft

in Baden-Württemberg, überzeugt.

Das helfe, die enormen

Herausforderungen, wie etwa

den Fachkräftemangel, vor denen

die

Bau-Branche in

Deutschland

steht, zu bewältigen.

Bislang

ist die Scheu

vor Kosten und

Aufwand unter

den Unterneh-

Inzwischen

steht BIM

für alles, was mit

Digitalisierung am

Bau zu tun hat.

Christof Gipperich

Hochschule Biberach

mern jedoch

noch weit verbreitet.

Knapp die Hälfte der deutschen

Bauunternehmen haben

bislang keine Erfahrungen etwa

mit dem Building Information

Modeling (BIM) gesammelt, wie

aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft

PWC hervorgeht.

Nur rund 21 Prozent arbeiten

regelmäßig mit der Methode,

mit der bestenfalls alle an einem

Projekt Beteiligten

gemeinsam ein virtuelles

3D-Modell des sich in Planung

befindlichen Bauwerks bearbeiten.

Planer, Architekten und

ausführende Bauunternehmen

sollen so gleichermaßen Zugang

zum Modell haben. Durch die

gemeinsame Arbeit am digitalen

Zwilling des geplanten Gebäudes,

könne der Bau anschließend

schneller, günstiger und

auch qualitativ hochwertiger

vonstatten gehen, wie der Verband

der Bauwirtschaft betont.

„Das digitale Bauen bedeutet

einen Paradigmenwechsel für

die Baubranche, denn es rückt

das integrierte und kontinuierliche

Arbeiten an einem 3D-Modell

in den Mittelpunkt“, sagt

Rebekka Berbner, Partnerin bei

PWC und BIM-Expertin. „Dieser

Ansatz fördert die lösungsorientierte

Zusammenarbeit

zwischen allen Beteiligten,

bringt aber auch einige Hürden

mit sich.“ Denn aus Sicht der Befragten

ist das digitale Bauen

vor allem aus technischer Sicht

anspruchsvoll, wie knapp zwei

Drittel der befragten

Experten

angeben.

Zudem halten

52 Prozent die

Umsetzung für

aufwändig.

Hier sieht

auch die Bauwirtschaft

Baden-Württem-

berg Handlungsbedarf.

Vor allem Probleme,

die beim Aufeinandertreffen

unterschiedlicher Software entstehen,

gelte es zu beheben.

„Viele Betriebe sind mit Einzel-Software-Lösungen

in die

Digitalisierung eingestiegen“,

berichtet Manuela Schwörer,

beim Verband verantwortlich

für Unternehmensführung und

BIM. Der nächste Schritt sei

dann die stärkere Verknüpfung

der verschiedenen Anwendungen.

„Es ist wichtig, Schnittstellen

zu entwickeln, um einen reibungslosen

Datenaustausch sicherzustellen“,

sagt Schwörer.

Auch Prof. Christof Gipperich,

der sich an der Hochschule Biberach

schwerpunktmäßig mit

Harley Davidson in Schwäbisch Gmünd

Werkstatt, Ausstellungs- und Bürogebäude

konzipieren,

umsetzen,

betreuen

Innovativ bauen für die Zukunft

• Industrie- und Gewerbebau

• Fachplanung Ingenieurholzbau

• Sport- und Veranstaltungshallen

• Reitsportanlagen

• Wohngebäude

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unternehmen [!] SPEZIAL 27

Mit Drohnen das Aufmaß

vom Boden aus erstellen.

Foto: New Africa/

shutterstock.com

BIM auseinandersetzt,

sieht hierzulande noch

Schwierigkeiten in der

Umsetzung der Methode.

In den USA etwa gebe es

kein Schnittstellenproblem.

„Das Programm Autodesk ist

dort Industriestandard.“ Zwar

gebe es berechtigte Kritik an einer

solchen marktbeherrschenden

Stellung eines Anbieters,

aber es erleichtere das Arbeiten

ungemein. „Man muss sich auf

Standards einigen“, ist Gipperich

überzeugt.

Vernetzung der Daten

Die Vernetzung der Daten vom

Zementlieferanten bis hin zur

Abnahme des Gebäudes ist Gipperich

zufolge jedoch nur ein

Teil von BIM. „Inzwischen steht

BIM als Synonym für alles, was

mit Digitalisierung am Bau zu

tun hat.“ Neben der Vernetzung

sieht er den zweiten Teil, der

neue Technologien insgesamt

umfasst. Virtuelle Realität

(VR) etwa ermögliche

es künftige Kunden und

Nutzer eines Gebäudes vorab

darüber zu informieren, wie das

Objekt nach der Fertigstellung

aussieht. Mit VR-Brillen etwa

kann der Kunde sich durch die

Räume des geplanten Gebäudes

bewegen, 3D-Software macht

die Darstellung möglich. „Das

spart nachträgliche Änderungen,

die meist teuer und aufwändig

sind. Und VR ist inzwischen

simpel zu realisieren.“

Im Gegensatz dazu gebe es

im Bereich „augmented realitiy“

(deutsch erweiterte Realität)

noch technische Schwierigkeiten.

Spezielle Brillen, die etwa

Das spart

nachträgliche

Änderungen, die

meist teuer und

aufwändig sind.

Christof Gipperich

Hochschule Biberach

bei der Arbeit an der Elektrik

zusätzliche Informationen für

den Handwerker einblenden,

seien bislang noch nicht ausgereift

genug und daher auch nicht

sehr verbreitet.

Digital, aber nicht virtuell,

sondern zum Anfassen ist der

3D-Betondruck. Mit Hilfe von

Robotern lassen sich so ganze

Gebäude herstellen. Während

im Ausland solche Projekte bereits

realisiert wurden, gibt es

hierzulande bislang Projekte,

die einzelne Wände mit dem

Druckverfahren herstellen. „In

Deutschland ist der Bau noch so

wenig digitalisiert“, sagt Prof.

Harald Kloft von der Technischen

Universität Braunschweig.

Deshalb sieht der Spre-

Anzeige

INNOVATION HUB @KIT

Ein neues Innovationsgebäude am Campus

Nord des Karlsruher Institut für Technologie

(KIT) ist entstanden – initiiert von

ZEISS, geplant von Nething. Mit modernen

Büros, Laboratorien und Fertigungsarbeitsplätzen

schafft der neue „ZEISS Innovation

Hub @KIT“ Raum für Innovationen und

Kooperationen.

Auf einer Nutzfläche von 12.000 qm und sieben

Geschossen rücken am KIT neue Perspektiven

in den Fokus. Das Gebäude soll die

Ansiedlung von Hochtechnologie- und Digital-Start-ups

sowie die ZEISS Innovationsaktivitäten

fördern und dem KIT Raum zur

Forschung bereitstellen. Diesen Anspruch hat

das Neu-Ulmer Architekturbüro Nething architektonisch

umgesetzt.

Strukturen neu denken

Seeing beyond – der Grundsatz von ZEISS –

war die Leitidee des Neubaus. Um tradierte

Vorstellungen zu brechen, wurde die klassische

Aufteilung eines Baukörpers verändert

und die sieben Ebenen des Gebäudes in drei

Kuben mit jeweils zwei und einmal drei Stockwerke

gefasst. Somit erhält der Baukörper eine

skulpturale, klare und überraschende Haltung.

In der scharfkantigen Metallfassade, die

Der Innovation Hub @KIT geplant vom Architekturbüro Nething.

auf offene, transparente Glasflächen trifft,

spiegeln sich Präzision und Purismus wider.

Der Entwurf unterstützt auch einen funktionellen

Aspekt: Die gesamte siebente Etage ist

allein der Gebäudetechnik vorbehalten, so

dass diese nicht wie ein Fremdkörper auf dem

Dach sitzt.

Foto: Matthias Schmiedel

Nething

Wegenerstraße 7

89231 Neu-Ulm

Fon: 0731 8 00 08-0

info@nething.com

www.nething.com


28

SPEZIAL unternehmen [!]

Schicht um Schicht

Die Stadtverwaltung in Dubai wurde mithilfe eines riesigen 3D-Druckers gebaut.

Eine kurze Bauzeit und geringere

Kosten, das versprechen

sich Bauherren von der

Idee, Häuser von 3D-Betondruck-Robotern

bauen zu lassen.

In Dubai hat das US-Unternehmen

Apis Cor zuletzt

mithilfe eines mobilen

3D-Druckers ein zweistöckiges

Gebäude aus Beton für die

Stadtverwaltung von Dubai

Zur Person

Christof Gipperich

lehrt seit 2015 an der

HS Biberach mit dem

Schwerpunkt „Projektmanagement

im

Infrastrukturbau“.

Davor arbeitete der

Maschinenbauingenieur

in der freien

Wirtschaft. Er ist bei

mehreren BIM-Startups

im als Gesellschafter

tätig.

errichtet: In 17 Tagen entstanden

so 640 Quadratmeter Fläche.

Laut Apis Cor waren dafür

nur drei Bauarbeiter im Einsatz.

Der Tageszeitung The

National aus Abu Dhabi zufolge

ermöglicht das Verfahren,

die Baukosten für ein Gebäude

dieser Größe von umgerechnet

630 000 Euro auf unter

250 000 Euro zu senken. Auch

cher des Sonderforschungsbereichs

TRR 277 „Additive Fertigung im

Bauwesen – Die Herausforderung

des großen Maßstabs“ der Deutschen

Forschungsgesellschaft gerade

im 3D-Druck großes Potenzial.

Mit der Technologie sei der Bau von

Gebäuden individueller, aber auch

günstiger und nachhaltiger zu realisieren.

„Mit dem 3D-Druck wird die

Schalung überflüssig, die bislang

beim Betonbau der Kostentreiber ist

und die Formgebung beschränkt“,

erklärt Kloft. Zudem werde weniger

Material benötigt. Mit einer gedruckten

Rippendecke könnten im

Vergleich zu einer Massivdecke bei

gleicher Tragkraft etwa 60 Prozent

des Materials eingespart werden.

Um die Technologie auszureifen

und die notwendigen Richtlinien

auszuarbeiten, forschen Kloft und

in der niederländischen Stadt

Gemert ist bereits ein Gebäude

aus dem Drucker in Betrieb:

eine kleine Fahrradbrücke. In

Deutschland ist man dagegen

noch zurückhaltender was die

neue Technologie anbelangt.

Bislang ist noch kein offizielles

Gebäude komplett mithilfe eines

3D-Druckers realisiert

worden.

FOTO: APIS COR

Mit 3D-Druck

wird die Schalung

überflüssig,

die bislang der

Kostentreiber ist.

weitere 30 Kollegen daran, wie sich

der gedruckte Beton bei Wärme und

Kälte verhält oder etwa Leitungen

und Hohlräume während des Drucks

mit eingebaut werden können. Bislang

muss für jede Wand, die 3D-gedruckt

wird, eine Zustimmung im

Einzelfall beantragt werden“, sagt

Kloft. „Wir sind an allgemeinen Normen

und Zulassungen interessiert.“

In ein bis zwei Jahren werden 3D-gedruckte

Bauten auch in Deutschland

entstehen, ist Kloft überzeugt. Bis in

10 könne sich die Technologie als ein

Baustandard durchsetzen.

Vor allem für kleine Betriebe in

der Baubranche sind die Möglichkeiten

im Bereich BIM aufgrund der

Kosten jedoch begrenzt. Doch neben

der komplexen Arbeit mit

BIM-Software oder großen 3D-Betondruckern

können Betriebe auch

mit einfacheren Mitteln an der Digitalisierung

teilhaben: Apps, die die

Materialbestellung erleichtern, mobile

Zeiterfassungssysteme oder

auch das digitale Aufmaß von Räumen

und Flächen etwa mit Drohnen.

Bereits zum Einsatz kommen auch

„intelligente“ Bauteile, die mit Chips

oder aufgedruckten QR-Codes etwa

Daten zur Montage oder zur Bauteilabnahme

für nachfolgende Gewerke

bereithalten.

Prämie vom Land

Um die Digitalisierung bei kleinen

und mittleren Unternehmen zu unterstützen

und voranzutreiben, hat

die Landesregierung Mitte September

eine Digitalisierungsprämie Plus

verabschiedet. Damit sollen konkrete

Projekte zur Einführung neuer digitaler

Lösungen wie etwa 3D-Druck

sowie zur Verbesserung der IT-Sicherheit

in Unternehmen gefördert

werden. Das Land will dafür 66 Millionen

Euro zur Verfügung stellen.

Die einzelnen Projekte können Zuschüsse

zwischen 10 000 und

200 000 Euro erhalten.

Da für kleine Unternehmen vor allem

die Freistellung qualifizierter

Mitarbeiter zur Einarbeitung in die

neue Materie teuer sei, rät Gipperich

zu einem Paradigmenwechsel in der

Baubranche. „Bislang arbeitet im Bau

jeder in seinem eigenen Silo.“ Um effizient

mit den neuen Technologien

zu arbeiten, sollten sich Netzwerke

aus Planern, Architekten und Handwerksbetrieben

bilden, die als fester

Verbund auf den Markt gehen. „So

könnten Kosten für die Digitalisie-


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

29

Hotel Klingenstein.

Die m-box macht den Unterschied

Die müllerblaustein HolzBauWerke setzen schon lange auf modulares Bauen:

Mit der m-box entstehen nachhaltige Mehrgeschosser in Holz

Fotos: Conné van d Grachten

Durch langjährige Erfahrung im Holzbau entwickelten

die muellerblaustein HolzBau­

Werke bereits vor mehr als 10 Jahren als eines

der ersten Unternehmen modulare, vorgefertigte

Holzbaukonzepte. Als konsequente

Fortführung dieser frühen Ideen entstand

daraus nun die m­box, ein Modulsystem, mit

dem das erfolgreiche Ingenieur­Holzbauunternehmen

heute in der werkseigenen

m­box­Fertigungshalle in sehr kurzer Zeit

CO 2­neutrale, kostengünstige und dennoch

durch die Vorfertigung präzise und qualitativ

hochwertige Module produziert. So können

Bauprojekte wie Wohnheime, Schulen, Kitas,

Hotels oder Bürobauten mit geringer Baustellenbelastung

für den Standort umgesetzt

werden. Sämtliche Gewerke, wie Elektro,

Heizung oder Lüftung können auf

Wunsch bereits im Werk vorinstalliert werden.

Für das Hotel Klingenstein in Blaustein,

das 2018 mit dem Architekturbüro Rapp

Architekten aus Ulm realisiert wurde, fertigten

die müllerblaustein HolzBauWerke

63 m­box­Holzmodule, die dreigeschossig

ge stapelt auf einem massiven Erdgeschoss­Sockel

stehen. Durch ihren hohen

Vorfertigungsgrad konnten die Module aus

tragenden und aussteifenden Brettsperrholz­Elementen

mit teilweiser Sichtholzoberfläche

in Fichte in nur wenigen Arbeitstagen

aufgestellt werden.

Das m-box-Konstruktionsprinzip

Wie aber sind diese Module konstruiert?

„Grundsätzlich stehen alle im heutigen Holzbau

gängigen Systeme und Systemkombinationen

für den Raummodulbau zur Verfügung“,

so Dominik Wowra, Vertriebsleiter der

müllerblaustein HolzBauWerke. „Gerade bei

kurzen Spannweiten oder wenn sichtbare

Holzoberflächen gewünscht sind, empfehlen

wir, Böden, Wände und Decken aus massiven

Holzkonstruktionen wie Brettsperrholz­Elementen

zu fertigen.“ Für die Außenwände

werden allerdings aufgrund der thermischen

Anforderungen eher Rahmenkonstruktionen

aus Holzstützen und Riegeln, sogenannte

Holzrahmenbauelemente, die mit Wärmedämmung

ausgefüllt werden, eingesetzt.

Auch im Hinblick auf den Brandschutz ist ein

solcher Aufbau kein Problem. Durch die, aus

dem Holzmodulbau resultierende zweischalige

Konstruktion lässt sich auch ein guter

Schallschutz erreichen.

Werden die Module im Werk bereits komplett

vormontiert, müssen sie auf der Baustelle

nur noch aufgestellt, je nach Entwurf gestapelt

und untereinander verbunden werden.

Da Planung, Produktion und Montage der

m­boxen bei den müllerblaustein HolzBau­

Werken in einer Hand liegen, ist auch die

sorgfältige Ausführung sämtlicher bauseitiger

Anschlussarbeiten gewährleistet.

Erfolgreicher Modulholzbau

Auch wenn die Grundidee des modularen

Bauens darin liegt, eine möglichst hohe

Stück zahl gleicher Elemente, in diesem Fall

Module, herzustellen, kann die m­box auch

als Einzelelement, wie auf dem Golfplatz Ristissen

als Verpflegungsraum für die Spieler

oder auch als separates Minihaus im eigenen

Garten aufgestellt werden.

„Eine regelmäßige Geometrie, ein Raumprogramm,

das sich eben auch gut in Raummodulen

umsetzen lässt, ein ausreichender Planungsvorlauf

sowie das Interesse der ausführenden

Firmen auf der einen und die

Offenheit von Bauherr und Planenden auf

der anderen Seite sind die notwendigen Voraussetzungen

für einen erfolgreichen Modul­

holzbau“, so Vertriebsleiter Wowra. „Die kurze

Bauzeit, eine emissionsarme Baustelle

und die hohe Ausführungsqualität bei großer

Kostensicherheit sind aus unserer Sicht die

besonderen Vorzüge dieser Bauweise.“

Über die müllerblaustein

HolzBauWerke GmbH

Firmenhistorisch entsprang die müllerblaustein

Holzbau GmbH dem Einzelunternehmen

des Zimmerermeisters

Friedrich Müller (gegründet 1945) und

dessen Sohn und Nachfolger, Manfred

Müller (Müller Holzbau + Fertigbau seit

1970). Der Vorläufer der müllerblaustein

Bauwerke GmbH hingegen ist die AR­

TECTO GmbH (gegründet 2007 von

Reinhold Müller), welche Wohnbau­Design

mit modularem Baukastensystem

vereinte. Aus diesem Grundgedanken

des modularen, seriellen Baukastensystems

wurde 2018 das Produkt „m­Box

müllerblaustein HolzBauWerke“ kreiert.

Weitere Informationen unter:

www.muellerblaustein.de

müllerblaustein HolzBauWerke GmbH

Pappelauer Strasse 51

89134 Blaustein

Tel +49 73 04 96 16­0

Fax +49 73 04 96 16­16

info@muellerblaustein.de

www.muellerblaustein.de


30

SPEZIAL unternehmen [!]

FOTO: FRANCK BOSTON/SHUTTERSTOCK.COM

Die Kosten

sind marginal

zu dem, was

unproduktivere

Arbeit kostet.

rung zwischen den Akteuren aufgeteilt

werden.“

Gipperich ist überzeugt, dass

sich die Investition in derlei

Dinge lohnt. „Die Kosten sind

marginal zu dem, was unproduktivere

Arbeit im Vergleich

kostet.“ In der Branche gebe es

jedoch eine weit verbreitete

Scheu vor der Digitalisierung.

Zudem fehle derzeit vor allem

der Wettbewerbsdruck, um sich

mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

„Der ist aber

notwendig, um Veränderungen

anzustoßen“, sagt Gipperich.

„Wenn es zu rezessiven Tendenzen

aufgrund der Corona-Pandemie

kommt, kann es jedoch

sein, dass sich die Situation ändert.“

Bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit

seien die heutigen

Baupreise nicht mehr tragbar.

„Die Sorgen dahingehend sind

in der Branche mit Blick auf 2021

groß. Dann geht es darum, wer

günstiger und schneller bauen

kann.“ Hier komme wieder die

Digitalisierung ins Spiel.

Attraktiv für Nachwuchs

Die größte Hürde für das digitale

Bauen sehen die Unternehmer

laut der PWC-Studie im Fachkräftemangel.

Diese Situation

wird sich in den kommenden

zehn Jahren in der Branche verstärken,

ist der Experte überzeugt.

„Viele gehen in Rente. In

zehn Jahren muss jeder Beschäftigte

auf dem Bau ein Drittel

mehr Produktivität liefern, um

die Aufgaben zu bewältigen.“ Ein

weiteres Argument für Gipperich

sich den Möglichkeiten der

Digitalisierung zu öffnen. „Wir

brauchen Produktivitätszuwächse

durch die technologischen

Möglichkeiten.“ Ein weiterer

Vorteil: „Berufe sind gerade für

Nachwuchskräfte attraktiver,

wenn Digitalisierung in dem Bereich

eingesetzt wird.“

[!] Julia Kling


unternehmen [!] RESSORT 31


32

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Partnerschaft

bestätigt

Kooperation Die WMF Group

verlängert die seit 2015 bestehende

Stiftungsprofessur des

Studiengangs „Nachhaltiges

Produktmanagement“ an der

Hochschule für Wirtschaft und

Umwelt Nürtingen-Geislingen

(HfWU) um weitere drei Jahre.

„Mit der Finanzierung der Professur

stärken wir die Kooperation

mit der HfWU und unser

Engagement am Hauptsitz in

Geislingen“, begründet WMF-

CEO Oliver Kastalio. „Nicht erst

seit ‚Fridays For Future‘ bestimmen

Nachhaltigkeitskriterien

die Kaufentscheidung unserer

Kunden in zunehmendem

Maße.” Der Studiengang schaffe

eine Balance zwischen wirtschaftlichen

Erfolgskriterien

und dem verantwortungsvollen

Umgang mit Ressourcen.

E-Mobility im

Labor

Kfz-Gewerbe Die Anzahl der

elektrisch angetriebenen Fahrzeuge

auf den Straßen steigt. Da

kommt das neue E-Mobility Labor

an der RWU gerade recht.

Die 271 Quadratmeter große

Nutzfläche bietet Studierenden

die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge

für den Massenmarkt zu untersuchen

und zu verändern.

Ansatzpunkte hierbei sind etwa

einzelne Komponenten innerhalb

des Fahrzeugs oder die

Kommunikation des Fahrzeugs

mit Ladestationen. Rektor Thomas

Spägele: „Dieses Labor ist

auch ein Symbol für junge Menschen,

dass das, was sie machen,

zukunftsweisend ist.“

Bewältigung der

Krise per App

Sich untereinander vernetzt und abgesprochen haben sollen sich 35

Studierende der HS Neu-Ulm.

Online

geschummelt

Bei Prüfungen zu mogeln ist eine uralte kleine Sünde: mittels Spickzettel

oder Abschreiben beim Sitznachbarn. Bei Online-Prüfungen gewinnt

die Kunst des Schummelns an Komplexität. Wie genau 35 Studierende

der Hochschule Neu-Ulm (HNU) bei einer Online-Prüfung geschummelt

haben, lässt sich nicht nachvollziehen. Bei der Korrektur ist

jedoch aufgefallen, dass alle an genau der gleichen Stelle exakt den

gleichen Fehler gemacht haben. „Da liegt der Schluss nahe, dass man

sich untereinander vernetzt und abgesprochen hat“, sagt HNU-Kanzler

Marcus Dingel. Die Klausuren seien daher als „nicht bestanden gewertet“

worden. Für acht Studenten könnte das zur Exmatrikulation führen,

bei ihnen war es der entscheidende Drittversuch.

cmy

Tourismus Die Corona-Pandemie

wirkt sich sehr stark auf den

Tourismussektor aus. Im vergangenen

März wurde ein Reiserückgang

von 57 Prozent festgestellt,

weltweit entstanden so

80 Millionen Dollar (knapp

69 Millionen Euro) Einbußen.

Eine Studie der Hochschule Ravensburg-Weingarten

zeigt nun,

dass digitale Angebote wie

Smartphone-Apps künftige Krisen

ähnlicher Art abmildern

könnten. So gaben 72 Prozent

der Befragten an, dass sie bereit

wären, Warn-Apps in ihre Urlaubsplanung

einzubeziehen.

Diese könnten Reisende beispielsweise

in Echtzeit vor überfüllten

Plätzen am Urlaubsort

warnen und weniger frequentierte

Alternativen in der Umgebung

vorschlagen.

Perfekt

verpackt

Wettbewerb Ein Team der

Hochschule Kempten hat eine

innovative Verpackungsmaschine

für die Firma Syntegon Technology

aus Waiblingen entwickelt.

Im Rahmen des ersten Packaging

Valley Makeathons hatten

die Studierenden zwei Tage

Zeit, die vom Unternehmen gestellte

Aufgabe zu lösen. Ziel

war eine höhere Maschinenverfügbarkeit

und Qualität bei

gleichzeitig höherer Flexibilität.

Dabei setzten die Tüftler auf

KI-basierte Bildverarbeitungssysteme

zusammen mit modernsten

Robotern. Rund

80 Personen nahmen an fünf

verschiedenen Standorten an

der Veranstaltung teil. Aufgrund

des großen Erfolgs soll das Format

künftig fortgeführt werden.

Werkstatt der

Zukunft 4.0

Kfz-Gewerbe Die Deutsche Automobil

Treuhand (DAT), das

Institut für Automobilwirtschaft

(IfA) und die Hochschule für

Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

(HfWU) bringen

das gemeinsame Forschungsprojekt

Zukunftswerkstatt

4.0 an den Start. Mit an

Bord sind auch etablierte Automobilzulieferer

und -hersteller.

Das Projekt dreht sich um den

dynamischen Transformationsprozess

der Branche. Entlang

der Customer Journeys im Sales

und Aftersales können sich

Kfz-Unternehmen künftig über

innovative Technologien informieren

und diese praxisnah erproben.

Fertigstellung und Eröffnung

der Zukunftswerkstatt

4.0 sind für Januar 2021 geplant.

Neuer Dekan

an der DHBW

Simon Ottler

ist Prorektor

der DHBW.

Wirtschaft Die

DHBW Ravensburg

hat einen

neuen Prorektor

und Dekan

Wirtschaft:

Prof. Dr. Simon

Ottler. Er übernimmt

das Amt

von Prof. Dr.

Volker Simon, der in den Ruhestand

geht. Ottler lehrt seit 19

Jahren an der Hochschule. Ihm

liegt vor allem die anwendungsorientierte

Forschung. Die

DHBW ist die erste und einzige

staatliche duale Hochschule

in Deutschland. Der Standort

Ravensburg/Friedrichshafen

hat derzeit 3900 Studierende,

1200 duale Partner und 90

hauptamtliche Professoren. [!]


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

33

Unser Unternehmen steht für Innovation und Kreativität: Andrea und Berndt Wintermayr, Alexander Wintermayr.

Pioniere der Energieeffizienz –

werden Sie mit uns noch effizienter!

Fotorechte: Wintermayr

Ein Familienunternehmen mit Herz und Verstand aus der Region Ulm. Wir stehen für Nachhal tigkeit

und beraten Sie in allen Belangen der Reduzierung Ihrer Energiekosten. Senken Sie jetzt mit

uns Ihren CO 2 Footprint!

Seit 1994 beschäftigen wir uns

mit dem Thema Energieeffizienz.

Sei es im Bereich der Beleuchtungsoptimierung,

der Abwärmenutzung

(ORC), dem

Schaltschrankbau oder der

E-Mobilität.

Getreu dem Motto „Wirtschaftlich.

Intelligent. Nachhaltig.“ optimieren

wir Anlagen und Abläufe

für ein Maximum an Einsparung.

Über alle Branchen hinweg sowie

für den öffentlichen Sektor.

Zusammen mit unserem zweiten

Standort in Hannover, decken wir

ganz Deutschland mit unseren

Dienstleistungen ab, dazu gehört

die Analyse, Konzeption, Planung

und Umsetzung.

Mit unseren Projekten übernehmen

wir Verantwortung für die

Wirtschaft, für die Gesellschaft

und die Umwelt.

Machen Sie den ersten Schritt

und stellen Sie gemeinsam mit

uns einen Maßnahmen-Katalog

zusammen.

Aktuelles Projekt: „60% mehr Licht – 41,1 Tonnen CO 2-Einsparung

im Jahr“ – Beleuchtungsoptimierung bei der Firma Rieger Metallveredlung

GmbH & Co. KG in Steinheim (in der Nähe von Heidenheim)

Mit der Beleuchtungsoptimierung spart das Unternehmen 72.794

kWh Strom pro Jahr, welches einem CO 2 Ausstoß von fast 41,1 Tonnen

entspricht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Mehr unter: www.win-energie.de/news

Hintere Reihe von links: Herr Donici, Bereichsleiter Technikservice der Rieger

Metallveredlung GmbH & Co. KG, Frau Dimter, Prokuristin der Rieger Metallveredlung

GmbH & Co. KG, Herr Werdich, Projektleiter Wintermayr Energiekonzepte

Planung + Technik GmbH, Herr Linder, Betriebselektriker der Rieger Metallveredlung

GmbH & Co. KG

Vordere Reihe von links: Herr Rieger, Geschäftsführer der Rieger Metallveredlung

GmbH & Co. KG und Herr Wintermayr, Key Account Manager Wintermayr Energiekonzepte

Systemtechnik GmbH

Foto: Nicole Fleissner

Wintermayr Energiekonzepte

Systemtechnik GmbH

Hörvelsinger Weg 11

89081 Ulm

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F +49 731 96273-11

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www.win-energie.eu


34

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Netzwerk

der Macher

Club der Industrie Die Vereinigung wird

60 Jahre alt. Von ihren Mitgliedern fordert

sie Verantwortungsbewusstsein gegenüber

Gesellschaft und Umwelt.

FOTOS: CLUB DER INDUSTRIE ULM/NEU-ULM E.V. ARCHIV

Festabend aus der Anfangszeit:

Dr. Anton Mühlbacher, 25 Jahre

geschäftsführender Vorstand

des Clubs, (oben und unten in

der Bildmitte) überreicht

Rosemarie Rittinghaus Blumen.

Ihr Mann Erich war der erste

Vorsitzende des Clubs der

Industrie.

Jede Zeit hat Ihre Themen.

Müssen heute Unternehmen

Lösungen für schwer

fassbare Themen wie Digitalisierung

und Corona-Pandemie

finden, so plagte viele

Produktionsbetriebe im Kreis

Neu-Ulm Anfang des Jahres 1960

ein sehr konkretes Problem: Sie

sahen sich mit erheblichen Nachforderungen

der bayerischen

Elektrizitätswerke konfrontiert.

Was tun, denn hinnehmen wollten

und konnten die Betriebe das

nicht?

Die Firmenchefs wussten,

dass man die Verhandlungen für

die Senkung des geforderten

Strompreises wohl lieber nicht

auf die eigene Faust, sondern

besser als Gruppe führen sollte.

Gemeinsam ist man bekanntlich

stärker. Daher wuchs bei den Unternehmern

der Wunsch, in der

Region gemeinsam eine klare Position

zu beziehen. Gesagt, getan.

Aus diesem Grund schlossen

sich 18 Unternehmen mit hohem

Strombedarf zusammen und trafen

sich am 11. Mai 1960 zur

Gründungsversammlung der

„Vereinigung der Industrie von

Neu-Ulm Stadt und Land“. Zum

ersten Vorsitzenden wurde Rudolf

Rzehulka, geschäftsführender

Gesellschafter der Reinz

Dichtungs GmbH gewählt.

Ende der 60er Jahre wurde

Durch Mails

entstehen

keine Ideen. Wir

wollen Menschen

zusammenbringen.

Michael Mühlbacher

geschäftsführender CI-Vorstand

daraus die Industrievereinigung

Landkreis Neu-Ulm e.V und vor

15 Jahren der Club der Industrie

Ulm/Neu-Ulm e.V., der in diesem

Jahr damit sein 60-jähriges Bestehen

feiern kann. Auch wenn

sich der Name im Lauf der Jahre

geändert hat, so ist der verbindende

Geist der Vereinigung

immer gleichgeblieben, auch

wenn viele der Unternehmen

der Gründungsphase gar nicht

mehr existieren oder in international

agierenden Konzernen

aufgegangen sind.

Von Anfang an hat sich der

Club der Industrie nicht nur als

Forum für Information und

Kommunikation verstanden,


unternehmen [!] VERANTWORTEN 35

sondern in aller erste Linie als

ein dynamisches Unternehmernetzwerk,

das über die Landesgrenzen

hinweg in den Wirtschaftsregionen

Ulm/Neu-Ulm

und Donau-Iller agiert.

Auf Bewegung, Gestaltung

und Impulse setzt auch Michael

Mühlbacher, der seit 1990 geschäftsführendes

Vorstandsmitglied

des Clubs ist: „Durch Mailverkehr

entstehen keine Ideen.

Gute Informationen bekommt

man am besten durch persönliche

Begegnungen. Deshalb wollen

wir die Menschen zusammenbringen,

die in ihren Betrieben

eine große Verantwortung

tragen“, betont Mühlbacher.

Als Markus Söder im Juli 2016 beim Club der

Industrie vor 100 Besuchern sprach, war der

heutige Ministerpräsident noch bayerischer

Finanz- und Heimatminister.

Foto: Lars Schwerdtfeger

Stammtisch der anderen Art

Die Plattform für die Aktivitäten

des Clubs der Industrie sind

seine monatlichen Mittagstische

und – vor allem – seine sogenannten

Wirtschaftsstammtische.

Die Idee, sich bei Mitgliedsunternehmen

monatlich

zu einem Wirtschaftsstammtisch

mit einer Betriebsbesichtigung,

inklusive anschließendem

Austausch zu treffen und

voneinander zu lernen, geht auf

das Jahr 2001 zurück. Sie entstand

auf Initiative von Thilo

Butzbach, der 2004 Vorsitzender

des Clubs

der Industrie

wurde und der

die Ausweitung

auf die gesamte

Wirtschaftsregion

Ulm/Neu-Ulm

mit vorangetrieben

hat –

verbunden mit

der Namensänderung

in Club der Industrie

Ulm/Neu-Ulm e.V.. „Nach der

jahrzehntelangen Orientierung

auf der bayerischen Seite war

dieser Schritt im Jahr 2006 ein

echter Meilenstein“, sagt Vorstandsmitglied

Marcello Danieli,

dem der persönliche Austausch

und die gegenseitigen

Firmenbesuche wichtig sind:

„Ich bin immer wieder überrascht

und begeistert von der

enormen Innovationskraft unserer

Mitglieder, die in der Öffentlichkeit

oftmals gar nicht sichtbar

sind.“

Wir wünschen

uns Mitglieder,

die den Gewinn

optimieren – nicht

maximieren.

Gerd Stiefel

CI-Vorsitzender

Heute ist Gerd Stiefel Vorsitzender

des Club der Industrie.

Der Geschäftsführer der Stiefel

GmbH in Burlafingen möchte

mit der Vereinigung das Miteinander

fördern und Wertorientierung

pflegen. Für ihn und die anderem

Vorstandsmitglieder ist

es wichtig,

dass die Unternehmen,

unabhängig

davon,

ob es sich um

Hersteller,

Handwerksbetriebe

oder

Dienstleister

aus dem Bereich

Industrie

handelt, ihre

Rolle als verantwortungsbewusste

Mitglieder der Wirtschaft

und der Gesellschaft verstanden

haben und ernst nehmen.

„Uns ist klar: Ohne Gewinn

macht kein Unternehmen Sinn.

Dennoch wünschen wir uns

Mitglieder, welche auf Gewinnoptimierung

statt auf Gewinnmaximierung

setzen. Das bedeutet,

dass man aus der entstandenen

Wertschöpfung wieder

etwas zurückgibt. Ob an die

Belegschaft, Gesellschaft oder

das Ökosystem. Unsere Mit-


36

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Mehr als 100 Mitglieder

Drei von neun Vorstandsmitgliedern: (von links) Vorsitzender Gerd Stiefel, Marcello Danieli und Michael Mühlbacher.

FOTOS: CLUB DER INDUSTRIE ULM/NEU-ULM E.V.

Der Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm ist

eine unabhängige Vereinigung von aktiven

Unternehmern. Die Vereinigung mit Sitz in

Neu-Ulm zählt mehr als 100 Mitgliedsunternehmen

aus Industrie und industrienaher

Dienstleistung, die rund 28 000 Mitarbeiter

beschäftigen. Etwa 90 Prozent davon sind

familiengeführte mittelständische Betriebe.

Erklärtes Ziel ist es, ein außerhalb der öffentlich-rechtlichen

Sphäre starkes Netzwerk

von und für Unternehmer und leitende

Führungskräfte zu sein. Der Club versteht

sich als Plattform für Erfahrungsaustausch

und als Vereinigung für unternehmerisch

Denkende und Handelnde, die Wertorientierungen

pflegen.

Die Städte Ulm und Neu-Ulm samt Umgebung

gehören zu den wirtschaftsstarken

Regionen in Deutschland. Zu den Stärken

gehören eine Vielzahl erfolgreicher Mittelständler

und der ausgeglichene Branchenmix.

Einer Studie des Prognos-Instituts zufolge

belegen die Branchen der Region bundesweit

diese Plätze: Maschinenbau (Rang

6), Metall (7), Logistik (14), Nutzfahrzeugbau

(15), Informations- und Kommunikationstechnik

(26), Life Science (26). In den Kreisen

Neu-Ulm, Alb-Donau und der Stadt Ulm

arbeiten 219 000 sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte, davon 143 000 im produzierenden

und verarbeitenden Gewerbe.

gliedsunternehmen sind in der

Regel modern, offen und bodenständig

geführt.“

Und Corona? Die aktuelle

Lage der Club-Mitgliedsunternehmen

betrachtet der Vorsitzende

als sehr gemischt: „Gewisse

Branchen spüren wenig,

manche Unternehmen waren

nahe an einem kompletten Stillstand

und erhalten erst jetzt

wieder Aufträge.“ Stiefel ist sich

bewusst, dass bisher bewährte

Prozesse für viele zukünftig

nicht mehr ausreichen werden,

um zu überleben: „Das in den

80er-Jahren propagierte papierlose

Büro muss nun kommen.“

Auch im Vertrieb müsse man

neue Wege gehen und viele Vorgespräche

zukünftig via Video-Konferenzen

führen. „Krisenmanagement

und Maßnahmen

für das Undenkbare und

schwer Vorhersehbare müssen

regelmäßig überprüft und ernst

genommen werden“, erläutert

der CI-Vorsitzende Stiefel. Auch

dazu möchte der Club der Industrie

beitragen, der auf 60 erfolgreiche

Jahre zurückblicken

kann.

Bisher bewährte

Prozesse werden

für viele Firmen nicht

ausreichen, um zu

überleben.

Gerd Stiefel

CI-Vorsitzender

Übrigens: Die eingangs erwähnten

Verhandlungen der

Neu-Ulmer Unternehmer in den

1960er-Jahren führten zum gewünschten

Ziel. Denn in der

Niederschrift der ersten ordentlichen

Mitgliederversammlung

im Juli 1961 ist zu lesen, dass die

Bayerischen Elektrizitätswerke

die Erhöhung des Strompreises

um 50 Prozent zurückgenommen

hatten. Ein eindeutiger Beweis

dafür, dass es sich durchaus

auszahlen kann, gemeinsam

für eine Sache zu kämpfen. [!]


Stefan Loeffler


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

37

FÜHRUNG & GESUNDHEIT

Petra Bergmann

www.bema-coaching.de

Unternehmer-/Führungskräfte-Coaching

& Strategische Organisations beratung

Anja Kayser

www.kayser-personalkonzepte.de

Betriebliches Eingliederungsmanagement

& Fehlzeitenmanagement

Führungskräfte stärken –

Mitarbeiterproduktivität steigern

Leadership in der digitalen Transformation

Die digitale Revolution bringt für die Führungskompetenz

einen tiefgreifenden Wandel mit

sich und hat einen extremen Einfluss auf die

Führungskräfte. Sie müssen Emotionen im

virtuellen Raum wahrnehmen, steuern und

selbstbestimmtes Arbeiten fördern. Ihre

Teams sind zunehmend sehr heterogen, arbeiten

an unterschiedlichen Orten und kommen

aus unterschiedlichen Kulturen. Sie führen

vom Angestellten bis hin zum Freelancer

über alle Altersgruppen hinweg. Ihre Mitarbeiter

sind eigenständig handelnde Fachexperten,

die Führungskraft bleibt aber für deren

Leistung verantwortlich. Dies erfordert

ausgeprägte Organisations- und Kommunikationsfähigkeiten,

ein starkes selbstreflektiertes

Mindset und eine gesunde persönliche

Konstitution.

Die Führungskraft ist zukünftig noch stärker

gefordert: Die Nachwuchsgeneration stellt

Hie rarchien in Frage. Die Akzeptanz der Führungskraft

ergibt sich nicht mehr allein aufgrund

der Position, sondern bemisst sich an

ihrer Fähigkeit, heterogene Teams situativ zu

führen, Prozesse zu steuern und ihre Mitarbeiter

für die Unternehmensziele zu gewinnen.

Neue Anforderungen können erfahrungsgemäß

überfordern, insbesondere auch in Zeiten

der virtuellen Zusammenarbeit. Langjährige

Führungskräfte können auf ihre Erfahrungen

immer weniger zurückgreifen und jüngere

Führungskräfte laufen Gefahr, dass sich durch

die digitale Kommunikation Konflikte ergeben.

Auswirkungen davon können Demotivation,

geringere Arbeitsleistung und hohe Fehlzeiten

sein. Damit Führungskräfte diesen

Change-Prozess gesund, selbstreflektiert und

sicher steuern können, ist es wichtig, sie zu

unterstützen.

Die Expertinnen

Aus der Praxis für die Praxis: Petra Bergmann

und Anja Kayser – zwei Spezialistinnen, die

selbst aus Industrieunternehmen kommen,

Unternehmensprozesse aus der Praxis verstehen

und gute Menschenführung aus jahrzehntelanger

Führungspraxis heraus leben.

Unternehmensbeispiel

aus der Praxis

Ein Unternehmen hatte die Expertinnen gebeten,

sie bei der Entwicklung und Implementierung

einer gesunden Unternehmens- und

Führungskultur zu unterstützen. Defizite im

Führungsverhalten in Bezug auf die Anforderungen

der Zukunft und hohe Krankenstände

führten zu Wettbewerbsnachteilen.

Anja Kayser analysierte mit allen Partnern

(Mitarbeiter, Führungskräfte und Betriebsrat)

die Ursachen. Hier kam auch die Gefährdungsbeurteilung

psychischer Belastung

zum Einsatz. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement

(BEM) wurde professionalisiert.

Führungskräfte wurden für ihre Verantwortung

bei der Gesunderhaltung ihrer

Mitarbeiter sensibilisiert. In Gesprächsführung

wurden sie intensiv trainiert. Die Erkenntnisse

aus BEM-Gesprächen wurden

präventiv zur Krankenstandsenkung genutzt.

Ergebnis: Kostenreduktion durch Verringerung

der Fehlzeiten. Motiviertere und leistungsbereitere

Mitarbeiter führten zu höherer

Arbeitsproduktivität.

Petra Bergmann setzte auf die von Frau Kayser

erarbeiteten Ergebnisse und Maßnahmen

auf und erstellte beratend, in Abstimmung mit

der Unternehmensleitung, ein passgenaues

Entwicklungskonzept für die Führungskräfte.

In individuellen Führungs-Workshops und im

Einzelcoaching mit den Führungskräften

ging Frau Bergmann den Themen auf den

Grund, sprach unbequeme Sachverhalte offen

an und verstand es, jeden einzelnen

vertrauensvoll abzuholen. Ihre effektiven Coachingprozesse

sind geprägt von menschenorientierter

sowie leistungsmotivierter Persönlichkeitsentwicklung

mit klarem Blick auf

die Unternehmensziele.

Ergebnis: Die Führungskräfte wurden gestärkt,

die neue Führungskultur in Übereinstimmung

mit den Unternehmenszielen und

Führungswerten umzusetzen. Die Mitarbeiter

arbeiten heute effizienter und kreativer mit einem

positiven Effekt auf das Unternehmensergebnis.

Kurzprofile der Expertinnen

Petra Bergmann, Industriefachwirtin, Business

Coach und Organisationsberaterin

zeichnet langjährige Führungserfahrung im

technisch produzierenden und kaufmännischen

Bereich aus. Als Personalleiterin war sie

viele Jahre in einem erfolgreichen Mittelstandsunternehmen

der Baustoffchemie tätig.

2008 gründete sie das Unternehmen

BEMA COACHING in Ulm. Unternehmer und

Führungskräfte aller Branchen schätzen ihre

effektiven und umsichtigen Coachingprozesse.

Als Dozentin beim Arbeitgeberverband

Chemie Baden-Württemberg e. V. trainiert

und berät sie die Mitgliedsunternehmen in

der strategischen Führungskräfte- und Organisationsentwicklung.

Die Rechtsanwältin Anja Kayser besitzt langjährige

Führungserfahrung als Personalleiterin

in der Pharma- und Automobilindustrie. 2014

gründete sie KAYSER PERSONALKONZEPTE

mit dem Ziel, hohe Krankenstände in den Betrieben

zu reduzieren. Im Rahmen eines strategischen

Fehlzeitenmanagements kommen ein

professionelles betriebliches Eingliederungsmanagement

(BEM) und die Gefährdungsbeurteilung

psychischer Belastung zum Einsatz.

Hohe Krankheitskosten werden gesenkt und

die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöht.

Sie ist Dozentin beim Arbeitgeberverband

Chemie Baden-Württemberg e.V. und der

Akademie im Bildungswerk der Baden-Württembergischen

Wirtschaft e.V.


38

VERANTWORTEN unternehmen [!]

5,2 Millionen der bundesweit 47,7 Millionen Pkw sind gewerblich zugelassen. Hinzu kommen 5,9 Millionen Nutzfahrzeuge.

Prämie für neues Zeitalter

Fuhrparkmanagement Alternative Antriebe führen ein Nischendasein. In Firmenflotten

dominiert der DieseI. Doch es gibt gute Gründe für ein Umdenken, sagen Experten.

Ob für Transport, Vertrieb

oder schlicht die

Mobilität der Mitarbeiter:

Unternehmen

sind häufig auf einen Fuhrpark

angewiesen. Dessen Management

kann schnell komplex und

unübersichtlich werden. Das ist

einer der Gründe dafür, dass

viele Unternehmen bei diesem

Thema noch Sparpotenzial haben.

Neben den bisherigen Themen

müssen sich die Verantwortlichen

auch sehr grundsätzliche

Gedanken machen. Denn

der Trend zu umweltfreundlicheren

Antrieben und zum Elektro-Auto

werde die Zusammensetzung

der Firmenflotten verändern,

sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer

des

Bundesverbands Fuhrparkmanagement.

„Nur ein nachhaltiges

Mobilitätsmanagement wird

auf Dauer effizient und kostengünstig

sein“, betont er. „Gerade

betrieblichen Fuhrparks

kommt bei der Verbreitung neu-

Management

von Mobilität

muss nachhaltig

sein, um auf Dauer

effizient zu sein.

Axel Schäfer

Verband Fuhrparkmanagement

er Antriebsarten eine Schlüsselfunktion

zu.“ Und damit auch

den Leasinggesellschaften.

Nach einer Analyse des Branchendienstleisters

Dataforce

stellt Leasing bundesweit die

beliebteste Form des Fuhrparkmanagements

dar. Finanzdienstleister

sind dabei mit der Verwaltung

und Instandhaltung der

Flotte beauftragt und bieten

Rund-um-sorglos-Pakete an.

Auch externe und herstellerunabhängige

Fuhrparkmanage-


unternehmen [!] VERANTWORTEN 39

Frauen fahren seltener Dienstwagen

Nur 12 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fahren einen Firmenwagen.

In deutschen Unternehmen

fahren 12 Prozent der Beschäftigten

einen Dienstwagen.

Die meisten Firmenwagen

unter Fachkräften fahren Vertriebsmitarbeiter.

Unter den

Führungskräften liegt ebenfalls

der Vertrieb mit einer

Verbreitung von rund 63 Prozent

auf dem ersten Rang. Es

folgen Marketing und PR sowie

der technische Bereich. Mit

57 870 Euro fahren Führungskräfte

aus dem Recht- und

Steuerwesen die teuersten

Dienstautos. Nach einer Untersuchung

der Hamburger

Vergütungsberatungsgesellschaft

Compensation Partner,

das fast 182 000 Arbeitsverhältnisse

ausgewertet hat,

entfallen 93 Prozent der

Dienstwagen auf Fachkräfte,

7 Prozent auf Führungskräfte.

Zwischen Männern und

Frauen gibt es erhebliche Unterschiede.

Nur 3,5 Prozent

der weiblichen Fachkräfte fahren

einen Firmenwagen. Dessen

Listenpreis beträgt im

Durchschnitt 28 400 Euro, bei

den männlichen Fachkräften

sind es knapp 12 Prozent. Hier

beträgt der Listenpreis 37 200

Euro. Bei den weiblichen Führungskräften

liegt der Dienstwagenanteil

bei 29 Prozent

(Listenpreis 43 460 Euro). Bei

den Männern haben knapp 49

Prozent ein Firmenauto (Listenpreis

52 933 Euro).

mentanbieter kommen vermehrt ins

Geschäft. Diese werben mit individuell,

ausgelagertem Service, die

Fahrzeuge bleiben im Firmenbesitz.

Der Vorteil: Externe Dienstleister

haben die Möglichkeit, individuelle

Ausschreibungen für unterschiedliche

Bereiche zu tätigen. Weber

schätzt, dass sich über eine solche

„Entbündelung“ die Kosten um bis

zu 30 Prozent verringern lassen.

„Naiver Trugschluss“

Die Haken und Ösen solcher Lösungen

stecken allerdings im Detail.

Katja Löhr-Müller, Fachanwältin für

Verkehrs- und Fuhrparkrecht, mahnt

beim Outsourcing zur Vorsicht.

„Fuhrparkmanagement ist oftmals

noch ein unleidliches Thema der

Geschäftsführung. Der ungeliebte

Rattenschwanz, wenn man so möchte.“

So gebe es immer wieder Missverständnisse,

etwa bezüglich der

Haftung. „Trotz eines Vertrags, indem

der Anbieter die vollständige

Organisation des Fuhrparks übernimmt,

liegt die Verantwortung für

die Fahrzeuge weiterhin beim Unternehmen.

Das ist ein Trugschluss

aufgrund von Naivität und Unkenntnis“,

betont Löhr-Müller.

Ein klassisches Beispiel sei etwa

die Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen,

die alle zwei Jahre fällig ist.

„Wenn nicht explizit vertraglich geregelt

ist, dass sich der Dienstleister

auch um die Abnahme des Tüv

kümmert, läuft man als Unternehmen

Gefahr, dass die Fahrzeuge ab

einem gewissen Zeitpunkt ohne offizielle

Zulassung genutzt werden.“

Im schlimmsten Fall kann es dann

zu einem Verfahren wegen Organisationsverschulden

kommen. Das,

so Löhr-Müller, kann ein Bußgeld


40

VERANTWORTEN unternehmen [!]

von bis zu einer Millionen Euro mit

sich bringen.

Nötig sei daher, dass Unternehmen

mit den Dienstleistern vertraglich

auf entsprechende Berichte und

eine transparente Verwaltung einigen.

Für Betriebe mit einer eigenverantwortlichen

Flottenverwaltung

empfiehlt sich nach ihren Worten

die Anwendung spezieller Programme

zum Flottenmanagement. Diese

helfen nicht nur bei der Organisation,

sondern helfen bis zu 60 Prozent

der Fuhrparkkosten einzusparen.

Das geht aus einer Studie des Branchenanalysten

Lünendonk hervor.

Beratung zur Umrüstung

„Die Mobilitätsbranche befindet

sich nicht vor, sondern innerhalb eines

fundamentalen, ja radikalen Umbruchs“,

betont Daniel Stetter vom

Fraunhofer Institut. Stetter forscht

derzeit zu Elektromobilität im Flottenmanagement

und bietet Unternehmen

wie Kommunen eine Beratung

an, wie der eigene Fuhrpark

entsprechend umgerüstet werden

kann – „sozusagen die Orchestrierung

der einzelnen Prozesse“, erläutert

der promovierte Physiker.

Derzeit fahren nur rund vier Prozent

aller eingesetzten Flottenfahrzeuge

mit alternativen Antrieben.

Doch das Interesse und der Bedarf

bei Firmen und Kommunen steigt,

nicht zuletzt aus Kosten- und Imagegründen.

„Die Vorteile, die durch

die Nutzung von Elektromobilen

entstehen, sind erheblich“, betont

Stetter. „Sie leisten einen Beitrag zur

CO 2

-Reduzierung, senken die Kosten

und transportieren ein umweltbewusstes

Image.“

Die Branche

befindet sich

nicht vor, sondern

mitten in einem

radikalen Umbruch.

Daniel Stetter

Fraunhofer Institut

Eine Umrüstung der Flotte auf alternative

Antriebsmöglichkeiten ist

nach seiner Einschätzung auch mit

Blick auf die drohenden beziehungsweise

bereits umgesetzten

Fahrverbote in deutschen Großstädten

geboten. Der Bund bezahlt

für alle neu zugelassenen

reinen Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge

und Autos

mit Plug-in-Hybridantrieb

einen Umweltbonus.

Bei einem Batteriefahrzeug

mit einem Netto-Listenpreis

von bis zu 40 000 Euro beträgt

dieser 9000 Euro, bei

teureren Fahrzeugen sind es

7500 Euro. Auch die

Ladeinfrastruktur wird

bezuschusst. Unternehmen

profitieren zudem

von einer zehnjährigen

Kfz-Steuer-Befreiung

für E-Fahrzeuge

bis Ende des Jahres.

Das Laden beim Arbeitgeber

ist von der

Einkommensteuer befreit. Der Bund

hat zudem das Antragsverfahren für

Großkunden vereinfacht.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

– zuständig für das Zentrale Fahrzeugregister

– und das Bundesamt

für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA) – hier wird die Prämie

beantragt – tauschen die Fahrzeugdaten

automatisch über eine digitale

Schnittstelle aus. Obendrein können

Betriebe Sammelanträge für bis

zu 500 E-Autos stellen. Die Antragsteller

müssen nur ihre Fahrzeugidentifikationsnummer

(FIN) eingeben

und dem Datenaustausch zustimmen.

Sammelantrag möglich

Schäfer geht noch weiter und prophezeit

der Branche einen generellen

Wandel. „Viele Unternehmen

machen sich Gedanken, wie wirtschaftliches

mit nachhaltigem Handeln

verbunden werden kann. Neben

der Ressourcenknappheit von

Erdöl bringen auch veränderte politische

Rahmenbedingungen zusätzliche

Herausforderungen mit

sich. Sich einzig und allein auf das

Einsparen von CO 2

zu konzentrieren,

reicht allerdings nicht aus.“

Statt ihren Mitarbeitern weiterhin

einfach Firmenwägen vorzusetzen,

böten zunehmend mehr Firmen

ihren Mitarbeitern eine Art Mobilitätsbudget

an. Dieses kann frei genutzt

werden, etwa für ein Dienstfahrrad

oder eine Bahncard. Auch

Daniel Stetter und sein Team arbeiten

bereits an Konzepten, die über

das simple Ersetzen von Verbrenner-Motoren

hinausgehen.

Seit dem Jahr 2017 arbeiten sie am

Projekt „Eco Fleet Services“. Dabei

handelt es sich um eine unternehmensspezifische

Plattform, über die

Nutzer ihr Reiseziel eingeben können

und über ein Buchungsverfahren

nachhaltige Reisemittel vorgeschlagen

bekommen – vom Pedelec

über ein Wasserstoffauto bis zur

Bahnverbindung. In Kooperation

mit der Stadt Heidelberg läuft dort

seit Anfang des Jahres die erst Testphase.

[!]

Iris Simon

Zur Person

Katja Löhr-Müller

ist Referentin im

Fuhrpark-Recht und

Rechtsanwältin. Sie

war mehrere Jahre

als Justiziarin im

ABB-Konzern für internationale

Vertragsgestaltung

tätig

und ist Autorin von

Fachaufsätzen über

Fuhrparkmanagement.

Der Anteil von E-Autos in Firmenflotten wird in den

nächsten Jahren stark steigen. Derzeit haben vier

Prozent der Fahrzeuge einen alternativen Antrieb.


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Autohaus Saur GmbH & Co. KG

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42

RESSORT unternehmen [!]

Ein Plan von Grün: Böschungsgestaltung der Außenanlage des neu eröffneten Orange Campus der Ulmer Basketballer in Neu-Ulm. Eine

Landschaftsarchitektin im Team sorgt für die Planung und Ausgestaltung sämtlicher Garten- und Außenanlagen. Rechts: Geschäftsführer Thomas Zaiser und

Zaiser Gartengestaltung: Ulm in Grün

Ein Areal mit Potential

in der Magirusstraße

Schüttgut Ulm vermietet 2.500

Quadratmeter große Halle

Ideal für Handwerks- oder Logistikbetriebe:

Schüttgut Ulm sucht ab sofort

einen Mieter für eine 2.500 Quadratmeter

große Halle auf seinem zentral

gelegenen Werksgelände in der

Magirus straße 16 in Ulm. Die Halle

kann 365 Tage im Jahr einschränkungsfrei

und ohne Lärmbegrenzung

genutzt werden.

„Durch die 8 Meter Deckenhöhe kann

die Halle auch hervorragend als Hochregallager

genutzt werden“, erklärt

Schüttgut-Geschäftsführer Thomas

Zaiser. Der Quadratmeterpreis liegt bei

2,70 Euro netto. Die Halle kann nicht

beheizt werden. Interessenten melden

sich unter dispo@schuettgut-ulm.de

Ulm, 1993. Thomas Zaiser hat gerade den Zivildienst

absolviert. Der 23-jährige gelernte

Garten- und Landschaftsbauer gründet sein

eigenes Unternehmen. Erstes Firmenfahrzeug:

Ein VW Golf. „Ich klappte die Sitzbank

um, damit eine Schubkarre im Kofferraum

Platz hat.“

Blaustein, 1996. Zaiser, inzwischen 26, entdeckt

ein großes freistehendes Firmenareal,

das ihm gefällt . Er findet heraus, dass der Besitzer

des Grundstücks inzwischen in Hamburg

lebt. Zaiser macht sich auf den Weg Richtung

Nordsee. „Ich fuhr hin, um mit dem Besitzer

einen Tag lang zu schnacken.“ Für 450.000

Mark wechselt das Areal wenig später seinen

Besitzer. Der Startschuss für die heutige Zaiser

Gartengestaltung GmbH, die von der Donau

bis zum Bodensee Gärten und Grundstücke

verschönert und begrünt. „Vom kleinen Schrebergarten

bis zur großen Außenanlage des

Orange Campus und der Stadt Ulm mit den Sedelhöfen:

Wir setzen mit unserem Unternehmen

sämtliche Projekte um“, erklärt Geschäftsführer

Thomas Zaiser. „Wenn man einen

Garten plant, sind viele andere

Unternehmen mit im Boot: Zimmermänner,

Schlosser, Elektriker und Zaunbauer. Bei uns

hat der Kunde einen sprechpartner für

Analle

Gewerke. Das

ist unser Service.“

Der

Geschäftsführer

weiß: Auf sein Team ist

Verlass. So auch auf Tobias

Macziol, der vor 15 Jahren

beim Garten- und Landschaftsbauer

eingestiegen

ist. Heute ist er die rechte

Hand des Geschäftsführers.

Thomas Zaiser ist

stolz: „Er schmeißt den Laden,

auch wenn ich mal

nicht da bin.“

Im Einsatz für Orange

Im Juli hat das Unternehmen den Außenbereich

des Orange Campus erfolgreich

fertiggestellt. Für Thomas Zaiser, seines

Zeichens eingefleischter Fan des Ratiopharm-Ulm-Basketballteams,

ein Projekt,

das er mit seinem 40-köpfigen Team mit

Begeisterung umgesetzt hat. Die Absprachen

mit dem Baubüro und der

Rechts: Schüttgut garantiert richtig dosiert.

Foto: Marc Hörger


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

43

StellvertreterTobias Macziol besprechen den Begrünungsplan für Neu-Ulm. Oben: Visualisierung des Dachgartens in den Sedelhöfen. Unten: Blick in die

2.500 Quadratmeter große, freie Halle bei Schüttgut Ulm. Die Deckenhöhe eignet sich auch für ein Hochregallager. Fotos: Thomas Zaiser, Marc Hörger (u.r.)

Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm erfolgten im Frühjahr,

dann ging alles recht schnell. „Mit den Jahren

bringt man immer mehr Routine rein“, verweist

Zaiser auf Großprojekte. Dennoch sei

man vor dem Last-Minute-Stress kurz vor Projektende

nicht gefeit. Selbst nach 27 Jahren

Arbeitserfahrung.

Das Telefon klingelt. Es geht um die Sedelhöfe.

Hier soll auf 2.000 Quadratmetern im 3. Obergeschoss

eine Dachgarten-Oase samt Kinderspielplatz

entstehen. Verschiede Flieder- und

Baumsorten – „insgesamt 10.000 Pflanzen“ –

werden kommenden Sommer mediterranes

Flair in luftiger Höhe für die etwa 90 Mietparteien

schaffen. „Beginn der Ausführung ist heute.“

Thomas Zaiser lächelt. Premiere! Ein Projekt

in dieser Größenordnung hat der gebürtige

Ulmer für seine Stadt bisher noch

nicht realisiert.

Wenn es um die Planung und

Ausgestaltung von Grünflächen

oder Gewerken jeglicher

Art geht, gibt es beim

Gartenbau Zaiser kaum

etwas, das es nicht

gibt. Logisch, dass

da auch jede Menge

Aushub und

Gartenabfälle

anfallen.

Doch

wo hin mit all den

Schüttgütern?

Vor fünf Jahren

hat der Landschafts- und Gartenbauprofi das

ehemalige Grundstück der Firma Magirus mit

knapp 10.000 Quadratmetern angemietet.

„Der Gedanke, zentral alles vorrätig zu haben

und Baustellen just in time zu beliefern, gefiel

mir.“ Die Stadt wollte das ehemalige Werksgelände

in der Magirusstraße 16 nicht haben. Der

Unternehmer konnte die Fläche von einem privaten

Investor mieten. Auf dem weitläufigen

Areal von Schüttgut Ulm lagern Aushub und

Grüngut, Schotter und Sand für den Tiefbau,

ebenso wie Splitt und Kies. Es herrscht reger

Betrieb. „Unsere Firma ist ein bisschen wie ein

Bienenstock“, vergleicht Zaiser. „Unsere Mitarbeiter

schwärmen aus, holen sich Material und

beliefern Baustellen, Privatkunden und städtische

Einrichtungen und kehren zurück mit

Gartenabfällen, gefällten Bäumen und Schüttgut.“

Lieferung frei Baustelle

Materialen just in time be- und entladen, keine

langen Lieferwege, kein Überschuss: eine

Traumvorstellung für Straßenbauunternehmen

und Landschaftsgärtner. „Viele Gartenund

Landschaftsbauer beziehen ihr Material

deshalb von uns. Ebenso die Straßenbauunternehmen

und die Stadt Ulm. Etwa 50 verschiedene

Unternehmen im Radius Ulm plus 30 Kilometer.

Den anderen mangelt es eben an

Platz, den wir durch unsere Firma Schüttgut inmitten

der Stadt anbieten können. Ob Schotter,

Sand, Kies, Splitt, Humus, Spezialsubstrat

oder Rindenmulch: Wir haben alles auf Lager.“

Nachdem die Ware lose verladen wurde, geht

sie auf eine befahrbare Waage und wird dort

gewogen. „Mit einer von uns speziell entwickelten

Abfüllvorrichtung können wir sämtliche

Schüttgüter in riesige Nylon-Beutel, sogenannte

Big Bags, abfüllen und auf Wunsch direkt

frei Baustelle liefern“, wie Zaiser erklärt.

Mit Mut und den richtigen Mitarbeitern

Derzeit entsteht am Blausteiner Firmensitz ein

Neubau – ein weiteres Bürogebäude. „Wir freuen

uns alle darauf, im Frühjahr 2021 zusätzliche

Räume zu bekommen.“ Jeder Mitarbeiter

hat einen besonderen Platz im Unternehmen

Zaiser. „Eine Firma ist nur so gut, wie ihre Mitarbeiter.

Das war von jeher meine Einstellung.

So konnte ich meinen einstigen Ein-Mann-Betrieb

zum heutigen Unternehmen ausbauen“,

verdeutlicht Thomas Zaiser mit Stolz.

Zaiser Gartengestaltung GmbH

Blaubeurer Straße 9 · 89134 Blaustein

T. +49 (0) 7304 417 14

@ info@zaiser-gartengestaltung.de

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Inzwischen ist die

Technik von KTI-Plersch

nicht nur auf dem Bau im

Einsatz, sondern auch in

Eis- und Schneeanlagen.

Fotos: Marc Hörger

Der Pionier, mit dem

die Kälte kam

KTI-Plersch Kältetechnik Rupert Plersch brachte Kühlung auf

die Baustellen Arabiens. Nun hat er die Führung des Balzheimer

Unternehmens an seine Tochter Caroline übertragen.

Zur Person

Rupert Plersch hat

sich 2020 offiziell

aus der Geschäftsführung

verabschiedet.

Der bald

68-Jährige denkt

aber überhaupt

nicht dran, seinen

Ruhestand vor allem

auf dem Golfplatz

zu verbringen

und ist weiterhin

fast täglich in

der Firmenzentrale

in Balzheim anzutreffen.

In Dubai

sind wir mit

unseren Anlagen

an 90 Prozent aller

Hochbauten beteiligt.

Caroline Walleter-Plersch

Geschäftsführerin

Noch in den 1980er Jahren

ruhten in den glutheißen

Sommern auf der arabischen

Halbinsel sämtliche

Baustellen. Die Zwangspause war

maßgeblich dem hauptsächlich verwendeten

Baumaterial geschuldet.

Denn Beton, übersteigt er bei der

Verarbeitung bestimmte Temperaturen,

bekommt beim Aushärten

Risse und wird spröde. Bevor alles

losging bei KTI – in Langform „Kältetechnik

Illertissen“, woraus sich

noch der Gründungsort herauslesen

lässt – bereiste Rupert Plersch persönlich

die Länder, die seiner Geschäftsidee

schließlich Auftrieb unter

den Flügeln verschaffen sollten.

„In Dubai sind wir mit unseren

Anlagen an 90 Prozent aller Hochbauten

beteiligt“, greift Tochter Caroline

Walleter-Plersch ein Beispiel

aus der Gegenwart heraus und blickt

dabei gleichzeitig in die Gründungsgeschichte

zurück: „Man braucht

auch das Glück, zur richtigen Zeit

am richtigen Ort zu sein.“ Die studierte

Chemie- und Wirtschaftsingenieurin

führt seit Kurzem allein

die Geschäfte in der seit 1994 in

Balzheim (Alb-Donau-Kreis) ansässigen

Firma, die sich mittlerweile

über weite Teile der Welt erstrecken.

Wo große Mengen Beton verarbeitet

und dabei gekühlt, aber

auch erwärmt werden müssen, kommen

KTI-Anlagen ins Spiel.

Fest in die Firmenannalen eingegangen

ist ein Großauftrag 2016 für

Großkälteanlagen, der mitsamt

Equipment, Ersatzteilen, Stahlbau,

Eislager-Systemen insgesamt 80

Container füllte. Sie wurden nach

Laos geliefert für ein großes Staudamm-Projekt.

„Besonders herausfordernd“

sei dieser Auftrag gewesen,

habe er doch innerhalb weniger

Monate abgewickelt werden müssen,

hält Walleter-Plersch kurz

Rückblick. Die Anlagen zur Kühlung

einer gigantischen Goldmine in Südafrika

fallen ebenfalls unter die Rubrik

„Meilensteine“. Sie wurde modular

konzipiert, was den Interessen

des Kunden sehr entgegenkam: „Er

konnte so seine Investitionen über

mehrere Jahre strecken.“

Die Erweiterung der Geschäftsfelder

– „Mining“ kam 2013 dazu –

und die weitere Globalisierung der

Aktivitäten hatte bereits ihr Vater

auf den Weg gebracht. Zum einen,

um die Abhängigkeit von der Betonbranche

zu verringern, zum andern

aus Gründen aufkommender chinesischer

Konkurrenz. Habe man bis

2008 in den arabischen Ländern den

Markt „so gut wie allein beherrscht“,

herrsche dort heute ein scharfer


unternehmen [!] MACHEN 45

In umgebauten Schiffscontainern

montieren die Mitarbeiter

die modularisierten Anlagen.

Wettbewerb. Die Antwort

von KTI darauf

war der Einstieg in

Sonderanlagen für die

Industrie, vor allem

aber in Eisanlagen, wie

sie von der Fischerei und

der Lebensmittel- wie Getränkeindustrie

benötigt werden.

Schneeanlagen für den

Freizeitbereich befinden sich

ebenso im Portfolio wie Kaltund

Heißluft- sowie Heißwasseranlagen.

Das Thema Wärme

ist dabei Sache der 2010

gegründeten KTI-Sauter, einer

Tochterfirma.

Montage im Container

Eine Besonderheit ist die Montage

der modularisierten

Anlagen in umgebauten

Schiffscontainern. Sie

können auf dem eigenen

Prüfstand

abgenommen,

kostengünstig

zum Kunden

transportiert und

dort schnell in

Betrieb genommen

werden.

Die jüngste

Nachricht aus dem

Unternehmen war der

Führungswechsel. Gründer

Rupert Plersch, bald 68,

würde sich nach 34-jähriger Tätigkeit

in den Ruhestand verabschieden.

Beim Besuch relativierte

er diese Meldung etwas.

Er sei weiterhin „richtig mit dabei“,

wenngleich nun seine

Tochter die Verantwortung

trägt. „Er ist mein Sparring-Partner“,

beschreibt sie seine Rolle.

Das Finanzielle sei vertraglich

geregelt, weitere Regeln für die

Man braucht

auch das Glück

zur richtigen Zeit

am richtigen Ort zu

sein.

Zusammenarbeit sehen beide

als überflüssig an.

Walleter-Plersch sieht

sich für ihre Aufgabe gut gerüstet.

Ihre „Wanderjahre“

nach dem Studium führten sie

nach ihren Angaben erst einmal

zu einer internationalen

Unternehmensberatung.

2016 trat sie in die elterliche

Firma ein, befasste

sich erst einmal mit

dem Controlling und

der strategischen

Ausrichtung, später

auch mit den Bereichen

Einkauf, Vertrieb

und Technik.

2017 wurde sie

Co-Geschäftsführerin,

seit diesem Jahr

steht sie alleine an der

Spitze – und hatte nach einem

„sehr guten Jahresstart“

aufgrund der Corona-Pandemie

gleich einmal eine besonders

schwierige Lage zu bewältigen.

Kurzarbeit, Homeoffice und die

Splittung der Produktion in

zwei Wochenschichten waren

die Reaktionen. Viele Projekte

seien zeitlich gestreckt worden.

Wie tief die Delle beim Jahresumsatz

ausfallen werde, sei

noch nicht abzusehen.

Was Walleter-Plersch jedoch

optimistisch stimmt, sind die

vielen und langjährigen Kundenbeziehungen

sowie die Stärken

des Familienunternehmens,

vor allem das Fachwissen der

Mitarbeiter zur Umsetzung

komplexer Lösungen. Auch der

Klimawandel, der auf vielen Gebieten

Verlierer hervorbringt,

spiele KTI in die Hände: „Jeder,

der Kälte herstellt, profitiert

davon.“ [!] Thomas Vogel

1923 fing alles an

In der Firmengeschichte der

KTI-Plersch Kältetechnik GmbH,

die 1986 begann, schlagen bislang

rund 4000 Großanlagen zu Buche.

Die allermeisten davon gingen ins

Ausland, etwa 1000 allein in die

Vereinigten Arabischen Emirate.

Konzipiert, entwickelt und produziert

werden die Anlagen am

Stammsitz in Balzheim mit rund

100 Beschäftigten. 60 weitere sind

in vier weiteren Standorten als

Niederlassungen und Service-Stellen

im Einsatz. Die stark

internationale Ausrichtung von

KTI bildet sich deutlich in den Umsatzzahlen

ab. Denn vom Jahresumsatz

von zuletzt 30 Millionen

Euro würden weniger als 20 Prozent

im deutschsprachigen Raum

erzielt. Die Wurzeln des Familienunternehmens

gehen zurück auf

Richard Plersch Senior, der bereits

1923 mit der Konstruktion und

Produktion von Komponenten

und Anlagen der Kältetechnik begonnen

hatte. Mit Caroline Walleter-Plersch

steht nun die vierte

Generation an der Spitze des Familienunternehmens.


46

SPEZIAL unternehmen [!]

Abschied von

der Stempeluhr

Zeiterfassung Corona hat einen Boom an Arbeitsformen ausgelöst.

Zudem macht der Europäische Gerichtshof Unternehmen klare

Vorgaben. Das schafft mittelfristig Handlungsbedarf.

Zur Arbeit hat es Katrin

K. nicht weit. Die Pharmazeutin,

die ihren Namen

nicht in diesem

Magazin lesen will, geht in den

Keller ihres Einfamilienhauses.

Dort ist das Arbeitszimmer, ihr

Homeoffice. Sie schaltetet den

Computer ein und checkt sich

in das Arbeitszeiterfassungssystem

ein. Ein Klick auf „Kommen“,

mehr ist nicht nötig. So

weiß das System, dass sie ihren

Arbeitstag begonnen hat. Nach

getaner Arbeit geht sie wieder

online und meldet sich ab. Wieder

ist es nur ein Klick. Taucht

sie persönlich an ihrem Arbeitsplatz,

der Bundeswehrklinik in

Ulm, auf, so nutzt Katrin K. am

Eingang einen Chip. Im System

kann sie – und die Personalabteilung

– anhand unterschiedlicher

Farben später erkennen,

wann sie in der Klinik war und

wann sie von Zuhause aus gearbeitet

hat.

MONTAGE : MESCHKOWSKIHURST PHOTO, TORRIPHOTO, MEGASTOCKER, ©ANDREY_KUZMIN/SHUTTERSTOCK.COM

Symbol der alten Arbeitswelt: Eine Stempeluhr druckt

automatisch die Uhrzeit auf eine Karte aus Karton.

Fingerscan statt Stempeln

Ähnlich handhabt das auch

die andere große Klinik in

Ulm, die Universitätsklinik.

Hier nutzt man im Krankenhaus

ebenfalls ein elektronisches

System zur Zeiterfassung.

„Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter buchen

sich zu Dienstbeginn

und Dienstende mit dem

Mitarbeiterausweis über die

Erfassungsgeräte ein oder

aus“, erläutert eine Pressesprecherin.

Im Homeoffice erfolge

die Zeiterfassung allerdings

über eine schriftliche Mitteilung

an den Zeiterfassungsbeauftragten

der Abteilung.

Bei Advanced UniByte, einem

Metzinger Unternehmen,

das IT und IT-Infrastruktur-Lösungen

anbietet, handhabt

man das ganz

anders. „Da wir

die Vertrauensarbeitszeit

bei

uns im Unternehmen

leben,

werden

bei uns zur Erfassung

der Arbeitszeit

im Homeoffice

keine speziellen

technischen Möglichkeiten genutzt.

Wir vertrauen unseren


unternehmen [!] SPEZIAL 47

Mitarbeitern voll und ganz und

machen hier weder beim Arbeiten

vor Ort, noch beim Arbeiten

im Homeoffice einen Unterschied“,

sagt Personalleiterin Julia

Schöbel. Weit verbreitet ist

eine andere

Form der Zutrittkontrolle

mit gleichzeitiger

Arbeitszeiterfassung:

Bei einem

Technikhersteller,

der seinen

Sitz ebenfalls

in Metzingen

hat, gibt es

Drehkreuze,

Wir

vertrauen

unseren

Mitarbeitern

voll und ganz.

Julia Schöbel

Advanced UniByte

durch die die Mitarbeiter am

Eingang der Produktionsgebäude

gehen und sich dabei mit einem

Chip anmelden.

Nach einer Umfrage der

Fachhochschule Furtwangen erfassen

rund 70 Prozent der Betriebe

die Arbeitszeiten

der Mitarbeiter. Es gibt

viele Arten, wie dies geschehen

kann: Vom einfachen

Eintragen auf eine

Stundentabelle per Hand oder

in Excel über

verschiedene

Arten der elektronischen

Anmeldung

mit

Hilfe von

Chips oder Zugangskarten

bis hin zu Apps

oder Fingerabdruckscannern.

„Der Fantasie

sind kaum Grenzen gesetzt“,

sagt Bernd Sandmann, Fachanwalt

für Arbeitsrecht in der

Kanzlei HSK in Augsburg.

„Grundsätzlich wird die Arbeitszeit

entweder durch Aufzeichnungen

des Arbeitneh-

„Zeit ist Geld“ soll Benjamin Franklin gesagt

haben.

Illustration: Max Meschkowski

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Zeiterfassung mit Zugangskontrolle

Mit QPortier bietet die PebaQ GmbH eine

skalierbare Lösung zur Zeiterfassung, passend

vom Kleinstbetrieb bis zum mittelständischen

Unternehmen. Das mit Transpon-

dern und App arbeitende System kann zudem

mit geringem Aufwand auch zur

Zugangskontrolle eingesetzt werden.

Darin unterscheidet sich QPortier

Die Anwender benötigen keine Cloud, alle Daten

liegen sicher auf dem eigenen Firmenserver

oder einem Standard-PC. QPortier funktioniert

ohne Abos oder fortlaufende Kosten, das

System wird einmalig erworben und installiert.

Ein Kauf von Updates wird nach Bedarf angeboten.

Die verschlüsselte Datenübertragung

zur kostenlosen App erfolgt intern per WLAN

zur IP-Adresse des Firmenservers, von außerhalb

über eine Freigabe in der Firewall des Unternehmens.

PebaQ bietet als Hersteller und

Entwickler aller Komponenten persönlichen

Support, schnellen Service und eine direkte

Belieferung.

QPortier und das Arbeitszeitgesetz

Die Zeiterfassung per App oder Transponder

liefert alle Daten, welche am Monatsende

zur Lohnabrechnung benötigt

werden. Auch viele Sonderfälle wie Ur-

Die App zeigt

anwesende Kollegen

und erlaubt die

Zeitbuchung online

auch von unterwegs

und im Homeoffice.

Foto: PebaQ

GmbH

laub, Krankheit oder Kurzarbeit sind abgedeckt.

Im Umgang mit Pausen geht QPortier im

Hinblick auf die gesetzliche Lage neue Wege.

Gerade wenn Arbeitsabläufe eine zeitlich flexible

Gestaltung von Pausen erfordern, ist es

falsch die vorgeschriebenen Pausen pauschal

abzuziehen. Vergleichbar mit Mogelsoftware.

Wir empfehlen daher,

auch Pausen stempeln

zu lassen und unterstützen

mit einem neuen Feature direkt den

Mitarbeiter in der Einhaltung der gesetzlichen

Anforderungen: Die Software zeigt an, wenn etwas

nicht passt, worauf dieser im Lohnbüro eine

Zeitkorrektur beantragt.

Projektzeiterfassung

Der gebuchten Arbeitszeit werden Aufträge und

Projekten mit Tätigkeiten und Kommentaren

zugewiesen, natürlich auch von Unterwegs oder

von der Baustelle aus. So lassen sich jederzeit

die aktuellen Projektlohnkosten abrufen.

PebaQ GmbH, Peter Baudisch

Im Gewerbegebiet 9

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Telefon +49 7172 / 915 32 30

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48

SPEZIAL unternehmen [!]

Die ersten Stechuhren trugen Nachtwächter

Das Vertrauen in Nachtwächter war offenbar nicht groß. Sie mussten an verschiedenen

Stationen Löcher in eine Papierrolle stechen, um ihre Rundgänge zu dokumentieren.

mers, oder durch heute technisch

angepasste Formen des Ein- und

Ausstempelns erfasst“, erläutert er.

Hinzu komme immer häufiger eine

Plausibilitätsprüfung durch elektronische

Kontrollsysteme, die zum

Beispiel die Fahrzeiten des Dienstautos,

die Arbeitszeit am Computer,

Laufzeiten von Maschinen oder den

Aufenthaltsort des Mitarbeiters erfassten.

Vor allem im Homeoffice

verließen sich viele Arbeitgeber

aber noch auf die Aufzeichnungen

der Mitarbeiter. „Ich halte dies für

legitim“, sagt Sandmann.

Was legitim ist und was nicht, fragen

sich viele Arbeitgeber seit vergangenem

Jahr. Im Frühjahr 2019 urteilte

der EuGH über einen Fall aus

Zur Person

Bernd Sandmann

ist seit dem Jahre

2001 als Anwalt tätig

und kann zudem auf

eine knapp 15-jährige

Tätigkeit als Wissenschaftler

und Lehrender

an der Universität

Augsburg zurückblicken.

Echte Stechuhren hatten

zuerst die Nachwächter. Sie

trugen Geräte mit einer Papierrolle

mit sich herum. Sie

stachen bei ihren Gängen an

verschiedenen Stationen Löcher

in dieses Papier, um zu

beweisen, dass sie da gewesen

waren. In einigen Amtsstuben

hatte im späten 18.

Jahrhundert die Kontrolle

schon Einzug gehalten. Jeder

Beamte hatte eine Kennmarke,

die er durch einen Schlitz in

eine Spezialuhr warf. Das Gehäuse

dieser Uhr stand fest,

im Inneren drehte sich aber

ein in Fächer unterteilter Behälter

mit der Zeit mit. Zu dieser

Zeit war Pünktlichkeit und

ihre Kontrolle durch die Industrialisierung

schon in den Fabriken

angekommen. Mitte

des 19. Jahrhunderts begannen

die Arbeitgeber damit, am

Eingang die Namen der Arbeiter

aufzuschreiben, die zur Arbeit

erschienen. Etwas später

wurden zugeordnete Nummernschilder

am Eingang an

ein Brett gehängt. Ende des

Jahrhunderts dann gab es die

ersten „Arbeiter-Kontrollapparate“

in den Fabriken. Dabei

stempelten die Angestellten

ihre Ankunfts- und Endzeiten

auf kleine Kärtchen oder ein

Apparat spuckte eine Zettel

mit Zeiten als Beleg aus.

FOTO: N_DEFENDER/SHUTTERSTOCK.COM

Spanien, dass die tägliche Arbeitszeit

präzise gemessen werden muss.

Die Richter forderten die EU-Mitgliedsstaaten

auf, die Arbeitgeber zu

verpflichten, „ein objektives, verlässliches

und zugängliches System

einzurichten, mit dem die von einem

jeden Arbeitnehmer geleistete tägliche

Arbeitszeit gemessen werden

kann“.

In nationales Recht ist das bisher

nicht umgesetzt, aktuell muss in

Deutschland in den meisten Wirtschaftszweigen

nur die über die

werktägliche Arbeitszeit hinausgehende

Arbeitszeit der Arbeitnehmer

erfasst werden. Ausnahmen gibt es

zum Beispiel bei Beschäftigten nach

Mindestlohngesetz, Zeitarbeitnehmern

oder Lkw-Fahrern. Es wird

nun darüber gestritten, ob und wie

der Richterspruch auch hierzulande

für alle Arbeitnehmer umgesetzt

werden soll. Sandmann, der als Professor

Arbeitsrecht an der Universität

Augsburg lehrt, meint: „Der

EuGH hat nichts dazu gesagt, wie

intensiv und exakt die Arbeitszeiterfassung

ausgestaltet sein muss.“

Die Grenze sei für ihn erst bei einer

vollends unkontrollierten Vertrauensarbeitszeit

erreicht. „Solange

aber der Arbeitgeber die Zeitaufzeichnungen

seiner Arbeitnehmer

regelmäßig durchsieht und auf ihre

Der Gesetzgeber

kann gestatten,

dass das „Wie“ der

Erfassung besonders

geregelt wird.

Daniel Ulber

Hugo Sinzheimer Institut

Plausibilität hin überprüft, habe ich

keine Bedenken.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund

(DGB) schätzt das ein wenig

anders ein und beruft sich dabei auf

ein Gutachten des Hugo Sinzheimer

Instituts. Dessen Autor Daniel Ulber

kommt zu dem Schluss: „Nach

der Rechtsprechung des EuGH

muss jeder Arbeitgeber ein System

der Arbeitszeiterfassung einführen,

das objektiv, verlässlich und zugänglich

ist. Diese Kriterien gelten

jetzt schon für die Bewertung der

Rechtmäßigkeit bestehender Zeiterfassungssysteme,

sind von den

Gerichten als Maßstab heranzuziehen

und als Anforderungen gesetzlich

zu verankern.“ Der Gesetzgeber

und die Gerichte hätten diesbezüglich

keinen Gestaltungsspielraum.

Besonderheiten berücksichtigen

Er führt weiter aus, dass der Gesetzgeber

weder hinsichtlich des

„Ob“ der Erfassung noch hinsichtlich

der zu erfassenden Daten Abweichungen

zulassen könne. Aber:

„Er kann gestatten, dass das ,Wie’

der Erfassung unter Berücksichtigung

der Besonderheiten einzelner

Betriebe und Unternehmen besonders

geregelt wird.“

Derzeit sind viele Unternehmen

in dieser Hinsicht besonders gefor-


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

49

Digitale Zeitwirtschaft von Heute

Eine professionelle Zeiterfassung

spart Zeit, Energie und Ressourcen.

Sie ist transparent und passt sich

an jede Situation und deren besonderen

Erfordernissen an. So wie

AVERO ® , die Zeiterfassungssoftware

aus Neu-Ulm. Auch in der aktuellen

Situation lässt sich Homeoffice

oder Kurzarbeit schnell und zuverlässig

abbilden.

Jedes Unternehmen hat andere

Anforderungen, die mit einer Zeiterfassung

berücksichtigt werden

müssen. Betriebliche Sondervereinbarungen,

Schichtbetrieb,

verschiedene Arbeitszeitverträge,

Jobsharing, Gleitzeitkonten

sind nur einige der Themen,

die beachtet werden müssen. Ganz abgesehen

davon, dass die Einhaltung gesetzlicher

Vorgaben wie Mindestpausen oder die DSGVO

zu Grunde liegen. Da ist ein flexibles System,

das individuell und branchenunabhängig auf

die jeweilige Unternehmensstruktur angepasst

werden kann, die richtige Lösung.

Effiziente Personalplanung und Workflow

Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich,

dass Unternehmen mit einem höheren Digitalisierungsgrad

Krisen besser meistern können.

Dies gilt insbesondere auch im HR-Bereich.

Arbeitszeiten, Projektzeiten, Urlaubsanträge

lassen sich digital, effizient und

zeitersparend mit AVERO ® erfassen. Über den

Employee Self Service (ESS) können die Mitarbeiter

ihre Zeitjournale einsehen, ihr tägliches

Menü vorbestellen und mit nur wenigen

Klicks elektronische Urlaubsanträge oder

Dienstreisen bei ihren Vorgesetzten einreichen.

Für eine optimale Personalplanung lassen

sich Schicht-, und Einsatzpläne in der

Zeitwirtschaft übersichtlich und transparent

darstellen. Für die Erfassung der Arbeitszeit

gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie ein

klassisches Zeiterfassungsterminal, Webclient

oder via App auf einem mobilen Endgerät.

Für eine einfache und schnelle Datenübergabe

der Lohn- und Gehaltsdaten an ein Lohnprogramm

stehen alle gängigen Lohnschnittstellen

(LOGA, Datev, Paisy, Lexware, SAP

etc.) zur Verfügung.

Zutrittskontrolle und weitere Module

Neben der kompletten Zeiterfassung kann

AVERO ® um Module wie Besuchermanagement,

Projekt- oder Betriebsdatenerfassung

und Zutrittskontrolle erweitert werden. Gerade

während einer Pandemie ist es wichtiger

denn je, ihr Unternehmen vor unberechtigten

Zutritten zu schützen und Mitarbeitern und

Besuchern individuelle zeitliche und örtliche

Zutrittsberechtigungen zuzuordnen. Das Zutrittssystem

kann entweder autonom oder

kombiniert mit der AVERO ® Personalzeiterfassung

eingesetzt werden. Beide Systeme

sind digital und verwalten die erfassten Daten

digital ZEIT bietet mit AVERO ®

für jedes Unternehmen die richtige

Zeiterfassungs-Lösung.

online und in Echtzeit. Bei allen Modulen werden

die optimalen Lösungen gemeinsam mit

dem Kunden erarbeitet und umgesetzt, um

die besten Voraussetzungen für den größtmöglichen

Erfolg zu gewährleisten.

digital ZEIT:

Zeit-Spezialisten seit über 35 Jahren

digital ZEIT widmet sich seit Jahrzehnten

dem Faktor Zeit und ist Hersteller von Komplettlösungen

für Zeiterfassung, Workflowmanagement,

Zutrittskontrolle, Projekt- und

Betriebsdatenerfassung bis hin zum Fertigungsleitstand.

Mit der modular aufgebauten,

in Neu-Ulm programmierten Software,

werden Unternehmensprozesse optimal gestaltet,

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50

SPEZIAL unternehmen [!]

Die Methode von Harold Lloyd, neben Charlie Chaplin und Buster Keaton der dritte große USKomiker

der Stummfilmzeit, die Zeit in „Safety Last!“ buchstäblich zu erfassen, taugt nicht als Vorbild.

dert. Denn durch die Corona-Pandemie

wurde ein wahrer

Boom von Arbeitsformen wie

Homeoffice und Kurzarbeit ausgelöst.

Gelten da besondere Regeln?

„Für im Homeoffice beschäftigte

Arbeitnehmer gelten

arbeitszeitrechtlich keine Besonderheiten“,

sagt Sandmann.

Das Gesetz kenne auch keine

speziellen Regelungen zur

Arbeitszeiterfassung bei Kurzarbeit.

Allerdings: „Da der Arbeitgeber

für seine Arbeitnehmer

nur dann und nur insoweit

Kurzarbeitergeld beantragen

kann, wenn es zu einem entsprechenden

Zeitausfall gekommen

ist, kann der Arbeitgeber

diesen nur dann ohne

schlechtes Gewissen gegenüber

der Bundesagentur für Arbeit

glaubhaft machen, wenn er

hierzu auch die Arbeitszeit

vollständig erfasst hat.“ Bei falschen

Angaben oder Angaben

ins Blaue hinein würde der Arbeitgeber

einen Betrug begehen,

gibt Sandmann zu bedenken.

Geldstrafe

kann ein halber

Jahresverdienst

des Arbeitgebers

sein.

Bernd Sandmann

Fachanwalt für Arbeitsrecht HSK

FOTO: GENE KORNMAN/HAL ROACH/PATHE EXC

In der Regel kämen Arbeitgeber

grundsätzlich bei Verstößen

gegen das Arbeitszeitgesetz zunächst

mit einer Ordnungswidrigkeit

davon, sagt er. Hier hänge

die Höhe der Geldbuße ganz

erheblich davon ab, für wie

schwerwiegend der Verstoß

durch die Aufsichtsbehörde eingestuft

werde. Insbesondere bei

Wiederholungstätern komme

man aber in den Bereich des

Strafrechts. „Dann kann eine

Geldstrafe mit bis zu einem halben

Jahresverdienst des Arbeitgebers

oder Vorgesetzten schnell

empfindliche Höhen erreichen.“

Ein neues System soll gerade

Übertretungen von Mitarbeitern

noch schwieriger machen: Das

Ein- und Ausloggen in Zeiterfassungssysteme

durch den eigenen

Fingerabdruck. Solch ein Fingerabdruck-Scanner

verarbeitet die

Fingerlinienverzweigungen und

damit biometrische Daten. Arbeitgeber

brauchen dafür allerdings

die ausdrückliche Einwilligung

jedes einzelnen Arbeitnehmers.

Zustimmung erforderlich

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg

hat dabei vor einigen

Wochen die Regeln der

Datenschutzgrundverordnung

bestätigt. Geklagt hatte ein medizinisch-technischer

Assistent,

der in einer radiologischen Praxis

beschäftigt ist. Diese hatte

solche Scanner eingefügt und ihn

abgemahnt, als er sich weigerte,

sie zu benutzen. Die Abmahnung

musste nach der Entscheidung

des Landesarbeitsgerichts zurückgenommen

werden. Eine

Verarbeitung biometrischer Daten

sei nur ausnahmsweise möglich.

Für den konkreten Fall könne

ausgehend von der Bedeutung

der Zeiterfassung nicht festgestellt

werden, dass eine Erfassung

unter Einsatz biometrischer

Daten im Sinn dieser Bestimmungen

erforderlich sei, sagten

die Richter.

Katrin K. hat es da einfacher.

Sie hat ihr Tagessoll erfüllt und

muss in einer halben Stunde die

Kinder vom Kindergarten abholen.

Sie klickt einmal auf „Gehen“,

fährt den Computer herunter

und geht nach oben. [!]

Caroline Strang


unternehmen [!] SPEZIAL 51

Maximale Arbeitszeit, Pausen und Ruhezeiten

Auch per Handschrift kann Arbeitszeit dokumentiert werden.

Die Arbeitszeitbestimmungen

umfassen im Wesentlichen

vier Punkte, erklärt Arbeitsrechtler

Bernd Sandmann. Die

maximal zulässige Arbeitszeit,

die vorgeschriebenen Pausen

und die Ruhezeiten müssen eingehalten

werden. Außerdem gilt

ein Verbot von Sonn- und Feiertagsarbeit.

So darf der Arbeitnehmer

nicht länger als zehn

Stunden pro Werktag und im

Sechs-Monatszeitraum 48

Stunden pro Woche arbeiten. Es

muss bei einer Arbeitszeit von

mehr als sechs Stunden eine

Ruhepause von 30 Minuten und

bei einer Arbeitszeit von mehr

als neun Stunden eine Ruhepause

von 45 Minuten eingehalten

werden, erklärt Sandmann. Zwischen

der Arbeit am Vortag und

dem Wiederantritt müsse eine

Ruhezeit von elf Stunden liegen.

Arbeit an Sonn- und Feiertagen

ist nur mit einer besonderen Genehmigung

erlaubt.

Ausnahmen seien möglich,

diese müssten aber erst geschaffen

werden, um von den

oben genannten Regelungen abweichen

zu können. Dabei gelten

die Regelungen für Arbeitgeber

und Arbeitnehmer. „Unterschiede

bestehen aber darin, dass

sich die Ordnungswidrigkeits-und

Strafvorschriften zur

Durchsetzung des Arbeitszeitgesetzes

allein gegen den Arbeitgeber

oder die von ihm beauftragten

Vorgesetzten richten.“

FOTO: CHINNAPONG/SHUTTERSTOCK.COM

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Auf dem Prüfstand testen Holger Gödeke und seine Kollegen, ob der Elektromotor ausgewuchtet ist.

Voll Gas in die Zukunft

Antrieb Das Bundeswirtschaftsministerium fördert G+L Innotec. Die Tüftler aus Laupheim

entwickeln ein Gebläse für Brennstoffzellen und gehen über technische Grenzen.

Wer Maschinen entwickelt,

sollte die

physikalischen Gesetze

bedenken.

Das weiß auch Holger Gödeke.

Doch hätte er diesen Grundsatz

strikt befolgt, gäbe es den von

ihm und seinen Kollegen erfundenen

Elektromotor heute vermutlich

nicht. Und damit auch

nicht die Weiterentwicklung, an

der sie arbeiten: Sie wollen den

Motor noch effizienter machen.

Gödeke ist geschäftsführender

Gesellschafter von G+L Innotec,

einer Innovationsschmiede

aus Laupheim mit acht Mitarbeitern.

Bis zum Jahr 2021 will

das Unternehmen mit Partnern

einen Prototyp eines Rezirkulationsgebläses

für Brennstoffzellen

bauen, das deren Wirkungsgrad

und Lebensdauer steigert.

In Brennstoffzellen reagiert

Wasserstoff mit dem Sauerstoff

der Luft, daraus entstehen Wasser

und Strom. Der Strom treibt

einen Elektromotor an – die

Brennstoffzellen ersetzen also

die Batterie. „Wir sind vom Erfolg

dieses Systems überzeugt“,

betont Gödeke.

Die Technologie hat er schon

vor 30 Jahren beim Fraunhofer

Institut kennengelernt. Dort gab

es eine Wasserstoff-Tankstelle.

Er verstehe nicht, warum die

deutschen Autohersteller die

Technik seitdem kaum genutzt

hätten. Die wenigen Modelle,

die mit Wasserstoff fahren, seien

schlecht vermarktet worden.

Zudem kann man das Gas nur

an wenigen Orten tanken.

Bei der Entwicklung des Gebläses

arbeitet G+L Innotec mit

dem Institut für Turbomaschinen

und Fluid-Dynamik der

Universität Hannover und dem

Zentrum für Brennstoffzellentechnik

in Duisburg zusammen.

Mit Hilfe dieser Partner, so Gödecke,

entstehe ein kosteneffizientes

Gebläse. Das sorge dafür,

dass der den Brennstoffzellen

immer genügend Wasserstoff

zugeführt werde. Die Zellen arbeiten

dadurch effizienter und

halten länger.

Alle drei Partner wurden

über das Zentrale Innovationsprogramm

Mittelstand (ZIM)

des Bundeswirtschaftsministeriums

finanziell gefördert. G+L

Innotec habe 170 000 Euro erhalten,

sagt Gödeke. „Das deckt

30 Prozent unserer Kosten.“

Gefördert werden nur jene


unternehmen [!] MACHEN 53

Fotos: Volkmar Könneke

Unternehmen, die ein neues

Produkt entwickeln, sagt Markus

Götz von der IHK Region

Stuttgart. „Mit dem Geld können

sie Risiken abpuffern und sich

auf die Forschung konzentrieren.“

Zwischen 25 und 60 Prozent

der Kosten übernehme der

Bund. Die Förderquote hänge

von der Größe und Art des Projekts

ab. Im Antrag müsse außer

einem Zeitplan und den voraussichtlichen

Kosten beschrieben

sein, welchen Mehrwert sich

das Unternehmen von der Neuentwicklung

erwarte. Ferner

müssten Risiken analysiert und

der Personalbedarf aufgelistet

werden. „Wir unterstützen Firmen

beim Ausfüllen des Antrags

und vermitteln ihnen Projektpartner“,

sagt Götz zur Rolle der

IHK Region Stuttgart und anderen

Kammern.

In technisch orientierten

Start-ups sei die Innovationsfreude

besonders ausgeprägt,

sagt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

Das Ministerium fördert nach

ihren Worten gezielt Projekte,

die gute Chancen auf eine Refinanzierung

hätten. Die Unternehmen

müssten jedoch einen

Der größere

Spalt verstößt

eigentlich

gegen die

Motorenlehre.

Christoph Klunker

Produktmanager G+L Innotec

Teil der Projektkosten selbst tragen

und stünden in der Verantwortung,

Produkte zu entwickeln,

die am Markt bestehen

könnten.

Über das ZIM-Programm hat

der Bund in diesem Jahr schon

mehr als 2500 Projekte finanziell

unterstützt. Darunter seien

1140 Vorhaben von Unternehmen

mit weniger als 50 Mitarbeitern.

Zahlen, wie viele Forschungen

zu Brennstoffzellen

und Elektromotoren gefördert

werden, erhebe das Ministerium

nicht, sagte die Sprecherin.

Das Rezirkulationsgebläse

von G+L Innotec baut auf einem

elektrisch unterstützten Abgasturbolader

auf, den die Firma

Mitte der 2010er Jahre entwickelt

hat. Ein Turbolader führt

einen Teil der Energie der Abgase

wieder dem Verbrennungsmotor

zu und steigert dessen

Leistung und Wirkungsgrad.

Der Elektromotor unterstützt

den Turbolader immer dann,

wenn zu wenig Abgasenergie

vorhanden ist und sorgt dafür,

dass der Verbrennungsmotor

immer die richtige Menge Sauerstoff

erhält. „Mit elektrischer

Unterstützung springt der Turbolader

nahezu ohne Verzögerung

an“, sagt Gesellschafter

Walter Lindenmaier. Sonst würde

er erst nach zwei bis drei Sekunden

laufen, wenn genügend

Abgase vorhanden seien. „Der

Verbrennungsprozess wird verbessert,

sodass weniger CO 2

und

Stickoxide ausgestoßen werden“,

erklärt Gödeke.

Kritik aus der Branche

Im Elektromotor ist der Spalt

zwischen Magnet und Spule

größer als üblich. „Das verstößt

eigentlich gegen die Motorenlehre“,

sagt Produktmanager

Christoph Klunker. Von

Turbolader- Herstellern musste

er sich anhören, dass das System

nicht funktionieren könne. Doch

er bewies das Gegenteil. Neue

Prototyp des Medienspaltmotors: Im Vergleich zu Modellen anderer Firmen ist im

Exemplar von G+L innotec der Spalt zwischen Magnet und Spule besonders groß.

Autos mit

Brennstoffzelle

haben schon eine

Reichweite von bis

zu 600 Kilometern.

Holger Gödeke

Geschäftsführer G+L Innotec


54

MACHEN unternehmen [!]

Spezialist für Wasserstoff-Motoren aus Laupheim

Wasserstoff ist nicht nur das häufigste Element im Universum, er hat auch eine hohe Energiedichte und ist vielseitig einsetzbar.

FOTO: KELLY MARKEN/SHUTTERSTOCK.COM

Die G+L Innotec GmbH beschäftigt acht

Mitarbeiter: Sie ist 2009 aus der insolventen

Lindenmaier AG hervorgegangen. Die Gesellschafter

Holger Gödeke und Walter Lindenmaier,

der Enkel des Fimengründers, waren

schon im Vorgängerunternehmen tätig. Der

Umsatz lag 2019 bei 1,12 Millionen Euro. Für

die Motorenforschung lässt es Teile fertigen

und baut daraus Prototypen.

Die nationale Wasserstoffstrategie ist

im Juni 2020 von der Bundesregierung verabschiedet

worden und umfasst 38 Maßnahmen.

Ein Schwerpunkt ist die umweltfreundliche

Erzeugung von Wasserstoff. Die

Strategie hat keine Gesetzeskraft, Experten

sollen die verantwortlichen Politiker jedoch

bei der Umsetzung beraten.

Magnete ermöglichen, dass die Konstruktion

trotz des großen Spalts

funktioniert. Gase und Flüssigkeiten,

auch Medien genannt, können

in Rohren direkt durch den Motor

geleitet werden, was diesen kühlt.

Deswegen heißt die Erfindung Medienspaltmotor.

G+L innotec hat keine eigene Produktion,

sondern lässt Teile fertigen

und baut sie zu Prototypen zusammen.

Außerdem vergibt die Firma

Lizenzen für ihre Entwicklungen.

Seit 2017 nutzt Rolls-Royce Power

Systems aus Friedrichshafen die

elektrisch unterstützten Turbolader.

Die Rolls-Royce-Gasmotoren können

zusammen mit den Turboladern

in Zukunft auf Schiffen, Notstromaggregaten

und Landfahrzeugen eingesetzt

werden. Zuvor müsse das

System weiter getestet werden.

Ohne den Turbolader würden die

Gasmotoren bereits auf Fähren aufdem

Bodensee und dem Wattenmeer

eingesetzt.

600 Kilometer Reichweite

Für die Serienfertigung des Gebläses

suche man dagegen noch Partner,

sagt Lindenmaier. „Autos mit

Brennstoffzelle haben schon heute

eine Reichweite von 500 bis 600 Kilometern

pro Tankfüllung“, sagt Geschäftsführer

Gödeke.

Die deutschen Autohersteller seien

weiterhin sehr zurückhaltend bei

Investitionen in die Vorentwicklung

der Technik. Im Juni hat das Bundeskabinett

eine nationale Wasserstoffstrategie

verabschiedet. Einige

asiatische Länder haben sich aber

schon deutlich früher entsprechende

Ziele gesetzt. China will beispielsweise

bis 2030 eine Million

Fahrzeuge mit Brennstoffzellen ausstatten

und 1000 passende Tankstellen

bauen lassen.

Holger Gödeke glaubt, dass der

Brennstoffzellen-Antrieb für fast

alle Arten von Fahrzeugen und großen

Maschinen Sinn macht. Wann

die Technologie in Deutschland Erfolg

haben wird, lasse sich noch

nicht sagen. Sorgen, nicht genug

Kunden zu finden, hat er jedoch

nicht. [!]

Daniel Wydra


unternehmen [!] MACHEN 55

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56

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Vetter

wächst weiter

Pharma Vetter Pharma geht

trotz Corona weiterhin von einem

Wachstumskurs aus. Gerade

hat das Unternehmen ihren

5000. Mitarbeiter eingestellt. 600

finden in der neuen, 47 Millionen

Euro teuren Firmenzentrale

in Ravensburg Platz: 25 000 Quadratmeter,

275 Büros und 40 Konferenzräume

befinden sich dort.

Vetter Pharma International ist

ein Dienstleistungs-Spezialist

für die aseptische Fertigung von

vorgefüllten Injektionssystemen.

2019 erwirtschaftete das Unternehmen

einen Umsatz von

669 Millionen Euro.

Nachtgolfen

am See

Erlebnis Nach Einbruch der

Dämmerung können Mitglieder

und Nicht-Mitglieder seit Mitte

September die neue LED-Nachtgolf

Anlage des Fürstlichen

Golf-Resort Bad Waldsee testen.

Nach eigenen Angaben ist es die

erste und einzige Anlage dieser

Art in Europa. Insgesamt werden

sechs Bahnen rund um den See

vom Kurzplatz beleuchtet. Gespielt

wird mit leuchtenden Bällen.

Betreiber des Fürstlichen

Golf-Resorts Bad Waldsee ist die

Waldsee Golf Management

GmbH. Eigentümer der 1998 eröffneten

Anlage ist Fürst Johannes

zu Waldburg-Wolfegg-Waldsee.

Maschinen der Lufthansa landen zunächst nicht mehr am Airport Friedrichshafen.

Flugverkehr eingestellt

Investment in

Schrott

Vierter Standort

für Karger

Foto: Felix Kaestle

Aufgrund fehlender Fluggäste wird die Lufthansa

die Verbindung von Frankfurt am Main zum Flughafen

Friedrichshafen seit Oktober erneut temporär

einstellen. Erst Anfang Juli hatte der Luftfahrt-Konzern

nach dem Corona-bedingten Lockdown den Betrieb

über die knapp 280 Kilometer lange Strecke

wieder aufgenommen. Vor der Corona-Krise war

dies eine der wichtigsten Verbindungen für Geschäftsreisende

vom und in die Bodenseeregion. Die

finanziell bereits zuvor schon angeschlagene Flughafen

Friedrichshafen GmbH hat bislang zu normalen

Zeiten jährlich knapp 500 000 Fluggäste verzeichnet.

Hauptgesellschafter des Flughafens sind neben

der Stadt Friedrichshafen auch der Bodenseekreis.

Im Jahr 2018 verzeichnete das Unternehmen einen

Umsatz von rund 11 Millionen Euro.

Auszeichnung

für Hymer

ZF hat neuen

Vertriebschef

Autozulieferer Michael Neumann

ist neuer Vertriebsleiter

beim Automobilzulieferer ZF

Friedrichshafen. Der 52-jährige

Diplom-Ingenieur arbeitete zuletzt

20 Jahre für den US-Automobilzulieferer

Delphi, unter

anderem als Geschäftsführer

der Delphi Powertrain Systems

Germany. ZF ist mit weltweit

160 000 Mitarbeitern an rund

260 Standorten vertreten. Im

vergangenen Jahr hat ZF Friedrichshafen

einen Umsatz von

insgesamt 36,5 Milliarden Euro

erzielt.

Wachstum Der Anlagenbauer

Stadler aus Altshausen im

Landkreis Ravensburg hat eine

Mehrheitsbeteiligung an der

weeeSwiss Technology AG erworben,

einem schweizerischen

Spezialist für Recycling-Anlagen

für Elektroschrott.

„Mit dieser Partnerschaft

erweitern wir unser

Angebot um einen Sektor, der

in der Recyclingbranche zunehmend

an Bedeutung gewinnt“,

erklärte Geschäftsführer

Willi Stadler nach Vertragsabschluss.

Das Familienunternehmen,

das zuletzt einen

Umsatz von 140 Millionen Euro

erwirtschaftet hat, stellt Anlagen

zur Müllsortierung her

und beschäftigt insgesamt 450

Mitarbeiter.

Erweiterung Ende November

soll die Anlage der Karger Holding

am neuen Standort in Bad

Wurzach mit 50 Mitarbeitern in

Betrieb genommen werden.

3500 Quadratmeter ist die neue

Halle groß, 14 000 Quadratmeter

das gesamte Gelände. Die

Baukosten betrugen über

zwölf Millionen Euro. Durch

den Neubau könne man die

Lkw-Kilometer halbieren, erklärt

Geschäftsführer Wolfgang

Karger. Das Familienunternehmen

aus Illertissen im Kreis

Neu-Ulm ist in den Bereichen

Verzinkung und Herstellung

von Sondergitterrosten aktiv

und beschäftigt derzeit rund

230 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz

lag zuletzt bei 22 Millionen

Euro.

Reisemobil Die Erwin Hymer

Group aus Bald Waldsee hat

zuletzt mehrere Auszeichnungen

gewonnen. Bei der Reisemobil-Wahl

2020 der Auto-Zeitung

landete Hymer mit der

B-Klasse ModernComfort in

den Kategorien „Teilintegrierte“

und „Integrierte“ auf Platz

Eins. Von Auto Bild Reisemobil

gab es unter anderem in der

Kategorie Zubehör Platz Eins

für den E-Scooter von Hymer

Original Parts. Die Erwin Hymer

Group ist eine Tochtergesellschaft

von Thor Industries

und erwirtschaftete zuletzt mit

7300 Mitarbeitern weltweit einen

Umsatz von 2,5 Milliarden

Euro. Zuletzt verkaufte das Unternehmen

aus dem Kreis Ravensburg

62 000 Fahrzeuge.[!]


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

57

Südwest Mail: Post auf Schwäbisch

Sei schlau, verschick blau

2.500 Zusteller im gesamten Zustellgebiet sorgen dafür, dass frühmorgens um sechs die Post

zusammen mit der Tageszeitung im Briefkasten liegt, pünktlich zum ersten Kaffee!

Fleißig und unkompliziert, so geht Post auf

Schwäbisch! Mit 22 Millionen Sendungen

und einem clever gebauten Logistiknetz

weltweit legt die blaue Schwaben-Post ihrem

gelben Konkurrenten gut vor.

Jede Nacht läuft in Langenau im Briefverteilzentrum

der Südwest Mail die Briefsortiermaschine

auf Hochtouren: 130.000 Briefe wollen

verarbeitet werden. Die Sendungen werden

zusammen mit der Tageszeitung zugestellt.

„Eine Herausforderung“, wie Oliver Handke,

Leiter des Briefsortierzentrums, das Nachtwerk

der 85 Mitarbeiter beschreibt. Täglich

werden 2.500 Postbezirke beliefert. „Wir planen

die Umsetzung exakt, noch vor Mitternacht,

um Punkt 23 Uhr, müssen alle Sendungen

verarbeitet sein und gehen dann in die

Druckhäuser nach Ulm und Crailsheim.“ Besonders

stolz ist er auf die insgesamt 85 Mitarbeiter:

„Ein starkes Team, welches das

nächtliche Zusammenspiel bewerkstelligt.

Unser Schlüssel zum Erfolg.“

Mehr als 1.000 Kunden vertrauen auf die besondere

Dienstleistung der Südwest Mail. Der

private Postdienstleister liefert nämlich etwas,

das die Konkurrenz nicht bieten kann.

Den persönlichen Service! Mittelständische

Betriebe, Handwerk und verarbeitendes Gewerbe,

aber auch Stadtverwaltungen, Ämter

wie Behörden: Alle vertrauen auf den nahbaren

Service der Südwest Mail. „Wir holen die

Post beim Kunden ab und haben durch die

vorgefertigten Postlabels den ganzen Versandablauf

vereinfacht“, so Verkaufsleiterin

Ulrike Moritz. „Von der Arztpraxis bis zum internationalen

Konzern: Wir stehen mit unseren

Kunden täglich in Kontakt.“

Abrechnung am Ende

Das Konzept ist so einfach wie revolutionär.

Der Kunde bezieht die einheitlichen Postwertmarken,

sogenannte „PreLabels“, abgerechnet

wird zum Schluss. „Unsere Kunden müssen

sich keine Gedanken über die Frankierung

ihrer Sendungen machen. Die Rechnung

gibt´s bequem zum Monatsende“, verrät Ulrike

Moritz. 2017 kam es zum Zusammenschluss

der Standorte Ulm und Crailsheim im

Langenauer Briefsortierzentrum. Jetzt laufen

alle Fäden in Langenau zusammen. Die Maxime

des blauen Postdienstleisters: „Die Dinge

einfach, kompetent und persönlich halten!“

Die Erhard GmbH & Co. KG, ein weltweit bedeutender

Hersteller für Wasserarmaturen,

setzt auf den Rundum-Service des Postdienstleisters:

„Von der Zuverlässigkeit der

Abholung sind wir begeistert!“ Das

Heidenheimer Unternehmen, Top-Arbeitgeber

aus der Region, hat inzwischen auch den

Spitzenleistung! 130.000 Briefe werden im

Briefsortierzentrum täglich erfasst.

Versand seiner Auslandspost auf die Südwest

Mail umgestellt: „So können wir auch hier

durch die tägliche Abholung eine schnellere

Zustellung garantieren“, wie das Unternehmen

erklärt.

Eine Innovation voraus

Auf die blaue Post ist Verlass – auch wenn es

um Innovationen geht. Daniele De Blasi, Marketingleiter

der Südwest Mail, hat eine besondere

Strategie entwickelt. Die Mitarbeiter der

Südwest Mail sind zugleich die Gesichter der

Marketingkampagne. „Wofür wir stehen, das

tragen wir auch nach außen. Unsere Werte:

Zuverlässigkeit und Persönlichkeit, das ist es,

was uns stolz macht und das wollen wir unseren

Kunden auch zeigen.“

Wer sein Unternehmen strategisch stark positionieren

will, setzt die „Individual PreLabels“

ein. Die individuell konfigurierten Postwertmarken

sind ein wahrer Blickfang. Der klassische

Brief hat noch lange nicht ausgedient.

Doch was tun, wenn mal kein Briefumschlag

und keine Postwertmarken zur Hand sind?

„Der Hybridbrief wird am PC erstellt, die Übergabe

erfolgt digital. Wir übernehmen den

Druck, die Kuvertierung und die Zustellung“,

so der Marketingleiter über den innovativen

Briefdienst der Südwest Mail.

130.000 Briefe pro Tag

Mit dem Zusammenschluss der beiden

Standorte Ulm und Crailsheim in Langenau

hat auch die neue Briefsortiermaschine Einzug

gefunden. „Unsere Hochleistungsma-

schine schafft 43.500 Briefe in der Stunde,

sozusagen der Mercedes-Benz unter den Sortiermaschinen“,

so ist im Unternehmen die

Rede, geht es um die „Böwe Simex Letter“.

Dabei wächst die Sortieranlage sogar mit,

denn die Anzahl der Sortierfächer lässt sich

von 24 auf bis zu 192 Fächer erweitern.

„Schnell und flexibel, genau wie unsere Mitarbeiter.

Dadurch konnten wir das manuelle

Sortieren mit 12 Prozent auf ein Minimum reduzieren.“

Die Lautstärke der Sortiermaschine?

Mit 70 Dezibel schnurrt die Maschine im

laufenden Betrieb wie ein Kätzchen.

Darauf ist man stolz

„Es war nicht immer einfach, neben dem

Platzhirsch Deutsche Post AG zu bestehen“,

fasst man im Unternehmen die Entwicklungen

des blauen Postdienstleisters zusammen.

„Doch mit unseren individuellen und flexiblen

Services konnten wir einen großen Marktanteil

erobern und langfristig stabilisieren. Und

darauf sind wir im Unternehmen stolz.“

SÜDWEST-MAIL Brief + Service GmbH

Riedheimer Straße 6 · 89129 Langenau

Ulrike Moritz, Leitung Verkauf / Key Account

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58 LEBEN unternehmen [!]

Kunst gehört zum Leben

Die private Seite Albrecht Braun ist Sammler und Unternehmer. Seine Zusammenarbeit

mit Bildhauern machte das kreative Potenzial von Beton fassbar. Jetzt ist Zeit für Neues.

Albrecht Braun machte

seine Leidenschaft zur

Kunst schon früh zum

Teil der Unternehmensphilosophie.

Mit Kunstwettbewerben

positionierte der

ehemalige Geschäftsführende

Gesellschafter der Braun-Steine

GmbH in Amstetten (Alb-Donau-Kreis)sein

Unternehmen

als Förderer junger Künstler und

zeigte mit den entstandenen

Skulpturen die kreative Seite

des Ausgangsmaterials Beton.

Das erhöhte seinen Sympathiewert

und den seiner Produkte.

Das Mekka der zeitgenössischen

Kunst der 70er und 80er

Jahre zentrierte sich in der kleinen

Kunstgalerie Cuenca von

Carlos Cuenca Ramirez im

„Wilden Mann“. Man traf sich

in der Wirtschaft im Fischerviertel,

in der Galerist Carlos

Ramirez Kunstgeschichte

schrieb, namhafte Künstler, wie

unter anderem Joseph Beuys,

nach Ulm holte, man diskutierte

über das Leben, die Kunst und

die Politik.

Es war die Zeit, in der auch

Kurt Fried als Kunstsammler

und Mäzen auftrat und das Studio

F als Kunst-Hotspot etablierte“.

So jedenfalls beschreibt

es Albrecht Braun, der als junger

Unternehmer zum Kreis der

„Wilden Männer“ gehörte. Mit

dabei unter anderem auch der

damalige Juso Vorsitzende und

spätere OB von Ulm, Ivo Gönner,

sowie Künstler und Absolventen

der Hochschule für Gestaltung

(HfG).

Der plötzliche Tod seines Onkels

hatte zur Folge, dass Albrecht

Braun sich nach seinem

Studium unerwartet in der Rolle

des Unternehmers wiederfand

– und sein Leben als Geschäftsführer

von Braun-Steine

neu strukturieren musste. Neben

dem Geschäftsalltag, in dem

es um das Überleben und die

Galerist Cuenca

Ramirez holte

namhafte Künstler

nach Ulm– selbst

Joseph Beuys.

Weiterführung des Unternehmens

ging, war die Kunst, die

besondere Atmosphäre der

Treffen im „Wilden Mann“, für

Albrecht Braun wie das Eintauchen

in eine andere Welt. Nicht

ohne Folgen, denn schon bald

entwickelte der junge Unternehmer

seine Sammelleidenschaft.

In dieser Zeit begann der

damalige Redakteur der Südwest

Presse und spätere Chefredakteur

der Neuen Mediengesellschaft,

Gerhard Breinlinger

aus Konstanz, sogenannte

BTX-Grafiken von bekannten

Künstler in einer limitierten

Auflage aufzulegen.

Ramirez entwickelte daraus

eine Marketingidee. Mit Kleinskulpturen

aus Beton in kleinen

Serien lassen sich Kunst und

Unternehmen verbinden, lautete

sein Konzept. Entstanden, wie

so viele andere Ideen auch, bei

einem Abend im „Wilden

Mann“. Die Entwürfe stammten

„Vario-Objekt“ von

Carlos Cuenca

Ramirez, dessen

Galerie in der

Kohlgasse bis zu

deren Schließung

2013 dreieinhalb

Jahrzehnte fester

Bestandteil der

Ulmer Kunstwelt

war.


unternehmen [!]

von Ulmer Künstlern, denen Albrecht

Braun mit dem ungewöhnlichen

Material neue

künstlerische Möglichkeiten bot

und sie mit kleinen Arbeiten

beauftragte. Begrenzt durch das

eher überschaubare Kunstbudget

wurden die Serien in unregelmäßigen

Abständen aufgelegt,

aber es gibt sie bis heute.

Aktuell ist es die Skulptur einer

Stuttgarter Künstlerin aus dem

Bereich der Illusionskunst mit

einer auf 50 Exemplare limitierten

Auflage.

Kunst auf Straßenpflaster

Mit der erfolgreichen Entwicklung

des Unternehmens erweiterte

Albrecht Braun sein Netzwerk,

hatte Kontakt zu Architekten

und Stadtplanern und entwickelte

zusammen mit dem

damaligen Pressesprecher der

Stadt Konstanz das erste Projekt

Kunst auf Straßenpflaster. Das

war 1995 und nachdem unter anderem

der Ulmer Designer Rido

Busse Mitglied der Jury war,

folgten nach der zweiten Auflage

in Konstanz, 2004 und 2008

weitere in Ulm.

Parallel dazu schrieb Albrecht

Braun den bundesweiten

Künstlerwettbewerb „Artist at

work“ aus, der erstmals 1999 in

der Reithalle beim Ulmer Kulturzentrum

Roxy stattfand. Verbindliche

Vorgabe für die jungen

Nachwuchskünstler war unter

anderem ein Kubikmeter

Sandsteinbe-

Vorgabe für die

Künstler war,

einen Kubikmeter

Sandststeinbeton

zu verwenden.

ton. Damals

die Neuentwicklung

einer

Betonrezeptur

mit einer

deutlich

weicheren

Konsistenz als

herkömmlicher

Beton. „Es entstanden Riesenskulpturen“,

erinnert sich

Albrecht Braun an die Resultate

des ersten Wettbewerbs.

Die Frage war: Wohin mit den

Kolossen? Aufgrund dieser Erfahrung

wurden die Modalitäten

geändert. Im Lauf der insgesamt

fünf Wettbewerbe bei den Landesgartenschauen

in Ostfildern

und Heidenheim sowie auf der

Insel Mainau entstanden Skulpturen,

die Beton mit anderen

Materialien kombinierten. „Jede

Skulptur war eine neue Erfahrung,

wie man mit dem Material

umgehen kann. Es gab streng

geometrische oder auch völlig

amorphe Objekte“. Die wurden

im Anschluss versteigert. Mathias

Holtmann vom SWR und

Günther Jauch waren zwei der

Auktionatoren die für Braun im

Einsatz waren.

Zumindest eine Skulptur fand

nach jedem Wettbewerb den

Weg in die

Braun‘sche

Sammlung. Inzwischen

sind

die Räume und

das Ausstellungsgelände

von Braun-Steine

in Amstetten

und Tübingen

mit Kunst ausgestattet – an

Wänden, Skulpturen im Raum

und nicht zuletzt Kunst im Außenbereich.

Um die jungen Künstler über

den Wettbewerb hinaus zu fördern,

veranstaltete Albrecht

Braun jährliche Ausstellungen

in der ehemaligen Schlosserei

seines Betriebs. Die Industriearchitektur

bot eine außergewöhnliche

Plattform für die

Kunst der Wettbewerbspreisträ-

bei PIANO - FISCHER

PIANO-FISCHER ULM

– vormals Piano Maier –

Mann mit Leidenschaft für

Kunst und Sinn für Gestaltung:

Albrecht Braun steht am

„Schiebeobjekt“ der Heilbronner

Bildhauerin Bettina Bürkle.

Fotos: Marc Hörger

AKTIONS-

TAGE

7. OKTOBER

bis

7. NOVEMBER

2020

Donaustraße 10 I 89073 Ulm I T 0731 61 99 88 I info@piano-fischer.de

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60 LEBEN unternehmen [!]

Alles hat seine

Zeit. Mir hat die

Kunst viel gegeben.

Es war eine Welt,

die mir zusagt.

Albrecht Braun

Kunstsammler und Unternehmer

ger. Kein starres Ausstellungskonzept,

sondern ein Prozess,

der sich entwickelte und in den

zurückliegenden Jahren zunehmend

zu erweiterten Kunstausstellungen

führte. „Die Materialität

in verschiedenen Kombinationen

interessiert mich“, begründet

Braun diese

Entwicklung. Kunst gehört für

ihn zum Leben. Kommunikation

und Kunst verbindet und dies

gehört inzwischen zur Unternehmensphilosophie.

„Andere sponsern Sport, wir

haben uns über die Kunst positioniert.

Das bedeutet für mich

aber auch ein hohes Maß an

Herausforderung für Innovation

im Unternehmen. Andernfalls

ist das Unternehmen mit

der Kunst nur angehübscht. Beides

muss zueinander passen,

sonst ist der Auftritt nicht authentisch“,

erklärt Braun seinen

Ansatz. Missionieren will er

nicht, ob er über Kunst mit seinen

Geschäftspartnern oder

Mitarbeitern sprechen kann,

lässt er offen. „Mir jedenfalls hat

die Kunst viel gegeben, es war

eine Welt die mir zusagt, das

Querdenken machte mir Spaß

und Freude und dies ist ausgesprochen

wichtig – in allen Bereichen“.

Warum die Vergangenheitsform?,

fragt man sich. Die Antwort

kommt dezidiert und nachdenklich.

„Alles hat seine Zeit.

Ich habe meine Aufgaben im

Unternehmen Anfang 2018 an

meinen Sohn übergeben, der hat

sicher auch andere Vorstellungen.

Vielleicht leiste ich mir

noch einen Gesamtkatalog aufzulegen“,

meint Braun schmunzelnd,

denn einen vollständigen

Überblick gibt es bislang nicht.

Dazu kommt bei ihm eine wachsende

Skepsis, was die Mechanismen

am Kunstmarkt betrifft.

„Ich habe manchmal Zweifel an

der Vermarktung der Kunst, diesem

Hype und Spektakel. Das ist

für gute Künstler, die das Netzwerk

nicht gefunden haben,

schwierig. Jetzt ist es Zeit, etwas

anderes zu tun“.[!]


Sigrid Balke

Seit 145 Jahren im Geschäft mit Steinen

Kunst in der Firma: „driften“ heißt die Skulptur aus Sandsteinbeton von Michael Dudowitsch.

Auch die

Großskulptur

„Exkubus“ von

Herbert Volz ist

aus Sandstein-Beton.

Das Familienunternehmen

Braun Steine beschäftigt sich

seit dem Jahr 1875 mit Steinen

und wird heute in der fünften

Generation geführt. Albrecht

Braun hatte sich vor zweieinhalb

Jahren im Alter von 67 Jahren

aus dem operativen Geschäft

zurückgezogen. Für ihn

rückte sein Sohn Felix (Jahrgang

1987) in die Geschäftsführung

auf. Mit seinem Onkel Wilfried,

der seit vielen Jahren Geschäftsführer

ist, leitet er das

Unternehmen, das 110 Mitarbeiter

beschäftigt. Davon arbeiten

mehr als 80 am Stammsitz in

Amstetten (Alb-Donau-Kreis).

Ein weiterer Standort befindet

sich in Tübingen.

Früh zog sich das Unternehmen

aus der Massenproduktion

zurück, spezialisierte sich auf

Gestaltung und beliefert ausschließlich

den Fachhandel.

Schwerpunkte sind Steinsysteme

aus Pflastersteinen, Terrassenplatten,

Mauern für die die

Gartengestaltung und den kommunalen

Städtebau.


unternehmen [!] RESSORT 61

Wir machen

Geschichten

mit Leib

und Seele

Contentperformance setzt auf gute Geschichten und maßgeschneiderte

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dem Traditionshandwerk Journalismus und den modernen Varianten des

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Julia Haaga

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62

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Plattform für

Fachhändler

Werkzeugbau Die in Uhingen

beheimatete EWS-Tochter

„Tool-Arena.de“ hat mit einem

Online-Marktplatz eine Plattform

zum Handel von Produkten

der Werkzeug- und Maschinenbauindustrie

geschaffen. Bekannte

Fachmarken bieten dort

ihre Produkte an. Damit wird

Kunden die Produktsuche und

Anbietern der Weg zu digitalen

Absatzmöglichkeiten erleichtert.

„Wir setzen sehr stark auf

Visualisierung“, erklärt Geschäftsführer

Niklas Vogt. Die

komplexen Produkte können auf

der Plattform dreidimensional

dargestellt und auch zusammengesetzt

werden, um zu prüfen,

ob das Teil für den vom Kunden

gewünschten Zweck passt. Derzeit

befindet sich das Start-up

nach dreijähriger Vorbereitungszeit

in der Anlaufphase.

Kick erobert

neue Märkte

Spritzguss Der Geschäftsführer

der Göppinger Spritzgussfirma

Kick, Marco Kienzler, will

neue Märkte erschließen. Mit

seinem 28-köpfigen Team etabliert

sich das Unternehmen gerade

im Zukunftsbereich der

Umwelttechnik. Zudem läuft ein

Medizintechnik-Produkt, das

bislang in China hergestellt

wurde, seit diesem Jahr in Göppingen

vom Band. Ein Hersteller

von Beatmungsgeräten hatte

aufgrund von Qualitätsmängeln

in Asien die Aufträge für

ein Bauteil an Kick vergeben.

Kienzler übernahm gemeinsam

mit seinem Vater Ralph Kienlzer

vor sieben Jahren den Spritzgussspezialisten,

der seither

konsequent den Branchenmix

ausgebaut und somit die

Abhängigkeit von der Automobilindustrie

begrenzt. Kick liefert

seine Produkte inzwischen

an Abnehmer in der Baumaschinen-,

Spielzeug, Medizin- sowie

Raum- und Luftfahrttechnik.

Nur noch wenige Tage hat die Kaufhof-Filiale in Göppingen geöffnet.


Foto: Giacinto Carlucci

Unterstützung für

Kaufhof-Mitarbeiter

Nun ist es endgültig: Der Kaufhof an der Bleichstraße in Göppingen

schließt Ende Oktober seine Pforten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen

über den Fortbestand der Filiale im Juli hat sich nun der Landtagsabgeordnete

Peter Hofelich (SPD) mit einem Antrag an das Landeswirtschaftsministerium

gewandt. Damit will er in Erfahrung bringen,

wie Beschäftigte vor Ort unterstützt werden könnten. Hofelich fordert,

dass vor allem die maximale Dauer der vorgesehenen Transfergesellschaft

von einem Jahr voll ausgeschöpft werden müsse. Zuletzt waren

am Standort in der Fußgängerzone Bleichstraße bis zu 50 Mitarbeiter

beschäftigt. Insgesamt sind im Land vier Filialen von den Sparplänen

der Warenhauskette betroffen.

Produktion

erweitert

Kräuterhaus Nach zweieinhalbjähriger

Bauzeit produziert

das Bad Ditzenbacher „Kräuterhaus

Sanct Bernhard“ seit Kurzem

in einer mehr als 2000

Quadratmeter großen, neuen

Halle. Hauptsächlich werden in

dem Neubau Ölkapseln gefertigt.

Die neue Produktionshalle

befindet sich auf dem Firmengelände

unmittelbar an der

B466 in Bad Ditzenbach. Der

Hersteller von Pflege- und Nahrungsergänzungsmitteln

hat

10 Millionen Euro in den Neubau

investiert. Der 1903 gegründete

Familienbetrieb beschäftigt

derzeit 450 Mitarbeiter.

Fairer

Marktplatz

KinderBerlins Die beiden

21-jährigen Studenten Daniel

Bidlingmaier und Moritz Fränkel

aus dem Göppinger Stadtteil

Bartenbach haben in diesem

Jahr den virtuellen, ökologisch

orientierten Marktplatz

„KinderBerlins“ gestartet. Auf

diesem wollen sie anderen

Start-ups, welche fair und nachhaltig

handeln, eine Plattform

bieten, sowie Produzenten

nachhaltig hergestellter Waren

und Konsumenten zusammenbringen.

Nach wenigen Monaten

waren im September über

60 Anbieter auf dem Marktplatz

vertreten. Für sie kümmert

sich KinderBerlins um

Marketing, die Zahlungsabwicklung

sowie um die Weiterleitung

der Bestellungen.

Odelo schließt

Werk

Geislingen Der Autozulieferer

Odelo will sein Geislinger

Werk Ende kommenden Jahres

schließen. Von der Schließung

wären 133 Mitarbeiter betroffen.

Hintergrund ist laut Geschäftsleitung

des in Mannheim

ansässigen Heckleuchten-Herstellers

eine geplante

Umstrukturierung im Gesamtunternehmen

aufgrund der

Krise in der Branche. Arbeitnehmervertreter

und Politik

bemühen sich in Gesprächen

mit der Unternehmensführung

um eine Änderung der Pläne

beziehungsweise sozialverträgliche

Lösungen.

Digitale

Zähler

Sensotek Digitale Personenzählsysteme

der Ebersbacher

Firma Sensotek werden derzeit

im Spielzeugmuseum in Nürnberg

sowie bei großen namhaften

Firmen als Hilfe zur Einhaltung

der Covid-Hygieneregeln

genutzt. Die Systemlösung zur

berührungslosen Zugangskontrolle

mit individuell konfigurierbaren

Geräte werden in

Ebersbach entwickelt, produziert

und vertrieben. Die Sensotek

GmbH ist eine Beteiligungsgesellschaft

der Pepperl

und Fuchs AG, welche zu den

weltweit größten Anbietern im

Bereich der berührungslosen

Sensoren zählt. Pepperl und

Fuchs beschäftigt weltweit

rund 6300 Mitarbeiter und erwirtschaftete

zuletzt einen Umsatz

von 715 Millionen Euro. [!]


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64

RESSORT unternehmen [!]

Geht noch

was App?

Smartphones Sie machen sich auf Konferenztischen breit,

verkriechen sich in Männerhosen und Damentaschen. Sechs

Führungskräfte sprachen mit Stefan Loeffler über ihr

Verhältnis zu den digitalen Alleskönnern.

FOTO: BLOOMICON/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] LEBEN 65

1) Wie häufig wechseln Sie Ihr

Smartphone oder haben sie

sogar mehrere gleichzeitig?

2) Kommt es Ihnen bei der Auswahl

auf die Größe an?

3) Welches ist Ihre Lieblings-App

und warum?

4) Welche App nutzen Sie zur

Entspannung?

5) „Fasten“ Sie manchmal digital

und wie fühlt sich das an?

6.) Kennen Sie die Spider-App und

wie oft hatten Sie diese schon?

1Mein aktuelles Smartphone

habe ich jetzt seit vier Jahren

und ich nutze nur ein Gerät. Ein

neues Handy schaffe ich mir erst

an, wenn das aktuelle nicht

mehr funktioniert. Das hat für

mich auch etwas mit Nachhaltigkeit

zu tun.

2Es geht mir dabei um die

Handhabung. Es darf nicht

zu groß, aber die Lesbarkeit

muss gut sein. Nicht zuletzt soll

es bei uns Frauen ja auch in eine

kleine Tasche passen.

3Ich habe seit kurzem „Zeit

Audio“ und höre darüber einen

Podcast. Außerdem – ganz

banal – die Einkaufs-App

„Brings“, mit der sich die Familie

bezüglich der Einkäufe organisiert.

4Spotify.

5Ich muss gestehen, eher wenig.

Allerdings habe ich alle

Töne mit Ausnahme vom Klin-

Angelika Müller, Geschäftsführerin

der AST Arbeitssicherheit

und Technik GmbH in Blaustein,

organisiert ihre Einkäufe

gemeinsam mit ihrer Familie

über eine App.

gelton deaktiviert, so dass ich

nur Mitteilungen lese, wenn ich

das Handy aktiv nutze. So werde

ich nicht ständig gestört. Bei

Meetings oder in der Pause

bleibt das Handy aus. Ganz ohne

digitale Medien bin ich allerdings

nicht gerne unterwegs.

6Natürlich – ich habe drei aktive

Kinder! Ich selber hatte

sie glücklicherweise noch nie.

1Der Wechsel steht immer

dann gezwungenermaßen an,

wenn am Handy etwas nicht

mehr oder nur noch extrem

langsam funktioniert.

Im

Schnitt passiert

das alle

zwei Jahre. Ein

Gerät reicht

mir aber völlig

aus, auch wenn

schon mal die

Überlegung zu

einem reinen

Geschäftshandy

bestanden

hat.

2Das Smartphone muss so

handlich sein, so dass es gerade

noch in die Hosentasche

passt. Ansonsten ist ein größerer

Bildschirm deutlich angenehmer

als ein kleines Display.

3Das ist wohl WhatsApp, weil

ich hier in kurzer Zeit mit

verschiedenen Personen persönliche

und geschäftliche Informationen

austauschen kann.

4Am besten klappt das mit

der Musik-App. Mit der

kann ich bei den verschiedensten

Gelegenheiten die Musik anhören,

die mir gerade gefällt.

5Es gibt keine bewussten Fastenzeiten,

was aber auch

FOTOS: SOLOMON7,KABARDINS PHOTO,

MHATZAPA/SHUTTERSTOCK.COM

Bei Andreas Höfer, Geschäftsführer

der Eislinger Hydrogärtnerei

Höfer, läuft zur Entspannung

Musik auf dem Handy.

daran liegt, dass ich das Smartphone

nicht übertrieben oft im

Einsatz habe.

6Die ist mir

natürlich geläufig,

auch

wenn ich Sie nie

hatte. Ich bin

nur immer verwundert,

wie

lange die Leute

mit dieser Beeinträchtigung

manchmal ihr

Handy noch

verwenden.

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66

LEBEN

unternehmen [!]

Markus Marquard, Geschäftsführer

des Zentrums für

Allgemeine Wissenschaftliche

Weiterbildung der Universität

Ulm (ZAWiW), nutzt das

Smartphone, um in Kontakt zu

bleiben.

1Das Smartphone, dass ich momentan

benutze, habe ich

schon eine ganze Weile. Normalerweise

tausche ich es immer

aus, wenn der Nachfolger auf

den Markt kommt.

2Ja. Ab einer gewissen Größe

finde ich es nicht mehr optimal

zu handhaben und es sieht

für mich auch nicht so schön

aus.

3Seit Corona habe ich eine

neue Lieblings-App. Und

zwar eine über die ich Hörbücher

oder Podcasts runterladen

bzw. abspielen lassen kann.

Bei Nina Höppel, Inhaberin der

Göppinger Boutique „Nina´s

Liebling“, bleibt das Smartphone

am Wochenende aus.

4Dafür benutzte ich eigentlich

keine App. Da ist mir die

Natur lieber.

5Am Wochenende verzichte

ich sehr gerne auf mein

Smartphone. Es gibt meistens so

viele andere Dinge, mit denen

man sich beschäftigen kann. Ich

faste nicht absichtlich, aber das

ergibt sich in der Freizeit eigentlich

von selbst.

6Die kenne ich zum Glück

nicht… Und ich hoffe, das

bleibt auch so!

1Ich besitze mein Smartphone

seit sechs Jahren und es ist inzwischen

in die Jahre gekommen.

Es steht wohl jetzt ein

Neukauf an.

2Es darf nicht zu groß sein.

Da ich es immer dabeihabe,

muss es gut in die Hosentasche

passen.

3Ich nutze das Smartphone

vor allem für meine E-Mails

und um in Kontakt zu bleiben.

Telegram ist dabei nicht nur sicherer

als WhatsApp, sondern

hat auch die pfiffigeren Sticker.

4Zur Entspannung nutze ich

eigentlich lieber mein Sofa

oder treibe Sport. Ich mache natürlich

auch manchmal Spiele

auf dem Handy, fühle mich danach

aber nicht wirklich entspannt.

5Das schaffe ich nur manchmal

im Urlaub. Wenn ich

doch einmal das Smartphone

zuhause vergesse, dann habe ich

immer das Gefühl, ich verpasse

etwas. Irgendwie geht es dann

aber doch auch ohne Smartphone.

6Ich habe bisher Glück gehabt

und mir noch keine Spider-App

eingefangen. Aber meine

Töchter schaffen das immer

mal wieder – das ist keine schöne

Sache.

1Ich habe nur ein dienstliches

Smartphone.

2Das Smartphone wird von

unserer IT-Abteilung ausgewählt,

so dass ich keinen Einfluss

darauf habe.

3Habe ich nicht. Die einzige

App, die ich nutze ist Whats-

App.

4Zur Entspannung gehe ich

spazieren. Sehr gerne mit

meiner Frau bei uns im Wald.

Hans-Jürgen Zimprich,

Verbandsingenieur bei Südwestmetall

in Ulm, nutzt ein

Handy ausschließlich im Dienst.

5Das habe ich absolut nicht

nötig. Das Einzige, was ich

so richtig digital mache, ist die

digitale Fotografie und das auch

noch mit analogen Objektiven.

Diese sind locker 40 Jahre alt

und machen noch immer tolle

Bilder.

6Diese App kenne ich nicht.

1Ich wechsle das Smartphone

möglichst selten. Eigentlich

immer erst bei einem Defekt.

Bisher hielten die Geräte meist

vier Jahre. Für geschäftliche

Zwecke nutze ich ein zweites

Handy.

2Die ideale Größe ist für

mich, wenn das Smartphone

sich noch mit einer Hand bedienen

lässt.

3Meine wichtigste App ist

Outlook. Damit habe ich

auch unterwegs meine E-Mails

und den Kalender im Blick.

Wichtig ist für mich auch die

Kamera.

4Zur Unterhaltung nutze ich

Facebook. Dort finde ich

Für Tobias Vester, Geschäftsführer

der Veprotec Automation

GmbH in Dürnau, ist Outlook die

wichtigste App.

Links zu aktuellen Themen und

bleibe auf dem Laufenden, was

sich bei Freunden und Bekannten

tut.

5Eigentlich hatte ich mit meiner

Frau abgemacht, den

Mittwochabend ohne Smartphone

und Internet zu verbringen.

Ich muss aber zugeben,

dass wir es bisher noch nicht geschafft

haben, diesen Vorsatz

umzusetzen.

6Mit der „Spider-App“ hatte

ich bislang Glück. Allerdings

ist mir kürzlich am zweiten

Urlaubstag das Glas meiner

Kamera kaputt gegangen. Somit

ist also wieder Zeit für ein neues

Handy.


unternehmen RESSORT [!]

spezial

unternehmen RESSORT [!] 67

Das Wirtschaftsmagazin

im Südwesten

Oktober 2020

Tagungen &

Events

Professionell

geführte und außergewöhnliche

Locations und Dienstleister aus Ulm und

Umgebung stellen sich vor.


68

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Ohne Nähe

geht es nicht

Veranstaltungen Die Pandemie erschwert

Events und verändert die Kommunikation.

Zwei Experten erklären, warum persönliche

Treffen dennoch so wichtig sind.

Nichts geht über den

persönlichen Kontakt –

das gilt auch für berufliche

Netzwerke. Doch

seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie

gibt es geschäftliche

Treffen nur noch selten und

wenn, dann mit Einschränkungen.

Wurden früher Verträge

vornehmlich von Angesicht zu

Angesicht ausgehandelt und

Projekte gemeinsam am Tisch

geplant, werden jetzt Online-Meetings

und digitale

Chats immer wichtiger.

„Ein Ersatz ist das nicht“, sagt

Dr. Johanna Schäwel, Expertin

für Medien-, Kommunikationsund

Sozialpsychologie von der

Universität Hohenheim. „Persönlich

lassen sich Dinge einfach

besser einschätzen. Verhaltensweisen

geben Aufschluss,

ob man auf einer Wellenlänge

liegt, sich gegenseitig Respekt

zollt und sich vertrauen kann“,

erläutert er. Deshalb seien persönliche

Treffen so wichtig.“

Menschen sind soziale Wesen

und brauchen den Kontakt

zu anderen Menschen – privat

und geschäftlich. „Gestik,

Mimik, Körperhaltung, Berührung

und Blickkontakt

kommen digital einfach

zu kurz. Der echte Blickkontakt

ist wichtig in unserer

Kultur“, erklärt

Schäwel. „Er schafft ein

Gefühl von Nähe und Vertrauen.

Das ist über eine Kamera

nicht möglich, denn

man schaut nicht direkt in die

Augen des Gegenübers, sondern

in ein technisches Gerät.“

Zwar lasse sich manches digital

ausdrücken, aber schon allein

die Tatsache, dass das Bild

etwa bei Videochats gespiegelt

ist, verzerre die Realität. Neben

Neben der Unterhaltung

müssen sich Gesprächspartner

nun auch auf das Einhalten der

Abstandsregeln konzentrieren.

dem direkten Augenkontakt, so

Schäwel, komme es im geschäftlichen

Kontakt auch auf Berührungen

wie Händeschütteln an,

um Vertrauen und Respekt auszudrücken.

Zurückhaltung überwiegt

Aber auch der persönliche

Kontakt ist in Corona-Zeiten

anders. Das von früher

gewohnte, unbefangene

Miteinander ist trotz

mancher Lockerungen

noch nicht wieder möglich

– und das hat Folgen. „Gefühle,

die inzwischen zutage

treten, sind Vorsicht, Angst,

Zurückhaltung und Unsicherheit“,

sagt Schäwel. Neben dem

üblichen Gespräch müsse man

sich jetzt auf Abstandsregeln,

Masken und andere Hygienevorschriften

konzentrieren, die

ungewohnt sind. „In Gesprä-


unternehmen [!] VERANTWORTEN 69

Mit Mund-Nasen-Schutz ist die Mimik

der Anderen nur schwer zu erkennen.

verschiedenen Vorschriften

konfrontiert. „Da kann ich aufgrund

der Verordnungen entscheiden,

welche Location besser

zu meiner Veranstaltung

passt“, sagt Fritzges.

Was Unternehmen bei Planung

und Organisation beachten

müssen, sind laut Fritzges

vor allem zwei Dinge. Erstens:

Es muss konkret nachgefragt

und geprüft werden, ob sich

eine Location mit den Verordnungen

auseinandergesetzt hat.

Aussagen wie „dann machen wir

den Raum etwas größer“ reichen

nicht. Zweitens: Veranstalter

müssen sich mit den Allgemeinen

Geschäftsbedingungen

gründlich auseinandersetzen.

Flexibilität ist wichtig für den

Fall, dass alles abgesagt werden

muss. „Es ist ja ein Unterschied,

ob ich 100 Prozent Stornokosten

habe oder 50 oder gar keine“,

sagt Fritzges. Als Hilfestellung

für die Verantwortlichen hat der

VDVO die aktuellen Verordnungen

für Veranstaltungen auf seiner

Homepage veröffentlicht.

Bei

persönlichen

Treffen lassen sich

Inhalte viel besser

transportieren.

Bernd Fritzges

VDVO-Vorsitzender

chen muss man sich mehr zurücknehmen

und kann nicht so

ausgelassen sein wie sonst. Jetzt

muss man mehr bei sich bleiben

und viel mehr als bisher mit

Worten ausdrücken, ob man zustimmt

oder ablehnt – schon allein,

weil man aufgrund der

Maske das Gesicht nicht sehen

kann.“ Vor allem bei neuen Geschäftskontakten

sei das eine

Herausforderung.

Bernd Fritzges, Vorstandsvorsitzender

des Verbands der

Veranstaltungsorganisatoren

(VDVO) mit Sitz in Berlin, kennt

das Problem. Für ihn sind Präsenzveranstaltungen

weiterhin

„das beste Kommunikationsinstrument,

das der Wirtschaft zur

Verfügung steht, weil die Inhalte

besser transportiert und verankert

bleiben als bei digitalen

Treffen“. Er spricht für Deutschlands

größten Verband für Veranstaltungsplaner

in Unternehmen

und weiß, wie kompliziert

es geworden ist, Events zu planen.

„Jedes Bundesland passt

seine Richtlinien täglich an, es

ändert sich laufend. Veranstalter

müssen ein tagesaktuelles

Hygiene-Konzept haben.“

Wer in diesen Zeiten Veranstaltungen

plant, braucht entweder

beratende Fachleute oder

setzt sich selbst intensiv mit den

Verordnungen auseinander.

Doch an dem Tag, an dem der

Event stattfindet, kann alles

schon wieder anders sein. „Im

Moment ist das sehr viel Sisyphusarbeit“,

sagt er und mahnt

zur Vorsicht: „Verantwortlich ist

immer der Veranstalter, nicht

die Location.“ Gerade an Grenzen

zwischen zwei Bundesländern

wie zwischen Bayern und

Baden-Württemberg sind Veranstalter

mit zwei Welten und

Bußgeld von 20 000 Euro

Um Bußgelder zu vermeiden,

helfen Checklisten. Denn Verstöße

können teuer werden.

„Die Gesundheitsämter kontrollieren

stichprobenartig“, sagt

Fritzges. „Es gab schon Bußgelder

in Höhe von 20 000 Euro bei

einer Veranstaltung in Niedersachsen,

weil die Hausmesse

nicht den Verordnungen entsprochen

hat. Aber in der Regel

wird bei geschäftlichen Events

streng darauf geachtet, dass die

Regeln eingehalten werden.“

Das Bußgeld zahlt am Ende

nicht die Person, die gegen eine

Regel verstößt, sondern der Verantwortliche

der Veranstaltung.

Ein Geschäftsführer muss das

aus privater Tasche zahlen und

kann das nicht als Betriebskosten

absetzen. Noch schlimmer

als ein Bußgeld wäre aber, einen

Spreader auf der Veranstaltung

zu haben, durch den nachweislich

Menschen sterben, sagt

Fritzges. „Ich bin kein Jurist,

aber ich könnte mir vorstellen,

dass wir mit so was in einen Bereich

der fahrlässigen Tötung

kommen können.“ [!]


Tanja Schuhbauer


70 RESSORT unternehmen [!]

BellaVista

Ulm

LOCATIONS – EVENTS – CATERING

Der Anlass ist da, die Gäste sind geladen, da kompetente Unterstützung gibt. In unseren

Locations wie dem BellaVista, dem

doch wie wird daraus jetzt ein unvergessliches

Event? Viele Locations, gutes Essen LAGO, dem WILEY CLUB, wie auch bei individuellen

Caterings, steht Ihnen unser

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von gastroevents, die ihre professionelles Team von der Anfrage bis

Kunden bei der Planung und Durchführung

gerne unterstützen – professionell ter sind im eigenen Schulungszentrum

zur Durchführung zur Seite. Alle Mitarbei-

und individuell.

ausgebildet worden und somit optimal

vorbereitet, die unterschiedlichsten Veranstaltungen

und Feierlichkeiten professio-

Einen Event zu planen ist eine ziemlich

große Herausforderung. Wie gut, dass es nell zu begleiten.

Das breite und stets frisch zubereitete kulinarische

Angebot soll Gäste nicht nur

satt machen, sondern Ihnen das Essen als

genussvolles Geschmackserlebnis anbieten.

Neben hausgemachter Pasta stehen

dabei deswegen auch selbstgebrautes

Bier und Apfelsaft von eigenen Streuobstwiesen

auf der Speisekarte.

Gerne gestalten wir Ihnen ein stimmungsvolles

Ambiente mit individueller Deko,

hochwertiges Ambiente & effektvolle Beleuchtung.

Dies geschieht in Kooperation

mit von uns ausgewählten Partnern.


unternehmen [!] RESSORT 71

WILEY CLUB

Neu-Ulm

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Dank des Kooperationspartners

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auf Wunsch auch Hotelzimmer und ein

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KONTAKT

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Steinbeisstraße 7

89079 Ulm

T +49 (0)731 71 57 90 81

@ j.nassall@gastroevents-ulm.de

I www.gastroevents-ulm.de

„Sie haben einen Anlass –

wir machen daraus einen

besonderen Event.“

Julia Nassall,

Leitung Verkauf


72

RESSORT unternehmen [!]

ratiopharm arena

Neu-Ulm

ANGEBOT & SERVICE

Die ratiopharm arena bietet Ihnen viel

Raum für Ihre Veranstaltung.

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und stellen Ihnen kompetente

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zur Seite.

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Unsere Räume sind variabel und parallel

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Halleninnenraums ist möglich. Ideal für

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Zugänge, groß zügige Anlieferungszonen,

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Betreuung durch ein erfahrenes Event-

Team.

KONTAKT

ratiopharm arena

Europastr. 25

89231 Neu-Ulm

T +49 (0)7 31 2 06 41-0

@ richard.king@ratiopharmarena.de

I www.ratiopharmarena.de

Ihr Ansprechpartner

Richard King,

Vermarktung

ratiopharm arena


unternehmen [!] RESSORT 73

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Neu-Ulm

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Wir kochen in Ihrem Betriebsrestaurant täglich

frisch, gesund & ausgewogen. Das für

Sie zuständige Küchenteam kümmert sich

um das kulinarische Wohlergehen von Ihnen

& Ihren Mitarbeitern und geht flexibel auf

Ihre Wünsche ein. Selbstverständlich sind

unsere Mitarbeiter auf dem neuesten Stand

der Hygienevorschriften, so dass Sie sich

bei uns sicher fühlen können.

KONTAKT

Eder Catering Company GmbH

Dornierstraße 11 · 89231 Neu-Ulm

T +49 731 834-56

@ info@settele-catering.com

I www.settele-catering.com

I www.regadi-bertriebscatering.com

I www.regadi-shop.de

„Wir machen Ihren Anlass

zu etwas Besonderem!“

Thomas Eder,

Geschäftsführer


74

Ulm

RESSORT unternehmen [!]

NEUE PRESSEGESELLSCHAFT messe & veranstaltungen

ANGEBOT & SERVICE

KONTAKT

Als Full-Service Eventagentur sind wir darauf

spezialisiert Ihr Event zu organisieren.

Egal, ob es sich hierbei um ein Seminar,

eine Jubiläumsfeier, ein stimmungsvolles

Mitarbeiterfest, einen Messeauftritt oder

einen Galaabend handelt. Wir kreieren die

für Sie perfekt maßgeschneiderte Veranstaltung,

zielgenau zugeschnitten auf Ihre

Bedürfnisse, ganz individuell, ganz nach

Ihren Wünschen!

Wir begleiten Sie ab der ersten Minute,

finden für Sie die perfekte Location und

den richtigen Künstler, helfen Ihnen sowohl

bei der kulinarischen Auswahl als

auch bei allen anfallenden organisatorischen

und logistischen Aufgaben.

Als Full-Service Eventagentur realisieren

wir alles aus einer Hand. Wir sorgen dafür,

dass Ihre Veranstaltung einmalig und unvergesslich

wird.

NEUE PRESSEGESELLSCHAFT

Messe und Veranstaltungs-GmbH

Frauenstraße 77

89073 Ulm

T +49 (0)731 156-109

T +49 (0)731 156-674

kontakt@npg-messeundevent.de


unternehmen [!] RESSORT 75

ZEISS Forum | Conference · Event · Museum

Oberkochen

©DUCKEK

©DUCKEK

©DUCKEK

©DUCKEK

DIE LOCATION FÜR IHREN

ANLASS

Das ZEISS Forum in Oberkochen verbindet

Tradition und Zukunft: Klare Linien,

hochwertige Ausstattung und das ZEISS

Museum der Optik bieten einen exklusiven

Rahmen für Ihr Event.

Egal ob Tagungen, Meetings, Seminare,

Konferenzen, Ausstellungen oder Firmenfeiern

– wir begleiten Sie bei Ihrer individuellen

Veranstaltung. Unser Team bietet

Ihnen kompetenten Service, bei dem Komfort

und Flexibilität an erster Stelle stehen.

MIT DEM GEWISSEN

ETWAS

In einem technisch, architektonischen

Ambiente, bietet das ZEISS Forum

auf 3000m² 17 modern ausgestattete

Veranstaltungsräume sowie Ausstellungsflächen

auf drei Ebenen.

Moderne Prä sen tations-, Tagungs-

und Veranstaltungstechnik runden unser

Raumangebot ab.

Das Team des ZEISS Forum steht Ihnen

gerne zur Verfügung und berät Sie bei der

Konzeption Ihrer Veranstaltung.

KONTAKT

ZEISS Forum

Conference · Event · Museum

Carl-Zeiss-Straße 22

73447 Oberkochen

T +49 (0)7364 204 040

@ zeissforum@zeiss.com

I www.zeiss.de/zeissforum

„Wir beraten Sie gerne

und freuen uns auf Sie!“

Das ZEISS Forum Team


76

RESSORT unternehmen [!]

Lerch Genuss

Biberach · Oberjoch · Marktoberdorf

VIELSEITIG, PROFESSIONELL, UNKOMPLIZIERT

– SO WIRD IHRE TAGUNG IN DEN LERCH GENUSSWELTEN.

Die Dachmarke Lerch Genusswelten

umfasst drei Hotels, ein Chaletdorf, neun

Ferienwohnungen, eine Weinhandlung und

eine Almhütte – alles liebevoll unter der

Obhut von Familie Lerch und Zwicker sowie

ihren 550 Mitarbeitern.

Trotz der Verbundenheit trägt jeder Betrieb

der Lerch Genuss welten seine eigene

Handschrift und vereint ein ganz eigenes

Genuss erlebnis.

Je nach Vorliebe entscheiden Sie selbst,

welche Destination Sie ansteuern möchten.

RUNDUM-SORGLOS-PAKET

FÜR IHRE TAGUNG

Konferenzen, Jahrestagungen, Kreativseminare,

Weihnachtsfeiern, Fortbildungen

oder Teambuilding-Events … in den Lerch

Genusswelten ist alles möglich. Kulinarisch

verwöhnt, werden Sie und Ihre Mitarbeiter

mit idealen Speisen und Getränken für

effektives Arbeiten: vitaminreiche

Smoothies, leichte Gerichte am Mittag und

feine 3-Gänge-Menüs am Abend.

Damit alles nach Ihren Vorstellungen und

Wünschen verläuft, stellt Ihnen die Familie

Lerch einen erfahrenen Ansprechpartner

zur Seite, der von der ersten Kontaktaufnahme

bis hin zur Nachbetreuung immer

für Sie da ist. Tagen in den Lerch Genuss-


unternehmen [!] RESSORT 77

Lerch Genuss

Biberach · Oberjoch · Marktoberdorf

welten bedeutet Erlebnis, Service, Top-

Verpflegung, Highspeed-Technik, Spaß am

Business und immer eine gute Stimmung.

FÜR NEUE ENERGIE – Kreativ- und Aktivpausen:

Nordic Walking, Yoga, Massagen im

SPA, Klangschalen Meditation, Entspannungskurs,

kleines Workout indoor oder

outdoor, Kräuter- und Blumenspaziergang.

TEAMBUILDING & ENTERTAIMENT:

Cocktailkurs, BBQ Abend, Bogenschießen,

Waldbaden, Krimidinner, Flossbau, Weinprobe,

Wandern, Kanu fahren, Geocaching

und vieles mehr.

DIE PERFEKTEN ORTE, UM IHREN

IDEEN FREIEN LAUF ZU LASSEN.

Parkhotel Jordanbad in Biberach an der

Riß, 8 Räume zwischen 32 und 266 m²

für bis zu 150 Personen

Ansprechpartnerin: Frau Gabriele Barth

T +49 (0) 7351 343-498

www.jordanbad-parkhotel.de

Panoramahotel Oberjoch in Oberjoch

6 Räume zwischen 30 und 270 m² für bis

zu 180 Personen sowie ein Chaletdorf

Ansprechpartnerin: Frau Carina Notz

T +49 (0) 8324 9333-406

www.panoramahotel-oberjoch.de

Das Weitblick Allgäu in Marktoberdorf

7 Räume zwischen 25 und 250 m² für bis

zu 200 Personen

Ansprechpartnerin: Frau Jana Ritter

T +49 (0) 8342 4101 900

www.weitblick-allgaeu.de


78

Ulm

RESSORT unternehmen [!]

Bantleon Forum

DAS BANTLEON FORUM

IST WIEDER FÜR SIE DA!

Wir haben für unser Bantleon Forum ein

neues Bestuhlungskonzept erstellt,

welches den Anforderungen der aktuellen

Corona-VO entspricht. Die Räume können

ab sofort wie folgt ausgelastet werden:

Großes Forum: 22 Sitzplätze

Kleines Forum: 10 Sitzplätze

Berblinger Räume: 6 Sitzplätze

In allen Räumen ist nur die Anzahl an

Stühlen laut Vorgabe vorhanden, es besteht

ein zusätzlicher Schutz durch

mobile Trennwände zwischen den Tischen.

Der Schulungsbereich ist von den Räumlichkeiten

der Hermann Bantleon GmbH

getrennt und kann über den separaten

Eingang des Forums genutzt werden.

Zudem sind vor den Schulungsräumen

sowie im Treppenhaus Handdesinfektionsmittelspender

vorhanden.

Unser Cateringbereich bietet Platz für

28 Personen. Das Cateringkonzept

entspricht den aktuellen Hygienestandards.

Unsere Seminare im Bantleon Forum

finden wieder statt.

Diese finden Sie auf unsere Homepage

unter: www.bantleon-forum.de

Schauen Sie vorbei! Wir freuen uns.

KONTAKT

Bantleon Forum für Wissen & Dialog

Blaubeurer Straße 32 · 89077 Ulm

T +49 (0)731 39 90-130

@ forum@bantleon.de

I www.bantleon-forum.de


unternehmen [!] RESSORT 79

Zeughaus Ulm

Ulm

ANGEBOT & SERVICE

Das Zeughaus liegt am Rande der Ulmer

Altstadt. Es diente der freien Reichsstadt

über Jahrhunderte hinweg als Waffenlager.

Durch mehrfache Erweiterungen entstand

bis ins 17. Jahrhundert hinein ein weitläufi g­

er Gebäudekomplex.

Die heute davon erhaltenen Bauten veranschaulichen

die wirt schaftliche Blüte, die

Ulm im Mittelalter durch seine günstige

Lage erlangt hatte.

NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN

Die 2 schönen Säulenhallen mit Gewölbe

eignen sich für Tagungen, Vorträge, Präsen

ta tionen, Lesungen, Ausstellungen,

Empfänge, Weinproben, Filmvorführungen

und Märkte.

BESONDERE MERKMALE

2 Tagungsräume mit 380 m² + 150 m²,

kostenfreies WLAN, freie Cateringwahl,

barrierefreie Veranstaltungsfläche

KONTAKT

Zeughaus Ulm

Zeughausgasse 16 + 17

89073 Ulm

T +49 (0)731 5 02 59 34

F +49 (0)731 5 02 58 12

@ susanne.bohnet@ssg.bwl.de

I www.schloesser­und­gaerten.de


80 RESSORT unternehmen [!]

Erwin Hymer Museum

Bad Waldsee

ANGEBOT & SERVICE

Spannende Geschichte(n) und Pioniergeist

in einem modernen und außergewöhnlichen

Ambiente: das ist der ideale Ort, um

zukunftsweisende Ideen zu entwickeln und

gemeinsam zu erleben. Ihre Veranstaltung

wird zu einem unvergesslichen Ereignis!

Die über 6.000 m² große Dauerausstellung

und die Veranstaltungsräume bis 1.000 m²

in einer großzügigen, lichtdurchfluteten

Architektur, sind der Rahmen für Tagung en,

Seminare, Schulungen, Messen und Ausstellungen

sowie Events – wir bieten Raum

von 5 bis 500 Personen.

NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN

Tages­ und Abendveranstaltungen; 5 bis

500 Personen; Räume und Eventflächen

sind parallel nutzbar.

BESONDERE MERKMALE

Restaurant, Bar, große Bühne, Tageslicht,

barrierefreie Zugänge, Außenbereiche mit

Stromanschluss, freie WLAN­Nutzung,

Rahmenprogramm, Führungen durch die

Ausstellung mit Sonderöffnungszeiten,

großer, kostenfreier Parkplatz, Durchfahrtmöglichkeiten

für Fahrzeugpräsentationen

im Gebäude.

KONTAKT

Erwin Hymer Museum

Robert­Bosch­Straße 7

88339 Bad Waldsee

T +49 (0)7524 97 66 76­31

@ buchungen@erwin­hymer­museum.de

I www.erwin­hymer­museum.de

13


unternehmen [!] RESSORT 81

Berg Brauerei Ulrich Zimmermann

Ehingen-Berg

BIERIGE TEAMEVENTS IN

DER BRAU-&BACKSTUBE

Hier können bis zu 40 Personen mit

modernster Tagungstechnik tagen und

schulen. Oder wählen Sie eines der bierigen

Erlebnisse! Ihr Team und Sie packen mit an

beim Schroten, Biersieden oder Abfüllen,

aber auch beim Teigkneten, Brezeln schlingen,

Bier zapfen und Verkosten!

BIERBRAUKURS

6 Std. brauen, besichtigen, lernen und

zünftiges Abendessen genießen.

BIERVERKOSTUNG MIT

BIERSOMMELIER

2,5 Std. Bierverkostung, Biergenuß zum

Selbstzapfen und Abendessen aus dem

Steinbackofen genießen.

BIER-&BROTBACKZEIT

3,5 Std. Brotbacken, Bierverkostung, Biergenuß

zum Selbstzapfen und Abendessen

aus dem Steinbackofen genießen.

TAGEN UND SCHULEN

Inkl. alkoholfreie Getränke, Kaffee, Brezelfrühstück,

Mittagsmenü und Nachmittagspause.

Das Feierabendbier geht auf’s Haus!

TAPTABLE

Zapfen Sie selbst aus der 360° Schanksäule

– rund um den Tisch zapfen alle

Ulrichsbier frisch vom Fass!

KONTAKT

Berg Brauerei Ulrich Zimmermann

Brauhausstraße 2 · 89584 Ehingen­Berg

T. +49 (0)7391 77 17 44

erlebnis@bergbier.de · www.bergbier.de/erlebnis


82

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Wechsel bei

Uhlmann

Verpackung Zum Oktober hat

Matthias Niemeyer sowohl den

Vorsitz der Geschäfsführung

der Uhlmann Gruppe als auch

Neuer Chef:

Matthias

Niemeyer.

der Uhlmann

Pac.Systeme

übernommen.

Damit tritt er

die Nachfolge

des Anfang Juli

verstorbenen,

langjährigen

Geschäftsführer

Norbert Gruber

an. Die Gruppe,

die auf Pharma-Verpackungen

spezialisiert ist, erzielte zuletzt

mit rund 2500 Mitarbeitern einen

Umsatz von 434 Millionen

Euro.

Ziegler + Schenk

expandiert

Maschinenbau der Maschinenbauer

Ziegler + Schenk hat sich

vergrößert. Seit Oktober produziert

das Göppinger Unternehmen

auf einer weiteren Montagefläche

am Standort Göppingen.

In den Wochen zuvor war

die rund 1200 Quadratmeter

ehemals von der Uhinger Firma

Allgaier genutzte Fläche hergerichtet

worden. Hintergrund der

Expansion sei „ein sehr guter

Auftragseingang“, erklärt Geschäftsführer

Christian Jaissle in

einer Mitteilung. Drei Mitarbeiter

wurden eingestellt, „weitere,

gute Leute“ würden im Bereich

der Montage gesucht.

Wer das Golden-Tulip-Hotel am Neu-Ulmer Donauufer künftig betreibt, ist derzeit offen. Den Mitarbeitern

wurde inzwischen gekündigt.

Foto: Lars Schwerdtfeger

Ungewisse Zukunft am Donauufer

Das Golden-Tulip-Hotel in Neu-Ulm geht in eine unsichere

Zukunft. Der Insolvenzverwalter der Hotelbetriebsgesellschaft

MAH, Jochen Eisenbeis, hat keinen

neuen Betreiber gefunden. Einem Verkauf habe der

Besitzer, die Düsseldorfer Anter-Gruppe, nicht zugestimmt.

Daher mussten zum 1. Oktober die rund

Millionenauftrag

für Liebherr

Kranbau Liebherr Ehingen hat

den bisher größten Einzelauftrag

über Gittermastkrane aus

Deutschland erhalten. Die Firma

MaxiKraft aus Brandenburg

orderte drei Krane, im Gegenzug

hat Liebherr eigenen Angaben

zufolge „ein größeres Gebrauchtkranpaket“

von dem

Kunden in Zahlung genommen.

Insgesamt habe MaxKraft in diesem

Jahr 40 Millionen Euro bei

Liebherr Ehingen investiert.

Carthago

stellt ein

Reisemobil Trotz coronabedingtem

Wachstumsrückgang in

diesem Jahr rechnet der Reisemobil-Hersteller

Carthago im

50 Mitarbeiter freigestellt werden. Der Eigentümer

will das Hotel an der Donau nun anscheinend zu einem

Wellness-Hotel mit Pools auf jedem Zimmer

umbauen. Als potenzieller Betreiber gilt Eisenbein

zufolge ein Aramäer aus Düsseldorf, der mit

dem Besitzer verwandt ist.


Jahr 2021 mit bis zu 20 Neueinstellungen

und einer erneuten

Wachstumsphase des deutschen

Marktes. Für das Ausland wird

mit einer deutlich späteren Belebung

gerechnet. Bei weiteren

Investitionen wird „auf Sicht“

gefahren, sagt Johannes Stumpp,

Geschäftsführer Finanzen. Das

Unternehmen aus Aulendorf erwirtschaftete

im Geschäftsjahr

2018/19 mit rund 1350 Mitarbeitern

einen Umsatz von 355 Millionen

Euro. [!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

Julia Kling

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout, Grafik & Illustration)

Antje Meyer (Bild)

Fotos Matthias Kessler (Titel +

Titelinterview), Marc Hörger,

Volkmar Könneke, Werkfotos,

Getty Images, PR, Archiv

Druck

Druckerei R. le Roux GmbH

Daimlerstraße 4

89155 Erbach

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe:

09. Dezember 2020

Die Themen

Transport & Logistik:

Was bewegt die Branche, die

unsere Wirtschaft bewegt?

Familienunternehmen:

Wie man die Nachfolge gut

regeln kann.

Anzeigenschluss: 8. Februar

Auflage: 15.000 Exemplare

www.swp.de/unternehmen


unternehmen [!] RESSORT 83

DIE NEUE E-KLASSE.

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Er

84 RESSORT

ist da

unternehmen [!]

Der neue ID.3*

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Effizienzklasse A+. Stromverbrauch des neuen ID.3 Pro S, kWh/100 km: kombiniert 14,1–13,5/CO₂-Emissionen, g/km: kombiniert

0. Effizienzklasse A+.

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gemeinsam mit dem Kunden die für den Leasingvertrag nötigen Vertragsunterlagen zusammenstellen. Für gewerbliche Einzelabnehmer

mit Ausnahme von Sonderkunden. 5

Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis. Bildliche Darstellungen können vom Auslieferungsstand unwesentlich abweichen. Stand 09/2020. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

1 Professional Class ist ein Angebot für alle Selbstständigen. Einzelheiten zur jeweils erforderlichen Legitimation erfahren Sie bei Ihrem teilnehmenden Volkswagen Partner. 2 Nach dem

weltweit harmonisierten Prüfverfahren für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, WLTP) in der reichweitengünstigsten Ausstattungsvariante

auf dem Rollenprüfstand ermittelte Reichweite. Die tatsächlichen WLTP-Reichweitenwerte können ausstattungsbedingt abweichen. Die tatsächliche Reichweite weicht in der

Praxis abhängig von Fahrstil, Geschwindigkeit, Einsatz von Komfort-/Nebenverbrauchern, Außentemperatur, Anzahl der Mitfahrer/Zuladung und Topografie ab. 3 Ein Angebot der Volkswagen

Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für gewerbliche Einzelabnehmer (ohne Sonderabnehmer), nur in Verbindung mit GeschäftsfahrzeugLeasing der Volkswagen Leasing

und beim teilnehmenden Partner erhältlich. 4 Die Sonderzahlung entspricht der staatlichen Förderung, die der Kunde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Referat

422, Frankfurter Straße 29–35, 65760 Eschborn, www.BAFA.de, zurückerstattet bekommt. Die Auszahlung des Anteils des BAFA erfolgt erst nach positivem Bescheid des von Ihnen gestellten

Antrags. Gerne unterstützen wir Sie bei der Beantragung. Der staatliche Umweltbonus endet mit Erschöpfung der bereitgestellten Fördermittel, spätestens am 31.12.2021. Ein Rechtsanspruch

besteht nicht. Nähere Informationen erhalten Sie bei uns. 5 Zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer, Zulassungs- und Überführungskosten. Bonität vorausgesetzt. Angebot gültig bis auf Widerruf.

Professional Class

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Ehinger Str. 23, 89143 Blaubeuren

André Moreira

Tel. 07344 9600 62

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autohaus-burger.de

Philipp Staudenmayer

Tel. 07344 9600 63

philipp.staudenmayer@

autohaus-burger.de

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