130 Jahre Elser Gruppe

muehlacker.tagblatt

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JAHRE 1

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JAHRE

23. Oktober 2020

Sonderausgabe des

www.muehlacker-tagblatt.de


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JAHRE

Inhaltsverzeichnis

Seite 3 Vorwort

Seiten 4-5 „Eine Zeitung ist kein Mitteilungsblatt“:

Interview mit Verleger Hans-Ulrich Wetzel und

Redaktionsleiter Thomas Eier

Seiten 6-7 Den eigenständigen Verlag in und für Mühlacker erhalten:

Brigitte Wetzel im Portrait

Seite 8 Neue Internetseite

Seite 9 Brief an das Mühlacker Tagblatt

Seiten 10-11 1950 – 1959: Neustart nach dem Krieg

Impressum

Seiten 12-13

1960 – 1969: Augenblicke des Jahrzehnts

Seiten 14-15

Seiten 16-17

Seiten 18-19

Seiten 20-21

Seiten 22-23

Seiten 24-25

1970 – 1979: Augenblicke des Jahrzehnts

1980 – 1989: Augenblicke des Jahrzehnts

1990 – 1999: Augenblicke des Jahrzehnts

2000 – 2009: Augenblicke des Jahrzehnts

2010 – 2020: Augenblicke des Jahrzehnts

Interview mit dem Zeitungshistoriker Professor Konrad Dussel

über die Gründungsgeschichte des Mühlacker Tagblatt und

der Elser Gruppe

Herausgeber:

Mühlacker Tagblatt

Karl Elser GmbH Buch- und

Zeitungsverlag

Kißlingweg 35 · 75417 Mühlacker

Verleger:

Brigitte Wetzel-Händle,

Hans-Ulrich Wetzel

Redaktionsleitung:

Thomas Eier (V.i.S.d.P.)

Redaktion:

Ramona Deeg

Bildnachweise:

Ramona Deeg, Christina Wetzel, Sina

Willimek, Silas Schüller, MT-Archiv

(dpa, Lukas Huber, Fotomoment Volker

Henkel, Norbert Kollros, Jürgen Peche,

Susanne Roth)

Gestaltung:

Annett Kühn, Michael Wagner

Anzeigen:

Jochen Elmer (verantwortlich),

Meilin Stieß, Pascal Adam, Walter Boch

Auflage: 41.000 Exemplare

Seiten 26-27

Seite 28 Anzeige

Was verbinden Sie mit der Elser Gruppe?

Druck:

Z-Druck GmbH & Co. KG

Böblinger Straße 70 · 71065 Sindelfingen


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Aus der Region –

für die Region

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

erinnern Sie sich auch noch gut? Was war

das für ein unbeschwertes Jahr 2015!

Mühlacker und die Region schwebten

durch die Gartenschau monatelang in

einem mediterranen Glücksgefühl. Wir

vom Mühlacker Tagblatt durften unser

125-Jahr-Firmenjubiläum feiern - und

waren wie immer mittendrin statt nur

dabei. Ein glanzvolles Jubiläumsfest

wurde am Ufer der stillen Enz gefeiert

wie es nicht schöner hätte sein können,

der Höhepunkt zahlreicher Jubiläumsveranstaltungen

der Elser-Firmen.

Und 2020: die Corona-Pandemie traf uns

alle unerwartet und wirft seit März ihre

langen Schatten. Persönliche Sorgen

beschweren unseren Alltag, Lebensplanungen

werden abrupt unterbrochen und

wirtschaftliche Nackenschläge drohen

die Existenzen kompletter Branchen zu

vernichten.

Auch die Elser-Firmen stellen diese

Entwicklungen des Jahres 2020 vor große

Herausforderungen. Doch spendet gerade

ein Blick in die nun 130-jährige Unternehmensgeschichte

Zuversicht. Was

wurde da nicht alles schon überstanden?

Vier Inhaberwechsel gab es in den

ersten Jahren des jungen Dürrmenzer

„Start-Up-Unternehmens“. Kontinuität

kam erst mit der Übernahme durch Karl

Elser im Jahr 1896. Er zog rasch in ein

neues Gebäude in die Bahnhofstraße,

baute das Unternehmen aus und führte

Verlag und Druckerei über den Ersten

Weltkrieg hinweg erfolgreich, bis ihm

Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise

der beginnenden 30er-Jahre die

Kraft raubten. In Eugen Händle, aus

einer Mühlacker Unternehmerfamilie

stammend, fand er einen Käufer. Mein

Großvater fing als junger Mann mit

hohen Schulden

an, sah sich kurze

Zeit darauf mit den

Machenschaften der

Nazis konfrontiert.

Verlag und Druckerei

brachten es nur

mühsam durch den

fürchterlichen Zweiten

Weltkrieg. Seine

Frau Else Händle

und Tochter Brigitte

Wetzel, geb. Händle,

mussten gleich

zweimal um das Familienunternehmen

kämpfen: während

der zeitungslosen

Zeit zwischen 1945

und 1949 und dann nach dem schnellen

Tod meines Großvaters 1988. Nur durch

ihren unermüdlichen Einsatz blieb das

Unternehmen bis heute in Familienhand.

Dieser kurze Rückblick zeigt: es sollte

einem auch in Corona-Zeiten nicht zu

bange sein. Zeitungen sind große Vertrauensanker

in der Bevölkerung. Auch

wenn ihnen bisweilen durchaus kritische

Töne entgegenschlagen, so stehen sie bis

heute als eine unverzichtbare Säule für

die Identität einer Region – und das gilt

unverändert auch für das Mühlacker

Tagblatt.

Auch in den Jahren seit 2015 hat sich

bei den Elser-Firmen viel getan. Kaum

eine Zeit der Ruhe

bleibt und unentwegt

drehen

sich die Gedanken

darum, wie

die Unternehmen

weiter erfolgreich

am Markt bestehen

können. Im

Zeitungsverlag

steht der unaufhörliche

Trend zur

Digitalisierung

im Vordergrund.

Das fängt von

neuer Software

in der Redaktion

und im Vertrieb

an und geht bis zu

durchgehend angestrebten digitalisierten

Arbeitsabläufen im Rechnungswesen und

in der Buchhaltung. Elser Druck konnte

2016 die Weiterführung der ebenso

traditionsreichen Druckerei Stegmaier

aus Mühlacker sichern, die den Offsetdruck

von Elser zwischenzeitlich mit

Digitaldruck und Druckveredelungen

ergänzt. Beide Unternehmen haben seit

zwei Jahren einen durchgehend digitalen

„Workflow“ von der Kalkulation bis zur

Endverarbeitung in der Buchbinderei.

Buch-Elser im Stammhaus in der Bahnhofstraße

war die erste Buchhandlung in

Deutschland, die im Jahr 2019 erfolgreich

das Franchisekonzept „Vom Fass“ in sein

Einzelhandelsgeschäft integriert hat.

Vor wenigen Tagen ging das Mühlacker

Tagblatt mit einer rundum modernisierten

Homepage „online“. Seit Ende

2019 erleichtert ein neues E-Paper den

Kunden den digitalen Lesegenuss.

Gerade die Einbindung aktueller überregionaler

Nachrichten ist ein weiterer,

großer Schritt in unsere umfassende

Online-Berichterstattung aus Mühlacker,

der Region, dem Land und der Welt. Und

für alle – die wie ich – noch immer sehnsüchtig

am frühen Morgen darauf warten

oder am Abend nach einem langen

Arbeitstag am Bildschirm es genießen,

eine gedruckte Zeitung in der Hand zu

halten, für die arbeiten wir sprichwörtlich

Tag und Nacht! Auf dass Sie auch in

vielen Jahren noch Ihre Informationen

aus Ihrer vertrauten Quelle erhalten können,

aus der Region, für die Region – dem

Mühlacker Tagblatt!

Ihr Hans-Ulrich Wetzel,

Verleger des Mühlacker Tagblatt

Foto: Silas Schüller


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JAHRE

„Eine Zeitung

Verleger Hans-Ulrich Wetzel und Redaktionsleiter Thomas Eier

Lügenpresse- und Fake-News: Wie

sehr betreffen diese beiden Vorwürfe

den Lokaljournalismus in

unserer eher ländlichen Region?

Thomas Eier: Es geht dabei um

eine pauschale Verunglimpfung,

weil bei solchen Parolen in der

Regel nicht unterschieden wird

zwischen „der Presse“ und „dem

Mühlacker Tagblatt“. Daher nehme

ich das auch ein Stück weit persönlich,

zumal der Vorwurf, die Medien

verfälschten Dinge und das

womöglich bewusst als „Teil des

Systems“, gerade in der lokalen Berichterstattung

völlig aus der Luft

gegriffen ist. Das würde auch dem

professionellen Anspruch eines

Zeitungsredakteurs widersprechen,

der alle Seiten der Medaille

und alle Facetten eines Themas beleuchtet.

Abgesehen davon gibt es

häufig gar nicht die eine alleingültige

Wahrheit, und umso wichtiger

ist eine sorgfältige Recherche und

eine angemessene, ausgewogene

Darstellung. Verlässlichkeit ist ein

hohes Gut, und das gilt heute mehr

denn je.

Hans-Ulrich Wetzel: Mich ärgern

beide Vorwürfe enorm, vor allem

für die verantwortlichen Redakteure,

deren Arbeit ich kenne. Mit

Blick auf unser Haus kann ich sagen,

dass jeder Journalist – auch

wenn er unter Zeitdruck mal einen

Fehler machen mag - sehr engagiert

und redlich ist, Recherchen

sauber erarbeitet und bestimmt

keine Lügen oder Fake-News verbreitet.

Ich finde das schon einen

sehr ehrenrührigen Vorwurf.

Welche Absicht verfolgt Lokaljournalismus?

Was ist das Ziel von guter

Lokalberichterstattung?

Eier: Erstes Ziel ist es, über alle

relevanten Themen zu berichten,

die sich vor der eigenen Haustür

abspielen. In dieser Hinsicht bieten

wir als Lokalzeitung eine Informationsplattform,

die einzigartig

ist, weil jemand, der sich für

seine Heimat interessiert – ob es

nun um Kommunalpolitik, Sport,

Wirtschaft oder Kultur geht – kein

vergleichbares Angebot findet. In

diesem Sinne tragen wir als Lokalzeitung

auch maßgeblich zur Identifikation

der Menschen mit einer

Region bei. Wir sind selbst ein Teil

der Region, begleiten die Entscheidungen

und Entwicklungen aber

mit der notwendigen kritischen

Distanz.

Lokalzeitungen bilden unmittelbar

das persönliche

Umfeld und den Alltag

ab, betonen Verleger

Hans-Ulrich Wetzel (li.)

und Redaktionsleiter

Thomas Eier.

Wetzel: Lokaljournalismus bedeutet

auch, dass man die Berichterstattung

vor Ort als Leser viel

besser auf ihre Glaubwürdigkeit

überprüfen kann, weil man das

Geschehen vor Ort ja erlebt. Es

gibt vielleicht vereinzelt mal den

Vorwurf einer einseitigen Berichterstattung,

aber einen Lügenpresse-Vorwurf

gegenüber unserem

Verlag hat es so noch nicht gegeben.

Guter Lokaljournalismus ist

ausgewogen und bleibt trotz der

sich automatisch ergebenden Nähe

distanziert. Lokalberichterstattung

darf auch mal polarisieren

und muss gelegentlich für Zunder

sorgen. Wenn wir etwas ganz

falsch machen oder sogar lügen

würden – das würde hier ja sofort

auffallen.

Eier: Zum Thema Einseitigkeit:

Bei brisanten Themen, die zu einer

Lagerbildung führten, ist es schon

vorgekommen, dass uns gleich von

beiden Parteien Einseitigkeit vorgeworfen

wurde. Das beweist uns

dann umso deutlicher, dass wir

korrekt und ausgewogen berichten.

Wetzel: Als Verleger und Kaufmann

mit betriebswirtschaftlicher

Ausbildung hat mich eine Haltung

geprägt, die ich auch von der Redaktion

gelernt habe: „Mache Dir

nie eine Sache zu eigen“. Diesen

journalistischen Grundsatz für

unsere Zeitung – er wurde so auch

im weiteren Sinne dem Journalisten

Hans-Joachim Friedrichs zugesprochen

- erachte ich als sehr

wichtig, auch wenn ich persönlich

eine andere Meinung zu einem

Thema haben mag.

Wie ist das Verhältnis zu den Rathauschefs,

Fraktionsvorsitzenden,

Vereinsoberen und anderen Personen

von Interesse in der Region?

Eier: Natürlich kennt man sich und

das zum Teil schon über Jahrzehnte

hinweg. Dennoch bewahrt man

sich eine professionelle Distanz;

schon alleine deshalb, weil immer

wieder ein Thema oder eine Fragestellung

aufschlagen kann, bei

dem man als Redakteur kritischer

nachhaken muss. Wir sind nicht

Teil des Verfahrens, sondern sind

– nehmen wir die Kommentierung,

bei der man persönlich Position bezieht,

aus - immer in der Rolle des

kritischen Beobachters. Unser Anspruch

ist eine faire Berichterstattung,

und im Gegenzug wünschen

wir uns ebenfalls den notwendigen

Respekt.

Wetzel: Es kommt vor, dass Ärger

bei mir aufschlägt und ich dann

den Kontakt zur Redaktion herstelle.

Wobei ich mir manchmal

wünschen würde, dass erst der

Kontakt zur Redaktion gesucht

wird und wenn es dann noch Anliegen

gibt, ich kontaktiert werde.

Hat die Lokalzeitung als Heimatzeitung

Ihrer Meinung nach einen

Vertrauensvorschuss bei ihren Lesern?

Eier: Davon bin ich absolut überzeugt.

Wir hatten es eben von den

Lügenpresse-Vorwürfen, die wir

ausgesprochen selten bis nie zu hören

bekommen. Ich denke schon,

dass der Leser honoriert, dass wir

uns als seriöses Medium über die

ganze Zeit treu geblieben sind. Uns

geht es nicht um Sensationen oder

darum, Diskussionen künstlich

anzuheizen, sondern um eine sachliche,

objektive Berichterstattung.

Warum ist es als Einwohner einer

Stadt wichtig, sich über das Geschehen

vor der Haustür zu informieren?

Wetzel: Als Leser des Mühlacker

Tagblatt ist man über die Themen

vor der Haustür informiert. Es ist

schlimm, dass Leute sich oft viel

zu spät über Dinge beklagen, die

schon längst bekannt sind. Ich

empfinde es als gesellschaftliches

Problem, dass man auf der Konsumentenseite

immer von einer

Bringschuld spricht. Es gibt auch

eine Holschuld. Und diese liegt

meines Erachtens für den Bürger

darin, sich zu informieren. Dass

das nicht mehr für alle selbstverständlich

zu sein scheint, lässt

mich ab und zu erschrecken. Seine

Allgemeinbildung baut man meiner

Meinung nach am besten dadurch

aus, dass man sich täglich

mit dem Nachrichtengeschehen

beschäftigt und zwar egal ob auf

digitalem Weg oder mit der klassischen

Tageszeitung, aber das geht

ja auch online. Wer liest, ist meiner

Meinung nach gut informiert.

Eier: Insbesondere Lokalzeitungen

bilden unmittelbar das persönliche

Umfeld und den Alltag ab. Wenn

ich wissen will, was in meiner

Stadt, Gemeinde oder Region passiert,

bin ich zwingend auf die Lokalzeitung

angewiesen.

Apropos Print oder Digital: Unterscheidet

sich die Art der Rückmeldungen,

die von Lesern kommen?

Wetzel: Eindeutig ja. Im Social-Media-Bereich

wird oft mit anonymen

Profilen gearbeitet. Das habe ich in

vielen Momenten als extrem ärgerlich

empfunden. Ich verstehe auch

nicht, warum Facebook und andere

soziale Medien das zulassen.

Solche Fake-Profile sorgen dafür,

dass Menschen – und auch wir als

Verlag - aus der Anonymität heraus

angegriffen werden. Mit unechten

Profilen werden dann Fake-News


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JAHRE 5

as Eier

ist kein Mitteilungsblatt“

über die Bedeutung der lokalen Berichterstattung und die Legende von der „Lügenpresse“

veröffentlicht, die sich letztendlich

nicht nachverfolgen lassen. Rückmeldungen

per E-Mail, Brief oder

am Telefon sind hingegen weniger

anonym, da melden sich die Leute

mit Namen, einer Telefonnummer

oder einer Adresse und müssen zu

ihrer Meinung stehen. Wenn ein

Leserbrief doch mal völlig aus dem

Ruder läuft, greifen redaktionelle

Richtlinien.

Was für Richtlinien sind das?

Eier: Für Leserbriefe gibt es klare

presserechtliche Kriterien, sie dürfen

beispielsweise weder einzelne

Personen noch Personengruppen

pauschal verunglimpfen. Anhand

des Regelkatalogs lässt sich auch

beurteilen, ob sich eine Leserzuschrift

noch im Rahmen der Meinungsfreiheit

bewegt oder nicht.

Wenn sich jemand über einen Leserbrief

an einer Debatte beteiligen

will, wird er sich bemühen, für

seine Sache zu argumentieren, und

in aller Regel haben Leserbriefe

deshalb mehr Substanz als kurze,

pauschale Kommentare auf Online-Plattformen.

Wie wichtig ist denn die Plattform

der Leserbriefe?

Eier: Sehr wichtig. Zum einen zeigen

Leserbriefe, welche Themen

die Leser bewegen, und zum anderen

bieten sie die Möglichkeit, persönliche

Meinungen zu äußern, zu

argumentieren oder vielleicht eine

völlig neue Blickrichtung aufzuzeigen,

um dann als Diskussionsbeitrag

im besten Fall wiederum

andere Leserbriefe mit anderen

Meinungen nach sich zu ziehen.

Leserbriefe sind ein ureigenster

Bestandteil von lebendigen Tageszeitungen.

Wir freuen uns deshalb

über jede sachliche Zuschrift. Dabei

gilt, in der Kürze liegt die Würze,

denn je prägnanter ein Leserbrief

ist, desto eher wird er gelesen.

Wetzel: Ich verrate an dieser Stelle

gerne ein kleines Geheimnis:

Leserbriefe gehören zu den ersten

Dingen, die ich morgens in der Zeitung

lese. Daran sehe ich die Reaktion

der Leser auf unsere Berichterstattung.

Erfolgen überhaupt

Reaktionen? Wenn ja: welche? Das

zu wissen, finde ich wichtig. Und

zum Thema Unterschied zwischen

Berichterstattung und Kommentar:

Dass das nicht alle – insbesondere

nicht im Social-Media-Bereich

– unterscheiden können, lässt

mich immer wieder ungläubig zurück.

Ich gebe immer mal wieder

die Rückmeldung, dass man sich

an einem Kommentar gerne reiben

darf.

Sind denn die Leser in den vergangenen

Jahren oder Jahrzehnten

kritischer geworden?

Eier: Wer eine Tageszeitung liest,

hat ein gewisses Grundinteresse

an den lokalen und überregionalen

Geschehnissen und wird, dank

einer soliden Basis an Informationen,

sicherlich manche Entwicklungen

kritisch verfolgen. Diese

Möglichkeit zur Meinungsbildung

bieten moderne Zeitungen wie das

Mühlacker Tagblatt ihren Lesern

heute vielleicht noch stärker als

noch vor einigen Jahrzehnten, als

in Ausgaben alter Prägung eher

die Chronistenpflicht im Vordergrund

stand. Was sich ebenfalls

verändert hat: Wir werten, was

die Themenauswahl und -aufbereitung

betrifft, heute gründlicher

und strenger. Eine Zeitung ist kein

Mitteilungsblatt.

Wetzel: Wenn ich zurückblicke,

bin ich immer wieder erstaunt, wie

auch früher schon Themen kritisch

diskutiert worden sind – zum

Beispiel als die Deponie Hochberg

hätte kommen sollen oder die

Schnellbahntrasse gebaut worden

ist. Aus Kindheitserinnerungen

weiß ich, dass im Heckengäu mal

ein Flughafen geplant wurde. Gekämpft

wurde also schon immer.

Die Gesellschaft war früher vielleicht

sogar kritischer und streitbarer

als heute. Wichtig ist aber:

Wenn man streitet und eine Entscheidung

fällt, dann muss man die

auch akzeptieren. Aber damit haben

einzelne Lager immer wieder

ein Problem.

Wie wird denn entschieden, was

morgen in der Zeitung steht?

Eier: Das wichtigste Kriterium ist

immer die Relevanz, der Nachrichtenwert,

und das gilt umso mehr,

wenn es sich um neue Themen und

Entwicklungen handelt. Wir als

Redaktion haben bei unserer Wertung

generell die gesamte Leserschaft

vor Augen. Daher versuchen

wir, Themen aufzugreifen, die

nicht nur einen kleinen Ausschnitt,

sondern breite Bevölkerungskreise

betreffen. Im Umkehrschluss heißt

das, dass wir im Einzelfall auch

um Verständnis bitten müssen,

wenn manche Themen und Termine

zu speziell für die Tageszeitung

sind. Ohne Wertung lässt sich keine

Zeitung machen.

Wie geht man als Redaktion mit

Hinweisen um, die beispielsweise

schwere Vorwürfe enthalten?

Eier: In solchen Fällen greifen

unsere handwerklichen Instrumente,

die wir uns schon in der

Ausbildung angeeignet und verinnerlicht

haben. Erhalten wir

einen Hinweis auf Missstände

oder unsaubere Vorgänge, wird

gründlich recherchiert. Es wird

nichts angedeutet oder vorab in

die Welt gesetzt, wir verbreiten

keine Gerüchte, sondern haken

nach. Diesen Grundsatz mit der

notwenigen Sorgfalt im Alltag

umzusetzen, unterscheidet eine

seriöse Tageszeitung von anderen

Medien oder Plattformen.

Wem ist man denn als Verleger

oder Redakteur verpflichtet?

Eier: Ich fühle mich nur dem

Leser verpflichtet. Dabei habe

ich natürlich ein gewisses Berufsethos,

ich will ausgewogen,

objektiv und fair berichten und

mache mir auch Gedanken darüber,

welche Wirkung die Berichterstattung

im Einzelfall

haben kann. Je brisanter das

Thema, desto sorgfältiger wird

recherchiert.

Wetzel: Ich fühle mich unseren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

meinem Gewissen und

natürlich den Leserinnen und

Lesern verpflichtet. Dazu kommen

meine eigenen Grundsätze,

die für mich einen hohen Stellenwert

haben. Unser Anspruch

im Verlag und insbesondere auch

in der Redaktion ist, dass wir

uns immer wieder selbstkritisch

hinterfragen, ob unsere Arbeit

so noch gut ist oder besser werden

kann.

Lokalzeitung bedeutet auch,

dass Sie Ihre Leser und die, über

die geschrieben wird, auch im

Privatleben treffen. Wie gehen

Sie damit um?

Eier: Natürlich freut man sich,

auch wenn man privat unterwegs

ist, über positive Rückmeldungen.

Die klassische Frage

lautet: „Kamera nicht dabei?“. In

der Freizeit sollte zwar generell

das Berufliche in den Hintergrund

treten, aber wenn man zum Beispiel

auf einem Pressetermin dank

guter persönlicher Kontakte spontan

ein Folgethema aufschnappt,

macht das durchaus Spaß.

Wetzel: Ich bin froh, kontaktfreudig

zu sein. Meistens freue ich

mich darüber, angesprochen zu

werden. Aber gelegentlich wird es

auch mal zu viel. Aber ich glaube,

Ihre Frage hat auf die Situationen

abgezielt, in denen die Redaktion

über ein Thema berichtet, das in

meinem privaten Umfeld als Verleger

zu unangenehmen Reaktionen

führen kann. Das ist oftmals nicht

ganz leicht. Manchmal winke ich

dann ab, wenn ich angesprochen

werde. Es kann auch sein, dass ich

dann meinen Gesprächspartner

auffordere, offener zu kommunizieren.

Eine dritte Möglichkeit ist,

dass ich versuche ein Gespräch mit

der Redaktion zu vermitteln. Aber

– das ist mir wichtig – wir sprechen

von seltenen Fällen.

Zurück an den Anfang: Schmerzt

es, wenn man im Fernsehen mitanschauen

muss, wie Kollegen angegriffen

werden?

Eier: Natürlich! Es gibt eine starke

ideelle Solidarität unter Journalisten

im In- und Ausland, und es

trifft dich, wenn Kollegen, die nur

ihrem Beruf nachgehen wollen,

buchstäblich um ihre Gesundheit

fürchten müssen. Wenn sich Journalisten

mit Regimen und Regenten

auseinandersetzen müssen, die

nur ihre eigenen Geisteshaltungen

und Interessen gelten lassen und

alle Grundsätze einer objektiven

Berichterstattung mit Füßen treten.

Wetzel: Mich packt dabei der blanke

Zorn. Es gibt in der ganzen Verlegerschaft

eine hohe Solidarität

mit den Journalistinnen und Journalisten.

Es ist nicht nur besorgniserregend,

sondern auch erschütternd,

dass wir teilweise schon in

Europa Situationen haben, in denen

sich Journalisten bei gewissen

Recherchen nicht mehr ihres Lebens

sicher sein können.

Warum ist der Beruf des Journalisten

auch in Zukunft relevant und

attraktiv?

Eier: Attraktiv ist der Beruf deshalb,

weil er auch nach vielen Berufsjahren

jeden Tag neue Erfahrungen

bringt und kein Tag wie der

Informationen

Hans-Ulrich Wetzel ist 1998 in die

Geschäftsführung der Elser Gruppe

und des Mühlacker Tagblatt

eingestiegen. Er hat Bankkaufmann

gelernt, nach dem Zivildienst

BWL studiert und fünf Jahre

bei der Schwäbischen Zeitung

Berufserfahrungen gesammelt.

andere ist. Relevant ist und bleibt

der Beruf, weil allein verlässliche

Informationen die nötige Basis bieten,

damit sich Leser und mündige

Bürger ihre eigene Meinung bilden

können. Genau das macht seriösen

Journalismus heute wichtiger denn

je, und so wird es nach meiner festen

Überzeugung auch in Zukunft

sein. Gerade als Lokaljournalist

ist man nicht nur auf ein Themengebiet

spezialisiert, weshalb man

Einblicke in die vielfältigsten Bereiche

aus Politik, Kultur, Sport

oder Wirtschaft erhält. Man lernt

dabei auch für sich selbst unglaublich

viel.

Zum Schluss werden wir international:

Was würden Sie Donald

Trump fragen, wenn er zum Redaktionsgespräch

kommt?

Eier: Ob er uns mit seinen „gesparten“

Steuern eine neue Stadthalle

sponsert.

Wetzel: Zu ihm fällt mir echt nichts

mehr ein.

Thomas Eier ist seit 1986 beim

Mühlacker Tagblatt. Seit 2003 ist

der gebürtige Mühlhäuser Redaktionsleiter

und in dieser Funktion

für den Lokalteil verantwortlich.

Darüber hinaus kümmert er sich

schwerpunktmäßig um die Berichterstattung

aus Mühlacker.


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JAHRE

Den eigenständigen Verlag in und für Mühlacker

erhalten

Brigitte Wetzel hat das familiäre Erbe ihrer Eltern übernommen und gibt es weiter

Kennt viele Anekdoten und Geschichten: Verlegerin Brigitte Wetzel ergreift auf einer

Kulturfahrt zu den Bregenzer Festspielen das Wort. Foto: Christina Wetzel

„Das war viel Arbeit“, sagt Brigitte Wetzel

– und meint in erster Linie ein neues

Buch, das im Stieglitz Verlag erschienen

ist. Viel Arbeit war es aber auch, was sie

in den vergangenen Jahrzehnten in den

Firmen der Elser Gruppe geleistet hat.

Und obgleich sie beginnt kürzer zu treten,

wird sie auch in Zukunft mit Sicherheit

noch viel Arbeit haben. Doch eines

nach dem anderen.

„Im Herzen ein grüner Zweig: Vath und

Mary – eine wahre Geschichte aus Kambodscha“

passt auf den ersten Blick so

gar nicht in das Stieglitz-Portfolio. Dort

findet sich viel schwäbische Literatur sowie

Portraits starker Frauen. „Die Geschichte

hat mich tief berührt“, erklärt

Verlegerin Brigitte Wetzel, warum sie die

Anfrage von Autorin Elisabeth Stiefel

positiv beantwortet hat. Elisabeth Stiefel

hat mit „Wera von Württemberg“ bereits

2014 ein Buch im Stieglitz Verlag veröffentlicht

und, da sie die Geschichte von

Vath und Mary kannte, vorgeschlagen,

sie aufzuschreiben. „Ich hätte so gerne

eine Buchpräsentation mit der kambodschanischen

Familie gemacht“, sagt

Brigitte Wetzel, „aber das geht ja im Moment

leider nicht“. Dennoch hofft sie auf

ein baldiges Kennenlernen.

Überhaupt: Die Corona-Pandemie hat

viele ihrer Vorhaben für das laufende

Jahr über den Haufen geworfen. Neben

der Buchpräsentation muss die Seniorchefin

der Elser Gruppe im Moment auch

auf Leserfahrten verzichten. Das traditionelle

Konzert mit dem Maulbronner

Kammerchor muss dieses Jahr leider

auch abgesagt werden. Beides liegt ihr

sehr am Herzen. Unabhängig von der

Pandemie ist das Jahr 2020 kein leichtes

für Brigitte Wetzel: Nach über 63 gemeinsamen

Jahren ist ihr Ehemann Günter

Wetzel im Frühjahr verstorben.

Trotz allem blickt die Verlegerin, die im

Mai 85 Jahre alt geworden ist, mit Zuversicht

in die Zukunft: Nächstes Jahr im

Mai möchte sie gemeinsam mit Tochter

Christina Wetzel die Leserreisen wieder

aufnehmen. In den vergangenen Jahrzehnten

seien bei Leserreisen viele gute

Bekanntschaften und Freundschaften

entstanden, blickt sie zurück. „Die Azoren

waren toll und erlebnisreich, der

Oman natürlich und die Reise nach Peking

und Shanghai war auch etwas Besonderes“,

zählt die Senior-Chefin nur

einige Höhepunkte der Leserreisen, die

sie maßgeblich ausgebaut und betreut

hat, auf. „Bei den Festspielen in Bregenz

waren wir von Anfang an dabei“, betont

Brigitte Wetzel, dass ihr auch Kulturfahrten

sehr am Herzen lagen.

Egal ob Fernreise oder Museumsbesuch,

für die Teilnehmer war es immer garantiert:

Sobald sie vor dem Verlag in den

Bus gestiegen sind, mussten sie sich um

nichts mehr kümmern – abgesehen von

der Gepäckaufgabe am Flughafen. „Unsere

Teilnehmer sind immer versorgt und

behütet“, fasst Brigitte Wetzel zusammen.

Das soll auch zukünftig so sein, nur

mit Christina Wetzel als Hauptverantwortliche.

Brigitte Wetzel ist 1980 in den Verlag,

den ihre Eltern Eugen und Else Händle

geführt haben, eingestiegen. Damals war

ihr Vater schon über 70 Jahre alt. „Meine

Kinder waren erwachsen“, erzählt die

Seniorchefin. Ihr Mann habe ihr geraten,

den Schritt in den elterlichen Verlag zu

wagen. „Er hat auch immer gesagt: Du

hast drei Leben – deine Kindheit und Jugend,

die Zeit als Mutter und Hausfrau

und dann als Verlegerin.“

Zunächst hat ihre Mutter sie in den

Buchverlag und die Buchhandlung eingeführt.

„Ich durfte sehr schnell eigene

Ideen verwirklichen“, erinnert sie sich

dankbar. Verantwortung für die Zeitung

und die Druckerei hat sie erst später

übernommen, als ihr Vater krank wurde.

„Am Anfang habe ich drei Tage in der

Woche gearbeitet, das war schnell vorbei“,

blickt Brigitte Wetzel zurück. Die

ersten Verlegertreffen in Stuttgart, die

sie besucht hat, seien nicht leicht gewesen.

Schließlich waren bis auf eine Kollegin

nur Männer anwesend. „Lauter graue

Anzüge“ habe sie gedacht.


130

JAHRE 7

Als ihr Vater 1988 gestorben war, war es

für alle selbstverständlich, dass sie gemeinsam

mit ihrer Mutter die Firmen

weiterführt. Zu diesem Zeitpunkt war

bereits klar, dass mit Hans-Ulrich Wetzel

eines ihrer Kinder das Zepter übernehmen

würde. Dass sich seine Frau Angelika

Wetzel bereit erklärt hat, in der

Buchhandlung Verantwortung zu übernehmen,

habe sich darüber

hinaus als großer

Glücksfall ergeben. „Ich

habe den klaren Entschluss

gefasst: Ich möchte,

dass das Mühlacker

Tagblatt mit Verlag, Druckerei

und Buchhandlung

als eigenständiges Unternehmen

in Mühlacker erhalten

bleibt“, betont sie,

„das war meine oberste

Prämisse. Daran hat sich

bis heute nichts geändert“.

Schnell fasste sie nach

dem Tod von Eugen Händle

den Entschluss, die Firmen

– abgesehen von der

Buchhandlung – in einem

Neubau zusammenführen

zu wollen: In der Bahnhofstraße

war es zu eng

geworden und das regelmäßige

Pendeln in die

Hindenburgstraße war ein

unnötiger Zeitfresser. So

entstand das Verlags- und

Druckerei-gebäude im

Kißlingweg, das auch heute

noch Heimat der Elser Gruppe

ist. „Damals haben mich Hans Heidinger,

damaliger Leiter der Druckerei,

und unser kaufmännischer Leiter Bernhard

Brünn sehr unterstützt“, erinnert

sich Brigitte Wetzel dankbar, „auf diese

beiden habe ich mich zu 100 Prozent verlassen

können.“ In den ersten Jahren im

Kißlingweg, sagt sie heute rückblickend,

habe sie beim Arbeiten die Buchhandlung

vermisst. „Das war für mich immer

ein Entspannungsfaktor, wenn ich mit

den Kunden reden oder in den Büchern

schmökern konnte.“

bisschen sehnsüchtig in Erinnerungen,

wenn sie an die zurückliegenden Jubiläen

der Elser Gruppe – allen voran an das

125-jährige im Mühlacker Gartenschaujahr

2015 – denkt. Doch sie vermisst noch

etwas ganz anderes: den Mühlehof. „Wir

haben mit unserer Buchhandlung dort

zwar über viele Jahre Verluste gemacht“,

weiß

eine Gebäude.“ Ihre Meinung und ihr

Wissen hat die Seniorchefin über all die

Jahre auch ehrenamtlich eingebracht,

etwa als Mitglied des Wirtschaftsbeirats

ihrer Heimatstadt oder als Mitglied

der Sparkassenstiftung mit Herz und

Hand. Innerhalb der Elser Gruppe gibt

es bis heute eine klare Aufgabenteilung

mit ihrem Sohn Hans-Ulrich Wetzel.

Neuerscheinung

Herbst 2020

Elisabeth Stiefel

Im Herzen

ein grüner Zweig

Vath und Mary –

eine wahre Geschichte aus Kambodscha

17. April 1975: Die roten Khmer erobern die kambodschanische Hauptstadt.

Damit beginnt eine über dreijährige Schreckensherrschaft, die

auch das Leben von Vath und Mary völlig verändert.

200 Seiten

mehrere Abbildungen

ISBN 978-3-7987-044-1

te noch Heimat der Elser Grup- Brigitte Wetzel, „meine Mutter Die meisten Entscheidungen werden von

hat die Filiale geschützt bis es nicht mehr ihm, schon seit einigen Jahren mit seinem

ging – aber das gesamte Einkaufskonzept

Führungsteam getroffen. Und wenn

des Gebäudes hat nicht gestimmt.“ Doch es um Wichtiges geht, dann spricht er

ihr geht es weniger um das Einkaufen, diese mit seiner Mutter ab – sie werden

als vielmehr um das kulturelle Erleben, dann immer gemeinsam getroffen. „Damit

das Treffen von Freunden und Bekannten

sind wir bisher ganz gut gefahren“,

und die Gemeinschaft. „Ich weiß, bilanziert Brigitte Wetzel.

dass wir in Mühlacker viele Schulden

haben, aber sobald es möglich ist, muss Und mit Blick in die Zukunft wünscht

unbedingt wieder eine Kulturhalle gebaut

sie sich, dass nicht nur die Firmen der

werden“, sagt die gebürtige Mühl-

Elser Gruppe wirtschaftlich solide auf-

ackerin wohlwissend, dass nicht jeder gestellt sind, sondern auch, dass ihre

ihrer Meinung ist. „Ich habe im Uhlandbau

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ge-

meine Jugend verbracht, hatte dort sund bleiben und gerne Teil der El-

Apropos reden und Kontakte pflegen: Das

fehlt der Verlegerin in diesem Jahr ganz

besonders. Daher schwelgt sie fast ein

Tanzstundenbälle, Konzerte und mein

Abiturzeugnis bekommen, aber Mühlacker

benötigt heute mehr als nur dieses

ser-Familie sind und die Menschen hier

schätzen, dass es gut ist in Mühlacker zu

leben.

Wir gratulieren der

ElserGruppe zum

130-jährigen Jubiläum

Beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen

der Elser-Gruppe im Mühlehof:

Else Händle mit Tochter Brigitte Wetzel, geb.

Händle, im Gespräch mit Landrat Dr. Heinz

Reichert.

Foto: privat

✱ Maler- und Lackierarbeiten

✱ Wärmedämmung

✱ Gerüstbau

✱ Raumausstatter

✱ Gipserarbeiten

Jürgen Kraft

Kanalstraße 20/2 · 75417 Mühlacker-Enzberg

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8

130

JAHRE

Aus Mühlacker und der Welt

Neue Webseite mit mehr Nachrichten und großem Servicebereich

Eine

Ein Brief

Ein „Relaunch“ definiert sich laut

Duden als „neue, verbesserte Gestaltung

eines schon länger auf dem

Markt befindlichen Produkts“. Genau

diese Auffrischung hat www.

muehlacker-tagblatt.de hinter sich.

Und zusätzlich gibt es Neuerungen,

die es in sich haben: Statt bloßer

Lokalberichterstattung finden Leser

nun auch das Wichtigste und

Aktuellste aus Baden-Württemberg,

Deutschland und der Welt

auf der Internetseite ihrer Heimatzeitung.

Außerdem wurden neue

Themenwelten integriert, in denen

Antworten und Tipps zu Fragen

rund um Karriere, Familienleben

und vieles Weitere mehr im Mittelpunkt

stehen.

Doch die Kernkompetenz – sprich:

die Lokalberichterstattung – steht

auch auf dem neuen Internetauftritt

weiterhin im Mittelpunkt.

Neben den Nachrichten aus dem

Verbreitungsgebiet sowie lokaler

Sportberichterstattung wurde zusätzlich

ein großer Servicebereich

geschaffen.

In der Fundgrube können beispielsweise

Autos verkauft oder Partner

gefunden werden, der Mittagstisch-

und die Lieferservice-Übersicht

hilft bei knurrendem Magen

und die Leserreisen-Übersicht

macht (bald wieder) Lust aufs Verreisen.

Eine Besonderheit auf der

neuen Internetseite ist zudem das

Immobilienportal, das alle Angebote

aus der Region vereint – auch

die, die auf anderen Online-Diensten

eingestellt worden sind. Sprich:

Eine Seite für fast alle Immobilien

im östlichen Enzkreis und angrenzenden

Regionen ganz einfach unter

www.muehlacker-tagblatt.de.

Übrigens ist die neue Internetseite

für Smartphones konzipiert.

Sprich: Auch

in Bus oder

Bahn kann

man sich bequem

über

das Geschehen

in der

Region informieren.

Wer

lieber vor

dem Bildschirm

sitzt,

findet eine

aufgeräumte

und übersichtliche Internetseite.

Der Fokus solle auf den Inhalten

liegen, erklärt Mark Kruse, Technik-

und Gestaltungsabteilungsleiter

beim Mühlacker Tagblatt, „wir

wollen den Augen ein bisschen

Ruhe gönnen.“

„Wenn wir zukunftsfähig sein wollen,

benötigen wir diese neue Webseite“,

lautete kurz nach dem Shutdown

im Frühjahr die Entscheidung

der Verlagsleitung. Eine neue Homepage

war schon seit Längerem angedacht,

und die Umsetzung dieses

Vorhabens sollte trotz der Corona-Pandemie

nicht weiter aufgeschoben

werden. „Wir haben in Zeiten,

in denen andere Unternehmen

geplante Ausgaben gestoppt haben,

genau das Gegenteil gemacht: Wir

haben investiert“, betont Verlagsleiterin

Joy Neugebauer. Das sei zu

diesem Zeitpunkt „zwar ein ungewöhnlicher

und mutiger Schritt“

gewesen, erläutert

sie

weiter, „aber

wir hoffen,

dass er sich

auszahlt. Zusätzlich

gab

es im Verlag

freie (zeitliche)

Kapazitäten.

„Wir

konnten uns

auf die neue

Internetseite

konzentrieren“,

sagt Verlagsleiterin Joy Neugebauer

rückblickend.

Mit der neuen Internetseite haben

die Verantwortlichen beim Mühlacker

Tagblatt konsequent an der

Digitalisierung des Unternehmens

weitergefeilt. Vor der neuen Webseite

wurde im vergangenen Jahr bereits

das E-Paper überarbeitet, das

seitdem deutlich nutzerfreundlicher

ist. Auch in anderen Abteilungen

der Verlagsgruppe hält die Digitalisierung

immer stärker Einzug, was

neben Investitionen auch stets mit

Schulungen und neuen Abläufen

verbunden ist.

Zurück zur neuen Webseite: Insbesondere

während des Shutdowns

habe man immense Zuwächse

bei den Zugriffszahlen

auf der Internetseite

verzeichnen

können – und

somit nochmals

vor Augen

geführt

bekommen,

wie wichtig

Online-Berichterstattung

ist.

„Daher sind

wir auch sehr froh, mit unserem

starken Partner, den Stuttgarter

Nachrichten, nun auch überregionale,

bundesweite und internationale

Nachrichten auf unserer

Internetseite anbieten zu können“,

erklärt Maik Disselhoff, der als

Redakteur für den Online-Bereich

verantwortlich ist.


130

JAHRE 9

Eine nicht ganz ernst gemeinte Liebe

Ein Brief an das Mühlacker Tagblatt

Wann haben Sie das letzte Mal

einen Brief geschrieben? Einen

aus dem Briefkasten geholt? Eine

persönliche E-Mail verfasst oder

erhalten? Ist das schon eine Weile

her? Vielleicht haben Sie nach

der Lektüre dieser Zeilen, die uns

kürzlich erreicht haben, Lust mal

wieder zu Stift oder Papier zu greifen

oder sich zum Verfassen einer

E-Mail mit lieben Worten an den

Computer zu setzen.

Im Verlag sind wir uns jedenfalls

einig: Es macht Spaß, solche Briefe

zu lesen. Und diese Freude wollen

wir mit Ihnen, liebe Leserinnen

und Leser, teilen. Viel Spaß!


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Mein liebes Mühlacker Tagblatt,

heute haben Sie Dir mal wieder einen Aufruf auf den Bauch gepinselt, mit der Bitte um Anekdoten und Geschichten

über Dich oder die Gruppe Deiner Herausgeber. Man solle sich kurz fassen – in der Kürze liegt die

Würze – schreiben sie! Ich kann das nicht, aber ich schreibe Dir trotzdem.

Meine Beziehung zu Dir dauert jetzt auch schon Jahrzehnte. OK, ich bin mal fremd gegangen mit der Pforzheimer

Zeitung, bin dann aber wieder zu Dir zurückgekehrt. Dass Du schon 130 Jahre alt bist, hat mich dann

aber doch etwas schockiert, da Du meistens frischer daherkommst als ich mit meinen 56 Lenzen. Aber zu meiner

Entlastung sei erwähnt, dass mein Kontakt zu Dir täglich morgens um 6 Uhr stattfindet und ich erst kurz

vorher zerknittert und ächzend dem Bett entrissen worden bin. Da bin ich dann noch nicht frisch lackiert,

gerüttelt und „in shape“ gebracht worden wie Du. Aber Du bist um diese Zeit so taufrisch, dass Deine noch

nicht trockene Druckerschwärze mit den Jahren schon Spuren auf meinem Holztisch hinterlassen hat und ich

gezwungen bin, ab und an zum Schleifpapier zu greifen. Aber dennoch bist Du jeden Morgen der Antriebsmotor

und eine große Hilfe, damit ich gut in den Tag starten kann. Danke dafür!

Was gibt es Schöneres, als linker Seite die Kaffeetasse und rechter Seite die Zeitung und mindestens eine

Stunde Zeit zu haben. Gegenüber hat sich der Göttergatte platziert, bei dem ich aber eifersüchtig aufpasse,

dass er die Zeitung nicht vor mir in die Finger bekommt. Er muss sich neben seinem Kaffee mit einem Buch

begnügen. Gelesen wird natürlich von hinten nach vorne. Und jetzt sag ich Dir mal, wie das normalerweise

laufen sollte: Den Anfang machen die Todesanzeigen. Die erste Neugier gilt den Namen. Einer dabei den man

kennt? Dann kommt das Geburtsjahr und die Erkenntnis, dass die Einschläge irgendwie näher kommen. Vielleicht

registriert man noch die Anzeige von einem Bio-Hof, wann es wieder frisches Schlachtfleisch gibt aber

dann geht’s schon weiter mit den lokalen Ereignissen, Vorkommnissen und den Polizeiberichten. Nicht zu vergessen

die Leserbriefe! Es ist herrlich zu lesen, wie sich speziell die Mühlacker Bürger differenziert über die

Lokalgeschehnisse auslassen und ihre Meinung kundtun. Der Kreis erweitert sich dann mit dem Sportteil, den

Du ehrlich gesagt, nach meinem Geschmack auch einkürzen könntest. Diese auf den Rasen spuckenden Münder

und o-förmigen Beine der vielen Fußballer interessieren mich so gar nicht. Nur die Berichte über unser im

Enzkreis ansässiges Ausnahmetalent im Fahrrad-Trial, werden von mir verschlungen. Ansonsten gebe ich zu,

dass dieser Teil schnell ad acta gelegt wird. Weiter geht’s mit dem Panoramateil, der zwar meistens nichts für

die Bildung tut, aber den voyeuristischen Teil in mir bedient. Am Schluss kommt dann als letzter Kick, falls

der Kaffee noch nicht gewirkt hat, der Wirtschafts- und Politikteil mit den zurzeit doch recht testosterongesteuerten

Egomanen dieser Welt.

Dazwischen wird dann noch rasch nachgeschaut, wie astronomisch hoch der Goldpreis wieder ist. Ein vorwurfsvoller

Blick an mein Gegenüber muss erlaubt sein. Hätte er mal in Zeiten der ersten Verliebtheit bei den

Geschenken mehr auf den guten alten Goldschmuck gesetzt, dann hätten wir jetzt ein hübsches Sümmchen

beisammen. Aber sei‘s drum! Jetzt haben die Stimmbänder sich gedehnt, ihre Arbeit aufgenommen und teilen

nun lautstark ihre Meinung über die Ungerechtigkeiten dieser Welt mit. Ach ja – spätestens jetzt weiß auch der

Göttergatte, dass an ein Weiterlesen seiner Lektüre nicht mehr zu denken ist. Dafür bin ich aber gut gerüstet

und informiert für den Tag und vor allem endlich hellwach!

So war es schon immer und so sollte es auch sein, das morgendliche Ritual!

Meine liebe Tageszeitung, leider haben Deine „Innenausstatter“ vor geraumer Zeit beschlossen, Dich einfach

auf den Kopf zu stellen, Dich verkehrt herum anzuziehen und das gefällt mir überhaupt nicht!! Ich will nicht

nach den Todesanzeigen schon mit der Wirtschaft und den Nachrichten aus der schwäbischen Hauptstadt und

dem Goldpreis konfrontiert werden. Als notorischer „Von-Hinten-Leser“ sollten sich die Nachrichten langsam

vom Regionalen zum großen Weltgeschehen hochschrauben. Das wünsch ich mir und Dir für die nächsten 130

Jahre.

In diesem Sinne und mit viel Augenzwinkern: Alles Gute zum Geburtstag.

Deine treue Leserin

Glückwunsch zum Jubiläum


10

130

JAHRE

1950 bis 1959: Neustart nach dem Krieg

Zeitung, Druckerei und Buchhandlung nehmen ihre Arbeit wieder auf

Wir gratulieren zum

130-jährigen Jubiläum

Wir gratulieren zum

130-jährigen

Jubiläum

Qualität seit

über 50 Jahren!

Stammhaus von Elser Druck bis in die 1990er Jahre.

W. Efferenn GmbH ·

75443 Ötisheim · Bahnhofstraße 41 – 43 · Tel. 07041 81 10 48

Jahrzehntelang ist die Bahnhofstraße 62

Stammhaus von Elser Druck und Mühlacker

Tagblatt. Erst in den 1990er Jahren

entscheidet sich Brigitte Wetzel für einen

Neubau von Verlags- und Druckereigebäude

am Kißlingweg.

Nach Kriegsende sind in der Bahnhofstraße

zunächst amerikanische Soldaten einquartiert.

Ihre Aufgabe: Die Sendeanlage

wieder in Betrieb nehmen. Die restliche

Stadt ist von Franzosen besetzt. Zeitungund

Buchverlag, sowie Druckerei und

Buchhandlung sind geschlossen. Dennoch

steht die Druckerei nicht still, schließlich

gilt es, Aufträge für die Franzosen abzuarbeiten.

Trotz anderslautender Ankündigung

wird die Rotationsmaschine für den

Zeitungsdruck nicht abtransportiert.

Die ausgebildete Buchhändlerin Else

Händle erhält am 2. Januar 1946 die förmliche

Erlaubnis, die Buchhandlung wieder

zu eröffnen. Zu diesem Zeitpunkt ist ihr

Mann noch interniert. Else Händle gelingt

es, Buch-Elser nach und nach zur

führenden Buchhandlung in der Region

zu machen. Neben einem umfangreichen

Buchsortiment, bietet sie auch Geschenkartikel

und Schreibwaren zum Kauf an.

Unterstützt wird sie dabei lange Jahre

von Anette Beihofer-Föll, ihrer Chefbuchhändlerin.

Auch der Buchverlag darf ab 1949 wieder

fortgeführt werden. Else Händle nennt ihn

Stieglitz-Verlag – an dem Namen hat sich

bis heute nichts geändert. Los geht es mit

einem unverfänglichen Werk: „Die Kunst,

schön zu sein. Neue Wege in der Schönheitspflege“

von Karl Sieger. In den 1950er

Jahren avanciert dann der lokal bekannte

August Lämmle zum Hausautor. Weitere

Autoren der Nachkriegsjahre sind beispielsweise

Willy Reichert, Karl Götz und

Jo Hanns Rößler.

Gebäudereinigung

Industriereinigung

Hausmeisterservice

Dachrinnenreinigung

Rohrreinigung

Kanalreinigung

Flüssigabfall-Transport

1950 ist das erste Jahr, in dem Leser nach

dem Krieg regelmäßig mit lokalen Nachrichten

versorgt werden. Denn mit dem

Ende der so genannten Lizenzphase darf

Eugen Händle ab 1949 wieder Zeitungen

drucken. Die neue Zeitung erscheint unter

dem Namen Mühlacker Tagblatt. „Vielleicht

war es auch ihr Wunsch, den Sie nun

erfüllt sehen“, heißt es in einer Probenummer

der Lokalzeitung, die am 25. August

1949 veröffentlich wurde. Ab September

1949 erscheint das Mühlacker Tagblatt

wieder regelmäßig. In der Anfangszeit bedeutet

das vier Mal in der Woche: montags,

mittwochs, donnerstags und samstags

– Kostenpunkt für den Leser: zwei Mark

im Monat. Alleinverantwortlicher für die

Zeitung ist seit November 1949 Rudolf A.

Pospischil – das bleibt rund 25 Jahre so.

Dabei ist Werbung in eigener Sache natürlich

insbesondere in der Anfangszeit

wichtig, um die Zahl der Abonnenten zu

erhöhen. Über einem Bestellschein aus

der Anfangszeit ist daher zu lesen: „Das

Mühlacker Tagblatt bringt Ihnen außer

einem guten lokalen Teil stets das Neueste

in der Politik, in Kultur, Wirtschaft

und Sport. Ein gepflegter Anzeigenteil,

der Angebot und Nachfrage hauptsächlich

kreisansässiger Firmen und Geschäfte sowie

Privatpersonen vermittelt, wird selbst

den anspruchsvollen Leser zufriedenstellen.

Abonnieren Deshalb auch Sie das Heimatblatt

Mühlacker Tagblatt.“

Mit der Genossenschaft „Zentralredaktion

süddeutscher Heimatzeitungen“ schließt

Eugen Händle 1951 einen Vertrag über die

Lieferung überregionaler Nachrichten,

die jeden Tag pünktlich „in einwandfreier

Beschaffenheit“ zur Verfügung gestellt

werden sollen. Zuvor gab es eine ähnliche

Kooperation mit den Verlegern der Ludwigsburger

Kreis-Zeitung.

TV-Rohruntersuchung


130

JAHRE 11

Ein-Mann-Betrieb namens

Rudolf A. Pospischil

Er prägt fast drei Jahrzehnte lang als

verantwortlicher Redakteur für den

Lokalteil des Mühlacker Tagblatt: Rudolf

A. Pospischil. Anlässlich seiner

Verabschiedung Ende Oktober 1979

schreibt sein Kollege Jürgen Luz eine

ausführliche Würdigung, die (oben

links) in Originallänge zu lesen ist.

Das erste Foto, das am 8. Oktober 1949

im Lokalteil des Mühlacker Tagblatt

veröffentlicht wird, zeigt einen Turnhallen-Neubau.

Weder der Text noch

das Bild (oben rechts) sind namentlich

gekennzeichnet, jedoch ist es naheliegend,

dass beides aus der Feder

von ist Rudolf A. Pospischil stammt.

So genannte Autorenzeilen und Bildnachweise

halten erst nach und nach

Einzug ins Mühlacker Tagblatt. Auch

Fotos lokaler Ereignisse sind in den

Anfangsjahren eine Seltenheit.

Pospischil kann mit den Jahren zwar

auf eine wachsende Zahl freier Mitarbeiter

zurückgreifen, doch auch deren

Manuskripte, die meistens mit der

Schreibmaschine geschrieben wurden,

muss er bearbeiten. Außerdem nimmt

er selbst viele Termine wahr, die es zu

verarbeiten gilt. Auch der Umfang des

Mühlacker Tagblatt wächst mit den

Jahren, was für Pospischil zunehmend

mehr Arbeit bedeutet. Der Namen seines

Kollegen Jürgen Luz, der die Würdigung

zum Eintritt in den Ruhestand

verfasst hat, wird ab 1974 im Impressum

aufgeführt.

Zum 130-jährigen Jubiläum

gratuliert die

Diakoniestation

Mühlacker

45 Jahre Erfahrung in:

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Hinteransicht des Stammhauses in der Bahnhofstraße

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ August Lämmle avanciert zum Hausautor des Stieglitz Verlags,

den Else Händle seit 1949 verantwortet.

■ 1950 ist das erste Jahr, in dem Leser nach dem Krieg regelmäßig

mit lokalen Nachrichten versorgt werden. Denn seit September

1949 darf Eugen Händle wieder drucken. Der Name der Zeitung:

Mühlacker Tagblatt.

■ Alleinverantwortlicher für die Zeitung ist seit November 1949 Rudolf

A. Pospischil – das bleibt rund 25 Jahre so.

■ 1951: Mit der Genossenschaft „Zentralredaktion süddeutscher

Heimatzeitungen“ schließt Eugen Händle einen Vertrag über die

Lieferung überregionaler Nachrichten, die jeden Tag pünktlich

„in einwandfreier Beschaffenheit“ zur Verfügung gestellt werden

sollten. Zuvor gab es eine ähnliche Kooperation mit den Verlegern

der Ludwigsburger Kreis-Zeitung.

Tel. 07041 81 09 99-0

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12

130

JAHRE

1960 bis 1969: Augenblicke des Jahrzehnts

Wir gratulieren

dem Mühlacker Tagblatt

zum 130-jährigen Jubiläum.

Ihr leistungsstarker Partner

Orthopädie-Technik

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Gauturnfest 1960

1960

Gauturnfest

Erstmals nach dem Krieg kommt die

Turnerschaft zu einem Gauturnfest

in Mühlacker zusammen. In Mühlacker

wird die erste Ampelanlage

in Betrieb genommen und die Umgehungsstraße

bei Maulbronn und

Knittlingen erhält ihren letzten

Schliff.

1961

Kreisberufsschule

Blick in einen Unterrichtsraum: Die

neue Kreisberufsschule in Mühlacker

wird in Betrieb genommen.

Auch abgesehen davon werden 1961

zahlreiche (Bau-)Projekte vorangetrieben

– entsprechend wird in der

Rückschau von „bleibenden Merkmalen

des Fortschritts“ berichtet.

Omnibusbahnhof

1962

Kreisberufsschule

Omnibusbahnhof

Der neue Omnibusbahnhof „dokumentiert die Fortschrittlichkeit“, wie es im

damaligen Jahresrückblick heißt. Außerdem wird die Feuerwache am Käppele

in Betrieb genommen und der Uhlandbau nach vollendeter Renovierung wiedereingeweiht.


130

JAHRE 13

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ Die Jahre stehen im Zeichen der Wirtschaftswunderjahre, das wirkt sich positiv auf die Geschäftsbereiche

aus. Die Auflage des Mühlacker Tagblatt zum Beispiel steigt stetig.

■ Mehr Zeit zum Lesen: Die Leser erhalten ihre Zeitung immer früher am Tag und nach und nach steigt auch

die Seitenzahl des Mühlacker Tagblatt.

■ Die „Zentralredaktion süddeutscher Heimatzeitungen“ löst sich Ende Juni 1964 auf und Eugen Händle wendet

sich dem „Südwestdeutschen Zeitungsverband“, einer anderen regionalen Verleger-Genossenschaft zu.

1967 beschließt die Genossenschaft die Zusammenarbeit mit der Ulmer Südwestpresse.

1963

1966

1968

Oberschulrat Korbmacher

Einen neuen Leiter bekommt das

Bezirksschulamt Mühlacker: Oberschulrat

F. Korbmacher. Er wird vom

neuen Präsidenten des Oberschulamts,

Wilhelm Schradi, in sein Amt

eingesetzt.

Ewald Veigel

Fast drei Jahrzehnte – von 1966 bis

1994 - prägt Ewald Veigel als Bürgermeister

die Weiterentwicklung

Illingens. Ab 1971 gehörte er dem

Kreistag des Landkreises Vaihingen

und nach dessen Auflösung des Enzkreises

an. Zudem war er von 1995

bis 2001 FDP-Landtagsabgeordneter.

Gisela Herberger

Die Mühlackerin gewinnt die

Deutsche Meisterschaft in der 1,5

ccm-Klasse im Automodellrennen.

Sehr geehrter, lieber Reisekunde,

leider gibt es dieses Jahr nicht viele Weihnachtsmärkte! Doch einige Orte haben

sich, zur großen Freude der Besucher, für ein Stattfi nden entschlossen und dies

natürlich unter der Bedingung, alle vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen zu

erfüllen. So werden z.Bsp. weniger Buden aufgestellt. Dadurch sind die Gänge

breiter, so dass der vorgeschriebene Sicherheitsabstand eingehalten werden

kann. Auf unserer Fahrt dorthin achten auch wir darauf, dass bei uns im Bus die

Sicherheitsbedingungen zum Tragen kommen!

19.11. 5 Tage Sonderreise ins Welfenland / Hannover – Schloss Bückeburg € 425.–

06.12. 5 Tage Advent im Osterzgebirge mit Konzert in der Frauenkirche € 498.–

15.12. 4 Tage Advent im Salzburger Land mit besinnlicher Adventsfeier € 395.–

31.01. 6 Tage Sedrun / Graubünden – ein Wintertraum € 495.–

08.11. 8 Tage Wintersonderreise – Danzig und die Ostseeküste € 555.–

Gisela Herberger

*****************************************************************

29.10. 08.00 Uhr DELEIKA- Drehorgelmanufaktur und Dinkelsbühl inkl. Führung € 39.–

31.10. 07.00 Uhr Zürich – längerer Aufenthalt € 33.–

04.11. 07.45 Uhr Seeg – mit Führung durch die Erlebnisimkerei € 38.–

13.11. 09.00 Uhr Martinsgansessen inkl. Essen € 45.–

16.11. 06.15 Uhr Zibelimärit in Bern € 37.–

26.11. 09.00 Uhr Festlicher Weihnachtsmarkt an der Mosel in Bernkastel inkl. Schiff € 42.–

01.12. 06.45 Uhr Weihnachtsmarkt in Erfurt € 45.–

02.12. 09.45 Uhr Ulmer Weihnachtsmarkt € 29.–

03.12. 10.15 Uhr Herzlich Willkommen zum Weihnachtsmarkt in Würzburg € 29.–

Oberschulrat Korbmacher

Weitere Reisen in unseren aktuellen Katalogen, die wir Ihnen auf Wunsch

gerne zusenden, oder im Internet unter www.reisefuchs-online.de!

1964

1969

Abfahrten: Mühlacker – alte Feuerwache (Rappstraße)

Weitere Zusteigestellen: Pforzheim – Theater + Karlsruhe ZOB

Bundesminister Kai-Uwe von Hassel

Politische Prominenz ist zu Besuch

in der Region: Bundesminister Kai-

Uwe von Hassel bekommt als Andenken

einen Weinkrug aus dem früheren

Schlossinventar geschenkt.

Ewald Veigel

1967

Fluglehrer Costabel

Der Flugsportclub hat in drei Jahren

eine neue Maschine gebaut, die 1967

eingeflogen wird. Den ersten Start

(im Bild) darf Fluglehrer Costabel

absolvieren.

Heinrich Lübke

Der zweite Bundespräsident der

Bundesrepublik Deutschland, Heinrich

Lübke, ist auf Stippvisite in Vaihingen:

Er besucht das Jugenddorf in

Schloss Kaltenstein.

WILHELM KG

Wir gratulieren der

ElserGruppe zu

130 Jahren

Michael Häcker und Hans Geißler

freuen sich auf Ihren Besuch.

Bei uns werden

Sie freundlich,

individuell und

kompetent beraten,

von der Befestigungstechnik

bis zur

professionellen

Werkzeugtechnik.

Bundesminister Kai-Uwe von Hassel(rechts) Fluglehrer Costabel Heinrich Lübke

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14

130

JAHRE

1970 bis 1979: Augenblicke des Jahrzehnts

Erich Fuchslocher

1973

Heinz Reichert

Der bisherige Amtsverweser Dr.

Heinz Reichert wird im Juli zum ersten

Landrat des Enzkreises gewählt.

Er war der einzige Bewerber. Auch

seine Wiederwahlen in den Jahren

1981 und 1989 erfolgen ohne Gegenkandidat.

Gustav Häcker 1976

Heinz Reichert

Lore Schäfer

1970

Lore Schäfer

Die erste Strombergweinkönigin

Lore Schäfer aus Ensingen wird

beim großen Weinfest in Häfnerhaslach

inthronisiert. Es sollte wohl ein

gutes Omen sein: Weil alle Tanks

voll waren, muss die Zentralweingärtnergenossenschaft

Möglingen im

selben Jahr einen stillgelegten Wasserhochbehälter

in Maulbronn mit

250 000 Litern Wein befüllen.

1971

Dieter Berner

Damit die Spieregeln eingehalten

werden: Der Schiedsrichter aus Enzberg

erreicht den Aufstieg als Schiri

in die Fußball-Bundesliga.

Dieter Berner

1972

Erich Fuchslocher

Als letzter Landrat im danach aufgelösten

Landkreis Vaihingen ist Erich

Fuchslocher von 1966 bis 1972 für

den Übergang zuständig. Zuvor war

er von 1951 bis 1966 Bürgermeister

von Mühlacker. Nach ihm wurde

der Erich-Fuchslocher-Platz an der

Drehscheibe in Mühlacker benannt.

1974

Helmut Wagner

32 Jahre lang lenkt Helmut Wagner

ab 1974 die Geschicke der Gemeinden

Sternenfels und Diefenbach und

macht sie über die Grenzen des Landes

hinaus zu einer bekannten Marke.

Die Amtsgeschäfte übernimmt er

1974 von Horst Jung und gibt sie 2006

an Sigrid Hornauer weiter.

Helmut Wagner

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Wir gratulieren

zum Jubiläum

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130

JAHRE 15

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ November 1972: Das Mühlacker Tagblatt wechselt vom handlichen „Berliner Format“ ins „Rheinische Vollformat“

und übernimmt den Mantel der Stuttgarter Nachrichten

■ 1972: Der Zeitungsdruck in Mühlacker wird aufgegeben. Sich ganz aus dem Druck zurückzuziehen, stand aber nie zur

Diskussion. Entsprechend wird der Kundenkreis im sogenannten Bogen- und Akzidenzdruck stetig erweitert.

■ Mit der Rundschau wird 1972 ein wöchentliches, kostenloses Anzeigenblatt auf den Markt gebracht

■ Nach einer Zwischenstation in Stuttgart wird der Zeitungsdruck 1973 zu Z-Druck nach Sindelfingen verlegt,

bei der das Mühlacker Tagblatt Gesellschafter wird

■ Eugen Händle gibt 1979 den Bildband „Mühlacker im Wandel der Zeiten“ heraus, der in mehreren Sprachen erscheint.

1975

Annemarie Griesinger

Gesundheitsministerin Annemarie

Griesinger spricht bei der offiziellen

Einweihung des Kreiskrankenhauses

in Mühlacker und lobt, dass sich

mit dem neuen Haus die Krankenhausstruktur

im Enzkreis verbessert

habe.

Trudpert Müller (Mitte)

Annemarie Griesinger

1976

Gustav Häcker

Gustav Häcker gewinnt den Großen

Preis in Forst 1976. In den Folgejahren

sichert er sich weitere Titel – darunter

den als Sieger der Sportlerwahl

im Jahr 1983, als ihn die Leser

des Mühlacker Tagblatt in der Kategorie

Sportler auf Rang eins setzten.

Er erinnert sich gerne daran zurück:

„Das war ein Riesenfest im Mühlehof

mit Musik und Tanz.“

1977

Trudpert Müller

Der Regierungspräsident Trudpert

Müller weiht mit der Osttangente

Mühlacker das bislang größte Straßenbauprojekt

der Stadt Mühlacker

ein. Auch Enzkreis-Landrat Dr. Reichert

ist beim offiziellen Schlusspunkt

dieser wichtigen Baumaßnahme

vor Ort.

1978

Sergio Martinelli

Sergio Martinelli und Gerhard

Knapp unterzeichnen im bassanesischen

Rathaus die Partnerschaftsurkunde.

Mehr als 3000 Menschen bejubelten

den historischen Moment. Das

Interesse an gegenseitigen Besuchen

ist nach wie vor groß – insbesondere

bei Anlässen wie dem Straßenfest

in Mühlacker oder der Fiera Franca,

dem Herbstmarkt, in Bassano.

Sergio Martinelli (rechts)

1979

Dr. Dieter Spieth

Auf Initiative und nach den Vorstellungen

des Maulbronner Arztes Dr.

Dieter Spieth eröffnet nach jahrelanger

Planung das Kinderzentrum

Maulbronn unter der ärztlichen Leitung

von Dr. Dieter Lensing-Hebben.

Der Förderverein Christopherushilfe

wurde bereits 1972 gegründet. Dr.

Dieter Spieth war zudem Stadtrat

und Bürgermeister-Stellvertreter in

Maulbronn.

Dr. Dieter Spieth


16

130

JAHRE

1980 bis 1989: Augenblicke des Jahrzehnts

Der Ausbau der Bundesstraße 10 und die Verlegung der Orstdurchfahrt Mühlacker beginnt.

Familie U

Freude i

kenhaus

bei Vate

Nach 20 J

der Drill

Das „Mä

und die „

aufpasse

1980

Lothar Späth

Zu Gast im Enzkreis: Ministerpräsident

Lothar Späth bereist den

Enzkreis und macht dabei in mehreren

Kommunen Station unter anderem

in Mühlacker, Schützingen,

Maulbronn und Knittlingen. Dabei

spricht er nicht nur mit Amtsträgern,

sondern auch mit Bürgern.

jemand so engagiert, ist das Bundesverdienstkreuz

angebracht“,

kommentiert Ewald Veigel aus

Illingen, Vorsitzender der Enzkreis-Bürgermeister,

die Ehrung.

In den Folgejahren wird er Ehrenbürger

seiner Heimatstadt Mühlacker

und ihrer italienischen Partnerstadt

Bassano del Grappa.

Rathauschef – und geht es nach

ihm, soll das bis auf Weiteres so

bleiben. Er kann sich eine erneute

Kandidatur im Jahr 2022 vorstellen.

Adalbert Bangha

1984

Rainer Moser

Der Turner aus Mühlacker steht

1984 erstmals ganz oben auf dem

Treppchen als Sieger der Sportlerwahl

des Mühlacker Tagblatt. Das

soll ihm in den Jahrzehnten danach

so oft gelingen, wie niemandem

sonst – und das gleich in drei

Kategorien: In der Kategorie der

Nachwuchssportler (1984, 1985, Konstant

1987, 1991), als erwachsener Sport-Zler (1993, 1995, 1997) und 2015 als haben si

den H

bester Trainer.

Klinke in

beispiels

1985

Albrecht Münzmay

Nachdem er 1985 von Erna Händle

zur Übernahme der Geschäfte

als Vorstand des Mühlacker Verschönerungsvereins

berufen wird,

übt Albrecht Münzmay sein Amt

32 Jahre lang aus. 2017 gibt er den

Staffelstab vorübergehend weiter.

Momentan ist Albrecht Münzmay

als Interimsvorsitzender wieder

gefragt.

Karlheinz Oehler

Lothar Späth

1981

Gerhard Knapp

Gerhard Knapp, von 1966 bis 1993

Oberbürgermeister Mühlackers,

wird mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet. „Wenn sich

Gerhard Knapp

1982

Karlheinz Oehler

Im April wird der Amtswechsel

offiziell vollzogen: Rolf Gockeler,

der 20 Jahre lang die Geschicke

Wiernsheims leitete, übergibt die

Aufgaben an Karlheinz Oehler.

Oehler ist auch im Jahr 2020 noch

1983

Adalbert Bangha

Neuer Bürgermeister: Adalbert

Bangha tritt sein Amt als Bürgermeister

in Ölbronn-Dürrn an. Das

Amt bekleidet er insgesamt 24 Jahre

lang. Dann entscheidet er sich,

nicht mehr für eine vierte Amtszeit

zu kandidieren. Aktuell engagiert

sich Bangha als Geschäftsführer

der Gottlob-Frick-Gesellschaft.

Rainer Moser

Albrecht Münzmay

tin Weck

rend We

auf Tour

mit ihm

turelle A

Winfried

Mit einem

gestattet

ermann (

Landtags


130

JAHRE 17

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ 1980 steigt Brigitte Wetzel in den elterlichen Verlag ein.

■ Else und Eugen Händle eröffnen 1982 eine Filiale von Buch-Elser an bester Stelle im neuen Mühlehof

■ In den 1980er Jahren wird die Lokalredaktion des Mühlacker Tagblatt personell mehrfach verstärkt.

■ Eugen Händle stirbt 1988.

Papa Unmuth

1986

Familie Unmuth

Freude im gesamten Kreiskrankenhaus

Mühlacker und nicht nur

bei Vater und Mutter Unmuth:

Nach 20 Jahren erblicken dort wieder

Drillinge das Licht der Welt.

Das „Mädchen zum Verwöhnen“

und die „Buben, die aufs Mädchen

aufpassen“ sind wohlauf.

in drei

1987

orie der

, 1985, Konstantin Wecker

r Sport-Zu den Hochzeiten des Mühlehofs

2015 als haben sich Stars regelrecht die

Klinke in die Hand gegeben: 1987

beispielsweise gastierte Konstan-

den Wahlen 1992, 1996, 2001, 2006

wird er direkt gewählt und gehört

dem Landtag bis 2011 an. Bereits

seit 1971 ist er Mitglied des Illinger

Gemeinderats und war fast 40

Jahre lang ehrenamtlicher Stellvertreter

des Bürgermeisters.

Winfried Scheuermann

Hans-Jürgen Pisch

Die Kerschensteiner Turn- und Festhalle wird zum Notquartier für DDR-Übersiedler.

a Händeschäfte

er Vern

wird,

ein Amt

t er den

weiter.

ünzmay

wieder

Konstantin Wecker

1989

Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl

Nicht nur zu Wahlkampfzeiten

kommen politische Schwergewichte

in die Region: Auf Einladung der

Industrie- und Handelskammer

spricht der damalige Bundeskanzler

Dr. Helmut Kohl vor 2400 Besuchern

in der Pforzheimer Stadthalle.

Viel umjubelt ist der Satz:

„Unser Ziel ist die Einheit der Nation.“

tin Wecker im Großen Saal. Während

Wecker auch nächstes Jahr

auf Tour geht, ist der Mühlehof und

mit ihm zahlreiche glanzvolle kulturelle

Abende (längst) Geschichte.

1988

Winfried Scheuermann

Mit einem Direktmandat ausgestattet,

tritt Winfried Scheuermann

(CDU) aus Illingen sein

Landtagsmandat an. Auch bei

Dr. Helmut Kohl

Die Tour de France auf der Ötisheimer Straße. Tausende säumen die Strecke in der Senderstadt.

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18

130

JAHRE

1990 bis 1999: Augenblicke des Jahrzehnts

Andreas Felchle

1993

Die Elser Gruppe feiert 1990 ihr 100-jähriges Bestehen im Mühlehof.

1990

Olivia Molina

Weihnachtslieder aus Südamerika:

Die bekannte Sängerin Olivia

Molina begeistert auf Einladung

des Mühlacker Tagblatt ihre Zuhörer.

Was als einmaliger Konzertabend

gedacht war, etabliert sich als

MT-Weihnachtskonzert auch in den

folgenden Jahren und Jahrzehnten.

wassers von 1993 bewältigen. 2007

erklärte er, aus gesundheitlichen

Gründen auf eine Kandidatur für

eine dritte Amtszeit zu verzichten.

Klaus Schönfeld

15 Bewerber wollen ins Rathaus

der Großen Kreisstadt einziehen:

Im zweiten Wahlgang wird schließlich

Klaus Schönfeld, der zu diesem

Zeitpunkt Bürgermeister in der Gemeinde

Michelfeld ist, zum neuen

Oberbürgermeister von Mühlacker

gewählt. Er tritt die Nachfolge von

Gerhard Knapp an. Er bleibt bis 2002

im Amt.

Wir gratulieren

zu 130 Jahren

Mühlacker Tagblatt

und wünschen für die

nächsten Jahre

weiterhin Erfolg.

Olivia Molina

1991

Hans-Jürgen Pisch

Überraschend wird Hans-Jürgen

Pisch zum Ersten Beigeordneten der

Stadt Mühlacker gewählt und tritt

das Amt 1992 an. Als Bürgermeister

hat er 1993 eine große Bewährungsprobe

zu bestehen: Als Krisenmanager

muss er die Folgen des Hoch-

Hans-Jürgen Pisch

1992

Andreas Felchle

Im zweiten Wahlgang wird Andreas

Felchle Bürgermeister der Klosterstadt

Maulbronn. Das Amt hat er

auch im Jahr 2020 noch inne – allerdings

hat er seinen Abschied,

voraussichtlich zum Ende seiner

vierten Amtsperiode im Jahr 2024,

angekündigt. Seit 2017 ist er zudem

ehrenamtlicher Präsident des Württembergischen

Landessportbund

(WLSB).

Klaus Schönfeld

1994

Gottlob Frick

Gottlob Frick

Kammersänger

Gottlob

Frick, der

„König der

Bässe“ stirbt.

In jungen

Jahren wurde

er eher zufällig

als Sänger

entdeckt und

war schließlich

auf den Opernbühnen der Welt

zu Hause. Heimat war für den vielfach

ausgezeichneten Sänger allerdings

stets Ölbronn. Bis heute

erinnert die in seinem Heimatort ansässige

Gottlob-Frick-Gesellschaft

unter anderem mit einem jährlichen

Konzert und einem Treffen an sein

(musikalisches) Wirken.


130

JAHRE 19

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ Die Elser Gruppe feiert 1990 ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Mühlehof.

■ 11. Dezember 1990: Das erste Adventskonzert findet statt – mit Olivia Molina – und soll zum festen Bestandteil

im Veranstaltungskalender werden.

■ 1993: Neubau eines Druckerei- und Verlagsgebäudes am Kißlingweg, um die Elser-Firmen – abgesehen von

Buch Elser – zusammenzuführen

■ Hans-Ulrich Wetzel kommt 1998 wieder in die Region zurück und tritt in die Geschäftsleitung mit ein.

Seine Frau Angelika Wetzel übernimmt mehr und mehr die Verantwortung für die Buchhandlung.

Wir gratulieren der Elser-Gruppe und danken

für die kontinuierliche Unterstützung unseres Ziels:

Der gleichberechtigten Teilhabe von

Menschen mit Behinderung

Wir verbinden Menschen – das MT informiert Menschen

www.inklusion-lebenshilfe-vm.de · www.lebenshilfe-vm.de

■ Das erste Farbfoto wird am 24. November 1999 im Lokalteil des Mühlacker Tagblatt veröffentlicht.

1995

Werner Burckhart mit Dr. Heinz Reichert

Werner Burckhart

Aus dem Ersten Landesbeamten

wird der Landrat: Werner Burckhart

folgt an der Spitze des Landratsamts

auf Dr. Heinz Reichert. Dieses Amt

bekleidet er bis 2003. Bereits um die

Zeit der Kreis- und Gemeindereformen

hat er sich als geschickter Verhandlungspartner

erwiesen. In Myslowice

(Polen), einem Partnerbezirk

des Enzkreises, ist Burckhart Ehrenbürger.

1996

Mühlacker Jugendhauses gewählt.

Ihr Vorgänger Andreas Ritter wechselt

nach sieben Jahren in Mühlacker

als Kreisjugendpfleger nach Waiblingen.

Noch heute kümmert sich

Gudrun – inzwischen Gallus – um

die Anliegen ihrer jugendlichen Zielgruppe.

Heinz-Peter Hopp

1997

Heinz-Peter Hopp

Der Kaiserslauterer Heinz-Peter

Hopp verpasst die absolute Mehrheit

im ersten Wahlgang nur um 43 Stimmen.

Entsprechend ist der erneute

Urnengang reine Formsache: Hopp

wird Bürgermeister von Knittlingen

und tritt damit die Nachfolge von

Otto Kübler an. Im November 2013

sprachen ihm die Knittlinger bereits

zum dritten Mal das Vertrauen aus

und bestätigten ihn wiederholt in

seinem Amt.

1998

Hans Albrecht

Leiter des Wiernsheimer Forstamts.

Albrecht hat sich mit viel Elan für

die Selbstständigkeit seiner Heimatgemeinde

eingesetzt.

1999

Die Flippers

30-jähriges Bühnenjubiläum in der

ausverkauften Pforzheimer Stadthalle:

Die Schlagerband „Flippers“

um den Knittlinger Musiker Manfred

Durban feiern mit ihren Fans.

Von November 2010 bis März 2011

sind sie auf Abschiedstour. Manfred

Durban stirbt im Oktober 2016. Seine

Witwe widmet ihm ein Museum in

Knittlingen.

Verlässlicher Partner für hunderte

Familien zu angemessenen Mieten

In diesem 1965 errichteten Gebäude

befindet sich die Geschäftsstelle

der KreisBau Enz-Neckar. In den

Obergeschossen befinden sich

sechs Wohnungen.

Seit bald 75 Jahren ist die

KreisBau Enz-Neckar eG in

der Wohnungswirtschaft in

der Region tätig. Die Gründung

im ersten Nachkriegsjahr

sollte zur Linderung

der Wohnungsnot in jener

Zeit beitragen.

Bis heute ist die KreisBau

ihren Mitgliedern und Mietern

als verlässlicher Partner

mit der Bereitstellung

von zeitgemäßem Wohnraum

verbunden. Das Unternehmen

hat im Dreieck

zwischen Mühlacker, Knittlingen

und Bissingen einen

Bestand von 668 Mietwohnungen

und zehn Reihenhäusern,

und alle befinden

sich in einem guten Zustand.

Konkret erfolgt in diesem

Jahr im Wohngebiet Bannholz

der Bau dreier Gebäude

mit insgesamt 27 Wohneinheiten.

Die KreisBau wird

hierfür rund sieben Millionen

Euro investieren.

KreisBau Enz-Neckar eG

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Physiopunkt Mühlacker

Inh. René Erhardt · Physiotherapeut

Gudrun Sauter mit Andreas Ritter

Gudrun Sauter

Aus dem „ProZwo“ nicht wegzudenken:

Gudrun Sauter, die bis dahin

zweite Kraft, wird zur Leiterin des

Hans Albrecht

„Diese Auszeichnung erfüllt mich

mit Stolz“: Hans Albrecht wird mit

75 Jahren Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde

Wiernsheim. Albrecht

war von 1968 bis 1995 FDP-Landtagsabgeordneter

und lange Jahre

Die Flippers

Die seit 1972 bestehende Physiotherapiepraxis

gratuliert der Elser Gruppe

zum 130-jährigen Bestehen.

Ab sofort bieten wir unsere Wellnessbehandlungen wie

Thaimassage und Fußpflege auch Samstag vormittags nach

Anmeldung an. Ansonsten erhalten Sie unser volles Therapieprogramm

wie gewohnt in den Bereichen Vojta Kinder

und Erwachsene, Manuelle Therapie, manuelle Lymphdrainagen,

myofasciale Behandlung, Brügger und vieles mehr.


20

130

JAHRE

2000 bis 2009: Augenblicke des Jahrzehnts

Wilhelm Heidinger (links)

2000

Wilhelm Heidinger

Zwei Einträge im Guinessbuch der

Rekorde: Bäckermeister Wilhelm

Heidinger schafft eine 22 Meter

lange Orgelpfeife aus Marzipan,

um den Orgelförderverein zu unterstützen.

Erfolgreich war er auch

mit einem 2,06 Meter hohen Eiffelturm

aus Zartbitterschokolade, den

er gemeinsam mit Konditormeister

Karl-Heinz Huber kreiert.

sich beim zweiten Urnengang gegen

Frank Schneider durch. Sein

Amtsantritt war im Jahr 2002.

2001

Arno Schütterle

Mit Arno Schütterle wählen die

Mühlackerer den deutschlandweit

zweiten Grünen-Oberbürgermeister.

Nachdem ihm im ersten Wahlgang

20 Stimmen zur absoluten

Mehrheit gefehlt hatten, setzt er

Arno Schütterle

Gewerbeschau am Lienzinger Tor im Jahr 2008.

2002

Ulrich Hintermayer

Die Mehrheit der Wahlberechtigten

in der Stromberggemeinde wollte

den Wechsel: Mit einem wahren

Erdrutschsieg zieht Ulrich Hintermayer

ins Illinger Rathaus ein und

verweist Amtsinhaber Jochen Protzer

nach einer Amtsperiode auf

die Plätze. 2005 wird Hintermayer

Bürgermeister von Kraichtal – und

die Illinger und Schützinger wählen

erneut.

Karl Röckinger

2018 geht Karl Röckinger in den

Ruhestand.

2004

Claus Schmidt

Mit einem feierlichen Gottesdienst

in der katholischen Herz-Jesu-Kirche

wird Pfarrer Claus Schmidt

als neuer Dekan des katholischen

Kirchenbezirks Mühlacker in sein

Amt eingesetzt. Claus Schmidt ist

seit September 2002 Pfarrer der

katholischen Kirchengemeinde

Mühlacker als er Nachfolger von

Anton Feil wurde.

Ulrich Hintermayer

2003

Karl Röckinger

Dreimal müssen die Mitglieder des

Kreistags zur Wahlurne schreiten

ehe ein Ergebnis feststeht: Der

künftige Landrat des Enzkreises

heißt Karl Röckinger. Im Juli 2003

tritt der gebürtige Mühlackerer

sein Amt an. Im Mai 2011 wird er

wiedergewählt und Ende Januar

Claus Schmidt


130

JAHRE 21

2005

2007

Norbert Holme

Im Rahmen einer Gemeinderatssitzung

und eines sich anschließenden

Neujahrsempfangs leistet

Norbert Holme seinen Amtseid und

wird somit offiziell Bürgermeister

von Ölbronn-Dürrn. Der ehemalige

Kämmerer von Wiernsheim

übernimmt das Amt von Adalbert

Bangha, der 24 Jahre lang die

Geschicke der Doppelgemeinde

lenkte.

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ Die Buch-Elser-Niederlassung im Mühlehof wird 2001 geschlossen.

■ Else Händle stirbt im Jahr 2001 im Alter von 90 Jahren.

■ 2002: Erste große Modernisierung in den Ladenräumen

■ Bei Z-Druck in Sindelfingen wird 2003 eine neue Druckmaschine angeschafft, die 240 Tonnen schwer,

14 Meter hoch und 15 Meter lang sowie 7 Meter breit ist. Für sie muss eigens ein neues Gebäude gebaut

werden.

■ Das „Elser Stammhaus“ in der Bahnhofstraße wird 2007 komplett saniert – unter anderem mit einer

deutlichen Vergrößerung der Buchhandlung mit Platz für Lesungen und andere Veranstaltungen

Harald Eiberger

Harald Eiberger

Mit 61 Prozent aller Stimmen lässt

Harald Eiberger im zweiten Wahlgang

seine einzige ernst zu nehmende

Konkurrentin Heidi Schmid

deutlich hinter sich. Über 400 Illinger

und Schützinger wollten am

Wahlabend aus erster Hand erfahren,

wer die Wahl gewinnt – entsprechend

viel Trubel herrschte im

Rathaus.

2006

Norbert Holme

2009

Frank Schneider

Erfolg im zweiten Anlauf: Der

Jurist und FDP-Stadtrat Frank

Schneider wird mit dem Motto

„Mühlacker einen“ Oberbürgermeister

seiner Heimatstadt. Er

setzt sich mit über 60 Prozent der

Wählerstimmen klar gegen Amtsinhaber

Arno Schütterle durch und

tritt sein Amt im Januar 2010 an.

Seine erste Wiederwahl im Jahr

2017 erfolgt ohne Gegenkandidaten.

Neues Layout: Das Mühlacker Tagblatt verändert sich im Jahr 2009.

Foto: Archiv

Gerd Maisch

Gerd Maisch

Überraschung unterm Kaltenstein:

Die Wähler sorgen gleich im ersten

Wahlgang für Klarheit: Gerd

Maisch, bislang Bürgermeister von

Tamm, setzt sich gegen seine Mitbewerber

durch. Er wird Oberbürgermeister

von Vaihingen und tritt

damit die Nachfolge von Heinz

Kälberer an.

Frank Schneider

2008

Hans-Dieter Slobodkin

Der längste Zwiebelkuchen aller Zeiten: Dürrmenzbäcker Hans-Dieter

Slobodkin pulverisiert gemeinsam mit seinem Team seinen alten Rekord

von 15.40 Metern. Der Lohn? Ein neuer Eintrag im Guinessbuch der Rekorde

und ein Fernsehbeitrag in „Galileo“ auf Pro7.

Hans-Dieter Slobodkin (Mitte) und sein Team.


22

130

JAHRE

2010 bis 2020: Augenblicke des Jahrzehnts

In der Kanzlei der Rechtsanwälte Uwe Oehler und Ralph Holtei ist auch

der Unternehmens berater Klaus Dieter Müller tätig (von rechts).

Juristischer Beistand in nahezu

allen Rechtsangelegenheiten

In der Anwaltskanzlei Oehler

& Holtei teilen sich die

beiden Rechtsanwälte Uwe

Oehler und Ralph Holtei die

Betreuung ihrer Mandanten

nach den jeweiligen Rechtsgebieten.

Die Schwerpunkte

von Rechtsanwalt Oehler, der

seit 2005 auch die Qualifikation

als Fachanwalt für Strafrecht

besitzt, sind Verkehrs-,

Straf- und Bußgeldrecht. Sein

Anwaltskollege Holtei ist vorwiegend

auf den Gebieten Familien-,

Arbeits-, Miet- und

allgemeinem Zivilrecht tätig.

Daneben gehört der Kanzlei

seit 2004 der Unternehmensberater

Klaus Dieter Müller

an. Vor der Gründung der

Kanzlei 2001 durch Uwe Oehler

war dieser 1989/90 in einer

Pforzheimer Großkanzlei

tätig und anschließend in der

Mühlacker Kanzlei Dr. Morgenstern,

Scheible & Oehler.

Rechtsanwälte Oehler & Holtei

Goldshaldenstraße 6 · 75417 Mühlacker

07041 811030 · info@kanzlei-oehler.de · www.oehlerholtei.de

Sebastian Kienle (Mitte) gewinnt 2014 Iron Man auf Hawaii.

Foto: dpa

Wolfhard Bickel (rechts)

mit Thomas Mühlbayer

2014

Sebastian Kienle

Als Gewinner bei den Mühlacker

Tagblatt Sportlerwahlen ist Sebastian

Kienle schon seit Jahren nicht

mehr wegzudenken. Nun krönt sich

der Sportler, der in Mühlacker wohnt

und in Freudenstein aufgewachsen

ist, auch noch zum härtesten Mann

der Welt. Er gewinnt den Iron Man

auf Hawaii.

SK

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2010

Werner Henle

Mit viel Rückenwind

kann

Werner Henle

als Bürgermeister

von

Ötisheim in

seine dritte

Werner Henle Amtszeit starten.

Seit Sommer

1994 ist er

Rathauschef in „Aize“ und bleibt es

auch nach der Wahl 2018. Außerdem

ist er Vorsitzender der Freien Wähler

im Kreistag.

2012

Selma und Hasan Özer

Das Ehepaar, das in Mühlacker eine

Apotheke betreibt und in Ötisheim

wohnt, wird zum Neujahrsempfang

des Bundespräsidenten Christian

Wulff und seiner Frau Bettina auf

Schloss Bellevue eingeladen, weil sie

sich auf vielfache Weise um die Integration

und den interkulturellen Dialog

verdient gemacht haben.

2015

Enzle

Zum Erfolg des Mühlacker Sommermärchen

– der Gartenschau – haben

zahlreiche Menschen beigetragen –

und eine Ente. Das Maskottchen der

128 Tage dauernden Veranstaltung

wurde von den Mühlackerinnen und

Mühlackern sowie den Besuchern

der Enzgärten schnell ins Herz geschlossen.

2011

Harald Glööckler

Der Modemacher

kehrt auf

eine Stippvisite

in seine alte

Heimat zurück:

Beim Kaufhaus

Sämann hat

Harald Glööckler

einst eine

A u s b i l d u n g

Harald Glööckler

zum Einzelhandelskaufmann

gemacht.

Gastgeber des Stars, der von zahlreichen

Fans umschwärmt wird, sind

das Mühlacker Tagblatt, Buch-Elser

und das Kaufhaus Sämann.

Özers bei Wulff.

2013

Wolfhard Bickel

Der langjährige Leiter des THG-Orchesters

Wolfhard Bickel gibt zum

Schuljahresende den Taktstock ab.

Der Musik bleibt er verbunden und

übt das Dirigat bei der Sinfonietta

aus, der zahlreiche ehemalige Musiker

des Theodor-Heuss-Gymnasiums

angehören und die unter anderem

für den Lions Club Mühlacker spielt.

Enzle


130

JAHRE 23

EREIGNISSE IN DER ELSER GRUPPE:

■ Der spätere Bundespräsident Joachim Gauck kommt für eine Lesung anlässlich des 120-jährigen Firmenbestehens

der Elser Gruppe nach Mühlacker.

■ Das Gartenschaujahr 2015 ist zeitgleich das Jahr, in dem die Elser Gruppe ihren 125. Geburtstag feiert – unter

anderem mit einem großen Tag der offenen Tür im Verlagshaus am Kißlingweg.

■ Nachrichten auf allen Kanälen: Nicht nur das E-Paper (2012) wird eingeführt, sondern auch eine Facebook-Seite

(ebenfalls 2012) sorgt für neue Informationswege. Inzwischen gehört auch ein Instagram-Kanal

zu den Werkzeugen der Redaktion. Außerdem gibt es einen neuen Internetauftritt (Oktober 2020).

■ Aus der Gartenschau heraus wird der Enzgärtenslam fortgeführt: Möglich macht das eine Kooperation von

Buch-Elser und dem Mühlacker Tagblatt. Inzwischen ist der Dichterwettstreit aus der Region Mühlacker

nicht mehr wegzudenken.

■ Aus dem Raum Karlsruhe wird 2014 der Kundenstamm der Druckerei Woge übernommen. Seitdem gibt es

eine Niederlassung in Karlsbad-Langensteinbach. Die Elser Gruppe bekommt 2016 weiteren Zuwachs: Aus

einer Kooperation mit der Druckerei Stegmaier wird eine Übernahme – die neuen Kollegen ziehen 2017 auch

im Kißlingweg ein.

■ Bei Elser Druck wird im Laufe des Jahrzehnts gleich mehrfach kräftig in den Maschinenpark investiert.

■ Mit Martin Kuhnle aus Ötisheim entstehen im Stieglitz-Verlag mehrere Bildbände, die Lust auf die Natur im

Schwarzwald machen. Auch weitere Biografien, auch aus der neuen Zeit bleiben im Fokus des Verlagsprogramms.

■ Buch-Elser integriert 2019 als erste Buchhandlung in Deutschland das Franchisekonzept „Vom Fass“ in sein

Einzelhandelsgeschäft.

Bastian Rosenau (Mitte) mit seiner Ehefrau

und Karl Röckinger

Eröffnung der Gartenschau im Mai 2015

2016

Birgit Förster

Dass bei sieben Kandidaten für

das Bürgermeisteramt in Niefern-Öschelbronn

die Entscheidung

bereits im ersten Wahlgang fällt,

damit hat wohl niemand gerechnet.

Birgit Förster übernimmt die Amtsgeschäfte

von Jürgen Kurz, der nach

38 Jahren als Rathauschef in den Ruhestand

geht, aber im Kreistag aktiv

bleibt.

Peter Boch mit Ehefrau

2019

Nina Reichenbach

Zum vierten Mal in Folge gewinnt

Nina Reichenbach die Trial-Weltmeisterschaft.

Dabei dominiert die

Ötisheimerin die Konkurrenz nach

Belieben und zeigt eindrucksvoll,

dass sie absolut zurecht ganz oben in

der Weltrangliste steht.

Birgit Förster mit Jürgen Kurz

2017

Peter Boch

Von Epfendorf nach Pforzheim: Im

ersten Wahlgang wird Peter Boch

(CDU) Oberbürgermeister der Goldstadt.

Er löst damit Amtsinhaber

Gerd Hager (SPD) nach nur einer

Amtszeit ab. Hager geht es somit wie

acht Jahre zuvor Christel Augenstein

(FDP). Peter Boch ist der erste CDU-

OB in Pforzheim seit dem Zweiten

Weltkrieg.

2018

Bastian Rosenau

Der ehemalige Engelsbrander Bürgermeister,

der für die Freien Wähler

im Kreistag saß, tritt seine Stelle als

Landrat des Enzkreises an. Rosenau

löst somit Karl Röckinger ab, der das

Amt seit 2003 inne hatte und in den

Ruhestand geht. Lob vom neuen für

den alten Landrat: Er übernehme

„einen gut aufgestellten“ Landkreis.

Bastian Rosenau (Mitte) mit seiner Ehefrau

und Karl Röckinger

Nina Reichenbach

2020

Antonia Walch

Bürgermeisterwahl unter Corona-Bedingungen:

Antonia Walch,

die Hauptamtsleiterin der Gemeinde

Sternenfels, wird Bürgermeisterin.

„Mit meiner Wahl gehen die stürmischen

Zeiten zu Ende“, verspricht sie.

Antonia Walch






Wir gratulieren

der ELSERGRUPPE zum

130-jährigen

Jubiläum!

Es freut uns sehr,

dass das Mühlacker Tagblatt

auch in diesem Jahr

wieder den Adventskalender

des Hilfswerks des

Lions Clubs Mühlacker mit dem

Druck, dem Verkauf und als

Medienpartner unterstützt!

Lions Club Mühlacker


24

130

JAHRE

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„Händle und seine Nachfolger

haben durchgehalten“

Interview mit dem Zeitungshistoriker Professor Konrad Dussel über die Gründungsgeschichte

des Mühlacker Tagblatt und der Elser Gruppe

Professor Konrad Dussel hat sich intensiv

mit der Geschichte des Mühlacker Tagblatt

und der Elser Gruppe beschäftigt.

Wir gratulieren der

ELSER-Gruppe zum

130. Geburtstag und wünschen

uns eine gute Zusammenarbeit

auf viele weitere Jahre.

Herz

Apotheke

Hasan Ali Özer

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Sie schreiben in Ihrem Buch „Eine Zeitung

im Strom der Geschichte“, das anlässlich

des 125-jährigen Verlagsbestehens

im Jahr 2015 erschienen ist, dass um 1890

die Umstände für eine regionale Zeitung in

Mühlacker günstig waren. Warum?

Professor Konrad Dussel: Das kann man im

Allgemeinen und speziell für Mühlacker

beantworten: Um diese Zeit gibt es keine

nennenswerten aktuellen Alternativmedien.

Die Zeitung hat in der Frage, wie

man sich über die Welt, das Land und die

Kommune informiert, eine ganz zentrale

Rolle gespielt. Die regionale Zeitungslandschaft

war zu dieser Zeit recht überschaubar:

Es gibt den Bürgerfreund in Maulbronn,

es gibt Zeitungen in Pforzheim und

das Amtsblatt in Vaihingen. Diese Zeitungen

waren aber alle sehr kleinräumig

und sehr auf die Umgebung ihres jeweiligen

Erscheinungsorts begrenzt. Dürrmenz-Mühlacker,

wie es damals noch hieß,

war eine aufstrebende Industriegemeinde,

in der man Informationen durchaus benötigt

hat. Man darf nicht unterschätzen,

wie wichtig schon damals der Anzeigenteil

war: Es etabliert sich ein breiterer Handel,

es entfaltet sich mehr gesellschaftliches

Leben, worauf es galt, hinzuweisen. Diese

Informationsplattform war damals die

Zeitung – heute findet viel davon auch im

Internet statt. Und insofern schwimmt der

Dürrmenz-Mühlacker Bote, wie die Tageszeitung

lange Jahre hieß, in einem breiten

Strom der Geschichte, weil der Bedarf vor

Ort seine Gründung begünstigt hat.

Also hat sich an der Kernaufgabe der Zeitung

gar nicht so viel geändert?

Nein, daran hat sich nichts geändert. Allerdings

stehen heutzutage viel mehr Konkurrenzmedien

zur Verfügung. Das ist das

zentrale Problem: Wo es früher gar keine

Alternative gab, gibt es jetzt eine ganze

Reihe anderer Medien. Das wichtigste ist

das Internet. Im Prinzip hat es anstelle der

Lokalzeitung bis zur flächendeckenden

Verbreitung des Internets keine echte Alternative

gegeben. Weder das Lokalradio

und noch weniger das Lokalfernsehen waren

oder sind ernsthafte Alternativen zur

Tageszeitung.

Die Zeitung – damals unter dem Namen

Dürrmenz-Mühlacker Bote – und eine

Druckerei hat es quasi von Anfang an gemeinsam

gegeben. Auch eine Buchhandlung

kam recht schnell dazu. War das zu

der damaligen Zeit üblich?

Das war eine Frage der Ressourcen-Nutzung:

Während man sonst nur von unregelmäßigen

Aufträgen lebt, hat man mit

einer Zeitung eine regelmäßige Auslastung

der Druckerei. Allerdings ist eine Zeitung

ein Stoßbetrieb: Sie müssen in relativ kurzer

Zeit gedruckt werden und die restliche

Zeit stehen die Maschinen still. Also

ist es eine ideale Ergänzung und war zur

damaligen Zeit sehr verbreitet. Schließlich

hat man sich seit den Anfängen des

Zeitungswesens überlegt, wie man eine

Druckmaschine sinnvoll nutzt. Wenn man

mit Papier und Druckerei zu tun hat, liegt

Papierhandel und Buchhandel nahe. Übrigens

war auch der Weg zum Buchverlag

nicht mehr weit: Wenn man nicht mehr viel

zu tun hat, weil die Zeitungen gedruckt

und dies sonstigen Aufträge abgearbeitet

sind, setzt man das Buch weiter.

Wobei der Buchverlag anfänglich eine untergeordnete

Rolle gespielt hat?

Genau. Das lief etwas zögerlich an. Carl

Elser selbst hat den Band „Unser Dürrmenz-Mühlacker:

ein Ortsbuch für Haus

und Schule“ von Karl Knöller herausgegeben.

Erst als Eugen Händle den Verlag

übernommen und umbenannt hat, wurde

mehr gemacht. Er bot regionalen Schriftstellern

eine Plattform. Nach dem Krieg

hat seine Frau Else Händle den Verlag,

dann unter dem Namen Stieglitz-Verlag,

übernommen. Die Tochter, Brigitte Wetzel,

kümmert sich bis heute um die Aufgaben

als Buch-Verlegerin, somit ist der

Stieglitz-Verlag immer noch eine Ergänzung

des Medienhauses.

Zurück zur Tageszeitung: Wie haben sich

die Bezugspreise einer Tageszeitung geändert?

Wie teuer war das Zeitunglesen früher

gemessen an dem, was die Menschen

finanziell zur Verfügung hatten?

Die Tageszeitung war im Prinzip schon

in Zeiten des Dürrmenz-Mühlacker Bote

auch für ärmste – aber vielleicht nicht für

allerärmste – Kreise erschwinglich. Wenn

man grob über den Daumen von einer Mark

für ein Monatsabonnement ausgeht, hat

man 25 Zeitungen bekommen. Eine Ausgabe

hat also etwa vier Pfennig gekostet.

Das hat finanziell quasi jeder geschafft.

Natürlich war das Angebot wesentlich begrenzter

als heute. In der Regel bestand

eine Zeitung aus einem Bogen Papier: Er

wurde vorne und hinten bedruckt und gefaltet.

Somit gab es vier Seiten. Wenn man

dann noch bedenkt, dass man gerade damals

Papier noch viel vielfältiger verwendet

hat als heute – zum Salat einwickeln

oder den Ofen anzünden beispielsweise –

war eine Zeitung gang und gebe. Vor dem

Ersten Weltkrieg gab es die Tageszeitung

für eine Mark - im Vierteljahr. Nach dem

Ersten Weltkrieg betrug der Monatspreis

dann 1,40 Mark. Wenn man auf die Zeit

nach 1945 schaut, kostete ein Zeitungsabo

im Monat klassischer Weise zwei Mark also

so viel wie der damalige Rundfunkbeitrag.

Welche Rolle haben in den frühen Jahren

Anzeigenerlöse gespielt?

Das ist schwierig, weil es dafür fast überall

an Unterlagen mangelt. Sprich: Es fehlt

die Recherchegrundlage, um diese Frage

verlässlich zu beantworten. Aber lange

Zeit galt die Faustregel, dass sich eine

Zeitung zu zwei Dritteln etwa aus Anzeigenerlösen

und zu einem Drittel aus dem

Verkauf finanziert. Lange bestand eine

Lokalzeitung wie der Dürrmenz-Mühlacker

Bote, wie vorhin schon erwähnt, aus

vier Seiten: Davon war eine gute Seite mit

bezahlten Anzeigen abgedeckt. Das kann

man aber nicht eins-zu-eins auf den heutigen

Seitenumfang hochrechnen, weil viele

Anzeigenbereiche – insbesondere der Automobil-

und Immobilienmarkt – inzwischen

ins Internet abgewandert sind.


130

JAHRE 25

Zurück zur Geschichte: Mit Ende des

Zweiten Weltkriegs klaffte in puncto Tageszeitung

erst einmal eine Lücke in Mühlacker.

Warum und wie lange war dem so?

Für die Alliierten war klar, dass die Herrschaft

der Nationalsozialisten auch über

ihre Propaganda funktioniert hat und die

Zeitungen dafür wiederrum ein wichtiges

Mittel waren. Alle Zeitungsverleger

waren also per se verdächtig und die Zeitungen

wurden verboten. Neue Zeitungen

sollte es nur mit Lizenzen für unbelastete

Leute geben. Die sogenannten Altverleger

wie Händle hatten zunächst keine Chance.

Hinzu kommt, dass für so kleine Orte wie

Mühlacker ohnehin keine Zeitung vorgesehen

war. Allerdings war klar, dass die

Lizenzphase nicht ewig dauern würde,

weshalb Händle wie viele seiner Altverleger-Kollegen

auf deren Ende gewartet hat:

1949 konnte wieder jeder Zeitungen herausgeben.

Der große Unterschied zwischen

dem Mühlacker Tagblatt und vielen anderen

ist, dass Händle und seine Nachfolger

durchgehalten haben. Viele Altverleger

sind in den 1960er Jahren auf der Strecke

geblieben, weil die Lizenzverleger, die bereits

1945 anfangen konnten, sich so viel

Vorsprung erarbeitet hatten, dass sie die

kleinen Zeitungen erdrücken konnten.

Was hat Händle richtig gemacht? Oder war

ihm einfach das Glück hold?

Tja, das ist schwierig zu beantworten. Es

spielen schon eine Menge glücklicher Umstände

eine Rolle. Ich habe ein Beispiel

konkret betrachtet, bei dem es anders ausging:

Der Verleger der Bruchsaler Post

stirbt bei einem Unfall und als zweiter

Schicksalsschlag für seine Kinder brennt

die Druckerei ab. Das war das Aus für

eine kleine Zeitung, bei der es sicher auch

anders hätte laufen können. Aber zurück

zum Mühlacker Tagblatt: Sicher hat man

vieles richtig gemacht. Und dass die Geschäftsweitergabe

über mehrere Generationen

innerhalb der Familie erfolgt ist,

ist selten. Das gibt es auch in der örtlichen

Industrie nicht oft, wie ich im Rahmen der

Industrie-Ausstellung, die ich für Mühlacker

kuratiert habe, herausgefunden habe.

abgebildet?

Das lokale Geschehen war schon überschaubarer.

Beim Mühlacker Tagblatt hat

man übrigens immer sehr stark auf eigenes

Personal gesetzt. Andere Zeitungen arbeiten

wesentlich mehr mit freien Mitarbeitern.

Stichwort Korrespondenten: Zulieferer für

überregionale Geschehnisse hat es auch

früher schon gegeben. Wie viel ist darüber

bekannt?

Eine Kleinzeitung war noch nie in der

Lage mehr als das Lokale selbst zu produzieren.

Allerdings gibt es erst nach dem

Zweiten Weltkrieg Unterlagen, wie die

Zusammenarbeit für die überregionale

Berichterstattung ausgesehen hat. Solche

Kooperationen muss es aber schon zuvor

gegeben haben. Denn es ist völlig klar:

Wenn Carl Elser stenografische Berichte

aus dem Reichstag gedruckt hat, war weder

er noch einer seiner Mitarbeiter vor

Ort. Er hat es irgendwoher bezogen. Leider

lässt sich nicht nachvollziehen, woher.

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen,

dass Carl Elser einen Hauptzulieferer hatte,

einen zweiten für den Fortsetzungsroman

und mit Sicherheit noch zwei, drei für

spezielle Ereignisse, die ihn nicht tagtäglich

beliefert haben.

Wie aktuell konnte in den Vorkriegsjahren

und während der beiden Weltkriege überhaupt

gearbeitet werden?

Eugen Händle 1972

Natürlich hat es gemessen mit der Aktualität,

die das Internet heute bietet, einen

gewissen Verzug gegeben. Allerdings war

der gar nicht so groß. Es gab keine E-Mails,

sondern einmal am Tag kam die Post. Man

musste also nur einmal und nicht ständig

nachschauen. Deutlich größer war in der

vordigitalen Ära der Zeitverlust bei Berichterstattungen

mit Bild. Das war ungleich

aufwendiger und oft sehr unflexibel.

Heute entscheidet man per Knopfdruck am

PC wie groß ein Bild erscheinen soll und

kann sich ohne große Mühe umentscheiden.

Bis in die 1970er Jahre hinein musste

man sich im Vorfeld entscheiden und dann

den Papierabzug in die Klischee-Anstalt

geben, weil das etwas so Spezielles war,

dass es eine normale Druckerei gar nicht

leisten konnte.

Ein Bild von heute schon morgen in der

Zeitung zu haben, war quasi unmöglich.

Und gerade in der Lokalberichterstattung

wollen die Leser Fotos sehen. Man will

nicht nur lesen, dass die Veranstaltung

schön war, sondern das auch sehen. Als

Leser ist es heute selbstverständlich, dass

man Farbbilder zu sehen bekommt. Aber

das war früher eine große ökonomische

Entscheidung: man hat besseres Papier,

bessere Druckfarbe und zum Teil bessere

Maschinen benötigt. Übrigens waren die

Anzeigen Vorreiter: Bevor in der Lokalberichterstattung

der erste Farbtupfer kam,

gab es den schon eine Weile im Anzeigenbereich,

weil die Kunden darauf bestanden

haben.

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Lange Zeit gab es nur einen verantwortlichen

Redakteur. War das lokale Geschehen

so überschaubar oder wurde es schlecht

„In dieser globalisierten Welt können die Medien dazu verhelfen,

dass wir uns einander näher fühlen, dass wir ein neues Gefühl für die Einheit der Menschheitsfamilie

entwickeln, das uns zur Solidarität und zum ernsthaften Einsatz für ein würdigeres Leben drängt.“

Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus I.

In diesem Sinne gestaltet die gesamte Elser Gruppe seit langem das gesellschaftliche Leben in

Mühlacker in einer guten und segensreichen Weise mit.

Dafür sind wir dankbar und gratulieren

dem Mühlacker Tagblatt herzlich zum 130. Geburtstag!

Mit Geschäftsleitung und Redaktion verbindet uns eine

langjährige angenehme und verlässliche Zusammenarbeit – ad multos annos!

Katholisches Dekanat

Mühlacker

Katholische Kirchengemeinde

Herz Jesu Mühlacker

Katholische Kirchengemeinde

St. Joseph Illingen

Pfarrer Claus Schmidt, Dekan


26

130

JAHRE

Was verbinden Sie mit der Elser Gruppe?

Stieglitz Verlag

Ausbildung zum Schriftsetzer

Hochwasser Schmiedeberg

Als ich mit dem Stieglitz Verlag

noch auf der Frankfurter Buchmesse

war, kam ein Mann an meinen

Stand, der ganz überrascht

war, dass Mühlacker einen eigenen

Buchverlag hat. Er erzählte, dass

er seine Schulbücher früher immer

im Buch-Elser gekauft hat und sich

an eine nette alte Frau erinnert.

Sie hätte ihm immer Pixi-Bücher

geschenkt. Ich sagte ihm, dass das

meine Oma Rosa Grathwohl war.

Brigitte Wetzel-Händle

Herzlichen Glückwunsch

zum 130sten Geburtstag

Meine Ausbildung zum Schriftsetzer

(damals noch im Bleisatz) absolvierte

ich von 1963 bis 1966 beim

Elser/Mühlacker Tagblatt. Nach

zwei Jahren im Akzidenzbereich

durfte ich im dritten Lehrjahr

beim Zeitungsumbruch mithelfen.

Meine Aufgabe bestand hauptsächlich

darin, die Titelzeilen für die

Zeitungsartikel zu setzen. Im Winkelhaken

setzte ich die einzelnen

Bleibuchstaben (Lettern) zusammen

und stellte die Überschriften

auf das sogenannte „Schiff“,

von wo sie dann

der Metteur abhob

und in die Zeitungsseiten

baute.

Die Überschriften

und die Namen der

Verstorbenen in

den Todesanzeigen

wurden in der

Regel mit der gleichen

Schrift (20

Punkt halbfette

Folio) gesetzt. Die

gemeinen (kleinen)

Buchstaben „e“

und „r“ waren stets

Mangelware und

oftmals vergriffen.

Ich musste sie

dann auf dem Ablegebrett

suchen,

was sehr zeitraubend

war. Einmal

setzte ich kurz vor

Feierabend um 17

Uhr noch schnell

eine Titelzeile.

Ich war in Zeitnot,

weil mein Zug

Hans Geiger

nach Ölbronn um 17.18 Uhr abfuhr.

Ich fand wieder einmal keine „r“

und so zog ich in der Eile aus einer

fertig geprägten Seite vier „r“

aus einer Todesanzeige. Im Nachhinein

musste auf derselben Seite

nachträglich noch eine Korrektur

ausgeführt und nochmals geprägt

werden. Kein Kollege bemerkte,

dass in der Todesanzeige die „r“

fehlten und so stand in der Todesanzeige

Fideike Aichelbege. Das

war natürlich für den ganzen Verlag

peinlich und blamabel! Aber es

hatte auch sein Gutes: Nach dem

Ansch..., den ich abbekommen hatte,

wurden bei einer Schriftgießerei

zusätzlich „r“ und „e“ bestellt

und die Sucherei hatte ein Ende.

Hans Geiger

Stegmaier

Als Schüler der Mörike Realschule

i. J. 1959 hatten wir beim Quaddle

(Lehrer Marquardt) Geschichte.

Bei einer Klassenarbeit schielte ich

in das Heft meines Schulkameraden

Siegfried E., dies bemerkte der

Lehrer. Er kam forsch auf mich zu,

schob meinen Pullover hoch und

trommelte auf meinen Oberkörper.

In meiner rechten Hand hatte ich

den Füller, welchen ich dann seitlich

gegen die Lehrerhände schob,

um dem Geschehen ein Ende zu

bereiten. Füller ging kaputt, Vorgang

meinem Vater geschildert; er

unterstützte mich ausnahmsweise

und empfahl mir, zum Stegmaier

zu gehen und einen neuen Füller

auf Kosten vom Lehrer zu holen.

Dies hat ohne große Probleme

funktioniert.

Wolfgang Bossert

MT-Leserreise nach Kanada

Auf den vielen Leserreisen, die

wir mit dem Mühlacker Tagblatt

unternommen haben, gab es immer

wieder schöne Erlebnisse. Eines

davon ereignete sich im Herbst

2000 auf der Leserfahrt in den Osten

Kanadas von Toronto über Ottawa

und Montreal nach Quebec

City. Um die Fahrt zwischen den

einzelnen Städten auf den kilometerlangen

Strecken etwas zu verkürzen,

sollten die MT-Reisenden

einen Elch aus dem Gedächtnis

malen. Unter großem Gelächter

wurde sich ans Werk gemacht, als

ein Freudenschrei der Reiseleiterin

aufhorchen ließ. Auf der Strecke

zwischen Ottawa und Montreal

stand plötzlich ein ausgewachsenes

Prachtexemplar von Elch am

Straßenrand. Schnell wurden die

Fotoapparate gezückt, doch es bestand

keine Eile. Das Tier ließ sich

nicht aus der Ruhe bringen, was

die Reiseleiterin zu der Bemerkung

veranlasste: „ Jetzt fahre ich schon

seit über 20 Jahren mit Reisegruppen

diese Strecke und habe noch

nie einen Elch gesehen. Da mussten

schon Sie vom Mühlacker Tagblatt

kommen, damit ich das auch mal

erlebe.“ Unsere zu Papier gebrachten

Exemplare hielten dem echten

natürlich nicht stand, aber Spaß

hat das Malen nach diesem schönen

Erlebnis erst recht gemacht.

Heidi Friedrich

Meine Geschichte reicht zurück in

das Jahr 2002, als in Schmiedeberg

(im Erzgebirge) das katastrophale

Hochwasser acht Häuser wegriss

und weitere fünf Häuser so stark

beschädigte, dass sie abgerissen

werden mussten. In Schmiedeberg

war das THW Mühlacker im Einsatz.

So nahm ich Kontakt zum

Bürgermeister von Schmiedeberg

auf. Mit Unterstützung des Mühlacker

Tagblatt und der Druckerei

Stegmaier habe ich ein Benefizkonzert

mit dem Musikverein Enzberg,

dem Musikverein Mühlacker,

den Trommlern und Pfeifern und

den Jagdhornbläsern Mühlacker

sowie der Musikschule Gutmann

und dem THW Mühlacker organisiert.

Im Vorfeld wurde das Konzert

durch das Mühlacker Tagblatt

groß angekündigt. Das löste eine

Spendenaktion aus und es kamen

große Sachspenden unter anderem

der Firmen Heinzelmann (Holzpaneele

und Verlegmaterial), dem

Transportunternehmen Craiss

mit 140 Schlafsofas, sowie weitere

großzügige Geld- und Sachspenden

zusammen. Durch eine Tombola

und eine Versteigerungsaktion

- in der unter anderem ein Bild

von der Künstlerin Brunhilde Stoll

aus Maulbronn versteigert wurde

- kam am Konzertabend zusammen

mit den Eintrittsgeldern und

weiteren Spenden eine Summe von

zirka 15 000 Euro zusammen. Weil

Oberbürgermeister Arno Schütterle

auf meine Bitte hin die Schirmherrschaft

für den Konzertabend

und die Spendenaktion übernommen

hat, konnte der gesamte Erlös

direkt von Stadtkasse zu Stadtkasse

überwiesen werden. Im Rathaus

Schmiedeberg übergab ich symbolisch

einen Scheck über eine Summe

in Höhe von 15328,87 Euro an

Schultes Karl Günter Schneider.

Eine Dankes-Plakette von Schmiedeberg

hängt im Mühlacker Rathaus

gegenüber dem Amtszimmer

von Oberbürgermeister Schneider.

Durch diese Spendenaktion entstand

eine Freundschaft zwischen

dem Schultes von Schmiedeberg

und der Familie Herre, die bis zum

heutigen Tag besteht.

Hans-Werner Herre

Mit Poetry Slam hat‘s angefangen

Poetry Slam auf einer Bühn,

dort oben stehen, da biste kühn.

Mit Herzblut hat Ramonas Trupp,

die Moderation durch Elser Group,

die Slamer und das Publikum

begeistert, bis der Abend rum.

Die Zuschauer amüsierte das

und alle hatten großen Spaß.

Eine Leseinsel, sehr beliebt,

nicht nur Dichter es (hier)her trieb.

Eine bunte Schar traf sich

um zu hören die Gedicht.

Die Bewertung zu beleben,

mit den Nummern, die vergeben.

Zwischen Büchern, das hat Klasse,

passt auch nicht die große Masse

an Zuhörern auf die Stühle,

Gott sei Dank hat Buch-Elser viele!

Auch Regale sind befreit,

dort sitzen aufmerksame Leut‘.

So dichte ich gar viele Vers,

entdeck dabei mein liebend Herz

für Kurzgeschichten ohne Reim,

die schreib ich für die Kinder klein.

Und irgendwann, ihr Bücherwürmer,

gibts hier:

den „Drachen Himmelsstürmer“

Annegret Löwen


130

JAHRE 27

Langjährige Zusammenarbeit

Der Elser-Gruppe gratulieren wir ganz herzlich zum

130-jährigen Bestehen und bedanken uns für die

gute Zusammenarbeit. Seit vielen Jahren kooperieren

wir im Bereich der Schulbuchbestellung, aber

auch dabei Schülerinnen und Schüler zum Lesen zu

bewegen. Der Welttag des Buches für die 5. Klässler

mit dem Besuch der Buchhandlung und der Vorlesewettbewerb

in Klasse 6 mit dem Buchpreis für

die Sieger sind fester Bestandteil unseres Schulcurriculums

ebenso wie der Elser-Preis für den besten

Deutsch-Abschlussschüler.

Für die Mörike-Realschule

Realschulrektor Dr. Hans-Joachim Blum

Hochwasser in Schmiedeberg

Glückwunsch zum Jubiläum

130 Jahr – und doch jung geblieben

Die ElserGruppe hat in Mühlacker

Geschichte geschrieben

Kultur, Sport, Aktuelles – Was ist

los in unserer Stadt?

Über all das informiert mich täglich

das Mühlacker Tagblatt

Neuerscheinungen, Reiseführer,

Kriminalroman

Darüber frage ich das Team von

Buch-Elser an

Unvergessen die wunderschöne

Irlandfahrt

Mit Frau Wetzel der Chefin vom

Tagblatt

Auch einen Reisepreis habe ich bei

Elser schon gewonnen

Und so bin ich ins schöne Tessin

gekommen

Für all das möchte ich nun DAN-

KE sagen und mein Glas erheben

Möge die Elser Gruppe noch ganz

lange leben.

Doris Ulrich

Fotos vom HC Blau-Gelb

Im Jahre 1990 als der heutige HC

Blau-Gelb Mühlacker noch unter

der Flagge der 08 Handball spielte,

wurden die Zeitungsberichte von

mir als Spieler geschrieben. Die

Heimspiele fanden, wie heute auch,

samstagabends in der Enztalsporthalle

statt. Das MT schickte zum

Hauptspiel immer einen Fotografen.

Da wir alle Heimspiele gewannen,

wurde im Anschluss fleißig

gefeiert. Am nächsten Morgen

musste jedoch in der Redaktion

des MT der Spielbericht geschrieben

werden. Dort traf ich dann

immer den Fotografen. Bis heute

weiß ich nicht, ob sich sein Kommentar:

„Gestern habt ihr Euch

aber wieder ganz schön gegenseitig

fertig gemacht“ auf das Spiel oder

die anschließende Feier bezog. Das

war letztlich auch egal – wir wurden

Kreismeister.

Volker Kasper


In Kooperation mit

Unser gemeinsames Bauvorhaben für Sie

in Mühlacker und Umgebung:

Übergangspflegeeinrichtung Baubeginn in 2021

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