maC Portraits 2017
Die Portraithefte der Studierenden des MA Choreographie im Jahrgang 2017, die anlässlich ihrer abschließenden Masterprojekte erscheinen, zeigen ihre persönliche Antworten auf die Frage, was Choreographie sein kann.
Die Portraithefte der Studierenden des MA Choreographie im Jahrgang 2017, die anlässlich ihrer abschließenden Masterprojekte erscheinen, zeigen ihre persönliche Antworten auf die Frage, was Choreographie sein kann.
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PORTRAITS<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
a
EINLEITUNG<br />
Der Masterstudiengang Choreographie (<strong>maC</strong>) ist<br />
C<br />
künstlerisch-praktisch orientiert, entsprechend<br />
nehmen choreographische Projekte einen großen<br />
Raum ein. Die abschließenden Choreographien<br />
können Sie im Juni und Juli in den Uferstudios,<br />
im Großen Windkanal Adlershof, im Zentrum für<br />
Kunst und Urbanistik sowie im bat Studiotheater<br />
anschauen. Zum Choreographieren gehört jedoch<br />
ebenso, dass die Studierenden ihre eigene Praxis<br />
kritisch re flektieren, einen eigenen künstlerischen<br />
Standpunkt entwickeln und ihren ästhetischen Ansatz<br />
vermitteln können. Um Ihnen einen Einblick in<br />
diesen Prozess zu geben, erscheint anlässlich der<br />
Aufführungen dieser Band mit <strong>Portraits</strong> der Studierenden.<br />
Die sieben Hefte enthalten individuell<br />
von den Choreographen gestaltete Eindrücke, Gedanken,<br />
Materialien aus dem Studium, aus Proben-<br />
und Arbeitsprozessen, eine Reflexion über zwei<br />
Jahre Masterstudium. Auf der Seite, die in jedem<br />
Heft auf die Seite mit dem Portraitfoto folgt, finden<br />
Sie Texte, in denen die Studierenden sich drei Fragen<br />
widmen: Wo bist du künstlerisch gerade? Welche<br />
Bedeutung hat(te) das <strong>maC</strong>-Studium für deine<br />
künstlerische Entwicklung? Wo möchtest du gerne<br />
in ein paar Jahren sein?<br />
Wir freuen uns, Ihnen unsere Absolventen in diesem<br />
Band vorzustellen - mit sieben persönlichen<br />
Antworten auf die Frage, was Choreographie sein<br />
kann.
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
YUKO MATSUYAMA SPUR[¨EN] - Between Dark<br />
and Light<br />
Konzept, Choreographie, Musik: Yuko Matsuyama<br />
Co-Choreographie, Tanz: Carlos Osatinsky,<br />
Fernando Nicolás Pelliccioli | Musik: Taylor Savvy<br />
Visual Design-Beratung, Performance: Safy Etiel<br />
Lichtdesign: Catalina Fernández | Bühnenbild- und<br />
Kostümberatung: Silvia Albarella<br />
Unser Farbsehen ist individuell, es ist beeinflusst<br />
von persönlicher Erfahrung und Kulturen.<br />
In der Tanzperformance SPUR[¨EN] treffen sich<br />
zwei Tänzer und zwei Musiker im farbigen Licht.<br />
Die Farben werden in Bewegung und Sound<br />
transformiert.<br />
Sehen Sie Farbe aus Ihren Blickwinkeln, aus der<br />
Dunkelheit oder aus dem Licht?<br />
I JUNG LIM Eine Studie über die verschiedenen<br />
Positionen der Wirbelsäule in Verbindung zur<br />
Anmut des menschlichen Körpers<br />
DarstellerInnen und Mitwirkende: Birgit Smolka,<br />
Joanna Priwieziencew | Bühne: Donald Becker<br />
Licht: Thomas Sevet | Dokumentation: Lucas<br />
Odahara | Choreografie,Konzept,Sound: I Jung,Lim<br />
Wieso ist vertikal zu stehen anmutig? Das<br />
Fleisch, das aus christlicher Sicht das Begehren<br />
symbolisiert, hängt an unserer Wirbelsäule und<br />
erschwert die aufrechte Form. Unser Fleisch<br />
kann die Wirbelsäule umhüllen, sie unterstützen<br />
und vertikal halten. Der Körper wird in dieser<br />
Performance in Wirbelsäule und Fleisch geteilt,<br />
und beide schweben wie ein verkörperter Geist<br />
und Begierde in der Luft. Es wird eine Fusion der<br />
Gegenteile zwischen der Wirbelsäule und dem<br />
Fleisch geschaffen, um Vertikal zu stehen.<br />
CARINA OTTE Wo sie gestern sein werden<br />
Idee, Konzept, Choreographie: Carina Otte | Co-<br />
Choreographie, Tanz: Rachell Bo Clark, Katerina<br />
Delakoura, Mélanie Favre, Alba De Miguel Fuertes,<br />
Annekatrin Kiesel, Valentina Gaia Lops, Sarina<br />
Egan-Sitinjak, Julia Keren Turbahn | Musik,<br />
Komposition: N.N | Szenografie, Kostüm: Francesca<br />
Ercoli, Mona Glass | Motion Design: Sabine Redlich<br />
Licht Design: Severin Beyer<br />
Eine eigenartige Welt. Erinnerungen und<br />
Impressionen durch holprige Übergänge zu<br />
Bildern verknüpft, die ich lediglich vor meinem<br />
inneren Auge skizzieren und phantasieren kann.<br />
Stetige Neugierde und die Suche nach Zugängen,<br />
die eine Einsicht und wieder gemeinsame<br />
Realitätsmomente eröffnen. Realitätsmomente<br />
innerhalb eines dementen Gehirns.
ABSCHLUSSARBEITEN <strong>2017</strong><br />
JANNE GREGOR HARRENDE RÄUME UND<br />
TROTZENDE MENSCHEN<br />
Tanz: Julia Schunevitsch, Liselotte Singer,<br />
Michele Meloni | Musik: Daniel (Mando) Mandolini<br />
Choreographie: Janne Gregor | Dramaturgische<br />
Begleitung: Fee Römer | Bühne: Lena Mody<br />
Assistenz Bühne: Julia Buntzel | Lichtdesign:<br />
Ľudovit (Luigi) Kovács<br />
Endzeitstimmung auf der Erde; ein resistenter Rest<br />
Menschen harrt, trotzt, wartet standhaft.<br />
Wie kann er sich wappnen und feien für die nächste<br />
Etappe? Wie kann er den Boden ebnen für die, die<br />
da folgen mögen?<br />
Welche Palette von Möglichkeiten haben Menschen<br />
unter widrigen Umständen?<br />
Und: Sind sie gefährlich oder sind sie in Gefahr?<br />
LEONIE GRAF Rest - eine Choreographie für zwei<br />
Tänzerinnen<br />
Tanz: Lilly Pöhlmann, Simone Detig<br />
Choreographie: Leonie Graf | Dramaturgie: Thomas<br />
Schaupp | Klanggestaltung: Marcus Thomas<br />
Szenographie: Nicole Frei | Kostüm : Carolin<br />
Herzberg | Maske : Maria Graf | Lichtdesign:<br />
Andreas Harder | Fotodokumentation: Philipp<br />
Weinrich<br />
Wie eine gehäutete Haut liegt er auf dem Asphalt.<br />
Rund, überirdisch, hoch und tief zugleich. Durch ihn<br />
hindurch führt aus der Unsichtbarkeit kommend<br />
ein schmaler Holzsteg ins Jetzt. Der Rest wird zum<br />
Impuls.<br />
Es geht um Reste, ihr Dasein, ihre Beschaffenheit,<br />
ihre Qualität und ihre Kraft.<br />
KAI EVANS After America<br />
Choreographie, Konzept: Kai Evans | Tanz, Kreation:<br />
Johanna Ackva, Naama Ityel, Katerine Staub<br />
Larsen | Musik, Komposition: Shasta Ellenbogen<br />
Dramaturgie: Alejandro Karasik, Pauline Payen<br />
Kostüm: Lee Méir | Photo-/ Video-Dokumentation:<br />
Roberto Duarte | Übersetzung, Bearbeitung: Nadav<br />
Anin<br />
Nun werde ich etwas tun, was ich seit langem tun<br />
wollte. Ich werde schreiben.<br />
“After America” ist eine poetisch-bewegte<br />
Installation im Dialog mit Allen Ginsbergs Gedicht<br />
“America” (1956). Die Choreographie fängt Worte<br />
und die Poesie entkommt dem Blatt.<br />
ROMY SCHWARZER A PLACE TO HIDE :: A PLACE<br />
TO FORGET<br />
Choreographie: Romy Schwarzer | Bühne, Kostüm:<br />
Jule Heidelbach | Sound, Komposition: Lukas Rabe<br />
Tanz: Cindy Hammer, Lisanne Goodhue<br />
Ein Tunnel, eine Höhle, ein Zelt, eine Sackgasse.<br />
Ursprünglich, umschlossen, intim, begrenzt.<br />
Ein schützendes Dach, ein beengter Bunker.<br />
Über einen Raum und die Menschen, die sich<br />
in diesem Raum bewegen. Auf den ersten Blick<br />
nichts Ungewöhnliches an diesem Ort. Bei näherer<br />
Betrachtung kommen Schatten zu Tage. Ein Raum,<br />
der bewegt.
I JUNG LIM
© Martina Thalhofer
Die Wut, die alles zerreißen will, die alles Licht der<br />
Welt in Finsternis verwandelt, alle Lampen zerbricht<br />
und Vorhänge verschließt.<br />
Diese Finsternis starre ich an, und was auch kriechend<br />
oder gehend aus ihr hervorkommen mag,<br />
wenn ich diesem ‚Es‘ begegne, erkenne ich intuitiv<br />
darin das Reinste. ‘Es‘ sieht mir ähnlich, aber<br />
„Es“ ist nicht Ich. „Es“ tut so, als ob es Ich wäre<br />
und leugnet gleichermaßen, Ich zu sein. „Es“ ist ein<br />
Ding, das darauf wartet, dass Ich mich in „Es“ verwandle,<br />
und es ist.... „Es“ ist, egal was es ist, vermutlich<br />
meine Vergangenheit, meine Gegenwart<br />
und meine Zukunft.<br />
Hast Du schon die Erfahrung gemacht, dass Du<br />
Realität und Illusion nicht mehr unterscheiden<br />
kannst? Wenn nicht, so wirst Du niemals jemanden<br />
verstehen können, der es schon erfahren hat. Wie<br />
kann ich erkären, was in meinem Kopf läuft..Es ist<br />
bestimmt poetisch, nicht prosaisch.<br />
Mein künstlerisches Ziel oder meine Kunst ist:<br />
Weiß muss man lassen, wie es ist. Aber Rot werde<br />
ich in Blau verwandeln und Grün werde ich in<br />
verdorbenes Braun ändern. Weiß und Grau sind<br />
ähnlich, aber anders. Grau und Schwarz aber sind<br />
unterschiedlich, weil Sie Schnittmengen haben....<br />
Ein Heer von Vögeln fliegt auf den Erdboden zu, und<br />
Menschenmengen laufen in Reih und Glied einen<br />
Bergrücken endlos hinauf. Dort unten ist ein rotes<br />
Gewässer, ohne Wellen … das Korn wird wieder und<br />
wieder gedroschen, es gibt reichlich davon. Genau<br />
so wie von meinen Bildern. Meine Bilder sind zahlreich<br />
wie die Körner.
The human body is incessantly exposed to gravity.<br />
Why does the body, in addition to this burden, still<br />
has the responsibility to represent its own identity?<br />
Life as the condition in the limbus - a period of Oblivion<br />
or like the Lethe. Bodies exist in a room without<br />
clear boundaries, in an interspace, where are<br />
the people who have neither great guilt nor special<br />
virtue.
© Diethild Meier
Sometimes I feel as if my lifestyle is not so different<br />
from the lifestyle of an animal. I also sometimes<br />
feel as if I was living without an arm (as if I had an obstacle<br />
/ a restriction). It seems to me that often my body<br />
does not need my head. And a twisted body is associated<br />
with a warped mentality (I don‘t know what was there<br />
first – body or spirit). The sign that the body wants to<br />
pull its head out of the ground (the ground as mother,<br />
which is the root of the human spirit), or to stick it into<br />
Herzlichen Dank an: MA Choreographie Abteilung und HZT Team, MitarbeiterInnen und Freunde.<br />
Unterstützt von: Deutscher Bühnenverein, Deutschlandstipendium.<br />
© Diethild Meier
the ground. And then I think that men (human being) gets<br />
punished to be living. Metaphorically speaking, it seems<br />
to me as if men (human being) were scratching and crawling<br />
on the ground in their life. I cannot be separated<br />
from death because the body is a limited living being.<br />
And in the course of my life I mentally resurrect more<br />
and more. When I see such a recurring lifestyle in people,<br />
I ask myself whether the body can learn anything at<br />
all (because it‘s so forgetful).<br />
Movements come from the ground
Why is the vertical standing spine in the center of<br />
the human body graceful?<br />
The night of human kind, there, on that night, the<br />
body glistens alone.<br />
In the stygian night the body glitters like stars.
I JUNG LIM<br />
2008___Weiße Fäden, Seoul, Süd-Korea<br />
2009___PEND-1, Seoul, Süd-Korea<br />
2013___PEND-4 Eisen, Bremen, Deutschland<br />
2014___A Study for Figures and Movements at<br />
the base of an Identity, Bremen, Deutschland<br />
2016___Der Raum: wo es weder Tag noch Nacht<br />
gibt, Berlin, Deutschland<br />
<strong>2017</strong>___Eine Studie über die verschiedenen<br />
Positionen der Wirbelsäule in Verbindung zur<br />
Anmut des menschlichen Körpers, Berlin,<br />
Deutschland<br />
www.the-scarlet-letters.com<br />
tothescarletletters@gmail.com<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
YUKO MATSUYAMA
© Martina Thalhofer
Ich bin am selben Ort wie vorher, als ich dieses<br />
Studium begonnen habe. Aber ich bin ein bisschen<br />
bewusster, was um mich herum geschieht, als ob<br />
sich die Farbe meiner Sonnenbrille leicht geändert<br />
hätte.<br />
Meine Zeit im HZT beantwortet viele Fragen, die<br />
mich über Jahre beschäftigten, ohne dass ich sie<br />
hätte formulieren können. Ich bin mit traditionellem<br />
Tanz aufgewachsen. Wenn ich zeitgenössischen<br />
Tanz sehe, bewundere ich Tänzer und Choreographen,<br />
die über Jahre und Stunden auf der Suche<br />
sind nach den Bewegungen, die auf der Grundlage<br />
ihrer eigenen Körperlichkeit und Ideen entstehen.<br />
Ich wollte etwas Wissen erwerben, um mich<br />
weiter bei ihnen aufhalten zu können. Aber durch<br />
diese Studium wusste ich, dass der Schlüssel für<br />
das Wissen nicht außerhalb von mir liegt, sondern<br />
in mir. Als ich angefangen habe, fühlte ich mich, als<br />
ob meine Dozenten einen Schalter gedrückt hätten,<br />
um eine Defragmentierung zu beginnen, um<br />
alle fragmentierten Datenblöcke in meinem Kopf<br />
neu zu organisieren. Neben dem Erlernen praktischer<br />
Kenntnisse hatte ich viele Aha-Erlebnisse,<br />
meistens zu einfachen Dingen, meiner Tendenz<br />
oder Denkweise. Das regte meine Gedanken sehr<br />
an, manchmal musste ich über mich selbst lachen.<br />
John Cage sagte: “Don’t try to create and analyze<br />
at the same time. They‘re different processes.” Ich<br />
glaube, nun verstehe ich diese Worte besser als<br />
vorher. In den vergangenen zwei Jahren bin ich<br />
mir über die Verbindung von Atmung/Stimme, Bewegung<br />
und Raum bewusster geworden. Dadurch<br />
denke ich anders, und das änderte langsam meine<br />
Einstellung für alle Aktivitäten. In den kommenden<br />
Jahren wünsche ich mich an drei Orte: Erst ins Studio<br />
für Recherche und Probe (aber zu getrennten<br />
Zeitpunkten!), und in Theaterräume mit verschiedenen<br />
Größen, eine nano-Venue bis große Halle,<br />
in der ich mich “nano” finden kann, und zu Hause,<br />
weil ich da sehr selten bin.
Performer + Audience = Performance<br />
I create in the same way as I write a text.<br />
When I find the solution to a writing problem,<br />
my creative question is resolved and<br />
vice-versa.<br />
Creating a model by a piece of paper.<br />
Sound walk<br />
Chanting<br />
Meditation<br />
Automatic writing<br />
I love classical,<br />
traditional and folk dance<br />
and music. They are like<br />
colors not written on the<br />
map. Weather, nature,<br />
language, and the shape<br />
and form of custom and<br />
costume blend in time<br />
and space to influence<br />
the dance. I am aware of<br />
the power of mass media<br />
to shape my dance and<br />
music and yet I resist it.<br />
And now?<br />
If I could direct a piece in<br />
the way that permaculture<br />
approaches gardening...<br />
My reality is to be found where there<br />
is truth and it may exist in the imagination.<br />
Ich bin eher Entertainer als Künstler. In<br />
dem Moment, in dem ich auf der Bühne<br />
dem Publikum begegne, verstehe ich<br />
plötzlich aus tiefstem Herzen, warum<br />
ich mich mit dem Thema oder Projekt<br />
beschäftige. Der Schaffensprozess ist<br />
wichtig, aber der Sinn der Projekts<br />
manifestiert sich nur in der Gegenwart<br />
des Publikums.<br />
Dance = Communication.<br />
When I see a piece, I hope to encounter<br />
the essence of the artist.<br />
Performing Arts<br />
Performance Art<br />
Reading H.Bergson I became aware<br />
that we are always in motion. It was a slight<br />
relief to realise that I need not be afraid about<br />
when to commence the movement.<br />
Discussion and feedback during the process had not<br />
previously interested me. I preferred not to be interrupted in my work.<br />
Learning how to ask, listen, explain and discuss is bringing me new<br />
insights. My fellow students and professors are the people who have<br />
helped me to formulate my thoughts. They’ve looked at me from<br />
various angles, offering me a more complete image of what I do.
WORDS IN A WORK BOOK<br />
When I heard the learned astronomer,<br />
When the proofs, the figures, were ranged in columns before me,<br />
When I was shown the charts and diagrams,<br />
to add, divide, and measure them,<br />
When i sitting heard the astronomer where he lectures<br />
with much applause in the lecture-room,<br />
How soon unaccountable I became tired and sick,<br />
Till rising and gliding out I wander’d off by myself,<br />
In the mystical moist night-air, and from time to time,<br />
Look’d up in perfect silence at the stars.<br />
Walt Whitman (1819-1892)<br />
When I Heard the Learn’d Astronomer<br />
Wir begreifen, daß physikochemische Phänomene im<br />
Gehirn stattfinden, daß das Gehirn im Körper ist,<br />
der Körper in der Luft, die ihn umspielt, etc.; wo aber ist,<br />
wenn sie sich erhält, die einmal vollendete Vergangenheit?<br />
Henri Bergson (1859-1941)<br />
Materie und Gedächtnis<br />
We can see how rivers change their whole regime if we alter one aspect.<br />
We should see that water is of the whole, not to be thought of<br />
in terms of its parts. Thus we refute the concept of status and assert<br />
that of function. It is not what you are, it is what you do in the relation<br />
to the society you chose to live in. We need each other, and it is a<br />
reciprocal need wherever we have a function in relation to each other.<br />
Bill Mollison (1928-2016)<br />
PERMACULTURE - A Designers‘ Manual
Tanz und Kreation :<br />
Ayako Toyama<br />
Forough Fami<br />
Juan Felipe Amaya<br />
Musik : Taylor Savvy<br />
Lightdesign: Catalina Fernández<br />
Bühnenbild- und Kostümberatung : Silvia Albarella<br />
Dramaturgische Beratung : Juan Felipe Amaya<br />
Konzept, Choreographie und Musik : Yuko Matsuyama
A Shadow-Live : MaviGüneş 69 &SNØ<br />
28/06/2016 und 19/01/<strong>2017</strong><br />
Eschschloraque rümschrümp<br />
Murat Ertel (BabaZula), Esma Ertel<br />
SNØ aka Schneider TM, Yuko Matsuyama<br />
Sound & Tanz Improvisation<br />
Bande á Part 01/03/2016<br />
Eschschloraque rümschrümp<br />
SNØ aka Schneider TM,<br />
Eiji Takeda, Yuko Matsuyama
MUSIC / SOUND<br />
Trace the life and music of<br />
MOONDOG<br />
1916 - 1999<br />
Music is absorbed by the body in the<br />
space. It is important for me to find a<br />
balance between listening to the incidental<br />
soundscape around me and listening<br />
to music. In my youth, my best<br />
music teachers were the musicians<br />
in the orchestra pit, and my mother’s<br />
collection of traditional Japanese records.<br />
Now, my music colleagues are<br />
all freaks and are my best teachers.<br />
They introduce me to music I’d never<br />
listened to before, such as noise, experimental,<br />
industrial, improvisation,<br />
and Neue Musik. These sounds have<br />
opened my ears in an unexpected way.<br />
I also like listening to world music.<br />
Through music we can travel the world<br />
geographically and metaphysically.<br />
I grew up at one end of the silk road<br />
and could barely comprehend the<br />
other end by opening a map, but by<br />
singing the songs from there, I come<br />
to a better understanding. On which<br />
side of the road is my voice now?<br />
Our music does not need a conductor.<br />
We just look at each other,<br />
listen, and feel the audience in<br />
order to decide where and how to<br />
go. Musicians prefer not to dance<br />
on stage, but they never separate<br />
sound and movement. They compose<br />
their music through movement.<br />
How it is possible to create a dance<br />
piece in the way musicians do?<br />
Live Performance<br />
A Tribute to MOONDOG ( 1916-1999 )<br />
26 / 05 / 2016 | Potsdamer Tanztage<br />
Jazzlab Celebrates MOONDOG<br />
30 /0 9 / 2016 NIKTA Festival.<br />
Nicolas Schulze ,Asia Waluszko,<br />
Udo Koloska, Yuko Matsuyama
If the purpose of the play is “hold a mirror up to<br />
nature”, as Hamlet said, I thought that I must<br />
make colorful theatre.<br />
But what do I know about color?<br />
I can’t even measure the difference or the distance<br />
between the color I see and that which you see.<br />
Research II<br />
FARBE / COLOR<br />
Mercedes R. Appugliese<br />
SPUR[¨EN] - Between Dark and Light<br />
10. + 11. Juni <strong>2017</strong><br />
Carlos Osatinsky und Fernando Nicolás Pelliccioli : Choreographie und Tanz<br />
Taylor Savvy : Musik<br />
Catalina Fernández : Lichtdesign<br />
Safy Etiel : Visual Design-Beratung und Performance<br />
Silvia Albarella : Bühnenbild und Kostüm Beratung<br />
Andrea Salustri : Choreographischer Assistent<br />
Yuko Matsuyama : Konzept, Choreographie und Musik
ARBEITSBUCH / WORK BOOK<br />
Ich danke :<br />
Englische Texte: Lisa Smith<br />
Deutsche Texte:<br />
Dr. Christiane Berger und Judith Brückmann<br />
Portraitfoto : Martina Thalhofer<br />
Fotos : Henryk Weiffenbach<br />
Betreuung : Prof. Wanda Golonka
Yuko Matsuyama ist eine Performing-Arts<br />
Künstlerin (Vokal, Tanz, Schauspiel). Sie begann<br />
bereits mit zwei Jahren eine Tanzausbildung<br />
bei ihrer Mutter, einer Meisterin für traditionellen<br />
japanischen Tanz (Nihon Buyō). Später<br />
schloss ihre Ausbildung als Musicaldarstellerin<br />
in Japan ab. In ihrer Jugend war Yuko in der<br />
Musical-/Theatergruppe Takarazuka Revue engagiert.<br />
Mit berühmten Broadway Musicals und<br />
Eigenproduktionen gastierten sie auch außerhalb<br />
Japans in London, Hong Kong und 2000 im<br />
Friedrichstadt-Palast Berlin. Yuko arbeitete freiberuflich<br />
in Japan in Theaterproduktionen, als<br />
Performerin, Kompanietrainerin und choreographische<br />
Assistentin. Zur zeitgenössischen Tanzszene<br />
fand sie durch die Zusammenarbeit mit<br />
dem Choreographen Tomi Paasonen. Seit 2010<br />
ist sie als Künstlerin im Haus Schwarzenberg in<br />
Berlin ansässig, wo sie auch Live-Performances<br />
als Experimentierplattform organisiert. Von 2015<br />
- <strong>2017</strong> studiert sie MA Choreographie an der HZT<br />
Berlin.<br />
<strong>2017</strong>___SPUR[¨EN] Between Dark and Light<br />
2016___wan/tu:/fo:r<br />
2015___memories of kimono 00<br />
2012 ___Dune (für Plan b)<br />
Seit 2011___Movement&SoundImprovisation,<br />
Fortlaufende Tanzperformance Serie<br />
www.yuhki.de<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
CARINA OTTE
© Martina Thalhofer
Für einen Moment bin ich angekommen. Ich folge<br />
einem weiteren unbekannten Pfad. Vieles begegnet<br />
mir. Mir fehlt der Filter. Alles beschäftigt mich. Eines<br />
wird mir zur Obsession. Begegnet mir immer<br />
und immer wieder. Im Alltag, im Traum. Erfahrungen,<br />
die Vergleichsmomente schaffen, bilden die<br />
Basis. Um die Obsession werden Bilder und Kontexte<br />
gesponnen. Dieses Netz nehme ich mit in<br />
meinem gedanklichen Rucksack. Nehme es überall<br />
mit hin. Packe es aus und suche ergänzende<br />
Komponenten. Viele passen nicht. Ich suche weiter.<br />
Versuche mich auf das Schicksal zu verlassen. Der<br />
Druck steigt. Am Ende fügt sich alles.<br />
Neben der eigenen künstlerischen Auseinandersetzung<br />
und Art des Schaffensprozesses möchte<br />
ich, in Bezug auf den Betrachter, diesen einladen,<br />
der Realität, aber auch Fiktion zu begegnen. Bereits<br />
Gesehenes als auch Unbekanntes in einer<br />
entsprechenden künstlerischen Umsetzung aus<br />
Texturen, Bildern, Atmosphären, Orten der Entschleunigung,<br />
aber auch Konfrontation, zu erleben<br />
und daraufhin, im Nachdenken darüber, eigene<br />
Diskurse zu entwickeln.<br />
Die längste Ausbildung ist für mich das Leben. In<br />
den letzten zwei Jahren haben mich weitere Erfahrungen<br />
geprägt, sich Türen geschlossen, aber<br />
auch geöffnet. Durch einige offen Stehende bin ich<br />
hindurchgetreten in Räume und Kulturen, die mir<br />
den Austausch mit interdisziplinären und künstlerischen<br />
Begegnungen eröffnet haben. Ich konnte<br />
unterschiedliche choreographische Handschriften<br />
erforschen und wie diese sich innerhalb der Gesellschaft<br />
einbetten lassen (können). Choreographie<br />
bedeutet für mich nicht nur Autonomie menschlicher<br />
Bewegungssprache oder dem Wortlaut nach<br />
„Schritte schreiben“, sondern eröffnet ein Feld, in<br />
welchem Künstler unterschiedlicher Disziplinen<br />
aufeinandertreffen und sich gegenseitig bereichern<br />
können. Neben menschlichen Körpern bewegen<br />
sich auch Klang, Stimme, Objekt, Material,<br />
Projektion, Licht, Bild, Raum und Zeit. Diese lassen<br />
sich in spannende und magische Dimensionen verschieben.
Firn<br />
Ein choreographischer Diskurs der Existenz<br />
© Jussi Ulkuniemi
© Diethild Meier<br />
© Jussi Ulkuniemi<br />
Sie schmilzt. Sie rumort. Sie kann uns vernichten.<br />
Sie braucht Firn.<br />
Menschen in einer Welt, in der Firn in seiner<br />
Komplexität und Gebrechlichkeit Inbegriff für<br />
Richtungen wird und Abhängigkeiten erfahrbar<br />
werden. Oder enteisen bereits erneut die<br />
Blaualgen und in Koexistenz von Stromatolithen<br />
entsteht neues Leben?<br />
Physische Regungen und Ausbrüche in einem<br />
Raum mit Zoomobjektiv.<br />
© Jussi Ulkuniemi<br />
*Als Firn bezeichnen wir Schnee, der mindestens eine Ablationsperiode<br />
überstanden hat und dessen Schneekristalle durch<br />
wiederkehrendes Auftauen und Gefrieren zu Eis verschmelzen.<br />
© Jussi Ulkuniemi
© Diethild Meier
„Mich hat berührt und beschäftigt, …<br />
… woher ein Impuls kommt und wie aus einer Gruppe von Menschen abstrakte Bilder entstehen.<br />
Ich erlebe eine Entschleunigung, Fokussierung, Konzentration. Meine Sinne schärfen sich, ich<br />
höre genau, blicke genau hin: Welche Bilder entstehen? Woher kommt Bewegung?“<br />
Prof. Susanne Vincenz<br />
… das Zerbrechliche und Fragile. Ein Konstrukt, das nur funktioniert,<br />
wenn alle dem gleichen „Plan“ folgen. Eine Schönheit in der Einfachheit und Ruhe.“<br />
Romy Schwarzer<br />
„Ich fühlte mich in die Rolle eines Wissenschaftlers versetzt,<br />
der eine neue Spezies entdeckt, aber keine Begrifflichkeiten,<br />
kein Instrumentarium besitzt, um zu erklären, zu deuten, was er sieht.“<br />
Olga Hohmann<br />
… wie eine Gruppe aus vielen einzelnen Personen (Einzelteilchen)<br />
sich hat immer wieder neu zueinander in Bezug setzen können.“<br />
Prof. Nik Haffner
Idee / Konzept / Choreographie:<br />
Carina Otte<br />
Tanz / Co-Choreographie:<br />
Justiina Arjanmaa, Selma Hopsu, Petra Kauppila,<br />
Roosa Kääriäinen, Petronella Lehtiniemi,<br />
Kirsi Määttälä, Suvi Palonen, Rianna Rintamäki,<br />
Wilma Seppälä, Maiju Tiuraniemi, Suvi Tuominen<br />
(Tanz-Studierende des North Karelia College<br />
Outokumpu Finnland)<br />
Musik / Komposition / Klangkörper aus Eis:<br />
Natalia Bustamante<br />
Licht-Design:<br />
Carina Otte, Janne Ylihollo, Severin Beyer<br />
Szenografie / Kostüm:<br />
Carina Otte<br />
Technische Unterstützung & Umsetzung:<br />
Maximilian Stelzl, Nikola Pieper,<br />
Niko Blankenstein, Fabian Bleisch, Jan Roemer<br />
Dauer:<br />
40 Minuten<br />
© Diethild Meier
8<br />
15<br />
2<br />
12<br />
7<br />
Moving Advent Calendar :: MAC by <strong>maC</strong><br />
Um 1850 hängten sich Familien traditionell nach<br />
und nach 24 Bilder an die Wand, um sich damit die<br />
Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen.<br />
MAC by <strong>maC</strong> ist ein Projekt von Carina Otte und<br />
Romy Schwarzer, welches im Dezember 2016<br />
veröffentlicht wurde.<br />
24 Tage lang jeden Tag ein Bild – ein bewegtes Bild,<br />
ein kleiner Film, eine verfilmte Bewegung.<br />
Ein bewegter Adventskalender, der die Tage bis<br />
Weihnachten markiert. Die Türchen gefüllt mit<br />
Tanz - Tanz zwischen Poesie und Abstraktion -<br />
vorgestellt in kleinen Skizzen von und mit 50 (inter)<br />
nationalen Tänzern, Performern, Choreographen,<br />
Musikern und Sängern.<br />
22
Wo sie gestern sein werden<br />
Eine eigenartige Welt.<br />
Erinnerungen und<br />
Impressionen durch holprige<br />
Übergänge zu Bildern<br />
verknüpft, die ich lediglich<br />
vor meinem inneren Auge<br />
skizzieren und phantasieren<br />
kann. Stetig die Neugierde<br />
und Suche nach Zugängen,<br />
die eine Einsicht und wieder<br />
gemeinsame Realitätsmomente<br />
eröffnen. Realitätsmomente<br />
innerhalb eines dementen<br />
Gehirns. Innerhalb von Realität<br />
derer, die meine verlassen und<br />
in eine Parallelwelt überdriften.<br />
Zunehmender Verlust von<br />
Zeit, Raum, Situation und der<br />
eigenen Persönlichkeit. Von<br />
großen Unruhen geprägt, mehr<br />
und mehr richtungslos und<br />
unstrebsam. In der keine Entscheidung<br />
getroffen und keine<br />
Verantwortung mehr übernommen<br />
wird. In der Demenz<br />
nicht pathologisch ist, sondern<br />
vielleicht das Ankommen<br />
im Nirvana.<br />
© Foto: Romy Schwarzer / Bildbearbeitung: Sabine Redlich
CARINA OTTE, 1987 geboren und aufgewachsen<br />
in Nordhorn (DE). 2007/08 Architekturstudium<br />
an der Leibniz Universität Hannover. Ab 2008<br />
Studium am Steps on Broadway in NYC (USA), an<br />
der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Zentrum<br />
für Zeitgenössischen Tanz und an der Amsterdam<br />
University of the Arts/Academy of Theatre and<br />
Dance (NL). 2013 graduiert mit einem Bachelor<br />
of Arts in Dance. 2014/15 Yoga-Ausbildung am<br />
Institut für Yoga und Gesundheit Köln. 2014<br />
Erhalt des Publikumspreises für „undefinable<br />
spaces“ beim Internationalen SoloDuo Festival<br />
Köln/Barnes Crossing. Sie bewegt sich<br />
tänzerisch/performativ, choreographisch und<br />
pädagogisch in der freien Szene, kommerziellen<br />
Arbeitsfeldern, Sozial-, Integrations- sowie „Tanz<br />
in Schulen“- Projekten.<br />
2013___ Do reHoyer & blurry spaces, Zentrum<br />
für Zeitgenössischen Tanz Köln & Orangerie -<br />
Theater am Volksgarten Köln<br />
2014___undefinable spaces, Kunstzentrum<br />
Wachsfabrik Köln<br />
2016___Firn. Ein choreographischer Diskurs der<br />
Existenz, Kiisu Theater Outokumpu (Finnland)<br />
& Uferstudios Berlin<br />
<strong>2017</strong>___ Wo sie gestern sein werden, Uferstudios<br />
Berlin<br />
www.carinaotte.de / .com<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
JANNE GREGOR
© Martina Thalhofer
Ich gucke.<br />
Ich mache und gucke.<br />
Ich gucke Bilder und ich mache Bilder.<br />
Bilder, die den Menschen anschauen.<br />
Um mich rum, in mir drin -<br />
das wird verwendet und verwertet, bedacht und<br />
umgedacht, aufgehangen, ausgeklopft und wieder<br />
angeguckt.<br />
Und dennoch gibt es das eine Bild nicht. Es gibt<br />
immer nur Ausschnitte und Rahmen,<br />
Blickwinkel und Sichtweisen; und selbst die<br />
ändern sich permanent.<br />
Dabei geht es immer um den Menschen.<br />
Er hat eine ungeheure Kraft. Er bewegt sich<br />
ständig. Weil er etwas will.<br />
Man guckt ihm gerne zu. Denn man sieht immer<br />
auch sich selbst.<br />
Das ist spannend. Das ist gefährlich.<br />
Menschen.<br />
Sind sie gefährlich oder sind sie in Gefahr?
Zwei gegensätzliche Körper.<br />
Ein Baby, ganz frisch auf der Welt, das sich und seine Umgebung neugierig erforscht. Es lernt seinen<br />
Körper gerade erst kennen, ist noch unbeholfen darin und sucht nach Varianten.<br />
Die Tänzerin ist durchtrainiert, kennt ihren Körper und seine Fähigkeiten ganz genau.<br />
So unterschiedlich sie sind – so viel können sie voneinander lernen:<br />
Wie sehe ich mich und meinen Körper? Wozu bin ich fähig? Was hat die Evolution für mich vorgesehen?<br />
Und was die Gesellschaft? Was bringe ich mir selber bei? Möchte ich Teile vom Angeeigneten wieder<br />
ablegen? Was bedeutet Präsenz? Möchte ich vielleicht all das vergessen, was ich darüber gelernt habe?<br />
Es Rückgängig machen?<br />
Undo?
UNDO<br />
Ein Stück ohne Garantie.<br />
Jedesmal anders, bis zum Rande der Unerträglichkeit.<br />
Undo – so als könnte man die Zeit, die stattgefunden hat, wieder zurückdrehen,<br />
Erfahrungen ungeschehen machen, als könnte man beschließen, was vergessen sein sollte, was nicht [...].<br />
Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen<br />
mit Sara Simeoni & Coco Ramatou Gregor<br />
Choreographie: Janne Gregor<br />
Mit Dank für die freundliche Unterstützung an die Förderer des Deutschlandstipendiums
© Martina Thalhofer
DIE UNENDLICHE FAHRT
DIE UNENDLICHE FAHRT<br />
Sie sehen sich nicht -<br />
Sie gucken in dieselbe Richtung.<br />
Sie schleichen ums Haus herum, hauchen ans Fenster<br />
und schaffen sich einen Platz auf Deiner Netzhaut.<br />
Sie suchen einen Weg.<br />
Und verharren oft.<br />
© Martina Thalhofer
© Martina Thalhofer<br />
von und mit: Lina Gómez, Jallow Mamudou<br />
Sounds: Emilio Gordoa<br />
Choreographie/Bühne: Janne Gregor<br />
Dramaturgische Beratung: Maja Zimmermann<br />
Kostüme: Kim Scharnitzky<br />
Lichtdesign: Ľudovit (Luigi) Kovács<br />
Mit Dank für die freundliche Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins
© Jörg Metzner<br />
HARRENDE RÄUME UND TROTZENDE MENSCHEN<br />
in festem Vertrauen auf [die eigene] Kraft ... einer Person oder Sache, die eine Bedrohung darstellt,<br />
Widerstand leisten, der Herausforderung durch sie standhalten<br />
www.duden.de/rechtschreibung/trotzen<br />
von und mit: Julia Schunevitsch, Liselotte Singer, Michele Meloni<br />
Musik: Daniel (Mando) Mandolini<br />
Choreographie: Janne Gregor<br />
Dramaturgische Begleitung: Fee Römer<br />
Bühne: Lena Mody<br />
Assistenz Bühne: Julia Buntzel<br />
Lichtdesign: Ľudovit (Luigi) Kovács
P A T E R N O S T E R<br />
V i d e o s k i z z e<br />
mit Moo Kim
JANNE GREGOR geboren 1980 in Berlin, arbeitet<br />
als freischaffende Tänzerin, Schauspielerin und<br />
Choreographin.<br />
Sie studierte Akrobatik und absolvierte 2007 ihre<br />
Ausbildung für physisches Theater.<br />
Seit 2014 ist sie Studentin im MA Choreographie<br />
am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz<br />
(HZT) Berlin als Stipendiatin des Deutschlandstipendiums.<br />
Seit 2006 veröffentlicht sie ihre eigenen<br />
Arbeiten, 2010-2014 als Bryckenbrant GbR.<br />
<strong>2017</strong>__harrende Räume und trotzende<br />
Menschen<br />
<strong>2017</strong>__Kraft und Stärke<br />
2016__Die unendliche Fahrt<br />
2016__Gegen Widrigkeiten<br />
2015__UNDO<br />
2014__SPLONK!FONK!WAK! und<br />
Plumologischer Moloch<br />
2014__Leistungsträger Tod/Bryckenbrant<br />
2013__Harvey-Hase der Angst/Bryckenbrant<br />
2012__Kopfüber in den unwiderstehlichen Orbit/<br />
Bryckenbrant<br />
2010__Frau Wagner rüstet sich/Bryckenbrant<br />
2010__Curriculum vitae-eine Bauanleitung<br />
2007__ab sofort<br />
2006__Aalbo<br />
2006__blau<br />
www.jannegregor.de<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
LEONIE GRAF
© Martina Thalhofer
Auf der Suche nach Essenz.<br />
Durch die Fokussierung auf den Körper.<br />
In der Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung.<br />
Durch das Schärfen der Sinne.<br />
Im Erschaffen von spürbaren Dimensionen,<br />
physischen Atmosphären und pulsierenden<br />
Zustandsräumen.<br />
Durch die Konzentration auf den Menschen und<br />
die Bedeutsamkeit der Phantasie.
Tiefe<br />
2015 I 5 Min. Skizze<br />
Aufnahme der BVG-Webcam, Baustelle Marx-Engels-Forum<br />
© projekt-u5.de (am 21.10.2015 um 22:04Uhr)<br />
„Manchmal hat man das Gefühl,
Screenshot aus Skizze „Tiefe“<br />
© Verena Hehl (am 06.11.2015)<br />
dass hier gar nichts passiert.“,<br />
Mitarbeiterin des U5-Infowaggons über die Baustelle am Marx-Engels-Forum.
Felix Utting, Dimensionsbetrachtung<br />
© Diethild Meier
© Diethild Meier<br />
Simone Detig, Tashina Mende, Felix Utting, Ingileif Franzdóttir Wechner (Tanz) I Tobias Vethake (Musik<br />
& Komposition) I Christoph Bovermann (Lichtdesign) I Nicole Frei (Szenographie) I Leonie Graf (Choreographie)<br />
I Diethild Meier (Foto- und Videodokumentation) I Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen<br />
Bühnenvereins<br />
© Diethild Meier
Dimensionsbetrachtung<br />
2016 I Dauer: 30 Min.<br />
Es geht um Dimensionen. Ihr Aufkommen, ihre Präsenz und ihr Verschwinden. Ausgehend von Naturphänomenen<br />
wie Geysire, Vulkane oder Sandwalzen arbeiteten wir mit der inneren Kraft des Körpers. Sei es<br />
die heiße Magma der Erde oder aber die innere Kraft des Körpers, beides brodelt unterirdisch und permanent.<br />
Wenn sich eine innere Kraft ihren Weg ins Außen sucht, durch sprengt sie eine Schicht, eine Kruste<br />
und erschafft durch dieses Herausplatzen eine neue Dimension. Vielleicht auch nur für kurze Zeit.<br />
© Nicole Frei
Rest<br />
eine Choreographie für zwei Tänzerinnen<br />
<strong>2017</strong> I Großer Windkanal Adlershof<br />
Simone Detig, Lilly Pöhlmann (Tanz) I Leonie Graf (Choreographie) I Thomas Schaupp (Dramaturgie) I<br />
Marcus Thomas (Klanggestaltung) I Nicole Frei (Szenographie) I Carolin Herzberg (Kostüm) I Maria Graf<br />
(Maske) I Andreas Harder (Lichtdesign) I Philipp Weinrich (Fotodokumentation) I Sebi Berens,<br />
Luca Boschen (Videodokumentation) I Mit freundlicher Unterstützung der Humboldt-Universität zu Berlin<br />
Wie eine gehäutete Haut liegt er auf dem Asphalt. Rund, überirdisch, hoch und tief zugleich. Durch ihn hindurch<br />
führt aus der Unsichtbarkeit kommend ein schmaler Holzsteg ins Jetzt. Der Rest wird zum Impuls.<br />
Es geht um Reste, ihr Dasein, ihre Beschaffenheit, ihre Qualität und Kraft.<br />
© Nicole Frei
© Leonie Graf<br />
Körper- und<br />
Bewegungsrecherchen<br />
_ Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen<br />
_ Die Bewegung unter der Haut<br />
_ Räumliche und physische Tiefe<br />
_ Riesen - als Metapher für die Dimension Größe<br />
_ Raumempfinden durch die Sensibilisierung der Sinne<br />
_ Vollsaugen, Ausdrücken und pulsieren - Lässt sich das Innen/ das Innere in das Außen/ in das Äußere<br />
pressen?<br />
Essays<br />
_ Zur Subjektivität der Begriffe Leib und räumliche Tiefe<br />
_ Plastik als Synonym für das Menschliche - Überlegungen zu Joseph Beuys’ plastischer Theorie<br />
_ Menschen mit geistiger Behinderung als „aesthetic innovation“ - Zur Frage von Eigeninteresse und<br />
künstlerischem Potenzial in Jérôme Bels Choreographie Disabled Theater
LEONIE GRAF, geboren 1987 in Meerbusch,<br />
absolvierte das Studium der Theaterregie an<br />
der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie von<br />
2013 bis 2015 Stipendiatin der Datio Stiftung<br />
war. Seit Oktober 2015 studiert sie im Master<br />
Choreographie am HZT Berlin.<br />
2007-2010 arbeitete sie als Regieassistentin<br />
und -hospitantin an der Schaubühne Berlin,<br />
am Schauspielfrankfurt, am Deutschen<br />
Schauspielhaus Hamburg, für die Ruhrtriennale<br />
und das Theater Rambazamba. Außerdem<br />
war sie Teilnehmerin des Theaterprojektes<br />
TheaterTotal in Bochum und begann ein Studium<br />
der Volkskunde/Kulturanthropologie und<br />
Psychologie an der Universität Hamburg.<br />
2014 gründete sie gemeinsam mit dem Musiker<br />
Benjamin Hartwig und der Szenographin Nicole<br />
Frei die Gruppe Graf Hartwig zu Frei, mit welcher<br />
sie u.a. an das Schlachthaus Theater Bern und in<br />
die Sophiensaele Berlin eingeladen wurde.<br />
2016___Dimensionsbetrachtung, Uferstudios<br />
2016___Glaubst du an Elfen? Bewegungstheater<br />
für junges Publikum, Schlachthaus Theater Bern<br />
2014___ Garten Eden, Deutzer Zentralwerk der<br />
Schönen Künste Köln<br />
2014___Plötzlich stehst du da, Altes Sihlpapier-<br />
Areal, Zürich<br />
2013___Die Wildente, Zürcher Hochschule der<br />
Künste<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
KAI EVANS
Ich arbeite wie einem Duft folgend.<br />
Den Duft kann ich nicht sofort erkennen, dennoch<br />
folge ich ihm weiter. An einem bestimmten Duft<br />
interessiert zu bleiben, ihn von anderen zu unterscheiden,<br />
ihm dorthin zu folgen, wohin er mich<br />
führt, ist meine Arbeit.<br />
Ich glaube nicht, dass ich die Quelle des Duftes oft<br />
erreiche. Der Duft führt mich dorthin, wo er gerade<br />
hin will. Dabei bildet er Masse und Volumen, Struktur,<br />
und seine Eigenlogik - wenn ich Glück habe.<br />
In meiner Verfolgung des Duftes wandle ich mich<br />
selbst, ich nehme die Masse und Volumen des Duftes<br />
an, seine bestimmte Struktur und Eigenlogik.<br />
Ich mache alle Arten von Experimenten, um die<br />
Spur des Duftes nicht zu verlieren. Bis er verfliegt,<br />
wie eine Fata Morgana.<br />
In der Vergangenheit glaubte ich, meine Aufgabe<br />
sei es, den Duft möglichst gut zu verstehen, dem<br />
ich folge. Ich erkannte, dass ich mich in dem Versuch<br />
irrte, die Luft mit den Händen zu fangen, um<br />
sie dann in ein Glas zu stecken und zu verschließen.<br />
Nun lerne ich meiner eigenen Nase zu folgen.<br />
Ich glaube, dass die Düfte, die mich faszinieren, mit<br />
mir, meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart, und<br />
meiner intellektuellen und emotionalen Art zu tun<br />
haben – diesen Umstand zu übersehen, macht die<br />
Arbeit nur länger. In den besten Momenten meiner<br />
Arbeit bin ich jedoch als Person irrelevant.<br />
Ich erklärte, ich würde einem unerklärlichen Ding<br />
folgen. Choreografie aber ist eine praktische Sache.<br />
Das Medium, mit dem man als Choreografin<br />
arbeitet, besteht aus Gegenständen und Menschen<br />
in Raum und Zeit.<br />
Wenn ein Duft mich auf eine unerklärliche Weise<br />
fasziniert, mir etwas sagt, was ich noch nicht artikulieren<br />
kann, dann besteht meine praktische<br />
Arbeit in der Übung, meine Nase - meine Aufmerksamkeit<br />
- immer wieder darauf zu lenken, wo dieses<br />
Unerklärliche ist. Wie jemand, der immer wieder<br />
aus hoher Höhe herunter springt, versuche ich<br />
dann diese Aufmerksamkeit in Taten umzusetzen.
I think a choreography is a bit like a person<br />
It has its own skin<br />
Each choreography invites the creation of new bodies:<br />
Bodies with enormous ears that can hear the tiniest clinks and clunks coming from<br />
everywhere.<br />
Currently I am directing my attention to the United States. I have been away for five years<br />
and I am choreographing with the information, sensations, ideas, and images coming from<br />
this connection.<br />
I think a choreography is a bit like a person. It has its own skin. It talks with a voice which is<br />
tender, teasing, serious, or ironic about the world.<br />
It has a certain way of seeing. It stares back at me, and knows things about me that I don’t.
Schattenbewegungen<br />
(Lecture-Performance)<br />
Konzept/Choreographie: Kai Evans<br />
Von und mit: Naïma Ferré und<br />
Lilly Pohlmann<br />
Circa neunzig Prozent unserer alltäglichen<br />
Kommunikation wird unbewusst ausgeführt.<br />
Die alltäglichen Bewegungen, die wir unbeabsichtigt<br />
ausführen, werden “Schattenbewegungen”<br />
genannt.<br />
Anstatt mich darauf zu fokussieren, was wir<br />
absichtlich ausdrücken, fokussiere ich mich auf<br />
das, was unbeabsichtigt kommuniziert wird.<br />
Unsere Schatten ziehen neben uns her als<br />
unsere Gefährten. Wie wäre es, wenn nur die<br />
Schatten bleiben würden, während die Bewegungen<br />
erlöschen?<br />
In meiner Lecture-Performance thematisiere<br />
ich das Spannungsfeld zwischen unserem Bestreben<br />
nach einer bestimmten Art vor Anderen<br />
zu erscheinen und der Tatsache, dass wir<br />
ununterbrochen Schattenbewegungen vorführen,<br />
die zum Teil wider unseren Willen agieren.
(c) Roberto<br />
Duarte<br />
(c) Roberto<br />
Duarte
“My body, pitiless place. And what if by<br />
chance I lived with it, in a kind of worn<br />
familiarity, as with a shadow, or as with<br />
those everyday things that ultimately I<br />
no longer see, that life has grayed out,<br />
like those chimneys, those roofs that<br />
line the sky every night in front of my<br />
window?”<br />
Michel Foucault, The Utopian Body
(c) Roberto<br />
Duarte<br />
In der Stube mit dem offenen Fenster<br />
In der Stube mit dem offenen Fenster sitzen viele Menschen, so viele wie es Stuben gibt. Durchs Fenster<br />
werfen sie mit ihrem Blick einen Rahmen auf die Welt. In dem Rahmen ist Platz für Familienessen mit<br />
gewetzten Messern, oder eine ferne gescheiterte Liebe, die es sich in mancher Herzkammer gemütlich<br />
machte und von dort aus das Blut vorantreibt. In der Stube mit dem offenen Fenster wird Nähe und<br />
Distanz gleichermaßen Platz eingeräumt, so dass die allgegenwärtige Dissonanz zwischen<br />
körperlicher und emotionaler Befindlichkeit an die Oberfläche tritt. (Text von Nadav Anin)<br />
Ein besonderer Dank an: Max Stelzl; HZT Team; Stephen, Suzanne, and Margaret Evans; Maryruth Morris; Prof. Ingo Reulecke, Wanda Golonka,<br />
Susanne Vincenz, Dr. Christiane Berger; den Deutschen Bühnenverein für die freundliche Unterstützung.
Choreographie/Konzept: Kai Evans<br />
Von und mit: Yara-Li Mennel, Naïma Ferré, Lilly Pohlman<br />
Dramaturg: Nadav Anin<br />
Künstlerische Kollaboration: Alejandro Karasik<br />
Sound: Hannah Selin, „Olfactory Bulbs“: Karen Ritscher (Bratch) and Hannah Selin (Elektronik)<br />
Bühnenbild und Kostüm: Carolina Duarte<br />
Szenische Arbeit: Robert Liethoff<br />
Lichtdesign: Catalina Fernandez<br />
Dramaturgische Beratung: Marie Yan<br />
Foto-/Video-Dokumentation: Roberto Duarte
(c) Roberto<br />
Duarte
After America<br />
Now I will do something I have been wanting to do.<br />
I will write.<br />
After America is a choreographic installation which evokes the political urgency<br />
of the 1950’s Beat Poets in response to the current climate in the United States.<br />
Underground, three isolated poet-performers revisit the tools of their misfit predecessors:<br />
shameless confessions, mystical visions, and the unhinging of the senses.<br />
It is named after Allen Ginsberg’s poem “America” (1956).<br />
Choreography/Concept: Kai Evans<br />
Dance and Creation: Johanna Ackva, Naama Ityel, Katrine Staub Larsen<br />
Music and Composition: Shasta Ellenbogen<br />
Dramaturgy: Alejandro Karasik, Pauline Payen<br />
Light Design: Annegret Schalke<br />
Costume: Lee Méir<br />
Photo-/Video Documentation: Roberto Duarte<br />
(c) Roberto<br />
Duarte
KAI EVANS (geb. 1989 in Buffalo, New York)<br />
studiert seit Oktober 2015 Choreographie<br />
am HZT Berlin. Bevor sie das Masterstudium<br />
am HZT begann, absolvierte sie das SMASH<br />
Programm in Berlin, war tätig bei der SITI<br />
Company, und studierte Tanz und Kreatives<br />
Schreiben mit Schwerpunkt auf dem Verfassen<br />
von Theaterstücken und Gedichten an der<br />
Oberlin College in den USA. Sie ist die Verfasserin<br />
und Lektorin einiger erschienener Essays,<br />
unter anderem des Buches “Encounters with<br />
Contact” in Zusammenarbeit mit Ann Cooper<br />
Albright, sowie einiger veröffentlichter Gedichte<br />
und eines Theaterstücks. In Berlin arbeitet<br />
sie bei mehreren Projekten als Tänzerin und<br />
Choreografin und assistiert in der kreativen<br />
Entwicklung zahlreicher anderer Projekte. Zur<br />
Zeit konzentriert sie sich auf die Entwicklung<br />
eigener choreografischer Werke und auf<br />
Improvisationsprojekte um die Themenbereiche<br />
Text und Stimme.<br />
2010___Become You<br />
2011___(Re)membering<br />
2014___Portrait of a Wall<br />
2015___Use your HEAD!<br />
2016___Schattenbewegung (Lecture<br />
Performance)<br />
2016___In der Stube mit dem offenen Fenster<br />
<strong>2017</strong>___After America<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
ROMY SCHWARZER
© Martina Thalhofer
Immer wieder ein Anfang. Es scheint, dass ich immer<br />
wieder am Anfang stehe.<br />
Dieser Anfang ist natürlich kein Nullpunkt, er beginnt<br />
nicht mit einem leeren Gefäß. Eher ist es ein<br />
Startpunkt. Ein Start für einen weiteren Abschnitt,<br />
für eine neue Suche, eine Recherche, einen Weg.<br />
Das Ende dieses Abschnittes ist irgendwie offen<br />
oder einfach noch nicht sichtbar.<br />
Dieser Container, den ich mit mir trage, ist auch<br />
nicht nur ein einzelner Behälter. Er ist sehr verzweigt<br />
und verwinkelt in unterschiedliche Kammern<br />
und Nischen. Der Inhalt in verschiedenen<br />
Ecken versteckt, vielleicht auch vergessen und<br />
teilweise unzusammenhängend sortiert. Das Studium<br />
im MA Choreographie war wieder einer dieser<br />
Startpunkte, ein Stück Weg, der eine intensive Zeit<br />
markiert und mir geholfen hat einige meiner Ecken<br />
zu sortieren, anzufüllen und zu verbinden. Was genau<br />
jetzt hier am Ende steht, wird sich zeigen.<br />
Der MA Choreographie ist für mich:<br />
Ein Feld der Möglichkeiten<br />
Annäherung<br />
Struktur<br />
Sitzen<br />
Feedbacken<br />
Recherchieren<br />
Einatmen & Ausatmen<br />
Aushalten<br />
Achterbahnfahrt<br />
Weite & Enge<br />
Denken in Zeit, Raum & Bewegung<br />
Nicht wissen<br />
Ratlosigkeit<br />
Mut fassen<br />
Ein Versuch<br />
Entscheidungen treffen<br />
Tun<br />
Anleiten<br />
Erfahrungen sammeln<br />
Singen, Hüpfen, Kriechen, Tanzen<br />
Eine Reflexion<br />
Eine Bestandsaufnahme<br />
Präsentieren<br />
Diskutieren<br />
Entdecken<br />
Ausprobieren<br />
Der Hof der Uferstudios<br />
Kaffeetrinken im Pförtner<br />
Bewegungen sezieren<br />
Gewohnheiten hinterfragen<br />
Räume wahrnehmen<br />
Die Zeit belichten<br />
Ein Zusammentreffen mit der finnischen Natur<br />
Schöne, motivierende, inspirierende Begegnungen<br />
Ein Zweifeln, Trotzen & Suchen<br />
Schreiben & Lesen<br />
Schauen<br />
Hören<br />
Die Sinne öffnen<br />
Intensivierung<br />
Inspiration<br />
Klärung<br />
Zeit mit mir und meinem Schreibtisch<br />
Der Blick auf den Alex aus dem Studio
AS SILENCE COMES<br />
Ist das Leben nicht nur ein verrückter Traum? Nur eine Illusion von der Welt vor der Welt?<br />
Komplette Stille. Dunkelheit. Ich höre nur mich selbst, bin alleine mit meinen Dämonen. Jeder Schritt<br />
mit bedacht, die Augen weit aufgerissen. Ich versuche mit den Ohren zu sehen und den Händen zu<br />
hören. Warum bin ich hier und nicht dort?<br />
Versteckte Wesen, unsicheres Glück, verbundene Schicksale, nicht fassbare Gewalten. Ich versuche<br />
dem Fremden zu entkommen, mich ihm anzunähern oder es zu akzeptieren. Ein Entgegenstellen erscheint<br />
zwecklos. Ich fliehe in die Zukunft und frage mich: Wo beginnt die Zeit? Wo endet der Raum?<br />
AS SILENCE COMES ist eine choreographische Untersuchung der Verknüpfung von Mensch und Natur.<br />
Eine Erzählung von fremden Wesen, die Glück und Hoffnung wie auch Leid und Trauer bringen,<br />
eng verbunden mit unseren eigenen Gefühlen, Empfindungen und Sichtweisen.<br />
Konzept/Choreographie: Romy Schwarzer<br />
Performance: Selma Hopsu, Essi Koivula, Wilma Seppälä, Maiju Tiuraniemi, Suvi Tuominen<br />
Sounddesign: Ilmari Tiitinen<br />
Kostüm: Jule Heidelbach<br />
Lichtdesign: Severin Beyer<br />
AS SILENCE COMES ist innerhalb einer Kooperation zwischen dem MA Choreographie / HZT Berlin<br />
und dem Studiengang Tanz des North Karelia College Outokumpu / Finnland entstanden. Diese Produktion<br />
wurde in Finnland mit Studierenden des zweiten Jahrgangs erarbeitet und wurde im Herbst<br />
2016 in Finnland und in den Uferstudios Berlin aufgeführt.<br />
© Jussi Ulkuniemi
© Diethild Meier<br />
© Jussi Ulkuniemi<br />
Vielen Dank an: Ingo Reulecke, Wanda Golonka, Dr. Christiane Berger, Ulla Mäkinen, Mark Coniglio, Xenia Leidel,<br />
Janne Ylihollo, Max Stelzl, Maxie Schreiner, Carina Otte, Sylvana Seddig, das North Karelia College Outokumpu, den<br />
Deutschen Bühnenverein und das DAAD für das PROMOS Stipendium.
Recherche THE RE-RESEARCH mit Diethild Meier
© Peter R. Fiebig
CHANSON<br />
Routine. Alltag. Begrenzungen. Struktur. Macht das Angst oder Lust? Zurück in die Kindheit, als ich noch keine<br />
Gewohnheiten hatte. Oder fort auf den nächsten Berg, um dann zu merken, dass es nicht der Höchste war.<br />
Wo beginn n n nt didididie die Zeit t? Zie Deit?<br />
Und d d d wo end d d d det der Rau ra raaom?<br />
Choreographie/Performance: Romy Schwarzer<br />
Sounddesign: Johannes Till<br />
Dramaturgische Begleitung: Johanna Roggan<br />
Verwendeter Text: Chanson von Ernst Jandl<br />
Das Solo CHANSON ist hervorgegangen aus der Recherche I nach dem zweiten Studiensemester. Produziert<br />
und aufgeführt im Oktober 2016 in HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden im<br />
Rahmen der LINIE 08 (ein Projekt des TanzNetzDresden und Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste<br />
Dresden in Kooperation mit der Projektschmiede gGmbH).<br />
„Da ist alles Überflüssige ausgespart; Romy Schwarzer konzentriert sich auf das ‚Spiel‘, das Jandl deutlich vo der<br />
Spielerei unterscheidet, denn das Spiel sei auf ein Ziel gerichtet. So zeigt sie auf ihre unverkennbare Art und Weise,<br />
wie es sich anfühlt, wenn man an Grenzen stößt, manches noch ungelenk ist, der Weg kaum gangbar scheint. (...)<br />
Für das ‚Spiel‘ von Jandl findet Romy Schwarzer ganz unaufgeregt ein genaues Maß der Annäherung.“<br />
(Dresdner Neuste Nachrichten, G. Gorgas)<br />
„Bezeichnenderweise habe ich hier wirklich sinnlich etwas über das Wirken von Sprache als Struktur, über die Konstruktion<br />
von Sinn und über die poetische Dimension von Bewegung erfahren. (...) Die Ausführung ihrer Bewegungen<br />
changiert passend dazu zwischen sinnlicher Präzision in der Wiederholung und beklemmender Planmäßigkeit.“<br />
(ada Studioschreiberin, A. Hennig)<br />
© Vojtěch Brtnický<br />
In meiner Arbeit steht der menschliche Körper im Fokus. Mich interessieren<br />
seine Funktionalität und Lesbarkeit, aber auch der Einfluss der<br />
Außenwelt auf ihn: Alltag, Architektur, Gesellschaft. Wie wirken diese<br />
Strukturen und Regularien auf unseren Körper?<br />
Der Grat zwischen Konzentration und Gelassenheit, zwischen Bereitschaft<br />
und Entspannung beschäftigt mich. Ich suche Klarheit und Wachheit<br />
in der Bewegungssprache, Körper die detailliert oder fragmentiert,<br />
präzise und brüchig werden. Ich sehe den menschlichen Körper als einen<br />
Vermittler, als ein lebendiges Medium, das uns Verborgenes sichtbar<br />
macht und vom Betrachter (unterschiedlich) verstanden werden kann –<br />
der Körper als eine durchlässige Projektionsfläche für Gedanken, Bilder,<br />
Formen und Emotionen.
a place to hide :: a place to forget<br />
Ein Tunnel, eine Höhle, ein Zelt, eine Sackgasse.<br />
Ursprünglich, umschlossen, intim, begrenzt.<br />
Ein schützendes Dach, ein beengter Bunker.<br />
Über einen Raum und die Menschen, die sich in diesem Raum bewegen. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches<br />
an diesem Ort. Bei näherer Betrachtung kommen Schatten zu Tage. Ein Raum, der bewegt.<br />
Choreographie: Romy Schwarzer<br />
Bühne/Kostüm: Jule Heidelbach<br />
Tanz: Cindy Hammer und Lisanne Goodhue<br />
Musik/Komposition: Lukas Rabe<br />
Licht: Norman Plathe<br />
Dramaturgische Begleitung: Laura Andreß<br />
Eine Produktion des MA Choreographie des HZT Berlin, in Kooperation mit der LINIE 08 (ein Projekt<br />
des TanzNetzDresden und Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste Dresden in Kooperation mit<br />
der Projektschmiede gGmbH). Uraufführung in Dresden und Premiere in Berlin im Juni <strong>2017</strong>.
„Am Anfang war das Dach:<br />
Eingrenzung und Ausgrenzung im<br />
Interesse von Schutz, Orientierung<br />
und Versammlung.“<br />
(Dirk Baecker)<br />
© Jule Heidelbach<br />
© Romy Schwarzer<br />
„Die Toten warten auf der Gegenschräge; Manchmal halten sie eine Hand ins Licht<br />
Als lebten sie. Bis sie sich ganz zurückziehen; In ihr gewohntes Dunkel das uns blendet“<br />
(Drama, Heiner Müller)
ROMY SCHWARZER, geboren 1983 in Dresden,<br />
studierte Tanz an der Hochschule für Musik und<br />
Tanz Köln. Es folgte ein Auslandsstudium in New<br />
York, ermöglicht durch ein Jahresstipendium<br />
des DAAD. Im Frühjahr 2015 erhielt sie ein<br />
Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des<br />
Freistaates Sachsen. Seit Oktober 2015 studiert<br />
sie im MA Choreographie am HZT Berlin.<br />
Seit 2007 arbeitet sie als freiberufliche Tänzerin<br />
u.a. mit Stephanie Thiersch/mouvoir, Nick Hobbs/<br />
Theater Bonn, Ursula Nill, Golde Grunske, Anna<br />
Till, Johanna Roggan/the guts company, Irene<br />
Schröder und dem Staatsschauspiel Dresden.<br />
Parallel entstanden eigene choreographische<br />
Arbeiten und Recherchen.<br />
2013___RAUMSINN trifft LICHTZEIT<br />
2015___In The Loop<br />
2016___As Silence Comes<br />
2016___Chanson<br />
<strong>2017</strong>___a place to hide :: a place to forget<br />
www.romyschwarzer.net<br />
<strong>2017</strong>___<strong>maC</strong><br />
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE<br />
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN<br />
Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) wird getragen von der<br />
Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
IMPRESSUM<br />
Herausgeber Hochschulübergreifendes Zentrum<br />
Tanz Berlin<br />
Redaktion/ Lektorat Christiane Berger<br />
Gestaltung Jascha Viehstädt, Wanda Golonka<br />
Titel Art-Work I Jung Lim<br />
Auflage 1000 Stück<br />
Team <strong>maC</strong> Dr. Christiane Berger, Prof. Wanda<br />
Golonka (Studiengangsleitung), Prof. Ingo<br />
Reulecke, Prof. Susanne Vincenz<br />
Verwaltung <strong>maC</strong> Maxie Schreiner<br />
Diese Publikation erscheint zu den Abschlussarbeiten<br />
des Masterstudiengangs Choreographie<br />
des HZT Berlin.<br />
www.hzt-berlin.de | mac@hzt-berlin.de<br />
© HZT Berlin <strong>2017</strong><br />
Das HZT Berlin wird getragen von der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” und der Universität der<br />
Künste Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
I JUNG LIm<br />
YUKO maTSUYAma<br />
CaRINa OTTE<br />
JaNNE GREGOR<br />
LEONIE GRaF<br />
KaI EVaNS<br />
ROmY SCHWaRZER