FINDORFF GLEICH NEBENAN Nr. 16

FINDORFF.GLEICH.NEBENAN

FINDORFF GLEICH NEBENAN ist das Stadtteilmagazin für Findorff und Bremen für Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik

Im Herbst 2020 | Ausgabe 16 | Kostenlos, aber nicht umsonst

GLEICH NEBENAN

Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil

®

CLAUDIA SCHREIBER

SOAP OPERA

» Ich liebe den persönlichen Kontakt ! «

KURT RICHTER & MARIE PIGORS Pionierarbeit im Biohandel DETLEF

AMBRASSAT Auf Holz geklopft STEFAN SCHRÖDER Edelgastronom

FRANK BRUNHORN ElectronicPartner MODETIPPS Wünsch Dir was


Das gute

Gefühl,

zu Hause

zu sein.

BEXTES BLICK

q VOM LEBEN GEZEICHNET

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 03


q AUS FINDORFF. FÜR FINDORFF

» Where Are We Now ? « (David Bowie)

T

ja, wo sind wir jetzt – vier

Jahre und sechszehn Ausgaben

von FINDORFF

GLEICH NEBENAN

später ? Man könnte die

Frage wie folgt beantworten:

Wir sitzen wieder

einmal am Schreibtisch vor

dem Computer, um ein halbwegs

intelligentes Vorwort zu verfassen. Man könnte schreiben: Wir

befinden uns nach mehreren Monaten weiterhin in einer Krise,

die mit C anfängt, vieles verändert hat und noch lange nicht

vorbei ist. Man könnte rückblickend philosophieren, wie schnell

die Zeit vergeht, denn: »Time takes a Cigarette« – um eine

weitere Zeile des großen David Bowie in diesem Intro unterzubringen,

der im Dezember 2016 unsere Welt verließ, während

wir damals im gleichen Monat gestartet waren, die Premiere

von FINDORFF GLEICH NEBENAN vorzubereiten.

Was ist in den vergangenen vier Jahren passiert ? Hat sich unser

Stadtteil verändert ? Wenn man aus dem Fenster schaut, ist alles

wie immer: typisches Schietwetter, dreiste FalschparkerInnen

auf den Gehwegen, einkaufsfreudige Menschen, die auf den

Findorffmarkt eilen und Bäume, die im Spätherbst ihre letzten

Blätter abwerfen. Was man im Stadtteil eben alles so macht.

»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen

Mauern und die anderen Windmühlen.«, heißt es in einem

chinesischen Sprichwort. Woher kennen die Chinesen

Findorff ? Es gibt auch im »Dorff« sowohl Beharrungsvermögen,

aber auch den Wandel. Wer bisher für

uns interessant war und den Stadtteil mit guten Ideen

vorangebracht hat, kann man online lesen unter

www.yumpu.com/user/findorff.gleich.nebenan

Auf der bisherigen Wegstrecke haben wir viel Lob

erfahren, durften aber auch Kritik erleben. So ist das,

wenn man öffentlich Position bezieht: Wer Flagge zeigt, muss

Gegenwind vertragen. Gegenwind können wir gut ab – und

offene Diskussionen finden wir interessanter als abgrenzende

Mauern. Und: Gelesen werden wir offensichtlich von allen !

Man nennt das Recht auf subjektive Äußerungen übrigens

Meinungsfreiheit. Kontroverse Standpunkte zu Themen, die

im »Dorff« bewegen, bilden wir in Rubriken wie »Zwischenruf«

und »Ja oder nein ?« ab – vielfältig, fair und meinungsstark.

»Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb «? Die aufgesetzte

Harmoniefalle ist keine Option. Wir stellen lieber Menschen vor,

die offen sind, Position beziehen und als »ÜberzeugungstäterInnen«

den Stadtteil bereichern. Diesmal dabei: Claudia Schreiber,

die mit »Martha’s Corner« in Findorff eine Seifenmanufaktur

etabliert hat, Kurt Richter und Marie Pigors, die als BiohändlerInnen

auf dem Wochenmarkt nicht wegzudenken sind, Stefan

Schröder, der mit dem Restaurant »L‘Orangerie« am Bunker auf

dem Findorffmarkt neue kulinarische Akzente setzt und Frank

Brunhorn als »ElectronicPartner«. Viel Spaß mit Ausgabe Nr. 16 !

GLEICH NEBENAN

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 04

06 l CLAUDIA SCHREIBER

Handgefertigte Seifen: Der Kopf hinter »Martha’s Corner«

10 l KURT RICHTER & MARIE PIGORS

Biohandel seit fast vierzig Jahren: Vater und Tochter sind

bei jedem Wetter mit ihrem Stand auf dem Markt vertreten

16 l DETLEF AMBRASSAT

Auf Holz geklopft: Der Bildhauer hat für Findorff

ein besonderes »Kunststück« geschaffen

18 l 24 SCHÖNE GESCHENKIDEEN

20 l STEFAN SCHRÖDER

Am Bunker auf dem Findorffmarkt: Der Gastronom

aus Findorff über sein neues Restaurant »L‘Orangerie«

Kunst sollte nicht nur bierernst sein. Detlef Ambrassat liebt es,

wenn ein gewisser Schalk dabei ist. Das Interview ab Seite 16

24 l FRANK BRUNHORN

Die wunderbare Welt der Unterhaltungselektronik

28 l MODE IM TREND

Antje Lammers: Tipps für die Wintersaison

29 l AKTIV VOR ORT

30 l DORFFKLATSCH

32 l MAHLZEIT

Speisen wie eine Königin im »Maharani«

33 l FINDORFF GEHT AUS

34 l SUPERSUSE

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 05


PROFILE

q »MARTHA’S CORNER« IN FINDORFF IST EINE SEIFENMANUFAKTUR FÜR ALLE SINNE

» Ich habe offensichtlich viel Glück gehabt. «

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 06

CLAUDIA SCHREIBER

SEIFENKÖNIGIN

C

laudia Schreiber, wann hatten Sie die Idee

eine Seifenmanufaktur zu gründen ?

Ich habe vor einigen Jahren im Fernsehen

einen Dokumentarfilm über Palmöl gesehen.

Dadurch habe ich angefangen zu recherchieren,

um mit Rezepten aus dem Internet

eigene Seife herzustellen. Diese habe ich an

Familie und Freunde verschenkt und bin auf

die Idee gekommen meine Seifen online zu

verkaufen. Aufgrund der administrativen Aspekte bin ich dann

relativ schnell wieder ausgestiegen. Für jedes Produkt muss

man unglaublich viel abklären und prüfen lassen, was einen

als EinsteigerInnen zu erschlagen scheint.

Woher kommt Ihre Leidenschaft für das Produkt »Seife« ?

Ich war schon immer sehr naturverbunden und habe schon in

jungen Jahren angefangen, Kosmetik selbst zu machen, weil ich

mit Hautproblemen zu kämpfen hatte. Neben der Schule habe

ich bei einer großen Kosmetikkette gearbeitet. Auch meine

Tante war Kosmetikerin – diese Welt war also bereits damals

ein Teil meines Lebens. Eigentlich war ich schon immer kreativ,

habe dann beruflich zunächst jedoch eine ganz andere Richtung

eingeschlagen: Ich habe als Betriebswirtin und Wirtschaftsjuristin

gearbeitet. Die Liebe zum Meer und die Verbundenheit zur

Natur hielt aber immer an. Ich wollte Menschen zeigen, dass

Produkte, die gut für die Haut sind, nicht hunderte an Inhaltsstoffen

brauchen, sondern einfach produziert mehr bringen.

Mit welcher Seife haben Sie angefangen ?

Im Laden in der Münchener Straße habe ich als erstes »Shea

Schätzchen« herausgebracht. Diese Reihe gibt es in verschiedenen

Varianten. Es sind dann immer mehr Produkte dazugekommen,

beispielsweise im Bereich Creme und Haarseife

sowie verschiedene Beiprodukte. Mein persönlicher Favorit ist

»Shea Schätzchen Natur unbeduftet«. Allen KundInnen gerecht

werden kann man natürlich nie. JedeR hat einen eigenen Geschmack.

Jede Haut reagiert anders. Ich wurde einmal gefragt,

woher ich gewusst hätte, dass meine Produkte gut ankommen

würden. Das wusste ich anfangs natürlich gar nicht. Eine

Garantie hat man nie. Das ist Geschäftsrisiko, aber ich habe

offensichtlich viel Glück gehabt.

Wieso haben Sie den Standort Findorff gewählt ?

Ich habe damals in Schwachhausen gewohnt. Mein Nachbar

bekam mit, dass ich in meinem Job nicht wirklich glücklich war.

Da ich meine Produkte nicht Zuhause produzieren darf, war die

Idee, eine kleine Siederei zu eröffnen. Mein Nachbar hatte diese

Immobilie zu dem Zeitpunkt gerade gekauft und der Standort

für den heutigen Laden hat sich dann durch unsere Gespräche

eher zufällig ergeben. Findorff ist perfekt für meine Produkte:

Das Motto »weniger ist mehr« findet hier viel Anklang – und

trotz der Distanz zur Hemmstraße, die sicherlich die Geschäftsstraße

im Stadtteil ist, kommen meine KundInnen treu zu mir.

Gibt es eine Seife, die besonders gut ankommt ?

Eindeutig das »Shea Schätzchen frisch«. Diese Seife ist auf

KundInnenwunsch entstanden und mit Abstand der Liebling

meiner KundInnen. Haarseife und festes Shampoo kommen

auch sehr gut an.

Parallel zum lokalen, stationären Geschäft in der Münchener

Straße vertreiben Sie Ihre Produkte auch deutschlandweit online.

Was zeichnet einen guten Onlineshop aus und kann man

eine Präsenz im Internet einfach aus dem Boden stampfen ?

Es gibt in ganz Deutschland viele wunderbare Geschäfte, die

alle online Seife verkaufen. Ich habe mich von Anfang an dazu

entschieden, mehrere Standbeine aufzubauen: meinen Laden,

Onlinehandel und Kursangebote. Vor allem online muss man

sich erst mal einen Namen erarbeiten – ein Prozess, der einige

Zeit dauert. Der größte Teil meines Geschäftes ist weiterhin

mein Laden. Verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel meine

aktuelle Unterstützung eines kleinen australischen Vereins,

bekommen viel Aufmerksamkeit im Netz. Ich habe auch

KundInnen im Ausland, die meine Produkte als Geschenke an

FreundInnen verschicken lassen. Den Onlinehandel habe ich

jedoch so direkt nie groß beworben. Ich wollte mich immer von

anderen Angeboten im Netz unterscheiden, durch meine Nachhaltigkeit

und auch durch ein anderes Sortiment an Produkten.

Das Wichtigste an einer Internetpräsenz ist aus meiner Erfahrung,

dass KundInnen viele Informationen erhalten und sich

auch online willkommen fühlen – damit ein ähnliches Gefühl

aufkommen kann, wie hier im Laden. Ich bin froh, dass ich

nach dem ersten Corona-Schock wieder öffnen konnte, denn

ich liebe den persönlichen Kontakt zu meinen KundInnen! u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 07


q CLAUDIA SCHREIBER IM INTERVIEW

» Die Inhaltsstoffe sind entscheidend. «

Die Präsenz online ist sehr wichtig und ich bin dankbar, dass

ich den Shop zu Beginn meiner Geschäftstätigkeit schon aufgebaut

habe und dieser mein eigentliches Geschäft unterstützt.

Wie haben Sie sich die Produktion der Seifen beigebracht ?

können. Die werden gern für Junggesellinnenabschiede oder

Abteilungsevents angefragt.

Wie schaffen Sie es, dass KundInnen bei Ihnen kaufen und

nicht bei den großen Konkurrenten ?

Durch mein Studium habe ich sehr gut recherchieren gelernt.

Mit diesen Erfahrungen habe ich mir dann vieles aus dem

Netz gefischt. Viele Tutorials und der Kontakt mit amerikanischen

KollegInnen haben mir weitergeholfen. Ich habe damals

auch mehrere Bücher über das Thema durchgelesen, um die

verschiedenen Philosophien kennenzulernen. In dieser Zeit

habe ich unglaublich tolle Menschen kennengelernt, vor allem

auch auf »facebook«. Dort war ich in größtenteils in englisch

sprachigen Gruppen unterwegs, die mir sehr geholfen haben.

Aber irgendwann ist es das Wichtigste, es einfach auszuprobieren.

Ich wollte früher immer Aquarelle malen, aber ich wollte

die teuren Materialien nie verschwenden. Mein Onkel, der

studierter Innenarchitekt und Kunstmaler ist, hat mir dann

irgendwann gesagt, sei mutig – nur so kannst du dich weiterentwickeln.

Diese Worte habe ich bis heute im Kopf, wenn ich

Dinge neu ausprobiere.

Wie wichtig ist der Online-Shop für den Umsatz oder könnten

Sie auch nur von dem Ladengeschäft in Findorff leben ?

In der Coronazeit, als mein Laden geschlossen werden musste,

war der Onlinehandel für mich und vermutlich auch für die

meisten stationär und online aufgestellten Geschäftsleute sehr

wichtig. Der Laden bringt allerdings den Großteil des Umsatzes

ein. Ich hoffe, in der derzeitigen Situation schärft sich auch

das Bewusstsein der Menschen, wie wichtig der stationäre

Handel ist – denn auf einmal funktioniert zum Beispiel der

internationale Handel nicht mehr so wie vorher: Man muss

sich jetzt auf die lokalen Geschäfte verlassen können. Dennoch

glaube ich, dass der Onlinehandel noch wichtiger werden wird.

Das ist eine unumkehrbare Entwicklung, die ich auch deshalb

so bewerte, weil ich neben KundInnen, die von außerhalb

bestellen, auch viele KundInnen habe, die zwar in Bremen

eigentlich nahebei wohnen, aber trotzdem ausschließlich

online bei mir bestellen.

Spielen Aufträge für Events und Firmen eine große Rolle ?

Als kleines Geschäft ist es natürlich schwierig große Konzerne

als KundInnen überhaupt ansprechen zu können. Ich hatte das

große Glück im ersten Jahr eine große Umweltorganisation

aus Hamburg als Kunden zu haben. Durch diesen Glücksfall

konnte ich unter anderem in weiteres Werkzeug investieren.

Auch für die eigene Reputation ist ein so bekannter Kunde sehr

wichtig. Für ein anderes Unternehmen habe ich zum Beispiel

auch zwei exklusive Kleinserien hergestellt. Wenn man gut arbeitet

und Aufträge zur Zufriedenheit der KundInnen erledigt,

spricht es sich herum und das bringt natürlich weitere Vorteile.

Sobald nach Corona technisch alles wieder erlaubt ist und

ich die Kapazität habe, werden auch Kurse wieder stattfinden

Die Inhaltsstoffe sind entscheidend. Der große Unterschied

sind die Natürlichkeit meiner Produkte und deren Verpackung.

Große Ketten werben oft mit Nachhaltigkeit, jedoch muss man

sich dann die Qualität und die Anzahl der Inhaltsstoffe immer

ganz genau anschauen. Auch eigene Experimente Zuhause

gehen oft schief, wenn man sich nicht wirklich mit der Materie

auskennt.

Sie werben für die Produkte von »Martha’s Corner« auch

mit Nachhaltigkeit – nicht nur für Ihre Zielgruppe heute ein

wichtiges Kriterium. Können Sie unseren LeserInnen kurz

erläutern, warum die Produkte, die Sie verkaufen, nachhaltig

sind und warum Ihnen dieses Anliegen so wichtig ist ?

Für mich hat Nachhaltigkeit ganz viel mit der Verpackung zu

tun. Wir wollen so wenig Müll wie möglich produzieren. Auch

naturbelassene Rohstoffe, die möglichst fair gehandelt wurden,

sind uns wichtig. Ich habe viele meiner LieferantInnen, die für

die Rohstoffe der Seifenproduktion sorgen, schon persönlich

kennengelernt. Nachhaltigkeit hat ganz viele Aspekte. Wichtig

ist für mich auch, dass alles plastik-, mineralöl-, silikon- und

mikroplastikfrei ist, denn alles, was ins Wasser gelangt, bleibt

auch im Wasser. Ich verkaufe vieles unverpackt. Nachhaltigkeit

fängt bei mir auch schon damit an, dass ich bei einer gemeinnützigen

Bank bin, bei einer Umweltorganisation Strom beziehe

und auch in der Produktion darauf achte, möglichst wenig

Müll zu produzieren. Alle meine Produkte sind palmölfrei.

Die meisten meiner KundInnen kommen tatsächlich auch mit

ihren eigenen Einkaufstaschen. Ich sehe bei meiner Kundschaft

immer wieder, dass viele den Aspekt der Nachhaltigkeit schon

im Kopf haben – das ist total super.

▼ ÜBER CLAUDIA SCHREIBER

Claudia Schreiber wurde in Oldenburg geboren und ist in

Bremerhaven aufgewachsen, wodurch sich ihre Verbundenheit

zum Meer erklärt. Seit zwölf Jahren lebt sie in Bremen. Als Kind

wollte Claudia Schreiber Meeresbiologin werden, aber mittlerweile

ist sie froh, diesen Weg nicht eingeschlagen zu haben.

Schreiber machte eine kaufmännische Ausbildung. Sie studierte

Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht mit nationaler Ausrichtung

und Schwerpunkt Finanzen und Wirtschaftskriminalität.

Beide Studiengänge absolvierte sie unter anderem in Boston

und Krakau. Mit einer Menge Mut und dem Wunsch zur Veränderung

eröffnete sie ihre Seifenmanufaktur »Martha’s Corner«.

Durch dieses Konzept ist sie ihrer Liebe zur Natur wieder etwas

näher und trägt ihren Teil zu einer nachhaltigeren Welt bei.

Mehr Infos und den Shop auf www.marthas-corner.de

Interview: Lilli Schmitz, Fotos: www.bildplantage13.de ▲

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 08

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 09


PROFILE

q KURT RICHTER UND MARIE PIGORS ÜBER IHREN BIOHANDEL AUF DEM FINDORFFMARKT

» Am Anfang hatten wir nur Kartoffeln. «

KURT RICHTER

MARIE PIGORS

BIOHÄNDLER

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 10

M

oin Marie und Kurt ! Ist das

Marktleben so idyllisch wie einige

Menschen es sich vorstellen ?

Kurt Richter: Als idyllisch würde

ich das, was wir tun, nicht bezeichnen.

Es ist Arbeit. Das gilt für die

frühe Anfahrt, das Aufbauen, die

Auszeichnung der Preise und was

sonst noch alles getan werden muss,

damit der Verkauf beginnen kann. Dann ist es nett oder es kann

nett werden. Aber idyllisch ist etwas anderes.

Wann fahrt Ihr morgens auf dem Findorffmarkt vor ?

Kurt Richter: Am Dienstag und am Donnerstag bin ich gegen

4:00 Uhr morgens da. Am Samstag versuche ich früher da zu

sein. Normalerweise bin ich dann um 3:15 Uhr da.

Das ist mit An- und Abfahrt länger als ein 12 Stunden Tag.

Seid Ihr ausschließlich auf dem Findorffmarkt vertreten ?

Kurt Richter: Ja, das ist so.

Marie, vor zwei Jahren hast Du als die von den MarktbeschickerInnen

gewählte Marktsprecherin öffentlich gesagt, der

Großmarkt, der den Etat der Marktleute verwaltet, reagiere

oft zu langsam, es fehle zudem an Modernität und die Potenziale

des Findorffmarktes würden nicht ausgeschöpft werden.

Was hat sich seitdem geändert ?

Marie Pigors: Es hat sich positiv geändert, dass ich von den

MarktmeisterInnen häufiger angesprochen werde, heißt: Die

Kommunikation ist besser geworden. Die von mir angesprochenen

Defizite sind vom Großmarkt erkannt worden und es gibt

neue AnsprechpartnerInnen. Luft nach oben ist immer: Ich freue

mich, dass es in der neuen Konstellation noch besser wird.

Ein weiterer Ansatz von Dir war, die positiven Aspekte des

Marktes hervorzuheben: Einkaufen in entspannter Atmosphäre

von unverpackten, ökologischen und hochwertigen Produkten.

Reicht das, damit der Findorffmarkt attraktiv bleibt ?

Kurt Richter: Ich glaube, der Findorffmarkt ist nach wie vor

sehr attraktiv. Momentan hat der Markt regen Zulauf, weil

Menschen in Corona-Zeiten vermehrt unter freiem Himmel

einkaufen möchten. Natürlich war es auch vorher schon immer

voll. Nicht nur an einzelnen Ständen, sondern auch insgesamt

auf dem Markt; es sei denn es waren im Winter acht Grad

minus oder es gab Schneetreiben. Meine Wahrnehmung ist,

dass der Findorffmarkt in Bremen sehr bekannt ist und auch

stark von KundInnen aus anderen Stadtteilen besucht wird.

Man muss natürlich aufpassen, dass es auch so bleibt.

Marie Pigors: Was ich mir wünsche ist, dass man über den

Findorffmarkt verstärkt positiv berichtet; durch mehr Öffentlichkeitsarbeit

und mehr Werbung. Was mich vor zwei Jahren

gestört hat, war, dass die öffentliche Kommunikation seitens

des Großmarktes in der Berichterstattung der Medien immer

so leidklagend war. Ich finde, mittlerweile sind wir auf einem

guten Weg. Der Tenor ist jetzt ein ganz anderer, der lautet: Es

macht Spaß auf den Findorffmarkt zu gehen und einzukaufen.

Der Findorffmarkt hat vormittags geöffnet, also genau dann,

wenn viele potentielle KundInnen arbeiten gehen. Sind diese

Zeiten arbeitnehmerfreundlich und wie kann es gelingen,

neue Zielgruppen wie junge Familien anzusprechen ?

Kurt Richter: Es gibt schon länger und immer wieder die Diskussion,

ob man die Marktzeiten auf den späten Nachmittag

verlegt. Warum soll man etwas, das jahrelang gut läuft, jetzt

aufgeben für etwas, von dem man nicht weiß, ob es laufen

wird ? Zu den jungen Familien: Bei uns am Stand ist es schon

immer so gewesen, dass wir Familien mit kleinen Kindern

hatten und haben, weil die Eltern möchten, dass ihre Kinder

biologisches Essen auf den Tisch bekommen. Es gibt die schöne

Geschichte eines Lütten, der sagt immer zu Mama und Papa,

die KundInnen bei uns sind: »Kurt gehen. Spielen.«

Marie Pigors: Dass der Findorffmarkt auch nachmittags geöffnet

sein muss, ist aus meiner Sicht mittlerweile überholt. Das

Arbeitszeitmodell, nach dem viele von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr

arbeiten gehen, löst sich nicht nur coronabedingt durch den

Trend zum »Homeoffice« weiter auf. Der klassische Arbeitstag

ist so wie früher nicht mehr gegeben. Für mich ist Markt gefühlt

auch immer morgens: Wir haben viele KundInnen, die kommen

früh vor der Arbeit einkaufen.

Es gab dennoch einen Versuch, neue Zielgruppen mit einer

Veranstaltung am Freitagabend zu erreichen, die mangels

Beteiligung der HändlerInnen allerdings nicht zustande kam.

Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Bremer Großmarkt

GmbH, die zuständig für die Wochenmärkte ist, hat im

Interview mit FINDORFF GLEICH NEBENAN verschiedene

Ansätze für neue Ideen gebracht. Sind neue Ideen notwendig

oder braucht es Veränderungen gar nicht, weil der Findorffmarkt

ein »Selbstgänger« ist und man gar nichts ändern muss ?

Marie Pigors: Wenn wir als MarktbeschickerInnen schon am

Samstag vor Ort sind, stelle ich mich doch nicht auch noch am

Freitag hin und mache Markt. Wie soll das allein zeitlich gehen ?

Dieser Ansatz ist für mich nicht nachvollziehbar gewesen. Bezogen

auf den Dienstag und Donnerstag ist sicherlich noch Luft

nach oben, um die Markttage in der Woche für mehr KundInnen

noch attraktiver zu machen.

Die Wochenmärkte haben auch bei den HändlerInnen ein

Nachwuchsproblem. Jüngere Generationen möchten sich den

»Knochenjob« der Marktleute, deren Arbeitstag in der Nacht

anfängt, nicht mehr antun. Kurt, bei Deinem Biohandel ist

das anders: Alle Generationen sind am Stand vertreten und

Deine Tochter Marie ist sowieso dabei. Was machst Du

anders als andere MarkthändlerInnen ? u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 11


q KURT RICHTER UND MARIE PIGORS IM INTERVIEW

» Bauern, die selbst verkaufen, gibt es fast gar nicht mehr.«

Kurt, Du warst damals ein echter Pionier. Wie entstand 1981

die Idee, einen Biostand auf dem Findorffmarkt zu eröffnen ?

Kurt Richter: Keine Ahnung. Mit anderen vergleichen wir uns

gar nicht. Ich kann nur sagen: Ich bin zuverlässig da am Dienstag,

Donnerstag und Samstag – egal wie das Wetter ist. Und wir

schleimen nicht herum oder erzählen Geschichten, sondern wir

stehen hinter der Sache. Bio ist uns ernst und wenn die Sachen

uns nicht schmecken, sagen wir das auch ehrlich. Der Ursprung

des Findoffmarkts ist gewesen, dass ein Bauer aus dem Blockland,

Worpswede oder Grasberg in die Stadt fuhr und das von

ihm angebaute Gemüse auf dem Markt verkaufte. Das hat sich

gewandelt: Bauern, die als Erzeuger auch auf dem Markt selbst

verkaufen, gibt es heute fast gar nicht mehr. Der Nachwuchs

der Bauern als eigentlich die nächste Generation der Marktleute

will das schon gar nicht. Die wollen nicht mehr zum Markt

fahren, sondern lieber einen Job am Computer haben.

Marie Pigors: Ich glaube, was wir anders machen, ist, dass wir

nicht vorrangig das Interesse haben, zu verkaufen, um damit

Geld zu verdienen. Das auch, aber in erster Linie haben wir ein

starkes Interesse an Menschen. Wir haben eine Beziehung zu

unseren KundInnen. Ich könnte Dir Briefe zu unserem dreißigjährigen

Jubiläum vorlesen, die unglaublich freundlich sind

und uns sehr gerührt haben.

Euren Stand gibt es nächstes Jahr im Oktober seit 40 Jahren.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 12

Kurt Richter: Wenn man sich noch einmal vor Augen führt, was

1981, als ich anfing, in Bremen und Westdeutschland und in

den Köpfen von uns jungen Leuten los war, waren das in den

Siebzigerjahren ganz andere, bewegte Zeiten. Ich habe damals

studiert. Bei mir und den MitstreiterInnen in meinem Umfeld

war völlig klar: Wir wollten auf keinen Fall eine »bürgerliche

Karriere« einschlagen. Was macht man also, um die Welt zu

verbessern ? Unter uns gab es jemanden, der kam von einem

Demeter-Hof in Schleswig-Holstein, wo man schon seit Jahrzehnten

biologischen Anbau betrieb. Dieser Mensch kam mit

der Idee an, dass wir etwas in dieser Richtung auch in Bremen

unternehmen sollten. Irgendwann haben wir gesagt: »Ja, wir

machen das jetzt.« Wir »beglücken« Bremen mit Bio-Kartoffeln.

Wir sind dann einfach zum Bio-Bauern in die Lüneburger Heide

gefahren, haben jede Menge biologisch angebauter Kartoffeln

eingekauft – und uns damit auf den Findorffmarkt gestellt.

Der Gedanke war: Wir wollten etwas Gutes tun.

Marie Pigors: Und Ihr habt mitten auf den Markt gestanden ?

Kurt Richter: Ja. Wir dachten: »Wir sind clever, fahren früh

los, stellen uns auf den Platz und fangen an, Kartoffeln an

die Leute zu verkaufen.« Wir haben uns dafür mitten auf den

Findorffmarkt gestellt. Sofort kam jemand, der sagte: »So geht

das hier nicht. Das ist unser Platz.« Am Ende standen wir mit

einem Laster voller Bio-Kartoffeln am Rand des Marktgeschehens

– und niemand wollte sie haben. Rückblickend waren wir

ziemlich blauäugig, aber so war das halt. Daraus ist dann der

»Kurt Richter Lebensmitteleinzelhandel Biohandel Bremen«

entstanden, den es im nächsten Jahr 40 Jahre gibt.

Was macht Euren Stand heute besonders ?

Kurt Richter: Das besondere an unserem heutigen Sortiment ist:

Es ist nicht am Reißbrett entstanden. Am Anfang hatten wir nur

Kartoffeln. Irgendwann kamen KundInnen und fragten uns:

»Warum habt Ihr nicht auch Möhren ?« und: »Warum habt Ihr

nicht auch Äpfel ?« Jemand anders kam, der hatte Kontakte zu

einem Bio-Großhandel in den Niederlanden. Plötzlich führten

wir biologisches Distelöl. Man konnte biologische Produkte

früher nicht irgendwo einfach zentral einkaufen. Die Strukturen

und das Angebot von heute gab es ja gar nicht. Auf diese

Weise ist unser Sortiment Schritt für Schritt entstanden. Wenn

man das, was man tut, nicht aus Überzeugung und mit Leidenschaft

macht, kann es sowieso nicht funktionieren. Marie und

ich ergänzen uns gut. Das ist für beide ein großes Glück, das

wir haben. Gestalterische Ideen am Stand setzt gern und gut

Marie um. Meistens reden wir darüber, ob wir etwas so oder so

machen wollen. So kommen die Dinge auf den Tisch und werden

am Ende besser. Man muss aber auch machen – und Marie

macht auch. Grundsätzlich ist es bei uns so: Eins und eins gibt

bei uns nicht zwei, sondern drei. u

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Text & Gestaltung: Rätsch Communications, www.raetsch.de, Fotos: © Andreas Weimann »Team« und © Chones »Goldene Trophäe«, www.shutterstock.com


q KURT RICHTER UND MARIE PIGORS IM INTERVIEW

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 14

» Irgendwann bin ich zur See gefahren. «

Marie Pigors: Dass nur ich gestalten würde, stimmt so nicht.

Wir haben ein Feige-Walnuss-Baguette neu im Angebot. Was

macht Papa ? Ein Bilderrätsel ! Er legt eine Feige und eine Walnuss

auf das Baguette. Dann müssen die KundInnen raten: »Was ist

das für ein Baguette ?« Auf solche Ideen würde ich nie kommen !

Im professionellen Marketing würde man ein solches Vorgehen

»Aufmerksamkeit durch Irritation« nennen ...

Marie Pigors: Oder Bärlauch ... da legt er dann den Teddybär

und eine Porreestange hin – als Bilderrätsel für Bär und Lauch.

Oder er hängt irgendwo am Stand Bananen auf. Auf so etwas

würde ich nie kommen ! Er gestaltet auch, nur so ganz anders

als ich – und gibt damit dem Stand einen ganz eigenen Charme.

Mit Marketing-Kram hat das bei uns nichts zu tun.

Kurt, was hättest Du beruflich gern gemacht, wenn Du nicht

Markthändler geworden wärst ?

Marie Pigors: Papa wäre bestimmt gern Erzieher geworden ...

Kurt Richter: Keine Ahnung. Es gibt öfter mal Kommentare auf

dem Markt nach dem Motto: Kurt, Du hättest werden sollen:

Lehrer, Pastor, Politiker ... Ich weiß nicht was noch alles.

... und Marie ? Du bist ja auch nicht als Markthändlerin

geboren worden. Hast Du noch andere Existenzen gehabt ?

Marie Pigors: Der Markt ist schon die Konstante in meinem

Leben. Ich war schon als Kind dabei und auch später, als ich

studiert habe. Irgendwann bin ich zur See gefahren.

Du bist zur See gefahren ? Erzähle unseren LeserInnen mehr...

Marie Pigors: Der eine Familienzweig von uns fährt seit jeher

zur See. Meine Großväter und Onkel sind zur See gefahren. Ich

bin eine zeitlang auf dem Schiff gewesen. Immer wenn ich frei

hatte, war ich in Findorff auf dem Markt. Als ich auf dem Schiff

war, haben KundInnen mir gute Wünsche an Bord gesendet.

Ich habe dadurch Strände auf den Seychellen oder in Indien gesehen,

die waren nicht weiß, sondern komplett vollgemüllt mit

Plastik und allen möglichen Dingen. Da ist mir klar geworden:

Papa hat mit seiner biologischen Lebenweise und seiner Einstellung,

auf überflüssigen Konsum zu verzichten, völlig recht.

Als Schülerin war ich auf dem Hermann-Böse-Gymnasium. Als

ich erzählt habe, dass wir als BiohändlerInnen mit einem Stand

auf dem Findorffmarkt stehen, wurde ich belächelt. Papa wurde

früher als Öko-Spinner bezeichnet. Das sagt heute niemand

mehr, aber als Kind bekommst Du diese Geringschätzung der

Arbeit deines Vaters ja mit. Du denkst dann: Bin ich ein Freak ?

Das war nicht so toll. Irgendwann habe ich erkannt: Es macht

Sinn, zu überdenken, wie wir auf dieser Welt leben. Die eigene

Überzeugung zu leben und zu vertreten habe ich von Papa

gelernt. Heute finden alle »Öko« super, aber das war in meiner

Kindheit und Jugend ganz und gar nicht so. Im Studium hat

meine Professorin zu mir gesagt: »Sie wollen doch nicht am

Marktstand Ihres Vaters versauern ?« So etwas tut weh und

trifft einen. Aber es härtet auch ab.

Kurt Richter: Du hast mich vorhin gefragt, wie es innerfamiliär

bei uns ist und was ich anders mache. Es gibt von Marie Fotos,

wie sie als Acht- oder Neunjährige neben dem großen Marktstand

ihren eigenen kleinen Marktstand mit Äpfeln aufgebaut

hat oder einen eigenen Flohmarkt gemacht hat. Ich habe sie als

Kind einfach mitgenommen und in das Marktleben von Anfang

an mit hereingelassen. Sie ist mit dem, was ich beruflich immer

gemacht habe und weiterhin mache, aufgewachsen. Oft ist es

ja so: Mit der Arbeit des Vaters haben die Kinder gar nichts am

Hut. Die Bauern haben ihren Nachwuchs erst mitgenommen,

als der mitarbeiten konnte. Das war bei uns anders.

Marie, wirst Du den Biohandel Deines Vaters irgendwann

übernehmen ?

Marie Pigors: Dass es mir so viel Spaß macht, liegt daran, dass

wir den Stand zusammen machen – und ihn allein zu machen ist

für mich unvorstellbar. Darüber kann ich gar nicht nachdenken.

Kurt Richter: Es gab eine Zeit, da hätte ich – ohne eine Sekunde

darüber nachzudenken – sofort jedem davon abgeraten, das zu

tun, was ich mache – weil es so viel Arbeit ist, es sehr lange Zeit

wenig Anerkennung und Wertschätzung für einen Biohandel

gab und diese Arbeit auch finanziell wenig rentabel ist, so dass

kein vernünftig denkender Mensch meinen Beruf machen sollte.

Aber die Situation hat sich seit zwei Jahren leicht geändert,

nachdem wir einen neuen Hänger angeschafft haben, wodurch

die Arbeit etwas einfacher wurde. Es ist immer noch sehr viel

Arbeit, aber wir sind auch wirtschaftlicher geworden. Wenn

Marie jemanden findet, der unseren Stand gemeinsam mit ihr

weiterführen will, dann würde ich sagen: »Ja, macht das !«

Könntest Du nach vier Jahrzehnten überhaupt loslassen ?

Marie Pigors: Absolut, das könnte Papa.

Kurt Richter: Ja, sofort. Jetzt ist es so: Solange ich kann, will

und es mir Spaß macht, stehe ich weiterhin auf dem Findorffmarkt.

Ich denke auch nicht mehr an Übermorgen; das habe

ich mir mittlerweile abgewöhnt.

Was macht den Findorffer Wochenmarkt so liebenswert ?

Kurt Richter: Die Menschen.

Marie Pigors: Ja, ganz klar: Es sind die Menschen.

▼ AUF DEM FINDORFFMARKT

Am 10. August 1948 eröffnete der Findorffmarkt mit den ersten

Marktständen. Seit dem 28. Oktober 1981 ist Kurt Richter als

Biohändler auf dem Markt vertreten. Vater und Tochter feiern

deshalb nächstes Jahr mit allen KundInnen und einem Team

aller Generationen vierzigjähriges Jubiläum. Der Stand ist

ganzjährig dreimal die Woche am Dienstag und Donnerstag

von 8:00 bis 13:00 Uhr und am Samstag von 8:00 bis 14:00 Uhr

auf dem Findorffmarkt zu finden – abgesehen von einem kurzen

Urlaub im Sommer. www.findorffer-wochenmarkt.de

Interview: Mathias Rätsch, Lilli Schmitz, Foto: Kerstin Rolfes ▲

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PROFILE

q DETLEF AMBRASSAT HAT FÜR FINDORFF EIN BESONDERES »KUNSTSTÜCK« GESCHAFFEN

» Es ist ein gewisser Schalk dabei.«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 16

DETLEF AMBRASSAT

NEUGIERIGER

HOLZMANN

W

enn man im Stadtteil Findorff in

die Chemnitzer Straße einbiegt,

eine kleine Seitenstraße geschmückt

mit bunten Blumen und einem verträumten

Flair, und dabei fast vom

Rad fällt – dann liegt das an dem

»Holzmann« am Eingangstor zum

Haus von Detlef Ambrassat. Die

große Holzfigur stützt ihre Arme

auf den Pforteneingang und schaut PassantInnen neugierig an.

Doch was hat es mit diesem hölzernen Herrn auf sich ? Unsere

Stadtteilreporterin Lilli Schmitz hat den Künstler befragt.

Wie sind Sie darauf gekommen diese Figur zu realisieren ?

Die Idee hat sich durch Zufall ergeben ! Mir wurde von einem

Bekannten ein großes Holzstück einer in Schwachhausen

gefällten Fichte angeboten. Als ich die Form gesehen habe,

kam mir spontan die Idee.

Gestalten Sie solche interessanten »Kunststücke« beruflich, als

eine Art Hobby oder ist diese Arbeit etwas Einmaliges ?

Ich bin seit 25 Jahren bildhauerisch unterwegs und habe diese

Tätigkeit immer eher nebenberuflich gemacht. Seit 2011 bin ich

aus meinem bisherigen Beruf ausgeschieden. Seitdem arbeite

ich hauptberuflich als Bildhauer und stelle auch aus. Seit mehreren

Jahren organisiere ich zudem auch Ausstellungen. Aufgrund

von Corona ist das allerdings ziemlich schwierig geworden.

Meine nächste Ausstellung ist deshalb erst im Mai 2021. Sie

findet in der »Lichthof Kunstfabrik« in Bremen Marßel statt. Ich

werde sie zusammen mit meiner Künstlergruppe »Panopticon«

machen. Wir sind vier Leute und haben uns 2014 gegründet.

Die Zusammenstellung unserer Arbeiten ist immer auf bestimmte

Themen fokussiert. Im Mai präsentieren wir unsere

Werke unter dem Titel »Wenn alles gesagt ist…«. Es ist unsere

dritte Ausstellung.

Was hat Sie inspiriert, den »Holzmann« umzusetzen ?

Ich habe noch eine zweite Figur im Vorgarten stehen. Irgendwann

bemerkte ich, dass diese leider viel zu wenig Aufmerksamkeit

bekam. Ich wollte mit dieser Figur auf die Leute zugehen

und in ihr Blickfeld rücken. Ich finde es unheimlich wichtig,

dass Menschen ihr Blickfeld erweitern. Dafür ist Kunst im

öffentlichen Raum genau richtig. Kunst spricht Gefühle an. Alle

unsere Handlungen sind von Gefühlen geprägt. Ohne Gefühle

könnten wir gar nicht handeln. Das vergessen die meisten

Menschen. Ich möchte den PassantInnen in Erinnerung rufen,

dass es etwas neben der Spur gibt, die man verfolgt, was eine

Bereicherung darstellen kann.

Was können Sie sich als nächstes Projekt vorstellen ?

Es kommt immer drauf an, an welchen Themen ich momentan

arbeite. Und das hat meistens mit Menschen zu tun – mit

Handlungen, gesellschaftlichen Bezügen und psychischen

Befindlichkeiten. (Herr Ambrassat zeigt mir zu dem Stichpunkt

eine kleine Holzfigur, die er seiner Frau zum Geburtstag

geschenkt hat. »Rote Schuhe« zeigt einen dicklichen Man,

der in roten Schuhen verrückt tanzt und den Themenbereich

des Künstlers reflektiert – genauso humorvoll wie der neugierige

Mann.) Kunst sollte nicht immer nur bierernst sein.

Ich liebe es, wenn ein gewisser Schalk dabei ist.

Sie haben ja sicher schon viele Komplimente für diese Idee

bekommen. Was sagen die FindorfferInnen denn so ?

Leute, die vorbei gehen oder auch unsere NachbarInnen finden

den neugierigen Mann witzig. Als Figur ist er etwas Ungewöhnliches

für diese Straße in Findorff. Meine Frau hat zum Beispiel

schon beobachtet, wie ein Kind mit der Figur durch Grimassen

kommuniziert hat – und so etwas macht mich froh.

Wen soll der neugierige Holzmann darstellen – und hat er über

seine Neugier hinaus noch einen bestimmten Charakter ?

Er ist einfach nur ein Mensch, der wachsam und neugierig sein

Gegenüber betrachtet.

Haben Sie so gar keine Angst, dass die Figur gestohlen werden

könnte ?

Die Holzfigur ist sehr schwer und gut befestigt. Er liegt mit dem

Hauptgewicht, also durch seine Arme, fest auf dem Sockel. Ein

Diebstahl würde somit zumindest schwerfallen.

▼ ÜBER DETLEF AMBRASSAT

Detlef Ambrassat ist ein erfahrener Bildhauer, der humorvolle

Kunststücke realisiert, um Gesellschaftsbezüge und Emotionen

aufzugreifen. Sein neugieriger Holzmann wird hoffentlich noch

lange ein echtes Highlight für die Nachbarschaft bleiben.

Interview und Foto: Lilli Schmitz ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 17


01 02 03

13 14 15

24 SCHÖNE GESCHENKIDEEN

01 Gewinnerin des »Deutschen Buchpreises«: Anne Weber mit »Annette, ein Heldinnenepos«. Gibt’s im »Findorffer Bücherfenster«

02 Nora Osler empfiehlt Second-Hand Kinderkleidung und andere Überraschungen von »MIKA«, Karlshafener Straße 1

03 Wir sagen DANKE und wünschen Ihnen ALLEN eine gute Zeit ... bleiben Sie gesund ... Ihr Team von Basse Immobilien OHG

04 05 06

04 Georg Gersberg empfiehlt einen guten Bio-Wein aus dem »Flotte Karotte«-Sortiment, www.flotte-karotte-bremen.de

05 Isa Fischer empfiehlt FINDORFF GLEICH NEBENAN im Abo: per Post deutschlandweit für 20,00 €, www.findorff.info

06 Weihnachtszeit ist Fernsehzeit: Die neuesten Modelle für bestes Entertainment Zuhause gibt es vor Ort bei »EP:Brunhorn«.

07 08 09

07 Gesehen bei »Martha’s Corner« in der Münchener Straße 51: Die Seife »Shea Schätzchen NATUR«, www.marthas-corner.de

08 Weihnachtsfeier? Jetzt frühzeitig reservieren bei »Kitchens of India« in der Hemmstraße 240, Telefon 0421 / 57 72 68 68

09 Trainingsziele erreichen, 100 % spenden: Geschenkgutscheine zu Gunsten der »Bremer Klinikclowns« in der Admiralstr. 54

10 11 12

13 »Zu Fuß am Fluss« heißt das neue, druckfrische Buch von Isa Fischer. Gleich vorbestellen auf www.duplio.de/buecher

14 Rucksack MELA bietet Design und Funktionalität. Gibt's vor Ort bei »Georgs Fairkauf« oder www.georgs-fairkauf.de/shop

15 Ronald Meißner bedankt sich bei allen FindorfferInnen, die »aks« so toll mit selbst genähten Masken unterstützt haben.

16 17 18

16 Eine leckere Käseplatte zum Fest ? Aber selbstverständlich nur vom Findorffer Käsekontor ! www.findorffer-kaesekontor.de

17 Claudia Schreibers Kulturtipp: ein Theatergutschein für »Der Tatortreiniger« im b.k.t., www.bremer-kriminal-theater.de

18 Bluetooth-Lautsprecher-Tisch »Stockholm« von »Block«. Gesehen bei »EP:Brunhorn«, Hemmstr. 150, www.epbrunhorn.de

19 20 21

19 Barbara Hüchting empfiehlt festliches Speisen in der »L'Orangerie« auf dem Findorffmarkt, www.lorangerie-bremen.de

20 Das Motto von Sandra & Elvira Basse ... wo einkaufen Spaß macht ... frisch & gesund der beliebte Findorffmarkt !

21 Antje Lammers bedankt sich bei den wunderbaren Kundinnen der www.chic-chic-boutique.de und bei ihrem Team.

22 23 24

IN FINDORFF

WEIHNACHTEN

10 Katrin Grosch verschenkt in der Familie Gutscheine von Findorffer Restaurants und Theaterkarten für viel gemeinsame Zeit.

11 Heißer Favorit als Weihnachtsgeschenk: warme »Leder-Leggings« aus der »Chic Chic Boutique«, Wartburgstr. 7 in Walle

12 Simone Walter dankt allen treuen KooperationspartnerInnen vom »FinNetz« für das große Engagement, www.finnetz.com

22 Indische Spezialitäten online bestellen, liefern lassen oder abholen: Tel. 0421 / 57 72 68 68 oder über www.kitchensofindia.de

23 Im Dezember 30% Rabatt auf alle Filme & Spiele im Verkauf und zum Fest die Weihnachtstombola! www.videothekbremen.de

24 Nussmus frisch gezapft ? Das geht beim unverpackten Einkauf in der »Füllerei Findorff«, Borgfelder Straße 17 www.fuellerei.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 18 | WEIHNACHTSPECIAL | PROMOTION

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 19 | WEIHNACHTSPECIAL | PROMOTION


PROFILE

q STEFAN SCHRÖDER BETREIBT »L‘ORANGERIE« AM BUNKER AUF DEM FINDORFFMARKT

» Ich polarisiere sehr stark als Person.«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 20

STEFAN SCHRÖDER

EDELGASTRONOM

D

ie Corona-Pandemie hat auch in Bremen

die Gastronomie schwer getroffen. Vielen

Betrieben droht die Insolvenz. Du hast in

der Krise das Restaurant »L‘Orangerie« am

Bunker auf dem Findorffmarkt eröffnet.

Wie verrückt muss man sein ?

Verrückt ??? Oder einfach nur selbstbewusst

? Ich finde, man sollte auch während

einer Pandemie nicht den Kopf in den Sand

stecken. Man sollte stattdessen versuchen, wie der Lachs gegen

den Strom zu schwimmen – und zeigen, dass es auch anders

geht. Man kann auch in schwierigen Zeiten eine vernünftige

Gastronomie aufbauen, sich an die Regeln halten und zeigen,

das es auch anders geht.

Warum hat es mit dem Anbau am Bunker am Findorffmarkt

bis zur Eröffnung im August so lange gedauert ?

Erstens hat mich niemand gehetzt. Zweitens gab es ein paar

bauliche Prozesse, die komplexer waren. Drittens sollte man

eine Sache nur machen, wenn man sie zu 100 % gut macht.

Bist Du ein Perfektionist ?

Privat bin ich eher der Typ, der in der Erziehung seiner Kinder

sehr viel durchgehen lässt. Beruflich bin ich in der Tat absoluter

Perfektionist. Ich werde von MitarbeiterInnen oft als streng beschrieben,

weil ich alles so haben will, wie ich es will. Ich gebe

Dir ein Beispiel: Wenn ich die Wand schwarz gemalt haben will,

dann will ich die Wand schwarz gemalt haben. Wie Du die Wand

schwarz anmalst, ist mir egal. Du sollst Dich dabei nicht verbiegen,

aber male die Wand bitte nicht grün, gelb oder blau an.

Ich habe mir seit der Eröffnung der »L‘Orangerie« im August

einige Bewertungen im Internet auf »Google« angeschaut:

Zwei Drittel sind erstklassige Bewertungen mit vier oder fünf

Sternen. Ansonsten gibt es nur zwei Sterne oder als schlechteste

Bewertung einen Stern. Rezensionen im »Mittelfeld«

mit drei Sternen gibt es keine einzige, dafür Aussagen zum

angeblich wenig erfreulichen Service. Der »Kellner« mit dem

grauen Bart sei super unfreundlich. Das kann ich jetzt nicht

bestätigen, aber dennoch die Frage: Polarisierst Du als Person ?

Ich polarisiere sehr stark als Person. Aber ich sage auch: Wir

haben seit März »Corona«. Gäste haben sich in Corona-Zeiten

an Regeln zu halten – und es gibt es auch bei uns Öffnungszeiten,

die gelten. Zudem sind wir ein Speiserestaurant. Gern

kann man in der »L‘Orangerie« nur einen Cappuccino oder

einen guten Kaffee trinken, aber wir sind kein Café, sondern

eben ein Speiserestaurant. In den momentanen Corona-Zeiten

hat man weniger Sitzplätze zur Verfügung. Trotzdem müssen

wir betriebswirtschaftlich auf unsere Kosten kommen. Dafür

erwarte ich Verständnis. Wenn man zum Beispiel auf unserer

Terrasse nur etwas trinken möchte, geht das. Wenn ich nach 20

Minuten Verweildauer den Tisch brauche, sage ich das meinen

Gästen vorher. Das finde ich völlig normal. Auch wenn jemand

außerhalb der Öffnungszeiten hereinkommt und mit seiner

EC-Karte wedelt, weil er und seine Mama sofort bedient werden

wollen, während eigentlich geschlossen ist und unser Team

wohlverdient Pause macht und am Mittagessen ist, kann ich ein

solches Verhalten nicht verstehen. Also polarisieren: Ja, positiv

wie negativ. Ich habe ein klares Credo für guten Service. Guter

Service heißt für mich nicht, dass man gegenüber den Gästen

devot ist und jedes Verhalten akzeptieren muss. Auch Gäste haben

keine Narrenfreiheit. Es gibt Regeln für den gegenseitigen,

respektvollen Umgang miteinander. Wenn bei uns am Eingang

ein großes Schild mit dem Satz »Sie werden platziert.« steht,

kann man eben nicht einfach auf die Tische zulaufen, ohne

angewiesen zu werden. Zumal wir momentan die Tische auch

völlig zurecht zwischendurch zu desinfizieren haben. Derartige

Zusammenhänge vermittele ich ab und zu auch gegenüber

Gästen sehr eindringlich. JedeR kann sich dann immer noch

überlegen, ob man mit den Regeln umgehen möchte oder nicht.

In einem weiteren Google-Eintrag ist zu lesen von »Stammgästen«,

die kommen, weil sie sich anscheinend »hip« fühlen,

da sie bei Herrn Schröder sitzen dürfen. Ist das einfach nur

bösartig oder offensichtlicher Sozialneid – und wie gehst Du

mit solchen Bewertungen von Menschen emotional um, die

Dich persönlich gar nicht weiter kennen ?

Wo steht das ? (Stefan Schröder sucht auf seinem Smartphone

im Internet die neue Bewertung. Die Antwort kommt dann

mit kurzer Bedenkzeit.) Ich finde, wenn die Leute mir etwas zu

sagen haben, sollen sie mir das gern persönlich sagen, aber sich

nicht hinter anonymen Bewertungen verstecken.

Ein weiterer Eintrag zur Begrüßung der »L‘Orangerie« im

Stadtteil lautet: »Passt nicht wirklich nach Findorff.« Der

Rezensent erträgt in seiner Vorstellung einer »Dorffgemeinschaft«

offensichtlich kein hochwertiges Restaurant, das sich

im Anspruch und auch preislich nach oben abhebt. Was sagst

Du als offensichtlicher Individualist dazu ? Warum passt aus

Deiner Sicht die »L‘Orangerie« sehr gut nach Findorff ?

Wir passen sehr gut nach Findorff und Bremen, weil dieses

Restaurant einfach ein besondere Location ist, es Spaß macht

bei uns Gast zu sein, der Service gut ist und unsere Gerichte

geschmacklich sehr lecker sind. Der erwähnte Hobbykritiker

hat auf »Google« auch geschrieben, dass ein Nachtisch bei uns

12,90 Euro kostet. Mit seiner Kritik deklariert er Findorff als

»Billig-Stadtteil«, was die FindorfferInnen vermutlich nicht so

sehen. Es wurde online auch moniert, dass wir keine vegetarischen

Gerichte anbieten, was nicht stimmt. Wir haben an

manchen Tagen über zwanzig Gäste, die VegetarierInnen sind –

und denen wir sehr leckere, vegetarische Gerichte anbieten.

Kurz definiert: Was macht einen guten Gastronom aus ?

Visionen, Durchhaltevermögen, Erfolg und ein dickes Fell. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 21


q STEFAN SCHRÖDER IM INTERVIEW

» Die Abläufe in der Gastronomie müssen stimmen.«

Welche gastronomische Erfahrung hat Dich besonders geprägt ?

Das gemeinsame Kochen mit meiner Oma. Diese Erfahrung in

meiner Kindheit hat mich geprägt. Heute kann ich durch die

Selbstständigkeit meine Interessen wie Angeln, Kochen und

meine ausgeprägte Vorliebe für bestimmte Produkte hervorragend

kombinieren. Ich wache jeden Morgen auf und weiß, die

Dinge, die ich heute mache, mache ich für meine Familie und

mich. Auch sehr entscheidend: Was ich mache, mache ich gern.

Du hast vier Restaurants. Wie sind Deine Arbeitszeiten ?

Mein Arbeitstag hat 14 bis 18 Stunden. Sieben Tage die Woche.

Du sagst: »Meine beste Werbung sind die Gerichte auf dem

Teller.« Reicht das als Marketing, um ein neues Restaurant

bekannt zu machen ?

Werbung für gute Gerichte macht man letztendlich nur über

besondere Geschmackserlebnisse. JedeR sollte sich selbst

überzeugen, ob und wie etwas schmeckt und sich dazu eine

eigene Meinung bilden – und das natürlich nicht alle immer

einer Meinung sind, ist wie in der Politik: Es gibt verschiedene

Positionen. Genauso ist es beim Essen.

In der Gastronomie geht es oft etwas ruppiger zu, weil in der

Küche und im Service alles klappen muss. Wie ist das bei Euch ?

»Ruppig« ist ein schwieriges, weil nicht ganz passendes Wort.

Die Abläufe der Gastronomie müssen stimmen. Da wir alle nur

Menschen sind, läuft auch bei uns nicht immer alles perfekt.

Stress und Druck produzieren Hektik – daher muss man versuchen

im Vorfeld zu präventieren, damit es nicht hektisch wird.

Wenn zeitlich eng getaktete Prozesse einigermaßen über die

Bühne gehen, läuft es bei uns meistens relativ entspannt.

Als »Food Broker« hast Du weltweit für die Top-Gastronomie

Lebensmittel eingekauft. Was ist ein »Food Broker« ?

Du scoutest bestimmte Produkte, kaufst sie ein, bringst sie auf

den deutschen Markt – und versuchst sie erstklassigen GastronomInnen

zu verkaufen. Das habe ich mehrere Jahre gemacht.

Jetzt neu! Der Viertel-Stadtführer

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www.kellnerverlag.de

Wie erlebst Du Findorff privat als Stadtteil, wo Du mit Deiner

Frau und Euren zwei Kindern seit 2012 auch lebst ?

Ich empfinde Findorff als sehr familienfreundlichen und

ziemlich entspannten Stadtteil.

Ein Papa, der so gut kochen kann, ist sicherlich ein Traum.

Was gibt es bei Euch zuhause auf den Tisch – und bekommst

Du von Deinen Kindern auch Lob für Deine Kochkünste ?

Ich koche zuhause sehr wenig, weil ich dafür kaum Zeit habe.

Meine Kinder kommen zu uns nach der Schule ins Restaurant,

um zu essen. Wenn ich zuhause bin, versuche ich mit den Kids

andere Dinge zu machen, als zu kochen. Natürlich kochen

und backen wir auch ab und zu, aber viel wichtiger ist, dass

wir zusammen spielen, kuscheln und Papa einfach da ist.

Wie man auf »YouTube« in einem Video beim Armdrücken

mit Ex-Werder-Torhüter Tim Wiese sehen kann, liebst Du den

Wettbewerb. Im Armdrücken habe ich gegen Dich leider keine

Chance. Machen wir lieber einen verbalen Schlagabtausch um

den besten Gastrowitz. Du fängst an.

Ehrlich gesagt: Ich kenne gar keine Gastrowitze. Ich könnte

mir jetzt einen Witz aus dem Ärmel schütteln, wie: »Guck mal,

da sind kompetente und ehrliche ›Google‹-Bewertungen.«

Das wäre doch zur Abwechslung einmal ein guter Witz.

Der Gastrowitz aus meiner Kindheit geht so: Gast zum Kellner:

»Haben Sie auch Froschschenkel ?« Antwortet der Kellner

dem Gast: »Nein, ich laufe immer so.«

Ja, den Witz kenne ich natürlich.

Meine letzte Frage: Warum sollte man die Weihnachtsfeier

dieses Jahr in der »L‘Orangerie« buchen ?

Ich weiß gar nicht, ob ich Weihnachtsfeiern machen werde,

angesichts der Unsicherheiten, die Corona weiterhin für unsere

Branche bringt. Wenn wir Weihnachtsfeiern anbieten, werden

wir das auf unserer Homepage rechtzeitig bekannt geben.

Stefan, vielen Dank für das Gespräch.

▼ ÜBER STEFAN SCHRÖDER

Stefan Schröder (45) wurde in Hamburg geboren. Der Gastronom

betreibt in Bremen neben der in diesem Jahr neu eröffneten

»L‘Orangerie« in Findorff auch das »Allegria« in Schwachhausen,

den »Kleinen Ratskeller« im Schnoor und das »Feines 1783« in

der Innenstadt am Bremer Marktplatz. Stefan Schröder steht für

anspruchsvolle Qualität, absolute Frische und großartige Geschmackserlebnisse

in einem besonderen Ambiente. Zwei Tipps:

Am lebhaftesten Markttag kann man am Samstag von 9:00 Uhr

bis 11:00 Uhr lecker frühstücken und das Marktgeschehen beobachten

– und der wöchentlich wechselnde Mittagstisch ist auch

im Preis-Leistung-Verhältnis sensationell. Die Speisekarte, der

Mittagstisch mit Fisch, Fleisch und Salat der Woche sowie

weitere Infos finden sich auf www.lorangerie-bremen.de

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Kerstin Rolfes ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 22


PROFILE

q FRANK BRUNHORN ÜBER DEN TREND ZUM LOKALEN HANDEL

» Unsere Welt ist ›smarter‹ geworden.«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 24

FRANK BRUNHORN

ELECTRONIC

PARTNER

M

oin Herr Brunhorn, Sie sind Inhaber

von »EP:Brunhorn Electronic-

Partner« in der Hemmstraße 150.

Es ist Vorweihnachtszeit. Welche

Geschenktipps aus der wunderbaren

Welt der Unterhaltungs- und

Haushaltselektronik haben Sie

für unsere LeserInnen ?

Unsere Welt ist »smarter« geworden.

Das heißt: In unseren Tagesabläufen findet permanent eine

Verbindung zu Technik und Internet statt. Egal ob Mobilität,

Ernährung, Gesundheit, Bildung oder Freizeit – überall nehmen

digitale »Gadgets« an unserem Leben teil. Das Smartphone ist

zum wichtigsten Begleiter der Menschen geworden. Es ist ein

»Must-have«, das, getrieben durch die ständige Weiterentwicklung

von Leistung und Ausstattung auf vielen Wunschlisten

ganz weit vorn liegt. Das passende Zubehör ist fast noch wichtiger:

Smartwatch oder Fitnesstracker, Brillen mit Smart-Funktionen,

kabellose »Ohrstöpsel« oder kabellose Lautsprecher, mobil

oder auch für das Zuhause. Auch Tablet-PCs und Notebooks

zählen derzeit zu den familiären Investitionen, forciert durch

den Trend zu Homeoffice, Homeschooling und Video-Chats,

beispielsweise zwischen EnkelInnen und ihren Großeltern.

Gibt es Produkte als Highlights in Ihrem Sortiment, die Sie

besonders empfehlen können ?

Die Pandemie hat auch »Entschleunigung« als Thema gesetzt.

Viele wollen wieder mehr Zeit, also warum nicht ganz »oldschool«

mit einem neuen, analogen Plattenspieler die alten

Schallplatten vom Dachboden reaktivieren. Und auch das geht

in Verbindung mit drahtlosen Streaming-Lautsprechern, die

heute ansonsten die Musik vom Smartphone wiedergeben.

Nach den wenig erfreulichen letzten Monaten für ein lokales

Fachgeschäft, das coronabedingt zeitweise sogar schließen

musste: Wie wichtig ist die Vorweihnachtszeit für den Umsatz ?

Nach wie vor ist die Vorweihnachtszeit die wichtigste Jahreszeit

für den Handel. Aber es gibt bei weitem nicht mehr so extreme

Unterschiede im Umsatz im Vergleich zu den restlichen Monaten

im Jahr, wie noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Es gibt

nicht mehr das wichtige »Weihnachtsgeld« wie früher. Viele

Menschen sind heute ganzjährig liquide. Persönlicher Bedarf

wird heute viel schneller befriedigt – und problemlose Null-

Prozent-Finanzierungen der Banken haben den Trend beflügelt.

Ich habe einmal bei Ihnen im Geschäft erlebt, wie Sie geduldig

und sehr, sehr lange mit einem Kunden gesprochen haben,

der fest davon überzeugt war, dass der von ihm in den Blick

genommene Fernseher im Internet viel günstiger zu haben

wäre. Sie hatten gute Argumente für einen lokalen Kauf, aber

der Kunde wollte anscheinend nur schlau reden. Ich wäre im

Gespräch irgendwann ausgerastet, aber Sie sind sehr geduldig

geblieben. Wie oft am Tag kommt in der fachlichen Beratung

ein derart nerviges Kundengespräch vor ?

Solche Gespräche sind weniger geworden: Der Unterschied

zwischen »online« und »lokal« ist bei durchschnittlich bis gut

gebildeten MitteleuropäerInnen mittlerweile durchaus bekannt

(lacht). Die meisten KundInnen, die bei uns kaufen, können

die Kosten und den Nutzen für sich einordnen. Mein Argument

ist nach wie vor: Wer von der Globalisierung mittlerweile nicht

mehr ganz so überzeugt ist, sollte sich lieber auf das kleinstmögliche

Netzwerk rund um Heimat und Familie fokussieren:

Das ist die Stadt und in der Stadt der Stadtteil, in dem man lebt.

Nicht nur bei Ernährung ist regional ein Trend – diese Entwicklung

gilt auch für den lokalen Handel. Unser Werbeslogan

als Geschäftsleute in Findorff »Lass die Kohle im Dorff !« ist

bewusst ein Appell. Die FindorfferInnen sollen wissen: Wir sind

Dein »Dorff« – und es ist das schönste Dorff unserer Stadt !

Sie betreiben im Verbund der »ElectronicPartner« eines von ca.

5.000 Fachgeschäften und Fachmärkten. »ElectronicPartner« ist

eine der größten europäischen Verbundgruppen in den Bereichen

Unterhaltungs- und Haushaltselektronik, IT, Multimedia

und Telekommunikation. Welche Vorteile hat dieser Zusammenschluss

für Sie und Ihre KundInnen ? u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 25


q FRANK BRUNHORN IM INTERVIEW

»Wir entwickeln für unsere KundInnen Lösungen. «

Der Verbund garantiert unsere Warenversorgung. Er umfasst

weit mehr als 1.000 HändlerInnen, wovon in Deutschland über

300 unter der Marke »ElectronicPartner« firmieren. Mit den

HerstellerInnen werden jährlich akzeptable Konditionen zentral

ausgehandelt, die uns einen wettbewerbsfähigen Handel in

einem sehr transparenten Markt ermöglichen. Nur so sind wir

als Händlergemeinschaft stark und wettbewerbsfähig – das ist

in unserer Branche absolut überlebenswichtig.

»EP:Brunhorn« ist auch online hervorragend aufgestellt. Es

gibt unter www.ep.de/brunhorn einen Online-Shop und

einen Blog mit aktuellen Themen. Außerdem machen Sie

auch on- und offline Werbung in Findorff. Wie wichtig ist

lokales Marketing im Stadtteil für Ihr Fachgeschäft ?

Ein großer Teil der KundenInnen möchte lokal kaufen,

orientiert sich vorab aber nunmal gern online. Und da gilt es,

die vorhandene Leistungsfähigkeit unseres seit über 30 Jahren

bestehenden Geschäftes mit einer eingespielten Mannschaft

in aller Klarheit und Professionalität nach außen darzustellen.

Dabei ist unsere Internetpräsenz mit integriertem Shop mehr

als eine »Visitenkarte« oder ein Onlinehandel. Auf unserer Seite

wird informiert. Wir stellen fest: Vornehmlich am Wochenende

wird zunehmend auch aus unserem Stadteil in unserem Online-

Shop bestellt, um dann werktags die reservierte Ware im Laden

abzuholen. Unser technischer Kundendienst fährt täglich alle

Stadtteile an. Dadurch können wir eine schnelle Auslieferung

der Waren an unsere KundInnen ermöglichen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Findorffer Einzelhandels

angesichts der anhaltenden Coronakrise ?

Immer mehr Verbände und Organisationen suchen gezielt den

Schulterschluss mit lokalen Anbietern. Ein Beispiel ist aktuell

die bundesweite Kooperation der Handelsverbände mit »Signal

Iduna« für die Aktion »Nicht nur klicken, auch anfassen !«. Die

Pandemie hat ganz klar die Schwächen des globalen Handels

aufgezeigt. In der Krise kann sich besonders der lokale Handel

mit allen Stärken präsentieren: Wir sind schnell, flexibel und

kundennah. Der Preis steht dabei nicht mehr im Fokus. »Geiz

ist geil« war gestern. Die Innenstadt und die Stadtteile erhalten

überall eine neue Bedeutung. Auch bei uns im »Dorff« haben

viele KundInnen verstanden, dass die Erträge und Gewinne aus

dem lokalen Handel in Findorff auch zu einem guten Stück weit

wieder dem Gemeinwohl dieses Standtteils zu Gute kommen.

Überspitzt: Keine Gewinne heißt fehlende Steuereinnahmen.

Keine Steuereinnahmen verursachen eine marode Infrastruktur

für Schulgebäude, Spielplätze oder Fahrradwege. Briefkastenfirmen

globaler Unternehmen in Luxemburg oder auf den Kaimaninseln

kommen in der Gesellschaft jetzt noch weniger an.

»ElectronicPartner« definieren sich als FachberaterInnen, die

im Geschäft beraten, erklären und vorführen. Aber das ist

nicht alles. Was leisten Sie noch für Ihre KundInnen ?

Ganz einfach: Wir liefern nicht nur Ware, wir entwickeln für

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26

unsere KundInnen Lösungen. Wir gehen mit ihnen gemeinsam

einen Weg, von einer Idee bis zur Fertigstellung vor Ort. Unsere

MitarbeiterInnen verfügen durch regelmäßige Schulungen über

umfangreiches Know-how, langjährige Erfahrung und erprobte

handwerkliche Fähigkeiten, damit alle am Ende eines Auftrags

absolut zufrieden sind.

»EP:Brunhorn« ist ein echtes Familienunternehmen: Sie führen

die Geschäfte zusammen mit Schwester Petra und Ihrem Vater

Günther. Wenn man das ganze Jahr beruflich eng zusammenarbeitet,

feiert man dann auch noch zusammen Weihnachten ?

Ja, wir sind ein Unternehmen in zweiter Generation, das seit

1983 hier in Findorff besteht. Wir sind außerdem auch Gründungsmitglied

des ersten Gewerbevereins in Bremen, dem

Findorffer Geschäftsleute e.V.. Einige unserer MitarbeiterInnen

begleiten uns bereits seit über 25 Jahren. Wir sind Meisterbetrieb

und natürlich Mitglied in Handels- und Handwerkskammer.

Ja, wir sind auch ein kleines bisschen stolz auf das Geleistete.

Wir glauben daran, mit unserem Handeln ein kleines

bisschen mit zur positiven Entwicklung des Stadtteils beigetragen

zu haben – und wir wollen weiter dazu beitragen, dass es in

Findorff auch in Zukunft einen funktionierenden Einzelhandel

gibt. Nochmal ja: Wir verbringen Weihnachten traditionell im

Kreis der Familie – in aller Ruhe und bei gutem Essen.

Letzte Frage: Was wünschen Sie sich zu Weihnachten und wie

ist Ihre Prognose für das neue Jahr ?

Wir werden erstmal weiter mit der Pandemie und den damit

verbundenen Umständen leben müssen – und sicherlich immer

besser und routinierter im Umgang damit werden. Natürlich

wünsche ich mir dennoch so schnell wie möglich die »alte

Normalität« zurück. Gute und neue Medikamente und irgendwann

ein Impfstoff werden uns dabei helfen, die Krise zu

überwinden. Ich hoffe für den Einzelhandel und den gesamten

Stadtteil, dass der Trend zum »Local Hero« und zur »Dorffgemeinschaft«

bestehen bleibt und sich noch verstärken wird.

Lassen wir dafür auch nach Corona »die Kohle im Dorff«.

▼ ÜBER FRANK BRUNHORN

»EP:Brunhorn« in der Hemmstraße 150 ist im Stadtteil der

erfahrene Markenpartner für Hersteller wie Loewe, Metz,

Technisat, Kathrein, Panasonic, Samsung, Denon, Pioneer,

Canton, Elac, Sonos, Sonoro, Siemens, Liebherr, Miele,

Delonghi, Saeco, Nivona, AVM und Apple. Inhaber Frank

Brunhorn (53) ist ausgebildeter Radio- und Fernsehtechnikmeister.

Seit 2005 führt er gemeinsam mit Schwester Petra

in zweiter Generation das Geschäft des Vaters. Privat lebt

Frank Brunhorn mit Frau und Kindern in Bremen. Neben

der Begeisterung für Technik, die er schon als Kind hatte,

spielt er Schlagzeug in seiner Band. Mehr über die wunderbare

Welt der Elektronik gibt es auf www.epbrunhorn.de

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Kerstin Rolfes ▲

Im Maharani treffen Genuss und Verführung auf

einen Ort der Entspannung und der Begegnung.

Jetzt reservieren: Telefon 0421 566 25 66

oder E-Mail: info@maharani-bremen.de

Nachhaltige

Geschenkideen

zum Fest !

»Es kommt darauf an, den

Körper mit der Seele und die Seele

durch den Körper zu heilen.«

Gesichtsanalyse

Augendiagnose

Oscar Wilde

Bioresonanztherapie / EAV

Homöopathie

Umweltmedizin

Psychokinesiologie

Mentalfeldtherapie

Traumatherapie (AIT)

naturheilpraxis

schwanenberg

Andrea Hella Schwanenberg

Heilpraktikerin und staatl. examinierte Krankenschwester

www.naturheilpraxis-schwanenberg.de

Seit über 20 Jahren Praxiserfahrung

Geibelstraße 4 · 28215 Bremen · Telefon 0421 / 4 91 99 81

Findorffstraße 114 · 28215 Bremen

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Sonntagsbuffet Mittagstisch, Speisekarte und Speisekarte und Weihnachtsfeiern

finden Sie

unter finden Sie unter www.maharani-bremen.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 27


q ANTJE LAMMERS GIBT TIPPS FÜR DIE WINTERSAISON

A

ktuelle Mode zum fairen

Preis gefragt ? Wir haben

sie ! Kompetente Stilberatung

gewünscht ?

Wir helfen Euch gern

dabei ! Accessoires

gesucht, um ein vorhandenes

Outfit aufzupeppen

? Bei uns wird

man fündig ! Das heißbegehrte Wunschteil in

der richtigen Größe oder Farbe ist

nicht da ? Bei uns wird SERVICE

groß geschrieben: Wir bestellen

für Euch gern.

Wünsch Dir was !

MODE IM TREND

Was ist für uns Mode ? Mode sollte natürlich lässig, bequem

und zugleich zeitlos sein. Im wöchentlichen Rhythmus werden

in der »Chic Chic Boutique« schöne »Basics« mit besonderen

Einzelteilen ergänzt. Wir ziehen Frauen jeder Generation an,

von Größe 36 bis 46.

Neugierig geworden ? In der neuen Kollektion für die Wintersaison

werden alle fündig. Wir führen u. a. die Marken Fransa,

Melly & Co, JEWELLY, Zwillingsherz, SAMAYA und Malique.

Heißer Favorit für kühle Herbst- und Wintertage sind

»Leder-Leggings«. Die sind innen ganz weich, mit

super Passform, es gibt sie in vielen aktuellen Farben

und man kann sie wunderbar mit langen Kuschelpullis,

Feinstrick oder Strickjacken kombinieren.

Angesagt sind auch schicke Grobstrickjacken und

Boucle-Blazer und -Jacken. Stufentuniken und

Long-Blusen komplettieren den individuellen Look.

Unbedingt dazu gehören auch die Echtledertaschen,

Handytaschen und die »Cross Over« in verschiedenen

Formaten. Noch Wünsche offen ? Wie wäre

es mit einem Gutschein zu Weihnachten ?

Wir beraten gern und freuen uns auf Euren

Besuch.

q ÜBER ANTJE LAMMERS

Modeexpertin Antje Lammers ist Diplom-Modedesignerin und

Schneiderin im Handwerk. 2005 hat sie sich mit der »ChicChic

Boutique« in der Wartburgstr. 7 in 28217 Bremen selbstständig

gemacht. Schwerpunkt ist Mode aus Italien und Frankreich.

Telefon 0421 /5 48 99 11. Mehr auf »facebook« unter »Chic Chic

Boutique Antje Lammers« und www.chic-chic-boutique.de

Text: Antje Lammers, Fotos: Andreas Weimann ▲

G

ing es Ihnen auch so ? Dieses

Jahr ist an uns vorbeigerast:

Im Februar habe

ich an dieser Stelle über

unseren nachhaltigen

Aktienfonds FairInvest

berichtet. Dann kam –

und blieb – Corona. Wir

haben unsere Filiale vorübergehend

geschlossen. Über Telefon und E-Mail

hielten wir Kontakt zu den Menschen

im Stadtteil. Obwohl das persönliche

Treffen uns allen fehlte, haben wir die

Situation gemeinsam gut gemeistert.

Im Sommer konnten wir schließlich wieder öffnen. Eine gewisse

Normalität im Umgang mit dem Virus hat sich trotz aller

Einschränkungen eingestellt. Und jetzt ? Ist das Jahr fast schon

wieder um ! Im Rückblick endet es für uns so nachhaltig wie

es begonnen hat.

Mit unserer Aktion »Geld nachhaltig anlegen« spenden wir

noch bis Jahresende für die Natur hier in Bremen. Die Idee:

Es soll sich lohnen Geld nachhaltig anzulegen. Nicht nur, weil

damit ebenso viel Rendite erwirtschaftet werden kann wie

Nachhaltig Gutes tun !

AKTIV VOR ORT

q DIE SPARKASSE BREMEN IN FINDORFF

mit herkömmlichen Anlageformen. Es soll zusätzlich

erlebbar sein. Interessierte können sich beteiligen,

indem sie in eine nachhaltige Geldanlage wie

einen Fonds investieren. Auch als Sparplan ab

50,00 Euro monatlich ist dies möglich. Für jede

Investition bis zum 31. Dezember 2020 wird ein

bienen- oder schmetterlingsfreundlicher Strauch

gepflanzt. Ausgesucht mit dem NABU für die

Pauliner Marsch. Dazu kommt eine Spende an die

Stiftung NordWest Natur für die Artenerhaltung in

den Wümmeniederungen. Noch ist es

kein Standard, aber es wird mehr. Ich

nehme wahr, dass immer mehr Menschen

sich dafür interessieren, in welche Unternehmen

ihr Geld investiert ist. Bei nachhaltigen Geldanlagen

ist das sehr gut zu sehen, denn die Nachhaltigkeitsaspekte sind

genau beschrieben. Auch wenn der Begriff selbst verschiedene

Aspekte beinhaltet, sind die Anlagekriterien jederzeit transparent

und nachvollziehbar. Mein Tipp: Tun Sie sich selbst und

gleichzeitig der Natur hier in Bremen etwas Gutes. Besuchen

Sie uns gerne in der Filiale Fürther Straße und erfahren mehr

darüber. Bleiben Sie gesund ! www.nachhaltigfuerbremen.de

Saskia Döring, Kundenberaterin, Foto: Kerstin Rolfes ▲

In Findorff seit 1989


Anke mit »Leder-Legging«

Annette mit Handy-Tasche

Jenny mit Kuschel-Strickjacke

Ines mit modischen Accessoires

Petra mit Dreieck-Schal

von »Zwillingsherz«

Antje mit Boucle-Long-Blazer

Danke an alle FreundInnen !






Top-Schuhreparaturen

Kompetent und zuverlässig: Fred Doll ist Ihr Spezialist in

Findorff für Schuhreparaturen, Tanzschuhsohlen, Gürtelanfertigung,

Taschenreparatur, Reißverschlüsse, Messerund

Scherenschliff, Sicherheitstechnik, Schlüsseldienst

sowie Teppichreinigung und Textilreinigung.

DOLL’S Service Center, Fred Doll, Münchener Straße 81

Tel. 0421 / 35 69 59, Infos: www.dolls-service-center.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 28 | PROMOTION

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 29


q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

+++ Der kleine, aber feine Bio-Weinladen VIVO LO VIN

direkt am Findorffmarkt in der Neukirchstraße 41 war seit seiner

Gründung ein bisschen in die Jahre gekommen. Grund genug für

YVONNE ROTTMANN, die Findorffer Filiale, in der

es das gesamte Sortiment von »VivoLoVin« gibt,

wieder »hübsch« zu machen. Nach der Renovierung

im Oktober erwartet die KundInnen

weiter eine

fachkundige

und

freundliche

Beratung,

die dem 1988

gegründeten

Bremer Weinhandel

mehrfach

die Zugehörigkeit

zu

den »besten

Weinläden

in Deutschland«

eingetragen hat. Kurzum:

Der Besuch lohnt sich, gern in

Verbindung mit einem entspannten

Bummel über den Findorffmarkt,

um nicht nur zum anstehenden

Weihnachtsfest

besondere Weine zu entdecken. Geöffnet

ist Dienstag und Donnerstag

von 9:00 bis 13:00 Uhr, Freitag

von 15:00 bis 18:00 Uhr und am

Samstag von 9:00 bis 13:30 Uhr.

Telefonisch ist der kleine Laden erreichbar

unter 0421 / 35 72 38. Mehr

über »reine Weine« auf www.vivolovin.de

+++ Weihnachten in der MARTIN-LUTHER-GEMEINDE ?

Auch in diesem Jahr kann man dort die Geburt Jesu Christi

feiern – jedoch coronabedingt auf andere Art und Weise als sonst.

Pastorin CAROLIN JOPPIG lädt die Menschen aus Findorff

DORFFKLATSCH

und umzu ein, die Kirche zu besuchen, um dort innezuhalten und

die Krippe zu betrachten. Die Gottesdienste werden widerum

draußen im Klostergarten gefeiert. Es wird viele kurze feierliche

Andachten mit begrenzter Personenzahl geben. Ausführliche

Informationen gibt es im Gemeindeblatt

»mittendrin« und online im Internet auf

www.martin-luther-findorff.de

+++ Ein tolles Angebot zu den Festtagen:

Die VIDEO BOXX in der Fürther

Straße 10 bieten allen KundInnen jetzt

eine äußerst günstige

Flatrate für Filmund

Serienklassiker

an. Für nur

15,00 Euro kann

man sich monatlich

bis zu

90 Filme und/

oder 600 Folgen

seiner Lieblingsserien

anschauen. Ein Abo ist nicht erforderlich.

Die Idee des neuen Angebots ist es, zu vermitteln, dass es nicht

unbedingt drei oder vier Streaming-Anbieter braucht, um günstig

die guten Film- und Serien-Klassiker zu genießen, sondern dass

man bei Videothekar OLAF ERNSTING auch alles aus einer

Hand bekommen kann – inklusive kompetenter Beratung.

Mehr Infos auf www.videothekbremen.de

+++ »Akkurat« heißt ja sorgfältig und ordentlich – und »Akkurat

muss es sein.« ist dementsprechend das Motto des Findorffer

Dienstleistungsunternehmens ROLF FLATO Inh. A. Eckert.

ANDREAS ECKERT und sein bewährtes Team von zehn

MitarbeiterInnen ist nach dem Umzug aus der Hemmstraße auch

schon seit nunmehr fünf Jahren am »neuen Standort« in der Admiralstraße

19 ansässig. In den Ausstellungsräumen berät Eckert

umfassend, fair und persönlich rund um Heizung, Sanitär und

Klima – und wünscht allen KundInnen und solchen, die es noch

werden möchten, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.

Geöffnet ist von Montag bis Donnerstag 7:00 bis 17:00 Uhr und

am Freitag von 7:00 bis 13:00 Uhr. www.flato.de u

+++ Nach dem Tod von Birte Brinkmann war die beliebte

ESPRESSOSTATIONan der Magdeburger Straße verwaist.

Im Herbst 2018 übernahmen

die vier Freundinnen Tina

Heinemann, Anne

Kösters, Annika Sauermann

und Anne

Starke die kleine

Kaffeebar und

führten sie erfolgreich

weiter. Wie

schnell doch die

Zeit vergeht – und

das nicht nur im Gespräch

am Bistrotisch

bei einem guten Espresso:

Mitte September 2020 konnte das

engagierte Dreier-Team (Tina Heinemann ist seit Juni 2020

nicht mehr dabei) mit seinen Gästen zweijähriges Jubiläum

feiern. FINDORFF GLEICH NEBENAN gratuliert dem

Team ganz herzlich und wünscht dem beliebten Treffpunkt am

Findorffmarkt viele weitere genussvolle Jahre. Mehr Infos unter

»Espressostation Bremen« auf www.facebook.com

+++ Der Tipp zu Weihnachten: »Zu Fuß am Fluss« heißt das

neue Buch von ISA FISCHER aus Findorff. Inspiration waren

Spaziergänge an Bremer Wasserwegen, die von den Textautoren

Heinrich Lintze und Klaus Brandt beschrieben werden. Beide

schlagen Wanderungen an Weser, Lesum, Wümme und Ochtum

vor – und haben dafür auch Pfade an kleinsten Fleeten und Kanälen

gefunden. Die aquarellierten Tusche-Zeichnungen zeigen

entlang der Wasserwege die Besonderheiten der Heimatstadt

von Isa Fischer auf. Natürlich hat die Künstlerin auch unser

Findorff mit dem Torfkanal in Szene gesetzt. Am Sonntag, den

29. November 2020 findet die Buchpräsentation und Ausstellung

der Originalzeichnungen von 12:00 bis 16:00 Uhr im

ALTEN PUMPWERK in Findorff statt. www.duplio.de

Textredaktion: Mathias Rätsch, Fotos: VinoLoVin © Mathias

Rätsch, Carolin Joppig © Jürgen Klampäckel, Olaf Ernsting

© Martin Bockhacker, Espressostation © Mathias Rätsch ▲

Wir wünschen allen Kunden »Frohe Weihnachten«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 30

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 31


▼ INIDISCH-PAKISTANISCHE KÜCHE IM RESTAURANT »MAHARANI«

S

eit 2007 gibt es im Stadtteil das

indisch-pakistanische Restaurant

»Maharani« in der

Findorffstraße 114 nahe

dem Torfkanal. Maharani

heißt übersetzt »Königin«.

Serviert werden den Gästen

Speisen der sogenannten

»Mogul«-Küche. Die Speisen

sind traditionell zubereitet – und es wurden die

besten Zutaten der authentischen indisch-pakistanischen

Küche ausgewählt. Die zeichnet

sich aus durch viel frisches Gemüse und leckere

Früchte bei den Desserts.

Das »Maharani« ist ein Familienbetrieb. Tarek Sheikh hat die

Restaurantabläufe von der Pike auf gelernt. Bereits als Schuljunge

wurde er von seinem Vater in dessen erstem Restaurant

»Maharaja« in Achim erst in der Küche, dann am Tresen und

zuletzt im Service angelernt. Es wurde ihm stets überlassen, ob

er in den Familienbetrieb einsteigen oder etwas ganz anderes

machen möchte. Nach dem Studium entschied Tarek Sheikh

Im Maharani treffen Genuss und Verführung auf

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oder E-Mail: info@maharani-bremen.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 32

Speisen wie eine Königin

MAHLZEIT

sich, als Gastronom in einem der Familienbetriebe

zu arbeiten. Mittlerweile kümmert er sich seit

2012 federführend um das »Maharani«.

Den Lockdown haben er und sein Team

genutzt, um eine moderne Belüftungsanlage,

die sechsmal in der Stunde die Luft austauscht,

und eine schöne neue Beleuchtung mit orientalischen

Lampen zu installieren. Außerdem hat

Tarek Sheikh in der für gastronomische Betriebe

weiterhin durch die Coronakrise wirtschaftlich

äußerst kritischen Lage von Anfang an immer

ein eindeutiges Zeichen gesetzt: »Wir bleiben

– und zwar mit großer Karte.« Die Unterstützung

aus dem Stadtteil während der letzten Monate empfand er

als überwältigend. Umliegende Firmen haben sich Mittagessen

abgeholt, Leute kamen und suchten das Gespräch, kauften Gutscheine

oder Wein. Andererseits blieben die Stammgäste von

Messeveranstaltungen aus und Catering, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern

fallen nach wie vor weg. Das neue Sicherheitskonzept

hat sich gut etabliert. Die Tische sind mit viel Abstand

zueinander aufgestellt. Alle Speisen können wie gewohnt in

hoher Qualität vor Ort genossen oder auch zum Mitnehmen bestellt

werden. Geboten werden zudem vegetarische und vegane

Gerichte. Auf Unverträglichkeiten wird Rücksicht genommen.

▼ ÜBER DAS »MAHARANI«

Geöffnet hat das »Maharani« von Mittwoch bis Montag von

12:00 bis 14:30 Uhr und 18:00 bis 23:00 Uhr. Samstagmittag

ist geschlossen, dienstags ist Ruhetag. Hinter grünen Hecken

gibt es eine Sommerterrasse. Die Speisen können auch zu den

Öffnungszeiten unter Telefon 0421 / 566 25 66 vorbestellt und

abgeholt werden. Speisekarten zum Mitnehmen liegen im Restaurant

aus. Das »Maharani« kann für private Feierlichkeiten

gebucht werden. Tischreservierung wird empfohlen. Infos und

die Speisekarte des »Maharani« auf www.maharani-bremen.de

Text: Nicole Henze, Foto: © Martin Globisch ▲

Findorffstraße 114 · 28215 Bremen

Alle Informatione zu Bestellservice, Mittagstisch,

Sonntagsbuffet und Speisekarte finden Sie

unter www.maharani-bremen.de

FINDORFF GEHT AUS

11.12 l ALTES PUMPWERK

In diesem Sound haben Sie Weihnachtslieder

noch nie gehört: Musikalische Klassiker im

Boogie-Woogie-Beat, als treibender Blues

oder als flotter Ragtime ? Ja, das funktioniert

großartig, wenn Entertainer, Pianist und

Sänger EMANUEL JAHREIS mit Band zu

einem etwas anderen Weihnachtskonzert in

die Maschinenhalle in das »Alte Pumpwerk«

einlädt. Es spielen: Emanuel Jahreis, Klavier,

Maximilian Suhr, Schlagzeug und Stephan

Werner, Bass. Beginn ist um 19:00 Uhr.

u www.altespumpwerk.de

06.11 l ALTES PUMPWERK

SIEMBRA steht für Musik und Poesie aus

Lateinamerika. Dieses Programm ist dem

Meer gewidmet – und niemals setzen die

MusikerInnen auf klischeehafte Romantik

oder einfältigen Gefühlskitsch. 19:00 Uhr

u www.altespumpwerk.de

20.11 l ALTES PUMPWERK

Ob Swing, Tango, Bossa Nova oder Jive:

VERTIKO steht für einen Sound, der uns

in die verrauchten Salons der 20er und 30er

Jahre mitnimmt – als tolle Melange mit Texten

von Erich Kästner. Beginn: 19:00 Uhr

u www.altespumpwerk.de

14.11 l BENEFIZ-LESUNG

Das FINDORFFER BÜCHERFENSTER

lädt ein zu einer außergewöhnlichen Benefiz-

Lesung: Schauspielerin Stefanie Knauer liest

Texte von Astrid Lindgren in den Räumen

der Kirche der Martin-Luther-Gemeinde,

während Künstlerin Barbara Steinitz dazu

live Illustrationen erstellt. Beginn: 19:00 Uhr

u Alle Infos: www.buecherfenster.de

05.12 l SCHLACHTHOF

Eine kleine EULE geht auf große Entdeckungsreise,

um Kindern die Vielfalt der

Musik näherzubringen – als (Party-)Erlebnis

für die ganze Familie. Beginn: 16:00 Uhr.

u www.schlachthof-bremen.de

IMPRESSUM

AUTOR/INN/EN

Saskia Döring, Nicole Henze, Antje Lammers, Suse Lübker,

Mathias Rätsch, Lilli Schmitz © Nutzung durch Nachdruck

oder digital, auch auszugsweise, sind nur mit vorheriger

Genehmigung gestattet. Sämtliche Rechte der Vervielfältigung

liegen beim Findorff Verlag. Zuwiderhandlungen in Form von

Urheberrechtsverletzungen werden strafrechtlich verfolgt.

FOTOGRAFIE

Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de

Martin Bockhacker, www.bildplantage13.de

Lilli Schmitz, www.findorff-gleich-nebenan.de

ILLUSTRATION

Bettina Bexte, www.bettina-bexte.de

ART DIRECTION

Mathias Rätsch, www.raetsch.de

LEKTORAT

Leona Ilgner

BILDNACHWEIS

Titel/Seite 6: © Martin Bockhacker, www.bildplantage13.de,

Seite 5/16: Lilli Schmitz, www.findorff-gleich-nebenan.de,

Seite 5: »Location Position You Are Here Icon« © IO-Images,

www.pixabay.com, Seite 18/19: »Kugeln« © Pressefotos,

Seite 10/20/22/24/29 © Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de,

Seite 28 Chic Chic © Andreas Weimann, Seite 30/31 Dorffklatsch:

VinoLoVin © M. Rätsch, Carolin Joppig © Jürgen

Klampäckel, Olaf Ernsting © Martin Bockhacker, Espressostation

© Mathias Rätsch, Seite 32: Mahlzeit © Martin

Globisch, Seite 33: Jahreis © Christan Schmid, Siembra ©

Pressefoto, Vertiko © Pressefoto, Lindgren © Roine Karlsson,

Seite 34: Supersuse © Rainer Pleyer, sonstige: Pressefotos

DRUCK

BerlinDruck GmbH + Co KG,

www.berlindruck.de, FSC ® -mixed

produziert. Es wurden Materialien

aus FSC-zertifizierten Wäldern

und/oder Recyclingmaterial sowie

Material aus kontrollierten

Quellen verwendet.

DRUCKAUFLAGE

10.000 Exemplare

ERSCHEINUNGSWEISE

Alle Erscheinungstermine 2021 auf www.findorff.info

DISTRIBUTION

Verteilung in Briefkästen von ausgesuchten Haushalten in

Findorff sowie über ca. 50 Arztpraxen und 70 »Hotspots« im

Stadtteil. Infos unter »Distribution« auf www.findorff.info

ANZEIGENBUCHUNG

Beratung per Telefon 0421 / 579 55 52 oder E-Mail unter

kontakt@findorff.info. Ansprechpartner ist Herr Rätsch.

Mehr Infos auf www.findorff.info/anzeige/online-buchen

Ausgabe 17 erscheint ab dem 27. Februar 2021. Anzeigenschluss

ist der 12. Februar 2021. Ausgabe 18 erscheint ab

dem 5. Juni 2021. Anzeigenschluss ist der 21. Mai 2021.

Änderungen vorbehalten. Unser Dank gilt allen treuen und

neuen AnzeigenkundInnen aus und um Findorff, ohne die

diese Ausgabe so nicht möglich gewesen wäre.

HERAUSGEBER

Mathias Rätsch

VERLAG

Findorff Verlag

Magdeburger Str. 7, 28215 Bremen

Telefon 0421 / 579 55 52

Telefax 0421 / 579 55 53

E-Mail kontakt@findorff.info

KOOPERATION

Der Findorff Verlag kooperiert mit der Stadtteilinitiative

»Leben in Findorff«. Wir betreuen für die Initiative ehrenamtlich

mit das Stadtteilportal www.findorffaktuell.de

MITGLIEDSCHAFT

Der Findorff Verlag ist Mitglied in der Handelskammer

Bremen. Infos unter www.handelskammer-bremen.de

FACEBOOK

Gefällt ! Sie finden den Findorff Verlag auf »facebook«:

www.facebook.com/FindorffVerlag

LESERBRIEFE

Wir freuen uns über Leserbriefe zu den Themen in dieser

Ausgabe auf www.findorff-gleich-nebenan.de/leserbriefe

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 33

®


q IM SEPTEMBER ÜBER WEIHNACHTEN SCHREIBEN ? SUPERSUSE HAT ES GETAN.

M

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 34

ir ist warm, sehr warm. Ich laufe

durch den Bürgerpark und denke

an Weihnachten. Besser gesagt: Ich

zwinge mich dazu, an Weihnachten

zu denken, um über Weihnachten

zu schreiben. Die Sonne scheint

mir auf die Nase, die Leute

spazieren in T-Shirt und Sandalen

durchs Grüne und ich soll an

Tannenbaumkugeln, Zimtplätzchen oder Männer in

roten Gewändern denken ? Eine Weihnachts-

kolumne, hmm. Ich könnte jetzt so einiges

über Klimawandel schreiben und warum

Ende September im Garten die Rhododen-

dren blühen und ich mit kurzen Hosen

durch den Park laufe ...

Aber nein, das ist jetzt nicht das Thema.

Also Weihnachten.

Wie bringt man sich in Weihnachtsstimmung ?

Ich könnte die Weihnachtskiste aus dem Keller

holen und schon mal den Tannenbaumschmuck sortieren.

Oder ich begeistere meine Familie dafür,

Kekse zu backen. Sterne gehen wohl das ganze

Jahr, vielleicht wundert sich niemand, wenn

es plötzlich nach Zimt und Kardamom duftet

… Dabei ein bisschen »Jingle Bells« summen und über das

Weihnachtsmenü nachdenken. Wie wäre es mit Ente vegan mit

Knödeln und Rotkohl ? In Weihnachtsstimmung bin ich immer

noch nicht, dafür habe ich jetzt tierisch Kohldampf. Ente vegan

steht hier nicht auf dem Speiseplan und nach Nudeln mit Pesto

ist jegliche Weihnachtsstimmung verpufft. Kekse backen kommt

jetzt auch nicht so gut. Es ist einfach zu warm.

Okay, also verschwinde ich in meinem Arbeitszimmer und

stöbere in alten Fotos und Videos. Und erinnere mich daran,

wie unsere Tochter mit knapp einem Jahr zum ersten Mal einen

geschmückten Tannenbaum sieht. Und ganz aufgeregt »Ball,

Ball !« ruft und im Dicke-Windeln-Watschelgang auf die glitzernden

Kugeln zusteuert. Und Ball spielen möchte. Und dann

ist da noch das alljährliche Weihnachtsbaumthema: Brauchen

wir einen ? Mit Kindern – klaro. Dann reicht wohl ein kleiner,

finde ich. Meine Familie meint: Natürlich muss er so groß wie

möglich sein, möglichst sollte er bis oben an die Decke stoßen.

Deckenhöhe drei Meter achtzig. Nur wie bekommen wir den

nach Hause ? Alle Blicke richten sich auf ... Papa. Der macht

das schon irgendwie.

Ach ja, und der Weihnachtsmann: Ich erinnere mich, wie der

beste aller Ehemänner im Sommer die Nachbarsnichten auf

der Straße trifft, bei denen er Weihnachten mit rotem Gewand,

weißem Bart und Jutesack seinen großen Auftritt hatte. Und

» Oh, wie weihnachtlich ! «

die kleinste auf einmal ruft: »Oh, da ist ja der Weihnachtsmann!

Danke, danke lieber Weihnachtsmann, dass du uns

so tolle Sachen gebracht hast !«

Oder wie die Kinder sich noch Jahre später darüber schlapp

lachen, dass unser Weihnachtsmann den Bart falsch herum angeklebt

hatte. Derselbe, der Jahre zuvor nicht an den Beutel mit

den Geschenken für unsere Kinder kam, weil er das neue Auto

nicht öffnen konnte. Die Geschenke waren im Kofferraum ...

SUPERSUSE

Apropos Geschenke: Einige verstecke ich gern

eine Weihnachtstradition.

schon Wochen vor dem Fest und irgendwie

sind meine Verstecke so gut, dass ich am

23. Dezember das halbe Haus auf den

Kopf stelle. Und alle anderen wundern

sich, warum ich so hektisch bin.

Und die Weihnachtskarten ! Jedes Jahr

vergessen wir, dass die Karten nicht

nur im Kopf existieren, sondern auch

noch gezeichnet, gedruckt, beschriftet

und versendet werden müssen. Wir könnten

ja ausnahmsweise jetzt schon mal überlegen,

welches Motiv denn zu diesem Jahr passt,

dann hätten wir nicht den Stress. Und

dann fällt mir ein, dass wir genau diesen

Gedanken jedes Jahr haben und trotzdem

immer zu spät anfangen. Vielleicht auch

Herrlich, mal so richtig in Erinnerungen zu schwelgen und

ganz in Ruhe zu planen.

Am nächsten Tag entdecke ich im Supermarkt jede Menge

Schokoladenweihnachtsmänner, Dominosteine und Zimt-

sterne ! Und wisst ihr was – ich finde das wunderbar. Mir ist

so richtig weihnachtlich zumute. Morgen werde ich einen

Plan ausarbeiten und meiner Familie erklären, dass es sehr

viel entspannter ist, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu

beginnen. Dazu ein paar Zimtsterne, leuchtende Kerzen

und sie werden schon in Stimmung kommen.

q ÜBER SUSE LÜBKER

Suse »Supersuse« Lübker lebt mit Kindern und Ehemann im

schönen Findorff. Die freiberufliche Texterin und Trainerin

konzipiert, schreibt und redigiert Texte für Verlage, Vereine,

Verbände und Soloselbstständige, online und offline. Zudem

veranstaltet sie Kommunikations- und Schreibworkshops. 2015

erschien ihr Buch »Das Bremer Kinderlexikon. Von Achterdiek

bis Ziegenmarkt« – für alle kleinen und großen BremerInnen,

die Lust haben, ihre Stadt (neu) zu entdecken. In ihrem Blog

berichtet sie über Alltagsabenteuer und gibt Tipps zum Thema

Zeitmanagement. Der Blog auf www.suseluebker.de/blog

Text: Suse Lübker, Illustration: Rainer Pleyer ▲

Für Druckfehler keine Haftung.

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beim Lieferservice; gilt nicht bei Versand per Paket und in Aral/REWE To Go Shops.

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28215 Bremen/Findorff, Hemmstr. 157b + 212-214 + 344-346

Gültig vom 02.11.2020 bis 14.11.2020

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09/2020

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