Werterhalt - Das Magazin für Sanierung und Erneuerung
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Ausgabe 2021<br />
<strong>Werterhalt</strong><br />
<strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong><br />
<strong>für</strong> <strong>Sanierung</strong> <strong>und</strong><br />
<strong>Erneuerung</strong>.<br />
FUSSBODEN<br />
HEIZUNG<br />
NEUE LÖSUNGEN<br />
IM TROCKENBAU<br />
DACHDÄMMUNG<br />
IM BESTAND<br />
AUFWERTUNG OHNE<br />
EINSCHRÄNKUNG<br />
FASSADEN<br />
SANIERUNG<br />
NEUE TECHNIKEN<br />
UND MATERIALIEN<br />
DACHGESCHOSS<br />
AUSBAUEN<br />
KOSTENGÜNSTIG<br />
NEUEN WOHNRAUM<br />
SCHAFFEN
17<br />
Vorgehängte Hinterlüftete Fassade als Alternative zum WDVS<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Badsanierung mit Trockenbau<br />
Bild: Saint-Gobain Rigips<br />
30 36<br />
Dachdämmung im Bestand – die Möglichkeiten<br />
Bild: Saint-Gobain Isover<br />
Haustüre austauschen<br />
46Bild:<br />
Hörmann<br />
Seite 3............ Wissenswertes<br />
Seite 6............ Feuchte Keller trockenlegen<br />
Seite 8............ Schornsteinsanierung<br />
Seite 10.......... Ein neuer Anstrich <strong>für</strong> die Fassade<br />
Seite 12.......... Alte Fassaden erneuern<br />
Seite 14.......... Nachträgliche Fassadendämmung<br />
Seite 18.......... Innendämmung von Außenwänden<br />
Seite 20.......... Schluss mit kalten Böden<br />
Seite 22.......... Alte Bodenbeläge erneuern<br />
Seite 24.......... Räume umgestalten mit Trockenbau<br />
Seite 26.......... Türen <strong>und</strong> Zargen austauschen<br />
Seite 28.......... Badsanierung<br />
Seite 30.......... Trockenbau im Bad<br />
Seite 32.......... Fliesen <strong>für</strong>s neue Bad<br />
Seite 34.......... Neue Dacheindeckung<br />
Seite 36.......... Dachdämmung im Bestand<br />
Seite 40.......... Dachausbau<br />
Seite 42.......... Mehr Lichteinfall durch neue Dachfenster<br />
Seite 44.......... Neue Fenster <strong>und</strong> Rollläden<br />
Seite 46.......... Haustür <strong>und</strong> Garagentor austauschen<br />
Seite 48.......... Der richtige Aufbau von Pflasterbelägen<br />
Seite 50.......... Terrassenrenovierung<br />
2
FAQ<br />
Energetische <strong>Sanierung</strong><br />
Vielen Hausbesitzern droht die energetische <strong>Sanierung</strong><br />
– das Dach ist unzureichend gedämmt, die Fenster<br />
sind <strong>und</strong>icht, die Heizung veraltet. Ein in die Jahre<br />
gekommenes Haus komplett auf den neuesten Energiestandard<br />
zu bringen ist teuer. Umso wichtiger ist es,<br />
bei der <strong>Sanierung</strong> so effizient wie möglich vorzugehen:<br />
Bild: PCI<br />
Was sind die Kernthemen bei der<br />
energetischen <strong>Sanierung</strong>?<br />
Es gibt fünf Themenkreise, die bei energetischen <strong>Sanierung</strong>en<br />
eine Hauptrolle spielen. Eine antiquierte<br />
Heizung, <strong>und</strong>ichte Fenster, schlecht gedämmte Dächer<br />
<strong>und</strong> Fassaden sowie ungedämmte Kellerdecken<br />
sind die größten Energiefresser in alten Häusern.<br />
Welche Maßnahme ist am<br />
wichtigsten?<br />
Für die richtige Reihenfolge bei der <strong>Sanierung</strong> eines<br />
Gebäudes gibt es logischerweise keinen einheitlichen,<br />
optimalen Fahrplan. Gr<strong>und</strong>sätzlich sollte immer dort<br />
begonnen werden, wo etwas bereits defekt oder verschlissen<br />
ist. Abhängig von der Nutzungsdauer <strong>und</strong><br />
dem Lebensalter der Immobilie kann der größte <strong>Sanierung</strong>sbedarf<br />
an unterschiedlichen Stellen liegen<br />
– im Dach, bei den Fenstern, der Haustür oder der<br />
Heizung. Denn alle Bauteile eines Gebäudes haben<br />
unterschiedliche Nutzungsdauern <strong>und</strong> dementsprechend<br />
abweichende Modernisierungszyklen.<br />
Wie kann ich einschätzen, ob eine<br />
<strong>Sanierung</strong> nötig ist?<br />
Wenn man unschlüssig ist, ob bzw. in welchem Umfang<br />
eine energetische <strong>Sanierung</strong> nötig ist, bietet sich<br />
die Hilfe eines unabhängigen Energieberaters an.<br />
Spätestens dann, wenn Sie <strong>für</strong> eine <strong>Sanierung</strong>smaßnahme<br />
eine KfW-Förderung beantragen möchten,<br />
brauchen Sie dessen Gutachten ohnehin, da die Bank<br />
zur Prüfung der Förderfähigkeit einen Kostenvoranschlag<br />
verlangt. Ein Energiefachberater erhebt alle<br />
relevanten Daten zum Energieverbrauch des Hauses<br />
<strong>und</strong> zeigt auf, wo Energie verloren geht. Auf Basis<br />
dieser Analyse können Sie gemeinsam erörtern, welche<br />
Maßnahmen sofort in Angriff genommen werden<br />
müssen <strong>und</strong> was <strong>für</strong> die nächsten Jahre eingeplant<br />
werden sollte. Zu Förder- bzw. Finanzierungsmöglichkeiten<br />
sowie den gesetzlichen Vorgaben kann Sie ein<br />
Energieexperte ebenfalls beraten.<br />
Brauche ich ein energetisches<br />
Gesamtkonzept?<br />
<strong>Das</strong> hängt davon ab, ob eine Maßnahme rein kosmetischer,<br />
optischer Natur ist, oder ob daraus eine Veränderung<br />
der energetischen Gesamtsituation eines<br />
Gebäudes resultiert. Im letzteren Fall ist eine ganzheitliche<br />
Betrachtung mindestens empfehlenswert,<br />
denn oft kann durch die Behebung eines Problems<br />
an anderer Stelle ein neues Problem auftreten, wenn<br />
Wechselwirkungen zwischen einzelnen Bau- bzw. Gebäudeteilen<br />
nicht berücksichtigt werden. Ein Beispiel:<br />
Werden alte Fenster durch neue hochwärmedämmende<br />
Fenster ausgetauscht, verändert sich das Verhältnis<br />
der Oberflächentemperatur zwischen Fenster <strong>und</strong><br />
Wand. Werden solche Fenster in schlecht gedämmte<br />
Wände eingebaut, kann es passieren, dass die Wandflächen<br />
anschließend kälter sind als die Fensterflächen.<br />
Dann schlägt sich Feuchtigkeit an den kältesten<br />
Punkten der Wände nieder, <strong>und</strong> Schimmelbildung<br />
kann die Folge sein. Es ist also vor allem wichtig, die<br />
Schnittstellen zwischen bestimmten Bauteilen zu betrachten<br />
– wie etwa von den Fenstern zur Außenwand<br />
oder vom Dach zur Fassade.<br />
Kann man auf lange Sicht<br />
wirklich Geld sparen?<br />
Eine energetische <strong>Sanierung</strong> stellt zunächst immer<br />
eine finanzielle Belastung dar. Aber: Energieeffizient<br />
sanieren heißt auch, dass die Hausnebenkosten deutlich<br />
reduziert werden können. Wenn Sie zusätzlich Ihre<br />
alte Heizung abschaffen <strong>und</strong> durch eine neue, effiziente<br />
Anlage austauschen – vielleicht sogar auf Basis<br />
regenerativer Energien – reduzieren sich die Energiekosten<br />
drastisch. Eine solche <strong>Sanierung</strong>smaßnahme<br />
kann sich aus finanzieller Sicht bereits innerhalb einiger<br />
Jahre amortisieren. Ob bzw. wie viel Sie auf lange<br />
Sicht wirklich sparen können, hängt vom individuellen<br />
Gesamtzustand Ihres Hauses ab.<br />
Bild: Kneer<br />
Bild: Knauf Gips<br />
3
Welche Fördermöglichkeiten<br />
gibt es bei der<br />
energetischen<br />
<strong>Sanierung</strong>?<br />
Vor-Ort-Energieberatung<br />
BAFA*: Zuschuss bis 800 €<br />
Energetische Fachplanung<br />
<strong>und</strong> Baubegleitung<br />
KfW: Zuschuss bis 4.000 €<br />
Dämmung von Dach, Keller <strong>und</strong>/oder<br />
Außenwänden, Fenstertausch (Einzelmaßnahme)<br />
KfW: zinsgünstiger Förder kredit oder Zuschuss bis 10.000 €<br />
Erneuerbare Energien (Einzelmaßnahme)<br />
KfW: zinsgünstiger Förderkredit oder Zuschuss bis 7.500 €<br />
BAFA*: Marktanreizprogramm, Zuschuss ab 500 €<br />
Komplettsanierung zum Effizienzhaus<br />
KfW: zinsgünstiger Förderkredit oder Zuschuss bis 48.000 €<br />
Heizungsmodernisierung (Einzelmaßnahme)<br />
KfW: zinsgünstiger Förderkredit oder Zuschuss bis 10.000 €<br />
BAFA*: Heizungsmodernisierung mit erneuerbaren<br />
Energien, Zuschuss ab 500 €<br />
NEU: <strong>Sanierung</strong>skosten von der Steuer abschreiben<br />
Seit Januar 2020 besteht die Möglichkeit, die im Rahmen einer <strong>Sanierung</strong> angefallenen<br />
Handwerkerkosten von der Steuer abzusetzen. Insgesamt können,<br />
verteilt auf drei Jahre, maximal 200.000 Euro an <strong>Sanierung</strong>skosten geltend gemacht<br />
werden. 20 Prozent der Gesamtsumme können dann abgesetzt werden,<br />
was eine Steuerminderung von höchstens 40.000 Euro pro Wohneinheit ergibt.<br />
Wichtig: <strong>für</strong> jede <strong>Sanierung</strong>smaßnahme können Sie zwischen einer KfW-Förderung<br />
oder einer steuerlichen Anrechnung wählen. Beides gleichzeitig geht nicht!<br />
*B<strong>und</strong>esamt <strong>für</strong> Wirtschaft <strong>und</strong> Ausfuhrkontrolle<br />
KfW-Förderprogramm<br />
Die staatliche Kreditanstalt <strong>für</strong> Wiederaufbau (KfW) vergibt<br />
zinsgünstige Kredite an Bauherren <strong>und</strong> Käufer <strong>und</strong><br />
unterstützt die energieeffiziente Modernisierung von<br />
Wohneigentum. Mit dem Programm können bis zu 100 %<br />
der förderfähigen Kosten zinsgünstig finanziert werden,<br />
der maximale Kreditbetrag beträgt 120.000 Euro. Voraussetzung<br />
<strong>für</strong> die Bewilligung ist, dass die <strong>für</strong> das jeweilige<br />
Bauvorhaben geltenden Mindestanforderungen<br />
der KfW erfüllt <strong>und</strong> Zuschüsse oder Kredite vor Baubeginn<br />
beantragt werden. Unter www.kfw.de können Sie in<br />
wenigen Schritten prüfen, welche Förderprogramme <strong>für</strong><br />
Ihr Bauvorhaben in Frage kommen.<br />
Bild: Saint-Gobain Weber<br />
Die EnEv heißt jetzt GEG<br />
Am 1. November 2020 wurde die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV) mit dem Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) außer Kraft gesetzt. <strong>Das</strong><br />
GEG löst nicht nur die Energieeinsparverordnung (EnEV), sondern auch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) <strong>und</strong> das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)<br />
ab führt die drei Regelwerke in einem modernen Gesetz zusammen. So wird ein einheitliches Regelwerk <strong>für</strong> die energetischen Anforderungen an Neubauten <strong>und</strong><br />
Bestandsgebäude <strong>und</strong> an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- <strong>und</strong> Kälteversorgung von Gebäuden geschaffen.<br />
4
Wann ist eine energetische <strong>Sanierung</strong> Pflicht?<br />
Was viele Eigentümer von Altimmobilien nicht wissen:<br />
Sie sind verpflichtet, an ihrem Haus bestimmte energetische<br />
<strong>Sanierung</strong>en durchzuführen, sonst droht ein<br />
Bußgeld. <strong>Das</strong> Gebäudeenergiegesetz (GEG) enthält<br />
einige Regelungen zur <strong>Sanierung</strong>spflicht von Altbauten.<br />
Verstöße dagegen können mit Bußgeldern von bis<br />
zu 50.000 Euro geahndet werden.<br />
Zwar sind Sie als Altbau-Eigentümer nicht gezwungen,<br />
Ihr Haus umfassend energetisch zu sanieren.<br />
Werden jedoch <strong>Sanierung</strong>sarbeiten ausgeführt, so<br />
müssen diese den Vorgaben des GEG entsprechen.<br />
Ein Beispiel: Wenn Sie mehr als zehn Prozent der<br />
Fassadenfläche Ihres Hauses erneuern lassen, müssen<br />
Sie diese auch dämmen. <strong>Das</strong> bedeutet: Wird nur<br />
ein kleiner Riss ausgebessert, ist keine energetische<br />
<strong>Sanierung</strong> nötig, ist eine größere Fläche betroffen, so<br />
muss diese in ihrer Gesamtheit gedämmt werden.<br />
Pflicht zur Dämmung der<br />
obersten Geschossdecke<br />
Laut GEG ist es Pflicht, die ungedämmte oberste Geschossdecke<br />
oder wahlweise das ungedämmte Dach<br />
eines Altbaus nachträglich zu dämmen. Allerdings<br />
müssen längst nicht alle alten Dächer oder Geschossdecken<br />
gedämmt werden. Die Pflicht zur Dämmung<br />
gilt als erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an<br />
den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Es<br />
empfiehlt sich, dies von einem Energieberater überprüfen<br />
zu lassen. Hier gilt: Wohngebäude mit nicht<br />
mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer<br />
bereits im Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, sind<br />
von den Pflichten zur Dämmung zunächst ausgenommen.<br />
Hier wird die Dämmung erst nach einem Eigentümerwechsel<br />
fällig – die Frist beträgt dann zwei Jahre<br />
nach dem Besitzerwechsel.<br />
Pflicht zum Heizungstausch<br />
Auch bestimmte ältere Heizkessel müssen verpflichtend<br />
ausgetauscht werden. Dies gilt <strong>für</strong> alle Heizkessel, die<br />
bis Ende des Jahres 1984 eingebaut wurden oder bereits<br />
30 Jahre in Betrieb waren. Allerdings gibt es hier diverse<br />
Ausnahmen. Holen Sie sicherheitshalber den Rat<br />
Ihres Schornsteinfegers ein. Er kann beurteilen, ob Sie<br />
wirklich von der <strong>Sanierung</strong>spflicht betroffen sind.<br />
Unternehmererklärung<br />
Wer eine der genannten Maßnahmen beauftragt, sollte<br />
darauf achten, vom Handwerker nach Abschluss der<br />
Arbeiten eine sogenannte Unternehmererklärung zu<br />
erhalten, die bestätigt, dass die Arbeiten gemäß GEG<br />
ausgeführt wurden. Diese Erklärung muss der Hausbesitzer<br />
fünf Jahre lang aufbewahren. Fehlt sie, kann ein<br />
Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro fällig werden.<br />
Bild: Saint-Gobain Rigips<br />
Benötige ich eine<br />
Baugenehmigung?<br />
Wer ein neues Haus baut, braucht eine Baugenehmigung<br />
– klar. Doch wie verhält es sich mit Umbauten,<br />
Anbauten oder Modernisierungsmaßnahmen? Darf<br />
hier nach Lust <strong>und</strong> Laune gestaltet werden? Die Antwort:<br />
jein. Ob Ihr Projekt einer Genehmigung bedarf, ist<br />
in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt <strong>und</strong><br />
vom Bebauungsplan Ihrer Gemeinde abhängig. Wird<br />
der äußere Gesamteindruck des Hauses verändert,<br />
sind die Umbauten meist genehmigungspflichtig. Nachfolgend<br />
haben wir Ihnen einige Beispiele aufgelistet:<br />
Bild: Cedral – Etex, Fotograf: Christian Blanke<br />
JA<br />
Abfangen tragender Wände<br />
Anbauten (z. B. Winter gärten<br />
<strong>und</strong> Balkone)<br />
Kellerausbau (Wohnraum)<br />
Dachausbau (Wohnraum)<br />
Änderung der Dachneigung<br />
Nachträglicher Einbau von Heizräumen<br />
Nachträglicher Einbau von Heizöl- <strong>und</strong><br />
Flüssiggas-Lagerstätten<br />
Veränderungen an der Abwasseranlage<br />
Änderungen der Dach flächen<br />
(z. B. durch Gauben <strong>und</strong> Dach terrassen)<br />
Fassaden-Renovierung mit starken<br />
Farb- <strong>und</strong> Form änderungen<br />
NEIN<br />
Dachdeckungen, wenn Farb- <strong>und</strong><br />
Material charakter erhalten bleiben<br />
<strong>Erneuerung</strong> von Fenstern <strong>und</strong> Türen<br />
(ohne Veränderung an der Fassade)<br />
Instandsetzungen <strong>und</strong> Ver schönerungen<br />
Änderung der Installationen (Heizung,<br />
Wasser, Gas etc.)<br />
Änderung oder Errichtung von nichttragenden<br />
<strong>und</strong> nicht aussteifenden<br />
Innenwänden<br />
Ausbau von Keller <strong>und</strong> Dach zu lediglich<br />
vorübergehend nutzbaren Räumen<br />
Anbringung bzw. Änderung von Dachflächenfenstern<br />
5
Feuchte Keller<br />
trockenlegen<br />
Tritt in einem Kellerraum Feuchtigkeit auf, stellt sich die Frage nach der Ursache<br />
<strong>und</strong> den Möglichkeiten zur Behebung des Problems. Dabei gilt: jeder Keller ist<br />
einzigartig <strong>und</strong> auch die weiteren Umstände wie Lage, Bodenfeuchte, Bodenbeschaffenheit,<br />
Gr<strong>und</strong>wasserspiegel, verwendete Materialien <strong>für</strong> das Mauerwerk<br />
<strong>und</strong> den Sockel etc. machen jede Kellersanierung zu einem individuellen<br />
Unterfangen. Je nach gewähltem Verfahren sind darüber hinaus durchaus auch<br />
statische Überlegungen <strong>und</strong> Berechnungen notwendig, um die Stabilität des<br />
Gebäudes durch die Baumaßnahmen <strong>für</strong> die Zukunft nicht zu gefährden. Deshalb<br />
sollten Sie vor dem Abdichten eines Kellers unbedingt einen Experten hinzuziehen,<br />
der im Vorfeld alle Faktoren begutachten <strong>und</strong> richtig bewerten kann.<br />
Mögliche Ursachen<br />
Bodenfeuchte<br />
Ist das Erdreich um die Kellerwände feucht <strong>und</strong> sind die Kellerwände<br />
nicht ausreichend gegen das Eindringen von Wasser geschützt, zieht<br />
die Feuchtigkeit in das Gestein des Gebäudesockels <strong>und</strong> der Kellerwände<br />
ein <strong>und</strong> wird mit Hilfe des Kapillareffekts in der Wand weiter nach<br />
oben transportiert. Je nach verwendetem Gestein <strong>und</strong> Mörtel ist der<br />
Kapillareffekt unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Extremfall steigt das<br />
Wasser in den Wänden um bis zu 1,5 Meter über dem Perimeter an.<br />
Beschädigte Rohrleitungen<br />
Da ein Schaden an Rohrleitungen oft über lange Zeit unentdeckt bleibt,<br />
kann er wider Erwarten zu einem sehr hohen Wassereintrag in die Kellerwände<br />
führen. Sichtbar wird die Feuchtigkeit meist erst, nachdem<br />
schon unzählige Liter Wasser in die Wand gesickert sind. Begrenzte<br />
Feuchteflecken im Bereich der (vermuteten) Leitungs führung können<br />
ein Hinweis auf defekte Rohrleitungen sein.<br />
Bild: PCI<br />
Wassereinwirkungsklassen<br />
Die Ausprägung der Bodenfeuchte um die Kellerwand<br />
bzw. die Bodenplatte eines Gebäudes wird<br />
seit 2017 in der DIN 18533 klassifiziert. Hierbei<br />
wird nicht mehr nach Lastfällen unterschieden,<br />
sondern die Einwirkungsart <strong>und</strong> -intensität des<br />
Wassers auf die betreffenden Bauteile berücksichtigt.<br />
Die bisher nach Entstehungsart klassifizierten<br />
Lastfälle „Bodenfeuchte“, „nichtstauendes Sickerwasser“,<br />
„zeitweise aufstauendes Sickerwasser“<br />
<strong>und</strong> „von außen drückendes Wasser“ werden<br />
durch vier Wassereinwirkungsklassen ersetzt.<br />
Diese reichen von der Klasse W1-E „Bodenfeuchte<br />
<strong>und</strong> nicht drückende Wasserbelastung“ über<br />
W2-E „drückendes Wasser“ bis hin zu W2.2-E<br />
„hohe Einwirkung von drückendem Wasser über<br />
drei Meter Eintauchtiefe“. Über diese Einwirkungsklassen<br />
werden die erforderlichen Maßnahmen<br />
zur Abdichtung nasser Keller abgeleitet.<br />
Bild: PCI<br />
Kondensfeuchte<br />
Dringt (zum Beispiel durch ein offenes Kellerfenster) warme, feuchtehaltige<br />
Luft in den Keller ein, kühlt sie an den kalten Kellerwänden<br />
ab <strong>und</strong> kondensiert. Gleiches passiert bei beheizten Kellerräumen,<br />
die über keine Wärmedämmung an den Außenwänden verfügen. Eine<br />
feuchte Kellerwand ist das Resultat dieses physikalischen Aspektes.<br />
Hat nun die oberflächliche Feuchtigkeit keine Möglichkeit durch genügend<br />
Luftzirkulation regelmäßig abzutrocknen, dringt das Wasser ins<br />
Mauerwerk ein. Dazu kommt, dass die ständig mit Wasser benetzte<br />
Oberfläche ein idealer Nährboden <strong>für</strong> Schimmelpilze ist.<br />
Oberirdisch eindringendes Wasser<br />
Ursache ist hierbei in der Regel eine schlechte bzw. defekte Ableitung<br />
von Regenwasser an der Außenfassade, die das Eindringen von<br />
Wasser oberhalb der Kellerabdichtung ermöglicht.<br />
Einlagensanierputze kombinieren<br />
Sanier- <strong>und</strong> Feinputz in einem Produkt.<br />
Sie verhindern Ausblühungen <strong>und</strong> ermöglichen<br />
gleichzeitig die optisch ansprechende<br />
Gestaltung der Wandoberfläche.<br />
Bild: PCI<br />
6
<strong>Sanierung</strong>sverfahren<br />
Zur Trockenlegung eines Kellers gibt es drei verschiedene<br />
Verfahren, die einzeln oder in Kombination zum<br />
gewünschten Resultat führen können: eine Mauerwerksabdichtung<br />
von innen, die Mauerwerksabdichtung<br />
von außen oder das nachträgliche Einbringen<br />
einer Horizontalsperre.<br />
Abdichtung von innen<br />
Einen Keller ausschließlich mit Maßnahmen auf der<br />
innenliegenden Sichtfläche der Wand trockenzulegen<br />
sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn Maßnahmen<br />
von außen nicht umzusetzen sind oder sich<br />
wirtschaftlich definitiv nicht rechnen. Eine reine Abdichtung<br />
von innen ist vor allem dann problematisch,<br />
wenn die Wände auf der Außenseite Erdberührung<br />
haben <strong>und</strong> nicht gegen Feuchtigkeit abgesperrt sind.<br />
In diesem Fall kann von außen weiterhin Wasser in die<br />
Wände eindringen, jedoch nicht mehr über die Innenseite<br />
verdunsten. Dadurch kann die Wassersättigung<br />
in den Kellerwänden sogar ansteigen <strong>und</strong> die Feuchtigkeit<br />
in der Wand über die Kapillare weiter nach oben<br />
gedrückt werden. Stehen die Kellerwände außen frei,<br />
sollte dagegen eine reine Abdichtung von innen meist<br />
kein Problem sein.<br />
Sperrputz <strong>und</strong> Sanierputz<br />
Solle eine Abdichtung von innen durchgeführt werden,<br />
können mit einem Sperrputz <strong>und</strong> anschließendem<br />
Auftragen eines Sanierputzes gute Ergebnisse erzielt<br />
werden. Vor dem Aufbringen der Sperrschicht muss<br />
eventuell erst eine Horizontalsperre in den Wänden<br />
angelegt werden. Wird die Abdichtung nicht über die<br />
gesamte Höhe der Kellerwände ausgeführt, so sollte<br />
man darauf achten, dass die Sperrschicht etwa 70<br />
bis 100 cm über die sichtbar feuchten Flächen der<br />
Wände hochgezogen wird <strong>und</strong> die obere horizontale<br />
Feuchtesperre (falls vorhanden) um etwa 25 bis 40 cm<br />
übersteigt, um einen zuverlässigen Feuchteschutz im<br />
Inneren zu gewährleisten.<br />
Bild: Schomburg<br />
Abdichtung von außen<br />
Durch eine Mauerwerksabdichtung von außen kann ein<br />
erneutes Eindringen von Feuchtigkeit gestoppt werden.<br />
Dazu werden entweder feste Bahnen verklebt bzw. verschweißt<br />
oder streich- <strong>und</strong> spachtelbare Werkstoffe<br />
aufgebracht. Letztere benötigen eine wesentlich sorgfältigere<br />
<strong>und</strong> aufwendigere Untergr<strong>und</strong>behandlung als<br />
Bahnen <strong>und</strong> Matten. Da<strong>für</strong> sind Schweiß- <strong>und</strong> Klebebahnen<br />
deutlich teurer, was die Zeitersparnis oft aufwiegen<br />
kann. Beachten Sie, dass die verschiedenen<br />
Werkstoffe nicht gleichwertig <strong>für</strong> alle Anwendungsfälle<br />
geeignet sind. Für die Auswahl des richtigen Materials<br />
zur Abdichtung sind drei Kriterien ausschlaggebend:<br />
die Rissüberbrückungsfähigkeit, die Einsatzfähigkeit<br />
auf dem vorhandenen Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> die Eignung <strong>für</strong><br />
den vorliegenden Lastfall. So kann zum Beispiel eine<br />
Bitumendickbeschichtung nicht auf noch feuchtem<br />
Mauerwerk aufgetragen werden. Auch alte Beschichtungen<br />
können problematisch sein <strong>und</strong> müssen oft entfernt<br />
werden. Gerade teerhaltige Anstriche sollten generell<br />
entfernt werden, da sie hochgradig umwelt- <strong>und</strong><br />
ges<strong>und</strong>heitsschädlich sind.<br />
Bitumen-Dichtbahn<br />
Kaltselbstklebende Bitumen-Dichtbahnen (KSK) lassen<br />
sich aufgr<strong>und</strong> ihrer hohen Klebkraft <strong>und</strong> sehr guten<br />
Formbarkeit einfach <strong>und</strong> sicher verarbeiten, auch<br />
bei niedrigen Temperaturen von bis zu - 5 °C.<br />
Horizontalsperre<br />
Bilder: Schomburg<br />
Eine Horizontalsperre oder Horizontalabdichtung hindert die Bodenfeuchtigkeit daran, im Mauerwerk kapillar<br />
in den Wänden aufzusteigen. Bei unterkellerten Neubeuten sind Horizontalsperren 5 cm oberhalb des fertigen<br />
Kellerfußbodens sowie unterhalb der Kellerdecke vorgeschrieben. In älteren Bauwerken sind häufig gar keine<br />
Sperrschichten vorhanden oder nicht mehr ausreichend dicht. Um nachträglich eine Sperrschicht in die Wände<br />
einzubringen, gibt es verschiedene Verfahren. Bei Injektionsverfahren wird durch eine Reihe von Bohrungen im<br />
Mauerwerk eine abdichtende Flüssigkeit oder Emulsion eingebracht, welche die feinen Poren <strong>und</strong> Hohlräume im<br />
Gestein füllen <strong>und</strong> somit das Aufsteigen des Wassers im Gestein hindern. Alternativ dazu gibt es verschiedenste<br />
Möglichkeiten, auf mechanische Weise eine neue oder zusätzliche Sperrschicht zur Mauertrockenlegung in<br />
die Kellerwände einzubringen. Ein Beispiel ist das Mauersägeverfahren. Hierbei wird die Kellerwand mit einer<br />
Spezialsäge in einer Mauerwerksfuge komplett horizontal aufgeschnitten <strong>und</strong> eine Sperrbahn darin eingebracht.<br />
Bitumen-Dickbeschichtung<br />
Moderne Bitumen-Dickbeschichtungen werden mit<br />
polymeren oder elastomeren Kunststoffen vermischt.<br />
<strong>Das</strong> verringert die Sprödigkeit bei tiefen Temperaturen,<br />
erhöht die Verformungsbeständigkeit, verbessert die<br />
elastische Rückverformung nach physikalischen Belastungen<br />
<strong>und</strong> ermöglicht einen leichten, gleichmäßigen<br />
Auftrag auch bei hohen Schichtdicken.<br />
Bitumenfreie Alternativen<br />
Mineralische Dichtschlämme (MDS) <strong>und</strong> sogenannte<br />
„Reaktivabdichtungen“ sind die bitumenfreien Alternativen<br />
zur Abdichtung erdberührter Bauteile. Sie punkten<br />
mit hervorragender Haftung durch klimaunabhängige,<br />
schnelle <strong>und</strong> nahezu verlustfreie Durchtrocknung.<br />
7
Schornsteinsanierung<br />
Erste Anzeichen <strong>für</strong> <strong>Sanierung</strong>sbedarf am Schornstein sind beispielsweise übermäßige Rauchbildung oder unangenehme<br />
Gerüche. Aber auch eine neue Heizung erfordert häufig zusätzliche Maßnahmen. Bei der Kaminsanierung können einzelne<br />
Arbeitsschritte in Eigenleistung durchgeführt werden, gerade dann, wenn fertige Bausätze verwendet werden, die als System<br />
optimal abgestimmt sind <strong>und</strong> in der Regel mit Montageanleitung kommen. Damit einer Abnahme durch den Schornsteinfeger<br />
nichts im Wege steht, müssen natürlich auch gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden.<br />
Bild: TONA<br />
Förderung <strong>für</strong> Nachrüstung<br />
von Pellet-Öfen<br />
Wer einen Pellet-Kaminofen, einen wasserführenden<br />
Pellet-Ofen oder eine Pellet-Heizung nachrüstet,<br />
kann Fördergelder beantragen. Zumindest<br />
dann, wenn der neue Ofen auch die zentrale<br />
Heizung mit Wärme versorgt. Denn dann gibt es<br />
hohe staatliche Zuschüsse über das B<strong>und</strong>esamt<br />
<strong>für</strong> Wirtschaft <strong>und</strong> Ausfuhrkontrolle (BAFA). Halten<br />
die Heizgeräte alle technischen Anforderungen<br />
ein, bekommen Hausbesitzer mindestens 2.000<br />
Euro. Für Öfen mit Partikelabscheider gibt es bei<br />
der <strong>Sanierung</strong> sogar 3.000 Euro in Form eines<br />
einmaligen Zuschusses. Wichtig ist jedoch, dass<br />
Verbraucher die Mittel noch vor dem Beginn der<br />
Umbauarbeiten beim BAFA beantragen.<br />
Wann ist eine<br />
Schornsteinsanierung nötig?<br />
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine <strong>Sanierung</strong><br />
des Schornsteins sinnvoll oder zwingend erforderlich<br />
ist. Oft erkennt der Schornsteinfeger dies als Erster.<br />
Doch auch Hausbesitzer müssen ihren Schornstein<br />
regelmäßig kontrollieren <strong>und</strong> auf entsprechende Hinweise<br />
achten. Im Wesentlichen gibt es drei Hauptgründe,<br />
die eine <strong>Sanierung</strong> erforderlich machen:<br />
Modernisierung der Heizanlage<br />
Eine neue Heizanlage erfordert in der Regel eine<br />
Schornsteinsanierung. Denn alte Kamine eignen sich<br />
selten <strong>für</strong> die niedrigeren Abgastemperaturen moderner<br />
Feuerstätten. Denn durch die niedrigere Temperatur,<br />
haben die Abgase in alten Schornsteinen mit ihren<br />
großen Querschnitten zu wenig Auftrieb <strong>und</strong> kondensieren<br />
bereits im Kaminschacht, was zur Versottung<br />
des Schornsteins führt.<br />
Schäden am Schornstein<br />
Witterungseinflüsse von außen können einen Schornstein<br />
erheblich schädigen. Erstes Anzeichen <strong>für</strong> notwendige<br />
Bauarbeiten sind oft Spannungsrisse <strong>und</strong><br />
bröckelnde Fugen. Bei stillgelegten Anlagen sollten<br />
Hausbesitzer auch vermehrte Flechtenbildung <strong>und</strong><br />
Pflanzenwuchs im Auge behalten. Eine wirkungsvolle<br />
Variante, um den Teil des Schornsteins, der mit der Außenluft<br />
in Berührung kommt, gegen Wind <strong>und</strong> Wetter zu<br />
schützen, ist das Abdichten <strong>und</strong> Verkleiden des Schornsteinkopfes<br />
inklusive der entsprechenden Anschlüsse<br />
an das Dach. Je nach Bauweise des Schornsteins <strong>und</strong><br />
dem Erscheinungsbild des restlichen Gebäudes stehen<br />
unterschiedliche Bauweisen <strong>und</strong> Materialien <strong>für</strong> die Verkleidung<br />
des Schornsteinkopfes zur Auswahl.<br />
Versottung<br />
Kondensieren die Abgase bereits im Kaminschacht<br />
können Wasser, Teer <strong>und</strong> enthaltene Säuren ins Gemäuer<br />
einziehen. Der Schornstein versottet <strong>und</strong> es<br />
entstehen gelb-braune Flecken an der Kaminaußenwand.<br />
Zudem breitet sich ein unangenehmer Geruch<br />
aus. Darüber hinaus ist die Bildung von Glanzruß<br />
möglich, was zu einer Schornsteinbrand-Gefahr führen<br />
kann <strong>und</strong> sogar die Statik gefährdet.<br />
Bild: Schiedel<br />
Spätestens dann, wenn sich die Versottung des<br />
Kamins durch braune Flecken an der Außenseite<br />
niederschlägt, ist es Zeit zu handeln.<br />
Bild: Sarei<br />
Die konstruktiv sichere Ausführung der An<strong>und</strong><br />
Abschlüsse des Kamins an die Dachfläche ist<br />
essenziell <strong>für</strong> dauerhafte Dichtigkeit. Verkleidungen<br />
aus Metall bieten sich an, wenn der Schornstein<br />
äußerliche Schäden aufweist oder schlicht nicht<br />
mehr gut aussieht. Auch eine Regenhaube über der<br />
Schornsteinöffnung kann Sinn machen. Ob das der<br />
Fall ist, sollten Sie aber erst mit Ihrem Schornsteinfeger<br />
klären. Je nach Bauart der Abdeckung kann<br />
diese auch kontraproduktiv sein. Wenn der in den<br />
Abgasen enthaltene Wasserdampf an der Abdeckung<br />
kondensiert <strong>und</strong> in den Kamin zurück tropft,<br />
führt dies irgendwann zu Feuchtigkeitsschäden. Bei<br />
modernen Systemschonsteinen sind Regenhauben<br />
manchmal sogar überflüssig.<br />
8
Alten Schornstein an neue<br />
Heizanlage anpassen<br />
Welches Material Sie <strong>für</strong> eine Kaminsanierung benötigen,<br />
hängt davon ab, welchen Brennstoff <strong>und</strong> welches<br />
Heizsystem Sie nutzen. Ebenso wichtig ist die erforderliche<br />
Flexibilität der Rohre. Gibt es Versatz? Wie<br />
hoch darf das Gewicht sein? Und natürlich spielen<br />
auch die Kosten eine Rolle. Im einfachsten Fall verläuft<br />
der Schlot gerade, sodass das Rohrsystem vom<br />
Dach aus in den alten Kamin hinuntergelassen wird.<br />
Heizung oder Kaminofen müssen allerdings an das<br />
Rohrsystem angeschlossen werden. Hierbei ist meist<br />
etwas Stemmarbeit nötig.<br />
Edelstahl<br />
Wer auf Edelstahl setzt, kann fast nichts falsch machen.<br />
Er ist <strong>für</strong> alle Heiztechniken <strong>und</strong> Brennstoffe geeignet.<br />
Auch das geringe Eigengewicht <strong>und</strong> die dünne<br />
Materialdicke sind große Vorteile beim Einbau. Hinzu<br />
kommt, dass Edelstahlrohre schnell Betriebstemperatur<br />
erreichen <strong>und</strong> sich Rußpartikel durch die glatte Innenoberfläche<br />
weniger schnell festsetzen. <strong>Das</strong> fördert<br />
einen guten Zug im Schacht. Entscheidend ist dabei<br />
die Qualität des Materials. Gerade bei säurehaltigen<br />
Abgasen sollten Sie lieber etwas mehr in einen dauerhaft<br />
korrosionsbeständigen Edelstahl investieren.<br />
Lässt der Verlauf des alten Schornsteins ein einfaches Einsetzen von neuen Rohren über das Dach zu,<br />
kann die komplette <strong>Sanierung</strong> gewöhnlich innerhalb von ein bis zwei Tagen umgesetzt werden. Und das mit<br />
einem Minimum an Schmutz- <strong>und</strong> Lärmentwicklung.<br />
Bilder: Schiedel<br />
Keramik<br />
Wer langfristig flexibel sein will, sollte Keramikrohre<br />
in Erwägung ziehen. Sie eignen sich gleichermaßen<br />
<strong>für</strong> hohe <strong>und</strong> niedrige Temperaturen, sind besonders<br />
nachhaltig <strong>und</strong> säureresistent. Ein späterer Wechsel<br />
des Brennstoffs oder der Heiztechnik ist mit Keramik<br />
besonders einfach. Sie ist langlebig <strong>und</strong> mit geprüfter<br />
W3G-Qualität macht ihr sogar ein Rußbrand nichts<br />
aus. Qualität hat ihren Preis <strong>und</strong> so sind <strong>Sanierung</strong>en<br />
mit Keramikrohren mit höheren Kosten verb<strong>und</strong>en.<br />
Außerdem sind etwaige Richtungsänderungen im Kaminverlauf<br />
mit einem höheren Arbeitsaufwand verb<strong>und</strong>en.<br />
Bei Betrieb mit Festbrennstoffen ist in der Regel<br />
eine zusätzliche Wärmedämmung notwendig.<br />
Bild: Schiedel<br />
Schornstein nachrüsten<br />
Ist ein Schornstein stark versottet, muss man davon<br />
ausgehen, dass die Bausubstanz erheblich angegriffen<br />
ist. Dies kann die Funktion, Tragfähigkeit <strong>und</strong> Stabilität<br />
des Bauteils beeinträchtigen. Hier kommen in einigen<br />
Fällen nur noch der Abriss <strong>und</strong> die Neuerrichtung des<br />
Schornsteins infrage. Auch der nachträgliche Einbau<br />
einer Schornsteinanlage bei Häusern, die bisher keine<br />
besitzen, ist in der Regel möglich. Zu unterscheiden<br />
sind der nachträgliche Einbau im Innenraum des<br />
Hauses <strong>und</strong> die Montage an der Außenwand. Bei der<br />
Neuerrichtung im Innenbereich fallen im Vergleich zur<br />
einfacheren Außenmontage zwar zusätzliche Arbeiten<br />
beim Anpassen <strong>und</strong> öffnen der Deckendurchgänge an,<br />
jedoch werden sowohl die Zugbedingungen <strong>für</strong> Ihren<br />
Kaminofen, als auch die Anforderungen der B<strong>und</strong>esemissionsschutzverordnung<br />
erfüllt – in der Regel ohne<br />
Zusatzkosten. Abhängig von den Gegebenheit kann<br />
auch die Montage eines Außenschornsteins aus Edelstahl<br />
sinnvoll sein. Je nach Ausführung eignet er sich<br />
sowohl <strong>für</strong> Heizanlagen, die mit Gas, Öl oder Pellets<br />
Wärme erzeugen, als auch <strong>für</strong> holzbefeuerte Kaminöfen.<br />
Viele namhafte Schornsteinhersteller bieten<br />
komplette Bausätze zur Errichtung von Schornsteinanlagen<br />
an, oft inklusive der fachgerechten Montage.<br />
9
Ein neuer Anstrich <strong>für</strong> die Fassade<br />
Fassadenfarben erfüllen als abschließende Schicht einer Putzfassade zwei wichtige Aufgaben: Farbgebung <strong>und</strong> Schutz. Letztere<br />
besteht hauptsächlich darin, Feuchtigkeit <strong>und</strong> die darin enthaltenen Schadstoffe fernzuhalten. Gleichzeitig muss aber auch die<br />
Diffusionsfähigkeit der Mauern in ausreichendem Maße erhalten bleiben. Steht ein Neuanstrich an, stellen sich zwei gr<strong>und</strong>legende<br />
Fragen. Welche Vorarbeiten sind nötig, bevor die neue Farbe aufgetragen werden kann? Welcher Farbtyp ist am besten geeignet,<br />
um eine dauerhaft widerstandsfähige <strong>und</strong> schöne Beschichtung herzustellen?<br />
Bild: Hasit<br />
Altanstrich säubern <strong>und</strong><br />
Untergr<strong>und</strong> prüfen<br />
Vor dem Streichen der Fassade sollten Sie den Untergr<strong>und</strong><br />
prüfen, um festzustellen, ob es mit einem neuen Anstrich<br />
wirklich getan ist oder ggf. umfangreichere <strong>Sanierung</strong>smaßnahmen<br />
bzw. Vorarbeiten nötig sind. Prüfen Sie die Fassade<br />
zunächst auf Verfärbungen, lose Farbschichten, Schmutzablagerungen<br />
<strong>und</strong> Moosbildung. Pflanzenreste müssen mechanisch<br />
entfernt, Schmutz kann mit einem Hochdruckreiniger<br />
beseitigt werden. Mit den folgenden Verfahren können Sie<br />
näher bestimmen, ob bzw. welche Vorarbeiten Sie vor dem<br />
Streichen noch ausführen müssen:<br />
• Abriebprobe: Hier wird mit der bloßen Hand überprüft, ob<br />
bei einem Darüberstreichen Kreiden, Mehlen oder Sanden<br />
der Oberfläche der Fassade zu beobachten ist. In diesem<br />
Fall muss eine Vorbehandlung des Untergr<strong>und</strong>es erfolgen.<br />
• Klebebandtest: Klebeband wird auf den Untergr<strong>und</strong> gedrückt<br />
<strong>und</strong> dann ruckartig abgerissen. Sind Farbreste auf<br />
dem Klebeband, hat die alte Beschichtung keine gute<br />
Haftung mehr auf dem Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> muss ggf. entfernt<br />
werden.<br />
• Gitterschnittprüfung: Hierzu werden in die bereits vorhandene<br />
Beschichtung parallel laufende Ritzschnitte im<br />
rechten Winkel zueinander angebracht. Anschließend<br />
wird ein Klebeband über den Gitterschnitt blasenfrei angedrückt<br />
<strong>und</strong> dann wieder abgezogen. Anhand einer Kennwerttabelle<br />
können die Ergebnisse bewertet werden.<br />
• Benetzungsprobe: Spritzen Sie Wasser auf den Untergr<strong>und</strong>,<br />
um zu prüfen, wie saugfähig er ist. Wird das Wasser<br />
direkt aufgenommen, müssen Sie in jedem Fall gr<strong>und</strong>ieren,<br />
sonst wird der Anstrich streifig <strong>und</strong> die Haltbarkeit<br />
nimmt ab.<br />
Bilder: Baumit<br />
10
Bild: Baumit<br />
Untergr<strong>und</strong> vorbereiten<br />
Vor der Reinigung bzw. Vorbehandlung des Untergr<strong>und</strong>s ist es ratsam, Türen, Fenster <strong>und</strong> Fensterbänke<br />
abzudecken, denn spätestens beim Anstrich ist dieser Arbeitsschritt ohnehin nötig. Sobald die Fassade gereinigt<br />
ist, müssen etwaige Schwachstellen in der Putzschicht behoben werden (siehe Seite 14/15). Anschließend<br />
muss bei stark saugenden Untergründen eine Gr<strong>und</strong>ierung aufgebracht werden. Diese Maßnahme<br />
ist auch bei ungleichmäßig saugfähigen Untergründen ratsam, da der bestehende Putz dadurch zusätzlich<br />
gefestigt wird. Prüfen Sie mittels Probeaufstrich, ob der Fassadengr<strong>und</strong> einzieht. Tut er das nicht, sondern<br />
trocknet glänzend auf der Oberfläche, verdünnen Sie die Gr<strong>und</strong>ierung im jeweils zulässigen Mischungsverhältnis<br />
mit Wasser.<br />
Die Wahl des richtigen Farbtyps<br />
Um die richtige Farbe <strong>für</strong> den neuen Anstrich wählen zu<br />
können, müssen Sie wissen, mit welchem Farbtyp der Altanstrich<br />
erfolgte, denn darauf muss die neue Farbe abgestimmt<br />
sein. Sollte Ihnen der Farbtyp nicht bekannt sein,<br />
kann eine Lösungsmittelprobe dabei helfen zu erkennen,<br />
um welche Art von Beschichtung es sich handelt. So werden<br />
etwa Dispersions- <strong>und</strong> Kunstharzfarben durch Nitro-<br />
Verdünnung angelöst, Silikatfarben hingegen sind gegen<br />
diese unempfindlich.<br />
Dispersionsfarben<br />
Dispersionsfarben bestechen vor allem durch die sehr<br />
einfache Handhabung <strong>und</strong> den günstigen Preis. Sie bestehen<br />
aus einer sehr feinen Verteilung von Kunststoffen<br />
in Wasser. Sie sind nicht gelöst, sondern nur in kleinsten<br />
Teilen vermischt. Trocknet das Wasser nach dem Auftragen<br />
der Fassadenfarbe weg, bildet der Anstrich eine Art<br />
Film. Weil ohnehin eine Mischung vorliegt, werden auch<br />
Farbpigmente gut aufgenommen. Folglich eignen sich Dispersionsfarben<br />
besonders <strong>für</strong> farbenfrohe Fassaden. Sie<br />
sind zudem leicht überstreichbar <strong>und</strong> weitgehend atmungsaktiv.<br />
Auf Kalkfarben, kalkhaltige oder schwierige (poröse)<br />
Untergründe sollten sie nicht gestrichen werden. Anstriche<br />
mit Dispersionsfarben sollten in regelmäßigen Intervallen<br />
erneuert werden.<br />
Silikonharzfarben<br />
Silikonharzfarbe ist seit Jahren das Schlagwort, wenn es<br />
um beständige Anstriche im Außenbereich geht. In diesem<br />
Zusammenhang wird oft vom Lotuseffekt gesprochen. Damit<br />
ist die selbstreinigende Beschaffenheit der Oberfläche<br />
gemeint. Wasser dringt nicht ins Mauerwerk ein, sondern<br />
perlt an der Fassade ab. Verschmutzungen wie Staub oder<br />
Pollen werden einfach abgewaschen. Gleichzeitig ist Silikonharzfarbe<br />
diffusionsoffen, wodurch Feuchtigkeit aus<br />
dem Mauerwerk durch den Anstrich verdunsten kann, was<br />
einen guten Schutz gegen Schimmelpilze <strong>und</strong> Moose mit<br />
sich bringt.<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Silikatfarben<br />
Hauptbestandteil <strong>und</strong> Namensgeber dieses Farbtyps ist<br />
Kaliumsilikat. <strong>Das</strong> Bindemittel verbindet sich durch Verkieselung<br />
mit dem Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> reagiert alkalisch, was<br />
die Algenbildung auf der Fassade verhindert. Die Farben<br />
sind atmungsaktiv, sehr witterungsbeständig <strong>und</strong> widerstandsfähig<br />
gegen säurehaltige Schadstoffe. Sie eignen<br />
sich insbesondere <strong>für</strong> mineralische, poröse Untergründe<br />
wie Kalkputz, Faserzement oder Beton. <strong>Das</strong> besondere an<br />
Silikatfarben ist, dass sie UV-stabil sind. Sie altern durch<br />
einen kontinuierlichen gleichmäßigen Schichtdickenverlust:<br />
Sie werden über die Jahrzehnte dünner <strong>und</strong> wittern<br />
natürlich ab.<br />
11
Alte Fassaden<br />
erneuern<br />
Zeigen sich an einer Fassade Risse, Beschädigungen oder hohle<br />
Stellen unter dem Putz, müssen Maßnahmen ergriffen werden,<br />
um einen weiteren Verfall zu stoppen. Eine beschädigte Fassade<br />
sieht nämlich nicht nur unschön aus, sondern hat früher oder<br />
später auch Auswirkungen auf die dahinterliegende Bausubstanz<br />
<strong>und</strong> somit auf die Bewohner. Ein anfangs kleiner Riss kann mit<br />
der Zeit dazu führen, dass sich großflächig Putz ablöst, wodurch<br />
die Außenwände nicht mehr ausreichend vor der Witterung geschützt<br />
sind <strong>und</strong> Schaden nehmen können.<br />
Bild: Hasit<br />
Analyse des Untergr<strong>und</strong>es<br />
Bei der Renovierung einer Putzfassade ist die Analyse <strong>und</strong><br />
Vorbehandlung des Untergr<strong>und</strong>es ein wesentlicher Bestandteil<br />
der Arbeiten. Ein Kriterium bei der Bewertung des<br />
vorgef<strong>und</strong>enen Zustands vor einer <strong>Sanierung</strong> ist immer die<br />
Haftung der alten Schichten am Untergr<strong>und</strong> bzw. ihre Tragfähigkeit.<br />
Zu den einfachen, aber aussagekräftigen Testmethoden<br />
vor Ort gehören:<br />
• Sichttest: Überprüfung auf optisch erkennbare Schäden<br />
wie Risse, Abplatzungen oder Ausblühungen.<br />
• Kratztest: Fahren Sie mit einem Nagel oder ähnlichem<br />
kräftig über den Putz bzw. Altanstrich. Ist der Putz mürbe<br />
oder bröselig, müssen an den betroffenen Stellen mehrere<br />
Millimeter abgetragen <strong>und</strong> neu beigeputzt werden.<br />
Ein nicht tragfähiger Altanstrich platzt beim Test weg <strong>und</strong><br />
muss entfernt werden (Hochdruck-/Schleifgerät, Bürste).<br />
• Abklopfen: Durch Abklopfen eines Untergr<strong>und</strong>es, zum<br />
Beispiel mit einem Hammer, können Hohlstellen zwischen<br />
Putz <strong>und</strong> Untergr<strong>und</strong> durch den erkennbar anderen<br />
Klang ermittelt werden.<br />
• Benetzungsprobe: Feine Haar- <strong>und</strong> Netzrisse sind<br />
häufig augenscheinlich nicht erkennbar. Hier hilft die Benetzungsprobe,<br />
denn aufgr<strong>und</strong> der stärkeren Wasseraufnahme<br />
zeichnen sie sich dunkel ab. Zudem lassen<br />
sich so auch gleich Saugverhalten, Quellbarkeit <strong>und</strong> die<br />
Haftung im feuchten Zustand beurteilen.<br />
Andere Verfahren sind nicht ohne Weiteres selbst durchführbar.<br />
So kann zum Beispiel ein pH-Wert-Test Aufschluss<br />
über die Alkalität von Putz, Beton oder Faserzement<br />
geben oder ein spezielles Schichtdickenmessgerät<br />
anzeigen, in welcher Stärke bestehende Putzschichten<br />
vorliegen. Aufgr<strong>und</strong> der unzähligen relevanten Faktoren,<br />
die bei der Bestandsanalyse zu berücksichtigen sind, sollten<br />
Sie im Zweifelsfall immer einen Fachmann hinzuziehen.<br />
Bild: Baumit<br />
12
Eine Fassadensanierung sollte wenn möglich<br />
zusammen mit weiteren <strong>Sanierung</strong>s maßnahmen,<br />
wie etwa dem Tausch alter Fenster oder einer<br />
Dachsanierung, kombiniert werden. So fallen beispielsweise<br />
die Kosten <strong>für</strong> das Gerüst nur einmal an.<br />
Bilder: Steico<br />
Risse sanieren<br />
Wo Kräfte wirken, können Risse auftreten. <strong>Das</strong> passiert<br />
immer dann, wenn in einem Bauteil größere<br />
Spannungen auftreten, als sie durch die Festigkeit,<br />
Elastizität oder Haftung eines Baustoffs aufgefangen<br />
werden können. Form, Tiefe <strong>und</strong> Ursachen von Rissen<br />
sind vielfältig, <strong>und</strong> die Bandbreite der Auswirkungen<br />
reicht von harmlosen kosmetischen Problemen bis zu<br />
ernsthaften statischen Schadensbildern.<br />
Die richtige <strong>und</strong> daher erfolgreiche Form der <strong>Sanierung</strong><br />
verlangt eine genaue Riss-Analyse. Oft gibt die<br />
Form der Risse schon einen relativ zuverlässigen Anhaltspunkt<br />
zur Eingrenzung der Ursache.<br />
Gr<strong>und</strong>sätzlich unterscheidet man zwischen:<br />
• Putzbedingten Rissen<br />
• Untergr<strong>und</strong>bedingten Putzrissen<br />
• Baukonstruktiv <strong>und</strong> statisch bedingten Rissen<br />
Risse, die im Putz <strong>und</strong> durch den Putz selber entstehen,<br />
erzeugen oft ein klar interpretierbares Rissmuster.<br />
Charakteristische Rissverläufe zeigen auch<br />
die gängigsten untergr<strong>und</strong>bedingten Rissen. Ihr Bild<br />
folgt dabei den Belastungsmustern, die im Untergr<strong>und</strong><br />
angelegt auftreten. Baukonstruktiv bedingte Risse<br />
sind Folgen unmittelbarer statischer Überlastungen im<br />
Mauerwerk oder Beton selbst. Wegen ihrer viel fältigen<br />
Ursachen gibt es kein Universalrezept, Putzrisse optimal<br />
zu beheben. Kleinere, oberflächliche Risse lassen<br />
sich in der Regel recht einfach mit Acryl oder Reparaturmörtel<br />
verschließen. Zur Ursachenanalyse <strong>und</strong> Abwägung<br />
der zu ergreifenden Maßnahmen sollten Sie<br />
sicherheitshalber immer den Rat eines Profis einholen.<br />
Altputzüberarbeitung<br />
Kleinere Risse lassen sich einfach verschließen. Sind<br />
jedoch größere Flächen abgeplatzt, sollte der Originalputz<br />
verwendet werden. Dabei sollte folgendes beachtet<br />
werden: Frisch aufgetragene mineralische Putze<br />
sollte man erst nach vier bis sechs Wochen überstreichen,<br />
sonst kann der Anstrich zerstört werden. Kunstharz-<br />
<strong>und</strong> Dispersionsputze müssen mindestens eine<br />
Woche vollständig aushärten.<br />
Sanierputz<br />
Alte Fassaden sind oft durch Feuchtigkeit <strong>und</strong> in die<br />
Konstruktion eingewanderte Salze geschädigt. Abmehlende<br />
Oberflächen, Putzabplatzungen, Durchfeuchtungen,<br />
Oberflächenverfärbungen <strong>und</strong> Rissbildung<br />
sind die Folge. Werden in solchen Fällen die<br />
Putze erneuert, sollten Unter- <strong>und</strong> Oberputz so gestaltet<br />
werden, dass sie möglichst dauerhaft mit diesem<br />
Schadenspotenzial umgehen können.<br />
Sanierputz-Systeme sorgen über einen langen Zeitraum<br />
<strong>für</strong> eine trockene <strong>und</strong> ausblühungsfreie Putz-<br />
Oberfläche, indem Salze im Putz eingelagert <strong>und</strong> so<br />
aus dem Mauerwerk entfernt werden. Um das zu ermöglichen,<br />
sind Sanierputze wasserabweisend, dabei<br />
aber hoch diffusionsoffen. Dies führt zu einer Verlagerung<br />
der Verdunstungsebene von der Oberfläche<br />
in die Putzschicht. Feuchtigkeit dringt, mit den in ihr<br />
gelösten Salzen, ein <strong>und</strong> lässt diese beim Ausdiff<strong>und</strong>ieren<br />
durch den Sanierputz im Putz zurück. So lässt<br />
der Sanierputz das Mauerwerk austrocknen, hält die<br />
Salze jedoch zurück, damit es nicht zu Ausblühungen<br />
an der Oberfläche kommt. Sind sehr viele Salze vorhanden,<br />
kann zunächst ein (Poren-) Gr<strong>und</strong>putz aufgetragen<br />
werden, der den Salzen die Möglichkeit gibt, zu<br />
kristallisieren, ohne dabei Schaden anzurichten.<br />
Wasser<br />
Wasser<br />
Salz<br />
Dampf<br />
Einlagiger Sanierputz<br />
Verlagerung der Verdunstungs ebene <strong>für</strong> im<br />
Mauerwerk befind liche Feuchtig keit von der<br />
Putzoberfläche in die Putz schicht. Sanierputze<br />
sind wasserabweisend <strong>und</strong> gleichzeitig hoch<br />
diffusionsfähig.<br />
Salz<br />
Dampf<br />
Zweilagiger Sanierputz<br />
Der Gr<strong>und</strong>putz ist nicht wasserabweisend, damit<br />
Salze einwandern können <strong>und</strong> bietet mit über<br />
50 % Porenvolumen ausreichend Platz, um die<br />
Salze unschädlich einzulagern.<br />
13
Nachträgliche<br />
Fassadendämmung<br />
14<br />
Wird eine Fassade nachträglich gedämmt,<br />
senkt das – gleichbleibendes Heizverhalten<br />
vorausgesetzt – in jedem Fall die Energiekosten.<br />
Die Dämmung an sich muss<br />
aber natürlich erst einmal bezahlt werden.<br />
Die Frage, ab wann es sich finanziell lohnt,<br />
kann mit Hilfe verschiedener Szenarien<br />
berechnet werden. Da<strong>für</strong> ist entscheidend,<br />
auf welche Art <strong>und</strong> Weise die Fassade<br />
gedämmt wird, welche Materialien zum<br />
Einsatz kommen <strong>und</strong> wieviel Heizenergie<br />
eingespart wird – sowohl zum Zeitpunkt<br />
der Maßnahme als auch in den Jahren<br />
danach.<br />
Kombination Dämmung <strong>und</strong><br />
anderen <strong>Sanierung</strong>smaßnahmen<br />
Eine Fassadendämmung lohnt sich immer dann am<br />
meisten, wenn sie mit anderen, ohnehin anstehenden<br />
<strong>Sanierung</strong>smaßnahmen verknüpft werden kann.<br />
Braucht die Fassade beispielsweise einen neuen Anstrich,<br />
muss sowieso ein Gerüst gemietet sowie auf<strong>und</strong><br />
abgebaut werden. <strong>Das</strong> allein würde etwa 20 bis<br />
40 Prozent der Gesamtkosten einer Fassadendämmung<br />
ausmachen. Noch besser fällt die Rechnung<br />
aus, wenn zusätzlich zum Anstrich eine Putzerneuerung<br />
nötig ist. Der Anteil der Investition, der dann ausschließlich<br />
der energetischen Verbesserung dient,<br />
liegt dann oft nur noch bei r<strong>und</strong> 50 Prozent.<br />
Bei der Berechnung der tatsächlichen Kosten spielt<br />
neben der reinen Quadratmeterzahl auch die Homogenität<br />
der Flächen eine Rolle: Je mehr Unterbrechungen<br />
es gibt, desto aufwendiger <strong>und</strong> damit teurer ist die<br />
Dämmung. Natürlich entscheidet auch die Wahl des<br />
Dämmstoffs über den Preis. Allerdings macht das reine<br />
Dämmmaterial in der Regel nur einen relativ kleinen<br />
Anteil der Gesamtkosten <strong>für</strong> die Maßnahme aus.<br />
Bei der Materialwahl sollten Sie deshalb auch andere<br />
Aspekte gut abwägen. Da sich die Beurteilung der<br />
möglichen Optionen <strong>für</strong> eine Fassadendämmung sehr<br />
komplex darstellt, ist hier Expertenrat gefragt. Und den<br />
müssen Sie oft nicht einmal selbst bezahlen. Eine Vor-<br />
Ort-Energieberatung wird vom BAFA mit bis zu 800<br />
Euro bezuschusst.<br />
Beispielrechnung<br />
Bild: Steico<br />
Um die finanzielle Einsparung durch eine Fassadendämmung abzuschätzen, können sich Eigenheim besitzer<br />
an der folgenden Beispielrechnung orientieren. Da sich die Beurteilung der möglichen Optionen <strong>für</strong> eine<br />
Fassadendämmung sehr komplex darstellt, sollte sie vor einem konkreten Vorhaben in jedem Fall von Fachleuten<br />
<strong>und</strong> mit Blick auf das jeweilige Gebäude durchgeführt werden.<br />
Für unser Fallbeispiel gehen wir davon aus, dass ein Gebäude aus den 80er Jahren energetisch saniert<br />
werden soll, wobei die Heizung bereits erneuert wurde. Jetzt soll die Fassade gedämmt werden.*<br />
Gebäudetyp: freistehendes Einfamilienhaus<br />
ungedämmte Außenwandfläche: 130 m 2<br />
Einsparung: 1,4 W/m²K - 0,2 W/m²K = 1,2 W/m²K<br />
Um die Einsparung in Kilowattst<strong>und</strong>en zu berechnen, werden die jährlichen Heizgradst<strong>und</strong>en benötigt,<br />
die angeben, wie viel in 12 Monaten geheizt wird.<br />
Standort: Düsseldorf<br />
U-Wert ungedämmte Außenwand: 1,4 W/m²K<br />
U-Wert nach Anbringen der Dämmschicht (14 cm): 0,2 W/m²K<br />
Heizgradst<strong>und</strong>en (Kilokelvinst<strong>und</strong>en): 84 kKh<br />
Einsparung pro Jahr: 1,2 W/m²K x 84 kKh x 130 m² = 13.104 kWh<br />
Um die mögliche Einsparung durch die Fassadendämmung berechnen zu können wird der Preis pro kWh<br />
Heizenergie benötigt. <strong>Das</strong> Haus wird mit Öl beheizt, welches pro Liter etwa 10 Kilowattst<strong>und</strong>en liefert.<br />
Heizungstyp: neue Öl-Brennwertheizung<br />
Jahres-Nutzungsgrad: 96 %<br />
angenommener Ölpreis: 0,60 €/Liter<br />
Preis pro kWh Heizenergie: 0,06 €<br />
geschätzte Nutzungsdauer der neuen Fassade: 40 Jahre<br />
Ersparnis nach 40 Jahren: 13.104 kWh x 0,06 € / kWh x 40 Jahre = 31.450 €<br />
Eine normale Außenwanddämmung mit WDVS kostet ca. 100 bis 200 € / m 2 (inklusive Arbeitskosten,<br />
Gerüstaufbau, sonstigem Arbeitsmaterial). Da die Putzfassade sowieso erneuert werden musste,<br />
wo<strong>für</strong> ein Großteil der oben genannten Kosten ohnehin angefallen wäre, werden <strong>für</strong> die reine Dämmung<br />
etwa 50 bis 100 € / m 2 veranschlagt.<br />
Gesamtkosten WDVS: 100 – 200 € / m 2 reine Kosten <strong>für</strong> die Dämmung: 50 – 100 € / m 2<br />
Kosten Dämmung: 130 m² x 50 – 100 € / m² = 6.500 – 13.000 €<br />
* Dieses Fallbeispiel wurde so gewählt, um eine möglichst einfache Berechnungsgr<strong>und</strong>lage zu schaffen. In der Praxis<br />
werden zunächst Fenster, Dach <strong>und</strong> Gebäudehülle auf den neuesten Standard gebracht, <strong>und</strong> erst dann die Heizung ausgetauscht.<br />
Nur so kann der Heizenergiebedarf richtig eingeschätzt <strong>und</strong> der neue Brennkessel richtig dimensioniert werden.
Wärmedämmverb<strong>und</strong>system<br />
1<br />
Der Aufbau eines WDVS erfolgt gr<strong>und</strong>sätzlich immer nach demselben Prinzip:<br />
<strong>Das</strong> Kernstück bildet dabei eine Dämmplatte. Diese wird mit einem speziell<br />
auf den Untergr<strong>und</strong> abgestimmten Klebemörtel befestigt <strong>und</strong> in der Regel zusätzlich<br />
verdübelt. Eine alleinige Verklebung kann bei EPS-Platten mit einem<br />
System-Gesamtgewicht ≤ 10 kg/m² erfolgen. Bei höherem Gewicht muss zusätzlich<br />
gedübelt werden. Auf die Dämmschicht folgt die Armierungsmasse <strong>und</strong><br />
das Armierungsgewebe <strong>und</strong> zum Schluss in der Regel ein Außenputz. Eine<br />
interessante Alternative zur klassischen Endbeschichtung mit Putz <strong>und</strong> Farbe<br />
ist die Verwendung von Klinkerriemchen. Sie sind relativ leicht im direkten Verb<strong>und</strong><br />
mit dem WDVS aufzubringen <strong>und</strong> werden lediglich verklebt, verfugt <strong>und</strong><br />
gereinigt. Klinkerriemchen ermöglichen ausdrucksstarke Oberflächen. Sie sind<br />
hart, wasserabweisend <strong>und</strong> extrem widerstandsfähig gegen Frost, Hitze oder<br />
Hagel. So weisen verklinkerte Wärmedämmverb<strong>und</strong>systeme auch eine längere<br />
Haltbarkeit als normale, verputzte WDVS-Fassaden auf – sind jedoch auch<br />
kostenintensiver.<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
7<br />
8<br />
1 Mauerwerk<br />
2 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />
3 Dämmstoff<br />
4 Verdübelung<br />
5 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />
6 Armierungsgewebe<br />
7 Armierungsschicht<br />
8 Putz<br />
1<br />
6<br />
Bilder: Saint-Gobain Weber<br />
2<br />
3<br />
1 Mauerwerk<br />
2 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />
3 Dämmstoff<br />
4<br />
5<br />
4 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />
7<br />
5 Armierungsgewebe<br />
8<br />
6 Verdübelung<br />
7 Klebemörtel<br />
9<br />
8 Klinkerriemchen<br />
9 Fugenmörtel<br />
Bild: Baumit<br />
Begünstigt ein WDVS wirklich die Schimmelbildung?<br />
Oft wird behauptet, dass eine Dämmung mit WDVS die Schimmelbildung an der<br />
Innenseite der Außenwände begünstigt. Diese Aussage entspricht aber nicht<br />
der Wahrheit. Ganz im Gegenteil: Eine baulich korrekt ausgeführte Außenwanddämmung<br />
hilft Schimmelbildung zu vermeiden, indem die Oberflächentemperatur<br />
auf der Zimmerseite erhöht wird, wodurch die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so<br />
leicht an den Wänden kondensieren kann.<br />
Mitverantwortlich <strong>für</strong> den Schimmel-Irrtum ist der Mythos, dass Wände wegen<br />
der Dämmung angeblich nicht „atmen“ können. Doch Wände können gr<strong>und</strong>sätzlich<br />
nicht atmen. Ein Luftaustausch durch eine massive Mauer findet nur dann<br />
statt, wenn – beispielsweise in vielen Altbauten – Luft durch Ritzen <strong>und</strong> Spalten<br />
oder <strong>und</strong>ichte Fenster dringt. Sind Wände, Fenster <strong>und</strong> Dämmung fachmännisch<br />
– <strong>und</strong> damit luftdicht – ausgeführt, kann ein Luftaustausch ausschließlich<br />
über geöffnete Fenster <strong>und</strong> Türen oder eine Lüftungsanlage erfolgen. Schimmelbildung<br />
wird also keinesfalls durch das Weglassen einer Dämmung verhindert,<br />
sondern durch richtiges Heizen <strong>und</strong> Lüften. Dies gilt umso mehr, je besser<br />
ein Haus gedämmt ist <strong>und</strong> je luftdichter die Außenhülle damit wird.<br />
Vorteile durch mineralische WDVS<br />
Wichtig bei der Ausführung eines WDV-Systems ist, dass die einzelnen Komponenten<br />
optimal aufeinander abgestimmt sind, um Unverträglichkeiten untereinander<br />
zu vermeiden. Der wichtigste Gr<strong>und</strong>satz dabei: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand<br />
muss von innen nach außen abnehmen. Nur so kann der aus dem<br />
beheizten Haus nach außen drückende Wasserdampf schnell abgeführt werden.<br />
Aufgr<strong>und</strong> der günstigen bauphysikalischen Eigenschaften kommen hierbei inzwischen<br />
vermehrt mineralische WDV-Systeme zum Einsatz. Mineralische Putze <strong>und</strong><br />
Armierungsmassen haben gegenüber Kunstharz- <strong>und</strong> Silikonharzputzen den Vorteil,<br />
besonders diffusionsoffen zu sein. In Kombination mit einem mineralischen<br />
Dämmstoff entstehen vollmineralische Systeme, die auch noch mit weiteren Vorteilen<br />
punkten. Die Kapillarkraft von mineralischen Putzen verhindert eine Tropfenbildung<br />
an der Oberfläche <strong>und</strong> entzieht Pilzen <strong>und</strong> Algen damit weitestgehend den<br />
Nährboden. Zudem wird durch mineralische, wärmespeichernde Dickputze die<br />
Oberflächentemperatur leicht erhöht, wodurch wiederum die Tauwasserbildung<br />
<strong>und</strong> somit die Gefahr von Algenbewuchs reduziert wird. Bei Putzen <strong>und</strong> Anstrichen<br />
auf Kalkbasis wird die Vermehrung von Mikroorganismen durch die hohe Alkalität<br />
zusätzlich gehemmt. Natürlich sind vollmineralische Systeme deutlich teurer als<br />
ein Standard-WDVS mit EPS-Dämmung <strong>und</strong> Kunstharzputz. Aufgr<strong>und</strong> der vielen<br />
Vorteile sollte diese Option aber definitiv in Betracht gezogen werden. Nicht zuletzt<br />
auch wegen des besseren Brandschutzes <strong>und</strong> der extrem langen Haltbarkeit.<br />
Die durchschnittliche Lebensdauer mineralischer Edelputze ist mit r<strong>und</strong> 50 Jahren<br />
deutlich höher als bei organischen Putzen.<br />
15
Die wichtigsten<br />
Dämmstoffe im Vergleich<br />
Wichtigste Komponente eines Fassadendämmsystems ist selbstverständlich<br />
der Dämmstoff. Er bestimmt die Eigenschaften <strong>und</strong><br />
damit die Vor- <strong>und</strong> Nachteile des Systems. Gemessen an der<br />
Absatzmenge gelten EPS, Mineralwolle <strong>und</strong> Holzfasern<br />
als gängigste Materialien. Welcher Dämmstoff <strong>für</strong><br />
Ihre Fassade am besten geeignet ist, hängt<br />
neben dem Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> dem<br />
gewählten Dämmsystem auch vom<br />
Budget <strong>und</strong> den gestellten<br />
Anforderungen ab.<br />
Bild: Steico<br />
Expandiertes Polystyrol (EPS)<br />
<strong>Das</strong> unter dem Markennamen Styropor ® bekannte<br />
Polystyrol gilt als das günstigste verfügbare Material<br />
zur Außendämmung. Neben sehr guten Wärmedämmeigenschaften<br />
spricht auch die sehr leichte Verarbeitung<br />
der Platten <strong>für</strong> das Material. Sie lassen sich<br />
mit einem Heißdraht einfach <strong>und</strong> ohne Rückstände<br />
schneiden <strong>und</strong> werden dann direkt auf die Wand geklebt<br />
<strong>und</strong> mit Dübeln befestigt. Der Dämmstoff wird in<br />
der Brandschutzklasse B1 geführt, gilt also als schwer<br />
entflammbar. Durch seine diffusionsdichte Struktur ist<br />
EPS außerdem beständig gegenüber Feuchtigkeit.<br />
Mineralwolle<br />
In Sachen Wärmeleitfähigkeit ist Mineralwolle nicht<br />
ganz so gut wie EPS aufgestellt, da<strong>für</strong> hat das Material<br />
in anderen Punkten die Nase vorne. An erster Stelle<br />
ist die Brandsicherheit zu nennen: Mineralwolle wird<br />
mit der Brandschutzklasse A1 – der höchsten Brandschutzklasse<br />
– als nicht brennbar eingestuft. Dank der<br />
diffusionsoffenen Struktur kann Feuchtigkeit von innen<br />
nach außen transportiert werden, wodurch Schimmelbildung<br />
im Innenraum vorgebeugt wird. Die Dämmung<br />
ist sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen<br />
<strong>und</strong> Belastungen, was die Lebensdauer verlängert<br />
<strong>und</strong> die Kosten <strong>für</strong> die Instandhaltung gering hält.<br />
Holzfaser<br />
Holzfaserdämmplatten bestehen aus einem nachwachsenden<br />
Rohstoff <strong>und</strong> bieten eine ähnliche<br />
Dämmwirkung wie EPS <strong>und</strong> Mineralwolle. Vor allem<br />
die Fähigkeit, große Mengen an Feuchtigkeit<br />
aufzunehmen <strong>und</strong> weiterzuleiten, ohne dabei an<br />
Dämmwirkung zu verlieren, zeichnet diesen natürlichen<br />
Dämmstoff aus. Holzfaserplatten gehören<br />
zur Brandschutzklasse B2, was bedeutet, dass sie<br />
normal entflammbar sind. <strong>Das</strong> Besondere an Holz<br />
ist aber, dass im Brandfall eine Verkohlungsschicht<br />
das Durchbrennen hemmt <strong>und</strong> so die Ausbreitung<br />
des Feuers verlangsamt.<br />
Bild: Baumit<br />
Bild: Climowool<br />
Bild: Steico<br />
Wärmeleitfähigkeit (U-Wert)<br />
Bei dem U-Wert handelt es sich um den Wärmedurchgangskoeffizient,<br />
der den Wärmestrom durch ein Bauteil<br />
in Abhängigkeit vom Temperaturgefälle zwischen<br />
warmer <strong>und</strong> kalter Seite in der Einheit W/(m²·K) angibt.<br />
Klingt in der Theorie recht kompliziert, deshalb reicht<br />
es <strong>für</strong> die Praxis zu wissen: je niedriger der U-Wert,<br />
umso besser die Dämmwirkung.<br />
Wasserdampfdiffusionswiderstand<br />
(μ-Wert)<br />
Die Diffusion von Wasserdampf ermöglicht die<br />
Trocknung feuchter Bauteile, ist aber zugleich auch<br />
der Gr<strong>und</strong> <strong>für</strong> die Durchfeuchtung von Stoffen. Wie<br />
leicht Luftfeuchtigkeit in Stoff eindringen bzw. wieder<br />
austreten kann, wird durch den µ-Wert angegeben.<br />
Ein µ-Wert von 1 entspricht dabei dem Diffusions-<br />
Widerstand von Luft <strong>und</strong> stellt das Minimum dar. Je<br />
höher der Wert, desto dampfdichter ist das Material.<br />
Brandschutzklassen<br />
Alle Baustoffe werden entsprechend ihres Brandverhaltens<br />
in Klassen eingeordnet. Nicht brennbare<br />
Stoffe wie Zement oder Mineralwolle werden<br />
mit A1 oder A2 klassifiziert. Schwer entflammbare<br />
Stoffe, die nach dem Entfernen der Zündquelle<br />
nicht selbstständig weiterbrennen, entsprechen<br />
der Klasse B1. Als Mindestanforderung <strong>für</strong> alle<br />
Baustoffe, die in Gebäuden verwendet werden,<br />
gilt die Klasse B2 (normal entflammbar).<br />
Wärmeleitfähigkeit W/(m 2·K) Wasserdampf diffusion μ Brandschutzklasse<br />
EPS 0,032 – 0,040 20 – 100 B1<br />
Mineralwolle 0,035 – 0,041 1 – 2 A1<br />
Holzfaser 0,037 – 0,045 3 – 10 B2<br />
16
Vorgehängte hinterlüftete Fassade<br />
2<br />
3<br />
1<br />
4<br />
1 Mauerwerk<br />
Bei der Dämmung von Wohngebäuden ist das WDVS in den allermeisten Fällen<br />
das System der Wahl. Die Alternative – eine hinterlüftete Vorhangfassade<br />
– wird oft gar nicht erst in Betracht gezogen. Der Gr<strong>und</strong> ist klar: VHF sind erheblich<br />
teurer. Abhängig von der Art der Unterkonstruktion <strong>und</strong> der gewählten<br />
Außenverkleidung kann der Preis pro Quadratmeter im Vergleich zu einem<br />
gängigen WDVS weit mehr als das Doppelte betragen. Dem gegenüber steht<br />
jedoch die Tatsache, dass vorgehängte hinterlüftete Fassaden einem WDVS<br />
in vielerlei Hinsicht überlegen sind:<br />
Bild: Knauf Insulation<br />
5<br />
6<br />
2 Unterkonstruktion<br />
3 Dämmstoff<br />
4 Verdübelung<br />
5 Fassadenbekleidung<br />
6 Hinterlüftung<br />
Hinterlüftung<br />
<strong>Das</strong> Besondere an der VHF ist die charakteristische Luftschicht zwischen<br />
der Dämmschicht <strong>und</strong> der Außenbekleidung. Zwischen den<br />
Komponenten entsteht auf diese Weise ein Hinterlüftungsraum, der<br />
den Feuchtehaushalt im Baukörper optimal regeln kann. Denn durch<br />
den Luftstrom wird alle anfallende Feuchtigkeit zuverlässig abgeführt.<br />
Ideal <strong>für</strong> die <strong>Sanierung</strong><br />
Durch die Unterkonstruktion sind VHF nicht nur im Neubau eine sinnvolle<br />
Lösung, sondern gerade auch bei <strong>Sanierung</strong>en mit schwierigen,<br />
nicht klebefähigen oder unebenen Untergründen. Wärmebrücken<br />
können durch spezielle Wandhalterungen aus Edelstahl mit thermischen<br />
Trennelementen auf ein Minimum reduziert werden.<br />
Sieht aus wie gestrichenes Holz – ist es aber<br />
nicht. Fassadenprofile aus Zementfaser sind<br />
extrem langlebig, <strong>und</strong> bieten alle gestalterischen<br />
Möglichkeiten. Die beeindruckend langlebigen<br />
Elemente werden aus hochwertigem Portland-<br />
Zement, Sand <strong>und</strong> Zellulosefasern hergestellt.<br />
Sie schrumpfen, quellen <strong>und</strong> vergrauen nicht <strong>und</strong><br />
werden nicht rissig – auch wenn sie viele Jahre<br />
extremen Klimabedingungen ausgesetzt sind.<br />
Hinzu kommt eine hohe Resistenz gegen Algen<strong>und</strong><br />
Pilzbefall sowie Insekten oder Schädlinge.<br />
Bild: James Hardie<br />
Pflegeaufwand <strong>und</strong> Haltbarkeit<br />
Trotz der zunächst höheren Erstinvestitionen können vorgehängte<br />
Hinterlüftete Fassaden aufgr<strong>und</strong> der sehr hohen Lebensdauer<br />
<strong>und</strong> des geringen Pflege- bzw. Instandhaltungsaufwands in ökonomischer<br />
Hinsicht eine sinnvolle Alternative sein. Bei einer VHF mit<br />
einer Bekleidung aus Lärchenbrettern kann beispielsweise von einer<br />
Lebensdauer von 40 Jahren ausgegangen werden. Da eine solche<br />
Fassade als wartungsfrei gilt <strong>und</strong> somit keine Kosten während der<br />
Nutzungszeit entstehen – etwa <strong>für</strong> Reinigung, einen Neuanstrich<br />
oder eine Putzsanierung – können sich die höheren Material- <strong>und</strong><br />
Montagekosten auf lange Sicht durchaus lohnen.<br />
Gestaltungsfreiheit<br />
Die gestalterischen Möglichkeiten der VHF sind nahezu unbegrenzt.<br />
Die Fassadenbekleidung kann aus beinahe jedem erdenklichen Material<br />
bestehen – Holz, Faserzement, Naturstein, Metallblech, um nur<br />
einige Optionen zu nennen.<br />
Nachträgliche Kerndämmung<br />
bei zweischaligem Mauerwerk<br />
Durch eine Kerndämmung – auch Hohlraum- oder Einblasdämmung<br />
genannt – lassen sich mit sehr geringem Kostenaufwand<br />
Wände, Dächer, Decken oder Fußböden effektiv<br />
dämmen. Vorausgesetzt in den Gebäudeteilen befinden<br />
sich Hohlräume, die mit Dämmmaterial verfüllt werden können.<br />
Insbesondere <strong>für</strong> ein zweischaliges Mauerwerk bietet<br />
sich diese Dämmmethode an, da sich der bauliche Aufwand<br />
<strong>und</strong> damit die Kosten <strong>und</strong> Unannehmlichkeiten in Grenzen<br />
halten. Es müssen lediglich Löcher gebohrt werden, durch<br />
die das Dämmmaterial nachträglich in die Hohlräume eingebracht<br />
wird. Die Kerndämmung eines kompletten Einfamilienhauses<br />
kann oft innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen<br />
realisiert werden, wobei die Fassade oder der Innenausbau<br />
nicht verändert werden. Für eine Einblasdämmung kommen<br />
unterschiedlichste Dämmstoffe in Frage. Die Auswahl<br />
reicht von Steinwollflocken über Polystyrolgranulate bis hin<br />
zu organischen Materialien wie Kork- oder Zelluloseflocken.<br />
Welcher Dämmstoff im Einzelfall geeignet ist, hängt von<br />
verschiedenen Kriterien ab – unter anderem von der Größe<br />
des zu verfüllenden Hohlraumes.<br />
Bilder: Knauf Insulation<br />
17
Innendämmung<br />
von Außenwänden<br />
Ein Gebäude von innen zu dämmen, ist gr<strong>und</strong>sätzlich immer die schlechtere Option, wenn es darum geht, dessen Energieeffizienz zu<br />
verbessern. Es gibt jedoch Ausnahmen. Wenn Stuck, Fachwerk, oder einfach nur die ausgewogenen Proportionen von Altbauten erhalten<br />
werden sollen, oder die Außenseite eines Gebäudes schlicht <strong>und</strong> einfach nicht zu gänglich ist, kann die Innendämmung eine gute Option<br />
<strong>für</strong> eine nachträgliche Wärmedämmung sein.<br />
Bild: Knauf Performance Materials<br />
Feuchte absperren oder regulieren<br />
Außenwände werden bei den meisten Gebäuden auf<br />
der kalten Seite gedämmt. Ist dies nicht möglich, kann<br />
alternativ auch eine Innendämmung verbaut werden.<br />
Die Dämmung sorgt zwar raumseitig <strong>für</strong> wärmere<br />
Oberflächen, bremst jedoch auch den Wärmetransport<br />
zur tragenden Wand. Diese wird somit kälter, was<br />
die Kondensation von Luftfeuchtigkeit an der Wandinnenseite<br />
<strong>und</strong> damit die Schimmelbildung begünstigt.<br />
Die gr<strong>und</strong>sätzliche Frage, die sich bei der Innendämmung<br />
stellt, lautet daher: Muss die Dämmung mit oder<br />
ohne Dampfbremse bzw. -sperre ausgeführt werden?<br />
Bei der Dampfbremse handelt es sich um eine Kunststofffolie,<br />
welche die Dämmschicht <strong>und</strong> die dahinterliegende<br />
Außenwand gegen Feuchtigkeit aus dem<br />
Raum abdichtet. Bei kapillaraktiven Dämmmaterialien<br />
ist eine Dampfbremse nicht notwendig. Kalziumsilikatplatten<br />
beispielsweise nehmen die Feuchtigkeit aus<br />
der Raumluft auf <strong>und</strong> geben sie wieder ab – zudem<br />
sind sie schimmelhemmend. Auch bei Hartschaumplatten<br />
aus Polyurethan ist keine zusätzliche Folie nötig,<br />
da sie selbst als Dampfsperre wirken.<br />
Wohnraumverlust<br />
Durch die Dämmung von innen geht zwangsläufig<br />
wertvoller Wohnraum verloren. Wie viel Wohnfläche<br />
verloren geht ist natürlich abhängig von der Dämmstärke<br />
des verwendeten Materials. Dabei gilt: je höher<br />
die Dämmleistung des gewählten Materials, desto<br />
geringere Dämmstärken sind möglich. Gleichzeitig<br />
steigen aber auch die Kosten pro Quadratmeter. Zwischen<br />
Kostenersparnis <strong>und</strong> Wohnraumverlust muss<br />
also genau abgewogen werden.<br />
Bild: Sievert<br />
Eine kapillaraktive, feuchteregulierende Innendämmung muss nicht immer aus Platten bestehen. Mineralische<br />
Leichtputze mit hochwärmedämmenden Eigenschaften eignen sich besonders gut <strong>für</strong> die <strong>Sanierung</strong> von Altbauwänden,<br />
denn die Putzschicht dient gleichzeitig zur Egalisierung <strong>und</strong> zur Dämmung. In einem Arbeitsgang<br />
können bis zu 3 cm Putz aufgetragen werden. Bei mehrschichtigem Aufbau lassen sich Gesamtschichtdicken<br />
von bis zu 12 cm <strong>und</strong> sehr gute Dämmwerte realisieren.<br />
18
Fehler vermeiden!<br />
Wärmebrücken<br />
Im Altbau sind Decken <strong>und</strong> Innenwände meist ohne thermische Trennung an<br />
die Außenwände angeb<strong>und</strong>en. Ist es draußen kalt, kühlen nicht nur die Hauswände<br />
außen <strong>und</strong> innen aus, sondern auch die Übergänge zu Innenwand<br />
oder Decke. Wird dann eine Innenwanddämmung angebracht, sammelt sich<br />
Feuchtigkeit vor allem an den Schnittpunkten von Dämmung <strong>und</strong> durchbrechender<br />
Wand. Schimmelwachstum ist vorprogrammiert. Ein Problem, das<br />
auch Fensterlaibungen betrifft. Präventiv sollten Sanierer die Dämmung immer<br />
über Eck ausführen <strong>und</strong> Teile der Innenwände <strong>und</strong> Decken mitdämmen<br />
(Flankenschutz). Da<strong>für</strong> werden spezielle Dämmkeile angebracht.<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Hohlräume hinter der Dämmung<br />
Liegt der gewählte Dämmstoff nicht vollständig auf, entstehen Hohlräume, in<br />
denen Feuchtigkeit kondensieren <strong>und</strong> Schimmel gedeihen kann. Aus diesem<br />
Gr<strong>und</strong> ist es besonders wichtig, nur auf intakten, sauberen Untergründen zu<br />
dämmen <strong>und</strong> Unebenheiten gegebenenfalls vorher mit Füllmörtel auszugleichen.<br />
Herstelleranweisungen zur Verarbeitung der Dämmung sollten genau<br />
eingehalten werden. Zudem ist es wichtig, ausschließlich die zum System gehörenden<br />
Materialien, Kleber <strong>und</strong> Dübel zu verwenden.<br />
Vorsatzschale<br />
Können Dämmstoffe nicht direkt an der Wand angebracht werden, schaffen Holzlatten<br />
oder Metallprofile die Unterkonstruktion <strong>für</strong> eine Vorsatzschale, deren Zwischenräume<br />
mit Dämmmatten gefüllt werden. Werden als Dämmung Glas- oder Steinwolle gewählt,<br />
muss eine Dichtheitsschicht, die sogenannte Dampfsperre, auf die Dämmschicht aufgebracht<br />
werden, da diese Dämmstoffe anfallende Feuchtigkeit nicht regulieren können.<br />
Die Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit hinter die Dämmung gelangt <strong>und</strong><br />
Schimmel entsteht. Die Beplankung (z. B. aus Gipskartonplatten) wird auf die Unterkonstruktion<br />
geschraubt. Im Anschluss folgt die weitere Verarbeitung der Wandfläche<br />
mit Spachtelmasse oder Putz.<br />
Direkte Dämmung<br />
Bei der direkten Dämmung der Wand ist keine Unterkonstruktion nötig. Kapillaraktive<br />
Dämmplatten (z. B. Kalziumsilikatplatten) werden direkt auf das Mauer werk geklebt <strong>und</strong>/<br />
oder mithilfe von Schlagdübeln gedübelt. Auf eine Dampfbremse kann verzichtet werden,<br />
da die Platten die Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen <strong>und</strong> wieder abgeben. Zur<br />
Auswahl stehen mineralische Dämmstoffe oder Holzfaserplatten. Letztere haben den<br />
großen Vorteil, dass die Oberfläche direkt <strong>und</strong> ohne weitere Vorbehandlung verputzt<br />
werden kann.<br />
Schimmelsanierung mit mineralischer Innendämmung<br />
Schimmel hat vielfältige Ursachen: Erhöhte Feuchteproduktion etwa durch trocknende<br />
Wäsche, unangemessenes Heiz- <strong>und</strong> Lüftungsverhalten, aber auch Bausubstanzprobleme<br />
wie schlechte Dämmung <strong>und</strong> geringe Wärmespeicherung sowie<br />
zu dichte Räume mit geringem Luftaustausch. Vor dem Hintergr<strong>und</strong>, dass ein<br />
Drei-Personen-Haushalt pro Tag eine Feuchtemenge von 6-12 Litern produziert,<br />
erklärt sich eine vermehrte Schimmelproblematik.<br />
Dämmplatten aus Kalziumsilikat oder Perlite bieten dank ihrer Kapillaraktivität<br />
<strong>und</strong> des hohen pH-Werts einen hocheffizienten Schimmelpilzschutz. Im Vergleich<br />
bieten Perlite Platten einen höheren Wärmeschutz. Da<strong>für</strong> können Kalziumsilikatplatten<br />
noch deutlich größere Mengen an Wasser aufnehmen. Da die Platten<br />
relativ teuer sind, werden sie bei der Innendämmung meist nur punktuell an besonders<br />
feuchten Stellen eingesetzt (z. B. in stark belasteten Kellerräumen).<br />
Vor dem Aufbringen der Platten wird der von Schimmel befallene Bereich abgeschottet<br />
<strong>und</strong> der Schimmelpilz fachgerecht entfernt. Dann werden die Platten vollflächig<br />
verklebt. Anschließend werden die Platten gr<strong>und</strong>iert <strong>und</strong> verputzt. Zuletzt<br />
wird eine diffusionsoffene Farbe aufgetragen. So wird natürlicher Schimmelpilzschutz<br />
mit effektiver Feuchteregulierung <strong>und</strong> guter Wärmedämmung kombiniert.<br />
Dämmstoffe <strong>für</strong> die Innenwanddämmung<br />
Bild: Saint-Gobain Isover Bild: Sonae Arauco/Agepan System Bild: Knauf Performance Materials Bild: Baumit<br />
Mineralwolle<br />
Holzfaserplatten<br />
Perlite<br />
Calciumsilikat-Platte<br />
• Aus Stein, Glas etc.<br />
• Kann nur mit Dampfsperre<br />
verbaut werden<br />
• Brandschutzklasse A1<br />
• Aus dem natürlichen<br />
Rohstoff Holz<br />
• Feuchteregulierend<br />
• Als Putzträger geeignet<br />
• Brandschutzklasse B2<br />
• Aus Silikatgestein<br />
vulkanischen Ursprungs<br />
• Feuchteregulierend <strong>und</strong><br />
schimmelresistent<br />
• Brandschutzklasse A1<br />
• Aus Kalk, Sand, Zement<br />
<strong>und</strong> Wasser<br />
• Feuchteregulierend <strong>und</strong><br />
schimmelresistent<br />
• Brandschutzklasse A1<br />
19
Schluss mit<br />
kalten Böden<br />
Ein Ärgernis, das vor allem in älteren Häusern häufig auftritt: mangelnder Komfort <strong>und</strong> fehlende Behaglichkeit aufgr<strong>und</strong> fußkalter Räume.<br />
Die Ursache ist meist eine fehlende oder unzureichende Fußbodendämmung. Hier ist Nachrüsten angesagt. Denn ein besser gedämmter Boden<br />
fördert nicht nur das Wohnklima, sondern spart auch Heizenergie. Muss der alte Boden ohnehin raus <strong>und</strong> ein kompletter Neuaufbau erfolgen,<br />
kann der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung diese positiven Auswirkungen noch zusätzlich verstärken.<br />
Kellerdeckendämmung<br />
Unbeheizter Keller <strong>und</strong> Kälte, die bis in das Erdgeschoss<br />
zieht – viele Hausbesitzer kennen das Problem.<br />
Die Dämmung der Kellerdecke bringt eine sofortige<br />
Einsparung der Heizkosten von bis zu 15 % <strong>und</strong><br />
ist sehr einfach in Eigenleistung umsetzbar. Die Kosten<br />
sind dabei relativ überschaubar: Einfache Dämmplatten<br />
sind – abhängig vom verwendeten Material<br />
<strong>und</strong> der benötigten Dämmstärke – schon ab unter 20<br />
Euro/m 2 erhältlich. Sie können aus verschiedensten<br />
Systemen wählen – mit unterschiedlichen Dämmmaterialien,<br />
abgestimmt auf den jeweiligen Bedarf.<br />
Eignet sich die Kellerdecke zum Beispiel nicht <strong>für</strong><br />
eine Verklebung, gibt es auch Dämmplatten, die verdübelt<br />
oder verschraubt werden. Gr<strong>und</strong>sätzlich muss<br />
nur geklärt werden, ob die Kellerräume intensiv genutzt<br />
werden – zum Beispiel als Büro – <strong>und</strong> die Dämmung<br />
daher auch optisch höheren Ansprüchen genügen<br />
muss. In diesem Fall kann man die gedämmte<br />
Kellerdecke streichen, mit Gipsbauplatten verkleiden<br />
oder verwendet gleich Dämmplatten mit Farbbeschichtung<br />
oder aufkaschierter Bekleidung.<br />
Bild: Saint-Gobain Weber<br />
Neue Dämmung auf altem Boden<br />
Bei einer nur teilweisen Unterkellerung oder einem<br />
sehr niedrigen Untergeschoss ist es jedoch manchmal<br />
nicht möglich oder zumindest nicht praktikabel,<br />
die Decke zu dämmen. Dann ist es oft besser, auf die<br />
andere Seite zu wechseln <strong>und</strong> stattdessen den Boden<br />
zu dämmen. Dann wird die Dämmung entweder auf<br />
dem bestehenden Bodenbelag aufgebaut oder der<br />
alte Boden durch einen neuen mit Dämmung ersetzt.<br />
Alte Dielen- oder Fliesenböden können in vielen Fällen<br />
einfach so wie sie sind unter dem neuen Aufbau<br />
verschwinden. Der Knackpunkt ist hierbei natürlich<br />
immer die Aufbauhöhe. Platten aus modernen Hochleistungs-Dämmstoffen<br />
haben auch bei geringer Materialstärke<br />
eine sehr gute Dämmwirkung <strong>und</strong> eignen<br />
sich daher besonders, wenn die Gegebenheiten nur<br />
eine dünne Dämmschicht zulassen.<br />
Bilder: Knauf Insulation<br />
20
Fußbodenheizung<br />
Wenn Sie im Zuge einer Renovierung nachträglich<br />
eine Fußbodenheizung installieren möchten, haben<br />
Sie die Wahl zwischen einer Vielzahl verschiedener<br />
Systeme. Die bei der <strong>Sanierung</strong> häufig auftretenden<br />
Einschränkungen – begrenzte Tragfähigkeit der Decke,<br />
limitierte Höhe des Bodenaufbaus etc. – stellen<br />
eine Herausforderung dar, sind heutzutage aber problemlos<br />
zu meistern. Welches System das richtige ist,<br />
hängt auch davon ab, zu welchem Zweck die Fußbodenheizung<br />
installiert wird. Soll die bisherige Heizung<br />
(in der Regel ein Heizkörper) ersetzt werden, muss ein<br />
wasserführendes System installiert werden. Dient die<br />
Fußbodenheizung nur der Steigerung des Komforts<br />
wie zum Beispiel <strong>für</strong> die Barfußzone im Bad, können<br />
elektrische Heizmatten die bessere Wahl sein. Gr<strong>und</strong>sätzlich<br />
unterscheidet man drei Typen von Fußbodenheizungen:<br />
Bild: Schlüter<br />
Nasssysteme<br />
Wenn der alte Fußbodenaufbau durch einen neuen zu<br />
ersetzen ist <strong>und</strong> genügend Spielraum <strong>für</strong> eine größere<br />
Aufbauhöhe besteht, eignen sich Nasssysteme. Dabei<br />
werden Heizleitungen auf speziellen Dämmplatten verlegt<br />
<strong>und</strong> anschließend mit Estrich überzogen. Die Estrichschicht<br />
verteilt die Lasten aus dem Raum <strong>und</strong> hilft<br />
als Speicher, kurze Heizpausen zu überbrücken. Die<br />
Rohrsysteme werden dabei entweder auf der Dämmschicht<br />
festgetackert oder in spezielle Noppenplatten<br />
eingeklemmt. Muss der Bodenaufbau besonders niedrig<br />
sein, kommen sogenannte Dünnschichtsysteme<br />
zum Einsatz. Sie können auf vorhandene Rohfußböden,<br />
Estriche <strong>und</strong> Fliesenbeläge gebaut werden <strong>und</strong><br />
erreichen Aufbauhöhen von weniger als 3 Zentimetern.<br />
Dazu wird eine Folien-Noppenplatte auf den bestehenden<br />
Untergr<strong>und</strong> geklebt, mit den Heizrohren bestückt<br />
<strong>und</strong> abschließen mit einem Fließestrich überdeckt.<br />
Trockensysteme<br />
Auch Trockenbau-Fußbodenheizungen können mit<br />
sehr geringeren Aufbauhöhen umgesetzt werden. Da<br />
sie im Vergleich zum Nasssystem schneller <strong>und</strong> ohne<br />
Feuchtigkeitseintrag eingebaut werden können, bieten<br />
sie sich <strong>für</strong> die Nachrüstung besonders an. Die unterste<br />
Schicht des Aufbaus bilden spezielle Dämmplatten,<br />
mit ausgesparten Kanälen zum Aufnehmen der Rohre.<br />
Für eine bessere Wärmeverteilung sind die Platten<br />
entweder mit Aluminium beschichtet, oder es werden<br />
spezielle Wärmeleitbleche eingesetzt. Sind die Rohrleitungen<br />
eingelegt, folgt zum Abschluss ein Trockenestrich<br />
als lastverteilende Schicht. Da die Heizrohre<br />
anders als bei einer Flächenheizung im Nasssystem<br />
sehr dicht unter der Oberfläche liegen, lassen sich<br />
Trockensysteme schneller auf die gewünschte Temperatur<br />
bringen. Nachteilig ist hingegen das geringere<br />
Wärmespeichervermögen.<br />
Elektrische Systeme<br />
Bei elektrischen Fußbodenheizungen werden elektrisch<br />
betriebene Heizschlangen im Boden unterhalb<br />
des Bodenbelags eingelassen. Elektrische Heizsysteme<br />
sind in den Betriebskosten teurer als Warmwasser-<br />
Fußbodenheizungen. Möchten Sie nur ein einzelnes<br />
Zimmer oder einen Teilbereich mit einer Fußbodenheizung<br />
ausstatten, reduziert sich der Aufwand <strong>für</strong> die<br />
Installation. Sie benötigen lediglich einen Stromanschluss.<br />
Der Aufbau solcher Systeme ist sehr niedrig<br />
(die Heizmatten sind oft nur wenige Millimeter hoch),<br />
wodurch sie sich besonders gut <strong>für</strong> die Renovierung<br />
bzw. zur Nachrüstung eignen. Ein weiterer Vorteil:<br />
elektrische Systeme reagieren besonders schnell. Die<br />
gewünschte Gradzahl wird innerhalb kürzester Zeit<br />
erreicht.<br />
Bilder: BLANKE<br />
21
Alte Bodenbeläge erneuern<br />
Für einen langlebigen <strong>und</strong> mängelfreien Fußboden ist nicht nur die Wahl des Oberbelages entscheidend.<br />
Auch der Unterbau spielt eine wichtige Rolle. Ist der alte Untergr<strong>und</strong> noch gut in Schuss, kann der Belag<br />
oft relativ einfach ausgetauscht oder sogar direkt mit einem neuen Belag überdeckt werden. Liegen<br />
jedoch Mängel im Unterboden vor, wirkt sich das auch negativ auf den Bodenbelag aus. Kleinere Risse<br />
<strong>und</strong> Unebenheiten können mit wenig Aufwand ausgeglichen werden – sofern die Substanz gut <strong>und</strong> der<br />
Boden ausreichend gedämmt ist. Setzungen oder mangelnde Druckfestigkeit sind ein größeres Problem,<br />
da sie die Funktionsfähigkeit <strong>und</strong> Haltbarkeit des Bodens reduzieren.<br />
Bild: James Hardie<br />
Neuer Bodenaufbau<br />
Oftmals sind Fußböden in Altbauten im Laufe der Jahre<br />
uneben geworden oder sogar in Schieflage geraten,<br />
sodass im Zuge einer <strong>Sanierung</strong> <strong>und</strong> nicht zuletzt wegen<br />
gestiegener Anforderungen an den Schallschutz<br />
über einen neuen Bodenaufbau nachgedacht werden<br />
muss. Welche Möglichkeiten es gibt, den Unterboden<br />
neu aufzubauen hängt in erster Linie davon ab, ob<br />
eine Holzbalkendecke oder eine Betondecke vorliegt.<br />
Bei Holzbalkendecken, die aus statischen Gründen oft<br />
keine hohe Mehrbelastung verkraften können, kommen<br />
meist Trockenestriche zum Einsatz. Zusätzlicher<br />
Vorteil neben dem geringen Gewicht: Es wird keine<br />
Feuchte in das Bauwerk eingebracht, wodurch Trocknungszeiten<br />
entfallen. Nachteilig ist, dass die Platten<br />
in Räumen mit Wasseranfall eine gesonderte Feuchtigkeitsschutzschicht<br />
benötigen. Bei Massivdecken hat<br />
man gr<strong>und</strong>sätzlich die freie Wahl zwischen Trocken<strong>und</strong><br />
Nassestrich. Vorteil des Nassestrichs sind sein relativ<br />
geringer Verlegeaufwand <strong>und</strong> eine bessere Trittschalldämmung<br />
bei schwimmender Verlegung.<br />
Schüttdämmstoff<br />
Bei der Herstellung eines Trocken- oder Fertigteilestrichs<br />
im Altbau kommen als unterste Schicht häufig<br />
Schüttdämmstoffe zum Einsatz, auch Ausgleichsschüttung<br />
genannt. Sie bringen schräge bzw. unebene Böden<br />
schnell in die Waage oder lassen auf dem Boden<br />
verlaufende Rohre ganz einfach verschwinden. Auch<br />
die Zwischenräume einer Holzbalkendecke können<br />
damit verfüllt werden. Dämmschüttungen bestehen<br />
entweder aus Styroporbeton-Kügelchen oder aus einer<br />
veredelten Form des leichten Perlits. Letzterer Baustoff<br />
ist vulkanischen Ursprungs <strong>und</strong> ganz natürlich,<br />
mineralisch, chemisch neutral <strong>und</strong> baubiologisch absolut<br />
einwandfrei. Im eingebauten Zustand verkleben<br />
<strong>und</strong> verkrallen sich die Granulate, sodass eine Schicht<br />
entsteht, die die Anforderungen an eine Ausgleichsschicht<br />
in „geb<strong>und</strong>ener Form“ nach DIN 18560-2<br />
erfüllt. Die Wahl des richtigen Dämmstoffs <strong>und</strong> die korrekte<br />
Ausführung sind auf jeden Fall entscheidend (ggf.<br />
ist eine Dampfsperre nötig). Lassen Sie sich deshalb in<br />
jedem Fall von einem Fachmann beraten.<br />
Trockenestrich<br />
Ist ein ebener <strong>und</strong> tragfähiger Boden vorhanden – zum<br />
Beispiel durch eine Schicht Ausgleichsschüttung –<br />
kann der Trockenestrich verlegt werden. Die Elemente<br />
bestehen zum Beispiel aus miteinander verklebten Zement-,<br />
Gipsfaser- oder Holzfaserplatten. Sie werden im<br />
Verband verlegt <strong>und</strong> im Fugenstoß verklebt <strong>und</strong>/oder<br />
verschraubt.<br />
Unebenheiten ausgleichen<br />
Soll ein neuer Belag direkt auf eine Massivdecke bzw.<br />
einen alten Estrichboden verlegt werden, müssen oft<br />
erst Schadstellen oder Unebenheiten ausgeglichen<br />
werden. Um sicherzustellen, dass Spachtelmassen<br />
oder Klebstoffe gut auf dem Boden halten, sollte vor<br />
dem Bodenausgleich eine Gr<strong>und</strong>ierung oder Haftbrücke<br />
verwendet werden. Gerade, tragfähige, aber leicht<br />
beschädigte Untergründe können mit Bodenspachteln<br />
aus Zement, Gips oder Kunstharz ausgeglichen werden.<br />
Liegen größere Schäden oder Unebenheiten vor,<br />
bieten sich fließfähige, selbstnivellierende Spachtelmassen<br />
an.<br />
Selbstnivellierende Fließspachtel können<br />
manuell oder maschinell auf unterschiedliche<br />
Untergründe aufgebracht<br />
werden <strong>und</strong> schaffen sehr schnell einen<br />
absolut ebenen, tragfähigen Untergr<strong>und</strong><br />
<strong>für</strong> alle gängigen Bodenbeläge.<br />
Trockenestrichelemente<br />
mit aufkaschierter Dämmung<br />
aus Holzfaser, Polystyrol oder<br />
Mineralwolle sparen einen Arbeitsschritt,<br />
da hier die Dämm- <strong>und</strong> Deckschicht bereits<br />
in einem Teil kombiniert sind.<br />
Bild: James Hardie<br />
Bild: Saint-Gobain Weber<br />
22
Holzbalkendecken haben<br />
aufgr<strong>und</strong> fehlender Masse der<br />
Rohdecke oft einen zu geringen<br />
Schallschutz. Neben klassischen<br />
Dämmschüttungen gibt es auch<br />
spezielle Waben-Dämmsysteme<br />
die bei der <strong>Sanierung</strong> von Holzbalkendecken<br />
eingesetzt werden,<br />
um den Trittschall zu reduzieren.<br />
Sieht aus wie Fliesen- oder<br />
Natursteinbelag, ist aber Vinyl.<br />
Oberflächenstruktur <strong>und</strong> Farbgebung<br />
der Dekore kommen<br />
den Vorbildern aus der Natur<br />
mittlerweile extrem nahe.<br />
Bild: James Hardie<br />
Bild: Schlüter<br />
Bild: Moderna<br />
Trittschalldämmung<br />
Die Erschütterungen, die beim Gehen entstehen, übertragen<br />
sich in Form von Trittschall auf bzw. durch den Boden. Daher<br />
sollte auf eine ausreichende Trittschalldämmung geachtet<br />
werden. Bei schwimmend verlegten Böden wie Fertigparkett,<br />
Laminat <strong>und</strong> Vinyl ist eine Trittschalldämmung direkt unter dem<br />
Belag unverzichtbar, da diese Bodenbeläge in nicht verklebtem<br />
Zustand bei jedem Schritt ganz leicht mitfedern. Sie wirken<br />
wie Resonanzkörper <strong>und</strong> verstärken den Trittschall durch<br />
die Übertragung auf den darunterliegenden Estrich. Eine Trittschalldämmung<br />
kann auch unter dem Estrich verlegt werden.<br />
Hierbei ist vor allem wichtig, dass der Estrich „schwimmt“. <strong>Das</strong><br />
bedeutet, dass er an keiner Stelle direkt mit Wand oder Boden<br />
in Berührung kommen darf, weshalb an den seitlichen Rändern<br />
Randdämmstreifen zum Einsatz kommen. Die Dämmung federt<br />
Bewegungen des Estrichs ab <strong>und</strong> reduziert die Schallentwicklung.<br />
Für eine optimale Trittschalldämmung können beide<br />
Varianten kombiniert werden.<br />
Welcher Belag ist der richtige?<br />
Vom Parkett über Laminat <strong>und</strong> Vinyl bis hin zum Dauerbrenner<br />
Fliese, die Material- <strong>und</strong> Designvielfalt bei Bodenbelägen<br />
nimmt immer weiter zu. Klassische Naturmaterialien wie Holz<br />
oder Kork schaffen eine einmalige Wohnatmosphäre, sind jedoch<br />
pflegeintensiv. Moderne Vinylböden sind extrem robust<br />
<strong>und</strong> wasserbeständig <strong>und</strong> bieten einmaligen Gehkomfort,<br />
da sie fußwarm <strong>und</strong> elastisch sind. Die Fliese besticht nach<br />
wie vor mit der größten Robustheit <strong>und</strong> geringem Pflegeaufwand.<br />
Keramische Beläge sind außerdem antistatisch sowie<br />
emissionsneutral <strong>und</strong> bieten keinen Nährboden <strong>für</strong> Milben<br />
<strong>und</strong> Krankheitserreger. Ein weiterer Evergreen unter den Bodenbelägen<br />
erlebt gerade ein Revival: Linoleum wurde viele<br />
Jahre als altbacken <strong>und</strong> überholt angesehen, jedoch völlig zu<br />
unrecht, da Linoleum zu den gesündesten <strong>und</strong> natürlichsten<br />
Bodenbelägen überhaupt zählt. Als reines Naturprodukt – die<br />
Bestandteile sind Holzmehl, Jute, Leinöl, Pigmente, Naturharze<br />
<strong>und</strong> Kalkstein – ist Linoleum dennoch extrem strapazierfähig<br />
<strong>und</strong> bei entsprechender Oberflächenvergütung auch sehr<br />
leicht zu pflegen. Die Möglichkeiten sind also schier endlos.<br />
Welchen Belag Sie präferieren hängt letztlich, neben den erforderlichen<br />
Gebrauchseigenschaften <strong>und</strong> dem Budget, in erster<br />
Linie von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Was Ihnen<br />
am besten gefällt, wissen Sie selbst. Bei allen anderen Fragen<br />
zu Vorzügen <strong>und</strong> Nachteilen der verschiedenen Belagsarten<br />
helfen wir Ihnen gerne weiter.<br />
Entkopplung von Fliesenbelägen<br />
Wenn Fliesen oder Natursteinbeläge auf Untergründen verlegt<br />
werden, die Spannungen aufweisen, sich verschieben oder<br />
schwingen können, sollten Oberbelag <strong>und</strong> Untergr<strong>und</strong> entkoppelt<br />
werden. <strong>Das</strong> bedeutet, dass die Fliesen nicht direkt mit<br />
dem Untergr<strong>und</strong> verklebt werden. Stattdessen wird ein Entkopplungselement<br />
als Trennschicht eingesetzt – meist in Form<br />
von Entkoppelungsmatten aus Kunststoff oder Hartschaum.<br />
Diese Matten fangen Bewegungen aus dem Untergr<strong>und</strong> auf<br />
<strong>und</strong> verhindern, dass dadurch Schäden im Belag entstehen.<br />
Bodenbeläge verkleben<br />
<strong>Das</strong> Verkleben von Bodenbelägen muss nicht zwangsläufig<br />
sein, jedoch empfiehlt es sich besonders bei Holzböden, um<br />
einen besseren Trittschallschutz zu erzielen. Durch das Verkleben<br />
liegt der Belag völlig hohlraumfrei auf dem Untergr<strong>und</strong><br />
<strong>und</strong> kann weder schwingen noch rutschen. Im Gegensatz zur<br />
schwimmenden Verlegung trägt das Fehlen der Hohlräume<br />
dazu bei, dass der Belag trittfester <strong>und</strong> belastbarer ist. Bei<br />
Teppichböden gilt: In kleinen Räumen (bis ca. 25 m 2 ) kann<br />
Teppich lose verlegt <strong>und</strong> nur an den Rändern fixiert werden.<br />
Bei größeren Flächen ist eine Verklebung notwendig – gerade<br />
dann, wenn eine Fußbodenheizung verbaut wurde. Denn<br />
vollflächig verklebte Böden leiten die Wärme von Fußbodenheizungen<br />
gut <strong>und</strong> schnell aus dem Unterboden an die Oberfläche<br />
weiter, da sich keine isolierende Luftschicht bildet, die<br />
den Wärmedurchgang behindert.<br />
23
Räume<br />
umgestalten<br />
mit Trockenbau<br />
<strong>Das</strong> richtige Finish<br />
Ist die Trockenbauwand fertig, hat man verschiedene<br />
Endbeschichtungsmöglichkeiten. Entscheidend<br />
ist, welche Qualität man wünscht <strong>und</strong> wie<br />
glatt die Oberfläche der Wand werden soll. Am<br />
einfachsten ist es, nur die Fugen zu spachteln<br />
<strong>und</strong> abzuschleifen, <strong>und</strong> anschließend direkt zu<br />
tapezieren. Eine lediglich an den Fugen gespachtelte<br />
Fläche zu streichen ist jedoch nicht ideal, da<br />
man dann – gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen<br />
wie schrägem Lichteinfall oder Streiflicht<br />
– Unebenheiten, bzw. Farbabstufungen erkennt.<br />
Für eine optimale, absolut glatte Wand wird die<br />
komplette Fläche verspachtelt, abgezogen <strong>und</strong><br />
geschliffen – solange, bis wirklich alle Unebenheiten<br />
beseitigt sind. Zur Einstufung des Glättegrades<br />
von Wandflächen hat die Gipsindustrie die<br />
Qualitätsstufen Q1 - Q4 eingeführt.<br />
Trockenbau ist schnell, relativ kostengünstig <strong>und</strong> wahnsinnig flexibel. Ohne lange Wartezeiten kann man neue Wände<br />
ziehen, Raumteiler einbauen oder Decken abhängen. Wärmedämmung <strong>und</strong> Stromleitungen oder sogar ganze Schiebetürsysteme<br />
finden ganz einfach Platz in den Zwischenräumen <strong>und</strong> der Schallschutz von Räumen kann durch richtige Materialwahl<br />
<strong>und</strong> Ausführung entscheidend verbessert werden. Auch die Formgebung ist nicht auf flach <strong>und</strong> eckig beschränkt.<br />
Sogar geschwungene oder halbr<strong>und</strong>e Wände sind mit den entsprechenden Platten möglich.<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Ständerwerk<br />
Ständerwerke gibt es aus Metall oder Holz. Die<br />
Entscheidung, welche Variante gewählt wird,<br />
hängt vorrangig von der Werkstoffpräferenz<br />
<strong>und</strong> weniger von den Werkstoffeigenschaften<br />
ab. So gilt Holzständerwerk als ökologisches<br />
Pendant zu Metallprofilen. Die Montage der<br />
Holzlatten erfordert jedoch einen wesentlich<br />
höheren Arbeitsaufwand im Vergleich zum Metallständerwerk.<br />
Noch dazu sind Holzlatten anfälliger<br />
<strong>für</strong> Nässe. Metallprofile hingegen sind<br />
effizient zu verarbeiten <strong>und</strong> <strong>für</strong> verschiedene<br />
Belastungsgrade erhältlich. Vorteilhaft an den<br />
Profilen sind außerdem die vorgestanzten Löcher<br />
<strong>für</strong> Kabel, Schläuche oder Rohre. Neue<br />
Trockenbausysteme bieten reichlich Platz <strong>für</strong><br />
Installationen <strong>und</strong> ermöglichen die versteckte<br />
Unterbringung von Wasser- <strong>und</strong> Stromleitungen.<br />
Diese sollten genau wie Türöffnungen<br />
bereits bei der Planung berücksichtig werden.<br />
Bevor mit der Montage begonnen wird, ist sicherzustellen,<br />
dass der Boden absolut eben<br />
ist. Ist eine Fußbodenheizung vorhanden, dürfen<br />
die Profile nur geklebt <strong>und</strong> keinesfalls verschraubt<br />
werden.<br />
Beplankung<br />
Für das Beplanken von Ständerwänden mit<br />
Gipskartonplatten gibt es nicht sonderlich viele<br />
Regeln zu beachten. Wichtig ist, dass Sie<br />
Kreuzfugen vermeiden <strong>und</strong> Stirnkanten um<br />
40 cm versetzen. Wird nicht nur eine Vorsatzschale<br />
bzw. Installationswand beplankt, sondern<br />
gleich eine ganze Ständerwand, sind die<br />
Stirn- <strong>und</strong> Längskanten der gegenüberliegenden<br />
Seiten zu versetzen.<br />
Einfache Beplankung<br />
Einfach beplankte Trockenbauwände halten in<br />
der Regel leichte Gegenstände wie Bilder <strong>und</strong><br />
kleine bzw. leichte Regale aus. Bei Wänden,<br />
die lediglich zur Trennung des Wohnraums errichtet<br />
werden, ist eine einfache Beplankung<br />
also gut denkbar. Eine einfach beplankte Wand<br />
kann im Durchschnitt 40 kg pro Meter Wandfläche<br />
an Gewicht tragen.<br />
Doppelte Beplankung<br />
Doppelt beplankte Wände vertragen 70 kg<br />
pro Meter an Gewicht. So reicht eine Doppelbeplankung<br />
<strong>für</strong> mittelschwere Lasten aus <strong>und</strong><br />
wird empfohlen, wenn auf der Wand Fliesen<br />
angebracht werden sollen. Auch Schall- <strong>und</strong><br />
Brandschutz lassen sich durch eine doppelte<br />
Beplankung verbessern – vor allem dann, wenn<br />
man da<strong>für</strong> entsprechende Spezialplatten wählt.<br />
Bild: Knauf Gips<br />
24
Plattenmaterialien<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Gipskarton<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Die mit Karton ummantelten Gipsplatten<br />
sind der Dauerbrenner <strong>und</strong> absolutes<br />
Standardmaterial <strong>für</strong> die Beplankung<br />
von Trockenbaukonstruktionen. Spezialplatten<br />
sind gegen Feuchtigkeit<br />
imprägniert, bieten Schutz vor Feuer,<br />
oder Lärm. Größte Vorteile der Gipskartonplatten:<br />
geringes Gewicht, günstiger<br />
Preis, leichte Verarbeitung. Ein Nachteil<br />
ist die etwas schwierigere Befestigung<br />
schwerer Lasten, da hier<strong>für</strong> meist Spezialdübel<br />
benötigt werden. Abhilfe kann<br />
eine doppelte Beplankung schaffen.<br />
Gipsfaser<br />
Bild: Saint-Gobain Rigips<br />
Diese Platten bestehen aus Gips <strong>und</strong><br />
recycelten Papierfasern. Sie sind nicht<br />
brennbar, extrem fest <strong>und</strong> (form-)stabil<br />
<strong>und</strong> im Vergleich zu Gipskartonplatten<br />
weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit.<br />
Die Befestigung von Schrauben<br />
oder Nägeln ist problemlos möglich. Die<br />
Platten sind also stabiler, jedoch auch<br />
schwerer <strong>und</strong> teurer als Gipskarton. Die<br />
Verarbeitung ähnelt stark der von Gipskartonplatten.<br />
Schiebetürensysteme<br />
Durch die Aufbauweise von Trockenbauwänden ist es problemlos <strong>und</strong> einfach<br />
möglich, eine Schiebetür in die Wand zu integrieren. Schiebetüren sind hervorragend<br />
geeignet, um zwei getrennte Räume ohne Raumverlust miteinander<br />
zu verbinden, da kein Schwenkraum benötigt wird. Die Fläche vor bzw. neben<br />
der Tür ist uneingeschränkt nutzbar. Außerdem sind sie perfekt, um einen großen<br />
Raum in zwei akustisch getrennte Funktionsbereiche aufzuteilen. In Form<br />
einer Schallschutzholztür bieten die Systeme hervorragende Schallschutzqualitäten,<br />
so dass auch ein Hobbyraum oder Kinderzimmer neben einem Schlafzimmer<br />
kein Problem darstellt.<br />
Zementfaser<br />
Bild: Siniat<br />
Hauptbestandteil dieser Platten sind<br />
Leichtzuschläge. Die porenreichen Gesteinskörnungen<br />
werden mithilfe von<br />
Zement als Bindemittel zu einem festen<br />
Plattenmaterial verb<strong>und</strong>en. Besonders<br />
stabile Platten erhalten zusätzlich eine<br />
Armierung aus Glasgittergewebe. Zementfaser<br />
kommt überall dort zum Einsatz,<br />
wo Gips an seine Grenzen stößt.<br />
Die Platten sind feuerfest, wasserbeständig,<br />
diffusionsoffen <strong>und</strong> resistent<br />
gegen Schimmel. <strong>Das</strong> hat aber auch<br />
seinen Preis. Zementfaserplatten sind<br />
deutlich teurer als Gipsfaserplatten.<br />
OSB<br />
Bild: Sonae Arauco/<br />
Agepan System<br />
Diese besonders formstabilen Holzwerkstoffplatten<br />
bestehen aus langen,<br />
verleimten Holzspänen, sind biegesteifer<br />
<strong>und</strong> auch in geringen Stärken<br />
bei Konsollasten belastbarer als etwa<br />
Gipskartonplatten. Sie eignen sich daher<br />
auch <strong>für</strong> tragende Konstruktionen.<br />
Außerdem können Schrauben ohne<br />
Dübel direkt in die Platten geschraubt<br />
werden. <strong>Das</strong> Material ist schadstofffrei<br />
<strong>und</strong> diffusionsoffen <strong>und</strong> kann positiv<br />
zur Regulierung des Raumklimas beitragen.<br />
Einziger Nachteil: Für Feuchträume<br />
sind OSB-Platten nicht geeignet.<br />
Bild: Siniat<br />
Schalldämmung im Trockenbau<br />
Bei der Planung von Trockenbauwänden ist es durchaus lohnend, sich mit dem Thema<br />
Schallschutz auseinanderzusetzen. Im Alltag bringt das ein gutes Stück Lebensqualität,<br />
denn Lärm kann Stress verursachen <strong>und</strong> krank machen. Vorsatzschalen oder abgehängte<br />
Decken können auch einzig <strong>für</strong> den Schallschutz errichtet werden, z. B. um Geräusche<br />
vom Nachbarn zu reduzieren oder Trittschall zu dämpfen. Um Schallwellen zu verringern,<br />
muss man ihren Weg von der Geräuschquelle zum Ohr bestmöglich verbauen. Gr<strong>und</strong>sätzlich<br />
baut man da<strong>für</strong> immer eine Schallbarriere. Dämmmaterial im Hohlraum ist eine<br />
sehr starke zusätzliche Barriere, am besten sind weiche <strong>und</strong> faserige Stoffe. Da der Schall<br />
von den Wandelementen auch an den Boden <strong>und</strong> die Seitenwände weitergegeben werden<br />
kann, müssen diese entkoppelt werden: Es darf keinerlei Kontakt zum Baukörper bestehen.<br />
An den Übergängen zu Wand, Decke <strong>und</strong> Boden müssen Gleitfugen oder flexible<br />
Dichtbänder angebracht werden. Zusätzlich kann man <strong>für</strong> die Beplankung der Wandelemente<br />
spezielle Schallschutzplatten mit höherer Dichte <strong>und</strong> besseren Schalldämmwerten<br />
nutzen – im Idealfall mit Doppelbeplankung.<br />
25
Türen <strong>und</strong> Zargen<br />
austauschen<br />
Gründe <strong>für</strong> neue Innentüren gibt es viele: sei es der Wunsch nach einer neuen Optik oder<br />
die schiere Notwendigkeit aufgr<strong>und</strong> von Abnutzungen oder Beschädigungen. Auch ein<br />
durch Umbaumaßnahmen nötig gewordener Wechsel der Anschlagseite kann Auslöser <strong>für</strong><br />
einen Türentausch sein. Die gute Nachricht: Zarge <strong>und</strong> Türblatt können innerhalb weniger<br />
St<strong>und</strong>en ausgetauscht werden, ohne übermäßig Dreck zu verursachen.<br />
Bild: Westag & Getalit<br />
DIN links oder DIN rechts<br />
Wenn Sie eine neue Tür bestellen,<br />
müssen Sie angeben, ob der Türanschlag<br />
links oder rechts ist. Welche<br />
Variante Sie brauchen ist einfach<br />
festzustellen. Können Sie die Bänder<br />
(umgangssprachlich Scharniere) bei<br />
geschlossener Türe rechts sehen,<br />
spricht man von DIN rechts, sind die<br />
Bänder auf der linken Seite sichtbar,<br />
handelt es sich um eine DIN links.<br />
Türen <strong>und</strong> Zargen renovieren<br />
Die Tür ist alt <strong>und</strong> unansehnlich? Dann haben Sie die Wahl zwischen Tausch <strong>und</strong> Überarbeitung. Letzteres ist nur bei<br />
Massivholz- oder lackierten Türen sinnvoll <strong>und</strong> erfordert einiges an handwerklichem Geschick <strong>und</strong> Geduld. Ist beides<br />
vorhanden, kann sich der Aufwand aber wirklich lohnen. Zuerst sollten alle Metallteile <strong>und</strong> Befestigungen von Türblatt,<br />
-rahmen <strong>und</strong> -zarge entfernt werden. Liegt der Schließmechanismus offen, sollte er zum Schutz vor Schleifstaub abgeklebt<br />
werden. Dann kann die Oberfläche abgeschliffen bzw. abgebeizt <strong>und</strong> anschließend neu lackiert oder lasiert werden.<br />
Bild: HUGA<br />
Türen austauschen<br />
Wenn die alte Tür nicht mehr zur Einrichtung bzw.<br />
zum eigenen Geschmack passt oder zu stark beschädigt<br />
ist, bleibt nur der Austausch. Dann stellt<br />
sich die Frage, ob die Tür komplett – also inklusive<br />
Zarge – oder nur das Türblatt ausgetauscht werden<br />
soll. <strong>Das</strong> hängt zunächst einmal davon ab,<br />
ob es sich bei der alten Tür um eine genormte<br />
Zimmertür handelt. Nur dann ist es möglich, das<br />
Türblatt einfach gegen ein neues zu tauschen.<br />
So erspart man sich den aufwendigen Ausbau<br />
der alten <strong>und</strong> das anspruchsvolle Setzen der<br />
neuen Zarge. Besonders bei alten Stahlzargen<br />
kann das von Vorteil sein, da sich der Ausbau oft<br />
schwierig gestaltet <strong>und</strong> dabei viel Dreck produziert.<br />
Aber so ein Tausch macht nur Sinn, wenn<br />
die Zarge noch gut erhalten ist <strong>und</strong> das Profil sowie<br />
der Farbton der neuen Tür auch optisch dazu<br />
passt. Soll die Tür mitsamt der Zarge ersetzt werden,<br />
ist es ratsam, nur die Demontage in Eigenregie<br />
zu erledigen <strong>und</strong> <strong>für</strong> den Einbau der neuen<br />
Zarge einen Profi zu beauftragen. Denn wenn<br />
man es selbst macht <strong>und</strong> die Tür dann nicht ordentlich<br />
schließt, ist das mit unnötigem Ärger, Aufwand<br />
<strong>und</strong> Kosten verb<strong>und</strong>en. Außerdem braucht<br />
ein geübter Handwerker nur einen Bruchteil der<br />
Zeit <strong>für</strong> die Montage – mit optimalem Resultat.<br />
Da geht sogar der Edding<br />
wieder ab: hochwertige<br />
Weißlacktüren sind dank<br />
der harten <strong>und</strong> sehr glatten<br />
Oberfläche gut abwaschbar –<br />
auch bei hart näckigen<br />
Verschmutzungen.<br />
Bild: Dextüra<br />
26
Welche Tür ist<br />
die richtige?<br />
Von einer neuen Innentür wird erwartet, dass sie viele Jahre<br />
einwandfrei funktioniert, einiges einstecken kann <strong>und</strong><br />
dabei auch noch gut aussieht – hohe Anforderungen an ein<br />
Bauteil, das naturgemäß hohen Belastungen ausgesetzt<br />
ist. Wie gut eine bestimmte Tür diesen Anforderungen gerecht<br />
wird, hängt in erster Linie von den verwendeten Materialien<br />
<strong>und</strong> der Konstruktionsweise ab.<br />
Kernmaterial<br />
<strong>Das</strong> Innenleben einer Tür – auch als Mittellage bezeichnet<br />
– entscheidet maßgeblich darüber, wie lange die Tür in<br />
Form bleibt <strong>und</strong> den Beanspruchungen des Alltags standhält.<br />
Natürlich hängt aber auch der Preis einer Innentür direkt<br />
davon ab, welcher Kern verbaut wurde. Gr<strong>und</strong>sätzlich<br />
lassen sich folgende Bauweisen unterscheiden:<br />
Bezeichnung Aufbau Preis<br />
Bild: PRÜM<br />
Stabverleimte<br />
Holzinnentür<br />
(Massivholztür)<br />
Mittellage aus verleimten<br />
Massivholzstäben, keine Deckschicht<br />
€€€€<br />
Schichtverleimte<br />
Holzinnentür<br />
(Massivholztür)<br />
Mittellage aus verleimten Massivholzstäben,<br />
Deckschicht aus<br />
Laminat oder Echtholzfurnier<br />
€€€€<br />
Vollspankern<br />
Vollspanplatte beziehungsweise<br />
mitteldichte Faserplatte (MDF)<br />
als Mittellage<br />
€€€<br />
Röhrenspankern<br />
Röhrenspansteg<br />
Mittellage aus einer Vollspanplatte<br />
mit Löchern (Röhrenbohrungen)<br />
Mittellage aus in regelmäßigen<br />
Abständen verlegten Stegen<br />
aus Röhrenspanplatten mit dazwischenliegenden<br />
Hohlräumen<br />
€€€<br />
€€<br />
Bilder: Hörmann<br />
Wabenkern<br />
Kern aus leichtem,<br />
wabenförmigem Karton<br />
€<br />
Vollspankern Röhrenspankern<br />
Röhrenspansteg Wabenkern<br />
Deckschicht<br />
Die Oberfläche einer Tür prägt nicht nur deren Design,<br />
sondern ist auch das vordergründig sichtbare Qualitätsmerkmal.<br />
Im Privatbereich kommen vor allem diese drei<br />
Materialien zum Einsatz:<br />
CPL (Continuous Pressure Laminate)<br />
Mit dieser künstlichen Oberfläche aus Laminat kann<br />
praktisch jedes denkbare Dekor erzeugt werden. Am häufigsten<br />
werden Holzoberflächen nachgeahmt, wobei die<br />
Imitate den Originalvorlagen extrem nahe kommen. Diese<br />
sind besonders kratz-, stoß- <strong>und</strong> abriebfest, pflegeleicht<br />
<strong>und</strong> Lösungsmittelbeständig – kurz, besonders alltagstauglich.<br />
Weißlack<br />
Weißlack-Oberflächen von Holztüren werden mehrfach lackiert<br />
<strong>und</strong> nach jedem Lackiervorgang einer Prüfung unterzogen.<br />
<strong>Das</strong> garantiert höchste Qualität <strong>und</strong> einen gleichmäßigen<br />
Farbauftrag. Die Oberflächen sind langanhaltend<br />
UV-beständig, pflegeleicht <strong>und</strong> sehr gut zu reinigen.<br />
Echtholzfurnier<br />
Diese Deckschicht besticht durch ihre Natürlichkeit. Jedes<br />
Stück ist ein Unikat mit individueller Maserung. Holzfurniere<br />
sind edel <strong>und</strong> wertvoll. Wie robust <strong>und</strong> alltagstauglich<br />
eine solche Tür ist, hängt nicht zuletzt von der verwendeten<br />
Holzart <strong>und</strong> dem Oberflächenfinish ab.<br />
Türblatt, Zarge & Co.<br />
Geradlinigkeit <strong>und</strong> Minimalismus sind anhaltende Trends in der Raumgestaltung – auch bei der Gestaltung<br />
von Innentüren. Zargen umfassen die Türöffnung nicht mehr als breite, klobige Rahmen,<br />
sondern treten immer weiter in den Hintergr<strong>und</strong> – oder verschwinden sogar komplett aus dem Blickfeld.<br />
Je nach Ausführung enstehen so flächenbündige oder wandbündige Designs.<br />
Wand Wand<br />
Zarge<br />
Zarge<br />
Türblatt<br />
gefälztes<br />
Türblatt<br />
Türblatt<br />
stumpfes<br />
Türblatt<br />
Wand<br />
Wand<br />
Zarge<br />
Montage-Riegel<br />
Türblatt<br />
zargenüberdeckendes<br />
Türblatt<br />
Zarge<br />
Türblatt<br />
wandbündige<br />
Zarge<br />
27
Badsanierung<br />
Egal, ob wegen Schäden an Fliesen, Armaturen <strong>und</strong> Keramik, einem<br />
Modernisierungswunsch oder dem Bedürfnis eines altersgerechten Bads:<br />
Irgendwann ist eine Badsanierung fällig. Die aufwendigsten Renovierungsarbeiten<br />
sind immer bei einer kompletten Entkernung fällig. Bei dieser Gelegenheit sollten<br />
alte Rohrleitungen überprüft <strong>und</strong> ggf. ausgetauscht werden. So kann man dem<br />
Worstcase eines Wasserschadens im neuen Bad vorbeugen. Ist die Substanz gut,<br />
Leitungen <strong>und</strong> Fliesen noch intakt, kann man sich bei der Gestaltung des neuen<br />
Bades ganz auf ästhetische <strong>und</strong> funktionale Aspekte konzentrieren.<br />
Planung <strong>und</strong> Vorbereitung<br />
Vor der Renovierung sollten Sie Ihr neues Bad genau planen,<br />
idealerweise zeichnen Sie zunächst einen Gr<strong>und</strong>riss mit Dusche,<br />
Wanne, WC <strong>und</strong> Waschbecken auf. Vergessen Sie nicht,<br />
genügend Freiraum vor den Sanitärobjekten einzuplanen –<br />
schließlich möchte man sich davor frei bewegen können. Falls<br />
Sie bestehende Leitungen oder (Ab-)Wasseranschlüsse verlegen<br />
wollen, sprechen Sie die Machbarkeit mit einem Installateur<br />
oder Elektriker ab. Einfache Arbeiten – wie zum Beispiel<br />
das Herausschlagen der alten Fliesen – können Sie natürlich<br />
selbst erledigen, technisch anspruchsvolle Arbeitsschritte, wie<br />
das Installieren des WCs oder der Dusche, sollten Sie aber auf<br />
alle Fälle dem Profi überlassen. Gerne unterstützen wir Sie bei<br />
der Planung Ihres neuen Bades <strong>und</strong> empfehlen Ihnen bei Bedarf<br />
auch einen Handwerksbetrieb unseres Vertrauens.<br />
Untergr<strong>und</strong> vorbereiten<br />
Fliesen sind der Standardwand- <strong>und</strong> -bodenbelag im Badezimmer.<br />
Der perfekte Untergr<strong>und</strong> eines Fliesenbelages ist eben,<br />
fest, tragfähig, trocken <strong>und</strong> frei von Rissen <strong>und</strong> haftungsmindernden<br />
Stoffen. Putz- oder Spachtelschichten dürfen nicht<br />
hohlliegen. Der Untergr<strong>und</strong> darf nicht mürbe sein, nicht absanden<br />
<strong>und</strong> sollte weder Ausblühungen noch Trennschichten<br />
aufweisen. Generell als Bodenuntergr<strong>und</strong> geeignet sind Beton,<br />
Zementestrich oder bestehende Fliesen.<br />
Ist der Untergr<strong>und</strong> uneben, stark saugend oder absandend, hat<br />
der alte Estrich zu viele Risse oder soll auf junge Betonflächen,<br />
Misch- oder Holzuntergründe gefliest werden, braucht es eine<br />
spezielle Vorbereitung. Bei einer Verlegung auf Estrich oder<br />
Putz kann zum Beispiel der Einsatz einer Gr<strong>und</strong>ierung oder<br />
Haftbrücke sinnvoll sein, um den Haftverb<strong>und</strong> zu verbessern.<br />
Bild: Sakret<br />
28
Bild: Sopro<br />
Bilder: Breuer<br />
Mit selbstklebenden Dichtbändern <strong>und</strong> Formteilen<br />
lässt sich nahezu jede Einbausituation einfach lösen.<br />
Die Formteile sind weich, hochflexibel <strong>und</strong> dünnschichtig, <strong>für</strong><br />
alle gängigen Wannenradien geeignet <strong>und</strong> passen sich ideal an den<br />
Untergr<strong>und</strong> an. Dies ermöglicht eine komfortable Einarbeitung in die Flächenabdichtung<br />
<strong>und</strong> macht eine Abdichtung hinter oder unter der Wanne überflüssig.<br />
Bild: Sopro<br />
Abdichtung<br />
Ohne eine gute dauerhafte Abdichtung kann Feuchtigkeit<br />
in die Flächen eindringen <strong>und</strong> zu Schäden<br />
führen. Der Boden <strong>und</strong> die an Nassbereiche angrenzenden<br />
Wände müssen daher sorgfältig abgedichtet<br />
werden. Da<strong>für</strong> bieten sich streichfähige Abdichtungen<br />
an, welche direkt auf Beton, Putz <strong>und</strong> weitere<br />
Untergründe aufgetragen werden können. Die Abdichtung<br />
sollte in zwei Schichten erfolgen, wobei die<br />
Gesamtmindestschichtdicke von 2 mm an keiner Stelle<br />
unterschritten werden darf. Es gibt verschiedene<br />
Möglichkeiten der Abdichtung, die teilweise miteinander<br />
kombiniert werden.<br />
Flexible Dichtschlämme<br />
Mit flexiblen Dichtschlämmen können Wände <strong>und</strong> Böden<br />
im Innen- <strong>und</strong> Außenbereich abgedichtet werden.<br />
Die faserverstärkten Massen eignen sich <strong>für</strong> Untergründe<br />
wie Beton, Mauerwerk, Porenbeton <strong>und</strong> Putz.<br />
Dichtschlämme werden mit Wasser angerührt <strong>und</strong><br />
können verrollt oder verspachtelt werden.<br />
Dichtbänder <strong>und</strong> Formteile<br />
Kanten zwischen Boden <strong>und</strong> Wand sowie die Übergänge<br />
im Bereich von Duschen <strong>und</strong> Wannen müssen<br />
besonders gut abgedichtet werden, damit keine<br />
Feuchtigkeit in den Schichtaufbau gelangen kann. Die<br />
Kanten werden mit Dichtbändern oder Formteilen versehen.<br />
Die Montage der Komponenten geht mit dem<br />
zweischichtigen Auftrag der vollflächigen Abdichtungsschichten<br />
einher. Passende Formteile sind <strong>für</strong> nahezu<br />
jede denkbare Einbausituation erhältlich, was die Verarbeitung<br />
der Dichtkomponenten entsprechend leicht<br />
<strong>und</strong> unkompliziert macht. Bänder <strong>und</strong> Formteile verfügen<br />
in der Regel über Selbstklebestreifen <strong>und</strong> passen<br />
sich ideal an den Untergr<strong>und</strong> an.<br />
Verb<strong>und</strong>abdichtungen<br />
Verb<strong>und</strong>abdichtungssysteme unter Fliesen <strong>und</strong> Bodenbelägen<br />
werden nicht nur in privaten Bädern <strong>und</strong><br />
Duschen eingesetzt, sondern auch in Großküchen<br />
oder Laboren. <strong>Das</strong> beweist ihre außerordentliche Zuverlässigkeit.<br />
Bei den Verb<strong>und</strong>abdichtungssystemen<br />
handelt es sich um hoch wasserdichte Abdichtungsbahnen<br />
aus Kunststoff, die beidseitig mit einem Vlies<br />
kaschiert sind. Diese wasser<strong>und</strong>urchlässigen Membranen<br />
werden zusammen mit Fliesen <strong>und</strong> Platten<br />
direkt im Dünnbettverfahren verarbeitet.<br />
Selbstverlaufende Abdichtungen<br />
Besonders bei Altbau-Renovierungen sind selbstverlaufende<br />
Abdichtungen eine sehr gute Option zur Herstellung<br />
einer dichten <strong>und</strong> planen Bodenfläche. Flächen<br />
mit bis zu 3 % Gefälle können ohne weiteres abgedichtet<br />
werden. Die dickflüssigen Produkte eignen sich<br />
auch <strong>für</strong> große Flächen <strong>und</strong> können bequem im Stehen<br />
verarbeitet werden. Selbst in die kleinsten Ecken<br />
verwinkelter Altbau-Bäder gelangen sie <strong>und</strong> gleichen<br />
kleine Unebenheiten direkt mit aus. Nach nur wenigen<br />
St<strong>und</strong>en ist die Bodenabdichtung meist begehbar.<br />
Bild: Sopro<br />
Bild: Sakret<br />
29
Trockenbau im Bad<br />
<strong>Das</strong>s beim Badausbau neue Trennwände, Raumteiler oder andere konstruktive Elemente in Trockenbauweise<br />
umgesetzt werden, ist heute Usus. Gerade im Rahmen einer <strong>Sanierung</strong> bietet sich Trockenbau an, da keine<br />
wasserhaltigen Baustoffe verwendet werden, wodurch lange Trocknungszeiten entfallen. Im Vergleich zum<br />
Nassbau kann das Bad also schneller wieder genutzt werden. Der größte Vorteil am Trockenbau ist aber die<br />
Flexibilität. Rohre <strong>und</strong> Kabel verschwinden einfach im Hohlraum der Trockenbauwand. Sanitärgegenstände<br />
wie Wanne, Dusche <strong>und</strong> Waschbecken neu anzuordnen ist so auch problemlos möglich.<br />
Bilder: Knauf Gips<br />
Raumaufteilung <strong>und</strong> Installation<br />
Trockenbau im Feuchtraum ergibt Sinn: Schnell <strong>und</strong><br />
sicher lassen sich so neue Raumaufteilungen oder<br />
abgetrennte Duschkabinen realisieren. Für das Verstecken<br />
von Installationsleitungen <strong>und</strong> Stromkabeln<br />
eignen sich die entstehenden Hohlräume unter der<br />
Beplankung hervorragend. Auch wenn es um die Installation<br />
neuer Sanitärelemente – z. B. WCs – geht, ist<br />
Trockenbau das Mittel der Wahl. Denn in aller Regel<br />
kommt hierbei eine Vorwandinstallation zum Einsatz.<br />
Wasserzuleitungen <strong>und</strong> Abwasserrohre werden dabei<br />
auf der Wand montiert <strong>und</strong> verschwinden dann hinter<br />
einer Trockenbauverkleidung. Für Waschbecken <strong>und</strong><br />
WCs gibt es dabei spezielle Montageelemente – beim<br />
WC inklusive integriertem Spülkasten. Durch die Vorwandinstallation<br />
können neue Leitungen verlegt bzw.<br />
Anschlüsse neu positioniert werden, ohne die Wand<br />
aufstemmen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass<br />
die Installation auch auf dem alten Fliesenbelag erfolgen<br />
kann. So entfällt das staubige Abschlagen <strong>und</strong><br />
Entsorgen der Altfliesen.<br />
Profile <strong>und</strong> Beplankung<br />
Für Wandkonstruktionen im Bad werden ausschließlich<br />
Profile aus Metall verwendet, da Holzprofile<br />
dazu neigen, sich zu verziehen <strong>und</strong> deshalb nicht <strong>für</strong><br />
Feuchträume geeignet sind. Für besonders schwierige<br />
Anforderungen – wie etwa Trennwände im Bereich<br />
der Dusche – empfehlen sich Metallprofile mit speziellem<br />
Korrosionsschutz. Auch die Materialien <strong>für</strong> die<br />
Beplankung müssen erhöhte Anforderungen in puncto<br />
Feuchteresistenz erfüllen – das Hauptkriterium <strong>für</strong><br />
alle Werkstoffe, die beim Badausbau eingesetzt werden.<br />
Als Standardmaterial gelten Gipskartonplatten<br />
mit imprägniertem Kern, welche eine solide Resistenz<br />
gegen Feuchtigkeit bieten. Für eine bessere Stabilität<br />
werden Gipskartonwände im Badezimmer meist doppelt<br />
beplankt. Besonders wichtig ist das <strong>für</strong> die Verlegung<br />
von Fliesen oder die Befestigung von Wandschränken.<br />
Auf zweilagige Beplankungen können<br />
Lasten bis zu 60 kg pro Schraube befestigt werden.<br />
Zementfaserplatten sind zu 100 % wasserbeständig<br />
<strong>und</strong> absolut feuerfest <strong>und</strong> zudem feuchtigkeitsregulierend.<br />
Durch ihre hohe Alkalität sind sie resistent<br />
gegen Schimmelpilzbefall. Die feuchteregulierenden<br />
Eigenschaften kommen natürlich nur zum Tragen,<br />
wenn die Wand nicht verfliest wird.<br />
Hartschaum-Bauplatten können auf fast jedem Untergr<strong>und</strong><br />
angebracht werden <strong>und</strong> eignen sich ideal <strong>für</strong><br />
schlanke Trennwandkonstruktionen. Sie sind wasser<strong>und</strong>urchlässig,<br />
gut wärmedämmend <strong>und</strong> dabei extrem<br />
leicht <strong>und</strong> sehr stabil. Die Platten sind beidseitig mit<br />
Glasfaser armiert <strong>und</strong> mit einem hoch kunstoffvergütetem<br />
Mörtel überzogen wodurch ein enorm starker<br />
Haftuntergr<strong>und</strong> entsteht – der perfekte Untergr<strong>und</strong> <strong>für</strong><br />
die Fliesenverlegung im Dünnbettverfahren.<br />
Verfugung<br />
Zentrales Thema beim Bau mit Trockenbausystemen<br />
ist die absolute Dichtigkeit, um spätere Schäden zu<br />
vermeiden. Sind die Wände gestellt, müssen die Fugen<br />
sorgfältig glatt verspachtelt <strong>und</strong> geschliffen werden,<br />
damit Putz oder Fliesen später gut haften. Die<br />
Fugen zwischen den Gipskartonplatten werden mit<br />
einem imprägnierten Fugenspachtel geschlossen.<br />
Hier<strong>für</strong> sollte die zum System gehörende Spachtelmasse<br />
verwendet werden, um eine garantiert dichte<br />
<strong>und</strong> lang anhaltende Verfugung zu gewährleisten. Mit<br />
einem Bewehrungsstreifen, der in die mit Spachtel<br />
verfüllte Fuge eingelegt wird, lässt sich die Qualität<br />
<strong>und</strong> Lebensdauer der Fugen zusätzlich erhöhen. Um<br />
in Dehnfugen sowie Stoßfugen <strong>und</strong> Stoßbereichen<br />
eine flexible Abdichtung zu schaffen, können auch<br />
Dichtbänder eingesetzt werden.<br />
30
Eine neue Badewanne wirkt<br />
umso moderner, wenn Sie, wie<br />
in diesem Beispiel, in ein Podest<br />
eingelassen wird. Durch die<br />
Vorwandinstallation entsteht<br />
eine zusätzlicher Sims, der sich<br />
perfekt als Ablagefläche eignet.<br />
Bild: Austrotherm<br />
Bauplatten aus Extruderschaum eignen sich hervorragend,<br />
um Räume zu gliedern <strong>und</strong> Stauraum zu<br />
kreieren. Außerdem schafft man so sehr einfach<br />
einen stabilen, tragfähigen Untergr<strong>und</strong> <strong>für</strong> Fliesen.<br />
Bild: Austrotherm<br />
Bodengleiche Duschen<br />
Ein zukunftsorientiertes Bad erkennen Sie daran, dass<br />
es ohne störende Schwellen <strong>und</strong> Hindernisse auskommt.<br />
Und wer schätzt nicht den Komfort einer großen,<br />
frei zugänglichen Dusche? Bei einer kompletten<br />
Badsanierung mitsamt <strong>Erneuerung</strong> der Dusche lohnt es<br />
sich, in das barrierefreie Dusch system zu investieren.<br />
Befliesbare Duschelemente<br />
Diese Spezialelemente auf Basis der bereits thematisierten<br />
Hartschaumplatten erleichtern den Einbau von<br />
bodengleichen Duschen enorm. Ablauf <strong>und</strong> Anschlüsse<br />
sind bereits integriert. Ablaufleistung, Sperrwasserhöhe,<br />
Gefälle, Abdichtung – alles bereits berücksichtigt.<br />
Auch die niedrigen Aufbauhöhen sprechen <strong>für</strong><br />
sich. Die dünnsten Duschelemente mit integriertem<br />
Ablauf sind gerade einmal 90 mm flach <strong>und</strong> erfüllen<br />
trotzdem alle relevanten Normen <strong>und</strong> Richtlinien.<br />
Ablaufsysteme<br />
Mit dem Einbau des Duschelements wird die Rohrleitung<br />
an das integrierte Entwässerungssystem angeschlossen,<br />
abgedichtet <strong>und</strong> anschließend mit einer<br />
Oberfläche oder Fliesendecke versehen. Zwei Ablauf-<br />
Varianten stehen zur Auswahl: die Linienentwässerung<br />
<strong>und</strong> der Punktablauf. Erstere lässt sich besser<br />
mit großformatigen Fliesen kombinieren <strong>und</strong> besticht<br />
durch einen flachen Ablauf <strong>und</strong> eine hohe Ablaufleistung.<br />
Bei einer Punktentwässerung befindet sich der<br />
Ablauf zentral in der Mitte des Duschelements. Im<br />
Gegensatz zur Linienentwässerung braucht es hier<br />
vier sich verschneidende Gefälleflächen, damit das<br />
Wasser perfekt ablaufen kann.<br />
Fugenlose Wand- <strong>und</strong> Bodenflächen<br />
Fliesen sind der gängige Belag <strong>für</strong> Wand- <strong>und</strong> Bodenflächen<br />
im Duschbereich, haben aber trotz Ihrer optimalen<br />
Eigenschaften <strong>für</strong> den Nassbereich auch einen<br />
entscheidenden Nachteil – <strong>und</strong> zwar die Fugen. Neue,<br />
saubere Fugen sind w<strong>und</strong>erschön, doch oft lagern<br />
sich mit der Zeit unschöne Rückstände ab, die sich<br />
irgendwann kaum noch entfernen lassen. In kleinen<br />
Bädern wirkt das Gittermuster der Fliesen bzw. Fugen<br />
zudem oft beengend.Montagefertige Duschoberflächen<br />
sind hier eine elegante Alternative. Die einteiligen,<br />
wasserdichten Platten sind sowohl <strong>für</strong> den Boden<br />
als auch <strong>für</strong> die Wandflächen erhältlich. Sie können<br />
einfach <strong>und</strong> sicher auf dem fertig montierten Bodenelement<br />
bzw. der Wand verklebt werden. Danach<br />
werden die Übergänge zu anschließenden Wand- <strong>und</strong><br />
Bodenflächen mit Silikon versiegelt. Die Duschoberflächen<br />
<strong>für</strong> den Boden bestehen aus hochfestem Mineralwerkstoff,<br />
sind antibakteriell, schmutzabweisend<br />
<strong>und</strong> rutschhemmend. An der Wand kommen Paneele<br />
aus Glas oder Acryl zum Einsatz. In Kombination mit<br />
einer Duschtrennwand aus Glas entsteht so ein unschlagbar<br />
pflegeleichter, langlebiger <strong>und</strong> optisch ansprechender<br />
Duschbereich.<br />
Bilder: Jackon<br />
Super einfach<br />
<strong>und</strong> super flexibel:<br />
Duschelemente mit höhenverstellbaren Ablaufrinnen<br />
sind ideal <strong>für</strong> verschiedene Fliesendicken geeignet,<br />
da der Rahmen des Ablaufs optimal auf das spätere<br />
Fliesenniveau eingestellt werden kann. Der Clou: Der<br />
Edelstahlsteg in der Ablaufrinne kann auch gedreht<br />
eingelegt <strong>und</strong> rückseitig befliest werden.<br />
Bild: Schlüter<br />
Eine direkt an die Wand anschließende Ablaufrinne<br />
gewährleistet höchste Funktionalität <strong>und</strong> ist<br />
außerdem Komfortabel. Durch die sehr schmalen<br />
Anschlussfugen <strong>und</strong> den niveaugleichen Einbau<br />
entsteht eine homogene Fläche.<br />
Bild: Sprinz<br />
<strong>Das</strong> Maximum an Individualität: Wandverglasungen<br />
können dank modernster Digitaldrucktechnik mit<br />
Ihrem ganz persönlichen Lieblingsmotiv hinterlegt<br />
werden. Die hohe Auflösung in Kombination mit der<br />
Glasschicht lässt die Motive brillant erstrahlen.<br />
31
Fliesen <strong>für</strong>s neue Bad<br />
Fliesen sind bei den meisten Bädern das Hauptgestaltungselement. Eine Neuverfliesung ist deswegen fast immer fester Bestandteil bei der Modernisierung<br />
eines Bades. Und die beginnt in der Regel damit, dass die alten Fliesen abgeschlagen werden. Ein Arbeitsschritt, der sehr viel Arbeit <strong>und</strong><br />
Schmutz verursacht. Die entscheidende Frage lautet: Müssen die alten Fliesen wirklich entfernt werden, oder kann man sich dieses Ärgernis auch<br />
sparen? Die Antwort: Man kann! Unter gewissen Voraussetzungen können die neuen Fliesen einfach auf den alten Fliesenbelag geklebt werden.<br />
Auch das Überstreichen der alten Fliesen kann eine kostengünstige <strong>und</strong> auch optisch interessante Alternative zur Neuverfliesung sein.<br />
Bild: Meissen<br />
Fliese-auf-Fliese-Verfahren<br />
Sind die alten Fliesen noch intakt, ist das Fliese-auf-Fliese-Verfahren eine konstengünstige<br />
<strong>und</strong> vergleichsweise weniger aufwendige Alternative zum kompletten<br />
Ersatz der Befliesung. Die gesamte Bauzeit ist verkürzt, die Entsorgung von Bauschutt<br />
<strong>und</strong> Belastung durch Lärm <strong>und</strong> Schmutz im bewohnten Objekt entfällt. Einzige<br />
Voraussetzung: Die alten Fliesen müssen <strong>für</strong> dieses Verfahren absolut eben <strong>und</strong><br />
tragfähig sein <strong>und</strong> vor Beginn der Arbeiten gründlich gereinigt werden.<br />
Der richtige Kleber<br />
Für das Verkleben von Fliese auf Fliese eignen sich nur kunststoffvergütete Fliesenkleber<br />
(meist als Flexkleber oder Flexmörtel bezeichnet). Außerdem müssen Sie<br />
prüfen, ob Sie eventuell eine Ausgleichsschicht oder Haftbrücke benötigen, damit<br />
die Fliesen eben aufliegen <strong>und</strong> der Kleber dauerhaft hält.<br />
Stolperfalle Bodenerhöhung<br />
Beachten muss man, dass sich durch die doppelte Fliesenschicht der Fußbodenaufbau<br />
erhöht. Vor allem im Türbereich spielt das eine große Rolle. Unterschiedliche<br />
Bodenniveaus müssen an der Schwelle mit speziellen Übergangsprofilen ausgeglichen<br />
werden. Außerdem kann der höhere Bodenaufbau auch zur Folge haben,<br />
dass das Türblatt gekürzt werden muss. Ein weiterer Knackpunkt sind die Sanitäranschlüsse,<br />
denn auch hier kann es zu Passungenauigkeiten kommen.<br />
Bild: Meissen<br />
Bilder: Kiesel<br />
Renovieren im Handumdrehen<br />
Mit sogenannten Wiederaufnahmesystemen gelingt<br />
das Renovieren schnell, sauber <strong>und</strong> unkompliziert. Sie<br />
basieren auf einem zweilagigen Spezialgewebe, das<br />
beim Aufbau des Bodens oder der Wand mit einem<br />
speziellen Klebstoff angebracht wird. Darauf wird dann<br />
das ausgewählte Material – beispielsweise die Fliese<br />
– aufgeklebt. Bei einer Neuverfliesung durchtrennt<br />
man die Verbindungsfäden der beiden Lagen des Gewebes,<br />
wodurch der Belag mühelos entfernt werden<br />
kann. Auf der zurückbleibenden Einzellage kann sofort<br />
ein neuer Belag aufgebracht werden.<br />
32
Fliesenkleber<br />
Nicht jeder Fliesenkleber ist gleich, obwohl die äußere Erscheinung<br />
darauf schließen lässt. Die Auswahl des richtigen Klebers<br />
ist <strong>für</strong> die saubere Verlegung entscheidend.<br />
Fliesenkleber auf Zementbasis<br />
<strong>Das</strong> Standardprodukt bei der Fliesenverlegung kann direkt auf<br />
Beton, Estrichen oder Putzen verwendet werden. Die Produkteigenschaften<br />
unterscheiden sich teils deutlich voneinander, da der<br />
Zementanteil variiert. Es gibt z. B. Produkte mit besonders kurzer<br />
Aushärtezeit, die nach wenigen St<strong>und</strong>en voll belastbar sind.<br />
Bild: ARDEX<br />
Flex Fliesenkleber<br />
Auch Flexkleber sind Zementmörtel, die jedoch gewisse Anteile<br />
an Kunststoff enthalten. Dadurch haben sie eine höhere Klebekraft<br />
<strong>und</strong> härten flexibel aus. Sie können besser auf Spannungen,<br />
Schwingungen etc. reagieren <strong>und</strong> eignen sich daher besonders<br />
<strong>für</strong> schwierige Untergründe wie Gipskartonplatten, Trockenestrich<br />
oder <strong>für</strong> große Fliesen.<br />
Verfugung<br />
Eine Fliese ist nur so sicher wie ihre Fuge. Auch beim Verlegen<br />
im Fliese-auf-Fliese-Verfahren müssen die neuen Fliesen ordentlich<br />
verfugt werden. Gerade im Bad ist ein schönes <strong>und</strong> sauberes<br />
Umfeld wichtig. Fugen können schon nach wenigen Jahren durch<br />
den Einsatz von Kalksteinreinigern ungepflegt aussehen, oft gibt<br />
es Schimmelprobleme. Hier benötigt man Fugenmaterial, das den<br />
aggressiven Reinigern die Stirn bietet <strong>und</strong> chemikalienbeständig,<br />
hoch belastbar <strong>und</strong> gegen alle Haushaltsreiniger immun ist.<br />
Bild: PCI<br />
Bewegungsfugen<br />
Gibt es im Untergr<strong>und</strong> minimale Spannungen oder Bewegungen<br />
oder geht es um den Rand des Fliesenbelags oder die<br />
Anschlüsse zwischen Badkeramik <strong>und</strong> Fliese, müssen Bewegungs-<br />
<strong>und</strong> Dehnungsfugen angelegt werden. Diese gleichen<br />
die Spannungen aus <strong>und</strong> verhindern, dass Fliesen<br />
springen oder sich Risse bilden. Bekanntlich neigen Silikonfugen<br />
verstärkt zur Schimmelbildung. Deshalb gibt es Silikon<br />
mit Fungizidausrüstung, das den Schimmel einige Jahre abwehren<br />
kann. Doch dieser Schutz wird mit der Zeit ausgewaschen <strong>und</strong> die<br />
Fuge muss erneuert werden.<br />
Bild: ARDEX<br />
Fugengestaltung<br />
Wichtig ist nicht nur der Nutzen, sondern auch die Optik. Der Abstand<br />
der Fugen lässt Räume höher, kürzer, kleiner oder größer<br />
wirken. Ein kleiner Raum mit kleinen Fliesen wirkt kleiner als er eh<br />
schon ist. Schmale Fugen erzeugen eine flächige Wirkung, breite<br />
geben einen rustikalen Eindruck. Um der Vielfalt unterschiedlicher<br />
Beläge gerecht zu werden, ist auch das Fugenmörtelfarbspektrum<br />
gewachsen. Heute gibt es Fugenmörtel in den unterschiedlichsten<br />
Farbtönen. So können Sie <strong>für</strong> ein harmonisches Flächenbild Fliese<br />
<strong>und</strong> Fuge Ton in Ton abstimmen oder mit einem Farbkontrast einen<br />
besonderen Hingucker erzeugen.<br />
Neuer Look durch Fliesenlack<br />
Sie möchten einfach mal einen neuen Look im Bad, aber die alten<br />
Fliesen sind eigentlich noch sehr gut erhalten? Dann bietet es<br />
sich an, die Fliesen nicht zu tauschen, sondern zu streichen. Da<strong>für</strong><br />
werden spezielle Fliesenlacke angeboten. Die Vorteile liegen auf<br />
der Hand: Da keine Fliesen entfernt werden müssen, werden Staub<br />
<strong>und</strong> Schmutz vermieden, weshalb diese <strong>Sanierung</strong>smaßnahme<br />
auch gut in bewohnten Häusern durchgeführt werden kann. Auch<br />
die geringeren Materialkosten <strong>und</strong> der erheblich niedrigere Zeitaufwand<br />
sprechen <strong>für</strong> sich, <strong>und</strong> die Verarbeitung ist denkbar einfach:<br />
Im Vorfeld muss lediglich geprüft werden, ob die alten Fliesen glatt<br />
<strong>und</strong> nichtsaugend sind. Dann werden sie gründlich gereinigt <strong>und</strong><br />
sämtliche Silikonfugen entfernt, da diese nicht überstrichen werden<br />
können. Anschließend erfolgt entweder erst eine Gr<strong>und</strong>ierung, oder<br />
– wenn Sie einen 2in1 Lack verwenden – direkt der Lackanstrich.<br />
Achten Sie darauf, sorgfältig im Nass-in-Nass-Verfahren zu arbeiten,<br />
um eine schöne, glatte Farbfläche zu kreieren.<br />
Bild: Moderna<br />
Alternativen zur Fliese<br />
Fliesen sind der Standardbelag <strong>für</strong> Wand <strong>und</strong> Boden in unseren Badezimmern – doch es gibt<br />
auch tolle Alternativen. Auch Vinylböden eignen sich <strong>für</strong> das Bad. Moderne Vinylböden können<br />
Holz, Stein oder Metall täuschend echt nachahmen, sind elastisch, trittschalldämmend <strong>und</strong> fußwarm<br />
– gerade <strong>für</strong>s Barfußlaufen also eine tolle Sache. Gesprungene Fliesen oder unansehnliche<br />
<strong>und</strong> schimmelige Fugen gehören der Vergangenheit an. Die hochstrapazierfähigen Beläge<br />
sind auch <strong>für</strong> stark beanspruchte Flächen geeignet <strong>und</strong> eignen sich auch hervorragend <strong>für</strong> die<br />
Verlegung auf einer Fußbodenheizung. Sogar Bodenbeläge aus Echtholz sind im Bad möglich –<br />
richtiges Material, korrekte Verlegung <strong>und</strong> gewissenhafte Pflege vorausgesetzt.<br />
33
Neue Dacheindeckung<br />
Wann sollte man eine Dacheindeckung erneuern? Die häufigsten Gründe sind altersbedingte<br />
Schäden, bauphysikalische Mängel oder Beschädigungen durch Unwetter.<br />
Aber auch bei einer größer angelegten Dachsanierung mit nachträglicher Aufdachdämmung<br />
oder gar einem Dachausbau, muss letztendlich auch die Dachhaut erneuert<br />
werden. Zur Sicherheit sollte bei der Planung einer Neu eindeckung ein Fachmann hinzugezogen<br />
werden, um auch den Zustand des Dachstuhls, der hölzernen Lattungen <strong>und</strong><br />
– falls vorhanden – der Unterdeckbahn bzw. der Dampfbremse zu ermitteln. Denn nur,<br />
wenn alle Elemente der Dachkonstruktion völlig intakt sind, kann die neue Dachhaut das<br />
Gebäude dauerhaft <strong>und</strong> sicher vor der Witterung schützen bzw. die Wärme speichern.<br />
Achtung Asbest<br />
Vor 1993 gebaute Häuser sollten auf asbesthaltige<br />
Materialien überprüft werden.<br />
Ist Asbest verbaut, müssen der Abbau<br />
<strong>und</strong> die Entsorgung durch eine Fachfirma<br />
mit entsprechend nachgewiesener Qualifikation<br />
durchgeführt werden.<br />
Bild: Dörken<br />
Wann sollte ein Dach neu<br />
eingedeckt werden?<br />
Eine pauschale Regel <strong>für</strong> die <strong>Erneuerung</strong> der Dacheindeckung,<br />
auch Außenhaut genannt, gibt es so nicht. Der<br />
Zustand des Daches hängt von verschiedenen Faktoren<br />
ab. Die Anzahl <strong>und</strong> Schwere der Stürme, Schattenlage,<br />
Schneefall <strong>und</strong> andere Faktoren können die Zeit, nach<br />
der ein Dach erneuert werden sollte, erheblich verlängern<br />
oder verkürzen. Auch die Art der Bedeckung spielt<br />
eine große Rolle. Im Alter von 30 bis 40 Jahren sollte<br />
das Dach von Fachleuten auf Mängel überprüft werden.<br />
Die meisten Materialien haben eine Lebensdauer von<br />
50 bis 60 Jahren, doch können Schäden an der Dachbedeckung<br />
von Laien oft nicht erkannt werden. Denn<br />
einem Dach sieht man seinen Zustand nicht auf den<br />
ersten Blick an: Moos, Algen <strong>und</strong> Flechten auf den<br />
Schindeln sind nicht unbedingt Anzeichen <strong>für</strong> ein marodes<br />
Dach. Abgefallene Dachpfannen oder verrutschte<br />
Ziegel, <strong>und</strong>ichte Stellen oder gar Schimmel sind hingegen<br />
eindeutige Warnzeichen.<br />
Auch wenn kleinere Mängel, wie ein kaputter Ziegel,<br />
noch gut einzeln repariert werden können, sollte man<br />
eine komplette <strong>Erneuerung</strong> nicht zu lange hinauszögern.<br />
Im schlimmsten Fall entstehen unentdeckt<br />
größere Schäden am Dachaufbau. Wenn dann der<br />
Dachstuhl erneuert werden muss, wird es richtig teuer.<br />
Ob schadhafte Stellen ausgebessert werden können<br />
oder eine komplette Neueindeckung – ggf. in Verbindung<br />
mit weiteren Abdichtungs- oder Dämmmaßnahmen<br />
– nötig ist, muss ein Fachmann entscheiden.<br />
Dazu vermitteln wir Ihnen bei Bedarf gerne einen<br />
Dachdeckerbetrieb unseres Vertrauens.<br />
Bild: Bauder<br />
Wenn bei Altbauten das ursprüngliche, authentische Erscheinungsbild des Daches erhalten<br />
bleiben soll, bieten die meisten Dachziegelhersteller neben klassischen oder modernen<br />
Formen auch traditionelle Biberschwanzziegel an. Im Vergleich mit anderen Ziegeln oder<br />
Dachsteinen, wie z. B. dem Dauerbrenner „Frankfurter Pfanne“, sind bei einer Biberschwanzdeckung<br />
der Materialverbrauch <strong>und</strong> damit die Kosten deutlich höher. Einen tollen<br />
Kompromiss bieten sogenannte Falzbiber, die nur geringfügig mehr Material verbrauchen als<br />
„normale“ Ziegelformen <strong>und</strong> durch die Verfalzung außerdem mit höherer Dichtigkeit punkten.<br />
Bild: Wienerberger<br />
34
Austausch der Dacheindeckung<br />
Sofern sich unter dem neu einzudeckenden Dach ein<br />
unbewohntes Dachgeschoss befindet – das auch weiter<br />
unbewohnt bleiben soll – <strong>und</strong> die oberste Geschossdecke<br />
ausreichend gedämmt ist, sind am Dach selbst keine<br />
zusätzlichen Dämmmaßnahmen erforderlich. Dann<br />
kann tatsächlich ein reiner Austausch der Dachhaut erfolgen,<br />
der gr<strong>und</strong>sätzlich immer ähnlich abläuft.<br />
Abriss des alten Daches<br />
Vor Beginn der Arbeiten muss in der Regel ein Gerüst aufgestellt<br />
werden, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.<br />
Sobald das erledigt ist, kann die alte Dacheindeckung<br />
entfernt, <strong>und</strong> entsorgt werden. Gleiches gilt <strong>für</strong> die Traglattung<br />
<strong>und</strong> die Konterlattung. Wenn Sie diese Arbeiten<br />
selbst übernehmen, können Sie einiges an Kosten sparen<br />
– nicht zuletzt bei der Entsorgung. Einen Container<br />
zu bestellen, <strong>und</strong> den Abtransport einem Fachbetrieb zu<br />
überlassen, ist sinnvoll, da bereits kleinere Mengen alter<br />
Dachziegel oder Dachsteine sehr viel Gewicht <strong>und</strong> eine<br />
Menge Schmutz mit sich bringen. <strong>Das</strong> gute: Dachziegel<br />
bestehen aus wiederverwertbaren Materialien <strong>und</strong> sind<br />
komplett recycelbar. Daher gelten sie als „reiner Bauschutt“,<br />
eine der günstigsten Entsorgungskategorien.<br />
Neueindeckung<br />
Die eigentliche Neueindeckung des Daches beginnt mit<br />
dem Anbringen einer neuen Unterdeckbahn sowie der<br />
neuen Konter- <strong>und</strong> Traglattung. Die Kosten hier<strong>für</strong> hängen<br />
vom Abstand der Lattung, vom Lattenquerschnitt<br />
<strong>und</strong> von der Qualität des verwendeten Holzes ab. Den<br />
Abstand der Traglattung bestimmt die gewählte Dacheindeckung<br />
– also das Material. bzw. das jeweilige Dachpfannen-Modell.<br />
Auch die Kosten <strong>für</strong> die finale Neueindeckung hängen<br />
natürlich vom verwendeten Material ab, wobei die<br />
Quadratmeterpreise sehr stark variieren. Was jedoch<br />
gr<strong>und</strong>sätzlich immer gleich abläuft, ist die Abfolge der<br />
einzelnen Arbeitsschritte: Begonnen wird mit der Eindeckung<br />
der Dachfläche, dann folgt der First <strong>und</strong> zum<br />
Abschluss die Ortgänge.<br />
Belüftung<br />
Eine funktionierende Zu- <strong>und</strong> Entlüftung ist wichtig, um<br />
ein ausgebautes Dachgeschoss funktionsfähig zu halten.<br />
Feuchtigkeit, welche in die Konstruktion „eingebaut“ wird<br />
oder durch Diffusionsvorgänge von der Rauminnenseite<br />
in das Dach gelangen kann, muss sicher abgeführt werden,<br />
damit es nicht zu einem Bauschaden kommt. Durch<br />
die Konter- <strong>und</strong> Traglattung wird ein Zwischenraum hergestellt,<br />
der die Hinterlüftung der Dacheindeckung gewährleistet.<br />
Damit das funktioniert, muss an First, Grat<br />
<strong>und</strong> Traufe da<strong>für</strong> gesorgt werden, dass Luft ein- bzw. austreten<br />
kann. An First <strong>und</strong> Grat wird eine Lüftungsrolle ausgelegt<br />
<strong>und</strong> mit Firstziegeln bedeckt. An der Traufe wird<br />
durch ein Lüftungsband das Einfliegen von Insekten <strong>und</strong><br />
Vögeln in die Hinterlüftung verhindert.<br />
Befestigung <strong>und</strong> Sturmsicherung<br />
In windstillen Regionen reicht oft schon das Eigengewicht<br />
der Dacheindeckung aus, um die Ziegel oder Steine an<br />
Ort <strong>und</strong> Stelle zu halten. In Regionen mit stärkeren Windböen<br />
sollte das Dach zusätzlich gesichert werden, z. B.<br />
mit entsprechendem Befestigungsmaterial wie Sturmklammern<br />
zum Einhängen oder Anschlagen an die Traglattung.<br />
Auch geschnittene Dachpfannen lassen sich<br />
einfach mit der passenden Kehl- oder Gratklammer befestigen.<br />
Mit Zubehör wie diesem gelingt eine adäquate<br />
Windsogsicherung nach DIN EN 1991-1-4.<br />
Bild: Cedral – Etex, Fotograf: Conné van d‘Grachten<br />
Eindeckungsvarianten<br />
Beim Material <strong>für</strong> die Dacheindeckung kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen. Völlig frei<br />
ist man hierbei nicht: Die Form <strong>und</strong> Art der Bedeckung hängt maßgeblich von der Art <strong>und</strong> vor allem dem<br />
Neigungswinkel des Daches ab. Auch regionale Bauvorschriften müssen beachtet werden.<br />
Dauerbrenner Tonziegel<br />
Nach wie vor ist das mit Abstand am häufigsten verwendete Material der Dachziegel. Als Naturprodukt<br />
ist er besonders robust <strong>und</strong> langlebig (ca. 60–80 Jahre). Neben klassischen Ziegeln gibt es engobierte<br />
Dachziegel mit dichter, glasähnlicher Oberfläche, glasierte Dachziegel mit glänzender Optik (Haltbarkeit<br />
ca. 80–100 Jahre) <strong>und</strong> durchgefärbte Dachziegel. Dachziegel mit Lotuseffekt sind durch ihre nanostrukturierte<br />
Oberfläche weniger benetzbar wodurch ein Selbstreinigungsefekt entsteht. Dachziegel eignen<br />
sich ab etwa 22° Dachneigung, ohne dass Zusatzmaßnahmen unter der Bedeckung nötigt werden. Natürlich<br />
gibt es auch andere Materialien <strong>für</strong> die Dacheindeckung, die sowohl hinsichtlich der Optik als auch<br />
ihrer Eigenschaften sogar die bessere Alternative zum Dachziegel sein können:<br />
Betondachsteine<br />
besserer Schallschutz<br />
günstig<br />
energiesparende Herstellung<br />
hagelsicher<br />
Haltbarkeit: ca. 40 Jahre<br />
Dachneigung: ab etwa 22°<br />
Faserzementplatten<br />
besonders leicht<br />
absolut feuerfest<br />
auch in Großformaten erhältlich<br />
Haltbarkeit: ca. 40 Jahre<br />
Dachneigung: kleinformatige Dachplatten ab 22°<br />
großformatige Wellplatten ab 9°<br />
Dieses Dach wurde mit kleinformatigen, dunkelgrauen<br />
Faserzementplatten eingedeckt. Durch minimale Dachüberstände<br />
sowie die Ausführung der Traufe, des Ortgangs<br />
<strong>und</strong> der Schornsteinverkleidung mit Zinkblech<br />
entsteht ein leichter <strong>und</strong> homogener Gesamteindruck.<br />
Metalldach<br />
geringes Gewicht<br />
absolut sturmsicher<br />
Haltbarkeit: abhängig vom Metall<br />
(Kupfer bis zu 200 Jahre)<br />
Dachneigung: ab 7°<br />
Schiefer<br />
besonders sturmsicher<br />
ökologische Unbedenklichkeit<br />
Haltbarkeit: 100–150 Jahre<br />
Dachneigung: ab 22°<br />
Bilder: Creaton<br />
35
Dachdämmung im Bestand<br />
Ein Wohngebäude nach oben hin möglichst optimal zu dämmen ist nicht nur sinnvoll, sondern auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben, gerade<br />
dann, wenn eine <strong>Sanierung</strong> durchgeführt wird. Eine effiziente Dämmung sorgt nicht nur <strong>für</strong> eine merkbare Reduzierung der Heizkosten – verb<strong>und</strong>en<br />
mit CO 2<br />
Einsparungen, die dem Klima zugute kommen. Auch die Verbesserung des Wohnklimas spricht <strong>für</strong> ein durchdachtes Dämmkonzept. Und<br />
wenn der Lärmpegel von außen reduziert werden soll, ist eine Dämmschicht im Dach ebenfalls das Mittel der Wahl. Wo <strong>und</strong> wie genau gedämmt<br />
werden kann bzw. muss, hängt dabei von der Nutzung des Dachraumes <strong>und</strong> den baulichen Gegebenheiten ab.<br />
Bild: Saint-Gobain Rigips<br />
Dämmung der obersten Geschossdecke<br />
Laut GEG* ist die Dämmung der obersten Geschossdecke <strong>für</strong><br />
Hausbesitzer Pflicht, da sämtlicher Wohnraum nach oben hin<br />
gedämmt werden muss, um Wärmeverluste zu minimieren.<br />
Wird der Dachboden als Wohnraum genutzt, muss das Dach<br />
gedämmt werden. Bleibt er hingegen ungenutzt, reicht eine<br />
Dämmung des Fußbodens aus. Entscheidend <strong>für</strong> die Ausführung<br />
der Dämmung ist die spätere Dachbodennutzung. Je<br />
nachdem, ob der Dachboden ungenutzt bleibt, einzelne Bereiche<br />
<strong>für</strong> die Lagerung von Hausrat dienen sollen oder der Raum<br />
komplett als Speicher verwendet wird, sind unterschiedliche<br />
Ausführungen der Geschossdeckendämmung möglich.<br />
Nicht begehbare Dachböden<br />
Bleibt der Dachboden ungenutzt, kann die gesamte Fläche mit<br />
weichen Dämmmatten – zum Beispiel aus Glas- oder Steinwolle<br />
ausgelegt werden. Alternativ können auch Einblasdämmstoffe<br />
eingesetzt werden. Die Dämmung wird mit Druckluft durch<br />
einen Schlauch auf den unwegsamen Dachboden befördert<br />
<strong>und</strong> gelangt auch bis in die letzte Ecke. Es entsteht eine homogene<br />
Dämmschicht mit einer Stärke von 10 bis 20 Zentimetern,<br />
die dann jedoch langfristig nicht mehr begehbar ist.<br />
Begehbare Dachböden<br />
Damit der Dachboden nach der Dämmung begehbar bleibt,<br />
gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sofern eine ausreichende<br />
Druckfestigkeit gegeben ist, können ganz einfach Spanplatten<br />
auf die Dämmung gelegt werden, um eine tragfähige Oberfläche<br />
herzustellen. Alternativ gibt es <strong>für</strong> die oberste Geschossdecke<br />
auch Dämmplatten, die direkt begehbar sind, sodass zusätzliche<br />
Spanplatten nicht notwendig werden. In manchen Fällen<br />
kann es auch sinnvoll sein, erst eine Unterkonstruktion mit Kanthölzern<br />
auf dem Dachboden zu installieren. Die Zwischenräume<br />
werden dann mit Dämmmaterial (z. B. in Form einer Schüttdämmung)<br />
verfüllt. Begehbar wird der Dachboden dann wiederum<br />
durch eine Zusatzschicht, etwa aus OSB-Platten.<br />
Sollen einzelne Bereiche als Lagerfläche genutzt werden oder werden Laufwege <strong>für</strong><br />
Revisionen benötigt, kann die Dämmung mit einer Kombination aus begehbaren <strong>und</strong><br />
nicht begehbaren Dämmstoffen als teilweise begehbare Variante ausgeführt werden.<br />
Bild: Knauf Insulation<br />
36
Dämmpflicht nach GEG*<br />
<strong>Das</strong> Gebäudeenergiegesetz (GEG*) gibt Eigentümern<br />
von Wohngebäuden nicht nur vor, welche Anforderungen<br />
hinsichtlich der Dämmung eingehalten werden<br />
müssen, sondern auch, unter welchen Voraussetzungen<br />
das nachträgliche Anbringen einer zusätzlichen<br />
Dämmung Pflicht ist.<br />
Dämmpflicht im Rahmen einer <strong>Sanierung</strong><br />
Gr<strong>und</strong>sätzlich gilt, dass die Einhaltung der geltenden<br />
GEG* Pflicht ist, wenn mehr als zehn Prozent eines<br />
Bauteils verändert werden. Beim Dach gilt das aber<br />
nur <strong>für</strong> Bauteile, die vor dem 31.12.1983 installiert wurden.<br />
Alle Dächer, die später gebaut wurden, sind ausgenommen<br />
– sofern die energiesparrechtlichen Vorgaben<br />
zum Zeitpunkt des Baus eingehalten wurden.<br />
Nachrüstpflicht bei unzureichendem Wärmeschutz<br />
Alle (Wohn)gebäude, die jährlich mindestens vier Monate<br />
lang auf Innentemperaturen von 19 °C <strong>und</strong> mehr<br />
beheizt werden, müssen nach oben hin gedämmt<br />
werden. Entweder durch Dämmung der Decken beheizter<br />
Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste<br />
Geschossdecken) oder durch eine Dämmung des<br />
Daches selbst (Zwischen- oder Aufsparrendämmung),<br />
wobei ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) erreicht<br />
werden muss. Von dieser Anforderung ausgenommen<br />
sind Ein- <strong>und</strong> Zweifamilienhäuser, die der Eigentümer<br />
selbst mindestens seit dem 1. Februar 2002 bewohnt.<br />
Erst im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 1.<br />
Februar 2002 besteht die Pflicht zur nachträglichen<br />
Dämmung durch den neuen Eigentümer, wo<strong>für</strong> dieser<br />
zwei Jahre Zeit hat.<br />
Bewohnter<br />
Dachraum<br />
Unbewohnter<br />
Dachraum<br />
beheizter<br />
Wohnraum<br />
beheizter<br />
Wohnraum<br />
oder<br />
Auf welche Art der<br />
Wohnraum nach oben<br />
hin gedämmt werden<br />
kann, hängt in erster<br />
Linie davon ab, ob der<br />
Dachraum bewohnt ist<br />
oder nicht.<br />
beheizter<br />
Wohnraum<br />
Für ein<br />
Maximum an<br />
Wärmedämmung<br />
gibt es Bodenluken<br />
mit Doppeldeckel. Die<br />
Lösung bietet sich vor<br />
allem <strong>für</strong> kalte ungenutzte<br />
Dächer mit gedämmter oberster<br />
Geschossdecke an. Dank der hochwertigen<br />
Wärmedämmung in beiden<br />
Deckeln bleibt die Wärme zuverlässig<br />
im Raum. Ein weiteres Plus: Beim Gang<br />
auf den Dachboden können Sie den oberen<br />
Deckel sofort schließen <strong>und</strong> so verhindert,<br />
dass warme Luft <strong>und</strong> Kondenswasser in<br />
den kalten Dachboden strömt.<br />
Bild: Roto Treppen<br />
Bilder: Dolle<br />
Bodentreppe dämmen<br />
Für unbewohnte Dachräume ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die günstigste<br />
<strong>und</strong> effizienteste Maßnahme, um Heizkosten zu sparen. Denn Wärme steigt bekanntlich<br />
nach oben <strong>und</strong> geht dann durch Decken zu unbeheizten Dachräumen verloren. Damit die<br />
Dämmung richtig funktioniert <strong>und</strong> Wärmeverluste optimal begrenzt werden, sollten Sanierer<br />
alle Schwachstellen ausgleichen. So ist es beispielsweise essenziell, dass die Dachluke bzw.<br />
die darin verbaute Bodentreppe wärmegedämmt <strong>und</strong> der Anschluss zwischen beiden Bauteilen<br />
luftdicht ausgeführt ist. Denn sonst entsteht hier eine nicht zu unterschätzende Wärmebrücke. So<br />
kann eine <strong>und</strong>icht eingebaute Bodentreppe bis zu 70 Prozent ihrer Dämmwirkung einbüßen <strong>und</strong><br />
wird dadurch zum Wärme-Schlupfloch, über das wertvolle Energie verloren geht. Modernisierer, die<br />
die oberste Geschossdecke zum Speicher dämmen, sollten im Zuge dessen also auch die Bodentreppe<br />
erneuern. Die meisten Hersteller bieten ihre Wärmeschutz-Bodentreppen zusammen mit speziellen<br />
Deckenanschluss-Systemen an. Sie lassen sich schnell <strong>und</strong> mit wenigen Arbeitsschritten montieren <strong>und</strong><br />
sorgen <strong>für</strong> die luftdichte Ausführung der Einbaufuge. Durch hochwertige Isolation im Lukendeckel erreichen<br />
die Top-Modelle hervorragende U-Werte von bis zu 0,39 W/(m²K) oder sind sogar als Passivhaus-Komponente<br />
zertifiziert. Ein Nebeneffekt der Dämmung: die Bildung von Kondenswasser <strong>und</strong> damit das Potenzial zur Schimmelbildung<br />
werden stark reduziert.<br />
Bild: Wellhöfer<br />
Die Wärmebrücke zwischen<br />
Bodentreppe <strong>und</strong> Decke ist die<br />
kritische Schwachstelle. Optimierte<br />
Anschluss-Systeme<br />
mit Dichtbändern, Dämmperlen<br />
<strong>und</strong> abschließenden<br />
Dämmstreifen beheben<br />
dieses Problem zuverlässig<br />
<strong>und</strong> sind mit<br />
wenigen Handgriffen<br />
eingebaut.<br />
* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />
<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />
37
Steildachdämmung<br />
Bei einer Dachsanierung liegt das Hauptaugenmerk meist beim<br />
Thema Dämmung. Denn sie ist der wichtigste Bestandteil eines<br />
Daches hinsichtlich Energieeinsparung <strong>und</strong> Wohnkomfort (Wärme<br />
<strong>und</strong> Schallschutz) <strong>und</strong> zudem ganz klar durch die Energieeinsparverordnung<br />
geregelt bzw. sogar vorgeschrieben. Welche Möglichkeiten<br />
in Frage kommen, um die Dämmschicht zu installieren,<br />
hängt von der Nutzung des Dachraums <strong>und</strong> den baulichen Gegebenheiten<br />
ab:<br />
Zwischensparrendämmung<br />
Die Dämmmaterialien werden zwischen die tragenden Dachbalken<br />
(Sparren) verlegt. Ist das Dachgeschoss nicht ausgebaut,<br />
empfiehlt sich die Anbringung von innen: die hohen Kosten von<br />
Gerüst <strong>und</strong> Entfernen der Dacheindeckung werden gespart. Wird<br />
die Dachhaut ohnehin erneuert oder ist der Dachraum bewohnt,<br />
empfiehlt sich die Anbringung von außen. <strong>Das</strong> Dach wird dann<br />
von außen bis auf die Innenverkleidung des bewohnten Dachraums<br />
abgetragen <strong>und</strong> mit Dampfbremse, Zwischensparrendämmung,<br />
Unterdeckbahn <strong>und</strong> häufig auch mit zusätzlicher Aufsparrendämmung<br />
neu gedämmt. So kann der Wohnraum während<br />
den Bauarbeiten weiterhin normal genutzt werden.<br />
Aufdopplung<br />
Wenn in Altbauten die Dachsparren zu dünn <strong>für</strong> eine Zwischensparrendämmung<br />
sind, werden diese mit Kanthölzern aufgedoppelt.<br />
<strong>Das</strong> Holz wird auf die bestehenden Sparren geschraubt,<br />
sodass eine dickere Dämmschicht <strong>und</strong> dadurch die erforderte<br />
Dämmleistung erreicht wird.<br />
Untersparrendämmung<br />
Falls das Dachgeschoss schon zu einem früheren Zeitpunkt mit<br />
einer Zwischensparrendämmung ausgestattet wurde <strong>und</strong> diese<br />
auch noch gut in Schuss ist, reicht es oft schon aus, eine Untersparrendämmung<br />
zu ergänzen. <strong>Das</strong> erhöht den Dämmwert <strong>und</strong><br />
eliminiert Wärmebrücken im Bereich der Sparren. Als alleinige<br />
Dämmung ist sie jedoch ungeeignet. Wichtig: die Dampfbremse<br />
liegt zwischen Untersparren- <strong>und</strong> Zwischensparrendämmung. Ist<br />
das Dachgeschoss bereits bewohnt, muss die vorhandene Wandverkleidung<br />
demontiert werden. Auch die Dampfbremse muss in<br />
diesem Zuge erneuert werden.<br />
Bild: Climowool<br />
Die Verlegung einer Dampfbremsfolie erfordert extreme Sorgfalt,<br />
denn schon die kleinste Undichtigkeit genügt, um die Dämmung<br />
zu durchnässen. Spezielle Klebebänder <strong>und</strong> Dichtmassen helfen,<br />
besonders schwierige Stellen an Durchbrüchen <strong>und</strong> Anschlüssen<br />
sicher zu verschließen.<br />
Bild: Saint-Gobain Isover<br />
Aufsparrendämmung<br />
Eine Aufsparrendämmung – die aus bauphysikalischer Sicht effektivste<br />
Dämmtechnik – macht Sinn, wenn bei bisher ungedämmten<br />
Dachräumen die Dacheindeckung sowieso erneuert werden<br />
muss oder wenn ein bereits ausgebauter Dachraum energetisch<br />
aufgewertet werden soll. Hierzu wird das Dach bis auf die Sparren<br />
abgedeckt. Falls noch keine Schalung auf den Dachsparren aufliegt,<br />
kann zunächst eine Zwischensparrendämmung eingebracht<br />
werden, wodurch in Kombination mit der Aufsparrendämmung<br />
maximale Dämmwerte erreicht werden können. Die auf den Sparren<br />
befestigte Schalung dient dann als Untergr<strong>und</strong> <strong>für</strong> die Dampfbremse<br />
<strong>und</strong> das Dämmmaterial mit integrierter Unterdeckbahn.<br />
Darüber wird dann die Lattung <strong>für</strong> die Dacheindeckung installiert.<br />
Unterdeckbahn <strong>und</strong> Dampfsperren<br />
Gedämmte Dächer sollen generell innen dichter <strong>und</strong> nach außen<br />
immer dampfdurchlässiger aufgebaut sein. Jede Dämmung benötigt<br />
deswegen eine Dampfbremse zum Innenraum <strong>und</strong> eine<br />
Unterdeckbahn unterhalb der Eindeckung. Erstere bremst die<br />
Feuchtigkeitsdiffusion vom Dachraum in die Dämmschicht, während<br />
letztere wasserdampfdurchlässig ist <strong>und</strong> so Feuchtigkeit aus<br />
der Dämmschicht nach außen entweichen kann. Unterdeckbahnen<br />
schützen die Dachkonstruktion außerdem vor hineinwehendem<br />
Regen, Schnee <strong>und</strong> Staub. Die Wasserdampfdurchlässigkeit<br />
der Dampfsperre wird auf das Dämmmaterial <strong>und</strong> dessen<br />
Diffussionsfähigkeit abgestimmt. Es gibt auch Dampfbremsen mit<br />
sogenannter Klimamembran: je nach Temperatur sind sie wasserdampfdurchlässig<br />
oder -<strong>und</strong>urchlässig. Die Verlegung einer<br />
Dampfbremsfolie erfordert extreme Sorgfalt, denn schon die<br />
kleinste Undichtigkeit genügt, um die Dämmung zu durchnässen.<br />
Bild: Saint-Gobain Isover<br />
Wenn bewohnte Dachräume im Zuge einer <strong>Sanierung</strong> von außen gedämmt werden, wird bei der<br />
üblichen Dämmlösung mit Zwischen- <strong>und</strong> Aufsparrendämmung als erstes eine Dampfbremsbahn<br />
wannenförmig zwischen die Sparren eingelegt, um die Luftdichtheit<br />
sicherzustellen. Spezielle Renovierungs-Systeme bieten hier einen Vorteil.<br />
Denn hierbei wird die Dampfbremse plan zwischen den beiden<br />
Dämmschichten verlegt. <strong>Das</strong> ist einfacher, zeitsparender<br />
<strong>und</strong> sicherer, als die Verlegung zwischen<br />
Sparren <strong>und</strong> Dämmung.<br />
6 Dachlattung<br />
5 Konterlattung<br />
4 diffusionsoffene<br />
Unterdeckbahn<br />
3 Aufsparren-Dämmplatte<br />
2 diffusionshemmende<br />
Dampfbremsbahn<br />
1 Zwischensparren-Dämmrolle<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
Bild: Knauf Insulation<br />
38
Dämmmaterialien<br />
Glas- <strong>und</strong> Steinwolle punkten mit Flexibilität <strong>und</strong> leichter Verarbeitung, was das<br />
Material zu einem beliebten Dämmstoff <strong>für</strong> die Zwischen- <strong>und</strong> Untersparrendämmung<br />
macht. Mineralwolle ist sehr widerstandsfähig <strong>und</strong> hat eine lange Lebensdauer<br />
– sofern sie optimal gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Denn bei zu hoher<br />
Feuchtigkeitsbelastung verliert das Material schnell an Dämmleistung.<br />
Expandiertes Polystyrol (EPS) ist im Verhältnis zu seiner guten Dämmleistung<br />
momentan das preiswerteste Dämmmaterial. Es ist sehr leicht zu verarbeiten <strong>und</strong><br />
durch seine diffusionsdichte Struktur sehr beständig gegenüber Feuchtigkeit.<br />
Polyurethan <strong>und</strong> Polyisocyanurat (PUR/PIR) sind resistent gegenüber Witterung<br />
sowie Feuchtigkeit <strong>und</strong> eignen sich gleichermaßen <strong>für</strong> alle Verfahren der<br />
Dachdämmung. Trotz geringerer Dicke dämmt der Hartschaum besser als herkömmliche<br />
Dämmstoffe. Gr<strong>und</strong> da<strong>für</strong> ist sein Vernetzungsgrad, der dem Hartschaum<br />
mehr Stabilität <strong>und</strong> eine besondere thermische Beständigkeit verleiht.<br />
Extrudiertes Polystyrol (XPS) unterscheidet sich von EPS nur in seiner Verarbeitung.<br />
Bei EPS sind durch die Expansion einzelne Perlen zu erkennen, während<br />
XPS-Platten eine gleichmäßige Schaumstruktur besitzen. XPS ist sehr witterungsbeständig<br />
<strong>und</strong> weist bei dünnerer Stärke gleiche Dämmwerte wie EPS auf.<br />
Resol-Hartschaum ist Dämmstoff-Technik auf dem neuesten Stand. Bereits relativ<br />
dünne Plattenstärken bringen eine sehr gute Dämmleistung, wodurch sich sehr<br />
schlanke Dachaufbauten realisieren lassen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Materialien<br />
ist Resol-Hartschaum sehr diffusionsoffen.<br />
Holzfaserplatten sind diffusionsoffen, was zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit<br />
beiträgt <strong>und</strong> auch das Auftreten von freiem Kondenswasser verhindert. Daraus<br />
resultiert eine erhöhte Sicherheit vor Feuchteschäden, ohne dass die Dämmeigenschaften<br />
durch vorübergehende Feuchtewechsel beeinträchtigt werden. Ein großer<br />
Vorteil der Holzfaser-Dämmung ist auch die hohe spezifische Wärmespeicherkapazität,<br />
die einen besonders guten sommerlichen Hitzeschutz bedingt.<br />
Dämmstoff<br />
U-Wert<br />
W/(m 2·K)<br />
Wasserdampfdiffusion<br />
μ<br />
Brandschutzklasse<br />
EPS 0,032 – 0,045 20 – 100 B1<br />
XPS 0,028 – 0,040 80 – 200 B1<br />
Resol-Hartschaum 0,022 – 0,025 10 – 40 B2<br />
PUR-/PIR-Hartschaum 0,024 – 0,029 30 – 150 B1<br />
Mineralwolle 0,035 – 0,041 1 – 2 A1<br />
Holzfaser 0,040 – 0,045 5 – 10 B2<br />
Hartschaum<br />
auf Biomassebasis<br />
Überall, wo das Dämmmaterial<br />
hohen Druck<strong>und</strong><br />
Feuchtebelastungen<br />
ausgesetzt wird, sind<br />
EPS oder XPS eine gute<br />
Lösung – wie etwa bei der<br />
Auf sparrendämmung.<br />
Ein innovativer neuer Dämmstoff ist Hartschaum<br />
auf Biomassebasis, der zu großen Teilen aus<br />
Biomasse (Ernteabfälle) <strong>und</strong> aus recycelten<br />
Stoffen (Wertstoffreste) besteht. <strong>Das</strong><br />
Material weist sehr gute Dämmwerte<br />
auf, ist langlebig <strong>und</strong> frei<br />
von raumluftbelastenden<br />
Stoffen wie Formaldehyd.<br />
0,024 – 0,025 75 B1<br />
Bild: Ediltec<br />
Bild: Bauder<br />
Flachdach-<strong>Sanierung</strong><br />
Gründe <strong>für</strong> eine <strong>Sanierung</strong><br />
<strong>Sanierung</strong>sarbeiten am Flachdach werden dann nötig, wenn die<br />
Abdichtung nicht mehr richtig intakt ist oder eine nachträgliche<br />
Dämmschicht aufgebracht werden soll bzw. muss. Auch eine<br />
Nutzungsänderung kann der Gr<strong>und</strong> <strong>für</strong> eine Baumaßnahme sein.<br />
Schaden an der Abdichtung<br />
Ist aufgr<strong>und</strong> des Dachzustandes ein Schaden an der Abdichtung<br />
absehbar, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Spätestens<br />
vor dem nächsten Winter sollte saniert werden. Muss die Abdichtung<br />
ohnehin erneuert werden, macht es Sinn, in diesem Zuge<br />
auch gleich Dämmmaßnahmen oder eine Veränderung des<br />
Dachaufbaus mit anzudenken.<br />
6<br />
Bild: HIRSCH Porozell<br />
Energetische <strong>Sanierung</strong><br />
Was beim Steildach gilt, gilt auch <strong>für</strong> Flachdächer: Über ein ungedämmtes<br />
Dach geht viel Energie verloren. bei Wohnhäusern mit<br />
Flachdach sogar umso mehr, da der Wohnraum immer bis unters<br />
Dach reicht. Eine adäquate Dachdämmung ist also Pflicht <strong>und</strong><br />
muss ggf. optimiert werden, um den Anforderungen des GEG*<br />
zu entsprechen.<br />
5<br />
4<br />
Ist der alte Dachaufbau nicht mehr funktionstüchtig,<br />
kann in vielen Fällen die neue Dämmung<br />
<strong>und</strong> Abdichtung einfach aufgedoppelt<br />
werden – sofern die alte Dämmschicht trocken<br />
<strong>und</strong> noch ausreichend druckfest ist. Bei<br />
einem ungedämmten Dach erfolgt der Aufbau<br />
identisch – nur eben direkt auf der Betondecke<br />
bzw. der alten Abdichtungsschicht.<br />
Nutzungsänderung<br />
Flachdächer werden heute multifunktional genutzt, z. B. <strong>für</strong> Solaranlagen,<br />
technische Aufbauten, Dachterrassen oder Dachbegrünungen.<br />
Wenn Sie solch eine Nutzungsänderung planen,<br />
muss der vorhandene Dachaufbau unbedingt geprüft werden,<br />
um festzustellen, ob die statischen Voraussetzungen <strong>für</strong> den<br />
Neuaufbau gegeben sind, bzw. mit welchem Aufwand die <strong>Sanierung</strong><br />
verb<strong>und</strong>en ist.<br />
3<br />
2<br />
1<br />
Bild: Bauder<br />
6 Abdichtungsoberlage<br />
5 Abdichtungsunterlage<br />
4 PIR Gefälledämmung<br />
3 Voranstrich + Dämmstoffkleber<br />
2 Altaufbau (trockene Dämmschicht)<br />
1 Tragkonstruktion<br />
* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />
<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />
39
Dachausbau<br />
Nutzen Sie das vorhandene Potenzial Ihres Hauses <strong>und</strong> gewinnen Sie<br />
mit dem Ausbau des Dachgeschosses wertvollen Wohnraum zu verhältnismäßig<br />
geringen Kosten dazu. Ob großzügiges neues Schlafzimmer,<br />
Kinder zimmer oder sogar vermietbare Einliegerwohnung – ein unausgebauter<br />
Dachraum bietet vielfältige Möglichkeiten. Aber auch hier steht<br />
die sorgfältige Planung im Vordergr<strong>und</strong>. Viele Dinge müssen<br />
beachtet werden <strong>und</strong> nicht selten ist auch eine<br />
Baugenehmigung erforderlich.<br />
Bild: Knauf Insulation<br />
Schritt <strong>für</strong> Schritt zum Dachausbau<br />
Wenn Sie einen Dachausbau planen, müssen Sie als<br />
erstes prüfen ob die baulichen Voraussetzungen da<strong>für</strong><br />
stimmen. Der Knackpunkt dabei ist oft die mangelnde<br />
Stehhöhe bzw. eine zu kleine Fläche mit ausreichender<br />
Stehhöhe. Ist genügend Raum vorhanden, haben<br />
Sie aber meist volle Planungsfreiheit, da im Dachgeschoss<br />
in der Regel keine tragenden Wände verbaut<br />
sind. Folgende Aspekte müssen Sie bei der Planung<br />
aber trotzdem immer berücksichtigen:<br />
Elektro- <strong>und</strong> Wasserleitungen<br />
Egal, zu welchem Zweck Ihr Dachboden ausgebaut<br />
wird, Licht ist auf jeden Fall notwendig. Da die meisten<br />
Dachböden bereits im unausgebauten Zustand über<br />
mindestens eine Lichtquelle verfügen, sind die elektrischen<br />
Anschlüsse oft nur zu erweitern. Ist eine Küche<br />
oder ein Bad geplant, muss die Wasserzufuhr zusätzlich<br />
installiert werden. Ausreichende Rohr dicken, -neigungen<br />
<strong>und</strong> Belüftung sind aufgr<strong>und</strong> der langen Wege<br />
besonders wichtig.<br />
Dämmung <strong>und</strong> staatliche Förderungen<br />
Bei einem Dachbodenausbau muss man sich an die<br />
strengen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes<br />
(GEG*) halten (siehe S. 37). Die Dämmung des Daches<br />
wird von der KfW mit einem Kredit in Höhe von bis<br />
zu 50.000 Euro <strong>und</strong> Tilgungszuschüssen bis zu 20%<br />
gefördert. Alternativ können Sie einen Investitionszuschuss<br />
in Höhe von 20 % der förder fähigen Kosten<br />
(maximal. 10.000 Euro) beantragen.<br />
Statik <strong>und</strong> räumliche Voraussetzungen<br />
<strong>Das</strong> Wichtigste ist, die Tragfähigkeit des Dachstuhls<br />
zu überprüfen. Er muss bei einem Ausbau nicht nur<br />
sich selbst <strong>und</strong> die Dacheindeckung tragen, sondern<br />
auch die Wärmedämmung <strong>und</strong> Schalung. Gerade bei<br />
älteren Bestandsbauten sollte man deshalb die Statik<br />
professionell prüfen lassen. Analysieren Sie auch die<br />
Deckenhöhe (mind. 2,30 m), Dachneigung (mind. 35°)<br />
<strong>und</strong> die Dachfläche, um herauszufinden, ob der Raum<br />
<strong>für</strong> einen Ausbau zur Wohnfläche groß genug ist.<br />
Bauliche Vorgaben<br />
Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht,<br />
hängt im Allgemeinen immer vom Umfang der geplanten<br />
Arbeiten ab. Wird mit dem Dachausbau neuer<br />
Wohnraum geschaffen, zählt dies als eine Nutzungsänderung,<br />
<strong>für</strong> die es in einigen B<strong>und</strong>esländern eine<br />
Genehmigung braucht. Gleiches gilt, wenn durch den<br />
Dachausbau Änderungen an der Dachfläche vorgenommen<br />
werden, zum Beispiel durch den Einbau<br />
von Dachgauben, einer Dachterrasse oder wenn die<br />
Dachneigung verändert wird. Als erste Maßnahme<br />
hilft der Blick in die Landesbauordnung, um herauszufinden,<br />
ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder<br />
nicht. Anschließend sorgt ein Gespräch mit dem Bauamt<br />
<strong>für</strong> Klarheit.<br />
Bild: Dörken<br />
Eines der Schlüsselwörter beim Ausbau von Dachgeschossen lautet: Luftdichtheit! Denn in einem ausgebauten, bewohnten<br />
Dachraum fällt wesentlich mehr Feuchte an als im unbewohnten Zustand. Dampfbremsen mit variablem sd-Wert (Wasserdampfdiffusionswiderstand)<br />
reagieren flexibel auf den Feuchtegehalt der Luft <strong>und</strong> verändern dabei ihre Materialdichte. Energieverluste<br />
durch unkontrollierte Luftwechsel werden vermieden, gleichzeitig kann übermäßige Luftfeuchte kontrolliert entweichen. So wird der<br />
Tauwasserbildung in der Konstruktion <strong>und</strong> möglichen Feuchteschäden zuverlässig vorgebeugt.<br />
40
Trockenbau<br />
Ist das Dachgeschoss ausgebaut, stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten offen, wie Sie<br />
den neu gewonnenen Raum nutzen können. Unter den geneigten Dächern eines Neubaus<br />
oder renovierten Altbaus finden sich ideale Betätigungsfelder <strong>für</strong> den modernen Trockenbau.<br />
Verschiedene Ausbaulösungen <strong>für</strong> Böden, Wände <strong>und</strong> Dachschrägen stehen Ihnen<br />
zur Verfügung, um normale Wohnräume oder Feuchträume zu formen, oder um die erhöhten<br />
Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes (z. B. bei alten Dachstühlen) zu erfüllen.<br />
Trennwände<br />
Mit Trockenbauplatten <strong>und</strong> einem Ständerwerk sind Trennwände schnell <strong>und</strong> sauber errichtet<br />
<strong>und</strong> an vorhandene Dachschrägen angepasst. <strong>Das</strong> Ständerwerk eignet sich perfekt,<br />
um Installationen, Leitungen <strong>und</strong> andere Haustechnik versteckt zu verlegen. Der trockene<br />
Innenausbau ermöglicht die flexible Raumaufteilung, sodass der Wohnraum unterm Dach<br />
genau den eigenen Bedürfnissen angepasst <strong>und</strong> jederzeit wieder verändert werden kann.<br />
Im Nu wird das Dachgeschoss in ein neues Kinderzimmer, ein ruhiges Büro oder – dank<br />
feuchteresistenter Trockenbauplatten – in ein großes Badezimmer umgewandelt.<br />
Bild: Protektor<br />
Kniestock <strong>und</strong> Abseitenwand<br />
Verläuft die Dachschräge im obersten Stockwerk nicht ganz bis zum Boden, spricht man<br />
bei der senkrechten verbindenden Wand vom Kniestock. Er verleiht dem Dachgeschoss<br />
mehr Höhe <strong>und</strong> ist meist zwischen 40 <strong>und</strong> 80 cm hoch. Bei Häusern ohne Kniestock kann<br />
man den niedrigen Raum, im unteren Bereich der Dachschräge, mit dem Einbau von<br />
versteckten Wandschränken oder Abstellräumen nutzbar machen. Eine Abseitenwand<br />
hingegen verbindet die Dachschräge mit dem Fußboden, wodurch man niedrige Möbel<br />
direkt an die Wand schieben kann. Der Raum hinter der Abseitenwand kann als Stauraum<br />
genutzt werden <strong>und</strong> eignen sich auch bestens als Installationsraum. Kabel, Rohrleitungen<br />
<strong>und</strong> Anschlüsse werden einfach hinter der Trockenbauwand versteckt. Zugang zu dieser<br />
versteckten Nische unter der Dachschräge schafft eine Kniestocktür.<br />
Dachausbau mit Holz<br />
Sie setzen konsequent auf nachwachsende <strong>und</strong> recycelbare Rohstoffe? Dann entscheiden<br />
Sie sich im Ausbau <strong>für</strong> Plattenmaterial aus Holz bzw. auf Holzbasis. Diese eignen sich<br />
bestens <strong>für</strong> einen weitgehend diffusionsoffenen Wand- <strong>und</strong> Dachaufbau <strong>und</strong> können bei<br />
korrekter Ausführung sogar die Dampfsperre ersetzen. Außerdem sind Holzwerkstoffe –<br />
solange sie mit formaldehydfreien Leimen geb<strong>und</strong>en werden – ungeschlagen, wenn es<br />
um die Schaffung eines behaglichen, wohnges<strong>und</strong>en Raumklimas geht.<br />
Aufgr<strong>und</strong> ihrer<br />
hohen Festigkeit <strong>und</strong><br />
Stabilität, können OSB-Platten<br />
universell <strong>für</strong> tragende <strong>und</strong> aussteifende<br />
Zwecke verwendet werden. Bei diffusionsoffener Bauweise können sie als luftdichte<br />
Ebene bzw. Dampfbremse eingesetzt werden, was die Verwendung einer zusätzlichen<br />
Folie unnötig macht. Die formaldehydfreie <strong>und</strong> feuchtebeständige Verleimung<br />
gewährleistet minimale Quell- <strong>und</strong> Schwindmaße.<br />
Bild: Kronospan<br />
Bild: Sonae Arauco/Agepan System<br />
Brandschutz<br />
Um den Dachboden räumlich umfunktionieren zu können, sind bestimmte Sicherheitsvorkehrungen<br />
einzuhalten. Beispielsweise reicht eine Einstiegsluke mit Leiter als Zugang<br />
<strong>für</strong> einen bewohnten Raum aus brandschutztechnischen Gründen nicht aus. Hier muss<br />
zwingend eine fest installierte Treppe eingebaut werden. Da bei einem Wohnraum – entsprechend<br />
der Brandschutzbestimmungen – zwei Sicherheitswege vorgeschrieben sind,<br />
ist zusätzlich <strong>für</strong> ein Ausstiegsfenster mit den Mindestmaßen 90 x 120 cm zu sorgen.<br />
Für Konstruktionen mit<br />
besonderen Anforderungen<br />
an den Brandschutz gibt es feuerhemmende<br />
OSB-Platten. Die mit einem<br />
Glasgewebe versteifte Oberfläche, die<br />
zusätzlich mit einer Zementmischung<br />
beschichtet ist, bietet höchste Sicherheit.<br />
Bild: Dolle<br />
Die Trockenbauwand teilt den beheizten Wohnraum vom<br />
dahinterliegenden kalten Raum ab, weshalb eine ausreichende<br />
Wärmedämmung wichtig ist – auch bei der Kniestocktür.<br />
Deshalb sollten Sie darauf achten, dass die Tür mit innenliegender<br />
Wärmedämmung <strong>und</strong> Falzdichtung ausgestattet ist.<br />
Bild: Saint-Gobain Rigips<br />
Gipskartonplatten mit speziellem, faserarmierten Gipskern, sind besonders gut <strong>für</strong> die Beplankung von Schallschutz<strong>und</strong><br />
Brandschutzkonstruktionen geeignet. Die höchst feuerbeständigen Platten sind zudem geprüft wohnges<strong>und</strong> <strong>und</strong> sorgen<br />
<strong>für</strong> eine angenehme Raumluftfeuchte.<br />
* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />
<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />
41
Mehr Lichteinfall<br />
durch neue Dachfenster<br />
Moderne Dachfenster sind beim Dachausbau ein absolut wichtiger <strong>und</strong> notwendiger Bestandteil. Sie<br />
erhöhen Wohnqualität <strong>und</strong> Wohlbefinden durch den zusätzlichen Tageslichteinfall <strong>und</strong> die Möglichkeit<br />
zum Lüften. Außerdem lassen Dachfenster den Dachraum größer <strong>und</strong> luftiger wirken. Ein<br />
nachträgliches Einbauen neuer oder die Erweiterung bestehender Dachfenster ist kein Problem –<br />
vorausgesetzt, die statischen Voraussetzungen sind gegeben.<br />
Bild: VELUX<br />
Lichtflächenplanung<br />
Um das Tageslicht im Dachgeschoss optimal ausnutzen<br />
zu können, ist eine genaue Lichtplanung notwendig.<br />
Die Länge von Dachfenstern entscheidet, wie<br />
viel Licht hineinfallen kann <strong>und</strong> hängt vor allem von<br />
der Dachneigung ab: Steilere Dächer benötigen <strong>für</strong><br />
denselben Lichteinfall kürzere Fenster als Dächer mit<br />
einer geringen Dachneigung. Empfohlen ist die Fensterunterkante<br />
90 cm über dem Boden <strong>und</strong> die Fensteroberkante<br />
ca. 200 cm über dem Boden. Daraus lässt<br />
sich die nötige Fensterlänge in Abhängigkeit von der<br />
Dachneigung gut errechnen.<br />
Die Fensterbreite wird in der Regel anhand der Dachsparren<br />
bestimmt: <strong>Das</strong> Fenster sollte möglichst zwischen<br />
zwei Dachsparren verbaut werden. Stimmen<br />
Sie die genauen Fenstermaße am besten direkt mit Ihrem<br />
Handwerker ab. Der Fachmann kann die Maße so<br />
bemessen, dass die Fenster wirklich perfekt passen.<br />
Eine nicht unerhebliche Rolle spielt außerdem die<br />
Ausrichtung der Fenster. Natürlich ist es immer vom<br />
Gr<strong>und</strong>riss des Dachgeschosses abhängig, in welche<br />
Himmelsrichtungen die Fenster zeigen. Für eine optimale<br />
Verteilung der Helligkeit ist es auf jeden Fall<br />
empfehlenswert, die Fenster in möglichst unterschiedliche<br />
Richtungen einzubauen:<br />
Osten oder Westen: Morgens bzw. Abends gelangt<br />
viel Licht in den Raum. Aufgr<strong>und</strong> der schwachen Sonneneinstrahlung<br />
ist die Hitzeentwicklung gering.<br />
Süden: Durch den hohen Lichteinfall ist der Raum<br />
auch in dunklen Wintermonaten angenehm hell. Im<br />
Sommer ist jedoch ein Sonnenschutz zwingend notwendig.<br />
Norden: Wenn überhaupt, sollten hier möglichst große<br />
Fensterformate gewählt werden, um das wenige<br />
vorhandene Licht optimal zu nutzen.<br />
200 cm<br />
90 cm<br />
98 cm<br />
52° – 90°<br />
140 cm<br />
41° – 54°<br />
Schwingfenster mit Oberbedienung<br />
200 cm<br />
120 cm<br />
98 cm<br />
38° – 55°<br />
140 cm<br />
Zusatzelement<br />
25° – 35°<br />
Kipp-Schwing-Fenster mit Oberbedienung<br />
Hitzeschutz-Markisen werden passgenau<br />
auf Ihr Dachfenster abgestimmt. Sie schützen so<br />
effektiv, weil sie die Sonnenstrahlen stoppen,<br />
bevor diese die Fensterscheiben erreichen. Dank<br />
des transparenten Gewebes gelangt dennoch<br />
ausreichend Tageslicht in den Wohnraum.<br />
Bild: VELUX<br />
42
Die Vielfalt der<br />
Dachfenster!<br />
Um die neugewonnene Wohnatmosphäre nach<br />
eigenen Vorstellungen zu gestalten, steht eine<br />
Bandbreite an Fenstertypen mit verschiedenen<br />
Funktionen zur Verfügung. Neben der klassischen<br />
Kippfunktion können Fenster auch linksoder<br />
rechtsseitig geöffnet werden. Beliebt sind<br />
Schwingfenster oder Klapp-Schwing-Fenster. Es<br />
gibt einflügelige Modelle ebenso wie mehrflügelige.<br />
Auch Lösungen mit balkonähnlichen Fenstern<br />
sind möglich. Je nach Bedarf <strong>und</strong> baulichen Voraussetzungen<br />
wie etwa der Statik des Daches<br />
ermöglichen sich folgende Beispiele:<br />
Schwingfenster<br />
Bei diesem Dachfenster ist der Fensterflügel an<br />
der Mittelachse befestigt. <strong>Das</strong> Fenster kann dadurch<br />
sowohl nach innen als auch nach außen<br />
gekippt werden. Im Normalfall wird das Fenster<br />
an der oberen Kante durch Ziehen an der Griffleiste<br />
geöffnet. Weil sich der Griff oben am Fenster<br />
befindet, können Möbel auch darunter platziert<br />
werden. Eine spezielle Form des Schwingfensters<br />
ist das Hoch-Schwingfenster. Der Drehpunkt<br />
befindet sich im oberen Drittel, wodurch eine größere<br />
Öffnung im unteren Bereich des Fensters<br />
entsteht. Der ungehinderte Blick aus dem Fenster<br />
ist möglich, die Bewegungsfreiheit bei geöffnetem<br />
Fenster deutlich größer.<br />
Klapp-Schwingfenster<br />
Einbau von Dachfenstern<br />
Bild: Roto<br />
Der Einbau ist nicht ganz unkompliziert, denn ein Dach mit Sparren, Dämmung, Lattung <strong>und</strong> Dachdeckung ist ein<br />
komplexes Konstrukt. Oft muss zum Einpassen eines Fensters der Abstand der Dachsparren verändert werden.<br />
Gr<strong>und</strong>sätzlich ist das kein Problem: Bei zu breitem Abstand können die Sparren einfach aufgedoppelt, oder Wechsel-<br />
<strong>und</strong> Hilfssparren eingezogen werden. Bei zu schmalen Abständen hingegen, müssen Sparren teilweise oder<br />
ganz entfernt <strong>und</strong> neue Sparren eingezogen werden. Vor allem letzterer Eingriff darf ausschließlich von einem<br />
Profi ausgeführt werden, da bei Fehlern das Dach instabil werden kann.<br />
Einen professionellen Handwerker zu beauftragen ist ohnehin sinnvoll. Denn auch beim Einbau eines Dachfensters<br />
gilt es einiges zu beachten: Ein Dachflächenfenster sollte wie ein Fenster in einer Wand möglichst weit außen<br />
sitzen <strong>und</strong> die Anschlüsse vom Fensterrahmen an das übrige Bauteil müssen optimal ausgeführt werden, damit<br />
Wärmebrücken, Kondensatausfall <strong>und</strong> Schimmelpilzbildung vermieden werden. Demnach muss eine vorhandene<br />
Dämmung luft- <strong>und</strong> dampfdicht an das Fenster angeschlossen werden. Die Hersteller von Dachflächenfenstern<br />
haben hier<strong>für</strong> entsprechende Systeme entwickelt. Und was <strong>für</strong> die Dachhaut gilt, gilt auch im Inneren. Die Fensterlaibung<br />
muss ebenfalls gedämmt werden, um die Differenz zwischen der Temperatur an der Innenoberfläche des<br />
Fensterrahmens <strong>und</strong> der Raumtemperatur möglichst gering zu halten. Da<strong>für</strong> gibt es spezielle Dämmrahmen mit<br />
integrierter Dämmschicht.<br />
<strong>Das</strong> Klapp-Schwingfenster ist die erweiterte Form<br />
des Schwingfensters: Eine zusätzliche Funktion<br />
gewährleistet, dass das Fenster auf der gesamten<br />
Höhe nach außen geklappt werden kann.<br />
Eine große Öffnung <strong>für</strong> den schönen Ausblick<br />
entsteht. Da sich der Griff eines Klapp-Schwingfensters<br />
meist am unteren Ende befindet, ist darauf<br />
zu achten, den Zugang zum Fenster nicht<br />
mit Möbeln zu verstellen. Um die Reinigung zu<br />
erleichtern, sind Klapp-Schwingfenster so ausgestattet,<br />
dass ihre Außenseite nach innen geklappt<br />
werden kann. <strong>Das</strong> Putzen der Scheiben ist somit<br />
kein Problem.<br />
Panoramafenster<br />
Ein Panorama-Dachfenster ist ein besonders<br />
breites Dachfenster, das <strong>für</strong> eine extra weite Sicht<br />
<strong>und</strong> einen hohen Lichteinfall sorgt. Damit ein so<br />
großes Fenster die lückenlose Durchsicht ermöglicht<br />
<strong>und</strong> dennoch praktikabel zu öffnen ist, wird<br />
es mit einem elektrischen Schiebemechanismus<br />
geöffnet.<br />
Ein zu großer Abstand kann durch aufdoppeln oder<br />
das Einziehen von Wechsel- <strong>und</strong> Hilfssparren einfach<br />
angepasst werden.<br />
Bei zu geringem Abstand muss der Sparren<br />
getrennt bzw. entfernt werden, bevor Wechsel<strong>und</strong><br />
Hilfssparren angebracht werden können.<br />
Dachausstieg<br />
Für Dacharbeiten oder die Kaminreinigung nutzen<br />
Handwerker oder Schornsteinfeger häufig<br />
das Dachfenster. Spezielle Ausstiegsfenster ermöglichen,<br />
mit einem großen Öffnungswinkel den<br />
sicheren Ausstieg aufs Dach. Je nach Ausführung<br />
gilt ein Dachausstieg auch als Notausstiegsfenster.<br />
43
Fenstertausch<br />
Fenster lassen Licht <strong>und</strong> Sonnenwärme ins Haus <strong>und</strong> sind damit essenziell <strong>für</strong> Wohlbefinden <strong>und</strong> Wohnges<strong>und</strong>heit. Als Teil der Außenwände müssen sie aber auch<br />
zur Wärmedämmung des Hauses beitragen. Sind Fenster jedoch älter als 20 Jahre, haben sie oft keine Wärmeschutzverglasung <strong>und</strong> stellen dadurch eine Schwachstelle<br />
– auch bekannt als Wärmebrücke – dar. In diesem Fall sollten Sie einen Austausch der Fenster in Erwägung ziehen. Moderne Fenster haben kaum Wärmeverluste<br />
<strong>und</strong> sind unter Berücksichtigung der Sonneneinstrahlung teilweise sogar wärmer als die umgebende Wand. <strong>Das</strong> bedeutet aber auch, dass solche Fenster<br />
nicht in ungedämmte Wände eingebaut werden dürfen, weil so Schäden an der Bausubstanz entstehen können. Deshalb bietet es sich an, einen Fensteraustausch<br />
zusammen mit der Fassadensanierung <strong>und</strong> -dämmung anzupacken.<br />
Bild: Kneer<br />
Gründe <strong>für</strong> einen Fensteraustausch<br />
Es gibt einige Gründe, die <strong>für</strong> das Erneuern der Fenster sprechen. Während die Energieeffizienz<br />
in vielen Fällen schon durch einen Glastausch gesteigert werden kann, spielt beispielsweise<br />
beim Design oder dem Einbruchschutz auch die sie umgebende Konstruktion eine entscheidende<br />
Rolle. Ohnehin altert auch das Material – je nach Werkstoff – in unterschiedlicher Geschwindigkeit.<br />
Bei morschen Holzrahmen, porösen Dichtungen <strong>und</strong> veralteter Verglasung ist ein<br />
Austausch in der Regel wirtschaftlich lohnender als ein Herumdoktern an den Symptomen. Ein<br />
weiterer Gr<strong>und</strong>, der <strong>für</strong> den Austausch von alten Fenstern spricht, ist die Reduzierung von Lärm.<br />
Mit der richtigen Schallschutzverglasung lässt sich effizient der Schall vermindern. Moderne<br />
Funktionsgläser verbessern den Schallschutz zusätzlich.<br />
Luftdichter Einbau<br />
Beim Einbau neuer Fenster liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Fugenbereich zwischen<br />
Fensterrahmen <strong>und</strong> umlaufenden Mauerwerk. Diese Fuge wird in der Regel zunächst mit PU-<br />
Schaum verfüllt, der zwar gut <strong>für</strong> die Wärmedämmung ist, jedoch nicht ausreicht, um einen<br />
absolut luft- <strong>und</strong> schlagregendichten Anschluss herzustellen. Deshalb kommen zusätzlich oft<br />
sogenannte Anputzdichtleisten zum Einsatz. Dabei handelt es sich um selbstklebende Profile,<br />
die man beidseitig umlaufend auf die Fensterzarge klebt. Anschließend werden die Profile in die<br />
Laibung eingeputzt – sowohl auf der Außen- als auch auf der Innenseite des Fensters – wobei<br />
die gelochten Einputzschenkel <strong>für</strong> eine hochfeste Putzverkrallung sorgen.<br />
luft- <strong>und</strong> schlagregendichter<br />
Fensteranschluss durch<br />
Anputzdichtleiste<br />
Bild: Protektor<br />
Fensteranschluss an ein WDV-System<br />
Der luftdichte Anschluss ist natürlich besonders wichtig, wenn die ans Fenster anschließende<br />
Außenwand mit einem Wärmedämmverb<strong>und</strong>system gedämmt wird. Auch hier<strong>für</strong> gibt es spezielle<br />
Anputzdichtleisten. Bei diesen Modellen ist an den gelochten Einputzschenkel zusätzlich ein<br />
Streifen Armierungsgewebe angenäht. Dieser wird in die Armierungsschicht des WDVS integriert,<br />
wodurch eine hochfeste <strong>und</strong> dauerhafte Putzeinbindung garantiert ist.<br />
Fenstermontage im WDV-System<br />
Bei einer Fassadensanierung mit WDVS kann es sinnvoll sein, die Rahmen der neuen Fenster<br />
direkt in die Dämmebene einzusetzen, denn dort lassen sich die Fensterrahmen zweiseitig mit<br />
Wärmedämmung einfassen: So wird das Entstehen von Wärmebrücken zwischen Wandsystem<br />
<strong>und</strong> Fenster verhindert. Außerdem werden die massiven Schatten vermieden, die entstehen,<br />
wenn um die Fenster nachträglich eine dicke Dämmschicht aufgetragen wird. Die dadurch<br />
gewonnene Sonnenenergie führt zudem zu solaren Wärmegewinnen <strong>und</strong> verbessert die Gebäudeenergiebilanz.<br />
Zur Befestigung der Fenster „vor der Wand“ gibt es sogenannte Vorwandmontage-Systeme.<br />
<strong>Das</strong> sind meist besonders stabile Dämmelemente, die r<strong>und</strong> um die Fensteröffnung<br />
auf der Wand befestigt werden <strong>und</strong> somit die Montageebene nach außen verlagern.<br />
Einige Hersteller bieten auch spezielle Montagezargen an, mit denen das Fenster direkt von<br />
außen auf die Wand geschraubt werden kann.<br />
Einbau des Fensters in die Dämmebene<br />
durch Vorwandmontage-System<br />
44
U-Wert <strong>und</strong> g-Wert<br />
Der U-Wert ist die wichtigste Kenngröße bei der Bewertung bzw. Auswahl<br />
neuer Fenster. Er gibt an, wie viel Energie durch ein Fenster nach<br />
draußen verloren geht – oder anders formuliert, wie gut ein Fenster die<br />
Wärme im Haus hält. Deshalb gilt ganz allgemein: je niedriger, desto<br />
besser, wobei die Energieeinsparverordnung vorgibt, dass der U-Wert<br />
neu eingebauter Fenster nicht höher als 1,3 W/(m²K) sein darf.<br />
Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wieviel Energie von<br />
außen durch das Glas ins Gebäudeinnere dringen kann. Diese Energie<br />
setzt sich zusammen aus der direkt durchgelassenen Sonnenstrahlung<br />
sowie der Wärme, die vom Glas nach innen abgestrahlt wird. Je niedriger<br />
der G-Wert, desto geringer ist die Menge an Energie, sprich Wärme,<br />
die ins Innere dringt.<br />
Bild: Kneer<br />
Fazit<br />
<strong>Das</strong> optimale Fenster <strong>für</strong> alle Häuser gibt es nicht. Vielmehr geht es<br />
darum, das passende Fenster <strong>für</strong> das jeweilige Haus <strong>und</strong> die jeweilige<br />
Stelle im Haus zu finden. Und dazu müssen sowohl der U-Wert als auch<br />
der g-Wert betrachtet werden. Gr<strong>und</strong>sätzlich gilt: bei Fenstern in Nordfassaden<br />
sind Fenster mit sehr niedrigen U-Werten besonders sinnvoll.<br />
An der sonnigen Südseite des Hauses hingegen überwiegt oft der Vorteil<br />
solarer Wärmegewinnung gegenüber dem Nachteil des Wärmeverlustes.<br />
Daher können hier Fenster mit etwas schlechteren U-Werten verbaut<br />
werden, die dann naturgemäß einen besseren g-Wert aufweisen.<br />
Verglasung<br />
Moderne Fenster<br />
unterschreiten<br />
die Vorgabe der<br />
aktuellen Energiesparverordnung mit Leichtigkeit. Da<br />
die Fensterrahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium<br />
alle eine mittlere bis hohe Dämmeigenschaft aufweisen,<br />
lassen sich größere Unterschiede bezüglich<br />
des U-Werts anhand der Verglasung erkennen:<br />
Bild: Wirus<br />
Einbau von Rollläden<br />
Tageslicht lässt Räume größer, heller <strong>und</strong> fre<strong>und</strong>licher wirken. Doch manchmal macht es Sinn, die warmen<br />
Sonnenstrahlen auszuschließen. Nämlich dann, wenn es zu bestimmten Tageszeiten oder in den Sommermonaten<br />
zu Blendung oder Überhitzung der Wohnräume kommt. Rollläden schützen zudem vor Kälte im<br />
Winter, schrecken effektiv Einbrecher ab <strong>und</strong> fungieren bei Bedarf auch als Schallschutz. Wurde ein Rollladen<br />
beim Bau der Immobilie nicht berücksichtigt, kann dieser bei Bedarf mit etwas Aufwand nachgerüstet werden.<br />
2-fach-Verglasung<br />
Fenster mit Doppelverglasung bestehen aus einer<br />
Floatglas- <strong>und</strong> einer Thermofloat-Scheibe mit einer Dicke<br />
von je 4 mm. Die Thermofloat-Scheibe ist mit einer<br />
nach innen gerichteten, sogenannten Low-E-Schicht<br />
versehen, die als dünne Metallschicht auf das Glas<br />
aufgetragen wird. Sie ist lichtdurchlässig, reflektiert jedoch<br />
die Wärmestrahlung <strong>und</strong> verstärkt dadurch positiv<br />
den Treibhauseffekt eines Fensters, wodurch weniger<br />
Raumwärme durch die Scheibe nach draußen<br />
dringen kann. Da sich die Scheiben in einem Abstand<br />
von 16 mm zueinander befinden, spricht man meist<br />
von einem 4/16/4-Aufbau. Es sind jedoch auch breitere<br />
oder schmalere Abstände zwischen den Scheiben<br />
möglich. Fenster mit einer 2-fach-Verglasung erreichen<br />
einen U-Wert von 1,3 – 1,7 W/(m 2·K).<br />
3-fach-Verglasung<br />
Fenster mit Dreifachverglasung bestehen aus zwei<br />
Thermo float-Scheiben <strong>und</strong> einer Floatglas-Scheibe mit<br />
einer standardmäßigen Dicke von je 4 mm. Je nach<br />
Rahmenprofil, Bautiefe <strong>und</strong> Ausstattung variiert der Abstandshalter<br />
zwischen 8 <strong>und</strong> 24 mm. Fenster mit dreifacher<br />
Wärmeschutzverglasung erreichen beachtliche<br />
U-Werte von bis zu 0,7 W/(m 2·K). Bei beiden Varianten<br />
werden die Scheibenzwischenräume in der Regel mit<br />
dem Edelgas Argon gefüllt, welches eine geringere<br />
Wärmeleitung als Luft besitzt. Durch die Verwendung<br />
fortschrittlicher Randverb<strong>und</strong>e (auch „Warme Kante“<br />
genannt) wird die Isolierung weiter verbessert <strong>und</strong> es<br />
entstehen weniger Wärme brücken.<br />
Einbaurollläden<br />
Bei diesem System wird der Rollladenkasten im<br />
Fenstersturz montiert. Vom Innenraum aus ist der<br />
Kasten über eine Revisionsöffnung erreichbar. Zum<br />
nachträglichen Einbau kommt diese Variante nur<br />
infrage, wenn die Fensterstürze entsprechend hohl<br />
ausgebildet sind <strong>und</strong> die Montage der Rollläden<br />
bereits während der Bauphase berücksichtigt wurde.<br />
Einen Rollladenkasten nachträglich ins Mauerwerk<br />
einzubauen, ist dagegen schlecht möglich, statisch<br />
oft sogar gefährlich. Durch den ungedämmten Hohlraum<br />
<strong>und</strong> die dünnen Wandungen des Kastens entstehen<br />
leicht Wärmebrücken <strong>und</strong> auch der Schalldämmschutz<br />
kann sich verschlechtern, wenn man<br />
diese Art Rollladen nachrüsten will. Spezielle Rollladenkastendämmungen<br />
bringen hier eine erhebliche<br />
Verbesserung, gerade im Bestand.<br />
Vorbaurollläden<br />
Bilder: Wirus/Roma<br />
Bei dieser Variante liegt der Rollladenkasten an der<br />
Außenseite des Gebäudes. Der Kasten kann entweder<br />
oberhalb des Fensters (an der Sturzlaibung),<br />
an der Fassadenfläche oder auch direkt auf dem<br />
Fensterrahmen angebracht werden. Diese Bauart<br />
kann bei jeglicher Art von Fenstern nachträglich angebracht<br />
werden. Nachteil: Durch den Kasten wird<br />
die Fensteröffnung kleiner, es gelangt weniger Licht<br />
ins Haus. In Kombination mit einem Motorantrieb<br />
werden Wärmebrücken bei Vorsatz-Rollläden komplett<br />
vermieden, da die Gebäudehülle unverletzt<br />
bleibt. Die Variante mit einem überputzbaren Rollladenkasten<br />
bietet in Verbindung mit einer Fassadensanierung<br />
die Möglichkeit, den Rollladen praktisch<br />
„unsichtbar“ in die Fassade bzw. hinter der Dämmung<br />
beim WDVS zu integrieren.<br />
45
Haustür- <strong>und</strong> Garagentortausch<br />
Sie werden fast jeden Tag benutzt <strong>und</strong> doch schenkt man ihnen oft wenig Beachtung: Die Haustür <strong>und</strong> das Garagentor.<br />
Gerade bei älteren Modellen lohnt sich jedoch oft ein zweiter prüfender Blick. Schlechte Wärmedämmung, unzureichende Einbruchsicherheit,<br />
mangelnder Komfort oder einfach nur eine unansehnliche Optik – <strong>für</strong> den Austausch von alten Haustüren <strong>und</strong> Garagentoren kann es viele Gründe<br />
geben. Natürlich ist ein neues Tor oder eine neue Haustür mit relativ hohen Kosten verb<strong>und</strong>en. Trotzdem kann sich ein Tausch aus den genannten<br />
Gründen lohnen. Und es geht auch wirklich schnell! Eine Fachfirma bewerkstelligt den Austausch sowie die umweltgerechte Entsorgung<br />
des alten Modells an nur einem einzigen Tag.<br />
Bild: Hörmann<br />
In wenigen Schritten zum neuen Tor<br />
Bei der Wahl eines neuen Garagentors stellt sich zunächst einmal die Frage nach der<br />
Bauweise. Früher waren Garagen üblicherweise mit einem Schwingtor aus Holz <strong>und</strong>/<br />
oder Metall ausgestattet. Wer sich heute ein neues Garagentor zulegt, entscheidet sich<br />
in aller Regel <strong>für</strong> ein Sektionaltor. Diese Konstruktionsweise hat sich mittlerweile als Standard<br />
etabliert <strong>und</strong> bietet perfekten Komfort <strong>und</strong> hohe Sicherheit bei minimalem Platzbedarf.<br />
Bei der Auswahl des passenden Modells spielt natürlich der persönliche Geschmack<br />
eine Hauptrolle. Für ein Maximum an Individualität sind Garagentore heute in sämtlichen<br />
RAL-Farbtönen <strong>und</strong> mit verschiedenen Oberflächenstrukturen erhältlich. Aber nicht nur die<br />
Optik ist entscheidend. Wenn die Garage direkt an das Wohnhaus anschließt oder als<br />
beheizter Werk- oder Hobbyraum genutzt werden soll, spielt auch die Wärmedämmung<br />
des Tores eine wichtige Rolle. Moderne Garagentore erreichen je nach Ausführung einen<br />
Wärmedurchgangswert von bis zu 1,00 W/(m 2·K).<br />
Bild: Novoferm<br />
Vorbereitung<br />
Damit das neue Tor in die Garagenöffnung passt, ist Genauigkeit beim Ausmessen gefragt.<br />
Hierbei sind z. B. Gefälle <strong>und</strong> in der Garage verlaufende Leitungen oder Rohre zu<br />
berücksichtigen. Ältere Garagen haben oft besondere Maße, die beachtet werden müssen<br />
<strong>und</strong> Sonderlösungen erfordern. Gehen Sie am besten auf Nummer sicher <strong>und</strong> lassen<br />
Sie das Aufmaß vor Ort auch gleich vom Profi durchführen. Unsere Fachberater sind Ihnen<br />
diesbezüglich gerne behilflich.<br />
Montage<br />
Zu Beginn werden die neue Zarge <strong>und</strong> die Laufschienen, in denen das Sektionaltor später<br />
unter die Decke läuft, justiert <strong>und</strong> verschraubt. Die Zarge von Sektionaltoren wird in den<br />
meisten Fällen hinter der Öffnung direkt mit der Wand verschraubt, sodass der vorhandene<br />
Platz optimal genutzt wird <strong>und</strong> somit bis zu 14 cm mehr Durchfahrtsbreite als bei Schwingtoren<br />
zur Verfügung stehen. Da Garagentore hohe Zug- <strong>und</strong> Druckkräfte erzeugen, wenn<br />
sie geöffnet oder geschlossen werden, ist es besonders wichtig, dass die Führungsschienen<br />
mit dem richtigen Material an der Wand befestigt werden. Die einzelnen gedämmten<br />
Paneele des Tores werden dann nacheinander eingesetzt <strong>und</strong> miteinander verb<strong>und</strong>en. Zuletzt<br />
wird der Antrieb – obligatorischer Bestandteil moderner Sektionaltore – montiert. Dabei<br />
werden auch die Steuerung <strong>und</strong> wichtige Sicherheitsfunktionen, wie die Abschaltautomatik,<br />
die das Tor bei unerwarteten Hindernissen stoppt, auf ordnungsgemäße Funktion getestet.<br />
Bild: Novoferm<br />
Bild: Novoferm<br />
46
Bilder: Hörmann<br />
Welche Haustür ist<br />
die Richtige?<br />
In diesem Beispiel wurde die alte Holz-Haustür an nur einem Arbeitstag durch eine moderne pflegeleichte<br />
Aluminium-Haustür ersetzt. Mit einem U-Wert von 0,87 W/(m 2·K) bietet sie eine gute Wärmedämmung<br />
<strong>und</strong> die serienmäßige RC 3 Ausstattung garantiert eine hohe Sicherheit vor Einbruch.<br />
Deshalb wurde der Einbau der neuen Haustür durch die KfW-Bank auch mit 600 Euro bezuschusst.<br />
Einfach schnell <strong>und</strong> sauber –<br />
der Weg zur neuen Haustür<br />
Neben dem Design sind optimale Sicherheit <strong>und</strong> ausreichende<br />
Wärmedämmung die entscheidenen Kriterien<br />
beim Haustürkauf. Um den hohen Anforderungen<br />
gerecht zu werden, sind viele moderne Haustüren<br />
bereits in den Standardversionen mit einer entsprechenden<br />
Widerstandsklasse ausgestattet <strong>und</strong> bieten<br />
damit einen überdurchschnittlich guten Einbruchschutz.<br />
Auch in Sachen Wärmedämmung erfüllen<br />
mittlerweile alle Modelle der namhaften Hersteller<br />
mindestens die Anforderungen des GEG*. Darüber<br />
hinaus sind natürlich auch Effizienzstandards bis hin<br />
zum Passivhaus-Niveau zu haben.<br />
Montage<br />
Zunächst muss das alte Türblatt ausgehängt, Glasfronten<br />
(falls vorhanden) entfernt <strong>und</strong> der alten Türrahmen<br />
ausgebaut werden. Sind alle Rückstände<br />
entfernt, kann ein komprimiertes Dichtungsband r<strong>und</strong>um<br />
auf die Rückseite des neuen Türrahmens geklebt<br />
werden. Dieses quillt später r<strong>und</strong> um den horizontal<br />
<strong>und</strong> vertikal ausgerichteten Rahmen auf <strong>und</strong> sorgt <strong>für</strong><br />
einen dichten Anschluss an Mauerwerk <strong>und</strong> Boden.<br />
Anschließend wird das neue Türblatt probeweise eingehängt,<br />
um die Haustür auf einwandfreies Funktionieren<br />
hin zu überprüfen. Denn schon ein minimal verzogener<br />
Rahmen kann zur Folge haben, dass die Tür<br />
nicht richtig öffnet oder schließt. Ist der Türflügel richtig<br />
eingestellt, kann der Rahmen endgültig verschraubt<br />
werden. Die Verankerung mit dem umliegenden Mauerwerk<br />
erfolgt mit Hilfe von Mauerwerksankern durch<br />
die Öffnungen in den Laibungen. Diese Verbindung<br />
muss absolut fest sein, denn sie bestimmt, wie stabil<br />
die Tür in der Mauerwerksöffnung sitzt.<br />
Bild: Hörmann<br />
Bild: Hörmann<br />
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Bei einer modernen<br />
Haustür zählen neben den Material- <strong>und</strong> Gestaltungsmöglichkeiten<br />
auch die technische Leistung.<br />
Mit einer hochwertigen Eingangstür steigern<br />
Sie den Wert Ihrer Immobilie, profitieren von komfortablen<br />
Funktionen <strong>und</strong> erhöhen die Sicherheit.<br />
<strong>Das</strong> Material<br />
Am häufigsten werden Haustüren aus Kunststoff,<br />
Holz oder Aluminium gefertigt. Holztüren wirken<br />
hochwertig, sie sind aber auch pflegeintensiv <strong>und</strong><br />
können sich im Laufe der Jahre verziehen. Aluminium<br />
ist ein sehr robuster <strong>und</strong> langlebiger Werkstoff,<br />
aber kostenintensiv. Haustüren aus Kunststoff<br />
sind pflegeleicht, langlebig <strong>und</strong> preisgünstig.<br />
Die Dämmung<br />
Türen aus Holz weisen von Natur aus einen guten<br />
Dämmwert auf. Kunststoff <strong>und</strong> Aluminium hingegen<br />
besitzen einen hohen Wärmedurchlassgrad.<br />
Türelemente aus diesen Materialien müssen<br />
deshalb zusätzlich gedämmt werden. Dazu befinden<br />
sich in den Rahmen mehrere mit Luft oder<br />
Dämmstoff gefüllte Kammern. Türen aus Aluminium<br />
brauchen zusätzlich eine thermische Trennung<br />
zwischen Innen- <strong>und</strong> Außenseite, die verhindert,<br />
dass Heizenergie über das Material nach<br />
außen abfließen kann.<br />
Die Widerstandsklasse<br />
Sind Einbrecher nach wenigen Minuten nicht erfolgreich,<br />
brechen sie ihr Vorhaben ab. Wie lange<br />
eine Tür einem Einbrecher <strong>und</strong> seinen Werkzeugen<br />
standhält, zeigen die Widerstandsklassen.<br />
Die Klassen werden von RC 1N (geringer Widerstand)<br />
bis RC 6 (extrem hoher Widerstand) eingestuft.<br />
Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen<br />
empfehlen geprüfte, zertifizierte Türen nach DIN<br />
EN 1627 <strong>und</strong> der höchsten Widerstandsklasse<br />
RC 3 <strong>für</strong> den privaten Bereich. Haustürmodelle<br />
mit einem U-Wert von höchstens 1,3 W/(m²·K)<br />
<strong>und</strong> ab Sicherheitsklasse ab RC 2 werden durch<br />
die KfW-Bank bezuschusst.<br />
* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />
<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />
47
Terrassenbeläge aus<br />
Beton, Keramik oder Naturstein<br />
Da Ihre Terrasse ständiger Bewitterung <strong>und</strong> starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, kann man fest davon ausgehen, dass<br />
früher oder später Beschädigungen am Belag sichtbar werden. Warum ist das so? Je nach Temperatur verändern die Bausubstanzen Ihr<br />
Volumen. Im Sommer kann sich der Terrassenbelag auf bis zu 60° Celsius aufheizen, in der Nacht hingegen kühlt sich die Terrasse stark ab.<br />
Der Belag dehnt sich bei Hitze aus <strong>und</strong> zieht sich bei Kälte zusammen. Diese Bewegung im Material ist selbst <strong>für</strong> fachgerecht verbaute<br />
Terrassen eine große Belastung, die mit der Zeit zu feinsten Rissen führen kann. Durch diese Risse kann dann Wasser in die Bausubstanz<br />
eindringen. Gefriert die eingeschlossene Nässe im Winter, dehnt sie sich aus. Ein Vorgang, der mit der Zeit ausnahmslos alle Materialien<br />
schwächt. Irgendwann ziehen sich größere Risse durch den Bodenbelag, die Terrassenplatten werden von weißen Verfärbungen durchsetzt<br />
oder Feuchtstellen sichtbar. Spätestens dann wird es Zeit zu handeln <strong>und</strong> zu prüfen, ob die Schäden noch ausgebessert werden können oder<br />
eine komplette <strong>Sanierung</strong> der Terrasse, ein Austausch des Belages <strong>und</strong> eventuell sogar des Unterbaus nötig ist.<br />
Bild: KANN<br />
Schäden erkennen, Lösungen finden<br />
Es gibt verschiedene Gründe, die zu Schäden an Platten- oder<br />
Pflasterbelag Schäden führen können. In vielen Fällen kann<br />
vom Schadensbild ein Rückschluss auf die Schadensursache<br />
gezogen <strong>und</strong> dementsprechend die geeignete Maßnahme zur<br />
Lösung des Problems gef<strong>und</strong>en werden.<br />
Ausblühungen <strong>und</strong> Grauschleier<br />
Sieht man bei abtrocknender Feuchtigkeit helle Kränze auf der<br />
Oberfläche der Platten bzw. Fliesen, ist dies ein Indiz <strong>für</strong> Feuchtigkeit,<br />
die in den Belag eindringt. Denn diese hellen Verfärbungen<br />
sind das Resultat von ausgewaschenen Salzen aus Fugen<br />
<strong>und</strong> Untergr<strong>und</strong>, die zurückbleiben, wenn die eingedrungene<br />
Feuchtigkeit verdunstet. Solche Ausblühungen können in der<br />
Regel mit einem speziellen Zementschleierentferner beseitigt<br />
werden. Diesen sollten Sie aber zunächst immer an einer unauffälligen<br />
Stelle testen, um sicherzustellen, dass er sich mit<br />
dem Belag verträgt. Eine Reinigung der Oberfläche beseitigt<br />
aber nur das Symptom <strong>und</strong> bekämpft nicht die Ursache. Um zu<br />
verhindern, dass weiter Wasser in die Unterkonstruktion eindringen<br />
kann, muss der Belag auf defekte Abdichtungen bzw. Risse<br />
in den Fugen überprüft <strong>und</strong> diese <strong>und</strong>ichten Stellen behoben<br />
werden.<br />
Abplatzungen <strong>und</strong> Risse<br />
Wenn im Terrassenbelag Risse aufgetreten sind oder ein Stück<br />
abgeplatzt ist, können diese Schäden mit speziellen Schnellklebeprodukten<br />
oft noch kosmetisch behandelt werden. Gebrochene<br />
Fugen müssen ausgekratzt bzw. mit einem Winkelschleifer<br />
erweitert <strong>und</strong> anschließend neu verfugt werden. Leider ändert<br />
das Ausbessern nichts am Untergr<strong>und</strong> – <strong>und</strong> der ist oft <strong>für</strong> immer<br />
wieder auftretende Risse verantwortlich. Dann ist eine vollständige<br />
Terrassensanierung langfristig sinnvoller.<br />
Bild: Seltra<br />
48
Materialien im Vergleich<br />
Bei der Wahl eines neuen Terrassenbelags geht es in erster<br />
Linie um Geschmack <strong>und</strong> Budget. Sofern Sie sich nicht<br />
<strong>für</strong> eine Holzterrasse entscheiden, stehen drei Alternativen<br />
zur Auswahl: Beton, Naturstein oder Keramik.<br />
Betonplatten sind die günstigste der drei Alternativen <strong>und</strong><br />
in allen denkbaren Farben <strong>und</strong> Formen erhältlich. Durch<br />
spezielle Versiegelungen <strong>und</strong> Oberflächen sind die Platten<br />
pflegeleicht <strong>und</strong> bleiben lange schön <strong>und</strong> widerstandsfähig.<br />
Naturstein-Bodenbeläge sind das edelste, aber auch teuerste<br />
Material. Zudem ist die Verlegung von Natur steinen<br />
sehr anspruchsvoll <strong>und</strong> sollte unbedingt einem Profi überlassen<br />
werden, denn hier besteht ein sehr hohes <strong>und</strong> dementsprechend<br />
teures Fehlerpotenzial. Die spezifischen<br />
Eigenschaften eines Natursteinbelags hängen maßgeblich<br />
von der Gesteinsart <strong>und</strong> dem Oberflächenfinish ab. Als<br />
Platten sind die Steine z. B. mit bruchrauer, sandgestrahlter<br />
oder gebürsteter Oberfläche erhältlich.<br />
Sieht aus wie Naturstein, ist aber Keramik! Durch die Vielfalt der<br />
Farben, die naturgetreue Haptik <strong>und</strong> die detailreichen Dekore sind diese<br />
Platten von der Vorlage aus der Natur fast nicht mehr zu unterscheiden.<br />
Bild: Redsun<br />
Keramische Terrassenplatten sind sehr hart, nehmen<br />
gleichzeitig sehr wenig Wasser auf <strong>und</strong> sind dadurch sehr<br />
langlebig. Durch die heute üblichen rektifizierten Kanten<br />
können die Platten sehr genau <strong>und</strong> mit kleinsten Fugenabständen<br />
verlegt werden. Außer Konkurrenz stehen die<br />
keramischen Beläge, wenn es um die Gestaltungsvielfalt<br />
geht: die Optik von Beton-, Naturstein- oder auch Holzbelägen<br />
wird mit detailgetreuen Dekoren absolut natürlich<br />
nachgeahmt.<br />
Extra starke Keramik-Platten<br />
Um die Verlegung von Terrassenplatten noch einfacher zu<br />
gestalten, gibt es auch pflegeleichte Keramikplatten mit<br />
einer Stärke von 3 cm. Die massiven Platten sind in denselben<br />
Formaten <strong>und</strong> Designs erhältlich wie herkömmliche<br />
2-cm-Keramikplatten, haben aber 50 % mehr Masse, wodurch<br />
das sogenannte „Aufkippeln“ nahezu ausgeschlossen<br />
ist. Außerdem erreichen 3 cm starke Platten eine<br />
2,5-mal höhere Bruchlast als die Standardausführung.<br />
Bild: Osmose<br />
Beton plus Keramik<br />
Eine weitere Alternative bieten neue Verb<strong>und</strong>systeme. Sie vereinen die kratzfeste <strong>und</strong> pflegeleichte Keramik-<br />
Oberfläche mit dem hohen Eigengewicht von Betonplatten <strong>für</strong> eine einfache Verlegung im Splittbett. Damit<br />
bieten die Platten eine hohe Lagestabilität, eine einfache Reinigung <strong>und</strong> eine hohe Resistenz gegen Schimmel,<br />
Moos, Flechten, Algen <strong>und</strong> Grünbelag.<br />
Bauweisen im Vergleich<br />
Neben dem Terrassenbelag müssen Sie sich auch<br />
<strong>für</strong> einen Terrassenunterbau entscheiden, der entweder<br />
eine Betonplatte benötigt oder eine Frostschutzschicht.<br />
Welcher Bodenaufbau in Frage<br />
kommt, hängt vom gewünschten Belag ab, aber natürlich<br />
auch von den Gegebenheiten vor Ort. Existiert<br />
bereits eine Bodenplatte aus Beton, <strong>und</strong> wenn<br />
ja, hat diese das richtige Gefälle? Oder sollen die<br />
Terrassenplatten mit einer Frostschutz- <strong>und</strong> einer<br />
Bettungsschicht auf dem Erdreich verlegt werden?<br />
Ist eine ungeb<strong>und</strong>ene oder eine geb<strong>und</strong>ene Bauweise<br />
sinnvoll? Diese <strong>und</strong> weitere Fragen kommen<br />
zwangsläufig auf, wenn es an die konkrete Planung<br />
der neuen Terrasse geht. Und hierbei gilt: lassen<br />
Sie sich unbedingt von einem Profi beraten, auch<br />
wenn Sie die Arbeiten selbst durchführen möchten!<br />
Denn beim Unterbau gibt es zu viele verschiedene<br />
Optionen <strong>und</strong> demnach zu viele Möglichkeiten, etwas<br />
falsch zu machen, wenn man sich nicht über<br />
alle Faktoren im Klaren ist. Die folgenden Schemen<br />
zeigen drei der möglichen Aufbauarten, um eine<br />
erste Orientierung zu geben. Bei der Entscheidung,<br />
welche Variante in Ihrem Fall die richtige ist, stehen<br />
Ihnen unsere Fachberater gerne zur Seite.<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
geb<strong>und</strong>ener Aufbau<br />
5 1<br />
2<br />
6<br />
ungeb<strong>und</strong>ener Aufbau<br />
1<br />
7<br />
2<br />
8<br />
ungeb<strong>und</strong>ener Aufbau mit Stelzlagern<br />
3<br />
3<br />
5<br />
4<br />
6<br />
4<br />
5<br />
7<br />
7<br />
6<br />
9<br />
1 Terrassenplatte<br />
2 Fugenmörtel<br />
3 Haftschlämme<br />
4 Bettungsmörtel<br />
5 Dichtschlämme<br />
6 Betonf<strong>und</strong>ament<br />
7 Erdreich<br />
1 Terrassenplatte<br />
2 Fugensplitt<br />
3 Pflastersplitt<br />
4 Schotterbett<br />
5 Randstein<br />
6 Betonkeil<br />
7 Erdreich<br />
1 Terrassenplatte<br />
2 Stelzlager<br />
3 Betonplatte<br />
4 Unkrautvlies<br />
5 Pflastersplitt<br />
6 Schotterbett<br />
7 Randstein<br />
8 Betonkeil<br />
9 Erdreich<br />
49
Terrassen aus Holz oder WPC<br />
Ständig wechselnde Witterungseinflüsse <strong>und</strong> die oft sehr intensive Alltagsnutzung setzen jeder Holzterrasse über die Jahre stark<br />
zu – unabhängig davon, welches Material verbaut wurde. Natürlich hängt die Lebensdauer der Terrasse stark von der Holzart ab,<br />
mindestens genauso wichtig sind aber ein technisch korrekt ausgeführter Unterbau <strong>und</strong> regelmäßige sachgemäße Pflege. Stimmen<br />
all diese Faktoren, kann eine Holzterrasse ohne weiteres 20 Jahre <strong>und</strong> länger genutzt werden.<br />
Bild: Osmo<br />
Reinigen <strong>und</strong> Aufbereiten<br />
Eine gängige Regel besagt, dass Holzterrassen ca. alle<br />
10 bis 15 Jahre erneuert werden müssen. Was genau<br />
„erneuern“ im Einzelfall bedeutet, ist jedoch sehr unterschiedlich.<br />
Um Holzterrassen von Moosen <strong>und</strong> Algen<br />
zu befreien, hilft oft schon eine Behandlung mit einem<br />
Schrubber <strong>und</strong> geeigneten Reinigungsmitteln. Ein<br />
Hochdruckreiniger hingegen sollte nur in Kombination<br />
mit einem speziellen Flächen- oder Terrassenreiniger<br />
verwendet werden. Der große Wasserdruck reißt sonst<br />
nicht nur die Verschmutzung, sondern auch Späne aus<br />
dem Holz. Zeigen sich an der Terrasse nur oberflächliche<br />
Gebrauchsspuren, Kratzer <strong>und</strong> Rillen, ist es auch<br />
möglich, die Terrasse abzuschleifen – sofern das Terrassenprofil<br />
da<strong>für</strong> geeignet ist. Hierbei ist es wichtig, auf<br />
das gleichmäßige Schleifen <strong>und</strong> Versiegeln der gesamten<br />
Terrassenoberfläche (auch auf eventuell zuvor neu<br />
eingesetzte Dielen!) zu achten, um später eine glatte<br />
Oberfläche zu erhalten.<br />
Zeigen sich großflächige Verschleißerscheinungen,<br />
Fäule oder morsche Stellen am Holz, sollten die Terrassendielen<br />
aber auf jeden Fall ausgetauscht werden<br />
– entweder nur die befallenen Stellen oder die gesamte<br />
Fläche. Einzelne Dielen zu tauschen macht nur<br />
dann Sinn, wenn die Unterkonstruktion noch komplett<br />
intakt ist. Sind aber beispielsweise die Unterkonstruktionshölzer<br />
auch schon teilweise beschädigt, ist ein<br />
kompletter Neuaufbau der Terrasse anzuraten.<br />
Bild: ACO<br />
Terrassenentwässerung<br />
Ein kritischer Punkt jeder Terrasse ist der Anschluss der Fläche an die Hausfassade, bzw. an Terrassentüren.<br />
Gerade in diesem Bereich sollten Sie unter keinen Umständen die Folgen von Starkregen unterschätzen.<br />
Selbst, wenn Ihre Terrasse das richtige Gefälle aufweist, kann das Wasser bei Starkregen oft nicht schnell genug<br />
abfließen. Und angestautes Wasser kann nicht nur Ihre Terrasse beschädigen, es drückt sich auch an der Fassade<br />
hoch <strong>und</strong> kann so in Mauerwerk <strong>und</strong> Wohnräume eindringen. Die Lösung: Fassadenrinnen. Diese lassen sich barrierefrei<br />
verbauen, führen angestautes Wasser zügig ab <strong>und</strong> beugen Schäden zuverlässig vor. Rinnen <strong>und</strong> Abdeckungen<br />
sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich <strong>und</strong> lassen sich sehr harmonisch ins Gesamtbild integrieren.<br />
50
1<br />
2<br />
3 4<br />
5<br />
6<br />
8<br />
Starke Marken <strong>für</strong> Ihr Bauvorhaben<br />
7<br />
9<br />
1. Terrassendielen, 2. Unterkonstruktion, 3. Stelzlager, 4. Betonplatte,<br />
5. Unkrautvlies, 6. Kiesbett, 7. Schotterbett, 8. Randstein, 9. Betonkeil<br />
1<br />
2 3<br />
5<br />
4<br />
6<br />
7<br />
1. Terrassendielen, 2. Unterkonstruktion, 3. Gummipad, 4. Betonplatte,<br />
5. Unkrautvlies, 6. Kiesbett, 7. Schotterbett<br />
Unterkonstruktion<br />
Die Basis jeder Holzterrasse ist die Unterkonstruktion.<br />
Sie fixiert die Dielen <strong>und</strong> sorgt <strong>für</strong> ausreichend Belüftung.<br />
Wie die Unterkonstruktion aufgebaut wird, hängt<br />
von der Untergr<strong>und</strong>beschaffenheit, vom Budget <strong>und</strong><br />
der Dielen- bzw. Holzart ab. Unterkonstruktionshölzer<br />
sind günstig <strong>und</strong> vergleichsweise einfach zu verlegen.<br />
Die Alternative aus Aluminium ist deutlich teuerer, da<strong>für</strong><br />
aber extrem stabil <strong>und</strong> praktisch unendlich haltbar.<br />
Generell sind eine feste, ebene Fläche, ein 2 %-iges<br />
Gefälle sowie ein ausreichender Balkenabstand absolute<br />
Gr<strong>und</strong>voraussetzungen <strong>für</strong> eine langlebige Holzterrasse.<br />
Befestigter Untergr<strong>und</strong><br />
Ist bereits ein fester, ebener Untergr<strong>und</strong> vorhanden,<br />
beispielsweise eine betonierte Bodenplatte, können<br />
die Schienen der Unterkonstruktion einfach verlegt <strong>und</strong><br />
miteinander verschraubt bzw. eingeklickt werden. Um<br />
direkten Bodenkontakt zu vermeiden ist das Unterlegen<br />
von Gummipads ratsam. Sie schützen vor Wasserschäden<br />
<strong>und</strong> entkoppeln die Konstruktion vom Boden.<br />
natürlich besser dämmen<br />
Unbefestigter Untergr<strong>und</strong><br />
F<strong>und</strong>amentsteine werden in gleichmäßigem Raster<br />
auf Splitt oder Sand gesetzt (Punktf<strong>und</strong>ament) <strong>und</strong> mit<br />
Unterkonstruktionshölzern oder -schienen bestückt,<br />
worauf dann die Dielen verschraubt werden. Alternativ<br />
können auch Setzlager aus Kunststoff verwendet werden.<br />
Diese können durch einen Gewindemechanismus<br />
individuell in der Höhe justiert werden. Manche Modelle<br />
sind sogar selbstnivellierend, wodurch Unebenheiten<br />
<strong>und</strong> Gefälle einfach ausgeglichen werden können.<br />
<strong>Das</strong> richtige Dielenmaterial<br />
Bei der Auswahl von Terrassendielen ist die Dauerhaftigkeitsklasse<br />
von entscheidender Bedeutung. In<br />
der DIN Norm EN 350 sind alle gängigen Holzarten<br />
mit ihrer natürlichen Dauerhaftigkeit aufgeführt. Die<br />
Klassen reichen von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht<br />
dauerhaft), wobei die jeweilige Klasse die Haltbarkeit<br />
der Hölzer im Freien beschreibt. Heimische Hölzer<br />
sind umweltfre<strong>und</strong>lich <strong>und</strong> haben im unbehandelten<br />
Zustand eine Haltbarkeit von 10 bis 15 Jahren.<br />
Terrassenbeläge aus hochwertigen Tropenhölzern<br />
haben zwar nicht den besten ökologischen Fußabdruck,<br />
da<strong>für</strong> besitzen sie einen natürlichen Holzschutz,<br />
der sie bis zu 25 Jahre vor Fäulnis schützt.<br />
Die Alternative zu Holz heißt WPC. Der Verb<strong>und</strong>werkstoff<br />
aus Kunststoff <strong>und</strong> recyceltem Holz ist äußerst<br />
pflegeleicht <strong>und</strong> hält als Terrassenbelag 20 Jahre <strong>und</strong><br />
mehr – sofern es sich um ein hochwertiges Markenprodukt<br />
handelt. Die Preise aber auch die Qualität von<br />
WPC-Dielen schwanken erheblich.<br />
Impressum<br />
Herausgeber<br />
EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft<br />
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Auf dem Hohenstein 2<br />
61231 Bad Nauheim<br />
Deutschland<br />
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Fax: +49 6032 805-265<br />
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Maxhüttenstraße 12<br />
93055 Regensburg<br />
www.fullhaus.de<br />
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Dienstleistungen GmbH<br />
Industriestraße 15<br />
76829 Landau/Pfalz<br />
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Auswahl an Produkten.<br />
Stand: Oktober 2020<br />
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70% aus FSC-zertifizierten Wäldern<br />
stammt. Der restliche Teil entspricht dem<br />
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