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Werterhalt - Das Magazin für Sanierung und Erneuerung

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Ausgabe 2021<br />

<strong>Werterhalt</strong><br />

<strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong><br />

<strong>für</strong> <strong>Sanierung</strong> <strong>und</strong><br />

<strong>Erneuerung</strong>.<br />

FUSSBODEN<br />

HEIZUNG<br />

NEUE LÖSUNGEN<br />

IM TROCKENBAU<br />

DACHDÄMMUNG<br />

IM BESTAND<br />

AUFWERTUNG OHNE<br />

EINSCHRÄNKUNG<br />

FASSADEN<br />

SANIERUNG<br />

NEUE TECHNIKEN<br />

UND MATERIALIEN<br />

DACHGESCHOSS<br />

AUSBAUEN<br />

KOSTENGÜNSTIG<br />

NEUEN WOHNRAUM<br />

SCHAFFEN


17<br />

Vorgehängte Hinterlüftete Fassade als Alternative zum WDVS<br />

Bild: Knauf Gips<br />

Badsanierung mit Trockenbau<br />

Bild: Saint-Gobain Rigips<br />

30 36<br />

Dachdämmung im Bestand – die Möglichkeiten<br />

Bild: Saint-Gobain Isover<br />

Haustüre austauschen<br />

46Bild:<br />

Hörmann<br />

Seite 3............ Wissenswertes<br />

Seite 6............ Feuchte Keller trockenlegen<br />

Seite 8............ Schornsteinsanierung<br />

Seite 10.......... Ein neuer Anstrich <strong>für</strong> die Fassade<br />

Seite 12.......... Alte Fassaden erneuern<br />

Seite 14.......... Nachträgliche Fassadendämmung<br />

Seite 18.......... Innendämmung von Außenwänden<br />

Seite 20.......... Schluss mit kalten Böden<br />

Seite 22.......... Alte Bodenbeläge erneuern<br />

Seite 24.......... Räume umgestalten mit Trockenbau<br />

Seite 26.......... Türen <strong>und</strong> Zargen austauschen<br />

Seite 28.......... Badsanierung<br />

Seite 30.......... Trockenbau im Bad<br />

Seite 32.......... Fliesen <strong>für</strong>s neue Bad<br />

Seite 34.......... Neue Dacheindeckung<br />

Seite 36.......... Dachdämmung im Bestand<br />

Seite 40.......... Dachausbau<br />

Seite 42.......... Mehr Lichteinfall durch neue Dachfenster<br />

Seite 44.......... Neue Fenster <strong>und</strong> Rollläden<br />

Seite 46.......... Haustür <strong>und</strong> Garagentor austauschen<br />

Seite 48.......... Der richtige Aufbau von Pflasterbelägen<br />

Seite 50.......... Terrassenrenovierung<br />

2


FAQ<br />

Energetische <strong>Sanierung</strong><br />

Vielen Hausbesitzern droht die energetische <strong>Sanierung</strong><br />

– das Dach ist unzureichend gedämmt, die Fenster<br />

sind <strong>und</strong>icht, die Heizung veraltet. Ein in die Jahre<br />

gekommenes Haus komplett auf den neuesten Energiestandard<br />

zu bringen ist teuer. Umso wichtiger ist es,<br />

bei der <strong>Sanierung</strong> so effizient wie möglich vorzugehen:<br />

Bild: PCI<br />

Was sind die Kernthemen bei der<br />

energetischen <strong>Sanierung</strong>?<br />

Es gibt fünf Themenkreise, die bei energetischen <strong>Sanierung</strong>en<br />

eine Hauptrolle spielen. Eine antiquierte<br />

Heizung, <strong>und</strong>ichte Fenster, schlecht gedämmte Dächer<br />

<strong>und</strong> Fassaden sowie ungedämmte Kellerdecken<br />

sind die größten Energiefresser in alten Häusern.<br />

Welche Maßnahme ist am<br />

wichtigsten?<br />

Für die richtige Reihenfolge bei der <strong>Sanierung</strong> eines<br />

Gebäudes gibt es logischerweise keinen einheitlichen,<br />

optimalen Fahrplan. Gr<strong>und</strong>sätzlich sollte immer dort<br />

begonnen werden, wo etwas bereits defekt oder verschlissen<br />

ist. Abhängig von der Nutzungsdauer <strong>und</strong><br />

dem Lebensalter der Immobilie kann der größte <strong>Sanierung</strong>sbedarf<br />

an unterschiedlichen Stellen liegen<br />

– im Dach, bei den Fenstern, der Haustür oder der<br />

Heizung. Denn alle Bauteile eines Gebäudes haben<br />

unterschiedliche Nutzungsdauern <strong>und</strong> dementsprechend<br />

abweichende Modernisierungszyklen.<br />

Wie kann ich einschätzen, ob eine<br />

<strong>Sanierung</strong> nötig ist?<br />

Wenn man unschlüssig ist, ob bzw. in welchem Umfang<br />

eine energetische <strong>Sanierung</strong> nötig ist, bietet sich<br />

die Hilfe eines unabhängigen Energieberaters an.<br />

Spätestens dann, wenn Sie <strong>für</strong> eine <strong>Sanierung</strong>smaßnahme<br />

eine KfW-Förderung beantragen möchten,<br />

brauchen Sie dessen Gutachten ohnehin, da die Bank<br />

zur Prüfung der Förderfähigkeit einen Kostenvoranschlag<br />

verlangt. Ein Energiefachberater erhebt alle<br />

relevanten Daten zum Energieverbrauch des Hauses<br />

<strong>und</strong> zeigt auf, wo Energie verloren geht. Auf Basis<br />

dieser Analyse können Sie gemeinsam erörtern, welche<br />

Maßnahmen sofort in Angriff genommen werden<br />

müssen <strong>und</strong> was <strong>für</strong> die nächsten Jahre eingeplant<br />

werden sollte. Zu Förder- bzw. Finanzierungsmöglichkeiten<br />

sowie den gesetzlichen Vorgaben kann Sie ein<br />

Energieexperte ebenfalls beraten.<br />

Brauche ich ein energetisches<br />

Gesamtkonzept?<br />

<strong>Das</strong> hängt davon ab, ob eine Maßnahme rein kosmetischer,<br />

optischer Natur ist, oder ob daraus eine Veränderung<br />

der energetischen Gesamtsituation eines<br />

Gebäudes resultiert. Im letzteren Fall ist eine ganzheitliche<br />

Betrachtung mindestens empfehlenswert,<br />

denn oft kann durch die Behebung eines Problems<br />

an anderer Stelle ein neues Problem auftreten, wenn<br />

Wechselwirkungen zwischen einzelnen Bau- bzw. Gebäudeteilen<br />

nicht berücksichtigt werden. Ein Beispiel:<br />

Werden alte Fenster durch neue hochwärmedämmende<br />

Fenster ausgetauscht, verändert sich das Verhältnis<br />

der Oberflächentemperatur zwischen Fenster <strong>und</strong><br />

Wand. Werden solche Fenster in schlecht gedämmte<br />

Wände eingebaut, kann es passieren, dass die Wandflächen<br />

anschließend kälter sind als die Fensterflächen.<br />

Dann schlägt sich Feuchtigkeit an den kältesten<br />

Punkten der Wände nieder, <strong>und</strong> Schimmelbildung<br />

kann die Folge sein. Es ist also vor allem wichtig, die<br />

Schnittstellen zwischen bestimmten Bauteilen zu betrachten<br />

– wie etwa von den Fenstern zur Außenwand<br />

oder vom Dach zur Fassade.<br />

Kann man auf lange Sicht<br />

wirklich Geld sparen?<br />

Eine energetische <strong>Sanierung</strong> stellt zunächst immer<br />

eine finanzielle Belastung dar. Aber: Energieeffizient<br />

sanieren heißt auch, dass die Hausnebenkosten deutlich<br />

reduziert werden können. Wenn Sie zusätzlich Ihre<br />

alte Heizung abschaffen <strong>und</strong> durch eine neue, effiziente<br />

Anlage austauschen – vielleicht sogar auf Basis<br />

regenerativer Energien – reduzieren sich die Energiekosten<br />

drastisch. Eine solche <strong>Sanierung</strong>smaßnahme<br />

kann sich aus finanzieller Sicht bereits innerhalb einiger<br />

Jahre amortisieren. Ob bzw. wie viel Sie auf lange<br />

Sicht wirklich sparen können, hängt vom individuellen<br />

Gesamtzustand Ihres Hauses ab.<br />

Bild: Kneer<br />

Bild: Knauf Gips<br />

3


Welche Fördermöglichkeiten<br />

gibt es bei der<br />

energetischen<br />

<strong>Sanierung</strong>?<br />

Vor-Ort-Energieberatung<br />

BAFA*: Zuschuss bis 800 €<br />

Energetische Fachplanung<br />

<strong>und</strong> Baubegleitung<br />

KfW: Zuschuss bis 4.000 €<br />

Dämmung von Dach, Keller <strong>und</strong>/oder<br />

Außenwänden, Fenstertausch (Einzelmaßnahme)<br />

KfW: zinsgünstiger Förder kredit oder Zuschuss bis 10.000 €<br />

Erneuerbare Energien (Einzelmaßnahme)<br />

KfW: zinsgünstiger Förderkredit oder Zuschuss bis 7.500 €<br />

BAFA*: Marktanreizprogramm, Zuschuss ab 500 €<br />

Komplettsanierung zum Effizienzhaus<br />

KfW: zinsgünstiger Förderkredit oder Zuschuss bis 48.000 €<br />

Heizungsmodernisierung (Einzelmaßnahme)<br />

KfW: zinsgünstiger Förderkredit oder Zuschuss bis 10.000 €<br />

BAFA*: Heizungsmodernisierung mit erneuerbaren<br />

Energien, Zuschuss ab 500 €<br />

NEU: <strong>Sanierung</strong>skosten von der Steuer abschreiben<br />

Seit Januar 2020 besteht die Möglichkeit, die im Rahmen einer <strong>Sanierung</strong> angefallenen<br />

Handwerkerkosten von der Steuer abzusetzen. Insgesamt können,<br />

verteilt auf drei Jahre, maximal 200.000 Euro an <strong>Sanierung</strong>skosten geltend gemacht<br />

werden. 20 Prozent der Gesamtsumme können dann abgesetzt werden,<br />

was eine Steuerminderung von höchstens 40.000 Euro pro Wohneinheit ergibt.<br />

Wichtig: <strong>für</strong> jede <strong>Sanierung</strong>smaßnahme können Sie zwischen einer KfW-Förderung<br />

oder einer steuerlichen Anrechnung wählen. Beides gleichzeitig geht nicht!<br />

*B<strong>und</strong>esamt <strong>für</strong> Wirtschaft <strong>und</strong> Ausfuhrkontrolle<br />

KfW-Förderprogramm<br />

Die staatliche Kreditanstalt <strong>für</strong> Wiederaufbau (KfW) vergibt<br />

zinsgünstige Kredite an Bauherren <strong>und</strong> Käufer <strong>und</strong><br />

unterstützt die energieeffiziente Modernisierung von<br />

Wohneigentum. Mit dem Programm können bis zu 100 %<br />

der förderfähigen Kosten zinsgünstig finanziert werden,<br />

der maximale Kreditbetrag beträgt 120.000 Euro. Voraussetzung<br />

<strong>für</strong> die Bewilligung ist, dass die <strong>für</strong> das jeweilige<br />

Bauvorhaben geltenden Mindestanforderungen<br />

der KfW erfüllt <strong>und</strong> Zuschüsse oder Kredite vor Baubeginn<br />

beantragt werden. Unter www.kfw.de können Sie in<br />

wenigen Schritten prüfen, welche Förderprogramme <strong>für</strong><br />

Ihr Bauvorhaben in Frage kommen.<br />

Bild: Saint-Gobain Weber<br />

Die EnEv heißt jetzt GEG<br />

Am 1. November 2020 wurde die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV) mit dem Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) außer Kraft gesetzt. <strong>Das</strong><br />

GEG löst nicht nur die Energieeinsparverordnung (EnEV), sondern auch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) <strong>und</strong> das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)<br />

ab führt die drei Regelwerke in einem modernen Gesetz zusammen. So wird ein einheitliches Regelwerk <strong>für</strong> die energetischen Anforderungen an Neubauten <strong>und</strong><br />

Bestandsgebäude <strong>und</strong> an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- <strong>und</strong> Kälteversorgung von Gebäuden geschaffen.<br />

4


Wann ist eine energetische <strong>Sanierung</strong> Pflicht?<br />

Was viele Eigentümer von Altimmobilien nicht wissen:<br />

Sie sind verpflichtet, an ihrem Haus bestimmte energetische<br />

<strong>Sanierung</strong>en durchzuführen, sonst droht ein<br />

Bußgeld. <strong>Das</strong> Gebäudeenergiegesetz (GEG) enthält<br />

einige Regelungen zur <strong>Sanierung</strong>spflicht von Altbauten.<br />

Verstöße dagegen können mit Bußgeldern von bis<br />

zu 50.000 Euro geahndet werden.<br />

Zwar sind Sie als Altbau-Eigentümer nicht gezwungen,<br />

Ihr Haus umfassend energetisch zu sanieren.<br />

Werden jedoch <strong>Sanierung</strong>sarbeiten ausgeführt, so<br />

müssen diese den Vorgaben des GEG entsprechen.<br />

Ein Beispiel: Wenn Sie mehr als zehn Prozent der<br />

Fassadenfläche Ihres Hauses erneuern lassen, müssen<br />

Sie diese auch dämmen. <strong>Das</strong> bedeutet: Wird nur<br />

ein kleiner Riss ausgebessert, ist keine energetische<br />

<strong>Sanierung</strong> nötig, ist eine größere Fläche betroffen, so<br />

muss diese in ihrer Gesamtheit gedämmt werden.<br />

Pflicht zur Dämmung der<br />

obersten Geschossdecke<br />

Laut GEG ist es Pflicht, die ungedämmte oberste Geschossdecke<br />

oder wahlweise das ungedämmte Dach<br />

eines Altbaus nachträglich zu dämmen. Allerdings<br />

müssen längst nicht alle alten Dächer oder Geschossdecken<br />

gedämmt werden. Die Pflicht zur Dämmung<br />

gilt als erfüllt, wenn das Dach den Anforderungen an<br />

den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt. Es<br />

empfiehlt sich, dies von einem Energieberater überprüfen<br />

zu lassen. Hier gilt: Wohngebäude mit nicht<br />

mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer<br />

bereits im Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, sind<br />

von den Pflichten zur Dämmung zunächst ausgenommen.<br />

Hier wird die Dämmung erst nach einem Eigentümerwechsel<br />

fällig – die Frist beträgt dann zwei Jahre<br />

nach dem Besitzerwechsel.<br />

Pflicht zum Heizungstausch<br />

Auch bestimmte ältere Heizkessel müssen verpflichtend<br />

ausgetauscht werden. Dies gilt <strong>für</strong> alle Heizkessel, die<br />

bis Ende des Jahres 1984 eingebaut wurden oder bereits<br />

30 Jahre in Betrieb waren. Allerdings gibt es hier diverse<br />

Ausnahmen. Holen Sie sicherheitshalber den Rat<br />

Ihres Schornsteinfegers ein. Er kann beurteilen, ob Sie<br />

wirklich von der <strong>Sanierung</strong>spflicht betroffen sind.<br />

Unternehmererklärung<br />

Wer eine der genannten Maßnahmen beauftragt, sollte<br />

darauf achten, vom Handwerker nach Abschluss der<br />

Arbeiten eine sogenannte Unternehmererklärung zu<br />

erhalten, die bestätigt, dass die Arbeiten gemäß GEG<br />

ausgeführt wurden. Diese Erklärung muss der Hausbesitzer<br />

fünf Jahre lang aufbewahren. Fehlt sie, kann ein<br />

Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro fällig werden.<br />

Bild: Saint-Gobain Rigips<br />

Benötige ich eine<br />

Baugenehmigung?<br />

Wer ein neues Haus baut, braucht eine Baugenehmigung<br />

– klar. Doch wie verhält es sich mit Umbauten,<br />

Anbauten oder Modernisierungsmaßnahmen? Darf<br />

hier nach Lust <strong>und</strong> Laune gestaltet werden? Die Antwort:<br />

jein. Ob Ihr Projekt einer Genehmigung bedarf, ist<br />

in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt <strong>und</strong><br />

vom Bebauungsplan Ihrer Gemeinde abhängig. Wird<br />

der äußere Gesamteindruck des Hauses verändert,<br />

sind die Umbauten meist genehmigungspflichtig. Nachfolgend<br />

haben wir Ihnen einige Beispiele aufgelistet:<br />

Bild: Cedral – Etex, Fotograf: Christian Blanke<br />

JA<br />

Abfangen tragender Wände<br />

Anbauten (z. B. Winter gärten<br />

<strong>und</strong> Balkone)<br />

Kellerausbau (Wohnraum)<br />

Dachausbau (Wohnraum)<br />

Änderung der Dachneigung<br />

Nachträglicher Einbau von Heizräumen<br />

Nachträglicher Einbau von Heizöl- <strong>und</strong><br />

Flüssiggas-Lagerstätten<br />

Veränderungen an der Abwasseranlage<br />

Änderungen der Dach flächen<br />

(z. B. durch Gauben <strong>und</strong> Dach terrassen)<br />

Fassaden-Renovierung mit starken<br />

Farb- <strong>und</strong> Form änderungen<br />

NEIN<br />

Dachdeckungen, wenn Farb- <strong>und</strong><br />

Material charakter erhalten bleiben<br />

<strong>Erneuerung</strong> von Fenstern <strong>und</strong> Türen<br />

(ohne Veränderung an der Fassade)<br />

Instandsetzungen <strong>und</strong> Ver schönerungen<br />

Änderung der Installationen (Heizung,<br />

Wasser, Gas etc.)<br />

Änderung oder Errichtung von nichttragenden<br />

<strong>und</strong> nicht aussteifenden<br />

Innenwänden<br />

Ausbau von Keller <strong>und</strong> Dach zu lediglich<br />

vorübergehend nutzbaren Räumen<br />

Anbringung bzw. Änderung von Dachflächenfenstern<br />

5


Feuchte Keller<br />

trockenlegen<br />

Tritt in einem Kellerraum Feuchtigkeit auf, stellt sich die Frage nach der Ursache<br />

<strong>und</strong> den Möglichkeiten zur Behebung des Problems. Dabei gilt: jeder Keller ist<br />

einzigartig <strong>und</strong> auch die weiteren Umstände wie Lage, Bodenfeuchte, Bodenbeschaffenheit,<br />

Gr<strong>und</strong>wasserspiegel, verwendete Materialien <strong>für</strong> das Mauerwerk<br />

<strong>und</strong> den Sockel etc. machen jede Kellersanierung zu einem individuellen<br />

Unterfangen. Je nach gewähltem Verfahren sind darüber hinaus durchaus auch<br />

statische Überlegungen <strong>und</strong> Berechnungen notwendig, um die Stabilität des<br />

Gebäudes durch die Baumaßnahmen <strong>für</strong> die Zukunft nicht zu gefährden. Deshalb<br />

sollten Sie vor dem Abdichten eines Kellers unbedingt einen Experten hinzuziehen,<br />

der im Vorfeld alle Faktoren begutachten <strong>und</strong> richtig bewerten kann.<br />

Mögliche Ursachen<br />

Bodenfeuchte<br />

Ist das Erdreich um die Kellerwände feucht <strong>und</strong> sind die Kellerwände<br />

nicht ausreichend gegen das Eindringen von Wasser geschützt, zieht<br />

die Feuchtigkeit in das Gestein des Gebäudesockels <strong>und</strong> der Kellerwände<br />

ein <strong>und</strong> wird mit Hilfe des Kapillareffekts in der Wand weiter nach<br />

oben transportiert. Je nach verwendetem Gestein <strong>und</strong> Mörtel ist der<br />

Kapillareffekt unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Extremfall steigt das<br />

Wasser in den Wänden um bis zu 1,5 Meter über dem Perimeter an.<br />

Beschädigte Rohrleitungen<br />

Da ein Schaden an Rohrleitungen oft über lange Zeit unentdeckt bleibt,<br />

kann er wider Erwarten zu einem sehr hohen Wassereintrag in die Kellerwände<br />

führen. Sichtbar wird die Feuchtigkeit meist erst, nachdem<br />

schon unzählige Liter Wasser in die Wand gesickert sind. Begrenzte<br />

Feuchteflecken im Bereich der (vermuteten) Leitungs führung können<br />

ein Hinweis auf defekte Rohrleitungen sein.<br />

Bild: PCI<br />

Wassereinwirkungsklassen<br />

Die Ausprägung der Bodenfeuchte um die Kellerwand<br />

bzw. die Bodenplatte eines Gebäudes wird<br />

seit 2017 in der DIN 18533 klassifiziert. Hierbei<br />

wird nicht mehr nach Lastfällen unterschieden,<br />

sondern die Einwirkungsart <strong>und</strong> -intensität des<br />

Wassers auf die betreffenden Bauteile berücksichtigt.<br />

Die bisher nach Entstehungsart klassifizierten<br />

Lastfälle „Bodenfeuchte“, „nichtstauendes Sickerwasser“,<br />

„zeitweise aufstauendes Sickerwasser“<br />

<strong>und</strong> „von außen drückendes Wasser“ werden<br />

durch vier Wassereinwirkungsklassen ersetzt.<br />

Diese reichen von der Klasse W1-E „Bodenfeuchte<br />

<strong>und</strong> nicht drückende Wasserbelastung“ über<br />

W2-E „drückendes Wasser“ bis hin zu W2.2-E<br />

„hohe Einwirkung von drückendem Wasser über<br />

drei Meter Eintauchtiefe“. Über diese Einwirkungsklassen<br />

werden die erforderlichen Maßnahmen<br />

zur Abdichtung nasser Keller abgeleitet.<br />

Bild: PCI<br />

Kondensfeuchte<br />

Dringt (zum Beispiel durch ein offenes Kellerfenster) warme, feuchtehaltige<br />

Luft in den Keller ein, kühlt sie an den kalten Kellerwänden<br />

ab <strong>und</strong> kondensiert. Gleiches passiert bei beheizten Kellerräumen,<br />

die über keine Wärmedämmung an den Außenwänden verfügen. Eine<br />

feuchte Kellerwand ist das Resultat dieses physikalischen Aspektes.<br />

Hat nun die oberflächliche Feuchtigkeit keine Möglichkeit durch genügend<br />

Luftzirkulation regelmäßig abzutrocknen, dringt das Wasser ins<br />

Mauerwerk ein. Dazu kommt, dass die ständig mit Wasser benetzte<br />

Oberfläche ein idealer Nährboden <strong>für</strong> Schimmelpilze ist.<br />

Oberirdisch eindringendes Wasser<br />

Ursache ist hierbei in der Regel eine schlechte bzw. defekte Ableitung<br />

von Regenwasser an der Außenfassade, die das Eindringen von<br />

Wasser oberhalb der Kellerabdichtung ermöglicht.<br />

Einlagensanierputze kombinieren<br />

Sanier- <strong>und</strong> Feinputz in einem Produkt.<br />

Sie verhindern Ausblühungen <strong>und</strong> ermöglichen<br />

gleichzeitig die optisch ansprechende<br />

Gestaltung der Wandoberfläche.<br />

Bild: PCI<br />

6


<strong>Sanierung</strong>sverfahren<br />

Zur Trockenlegung eines Kellers gibt es drei verschiedene<br />

Verfahren, die einzeln oder in Kombination zum<br />

gewünschten Resultat führen können: eine Mauerwerksabdichtung<br />

von innen, die Mauerwerksabdichtung<br />

von außen oder das nachträgliche Einbringen<br />

einer Horizontalsperre.<br />

Abdichtung von innen<br />

Einen Keller ausschließlich mit Maßnahmen auf der<br />

innenliegenden Sichtfläche der Wand trockenzulegen<br />

sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn Maßnahmen<br />

von außen nicht umzusetzen sind oder sich<br />

wirtschaftlich definitiv nicht rechnen. Eine reine Abdichtung<br />

von innen ist vor allem dann problematisch,<br />

wenn die Wände auf der Außenseite Erdberührung<br />

haben <strong>und</strong> nicht gegen Feuchtigkeit abgesperrt sind.<br />

In diesem Fall kann von außen weiterhin Wasser in die<br />

Wände eindringen, jedoch nicht mehr über die Innenseite<br />

verdunsten. Dadurch kann die Wassersättigung<br />

in den Kellerwänden sogar ansteigen <strong>und</strong> die Feuchtigkeit<br />

in der Wand über die Kapillare weiter nach oben<br />

gedrückt werden. Stehen die Kellerwände außen frei,<br />

sollte dagegen eine reine Abdichtung von innen meist<br />

kein Problem sein.<br />

Sperrputz <strong>und</strong> Sanierputz<br />

Solle eine Abdichtung von innen durchgeführt werden,<br />

können mit einem Sperrputz <strong>und</strong> anschließendem<br />

Auftragen eines Sanierputzes gute Ergebnisse erzielt<br />

werden. Vor dem Aufbringen der Sperrschicht muss<br />

eventuell erst eine Horizontalsperre in den Wänden<br />

angelegt werden. Wird die Abdichtung nicht über die<br />

gesamte Höhe der Kellerwände ausgeführt, so sollte<br />

man darauf achten, dass die Sperrschicht etwa 70<br />

bis 100 cm über die sichtbar feuchten Flächen der<br />

Wände hochgezogen wird <strong>und</strong> die obere horizontale<br />

Feuchtesperre (falls vorhanden) um etwa 25 bis 40 cm<br />

übersteigt, um einen zuverlässigen Feuchteschutz im<br />

Inneren zu gewährleisten.<br />

Bild: Schomburg<br />

Abdichtung von außen<br />

Durch eine Mauerwerksabdichtung von außen kann ein<br />

erneutes Eindringen von Feuchtigkeit gestoppt werden.<br />

Dazu werden entweder feste Bahnen verklebt bzw. verschweißt<br />

oder streich- <strong>und</strong> spachtelbare Werkstoffe<br />

aufgebracht. Letztere benötigen eine wesentlich sorgfältigere<br />

<strong>und</strong> aufwendigere Untergr<strong>und</strong>behandlung als<br />

Bahnen <strong>und</strong> Matten. Da<strong>für</strong> sind Schweiß- <strong>und</strong> Klebebahnen<br />

deutlich teurer, was die Zeitersparnis oft aufwiegen<br />

kann. Beachten Sie, dass die verschiedenen<br />

Werkstoffe nicht gleichwertig <strong>für</strong> alle Anwendungsfälle<br />

geeignet sind. Für die Auswahl des richtigen Materials<br />

zur Abdichtung sind drei Kriterien ausschlaggebend:<br />

die Rissüberbrückungsfähigkeit, die Einsatzfähigkeit<br />

auf dem vorhandenen Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> die Eignung <strong>für</strong><br />

den vorliegenden Lastfall. So kann zum Beispiel eine<br />

Bitumendickbeschichtung nicht auf noch feuchtem<br />

Mauerwerk aufgetragen werden. Auch alte Beschichtungen<br />

können problematisch sein <strong>und</strong> müssen oft entfernt<br />

werden. Gerade teerhaltige Anstriche sollten generell<br />

entfernt werden, da sie hochgradig umwelt- <strong>und</strong><br />

ges<strong>und</strong>heitsschädlich sind.<br />

Bitumen-Dichtbahn<br />

Kaltselbstklebende Bitumen-Dichtbahnen (KSK) lassen<br />

sich aufgr<strong>und</strong> ihrer hohen Klebkraft <strong>und</strong> sehr guten<br />

Formbarkeit einfach <strong>und</strong> sicher verarbeiten, auch<br />

bei niedrigen Temperaturen von bis zu - 5 °C.<br />

Horizontalsperre<br />

Bilder: Schomburg<br />

Eine Horizontalsperre oder Horizontalabdichtung hindert die Bodenfeuchtigkeit daran, im Mauerwerk kapillar<br />

in den Wänden aufzusteigen. Bei unterkellerten Neubeuten sind Horizontalsperren 5 cm oberhalb des fertigen<br />

Kellerfußbodens sowie unterhalb der Kellerdecke vorgeschrieben. In älteren Bauwerken sind häufig gar keine<br />

Sperrschichten vorhanden oder nicht mehr ausreichend dicht. Um nachträglich eine Sperrschicht in die Wände<br />

einzubringen, gibt es verschiedene Verfahren. Bei Injektionsverfahren wird durch eine Reihe von Bohrungen im<br />

Mauerwerk eine abdichtende Flüssigkeit oder Emulsion eingebracht, welche die feinen Poren <strong>und</strong> Hohlräume im<br />

Gestein füllen <strong>und</strong> somit das Aufsteigen des Wassers im Gestein hindern. Alternativ dazu gibt es verschiedenste<br />

Möglichkeiten, auf mechanische Weise eine neue oder zusätzliche Sperrschicht zur Mauertrockenlegung in<br />

die Kellerwände einzubringen. Ein Beispiel ist das Mauersägeverfahren. Hierbei wird die Kellerwand mit einer<br />

Spezialsäge in einer Mauerwerksfuge komplett horizontal aufgeschnitten <strong>und</strong> eine Sperrbahn darin eingebracht.<br />

Bitumen-Dickbeschichtung<br />

Moderne Bitumen-Dickbeschichtungen werden mit<br />

polymeren oder elastomeren Kunststoffen vermischt.<br />

<strong>Das</strong> verringert die Sprödigkeit bei tiefen Temperaturen,<br />

erhöht die Verformungsbeständigkeit, verbessert die<br />

elastische Rückverformung nach physikalischen Belastungen<br />

<strong>und</strong> ermöglicht einen leichten, gleichmäßigen<br />

Auftrag auch bei hohen Schichtdicken.<br />

Bitumenfreie Alternativen<br />

Mineralische Dichtschlämme (MDS) <strong>und</strong> sogenannte<br />

„Reaktivabdichtungen“ sind die bitumenfreien Alternativen<br />

zur Abdichtung erdberührter Bauteile. Sie punkten<br />

mit hervorragender Haftung durch klimaunabhängige,<br />

schnelle <strong>und</strong> nahezu verlustfreie Durchtrocknung.<br />

7


Schornsteinsanierung<br />

Erste Anzeichen <strong>für</strong> <strong>Sanierung</strong>sbedarf am Schornstein sind beispielsweise übermäßige Rauchbildung oder unangenehme<br />

Gerüche. Aber auch eine neue Heizung erfordert häufig zusätzliche Maßnahmen. Bei der Kaminsanierung können einzelne<br />

Arbeitsschritte in Eigenleistung durchgeführt werden, gerade dann, wenn fertige Bausätze verwendet werden, die als System<br />

optimal abgestimmt sind <strong>und</strong> in der Regel mit Montageanleitung kommen. Damit einer Abnahme durch den Schornsteinfeger<br />

nichts im Wege steht, müssen natürlich auch gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden.<br />

Bild: TONA<br />

Förderung <strong>für</strong> Nachrüstung<br />

von Pellet-Öfen<br />

Wer einen Pellet-Kaminofen, einen wasserführenden<br />

Pellet-Ofen oder eine Pellet-Heizung nachrüstet,<br />

kann Fördergelder beantragen. Zumindest<br />

dann, wenn der neue Ofen auch die zentrale<br />

Heizung mit Wärme versorgt. Denn dann gibt es<br />

hohe staatliche Zuschüsse über das B<strong>und</strong>esamt<br />

<strong>für</strong> Wirtschaft <strong>und</strong> Ausfuhrkontrolle (BAFA). Halten<br />

die Heizgeräte alle technischen Anforderungen<br />

ein, bekommen Hausbesitzer mindestens 2.000<br />

Euro. Für Öfen mit Partikelabscheider gibt es bei<br />

der <strong>Sanierung</strong> sogar 3.000 Euro in Form eines<br />

einmaligen Zuschusses. Wichtig ist jedoch, dass<br />

Verbraucher die Mittel noch vor dem Beginn der<br />

Umbauarbeiten beim BAFA beantragen.<br />

Wann ist eine<br />

Schornsteinsanierung nötig?<br />

Es gibt verschiedene Gründe, warum eine <strong>Sanierung</strong><br />

des Schornsteins sinnvoll oder zwingend erforderlich<br />

ist. Oft erkennt der Schornsteinfeger dies als Erster.<br />

Doch auch Hausbesitzer müssen ihren Schornstein<br />

regelmäßig kontrollieren <strong>und</strong> auf entsprechende Hinweise<br />

achten. Im Wesentlichen gibt es drei Hauptgründe,<br />

die eine <strong>Sanierung</strong> erforderlich machen:<br />

Modernisierung der Heizanlage<br />

Eine neue Heizanlage erfordert in der Regel eine<br />

Schornsteinsanierung. Denn alte Kamine eignen sich<br />

selten <strong>für</strong> die niedrigeren Abgastemperaturen moderner<br />

Feuerstätten. Denn durch die niedrigere Temperatur,<br />

haben die Abgase in alten Schornsteinen mit ihren<br />

großen Querschnitten zu wenig Auftrieb <strong>und</strong> kondensieren<br />

bereits im Kaminschacht, was zur Versottung<br />

des Schornsteins führt.<br />

Schäden am Schornstein<br />

Witterungseinflüsse von außen können einen Schornstein<br />

erheblich schädigen. Erstes Anzeichen <strong>für</strong> notwendige<br />

Bauarbeiten sind oft Spannungsrisse <strong>und</strong><br />

bröckelnde Fugen. Bei stillgelegten Anlagen sollten<br />

Hausbesitzer auch vermehrte Flechtenbildung <strong>und</strong><br />

Pflanzenwuchs im Auge behalten. Eine wirkungsvolle<br />

Variante, um den Teil des Schornsteins, der mit der Außenluft<br />

in Berührung kommt, gegen Wind <strong>und</strong> Wetter zu<br />

schützen, ist das Abdichten <strong>und</strong> Verkleiden des Schornsteinkopfes<br />

inklusive der entsprechenden Anschlüsse<br />

an das Dach. Je nach Bauweise des Schornsteins <strong>und</strong><br />

dem Erscheinungsbild des restlichen Gebäudes stehen<br />

unterschiedliche Bauweisen <strong>und</strong> Materialien <strong>für</strong> die Verkleidung<br />

des Schornsteinkopfes zur Auswahl.<br />

Versottung<br />

Kondensieren die Abgase bereits im Kaminschacht<br />

können Wasser, Teer <strong>und</strong> enthaltene Säuren ins Gemäuer<br />

einziehen. Der Schornstein versottet <strong>und</strong> es<br />

entstehen gelb-braune Flecken an der Kaminaußenwand.<br />

Zudem breitet sich ein unangenehmer Geruch<br />

aus. Darüber hinaus ist die Bildung von Glanzruß<br />

möglich, was zu einer Schornsteinbrand-Gefahr führen<br />

kann <strong>und</strong> sogar die Statik gefährdet.<br />

Bild: Schiedel<br />

Spätestens dann, wenn sich die Versottung des<br />

Kamins durch braune Flecken an der Außenseite<br />

niederschlägt, ist es Zeit zu handeln.<br />

Bild: Sarei<br />

Die konstruktiv sichere Ausführung der An<strong>und</strong><br />

Abschlüsse des Kamins an die Dachfläche ist<br />

essenziell <strong>für</strong> dauerhafte Dichtigkeit. Verkleidungen<br />

aus Metall bieten sich an, wenn der Schornstein<br />

äußerliche Schäden aufweist oder schlicht nicht<br />

mehr gut aussieht. Auch eine Regenhaube über der<br />

Schornsteinöffnung kann Sinn machen. Ob das der<br />

Fall ist, sollten Sie aber erst mit Ihrem Schornsteinfeger<br />

klären. Je nach Bauart der Abdeckung kann<br />

diese auch kontraproduktiv sein. Wenn der in den<br />

Abgasen enthaltene Wasserdampf an der Abdeckung<br />

kondensiert <strong>und</strong> in den Kamin zurück tropft,<br />

führt dies irgendwann zu Feuchtigkeitsschäden. Bei<br />

modernen Systemschonsteinen sind Regenhauben<br />

manchmal sogar überflüssig.<br />

8


Alten Schornstein an neue<br />

Heizanlage anpassen<br />

Welches Material Sie <strong>für</strong> eine Kaminsanierung benötigen,<br />

hängt davon ab, welchen Brennstoff <strong>und</strong> welches<br />

Heizsystem Sie nutzen. Ebenso wichtig ist die erforderliche<br />

Flexibilität der Rohre. Gibt es Versatz? Wie<br />

hoch darf das Gewicht sein? Und natürlich spielen<br />

auch die Kosten eine Rolle. Im einfachsten Fall verläuft<br />

der Schlot gerade, sodass das Rohrsystem vom<br />

Dach aus in den alten Kamin hinuntergelassen wird.<br />

Heizung oder Kaminofen müssen allerdings an das<br />

Rohrsystem angeschlossen werden. Hierbei ist meist<br />

etwas Stemmarbeit nötig.<br />

Edelstahl<br />

Wer auf Edelstahl setzt, kann fast nichts falsch machen.<br />

Er ist <strong>für</strong> alle Heiztechniken <strong>und</strong> Brennstoffe geeignet.<br />

Auch das geringe Eigengewicht <strong>und</strong> die dünne<br />

Materialdicke sind große Vorteile beim Einbau. Hinzu<br />

kommt, dass Edelstahlrohre schnell Betriebstemperatur<br />

erreichen <strong>und</strong> sich Rußpartikel durch die glatte Innenoberfläche<br />

weniger schnell festsetzen. <strong>Das</strong> fördert<br />

einen guten Zug im Schacht. Entscheidend ist dabei<br />

die Qualität des Materials. Gerade bei säurehaltigen<br />

Abgasen sollten Sie lieber etwas mehr in einen dauerhaft<br />

korrosionsbeständigen Edelstahl investieren.<br />

Lässt der Verlauf des alten Schornsteins ein einfaches Einsetzen von neuen Rohren über das Dach zu,<br />

kann die komplette <strong>Sanierung</strong> gewöhnlich innerhalb von ein bis zwei Tagen umgesetzt werden. Und das mit<br />

einem Minimum an Schmutz- <strong>und</strong> Lärmentwicklung.<br />

Bilder: Schiedel<br />

Keramik<br />

Wer langfristig flexibel sein will, sollte Keramikrohre<br />

in Erwägung ziehen. Sie eignen sich gleichermaßen<br />

<strong>für</strong> hohe <strong>und</strong> niedrige Temperaturen, sind besonders<br />

nachhaltig <strong>und</strong> säureresistent. Ein späterer Wechsel<br />

des Brennstoffs oder der Heiztechnik ist mit Keramik<br />

besonders einfach. Sie ist langlebig <strong>und</strong> mit geprüfter<br />

W3G-Qualität macht ihr sogar ein Rußbrand nichts<br />

aus. Qualität hat ihren Preis <strong>und</strong> so sind <strong>Sanierung</strong>en<br />

mit Keramikrohren mit höheren Kosten verb<strong>und</strong>en.<br />

Außerdem sind etwaige Richtungsänderungen im Kaminverlauf<br />

mit einem höheren Arbeitsaufwand verb<strong>und</strong>en.<br />

Bei Betrieb mit Festbrennstoffen ist in der Regel<br />

eine zusätzliche Wärmedämmung notwendig.<br />

Bild: Schiedel<br />

Schornstein nachrüsten<br />

Ist ein Schornstein stark versottet, muss man davon<br />

ausgehen, dass die Bausubstanz erheblich angegriffen<br />

ist. Dies kann die Funktion, Tragfähigkeit <strong>und</strong> Stabilität<br />

des Bauteils beeinträchtigen. Hier kommen in einigen<br />

Fällen nur noch der Abriss <strong>und</strong> die Neuerrichtung des<br />

Schornsteins infrage. Auch der nachträgliche Einbau<br />

einer Schornsteinanlage bei Häusern, die bisher keine<br />

besitzen, ist in der Regel möglich. Zu unterscheiden<br />

sind der nachträgliche Einbau im Innenraum des<br />

Hauses <strong>und</strong> die Montage an der Außenwand. Bei der<br />

Neuerrichtung im Innenbereich fallen im Vergleich zur<br />

einfacheren Außenmontage zwar zusätzliche Arbeiten<br />

beim Anpassen <strong>und</strong> öffnen der Deckendurchgänge an,<br />

jedoch werden sowohl die Zugbedingungen <strong>für</strong> Ihren<br />

Kaminofen, als auch die Anforderungen der B<strong>und</strong>esemissionsschutzverordnung<br />

erfüllt – in der Regel ohne<br />

Zusatzkosten. Abhängig von den Gegebenheit kann<br />

auch die Montage eines Außenschornsteins aus Edelstahl<br />

sinnvoll sein. Je nach Ausführung eignet er sich<br />

sowohl <strong>für</strong> Heizanlagen, die mit Gas, Öl oder Pellets<br />

Wärme erzeugen, als auch <strong>für</strong> holzbefeuerte Kaminöfen.<br />

Viele namhafte Schornsteinhersteller bieten<br />

komplette Bausätze zur Errichtung von Schornsteinanlagen<br />

an, oft inklusive der fachgerechten Montage.<br />

9


Ein neuer Anstrich <strong>für</strong> die Fassade<br />

Fassadenfarben erfüllen als abschließende Schicht einer Putzfassade zwei wichtige Aufgaben: Farbgebung <strong>und</strong> Schutz. Letztere<br />

besteht hauptsächlich darin, Feuchtigkeit <strong>und</strong> die darin enthaltenen Schadstoffe fernzuhalten. Gleichzeitig muss aber auch die<br />

Diffusionsfähigkeit der Mauern in ausreichendem Maße erhalten bleiben. Steht ein Neuanstrich an, stellen sich zwei gr<strong>und</strong>legende<br />

Fragen. Welche Vorarbeiten sind nötig, bevor die neue Farbe aufgetragen werden kann? Welcher Farbtyp ist am besten geeignet,<br />

um eine dauerhaft widerstandsfähige <strong>und</strong> schöne Beschichtung herzustellen?<br />

Bild: Hasit<br />

Altanstrich säubern <strong>und</strong><br />

Untergr<strong>und</strong> prüfen<br />

Vor dem Streichen der Fassade sollten Sie den Untergr<strong>und</strong><br />

prüfen, um festzustellen, ob es mit einem neuen Anstrich<br />

wirklich getan ist oder ggf. umfangreichere <strong>Sanierung</strong>smaßnahmen<br />

bzw. Vorarbeiten nötig sind. Prüfen Sie die Fassade<br />

zunächst auf Verfärbungen, lose Farbschichten, Schmutzablagerungen<br />

<strong>und</strong> Moosbildung. Pflanzenreste müssen mechanisch<br />

entfernt, Schmutz kann mit einem Hochdruckreiniger<br />

beseitigt werden. Mit den folgenden Verfahren können Sie<br />

näher bestimmen, ob bzw. welche Vorarbeiten Sie vor dem<br />

Streichen noch ausführen müssen:<br />

• Abriebprobe: Hier wird mit der bloßen Hand überprüft, ob<br />

bei einem Darüberstreichen Kreiden, Mehlen oder Sanden<br />

der Oberfläche der Fassade zu beobachten ist. In diesem<br />

Fall muss eine Vorbehandlung des Untergr<strong>und</strong>es erfolgen.<br />

• Klebebandtest: Klebeband wird auf den Untergr<strong>und</strong> gedrückt<br />

<strong>und</strong> dann ruckartig abgerissen. Sind Farbreste auf<br />

dem Klebeband, hat die alte Beschichtung keine gute<br />

Haftung mehr auf dem Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> muss ggf. entfernt<br />

werden.<br />

• Gitterschnittprüfung: Hierzu werden in die bereits vorhandene<br />

Beschichtung parallel laufende Ritzschnitte im<br />

rechten Winkel zueinander angebracht. Anschließend<br />

wird ein Klebeband über den Gitterschnitt blasenfrei angedrückt<br />

<strong>und</strong> dann wieder abgezogen. Anhand einer Kennwerttabelle<br />

können die Ergebnisse bewertet werden.<br />

• Benetzungsprobe: Spritzen Sie Wasser auf den Untergr<strong>und</strong>,<br />

um zu prüfen, wie saugfähig er ist. Wird das Wasser<br />

direkt aufgenommen, müssen Sie in jedem Fall gr<strong>und</strong>ieren,<br />

sonst wird der Anstrich streifig <strong>und</strong> die Haltbarkeit<br />

nimmt ab.<br />

Bilder: Baumit<br />

10


Bild: Baumit<br />

Untergr<strong>und</strong> vorbereiten<br />

Vor der Reinigung bzw. Vorbehandlung des Untergr<strong>und</strong>s ist es ratsam, Türen, Fenster <strong>und</strong> Fensterbänke<br />

abzudecken, denn spätestens beim Anstrich ist dieser Arbeitsschritt ohnehin nötig. Sobald die Fassade gereinigt<br />

ist, müssen etwaige Schwachstellen in der Putzschicht behoben werden (siehe Seite 14/15). Anschließend<br />

muss bei stark saugenden Untergründen eine Gr<strong>und</strong>ierung aufgebracht werden. Diese Maßnahme<br />

ist auch bei ungleichmäßig saugfähigen Untergründen ratsam, da der bestehende Putz dadurch zusätzlich<br />

gefestigt wird. Prüfen Sie mittels Probeaufstrich, ob der Fassadengr<strong>und</strong> einzieht. Tut er das nicht, sondern<br />

trocknet glänzend auf der Oberfläche, verdünnen Sie die Gr<strong>und</strong>ierung im jeweils zulässigen Mischungsverhältnis<br />

mit Wasser.<br />

Die Wahl des richtigen Farbtyps<br />

Um die richtige Farbe <strong>für</strong> den neuen Anstrich wählen zu<br />

können, müssen Sie wissen, mit welchem Farbtyp der Altanstrich<br />

erfolgte, denn darauf muss die neue Farbe abgestimmt<br />

sein. Sollte Ihnen der Farbtyp nicht bekannt sein,<br />

kann eine Lösungsmittelprobe dabei helfen zu erkennen,<br />

um welche Art von Beschichtung es sich handelt. So werden<br />

etwa Dispersions- <strong>und</strong> Kunstharzfarben durch Nitro-<br />

Verdünnung angelöst, Silikatfarben hingegen sind gegen<br />

diese unempfindlich.<br />

Dispersionsfarben<br />

Dispersionsfarben bestechen vor allem durch die sehr<br />

einfache Handhabung <strong>und</strong> den günstigen Preis. Sie bestehen<br />

aus einer sehr feinen Verteilung von Kunststoffen<br />

in Wasser. Sie sind nicht gelöst, sondern nur in kleinsten<br />

Teilen vermischt. Trocknet das Wasser nach dem Auftragen<br />

der Fassadenfarbe weg, bildet der Anstrich eine Art<br />

Film. Weil ohnehin eine Mischung vorliegt, werden auch<br />

Farbpigmente gut aufgenommen. Folglich eignen sich Dispersionsfarben<br />

besonders <strong>für</strong> farbenfrohe Fassaden. Sie<br />

sind zudem leicht überstreichbar <strong>und</strong> weitgehend atmungsaktiv.<br />

Auf Kalkfarben, kalkhaltige oder schwierige (poröse)<br />

Untergründe sollten sie nicht gestrichen werden. Anstriche<br />

mit Dispersionsfarben sollten in regelmäßigen Intervallen<br />

erneuert werden.<br />

Silikonharzfarben<br />

Silikonharzfarbe ist seit Jahren das Schlagwort, wenn es<br />

um beständige Anstriche im Außenbereich geht. In diesem<br />

Zusammenhang wird oft vom Lotuseffekt gesprochen. Damit<br />

ist die selbstreinigende Beschaffenheit der Oberfläche<br />

gemeint. Wasser dringt nicht ins Mauerwerk ein, sondern<br />

perlt an der Fassade ab. Verschmutzungen wie Staub oder<br />

Pollen werden einfach abgewaschen. Gleichzeitig ist Silikonharzfarbe<br />

diffusionsoffen, wodurch Feuchtigkeit aus<br />

dem Mauerwerk durch den Anstrich verdunsten kann, was<br />

einen guten Schutz gegen Schimmelpilze <strong>und</strong> Moose mit<br />

sich bringt.<br />

Bild: Knauf Gips<br />

Silikatfarben<br />

Hauptbestandteil <strong>und</strong> Namensgeber dieses Farbtyps ist<br />

Kaliumsilikat. <strong>Das</strong> Bindemittel verbindet sich durch Verkieselung<br />

mit dem Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> reagiert alkalisch, was<br />

die Algenbildung auf der Fassade verhindert. Die Farben<br />

sind atmungsaktiv, sehr witterungsbeständig <strong>und</strong> widerstandsfähig<br />

gegen säurehaltige Schadstoffe. Sie eignen<br />

sich insbesondere <strong>für</strong> mineralische, poröse Untergründe<br />

wie Kalkputz, Faserzement oder Beton. <strong>Das</strong> besondere an<br />

Silikatfarben ist, dass sie UV-stabil sind. Sie altern durch<br />

einen kontinuierlichen gleichmäßigen Schichtdickenverlust:<br />

Sie werden über die Jahrzehnte dünner <strong>und</strong> wittern<br />

natürlich ab.<br />

11


Alte Fassaden<br />

erneuern<br />

Zeigen sich an einer Fassade Risse, Beschädigungen oder hohle<br />

Stellen unter dem Putz, müssen Maßnahmen ergriffen werden,<br />

um einen weiteren Verfall zu stoppen. Eine beschädigte Fassade<br />

sieht nämlich nicht nur unschön aus, sondern hat früher oder<br />

später auch Auswirkungen auf die dahinterliegende Bausubstanz<br />

<strong>und</strong> somit auf die Bewohner. Ein anfangs kleiner Riss kann mit<br />

der Zeit dazu führen, dass sich großflächig Putz ablöst, wodurch<br />

die Außenwände nicht mehr ausreichend vor der Witterung geschützt<br />

sind <strong>und</strong> Schaden nehmen können.<br />

Bild: Hasit<br />

Analyse des Untergr<strong>und</strong>es<br />

Bei der Renovierung einer Putzfassade ist die Analyse <strong>und</strong><br />

Vorbehandlung des Untergr<strong>und</strong>es ein wesentlicher Bestandteil<br />

der Arbeiten. Ein Kriterium bei der Bewertung des<br />

vorgef<strong>und</strong>enen Zustands vor einer <strong>Sanierung</strong> ist immer die<br />

Haftung der alten Schichten am Untergr<strong>und</strong> bzw. ihre Tragfähigkeit.<br />

Zu den einfachen, aber aussagekräftigen Testmethoden<br />

vor Ort gehören:<br />

• Sichttest: Überprüfung auf optisch erkennbare Schäden<br />

wie Risse, Abplatzungen oder Ausblühungen.<br />

• Kratztest: Fahren Sie mit einem Nagel oder ähnlichem<br />

kräftig über den Putz bzw. Altanstrich. Ist der Putz mürbe<br />

oder bröselig, müssen an den betroffenen Stellen mehrere<br />

Millimeter abgetragen <strong>und</strong> neu beigeputzt werden.<br />

Ein nicht tragfähiger Altanstrich platzt beim Test weg <strong>und</strong><br />

muss entfernt werden (Hochdruck-/Schleifgerät, Bürste).<br />

• Abklopfen: Durch Abklopfen eines Untergr<strong>und</strong>es, zum<br />

Beispiel mit einem Hammer, können Hohlstellen zwischen<br />

Putz <strong>und</strong> Untergr<strong>und</strong> durch den erkennbar anderen<br />

Klang ermittelt werden.<br />

• Benetzungsprobe: Feine Haar- <strong>und</strong> Netzrisse sind<br />

häufig augenscheinlich nicht erkennbar. Hier hilft die Benetzungsprobe,<br />

denn aufgr<strong>und</strong> der stärkeren Wasseraufnahme<br />

zeichnen sie sich dunkel ab. Zudem lassen<br />

sich so auch gleich Saugverhalten, Quellbarkeit <strong>und</strong> die<br />

Haftung im feuchten Zustand beurteilen.<br />

Andere Verfahren sind nicht ohne Weiteres selbst durchführbar.<br />

So kann zum Beispiel ein pH-Wert-Test Aufschluss<br />

über die Alkalität von Putz, Beton oder Faserzement<br />

geben oder ein spezielles Schichtdickenmessgerät<br />

anzeigen, in welcher Stärke bestehende Putzschichten<br />

vorliegen. Aufgr<strong>und</strong> der unzähligen relevanten Faktoren,<br />

die bei der Bestandsanalyse zu berücksichtigen sind, sollten<br />

Sie im Zweifelsfall immer einen Fachmann hinzuziehen.<br />

Bild: Baumit<br />

12


Eine Fassadensanierung sollte wenn möglich<br />

zusammen mit weiteren <strong>Sanierung</strong>s maßnahmen,<br />

wie etwa dem Tausch alter Fenster oder einer<br />

Dachsanierung, kombiniert werden. So fallen beispielsweise<br />

die Kosten <strong>für</strong> das Gerüst nur einmal an.<br />

Bilder: Steico<br />

Risse sanieren<br />

Wo Kräfte wirken, können Risse auftreten. <strong>Das</strong> passiert<br />

immer dann, wenn in einem Bauteil größere<br />

Spannungen auftreten, als sie durch die Festigkeit,<br />

Elastizität oder Haftung eines Baustoffs aufgefangen<br />

werden können. Form, Tiefe <strong>und</strong> Ursachen von Rissen<br />

sind vielfältig, <strong>und</strong> die Bandbreite der Auswirkungen<br />

reicht von harmlosen kosmetischen Problemen bis zu<br />

ernsthaften statischen Schadensbildern.<br />

Die richtige <strong>und</strong> daher erfolgreiche Form der <strong>Sanierung</strong><br />

verlangt eine genaue Riss-Analyse. Oft gibt die<br />

Form der Risse schon einen relativ zuverlässigen Anhaltspunkt<br />

zur Eingrenzung der Ursache.<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich unterscheidet man zwischen:<br />

• Putzbedingten Rissen<br />

• Untergr<strong>und</strong>bedingten Putzrissen<br />

• Baukonstruktiv <strong>und</strong> statisch bedingten Rissen<br />

Risse, die im Putz <strong>und</strong> durch den Putz selber entstehen,<br />

erzeugen oft ein klar interpretierbares Rissmuster.<br />

Charakteristische Rissverläufe zeigen auch<br />

die gängigsten untergr<strong>und</strong>bedingten Rissen. Ihr Bild<br />

folgt dabei den Belastungsmustern, die im Untergr<strong>und</strong><br />

angelegt auftreten. Baukonstruktiv bedingte Risse<br />

sind Folgen unmittelbarer statischer Überlastungen im<br />

Mauerwerk oder Beton selbst. Wegen ihrer viel fältigen<br />

Ursachen gibt es kein Universalrezept, Putzrisse optimal<br />

zu beheben. Kleinere, oberflächliche Risse lassen<br />

sich in der Regel recht einfach mit Acryl oder Reparaturmörtel<br />

verschließen. Zur Ursachenanalyse <strong>und</strong> Abwägung<br />

der zu ergreifenden Maßnahmen sollten Sie<br />

sicherheitshalber immer den Rat eines Profis einholen.<br />

Altputzüberarbeitung<br />

Kleinere Risse lassen sich einfach verschließen. Sind<br />

jedoch größere Flächen abgeplatzt, sollte der Originalputz<br />

verwendet werden. Dabei sollte folgendes beachtet<br />

werden: Frisch aufgetragene mineralische Putze<br />

sollte man erst nach vier bis sechs Wochen überstreichen,<br />

sonst kann der Anstrich zerstört werden. Kunstharz-<br />

<strong>und</strong> Dispersionsputze müssen mindestens eine<br />

Woche vollständig aushärten.<br />

Sanierputz<br />

Alte Fassaden sind oft durch Feuchtigkeit <strong>und</strong> in die<br />

Konstruktion eingewanderte Salze geschädigt. Abmehlende<br />

Oberflächen, Putzabplatzungen, Durchfeuchtungen,<br />

Oberflächenverfärbungen <strong>und</strong> Rissbildung<br />

sind die Folge. Werden in solchen Fällen die<br />

Putze erneuert, sollten Unter- <strong>und</strong> Oberputz so gestaltet<br />

werden, dass sie möglichst dauerhaft mit diesem<br />

Schadenspotenzial umgehen können.<br />

Sanierputz-Systeme sorgen über einen langen Zeitraum<br />

<strong>für</strong> eine trockene <strong>und</strong> ausblühungsfreie Putz-<br />

Oberfläche, indem Salze im Putz eingelagert <strong>und</strong> so<br />

aus dem Mauerwerk entfernt werden. Um das zu ermöglichen,<br />

sind Sanierputze wasserabweisend, dabei<br />

aber hoch diffusionsoffen. Dies führt zu einer Verlagerung<br />

der Verdunstungsebene von der Oberfläche<br />

in die Putzschicht. Feuchtigkeit dringt, mit den in ihr<br />

gelösten Salzen, ein <strong>und</strong> lässt diese beim Ausdiff<strong>und</strong>ieren<br />

durch den Sanierputz im Putz zurück. So lässt<br />

der Sanierputz das Mauerwerk austrocknen, hält die<br />

Salze jedoch zurück, damit es nicht zu Ausblühungen<br />

an der Oberfläche kommt. Sind sehr viele Salze vorhanden,<br />

kann zunächst ein (Poren-) Gr<strong>und</strong>putz aufgetragen<br />

werden, der den Salzen die Möglichkeit gibt, zu<br />

kristallisieren, ohne dabei Schaden anzurichten.<br />

Wasser<br />

Wasser<br />

Salz<br />

Dampf<br />

Einlagiger Sanierputz<br />

Verlagerung der Verdunstungs ebene <strong>für</strong> im<br />

Mauerwerk befind liche Feuchtig keit von der<br />

Putzoberfläche in die Putz schicht. Sanierputze<br />

sind wasserabweisend <strong>und</strong> gleichzeitig hoch<br />

diffusionsfähig.<br />

Salz<br />

Dampf<br />

Zweilagiger Sanierputz<br />

Der Gr<strong>und</strong>putz ist nicht wasserabweisend, damit<br />

Salze einwandern können <strong>und</strong> bietet mit über<br />

50 % Porenvolumen ausreichend Platz, um die<br />

Salze unschädlich einzulagern.<br />

13


Nachträgliche<br />

Fassadendämmung<br />

14<br />

Wird eine Fassade nachträglich gedämmt,<br />

senkt das – gleichbleibendes Heizverhalten<br />

vorausgesetzt – in jedem Fall die Energiekosten.<br />

Die Dämmung an sich muss<br />

aber natürlich erst einmal bezahlt werden.<br />

Die Frage, ab wann es sich finanziell lohnt,<br />

kann mit Hilfe verschiedener Szenarien<br />

berechnet werden. Da<strong>für</strong> ist entscheidend,<br />

auf welche Art <strong>und</strong> Weise die Fassade<br />

gedämmt wird, welche Materialien zum<br />

Einsatz kommen <strong>und</strong> wieviel Heizenergie<br />

eingespart wird – sowohl zum Zeitpunkt<br />

der Maßnahme als auch in den Jahren<br />

danach.<br />

Kombination Dämmung <strong>und</strong><br />

anderen <strong>Sanierung</strong>smaßnahmen<br />

Eine Fassadendämmung lohnt sich immer dann am<br />

meisten, wenn sie mit anderen, ohnehin anstehenden<br />

<strong>Sanierung</strong>smaßnahmen verknüpft werden kann.<br />

Braucht die Fassade beispielsweise einen neuen Anstrich,<br />

muss sowieso ein Gerüst gemietet sowie auf<strong>und</strong><br />

abgebaut werden. <strong>Das</strong> allein würde etwa 20 bis<br />

40 Prozent der Gesamtkosten einer Fassadendämmung<br />

ausmachen. Noch besser fällt die Rechnung<br />

aus, wenn zusätzlich zum Anstrich eine Putzerneuerung<br />

nötig ist. Der Anteil der Investition, der dann ausschließlich<br />

der energetischen Verbesserung dient,<br />

liegt dann oft nur noch bei r<strong>und</strong> 50 Prozent.<br />

Bei der Berechnung der tatsächlichen Kosten spielt<br />

neben der reinen Quadratmeterzahl auch die Homogenität<br />

der Flächen eine Rolle: Je mehr Unterbrechungen<br />

es gibt, desto aufwendiger <strong>und</strong> damit teurer ist die<br />

Dämmung. Natürlich entscheidet auch die Wahl des<br />

Dämmstoffs über den Preis. Allerdings macht das reine<br />

Dämmmaterial in der Regel nur einen relativ kleinen<br />

Anteil der Gesamtkosten <strong>für</strong> die Maßnahme aus.<br />

Bei der Materialwahl sollten Sie deshalb auch andere<br />

Aspekte gut abwägen. Da sich die Beurteilung der<br />

möglichen Optionen <strong>für</strong> eine Fassadendämmung sehr<br />

komplex darstellt, ist hier Expertenrat gefragt. Und den<br />

müssen Sie oft nicht einmal selbst bezahlen. Eine Vor-<br />

Ort-Energieberatung wird vom BAFA mit bis zu 800<br />

Euro bezuschusst.<br />

Beispielrechnung<br />

Bild: Steico<br />

Um die finanzielle Einsparung durch eine Fassadendämmung abzuschätzen, können sich Eigenheim besitzer<br />

an der folgenden Beispielrechnung orientieren. Da sich die Beurteilung der möglichen Optionen <strong>für</strong> eine<br />

Fassadendämmung sehr komplex darstellt, sollte sie vor einem konkreten Vorhaben in jedem Fall von Fachleuten<br />

<strong>und</strong> mit Blick auf das jeweilige Gebäude durchgeführt werden.<br />

Für unser Fallbeispiel gehen wir davon aus, dass ein Gebäude aus den 80er Jahren energetisch saniert<br />

werden soll, wobei die Heizung bereits erneuert wurde. Jetzt soll die Fassade gedämmt werden.*<br />

Gebäudetyp: freistehendes Einfamilienhaus<br />

ungedämmte Außenwandfläche: 130 m 2<br />

Einsparung: 1,4 W/m²K - 0,2 W/m²K = 1,2 W/m²K<br />

Um die Einsparung in Kilowattst<strong>und</strong>en zu berechnen, werden die jährlichen Heizgradst<strong>und</strong>en benötigt,<br />

die angeben, wie viel in 12 Monaten geheizt wird.<br />

Standort: Düsseldorf<br />

U-Wert ungedämmte Außenwand: 1,4 W/m²K<br />

U-Wert nach Anbringen der Dämmschicht (14 cm): 0,2 W/m²K<br />

Heizgradst<strong>und</strong>en (Kilokelvinst<strong>und</strong>en): 84 kKh<br />

Einsparung pro Jahr: 1,2 W/m²K x 84 kKh x 130 m² = 13.104 kWh<br />

Um die mögliche Einsparung durch die Fassadendämmung berechnen zu können wird der Preis pro kWh<br />

Heizenergie benötigt. <strong>Das</strong> Haus wird mit Öl beheizt, welches pro Liter etwa 10 Kilowattst<strong>und</strong>en liefert.<br />

Heizungstyp: neue Öl-Brennwertheizung<br />

Jahres-Nutzungsgrad: 96 %<br />

angenommener Ölpreis: 0,60 €/Liter<br />

Preis pro kWh Heizenergie: 0,06 €<br />

geschätzte Nutzungsdauer der neuen Fassade: 40 Jahre<br />

Ersparnis nach 40 Jahren: 13.104 kWh x 0,06 € / kWh x 40 Jahre = 31.450 €<br />

Eine normale Außenwanddämmung mit WDVS kostet ca. 100 bis 200 € / m 2 (inklusive Arbeitskosten,<br />

Gerüstaufbau, sonstigem Arbeitsmaterial). Da die Putzfassade sowieso erneuert werden musste,<br />

wo<strong>für</strong> ein Großteil der oben genannten Kosten ohnehin angefallen wäre, werden <strong>für</strong> die reine Dämmung<br />

etwa 50 bis 100 € / m 2 veranschlagt.<br />

Gesamtkosten WDVS: 100 – 200 € / m 2 reine Kosten <strong>für</strong> die Dämmung: 50 – 100 € / m 2<br />

Kosten Dämmung: 130 m² x 50 – 100 € / m² = 6.500 – 13.000 €<br />

* Dieses Fallbeispiel wurde so gewählt, um eine möglichst einfache Berechnungsgr<strong>und</strong>lage zu schaffen. In der Praxis<br />

werden zunächst Fenster, Dach <strong>und</strong> Gebäudehülle auf den neuesten Standard gebracht, <strong>und</strong> erst dann die Heizung ausgetauscht.<br />

Nur so kann der Heizenergiebedarf richtig eingeschätzt <strong>und</strong> der neue Brennkessel richtig dimensioniert werden.


Wärmedämmverb<strong>und</strong>system<br />

1<br />

Der Aufbau eines WDVS erfolgt gr<strong>und</strong>sätzlich immer nach demselben Prinzip:<br />

<strong>Das</strong> Kernstück bildet dabei eine Dämmplatte. Diese wird mit einem speziell<br />

auf den Untergr<strong>und</strong> abgestimmten Klebemörtel befestigt <strong>und</strong> in der Regel zusätzlich<br />

verdübelt. Eine alleinige Verklebung kann bei EPS-Platten mit einem<br />

System-Gesamtgewicht ≤ 10 kg/m² erfolgen. Bei höherem Gewicht muss zusätzlich<br />

gedübelt werden. Auf die Dämmschicht folgt die Armierungsmasse <strong>und</strong><br />

das Armierungsgewebe <strong>und</strong> zum Schluss in der Regel ein Außenputz. Eine<br />

interessante Alternative zur klassischen Endbeschichtung mit Putz <strong>und</strong> Farbe<br />

ist die Verwendung von Klinkerriemchen. Sie sind relativ leicht im direkten Verb<strong>und</strong><br />

mit dem WDVS aufzubringen <strong>und</strong> werden lediglich verklebt, verfugt <strong>und</strong><br />

gereinigt. Klinkerriemchen ermöglichen ausdrucksstarke Oberflächen. Sie sind<br />

hart, wasserabweisend <strong>und</strong> extrem widerstandsfähig gegen Frost, Hitze oder<br />

Hagel. So weisen verklinkerte Wärmedämmverb<strong>und</strong>systeme auch eine längere<br />

Haltbarkeit als normale, verputzte WDVS-Fassaden auf – sind jedoch auch<br />

kostenintensiver.<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

1 Mauerwerk<br />

2 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />

3 Dämmstoff<br />

4 Verdübelung<br />

5 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />

6 Armierungsgewebe<br />

7 Armierungsschicht<br />

8 Putz<br />

1<br />

6<br />

Bilder: Saint-Gobain Weber<br />

2<br />

3<br />

1 Mauerwerk<br />

2 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />

3 Dämmstoff<br />

4<br />

5<br />

4 Klebe- <strong>und</strong> Armierungsmörtel<br />

7<br />

5 Armierungsgewebe<br />

8<br />

6 Verdübelung<br />

7 Klebemörtel<br />

9<br />

8 Klinkerriemchen<br />

9 Fugenmörtel<br />

Bild: Baumit<br />

Begünstigt ein WDVS wirklich die Schimmelbildung?<br />

Oft wird behauptet, dass eine Dämmung mit WDVS die Schimmelbildung an der<br />

Innenseite der Außenwände begünstigt. Diese Aussage entspricht aber nicht<br />

der Wahrheit. Ganz im Gegenteil: Eine baulich korrekt ausgeführte Außenwanddämmung<br />

hilft Schimmelbildung zu vermeiden, indem die Oberflächentemperatur<br />

auf der Zimmerseite erhöht wird, wodurch die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so<br />

leicht an den Wänden kondensieren kann.<br />

Mitverantwortlich <strong>für</strong> den Schimmel-Irrtum ist der Mythos, dass Wände wegen<br />

der Dämmung angeblich nicht „atmen“ können. Doch Wände können gr<strong>und</strong>sätzlich<br />

nicht atmen. Ein Luftaustausch durch eine massive Mauer findet nur dann<br />

statt, wenn – beispielsweise in vielen Altbauten – Luft durch Ritzen <strong>und</strong> Spalten<br />

oder <strong>und</strong>ichte Fenster dringt. Sind Wände, Fenster <strong>und</strong> Dämmung fachmännisch<br />

– <strong>und</strong> damit luftdicht – ausgeführt, kann ein Luftaustausch ausschließlich<br />

über geöffnete Fenster <strong>und</strong> Türen oder eine Lüftungsanlage erfolgen. Schimmelbildung<br />

wird also keinesfalls durch das Weglassen einer Dämmung verhindert,<br />

sondern durch richtiges Heizen <strong>und</strong> Lüften. Dies gilt umso mehr, je besser<br />

ein Haus gedämmt ist <strong>und</strong> je luftdichter die Außenhülle damit wird.<br />

Vorteile durch mineralische WDVS<br />

Wichtig bei der Ausführung eines WDV-Systems ist, dass die einzelnen Komponenten<br />

optimal aufeinander abgestimmt sind, um Unverträglichkeiten untereinander<br />

zu vermeiden. Der wichtigste Gr<strong>und</strong>satz dabei: Der Wasserdampfdiffusionswiderstand<br />

muss von innen nach außen abnehmen. Nur so kann der aus dem<br />

beheizten Haus nach außen drückende Wasserdampf schnell abgeführt werden.<br />

Aufgr<strong>und</strong> der günstigen bauphysikalischen Eigenschaften kommen hierbei inzwischen<br />

vermehrt mineralische WDV-Systeme zum Einsatz. Mineralische Putze <strong>und</strong><br />

Armierungsmassen haben gegenüber Kunstharz- <strong>und</strong> Silikonharzputzen den Vorteil,<br />

besonders diffusionsoffen zu sein. In Kombination mit einem mineralischen<br />

Dämmstoff entstehen vollmineralische Systeme, die auch noch mit weiteren Vorteilen<br />

punkten. Die Kapillarkraft von mineralischen Putzen verhindert eine Tropfenbildung<br />

an der Oberfläche <strong>und</strong> entzieht Pilzen <strong>und</strong> Algen damit weitestgehend den<br />

Nährboden. Zudem wird durch mineralische, wärmespeichernde Dickputze die<br />

Oberflächentemperatur leicht erhöht, wodurch wiederum die Tauwasserbildung<br />

<strong>und</strong> somit die Gefahr von Algenbewuchs reduziert wird. Bei Putzen <strong>und</strong> Anstrichen<br />

auf Kalkbasis wird die Vermehrung von Mikroorganismen durch die hohe Alkalität<br />

zusätzlich gehemmt. Natürlich sind vollmineralische Systeme deutlich teurer als<br />

ein Standard-WDVS mit EPS-Dämmung <strong>und</strong> Kunstharzputz. Aufgr<strong>und</strong> der vielen<br />

Vorteile sollte diese Option aber definitiv in Betracht gezogen werden. Nicht zuletzt<br />

auch wegen des besseren Brandschutzes <strong>und</strong> der extrem langen Haltbarkeit.<br />

Die durchschnittliche Lebensdauer mineralischer Edelputze ist mit r<strong>und</strong> 50 Jahren<br />

deutlich höher als bei organischen Putzen.<br />

15


Die wichtigsten<br />

Dämmstoffe im Vergleich<br />

Wichtigste Komponente eines Fassadendämmsystems ist selbstverständlich<br />

der Dämmstoff. Er bestimmt die Eigenschaften <strong>und</strong><br />

damit die Vor- <strong>und</strong> Nachteile des Systems. Gemessen an der<br />

Absatzmenge gelten EPS, Mineralwolle <strong>und</strong> Holzfasern<br />

als gängigste Materialien. Welcher Dämmstoff <strong>für</strong><br />

Ihre Fassade am besten geeignet ist, hängt<br />

neben dem Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> dem<br />

gewählten Dämmsystem auch vom<br />

Budget <strong>und</strong> den gestellten<br />

Anforderungen ab.<br />

Bild: Steico<br />

Expandiertes Polystyrol (EPS)<br />

<strong>Das</strong> unter dem Markennamen Styropor ® bekannte<br />

Polystyrol gilt als das günstigste verfügbare Material<br />

zur Außendämmung. Neben sehr guten Wärmedämmeigenschaften<br />

spricht auch die sehr leichte Verarbeitung<br />

der Platten <strong>für</strong> das Material. Sie lassen sich<br />

mit einem Heißdraht einfach <strong>und</strong> ohne Rückstände<br />

schneiden <strong>und</strong> werden dann direkt auf die Wand geklebt<br />

<strong>und</strong> mit Dübeln befestigt. Der Dämmstoff wird in<br />

der Brandschutzklasse B1 geführt, gilt also als schwer<br />

entflammbar. Durch seine diffusionsdichte Struktur ist<br />

EPS außerdem beständig gegenüber Feuchtigkeit.<br />

Mineralwolle<br />

In Sachen Wärmeleitfähigkeit ist Mineralwolle nicht<br />

ganz so gut wie EPS aufgestellt, da<strong>für</strong> hat das Material<br />

in anderen Punkten die Nase vorne. An erster Stelle<br />

ist die Brandsicherheit zu nennen: Mineralwolle wird<br />

mit der Brandschutzklasse A1 – der höchsten Brandschutzklasse<br />

– als nicht brennbar eingestuft. Dank der<br />

diffusionsoffenen Struktur kann Feuchtigkeit von innen<br />

nach außen transportiert werden, wodurch Schimmelbildung<br />

im Innenraum vorgebeugt wird. Die Dämmung<br />

ist sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen<br />

<strong>und</strong> Belastungen, was die Lebensdauer verlängert<br />

<strong>und</strong> die Kosten <strong>für</strong> die Instandhaltung gering hält.<br />

Holzfaser<br />

Holzfaserdämmplatten bestehen aus einem nachwachsenden<br />

Rohstoff <strong>und</strong> bieten eine ähnliche<br />

Dämmwirkung wie EPS <strong>und</strong> Mineralwolle. Vor allem<br />

die Fähigkeit, große Mengen an Feuchtigkeit<br />

aufzunehmen <strong>und</strong> weiterzuleiten, ohne dabei an<br />

Dämmwirkung zu verlieren, zeichnet diesen natürlichen<br />

Dämmstoff aus. Holzfaserplatten gehören<br />

zur Brandschutzklasse B2, was bedeutet, dass sie<br />

normal entflammbar sind. <strong>Das</strong> Besondere an Holz<br />

ist aber, dass im Brandfall eine Verkohlungsschicht<br />

das Durchbrennen hemmt <strong>und</strong> so die Ausbreitung<br />

des Feuers verlangsamt.<br />

Bild: Baumit<br />

Bild: Climowool<br />

Bild: Steico<br />

Wärmeleitfähigkeit (U-Wert)<br />

Bei dem U-Wert handelt es sich um den Wärmedurchgangskoeffizient,<br />

der den Wärmestrom durch ein Bauteil<br />

in Abhängigkeit vom Temperaturgefälle zwischen<br />

warmer <strong>und</strong> kalter Seite in der Einheit W/(m²·K) angibt.<br />

Klingt in der Theorie recht kompliziert, deshalb reicht<br />

es <strong>für</strong> die Praxis zu wissen: je niedriger der U-Wert,<br />

umso besser die Dämmwirkung.<br />

Wasserdampfdiffusionswiderstand<br />

(μ-Wert)<br />

Die Diffusion von Wasserdampf ermöglicht die<br />

Trocknung feuchter Bauteile, ist aber zugleich auch<br />

der Gr<strong>und</strong> <strong>für</strong> die Durchfeuchtung von Stoffen. Wie<br />

leicht Luftfeuchtigkeit in Stoff eindringen bzw. wieder<br />

austreten kann, wird durch den µ-Wert angegeben.<br />

Ein µ-Wert von 1 entspricht dabei dem Diffusions-<br />

Widerstand von Luft <strong>und</strong> stellt das Minimum dar. Je<br />

höher der Wert, desto dampfdichter ist das Material.<br />

Brandschutzklassen<br />

Alle Baustoffe werden entsprechend ihres Brandverhaltens<br />

in Klassen eingeordnet. Nicht brennbare<br />

Stoffe wie Zement oder Mineralwolle werden<br />

mit A1 oder A2 klassifiziert. Schwer entflammbare<br />

Stoffe, die nach dem Entfernen der Zündquelle<br />

nicht selbstständig weiterbrennen, entsprechen<br />

der Klasse B1. Als Mindestanforderung <strong>für</strong> alle<br />

Baustoffe, die in Gebäuden verwendet werden,<br />

gilt die Klasse B2 (normal entflammbar).<br />

Wärmeleitfähigkeit W/(m 2·K) Wasserdampf diffusion μ Brandschutzklasse<br />

EPS 0,032 – 0,040 20 – 100 B1<br />

Mineralwolle 0,035 – 0,041 1 – 2 A1<br />

Holzfaser 0,037 – 0,045 3 – 10 B2<br />

16


Vorgehängte hinterlüftete Fassade<br />

2<br />

3<br />

1<br />

4<br />

1 Mauerwerk<br />

Bei der Dämmung von Wohngebäuden ist das WDVS in den allermeisten Fällen<br />

das System der Wahl. Die Alternative – eine hinterlüftete Vorhangfassade<br />

– wird oft gar nicht erst in Betracht gezogen. Der Gr<strong>und</strong> ist klar: VHF sind erheblich<br />

teurer. Abhängig von der Art der Unterkonstruktion <strong>und</strong> der gewählten<br />

Außenverkleidung kann der Preis pro Quadratmeter im Vergleich zu einem<br />

gängigen WDVS weit mehr als das Doppelte betragen. Dem gegenüber steht<br />

jedoch die Tatsache, dass vorgehängte hinterlüftete Fassaden einem WDVS<br />

in vielerlei Hinsicht überlegen sind:<br />

Bild: Knauf Insulation<br />

5<br />

6<br />

2 Unterkonstruktion<br />

3 Dämmstoff<br />

4 Verdübelung<br />

5 Fassadenbekleidung<br />

6 Hinterlüftung<br />

Hinterlüftung<br />

<strong>Das</strong> Besondere an der VHF ist die charakteristische Luftschicht zwischen<br />

der Dämmschicht <strong>und</strong> der Außenbekleidung. Zwischen den<br />

Komponenten entsteht auf diese Weise ein Hinterlüftungsraum, der<br />

den Feuchtehaushalt im Baukörper optimal regeln kann. Denn durch<br />

den Luftstrom wird alle anfallende Feuchtigkeit zuverlässig abgeführt.<br />

Ideal <strong>für</strong> die <strong>Sanierung</strong><br />

Durch die Unterkonstruktion sind VHF nicht nur im Neubau eine sinnvolle<br />

Lösung, sondern gerade auch bei <strong>Sanierung</strong>en mit schwierigen,<br />

nicht klebefähigen oder unebenen Untergründen. Wärmebrücken<br />

können durch spezielle Wandhalterungen aus Edelstahl mit thermischen<br />

Trennelementen auf ein Minimum reduziert werden.<br />

Sieht aus wie gestrichenes Holz – ist es aber<br />

nicht. Fassadenprofile aus Zementfaser sind<br />

extrem langlebig, <strong>und</strong> bieten alle gestalterischen<br />

Möglichkeiten. Die beeindruckend langlebigen<br />

Elemente werden aus hochwertigem Portland-<br />

Zement, Sand <strong>und</strong> Zellulosefasern hergestellt.<br />

Sie schrumpfen, quellen <strong>und</strong> vergrauen nicht <strong>und</strong><br />

werden nicht rissig – auch wenn sie viele Jahre<br />

extremen Klimabedingungen ausgesetzt sind.<br />

Hinzu kommt eine hohe Resistenz gegen Algen<strong>und</strong><br />

Pilzbefall sowie Insekten oder Schädlinge.<br />

Bild: James Hardie<br />

Pflegeaufwand <strong>und</strong> Haltbarkeit<br />

Trotz der zunächst höheren Erstinvestitionen können vorgehängte<br />

Hinterlüftete Fassaden aufgr<strong>und</strong> der sehr hohen Lebensdauer<br />

<strong>und</strong> des geringen Pflege- bzw. Instandhaltungsaufwands in ökonomischer<br />

Hinsicht eine sinnvolle Alternative sein. Bei einer VHF mit<br />

einer Bekleidung aus Lärchenbrettern kann beispielsweise von einer<br />

Lebensdauer von 40 Jahren ausgegangen werden. Da eine solche<br />

Fassade als wartungsfrei gilt <strong>und</strong> somit keine Kosten während der<br />

Nutzungszeit entstehen – etwa <strong>für</strong> Reinigung, einen Neuanstrich<br />

oder eine Putzsanierung – können sich die höheren Material- <strong>und</strong><br />

Montagekosten auf lange Sicht durchaus lohnen.<br />

Gestaltungsfreiheit<br />

Die gestalterischen Möglichkeiten der VHF sind nahezu unbegrenzt.<br />

Die Fassadenbekleidung kann aus beinahe jedem erdenklichen Material<br />

bestehen – Holz, Faserzement, Naturstein, Metallblech, um nur<br />

einige Optionen zu nennen.<br />

Nachträgliche Kerndämmung<br />

bei zweischaligem Mauerwerk<br />

Durch eine Kerndämmung – auch Hohlraum- oder Einblasdämmung<br />

genannt – lassen sich mit sehr geringem Kostenaufwand<br />

Wände, Dächer, Decken oder Fußböden effektiv<br />

dämmen. Vorausgesetzt in den Gebäudeteilen befinden<br />

sich Hohlräume, die mit Dämmmaterial verfüllt werden können.<br />

Insbesondere <strong>für</strong> ein zweischaliges Mauerwerk bietet<br />

sich diese Dämmmethode an, da sich der bauliche Aufwand<br />

<strong>und</strong> damit die Kosten <strong>und</strong> Unannehmlichkeiten in Grenzen<br />

halten. Es müssen lediglich Löcher gebohrt werden, durch<br />

die das Dämmmaterial nachträglich in die Hohlräume eingebracht<br />

wird. Die Kerndämmung eines kompletten Einfamilienhauses<br />

kann oft innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen<br />

realisiert werden, wobei die Fassade oder der Innenausbau<br />

nicht verändert werden. Für eine Einblasdämmung kommen<br />

unterschiedlichste Dämmstoffe in Frage. Die Auswahl<br />

reicht von Steinwollflocken über Polystyrolgranulate bis hin<br />

zu organischen Materialien wie Kork- oder Zelluloseflocken.<br />

Welcher Dämmstoff im Einzelfall geeignet ist, hängt von<br />

verschiedenen Kriterien ab – unter anderem von der Größe<br />

des zu verfüllenden Hohlraumes.<br />

Bilder: Knauf Insulation<br />

17


Innendämmung<br />

von Außenwänden<br />

Ein Gebäude von innen zu dämmen, ist gr<strong>und</strong>sätzlich immer die schlechtere Option, wenn es darum geht, dessen Energieeffizienz zu<br />

verbessern. Es gibt jedoch Ausnahmen. Wenn Stuck, Fachwerk, oder einfach nur die ausgewogenen Proportionen von Altbauten erhalten<br />

werden sollen, oder die Außenseite eines Gebäudes schlicht <strong>und</strong> einfach nicht zu gänglich ist, kann die Innendämmung eine gute Option<br />

<strong>für</strong> eine nachträgliche Wärmedämmung sein.<br />

Bild: Knauf Performance Materials<br />

Feuchte absperren oder regulieren<br />

Außenwände werden bei den meisten Gebäuden auf<br />

der kalten Seite gedämmt. Ist dies nicht möglich, kann<br />

alternativ auch eine Innendämmung verbaut werden.<br />

Die Dämmung sorgt zwar raumseitig <strong>für</strong> wärmere<br />

Oberflächen, bremst jedoch auch den Wärmetransport<br />

zur tragenden Wand. Diese wird somit kälter, was<br />

die Kondensation von Luftfeuchtigkeit an der Wandinnenseite<br />

<strong>und</strong> damit die Schimmelbildung begünstigt.<br />

Die gr<strong>und</strong>sätzliche Frage, die sich bei der Innendämmung<br />

stellt, lautet daher: Muss die Dämmung mit oder<br />

ohne Dampfbremse bzw. -sperre ausgeführt werden?<br />

Bei der Dampfbremse handelt es sich um eine Kunststofffolie,<br />

welche die Dämmschicht <strong>und</strong> die dahinterliegende<br />

Außenwand gegen Feuchtigkeit aus dem<br />

Raum abdichtet. Bei kapillaraktiven Dämmmaterialien<br />

ist eine Dampfbremse nicht notwendig. Kalziumsilikatplatten<br />

beispielsweise nehmen die Feuchtigkeit aus<br />

der Raumluft auf <strong>und</strong> geben sie wieder ab – zudem<br />

sind sie schimmelhemmend. Auch bei Hartschaumplatten<br />

aus Polyurethan ist keine zusätzliche Folie nötig,<br />

da sie selbst als Dampfsperre wirken.<br />

Wohnraumverlust<br />

Durch die Dämmung von innen geht zwangsläufig<br />

wertvoller Wohnraum verloren. Wie viel Wohnfläche<br />

verloren geht ist natürlich abhängig von der Dämmstärke<br />

des verwendeten Materials. Dabei gilt: je höher<br />

die Dämmleistung des gewählten Materials, desto<br />

geringere Dämmstärken sind möglich. Gleichzeitig<br />

steigen aber auch die Kosten pro Quadratmeter. Zwischen<br />

Kostenersparnis <strong>und</strong> Wohnraumverlust muss<br />

also genau abgewogen werden.<br />

Bild: Sievert<br />

Eine kapillaraktive, feuchteregulierende Innendämmung muss nicht immer aus Platten bestehen. Mineralische<br />

Leichtputze mit hochwärmedämmenden Eigenschaften eignen sich besonders gut <strong>für</strong> die <strong>Sanierung</strong> von Altbauwänden,<br />

denn die Putzschicht dient gleichzeitig zur Egalisierung <strong>und</strong> zur Dämmung. In einem Arbeitsgang<br />

können bis zu 3 cm Putz aufgetragen werden. Bei mehrschichtigem Aufbau lassen sich Gesamtschichtdicken<br />

von bis zu 12 cm <strong>und</strong> sehr gute Dämmwerte realisieren.<br />

18


Fehler vermeiden!<br />

Wärmebrücken<br />

Im Altbau sind Decken <strong>und</strong> Innenwände meist ohne thermische Trennung an<br />

die Außenwände angeb<strong>und</strong>en. Ist es draußen kalt, kühlen nicht nur die Hauswände<br />

außen <strong>und</strong> innen aus, sondern auch die Übergänge zu Innenwand<br />

oder Decke. Wird dann eine Innenwanddämmung angebracht, sammelt sich<br />

Feuchtigkeit vor allem an den Schnittpunkten von Dämmung <strong>und</strong> durchbrechender<br />

Wand. Schimmelwachstum ist vorprogrammiert. Ein Problem, das<br />

auch Fensterlaibungen betrifft. Präventiv sollten Sanierer die Dämmung immer<br />

über Eck ausführen <strong>und</strong> Teile der Innenwände <strong>und</strong> Decken mitdämmen<br />

(Flankenschutz). Da<strong>für</strong> werden spezielle Dämmkeile angebracht.<br />

Bild: Knauf Gips<br />

Hohlräume hinter der Dämmung<br />

Liegt der gewählte Dämmstoff nicht vollständig auf, entstehen Hohlräume, in<br />

denen Feuchtigkeit kondensieren <strong>und</strong> Schimmel gedeihen kann. Aus diesem<br />

Gr<strong>und</strong> ist es besonders wichtig, nur auf intakten, sauberen Untergründen zu<br />

dämmen <strong>und</strong> Unebenheiten gegebenenfalls vorher mit Füllmörtel auszugleichen.<br />

Herstelleranweisungen zur Verarbeitung der Dämmung sollten genau<br />

eingehalten werden. Zudem ist es wichtig, ausschließlich die zum System gehörenden<br />

Materialien, Kleber <strong>und</strong> Dübel zu verwenden.<br />

Vorsatzschale<br />

Können Dämmstoffe nicht direkt an der Wand angebracht werden, schaffen Holzlatten<br />

oder Metallprofile die Unterkonstruktion <strong>für</strong> eine Vorsatzschale, deren Zwischenräume<br />

mit Dämmmatten gefüllt werden. Werden als Dämmung Glas- oder Steinwolle gewählt,<br />

muss eine Dichtheitsschicht, die sogenannte Dampfsperre, auf die Dämmschicht aufgebracht<br />

werden, da diese Dämmstoffe anfallende Feuchtigkeit nicht regulieren können.<br />

Die Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit hinter die Dämmung gelangt <strong>und</strong><br />

Schimmel entsteht. Die Beplankung (z. B. aus Gipskartonplatten) wird auf die Unterkonstruktion<br />

geschraubt. Im Anschluss folgt die weitere Verarbeitung der Wandfläche<br />

mit Spachtelmasse oder Putz.<br />

Direkte Dämmung<br />

Bei der direkten Dämmung der Wand ist keine Unterkonstruktion nötig. Kapillaraktive<br />

Dämmplatten (z. B. Kalziumsilikatplatten) werden direkt auf das Mauer werk geklebt <strong>und</strong>/<br />

oder mithilfe von Schlagdübeln gedübelt. Auf eine Dampfbremse kann verzichtet werden,<br />

da die Platten die Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen <strong>und</strong> wieder abgeben. Zur<br />

Auswahl stehen mineralische Dämmstoffe oder Holzfaserplatten. Letztere haben den<br />

großen Vorteil, dass die Oberfläche direkt <strong>und</strong> ohne weitere Vorbehandlung verputzt<br />

werden kann.<br />

Schimmelsanierung mit mineralischer Innendämmung<br />

Schimmel hat vielfältige Ursachen: Erhöhte Feuchteproduktion etwa durch trocknende<br />

Wäsche, unangemessenes Heiz- <strong>und</strong> Lüftungsverhalten, aber auch Bausubstanzprobleme<br />

wie schlechte Dämmung <strong>und</strong> geringe Wärmespeicherung sowie<br />

zu dichte Räume mit geringem Luftaustausch. Vor dem Hintergr<strong>und</strong>, dass ein<br />

Drei-Personen-Haushalt pro Tag eine Feuchtemenge von 6-12 Litern produziert,<br />

erklärt sich eine vermehrte Schimmelproblematik.<br />

Dämmplatten aus Kalziumsilikat oder Perlite bieten dank ihrer Kapillaraktivität<br />

<strong>und</strong> des hohen pH-Werts einen hocheffizienten Schimmelpilzschutz. Im Vergleich<br />

bieten Perlite Platten einen höheren Wärmeschutz. Da<strong>für</strong> können Kalziumsilikatplatten<br />

noch deutlich größere Mengen an Wasser aufnehmen. Da die Platten<br />

relativ teuer sind, werden sie bei der Innendämmung meist nur punktuell an besonders<br />

feuchten Stellen eingesetzt (z. B. in stark belasteten Kellerräumen).<br />

Vor dem Aufbringen der Platten wird der von Schimmel befallene Bereich abgeschottet<br />

<strong>und</strong> der Schimmelpilz fachgerecht entfernt. Dann werden die Platten vollflächig<br />

verklebt. Anschließend werden die Platten gr<strong>und</strong>iert <strong>und</strong> verputzt. Zuletzt<br />

wird eine diffusionsoffene Farbe aufgetragen. So wird natürlicher Schimmelpilzschutz<br />

mit effektiver Feuchteregulierung <strong>und</strong> guter Wärmedämmung kombiniert.<br />

Dämmstoffe <strong>für</strong> die Innenwanddämmung<br />

Bild: Saint-Gobain Isover Bild: Sonae Arauco/Agepan System Bild: Knauf Performance Materials Bild: Baumit<br />

Mineralwolle<br />

Holzfaserplatten<br />

Perlite<br />

Calciumsilikat-Platte<br />

• Aus Stein, Glas etc.<br />

• Kann nur mit Dampfsperre<br />

verbaut werden<br />

• Brandschutzklasse A1<br />

• Aus dem natürlichen<br />

Rohstoff Holz<br />

• Feuchteregulierend<br />

• Als Putzträger geeignet<br />

• Brandschutzklasse B2<br />

• Aus Silikatgestein<br />

vulkanischen Ursprungs<br />

• Feuchteregulierend <strong>und</strong><br />

schimmelresistent<br />

• Brandschutzklasse A1<br />

• Aus Kalk, Sand, Zement<br />

<strong>und</strong> Wasser<br />

• Feuchteregulierend <strong>und</strong><br />

schimmelresistent<br />

• Brandschutzklasse A1<br />

19


Schluss mit<br />

kalten Böden<br />

Ein Ärgernis, das vor allem in älteren Häusern häufig auftritt: mangelnder Komfort <strong>und</strong> fehlende Behaglichkeit aufgr<strong>und</strong> fußkalter Räume.<br />

Die Ursache ist meist eine fehlende oder unzureichende Fußbodendämmung. Hier ist Nachrüsten angesagt. Denn ein besser gedämmter Boden<br />

fördert nicht nur das Wohnklima, sondern spart auch Heizenergie. Muss der alte Boden ohnehin raus <strong>und</strong> ein kompletter Neuaufbau erfolgen,<br />

kann der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung diese positiven Auswirkungen noch zusätzlich verstärken.<br />

Kellerdeckendämmung<br />

Unbeheizter Keller <strong>und</strong> Kälte, die bis in das Erdgeschoss<br />

zieht – viele Hausbesitzer kennen das Problem.<br />

Die Dämmung der Kellerdecke bringt eine sofortige<br />

Einsparung der Heizkosten von bis zu 15 % <strong>und</strong><br />

ist sehr einfach in Eigenleistung umsetzbar. Die Kosten<br />

sind dabei relativ überschaubar: Einfache Dämmplatten<br />

sind – abhängig vom verwendeten Material<br />

<strong>und</strong> der benötigten Dämmstärke – schon ab unter 20<br />

Euro/m 2 erhältlich. Sie können aus verschiedensten<br />

Systemen wählen – mit unterschiedlichen Dämmmaterialien,<br />

abgestimmt auf den jeweiligen Bedarf.<br />

Eignet sich die Kellerdecke zum Beispiel nicht <strong>für</strong><br />

eine Verklebung, gibt es auch Dämmplatten, die verdübelt<br />

oder verschraubt werden. Gr<strong>und</strong>sätzlich muss<br />

nur geklärt werden, ob die Kellerräume intensiv genutzt<br />

werden – zum Beispiel als Büro – <strong>und</strong> die Dämmung<br />

daher auch optisch höheren Ansprüchen genügen<br />

muss. In diesem Fall kann man die gedämmte<br />

Kellerdecke streichen, mit Gipsbauplatten verkleiden<br />

oder verwendet gleich Dämmplatten mit Farbbeschichtung<br />

oder aufkaschierter Bekleidung.<br />

Bild: Saint-Gobain Weber<br />

Neue Dämmung auf altem Boden<br />

Bei einer nur teilweisen Unterkellerung oder einem<br />

sehr niedrigen Untergeschoss ist es jedoch manchmal<br />

nicht möglich oder zumindest nicht praktikabel,<br />

die Decke zu dämmen. Dann ist es oft besser, auf die<br />

andere Seite zu wechseln <strong>und</strong> stattdessen den Boden<br />

zu dämmen. Dann wird die Dämmung entweder auf<br />

dem bestehenden Bodenbelag aufgebaut oder der<br />

alte Boden durch einen neuen mit Dämmung ersetzt.<br />

Alte Dielen- oder Fliesenböden können in vielen Fällen<br />

einfach so wie sie sind unter dem neuen Aufbau<br />

verschwinden. Der Knackpunkt ist hierbei natürlich<br />

immer die Aufbauhöhe. Platten aus modernen Hochleistungs-Dämmstoffen<br />

haben auch bei geringer Materialstärke<br />

eine sehr gute Dämmwirkung <strong>und</strong> eignen<br />

sich daher besonders, wenn die Gegebenheiten nur<br />

eine dünne Dämmschicht zulassen.<br />

Bilder: Knauf Insulation<br />

20


Fußbodenheizung<br />

Wenn Sie im Zuge einer Renovierung nachträglich<br />

eine Fußbodenheizung installieren möchten, haben<br />

Sie die Wahl zwischen einer Vielzahl verschiedener<br />

Systeme. Die bei der <strong>Sanierung</strong> häufig auftretenden<br />

Einschränkungen – begrenzte Tragfähigkeit der Decke,<br />

limitierte Höhe des Bodenaufbaus etc. – stellen<br />

eine Herausforderung dar, sind heutzutage aber problemlos<br />

zu meistern. Welches System das richtige ist,<br />

hängt auch davon ab, zu welchem Zweck die Fußbodenheizung<br />

installiert wird. Soll die bisherige Heizung<br />

(in der Regel ein Heizkörper) ersetzt werden, muss ein<br />

wasserführendes System installiert werden. Dient die<br />

Fußbodenheizung nur der Steigerung des Komforts<br />

wie zum Beispiel <strong>für</strong> die Barfußzone im Bad, können<br />

elektrische Heizmatten die bessere Wahl sein. Gr<strong>und</strong>sätzlich<br />

unterscheidet man drei Typen von Fußbodenheizungen:<br />

Bild: Schlüter<br />

Nasssysteme<br />

Wenn der alte Fußbodenaufbau durch einen neuen zu<br />

ersetzen ist <strong>und</strong> genügend Spielraum <strong>für</strong> eine größere<br />

Aufbauhöhe besteht, eignen sich Nasssysteme. Dabei<br />

werden Heizleitungen auf speziellen Dämmplatten verlegt<br />

<strong>und</strong> anschließend mit Estrich überzogen. Die Estrichschicht<br />

verteilt die Lasten aus dem Raum <strong>und</strong> hilft<br />

als Speicher, kurze Heizpausen zu überbrücken. Die<br />

Rohrsysteme werden dabei entweder auf der Dämmschicht<br />

festgetackert oder in spezielle Noppenplatten<br />

eingeklemmt. Muss der Bodenaufbau besonders niedrig<br />

sein, kommen sogenannte Dünnschichtsysteme<br />

zum Einsatz. Sie können auf vorhandene Rohfußböden,<br />

Estriche <strong>und</strong> Fliesenbeläge gebaut werden <strong>und</strong><br />

erreichen Aufbauhöhen von weniger als 3 Zentimetern.<br />

Dazu wird eine Folien-Noppenplatte auf den bestehenden<br />

Untergr<strong>und</strong> geklebt, mit den Heizrohren bestückt<br />

<strong>und</strong> abschließen mit einem Fließestrich überdeckt.<br />

Trockensysteme<br />

Auch Trockenbau-Fußbodenheizungen können mit<br />

sehr geringeren Aufbauhöhen umgesetzt werden. Da<br />

sie im Vergleich zum Nasssystem schneller <strong>und</strong> ohne<br />

Feuchtigkeitseintrag eingebaut werden können, bieten<br />

sie sich <strong>für</strong> die Nachrüstung besonders an. Die unterste<br />

Schicht des Aufbaus bilden spezielle Dämmplatten,<br />

mit ausgesparten Kanälen zum Aufnehmen der Rohre.<br />

Für eine bessere Wärmeverteilung sind die Platten<br />

entweder mit Aluminium beschichtet, oder es werden<br />

spezielle Wärmeleitbleche eingesetzt. Sind die Rohrleitungen<br />

eingelegt, folgt zum Abschluss ein Trockenestrich<br />

als lastverteilende Schicht. Da die Heizrohre<br />

anders als bei einer Flächenheizung im Nasssystem<br />

sehr dicht unter der Oberfläche liegen, lassen sich<br />

Trockensysteme schneller auf die gewünschte Temperatur<br />

bringen. Nachteilig ist hingegen das geringere<br />

Wärmespeichervermögen.<br />

Elektrische Systeme<br />

Bei elektrischen Fußbodenheizungen werden elektrisch<br />

betriebene Heizschlangen im Boden unterhalb<br />

des Bodenbelags eingelassen. Elektrische Heizsysteme<br />

sind in den Betriebskosten teurer als Warmwasser-<br />

Fußbodenheizungen. Möchten Sie nur ein einzelnes<br />

Zimmer oder einen Teilbereich mit einer Fußbodenheizung<br />

ausstatten, reduziert sich der Aufwand <strong>für</strong> die<br />

Installation. Sie benötigen lediglich einen Stromanschluss.<br />

Der Aufbau solcher Systeme ist sehr niedrig<br />

(die Heizmatten sind oft nur wenige Millimeter hoch),<br />

wodurch sie sich besonders gut <strong>für</strong> die Renovierung<br />

bzw. zur Nachrüstung eignen. Ein weiterer Vorteil:<br />

elektrische Systeme reagieren besonders schnell. Die<br />

gewünschte Gradzahl wird innerhalb kürzester Zeit<br />

erreicht.<br />

Bilder: BLANKE<br />

21


Alte Bodenbeläge erneuern<br />

Für einen langlebigen <strong>und</strong> mängelfreien Fußboden ist nicht nur die Wahl des Oberbelages entscheidend.<br />

Auch der Unterbau spielt eine wichtige Rolle. Ist der alte Untergr<strong>und</strong> noch gut in Schuss, kann der Belag<br />

oft relativ einfach ausgetauscht oder sogar direkt mit einem neuen Belag überdeckt werden. Liegen<br />

jedoch Mängel im Unterboden vor, wirkt sich das auch negativ auf den Bodenbelag aus. Kleinere Risse<br />

<strong>und</strong> Unebenheiten können mit wenig Aufwand ausgeglichen werden – sofern die Substanz gut <strong>und</strong> der<br />

Boden ausreichend gedämmt ist. Setzungen oder mangelnde Druckfestigkeit sind ein größeres Problem,<br />

da sie die Funktionsfähigkeit <strong>und</strong> Haltbarkeit des Bodens reduzieren.<br />

Bild: James Hardie<br />

Neuer Bodenaufbau<br />

Oftmals sind Fußböden in Altbauten im Laufe der Jahre<br />

uneben geworden oder sogar in Schieflage geraten,<br />

sodass im Zuge einer <strong>Sanierung</strong> <strong>und</strong> nicht zuletzt wegen<br />

gestiegener Anforderungen an den Schallschutz<br />

über einen neuen Bodenaufbau nachgedacht werden<br />

muss. Welche Möglichkeiten es gibt, den Unterboden<br />

neu aufzubauen hängt in erster Linie davon ab, ob<br />

eine Holzbalkendecke oder eine Betondecke vorliegt.<br />

Bei Holzbalkendecken, die aus statischen Gründen oft<br />

keine hohe Mehrbelastung verkraften können, kommen<br />

meist Trockenestriche zum Einsatz. Zusätzlicher<br />

Vorteil neben dem geringen Gewicht: Es wird keine<br />

Feuchte in das Bauwerk eingebracht, wodurch Trocknungszeiten<br />

entfallen. Nachteilig ist, dass die Platten<br />

in Räumen mit Wasseranfall eine gesonderte Feuchtigkeitsschutzschicht<br />

benötigen. Bei Massivdecken hat<br />

man gr<strong>und</strong>sätzlich die freie Wahl zwischen Trocken<strong>und</strong><br />

Nassestrich. Vorteil des Nassestrichs sind sein relativ<br />

geringer Verlegeaufwand <strong>und</strong> eine bessere Trittschalldämmung<br />

bei schwimmender Verlegung.<br />

Schüttdämmstoff<br />

Bei der Herstellung eines Trocken- oder Fertigteilestrichs<br />

im Altbau kommen als unterste Schicht häufig<br />

Schüttdämmstoffe zum Einsatz, auch Ausgleichsschüttung<br />

genannt. Sie bringen schräge bzw. unebene Böden<br />

schnell in die Waage oder lassen auf dem Boden<br />

verlaufende Rohre ganz einfach verschwinden. Auch<br />

die Zwischenräume einer Holzbalkendecke können<br />

damit verfüllt werden. Dämmschüttungen bestehen<br />

entweder aus Styroporbeton-Kügelchen oder aus einer<br />

veredelten Form des leichten Perlits. Letzterer Baustoff<br />

ist vulkanischen Ursprungs <strong>und</strong> ganz natürlich,<br />

mineralisch, chemisch neutral <strong>und</strong> baubiologisch absolut<br />

einwandfrei. Im eingebauten Zustand verkleben<br />

<strong>und</strong> verkrallen sich die Granulate, sodass eine Schicht<br />

entsteht, die die Anforderungen an eine Ausgleichsschicht<br />

in „geb<strong>und</strong>ener Form“ nach DIN 18560-2<br />

erfüllt. Die Wahl des richtigen Dämmstoffs <strong>und</strong> die korrekte<br />

Ausführung sind auf jeden Fall entscheidend (ggf.<br />

ist eine Dampfsperre nötig). Lassen Sie sich deshalb in<br />

jedem Fall von einem Fachmann beraten.<br />

Trockenestrich<br />

Ist ein ebener <strong>und</strong> tragfähiger Boden vorhanden – zum<br />

Beispiel durch eine Schicht Ausgleichsschüttung –<br />

kann der Trockenestrich verlegt werden. Die Elemente<br />

bestehen zum Beispiel aus miteinander verklebten Zement-,<br />

Gipsfaser- oder Holzfaserplatten. Sie werden im<br />

Verband verlegt <strong>und</strong> im Fugenstoß verklebt <strong>und</strong>/oder<br />

verschraubt.<br />

Unebenheiten ausgleichen<br />

Soll ein neuer Belag direkt auf eine Massivdecke bzw.<br />

einen alten Estrichboden verlegt werden, müssen oft<br />

erst Schadstellen oder Unebenheiten ausgeglichen<br />

werden. Um sicherzustellen, dass Spachtelmassen<br />

oder Klebstoffe gut auf dem Boden halten, sollte vor<br />

dem Bodenausgleich eine Gr<strong>und</strong>ierung oder Haftbrücke<br />

verwendet werden. Gerade, tragfähige, aber leicht<br />

beschädigte Untergründe können mit Bodenspachteln<br />

aus Zement, Gips oder Kunstharz ausgeglichen werden.<br />

Liegen größere Schäden oder Unebenheiten vor,<br />

bieten sich fließfähige, selbstnivellierende Spachtelmassen<br />

an.<br />

Selbstnivellierende Fließspachtel können<br />

manuell oder maschinell auf unterschiedliche<br />

Untergründe aufgebracht<br />

werden <strong>und</strong> schaffen sehr schnell einen<br />

absolut ebenen, tragfähigen Untergr<strong>und</strong><br />

<strong>für</strong> alle gängigen Bodenbeläge.<br />

Trockenestrichelemente<br />

mit aufkaschierter Dämmung<br />

aus Holzfaser, Polystyrol oder<br />

Mineralwolle sparen einen Arbeitsschritt,<br />

da hier die Dämm- <strong>und</strong> Deckschicht bereits<br />

in einem Teil kombiniert sind.<br />

Bild: James Hardie<br />

Bild: Saint-Gobain Weber<br />

22


Holzbalkendecken haben<br />

aufgr<strong>und</strong> fehlender Masse der<br />

Rohdecke oft einen zu geringen<br />

Schallschutz. Neben klassischen<br />

Dämmschüttungen gibt es auch<br />

spezielle Waben-Dämmsysteme<br />

die bei der <strong>Sanierung</strong> von Holzbalkendecken<br />

eingesetzt werden,<br />

um den Trittschall zu reduzieren.<br />

Sieht aus wie Fliesen- oder<br />

Natursteinbelag, ist aber Vinyl.<br />

Oberflächenstruktur <strong>und</strong> Farbgebung<br />

der Dekore kommen<br />

den Vorbildern aus der Natur<br />

mittlerweile extrem nahe.<br />

Bild: James Hardie<br />

Bild: Schlüter<br />

Bild: Moderna<br />

Trittschalldämmung<br />

Die Erschütterungen, die beim Gehen entstehen, übertragen<br />

sich in Form von Trittschall auf bzw. durch den Boden. Daher<br />

sollte auf eine ausreichende Trittschalldämmung geachtet<br />

werden. Bei schwimmend verlegten Böden wie Fertigparkett,<br />

Laminat <strong>und</strong> Vinyl ist eine Trittschalldämmung direkt unter dem<br />

Belag unverzichtbar, da diese Bodenbeläge in nicht verklebtem<br />

Zustand bei jedem Schritt ganz leicht mitfedern. Sie wirken<br />

wie Resonanzkörper <strong>und</strong> verstärken den Trittschall durch<br />

die Übertragung auf den darunterliegenden Estrich. Eine Trittschalldämmung<br />

kann auch unter dem Estrich verlegt werden.<br />

Hierbei ist vor allem wichtig, dass der Estrich „schwimmt“. <strong>Das</strong><br />

bedeutet, dass er an keiner Stelle direkt mit Wand oder Boden<br />

in Berührung kommen darf, weshalb an den seitlichen Rändern<br />

Randdämmstreifen zum Einsatz kommen. Die Dämmung federt<br />

Bewegungen des Estrichs ab <strong>und</strong> reduziert die Schallentwicklung.<br />

Für eine optimale Trittschalldämmung können beide<br />

Varianten kombiniert werden.<br />

Welcher Belag ist der richtige?<br />

Vom Parkett über Laminat <strong>und</strong> Vinyl bis hin zum Dauerbrenner<br />

Fliese, die Material- <strong>und</strong> Designvielfalt bei Bodenbelägen<br />

nimmt immer weiter zu. Klassische Naturmaterialien wie Holz<br />

oder Kork schaffen eine einmalige Wohnatmosphäre, sind jedoch<br />

pflegeintensiv. Moderne Vinylböden sind extrem robust<br />

<strong>und</strong> wasserbeständig <strong>und</strong> bieten einmaligen Gehkomfort,<br />

da sie fußwarm <strong>und</strong> elastisch sind. Die Fliese besticht nach<br />

wie vor mit der größten Robustheit <strong>und</strong> geringem Pflegeaufwand.<br />

Keramische Beläge sind außerdem antistatisch sowie<br />

emissionsneutral <strong>und</strong> bieten keinen Nährboden <strong>für</strong> Milben<br />

<strong>und</strong> Krankheitserreger. Ein weiterer Evergreen unter den Bodenbelägen<br />

erlebt gerade ein Revival: Linoleum wurde viele<br />

Jahre als altbacken <strong>und</strong> überholt angesehen, jedoch völlig zu<br />

unrecht, da Linoleum zu den gesündesten <strong>und</strong> natürlichsten<br />

Bodenbelägen überhaupt zählt. Als reines Naturprodukt – die<br />

Bestandteile sind Holzmehl, Jute, Leinöl, Pigmente, Naturharze<br />

<strong>und</strong> Kalkstein – ist Linoleum dennoch extrem strapazierfähig<br />

<strong>und</strong> bei entsprechender Oberflächenvergütung auch sehr<br />

leicht zu pflegen. Die Möglichkeiten sind also schier endlos.<br />

Welchen Belag Sie präferieren hängt letztlich, neben den erforderlichen<br />

Gebrauchseigenschaften <strong>und</strong> dem Budget, in erster<br />

Linie von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Was Ihnen<br />

am besten gefällt, wissen Sie selbst. Bei allen anderen Fragen<br />

zu Vorzügen <strong>und</strong> Nachteilen der verschiedenen Belagsarten<br />

helfen wir Ihnen gerne weiter.<br />

Entkopplung von Fliesenbelägen<br />

Wenn Fliesen oder Natursteinbeläge auf Untergründen verlegt<br />

werden, die Spannungen aufweisen, sich verschieben oder<br />

schwingen können, sollten Oberbelag <strong>und</strong> Untergr<strong>und</strong> entkoppelt<br />

werden. <strong>Das</strong> bedeutet, dass die Fliesen nicht direkt mit<br />

dem Untergr<strong>und</strong> verklebt werden. Stattdessen wird ein Entkopplungselement<br />

als Trennschicht eingesetzt – meist in Form<br />

von Entkoppelungsmatten aus Kunststoff oder Hartschaum.<br />

Diese Matten fangen Bewegungen aus dem Untergr<strong>und</strong> auf<br />

<strong>und</strong> verhindern, dass dadurch Schäden im Belag entstehen.<br />

Bodenbeläge verkleben<br />

<strong>Das</strong> Verkleben von Bodenbelägen muss nicht zwangsläufig<br />

sein, jedoch empfiehlt es sich besonders bei Holzböden, um<br />

einen besseren Trittschallschutz zu erzielen. Durch das Verkleben<br />

liegt der Belag völlig hohlraumfrei auf dem Untergr<strong>und</strong><br />

<strong>und</strong> kann weder schwingen noch rutschen. Im Gegensatz zur<br />

schwimmenden Verlegung trägt das Fehlen der Hohlräume<br />

dazu bei, dass der Belag trittfester <strong>und</strong> belastbarer ist. Bei<br />

Teppichböden gilt: In kleinen Räumen (bis ca. 25 m 2 ) kann<br />

Teppich lose verlegt <strong>und</strong> nur an den Rändern fixiert werden.<br />

Bei größeren Flächen ist eine Verklebung notwendig – gerade<br />

dann, wenn eine Fußbodenheizung verbaut wurde. Denn<br />

vollflächig verklebte Böden leiten die Wärme von Fußbodenheizungen<br />

gut <strong>und</strong> schnell aus dem Unterboden an die Oberfläche<br />

weiter, da sich keine isolierende Luftschicht bildet, die<br />

den Wärmedurchgang behindert.<br />

23


Räume<br />

umgestalten<br />

mit Trockenbau<br />

<strong>Das</strong> richtige Finish<br />

Ist die Trockenbauwand fertig, hat man verschiedene<br />

Endbeschichtungsmöglichkeiten. Entscheidend<br />

ist, welche Qualität man wünscht <strong>und</strong> wie<br />

glatt die Oberfläche der Wand werden soll. Am<br />

einfachsten ist es, nur die Fugen zu spachteln<br />

<strong>und</strong> abzuschleifen, <strong>und</strong> anschließend direkt zu<br />

tapezieren. Eine lediglich an den Fugen gespachtelte<br />

Fläche zu streichen ist jedoch nicht ideal, da<br />

man dann – gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen<br />

wie schrägem Lichteinfall oder Streiflicht<br />

– Unebenheiten, bzw. Farbabstufungen erkennt.<br />

Für eine optimale, absolut glatte Wand wird die<br />

komplette Fläche verspachtelt, abgezogen <strong>und</strong><br />

geschliffen – solange, bis wirklich alle Unebenheiten<br />

beseitigt sind. Zur Einstufung des Glättegrades<br />

von Wandflächen hat die Gipsindustrie die<br />

Qualitätsstufen Q1 - Q4 eingeführt.<br />

Trockenbau ist schnell, relativ kostengünstig <strong>und</strong> wahnsinnig flexibel. Ohne lange Wartezeiten kann man neue Wände<br />

ziehen, Raumteiler einbauen oder Decken abhängen. Wärmedämmung <strong>und</strong> Stromleitungen oder sogar ganze Schiebetürsysteme<br />

finden ganz einfach Platz in den Zwischenräumen <strong>und</strong> der Schallschutz von Räumen kann durch richtige Materialwahl<br />

<strong>und</strong> Ausführung entscheidend verbessert werden. Auch die Formgebung ist nicht auf flach <strong>und</strong> eckig beschränkt.<br />

Sogar geschwungene oder halbr<strong>und</strong>e Wände sind mit den entsprechenden Platten möglich.<br />

Bild: Knauf Gips<br />

Ständerwerk<br />

Ständerwerke gibt es aus Metall oder Holz. Die<br />

Entscheidung, welche Variante gewählt wird,<br />

hängt vorrangig von der Werkstoffpräferenz<br />

<strong>und</strong> weniger von den Werkstoffeigenschaften<br />

ab. So gilt Holzständerwerk als ökologisches<br />

Pendant zu Metallprofilen. Die Montage der<br />

Holzlatten erfordert jedoch einen wesentlich<br />

höheren Arbeitsaufwand im Vergleich zum Metallständerwerk.<br />

Noch dazu sind Holzlatten anfälliger<br />

<strong>für</strong> Nässe. Metallprofile hingegen sind<br />

effizient zu verarbeiten <strong>und</strong> <strong>für</strong> verschiedene<br />

Belastungsgrade erhältlich. Vorteilhaft an den<br />

Profilen sind außerdem die vorgestanzten Löcher<br />

<strong>für</strong> Kabel, Schläuche oder Rohre. Neue<br />

Trockenbausysteme bieten reichlich Platz <strong>für</strong><br />

Installationen <strong>und</strong> ermöglichen die versteckte<br />

Unterbringung von Wasser- <strong>und</strong> Stromleitungen.<br />

Diese sollten genau wie Türöffnungen<br />

bereits bei der Planung berücksichtig werden.<br />

Bevor mit der Montage begonnen wird, ist sicherzustellen,<br />

dass der Boden absolut eben<br />

ist. Ist eine Fußbodenheizung vorhanden, dürfen<br />

die Profile nur geklebt <strong>und</strong> keinesfalls verschraubt<br />

werden.<br />

Beplankung<br />

Für das Beplanken von Ständerwänden mit<br />

Gipskartonplatten gibt es nicht sonderlich viele<br />

Regeln zu beachten. Wichtig ist, dass Sie<br />

Kreuzfugen vermeiden <strong>und</strong> Stirnkanten um<br />

40 cm versetzen. Wird nicht nur eine Vorsatzschale<br />

bzw. Installationswand beplankt, sondern<br />

gleich eine ganze Ständerwand, sind die<br />

Stirn- <strong>und</strong> Längskanten der gegenüberliegenden<br />

Seiten zu versetzen.<br />

Einfache Beplankung<br />

Einfach beplankte Trockenbauwände halten in<br />

der Regel leichte Gegenstände wie Bilder <strong>und</strong><br />

kleine bzw. leichte Regale aus. Bei Wänden,<br />

die lediglich zur Trennung des Wohnraums errichtet<br />

werden, ist eine einfache Beplankung<br />

also gut denkbar. Eine einfach beplankte Wand<br />

kann im Durchschnitt 40 kg pro Meter Wandfläche<br />

an Gewicht tragen.<br />

Doppelte Beplankung<br />

Doppelt beplankte Wände vertragen 70 kg<br />

pro Meter an Gewicht. So reicht eine Doppelbeplankung<br />

<strong>für</strong> mittelschwere Lasten aus <strong>und</strong><br />

wird empfohlen, wenn auf der Wand Fliesen<br />

angebracht werden sollen. Auch Schall- <strong>und</strong><br />

Brandschutz lassen sich durch eine doppelte<br />

Beplankung verbessern – vor allem dann, wenn<br />

man da<strong>für</strong> entsprechende Spezialplatten wählt.<br />

Bild: Knauf Gips<br />

24


Plattenmaterialien<br />

Bild: Knauf Gips<br />

Gipskarton<br />

Bild: Knauf Gips<br />

Die mit Karton ummantelten Gipsplatten<br />

sind der Dauerbrenner <strong>und</strong> absolutes<br />

Standardmaterial <strong>für</strong> die Beplankung<br />

von Trockenbaukonstruktionen. Spezialplatten<br />

sind gegen Feuchtigkeit<br />

imprägniert, bieten Schutz vor Feuer,<br />

oder Lärm. Größte Vorteile der Gipskartonplatten:<br />

geringes Gewicht, günstiger<br />

Preis, leichte Verarbeitung. Ein Nachteil<br />

ist die etwas schwierigere Befestigung<br />

schwerer Lasten, da hier<strong>für</strong> meist Spezialdübel<br />

benötigt werden. Abhilfe kann<br />

eine doppelte Beplankung schaffen.<br />

Gipsfaser<br />

Bild: Saint-Gobain Rigips<br />

Diese Platten bestehen aus Gips <strong>und</strong><br />

recycelten Papierfasern. Sie sind nicht<br />

brennbar, extrem fest <strong>und</strong> (form-)stabil<br />

<strong>und</strong> im Vergleich zu Gipskartonplatten<br />

weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit.<br />

Die Befestigung von Schrauben<br />

oder Nägeln ist problemlos möglich. Die<br />

Platten sind also stabiler, jedoch auch<br />

schwerer <strong>und</strong> teurer als Gipskarton. Die<br />

Verarbeitung ähnelt stark der von Gipskartonplatten.<br />

Schiebetürensysteme<br />

Durch die Aufbauweise von Trockenbauwänden ist es problemlos <strong>und</strong> einfach<br />

möglich, eine Schiebetür in die Wand zu integrieren. Schiebetüren sind hervorragend<br />

geeignet, um zwei getrennte Räume ohne Raumverlust miteinander<br />

zu verbinden, da kein Schwenkraum benötigt wird. Die Fläche vor bzw. neben<br />

der Tür ist uneingeschränkt nutzbar. Außerdem sind sie perfekt, um einen großen<br />

Raum in zwei akustisch getrennte Funktionsbereiche aufzuteilen. In Form<br />

einer Schallschutzholztür bieten die Systeme hervorragende Schallschutzqualitäten,<br />

so dass auch ein Hobbyraum oder Kinderzimmer neben einem Schlafzimmer<br />

kein Problem darstellt.<br />

Zementfaser<br />

Bild: Siniat<br />

Hauptbestandteil dieser Platten sind<br />

Leichtzuschläge. Die porenreichen Gesteinskörnungen<br />

werden mithilfe von<br />

Zement als Bindemittel zu einem festen<br />

Plattenmaterial verb<strong>und</strong>en. Besonders<br />

stabile Platten erhalten zusätzlich eine<br />

Armierung aus Glasgittergewebe. Zementfaser<br />

kommt überall dort zum Einsatz,<br />

wo Gips an seine Grenzen stößt.<br />

Die Platten sind feuerfest, wasserbeständig,<br />

diffusionsoffen <strong>und</strong> resistent<br />

gegen Schimmel. <strong>Das</strong> hat aber auch<br />

seinen Preis. Zementfaserplatten sind<br />

deutlich teurer als Gipsfaserplatten.<br />

OSB<br />

Bild: Sonae Arauco/<br />

Agepan System<br />

Diese besonders formstabilen Holzwerkstoffplatten<br />

bestehen aus langen,<br />

verleimten Holzspänen, sind biegesteifer<br />

<strong>und</strong> auch in geringen Stärken<br />

bei Konsollasten belastbarer als etwa<br />

Gipskartonplatten. Sie eignen sich daher<br />

auch <strong>für</strong> tragende Konstruktionen.<br />

Außerdem können Schrauben ohne<br />

Dübel direkt in die Platten geschraubt<br />

werden. <strong>Das</strong> Material ist schadstofffrei<br />

<strong>und</strong> diffusionsoffen <strong>und</strong> kann positiv<br />

zur Regulierung des Raumklimas beitragen.<br />

Einziger Nachteil: Für Feuchträume<br />

sind OSB-Platten nicht geeignet.<br />

Bild: Siniat<br />

Schalldämmung im Trockenbau<br />

Bei der Planung von Trockenbauwänden ist es durchaus lohnend, sich mit dem Thema<br />

Schallschutz auseinanderzusetzen. Im Alltag bringt das ein gutes Stück Lebensqualität,<br />

denn Lärm kann Stress verursachen <strong>und</strong> krank machen. Vorsatzschalen oder abgehängte<br />

Decken können auch einzig <strong>für</strong> den Schallschutz errichtet werden, z. B. um Geräusche<br />

vom Nachbarn zu reduzieren oder Trittschall zu dämpfen. Um Schallwellen zu verringern,<br />

muss man ihren Weg von der Geräuschquelle zum Ohr bestmöglich verbauen. Gr<strong>und</strong>sätzlich<br />

baut man da<strong>für</strong> immer eine Schallbarriere. Dämmmaterial im Hohlraum ist eine<br />

sehr starke zusätzliche Barriere, am besten sind weiche <strong>und</strong> faserige Stoffe. Da der Schall<br />

von den Wandelementen auch an den Boden <strong>und</strong> die Seitenwände weitergegeben werden<br />

kann, müssen diese entkoppelt werden: Es darf keinerlei Kontakt zum Baukörper bestehen.<br />

An den Übergängen zu Wand, Decke <strong>und</strong> Boden müssen Gleitfugen oder flexible<br />

Dichtbänder angebracht werden. Zusätzlich kann man <strong>für</strong> die Beplankung der Wandelemente<br />

spezielle Schallschutzplatten mit höherer Dichte <strong>und</strong> besseren Schalldämmwerten<br />

nutzen – im Idealfall mit Doppelbeplankung.<br />

25


Türen <strong>und</strong> Zargen<br />

austauschen<br />

Gründe <strong>für</strong> neue Innentüren gibt es viele: sei es der Wunsch nach einer neuen Optik oder<br />

die schiere Notwendigkeit aufgr<strong>und</strong> von Abnutzungen oder Beschädigungen. Auch ein<br />

durch Umbaumaßnahmen nötig gewordener Wechsel der Anschlagseite kann Auslöser <strong>für</strong><br />

einen Türentausch sein. Die gute Nachricht: Zarge <strong>und</strong> Türblatt können innerhalb weniger<br />

St<strong>und</strong>en ausgetauscht werden, ohne übermäßig Dreck zu verursachen.<br />

Bild: Westag & Getalit<br />

DIN links oder DIN rechts<br />

Wenn Sie eine neue Tür bestellen,<br />

müssen Sie angeben, ob der Türanschlag<br />

links oder rechts ist. Welche<br />

Variante Sie brauchen ist einfach<br />

festzustellen. Können Sie die Bänder<br />

(umgangssprachlich Scharniere) bei<br />

geschlossener Türe rechts sehen,<br />

spricht man von DIN rechts, sind die<br />

Bänder auf der linken Seite sichtbar,<br />

handelt es sich um eine DIN links.<br />

Türen <strong>und</strong> Zargen renovieren<br />

Die Tür ist alt <strong>und</strong> unansehnlich? Dann haben Sie die Wahl zwischen Tausch <strong>und</strong> Überarbeitung. Letzteres ist nur bei<br />

Massivholz- oder lackierten Türen sinnvoll <strong>und</strong> erfordert einiges an handwerklichem Geschick <strong>und</strong> Geduld. Ist beides<br />

vorhanden, kann sich der Aufwand aber wirklich lohnen. Zuerst sollten alle Metallteile <strong>und</strong> Befestigungen von Türblatt,<br />

-rahmen <strong>und</strong> -zarge entfernt werden. Liegt der Schließmechanismus offen, sollte er zum Schutz vor Schleifstaub abgeklebt<br />

werden. Dann kann die Oberfläche abgeschliffen bzw. abgebeizt <strong>und</strong> anschließend neu lackiert oder lasiert werden.<br />

Bild: HUGA<br />

Türen austauschen<br />

Wenn die alte Tür nicht mehr zur Einrichtung bzw.<br />

zum eigenen Geschmack passt oder zu stark beschädigt<br />

ist, bleibt nur der Austausch. Dann stellt<br />

sich die Frage, ob die Tür komplett – also inklusive<br />

Zarge – oder nur das Türblatt ausgetauscht werden<br />

soll. <strong>Das</strong> hängt zunächst einmal davon ab,<br />

ob es sich bei der alten Tür um eine genormte<br />

Zimmertür handelt. Nur dann ist es möglich, das<br />

Türblatt einfach gegen ein neues zu tauschen.<br />

So erspart man sich den aufwendigen Ausbau<br />

der alten <strong>und</strong> das anspruchsvolle Setzen der<br />

neuen Zarge. Besonders bei alten Stahlzargen<br />

kann das von Vorteil sein, da sich der Ausbau oft<br />

schwierig gestaltet <strong>und</strong> dabei viel Dreck produziert.<br />

Aber so ein Tausch macht nur Sinn, wenn<br />

die Zarge noch gut erhalten ist <strong>und</strong> das Profil sowie<br />

der Farbton der neuen Tür auch optisch dazu<br />

passt. Soll die Tür mitsamt der Zarge ersetzt werden,<br />

ist es ratsam, nur die Demontage in Eigenregie<br />

zu erledigen <strong>und</strong> <strong>für</strong> den Einbau der neuen<br />

Zarge einen Profi zu beauftragen. Denn wenn<br />

man es selbst macht <strong>und</strong> die Tür dann nicht ordentlich<br />

schließt, ist das mit unnötigem Ärger, Aufwand<br />

<strong>und</strong> Kosten verb<strong>und</strong>en. Außerdem braucht<br />

ein geübter Handwerker nur einen Bruchteil der<br />

Zeit <strong>für</strong> die Montage – mit optimalem Resultat.<br />

Da geht sogar der Edding<br />

wieder ab: hochwertige<br />

Weißlacktüren sind dank<br />

der harten <strong>und</strong> sehr glatten<br />

Oberfläche gut abwaschbar –<br />

auch bei hart näckigen<br />

Verschmutzungen.<br />

Bild: Dextüra<br />

26


Welche Tür ist<br />

die richtige?<br />

Von einer neuen Innentür wird erwartet, dass sie viele Jahre<br />

einwandfrei funktioniert, einiges einstecken kann <strong>und</strong><br />

dabei auch noch gut aussieht – hohe Anforderungen an ein<br />

Bauteil, das naturgemäß hohen Belastungen ausgesetzt<br />

ist. Wie gut eine bestimmte Tür diesen Anforderungen gerecht<br />

wird, hängt in erster Linie von den verwendeten Materialien<br />

<strong>und</strong> der Konstruktionsweise ab.<br />

Kernmaterial<br />

<strong>Das</strong> Innenleben einer Tür – auch als Mittellage bezeichnet<br />

– entscheidet maßgeblich darüber, wie lange die Tür in<br />

Form bleibt <strong>und</strong> den Beanspruchungen des Alltags standhält.<br />

Natürlich hängt aber auch der Preis einer Innentür direkt<br />

davon ab, welcher Kern verbaut wurde. Gr<strong>und</strong>sätzlich<br />

lassen sich folgende Bauweisen unterscheiden:<br />

Bezeichnung Aufbau Preis<br />

Bild: PRÜM<br />

Stabverleimte<br />

Holzinnentür<br />

(Massivholztür)<br />

Mittellage aus verleimten<br />

Massivholzstäben, keine Deckschicht<br />

€€€€<br />

Schichtverleimte<br />

Holzinnentür<br />

(Massivholztür)<br />

Mittellage aus verleimten Massivholzstäben,<br />

Deckschicht aus<br />

Laminat oder Echtholzfurnier<br />

€€€€<br />

Vollspankern<br />

Vollspanplatte beziehungsweise<br />

mitteldichte Faserplatte (MDF)<br />

als Mittellage<br />

€€€<br />

Röhrenspankern<br />

Röhrenspansteg<br />

Mittellage aus einer Vollspanplatte<br />

mit Löchern (Röhrenbohrungen)<br />

Mittellage aus in regelmäßigen<br />

Abständen verlegten Stegen<br />

aus Röhrenspanplatten mit dazwischenliegenden<br />

Hohlräumen<br />

€€€<br />

€€<br />

Bilder: Hörmann<br />

Wabenkern<br />

Kern aus leichtem,<br />

wabenförmigem Karton<br />

€<br />

Vollspankern Röhrenspankern<br />

Röhrenspansteg Wabenkern<br />

Deckschicht<br />

Die Oberfläche einer Tür prägt nicht nur deren Design,<br />

sondern ist auch das vordergründig sichtbare Qualitätsmerkmal.<br />

Im Privatbereich kommen vor allem diese drei<br />

Materialien zum Einsatz:<br />

CPL (Continuous Pressure Laminate)<br />

Mit dieser künstlichen Oberfläche aus Laminat kann<br />

praktisch jedes denkbare Dekor erzeugt werden. Am häufigsten<br />

werden Holzoberflächen nachgeahmt, wobei die<br />

Imitate den Originalvorlagen extrem nahe kommen. Diese<br />

sind besonders kratz-, stoß- <strong>und</strong> abriebfest, pflegeleicht<br />

<strong>und</strong> Lösungsmittelbeständig – kurz, besonders alltagstauglich.<br />

Weißlack<br />

Weißlack-Oberflächen von Holztüren werden mehrfach lackiert<br />

<strong>und</strong> nach jedem Lackiervorgang einer Prüfung unterzogen.<br />

<strong>Das</strong> garantiert höchste Qualität <strong>und</strong> einen gleichmäßigen<br />

Farbauftrag. Die Oberflächen sind langanhaltend<br />

UV-beständig, pflegeleicht <strong>und</strong> sehr gut zu reinigen.<br />

Echtholzfurnier<br />

Diese Deckschicht besticht durch ihre Natürlichkeit. Jedes<br />

Stück ist ein Unikat mit individueller Maserung. Holzfurniere<br />

sind edel <strong>und</strong> wertvoll. Wie robust <strong>und</strong> alltagstauglich<br />

eine solche Tür ist, hängt nicht zuletzt von der verwendeten<br />

Holzart <strong>und</strong> dem Oberflächenfinish ab.<br />

Türblatt, Zarge & Co.<br />

Geradlinigkeit <strong>und</strong> Minimalismus sind anhaltende Trends in der Raumgestaltung – auch bei der Gestaltung<br />

von Innentüren. Zargen umfassen die Türöffnung nicht mehr als breite, klobige Rahmen,<br />

sondern treten immer weiter in den Hintergr<strong>und</strong> – oder verschwinden sogar komplett aus dem Blickfeld.<br />

Je nach Ausführung enstehen so flächenbündige oder wandbündige Designs.<br />

Wand Wand<br />

Zarge<br />

Zarge<br />

Türblatt<br />

gefälztes<br />

Türblatt<br />

Türblatt<br />

stumpfes<br />

Türblatt<br />

Wand<br />

Wand<br />

Zarge<br />

Montage-Riegel<br />

Türblatt<br />

zargenüberdeckendes<br />

Türblatt<br />

Zarge<br />

Türblatt<br />

wandbündige<br />

Zarge<br />

27


Badsanierung<br />

Egal, ob wegen Schäden an Fliesen, Armaturen <strong>und</strong> Keramik, einem<br />

Modernisierungswunsch oder dem Bedürfnis eines altersgerechten Bads:<br />

Irgendwann ist eine Badsanierung fällig. Die aufwendigsten Renovierungsarbeiten<br />

sind immer bei einer kompletten Entkernung fällig. Bei dieser Gelegenheit sollten<br />

alte Rohrleitungen überprüft <strong>und</strong> ggf. ausgetauscht werden. So kann man dem<br />

Worstcase eines Wasserschadens im neuen Bad vorbeugen. Ist die Substanz gut,<br />

Leitungen <strong>und</strong> Fliesen noch intakt, kann man sich bei der Gestaltung des neuen<br />

Bades ganz auf ästhetische <strong>und</strong> funktionale Aspekte konzentrieren.<br />

Planung <strong>und</strong> Vorbereitung<br />

Vor der Renovierung sollten Sie Ihr neues Bad genau planen,<br />

idealerweise zeichnen Sie zunächst einen Gr<strong>und</strong>riss mit Dusche,<br />

Wanne, WC <strong>und</strong> Waschbecken auf. Vergessen Sie nicht,<br />

genügend Freiraum vor den Sanitärobjekten einzuplanen –<br />

schließlich möchte man sich davor frei bewegen können. Falls<br />

Sie bestehende Leitungen oder (Ab-)Wasseranschlüsse verlegen<br />

wollen, sprechen Sie die Machbarkeit mit einem Installateur<br />

oder Elektriker ab. Einfache Arbeiten – wie zum Beispiel<br />

das Herausschlagen der alten Fliesen – können Sie natürlich<br />

selbst erledigen, technisch anspruchsvolle Arbeitsschritte, wie<br />

das Installieren des WCs oder der Dusche, sollten Sie aber auf<br />

alle Fälle dem Profi überlassen. Gerne unterstützen wir Sie bei<br />

der Planung Ihres neuen Bades <strong>und</strong> empfehlen Ihnen bei Bedarf<br />

auch einen Handwerksbetrieb unseres Vertrauens.<br />

Untergr<strong>und</strong> vorbereiten<br />

Fliesen sind der Standardwand- <strong>und</strong> -bodenbelag im Badezimmer.<br />

Der perfekte Untergr<strong>und</strong> eines Fliesenbelages ist eben,<br />

fest, tragfähig, trocken <strong>und</strong> frei von Rissen <strong>und</strong> haftungsmindernden<br />

Stoffen. Putz- oder Spachtelschichten dürfen nicht<br />

hohlliegen. Der Untergr<strong>und</strong> darf nicht mürbe sein, nicht absanden<br />

<strong>und</strong> sollte weder Ausblühungen noch Trennschichten<br />

aufweisen. Generell als Bodenuntergr<strong>und</strong> geeignet sind Beton,<br />

Zementestrich oder bestehende Fliesen.<br />

Ist der Untergr<strong>und</strong> uneben, stark saugend oder absandend, hat<br />

der alte Estrich zu viele Risse oder soll auf junge Betonflächen,<br />

Misch- oder Holzuntergründe gefliest werden, braucht es eine<br />

spezielle Vorbereitung. Bei einer Verlegung auf Estrich oder<br />

Putz kann zum Beispiel der Einsatz einer Gr<strong>und</strong>ierung oder<br />

Haftbrücke sinnvoll sein, um den Haftverb<strong>und</strong> zu verbessern.<br />

Bild: Sakret<br />

28


Bild: Sopro<br />

Bilder: Breuer<br />

Mit selbstklebenden Dichtbändern <strong>und</strong> Formteilen<br />

lässt sich nahezu jede Einbausituation einfach lösen.<br />

Die Formteile sind weich, hochflexibel <strong>und</strong> dünnschichtig, <strong>für</strong><br />

alle gängigen Wannenradien geeignet <strong>und</strong> passen sich ideal an den<br />

Untergr<strong>und</strong> an. Dies ermöglicht eine komfortable Einarbeitung in die Flächenabdichtung<br />

<strong>und</strong> macht eine Abdichtung hinter oder unter der Wanne überflüssig.<br />

Bild: Sopro<br />

Abdichtung<br />

Ohne eine gute dauerhafte Abdichtung kann Feuchtigkeit<br />

in die Flächen eindringen <strong>und</strong> zu Schäden<br />

führen. Der Boden <strong>und</strong> die an Nassbereiche angrenzenden<br />

Wände müssen daher sorgfältig abgedichtet<br />

werden. Da<strong>für</strong> bieten sich streichfähige Abdichtungen<br />

an, welche direkt auf Beton, Putz <strong>und</strong> weitere<br />

Untergründe aufgetragen werden können. Die Abdichtung<br />

sollte in zwei Schichten erfolgen, wobei die<br />

Gesamtmindestschichtdicke von 2 mm an keiner Stelle<br />

unterschritten werden darf. Es gibt verschiedene<br />

Möglichkeiten der Abdichtung, die teilweise miteinander<br />

kombiniert werden.<br />

Flexible Dichtschlämme<br />

Mit flexiblen Dichtschlämmen können Wände <strong>und</strong> Böden<br />

im Innen- <strong>und</strong> Außenbereich abgedichtet werden.<br />

Die faserverstärkten Massen eignen sich <strong>für</strong> Untergründe<br />

wie Beton, Mauerwerk, Porenbeton <strong>und</strong> Putz.<br />

Dichtschlämme werden mit Wasser angerührt <strong>und</strong><br />

können verrollt oder verspachtelt werden.<br />

Dichtbänder <strong>und</strong> Formteile<br />

Kanten zwischen Boden <strong>und</strong> Wand sowie die Übergänge<br />

im Bereich von Duschen <strong>und</strong> Wannen müssen<br />

besonders gut abgedichtet werden, damit keine<br />

Feuchtigkeit in den Schichtaufbau gelangen kann. Die<br />

Kanten werden mit Dichtbändern oder Formteilen versehen.<br />

Die Montage der Komponenten geht mit dem<br />

zweischichtigen Auftrag der vollflächigen Abdichtungsschichten<br />

einher. Passende Formteile sind <strong>für</strong> nahezu<br />

jede denkbare Einbausituation erhältlich, was die Verarbeitung<br />

der Dichtkomponenten entsprechend leicht<br />

<strong>und</strong> unkompliziert macht. Bänder <strong>und</strong> Formteile verfügen<br />

in der Regel über Selbstklebestreifen <strong>und</strong> passen<br />

sich ideal an den Untergr<strong>und</strong> an.<br />

Verb<strong>und</strong>abdichtungen<br />

Verb<strong>und</strong>abdichtungssysteme unter Fliesen <strong>und</strong> Bodenbelägen<br />

werden nicht nur in privaten Bädern <strong>und</strong><br />

Duschen eingesetzt, sondern auch in Großküchen<br />

oder Laboren. <strong>Das</strong> beweist ihre außerordentliche Zuverlässigkeit.<br />

Bei den Verb<strong>und</strong>abdichtungssystemen<br />

handelt es sich um hoch wasserdichte Abdichtungsbahnen<br />

aus Kunststoff, die beidseitig mit einem Vlies<br />

kaschiert sind. Diese wasser<strong>und</strong>urchlässigen Membranen<br />

werden zusammen mit Fliesen <strong>und</strong> Platten<br />

direkt im Dünnbettverfahren verarbeitet.<br />

Selbstverlaufende Abdichtungen<br />

Besonders bei Altbau-Renovierungen sind selbstverlaufende<br />

Abdichtungen eine sehr gute Option zur Herstellung<br />

einer dichten <strong>und</strong> planen Bodenfläche. Flächen<br />

mit bis zu 3 % Gefälle können ohne weiteres abgedichtet<br />

werden. Die dickflüssigen Produkte eignen sich<br />

auch <strong>für</strong> große Flächen <strong>und</strong> können bequem im Stehen<br />

verarbeitet werden. Selbst in die kleinsten Ecken<br />

verwinkelter Altbau-Bäder gelangen sie <strong>und</strong> gleichen<br />

kleine Unebenheiten direkt mit aus. Nach nur wenigen<br />

St<strong>und</strong>en ist die Bodenabdichtung meist begehbar.<br />

Bild: Sopro<br />

Bild: Sakret<br />

29


Trockenbau im Bad<br />

<strong>Das</strong>s beim Badausbau neue Trennwände, Raumteiler oder andere konstruktive Elemente in Trockenbauweise<br />

umgesetzt werden, ist heute Usus. Gerade im Rahmen einer <strong>Sanierung</strong> bietet sich Trockenbau an, da keine<br />

wasserhaltigen Baustoffe verwendet werden, wodurch lange Trocknungszeiten entfallen. Im Vergleich zum<br />

Nassbau kann das Bad also schneller wieder genutzt werden. Der größte Vorteil am Trockenbau ist aber die<br />

Flexibilität. Rohre <strong>und</strong> Kabel verschwinden einfach im Hohlraum der Trockenbauwand. Sanitärgegenstände<br />

wie Wanne, Dusche <strong>und</strong> Waschbecken neu anzuordnen ist so auch problemlos möglich.<br />

Bilder: Knauf Gips<br />

Raumaufteilung <strong>und</strong> Installation<br />

Trockenbau im Feuchtraum ergibt Sinn: Schnell <strong>und</strong><br />

sicher lassen sich so neue Raumaufteilungen oder<br />

abgetrennte Duschkabinen realisieren. Für das Verstecken<br />

von Installationsleitungen <strong>und</strong> Stromkabeln<br />

eignen sich die entstehenden Hohlräume unter der<br />

Beplankung hervorragend. Auch wenn es um die Installation<br />

neuer Sanitärelemente – z. B. WCs – geht, ist<br />

Trockenbau das Mittel der Wahl. Denn in aller Regel<br />

kommt hierbei eine Vorwandinstallation zum Einsatz.<br />

Wasserzuleitungen <strong>und</strong> Abwasserrohre werden dabei<br />

auf der Wand montiert <strong>und</strong> verschwinden dann hinter<br />

einer Trockenbauverkleidung. Für Waschbecken <strong>und</strong><br />

WCs gibt es dabei spezielle Montageelemente – beim<br />

WC inklusive integriertem Spülkasten. Durch die Vorwandinstallation<br />

können neue Leitungen verlegt bzw.<br />

Anschlüsse neu positioniert werden, ohne die Wand<br />

aufstemmen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass<br />

die Installation auch auf dem alten Fliesenbelag erfolgen<br />

kann. So entfällt das staubige Abschlagen <strong>und</strong><br />

Entsorgen der Altfliesen.<br />

Profile <strong>und</strong> Beplankung<br />

Für Wandkonstruktionen im Bad werden ausschließlich<br />

Profile aus Metall verwendet, da Holzprofile<br />

dazu neigen, sich zu verziehen <strong>und</strong> deshalb nicht <strong>für</strong><br />

Feuchträume geeignet sind. Für besonders schwierige<br />

Anforderungen – wie etwa Trennwände im Bereich<br />

der Dusche – empfehlen sich Metallprofile mit speziellem<br />

Korrosionsschutz. Auch die Materialien <strong>für</strong> die<br />

Beplankung müssen erhöhte Anforderungen in puncto<br />

Feuchteresistenz erfüllen – das Hauptkriterium <strong>für</strong><br />

alle Werkstoffe, die beim Badausbau eingesetzt werden.<br />

Als Standardmaterial gelten Gipskartonplatten<br />

mit imprägniertem Kern, welche eine solide Resistenz<br />

gegen Feuchtigkeit bieten. Für eine bessere Stabilität<br />

werden Gipskartonwände im Badezimmer meist doppelt<br />

beplankt. Besonders wichtig ist das <strong>für</strong> die Verlegung<br />

von Fliesen oder die Befestigung von Wandschränken.<br />

Auf zweilagige Beplankungen können<br />

Lasten bis zu 60 kg pro Schraube befestigt werden.<br />

Zementfaserplatten sind zu 100 % wasserbeständig<br />

<strong>und</strong> absolut feuerfest <strong>und</strong> zudem feuchtigkeitsregulierend.<br />

Durch ihre hohe Alkalität sind sie resistent<br />

gegen Schimmelpilzbefall. Die feuchteregulierenden<br />

Eigenschaften kommen natürlich nur zum Tragen,<br />

wenn die Wand nicht verfliest wird.<br />

Hartschaum-Bauplatten können auf fast jedem Untergr<strong>und</strong><br />

angebracht werden <strong>und</strong> eignen sich ideal <strong>für</strong><br />

schlanke Trennwandkonstruktionen. Sie sind wasser<strong>und</strong>urchlässig,<br />

gut wärmedämmend <strong>und</strong> dabei extrem<br />

leicht <strong>und</strong> sehr stabil. Die Platten sind beidseitig mit<br />

Glasfaser armiert <strong>und</strong> mit einem hoch kunstoffvergütetem<br />

Mörtel überzogen wodurch ein enorm starker<br />

Haftuntergr<strong>und</strong> entsteht – der perfekte Untergr<strong>und</strong> <strong>für</strong><br />

die Fliesenverlegung im Dünnbettverfahren.<br />

Verfugung<br />

Zentrales Thema beim Bau mit Trockenbausystemen<br />

ist die absolute Dichtigkeit, um spätere Schäden zu<br />

vermeiden. Sind die Wände gestellt, müssen die Fugen<br />

sorgfältig glatt verspachtelt <strong>und</strong> geschliffen werden,<br />

damit Putz oder Fliesen später gut haften. Die<br />

Fugen zwischen den Gipskartonplatten werden mit<br />

einem imprägnierten Fugenspachtel geschlossen.<br />

Hier<strong>für</strong> sollte die zum System gehörende Spachtelmasse<br />

verwendet werden, um eine garantiert dichte<br />

<strong>und</strong> lang anhaltende Verfugung zu gewährleisten. Mit<br />

einem Bewehrungsstreifen, der in die mit Spachtel<br />

verfüllte Fuge eingelegt wird, lässt sich die Qualität<br />

<strong>und</strong> Lebensdauer der Fugen zusätzlich erhöhen. Um<br />

in Dehnfugen sowie Stoßfugen <strong>und</strong> Stoßbereichen<br />

eine flexible Abdichtung zu schaffen, können auch<br />

Dichtbänder eingesetzt werden.<br />

30


Eine neue Badewanne wirkt<br />

umso moderner, wenn Sie, wie<br />

in diesem Beispiel, in ein Podest<br />

eingelassen wird. Durch die<br />

Vorwandinstallation entsteht<br />

eine zusätzlicher Sims, der sich<br />

perfekt als Ablagefläche eignet.<br />

Bild: Austrotherm<br />

Bauplatten aus Extruderschaum eignen sich hervorragend,<br />

um Räume zu gliedern <strong>und</strong> Stauraum zu<br />

kreieren. Außerdem schafft man so sehr einfach<br />

einen stabilen, tragfähigen Untergr<strong>und</strong> <strong>für</strong> Fliesen.<br />

Bild: Austrotherm<br />

Bodengleiche Duschen<br />

Ein zukunftsorientiertes Bad erkennen Sie daran, dass<br />

es ohne störende Schwellen <strong>und</strong> Hindernisse auskommt.<br />

Und wer schätzt nicht den Komfort einer großen,<br />

frei zugänglichen Dusche? Bei einer kompletten<br />

Badsanierung mitsamt <strong>Erneuerung</strong> der Dusche lohnt es<br />

sich, in das barrierefreie Dusch system zu investieren.<br />

Befliesbare Duschelemente<br />

Diese Spezialelemente auf Basis der bereits thematisierten<br />

Hartschaumplatten erleichtern den Einbau von<br />

bodengleichen Duschen enorm. Ablauf <strong>und</strong> Anschlüsse<br />

sind bereits integriert. Ablaufleistung, Sperrwasserhöhe,<br />

Gefälle, Abdichtung – alles bereits berücksichtigt.<br />

Auch die niedrigen Aufbauhöhen sprechen <strong>für</strong><br />

sich. Die dünnsten Duschelemente mit integriertem<br />

Ablauf sind gerade einmal 90 mm flach <strong>und</strong> erfüllen<br />

trotzdem alle relevanten Normen <strong>und</strong> Richtlinien.<br />

Ablaufsysteme<br />

Mit dem Einbau des Duschelements wird die Rohrleitung<br />

an das integrierte Entwässerungssystem angeschlossen,<br />

abgedichtet <strong>und</strong> anschließend mit einer<br />

Oberfläche oder Fliesendecke versehen. Zwei Ablauf-<br />

Varianten stehen zur Auswahl: die Linienentwässerung<br />

<strong>und</strong> der Punktablauf. Erstere lässt sich besser<br />

mit großformatigen Fliesen kombinieren <strong>und</strong> besticht<br />

durch einen flachen Ablauf <strong>und</strong> eine hohe Ablaufleistung.<br />

Bei einer Punktentwässerung befindet sich der<br />

Ablauf zentral in der Mitte des Duschelements. Im<br />

Gegensatz zur Linienentwässerung braucht es hier<br />

vier sich verschneidende Gefälleflächen, damit das<br />

Wasser perfekt ablaufen kann.<br />

Fugenlose Wand- <strong>und</strong> Bodenflächen<br />

Fliesen sind der gängige Belag <strong>für</strong> Wand- <strong>und</strong> Bodenflächen<br />

im Duschbereich, haben aber trotz Ihrer optimalen<br />

Eigenschaften <strong>für</strong> den Nassbereich auch einen<br />

entscheidenden Nachteil – <strong>und</strong> zwar die Fugen. Neue,<br />

saubere Fugen sind w<strong>und</strong>erschön, doch oft lagern<br />

sich mit der Zeit unschöne Rückstände ab, die sich<br />

irgendwann kaum noch entfernen lassen. In kleinen<br />

Bädern wirkt das Gittermuster der Fliesen bzw. Fugen<br />

zudem oft beengend.Montagefertige Duschoberflächen<br />

sind hier eine elegante Alternative. Die einteiligen,<br />

wasserdichten Platten sind sowohl <strong>für</strong> den Boden<br />

als auch <strong>für</strong> die Wandflächen erhältlich. Sie können<br />

einfach <strong>und</strong> sicher auf dem fertig montierten Bodenelement<br />

bzw. der Wand verklebt werden. Danach<br />

werden die Übergänge zu anschließenden Wand- <strong>und</strong><br />

Bodenflächen mit Silikon versiegelt. Die Duschoberflächen<br />

<strong>für</strong> den Boden bestehen aus hochfestem Mineralwerkstoff,<br />

sind antibakteriell, schmutzabweisend<br />

<strong>und</strong> rutschhemmend. An der Wand kommen Paneele<br />

aus Glas oder Acryl zum Einsatz. In Kombination mit<br />

einer Duschtrennwand aus Glas entsteht so ein unschlagbar<br />

pflegeleichter, langlebiger <strong>und</strong> optisch ansprechender<br />

Duschbereich.<br />

Bilder: Jackon<br />

Super einfach<br />

<strong>und</strong> super flexibel:<br />

Duschelemente mit höhenverstellbaren Ablaufrinnen<br />

sind ideal <strong>für</strong> verschiedene Fliesendicken geeignet,<br />

da der Rahmen des Ablaufs optimal auf das spätere<br />

Fliesenniveau eingestellt werden kann. Der Clou: Der<br />

Edelstahlsteg in der Ablaufrinne kann auch gedreht<br />

eingelegt <strong>und</strong> rückseitig befliest werden.<br />

Bild: Schlüter<br />

Eine direkt an die Wand anschließende Ablaufrinne<br />

gewährleistet höchste Funktionalität <strong>und</strong> ist<br />

außerdem Komfortabel. Durch die sehr schmalen<br />

Anschlussfugen <strong>und</strong> den niveaugleichen Einbau<br />

entsteht eine homogene Fläche.<br />

Bild: Sprinz<br />

<strong>Das</strong> Maximum an Individualität: Wandverglasungen<br />

können dank modernster Digitaldrucktechnik mit<br />

Ihrem ganz persönlichen Lieblingsmotiv hinterlegt<br />

werden. Die hohe Auflösung in Kombination mit der<br />

Glasschicht lässt die Motive brillant erstrahlen.<br />

31


Fliesen <strong>für</strong>s neue Bad<br />

Fliesen sind bei den meisten Bädern das Hauptgestaltungselement. Eine Neuverfliesung ist deswegen fast immer fester Bestandteil bei der Modernisierung<br />

eines Bades. Und die beginnt in der Regel damit, dass die alten Fliesen abgeschlagen werden. Ein Arbeitsschritt, der sehr viel Arbeit <strong>und</strong><br />

Schmutz verursacht. Die entscheidende Frage lautet: Müssen die alten Fliesen wirklich entfernt werden, oder kann man sich dieses Ärgernis auch<br />

sparen? Die Antwort: Man kann! Unter gewissen Voraussetzungen können die neuen Fliesen einfach auf den alten Fliesenbelag geklebt werden.<br />

Auch das Überstreichen der alten Fliesen kann eine kostengünstige <strong>und</strong> auch optisch interessante Alternative zur Neuverfliesung sein.<br />

Bild: Meissen<br />

Fliese-auf-Fliese-Verfahren<br />

Sind die alten Fliesen noch intakt, ist das Fliese-auf-Fliese-Verfahren eine konstengünstige<br />

<strong>und</strong> vergleichsweise weniger aufwendige Alternative zum kompletten<br />

Ersatz der Befliesung. Die gesamte Bauzeit ist verkürzt, die Entsorgung von Bauschutt<br />

<strong>und</strong> Belastung durch Lärm <strong>und</strong> Schmutz im bewohnten Objekt entfällt. Einzige<br />

Voraussetzung: Die alten Fliesen müssen <strong>für</strong> dieses Verfahren absolut eben <strong>und</strong><br />

tragfähig sein <strong>und</strong> vor Beginn der Arbeiten gründlich gereinigt werden.<br />

Der richtige Kleber<br />

Für das Verkleben von Fliese auf Fliese eignen sich nur kunststoffvergütete Fliesenkleber<br />

(meist als Flexkleber oder Flexmörtel bezeichnet). Außerdem müssen Sie<br />

prüfen, ob Sie eventuell eine Ausgleichsschicht oder Haftbrücke benötigen, damit<br />

die Fliesen eben aufliegen <strong>und</strong> der Kleber dauerhaft hält.<br />

Stolperfalle Bodenerhöhung<br />

Beachten muss man, dass sich durch die doppelte Fliesenschicht der Fußbodenaufbau<br />

erhöht. Vor allem im Türbereich spielt das eine große Rolle. Unterschiedliche<br />

Bodenniveaus müssen an der Schwelle mit speziellen Übergangsprofilen ausgeglichen<br />

werden. Außerdem kann der höhere Bodenaufbau auch zur Folge haben,<br />

dass das Türblatt gekürzt werden muss. Ein weiterer Knackpunkt sind die Sanitäranschlüsse,<br />

denn auch hier kann es zu Passungenauigkeiten kommen.<br />

Bild: Meissen<br />

Bilder: Kiesel<br />

Renovieren im Handumdrehen<br />

Mit sogenannten Wiederaufnahmesystemen gelingt<br />

das Renovieren schnell, sauber <strong>und</strong> unkompliziert. Sie<br />

basieren auf einem zweilagigen Spezialgewebe, das<br />

beim Aufbau des Bodens oder der Wand mit einem<br />

speziellen Klebstoff angebracht wird. Darauf wird dann<br />

das ausgewählte Material – beispielsweise die Fliese<br />

– aufgeklebt. Bei einer Neuverfliesung durchtrennt<br />

man die Verbindungsfäden der beiden Lagen des Gewebes,<br />

wodurch der Belag mühelos entfernt werden<br />

kann. Auf der zurückbleibenden Einzellage kann sofort<br />

ein neuer Belag aufgebracht werden.<br />

32


Fliesenkleber<br />

Nicht jeder Fliesenkleber ist gleich, obwohl die äußere Erscheinung<br />

darauf schließen lässt. Die Auswahl des richtigen Klebers<br />

ist <strong>für</strong> die saubere Verlegung entscheidend.<br />

Fliesenkleber auf Zementbasis<br />

<strong>Das</strong> Standardprodukt bei der Fliesenverlegung kann direkt auf<br />

Beton, Estrichen oder Putzen verwendet werden. Die Produkteigenschaften<br />

unterscheiden sich teils deutlich voneinander, da der<br />

Zementanteil variiert. Es gibt z. B. Produkte mit besonders kurzer<br />

Aushärtezeit, die nach wenigen St<strong>und</strong>en voll belastbar sind.<br />

Bild: ARDEX<br />

Flex Fliesenkleber<br />

Auch Flexkleber sind Zementmörtel, die jedoch gewisse Anteile<br />

an Kunststoff enthalten. Dadurch haben sie eine höhere Klebekraft<br />

<strong>und</strong> härten flexibel aus. Sie können besser auf Spannungen,<br />

Schwingungen etc. reagieren <strong>und</strong> eignen sich daher besonders<br />

<strong>für</strong> schwierige Untergründe wie Gipskartonplatten, Trockenestrich<br />

oder <strong>für</strong> große Fliesen.<br />

Verfugung<br />

Eine Fliese ist nur so sicher wie ihre Fuge. Auch beim Verlegen<br />

im Fliese-auf-Fliese-Verfahren müssen die neuen Fliesen ordentlich<br />

verfugt werden. Gerade im Bad ist ein schönes <strong>und</strong> sauberes<br />

Umfeld wichtig. Fugen können schon nach wenigen Jahren durch<br />

den Einsatz von Kalksteinreinigern ungepflegt aussehen, oft gibt<br />

es Schimmelprobleme. Hier benötigt man Fugenmaterial, das den<br />

aggressiven Reinigern die Stirn bietet <strong>und</strong> chemikalienbeständig,<br />

hoch belastbar <strong>und</strong> gegen alle Haushaltsreiniger immun ist.<br />

Bild: PCI<br />

Bewegungsfugen<br />

Gibt es im Untergr<strong>und</strong> minimale Spannungen oder Bewegungen<br />

oder geht es um den Rand des Fliesenbelags oder die<br />

Anschlüsse zwischen Badkeramik <strong>und</strong> Fliese, müssen Bewegungs-<br />

<strong>und</strong> Dehnungsfugen angelegt werden. Diese gleichen<br />

die Spannungen aus <strong>und</strong> verhindern, dass Fliesen<br />

springen oder sich Risse bilden. Bekanntlich neigen Silikonfugen<br />

verstärkt zur Schimmelbildung. Deshalb gibt es Silikon<br />

mit Fungizidausrüstung, das den Schimmel einige Jahre abwehren<br />

kann. Doch dieser Schutz wird mit der Zeit ausgewaschen <strong>und</strong> die<br />

Fuge muss erneuert werden.<br />

Bild: ARDEX<br />

Fugengestaltung<br />

Wichtig ist nicht nur der Nutzen, sondern auch die Optik. Der Abstand<br />

der Fugen lässt Räume höher, kürzer, kleiner oder größer<br />

wirken. Ein kleiner Raum mit kleinen Fliesen wirkt kleiner als er eh<br />

schon ist. Schmale Fugen erzeugen eine flächige Wirkung, breite<br />

geben einen rustikalen Eindruck. Um der Vielfalt unterschiedlicher<br />

Beläge gerecht zu werden, ist auch das Fugenmörtelfarbspektrum<br />

gewachsen. Heute gibt es Fugenmörtel in den unterschiedlichsten<br />

Farbtönen. So können Sie <strong>für</strong> ein harmonisches Flächenbild Fliese<br />

<strong>und</strong> Fuge Ton in Ton abstimmen oder mit einem Farbkontrast einen<br />

besonderen Hingucker erzeugen.<br />

Neuer Look durch Fliesenlack<br />

Sie möchten einfach mal einen neuen Look im Bad, aber die alten<br />

Fliesen sind eigentlich noch sehr gut erhalten? Dann bietet es<br />

sich an, die Fliesen nicht zu tauschen, sondern zu streichen. Da<strong>für</strong><br />

werden spezielle Fliesenlacke angeboten. Die Vorteile liegen auf<br />

der Hand: Da keine Fliesen entfernt werden müssen, werden Staub<br />

<strong>und</strong> Schmutz vermieden, weshalb diese <strong>Sanierung</strong>smaßnahme<br />

auch gut in bewohnten Häusern durchgeführt werden kann. Auch<br />

die geringeren Materialkosten <strong>und</strong> der erheblich niedrigere Zeitaufwand<br />

sprechen <strong>für</strong> sich, <strong>und</strong> die Verarbeitung ist denkbar einfach:<br />

Im Vorfeld muss lediglich geprüft werden, ob die alten Fliesen glatt<br />

<strong>und</strong> nichtsaugend sind. Dann werden sie gründlich gereinigt <strong>und</strong><br />

sämtliche Silikonfugen entfernt, da diese nicht überstrichen werden<br />

können. Anschließend erfolgt entweder erst eine Gr<strong>und</strong>ierung, oder<br />

– wenn Sie einen 2in1 Lack verwenden – direkt der Lackanstrich.<br />

Achten Sie darauf, sorgfältig im Nass-in-Nass-Verfahren zu arbeiten,<br />

um eine schöne, glatte Farbfläche zu kreieren.<br />

Bild: Moderna<br />

Alternativen zur Fliese<br />

Fliesen sind der Standardbelag <strong>für</strong> Wand <strong>und</strong> Boden in unseren Badezimmern – doch es gibt<br />

auch tolle Alternativen. Auch Vinylböden eignen sich <strong>für</strong> das Bad. Moderne Vinylböden können<br />

Holz, Stein oder Metall täuschend echt nachahmen, sind elastisch, trittschalldämmend <strong>und</strong> fußwarm<br />

– gerade <strong>für</strong>s Barfußlaufen also eine tolle Sache. Gesprungene Fliesen oder unansehnliche<br />

<strong>und</strong> schimmelige Fugen gehören der Vergangenheit an. Die hochstrapazierfähigen Beläge<br />

sind auch <strong>für</strong> stark beanspruchte Flächen geeignet <strong>und</strong> eignen sich auch hervorragend <strong>für</strong> die<br />

Verlegung auf einer Fußbodenheizung. Sogar Bodenbeläge aus Echtholz sind im Bad möglich –<br />

richtiges Material, korrekte Verlegung <strong>und</strong> gewissenhafte Pflege vorausgesetzt.<br />

33


Neue Dacheindeckung<br />

Wann sollte man eine Dacheindeckung erneuern? Die häufigsten Gründe sind altersbedingte<br />

Schäden, bauphysikalische Mängel oder Beschädigungen durch Unwetter.<br />

Aber auch bei einer größer angelegten Dachsanierung mit nachträglicher Aufdachdämmung<br />

oder gar einem Dachausbau, muss letztendlich auch die Dachhaut erneuert<br />

werden. Zur Sicherheit sollte bei der Planung einer Neu eindeckung ein Fachmann hinzugezogen<br />

werden, um auch den Zustand des Dachstuhls, der hölzernen Lattungen <strong>und</strong><br />

– falls vorhanden – der Unterdeckbahn bzw. der Dampfbremse zu ermitteln. Denn nur,<br />

wenn alle Elemente der Dachkonstruktion völlig intakt sind, kann die neue Dachhaut das<br />

Gebäude dauerhaft <strong>und</strong> sicher vor der Witterung schützen bzw. die Wärme speichern.<br />

Achtung Asbest<br />

Vor 1993 gebaute Häuser sollten auf asbesthaltige<br />

Materialien überprüft werden.<br />

Ist Asbest verbaut, müssen der Abbau<br />

<strong>und</strong> die Entsorgung durch eine Fachfirma<br />

mit entsprechend nachgewiesener Qualifikation<br />

durchgeführt werden.<br />

Bild: Dörken<br />

Wann sollte ein Dach neu<br />

eingedeckt werden?<br />

Eine pauschale Regel <strong>für</strong> die <strong>Erneuerung</strong> der Dacheindeckung,<br />

auch Außenhaut genannt, gibt es so nicht. Der<br />

Zustand des Daches hängt von verschiedenen Faktoren<br />

ab. Die Anzahl <strong>und</strong> Schwere der Stürme, Schattenlage,<br />

Schneefall <strong>und</strong> andere Faktoren können die Zeit, nach<br />

der ein Dach erneuert werden sollte, erheblich verlängern<br />

oder verkürzen. Auch die Art der Bedeckung spielt<br />

eine große Rolle. Im Alter von 30 bis 40 Jahren sollte<br />

das Dach von Fachleuten auf Mängel überprüft werden.<br />

Die meisten Materialien haben eine Lebensdauer von<br />

50 bis 60 Jahren, doch können Schäden an der Dachbedeckung<br />

von Laien oft nicht erkannt werden. Denn<br />

einem Dach sieht man seinen Zustand nicht auf den<br />

ersten Blick an: Moos, Algen <strong>und</strong> Flechten auf den<br />

Schindeln sind nicht unbedingt Anzeichen <strong>für</strong> ein marodes<br />

Dach. Abgefallene Dachpfannen oder verrutschte<br />

Ziegel, <strong>und</strong>ichte Stellen oder gar Schimmel sind hingegen<br />

eindeutige Warnzeichen.<br />

Auch wenn kleinere Mängel, wie ein kaputter Ziegel,<br />

noch gut einzeln repariert werden können, sollte man<br />

eine komplette <strong>Erneuerung</strong> nicht zu lange hinauszögern.<br />

Im schlimmsten Fall entstehen unentdeckt<br />

größere Schäden am Dachaufbau. Wenn dann der<br />

Dachstuhl erneuert werden muss, wird es richtig teuer.<br />

Ob schadhafte Stellen ausgebessert werden können<br />

oder eine komplette Neueindeckung – ggf. in Verbindung<br />

mit weiteren Abdichtungs- oder Dämmmaßnahmen<br />

– nötig ist, muss ein Fachmann entscheiden.<br />

Dazu vermitteln wir Ihnen bei Bedarf gerne einen<br />

Dachdeckerbetrieb unseres Vertrauens.<br />

Bild: Bauder<br />

Wenn bei Altbauten das ursprüngliche, authentische Erscheinungsbild des Daches erhalten<br />

bleiben soll, bieten die meisten Dachziegelhersteller neben klassischen oder modernen<br />

Formen auch traditionelle Biberschwanzziegel an. Im Vergleich mit anderen Ziegeln oder<br />

Dachsteinen, wie z. B. dem Dauerbrenner „Frankfurter Pfanne“, sind bei einer Biberschwanzdeckung<br />

der Materialverbrauch <strong>und</strong> damit die Kosten deutlich höher. Einen tollen<br />

Kompromiss bieten sogenannte Falzbiber, die nur geringfügig mehr Material verbrauchen als<br />

„normale“ Ziegelformen <strong>und</strong> durch die Verfalzung außerdem mit höherer Dichtigkeit punkten.<br />

Bild: Wienerberger<br />

34


Austausch der Dacheindeckung<br />

Sofern sich unter dem neu einzudeckenden Dach ein<br />

unbewohntes Dachgeschoss befindet – das auch weiter<br />

unbewohnt bleiben soll – <strong>und</strong> die oberste Geschossdecke<br />

ausreichend gedämmt ist, sind am Dach selbst keine<br />

zusätzlichen Dämmmaßnahmen erforderlich. Dann<br />

kann tatsächlich ein reiner Austausch der Dachhaut erfolgen,<br />

der gr<strong>und</strong>sätzlich immer ähnlich abläuft.<br />

Abriss des alten Daches<br />

Vor Beginn der Arbeiten muss in der Regel ein Gerüst aufgestellt<br />

werden, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.<br />

Sobald das erledigt ist, kann die alte Dacheindeckung<br />

entfernt, <strong>und</strong> entsorgt werden. Gleiches gilt <strong>für</strong> die Traglattung<br />

<strong>und</strong> die Konterlattung. Wenn Sie diese Arbeiten<br />

selbst übernehmen, können Sie einiges an Kosten sparen<br />

– nicht zuletzt bei der Entsorgung. Einen Container<br />

zu bestellen, <strong>und</strong> den Abtransport einem Fachbetrieb zu<br />

überlassen, ist sinnvoll, da bereits kleinere Mengen alter<br />

Dachziegel oder Dachsteine sehr viel Gewicht <strong>und</strong> eine<br />

Menge Schmutz mit sich bringen. <strong>Das</strong> gute: Dachziegel<br />

bestehen aus wiederverwertbaren Materialien <strong>und</strong> sind<br />

komplett recycelbar. Daher gelten sie als „reiner Bauschutt“,<br />

eine der günstigsten Entsorgungskategorien.<br />

Neueindeckung<br />

Die eigentliche Neueindeckung des Daches beginnt mit<br />

dem Anbringen einer neuen Unterdeckbahn sowie der<br />

neuen Konter- <strong>und</strong> Traglattung. Die Kosten hier<strong>für</strong> hängen<br />

vom Abstand der Lattung, vom Lattenquerschnitt<br />

<strong>und</strong> von der Qualität des verwendeten Holzes ab. Den<br />

Abstand der Traglattung bestimmt die gewählte Dacheindeckung<br />

– also das Material. bzw. das jeweilige Dachpfannen-Modell.<br />

Auch die Kosten <strong>für</strong> die finale Neueindeckung hängen<br />

natürlich vom verwendeten Material ab, wobei die<br />

Quadratmeterpreise sehr stark variieren. Was jedoch<br />

gr<strong>und</strong>sätzlich immer gleich abläuft, ist die Abfolge der<br />

einzelnen Arbeitsschritte: Begonnen wird mit der Eindeckung<br />

der Dachfläche, dann folgt der First <strong>und</strong> zum<br />

Abschluss die Ortgänge.<br />

Belüftung<br />

Eine funktionierende Zu- <strong>und</strong> Entlüftung ist wichtig, um<br />

ein ausgebautes Dachgeschoss funktionsfähig zu halten.<br />

Feuchtigkeit, welche in die Konstruktion „eingebaut“ wird<br />

oder durch Diffusionsvorgänge von der Rauminnenseite<br />

in das Dach gelangen kann, muss sicher abgeführt werden,<br />

damit es nicht zu einem Bauschaden kommt. Durch<br />

die Konter- <strong>und</strong> Traglattung wird ein Zwischenraum hergestellt,<br />

der die Hinterlüftung der Dacheindeckung gewährleistet.<br />

Damit das funktioniert, muss an First, Grat<br />

<strong>und</strong> Traufe da<strong>für</strong> gesorgt werden, dass Luft ein- bzw. austreten<br />

kann. An First <strong>und</strong> Grat wird eine Lüftungsrolle ausgelegt<br />

<strong>und</strong> mit Firstziegeln bedeckt. An der Traufe wird<br />

durch ein Lüftungsband das Einfliegen von Insekten <strong>und</strong><br />

Vögeln in die Hinterlüftung verhindert.<br />

Befestigung <strong>und</strong> Sturmsicherung<br />

In windstillen Regionen reicht oft schon das Eigengewicht<br />

der Dacheindeckung aus, um die Ziegel oder Steine an<br />

Ort <strong>und</strong> Stelle zu halten. In Regionen mit stärkeren Windböen<br />

sollte das Dach zusätzlich gesichert werden, z. B.<br />

mit entsprechendem Befestigungsmaterial wie Sturmklammern<br />

zum Einhängen oder Anschlagen an die Traglattung.<br />

Auch geschnittene Dachpfannen lassen sich<br />

einfach mit der passenden Kehl- oder Gratklammer befestigen.<br />

Mit Zubehör wie diesem gelingt eine adäquate<br />

Windsogsicherung nach DIN EN 1991-1-4.<br />

Bild: Cedral – Etex, Fotograf: Conné van d‘Grachten<br />

Eindeckungsvarianten<br />

Beim Material <strong>für</strong> die Dacheindeckung kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen. Völlig frei<br />

ist man hierbei nicht: Die Form <strong>und</strong> Art der Bedeckung hängt maßgeblich von der Art <strong>und</strong> vor allem dem<br />

Neigungswinkel des Daches ab. Auch regionale Bauvorschriften müssen beachtet werden.<br />

Dauerbrenner Tonziegel<br />

Nach wie vor ist das mit Abstand am häufigsten verwendete Material der Dachziegel. Als Naturprodukt<br />

ist er besonders robust <strong>und</strong> langlebig (ca. 60–80 Jahre). Neben klassischen Ziegeln gibt es engobierte<br />

Dachziegel mit dichter, glasähnlicher Oberfläche, glasierte Dachziegel mit glänzender Optik (Haltbarkeit<br />

ca. 80–100 Jahre) <strong>und</strong> durchgefärbte Dachziegel. Dachziegel mit Lotuseffekt sind durch ihre nanostrukturierte<br />

Oberfläche weniger benetzbar wodurch ein Selbstreinigungsefekt entsteht. Dachziegel eignen<br />

sich ab etwa 22° Dachneigung, ohne dass Zusatzmaßnahmen unter der Bedeckung nötigt werden. Natürlich<br />

gibt es auch andere Materialien <strong>für</strong> die Dacheindeckung, die sowohl hinsichtlich der Optik als auch<br />

ihrer Eigenschaften sogar die bessere Alternative zum Dachziegel sein können:<br />

Betondachsteine<br />

besserer Schallschutz<br />

günstig<br />

energiesparende Herstellung<br />

hagelsicher<br />

Haltbarkeit: ca. 40 Jahre<br />

Dachneigung: ab etwa 22°<br />

Faserzementplatten<br />

besonders leicht<br />

absolut feuerfest<br />

auch in Großformaten erhältlich<br />

Haltbarkeit: ca. 40 Jahre<br />

Dachneigung: kleinformatige Dachplatten ab 22°<br />

großformatige Wellplatten ab 9°<br />

Dieses Dach wurde mit kleinformatigen, dunkelgrauen<br />

Faserzementplatten eingedeckt. Durch minimale Dachüberstände<br />

sowie die Ausführung der Traufe, des Ortgangs<br />

<strong>und</strong> der Schornsteinverkleidung mit Zinkblech<br />

entsteht ein leichter <strong>und</strong> homogener Gesamteindruck.<br />

Metalldach<br />

geringes Gewicht<br />

absolut sturmsicher<br />

Haltbarkeit: abhängig vom Metall<br />

(Kupfer bis zu 200 Jahre)<br />

Dachneigung: ab 7°<br />

Schiefer<br />

besonders sturmsicher<br />

ökologische Unbedenklichkeit<br />

Haltbarkeit: 100–150 Jahre<br />

Dachneigung: ab 22°<br />

Bilder: Creaton<br />

35


Dachdämmung im Bestand<br />

Ein Wohngebäude nach oben hin möglichst optimal zu dämmen ist nicht nur sinnvoll, sondern auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben, gerade<br />

dann, wenn eine <strong>Sanierung</strong> durchgeführt wird. Eine effiziente Dämmung sorgt nicht nur <strong>für</strong> eine merkbare Reduzierung der Heizkosten – verb<strong>und</strong>en<br />

mit CO 2<br />

Einsparungen, die dem Klima zugute kommen. Auch die Verbesserung des Wohnklimas spricht <strong>für</strong> ein durchdachtes Dämmkonzept. Und<br />

wenn der Lärmpegel von außen reduziert werden soll, ist eine Dämmschicht im Dach ebenfalls das Mittel der Wahl. Wo <strong>und</strong> wie genau gedämmt<br />

werden kann bzw. muss, hängt dabei von der Nutzung des Dachraumes <strong>und</strong> den baulichen Gegebenheiten ab.<br />

Bild: Saint-Gobain Rigips<br />

Dämmung der obersten Geschossdecke<br />

Laut GEG* ist die Dämmung der obersten Geschossdecke <strong>für</strong><br />

Hausbesitzer Pflicht, da sämtlicher Wohnraum nach oben hin<br />

gedämmt werden muss, um Wärmeverluste zu minimieren.<br />

Wird der Dachboden als Wohnraum genutzt, muss das Dach<br />

gedämmt werden. Bleibt er hingegen ungenutzt, reicht eine<br />

Dämmung des Fußbodens aus. Entscheidend <strong>für</strong> die Ausführung<br />

der Dämmung ist die spätere Dachbodennutzung. Je<br />

nachdem, ob der Dachboden ungenutzt bleibt, einzelne Bereiche<br />

<strong>für</strong> die Lagerung von Hausrat dienen sollen oder der Raum<br />

komplett als Speicher verwendet wird, sind unterschiedliche<br />

Ausführungen der Geschossdeckendämmung möglich.<br />

Nicht begehbare Dachböden<br />

Bleibt der Dachboden ungenutzt, kann die gesamte Fläche mit<br />

weichen Dämmmatten – zum Beispiel aus Glas- oder Steinwolle<br />

ausgelegt werden. Alternativ können auch Einblasdämmstoffe<br />

eingesetzt werden. Die Dämmung wird mit Druckluft durch<br />

einen Schlauch auf den unwegsamen Dachboden befördert<br />

<strong>und</strong> gelangt auch bis in die letzte Ecke. Es entsteht eine homogene<br />

Dämmschicht mit einer Stärke von 10 bis 20 Zentimetern,<br />

die dann jedoch langfristig nicht mehr begehbar ist.<br />

Begehbare Dachböden<br />

Damit der Dachboden nach der Dämmung begehbar bleibt,<br />

gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sofern eine ausreichende<br />

Druckfestigkeit gegeben ist, können ganz einfach Spanplatten<br />

auf die Dämmung gelegt werden, um eine tragfähige Oberfläche<br />

herzustellen. Alternativ gibt es <strong>für</strong> die oberste Geschossdecke<br />

auch Dämmplatten, die direkt begehbar sind, sodass zusätzliche<br />

Spanplatten nicht notwendig werden. In manchen Fällen<br />

kann es auch sinnvoll sein, erst eine Unterkonstruktion mit Kanthölzern<br />

auf dem Dachboden zu installieren. Die Zwischenräume<br />

werden dann mit Dämmmaterial (z. B. in Form einer Schüttdämmung)<br />

verfüllt. Begehbar wird der Dachboden dann wiederum<br />

durch eine Zusatzschicht, etwa aus OSB-Platten.<br />

Sollen einzelne Bereiche als Lagerfläche genutzt werden oder werden Laufwege <strong>für</strong><br />

Revisionen benötigt, kann die Dämmung mit einer Kombination aus begehbaren <strong>und</strong><br />

nicht begehbaren Dämmstoffen als teilweise begehbare Variante ausgeführt werden.<br />

Bild: Knauf Insulation<br />

36


Dämmpflicht nach GEG*<br />

<strong>Das</strong> Gebäudeenergiegesetz (GEG*) gibt Eigentümern<br />

von Wohngebäuden nicht nur vor, welche Anforderungen<br />

hinsichtlich der Dämmung eingehalten werden<br />

müssen, sondern auch, unter welchen Voraussetzungen<br />

das nachträgliche Anbringen einer zusätzlichen<br />

Dämmung Pflicht ist.<br />

Dämmpflicht im Rahmen einer <strong>Sanierung</strong><br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich gilt, dass die Einhaltung der geltenden<br />

GEG* Pflicht ist, wenn mehr als zehn Prozent eines<br />

Bauteils verändert werden. Beim Dach gilt das aber<br />

nur <strong>für</strong> Bauteile, die vor dem 31.12.1983 installiert wurden.<br />

Alle Dächer, die später gebaut wurden, sind ausgenommen<br />

– sofern die energiesparrechtlichen Vorgaben<br />

zum Zeitpunkt des Baus eingehalten wurden.<br />

Nachrüstpflicht bei unzureichendem Wärmeschutz<br />

Alle (Wohn)gebäude, die jährlich mindestens vier Monate<br />

lang auf Innentemperaturen von 19 °C <strong>und</strong> mehr<br />

beheizt werden, müssen nach oben hin gedämmt<br />

werden. Entweder durch Dämmung der Decken beheizter<br />

Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste<br />

Geschossdecken) oder durch eine Dämmung des<br />

Daches selbst (Zwischen- oder Aufsparrendämmung),<br />

wobei ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) erreicht<br />

werden muss. Von dieser Anforderung ausgenommen<br />

sind Ein- <strong>und</strong> Zweifamilienhäuser, die der Eigentümer<br />

selbst mindestens seit dem 1. Februar 2002 bewohnt.<br />

Erst im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 1.<br />

Februar 2002 besteht die Pflicht zur nachträglichen<br />

Dämmung durch den neuen Eigentümer, wo<strong>für</strong> dieser<br />

zwei Jahre Zeit hat.<br />

Bewohnter<br />

Dachraum<br />

Unbewohnter<br />

Dachraum<br />

beheizter<br />

Wohnraum<br />

beheizter<br />

Wohnraum<br />

oder<br />

Auf welche Art der<br />

Wohnraum nach oben<br />

hin gedämmt werden<br />

kann, hängt in erster<br />

Linie davon ab, ob der<br />

Dachraum bewohnt ist<br />

oder nicht.<br />

beheizter<br />

Wohnraum<br />

Für ein<br />

Maximum an<br />

Wärmedämmung<br />

gibt es Bodenluken<br />

mit Doppeldeckel. Die<br />

Lösung bietet sich vor<br />

allem <strong>für</strong> kalte ungenutzte<br />

Dächer mit gedämmter oberster<br />

Geschossdecke an. Dank der hochwertigen<br />

Wärmedämmung in beiden<br />

Deckeln bleibt die Wärme zuverlässig<br />

im Raum. Ein weiteres Plus: Beim Gang<br />

auf den Dachboden können Sie den oberen<br />

Deckel sofort schließen <strong>und</strong> so verhindert,<br />

dass warme Luft <strong>und</strong> Kondenswasser in<br />

den kalten Dachboden strömt.<br />

Bild: Roto Treppen<br />

Bilder: Dolle<br />

Bodentreppe dämmen<br />

Für unbewohnte Dachräume ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die günstigste<br />

<strong>und</strong> effizienteste Maßnahme, um Heizkosten zu sparen. Denn Wärme steigt bekanntlich<br />

nach oben <strong>und</strong> geht dann durch Decken zu unbeheizten Dachräumen verloren. Damit die<br />

Dämmung richtig funktioniert <strong>und</strong> Wärmeverluste optimal begrenzt werden, sollten Sanierer<br />

alle Schwachstellen ausgleichen. So ist es beispielsweise essenziell, dass die Dachluke bzw.<br />

die darin verbaute Bodentreppe wärmegedämmt <strong>und</strong> der Anschluss zwischen beiden Bauteilen<br />

luftdicht ausgeführt ist. Denn sonst entsteht hier eine nicht zu unterschätzende Wärmebrücke. So<br />

kann eine <strong>und</strong>icht eingebaute Bodentreppe bis zu 70 Prozent ihrer Dämmwirkung einbüßen <strong>und</strong><br />

wird dadurch zum Wärme-Schlupfloch, über das wertvolle Energie verloren geht. Modernisierer, die<br />

die oberste Geschossdecke zum Speicher dämmen, sollten im Zuge dessen also auch die Bodentreppe<br />

erneuern. Die meisten Hersteller bieten ihre Wärmeschutz-Bodentreppen zusammen mit speziellen<br />

Deckenanschluss-Systemen an. Sie lassen sich schnell <strong>und</strong> mit wenigen Arbeitsschritten montieren <strong>und</strong><br />

sorgen <strong>für</strong> die luftdichte Ausführung der Einbaufuge. Durch hochwertige Isolation im Lukendeckel erreichen<br />

die Top-Modelle hervorragende U-Werte von bis zu 0,39 W/(m²K) oder sind sogar als Passivhaus-Komponente<br />

zertifiziert. Ein Nebeneffekt der Dämmung: die Bildung von Kondenswasser <strong>und</strong> damit das Potenzial zur Schimmelbildung<br />

werden stark reduziert.<br />

Bild: Wellhöfer<br />

Die Wärmebrücke zwischen<br />

Bodentreppe <strong>und</strong> Decke ist die<br />

kritische Schwachstelle. Optimierte<br />

Anschluss-Systeme<br />

mit Dichtbändern, Dämmperlen<br />

<strong>und</strong> abschließenden<br />

Dämmstreifen beheben<br />

dieses Problem zuverlässig<br />

<strong>und</strong> sind mit<br />

wenigen Handgriffen<br />

eingebaut.<br />

* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />

<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />

37


Steildachdämmung<br />

Bei einer Dachsanierung liegt das Hauptaugenmerk meist beim<br />

Thema Dämmung. Denn sie ist der wichtigste Bestandteil eines<br />

Daches hinsichtlich Energieeinsparung <strong>und</strong> Wohnkomfort (Wärme<br />

<strong>und</strong> Schallschutz) <strong>und</strong> zudem ganz klar durch die Energieeinsparverordnung<br />

geregelt bzw. sogar vorgeschrieben. Welche Möglichkeiten<br />

in Frage kommen, um die Dämmschicht zu installieren,<br />

hängt von der Nutzung des Dachraums <strong>und</strong> den baulichen Gegebenheiten<br />

ab:<br />

Zwischensparrendämmung<br />

Die Dämmmaterialien werden zwischen die tragenden Dachbalken<br />

(Sparren) verlegt. Ist das Dachgeschoss nicht ausgebaut,<br />

empfiehlt sich die Anbringung von innen: die hohen Kosten von<br />

Gerüst <strong>und</strong> Entfernen der Dacheindeckung werden gespart. Wird<br />

die Dachhaut ohnehin erneuert oder ist der Dachraum bewohnt,<br />

empfiehlt sich die Anbringung von außen. <strong>Das</strong> Dach wird dann<br />

von außen bis auf die Innenverkleidung des bewohnten Dachraums<br />

abgetragen <strong>und</strong> mit Dampfbremse, Zwischensparrendämmung,<br />

Unterdeckbahn <strong>und</strong> häufig auch mit zusätzlicher Aufsparrendämmung<br />

neu gedämmt. So kann der Wohnraum während<br />

den Bauarbeiten weiterhin normal genutzt werden.<br />

Aufdopplung<br />

Wenn in Altbauten die Dachsparren zu dünn <strong>für</strong> eine Zwischensparrendämmung<br />

sind, werden diese mit Kanthölzern aufgedoppelt.<br />

<strong>Das</strong> Holz wird auf die bestehenden Sparren geschraubt,<br />

sodass eine dickere Dämmschicht <strong>und</strong> dadurch die erforderte<br />

Dämmleistung erreicht wird.<br />

Untersparrendämmung<br />

Falls das Dachgeschoss schon zu einem früheren Zeitpunkt mit<br />

einer Zwischensparrendämmung ausgestattet wurde <strong>und</strong> diese<br />

auch noch gut in Schuss ist, reicht es oft schon aus, eine Untersparrendämmung<br />

zu ergänzen. <strong>Das</strong> erhöht den Dämmwert <strong>und</strong><br />

eliminiert Wärmebrücken im Bereich der Sparren. Als alleinige<br />

Dämmung ist sie jedoch ungeeignet. Wichtig: die Dampfbremse<br />

liegt zwischen Untersparren- <strong>und</strong> Zwischensparrendämmung. Ist<br />

das Dachgeschoss bereits bewohnt, muss die vorhandene Wandverkleidung<br />

demontiert werden. Auch die Dampfbremse muss in<br />

diesem Zuge erneuert werden.<br />

Bild: Climowool<br />

Die Verlegung einer Dampfbremsfolie erfordert extreme Sorgfalt,<br />

denn schon die kleinste Undichtigkeit genügt, um die Dämmung<br />

zu durchnässen. Spezielle Klebebänder <strong>und</strong> Dichtmassen helfen,<br />

besonders schwierige Stellen an Durchbrüchen <strong>und</strong> Anschlüssen<br />

sicher zu verschließen.<br />

Bild: Saint-Gobain Isover<br />

Aufsparrendämmung<br />

Eine Aufsparrendämmung – die aus bauphysikalischer Sicht effektivste<br />

Dämmtechnik – macht Sinn, wenn bei bisher ungedämmten<br />

Dachräumen die Dacheindeckung sowieso erneuert werden<br />

muss oder wenn ein bereits ausgebauter Dachraum energetisch<br />

aufgewertet werden soll. Hierzu wird das Dach bis auf die Sparren<br />

abgedeckt. Falls noch keine Schalung auf den Dachsparren aufliegt,<br />

kann zunächst eine Zwischensparrendämmung eingebracht<br />

werden, wodurch in Kombination mit der Aufsparrendämmung<br />

maximale Dämmwerte erreicht werden können. Die auf den Sparren<br />

befestigte Schalung dient dann als Untergr<strong>und</strong> <strong>für</strong> die Dampfbremse<br />

<strong>und</strong> das Dämmmaterial mit integrierter Unterdeckbahn.<br />

Darüber wird dann die Lattung <strong>für</strong> die Dacheindeckung installiert.<br />

Unterdeckbahn <strong>und</strong> Dampfsperren<br />

Gedämmte Dächer sollen generell innen dichter <strong>und</strong> nach außen<br />

immer dampfdurchlässiger aufgebaut sein. Jede Dämmung benötigt<br />

deswegen eine Dampfbremse zum Innenraum <strong>und</strong> eine<br />

Unterdeckbahn unterhalb der Eindeckung. Erstere bremst die<br />

Feuchtigkeitsdiffusion vom Dachraum in die Dämmschicht, während<br />

letztere wasserdampfdurchlässig ist <strong>und</strong> so Feuchtigkeit aus<br />

der Dämmschicht nach außen entweichen kann. Unterdeckbahnen<br />

schützen die Dachkonstruktion außerdem vor hineinwehendem<br />

Regen, Schnee <strong>und</strong> Staub. Die Wasserdampfdurchlässigkeit<br />

der Dampfsperre wird auf das Dämmmaterial <strong>und</strong> dessen<br />

Diffussionsfähigkeit abgestimmt. Es gibt auch Dampfbremsen mit<br />

sogenannter Klimamembran: je nach Temperatur sind sie wasserdampfdurchlässig<br />

oder -<strong>und</strong>urchlässig. Die Verlegung einer<br />

Dampfbremsfolie erfordert extreme Sorgfalt, denn schon die<br />

kleinste Undichtigkeit genügt, um die Dämmung zu durchnässen.<br />

Bild: Saint-Gobain Isover<br />

Wenn bewohnte Dachräume im Zuge einer <strong>Sanierung</strong> von außen gedämmt werden, wird bei der<br />

üblichen Dämmlösung mit Zwischen- <strong>und</strong> Aufsparrendämmung als erstes eine Dampfbremsbahn<br />

wannenförmig zwischen die Sparren eingelegt, um die Luftdichtheit<br />

sicherzustellen. Spezielle Renovierungs-Systeme bieten hier einen Vorteil.<br />

Denn hierbei wird die Dampfbremse plan zwischen den beiden<br />

Dämmschichten verlegt. <strong>Das</strong> ist einfacher, zeitsparender<br />

<strong>und</strong> sicherer, als die Verlegung zwischen<br />

Sparren <strong>und</strong> Dämmung.<br />

6 Dachlattung<br />

5 Konterlattung<br />

4 diffusionsoffene<br />

Unterdeckbahn<br />

3 Aufsparren-Dämmplatte<br />

2 diffusionshemmende<br />

Dampfbremsbahn<br />

1 Zwischensparren-Dämmrolle<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

Bild: Knauf Insulation<br />

38


Dämmmaterialien<br />

Glas- <strong>und</strong> Steinwolle punkten mit Flexibilität <strong>und</strong> leichter Verarbeitung, was das<br />

Material zu einem beliebten Dämmstoff <strong>für</strong> die Zwischen- <strong>und</strong> Untersparrendämmung<br />

macht. Mineralwolle ist sehr widerstandsfähig <strong>und</strong> hat eine lange Lebensdauer<br />

– sofern sie optimal gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Denn bei zu hoher<br />

Feuchtigkeitsbelastung verliert das Material schnell an Dämmleistung.<br />

Expandiertes Polystyrol (EPS) ist im Verhältnis zu seiner guten Dämmleistung<br />

momentan das preiswerteste Dämmmaterial. Es ist sehr leicht zu verarbeiten <strong>und</strong><br />

durch seine diffusionsdichte Struktur sehr beständig gegenüber Feuchtigkeit.<br />

Polyurethan <strong>und</strong> Polyisocyanurat (PUR/PIR) sind resistent gegenüber Witterung<br />

sowie Feuchtigkeit <strong>und</strong> eignen sich gleichermaßen <strong>für</strong> alle Verfahren der<br />

Dachdämmung. Trotz geringerer Dicke dämmt der Hartschaum besser als herkömmliche<br />

Dämmstoffe. Gr<strong>und</strong> da<strong>für</strong> ist sein Vernetzungsgrad, der dem Hartschaum<br />

mehr Stabilität <strong>und</strong> eine besondere thermische Beständigkeit verleiht.<br />

Extrudiertes Polystyrol (XPS) unterscheidet sich von EPS nur in seiner Verarbeitung.<br />

Bei EPS sind durch die Expansion einzelne Perlen zu erkennen, während<br />

XPS-Platten eine gleichmäßige Schaumstruktur besitzen. XPS ist sehr witterungsbeständig<br />

<strong>und</strong> weist bei dünnerer Stärke gleiche Dämmwerte wie EPS auf.<br />

Resol-Hartschaum ist Dämmstoff-Technik auf dem neuesten Stand. Bereits relativ<br />

dünne Plattenstärken bringen eine sehr gute Dämmleistung, wodurch sich sehr<br />

schlanke Dachaufbauten realisieren lassen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Materialien<br />

ist Resol-Hartschaum sehr diffusionsoffen.<br />

Holzfaserplatten sind diffusionsoffen, was zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit<br />

beiträgt <strong>und</strong> auch das Auftreten von freiem Kondenswasser verhindert. Daraus<br />

resultiert eine erhöhte Sicherheit vor Feuchteschäden, ohne dass die Dämmeigenschaften<br />

durch vorübergehende Feuchtewechsel beeinträchtigt werden. Ein großer<br />

Vorteil der Holzfaser-Dämmung ist auch die hohe spezifische Wärmespeicherkapazität,<br />

die einen besonders guten sommerlichen Hitzeschutz bedingt.<br />

Dämmstoff<br />

U-Wert<br />

W/(m 2·K)<br />

Wasserdampfdiffusion<br />

μ<br />

Brandschutzklasse<br />

EPS 0,032 – 0,045 20 – 100 B1<br />

XPS 0,028 – 0,040 80 – 200 B1<br />

Resol-Hartschaum 0,022 – 0,025 10 – 40 B2<br />

PUR-/PIR-Hartschaum 0,024 – 0,029 30 – 150 B1<br />

Mineralwolle 0,035 – 0,041 1 – 2 A1<br />

Holzfaser 0,040 – 0,045 5 – 10 B2<br />

Hartschaum<br />

auf Biomassebasis<br />

Überall, wo das Dämmmaterial<br />

hohen Druck<strong>und</strong><br />

Feuchtebelastungen<br />

ausgesetzt wird, sind<br />

EPS oder XPS eine gute<br />

Lösung – wie etwa bei der<br />

Auf sparrendämmung.<br />

Ein innovativer neuer Dämmstoff ist Hartschaum<br />

auf Biomassebasis, der zu großen Teilen aus<br />

Biomasse (Ernteabfälle) <strong>und</strong> aus recycelten<br />

Stoffen (Wertstoffreste) besteht. <strong>Das</strong><br />

Material weist sehr gute Dämmwerte<br />

auf, ist langlebig <strong>und</strong> frei<br />

von raumluftbelastenden<br />

Stoffen wie Formaldehyd.<br />

0,024 – 0,025 75 B1<br />

Bild: Ediltec<br />

Bild: Bauder<br />

Flachdach-<strong>Sanierung</strong><br />

Gründe <strong>für</strong> eine <strong>Sanierung</strong><br />

<strong>Sanierung</strong>sarbeiten am Flachdach werden dann nötig, wenn die<br />

Abdichtung nicht mehr richtig intakt ist oder eine nachträgliche<br />

Dämmschicht aufgebracht werden soll bzw. muss. Auch eine<br />

Nutzungsänderung kann der Gr<strong>und</strong> <strong>für</strong> eine Baumaßnahme sein.<br />

Schaden an der Abdichtung<br />

Ist aufgr<strong>und</strong> des Dachzustandes ein Schaden an der Abdichtung<br />

absehbar, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Spätestens<br />

vor dem nächsten Winter sollte saniert werden. Muss die Abdichtung<br />

ohnehin erneuert werden, macht es Sinn, in diesem Zuge<br />

auch gleich Dämmmaßnahmen oder eine Veränderung des<br />

Dachaufbaus mit anzudenken.<br />

6<br />

Bild: HIRSCH Porozell<br />

Energetische <strong>Sanierung</strong><br />

Was beim Steildach gilt, gilt auch <strong>für</strong> Flachdächer: Über ein ungedämmtes<br />

Dach geht viel Energie verloren. bei Wohnhäusern mit<br />

Flachdach sogar umso mehr, da der Wohnraum immer bis unters<br />

Dach reicht. Eine adäquate Dachdämmung ist also Pflicht <strong>und</strong><br />

muss ggf. optimiert werden, um den Anforderungen des GEG*<br />

zu entsprechen.<br />

5<br />

4<br />

Ist der alte Dachaufbau nicht mehr funktionstüchtig,<br />

kann in vielen Fällen die neue Dämmung<br />

<strong>und</strong> Abdichtung einfach aufgedoppelt<br />

werden – sofern die alte Dämmschicht trocken<br />

<strong>und</strong> noch ausreichend druckfest ist. Bei<br />

einem ungedämmten Dach erfolgt der Aufbau<br />

identisch – nur eben direkt auf der Betondecke<br />

bzw. der alten Abdichtungsschicht.<br />

Nutzungsänderung<br />

Flachdächer werden heute multifunktional genutzt, z. B. <strong>für</strong> Solaranlagen,<br />

technische Aufbauten, Dachterrassen oder Dachbegrünungen.<br />

Wenn Sie solch eine Nutzungsänderung planen,<br />

muss der vorhandene Dachaufbau unbedingt geprüft werden,<br />

um festzustellen, ob die statischen Voraussetzungen <strong>für</strong> den<br />

Neuaufbau gegeben sind, bzw. mit welchem Aufwand die <strong>Sanierung</strong><br />

verb<strong>und</strong>en ist.<br />

3<br />

2<br />

1<br />

Bild: Bauder<br />

6 Abdichtungsoberlage<br />

5 Abdichtungsunterlage<br />

4 PIR Gefälledämmung<br />

3 Voranstrich + Dämmstoffkleber<br />

2 Altaufbau (trockene Dämmschicht)<br />

1 Tragkonstruktion<br />

* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />

<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />

39


Dachausbau<br />

Nutzen Sie das vorhandene Potenzial Ihres Hauses <strong>und</strong> gewinnen Sie<br />

mit dem Ausbau des Dachgeschosses wertvollen Wohnraum zu verhältnismäßig<br />

geringen Kosten dazu. Ob großzügiges neues Schlafzimmer,<br />

Kinder zimmer oder sogar vermietbare Einliegerwohnung – ein unausgebauter<br />

Dachraum bietet vielfältige Möglichkeiten. Aber auch hier steht<br />

die sorgfältige Planung im Vordergr<strong>und</strong>. Viele Dinge müssen<br />

beachtet werden <strong>und</strong> nicht selten ist auch eine<br />

Baugenehmigung erforderlich.<br />

Bild: Knauf Insulation<br />

Schritt <strong>für</strong> Schritt zum Dachausbau<br />

Wenn Sie einen Dachausbau planen, müssen Sie als<br />

erstes prüfen ob die baulichen Voraussetzungen da<strong>für</strong><br />

stimmen. Der Knackpunkt dabei ist oft die mangelnde<br />

Stehhöhe bzw. eine zu kleine Fläche mit ausreichender<br />

Stehhöhe. Ist genügend Raum vorhanden, haben<br />

Sie aber meist volle Planungsfreiheit, da im Dachgeschoss<br />

in der Regel keine tragenden Wände verbaut<br />

sind. Folgende Aspekte müssen Sie bei der Planung<br />

aber trotzdem immer berücksichtigen:<br />

Elektro- <strong>und</strong> Wasserleitungen<br />

Egal, zu welchem Zweck Ihr Dachboden ausgebaut<br />

wird, Licht ist auf jeden Fall notwendig. Da die meisten<br />

Dachböden bereits im unausgebauten Zustand über<br />

mindestens eine Lichtquelle verfügen, sind die elektrischen<br />

Anschlüsse oft nur zu erweitern. Ist eine Küche<br />

oder ein Bad geplant, muss die Wasserzufuhr zusätzlich<br />

installiert werden. Ausreichende Rohr dicken, -neigungen<br />

<strong>und</strong> Belüftung sind aufgr<strong>und</strong> der langen Wege<br />

besonders wichtig.<br />

Dämmung <strong>und</strong> staatliche Förderungen<br />

Bei einem Dachbodenausbau muss man sich an die<br />

strengen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes<br />

(GEG*) halten (siehe S. 37). Die Dämmung des Daches<br />

wird von der KfW mit einem Kredit in Höhe von bis<br />

zu 50.000 Euro <strong>und</strong> Tilgungszuschüssen bis zu 20%<br />

gefördert. Alternativ können Sie einen Investitionszuschuss<br />

in Höhe von 20 % der förder fähigen Kosten<br />

(maximal. 10.000 Euro) beantragen.<br />

Statik <strong>und</strong> räumliche Voraussetzungen<br />

<strong>Das</strong> Wichtigste ist, die Tragfähigkeit des Dachstuhls<br />

zu überprüfen. Er muss bei einem Ausbau nicht nur<br />

sich selbst <strong>und</strong> die Dacheindeckung tragen, sondern<br />

auch die Wärmedämmung <strong>und</strong> Schalung. Gerade bei<br />

älteren Bestandsbauten sollte man deshalb die Statik<br />

professionell prüfen lassen. Analysieren Sie auch die<br />

Deckenhöhe (mind. 2,30 m), Dachneigung (mind. 35°)<br />

<strong>und</strong> die Dachfläche, um herauszufinden, ob der Raum<br />

<strong>für</strong> einen Ausbau zur Wohnfläche groß genug ist.<br />

Bauliche Vorgaben<br />

Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht,<br />

hängt im Allgemeinen immer vom Umfang der geplanten<br />

Arbeiten ab. Wird mit dem Dachausbau neuer<br />

Wohnraum geschaffen, zählt dies als eine Nutzungsänderung,<br />

<strong>für</strong> die es in einigen B<strong>und</strong>esländern eine<br />

Genehmigung braucht. Gleiches gilt, wenn durch den<br />

Dachausbau Änderungen an der Dachfläche vorgenommen<br />

werden, zum Beispiel durch den Einbau<br />

von Dachgauben, einer Dachterrasse oder wenn die<br />

Dachneigung verändert wird. Als erste Maßnahme<br />

hilft der Blick in die Landesbauordnung, um herauszufinden,<br />

ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder<br />

nicht. Anschließend sorgt ein Gespräch mit dem Bauamt<br />

<strong>für</strong> Klarheit.<br />

Bild: Dörken<br />

Eines der Schlüsselwörter beim Ausbau von Dachgeschossen lautet: Luftdichtheit! Denn in einem ausgebauten, bewohnten<br />

Dachraum fällt wesentlich mehr Feuchte an als im unbewohnten Zustand. Dampfbremsen mit variablem sd-Wert (Wasserdampfdiffusionswiderstand)<br />

reagieren flexibel auf den Feuchtegehalt der Luft <strong>und</strong> verändern dabei ihre Materialdichte. Energieverluste<br />

durch unkontrollierte Luftwechsel werden vermieden, gleichzeitig kann übermäßige Luftfeuchte kontrolliert entweichen. So wird der<br />

Tauwasserbildung in der Konstruktion <strong>und</strong> möglichen Feuchteschäden zuverlässig vorgebeugt.<br />

40


Trockenbau<br />

Ist das Dachgeschoss ausgebaut, stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten offen, wie Sie<br />

den neu gewonnenen Raum nutzen können. Unter den geneigten Dächern eines Neubaus<br />

oder renovierten Altbaus finden sich ideale Betätigungsfelder <strong>für</strong> den modernen Trockenbau.<br />

Verschiedene Ausbaulösungen <strong>für</strong> Böden, Wände <strong>und</strong> Dachschrägen stehen Ihnen<br />

zur Verfügung, um normale Wohnräume oder Feuchträume zu formen, oder um die erhöhten<br />

Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes (z. B. bei alten Dachstühlen) zu erfüllen.<br />

Trennwände<br />

Mit Trockenbauplatten <strong>und</strong> einem Ständerwerk sind Trennwände schnell <strong>und</strong> sauber errichtet<br />

<strong>und</strong> an vorhandene Dachschrägen angepasst. <strong>Das</strong> Ständerwerk eignet sich perfekt,<br />

um Installationen, Leitungen <strong>und</strong> andere Haustechnik versteckt zu verlegen. Der trockene<br />

Innenausbau ermöglicht die flexible Raumaufteilung, sodass der Wohnraum unterm Dach<br />

genau den eigenen Bedürfnissen angepasst <strong>und</strong> jederzeit wieder verändert werden kann.<br />

Im Nu wird das Dachgeschoss in ein neues Kinderzimmer, ein ruhiges Büro oder – dank<br />

feuchteresistenter Trockenbauplatten – in ein großes Badezimmer umgewandelt.<br />

Bild: Protektor<br />

Kniestock <strong>und</strong> Abseitenwand<br />

Verläuft die Dachschräge im obersten Stockwerk nicht ganz bis zum Boden, spricht man<br />

bei der senkrechten verbindenden Wand vom Kniestock. Er verleiht dem Dachgeschoss<br />

mehr Höhe <strong>und</strong> ist meist zwischen 40 <strong>und</strong> 80 cm hoch. Bei Häusern ohne Kniestock kann<br />

man den niedrigen Raum, im unteren Bereich der Dachschräge, mit dem Einbau von<br />

versteckten Wandschränken oder Abstellräumen nutzbar machen. Eine Abseitenwand<br />

hingegen verbindet die Dachschräge mit dem Fußboden, wodurch man niedrige Möbel<br />

direkt an die Wand schieben kann. Der Raum hinter der Abseitenwand kann als Stauraum<br />

genutzt werden <strong>und</strong> eignen sich auch bestens als Installationsraum. Kabel, Rohrleitungen<br />

<strong>und</strong> Anschlüsse werden einfach hinter der Trockenbauwand versteckt. Zugang zu dieser<br />

versteckten Nische unter der Dachschräge schafft eine Kniestocktür.<br />

Dachausbau mit Holz<br />

Sie setzen konsequent auf nachwachsende <strong>und</strong> recycelbare Rohstoffe? Dann entscheiden<br />

Sie sich im Ausbau <strong>für</strong> Plattenmaterial aus Holz bzw. auf Holzbasis. Diese eignen sich<br />

bestens <strong>für</strong> einen weitgehend diffusionsoffenen Wand- <strong>und</strong> Dachaufbau <strong>und</strong> können bei<br />

korrekter Ausführung sogar die Dampfsperre ersetzen. Außerdem sind Holzwerkstoffe –<br />

solange sie mit formaldehydfreien Leimen geb<strong>und</strong>en werden – ungeschlagen, wenn es<br />

um die Schaffung eines behaglichen, wohnges<strong>und</strong>en Raumklimas geht.<br />

Aufgr<strong>und</strong> ihrer<br />

hohen Festigkeit <strong>und</strong><br />

Stabilität, können OSB-Platten<br />

universell <strong>für</strong> tragende <strong>und</strong> aussteifende<br />

Zwecke verwendet werden. Bei diffusionsoffener Bauweise können sie als luftdichte<br />

Ebene bzw. Dampfbremse eingesetzt werden, was die Verwendung einer zusätzlichen<br />

Folie unnötig macht. Die formaldehydfreie <strong>und</strong> feuchtebeständige Verleimung<br />

gewährleistet minimale Quell- <strong>und</strong> Schwindmaße.<br />

Bild: Kronospan<br />

Bild: Sonae Arauco/Agepan System<br />

Brandschutz<br />

Um den Dachboden räumlich umfunktionieren zu können, sind bestimmte Sicherheitsvorkehrungen<br />

einzuhalten. Beispielsweise reicht eine Einstiegsluke mit Leiter als Zugang<br />

<strong>für</strong> einen bewohnten Raum aus brandschutztechnischen Gründen nicht aus. Hier muss<br />

zwingend eine fest installierte Treppe eingebaut werden. Da bei einem Wohnraum – entsprechend<br />

der Brandschutzbestimmungen – zwei Sicherheitswege vorgeschrieben sind,<br />

ist zusätzlich <strong>für</strong> ein Ausstiegsfenster mit den Mindestmaßen 90 x 120 cm zu sorgen.<br />

Für Konstruktionen mit<br />

besonderen Anforderungen<br />

an den Brandschutz gibt es feuerhemmende<br />

OSB-Platten. Die mit einem<br />

Glasgewebe versteifte Oberfläche, die<br />

zusätzlich mit einer Zementmischung<br />

beschichtet ist, bietet höchste Sicherheit.<br />

Bild: Dolle<br />

Die Trockenbauwand teilt den beheizten Wohnraum vom<br />

dahinterliegenden kalten Raum ab, weshalb eine ausreichende<br />

Wärmedämmung wichtig ist – auch bei der Kniestocktür.<br />

Deshalb sollten Sie darauf achten, dass die Tür mit innenliegender<br />

Wärmedämmung <strong>und</strong> Falzdichtung ausgestattet ist.<br />

Bild: Saint-Gobain Rigips<br />

Gipskartonplatten mit speziellem, faserarmierten Gipskern, sind besonders gut <strong>für</strong> die Beplankung von Schallschutz<strong>und</strong><br />

Brandschutzkonstruktionen geeignet. Die höchst feuerbeständigen Platten sind zudem geprüft wohnges<strong>und</strong> <strong>und</strong> sorgen<br />

<strong>für</strong> eine angenehme Raumluftfeuchte.<br />

* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />

<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />

41


Mehr Lichteinfall<br />

durch neue Dachfenster<br />

Moderne Dachfenster sind beim Dachausbau ein absolut wichtiger <strong>und</strong> notwendiger Bestandteil. Sie<br />

erhöhen Wohnqualität <strong>und</strong> Wohlbefinden durch den zusätzlichen Tageslichteinfall <strong>und</strong> die Möglichkeit<br />

zum Lüften. Außerdem lassen Dachfenster den Dachraum größer <strong>und</strong> luftiger wirken. Ein<br />

nachträgliches Einbauen neuer oder die Erweiterung bestehender Dachfenster ist kein Problem –<br />

vorausgesetzt, die statischen Voraussetzungen sind gegeben.<br />

Bild: VELUX<br />

Lichtflächenplanung<br />

Um das Tageslicht im Dachgeschoss optimal ausnutzen<br />

zu können, ist eine genaue Lichtplanung notwendig.<br />

Die Länge von Dachfenstern entscheidet, wie<br />

viel Licht hineinfallen kann <strong>und</strong> hängt vor allem von<br />

der Dachneigung ab: Steilere Dächer benötigen <strong>für</strong><br />

denselben Lichteinfall kürzere Fenster als Dächer mit<br />

einer geringen Dachneigung. Empfohlen ist die Fensterunterkante<br />

90 cm über dem Boden <strong>und</strong> die Fensteroberkante<br />

ca. 200 cm über dem Boden. Daraus lässt<br />

sich die nötige Fensterlänge in Abhängigkeit von der<br />

Dachneigung gut errechnen.<br />

Die Fensterbreite wird in der Regel anhand der Dachsparren<br />

bestimmt: <strong>Das</strong> Fenster sollte möglichst zwischen<br />

zwei Dachsparren verbaut werden. Stimmen<br />

Sie die genauen Fenstermaße am besten direkt mit Ihrem<br />

Handwerker ab. Der Fachmann kann die Maße so<br />

bemessen, dass die Fenster wirklich perfekt passen.<br />

Eine nicht unerhebliche Rolle spielt außerdem die<br />

Ausrichtung der Fenster. Natürlich ist es immer vom<br />

Gr<strong>und</strong>riss des Dachgeschosses abhängig, in welche<br />

Himmelsrichtungen die Fenster zeigen. Für eine optimale<br />

Verteilung der Helligkeit ist es auf jeden Fall<br />

empfehlenswert, die Fenster in möglichst unterschiedliche<br />

Richtungen einzubauen:<br />

Osten oder Westen: Morgens bzw. Abends gelangt<br />

viel Licht in den Raum. Aufgr<strong>und</strong> der schwachen Sonneneinstrahlung<br />

ist die Hitzeentwicklung gering.<br />

Süden: Durch den hohen Lichteinfall ist der Raum<br />

auch in dunklen Wintermonaten angenehm hell. Im<br />

Sommer ist jedoch ein Sonnenschutz zwingend notwendig.<br />

Norden: Wenn überhaupt, sollten hier möglichst große<br />

Fensterformate gewählt werden, um das wenige<br />

vorhandene Licht optimal zu nutzen.<br />

200 cm<br />

90 cm<br />

98 cm<br />

52° – 90°<br />

140 cm<br />

41° – 54°<br />

Schwingfenster mit Oberbedienung<br />

200 cm<br />

120 cm<br />

98 cm<br />

38° – 55°<br />

140 cm<br />

Zusatzelement<br />

25° – 35°<br />

Kipp-Schwing-Fenster mit Oberbedienung<br />

Hitzeschutz-Markisen werden passgenau<br />

auf Ihr Dachfenster abgestimmt. Sie schützen so<br />

effektiv, weil sie die Sonnenstrahlen stoppen,<br />

bevor diese die Fensterscheiben erreichen. Dank<br />

des transparenten Gewebes gelangt dennoch<br />

ausreichend Tageslicht in den Wohnraum.<br />

Bild: VELUX<br />

42


Die Vielfalt der<br />

Dachfenster!<br />

Um die neugewonnene Wohnatmosphäre nach<br />

eigenen Vorstellungen zu gestalten, steht eine<br />

Bandbreite an Fenstertypen mit verschiedenen<br />

Funktionen zur Verfügung. Neben der klassischen<br />

Kippfunktion können Fenster auch linksoder<br />

rechtsseitig geöffnet werden. Beliebt sind<br />

Schwingfenster oder Klapp-Schwing-Fenster. Es<br />

gibt einflügelige Modelle ebenso wie mehrflügelige.<br />

Auch Lösungen mit balkonähnlichen Fenstern<br />

sind möglich. Je nach Bedarf <strong>und</strong> baulichen Voraussetzungen<br />

wie etwa der Statik des Daches<br />

ermöglichen sich folgende Beispiele:<br />

Schwingfenster<br />

Bei diesem Dachfenster ist der Fensterflügel an<br />

der Mittelachse befestigt. <strong>Das</strong> Fenster kann dadurch<br />

sowohl nach innen als auch nach außen<br />

gekippt werden. Im Normalfall wird das Fenster<br />

an der oberen Kante durch Ziehen an der Griffleiste<br />

geöffnet. Weil sich der Griff oben am Fenster<br />

befindet, können Möbel auch darunter platziert<br />

werden. Eine spezielle Form des Schwingfensters<br />

ist das Hoch-Schwingfenster. Der Drehpunkt<br />

befindet sich im oberen Drittel, wodurch eine größere<br />

Öffnung im unteren Bereich des Fensters<br />

entsteht. Der ungehinderte Blick aus dem Fenster<br />

ist möglich, die Bewegungsfreiheit bei geöffnetem<br />

Fenster deutlich größer.<br />

Klapp-Schwingfenster<br />

Einbau von Dachfenstern<br />

Bild: Roto<br />

Der Einbau ist nicht ganz unkompliziert, denn ein Dach mit Sparren, Dämmung, Lattung <strong>und</strong> Dachdeckung ist ein<br />

komplexes Konstrukt. Oft muss zum Einpassen eines Fensters der Abstand der Dachsparren verändert werden.<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich ist das kein Problem: Bei zu breitem Abstand können die Sparren einfach aufgedoppelt, oder Wechsel-<br />

<strong>und</strong> Hilfssparren eingezogen werden. Bei zu schmalen Abständen hingegen, müssen Sparren teilweise oder<br />

ganz entfernt <strong>und</strong> neue Sparren eingezogen werden. Vor allem letzterer Eingriff darf ausschließlich von einem<br />

Profi ausgeführt werden, da bei Fehlern das Dach instabil werden kann.<br />

Einen professionellen Handwerker zu beauftragen ist ohnehin sinnvoll. Denn auch beim Einbau eines Dachfensters<br />

gilt es einiges zu beachten: Ein Dachflächenfenster sollte wie ein Fenster in einer Wand möglichst weit außen<br />

sitzen <strong>und</strong> die Anschlüsse vom Fensterrahmen an das übrige Bauteil müssen optimal ausgeführt werden, damit<br />

Wärmebrücken, Kondensatausfall <strong>und</strong> Schimmelpilzbildung vermieden werden. Demnach muss eine vorhandene<br />

Dämmung luft- <strong>und</strong> dampfdicht an das Fenster angeschlossen werden. Die Hersteller von Dachflächenfenstern<br />

haben hier<strong>für</strong> entsprechende Systeme entwickelt. Und was <strong>für</strong> die Dachhaut gilt, gilt auch im Inneren. Die Fensterlaibung<br />

muss ebenfalls gedämmt werden, um die Differenz zwischen der Temperatur an der Innenoberfläche des<br />

Fensterrahmens <strong>und</strong> der Raumtemperatur möglichst gering zu halten. Da<strong>für</strong> gibt es spezielle Dämmrahmen mit<br />

integrierter Dämmschicht.<br />

<strong>Das</strong> Klapp-Schwingfenster ist die erweiterte Form<br />

des Schwingfensters: Eine zusätzliche Funktion<br />

gewährleistet, dass das Fenster auf der gesamten<br />

Höhe nach außen geklappt werden kann.<br />

Eine große Öffnung <strong>für</strong> den schönen Ausblick<br />

entsteht. Da sich der Griff eines Klapp-Schwingfensters<br />

meist am unteren Ende befindet, ist darauf<br />

zu achten, den Zugang zum Fenster nicht<br />

mit Möbeln zu verstellen. Um die Reinigung zu<br />

erleichtern, sind Klapp-Schwingfenster so ausgestattet,<br />

dass ihre Außenseite nach innen geklappt<br />

werden kann. <strong>Das</strong> Putzen der Scheiben ist somit<br />

kein Problem.<br />

Panoramafenster<br />

Ein Panorama-Dachfenster ist ein besonders<br />

breites Dachfenster, das <strong>für</strong> eine extra weite Sicht<br />

<strong>und</strong> einen hohen Lichteinfall sorgt. Damit ein so<br />

großes Fenster die lückenlose Durchsicht ermöglicht<br />

<strong>und</strong> dennoch praktikabel zu öffnen ist, wird<br />

es mit einem elektrischen Schiebemechanismus<br />

geöffnet.<br />

Ein zu großer Abstand kann durch aufdoppeln oder<br />

das Einziehen von Wechsel- <strong>und</strong> Hilfssparren einfach<br />

angepasst werden.<br />

Bei zu geringem Abstand muss der Sparren<br />

getrennt bzw. entfernt werden, bevor Wechsel<strong>und</strong><br />

Hilfssparren angebracht werden können.<br />

Dachausstieg<br />

Für Dacharbeiten oder die Kaminreinigung nutzen<br />

Handwerker oder Schornsteinfeger häufig<br />

das Dachfenster. Spezielle Ausstiegsfenster ermöglichen,<br />

mit einem großen Öffnungswinkel den<br />

sicheren Ausstieg aufs Dach. Je nach Ausführung<br />

gilt ein Dachausstieg auch als Notausstiegsfenster.<br />

43


Fenstertausch<br />

Fenster lassen Licht <strong>und</strong> Sonnenwärme ins Haus <strong>und</strong> sind damit essenziell <strong>für</strong> Wohlbefinden <strong>und</strong> Wohnges<strong>und</strong>heit. Als Teil der Außenwände müssen sie aber auch<br />

zur Wärmedämmung des Hauses beitragen. Sind Fenster jedoch älter als 20 Jahre, haben sie oft keine Wärmeschutzverglasung <strong>und</strong> stellen dadurch eine Schwachstelle<br />

– auch bekannt als Wärmebrücke – dar. In diesem Fall sollten Sie einen Austausch der Fenster in Erwägung ziehen. Moderne Fenster haben kaum Wärmeverluste<br />

<strong>und</strong> sind unter Berücksichtigung der Sonneneinstrahlung teilweise sogar wärmer als die umgebende Wand. <strong>Das</strong> bedeutet aber auch, dass solche Fenster<br />

nicht in ungedämmte Wände eingebaut werden dürfen, weil so Schäden an der Bausubstanz entstehen können. Deshalb bietet es sich an, einen Fensteraustausch<br />

zusammen mit der Fassadensanierung <strong>und</strong> -dämmung anzupacken.<br />

Bild: Kneer<br />

Gründe <strong>für</strong> einen Fensteraustausch<br />

Es gibt einige Gründe, die <strong>für</strong> das Erneuern der Fenster sprechen. Während die Energieeffizienz<br />

in vielen Fällen schon durch einen Glastausch gesteigert werden kann, spielt beispielsweise<br />

beim Design oder dem Einbruchschutz auch die sie umgebende Konstruktion eine entscheidende<br />

Rolle. Ohnehin altert auch das Material – je nach Werkstoff – in unterschiedlicher Geschwindigkeit.<br />

Bei morschen Holzrahmen, porösen Dichtungen <strong>und</strong> veralteter Verglasung ist ein<br />

Austausch in der Regel wirtschaftlich lohnender als ein Herumdoktern an den Symptomen. Ein<br />

weiterer Gr<strong>und</strong>, der <strong>für</strong> den Austausch von alten Fenstern spricht, ist die Reduzierung von Lärm.<br />

Mit der richtigen Schallschutzverglasung lässt sich effizient der Schall vermindern. Moderne<br />

Funktionsgläser verbessern den Schallschutz zusätzlich.<br />

Luftdichter Einbau<br />

Beim Einbau neuer Fenster liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Fugenbereich zwischen<br />

Fensterrahmen <strong>und</strong> umlaufenden Mauerwerk. Diese Fuge wird in der Regel zunächst mit PU-<br />

Schaum verfüllt, der zwar gut <strong>für</strong> die Wärmedämmung ist, jedoch nicht ausreicht, um einen<br />

absolut luft- <strong>und</strong> schlagregendichten Anschluss herzustellen. Deshalb kommen zusätzlich oft<br />

sogenannte Anputzdichtleisten zum Einsatz. Dabei handelt es sich um selbstklebende Profile,<br />

die man beidseitig umlaufend auf die Fensterzarge klebt. Anschließend werden die Profile in die<br />

Laibung eingeputzt – sowohl auf der Außen- als auch auf der Innenseite des Fensters – wobei<br />

die gelochten Einputzschenkel <strong>für</strong> eine hochfeste Putzverkrallung sorgen.<br />

luft- <strong>und</strong> schlagregendichter<br />

Fensteranschluss durch<br />

Anputzdichtleiste<br />

Bild: Protektor<br />

Fensteranschluss an ein WDV-System<br />

Der luftdichte Anschluss ist natürlich besonders wichtig, wenn die ans Fenster anschließende<br />

Außenwand mit einem Wärmedämmverb<strong>und</strong>system gedämmt wird. Auch hier<strong>für</strong> gibt es spezielle<br />

Anputzdichtleisten. Bei diesen Modellen ist an den gelochten Einputzschenkel zusätzlich ein<br />

Streifen Armierungsgewebe angenäht. Dieser wird in die Armierungsschicht des WDVS integriert,<br />

wodurch eine hochfeste <strong>und</strong> dauerhafte Putzeinbindung garantiert ist.<br />

Fenstermontage im WDV-System<br />

Bei einer Fassadensanierung mit WDVS kann es sinnvoll sein, die Rahmen der neuen Fenster<br />

direkt in die Dämmebene einzusetzen, denn dort lassen sich die Fensterrahmen zweiseitig mit<br />

Wärmedämmung einfassen: So wird das Entstehen von Wärmebrücken zwischen Wandsystem<br />

<strong>und</strong> Fenster verhindert. Außerdem werden die massiven Schatten vermieden, die entstehen,<br />

wenn um die Fenster nachträglich eine dicke Dämmschicht aufgetragen wird. Die dadurch<br />

gewonnene Sonnenenergie führt zudem zu solaren Wärmegewinnen <strong>und</strong> verbessert die Gebäudeenergiebilanz.<br />

Zur Befestigung der Fenster „vor der Wand“ gibt es sogenannte Vorwandmontage-Systeme.<br />

<strong>Das</strong> sind meist besonders stabile Dämmelemente, die r<strong>und</strong> um die Fensteröffnung<br />

auf der Wand befestigt werden <strong>und</strong> somit die Montageebene nach außen verlagern.<br />

Einige Hersteller bieten auch spezielle Montagezargen an, mit denen das Fenster direkt von<br />

außen auf die Wand geschraubt werden kann.<br />

Einbau des Fensters in die Dämmebene<br />

durch Vorwandmontage-System<br />

44


U-Wert <strong>und</strong> g-Wert<br />

Der U-Wert ist die wichtigste Kenngröße bei der Bewertung bzw. Auswahl<br />

neuer Fenster. Er gibt an, wie viel Energie durch ein Fenster nach<br />

draußen verloren geht – oder anders formuliert, wie gut ein Fenster die<br />

Wärme im Haus hält. Deshalb gilt ganz allgemein: je niedriger, desto<br />

besser, wobei die Energieeinsparverordnung vorgibt, dass der U-Wert<br />

neu eingebauter Fenster nicht höher als 1,3 W/(m²K) sein darf.<br />

Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wieviel Energie von<br />

außen durch das Glas ins Gebäudeinnere dringen kann. Diese Energie<br />

setzt sich zusammen aus der direkt durchgelassenen Sonnenstrahlung<br />

sowie der Wärme, die vom Glas nach innen abgestrahlt wird. Je niedriger<br />

der G-Wert, desto geringer ist die Menge an Energie, sprich Wärme,<br />

die ins Innere dringt.<br />

Bild: Kneer<br />

Fazit<br />

<strong>Das</strong> optimale Fenster <strong>für</strong> alle Häuser gibt es nicht. Vielmehr geht es<br />

darum, das passende Fenster <strong>für</strong> das jeweilige Haus <strong>und</strong> die jeweilige<br />

Stelle im Haus zu finden. Und dazu müssen sowohl der U-Wert als auch<br />

der g-Wert betrachtet werden. Gr<strong>und</strong>sätzlich gilt: bei Fenstern in Nordfassaden<br />

sind Fenster mit sehr niedrigen U-Werten besonders sinnvoll.<br />

An der sonnigen Südseite des Hauses hingegen überwiegt oft der Vorteil<br />

solarer Wärmegewinnung gegenüber dem Nachteil des Wärmeverlustes.<br />

Daher können hier Fenster mit etwas schlechteren U-Werten verbaut<br />

werden, die dann naturgemäß einen besseren g-Wert aufweisen.<br />

Verglasung<br />

Moderne Fenster<br />

unterschreiten<br />

die Vorgabe der<br />

aktuellen Energiesparverordnung mit Leichtigkeit. Da<br />

die Fensterrahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium<br />

alle eine mittlere bis hohe Dämmeigenschaft aufweisen,<br />

lassen sich größere Unterschiede bezüglich<br />

des U-Werts anhand der Verglasung erkennen:<br />

Bild: Wirus<br />

Einbau von Rollläden<br />

Tageslicht lässt Räume größer, heller <strong>und</strong> fre<strong>und</strong>licher wirken. Doch manchmal macht es Sinn, die warmen<br />

Sonnenstrahlen auszuschließen. Nämlich dann, wenn es zu bestimmten Tageszeiten oder in den Sommermonaten<br />

zu Blendung oder Überhitzung der Wohnräume kommt. Rollläden schützen zudem vor Kälte im<br />

Winter, schrecken effektiv Einbrecher ab <strong>und</strong> fungieren bei Bedarf auch als Schallschutz. Wurde ein Rollladen<br />

beim Bau der Immobilie nicht berücksichtigt, kann dieser bei Bedarf mit etwas Aufwand nachgerüstet werden.<br />

2-fach-Verglasung<br />

Fenster mit Doppelverglasung bestehen aus einer<br />

Floatglas- <strong>und</strong> einer Thermofloat-Scheibe mit einer Dicke<br />

von je 4 mm. Die Thermofloat-Scheibe ist mit einer<br />

nach innen gerichteten, sogenannten Low-E-Schicht<br />

versehen, die als dünne Metallschicht auf das Glas<br />

aufgetragen wird. Sie ist lichtdurchlässig, reflektiert jedoch<br />

die Wärmestrahlung <strong>und</strong> verstärkt dadurch positiv<br />

den Treibhauseffekt eines Fensters, wodurch weniger<br />

Raumwärme durch die Scheibe nach draußen<br />

dringen kann. Da sich die Scheiben in einem Abstand<br />

von 16 mm zueinander befinden, spricht man meist<br />

von einem 4/16/4-Aufbau. Es sind jedoch auch breitere<br />

oder schmalere Abstände zwischen den Scheiben<br />

möglich. Fenster mit einer 2-fach-Verglasung erreichen<br />

einen U-Wert von 1,3 – 1,7 W/(m 2·K).<br />

3-fach-Verglasung<br />

Fenster mit Dreifachverglasung bestehen aus zwei<br />

Thermo float-Scheiben <strong>und</strong> einer Floatglas-Scheibe mit<br />

einer standardmäßigen Dicke von je 4 mm. Je nach<br />

Rahmenprofil, Bautiefe <strong>und</strong> Ausstattung variiert der Abstandshalter<br />

zwischen 8 <strong>und</strong> 24 mm. Fenster mit dreifacher<br />

Wärmeschutzverglasung erreichen beachtliche<br />

U-Werte von bis zu 0,7 W/(m 2·K). Bei beiden Varianten<br />

werden die Scheibenzwischenräume in der Regel mit<br />

dem Edelgas Argon gefüllt, welches eine geringere<br />

Wärmeleitung als Luft besitzt. Durch die Verwendung<br />

fortschrittlicher Randverb<strong>und</strong>e (auch „Warme Kante“<br />

genannt) wird die Isolierung weiter verbessert <strong>und</strong> es<br />

entstehen weniger Wärme brücken.<br />

Einbaurollläden<br />

Bei diesem System wird der Rollladenkasten im<br />

Fenstersturz montiert. Vom Innenraum aus ist der<br />

Kasten über eine Revisionsöffnung erreichbar. Zum<br />

nachträglichen Einbau kommt diese Variante nur<br />

infrage, wenn die Fensterstürze entsprechend hohl<br />

ausgebildet sind <strong>und</strong> die Montage der Rollläden<br />

bereits während der Bauphase berücksichtigt wurde.<br />

Einen Rollladenkasten nachträglich ins Mauerwerk<br />

einzubauen, ist dagegen schlecht möglich, statisch<br />

oft sogar gefährlich. Durch den ungedämmten Hohlraum<br />

<strong>und</strong> die dünnen Wandungen des Kastens entstehen<br />

leicht Wärmebrücken <strong>und</strong> auch der Schalldämmschutz<br />

kann sich verschlechtern, wenn man<br />

diese Art Rollladen nachrüsten will. Spezielle Rollladenkastendämmungen<br />

bringen hier eine erhebliche<br />

Verbesserung, gerade im Bestand.<br />

Vorbaurollläden<br />

Bilder: Wirus/Roma<br />

Bei dieser Variante liegt der Rollladenkasten an der<br />

Außenseite des Gebäudes. Der Kasten kann entweder<br />

oberhalb des Fensters (an der Sturzlaibung),<br />

an der Fassadenfläche oder auch direkt auf dem<br />

Fensterrahmen angebracht werden. Diese Bauart<br />

kann bei jeglicher Art von Fenstern nachträglich angebracht<br />

werden. Nachteil: Durch den Kasten wird<br />

die Fensteröffnung kleiner, es gelangt weniger Licht<br />

ins Haus. In Kombination mit einem Motorantrieb<br />

werden Wärmebrücken bei Vorsatz-Rollläden komplett<br />

vermieden, da die Gebäudehülle unverletzt<br />

bleibt. Die Variante mit einem überputzbaren Rollladenkasten<br />

bietet in Verbindung mit einer Fassadensanierung<br />

die Möglichkeit, den Rollladen praktisch<br />

„unsichtbar“ in die Fassade bzw. hinter der Dämmung<br />

beim WDVS zu integrieren.<br />

45


Haustür- <strong>und</strong> Garagentortausch<br />

Sie werden fast jeden Tag benutzt <strong>und</strong> doch schenkt man ihnen oft wenig Beachtung: Die Haustür <strong>und</strong> das Garagentor.<br />

Gerade bei älteren Modellen lohnt sich jedoch oft ein zweiter prüfender Blick. Schlechte Wärmedämmung, unzureichende Einbruchsicherheit,<br />

mangelnder Komfort oder einfach nur eine unansehnliche Optik – <strong>für</strong> den Austausch von alten Haustüren <strong>und</strong> Garagentoren kann es viele Gründe<br />

geben. Natürlich ist ein neues Tor oder eine neue Haustür mit relativ hohen Kosten verb<strong>und</strong>en. Trotzdem kann sich ein Tausch aus den genannten<br />

Gründen lohnen. Und es geht auch wirklich schnell! Eine Fachfirma bewerkstelligt den Austausch sowie die umweltgerechte Entsorgung<br />

des alten Modells an nur einem einzigen Tag.<br />

Bild: Hörmann<br />

In wenigen Schritten zum neuen Tor<br />

Bei der Wahl eines neuen Garagentors stellt sich zunächst einmal die Frage nach der<br />

Bauweise. Früher waren Garagen üblicherweise mit einem Schwingtor aus Holz <strong>und</strong>/<br />

oder Metall ausgestattet. Wer sich heute ein neues Garagentor zulegt, entscheidet sich<br />

in aller Regel <strong>für</strong> ein Sektionaltor. Diese Konstruktionsweise hat sich mittlerweile als Standard<br />

etabliert <strong>und</strong> bietet perfekten Komfort <strong>und</strong> hohe Sicherheit bei minimalem Platzbedarf.<br />

Bei der Auswahl des passenden Modells spielt natürlich der persönliche Geschmack<br />

eine Hauptrolle. Für ein Maximum an Individualität sind Garagentore heute in sämtlichen<br />

RAL-Farbtönen <strong>und</strong> mit verschiedenen Oberflächenstrukturen erhältlich. Aber nicht nur die<br />

Optik ist entscheidend. Wenn die Garage direkt an das Wohnhaus anschließt oder als<br />

beheizter Werk- oder Hobbyraum genutzt werden soll, spielt auch die Wärmedämmung<br />

des Tores eine wichtige Rolle. Moderne Garagentore erreichen je nach Ausführung einen<br />

Wärmedurchgangswert von bis zu 1,00 W/(m 2·K).<br />

Bild: Novoferm<br />

Vorbereitung<br />

Damit das neue Tor in die Garagenöffnung passt, ist Genauigkeit beim Ausmessen gefragt.<br />

Hierbei sind z. B. Gefälle <strong>und</strong> in der Garage verlaufende Leitungen oder Rohre zu<br />

berücksichtigen. Ältere Garagen haben oft besondere Maße, die beachtet werden müssen<br />

<strong>und</strong> Sonderlösungen erfordern. Gehen Sie am besten auf Nummer sicher <strong>und</strong> lassen<br />

Sie das Aufmaß vor Ort auch gleich vom Profi durchführen. Unsere Fachberater sind Ihnen<br />

diesbezüglich gerne behilflich.<br />

Montage<br />

Zu Beginn werden die neue Zarge <strong>und</strong> die Laufschienen, in denen das Sektionaltor später<br />

unter die Decke läuft, justiert <strong>und</strong> verschraubt. Die Zarge von Sektionaltoren wird in den<br />

meisten Fällen hinter der Öffnung direkt mit der Wand verschraubt, sodass der vorhandene<br />

Platz optimal genutzt wird <strong>und</strong> somit bis zu 14 cm mehr Durchfahrtsbreite als bei Schwingtoren<br />

zur Verfügung stehen. Da Garagentore hohe Zug- <strong>und</strong> Druckkräfte erzeugen, wenn<br />

sie geöffnet oder geschlossen werden, ist es besonders wichtig, dass die Führungsschienen<br />

mit dem richtigen Material an der Wand befestigt werden. Die einzelnen gedämmten<br />

Paneele des Tores werden dann nacheinander eingesetzt <strong>und</strong> miteinander verb<strong>und</strong>en. Zuletzt<br />

wird der Antrieb – obligatorischer Bestandteil moderner Sektionaltore – montiert. Dabei<br />

werden auch die Steuerung <strong>und</strong> wichtige Sicherheitsfunktionen, wie die Abschaltautomatik,<br />

die das Tor bei unerwarteten Hindernissen stoppt, auf ordnungsgemäße Funktion getestet.<br />

Bild: Novoferm<br />

Bild: Novoferm<br />

46


Bilder: Hörmann<br />

Welche Haustür ist<br />

die Richtige?<br />

In diesem Beispiel wurde die alte Holz-Haustür an nur einem Arbeitstag durch eine moderne pflegeleichte<br />

Aluminium-Haustür ersetzt. Mit einem U-Wert von 0,87 W/(m 2·K) bietet sie eine gute Wärmedämmung<br />

<strong>und</strong> die serienmäßige RC 3 Ausstattung garantiert eine hohe Sicherheit vor Einbruch.<br />

Deshalb wurde der Einbau der neuen Haustür durch die KfW-Bank auch mit 600 Euro bezuschusst.<br />

Einfach schnell <strong>und</strong> sauber –<br />

der Weg zur neuen Haustür<br />

Neben dem Design sind optimale Sicherheit <strong>und</strong> ausreichende<br />

Wärmedämmung die entscheidenen Kriterien<br />

beim Haustürkauf. Um den hohen Anforderungen<br />

gerecht zu werden, sind viele moderne Haustüren<br />

bereits in den Standardversionen mit einer entsprechenden<br />

Widerstandsklasse ausgestattet <strong>und</strong> bieten<br />

damit einen überdurchschnittlich guten Einbruchschutz.<br />

Auch in Sachen Wärmedämmung erfüllen<br />

mittlerweile alle Modelle der namhaften Hersteller<br />

mindestens die Anforderungen des GEG*. Darüber<br />

hinaus sind natürlich auch Effizienzstandards bis hin<br />

zum Passivhaus-Niveau zu haben.<br />

Montage<br />

Zunächst muss das alte Türblatt ausgehängt, Glasfronten<br />

(falls vorhanden) entfernt <strong>und</strong> der alten Türrahmen<br />

ausgebaut werden. Sind alle Rückstände<br />

entfernt, kann ein komprimiertes Dichtungsband r<strong>und</strong>um<br />

auf die Rückseite des neuen Türrahmens geklebt<br />

werden. Dieses quillt später r<strong>und</strong> um den horizontal<br />

<strong>und</strong> vertikal ausgerichteten Rahmen auf <strong>und</strong> sorgt <strong>für</strong><br />

einen dichten Anschluss an Mauerwerk <strong>und</strong> Boden.<br />

Anschließend wird das neue Türblatt probeweise eingehängt,<br />

um die Haustür auf einwandfreies Funktionieren<br />

hin zu überprüfen. Denn schon ein minimal verzogener<br />

Rahmen kann zur Folge haben, dass die Tür<br />

nicht richtig öffnet oder schließt. Ist der Türflügel richtig<br />

eingestellt, kann der Rahmen endgültig verschraubt<br />

werden. Die Verankerung mit dem umliegenden Mauerwerk<br />

erfolgt mit Hilfe von Mauerwerksankern durch<br />

die Öffnungen in den Laibungen. Diese Verbindung<br />

muss absolut fest sein, denn sie bestimmt, wie stabil<br />

die Tür in der Mauerwerksöffnung sitzt.<br />

Bild: Hörmann<br />

Bild: Hörmann<br />

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Bei einer modernen<br />

Haustür zählen neben den Material- <strong>und</strong> Gestaltungsmöglichkeiten<br />

auch die technische Leistung.<br />

Mit einer hochwertigen Eingangstür steigern<br />

Sie den Wert Ihrer Immobilie, profitieren von komfortablen<br />

Funktionen <strong>und</strong> erhöhen die Sicherheit.<br />

<strong>Das</strong> Material<br />

Am häufigsten werden Haustüren aus Kunststoff,<br />

Holz oder Aluminium gefertigt. Holztüren wirken<br />

hochwertig, sie sind aber auch pflegeintensiv <strong>und</strong><br />

können sich im Laufe der Jahre verziehen. Aluminium<br />

ist ein sehr robuster <strong>und</strong> langlebiger Werkstoff,<br />

aber kostenintensiv. Haustüren aus Kunststoff<br />

sind pflegeleicht, langlebig <strong>und</strong> preisgünstig.<br />

Die Dämmung<br />

Türen aus Holz weisen von Natur aus einen guten<br />

Dämmwert auf. Kunststoff <strong>und</strong> Aluminium hingegen<br />

besitzen einen hohen Wärmedurchlassgrad.<br />

Türelemente aus diesen Materialien müssen<br />

deshalb zusätzlich gedämmt werden. Dazu befinden<br />

sich in den Rahmen mehrere mit Luft oder<br />

Dämmstoff gefüllte Kammern. Türen aus Aluminium<br />

brauchen zusätzlich eine thermische Trennung<br />

zwischen Innen- <strong>und</strong> Außenseite, die verhindert,<br />

dass Heizenergie über das Material nach<br />

außen abfließen kann.<br />

Die Widerstandsklasse<br />

Sind Einbrecher nach wenigen Minuten nicht erfolgreich,<br />

brechen sie ihr Vorhaben ab. Wie lange<br />

eine Tür einem Einbrecher <strong>und</strong> seinen Werkzeugen<br />

standhält, zeigen die Widerstandsklassen.<br />

Die Klassen werden von RC 1N (geringer Widerstand)<br />

bis RC 6 (extrem hoher Widerstand) eingestuft.<br />

Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen<br />

empfehlen geprüfte, zertifizierte Türen nach DIN<br />

EN 1627 <strong>und</strong> der höchsten Widerstandsklasse<br />

RC 3 <strong>für</strong> den privaten Bereich. Haustürmodelle<br />

mit einem U-Wert von höchstens 1,3 W/(m²·K)<br />

<strong>und</strong> ab Sicherheitsklasse ab RC 2 werden durch<br />

die KfW-Bank bezuschusst.<br />

* <strong>Das</strong> GEG (Gebäudeenergiegesetz) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts<br />

<strong>für</strong> Gebäude <strong>und</strong> hat zum 01.11.2020 die EnEV (Energieeinsparverordnung) abgelöst.<br />

47


Terrassenbeläge aus<br />

Beton, Keramik oder Naturstein<br />

Da Ihre Terrasse ständiger Bewitterung <strong>und</strong> starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, kann man fest davon ausgehen, dass<br />

früher oder später Beschädigungen am Belag sichtbar werden. Warum ist das so? Je nach Temperatur verändern die Bausubstanzen Ihr<br />

Volumen. Im Sommer kann sich der Terrassenbelag auf bis zu 60° Celsius aufheizen, in der Nacht hingegen kühlt sich die Terrasse stark ab.<br />

Der Belag dehnt sich bei Hitze aus <strong>und</strong> zieht sich bei Kälte zusammen. Diese Bewegung im Material ist selbst <strong>für</strong> fachgerecht verbaute<br />

Terrassen eine große Belastung, die mit der Zeit zu feinsten Rissen führen kann. Durch diese Risse kann dann Wasser in die Bausubstanz<br />

eindringen. Gefriert die eingeschlossene Nässe im Winter, dehnt sie sich aus. Ein Vorgang, der mit der Zeit ausnahmslos alle Materialien<br />

schwächt. Irgendwann ziehen sich größere Risse durch den Bodenbelag, die Terrassenplatten werden von weißen Verfärbungen durchsetzt<br />

oder Feuchtstellen sichtbar. Spätestens dann wird es Zeit zu handeln <strong>und</strong> zu prüfen, ob die Schäden noch ausgebessert werden können oder<br />

eine komplette <strong>Sanierung</strong> der Terrasse, ein Austausch des Belages <strong>und</strong> eventuell sogar des Unterbaus nötig ist.<br />

Bild: KANN<br />

Schäden erkennen, Lösungen finden<br />

Es gibt verschiedene Gründe, die zu Schäden an Platten- oder<br />

Pflasterbelag Schäden führen können. In vielen Fällen kann<br />

vom Schadensbild ein Rückschluss auf die Schadensursache<br />

gezogen <strong>und</strong> dementsprechend die geeignete Maßnahme zur<br />

Lösung des Problems gef<strong>und</strong>en werden.<br />

Ausblühungen <strong>und</strong> Grauschleier<br />

Sieht man bei abtrocknender Feuchtigkeit helle Kränze auf der<br />

Oberfläche der Platten bzw. Fliesen, ist dies ein Indiz <strong>für</strong> Feuchtigkeit,<br />

die in den Belag eindringt. Denn diese hellen Verfärbungen<br />

sind das Resultat von ausgewaschenen Salzen aus Fugen<br />

<strong>und</strong> Untergr<strong>und</strong>, die zurückbleiben, wenn die eingedrungene<br />

Feuchtigkeit verdunstet. Solche Ausblühungen können in der<br />

Regel mit einem speziellen Zementschleierentferner beseitigt<br />

werden. Diesen sollten Sie aber zunächst immer an einer unauffälligen<br />

Stelle testen, um sicherzustellen, dass er sich mit<br />

dem Belag verträgt. Eine Reinigung der Oberfläche beseitigt<br />

aber nur das Symptom <strong>und</strong> bekämpft nicht die Ursache. Um zu<br />

verhindern, dass weiter Wasser in die Unterkonstruktion eindringen<br />

kann, muss der Belag auf defekte Abdichtungen bzw. Risse<br />

in den Fugen überprüft <strong>und</strong> diese <strong>und</strong>ichten Stellen behoben<br />

werden.<br />

Abplatzungen <strong>und</strong> Risse<br />

Wenn im Terrassenbelag Risse aufgetreten sind oder ein Stück<br />

abgeplatzt ist, können diese Schäden mit speziellen Schnellklebeprodukten<br />

oft noch kosmetisch behandelt werden. Gebrochene<br />

Fugen müssen ausgekratzt bzw. mit einem Winkelschleifer<br />

erweitert <strong>und</strong> anschließend neu verfugt werden. Leider ändert<br />

das Ausbessern nichts am Untergr<strong>und</strong> – <strong>und</strong> der ist oft <strong>für</strong> immer<br />

wieder auftretende Risse verantwortlich. Dann ist eine vollständige<br />

Terrassensanierung langfristig sinnvoller.<br />

Bild: Seltra<br />

48


Materialien im Vergleich<br />

Bei der Wahl eines neuen Terrassenbelags geht es in erster<br />

Linie um Geschmack <strong>und</strong> Budget. Sofern Sie sich nicht<br />

<strong>für</strong> eine Holzterrasse entscheiden, stehen drei Alternativen<br />

zur Auswahl: Beton, Naturstein oder Keramik.<br />

Betonplatten sind die günstigste der drei Alternativen <strong>und</strong><br />

in allen denkbaren Farben <strong>und</strong> Formen erhältlich. Durch<br />

spezielle Versiegelungen <strong>und</strong> Oberflächen sind die Platten<br />

pflegeleicht <strong>und</strong> bleiben lange schön <strong>und</strong> widerstandsfähig.<br />

Naturstein-Bodenbeläge sind das edelste, aber auch teuerste<br />

Material. Zudem ist die Verlegung von Natur steinen<br />

sehr anspruchsvoll <strong>und</strong> sollte unbedingt einem Profi überlassen<br />

werden, denn hier besteht ein sehr hohes <strong>und</strong> dementsprechend<br />

teures Fehlerpotenzial. Die spezifischen<br />

Eigenschaften eines Natursteinbelags hängen maßgeblich<br />

von der Gesteinsart <strong>und</strong> dem Oberflächenfinish ab. Als<br />

Platten sind die Steine z. B. mit bruchrauer, sandgestrahlter<br />

oder gebürsteter Oberfläche erhältlich.<br />

Sieht aus wie Naturstein, ist aber Keramik! Durch die Vielfalt der<br />

Farben, die naturgetreue Haptik <strong>und</strong> die detailreichen Dekore sind diese<br />

Platten von der Vorlage aus der Natur fast nicht mehr zu unterscheiden.<br />

Bild: Redsun<br />

Keramische Terrassenplatten sind sehr hart, nehmen<br />

gleichzeitig sehr wenig Wasser auf <strong>und</strong> sind dadurch sehr<br />

langlebig. Durch die heute üblichen rektifizierten Kanten<br />

können die Platten sehr genau <strong>und</strong> mit kleinsten Fugenabständen<br />

verlegt werden. Außer Konkurrenz stehen die<br />

keramischen Beläge, wenn es um die Gestaltungsvielfalt<br />

geht: die Optik von Beton-, Naturstein- oder auch Holzbelägen<br />

wird mit detailgetreuen Dekoren absolut natürlich<br />

nachgeahmt.<br />

Extra starke Keramik-Platten<br />

Um die Verlegung von Terrassenplatten noch einfacher zu<br />

gestalten, gibt es auch pflegeleichte Keramikplatten mit<br />

einer Stärke von 3 cm. Die massiven Platten sind in denselben<br />

Formaten <strong>und</strong> Designs erhältlich wie herkömmliche<br />

2-cm-Keramikplatten, haben aber 50 % mehr Masse, wodurch<br />

das sogenannte „Aufkippeln“ nahezu ausgeschlossen<br />

ist. Außerdem erreichen 3 cm starke Platten eine<br />

2,5-mal höhere Bruchlast als die Standardausführung.<br />

Bild: Osmose<br />

Beton plus Keramik<br />

Eine weitere Alternative bieten neue Verb<strong>und</strong>systeme. Sie vereinen die kratzfeste <strong>und</strong> pflegeleichte Keramik-<br />

Oberfläche mit dem hohen Eigengewicht von Betonplatten <strong>für</strong> eine einfache Verlegung im Splittbett. Damit<br />

bieten die Platten eine hohe Lagestabilität, eine einfache Reinigung <strong>und</strong> eine hohe Resistenz gegen Schimmel,<br />

Moos, Flechten, Algen <strong>und</strong> Grünbelag.<br />

Bauweisen im Vergleich<br />

Neben dem Terrassenbelag müssen Sie sich auch<br />

<strong>für</strong> einen Terrassenunterbau entscheiden, der entweder<br />

eine Betonplatte benötigt oder eine Frostschutzschicht.<br />

Welcher Bodenaufbau in Frage<br />

kommt, hängt vom gewünschten Belag ab, aber natürlich<br />

auch von den Gegebenheiten vor Ort. Existiert<br />

bereits eine Bodenplatte aus Beton, <strong>und</strong> wenn<br />

ja, hat diese das richtige Gefälle? Oder sollen die<br />

Terrassenplatten mit einer Frostschutz- <strong>und</strong> einer<br />

Bettungsschicht auf dem Erdreich verlegt werden?<br />

Ist eine ungeb<strong>und</strong>ene oder eine geb<strong>und</strong>ene Bauweise<br />

sinnvoll? Diese <strong>und</strong> weitere Fragen kommen<br />

zwangsläufig auf, wenn es an die konkrete Planung<br />

der neuen Terrasse geht. Und hierbei gilt: lassen<br />

Sie sich unbedingt von einem Profi beraten, auch<br />

wenn Sie die Arbeiten selbst durchführen möchten!<br />

Denn beim Unterbau gibt es zu viele verschiedene<br />

Optionen <strong>und</strong> demnach zu viele Möglichkeiten, etwas<br />

falsch zu machen, wenn man sich nicht über<br />

alle Faktoren im Klaren ist. Die folgenden Schemen<br />

zeigen drei der möglichen Aufbauarten, um eine<br />

erste Orientierung zu geben. Bei der Entscheidung,<br />

welche Variante in Ihrem Fall die richtige ist, stehen<br />

Ihnen unsere Fachberater gerne zur Seite.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

geb<strong>und</strong>ener Aufbau<br />

5 1<br />

2<br />

6<br />

ungeb<strong>und</strong>ener Aufbau<br />

1<br />

7<br />

2<br />

8<br />

ungeb<strong>und</strong>ener Aufbau mit Stelzlagern<br />

3<br />

3<br />

5<br />

4<br />

6<br />

4<br />

5<br />

7<br />

7<br />

6<br />

9<br />

1 Terrassenplatte<br />

2 Fugenmörtel<br />

3 Haftschlämme<br />

4 Bettungsmörtel<br />

5 Dichtschlämme<br />

6 Betonf<strong>und</strong>ament<br />

7 Erdreich<br />

1 Terrassenplatte<br />

2 Fugensplitt<br />

3 Pflastersplitt<br />

4 Schotterbett<br />

5 Randstein<br />

6 Betonkeil<br />

7 Erdreich<br />

1 Terrassenplatte<br />

2 Stelzlager<br />

3 Betonplatte<br />

4 Unkrautvlies<br />

5 Pflastersplitt<br />

6 Schotterbett<br />

7 Randstein<br />

8 Betonkeil<br />

9 Erdreich<br />

49


Terrassen aus Holz oder WPC<br />

Ständig wechselnde Witterungseinflüsse <strong>und</strong> die oft sehr intensive Alltagsnutzung setzen jeder Holzterrasse über die Jahre stark<br />

zu – unabhängig davon, welches Material verbaut wurde. Natürlich hängt die Lebensdauer der Terrasse stark von der Holzart ab,<br />

mindestens genauso wichtig sind aber ein technisch korrekt ausgeführter Unterbau <strong>und</strong> regelmäßige sachgemäße Pflege. Stimmen<br />

all diese Faktoren, kann eine Holzterrasse ohne weiteres 20 Jahre <strong>und</strong> länger genutzt werden.<br />

Bild: Osmo<br />

Reinigen <strong>und</strong> Aufbereiten<br />

Eine gängige Regel besagt, dass Holzterrassen ca. alle<br />

10 bis 15 Jahre erneuert werden müssen. Was genau<br />

„erneuern“ im Einzelfall bedeutet, ist jedoch sehr unterschiedlich.<br />

Um Holzterrassen von Moosen <strong>und</strong> Algen<br />

zu befreien, hilft oft schon eine Behandlung mit einem<br />

Schrubber <strong>und</strong> geeigneten Reinigungsmitteln. Ein<br />

Hochdruckreiniger hingegen sollte nur in Kombination<br />

mit einem speziellen Flächen- oder Terrassenreiniger<br />

verwendet werden. Der große Wasserdruck reißt sonst<br />

nicht nur die Verschmutzung, sondern auch Späne aus<br />

dem Holz. Zeigen sich an der Terrasse nur oberflächliche<br />

Gebrauchsspuren, Kratzer <strong>und</strong> Rillen, ist es auch<br />

möglich, die Terrasse abzuschleifen – sofern das Terrassenprofil<br />

da<strong>für</strong> geeignet ist. Hierbei ist es wichtig, auf<br />

das gleichmäßige Schleifen <strong>und</strong> Versiegeln der gesamten<br />

Terrassenoberfläche (auch auf eventuell zuvor neu<br />

eingesetzte Dielen!) zu achten, um später eine glatte<br />

Oberfläche zu erhalten.<br />

Zeigen sich großflächige Verschleißerscheinungen,<br />

Fäule oder morsche Stellen am Holz, sollten die Terrassendielen<br />

aber auf jeden Fall ausgetauscht werden<br />

– entweder nur die befallenen Stellen oder die gesamte<br />

Fläche. Einzelne Dielen zu tauschen macht nur<br />

dann Sinn, wenn die Unterkonstruktion noch komplett<br />

intakt ist. Sind aber beispielsweise die Unterkonstruktionshölzer<br />

auch schon teilweise beschädigt, ist ein<br />

kompletter Neuaufbau der Terrasse anzuraten.<br />

Bild: ACO<br />

Terrassenentwässerung<br />

Ein kritischer Punkt jeder Terrasse ist der Anschluss der Fläche an die Hausfassade, bzw. an Terrassentüren.<br />

Gerade in diesem Bereich sollten Sie unter keinen Umständen die Folgen von Starkregen unterschätzen.<br />

Selbst, wenn Ihre Terrasse das richtige Gefälle aufweist, kann das Wasser bei Starkregen oft nicht schnell genug<br />

abfließen. Und angestautes Wasser kann nicht nur Ihre Terrasse beschädigen, es drückt sich auch an der Fassade<br />

hoch <strong>und</strong> kann so in Mauerwerk <strong>und</strong> Wohnräume eindringen. Die Lösung: Fassadenrinnen. Diese lassen sich barrierefrei<br />

verbauen, führen angestautes Wasser zügig ab <strong>und</strong> beugen Schäden zuverlässig vor. Rinnen <strong>und</strong> Abdeckungen<br />

sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich <strong>und</strong> lassen sich sehr harmonisch ins Gesamtbild integrieren.<br />

50


1<br />

2<br />

3 4<br />

5<br />

6<br />

8<br />

Starke Marken <strong>für</strong> Ihr Bauvorhaben<br />

7<br />

9<br />

1. Terrassendielen, 2. Unterkonstruktion, 3. Stelzlager, 4. Betonplatte,<br />

5. Unkrautvlies, 6. Kiesbett, 7. Schotterbett, 8. Randstein, 9. Betonkeil<br />

1<br />

2 3<br />

5<br />

4<br />

6<br />

7<br />

1. Terrassendielen, 2. Unterkonstruktion, 3. Gummipad, 4. Betonplatte,<br />

5. Unkrautvlies, 6. Kiesbett, 7. Schotterbett<br />

Unterkonstruktion<br />

Die Basis jeder Holzterrasse ist die Unterkonstruktion.<br />

Sie fixiert die Dielen <strong>und</strong> sorgt <strong>für</strong> ausreichend Belüftung.<br />

Wie die Unterkonstruktion aufgebaut wird, hängt<br />

von der Untergr<strong>und</strong>beschaffenheit, vom Budget <strong>und</strong><br />

der Dielen- bzw. Holzart ab. Unterkonstruktionshölzer<br />

sind günstig <strong>und</strong> vergleichsweise einfach zu verlegen.<br />

Die Alternative aus Aluminium ist deutlich teuerer, da<strong>für</strong><br />

aber extrem stabil <strong>und</strong> praktisch unendlich haltbar.<br />

Generell sind eine feste, ebene Fläche, ein 2 %-iges<br />

Gefälle sowie ein ausreichender Balkenabstand absolute<br />

Gr<strong>und</strong>voraussetzungen <strong>für</strong> eine langlebige Holzterrasse.<br />

Befestigter Untergr<strong>und</strong><br />

Ist bereits ein fester, ebener Untergr<strong>und</strong> vorhanden,<br />

beispielsweise eine betonierte Bodenplatte, können<br />

die Schienen der Unterkonstruktion einfach verlegt <strong>und</strong><br />

miteinander verschraubt bzw. eingeklickt werden. Um<br />

direkten Bodenkontakt zu vermeiden ist das Unterlegen<br />

von Gummipads ratsam. Sie schützen vor Wasserschäden<br />

<strong>und</strong> entkoppeln die Konstruktion vom Boden.<br />

natürlich besser dämmen<br />

Unbefestigter Untergr<strong>und</strong><br />

F<strong>und</strong>amentsteine werden in gleichmäßigem Raster<br />

auf Splitt oder Sand gesetzt (Punktf<strong>und</strong>ament) <strong>und</strong> mit<br />

Unterkonstruktionshölzern oder -schienen bestückt,<br />

worauf dann die Dielen verschraubt werden. Alternativ<br />

können auch Setzlager aus Kunststoff verwendet werden.<br />

Diese können durch einen Gewindemechanismus<br />

individuell in der Höhe justiert werden. Manche Modelle<br />

sind sogar selbstnivellierend, wodurch Unebenheiten<br />

<strong>und</strong> Gefälle einfach ausgeglichen werden können.<br />

<strong>Das</strong> richtige Dielenmaterial<br />

Bei der Auswahl von Terrassendielen ist die Dauerhaftigkeitsklasse<br />

von entscheidender Bedeutung. In<br />

der DIN Norm EN 350 sind alle gängigen Holzarten<br />

mit ihrer natürlichen Dauerhaftigkeit aufgeführt. Die<br />

Klassen reichen von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht<br />

dauerhaft), wobei die jeweilige Klasse die Haltbarkeit<br />

der Hölzer im Freien beschreibt. Heimische Hölzer<br />

sind umweltfre<strong>und</strong>lich <strong>und</strong> haben im unbehandelten<br />

Zustand eine Haltbarkeit von 10 bis 15 Jahren.<br />

Terrassenbeläge aus hochwertigen Tropenhölzern<br />

haben zwar nicht den besten ökologischen Fußabdruck,<br />

da<strong>für</strong> besitzen sie einen natürlichen Holzschutz,<br />

der sie bis zu 25 Jahre vor Fäulnis schützt.<br />

Die Alternative zu Holz heißt WPC. Der Verb<strong>und</strong>werkstoff<br />

aus Kunststoff <strong>und</strong> recyceltem Holz ist äußerst<br />

pflegeleicht <strong>und</strong> hält als Terrassenbelag 20 Jahre <strong>und</strong><br />

mehr – sofern es sich um ein hochwertiges Markenprodukt<br />

handelt. Die Preise aber auch die Qualität von<br />

WPC-Dielen schwanken erheblich.<br />

Impressum<br />

Herausgeber<br />

EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft<br />

mbH & Co. KG<br />

Auf dem Hohenstein 2<br />

61231 Bad Nauheim<br />

Deutschland<br />

Tel.: +49 6032 805-0<br />

Fax: +49 6032 805-265<br />

www.eurobaustoff.com<br />

Konzeption/Gestaltung<br />

FULLHAUS GmbH<br />

Maxhüttenstraße 12<br />

93055 Regensburg<br />

www.fullhaus.de<br />

Druck<br />

PVA Druck <strong>und</strong> Medien-<br />

Dienstleistungen GmbH<br />

Industriestraße 15<br />

76829 Landau/Pfalz<br />

Garantie- <strong>und</strong> Haftungsausschlussklausel<br />

Die in diesem <strong>Magazin</strong> gezeigten Anwendungsbeispiele <strong>und</strong> Tipps sind<br />

Richtlinien, die auf üblichen Handwerkstechniken beruhen. Alle Angaben,<br />

auch produktbezogene Informationen, basieren auf Vorgaben der<br />

Hersteller. Der <strong>Magazin</strong>verfasser <strong>und</strong> seine an diesem Projekt beteiligten<br />

Subunternehmer schließen jegliche Gewährleistung <strong>für</strong> die im <strong>Magazin</strong><br />

gemachten Angaben aus. Für die Verwendbarkeit von Produkten zu bestimmten<br />

Zwecken sowie <strong>für</strong> das Entstehen von Schäden oder das Auftreten<br />

von Mängeln durch die hier gemachten Angaben <strong>und</strong> Tipps wird<br />

ebenfalls keine Gewährleistung übernommen. Irrtümer, Druckfehler <strong>und</strong><br />

technische Änderungen – soweit sie dem Fortschritt dienen – vorbehalten.<br />

Fotos <strong>und</strong> Abbildungen sind nicht farbverbindlich. Für Druck- <strong>und</strong> Bildfehler<br />

keine Haftung. Nachahmung <strong>und</strong> Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

sind nicht gestattet. EUROBAUSTOFF bedankt sich bei allen Firmen, die<br />

zum Gelingen dieses <strong>Magazin</strong>s, insbesondere durch Verfügungstellung<br />

von Text- <strong>und</strong> Bildmaterial, unterstützend beigetragen haben.<br />

Die auf den Seiten abgebildeten Zubehörteile sind Dekorationsgegenstände<br />

der verschiedenen Lieferanten. <strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong> zeigt lediglich eine<br />

Auswahl an Produkten.<br />

Stand: Oktober 2020<br />

51


Dieses <strong>Magazin</strong> wurde auf Papier<br />

gedruckt, dessen Holzanteil zu mindestens<br />

70% aus FSC-zertifizierten Wäldern<br />

stammt. Der restliche Teil entspricht dem<br />

FSC-Standard Controlled Wood.

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