SemesterJournal 1/07 - MBA Programme der HWR Berlin

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SemesterJournal 1/07 - MBA Programme der HWR Berlin

SemesterJournal

Studium weltweit Raus aus der Abfertigung?

Forschung im Netzwerk

Erstes FHW-Rechtsgespräch Unterrichtsinhalt:

Tagungsorganisation

1/07


Thema:

Trends, Impulse, Perspektiven

Forschung

Veranstaltungen

Rund um’s Studium

In, An, Aus der FHW Berlin

Gleichstellung

Personalia

Aus der Praxis

Alumni

Aus aller Welt

Impressum

Inhaltsverzeichnis

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Früh übt sich Marion Senf-Denker

Studium weltweit Sabine Haller

Potenziale aufdecken Pakize Schüchert-Güler und

Marion Senf-Denker

Online-Bewerbung Michael Sost

Forschung im Netzwerk Bettina Biedermann

Raus aus der Abfertigung? Lena Flohr und Jürgen Müller

Studium duale als Erfolgsmodell Helmut Lück

Erfolgreiche Bilanz zum Tag der Off enen

Tür am FB Berufsakademie Helmut Lück

Erstes FHW-Rechtsgespräch Susanne Meyer

Aktuelle Probleme des Investmentbankings Henrik Schütt

Ausbildung im Sinne der Industrie Andreas Schmietendorf

Zwei Masterstudenten berichten

über ihre Erfahrungen Michel Fraire und

Derrick Tawah Ngwa

Kundenbindung: Geschäft sbeziehungen

im B2B-Marketing Christian Bleis

50 % Kurssteigerungen und Milliardengewinne

Anja Fröhlich

Ein Jahr als AStA-Vorsitzender Benjamin Storm

Blick nach vorn – die neue AStA-

Vorsitzende stellt sich vor Karin Setzpfandt

AJAX – Rasante Webanwendungen Jörg Balla, Eric von Czapiewski

und Tom Stuckatz

Erweiterte Recherchemöglichkeiten

im Bereich Zeitschrift en Cornelia Rupp

„Verdienen Manager, was sie verdienen?“

Unterrichtsinhalt: Tagungsorganisation Miriam Beblo, Andrea-Hilla Carl

und Heike Wiesner

Chancengleichheit verwirklichen Viola Philipp

Balance der Geschlechter Manuela Tautz

Neu berufen

Neue Mitarbeiterinnen

Im Land der aufgehenden Sonne Benjamin Querner

Alumni-Netzwerk am

Fachbereich Berufsakademie Silke Knoll

Wer liebt wen mehr? Peter Siewert

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04 Thema: Trends, Impulse, Perspektiven

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07

Thema: Trends, Impulse, Perspektiven

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Früh übt sich

Neu an der FHW Berlin: Mit dem Juniorstudium ab der 11. Klasse studieren und anschließend mit dem (Fach-)Abitur direkt in

das zweite Semester einsteigen

Bereits im Juli 2004 gab es eine Anfrage

der Senatsverwaltung für Bildung,

Wissenschaft und Forschung, welche

Anstrengung Berliner Hochschulen unternehmen,

um den KMK-Beschluss

„Übergang Schule / Hochschule: Anerkennung

der Studien- und Prüfungsleistungen“

umzusetzen.

Manchmal dauern die Vorarbeiten ein

bisschen länger. Dafür hat die FHW

Berlin jetzt als einzige Berliner Hochschule

ein Programm, das die Juniorstudierenden

in einem Studiengang

über einen längeren Zeitraum begleitet

und ihnen ermöglicht, bereits während

der Schulzeit das Pensum eines ersten

Studiensemesters zu erledigen.

Mit dem Sommersemester 2007 wurden

Schülerinnen der Kläre-Bloch-Schule

als erste Juniorstudierende der FHW

Berlin immatrikuliert.

Leistungsstarke Jugendliche gewinnen

Das Juniorstudium richtet sich an leistungsstarke

und hochmotivierte Schüler/innen,

die noch zeitliche Reserven

haben, um sich schon während der

Schulzeit ihrem beabsichtigten Studiengang

zu widmen. Wer ein Juniorstudium

beginnt, besucht 2–3 Lehrveranstaltungen

während eines Semesters aus

dem Studiengang „Business Administration“

(Betriebswirtschaft slehre).

Schüler/innen können so ab der 11.

Klasse prüfen, ob sie später weiter BWL

studieren möchten. Zusätzlich haben sie

die Möglichkeit, schon vor allen anderen

Schülern Hochschulluft zu schnuppern.

Mit dem Erlangen des Abiturs bzw. Fachabiturs

können sich die Juniorstudierenden

dann gleich für das zweite Semester

bewerben und kostbare Zeit sparen.

Ein Vorteil für die Hochschule liegt darin,

besonders begabte Schüler/innen

schon frühzeitig an die Hochschule zu

binden. Außerdem entspricht dies auch

dem Bildungsauft rag, sich um die Förderung

leistungsstarker Jugendlicher zu

kümmern. Jugendliche, die sich in der

Schule unterfordert fühlen, erhalten

hier den richtigen Rahmen für ihr Entwicklungspotenzial.

Zwei der drei ersten Juniorstudentinnen: Solveig Hoffmann (li.) und Karina Kluge (re.)

Foto: FHW Berlin/Ute Hechtner

Nähere Informationen zum Juniorstudium

erteilt Marion Senf-Denker

Telefon: +49 (0)30 85789-254

E-Mail: studinfo@fhw-berlin.de

Der Einstieg ins Juniorstudium

Für die erste Aufnahmerunde wurden

vorwiegend Schulen in der Umgebung

der FHW Berlin angesprochen und gebeten,

leistungsstarke Schüler/innen

auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Zum Wintersemester 2007/08

wird die Hochschule verstärkt an die

Berliner Schulen herantreten, um noch

eine bessere Resonanz zu bekommen.

Für das Sommersemester 2007 hat eine

Schule das Angebot wahrgenommen:

Wir gratulieren wir den ersten drei

Schülerinnen der Kläre-Bloch-Schule

zur Aufnahme ihres Studiums an der

FHW Berlin und wünschen ihnen viel

Erfolg!

Da das Studium für die Teilnehmenden

Schulzeit bedeutet, entscheidet die

Schule über den Zugang zum Studium

bei der Einhaltung unserer Kriterien

(gute Noten, Englischkenntnisse, etc.)

und beobachtet den weiteren schulischen

Verlauf. Falls Schwierigkeiten

beim normalen Unterricht auft auchen,

entscheidet die Schule über die Weiterführung

des Studiums.

Für das Wintersemester soll das Juniorstudium

auf alle Studiengänge ausgedehnt

werden.

Marion Senf-Denker

Studium weltweit

Neuer Bachelor-Studiengang International Business Management

Seit vielen Jahren hat sich die FHW Berlin

die Internationalität auf ihre Fahnen

und in ihre Mission geschrieben. Bereits

1990 wurde der deutsch-britische Studiengang

International Business (vormals

European Business Administration)

als einer der ersten dieser Art eingeführt

und ist bis heute deutschlandweit

sehr gefragt. In den neunziger

Jahren folgten drei internationale MBA-

Aufb austudiengänge und mit Anfang

des neuen Jahrtausends der deutschfranzösische

Studiengang Management

International in Kooperation mit der

ESCE Paris sowie internationale Master-

Studiengänge. Parallel dazu wurden

die internationalen Hochschulpartnerschaft

en sukzessive ausgebaut, sodass

die FHW Berlin heute über ein weltweites

Netz von mehr als 60 Kooperationspartnern

auf mehreren Kontinenten

verfügt.

In diesem Jahr wird die Hochschule

nochmals um ein internationales Angebot

reicher. Im Herbst 2007 startet erstmals

der neue Bachelor-Studiengang

International Business Management

(IBMAN). Angesprochen werden damit

sehr international orientierte Interessenten,

die mobil und bereit sind,

einige Zeit im Ausland zu verbringen.

Der Studiengang IBMAN zeichnet sich

dadurch aus, dass er durchgängig in

englischer Sprache unterrichtet wird.

Diese Voraussetzung macht es leichter,

auch Studierende aus anderen Ländern

dafür zu gewinnen, sodass sich die Kohorte

von 35 Studierenden international

zusammensetzen wird. Die Regelstudienzeit

umfasst acht Semester. Den ersten

Studienabschnitt (drei Semester) verbringen

alle an der FHW Berlin, ebenso

das vierte Semester. Ab dem fünft en

Semester geht es dann in aller Herren

Länder hinaus. Zwei Th eoriesemester

im Ausland sollen die Studierenden an

einer ausländischen Partnerhochschule

absolvieren. Dazu kommt ein halbes

Jahr Praktikum im Ausland oder in

einem internationalen Unternehmen.

Erst zum letzten Semester, wenn die

Abschlussarbeit ansteht, werden die

Studierenden, um interkulturelle Erfahrungen

bereichert, sich wieder in der

FHW Berlin zusammenfi nden.

Doch die Plätze an der FHW Berlin bleiben

während des Auslandsaufenthaltes

nicht leer. Da jedes Semester so viele

Studierende in die Welt hinausgeschickt

werden, erwarten wir auch mehr Studierende

der Partnerhochschulen bei uns.

Bisher stellten mangelnde Deutschkenntnisse

ihrerseits und zu wenig Lehrveranstaltungen

auf Englisch unsererseits

eine Barriere dar. Künft ig wird es einen

kompletten Bachelor-Zug in englischer

Sprache geben. Ein Teil der Kurse wird

mit den regulären Bachelor-Studierenden

gemeinsam durchgeführt, sodass

auch diese von der steigenden Internationalität

profi tieren.

Sprachkenntnisse spielen im Rahmen

eines internationalen Studiengangs eine

große Rolle. Sehr gute Englischkenntnisse

sind eine Mindestvoraussetzung.

Zusätzlich werden ausbaufähige Grundkenntnisse

einer zweiten Fremdsprache

– Französisch, Spanisch, Chinesisch

oder Russisch – erwartet. Diese sollen

während des Studiums weiter vertieft

werden. Ziel ist es, dass die Absolvent/

innen durch Sprachkurse und Auslandsaufenthalt

bei Abschluss des Studiums

zwei Fremdsprachen – Englisch und

eine weitere – fl ießend sprechen.

Mit einem Bachelor-Abschluss, sehr

guten Fremdsprachenkenntnissen und

umfassenden Auslandserfahrungen

werden die Absolventen dann gut gerüstet

sein für einen Einstieg in ein internationales

Unternehmen oder eine

multinationale Organisation.

Sabine Haller

Fünf Sterne für die FHW

Berlin

Die aktuelle Studie zum Praxisbezug

von Bachelorstudiengängen zeichnet

die FHW Berlin aus: Nach der Prüfung

von 372 Studiengängen der

Universitäten und Fachhochschulen,

die deutschlandweit den Bachelor als

akademischen Abschluss anbieten,

wurden der FHW Berlin mehrere

Spitzenplätze verliehen.

Der kooperative Studiengang Betriebswirtschaft

(in Zusammenarbeit mit

Siemens) und der duale Studiengang

International Business Administration

bekamen die Höchstwertung von

fünf Sternen – eine Auszeichnung,

die nur 13 Studiengänge aus den

Bereichen Wirtschaft swissenschaft en

und Ingenieurwesen erhielten. Weitere

neun Studiengänge der Hochschule

bekamen vier Sterne, wodurch

die FHW Berlin im bundesweiten

Vergleich der Wirtschaft sstudiengänge

den führenden Platz einnimmt.

Die Studie wurde vom Arbeitskreis

Personalmarketing beim Centrum

für Hochschulentwicklung (CHE) in

Auft rag gegeben.


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Thema: Trends, Impulse, Perspektiven SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07

Thema: Trends, Impulse, Perspektiven

Neues Mentoringprogramm zur Verbesserung der Situation und Chancen von ausländischen

Studierenden

Potenziale aufdecken

Während des Studiums und beim Übergang

in das Berufsleben schenken die

Hochschulen einer großen Gruppe von

Studierenden, die gerade in Berlin häufi

g anzutreff en ist, bisher noch viel zu

wenig Aufmerksamkeit: Studierenden

mit Migrationshintergrund.

Im Sommersemester 2006 waren von

4.891 Studierende an der FHW Berlin

543 Ausländer (Bildungsinländer und

-ausländer). Es gibt keine Zahlen darüber,

wie viele davon einen Migrationshintergrund

haben.

Es fällt auf, dass die interkulturelle

Kompetenz dieser Studierenden an der

Hochschule nicht genutzt wird, ja dass

sie selbst sich dieser Fähigkeit oft nicht

bewusst sind. Die Kommunikation der

Studierenden mit Migrationshintergrund

ist mit der eigenen ethnischen

Gruppe intensiver als mit den deutschen

Studierenden – es gibt deutliche

Berührungsängste während des Studiums.

Studierende mit Migrationshintergrund

wohnen häufi ger bei ihren

Eltern. Bildungsausländer stammen zu

2/3 aus Familien mit niedrigen sozialen

Stärken und wählen häufi g ein Studium

der Ingenieur- oder Wirtschaft swissenschaft

en, sind also besonders an unseren

Studiengängen interessiert.

Warum sollte die FHW Berlin ein „Migrationsprogramm“

aufl egen?

Die durchschnittliche Fachsemesteranzahl

bis zum Abschluss des Studiums

ist bei Migranten auff allend

höher als bei Nichtmigranten.

Der Notendurchschnitt bei Studierenden

mit Migrationshintergrund ist

signifi kant schlechter.

Diese Studierenden wenden deutlich

mehr Zeit für die Stellensuche auf

und müssen sich häufi ger bewerben.

Das lässt sich ändern. Migrant/innen

Informationen zum Mentoringprogramm

erteilen:

Marion Senf-Denker

Telefon: +49 (0)30 85789-254

E-Mail: studinfo@fhw-berlin.de

Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler

Telefon: +49 (0)30 85789-441

E-Mail: psg@fhw-berlin.de

sollen mit Hilfe des Mentoringprogramms

an der FHW Berlin von Anfang

an unterstützt und gefördert werden,

damit sie ihre sprachlichen und

interkulturellen Ressourcen und Kompetenzen

ausbauen und ihre Schwächen

rechtzeitig beseitigen können.

Die Mentoren rekrutieren sich aus erfolgreichen

Unternehmer/innen und

Absolvent/innen mit Migrationshintergrund

sowie Studierenden aus fachhöheren

Semestern.

Ziele des Projektes

Für die Studierenden

das Karrierevorhaben der Teilnehmer/innen

stärken und ihre Karriere-

planung fördern

auf das Berufsleben vorbereiten

(außerfachliche Qualifi kationen)

Netzwerke aufb auen

Kommunikationsbarrieren abbauen

das „Selbst-Marketing“ verbessern

Für die Hochschulen und Mentoren/

Unternehmen:

das Potenzial der Studierenden mit

Migrationshintergrund besser nutzen

Mentoring als Instrument der Chancengleichheit

verwenden

eine erfolgreiche Maßnahme der

Integrationspolitik einführen

für migrationsspezifi sche Aufstiegsbarrieren

sensibilisieren.

Pakize Schuchert-Güler

Marion Senf-Denker

Neu zum WS 2007/08:

Online-Bewerbung

Campus-Management-System, Blended Learning, Web Service sind seit geraumer Zeit Schlagworte, mit denen sich eine Hochschule

auseinandersetzen muss. Sie sind vor allem untrennbar verwoben mit einer innovativen Informationstechnik. Mit der

Online-Bewerbung erreicht die FHW Berlin nun einen weiteren Meilenstein in der Umsetzung ihrer Internet-Präsentation.

Die FHW Berlin beschäft igt sich seit

einiger Zeit mit einer neuen Generation

von (Verwaltungs-)Diensten. Diese

Dienste richten sich entweder an bereits

immatrikulierte Studierende, die nach

diversen Informationen, die ihr Studium

betreff en, recherchieren, oder an zukünftige

Studierende, die den Zugang zur

Hochschule suchen. Das gemeinsame

Merkmal all dieser Services ist ihre

Fähigkeit, sich im Web darzustellen.

Damit sind die allgemeinen Verwaltungsdienste

zunehmend entkoppelt von Ort

und Zeit. Studierende und Bewerber

können sich rund um die Uhr und von

jedem Standort (soweit ein Internet-

Zugang verfügbar ist) mit ihrer Hochschule

in Verbindung setzen.

Campus4u

Bisher richteten sich zahlreiche neue

Web Services, die mit Begeisterung aufgenommen

wurden, an die Studierenden.

Dazu gehören insbesondere die Dienste,

die über die Campus-Management-

Plattform „Campus4u“ angeboten werden.

Der Diensteumfang dieser Plattform

wird sich in den kommenden

Semestern noch erhöhen. Ergänzt wird

dieses Spektrum nun zum WS 2007/08

um die Funktion der Online-Bewerbung.

Für das kommende Wintersemester

können Bewerber für die Bachelor-

Studiengänge über eine Web-Schnittstelle

ihre Daten selbständig eintragen.

Damit wird der gesamte Vorgang der

Immatrikulation deutlich verkürzt. Die

Folge ist eine schnellere Zusage, da das

Immatrikulationsbüro von der aufwendigen

Dateneingabe für jeden Bewerber

entlastet wird und sich stärker der Begutachtung

der Bewerbungsunterlagen

widmen kann.

Das IT-Zentrum hat durch das Campus4u-Projekt

schon umfangreiche Erfahrungen

mit Web-gestützten Service-

plattformen sammeln können und ist

sich daher sicher, dass auch die Online-

Bewerbung ein Erfolg wird. Ganz entscheidend

für den Erfolg solcher Dienste

ist eine einfache und schnell verständliche

Benutzerschnittstelle. Der Anwender

soll nicht mit der Komplexität des

gesamten Immatrikulationsverfahrens

konfrontiert werden, sondern nur mit

den für seine Zwecke notwendigen Informationen.

07

Die eigentliche Datenverarbeitung fi ndet

im Hintergrund auf den Servern

des IT-Zentrums statt. Damit die Online-Bewerbung

und alle anderen Webgestützten

Dienste weiterhin so einfach

zu bedienen sind, setzen sich die Mitarbeiter

des IT-Zentrums ständig mit den

neuesten Entwicklungen in der IT auseinander.

Für Innovationen fi nden Sie daher

hier stets ein off enes Ohr.


08 Thema: Trends, Impulse, Perspektiven SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07

Forschung

09

Wichtige Informationen zur Online-

Bewerbung

Das Verfahren wird ab dem WS

2007/08 für die folgenden Studiengänge

angewendet:

Business Administration

Economics

Wirtschaft sinformatik

Wirtschaft srecht

Unternehmensgründung und

-nachfolge

International Business Management

Alle Interessenten erreichen das Online-

Verfahren über die Serviceplattform

Campus4u (campus4u.fhw-berlin.de).

Zum Startzeitpunkt des Bewerbungsverfahrens

werden auf der Homepage

der FHW Berlin weitere Hinweise geschaltet.

Das Verfahren ist selbsterklärend und

liefert den Bewerbern alle Informationen,

die für eine erfolgreiche Durchführung

ihrer Bewerbung notwendig

sind. Zu beachten ist auf jeden Fall,

dass man

am Ende der Online-Bewerbung eine

Bewerbungsnummer erhält, die beim

Einreichen der schrift lichen Bewer-

bungsunterlagen im Immatrikulationsbüro

unbedingt angegeben werden

muss

auch online einen ersten Studien-

wunsch (Hauptantrag) und einen

zweiten Studienwunsch (Hilfsantrag)

angeben kann.

Da das Online-Verfahren für die oben

genannten Studiengänge bindend vorgeschrieben

ist, benötigen alle Bewerber

einen Internet-Zugang.

Michael Sost

Glossar

Mit Campus-Management-System

wird eine DV-Plattform bezeichnet,

die die diversen Verwaltungsdienste

einer Hochschule integriert und sie

dem Nutzer transparent als Selbstbedienungsfunktionen

anbietet.

Mit dem Begriff Blended Learning

bezeichnet man die integrierte

Lernform von Präsenzveranstaltung

und E-Learning.

Über Web Services werden die

Ressourcen eines DV-Systems (hier:

Campus-Management-System)

„on-demand“ zur Verfügung gestellt.

Forschung im Netzwerk

Gemeinschaftliche Aktivitäten mit den UAS7-Hochschulen

Am 6. März fand an der FHW Berlin

das Treff en der UAS7-Arbeitsgruppe

„Forschung“ statt. Die Prorektoren und

Vizepräsidenten für Forschung sowie

die Forschungsreferenten der Fachhochschulen

Münster, Osnabrück, Köln,

München, der Hochschule Bremen, der

Hochschule für Angewandte Wissenschaft

en Hamburg sowie der Fachhochschule

für Wirtschaft Berlin trafen sich

zum sechsten Mal, um über gemeinsame

Forschungsstrategien zu beraten.

Das Konsortium UAS7 (eine Abkürzung

für die sieben „Universities of Applied

Sciences“) wurde ursprünglich gegründet,

um die Zusammenarbeit dieser

Hochschulen im Hinblick auf Internationalisierung,

insbesondere in der

Kooperation mit US-amerikanischen

Hochschulen sowie der Vermarktung

von international ausgerichteten Studienangeboten

in den USA zu stärken.

Gemeinsame Sommeruniversitäten

und Masterstudiengänge sollen den

Austausch von Studierenden und Lehrenden

intensivieren.

Im April 2005 haben Vertreter der sieben

Fachhochschulen zu diesem Zweck

ein Verbindungsbüro in New York eröff

net. Die Zusammenarbeit in der

Foto: FHW Berlin/Christian Kretke

UAS7-Gruppe beschränkt sich allerdings

mittlerweile nicht mehr nur auf

das Gebiet der Lehre, sondern hat sich

auf weitere Arbeitsgebiete der beteiligten

Hochschulen ausgeweitet. So konnte

an der HAW Hamburg in diesem Jahr

ein „UAS7-Tag“ stattfi nden, der über

Kooperationen auf der Ebene der Präsidenten,

der Kanzler, der International

Offi ces und auch der Forschung informierte.

Die Strategie innerhalb der Arbeitsgruppe

„Forschung“ ist darauf angelegt,

das Netzwerk UAS7 mit seinen vielfältigen

Fachdisziplinen im Hinblick auf

mögliche Forschungskooperationen zu

nutzen. Die gemeinschaft lichen Aktivitäten

beinhalten beispielsweise die Initiierung

von Forschungskooperationen,

die im letzten Jahr im April/Mai mit

der Durchführung von strategischen

Forschungsworkshops begonnen wurde.

An allen sieben Mitgliedhochschulen

fanden Workshops, unter anderem

zu den Th emen „Energie und Umwelt“

(Köln), „Informations- und Kommunikationstechnologie“

(Osnabrück) oder

„Sozial-, Wirtschaft s- und Geisteswissenschaft

en“ (Berlin), statt.

Insgesamt haben 234 Wissenschaft ler/

innen der Mitgliedhochschulen Interesse

an Forschungskooperationen gezeigt;

137 Forscher/innen haben an den

Veranstaltungen teilgenommen. Die

Veranstaltungen dienen dem Aufb au

eines Partnernetzwerkes und der Bildung

von UAS7-Forschergruppen. Zur

weiteren Beratung für Forschungskooperationen

wurde vom Konsortium

ein zentrales Coaching-Angebot für

die Forschergruppen eingerichtet, das

über die Möglichkeiten im 7. Rahmenprogramm

der EU informiert, mit dem

europaweit Forschungsprojekte gefördert

werden, und das die Forscher/innen

auch während der Antragsphase

unterstützt.

Der Arbeitskreis UAS7-Forschung dient

zudem dem Austausch der Mitgliedshochschulen

untereinander. So standen

auf dem Treff en in Berlin die unterschiedlichen

Anreizstrukturen für die

Förderung der Forschungsleistungen

an den einzelnen Hochschulen auf der

Tagesordnung. Ein wichtiges Ergebnis

des Treff ens war, dass mehrere Hochschulen

des Konsortiums ihren Forscher/innen

im Rahmen der W-Besoldung

Forschungszulagen gewähren.

Darüber hinaus spielen die Forschungsleistungen

der Bewerber/innen in den

Berufungsverfahren eine entscheidende

Rolle. Die Einrichtung von Forschungspools

ermöglicht es einigen der beteiligten

sieben Fachhochschulen, ihren Forscher/innen

eine Anschubfi nanzierung

zur Erstellung von Drittmittelanträgen

zu fi nanzieren oder nach erfolgreicher

Einwerbung von Drittmitteln die Antragsteller

in Form von Lehrentlastung

zu unterstützen oder sogar durch Mitarbeiter

zu entlasten. Beim nächsten

Treff en des UAS7-Arbeitskreises Forschung

in München sollen die Wirksamkeit

und die Durchführbarkeit der

einzelnen Anreize evaluiert werden.

Bettina Biedermann

Foto: FHW Berlin/Christian Kretke


10 Forschung

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07

Forschung

11

Raus aus der Abfertigung?

Auswirkungen der Deregulierung von Bodenverkehrsdiensten an deutschen Flughäfen

Der ehemals streng regulierte Luft verkehr

wird bereits seit über zwei Jahrzehnten

von der EU liberalisiert. Bis

Mitte der neunziger Jahre waren davon

jedoch nur die Fluggesellschaft en betroff

en. Durch die EU-Richtlinie zur

Öff nung des Marktes der Bodenverkehrsdienste

im Jahr 1996 unterliegen

nun auch die Flughäfen den Auswirkungen

der Deregulierung. Haupttreiber

dieser Marktöff nung waren die bereits

im vollen Wettbewerb stehenden

Airlines, die sich über zu hohe Abfertigungspreise,

vor allem im Bereich der

Flugzeug- und Gepäckabfertigung, beschwerten.

Aus Sicht der Flughäfen

wurden die Ziele der EU-Richtlinie

durch einen erhöhten Wettbewerb und

durch um ca. 30 % gesunkene Preise

jedoch bereits erfüllt. Die vorgesehene

Verschärfung der EU-Richtlinie Anfang

des Jahres wurde deshalb auch vorerst

verschoben. Unabhängige Drittanbieter,

die in diesen Markt drängen, sowie die

Abhängigkeiten im BVD-Markt (Quelle: Lena Flohr 1 )

Sicherung der Wettbewerbsposition

durch

Kostensenkungen

in steigendem Wettbewerb stehenden

Fluggesellschaft en fordern jedoch eine

weitergehende Liberalisierung.

Unter den Bodenverkehrsdiensten, BVD,

(engl. Ground Handling) sind vor allem

die Abfertigung der Flugzeuge sowie

des Transportgutes (Personen, Fracht,

Post) zu verstehen. Die Passagierabfertigung

wird zumeist von den Airlines

selbst vorgenommen (Selbstabfertiger).

Gerade in Deutschland fertigten vor

der Liberalisierung die Flughäfen bzw.

deren Tochterunternehmen das Gepäck

sowie die Flugzeuge exklusiv ab. Auf

Grund der Marktöff nung nimmt nun

der Marktanteil unabhängiger Abfertigungsdienstleister

zu (Drittabfertiger),

die Preise und Löhne fallen.

Im GAP-Unterprojekt „Ground Handling“

führten wir vor diesem Hintergrund

eine Umfrage an den deutschen

Flughäfen sowie mit unabhängigen

Preisdruck

(BVD-Gebühren etc.)

Drittabfertigern und der für die Arbeitnehmer

zuständigen Gewerkschaft Ver.di

durch, welche in zwei Diplomarbeiten

mündeten. Hierbei interessierten uns

vor allem die nachfolgenden Fragen:

Welche Auswirkungen hat die

Liberalisierung auf Kosten, Preise,

Rentabilität und Qualität der

Bodenverkehrsdienste? Wie ist

davon das Personal betroff en?

Die Flughäfen und deren Eigner sowie

das Abfertigungspersonal gehen als

Verlierer aus dem Wettbewerb hervor;

gewonnen haben durch die niedrigeren

Abfertigungspreise, wenn auch eher indirekt,

die Fluggäste und Frachtkunden.

Die Marktanteile der Flughäfen sind in

den letzten Jahren um einiges gefallen,

allerdings ergeben sich trotz der Kosteneinsparungsprogramme

bei einigen Flughäfen

noch immer hohe Verluste. Der

durchschnittliche Branchenlohn ist

Liberalisierung Airline Flughafen BVD-Agent

Kundenbindung

abhängig von Abfertigungsqualität

des BVD-Agenten

Preisdruck

(Lizenzvergabe an unabhängige

Drittabfertiger)

Benötigen Abstellfl ächen,

Büros, Infrastrukturanlagen

zur Gewährleistung der

Abfertigungsqualität

Bodenverkehrsdienste umfassen die Abfertigung der Flugzeuge und des Transportgutes

gesunken, besonders bei den neuen Wettbewerbern.

Die steigenden Anforderungen,

vor allem hinsichtlich kürzerer

Abfertigungszeiten der Low-Cost-Carrier,

erhöhen den Leistungsdruck; sie führen

zu mehr Arbeitszeitfl exibilisierung und

einer Erhöhung von Zeitarbeit.

Welche Strategien verfolgen Flughäfen

auf der Suche nach einer

effi zienteren Unternehmensform?

An nahezu allen Flughäfen wurden in

diesem Bereich als Folge des Drucks

der Fluggesellschaft en und der EU gezielte

Sanierungsprogramme durchgeführt,

vor allem durch Ausgliederungen

in 100-%ige Tochtergesellschaft en, durch

die zumeist günstigere und fl exiblere

Tarifverträge verhandelt wurden. Gegenüber

unabhängigen Drittabfertigern

haben die Flughäfen jedoch noch immer

Wettbewerbsnachteile, wie höhere Personalkosten

durch historische Tarifbindung,

unfl exiblere Strukturen und

die wirtschaft lichen und politischen

Interessensunterschiede der staatlichen

Anteilseigner, welche eine stringente

Strategieumsetzung bei der Sanierung

erschweren. Wir vermuten deshalb, dass

die Flughäfen sich zukünft ig aus diesem

Markt zurückziehen werden. Aus sicherheitspolitischen

und qualitätssichernden

Gründen ist jedoch eine bleibende

Minderheitsbeteiligung der Flughäfen

am Abfertigungsgeschäft wahrscheinlich.

Wer wird langfristig den Markt der

Bodenverkehrsdienste beherrschen?

Abfertigungsleistungen eignen sich heute

besonders gut für globale Netzwerkanbieter,

da ihr Angebot an mehreren Flughäfen

gleichzeitig Kostenvorteile und

Synergien erzeugt und sie bei der Erschließung

und Sicherung von Kunden

potenzielle Wettbewerbsvorteile haben

(wachsende Netzwerke der Airline-

Allianzen). Langfristig werden deshalb

vermutlich regional und global aufgestellte

unabhängige Drittabfertiger den

Markt erobern. Auch die Fluggesellschaft

en werden, wie im Ausland (und

beim Check-in), zunehmend Selbstabfertiger

werden. Sicher im Luft verkehr

ist jedoch nur eins: Der Bedarf an Veränderung!

Lena Flohr

Jürgen Müller

1 Diplomarbeit von Lena Flohr: Deregulierung

von BVD an deutschen Flughäfen,

Berlin, 2007. Eigene Darstellung.

German Airport

Performance (GAP)

Auch zukünftig wollen wir im Rahmen

des GAP-Projektes in Kooperation

mit Flughäfen, Drittabfertigern

und Airlines weitere Forschungen

zu diesem Thema betreiben. Für

weitere Informationen zu der Umfrage

können Sie auf Anfrage die

schriftliche Ausarbeitung einsehen.

Bei Interesse an einer Mitarbeit

in GAP kontaktieren Sie bitte Prof.

Jürgen Müller.

E-Mail: jmueller@fhw-berlin.de

Foto: Alexander Girbig/pixelio.de


12 Veranstaltungen

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07

Veranstaltungen

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Studium duale als Erfolgsmodell

Der FB Berufsakademie feiert die erfolgreiche Akkreditierung aller Studiengänge

Als 2003 das Berliner Parlament die

Integration der Berufsakademie in die

Fachhochschule für Wirtschaft Berlin

beschloss, erhofft e die Politik einen

doppelten Eff ekt: Die besonderen Merkmale

und Vorteile des dualen Studiums

sollten erhalten bleiben, zugleich aber

Probleme, die aus der fehlenden Durchlässigkeit

zum Hochschulsystem entstanden

waren, beseitigt werden. Heute,

nach dreieinhalb Jahren, kann man

sagen: Es ist gelungen. Die Rechnung

„ist aufgegangen“.

Markanter Beleg für diese günstige Entwicklung

ist die erfolgreiche Akkreditierung

aller Studiengänge des Fachbereichs

Berufsakademie. Dabei war viel

Arbeit zu leisten, die von der Erfahrung,

der Kompetenz und den Ressourcen

der gesamten Hochschule profi tiert hat.

Das Ergebnis ist ebenso überraschend

wie anspruchsvoll: Den dualen Studiengängen

ist bei der Akkreditierung

nicht nur „Gleichwertigkeit“ attestiert

worden, sondern sie sind deutlich höher

als herkömmliche Studiengänge

bewertet worden. Das ist natürlich ein

ein großer Erfolg. Der Fachbereich Be-

Die Höherbewertung der dualen Studiengänge sei „ungewöhnlich, aber begründet“, so

Staatssekretär Husung

rufsakademie hat deshalb zum Tag der

Off enen Tür am 8. März Vertreter der

politischen und der Hochschulöff entlichkeit,

vor allem aber Verantwortliche

der kooperierenden Wirtschaft sunternehmen

eingeladen, um diese erfreuliche

Entwicklung gebührend zu feiern.

Motto des Tages: „Studium duale als

Erfolgsmodell“.

Foto: FHW Berlin/Christiane Brinkmann

Anerkennung des Staatssekretärs

Das Motto hätte „nicht treff ender formuliert

werden können“, meinte Dr.

Hans-Gerhard Husung, Staatsekretär

für Wissenschaft und Forschung, in

seinem Grußwort. Denn das Urteil der

Agentur für Qualitätssicherung durch

Akkreditierung von Studiengängen

(AQAS e. V.) – 210 Credits für sechs

Semester – sei „ungewöhnlich, aber begründet“.

„Das Studium ist als Intensivstudium

konzipiert, das es ermöglicht,

das an anderen Hochschulen angebotene

Pensum für einen Bachelorabschluss

von 210 Credits in sechs Semestern zu

absolvieren“, zitiert Staatssekretär Husung

aus dem Bericht der AQAS. Dies

werde durch die Einbeziehung der an

der Ausbildung beteiligten Betriebe in

das Studium bzw. die Erweiterung des

Studiums auf intensiv betreute praktische

Ausbildungsphasen nicht nur angestrebt,

sondern auch erreicht.

„Die enge Verbindung von theoretischer

und praktischer Ausbildung ist der Kern

dieser Form der dualen Ausbildung,

und damit des Erfolges dieses Modells“,

Foto: FHW Berlin/Christiane Brinkmann

betonte der Staatssekretär. Das unterscheide

sie von der Ausbildung an der

Universität. Schon 1815, bei der Gründung

des Wiener Polytechnikums habe

die Befürchtung obenan gestanden,

dass sie nur „gelehrt“ wären. Die Wissenschaft

habe aber nicht als Selbstzweck

dienen sollen. Die Polytechnika

haben sich als „bürgerliche Hochschulen“

mit praktischen Zwecken von den

gelehrten Universitäten deutlich unterscheiden

sollen.

Trotzdem solle keinesfalls auf die wissenschaft

liche Fundierung verzichtet

werden. Schon Leonardo da Vinci habe

gewusst: „Diejenigen, die sich für Praxis

ohne Wissen begeistern, sind wie

Seeleute, die ohne Steuer und Kompass

ein Schiff besteigen, und nie ganz sicher

sind, wohin sie fahren.“ Deshalb, so

der Staatsekretär, habe die Akkreditierungskommission

auch die Fachverantwortlichen

gemahnt, darauf zu achten,

dass die Ausbildung in der Praxisphase

auf die Berufsfähigkeit und nicht nur

auf die Vermittlung berufspraktischer

Fähigkeiten ausgerichtet ist.

Gute Erfahrungen der Bahn AG

Diese Warnung des Hochschulpolitikers

fand durchaus positives Echo bei

den Wirtschaft vertretern. Eine Ausbildung

und ein Studium nur „on the

job“ würden sie als Partner des dualen

Systems gar nicht suchen, meinte auch

Dr. Matthias Aft ing, Leiter Personal-

und Bildungsstrategie der Deutschen

Bahn AG. Das könne die Wirtschaft

selber. Im Sinne der Nachhaltigkeit sei

das Unternehmen aber sehr daran

interessiert, sich an Bildungsprojekten

zu beteiligen, die weit in die Zukunft

reichten, ihnen auch noch in Jahrzehnten

qualifi ziertes Personal garantierten,

weil ihre Ausbildung eine breite wissenschaft

lichen Grundlage gehabt habe.

Die Deutsche Bahn habe die hohe

Qualität der FHW Berlin schon lange

erkannt, betonte Dr. Aft ing. Deshalb

würden bundesweit über 10 % aller

Ausbildungsplätze des Unternehmens

für duale Studiengänge mit der FHW

Berlin realisiert. Das sei – ziehe man

die regionale Verteilung der Bildungsaktivitäten

des Konzerns in Betracht –

ein sehr hoher Prozentsatz. Noch lasse

der DB Konzern an der FHW Berlin vor

allem seine Fachleute im betriebswirtschaft

lichen Bereich studieren. Aber der

Trend, auch Fachleute des ingenieurwissenschaft

lichen Bereichs hier dual studieren

zu lassen, nehme zu. „Wir unterstützen

das sehr“, betonte er. Denn qualifi

zierte Fachleute mit einem Bachelor-

Abschluss würden zukünft ig immer

mehr auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein.

„Studenten, die ein duales Studium absolviert

haben, bringen hier nicht nur

theoretisches Know-how, sondern bereits

wertvolle Praxiserfahrung mit.

In diesem Zusammenhang leistet die

FHW Berlin hervorragende Arbeit.“

„Diejenigen, die sich für Praxis

ohne Wissen begeistern, sind wie

Seeleute, die ohne Steuer und

Kompass ein Schiff besteigen,

und nie ganz sicher sind, wohin

sie fahren.“ Leonardo da Vinci

Der Rektor sah die Akkreditierung als weiteres

Zeichen der gelungenen Integration

So viel Lob freute denn auch den Rektor

der FHW Berlin, Prof. Dr. Franz Herbert

Rieger. Er wertete dies als weiteren Beleg

dafür, dass die Integration der Berufsakademie

in die FHW Berlin vor

3 ½ Jahren für beide Partner sinnvoll

und nützlich gewesen ist. „Wir hoff en

sehr, dass sich damit die gelegentlichen

Vorbehalte, die gegen die Integration

bestanden, nach und nach verlieren.

Dies umso mehr, als wir uns auf den

Erfolgen nicht etwa ausruhen werden,

sondern gemeinsam an der Weiterentwicklung

des Fachbereichs und der

Hochschule weiterarbeiten werden.“

Helmut Lück

Foto: FHW Berlin/Christiane Brinkmann


14 Veranstaltungen

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Veranstaltungen

15

Erfolgreiche Bilanz zum Tag der

Offenen Tür am FB Berufsakademie

Großes Interesse und starker Bedarf an dualen Studienplätzen

Mit einem breiten Angebot an Information,

Beratung und Kontakt präsentierte

sich der Fachbereich Berufsakademie

an seinem Tag der Off enen Tür

am 8. März 2007. Rund 700 Schülerinnen

und Schüler der Sekundarstufe

II aus Berlin und Brandenburg haben

die Gelegenheit genutzt, sich über Konzept

und Struktur dualer Studiengänge,

wie sie die FHW Berlin am Fachbereich

Berufsakademie anbietet, umfassend zu

informieren.

Rund 50 große Unternehmen, die Ausbildungspartner

im dualen System sind,

waren mit ihren Informationsständen

und Angeboten vertreten. Im Gespräch

mit den Firmenvertretern konnten die

möglichen Interessenten für ein duales

Studium „aus erster Hand“ erfahren,

wie man sich bewirbt, worauf man zu

achten hat, welche Kriterien bei der

Auswahl wichtig sind. Vielleicht hat dies

ja den einen oder die andere befl ügelt,

sich in der letzten Etappe seiner Schulzeit

noch einmal richtig „ins Zeug zu

legen“. Denn – soviel wurde in den Gesprächen

klar – für ein duales Studium

am Fachbereich Berufsakademie braucht

man „gute Karten“, das heißt die Firmen

sind bei der Auswahl geeigneter Bewerber

recht anspruchvoll. Die durchschnittliche

Abiturnote der Studienanfänger

liegt (je nach Fachrichtung)

zwischen 1,6 und 2,4. Natürlich kommt

es nicht nur auf die Schulnoten an. Genauso

wichtig sind die so genannten

„Soft Skills“ – Leistungsbereitschaft ,

Belastbarkeit, Selbständigkeit, Eigeninitiative,

Kooperationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen,

Bereitschaft zur

Mobilität, gedankliche Flexibilität, Kreativität

usw. Aber es bleibt dabei: Ohne

gute Kenntnisse in den naturwissenschaft

lichen Fächern (insbesondere

Mathematik) und aktive Sprachkenntnisse

„läuft “ nichts.

Auch bei der Vortragsreihe – wie jedes

Jahr als „Off enes Forum“ gestaltet – ging

es immer wieder um diese Fragen: Wie

bewerbe ich mich, und wie sind die späteren

berufl ichen Möglichkeiten? Vor

allem die Beiträge von Ehemaligen, die

inzwischen selbst Karriere gemacht

haben, waren hier von Interesse.

Foto: FHW Berlin/Christiane Brinkmann

Aber auch die Gespräche mit Studierenden

auf gleicher Augenhöhe verhalfen

dazu, praktische Tipps für die

Bewerbung zu „ergattern“ und sich

ein Bild vom Studienalltag zu machen.

Auch dabei immer wieder von besonderem

Interesse: die konkrete Einschätzung

der berufl ichen Möglichkeiten,

die für die Absolventinnen und Absolventen

dualer Studiengänge im Allgemeinen

als günstig eingeschätzt werden

können.

Der Tag der Off enen Tür hat nach dem

Urteil des Dekans, Prof. Dr. Th orsten

Kurzawa, wieder einmal bewiesen, dass

duale Studiengänge auf große Resonanz

stoßen. Grund für dieses Interesse und

die rege Nachfrage nach dualen Studienplätzen

sind die kurze Studienzeit (drei

Jahre), die hervorragenden Studienbedingungen,

der Praxisbezug des Studiums

und die guten Berufsaussichten

der Absolventen.

Helmut Lück

Bei den Informatikern vom Hahn-Meitner-

Institut Berlin konnten die Besucher ihre

Kondition testen

Neue Veranstaltungsreihe am FB Wirtschaftswissenschaften

Erstes FHW-Rechtsgespräch

Die Auseinandersetzung mit aktuellen Rechtsfragen auf informative, möglichst aber auch kontroverse Art und Weise – das ist

der Anspruch, den eine von der Facheinheit Recht des Fachbereichs I konzipierte Veranstaltungsreihe mit dem Titel „FHW-

Rechtsgespräche“ hat. Das erste FHW-Rechtsgespräch fand im Januar 2007 statt.

Die Einrichtung des Studienganges

„Bachelor Wirtschaft srecht“ und das

darin erkennbar gewordene Interesse

der FHW Berlin an juristischen Fragestellungen

hat die Facheinheit Recht

ermutigt, eine Reihe von Diskussionsveranstaltungen

anzubieten. Die Facheinheit

möchte Rechtsthemen so mit

der Hilfe von externen, in der Praxis

tätigen Referentinnen und Referenten

aufb ereiten, dass diese für die am Wirtschaft

sleben – und damit zwangsläufi g

am Rechtsleben – interessierten Hochschulangehörigen

sowie für externe

Interessenten verständlich sind.

Ein erstes FHW-Rechtsgespräch hat

am 9. Januar 2007 zum Th ema: „Gesellschaft

srecht für das 21. Jahrhundert: zur

Reform des GmbH-Rechts“ stattgefunden.

Mit Frau Dr. Frauke Wedemann,

Referentin beim Bundesministerium der

Justiz und in der für das Gesellschaft srecht

zuständigen Abteilung tätig, war

eine Referentin gefunden, die den Anspruch

der FHW-Rechtsgespräche gut

verkörpert. Die etwa 70 Teilnehmenden

von innerhalb und außerhalb der Hochschule

konnten einen „Blick in die Gesetzgebungsküche“

erhaschen, denn Frau

Dr. Wedemann schilderte anschaulich

die Motivationen des Bundesministeriums

der Justiz, einen Reformvorschlag

für das Recht der Gesellschaft mit beschränkter

Haft ung auf den Weg zu

bringen.

Begründeter Reformbedarf

So konstatierte sie, dass das Recht der

Gesellschaft mit beschränkter Haft ung

erheblich unter Druck geraten ist. Der

Europäische Gerichtshof hat es durch

seine Rechtsprechung (insb. „Überseering“

und „Inspire Art“) möglich gemacht,

an Stelle der GmbH ausländische

Gesellschaft sformen zu nutzen. Insbesondere

die englische „Private Limited

Company“, die ganz auf ein Stammkapital

verzichtet und die als fl exibler und

kostengünstiger gilt, wird immer häufi

ger verwendet. Man fürchtet, dass die

GmbH als Gesellschaft sform für kleine

und mittlere Unternehmen verdrängt

wird. Ob dies zu Recht oder zu Unrecht

geschieht, wurde beim „ersten FHW-

Rechtsgespräch kontrovers diskutiert.

GmbH-Reform im Überblick 1

Senkung des Mindeststammkapitals

von 25.000 € auf 10.000 €

Beschleunigung der Eintragung in

das Handelsregister: Gründungs-

erleichterungen bei Einmann-

gesellschaft und behördlichen

Genehmigungen

Gutgläubiger Erwerb der Gesell-

schafterstellung

Abschaffung der Regelungen zum

„eigenkapitalersetzenden Darlehen“

Ermöglichen von „Cash-Pooling“

Bekämpfung von Missbrauchs-

möglichkeiten: Erleichterung

der Zustellung an die GmbH,

Geschäftsführerpfl ichten auch für

Gesellschafter

Ausweitung der Geschäftsführer-

haftung im Vorfeld der Insolvenz

Verwaltungssitzverlegung ins

Ausland

1 Nach Redaktionsschluss – am 23. Mai

2007 – hat die Bundesregierung den

Regierungsentwurf zur GmbH-Reform

beschlossen, der weitere Änderungen

des geltenden Rechts enthält. Das betrifft

insbesondere die Möglichkeit, eine GmbH

ohne Gang zum Notar zu gründen, und die

Einführung einer „Unternehmergesellschaft“,

für deren Gründung kein Stammkapital

aufgebracht werden muss.

Reformbedarf sah die Referentin – insoweit

im Einklang mit den Diskussions-

teilnehmern – auch, weil die Haft ungsbeschränkung,

die die Rechtsform der

GmbH bietet, zunehmend für betrügerische

Insolvenzen missbraucht wird.

Das betrifft die Fälle von sogenannten

„Unternehmensbestattungen“, die auf

betrügerische Weise und zu Lasten der

Gläubiger die Durchführung geregelter

Insolvenzverfahren verhindern.

Erleichterungen im GmbH-Recht

Die Antwort des Gesetzgebers auf das

erstgenannte Problem ist die Herabsetzung

des Mindestkapitals für die

GmbH auf 10.000 € (von 25.000 € nach

geltendem Recht). Zudem sollen weitere

Gründungserleichterungen eingeführt

werden: Es wird nicht mehr

erforderlich sein, eine eventuell erforderliche

behördliche Genehmigung vor

Stellung des Eintragungsantrages zu

erhalten, Hindernisse bei der sog. „Einmanngründung“

werden beseitigt und

die Bestimmung der auf die einzelnen

Gesellschaft er entfallenden Kapitalanteile

wird weitgehend freigegeben.

Sehr kontrovers diskutiert und insbesondere

von den anwesenden Notaren

und Handelsregisterrichtern kritisiert

wurde die in diesem Zusammenhang

geplante Regelung, dass ein gutgläubiger

Erwerb von Gesellschaft santeilen ermöglicht

werden soll, dies gestützt auf eine

beim Handelsregister zu hinterlegende

Gesellschaft erliste, deren Übermittlung

Aufgabe der Notare werden soll. Ist jemand

drei Jahre lang als Gesellschaft er

auf einer entsprechenden Liste eingetragen,

so gilt er oder sie als Gesellschaft

er, unabhängig davon, ob die

Gesellschaft erstellung wirksam erworben

wurde. Dies senkt die Kosten für

den Nachweis der Gesellschaft erstellung

beim Erwerb von GmbH-Anteilen


16 Veranstaltungen

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Veranstaltungen

17

(die sog. „due diligence“). Gleichzeitig

legt der Entwurf hierdurch den Notaren,

die Anteilsabtretungen beurkunden,

Zusatzaufgaben auf, die – so

die Sorge – zu Haft ungsrisiken führen

könnten, die nicht überschaubar sind.

Verhinderung von Missbrauch

Die Maßnahmen des Entwurfs gegen

die missbräuchliche Verwendung der

Rechtsform einer GmbH sind vielfältig

und wurden von Frau Dr. Wedemann

in lebhaft em Vortrag geschildert. Der

Missbrauch besteht in der Regel darin,

dass Gesellschaft er die Rechtsform der

GmbH wählen, weil sie den unbestrittenen

Vorteil bietet, den Gesellschaft er

im Regelfall vor persönlicher Haft ung

zu schützen. Das GmbH-Recht koppelt

diesen Vorteil mit der Verpfl ichtung,

die Gesellschaft mit einem Mindestkapital

auszustatten und dieses in der Gesellschaft

zu belassen, es also nicht an

die Gesellschaft er auszuschütten. Weiter

ist der Vorteil daran geknüpft , dass

sofort Insolvenzantrag gestellt wird,

wenn die GmbH zahlungsunfähig oder

überschuldet ist.

In der Praxis stellt sich dieses Schutzinstrumentarium

immer wieder als

wirkungslos heraus. „Firmenbestatter“

wenden unlautere Mittel an, um Gesellschaft

er und Geschäft sführer vor Inanspruchnahme

zu schützen: Nicht selten

wird der Geschäft sführer abberufen, er

verzieht unbekannt ins Ausland oder

wird durch eine mittellose Person ohne

festen Wohnsitz ersetzt. Die Gesellschaft

schließt ihr Geschäft slokal und

ist für Zustellungen nicht mehr aufzufi

nden, so dass ein Insolvenzverfahren

nicht eingeleitet werden kann. Zahlungen

an Gesellschaft er werden durch

Vernichtung der Firmenunterlagen unbeweisbar

gemacht.

Dem steuert der Entwurf mit wesentlichen

Verfahrenserleichterungen entgegen,

die auf große Zustimmung des

Auditoriums trafen: Jede GmbH wird

verpfl ichtet, eine Zustelladresse, die

im Handelsregister veröff entlicht wird,

zu nennen. Hier kann immer zugestellt

werden, unabhängig davon, ob

ein Verantwortlicher der Firma tatsächlich

Kenntnis erhält. Zudem wird

Foto: FHW Berlin/Ute Hechtner

die sog. öff entliche Zustellung erheblich

erleichtert. Auch soll es nicht mehr

möglich sein, die Insolvenzantragspfl

icht dadurch zu umgehen, dass ein

Geschäft sführer sein Amt niederlegt,

die GmbH also führungslos wird. Hier

werden nunmehr die Gesellschaft er in

die Pfl icht genommen und haft en für

die rechtzeitige Insolvenzantragstellung.

Eine lebhaft e und teilweise kontroverse

Diskussion machte die Veranstaltung

für alle Teilnehmenden zu einer Bereicherung.

Besonders erfreulich war,

dass sich neben den Fachleuten und

Professorinnen und Professoren auch

Studierende mit vortreffl ichen Wortmeldungen

an der Diskussion beteiligt

haben. Wir sind davon ermutigt, die

Reihe fortzusetzen.

Susanne Meyer

Zweites FHW-Rechtsgespräch

Ein zweites FHW-Rechtsgespräch fand

am 8. Mai 2007 zum Th ema „Neue

Rechtsfragen im virtuellen Raum“ statt,

bei dem der im Multimedia-Recht ausgewiesene

Rechtsanwalt Nico Härting

(im Bild links) referierte. Er befasste

sich mit den Herausforderungen, die

das neue Web 2.0 an das Internetrecht,

insbesondere den gewerblichen Rechtsschutz,

stellt.

Gastvorträge an der Fachrichtung BWL/Bank des FB Berufsakademie

Aktuelle Probleme des Investmentbankings

Die große Praxisnähe ist ein besonderes

Merkmal der dualen Bachelor-Studiengänge

am Fachbereich Berufsakademie.

Zahlreiche Lehrbeauft ragte aus den

Unternehmen erhöhen regelmäßig die

Verzahnung von Th eorie und Praxis.

Darüber hinaus werden immer wieder

weitere Akzente durch die Fachvorträge

ausgesuchter Experten gesetzt.

In Rahmen der Vorlesung zum Investmentbanking

für die Studierenden im

Abschlusssemester (Fachrichtung BWL/

Bank) traten gleich drei Gastredner auf:

Dr. Witold Novinski von der Poznan

School of Banking in Polen referierte

im Januar unter dem Titel „Managing

the M & A process“ über Konzepte,

Motive und Arten von Fusions- und

Übernahmevorhaben und legte dabei

besonderen Wert auf die Betrachtung

von Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren

bei M-&-A-Transaktionen. Mit großem

Interesse erarbeiteten die Studenten anhand

einer Fallstudie zu DaimlerChrysler

eine internationale Sichtweise über die

Motive und den späteren Verlauf dieses

Zusammenschlusses. Die gewonnen

Einsichten ermöglichen nun ein viel

besseres Verständnis der aktuellen Diskussion

um eine mögliche Trennung

der beiden Unternehmensteile.

Dr. Ulrich Puls, Director der Ernst

& Young Corporate Finance Beratung

GmbH (links im Bild), erläuterte in seinem

Vortrag „Project Finance“ dem

Auditorium nicht nur, was unter professioneller

Projektfi nanzierung zu

verstehen ist, wer die Beteiligten bei

solchen Vorhaben sind und welche Instrumente,

Risiken und Besonderheiten

das Projektfi nanzierungsgeschäft begleiten.

Durch eine Fallstudie zur Finanzierung

des Eurotunnels zwischen

Frankreich und England ermöglichte

er auch eine unmittelbare Übertragung

der vorher noch allgemeineren Darstellungen

auf ein konkretes Beispiel.

Einen besonderen Eindruck hinterließ

Dr. Puls bei den Studierenden darüber

hinaus durch die anschaulichen Einblicke

in den Berufsalltag in seinem

Geschäft .

Rechtsanwalt und Notar Clemens

Scholz-Remes, Partner der Wirtschaft

skanzlei GÖRG Rechtsanwälte,

erweiterte die Betrachtungsweise von

M-&-A-Transaktionen um die juristische

Dimension. Am letzten Vorlesungstermin

des gesamten Studienganges

berichtete er anhand eines tatsächlichen

Falles von einer M-&-A-

Transaktion, die aus Sicht des Unternehmens

zur Abwendung einer Krise

unumgänglich war. Hierbei ging es um

das Verhalten von Banken in der Krise,

um deren Bereitschaft und die Grenzen

der Mitwirkung, um den typischen

Konfl ikt zwischen Mittelständlern und

Großkonzernen, um Gefahren aus eigenkapitalersetzenden

Darlehen und um

Cash-Pools. Sehr anschaulich und

lebensnah wurde gezeigt, welch große

Rolle persönliche Befi ndlichkeiten und

Bedürfnisse bei wichtigen kaufmännischen

Entscheidungen spielen können.

An dieser Stelle sei den Gastrednern

nochmals ein herzliches Dankeschön

für ihren Beitrag zur Ausbildung der

BA-Studenten ausgesprochen.

Henrik Schütt


18 Veranstaltungen SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Veranstaltungen

19

Ausbildung im Sinne der Industrie

Bessere Koppelung zwischen Hochschulen und Arbeitgebern – Ergebnisse einer durch die FHW Berlin unterstützten Initiative

Motivation für einen Roundtable

Die Central Europe Computer Measurement

Group, kurz cecmg, hat sich

das Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit

zwischen akademischem und industriellem

Umfeld moderierend zu unterstützen.

Als gemeinnütziger Verein von

mehr als 100 namhaft en Industrieunternehmen

aus dem deutschsprachigen

Raum beschäft igt sich die cecmg insbesondere

mit Th emenstellungen des IT-

Servicemanagements unternehmensweit

genutzter Hard- und Soft wareinfrastrukturen.

Immer wieder wurde im Rahmen dieser

Vereinigung die unzureichende

Vorbereitung der Studenten auf die

Belange des Servicemanagements in

großen IT-Organisationen festgestellt.

Wenngleich Prozessbeschreibungen

zum Servicemanagement, wie z. B. die

„IT Infrastructure Library“ (kurz ITIL),

heute feste Bestandteile der Informatik-

und Wirtschaft sinformatik-Studiengänge

darstellen, fehlt es zumeist doch

an der notwendigen Sensibilität für die

praxistaugliche Umsetzung der damit

implizierten Aufgabenstellungen.

In einem ersten Ansatz sollte die Sicht

der Hochschulen und wissenschaft lichen

Einrichtungen identifi ziert werden, wofür

am 14. Februar 2007 ein Roundtable

in den Räumen der FIDUCIA IT AG in

München durchgeführt wurde.

Inhalte der Diskussionsrunden

Die Inhalte der moderierten Diskussionsrunde

konzentrierten sich sowohl

auf die Erwartungen akademischer und

wissenschaft licher Einrichtungen an die

Industrie als auch auf Erfahrungen der

Industrie in der Zusammenarbeit mit

akademischen Einrichtungen bzw. bei

der Übernahme von Absolventen. Die

akademischen Sichtweisen lassen sich

wie folgt zusammenfassen:

Die Industrie sollte gegenüber den Hoch-

schulen mehr Vertrauen bei der Vergabe

von Projektaufgaben und Consultingauft

rägen sowie bei allgemeinen Ansätzen

zur Zusammenarbeit aufb ringen.

Für eine praxisnahe Ausbildung bedarf

es der Einrichtung von Forschungs-/

Entwicklungsplattformen an den Hochschulen,

welche durch die Industrie

unterstützt werden. In diesem Zusammenhang

wurde die Möglichkeit der

Etablierung einer Projektbörse diskutiert.

Um einen stärkeren Praxisbezug der

Ausbildung zu unterstützen, könnten

Lehrveranstaltungen gemeinsam mit

Vertretern der Industrie durchgeführt

werden. Dabei sind verschiedenste Vorgehensweisen,

wie z. B. die folgenden

Ansatzpunkte, denkbar:

Besuche von Unternehmen im

Rahmen von Exkursionen

Vergabe von Lehrauft rägen an

Praxisvertreter

Durchführung von Workshops,

Tutorials und Abendvorträgen

Eine interessante Diskussion ergab sich

hinsichtlich der aktuellen Bemühungen

der Hochschulen im Rahmen der Akkreditierung

neuer Bachelor-/Master-Studiengänge.

Die erstellten Modulkataloge

führen häufi g zu einer Bürokratisierung

der Lehrinhalte. Entsprechende Modulzwänge

konzentrieren sich zumeist auf

ausgewählte Lehrmeinungen (primär

Buchwissen) und vernachlässigen industriell

gewonnene Erfahrungen. Hier sahen

die Beteiligten Möglichkeiten der

cecmg, die Bereitstellung und Verteilung

industrieller Fallstudien zu unterstützen.

Die Einbettung von Praktika und Abschlussarbeiten

in Kooperationen zwischen

Hochschule und Industrie sollte

für beide Seiten einen Mehrwert darstellen.

Ideal wäre die Etablierung einer

Börse für wissenschaft liche Arbeiten,

in deren Rahmen zu bearbeitende Th emen

angeboten, aber auch nachgefragt

werden können. Darüber hinaus wurde

die Möglichkeit der jährlichen Vergabe

eines cecmg-Preises für ausgezeichnete

wissenschaft liche Arbeiten angesprochen.

Hochschulinterne Labore zu Aufgaben

des IT-Servicemanagements können

den Studenten zumeist nur einen unzureichenden

Einblick in praxisrelevante

Problemstellungen eines realen Rechenzentrums

vermitteln. Die Gründe dafür

liegen insbesondere in den limitierten

fi nanziellen und personellen Möglichkeiten.

Während derartige Labore das

Management weniger (zumeist noch homogener)

Systeme adressieren, geht es

im industriellen Umfeld typischerweise

um Tausende zu überwachende und zu

administrierende Rechner- und Netzwerksysteme

unter Berücksichtigung

darüber ausgeführter Applikationen

bzw. korrespondierender Geschäft sprozesse.

Die Industrie stellte folgende Sichtweisen

vor:

Obwohl mehr als 80 Prozent der Kosten

einer IT-Anwendung während des Betriebs

verbraucht werden, spiegelt sich

dieses in den Curricula der Hochschulen

zumeist nicht wider. Während klassische

Kompetenzen zur Soft wareentwicklung

im Allgemeinen eine stärke Ausprägung

während des Studiums erfahren,

kennen Absolventen die betrieblichen

Implikationen einer neuen IT-Anwendung

zumeist nur unzureichend.

Hochschulen sollten die Studenten

mehr für ein Engagement bzw. einen

Gedankenaustausch in entsprechenden

Vereinigungen/Interessengruppen

(z. B. IT-Servicemanagement) motivieren.

Aufgrund der geringen Freiräume

im industriellen Umfeld sollten die mit

einer Vereinsarbeit verbundenen Vor-

und ggf. vorhandenen Nachteile den

Studenten vor ihrem Eintritt in das Berufsleben

bekannt sein.

Die Profi le der Absolventen weisen zumeist

nur einen geringen Praxisbezug

zum IT-Servicemanagement auf. Insbesondere

fehlt eine Sensibilisierung für

„Mission Critical Computing“. Abhilfe

könnten z. B. Projekte zwischen Industrie

und Hochschule schaff en, in deren

Rahmen praxistaugliche Th emen aufgegriff

en werden.

Häufi g kann bei den Studenten eine

ungenügende Ausprägung der Querschnittsqualifi

kationen beobachtet werden.

Der Aufb au von Methoden- und

Sozialkompetenzen sollte integriert in

entsprechende fachliche Projekte mit

einem industriell motivierten Hintergrund

erfolgen. Eine vom konkreten

Einsatz losgelöste Vermittlung von

„Soft Skills“ führt zumeist nicht zum

gewünschten Erfolg.

Neben den vorgestellten Th emenbereichen

wurden durch die Teilnehmer

die Möglichkeiten zur Bewertung neuer

Fragestellungen des IT-Servicemanagements

diskutiert.

Ergebnisse und Ausblick

Der erste Roundtable wurde von allen

Beteiligten als positives Signal gewertet.

Dementsprechend wird die cecmg noch

in diesem Jahr einen weiteren Roundtable

durchführen. Im Ergebnis der diskutierten

Th emenstellungen wird sich die

cecmg den folgenden Aufgabenbereichen

im Sinne von „quick wins“ widmen:

Die cecmg ermöglicht ausgezeichneten

Studenten ab sofort die eintägige

kostenfreie Teilnahme an der Jahres-

tagung.

Die cecmg widmet sich der sukzessiven

Erarbeitung und Bereitstellung eines

Th emenkatalogs zu Szenarien, Problemen

und Risiken des IT-Service-

managements.

Erfassen von Trends hinsichtlich des

Know-hows benötigter Mitarbeiter

im Umfeld des IT-Servicemanage-

ments durch Befragung der cecmg-

Mitglieder bzw. den an der Jahrestagung

teilnehmenden Unternehmen.

Andreas Schmietendorf

Ansprechpartner der Initiative:

Andreas Schmietendorf

E-Mail: schmiete@fhw-berlin.de

MBA-Graduierungsfeier

2006

Mit 400 Gästen feierte das IMB Institute of

Management Berlin der FHW Berlin am

24. November 2006 die Graduierung seiner

MBA-Absolventen.

132 Absolventen aus 19 Ländern erhielten

den Titel Master of Business Administration

im festlichen Ambiente des Berliner

Rathauses verliehen.

Die Festrede hielt Shlomo Ben-Hur, Chief

Learning Offi cer der DaimlerChrysler

Financial Services AG und Kuratoriumsmitglied

der FHW Berlin.


20 Rund um’s Studium SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Rund um’s Studium

21

Zukunftsplanung international – oder wie man zu einem Masterstudium an der FHW Berlin kommt

Zwei Masterstudenten berichten über

ihre Erfahrungen

Von Mexiko über Bristol und Strasbourg

nach Berlin

Nachdem ich 1999 mein Studium (B.A.

in Internationalem Marketing) in meiner

Heimat Mexiko abgeschlossen hatte,

bin ich nach Europa gezogen, um Erfahrungen

im Ausland zu sammeln. Ich

habe zunächst vier Jahre in Bristol (England)

gelebt, wo ich verschiedene kleine

Jobs angenommen habe. 2004 hatte ich

die Möglichkeit, als Marketingberater bei

einer koreanisch-französischen Exportfi

rma in Strasbourg (Frankreich) zu

arbeiten. Dort habe ich zwei Jahre verbracht.

Europa bietet verschiedene Möglichkeiten,

um eine erfolgreiche Zukunft

aufzubauen. Allerdings muss man über

weitreichende Fähigkeiten verfügen. Aufgrund

dieser Anforderungen habe ich

mich entschlossen, meine Kenntnisse

zu erweitern und ein postgraduales

Studium durchzuführen.

Anfangs interessierte ich mich für MBA-

Programme, da sie heutzutage sehr anerkannt

sind. Obgleich ich mich bei ein

paar Universitäten beworben habe und

auch angenommen wurde, waren die

Kosten pro Semester viel zu hoch für

mich. Deswegen suchte ich also weiter

nach anderen Optionen. Auf diese Weise

bin ich auf Masterprogramme aufmerksam

geworden, die ebenfalls gute oder

sogar bessere Qualität als die MBA-Studiengänge

boten. Ich bewarb mich an

der FHW Berlin sowie an der FHTW

und bekam von beiden Hochschulen

eine Zusage. Letztendlich entschied ich

mich für die FHW Berlin, da ich die Inhalte

im M.A. International Economics

interessanter fand – vor allem Lehrveranstaltungen

wie „Econometrics“ oder

„Global Governance“ und Seminare im

Bereich Finanzierung.

Die Gründe, warum ich die FHW Berlin

ausgewählt habe, sind zahlreich, also

werde ich nur ein paar benennen: Der

Master „International Economics“ hilft ,

die Gesellschaft , ihre Probleme und

ihre Trends besser zu begreifen, nicht

nur in wirtschaft licher Hinsicht, sondern

in ihrer „interaktiven Gesamtheit“. Darüber

hinaus hat Berlin viel zu bieten,

Michel Fraire präsentiert die Input/Output-Matrix Mexico 1980 im Kurs von Prof. Maier

und die Lebensbedingungen sind meiner

Meinung nach besser als in Städten

wie London oder Paris.

An der FHW Berlin herrscht seit Anfang

des Studiums eine fantastische

Stimmung. Dies gilt nicht nur für meine

Professoren, sondern auch für meine

aus verschiedenen Ländern stammenden

Kollegen – zusammen repräsentieren

wir alle Kontinente der Welt. Obwohl

manche Seminare sehr schwierig

waren, gelang es den Professoren, uns

ihre Kenntnisse weiterzugeben und den

Studenten analytisches und unabhängiges

Denken abzufordern. Seminare

wie „Econometrics“ mit Herrn Prof.

Maier oder „Development Economics“

mit Herrn Prof. Herr gaben mir die

Kenntnisse, die ich brauche, damit ich

etwas für die Entwicklung in meinem

Heimatland tun kann.

Wahrscheinlich werde ich nach dem

Abschluss an der FHW Berlin noch

weiter studieren, weil mir die „Berlin

School of Economics“ neue Motivation

gegeben hat, eine akademische Richtung

einzuschlagen.

Ich bedanke mich bei allen Professoren

und dem Studienbüro sowie dem Herausgeber,

dass sie mir die Chance gegeben

haben, meine Erfahrungen mit den

Lesern zu teilen.

Michel Fraire

Übersetzung: Sergio Lopez

Korrekturen: Annika Strate

Wertvolles Wissen für „wenig Geld“

Anfang April 2006 machte ich mich auf

den Weg an die FHW Berlin für den

Masterstudiengang „International

Economics“. Ich freute mich über die

Gelegenheit, an einen Ort fahren zu

können, wo ich wertvolles Wissen für

„wenig Geld“ bekäme. Da ich fest davon

überzeugt war, die richtige Hochschule

gewählt zu haben, machte ich mir kaum

Gedanken darüber, welche Seminare

angeboten wurden. Das Wichtigste für

mich war, erfolgreich durch das Masterprogramm

zu kommen.

Mein bisheriges Studentenleben hatte

sich in Afrika abgespielt, zunächst in

Kamerun, wo ich herkomme, später in

Nigeria, wo ich einen Bachelorabschluss

in „Economics“ machte. Anschließend

kehrte ich nach Kamerun zurück, wo

ich bis 2001 lebte und arbeitete, bevor

ich nach Deutschland zog. Der Zeitraum

von 2001 bis 2005 war am schwierigsten

durch das Leben in einem fremden

Land. Dann entschied ich mich, meine

Studien fortzusetzen, um mir eine bessere

Position auf dem Arbeitsmarkt zu

verschaff en. Ich wählte die FHW Berlin,

weil ich nur hier den richtigen Studiengang

fand, der meine Erwartungen erfüllen

konnte und gleichzeitig im Hinblick

auf die Kosten erschwinglich war.

Mitten in Berlin, Anfang April 2006, zu

Beginn des ersten Semesters und im ersten

Kurs „International Strategic Management“

als Teil des Masterstudiengangs

„International Economics“: Wir

sollten uns vorstellen, und am Ende der

Die Mastergruppe hatte nicht nur neue Einsichten, sondern auch viel Spaß im Kurs von Prof. Herr

Vorstellungsrunde hatte ich den Eindruck,

in wenigen Minuten einmal um

die Welt gereist zu sein. Besonders angetan

war ich von der Gruppengröße,

denn wir waren nur 15 Studenten und

hatten mehr Seminare als herkömmliche

Vorlesungen, die ich bisher in großen

Hörsälen kennengelernt hatte. Das Studium

umfasste Kurse in VWL, Marketing

und Internationalem Management.

Nach und nach ging das Semester zu

Ende, und ich war sehr zufrieden.

Auch das zweite Semester bot eine große

Auswahl an Kursen, die alle von Bedeutung

waren. Erstmals wurde „Econometrics“

im Masterstudiengang angeboten.

Ich zögerte nicht, den Kurs zu belegen,

denn ich fi nde, es gehört unbedingt zu

einem Abschluss in VWL. So lernte ich

die Input-Output-Analyse des Nobelpreisträgers

Wassily Leontief kennen –

eine tolle Erfahrung.

Insgesamt fand ich den Masterstudiengang

„International Economics“ sehr

angenehm. Der Ausrichtung des Programms

entsprechend, gab es einen

regen Austausch mit meinen Mitstudenten.

Wir mussten sowohl Einzel- als

auch Gruppenpräsentationen und auch

Hausarbeiten erstellen. Das einzige, was

ich noch als verbesserungsfähig ansehen

würde, wäre, die Voraussetzungen

für einzelne Lehrveranstaltungen noch

klarer zu benennen. So könnten die

Studenten besser erkennen, ob es für

sie einen Sinn hat, an dem jeweiligen

Kurs teilzunehmen, und welche Vorkenntnisse

erforderlich sind.

Derrick Tawah Ngwa

Übersetzung: Henriette Scharfenberg

Foto: Derrick Tawah Ngwa


22 Rund um’s Studium

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Rund um’s Studium

23

Kundenbindung: Geschäftsbeziehungen

im B2B-Marketing

Diplomarbeit der Absolventin Ilona Masche als Buch veröffentlicht

Auch wenn es noch nicht jeder im Geschäft

sleben verstanden hat: Der Kunde

ist die jeweils wichtigste Person im Unternehmen.

Dieser sollte zufrieden mit

dem Unternehmen bzw. dessen Produkt

sein. Nicht nur, dass zufriedene Kunden

erneut kaufen, sie sind auch erstklassige

Werbeträger für das Unternehmen und

sein Produkt.

Kundenzufriedenheit führt zu Kundenloyalität,

und loyale Kunden (Stammkunden)

sind weniger preisempfi ndlich.

Darüber hinaus ist es in der Regel

sechs Mal teurer und um Vieles mühseliger,

einen Neu-Kunden zu gewinnen,

als einen Stammkunden zu halten.

Stammkunden sind die Basis eines jeden

Geschäft es. Dementsprechend sollte es

Ziel eines jeden Unternehmens sein, Abnehmer

über eine hohe Kundenzufriedenheit

zu Stammkunden zu machen.

Dieses aktive Bemühen, die Kundenloyalität

von Seiten des Unternehmens

zu erhöhen, fasst Ilona Masche in Ihrer

hervorragenden Arbeit als Kundenbindungsmanagement

auf.

Aus der Praxis für die Praxis

Da Kundenbeziehungen keinen Stillstand

kennen, sich stetig entwickeln

und verändern, untersucht die Autorin

die Faktoren, welche eine Geschäft sbeziehung

beeinfl ussen. Dabei liegt eine

Besonderheit ihrer „aus der Praxis für

die Praxis“ geschriebenen Arbeit in der

Fokussierung auf Geschäft skunden, also

auf dem Business-to-Business- (B2B)

Bereich. Dieser Bereich ist von besonderer

Bedeutung für ihr Unternehmen,

die Aastra-DeTeWe.

Die Aastra-DeTeWe entwickelt und vermarktet

Produkte und Systeme für den

Zugang und Aufb au von Kommunikationsnetzwerken.

So gehört die Mehrheit

der Telekommunikationsunternehmen

zu ihren Kunden. Fachhändler

sind dabei ein wichtiges Bindeglied.

Genau um diese Fachhändler geht es

bei dem von ihr untersuchten Instrument

der „Händlerstammtische“. Mit

Hilfe einer empirischen Analyse zeigt

Frau Masche sowohl Erfolge als auch

Verbesserungsvorschläge dieses existierenden

Konzeptes auf.

Mit einer klaren, treff enden Sprache

wird Praktikern verdeutlicht, welche

Elemente aus Sicht des Geschäft spartners

bedeutend sind. Die Arbeit gibt

wichtige Anhaltspunkte für die bewusste

Gestaltung von Kundengewinnungs-

sowie Kundenbindungsmaßnahmen

und zeigt theoretische und

praktische Zusammenhänge mit den

Zielgrößen der Kundenbindung,

-zufriedenheit sowie -loyalität auf. Zu

Recht wurde diese exzellente Arbeit als

Buch veröff entlicht.

Das Buch richtet sich an Praktiker, die

sich einen Überblick über Ansätze und

Methoden der Kundenbindung verschaff

en sowie ein erfolgreiches Konzept

Die Autorin:

Frau Diplom-Betriebswirtin Ilona

Masche, geb. 1983 in Potsdam,

schloss ihr Studium 2006 mit sehr

gutem Erfolg am Fachbereich Berufsakademie

der FHW Berlin ab.

Zurzeit arbeitet sie bei der Aastra

DeTeWe GmbH als Junior Marketing

Manager im Bereich Eventmanagement,

gestaltet Kundengewinnungs-

sowie Kundenbindungsprogramme

und ist für die Bereiche Referenzen,

Success-Stories und Corporate

Audio verantwortlich.

zur Realisierung der Kundenbindung

kennen lernen wollen. Ferner richtet

es sich an interessierte Studierende des

Bereiches Marketing an Hochschulen,

Fachhochschulen und Akademien sowie

an Studierende, die Marketing im

Nebenfach belegt haben.

Christian Bleis

In Planspielen simulieren Studierende Risiko und Erfolg des Bankgeschäfts

50 % Kurssteigerungen und Milliardengewinne

Wie auch in den vergangenen Jahren erfreut sich das große Bankenplanspiel großer Beliebtheit bei den Studierenden des Fachbereichs

Berufsakademie im Studiengang BWL/Bank. Die künftigen Banker trainieren dabei unter spielerischen wie auch „harten“

Bedingungen erfolgreiches Handeln im Finanzgeschäft. Diesmal wollten die Studierenden des 6. Semesters ihre Qualitäten als

Banken-Vorstand testen.

Es waren fünf Teams mit je drei Teammitgliedern,

die unter Leitung von

Prof. Schütt innerhalb von zwei Tagen

„ihre“ Bank auf Erfolgskurs bringen

mussten. Jeder im Team verantwortete

einen speziellen Bereich: Finanzielle

Führung, Bilanzgeschäft sowie Marketing,

Personal und Logistik. Alle fünf

Gruppen waren mit den gleichen Voraussetzungen

gestartet, hatten die gleichen

Grundvoraussetzungen.

Aufgabe und Ziel war es, in fünf Perioden

bevorstehende Konjunkturszenarien

zu kalkulieren und dabei die Konkurrenz

mit dem größtmöglichen Gewinn und

steigendem Aktienkurs hinter sich zu

lassen. Dabei waren weltwirtschaft liche

Entwicklungen und die internationalen

Finanzmärkte ebenso zu beachten und

einzuschätzen wie die Entwicklung der

Marktnachfrage und des Zinsniveaus.

In Runde eins „knisterte die Luft “: Alle

Teams steckten ihre Köpfe zusammen

und schmiedeten ihren Plan zum Erfolg.

Welche Strategie sollen wir verfolgen –

Universal- oder Spezialbank? Ausrichtung

nach Kredit-, Passiv- oder Depotgeschäft

? Wo steigen die anderen Banken

ein? Aggressiv den Markt durchbrechen

oder konservativ Risiken absichern?

Wie viel Personal aufb auen und

wie viele Millionen in die Werbung investieren?

All diese Fragen mussten beantwortet

werden. Dabei sollte jedes auch noch so

kleine Detail berücksichtigt werden.

Zinskonditionen, Fluktuationsraten,

Abschreibungen, Devisen, Beteiligungen

und vieles mehr waren Kerngrößen, die

über Gewinn oder Niederlage entschei-

den konnten. Nachdem alle Entscheidungen

getroff en und die Daten aller

Teams eingegeben waren, schlug das

Herz noch einmal höher...

Die Daten wurden abgeglichen. Einige

jubelten, andere mussten Verluste hinnehmen.

Doch damit stieg nur der Ehrgeiz

aller Beteiligten. Nun galt es zu

reagieren, man musste versuchen, Einbrüche

auszugleichen oder die Marktführung

auszubauen. Die Köpfe qualmten,

Taschenrechner liefen heiß. Es

wurden Exceltools entwickelt, die jede

Auswirkung eines einzelnen Basispunktes

auf den Euro genau zu berechnen

versuchten. Die Planungsqualität stieg

so kontinuierlich wie die Aktienkurse.

Runde für Runde wurde die Strategie

der Konkurrenz transparenter, doch

nicht verlässlicher. Einige Gruppen

schafft en es, sich abzusetzen, indem sie

ihre Bilanzsumme von rund 50 Mrd.

EUR auf mehr als 80 Mrd. EUR steigern

konnten und Aktienkurse über 50 % in

die Höhe schossen...

Zum Abschluss hatte jede „Bank“ die

Möglichkeit, sich ihren „Investoren“ zu

präsentieren, Strategie und Erfolgskonzept

off enzulegen und damit potenzielle

Kapitalgeber zu gewinnen. Abgeschlossen

wurde das Planspiel mit

einem einstimmigen positiven Fazit:

Zwei Tage, die vielen von uns mehr gegeben

haben als alle Lehrbücher!

Anja Fröhlich

Ausgewählte Erfassungsmaske für Teilnehmerentscheidungen im Bankplanspiel

TopSim Banking


24 In, An, Aus der FHW Berlin SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 In, An, Aus der FHW Berlin

25

Ein Jahr als AStA-Vorsitzender

Ein Rückblick mit Weitblick über eine Legislaturperiode mit vielen Veränderungen

Wie wird man AStA-Vorsitzender?

Ein interessantes, lehrreiches, bewegtes

und arbeitsreiches Jahr liegt hinter mir

– meine Amtszeit als Vorsitzender des

Allgemeinen Studierendenausschusses

(AStA) der FHW Berlin. Eher ein Zufall

und Widrigkeiten bei der Anrechnung

meiner in der Schweiz erbrachten

Studienleistungen haben dazu geführt,

dass ich mich für die Wahl zum Vorsitzenden

des AStA beworben habe. Das

StuPa (Studentenparlament) hatte allerdings

wenig Chancen zu wählen – entweder

mich oder niemanden… Das

Wahlergebnis fi el trotz einiger sehr managementorientierter

und kapitalistischer

sowie militärischer Äußerungen meinerseits

relativ eindeutig aus.

Für mich war und ist der AStA eine

Plattform, auf der man mit hohem Engagement,

viel Zeit und einer großen

Portion intrinsischer Motivation sehr

viel lernen und üben und sich für das

spätere Berufsleben fi t machen kann.

Als Vorsitzender hat man zudem sowohl

Personal- als auch Budgetverantwortung.

Der „neue“ AStA

Hoch motiviert und mit dem Willen,

etwas zu verändern, habe ich mein Amt

angetreten. Ein fast komplett neues,

zwölfk öpfi ges Team an Referenten und

Mitarbeitern ließ – glücklicher Weise –

alte Gepfl ogenheiten und Sprüche wie

„Das war schon immer so“ oder „Das

wurde schon immer so gemacht“ verfl

iegen, und neue Standards konnten

gesetzt werden.

Ich habe die Legislaturperiode grob in

zwei Phasen geteilt. Im ersten Semester

musste erst einmal Stabilität in den AStA

gebracht werden. Altlasten mussten

abgearbeitet und Ideen für das bevorstehende

Jahr gesammelt werden. Die

zweite Phase (Wintersemester 2006/07)

stand unter dem Motte „Flagge zeigen“.

Im Vordergrund standen der Bekanntheitsgrad

des AStA, die Motivation der

Studierenden für hochschulpolitisches

Engagement und die Erhöhung der

Wahlbeteiligung.

Nach der Satzung und Geschäft sordnung

der Studierendenschaft sind die

ehrenamtlich tätigen und gewählten

Referenten lediglich dazu verpfl ichtet,

zwei Sprechstunden pro Woche als Service

für die Studierenden anzubieten

und an den wöchentlichen Sitzungen

teilzunehmen. Würde sich jeder daran

halten, könnte man das als relativ gut

bezahlten Nebenjob bezeichnen, mit

dem nicht ansatzweise effi zient Ergebnisse

erreicht werden können.

Wie bekommt man nun eine extrem

unterschiedlich motivierte Truppe

dazu, deutlich mehr zu machen, als laut

Satzung verlangt wird? Ich habe viele

Varianten für die Motivation ausprobiert

und bin mit den Maßnahmen sowohl

auf sehr starken Gegenwind als

auch auf Zustimmung gestoßen. Eine

Rückblick mit Weitblick: Benjamin Storm, AStA-Vorsitzender 2006/07

weitere Herausforderung war die Kommunikation.

Schnell mussten wir feststellen,

dass die Kommunikation bei

dreizehn Leuten, unterschiedlichen

Vorlesungsplänen und anderen Verpfl

ichtungen eines der Hauptprobleme

darstellt. Um dieser Herausforderung

Herr zu werden, haben wir eine Onlineplattform

eingeführt, über die die Teamarbeit

mit Diskussionen, Aufgaben und

einer Dateiablage koordiniert werden

konnte und ich als Vorsitzender ständig

im Bilde über Aktionen in den einzelnen

Referaten war.

Ein wichtiger Meilenstein war die

Schaff ung einer ordentlichen Arbeitsgrundlage

und ein frisches Erscheinungsbild

nach außen. Mit dem Umbau und

der Renovierung der AStA-Räume nach

der neuen Corporate Design-Richtlinie

haben wir quasi über Nacht dem AStA

ein neues Erscheinungsbild gegeben, das

Freundlichkeit, Off enheit und Serviceorientierung

nach außen transportiert.

Mit Aktionen wie „100 Entscheidungsträger

gesucht“, „In x Tagen hast Du die

Wahl“, der Sit-&-Watch-Aktion oder

den Postkarten zur Wahlauff orderung

haben wir es geschafft , fast alle Mandate

für studentische Vertreter doppelt zu

besetzen und die Wahlbeteiligung mehr

als zu verdreifachen. Mit unzähligen

Projekten, Aktionen und Aufrufen haben

wir ein Jahr lang gezeigt, was man

mit einem ehrenamtlichen Team alles

auf die Beine stellen kann.

Die Herausforderungen der Zukunft

Stabilisieren, Flagge zeigen und viel

für die Persönlichkeit lernen – wir als

Team des AStA haben es geschafft , und

trotzdem sind gerade zum Ende unserer

Legislaturperiode immer wieder

neue „Baustellen“ zum Vorschein gekommen,

die wir an unsere Nachfolger

übergeben müssen.

Eher beunruhigend ist das Desinteresse

an ehrenamtlicher oder hochschulpolitischer

Arbeit. Nur mit einer groß

angelegten Werbekampagne haben wir

es geschafft , die Plätze für studentische

Vertreter in den Gremien an der FHW

Als neue Vorsitzende des AStA trete

ich zwar ein schweres Erbe an, aber

die elf neuen Referenten des AStA und

ich haben sehr gute Vorraussetzungen

für unsere zukünft ige Arbeit vorgefunden.

Ich verstehe den AStA ebenso wie

mein Vorgänger als eine Anlaufstelle

Berlin zu besetzen. Es ist wirklich traurig

zu sehen, dass die meisten Studierenden

kein Interesse daran haben, die

Studienbedingungen an der FHW Berlin

aktiv zu gestalten und Erfahrungen

bei der studentischen Selbstverwaltung

zu sammeln. Aber auch Mandatsträger

nehmen häufi g ihre Aufgabe nicht ernst

genug.

Die Motivation der Studierenden an

der FHW Berlin sollte für das 30. Stu-

Pa und den neuen AStA zentrales Element

der Legislaturperiode sein. Erste

Ideen wurden bereits gesammelt, und

von der Hochschule wurde Verhandlungsbereitschaft

bei der Vergabe von

ECTS-Punkten für besonders enga-

von Studierenden für Studierende und

hoff e weiterhin auf die fruchtbare Zusammenarbeit

mit der Hochschulleitung.

Das off ensive Marketing des vorherigen

AStA zur Motivation der Studierenden

werde ich übernehmen. Jeder Studierende

sollte und kann sich für seine

Interessen einsetzen – nicht nur als Referent

im AStA oder Mitglied im StuPa,

sondern vor allem als Wähler der Studierendenvertretung.

Zudem möchte ich im nächsten Jahr das

KommVor (kommentiertes Vorlesungsverzeichnis),

das vom AStA herausge-

gierte Studierende signalisiert. Des

Weiteren muss die Vernetzung und

Zusammenarbeit der Studierendenschaft

eine große Rolle spielen, um sich

der Hochschule als schlagkräft iger und

entschlossener Kooperationspartner

gegenüberzustellen. Aber nicht nur gegenüber

der Hochschule müssen wir

eine Position vertreten, auch der wahrscheinliche

Zusammenschluss mit der

FHVR (Fachhochschule für Verwaltung

und Rechtspfl ege) wird eine Herausforderung

sein, der wir uns stellen

müssen – und das wird nur geschlossen

funktionieren.

Benjamin Storm

Blick nach vorn – die neue

AStA-Vorsitzende stellt sich vor

geben wird, weiter ausbauen. Außerdem

bereiten wir den Tag der Off enen

Tür des AStA am 24. Mai 2007 vor.

Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben

und stehe der „Herausforderung

AStA“ mit viel Elan und einem hochmotivierten

Team gegenüber.

Karin Setzpfandt


26 In, An, Aus der FHW Berlin SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 In, An, Aus der FHW Berlin

27

AJAX – Rasante Webanwendungen

Webanwendungen werden Desktopanwendungen immer ähnlicher, der Technologiemix dafür ist „AJAX“. Anhand einer Beispielanwendung,

die im Rahmen der Lehrveranstaltung „Programmierung von Webanwendungen“ bei Prof. Faustmann entstand,

werden die Vor - und Nachteile sowie die neuen Möglichkeiten für das Web beschrieben.

Was ist AJAX?

AJAX steht für Asynchronous Javascript

And eXtensible Markup Language 1 und

ist ein Ansatz des Web 2.0, der die Kommunikation

zwischen Browser und Server

neu gestaltet. Der entscheidende

Vorteil liegt in der Asynchronität der

Anfragen an den Server. Bislang muss

der Nutzer nach einer Anfrage warten

(linke Seite in Abb. 1), und eine Webseite

muss immer wieder komplett neu

geladen werden. Mit AJAX hingegen

werden nur bestimmte Bereiche einer

Webseite neu geladen. Anfragen werden

mit Hilfe von JavaScript an eine AJAX-

Engine übergeben, welche diese an den

Server weiterleitet. Der Server bearbeitet

die Anfrage und sendet dann eine Antwort

an den Client. Dadurch kann sich

der Nutzer weiterhin auf der Seite bewegen,

ohne dass die Seite neu geladen werden

muss. So ist es möglich, Webanwendungen

zu erstellen, die sich wie lokale

Desktopanwendungen bedienen lassen.

Die Beispielanwendung RPlan07

RPlan07 ist eine Webanwendung für

Restaurantbetreiber und deren Kunden.

Das Restaurant kann zunächst per „Drag

and Drop“ einen Restaurantplan erstellen.

Mit Hilfe dieses Plans kann der Restaurantbesucher

zur gewünschten Zeit einzelne

Tische reservieren.

RPlan07 wurde unter Nutzung von AJAX

realisiert, um das dynamische Nachladen

von Webseitenteilen zu ermöglichen.

Zur Unterstützung kommt das Framework

„Direct Web Remoting“ (DWR)

zum Einsatz. Dieses erlaubt es, eigene

Programme (Servlets) auf dem Server

im Web-Container laufen zu lassen und

per Javascript aus der Webanwendung

heraus aufzurufen. Ferner bietet DWR

auch eine eigene AJAX-Engine (siehe

Abb. 1), die das Absetzen der Aufrufe

an den Server übernimmt. Die Drag-

Anfrage

Web-Browser

Web-Server

Antwort

Logik und Datenhaltung

Abb. 1: Kommunikation des Clients mit dem Server

and-Drop-Funktionalitäten zum Erstellen

des Restaurantplans wurden mit

Hilfe des Frameworks „script.aculo.us“

realisiert. Als zusätzlichen Dienst gibt

es für den Nutzer die Möglichkeit, sich

die Route zu dem entsprechenden Restaurant

anzeigen zu lassen. Dazu wird

der Webservice von Map24 genutzt, der

es ermöglicht, eine Anfrage abzusenden

Abb. 2: RPlan07

Anfrage

Web-Browser

Ajax-Engine

Web-Server

XML-Dateien

Antwort

Logik und Datenhaltung

und das Ergebnis im Programm anzuzeigen.

Außerdem bietet RPlan07 auch

einen eigenen Webservice an, der die

Restaurants und Reservierungen für

andere Services bereitstellt.

Bewertung

Der Einsatz von AJAX bietet aber nicht

nur Vorteile: So sind gewohnte Funktionen

wie das Setzen von Lesezeichen

oder das Zurückblättern im Browser

nur eingeschränkt verfügbar. Für das

letztgenannte Problem kommt in

RPlan07 eine selbst entwickelte Lösung

zum Einsatz. Dabei wird die Historie

innerhalb der Sitzung des Nutzers gespeichert.

Dadurch entfällt die Anpassung

auf verschiedene Browser, allerdings

können nicht die gewohnten Buttons

der Browser genutzt werden. Auch

steigt die Last auf dem Server bis um

den Faktor vier, wodurch die Anwendung

deutlich langsamer werden kann. 2

Durch die Verwendung von AJAX lassen

sich Webanwendungen erstellen,

die einen erheblich höheren Bedienkomfort

für den Nutzer bieten. Probleme

entstehen durch z. Zt. fehlende

Standards und die immer noch vorhandenen

Browserinkompatibilitäten bei

der Nutzung von Javascript.

Jörg Balla

Eric von Czapiewski

Tom Stuckatz

Kontakt: RPlan07@web.de

1 Denny Carl; Praxiswissen AJAX; S. 2

2 Markus Eisele; Klassisches Outfi t – AJAX

im Einsatz: geschäftskritische Schnittstellen;

S. 95f Abb. 3: Ablauf des Zugriffs auf die Servlets aus der Anwendung heraus

Neues aus der Bibliothek

Erweiterte Recherchemöglichkeiten

im Bereich Zeitschriften

Elektronische Angebote von Zeitschriften spielen eine immer bedeutsamere Rolle. Die Angebotspalette variiert immer stärker

und macht sowohl die Verwaltung als auch die Zugriffsmöglichkeiten immer diffi ziler. Die Bibliothek hat zwei neue Module eingeführt,

um hier mehr Übersichtlichkeit und bequemeren Zugang bieten zu können.

Um einen komfortablen Zugriff auf die

Zeitschrift en in Print- und Onlineversion,

die Bestände aus beiden Fachbereichen

sowie die lizensierten Zeitschrift

en aus den Datenbanken, die die

Bibliothek gelistet hat, auf einer Oberfl

äche zu ermöglichen, hat sich die Bibliothek

für „A to Z“, ein Modul der

Firma EBSCO, entschieden.

Mit diesem Modul können einerseits

Zeitschrift en per Titel, Publisher oder

ISSN, andererseits in der alphabetischen

Liste Artikel nach Titel oder Schlagwort

gesucht werden. Der Zugriff erfolgt

über die Homepage der FHW Berlin

unter Service ▷ Zentrale Dienste ▷

Bibliothek ▷ Kataloge und Zeitschrift en.

Browser Server

HTML

script.aculo.us

JavaScript

Ebenfalls eine Erweiterung gibt es bei

der inhaltlichen Zeitschrift enrecherche.

Mit „EJS – EBSCO’s Electronic Journal

Service“ ist es möglich, auf einen Pool

von über 10.000 weiteren Zeitschrift en

aus allen Wissensbereichen zuzugreifen.

Der Einstieg erfolgt über die bekannte

Oberfl äche des EBSCO-Hosts, über die

auch auf die wirtschaft swissenschaft -

liche Fachdatenbank „Business Source

Premier“ zugegriff en wird. Der Nutzer

kann sich mit Einrichtung eines eigenen

Kontos seine Literaturlisten selbst

zusammenstellen, sich regelmäßig über

das Eintreff en seiner bevorzugten Zeitschrift

en informieren lassen oder seine

Suche abspeichern und bei Bedarf wiederverwenden.

Webcontainer

DWR

Java

(Servlet)

Nutzbar ist der Service an allen Standorten

der FHW Berlin und bei Remote-

Zugriff auf die EBSCO-Datenbank. Die

Bibliothek hilft bei Fragen zur Nutzung

und Einrichtung und bietet Schulungen

an.

Cornelia Rupp

Datenbank


28 In, An, Aus der FHW Berlin SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 In, An, Aus der FHW Berlin

29

Managervergütung und Unternehmenserfolg: 7 Thesen zur Frage

„Verdienen Manager, was sie verdienen?“

Mit ihrem 2006 erschienenen Buch

„Unternehmenserfolg und Managervergütung

– Ein internationaler Vergleich“

stellen Yasmine Chahed (LSE London)

und Hans-Erich Müller (FHW Berlin)

die provokante Frage, ob die Vergütung

für Europas Konzernmanager angemessen

ist. Eine eindeutige Antwort

wird dazu nicht gegeben, die Autoren

stellen jedoch mit den folgenden sieben

Th esen fest, dass eine Reihe von Faktoren

in die Diskussion mit einbezogen

werden müssen.

1. In der aktuellen Diskussion zu

Unternehmenserfolg und Managervergütung

wird heute erst deutlich,

dass variable, erfolgsabhängige Vergütungsanteile

statt nur zur guten

auch zur schlechten Unternehmensführung

beitragen können. Nicht nur

die Verteilungsgerechtigkeit und die

ethische Angemessenheit der Vorstandsvergütung,

sondern auch ihre

Wirksamkeit als Corporate-Governance-Mechanismus

stehen damit

auf dem Prüfstand.

2. Die Feststellung, dass schlechte Managementtheorien

gute Managementpraxis

zerstören können (Ghoshal

2005), trifft auch für die leistungsorientierte

Vergütung des Top-

Managements zu. Das vor allem in

den USA dominierende Shareholder-

Value- und Principal-Agent-Modell

wirkt statt als Heilmittel als Gift der

Corporate Governance, hat selbst

erst Vergütungsexzesse und Unternehmensskandale

in den USA mit

hervorgebracht.

3. In einem komplexen und dynamischen

Umfeld sind exakte Maßgrößen

für den Unternehmenserfolg und dessen

Ursachen nicht bestimmbar. So

stellt sich etwa die Frage, ob neben

der Wertsteigerung auch nichtfi nanzielle

und ethische Werte für den Er-

folg relevant sind. Wertsteigerungsorientierte

Steuerungssysteme können,

anders als oft angenommen,

auch nichtfi nanzielle Faktoren, wie

Mitarbeiter, Kunden und andere Erfolgspotentiale

der Unternehmensstrategie,

berücksichtigen.

4. Dieser Bezug ist vor allem wegen

der Kritik an der erfolgsorientierten

Managervergütung wünschenswert.

Insbesondere Balanced-Scorecard-

Modelle lassen dabei auf eine stärkere

Orientierung an der weiteren wirtschaft

lichen und sozialen Verantwortung

der Unternehmen hoff en. Die

Praxis zeigt jedoch, dass Probleme der

Bestimmung, der Implementierung

und der Manipulierbarkeit interner

Steuerungsgrößen deren theoretische

Überlegenheit zunichte machen können,

da die Prozesse für Außenstehende

nur schwer nachvollziehbar

sind.

5. Als Antwort darauf scheint sich eine

verstärkte Transparenz der Managervergütung

als Instrument zur verbesserten

Performanceorientierung und

Legitimation durchzusetzen. So wie

die weltweit großen Unternehmen

heute auch immer politische Institutionen

sind, die sich öff entlich legitimieren

müssen, ist auch die Vergütung

ihrer Top-Führungskräft e keine

Privatangelegenheit mehr. Zum Unternehmenserfolg

gehört daher dessen

Legitimierung gegenüber der Öffentlichkeit.

Mehr Transparenz in der

Vergütung erlaubt mehr Kontrollmöglichkeiten

durch externe Anspruchsgruppen.

6. Der internationale Vergleich von

Corporate-Governance-Systemen in

Deutschland, Schweden und Großbritannien

zeigt, dass mit einseitigen

Shareholder- oder Stakeholder-Ansätzen

die Dynamik der Entwicklung

nicht erklärt werden kann. Die detaillierten

britischen Berichtspfl ichten

über die individuellen Vorstandsvergütungen

und die Vergütungspolitik

sind ein Vorbild für EU Empfehlungen

und Regelungen in Deutschland

und in Schweden.

7. Allerdings verfehlen mehr Aufsichtsregelungen

allein ihr Ziel. Gute Corporate

Governance verlangt zum

anderen auch die vertrauensvolle

Zusammenarbeit bei der Unternehmensführung

und die interne Beteiligung

an Entscheidungsprozessen. Es

kommt auch auf den Rat der Akteure,

etwa im Aufsichtsrat, an. Konzepte

des Strategischen Managements sind

eine bessere Basis, auch zur Weiterentwicklung

der Beurteilungs- und

Belohnungssysteme für Manager.

Mehr zu diesem Thema:

Yasmine Chahed / Hans Erich Müller:

Unternehmenserfolg und Managervergütung.

Ein internationaler Vergleich.

München und Mehring: Rainer Hampp

Verlag 2006.

Unterrichtsinhalt: Tagungsorganisation

Wie das Themenfeld „Ökonomie und Geschlechterverhältnis“ Studierende ihre organisatorischen Fähigkeiten testen ließ

Im Th emenfeld „Ökonomie und Geschlechterverhältnis“

werden interdisziplinär

geschlechterbezogene Strukturierungsprozesse

in Wirtschaft und

Gesellschaft untersucht. Wie lässt sich

ein solches Th emengebiet am besten an

die Studentin oder den Studenten bringen?

In den vergangenen Semestern erfolgte

eine vor allem theoriegeleitete

Vermittlung der Inhalte, die wenig Spielraum

für einen kreativen Umgang mit

dem Th ema bot. Ist es da nicht nahe

liegend, die Studierenden auch einmal

selbst aktiv werden zu lassen, indem man

sie auff ordert, eine Tagung zu planen

und durchzuführen? Aus diesem Gedanken

wurde die Projektidee geboren,

zusammen mit den Studierenden eine

Fachtagung zum Th ema „Entgeltdiskriminierung

– (k)ein unlösbares Problem?“

zu organisieren.

Erst einmal aber mussten wir Lehrenden

uns für die Idee begeistern. Denn die

Vorstellung, Verantwortung an Studierende

abzugeben, sich moderat und

zugleich auf Abruf im Hintergrund zu

halten, ist keinesfalls Routine im Hochschulalltag.

Ein wenig mehr Sicherheit

versprach die inhaltliche Koordination

der beteiligten Fachdisziplinen BWL

(Andrea-Hilla Carl), VWL (Miriam

Beblo), Soziologie (Heike Wiesner) und

Jura (Marita Körner). Bei der gemeinsamen

Vorbereitung und Abstimmung

bot sich die thematische Zuspitzung

auf das Th ema Entgeltdiskriminierung

an, da es hierbei viele fachliche Überschneidungen

gibt. Somit war es also

beschlossene Sache: Im Wintersemester

2006/07 sollte im Th emenfeld Ökonomie

und Geschlechterverhältnis erstmalig

ein Studienprojekt durchgeführt werden.

Zu Beginn des Semesters haben die Studierenden

zunächst gemeinsam mit den

Dozentinnen das weite Feld der Entgeltdiff

erenzierung aus den vier Fachperspektiven

erarbeitet. Anschließend ha-

ben sie sich für eine der vier fachlichen

Arbeitsgruppen entschieden, die sich

um die Einladung jeweils einer Referentin

oder eines Referenten kümmerten

und sich mit deren Forschungsarbeiten

auseinandersetzten. Jede fachliche

Arbeitsgruppe hatte zusätzlich organisatorische

Aufgaben, so dass die Studierenden

sowohl Inhaltliches als auch

Organisatorisches zur Tagung beitragen

konnten.

Um die Kommunikation zwischen und

innerhalb der Arbeitsgruppen zu erleichtern,

kam „unser Wiki“ zum Einsatz. Ein

Wiki ist eine im World Wide Web verfügbare

Seitensammlung, die von den

Benutzer/innen nicht nur gelesen, sondern

auch online geändert werden kann.

Wikis ähneln damit Content Management

Systemen und können Projektmanagement

und Gruppenaktivitäten

nicht nur unterstützen, sondern auch

zeitsparend und eff ektiv gestalten. Die

Organisation und Gestaltung der Tagung

lag somit vor allem in den Händen der

Studierenden. Sämtliche Absprachen,

alle inhaltlichen Grenzziehungen, aber

auch die Erstellung einer Expert/innendatenbank

wurde über das Wiki abgewickelt.

Nun sollen aber die Studierenden

selbst zu Wort kommen, um ihre

Erfahrungen in den vier Arbeitsgruppen

zu schildern.

AG Soziologie bzw. Catering-Team:

Ina Tripp, Hatice Gülec, Öztürk Sevil

und Yasemin Kacar

„Als Expertin hat unsere Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Désirée Ladwig ausgewählt,

weil sie einerseits als Mitbegründerin

des Gender-Dax gilt und andererseits

viel zu dem Th ema Gender und Karriere

publiziert hat. Der Gender-Dax bietet

aktuelle Online-Informationen über

attraktive Unternehmen, die hochqualifi

zierte Frauen besonders fördern.

Sie hielt einen Vortrag über das Th ema:

„Entgeltdiff erenzierung – relevante

Entgeltbestandteile und Karrierestrategien“.

Prof. Dr. Désirée Ladwig (li.) und die Studentin Yasemin Kacar (re.) stellen sich der Diskussion

Foto: FHW Berlin/Ute Hechtner


30 In, An, Aus der FHW Berlin

SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Gleichstellung

31

Die organisatorische Aufgabe unserer

Arbeitsgruppe lag in der Ausrichtung

des Caterings und des Empfangs. Es

mussten u. a. Angebote von Restaurants

und Getränkelieferanten eingeholt

werden und Namensschilder für

die Referent/innen und Gäste hergestellt

werden. Die Bereitstellung von

Kaff ee und Keksen fi el ebenfalls in unser

Ressort. Unsere Wahl fi el auf das

Café Troja, weil die Lage, das Essensangebot

und der Preis unseren Vorstellungen

entsprachen. Den Aufwand

einer Tagungsorganisation hatten wir

anfänglich vollkommen unterschätzt.

Umso hilfreicher, diese sehr wichtige

Erfahrung schon im Studium gemacht

zu haben!“

AG VWL bzw. Raum-&-Technik-Team:

Sandra Wagner, Kristin Eberling,

Nadine Pesler, Anja Bachler und

Anna Becker

„Nach einigen Absagen und etwas Zeitverzug

haben wir uns über eine Zusage

von Prof. Dr. Elke Wolf von der Fachhochschule

München freuen können.

Sie ist Ökonomin und referierte über

das Th ema „Betriebliche Rahmenbedingungen

des geschlechtsspezifi schen

Lohngefälles“.

Aus organisatorischer Sicht kümmerten

wir uns um den Tagungsraum, Tische

und Stühle und alle technischen Geräte,

die benötigt wurden. Wir ließen

uns in die Technik des von uns favorisierten

Raumes einweisen, denn für die

Referent/innen sollten Laptop, Beamer

und Overhead-Projektor bereitstehen.

Eine weitere wichtige Aufgabe war die

Erstellung von Infomappen, die am Tag

der Tagung allen Teilnehmer/innen

überreicht werden sollten. Der Fachbereich

und die Marketing-Abteilung

der FHW Berlin erklärten sich bereit,

uns Kugelschreiber, Blöcke und Aufkleber

zur Verfügung zu stellen. Am

Tag der Tagung trafen wir uns früh, um

den Raum optimal herzurichten. Wir

möchten das Th emenfeld somit unbedingt

weiterempfehlen.“

Sylvia Heise (li.) und Anja Kleversaat (re.)

moderieren die nächste Referentin an

AG Jura bzw. Koordinationsteam:

Sylvia Heise, Jana Lozek, Anita

Deinhard, Angelika Dienemann,

Anja Kleversaat, Beatrice Werk und

Cordelia Wolchow

„Wir haben Dr. Eva Kocher als Referentin

gewinnen können. Frau Kocher

war 2001/02 Mitglied der Expertinnenkommission

zur Erarbeitung eines

Gesetzentwurfs zur Durchsetzung der

Gleichstellung der Geschlechter in der

Privatwirtschaft . Daneben ist sie Redakteurin

der Zeitschrift „Kritische

Justiz“ und Mitgründerin des Feministischen

Rechtsinstituts. Durch ihren

Vortrag „AGG: Chancen und Risiken

für die Durchsetzung der Entgeltgleichheit

zwischen den Geschlechtern“ ergänzte

sie die Tagung um den rechtlichen

Aspekt.

Unsere organisatorische Aufgabe bestand

darin, die Koordination der Aktivitäten

aller AGs untereinander zu

bündeln und zu regeln. Dazu gehörten

die Organisation regelmäßiger Treff en

mit den anderen Gruppen, der zeitnahe

Austausch von Informationen, die Budgetverwaltung

und die Abstimmung

des zeitlichen Ablaufs der Veranstaltung.

Zur Organisation des zeitlichen

Ablaufs gehörten neben der Planung

der Tagesordnung auch die Begrüßung

(Einladung des Prorektors und der

FHW-Frauenbeauft ragten), die Moderation

der gesamten Veranstaltung

und der juristische Part. Kurzum: eine

spannende Erfahrung.“

Foto: FHW Berlin/Ute Hechtner

AG BWL bzw. Marketing-Team:

Katja Gottlebe, Sandra Gottscholl,

Nadine Mecklenbur, Ines Mönnig,

Natalie Pessina und Janett Schönfeld

„Als Experten für den BWL-Teil konnten

wir Dr. Christian P. Katz gewinnen.

Sein Vortrag „Geschlechtergerechte

Funktionsbewertung mit Abakaba?“

traf den Kern der Diskussion. Abakaba

steht für „Analytische Bewertung

von Arbeitstätigkeiten nach Katz und

Baitsch“. Im Anschluss an den Vortrag

gab es eine anregende Diskussion und

Fragerunde.

Unsere Gruppe hatte darüber hinaus

dafür zu sorgen, dass unsere kleine,

aber feine Veranstaltung „groß rauskommen“

sollte. Dafür waren verschiedene

Maßnahmen notwendig: Eine

Internetadresse musste eingerichtet

werden, Einladungen und Pressemitteilungen

verschickt sowie Plakate und

Flyer gestaltet und verteilt werden.

Alles in allem haben wir aus der Organisation

unserer Veranstaltung viel gelernt

und hatten auch viel Spaß dabei.

Wir danken dem Dozentinnengespann

für die lehrreiche und tolle Zeit sowie

dem Harriet Taylor Mill-Institut der

FHW Berlin für seine Unterstützung.“

Fazit

Die Fachtagung hat viel Aufmerksamkeit

erregt: Teilgenommen haben über

60 Personen aus Wirtschaft , Verwaltung

und Politik. Auch die Medien berichteten

(so zitierte u. a. die Karriere-

Beilage des Handelsblattes vom April

2007 unser Studienprojekt als Beispiel

für aktivierende Lehre). Allein dafür

hat sich der Aufwand sicherlich schon

gelohnt. Aber noch wichtiger war es

uns, die intrinsische Motivation der

Studierenden und ihre Freude am Erfolg

zu erleben. Insofern möchten wir

uns an dieser Stelle noch einmal herzlich

bei allen beteiligten Studierenden

bedanken!

Miriam Beblo

Andrea-Hilla Carl

Heike Wiesner

Chancengleichheit verwirklichen

Thema auf der Agenda von HRK und Wissenschaftsrat

Das Th ema „Chancengleichheit von

Wissenschaft lerinnen in Hochschulen

und außeruniversitären Forschungseinrichtungen“

wurde 2006 mehrfach

durch einfl ussreiche Akteure behandelt.

Mitte November verabschiedete die

Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

unter dem Titel „Frauen fördern“ ihre

Empfehlung zur Verwirklichung von

Chancengleichheit im Hochschulbereich.

Ende November veranstaltete der

Wissenschaft srat eine Konferenz zum

Th ema „Exzellenz in Wissenschaft und

Forschung. Neue Wege in der Gleichstellungspolitik“.

Der Rektor und die

Zentrale Frauenbeauft ragte der FHW

Berlin nahmen an der prominent besetzten

Tagung teil.

Empfehlungen der HRK

Die HRK-Empfehlungen bilanzieren

die Situation von Frauen im Hochschulbereich.

Probleme werden insbesondere

nach der Promotion, bei der

„Schnittstelle Berufung“ sowie bei den

oft mals für Familien und damit faktisch

für Frauen unfreundlichen Arbeitsbedingungen

in der Wissenschaft identifi

ziert. Der Text enthält Grafi ken zu

den abnehmenden Frauenanteilen auf

dem Weg von der Studienanfängerin

über Studienabschlüsse, Promotion,

Habilitation und Neuberufungen bis

zur C4-Professorin. Die Daten wurden

vom Kompetenzzentrum Frauen in

Wissenschaft und Forschung (CEWS)

zur Verfügung gestellt. Dabei zeigt sich,

dass Frauen gerade in den geisteswissenschaft

lichen Fachrichtungen, wo sie bei

den Studierenden die Mehrheit bilden,

im weiteren Verlauf „verloren gehen“,

während in den Ingenieurwissenschaften

die Anteile auf niedrigem Ausgangsniveau

relativ stabil bleiben.

Die Empfehlungen der HRK betonen

die eindeutige Festlegung des Berliner

Hochschulgesetzes und die Forderung

von Frauen- und Gleichstellungsbeauf-

tragten: „Gleichstellungspolitik muss

Aufgabe der Hochschulleitungen sein“.

Gleichstellungsansätze müssen sich in

allen Strategie- und Strukturkonzepten,

ebenso wie in der Öff entlichkeitsarbeit

wiederfi nden. Neue Instrumente der

Steuerung und hochschulpolitische

Entwicklungen müssen auch im Hinblick

auf die Beteiligung der Geschlechter

konzeptioniert und beobachtet

werden. Gleichstellungspolitik muss in

Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit

den dezentralen Einheiten und in der

Qualitätssicherung verankert werden.

Um die Chancen von Frauen zu verbessern,

soll das traditionelle System

individueller Förderbeziehungen in der

Promotionsphase durch ein weniger

individuell angelegtes und transparentes

Förderkonzept abgelöst werden. Dieser

Ansatz, der auch der Einführung der

Juniorprofessur zugrunde lag, fi ndet

sich nicht nur aus Gründen der Gleichstellungspolitik

seit längerem auch in

den Empfehlungen des Wissenschaft srates

zur Förderung des wissenschaft -

lichen Nachwuchses wieder. Die Empfehlungen

zur Neugestaltung von

Berufungsverfahren entsprechen den

generellen Forderungen von HRK und

Wissenschaft srat nach mehr Transparenz.

Die HRK benennt in ihren Empfehlungen,

dass „die Unsicherheit des

Arbeitsplatzes Wissenschaft sich als

wesentliches Hemmnis vor allem für

Wissenschaft ler und Wissenschaft lerinnen

mit Kind erweist“. Sie fordert

Bund und Länder auf, dafür zu sorgen,

dass diese Unsicherheit „durch eine

Veränderung der Beschäft igungsstruktur

reduziert wird“. Gefordert werden

weiterhin bessere Arbeitsbedingungen

bei befristeten Arbeitsverhältnissen.

Außerdem sollten in verstärktem Umfang

„tenure track“-Stellen eingerichtet

werden, um hoch qualifi zierten

Nachwuchswissenschaft lerinnen eine

Perspektive für eine wissenschaft liche

Karriere zu bieten.

Aus Sicht von Frauen- und Gleichstellungsbeauft

ragten stellen die Empfehlungen

keine wirklich neuen Konzepte

dar, die über das hinausgingen, was an

Hochschulen mit engagierter Gleichstellungspolitik

bereits praktiziert wird.

Das Instrument der Quotierung –

vom scheidenden DFG-Präsidenten

Winnacker im Sommer 2006 gefordert –

fi ndet sich in den Empfehlungen nicht.

Winnacker hatte die Nachfragen der

ausländischen Gutachtergruppen im

Rahmen der Exellenzauswahl zur (mangelnden)

Beteiligung von weiblichen

„Gleichstellungspolitik muss

Aufgabe der Hochschulleitungen

sein.“


32 Gleichstellung SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Gleichstellung

33

Forschern und zu Genderaspekten zur

Kenntnis nehmen müssen. Generell

propagiert die HRK die Stärkung der

Autonomie der einzelnen Hochschulen

und verzichtet damit auf die Festlegung

hochschulübergreifender Maßnahmen.

Diskussionen auf der Tagung des

Wissenschaftsrats

Auf der Konferenz des Wissenschaft srates

berichteten Wissenschaft lerinnen

wie Sigrid Metz-Göckel, Inken Lind

und Jutta Allmendinger über die Ursachen

der Unterrepräsentanz von Wissenschaft

lerinnen, die Wirksamkeit

gleichstellungspolitischer Maßnahmen

und über aktuelle Untersuchungen zum

relativen Erfolg von Frauen und Männern

bei DFG-Anträgen. Der einführende

Vortrag von Jutta Limbach zur

Situation von Wissenschaft lerinnen im

Kontext gesellschaft licher Normen und

Strukturen wurde durchweg als ein inhaltlicher

wie sprachlicher Genuss gewertet.

Die vor allem auf persönlichen

Erfahrungen basierenden Aussagen der

Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-

Volhard stießen bei Teilen des Publikums

auf weniger Gegenliebe. Zwei von Inken

Lind (CEWS) vorgestellte Einzelergebnisse

zu den Frauenanteilen im Karriereverlauf

riefen vereinzelt bei jenen Erstaunen

hervor, die sich seltener mit

solchen Analysen beschäft igen. Von den

Berliner Erfolgen in der Gleichstellungspolitik

im Wissenschaft sbereich berichtete

Staatssekretär Dr. Hans-Gerhard

Husung mit seiner Einschätzung der

Mischung von staatlichen und hochschulpolitischen

Maßnahmen, die Berlin

den ersten Platz im Gleichstellungsranking

des CEWS eingebracht hat.

Auf dem abschließenden Podium diskutierten

der Präsident der DFG, Ernst-

Ludwig Winnacker, der Präsident der

Leibnitz-Wissensgemeinschaft , Ernst

Rietschel, die HRK-Präsidentin, Margret

Wintermantel, sowie die (deutschlandweit

einzige C4-) Chirurgie-Professorin

und Klinikdirektorin Doris Henne-

Bruns ihre Einschätzungen und Positi-

onen zu den Erfordernissen der künftigen

Gleichstellungspolitik. Dabei

erklärten beide Männer, dass Quotierungen

unumgänglich seien, wenn sich

ernsthaft etwas verändern solle. Beide

Frauen hingegen lehnten dieses Instrument

ab: Frau Henne-Bruns befürchtete

eine Abwertung von weiblichen

wissenschaft lichen Leistungen (Problematik

der so genannten „Quotenfrau“).

Frau Wintermantel reagierte ebenfalls

sehr zurückhaltend und setzte entsprechend

den HRK-Empfehlungen lieber

auf die individuellen Konzepte der

Hochschulen zur Chancengleichheit.

Die Konferenz des Wissenschaft srates

endete mit der Verabschiedung einer

„Off ensive für Chancengleichheit von

Wissenschaft lerinnen und Wissenschaft

lern“, die vom Wissenschaft srat,

der HRK, der DFG und vier Dachverbänden

außeruniversitärer Forschungseinrichtungen

unterzeichnet wurde.

Die Empfehlung einiger „alter Recken“

der Wissenschaft spolitik, die eine gewisse

Form von Quotierung gefordert

hatten, ist in der Off ensive nicht zu fi nden.

Bleibt zu hoff en, dass die durch

die Off ensive gebündelten Anregungen

und Selbstverpfl ichtungen der Wissenschaft

sorganisationen trotzdem kraft -

volle Erfolge hervorbringen. In fünf

Jahren sollen die Gleichstellungserfolge

in den Organisationen einer Evaluation

unterzogen werden.

Viola Philipp

Quellen

Hochschulrektorenkonferenz (2006): Frauen

fördern. Empfehlung zur Verwirklichung

von Chancengleichheit im Hochschulbereich.

www.hrk.de/de/beschluesse/109.php

Wissenschaftsrat (2006): Offensive für

Chancengleichheit, Pressemitteilung

www.wissenschaftsrat.de

www.cews.org/cews

Viola Philipp als Frauenbeauftragte

wiedergewählt

Die derzeitige hauptamtliche Frauenbeauft

ragte, Viola Philipp, wurde

am 21.02.2007 vom Frauenrat für

die vierjährige Amtszeit von

September 2007 bis August 2011

wiedergewählt. Sie wird damit ihre

dritte Amtszeit antreten.

Veranstaltung zum Gender Mainstreaming am FB Berufsakademie

Balance der Geschlechter

Es ist, als ob den Fachbereich Berufsakademie

ein „Modernisierungsschub“ erreicht

hätte. Alle Studiengänge werden

reformiert und akkreditiert, die Forschung

wird intensiviert. Neue Standards

werden erarbeitet, das Qualitätsmanagement

wird entwickelt und

Zielvereinbarungen werden geschlossen.

Auch das Verhältnis aller Hochschulangehörigen

untereinander soll

auf eine neue Grundlage gestellt werden:

mit Gender Mainstreaming.

Der Begriff des Gender Mainstreaming

zielt auf die umfassende Gleichstellung

von Frauen und Männern. Der Gedanke

der Geschlechtergerechtigkeit soll auch

„Hauptstrom“ des Lebens am Fachbereich

Berufsakademie sein, seine Struktur

nach innen und seine Gestalt nach

außen hin bestimmen.

Zu diesem Zweck fand – initiiert und

organisiert von der Geschäft sführerin

und der Dezentralen Frauenbeauft ragten

– am 21.03.2007 am Fachbereich

Berufsakademie die erste Veranstaltung

zu diesem Th ema statt.

Um Anschauung von den vielfältigen

Möglichkeiten des Gender Mainstreaming

zu geben, berichtete Frau Dr.

Stephanie Handschuh-Heiß von den

Aktivitäten der Universität Augsburg

auf diesem Gebiet. Sie schilderte das

organisatorische „Design“ und die konkreten

Aktivitäten zur Umsetzung der

anspruchsvollen Ziele, nicht zuletzt im

Bereich der Kinder- und Ferienbetreuung.

Erfahrungen aus Sicht der berufl ichen

Bildung lieferte Frau Maria-Brigitte

Falkenberg vom Förderwerk St. Elisabeth

in Augsburg. Auch Institutionen

der berufl ichen Bildung müssen ihr

spezielles Förderangebot den Erfordernissen

der Geschlechtergerechtigkeit

zuordnen.

Wie erleben die Studierenden des Fachbereichs

ganz konkret in ihrem Studienalltag

die Herausforderungen der

Geschlechtergerechtigkeit? Diesem

facettenreichen Th ema widmeten sich

Kerstin Schneider und Marko Schwertfeger,

beide Studierende der Fachrich-

Foto: FHW Berlin/Diana Kreutzer

tung BWL/Handel seit 2004. Und wie

sieht es in der Unternehmen aus? Ist

Gender Mainstreaming dort ein Th ema,

hat das Konsequenzen? Anika Dietze

von IBM Deutschland präsentierte

ihre Erfahrungen und zeigte, wie IBM

Deutschland in diesem Sinne günstige

Prozesse fördert.

Über vier Stunden diskutierten die Zuhörer

– dual Studierende aus verschiedenen

Studiengängen – engagiert und

kompetent die verschiedenen Aspekte

der weitreichenden Th ematik.

Die Veranstaltung ist nicht nur ein erster

Schritt, sondern Auft akt für einen

nachhaltigen Prozess des Gender Mainstreaming

am Fachbereich Berufsakademie.

Manuela Tautz

Wir danken dem Verein der Freunde

und Förderer der Berufsakademie für

seine Unterstützung!

Auftaktveranstaltung zum Gender Mainstreaming


34 Personalia SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Personalia

35

Neu berufen

Fachbereich I Wirtschaftswissenschaften

Agnes Aschfalk-Evertz – Professur für International Accounting / Group Accounting

Dr. Agnes Aschfalk-Evertz, geboren

und aufgewachsen in Berlin, studierte

Betriebswirtschaft slehre an der TU

Berlin. Von 1990 bis 1995 war sie dort

als wissenschaft liche Mitarbeiterin tätig.

1995 erfolgte die Promotion über „Die

wirtschaft liche Förderung in den Neuen

Bundesländern – Eine systematische

Untersuchung der theoretischen Grundlagen

und ihrer praktischen Anwendung

in Brandenburg“.

Praktische Erfahrung hat sie während

einer fast zehnjährigen Tätigkeit für

eine mittelständische Wirtschaft sprüfungs-

und Steuerberatungsgesellschaft

gesammelt, bei der sie zuletzt als geschäft

sführende Gesellschaft erin tätig

war. Während dieser Zeit legte sie die

Axel Benz hat an der Universtät Stuttgart

Diplominformatik studiert und

arbeitete dann für das Fraunhofer Institut

in internationalen Forschungs- und

Entwicklungsprojekten. Th emengebiete

waren hier Betriebliche Informationssysteme

und Mobile Computing.

Im Anschluss an die Promotion bei

Prof. Bullinger arbeitete er für die

Robert Bosch GmbH als Projektleiter

in der Entwicklung verteilter Real-

Time Soft ware für Automobile. Nach

Berufsexamina zur Steuerberaterin und

zur Wirtschaft sprüferin ab. Von August

2005 bis März 2007 arbeite sie als Professorin

für Externes Rechnungswesen

am Fachbereich Berufsakademie der

FHW Berlin. Seit dem 1. April 2007 ist

sie Professorin am Fachbereich Wirtschaft

swissenschaft en.

Nebenberufl ich war sie für verschiedene

Träger, das Institut für technische Weiterbildung,

die FOM Fachhochschule

für Oekonomie & Management Berlin

sowie die Berufsakademie in den Gebieten

des externen Rechnungswesens

sowie der Steuerlehre tätig. Ihr derzeitiger

Forschungsschwerpunkt liegt im

Bereich der internationalen Rechnungslegung.

Axel Benz – Professur für Wirtschaft sinformatik, insb. Systementwicklung betrieblicher Anwendungen

dem Umzug nach Berlin leitete er die

Entwicklungsabteilung der Gematik

Gesellschaft für Telematikanwendungen

der Gesundheitskarte mbH.

Mit dem Sommersemester 2007 trat

Axel Benz seine Professur am Fachbereich

Wirtschaft swissenschaft en an.

Marcus Birkenkrahe – Professur für Wirtschaft sinformatik, insb. betriebliche Anwendungssoft ware

Marcus Birkenkrahe begann seine Karriere

in der physikalischen Forschung,

durch die er auch mit dem World-Wide

Web in Berührung kam, für dessen Entwicklung

er mehrere Preise gewann. Nach

der Promotion wechselte er zur Advanced

Technology Group der Unternehmensberatung

Accenture in St Charles (USA)

und wurde später der erste Direktor für

Wissensmanagement des Unternehmens

in London (UK). Später ging er als

Führungskraft zu Shell, wo er sich auf

Firmenstrategie und Organisationsentwicklung

spezialisierte.

Nach fast zehnjähriger Auslandstätigkeit

kehrte Marcus Birkenkrahe vor vier

Jahren nach Deutschland zurück, wo er

sich auf Executive Coaching und Führungskräft

eentwicklung konzentrierte.

Seit mehreren Jahren arbeitet er auch

als Experte für Wissensmanagement,

Komplexe Systeme und Soziale Netzwerke

für die Europäischen Gemein-

Claudia Gather studierte Soziologie an

der Universität Trier und der FU Berlin.

Nach dem Studium folgte eine empirische

Untersuchung über die Situation von

Existenzgründerinnen in Berlin sowie

eine Studie über den Weiterbildungsbedarf

und die Weiterbildungsmöglichkeiten

für Existenzgründerinnen in

Deutschland. Um die Situation für Existenzgründerinnen

modellhaft zu verbessern,

hat sie als Konsequenz dieser

Untersuchungen gemeinsam mit Kolleginnen

die Genossenschaft Weiber-

Wirtschaft entwickelt und gegründet

(www.weiberwirtschaft . de).

Claudia Gather hat als wissenschaft liche

Mitarbeiterin an der TU Berlin und an

der FU Berlin gearbeitet. Sie war Gast-

und Vertretungsprofessorin für Soziologie

und Geschlechterforschung an der

University of Florida (USA), der Johann-

Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/

schaft , wo er große multi-nationale

Projekte berät und begleitet. In Berlin

war er als Business Angel tätig, um innovative

Berliner Unternehmen in der

Gründungsphase zu unterstützen.

Vor seiner Berufung an die FHW Berlin

unterrichtete er als Lehrbeauft ragter,

u. a. an der Universität Potsdam, der

ESCP-EAP Wirtschaft shochschule Berlin,

der Hamburg Media School, der FH

Potsdam und der FHW Berlin. Im Jahre

2002 war er Gastprofessor an der University

of Auckland Business School

in Neuseeland. Zu seinen Forschungsschwerpunkten

gehören Wissensmanagement,

Digitale Lifestyle und Learning

Communities und die Ästhetik

von Informationsarchitekturen. Marcus

Birkenkrahe ist Fellow of the Royal

Society of Arts (RSA), Mitglied der

Association of Humanistic Psychology

(AHP) und der Association for Information

Systems (AIS).

Claudia Gather – Professur für Sozialwissenschaft en, Schwerpunkt Wirtschaft und Geschlechterverhältnis

Main und am Harriet-Taylor-Mill-Institut

der FHW Berlin. Die letzten drei Jahre

hat sie als Standortdekanin der Fachhochschule

Hildesheim/Holzminden/

Göttingen die Geschicke der Fakultät

Soziale Arbeit Fakultät mitbestimmt.

In der wissenschaft lichen Arbeit interessieren

sie feministisch-ökonomische

Fragestellungen, z. B. Existenzgründungen

von Frauen, Ökonomie im Privathaushalt

und Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor.

Ein Beispiel für Letzteres

ist ein vor kürzerem abgeschlossenes,

von der Hans-Böckler-Stift ung gefördertes

empirisches Forschungsprojekt

aus der Branche der Gebäudereinigung.

Claudia Gather ist Redakteurin der interdisziplinären

feministischen Zeitschrift

„Feministische Studien“ und

bringt diese Redaktionstätigkeit mit an

die FHW Berlin.


36 Personalia SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Personalia

37

Fachbereich II Berufsakademie

Holger Erchinger – Professur für Allgemeine Betriebswirtschaft slehre und Externes Rechnungswesen

Holger Erchinger studierte in München

und Los Angeles Betriebswirtschaft slehre

und promovierte über ein Th ema

aus dem Bereich Corporate Finance. Er

legte erfolgreich das US-amerikanische

Wirtschaft sprüfer-Examen (1995), das

Steuerberater-Examen (1999) sowie

das deutsche Wirtschaft sprüfer-Examen

(2001) jeweils berufsbegleitend ab.

Seine berufl iche Laufb ahn begann 1994

zunächst bei der Wirtschaft sprüfungsgesellschaft

Ernst & Young in Stuttgart

und wurde von 1996 bis Ende 2006 (seit

2000 als Prokurist) bei der Wirtschaft sprüfungsgesellschaft

KPMG in München

fortgesetzt. Im Zeitraum 2002 bis 2005

arbeitete Holger Erchinger als Senior

Manager in der Grundsatzabteilung im

National Offi ce der KPMG in New York.

Helmut W. Jung besitzt langjährige Berufserfahrung

in der Automobilbranche,

dem Bergbau und der IT-Industrie, wo

er unter anderem den Vorstand der

Deutschen Telekom AG in Bereichen

der „internationalen Konzernstrategie

Asien“ unterstützte. Mit dem Erlernen

mehrerer Berufe und nebenberufl ichen

Studien von Maschinenbau, Nachrichtentechnik,

Wirtschaft swissenschaft en

und Erziehungswissenschaft en in

Deutschland, England und der Volksrepublik

China steht er seit mehr als 25

Jahren in einem stetigen persönlichen

Weiterbildungs- und Entwicklungsprozess.

Seit 2000 erforscht er in global positionierten

Industrieunternehmen, wie der

SAP AG und der Deutschen Telekom AG,

neue strategische Geschäft smodellansätze

und deren marktfähige internationale

Im Rahmen seiner langjährigen international

ausgerichteten praktischen

Tätigkeit hat sich Holger Erchinger

intensiv mit Th emen auf dem Gebiet

der Internationalen Rechnungslegung

(IFRS, US-GAAP und SEC Rules and

Regulations) sowie kapitalmarktrelevanten

Transaktionen befasst.

Im Zeitraum 2000 bis 2006 hat er diverse

Lehrauft räge auf dem Gebiet der Internationalen

Rechnungslegung sowie des

Kapitalmarktrechts an Hochschulen in

München, Augsburg, Ingolstadt und

New York wahrgenommen. Er ist außerdem

Verfasser zahlreicher wissenschaft -

licher Publikationen in deutscher und

englischer Sprache zu Th emen der Internationalen

Rechnungslegung und des

Corporate Finance.

Helmut W. Jung – Professur für Allgemeine Betriebswirtschaft slehre, insbesondere Marketing

Implementierungen. In Zusammenarbeit

mit der TU Braunschweig und der Universität

Lübeck gründete er das Institut

für Angewandte LernTechnologien,

IfALT, welches webbasierte E-Learning-

Services entwickelt und anbietet.

Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte

liegen besonders in den Bereichen

Strategisches Internationales

Marketing und Entwicklung von Geschäft

smodellen und Bildungsservices

– hier mit einem vertieft en Fokus auf

mittelfristige Positionierungsstrategien

von Hochschulen.

Im Januar 2007 nahm Helmut W. Jung

den Ruf an den Fachbereich Berufsakademie

der FHW Berlin an.

Andrea Pelzeter – Professur für Allgemeine Betriebswirtschaft slehre, insbesondere Facility Management

Andrea Pelzeter studierte Architektur

an der Universität Stuttgart. Im Architekturbüro

ELW in Berlin leitete sie die

Planung und Realisierung von Umbau-,

Sanierungs- und Neubauarbeiten, z. B.

für das Hotel Bleibtreu in Berlin. Nach

der Geburt zweier Töchter spezialisierte

sie sich auf Detailplanung.

2002 studierte Frau Pelzeter Immobilienökonomie

und wurde Wissenschaft liche

Mitarbeiterin der ebs Immobilienakademie

Berlin. Dort erarbeitete sie u. a.

das Lehrbuch „Immobilienökonomie

Band III – Stadtplanerische Grundlagen“.

An der ebs European Business

School in Oestrich Winkel promovierte

Frau Pelzeter über die Lebenszykluskosten

von Immobilien, wofür sie den

GEFMA Förderpreis erhielt.

Im Jahr 2006 gründete sie „Pelzeter. Lebenszyklus-Management“

zur Förderung

der praktischen Nutzung des Konzeptes

der Lebenszykluskosten beim

Bauen und Betreiben von Gebäuden.

Zum Jahreswechsel 2006/07 wurde

Frau Pelzeter auf die Professur für Allgemeine

Betriebswirtschaft slehre, insbesondere

Facility Management, des

Fachbereichs Berufsakademie berufen.

Als Fachleiterin übernahm sie die 2005

gegründete Fachrichtung Facility Management.

Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in

der Zusammenführung ökonomischer,

ökologischer und sozialer Aspekte des

nachhaltigen Bauens.


38 Personalia SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Aus der Praxis

39

Neue Mitarbeiterinnen

Zentrale Hochschulverwaltung

Bettina

Förster

Bettina Förster vertritt seit 26. Februar

2007 Angela Niklaus im Bereich Personalwesen

und ist für alle anfallenden

Schreibarbeiten, hauptsächlich der Professorinnen

und Professoren, zuständig.

Sie war zuvor in einem großen Ingenieurbüro

tätig und freut sich, als gelernte

Fachangestellte für Bürokommunikation

nun die FHW Berlin mit ihren

Fähigkeiten unterstützen zu können.

Sylvia Müller

Sylvia Müller hat im April die Koordination

für Hochschulmarketing und

Presse- und Öff entlichkeitsarbeit übernommen.

Sie wird gemeinsam mit dem

Prorektor für Hochschulmarketing,

Prof. Bruche, eine integrierte Kommunikationsstrategie

in Verbindung mit

einem umfassenden Marketingkonzept

erstellen, um diesen Bereich weiterzuentwickeln.

Ziel ist es, den Innen- und

Außenauft ritt intensiver aufeinander

abzustimmen und zu verstärken.

Frau Müller studierte Kommunikationswissenschaft

, Marketing und Germanistik

an der Gesamthochschule

Essen. Danach war sie für verschiedene

Energiedienstleister in Nordrhein-

Westfalen, Berlin, Brandenburg und

Niedersachsen im Bereich Marketing,

Kommunikation und Presse tätig. Bevor

sie an die FHW Berlin wechselte,

leitete Frau Müller die Interne Kommunikation

für den Konzern EWE.

Henriette

Strahl

Henriette Strahl unterstützt seit März

2007 das Büro für Praktikabetreuung

und Unternehmensbeziehungen. In

Zusammenarbeit mit den Lehrkräft en

des Praxisseminars ist sie mit der Koordination,

Information und Beratung

hinsichtlich des Pfl ichtpraktikums

betraut. Neben der Überwachung der

Vertragsangelegenheiten obliegt ihr zudem

die Pfl ege nationaler und internationaler

Firmenkontakte.

Nach ihrer Ausbildung zur Industriekauff

rau erlangte Frau Strahl während

eines Einblickes in das Studium der

Rechtswissenschaft en juristische Kenntnisse,

die sie während ihrer mehrjährigen

Tätigkeit in einer Rechtsanwaltskanzlei,

insbesondere im Insolvenz- und

Zwangsverwaltungsrecht sowie im Mietund

Baurecht, weiter ausbauen konnte.

Fachbereich II Berufsakademie

Silke Knoll

Seit dem 15. November 2006 ist Silke

Knoll für das Projekt „Erarbeitung und

Installierung eines Alumni-Konzepts“ am

Fachbereich Berufsakademie beschäft igt.

Ihre Aufgabe besteht im Aufb au eines

attraktiven Alumni-Netzwerkes unter

besonderer Berücksichtigung der Spe-

zifi ka des dualen Studiums am Fachbereich

II der FHW Berlin. Bei der

Konzeption, Koordination und Durchführung

von Maßnahmen zum Alumni-

Management steht sie in enger Zusammenarbeit

mit der Öff entlichkeitsarbeit

und dem Hochschulmarketing.

Silke Knoll studierte Betriebswirtschaft slehre

an der FU Berlin, verbunden mit

zahlreichen Praxiseinsätzen und Auslandsaufenthalten.

Berufserfahrungen

sammelte sie in den Bereichen Personalmanagement

und Marketing, u. a. bei

der DaimlerChrysler AG und Luft hansa

German Airlines. Jetzt freut sie sich auf

neue Herausforderungen und einen

regen Austausch mit ihren Alumni.

Diana

Kreutzer

Diana Kreutzer arbeitet seit März 2007

als Assistentin des Dekans des Fachbereichs

Berufsakademie. Sie unterstützt

den Dekan bei der Zielbildung

und Strategieentwicklung des Fachbereichs

und bei der Organisation von

Veränderungsprozessen. Des Weiteren

arbeitet sie in den Bereichen Qualitätsmanagement

und Öff entlichkeitsarbeit

mit. Sie ist für die Internationalisierung

des Fachbereichs und für das Veranstaltungsmanagement

zuständig.

Frau Kreutzer studierte Politikwissenschaft

en, Neuere Geschichte und Italienische

Philologie an den Universitäten

Bonn, Roma III und Münster. Nach ihrem

Studium arbeitete sie an der Fern-

Universität in Hagen als Koordinatorin

eines Weiterbildungsstudiengangs.

Zurzeit absolviert sie ein Fernstudium

im Bereich „Personalentwicklung“ und

freut sich auf ihre neuen Aufgaben am

Fachbereich Berufsakademie.

Im Land der aufgehenden Sonne

Besonderheiten eines Auslandspraktikums in Japan

Ein paar Tage, bevor ich zum zweiten

Mal nach Japan reiste, saß ich im Esszimmer

meiner Eltern und blickte auf

den Globus, der etwas verloren in einer

Ecke stand. Erst betrachtete ich ihn

eine Weile aus der Ferne, doch dann

stellte ich ihn zur mir auf den Tisch

und schaute ihn etwas genauer an.

Zwar leicht verstaubt, ließ er sich dennoch

problemlos drehen, und so fl ogen

die verschiedenen Kontinente immer

schneller an mir vorbei. Dann hielt ich

ihn bei Europa an und drehte ihn von

dieser Position aus langsam nach links.

Als ich Eurasien durchquert hatte, erblickte

ich Japan. Es wirkte so unscheinbar

und winzig neben dem Festland,

was ganz und gar im Gegensatz zu meinen

Erinnerungen stand – laut und voll

von buntem Neon, mit Tausenden von

Menschen, die jeden Morgen kerzengerade

an den Bahngleisen stehen, um

von überaus freundlichen Bahnmitarbeitern

in die Züge gedrückt zu werden.

Japan, eine Nation, die sich durch mehr

als tausend Jahre Isolation von fremden

Einfl üssen zu einer faszinierenden

Kultur entwickelte. Wird das traditionelle

Japan noch geschätzt für seine

harmonischen Gärten, Teezeremonien

und Pagodenarchitekturen, so erobern

– beinahe wie im Widerspruch dazu –

heute seine elektronischen Hightech-

Produkte, hybridbetriebenen Automobile

und ausgefallenen Lifestyle-Kulturen

die internationalen Märkte.

Die Unscheinbarkeit der Japaner

kommt ihnen zu Gute, hat sich diese

homogene Gesellschaft doch an die

Spitze der Industrienationen gearbeitet,

nicht zuletzt durch ihren aufopfernden

Gehorsam, ihr revolutionäres Management

und ihr Pfl ichtgefühl gegenüber

ihren Arbeitgebern. Und auch wenn sich

diese Traditionen in der Arbeitswelt

langsam verändern, werden sie noch

lange ein Bestandteil der japanischen

Menschenmassen in Shibuya, einem Stadtteil von Tokyo

Kultur bleiben, denn sie steht Veränderungen

sehr verhalten gegenüber, wenn

sie nicht lange vorher geplant waren.

Entschlossen trat ich also mein Praktikum

in einer deutschen Tochtergesellschaft

an, in der Erwartung, mehr über

diese einzigartige Arbeitskultur in Erfahrung

zu bringen.

Umso überraschter war ich, als es zum

ersten offi ziellen Geschäft sessen mit

den leitenden Angestellten meiner Abteilung

ging und man mich aus einem

Gespräch heraus fragte, warum ich

denn nicht statt nach Japan nach China

gegangen sei. Etwas verunsichert, wusste

ich nicht, wie ich auf diese Frage reagieren

sollte. Erst wollte ich Einspruch

einlegen und die Unterwicklung Chinas

ansprechen, sozusagen als Rechtfertigungsgrund

meiner Entscheidung gegenüber

Japan, doch ich konnte meine

Reaktion noch rechtzeitig zügeln. Stattdessen

fragte ich, warum ich denn nach

China hätte gehen sollen. Es stellte sich

dann heraus, dass der Fragende sehr

erfolgreich in China tätig war und anscheinend

aufgrund einer Gefälligkeit

nach Japan wechselte.

Noch während er mir auf meine Frage

antwortete, dachte ich über meine

Gründe für einen Auslandsaufenthalt

nach. In erster Linie ging es mir um das

Sammeln von internationalen Erfahrungen

und auch um die Verbesserung

meiner interkulturellen Kompetenz,

soweit diese schon vorhanden war. Ich

wollte neue Lebensgewohnheiten kennen

lernen, mit anderen Kulturen Bekanntschaft

machen und vielleicht auch

eine neue Sprache dazulernen.

In Japan war es vor allem die Besonderheit

des Marktes, die ich kennen lernen

wollte, mit ihren Eigenheiten und

den Unterschieden zu unseren westlichen

Märkten. Und da Japan eine erhebliche

Rolle in der Wirtschaft spielt,

erwartete ich, durch mein Praktikum

Foto: Benjamin Querner


40 Aus der Praxis SemesterJournal 1/07 SemesterJournal 1/07 Alumni

41

einen gewissen Wissensvorteil zu bekommen.

Die Antwort meines Gesprächspartners

zu den Vorteilen

Chinas fi el recht standardmäßig aus,

analog zu dem, was in vielen aktuellen

Wirtschaft zeitschrift en wiederzufi nden

ist, obgleich sie mich nicht überzeugen

konnte, nach China gehen zu müssen.

Nicht in dem Moment, als ich im Restaurant

saß, und auch nicht ein halbes

Jahr später, nach meinem Praktikum

in Osaka. Und doch hatte mich diese

Frage auf einen sehr entscheidenden

Punkt aufmerksam gemacht, nämlich

auf die Besonderheiten eines Auslandsaufenthalts.

Genau genommen: die Schwierigkeiten

in einem neuen Umfeld zurechtzukommen,

mit den Herausforderungen und

den Eigenheiten einer fremden Kultur

fertig zu werden und sich auf diese einlassen

zu können. Je individueller und

schwieriger eine fremde Kultur ist und

je besser man sich an diese anpassen

kann, desto größer sind auch der spätere

Nutzen und die Erfahrung sowie die

persönliche Weiterentwicklung. Ich

habe gelernt, dass man die Verschiedenheit

einer uns fremden Kultur erst in

Erfahrung bringen kann, wenn man in

dieser für einen längeren Zeitraum gelebt

hat. Auch die Fähigkeit, mit den

Menschen dieser Kultur umzugehen,

kann man meines Erachtens nur dann

entwickeln, wenn man die Erfahrungen

im alltäglichen Leben dieses Landes gemacht

hat – so, wie ich es in Japan getan

habe.

Interessant waren vor allem die letzten

Arbeitstage vor den Feiertagen, an denen

eine ungewohnt ausgelassene Stimmung

den Betrieb umgab. Auf den

zahlreichen Jahresabschlussfeiern wurde

ausgiebig gefeiert und auf das erfolgreiche

letzte Jahr angestoßen. Rückblickend

ist es immer wieder faszinierend

festzustellen, wie ausgelassen die Japaner

doch feiern können. Während ihres

langen Arbeitstages ist von dieser ausgelassenen

Stimmung wenig zu fi nden.

Da bestimmen genaue Verhaltenskodexe

und strenge Hierarchien den Ablauf. Es

scheint nicht eine Situation zu geben,

für die es keine speziellen Riten gibt.

Irgendwann fi el es mir aber gar nicht

mehr auf, auch ich hatte meine Lektionen

gelernt – es muss wohl jeder erst

einmal selbst seine Erfahrung sammeln.

Ich denke, dass es nicht so entscheidend

ist, ob man zum Beispiel in Japan oder

China war, sondern vielmehr, wie man

mit den Unterschieden einer fremden

Kultur zurechtgekommen ist und was

man daraus für sich selbst an Erfahrung

gewonnen hat.

Der Autor (re.) mit einem befreundeten Professor von der Kyoto University

Foto: Benjamin Querner

Mönch auf dem Mount-Koya in Wakayama-Ken

Für mich habe ich mitgenommen, dass

auch in Japan die Geschäft swelt im

Grunde nach den gleichen Regeln funktioniert

wie in den mir bekannten westlichen

Industrienationen. Je unabhängiger

und eigenständiger eine Kultur ist,

desto eigenwilliger und unterschiedlicher

wird sie auch sein können. Doch

da Japan genauso in den globalen Markt

mit eingebunden ist, wäre es sehr überraschend,

wenn die Japaner nicht nach

den gleichen Gesetzmäßigkeiten handeln

würden, wie es die Manager in den westlichen

Ländern tun. Ein Unterschied

besteht jedoch in der Ausübung und

Umsetzung dieser Gesetzmäßigkeiten,

die sich dafür sehr von unseren unterscheiden.

Genau das ist es, was einen

Auslandsaufenthalt auch so interessant

und herausfordernd macht.

Wie man mit diesen Unterschieden am

besten umgehen sollte und was man aus

ihnen lernen kann, das erfährt man aber

nur direkt in einer anderen Kultur. Ein

Praktikum in Japan kann ich daher nur

jedem ans Herz legen, der sich den Herausforderungen

einer besonders fremdartigen

und nicht immer einfachen Kultur

stellen möchte.

Benjamin Querner

Foto: Benjamin Querner

Alumni-Netzwerk am Fachbereich

Berufsakademie

Den Zielvereinbarungen und dem internationalen Standard entsprechend, möchte der Fachbereich Berufsakademie mit seinen

Ehemaligen ein attraktives Alumni-Netzwerk aufbauen. Der Kontakte e. V., das Alumni-Netzwerk der FHW Berlin, hat bereits

einige „BA`ler“ als neue Mitglieder begrüßen dürfen und freut sich auf alle, die noch folgen werden.

Der Wettbewerb wird auch im Hochschulbereich

immer wichtiger. Verstärkt

stehen Hochschulen untereinander

im Wettbewerb um personelle und

fi nanzielle Ressourcen. Die Berufung

der besten Professorinnen und Professoren,

die Auswahl der geeignetsten

Studentinnen und Studenten und die

Ausstattung mit modernsten Lehrmitteln

sollen zur erstklassigen Leistung

und bestmöglichen Positionierung der

Hochschule führen. Zunehmend wird

in der Hochschulpolitik auch der Arbeitsmarkterfolg

der Absolventinnen

und Absolventen als Kriterium für die

Leistung der Hochschule angesehen.

Vor diesem Hintergrund ist mit der Absolventenbefragung

bereits im letzten

Jahr die Qualität des dualen Studiums

aus der Perspektive der Ehemaligen evaluiert

worden. Der steigende Wettbewerb

zwischen den Hochschulen erfordert

darüber hinaus ein professionelles

Alumni-Management, das die Kontakte

zwischen den Ehemaligen, der Wirtschaft

und/oder der Wissenschaft dauerhaft

fördert. Ziel ist es, Kontakte für

berufl iche Entwicklungen und zur

persönlichen Horizonterweiterung zu

knüpfen und zu pfl egen. So haben

beispielsweise Michaela und Kai Bergschmidt

nicht nur den dualen Studiengang

BWL/Versicherung am Fachbereich

Berufsakademie gemeinsam absolviert

und ihren Karriereweg zusammen

bei der Allianz AG eingeschlagen,

sondern sind bereits seit drei Jahren

auch glücklich verheiratet.

Der Aufb au eines attraktiven Alumni-

Netzwerkes ist in den Zielvereinbarungen

des Fachbereichs schrift lich festgehalten

und wird bereits energisch in die Tat

umgesetzt. Mit einer ersten Briefaktion

sind alle Alumni der Jahrgänge 2000–

2004 kontaktiert und ihre Daten aktualisiert

worden. Zudem haben wir auf

der Homepage eine Alumni-Rubrik mit

aktuellen Informationen eingerichtet.

In Kürze sollen unter „Who Is Who“

auch die Kurzprofi le unserer neuen Mitglieder

eingestellt werden. Dieses Verzeichnis

ermöglicht es unseren Alumni,

Kontakt mit alten Kommilitonen aufzunehmen

oder neue Kontakte zu knüpfen.

Der Tag der Off enen Tür konnte genutzt

werden, um auch mit den (ehemaligen)

Ausbildungsleitern unserer

Alumni ins Gespräch zu kommen und

über die neuesten Entwicklungen unserer

Alumni-Arbeit zu berichten.

Für die künft igen Absolventinnen und

Absolventen soll erstmalig ein Absolventenbuch

gestaltet werden, das an die

Studienzeit erinnert und zudem eine

etwas andere Form der (Be-)Werbung

bei Unternehmen darstellt. Noch in

diesem Sommer soll auch der erste

Homecoming Day am Fachbereich II

stattfi nden, der gleichzeitig auch allen

frischen Absolventinnen und Absolventen

des Fachbereichs gewidmet ist, die

sich bereits vor ihrer offi ziellen Verabschiedung

feiern lassen möchten. Weitere

Veranstaltungen und Aktivitäten

sind bereits in Planung. Infos dazu und

alle aktuellen Neuigkeiten fi nden Sie

auf der Internetseite www.fh w-berlin.de

unter Alumni.

Silke Knoll

Ihre Ansprechpartnerin bei Fragen

& Anregungen zum Thema Alumni

am Fachbereich Berufsakademie:

Dipl.-Kffr. Silke Knoll

Projektkoordinatorin Alumni

E-Mail: silke.knoll@ba-berlin.de

alumni@ba-berlin.de

Tel.: +49 (0)30 29384-334 / Fax: -301


42 Aus aller Welt

SemesterJournal 1/07

Wer liebt wen mehr?

An den beiden letzten Märztagen dieses Jahres begingen die St. Petersburger Staatsuniversität für Ökonomie und Finanzen

(FINEC), die Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin und die Russische Staatsbank in St. Petersburg mit einer Fachtagung

in akademischer Form das fünfzehnjährige Jubiläum des Kooperationsvertrages zwischen beiden Hochschulen.

Erinnern wir uns: 1988 gab das sowjetische

Konsulat in Berlin den zu jener

Zeit keineswegs überraschungsfreien

Anstoß zu Kontakten zwischen der

Fachhochschule für Wirtschaft Berlin

und der damals noch als Leningrader

Hochschule für Ökonomie und Finanzen

Wosnessensky (HFWL) fi rmierenden

heutigen St. Petersburger Staatsuniversität

für Ökonomie und Finanzen. Beide

begaben sich damit auf Neuland, waren

sie doch jeweils der erste west- bzw.

osteuropäische Partner füreinander,

beiden stets Anlass, sich ihrer Verbindung

besonders verpfl ichtet zu fühlen.

Für die FHW Berlin war es zugleich

der erste Schritt in ihre heute weltumspannend

aktive Partnerschaft spolitik

und Internationalisierungsstrategie.

Begünstigt durch die wirtschaft swissenschaft

liche Spezialisierung beider

Hochschulen und forciert durch die

politischen Veränderungen, entwickelte

sich schnell ein breites Spektrum intensiver,

von kontinuierlichem Dozenten-

und Studentenaustausch begleiteter Zusammenarbeit.

Gegründet zunächst auf

Einzelmaßnahmen bezogene und eher

kurzfristige Vereinbarungen, münde-

te sie 1991 in einen langfristigen und in

die Zukunft reichenden Kooperationsvertrag,

der zwischenzeitlich aufgrund

der guten Erfahrungen mehrfach verlängert

wurde.

Die Jubiläumsveranstaltung, an der neben

Mitgliedern deutscher Wirtschaft svertretungen

in St. Petersburg auch der

dortige DAAD-Resident teilnahm und

die Jubilare der besonderen Wertschätzung,

Zuneigung und Förderwürdigkeit

versicherte, stand unter dem Th ema

„Finanzwirtschaft und gesellschaft liche

Entwicklung“. In lebhaft diskutierten Vorträgen

erörterten Fachvertreter der

Veranstalter und der FINEC am ersten

Sitzungstag u. a. Determinanten des

Geldangebots von Zentralbanken, Zusammenhänge

zwischen Finanzsystemen

und ökonomischer Entwicklung, die

Entwicklung und Bedeutung der Versicherungswirtschaft

sowie neuer Finanzprodukte

und Finanzdienstleistungen

in Russland, mögliche Gefährdungen

der Finanzmärkte durch alternative

Investments und Aspekte imagespezifi

scher Bankenwerbung. Der zweite Tag

bot Doktoranden der FINEC die Möglichkeit,

ihre Forschungen in Referaten

Im Seminar der Russischen Zentralbank wurden aktuelle Fragen der Geldpolitik erläutert

vorzutragen und zur Diskussion zu

stellen. Abgerundet wurde die von allen

Beteiligten als ausgesprochen gelungen

und anregend empfundene Veranstaltung

bei ungewöhnlich frühlingshaft em

Wetter mit einem abendlichen Festbankett

auf der Dachterrasse der Russischen

Staatsbank sowie mit einem Besuch der

Oper „Die Liebe zu drei Orangen“ im

Mariinskitheater.

Apropos Liebe: Die freundschaft lichen

und ergebnisreichen Beziehungen zwischen

der FHW Berlin und der FINEC

resümierend, betonte deren Präsident

und Ehrenmitglied der FHW Berlin,

Professor Dr. Tarassewitsch, man habe

sich gemeinsam ein solides Fundament

erarbeitet, um alle etwaigen Probleme

lösen zu können, gleichwohl aber eines

sich als unlösbar erweisen sollte, nämlich

die Antwort auf die Frage: „Wer

liebt wen mehr?“

Hieran wird ab erstem April mit Prof.

Martin Kronauer ein neuer Russlandbeauft

ragter der FHW Berlin mitwirken,

den dabei alle guten Wünsche begleiten.

Peter Siewert

Impressum

Das SemesterJournal ist die Hochschulzeitschrift

der FHW Berlin. Es

erscheint zweimal jährlich während

des laufenden Semesters. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge stellen die

Meinung der jeweiligen Autorin / des

jeweiligen Autors dar. Die Redaktion

behält sich sinnvolle Kürzungen vor.

Herausgeber

Der Rektor der FHW Berlin

Badensche Straße 50–51

10825 Berlin

Redaktion

Henriette Scharfenberg

Tel.: + 49 (0)30 85789-205, Fax: -209

E-Mail: scharfen@fh w-berlin.de

Satz und Gestaltung

im Rahmen des Corporate Designs

Ute Hechtner

Druck

Oktoberdruck AG, Berlin

chlorfrei gebleichtes Papier

Aufl age: 2.500

Redaktionsschluss: April 2007

ISSN 0945-7933

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