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UMWELT JOURNAL 2020-5

Themen dieser Ausgabe sind: Energiebilanz von Photovoltaikanlagen - POLLUTEC 2020 online - Recy & DepoTech 2020 online - Regenabfluss von Verkehrsflächen - 15. CSR-Tag Nachbericht - Staatspreis Unternehmensqualität - Nachhaltige Immobilien - Brennstoffzelle wird noch Zeit brauchen - ARA fürchtet um kleine Betriebe - EsKorte: Sensorgestützte Stoffstromüberwachung für Kunststoffabfälle - Seminare, Prüfungen, Ausbildungen - Bibliothek

Themen dieser Ausgabe sind:
Energiebilanz von Photovoltaikanlagen - POLLUTEC 2020 online - Recy & DepoTech 2020 online - Regenabfluss von Verkehrsflächen - 15. CSR-Tag Nachbericht - Staatspreis Unternehmensqualität - Nachhaltige Immobilien - Brennstoffzelle wird noch Zeit brauchen - ARA fürchtet um kleine Betriebe - EsKorte: Sensorgestützte Stoffstromüberwachung für Kunststoffabfälle - Seminare, Prüfungen, Ausbildungen - Bibliothek

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ABS.: UMWELT JOURNAL | HAMEAU STRASSE 44 | 1190 WIEN | AUSTRIA

Heft 5/2020

Eine gute Bilanz

für die Photovoltaik

Photovoltaik-Bilanzr

Pollutec 2020 onliner

Regenabfluss von Verkehrsflächenr

Staatspreis Unternehmensqualitätr

15. CSR-Tag onliner


UMWELTjournal 5/2020 | S2

2020 MESSEN EVENTS ORT INTERNET

14. – 17. September INTERLIGHT RUSSIA Moskau interlight-building.ru

25. – 26. September OÖ UMWELTTAGE Ried www.ooe-umwelttage.at

29.09. – 01. Oktober BATTERY EXPERTS FORUM Frankfurt www.battery-experts-forum.com

28. – 31. Oktober ECO EXPO ASIA Hongkong ecoexpoasia.hktdc.com

03. – 06. November ECOMONDO Rimini en.ecomondo.com

04. – 05. November ACQUA ALTA Essen www.acqua-alta.de

8. – 20. November RECY & DEPO TECH Leoben www.recydepotech.at

26. – 27. November RENEXPO INTERHYDRO Salzburg www.renexpo-hydro.eu

01. – 04. Dezember POLLUTEC Lyon www.pollutec.com

ERSCHEINUNGSTERMINE

31. Jänner 2020

30. April 2020

19. Juni 2020

17. August 2020

05. Oktober 2020

23. November 2020

UMWELT JOURNAL

Ausgabe 1/2020

Ausgabe 2/2020

Ausgabe 3/2020

Ausgabe 4/2020

Ausgabe 5/2020

Ausgabe 6/2020


EDITORIAL / IMPRESSUM

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Werte Kunden!

Nachhaltigkeit wird in diesem

Jahrzehnt zum Kernthema. Begonnen

hat dieses Thema vor vielen Jahren bereits

mit nachhaltigem Abfallmanagement.

Seit einigen Jahren hat sich das Thema auf

den Energiebereich ausgeweitet und nun

klopft es sehr konkret bei der Industrie an.

Dort geht es um eine Kreislaufwirtschaft

in der Produktion, es geht aber in der

Wirtschaft auch etwa um nachhaltiges

Personalmanagement - Schlagwort:

Corporate Social Responsibility.

Das UMWELT JOURNAL ist seit vielen Jahren

Wegbegleiter der Nachhaltigkeit - wir zeigen

regelmäßig auf, wer nachhaltig arbeitet,

welche Modelle angewendet werden

und welche Arbeitsweisen herrschen.

Beispielgebend dafür beschäftigte sich

der 15. CSR-Tag damit, wie nachhaltig die

Wirtschaft ist und was notwendig wäre,

um ökonomische Ziele der Nachhaltigkeit

zu erreichen.

Recht ähnlich gelagert ist die Thematik

beim jährlich vergebenen Staatspreis Unternehmensqualität:

Hier werden qualitativ

ausgezeichnet arbeitende Unternehmen

oder Organisationen vor den Vorhang geholt.

Wir stellen die Preisträger vor.

Weitere Berichte aus den Bereichen Energie,

Umwelttechnik, Abwassertechnik,

Abfallwirtschaft, Recycling, Immobilien

und Alternative Energien runden diese

Ausgabe ab. Dazu liefern wir interessante

Möglichkeiten zur Weiterbildung und Information.

Nützen Sie diese zu ihrem ganz

persönlichen Vorteil!

Wer dieses Jahr übersteht, hat mit einiger

Sicherheit bereits bisher nachhaltig gearbeitet.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg

und ein positives Jahr 2021!

Weiterhin viel Lesevergnügen wünscht

Ihr Peter R. Nestler

PETER NESTLER

HERAUSGEBER

UMWELT JOURNAL

INHALT 5/2020

02 Termine & Events

03 Editorial, Impressum, Inhalt

04 Aktuelles

06 Energiebedarf von PV-Anlagen

09 Interview zur POLLUTEC 2020/21

12 Regenabfluss von Verkehrsflächen

14 ARA fürchtet um Kleinbetriebe

16 15. CSR-Tag von respACT

18 Uni Leoben: Projekt EsKorte

21 Recy & DepoTech Vorschau

22 Staatspreis Unternehmensqualität

24 Mehr Nachhaltigkeit beim Bauen

26 Nachhaltige Immobilien

28 Investment in Brennstoffzellen

30 Seminare, Ausbildungen

31 Cradle-to-Cradle-Ausbildung

32 Bibliothek

33 Ausblick

IMPRESSUM

Medieninhaber: Markus Jaklitsch

Herausgeber: Peter Nestler

Redaktion: Christian Vavra

Grafik: nes2web

Hameaustraße 44, 1190 Wien, Austria

E-Mail: redaktion@umwelt-journal.at

https://umwelt-journal.at


UMWELTjournal 5/2020 | S4

12 Xelletor-Dekanterzentrifugen für Wien Energie von Flottweg

Für die Entwässerung des

anfallenden Klärschlamms

aus einer Hauptkläranlage

der Wien Energie liefert

Flottweg 12 Xelletor-Dekanterzentrifugen

an Wien Energie.

Flottweg konnte sich im

Qualifikationsbetrieb gegenüber

zwei weiteren Wettbewerbern

durchsetzen.

Wien Energie versorgt 2 Millionen

Kunden und 230.000

Gewerbe- und Industrieanlagen

mit Strom, Wärme

und Kälte. Um den Klimaschutz

voranzutreiben, investiert

das Unternehmen in

den nächsten Jahren massiv

in den Ausbau erneuerbarer

Energien, wie Sonnen-,

Wind- und Wasserkraft sowie

Elektromobilität. Wien Energie

setzt hierbei auf neue

Technologien, Innovationen

sowie eine höhere Energieeffizienz

in allen Bereichen.

Die Energieeffizienz der Flottweg

X7E Dekanterzentrifugen

war einer der Gründe

für die Vergabe des Großprojekts

an Flottweg. Neben

dem Energiebedarf und

dem Trockensubstanzwert

© Allclick

spielte auch der geringe

Polymerbedarf eine wichtige

Rolle bei dieser Entscheidung.

Im April 2018 startete das

Projekt. Für die Testphase

wurde jeweils eine Mietzentrifuge

von insgesamt drei

Wettbewerbern installiert.

Ab Oktober 2019 folgte die

Ausschreibung und im Januar

2020 der Qualifikationsbetrieb.

Nach Abschluss des

Qualifikationsbetriebs wurden

die Kosten für Investition

und Betrieb verglichen,

um den Bestbieter für diese

Baumaßnahmen ermitteln

zu können. Hierbei konnte

sich Flottweg gegenüber

zwei Wettbewerbern durchsetzen.

Im Februar 2020 erhielt

Flottweg schließlich den

Zuschlag. Flottweg liefert

neben der bereits in Betrieb

genommenen Mietzentrifuge

noch 11 weitere X7E-

Dekanterzentrifugen. Außer

der Lieferung der Entwässerungszentrifugen

sorgt Flottweg

für die rohrtechnische

Anbindung und Aufstellung

der Zentrifugen, sowie die

Allclick: Industrieller Raumschallschutz

made in Austria

leitungs- und elektrotechnische

Ein- und Anbindung.

Die X7E Dekanterzentrifugen

verfügen über das innovative

Xelletor-System, welches

2019 von Flottweg eingeführt

wurde. Im Vergleich zu

herkömmlichen Dekantern

benötigen die Xelletor-Maschinen

deutlich weniger

Polymer und Energie bei

gleichzeitig höherem Trockenstoffgehalt.

Die neue Anlage zur Klärschlammentwässerung

fügt

sich damit vollends in die

innovative Zukunftsausrichtung

von Wien Energie ein.

© Flottweg

Lärmschutz ist eine der

großen Herausforderungen

in der modernen Arbeitswelt.

Sowohl in Produktionsbetrieben

wie auch in Büros ist

dieses Thema in den vergangenen

Jahren verstärkt in

den Fokus geraten. Die Allgemeine

Unfallversicherungsanstalt

(AUVA) attestiert

dem Lärm eine nicht zu gesundheitliche

Gefährdung

für Arbeitnehmer: Konzentration,

Arbeitsleistung und

Arbeitsqualität werden beeinträchtigt,

die Kommunikation

wird erschwert und in

weiterer Folge führt Lärm zu

Lärmschwerhörigkeit.

Der industrielle Raumschallschutz

von Allclick setzt bei

der Absorption von Lärm an,

wenn die direkte Eindämmung

der Lärmquelle nicht

möglich ist. Absorbiert wird

dort, wo Hallen und Räume

einen zu hohen Schallpegel

aufweisen oder aus akustischen

Gründen die Nachhallzeit

verringert werden muss.


| WT12-03G |

Clarke und Innio setzen auf

Jenbacher Gasmotoren

Clarke Energy und INNIO

Jenbacher geben den Projektabschluss

und die Inbetriebnahme

eines zweiten

Blockheizkraftwerk-Moduls

(BHKW) im Kraftwerk der

Centrale Laitière de Mahdia

(Vitalait) in Mahdia, Tunesien,

bekannt. Durch die Installation

eines weiteren IN-

NIO Jenbacher-Gasmotors

wurde die gesamte elektrische

Leistung im Werk von

Vitalait auf 4 MWel erhöht.

Vitalait nahm ihren Betrieb

im Dezember 1998 auf und

verfügt derzeit in ihrem Werk

in Mahdia über eine Produktionskapazität

von 215 Millionen

Litern Milch pro Jahr.

Das Werk stellt eine breite

Palette von Produkten her,

darunter Käse und Joghurt.

Derzeit arbeitet Vitalait mit

rund 35 Vertriebshändlern in

ganz Tunesien zusammen.

Clarke Energy, ein Spezialist

auf dem Gebiet modernster

Gasmotorentechnologie

von INNIO, steht Vitalait als

zuverlässiger Partner für alle

Energieeffizienzprojekte zur

Seite. Im Jahr 2013 installierte

Clarke Energy einen ersten

Jenbacher J612 Gasmotor

von INNIO im Werk von Vitalait,

der eine elektrische Leistung

von 2 MW el liefert.

Die Anlage produziert derzeit

1.100 kWth Heißwasser

und 800 kWth Dampf. Im

Jahr 2018 führte das Wartungsteam

von Clarke Energy

Tunisia – bestehend aus

hoch qualifizierten, autorisierten

tunesischen Spezialisten

und Technikern – die

nach 30.000 Betriebsstunden

fällige kleine Revision erfolgreich

durch.

Sieben Jahre nach der Installation

des ersten Jenbacher

Gasmotors von INNIO beschloss

Vitalait angesichts

seines wachsenden Energiebedarfs

die Eigenproduktion

von Energie durch die

Installation eines weiteren

Jenbacher J612 Gasmotors

von INNIO zu steigern.

Das BHKW umfasst künftig

zwei Jenbacher J612 Gasmotoren

von INNIO mit

einer Gesamtleistung von 4

MWel. Es trägt zur deutlichen

Reduktion der Energiekosten

von Vitalait bei und senkt die

CO 2

-Emissionen um mehr als

6.000 Tonnen pro Jahr.

Ali Hechmi, stellvertretender

geschäftsführender Direktor

von Vitalait, erläutert:

„Clarke Energy und INNIO

Jenbacher sind unsere strategischen

Partner für die

Kraft-Wärme-Kopplung. Die

Unterzeichnung des zweiten

Vertrags zeugt von unserer

Zufriedenheit mit der Qualität

des Produkts und der

Dienstleistungen, die im Rahmen

der ersten Investition erbracht

wurden.“

Christof Harrasser, INNIO

Jenbacher General Manager

META & SA, führt dazu aus:

„Unsere Jenbacher Gasmotoren

von INNIO decken

den Leistungsbereich von

200 kW bis 10 MW ab und

liefern Strom, Wärme und

Kühlung am Ort des Verbrauchs

für eine Vielzahl von

kommerziellen, industriellen

und kommunalen Anwendungen.

Dank der kontinuierlichen

Verbesserungen und

der intensiven Nutzung des

J612 sind über eine weitere

Kooperation zuversichtlich.

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Ultraschnelle Windparkvernetzung

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können Sie auf Spannungseinbrüche oder geänderte Anforderungen

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Augenblickswerte von Strom und Spannung werden am Einspeisepunkt

mit bis zu 10.000 Samples/s erfasst. Die Sollwertvorgaben für alle

Windkraftanlagen können nach einem etwaigen Spannungseinbruch

in weniger als 1 ms im gesamten Parknetz erfolgen. Ebenso können

die Messwerte aller Windkraftanlagen und die Messung am Einspeisepunkt

auf einem Zeitfenster kleiner als 1 μs synchronisiert und Strom,

Spannung sowie Frequenz entsprechend geregelt und somit das Netz

gestützt werden. Neben der Lösung für die Windparkvernetzung bietet

Beckhoff mit der PC- und EtherCAT-basierten Steuerungstechnik eine

durchgängige Automatisierungsplattform für Windkraftanlagen: von der

Betriebsführung, Pitchregelung bis Condition Monitoring.


UMWELTjournal 5/2020 | S6

Wieviel Energie benötigt die Herstellung

einer Photovoltaik-Anlage wirklich?

Böse Zungen behaupten, dass eine Photovoltaik-Anlage mehr Energie bei ihrer

Herstellung braucht als sie jemals im Betrieb einsparen kann. Das stimmt allerdings

bei weitem nicht, zeigen Berechnungen. Text: VOLKER QUASCHNING

VOLKER QUASCHNING

ENERGIEXPERTE

HTW BERLIN

H

artnäckig hält sich das Gerücht, dass

Photovoltaikanlagen während ihrer

Lebensdauer nicht einmal die Energie

einspielen, die für ihre Herstellung benötigt

wird. Dabei erzeugt eine Solaranlage

ein Vielfaches der Energie, die für ihre Herstellung

aufgewendet wird (Fraunhofer ISE

2020; Koppelaar 2016; Leccisi et al. 2016).

Welche Unsicherheiten bei der Bewertung

der energetischen Amortisationszeit existieren

und welche Werte realistisch sind, wird

hier thematisiert.

Den entscheidenden Marktanteil, mit 95 %,

hat die kristalline Silizium-Photovoltaik (Fraunhofer

ISE 2020), wobei hier zwischen monokristallinem

und multikristallinem Silizium

unterschieden wird. Obwohl monokristalline

Photovoltaikmodule durch einen allgemein

besseren Wirkungsgrad mehr Strom generieren,

sinkt die positive Umweltbilanz durch

die energieintensivere Produktion etwas unter

die von multikristallinen Modulen (Guofu

et al. 2016).

Verschiedene Faktoren maßgeblich

Der kumulierte Energieaufwand gibt an, wie

viel Primärenergie für die Herstellung, Nutzung

und Beseitigung einer Anlage anfällt.

Generell hängt der Wert von dem verwendeten

Zellenmaterial, der Effizienz der Module

und der Installationsart ab. Einzelne Untersuchungen

unterscheiden sich vor allem

durch ihr Analyseverfahren und die Systemgrenzen.

Außerdem ist das Alter der Erhebung

von Bedeutung. Es entstehen mitunter

große Varianzen in den Ergebnissen (Palmer

und Floyd 2017).


Eine häufig zitierte Quelle, auf die sich auch

das Fraunhofer ISE 2020 bezieht, erfasst jeweils

zwei Fälle und umfasst sowohl kristalline,

als auch Dünnschicht-Photovoltaik (Quelle:

Wild-Scholten 2013), siehe Grafik oben.

Eine Studie, die sich der Vergleichbarkeit

der Lebenszyklusanalysen von Photovolatik

widmet (Tannous, Bessous et al. 2019) zeigt,

dass durch Anpassung älterer Untersuchungen

unter Berücksichtigung aktueller Verfahrensweisen,

der kumulierte Energieaufwand

bereits signifikant sinkt (damit ergibt sich eine

positivere Umweltbilanz).

Durch verbesserte Energieeffizienz beim Siliziumschmelzen,

verbesserte Effizienz der Zellen

und immer geringeren Rohstoffeinsatz

sinkt der Energieeinsatz pro Kilowattpeak

(kWp) PV-Anlage stetig.

So hat sich der Materialbedarf an Silizium

beispielsweise von über 16 g/Wp im Jahr

2004 auf unter 4 g/Wp im Jahr 2018 reduziert

(Fraunhofer ISE 2020).

Die energetische Amortisationszeit (engl. Energy-Payback-Time,

EPBT) gibt an, in welcher

Zeit die Anlage die Energie eingebracht hat,

die für die Herstellung benötigt wurde.

Zwei Punkte sind besonders zu beachten:

- Der Ertrag (jährlich generierter Strom/kWp)

richtet sich nach der Jahressumme der Einstrahlung

und ist im wesentlichen standortspezifisch.

- Um den Stromertrag einer PV Anlage sinnvoll

mit dem Energieaufwand der PV Anlage (meist

angegeben als Primärenergie) zu vergleichen,

wird der Strom in ein Primärenergieäquivalent

umgerechnet, bzw. der Primärenergieaufwand

in ein Stromäquivalent, hierbei bedarf es eines

Netzwirkungsgradfaktors, der in seiner Varianz

zu weiteren Unterschieden im Ergebnis führt.

Der Erntefaktor gibt an, wie oft eine regenerative

Stromerzeugungs-Anlage in ihrer Lebenszeit

(PV ~25 bis 30 Jahre) den kumulierten

Energieaufwand wieder abgibt, beziehungsweise

an anderer Stelle wieder einspart.

Die untenstehende Tabelle enthält verschiedene

Werte für die Amortisationszeit

und die sich ergebenen Erntefaktoren (berechneter

Wert für 25 Jahre Lebensdauer).

Die einzelnen Studien setzen unterschiedliche

Werte für den kumulierten Energieaufwand,

unterschiedliche Standorte (unterschiedliche

Globalstrahlung) und unterschiedliche

Wirkungsgradfaktoren an. Des Weiteren ist

zwischen monokristalliner (s-Si) und multikristalliner

(m-Si) Silizium PV zu unterscheiden.


UMWELTjournal 5/2020 | S8

Die Berechnungen des Fraunhofer Instituts

beziehen sich auf die (Wild-Scholten 2013)

Daten und zeigen damit den Stand aus 2011.

Aktuelle, belastbare Untersuchungen sind

kaum verfügbar.

Oftmals wird eine energetische Amortisationszeit

auch für fossile und nukleare Kraftwerke

angegeben. Hierbei wird jedoch der eingesetzte

Brennstoff nicht berücksichtigt. Da

fossile und nukleare Kraftwerke auch beim

Betrieb erschöpfliche Energievorräte nutzen,

ist die Angabe einer energetischen Amortisation

bei diesen Kraftwerken nicht sinnvoll.

Weiterführende Überlegungen

Um den über die Lebenszeit erzeugten Photovoltaik-Strom

in ein Primärenergieäquivalent

umzurechnen, bedarf es eines Netzwirkungsgradfaktors.

Dieser Wirkungsgradfaktor

beschreibt den Anteil der genutzten Primärenergie

am Strommix und ist davon abhängig,

welcher Anteil verschiedener fossiler und

regenerativer Energien am Kraftwerksmix vorhanden

ist. Mit steigendem EE-Anteil steigt

der Netzwirkungsgrad.

Der durchschnittliche Primärenergieaufwand

pro 1 kWh Strom im deutschen Kraftwerksmix

des Jahres 2018 betrug 1,85 kWh. (FragDenStaat.de,

2020). Das entspricht einem Gesamtwirkungsgrad

von 54 Prozent.

Das deutsche Umweltbundesamt veröffentlichte

zu den Photovoltaik-Stromeinspeiungen

in Deutschland im Jahr 2018 Substitutionsfaktoren,

die anzeigen, welche fossile Kraftwerke

durch die Photovoltaik-Einspeisung gedrosselt

wurden (UBA 2019, Emissionsbilanz erneuerbarer

Energien, Kapitel 4). Über die anteiligen

gemittelten Bruttowirkungsgrade (selbe Quelle,

Kapitel 4) ergibt sich die genaue Primärenergieersparnis

für Photovoltaik-Strom: 2,03

kWh(PE)/kWh(PVStrom), diese Angaben nach

eigener Berechnung.

Basis für die errechnete Amortisationszeit

Die Berechnung der Amortisationszeit kristalliner

Silizium Photovoltaikanlagen aus dem kumulierten

Energieaufwand für den allgemeinen

Fall in Deutschland erfolgten unter der

Anwendung folgender Details:

- 927 Volllaststunden als gemittelter Wert der

Vollaststunden der Jahre 2010-2017 für PV Anlage

in Deutschland (bdew 2018)

- 1 kWh PV Strom ersetzt 2,03 kWh Primärenergie,

wie im Jahr 2018,

- Lebensdauer von 25 Jahren.


„Die Unternehmen brauchen die POLLUTEC,

um weiterhin Geschäfte zu machen.“

Die französische Umweltleitmesse POLLUTEC stellt ihre Ausgabe 2020 auf online

um und wird erst 2021 wieder in Lyon live abgehalten. Die Themenliste bleibt

aber ungehindert umfangreich und hochspannend. Wir sprachen darüber mit

Messedirektor Alexis de Gerard. Interview: PETER NESTLER

© POLLUTEC

ALEXIS DE GERARD

EVENT DIRECTOR

POLLUTEC

UJ: Hat Reed Expositions endlich die Entscheidung

getroffen, die Ausgabe der Pollutec-

Messe auf 2021 zu verschieben? Was sind die

Elemente, die Sie zu dieser schwierigen Wahl

führen? / Wie haben die Aussteller auf all diese

Veränderungen und auf die allgemeine

Situation reagiert?

Alexis de Gerard: Die COVID-19-Pandemie

ist auf nationaler, europäischer und internationaler

Ebene nach wie vor aktuell. Für

zahlreiche Aussteller aus der Umwelttechnikbranche

bringt sie starke wirtschaftliche

Beeinträchtigungen mit sich und zudem ist

ungewiss, ob eine Anreise der Besucher in gewohnter

Weise möglich sein würde. Deshalb

haben sich die Veranstalter nun entschlossen,

die ursprünglich für den 1. bis 4. Dezember

2020 geplante Auflage der Pollutec auf Oktober

2021 zu verschieben.

Es war keine leichte Entscheidung, da zahlreiche

Fachleute, Aussteller, Besucher und

Organisationen, die sich von der Messe eine

vom Umweltschutz geprägte Wiederbelebung

der Wirtschaft versprechen, für eine

Durchführung der Veranstaltung ausgesprochen

hatten. Auch für die Akteure aus der

Region ist die Pollutec stets ein wichtiger Faktor

für die Attraktivität und die Wirtschaft der

Metropole Lyon.

Vor diesem Hintergrund und mit der Zuversicht,

den Infektionsschutz für alle Teilnehmer

mit einem genehmigten Hygienekonzept

optimal gewährleisten zu können, haben die

Veranstalter bis zum Sommer an ihrem Kurs

festgehalten. Doch aufgrund der aktuellen

Entwicklung der Pandemie ist eine Verschiebung

des Termins nun unumgänglich. Denn

so bleibt die Möglichkeit gewahrt, dass diese

Leitmesse ein weltweites Publikum erreicht

und dass sich die Investitionen für die Kunden

auch tatsächlich auszahlen.

Wir verstehen die Enttäuschung all derer, die

sich mit uns für die Durchführung der Messe

eingesetzt haben und die wegen der Pollutec

auf eine Wiederbelebung ihres Geschäfts

zum Jahresende gehofft haben. Doch die

Pollutec ist ein Branchentreffen, das die gesamte

Lieferkette abdeckt. Die Durchführung

der Veranstaltung 2020 ist aus heutiger

Sicht mit großen Risiken verbunden und wäre

zahlreichen Kunden schwer zu vermitteln gewesen.

Trotzdem wird die Pollutec 2020 zur

Förderung der Energiewende und des ökologischen

Wandels beitragen, indem sie an

dem ursprünglich geplanten Veranstaltungstermin

vom 1. bis 4. Dezember 2020 nun eine

virtuelle Messe mit Webinaren und Online-

Meetings anbietet.

UJ: Welche neuen Aussteller werden 2021 auf

der POLLUTEC vertreten sein – sind das eher

Startups, sind das größere Unternehmen, die

die Chance diesmal nützen wollen, um in einem

schwierigen Umfeld zu punkten? Woher

kommen die Neuen?

de Gerard: Was wir in diesem Jahr beobachten

konnten, ist, dass der Energiesektor im

laufenden Jahr sehr gut performt hat. Auch

Anbieter von Smart Tools hatten eine gute

Entwicklung. Der gesamte Industriebereich

ist stärker von der Krise betroffen. Eine kleine

Ausnahme stellt hier der Bereich Luft dar,

hier gibt es einen starken Fokus auf moderne

Abluftsysteme, der sich positiv ausgewirkt

hat und von diesen Unternehmen haben wir

auch viele Anfragen erhalten.

UJ: Was sind die geplanten Hauptthemen der

POLLUTEC 2021?

de Gerard: Das hat sich von Anbeginn an

wenig geändert: alle Arten von Umweltthe-


UMWELTjournal 5/2020 | S10

ZUR PERSON

Seit September 2019 ist Alexis de Gérard

neuer Direktor der Von Reed Expositions

France organisierten Messe Pollutec. Er hat

es am Dienstag, dem 8. Oktober, in einer

Erklärung angekündigt.

Pollutec ist die internationale Messe für

Umweltlösungen, die alle zwei Jahre in Lyon

stattfindet. Alexis de Gérard tritt die Nachfolge

von Stéphanie Gay-Torrente an, die

das Unternehmen Anfang 2019 nach 17

Jahren verlassen hatte.

Alexis de Gérard (46) hat seinen Abschluss

an der Toulouse Business School gemacht.

Reed Expositions France betont, dass er

“einen großen Teil seiner Karriere in den

Bereichen Engineering und Innovation”

gemacht habe, in denen er sehr schnell in

Umwelt- und Energiefragen vertieft worden

sei. In der Raffinerie & Marketing-Sparte

von Total konnte er mehr als sechs Jahre

lang Lösungen zur Verhütung und Behandlung

von Umweltverschmutzungen in der

Industrie entwickeln. Seine letzten Missionen

bei GreenYellow, einer Tochtergesellschaft

der Casino-Gruppe, haben das

Unternehmen auch dazu gebracht, sowohl

öffentlichen als auch privaten Kunden

Energieeffizienzlösungen anzubieten.

Ich habe aber das Ziel, künftig

einen eigenen Event „Sea

& Coastline“ daraus zu machen,

vielleicht bereits 2022

als eigenen Event.

UJ: Hat sich gegenüber den

Vorjahren das geografische

Interesse bei den Ausstellern

geändert – kommen vermehrt

Anfragen aus anderen

Teilen der Welt als bisher?

men – Abfall, Wasser, Energie, Luft und Abluft,

Emissionen, Instrumente, Messtechnik

und Analysetools, also eine Plattform für Umwelt-

und Energielösungen für die Industrie, für

Kommunen und für Regionen. Darüber hinaus

wollen wir ein Sprungbrett für Innovationen

und internationale Entwicklungen sein.

Wir werden aber in diesem Jahr auch das

Thema „Meer und Küste“ neu auf der POLLU-

TEC präsentieren. Wir sind in diesem Bereich

mit sich dynamisch ändernden Regulativen

konfrontiert, die zu einer Reihe von Änderungen

führen werden. Die Antworten auf diese

Fragen und Herausforderungen versuchen

wir mit einem Special auf der POLLUTEC 2021

mit dem Titel „Sea & Coastline“ zu geben. Wir

wollen hier möglichst viele Anbieter von Lösungen

an einem Ort zusammenbringen. Dies soll

heuer im Rahmen der POLLUTEC stattfinden.

Interessanterweise haben

wir diesmal viele Anfragen

aus Italien erhalten. Das hat

dazu geführt, dass der Italien-Pavillon

jede Woche größer

geworden ist. Ich denke,

das dürfte auf ein spezifisches Interesse Italiens

zurückzuführen sein. Hier sollen offenbar

die italienischen Unternehmen besonders gepusht

werden, ihre Geschäfte im Ausland voranzutreiben.

UJ: Die aktuelle Krise hat zu einer verstärkten

Wahrnehmung auch und besonders bei Umweltthemen

geführt: Wenn die Krise einmal

ausgestanden ist, rechnen Sie damit, dass

die POLLUTEC noch deutlich größer werden

könnte, eben weil Umweltthemen einen noch

höheren Stellenwert haben?

de Gerard: Als Organisator der POLLUTEC setze

ich genau darauf. Darum laden wir auch

Politiker als Entscheidungsträger zur POLLUTEC

ein – und zwar nicht nur jene aus Frankreich,

sondern auch aus anderen Ländern sowie von


der Europäischen Kommission. Denn

hier werden Lösungen präsentiert, die

gerade für sie interessant sind. Es spricht

alles vom Green Deal – wir haen die Antworten.

Der Wiederaufbau nach der Krise

muss auch nach ökologischen Kriterien

vorangetrieben werden. Wir haben

dazu auch bereits gutes Feedback von

vielen Politikern erhalten. Dies ist wiederum

eine Chance für die ausstellenden

Unternehmen, sich hier auszutauschen.

UJ: Wird es bei der Ausgabe im Jahr

2021 der POLLUTEC komplett neue Themen

geben?

de Gerard: Vor allem der Energiesektor

wird mit einer großen Zahl an Innovationen

präsent sein. Darüber hinaus wird

es spannende Lösungen für eine moderne

Kreislaufwirtschaft geben. Diese

werden wir stark in den Vordergrund

stellen. Zum Beispiel wird unsere Hauptbühne

am ersten Tag diesem Thema

zur Gänze gewidmet sein.

UJ: Welche spannenden Livepräsentationen

wird es auf der POLLUTEC 2021

für die Besucher geben?

de Gerard: Da ist sicherlich der Water

Hub zu nennen, den wir in diesem

Jahr aufbauen werden. Als ich

im Herbst 2019 als neuer Direktor der

POLLUTEC angetreten bin, war mir

eine verstärkte Interaktion zwischen

den Besuchern und den Ausstellern

besonders wichtig. Das werden wir

auch wie geplant umsetzen. Im Bereich

Wasser wird es also viele Innovationen

tatsächlich live zu sehen geben,

mit einer interaktiven Show, an

der 15 bis 20 Unternehmen beteiligt

sein werden. Die Besucher erhalten

hier auch die Möglichkeit, die ihrer

Meinung nach beste Innovation im

Zuge einer Abstimmung zu wählen.

Sehr spannend wird auch ein Simulationsspiel

zum Thema Klimawandel sein,

das wir dieses Jahr auf der POLLUTEC

haben werden. Dieses ist eine realistische

Simulation auf wissenschaftlicher

Basis, die aufzeigen soll, wohin uns der

Klimawandel führen wird, wenn nichts

dagegen unternommen wird. Die Teilnehmer

des Spiels können aber in

Teams Entscheidungen im Rahmen des

Spiels treffen und sich die Auswirkungen

davon live ansehen.

UJ: Wie lautet abschließend Ihre Erwartung

für die POLLUTEC ONLINE 2020 in

einem Satz zusammengefasst?

Die Pollutec ist ein unverzichtbares Ereignis

für die gesamte Umweltkette

und -sektoren. In einem Kontext einer

Gesundheitskrise, die Besprechungen

verhindert und sich direkt auf die Aktivitäten

von Umweltakteuren auswirkt,

ist es wichtig, sich zu treffen, um Kontakt

mit Kunden aufzunehmen, weiterhin

Auftragsbücher zu füllen, neue

Leads zu generieren und sich auf dem

Laufenden zu halten. Aktualisierung

regulatorischer Änderungen und Hervorhebung

individueller Erfolge. Aus

diesem Grund bieten wir mit Pollutec

Online ein Triple-Play-Angebot: Online-

Konferenzen, Online-Meetings und einen

Marktplatz. Wir warten hinter Ihren

Bildschirmen auf Sie.

UJ: Danke für das Gespräch – wir wünschen

eine erfolgreiche POLLUTEC

ONLINE 2020 und sehen uns dann im

nächsten Jahr live in Lyon!


UMWELTjournal 5/2020 | S12

Regenabfluss von Verkehrsflächen nutzen

und zugleich das Grundwasser schonen

Betriebsgelände haben für entsprechenden Regenabfluss zu sorgen. Bis dieses

ins Grundwasser gelangt, sind eine Reihe von Faktoren zu beachten. Passende

Lösungen schützen Unternehmen vor den Risiken einer nicht fachgerechten

Ableitung des Wassers. Text: KLAUS W. KÖNIG

Das künftige Credo der Wasserwirtschaft

lautet: Regenwasser bleibt vor

Ort. Ob Versickerung, zeitverzögerte

Ableitung in den Kanal oder Nutzung – immer

mit entsprechender Vorreinigung des Oberflächenabflusses.

Die Regeln der Technik sind

vorhanden, entsprechende Produkte ebenfalls.

Werden die Anlagen, die dauerhaft

Schadstoffe entfernen, unterirdisch und aus

Beton-Fertigteilen gebaut, sind die Flächen

darüber weiterhin normal befahrbar.

Entwässerungsplanung gemäß ÖNORM

Die Planung einer Entwässerungsanlage

durch Architekten und Ingenieure sowie die

Beurteilung des Vorhabens durch die Wasserrechtsbehörde

ergeben, ob Regenabfluss in

den Kanal muss oder vorzugsweise in Oberflächengewässer

wie die Donau eingeleitet

oder alternativ versickert werden kann. Als Entscheidungs-Grundlagen

dienen die ÖNORM

B 2506-3 und das ÖWAV-Regelblatt 45, wonach

Abflussflächen gemäß Verschmutzungsgrad

in fünf Kategorien eingeteilt sind. Die

möglichen Inhaltsstoffe im Oberflächenabfluss

reichen von Nährstoffen über Schwermetalle

bis zu organischen Spurenstoffen, die durch atmosphärische

Deposition, Siedlungstätigkeiten

und Verkehrsbelastung entstehen.

Je nach Kategorie der Abflussfläche, also je

nach Grad der Regenwasserverschmutzung,

ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. Der

Schutz der Gewässer, in die eingeleitet werden

soll, ist in Österreich gewährleistet durch die

Qualitätszielverordnungen QZV Chemie OG

für Oberflächengewässer und QZV Chemie

GW für das Grundwasser. Mit ihnen werden

die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie

umgesetzt. Das Ziel ist, eine Verschlechterung

des Zustandes der Gewässer zu vermeiden.

Verantwortlich für den Inhalt dieser

österreichischen Verordnungen ist

das Bundesministerium für Landwirtschaft,

Regionen und Tourismus

(BMLRT). Welche Maßnahmen

im Einzelfall zu treffen sind, um die

Ziele zu erreichen und eine Bewilligung

der Behörden zu erhalten,

beschreiben die Regeln der Technik,

hier die ÖNORMEN B 2506 mit

ihren Teilen 1 bis 3.

Den Regen vor Ort behalten

Das nachfolgende Beispiel, Mitte

2019 realisiert, zeigt eine interessante

Variante zur Versickerung:

Die Nutzung von Niederschlagswasser

vor Ort. Um den vom Himmel

gefallenen Rohstoff zusammen

mit Grundwasser im Recycling verwenden

zu können, muss er allerdings

durch so genannte „Behan-


dlungsanlagen“ von den Stoffen gereinigt

werden, die sich auf den Sammelflächen,

hier Fahrbahnen, gelöst haben.

Die Komponenten dieser Anlagen werden

idealerweise:

* vorgefertigt zur Baustelle geliefert, unterirdisch

installiert, haben zwischen Zu- und Ablauf

wenig Höhenunterschied und damit eine

geringe Aushubtiefe

* kompakt platzsparend angeordnet, so dass

wenig Aushubfläche erforderlich ist und sie

werden ab Werk bereits ausgestattet mit fertig

installierten Einbauten und Wanddurchführungen

bzw. Dichtungen als Voraussetzung

für eine schnelle Montage

* statisch ab Werk so ausgelegt, dass keine

Fundamente nötig sind sowie die komplette

Fläche darüber befahrbar ist.

Anwendungsbeispiel

Das G-Class Experience Center in Feldkirchen

bei Graz: Das Gelände zur Präsentation

von Fahrzeugen erstreckt sich über 100.000

m² und liegt direkt beim Flughafen Graz auf

einem ehemaligen Fliegerhorst.

Neben dem Empfangs- und Präsentationsbereich

befinden sich verschiedene Offroad-Module

mit künstlichen Hügeln und

Rampen. Zur Entwässerung der befestigten

Flächen von Tankstelle, Waschplatz sowie

der im Kreislaufsystem bewässerten Fläche

um die Schleuderplatte waren jeweils Mineralölabscheider

mit Warneinrichtung, bei

Tankstelle und Waschplatz zusätzlich je eine

Pumpstation für den Anschluss an die Kanalisation

erforderlich.

Der Regenabfluss der On-Road-Strecken und

der sonstigen befestigten Flächen wird in

einer Sedimentationsanlage ViaSed und in

einem Lamellenklärer ViaTub gereinigt und

danach zum Beregnen der Schleuderplatte

bereitgestellt.

Diese Form des Nutzens bzw. Recycelns durch

Kreislaufführung schont natürliche Wasserressourcen.

Und es entlastet das Abwassersystem

durch weniger Abflussmenge. Wie

bei allen Entwässerungsanlagen, bei denen

mit mineralölhaltigem Abwasser gerechnet

werden muss, sorgen Abscheider für eine

Reduktion der Schadstoffe bereits vor Ort.

LINK-TIPP:

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.mall-umweltsysteme.at

https:// www.g-class-experience.com


UMWELTjournal 5/2020 | S14

Kreislaufwirtschaft: Warnung vor negativer

Enwtwicklung bei den kleineren Betrieben

Aus Sicht der EU-Kommission bildet die Kreislaufwirtschaft – neben Energiewende

und Digitalisierung – einen der wichtigsten Entwicklungspfade der Zukunft.

Darauf hat sich auch Österreichs Wirtschaft längst eingestellt. Im Detail ergeben

sich im Bereich der Circular Economy Unterschiede: vor allem kleinere Betriebe

drohen zurückzufallen. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine Marktforschungsumfrage

von GfK im Auftrag von ARAplus.

DWährend größere Unternehmen verstärkt

mit der Kreislaufwirtschaft planen,

diese bereits nutzen oder in sie

investieren, drohen kleinere Betriebe zurückzufallen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle

Marktforschungsumfrage von GfK* im

Auftrag von ARAplus.

Auch wenn laut Umfrage bereits zwei von

drei österreichischen Unternehmen (67 %) die

Kreislaufwirtschaft nutzen oder mit ihr planen:

Zwischen größeren Unternehmen (>50 Mitarbeiter)

und kleineren Betrieben (


my Index wider, der auf einer Skala von

0-100 einen Rückgang von 55,9 (2019)

auf 51,7 (2020) verzeichnet.

„Diese Entwicklung ist dramatisch und

geht in die falsche Richtung. Als wichtige,

tragende Säule der Wirtschaft dürfen

kleinere Unternehmen nicht noch weiter

im Bereich Circular Economy zurückfallen.

Denn diese ist unsere Zukunft. Was wir

jetzt brauchen ist ein Schulterschluss von

Politik und Wirtschaft sowie die Ausgestaltung

von Rahmenbedingungen, die den

Unternehmen größtmögliche Investitionsund

Planungssicherheit bieten“, so Hauke

mit einem Appell.

Schon heute wird Österreich als internationales

„Best Practice“ in Sachen Kreislaufwirtschaft

gehandelt, an deren Ausgestaltung

und Umsetzung die ARA seit über

25 Jahren tätig ist. „Mit Blick in die Zukunft

arbeiten wir bereits jetzt intensiv, zum Beispiel

im Rahmen von ARA Circular Design:

Gemeinsam mit unseren Kunden schaffen wir

optimales Verpackungsdesign für morgen.

Oder wir optimieren mit jeweils individuellen

Lösungen das Stoffstrommanagement von

Betrieben im Hinblick auf Abfallströme sowie

die Verfügbarkeit von hochwertigen Rezyklaten“,

so Hauke abschließend.

Auch die durchgeführte Marktforschung bestätigt

schlussendlich die genannten Schwerpunkte

des heimischen Marktführers der Sammel-

und Verwertungssysteme mit über 15.000

Kunden: ARAplus – sowie die Wirtschaftskammer

– nehmen nach wie vor die Führungsposition

ein, wenn man die österreichischen Unternehmen

nach der Kompetenz im Bereich

Circular Economy fragt.

LINK-TIPP:

Weitere Informationen zum Thema Kreislaufwirtschaft

finden Sie hier:

https://www.ara.at/kreislauf-wirtschaft

IHRE VORTEILE MIT DER

FLOTTWEG X-SERIE BEI DER

SCHLAMMENTWÄSSERUNG

· Xtra Entwässerungsleistung

· Xtra Polymereinsparung

· Xtra Energieeinsparung

· Xtra Sauber: Abscheidegrad über 99 %

· Xtra Kapazität: bis zu 15 % mehr Durchsatz


UMWELTjournal 5/2020 | S16

15. CSR-Tag: Grünes Licht für die Wirtschaft -

Zukunftsfähig mit Klimaschutz

Der jährliche Unternehmenskongress zu nachhaltigem Wirtschaften findet am 21.

und 22. Oktober 2020 statt. Die TeilnehmerInnen erwartet ein vielseitiges Programm

mit Einblicken in klimafreundliche Unernehmensführung, Innovationen und Geschäftsmodelle.

Die Geschäftführerin von respACT, Daniela Knieling (Foto), verrät,

auf welche Highlights sich die BesucherInnen freuen dürfen.

Frau Knieling, der CSR-Tag 2020 steht im Zeichen

des Klimaschutzes. Warum haben Sie

diesen Schwerpunkt gewählt?

Daniela Knieling: Weil Klimaschutz uns alle

betrifft und dieses „alle“ bezieht sich auch

auf Wirtschaftstreibende. Bei „unternehmerischem

Klimaschutz“ geht es nicht nur darum,

aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Emissionen

und ihren ökologischen Fußabdruck

nachhaltig reduzieren können, sondern auch

und vor allem um Innovationen. An diesem

großen Thema kommt langfristig kein Unternehmen

vorbei. Die Corona-Krise hat die unmittelbare

Bedeutung des Green Deals verstärkt,

der jetzt genutzt werden muss, um die

Transformation der europäischen Wirtschaft

voranzutreiben.

Ein Online-Kongress – wie dürfen sich die TeilnehmerInnen

das vorstellen?

Es ist eine bewusste Entscheidung, den CSR-

Tag im Corona-Jahr als Online-Kongress zu

veranstalten. Nur so können wir die Sicherheit

aller Beteiligten gewährleisten und gleichzeitig

die angestrebte Größe des Events ermöglichen.

An den inhaltlichen Schwerpunkten,

die wir setzen, ändert die virtuelle Ausrichtung

nichts. Es ist jedes Jahr wieder eine Herausforderung,

den Qualitätsansprüchen gerecht

zu werden, die die TeilnehmerInnen an diese

langjährige Veranstaltung haben. Umso mehr

freut es uns, dass es auch heuer wieder gelingt,

österreichische Expertise mit internationalen

Impulsen zu verbinden und wir Speaker

wie R. Edward Freeman und Paul Polman für

die gemeinsame Sache gewinnen konnten.

Was ist thematisch am CSR-Tag geplant?

Vieles – das respACT-Team hat ein sehr abwechslungsreiches

Programm zusammengestellt.

Es ist für alle etwas dabei! Der erste Tag

beginnt mit einer Begrüßungszeremonie, bei

der wir auf die Videobotschaft von Paul Polman

gespannt sein dürfen. Der Gründer von

IMAGINE und ehemalige CEO von Unilever ist

ein Mann mit viel Erfahrung auf dem Gebiet

nachhaltigen Wirtschaftens. Ich freue mich

schon jetzt auf seine inspirierenden Worte.

Der international bekannte Wissenschaftler R.

Edward Freeman wird mit seiner Keynote

über „Verantwortungsvolles Wirtschaften

ohne Kompromisse“ anschließen.

Die Keynote am zweiten Tag wird

sich den aktuellen gesellschaftlichen

Herausforderungen ganz praktisch

nähern. Der Unternehmer Reinhard

Schneider, der als CEO der Werner &

Mertz GmbH letztes Jahr den Deutschen

Umweltpreis erhielt, wird sich der

Frage „Wie viel Nachhaltigkeit braucht

Vertrauen?“ widmen.

Tiefer in das diesjährige Thema eintauchen

können die TeilnehmerInnen

durch zwölf Schwerpunktsessions, die in


drei Runden angeboten werden. Sie reichen

von Klimakommunikation und MitarbeiterInnenkultur

über Green Finance, Kreislaufwirtschaft

und Privat Public Partnerships bis hin zu

Logistik, Energieefffizen und dem Einsatz von

Klimadaten im unternehmerischen Kontext.

Am Ende des zweiten Tages entlassen wir

die TeilnehmerInnen schließlich mit einer anregenden

Podiumsdiskussion zu Klimaschutz

und nachhaltigem Unternehmertum.

respACT blickt auf 14 Jahre CSR-Tag zurück

und feiert dieses Jahr – trotz Corona – ein „kleines

Jubiläum“. Was macht den CSR-Tag nach

den vielen Jahren noch immer so besonders?

„Viele“ Jahre sind es tatsächlich. Dieses Jahr

treten wir Corona bedingt sozusagen in das

digitale Zeitalter ein. Wir freuen uns, unser kleines

Jubiläum mit den TeilnehmerInnen in diesem

besonderen Format feiern zu können. In

den letzten 14 Jahren hat sich unser CSR-Tag

aus vielen Gründen zu einem Flagship-Event

von respACT und zum „Treffpunkt“ der österreichischen

Szene rund um nachhaltiges Wirtschaften

entwickelt.

respACT verfolgt seit über 20 Jahren das Ziel,

verantwortungsvolles Unternehmertum in Österreich

zu etablieren und den Wirtschaftsstandort

Österreich wortwörtlich nachhaltig

zu stärken. Heute ist das Thema aktueller

denn je und in unserem Netzwerk finden sich

viele UnternehmerInnen und WegbegleiterInnen,

die nicht müde werden, sich für dieses

gemeinsame Ziel einzusetzen. Dieser Spirit

steckt an und so dürfen wir uns seit Jahren

über einen gut besuchten CSR-Tag freuen.

Ebenso wichtig ist es, sich als Veranstalter

nicht auf einem Erfolg auszuruhen. Jahr für

Jahr bespielt der Kongress topaktuelle Themen

wie dieses Jahr „unternehmerischer

Klimaschutz“. Dabei steht der Anspruch im

Zentrum, diese Themen durch einen ausgewogenen

Mix aus Theorie und Praxis greifbar

zu machen, denTeilnehmerInnen Ideen für ihr

persönlches Arbeitsumfeld mitzugeben und

mit Innovation und Mut zu begeistern!

LINK-TIPP:

Anmeldungen zum 15. CSR-Tag hier:

http://www.csrtag2020.com/anmeldung


UMWELTjournal 5/2020 | S18

Projekt EsKorte - Sensorgestützte

Stoffstromüberwachung für

Kunststoffabfälle

In der EU wurden im Jahr 2017 insgesamt 14,5 Mio. Tonnen Verpackungsabfälle

aus Kunststoff generiert. Im Vergleich zum Jahr 2007 war dies ein Anstieg

um 12,7 Prozent. Die teilweise Freisetzung von Kunststoffabfällen in die Umwelt

sowie die Umweltauswirkungen der Gewinnung von Erdöl als Ausgangsstoff für

die Erzeugung von Kunststoffen stellen daher ein immer größeres ökologisches

Problem dar. Text: SABINE SCHLÖGL und DANIEL VOLLPRECHT

Zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks

von Kunststoffverpackungen

ist das Kunststoffrecycling von großer

Bedeutung. Hier ist der Innovationsbedarf

sehr hoch, da die Recyclingrate in Österreich

gemäß EU-Vorgaben von derzeit nur

28 Prozent bis ins Jahr 2030 auf 55 Prozent

gesteigert werden muss.

Derzeit keine Chance auf Recyclingziel

Gegenwärtig ist die Erreichung dieses Ziels

in Österreich technisch nicht möglich, da

Schwankungen im Aufkommen und in der

Zusammensetzung der getrennt gesammelten

Leichtverpackungsabfälle und das Auftreten

von Störstoffen die Effizienz von Sortieranlagen

beeinträchtigen.

Die Möglichkeiten anschließender Kunststoffrecycling-Unternehmen

sind allerdings

maßgeblich von der Qualität der erreichten

Sortierprodukte abhängig. Eine Anlagenoptimierung

kann dabei einerseits eine Verbesserung

im Bezug auf die Outputströme


ewirken (höheres Ausbringen und/oder

höhere Reinheit), andererseits aber auch

den Energieaufwand der Anlage reduzieren,

indem zum Beispiel temporär nicht benötigte

Aggregate abgeschaltet werden.

Uni Leoben forscht an Stoffstrommonitoring

In einem derzeit lasufenden Forschungsprojekt

am Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik

und Abfallwirtschaft (AVAW) der

Montanuniversität Leoben in der Steiermark

ist der Fokus daher auf die Entwicklung

und Erprobung eines sensorgestützten

Stoffstromüberwachungssystems für Kunststoffsortieranlagen

gerichtet - Projektname

kurz „EsKorte“.

In Kooperation mit den Projektpartnern

Brantner Environment Group GmbH, EVK

DI Kerschhaggl GmbH, OMNETRIC GmbH,

Siemens Aktiengesellschaft Österreich und

der RWTH Aachen University wird eine intelligente

Vernetzung der maschinellen Anlagenkomponenten

angestrebt.

Durch das verknüpfte Know-How sollen die

Grundlagen für eine Modernisierung der

Abfallwirtschaft und eine optimierte Kunststoffsortierung

geschaffen und somit ein

Beitrag für die Erfüllung der ambitionierten

Recyclingquoten geleistet werden.

Input-Material sehr unterschiedlich

Konkret ist ein fundamentales Problem in

Kunststoffsortieranlagen die Schwankung

des Durchsatzes und der Zusammensetzung

des Input-Materials. Gründe dafür

sind beispielsweise unterschiedliche Sammelsysteme

der Kommunen im Einzugsgebiet,

unterschiedliche Trennmoral der Bevölkerung,

oder saisonal unterschiedliche

Abfallzusammensetzungen.


UMWELTjournal 5/2020 | S20

Auch innerhalb der Sortieranlage ist der

Vereinzelungsgrad auf den Förderbändern

nicht konstant. Je nach eingesetzten Aggregaten

sowie deren Abfolge kann es zu großen

Unterschieden kommen. Das verursacht

in der Folge eine schlechtere Anlagenperformance,

da die Sortiermaschinen entweder

unter- oder. überlastet sind.

Die Innovation des Forschungsprojektes

besteht darin, sensorgestützte

Verfahren zum Monitoring

beziehungsweise zur

Stoffstromsteuerung zu untersuchen,

mit Hilfe derer wichtige

trenntechnische Einflussgrößen,

wie Größe und Stetigkeit des

Volumenstroms, kontrolliert, beeinflusst

und somit auch optimiert

werden können.

Projekt EsKorte gestartet

Das Projekt „EsKorte“ startete im März 2020.

In den vergangenen Monaten konnten

durch Versuche am Versuchsstand für sensorgestützte

Erkennung und Sortierung der

Montanuniversität Leoben schon erste Einflussgrößen

manifestiert werden. Dazu zählen

die schwankende Input-Zusammensetzung,

wie beispielsweise der Anteil an 2D-Material,

oder der schwankende Durchsatz und damit

zusammenhängend die Bandbelegung.

In der ersten Veröffentlichung mit dem Titel

„Influence of material alterations

and machine impairment

on throughput related sensorbased

sorting performance“

konnte unter anderem gezeigt

werden, dass die Reinheit der

Outputströme systematisch mit

einem höheren Durchsatz gesunken

ist und dass hohe Anteile

an 2D-Material das Ausbringen

verschlechtern. Weitere Untersuchungen

sowohl im Zusammenhang

mit der NIR-Erkennung

als auch in Bezug auf den Einsatz von

3D-Lasertriangulation laufen und werden in

den nächsten Monaten sicherlich interessante

Ergebnisse bringen.


Recy & DepoTech passt Programm an

Aufgrund der zurzeit herrschenden Corona-Pandemie findet die von der Montanuniversität

Leoben alljährlich organisierte Recy & DepoTech - die größte Abfallwirtschafts-

und Recyclingkonferenz im deutschsprachigen Raum - von 18. bis 20. November

2020 diesmal als Hybrid-Konferenz statt.

Das Ausnahmejahr 2020 stellt Veranstalter

von Fachkonferenzen vor große

Herausforderungen. Das gilt auch

für die Recy & DepoTech 2020. Diese wird

heuer hybrid abgehalten, also mit einem reduzierten

Liveteil und ansonsten online.

Roland Pomberger, Vorstand des Lehrstuhls

für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft

(AVAW), sowie Leiter der Recy & DepoTech,

richtet dazu seine Grußworte an alle

Teilnehmer und Interessierten:

„Das Corona-Virus beeinflusst uns ALLE und

natürlich auch unsere diesjährige Recy &

DepoTech. Das gewohnte und erfolgreiche

Format ist unter diesen Umständen nicht umsetzbar.

Lange haben wir überlegt, wie wir

damit umgehen. Eine Absage oder Verschiebung

stand für uns aber nicht zur Diskussion.

Wir passen uns an die Möglichkeiten an und

versuchen das BESTE daraus zu machen.

Daher wird die Recy & DepoTech 2020 alles

außergewöhnlich sein.

Wenn Sie wollen, können Sie zu uns nach

Leoben kommen. Den ersten Tag werden

wir mit maximal 199 Teilnehmern unter Berücksichtigung

aller Sicherheitsauflagen mit

physischer Anwesenheit spannend gestalten.

Diesen Tag können Sie aber auch

als Livestream über unsere innovative Konferenzplattform

miterleben. Am Donnerstag

und Freitag wird die Recy & DepoTech dann

zur virtuellen Konferenz. Wie in einem Videospiel

werden Sie sich in der virtuellen Konferenzwelt

bewegen können. 128 Vorträge

und 30 Poster werden online präsentiert.

Firmen werden sich in einem virtuellen Messeplatz

mit Avataren präsentieren. Sogar unser

Reuse-Kaffeehaus können Sie virtuell besuchen

(Meetinglounge).

Aber das Wichtigste sind die Themen. Wir befinden

uns als Abfallwirtschaft derzeit in einer

außerordentlich dynamischen Phase. Viele

Rahmenbedingungen sind im Umbruch und

Lösungsansätze in Diskussion. Die Recy & DepoTech

ist für die Veränderungen Wissensträger,

Sprachrohr und Plattform. Ich lade Sie

ein. Nehmen Sie als Experte aus Forschung,

Wirtschaft und Verwaltung teil. Gerade jetzt

und trotz Corona.“

Programmänderungen zur Recy & Depotech:

• Der Festvortrag von Herrn Prof. Konrad Paul

Liessmann, die 3 Plenarvorträge, die ISWA-

Preisverleihung, der 5. Leobener Abfall-Disput

sowie die Top of Circular Solution Start-Ups

finden am Mittwoch (18.11.2020) physisch in

Leoben statt.

• Am Mittwoch können maximal 199 Personen

physisch teilnehmen (Anmeldung erforderlich).

Für die virtuellen Teilnehmer/innen

wird der gesamte Tag mittels Live-Stream in

unserer virtuellen Konferenzwelt auf meetyoo

übertragen.

• Alle Vorträge und Poster finden ausschließlich

in der virtuellen Konferenzwelt statt.

• Da die Posterausstellung nicht wie gewohnt

stattfinden kann (keine Fragerunde), werden

auch die Poster mit einem kurzen Video

präsentiert.

• Zum im Programmheft angegebenen Zeitpunkt

werden die Vorträge automatisch abgespielt.

• Im Anschluss an den jeweiligen Vortragsblock

(mit 3 bzw. 4 Vorträgen) findet eine online

Live-Diskussion mit den Vortragenden des

Blockes im jeweiligen virtuellen Raum statt.

• Die Zuseher/innen können mittels Chatfunktion

Fragen schriftlich an die Chairperson

übermitteln. Die Chairperson wird die Fragen

live an die betroffene Sprecherin bzw. den

betroffenen Sprecher stellen.

• Alle Vorträge und Poster sowie die Aufzeichnung

des Live-Streams können nach der Konferenz

noch bis 30.11.2020 abgerufen werden.

LINK-TIPP:

Zum genauen Konferenzprogramm der

Recy & DepoTech 2020 geht es hier.


UMWELTjournal 5/2020 | S22

Schadendienstleister faircheck gewinnt

den Staatspreis Unternehmensqualität 2020

Die faircheck Schadenservice GmbH hat trotz der größten Wirtschaftskrise seit

dem Zweiten Weltkrieg Exzellenz bewiesen. Die Steirer gewinnen zum 25-jährigen

Staatspreis-Jubiläum die nationale Auszeichnung für ganzheitliche Spitzenleistung.

Die Auszeichnung wird seit 1996 vom Bundesministerium für Digitalisierung

und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Quality Austria vergeben.

Fotos (3): © Georges Schneider

Die Sachverständigen der faircheck

Schadenservice GmbH sind als Schadenregulierer

in den Versicherungssparten

KFZ sowie Sach- und Haftpflicht

österreichweit im Einsatz. Ein weiterer Geschäftszweig

ist die Immobilienbewertung. Am

16. September 2020 bekam das Grazer Unternehmen

im Studio 44 in Wien den Staatspreis

Unternehmensqualität verliehen.

„Mit Dienstleistungsinnovationen und der

damit verbundenen Digitalisierung ist faircheck

den Mitbewerbern weit voraus. Das Unternehmen

pflegt eine offene Kommunikation

sowohl zu den Mitarbeitenden als auch zu den

weiteren Interessengruppen. In der COVID-19

Krise konnte dadurch allen Mitarbeitenden Sicherheit

vermittelt werden“, wie Jury-Sprecher

Peter Koren als Begründung ausführte.

Auch in Krisen ganzheitliche Spitzenleistungen

„faircheck ist als Know-how-Träger in der

Branche anerkannt, stets um die Schaffung

nachhaltiger Beziehungen zu allen seinen

Partnern bemüht und hat vorbildhaft bewiesen,

dass Unternehmen auch in Krisenzeiten

ganzheitliche Spitzenleistungen vollbringen

können“, gratulierte Franz Peter Walder, Member

of the Board der Quality Austria, dem Geschäftsführer

Peter Winkler zum Gesamtsieg

des jährlich stattfindenden Wettbewerbs.

Der 1996 ins Leben gerufene Staatspreis Unternehmensqualität

dient nicht nur der stetigen

Verbesserungen im eigenen Unternehmen,

sondern hat auch eine Ansporn-Funktion für

andere. Kleine Unternehmen können ebenso

teilnehmen wie Konzerne.

Die weiteren Preisträger des Abends

Der Personaldienstleister I.K. Hofmann gewann

den Kategoriepreis für Großunternehmen.

Den Oberösterreichern kam laut Jury ihr ausgeprägtes

und fundiert umgesetztes Qualitätsmanagementsystem

zugute. Besonders

positiv hervorgehoben wurde von den Juroren

das identitätsstiftende „WIR-Gefühl“, das von

der Geschäftsführung bis zum Betriebsrat und

den Mitarbeitern spürbar sei. Zudem

würden die Vermögenswerte,

Finanzen und Ressourcen auf exzellentem

Niveau geplant, gesteuert

und überwacht.

Die Marktführerin in der Beratung

betriebsnaher Arbeitsmarktpolitik,

die ÖSB Consulting GmbH, holte

den Sieg in der Kategorie „Mittlere

Unternehmen“. Dem Wiener Unternehmen

dient für die Leistungserstellung

eine klare Prozesslandkarte

als Rahmen, die nach dem neuen

EFQM Modell überarbeitet wurde

und daher nun noch stärker auf

den Kundennutzen ausgerichtet ist.


Jurypreis „außergewöhnliche

Konsequenz

in unternehmerischer

Führung”

Kompetenzzentrum

Gesundheit Attersee

Süd, Ordination

Dr. Walter Titze

v.r.n.l.: Dr. Walter

Titze, Maria Ulmer

Kategoriesieger

„Großunternehmen”

I.K. Hofmann

GmbH – Personaldienstleister

v.l.n.r.:

Franz Peter Walder,

Maria Ulmer,

Barbara Schipek,

Ingrid Hofmann,

Roland Fürst und

Helmut Herzog

In der Kategorie „Non-Profit-Organisationen“

ging der Sieg an die Connexia – Gesellschaft

für Gesundheit und Pflege GmbH.

Beim Vorarlberger Sozialunternehmen hatten

sich die etablierten Strukturen und Prozesse

als äußerst krisenfest und anpassungsfähig

erwiesen. Im Bereich der mobilen Kinderkrankenpflege

und mit der Aktion Demenz

verwirklicht Connexia ein professionelles Gesamterlebnis

bei der Unterstützung von Angehörigen

in schwierigen

Lebenssituationen. Dabei

habe die Organisation

stets im Blick, „good news“

zu erzählen.

qualityaustria Aus- und Weiterbildungen

Trainieren Sie für Ihren Erfolg!

www.qualityaustria.com/kursprogramm


UMWELTjournal 5/2020 | S24

Globaler Konsens zu mehr

Nachhaltigkeit im Bauwesen

„Eine erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in der Gesellschaft sowie

die Verringerung der verheerenden globalen und lokalen Folgen des Klimawandels

erfordern nicht eine weltweite, transformative und einheitliche Anstrengung

aller Akteure des Bauwesen“, so die zentrale Kernaussage des GLOBE Konsens,

welcher unlängst von einer internationalen Expertengruppe verabschiedet wurde.

Die Abkürzung GLOBE steht für einen

Globalen Konsens zur Nachhaltigkeit

im Bauwesen und das Dokument

unterstreicht die weltweiten Herausforderungen,

die das gesamte Umfeld des Bauens

mit seinem wesentlichen Beitrag zum Klimawandel

erfährt.

Der GLOBE Konsens richtet sich an gesellschaftliche

Entscheidungsträger sowie

Fachleute im Bereich der Bauindustrie und

ruft dazu auf, gemeinschaftliche und koordinierte

Bestrebungen zur Verringerung des

Klimawandels anzugehen. Die Zielsetzung ist

es, Akteuren im Bauwesen ihre enorme Verantwortung

ins Bewusstsein

zu rufen.

G L O B E

setzt Nachhaltigkeit

im Bausektor

auf die

globale

Agenda

– mit dem

gleichen

Stellenwert

wie Sicherheit

und Dauerhaftigkeit. Zuletzt benennt

der Konsens Personen, die Nachhaltigkeit

beflügeln können und schlägt konkrete Handlungsanweisungen

vor, welche unmittelbar

umgesetzt werden müssen.

„Nachhaltigkeit und Reduzierung des Klimawandels

ist eine globale Herausforderung

– diese kann nur in einer weltweiten,

gemeinschaftlichen und fokussierten Anstrengung

erfolgen – und diese ist es, worum

es im Kern des GLOBE Consensus wirklich

geht“, erklärt Prof. Michael Havbro Faber

von der Aalborg Universität in Dänemark und

gleichzeitig Präsident des Joint Committee

on Structural Safety.

„Mit zunehmender Urbanisierung und wachsendem

Baubedarf bei gleichzeitig immer

stärker limitierten Ressourcen, werden Bauindustrie

und Bauingenieure zu wesentlichen

Triebfedern positiver sozio-ökonomischer,

ökologischer Entwicklungen und nachhaltiger

Prozesse. Allerdings sind sich die meisten

Verantwortlichen ihrer Rolle und Verantwortung

dabei gar nicht wirklich bewusst. Deshalb

stellt der GLOBE Konsens einen Meilenstein

dar, indem er die Akteure im gesamten

Umfeld des Bauwesens unmittelbar anspricht

und dazu ermutigt Vorboten positiver Entwicklungen

für eine bessere Zukunft zu

werden“, stellt Dr. Dipl.-Ing. Wolfram Schmidt

(BAM) fest, der an lokalen Materiallösungen

für globale Herausforderungen arbeitet.

„Die Erderwärmung ist die zentrale Herausforderung,

der die Menschheit gegenübersteht.

Alles, was zur Verringerung der Emissionen

beitragen kann, muss getan werden,

und das gesamte Umfeld des Bauens steht

für einen wesentlichen Anteil an eingebundenem

CO2“, bestätigt Prof. Karen

Scrivener (EPFL), welche führende Expertin

für nachhaltige Zemente und Produktionstechnologien

ist.

Judith Hardy, die Generalsekretärin von

RILEM, die sich mit ganzem Herzen für den

Erfolg von GLOBE einsetzt bestätigt „Ich bin

sehr glücklich die GLOBE Aktivitäten unterstützen

zu können und durch RILEM Hilfestellungen

bei der Kommunikation zu Wissenschaftlern

und Fachleuten bieten kann.“


Dr. Nicolas Roussel, Forschungsdirektor der

Université Gustave Eiffel in Frankreich sowie

Vizepräsident von RILEM stellt fest: „Zum ersten

Mal überhaupt, konnten internationale

Verbände von Wissenschaftlern und technischen

Experten gemeinschaftlich eine strategische

Vision für die Bedürfnisse unserer

Gesellschaft bezüglich des Bauens und der

Umwelt entwickeln und die zugehörigen

Forschungsbedarfe definieren“.

Die Expertenrunde propagiert die Einrichtung

einer weltweiten Arbeitsgruppe, die

damit beauftragt wird, nationale und überstaatliche

politische Entscheidungsträger

dabei zu unterstützen, nachhaltige Entwicklungen

im Bausektor und der Bauwirtschaft

zu implementieren.

Weitere Details zum GLOBE Consensus können

auf der GLOBE Homepage (siehe Kasten

rechts) abgerufen werden.

GLOBE MISSION STATEMENT

LINK-TIPP

Die Expertengruppe vertritt die sechs

wichtigsten internationalen Verbände für

Tiefbau und Bauwesen sowie Baustoffe:

• CIB – International Council for Research

and Innovation in Building and Construction

• ECCS – European Convention for Constructional

Steel Work

• fib – The International Federation for

Structural Concrete

• IABSE – International Association for

Bridge and Structural Engineering

• IASS - International Association for Shell

and Spatial Structures

• JCSS – the Joint Committee on Structural

Safety

• RILEM - International Union of Laboratories

and Experts in Construction Materials,

Systems and Structures

Web: http://globe.rilem.net/

Ziel des globalen Konsenses über Nachhaltigkeit

in der gebauten Umwelt (GLOBE)

ist es, die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft,

von Politikern, Branchenführern und

gesellschaftlichen Entscheidungsträgern auf

die entscheidende Bedeutung der gebauten

Umwelt für eine nachhaltige Entwicklung

auf globaler und lokaler Ebene zu lenken

Waage. Geeignete Maßnahmen aller

angesprochenen Parteien sind dringend

erforderlich, um sicherzustellen, dass die gebaute

Umwelt der Zukunft widerstandsfähig,

angemessen sicher und sozial, ökologisch

und wirtschaftlich nachhaltig ist.

Nicht weniger als eine transformative und

vereinte weltweite Anstrengung aller Akteure

des Bausektors ist erforderlich, damit

die menschliche Gesellschaft eine nachhaltige

Entwicklung und die Abschwächung

der katastrophalen Folgen des Klimawandels

auf globaler und lokaler Ebene erfolgreich

vorantreiben kann.

Die internationale Gemeinschaft, Regierungen,

internationale und nationale Ingenieurverbände

sowie Branchen im gesamten

Bausektor werden hiermit aufgefordert,

einen Beitrag zu leisten und ihre Stimme zur

Unterstützung von GLOBE zu geben. Der

Ausdruck der Unterstützung ist über diesen

Link möglich: GLOBE-Unterstützung. Siehe

Liste der Unterstützer hier.

Die Abonnenten von GLOBE wissen zu

schätzen, dass die gebaute Umwelt viel

mehr ist als Strukturen und Infrastrukturen -

sie umfasst und bezieht die Gesellschaft im

Allgemeinen, die Umwelt und ein breites

Spektrum von Branchen und Berufen ein.

Es ist beabsichtigt, dass sich die GLOBE-

Initiative im Laufe der Zeit weiterentwickelt,

um alle Beteiligten ganzheitlicher zu berücksichtigen,

und es wird zu Beiträgen dazu

eingeladen und diese werden erhofft.


UMWELTjournal 5/2020 | S26

Immobilien: „Nachhaltig muss jetzt

zum neuen Normal werden!“

Deutschland hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2050 soll das Land klimaneutral

sein. Die größten Anstrengungen müssen dabei in den Bereichen Gebäude und

Verkehr erfolgen, die für 50 Prozent des CO 2 -Ausstoßes verantwortlich sind. Im Interview

erläutert Martin Pauli, Leiter Foresight Consulting bei Arup in Deutschland,

wie sich CO 2 -Emissionen in den Städten reduzieren lassen, welche Pilotprojekte

zukunftsweisend sind, warum der Green Deal der EU die richtigen Weichen stellt –

und warum man den neuen Arup Experten-Podcast nicht verpassen sollte.

© Michel Buchmann

MARTIN PAULI

FORESIGHT CONSULTING

ARUP

Herr Pauli, in der Studie “2050 Scenarios:

Four Plausible Futures” hat Arup Best- und

Worst Case Szenarien für den Klimawandel

entwickelt. Ist dies ein Appell an die Immobilienwirtschaft,

mehr für die Erreichung der

Klimaziele zu tun?

Martin Pauli: Arup Foresight beschäftigt sich

mit komplexen Fragestellungen, die einen

vorausschauenden und ganzheitlichen Blick

auf die Zukunft erfordern. Unser interdisziplinäres

Team identifiziert Trends und Themen,

die einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft

und die gebaute Umwelt haben.

Indem wir das Bewusstsein für zukünftige

Herausforderungen schärfen, unterstützen

wir unsere Kunden dabei, kreative Lösungen

zu entwickeln und Risiken besser zu managen.

Mithilfe von Szenarien lässt sich sehr

gut verdeutlichen, welche Auswirkungen

verschiedene Handlungsoptionen auf die

Zukunft haben werden. Bei der nachhaltigen

Entwicklung unserer Städte geht es, abstrakt

gesehen, darum, die Bedürfnisse der wachsenden

Weltbevölkerung mit den ökologischen

Grenzen unseres Planeten ins Gleichgewicht

zu bringen. Die Studie soll Städten und

Kommunen, sowie Architekten und Stadtplanern

als Entscheidungshilfe dienen.

Der Gebäudesektor ist für 40 % des Energieverbrauchs

und 30 % der CO 2 -Emissionen verantwortlich.

Halten Sie einen klimaneutralen

Gebäudebestand bis 2050 für realistisch?

Pauli: Im Neubau ist dies durchaus realistisch.

Know-how und Technik zum Bau klimaneutraler

bzw. klimapositiver Gebäude

sind vorhanden und werden weitestgehend

umgesetzt. Zudem hat bei Investoren und

Planern ein Umdenken stattgefunden. Mut

machen Initiativen wie „Phase Nachhaltigkeit“,

die von der Bundesarchitektenkammer

und der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Ende 2019 ins Leben gerufen wurde. In ihr

haben sich über 100 Architekten und Planer

zusammengeschlossen, um Nachhaltigkeit

zum neuen Normal zu machen. Vielen Menschen

wird es immer wichtiger, dass Gebäude,

in denen sie leben oder arbeiten nachhaltig

sind.

90 % der Gebäude in Deutschland sind Bestandsbauten,

die nicht mehr den aktuellen

Energiestandards entsprechen. Reichen 30

Jahre, um diese klimaneutral zu sanieren?

Pauli: In Bestandsgebäuden steckt in der Tat

das größte Einsparpotenzial. Statt die Sanierung

auf einzelne Gebäude zu reduzieren,

plädieren unsere Experten für eine energetische

Stadterneuerung mit quartiersübergreifenden

Energiekonzepten: Nah- und Fernwärmenetze,

die Haushalte mit regenerativ

erzeugter Energie versorgen, innovative Insellösungen

mit Kraft-Wärme-Kopplung oder

die energetische Kompensation zwischen

Alt- und Neubauten reduzieren den Primärenergiebedarf

der Gebäude im Quartier. Dieser

Ansatz ermöglicht eine effiziente, hochwertige

Modernisierung, senkt die Sanierungskosten

pro Gebäude – und erhöht die Chance,

dass die Sanierung des Gebäudebestands

in 30 Jahren abgeschlossen ist. Insgesamt ist

wichtig, dass sich der Fokus mehr und mehr

weg von der reinen Energieeffizienz hin zu


einer Emissionsbetrachtung entlang des

gesamten Lebenszyklus` verschiebt. Nur so

lässt sich langfristig eine Entkopplung von

städtischer und wirtschaftlicher Entwicklung

vom Verbrauch von Ressourcen und damit

verbundenen CO2-Emissionen ermöglichen.

Wird der Green Deal der EU die klimaneutrale

Stadterneuerung vorantreiben?

Pauli: Davon bin ich überzeugt. Der politische

Wille ist parteiübergreifend vorhanden, der

regulatorische Rahmen für Planer und Investoren

gesteckt, die entsprechenden Finanzmittel

stehen zur Verfügung. In einem Volumen,

das steuernde Wirkung haben wird und

die Möglichkeit eröffnet, Pilotprojekte, die sich

in Quartieren bewährt haben, auf den großen

Maßstab zu übertragen. Mit dem Green

Deal wird Nachhaltigkeit erstmalig zu einem

Wirtschaftsfaktor. Und genau das wird die klimaneutrale

Stadterneuerung vorantreiben.

In Ihrer Arup Podcast-Folge „Klimaneutrale

Städte“ diskutieren Sie mit Dr. Christine Lemaitre,

Vorständin der DGNB, und Prof. Dr. Philipp

Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt

GmbH, unter anderem über das klimaneutrale

Vorzeigequartier Berlin TXL – The Urban

Tech Republic. Was macht dieses Projekt so

zukunftsweisend?

Pauli: Berlin TXL – The Urban Tech Republic ist

das erste Gewerbequartier in Deutschland,

das von der DGNB mit Platin vorzertifiziert

wurde. Herausragend ist unter anderem das

innovative Energiekonzept. Die Versorgung

erfolgt über ein neuartiges LowEx-Niedrigtemperaturnetz,

in das sowohl die Abwärme der

Nutzer als auch die selbst erzeugte regenerative

Energie aus Blockheizkraftwerken, Solaranlagen

und Geothermie eingespeist wird.

Vorbildlich ist auch das auf Fußgänger und

Radfahrer ausgerichtete Mobilitätskonzept,

das den ÖPNV mit Mobility-Hubs verbindet.

Das Prinzip der Schwammstadt hilft dabei,

die Folgen der globalen Klimaerwärmung

auszugleichen. Speziell bepflanzte Zonen

sorgen dafür, dass Regenwasser gespeichert

wird und das Quartier an heißen Tagen

durch natürliche Verdunstung kühlt. Offensichtlich

ist, dass nachhaltige Stadtentwicklung

immer eine Betrachtung des Gesamtsystems

erfordert – ein System, welches nach

den Prinzipien der Circular Economy also regenerativ

ist und damit eine positive Wirkung

entfaltet.

Der Flughafen Tegel

schließt und macht

Platz für das wachsende

Berlin. Hier entsteht

ein Forschungsund

Industriepark für

urbane Technologien:

„Berlin TXL - The Urban

Tech Republic“.

(Grafik:

Tegel Projekt GmbH)

LINK-TIPP:

Folge 1 des Arup Experten-Podcasts steht unter folgendem Link zum Anhören

bereit: https://der-arup-experten-podcast.podigee.io/about

Anregungen und Fragen sind ebenso willkommen wie konstruktive Kritik.


UMWELTjournal 5/2020 | S28

Der Weg zu Brennstoffzellen ist noch lang

Der Wettlauf um die Antriebstechnologie der Zukunft ist noch nicht entschieden.

Im Bewerb stehen Verbrennungsmotoren, Elektroantriebe und verschiedene

Formen der Wasserstofftechnologie. Der Brennstoffzelle wird in der Antriebstechnik

Zukunft eingeräumt, aber nicht baldige Marktreife, sagt Fondsmanager

Aanand Venkatramanan von LGIM.

AANAND VENKATRAMANAN

HEAD OF ETF STRATEGIES

LGIM

Beim Thema Antriebstechnologien der

Zukunft scheiden sich die Geister: Noch

im letzten Jahr betonte Tesla-Chef Elon

Musk, dass „Erfolg mit Brennstoffzellen einfach

nicht möglich“ sei. Dagegen kam eine 2017

durchgeführte Umfrage unter Tausenden von

Führungskräften aus der globalen Automobilindustrie

zu dem Schluss, dass die Brennstoffzellentechnologie

letztlich die Batterien übertreffen

werde.

Noch ein langer Weg

„Wir beobachten diesen Trend sehr genau.

Aber bis Wasserstoff, mit dem die Brennstoffzellen

betrieben werden, kosteneffizient

und unterm Strich wirklich ohne Emissionen

produziert, gespeichert und genutzt werden

kann, dauert es mindestens noch zehn Jahre.

Bis dahin sind Batterien einfach vorteilhafter,

die auf elektro-chemischen Prozessen basieren

– sowohl im Bereich des emissionsfreien

Transportverkehrs als auch bei ortsunabhängigen

Speicherkonzepten“, erklärt Aanand

Venkatramanan, Head of ETF Investment

Strategies bei Legal & General Investment

Management (LGIM).

Betrachtung über Gesamtzyklus

„Ein Blick auf den Gesamtzyklus von Fahrzeugen,

die mit Brennstoffzellen betrieben

werden, macht deutlich: Der Prozess von der

Wasserstoffproduktion bis hin zum Antrieb

verbraucht viel Energie. Dazu kommt die

aufwändige Speicherung des komprimierten

oder verflüssigten Gases sowie sein Transport

durch Pipelines oder Tankschiffe. Im

Vergleich zu Batterien für den Elektroantrieb

ist jeder dieser Schritte mit Effizienzverlusten

verbunden und erzeugt Kohlenstoff. Zudem

sind Brennstoffzellenfahrzeuge nur halb so

leistungsfähig wie Elektrofahrzeuge – dafür ist

ihre Antriebstechnik komplizierter und teurer.

Die derzeit am häufigsten genutzte Methode

Wasserstoffgas zu gewinnen, ist die Dampfreformierung.

So entsteht der sogenannte

blaue Wasserstoff von dem jährlich etwa 70

Millionen Tonnen produziert werden. Diese

Methode der Wasserstoffproduktion verursacht

jedoch erhebliche CO2-Emissionen, da

sie zu 75% aus Erdgas und zu 22% aus Kohle

erzeugt wird.

Grüner Wasserstoff ist aufwändig

Für die kohlenstofffreie grüne Variante hingegen

wird wenig produziert, weil man dafür

kostspielige Elektrolyseanlagen braucht.

Wenn in den nächsten zehn bis 20 Jahren die

Kosten für Elektrolyseure deutlich sinken, wie

es die Internationale Agentur für Erneuerbare

Energien erwartet, könnte umweltfreundlicher

Wasserstoff ab dem Jahr 2030 weniger

kosten als blauer.

Aktuell fehlt es auch an der notwendigen

Vertriebsinfrastruktur und effizienten Speichermöglichkeiten

für Wasserstoff: Der Aufbau

von Verteilungsnetzen und Tankstellen erfordert

weitaus mehr Investitionen und einen

größeren Aufwand als der Aufbau einer Ladeinfrastruktur

für Elektrofahrzeuge, denn

diese nutzen bereits bestehende Netze. Das

wird auch in der näheren Zukunft dazu beitragen,

dass E- Autos bevorzugt werden. Selbst

wenn in den kommenden Jahrzehnten die

Betankungsreichweiten von Brennstoffzellenfahrzeugen

für den Personenverkehr auf dem

Niveau von Verbrennungsmotoren liegen

werden und damit die von Elektrofahrzeugen

deutlich überflügeln.

Elektrische Antriebe mit großem Vorsprung

Investoren sollten bedenken, dass die Brennstoffzellentechnologie

bisher noch keinen

nennenswerten kommerziellen Erfolg hatte.


In unserem L&G Battery Value Chain UCITS

ETF gibt es daher auch keine reinen Wasserstoffanbieter

wie PowerCell oder Ballard. Wir

setzen eher auf namhafte Unternehmen wie

Nissan, BMW und LG Chem3, die im Rahmen

ihrer Forschung und Entwicklung bereits an

Brennstoffzellentechnologien arbeiten.

Nicht so bald für Pkw verfügbar

Wir halten es nicht für sehr wahrscheinlich,

dass Wasserstoff zumindest in naher Zukunft

in großem Umfang für den Antrieb von

PKWs eingesetzt wird. Tatsächlich planen verschiedene

Automobilhersteller Wasserstoff

kurz- bis mittelfristig lediglich als alternativen

Kraftstoff für Fernverkehrs- und Flurförderfahrzeuge

wie Gabelstapler ein. Aber obwohl

der Weg noch lang ist, bleiben wir optimistisch,

dass durch mehr Investitionen und

intensive Forschung die Kosten und Effizienzverluste

in den nächsten Jahren sinken und

Wasserstoff attraktiver wird.

INFOS ZUM PRODUKT:

Der ETF L&G Battery Value-Chain UCITS (ISIN:

IE00BF0M2Z96) bildet den Parameter “Solactive

Battery Value-Chain Index” physisch

nach. Der Index umfasst Unternehmen, die

Technologien für die Energiespeicherung

anbieten oder Materialien fördern, die

zur Herstellung von Batterien verwendet

werden. Der ETF umfasst 30 Unternehmen

mit einer durchschnittlichen jährlichen

Umsatzwachstumsrate von 10-15 %. Die

Titel im Index werden gleichgewichtet. Die

Anpassung und Neugewichtung des Index

erfolgt alle sechs Monate, um die Diversifikation

aufrechtzuerhalten und auf Trends

sowie neue Marktteilnehmer reagieren zu

können. Der ETF hat seit Jahresbeginn eine

Wertentwicklung von 7,10 % in Euro erzielt

und damit den MSCI World Index (-6,27 %)

übertroffen (Stand 31. Juli 2020). Der ETF

wurde im Januar 2018 zugelassen und hat

ein Volumen von 111,91 Millionen Euro.


UMWELTjournal 5/2020 | S30

Seminare, Prüfungen & Ausbildungen

2020 TITEL ORT INTERNET

14.10. – 16.10.

Grundlagen des Umweltrechts

(Anlagen, Gewerbe, Umwelt, Energie und Arbeitssicherheit)

Bad Sankt Leonhard

KEC Kanzian

16.10.

Webinar: ISO 14001:2015 und EMAS –

betriebliche Umwelt-Performance optimieren

Online

KEC Kanzian

27.10.

Webinar: ISO 50001:2018 Energie-Einsparungspotentiale erkennen

und umsetzen

Online

KEC Kanzian

27.10.

Webinar Nachhaltigkeitsmanagement –

Schlüsselkompetenz der Zukunft

Online

qualityaustria

03.11. – 05.11. Umweltmanagement in der Praxis Linz qualityaustria

19.11. – 20.11. Grundlagen zu Life Cycle Assessment und Carbon Footprinting Wien qualityaustria

08.02. – 10.02.2021 Umweltmanagementsysteme Wien qualityaustria

28.04. – 29.04.2021

NEU: Cradle to Cradle® und ISO-Konzepte

zur Förderung der Kreislaufwirtschaft

Wien

qualityaustria

06.05.2021 NEU: E-Mobilität für Betriebe – Faktencheck statt Fake News Linz qualityaustria

23.06. – 24.06.2021

Integriertes Managementsystem – Methoden und Werkzeuge

(Lehrgangsreihe Umweltmanagement - UM, Teil 4)

Wien

qualityaustria

Im E-Paper/PDF klicken Sie für weitere Informationen einfach auf die Ausbildung oder den Veranstalter.

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Neue Cradle-to-Cradle-Ausbildung der

Quality Austria macht Unternehmen fit

für die Kreislaufwirtschaft

Die EU erhöht den Druck auf die Unternehmen bei der kreislauffähigen Gestaltung

von Produkten und Dienstleistungen. Die Quality Austria hat darauf in ihrem Kursprogramm

2021 reagiert. Im neuen Seminar „Cradle to Cradle und ISO-Konzepte zur Förderung

der Kreislaufwirtschaft“ wird das Kreislaufwirtschaftspaket der EU thematisiert.

Das neue Kursprogramm der Quality

Austria für 2021 steht fest. Im Bereich

Umwelt und Energie bietet Österreichs

führender Anbieter für akkreditierte Trainings

und Personenzertifizierungen insgesamt zehn

Lehrgänge, Lehrgangsreihen, Seminare bzw.

Refreshings an. Ganz neu im Angebot ist das

Seminar „Cradle to Cradle und ISO-Konzepte

zur Förderung der Kreislaufwirtschaft“, das für

Geschäftsführer und Vorstände, Mitarbeiter in

der Forschung & Entwicklung sowie im Produktdesign

konzipiert wurde. Angesprochen werden

sollen Produktmanager, Systemmanager,

strategische Einkäufer, Marketingmitarbeiter

und die Bereiche Finanzen und Controlling.

Biologische und technische Kreisläufe schließen

„Kreislaufwirtschaft rangiert weit vorne auf

der Agenda der EU. Dadurch steigt unweigerlich

der Druck auf die Industrie, im Zuge

der Transformation auf dem neuesten Stand

zu bleiben“, erklärt Axel Dick, Business Developer

für die Bereiche Umwelt, Energie und

CSR bei Quality Austria. Wesentliche Inhalte

des Seminars sind unter anderem das Kreislaufwirtschaftspaket

der EU, die Entwicklungen

auf ISO-Ebene und auf den Finanzmärkten,

das Schließen biologischer und

technischer Kreisläufe, der Cradle to Cradle

Certified Standard und wie gesunde und sichere

Materialien als Hebel wirken können.

Dadurch werden Innovationen auf den Ebenen

der Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle

angestoßen. Termine für das

zweitägige Seminar gibt es in Wien (28. bis 29.

April 2021) und Linz (3. bis 4. November 2021).

Rechtliche Grundlagen für Elektro-KFZ

Neu im Programm ist auch das Seminar „E-

Mobilität für Betriebe – Faktencheck statt

Fake News“. Zielgruppe sind Geschäftsführer,

Umweltbeauftragte und -manager, Energiebeauftragte

und Mitarbeiter aus dem

Einkauf sowie Fuhrparkmanagement. Wesentliche

Kursinhalte sind unter anderem die

rechtlichen Grundlagen für die Verwendung

von Elektro-KFZ im Betrieb sowie internationale

Erfolgsmodelle. Termine für das eintägige

Seminar gibt es in Wien (6. Mai 2021) und Linz

(3. November 2021).

Attraktive Förderungen

Die Quality Austria verfügt über eine Ö-Cert-

Anerkennung und erfüllt damit eine wichtige

Grundvoraussetzung für Förderungen in

der Erwachsenenbildung. Unternehmen bekommen

zum Beispiel über das AMS unter

bestimmten Voraussetzungen bis zu 50 Prozent

der Bildungsausgaben für ihre Mitarbeiter

ersetzt. Pro Person und Begehren sind im

Idealfall bis zu 10.000 Euro möglich. Bezahlen

die Mitarbeiter die Kurse selbst, können

sie die Aufwendungen über die Arbeitnehmerveranlagung

als Werbungskosten geltend

machen. Fördermöglichkeiten gibt es

aber auch seitens der Bundesländer. Mehr

Infos dazu unter: www.qualityaustria.com/

service/foerderungen

Spezieller Rabatt bei neuen Kursen

Bei Buchung bis zum 22. November 2020

gibt es für das gesamte Kursprogramm zehn

Prozent Frühbucherbonus. Für den ersten

Termin eines neuen öffentlichen

Trainingsprodukts

erhalten die Teilnehmer

sogar 20 Prozent Pionierbonus.

Ein Addieren der

Boni ist nicht möglich.

Nähere Informationen zum

Bonussystem gibt es unter:

www.qualityaustria.com/

bonus

Flexibilität groß geschrieben

Insgesamt gibt es im 116 Seiten

starken Kursprogramm

2021 der Quality Austria

zwölf neue Seminare, Lehrgänge

und Refreshings zu

entdecken. Hinzu kommen

zahlreiche Updates.

Das ist aber nur ein Teil der

Neuerungen. Neben den

Präsenzkursen in Wien,

Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck,

Villach und Bregenz

werden mittlerweile viele

dieser Bildungsangebote

auch als Online-Seminare

angeboten.

Zudem wurde die Palette

an gemischten Lernformen

(Blended Learning) ausgebaut

und auch die maßgeschneiderten

Seminare für

die individuellen Bedürfnisse

einzelner Unternehmen

erfreuen sich steigender

Beliebtheit.

LINK-TIPP:

Das Kursprogramm 2021 steht auf der

Website der Quality Austria unter folgendem

Link zum Download bereit:

www.qualityaustria.com/Kursprogramm


UMWELTjournal 5/2020 | S32

Kreislaufwirtschaft in der EU

Eine Zwischenbilanz

Die Implementierung der Kreislaufwirtschaft

bedeutet eine große Transformation

von einer ressourcenvernichtenden,

linearen zu einer enkeltauglichen, zirkulären

Wirtschaftsweise. Sie ist nicht konzipiert

ohne Wachstum auszukommen. Allerdings

ist die Postwachstumsökonomie, wie sie

einige Autoren zu Recht fordern, derzeit

politisch nicht anschlussfähig. Progressive

Wissenschaftler empfehlen seit Jahrzehnten

Dienstleistungen statt Produkteigentum,

Sharing- und Reuse-Modelle und eine

generelle Abkehr vom Wachstumsparadigma,

um unsere imperiale Lebensweise

auf ein sozialökologisch vertretbares Maß

zu reduzieren. Es liegt auf der Hand, dass

der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft

nicht durch Maßnahmenpakete der Kommission

allein erfolgen wird; der Übergang

braucht eine gemeinsame Anstrengung

aller. Das Paket zur Kreislaufwirtschaft ist

erst der Anfang des Übergangs hin zur

Kreislaufwirtschaft.

Kreislaufwirtschaft in der EU, eine

Zwischenbilanz, Sepp Eisenriegler

gebundene Ausgabe, 248 S.

Springer Fachmedien, Preis: 35,97 € (TB)

Print-ISBN 978-3-658-27378-1

Abfallwirtschaftsrecht

Das Abfallwirtschaftsrecht ist ein Rechtsgebiet

von praktischer Relevanz und

Komplexität. Unionsrechtliche Einflüsse

und die innerstaatliche Kompetenzverteilung

sorgen für eine hohe Vielschichtigkeit,

die die Normanwender

(Unternehmen, technische Büros, Rechtsanwaltskanzleien,

Behörden, Judikative)

vor große Herausforderungen stellt.

Dieses Werk bietet eine gesamthafte

Betrachtung des Abfallwirtschaftsrechts

unter Einbeziehung des Altlastensanierungsrechts,

übersichtlich strukturiert und

durch Praxishinweise und Beispiele veranschaulicht.

Die 2. Auflage bringt das

Werk nun auf aktuellen Stand und berücksichtigt

insbesondere Neuerungen

durch:

• die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle

2019 (BGBl I 2019/71),

• das Anti-Gold-Plating-Gesetz 2019

(BGBl I 2019/46) und

• das Aarhus-Beteiligungsgesetz 2018

(BGBl I 2018/73).

Abfallwirtschaftsrecht, 2. Auflage

Florian Berl

Flexibler Einband, 284 S.

MANZ Verlag Wien, Preis: 48,- € (A)

ISBN 978-3-214-03658-4

Das EFQM Modell

Version 2020

Das EFQM Modell ist ein auf sieben

Kriterien basierendes, flexibles Modell,

das dabei hilft, das Verhalten, Denken

und die Kultur einer Organisation

zu verstehen und zu analysieren. Das

EFQM Modell ermöglicht einen Gesamtblick

auf ein Unternehmen. Die

Struktur des EFQM Modells ist auf folgende

drei Bereiche aufgebaut:

· Ausrichtung: Warum existiert die Organisation?

Welchen Zweck und Strategie

erfüllt sie?

· Realisierung: Wie beabsichtigt sie,

ihren Zweck zu erreichen und ihre

Strategie umzusetzen?

· Ergebnisse: Was hat sie bisher erreicht?

Was will sie künftig erreichen?

Das EFQM Modell (deutsch),

Version 2020

Herausgeber: Quality Austria

Neue Ausgabe 2020

Buch ISBN 978-90-5236-846-7

Preis: 60,- €


Ausblick: UMWELT JOURNAL 6/2020

erscheint am Montag, 23. November

Energietechnik von heute

Moderne Energietechnik umfasst

insbesondere die Berechnung von

Energiekosten von der Installation bis

hin zur Entsorgung, als auch hier über

den gesamten Lebenszyklus.

Moderne Ablufttechnik

Die Ablufttechnik ist für viele Unternehmen

ein zunehmend wichtiges

Thema. Die Regulative stellen

erhöhte Anforderungen. Wir stellen

Best-Practice-Beispiele vor.

Recy & DepoTech 2020

Das war die von der steirischen

Montanuniversität Leoben organisierte

Recy & DepoTech in der

Ausgabe 2020. Die bis zuletzt hybrid

geplante Veranstaltung musste im

letzten Augenblick noch einmal

umorganisiert werden.

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