INTERFORST 2010 - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

lsv.de

INTERFORST 2010 - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

LSv kompakt

Magazin für Sicherheit & geSundheit

www.nos.lsv.de Juni 2010

Sturz-

prävention

standfest und fit durchs leben

Ein BEsuch lohnt sich

INTERFORST 2010


inhaLt

Juni l 10

BetrieBS- und hauShaLtShiLfe

Betriebs- und haushaltshilfe (Bhh)

ist bundesweit für alle lsV_träger

nach einheitlichen Grundsätzen

geregelt. 06

BiogaSanLagen – SchuLungen

für BetreiBer Sind pfLicht

Die land- und forstwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft fordert von

zwei Personen je Anlage eine

Betreiber-sicherheitsschulung. 07

zeckenSchutz – auffriSchung

nicht vergeSSen

um einen vollständigen impfschutz

zu erreichen, sind drei impfdosen

notwendig. 09

„StandfeSt und fit

durchS LeBen“

„standfest und fit durchs leben“

lautet das Motto der neuen

sturzpräventionskurse der lsV. 10

Zum Titelbild: Im Holzrücke- und

Transportbetrieb Kühn & Dersch GbR legt

Mitinhaber Wilfried Kühn Wert auf

schlagkräftige Technik, die den höchsten

Sicherheitsanforderungen genügt – für

unfallfreies Arbeiten.

❘❘❘■ AGRARSoziALeS SicHeRunGSSySteM

nicht in Frage gestellt

Bei allen Debatten um Einsparungen im Bundeshaushalt steht das

bundesmittelge stützte agrarsoziale Sicherungssystem nicht zur Disposition.

Allerdings kann sich auch die landwirtschaftliche Sozialversicherung

den zunehmenden Haushaltsbelastun gen nicht entziehen, darauf

hat Dr. Rainer Gießübel vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz (BMELV) Anfang Juni 2010 in Fulda

hingewiesen.

Weitere mögliche Belas tungen in den anderen gesetz lichen Sozialsystemen

werden wirkungsgleich auch auf die landwirtschaftliche Sozialversicherung

übertragen. In Anbetracht des fortschreitenden Konzentrationsprozesses

in der gesetzlichen Krankenversicherung können sich

auch die landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger einer weiteren

Konzentration nicht entziehen. Die Optimierung in der Organisation

wird weitergehen müssen. Voraus sichtlich Mitte 2011 wird eine Bewertung

des LSVMG durch das Ministerium vor genommen, danach werden

weitere Schritte folgen. Allerdings wolle man sowohl innerhalb der

LSV­Organisation als auch mit den Versicherten im Gespräch bleiben,

um die regionale Präsenz zu erhalten.

❘❘❘■ RiSiko RAuS

Autofahren mit Köpfchen

Laut einer Umfrage für die Kampagne „Risiko raus!“ war mehr

als ein Drittel der Autofahrer wegen mangelnder Aufmerksamkeit

schon in einen Unfall verwickelt. Was die Konzentration

der Fahrer möglicherweise eingeschränkt haben könnte? Die

meisten Antworten überraschen wenig: Unterhaltung mit dem Beifahrer

(90 Prozent), Radio bedienen (82 Prozent), Navigationsgerät einstellen

(25 Prozent). Immerhin jeder Fünfte telefoniert oder tippt SMS – besonders

junge Autofahrer geben den Verlockungen der Technik gern nach.

Fast nicht zu glauben: Sogar der Körperpflege widmen sich manche am

Steuer. 13 Prozent der Befragten schminken oder rasieren sich während

der Fahrt. Das kann gefährlich werden, denn Mangel an Umsicht ist eine

Hauptunfallursache. Wer Auto fährt, sollte mit dem Kopf bei der Sache

sein. Er gefährdet sonst sich und andere.

LSv-iMpreSSuM

LSV kompakt – Magazin für Sicherheit und Gesundheit

Herausgeber: land- und forstwirtschaftliche sozialversicherung niederbayern/oberpfalz

und schwaben, Dr.-Georg-heim-Allee 1, 84036 landshut,

telefon 08 71 6 96 - 2 82, Fax 08 71 6 96 - 95 71 – spitzenverband der landwirtschaftlichen

sozialversicherung, Weißensteinstraße 70 - 72, 34131 Kassel,

telefon 05 61 93 59 - 2 41, Fax 05 61 93 59-2 44

Redaktion: Alois Brandlmeier, www.nos.lsv.de, E-Mail: pressestelle@landshut.lsv.de –

Albert Münz, www.lsv.de, E-Mail: presse1@spv.lsv.de

Erscheint fünf Mal pro Jahr. Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag

abgegolten. Keine Gewähr für unverlangte

Manuskripte. nachdruck ist nach Rücksprache

mit der Redaktion möglich.

Druck: Dierichs Druck + Media Gmbh & co. KG,

Frankfurter straße 168, 34121 Kassel. Bei den

Adressangaben werden die Bestimmungen des

Datenschutzes beachtet.

PEFC zertifiziert

Dieses Produkt stammt

aus nachhaltig bewirtschafteten

Wäldern und

kontrollierten Quellen.

www.pefc.de


❘❘❘■ zlf im internet

Angebot erweitert

Das Zusatzversorgungswerk für Arbeitnehmer

in der Land­ und Forstwirtschaft

(ZLF) bietet auf seiner Internetseite

außer Informationen in eigener

Sache auch Arbeitgebern, Leistungsempfängern

und Arbeitnehmern die

Möglichkeit, kostenlos Einsicht in Dokumente

zu nehmen und über kundengerechte

Formulare online Meldungen

verschiedener Art abzugeben.

Arbeitgeber können auf diese Weise

über einen geschützten Bereich in

ihrem persönlichen Archiv recherchieren

und ihre Beitragsrechnungen

einsehen. Leistungsempfängern werden

ihre Leis tungsbescheide und die

aktuellen Rentenbezugsmitteilungen

zur Verfügung gestellt. Für Arbeitnehmer

stehen die Versicherungsnachweise

bereit.

Außerdem können mit einfachen Erfassungsformularen

Onlinemeldungen

abgegeben und formlose Mitteilungen

an das ZLF geschickt werden.

Die notwendigen Zugangsdaten können

über die Startseite des neuen

Webportals angefordert werden. Es ist

täglich von 5 bis 23 Uhr über

www.zla.de

oder (mit Kennwort) direkt unter

https://extranet.zla.lsv.de

zu erreichen.

Weitere Auskünfte gibt es auch direkt:

Zusatzversorgungswerk für

Arbeitnehmer in der

Land- und Forstwirtschaft

Druseltalstraße 51, 34131 Kassel

Telefon 0561 93279-0

Telefax 0561 93279-70

E-Mail info@zla.de

PräventionsPreis Lsv 2010

innovative Präventionsmaßnahmen

oder Produkte zur Verbesserung der

Prävention will der spitzenverband der

landwirtschaftlichen sozialversicherung

(lsV) mit einem innovationspreis

auszeichnen. Für die Verleihung von

bis zu drei Preisen wird ein Preisgeld

von insgesamt 5.000 Euro ausgelobt.

Betriebliche sicherheitstechnik, betrieblicher

Arbeitsschutz und Gesund-

❘❘❘■ lsV Verzichtet Auf AnpAssungsmitteilungen

Keine Rentenerhöhung zum 1. Juli 2010

Die Entwicklung der Bruttolöhne ist

ein maßgeblicher Faktor für die Anpassung

der Renten in der gesetzlichen

Rentenversicherung, in der

Alterssicherung der Landwirte und

in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung.

Krisenbedingt sind die

Löhne in den letzten Jahren leicht zurückgegangen,

so dass sich nach der

Bitte in Druckbuchstaben ausfüllen

Anmeldung zum

Präventionspreis LSV 2010

Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

Weißensteinstraße 70 - 72

3 4131 K a s s e l

Betrieb:

Unternehmensnummer:

Name, Vorname:

Anschrift:

Te l e f o n n u m m e r :

Faxnummer:

Meine / Unsere Maßnahme

des Arbeits- und Gesundheitsschutzes

(Prävention):

Kurzbeschreibung:

Kategorie: �� Betriebliche Sicherheitstechnik

Kategorien, in denen Verbesserung gefördert und gute Beispiele herausgestellt

�� Betriebliches Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement

werden sollen. Der Präventionspreis lsV wird alle zwei Jahre �� Arbeitsorganisation vergeben. und Motivation MotivationDie

Bewer-

keit und die innova tion als Auswahlkriterien bei Datum der Bewertung Unterschrift / Stempel zugrunde.

Einsendeschluss:

8. Oktober 2010

heitsschutzmanagement sowie Arbeitsorganisation und Motivation sind die drei

tung erfolgt durch ein Expertengremium der landwirtschaftlichen sozialversicherung.

Die Teilnahmebedingungen werden anerkannt.

Es legt die Wirksamkeit, die Anwendbarkeit, die Übertragbarkeit, die Wirtschaftlich-

Aufgerufen zum Einreichen eines Vorschlages sind alle Personen (natürliche und

juristische), die zum Zeitpunkt ihrer teilnahme mindestens 18 Jahre alt sind mit

Ausnahme der lsV-Mitarbeiter. informationen zur Anmeldung sind im internet

unter www.lsv.de/spv zu finden.

❘❘❘■ uV-schutz

Gesunder sommer

Ob bei der Arbeit oder in der Freizeit,

ob jung oder älter – jeder ist froh, dass

die Sonne jetzt wieder häufiger und

länger scheint. Wer sich an ein paar

Regeln hält, kann die warmen Strahlen

ohne Reue genießen und auch mit

gesunder Haut durch den Arbeitstag

kommen. Hier einige Tipps dazu:

■ Viel hilft viel: Sonnencreme (beim

Baden wasserfest) mit hohem Lichtschutzfaktor

(LSF) reichlich und regelmäßig

auftragen.

■ Schultern, Nase, Fußrücken verbrennen

besonders schnell: Sunblocker

oder Kleidung darauf!

■ Kinderhaut braucht extra Schutz:

Nur gut eingecremt (LSF 20) und

gesetzlichen Rentenanpassungsformel

rechnerisch eine Rentenkürzung

ergäbe. Verhindert wird diese durch

die 2009 beschlossene Schutzklausel.

Deshalb werden sich die Renten zum

1. Juli 2010 nicht verändern.

Die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

und Alterskassen haben

sich deshalb entschlossen, keine ge­

in kürze ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

einsendeschluss:

8. oktober 2010

mit Kleidung und Kopfbedeckung

(mit Nackenschutz) in die Sonne.

■ Modisch topp: Sonnenhut, Tuch –

möglichst lichtdicht – beugen Sonnenstich

und Sonnenbrand vor.

■ Sonnenbrille auf: Sie muss 90 Prozent

der UV­Strahlen (UV­A/UV­B)

herausfiltern und Blendschutz bieten

– der Fachmann berät.

sonderten Rentenanpassungsmitteilungen

zu versenden. Dadurch werden

in erheblichem Umfang Druck­

und Portokosten eingespart. Die mit

den Anpassungsmitteilungen zum

1. Juli 2009 festgesetzten Rentenhöhen

gelten also weiter. Nur wenn sich

aus anderen Gründen – wie etwa bei

einer Veränderung des auf Hinterbliebenenrenten

anrechenbaren Einkommens

– zum 1. Juli 2010 eine andere

Rentenhöhe ergibt, wird eine Neuberechnung

erfolgen.

Juni i 10 LSV kompakt 3


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

Sicher arbeiten

mit Mähdrescher & Co.

Arbeiten rund um

Mähdrescher, ladewagen

und Kartoffelroder gehören

in der Erntesaison zu den

unfallträchtigen Bereichen.

Wartungsarbeiten nur bei abgestelltem Antrieb

Foto: Münz

Landmaschinen:

Prüfung ist voraussetzung für sicheres arbeiten

in der landwirtschaft ist der trend zu immer komplexerer

Agrartechnik unübersehbar. neben den Medien und persönlichen

informationsquellen bekommen für den unternehmer

belastbare, neutrale und unabhängige tests einen sehr hohen

stellenwert.

■ Der spitzenverband der landwirtschaftlichen sozialversicherung

prüft die sicherheitstechnik von Maschinen und

In mehrtägigen Tests werden landwirtschaftliche Maschinen,

aber auch Anhänger auf dem DLG-Gelände auf Verbrauch und

Verkehrstauglichkeit getestet

4 LSV kompakt Juni i 10

Über 1.700 Verletzte und vier

Tote jährlich zeigen, dass trotz

aller technischen Verbesserungen das

Unfallrisiko hoch bleibt.

Meist sind es Störungsbeseitigun gen

bei der Arbeit, die zu vielfach schweren

Unfällen führen. Auch War tungs­ und

Reparaturarbeiten erzeugen allzu oft

gefährliche Situationen mit einem

hohen Unfallpotential. Rotierende

Walzen, Einzugsschnecken und Gelenkwellen

haben heute aufgrund

konstruktiver Veränderungen nicht

mehr die Gefährlichkeit früherer

Jahre, sind aber immer noch mit Vorsicht

zu genießen.

Gefährliche Routine

Immer wieder werden Hände oder

Füße in Maschinen eingezogen. Angesichts

der hohen Leistung besonders der

Erntemaschinen sind schwerste Verletzungen

oft die Folge. Meist sind es

Verhaltensfehler, die zu Unfällen führen.

Dies gilt insbesondere für Routinearbeiten.

Beim Kauf einer Maschine

sollte auf die geprüfte Sicherheit geachtet

werden. Die landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft en, insbesondere

der technische Aufsichtsdienst, informieren

und beraten vor Ort.

Unbedingt beachten

Vor der Beseitigung von Störungen

sowie Reparatur­ und Wartungsarbeiten

■ Motor und Antriebe abstellen,

■ nachlaufende Teile zum Stillstand

kommen lassen,

■ regelmäßig die Funktionstüchtigkeit

der Kontaktschalter an

Schutzvorrichtungen überprüfen.

Nach Beendigung der Arbeiten müssen

alle Sicherheitseinrichtungen wieder

aktiviert werden. ■

technischen Arbeitsmitteln in den Bereichen land- und

Forstwirtschaft sowie Gartenbau. Die neue Prüf- und Zertifizierungsstelle

des spitzenverbandes der lsV führt Gs- und

EG-Baumusterprüfungen bei Maschinen und Geräten für die

land- und Forstwirtschaft, die Brennholzbearbeitung sowie

für den Garten- und landschaftsbau und für den Einsatz in

den Kommunen durch. sie bietet ein eigenes lsV-Prüfzeichen

an. Dieses soll den land- und Forstwirten sowie Gärtnern

die unsicherheit beim Kauf von Produkten nehmen. Für

die hersteller ist das lsV-Prüfzeichen ein wichtiges Verkaufsargument.

Weitere informationen stehen im internet unter

www.lsv.de/spv > Prüfung / Zertifizierung zur Verfügung.

■ seit 125 Jahren testet auch die Deutsche landwirtschafts-Gesellschaft

(DlG) neutral und praxisnah landwirtschaftliche

Maschinen, Dünger und stall einrichtungen

sowie Kettensägen oder Anlagen zur Energiegewinnung. Da

diese tests freiwillig sind, überlegen es sich hersteller, ob

sie eines ihrer Produkte ins Rennen schicken. Denn in der

Prüfanstalt im hessischen Groß-umstadt müssen sie ein

zertifiziertes und hartes Programm durchlaufen. Die Prüfberichte

können kostenfrei unter www.dlg-test.de eingesehen

werden.


Achtung,

Verkehrskontrolle!

„Bitte ihre Fahrerlaubnis, Zulassung und die unterlagen ...“ – so

fängt oft die Kontrolle durch die Polizei an. Das findet das ganze

Jahr über statt, in der Ernte jedoch häufiger.

meist bleibt es nicht bei der

Kontrolle der Fahrzeugpapiere,

sondern die Prüfung erstreckt

sich auch auf die getroffenen Maßnahmen

zur Ladungssicherung (Paragraf

22 StVO). Für die Ladungssicherung

sind verantwortlich:

■ der Fahrer,

■ der Fahrzeughalter,

■ der Absender und

■ der Verlader.

Dabei müssen sich Fahrer und Halter

ihrer Verantwortung bewusst sein.

Beide sind für die vorschriftsmäßige

Beschaffenheit des Fahrzeuges und für

die sachgerechte Verstauung der Ladung

verantwortlich.

Fahrerverantwortung

Der Fahrer muss vor Fahrtantritt unter

anderem beachten:

■ Fahrzeugzustand,

■ Typ / Stabilität des Fahrzeugaufbaus,

■ Ladegut,

■ Reibbeiwerte Boden / Ladung –

erforderliche Sicherungsarten,

■ Vorhandensein und Festigkeit der

Zurrpunkte,

■ Auswahl, Zustand und Anzahl der

Zurrmittel.

Auch mögliche Gefahrensitua tionen

muss der Fahrer bedenken: Was geschieht

mit der Ladung bei plötzlichem

Bremsen? Ist die Ladung bei Kurvenfahrt

noch sicher? Transporte verschiedenartigster

landwirtschaftlicher Güter

erfordern unterschiedliche Sicherungsmaßnahmen

wie Planen, Netze, Zurrgurte

und Anderes.

Aktuell: Strohballen

Die Sicherung von Erntegütern, beispielweise

Quaderballen, steht derzeit

auf der Tagesordnung. Nur ein geeignetes

Fahrzeug ermög licht die optimale

Ladungssicherung. Dabei sollte

die Ladung formschlüssig nach vorn

– vorzugsweise durch eine ladungshohe

Bordwand oder Rungen – gesichert

werden. Am Fahrzeugrahmen müssen

zum Befestigen der Gurthaken geeignete

Zurrpunkte fachgerecht verschweißt

oder verschraubt sein. Zu beachten

ist, dass bei Nach­ oder Umrüs­

tung die Eintragung in

den Fahrzeugpapieren vorhanden

ist. An geeigneten Zurrpunkten können

Gurte und Ratschen eingehängt

werden. Damit sich die Haken nicht

aushängen können, sind Haken mit

Sicherung zu empfehlen. Pro Ballenstapel

sind zwei Gurte zu verwenden,

dabei sind die Ratschen wechselseitig

anzubringen. Praxistests haben ergeben,

dass beim Niederzurren auf der

der Ratsche gegenüber liegenden Seite

nur noch 50 Prozent der Vorspannkräfte

gemessen werden konnten. Dabei erleichtern

Ratschen mit längerem Hebelarm

das Vorspannen erheblich.

Die Hersteller von Ladungssicherungsmaterial

bieten dem Nutzer die

Möglichkeit, mit der sogenannten

„Trucker’s Disc“ (Rechenscheibe –

kann unter presse1@spv.lsv.de angefordert

werden) im Schnellverfahren

die Sicherungsmaßnahmen für seine

Ladung zu errechnen. Auch die kontrollierenden

Behörden nutzen diese

Möglichkeit. So können sie vor Ort

Kontrollen durchführen. Ein besonderes

Augenmerk wird dabei auf die

Etikettierung (enthält alle wichtigen

Daten) des Ladungssicherungsmaterials

gelegt. Denn: Fehlendes Etikett

heißt fehlende Sicherung. Fahrer und

Halter begehen so eine Ordnungswidrigkeit.


LSV­info

informationsmaterial (wie

die Broschüre „risiko raus

– ladungssicherung in der

landwirtschaft“) hilft,

fehler beim sichern der

ladung zu vermeiden und

kann unter www.lsv.de >

risiko raus gelesen und

abgerufen werden.

Juni i 10 LSV kompakt 5


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

6 LSv kompakt Juni i 10

Erforderlichkeit bestimmt leistung

Betriebs- und

Haushaltshilfe

Dazu hat der LSV­SpV die

Grundsätze zur Beurteilung

der Erforderlichkeit von Betriebs­

und Haushaltshilfe überarbeitet.

Diese sind seit einigen Monaten für

alle Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger

(LSV) verbindlich

und regeln Details bei Antragstellung,

Verlängerungen und Befristungen,

stellen Regeln zur Art der Ersatzkraft

auf und geben ein einheitliches

Verfahren vor.

Erforderlichkeit maßgebend

Ist BHH notwendig? Diese Frage muss

die LSV klären. Maßgeblich ist, dass

BHH zur Aufrechterhaltung des Un­

Betriebs- und haushaltshilfe (Bhh) ist

bundesweit für alle lsV_träger nach

einheitlichen Grundsätzen geregelt.

ternehmens oder zur Weiterführung

des landwirtschaftlichen Haushalts erforderlich

ist. Dann muss der Sachbearbeiter

prüfen, in welchem Umfang

BHH zu erbringen ist und entscheiden,

in welcher Form die Leistung benötigt

wird. Grundlage für seine Entscheidung

sind die familiären und betrieblichen

Verhältnisse. Diese legen den

Anspruch und den Umfang an BHH

fest. Außerdem bestimmen sie die Anforderungen,

die der Betrieb (z.B. durch

Betriebsgröße, Struktur des Betriebes

bzw. Haushalts) an die Qualifikation

der Ersatzkraft stellt.

Um Änderungen in den Verhältnissen

des landwirtschaftlichen Betriebes

oder dem unterschiedlichen Arbeitsbedarf

im Jahresverlauf gerecht zu

werden, muss die LSV die Voraussetzungen

für BHH ständig prüfen.

Einheitliche Formulare und Angaben

für eine einheitliche Leistung

Alle LSV­Träger in Deutschland müssen

verbindliche Antragsformulare

verwenden und Dokumentationsvorgaben

beachten. Dadurch können die

Daten bundesweit einheitlich erhoben

werden und die Entscheidung der

Verwaltung kann nachvollzogen werden.

Für den Sachbearbeiter ist der

Antrag das Wichtigste, damit er einschätzen

kann, ob der Einsatz einer

Ersatzkraft notwendig ist. Daraus

kann er die aktuellen betrieblichen

und familiären Verhältnisse zum

Zeitpunkt des Einsatzes entnehmen

und er kann über den erforderlichen

Stundenumfang entscheiden. Ein

vollständig ausgefüllter Antrag erspart

Rückfragen.

Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit

Je nach den Erfordernissen im landwirtschaftlichen

Betrieb und Haushalt

bestehen unterschiedliche Anforderungen

an die Qualifikation der

Ersatzkraft. Aus den Antragsunterlagen

muss also auch hervorgehen, welche

Arbeiten im landwirtschaftlichen

Unternehmen zu erledigen sind und

ob hierfür besondere Kenntnisse und

Fertigkeiten gefordert sind. Falls eine

höher qualifizierte Ersatzkraft zum

Einsatz kommen soll, muss sich die

Notwendigkeit aus den zu erledigenden

Arbeiten ergeben. Der Grundsatz

der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit

ist dabei stets zu beachten.

Stundenzuweisung

Bundesweit vereinheitlicht wurde

auch, wieviele Stunden BHH wöchentlich

bewilligt werden kann. Für

Einsätze von Montag bis Freitag

wurde die Stundenobergrenze auf 40

Wochenstunden festgelegt. Ist im

Ausnahmefall BHH auch für das Wochenende

notwendig, werden maximal

56 Stunden genehmigt. Wichtig:

der landwirtschaftliche Betrieb kann

die anerkannten wöchentlichen Stunden

je nach Arbeitsanfall variabel auf

die einzelnen Tage aufteilen.

Auch für die Stundenzuweisung sind

die Angaben im Antrag entscheidend.

Dabei wird berücksichtigt, inwieweit

es dem Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner

möglich ist, den Arbeits­


ausfall aufzufangen und ob die im

Haushalt lebenden Kinder und Altenteiler

mithelfen können.

Befristung ist vorgeschrieben

Besonders bei längeren Einsätzen

können sich die Verhältnisse während

des laufenden Einsatzes verändern.

Der Stundenumfang wird an

die saisonalen Gegebenheiten, Beginn

bzw. Beendigung der Erntezeit,

angepasst. Aus diesem Grund werden

Bewilligungen, bei denen von vornherein

eine längere Leistungsdauer zu

erwarten ist, auf längstens 8 Wochen

befristet. In der Praxis kommt dies

bei folgenden Einsatzgründen zum

Tragen:

■ längerer stationärer Aufenthalt

(Krankenhaus, Rehabilitation),

■ Todesfälle,

■ Schwangerschaft und Mutterschaft.

Die Befristung ist keine Kürzung der

Anspruchsdauer, sondern eine Möglichkeit,

den wöchentlichen Stundenumfang

den tatsächlichen Verhältnissen

anzupassen. Die Prüfung der Erforderlichkeit

bei befristeten Bewilligungen

ist an keine Form gebunden,

kann also auch telefonisch erfolgen.

Verlängerung der Einsatzdauer

Im Rahmen einer ambulanten Arbeitsunfähigkeit

wurde der Einsatz

von BHH bereits in der Vergangenheit

auf die Regeleinsatzdauer von

vier Wochen begrenzt. Grundsätzlich

ist eine Verlängerung möglich, wenn

besondere Verhältnisse im Unternehmen

die Überschreitung rechtfertigen.

Deshalb muss die betriebliche

und familiäre Situation im landwirtschaftlichen

Unternehmen im Verlängerungsantrag

genau dargestellt

werden. Ist dies nachvollziehbar, wird

der Leistungsumfang um vier Wochen

verlängert. Ab der neunten

Woche muss der Sachbearbeiter bei

einer weiteren Verlängerung die außergewöhnlichen

Erschwernisse prüfen.

Unter außergewöhnlichen Erschwernissen

sind unter anderem

Faktoren zu verstehen, die zu einer

Existenzgefährdung führen können.

In der Regel kann hiervon ausgegangen

werden, wenn ein Anspruch auf

Beitragszuschuss besteht. ■

Harald Fischer

neue sicherheitsregeln

für Biogasanlagen

Für Betreiber sind

Schulungen Pflicht

Mit den neuen sicherheitsregeln für Biogasanlagen,

der technischen information 4 (ti 4), fordert die

land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft

von zwei Personen je Anlage eine Betreibersicherheitsschulung.

Durch die Nachrüstung von Treppen lassen sich Gefahrenstellen minimieren

Arbeitgeber sind verpflichtet,

die mit der Arbeit verbundenen

Gefährdungen und Belastungen

zu ermitteln und zu bewerten.

Durch Themen bei dieser Schulung,

wie Gesetze, Regelwerke, Gefährdungsbeurteilung,

Wartungsarbeiten

im laufenden Betrieb, Gase und Gasgefahren

werden den Betreibern diese

Gefahrenpunkte näher gebracht.

Bei Bedarf veranstaltet die Berufsgenossenschaft

die Schulung auch in

Wohnortnähe. ■

Franz Ziegler

LSv-kontakt

Bei Fragen gibt die Land- und forstwirtschaftliche

Berufsgenossenschaft

niederbayern/oberpfalz und Schwaben

Auskunft

■ für Landshut: Dagmar kühl, telefon

0871 696-280;

e-Mail: praev@landshut.lsv.de und

■ für Augsburg: christine Livieri,

telefon 0821 4081-179;

e-Mail: praev@augsburg.lsv.de

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Juni i 10 LSv kompakt 7


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ geSundheit

neuer SicherheitSBerater iM LandkreiS neuStadt / WaLdnaaB

8 LSv kompakt Juni i 10

Patientenverfügung

Jeder zweite teilnehmer an der großen

lsV-Kundenbefragung „55plus“ möchte noch Fragen

zur Patientenverfügung klären.

Auf den Internetseiten des Bundesministeriums

der Justiz

www.bmj.bund.de (unter Service >

Publikationen) ist eine informative

Broschüre zum Thema eingestellt.

Sie heißt „Leiden ­ Krankheit ­ Sterben:

Wie bestimme ich, was medizinisch

unternommen werden soll,

wenn ich entscheidungsunfähig bin?“.

Zum Inhalt der Broschüre schreibt

das Bundesjustizministerium folgendes:

„Sie gibt Hilfestellung für

diejenigen, die eine individuelle Patientenverfügung

verfassen wollen. So

viel fäl tig wie die Wert vor stel lun gen

und Glau bens über zeu gun gen der

Men schen in un se rem Land sind, so

viel fäl tig sind auch die in di vi du el len

Ent schei dun gen der Ein zel nen, die

sich dar aus er ge ben und die in eine

Pa t i en ten ver f ü g u ng ei n fl ie ß en können.

Des halb fin den Sie in die ser Broschü

re kein fer ti ges For mu lar. Sie finden

Emp feh lun gen mit sorg fäl tig erar

bei te ten Text bau stei nen für die

For mu l ie r u ng i n d i v i du el ler E nt s c heidun

gen sowie zwei Bei spie le einer

mög li chen Pa ti en ten ver fü gung.“ ■

Michael Holzer

LSv-kontakt

Wer keinen internetanschluss hat,

die Broschüre aber haben möchte, wendet

sich bitte an

christiane Mayer von der LSV

(telefon: 0821 4081-126,

Fax: 0821 4081-40126).

nach einer umfangreichen zweijährigen Ausbildungszeit und

erfolgreich abgeschlossenen Prüfung zum technischen

Aufsichtsbeamten ist Jörg Freiherr Binder von Krieglstein seit

1. Mai 2010 im landkreis neustadt/Waldnaab als sicherheitsberater

eingesetzt.

Jörg von Krieglstein wurde 1973 in coburg geboren und ist in

Winklarn, landkreis schwandorf, aufgewachsen. nach dem

Abitur war er 3 Jahre bei der Bundeswehr, beim „Eurocorps“

in straßburg. nach einem studium der Forstwirtschaft an der

Fh Weihenstephan mit Abschluss zum Diplom-Forstingenieur,

legte er anschließend die Forstinspektorenprüfung in

lohr am Main ab.

im oktober 2005 kam er zur land- und forstwirtschaflichen

sozialversicherung in landshut und machte eine zweijährige

Ausbildung zum gehobenen nichttechnischen Verwaltungswirt.

nach dem Abschluss zum Diplom-Verwaltungswirt kam

er in das Dienstleistungszentrum Prävention, wo er eine

knapp zweijährig Ausbildung für den gehobenen technischen

Dienst machte und am 15. April 2010 abschloss.

Bernhard Zintl


Auffrischung nicht vergessen

Zeckenschutz

Mehrere Millionen Menschen haben sich die letzten Jahre gegen die durch

Zecken übertragbare Viruserkrankung „Frühsommer-Meningoenzephalitis“

(FsME) impfen lassen. Viele Geimpfte wiegen sich dadurch in trügerischer

sicherheit.

um einen vollständigen und

mehrere Jahre anhaltenden

Impfschutz zu erreichen, sind in

einem gewissen zeitlichen Abstand

drei Impfdosen notwendig. Wie uns

jetzt das „Centrum für Reisemedizin“

in Düsseldorf mitteilte, haben nach

einer Studie alleine im Jahr 2007 rund

zwei Millionen Personen nur eine

einzige Impfdosis erhalten.

FSME-Risikogebiet

Weite Teile Bayerns gehören inzwischen

zum FSME­Risikogebiet. In

der warmen Jahreszeit besteht eine

erhöhte Infektionsgefahr durch Zeckenstiche.

Eine FSME­Virusinfektion

kann im schlimmsten Fall zu

einer schweren Hirn­ und Hirnhautentzündung

führen. Eine medizinische

Behandlung ist nicht möglich.

Einziger Schutz ist also nur die

Impfung. Lassen Sie von Ihrem

Hausarzt den Impfschutz prüfen.

Holen Sie die fehlenden Impfungen

nach. Bei vollständigem Impfschutz

ist eine Auffrischung nach fünf Jahren

nötig.

Zecken können durch ihren Stich

auch die sogenannte Borreliose übertragen.

Eine Impfung gegen diese

bakterielle Infektion ist nicht möglich.

Wird diese Krankheit frühzeitig

erkannt, kann sie erfolgreich mit Antibiotika

behandelt werden. Es ist also

besonders wichtig, nach einem Zeckenstich

die Hautstelle noch wochenlang

zu beobachten.

Hinweis auf eine Borreliose­Infektion

kann eine Rötung an der Stichstelle

sein. Dann sollte sofort ein

Arzt aufgesucht werden.

Foto: Tamara Hoffman© pixelio

Wichtig

Nach jedem Aufenthalt in Wald,

Wiese und Garten den Körper nach

den gefährlichen Blutsaugern absuchen

und sofort mit Pinzette oder

einer Zeckenkarte entfernen. ■

Christiane Mayer

LSv-onLine

Das „centrum für Reisemedizin“ hat mit

dem Gesundheitsdienst des Auswärtigen

Amtes einen Flyer „zeckenalarm –

Antworten auf die wichtigsten Fragen“

herausgegeben. er liegt in zahlreichen

Arztpraxen und Apotheken aus und ist

auch im internet unter

www.crm.de/zecken

herunterzuladen.

Auch die LSV hat einen Flyer „zecken -

der richtige Schutz“, er ist unter

unter www.lsv.nos.de (Service >

Broschüren > krankenkasse) abrufbar.

zecken

iM eigenen garten

geSundheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Wer im Garten gearbeitet hat, sollte sich

spätestens beim Duschen nach Zecken

absuchen.

Besonders wenn igel Gäste im Garten

sind, ist die Zeckengefahr groß.

im Frühjahr/Frühsommer sind es die

nymphen, die für ihre Entwicklung

dringend Frischblut brauchen.

sie warten im Gras und an sträuchern -

z. B. an Rosen - auf ihre Wirte. Wer

haustiere (hund/Katzen) im Garten

laufen lässt, hat ebenfalls ein höheres

Zeckenrisiko.

Weil impfen nur gegen die Frühsommerhirnhautentzündung

schützt, aber nicht

gegen die Borreliose, die ebenfalls von

Zecken übertragen wird, ist rechtzeitiges

Finden und töten der Zecken eine

wirksame Vorbeugemaßnahme.

Fritz Allinger

Juni i 10 LSv kompakt 9


sechswöchiges Fitnesstraining

„Standfest und fit durchs Leben“

„standfest und fit durchs leben“ lautet das Motto der sturzpräventionskurse der

lsV. in einem sechswöchigen Fitnesstraining lernen die teilnehmerinnen

Kraft- und Balanceübungen nach dem sogenannten ulmer Modell.

Dieses wissenschaftlich evaluierte

Muskelaufbautraining

kann nachweislich zur Sturzprophylaxe

beitragen. Dabei werden spezielle

Übungen mit Gewichtsmanschetten

an Armen und Beinen absolviert.

Zusätzlich werden auf Luftkissen die

Körperbalance und die Fähigkeit

mehrere Dinge gleichzeitig zu tun geschult.

Neben den sichtbaren Erfolgen

wie Muskelstraffung und Erlangen

einer aufrechten Körperhaltung

haben die Teilnehmer viel Spaß beim

gemeinsamen Training. Die Kurse

können von Ortsbäuerinnen des Bayerischen

Bauernverbandes organisiert

werden. Die LSV hält für die Orts­

10 LSv kompakt Juni i 10

bäuerinnen auch eine Checkliste für

die Organisation der Kurse bereit.

Für das Training hat der Bayerische

Turnverband (BTV) bereits über 40

Übungsleiter speziell ausgebildet.

Den Kontakt zu den BTV­Übungsleitern

vermittelt die LSV. Aufgrund der

besonderen Ausbildung der Übungsleiter

können die gesetzlichen Krankenkassen

den Teilnehmerinnen dieser

Primärpräventionsmaßnahme die

Kursgebühren ganz oder zum Teil

rückerstatten. Die land­ und forstwirtschaftliche

Krankenkasse erstattet

seinen Versicherten die Kurskosten

sogar zu 100 Prozent. ■

Meinrad Fußeder

LSv-kontakt

Wer Lust auf „Standfest und fit durchs

Leben“ bekommen hat - als organisator

oder teilnehmer - wendet sich an die LSV.

Ansprechpartner sind

Silvia Renner, telefon: 0871 696-276,

e-Mail: RennerS@landshut.lsv.de und

Meinrad Fußeder, telefon: 0871 696-472,

e-Mail: FussederM@landshut.lsv.de


Sturzprävention

Zahl der oberschenkelhalsbrüche

soll bis 2050

um 88 Prozent steigen.

Jedes Jahr stürzen in Deutschland

zwischen vier bis fünf Millionen,

vorwiegend ältere Menschen. Der

LBG NOS wurden im Jahre 2009 über

4000 Sturzunfälle gemeldet. Das ist

ein Viertel aller Unfälle. Die Kosten

der Sturzunfälle beliefen sich bei der

LBG NOS auf über 4,7 Millionen Euro

im Jahr 2009 ­ ein Viertel aller Unfallkosten.

Mit zunehmender Überalterung

der Gesellschaft werden schwere

Verletzungen durch Stürze stark ansteigen.

Nach einer Prognose des Fritz­

Preske­Instituts wird bis zum Jahre

2050 die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche

um 88 Prozent steigen. Die

Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs

führen bei älteren Menschen vielfach

zu deutlichen Einschränkungen der

Mobilität mit Pflegebedarf. Weil die

Landwirtschaft im demografischen

Wandel der übrigen Bevölkerung um

10 bis 15 Jahre voraus ist, packt die

LSV die Problematik jetzt an. ■

Meinrad Fußeder

LSv-onLine

Der vollständige text ist im internet

(www.nos.lsv.de unter Publikationen >

kundenmagazin > LSV kompakt)

abrufbar.

Sturz- und Stolperstellen erkennen

Ein Viertel aller landwirtschaftlichen

unfälle sind

sturzunfälle. ursachen

sind oft unebenheiten

oder herumliegende

technische Arbeits- oder

hilfsmittel.

ein aufgeräumter Arbeitsplatz ist

sicher, spart Zeit und erhöht die

Arbeitsqualität. Maßnahmen für sichere

Arbeits­ und Verkehrswege und

einen festen Auftritt sind:

■ Sicheres Schuhwerk tragen (Stahlkappe,

rutschhemmende Sohle)

■ Beschädigte Bodenbeläge ausbessern

und Stolperstellen beseitigen

■ Verkehrswege frei begehbar halten

■ Herumliegende Gegenstände,

Kabel­ und Schläuche vermeiden

■ Durch Bewegungsmelder und Leuchten

für gute Beleuchtung sorgen

Wer Stolperstellen aufspüren und beseitigen

möchte, vereinbart am besten

gleich einen Termin mit seinem

Sicherheitsberater.

Für Niederbayern/Oberpfalz ist Hans

Maurer unter Telefon: 0871 696­282,

Fax: 0871 696­9499, E­Mail: MaurerH@

landshut.lsv.de zuständig, für Schwaben

Heidi Diesenbacher unter Telefon: 0821

4081­246, Fax: 0821 4081­40246, E­Mail:

DiesenbacherH@augsburg.lsv.de). ■

Bernhard Zintl

LSv-onLine

Sicherheitsberater sind unter www.nos.

lsv.de > kontakt > Dienstleistungszentren

> Prävention zu finden

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Juni i 10 LSv kompakt 11


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ geSundheit

teSt „StandfeSt und fit durchS LeBen“

12 LSv kompakt Juni i 10

Das hatte sie nicht gedacht.

„Am Anfang hatte ich

ganz schön Muskelkater., jetzt

komme ich die Treppe in unseren

ortsbäuerin Barbara Prestel fühlt sich nach

ihrem Kurs wesentlich besser und fitter.

Diese subjektiven Eindrücke sind auch

objektiv messbar mit einem Vier-Punktetest.

Mit ihm stellt man fest, ob und wie

sich die Kraft-, Geh- und Gleichgewichtsfähigkeit

der Kursteilnehmer verändert hat.

Erfahrungsbericht

von Barbara Prestel

Aller Anfang ist schwer

Melkstand wieder viel leichter rauf

und runter“, erzählt lachend Barbara

Prestel.

Sie ist Ortsbäuerin in Hopferbach im

Ostallgäu und organisierte für elf Berufskolleginnen

den neuen Gesundheitskurs

der Land­ und forstwirtschaftlichen

Sozialversicherung Niederbayern/Oberpfalz

und Schwaben

„Standfest und fit durchs Leben“. Sechs

Abende trainierten die Bäuerinnen

unter Anleitung der Übungsleiterin

Sonja Walker. Sonja Walker ist eine von

41 in „Standfest und fit durchs Leben“

ausgebildete Übungsleiterinnen des

Bayerischen Turnverbandes. Organisiert

eine Ortsbäuerin in Absprache

mit der Landwirtschaftlichen Krankenkasse

(LKK) einen Kurs mit einem

Dabei wird zu lehrgangsbeginn und

nach dem sechswöchigen training

eine motorische untersuchung

durchgeführt. Die Disziplinen sind:

Gleichgewichtstest im Stand: Wie

lange kann der teilnehmer im

geschlossenen stand, im semi-tandem-stand,

im tandem-stand und im

Einbein-stand stehen?

Geh- und zähltest: Der teilnehmer

soll eine bestimmte strecke zweimal

hintereinander gehen. Beim zweiten

Mal zählen die Probanten während

des Gehens von 100 in 3-er schritten

rückwärts. Beide Male wird die Zeit

gemessen.

Funktionelle Reichweite: Der

teilnehmer stellt sich seitlich an eine

Wand und beugt den oberkörper mit

gestreckten Armen so weit wie

möglich nach vorne. Diese Beugestrecke

wird gemessen.

Maximale Schrittlänge: Der teilnehmer

macht einen möglichst großen

schritt, dessen länge gemessen wird.

Dabei ist es wichtig, dass die Fersen

am Boden bleiben und die testperson

sich alleine, ohne fremde hilfe,

wieder aufrichten kann.

ausgebildeten Übungsleiter, erstattet

die LKK ihren Versicherten die Kurskosten

zu 100 Prozent.

Die elf Teilnehmerinnen in Hopferbach

stärkten in den sechs Wochen ihre Muskeln

und schulten ihre Koordination

und Beweglichkeit. Zum Muskelaufbau

arbeiten die Teilnehmerinnen mit Gewichtsmanschetten

an Armen und Beinen.

„Das war ganz schön anstrengend,

hat sich aber gelohnt“, sagt Barbara Prestel,

die sich deutlich beweglicher und

wohler fühlt als vor dem Gesundheitskurs

der LKK. Die Ortsbäuerin hat sich

fest vorgenommen, im Herbst wieder

einen Kurs „Standfest und fit durchs

Leben“ für ihre Berufskolleginnen zu

organisieren. ■

Christiane Mayer

Am Ende des Kurses werden die

Ergebnisse des Anfangs- und des

schlusstests verglichen und

ausgewertet. Die bisher ermittelten

Ergebnisse zeigen objektiv durchwegs

eine Verbesserung in allen

Disziplinen, was die teilnehmer in

ihrem trainingsfleiß bestätigt und

zum weiterüben motiviert. Ab

herbst soll dieser test bei allen

sturzpräventionskursen durchgeführt

werden. Meinrad Fußeder


? Frau Dr. Groitl, zu unserem Angebot

„Standfest und fit durchs

Leben“: Warum brauchen wir eigentlich

Sturzpräventionskurse in den

Dörfern?

Dr. Groitl: Wir leben in einer Gesellschaft,

die sich in eine Altersgesellschaft

entwickelt, verbunden mit den

entsprechenden biologischen Alterserscheinungen.

Das heißt, die Muskulatur

baut ab, die Balancefähigkeit

geht zurück und auch die Ausdauer

schwindet. Die Folge könnte dann ein

Sturz sein, den es zu vermeiden gilt.

? „Standfest und fit durchs Leben“

ist eine gemeinsame Initiative des

Bayerischen Turnverbandes und der

LSV. Wie bringt sich der Bayerische

Turnverband in dieses Projekt ein?

Dr. Groitl: Der Bayerische Turnverband

bildet Übungsleiter aus, die mit

den Endverbrauchern trainieren.

Indem wir das richtige Wissen um

diese Trainingseinheiten und Übungen

vermitteln, wirken wir den körperlichen

Defiziten, die im Alter auf uns

zukommen, entgegen. Hier haben wir

eben spezielle Kurse entwickelt, die

das Thema Sturzprophylaxe mit einem

entsprechenden Kraft­ und Balancetraining

beinhalten.

? Was ist das Besondere und Neue

an diesem Training?

Dr. Groitl: Das neue, vor allem am

Krafttraining ist, dass wir weggehen

von den leichten Gewichten. Wir orientieren

uns ganz stark am „Ulmer

Modell“, das ein Training mit Gewichtsmanschetten

beinhaltet, die individuell

zu befüllen sind. Damit

wird entsprechend des Trainings adäquat

die Muskulatur so trainiert, dass

sie sich wieder aufbaut ­ also dem biologischen

Abbau entgegenwirkt.

? Haben Sie alltagstaugliche Tipps

für jemanden, der nicht an einem

Kurs teilnehmen kann?

Dr. Groitl: Er kann versuchen, seine

Balancefähigkeit zu trainieren, indem

er z.B. morgens auf einem Bein seine

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

„Standfest und fit durchs Leben“

interview mit Dr. Marlene Groitl

Zähne putzt, Kniebeugen übt, auf die

Zehenspitzen geht, also Dinge tut, die

das Gleichgewicht trainieren. Man

kann sich auch mit den Zehenspitzen

auf eine Treppenstufe stellen, mit den

Fersen nach unten gehen und sich nach

oben drücken, um die Kraft in den Beinen

zu trainieren. Es gibt viele Möglichkeiten,

auch ohne Hanteln im Alltag

die Muskulatur aufzubauen.

? Jüngere trainieren gern mit Han­

teln und Gewichten. Wie schaut´s

bei Älteren aus? Wie alt bzw. defizitär

kann der Teilnehmer sein, der in den

Kurs kommt?

Dr. Groitl: Bei dem Training, das wir

bei „Standfest und fit durchs Leben“

durchführen, gibt es keine Altersbegrenzung.

Es ist nachgewiesen, dass

besonders Teilnehmer, die eine ganz

schwache Muskulatur haben, am meisten

von diesem Training profitieren.

? Wann beginnt beim Menschen

der Muskelabbau?

Dr. Groitl: Es ist erwiesen, dass mit

Mitte Zwanzig bei jedem Menschen

genetisch bedingt der Muskelabbau

beginnt und, wenn man nicht entsprechend

gegentrainiert, bis zum 60.

Lebensjahr zwischen 40 und 50 Prozent

der Muskulatur abgebaut ist.

Michel Holzer und Petra Rogl

dr. MarLene groitL

■ geboren 1954, 2 Kinder,

lebt auf ihrem Gesundheitsbauernhof in Fensterbach, landkreis schwandorf

■ Promotion im Bereich tumorforschung am Fachbereich Biotechnologie/tu

Berlin: Forschungsschwerpunkt: Entwicklung von Anti-Krebsmitteln und

tumor-immunologie

Tätigkeiten:

■ Projektleiterin beim Kneipp-Bund in Bad Wörishofen bei den Projekten:

„Vom Kneipp-Bund anerkannter Gesundheitsbauernhof“,

„Vom Kneipp-Bund anerkannte Kindertagesstätte“

■ Dozentin an einer staatlichen Altenpflegeschule

■ seit 2000 Mitglied des landesausschusses „Breitensport, sport und Gesundheit“

■ seit 1999 Vizepräsidentin des Bayerischen turnverbandes für Freizeitund

Gesundheitssport

Juni i 10 LSv kompakt 13


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

Gefahr für Kleinkinder

Tod im Teich

Wenn die Enkel kommen, müssen die Goldfische gehen: Ertrinken

in teichen, Biotopen und Zierfischtümpeln ist die häufigste

todesursache für Kleinkinder im privaten umfeld.

Regenwasser lässt sich nur im Tank sicher sammeln

Diabetiker haben ein erhöhtes

Risiko, von der Leiter zu stürzen:

Grund dafür ist der Verlust der

Tiefensensibilität der Fußsohlennerven

und die damit verbundene Fehlbelastung

der Fußsohlen.

Diese „Diabetikerfüße“ verhindern,

dass Veränderungen des Körpergleichgewichts

ausgeglichen werden.

Personen, die davon betroffen sind,

spüren nicht, wie sie auf der Leiter

stehen.

Mit zunehmendem Alter und zunehmendem

Körpergewicht steigt das

Diabetes­ und Absturzrisiko.

14 LSv kompakt Juni i 10

Anders als Flüsse und Seen wecken

diese „Kleinwasserzonen“

nicht den Gefahreninstinkt der

Erwachsenen.

Weil der Goldfischteich als Gartenschmuck

und nicht als Ertrinkensfalle

wahrgenommen wird, droht den

Kleinen ständige Gefahr. Sie können

einen Meter neben der Grillterrasse

unbemerkt von den Erwachsenen ertrinken.

Deshalb gilt:

■ Biotope, Gartenteiche und Zierfischbecken

trockenlegen oder mit

Kies auffüllen, solange kleine Kinder

Zugang zum Garten haben.

■ Regentonnen, Badewannen und

andere offene Regenauffangbehälter

müssen tabu sein. Stattdessen

geschlossene Container benutzen.

■ Über den Zaun schauen. Besitzt

der Nachbar offene Wasserflächen,

darf der Zugang den eigenen Kindern/Enkeln

nicht möglich sein.

Ertrinkensunfälle von Kleinkindern

sind ­ Gott sei Dank ­ selten. Für die

betroffenen Familien bedeuten sie die

absolute Katastrophe.

Deshalb gilt: Zuschütten und trockenlegen

solange die Kleinen klein

sind. ■

Fritz Allinger

Diabetiker

Erhöhtes Leitersturzrisiko

Mehr gesunde Bewegung – mindestens

eine dreiviertel Stunde am Tag

am Stück – und bewusste Ernährung

senken das Erkrankungs­ und Sturzrisiko.


Fritz Allinger

Diabetikerfuß, erhöhtes Körpergewicht

und Alter erhöhen das Leitersturzrisiko

– die Folgen sind fast immer dramatisch


nicht auf dem Anhänger stehen

Großmähdrescher

Bei Korntankvolumen von bis zu 10.000 liter kann innerhalb von

eineinhalb Minuten ein transportanhänger befüllt werden.

Befindet sich eine Person auf dem

Anhänger besteht die Gefahr,

dass diese durch den Getreideschwall

verschüttet wird. Steht man bis zur

Hüfte im Schüttkegel, kann man sich

selbst kaum mehr befreien. Hohe Bordwände

am Transportanhänger verhindern

meist, dass der Mähdrescherfahrer

sehen kann, ob jemand auf dem

Anhänger steht. Insbesondere Kinder

spielen unbemerkt auf der Ladepritsche

und laufen Gefahr beim Abtanken

verschüttet zu werden.

Abhilfe schaffen kann eine Kamera mit

Scheinwerfer auf dem Abtankrohr des

Dreschers. Über Farbmonitor in der

Kabine kann der Mähdrescherfahrer

dann feststellen, ob die Ladefläche des

Anhängers auch wirklich leer ist.

Das Nachrüsten des Mähdreschers ist

also sehr wichtig für die Sicherheit und

Gesundheit von Erwachsenen und

Kindern. ■

Meinrad Fußeder

Wo Sind in nächSter zeit prüfungen

eLektriScher anLagen und BetrieBSMitteL gepLant?

Landkreis (Schwaben) orte

lindau Grünenbach, hergatz, lindau

Günzburg Dürrlauingen, Röfingen

oberallgäu oberstaufen, oberstdorf

ostallgäu Bindingen, hopferau, osterzell,

Ronsberg, Ruderatshofen, seeg,

untrasried

unterallgäu Boos, heimertingen

Landkreis (niederbayern) orte

Deggendorf hengersberg, hunding, schaufling

Passau Aidenbach

Regen Prackenbach, Regen

straubing Geiselhöring, hunderdorf, leiblfing,

loitzendorf, Mallersdorf-

Pfaffenberg

Großmähdrescher haben eine Abtankleistung von bis zu 100 Litern pro Sekunde

Landkreis (oberpfalz) orte

Amberg-sulzbach Amberg, Birgland, Freudenberg,

illschwang

cham Eschlkam, Furth i.W.

neumarkt Breitenbrunn, Deining, seubersdorf

Eine laufend aktualisierte liste ist im internet unter

zu finden.

www.nos.lsv.de > Aktuelles > eBB Prüftermine

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Juni i 10 LSv kompakt 15


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ AktueLL

INTERFORST 2010

Ein Besuch lohnt sich

Die internationale Forstmesse

INTERFORST 2010 findet vom

14. bis 18. Juli in München

statt. Ein Muss für Fachleute.

InternatIonale PräventIonstagung:

sIcher holz sPalten

Führende Präventionsexperten aus Deutschland, der Schweiz,

Italien, Frankreich und Österreich haben im oberbayerischen

Herrsching gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung der

Arbeitssicherheit in der Land- und Forstwirtschaft sowie im

Gartenbau erörtert. Seit vielen Jahren werden Themen mit

Erfolg grenzüberschreitend beraten. In diesem Jahr standen

besonders Fragen zum sicheren Umgang mit Großtieren, Verbesserungen

in der Maschinentechnik sowie Gesundheitsthemen

wie der Schutz vor UV-Strahlung auf der Tagesordnung. Im

Praxisteil wurden modernste Brennholzmaschinen vorgeführt.

Zentrale Frage: Wie ist Meterholz beim Spaltvorgang zu fixieren.

So entwickelte ein führender Gerätehersteller einen Spalter, der

mit einem geteilten Spaltkeil das Holz zunächst fixiert, um dann

in der sicheren Zweihand bedienung mit dem zweiten Keil das

Holz zu spalten. Bislang stellte vor allem das Fixieren von

schiefen Hölzern eine potentielle Unfallquelle dar.

Die LBG rät: Vor dem Kauf eines Brennholzspalters diesen

unbedingt selbst ausprobieren und darauf achten, wie man mit

den einzelnen Arbeitsschritten und auch mit schwierigem Holz

zurecht kommt. Wer sich das Gerät nur beim Händler vorführen

16 LSV kompakt Juni I 10

Die INTERFORST gehört seit

1970 zu den weltweit wichtigsten

Fachmessen der Forstbranche.

Sie zeigt im Vier-Jahres-Turnus die

komplette Vielfalt der Branche von

der Aufforstung über die Holzernte

bis zum Sägewerk. Begleitet wird sie

von wissen schaftlichen Fachveranstaltungen

und Foren.

Sonderschau LSV

Auf der Sonderschau „Landwirtschaftliche

Sozialversicherung – Ihre

Prävention für den Forst“ werden die

regionalen Träger der landwirtschaftlichen

Sozialversicherung (LSV) unter

dem Dach des Spitzenverbandes rund

um die Prävention bei der Waldarbeit

wichtige Themen wie die richtige

Baum beurteilung, sichere Fäll- und

Schnitttechniken, Windwurfarbeitung,

Forschung und Innovation bei

der persönlichen Schutzausrüstung

präsentieren. Außerdem können die

Besucher bei einem Gesundheitscheck

auf der „Gesundheitsstraße“

Ge hör, Haut, Sehvermögen und Blutzuckerspiegel

testen lassen.

LeSerSerVice

Die ersten 20 Anrufer unter

( 0561 9359-241

erhalten je eine Eintrittskarte für

die INTERFORST 2010.

Forstwirte und Waldbauern sind

starken Belastungen durch Vibration

und Hebear beiten ausgesetzt. Hierfür

haben die Experten auf der Sonderschau

wichtige Tipps für Rücken

schonendes Arbeiten parat.

Auch die Päventionskampagne „Risiko

raus!“ wird mit den Schwerpunktthemen

„Richtige Landungssicherung“

sowie „Kenntlichmachung

von Fahrzeugen für die Sicherheit im

Straßenverkehr“ vorgestellt.

Forum lädt zur Diskussion

Ein gemeinsames Forum von landwirtschaftlicher

Sozialversicherung

(LSV), Deut scher gesetzlicher Unfallversicherung

(DGUV) und Kuratorium

für Waldarbeit und Forsttechnik

(KWF) gibt dem Besucher Gelegenheit,

sich aktiv an der Diskussion über aktuelle

Präventionsthemen zu beteiligen.

Näheres zum Programm steht im Internet

unter www.lsv.de/spv > Aktuelles/Presse

> LSV auf Ausstellungen. ■

lässt, kann nicht wirklich sicher entscheiden, ob er auch über

einen längeren Zeitraum gut mit dem Spalter arbeiten kann. Zu

überlegen ist auch, ob Horizontalspalter oder eine Kombimaschine

zum Sägen und Spalten eingesetzt werden sollte.

Damit ereignen sich weit weniger Unfälle.


KATER MORITZ

10

Moritz

Sommerlicher

Nudelsalat

Fotowettbewerb läuft noch

bis zum 30. September!

Toooor!

Die Fußball-WM ist zwar bald

vorbei, aber Zeit für Bewegung ist immer.

Regelmäßig aktiv zu sein hilft dir, fit zu bleiben.

Du kannst im Falle eines Falles schneller reagieren

und die Unfallgefahr ist kleiner. Fußball spielen, Judo

trainieren, schwimmen oder reiten? Probiere verschiedene

Sportarten aus. Dann merkst du, was dir am meisten

Spaß macht.

Blütenzauber

haltbar gemacht

für 4 Personen

Blüten und Blätter von Wildblumen wie Mohn,

250 g Nudeln,

Butterblume, Klee oder Kornblume kannst du „haltbar“

halbe Salatgurke, 2 große

machen: Pflücke einige Blüten mit Stiel und lege sie ver-

feste Fleischtomaten, kleine

teilt zwischen Zeitungsseiten. Anschließend musst du das

rote Zwiebel, frische oder Tiefkühl-

Papier mit Gewichten beschweren, damit die Blüten schön

Kräuter Petersilie, Dill, Schnittlauch,

platt gepresst werden. Nach etwa zwei Wochen kannst

2 EL Balsamico-Essig, 1 TL mittelscharfer Senf,

du deine Blüten vorsichtig herausholen und in ein Album

etwas Pfeffer, Kräutersalz, 5 EL Rapsöl

(Naturtagebuch?) kleben oder hübsche Dinge wie Lesezeichen

oder Tischkärtchen damit basteln.

Gekochte Nudeln in eine große Schüssel geben. Tomaten waschen,

Gurke schälen und Zwiebel häuten. Alles in kleine Würfel schneiden.

Kräuter waschen, abtrocknen und klein hacken. Die zerkleinerten

Zutaten zu den Nudeln geben. Für die Sauce zuerst Gewürze und

Senf mit dem Essig vermischen, dann das Öl unterrühren und

Linktipps

über den Salat gießen.

Alles in der Schüssel gut vermischen – guten Appetit!

Zur Fußball-WM:

www.helles-koepfchen.de/hauptseite/wm2010/

Wusstest du, …

Fußball-Portal für Kinder und Jugendliche:

… dass Nudeln nicht nur glücklich machen, sondern

www.fd21.de/1000.asp

gerade bei Sportlern hoch im Kurs stehen? Sie füllen

die Energiespeicher für den Wettkampf optimal auf.

Infos zu verschiedenen Sportarten:

www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=4210


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ PfLege

Demenz

Hilfe für Angehörige

Mehr als eine Millionen

Menschen in Deutschland

leiden an einer Demenzerkrankung.

Schon gewuSSt?

Was ist Demenz? Was ist Alzheimer?

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder,

die mit einem Verlust

geistiger Funktionen wie Denken, Erinnern,

Orientierung und Verknüpfen von

Denkinhalten einhergehen – so können

alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig

durchgeführt werden. Dazu zählt

unter anderem die Alzheimer-Demenz

als häufigste Form (60 Prozent).

Bei dieser Krankheit gehen in bestimmten

Bereichen des Gehirns durch

Gleichgewichtsstörun gen des Botenstoffs

Glutamat Nervenzellen zugrunde.

Die Alzheimer-Demenz macht es schwer,

neue Erfahrungen aufzunehmen, Erinnerungen

abzurufen, sich räumlich und

zeitlich zu orientieren oder sich in der

eigenen Umgebung zurechtzufinden.

18 LSV kompakt Juni I 10

Die Situation der Menschen

mit demenzieller Erkrankung

hat sich seit dem Inkrafttreten

des Pflegeversicherungs-Wei ter entwicklungsgesetzes

2008 deutlich verbessert.

Das deutsche Gesundheitssys

tem wird jedoch durch die steigende

Zahl von dementen Menschen

auf eine Bewährungsprobe gestellt.

Versicherte, bei denen die Begutachtung

durch den Medizinischen

Dienst der Krankenkassen (MDK)

Auswirkungen auf die Abläufe des

täglichen Lebens gezeigt hat – die

dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung

der Alltagskompetenz

führen – haben einen Anspruch auf

zusätzliche Betreuungsleis tungen in

Höhe von 100 Euro (Grundbetrag)

bzw. 200 Euro (erhöhter Betrag) monatlich.

Dies gilt auch für Menschen,

bei denen der Hilfebedarf nicht für

die Zuordnung zu einer Pflegestufe

ausgereicht hat (sogenannte Pflegestufe

0). Die Höhe des Betrages wird

von der Pflegekasse auf Empfehlung

des MDK im Einzelfall festgelegt.

Tipps zum Umgang mit Demenzkranken

Das kann beim Meistern des Alltages

helfen:

■ Sich über die Krankheit informieren.

■ Kritisieren vermeiden.

■ Anschuldigungen überhören.

■ Geduldig sein.

■ Den Alltag auf die Situation anpassen.

■ Hilft beiden Seiten: Zweckmäßige

Kleidung auswählen.

■ Routine und Tagesstruktur bieten.

■ Angemessen fordern / beschäftigen.

■ Langsam und deutlich sprechen.

■ Auf Sicherheit achten.

■ Veränderungen langsam durchführen.

■ Bei Bedarf Beratung bei der Pflegekasse

/ beim Pflegestützpunkt suchen.

■ Regelmäßig (kleine) Auszeiten nehmen,

um Kraft zu schöpfen.

LSV-info

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

haben Anspruch auf Pflegeberatung.

Fachkräfte beraten je nach regionalen

Gegebenheiten telefonisch oder zu

Hause zu Pflegeleistungen, erstellen

Versorgungspläne und geben praktische

Tipps für den Alltag. Bei Fragen

und Beratungsbedarf sollte Kontakt zur

zuständigen Pflegekasse aufgenommen

werden. Weitere Informationen unter

www.deutsche-alzheimer.de

Jeder zieht Nutzen ...

Mit den Leistungen im ambulanten

Bereich werden Pflegende entlastet. Die

Pflegebedürftigen selbst profitieren von

qualitätsgesicherten Betreuungsangeboten.

Die Leistungen werden deshalb

nicht ausgezahlt, sondern können für

passende Angebote genutzt und mit

der Pflegekasse abgerechnet werden.

Auch Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege

ist möglich.

... auch im stationären Bereich

Bewohner von stationären Einrichtungen,

die an einer demenziellen Erkrankung

leiden, können dort entsprechende

Betreuungsangebote wahrneh

men. Näheres ist vor Ort oder bei

der Pflegekasse zu erfahren.

Tendenz steigend

Die aktuelle Statistik zeigt im Zusammenhang

Pflegebedürftigkeit – Demenz

erkran kung dramatische Zahlen.

Jeder dritte in Privathaushalten

ambulant versorgte Pflegebedürftige

ist von Demenz betroffen. In Pflegeheimen

hat etwa die Hälfte der Bewohner

einen erhöhten Betreuungsbedarf

und damit Anspruch auf Betreuungsassistenz.

Mit zunehmender Pflegestufe steigt

die Zahl der Demenzerkrankungen.

Das stellt Gesundheitswesen und

pflegerisches Versorgungssystem vor

erhebliche fachliche und wirtschaftliche

Herausforderungen. ■


Sturzfrei

ins Alter

Verletzungen durch

Stürze nehmen mit dem

Alter zu und verursachen

etwa zwei Milliarden

Euro Kosten jährlich.

Jeder kann dem selbst

entgegenwirken.

Altersbedingt nehmen Muskelkraft

und Beweglichkeit des

Körpers ab, was jedoch kein zwangsläufiger

Prozess ist. Das hatte auch

der deutsche Radrennfahrer Gustav-

Adolf (Täve) Schur erkannt, als er

sagte: „Der Mensch bewegt sich nicht

weniger, weil er alt wird. Er wird alt,

weil er sich weniger bewegt“. Ohne

Training können auch keine Muskeln

aufgebaut werden. Ein Erwachsener,

der sich nicht bewegt, verliert pro Jahr

zwei Prozent seiner Muskelmasse.

Oft kommen im Alter Balanceprobleme

aufgrund nachlassender Sehkraft

oder verminderter Reaktionsfähigkeit

hinzu. Das Risiko von Stolper-

und Sturzunfällen nimmt zu.

Untersuchungen belegen, dass jeder

Dritte über 65 Jahre ein Mal pro Jahr

stürzt – im besten Fall mit Schrecken

und blauen Flecken davonkommend.

Nicht selten kommt es allerdings zu

Knochenbrüchen, die einen längeren

Krankenhausaufenthalt bedingen.

Viele erlangen ihre ursprüngliche Bewegungsfähigkeit

nicht mehr zurück.

emPfohlene sPortarten

fürs alter sInd ...

... Radfahren, Schwimmen, Nordic

Walking, Wassergymnastik, Gehen /

Wandern, Gymnastik, Tanzen, Tai

Chi und Pilates.

Im schlimmsten Fall kann es zur

Pflegebedürftigkeit führen. Die Angst

vor einem erneuten Sturz nimmt zu.

Folge: Bewegungsaktivitäten werden

eingeschränkt – ein Teufelskreis, der

zu Einschränkungen von Mobilität,

Selbstständigkeit und Lebensqualität

führt.

Achtung: Stolperfalle!

Sturzursachen im Alter sind nicht

nur Stolpersteine wie Türschwellen

und Teppichkanten. Erschwerend

wirken auch eine eingeschränkte

Sehleistung, verminderte Schritthöhen

oder Schwindel bei Kreislaufproblemen,

oftmals bedingt durch die

Einnahme von Medikamenten.

Sturzrisiko minimieren

Diese Tipps helfen, Stürzen vorzubeugen:

■ gut sitzendes, rutschfestes und

rundum geschlossenes Schuhwerk

tragen;

■ regelmäßig einen Sehtest beim Augenarzt

oder Optiker durchführen

lassen;

■ ausreichend Flüssigkeit aufnehmen;

■ für ausreichende Beleuchtung sorgen;

■ regelmäßig Balance und Muskelkraft

trainieren;

■ Stolperstellen in der Wohnung

(wie herumliegende Kabel) vermeiden;

■ stabile Festhaltemöglichkeiten in

der Wohnung schaffen;

■ bei Einschränkungen der Gehfähigkeit

Gehhilfe benutzen;

■ wenn Medikamente (wie Blutdruckmittel)Gleichgewichtsstörungen

verursachen, sollte mit

dem Hausarzt möglichst ein Alternativpräparat

gesucht werden.

Regelmäßige Bewegung

fördert Kraft und Balance

Regelmäßiges Training – bestehend aus

Gleichgewichts- und Kraftübun gen

– kann das Sturzrisiko deutlich reduzieren.

Sportliche Aktivitäten halten

die Muskulatur bis ins hohe Alter

kräftig und schulen das Gleichgewicht.

Um die Knochen zu stärken

und Osteoporose (Knochenabbau)

vorzubeugen, ist Bewegung an frischer

Luft wichtig. Das Sonnenlicht

sorgt dafür, dass Vitamin D (wichtig

für den Knochenaufbau) im Körper

produziert wird.

Bereits kleine, ohne großen Aufwand

in den Alltag einzubindende, Übungen

wirken sich förderlich aus. Einige Beispiele

sind hier und auf der Rückseite

des Heftes zusammengestellt.

Vorteile auf einen Blick

■ Steigerung der Herz-Kreislauftätigkeit,

■ Anregung des Knochenwachstums,

■ Vorbeugen von Muskelverlust und

Haltungsschwächen,

■ Verbesserung der Koordination

und Beweglichkeit.

Kurse werden gefördert

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung

informiert über Fördermöglichkeiten

anerkannter Kurse für Bewegung

zur Gesunderhaltung. Nachfragen

lohnt sich. ■

geSundheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen

für den Alltag

■ Zwei- bis dreimal pro Woche jeweils 20 bis 30

Minuten trainieren.

■ Jede der Übungen etwa zehn bis 30 Sekunden

durchführen.

■ Immer eine Festhaltemöglichkeit in Reichweite

haben (Stuhl, Tisch).

� Vorwärts

gehen

Mit betont

langsamen

Schritten auf

einer gedachten

Linie balancieren.

Dabei über

vermeintliche

Hindernisse

steigen.

(Weitere

Übungen auf

der Rückseite

dieses Heftes)

Juni I 10 LSV kompakt 19


Kräftigungs- und

Gleichgewichtsübungen für den Alltag

� rückwärts

gehen

Mit kleinen Schritten auf

einer gedachten Linie rückwärts

gehen. Dabei über

gedachte Gegenstände

steigen.


Auf einem

Bein stehen

Auf ein Bein stellen. Die

Position mindes tens 30 Sekunden

halten. Das freie Bein nach

vorn strecken, mit der Fußspitze

eine 8 in die Luft schreiben.

Das Standbein wechseln und

die Übung wiederholen. Bei

unsicherem Stand mit einer

Hand an einem Stuhl festhalten.


Balanceakt fürs

gleichgewicht

Ein Stuhlkissen auf den Kopf

legen. Beim Umhergehen

versuchen, das Kissen auf

dem Kopf zu halten.

� wirbelsäulen-

mobilisation

Den Oberkörper mit den

Händen auf den Oberschenkeln

abstützen. Der Rücken ist

gerade, der Blick zum Boden

geneigt. Jetzt den Oberkörper

gleichmäßig runden (einatmen)

und wieder strecken (ausatmen),

ohne das Oberkörpergewicht

von den Oberschenkeln

zu nehmen (3-5 Wiederholungen).

8

8


So bleiben

Venen fit

Bei aufrechter Körperhaltung,

die linke und rechte Ferse im

Sekundenrhythmus heben

und senken.


kräftigung der Armund

Brustmuskulatur

In jede Hand eine kleine

Wasserflasche nehmen. Den

Ellenbogen so anwinkeln,

dass die Flaschen nach oben

zeigen. Jetzt die Arme von

außen zum Gesicht bewegen,

bis die Ellenbogen zusammen

kommen. Nun die Arme

wieder nach außen führen (10

Wiederholungen).


kräftigung von

gesäß und rücken

Auf den Rücken legen. Die

Füße hüftbreit aufstellen und

das Becken nach oben drücken,

so dass zwischen den

Schultern und Kniegelenken

eine gerade Linie entsteht.

Die Spannung kurz halten,

wieder absetzen (10 Wiederholungen).


kräftigung der

Beinmuskulatur

Mit dem Rücken an eine

Wand lehnen und die Knie

beugen. Winkel im Kniegelenk

nicht über 90 Grad.

Position zehn Sekunden

halten.

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