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Kameramann Armin Alker ist ganz entspannt. Heute

beginnt der Dreh erst um die Mittagszeit. Beim Meeting

am Morgen mit dem Regisseur und den Schauspielern

hat er die Szene besprochen, die heute dran kommt.

Jetzt kann er in Ruhe Licht, Blickwinkel, Atmosphäre

ausprobieren. Regisseur Lars Kraume sagt, er habe den

besten Kameramann engagiert. Alker will das nicht

hören und schon gar nicht kommentieren. „Beim Tatort

hast du das Glück, gefragt zu werden“, so formuliert

er es lieber. „Ich hab das Vergnügen, bei vielen ganz tollen

Filmen mitarbeiten zu dürfen“. Er tut das schon seit

26 Jahren, und gerne beim hr, denn hier gebe es „diese

Mischung aus Geschichten und Bildern“, die seinen Job

als Kameramann so spannend mache: anspruchsvolle

Fernsehspiele, Spielfilme, Märchenfilme und natürlich

der „Tatort“. Gleich sein zweiter Film, den er für den hr

drehen durfte, war ein „Tatort“. Es folgten weitere – für

ihn ist die Serie Kult, ein Traum und immer noch das

absolute Highlight.

Heute wird in einer riesigen Lagerhalle der Frankfurter

Hafenbahn gedreht. Hier ist viel Platz für das

Equipment des Drehteams und für ein ganzes Zugabteil.

Das wurde extra für die Szenen im Zug nachgebaut.

Es ist ein polnischer Wagen, denn „Der Tote im Nachtzug“

ist offenbar auf dem Weg von Warschau nach

Frankfurt gestorben. Die Hauptdarsteller Nina Kunzendorf

– sie spielt Kommissarin Conny Mey – und Joachim

Król – er spielt Kommissar Frank Steier – sitzen

vor der Halle in der

Sonne und warten auf

ihren Einsatz. Der erste

„Tatort“ des neuen

Ermittlerteams erzielte

eine Traumquote. Die

beiden haben sichtlich

Spaß an ihren Rollen,

dem Drehbuch und dem

Ambiente in der doch

recht ungemütlichen

Lagerhalle. Rund 30

Leute sind heute mit

dem Ablauf beschäftigt,

allein sechs kümmern sich mit Armin Alker um die

große Kamera. Jeder hat seinen Platz, bei aller Hektik

ist die Atmosphäre entspannt, der Ton ausgesprochen

freundlich. Man kennt sich und arbeitet gern miteinan-

06 | November/Dezember | 2011

Mit dem Kameramann am Tatort

„Der Tote im Nachtzug“: Im November läuft der zweite „Tatort“-Fall des neuen Frankfurter Ermittlerteams Nina Kunzendorf und Joachim

Król. Unsere Autorin hat dem Kameramann beim Dreh über die Schulter geschaut, die Schauspieler hautnah erlebt und trotz gebührendem

Abstand eine Szene vermasselt.

Höchste Konzentration: Noch tappen die Kommissare Mey und Steier bei ihren Ermittlungen im Dunklen Alle Fotos: hr/Johannes Krieg

„Immer noch das absolute Highlight.“ Kameramann Armin Alker

beim „Tatort“-Dreh

der. Vor allem auf den Kameramann wird es jetzt

ankommen, doch der hält sich im Hintergrund.

„Ruhe bitte, Probe“ – auf das Stichwort des Regisseurs

wirft Nina Kunzendorf ihr Jäckchen über, Joachim

Król zwängt sich trotz der Sommerhitze in

Anzugjacke und Mantel,

und beide verschwinden

in dem engen Zugabteil.

Armin Alker hat seine

Kamera aufgebaut, Lars

Kraume wird die zweite

Kamera bedienen. Die

Kommissare spielen

nach, wie der Mord passiert

sein könnte. Mey

gibt kurz den Schaffner,

der an die Abteiltür

klopft – „Sie wollten geweckt

werden?“ – dann

ist sie das Opfer. Steier spielt den Mörder, der die Pistole

immer wieder etwas anders in der Hand hält. Auf das

Stichwort „Peng“ bricht Mey zusammen und sinkt theatralisch

am Abteilfenster zu Boden. „Für die Geschichte

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