Alle Jahre wieder... 2019/20

Druckerpresse

Regionalmagazin zum Thema Weihnachten/Winter für dem Raum OHZ/Bremen

Hier lebe ich –

Hier kaufe ich ein

2019

Ratschläge für besinnliches Einkaufen in unserer Region

Alexandra H.@pixelio.de


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Willkommen bei einem der führenden Delikatessen- und Feinkosthäusern

in Deutschland. Wir sind Ihr Dienstleister für Genuss in

Bremen seit 150 Jahren in 5. Generation.

Unser Feinkosthaus:

Regionale und Internationale Produkte traditionsreicher Produzenten

hausgemachte Salate, Marinaden,

internationale Wurst- und Käsespezialitäten

Unser Bistro bietet:

Fischspezialitäten lecker zubereitet mit frischen Beilagen aus unserer

Küche ab 11:00 Uhr

reichhaltiges Frühstück täglich ab 10:00 Uhr (bitte 1Tag vorher anmelden)

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individuell gepackt und auf Wunsch durch uns versandt

Partys: Unser Service hilft Ihnen, Ihre Feiern, Firmenevents, Besprechungs-

Lunchservice zu organisieren.

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Einmal im Monat ein Themen-Abend.

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Rezeptvorschlag für Jung und Alt:

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Man nehme: 6gut gehäufte EL Little’sCoffeeInstant Kaffee, 300 gButter,

250 gZucker, 3Pck. Vanillezucker, 1Prise Salz, 6Eier, 1Backpulver, 400 g

Mehl, 5ELSahne, 20 gPuderzucker zum Bestreuen.

Zubereitung: Butter, Zucker, Vanillezucker und Eier schaumig schlagen.

Backpulver und Mehl unter die Masse mischen, 3ELSahne hinzugeben

und rühren, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist. 1/3 Teig abfüllen,

Kaffeepulver und 2 EL Sahne untermischen. Eine ausreichend große

Backform einfetten und die Hälfte des hellen Teiges in die Form streichen.

Anschließend mit dem dunklen Teig auffüllen und mit dem restlichen hellen

Teig abschließen. Mit einer Fleischgabel spiralförmig durch den Teig

ziehen, so dass sich ein Marmormuster ergibt. Bei 140° Heißluft 1Stunde

in den Backofen geben. Guten Appetit

Aktuelle Öffnungszeiten November und Dezember 2019:

Mo. bis Do. 10:00 bis 19:00 Uhr

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5 gegenüber dem Hause

Fotos: Saul Fotografie, Ganderkesee

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Alle Jahre wieder ...

. . . haben wir versprochen, Ihnen mit dieser kleinen Broschüre

einen Wegweiser durch die Adventszeit zu geben.

Wenn draußen vor der Tür die Quecksilbersäule immer

weiter absinkt, die ersten Schneeflocken zu Boden taumeln

und ein kalter Ostwind auch die letzten Blätter von

den Bäumen holt – dann ist es Zeit, über die Geschenke

für die Familie, für FreundeundBekanntenachzudenken.

Undleider:richtigesSchenkenistinderheutigenZeitgar

nicht mehr so leicht. Geschenke sollen Freude machen

und vielleicht auch beständig sein. Wenn Sie ein sehr

persönliches Geschenk für einen Menschen suchen, der

Ihnen viel bedeutet, dann lassen Sie sich doch von den

Inserenten dieser Broschüre beraten und „inspirieren“. In

Ihrem Fachgeschäft „vor Ort“ können Sie in aller Ruhe Ihr

ganz persönliches Weihnachtsgeschenk auswählen und

nebenher auf dieser Weise den Stress des großstädtischen

Einkaufstrubels elegant „umschiffen“. Es darf ja auch in

heutiger Zeiteintechnischesodergareinkünstlerisches

Geschenksein.MiteinemGutscheinübrigenerspartder

BeschenktesichdenumständlichenUmtausch.

WiederhabenwirLieder,Texte,RezepteundauchBasteleiengesammelt,dieSieinderAdventszeitaufdasmit

RiesenschrittennahendeFreudenfest einstimmen möchten.

Uns hat es jedenfalls viel Spaß gemacht.

Wir hoffen, dass es Ihnen mit dem Singen, Basteln und

dem Lesen genauso geht und wünschen Ihnen in diesem

Sinne ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das

neue Jahr.

Druckerpresse Verlag

Jürgen Langenbruch und Mitarbeiter

Danken Sie durch das Einkaufen bei den Firmen, die dazu

beigetragen haben, dass diese Heft durch die Aufgabe ihrer

Anzeige wieder erscheinen konnte.

Warum der Nikolaus

jedes Jahr zu uns kommt

Es waren einmal drei Kinder, die waren arm. Zusammen mit

ihren Eltern lebten sie recht und schlecht in einem Häuschen

in einer großen Stadt. Als aber ihre Mutter gestorben war und

danach der Vater so krank wurde, dass er im Bett bleiben musste

und nicht mehr arbeiten und Geld verdienen konnte, da hatten

sie nichts mehr zu essen und nichts mehr, was sie draußen anziehen

konnten. Dabei war esWinter und bitterkalt geworden.

„Lieber Gott, hilf uns!“, beteten sie wie immer an einem Abend

zusammen mit ihrem Vater, als sie hungrig zu Bett gingen.

Spät am Abend hörten sie aber ein seltsames Geräusch vor der

Tür. Und als sie hinausliefen, stand vor der Tür ein riesiger Sack,

prall gefüllt bis oben hin. Gemeinsam trugen sie den Sackhinein

und öffneten ihn.

Wie freuten sie sich, als sie in dem Sack Brot entdeckten. Dazu

so viel Mehl, dass sie in der nächsten Zeit noch Brot daraus backen

konnten.

Da brauchten sie nicht mehr zu hungern. Sie aßen sich alle

rundherum satt und es reichte noch viele Tage lang.

„Wer hat uns das nur geschenkt?”, fragten sie sich und wussten

keine Antwort. So dankten sie Gott und schliefen in dieser Nacht

satt und zufrieden ein. Am nächsten Abend aber, als die Kinder

gerade eingeschlafen waren, wurden sie wieder von einem Geräusch

vor der Tür geweckt. Und als sie hinausliefen, stand vor

der Tür wieder ein riesiger Sack, prall gefüllt bis oben hin.

Als sie dann den Sack drinnen öffneten, fanden die Kinder Jacken

und Pullover darin, Mützen und Hemden.

Sie probierten die Kleidung an und jeder fand etwas, was ihm

passte. Sogar für den Vater war etwas dabei. Da brauchte keiner

mehr zu frieren.

„Wer hat uns das alles geschenkt!“, fragten die Kinder.

„Vielleicht der Bischof Nikolaus!“, sagte ihr Vater leise. „Man

erzählt sich soviel Gutes von ihm. Er hat schon vielen armen

Leuten geholfen!“

Die Kinder wussten, wer der Bischof Nikolaus war. Sie hatten

ihn schon manchmal gesehen, wenn er durch die Stadt ging. Sie

hätten aber niemals daran gedacht, dass dieser reich und prächtig

gekleidete Bischof ihre Not kannte und ihnen helfen würde.

Am nächsten Abend nun nahmen sich die Kinder ganz fest vor,

aufzupassen und nicht einzuschlafen. Vielleicht kam der Bischof

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Nikolaus ja noch einmal zu ihnen. Dann wollten sie zu ihm

laufen und ihm für alles von Herzen danken.

So versuchten nun die Kinder, wach zubleiben. Sie warteten so

lange, bis ihnen am Ende doch die Augen zufielen. Da blieb der

Vater allein noch wach. Als es aber immer später wurde, wurde

er auch müde.

Da hörte er plötzlich ein Geräusch vor der Tür. Gleich sprang

der Vater aus dem Bett und lief, so gut er konnte, aus dem Haus

heraus.

Als er auf die Straße kam, war niemand mehr zu sehen. Doch

hörte der Vater jemanden mit eiligen Schritten davongehen. Da

lief er dem Fremden nach und sah ihn auch bald vor sich. Und

wirklich, es war niemand anderes als der Bischof Nikolaus.

„Bleibe stehen!“, rief der Vater. „Bitte, bleibe stehen, Bischof Nikolaus,

damit ich dir danken kann!“

„Schon gut!“, sagte der Bischof freundlich und gab dem Vater

die Hand. „]etzt sieh aber, dass du ganz schnell nach Hause

kommst! Es ist bitterkalt und du willst doch bald wieder gesund

werden!“ Er nickte dem Vater zu und ging schnell weiter.

Als der Vater aber zurückkam, da hatten seine Kinder bereits den

dritten Sack vor der Tür entdeckt und hineingetragen. Und als

sie ihn öffneten, fanden sie Schuhe darin. Schuhe für alle, sodass

keiner von ihnen mehr barfuß laufen musste.

Als sie die Schuhe aber anziehen wollten, wollten sie nicht

passen. Und als sie hineinschauten, da fanden sich Äpfel und

Spielzeug darin. Ia, wirklich Spielzeug! Wie freuten sich dadie

Kinder. Weil sie soarm waren, hatten sie noch nie Spielzeug

geschenkt bekommen.

„Das war der Nikolaus!“, erzählte ihnen ihr Vater. „Der Bischof

Nikolaus!“

Später wurde der Vater wieder gesund und konnte seinen Kindern

genug zu essen und zum Anziehen kaufen. Niemals aber

haben alle vergessen, wasdamals geschah, als sie so arm waren.

Und als sie älter wurden und heirateten, da erzählten sie es ihren

Kindern. Und ihre Kinder erzählten es weiter und es erfuhren

immer mehr Leute davon. Längst war der Bischof Nikolaus gestorben.

Aber die Geschichte von den Säcken und dem Spielzeug

und den Äpfeln in den Schuhen, die wurde nie vergessen.

So kommt auchheute der Nikolaus mit seinem Sackzuuns.Und

in dem Sack sind Plätzchen, Äpfel und Nüsse. Manchmal gibt es

auch etwas zum Spielen. Und dass du am Nikolausabend deine

Schuhe vor die Tür stellst, das hat auch etwas mit den Schuhen

zu tun, die die Kinder damals im Sack fanden.


Advent

Die Adventszeit ist seit Gregor dem Großen die Vorbereitungszeit

auf das Weihnachtsfest.

Schon in der Niederschrift des Konzils von Saragossa im Jahre

380 wurden die frühchristlichen Gläubigen angehalten, sich

während des Advents (lateinisch „die Ankunft“) auf die Geburt ]

esu Christi vorzubereiten.

Damals richtete man sich jedoch noch nicht am 24. Dezember

als dem Tagder Geburt des Heilands aus, sondern am 6. Januar,

dem Tagder Erscheinung des Herrn.

Heute umfaßt die Adventszeit die 4Sonntage vor Weihnachten;

mit dem 1. Adventssonntag beginnt das Kirchenjahr.

Viele Bräuche während der Adventszeit zeugen von den mannigfaltigen

Einflüssen, denen der Advent im Laufe der Zeit, durch

regionale Eigenarten verstärkt, ausgesetzt war. Die Umzüge,

Lieder- und Bettelgänge in den Klöpfelesnächten, am Andreasabend,

zu Beginn der Rauhnächte, zu Nikolaus oder am Barbaratag,

entstammen nicht nur christlicher Tradition, sondern in

ihnen leben alte germanische Vorstellungen der Glaubenswelt

unserer heidnischen Vorfahren fort.

Viele dieser alten Sitten haben das Licht, durch Kerzen und andere

Feuersymbolisiert, zum Inhalt. Unsere Vorfahren liebten es,

gerade in den Wintermonaten, wenn die Nächte immer länger

wurden, zur Beschwörung und Abwehr „böser Kräfte“ Lichter an

den verschiedensten Stellen im Hause anzuzünden.

Einer der jüngsten Adventsbräuche ist der Adventskranz. Er ist

erst seit dem Ersten Weltkrieg in Deutschland zu Hause.

Für die Kinder ist die Adventszeit wichtig, denn in der gemütlichen,

anheimelnden Atmosphäre der Familie kann so recht die

Vorfreude auf das Weihnachtsfest entstehen. Kein Kind wird es

je vergessen, wie es War, wenn man heimlich mit roten Backen

den Wunschzettel schrieb, wenn Mutter zur Probe die ersten

Plätzchen backte, den Schmuck des Weihnachtsbaums einer

letzten Prüfung unterzog oder die Weihnachtskarten schrieb.

Der Adventskalender, auch eine Erfindung der jüngeren Zeit, ist

so richtig dazu angetan, diese Vorfreude auf den 24. Dezember

hinzulenken.

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Weihnachtslied

VomHimmel in die tiefsten Klüfte

Ein milder Stern herniederlacht;

VomTannenwalde steigen Düfte

Und hauchen durch dieWinterlüfte,

Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,

Das ist die liebe Weihnachtszeit!

Ich hörte fernher Kirchenglocken

Mich lieblich heimatlich verlocken

In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber halt mich wieder,

Anbetend, staunend muß ich stehn;

Es sinkt auf meine Augenlider,

Ein goldner Kindertraum hernieder,

Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm

Impressum:

Druckerpresse-Verlag UG (haftungsbeschränkt),

Scheeren 12, 28865 Lilienthal, Tel. 04298 /469909, Fax 04298 /304 67,

E-Mail: info@druckerpresse.de, Geschäftsführer: Jürgen Langenbruch M.A.,

HRB: Amtsgericht Walsrode 202140, Steuernr. 36/212/15605

Redaktion: Manfred Simmering ·Titelfoto: Alexandra H.@pixelio.de

Art und Aufmachung sind urheberrechtlich geschützt.

Texte dürfen weder kopiert noch anderweitig reproduziert werden.

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Laternenhäuser

Laternenhäuser aus Lackkarton kann man überall hinstellen.

Sie fallen gleich ins Auge. Die Laternenhäuser bestehen aus 4

gleichbreiten Seiten und einem Boden.

Die Fenster haben Stern- oder Sprossenform. In jedes Haus wird

ein Teelicht gestellt, damit das Haus auch beleuchtet wird.

Das braucht man dafur: Lackkarton in verschiedenen Farben,

Schere, Klebstoff und Teelichter.

So wird es gemacht: Die gewünschte Fassade auf Papier vorzeichnen.

Die Frontansicht gleich 4mal nebeneinander auf die

Rückseite vom Lackkaıton übertragen. An die Frontansicht einen

quadratischen Boden zeichnen (siehe Schema). An allen drei

Bodenseiten und an einer Fassadenseite eine lcmbreite Kante

zugeben. Das Laternenhaus ausschneiden. Mit einer kleinen

Schere vorsichtig alle Sprossenfenster und Türen ausschneiden.

Die Fassadenseiten und den Boden falzen. Zuerst die Seiten zusammenkleben,

danach den Boden festkleben.

Weihnachtsfrieden

Dämmerlicht und Nebelfelder

schneebedeckte Einsamkeit

wundersamer Weihnachtsfrieden

auf der sonst so lauten Welt

Ab und zu, man hört es kaum

geht eine Rauschen durch denWald

und ich hör ein Glöckchen klingen

das leis zu mir herüber hallt

am Waldrand steht ein kleines Häuschen

duckt sich inden tiefen Schnee

hell erleuchtet grüßen Fenster

spiegeln sich imkleinen See

leise fallen dicke Flocken

aus dem schwarzen Himmelszelt

und so geh ich durch steille

weihnachtliche Winterwelt.

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Duft unter dem

Weihnachtsbaum

Weihnachten 1933. Ich war mit meinen acht jahren stolzer Besitzer

von 50Pfennigen, und es galt, davonWeihnachtsgeschenke

fur Vater und Mutter und meine kleine Schwester zu kaufen.

Für die Mutter war das nicht schwierig, sie duftete immer so

schön nach ihrer Seife, die kein anderer benutzen durfte, und

auch der Preis von 20Pfennigen erschien mir fur Mutters Geschenk

vertretbar.

Für die Schwester Gerlind gab es keine langen Geschenküberlegungen.

Sie mochte bunte Lackbilder so gern, und icherwarb fur

sie in unserem Schreibwarenladen funf bunte Lackbilder fur 10

Pfennig, darunter ein besonders schönes, nämlich einen pausbackigen

und selig lächelnden Engel auf einer Wolke sitzend.

Aber was sollte ich bloß fur die letzten 20 Pfennig für den Vater

kaufen? Nachlangem Überlegen fiel mir plötzlich ein, daß Vater

so gern Harzer Käse mochte und ich ihn sicherlich damit sehr

erfreuen würde.

Tatsächlichbekam ichfur mein restliches Geld ein Käseröllchen.

Wie froh war ich, nun fur jeden das richtige Geschenk gefunden

zu haben.

Endlich war der Abend da, und nach dem Kirchgang durften Wir

gleich indas Weihnachtszimmer. Meine schön eingewickelten

Geschenke legte ich unter den geschmückten Tannenbaum.

Aber bis zur Bescherung dauerte es noch unendlich lang, denn

Vater las erst die ganze Weihnachtsgeschichte noch einmal, obwohl

wir sie in der Kirchedochschon gehört hatten. Dann mußte

ich mein Gedicht aufsagen und schließlich sangen wir viele

Weihnachtslieder, die Mutter auf dem Harmonium begleitete.

Zwischen „O Tannenbaum“ und „O du fröhliche“ rümpfte Mutter

die Nase und meinte: „Was riecht das bloß komisch?“ Auch

ich nahm wahr, daß es nicht gerade weihnachtlich roch.

Nun begann endlich die Bescherung. Mit großer ,Spannung verfolgte

ich, ob meine Geschenke auch die erhoffte Freude auslösen

Würden.

Als Vater sein Harzer-Käse-Geschenk auswickelte, war die Ursache

des anrüchigen Duftes geklärt.

Mutter ergriff die Initiative undsagte: „Ach, Vati, das ist aber eine

große Weihnachtsfreude für dich; du möchtest den Käse sicherlich

gleich zum Abendbrot essen, wo du ihn so gern magstl!“

War danicht plötzlich ein süßsaures Lächeln, das über das Gesicht

meines Vaters huschte?

GLAS

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Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,

still erleuchtet jedes Haus.

Sinnend geh ich durch die Gassen,

alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen

buntes Spielzeug fromm geschmückt;

tausend Kindlein stehn und schauen,

sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern

bis hinaus ins freie Feld,

hehres Glänzen, heilges Schauern!

Wie soweit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen;

aus des Schnees Einsamkeit

steigt’s wie wunderbares Singen –;

Odugnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff

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Und so opferte er sich amHeiligabend und aß zunächst den

Käse statt der Würstchen, um den ominösen Duft aus dem Weihnachtszimmer

zu verbannen.


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24 Tage Warten

Das Warten auf Weihnachten wird Kindern und Erwachsenen

versüßt durch ihren Adventskalender, der ihnen jeden Tageine

kleine Freude bereitet. Das kann ein kleines Geschenk sein, ein

buntes Bildchen, ein Stück Schokolade, eine Geschichte oder

eine Bastelidee. Die verschiedensten Arten von Adventskalendern

kann man heute kaufen, viele Leute basteln oder befüllen

auch selbst einen Kalender für ihre Liebsten. Selbst gestaltete

Adventskalender kamen im 19. Jahrhundert auf, als in den bürgerlichen

Familien Kinder und Kindheit allmählich wichtiger

wurden.

Während sie aufs Christkind warteten, durften die Kinder zum

Beispiel jeden Tageinen von 24Kreidestrichen vomTürrahmen

wischen, einen Strohhalm in die Krippe legen oder ein Bildchen

auflıängen. Oder sie lernten jeden Tageinen Liedvers, so dass

sie an Heiligabend gut mitsingen konnten. Kommerzielle Adventskalender

gibt es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts: 1908

erschien im Verlag Reichhold &Lang der erste zum Verkauf bestimmte

Adventskalender. Erbestand aus zwei Pappbögen: Bilder

und kurze Texte wurden aus dem einen davon ausgeschnitten

und auf den zweiten aufgeklebt. Naeh 1920 gab es Kalender

mit Türchen zum Öffnen. Seit 1926 wurden dann auch mit Süßigkeiten

gefüllte Adventskalender angeboten. Mit diesen Ideen

hatte der Verlag so großen Erfolg, dass die Idee bald vonanderen

Verlagen nachgeahmt wurde. Der Adventskalender verbreitete

sich inganz Deutschland und in den 1950er Jahren weiter in

die ganze Welt.

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Barbarazweige

Am Barbaratag, dem 4. Dezember, schneidet man Zweige von

Obstbäumen und stellt sie in die Vase in der Hoffnung, dass sie

bis Weihnachten aufblühen. Der Brauch geht auf die Heilige

Barbara zurück, die im 3. Jahrhundert in Kleinasien das Martyrium

erlitten haben soll. Der Legende nachbenetzte sie in der Gefangenschaft

mit ihrem spärlichen Trinkwasser den kahlen Zweig

eines Kirschbaums, der vor ihrem Kerkerfenster wuchs, und er

blühte kurz vorihrer Hinrichtung auf. Früher wurden die Zweige

für verschiedene Orakel benutzt: Blühten sie an Weihnachten,

so verhieß dies ein gutes Jahr, vor allem für die Obsternte. Junge

Mädchen banden um jeden Zweig einen Zettel mit dem Namen

eines jungen Mannes. Der, dessen Zweig bis Weihnachten blühte,

warder zukünftige Ehemann. In Südosteuropa schneidet man

keine Zweige, sondern sät Getreide in einen Teller mit etwas

Erde aus und stellt die Halme an Weihnachten auf den Esstisch.

Holzschmuck aus dem Erzgebirge

Viele Regionen Deutschlands haben ihre charakteristischen

Weihnachtsdekorationen. Besonders bekannt wurden die erzgebirgischen

Weihnachtspyramiden und Schwibbögen. Bei den

Pyramiden drehen sichgedrechselte Figuren vonHirten, Kindern

und vielem mehr auf verschiedenen Etagen, angetrieben vonder

heißen Luft, die vonbrennenden Kerzen aufsteigt. In vielen Städten

sind die gigantischen Weihnachtspyramiden eine Hauptattraktion

der Weihnachtsmärkte. Die Schwibbögen sind aus Holz

ausgesägte Silhouetten der Krippenszene oder von Szenen des

Bergbaus, die mit Kerzen beleuchtet und ins Fenster gestellt

werden. Ebenfalls typisch erzgebirgisch sind die Nussknacker in

Gestalt eines hölzernen Soldaten mit gewaltiger Kinnlade, in die

man eine Nuss legen und „aufbeißen“ kann.

Blüten im Winter

Auch andere Pflanzen als die Barbarazweige werden mit dem

Weihnachtsfest in Verbindung gebracht, vorallem solche, die mit

etwas Glück umdie Weihnachtszeit blühen Das sind zum Beispiel

die zart weiß blühenden Christrosen, die Weihnachtskakteen

und die Weihnachtssterne mit ihren leuchtend roten Hochblättern.


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Weihnachtsabend

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,

Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.

Weihnachten war’s; durch alle Gassen scholl

Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,

Dang mir ein heiser’ Stimmlein in das Ohr:

„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt

Feilbietend mir ein ärmlich’ Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein

Sah ich ein hleiches Kinderangesicht;

WesAlters und Geschlechts es mochte sein,

Erkannt’ ich imVorübertreiben nicht.

Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,

Noch immer hört’ ich, mühsam, wie es schien:

„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn’ Unterlaß;

Doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? –War’s Ungeschick, war esdie Scham,

Am Weg zuhandeln mit dem Bettelkind?

Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,

Verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,

Erfaßte mich die Angst im Herzen so,

Als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein

Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

Theodor Storm

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Weihnachtszeit in Griechenland

In Griechenland dauert die Weihnachtszeit vom 24.12. bis zum

6.1. Am 24.12 ziehen die Kinder in einer Kalanda (Umzug, bei

dem Rhythmusinstrumente und Glocken geschlagen werden)

durch die Straßen. Sie wünschen den Menschen Glück und bekommen

im Gegenzug dafür kleine Geschenke und Süßigkeiten.

In den folgenden 12 Nächten werden nachts große Feuer

angezündet, um die Kobolde zu vertreiben. Das größe und beste

Holzscheit wird in der Heiligen Nacht verbrannt. Es soll das

Christkind wärmen.

Am 1. Januar,dem Basiliustag, erhalten die Kinder ihre Geschenke.

Sie werden in der Nacht vor ihr Bett gelegt. An diesem Tag

gibt es als Mahlzeit das Basiliusbrot. In dieses Brot wird traditionell

eine Münze eingebacken, die dem Finder das ganze Jahr

über Glück bringen soll.

Weihnachten in Österreich

In Österreich wird der Weihnachtsbaum am 24.12. geschmückt

und bleiben stehen bis zum 6.1., dem Heiligen-Drei-Königstag.

In früheren Zeiten wurde oft ein typisch steirischer Christbaum

mit kleinen roten Äpfeln, goldenen und silbernen Nüssen behangen.

Jetzt gibt es eher den „modernen“ Christbaum, den jeder

nach seiner Fasson dekoriert. Am heiligen Abend geht man

dort zur Mette. Gegessen wird alles Mögliche, je nach Familientradition

ganz unterschiedlich.


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In den Herzen ist’s warm,

still schweigt Kummer und Harm,

Sorge des Lebens verhallt:

Freue dich, Christkind kommt bald!

Bald ist Heilige Nacht,

Chor der Engel erwacht,

hört nur, wie lieblich esschallt:

Freue dich, Christkind kommt bald!

Kling, Glöckchen, klingelingeling,

kling, Glöckchcn, kling!

Mädchen hört und Bübchcn,

macht mir auf das Stübchcn,

bring euch milde Gaben,

sollt euch dran erlaben.

Kling, Glöckchen, klingelingeling,

kling, Glöckchen, kling!

Kling, Glöckchen, klingelingeling,

kling, Glöckchen, kling!

Hell erglühn die Kerzen,

öffnet mir die Herzen,

will drin wohnen fröhlich,

frommes Kind, wie selig,

Kling, Glöckchen, klingelingeling,

kling, Glöckchen, kling!

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Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder

kommt das Christuskind

auf die Erde nieder,

wo wir Menschen sind.

Kehrt mit seinem Segen

ein in jedes Haus,

geht auf allen Wegen

mit uns ein und aus.

Steht auch mir zur Seite,

still und unerkannt,

dass es treu mich leite

an der lieben Hand.

Stille Nacht, heilige Nacht!

Gottes Sohn, owie lacht

Lieb aus deinem göttlichen Mund,

da uns schlägt die rettende Stund:

Christ, in deiner Geburt!

Christ, in deiner Geburt!

Stille Nacht, heilige Nacht!

Hirten erst kundgemacht.

Durch der Engel Halleluja

tönt es laut von fern und nah:

Christ, der Retter ist da!

Christ, der Retter ist da!

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Lebkuchen-Brownies

Dr. Oetker Deutschland

Rezepte und Tipps aus der

Dr. Oetker Versuchsküche

Fotohinweis:

©Dr. Oetker Versuchsküche, November 2019

Zutaten

für das Rezept Lebkuchen-Brownies

Für die rechteckige Springform (28 x18cm): etwas Fett

Teig:

150 gDr. Oetker Kuvertüre fix Zartbitter

100 gButter oder Margarine

120 gbrauner Zucker

75 gHonig

100 gOrangeat

150 gWeizenmehl

2gestr.TLDr. Oetker Original Backin

2gestr.TLLebkuchengewürz

2Eier (Größe M)

2ELMilch

100 gDr. Oetker gehackte Mandeln

Zum Verzieren:

einige Dr. Oetker gehobelte Mandeln

Dr. Oetker Zuckerschrift Weiß

Zubereitung

1. Vorbereiten

Rechteckige Springform fetten, Backofen vorheizen.

Ober-/Unterhitze etwa 180 °C

Heißluft etwa 160 °C

2. Teig

Kuvertüre fix, Butter oder Margarine, Zucker und Honig in einen

Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen, bis das Fett und

Kuvertüre geschmolzen sind. Masse etwas abkühlen lassen.

3. Orangeat fein hacken. Mehl mit Backin und Lebkuchengewürz

in einer Rührschüssel vermischen. Übrige Zutaten, außer

Orangeat und Mandeln hinzufügen und alles mit einem Mixer

(Rührstäbe) in 2Min. zu einem glatten Teig verarbeiten. Orangeat

und Mandeln kurz unterrühren. Teig in der Form glatt streichen.

Form auf dem Rost in den Backofen schieben.

Einschub: Mitte

Backzeit: etwa 22Minuten

Kuchen in der Form auf einem Kuchenrost erkalten lassen.

4. Verzieren

Brownie aus der Form lösen und in etwa 12gleich große Rechtecke

schneiden. Gehobelte Mandeln mit der Zuckerschrift dekorativ

auf den Brownies festkleben.

Backen mit Kindern

zu Weihnachten

Zu den wohl schönsten Kindheitserinnerungen dürfte für viele

zweifellos das vorweihnachtliche Plätzchen backen zählen.

Vom Teig naschen, lustige Formen ausstechen, sich nach Herzenslust

bekleckern und am Ende stolz die selbst gemachten

Köstlichkeiten genießen. Zu Weihnachten Kekse backen mit

Kindern ist ein riesiger Spaß für die ganze Familie. Mit den abwechslungsreichen

Rezepten aus der Dr. Oetker Versuchsküche

können sich kleine Deko-Künstler so richtig schön in der

heimischen Küche austoben. Backen Sie mit Ihren Kindern zu

Weihnachten zum Beispiel klassische Plätzchen zum Ausstechen

und Verzieren, probieren Sie gemeinsam unsere leckeren

Fondant-Stempel-Plätzchen aus oder kreieren Sie festliche Mandeltaler

und Schokosterne. So wird das Weihnachtsbacken für

Kinder ein unvergessliches Erlebnis.

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Tipp

Stellen Sie vorab schon alle Zutaten und Utensilien wie Schürzen

und Brettchen für jedes Kind bereit damit sie sich danach

gemeinsam im den Backspaß stürzen können.

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2. Zubereiten

Schlagsahne und Vanillin-Zucker in einem Rührbecher mit einem

Mixer (Rührstäbe) steif schlagen. Trinkschokolade in Becher

füllen.

Sahne mit einem Esslöffel daraufgeben und mit Mini-Marshmallows

bestreuen.

Heißer Kakao mit Rum

und Sahnehaube

Zutaten

für das Rezept Heißer Kakao mit Rum und Sahnehaube

Zutaten: 4geh. EL Dr. Oetker Kakao

1lMilch

4ELZucker

8ELRum

Außerdem:

200 gkalte Schlagsahne

1Pck. Dr. Oetker Vanillin-Zucker

Dr. Oetker Mini Marshmallows

Zubereitung

1. Vorbereiten

Kakao mit etwas von der Milch mit Hilfe eines Schneebesens

verrühren. Übrige Milch und Zucker in einem Topf zum Kochen

bringen. Angerührtes Kakaopulver einrühren und alles einmal

aufkochen. Rum unterrühren.

Weihnachten in Argentinien

Die Häuser in Argentinien werden zur Weihnachtszeit mit Girlanden

aus weißem und rotem Papier und bunten Lichterketten

geschmückt. Die ganze Familie trifft sich zum Kirchgang am

Heiligen Abend. Danach findet in der Regel eine Art Grillfest

statt, da der Dezember in diesem Land sehr heiß ist.

Serviert werden gegrillte Fleischspezialitäten, Gemüse und Pasteten.

Um Mitternacht wird mit einer Art Bowle aus Apfelwein

und Obst angestoßen.

Nachdem Dunkelwerden wird oft ein Feuerwerk entzündet. Die

Geschenke gibt es erst kurz vor dem Schlafengehen.

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vorhanden.

Zubereitung

1. Vorbereiten

12 Papierbackförmchen (liegen der Backmischung bei) auf das

Backblech stellen. Backofen vorheizen.

Ober-/Unterhitze: etwa 180°C

2. Teig

Backmischung in eine Rührschüssel geben, Kokosraspel, Öl,

Milch und Eier hinzufügen. Alles mit einem Mixer (Rührstäbe)

auf höchster Stufe etwa 2Min. oder mit einem Schneebesen

zu einem glatten Teig verrühren. Schoko-Tröpfchen kurz unterrühren.

Teig sofort mit Hilfe von 2Esslöffeln gleichmäßig in die

Förmchen verteilen. Das Backblech mit den Förmchen in den

Backofen schieben.

Einschub: unteres Drittel

Backzeit: etwa 20Minuten

Die Muffins vomBlechnehmen und in den Förmchen auf einem

Kuchenrost erkalten lassen.

Schneemann-Muffins

Zutaten

für das Rezept Schneemann-Muffins

Für das Backblech:

Teig:

1Backm. Dr. Oetker Zitronen-Muffins

2ELKokosraspel

125 ml Speiseöl, z. B. Sonnenblumenöl

75 ml Milch

2Eier (Größe M)

60 gDr. Oetker Schoko-Tröpfchen

Zum Verzieren:

etwa 1½ELheißes Wasser

etwa 15gDr. Oetker Schoko-Tröpfchen

etwa 3EL Kokosraspel

1Pck. Dr. Oetker Marzipan Rübli

3. Verzieren

Glasurmischung (liegt der Backmischung bei) in eine kleine

Schale geben. Heißes Wasser zufügen und zu einer dickflüssigen

Glasur verrühren. Glasur mit Hilfe eines Backpinsels oder

Tafelmessers gleichmäßig auf den Muffins verstreichen. Sofort

im Anschluss aus den Schoko-Tröpfchen Augen und Mund des

Schneemannes legen und Kokosraspel aufstreuen. Mit einem

kleinen Messer ein kleines Lochindie Mitte des Muffins stechen

und die Marzipan-Rübli einstecken. Glasur fest werden lassen.

14


Frieden in der Familie!

Frieden auf der ganzen Welt!

Allen Kunden, Freunden und Bekannten

wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest

und ein erfolgreiches neues Jahr.

Rainer Köne und Team

Ihr Meisterbetrieb seit über 30 Jahren.

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Elisenlebkuchen

Zutaten

für das Rezept Elisenlebkuchen

Für das Backblech:

etwa 30 Backoblaten (Ø 7cm)

Teig:

100 gOrangeat oder Zitronat

2Eier (Größe M)

200 gbrauner Zucker

1Pck. Dr. Oetker Vanillin-Zucker

1Pck. Dr. Oetker Finesse Weihnachts-Aroma

½Rö. Dr. Oetker Rum-Aroma

1–2Tropfen Dr. Oetker Natürliches Zitronen-Aroma (aus Rö.)

125 ggemahlene Mandeln mit Schale

1Msp. Dr. Oetker Original Backin

etwa 100 gDr. Oetker gemahlene, geröstete Haselnüsse

Heller Guss:

150 gPuderzucker

1-2ELheißes Wasser

Dunkler Guss:

75 gZartbitterschokolade

1TLSpeiseöl

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ist oft unübersichtlich und kompliziert.

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das Zubehör bis zum passenden Gerät.

Kompetente Beratung und ein offenes Ohr

für den Kunden.

Wir gehen auf Ihre Wünsche ein und

finden so den passenden Tarif für Sie.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten

und ein Guten Rutsch ins neue Jahr und

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Aromen unterrühren. Mandeln mit Backin mischen, mit dem

Orangeat oder Zitronat und so viel von den Haselnüssen kurz

auf niedrigster Stufe unter die Eiercreme rühren, dass der Teig

noch streichfähig ist. Auf jede Oblate einen Esslöffel des Teiges

geben, mit einem in Wasser getauchten Messer kuppelförmig auf

die ganze Oblate streichen (Abb. 1). Oblaten auf das Backblech

legen und backen.

Einschub: Mitte

Backzeit: etwa 25Minuten

3. Heller Guss

Puderzucker sieben und mit heißem Wasser glatt rühren, so dass

ein dickflüssiger Guss entsteht (Abb. 2).

4. Die Hälfte der Lebkuchen gleich nach dem Backen mit hellem

Guss bestreichen und auf einem Kuchenrost erkalten lassen

(Abb. 3). Die übrigen Lebkuchen ebenfalls auf einem Kuchenrost

erkalten lassen.

5. Dunkler Guss

Schokolade grob zerkleinern und mit dem Öl im Wasserbad bei

schwacher Hitze unter Rühren schmelzen. Die übrigen erkalteten

Lebkuchen mit dunklem Guss bestreichen und den Guss fest

werden lassen.

Tel.:04292 /8108178

Mail: info@handyladen-ritterhude.de

Riesstraße 17, 27721 Ritterhude

Zubereitung

1. Vorbereiten

Backofen vorheizen.

Ober-/Unterhitze etwa 140 °C

Heißluft etwa 120 °C

und viele mehr

2. Teig

Orangeat oder Zitronat sehr fein würfeln. Eier in einer Rührschüssel

mit einem Mixer (Rührstäbe) auf höchster Stufe in 1

Min. schaumig schlagen. Zucker mit Vanillin-Zucker mischen, in

1Min. einstreuen, dann nochetwa2Min. schlagen, Finesse und

16


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Bunte Adventsplätzchen

Zutaten

für das Rezept Bunte Adventsplätzchen

Für das Backblech:

Backpapier

Knetteig:

250 gWeizenmehl

1Msp. Dr. Oetker Original Backin

80 gZucker

1Pck. Dr. Oetker Vanillin-Zucker

1Pr. Salz

1Ei(der Größe M)

100 gweiche Butter oder Margarine

1Pck. Dr. Oetker Finesse Geriebene Zitronenschale

Außerdem: Dr. Oetker Back- und Speisefarbe

Zubereitung

1. Vorbereiten

Backblech mit Backpapier belegen. Backofen vorheizen.

Ober-/Unterhitze etwa 180 °C

Heißluft etwa 160 °C

2. Knetteig

Mehl mit Backin in einer Rührschüssel mischen. Übrige Zutaten

hinzufügen und alles mit einem Mixer (Knethaken) zunächst

kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stufe zu einem Teig verarbeiten.

Den Teig vierteln und mit den Speisefarben nach Packungsanleitung

einfärben.

3. Die 4Teigportionen jeweils halbieren und mit den anderen

gefärbten Teigen verkneten. Teig portionsweise auf einer bemehlten

Arbeitsfläche etwa1/2 cm dickausrollen, beliebige Mo-

17

tive ausstechen und auf das Backblechlegen. Mit dem restlichen

Teig genauso verfahren. Backen.

Einschub: Mitte

Backzeit: etwa 10Minuten

Gebäck mit dem Backpapier auf einen Kuchenrost ziehen und

erkalten lassen.

Ananas-Granatapfel-Tiramisu

Zutaten

für das Rezept Ananas-Granatapfel-Tiramisu

Zutaten:

½Ananas

1Granatapfel

1Pck. Dr. Oetker Vanillin-Zucker

125 gCantuccini

150 ml frisch gepresster Orangensaft

4EL Orangenlikör

250 g Mascarpone (ital. Frischkäse)

250 g Speisequark (Magerstufe)

75 ml Milch

60 g Zucker

1Pck. Dr. Oetker Finesse Geriebene Orangenschale


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Frohe Weihnachten und alles Gute

für das neue Jahr.

Zum Verzieren:

etwa 1TL Dr. Oetker Kakao

Zubereitung

1. Vorbereiten

Ananas schälen, Strunk entfernen und in kleine Stücke schneiden.

Granatapfel achteln, die einzelnen Stücke in einen Gefrierbeutel

geben und die Kerne lösen. Ananasstücke und Granatapfelkerne

mit Vanillin-Zucker verrühren. Orangensaft und

Orangenlikör verrühren. Cantuccini in Dessertschälchen verteilen,

mit der Flüssigkeit tränken. Obst darauf verteilen.

2. Zubereiten

Mascarpone, Quark, Milch, Zucker und Finesse verrühren, auf

dem Obst gleichmäßig verstreichen. Dessert etwa 1Std. in den

Kühlschrank stellen.

3. Verzieren

In Größe der Dessertschälchen eine Sternschablone aus Backpapier

anfertigen. Vor dem Servieren die Schablone auf jede Dessertschale

legen und mit Kakao bestreuen.

Wildkraftbrühe

Für 4–6 Personen

500 –600 gWild- oder Wildgeflügelknochen, 100 gWurzelgemüse,

4ELTomatenwürfel, 1/8 lungesalzene Brühe, 1/2 lRotwein,

1Gewürzbeutel, 500 gWild- oder Wildgeflügelfleisch, 1

Eiweiß, Salz, Pfeffer, 6Wacholderbeeren, 1Lorbeerblatt, 2Gewürznelken.

Die Wild- oder Wildgeflügelknochen vonallen Seiten kräftig anbraten,

50 Gramm Wurzelgemüse zugeben und leicht bräunen.

Tomatenwürfel zugeben, mit 1/8 Liter Brühe (oder Wasser) aufgießen

und reduzieren. Mit 1Liter Wasser und 1/4 Liter Rotwein

auffüllen, Gewürzbeutel zugeben und alles 2Stunden leicht köcheln.

Die Brühe passieren und abkühlen lassen. Das Wild- oder

Wildgeflügelfleisch durch die grobe Scheibe des Fleischwolfs

drehen und mit kaltem Wasser bedeckt 2–3 Stunden stehen lassen.

Eiweiß, restliches Wurzelgemüse, Salz, Pfeffer, zerdrückte

Wacholderbeeren, Lorbeerblatt, Nelken und das eingeweichte

Wildfleisch ineinen Topf geben und mit der abgekühlten Wildknochenbrühe

auffüllen. Den Topfhinhalt zum Wallen, nicht

zum Kochen bringen und etwa 30Minuten ziehen lassen. So

erhält man eine klare Brühe. Ohne Druck durch ein Tuch passieren.

Den restlichen Rotwein zugeben und die Brühe mit Salz

würzen.

18


Jägersuppe

Für 4–6Personen

250 gWaldpilze, 1/2 Zwiebel, 1ELÖl, 30 gSpeckwürfel, 1/2

lWildkraftbrühe, 1/8 lSahne, 1/8 lRotwein, Salz, Pfeffer, 1EL

Petersilie.

Die Pilze und die Zwiebel schälen bzw. putzen und in feine

Würfel schneiden. Das Öl erhitzen, Pilze, Zwiebel und Speckwürfel

darin anschwitzen. Die Kraftbrühe zugießen und zum Kochen

bringen. Bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Pilze

weich sind. Sahne und Rotwein angießen. Die Suppe mit Salz

und Pfeffer würzen. Mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Kartoffelknödel

Für 4–6Personen

1kggekochte Kartoffeln, 1/2 gehackte Zwiebel, 1ELgehackte

Petersilie, 60 gButter, 2Eier, 30 gHartweizengrieß, 30 gMehl,

Salz, geriebene Muskatnuss, 1Scheibe Weißbrot ohne Rinde,

Weißbrotbrösel.

Am Vortage die Kartoffeln in der Schale kochen. Am nächsten

Tagdie Pellkartoffeln schälen und reiben. Zwiebel und Petersilie

in 20 Gramm zerlassener Butter anschwitzen und untermischen.

Eier, Grieß und Mehl ebenfalls unter die Kartoffeln mengen, mit

Salz und Muskat würzen.

Das Weißbrot in Würfel von 1Zentimeter Kantenlänge schneiden

und in 20 Gramm Butter goldbraun rösten. Mit nassen Händen

gleich große Knödel formen, dabei in die Mitte jeweils einige

Croûtons geben. Die Klöße in kochendem Salzwasser kochen

(nicht zudecken) und mit den in der restlichen Butter gerösteten

Bröseln beträufeln.

Rehrouladen

4Rehkeulenscheiben von je130–150 g, Salz, Pfefler, 4Speckscheiben,

Rotwein nach Belieben, Saft von 1/2 Zitrone, 1/2 l

Fleischbrühe, 250 gsaure Sahne oder Crême fraîche.

Für die Füllung:

4altbackene Brötchen, 1/4 lRotwein, 1Stängel Petersilie, 50 g

Butter, 250 gRehfleischreste nach Belieben, 4Speckscheiben, 2

Sardellenfilets, Salz, Pfeffer, Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone.

Außerdem: Öl zum Anbraten

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Für die Füllung Brötchen in Rotwein einweichen uncl gut ausdrücken.

Petersilienblättchen vom Stängel zupfen und kurz in

der Butter andünsten.

Rehfleisch, eingeweichte Brötchen, Petersilie, Speckscheiben

und Sardellen durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen.

Mit Salz, Pfeffer sowie geriebener Zitronenschale würzen und

gut vermengen.

Die Farce auf die 4Rehkeulenscheiben verteilen und sie zusammenrollen.

Mit Salz sowie Pfeffer würzen und mit Küchengarn

zubinden.

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Rouladen darin anbraten.

Unter jede Roulade 1Speckscheibe legen. Rotwein und Zitronensaft

angießen, die Rouladen mit Fleischbrühe bedecken und

in 40 Minuten fertig garen.

Herausnehmen, die Fäden entfernen und die Rouladen auf einer

Platte anrichten. Die Sauce mit saurer Sahne oder Crème fraîche

verfeinern und über die Rouladen gießen. Dazu passen Spätzle

oder Kartoffelpüree.

19


Kochen vor 261 Jahren

Nachfolgend einige Rezepte aus dem Nieder-Sächsischen

Koch-Buch von Marcus Loofft, Stadtkoch inItzehoe aus

dem Jahre 1758:

Regula 4.

Vomeingeweichten Weißbrodt.

Das eingeweichte Weißrodt wird auch zu vielen Sachen gebrauchet,

undbestehet dessen Zubereitung nur darin,daß man dierechtebraune

Körste ganz dünne abschneidet, denn das Brodt in 4oder 6Stücken

geschnittenund in Rohm,Milch,oder Wasser gethan,wieesangezeiget

werden wird,und wohl weichen lassen, denn mit rein gewaschenen

Händen herausgenommen, undreinausgedrücket, unnddenn so

kann man es mit den Händen klein von einander reiben und gebrauchen,wozu

es nöthig seyn wird.

Regula 93.

Junge grüne Erbsen.

Die ausgemachten jungen grünen Erbsen kochtman nicht besser,als

daß man sie, wenn sie abgewaschen sind,nebst einem guten Stücke

ausgewaschener Butter undeinem guten Bunde fest zusammen ge-

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bundener Petersilie inein Geschirr thut und verdeckt auf gelindem

Feuer in ihrer eigenen Brühe gar schwitzen läßt, und nur zuweilen

umschüttelt;undsodie Brühe allzu kurz abgehet,daß dieButter klar

darauf wird,sokann man nur einpaar Löffel voll Wasser dazu giessen,undzulezt

noch einStückchen frischer Butter in einwenig Mehl

umgekehrt und damit durchgestofet, daß sie sich ein wenig legiren

oder sämig werden, denn nur nach Nothdurft ein wenig gesalzen, so

werden sierecht undgut,undkann man siesodann als einbesonderes

Gericht geben,oder sonstgebrauchen wieman will.

Regula 321.

Entenmit Cappern undCorinthen.

Wann die Enten sauber rein gemacht und eingebogen sind,sothut

man einStück Butter in eine Casseroll oder breite Pfanneund läßt

sie gelbbraun werden, denn die Enten roh darein und auf der Brust

braun geschmohret,denn einwenig kochendWasser daran,Zwiebeln

undNegeleinbesteckt,Salz,Lorbeerblätter,ein kleinBouquet feiner

Kräuter unddamitverdecktineiner kurzen Brühe gar gekocht, zulezt

einwenig braun Mehl daran,einpaar Löffel voll Cappern,rein gewaschene

Corinthen,Zitronen undmit Weineßigund Zuckergebrochen,

so istesrecht.Ist beymAnrichten zu viel Fett daran,so muß man solches

abnehmen.

20


Regula 538.

EinButterkuchen.

Man mache erstlich einhalb Pfundabgeriebener Butter,nach Reg.3,

und denn 24 Eyerdotter dazu geschlagen, aber nicht alle auf einmal,

sondern bey4oder 6,unddie erstlich immer kleingerühret,undwenn

siealle hineinsind,noch beyeienr guten halben Stunde immer nach

einer Seite gerühret, denn 3Loth fein geriebenen Zucker und eine

geriebene Zitronenschale, auch dazu gerühret und denn in einer zugerichteten

Form langsam gebacken. man kann auch das halbe Theil,

nemlich,von12Eyern das Weissezueinem steifen Schaum schlagen

undzuallerlezt ganz sachtedazu rühren,so wird es rechtgut,aber sehr

langsam gebacken.

Karpfenzauber

Sarahs Papa hatte einen Freund, und Papas Freund hatte außerhalb

der Stadt einen Fischteich. Einmal, im Sommer, war Papa

mit Sarah dorthin geradelt. Damals hatte die Sonne geschienen

und die Vögel hatten gezwitschert. Sarah durfte sogar angeln,

aber sie hatte keinen Fisch gefangen.

Im Winter, kurz vor Weihnachten, polterte es nachmittags draußen

gegen die Haustür.

„Der Weihnachtsmann kommt!“, rief Sarah.

„Der kommt erst nächste Woche“, sagte Mama und machte auf.

Draußen stand Papas Freund. Er hatte es eilig und wollte nicht

reinkommen.

Er stellte nur einen Eimer auf die Schwelle, sagte: „Frohes Fest!

Guten Appetit!“ und verschwand wieder.

Im Eimer schwamm ein Karpfen. Er war sogroß, dass er kaum

Platz hatte. Mal schnappte sein rundes Maul über und mal unter

dem Wasser.

„Ach dumeine Güte, das arme Tier!“, rief Mama. Sie lief ins Bad

und ließ Wasser in die Wanne laufen. Dann holte sie den Eimer

und kippte den Karpfen hinein.

Als Papa heimkam, saß Sarah auf dem Klodeckel. Sie drehte sich

um und sagte: „Guckmal, der heißt Thomas.“ Papa guckte in die

Wanne und stellte fest: „Thomas heißt der Junge von nebenan.

Dies hier ist ein Fisch, der Karpfen heißt.“

Aber Sarah fand, dass der Karpfen genauso aussah wie der Junge

von nebenan. Darum nannte sie ihn Thomas.

„Von mir aus“, meinte Papa. „Wir werden ihn Heiligabend essen.“

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schöne Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.

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Mama antwortete: „Für Heiligabend habe ich Kartoffelsalat vorgesehen

und bereits Würstchen besorgt. Am ersten Feiertag brate

ich eine Pute und am zweiten Feiertag soll es eigentlich Rouladen

geben.“ Gegen Mamas Küchenpläne durfte Papa nie etwas

einwenden. Der Karpfen blieb einstweilen ungeschoren in der

Badewanne und Sarah fütterte ihn mit Haferflocken, Brotkrumen

und zerpflückten Salatblättern.

Der Karpfen schien sich wohl zufühlen. Er schwamm in der

Wanne auf und ab und hin und her.

Papa fühlte sich dagegen weniger wohl.

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Um richtig wach zu werden, pflegte er jeden Morgen kalt zu

duschen. Das konnte er nun nicht, weil ihm der Karpfen im Weg

war. Am ersten und am zweiten Morgen schimpfte er beim Frühstück

darüber. Amdritten Morgen hatte er es satt. Er stellte sich

neben den Karpfen in die Wanne und drehte die Dusche auf.

Sofort kam Mama aus der Küche und rief: „Lass das sein! Thomas

ist sensibel!“

„Woher weißt du das? Ich bin auch sensibel“, knurrte Papa, aber

das nahm ihm Mama nicht ab.

Am nächsten Morgen packte Papa einfach den Karpfen und

steckte ihn in den Eimer. Erwollte gerade in die Wanne klettern,

da erwischte ihn Sarah.

Sie rief: „Mama, komm!“, und Papa musste wieder auf seine

Dusche verzichten. Missmutig saß er am Frühstückstisch und

versteckte sich hinter der Zeitung. Inzwischen erzählte Sarah,

was sie vonThomas geträumt hatte. Mama wollte es ganz genau

wissen.

Also: Sarah war mit Thomas in einem wunderschönen Teich herumgeschwommen.

Da hatte ihr Thomas die Stelle gezeigt, wo

ihn ein Kaninchen aus einem Froschineinen Karpfen verzaubert

hatte.

Papa kam hinter der Zeitung hervor und stellte fest: „Quatsch!

22

Kaninchen können nicht zaubern. Und ein Karpfen ist noch nie

ein Frosch gewesen. Es wird Zeit, dass er in den Topf wandert.“

„Du hast weder Phantasie noch Gefühl“, sagte Mama und strich

Sarah über den Kopf.

Von nun an musste ihr Sarah jeden Morgen ein bisschen mehr

vonThomas erzählen, denn Sarah träumte jede Nacht von ihm.

Das sagte sie jedenfalls, obwohl Papa ihr nicht glaubte und hinter

seiner Zeitung laut stöhnte. Mama hörte immer aufmerksam

zu.

Thomas war vor vielen Jahren in Indien geboren worden, als

reicher Prinz. Leider hatten ihn Seeräuber entführt. Und diesen

Seeräubern wurde er später von Indianern geraubt. Die Indianer

verkauften ihn an einen bösen Zauberer. Und der machte erst

ein Kamel, dann einen Regenwurm und schließlich eine Maus

aus ihm.

Der Zauberer hatte eine Katze, die ihm das Zaubern abgeguckt

hatte. Sie zauberte aus der Maus, die eigentlich ein indischer

Prinz war, einen Karpfen und warf ihn Papas Freund in den

Fischteich.

An dieser Stelle tauchte Papa hinter seiner Zeitung auf und sagte:

„Ich denke, irgendein Kaninchen hat diesen dummen Karpfen

mal aus einer Kröte gehext.“

„Nein, aus einem Frosch“, sagte Mama. »Kümmere dich lieber

um Politik.“

Und dann war das Weihnachtsfest mit Mamas Küchenkünsten

vorbei. Der Karpfen schwamm immer noch inder Wanne. Und

Papa hatte seit zehn Tagen nicht mehr geduscht.

Zum Mittagessen hätte er jetzt gern mal ein gutes Fischgericht

gehabt, doch darüber war mit Mama und Sarah nicht zu reden.

Beide sprachen unentwegt über den Karpfen Thomas, dessen

Schicksal immer bunter wurde.

Eines Tages hatte Papa genug.

Er warf die Zeitung auf den Frühstückstisch, dass die Tassen klirrten,

und rief: „Schluss jetzt mit dem Karpfenzauber!“

Dann sprang er auf und kramte in der Schublade nacheinem

langen spitzen Messer.Damit Wollte er ins Bad, dochMama war

schneller. Mit ausgebreiteten Armen stand sie vor der Tür, sah

Papa starr an und sagte: „Das wirst du nicht wagen!“

„Tu’s nicht, tu’s nicht!“, schrie Sarah und zerrte Papa von hinten

fast den Pullover vom Hals.

„Ich bin in einem Tollhaus“, sagte Papa, aber er legte das Messer

zurück. Dafür zog er seine Joppe über, und ehe er die Haustür

hinter sich zuknallte, rief er: „Na gut, wie ihr wollt! Dann suche


ich eben einen Abnehmer für ihn!“ Aber Papa fand keinen Abnehmer.

Die Nachbarn nebenan wehrten erschrocken ab. Ein Großonkel

von ihnen war vor Jahren fast an einer Gräte erstickt. Seither

aßen sie allenfalls Fischstäbchen, bei denen man seines Lebens

sicher war.

Die Nachbarn auf der anderen Seite waren verreist. Auch ihr

Sohn Thomas, der dem Karpfen so ähnlich sah, war nicht da.

Papa konnte sich sein Angebot sparen.

Nur die alte Dame, die gegenüber wohnte, zeigte Interesse. Sie

kam gleich mit, um sich den Karpfen anzusehen, und meinte

anerkennend: „Ein prachtvolles Tier!“

Sarah saß auf dem Klodeckel, streute Haferflocken in die Wanne

und sagte: „Er heißt Thomas.“

„Sıeh mal an2, sagte die alte Dame. Dann wandte sie sich an

Papa und erklärte: „Ein Karpfen sollte stets zu Neujahr gegessen

werden. Dann bringt er nämlichGlück. Man muss eine Schuppe

von ihm aufbewahren, wenn man reich werden will.“

Papa drängte: „Gut! Nehmen Sie ihn gleich mit!“

Die alte Dame winkte ab: „Er ist ja viel zu groß für mich allein.

Sie sind zu dritt.

Essen Sie ihn auf!“

Und dann ging sie.

Sarah raunte dem Karpfen zu: „Hast du gehört? Du bringst uns

Glück!

Du machst uns reich!«

„Ja, wenn wir dich kochen“, sagte Papa und sah zu, wie Sarah

dem Karpfen mit spitzen Fingern ein wenig Salat hinhielt. Der

Karpfen aß ihr aus der Hand.

„Thomas küsst mich“ sagte Sarah.

„Eines Tages willst du ihn vielleicht noch heiraten“, sagte Papa

und raufte sich das Haar.

Sarah nickte ganz ernsthaft und erwiderte: „Ja, aber erst, wenn

ich groß bin. Und so lange bleibt Thomas in unserer Badewanne.“

Da fasste Papa einen Entschluss.

Am anderen Morgen ließ er die Zeitung liegen, sah Mama und

Sarah an und sagte: „Heute Nacht habe ich auch von Thomas

geträumt. Ich habe geträumt, wie der arme Kerl wieder erlöst

werden kann.“

Mama sagte misstrauisch: „Führst du etwas im Schilde?“

Aber Sarah fragte: „Wie?“

Da sagte Papa: „Die alte Dame hat es mir im Traum verraten, Sa-

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ternacht guckten Papa, Mama und Sarah aus dem Fenster. Draußen

stiegen leuchtend bunt die Raketen zum Himmel.

Sarah sagte: „Wenn Thomas jetzt nach Indien fliegt, hat er es

ganz hell.“

Am anderen Morgen konnte Papa endlich wieder duschen. Auf

dem Boden der Wanne fand er eine glänzende Fischschuppe. Er

steckte sie in seine Brieftasche.

Man kann ja nie wissen.

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rah hat gehört, dass sie den Zauber vom Glück und vom Reichtum

wusste. Darum kennt sie auch den Karpfenzauber. Sie hat

zu mir gesagt, wir sollen Thomas zurück inseinen Fischteich

bringen. Es muss nochheute sein, ehe das alte Jahr zu Ende geht.

Denn nur in der Neujahrsnacht kann er erlöst werden. Dann

fliegt er zurück nach Indien und wird dort wieder ein Prinz. Was

sagt ihr dazu?“

Selbst Mama konnte dazu nichts sagen.

Gleich nach dem Frühstück steuerte Papa das Auto vorsichtig hinaus

zum Fischteich. Mama und Sarah saßen auf dem Rücksitz.

Zwischen sich hielten sie den Eimer fest, in dem der Karpfen

steckte. Sie redeten ihm in jeder Kurve gut zu.

Papas Freund warnicht da und darüber warPapasehr erleichtert.

Er schlug mit einem Knüppel ein Loch indie dünne Eisdecke.

Dann kippte er den Eimer aus und gleichdarauf warder Karpfen

verschwunden.

Mama und Sarah winkten und sahen ganz traurig drein. Um Mit-

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24

Das Licht war schneller

Karin war mit dem Zug am frühen Nachmittag gekommen. Als

sie ausstieg, bemerkte sie, daß der Himmel sich bezogen hatte.

Sie würde sich beeilen müssen, wenn sie den Aufstieg bis zur

Hütte noch schaffen wollte. Sechs Stunden etwa brauchte man.

Das wußte sie von den vergangenen Jahren. Die Bahnhofsuhr

zeigte 14.30 Uhr. „Ich muß es schaffen“, dachte sie. Entschlossen

schulterte sie Rucksack und Skier und schlug den Weg nach

der Hausnummer 14 ein. Sie kannte die Kronlachners von der

Skifreizeit im letzten Jahr. Die Gruppe bekam dort jedes Mal ein

kräftiges TirolerVesperbrot, um für den Aufstieg fit zu sein. Dieses

Jahr hatte Karin ihren Urlaub um drei Tage verschieben müssen.

Eine Kollegin warplötzlicherkrankt. Aber nun hatte es doch

noch geklappt. Die Müdigkeit der langen Reise von Bremen bis

Kirchdorf war inder frischen Luft wie weggeblasen. Kronlachners

würden Augen machen.

Wenig später saß sie bei einem Roten und TirolerSpeckder Bäuerin

gegenüber. Die schlug die Hände über dem Kopf zusammen,

als sie hörte, daß Karin jetzt noch aufsteigen wollte. „Fräulein,

das dürfens net. Das Wetter schlägt um. Seit Tagen spür

ichs schon im Knie. Wartens bis morgen. Wir richten Ihnen eine

Kammer,und morgen muß der Sepp sowieso hinauf, Fleischund

Butter bringen und die Post. Da gehens mit ihm.“ Aber Karin hatte

sichschon so gefreut, so oft schon sichvorgestellt, wasdie anderen

für Augen machen würden, wenn sie zur Hütte hereinkäme,

daß sie das gutgemeinte Angebot ausschlug. „Die Post kann

ich dann schon mitnehmen. Aber wenn ich meinen schweren

Rucksack hier bei Ihnen lassen dürfte. ..“Sie hatte es plötzlich

eilig. Die paar Briefe und Karten waren schnell verstaut, dazu

Schokolade, Apfelsinen, Nüsse ‚und auch das Brot, das die Bäu-


erin ihr noch zugesteckt hatte. Beinahe hätte sie in der Eile des

Aufbruchs vergessen, die Felle aus dem Rucksack zunehmen.

Ohne diese Felle unter den Skiern würde sie den Aufstieg nicht

schaffen. Das wußte sie. Sorgfältig kontrollierte sie noch einmal

ihre Ausrüstung. Kurze Zeit später stapfte sie dem Ortsausgang

zu. Auf ihrer Armbanduhr war es15.15 Uhr. Höchste Zeit also.

Und sie legte einen schnelleren Schritt vor.

Am Ortsausgang begegnete ihr ausgerechnet noch der Altbauer

Kronlachner.Sie dachte an den Zeitverlust, den ihr ein Gespräch

einbringen würde, und wollte sich mit einem kurzen „Grüß

Gott“ vorbeistehlen. Aber da hatte er sie schon erkannt. „Ja mei,

Fräulein Karin, wo wollens denn noch hin?“ Sie gab ihm Bescheid.

Aber er ließ sie kaum ausreden. „›Zu spät, sag i, und das

Wetter schlägt um. Es gibt Schnee. Das Radio hats auch gemeldet.

Also bleibens. Wenigstens bis morgen früh.“ Sie war jetzt

geradezu trotzig entschlossen. Darum fiel die Antwort schärfer

aus, als sie es eigentlich gewollt hatte. „Ich werde schon selber

wissen, wasich zu tun habe. Außerdem kenne ichden Wegvom

letzten ]ahr.“

„Ja, bei schönem Wetter.Aberheut, da ists gefährlich. Also, seins

vernünftig.“ Solche Sätze kannte sie zur Genüge. Vernünftig! So

oft sie es sonst sein mußte, jetzt nicht! Abrupt drehte sie sich um

und stapfte mit geschulterten Skiern bergan. Sie kam ziemlich

flott voran. Der Weg war gebahnt bis zum letzten Bauernhof,

und es hatte seit Tagen keinen Neuschnee gegeben. Nach einer

halben Stunde erreichte sie die Tannengruppe mit dem Wegweiser

„Adlerspoint“. Er zeigte den Einstieg in den Waldweg an. Die

nächsten anderthalb Stunden würde es ziemlich bergauf gehen.

Das wußte sie noch vom letzten Jahr, und sie erinnerte sich an

die Witzeleien am Anfang und das angestrengte Schweigen am

Schluß, das nur ab und zu durch ein Stöhnen unterbrochen worden

war. Heute konnte sie selbst das Tempo bestimmen. Das

Gefühl, unbeschwert und frei zu sein, dazu die klare winterliche

Waldluft beschwingten ihren Schritt. Sie kam gut voran. Sie

wußte vonfrüher: An den Stellen, wo die Lawinenschneisen den

Waldweg kreuzen, mußt du aufpassen! Aber es bedurfte keines

langen Sicherns. Ein Blick talwärts bestätigte ihr, daß die Lawinen

schon abgegangen waren. Sie nahm das alles als freundliches

Zeichen für einen guten Verlauf. In dieser Stimmung erschreckte

sie auch das Rudel Rehe nicht, das an ihr vorbei zu Tal

stob. Wenig später hatte sie den Waldrand erreicht. 17.00 Uhr,

stellte sie fest, eine gute Zeit. Besser als erwartet. Grund genug,

eine Rast mit Schokolade und Apfelsinen einzulegen. Alles lief

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nach ihrem Plan. Lächelnd dachte sie an die Warnungen der

Kronlachners.

Nun galt es, das schwerste Stück inAngriff zu nehmen: den Aufstieg

mit Skiern bis zum Hochplateau. Sie löste die Felle, die um

den Leib geschlungen waren, und befestigte sie an den Brettern.

Dann, nachdem sie sich vergewissert hatte, daß die Fangriemen

eingeschnappt waren, schob sie los. Es war dämmrig geworden.

Und gerade, als sie aus dem Wald zum freien Hang hinausglitt,

fing es an zu schneien. Ganz sachte zuerst. Die Flocken taten

dem erhitzten Gesicht gut. Wind kam auf. Er trieb ihr das Wasser

in die Augen. Sie zog ihre Schneebrille herunter, die einigermaßen

schützte. Der Schneefall wurde dichter. Sie wußte: Ich muß

mich immer aufwärts halten, dann werde ich irgendwie an den

Hohlweg kommen.

Langsam brach die Nacht herein. Karin schob die Schneebrille

hoch. Aus halbgeschlossenen Augen blinzelnd, tastete sie sich

Schritt für Schritt am Hang entlang. Auf einmal merkte sie, daß

es steil unter ihren Füßen wurde. Es mußte der Gegenhang sein,

der in den Hohlweg hineinfuhrte. Sie hoffte es jedenfalls. Das

Leuchtzifferblatt ihrer Uhr zeigte 18.00 Uhr. Nun ließ plötzlich

der Wind nach. Das Schneeflockengewirbel hörte auf, und sie


erkannte den steilen Hochweg, der zum Plateau hinaufführte.

Der richtige Zeitpunkt, eine Verschnaufpause einzulegen.

Sie überlegte sich, wie der Weg nun weitergehen mußte: Zunächst

am Rand des Hochplateaus die verfallene Hütte, daran

links vorbei, dann an den Pfosten des Viehzauns entlang auf eine

Waldgruppe zu, und zwischen diesen Bäumen bergan geradeaus.

Ganz genau sah sie den. Weg vor sich. So zog sie wieder

los, bergan steigend. Die Hütte war leicht zu finden. Die Pfahle

schauten gerade nochsoweit aus dem Schnee, daß sie als dunkle

Punkte auszumachen waren. Als sie die Baumgruppe erreichte,

setzte wieder dichtes Schneetreiben ein. Es fiel ihr immer

schwerer, sich zuorientieren. Bergauf halten –das ist wichtig,

dachte sie. Und sie versuchte, das Tempo zu steigern. Atemlos

geworden, erholte sie sichimWindschatten einer großen Fichte.

Zum erstenmal bedauerte sie es, nicht doch auf die Warnungen

der Kronlachners gehört zu haben. Aber zum Umkehren war es

zu spät.

Inzwischen wareskurz vorachtUhr geworden. Eigentlichkonn-

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te es nun nicht mehr weit sein. „Adlerspoint“ liegt in einem weiten,

freien Gelände am Hang. Die Hütte ist sonst schon vonweitem

zu sehen. Aber heute? Angestrengt blickte sie nach,vorn, ob

irgendwo im Schneetreiben ein Licht die Hütte anzeigen würde.

Aber so sehr sie auch indie Dunkelheit starrte, der unaufhörlichfallende

Schnee ließ nichts durch.Immer häufiger mußte sie

Pausen einlegen. Um sich zuberuhigen, summte sie Lieder vor

sich hin, die ihr gerade einfielen.

Als es neun Uhr geworden war, wußte sie, daß sie sich verirrt

hatte. Die aufkommende Angst machte sie nervös. Willkürlich

schlug sie eine andere Richtung ein. Es schneite und schneite.

Jetzt bereute sie, daß sie nicht doch ein Telegramm geschickt

hatte. Vielleicht wären ihr die Freunde von der Hütte entgegengekommen.

Sicher hätten sie das getan. Ihre Nervosität wuchs.

Nur nicht aufgeben, dachte sie. Und sie lief und stieg, stapfte

und glitt dahin. Plötzlich merkte sie, daß es bergab ging. Das

konnte nicht stimmen. Also kehrte sie wieder um und bewegte

sich bergauf. Immer häufiger wurden Pausen nötig. Erschöpft

stützte sie sich auf die Skistöcke. Die schwindende Kraft machte

sie immer unsicherer. Sie versuchte es mit Rufen und Schreien.

Der dichte Schneefall aber schluckte jeden Ton. Warum hatte

sie auch nicht auf die gehört, die doch Bescheid wußten, die

das Wetter kannten, die Landschaft, die Schwierigkeiten eines

solchen Aufstiegs? Die Selbstvorwürfe häuften sich.

In einer Baumgruppe machte sie Halt. Es war elf Uhr. Sie lehnte

sich aneine windschiefe Tanne und überlegte, was zutun sei.

Da waren noch die Streichhölzer und vielleicht ein Stück Papier.

Also ein Feuer in der Hoffnung, daß ...?Sie versuchte es. Das

Papier der Schokoladenumhüllung, ein paar alte Rechnungen,

die Briefe? Nein, die natürlich nicht. Schnell erlosch das aufflackernde

Feuer wieder, erstickt von der Dunkelheit, zugedeckt

vonden unaufhörlichfallenden Flocken. Wiesollten es auchdie

anderen sehen, wenn sie nicht wußten, daß da jemand zu ihnen

unterwegs war?

Inzwischen saßen sie in der Hütte zusammen. Es war ein Tag

gewesen mit herrlichen Skitouren. Nun brannte das Feuer im

Kamin, die Holzscheite knisterten und verbreiteten einen harzigen,

wohligen Geruch. Der Tiroler Rote tat sein Übriges, und

die Gespräche hatten jene Weite, die den Alltag vergessen

läßt. Pläne wurden geschmiedet für den kommenden Tag, für

die nächsten Skitouren. Der Kurs wurde überlegt für ein kleines

Skirennen. Und dann hatte der jüngste plötzlich eine Idee:

„Ich habe hier ein paar Raketen gefunden. Wahrscheinlich von

26


Silvester. Irgend jemand hat sie liegen lassen. Machen wir doch

ein Feuerwerk.“ –„Ein Feuerwerk –für wen?“ fragte einer.„Neujahr

ist doch vorbeil“ –„Für niemand“, sagte der jüngste, der

die Raketen gefunden hatte, „für die Nacht, für den Schnee, für

den Fuchs und die Hasen, für irgendemand.“ Lachend rannten

sie nach draußen und brannten die Raketen ab. Viele waren es

nicht. Drei Stück. Zischend zogen die Raketen nach oben. Ihr

Licht zeigte, wie dicht der Schnee fiel. Als es wieder erloschen

war, schien es allen, als sei die Nacht noch dunkler als zuvor.

Bei der ersten Rakete hatte Karin nochgemeint, es sei Einbildung

gewesen. Ein Wunschtraum, den ihre Phantasie ihr vorgespiegelt

hatte. Aber als dann das zweite und dritte Licht die Dunkelheit

aufriß, da wußte sie: Dort ist die Hütte. Dort ist die Rettung. Und

den Blick starr auf jene Stelle gerichtet, wo das Licht erloschen

war, spurte sie los.

In der Hütte war das Spiel mit den Raketen fast vergessen. Der

neue Schneefall hatte Begeisterung ausgelöst. Pulverschnee

auf allen Hängen –das war genau das, was sie sich gewünscht

hatten. Pläne wurden umgeworfen, Skiwanderungen vorbereitet,

über die notwendige Ausrüstung diskutiert –daklopfte es

plötzlich zweimal an die Tür. Sie meinten, sie hätten sich verhört

oder irgendeiner treibe einen Scherz. Aber einer, der der

Tür am nächsten saß, stand doch auf: „Mal nachsehen, welcher

Berggeist sich daankündigt“ Und er trat zur Tür, schob den Riegel

zurück, öffnete und sprang zur Seite, weil eine verschneite

Gestalt vor ihm in die geöffnete Tür zu Boden stürzte. Das war

wie ein Signal. Sie rannten nach der Tür: „Karin, wo kommst du

her?“ –„Wiekonntest du da durchkommen?“ –„Wiehast du das

bloß geschafft?“

Später, als sie alle ihre Lebensgeister wieder beisammen hatte,

erzählte sie. Sie ließ nichts aus, weder ihre trotzige Reaktion gegenüber

den Kronlachners noch die Hoffnungslosigkeit, in der

sie sich fast aufgegeben hatte. „Wenn ihr nicht gewesen wärt,

dann ...“Sie vollendete den Satz nicht. Aber jeder wußte, was

dann aus ihr geworden wäre.

„Glück gehabt“, sagte jemand vom Kaminfeuer her. „Glück?“

fragte einer. „Glaubst du, daß das ein Zufall war mit den Raketen?“

„Ich glaube nicht, daß es ein Zufall war“, sagte Karin leise.

Draußen schneite es weiter. Unaufliörlich. Es schneite drei Tage

und Nächte. Im Wetterbericht hieß es: Ein Kälteeinbruch. Die

Lawinendienste warnten. Die Zeitungen schrieben von abgeschnittenen

Dörfern und Hütten.

Die Heiligen Drei Könige

Im Weihnachtsevangelium nach Matthäus sind die „Weisen aus

dem Morgenland“ erwähnt, die zur Anbetung des Jesuskindes

gekommen sind und ihre Gaben darbringen.

Seit dem 5. Jahrhundert sind aus den Weisen Drei Könige geworden,

denen spätere Legenden, etwa im6.Jahrhundert, auch

Namen gaben. Sie hıeßen vonnun an Caspar,Melchior und Baltasar.

So leben sie auch heute noch inder Weihnachtsgeschichte und

den Krippenspielen fort. Die Anschauung, nach der einer der

drei, meist Caspar,ein Mohr sei, verbreitete sicherstim14. Jahrhundert.

Da die Ankunft der Heiligen Drei Könige als ein erstes Zeichen

der Gottesherrlichkeıt von Gottes Sohn verstanden wurde, feierte

die urchristliche Kircheden 6. Januar als „Tag der Erscheinung

des Herrn“. ln der Kirche des Mittelalters wurde daraus –eigentlich

ein Mißverständnıs –der „Dreikönigstag“.

Rainald von Dassel, Erzbischof von Köln, brachte 1164 für den

Kölner Dom aus Mailand Heiligenleiber mit, die man für die

Gebeine der Heiligen Drei Könige hielt. Für die Gebeine wurde

ein kostbarer, reich verzierter Schrein gearbeitet, der heute noch

im Kölner Dom zu sehen ist.

Der Kölner Dreikönigsschrein wurde das Zeichen der Dreikönigsverehrung

in Deutschland.

Wie wichtig die Heiligen Drei Könige in der christlichen Kirche

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des Mittelalters waren, geht schon aus den zahlreichen Darstellungen

beruhmter Maler hervor.

Mit dem Dreikönigstag wird vielerorts heute das Ende des jährlichen

Weihnachtsfestes begangen. An diesem Tage wird der

Tannenbaum „geplündert“, und die 12 Rauhnächte finden ihren

Schluß.

Von den im Mittelalter üblichen Dreikönigsspielen blieben lediglich

die „Sternsinger“ übrig, die am Dreikönigstag oder am

Vorabend singend in bunten Phantasiegewändern von Haus zu

Haus ziehen und für ihre in den Liedern verpackten guten Wünsche

kleine Gaben entgegennehmen.

In katholischen Gegenden schreibt man noch neute die drei

Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen Drei Könige über

Haus und Stallungen, um Unglück vom Haus fernzuhalten.

CMB

Caspar, Melchior, Balthasar,

behütet uns auch dieses Jahr.

VorFeuer und vorWassersg’fahr.

Wasserweihe in Griechenland

Ursprünglich feierten auch die Griechen ihr Weihnachtsfest am

6./7. Januar. Heute wird es zwar wie im restlichen Europa am

25. Dezember gefeiert, ist aber kein sehr wichtiges Fest. Wichtiger

ist Neujahr und das Erscheinungsfest am 6. Ianuar, andem

die Taufe Jesu gefeiert wird. An diesem Tagwerden die Gewässer

geweiht, indem man das Kreuz aus der Kirche hineintaucht.

28

Die ganze Gemeinde zieht zum nächsten Fluss oder zum Meer,

und der Pope wirft das Kreuz hinein. Junge Männer aus der Gemeinde

tauchen dann danach und holen es wieder herauf. In

Gemeinden, die weder einen Fluss noch das Meer in der Nähe

haben, findet diese Zeremonie auch schon einmal im örtlichen

Schwimmbad statt. Auch dasTaufwasser und Weihwasser für das

kommende Iahr werden an diesem Taggeweiht.

...„wohl zu der halben Nacht“

Wir hatten gerade ein wenig Tritt gefaßt in unserer durch die

Deportation in die UdSSR so plötzlich veränderten Situation, da

kam Weihnachten auf uns zu. Nicht, daß wir Zeit gehabt hätten,

den Gedanken an Weihnachten lange nachzugehen, dafür

stand die Notwendigkeit, mit dem so abrupt veränderten Leben

fertig zu werden, zu sehr im Vordergrund. Bäume waren zufällen,

Holz zu hacken, damit wir ein warmes Zimmer hätten und

auch eine warme Mahlzeit. Wasser war heranzuschaffen aus

dem kleinen See, der sich mitten auf unserer Insel im Seliger See

befand, durch den die Wolga fließt. ln die großen gemauerten

Öfen mußten am Abend fast meterlange Holzscheite eingelegt

werden, damit sie über Nacht austrockneten und vom Lockfeuer

aus Späne und Tannenzapfen erfaßt werden konnten.

Anfang Dezember fror der See zu. Da waren wir für die nächsten

Tage, vielleicht Wochen, von aller Welt abgeschnitten und

fiírchteten uns vor der Verbindungslosigkeit mit der Außenwelt.

Nun war mit uns eine hochschwangere Frau auf die Insel ge-


kommen, die noch vor dem Zufrieren des Sees ins Krankenhaus

nachMoskau transportiert werden mußte. Wirnahmen uns ihrer

sechsjährigen Tochter an, die unsere ganze Familie mit den aus

dem Zug mitgebrachten Läusen beglückte, so daß wir alle mit

einem kerosingetränkten weißen Turban herumliefen, um diese

Tierchen wieder loszuwerden.

Ein paar Tage vor Weihnachten war ich einmal durch den Wald

geschlendert, so im Bogen um das Institut herum, an der Poliklinik

vorbei, an zwei Holzschuppen entlang, in die mich die

Neugier trieb. Zwei Fässer standen darin mit verwischter, aber

anscheinend deutscher Aufschrift, jedenfalls waren es keine kyrillischen

Buchstaben. Ich wußte, daß die Insel vor noch nicht

langer Zeit umkämpft gewesen war. Ich kam an zwei Gräbern

vorbei, deren Holzkreuze umgefallen, die Namen nicht mehr

zu entziffern waren. „Wofür liegt ihr nun hier?“ hing ich meinen

Gedanken nach und kehrte zum Schuppen und zu den Fässern

zurück. In der Dämmerung konnte ich mühsam noch erkennen:

Lebertran.

Gerade richtig für unsere vielen Kinder, deren Ernährung uns

ohnehin Sorge machte.

Vom Inseldirektor bekamen wir den Lebertran, genau am Heiligen

Abend, und verteilten ihn an die Kleinkinder, einen halben

Liter für jedes Kind. Die Russen hatten Nüsse spendiert, die auch

verteilt werden mußten.

Mit dem Ruf „Riba ni nada wam?“ (Brauchen Sie keinen Fisch?)

hatte uns ein Russe für einen Teller Suppe und ein paar Rubel am

Vorabend einen geräucherten Lachs gebracht. Ein Festessen. Er

wurde auf einer schönen runden, für ihn eigens zurechtgesägten

Baumscheibe serviert, dazu Brot, aus dem wir durch Rösten das

Wasser vertrieben hatten. –Mit angeräucherten Tannenzweigen

zauberten wir Weihnachtsstimmung ins Zimmer. Unter dem

eben geschlagenen Baum brannten in kleinen Schälchen Kerosinlichter,

Kerzen hatten wir nicht. Die Kinder freuten sich ihrer

vom Vater selbstgebastelten Spielsachen. Wir waren todmüde,

aber glücklich des Zusammenseins.

Kurz vor Mitternacht klopfte es an unsere Fensterläden. Ich ahnte,

was kommen sollte. „Meine Frau hat solche Schmerzen, können

Sie nicht mal kommen?“ –Natürlich konnte ich, ich mußte

es ja. „Mitten im kalten Winter, wohl zuder halben Nacht ...“

dachte ich und zog mir die Wattejacke und die Filzstiefel an,

ging rüber ins Holzhaus.

Da stand ich nun vor dem Bett der werdenden Mutter, die Mü-

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digkeit war verflogen, ich war wieder hellwach und sah mich

um. Nichts, aber auch gar nichts war vorbereitet für das zu erwartende

Kind. Warmes Wasser? Der Ofen war aus. Die Nachbarn

schliefen, sie hörten unser Klopfen nicht. Wo wareigentlich

das Bettchen für das Kind? Oder wenigstens ein Ersatz?

Während sie wehte und preßte, schickte ich ihren Mann, der so

hilflos dabeistand, fort, hinüber zu dem meinen mit der Bitte,

unseren Holzkorb auszuleeren, ihn so gut es ging sauberzumachen,

ein altes Laken hineinzugeben, den Rest Kölnisch Wasser

mitzubringen und die große Schere, den Topf mit warmem Wasser,der

nochinder Küche auf dem Herd stehen müsse. Es dauerte

nicht lange und mein Mann kam, brachte alles rnit, auch den

„Vater“ (der noch keiner war), der aber wenigstens beim Tragen

helfen konnte. Mein Mann entfernte sich zwar schnell wieder,

ich bat ihn, auch den anderen gleich wieder mitzunehmen.

Es ging nun sehr schnell. Die Wehen wurden immer heftiger, sie

preßte und das Kind war da. Ein Mädchen. Da lag nun dieses

kleine Etwas, verschmiert und blutig, und schrie. Mir zitterten

die Knie. Die Mutter durfte meine Erregung nicht merken; es

war anmir, ihr ein gewisses Gefühl der Sicherheit zu geben.

Die Nachgeburt mußte vollständig sein, das wußte ich. Ich half

nach, massierte den Bauch –nein, zuerst das Kind versorgen.

Die Ligaturen hatte ichsäuberlichhingekriegt, mit dem Rest KölnischWasser

rieb ich die Schere ab -das Herz schlug mir bis zi/

um Hals vordem Durchtrennen der Nabelschnur.„Diese Verantwortung“,

dachte ich, wie konnte ichmir eine solche Verantwortung

aufbürden, nein, wie konnte ich sie mir aufbürden lassen?!

„Schneid zu“, sagte ich mir, „es muß doch sein.“

In dem Moment tat sich die Tür auf und herein kam unsere Inselärztin,

24 Jahre jung, Valentina Leontina –mein Mann hatte sie

gefunden –, ichhätte sie umarmen können. Ein Mensch, der nun

die Verantwortung mit mir trug. „Gut haben Sie das gemacht,

wunderbar – kakaja krassiwaja dewuschkal!“ Dabei war das

Kind wirklich nicht schön, zumindest nicht in dem armseligen

Zustand, in dem es da lag. Aber wir wuschen es, wickelten es

auf russische Art wie eine kleine Mumie, die Arme fest an den

kleinen Körper gepackt. –Ich warwie erlöst, fiel richtig innerlich

in mich zusammen, nachdem die Anspannung vorüber war. –

Während sichValentina der Mutter annahm, legte ich das Kind

nicht in eine Krippe, sondern in unseren notdürftig gesäuberten

Holzkorb.

Es war 4Uhr morgens, als ich durch die eiskalte Nacht nach

Hause ging, kein weiter Weg, eben nur am Waldrand entlang.

Ich sah den klaren, tiefblauen Himmel über mir und die leuchtenden

Sterne und hatte das Gefühl, daß alles gutgegangen war

–das beglückte.

Der Frost war grimmig, die hohen Fichten knarrten. Ich

hatte das nochnie erlebt, daß Bäume in großer Kälte solche Laute

von sich geben, es war wie ein Stöhnen. Es war nicht die Last

des gefrorenen Schnees auf den Zweigen, die Fasern der Äste

und Stämme waren es, zwischen denen die Feuchtigkeit gefror,

sich ausdehnte und damit die Fasern auseinanderpreßte. Es war,

als könnte man die Bäume sprechen hören.

Was sprachen wohl die Bäume in dieser Nacht, die wir die Heilige

nennen? –Ich glaube, sie raunten mir zu, daß es richtig

gewesen war, dem Gebot der Stunde zu gehorchen, mein Möglichstes

zu geben, nicht Zweifel zu haben, ob die Verantwortung

zumutbar und tragbar war ineiner solchen Situation.

Das Kind nannten sie Christa, und es gedieh prächtig.

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Ein weihnachtliches Jugenderlebnis

Winter 1942/43. Der Frost hatte unsere Region fest im Griff und

wir Buben den letzten Schultag vor den Weihnachtsferien gerade

hinter uns gebracht. Lärmend und voller Übermut stürmten

wir aus dem Schulhaus. Beim Verlassen des Schulhofs rief mir

ein Klassenkamerad zu: „Der untere Kohlbachweiher ist dickzugefroren

und heute Nachmittag gehen wir zum Schlittschuhlaufen

hin. Wenn Du mitkommen willst, wir treffen uns um zwei an

der alten Kiesgrube.“ Die besagte alte Kiesgrube wurde zu dieser

Zeit bereits als Schuttabladeplatz benutzt und war uns Buben,

sehr zum Leidwesen unserer Eltern, wohlbekannt. Konnten wir

dort doch immer noch etwas Brauchbares finden.

Zur vereinbarten Zeit fand ich mich dort ein, und mit einem

halben Dutzend Kameraden aus meiner Klasse stolperte ich

dann, mit den bereits angeschraubten Schlittschuhen, auf einem

schmalen Waldpfad in Richtung Kohlbachtal. Dort waren 1892

zwei Stauweiher zur Wasserversorgung der Grube Göttelborn

angelegt worden. Während des Ersten Weltkrieges wurde an

dem größten der Weiher ein Darnpfkraftwerk errichtet, und in

der Zeit, aus der meine Geschichte stammt, wurde ein neues

Kraftwerk hier errichtet, welches das größte im Saarrevier werden

sollte.

Von weitem hörten wir schon das Rattern der Niethämrner und

das Kreischen der Winden auf der Großbaustelle. Als wir den

Hochwald verlassen hatten und die Büsche und Sträucher zurücktraten,

standen wir plötzlich vor zwei tiefen Gräben. Die

ausgehobenen Erdmasserrwaren beiderseits aufgeschüttet und

in den Gräben waren Arbeiter damit beschäftigt, die über einen

Meter dicken Stahlrohre zu den neuen Kühltürmen zu verlegen.

Elektroschweißer Verbanden die eingebrachten Rohrstücke. Wir

standen vor einem schier unüberwindlichen Hindernis. Da gewahrten

wir etwas unterhalb mehrere dicke Holzbohlen, die

wie ein Steg über die Gräben gelegt waren. Über diese „Brücke“

turnten wir auf die Gegenseite. Ich war der letzte, der hinüberging.

Interessiert blickte auf das Geschehen in dem Graben. Ostarbeiter,

wir bezeichneten sie nur kurz als Russen, waren damit

beschäftigt, noch restliche Erdarbeiten auszuführen, damit die

dicken Rohre besser fluchteten.

Da sah ich etwas, was mich den ganzen Nachmittag beschäftigen

und nicht mehr loslassen sollte. Eine junge Russin stand

auf der Grabensohle und mühte sich, mit einer Schaufel zähen

Lehmboden, den ein Landsmann mit einer Spitzhacke gelost

Ich

bin

der Neue!

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hatte, zur Seite zu räumen. Er half ihr dabei, so gut es ging. Um

die Schultern hatte die junge, in Lumpen gehüllte Frau ein Tuch

geschlungen, in das sie ein neugeborenes Kind eingewickelt.

hatte. Sie blickte hoch und sah mich wie angewurzelt dastehen.

Sie sah bittend auf meine Jackentaschen, wohl mit dem Gedanken,

dass ich darin etwas Essbares haben könnte. Mit einem

Achselzucken klopfte ich auf meine leeren Taschen und ich

glaubte ein Lächeln in ihren Augen zu erkennen. Ich deutete es

als Beweis dafür, dass sie mich verstanden hätte und bedauerte,

ihr nichts geben zu können.

Ich folgte meinen Kameraden auf die Eisfläche, wo diese bereits

ihre Kreise zogen. Das Gesehene ließ mich nicht los. Als wir bei

Einbruch der Dämmerung auf dem Nachhauseweg wieder an

der Stelle vorbei kamen, lag dieser Teil der Baustelle verlassen

da. Ihre Schaufel und die Spitzhacke waren an die Grabenwand

gelehnt. Sogar in der Nacht verfolgte mich das Bild von der jungen

Mutter und ihrem Kind, und ich zog Vergleiche zu der heiligen

Familie im Stall zu Bethlehem. Wieviel besser hatte sie es

gegenüber dieser heimatlosen Frau und ihrem in der Fremde, in

einer Lagerbaracke geborenen Kind gehabt. Es lag auf Heu und

Stroh in einer Krippe und baumelte nicht in einem Tuch am Körper

seiner Mutter, die ohnedies noch schwere Arbeit. verrichten

musste.

Am folgenden Morgen ging ichwieder zu der Kraftwerksbaustelle,

diesmal allein. In meinen Hosen- und Jackentaschen befan-

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den sich rohe Kartoffeln und ein heimlich zuHause gemachtes

Butterbrot. Als ich zuder Stelle kam, wo ich die junge Frau gesehen

hatte, war ich enttäuscht, denn sie war nicht da. Aber der

junge Russe, den ich als den Vater des Kindes erkannt zu haben

glaubte, war anwesend. Ich übergab ihm das Mitgebrachte und

sagte zu ihm: „Für Mattka.“ Er begriff und deutete in Richtung

der Lagerbaracken, bedankte sich und steckte die Sachen weg.

Einer der Elektroschweißer hatte uns hinter seinem Schutzschild

beobachtet. Er sagte zu mit ich solle verschwinden und mich

nie wieder hier sehen lassen. Als Hitlerjunge müsste ich wissen,

dass es verboten sei, den Russen etwas zum Essen zu geben,

denn die würden im Lager ausreichend versorgt. In Gedanken

versunken trat ich den Heimweg an. Ich habe mich oft gefragt,

was wohl aus dem kleinen Erdenbürger wurde, der in einer Lagerbaracke,

hinter Stacheldraht geboren wurde.

Drei Jahre später, der Krieg war vorbei, begann ich indiesem

Kraftwerk eine berufliche Tätigkeit, die ich nach 43Jahren 1988

auch hier beendete. Als ich meine erste Schicht verfuhr, standen

einige der Lagerbaracken noch, und wenn ich sie betrat, glaubte

ichnocheinen Hauchdes damaligen Lebens darin zu verspüren.

Weihnachten zu Haus

Jahrzehnte sind seit diese Zeit ins Land gezogen, doch die Erinnerung

daran ist bisher nicht verblasst. Es handelt sichumeinen

emotionalen Vorgang, der unvergessen bleibt und mit meiner

Heimkehr 1948 im Zusammenhang steht.

Im Februar 1945 lag ich für zwei Vochen im Lazarett, nachdem

ich beim Rückmarsch von Warschau von einer Haubitze überfahren

worden war und meine Beine lädiert waren. Ich sollte

ohne Genesungsurlaub entlassen werden, denn um diese Zeit

suchte man überall nach „Reserven“ für die Front. Ich wollte

aber unbedingt noch einmal nach Hause, weil mein letzter Urlaub

schon weit zurückgelegen hatte. Es gab nur noch die Möglichkeit,

Heimaturlaub zu nehmen. Mein Betreuungsoffizıer im

Lazarett zeigte sich großzügig und bewilligte mir dafür vierzehn

Tage, auch vermutlich deshalb, weil er dem Soldbuch entnehmen

konnte, dass ich lange nicht daheim gewesen war.

Meine Verlobte und ichorganisierten kurzfristig alle nötigen Vorkehrungen

für eine Kriegstrauung, die dann am 24. Februar 1945

im kleinen Kreis (meistens Frauen, denn die Männer waren an

der Front) vollzogen wurde. Aber uns blieben nur sieben „Flittertage“.

Dann musste ich wieder schweren Herzens abziehen.

Der Abschied fiel mir diesmal sehr schwer.Ich kam nicht zu den

„Seelower Höhen“, die damals schon mächtig umkämpft wurden,

sondern musste mich inder Kaserne in Neubrandenburg

zurückmelden. Nur wenige Tage vergingen und wir zogen zur

„Verteidigung der Heimat“ an die Oder bei Stettin. Das Drama

neigte sich auch dort bald seinem Ende zu, und ich geriet in sowjetische

Gefangenschaft in der Nähe von Pasewalk. Diese Gefangenschaft

sei nur in Schwerpunkten erwähnt, weil das sonst

diesen Rahmen sprengen würde.

1945/46 arbeiteten wir im Wald bei Tharau in Ostpreußen und

haben dort eine riesige Schneise geschlagen. Die Grenze zwischen

Polen und der UdSSR wurde markiert. Die erste Gefangenschaftsweihnacht

verbrachten wir in einem Kuhstall, der auf

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einem verlassenen Gehöft unsere Unterkunft war, ohne Baum

und Kerzen und ohne Nachricht von den Angehörigen.

Die zweite Station war Minsk, aber außerhalb der Stadt, wo wir

in einem Erdbunker hausten und damit beschäftigt waren, Überdachungen

für Panzer an einem grossen Panzerübungsplatz zu

bauen.

Die dritte Station war Kisel im Nordural, wo Kohlebergwerke

waren und wir teils über Tage und teils unter Tage arbeiten mussten,

je nach körperlicher Verfassung. Die Kälte, der ewige Hunger,

die Unterkünfte ständig voll Wanzen haben alle Gedanken

an Weihnachten unterdrückt. Es war alles unglaublich primitiv.

Unsere Gedanken waren zwar zu Hause, aber in erster Linie

richtete sich unsere Aufmerksamkeit auf Dinge, die die körperlich

Existenz sichern halfen –Essen!

Wo sich eine Möglichkeit bot, etwas Essbares zu stehlen, wurde

sie wahrgenommen, zum Beispiel bei der Arbeit in Vorratsbunkern

(dabei wurden auch rohe Kartoffeln nicht verschmäht).

Nachdem nun schon Jahre vergangen waren, hatten wir mehr

oder weniger den Gedanken an eine Rückkehr nach Deutschland

in den Hintergrund gedrängt. Es kam vor, dass manchmal

einer „durchdrehte“, besonders dann, wenn schlechte Nachrichtenaus

der Heimat eingetroffen waren.

Schließlich kam dann doch der Tag, wo Namen imLager aufgerufen

wurden, die Aufgerufenen andere Kleidung bekamen

und Holzschuhe angepasst wurden. Das war für mich Anfang

Dezember 1948. Auf Lastwagen hockend schaffte man uns

zum Bahnhof Kisel. Es war wieder bitter kalt, meterhoch lag der

Schnee am Straßenrand. Auf diesem Bahnhof, der eigentlich die

einzige Verbindung zur Außenwelt ermöglicht, hatten wir oftmals

Schnee schaufeln müssen, damit die Gleise befahrbar blieben.

Aber diesmal war alles anders. Der Bahnhof schien doch

zum Abschiedsort zu werden. Die Viehwagen, die uns aufnahmen,

hatten keinen Stacheldraht vor den Luken, die Türen wurden

nicht verschlossen und auf den Waggonplattformen standen

keine Bewacher mit Maschinenpistolen. Im Wageninneren war

sogar Heizmöglichkeit, und wir waren nicht mehr so zusammengezwängt.

Am 2. Dezember setzte sich der Zug in Bewegung –und fuhr

und fuhr! Überall war die Landschaft tief verschneit. Man sah

Weit und breit keinen Menschen. Als Verpflegung hatten wir

im Waggon mehrere Säcke mit Trockenbrot, das von Zeit zu

Zeit (durch Häufchenbildung) auf die Insassen aufgeteilt wurde,

wobei alle mit Argusaugen darüber wachten, dass kein Krü-

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wünscht

frohe

Weihnachten

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mel verloren ging. Bei der Rüttelei während der Fahrt war das

manchmal nicht so einfach, weil bei stärkeren Stößen alles wieder

durcheinander rutschte. Dann begann alles wieder vonvorn.

Von Zeit zu Zeit blieben wir auf der Strecke stehen. Dann gab

es meistens eine warme Suppe oder auch Wasser zum Trinken.

Von Kisel bis Moskau brauchte der Zug neun Tage, eine Strecke

von 2000 Kilometern.

An meinem 29. Geburtstag standen wir am nördlichen Stadtrand

vonMoskau auf einem Abstellgleis. Es lagen’ nocheinmal 2000

Kilometer vor uns. Nach weiteren sieben Tagen trafen wir dann

in Brest-Litowsk ein. Hier mussten wir den Zug verlassen. Es ging

zum letzten Mal in die Entlausung. Aber dieser Aufenthalt diente

nicht nur der Körperreinigung und der Ungeziefervernichtung,

sondern hier wurden wir auch alles los, was wir in der Zeit so

als kleine Erinnerungen gesammelt hatten, einschließlich aller

Aufzeichnungen. Was man nicht mehr im Kopf hatte, war verloren.

Schließlich erfolgte eine nochmalige „Körperbesichtiung“.

Es sollten keine ehemaligen SS-Angehörige durchschlüpfen.

Tatsächlich mussten einige wieder den Rückweg antreten. Aber

die meisten Heimkehrer bestiegen einen anderen Zug, diesmal

mit Normalspur, und am 18. Dezember 1948, nach 16Tagen

Bahnfahrt, betraten wir in Kronenfelde bei Frankfurt/ t/Oder


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deutschen Boden. Nun bestand die berechtigte Hoffnung, das

Weihnachtsfest wieder in der Familie verbringen zu können. Wir

bekamen eine „Spawka“. Das Dokument, das ich heute noch

habe, brachte auf Russisch und Deutsch zum Ausdruck: Heimkehrer

auf dem Weg zum Heimatort.

In der Entlassungsstelle erhielten wir Verpflegung: Ein ganzes

deutsches Brot und eine Schlackwurst sowie etwas Margarine.

Im vorhandenen Speisesaal konnte man sich niederlassen und

etwas essen. „Muckefuck“ stand auch zur Verfügung. Von dieser

Möglichkeit machte ich Gebrauch. Ich habe gegessen und

gegessen, bis alles verzehrt war. Das Gefühl danach war herrlich.

Vonder Tatsache, einmal ein ganzes Brot für mich allein zu

haben, hatte ich während der Gefangenschaft oftmals geträumt.

Nun hatte ich alles verzehrt, aber war immer noch nicht satt.

Das behagliche Gefühl der Sättigung hatte ich völlig verloren.

Nach dieser „Speisung“ verließ ich den Saal. Es war andiesem

Abend eigenartig. Alle, die mit mir heimgekehrt waren, verließen

diesen Ort, ohne sich zuverabschieden. Sie waren wahrscheinlich

mit ihren Gedanken schon bei ihren Angehörigen.

Mein Wegführtezum Bahnhof, der bequem zu Fuß zu erreichen

war. Ungewohnt war das schon, einfach sodahinzuschreiten,

ohne eine Bewachung! Daran musste ich mich nun erst gewöhnen.

Nach kurzer Wartezeit auf dem Bahnhof rollte ein Zug in

Richtung Berlin ein. Alles war sosparsam beleuchtet, auch der

Zug war völlig dunkel und sehr voll. Es war unschwer festzustellen,

dass ein „Hamsterzug“ eingefahren war, in dem viele Leute

saßen, die auf dem Lande Esswaren eingetauscht hatten. Ich tastete

michinden Zug hinein, überall stand Gepäck. Plötzlichzog

mich eine junge Frau auf einen Sitzplatz. Es war jazuerkennen,

woher ich kam. Als ich saß, holte sie ein Päckchen hervor und

übergab mir zwei dickmit Wurst belegte Schnitten. Voller Dankbarkeit

machte ich mich darüber her und verzehrte sie sofort. Es

war ein gutes Gefühl, so voll zu sein.

Als ich inBerlin ankam, war esschon Mitternacht. Die S-Bahnen

fuhren noch und ich kam ungehindert zu meinem Wohnort.

Meine Eltern wohnten in der Nähe des Bahnhofs und dort

klopfte ichzuerst an. Wirhatten uns fast vier Jahre nicht gesehen

und die Freude war natürlich riesig, als ich vor der Tür stand.

Alle waren sofort wach und eswurde erzählt und erzählt. Die

Zeit verging. Meine Mutter legte ein Brot auf den Tisch und Aufstrich

mit Zucker dazu. Ich aßeine Schnitte nach der anderen,

bis auch dieses Brot verzehrt war.

Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, dass ein

Mensch insokurzer Zeit so viel in sich hineinstopfen kann. Ich

hatte keine Hemmungen, und mir ist auch alles bekommen!

Bei der Erzählerei wurde ich müde, denn ich hatte ja tagelang

nicht geschlafen. So habe ich mich inein Bett meiner Eltern

gelegt und wie ein „Toter“ geschlafen, in einem richtigen Bett,

ohne Wanzen und Läuse. Es war wunderbar!

Als ichamnächsten Vormittag erwachte, stand meine Angetraute

am Bett und strahlte mich an. Es war wie in einem Traum! Alles

kam mit einem Male auf mich zu: Essen, Frau im Arm und alles

ringsum so sauber und ordentlich. Tage später warWeihnachten

mit einem richtigen Baum und Kerzen. Es war überall Ruhe und

Frieden in schönen geheizten Zimmern. Die weihnachtliche Atmosphäre,

das Zusammensein mit meiner Frau nach der langen

Zeit war für mich das schönste Geschenk, das mir widerfahren

ist. Das bleibt unvergesslich!

34


Die Überraschung im Stall

Das erste, was Petter am Morgen des Heiligen Abends tat, war,

daß ermit Kristin zu den Hühnern ging. Die Sonne schien klar

vom Himmel, und es war herrliches Weihnachtswetter.

„Frohe Weihnachten, meine Hühnchen!“ rief Kristin zärtlichund

vergnügt. „Frohe Weihnachten! Denn heute ist Heiligabend, das

wißt ihr doch. Und darum kriegt ihr heute extra gutes Futter.“

Sie streute dem Federvieh ein paar Handvoll Körner hin. Gackernd

und gierig kamen die Hühner herbeigestürzt, denn Korn

bekamen sie nicht alle Tage.

Onkel Johann kam mit einem ganzen Laib Brot in den Stall. Er

brach das Brot in zwei Teile und gab Blesse die eine und Grauchen

die andere Hälfte.

„Frohe Weihnachten, Blesse. Da, ‚friß!“ sagte er.„Und du, Grauchen,

kriegst auch etwas. Es ist Mutters bestes Weihnachtsbrot,

und das will etwas heißen.“

Dann klopfte er ihnen die Hälse, und beide Pferde drehten sich

um und sahen ihn an.

„Aha, da ist ja auch Petter“, fuhr Onkel Johann fort. „Anders

und Anna-Maja suchen dich. Sie wollen den Weihnachtsbaum

schmücken.“ „Ja, ich gehe gleich zuihnen“, sagte Petter, „ich

wollte nur zugucken, wie die Tiere ihr Weihnachtsfutter bekommen.“

„Na, und hier kommt ja auch Gustav mit dem besten Heu von

derkleinen Wiese“, sagte Onkel Iohann. „Das wird euchschmecken,

was?“ fuhr er fort, zu den Tieren gewandt.

„Sie müssen doch auch merken, daß Weihnachten ist“, sagte

Gustav.

„Frohe Weihnachten, ihr lieben Tiere!“ sagte Kristin. „Frohe

Weihnachten, Maj-Rose und Goldstern und euch allen!“

Eine Weile später stand Petter mit Anders und Anna-Maja in

der großen Stube vor der Tanne. Behutsam schmückten sie den

Baum, während sie über Petters Vater sprachen.

„Was meinst du denn, wann er kommen wird?“ fragte Anna-Maja.

„Das weiß ich nicht“, sagte Petter. „Es hängt davon ab, wann der

Forstmeister ihm frei gibt.

Und wenn er heute nun überhaupt nicht kommt?“

„Jetzt ist schon der halbe Nachmittag vergangen“, klagte Petter,

„und Papa ist immer noch nicht da.“

„Aber bis zum Abend ist es noch lange hin“, tröstete Gustav.

Petter sah ganz verzweifelt aus.

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„Wenn Papa nicht kommt, ist es kein richtiges Weihnachtsfest“,

sagte er.

Gustav sah ihn besorgt an.

„Du, Petter“, sagte er ablenkend, „Anna-Majas Schränkchen ist

fast trocken. Aber ich glaube trotzdem nicht, daß du es einwickeln

kannst.

Das Papier würde daran kleben bleiben.“

Als Antwort nickte Petter nur zerstreut. Er dachte an seinen Vater,

und Anna-Majas Weihnachtsgeschenk interessierte ihn im Augenblick

wenig.

Bald war esZeit für das Abendbrot. Sie wollten gemeinsam in

der großen Stube essen, Großmutter, Onkel Iohann und Tante

Selma, die Mutter, alle Kinder und natürlich auch Gustav und

Kristin. Alle trugen ihre besten Sachen und hatten feierliche Gesichter.Von

der Küche kam Tante Selma mit einer großen Schüssel

voll Grütze herein.

„Jetzt können wir nicht länger mit dem Essen warten“, sagte sie

bedauernd. „Es ist gleich sieben Uhr.“

Onkel Johann half Großmutter aus ihrem Sessel und führte sie

an den Tisch. Und dann setzten sich alle. Tante Selma reichte


erst der Großmutter und dann der Mutter den Brotkorb. Und in

diesem Augenblick hörte Petter ein Geräusch.

„Pst! Still!“ rief er aufgeregt.

Und da hörten sie alle ein Poltern auf dem Flur.

Wie ein Wiesel glitt Petter vom Stuhl, lief um den Tisch herum

und stürzte zur Tür. Als er sie aufriß, stand der Vater in seinem

dicken Autopelz davor.

„Frohe Weihnachten allerseits!“ rief er. „Frohe Weihnachten,

Petter! Und frohe Weihnachten dem ganzen Haus!“

Und jetzt begann für Petter endlich der Heilige Abend.

Auch die Mutter war aufgesprungen und auf den Vater zugelaufen.

Er streichelte ihr liebevoll die Wange.

„Ein frohes Weihnachtsfest, mein Liebes“, sagte er.

Dann ging er auf den Flur hinaus und zog sich den dicken Pelz

aus. Und als er wieder in die Stube trat, machte er die Runde,

begrüßte Großmutter und schüttelte allen anderen die Hand.

„Na, das freut uns, daß du doch noch gekommen bist“, sagte

Onkel Johann. „Aber ich habe gar kein Auto gehört.“

„Ich bin ja auch nicht damit gekommen“, antwortete der Vater

und streichelte Großmutters Hand. „Nein, das sollte auf dem

Gut bleiben, so hat es der Forstmeister bestimmt. Ich habe den

Zug zur Stadt genommen, und da traf ich einen Bauern, der in

diese Gegend wollte. Es war ein netter Kerl, und er hat mich ein

gutes Stück mitgenommen. Ja, ermachte meinetwegen sogar einen

kleinen Umweg, damit ich nicht so weit zu gehen brauchte.

An der Wegkreuzung bin ich abgestiegen und das letzte Ende

gewandert.“

„So, nun setz dich erst mal und greif zu“, sagte Tante Selma.

Und dann aßen alle, und endlich, endlich konnte die Weihnachtsfeier

beginnen. Der Tisch wurde abgeräumt und in der

Küche das Geschirr gespült. Als sie alle wieder in der Stube waren,

setzte sich Tante Selma an das kleine Harmonium, das in

der Ecke stand, und spielte ein Weihnachtslied. Die Kerzen am

Baum brannten, und darunter standen drei bunte Teller, einer für

Anders, einer für Anna-Maja und einer für Petter: Pfefferkuchen

und Nüsse, Apfel und Bonbons. Und dazu zwei etwas unförmig

geratene Ferkelchen aus Pfefferkuchen die Anna-Maja gebacken

hatte.

Onkel Johann stand auf und ging an die Kommode. Bedächtig

zog er eine Schublade auf.

„Nun wollen wir doch mal sehen, ob auch indiesem Iahr hier

etwas versteckt ist“, sagte er.

Anders bekam ein schönes großes Taschenmesser, das er sich

schon lange gewünscht hatte. Anna-Maja erhielt als Geschenk

ein paar hübsche Taschentücher, die Großmutter genäht und bestickt

hatte, und Kristin bekam ein buntes Kopftuch. Gustav ging

auf den Flur hinaus und kam mit ein Paar Schiern herein, die er

mit Onkel Johann gemeinsam für Petter geschreinert hatte.

Petter brachte vor Überraschung kein Wort heraus. Er war ganz

überwältigt.

Dann holte die Mutter ihren Henkelkorb herbei. Sie griff hinein

und überreichte Anders ein Paar Strümpfe. Anna-Maja bekam einen

hübschen kleinen Spiegel, den sie sich.über ihr Bett hängen

konnte. Danach nahm sie ein Paar Wollhandschuhe heraus und

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schenkte sie Gustav. Gustav bedankte sich mit einem tiefen Diener,

und alle konnten sehen, wie sehr er sich über die schönen

Handschuhe freute.

Und nun war Petter an der Reihe. Er ging hinaus und kam mit

dem Wandschränkchen im Arm wieder.

„Das ist für dich, Anna-Maja“, sagte er. „Es ist ein Schränkchen,

das du an die Wand hängen kannst. Gustavhat es gemacht“, fügte

er noch hinzu, „aber ich hab’s mir ausgedacht und dabei ein

bißchen geholfen. –Und für dich, Mama, habe ichein Tuch.“. Er

zog es unter seiner Jacke hervor und gab es der Mutter.

Nun war die Weihnachtsbescherung vorüber, der große Tisch

wurde an die Wand geschoben, und die Weihnachtsspiele begannen.

Zwischendurch setzte sich Tante Selma wieder an das

Harmonium und spielte Weihnachtslieder. Alle faßten einander

an die Hand und tanzten um den Weihnachtsbaum.

Dann stellte Tante Selma eine Schüssel mit selbstgebackenen

Pfefferkuchen auf den Tisch, und nun wurden Rätsel geraten und

Geschichten erzählt, bis es Schlafenszeit war. Petter fand es herrlich.

Es war genauso, wie ein Weihnachtsabend sein mußte.

Als es endlich still im Hause war, war esbereits elf Uhr. Der

Mond schien, und es war sehr kalt draußen.

Es wurde Viertel nachelf. Und halb zwölf. SchließlichViertel vor

zwölf. Eine Tür knarrte leise, und jemand zündete eine Laterne

an. Es war Petter. Auf leisen Sohlen schlich ersich indie große

Stube und sah nach der Wanduhr. Bald war essoweit. Er zog

sichraschan, und mit der Laterne in der Hand huschte er zur Tür

hinaus auf den Kuhstall zu.

Petter stellte die Laterne ab und kletterte ein paar Sprossen auf

der Leiter zum Heuboden empor. Dort setzte er sich hin und

wartete. Nicht, daß er wirklich glaubte, daß die Tiere plötzlich

zu sprechen anfangen würden, nur weil es Weihnachten war,

aber da er nun einmal wach war, konnte er ja auf alle Fälle der

Sache nachgehen. Neben der Tür stand eine Schale mit Grütze

für den Weihnachtswichtel.

Aber noch hatte kein Wichtel davon gegessen. Er gähnte und

wartete darauf, daß es zwölf wurde, damit er wieder ins Bett

gehen konnte. Plötzlich hörte er ein leises Türknarren. Die Tür

tat sich auf. Aber herein kam kein winziges Wichtelmännchen,

sondern ein recht stattlicher ausgewachsener Wichtel. Mit erhobener

Laterne ging er im Stall umher und redete mit einer seltsam

krächzenden Stimme.

„Frohe Weihnachten, ihr lieben Tiere! Jetzt ist es gleich zwölf,

also die richtige Zeit, um ein bißchen zu plaudern. Und eine

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Schale Grütze habe ich auch bekommen. Ja, auf diesem Hof

wohnen gute Menschen, das muß ich schon sagen.“

Petter in seiner Ecke fand, daß die Wichtelstimme der von Anders

verdächtig ähnlich klang. Er blieb ‚aber still sitzen.

„Besonders der Iunge auf dem Hof ist sehr tüchtig“, fuhr der große

Wichtel fort. „Er ist ein arbeitswilliger und sehr netter Junge.“

Nun setzte sich dieser Wichtel ein paar Sprossen unter Petter

auf die Leiter. Mit raschem Griff raffte Petter .eine Handvoll Heu

zusammen und ließ es dem Wichtel auf den Nacken fallen. Da

fuhr Anders herum.

„Aber so darf man doch ein Wichtelmännchen nicht behandeln“,

sagte er vorwurfsvoll. „Oh, entschuldige bitte, Wichtelmännchem,

rief Petter. „Aber eins möchte ich dir doch sagen,

nämlich, daß du dichirrst. Denn dieser Junge auf dem Hof, mein

lieber Wichtel, ist zu gar nichts nütze und ein richtiger Prahlhans.“

Anders lachte und kletterte zu Petter hinauf.

„Ich hab’ doch gleich gehört, daß du es bist“, sagte Petter.

„Und ich hab’ mir gleich gedacht, daß du im Stall sein wirst“,

antwortete Anders. „Na, haben die Kühe nun geredet?“

„Keinen Ton“, entgegnete Petter:


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In diesem Augenblick öffnete sich wieder die Tür. Petter packte

Anders beim. Hereinspaziert kam ein kleines gebeugtes Wesen

in einer dicken Joppe, mit großen Schuhen und einer langen

Zipfelmütze. Auch dieser Wichtel trug eine Laterne, und er

sprach mit einer knarrenden, zittrigen Stimme wie ein uraltes

Mütterchen. Erst machte er leise und sorgfältig die Tür hinter sich

zu, dann bückte er sich, steckte einen Finger in die Grütze und

leckte ihn ab.

Danach wanderte der Wichtel von Tier zuTier, klopfte jedem

den Hals und schwatzte unaufhörlich mit knarrender Stimme.

„Ja doch, ja doch!“ sagte das Wesen hüstelnd.

„O weh, 0weh, mein Rücken, der macht es auch nicht mehr

lange ...Ja, mein Grauchen, die Jahre vergehen, aber du wirst ja

gut gehalten auf diesem Hof. Und du, Blesse, kannst dich auch

nicht beklagen, du hast ja heute früh einen halben Brotlaib gekriegt,

hab’s mit eigenen Augen gesehen. Freilich, mich hat niemand

gesehen“, fuhr der Wichtel fort und lachte meckernd. „Na,

jetzt will ich doch mal auf den Heuboden steigen und nachschauen,

ob dort alles in Ordnung ist.“

Das gebeugte Wesen ergriff die Laterne und schlurfte zur Leiter,

wo Anders und Petter saßen und sich bei der Hand hielten. Als

sich das seltsame Wesen jetzt daran machte, die Sprossen zu

erklimmen, fuhren sie zusammen, so daß Petter um ein Haar

ausgerutscht und hinuntergepurzelt wäre.

Da aber erklang ein helles Lachen. Es war natürlich Anna-Maja.

Sie lachte so sehr, daß sie die Stallaterne nicht länger halten

konnte und auf den Boden stellen mußte.

„Du hast uns wirklich angeführt“, sagte Anders kopfschüttelnd.

„Ich hab’ doch wahrhaftig nicht gewußt, wer der Wichtel ist.“

„Ich hab’ dich belauscht, als du aus der Kammer geschlichen

bist, und da hab’ ich mir Vaters Sachen angezogen und bin dir

nachgegangen“, erklärte Anna-Maja noch immer lachend.

„Ich habe auch nicht begreifen können, wer das wohl ist“, sagte

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Petter. „Fast habe ich geglaubt, es ist Wirklich ein Wichtel.“

„Das kommt vielleicht daher, Weil heute die Weihnachtsnacht

ist“, meinte Anders, „und weil wir uns gewünscht haben, mal

etwas Wunderbares zu erleben.“

Petter setzte sichwieder auf die Leiter,und Anna-Maja nahm auf

einer Kiste Platz.

„Ja, und jetzt ist Heiligabend vorbei“, sagte Petter, „und morgen

früh fahren wir zur Christmette.“

„Dann müssen wir jetzt wieder ins Bett“, erklärte Anders und

betrachtete glücklich sein neues Taschenmesser. »Ostern bin ich

mit der Schule fertig. Dann fange ich bei Vater als Jungknecht

an.“

„Und in zwei Iahren gehe ich als Kleinmagd auf den Pfarrhof“,

sagte Anna-Maja voll Eifer.

„Das ist schon abgemacht. Mutter hat es mir versprochen.“

Petter nickte.

„Und in einer Woche fahren Mama und ich wieder nach Hause“,

sagte er. „Die lungen und Mädchen auf unserm Gut werden

aber staunen, wenn sie meine Schier sehen!“

„Jetzt siehst du es selber, daß es auch auf dem Lande schön ist“,

sagte Anders.

„Wißt ihr“, sagte Petter, „mir kommt es vor, als hätte ich schon

mein ganzes Leben lang auf dem Gut gewohnt, und dabei ist es

doch erst ein Monat.“

Anders gähnte.

„Und mir kommt es vor, als wäre ich einen ganzen Monat lang

wach gewesen“, sagte er.

Auch Anna-Maja gähnte.

„Die Christmette beginnt um fünf“, sagte sie.

„Oje, oje, bis dahin sind wir kaum eingeschlafen.“

Petter und Anders sprangen vonder Leiter,und Anna-Maja stand

von ihrer Kiste auf. Jeder ergriff seine Laterne, und dann gingen

sie zur Tür.Ander Schüssel mit Grütze blieb Petter stehen.

„Aber die Grütze!“ sagte er. „Wer ißt die nun auf?“

„Wir haben ja drei Katzen auf dem Hof“, antwortete Anna-Maja.

„Die müssen schließlich auch merken, daß Weihnachten ist“,

sagte Anders. „Und wenn sie die Grütze nicht mögen, dann gibt

es hier genug Mäuse, die sie verputzen werden.“

Anna-Maja schaute noch einmal zurück inden dunklen Stall.

„Oder vielleicht kommt doch ein Wichtel“, flüsterte sie.


Seelachs der Vielseitige

Der Seelachs hat ein pikantes Aroma. Er wird bis zu 70 cm lang

und bis 3kgschwer. Das Fleisch ist perlgrau und fest und wird

beim garen heller. erwird in der Nordsee zwischen Südnorwegen

und Nordost Schottland gefangen.

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Gegrillte Seelachsfrikadellen

Zutaten für 4Personen

500 gSeelachsfilet, 2Scheiben Toastbrot, 50 ml Sahne, 2Lauchzwiebeln,

1kleine rote Paprikaschote, 1Ei, Salz, Pfeffer aus der

Mühle, 500 ggekochte Pellkartoffeln, 2Äpfel, 1Bund Schnittlauch,

1TLSenf, 5ELSonnenblumenöl, 2–3 EL weißer Balsamico,

Zucker

Zubereitung: Fisch würfeln. Toast entrinden, ebenfalls würfeln

und mit der Sahne ubergießen. Beides mischen und portionsweise

im Mixer fein pürieren.

Lauchzwiebeln putzen, Waschen und in feine Ringe schneiden.

Paprikaschote waschen und sehr fein Würfeln. Beides mit der

Fischmasse und dem Ei gleichmäßig verkneten. Die Masse mit

Salz und Pfeffer würzen.

Mit leicht angefeuchteten Händen 8 Frikadellen formen und

flachdrücken. Auf geölte Alufolie setzen und auf dem Grill ca. 4

Minuten von leder Seite garen.

Für den Salat: Kartoffeln pellen und in Scheiben schneiden. Äpfelwaschen,

Vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Apfelviertel

quer in Scheiben schneiden.

SchnittlauchWaschen, trockenschütteln und mit einer Schere in

Röllchen schneiden. Senf, Öl und 3Essig verrühren, mit Salz,

Pfeffer und Zucker abschmecken. Mit den Salatzutaten mischen

und mit den Fischfrikadellen servieren.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Dänische Matjesplatte „Lisbeth“

Zarte Matjesfılets ganz kurz mit kaltem Wasser abspülen und gut

abtropfen lassen. Dann rollen Sie die Filets auf und befestigen

sie mit einem Holzspießchen. Auf einer runden Platte legen Sie

die Röllchen zu einem Kranz. In die Mitte der Platte kommen

appetitliche Häufchen: haıtgekochte Eier,rote Bete, Zwiebel und

Gewürzgurke, alles fein gehackt. Die Filets garnieren Sie mit etwas

gehackter Petersilie; sie zergehen Ihnen auf der Zunge.

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Jahres-Ausblick

Silvester-Schwips, wilde Tanzerei, die Mitternachts-Schlittenfahrt

oder was essonst noch war: diese Nacht hat Kraft gekostet.

Wenn Sie ausgeschlafen haben, denken Sie sicher mit Schrecken

an Marmeladen-Brötchen und Kaffee, aber bestimmt mit Lust an

den Genuß von zarten Fisch-Filets.

Matjes ist übrigens der jungfräuliche Hering, der noch keine

Milch oder Rogen angesetzt hat. Und Matjes enthält leicht verdauliches

Fett, wertvolle Mineralstoffe, die Vitamine A, Bund

Dund sehr, sehr viel gutes Eiweiß. Da Sie wahrscheinlich noch

nicht so viel Kraft haben, die erste große Entscheidung des Jahres

zu treffen, welches Rezept in der Küche realisiert werden soll,

lassen Sie sich von der Lust Ihrer Geschmacksnerven verführen.

Sie brauchen ihnen nur den Anstoß zu geben: Schauen Sie die

Bilder an, und lesen Sie die Rezepte.

Wenn Sie keine Küchen-Sklavin haben, versklaven Sie sich

selbst. Es lohnt sich. Schon die alten Babylonier, Assyrer und

Karthàger verehrten den Fisch als Sinnbild der Fruchtbarkeit.

Und der französische Gourmet Jean-Anthelme Brillat-Savarin

schrieb 1825 in seinem Buch „Physiologie des Geschmacks“:

„Der Genuß von Fisch – vornehmlich Kaviar, Hering und

Thunfisch –wirkt sich auf die Liebeskraft besonders stark aus.“


Schenken

ist einfach.

Wir wünschen Ihnen

und Ihrer Familie

erholsame Weihnachtstage

und einen guten

Rutsch in ein gesundes

neues Jahr.

spk-row-ohz.de

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