Baumag: Sicherheit - Das Magazin für ein geschütztes Zuhause
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Inhalt<br />
04 | Unwetterschutz<br />
06 | Kellerabdichtung<br />
10 | Regenwasser- und Rückstauschutz<br />
12 | Abdichtung und Entwässerung – Steildach<br />
14 | Abdichtung und Entwässerung – Flachdach<br />
16 | Sturmschutz – Maßnahmen am Dach<br />
18 | Entwässerung der Außenanlage<br />
20 | Unwetterschutz beginnt bei der Außenanlage<br />
Unwetterschutz<br />
04<br />
22 | Brandschutz<br />
24 | Brandschutz im Holzbau<br />
26 | Dämmung vs Brandschutz<br />
28 | Brandschutz durch Trockenbau<br />
30 | Keller- und Brandschutztüren<br />
32 | Rauchmelder und Feuerlöscher<br />
22<br />
Brandschutz<br />
Bild: Hörmann<br />
34 | Einbruchschutz<br />
36 | Kellerfenster und Lichtschächte<br />
richtig abgesichert<br />
38 | Einbruchschutz an Fenstern<br />
40 | <strong>Sicherheit</strong> bei Haustüren und Garagentoren<br />
42 | Schlösser und Schließanlagen<br />
44 | Technische Lösungen<br />
<strong>für</strong> <strong>ein</strong> <strong>geschütztes</strong> <strong>Zuhause</strong><br />
Einbruchschutz<br />
34<br />
Bild: WENKO<br />
46 | <strong>Sicherheit</strong> im Alltag<br />
48 | <strong>Sicherheit</strong>, wenn es drauf ankommt!<br />
50 | Beleuchtung und Sensorik<br />
46<br />
<strong>Sicherheit</strong> im Alltag
Gefahren<br />
<strong>für</strong> Ihr <strong>Zuhause</strong><br />
Extreme Wetterereignisse, Einbruch oder Feuer beflügeln die Ängste von Hausbesitzern, weil sie mitunter die größten Gefahren <strong>für</strong> ihr <strong>Zuhause</strong><br />
darstellen. Allerdings lassen sich mit gezielten Maßnahmen zur Schadensverhütung, oftmals schon ohne großen Aufwand, Schäden<br />
minimieren und sogar vermeiden. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie alles über mehr <strong>Sicherheit</strong> <strong>für</strong> Ihr <strong>Zuhause</strong>. Gleichzeitig erhalten Sie<br />
<strong>ein</strong>en Überblick über bautechnische Lösungsansätze – ganz nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.<br />
Unwetter<br />
Schäden in Höhe<br />
von 2,9 Milliarden<br />
Euro.<br />
Es ist längst k<strong>ein</strong> Geheimnis mehr, dass<br />
das Unwetterpotenzial von Jahr zu Jahr<br />
steigt. Seit 1980 hat sich die Anzahl sogar<br />
verdoppelt, was vor allem am Klimawandel<br />
liegt. Denn warme Luft kann<br />
mehr Wasserdampf aufnehmen als<br />
kalte. <strong>Das</strong> Resultat sind enorme Niederschlagsmengen,<br />
die unter anderem<br />
auch zu Hochwasser führen. Darum<br />
sollten bereits von Anfang an bauliche<br />
und versicherungstechnische Vorkehrungen<br />
getroffen werden.<br />
Brände<br />
Alle 2 – 3 Minuten<br />
brennt es in<br />
<strong>ein</strong>em Haushalt.<br />
Zumindest statistisch gesehen. Nur selten<br />
steht das ganze Haus in Flammen.<br />
Meistens brennen <strong>ein</strong>zelne Gegenstände.<br />
Manchmal kann das Feuer direkt gelöscht<br />
werden oder der Brand geht sogar<br />
von selbst aus. Aber oft kann nur die<br />
Feuerwehr helfen. Beispielsweise bei<br />
Bränden in Altbauten, da dort oft leichtentflammbaren<br />
Baumaterialien verwendet<br />
wurden, durch die sich das Feuer<br />
schneller ausbreiten und auf andere Gebäudeteile<br />
übergreifen kann.<br />
Einbruch<br />
Alle 4 Minuten<br />
geschieht<br />
<strong>ein</strong> Einbruch.<br />
Die Zahl der Einbrüche nimmt stetig zu.<br />
Für 80 % sind sogenannte Spontanund<br />
Gelegenheitstäter verantwortlich.<br />
Anders als <strong>ein</strong> Profi nutzen Spontantäter<br />
die Gelegenheit, wenn gerade niemand<br />
<strong>Zuhause</strong> zu s<strong>ein</strong> sch<strong>ein</strong>t. Besonders beliebt<br />
sind da<strong>für</strong> die Wochenenden oder<br />
der Zeitraum von 8 – 22 Uhr. Bei 7 %<br />
aller Einbrüche sind die Eigentümer<br />
sogar anwesend.
Schwachstellen<br />
im Überblick:<br />
A Fenster- und Türöffnungen<br />
B Lichtschächte, Kellerfenster, Kellertüren<br />
C Rückstau Kanalnetz<br />
D Undichte Dachhaut und Regenrohre<br />
E Leitungsdurchführung<br />
F Durchnässung Außenwand<br />
G Defekte und undichte Grundleitung<br />
H Durchnässung Bodenplatte<br />
Schutz vor<br />
Unwetter
5<br />
Hausratversicherung<br />
Die häufigsten<br />
Unwetterschäden<br />
Grundsätzlich hat jede Jahreszeit s<strong>ein</strong>e<br />
typischen Eigenheiten. So ist es<br />
möglich, dass die Schneeschmelze<br />
im Frühling, starke Gewitter im Sommer oder<br />
andauernder Regen im Herbst zu Überschwemmungen<br />
führen. Aber auch der Winter<br />
hat s<strong>ein</strong>e Tücken, insbesondere die oft unterschätzte<br />
Schneelast auf dem Dach. Dachlawinen<br />
sind dabei nicht ungefährlich. Darüber<br />
hinaus können zu jeder Jahreszeit Stürme<br />
und Orkane schwere Verwüstungen anrichten.<br />
Diese Wetterlagen haben alle <strong>ein</strong>es gem<strong>ein</strong>sam:<br />
Sie können Schäden an der Gebäudestruktur<br />
hinterlassen.<br />
Sturmschäden<br />
Je nach Stärke können Stürme immense Schäden<br />
am und ums Haus anrichten. Nicht selten<br />
sind die Folgen abgedeckte Dächer, zerstörte<br />
Fassaden oder zerbrochene Fenster. Vor allem<br />
aber das Dach bietet viel Angriffsfläche. Dachziegel<br />
können sich lösen und Gegenstände beschädigen<br />
oder Menschen verletzen.<br />
Überschwemmungsschäden<br />
Starkregen kann dazu führen, dass Flüsse und<br />
Bäche über die Ufer treten und infolge Straßen,<br />
Keller und Garagen überfluten. <strong>Das</strong> Wasser<br />
kann sogar Häuser unterspülen, die Statik<br />
erschüttern oder sie unbewohnbar machen.<br />
Besonders in Risikoregionen ist Hochwasserschutz<br />
<strong>ein</strong> wichtiges Thema. Weil hauptsächlich<br />
Keller betroffen sind, sollte die Nutzung als<br />
Wohnraum, oder <strong>für</strong> den Technikbereich, wie<br />
Heizung, Elektrik oder EDV grundsätzlich vermieden<br />
werden. Außerdem sollten in ihm k<strong>ein</strong>e<br />
hochwertigen Gegenstände lagern.<br />
Schäden durch Schneelast<br />
Sehr oft wird das Gewicht von Schnee unterschätzt.<br />
2 – 3 Meter Neuschnee an <strong>ein</strong>em Tag,<br />
die in vielen Regionen normal sind, sind <strong>für</strong><br />
jedes Dach <strong>ein</strong>e enorme Belastung und können<br />
Dächer und Gebäude beschädigen. Aber<br />
auch Schneeverwehungen, die das Dach nur<br />
<strong>ein</strong>seitig beanspruchen, können <strong>für</strong> die Statik<br />
des gesamten Hauses <strong>ein</strong>e Gefahr darstellen.<br />
Darum sollte bereits bei der Planung des Dachaufbaus<br />
berechnet werden, wie viel Schneelast<br />
das Dach tragen muss.<br />
Besonders Haus- und Wohnungseigentümer<br />
sowie Mieter sollten <strong>ein</strong>e Hausratversicherung<br />
abschließen, die Schäden<br />
durch Sturm oder Blitz<strong>ein</strong>schlag<br />
an beweglichen Gütern abdeckt. Alles,<br />
was in der Wohnung und im Keller in<br />
Mitleidenschaft gezogen wird, ist versichert.<br />
Schäden am Hausrat durch<br />
Überschwemmung übernimmt die Versicherung<br />
nur, wenn <strong>ein</strong>e Elementarversicherung<br />
vorhanden ist.<br />
Wohngebäudeversicherung<br />
Die Wohngebäudeversicherung deckt<br />
Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und<br />
Hagelschäden ab. Je nach Police sind<br />
selbst Schäden an Gartenhäuschen und<br />
Carports <strong>ein</strong>geschlossen. Im Fall von<br />
Starkregen und daraus resultierenden<br />
Überschwemmungen tritt sie grundsätzlich<br />
nicht <strong>ein</strong>. Deshalb ist <strong>ein</strong>e Elementarversicherung<br />
empfehlenswert, sie kommt<br />
<strong>für</strong> alle Schäden auf, die von Naturgewalten<br />
verursacht werden, wie Hagel, Überschwemmung,<br />
Erdbeben und viele mehr.<br />
Private<br />
Haftpflichtversicherung<br />
Sie ist <strong>ein</strong>e der wichtigsten Versicherungen<br />
und deckt gegebenenfalls Unwetterschäden<br />
ab. Beispielsweise wenn <strong>ein</strong><br />
Sturm <strong>ein</strong>en Blumenkasten vom Balkon<br />
weht, der <strong>ein</strong>en Passanten trifft. <strong>Das</strong> gilt<br />
auch, wenn der Baum <strong>ein</strong>es Gartenbesitzers<br />
auf das Auto oder den Zaun des<br />
Nachbarn fällt.
Unwetterschutz<br />
Keller-<br />
Planung der Bauwerksabdichtung<br />
Der Keller ist <strong>ein</strong> Bauteil, das mit drückendem<br />
Grundwasser, Sickerwasser und Bodenfeuchtigkeit<br />
in Berührung kommt. Gerade weil er später<br />
von außen nicht mehr zugänglich und <strong>ein</strong>e nachträgliche<br />
Sanierung mit sehr viel Aufwand verbunden<br />
ist, benötigt er besonderen Schutz. Eine<br />
hochwertige Abdichtung ist deshalb sinnvoll.<br />
Doch vor der Auswahl des geeigneten Materials<br />
ist <strong>ein</strong> Baugutachten wichtig, das gleichzeitig die<br />
Art der Kellernutzung berücksichtigt. Denn gegen<br />
abdichtung<br />
Bodenfeuchte muss anders abgedichtet werden,<br />
als gegen zeitweise aufstauendes Sickerwasser.<br />
Damit der Keller auch nach Jahren noch trocken<br />
ist, müssen viele Faktoren mit<strong>ein</strong>bezogen werden.<br />
Bild: PCI<br />
Schwarze Wanne<br />
Weiße Wanne<br />
Viele Wohnhauskeller haben <strong>ein</strong>e Bodenplatte aus Beton,<br />
ansonsten bestehen sie aus gemauerten Außenwänden,<br />
die mehr oder weniger wasserdurchlässig<br />
sind. Aus diesem Grund wird das Mauerwerk von außen<br />
durch <strong>ein</strong>e vollflächige Dichtungshaut geschützt – meist<br />
auf Basis schwarzer Bitumenbaustoffe. Alternativ werden<br />
auch Kunststoffbahnen <strong>ein</strong>gesetzt. Dieses System<br />
besitzt <strong>ein</strong>e Lebensdauer von ungefähr 40 – 50 Jahren<br />
und macht nötige Nachbesserungen <strong>ein</strong>facher. Insgesamt<br />
sinken dadurch die Baukosten, die Bauzeit verlängert<br />
sich allerdings.<br />
Bei dieser Methode werden k<strong>ein</strong>e Bitumenbaustoffe oder<br />
Kunststoffbahnen verwendet, genaugenommen sind sie<br />
überflüssig. Hierbei bieten die Kellerwände selbst den<br />
notwendigen Schutz, weil sie genau wie die Bodenplatte<br />
aus wasserundurchlässigem Beton bestehen, dem WU-<br />
Beton. Weiße Wannen werden entweder auf der Baustelle<br />
aus frischem Beton gegossen oder aber aus Betonfertigteilen<br />
zusammengesetzt. Die Fugen zwischen<br />
Bodenplatte und Wänden werden mit wasserdichten<br />
Fugenbändern abgedichtet. Diese Variante ist extrem<br />
haltbar und weist <strong>ein</strong>e Lebensdauer von 60 – 80 Jahren<br />
auf. Die Planung sowie die Konstruktion <strong>ein</strong>er weißen<br />
Wanne sind sehr anspruchsvoll, wobei die Bauzeit durch<br />
das Wegfallen nachträglicher Abdichtung verkürzt wird.
7<br />
Bitumen Dichtbahnen<br />
Innovative Abdichtungstechnik besteht aus kaltselbstklebenden<br />
Bitumen-Dichtbahnen (KSK).<br />
Aufgrund ihrer hohen Klebkraft und der sehr<br />
guten Formbarkeit lassen sie sich <strong>ein</strong>fach und<br />
sicher verarbeiten, auch bei niedrigen Temperaturen<br />
von bis zu -5 °C. Als Sofortlösung sind<br />
Dichtbahnen die schnellste Abdichtungsart, da<br />
sie direkt nach dem Anbringen der Bahnen regenfest<br />
sind.<br />
Bitumen Dickbeschichtung<br />
Moderne Bitumen-Dickbeschichtungen werden<br />
mit polymeren oder elastomeren Kunststoffen<br />
vermischt. <strong>Das</strong> verringert die Sprödigkeit<br />
bei tiefen Temperaturen und erhöht die Verformungsbeständigkeit,<br />
außerdem verbessert sich<br />
dadurch die elastische Rückverformung nach<br />
physikalischen Belastungen, und ermöglicht<br />
<strong>ein</strong>en leichten, gleichmäßigen Auftrag, auch bei<br />
hohen Schichtdicken. Selbst wenn Bitumen jahrelang<br />
Wasser ausgesetzt wird, sieht man die<br />
Einwirkung nur oberflächlich.<br />
Bild: PCI<br />
Bitumenfreie Alternativen<br />
Mineralische Dichtschlämme (MDS) und sogenannte<br />
„Reaktivabdichtungen“ sind die bitumenfreien<br />
Alternativen zur Abdichtung erd be rührter<br />
Bauteile. Sie punkten mit hervorragender Haftung<br />
durch klimaunabhängige, schnelle und<br />
nahezu verlustfreie Durch trocknung.<br />
Tipp! Sichere<br />
Rohrdurchführungen<br />
Rohrdurchführungssysteme, mit abgestimmten<br />
Boden- und Wandelementen,<br />
machen den Wasserschutz<br />
am Haus perfekt. Ihr Dichtprofil sorgt<br />
<strong>für</strong> <strong>ein</strong>en wasserdichten Anschluss<br />
zwischen Wand und Kanalgrundrohr.<br />
Mit <strong>ein</strong>em zusätzlichen<br />
Einsatz bleibt das Rohr bei<br />
durchführenden Gas-,<br />
Wasser- oder Abwasserrohren<br />
sowie Kabel dicht.<br />
(Bild: MEA)<br />
9/10<br />
Bauschäden im<br />
Kellerbereich<br />
entstehen durch<br />
Nässe, die von<br />
außen <strong>ein</strong>dringt!
Unwetterschutz<br />
90 % aller Schäden im Keller können durch<br />
fachgerechte Dränung verhindert werden. Sie<br />
trägt maßgeblich zur Werterhaltung des Eigentums<br />
bei. Es ist wichtig, dass erdberührende<br />
Bauteile vor Sicker- oder Schichtenwasser<br />
geschützt werden. Feuchte Wände erzeugen<br />
bekanntermaßen nicht nur <strong>ein</strong> unbehagliches<br />
Raumklima und erhöhen die Schimmelpilzgefahr,<br />
sondern schädigen das Mauerwerk. <strong>Das</strong><br />
Bodenwasser enthält viele Salze, die große<br />
Schäden an den Außenwänden hinterlassen.<br />
Gebäudedrainage. Standardgemäß<br />
kommt bei <strong>ein</strong>er Gebäudedrainage<br />
<strong>ein</strong>e Rohrdrainage zum Einsatz. Dabei werden<br />
Kunststoffrohre unterhalb des Kellerbodens<br />
<strong>ein</strong>gebaut, die mit <strong>ein</strong>em Mindestgefälle<br />
von 0,5 % ringförmig um das Gebäude verlegt<br />
werden. Durch kl<strong>ein</strong>e Löcher oder Schlitze in<br />
den Rohren kann Wasser aus der Gebäudeumgebung<br />
<strong>ein</strong>dringen, die anschließend abgeleitet<br />
wird. Aber damit die Rohre das Wasser<br />
richtig aufnehmen können, ist es wichtig, dass<br />
sie von <strong>ein</strong>er wasserdurchlässigen Kiesschicht<br />
umschlossen werden. Diese Schicht sorgt<br />
da<strong>für</strong>, dass das Wasser auch tatsächlich in<br />
die Drainagerohre fließt. Die Kiesschicht wird<br />
allerdings zusätzlich mit <strong>ein</strong>em Filtervlies ummantelt,<br />
das sie vor Verschlammung schützt<br />
und gewährleistet, dass sie dauerhaft wasserdurchlässig<br />
bleibt. <strong>Das</strong> Vlies wird zudem von<br />
der Kelleraußenwand bis zur Geländeoberkante<br />
verlegt.<br />
R<strong>ein</strong>igung und Wartung<br />
Über senkrechte Rohrschächte, die in den<br />
Drainagering integriert sind, wird das System<br />
ger<strong>ein</strong>igt und gewartet. Die Schächte werden<br />
grundsätzlich an Stellen <strong>ein</strong>gebaut, an denen<br />
die Drainageleitung die Richtung wechselt.<br />
Über die Schachtzugänge können die Rohre<br />
kontrolliert und gegebenenfalls durchgespült<br />
werden. Außerdem haben die Schächte Anschlussstellen<br />
<strong>für</strong> Rohre, mit denen das Wasser<br />
auf die vorgesehenen Versickerungsflächen<br />
geleitet wird. In der Regel ist es verboten,<br />
das Drainagesystem an die Kanalisation anzuschließen.<br />
In Gem<strong>ein</strong>den mit <strong>ein</strong>er getrennten<br />
Schmutzwasser- und Regenwasserkanalisation<br />
ist es nach <strong>ein</strong>er Genehmigung jedoch<br />
möglich, das Wasser darin abzuleiten.<br />
Bild: Dörken
9<br />
Noppenbahnen<br />
Noppenbahnen bieten dem Fundament<br />
oder den Kellerwänden Schutz vor Feuchtigkeit,<br />
denn sie werden zwischen den<br />
Grundmauern und dem Erdreich verlegt.<br />
Sie schützen die Wand vor Beschädigungen<br />
durch Oberflächen- oder Sickerwasser.<br />
Um Wasser ableiten zu können,<br />
ist zusätzlich <strong>ein</strong> Filtervlies auf den Noppen<br />
aufgeschweißt, das verhindert, dass<br />
F<strong>ein</strong>bestandteile aus dem Erdreich <strong>ein</strong>geschlämmt<br />
werden und die Dränschicht verstopfen.<br />
Noppenbahnen schützen darüber<br />
hinaus die Bausubstanz vor Wurzeln und<br />
verhindern Wärmeverluste über die Kellerwände.<br />
Noppenbahnprofile<br />
Oftmals ist der Übergang von der Noppenbahn<br />
zur Putzfassade <strong>ein</strong> vernachlässigtes<br />
Detail, sodass Noppenbahnenden ausfransen<br />
und herausstehen. Mit Noppenbahnprofilen<br />
kann dieses Problem behoben<br />
und <strong>ein</strong> nachhaltig formschöner Übergang<br />
im Sockelbereich geschaffen werden. Moderne<br />
Noppenbahnprofile aus Edelstahl<br />
verleihen der Fassade <strong>ein</strong>en zeitlosen und<br />
eleganten Abschluss. Auskragende Profilschenkel<br />
leiten Oberflächenwasser gezielt<br />
ab und schützen die Noppenbahn vor<br />
Feuchtigkeit und Fremdkörpern. Alternativ<br />
erhältlich sind Abdeckprofile aus Aluminium<br />
und PVC, sie decken Noppenbahnen<br />
ab und stellen <strong>ein</strong>e saubere Trennung zwischen<br />
erdberührtem Bereich und Sockelfläche<br />
her.<br />
Sockelabdichtung<br />
Sockelbereiche sind der mechanisch und physikalisch<br />
am stärksten beanspruchte Teil der<br />
Außenwand. Deshalb ist es enorm wichtig,<br />
diesen Bereich <strong>ein</strong>es Gebäudes ausreichend<br />
zu schützen, etwa gegen <strong>ein</strong>dringende Feuchtigkeit<br />
durch aufspritzendes Regenwasser. Die<br />
Spritzwasserzone reicht normalerweise von<br />
der Bodenfläche 30 cm an der Wand hinauf.<br />
Um spätere bauphysikalische oder optische<br />
Mängel zu verhindern, wird empfohlen die<br />
Putzoberfläche im erdberührten Bereich durch<br />
<strong>ein</strong>e zusätzliche, schützende Schlämmschicht<br />
abzudecken. Bestens geeignet da<strong>für</strong> sind <strong>ein</strong>komponentige<br />
Reaktivabdichtungen auf Zement-Dispersionsbasis.<br />
Sie sind elastisch und<br />
flexibel, rissüberbrückend und dauernässebeständig.<br />
Darüber hinaus sind solche Dichtschlämmen<br />
filz-, strukturier- und streichbar und<br />
lassen sich daher perfekt den gestalterischen<br />
Wünschen anpassen.<br />
1<br />
Abdichtungsbahnen<br />
Um Bodenplatten gegen aufsteigende Feuchte<br />
bzw. Bodenfeuchte zu schützen eignen sich<br />
spezielle Abdichtungsbahnen. Die zumeist<br />
wärmereflektierenden, bitumenfreien Bahnen<br />
werden direkt auf der Bodenplatte oder<br />
zwischen Dämmung und Estrich verlegt. Da<br />
die Produkte in der Regel bitumenbeständig<br />
sind, können die Abdichtungsbahnen an den<br />
Wandanschlüssen mit bitumenhaltigen Mauersperrbahnen<br />
verklebt werden, was <strong>ein</strong>e sehr<br />
schnelle Verlegung gewährleistet. Besonders<br />
hochwertige Abdichtungsbahnen bestehen aus<br />
vier Schichten, die im Verbund <strong>für</strong> maximale<br />
<strong>Sicherheit</strong> sorgen. Ein PP-Vlies und <strong>ein</strong>e zusätzliche<br />
Bändchengewebe<strong>ein</strong>lage schützen<br />
vor mechanischen Beschädigungen und erhöhen<br />
die Reißfestigkeit. Die Mittellage – <strong>ein</strong>e<br />
Aluminiumfolie gewährleistet Dampfdichtheit<br />
sowie Wärmereflexion und die abschließende<br />
PET-Versiegelung der Oberfläche schützt die<br />
Aluminiumfolie vor Alkali und mechanischer<br />
Beschädigung.<br />
2<br />
1<br />
2<br />
Eine zusätzliche Schicht mineralischer Dichtschlämme<br />
schützt den stark beanspruchten Sockelbereich<br />
vor <strong>ein</strong>dringender Feuchtigkeit.<br />
Auf erdberührten Bodenplatten, schützen Abdichtungsbahnen<br />
den Estrich bzw. Bodenaufbau gegen<br />
aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich.<br />
Bild: Hasit<br />
Bild: Alujet<br />
3<br />
3<br />
Noppenbahnprofile aus Edelstahl schaffen <strong>ein</strong>en<br />
nachhaltigen und sicheren Übergang zwischen Noppenbahn<br />
und Putzfassade.<br />
Bild: Protektor
Unwetterschutz<br />
&<br />
Regenwasser-<br />
Rückstauschutz<br />
Zahlreiche<br />
Hausbesitzer...<br />
und Bauherren haben es sicher schon <strong>ein</strong>mal<br />
erlebt, Schäden durch Rückstau oder Überschwemmung.<br />
Die wiederkehrenden Starkregenereignisse,<br />
vor allem in den Sommermonaten,<br />
erfordern nachhaltige Vorkehrungen,<br />
die dauerhaft und wirkungsvoll das Eigentum<br />
schützen. Denn <strong>ein</strong>e fach- und bedarfsgerechte<br />
Entwässerung von Grundstücken und<br />
Gebäuden vermeidet nicht nur unliebsame Beschädigungen,<br />
sondern sichert auch den Werterhalt<br />
der Immobilie.<br />
Ursachen Rückstau<br />
Bei enormen Niederschlagsmengen droht die<br />
Überlastung der Kanalisation: Weil diese nicht<br />
mehr Wasser aufnehmen kann, es genaugenommen<br />
nicht schnell genug abfließt, staut<br />
sich das Abwasser aus dem Kanal bis zur sogenannten<br />
Rückstauebene. Damit ist die Höhe<br />
der Geländeoberfläche gem<strong>ein</strong>t. Tieferliegende<br />
Räume im Souterrain oder Keller können dadurch<br />
geflutet werden. Wenn die Kapazität der<br />
Kanalschächte allerdings vollkommen überschritten<br />
ist, staut sich das Wasser bis in die<br />
Leitungen der Häuser – nur mit <strong>ein</strong>er Rückstausicherung<br />
lässt sich verhindern, dass das Gebäude<br />
überschwemmt wird.<br />
Umfassender Rückstauschutz<br />
Entwässerungsanlagen, wie Bodenabläufe,<br />
Waschmaschinen, Waschbecken, Duschen<br />
oder WCs, die unterhalb der Rückstauebene<br />
liegen, müssen daher wirkungsvoll und<br />
dauerhaft gegen Rückstau geschützt werden.<br />
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktiver<br />
und passiver Rückstausicherung. Unter<br />
aktiver Rückstausicherung versteht man Abwasserhebeanlagen<br />
mit Rückstauschleife. Aktiv,<br />
weil Abwasser auch bei Rückstau aus dem<br />
Gebäude gepumpt wird. Rückstauverschlüsse<br />
hingegen gelten als passiver Rückstauschutz.<br />
Bild: ACO
11<br />
Die Bezeichnung passiv bedeutet, dass nur<br />
der Durchfluss des Abwassers gestoppt wird.<br />
Besonders beim Neubau bietet sich der homogene<br />
Einbau in die Bodenplatte an. Neben<br />
ästhetischen Aspekten ist vor allem der Wohnraumgewinn<br />
<strong>ein</strong> Pluspunkt. Welche Lösung <strong>für</strong><br />
<strong>ein</strong> Bauvorhaben optimal ist, hängt jedoch von<br />
der Höhe der Ablaufstelle ab. Besteht <strong>ein</strong> Gefälle<br />
von der Entwässerungsebene zum Kanal,<br />
ist <strong>ein</strong> Rückstauverschluss grundsätzlich möglich.<br />
Sobald k<strong>ein</strong>es besteht, ist <strong>ein</strong>e Hebeanlage<br />
erforderlich.<br />
Bild: MEA<br />
Kellerfenster<br />
Bereits kl<strong>ein</strong>ere Überflutungen können ärgerliche<br />
und kostspielige Konsequenzen haben.<br />
Beispielsweise wenn Wasser durch Kellerfenster<br />
dringt und schnell erhebliche Schäden verursacht.<br />
Dazu sind wasserdichte Zargenfenster<br />
erhältlich, die auch stärkerem Wasserdruck<br />
standhalten. Da<strong>für</strong> sorgen spezielle Dichtsysteme<br />
an Zarge, Blendrahmen und Flügel, <strong>ein</strong>e<br />
Zwei- oder Dreifachverglasung sowie optional<br />
<strong>ein</strong> zusätzlich umlaufender Dichtflansch.<br />
Bild: ACO<br />
Lichtschächte. Der Lichtschacht<br />
sorgt <strong>für</strong> Frischluft und Licht in Kellerräumen.<br />
Gleichzeitig schafft er <strong>ein</strong>en ausreichenden<br />
Abstand zwischen Erdreich und Fenster. Mit<br />
kompressionsbeständigen Dichtbändern an der<br />
Montageseite der Schächte oder mit speziellen<br />
Kleb- und Dichtstoffen lassen sich die Lichtschächte<br />
wasserdicht und wärmebrückenfrei<br />
an der Dämmung montieren. Abhängig von der<br />
Einbausituation können sie mit oder ohne Boden<br />
verbaut werden. Um zu verhindern, dass der<br />
Schacht bei Starkregen vollläuft, empfiehlt es<br />
sich, den Lichtschacht mit <strong>ein</strong>er Entwässerungsöffnung<br />
inklusive integrierter Rückstausicherung<br />
zu verbauen. Lichtschachtkörper aus Beton können<br />
in jeder Größe hergestellt werden, müssen<br />
jedoch mit <strong>ein</strong>em Baukran montiert werden. Die<br />
leichten Lichtschächte aus weißem Kunststoff<br />
können hingegen ohne Kran am Rohbau angebracht<br />
werden.<br />
Lichtschachtabdeckung<br />
Regenwasser, das von der Fassade in den Lichtschacht<br />
läuft, verursacht Schäden im Keller und<br />
am Fundament. Moderne Abdeckungen sind<br />
lichtdurchlässig und verhindern dennoch, dass<br />
Kl<strong>ein</strong>tiere, Schmutz und Regen in den Lichtschacht<br />
gelangen. Die Abdeckung wird ganz<br />
<strong>ein</strong>fach auf den vorhandenen Gitterrost montiert.<br />
Eine klappbare Glasabdeckung wird geneigt aufgebracht<br />
und bietet zusätzlichen Schutz.<br />
Bild: MEA
Unwetterschutz<br />
Unterdeckbahn<br />
Zum zusätzlichen Schutz vor Wind und Regen<br />
werden diffusionsoffene Unterdeckbahnen unterhalb<br />
der Dachdeckung auf den Dachsparren<br />
angebracht. Eine spezielle Konterlattung oberhalb<br />
der wärmedämmenden Bahnen dient hierbei<br />
als Belüftungsraum und Traglattung <strong>für</strong> die<br />
Ziegel. Die Bahnen schützen die Dachkonstruktion<br />
nicht nur vor Regen, sondern auch vor<br />
Schnee und Staub. Außerdem leiten sie <strong>ein</strong>dringende<br />
Feuchtigkeit zur Traufe hin ab und<br />
dienen der Dachkonstruktion als zuverlässiger<br />
Feuchteschutz.<br />
Abdichtung<br />
Dampfbremse<br />
Gedämmte Dächer sind generell innen dichter<br />
und außen dampfdurchlässig. Werden<br />
beispielsweise diffusionsoffene Mineralwolldämmstoffe<br />
verarbeitet und ist <strong>ein</strong>e wasserdampfdurchlässige<br />
Unterdeckbahn vorhanden,<br />
wählt man Dampfbremsen, die den angestauten<br />
Wasserdampf vom Innenraum nach außen<br />
weiterleiten. Die Verlegung <strong>ein</strong>er Dampfbremsfolie<br />
erfordert extreme Sorgfalt, denn schon<br />
die kl<strong>ein</strong>ste Undichtigkeit genügt, um die Dämmung<br />
zu durchnässen.<br />
und Entwässerung<br />
Steildach.<br />
Dachst<strong>ein</strong>e oder Dachziegel bieten nicht immer<br />
ausreichend Schutz gegen das Eindringen von<br />
Regenwasser. Verantwortlich da<strong>für</strong> sind Überlappungen<br />
und Fugen. Damit die Dachkonstruktion,<br />
die Dämmung und der Innenraum nicht<br />
durch angestautes Wasser beschädigt werden,<br />
wird <strong>ein</strong> Unterdach benötigt. <strong>Das</strong> Unterdach ist<br />
<strong>ein</strong>e spezielle Konstruktion zur Regensicherheit<br />
unter Dachdeckungen. Jedoch ist nicht<br />
jede Art <strong>für</strong> jedes Dach geeignet. Bei steilen<br />
Dächern beispielsweise ist durch den Wasserabfluss<br />
zur Traufe <strong>ein</strong>e Verlegung unter der<br />
Konterlattung möglich. Ist das Dach allerdings<br />
nicht so stark geneigt, müssen andere Maßnahmen<br />
getroffen werden. Die sogenannte<br />
„wasserführende Schicht“ muss dann über der<br />
Konterlattung verlegt werden, damit k<strong>ein</strong> Wasser<br />
<strong>ein</strong>dringen kann. Auch die Konterlattung<br />
muss da<strong>für</strong> entsprechend ausgeführt s<strong>ein</strong>, um<br />
<strong>ein</strong> Verlegen des Unterdachs auf der Lattung<br />
zu ermöglichen.<br />
Dachkehle<br />
Die Dachkehle ist der tiefste Bereich der Dachkonstruktion,<br />
an dem sich zwei Dachflächen<br />
treffen. An dieser Stelle kommt besonders viel<br />
Regenwasser zusammen, sodass die Dach<strong>ein</strong>deckung<br />
äußerst sorgsam verlegt werden<br />
muss, um spätere Schäden zu vermeiden.<br />
Dazu wird <strong>ein</strong>e spezielle Kehlrinne aus Kehlblech<br />
konstruiert, die Dachflächen wasserdicht<br />
mit<strong>ein</strong>ander verbindet und Niederschläge<br />
sicher in die Dachrinne ableitet, ohne dass<br />
Feuchtigkeit in die Unterkonstruktion dringt.<br />
Außerdem ist es möglich, <strong>ein</strong>en Kehldichtstreifen<br />
unter die angeschnittenen Dachziegel<br />
oder -st<strong>ein</strong>e anzubringen, der vor Flugschnee<br />
und starkem Regen schützt. Einige Hersteller<br />
bieten bereits passend geformte Kehl-Dachziegel<br />
an. Aber auch Bitumenbahnen, Kunststoffdachbahnen<br />
sowie PVC-Profile können<br />
verwendet werden. Am häufigsten kommen<br />
allerdings wasserführende Kehlrinnen aus Aluminium,<br />
Zink oder Kupfer zum Einsatz.<br />
Bild: Dörken<br />
Bild: Braas
13<br />
Bild: VELUX<br />
Dachdurchführungen<br />
Dachdurchführungen <strong>ein</strong>zubauen, ist bei jedem<br />
Dach notwendig, um Kabel, Wasser- oder Elektroleitungen<br />
integrieren zu können. Typische<br />
Anwendungsbereiche <strong>für</strong> Dachdurchführungen<br />
sind außerdem Abgas- und Lüftungsanlagen.<br />
Mit Durchführungsziegeln und -st<strong>ein</strong>en können<br />
verschiedenste Anwendungen realisiert und<br />
unkompliziert und lückenlos in die Dach<strong>ein</strong>deckung<br />
<strong>ein</strong>gearbeitet werden. Noch dazu werden<br />
sie farblich ans Dach angepasst, so tragen<br />
sie nicht nur zu <strong>ein</strong>em homogenen Gesamtbild<br />
bei, sie schützen das Dach zusätzlich zu den<br />
bereits verbauten Klebeflanschen und Dichtmanschetten<br />
vor <strong>ein</strong>dringenden Schmutz und<br />
Regenwasser.<br />
Dachfenster<br />
Beim nachträglichen Einbau von Dachfenstern muss zunächst <strong>ein</strong>mal die richtige Position <strong>für</strong> die<br />
Fensterausschnitte gefunden und die Größe der Fenster festgelegt werden. Möchte oder muss<br />
man zum Einpassen <strong>ein</strong>es Fensters etwas an den Dachsparren ändern, so muss der Eingriff zwingend<br />
von <strong>ein</strong>em Fachmann hinsichtlich der Statik geprüft und abgesegnet werden. Für maximalen<br />
Licht<strong>ein</strong>fall, sollten Dachflächenfenster möglichst weit außen sitzen und sich bündig in die Ebene<br />
der Dach<strong>ein</strong>deckung <strong>ein</strong>gliedern.<br />
Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem luftdichten Anschluss des Fensterrahmens an die Abdichtungsebene<br />
des Daches. Ist die Luftdichtheit nicht gegeben, dringt feuchte Luft in die Dämmebene<br />
<strong>ein</strong> und kondensiert dort. Die Reduktion der Dämmwirkung und Schimmelbildung sind langfristig die<br />
Folgen. Deshalb sollten die Anschlüsse des Fensterrahmens mit <strong>ein</strong>em Dämmrahmen optimal <strong>ein</strong>gepasst<br />
werden, damit k<strong>ein</strong>e Feuchtigkeit oder Schmutz <strong>ein</strong>dringen können. Eine Anschlussschürze<br />
gewährleistet <strong>ein</strong>en regensicheren Anschluss an die Unterdeck- oder Unterspannbahn. Sie wird mit<br />
dem Fensterrahmen verklebt und mit Tackerklammern an den Dachlatten befestigt.<br />
Bild: Braas<br />
Bild: Wienerberger<br />
Bild: Sarei<br />
Schneefanggitter<br />
Im Winter sind – gerade in schneereichen Gegenden<br />
– Schneefangsicherungen unerlässlich.<br />
Schneefanggitter oder Halterungen <strong>für</strong> Rundhölzer,<br />
die den Schnee aufhalten, sind hier das<br />
Mittel der Wahl. Zusätzlich können Schneefanghaken<br />
auf der Dachfläche verteilt werden,<br />
die den Schnee halten und damit das jeweilige<br />
Schneefangsystem entlasten. Bei der Montage<br />
ist darauf zu achten, dass sowohl das Material<br />
als auch die Verankerung auf der Unterkonstruktion<br />
der Schneelast standhalten können.<br />
Dann kann der Schnee kontrolliert über das Entwässerungssystem<br />
ihres Daches abschmelzen.<br />
Dachrinnen-Systeme<br />
Dächer sind Niederschlägen direkt ausgesetzt. Perfekt abgestimmte Vorrichtungen zur Entwässerung<br />
leiten Wasser zielgerichtet an der Außenseite des Gebäudes ab und verhindern dadurch, dass<br />
Niederschlag unkontrolliert überall hinfließt und möglicherweise zu Überschwemmungen führt. Entwässerungssysteme<br />
<strong>für</strong> das Steildach bestehen in der Regel aus waagerechten Hängerinnen, die<br />
mit speziellen Haltern an den Dachtraufen befestigt werden und senkrechten Fallrohren, die das<br />
Wasser aufnehmen und zu <strong>ein</strong>em Gully auf dem Grundstück weiterleiten. Soll das Niederschlagswasser<br />
allerdings nicht in die öffentliche Kanalisation abfließen, kann es auch in <strong>ein</strong>e Versickerungsanlage<br />
oder <strong>ein</strong>en Regenwassertank geleitet werden. Grundsätzlich sind Dachrinnen <strong>für</strong> Steildächer<br />
in unterschiedlichen Formen erhältlich. Bei den Materialien unterscheidet man vor allem zwischen<br />
Zink, Titanzink, Aluminium und Kunststoff als günstigere Variante.<br />
Ist die Dachrinne aufgrund von angesammeltem Laub verstopft, läuft sie bei Regen über. Ungehindert<br />
sucht sich das Wasser nun <strong>ein</strong>en Weg an der Fassade entlang und verursacht dort ernsthafte<br />
Schäden. Darum ist <strong>ein</strong>e regelmäßige R<strong>ein</strong>igung oder aber die Montage von Laubschutzgittern,<br />
Dachrinnenbürsten oder gar Auffangkörben unerlässlich. Schutzgitter verhindern zusätzlich das<br />
Eindringen von Ungeziefer. Erhältlich sind sie in vielen verschiedenen Materialien und Formen.
Unwetterschutz<br />
Flachdach<br />
Abdichtung und Entwässerung<br />
Flachdach. Heute sind Flachdächer höheren<br />
Beanspruchungen ausgesetzt als noch<br />
vor <strong>ein</strong>igen Jahren. Dazu kommt, dass Niederschläge<br />
langsamer abgeführt werden als<br />
bei <strong>ein</strong>em Steildach. Aufgrund der geringen<br />
Neigung kann es vorkommen, dass sich auf<br />
der Dachfläche Pfützen bilden. Damit in das<br />
darunterliegende Bauwerk k<strong>ein</strong> Wasser <strong>ein</strong>dringt,<br />
ist <strong>ein</strong>e dauerhafte und leistungsstarke<br />
Abdichtung notwendig. Je nach Einsatzzweck<br />
und weiterem Dachaufbau kommen folgende<br />
Flachdachabdichtungen zum Einsatz:<br />
Bitumen in Bahnen und Flüssig<br />
Eine Flachdachabdichtung besteht traditionell<br />
aus wasserdichtem Bitumen und <strong>ein</strong>er Träger<strong>ein</strong>lage<br />
aus Polyester, Glas oder Jute. Bitumenbahnen<br />
sind preisgünstig, formstabil und<br />
langlebig. Oft werden sie zum besseren Schutz<br />
mehrlagig verlegt und mit<strong>ein</strong>ander verschweißt.<br />
Eine Alternative zu den Bahnen ist flüssiges<br />
Bitumen, das ausgegossen und mit <strong>ein</strong>em speziellen<br />
Vlies zur Armierung <strong>ein</strong>gedrückt wird,<br />
bevor <strong>ein</strong>e weitere Bitumenschicht folgt. Der<br />
Vorteil <strong>ein</strong>er Dachabdichtung mit flüssigem Bitumen<br />
besteht in der Vermeidung von Nähten,<br />
durch die Feuchtigkeit <strong>ein</strong>dringen kann.<br />
Bild: Lamilux<br />
Bild: Austrotherm<br />
Flüssigkunststoff<br />
Innovative 1-Komponenten-Flüssigkunststoffe<br />
sind ohne Anmischen sofort gebrauchsfertig<br />
und innerhalb kürzester Zeit regenfest. Der<br />
Flüssigkunststoff wird entweder mit <strong>ein</strong>er Vliesfolie<br />
verarbeitet oder enthält bereits Fasern zur<br />
Armierung. So kann er auch an schwierigen<br />
Stellen <strong>ein</strong>gesetzt werden und garantiert <strong>ein</strong>e<br />
sichere Flachdachabdichtung.<br />
Kunststoffbahnen<br />
Die wirtschaftliche Alternative zu Bitumenbahnen<br />
wird <strong>ein</strong>lagig verlegt. Verschweißt werden<br />
die Kunststoffbahnen mit <strong>ein</strong>em Heißluftföhn<br />
im Bereich der Nahtüberdeckungen. Als Materialien<br />
kommen PVC und EPDM zum Einsatz.<br />
Eine Flachdachabdichtung aus Kunststoffbahnen<br />
zeichnet sich durch <strong>ein</strong>e hohe Temperaturbeständigkeit<br />
aus. Sie ist widerstandsfähig<br />
gegen UV-Licht und aggressiven Medien, wie<br />
saurer Regen, Mineralöle und Fettsäuren.<br />
Bei diesem Umkehrdach liegt die Feuchtigkeitsabdichtung, in diesem Fall<br />
Flüssigbitumen, unter der XPS-Dämmschicht, die k<strong>ein</strong> Wasser aufnimmt.<br />
Darauf ist <strong>ein</strong> wasserdurchlässiges Vlies mit Kiesbedeckung verlegt.
15<br />
Entwässerungssysteme <strong>für</strong> Flachdächer<br />
Anders als bei Steildächern, die sich aufgrund ihres Gefälles praktisch selbst entwässern, sieht es<br />
bei Flachdächern aus. Bei ihnen können Regen und Schnee Pfützen bilden, die die Dachhaut oder<br />
Dachdämmung schädigen, und sogar die Gebäudetechnik überfordern. Um dem vorzubeugen,<br />
werden auf diesen Flächen Dachgullys installiert, die mit Fallrohren verbunden sind. Diese Rohre<br />
verlaufen durch das Innere des Haues. Man spricht daher von <strong>ein</strong>er innen liegenden Entwässerung.<br />
Im Falle der Gullys richtet sich die Anzahl nach der Größe der Fläche. Diese Gullys – man<br />
sagt auch Dachabläufe – sind mit Kies- und Laubfangkörben ausgestattet, um <strong>ein</strong>e Verstopfung<br />
der Fallrohre zu vermeiden. Dachabläufe werden meist mit Einbaumanschetten geliefert, die mit<br />
den Abdichtungsbahnen verklebt oder verschweißt werden.<br />
Freispiegelentwässerung<br />
Die Freispiegelentwässerung wird auch heute noch am häufigsten zur Flachdachentwässerung<br />
verwendet. Bei ihr wird jeder Dachgully mit <strong>ein</strong>em eigenen Fallrohr an die Grundleitung angeschlossen.<br />
Der Name „Freispiegel“ kommt daher, dass das Rohrsystem, das zur Grundleitung<br />
führt, so dimensioniert ist, dass es bei hohem Entwässerungsvolumen nie vollständig voll ist. Damit<br />
das System funktioniert, dürfen die Fallrohre nach DIN 1986-100 nur maximal zu knapp <strong>ein</strong>em Drittel<br />
mit Wasser gefüllt s<strong>ein</strong>. Bei der Grundleitung darf <strong>ein</strong> Füllungsgrad von 0,7 nicht überschritten<br />
werden. Außerdem ist es zwingend erforderlich, dass auch die Grundleitung <strong>ein</strong> durchgehendes<br />
Gefälle aufweist.<br />
Kfw-<br />
Förderung <strong>für</strong><br />
Flachdächer<br />
Wird im Zuge <strong>ein</strong>er Sanierung das Flachdach<br />
nicht nur neu abgedichtet, sondern<br />
<strong>ein</strong>e Wärmedämmung angebracht, gewährt<br />
das KfW-Programm 152 <strong>ein</strong>en<br />
Kredit plus Tilgungszuschuss. Kann der<br />
Hausbesitzer die Flachdachsanierung aus<br />
Eigenmitteln bestreiten, unterstützt ihn das<br />
KfW-Programm 430 mit <strong>ein</strong>em attraktiven<br />
Investitionszuschuss.<br />
<strong>Das</strong> Gefälle ist<br />
entscheidend!<br />
Dämmplatten mit<br />
integrierten Sensoren<br />
Um stehendes Wasser und Nässe schnellstmöglich<br />
zu erkennen und so größere Schäden<br />
vorzubeugen, gibt es EPS-Flachdach-Dämmplatten<br />
mit integrierter Leckageortungsfunktion.<br />
Genauso wie herkömmliche Modelle gibt es<br />
diese in verschiedenen Druckfestigkeiten und<br />
Wärmeleitfähigkeiten. Auch in der Verlegung<br />
unterscheiden sich die Dämmplatten kaum.<br />
Der Unterschied liegt an den in das Dämmmaterial<br />
integrierten Sensoren, welche Undichtigkeiten<br />
der Abdichtung frühzeitig erkennen und<br />
diese mittels RFID-Technik batterie- und kabellos<br />
und somit ohne Einfluss auf die Dachabdichtung<br />
melden. Die Daten der individuell platzierten<br />
Sensoren können mit <strong>ein</strong>em Scanner<br />
ausgelesen werden, wodurch sich die nasse<br />
Stelle zentimetergenau lokalisieren lässt und<br />
Schäden frühzeitig behoben werden können.<br />
<strong>Das</strong> verlängert die Lebensdauer <strong>ein</strong>es Flachdaches,<br />
gibt <strong>Sicherheit</strong> vor Nutzungsausfällen<br />
und verhindert aufwändige Reparaturen.<br />
Bild: Klöber<br />
Damit das Wasser schnell zu den jeweiligen<br />
Abflüssen fließen kann, werden<br />
Flachdächer nahezu immer mit <strong>ein</strong>em<br />
leichten Gefälle von mindestens 2 Prozent<br />
versehen. Um zu verhindern, dass sich<br />
nach starken Regenfällen Pfützen auf der<br />
Dachfläche bilden ist aber <strong>ein</strong> Gefälle von<br />
mindestens 5 Prozent nötig. <strong>Das</strong> Gefälle<br />
kommt entweder durch <strong>ein</strong>en Gefälleestrich<br />
oder <strong>ein</strong>e Gefälledämmung zustande.<br />
Bei letzterer Methode – die heute standard<br />
ist – kommen Dämmstoffplatten zum Einsatz,<br />
die sich zu <strong>ein</strong>er Seite leicht verjüngen.<br />
Richtig <strong>ein</strong>gebaut und abgedichtet,<br />
gewährleistet die Dämmschicht <strong>ein</strong>e sichere<br />
Entwässerung.<br />
Bild: HIRSCH Porozell
Unwetterschutz<br />
Windlast<br />
In der DIN EN 1991-1-4 sind die Windlasten<br />
beschrieben, die auf <strong>ein</strong>e Dach<strong>ein</strong>deckung<br />
<strong>ein</strong>wirken können. Um genau <strong>ein</strong>schätzen<br />
zu können, welche Maßnahmen zum<br />
Schutz der Dachdeckung ergriffen werden<br />
müssen, sind folgende Grunddaten von Bedeutung:<br />
» Gebäudestandort<br />
» Dachform<br />
» Gebäudeabmessungen<br />
» Dachneigung<br />
» Deckunterlage<br />
» Dachziegelmodell<br />
Windlastzonen<br />
Anhand der abgebildeten<br />
Windlastzonenkarte<br />
können Sie sich vorab<br />
<strong>ein</strong> Bild davon machen,<br />
welchen Windlasten<br />
Ihr Dach in etwa<br />
standhalten muss.<br />
Windzone 1<br />
>/= 22,5 m/s<br />
Windzone 2<br />
>/= 25,0 m/s<br />
Windzone 3<br />
>/= 27,5 m/s<br />
Windzone 4<br />
>/= 30,0 m/s<br />
Aachen<br />
Köln<br />
Dortmund<br />
Siegen<br />
Mainz<br />
Bremen<br />
Fulda<br />
Frankfurt<br />
Karlsruhe<br />
Hamburg<br />
Stuttgart<br />
Hannover<br />
Nordhausen<br />
Erfurt<br />
Rostock<br />
Berlin<br />
Magdeburg<br />
Leipzig<br />
Zwickau<br />
Nürnberg<br />
Chemnitz<br />
Dresden<br />
Freiburg<br />
Augsburg<br />
München<br />
Lindau<br />
Sturmschutz<br />
Maßnahmen am Dach<br />
Es gibt verschiedene Bezeichnungen <strong>für</strong> starken Wind – Starkwindereignis, Sturm oder Orkan, was sie aber alle gem<strong>ein</strong>sam haben, ist das, was<br />
sie zurücklassen können. Mal sind es abgedeckte Dächer, mal beschädigte Häuser. So kann es sich lohnen, <strong>ein</strong> Dach sturmsicher zu machen.<br />
Welche Faktoren dabei <strong>ein</strong>e Rolle spielen, wird auf dieser Seite erläutert.
17<br />
Häufig wird nicht die Seite des Daches beschädigt,<br />
gegen die der Wind drückt, sondern die abgewandte.<br />
<strong>Das</strong> liegt daran, dass der Wind die<br />
Dachpfannen nicht ans Dach presst, er zieht<br />
sie durch Sogwirkung weg. Außerdem steigt<br />
der Gefährdungsgrad mit der Windexposition.<br />
Steht das Haus auf <strong>ein</strong>er Anhöhe, <strong>ein</strong>er Kuppe<br />
oder inmitten <strong>ein</strong>er freien Fläche, bekommt<br />
der Wind größere Angriffsmöglichkeiten, weil<br />
windbrechender Schutz in der Umgebung fehlt.<br />
So können bereits kl<strong>ein</strong>e Lecks Schäden verursachen.<br />
Alles beginnt mit <strong>ein</strong>em <strong>ein</strong>zigen<br />
lockeren Ziegel – ist der <strong>ein</strong>mal angehoben,<br />
folgen unter Umständen rasch weitere, weil der<br />
gegenseitige Halt durchbrochen ist. Gerade<br />
bei älteren Dächern kann es vorkommen, dass<br />
die <strong>ein</strong>e oder andere Dachpfanne nicht mehr<br />
optimal liegt. Wenn es dann auch noch regnet,<br />
bleiben dauerhafte Feuchteschäden. Daher ist<br />
es wichtig, das Dach regelmäßig und vor allem<br />
nach Stürmen zu kontrollieren. Gebäude,<br />
die nach 2011 errichtet oder saniert wurden,<br />
haben weniger zu be<strong>für</strong>chten. Seit dieser Zeit<br />
gelten neuen Vorschriften <strong>für</strong> die Windsogsicherung,<br />
die <strong>für</strong> Architekten und Dachdecker<br />
verbindlich sind.<br />
<strong>Sicherheit</strong>sfaktor Dachneigung<br />
Klassische Steildächer haben aufgrund der<br />
Aerodynamik <strong>ein</strong>en wesentlichen Vorteil: Je<br />
steiler das Dach, desto größer ist der Anpressdruck<br />
an der dem Wind zugewandten Seite.<br />
Die Windkräfte brechen dann am First. Die<br />
Sogkräfte auf der dem Wind abgewandten Seite<br />
sind nur noch gering. Bei flachen Dächern<br />
dagegen brechen die Windkräfte deutlich weniger.<br />
Dadurch ist die Sogwirkung stärker und<br />
das Eindeckmaterial wird leichter abgehoben.<br />
Auf die Sturmfestigkeit des Dachs haben Bedachungsmaterial<br />
und Bauweise enormen Einfluss.<br />
Dächer aus Schiefer und Titanzink halten<br />
auch größeren Windstärken stand, weil jede<br />
Schieferplatte <strong>ein</strong>zeln mit drei Nägeln oder<br />
Schrauben auf <strong>ein</strong>er Unterschalung befestigt<br />
wird. Auch <strong>ein</strong>e Hartbedachung mit Dachst<strong>ein</strong>en<br />
und Dachziegeln ist in der Regel sturmfest.<br />
Bild: Braas<br />
Bild: Wienerberger<br />
Befestigung und Sturmsicherung<br />
In Regionen mit stärkeren Windböen sollte die<br />
Dach<strong>ein</strong>deckung zusätzlich mit Sturmklammern<br />
zum Einhängen oder Anschlagen an die<br />
Traglattung gesichert werden. Bei neu gedeckten<br />
Dächern werden diese Fixierungen mittlerweile<br />
standardmäßig verbaut. Ältere Dächer<br />
können aber problemlos nachgerüstet werden.<br />
Die Kosten <strong>für</strong> Sturmklammern sind überschaubar<br />
und die Montage zügig umsetzbar. Mit wie<br />
vielen Klammern <strong>ein</strong> Dach gesichert werden<br />
muss, hängt vor allem von der Dachform und<br />
Neigung sowie vom Eindeckungsmaterial ab.<br />
Auch die geografische Lage bildet <strong>ein</strong>en wichtigen<br />
Faktor. Es empfiehlt sich, je nach Windlast,<br />
jede dritte, zweite oder gar jede <strong>ein</strong>zelne Dachpfanne<br />
mit Sturmklammern zu befestigen. Mit<br />
dem richtigen Zubehör gelingt <strong>ein</strong>e adäquate<br />
Windsogsicherung nach DIN EN 1991-1-4.
Unwetterschutz<br />
E in wichtiges Thema, egal ob Neubau oder<br />
Modernisierung, ist die Entwässerung. Ihr<br />
sollte jeder Bauplan besondere Beachtung<br />
schenken. Dazu ist es notwendig, sich über<br />
die örtliche Wetterlage, wie zum Beispiel die<br />
Niederschlagsrate, zu informieren. Nur so lässt<br />
sich herausfinden, welches System passend<br />
ist. Entwässerungssysteme werden in den genormten<br />
Belastungsklassen A 15 (Fußgänger)<br />
bis F 900 (Schwerlastverkehr) angeboten. In<br />
der Regel geht die Auswahl des Entwässerungssystems<br />
ohnehin mit der Planung <strong>für</strong> den<br />
neuen Belag der Einfahrt <strong>ein</strong>her, bei der der<br />
Untergrund und ausreichend Gefälle zum Abfluss<br />
berücksichtigt wird.<br />
Entwässerung<br />
der Außenanlage<br />
Entwässerungsformen<br />
Punktentwässerung<br />
Für Höfe, Auffahrten und große Flächen, aber<br />
auch <strong>für</strong> den Einsatz unter Wasserzapfstellen<br />
im Garten ist <strong>ein</strong> Punktablauf die <strong>ein</strong>fachste<br />
Entwässerungslösung. Der Ablauf lässt sich<br />
mithilfe des besonderen Aufsatzes in Höhe<br />
und Neigung optimal <strong>ein</strong>stellen und ist dazu<br />
noch 360° drehbar. Um den im Wasser enthaltenen<br />
Schmutz aufzufangen, haben Punktabläufe<br />
<strong>ein</strong>en integrierten Schlammeimer, der<br />
regelmäßig ger<strong>ein</strong>igt werden sollte, sodass<br />
das Wasser ablaufen kann. Damit <strong>ein</strong> Wasserstau<br />
nicht zur Rückflutung führt, ist zudem <strong>ein</strong>e<br />
Rückstausicherung vorhanden. Allerdings erfolgt<br />
die eigentliche Entwässerung über <strong>ein</strong>en<br />
Abflussstutzen am Rinnenkörper, an dem die<br />
Entwässerungsleitung angeschlossen wird, die<br />
in die Kanalisation führt.<br />
Bild: ACO<br />
Linienentwässerung<br />
Bei <strong>ein</strong>er Linienentwässerung handelt es sich<br />
um <strong>ein</strong>e Entwässerungsrinne, die das Niederschlagswasser<br />
entweder in die Kanalisation<br />
leitet oder in <strong>ein</strong>e Versickerung. Die bruchsicheren,<br />
frost- und tausalzbeständigen Rinnensysteme<br />
bestehen aus <strong>ein</strong>em Unterteil sowie<br />
<strong>ein</strong>em Rost als Abdeckung. Die untere Komponente<br />
kann aus verschiedenen Materialien gefertigt<br />
s<strong>ein</strong>, beispielsweise aus Edelstahl oder<br />
verzinktem Stahl, Polymerbeton oder Kunststoff.<br />
Auch die Roste sind in unterschiedlichen<br />
Materialien sowie Schlitz-und Maschenweiten<br />
erhältlich.
19<br />
Entwässerungssatzung<br />
Bild: ACO<br />
Terrassenentwässerung. Wer auf schwellenlose Tür- und Fassadenbereiche nicht<br />
verzichten möchte, benötigt leistungsfähige Entwässerungslösungen, damit der Balkon oder die<br />
Terrasse bei jedem Wetter geschützt ist.<br />
Entwässerungsrinnen im Tür- und Fassadenbereich<br />
Fassadenrinnen entwässern nicht nur die Terrasse, sie fangen vor allem herabfließendes Wasser<br />
von der Fassade auf. Um Regenwasser richtig abzuleiten, muss die Rinne <strong>für</strong> die anfallende<br />
Wassermenge ausreichend dimensioniert s<strong>ein</strong>. Dazu sind verschiedene Rinnenkörper sowie<br />
höhenverstellbare Systeme erhältlich, die <strong>ein</strong>e individuelle Anpassung des Aufnahmevolumens<br />
ermöglichen. Der Einbau sollte dicht an der Fassade erfolgen, mit nicht mehr als 5 cm Abstand.<br />
Kiesgebettete Abflussrinnen, bestehend aus dem Rinnenkörper und <strong>ein</strong>er Edelstahlabdeckung,<br />
werden gerne zur Entwässerung von Balkon und Terrasse verwendet. Rinnen und Abdeckungen<br />
gibt es in verschiedenen Ausführungen.<br />
Drainagematten zur Bodenentwässerung<br />
Damit sich unter wasserdurchlässigen Belägen auf Terrassen oder Balkonen k<strong>ein</strong> Wasser staut,<br />
gibt es sogenannte Flächendrainagen. Heute kommen da<strong>für</strong> in der Regel Drainagematten aus<br />
Kunststoff zum Einsatz. Die belastbaren Matten verfügen über Erhöhungen, auf denen die darüber<br />
liegende Belagskonstruktion aufliegt. Dazwischen befinden sich Hohlräume, die als Drainkanäle<br />
dienen und anfallendes Wasser zur angrenzenden Fassadenrinne leiten. Außerdem haben die<br />
Matten <strong>ein</strong> aufkaschiertes Vliesgewebe als obere Abdichtung, damit die Drainkanäle nicht durch<br />
Kies, Splitt oder abgeplatzten Klebemörtel verstopft werden.<br />
Bild: KANN<br />
In der Entwässerungssatzung <strong>ein</strong>er Kommune<br />
werden Vorgaben zur Genehmigung<br />
<strong>ein</strong>es neuen Entwässerungsanschlusses<br />
festgelegt. Je nach Region unterscheiden<br />
sich die Vorgehensweise und die <strong>ein</strong>zureichenden<br />
Unterlagen. Dennoch gilt in vielen<br />
Kommunen grundsätzlich die Regelung,<br />
dass jeder Grundstückseigentümer das<br />
gesamte auf dem Grundstück anfallende<br />
Abwasser in die öffentliche Abwasseranlage<br />
<strong>ein</strong>leiten muss. Allerdings ist in dieser<br />
Satzung oftmals <strong>ein</strong>e Ausnahmeregelung<br />
<strong>für</strong> die Beseitigung von Regenwasser festgelegt.<br />
Danach kann die Versickerung,<br />
Nutzung oder Speicherung von Regenwasser<br />
gesondert beantragt werden.<br />
Versickerung<br />
statt<br />
Entwässerung<br />
Entsiegelte Flächen helfen nicht nur dabei,<br />
die angrenzende Kanalisation zu entlasten,<br />
mit ihnen ist es auch möglich, Niederschlagswassergebühren<br />
zu sparen. Im Gegensatz<br />
zu versiegelten Flächen ist k<strong>ein</strong>e zusätzliche<br />
Entwässerungslösung nötig, da das Regenwasser<br />
im Boden versickern kann. Damit<br />
diese Flächen trotzdem mit dem Pkw befahrbar<br />
sind und nicht aus der Form geraten,<br />
gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine<br />
Lösung sind Rasenwaben. Sie eignen sich<br />
überall dort perfekt, wo Flächen und Wege<br />
natürlich aussehen und dennoch stabil s<strong>ein</strong><br />
sollen, wie z. B. Garagenzufahrten. Eine<br />
weitere beliebte Alternative zu versiegelten<br />
Flächen sind Einfahrten und Wege aus Kies.<br />
Kiesstabilisierungen sorgen da<strong>für</strong>, dass alles<br />
da bleibt, wo es hingehört.<br />
Bild: ACO
Unwetterschutz<br />
Gartenhäuser,<br />
Carports & Co.<br />
Ein wichtiger Schutz <strong>für</strong> Gartenhäuser<br />
und Carports sind Regenrinnen.<br />
Sie verhindern Beschädigungen<br />
am Holz und das Aufweichen<br />
des Bodens. Außerdem ist <strong>ein</strong>e<br />
feste Verankerung notwendig um<br />
Schäden durch Sturm und Starkwinde<br />
zu verhindern.<br />
1. H-Pfostenanker<br />
Als stabile Trägerelemente befestigen<br />
Betonanker in H-Form<br />
Holzbalken, Holzpfosten und Kanthölzer.<br />
Die sogenannten H-Anker<br />
oder H-Pfostenschuhe sind so<br />
tragfähig, dass sie vor allem <strong>für</strong><br />
schwere Holzkonstruktionen wie<br />
zum Beispiel, Carports, Vordächer,<br />
usw. verwendet werden.<br />
2. Erdanker<br />
Diese, auch als Erdschrauben<br />
oder Schraubfundamente bezeichneten,<br />
Metallhülsen eignen sich<br />
besonders <strong>für</strong> Kinderspielgeräte.<br />
Sie werden nur durch händisches<br />
oder maschinelles Eindrehen im<br />
Boden verankert. Ein Höhenausgleich<br />
bei schrägen Untergründen<br />
lässt sich so <strong>ein</strong>fach realisieren.<br />
3. Sturmwinkel<br />
Um bei Unwetter <strong>ein</strong> Abheben des<br />
Gartenhauses vom Fundament<br />
zu verhindern, sollte in allen vier<br />
Ecken des Hauses <strong>ein</strong> Sturmwinkel<br />
gesetzt werden. Bei größeren<br />
Gartenhäusern empfehlen sich<br />
auch mehrere Winkel, die zusätzlich<br />
in der Mitte jeder Wand angebracht<br />
werden.<br />
Unwetterschutz<br />
beginnt bei der Außenanlage
21<br />
Regenwasserversickerungsmaßnahmen<br />
Wer auf s<strong>ein</strong>em Grundstück Regenwasser<br />
versickern lassen möchte, hat dazu verschiedene<br />
Möglichkeiten. Allerdings entscheidet<br />
die Wasserbehörde, was erlaubt ist und was<br />
nicht. In vielen Wohngebieten ist das Umsetzen<br />
von Versickerungsmaßnahmen verboten<br />
oder genehmigungspflichtig.<br />
Bild: Karibu<br />
Bäume kontrollieren. Instabile Bäume können bei Sturm enormen Schaden anrichten.<br />
Sogar Tage später können noch lose Teile aus der Baumkrone fallen. Grundstückseigentümer<br />
haben da<strong>für</strong> Sorge zu tragen, dass Bäume auf ihrem Grundstück regelmäßig im belaubten<br />
und unbelaubten Zustand kontrolliert werden. Herabhängende, dürre Äste sollten beseitigt, erkennbare<br />
Schäden am Stamm dringend von <strong>ein</strong>em Fachmann untersucht werden. Wer solche<br />
Schutzmaßnahmen unterlässt, verstößt gegen die Verkehrssicherungspflicht. Wird beispielsweise<br />
<strong>ein</strong> Auto durch herabstürzende Äste beschädigt, wird als erstes der Grundstückseigentümer<br />
kontaktiert. Ist der s<strong>ein</strong>en Pflichten nachgekommen, übernimmt dessen Haftpflichtversicherung<br />
die Schadensregulierung. Ist dem nicht so, muss er den Schaden selbst zahlen.<br />
Versickerungsfähige Flächen erhalten<br />
Mehr als die Hälfte aller bebauten Flächen sind versiegelt, was den Nachteil hat, dass Regenwasser<br />
nicht direkt im Boden versickern kann. <strong>Das</strong> Wasser sammelt sich auf der Oberfläche und<br />
führt bei enormen Niederschlagsmengen unter anderem zu <strong>ein</strong>er Überlastung des Kanalsystems.<br />
Dabei haben versickerungsfähige Flächen deutliche Vorteile. Sie entlasten das Kanalsystem und<br />
zahlen sich auch finanziell aus. Viele Kommunen rechnen Abwassergebühren nach Schmutzund<br />
Niederschlagswasser ab. Die Kosten <strong>für</strong> Letzteres bemessen sich am Versiegelungsgrad des<br />
Grundstücks. Je wasserdurchlässiger die Gesamtfläche, desto geringer die Gebühren.<br />
Versickerungsmulde<br />
Für Grundstücke mit wenig Platz und <strong>ein</strong>em<br />
mäßig durchlässigen Boden bietet sich <strong>ein</strong>e<br />
Muldenversickerung an. Da<strong>für</strong> werden <strong>ein</strong>e<br />
oder mehrere ca. 30 cm tiefe Mulden ausgehoben,<br />
in die das Wasser von den versiegelten<br />
Flächen mithilfe über- oder unterirdischer<br />
Rinnen abgeleitet wird. Dazu sollte der<br />
Boden unterhalb der Mulde sickerfähig s<strong>ein</strong>,<br />
damit sie sich innerhalb <strong>ein</strong>es Tages durch<br />
Versickerung oder Verdunstung wieder entleeren<br />
kann.<br />
Rigolenversickerung<br />
Ist die obere Bodenschicht wasserundurchlässig,<br />
der Unterboden jedoch durchlässig,<br />
kann <strong>ein</strong>e Versickerung über Rigolen installiert<br />
werden. Darunter versteht man unterirdische<br />
Pufferspeicher, in die das Regenwasser<br />
über Rohrsysteme geleitet wird und zeitverzögert<br />
über <strong>ein</strong>en <strong>ein</strong>gebauten Kieskörper in<br />
den Untergrund versickert. Der Rigolenkörper<br />
sollte von <strong>ein</strong>em Vlies umgeben s<strong>ein</strong>, damit<br />
k<strong>ein</strong>e Bodenf<strong>ein</strong>teile <strong>ein</strong>dringen können.<br />
Der Zulauf erfolgt über <strong>ein</strong>en Schacht, der<br />
als Filter, zur Wartung und R<strong>ein</strong>igung dient.<br />
Rigolen- und Schachtversickerungen sind<br />
genehmigungspflichtig!<br />
Mulden-Rigolen-Versickerung<br />
Die Mulden-Rigolen-Versickerung ist <strong>ein</strong>e<br />
Kombination aus den vorangegangenen<br />
Methoden. Die Mulde befindet sich über der<br />
mit Kies gefüllten Rigole. <strong>Das</strong> Regenwasser<br />
fließt erst in die Mulde und sickert dann durch<br />
<strong>ein</strong>e bewachsene Mutterbodenschicht in den<br />
Rigolengraben. Diese Kombination ermöglicht<br />
den Einsatz auch bei schlecht sickerfähigen<br />
Böden.
Die häufigsten<br />
Brandursachen<br />
Laut IFS-Brandursachenstatistik aus dem<br />
Jahr 2015 entstehen die meisten Brände<br />
in Deutschland durch Elektrizität. Küchengeräte<br />
stellen dabei <strong>ein</strong> hohes Risiko dar<br />
Wer zahlt bei<br />
<strong>ein</strong>em Wohnungsbrand?<br />
Die Hausratversicherung<br />
übernimmt Schäden, die durch Feuer<br />
oder Löschwasser an Möbeln, Elektrogeräten<br />
und Wertgegenständen entstanden<br />
sind.<br />
Die Gebäudeversicherung<br />
übernimmt Schäden, die durch Feuer<br />
und Löschwasser am Gebäude entstanden<br />
sind.<br />
Die private<br />
Haftpflichtversicherung<br />
übernimmt Schäden und Folgeschäden,<br />
die durch Feuer an Dritten, also beispielsweise<br />
an Nachbarn, entstandenen sind.<br />
Rauch ist<br />
schneller als<br />
Feuer<br />
31,7 % Elektrizität<br />
Auslöser <strong>für</strong> Brände sind Elektrogeräte, die<br />
<strong>ein</strong>en Kurzschluss haben, überhitzen oder<br />
aber unsachgemäß angeschlossen wurden.<br />
Kühlschränke, Heizgeräte, überbelastete<br />
Mehrfachsteckdosen oder schlecht reparierte<br />
technische Geräte spielen als Brandauslöser<br />
<strong>ein</strong>e entscheidende Rolle. VDE-, CE-, TÜVoder<br />
GS-Zeichen garantieren, dass die Geräte<br />
geprüft wurden.<br />
18 % Menschliches Fehlverhalten<br />
Unachtsamkeit und Leichtsinn machen <strong>ein</strong>en<br />
großen Teil als Brandursachen aus. Dazu zählen<br />
achtlos weggeworfene Zigaretten sowie<br />
brennbare Flüssigkeiten, die zu nahe an Wärmequellen<br />
gelagert wurden. Überhitzte Spraydosen<br />
können sogar explodieren. Außerdem<br />
werden brennende Kerzen oftmals <strong>ein</strong>fach<br />
vergessen. Zu beachten ist allerdings: lässt<br />
sich <strong>ein</strong> Brand tatsächlich auf Fahrlässigkeit<br />
zurückführen, darf die Versicherung die Leistungen<br />
kürzen oder versagen.<br />
0,4 % Blitzschlag<br />
Sehr selten entstehen Haus- oder Wohnungsbrände<br />
durch Blitz<strong>ein</strong>schlag. Einige Statistiken<br />
gehen von weniger als <strong>ein</strong>em Prozent der versicherten<br />
Schadensfälle aus. Dies spricht da<strong>für</strong>,<br />
dass die Brandursache Blitzschlag in der<br />
Öffentlichkeit überdimensioniert wahrgenommen<br />
wird.<br />
80 % der jährlichen Brandopfer sterben<br />
an den Folgen von Rauchvergiftungen.<br />
Bei der Verbrennung von Kunststoff entsteht<br />
Salzsäure, die die Lungen verätzt<br />
und Blausäure, die das Nerven- und<br />
Zellensystem angreift. Zusätzlich bilden<br />
sich Kohlenstoffdioxid und Kohlenmonoxid.<br />
Bei <strong>ein</strong>er solchen Rauchschicht können<br />
bereits drei Atemzüge zur Bewusstlosigkeit<br />
oder zum Tod führen. Schwer<br />
entflammbare Baustoffe sind so hergestellt,<br />
dass sie der Rauchentwicklung<br />
entgegenwirken und die Auswirkungen<br />
minimieren.
Brandschutz<br />
23
Brandschutz<br />
Brandschutz<br />
im Holzbau<br />
B eim Hausbau gelten hohe Ansprüche an<br />
den Brandschutz. So muss bei Einfamilienhäusern<br />
die Feuerwiderstandsklasse F30 als<br />
Mindestanforderung erfüllt werden. Massive<br />
Bauteile aus mineralischen Bestandteilen sind<br />
nicht brennbar und erreichen daher meist bereits<br />
die Widerstandsklasse F90. <strong>Das</strong> hat zur<br />
Folge, dass Mauerwerk bei fachgerechter<br />
Gesamtausführung nach <strong>ein</strong>em Brandfall sogar<br />
weiterverwendet werden kann.<br />
Wer jetzt aber denkt, ähnliche Anforderungen<br />
können Holzhäuser nicht erfüllen, der irrt.
25<br />
Feuerwiderstandsklassen<br />
nach DIN 4102<br />
Die Feuerwiderstandsklassen geben an,<br />
wie viele Minuten <strong>ein</strong> Bauteil <strong>ein</strong>em Feuer<br />
standhält. Beispiel: Eine Wand der Feuerwiderstandsklasse<br />
F30 kann mindestens<br />
30 Minuten brennen, ohne dass sie die<br />
Tragfähigkeit oder ihre Wärmedämmung<br />
verliert. Außerdem müssen Bauteile das<br />
Durchdringen von Flammen und heißen<br />
Gasen verhindern. In der DIN 4102 werden<br />
insgesamt fünf Feuerwiderstandsklassen<br />
unterschieden:<br />
» F30 - feuerhemmend<br />
Widerstandsdauer: mind. 30 Minuten<br />
» F60 - hochfeuerhemmend<br />
Widerstandsdauer: mind. 60 Minuten<br />
» F90 - feuerbeständig<br />
Widerstandsdauer: mind. 90 Minuten<br />
» F120 - hochfeuerbeständig<br />
Widerstandsdauer: mind. 120 Minuten<br />
» F180 - höchstfeuerbeständig<br />
Widerstandsdauer: mind. 180 Minuten<br />
OSB-Platten<br />
Der Allrounder im Holzbau.<br />
OSB-Platten (Oriented Strand Board),<br />
auch Grobspanplatten genannt, bestehen<br />
aus großflächigen, mit<strong>ein</strong>ander verleimten<br />
Schälspänen. Die Platten setzen sich aus<br />
drei Schichten zusammen, in denen die<br />
Späne jeweils anders ausgerichtet sind.<br />
Dadurch entsteht <strong>ein</strong>e extrem formstabile,<br />
belastbare Platte, die je nach Stärke <strong>für</strong><br />
verschiedenste Projekte im Innen- oder<br />
Außenausbau <strong>ein</strong>gesetzt werden kann. Im<br />
Brand- und Schallschutz erfüllt die OSB-<br />
Platte Teilfunktionen. OSB-Platten werden<br />
nach DIN EN 300 in vier Klassen unterteilt,<br />
wobei die Klassen OSB/1 und OSB/2 im<br />
modernen Holzbau allgem<strong>ein</strong> k<strong>ein</strong>e Verwendung<br />
finden.<br />
» OSB/3<br />
Einsatz <strong>für</strong> tragende Zwecke im<br />
Trocken- und Feuchtbereich.<br />
» OSB/4 (hochbelastbar)<br />
Einsatz <strong>für</strong> tragende Zwecke im<br />
Trocken- und Feuchtbereich (hohe<br />
Belastbarkeit).<br />
Bild: Sonae Arauco/Agepan System<br />
„<br />
Haben<br />
Holzhäuser <strong>ein</strong>e<br />
höhere Brandgefahr?<br />
“<br />
Zum Glück ist dem nicht so. Denn moderne<br />
Holzhäuser sind genauso brandsicher wie Häuser<br />
aus St<strong>ein</strong>. Holz brennt langsam und kontinuierlich<br />
ab. Es schützt den tragenden Kern bei<br />
hohen Temperaturen durch <strong>ein</strong>e Kohleschicht.<br />
Noch dazu sind die Rauchgase von Holz weit<br />
weniger giftig, als die von anderen Baustoffen.<br />
Zudem sind massive Holzbauteile schwer entflammbar.<br />
Ein Nachgeben der hölzernen Tragkonstruktion<br />
kündigt sich immer an und ist zeitlich<br />
gut abschätzbar. Allerdings verursacht <strong>ein</strong><br />
Brand in <strong>ein</strong>em Holzgebäude nur selten <strong>ein</strong>en<br />
Tragwerk<strong>ein</strong>sturz, anders ist es bei Stahlkonstruktionen,<br />
die schnell nachgeben.<br />
Heutzutage werden im Holzbau als Konstruktionswerkstoffe<br />
Vollholz, Brettschichtholz, Brettsperrholz<br />
und <strong>ein</strong>e Vielzahl plattenförmiger<br />
Holzwerkstoffe, wie OSB, Furnierschichtholz<br />
(LVL) oder Sperrholz verwendet. Die europäische<br />
Klassifizierung lautet D-s2, d0. <strong>Das</strong><br />
bedeutet, dass der Holzbaustoff „normal entflammbar“<br />
ist und die Rauchentwicklungsklasse<br />
2 hat sowie nicht brennend abtropfend ist.<br />
Wird Holz mit feuerhemmenden Mitteln behandelt<br />
oder mit nicht brennbarem Material bekleidet,<br />
rückt es in die Baustoffklasse B1 auf und<br />
gilt als „schwer entflammbar“. Des Weiteren<br />
müssen <strong>für</strong> den Brandschutz im Holzbau wesentliche<br />
baurechtliche Vorgaben, aber auch<br />
materialspezifische Eigenschaften, beachtet<br />
werden.<br />
Massive Holzbauelemente<br />
Vorgefertigte, massive Holzbauelemente erreichen<br />
Feuerwiderstandsklassen bis zu F90 und<br />
erfüllen sogar die erhöhten Brandschutzanforderungen<br />
an Hochhäuser. Obwohl die massiven<br />
Einzelelemente aus brennbarem Material<br />
bestehen, ist das <strong>für</strong> die Beurteilung der Brandwiderstandsdauer<br />
nicht maßgeblich. Wichtiger<br />
ist, wie lange die Konstruktion dem Feuer<br />
standhält. Bei üblichem Raumklima speichert<br />
<strong>ein</strong> Kubikmeter der Massivholz-Elemente rund<br />
45 Liter Wasser – im Brandfall hemmt es durch<br />
Verdunstung den Abbrand.<br />
Kaminwirkung verhindern<br />
Kommt es während <strong>ein</strong>es Brandes zu Zugeffekten<br />
im tragenden Bauteil (Kaminwirkung),<br />
breitet sich das Feuer unkontrolliert aus. Darum<br />
ist Winddichtheit im Brandfall entscheidend. Um<br />
<strong>ein</strong>e maximale <strong>Sicherheit</strong> zu bieten, muss die<br />
Brandschutzbekleidung in Öffnungsleibungen<br />
mit Fugenversatz, Stufenfalz oder Nut- und Federverbindung<br />
ausgeführt werden.
Brandschutz<br />
Dämmung<br />
VS Brandschutz<br />
Brandverhalten der <strong>ein</strong>zelnen<br />
Dämmstoffe.<br />
Nicht brennbare Dämmstoffe sollten immer<br />
Vorrang vor allen anderen haben. Leicht entflammbares<br />
Material brennt unkontrolliert und<br />
schnell ab. In welchem Grad die <strong>ein</strong>zelnen<br />
Dämmstoffe entflammbar sind, ist gemäß DIN<br />
EN 13501- 1 festgelegt und klassifiziert. Dieses<br />
Klassifizierungssystem, mit Gültigkeit in ganz<br />
Europa, teilt Baustoffe nach ihrer Entflammbarkeit<br />
in unterschiedliche Klassen <strong>ein</strong>. Zusätzlich<br />
gelten auch die deutschen Brandschutzklassen.<br />
Beide Normen bilden die Grundlage zum<br />
Nachweis des Brandverhaltens von verschiedenen<br />
Dämmstoffen.<br />
Die Entflammbarkeit der Dämmstoffe ist leicht<br />
zu ermitteln. Jedoch kommt es darauf an, wie<br />
diese Materialien in der jeweiligen Dämmung<br />
verbaut werden. Brandschutzmittel, Kleber<br />
oder Beschichtungen be<strong>ein</strong>flussen nämlich<br />
das Brandverhalten. Die folgende Übersicht<br />
zeigt die Klassifizierung der Baustoffe nach<br />
ihrer Entflammbarkeit:<br />
» Polystrol-Dämmstoffe<br />
Beispiele: EPS, XPS<br />
Brandschutzklasse: B1/B2<br />
Häufigkeit der Nutzung: sehr häufig<br />
» Mineralwolle<br />
Beispiele: Glaswolle, St<strong>ein</strong>wolle<br />
Brandschutzklasse: A1<br />
Häufigkeit der Nutzung: sehr häufig<br />
» Polyurethan (PUR)<br />
Brandschutzklasse: B1/B2<br />
Häufigkeit der Nutzung: sehr häufig<br />
» Pflanzliche/tierische<br />
Dämmstoffe<br />
Beispiele: Stroh, Schafwolle<br />
Brandschutzklasse: B2<br />
Häufigkeit der Nutzung: seltener<br />
Brandschutz-Maßnahmen<br />
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, unabhängig von den Vorschriften, den Brandschutz im<br />
Eigenheim nach eigenem Ermessen zu erhöhen. Dazu gibt es verschiedene Maßnahmen <strong>für</strong><br />
noch mehr <strong>Sicherheit</strong> in den vier Wänden:<br />
Dämmung Ausführung Maßnahme<br />
Fassade<br />
Dach<br />
Keller<br />
Kern<br />
Schacht<br />
Wärmedämmverbundsystem<br />
Aufsparren-, Zwischensparren-,<br />
Untersparrendämmung<br />
Kellerdecken-, Kellerboden-,<br />
Kellerwanddämmung<br />
Einblasdämmung in Fassade, Dach<br />
und Keller<br />
Einblasdämmung<br />
Dämmmatten<br />
Anbringung mehrer Brandriegel aus<br />
Mineralwolle mit Mineral-Klebemörtel und<br />
Sturzschutz an Fassadenöffnungen<br />
Verwendung von nichtbrennbaren,<br />
mineralischen Dämmstoffen,<br />
(z. B. St<strong>ein</strong>wolle, Glaswolle)<br />
Verwendung von nichtbrennbaren,<br />
hitzebeständigen Dämmstoffen<br />
(z. B. St<strong>ein</strong>wolle)<br />
Verwendung von<br />
nichtbrennbaren Dämmstoffen<br />
(z. B. St<strong>ein</strong>wolleflocken)<br />
Verwendung von<br />
nichtbrennbaren Dämmstoffen<br />
(z. B. Mineralwolle, Perlit)
27<br />
Brandschutzvorschriften.<br />
Um <strong>ein</strong>en Brand bzw. s<strong>ein</strong>e Ausbreitung im Gebäude zu verhindern, gibt es vielfältige Brandschutz-Vorschriften.<br />
Unumgänglich dabei ist, die Verwendung von bauaufsichtlich geprüften Systemen<br />
und <strong>ein</strong> darauf abgestimmter, fachgerechter Einbau. Die Auswahl des Dämmstoffes und<br />
dessen Montage ist in der Landesbauordnung gesetzlich festgelegt. Die Anforderungen unterscheiden<br />
sich je nach Gebäudeklasse, die sich aus Höhe und Fläche des Bauwerks ergibt. Bei<br />
Gebäuden mit <strong>ein</strong>er Höhe von bis zu sieben Metern ist die Verwendung von normal entflammbaren<br />
Dämmstoffen rechtmäßig. Dies sind Dämmstoffe der Klasse B2 gemäß DIN 4102-1.<br />
Schachtdämmung<br />
Um die Ausbreitung <strong>ein</strong>es Brandes über<br />
Schächte zu verhindern, sollten auch hier<br />
Brandschutz-Maßnahmen erfolgen. Je nach<br />
Schacht-Typ bietet sich die Schachtdämmung<br />
mit Dämmmatten oder Einblasdämmung an.<br />
Leicht und günstig ist die Einblasdämmung.<br />
Ist aufgrund der Bauweise ausschließlich <strong>ein</strong>e<br />
Schachtdämmung mit Dämmmatten möglich,<br />
werden zusätzliche Ebenen und feuerfeste<br />
Deckenplatten installiert. Diese Arbeit ist im<br />
Vergleich zur Einblasdämmung wesentlich aufwendiger<br />
und daher auch kostenintensiver.<br />
Zellulose<br />
Dabei handelt es sich um <strong>ein</strong>en organischen<br />
Dämmstoff, der zum Großteil aus recyceltem<br />
Altpapier besteht. Er besitzt hervorragende<br />
Wärmedämmungsleistung sowie gute Hitzeund<br />
Schallschutzeigenschaften. Als Flammund<br />
Fäulnisschutz werden der Fasermischung<br />
12 bis 20 % Borax, Borsalze oder Ammoniumpolyphosphat<br />
sowie 2 % Naturharze hinzugefügt.<br />
Wasserkristalle, die durch die Zusatzstoffe<br />
in der Zellulose gebunden werden, setzen sich<br />
unter Hitze<strong>ein</strong>wirkung mit löschenden Effekten<br />
frei. Auf der Oberfläche der Dämmung bildet<br />
sich unter Einfluss von Feuer außerdem <strong>ein</strong>e<br />
Carbonschicht, die wie bei Holz als Schutzschicht<br />
gegen das Feuer wirkt.<br />
Brandschutzklassen<br />
Eines der wichtigsten Kriterien <strong>für</strong> die<br />
Beurteilung von Baustoffen ist ihr Verhalten<br />
im Brandfall. Die Einteilung erfolgt nach<br />
DIN 4102-1 in folgende Klassen:<br />
» A1, A2 - nicht brennbar<br />
Zement, St<strong>ein</strong>, Glas, Ziegel, Mineralwolle<br />
sowie Stoffe mit geringen Mengen<br />
organischen Materials.<br />
» B1 - schwer entflammbar<br />
Imprägniertes Holz oder Dämmstoffe,<br />
die nach dem Entfernen der Zündquelle<br />
nicht selbstständig weiterbrennen.<br />
» B2 - normal entflammbar<br />
Nicht imprägniertes Holz oder Rohre<br />
aus PVC-U. Diese Klasse müssen alle<br />
Baustoffe, die in Gebäuden verwendet<br />
werden, mindestens erfüllen.<br />
» B3 - leicht entflammbar<br />
Papier, Stroh und Stoffe die in der<br />
Regel als Baumaterial verboten sind.<br />
Vorgehängte<br />
hinterlüftete<br />
Fassaden<br />
Die Hinterlüftung <strong>ein</strong>er Fassade hat den<br />
Vorteil, dass Feuchtigkeit schnell und zuverlässig<br />
abgeführt wird. Damit es im<br />
Brandfall nicht zum Kamineffekt hinter der<br />
Fassade kommt, müssen Brandsperren<br />
montiert werden, die den Hinterlüftungsquerschnitt<br />
auf beiden Geschossen schließen.<br />
Da<strong>für</strong> werden <strong>ein</strong>fach oder zweifach<br />
gekantete Stahlbleche zwischen Dämmstoff<br />
und Fassadenmaterial montiert,<br />
sofern der Schmelzpunkt der Dämmung<br />
oberhalb 1000 °C liegt. Sobald das Blech<br />
mindestens 1 mm dick ist und die Befestigungspunkte<br />
nicht weiter als 600 mm aus<strong>ein</strong>anderliegen,<br />
gilt der Feuerwiderstand<br />
als ausreichend. Eine Überlappung von<br />
≥ 30 mm ist sicherzustellen. Inzwischen<br />
sind Systeme erhältlich, bei denen die<br />
Brandsperre in der Dämmebene liegt.<br />
Bild: Steico
Brandschutz<br />
Kapselung im<br />
Holzbau<br />
Der bauliche Brandschutz hat <strong>für</strong> den Holzbau<br />
<strong>ein</strong>e ganz besondere Bedeutung.<br />
Ein wichtiger Aspekt dabei ist die brandschutztechnisch<br />
wirksame Bekleidung von<br />
tragenden Bauteilen mit nicht brennbaren<br />
Materialien. Mit Trockenbauplatten können<br />
Wand-, Decken- und Dachkonstruktionen<br />
mit geprüfter <strong>Sicherheit</strong> und bauaufsichtlichen<br />
Verwendbarkeitsnachweisen realisiert<br />
werden. Durch diese Kapselung wird <strong>für</strong><br />
<strong>ein</strong>en definierten Zeitraum das Bauteil vor<br />
<strong>ein</strong>er Entflammung geschützt.<br />
Brandschutzwand<br />
Brandwände müssen aus nicht brennbaren<br />
Baustoffen der Klassen A1 oder A2<br />
bestehen und mindestens der Feuerwiderstandsklasse<br />
F90 entsprechen. Außerdem<br />
müssen sie sowohl das Übergreifen von<br />
Flammen als auch die Ausbreitung von<br />
Rauch über <strong>ein</strong>en klar definierten Zeitraum<br />
unterbinden – das ist in der § 30 der deutschen<br />
Musterbauordnung geregelt. Ziel<br />
dieser Bauordnung ist es, benachbarte Gebäude<br />
sowie Flucht- und Zugangswege vor<br />
Feuer, Rauch und Hitze zu schützen.<br />
Bild: James Hardie/Fermacell<br />
Brandschutz durch<br />
Trockenbau<br />
Bei der Sanierung <strong>ein</strong>er Immobilie sollte Brandschutz <strong>ein</strong>en Schwerpunkt bilden. Dabei gilt es, nicht nur die äußere Gebäudehülle, sondern auch<br />
innen liegende Bauteile brandschutzsicher zu gestalten. Hochwertige Trockenbausysteme aus Gipsplatten bieten da<strong>für</strong> <strong>ein</strong> breites Spektrum<br />
Lösungen. Im Vergleich zu alten Holzständersystemen haben die modernen Metallprofile <strong>ein</strong>en entscheidenden Vorteil: Sie verformen sich bei<br />
Belastung durch Feuchtigkeit nicht. Außerdem tragen sie im Gegensatz zu dünnen Holzlattenkonstruktionen nicht zur Brandbeschleunigung bei.
29<br />
Die aus dem natürlichen Rohstoff Gips bestehenden<br />
Platten, enthalten kristallgebundene<br />
Wasseranteile, die im Brandfall als „<strong>ein</strong>gebautes<br />
Löschwasser“ dienen. Eine 25 mm dicke Gipsplatte<br />
enthält pro Quadratmeter etwa 5 Liter<br />
chemisch gebundenes Kristallwasser. Bei Hitze<br />
durch Feuer wird der Wasserdampf freigesetzt<br />
und legt sich wie <strong>ein</strong> Schleier auf der Oberfläche<br />
der Gipsplatten ab. <strong>Das</strong> bewirkt, dass die<br />
Temperatur auf der dem Brand abgewandten<br />
Seite nicht über 100 °C steigt. Bereits normale<br />
Gipskartonplatten leisten <strong>ein</strong>en wesentlichen<br />
Beitrag zum Brandschutz. Ihnen werden Glasfasern<br />
untergemischt, um <strong>ein</strong>en Zerfall nach<br />
der Entwässerung zu verzögern. Ähnlich wie<br />
bei <strong>ein</strong>er Stahlbewehrung im Beton wird der<br />
Gefügezusammenhalt der Platte damit deutlich<br />
verbessert. Feuerschutzplatten, spezielle<br />
Brandschutzplatten sowie optimal auf<strong>ein</strong>ander<br />
abgestimmte Systemkomponenten sorgen<br />
beim Thema Brandschutz <strong>für</strong> maximale <strong>Sicherheit</strong>.<br />
Innere Trennwände<br />
Mit Gipsplatten lassen sich problemlos innere<br />
Trennwände mit hohen Feuerwiderstandsklassen<br />
erstellen. Es können mit 12,5 mm dicken<br />
Feuerschutzplatten bei <strong>ein</strong>er doppelten Beplankung<br />
auf jeder Seite des Ständerwerks bereits<br />
Montagewände mit <strong>ein</strong>er Feuerwiderstandsklasse<br />
von F 90-A erreicht werden. Obwohl<br />
<strong>ein</strong>e Dämmung zwischen den Platten brandschutztechnisch<br />
nicht erforderlich ist, lässt sich<br />
dieser durch den Einsatz von nicht brennbaren<br />
Dämmstoffen allerdings erhöhen. Geeignet da<strong>für</strong><br />
ist Mineralwolle. Einlagig beplankte Wände<br />
aus 25 mm dicken Gipsplatten erreichen ebenfalls<br />
<strong>ein</strong>e Feuerwiderstandsklasse bis F 90-A.<br />
Für Wandsysteme mit <strong>ein</strong>er höheren Feuerwiderstandsklasse<br />
als F 90 muss <strong>ein</strong>e mehrfache<br />
Beplankung erstellt werden. Denn je dicker die<br />
Platten, desto größer der Feuerwiderstand.<br />
Brandschutztechnische Sanierung<br />
Die Sanierung von Bestandsgebäuden nimmt<br />
im Baugewerbe immer mehr zu. Dazu müssen<br />
auch bestehende Wände aufgrund ihrer Brandschutzeigenschaften<br />
aufgebessert werden.<br />
Wo bei <strong>ein</strong>igen F30 genügt, ist das bei anderen<br />
deutlich zu wenig, wie etwa Flurwänden.<br />
Sie dienen als Fluchtweg und müssen daher<br />
die Feuerwiderstandsklasse F90 aufweisen.<br />
Häufig gelingt es schon, Montagewände durch<br />
zusätzliche Beplankungen auf beiden Seiten<br />
brandschutzsicher zu machen. Jedoch ist <strong>ein</strong><br />
großes Problem dabei, dass in <strong>ein</strong>igen Gebäuden<br />
<strong>ein</strong>e beidseitige Beplankung aufgrund der<br />
Gegebenheiten nicht möglich ist – z. B. wenn<br />
sich Einbauschränke auf <strong>ein</strong>er Raumseite befinden.<br />
Mittlerweile bieten Hersteller <strong>für</strong> solche<br />
Fälle Lösungen an, bei denen mit <strong>ein</strong>er zusätzlichen<br />
Beplankung auf nur <strong>ein</strong>er Wandseite der<br />
vorgeschriebene Brandschutz erreicht wird.<br />
Bild: Knauf Gips<br />
Tipp!<br />
Feuerschutzplatten<br />
Um den höchsten brandschutztechnischen<br />
Anforderungen gerecht zu werden,<br />
lassen sich mit Feuerschutzplatten<br />
vielfältige Systemkonstruktionen<br />
<strong>für</strong> Brandwände, Deckenbekleidungen<br />
und Trägerbekleidungen umsetzen.<br />
Die leicht zu verarbeitenden Platten<br />
zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht<br />
und die Brandschutzklasse A1 aus.<br />
Gem<strong>ein</strong>sam mit feuerfesten Spachtelmassen<br />
und Glasfaser-Fugendeckstreifen<br />
ist die <strong>Sicherheit</strong> auf höchstem<br />
Niveau gewährleistet.
Brandschutz<br />
Keller- &<br />
<strong>Das</strong> <strong>ein</strong>geschaltete Bügeleisen auf dem Hemd,<br />
der vergessene Topf auf dem Herd, der Christbaum<br />
mit Echtkerzen – in den eigenen vier<br />
Wänden können viele Gefahren lauern. Umliegende<br />
Materialien können Feuer fangen,<br />
sodass sich der Brand schnell ausbreitet. Um<br />
die Ausbreitung zu verhindern, sind spezielle<br />
Brandschutztüren erhältlich. Diese Türen retten<br />
im Brandfall Leben, weil sie <strong>für</strong> <strong>ein</strong>e gewisse<br />
Zeit davor schützen, dass sich Feuer ausbreitet<br />
und da<strong>für</strong> sorgen, dass Fluchtwege freibleiben.<br />
Brandschutztüren<br />
Brandschutztüren, auch Feuerschutztüren genannt,<br />
dienen als vorbeugender Brandschutz<br />
und müssen immer selbstschließend s<strong>ein</strong>. <strong>Das</strong><br />
bedeutet, dass sie von all<strong>ein</strong> zufallen müssen<br />
Die Selbstschließung wird entweder über Federbänder<br />
oder komfortabler über Türschließer<br />
realisiert. Brandschutztüren werden verschiedenen<br />
Feuerwiderstandsklassen zugeordnet.<br />
Zum <strong>ein</strong>en bieten sie Schutz vor Feuer, zum<br />
anderen sind sie je nach Bedarf rauchdicht,<br />
<strong>ein</strong>bruchhemmend und schalldicht. Die Vorschriften<br />
<strong>für</strong> Brandschutz sind von Bundesland<br />
zu Bundesland unterschiedlich. Bauherren und<br />
Modernisierer sollten deshalb im Vorfeld die<br />
Bestimmungen abklären. Vor allem die Feuerwiderstandsklasse<br />
<strong>ein</strong>er Brandschutztür hängt<br />
von der Gebäudenutzung ab. Auch die Anforderungen<br />
der umgebenden Wände haben<br />
Einfluss auf die zulässigen Klassen. Beispielsweise<br />
macht <strong>ein</strong>e T90-Tür kaum Sinn in <strong>ein</strong>er<br />
Wand, die im schlimmsten Fall schon nach 30<br />
Minuten Feuer <strong>ein</strong>lässt. Grundsätzlich sollte<br />
die Tür immer die gleiche Widerstandsklasse<br />
wie die umliegenden Wände aufweisen.<br />
Bild: Hörmann<br />
Brandschutz und Design<br />
In der heutigen Zeit sind Brandschutztüren<br />
erhältlich, die nicht nur in ihrer Funktionalität<br />
überzeugen, sondern auch durch ihr Design. In<br />
diesem Fall kauft man sich nicht nur <strong>ein</strong> sicheres<br />
Gefühl, man erwirbt gleichzeitig <strong>ein</strong> hochwertiges<br />
Gestaltungselement, das interessante<br />
Akzente setzt. Die robusten Stahltüren sind sogar<br />
mit eleganten Verglasungen möglich. <strong>Das</strong><br />
<strong>ein</strong>gesetzte Brandschutzglas sorgt dabei <strong>für</strong><br />
mehr Licht und Offenheit zwischen den Räumen<br />
und das ganz ohne Verlust der <strong>Sicherheit</strong>.
31<br />
Feuerwiderstandsklassen<br />
von Türen<br />
Nach der EN 1634-1 werden alle Feuerschutztüren<br />
<strong>ein</strong>er Brandprüfung unterzogen<br />
und müssen sich bei <strong>ein</strong>er Temperatur<br />
von ca. 1.000 °C <strong>für</strong> 30, 60 bzw. 90 Minuten<br />
bewähren. Während dieses Zeitraums dürfen<br />
bestimmte Grenztemperaturen auf der<br />
brandabgewandten Seite nicht überschritten<br />
werden und k<strong>ein</strong>e Flammen durch das<br />
Türblatt oder die Zarge austreten. Die Türen<br />
werden in folgende Klassen <strong>ein</strong>geteilt:<br />
Bild: Hörmann<br />
» T30-Tür<br />
feuerhemmend<br />
» T60-Tür<br />
hochfeuerhemmend<br />
» T90-Tür<br />
feuerbeständig<br />
<strong>Das</strong> „T“ steht <strong>für</strong> „Tür“ und die Zahl beziffert<br />
die Dauer in Minuten, die die Tür im Brandfall<br />
mindestens standhält. Brandschutztüren<br />
mit Rauchschutz werden Zusätzlichen<br />
mit „RS“ <strong>für</strong> Rauchschutz gekennzeichnet.<br />
(Brand- und Rauchschutztür T30RS)<br />
Brandschutztüren<br />
im Eigenheim<br />
sind besonders<br />
wichtig, weil<br />
dadurch...<br />
» das Entstehen <strong>ein</strong>es Brandes<br />
und die Ausbreitung von<br />
Feuer und Rauch verhindert<br />
werden.<br />
» das Retten von Menschen<br />
und Tieren im Brandfall<br />
ermöglicht wird.<br />
» wirksame Löscharbeiten<br />
ermöglicht werden.<br />
Bild: Hörmann<br />
Garage<br />
In Garagen lagert oftmals <strong>ein</strong>iges an brennbarem<br />
Material. Nicht nur all<strong>ein</strong> das Auto<br />
könnte in Brand geraten – Holz <strong>für</strong> den Kamin,<br />
Kissen <strong>für</strong> Gartenmöbel, Winter oder<br />
Sommerreifen sowie Kanister mit Benzin.<br />
Falls <strong>ein</strong> Feuer ausbricht und das Wohngebäude<br />
direkt an die Garage anschließt, ist es<br />
besonders wichtig, Vorkehrungen zu treffen,<br />
die vermeiden, dass die Flammen auf das<br />
Wohnhaus übergehen. Für die Absicherung<br />
werden feuerhemmende Funktionstüren<br />
<strong>ein</strong>gesetzt. Optional sollten diese auch <strong>ein</strong>bruchhemmend,<br />
rauchdicht und schalldämmend<br />
s<strong>ein</strong>.<br />
Keller<br />
Brände im Keller werden oft erst spät bemerkt,<br />
was sie besonders fatal macht. Bevor<br />
das Feuer den Wohnraum erreicht, sind<br />
Fluchtwege über das Treppenhaus oder den<br />
Flur bereits verraucht. Diesem Szenario können<br />
Feuerschutztüren vorbeugen. Ganz speziell<br />
Heizungsräume sollten mit <strong>ein</strong>er Brandschutztür<br />
versehen werden – dazu gibt es<br />
auch bestimmte Vorschriften, die sich nach<br />
der Nutzung richten. Gerade Öltanks und<br />
Heizkessel verwandeln sich bei <strong>ein</strong>em Defekt<br />
in ausdauernde Brandquellen. Bereits <strong>ein</strong>e<br />
T30-Tür verschafft dann ausreichend Zeit<br />
zum Rückzug.
Brandschutz<br />
Rauchmelder<br />
und Feuerlöscher<br />
Im Haushalt können <strong>ein</strong>ige Missgeschicke passieren,<br />
da kann es schonmal vorkommen, dass<br />
man die brennende Zigarette vergisst, die Kerze<br />
umstößt oder <strong>ein</strong>fach nur das Fett in der Pfanne zu<br />
stark erhitzt. Um das Schlimmste zu verhindern und<br />
den Schaden gering zu halten, ist <strong>ein</strong> Feuerlöscher<br />
oder <strong>ein</strong> Feuerlöschspray unerlässlich. Aber auch<br />
unbemerkt können Rauch oder Feuer entstehen,<br />
beispielsweise durch <strong>ein</strong> defektes Elektrogerät, da<strong>für</strong><br />
bieten Rauchmelder den optimalen Schutz.<br />
Gefahrenmelder<br />
Rauchwarnmelder<br />
Funkmelder<br />
& Smarthome<br />
Bild: ABUS<br />
Sofern Rauchpartikel in die Messkammern<br />
des Rauchmelders gelangen, ertönt<br />
<strong>ein</strong> Alarmsignal – <strong>für</strong> Gehörlose<br />
sind Geräte mit Blitzlicht oder Vibration<br />
erhältlich. Thermooptische Rauchmelder<br />
reagieren erst, wenn die Rauchpartikel<br />
und Raumtemperatur steigen. Beide<br />
Modelle werden am höchsten Punkt im<br />
Zimmer angebracht, idealerweise ist<br />
das an der Decke. Sobald die Batterie<br />
getauscht werden muss, meldet das<br />
Gerät sich optisch und auch akustisch.<br />
Trotzdem sollte regelmäßig die Funktion<br />
des Melders über die Prüftaste getestet<br />
werden.<br />
Warnmelder kommunizieren mit den<br />
verbauten Funkmodulen unter<strong>ein</strong>ander.<br />
Registriert also <strong>ein</strong> Gerät Rauch, gibt<br />
es das an die anderen weiter, die ebenfalls<br />
Alarm auslösen. Dies ist besonders<br />
wichtig, wenn sich Rauch in Räumen<br />
bildet, die nicht so oft im Gebrauch sind<br />
oder aber auf dem Dachboden und im<br />
Keller. Noch mehr <strong>Sicherheit</strong> bieten allerdings<br />
smarte Rauchmelder, die <strong>ein</strong>en<br />
Brand umgehend ans Smartphone weiterleiten.<br />
So ist es möglich, auch von<br />
unterwegs sofort zu Handeln. Batterien,<br />
Sensoren und die Internetverbindung<br />
werden stetig überprüft und Störungen<br />
direkt gemeldet.<br />
Viele Haushalte kochen und heizen mit<br />
Gas. Trotz regelmäßiger Überprüfung<br />
der Anlage kann es zu Gasaustritt kommen.<br />
Auch beim Kaminofen ist Vorsicht<br />
geboten, weil durch die Verbrennung<br />
von Holz Kohlenmonoxid (CO) entsteht.<br />
Wird das nicht wahrnehmbare, farb-, geruch-<br />
und geschmacklose, toxische Gas<br />
beispielsweise nicht richtig abgeleitet,<br />
kann es bereits nach wenigen Minuten<br />
tödlich enden. Um tragische Unfälle dieser<br />
Art zu vermeiden, gibt es spezielle<br />
Gas- und Co-Warnmelder, die nicht nur<br />
in ihrer Funktionsweise Rauchmeldern<br />
ähneln, sondern sich unauffällig in den<br />
Raum <strong>ein</strong>fügen.
33<br />
Rauchmelderpflicht<br />
Die Rauchmelderpflicht ist mittlerweile in<br />
fast allen Landesbauordnungen verankert<br />
und richtet sich nach der DIN 14676. So ist<br />
es Pflicht, dass in Schlafräumen, Kinderzimmern<br />
und Fluren mindestens jeweils<br />
<strong>ein</strong> Rauchmelder installiert s<strong>ein</strong> muss. Ab<br />
2021 gilt nun auch Rauchmelderpflicht in<br />
den Bundesländern Brandenburg & Berlin.<br />
Q steht <strong>für</strong><br />
Qualität<br />
Mittlerweile sind viele verschiedene Rauchmelder<br />
in ganz unterschiedlichen Preisklassen<br />
erhältlich. Deshalb sollte man vor<br />
dem Kauf unbedingt auf die Prüfzeichen<br />
achten. <strong>Das</strong> Qualitätszeichen „Q“ beruht<br />
auf den Anforderungen der Richtlinie 14-01<br />
der Ver<strong>ein</strong>igung zur Förderung des Deutschen<br />
Brandschutzes (vfdb). Rauchmelder<br />
mit diesem Qualitätszeichen weisen<br />
automatisch das CE-Zeichen und die DIN<br />
EN 14604 aus. Sie sind besonders stabil<br />
gegen äußere Einflüsse und verfügen über<br />
<strong>ein</strong>e fest <strong>ein</strong>gebaute 10-Jahres-Batterie.<br />
Feuerlöscher<br />
Obwohl <strong>ein</strong> Feuerlöscher im Privathaushalt k<strong>ein</strong>e Pflicht ist, ist es dennoch ratsam, <strong>ein</strong>en zu<br />
besitzen. Der Anschaffungspreis ist gering, aber die Hilfe in <strong>ein</strong>em Brandfall unbezahlbar. Am<br />
besten eignen sich Pulver- und Schaumlöscher. Pulver hält Brände bei höheren Temperaturen<br />
<strong>für</strong> <strong>ein</strong>en längeren Zeitraum in Schach und dringt schnell überallhin. Der Nachteil: Es zersetzt<br />
im Nachgang empfindliche Bauteile und Stoffe. Schaum hingegen deckt Flammen kurzfristig ab<br />
und hinterlässt deutlich weniger Spuren als Pulver. Darum empfiehlt es sich, Pulverlöscher lieber<br />
<strong>für</strong> Werkstatt und Keller zu benutzen und Schaumlöscher <strong>für</strong> Wohnräume. Zu beachten ist,<br />
dass es k<strong>ein</strong>en Universal-Feuerlöscher gibt, nicht jeder ist auch <strong>für</strong> jede Brandklasse geeignet.<br />
Eine Überprüfung von Feuerlöschern im privaten Bereich ist nicht vorgeschrieben, sollte aber<br />
zur eigenen <strong>Sicherheit</strong> alle zwei Jahre erfolgen. Dazu muss <strong>ein</strong> Fachmann hinzugezogen werden,<br />
der testet, ob alle Dichtungen intakt sind, alle Teile beweglich und leichtgängig. Ohne Beschädigung<br />
oder falsche Lagerung halten neue Löscher bis zu 20 Jahre.<br />
» Schaum-Feuerlöscher<br />
Brandklassen A und B<br />
häufige Verwendung in Haushalten<br />
» Pulver-Feuerlöscher<br />
Brandklassen A, B, C und D<br />
sehr hohe Löschkraft<br />
» Feuerlöscher mit Wasser<br />
Brandklasse A<br />
sehr geringe Löschkraft<br />
» Kohlendioxid-Löscher<br />
Brandklasse B<br />
rückstandslose Löschung<br />
» Fettbrandlöscher<br />
Brandklassen A, B und F<br />
besonders <strong>für</strong> Küchen geeignet<br />
Brandklassen<br />
nach DIN EN 2<br />
Brände werden nach ihrem brennenden<br />
Stoff klassifiziert und in die folgenden<br />
Brandklassen <strong>ein</strong>geteilt:<br />
Brandklasse A<br />
geeignet zum Löschen von festen<br />
Stoffen z. B. Holz, Textilien<br />
Brandklasse B<br />
geeignet zum Löschen von<br />
flüssigen Stoffen z. B. Benzin<br />
Brandklasse C<br />
geeignet zum Löschen von<br />
Gasen z. B. Propangas<br />
Brandklasse D<br />
geeignet zum Löschen von<br />
Metallen z. B. Aluminium<br />
Brandklasse F<br />
geeignet zum Löschen von<br />
Speiseölen bzw. -fetten<br />
Dauerdrucklöscher<br />
Bei <strong>ein</strong>fachen »Standardfeuerlöschern«, den<br />
Dauerdruckfeuerlöschern, ist das Löschmittel<br />
und das Druckgas im gleichen Behälter<br />
untergebracht, der ständig unter Druck<br />
steht. Bei unsachgemäßer Wartung kann <strong>ein</strong><br />
Druckverlust entstehen, sodass der Feuerlöscher<br />
im Brandfall versagt. Dauerdrucklöscher<br />
sollten unbedingt mit Manometer<br />
gekauft werden – ist der Zeiger im grünen<br />
Bereich, funktioniert der Löscher fehlerfrei.<br />
Aufladelöscher<br />
Bei den qualitativ hochwertigen Aufladefeuerlöschern<br />
wird Gas in <strong>ein</strong>er besonders<br />
dickwandigen Treibmittelflasche gespeichert.<br />
Der Löscher besteht aus zwei Behältern<br />
– Löschmittel und Treibgasbehälter.<br />
Er wird durch Öffnen der Treibmittelflasche,<br />
per Ventil oder Schlagknopf aktiviert, sodass<br />
das Treibmittel in den Löschmittelbehälter<br />
strömt und der Löscher betriebsbereit<br />
ist. Aufladelöscher sind in der Regel langlebiger<br />
und wartungsfreundlicher als Dauerdrucklöscher.
Die häufigsten<br />
Irrtümer<br />
In oberen Stockwerken wird<br />
kaum <strong>ein</strong>gebrochen.<br />
Ganz im Gegenteil: Gerade die oberen Stockwerke<br />
<strong>ein</strong>es Mehrfamilienhauses sind <strong>für</strong> Einbrecher<br />
reizvoll, weil sie weniger gestört werden<br />
und auch nicht Gefahr laufen, von außen<br />
gesehen zu werden.<br />
Einbrüche passieren hauptsächlich<br />
nachts.<br />
Laut <strong>ein</strong>er Studie des Gesamtverbands der<br />
deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geschehen<br />
gut 70 % der Einbrüche zwischen<br />
8 und 22 Uhr, wenn die Eigentümer nicht im<br />
Haus sind. 7 % passieren bei Anwesenheit.<br />
Wie kommen<br />
Einbrecher<br />
ins Haus?<br />
Bei Einbrechern sind Balkon- und Terrassentüren<br />
sowie Erdgeschossfenster<br />
von abseits gelegenen Häusern besonders<br />
beliebt. Dagegen sind Keller oder<br />
Fenster in anderen Stockwerken eher<br />
uninteressant. Aber weil Einbrecher k<strong>ein</strong>e<br />
lange Ausdauer und nicht viel Zeit haben,<br />
geben sie nach zirka drei Minuten<br />
auf. Deshalb ist <strong>ein</strong> richtiger Einbruchschutz<br />
an Fenstern, Balkon- und Terrassentüren<br />
<strong>ein</strong>e sehr effektive Investition.<br />
Die Hausratsversicherung<br />
Es wird hauptsächlich bei<br />
Reichen <strong>ein</strong>gebrochen.<br />
Jeder kann Opfer werden. Einzeltäter schlagen<br />
zum Beispiel oft in ihrer unmittelbaren Umgebung<br />
zu. Sie suchen Bargeld, Schmuck oder<br />
<strong>ein</strong> Smartphone, das sich rasch verkaufen<br />
lässt. In jeder Wohnung befindet sich etwas<br />
davon.<br />
Einbrecher sind schwarz<br />
gekleidete Männer mit großen<br />
Taschen und Sturmhaube.<br />
Weit gefehlt, denn Einbrecher sind darauf bedacht,<br />
nicht als solche erkannt zu werden und<br />
nach getaner Arbeit schnell und unbemerkt zu<br />
entkommen. Gestohlen wird demnach nur, was<br />
in die Jackentaschen passt, wie z. B. Bargeld,<br />
Schmuck oder Smartphones. Auch Laptops<br />
sind beliebt, <strong>ein</strong> Fernseher dagegen ist meist<br />
zu unhandlich. Obwohl es korrekt ist, dass<br />
überwiegend Männer Einbrüche begehen, ist<br />
es mittlerweile so, dass gerade in organisierten<br />
Banden vermehrt Frauen geschickt werden, da<br />
sie weniger Misstrauen wecken.<br />
Doch wenn alles nichts hilft und Einbrecher<br />
dennoch ins Haus gelangen, ersetzt<br />
die Hausratversicherung den Wert<br />
der Gegenstände, die aus dem Haus<br />
gestohlen worden und kommt gleichzeitig<br />
<strong>für</strong> Beschädigungen auf und <strong>für</strong> die<br />
Kosten, die durch Aufräum- und Reparaturarbeiten<br />
entstanden sind. Allerdings<br />
deckt <strong>ein</strong>e <strong>ein</strong>fache Hausratversicherung<br />
nicht alles ab. Kann Vorsatz oder<br />
Fahrlässigkeit nachgewiesen werden<br />
– dazu zählt <strong>ein</strong> verlorener Schlüssel<br />
–, wird die Versicherung den Schaden<br />
nicht regulieren.
35<br />
Tipps<br />
zum Einbruchschutz:<br />
1.<br />
2.<br />
3.<br />
4.<br />
5.<br />
6.<br />
7.<br />
8.<br />
Sämtliche Türen, Fenster und Garagentore<br />
schließen: auch bei kurzer<br />
Abwesenheit.<br />
Gegenstände die als Aufstiegshilfen<br />
dienen können (Leitern, Mülltonnen<br />
oder Gartenmöbel) nicht herumstehen<br />
lassen.<br />
Hausschlüssel niemals draußen<br />
verstecken.<br />
Bei Verlust der Schlüssel sofort das<br />
Schloss auswechseln.<br />
Wertgegenstände niemals offen im<br />
Haus herumliegen lassen.<br />
Für <strong>ein</strong>e ausreichende Beleuchtung im<br />
Außenbereich sorgen – im Idealfall mit<br />
Bewegungsmelder.<br />
Für zusätzlichen Schutz <strong>ein</strong>e Alarmoder<br />
videoüberwachte Gegensprechanlage<br />
installieren.<br />
Niemals <strong>ein</strong>en Hinweis auf Abwesenheit<br />
hinterlassen, insbesondere nicht in<br />
den sozialen Medien.<br />
Einbruchschutz<br />
Bild: Teckentrup
Einbruchschutz<br />
& Kellerfenster<br />
Lichtschächte<br />
Schwachstellen beheben<br />
Damit Kellerfenster wirksam gegen Einbruch gesichert werden können, ist es wichtig, zuerst die Schwachstellen<br />
herauszufinden. Gerade bei älteren Häusern sind Kellerfenster oberirdisch <strong>ein</strong>gebaut und verfügen nur über <strong>ein</strong>en<br />
simplen Hebel. Obwohl der bewegliche Teil des Fensters in der Regel aus <strong>ein</strong>er Glasscheibe und <strong>ein</strong>em Gitter<br />
besteht, können die Fensterteile von geübten Händen schnell geöffnet werden. Auch Kellerfenster, die von <strong>ein</strong>em<br />
Lichtschacht umgeben sind, sind nicht sicher. Sehr gern wird das von Hausbesitzern angenommen, allerdings sind<br />
die Gitter nicht fest genug verankert und können bereits mit wenig Kraftaufwand angehoben werden. Zudem bietet<br />
<strong>ein</strong> Lichtschacht sogar die Möglichkeit, das Fenster unbemerkt zu bearbeiten. Wird im Sommer das Kellerfenster<br />
zum Lüften geöffnet, haben Einbrecher leichtes Spiel. Bei all den erschreckenden Erkenntnissen gibt es auch<br />
etwas Positives – der Einbruchschutz kann unabhängig vom Alter des Hauses nachträglich installiert werden. Wer<br />
jedoch neu baut, sollte von Anfang an auf <strong>ein</strong>en wirksamen Einbruchschutz achten, wie beispielsweise betonierte<br />
Lichtschächte, weil die sich besonders gut sichern lassen.
37<br />
Bild: ABUS<br />
Fenstergitter<br />
Die beliebteste Variante ist zweifelsohne das außen montierte Kellerfenstergitter,<br />
das bereits <strong>ein</strong>e abschreckende Wirkung auf Einbrecher<br />
hat. Auch <strong>ein</strong> unbemerkter Einbruch wird bei ihnen schwierig. Die Anschaffungskosten<br />
<strong>für</strong> Kellerfenstergitter liegen in <strong>ein</strong>em überschaubaren<br />
Rahmen, sodass sie sich zur Nachrüstung sehr gut anbieten. Zu beachten<br />
dabei ist nur, dass <strong>ein</strong>e <strong>ein</strong>fache Montage in den Putz nicht ausreicht,<br />
da sich die Stäbe durchsägen lassen. Um das zu verhindern, sollte <strong>ein</strong><br />
spezielles <strong>Sicherheit</strong>sgitter verwendet werden, dessen Rohre im Innenleben<br />
über <strong>ein</strong>en sogenannten Rollstab verfügen.<br />
Bild: Wirus<br />
Abschließbarer Fenstergriff<br />
Ein abschließbarer Fenstergriff bietet <strong>ein</strong>en guten Schutz, ohne die Optik<br />
zu be<strong>ein</strong>flussen. Mit diesem speziellen Griff wird mehr Stabilität erzielt<br />
und <strong>ein</strong> sogenannter Glasdurchgriff verhindert. Einbrecher können dadurch<br />
den Griff nicht mehr so leicht abdrehen, abreißen oder umlegen,<br />
um durch das Fenster <strong>ein</strong>zusteigen. Gegen die gängigste Einbruchmethode,<br />
dem Aufhebeln von Fenstern mit <strong>ein</strong>em Schraubendreher sind<br />
abschließbare Fenstergriffe nicht ausreichend. Hier benötigen Sie nachrüstbare<br />
Fenstersicherungen.<br />
Bild: ABUS<br />
Teleskopstange/Panzerriegel<br />
Eine Teleskopstange ist <strong>ein</strong>e praktische und günstige Einbruchsicherung,<br />
die das Öffnen des Fensters verhindert. Durch zwei Verriegelungspunkte ist<br />
sie sehr widerstandsfähig gegen Angriffe. Montiert wird die Teleskopstange<br />
ausschließlich in der Mauerlaibung, das Fenster muss demnach nicht angebohrt<br />
werden – ideal <strong>für</strong> Mietwohnungen. Verriegelt bzw. geöffnet wird<br />
die Sicherung mit <strong>ein</strong>em Schlüssel. Wer auf <strong>ein</strong>e noch widerstandsfähigere<br />
Lösung zurückgreifen will, sollte sich <strong>ein</strong>en Fenster-Panzerriegel zulegen.<br />
All<strong>ein</strong> das Aussehen des massiven Riegels schreckt Einbrecher ab.<br />
Bild: ABUS<br />
Gitterrostsicherung<br />
Mit <strong>ein</strong>er Gitterrostsicherung kann wirksam verhindert werden, dass<br />
der Gitterrost angehoben wird, was <strong>ein</strong> Eindringen durch das Fenster<br />
unmöglich macht. Im Zuge der Gitterrostsicherung wird im Schacht <strong>ein</strong><br />
Halter verschraubt, der mit Kette und Lasche geöffnet wird. Pro Schacht<br />
sollten zwei bis vier Systeme <strong>ein</strong>kalkuliert werden und da man sowieso<br />
nur sehr selten an den Lichtschacht muss, stört <strong>ein</strong> abgeschlossener<br />
Rost weniger als <strong>ein</strong>e Fenstersicherung, die man vor und nach jedem<br />
Öffnen betätigen muss. Sind die Lichtschächte gut gesichert, kann man<br />
auf Einbruchschutz am Kellerfenster selbst verzichten.
Einbruchschutz<br />
Die Bestandteile <strong>ein</strong>es<br />
sicheren Fensters<br />
Die <strong>Sicherheit</strong>sbeschläge<br />
wie zum Beispiel Eckverriegelungen, Beschläge<br />
mit Pilzkopfverriegelung oder <strong>Sicherheit</strong>sschließbleche<br />
am Rahmen sollten aus hartem<br />
Stahl s<strong>ein</strong>. Der Pilzkopf krallt sich beim Schließen<br />
hinter das <strong>Sicherheit</strong>sschließblech.<br />
Der <strong>Sicherheit</strong>sgriff<br />
lässt sich im geschlossenem Zustand nicht<br />
betätigen, was <strong>ein</strong> Öffnen des Fensters bei<br />
zerstörtem Glas per durchgreifen unmöglich<br />
macht. Zusätzlich widersteht <strong>ein</strong> abschließbarer<br />
Griff <strong>ein</strong>er Kraft<strong>ein</strong>wirkung von 100 Nm.<br />
Der Anbohrschutz<br />
ist aus gehärtetem Stahlblech und wird hinter<br />
dem Getriebe fixiert, was das Durchbohren des<br />
Flügels von außen stark erschwert. Somit ist<br />
der Zugriff auf das Getriebe des Fensters mit<br />
Einbruchwerkzeug nicht möglich.<br />
<strong>Das</strong> <strong>Sicherheit</strong>sisolierglas<br />
oder auch Verbundsicherheitsglas (VSG) genannt,<br />
besteht aus <strong>ein</strong>zelnen Glasscheiben, die<br />
mit <strong>ein</strong>er zäh-elastischen, transparenten Folie<br />
verklebt werden. Durch diesen Aufbau kann<br />
k<strong>ein</strong>e Durchgreiföffnung geschaffen werden.<br />
Anders als gewöhnliches Glas zerbricht Verbundsicherheitsglas<br />
(VSG) nicht vollständig.<br />
Einbruchschutz<br />
an Fenstern<br />
Fenster, Balkon- und Terrassentüren sind die größten Schwachstellen im Haus. Einbrechern gelingt es in Sekunden, diese sogenannten Fenstertüren<br />
mit dem Schraubenzieher zu öffnen. Umlaufend <strong>ein</strong>bruchhemmende Fensterbeschläge, abschließbare Fenstergriffe mit Sperrmechanismen<br />
und <strong>Sicherheit</strong>sisolierglas hindern Täter effektiv am Eindringen. Wichtig bei allen Vorkehrungen ist, dass Fenster und Fenstertüren nach<br />
DIN EN 1627 geprüft und zertifiziert sind.
39<br />
Bild:Wirus<br />
Bild: Kneer<br />
<strong>Das</strong> richtige<br />
Fenster am<br />
richtigen Ort.<br />
Fenster und Fenstertüren werden in Widerstandsklassen<br />
(Resistance Class) von<br />
1 bis 6 <strong>ein</strong>geteilt. Für private Einfamilienhäuser<br />
reichen die Klassen RC 1 bis 3 in<br />
der Regel aus, die Klassen RC 4 bis RC<br />
6 sind insbesondere im gewerblichen Bereich<br />
sinnvoll.<br />
RC 1 N<br />
Für Fenster und schwer zugängliche Balkonfenstertüren<br />
im Obergeschoss, die<br />
von außen <strong>ein</strong>sehbar sind, wird mindestens<br />
<strong>ein</strong> Einbruchschutz der Widerstandsklasse<br />
RC 1 N empfohlen, sodass <strong>ein</strong><br />
Grundschutz gegen Einbruchversuche mit<br />
körperlicher Gewalt, wie Gegentreten, Gegenspringen<br />
oder Hochschieben besteht.<br />
RC 2 N<br />
Für Fenster und Türen, bei denen nicht<br />
mit <strong>ein</strong>em gezielten Angriff auf das Glas<br />
gerechnet werden muss, empfiehlt sich<br />
Widerstandsklasse RC 2 N. Mit dieser<br />
Klasse besteht <strong>ein</strong> Schutz gegen Gelegenheitstäter,<br />
die das Fenster mit <strong>ein</strong>fachen<br />
Werkzeugen wie Schraubendrehern oder<br />
Zangen aufbrechen wollen.<br />
ab RC 2<br />
Dazu zählen nicht <strong>ein</strong>sehbare Fenster im<br />
Erdgeschoss, Souterrain- und Kellerfenster<br />
sowie Haustüren. Für diese Widerstandsklassen<br />
besteht <strong>ein</strong> Schutz gegen Einwirkung<br />
von Werkzeugen, wie Schraubendrehern,<br />
Zangen, Keilen oder <strong>ein</strong>em Kuhfuß.<br />
Bild: Wirus<br />
Fast alle<br />
Einbrecher<br />
kommen durch<br />
Fenster, Balkonoder<br />
Terrassentüren.<br />
Schutz durch<br />
Rollläden<br />
Ein geschlossener Rollladen all<strong>ein</strong> ist bereits<br />
<strong>ein</strong>e Abschreckung. Denn er bedeutet <strong>ein</strong>e<br />
Barriere, die Zeit in Anspruch nimmt. Allerdings<br />
ist nicht jeder Rollladen auch wirklich<br />
<strong>ein</strong> Hindernis. Einfache Modelle lassen sich<br />
hochschieben, <strong>ein</strong>drücken oder aus den seitlichen<br />
Führungen ziehen. Einbruchhemmende<br />
Rollläden der Widerstandsklasse RC 2 bestehen<br />
aus mehreren Komponenten, die dies<br />
verhindern:<br />
» <strong>ein</strong> sehr stabiler Rollpanzer<br />
Der Panzer besteht im besten Fall aus<br />
Aluminium, Stahl oder Holz.<br />
» <strong>ein</strong>e Welle<br />
Diese Sperre verhindert das unerwünschte<br />
Hochschieben zuverlässig.<br />
» zwei Führungsschienen<br />
Sie verhindern, dass sich der Rollpanzer<br />
aushebeln lässt.<br />
Schutz durch richtige Steuerung<br />
Eine Automatisierung der Rollläden kann<br />
ebenfalls zum Einbruchschutz beitragen.<br />
Denn wenn sie sich durch <strong>ein</strong>e Zeitschaltuhr<br />
hoch- und runterfahren, simulieren sie die Anwesenheit<br />
der Bewohner, obwohl sie unterwegs<br />
sind.<br />
K<strong>ein</strong> Ersatz <strong>für</strong> sichere Fenster<br />
Der Rollladen ersetzt aber trotzdem nicht die<br />
<strong>ein</strong>bruchhemmenden Fenster, er dient lediglich<br />
der Unterstützung. In der Vergangenheit<br />
ereigneten sich viele Einbrüche tagsüber, weil<br />
Geräusche weniger auffallen.
Einbruchschutz<br />
Ausstattung<br />
<strong>ein</strong>bruchhemmender Haustüren<br />
Bild: Wirus<br />
Stahlschwenkriegel<br />
Stahlschwenkriegel senken sich aus<br />
dem Türflügel in den <strong>Sicherheit</strong>srahmen<br />
am Blendrahmen. Sie sind so robust,<br />
dass sie <strong>ein</strong> Aufhebeln der Tür unmöglich<br />
machen.<br />
Automatische Verriegelung<br />
Beim Schließen der Haustür wird die<br />
Verrieglung an allen wichtigen <strong>Sicherheit</strong>spunkten<br />
aktiviert.<br />
<strong>Sicherheit</strong>srosette<br />
Mit ihr kann der Profilzylinder nicht aufgebohrt<br />
werden.<br />
Bandseitensicherung<br />
Widerstandsfeste Sicherungsbolzen<br />
verzahnen Blendrahmen und Türflügel<br />
auf der Bandseite mit<strong>ein</strong>ander. Damit<br />
kann der Gehflügel nicht aufgehebelt<br />
werden.<br />
Türwächter<br />
Er ist in das Schließsystem integriert,<br />
sodass die Tür zunächst nur <strong>ein</strong>en<br />
Spaltbreit geöffnet werden kann. Erst<br />
die Entriegelung erlaubt die vollständige<br />
Öffnung.<br />
Intelligente Zutrittsysteme<br />
Diese Systeme sind nicht nur besonders<br />
praktisch, sondern auch sicherer als <strong>ein</strong><br />
Schlüssel, der verloren, gestohlen und<br />
gefälscht werden kann. Beispiele finden<br />
Sie auf der folgenden Seite.<br />
<strong>Sicherheit</strong><br />
bei Haustüren und Garagentoren<br />
Damit <strong>ein</strong>e Haustür dem Einbruchsversuch standhalten kann, müssen viele Komponenten auf<strong>ein</strong>ander abgestimmt s<strong>ein</strong>.<br />
Eine stabile Verbindung zwischen Haustür und Mauerwerk bildet die grundlegende Basis <strong>für</strong> <strong>ein</strong>e reibungslose Funktionalität.<br />
Einbruchhemmende Haustüren sind unter anderem mit <strong>ein</strong>er durchgehenden Schließleiste ausgestattet ebenso mit <strong>ein</strong>em<br />
Aufbohrschutz oder <strong>ein</strong>er Mehrfachverriegelung mit Schwenkriegeln. Diese massiven Haustüren sind so konstruiert, dass<br />
Rahmen, Zargen und Türblätter geschützt sind und die Tür nicht aufgehebelt werden kann. Wie hoch Widerstandsklasse<br />
und Einbruchhemmung der Haustür tatsächlich s<strong>ein</strong> sollen, ist <strong>ein</strong>e persönliche Entscheidung und hängt von verschiedenen<br />
Faktoren ab, wie Budget und <strong>Sicherheit</strong>sbedürfnis, auch die Lage des Hauses spielt dabei <strong>ein</strong>e wichtige Rolle.
41<br />
Einbruchsichere Garagentore<br />
<strong>Das</strong> Garagentor sollte grundsätzlich immer verriegelt<br />
s<strong>ein</strong>, k<strong>ein</strong>e Schwachstellen aufweisen und über<br />
<strong>ein</strong>e ausreichende Beplankung verfügen. Alte Tore<br />
auf den neusten Stand nachrüsten, kann zu <strong>ein</strong>em<br />
Problem werden. Da lohnt es sich oft, <strong>ein</strong> neues Tor<br />
<strong>ein</strong>zubauen, das mit entsprechender <strong>Sicherheit</strong>sausstattung<br />
in der Gesamtkonstruktion k<strong>ein</strong>erlei<br />
Schwachpunkte aufweist. Aufhebeln ist nicht möglich,<br />
weil die seitliche Zarge vollständig geschlossen<br />
ist. Bei elektrischen Torantrieben, die sich per Funk<br />
bedienen lassen, ist darauf zu achten, dass die<br />
Fernsteuerung sicher vor Code-Grabbing ist, wobei<br />
die Diebe den <strong>Sicherheit</strong>s-Code mit spezieller Software<br />
auslesen und kopieren. Je nach Garagentor<br />
und Art des Antriebes sorgen unterschiedliche Elemente<br />
<strong>für</strong> <strong>ein</strong>en guten Einbruchschutz:<br />
» Garagentore mit automatischem Torantrieb<br />
gelten als besonders sicher. Bei geschlossenem<br />
Tor sitzt die Verriegelung direkt in der<br />
Antriebsschiene, die über <strong>ein</strong>e mechanische<br />
Aufschiebesicherung verfügt, diese wird beim<br />
Schließen des Tores automatisch verriegelt,<br />
sodass das Tor nicht aufgehebelt werden kann.<br />
» Für manuell betriebene Tore ist die Schnäpperverriegelung<br />
die sicherste Variante. Dabei<br />
greift im geschlossenen Zustand des Tores<br />
<strong>ein</strong>e Scheibe um <strong>ein</strong>en massiven Stahlbolzen.<br />
» Drehfallen-Verriegelungen an Schwingtoren<br />
halten die Torblattdecken am Rahmen fest und<br />
schließen das Garagentor vollständig, sodass<br />
auch k<strong>ein</strong> Aufhebeln möglich ist.<br />
Die Widerstandsklasse<br />
Wie lange <strong>ein</strong>e Tür <strong>ein</strong>em Einbruch standhält,<br />
zeigen die Widerstandsklassen RC<br />
(engl.: Resistance classes). Die Klassen<br />
werden von RC 1N (geringer Widerstand)<br />
bis RC 6 (extrem hoher Widerstand) <strong>ein</strong>gestuft.<br />
Wichtig ist, geprüfte, zertifizierte<br />
Türen nach DIN EN 1627 und der höchsten<br />
Widerstandsklasse RC 3 <strong>für</strong> den privaten<br />
Bereich <strong>ein</strong>zubauen.<br />
KfW-<br />
Förderung <strong>für</strong><br />
Haustüren<br />
Für den perfekt Schutz bietet die KfW <strong>ein</strong><br />
Förderprogramm mit der Nr. 445-E „Altersgerecht<br />
Umbauen – Investitionszuschuss<br />
– Einbruchschutz.“ Ausschlaggebend <strong>für</strong><br />
die Förderung ist der UD-Wert von 1,3 W/<br />
(m²·K) oder geringer, die Erhöhung des<br />
Einbruchschutzes. Eine Förderung ist ab<br />
Widerstandsklasse RC 2 und <strong>ein</strong>er Investitionssumme<br />
von min. 2.000 € möglich.<br />
Bild: Hörmann<br />
Bild: Teckentrup<br />
Beleuchtung<br />
Die Außenbeleuchtung des Eingangsbereichs<br />
schafft nicht nur <strong>ein</strong> <strong>ein</strong>ladendes,<br />
gemütliches Ambiente, sondern sorgt<br />
gleichzeitig <strong>für</strong> <strong>Sicherheit</strong>. Da<strong>für</strong> eignet<br />
sich auch <strong>ein</strong> Bewegungsmelder, der Einbrecher<br />
abschreckt, weil sie sich nicht unbemerkt<br />
ans Haus anschleichen können.<br />
Eine Kombination mit <strong>ein</strong>er LED-Beleuchtung<br />
am Garagentor setzt die Gesamtarchitektur<br />
des Hauses stimmungsvoll in<br />
Szene und hält Unbefugte fern.<br />
Bild: Teckentrup<br />
Verbindungstür zum Haus<br />
Oft dringen Einbrecher in Garagen <strong>ein</strong>, um durch<br />
<strong>ein</strong>e Verbindungstür ins Wohnhaus zu gelangen<br />
– in der Regel ist dies <strong>ein</strong>e Brandschutztür. An<br />
ihr dürfen auch unter dem Gesichtspunkt der Einbruchhemmung<br />
k<strong>ein</strong>e Veränderungen vorgenommen<br />
werden. Mittlerweile bieten jedoch zahlreiche<br />
Hersteller sogenannte Multifunktionstüren an, die<br />
den Anforderungen an den Brandschutz und an die<br />
Einbruchhemmung erfüllen.
Einbruchschutz<br />
Schlösser<br />
und Schließanlagen<br />
Funkschalter<br />
Fingerscan<br />
Code<strong>ein</strong>gabe<br />
Bild: BURG-WÄCHTER<br />
Mit komfortablen Funksystemen lassen<br />
sich Haustüren ganz <strong>ein</strong>fach ohne<br />
Schlüssel öffnen. Dazu ist die Tür mit<br />
<strong>ein</strong>em speziellen Automatikschloss ausgestattet<br />
und kann mit <strong>ein</strong>em Funkschalter<br />
oder über <strong>ein</strong>e Smartphone-App bedient<br />
werden. <strong>Das</strong> System ist so sicher,<br />
dass das Signal nicht abgefangen oder<br />
kopiert werden kann. Vorteilhaft sind<br />
Funkschalter zudem bei modernen Garagentoren,<br />
sodass man beispielsweise bei<br />
strömendem Regen nicht mehr aus dem<br />
Auto aussteigen muss. Aber auch <strong>für</strong> Terrassentüren<br />
lohnt sich dieses System, da<br />
Sie beispielsweise beim Joggen den üblichen<br />
Hausschlüssel durch <strong>ein</strong>e kl<strong>ein</strong>e<br />
Funkfernbedienung ersetzen können.<br />
Besonders praktisch ist die Haustüröffnung<br />
per Fingerabdruck. Der Scanner<br />
ist entweder im Türblatt oder Türgriff <strong>ein</strong>gelassen<br />
und erkennt bis zu 100 Fingerabdrücke.<br />
Durch auflegen des Fingers<br />
entriegelt sich die Tür. Dieses System<br />
bietet mehrere Vorteile, der Schlüssel<br />
kann nicht verlorengehen oder unschöne<br />
Kratzer hinterlassen, und ermöglicht<br />
<strong>ein</strong>en komfortablen Zutritt. Allerdings<br />
sollten die Fingerabdrücke, gerade bei<br />
Kindern oder älteren Menschen, regelmäßig<br />
erneuert werden, da die Erkennung<br />
durch die Veränderung der Haut<br />
gestört werden könnte.<br />
Mit <strong>ein</strong>em Zahlencode können Haustüren<br />
und Garagentore schnell und <strong>ein</strong>fach<br />
geöffnet werden. Der da<strong>für</strong> benötigte<br />
Codetaster ist im Türblatt, Türgriff<br />
oder in der Wand integriert und kann<br />
von allen Bewohnern komfortabel mit<br />
<strong>ein</strong>em eigenen <strong>Sicherheit</strong>scode bedient<br />
werden. Vorteilhaft dabei ist auch, dass<br />
andere Personen <strong>ein</strong>en Zugang erhalten,<br />
wie beispielsweise Haushaltshilfen<br />
oder Babysitter.
43<br />
Moderne Gegensprechanlagen ermöglichen<br />
den perfekten Schutz, da man sehen<br />
kann, wer vor der Tür steht, bevor<br />
man sie öffnet. Gegensprechanlagen mit<br />
Infrarotsensoren erhöhen die <strong>Sicherheit</strong><br />
im Dunklen enorm. Ins Smart Home integrierte<br />
Anlagen bieten diese Funktion<br />
auch über Handy-Apps an – so kann<br />
man sogar im Urlaub sehen, wer an der<br />
Haustür klingelt.<br />
Video-<br />
Gegensprechanlage<br />
<strong>Sicherheit</strong>sschloss<br />
Automatische Torverriegelung<br />
Gegen Einbrecher schützen selbst zuverlässige<br />
Garagentore nicht, wenn die Verriegelung<br />
nicht ordnungsgemäß funktioniert – mit <strong>ein</strong>er<br />
automatischen Torverrieglung wird das Tor<br />
auch ohne Stromversorgung gesichert. Bei<br />
Schwing- und Sektionaltoren befindet sich<br />
die Verrieglung in der Antriebsschiene, die in<br />
den Anschlag der Führungsschiene <strong>ein</strong>rastet.<br />
Diese Verrieglung kann selbst durch Aufhebeln<br />
nicht geöffnet werden. Der Antrieb sowie<br />
das Tor und die Schiene bilden <strong>ein</strong>e kompakte<br />
Einheit. Zusätzliche Steuerungs<strong>ein</strong>heiten sind<br />
nicht nötig. Durch die Notentriegelung von innen<br />
lässt sich das Tor auch bei <strong>ein</strong>em Stromausfall<br />
öffnen.<br />
1<br />
Smart Home<br />
Moderne Smart-Home-Systeme ersetzen den<br />
klassischen Hausschlüssel und erhöhen dabei<br />
die <strong>Sicherheit</strong>. Dies gelingt durch smarte<br />
Schlösser, die <strong>ein</strong>fach per Bluetooth oder App<br />
gesteuert werden. Ist auf dem Handy Bluetooth<br />
aktiviert, entriegelt sich die Tür automatisch,<br />
ganz ohne Schlüsselkramen und Taschen abstellen.<br />
<strong>Das</strong> gilt auch <strong>für</strong> Freunde und Verwandte,<br />
denen man von überall auf der Welt das Haus<br />
freischalten kann. Per App können außerdem<br />
Garagen-Sektionaltore mit <strong>ein</strong>em oder mehreren<br />
Geräten gesteuert werden. Wem ist das<br />
nicht schon mal passiert, man sitzt abends auf<br />
dem Sofa und plötzlich fragt man sich, ob das<br />
Garagentor geschlossen ist. Mit Smart-Home-<br />
Systemen lässt sich das ganz <strong>ein</strong>fach über das<br />
Tablet checken und schließen.<br />
2<br />
Anders als bei normalen Schlössern<br />
können Einbrecher die Tür nur öffnen,<br />
wenn sie das Schloss vollständig zerstören.<br />
Damit <strong>ein</strong> <strong>Sicherheit</strong>sschloss <strong>für</strong> die<br />
Haustür als <strong>ein</strong>bruchhemmend gilt, muss<br />
es zwingend der Klasse 4 entsprechen.<br />
Die DIN-Norm 18251 unterteilt Einsteckschlösser<br />
in insgesamt fünf Klassen:<br />
» Klasse 1 - leichtes Innentürschloss<br />
» Klasse 2 - Innentürschloss<br />
» Klasse 3 - Objektschloss<br />
» Klasse 4 - Behördenschloss<br />
» Klasse 5 - erhöhte Einbruchhemmung<br />
Bild: ABUS<br />
Bild: ABUS<br />
3<br />
1<br />
2<br />
Batteriebetriebene, abschließbare Fenstergriffe<br />
an Terrassentüren lassen sich mittels Funk-<br />
Sender oder -Tastatur öffnen und schließen.<br />
Moderne Zugangssysteme, wie z. B. smarte<br />
Türschlösser sind nicht nur komfortabel, sie erhöhen<br />
sogar die <strong>Sicherheit</strong> in Ihrem <strong>Zuhause</strong>.<br />
3<br />
Die komfortable Fernsteuerung moderner<br />
Sektionaltore macht Sie unabhängig von den<br />
Launen des Alltags und Wetters.<br />
Bild: Hörmann
Einbruchschutz<br />
Technische Lösungen<br />
<strong>für</strong> <strong>ein</strong> <strong>geschütztes</strong> <strong>Zuhause</strong><br />
Nicht viel größer als <strong>ein</strong> WLAN-Router – die zentrale Funkstation der Alarmanlage.<br />
Sie regelt die Kommunikation der <strong>ein</strong>zelnen Komponenten und der Anwendungs-App auf<br />
Ihrem SmartPhone. Im Falle <strong>ein</strong>es Einbruchs schlägt die Station Alarm und sendet Ihnen<br />
parallel Push-Benachrichtigungen via App oder E-Mail.<br />
Bild: ABUS<br />
Alarmanlage. Trotz <strong>ein</strong>er Alarmanlage oder Überwachungskamera bietet Smart-Technologie<br />
zusätzlich <strong>ein</strong>e gute Präventivmaßnahme, um Einbrecher abzuschrecken. Eine App ermöglicht<br />
rund um die Uhr Zugriff auf das Videomaterial der Überwachungskamera. Außerdem hilft sie, auch<br />
von unterwegs Statusmeldungen der <strong>ein</strong>zelnen Geräte abzurufen. Wird <strong>ein</strong> Alarm ausgelöst, zeigt<br />
die App genau an, welcher Bereich betroffen ist. Die Kombination aus Alarmanlage und Smart<br />
Home bietet viele weitere Vorteile:<br />
» Sensible Bewegungssensoren, die Sirenen, Hundegebell oder Lichtquellen aktivieren<br />
» Falschalarmsicherheit und Sabotageschutz<br />
» Erfassen des Schließzustandes von Fenstern und Türen<br />
Magnetkontakte <strong>für</strong> Fenster<br />
Um das <strong>Zuhause</strong> noch sicherer zu machen, empfehlen sich Magnetkontakte, die an der Tür oder<br />
dem Fenster montiert werden. Sie übermitteln <strong>ein</strong>e direkte Benachrichtigung aufs Handy, wenn<br />
<strong>ein</strong> Fenster oder <strong>ein</strong>e Tür vergessen wurde zu schließen oder absichtlich geöffnet wurde. Einige<br />
Systeme bieten auch <strong>ein</strong>e intelligente Glühbirne, die rot zu blinken beginnt und damit vermittelt,<br />
dass der Eigentümer vor <strong>ein</strong>em Einbruch gewarnt wird.<br />
Bild: Smartwares
45<br />
Anwesenheitssimulation. Mit Smart Home lassen sich Lichter- und Rollläden<br />
nicht nur auf Knopfdruck aktivieren, sie täuschen mit programmierten Intervallen<br />
auch die Anwesenheit der Bewohner vor, wenn diese gerade im Urlaub sind. Dazu<br />
beleuchtet intelligente Technik zufallsgeneriert sogar den nächtlichen Gang zum Kühlschrank<br />
und fährt Rollläden dämmerungsabhängig herunter. Für die Installation müssen<br />
nicht <strong>ein</strong>mal Wände aufgestemmt werden, denn die meisten Geräte funktionieren per<br />
Funk oder über das heimische Internet. Es sind Rollladensysteme erhältlich, die Push-<br />
Meldungen per App senden, falls der Rollladen aufgrund <strong>ein</strong>es Hindernisses blockiert<br />
wird. So behalten Eigentümer die Lage immer im Blick, obwohl sie nicht zu Hause sind.<br />
Zeitschaltuhren<br />
Um Einbrecher fernzuhalten, kann man auch im Inneren des Haues <strong>ein</strong>iges tun. Wohnungen,<br />
die leer stehen, wirken oft besonders anziehend. Wer s<strong>ein</strong>e Anwesenheit nicht<br />
per Smart Home vortäuschen möchte, kann Zeitschaltuhren benutzen. Diese werden so<br />
programmiert, dass Licht zu <strong>ein</strong>em bestimmten Zeitpunkt an- oder ausgeht. Damit professionelle<br />
Einbrecher diese Täuschung jedoch nicht durchschauen, ist es sinnvoll, verschiedene<br />
Varianten <strong>ein</strong>zustellen.<br />
Bild: Smartwares<br />
<strong>Das</strong> <strong>Zuhause</strong><br />
immer im<br />
Blick!<br />
<br />
Mit <strong>ein</strong>er Über-<br />
wachungskamera<br />
– fest verkabelt<br />
<br />
oder als mobile<br />
<br />
Lösung – werden<br />
<br />
Hausbesitzer augenblicklich<br />
über <strong>ein</strong>en Einbruch informiert. Mit<br />
der Datenübertragung zum Monitor, Smartphone<br />
oder anderen Aufzeichnungsgeräten<br />
gelingt es, Situationen oder mögliche<br />
Bedrohungen richtig <strong>ein</strong>zuschätzen. Die<br />
Benachrichtigung erfolgt per Push-Nachricht.<br />
Kameras mit Nachtsichtfunktion erfassen<br />
Diebe und Einbrecher in der Dunkelheit<br />
perfekt. Sollte <strong>ein</strong> Einbruchsversuch<br />
allerdings erst später erkannt werden, helfen<br />
die Aufzeichnungen, das Geschehen<br />
nachzuvollziehen. Überwachungskameras<br />
werden in verschiedenen Größen und mit<br />
unterschiedlichen Features, wie Bewegungssensoren,<br />
Schwenk- und Neigefunktionen<br />
angeboten.<br />
Bild: Schellenberg<br />
Bewegungssensoren<br />
Eine simple und dennoch effektive Methode<br />
sind Bewegungsmelder. Sie sollten <strong>für</strong> mehr<br />
<strong>Sicherheit</strong> ums Haus und ganz besonders<br />
am Haupt<strong>ein</strong>gang installiert werden. Zu beachten<br />
dabei ist, dass sie mit <strong>ein</strong>er selektiven<br />
Alarmunterdrückung oder Tierimmunfunktion<br />
ausgestattet sind. Sie sollen zwar empfindlich<br />
reagieren, jedoch nicht jedes Mal anspringen,<br />
wenn jemand am Zaun vorbeigeht oder <strong>ein</strong>e<br />
Katze über das Grundstück läuft. <strong>Das</strong> würde<br />
den eigentlichen Sinn dahinter be<strong>ein</strong>trächtigen.<br />
Außerdem können Bewegungsmelder hervorragend<br />
im Innenraum zur Unfallverhütung beitragen.<br />
Der Melder erfasst Bewegungen oder<br />
Körpertemperaturen und reagiert darauf.<br />
Der Wunsch nach <strong>Sicherheit</strong> kollidiert in vielen<br />
Fällen jedoch mit dem Datenschutz. Um<br />
strafrechtliche Folgen zu vermeiden, sollte<br />
der Besucher z. B. mit Hilfe <strong>ein</strong>es Schilds<br />
auf die Videoüberwachung hingewiesen<br />
werden und die Reichweite der Kamera nur<br />
das eigene Grundstück <strong>ein</strong>schließen. Um<br />
sicher zu gehen, sollten Sie sich vor der<br />
Montage des gewünschten Produkts nach<br />
weiteren Richtlinien erkundigen.<br />
Bild: Hans Raum
<strong>Sicherheit</strong> im Alltag<br />
Normalerweise kennt man sich in s<strong>ein</strong>en<br />
eigenen vier Wänden bestens aus –<br />
dennoch passieren jedes Jahr viele Unfälle.<br />
Genaugenommen sind es fast drei Millionen<br />
Menschen, die in ihrem <strong>Zuhause</strong> verunglücken.<br />
<strong>Das</strong> geht aus den Angaben der Bundesanstalt<br />
<strong>für</strong> Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin<br />
hervor. Oftmals sind es gerade Stolperfallen,<br />
die dazu führen. Vom rutschigen Bodenbelag<br />
über schlecht beleuchtete Treppen bis<br />
hin zum quer durch den Raum gezogenen<br />
Stromkabel, lauern in <strong>ein</strong>em Haushalt zahlreiche<br />
solcher Stolperfallen. Wer bei der Auswahl<br />
des Bodens auf Rutschsicherheit achtet,<br />
minimiert dieses Unfallrisiko. Aber wichtig ist<br />
grundsätzlich auch <strong>ein</strong>e gute Ausleuchtung<br />
von Treppen, Fluren und Gehwegen oder<br />
Räumen. Bewegungsmelder beispielsweise<br />
helfen dabei, Bereiche wie Zugangswege<br />
zum Haus, Gänge sowie Treppen rechtzeitig<br />
auszuleuchten, wenn man sie betritt.<br />
Unfall-Hotspots<br />
im eigenen <strong>Zuhause</strong><br />
Größere Schäden verhindern<br />
<strong>Das</strong> Abendessen steht auf dem Herd und<br />
plötzlich klingelt der Nachbar mit <strong>ein</strong>em<br />
Anliegen. Schon hat man die Pfanne mit<br />
dem heißen Fett aus den Augen verloren.<br />
Mit modernen Feuerlöschersprays lassen<br />
sich Entstehungsbrände sowie kl<strong>ein</strong>ere<br />
Fettbrände schnell ersticken. Die Bedienung<br />
erfolgt intuitiv und wie bei <strong>ein</strong>er handelsüblichen<br />
Spraydose. Damit ungeübte<br />
Personen nicht selbst in Gefahr geraten<br />
verfügt das Spray über <strong>ein</strong>e Sprühweite<br />
von vier Metern. Darüber hinaus ist es<br />
leicht an Gewicht und kann deshalb überall<br />
dort platziert werden, wo Sie es stets<br />
griffbereit haben möchten. <strong>Das</strong> handliche<br />
Feuerlöscherspray eignet sich perfekt als<br />
kl<strong>ein</strong>er Haushaltshelfer um in brenzlichen<br />
Situationen schlimmeres zu verhindern.<br />
» Küche 32 %<br />
» Garten 24 %<br />
» Bad 8 %<br />
» Wohnzimmer 7 %<br />
» Treppe 6 %<br />
» Kinderzimmer 1,8 %<br />
Private<br />
Unfallversicherung<br />
Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung,<br />
die Sie am Arbeitsplatz<br />
oder bei Wegeunfällen schützt, deckt<br />
die private Unfallversicherung auch<br />
Unfälle zu Hause und in der Freizeit<br />
ab. Neben den Folgekosten <strong>ein</strong>es Unfalls<br />
übernimmt die Versicherung auch<br />
die anfallenden Genesungskosten, wie<br />
Therapien oder spezielle Hilfsmittel. Je<br />
nach Umfang des Vertrags können Partner<br />
oder Kinder mit versichert werden.
47<br />
<strong>Sicherheit</strong><br />
im Alltag!<br />
Bild: ABUS
<strong>Sicherheit</strong> im Alltag<br />
Bild: Karibu<br />
Sicherer Halt<br />
wenn es drauf ankommt<br />
Kindersichere Spielgeräte<br />
Beim Kauf von Kinderspielgeräten sollten Sie neben<br />
der vorgeschlagenen Altersangabe auf bestimmte <strong>Sicherheit</strong>skriterien<br />
achten: Damit die Kl<strong>ein</strong>en sich beim<br />
Spielen nicht verletzen und ihre Fantasie frei entfalten<br />
können, muss das Spielgerät fest im Boden verankert<br />
s<strong>ein</strong>. <strong>Das</strong> Material spielt hierbei <strong>ein</strong>e wichtige Rolle.<br />
Holz eignet sich aufgrund s<strong>ein</strong>er natürlichen Eigenschaften<br />
gut. Jedoch müssen die Kanten abgerundet,<br />
und die Oberflächen so behandelt s<strong>ein</strong>, dass sich spielende<br />
Kinder k<strong>ein</strong>e Splitter <strong>ein</strong>reißen können. Anstriche<br />
– am besten auf Basis natürlicher Öle – müssen<br />
schadstofffrei, sowie nach DIN EN 71-3 speichel- und<br />
schweißecht s<strong>ein</strong>. Auf der sicheren Seite sind Sie in<br />
jedem Fall, wenn Sie sich <strong>für</strong> <strong>ein</strong> TÜV-zertifiziertes<br />
Produkt entscheiden. Alle gesetzlichen Vorgaben sind<br />
dann definitiv erfüllt.<br />
Bodentreppen. Wird Ihr Dachboden nur als Abstellraum<br />
genutzt, bietet sich <strong>ein</strong>e Bodentreppe aus Holz oder Metall<br />
an. Sie besteht aus dem Lukenkasten, dem Lukendeckel<br />
und der Leiter, wobei man bezüglich der Bauweise zwischen<br />
Falt- und Scherentreppen unterscheidet. In Brandschutzdecken<br />
sollten nur feuerhemmende Dachbodentreppen <strong>ein</strong>gebaut<br />
werden, da sie, wie die Decke, dem Feuer bis zu 90 Minuten<br />
Widerstand leisten. Um Stürze zu vermeiden empfiehlt<br />
sich die Montage <strong>ein</strong>es Handlaufs und <strong>ein</strong> Schutzgeländer.<br />
Die Tiefe der Stufen sollte 9 cm oder mehr betragen, um <strong>ein</strong><br />
Abrutschen beim Hinauf- oder Hinabsteigen vorzubeugen. Bei<br />
der Bestellung Ihrer Bodentreppe sollten Sie immer die Länge<br />
und Breite der Deckenöffnung, die Deckenstärke sowie die<br />
lichte Raumhöhe angeben. Nur so erhalten Sie die passende<br />
Treppe mit DIN-gerechtem Stufenabstand und, falls erforderlich,<br />
<strong>ein</strong>er Zusatzstufe am Austritt.<br />
Bild: Dolle<br />
Bild: Wellhöfer
49<br />
Rutschsichere Bodenbeläge<br />
Dadurch, dass viele Unfälle <strong>Zuhause</strong> die Folge von zu nassen, schmutzigen, fettigen oder glatten<br />
Böden sind, sollte neben Design unbedingt auf Rutschhemmung geachtet werden. Die Rutschsicherheitsklassen<br />
sind <strong>für</strong> Fliesen, die nur im Privatbereich angewendet werden, oft nicht angegeben,<br />
denn sie haben in der Regel nur im gewerblichen Bereich Gültigkeit. Dennoch sollten sie<br />
im privaten Bereich <strong>ein</strong> wichtiger Faktor s<strong>ein</strong>. Für Böden im Wohnbereich, ohne den sogenannten<br />
Barfuß-Nassbereich, reichen Fliesen der Gruppe R 9 aus. Diese sind bereits ausreichend rutschhemmend<br />
und an unglasiertem, mattem oder stumpf glasiertem St<strong>ein</strong>zeug zu erkennen.<br />
Rutschsicherheitsklassen<br />
Trittsichere Oberflächen sorgen <strong>für</strong> die optimale<br />
Unfallverhütung. Zur Beurteilung der<br />
<strong>Sicherheit</strong> sind Bodenbeläge <strong>für</strong> den Gewerbebereich<br />
in die Bewertungsgruppen R 9 bis<br />
R 13 <strong>ein</strong>geteilt:<br />
» R 9 - geringer Haftreibwert<br />
Anwendungsbereich: Privat<br />
Trittsicherheit: 3° bis 10° Neigung<br />
» R 10 - normaler Haftreibwert<br />
Anwendungsbereich: barrierefrei<br />
Trittsicherheit: 10° bis 19° Neigung<br />
» R 11 - erhöhter Haftreibwert<br />
Anwendungsbereich: Gewerbe<br />
Trittsicherheit: 19° bis 27° Neigung<br />
» R 12 - großer Haftreibwert<br />
Anwendungsbereich: Gewerbe<br />
Trittsicherheit: 27° bis 35° Neigung<br />
» R 13 - sehr großer Haftreibwert<br />
Anwendungsbereich: Gewerbe<br />
Trittsicherheit: über 35° Neigung<br />
Die gegebenenfalls beigefügten Buchstaben<br />
A, B und C geben Bewertungsgruppen <strong>für</strong><br />
den Barfuss-Nassbereich an:<br />
» A - trockene Böden<br />
» B - nasse Böden<br />
» C - Schwimmbäder<br />
Bild: Meissen<br />
Jetzt schon an morgen denken!<br />
Barrierefreiheit ist <strong>ein</strong> Begriff, der mit dem Altwerden<br />
verbunden wird. Allerdings profitieren<br />
auch Menschen mit temporären körperlichen<br />
Be<strong>ein</strong>trächtigungen oder Kinder von <strong>ein</strong>er barrierefreien<br />
Umgebung. Deshalb ist es sinnvoll,<br />
bereits in jungen Jahren an Barrierefreiheit zu<br />
denken. Treppen mit bequemen Steigungsverhältnissen<br />
und bodengleiche Türen sind <strong>ein</strong><br />
Anfang. Die Barrierefreiheit im Badezimmer<br />
hat sich in den letzten Jahren sogar zum Stilelement<br />
der modernen Architektur entwickelt.<br />
Mit fortschreitendem Alter lassen die Bewegungsfreiheit<br />
und der Gleichgewichtssinn immer<br />
mehr nach: Ein sicherer Halt und <strong>ein</strong> sicherer<br />
Tritt sind nun umso wichtiger, besonders<br />
beim Duschen und Baden. Formschöne Haltegriffe<br />
<strong>für</strong>s Bad, hochwertige Duschhocker oder<br />
Stütz- und Aufstehhilfen <strong>für</strong> die Toilette gewährleisten<br />
<strong>ein</strong> sicheres, altersgerechtes Bad. Sehr<br />
wichtig bei jeglicher Montage von Stützen oder<br />
Haltegriffen ist die Wahl des richtigen Dübels<br />
um <strong>ein</strong>e ausreichend hohe Belastbarkeit zu gewährleisten.<br />
Denn das kann unter Umständen<br />
lebenswichtig s<strong>ein</strong>.<br />
Bild: WENKO
<strong>Sicherheit</strong> im Alltag<br />
Beleuchtung<br />
und Sensorik<br />
Garagentore mit Lichtschranke<br />
Moderne Technik erleichtert viele Momente des Alltags.<br />
Dies betrifft auch Nebensächlichkeiten, wie<br />
zum Beispiel das tägliche Öffnen und Schließen<br />
des Garagentores. Der Vorgang erfolgt heute in der<br />
Regel automatisch per Torantrieb – ohne dass man<br />
dazu das Auto verlassen muss. Technik steckt auch<br />
in der dazugehörigen Lichtschranke. <strong>Das</strong> elektronisch-optische<br />
System erkennt die Unterbrechung<br />
<strong>ein</strong>es nicht sichtbaren Lichtstrahls. Dabei stoppt<br />
das Tor und wird wieder <strong>ein</strong> Stück nach oben gefahren,<br />
um <strong>ein</strong> Einquetschen unmöglich zu machen.<br />
Denn die größte Gefahrenquelle bei Garagentoren<br />
ist die Hauptschließkante. Die Lichtschranke sorgt<br />
da<strong>für</strong>, dass genau dieser Bereich abgesichert ist.<br />
Gerade dann, wenn sich beim Schließen spielende<br />
Kinder, Haustiere oder Gegenstände unter dem Tor<br />
befinden, ist dies elementar.<br />
Bild: Novoferm<br />
Bild: Ledvance<br />
Treppenbeleuchtung<br />
Schlecht beleuchtete Treppen sind sowohl drinnen<br />
als auch draußen <strong>ein</strong> hohes <strong>Sicherheit</strong>srisiko und<br />
sollten deshalb immer gut beleuchtet s<strong>ein</strong>. Batteriebetriebene<br />
Multifunktionsleuchten mit Bewegungssensoren<br />
lassen sich ganz <strong>ein</strong>fach mit Hilfe von<br />
Klebeband oder Schrauben montieren. Auch im Außenbereich.<br />
Der Tag-Nacht- und Bewegungssensor<br />
sorgt da<strong>für</strong>, dass das Licht nur dann angeht, wenn<br />
es gebraucht wird. Über <strong>ein</strong>en Schalter lassen sich<br />
die Spots An, Aus oder in den Automodus schalten.<br />
So können Sie sicher gehen, dass auch in der Eile<br />
k<strong>ein</strong>e Stufe übersehen wird.<br />
Außengestaltung ohne Risiko.<br />
Um Unfällen vorzubeugen, sollten Wege auf dem<br />
Grundstück immer gut ausgeleuchtet s<strong>ein</strong>. Dazu<br />
sollte darauf geachtet werden, dass die automatische<br />
Beleuchtung gerade nachts richtig <strong>ein</strong>gestellt<br />
ist und nicht blendet. Empfehlenswert sind hier<br />
Strahler und Leuchten mit Bewegungssensoren.<br />
Treppen und Eingänge müssen in der Dunkelheit<br />
klar ersichtlich s<strong>ein</strong>. Wege sollten zur optimalen<br />
Ausleuchtung nicht zu breit oder verwinkelt s<strong>ein</strong>.<br />
Generell eignen sich da<strong>für</strong> großformatige Plattenbeläge<br />
oder Pflaster. Mit wenigen und schmalen<br />
Fugen sowie <strong>ein</strong>em fachgerechten Aufbau können<br />
die durch Frost-Tauwechsel entstehenden<br />
Niveauunterschiede zwischen den Platten- oder<br />
Pflasterst<strong>ein</strong>en vermieden werden. Vorsicht geboten<br />
ist bei glatten Bodenbelägen, wie z. B.<br />
polierten Naturst<strong>ein</strong>fliesen. Die <strong>ein</strong>gesetzten Bodenfliesen<br />
sollten mindestens die Rutschhemmungsklasse<br />
R 10 oder R 12 aufweisen.<br />
Bild: EGLO
51<br />
Starke Marken <strong>für</strong> Ihr Bauvorhaben<br />
natürlich besser dämmen<br />
Impressum<br />
Herausgeber<br />
EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft<br />
mbH & Co. KG<br />
Auf dem Hohenst<strong>ein</strong> 2<br />
61231 Bad Nauheim<br />
Deutschland<br />
Tel.: +49 6032 805-0<br />
Fax: +49 6032 805-265<br />
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Konzeption/Gestaltung<br />
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Maxhüttenstraße 12<br />
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Druck<br />
PVA Druck und Medien-<br />
Dienstleistungen GmbH<br />
Industriestraße 15<br />
76829 Landau/Pfalz<br />
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Die in diesem <strong>Magazin</strong> gezeigten Anwendungsbeispiele und Tipps<br />
sind Richtlinien, die auf üblichen Handwerkstechniken beruhen. Alle<br />
Angaben, auch produktbezogene Informationen, basieren auf Vorgaben<br />
der Hersteller. Der <strong>Magazin</strong>verfasser und s<strong>ein</strong>e an diesem Projekt<br />
beteiligten Subunternehmer schließen jegliche Gewährleistung<br />
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Bild: St<strong>ein</strong>el<br />
Stand: Oktober 2020