Deppe: 7 Gründe für den christlichen Glauben

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Hans-Werner Deppe: 7 Gründe für den christlichen Glauben

für den christlichen Glauben


1 – SCHÖPFUNG

2 – GENIALITÄT

3 – BIBEL

4 – JESUS

5 – SÜNDE

6 – VERSTAND

7 – Hoffnung


Was glauben Sie über die Welt und den Sinn des Lebens?

Warum glauben Sie,

was Sie glauben?

Welche Gründe gibt es für Ihre Weltanschauung und Lebenseinstellung?

Menschen glauben manchmal an die merkwürdigsten Modelle. Im Buddhismus

glaubt man z. B., dass die Menschen früher wunschlos glückliche Lichtgestalten

waren, die aber zu viel an der leckeren Haut der Ur-Erde leckten (kein

Witz!), sodass sie an Gewicht zulegten, auf den Boden fielen und zu leidenden

Wesen aus Fleisch und Blut wurden. Die Erlösung daraus ist ein unendlicher

Kreislauf weiterer Zyklen von Weltzerstörung und Welterschaffung.

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Die sogenannte Simulationshypothese ist ein neueres Weltbild, an das sogar

hochintelligente Menschen wie Elon Musk (Gründer von Tesla und Paypal)

glauben. Sie besagt, dass wir nicht in einer realen Welt, sondern in einer

Simulation leben, die von einer technisch hochentwickelten zukünftigen

Generation betrieben wird. Diese künftigen Menschen simulieren das ganze

Universum – wie ein hochkomplexes Computerspiel. Das zugrundeliegende

Argument für diesen Glauben lautet: Wenn die Menschheit nicht ausstirbt,

werde sie irgendwann so weit entwickelt sein, dass sie eine solche Simulation

betreiben könne und wolle. Aber woher stammt dann diese künftige

Menschheit – ebenfalls aus einer Simulation?

Im Grunde klingen die meisten Weltanschauungen ähnlich fragwürdig,

verrückt, unplausibel und unbegründet. Auch die Wissenschaft hat auf die

Fragen nach dem Woher nur begrenzte und fehleranfällige Antworten, und

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Wem können Sie

glauben?

nach dem Wohin und Wozu

kann sie fast gar keine Antworten

liefern. Und die

Philosophie ist im Grunde

lediglich ein Sammelsurium

widersprüchlicher Meinungen

und die Verwalterin ihrer

eigenen Geschichte.

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Der christliche Glaube ist jedoch eine Weltanschauung, die plausibel ist,

der beobachtbaren Realität entspricht und Antworten, Lösungen und

eine begründete Hoffnung bietet. Viele Gründe belegen die Gültigkeit

des Christentums; sieben davon möchte ich hier aufzeigen.

Der Bogen spannt sich dabei von der Schöpfung bis zur Erlösung

– der neuen Schöpfung. Die Person Jesus Christus

bildet den Mittelpunkt. Über jeden einzelnen Punkt wurden

schon unzählige Bücher geschrieben; hier sollen diese

Gründe nur kurz zusammengefasst werden:

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SCHÖPFUNG

Aus nichts kann nichts entstehen

Ein Buchtitel lautet: „Um Atheist zu sein, fehlt mir der Glaube.“ Genauso

geht es mir. Die Vorstellung, dass das riesige Universum einfach aus Nichts

entstanden ist, dass es keinen Urheber hat, dass es keine Ursache für einen

angeblichen Urknall gab, kann ich einfach nicht glauben. Ein solcher

Atheismus ist unlogisch und widerspricht unserer durchgängigen Erfahrung,

dass jede Wirkung eine Ursache hat. Das gilt für die Materie an sich, aber

auch für die Komplexität und Ordnung der Schöpfung. Wäre nur irgendein

Naturgesetz minimal anders, dann wäre kein Leben möglich (die so

genannte Feinabstimmung des Universums). Woher kommt der genetische

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Code, mit dem die Erbinformation aller Lebewesen gespeichert ist? Ein Code,

der Information trägt und übermittelt, kann nicht zufällig entstehen, sondern

ist eine willentliche Festlegung durch eine Person. Nach wissenschaftlichen

Erkenntnismethoden ist dieses Prinzip so gültig wie ein Naturgesetz.

Und: Ohne persönlichen Schöpfer wäre die ganze Schöpfung sinnlos. Wir

wären ein Produkt des Zufalls ohne Sinn, Zweck und Bestimmung. Der

große Trost, den das Christentums bietet, ist, dass alles einen von Gott

gegebenen guten Sinn und eine Bestimmung hat. Gott hat uns zu seiner

Freude und seiner Ehre erschaffen. Als Mann und als Frau.

Aber was ist mit Leid, Tod, Krankheiten, Katastrophen – haben auch die

einen Sinn? Ja, auch hier kann der christliche Glaube Antworten bieten.

Diese Antworten sind keineswegs einfach, aber unendlich viel besser als

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die fehlende Antwort von Atheismus und bloßem Wissenschaftsglauben

und als die unbefriedigenden und fragwürdigen Antworten anderer Religionen,

Ideologien und Weltanschauungen. Die christlichen Antworten auf

die Frage nach dem Sinn von Leid haben mit dem sogenannten „Sündenfall“

zu tun, dem historischen Ursprung aller Schuld und Sünde durch Adam und

Eva. Darauf werden wir

noch zurückkommen und Dass überhaupt etwas

den Zusammenhang von existiert, und zwar

Sünde, Leid, Vergänglichkeit,

Hoffnung und Erlö-

Geordnetes und Funkti-

etwas außergewöhnlich

sung sehen. Hier können

onierendes, spricht klar

wir festhalten:

für die Existenz eines

persönlichen Schöpfers.

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GENIALITÄT

Die Genialität der Schöpfung zeugt

von einem genialen Schöpfer

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Nicht nur die Existenz der Schöpfung, sondern auch ihre Größe, Genialität,

Raffinesse und überwältigende Herrlichkeit bezeugen, dass es einen

genialen und herrlichen Gott gibt. Wie faszinierend schön sind die Weltraumfotos,

die das Hubble-Teleskop seit den 1990er Jahren aus den

unvorstellbaren Tiefen des Alls von fernen Galaxien und Gasnebeln liefert.

Wie herrlich ästhetisch kann die Natur sein im Zusammenspiel von felsigen

Berg riesen, Gletschern, Wasserfällen und das Sonnenlicht in abertausend

Facetten reflektierenden Wiesen und Wäldern! Wie raffiniert funktioniert

unser hochkomplexes Immunsystem oder z. B. die extrem knifflige Versorgung

des Körpers mit Vitamin B12 – einem lebenswichtigen Molekül, das in

Kontakt zu anderen Stoffen rasch zerfällt, aber mit einem cleveren Shuttlesystem

aus anderen Substanzen durch den Verdauungstrakt in die Blutbahn

geschleust wird. Bedenken wir nur, wie erstaunlich es ist, dass die Lunge

eines Neugeborenen sich beim ersten Schrei nach der Geburt entfaltet und

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auf Anhieb funktioniert, obwohl sie vorher noch nie zum Einsatz kam. Wie

soll blinde Evolution nach dem Prinzip Trial-and-Error so etwas hervorbringen

können? Mehr als ein menschlicher Superingenieur muss dahinterstecken!

Die Wissenschaft macht Gott keineswegs überflüssig,

sondern bringt immer mehr Fakten ans Tageslicht, die uns über

die Genialität Gottes staunen lassen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

sollten uns zu Lob und Dank

für den Schöpfer veranlassen

anstatt zu seiner Leugnung.

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BIBEL

Gott offenbart sich

Das, was wir glauben, kann entweder auf eigene Beobachtung

und Erfahrung basieren (wissenschaftlich ausgedrückt:

auf Empirie), oder auf Information durch andere.

Die ersten zwei Gründe, die Schöpfung und ihre

Genialität, stehen uns buchstäblich vor Augen. Jeder

Mensch kann von der Schöpfung auf die Existenz und

Herrlichkeit Gottes schließen. Manche Dinge – sogar

lebenswichtige! – glauben wir sogar ohne Beobachtung

und ohne Information. Wenn wir z. B. in ein Flugzeug steigen,

glauben wir, dass der Pilot imstande ist, es sicher zu fliegen

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und zu landen. Oder wenn wir eine Pizza bestellen, glauben wir, dass sie

kein Gift enthält. Beides könnte man sich durch Dokumente bestätigen lassen,

durch den Flugschein des Piloten und durch die Zutatenliste der Pizza.

Es ist jedoch bemerkenswert, wie

leichtgläubig wir im Alltag oft sind.

Auf Gottes Existenz können wir nicht

nur aus der Schöpfung schließen,

sondern er hat sich der Menschheit

durch Information, durch ein Dokument,

mitgeteilt: durch die Bibel, die

auch „Wort Gottes“ genannt wird.

Über ihre Glaubwürdigkeit sind ganze

Bibliotheken geschrieben worden.

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Kurz gefasst: Gott ist ein kommunikativer, sich mitteilender, sich

offenbarender Gott. Seit der Schöpfung hat er immer wieder wahrnehmbar

zu bestimmten Menschen gesprochen, die diese Botschaften schriftlich

festgehalten haben. In den ersten paar Tausend Jahren vor Christus wurden

diese Menschen „Propheten“ genannt. Sie haben den ersten Teil der Bibel

aufgeschrieben, das Alte Testament.

Das Alte Testament beschreibt Gottes Geschichte mit der Welt: Nach der

Schöpfung lebten die ersten Menschen Adam und Eva in einem Paradies,

aber schon bald wurden sie vom Teufel verführt und Gott ungehorsam. Mit

diesem Sündenfall begannen Leid, Tod und alle möglichen Probleme. Doch

Gott offenbarte in der Bibel von Anfang an seinen Plan, einen Retter und

Erlöser in die Welt zu bringen. Dieser „Messias“ sollte aus einer bestimmten

Abstammungslinie hervorgehen, zu der insbesondere das Volk Israel gehört.

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Das Alte Testament weist durchgehend auf das Kommen dieses Weltretters

und Erlösers hin. Mit zunehmender Spannung wurde sein Kommen über

viele Jahrhunderte von Propheten angekündigt und vom Volk Israel erwartet.

In Jesus Christus ist dann dieser Messias gekommen, wovon das Neue

Testament berichtet. Nirgends auf der Welt kann ohne historischen

Hintergrund einfach so ein „Messias“ auftreten und behaupten, er sei

der Gesandete Gottes, denn Hunderte von Prophezeiungen und Hinweise

aus dem Alten Testament haben sich in Jesus erfüllt – nur in

Jesus. Jesus kam nicht einfach so in ein heilsgeschichtliches Vakuum,

sondern Gott hat sein Kommen über Jahrtausende vorbereitet und

diese Vorbereitung im Alten Testament dokumentiert. Das ist eine

äußerst spannende und dramatische Geschichte. Und als dann „die

Erfüllung der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn“. So

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schreibt es der Apostel Paulus im Galaterbrief, einem der 27 Bücher des

Neuen Testaments.

Die Bibel wurde von etwa vierzig Autoren im Laufe von etwa 1500 Jahren

aufgeschrieben, und doch ist sie ein Buch wie aus einem Guss, mit Jesus

Christus als Hauptperson. Christen glauben, dass die Bibel das verlässlichste

Dokument und die zuverlässigste Informationsquelle überhaupt

ist, denn sie ist Gottes Wort, unter der Leitung von seinem Heiligen

Geist verfasst, wobei die Persönlichkeit und Situation jedes Schreibers

wie bei gewöhnlicher Literatur mit eingeflossen sind. Die Bibel ist

ganz göttlich und ganz menschlich.

Gott offenbart sich selbst in der Bibel. Er ist ein sich mitteilender

Gott, der in der Bibel Klartext von sich redet. Er hat im Alten Testa-

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ment durch die Propheten gesprochen und im Neuen Testament

durch seinen eigenen Sohn Jesus Christus.

Durch die Bibel offenbart Gott

nicht nur, dass er existiert,

sondern auch wie er ist und

was sein Wille und sein guter Plan

mit der Welt ist. Wer die Bibel aufmerksam und mit

offener Einstellung liest, wird merken, dass sie kein rein menschliches

Buch ist, sondern Gottes Wort. Ihre Prophezeiungen haben

sich erfüllt und ihre Dramaturgie ist übermenschlich. Sie hat Kraft,

genau wie die Worte, die Gott sprach, um die Schöpfung ins Dasein

zu rufen.

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JESUS

Er ist real und wirklich

auferstanden

Die wichtigste Person der Bibel und der Weltgeschichte

ist Jesus Christus. Wenn man meint, Jesus hätte nie

gelebt, kann man auch glauben, Julius Cäsar oder Karl

den Großen hätte es nie gegeben, denn die Historizität

Jesu ist besser verbürgt. Die Evangelien im

Neuen Testament sind Augenzeugenberichte des

Lebens Jesu. Es ist mehr als nur schwer vorstellbar,

dass sich jemand diese hochfaszinierende Persönlichkeit

Jesus Christus ausgedacht hat. Sein selbstloser

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Charakter und seine umwerfende Weisheit sind einmalig. Er wirkte unzählige

Wunder zum Wohl anderer, und in keiner einzigen historischen Quelle

der Antike werden diese Wunderberichte als falsch oder unhistorisch hingestellt.

Damalige Geschichtsschreiber hätten einen solchen Lügenskandal

doch sicherlich aufgedeckt.

Jesus hat von sich selbst gesagt, dass er Gottes Sohn ist, der seit Ewigkeit

lebt und aus dem Himmel als Retter auf die Erde gekommen ist – als

Mensch von einer Frau geboren, aber ohne menschlichen Vater. Er sagte:

„Ihr glaubt an Gott; glaubt auch an mich“ (Die Bibel, Johannes 14,1) und

stellte sich damit auf die Ebene Gottes. Die Bibel bezeugt die Gottheit Jesu.

Entweder ist Jesus wirklich Gottes Sohn oder er war ein schlimmer Lügner.

Doch er ist die vertrauenswürdigste Person der Weltgeschichte und der

einzige, der niemals gelogen hat. Sein Wort ist Wahrheit. Er sagt von sich:

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„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand

kommt zum Vater, als nur durch mich“ (Johannes 14,6).

Seine größte Tat ist, dass er sich am Kreuz hinrichten

ließ, um stellvertretend die Sündenschuld derer zu bezahlen,

die an ihn glauben. Obwohl er absolut schuldlos war,

wurde er als Krimineller verurteilt und gekreuzigt. Und genau

das war Gottes genialer Plan: Sein eigener Sohn sollte stellvertretend für

Sünder die Strafe tragen – schreckliches Leid und den Tod, damit alle, die an

ihn glauben, seine Gerechtigkeit zugerechnet bekommen. So kann man mit

Gott versöhnt und sein Kind werden – ewiges Leben inklusive.

Jesus blieb nicht im Grab, sondern ist nach drei Tagen wieder auferstanden.

Die Bibel nennt mehrere Hundert Augenzeugen, die den Auferstandenen

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gesehen haben. Es

ist ein historischer

Fakt, dass sein Grab

leer war, und weder

wurde jemals sein

Leichnam gefunden,

noch konnte irgendein

antiker Historiker die

Auferstehung Jesu

widerlegen. Seine Wunder und seine Auferstehung gelten nach allen Regeln

der Geschichtsschreibung als Tatsachen.

Die Botschaft der Auferstehung Jesu ist damals durchs ganze römische

Reich verbreitet worden und fand unaufhaltsam immer mehr Anhänger,

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obwohl diese Jünger Jesu, die Christen, schwer diskriminiert wurden bis

hin zu Folterung und Tod. Diese Botschaft – dass Jesus für Sünder gestorben

und auferstanden ist – wird „Evangelium“ genannt, das heißt „frohe

Botschaft“. Dieses Evangelium ist in unzähligen Facetten bereits im Alten

Testament angedeutet – bildhaft, poetisch und prophetisch – und verleiht

der ganzen Bibel eine wunderbare

Harmonie. Niemand hätte

Über Jesus

nachzudenken, sich diesen Rettungsplan Gottes

und das Wesen und Wirken Jesu

führt zu der

Christi ausdenken können. Auf so

Erkenntnis, dass

einen Gedanken – dass Gott seine

es einen liebenden

Feinde so liebt und sie rettet –

Gott gibt und Jesus

käme kein Mensch!

sein Sohn ist.

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SÜNDE

Der Mensch ist ein moralisches

Wesen, aber verdorben

Bei all diesen überzeugenden Gründen fragt man sich: Warum glauben

Menschen nicht an den Gott der Bibel? Es mag intellektuelle Gründe geben,

wenn man sich z. B. aus dem Stand der Wissenschaft nur das aussucht,

was scheinbar Gott überflüssig macht oder gegen die Glaubwürdigkeit der

Bibel spricht. Aber bei den meisten Leuten ist es einfach so, dass sie nicht

glauben wollen. Sie lehnen den Glauben nicht aufgrund intellektueller Argumente

ab, sondern aus moralischen Gründen. Wenn Jesus real und die Bibel

wahr wären, dann hätte das Konsequenzen für ihr Leben.

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Menschen handeln oft falsch – sowohl nach

objektiver Norm (des staatlichen Gesetzes,

gesellschaftlicher Werte, biblischer Gebote) als

auch falsch gemäß ihren eigenen Werten. Und das

beschäftigt uns. Wir denken viel darüber nach, ob unser

Verhalten und unsere Einstellung richtig oder falsch sind, und noch

viel lieber darüber, ob das Verhalten und die Meinung anderer richtig oder

falsch sind. Wir sind zutiefst moralische Wesen. Er hat ein Gewissen, das ihn

anklagt – und eine Urteilskraft, mit der er nur allzu gern andere beschuldigt,

um vom eigenen Versagen abzulenken. Was ist der Mensch nur für

ein seltsames Wesen? Warum sollte Evolution so etwas hervorbringen?

Warum plagen wir uns mit Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen – und

das zu Recht und im Grunde genommen sogar noch viel zu wenig? Denn

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wenn wir nicht andauernd „Fünfe gerade sein“

ließen und Fehler verdrängten, kämen wir aus

lauter Schuldverzweiflung, Rechtseinforderung

und Depression gar nicht mehr heraus. Die Bibel

liefert eine plausible Begründung: Gott erschuf

den Menschen moralisch sehr gut, aber durch

die Verführung des Teufels fiel er in Sünde und

wurde ungerecht und moralisch verdorben.

Aber was konkret ist nun richtig und was ist

falsch? Was ist rechtmäßig, welchen höchsten

und objektiven Maßstab gibt es dafür? Früher

war es in Deutschland verboten, einem homosexuellen

Paar eine Wohnung zu vermieten;

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heute ist es verboten, Homosexuellen eine Wohnung zu verwehren. Ändert

sich Recht und Unrecht mit dem Zeitgeist? Ohne Gott und seine Offenbarung

gibt es für Gerechtigkeit keinen objektiven Maßstab.

Möchten Sie – objektiv gesehen – als gerecht und rechtschaffen gelten?

Dafür brauchen wir alle Vergebung, Gerechtsprechung und auch Änderung

durch Gott. Denn wir tragen in uns das Problem der Sünde – und dieses

Problem bestätigt die Richtigkeit

der Bibel. Ohne Gottes Hilfe Das allgemeine

kommen wir von der Sünde moralische

nicht los. Unser Alltag passt Empfinden des

haargenau auf den so alten Menschen zeigt, dass

Klartext, den die Bibel redet.

es Gott gibt und die

Bibel Recht hat.

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VERSTAND

Der Mensch ist ein rationales

Wesen, aber verfinstert

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Wir möchten nicht nur gerecht sein, sondern auch wissend. Schon immer

haben Menschen nach dem Sinn des Lebens gefragt, nach Gott und dem

Ursprung allen Seins, haben geforscht und philosophiert. Der Mensch ist ein

denkendes, planendes, entwerfendes, kreatives und kommunikatives Wesen.

Er kann abstrakte Wahrheiten erfassen, wunderschöne Musik, Malerei und

Dichtung kreieren und raffinierte Banküberfälle planen.

Die atheistische Vorstellung, dass unbelebte Materie, ein rein physikalischer

Urknall, letztlich ein Wesen hervorbringt, das staunend das komplexe Universum

betrachtet und über dessen Herkunft und Zukunft sinniert, ist sehr

seltsam. Letztlich erhebt die Urknalltheorie tote Materie zu einem vermeintlichen

Lebensquell, zu einem Götzen, genau wie primitive Religionen

es tun, die leblose Stein- oder Holzfiguren als ihre Götter verehren.

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Die Naturgesetze belegen, dass in einem „geschlossenen System“ (nehmen

wir das Universum als ein solches an) von selbst nichts Komplexeres,

Höheres entstehen kann. Demnach muss der Mensch als intelligentes

Wesen seinen Ursprung in einem mindestens ebenso intelligenten

Wesen haben. Und genau das lehrt die Bibel von Anfang an: dass Gott

den Menschen „nach seinem Bild erschuf“, also ihm ähnlich. Das bemerkenswerteste

Geschöpf hat Eigenschaften, die dem Schöpfer nicht

fehlen können: Der Mensch ist intelligent, kreativ, kommunikativ, kann

zielstrebig, verantwortungsbewusst, fürsorglich und liebevoll sein und

einen Sinn für Gerechtigkeit haben, ist sozial und emotional. All das hat

Gott der Bibel zufolge auch, nur viel mehr davon und in perfekter Weise.

Wir hingegen sind zwar grundsätzlich intelligent, aber irgendwie gerät

unsere Intelligenz allzu oft auf Abwege. Nicht nur bei Banküberfällen,

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sondern in vielen alltäglichen

Versuchen, uns mit List und

Tücke Vorteile zu Ungunsten

anderer zu sichern. Ganze

Völkerscharen folgen – mit, trotz oder

ohne Verstand – im Herdentrieb Ideologien

und Ansichten, die, wie z. B. der

Marxismus, tödlich für Leib, Seele und

Gesellschaft sind. Das erinnert an eine

Stelle im Römerbrief, wo Paulus schreibt:

Die Menschen können Gott zwar in der

Schöpfung erkennen, aber weil sie ihm

weder Dank noch Ehre gaben, sind sie

„in ihren Überlegungen in Torheit

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verfallen und zu Narren geworden“ und verehren Menschen, Tiere und Götzen

(Römer 1,21-23). Der Schöpfer hat uns Verstand gegeben, damit wir

ihn als den Ursprung und Sinn allen Seins erkennen und uns an ihm freuen

und ihm danken. Wozu sollte Evolution philosophierende Molekülstrukturen

hervorbringen? René Descartes berühmter Spruch: „Ich denke, also bin ich“,

sollte besser lauten: „Ich denke, also ist Gott.“

Weil der Mensch moralisch verdorben ist, ist er auch intellektuell auf der

falschen Fährte. Damit unser von Sünde verfinsterter Verstand erleuchtet

wird, brauchen wir das Licht von Gottes Wort, der Bibel. Darin lässt Gott

sich finden und bietet Antworten auf unsere Fragen, unseren Wissensdurst

und unsere Probleme. Wer Gottes Offenbarung in der Schöpfung, in Jesus

und in der Bibel beachtet, wird den Ursprung, den Sinn und das Ziel des

Lebens finden.

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Hoffnung

Gott hat einen Rettungsweg

und ein gutes Ziel

Unsere Welt wirft unzählige Probleme auf, die schwer zu

erklären und noch schwerer zu lösen sind: Warum gibt es den

Alterungsprozess, Krankheiten, Tod, Verfall, Artensterben, Naturkatastrophen

und all das viele Leid? Warum ist der Mensch moralisch

so verdorben, stiehlt, lügt, führt Krieg, beutet die ganze Welt aus?

Warum ist unsere Erkenntnis so begrenzt und verzerrt, warum folgen

Millionen Ideologien und Religionen, die offenkundig falsch und schädlich

sind? Gibt es für all das eine Lösung? Gibt es eine letztendliche Hoffnung,

die über das nächste Wochenende hinausgeht? Der Atheismus kann keine

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Antwort, keine Lösung und keine

Hoffnung bieten. Die Wissenschaft

kann nur erforschen, was ist (und

daraus folgern was war, irrt sich

aber oft), aber nicht ermitteln und

schon gar nicht bestimmen, was

sein wird. Esoterik und andere

Religionen haben sehr fragwürdige

Antworten, die schlecht

begründet sind und nicht im Einklang

mit der Realität stehen.

Gottes Plan, den er in der Bibel

offenbart, bietet eine plausible

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Erklärung. Die Probleme begannen mit dem Sündenfall von Adam und Eva,

doch Gott versprach und sandte einen Retter, der alles wieder gut und sogar

noch besser macht. In Jesus ist dieser Retter, der Messias, gekommen. Er ist

Gottes eigener Sohn, den Gott in seiner unfassbar großen Liebe gab. Jesu

Rettungstat war, dass er – der einzig Schuldlose – sich kreuzigen ließ, um

stellvertretend die Todesstrafe zu tragen, die Sünder verdient haben. Jeder,

der an ihn glaubt, wird befreit von der Schuld der Sünde und auch von der

Macht der Sünde. Wer glaubt, hat ewiges Leben und ist vom Reich des Teufels

in das Reich Gottes gewechselt (nachzulesen z. B. in Johannes 3). Jesus

wird triumphierend wiederkommen und mit ihm eine neue, noch bessere

und ewige Schöpfung. Dann werden die Gläubigen für immer mit ihm als

Herrn in dieser perfekten Welt (dem „Himmel“) leben, dann auch befreit von

der Gegenwart der Sünde und alles Bösen. Wer nicht an ihn glaubt, kommt

dort nicht rein, sondern muss die Strafe für seine Sünden tragen.

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Kein Mensch hätte sich diesen großartigen Weltrettungsplan des

Evangeliums ausdenken, geschweige denn ihn verwirklichen können.

Der christliche Glaube ist überzeugend,

weil er die Vergangenheit erklärt, in

unseren gegenwärtigen Problemen hilft

und eine feste Hoffnung für die Zukunft

bietet. Alle Weltanschauungen und Religionen suchen vergeblich

nach einer Lösung aus unserer Misere, aber die Bibel bietet diese felsenfest

begründete und unbegreiflich schöne Hoffnung. Der christliche

Glaube ist aber nicht nur wahr, weil er schön ist. Er ist auch nicht

zu schön, um wahr zu sein. Er basiert auf Fakten. Auf dem, was

Gott getan hat, und auf seinen Zusagen, was er noch tun wird.

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Fazit

Wir haben den Bogen gespannt von der Schöpfung bis zur Ewigkeit und

damit die Weltgeschichte überflogen. Wenn wir uns die Weltgeschichte

genauer ansehen, finden wir darin viele weitere

Bestätigungen für den christlichen Glauben:

Wie sonst konnte das Volk Israel durch alle

Zeiten hindurch fortbestehen?

Warum wurde aus ein

paar Jüngern Jesu trotz

heftiger Verfolgung und

Ausrottungsversuchen

die größte Weltreli-

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gion? Warum ging es Ländern, in denen biblisches Christentum verbreitet

war, meistens wirtschaftlich, sozial und kulturell überdurchschnittlich gut?

Geschichte wäre also ein weiterer Punkt in unserer Liste. Doch der

Bogen unserer sieben Punkte überspannt ja schon alle Zeiten, deshalb lautet

das Fazit: Von der Schöpfung über alle Zeiten bis zur Ewigkeit ist offensichtlich,

dass Gott real,

Jesus der Messias und Denn so hat Gott die Welt

die Bibel wahr ist. Mit

geliebt, dass er seinen

jedem Tag rückt die

eingeborenen Sohn gab,

Erfüllung von Gottes

damit jeder, der an ihn

Zusage, dass Jesus

wiederkommt, näher. glaubt, nicht verloren

Höchste Zeit, an ihn geht, sondern ewiges

zu glauben!

Leben hat. Johannes 3,16

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Tipps zum Weiterlesen

Ist die Bibel Wahrheit?

Indizien und Bestätigungen für die

Vertrauenswürdigkeit der Bibel

ISBN 978-3-935558-04-4

Der BibelStarter

Bibelleseplan für Einsteiger

ISBN 978-3-945716-17-5

Impressum

Autor: Hans-Werner Deppe, © 2020

Herausgeber: Betanien Verlag, Augustdorf

info@betanien.de · www.cbuch.de

Gestaltung: Sara Pieper

Bildnachweise: unsplash.com

ISBN 978-3-945716-60-1


Jeder glaubt irgendetwas. Manche glauben, dass

Wissenschaft und Fortschritt für eine gute Zukunft sorgen

werden; manche, dass es keinen Gott gibt, und andere glauben,

dass es nicht gut sei, überhaupt etwas zu glauben. Sind solche

Annahmen begründet? Für den christlichen Glauben im Sinne

der Bibel gibt es sehr gute Gründe. Was halten Sie davon?

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