Zeitungsartikel Der Verein StrochenTreff verabschiedet sich

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Der Verein StrochenTreff verabschiedet sich

Von Livia Keller und Sara Erni

Nach 30 Jahren «StrochenTreff» hat sich das aktive Kernteam schweren Herzens dazu entschieden,

den Verein StorchenTreff aufzulösen. Mit viel Elan, Freude und Herzblut hat das «Storchentreff»-

Team während diesen Jahren in wechselnder Zusammensetzung jährlich zehn Vorträge rund um das

Themengebiet Eltern werden – Eltern sein organisiert und durchgeführt.

Angefangen hat die Geschichte vom «StorchenTreff» mit Marie-Gabrielle von Weber, die als junge

Hebamme nach Schwyz zurückkehrte und die damals nicht existierende Hausgeburtshilfe und die

«sanfte Geburt» in Schwyz neu beleben wollte. Marianne Schelbert, Christine Tschümperlin und eine

Gruppe engagierter Frauen boten Unterstützung. So entstand der Verein «Rund ums Kind». Das

grosse Engagement und die Öffentlichkeitsarbeit der Frauen trugen massgeblich dazu bei, dass in der

Gebärabteilung des Spitals Schwyz diverse Veränderungen Einzug hielten, welche heute

selbstverständlich sind: Beispielsweise, dass die Neugeborenen rund um die Uhr bei ihrer Mutter sein

können oder das Vorhanden sein eines Stillzimmers. Regelmässig traf sich der Verein im sogenannten

«StorchenTreff» zum Austausch über verschiedene Familienthemen. Der Verein «Rund ums Kind»

organisierte neben dem «StorchenTreff» noch andere Angebote, so wurden zum Beispiel

verschiedene Vorträge organisiert, eine umfangreiche Broschüre mit Adressen zu Familienangeboten

aus dem ganzen Kanton Schwyz herausgegeben, eine äusserst wertvolle Informationsquelle im

vordigitalen Zeitalter, oder eine telefonische Adressvermittlung für familienergänzende

Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder Babysitter.

Seit 2008 wurde der «StorchenTreff» dann als eigenständiger Verein weitergeführt. Wurden anfangs

noch Gespräche zu Themen wie Geburtsvorbereitung, Gebären, Wochenbett, Tragen oder Fragen

rund um das Kind im kleinen und gemütlichen Rahmen geführt, wuchs die Runde stetig an. Mit der

Zeit wurden jährlich zehn Vorträge zum Themengebiet Eltern werden – Eltern sein organisiert, meist

mit Referenten aus der Region. Der gemütliche, familiäre Rahmen blieb über die Jahre bestehen, und

es bestand immer die Gelegenheit, sich vor oder nach dem «StorchenTreff» mit anderen

Besucherinnen und Besuchern, dem «StorchenTreff»-Team und der anwesenden Hebamme

auszutauschen. Ganz speziell im «StorchenTreff» war, dass die Kinder bei den Vorträgen willkommen

waren. Sie konnten sich im betreuten Kinderhort verweilen, spielen und basteln oder durften bei den

Eltern beim Vortrag dabei sein. Die Arbeit im «StorchenTreff»-Team war unkompliziert organisiert,

und es herrschte ein gutes Miteinander und eine aufgestellte Atmosphäre. Viele interessante und

hilfreiche Vorträge durften organisiert und genossen werden. Leider gestaltete es sich in den letzten

Jahren immer schwieriger, neue Mitglieder für das Kernteam zu finden, so dass das Team von den

üblichen 10 Frauen auf 6 schrumpfte. Gleichzeitig sanken die Besucherzahlen über die letzten Jahre

immer mehr, trotz vielen spannenden Themen. Der «StorchenTreff» scheint in dieser Form nicht

mehr den Bedürfnissen der heutigen Zeit zu entsprechen.

Nachdem wir in diesem Jahr im Frühjahr bereits zwei Vorträge wegen dem Coronavirus nicht

durchführen konnten, müssen wir nun leider auch noch den letzten Vortrag vom «StorchenTreff»

absagen. Den letzten nicht nur von diesem Jahr, sondern der letzte überhaupt. So verabschieden wir

uns auf diesem Weg und bedanken uns ganz herzlich für all die schönen Begegnungen und

wertvollen Gespräche, die Inputs der spannenden und informativen Vorträge von den verschiedenen

Referenten, die Unterstützung und das Wohlwollen, welches wir in den vergangenen 30 Jahren

erleben durften.

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