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Die Malteser-Zeitung 4/2020

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 4/<strong>2020</strong><br />

Gesucht. Eltern auf unbestimmte Zeit<br />

900. Todestag des seligen Gerhard, Ordensgründer<br />

Ordenshaus. Auf in die Zukunft


INHALT<br />

04<br />

16 IMFOKUS<br />

04 Eltern auf Zeit<br />

12 Ein Jahr Krisengruppe<br />

RELIGIONAKTUELL<br />

14 Ein Traum von einer Enzyklika<br />

17<br />

50<br />

LEBENSWERT<br />

16 Krankheit als Lebenschance<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

17 Berichte aus den Bundesländern:<br />

Vielfältige Initiativen und <strong>Die</strong>nste<br />

54<br />

58<br />

MALTESERWELTWEIT<br />

50 Libanon<br />

51 Radfahren für den Libanon<br />

52 Kenia: Durchatmen in der Krise<br />

MEDIZINAKTUELL<br />

54 Covid-19 auf der Teststrecke<br />

56 Quo vadis Hausarzt?<br />

60 60 62<br />

TAGEBUCH<br />

58 Menschen und Events<br />

GELESENEMPFOHLEN<br />

60 Interessante Neuerscheinungen<br />

RUNDSCHAU<br />

62 Großes Ehrenzeichen<br />

ÜBERBLICK<br />

62 Wir trauern um<br />

63 Termine und Kontakte<br />

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2<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

liebe Leserinnen und Leser,<br />

„Gemeinschaft leben“ war nicht nur der Titel des<br />

Benefizkonzerts im Musikverein, das von Hemma Korinek<br />

Mitte September zugunsten des neuen <strong>Malteser</strong> Ordenshauses<br />

organisiert wurde, es ist ganz und gar das zentrale Motto des<br />

neuen Ordenshauses. Hier geht es um würdevolles Altern in<br />

einem professionell geschaffenen Rahmen. Es geht darum,<br />

unterstützt durch ehrenamtliche <strong>Die</strong>nste, Gemeinschaft, Liebe,<br />

Zuwendung, Fürsorge, Pflege und Achtung in einem christlichen<br />

Umfeld erlebbar zu machen.<br />

<strong>Die</strong>ses Erleben von Gemeinschaft wünschen sich nicht nur<br />

Menschen im Alter, mit Erkrankungen oder mit einem Handicap.<br />

Es sind vor allem Kinder, die sich nach dem Aufgehobensein<br />

in einer Gemeinschaft sehnen. Wie oft hören und lesen<br />

wir über die tragischen Schicksale von Kindern in Ländern der<br />

Dritten Welt? Natürlich sind wir verpflichtet, ihnen zu helfen.<br />

Was aber ist mit den vielen Kindern in Österreich, in unserem<br />

eigenen Land, die dringend ein neues Zuhause, eine neue<br />

Familie suchen?<br />

Allein in Wien sind Tausende Kinder von sozialer Verwahrlosung<br />

betroffen. Finden sie keine Kriseneltern, keine Aufnahme<br />

durch liebevolle Pflegeeltern, kommen sie in Krisenzentren. Ein<br />

solches betreibt unser Hilfswerk <strong>Malteser</strong> Care. Das ist wunderbar<br />

und als Notmaßnahme besonders wertvoll.<br />

Was wir darüber hinaus brauchen, sind Eltern und Familien,<br />

die dauerhaft bereit sind, Kinder in Not aufzunehmen und wie<br />

ihre eigenen Kinder anzunehmen. Es gibt bereits solche Eltern,<br />

und es ist großartig, wie liebevoll sie ein Kind in der eigenen<br />

Familiengemeinschaft willkommen heißen, auf unbestimmte<br />

Zeit auf seinem Weg begleiten, dem Kind Sicherheit, Rückhalt<br />

und Geborgenheit bieten.<br />

Krisen- oder Pflegeelternschaft ist nicht nur ein Geben und<br />

sicherlich keine Einbahnstraße. Wie Eltern in diesem Heft<br />

beschreiben, ist die Betreuung von bedürftigen Kindern auch ein<br />

großes Glück, ein Geschenk. Es ist ein Weg, um die Familien und<br />

die Glaubensgemeinschaft wachsen zu lassen und zu stärken.<br />

Einen anderen Menschen – ganz gleich welchen Alters und<br />

welcher Herkunft – ein Stück weit begleiten zu dürfen, ist für<br />

beide Seiten etwas Besonderes. Es ist eine innige Erfahrung,<br />

die prägt, die verbindet und die einen guten Nährboden für<br />

wertvolles Neues entstehen lässt.<br />

Lassen wir gemeinsam Gutes entstehen! In diesem Sinne wünsche<br />

ich Ihnen und Ihren Familien einen erfüllten Herbst, und<br />

bleiben Sie bitte gesund!<br />

Norbert Salburg-Falkenstein<br />

Prokurator<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden (<strong>Malteser</strong>orden),<br />

Großpriorat Österreich, 1010 Wien, Johannesg. 2, Tel.: 01/512 72 44,<br />

E-Mail: presse@malteser.at<br />

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren dieser<br />

Ausgabe: Henriette Blanckenstein, Sonja Bohrn, Fra’ Ludwig Call,<br />

Marie Czernin, Theresia Heimerl, Petra Hellmich, Anne Hensel, Annunziata<br />

Hoensbroech, Katharina Kiecol, Lukas Krupitza, Ina L., Melanie<br />

Manner/Himmelhoch GmbH, Richard Mischak, Katharina und Rochus<br />

Nepf, Magdalena Neumann, Jennifer Pahsini, Otto Pjeta, Doris Pufitsch,<br />

Martina Reichl-Roßbacher, Richard Steeb, Katharina Stögner,<br />

Udo Thianich-Schwamberger, Manuel Weinberger, Anna Weinkammer,<br />

Pia Winkler, Susanne Wick, Petra Wimberger. Text und Lektorat:<br />

Thomas Fisher, Edith Holzer. Fotos: Sonja Bohrn, Dean Calma / IAEA,<br />

Care Management, Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen,<br />

Haus MALTA, Chiara Hoensbroech, IAEA Office of communication,<br />

image asset, jennikoller, Ilse Lahofer, MALTESER Austria, MALTESER<br />

Care, <strong>Malteser</strong> International, MALTESER Kinderhilfe, MALTESER<br />

Ordenshaus, Katharina Nepf, objektiv subjektiv, Sina Schweikle, Sovereign<br />

Order of Malta – Remo Casilli, Valentina Walderdorff<br />

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige<br />

Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.<br />

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei<br />

Geschlecht. Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at<br />

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050 Wien.<br />

Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung<br />

über nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und<br />

seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der<br />

Redaktion entsprechen. Redaktionsschluss: Oktober <strong>2020</strong><br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 3


IMFOKUS<br />

ELTERN AUF ZEIT<br />

Wenn Kinder nicht mehr bei den leiblichen Eltern bleiben kann, springen Krisen- und Pflegeeltern ein. Sie geben<br />

den Kindern vorübergehend oder sogar ein Leben lang ein neues Zuhause. Wie das vor sich geht und wie es sich<br />

anfühlt, erzählen Unterstützende und Betroffene in Interviews und sehr persönlichen Berichten.<br />

Frau Reichl-Roßbacher, wie viele Kinder in Österreich<br />

suchen pro Jahr ein neues Zuhause?<br />

Im vergangenen Jahr wurden in Wien 120 Kinder zwischen<br />

null und drei Jahren vermittelt. Kinder, die nach<br />

einer Krisenunterbringung<br />

nicht mehr zu ihren leiblichen<br />

Eltern zurückkehren können<br />

und älter als drei Jahre sind,<br />

kommen in eine Wohngemeinschaft.<br />

Kleinkinder, für<br />

die keine Pflegeeltern gefunden<br />

werden, kommen von der<br />

Krisenfamilie in Kleinkind-<br />

Wohngruppen. Es wohnen jeweils sechs Kinder in einer<br />

solchen Wohngruppe. Sie werden dort inklusiv betreut.<br />

Wie hoch ist der Prozentsatz der Kinder, die bei<br />

den Pflegefamilien bleiben, und wie viele kehren<br />

zu ihren leiblichen Eltern zurück?<br />

Im vergangenen Jahr sind in Wien nur fünf Kinder zu<br />

den leiblichen Eltern zurückgekommen. Grundsätzlich<br />

sollte man die „Leiblichkeit“ nicht überbewerten. Wenn<br />

Kinder fünf, sechs Jahre bei Pflegeeltern wohnen und leben,<br />

entsteht zu ihren Pflegeeltern Bindung. Durch die<br />

regelmäßigen Kontakte zu den Eltern entsteht Beziehung.<br />

Werden Kinder als Babys in Pflegefamilien untergebracht,<br />

kann keine Bindung zu den leiblichen Eltern<br />

entstehen, da sie nicht tagtäglich für sie sorgen können.<br />

Kontakt: Stadt Wien – Kinder- und Jugendhilfe –<br />

Referat für Adoptiv- und Pflegekinder<br />

+43 1 4000-90770<br />

kanzlei-rap@ma11.wien.gv.at<br />

www.wien.gv.at/menschen/kind-familie/adoption/<br />

referat.html<br />

Von Katharina Stögner<br />

Bindung entwickelt sich durch das Zusammenleben.<br />

Beziehung entsteht durch regelmäßigen Kontakt, oft<br />

entsteht gar nicht erst eine tatsächliche Bindung zu den<br />

leiblichen Eltern.<br />

„Kinder sind unsere Zukunft, und daher ist es<br />

unsere Pflicht, sehr genau auf die Bedürfnisse<br />

der Kinder zu schauen und es in den Mittelpunkt<br />

allen Handelns zu stellen.“<br />

Martina Reichl-Roßbacher<br />

Leitung des Fachbereichs Pflegekinder I – Referat für<br />

Adoptiv- und Pflegekinder bei der MA 11 in Wien<br />

In welchem Alter sind<br />

die Kinder, die Pflegefamilien<br />

suchen?<br />

Für Kinder ab dem zweiten<br />

und dritten Lebensjahr<br />

wird es schwierig,<br />

Pflegeeltern zu finden.<br />

<strong>Die</strong> meisten wollen sehr<br />

junge Kinder und haben Sorge, dass ältere Kinder einen<br />

zu großen Rucksack haben und sie sich dieser Aufgabe<br />

wenig gewachsen fühlen.<br />

Kann sich die Pflegefamilie Alter, Geschlecht und<br />

Herkunft des Kindes aussuchen?<br />

Nein, man kann aber natürlich sagen, ob man ein Kleinkind<br />

oder ein Baby möchte, das Kind soll ja in der Familie<br />

willkommen sein. Problematisch ist es oft, für Kinder mit<br />

Migrationshintergrund eine Pflegefamilie zu finden. Hier<br />

gibt es gesellschaftliche Vorurteile. Pflegeeltern fühlen sich<br />

dieser Situation auch gesellschaftlich oft nicht gewachsen.<br />

Im Jahr 2017 waren in ganz Österreich laut Statistik<br />

Austria 13.617 Kinder und Jugendliche in sozialpädagogischen<br />

Einrichtungen oder in Pflegefamilien untergebracht.<br />

Weitere 35.463 Minderjährige erhielten von<br />

der Kinder- und Jugendhilfe Unterstützung innerhalb<br />

der eigenen Familie. Per Ende 2019 lebten in Wien insgesamt<br />

3.639 Kinder und Jugendliche nicht bei ihren<br />

Eltern. Von diesen hatten 1.864 einen Platz in Wohngemeinschaften,<br />

1.775 lebten bei Pflegefamilien.<br />

4<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


IMFOKUS<br />

Was ist der Unterschied?<br />

Häufig ist nicht ganz klar, was mit „Krisenfamilie“ oder „Pflegeeltern“ gemeint ist. <strong>Die</strong> Unterschiede<br />

beziehen sich vor allem auf die Dauer und den rechtlichen Rahmen der fürsorglichen Tätigkeit.<br />

Martina Reichl-Roßbacher von der MA 11 in Wien klärt auf und gibt Tipps.<br />

<strong>Die</strong> Krisenfamilie …<br />

• … nimmt fremde Babys bei sich auf und kümmert<br />

sich um sie, als wären es ihre eigenen Kinder. <strong>Die</strong><br />

Aufnahme erfolgt in dem Wissen, das Kind nach einigen<br />

Wochen an liebevolle Pflegeeltern übergeben<br />

oder wieder in seine Familie zurückkehren lassen zu<br />

können – mit Informationen zu Vorlieben, Essverhalten<br />

und sonstigen Aspekten, die sich bei der Krisenfamilie<br />

herauskristallisiert haben.<br />

• <strong>Die</strong> Krisenmutter weiß nie, wann ein Kind kommt<br />

und wie lange es bleiben wird. In der Regel handelt<br />

es sich um ein paar Wochen, im Ausnahmefall bis zu<br />

drei Monate. Erst kurz vor dem ersten Kennenlernen<br />

erfährt die Krisenmutter, aus welchem Grund<br />

die Kinder aus ihrer leiblichen Familie geholt wurden.<br />

<strong>Die</strong> Krisenpflegemutter erhält die wichtigsten<br />

und notwendigsten Information zum Kind bei der<br />

Unterbringung.<br />

• Eigene Kinder zu haben, ist keine Voraussetzung.<br />

Hat jedoch eine Krisenfamilie eigene Kinder, die<br />

noch zu Hause wohnen, sollten diese nicht mehr<br />

im Kleinkindalter sein. Auch Singles können Krisenelternteil<br />

sein. Sie sollten allerdings keiner<br />

beruflichen Tätigkeit nachgehen, sondern sich<br />

zur Gänze auf das jeweilige Kind oder die Kinder<br />

konzentrieren können. Weiters sollten Kriseneltern<br />

nicht älter als 65 Jahre alt sein und ihr körperlicher<br />

Zustand sollte ihnen die Betreuung eines<br />

kleinen Kindes erlauben. Kriseneltern erhalten<br />

ein Entgelt für ihre Tätigkeit, auch für Pflegeeltern<br />

gibt es die Möglichkeit einer Anstellung.<br />

Pflegeeltern …<br />

• … begleiten ein Kind durch sein Leben und das möglichst<br />

lange. Sie besuchen in der Regel einen sechsbis<br />

zwölfmonatigen Vorbereitungskurs. Im Vorfeld<br />

werden der finanzielle Hintergrund, die Wohnsituation,<br />

der Grund für den Wunsch nach einem Pflegekind<br />

und wie lange dieser Wunsch schon besteht<br />

mit den Pflegeeltern abgeklärt. Auch wird sichergestellt,<br />

dass sich die Pflegeeltern der Für und Wider<br />

einer Pflegeelternschaft bewusst sind.<br />

• Pflegefamilien müssen sehr offen und bereit sein,<br />

ein transparentes Leben zu führen, sodass sich die<br />

Sozialarbeiter und Betreuer ein möglichst umfassendes<br />

Bild machen können. Das erleichtert das<br />

Matching zwischen Kind und Eltern und verhindert<br />

falsche Erwartungshaltungen oder voreilige Entscheidungen.<br />

• Als Pflegeelternteil kann bis zum vollendeten zweiten<br />

Lebensjahr des Kindes Karenz beantragt werden.<br />

Auch Alleinerziehende können eine Pflegeelternschaft<br />

übernehmen. In jedem Fall erhalten<br />

Pflegeeltern sowie andere Eltern auch Familienbeihilfe.<br />

Sie sind – bis auf das Thema Religions-/Glaubensfrage<br />

– in ihrer Entscheidungsfreiheit nicht<br />

gebunden.<br />

• Pflegeeltern sind verpflichtet, die Besuchstermine<br />

mit den leiblichen Eltern am Magistrat einzuhalten.<br />

Sollte sich die familiäre Situation verändern, kann<br />

es vorkommen, dass die Kinder wieder zu ihren<br />

Eltern zurückkommen.<br />

• Das Alter für eine Pflegelternschaft ist abhängig von<br />

der Erfahrung und wird nach der körperlichen und<br />

geistigen Verfassung beurteilt.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 5


„Entscheide dich aus Liebe zu den Kindern und<br />

nicht, um Kinder zu retten oder um ihre Zukunft<br />

mitzuentscheiden. Genieße die Zeit mit den<br />

Kindern und mache das Allerbeste daraus, gib<br />

ihnen das Gefühl von Geborgenheit, Liebe und<br />

Normalität in einer Familie. Und dann sollte einem<br />

bewusst sein, dass es einen Abschied geben wird.<br />

Schließe ab und freue dich auf die nächste<br />

Herausforderung. Es ist ein ständiges Kommen<br />

und Gehen, aber es ist eine wahre Berufung.“<br />

SONJA BOHRN UND IHR MANN SIND KRISENELTERN<br />

Frau Bohrn, was hat Sie zu der Entscheidung bewogen,<br />

Kriseneltern zu werden?<br />

Als wir vor 16 Jahren unseren Pflegesohn übernommen<br />

haben, dachte ich mir: „Irgendwann bin ich auch eine<br />

Krisenmutter und helfe Kindern.“ Acht Jahre später war es<br />

so weit.<br />

Haben Sie von Beginn an entschieden, dass Sie<br />

beide, Ihr Mann und Sie, Kriseneltern sein wollen?<br />

Mein Mann hat mich von Anfang an unterstützt, war aber<br />

hauptberuflich noch anderweitig beschäftigt. Seit Oktober<br />

2019 ist er mit mir als Krisenpflegevater angestellt.<br />

Wie viele Kinder sind bei Ihnen maximal zeitgleich?<br />

Wir haben beide die „große Anstellung“, wie es in der Magistratssprache<br />

heißt, und sind daher verpflichtet, jeder<br />

zwei Krisenkinder aufzunehmen. Bei uns in der Familie<br />

leben immer für eine bestimmte Zeit vier Krisenkinder.<br />

<strong>Die</strong> Kinder kommen ja oft sehr plötzlich und unerwartet.<br />

Haben Sie immer eine Grundausstattung parat?<br />

<strong>Die</strong> Kinder kommen nur untertags zu uns. Zwischen dem<br />

Anruf der Sozialarbeiterin und der Ankunft des neuen<br />

Kindes dauert es etwa eine Stunde. Wir haben genug<br />

Kleidung für Kleinkinder da. Das Bett ist schnell frisch<br />

überzogen und das richtige Pulver fürs Flascherl ist rasch<br />

eingekauft.<br />

Jedes Kind bringt eine andere Geschichte mit. Macht<br />

Sie das nervös?<br />

Nach 65 Kindern sind wir nicht mehr nervös und freuen<br />

uns über jedes Kind, das wir eine bestimmte Zeit lang begleiten<br />

dürfen.<br />

Was ist Ihre persönlich emotionalste Erinnerung bis<br />

jetzt?<br />

Wir hatten fünf Monate lang ein Kind mit besonderen Bedürfnissen,<br />

dessen Chance auf einen Platz bei Pflegeltern<br />

nicht sehr hoch war. Es ist uns mit der Zeit sehr ans Herz<br />

gewachsen. Als sich dann doch eine liebevolle Pflegefamilie<br />

gefunden hat, war unsere Freude besonders groß.<br />

Wie schmerzvoll ist für Sie die Übergabe an die<br />

Pflegeeltern?<br />

<strong>Die</strong> Kinder werden bei uns in der Familie so aufgenommen,<br />

als wären sie unsere eigenen. Der Abschied tut immer weh,<br />

aber das lasse ich auch zu, weil wir die Kinder in unser Herz<br />

geschlosssen haben. Mit jeder Verabschiedung lernen wir,<br />

besser damit umzugehen und es fällt uns leichter, wenn<br />

ein Krisenkind in eine liebevolle Familie kommt.<br />

Haben Sie freie Wochenenden oder Urlaub?<br />

<strong>Die</strong> Kinder sind sieben Tage die Woche, 24 Stunden bei uns<br />

in der Familie. Wir können uns aber fünf Wochen im Jahr<br />

Urlaub nehmen – so, wie es in jedem anderen Job auch ist.<br />

Wie geht es Ihnen damit, so öffentlich zu sein?<br />

Kinder, Sozialarbeiter und Pflegeeltern gehen bei<br />

Ihnen ein und aus. Braucht man da nicht manchmal<br />

eine Pause?<br />

Wenn die Sozialarbeiter ein Krisenkind bringen, sind sie<br />

circa fünf Minuten bei uns zu Hause. Das erste Kennenlernen<br />

der Pflegeeltern findet am Jugendamt statt und<br />

wird von den Sozialarbeitern betreut. <strong>Die</strong> ersten ein bis<br />

drei Tage der Eingewöhnung finden bei uns zu Hause<br />

statt. Wir haben uns nach den vielen Jahren als Krisenpflegefamilie<br />

gut an diese Anforderungen gewöhnt.<br />

6<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


IMFOKUS<br />

fuhren nach dieser Nachricht sofort zum Krankenhaus,<br />

holten die Mutter ab und besuchten die Mädchen im<br />

Krisenzentrum. Am folgenden Tag ging die Mutter zu<br />

ihrem Ehemann zurück und kurz darauf wurde den<br />

Eltern die Obsorge für ihre Kinder entzogen, da die Mutter<br />

nicht bereit war, sich vom Vater zu trennen.<br />

PETRA WIMBERGER AUS WIEN HAT DREI ERWACHSENE<br />

KINDER UND UNGEPLANT ZWEI SYRISCHE MÄDCHEN ALS<br />

PFLEGEKINDER AUFGENOMMEN. EIN GANZ BESONDERER<br />

ERFAHRUNGSBERICHT.<br />

Mein Mann, unsere große Tochter, die damals noch bei<br />

uns wohnte, und ich nahmen im November 2015 eine<br />

fünfköpfige Familie aus Syrien privat bei uns zu Hause<br />

auf. Nach eineinhalb Jahren, in denen wir uns intensiv<br />

um die Familie kümmerten – inklusive Wohnungsbeschaffung<br />

–, wurde der Kontakt von den sehr jungen<br />

Eltern plötzlich abgebrochen.<br />

Grund dafür war zum einen, dass sie einiges an Geld ausbezahlt<br />

bekommen hatten und dachten, sie bräuchten<br />

unsere finanzielle Unterstützung nicht mehr. Vor allem<br />

aber schien der junge Vater und Ehemann unseren Einfluss<br />

nicht zu goutieren. Er wurde immer wieder gewalttätig<br />

gegenüber seiner Frau und unterband alle Versuche<br />

unsererseits, die junge Mutter selbstständiger und unabhängiger<br />

zu machen.<br />

Eskalation und häusliche Gewalt<br />

Zwei Wochen nach dem Kontaktabbruch bekam ich einen<br />

Anruf von einem Krankenhaus, da die junge Mutter von<br />

ihrem Mann geschlagen worden war. Eine Nachbarin hatte<br />

die Polizei und Rettung verständigt. <strong>Die</strong> drei Kinder<br />

waren vom Jugendamt abgenommen und der Mann auf<br />

freiem Fuß angezeigt worden.<br />

<strong>Die</strong> beiden Mädchen waren bereits älter als drei Jahre und<br />

kamen in ein Krisenzentrum. Der damals jüngste Bruder<br />

war jünger als drei und wurde in einer Krisenpflegefamilie<br />

untergebracht. Mein Mann, unsere Tochter und ich<br />

Pflegschaft für die Mädchen<br />

Daraufhin beschlossen wir, die beiden Mädchen bei uns<br />

aufzunehmen, um ihnen ein Leben in einer Wohngruppe<br />

– früher sagte man „Kinderheim“ – zu ersparen. Da es<br />

keine anderen Verwandten in Österreich gab und wir die<br />

nächsten Bezugspersonen für sie waren, ging das glücklicherweise<br />

sehr rasch. Mein Mann und ich entschieden<br />

uns die Pflegschaft, nicht die Obsorge zu übernehmen,<br />

weil wir nicht gerichtlich mit den leiblichen Eltern um<br />

die Kinder kämpfen und das Jugendamt als „Puffer“<br />

zwischen uns haben wollten. Auch konnten wir uns aufgrund<br />

unserer Vorgeschichte mit der Herkunftsfamilie zu<br />

diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, die Besuchskontakte<br />

ohne die Unterstützung der Sozialarbeiter am Pflegekinderzentrum<br />

mit den Eltern privat zu verbringen.<br />

<strong>Die</strong> ersten Monate, in denen die beiden Mädchen ganz<br />

bei uns lebten, waren sehr intensiv und verlangten viel<br />

Fürsorge und Traumenaufarbeitung. Es war aber auch<br />

eine wunderschöne und erfüllende Zeit, in der viel Gutes<br />

passierte und sehr viele Wunden heilen konnten. Nach<br />

etwa zwei Monaten nannten sie uns plötzlich „Mama“<br />

und „Papa“ und meinten, sie hätten jetzt zwei Familien.<br />

Besseres Verhältnis zu den leiblichen Eltern<br />

Ich habe noch zwei leibliche Söhne, die allerdings auch<br />

schon erwachsen sind und bereits ausgezogen waren. Für<br />

sie war es am Anfang etwas befremdlich, dass sie so überraschend<br />

neue Geschwister hatten, die natürlich schon<br />

bald gefühlsmäßig auch „unsere“ Kinder waren. Doch<br />

die anfängliche Skepsis war bald vorbei. Der kleine Bruder<br />

der Mädchen kam glücklicherweise auch zu Pflegeeltern,<br />

die perfekt zu ihm passen. Wir sind mittlerweile gut befreundet,<br />

sehen uns regelmäßig und verbringen auch<br />

gemeinsam Urlaube. Das Verhältnis zu den leiblichen<br />

Eltern hat sich deutlich verbessert. Sie leben immer noch<br />

zusammen, haben noch einen Sohn bekommen und erwarten<br />

ein weiteres Kind.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 7


IMFOKUS<br />

INA L. ALLEINERZIEHENDE MUTTER EINER TOCHTER,<br />

DIE SICH EIN ZWEITES KIND GEWÜNSCHT HAT<br />

(Name von der Redaktion geändert)<br />

„Nicht nur ich, sondern auch viele Pflegeeltern,<br />

die ich persönlich kenne, wollen für das Familienmodell<br />

‚Pflegeeltern‘ gerne Werbung machen.“<br />

Meine leibliche Tochter war damals vier Jahre alt, als<br />

ich meinen Pflegesohn aufgenommen habe. Ich war vom<br />

Vater meiner Tochter getrennt und wollte sehr gerne<br />

ein zweites Kind. <strong>Die</strong> Pflegeelternschaft hat mich schon<br />

immer interessiert, und ich fand den Gedanken schön,<br />

einem Kind einen guten Start ins Leben zu geben.<br />

Ich war voller Vorfreude an diesem Tag, als ich meinen<br />

Pflegesohn kennenlernen sollte, aber auch sehr aufgeregt.<br />

Mir wurde ein zehn Wochen alter Bub vorgeschlagen.<br />

Meine Gedanken waren: Kann ich nach so kurzer Zeit<br />

wissen, ob es mit uns zwei klappen wird? Was ist, wenn<br />

nicht?<br />

„Er hat einen sehr starken Willen“<br />

Meine Tochter kenne ich in und auswendig. Ich weiß,<br />

was sie braucht. Mein Pflegesohn ist in vielen Dingen so<br />

anders. Er hat einen sehr starken Willen, und das habe<br />

ich schon bei vielen Pflegekindern beobachtet. Ich denke,<br />

es liegt daran, dass sie ganz viel Unsicherheit am Anfang<br />

ihres Lebens haben. Auch habe ich das Gefühl, dass<br />

mein Pflegebub – nicht bewusst – immer wieder austestet<br />

und sich versichern möchte, ob er bleiben darf.<br />

<strong>Die</strong> Liebe zu ihm ist anders, aber genauso stark wie zu<br />

meiner Tochter.<br />

Pflegeelternschaft – Sinn fürs Leben<br />

Seit mein Pflegesohn da ist, sind wir mehr Familie geworden.<br />

Zugegeben, zwei Kinder sind manchmal viel, aber<br />

ich möchte keine Sekunde auf sie verzichten. Ich kann die<br />

Pflegeelternschaft nur sehr empfehlen. Es ist eine wunderschöne<br />

Aufgabe, die einen manchmal an seine Grenzen<br />

bringt. Aber das macht für mich mein Leben sinnvoll. Ich<br />

habe durch die Pflegeelternschaft so viele liebe Menschen<br />

kennengelernt, und es haben sich wundervolle Freundschaften<br />

entwickelt. <strong>Die</strong> Stadt Wien unterstützt sehr gut<br />

und bietet viele Möglichkeiten zur Weiterbildung.<br />

KATHI UND ROCHUS NEPF MALTESER-FAMILIE<br />

MIT VIER EIGENEN UND ZWEI PFLEGEKINDERN<br />

„Noah sagte einmal schüchtern zu mir, als eines<br />

unserer eigenen Kinder wütend auf mich war<br />

und meinte, wir Kinder hätten uns Euch Eltern ja<br />

schließlich nicht ausgesucht: ‚Aber ich habe mir<br />

Euch ausgesucht!‘“<br />

Was waren die Beweggründe für euch, Pflegeeltern<br />

zu werden?<br />

Das war ein längerer Prozess für uns. Zwar dauert die<br />

Vorbereitung bei der MA 11 nur ein paar Monate, wir haben<br />

uns aber eineinhalb Jahre Zeit gelassen. Schließlich<br />

haben wir vier eigene Kinder und haben diese Entscheidung<br />

mit den Kindern oft besprochen.<br />

8<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


IMFOKUS<br />

Hat diese Entscheidung etwas mit der Überzeugung<br />

der <strong>Malteser</strong> zu tun, aus christlicher<br />

Nächstenliebe dort zu helfen, wo Not ist?<br />

„Obsequium Pauperum“ und der Kampf gegen das Achtfache<br />

Elend waren ein großer Baustein bei dieser Entscheidung.<br />

Wir empfanden es als unsere Pflicht, Eltern<br />

beizustehen, die nicht die Chance haben, ihren Kindern<br />

ein sicheres Zuhause zu geben – wenn auch nur auf Zeit.<br />

Denn im Grunde ist es das ja auch. Auch die Dankbarkeit,<br />

als gläubige Christen aufgewachsen zu sein und besonders<br />

als <strong>Malteser</strong> helfen zu dürfen, waren Motivationen.<br />

Wie alt waren eure eigenen Kindern, als das erste<br />

Pflegekind in euer Leben getreten ist?<br />

Wir hatten bereits unsere vier eigenen Kinder. Inzwischen<br />

sind es zwei Pflegekinder – Noah und Mia. Noah<br />

ist bald zehn und Mia fast fünf Jahre alt. Noah kam zu<br />

uns, als unser jüngster Sohn vier Jahre alt war. Noah war<br />

damals zwei.<br />

Wie rasch haben sich eure Pflegekinder bei euch<br />

als Teil der Familie gefühlt?<br />

Noah war schwer traumatisiert. Im Unterschied zu den<br />

meisten Pflegekindern und Pflegeeltern, die wir kennenlernen<br />

durften, war die Integration in die Familie für ihn<br />

sehr schwierig. Bei Mia war es anders. Sie kam und war dabei.<br />

Es hängt also sehr vom Kind und seiner Geschichte ab.<br />

Wie haben eure Kinder reagiert und wie rasch war<br />

euer Kind in die Familie integriert?<br />

Unsere Kinder haben die Pflegekinder sehr liebevoll aufgenommen.<br />

Es war für sie schon eine spezielle Situation.<br />

Aber wir haben lange und oft mit ihnen darüber geredet.<br />

Außerdem wissen sie genau, dass sie unsere leiblichen<br />

Kinder sind und damit Vorrang haben. Das ist ihnen<br />

sehr wichtig. Dennoch sind die Pflegekinder Teil unserer<br />

Großfamilie.<br />

Gibt es Situationen im Zusammenleben, die anders<br />

sind als mit den leiblichen Kindern?<br />

Es gibt immer wieder solche Situationen. Das ist aber<br />

auch gut so. Schließlich sind Noah und Mia mit der eigenen<br />

leiblichen Familie in Kontakt, und das nimmt die<br />

Sehnsucht. Auch wenn es bei ihrer Herkunftsfamilie außergewöhnlich<br />

schwierig war, so bleiben sie doch ihre<br />

Eltern. <strong>Die</strong>s zu respektieren muss man lernen. Und das<br />

unterschiedet den Umgang natürlich zu den eigenen<br />

Kindern. In vielerlei Hinsicht sind eigene Kinder sogar<br />

schwerer zu erziehen, weil man emotional ganz anders<br />

involviert ist.<br />

Was sind die bis heute schönsten Momente, die Ihr<br />

mit euren Pflegekindern erlebt habt?<br />

Unsere Pflegekinder sind sich sehr bewusst über ihre<br />

spezielle Situation. Manchmal denke ich mir, dass das<br />

für diese Kinder eine Belastung sein muss. Und dennoch<br />

ist es für sie auch ein Stück Freiheit. Schön sind oft die<br />

entzückenden Aussagen, die sie machen. Noah sagte<br />

einmal schüchtern zu mir, als eines unserer eigenen Kinder<br />

wütend auf mich war und meinte, wir Kinder hätten<br />

uns Euch Eltern ja schließlich nicht ausgesucht: „Aber<br />

ich habe mir Euch ausgesucht!“ Oder die kleine Mia rief<br />

kürzlich ganz laut mitten in einem Supermarkt: „Mami,<br />

ich liebe dich.“ Das erinnert uns daran, wie sehr wir die<br />

Liebe unserer eigenen Kinder als selbstverständlich hinnehmen.<br />

In solchen Situationen wird man doch unendlich<br />

dankbar und demütig.<br />

Welchen Rat würdet ihr Eltern geben, die überlegen,<br />

ein Pflegekind bei sich aufzunehmen?<br />

Erstens: Alle Ängste, die man im Vorfeld rund um Pflegeelternschaft<br />

hat, kann man ruhig über Bord werfen. Dafür<br />

entstehen neue Herausforderungen, mit denen man<br />

vielleicht nicht gerechnet hat. Zweitens: Keine falsche Erwartungen<br />

aufbauen, sondern sich einfach überraschen<br />

lassen. Drittens: Hier geht es nicht um Sozialromantik.<br />

Der Glaube ist unabdingbar.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 9


IMFOKUS<br />

JENNIFER PAHSINI KAM ALS DREI WOCHEN<br />

ALTES BABY ZU IHRER PFLEGEFAMILIE<br />

„Durch meine Familie ist mir die Möglichkeit<br />

gegeben worden, keine Grenzen nach oben<br />

zu haben, meine Ziele hoch anzusetzen und diese<br />

auch zu realisieren.“<br />

Frau Pahsini, wann haben Sie realisiert, dass Ihre<br />

Eltern nicht Ihre leiblichen Eltern waren?<br />

Da gab es nichts zu realisieren, da ich von Beginn an mit<br />

dem Wissen aufgewachsen bin. Mir wurde immer wieder<br />

erklärt, dass ich eine „Bauchmama“ habe und die mich ab<br />

und zu besuchen kommt. Später wurde mir dann genauer<br />

erklärt, weshalb ich nicht bei meiner Herkunftsfamilie<br />

aufwachsen konnte.<br />

War es für Sie als Kind schwierig, zwei Familien zu<br />

haben?<br />

Als Kind war es für mich nicht schwer – es war eben so,<br />

wie es war. Als ich dann in der Pubertät war, bekam dies<br />

immer mehr Bedeutung. Aber nicht, weil ich nicht wusste,<br />

wohin ich gehöre, sondern vielmehr, weil ich mich<br />

gefragt habe: Von wo komme ich? Mein leiblicher Vater<br />

ist unbekannt und es hat mich bis vor Kurzem noch sehr<br />

beschäftigt, von wo ich eigentlich stamme, woher ich<br />

meinen dunklen Teint habe und meine mandelförmigen<br />

Augen.<br />

Haben Sie das Gefühl gehabt, Ihre Familie, Ihr<br />

Umgang miteinander und Ihr Familienleben<br />

unterscheidet sich von dem der anderen Kinder?<br />

Ich glaube wir haben einen ganz normalen Umgang miteinander<br />

– so wie jede (Groß-)Familie. Wir haben vielleicht<br />

ab und an andere Gesprächsthemen wie eine Namensänderung,<br />

eine mögliche Adoption in der Zukunft oder<br />

einfach zu erfahren, wie unsere Eltern unsere leiblichen<br />

Eltern wahrgenommen haben. Aber ansonsten denke ich,<br />

dass wir uns im Wesentlichen nicht von anderen Familien<br />

unterscheiden.<br />

Fühlt man sich zwischen den Familien emotional<br />

hin- und hergerissen?<br />

Nein, also ich habe mich nie hin- und hergerissen gefühlt.<br />

Vielleicht auch, weil ich nie bei meiner leiblichen Mutter<br />

gelebt habe und dadurch nie wirklich eine Bindung oder<br />

eine Beziehung entstanden ist. Klar hat sie mich in den<br />

ersten Jahren immer wieder besucht, aber das war mehr<br />

so, als würde uns eine Freundin meiner Mama besuchen.<br />

Ich wusste zwar, dass sie meine „Bauchmama“ ist, aber<br />

dennoch hatte ich nicht das Gefühl, als wäre sie meine<br />

Mutter. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schon, wer meine<br />

Mama ist und wohin ich wirklich gehöre.<br />

Glauben Sie rückblickend, dass etwas in Ihrem<br />

Leben anders verlaufen wäre, wenn Sie nicht in<br />

einer Pflegefamilie aufgewachsen wären?<br />

Ich denke schon, da ich einen ziemlich großen Rückhalt<br />

in meiner Familie erlebt habe und noch immer erlebe,<br />

den mir meine leibliche Mutter wahrscheinlich nicht hätte<br />

geben können. Nicht, weil sie ein böser Mensch ist,<br />

sondern weil sie selbst aus sehr schlechten Familienverhältnissen<br />

stammt und selbst nicht gut gefördert worden<br />

ist. Durch meine Familie ist mir die Möglichkeit gegeben<br />

worden, keine Grenzen nach oben zu haben, meine Ziele<br />

hoch anzusetzen und diese auch zu realisieren.<br />

Wie ist die Bindung zu Ihren Pflegeeltern und wie<br />

die zu Ihren leiblichen Eltern?<br />

<strong>Die</strong> Bindung zu meinen Eltern ist sehr stark und innig.<br />

Wir verstehen uns total gut und verbringen sehr viel Zeit<br />

miteinander. Ich arbeite mit meiner Mama sogar gemeinsam<br />

in der Krisengruppe 17 bei <strong>Malteser</strong> Care. Das sagt<br />

doch schon alles! Zu meinen leiblichen Eltern besteht seit<br />

Jahren kein Kontakt mehr. <strong>Die</strong>ser hat sich irgendwann<br />

aufgehört und ich wollte auch keinen mehr haben, denn<br />

ich habe eine Familie und mit der bin ich sehr glücklich.<br />

Wir danken allen GesprächspartnerInnen für ihre sehr<br />

persönlichen Gedanken und ihre große Offenheit!<br />

10<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


IMFOKUS<br />

KRISEN- UND PFLEGEELTERN – BITTE MELDEN!<br />

Vor allem in Wien werden liebevolle, fürsorgliche und erfahrene Krisen- und Pflegeeltern gesucht.<br />

<strong>Die</strong> anspruchsvolle Aufgabe wird durch ein kompetentes Begleitangebot unterstützt.<br />

Interessierte Eltern und Elternteile können sich im Rahmen von unverbindlichen Infoabenden beraten lassen.<br />

Darüber hinaus gibt es jederzeit die Möglichkeit, sich per E-Mail oder telefonisch an das Referat für Adoptivund<br />

Pflegekinder zu wenden: Tel. +43 1 4000-90770, E-Mail: kanzlei-rap@ma11.wien.gv.at, Web: www.wien.<br />

gv.at/menschen/kind-familie/adoption/referat.html<br />

Professionelle Unterstützung<br />

Krisen- und Pflegeeltern werden nicht alleingelassen. Ihnen steht Unterstützung über Supervision, Coaching<br />

sowie den Austausch in regelmäßigen freiwilligen Gruppenabenden zur Verfügung. Bei Bedarf wird auch eine<br />

psychologische Betreuung für Familien und Kinder angeboten. Durch den regelmäßigen Kontakt zu den Sozialarbeitern<br />

und mit dem Magistrat ist eine laufende Beratung gewährleistet.<br />

Offen und aufgeschlossen<br />

Wichtige Voraussetzungen, die Krisenfamilien und Pflegeeltern mitbringen müssen, sind Offenheit und die Bereitschaft,<br />

fremde Personen in ihr Familienleben einzubinden. Dazu gehören Sozialarbeiter, Mitarbeitende des<br />

Magistrats, Psychologen und – zumindest passiv – die leiblichen Eltern des Kindes. Einmal pro Monat findet<br />

ein regelmäßiges betreutes Treffen von Pflegeeltern, dem Kind und den leiblichen Eltern in einem der Pflegekinderzentren<br />

des Magistrats statt.<br />

Hilfe durch MALTESER Care<br />

Da es aktuell in Wien zu wenige Plätze bei Kriseneltern oder Krisenfamilien gibt, wurde im Auftrag der MA 11<br />

von <strong>Malteser</strong> Care die Krisengruppe für Kinder bis zu drei Jahren ins Leben gerufen. In der Krisengruppe leben<br />

die Kinder während der Phase der Krisenabklärung, liebevoll und professionell betreut, gemeinsam mit den<br />

Mitarbeitenden von <strong>Malteser</strong> Care.<br />

www.malteser.care<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 11


IMFOKUS<br />

„Wir als Krisengruppe erleben immer wieder, dass sich für ‚unsere Kinder‘ die<br />

Krise durchaus auch als eine Chance entpuppen kann. <strong>Die</strong> ‚Fälle‘, in denen<br />

Familien glücklich zusammenfinden, Eltern, die wieder für ihre Kinder da sind<br />

und Kinderaugen, die wieder leuchten können, geben mir Kraft und Hoffnung,<br />

wenn das nächste Kind mit seinem individuellen Schicksal bei uns ankommt.“<br />

(Michael, Mitarbeiter <strong>Malteser</strong> Care/Krisengruppe)<br />

EIN JAHR KRISENGRUPPE<br />

<strong>Die</strong> Krisengruppe der Bis-Dreijährigen von <strong>Malteser</strong> Care<br />

ist eine Sozialpädagogische Einrichtung im Auftrag der<br />

MA 11 für Kinder ohne intensiven Pflegeaufwand. Im<br />

ersten Betriebsjahr der Krisengruppe wurden 31 Kinder<br />

Von Susanne Wick<br />

betreut und unterstützt. Was es bedeutet, in einer Krisengruppe<br />

tätig zu sein, erzählen einige Mitarbeitende in<br />

kurzen Statements.<br />

„Ich bin stolz, dass ich dieses Pilotprojekt<br />

mit aufbauen durfte und immer noch begleite.<br />

Dank des großen Einsatzes der Mitarbeiter<br />

und Mitarbeiterinnen können wir Kindern mit<br />

schwerem Schicksal in der Krise ein Heim bieten.<br />

<strong>Die</strong> Herausforderungen waren groß, aber wir<br />

konnten in diesem Jahr viel dazulernen. Wir<br />

haben hier eine Insel geschaffen, wo Kinder<br />

Sicherheit und Geborgenheit erfahren, wenn sie<br />

diese gerade am dringendsten benötigen.“<br />

(Sandra, Leiterin)<br />

„Oft fühle ich mich in der Betreuung<br />

unserer Kinder wie beim Wässern einer<br />

vertrockneten Blume, die aufblüht. Das ist<br />

vermutlich auch das Schönste an unserer<br />

Arbeit.“ (Michi)<br />

„Ich bin sicher, dass ich nicht zufällig in dieser<br />

Organisation mit christlichen Prinzipien und<br />

Ziele arbeite. Warum? Weil jeder Tag gleichzeitig<br />

eine Herausforderung und ein Grund ist,<br />

glücklich zu sein.“ (Daniela)<br />

12<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


IMFOKUS<br />

„Es ist wichtig, den Kindern in der Zeit, in der<br />

sie bei uns sind, möglichst viele schöne Momente<br />

sowie Erlebnisse zu ermöglichen, auch wenn<br />

ich weiß, dass sie bald wieder gehen werden.<br />

Ich bin davon überzeugt, dass positive Erlebnisse<br />

und liebevolle Zuwendung ein Leben lang<br />

Spuren hinterlassen.“ (Raphaela)<br />

„Wenn ein Kind kommt, ist es, als ob auch<br />

für mich als Mitarbeiterin ein neuer kleiner<br />

Lebensabschnitt beginnt. Es heißt ab<br />

sofort die Verantwortung und Fürsorge für<br />

ein Leben zu übernehmen, welches in seinen<br />

jungen Jahren die Welt ganz plötzlich<br />

noch weniger versteht als ohnehin.“ (Ulli)<br />

„Aus der gewohnten ‚Normalität‘ gerissen, getrennt<br />

von ihren Eltern, verwandeln sich Kummer,<br />

Trauer, Angst, Unsicherheit mit jedem<br />

Tag ein Stückchen in Richtung Sicherheit, Entspannung<br />

und Freude. Wir als Team bieten den<br />

Rahmen, die Kinder saugen unsere Angebote<br />

auf und es ist erstaunlich, wie schnell die<br />

Augen der meisten Kinder wieder<br />

leuchten.“ (Irene)<br />

„In unserer Arbeit versuchen wir mit viel<br />

Empathie den Kindern, die aus schwierigen<br />

Lebenssituationen kommen, ans Herz<br />

zu fassen, sie zu verstehen und ihnen das<br />

Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu<br />

geben.“ (Büsra)<br />

„Ich durfte von Beginn an in der Krisengruppe<br />

tätig sein und somit den Start und die gesamte<br />

Entwicklung miterleben. Es ist sehr schön, die<br />

positiven Entwicklungsschritte jedes einzelnen<br />

Kindes miterleben zu dürfen und ihnen bei uns<br />

in ihrer Ausnahmesituation eine sichere Umgebung<br />

und schöne Zeit zu ermöglichen.“ (Steffi)<br />

„Wir bekommen von den Kindern viel zurück – mal<br />

nur ein Lächeln, aber auch feste Umarmungen, die<br />

einen spüren lassen, dass es ihnen bei uns gut geht.<br />

Nach einem Abschied merkt man erst richtig, welchen<br />

Platz das Kind in der Gruppe eingenommen<br />

hat und mit all seinen Eigenschaften ein Ganzes<br />

aus der Gruppe gemacht hat.“ (Lisa)<br />

„Gemeinsam mit den Kindern ihre Gefühle<br />

wahrzunehmen, zu benennen, auszuhalten und<br />

zu verarbeiten, ist selten eine leichte Aufgabe.<br />

Allerdings ist es unglaublich schön zu beobachten,<br />

wie schnell sie sich bei uns wohlfühlen und<br />

Sicherheit verspüren. Ich arbeite von Moment<br />

zu Moment mit den Kindern und bin mir sicher,<br />

dass jeder Moment für sie ein Nährboden für<br />

Chancen im weiteren Leben ist.“ (Theres)<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 13


RELIGIONAKTUELL<br />

VATIKAN NEWS<br />

EIN TRAUM VON EINER ENZYKLIKA<br />

Ist Franziskus blauäugig? Man kann natürlich seine Visionen von einer geschwisterlichen Welt, die er in der neuen Enzyklika<br />

Fratelli tutti vorlegt, belächeln. Doch Bruno Marie Duffé rät dazu, den Text ernst – und wörtlich zu nehmen.<br />

Der französische Geistliche ist der zweite Verantwortliche<br />

im vatikanischen Entwicklungsministerium. Im<br />

Vatikansprech heißt das: Sekretär des Dikasteriums für<br />

ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Im Interview<br />

mit Radio Vatikan lädt Duffé lädt dazu ein, sich auf<br />

Franziskus’ Traum von einer einzigen, geeinten Menschheit<br />

einzulassen. Das fängt – unabhängig von einigen<br />

unverantwortlich agierenden Politikern – mit einer<br />

neuen Wertschätzung für die Politik an.<br />

„Es gibt da wirklich einen Appell, die Politik zu rehabilitieren!<br />

Sie darf nicht einfach der Wirtschaft und dem technokratischen<br />

Paradigma untergeordnet sein. Der Papst will die<br />

politische Dimension stärken, und er will den wirklichen<br />

Sinn des Begriffs Volk rehabilitieren: als Schicksalsgemeinschaft,<br />

nicht als von einer Ideologie oder Idee zusammengehaltene<br />

Gruppe. Franziskus will, dass die Demokratie sich<br />

unter den besten Umständen entfalten kann.“<br />

Was baut unsere Gesellschaft auf?<br />

Das geht in Fratelli tutti mit Appellen an Politiker, Wirtschaftsführer<br />

und internationale Institutionen wie die<br />

UNO einher, sich auf Dialog und Geschwisterlichkeit<br />

einzulassen. Doch auch den Einzelnen hat der Papst im<br />

Blick: Jeder sollte sich für das Gemeinwesen engagieren,<br />

sich mitverantwortlich fühlen.<br />

„Das ist wirklich ein starker Aufruf zu einer Neudefinition<br />

von geteilter Verantwortung, bei der sich die Talente<br />

eines jeden entfalten können – und bei der es in dieser<br />

Hinsicht keine Armen, Unnützen gibt. Es gibt in dieser<br />

Perspektive nur Menschen mit einer bestimmten Gabe,<br />

und es ist die Wertschätzung dieser verschiedenen Fähigkeiten,<br />

die eine menschliche Gemeinschaft aufbaut.<br />

Das rührt an eine grundlegende Frage: Was baut unsere<br />

menschliche Gesellschaft denn auf? Sind das nur bestimmte<br />

Interessen, oder geht es da viel fundamentaler<br />

um den Bau eines gemeinsamen Hauses?“<br />

Starke Inspiration: Franz von Assisi<br />

Franziskus heißt nicht nur Franziskus wie der Heilige –<br />

er hat seine neue Enzyklika auch am Vortag des Franziskusfestes<br />

in der Franziskusbasilika von Assisi unterzeichnet.<br />

Deutlicher könnte sein Bezug auf den heiligen<br />

Franz von Assisi kaum sein. <strong>Die</strong>se Inspiration war übrigens<br />

bei seiner ersten Sozialenzyklika, Laudato si’ vor<br />

fünf Jahren, ganz ähnlich gelagert.<br />

„Man kann feststellen, dass Fratelli tutti gewissermaßen<br />

Laudato si’ fortsetzt: als neues Kapitel eines grundlegenden<br />

Nachdenkens. In den drei Schlüsseltexten von Papst<br />

Franziskus – außer den zwei genannten Enzykliken ist<br />

das auch noch (sein Apostolisches Schreiben) Evangelii<br />

14<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


RELIGIONAKTUELL<br />

gaudium (von 2013) – ist der Bezug auf die Spiritualität<br />

des heiligen Franz von Assisi konstant, wie ein Licht, das<br />

den Weg erleuchtet. Sehr wichtig an der neuen Enzyklika<br />

scheint mir auch die Betrachtung zur Gestalt des barmherzigen<br />

Samariters im Kapitel ‚Ein Fremder am Weg‘.<br />

Sie fordert uns heraus zu Nächstenliebe und einer Spiritualität<br />

der Nähe.“<br />

<strong>Die</strong> Fernstenliebe<br />

Nah sollen wir uns nun aber nicht nur denen fühlen, die<br />

uns umgeben und – buchstäblich – nahestehen. Sondern<br />

gerade den Fernen, den Fremden, denen, die anders ticken<br />

als wir. Eine Utopie?<br />

„Nein. Das ist einfach ein Ideal, eine Dynamik. Man<br />

sollte es als eine Art Horizont verstehen – es gibt unserem<br />

Vorwärtsgehen einen Sinn und ein Ziel. Dem Papst<br />

ist völlig klar, dass seine Überlegungen idealistisch wirken<br />

können. Aber es gibt da zwei verschiedene Arten<br />

von Idealismus: einen, der im luftleeren Raum schwebt,<br />

und den von Fratelli tutti. Der Text spricht doch ständig<br />

von Gewalt, von Unterdrückung von Menschenrechten.<br />

Er bleibt nicht im Bereich des Nachdenkens,<br />

sondern drängt zum Handeln, zum Engagement. Zur<br />

Verantwortung.“<br />

Erzbischof Silvano Maria Tomasi nahm am 8. November den Eid des neu gewählten Großmeister Statthalter, Fra `Marco Luzzago, entgegen.<br />

Siehe Seite 20-21<br />

ERZBISCHOF SILVANO TOMASI WIRD SONDER-<br />

DELEGAT BEIM ORDEN<br />

Erzbischof Silvano Tomasi, ehemaliger Apostolischer Nuntius,<br />

wurde am 1. November von Papst Franziskus zum Sonderdelegat<br />

beim Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden ernannt.<br />

Gleichzeitig kündigte Papst Franziskus an, dass Erzbischof<br />

Tomasi beim nächsten Konsistorium zum Kardinal ernannt<br />

werden wird. Seit 2007 ist er Konventualkaplan-<br />

Großkreuz des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens.<br />

Der Sonderdelegat wird, als Vertreter des Hl. Vaters, der<br />

Gesprächspartner der Ordensregierung für den Reformprozess<br />

der Verfassung und des Codex sein. Erzbischof<br />

Silvano Tomasi übernimmt das Amt, das Kardinal Angelo<br />

Becciu von Februar 2017 bis Oktober <strong>2020</strong> innehatte.<br />

Weitere Informationen: orderofmalta.int<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 15


LEBENSWERT<br />

KRANKHEIT ALS<br />

LEBENSCHANCE<br />

Wenn der Körper den Ton angibt, dann ist es höchste Zeit hinzuhören. Das und vieles mehr hat mich meine Krankheit gelehrt.<br />

Meine persönliche Krebsgeschichte als Geschichte zum Mutmachen.<br />

Von Magdalena Neumann<br />

Es war im Februar 2019, als ich zufällig einen Knoten in<br />

meiner Brust ertastete. Ein Besuch beim Arzt und einschlägige<br />

Untersuchungen später die Diagnose: Brustkrebs.<br />

Eine Hiobsbotschaft. Dennoch entwickelte sich<br />

das Jahr 2019 für mich zum bisher lehrreichsten und intensivsten<br />

Jahr meines Lebens. Ich entschloss mich für<br />

den schulmedizinischen Weg – das hieß in meinem Fall<br />

Chemotherapie und beidseitige Mastektomie mit sofortigem<br />

Wiederaufbau. Dabei hatte ich die ganze Zeit über<br />

ein klares Ziel vor Augen: Ich wollte bis Ende des Jahres<br />

wieder komplett gesund sein.<br />

Zeit für mich selbst<br />

Meine Therapiezeit sehe ich als eine Auszeit, für die<br />

ich mir sonst nie die Zeit genommen hätte. Mein Körper<br />

hat mich über die Krankheit „eingeladen“, mir die<br />

Zeit selbst zu geben. <strong>Die</strong>se Chance habe ich ergriffen.<br />

Schon ab dem ersten Tag meiner „Krebsreise“ wollte<br />

ich aus meiner Situation unbedingt etwas für meine<br />

Tätigkeit als Beraterin mitnehmen. Ich hatte plötzlich<br />

die einmalige Möglichkeit, nicht nur zu fühlen, was ein<br />

Mensch in einer solch überfordernden Situation denkt<br />

oder braucht. Ich konnte meine eigene Erfahrung mit<br />

der Krankheit und Therapie in meinen Koffer der Erfahrungsschätze<br />

packen, mitnehmen und weitergeben. So<br />

bin ich jetzt anderen Betroffenen und Angehörigen eine<br />

gute Begleiterin, weil ich genau weiß, wie sich die Hochs<br />

und Tiefs einer Krebserkrankung anfühlen.<br />

Den Körper wertschätzen<br />

Eine der größten Erkenntnisse aus meiner Krankheit:<br />

Nicht ich sage, wo es langgeht, sondern mein Körper<br />

gibt den Ton an. Mir ist jetzt bewusst, wie weit ich vor<br />

meiner Krankheit davon entfernt gewesen war, die Be-<br />

dürfnisse meines Körpers wahrzunehmen. Durch den<br />

Krebs habe ich gelernt hinzuhören und nicht zu ignorieren,<br />

was mein Körper braucht.<br />

Wir haben nur diesen einen Körper und er hat in jeder<br />

Situation – auch in Gesundheit – viel Wertschätzung<br />

verdient. Es ist jederzeit wichtig, einen Gleichklang zwischen<br />

Körper, Geist und Seele zu finden – nicht erst,<br />

wenn eine Krebsdiagnose gestellt ist. Heute unterstütze<br />

ich meine Klienten dabei, einerseits diesen Gleichklang<br />

zu erlangen und andererseits den Fokus auf positive<br />

Gedanken zu richten, um die Kraft und Zuversicht für<br />

schwierige und herausfordernde Zeiten zu haben.<br />

Magdalena Neumann ist<br />

Wirtschaftsrechtlerin und<br />

diplomierte Lebens- und<br />

Sozialberaterin in Ausbildung<br />

unter Supervision.<br />

<strong>Die</strong> gebürtige Linzerin<br />

weiß genau, wie sich<br />

Schicksalsschläge anfühlen.<br />

Nach dem zu frühen<br />

und völlig überraschenden Tod ihres Vaters erhielt sie<br />

fünf Jahre danach, mit nur 28 Jahren, die Diagnose<br />

Brustkrebs. Heute ist die Beraterin nach erfolgreicher<br />

Therapie wieder voller Tatendrang und begleitet Menschen<br />

ein Stück auf ihrem Lebensweg. Als Lebens- und<br />

Sozialberaterin berät sie Menschen in verschiedensten<br />

Problem- und Entscheidungssituationen, begleitet sie<br />

in Krisen und vor allem bei einschneidenden gesundheitlichen<br />

Diagnosen.<br />

Informationen: www.magdalenaneumann.com<br />

© jennikoller<br />

16<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


LEMALTESERÖSTERREICH<br />

IM GEDENKEN AN<br />

UNSEREN<br />

„HERRN DER<br />

KRANKEN“<br />

Am 3. September 1120 starb unser seliger Bruder Gerhard, Gründer des Johanniterordens, in Jerusalem. Genau<br />

900 Jahre später begingen Mitglieder und ehrenamtliche Helfer des <strong>Malteser</strong>ordens auf fünf Kontinenten diesen<br />

besonderen Jahrestag.<br />

Den Auftakt bildeten die Feierlichkeiten in Scala, dem<br />

vermutlichen Geburtsort Gerhards, mit einer Eucharistiefeier<br />

unter dem Vorsitz von Kardinal Giovanni Angelo<br />

Becciu, Sonderdelegierter des Papstes beim Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>orden. In seiner Predigt ermahnte der Kardinal<br />

die Ritter und Damen des Ordens nach dem Beispiel des<br />

seligen Gerhard, „einander willkommen zu heißen, zu respektieren<br />

und in Harmonie zu leben, damit ihr Leben als<br />

Gläubige glaubwürdig sei und Früchte der Freude und des<br />

Friedens bringe“.<br />

<strong>Die</strong>sen Gedanken griff Interimsleutnant Fra’ Ruy Gonçalo<br />

do Valle Peixoto de Villas Boas in seiner Ansprache auf<br />

und führte weiter aus: „<strong>Die</strong> Mitglieder und Freiwilligen<br />

des <strong>Malteser</strong>ordens in aller Welt sind stolz auf ihre Geschichte<br />

und ihre Tradition, die sie täglich im Einsatz<br />

zur Linderung menschlichen Leids umsetzen. <strong>Die</strong> Mitgliedschaft<br />

im <strong>Malteser</strong>orden ist ein Privileg, das wir uns<br />

durch unser tägliches Engagement auch weiterhin verdienen<br />

müssen – der Tradition und dem Beispiel folgend, die<br />

uns unser Gründer, der selige Gerhard, hinterlassen hat.“<br />

Organisationstalent im <strong>Die</strong>nst der Bedürftigen<br />

In Österreich wurde der 900. Todestag von Fra’ Gerhard<br />

im ganzen Land mit Heiligen Messen gefeiert und seines<br />

Werdegangs gedacht: Als Leiter des Krankenhauses,<br />

das die Amalfitaner zu Ehren Johannes des Täufers in<br />

Jerusalem errichtet hatten, verantwortete Fra’ Gerhard<br />

die Organisation, den Empfang, die Verpflegung und<br />

den religiösen Beistand. Er kümmerte sich um die Kranken<br />

und Mittellosen und war, schon damals so genannt,<br />

„der Herr der Kranken”. Am 15. Februar 1113 erkannte<br />

Papst Paschalis II. Gerhard und die von ihm gegründete<br />

Institution an. Er stellte den Johanniterorden von<br />

Jerusalem unter den Schutz der Kirche und wandelte<br />

ihn in einen religiösen Orden um.<br />

Weit verzweigtes internationales Netzwerk<br />

Von der katholischen Kirche selig gesprochen, hat das<br />

Beispiel von Fra’ Gerhard – inspiriert durch das Gründungsmotto<br />

„tuitio fidei et obsequium pauperum“<br />

(Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen) –<br />

die 900-jährige Geschichte des <strong>Malteser</strong>ordens belebt.<br />

Heute ist der Orden in 120 Ländern der Welt mit medizinischen<br />

und sozialen Hilfsaktivitäten präsent, die<br />

von einem Netzwerk von 13.500 Mitgliedern, 80.000<br />

Freiwilligen und über 40.000 Fachleuten durchgeführt<br />

werden.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 17


MALTESERÖSTERREICH<br />

Vor dem Flugzeug links steht F. Pallavicini, der junge Mann zwischen den beiden Damen.<br />

ALS WIR NOCH JÜNGER WAREN …<br />

Im Juni besuchte ich gemeinsam mit Hans Lennkh unseren Ordensbruder Friedrich „Freddy“ Pallavicini in Altmünster/<br />

Traunsee. Neugierig fragten wir Freddy: „Welche Erinnerungen an das Leben mit dem <strong>Malteser</strong>orden begleiten dich<br />

heute noch?” Und Freddy begann zu erzählen …<br />

Von Richard Mischak<br />

Zu Weihnachten 1944 wurde mir mein Auto weggenommen.<br />

So nahm ich meinen zweiten Wagen vom Attersee<br />

und fuhr ohne Papiere auf Nebenstrecken nach Salzburg.<br />

Ich wolle mich frei bewegen und nach Mailand, Rom oder<br />

Brixen fahren. <strong>Die</strong> besten „falschen Papiere“ bekam ich<br />

vom Leiter der Polizei in Salzburg ausgestellt. Lautend<br />

auf: „Mit Geheimem Befehl nach San Remo.“ Meine<br />

Hoffnungen erfüllten sich, alle Leute bei den Straßenkontrollen<br />

salutierten! Ich hatte freie Fahrt, bin aber nie in<br />

San Remo angekommen, da die Allierten schon vorher in<br />

Verona waren.<br />

Als die Kampfhandlungen des zweiten Weltkriegs in<br />

Norditalien im Mai 1945 beendet waren, fuhr ich zu<br />

meinem Vater nach Rom. Ich wohnte bei meinem Vetter<br />

Hubert, der als Diplomat zuletzt in Kroatien tätig gewesen<br />

war und ebenfalls nach Rom geflohen war. Hubert suchte<br />

Arbeit in Rom, und da konnte ich ihm helfen.<br />

„Wir malen <strong>Malteser</strong>kreuze auf die Flieger“<br />

Ich kannte sehr viele Jugendliche und einige Geistliche.<br />

Doch die wirtschaftiche Lage in Italien war schlecht und<br />

verwirrend. Mit den Transportschiffen Italiens konnte<br />

die US-Armee nichts anfangen, doch die italienische<br />

Luftflotte war erstklassig – Savoia-Marchetti-SM.<br />

84-Maschinen, fast 100 an der Zahl. Ihr Chef war<br />

<strong>Malteser</strong>, besuchte mich und schlug vor: „Wir malen<br />

<strong>Malteser</strong>kreuze auf die Flieger und schenken sie Euch.“<br />

Gesagt, getan, es waren fast ganz neue Maschinen.<br />

Doch was brauchten Italiener noch? Pasta! Woher? Aus<br />

Südamerika kamen 100 Schiffe mit Weizen unter US-<br />

Kontrolle, und der <strong>Malteser</strong>-Orden, der den Weizen geschenkt<br />

bekam, verteilte die Waren an bedürftige Familien.<br />

Nach einigen Jahren kam man dahinter, dass in dieser<br />

Geschichte auch die italienische Mafia ihre Netze hatte<br />

und dabei gut verdiente.<br />

18<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Buick, oftmals diente er mir auch als Schlafgelegenheit.<br />

„Du musst sofort an die Grenze, nach Oberpullendorf,<br />

denn keiner kann Ungarisch!“, sagte Georg eindringlich.<br />

„So bin ich selbst gefahren“<br />

Während des Jahres 1946 flüchteten viele Bauern mit<br />

Pferden und Leiterwagen aus Ungarn nach Italien. Auch<br />

einige ungarische Aristokraten waren darunter. Allen<br />

gemeinsam war die Angst vor den Kommunisten. <strong>Die</strong><br />

Verteilung der aus den USA kommenden Essenspakete<br />

in Italien hat gut funktioniert, doch nicht alle Zwischenstellen<br />

waren vertrauenswürdig. So bin ich selbst gefahren<br />

und habe vor Ort 20 bis 30 Pakete verteilt. Ich kannte<br />

sehr viele bedürftige Familien. Manchmal kamen auch<br />

riesige Geschenkpakete dazu.<br />

Ich war politisch interessiert, kannte den US-Kommandanten<br />

und war mit der italienischen Königsfamilie gut<br />

befreundet. 1947 wurde ich zur Aufnahme in den Orden<br />

eingeladen, sofort als Professritter, doch dies schien mir<br />

übereilt, ich wollte noch abwarten.<br />

Ein Sprung ins Jahr 1956<br />

Ich konnte Ungarisch und war als Dolmetscher überall<br />

sehr gesucht. Ich wohnte bei meiner Mutter in Gmunden.<br />

Sie wollte nicht nach Wien, „es wird uns ja alles weggenommen!“,<br />

sagte sie. In Gmunden erhielt ich einen Anruf<br />

von Georg Fürstenberg. Ich erinnere mich ganz genau<br />

– ich sollte sofort nach Wien kommen. Unser Palais in<br />

Wien war leer, wo sollte ich schlafen?<br />

Ungarn war in den Schlagzeilen der Weltpresse – doch ich<br />

wäre dort sofort eingesperrt worden. Aufstand der ungarischen<br />

Bevölkerung! Russland war zuerst still und hielt<br />

sich zurück. Ich hatte als einziger ein Auto – einen großen<br />

„Eines Tages geschah das Unglaubliche“<br />

In Oberpullendorf wohnte Freiherr Rohonczy, der sich<br />

sehr um die Flüchtlinge kümmerte. Es gab ein Haus an<br />

der Grenze, darin waren die Büros der Grenzwacht untergebracht.<br />

Hier war ein Übergang nach Ungarn noch offen,<br />

alle anderen waren geschlossen. Mein Arbeitsplatz war<br />

am Tisch des Kommandanten. So blieb ich insgesamt drei<br />

oder vier Monate in Oberpullendorf. Etwas später kam<br />

auch Sandor, mein jüngerer Bruder, zu Hilfe.<br />

Nicht nur das Rote Kreuz, sondern auch alle Staatsmächte<br />

verhielten sich derart, dass sie mir keine Schwierigkeiten<br />

machen wollten. <strong>Die</strong> Bahnverbindungen waren<br />

unterbrochen. Ich fuhr, wie so oft, mit Kohle auf vier<br />

kleinen Lkw über die Grenze. Und eines Tages geschah<br />

das Unglaubliche: Wie immer stand ein Mann in Uniform<br />

an der Grenze, doch diesmal zeigte er plötzlich<br />

„Stop“. „Was soll das?“, fragte ich den Mann, der mich<br />

seit Wochen passieren ließ. Ein Schritt zur Seite zeigte<br />

mir die Veränderung. Ein russischer Panzer stand 80 Meter<br />

von der Grenze entfernt.<br />

„Schickt sie mir, und ich bring’ sie hinüber“<br />

Ich fuhr wieder zurück, doch wie weitermachen? Wir<br />

wollten doch helfen, aber die Verständigung war sehr<br />

schwierig. In Ungarn war Kinderlähmung ausgebrochen<br />

– Impfstoffe waren keine vorhanden. Man ersuchte uns<br />

um Hilfe, aber mit Lieferkontrolle. Keine Telefonate in<br />

Ungarn möglich. Im Kinderspital brauchte man Milch.<br />

Aus Wien wurden Halbliter- oder Einliter-Flaschen gespendet,<br />

doch wie sollten diese nach Ungarn kommen?<br />

Ich sagte: „Schickt sie mir, und ich bring’ sie hinüber.“<br />

Danke, lieber Freddy, für deine wunderbaren Erinnerungen<br />

und deinen unvergleichlichen Einsatz im Sinne der <strong>Malteser</strong>.<br />

Danke für die erste Lourdes-Wallfahrt, die wir mit dir als<br />

Organisator – und erstmals im Flugzeug statt mit der Bahn<br />

reisend – genießen durften. Es war unvergesslich!<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 19


MALTESERÖSTERREICH<br />

WAHL DES ORDENSOBERHAUPTES<br />

FRA’ MARCO LUZZAGO<br />

ZUM GROSSMEISTER<br />

STATTHALTER DES<br />

MALTESERORDENS<br />

GEWÄHLT<br />

Von Fra’ Ludwig Call<br />

FEIERLICH-<br />

ERFREULICHES<br />

AUS KÄRNTEN<br />

Der 13. August <strong>2020</strong> war ein ganz besonderer Tag für<br />

Ulrich Glaunach Kazenstain, unseren Delegaten für<br />

Kärnten.<br />

Von Richard Steeb<br />

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie legte er<br />

in der Kirche zum Heiligen Kreuz im Klösterle/<br />

Innerteuchen seine Promesse zum Ehren- und<br />

Devotions-Großkreuzritter in Oboedienz ab. In<br />

seiner Predigt verwies Rektor und Geistlicher Rat<br />

Franjo Vidovic auf Gottes Rufe an jeden Menschen<br />

sowie Gottes Hilfe und reiches Erbarmen,<br />

aus dem wir immer schöpfen dürfen. Delegationskaplan<br />

Emmanuel Longin konzelebrierte, zahlreiche<br />

Freunde und Ordensmitglieder begleiteten den<br />

Delegaten. Im Anschluss an die Feier lud Johanna<br />

Glaunach zu einem köstlichen Mittagessen.<br />

In unserem Heft Nummer<br />

02_<strong>2020</strong>, mussten<br />

wir leider vom allzu frühen<br />

und letztlich doch<br />

unerwarteten Tod des<br />

80. Großmeisters unseres<br />

Ordens, Fra’ Giacomo<br />

Dalla Torre del Tempio di<br />

Sanguinetto, am 29. April<br />

<strong>2020</strong> berichten.<br />

Am 8. November <strong>2020</strong>,<br />

konnte trotz der COVID-19<br />

Pandemie und weltweit<br />

steigender Infektionszahlen,<br />

der Große Staatsrat<br />

in Rom tagen. Fra‘ Marco Luzzago wurde hierbei mit großer<br />

Mehrheit zum Großmeister Statthalter des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>ordens gewählt. Fra‘ Marco Luzzago wurde 1950<br />

in Brescia geboren, 1975 in den Orden aufgenommen und ist<br />

seit 2003 Professritter. Der neugewählte Luogotenente kennt<br />

den Orden und seine Werke sehr gut. Er hat an allen internationalen<br />

Wallfahrten teilgenommen und sich zuletzt im<br />

Großpriorat Rom karitativ engagiert.<br />

Für weitere Informationen: www.malteserorden.at<br />

Eine detaillierte Vorstellung unseres neuen Großmeister<br />

Statthalter folgt in der nächsten Ausgabe von „<strong>Die</strong> MALTESER“.<br />

20<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


WISSEN<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

SO WIRD EIN NEUER<br />

GROSSMEISTER<br />

GEWÄHLT<br />

Von Fra’ Ludwig Call<br />

• Im Falle, dass der auf Lebenszeit gewählte Großmeister<br />

verstirbt, zurücktritt oder nicht mehr seinen Amtspflichten<br />

als Ordensoberhaupt nachkommen kann,<br />

leitet kraft Verfassung der Großkomtur als Interimistischer<br />

Statthalter den Orden bis zur Wahl eines neuen<br />

Ordensoberhauptes, das heißt eines Großmeisters<br />

auf Lebenszeit oder eines Statthalters des Großmeisters<br />

für ein Jahr. Er hat sich dabei auf die Besorgung<br />

der laufenden Geschäfte zu beschränken. So ist beispielsweise<br />

die Aufnahme neuer Ordensmitglieder<br />

und die Verleihung von Auszeichnungen während<br />

der Sedisvakanz nicht möglich. Des Interimistischen<br />

Statthalters wichtigste Aufgabe ist es, innerhalb von<br />

drei Monaten den Großen Staatsrat einzuberufen,<br />

der die Aufgabe hat, ein neues Ordensoberhaupt zu<br />

wählen. <strong>Die</strong>s hätte heuer spätestens bis zum 29. Juli<br />

<strong>2020</strong> erfolgen müssen. Aufgrund der Coronapandemie<br />

wurde die Zusammenkunft auf 8. November vertagt.<br />

• Mitglieder des Großen Staatsrats sind die Inhaber<br />

der vier Hohen Ämter (Großkomtur/Interimistischer<br />

Statthalter, Großkanzler, Großhospitalier, Rezeptor<br />

des Gemeinsamen Schatzamtes), die weiteren sechs<br />

Mitglieder des Souveränen Rates sowie der Ordensprälat.<br />

Mitglieder sind weiters alle „Professbaillis“, also die<br />

mit dem besonderen Ehrenrang eines Bailli ausgezeichneten<br />

Professritter (derzeit neun). Weiters haben die<br />

Professritter sowie die Damen und Ritter in Oboedienz<br />

(„zweiter Stand“), die nicht einem Großpriorat oder<br />

Subpriorat zugeordnet sind, sondern „in gremio religionis“<br />

(„im Schoß des Ordens“) stehen, je einen Vertreter<br />

zu bestimmen. In weiterer Folge gehören dazu<br />

die Ordensoberen der einzelnen Gliederungen beziehungsweise<br />

gewählte Delegierte. So sind für die sechs<br />

Großpriorate jeweils die Prokuratoren sowie zusätzlich<br />

zwei entsandte Professritter teilnahmeberechtigt. <strong>Die</strong><br />

sechs Subpriorate können fünf Leiter (Regenten) entsenden<br />

und die weltweit 48 Assoziationen bestimmen<br />

insgesamt 15 eigene Vertreter und Vertreterinnen. Insgesamt<br />

umfasst der Große Staatsrat rund 60 Personen.<br />

• Das aktive Wahlrecht kann nur von physisch anwesenden<br />

Personen persönlich ausgeübt werden,<br />

Stimmübertragung oder Briefwahl ist nicht zulässig.<br />

• Zum Ordensoberhaupt wählbar sind nach dem derzeit<br />

geltenden Artikel 13 der Verfassung von 1997 alle<br />

Professritter, die folgende Anforderungen erfüllen:<br />

über 50 Jahre alt, mindestens drei Jahre in Ewigen Gelübden<br />

und mindestens zehn Jahre Ordensmitglied,<br />

sonst mindestens zehn Jahre in Ewigen Gelübden.<br />

Zudem müssen sie die Voraussetzungen für den<br />

Adelsrang eines Ehren- und Devotionsritters mitbringen.<br />

Derzeit erfüllen elf Professritter diese Voraussetzungen,<br />

ihr Durchschnittsalter beträgt 83 Jahre.<br />

• <strong>Die</strong> anwesenden Professritter, die Mitglieder des Großen<br />

Staatsrates sind, haben das Recht, einen Dreierwahlvorschlag<br />

zu erstellen, an den der Große Staatsrat<br />

in den ersten drei Wahlgängen gebunden ist. Zum<br />

Ordensoberhaupt gewählt ist, wer die Hälfte der bei<br />

der Wahl Anwesenden plus eine Stimme erreicht.<br />

• <strong>Die</strong> Wahlen finden nach einer Heiligen Messe am<br />

Aventin statt. Gewählt wird schriftlich und geheim.<br />

<strong>Die</strong> aktiv Wahlberechtigten tragen während<br />

des gesamten Wahlvorganges liturgische Kleidung.<br />

• Nach der Wahl ist, vor der Bekanntgabe des Namens<br />

des neu gewählten Ordensoberhauptes, der Heilige<br />

Vater über die Wahl zu informieren. Nachdem seine<br />

Wahl angezeigt worden ist, legt der Gewählte den feierlichen<br />

Amtseid auf die Verfassung ab.<br />

www.malteserorden.at | www.orderofmalta.int<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 21


XXXXX<br />

Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der IAEO, und Günther Granser,<br />

Botschafter des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens<br />

DER MALTESERORDEN UNTERSTÜTZT DIE<br />

ZIELE DER INTERNATIONALEN ATOMENERGIE-<br />

ORGANISATION ZUR KREBSBEKÄMPFUNG<br />

Der <strong>Malteser</strong>orden und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) unterzeichneten ein Kooperationsabkommen im<br />

Bereich internationale Krebsbekämpfung.<br />

Das Dokument wurde von dem Botschafter und Ständigen<br />

Vertreter des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-<br />

Ordens bei den Vereinten Nationen in Wien, Günther<br />

A. Granser und vom Generaldirektor der IAEO, Rafael<br />

Mariano Grossi – der die Bedeutung dieses Abkommens<br />

betonte – unterzeichnet. <strong>Die</strong> Unterzeichnungszeremonie<br />

fand am 23. September <strong>2020</strong>, in Anwesenheit<br />

aller betroffenen Programmdirektoren, am Rande der<br />

64. IAEO-Generalkonferenz statt.<br />

Das Abkommen legt den Rahmen für die Zusammenarbeit<br />

bei dem sozialen Engagement und bei der Ressourcenmobilisierung<br />

im Zusammenhang mit von der IAEO<br />

unterstützten Aktivitäten in den Bereichen Nuklearmedizin,<br />

Strahlenmedizin, Radioonkologie, Strahlentherapie<br />

und Palliativversorgung fest. „<strong>Die</strong>se konkreten<br />

Schritte der Zusammenarbeit im Kampf gegen Krebs,<br />

vor allem in Albanien, werden die Beziehungen zwischen<br />

dem Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und der<br />

IAEO verstärken, um die Weiterentwicklung der Krebsbekämpfung<br />

in den Ländern mit niedrigem oder mittlerem<br />

Einkommen zu unterstützen“ – sagte Botschafter<br />

Granser.<br />

Als konkreten Schritt leistete der <strong>Malteser</strong>orden bereits<br />

finanzielle Unterstützung für ein technisches<br />

Kooperationsprojekt der IAEO, welches das Ziel hatte,<br />

die Nu klearmedizin und die Strahlentherapie sowie die<br />

Sicherheit von Patienten und Personal im Hauptkrankenhaus<br />

„Mother Theresa“ in Albanien zu verbessern.<br />

„<strong>Die</strong>se Unterstützung ermöglicht dem Krankenhaus,<br />

1.350 Krebspatienten pro Jahr zu behandeln, was<br />

90 Prozent aller behandelten Strahlentherapiepatienten<br />

in Albanien entspricht“ – sagte Christoph Henrich,<br />

IAEO-Programme Management Officer für Albanien.<br />

„<strong>Die</strong> Unterstützung bei der Einführung neuer Techniken<br />

ermöglicht nun die Behandlung komplexer Krebsfälle<br />

und verkürzte Wartezeiten bei der Behandlung.“<br />

22<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

<strong>Die</strong> MALTESER Care GmbH ist langjährig<br />

in der extramuralen Pflege und<br />

Betreuung tätig und sucht für die<br />

mobile Hauskrankenpflege in Wien<br />

DIPLOMIERTE<br />

GESUNDHEITS- UND<br />

KRANKENPFLEGER/IN<br />

(in Voll- oder Teilzeit)<br />

Das bringen Sie mit:<br />

• abgeschlossenes Krankenpflegediplom<br />

• eigenverantwortliches, selbstständiges und<br />

lösungsorientiertes Arbeiten<br />

• engagierte und serviceorientierte Arbeitsweise<br />

• vorzugsweise Erfahrung im extramuralen<br />

Bereich<br />

• sicherer Umgang mit moderner<br />

Kommunikationstechnik<br />

Wir bieten:<br />

• Teilzeit oder Vollzeit mit 38 Wochenstunden<br />

• eine interessante Tätigkeit in einem<br />

dynamischen Umfeld<br />

• Mitgestaltungsmöglichkeiten des<br />

Arbeitsumfeldes<br />

• Fort- und Weiterbildungen<br />

• Gehaltseinstufung nach dem SWÖ-Kollektivvertrag<br />

• bei Vollzeit EUR 2.860,80 (gemäß SWÖ-KV im<br />

z.B. 11. Beschäftigungsjahr)<br />

• ab dem 4. Beschäftigungsmonat ist eine<br />

Überzahlung vorgesehen<br />

Wir freuen uns über Ihre aussagekräftige<br />

Bewerbung inkl. Lebenslauf vorzugsweise via<br />

E-Mail an Frau PDL DGKP Ilse Hummer<br />

ilse.hummer@malteser.care oder<br />

jobs@malteser.care<br />

<strong>Malteser</strong> Care GmbH<br />

Margaretenstraße 22/3, 1040 Wien<br />

www.malteser.care<br />

MALTESER CARE<br />

WENN MENSCHEN<br />

MENSCHEN HELFEN<br />

Aus einer vorbildhaften Mitarbeitenden-Initiative des<br />

Biopharma-Unternehmens Takeda ging eine sehr großzügige<br />

Spende hervor. Sie kommt nun der Unterstützung<br />

betroffener Familien zugute. Danke, Takeda!<br />

Von Susanne Wick<br />

Es begann mit einer zwanglosen Familienplauderei.<br />

Raphaela, eine Pädagogin aus der Kinder-Krisengruppe<br />

von <strong>Malteser</strong> Care, erzählte ihrer Schwester Melanie, die<br />

bei Takeda Österreich* arbeitet, von ihrem Job. Dass etwa<br />

<strong>Malteser</strong> Care im mobilen Bereich Familien betreut, deren<br />

Kinder und Jugendliche an schweren Erkrankungen und<br />

Behinderungen leiden. Dass sich diese Familien, sehr oft<br />

alleinerziehende Mütter, zum Beispiel die Anschaffung<br />

zusätzlicher Heilmittelbehelfe oder eine barrierefreie<br />

Adaptierung ihrer Wohnung nicht leisten können und<br />

deshalb dringend auf zusätzliche Hilfe durch Spenden<br />

angewiesen sind. So wie im Fall von Lea.<br />

Es braucht nicht viel, …<br />

Melanie reagierte schnell. Schon am nächsten Tag rief sie<br />

ihren Kollegen bei Takeda, Werner Trebos, an. Werner engagiert<br />

sich schon seit vielen Jahren für soziale Themen<br />

und organisiert im Rahmen von Takeda karitative<br />

Aktionen. Es brauchte keine fünf Minuten, bis für Werner<br />

klar war: <strong>Die</strong> Spenden aus dem alljährlichen karitativen<br />

Punschfest des Unternehmens sollten diesmal der Familie<br />

von Lea zugute kommen.<br />

„Der Charity-Punsch blickt in unserem Unternehmen<br />

auf eine lange Tradition zurück: Seit mehr als 20 Jahren<br />

‚punschen‘ wir für den guten Zweck, um notleidenden<br />

und bedürftigen Menschen zu helfen. Im Mittelpunkt<br />

dieses Festes stand schon immer der karitative Gedanke.<br />

Leas Geschichte hat uns sehr berührt, daher ist es uns<br />

eine besonders große Freude, Lea und ihrer Familie mit<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 23


MALTESERÖSTERREICH<br />

unserer Spende helfen zu können“,<br />

sagt Werner Trebos.<br />

… um Leid zu lindern<br />

Covid-19-bedingt konnte die symbolische<br />

Übergabe des Spendenschecks<br />

erst im Juni <strong>2020</strong> erfolgen. Mit diesem<br />

Beitrag wurde bereits ein dringend<br />

benötigter Patienten-/Deckenlift<br />

für Lea angeschafft. Wir sagen den<br />

Initiatoren und allen Spendern ein<br />

ganz, ganz herzliches Dankeschön!<br />

SO WIE IM FALL VON LEA<br />

<strong>Die</strong> Geschichte von Lea aus der Sicht von <strong>Malteser</strong> Care:<br />

Es gibt immer eine Lösung. <strong>Malteser</strong> Care hilft professionell<br />

und einfühlsam.<br />

Wir lernten Lea als ein sehr aufgeschlossenes, offenes<br />

und freundliches 13-jähriges Mädchen kennen. Durch<br />

eine Schädigung des Gehirns leidet sie an einer Lähmung<br />

der Arme und Beine und braucht im Alltag umfassende<br />

Unterstützung. In der Kommunikation ist Lea selbstständig.<br />

Sie benötigt aber stets Zeit, um Äußerungen zu<br />

tätigen, kann sich aber dann gut mit ihrem Gegenüber<br />

unterhalten. Sie nimmt ihre Umwelt aktiv wahr, antwortet<br />

auf Fragen und beteiligt sich gerne an Gesprächen.<br />

Leas Vater hatte vor einigen Jahren eine Hirnblutung, lag<br />

danach Monate im Wachkoma und verlor sein Kurzzeitgedächtnis.<br />

Er lebt jetzt in einer betreuten Wohneinrichtung,<br />

wo er sich wohlfühlt, und kommt Lea regelmäßig<br />

besuchen. Lea hat einen neun Jahre älteren Bruder, der<br />

sie unterstützt, so gut er kann.<br />

Leas Mutter musste ihren Beruf aufgeben, um sich um<br />

ihren Mann und Lea kümmern zu können. Aufgrund<br />

dieser enormen Doppelbelastung war sie bald physisch<br />

und psychisch überfordert und am Ende ihrer Kräfte. Sie<br />

nahm mit dem Magistrat für Kinder- und Jugendhilfe der<br />

MA 11 Kontakt auf, die sich wiederum an <strong>Malteser</strong> Care<br />

wandte. Case-&-Care-Managerin Mirna organisierte umgehend<br />

die passenden und kompetenten Betreuungspersonen,<br />

die die Familie nun schon seit mehreren Jahren<br />

unterstützen und entlasten.<br />

Da Lea erwachsen wird und ihre Pflege und Betreuung<br />

andere Rahmenbedingungen benötigt, sind Lea und ihre<br />

Mutter kürzlich in eine altersgerechte und barrierefreie<br />

Wohnung übersiedelt. Bei ihrer täglichen Pflege hilft<br />

nun ein Patienten-/Deckenlift, der dank der großzügigen<br />

Spende der Takeda-Mitarbeiter angeschafft werden<br />

konnte. Nochmal ein herzliches Danke im Namen von<br />

Lea und ihrer Familie!<br />

* Takeda ist ein patientenorientiertes, wertebasiertes globales biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Japan,<br />

das sich für eine bessere Gesundheit und eine bessere Zukunft von Menschen engagiert. Takeda gehört weltweit zu den Top<br />

ten der Pharmabranche. In Österreich ist Takeda der größte Pharmaarbeitgeber und somit ein wichtiger Teil der heimischen<br />

pharmazeutischen Industrie. Rund 4.500 Mitarbeiter tragen täglich dazu bei, dass Medikamente aus Österreich in die ganze<br />

Welt gelangen und Patienten in Österreich Zugang zu innovativen Arzneimitteln von Takeda erhalten. Weitere Informationen:<br />

www.takeda.at<br />

24<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER CARE<br />

MOBIL, MOBILER, MALTESER CARE<br />

Zwei gute Nachrichten auf einmal: MALTESER Care wurde in den Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen aufgenommen<br />

und ist seit Herbst <strong>2020</strong> mit neuen mobilen <strong>Die</strong>nsten in Wien vertreten.<br />

Von Susanne Wick<br />

Mitte September fand im Festsaal des Wiener Rathauses<br />

die offizielle Aufnahme von <strong>Malteser</strong> Care in den Dachverband<br />

der Wiener Sozialeinrichtungen statt. Damit ist<br />

<strong>Malteser</strong> Care einer von den mehr als 80 sozial engagierten<br />

Akteuren, die sich nachhaltig für die Menschen in<br />

Wien einsetzen.<br />

Der Präsident des Dachverbandes, Sozialstadtrat Peter Hacker,<br />

Vizepräsidentin Gabriele Mörk und Geschäftsführerin des<br />

Dachverbandes, Sandra Frauenberger, nahmen den feierlichen<br />

Rahmen zum Anlass, sich bei allen Mitarbeitetenden<br />

der Mitgliedsorganisationen der Wiener Sozialwirtschaft<br />

für ihren Einsatz zu bedanken. „<strong>Die</strong> Coronapandemie hat<br />

gezeigt, welchen wichtigen Beitrag alle gemeinsam für die<br />

Menschen in Wien leisten“, lautete der Tenor.<br />

Auf Unterstützung vertrauen können<br />

Der Dachverband ist die Kommunikations- und Vernetzungsplattform<br />

der Wiener Sozialwirtschaft. Sozialpolitik hat<br />

in Wien traditionell einen hohen Stellenwert. Menschen,<br />

die sich in schwierigen Lebenslagen befinden, vertrauen<br />

darauf, Unterstützung zu finden. Entscheidend dabei ist,<br />

diese Unterstützung durch optimale Kommunikation zugänglich<br />

zu machen.<br />

<strong>Die</strong> Mitgliedsorganisationen – nun auch <strong>Malteser</strong> Care<br />

– aus den Bereichen mobile und stationäre Pflege, Be-<br />

hindertenarbeit, Wohnungslosen- und Flüchtlingshilfe<br />

agieren als soziale Unternehmen, die in Zusammenarbeit<br />

mit der Stadt Wien soziale <strong>Die</strong>nstleistungen<br />

erbringen. Ziel ist es, die sozialen Leistungen für die<br />

Bürger Wiens bedarfsgerecht zu gestalten und den sozialen<br />

Zusammenhalt in der Stadt zu stärken. Neben<br />

<strong>Malteser</strong> Care ist das Haus Malta, der Seniorensitz der<br />

<strong>Malteser</strong>, bereits seit vielen Jahren Mitglied des Dachverbandes.<br />

<strong>Malteser</strong> Care Hauskrankenpflege als neue<br />

Leistung<br />

Mit der Aufnahme in den Dachverband öffnet sich für<br />

<strong>Malteser</strong> Care eine weitere Möglichkeit der sozialen<br />

Vernetzung in Wien. „<strong>Die</strong>s ist vor allem für das Projekt<br />

‚<strong>Malteser</strong> Care mobile <strong>Die</strong>nste in Wien‘ besonders wichtig<br />

und förderlich“, betont <strong>Malteser</strong> Care-Geschäftsführer<br />

Helmut Lutz. Neben den bekannten Leistungen, die<br />

<strong>Malteser</strong> Care im mobilen Bereich erbringt, wird ab<br />

dem vierten Quatal <strong>2020</strong> als neue Leistung die mobile<br />

Hauskrankenpflege angeboten. <strong>Die</strong>se Leistungen werden<br />

bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen durch den<br />

Fonds Soziales Wien (FSW) gefördert.<br />

Wir gratulieren <strong>Malteser</strong> Care herzlich zur Aufnahme in<br />

den Dachverband und wünschen alles Gute für das erweiterte<br />

Leistungsangebot!<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 25


XXXXX<br />

MEIN KIND IST BESONDERS ANDERS – MIT<br />

DER HERAUSFORDERUNG WACHSEN!<br />

<strong>Die</strong> Betreuung eines pflegebedürftigen Kindes mit Beeinträchtigung stellt Familien oft vor große Herausforderungen.<br />

Umso wichtiger ist es, von Anfang an kompetente und bedürfnisorientierte Unterstützung zu erhalten – wie etwa<br />

im IEF Care Management beim Institut für Ehe und Familie (IEF).<br />

Von Doris Pufitsch<br />

Schwangerschaft, Geburt, die Mutter- oder Vaterrolle<br />

einzunehmen und das Neugeborene erstmals im Arm zu<br />

halten – Situationen, die unvergesslich und wunderbar<br />

zugleich sind und mitunter mit gemischten Gefühlen und<br />

Sorgen um die Lebensplanung verbunden sein können.<br />

Besondere Lebensumstände erfordern manchmal<br />

besondere Unterstützung<br />

<strong>Die</strong> Diagnose einer Behinderung des Kindes trifft Eltern<br />

meist besonders schwer. Neben der Sorge um das Wohl<br />

des Kindes tauchen oft unzählige Fragen auf. „Was kommt<br />

da alles auf uns zu? Werden wir das schaffen? Muss ich<br />

das alles alleine schaffen? Lässt sich unsere Situation<br />

mit einem Wiedereinstieg ins Berufsleben vereinbaren?<br />

Welche rechtlichen Ansprüche und finanziellen Unterstützungs-<br />

sowie Fördermöglichkeiten gibt es? Wie sieht<br />

es mit Betreuungsmöglichkeiten und Entlastung aus?“<br />

Umfassende juristische Beratung und Unterstützung<br />

bei Antrags- und Förderverfahren<br />

Das neue Beratungsangebot IEF Care Management am<br />

Institut für Ehe und Familie (IEF) hilft Familien in diesen<br />

herausfordernden Lebenssituationen und bietet<br />

kostenlose, umfassende juristische Beratung und Unterstützung<br />

im Zusammenhang mit der Beeinträchtigung<br />

des minderjährigen Kindes. Das Beratungsteam hilft<br />

Paaren, Eltern und Angehörigen auch über administrative<br />

Hürden wie Antrags-, Pflegegeld- oder Förderverfah-<br />

26<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

ren sowie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.<br />

Dabei orientiert sich jeder gemeinsame Schritt an der<br />

individuellen Lebenskonzeption der jeweiligen Familie<br />

und an deren Bedürfnissen. Besonders geschätzt werden<br />

unter anderem auch die Vernetzung mit Behörden,<br />

entsprechenden Einrichtungen sowie die Vermittlung<br />

von konkreten Hilfs-, Betreuungs- und Entlastungsangeboten.<br />

Beratung, Begleitung und Vermittlung<br />

Das IEF Care Management nimmt sich Ihrer Anliegen<br />

rund um die Beeinträchtigung Ihres Kindes an und berät<br />

Sie über alle Möglichkeiten zur Entlastung, damit Sie<br />

rasch Unterstützung erhalten.<br />

Informationen unter www.ief.at/care-management<br />

Psychosoziale Beratung unter www.ief.at/beratung<br />

Kraft schöpfen durch „Auszeit“ und Entlastung<br />

Nicht selten erzählen Eltern in der Beratung, dass sie<br />

sich dringend nach einer kurzen „Auszeit“ sehnen, in<br />

der sie Zeit für ihre eigenen Bedürfnisse haben und ihre<br />

Ressourcen wieder aufladen und stärken können. <strong>Die</strong> Betreuung<br />

des pflegebedürftigen Kindes sei – neben einer<br />

Quelle des Glücks und der Liebe – oftmals eine große Herausforderung,<br />

die viel abverlange und auch mit Verzicht<br />

verbunden sei.<br />

<strong>Die</strong>sem Wunsch nach Unterstützung und Entlastung<br />

kommt insbesondere der Familienentlastungsdienst von<br />

<strong>Malteser</strong> Care mit seinen facettenreichen Angeboten für<br />

pflegende Angehörige und Familien in schwierigen Situationen<br />

nach. <strong>Die</strong> mobile stundenweise Betreuung für<br />

Kinder und Jugendliche mit Behinderung im gewohnten<br />

häuslichen Umfeld findet bei den betreuten Familien<br />

hohen Anklang und erfährt große Wertschätzung. Der<br />

Familienentlastungsdienst wird in Abstimmung mit der<br />

MA 11 angeboten.<br />

Auch bei der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe steht der Mensch im<br />

Mittelpunkt. Das Hilde Umdasch Haus in Amstetten<br />

ist ein Ort des Wohlfühlens und des Kraft Tankens, an<br />

dem sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit<br />

hohem Pflegebedarf sowie lebensverkürzender Diagnose<br />

wie zu Hause fühlen können, während sich die Eltern für<br />

einige Zeit erholen und Kraft tanken können. Qualifizierte<br />

Fachkräfte der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe kümmern sich<br />

in dieser Zeit liebevoll und fürsorglich um die pflegebedürftigen<br />

Sprösslinge und leisten kompetente Pflege und<br />

Betreuung. Neben der Kurzzeitpflege werden auch Langzeitplätze<br />

angeboten.<br />

Ansprechpartnerin IEF Care Management<br />

Mag. Doris Pufitsch<br />

T: +43 664 82 43 629<br />

E: doris.pufitsch@ief.at<br />

Ansprechpartner MALTESER Care<br />

DGKP Ilse Hummer<br />

T: +43 1 361 97 88<br />

E: office@malteser.care<br />

www.malteser.care<br />

Ansprechpartner MALTESER Kinderhilfe<br />

Mag. Petra Hellmich, MA<br />

T: +43 7472 98201<br />

E: office@malteser-kinderhilfe.at<br />

www.malteser-kinderhilfe.at<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 27


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER KINDERHILFE<br />

MOMENTE DES GLÜCKS UND DER DANK<br />

Wie viel schon die kleinste Spende bewirken kann, lässt sich immer wieder und besonders deutlich bei der MALTESER<br />

Kinderhilfe sehen. Ob Einnahmen aus Kartenverkäufen für Konzerte, private Geburtstagsspenden, Kranzspenden<br />

durch Hinterbliebene oder Startgelder aus sportlichen Bewerben: Das Geld kommt direkt den Kindern und Jugendlichen<br />

im Hilde Umdasch Haus zugute, die besondere Unterstützung und Betreuung brauchen.<br />

Von Petra Hellmich<br />

Musik fürs Leben<br />

Am 20. und 21. Juni <strong>2020</strong> fand in den Pfarrkirchen St. Marien und Herz Jesu in Amstetten jeweils ein Benefizkonzert<br />

der tiefen Blechbläser des Musikvereins Winklarn statt. Johannes Ettlinger, Tobias Graf, Karl Pöcksteiner, Christian<br />

Zehethofer, Michael Deinhofer und Dominik Haimberger spielten zugunsten der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe und des<br />

Sterntalerhofs – selbstverständlich unter Beachtung der Covid-19-Regelungen. Beide Konzerte waren ausverkauft. Für<br />

das Hilde Umdasch Haus der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe wurden auf diese Weise 2.260 Euro „erspielt“. Der Betrag konnte am<br />

4. Juli <strong>2020</strong> im Beisein von Frau Umdasch überreicht werden. Wir sagen herzlich Danke!<br />

Prachtvolles aus dem Garten<br />

Herbstzeit ist Kürbiszeit – auch im Garten der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe im Hilde<br />

Umdasch Haus. Mithilfe unserer Hausmutter Frau Höttl und unserer ehrenamtlichen<br />

Mitarbeiterin Frau Hager sowie der Unterstützung vieler weiterer<br />

Helfer konnten wir wahre Prachtstücke ernten. <strong>Die</strong> schönsten Kürbisse<br />

werden über den Herbst unser Atrium im Haus schmücken, die kleinen<br />

Speisekürbisse verarbeiten wir zu Köstlichkeiten. Wir freuen uns schon auf<br />

die gemeinsame Verkostung! Guten Appetit!<br />

28<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

BARKEIT<br />

Hier eine kleine Auswahl an Beispielen für mehr als gelungene Spenden für die MALTESER Kinderhilfe.<br />

Was gibt es Schöneres, als einem kranken Kind mit lebensverkürzender Diagnose, für das der Alltag oft<br />

unvorstellbar mühsam ist, ein fröhliches Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ein paar Momente der Unbeschwertheit<br />

zu schenken …<br />

Early Morning Charity-Turnier<br />

Am 28. Juni um 6:00 Uhr früh war es so weit: 108 Golfende gingen<br />

im Golfclub Swarco Amstetten-Ferschnitz an den Start. Ziel: Abschlag<br />

zugunsten der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe im Hilde Umdasch Haus.<br />

Das vom Legendario Men’s Club veranstaltete Charity-Turnier wurde<br />

von idealem Wetter und kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Hause<br />

Raus-Augsten begleitet. Insgesamt konnten 2.500 Euro erlöst werden,<br />

die den Betreuten im Hilde Umdasch Haus zugute kommen. Ein<br />

herzliches Danke an die Legendarios und die zahlreichen Spender!<br />

Hurra, die CliniClowns waren da!<br />

Zum ersten Mal nach dem coronabedingten<br />

Shutdown konnten die CliniClowns<br />

Anfang Juli das Hilde Umdasch Haus wieder<br />

besuchen. Mit gebührendem Abstand<br />

und Schutzschild musizierten und spaßten<br />

sie mit den Kindern und Jugendlichen der<br />

<strong>Malteser</strong> Kinderhilfe. <strong>Die</strong> Begeisterung war<br />

enorm, lenken doch die Stunden mit den<br />

Clowns von der manchmal beschwerlichen<br />

Routine des Alltags ab. Vielen Dank für den<br />

fröhlichen Besuch und auf bald!<br />

Wenn aus Trauer Freude wird<br />

Am 3. September <strong>2020</strong> durfte sich die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe im Hilde Umdasch<br />

Haus über einen ganz speziellen Besuch freuen. Familie Schmied überreichte<br />

uns einen Spendenscheck über 801 Euro. <strong>Die</strong>ser Betrag wurde im Rahmen des<br />

Begräbnisses von Ehefrau und Mutter anstelle von Blumen- und Kranzspenden<br />

gesammelt. Unser herzliches Vergelt’s Gott dafür! Im Zuge der Spendenübergabe<br />

konnten sich Herr Schmied und seine Tochter bei einer Hausführung ein<br />

genaues Bild über unsere Arbeit und über die Verwendung der Spendengelder<br />

machen.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 29


Kinderhilfelauf auf neuen Wegen<br />

Nichts kann dem traditionellen Kinderhilfelauf Amstetten zugunsten der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe etwas anhaben – auch<br />

nicht Corona. Trotz der Einschränkungen durch Covid-19 fand der Lauf auch dieses Jahr statt. Das Konzept wurde<br />

entsprechend verändert und der neuen Situation angepasst. Vom 1. bis 4. Oktober <strong>2020</strong> wurde mit Abstand gelaufen<br />

und gewalkt – einzeln oder in kleinen Gruppen und auf mehrere Tage verteilt. <strong>Die</strong> Teilnehmenden meldeten sich über<br />

das Internet an und wählten die Strecken, die sie selbstständig und sicher in ihrem eigenen Umfeld absolvieren wollten.<br />

Insgesamt gingen 957 Laufende an den Start. Das Startgeld kommt, wie jedes Jahr, der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe zugute.<br />

Neben tollen Tombolapreisen gab es diesmal auch eine Nominierung für das beste Foto oder Selfie während des Laufs.<br />

<strong>Die</strong> kreativsten Bilder sind auf www.kinderhilfelauf.at und auf Instagram unter #kinderhilfelauf gepostet.<br />

Ein herzliches Danke an alle Teilnehmenden! Auf Wiedersehen 2021!<br />

Eine Überraschung zum Geburtstag<br />

Ein Geschenk der besonderen Art erhielt die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe von<br />

Andreas Gschnaidtner. Gemeinsam mit seiner Gattin überreichte der engagierte<br />

Niederösterreicher der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe eine privat gesammelte<br />

Spende von 1.200 Euro. „Ich fahre aus beruflichen Gründen regelmäßig<br />

beim Hilde Umdasch Haus vorbei. Irgendwann wollte ich wissen, was sich<br />

in diesem lichtdurchfluteten, schönen Haus tut und habe mich erkundigt.<br />

Danach war klar, dass ich meinen diesjährigen Geburtstag nutze, um Geld<br />

für das Haus zu sammeln. Heutzutage hat doch schon jeder, was er braucht<br />

und noch viel mehr. Darum freue ich mich, wenn ich mit meinem Geburtstagsgeschenk<br />

Kinder und Jugendliche unterstützen kann, denen es nicht<br />

annähernd so gut geht“, so Andreas Gschnaidtner bei der Spendenübergabe.<br />

Wir sagen Dankeschön und nochmal alles Gute zum Geburtstag!<br />

Falls Sie die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe mit Ihrer Spende unterstützen möchten, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.<br />

Alle näheren Informationen dazu finden Sie auf unserer Website unter www.malteser-kinderhilfe.at/spenden<br />

30<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER HERZENSWUNSCH<br />

NOCH EINMAL IN DEN VINSCHGAU …<br />

Innsbruck ist eine wunderbare Stadt und das Zuhause von Herrn Leo*. Er wird hier von seiner Tochter und deren<br />

Ehemann betreut. <strong>Die</strong> beiden kümmern sich liebevoll um den Vater, der ursprünglich aus Südtirol, aus dem Vinschgau,<br />

kommt. Dorthin wollte Herr Leo – „wenigstens einmal noch“ – zurück. Auf einen Besuch in seine Gartenlaube mit<br />

dem besonderen Ausblick und dem Duft der Kräuter und Pflanzen. Und natürlich durfte auch Katze Jacky nicht fehlen.<br />

Sie erwartete ihr Herrchen schon sehnsüchtig.<br />

Von Lukas Krupitza<br />

Viele schöne Erinnerungen<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> erfüllten Herrn Leos Herzenswunsch. Schon<br />

zeitig in der Früh war ein kleines Team vor Ort, um ihn<br />

für die Fahrt über den Brenner Richtung Meran abzuholen.<br />

In der Meraner Innenstadt wurden rasch noch ein paar<br />

Erledigungen absolviert, bevor es in Herrn Leos Heimatort<br />

ging. Nach einer kurzen Erholungspause im eigenen<br />

Bett – „Da liegt sich’s nämlich am besten!“ – wurde Herr<br />

Leo von langjährigen Bekannten in seiner Gartenlaube<br />

erwartet. Nach Kaffee mit Kuchen und ausgiebiger Plauderei<br />

ging es gegen Abend wieder auf den Rückweg nach<br />

Innsbruck – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck<br />

und einem glücklichen Lächeln auf den Lippen von Herrn<br />

Leo.<br />

* Name von der Redaktion geändert<br />

SCHON JETZT FÜR 2021 DAS SCHLOSSHOTEL MAILBERG BUCHEN. Ab 1. März wieder geöffnet!<br />

Heiraten im Schlosshotel Mailberg<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 31


MALTESERÖSTERREICH<br />

HAUS MALTA<br />

AUF IN DIE ZUKUNFT<br />

Es tut sich was im Haus MALTA! Nach der Verabschiedung von Direktor Norbert Bercal in die Altersteilzeit und der<br />

Übergabe der Hausleitung an Mag. Thomas Kissich stehen die Vorbereitungen für den Umzug ins neue Ordenshaus<br />

2021 an. Ein Rückblick und Ausblick mit der „alten“ und „neuen“ Führung.<br />

Von Henriette Blanckenstein<br />

Jeder Abschied ist ein Neuanfang. Das gilt auch für das<br />

Haus Malta und seine Leitung. Norbert Bercal, der am<br />

1. Juli <strong>2020</strong> sein zehnjähriges Jubliäum als Direktor<br />

und Geschäftsführer feierte, freut sich auf eine neue<br />

Herausforderung – seine Altersteilzeit. Er verbringt<br />

sie als nunmehriger Pflegedienstleiter im Haus Malta<br />

und widmet den Rest der Zeit seiner Familie und sich<br />

selbst, besser gesagt: seinem Kunststudium. In Norbert<br />

Bercals Fußstapfen in der Geschäftsleitung von Haus<br />

Malta ist Thomas Kissich getreten. Der erfahrene<br />

Manager von Pflegeeinrichtungen hat die Hausleitung<br />

übernommen und kümmert sich um die Eingliederung<br />

von Haus Malta in das neue Ordenshaus, das 2021<br />

bezugsfertig sein wird. Beide Herren standen für ein<br />

Gespräch über Vergangenes und Künftiges zur Verfügung.<br />

Herr Bercal, woran erinnern Sie sich am liebsten,<br />

wenn Sie an Ihre Zeit im Haus Malta zurückdenken?<br />

Norbert Bercal: Es gibt so viel Schönes, das ich hier erlebt<br />

habe. Ein besonderer Höhepunkt war für mich der<br />

erste Tag, als ich mit Herrn Glaunach (Präsident des<br />

Vereins Haus Malta) ins Haus gekommen bin. Ich wurde<br />

so herzlich aufgenommen! Frau Lobmeyr, damals in<br />

der Verwaltung tätig, die gute Seele des Hauses Malta<br />

und Ansprechperson unserer Bewohner in allen Lebenslagen,<br />

sagte zu mir: „Wir haben um einen guten<br />

Heimleiter gebetet!“ und ich antwortete: „Und ich habe<br />

um eine gute Stelle gebetet.“ Unsere Gebete wurden erhört.<br />

Herr Kissich, wie war Ihr Weg, der Sie ins Haus<br />

Malta geführt hat?<br />

Thomas Kissich: Es war ein durchaus profaner Weg. Ich<br />

wurde von einem Headhunter angesprochen und war<br />

von Haus Malta sofort begeistert. Zwischen meinem<br />

bisherigen Werdegang und den Anforderungen als Geschäftsführer<br />

der zukünftigen Betriebsgesellschaft von<br />

Haus Malta gibt es sehr enge Schnittstellen. Ich komme<br />

ursprünglich aus der Behindertenarbeit, habe Erfahrung<br />

in der Pflege Schwerstbehinderter und im Psychosozialen<br />

<strong>Die</strong>nst. Berufsbegleitend habe ich Wirtschaft studiert –<br />

mit Schwerpunkt Non Public und Social Management.<br />

Das hat mich zunächst in leitende Funktionen im Behindertenbereich<br />

geführt und in den letzten zehn Jahren in<br />

die Errichtung und Leitung von Pflegeheimen.<br />

Herr Bercal, wenn Sie auf Ihre vergangenen zehn<br />

Jahre zurückblicken – was würden Sie aus<br />

heutiger Sicht anders machen?<br />

Norbert Bercal: Ein Fehler war vielleicht, dass ich oft zu<br />

viel Geduld hatte, zu gutmütig war. Ich habe mir bei<br />

Kündigungen, die manchmal notwendig waren, sehr viel<br />

Zeit gelassen. Ich habe stets an das Gute geglaubt und<br />

war dann manchmal sehr enttäuscht. <strong>Die</strong> zehn Jahre im<br />

Haus Malta waren für mich eine gute Schule, meine Augen<br />

und Ohren etwas weiter aufzumachen, um schneller<br />

zu reagieren. Trotzdem – und das ist das Christliche in<br />

mir – bleibt das, was im Herzen ist. Im Kloster habe ich<br />

gelernt: „Das Herz befehle“ wie der „Heilige Johannes<br />

von Gott“ sagte. Davon kann ich mich nicht trennen.<br />

Das ist auch gut so, denn das macht Ihre ganz<br />

besondere Menschlichkeit aus. Inwieweit hat<br />

Ihre christliche Grundhaltung Ihre Arbeit<br />

beeinflusst?<br />

Norbert Bercal: Sie hat es mir sehr leicht gemacht, im<br />

Haus Malta Fuß zu fassen. Ich habe mich sehr gefreut,<br />

hier zu finden, was ich gesucht habe: eine Kapelle im<br />

Haus, das aktive Teilnehmen an kirchlichen Festen,<br />

32<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

v.l.n.r.: Dir B. Bercal, Mag. T. Kissich<br />

das Beten des Rosenkranzes. So bin ich sehr rasch Teil<br />

der Familie im Haus Malta geworden. Ich sitze gerne<br />

in der Kapelle zum Vorbeten oder auch alleine, um Liturgien<br />

vorzubereiten oder den liturgischen Kalender<br />

zu gestalten. Das alles hat mich geprägt und mir Kraft<br />

gegeben, um alles Weitere zu meistern. Nicht immer<br />

war es leicht. So gab es etwa in der Arbeit mit Angehörigen<br />

den einen oder anderen schwierigen Moment.<br />

Ich verstehe die Ängste und Sorgen von Angehörigen,<br />

die uns ihre Mutter, ihren Vater anvertrauen und von<br />

uns erwarten, dass wir sie gut pflegen und betreuen.<br />

Da kommt es zu intensiven Gesprächen, für die mir das<br />

Gebet zu Gott sehr geholfen hat.<br />

Herr Kissich, was haben Sie von Ihren bisherigen<br />

Tätigkeiten mitgenommen? Worauf kommt es<br />

bei der Einrichtung und Leitung von Pflegeheimen<br />

vor allem an?<br />

Thomas Kissich: Vor allem auf die Liebe zum Detail und<br />

zur Qualität in der Einrichtung der Räumlichkeiten für<br />

die Bewohner, aber auch für die Mitarbeiter. Außerdem<br />

ist auf Arbeitseffizienz zu achten, das heißt die<br />

Wege für die Mitarbeiter in der Pflege sollten so kurz<br />

wie möglich gestaltet werden, um die gewonnene Zeit<br />

den Bewohnern in der Pflege zugutekommen zu lassen.<br />

Und natürlich muss auch die physische und psychische<br />

Herausforderung für das Pflegeteam so gering<br />

wie möglich gehalten werden. Man darf nicht vergessen,<br />

dass zum Beispiel hier im Haus Malta während eines<br />

Achtstunden-Arbeitstages von einer Pflegeperson<br />

etwa 15.000 Schritte zurückgelegt werden.<br />

Welche Themen sind Ihnen im Pflege- und Betreuungsbereich<br />

besonders wichtig?<br />

Thomas Kissich: Das sind zum einen die stetig ansteigenden<br />

demenziellen Erkrankungen und zum anderen,<br />

sehr oft damit einhergehend, psychische Erkrankungen.<br />

<strong>Die</strong>sbezüglich hat sich bereits der Wiener<br />

Gesetzgeber etwas überlegt und setzt entsprechende<br />

Schwerpunkte in der Förderung. Wir werden dieser<br />

Entwicklung im neuen Haus Rechnung tragen und uns<br />

schwerpunktmäßig der Demenz widmen und entsprechende<br />

Wohngruppen errichten. Pflege ist natürlich<br />

auch immer im Wandel zu sehen. Sie ist meines Erachtens<br />

heute so zu definieren, dass wir im Wohnzimmer<br />

der Bewohner tätig sind und ihnen ein würdevolles<br />

und schönes Zuhause geben mit all der sachlichen,<br />

fachlichen und auch menschlichen Qualität, die wir<br />

bieten können.<br />

Mit dem Ordenshaus steigen Sie in ein neues<br />

großes Projekt der <strong>Malteser</strong> ein. Wie kann die<br />

Zusammenführung von Haus Malta mit dem<br />

doppelt so großen Ordenshaus gelingen?<br />

Thomas Kissich: Das Thema Überführung und Eingliederung<br />

des kleinen Hauses Malta in den großen neuen<br />

Komplex ist die eine Herausforderung, eine andere die<br />

Umstellung von Papier auf die elektronische Dokumentation.<br />

Außerdem wollen wir die Vorteile des kleinen<br />

Hauses möglichst fortführen. Da hilft das Wohngruppenmodell,<br />

auf das wir gezielt hinarbeiten, indem wir<br />

versuchen, mehrere kleine heimelige Wohneinheiten<br />

zu implementieren. Und dann liegt es natürlich auch<br />

an uns, dieses neue Haus mit dem Leben zu füllen, das<br />

hier jeden Tag gelebt wird.<br />

Mit dem Leitspruch des Ordens „tuitio fidei et<br />

obsequium pauperum“ – „Bewahre den Glauben<br />

und hilf den Armen und Kranken“ – sollte das<br />

gut gelingen …<br />

Thomas Kissich: Auf jeden Fall! Dadurch, dass wir alle<br />

dasselbe Menschenbild vertreten, sehe ich meiner Aufgabe<br />

sehr freudig und auch sehr bereichert entgegen.<br />

Herr Bercal, Sie bleiben dem Haus Malta weiterhin<br />

verbunden – in welcher Form?<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 33


MALTESERÖSTERREICH<br />

Norbert Bercal: Zunächst möchte ich mit meiner Arbeit in<br />

der Pflegedienstleitung möglichst lange weitermachen –<br />

soweit es eben meine eigene Gesundheit zulässt. Ich glaube,<br />

mein Beruf als ausgebildeter Krankenpfleger bei den<br />

Barmherzigen Brüdern ist nicht nur ein Beruf, sondern<br />

eine Berufung gewesen. Ich habe als Spätberufener die<br />

Krankenpflege kennen und lieben gelernt. Das habe ich<br />

auch zu Anfang meiner Tätigkeit im Haus Malta gesagt.<br />

<strong>Die</strong> Begegnung mit alten Menschen im Haus Malta hat<br />

mir neue Horizonte eröffnet – wie eine neue Liebe. Vielleicht<br />

kommt es daher, dass ich relativ alte Eltern hatte,<br />

weshalb ich „die Alten“ besser verstehen kann?<br />

Gibt es einen Traum, den Sie noch verwirklichen<br />

möchten?<br />

Norbert Bercal: Ja, den gibt es tatsächlich – einen Kindheitstraum!<br />

Ich habe vor einem Jahr das Studium an<br />

einer Kunstakademie begonnen, um neben Malen verschiedene<br />

andere Kunstrichtungen kennenzulernen. Ich<br />

fahre einmal im Monat nach Polen in die Westkarpaten.<br />

Da ist eine Uni für Kunst und Volkskunst.<br />

Das klingt großartig! Viel Erfolg und Freude<br />

damit! Eine letzte Frage noch: Was wünschen Sie<br />

dem neuen Ordenshaus?<br />

Norbert Bercal: Dass die Bewohner glücklich und zufrieden<br />

sind und dass auch weiterhin so eine familiäre<br />

Atmosphäre herrscht wie hier. Und natürlich wünsche<br />

ich mir für die Bewohner, dass wir genügend gutes Personal<br />

haben und dass das Christliche im Haus bleibt,<br />

wir also unsere Philosophie und unseren Glauben leben<br />

können.<br />

Stichwort „familiäre Atmosphäre“: Ist eine solche<br />

auch privat für Sie ein Thema, Herr Kissich?<br />

Thomas Kissich (lacht): Ja, das kann man so sagen. Ich bin<br />

verheiratet und darf mit acht eigenen Kindern im Familienverbund<br />

leben. Neben der Arbeit mit alten Menschen<br />

gibt es nichts Schöneres, als mit Kindern zu leben!<br />

Das sind beste Voraussetzungen für die generationenübergreifende<br />

Zusammenarbeit im neuen<br />

Ordenshaus, in dem auch weitere Werke der<br />

<strong>Malteser</strong> untergebracht sein werden. Inwieweit<br />

kann es da Synergien geben?<br />

Thomas Kissich: Synergien sind sicher machbar und<br />

denkbar. Unsere oberste Prämisse ist es jedenfalls, die<br />

Würde unserer Bewohner zu erhalten und ihnen mit<br />

dem Respekt gegenüberzutreten, den sie verdienen.<br />

Wenn das von allen Werken und Institutionen, die im<br />

neuen Ordenshaus ihren Sitz haben werden, mitgetragen<br />

wird – und davon bin ich überzeugt –, wird das ein<br />

gutes und sehr erfülltes Gelingen.<br />

Herr Bercal, Herr Kissich, vielen Dank für das Gespräch<br />

und Ihnen beiden alles Gute für die Zukunft!<br />

Danke, Norbert! Herzlich willkommen, Thomas!<br />

„Wir danken Norbert Bercal von ganzem Herzen für seine wunderbare Arbeit im Haus Malta. Er hat es von Anfang<br />

an verstanden, mit seiner ruhigen und kompetenten Art nicht nur die Wertschätzung der Bewohner, sondern auch<br />

seiner Mitarbeiter zu gewinnen. Gleichzeitig heißen wir Thomas Kissich herzlich willkommen. Er bringt viel Erfahrung<br />

und Know-how im Aufbau und Betrieb von Pflegeeinrichtungen mit. Gottes Segen auf Euren Wegen!“, sagt<br />

Ulrich Glaunach (Präsident Haus Malta)<br />

34<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

DM 03_<strong>2020</strong> Baufortschritt neues Ordenshaus<br />

MALTESER ORDENSHAUS<br />

Es geht zügig voran!<br />

ES GEHT ZÜGIG VORAN!<br />

Von Andreas Mensdorff<br />

Von Andreas Mensdorff<br />

Das neue Ordenshaus wächst und gedeiht. Und weil das Jahr <strong>2020</strong> bald zu Ende geht, wollen wir hier noch einen<br />

Das neue Ordenshaus wächst und gedeiht. Und weil das Jahr <strong>2020</strong> bald zu zu Ende geht, geht, wollen wir wir<br />

Bericht zum Baufortschritt geben – ganz schnell und nur als Checkliste, denn wir müssen gleich wieder auf die<br />

hier hier noch einen Bericht zum Baufortschritt geben – ganz schnell und und nur nur als als Checkliste, denn denn wir wir<br />

Baustelle müssen zurück!<br />

gleich wieder auf die Baustelle zurück!<br />

Stichwort Tätigkeit/Aufgabe Status Status<br />

Altbaubereich<br />

Altbaubereich<br />

Dachsanierung mit<br />

mit<br />

der<br />

der<br />

neuen<br />

neuen<br />

Ziegeleindeckung<br />

Ziegeleindeckung<br />

zum<br />

zum<br />

Großteil<br />

Großteil<br />

abgeschlossen,<br />

abgeschlossen, bestehende<br />

bestehende<br />

Kaminköpfe<br />

Kaminköpfe<br />

fertig<br />

fertig<br />

saniert<br />

saniert<br />

ü ü<br />

Rohbauarbeiten<br />

Rohbauarbeiten Im<br />

im<br />

Inneren<br />

Inneren des<br />

des<br />

Klosterbereichs<br />

Klosterbereichs<br />

abgeschlossen<br />

abgeschlossen<br />

(bis<br />

(bis<br />

auf<br />

auf<br />

einige<br />

einige<br />

Bereiche mit laufendem Betrieb)<br />

ü<br />

Bereiche mit laufendem Betrieb)<br />

Innenausbau begonnen, inklusive Installationsarbeiten<br />

Innenausbau Begonnen, inklusive Installationsarbeiten ü<br />

Bundesdenkmalamt laufende Abstimmung und Begleitung<br />

Bundesdenkmalamt Laufende Abstimmung und Begleitung ü<br />

Neubauteil Dachgleiche erreicht, Rohbau abgeschlossen<br />

Neubauteil Dachgleiche erreicht, Rohbau abgeschlossen ü<br />

Außenhülle Fenstereinbauten und Abdichtungsarbeiten laufen<br />

Außenhülle Fenstereinbauten und Abdichtungsarbeiten laufen ü<br />

Innenausbau Trockenbaumaßnahmen und Installationsarbeiten gehen gut voran<br />

Innenausbau Trockenbaumaßnahmen und Installationsarbeiten gehen gut voran ü<br />

Einrichtung und Detailplanungen gemeinsam mit den künftigen<br />

Einrichtung und Detailplanungen gemeinsam mit den künftigen<br />

ü<br />

Ausstattung Benützern/Bewohnern laufen, Abstimmung mit sanitätsrechtlichen ü<br />

Ausstattung Benützern/Bewohnern Vorgaben<br />

laufen, Abstimmung mit sanitätsrechtlichen<br />

Vorgaben<br />

Elisabethinen sehr guter gemeinsamer Ablauf der Bauaktivitäten am<br />

Elisabethinen Sehr guter gemeinsamer Ablauf der Bauaktivitäten<br />

ü<br />

gemeinsamen Standort<br />

ü<br />

am gemeinsamen Standort<br />

Zeitplan im grünen Bereich, Ziel: Einzug Weihnachten 2021<br />

ü<br />

Zeitplan Im grünen Bereich, Ziel: Einzug Weihnachten 2021<br />

ü<br />

Stand: Oktober <strong>2020</strong><br />

Stand: Oktober <strong>2020</strong><br />

Aktuelle Informationen finden sie auf den Webseiten www.ordenshaus.at und www.hausmalta.at<br />

ü<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 35


XXXXX<br />

ERÖFFNUNG<br />

ENDE 2021<br />

www.ordenshaus.at<br />

MALTESER ORDENSHAUS<br />

Das neue MALTESER Ordenshaus wird als Senioren- und Pflegewohnheim in 1030<br />

Wien ab Ende 2021 die Aufgaben des derzeitigen Hauses Malta übernehmen.<br />

Danke für Ihre Spende, mit der Sie das MALTESER Ordenshaus unterstützen.<br />

IBAN: AT11 2011 1310 0530 1320, BIC: GIBAATWW<br />

Verwendungszweck „Ordenshaus“<br />

Ihre Spende an den Verein Haus Malta ist steuerlich absetzbar!<br />

www.ordenshaus.at<br />

36<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH XXXX<br />

„Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn<br />

mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn als Herrscher<br />

eingesetzt über das Werk deiner Hände, hast ihm alles zu<br />

Füßen gelegt: All die Schafe, Ziegen und Rinder und auch die<br />

wilden Tiere, die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,<br />

alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht. Herr, unser<br />

Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!“<br />

(Psalm 8,6-10)<br />

JOHANNESGEMEINSCHAFT<br />

WAS IST DER MENSCH?<br />

Gerade in Zeiten von Corona erleben wir, wie gut die Natur uns tut. Viele von uns haben die Berge wiederentdeckt<br />

und bemerkt, dass das Wandern für unsere Gesundheit und unseren Geist förderlich ist.<br />

Von Marie Czernin<br />

Ob im Gebirge oder in den Niederungen der Felder<br />

und Wälder: Immer mehr Menschen sehnen sich nach<br />

Entschleunigung. Sie wollen Ruhe und Erholung vom<br />

Stress des Alltags. Oft suchen sie nach etwas mehr. Seit<br />

zehn Jahren organisiert die Johannesgemeinschaft<br />

„Wander-Retreats“ in Heiligenblut und ermöglicht<br />

den Teilnehmenden neben der sportlichen Bewegung<br />

eine spirituelle Erfahrung im Gebet. So können sich<br />

alle als Teil einer Gemeinschaft von Freunden erleben,<br />

die sich auf den Weg gemacht hat. Der Priester, der die<br />

Gruppe begleitet, gibt mit dem Thema des Retreats jeweils<br />

das Ziel vor.<br />

Hochgesteckt und anregend<br />

<strong>Die</strong>sen Sommer fand das Wander-Retreat unweit von<br />

Klagenfurt auf dem Christofberg statt, von wo aus die<br />

Gruppe das Görtschitztal mit seinen uralten Wehrkirchen<br />

und Pilgerwegen mit den typischen Wegkreuzen erkundete.<br />

<strong>Die</strong>smal war das Ziel zwar weit weniger hoch<br />

an Höhenmetern als die letzten Jahre, wo wir – immer<br />

mit Blick auf den Großglockner – in den Hohen Tauern<br />

wanderten und auf den Gipfeln unvergessliche Bergmessen<br />

feierten. Aber Kaplan Albert Reiner von der<br />

Pfarre zur Frohen Botschaft in Wien gab mit seinen<br />

spannenden Impulsen ein hochgestecktes Ziel vor, das<br />

auch in niedrigeren Wandergebieten zum Nachdenken<br />

anregte.<br />

Besondere Berufung<br />

Ausgehend von einer christlichen Anthropologie stellte<br />

uns Kaplan Albert mit dem Psalmisten die Frage:<br />

„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen<br />

Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8,5)<br />

Der wunderschöne Pilgerweg nach <strong>Die</strong>x und nach Maria<br />

Hilf ob Guttaring, wo die Gruppe eine heilige Messe<br />

feierte, inspirierte uns, über die besondere Berufung<br />

des Menschen nachzudenken, gemeinsam mit dem<br />

Psalmisten, der bekennt: „Du hast ihn nur wenig geringer<br />

gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und<br />

Ehre gekrönt.“<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 37


MALTESERÖSTERREICH<br />

SALZBURG<br />

WIR PFLANZEN BIRNBÄUME<br />

Vor einem Jahr haben Alexander, Ammar, Anna-Maria, Paul<br />

und Sophie ihre Ausbildung bei den <strong>Malteser</strong>n in Salzburg<br />

begonnen. In ihrer Ausbildungszeit ist die Idee entstanden,<br />

symbolisch für jedes Mitglied der Ausbildungsgruppe<br />

einen Baum zu pflanzen. Da entlang der Auffahrt von<br />

Maria Plain Bäume ersetzt werden mussten, packten die<br />

jungen <strong>Malteser</strong> die Gelegenheit beim Schopf und pflanzten<br />

zehn Birnbäume. <strong>Die</strong>se Aktion unterstreicht auch die<br />

langjährige, gute Beziehung der <strong>Malteser</strong> in Salzburg mit<br />

Maria Plain und mit der Familie Moßhammer.<br />

STEIERMARK<br />

EIN NEUER<br />

BARRIEREFREIER<br />

GRUPPENRAUM<br />

Fünf Birnbäume tragen rote Schleifen, mit den Namen der<br />

Ausbildungsgruppenmitglieder. <strong>Die</strong> anderen fünf Bäume<br />

stehen für die Mitglieder des Bereichs Salzburg, unsere<br />

Herren Kranken und zu Ehren der Muttergottes. Mögen die<br />

Birnbäume wachsen, ebenso wie die Ausbildungsgruppenmitglieder<br />

mit ihren Aufgaben bei den <strong>Malteser</strong>n gewachsen<br />

sind. Mögen die Birnbäume viele Früchte tragen und<br />

die Menschen erfreuen, ebenso wie unsere Ausbildungsgruppenmitglieder<br />

unsere Herren Kranken immer wieder<br />

von Neuem erfreuen.<br />

Ein Zuhause lebt sich ein, heißt es. <strong>Die</strong> Coronakrise hat<br />

allen Belangen in unserem Land eine noch nie zuvor dagewesene<br />

Atempause verschafft, welche die <strong>Malteser</strong> in Graz<br />

allerdings nicht ungenutzt gelassen haben. Es war die Gelegenheit,<br />

in unserem Stützpunkt in Graz endlich alle diese<br />

Hand- und Kunstgriffe zu tätigen, für die im <strong>Die</strong>nstalltag<br />

meist keine Zeit ist. Es war zugegeben doch eine Herausforderung<br />

bei den Arbeiten auf die korrekte Einhaltung<br />

aller Corona-Präventionsmaßnahmen zu achten, doch es<br />

ist uns gelungen. So haben unter der Leitung von Bereichsleiter-Stellvertreter<br />

Bernhard Pauger als strategischen<br />

Manager und Georg Pirker als geschickten Leiter in<br />

der praktischen Umsetzung eine Gruppe von fleißigen<br />

<strong>Malteser</strong>n die Zentrale handwerklich im Raumkonzept<br />

überarbeitet. Es war in Graz wohl das größte Anliegen, den<br />

großen Gruppenraum vollkommen barrierefrei umzugestalten.<br />

So kann dieser endlich wieder für die verschiedens-<br />

ten Veranstaltungen genützt werden und das sein, wofür er<br />

bestimmt ist: das Herzstück des sozialen Miteinanders für<br />

alle. Als Bonmot ist ein kleines Kunstwerk am Boden des<br />

Raumes gelungen, wir verfliesten ein achtspitziges weißes<br />

Kreuz, ummantelt von roten Fliesen. Es ist seit Jahrhunderten<br />

das Logo der <strong>Malteser</strong> und man erkennt uns daran<br />

auf der ganzen Welt. Es soll uns in Graz nun symbolisch<br />

einen festen Untergrund für unsere Arbeit geben, auf dass<br />

wir unzählige schöne Stunden in unserer neu gestalteten<br />

Zentrale verbringen werden!<br />

38<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


Zum 100. Geburtstag „Mit 100 geht’s erst richtig rund. Das ist zum Feiern doch ein Grund.“ Zum Geburtstag von<br />

Ernestine Wichenthaler- Sternbach gratulierten nicht nur die Mitbewohner und Mitarbeiter aus dem Haus Malta, auch<br />

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart kam auf Besuch. Natürlich durfte auch die Geburtstagstorte von Küchenchefin<br />

Andrijana Fendrych nicht fehlen.<br />

NEUES AUS DEM<br />

HAUS MALTA<br />

Musikgenuss im Haus Malta Mit Musikstücken aus Spanien, Italien und Südamerika, adaptiert für Gitarre und<br />

Violine, begeisterte das Duo Variando (Vita Activa) die Bewohner im Haus Malta. Danke für die Organisation an Uta<br />

Mayer-Schalburg.<br />

Sommerkonzert im Haus Malta Ein bunter Liederstrauß im Gartensalon für die Bewohner im Haus Malta: Das<br />

traditionelle Sommerkonzert im Haus Malta, mit dem auch schon fast traditionellen Sommergewitter, sorgte für<br />

einen beschwingten und fröhlichen Nachmittag. Es wurde ein bunter Liederstrauß „serviert“ mit Werken aus „<strong>Die</strong><br />

Csardasfürstin“, „Gräfin Mariza“ und „Im weißen Rössl“. Aufgespielt wurde von Vita Activa (Team Lechtova).<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 39


MALTESERÖSTERREICH<br />

Monatsmesse Erste gemeinsame<br />

Salzburger Monatsmesse nach der<br />

Coronazeit in St. Michael unter<br />

Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

SALZBURG<br />

Imberg-Talk Aglaë Hagg-Thun berichtet von ihrer letzten Reise nach Ghana und<br />

stellt das „Oikocredit“-Konzept vor (sie selbst ist im Vorstand des Unternehmens).<br />

Aufgrund der geltenden Coronaregeln musste sie den Vortrag drei Mal in Serie<br />

halten, sodass die maximal zulässige Personenanzahl im Raum nicht überschritten<br />

wurde.<br />

<strong>Malteser</strong> im Einsatz Fiebermessen für die Aussteller der Salzachgalerien (Open-Air-Kunstbasar am Salzachufer)<br />

40 DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


Sommerfest Das alljährliche Salzburger <strong>Malteser</strong>-<br />

Sommerfest im Park von Schloss Arenberg: Im<br />

Anschluss an die Heilige Messe mit dem Erzabt von<br />

St. Peter, Korbinian Birnbacher, wurde bei musikalischer<br />

Begleitung durch einem Drehorgelspieler gemeinsam<br />

gegrillt.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

SALZBURG<br />

Im Einsatz für den „VinziBus“ Einmal im Monat engagieren sich die <strong>Malteser</strong> beim „VinziBus“, wo Bedürftige mit<br />

einer Mahlzeit versorgt werden. In der Zentrale werden belegte Brote und Tee zubereitet. <strong>Die</strong> Speisen werden in der<br />

Nähe vom Schloss Mirabell an Bedürftige verteilt.<br />

Erentrudisalm Noch vor dem Sommergewitter – Ausflug auf die Erentrudisalm bei über 30 Grad. Gemeinsame Heilige<br />

Messe in der Kapelle sowie Stärkung und Erfrischung im Grünen, bevor das Sommergewitter zum Aufbruch mahnte.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong><br />

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NEUES AUS DEM BEREICH<br />

OBERÖSTERREICH<br />

Monatsmesse im Linzer Mariendom, der größten<br />

Kirche Österreichs. <strong>Die</strong> erste gemeinsame Messe, natürlich<br />

mit allen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen<br />

gemäß den strengen Covid-19-Regeln.<br />

Schokolade für die Bewohner im Haus Rugier – in<br />

den Zeiten, wo Besuchsdienste nicht möglich waren.<br />

<strong>Die</strong> Freude bei den ersten persönlichen Besuchen im<br />

Sommer war sehr groß.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

WIEN<br />

Salzkammergut Ein Ausflug war für unsere Betreuten im Rolli eine willkommene<br />

Abwechslung vom Alltag zu Hause. Ein Höhepunkt war bei strahlendem<br />

Sonnenschein die Villen-Schiffstour am Attersee auf den Spuren<br />

zum Buch von Marie-Theres Arnbom, „<strong>Die</strong> Villen am Attersee“. Weiterer<br />

Kulturgenuss wurde uns beim Besuch der Kirche von St. Wolfgang und einer<br />

Führung durch Stift St. Florian zuteil. Und damit wir auch die Natur genießen<br />

konnten, gab es Picknicks an den Seen und eine Wanderung auf der<br />

Postalm, 1.400 Meter über Strobl. Dank streng eingehaltener Hygienevorschriften<br />

kamen alle gesund wieder heim, mit schönen Erinnerungen an<br />

eine Sommerfrische im Heimaturlaub.<br />

42<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Barmherzige Brüder <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> in Wien unterstützen<br />

seit Juni das Krankenhaus der Barmherzigen<br />

Brüder jeden Sonntag bei Covid-19-Testungen und<br />

der Besucher-Triage. Danke allen Ehrenamtlichen,<br />

die diese Aufgaben jede Woche übernehmen.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

WIEN<br />

Besuchsdienste mit Abstand<br />

und Mundschutz und wenn möglich<br />

im Freien sind endlich wieder<br />

möglich.<br />

VinziRast <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> unterstützten die Vinzi Rast im Corti-Haus jeden Montag als ehrenamtliche Köche und versorgen<br />

die Gäste der Notschlafstelle mit immer neuen und frischen kreativen Köstlichkeiten. <strong>Die</strong> Vinzi-Rast-Notschlafstelle<br />

im Corti-Haus ist die erste aller Vinzi-Rast-Einrichtungen, sie wurde 2004 eröffnet. Hier finden jeden Tag bis zu<br />

60 obdachlose Menschen, Frauen und Männer (oder auch Paare) ein warmes Bett, Frühstück und ein gutes Abendessen,<br />

Kleidung, Dusche, ein WC, Ruhe, Entspannung, Vertrauen, ein Gespräch und Zuwendung. <strong>Die</strong> Menschen werden angenommen,<br />

wie sie sind. Für sie sind Anerkennung und Würde so wichtig wie für jeden von uns.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 43


XXXXX<br />

Sicher fahren: Fahrsicherheitstraining In Aussnahmesituationen, unter Zeitdruck und bei jeder Verkehrslage sicher<br />

fahren – dazu braucht es Erfahrung und Übung. <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> legen großen Wert auf gut ausgebildete und sichere Einsatzfahrer.<br />

Daher trainieren wir unser Können regelmäßig in den Fahrsicherheitszentren des ÖAMTC.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

TIROL<br />

Seit zehn Jahren sind die <strong>Malteser</strong> ein fixer Bestandteil<br />

des Tiroler Rettungsdienstes.<br />

Als kleinste und einzige rein ehrenamtliche Organisation<br />

sind die <strong>Malteser</strong> in Tirol stolz, Teil dieses großen<br />

Gemeinschaftsprojektes zu sein. In Tirol schloss sich<br />

vor zehn Jahren eine Bietergemeinschaft, bestehend<br />

aus dem Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund,<br />

der Johanniter Unfall-Hilfe und den <strong>Malteser</strong>n, zusammen<br />

um den Rettungsdienst in Tirol gemeinsam<br />

zu meistern. <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> sagen Danke dafür, weiterhin<br />

Teil dieses großartigen Projektes sein dürfen und<br />

freuen sich auf weitere zehn Jahre Rettungsdienst!<br />

<strong>Die</strong> neue <strong>Malteser</strong>-Bereichsleitung Tirol/Vorarlberg bedankt sich bei Lukas Krupitza und Florian Schwetz für die<br />

jahrelange großartige Arbeit und das unermüdliche Engagement in der Bereichsleitung!<br />

Von links nach rechts: Gregor Holfeld (neuer Bereichsleiter), Bernhard Enzenberg (neuer Bereichsleiter Stv.), Nikola Schmidinger<br />

(Neue Bereichsleiter-Stv. + Leiterin Rettungsdienst), Lukas Krupitza (alter BL-Stv.), Florian Schwetz (alter Bereichsleiter)<br />

44<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Erstes Kaffeekränzchen nach der coronabedingten <strong>Die</strong>nstsperre Erstmals ist es wieder erlaubt, ein Treffen mit<br />

Betreuten, unter Einhaltung der Hygieneauflagen, versteht sich. <strong>Die</strong>se Gelegenheit haben die <strong>Malteser</strong> in Tirol gleich<br />

genutzt, bei einem gemütlichen Kaffeekränzchen mit Kaffee, Kuchen, Brötchen und Eis. Endlich wieder die Möglichkeit,<br />

von Mensch zu Mensch miteinander zu plaudern. Auch ein Geburtstag wurde nachgefeiert.<br />

Ambulanzdienst Flag Football, die Tiroler <strong>Malteser</strong> im Einsatz<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

TIROL<br />

Rolliwanderung zur Walderalm Das wunderbare Bergwetter in Tirol genießen, das kann man auch mit Rolli und<br />

Rollator! Fünf Rollstuhlfahrer und eine Rollatorfahrerin, sieben „Maltis“ und zwei Kinder marschierten auf die Alm.<br />

Schon an der Mautstraße hat man einen tollen Ausblicke über das Inntal. <strong>Die</strong> rund zwei Kilometer lange Wanderung<br />

über einen (fast) ebenen Weg zur Walderalm wurde am Ende mit Speckknödln, Kasknödeln oder Würstl belohnt. Nach<br />

Wochen im Lockdown war es ein wunderschöner Tag bei herrlichem Bergwetter, hoch über dem Inntal an der frischen Luft!<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 45


Wörtherseerundfahrt<br />

Wörtherseerundfahrt gemeinsam mit dem Bereich Kärnten, organisiert von einer jungen <strong>Malteser</strong>in aus der<br />

Ausbildungsgruppe: ein wundervoller sommerlicher Tag und eine willkommene Abwechslung nach so vielen Tagen zu<br />

Hause (durch Covid-19) für viele der Betreuten. Mit dem Bereichspfarrer Clemens Grill wurde in der berühmten<br />

Maria-Wörther-Kirche eine besonders schöne Heilige Messe gefeiert.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

STEIERMARK<br />

Grazer <strong>Malteser</strong> gemeinsam mit dem steiermärkischen Roten Kreuz im Corona-Einsatz<br />

Während es für alle anderen hieß, zu Hause zu bleiben, halfen viele Freiwillige unermüdlich, um das Gesundheitssystem<br />

am Laufen zu halten ...<br />

... wie auch hier im Grazer Joanneum.<br />

46<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

STEIERMARK<br />

Sommerfest Das Sommerfest der <strong>Malteser</strong> in der Steiermark wurde auch dieses Jahr ein fulminantes Erlebnis für<br />

unsere Betreuten sowie uns <strong>Malteser</strong>. Unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen feierte mit uns Altbischof Egon<br />

Kapellari die Heilige Messe. <strong>Die</strong> anschließende Segnung der umgebauten Bereichszentrale und Ehrung der <strong>Malteser</strong><br />

war ein besonderer Meilenstein in der Geschichte der Grazer <strong>Malteser</strong>. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön<br />

an die wunderbare Arbeit von Marie, Ares, Bernhardt, Georg, und Jonathan. Nachdem wir unseren Betreuten seit<br />

Langem wieder von Angesicht zu Angesicht begegnen konnten und auch wir <strong>Malteser</strong> uns schon lange nicht mehr ausgetauscht<br />

haben, verwandelte sich die Agape in ein stimmungsvolles Gartenfest im Hof vor unserer Bereichszentrale.<br />

Schlossbergspaziergang Immer wieder<br />

neu, spannend zu erkunden und erklimmen<br />

– der Grazer Schlossberg!<br />

Mit dem Lift in Windeseile in die Höhe,<br />

über den Türkenbrunnen zum Chinesischen<br />

Pavillon, vom Bischofssitz über<br />

schmale Wege weiter bis zur Liesl und<br />

schließlich zu einer Aussichtsplattform.<br />

Der Schatten der Kastanien bot sich an,<br />

um zu rasten und zu jausnen, mit einem<br />

herrlichen Fernblick über Graz.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 47


MALTESERÖSTERREICH<br />

Masken für Rumänien<br />

Übergabe von Schutzmasken an der rumänischen Grenze,<br />

für katholische Diözesen und für ehrenamtliche Mitarbeiter<br />

des <strong>Malteser</strong> Hilfsdienstes in Rumänien, die in<br />

Altersheimen und Tageszentren tätig sind.<br />

Regelmäßige <strong>Malteser</strong> Blutspendeaktion –<br />

„Helfen liegt uns im Blut.“<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

BURGENLAND<br />

Haus Malta Senioren-Sitz der <strong>Malteser</strong>,<br />

1060 Wien, sucht zur Verstärkung<br />

unseres engagierten Teams ab sofort<br />

DGKP<br />

(Diplomierte Gesundheitsund<br />

Krankenpflegeperson)<br />

PFLEGEASSISTENTIN<br />

HEIMHILFE<br />

<strong>Die</strong> konkreten Stellenbeschreibungen<br />

finden Sie unter: www.hausmalta.at<br />

bzw. www.ordenshaus.at<br />

Rückfragen und Bewerbungen mit<br />

vollständigen Unterlagen unter:<br />

malteser@ordenshaus.at<br />

Der Bereich Burgenland organisierte wieder einen<br />

Senioren-Ausflug.<br />

Erstmals nach dem Lockdown: Gemeinschaft erleben.<br />

Vom Wohnheim am Semmering ging es zum gemeinsamen<br />

Ausflug mit der über 100 Jahre alten Schmalspurbahn<br />

durch die malerische Landschaft des Schwarzatals.<br />

48<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


Fronleichnamsmesse im Salzburger Dom mit Erzbischof Franz Lackner und einer kurzen Prozession, natürlich<br />

entsprechend den geltenden Coronaregeln.<br />

FRONLEICHNAM <strong>2020</strong><br />

Bischof Hermann Glettler feierte im Dom zu St. Jakob in Innsbruck<br />

einen festlichen Gottesdienst, gefolgt von einer einfachen<br />

Prozession zur Annasäule, wo in besonderer Weise um Segen für die<br />

Menschen der Stadt und des Landes gebetet wurde. Gemeinsam mit<br />

einer kleinen Abordnung der Ritter vom Deutschen Orden nahm<br />

auch eine kleine Abordnung der Delegation Tirol-Vorarlberg des<br />

<strong>Malteser</strong>ordens an der Heiligen Messe und der Prozession teil.<br />

Steiermark – 60 Tage nach Ostern wird das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ gefeiert.<br />

Nach vielen Wochen, natürlich mit Mundschutz und ausreichend Abstand, kann zu Fronleichnam wieder mit den<br />

Betreuten und gemeinsam mit den Ordensschwestern der Elisabethinen und dem <strong>Malteser</strong>-Bereichsseelsorger<br />

Bernhard Körner die Heilige Messe gefeiert werden.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 49


MALTESERWELTWEIT<br />

EXPLOSION IM LIBANON: MALTESER IM<br />

Als am Abend des 4. August zwei aufeinanderfolgende Explosionen den Hafen Beiruts erschütterten, waren Wadiha<br />

Butros Jeries und ihr Mann Rizik Shendi gerade in ihrer kleinen Wohnung in der Altstadt. „Es war schrecklich. Alle<br />

Fenster zersprangen, das Glas fiel auf uns und wir wurden verletzt. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Mein Mann<br />

begann zu weinen und wir waren völlig verzweifelt“, berichtet die 84-jährige Wadiha Butros Jeries. Allein kümmert<br />

sich die Rentnerin um ihren 80-jährigen Mann, der an Alzheimer und Diabetes erkrankt ist. In der mobilen Gesundheitseinrichtung,<br />

die kurz nach der Explosion ganz in der Nähe von Wadiha Butros Jeries’ Zuhause aufgestellt wurde,<br />

bekam sie nach der Katastrophe Hilfe von den MALTESERN.<br />

Von Katharina Kiecol<br />

Mit Unterstützung von <strong>Malteser</strong> International versorgten<br />

Ärzte, Krankenpfleger und Sozialarbeiter der libanesischen<br />

Assoziation des <strong>Malteser</strong>ordens Verletzte nach<br />

der Explosion. Bei dem Unglück kamen 190 Menschen<br />

ums Leben, rund 6.500 Menschen wurden verletzt,<br />

fast 300.000 obdachlos. Zwei Stadtteile wurden quasi<br />

komplett zerstört. Auch drei große Krankenhäuser und<br />

zahlreiche Gesundheitseinrichtungen wurden so schwer<br />

beschädigt, dass ihr Betrieb eingestellt werden musste.<br />

„Normalerweise stehen unsere drei mobilen Gesundheitseinrichtungen,<br />

die wir mit Unterstützung von<br />

<strong>Malteser</strong> International betreiben, in der Bekaa-Ebene,<br />

im Nord- und im Südlibanon nahe der syrischen Grenze.<br />

Gleich nach den Explosionen haben wir die mobilen<br />

Kliniken für die ersten Tage nach der Katastrophe in einem<br />

Rotationsprinzip in die Stadt bringen lassen, um die<br />

Menschen hier zu versorgen. Der Bedarf an medizinischer<br />

Hilfe, Medikamenten, aber auch psychologischer<br />

Betreuung war riesig. Und ist es immer noch. Viele Menschen<br />

sind nach dieser Katastrophe traumatisiert“, sagt<br />

Rindala Bou Harb, Projektleiterin der mobilen Kliniken<br />

vom libanesischen <strong>Malteser</strong>orden.<br />

So hilft <strong>Malteser</strong> International nach der Explosion im Libanon:<br />

<strong>Malteser</strong> International …<br />

• saniert fünf stark beschädigte Gesundheitseinrichtungen und stattet sie mit Medikamenten und Verbrauchsmaterial aus.<br />

• unterstützt alte Menschen und Menschen mit Behinderungen bei der Instandsetzung und Renovierung ihrer<br />

Wohnungen und stellt ihnen Haushaltsartikel bereit.<br />

• verteilt 500 Hygienesets mit Desinfektionsmitteln, wiederverwendbaren Masken und Seife.<br />

• leistet psychosoziale Unterstützung.<br />

• rehabilitiert die Gesundheitseinrichtung Ain Remmeneh in Beirut und baut die Behandlungskapazitäten aus,<br />

inklusive dem Aufbau einer Zentralapotheke und eines pharmazeutischen Warenlagers im Gebäude.<br />

• führt Aktivitäten zur längerfristigen Ernährungssicherung für die betroffene Bevölkerung in Beirut und Umgebung<br />

durch (Unterstützung von landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaften).<br />

50<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

RADFAHREN FÜR DEN<br />

LIBANON<br />

EINSATZ<br />

In den ersten Tagen nach der Katastrophe halfen<br />

außerdem rund 200 Freiwillige der libanesischen<br />

<strong>Malteser</strong> dabei, Wohnungen aufzuräumen,<br />

Schutt von den Straßen zu fegen und<br />

Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.<br />

Ein Charity-Projekt zugunsten der MALTESER im Libanon feiert<br />

sein fünfjähriges Bestehen: Bei „Lebanon on Wheels“ touren seit<br />

2015 radbegeisterte Menschen durch Europa und sammeln Spenden<br />

für behinderte Menschen im Libanon.<br />

Von Udo Thianich-Schwamberger<br />

Bereits vor den Explosionen war die Situation<br />

im Libanon angespannt. Der Zedernstaat befindet<br />

sich in einer schweren Wirtschaftskrise<br />

und gehört weltweit zu den am stärksten verschuldeten<br />

Staaten. Fast die Hälfte der Bevölkerung<br />

lebt in Armut. Offiziellen Angaben zufolge<br />

liegt die Arbeitslosigkeit bei 35 Prozent.<br />

Durch die Coronapandemie hat sich die wirtschaftliche<br />

Situation weiter verschlechtert.<br />

Wadiha Butros Jeries wird nach ihrem Besuch<br />

in der Klinik von zwei Sozialarbeitern der libanesischen<br />

<strong>Malteser</strong> nach Hause begleitet. <strong>Die</strong><br />

ältere Frau ist so aufgeregt, dass die Mitarbeiter<br />

sichergehen wollen, dass alles in Ordnung<br />

ist. <strong>Die</strong> Medikamente für ihren Mann, die er<br />

dringend benötigt, bringt ein Mitarbeiter aus<br />

der mobilen Klinik anschließend zu ihnen nach<br />

Hause. „Vor allem alte Menschen haben es im<br />

Augenblick sehr schwer. <strong>Die</strong> Preise für einfachste<br />

Dinge steigen und Medikamente können<br />

sich viele nicht mehr leisten. Wir haben<br />

viel zu tun“, sagt Bou Harb.<br />

Mehr zu den Aktivitäten von <strong>Malteser</strong> International<br />

finden sie hier: www.malteser.<br />

at/was-wir-tun/malteser-international/<br />

Der 13. Juli <strong>2020</strong> war für Quentin, Eléonore und Rodolphe, drei<br />

junge Studienabsolventen aus Belgien, die für ihr Leben gern<br />

mit dem Fahrrad unterwegs sind, ein ganz besonderes Datum:<br />

An diesem Tag brachen sie zu einer 5.000 Kilometer langen Radtour<br />

auf, die sie von Budapest über Österreich nach Luxemburg<br />

und über Rumänien zurück in die ungarische Hauptstadt führte.<br />

Während ihrer Österreich-Passage wurden sie von <strong>Malteser</strong><br />

Austria mit entsprechenden Unterkünften und köstlichem Essen<br />

versorgt.<br />

Viel Kraft, um Leid zu lindern<br />

<strong>Die</strong> herzliche Betreuung gab den drei Radfahrern viel Kraft, um<br />

ihre Tour erfolgreich zu bewältigen. Schließlich hatten sie ein<br />

ganz spezielles Ziel: Sie wollten mit ihrer Aktion möglichst viele<br />

Menschen in Europa auf das Schicksal von körperbehinderten<br />

Menschen im Libanon aufmerksam machen.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 51


MALTESERWELTWEIT<br />

Für dieses Charity-Projekt sind bereits seit 2015 mehrere<br />

Radteams aus unterschiedlichen Ländern unterwegs.<br />

Im Namen von „Lebanon on Wheels“ treten sie in die<br />

Pedale und sammeln Spenden, die bedürftigen, jungen<br />

Menschen in Pflegeeinrichtungen eine ordentliche<br />

Ausbildung und Betreuung ermöglichen.<br />

Mit Geldspenden gegen die Not<br />

Dass sich die Lage im Libanon Anfang August durch<br />

die verheerende Explosionskatastrophe im Hafen von<br />

Beirut für die gesamte Bevölkerung massiv verschlechtern<br />

würde, konnten Quentin, Eléonore und Rodolphe<br />

beim Start ihrer Charity-Tour im Juli noch nicht ahnen.<br />

Mittlerweile erlebt das Land eine der schwersten<br />

Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Tausende<br />

Menschen haben ihr Zuhause verloren und sind<br />

schwer traumatisiert. Es mangelt an Versorgungsmöglichkeiten,<br />

Betreuungsplätzen und Therapieeinrichtungen.<br />

Das trifft ohnehin schon kranke und bedürftige<br />

Menschen doppelt hart.<br />

Mit Hilfe von Spendengeldern kann das Leid dieser<br />

Menschen gelindert werden. Darüber hinaus sind begeisterte<br />

Radfahrer herzlich willkommen und eingeladen,<br />

sich „Lebanon on Wheels“ anzuschließen.<br />

Nähere Informationen und Spendenmöglichkeit:<br />

www.lebanononwheels.com<br />

CORONAPANDEMIE IN KENIA<br />

DURCHATMEN IN DER KRISE: DIE<br />

CORONAHILFE VON MALTESER<br />

INTERNATIONAL IN NAIROBI<br />

<strong>Die</strong> Menschen in den Armensiedlungen der Hauptstadt Kenias arbeiten jeden Tag hart dafür, um sich und ihre Familien ernähren<br />

und die Miete zahlen zu können. <strong>Die</strong> Coronapandemie hat alles verändert. Katharina Stögner und Anne Hensel haben mit<br />

Martin Schömburg, Länderkoordinator in Kenia bei <strong>Malteser</strong> International, über die Situation der Menschen in Nairobi gesprochen.<br />

Das Coronavirus hat die ganze Welt auf den Kopf<br />

gestellt. Wie ist die Situation in Kenia?<br />

Martin Schömburg: Trotz beachtlicher wirtschaftlicher<br />

Erfolge in den letzten Jahren zählt Kenia noch immer<br />

zu einem der ärmsten Länder auf der Welt. <strong>Die</strong> Covid-<br />

19-Pandemie kam hier noch obendrauf. Besonders der<br />

Großstadtbezirk Nairobi, in dem etwa 2,5 Millionen<br />

Menschen in informellen Siedlungen auf einem sehr beengten<br />

Raum leben, hat mit dem Coronavirus und seinen<br />

Auswirkungen zu kämpfen. In den Siedlungen leben<br />

60 Prozent der Hauptstadtbevölkerung auf sechs Prozent<br />

der Fläche Nairobis. <strong>Die</strong>se erhöhte Bevölkerungsdichte<br />

führt dazu, dass zum Teil fünf bis zehn Personen in einem<br />

Raum leben und schlafen. Das muss man sich einmal<br />

vorstellen. Sie haben nicht genügend Platz, die Belüftung<br />

in den Unterkünften ist schlecht. <strong>Die</strong>s trägt zu dem<br />

Risiko der Übertragung von Covid-19 in diesen Bezirken<br />

natürlich extrem bei. Gleichzeitig haben viele Menschen<br />

ihre Jobs verloren. Der Lockdown hat gerade die Tagelöhner<br />

im informellen Sektor hart getroffen. Auch jetzt<br />

haben sie noch Probleme, Arbeit zu finden, weil sich das<br />

Vorurteil hartnäckig hält, dass das Coronavirus aus den<br />

Armenvierteln käme. Uns erreichen täglich immer wieder<br />

Meldungen darüber, dass selbst einfache Grundbedürfnisse<br />

nicht mehr abgedeckt werden können. Manche<br />

Familien können nicht einmal mehr die 25 Euro Miete für<br />

die provisorischen Wellblechunterkünfte in den Vierteln<br />

aufbringen.<br />

Sie sind in Nairobi vor Ort und koordinieren die<br />

Hilfsprojekte von <strong>Malteser</strong> International. Mit<br />

welchen Maßnahmen helfen Sie den Menschen?<br />

52<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


XXXX<br />

Fotos: <strong>Malteser</strong> International<br />

Martin Schömburg, <strong>Malteser</strong> International Länderkoordinator in Kenia, während einer Nahrungsmittelverteilung in Nairobi. Hilfe<br />

in der Krise: 700 Haushalte aus den Armenvierteln erhalten von <strong>Malteser</strong> International genügend Nahrungsmittel für einen Monat.<br />

Schömburg: Zunächst einmal geht es darum, den Menschen<br />

dabei zu helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen<br />

und ihre Grundbedürfnisse zu decken. Dafür haben<br />

wir 700 Haushalte ausgewählt, die besonders bedürftig<br />

sind. Dazu zählen dann zum Beispiel Haushalte mit<br />

zum Teil jugendlichen Alleinerziehenden, Schwangeren,<br />

Haushalte mit vielen Kindern unter fünf Jahren, ältere<br />

Menschen ohne eine ausreichende Versorgung oder Menschen<br />

mit Behinderungen. <strong>Die</strong>se Haushalte versorgen wir<br />

mit Nahrungsmittelrationen, die für einen ganzen Monat<br />

ausreichen. Sie bestehen aus Maismehl, Reis, Bohnen,<br />

Linsen, Öl, Salz, angereicherter Kindernahrung, Wasseraufbereitungsmitteln,<br />

Gesichtsmasken und Seife. <strong>Die</strong>s<br />

schafft für die Familien und Menschen eine Verschnaufpause,<br />

in der sie sich keine Gedanken machen müssen,<br />

ob sie die nächste Mahlzeit für ihre Kinder bereitstellen<br />

können, sondern in der sie Zeit zum Durchatmen bekommen<br />

und so Kraft schöpfen.<br />

Wie können die Menschen in Österreich diese Menschen<br />

unterstützen?<br />

Schömburg: Schon eine Spende von 25 Euro kann in den<br />

Armensiedlungen Nairobis viel bewirken. Mit solch einer<br />

Spende helfen Sie <strong>Malteser</strong> International im Kampf gegen<br />

die Pandemie und ihre Auswirkungen in Kenia.<br />

Spenden Sie online:<br />

www.malteser-international.org/de.html<br />

MALTESER-Spendenkonto<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800 | BIC: GIBAATWWXXX<br />

Verwendungszweck: <strong>Malteser</strong> International – Hilfe für Kenia<br />

INDIVIDUELLE PFLEGE<br />

UND BETREUUNG<br />

IM EIGENEN ZUHAUSE<br />

MALTESER Care ist seit vielen Jahren als kompetenter<br />

Partner für Familien in ganz Österreich tätig. Wir<br />

bieten bestmögliche Pflege- und Betreuungsleistungen<br />

zu Hause an. Unsere diplomierten Gesundheits- und<br />

Krankenpflegepersonen beraten Sie gerne.<br />

Details zu unseren Leistungen unter<br />

+43 1 361 97 88 • office@malteser.care<br />

www.malteser.care<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 53


MEDIZINAKTUELL<br />

COVID-19 AUF DER TESTSTRECKE<br />

Was genau untersucht ein PCR-Test? Was stellt ein Antikörpertest fest? Reicht ein Selbsttest? Wir versuchen auf Basis des<br />

wissenschaftlichen Stands von Oktober <strong>2020</strong> etwas Licht ins „Corona-Dickicht“ zu bringen.<br />

Von Elisabeth Eder, Manuel Weinberger und Udo Thianich-Schwamberger<br />

Sämtliche Disziplinen der Wissenschaft forschen seit<br />

Monaten auf Hochtouren, um die Coronakrise in den Griff<br />

zu bekommen. Mittlerweile weiß man einiges mehr über<br />

das neuartige Coronavirus, bis es zugelassene Impfstoffe<br />

gibt, wird es noch dauern. Es sind allerdings einige Coronatests<br />

auf dem Markt, anhand derer man feststellen kann,<br />

ob man am Virus erkrankt ist oder nicht beziehungsweise<br />

ob man bereits Antikörper gebildet hat.<br />

PCR-Test zum Nachweis einer aktuellen Infektion<br />

<strong>Die</strong> Abkürzung PCR steht für „Polymerasekettenreaktion“.<br />

Der Test erkennt das Virus oder Teile davon und dient dem<br />

Nachweis einer aktuellen Covid-19-Infektion. Er beurteilt<br />

den Ist-Zustand, kann also innerhalb weniger Tage unterschiedliche<br />

Ergebnisse bringen. Für PCR-Tests werden<br />

in der Regel Proben mittels Nasen- oder Rachenabstrich<br />

entnommen. Der Test ist etwas unangenehm und es kann<br />

zu kleinen Blutungen kommen, die sich aber rasch wieder<br />

verschließen – ähnlich wie Zahnfleischblutungen beim<br />

Zähneputzen.<br />

Mittlerweile gibt es auch Varianten mit Gurgel- oder<br />

Speicheltest. Dabei muss mit einer Kochsalzlösung zwei<br />

Minuten lang hoch und tief im Rachenraum gegurgelt<br />

werden, um aus dem Rachenraum genügend Probemengen<br />

zu lösen. In diesem Fall ist es auch möglich, das Testkit<br />

mitzunehmen und die Probengewinnung durch Gurgeln<br />

zu Hause vorzunehmen, die Auswertung erfolgt jedoch<br />

immer in einem zertifizierten Labor.<br />

Auswertung in speziellen Labors<br />

Bei den derzeit üblichen PCR-Testverfahren werden die<br />

genetischen Informationen des Virus aus geringen Probenmengen<br />

in mehreren Zyklen vervielfältigt. <strong>Die</strong> Vervielfältigung<br />

ist der Grund, warum es länger dauert als bei<br />

Standarduntersuchungen, bis die Laborergebnisse vorhanden<br />

sind. <strong>Die</strong> hochempfindlichen Tests werden in speziellen<br />

Labors durchgeführt.<br />

PCR-Tests in der Frühphase der Covid-19-Erkrankung<br />

können – abhängig von der Qualität der Probe – mit<br />

hoher Genauigkeit das Virus nachweisen. Ein positives<br />

Testergebnis bedeutet, dass eine Ansteckung mit SARS-<br />

CoV-2 erfolgt ist. Im Gegensatz zu anderen Testmethoden<br />

können mittels PCR-Test auch erkrankte Personen ohne<br />

jegliche Symptome identifiziert werden. Der Labornach-<br />

54<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


MEDIZINAKTUELL<br />

weis des PCR-Tests dauert etwa vier bis fünf Stunden, der<br />

gesamte Prozess rund ein bis zwei Tage.<br />

Schneller, aber weniger verlässlicher Antigen-Test<br />

Auch beim Antigen-Test wird ein Nasen- oder Rachenabstrich<br />

gemacht, er liefert den Nachweis von viralem Eiweis.<br />

<strong>Die</strong> entnommene Probe wird allerdings nicht im Labor vervielfältigt,<br />

sondern direkt auf eine sogenannte Testkassette<br />

aufgetragen, die das Ergebnis binnen 15 bis 30 Minuten<br />

anzeigt. Damit liefert der Antigen-Test im Vergleich zum<br />

gängigen PCR-Test schnellere Klarheit. Einen Nachteil hat<br />

er allerdings auch: <strong>Die</strong> Verlässlichkeit der Testergebnisse<br />

reicht aktuell (Stand: Oktober <strong>2020</strong>) noch nicht an den<br />

klassischen PCR-Test heran, der nach wie vor der „Gold-<br />

Standard“ der Testmethoden bleibt.<br />

Antikörper-Tests zum Nachweis einer durchgemachten<br />

Infektion<br />

Antikörpertests überprüfen das Vorhandensein von Antikörpern<br />

gegen ein Virus im Blut. Sie sind somit nicht dazu<br />

geeignet, eine akute Infektion nachzuweisen. Sie können<br />

einen Hinweis liefern, ob die Infektion schon durchgemacht<br />

wurde. Ein positives Testergebnis bedeutet, dass der<br />

Körper bereits Antikörper, also Abwehrstoffe, zum Schutz<br />

vor dem Virus gebildet hat. Da Antikörper erst im weiteren<br />

Infektionsverlauf gebildet werden, können sie frühestens<br />

zwölf bis 14 Tage nach einer Infektion nachgewiesen werden.<br />

Daher sind diese Tests für die Frühdiagnostik nicht geeignet.<br />

Sie liefern aber Hinweise auf die Durchseuchung der<br />

Bevölkerung sowie Verbreitung von „stillen“ Infektionen.<br />

Bei den Antikörpertests gibt es grundsätzlich zwei Methoden:<br />

Entweder erfolgt eine Blutabnahme durch geschultes<br />

Gesundheitspersonal und die Durchführung des Tests auf<br />

speziellen „ELISA“-Testsystemen in einem Labor, oder es<br />

wird selbst ein Schnelltest vorgenommen. Dabei wird im<br />

Selbsttest ein Bluttropfen aus der Fingerkuppe entnommen.<br />

<strong>Die</strong> Herausforderung bei Antikörpertests liegt darin, dass<br />

der Test genau die zu SARSs-CoV-2 spezifischen Antikörper<br />

im Blut finden muss. Manche Tests können auch<br />

andere Antikörper ähnlicher humaner Coronaviren, wie<br />

SARS-CoV-1 oder MERS-CoV, anstelle von SARS-CoV-2<br />

anzeigen und somit ein falsches Ergebnis liefern.<br />

Nicht ohne ärztliche Befundung!<br />

<strong>Die</strong> Ergebnisse von Antikörpertests, vor allem Selbsttests,<br />

sollten unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt<br />

besprochen werden, da für die richtige Interpretation<br />

medizinisches Fachwissen erforderlich ist. Darüber hinaus<br />

ist das Vorhandensein von Antikörpern kein garantierter<br />

Schutz vor einer erneuten Ansteckung, wie bereits mehrere<br />

Fälle von mehrfach hintereinander mit Covid-19 erkrankten<br />

Personen gezeigt haben.<br />

Außerdem scheint es, dass der Antikörpertest auch bei<br />

einem erheblichen Anteil der eindeutig positiv getesteten<br />

Covid-Erkrankten negativ ausfällt. Das ist möglicherweise<br />

ein Hinweis dafür, dass es längerfristig zu einem Verschwinden<br />

der im Zuge einer Infektion gebildeten Antikörper<br />

kommen könnte.<br />

Fehler beim Testen<br />

<strong>Die</strong> Hauptfehlerquellen sind menschliche Fehler bei der<br />

Testentnahme. Wenn der Abstrich nicht tief genug im<br />

Rachen vorgenommen wird, nicht lange und gründlich<br />

genug gegurgelt wird, wird auch nicht ausreichend benötigtes<br />

Probematerial entnommen. Nicht ordnungsgemäße<br />

Lagerung oder unsachgemäßer Transport kann ebenfalls<br />

zu falschen Testergebnissen beitragen.<br />

Wichtig zu betonen ist darüber hinaus, dass insbesondere<br />

die PCR-Tests nur eine Momentaufnahme des aktuellen<br />

Zustandes wiedergeben. Ein negativer Test bedeutet nur,<br />

dass man zum Testzeitpunkt noch nicht an Covid-19 erkrankt<br />

ist. Sehr wohl kann man die Krankheit aber schon<br />

in sich tragen oder sich kurz nach dem Test anstecken. Aus<br />

diesem Grund befreit ein negativer Test nicht von einer<br />

durch die Gesundheitsbehörden verhängten Quarantäne.<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 55


MEDIZINAKTUELL<br />

TAGEBUCH<br />

QUO VADIS HAUSARZT?<br />

Nicht erst seit der Coronapandemie ist es deutlich spürbar: Es gibt immer weniger niedergelassene Hausärzte.<br />

<strong>Die</strong> Ansiedlung von Gemeinschaftspraxen in Ballungsräumen und die Einrichtung von Primärversorgungszentren<br />

ist zwar eine interessante Idee, für nicht mobile oder ältere Menschen im ländlichen Bereich jedoch<br />

eine Herausforderung.<br />

Von Otto Pjeta*<br />

Corona hat den Ärztemangel in ländlichen Regionen sowie<br />

die zunehmenden Strukturmängel der ambulanten<br />

ärztlichen Versorgung in bestimmten Gebieten besonders<br />

deutlich werden lassen. So zählten etwa niedergelassene<br />

Hausärzte nicht gerade zu den Erstgereihten in der Verteilungskette<br />

der Coronaschutzausrüstung. Hausärzte, die für<br />

ihre Patienten einen PCR-Test für notwendig erachteten,<br />

wurden am „Coronatelefon“ – salopp formuliert – „abgewimmelt“.<br />

Gerade während der ersten Wochen der Pandemie<br />

wurde Menschen geraten, Ordinationen nur im Notfall<br />

aufzusuchen und nicht unbedingt erforderliche Untersuchungen<br />

zu verschieben. Hilfreiche Auskünfte über das Ergebnis<br />

von Coronatests an den Hausarzt unterblieben.<br />

Wie viele chronisch Kranke konnten aufgrund dieser<br />

Umstände nicht behandelt werden? Wie viele Hausärzte<br />

wurden aufgrund der Nicht-Weitergabe von Testergebnissen<br />

ihrer Patienten einer Gesundheitsgefährdung<br />

durch Covid-19 ausgesetzt?<br />

Hausarztpraxis? Geschlossen<br />

Viele Jahrzehnte hindurch war die ärztliche Betreuung<br />

vor Ort die Aufgabe von „Praktischen Ärzten“. Das hat<br />

sich drastisch verändert. Hausarztpraxen wurden und<br />

werden in großer Zahl aufgrund von Pensionierungen<br />

geschlossen und nicht nachbesetzt. Unattraktive Bezahlung<br />

lässt den Nachwuchs lieber in Krankenhäuser oder<br />

ins Ausland gehen.<br />

Bis vor zehn Jahren wurde der absehbare Ärztemangel<br />

noch als bloßes Verteilungsproblem abgetan, wurden die<br />

Pensionierungszahlen weitgehend ignoriert und das Honorarsystem<br />

im Vergleich zum benachbarten Ausland nur<br />

marginal verbessert. Von Experten entwickelte Modelle<br />

von Gruppenpraxen im Gewerbepark mit Supermarkt<br />

und Nahversorgern und die Einrichtung von Primärversorgungszentren<br />

klangen zunächst vielversprechend.<br />

Mittlerweile zeigt sich, dass diese Versorgung noch nicht<br />

wie erwartet funktioniert und die Einzel- und Gruppenpraxen<br />

mangels Bewerber für einen Kassenvertrag die<br />

Versorgung von Patienten in Zukunft nicht vollständig<br />

erfüllen können.<br />

Wenig Interesse an Primärversorgungszentren<br />

Von den bis 2021 angekündigten 76 Primärversorgungszentren<br />

gibt es, wenn man den Zahlen der Sozialversicherung<br />

Glauben schenken darf, derzeit nur 22. In den<br />

Bundesländern Salzburg, Kärnten und Tirol gibt es zwar<br />

Kandidaten, aber keine Zentren, in Vorarlberg gibt es<br />

nicht einmal Interessenten.<br />

Wen wundert’s? Es besteht eine Unmenge von Vorschriften<br />

und Verpflichtungen für Ärzte in solchen Einrichtungen:<br />

Da ist die Rede von einer Behandlung möglichst<br />

am Tag der Anmeldung und immer vom selben Arzt<br />

die Rede, einer gesonderten Stillberatung auf Verlangen<br />

der Sozialversicherung, einer wirklichkeitsfremden<br />

Diagnose codierung, einer verpflichtenden Übernahme<br />

von Aufgaben des Gesundheitswesens und detaillierten<br />

Aufgabenprofilen im Anhang, in dem eine lange Liste<br />

von Versorgungsaufträgen angeführt wird. Wer immer<br />

sich diesen Vertrag durchgelesen hat, interessiert sich<br />

56<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


Interdisziplinäres Symposion<br />

anlässlich des 60. Geburtstags von<br />

Rektor Geistlicher Rat P. Dr. Franjo Vidović<br />

TAGEBUCH<br />

anschließend – menschlich sehr verständlich<br />

– eher für eine Stelle im Krankenhaus<br />

oder im Ausland, als Partner<br />

in einer Primärversorgungseinheit zu<br />

werden.<br />

Weniger Kassen, viel mehr Privat<br />

Gleichzeitig ist eine rasante Zunahme von Wahlarztpraxen<br />

und Privatpatienten zu beobachten. Während meiner<br />

jahrzehntelangen Tätigkeit als Landarzt mit Kassenverträgen<br />

war ich immer froh, bei einer Behandlung jemandem<br />

ohne Ansehen und Rücksicht auf<br />

seine finanzielle Situation helfen zu<br />

können. Jetzt verliert die Kassenmedizin,<br />

die ein wichtiger Teil des „sozialen<br />

Gesichts“ unserer Gesellschaft ist, laufend an Bedeutung,<br />

verkommt zu einer Basisversicherung für die, die sich<br />

nichts Besseres leisten können. Zuwendung, Zeitressourcen<br />

und eine Medizin ohne Durchschnittslimitierung<br />

sind bei reduziertem Kassenangebot durch Ärztemangel<br />

offenbar der Privatmedizin vorbehalten. Das ist für viele<br />

Menschen, vor allem auch ältere, nicht leistbar.<br />

* Der Autor ist seit 1978 Landarzt in Steinerkirchen a.d. Traun.<br />

GLÜCKWÜNSCHE ZUM GEBURTSTAG<br />

11. und 12. September <strong>2020</strong><br />

Schloss Tanzenberg / Kärnten<br />

HABITUS UND<br />

HALTUNG<br />

Habitus und Haltung<br />

Was haben der Habitus, jener Begriff, den die Soziologie populär<br />

gemacht hat und der das gesamte Auftreten eines Menschen,<br />

aber auch seine halbbewusste Wertewelt umfasst, und<br />

die Haltung, die sich auf Orthopädie wie Moral gleichermaßen<br />

beziehen kann, gemeinsam und was trennt sie?<br />

<strong>Die</strong>sen Fragen gingen Vertreter verschiedener Disziplinen<br />

im Rahmen des interdisziplinären Symposions anlässlich<br />

des 60. Geburtstags von Pater Franjo Vidovic, seines<br />

Zeichens Rektor des Marianums Tanzenberg, Geistlicher<br />

Rat der Diözese Gurk-Klagenfurt und Magistralkaplan<br />

des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens nach. Der bunte<br />

Strauß der Vorträge enthielt Skizzen zur tragischen<br />

Haltung in der griechischen Tragödie, Überlegungen und<br />

Erfahrungen aus der Welt der Wirtschaft, soziologisch<br />

Grundlegendes, eine himmlische Speisekarte aus dem<br />

Neuen Testament und Stilfragen aus der Fundamentaltheologie.<br />

Auch kritische Aspekte zur besonderen Spannung<br />

zwischen Habit und Haltung im geistlichen Stand<br />

kamen zur Sprache, sei es für den Kleriker oder geistliche<br />

Frauen oder besondere Aspekte des Kärntner Habitus in<br />

seinem Verhältnis zur katholischen Kirche.<br />

Das Symposion wurde würdig eingeleitet durch Grußworte<br />

aus der Pfarre des Jubilars, der Katholisch-Pädagogischen<br />

Hochschule, deren Institut in Kärnten er leitet,<br />

durch den Leiter des Schulamtes, den Kanzler des<br />

Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens sowie den hochwürdigsten<br />

Herrn Diözesanbischof.<br />

Habitus und Haltung, so wurde durch die unterschiedlichen<br />

Beiträge deutlich, sind schillernde Begriffe, die je<br />

nach Fachdisziplin unterschiedliche Bedeutungsnuancen<br />

haben und gerade dadurch das Feld für einen lebhaften<br />

Diskurs eröffnen, wie ihn der so Gefeierte, Franjo<br />

Vidovic, gerne und seit vielen Jahren in seinen verschiedenen<br />

Lebensumfeldern pflegt.<br />

Theresia Heimerl<br />

Studiendekanin, Institut für Religionswissenschaft<br />

Kath.-Theol. Fakultät der Universität Graz<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 57


TAGEBUCH<br />

GEMEINSCHAFT LEBEN<br />

Für viele MALTESER und Unterstützer das erste Konzert nach der „Coronapause“: Es brachte neben musikalischem<br />

Hochgenuss großzügige Spendengelder für die Errichtung des neuen Ordenshauses.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Lange war ungewiss, ob es denn nun wirklich stattfinden<br />

kann. Aber Hemma Korinek, Initiatorin und Organisatorin<br />

des Projekts, ließ sich nicht entmutigen. Sie glaubte<br />

trotz schwierigster Umstände an den Erfolg ihrer Idee.<br />

<strong>Die</strong> Rede ist von einem Benefizkonzert zugunsten des<br />

neuen Ordenshauses der <strong>Malteser</strong> – selbstverständlich<br />

unter Einhaltung aller erforderlichen Coronasicherheitsauflagen.<br />

Das Event fand Mitte September unter dem Titel „Gemeinschaft<br />

leben“ im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins<br />

statt und versammelte neben dem Flötisten Temo<br />

Kharshiladze und der Pianistin Ketevan Sepashvili als<br />

Moderatorin Ursula Magnes, Musikchefin von radio klassik<br />

Stephansdom, auf der Bühne.<br />

Ein starkes Zeichen würdevollen Miteinanders<br />

Das Konzert war nicht nur ein musikalischer Hochge-<br />

nuss, sondern auch ein deutlich sicht- und hörbares Zeichen<br />

von Gemeinschaft, Zusammenhalt und Solidarität.<br />

<strong>Die</strong> Gemeinsamkeit an diesem Abend verkörperte, was<br />

zentrales Thema im neuen Ordenshaus ist: würdevolles<br />

Miteinander, in einem christlichen Umfeld, bei Bedarf<br />

unterstützt von professioneller Pflege. Der Reinerlös aus<br />

dem Benefizabend kommt der Errichtung des <strong>Malteser</strong><br />

Ordenshauses zugute.<br />

Unser herzlicher Dank geht an den Musikverein, das<br />

Blumenhaus am Dom, den Klavierhersteller Fazioli und<br />

viele andere Sponsoren und Unterstützer sowie an alle<br />

Gäste, die diesen Abend möglich gemacht haben. Danke<br />

auch an all jene, die „Babyelefanten-Tickets“ gekauft<br />

haben. Aus Sicherheitsgründen mussten im Konzertsaal<br />

Plätze freigelassen werden. <strong>Die</strong>se Leerplätze konnten<br />

als Abstandskarten gekauft und gespendet werden.<br />

Vergelt’s Gott.<br />

58<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>


RUNDSCHAU<br />

DIE KÄRNTNER AUF JAHRESWALLFAHRT<br />

<strong>Die</strong>ses Jahr lud der Kärntner Delegat und Rezeptor des <strong>Malteser</strong>ordens, Ulrich Glaunach Kazenstain, zur traditionellen<br />

Jahreswallfahrt nach Sommereben in die Weststeiermark ein.<br />

Von Marie Czernin<br />

Das Gebiet rund um Ligist sollte keinem <strong>Malteser</strong> fremd<br />

sein. Immerhin steht dort ein Waldrevier von rund<br />

900 Hektar Fläche im Eigentum des <strong>Malteser</strong>ordens.<br />

Insgesamt umfasst der Waldbetrieb Ligist mit den Revieren<br />

Fürstenfeld, Sommereben, Hebalm und Stubalm<br />

ein Gebiet von 3.500 Hektar. Das Revier wird von Oberforstmeister<br />

Clemens Spörk nach dem Prinzip der ökologischen<br />

Nachhaltigkeit mit viel Sorgfalt gepflegt und bewirtschaftet.<br />

Auf diese Weise soll gewährleistet werden,<br />

dass die <strong>Malteser</strong> Waldbetriebe auch zukünftig als materielle<br />

Basis für die karitativen Werke und Einrichtungen<br />

des Ordens dienen.<br />

„Nicht mit der Holzhammer-Methode“<br />

Oberforstmeister Spörk führte die aus Kärnten angereisten<br />

<strong>Malteser</strong>-Pilger durch den Wald von Sommereben<br />

und erklärte das Konzept einer multifunktionellen Waldwirtschaft,<br />

die auf eine natürliche Verjüngung der Baumkulturen<br />

setzt und auf diese Weise eine Verbesserung der<br />

Waldsubstanz ermöglicht: „Unsere Aufgabe ist es, die Natur<br />

zu lenken, den Wald zu beobachten, ob ein Eingriff<br />

funktioniert oder nicht. Aber wir greifen nicht mit der<br />

Holzhammer-Methode in die Natur ein.“<br />

Spörk sprach von der „Resilienz des Waldes“ – ein Begriff,<br />

der aus der neueren Soziologie stammt und die Fähigkeit<br />

von Gesellschaften bezeichnet, externe Störungen zu verkraften.<br />

So sei auch im Waldökosystem von Resilienz die<br />

Rede, wenn man nach einem großen Sturm oder Schneebruch<br />

beobachten kann, wie schnell nach einer solchen<br />

Störung der Wald seine Funktionen wieder erfüllen kann.<br />

Resilienz gegenüber Störungen im Alltag<br />

Bekanntlich kann auch das Pilgern und Wallfahren zu<br />

einer größeren Resilienz gegenüber unvorhergesehenen<br />

„Störungen“ im Alltag beitragen. So führte der Kärntner<br />

<strong>Malteser</strong>-Seelsorger Monsignore Emmanuel Longin-<br />

Möderndorf in die spirituelle Dimension der Resilienz<br />

ein, indem er den Wallfahrern auf vier Stationen einige<br />

Pilger-Weisheiten mitgab.<br />

Bei der ersten Station ging es um das „Aufbrechen“.<br />

Bei der zweiten Station betrachteten die Wallfahrer das<br />

„Unterwegssein“. Weiter ging es durch den Wald bis zur<br />

dritten Station, wo es um das „Ankommen“ in Jerusalem<br />

als Sehnsucht und Ziel der Wallfahrt ging. Von dieser<br />

Station aus konnten die Pilger schon einen Blick auf<br />

das „himmlische Jerusalem“ – die kleine Waldkapelle –<br />

werfen, wo schließlich die heilige Messe gefeiert wurde.<br />

Zuvor blieben die Pilger noch einmal vor der Kapelle<br />

stehen. Monsignore Longin-Möderndorf sprach bei der<br />

vierten und letzten Station vom „Neuaufbruch“ und zitierte<br />

die Emmaus-Jünger, die dem Herrn auf dem Weg<br />

nach Emmaus begegnen und ausrufen: „Herr, bleibe bei<br />

uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich<br />

geneigt.“ (Lukas 24,29)<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 59


GELESENEMPFOHLEN<br />

„Von diesem Moment<br />

an war nichts mehr, wie es war“ schreibt<br />

Annunziata Hoensbroech. Wenn man als Angehöriger<br />

aus heiterem Himmel vom Schicksal getroffen wird, gibt<br />

es kein Erwachen aus dem Albtraum. Man ist nicht im<br />

falschen Film, es ist der Film, den das Leben einem zumutet.<br />

Nichts ist berechenbar. Wie man solch eine existenzielle<br />

Krise bewältigt, wie man Mut und Hoffnung<br />

bewahrt, widerständig bleibt und seinen Humor behält,<br />

darüber gibt dieses Buch einer couragierten Mutter Auskunft.<br />

Aber es zeigt auch, was man zeitig tun muss, damit<br />

man nicht völlig hilflos dem Schicksal ausgeliefert ist.<br />

Im besten Sinne widerständig bleiben<br />

Auf 200 packenden Seiten begleitet der Leser Caspar, einen<br />

jungen Studenten aus Barcelona, auf seinem Weg.<br />

Mit der Autorin gemeinsam erfahren Sie von Caspars<br />

Unfall, den verheerenden Diagnosen der Ärzte. Das rasche<br />

Erzähltempo nimmt den Leser mit auf eine Reise<br />

durch die Tage der Lebensgefahr, durch viele Krankenstationen<br />

bis hin zu seiner völligen Genesung. Das Buch<br />

zeigt Strategien und beschreibt eine innere Haltung die<br />

auf Mut, Tatkraft und Gottvertrauen aufbaut.<br />

Nicht kapitulieren, eigene Ressourcen erkennen und<br />

mobilisieren, und dem Mut der eigenen Intuition zu folgen,<br />

sind der rote Faden, der sich durch die Geschichte<br />

von Caspars Rehabilitation hindurchzieht.<br />

Ein Liebesbeweis der besonderen Art<br />

<strong>Die</strong>ses Buch geht jeden etwas an. Jeder ist betroffen.<br />

Entweder als Patient oder als Angehöriger eines Patienten.<br />

Wenn wir nicht für uns selbst sorgen können, dann<br />

sollte es ein uns besonders nahestehender Mensch tun<br />

können. <strong>Die</strong>s ist nicht nur für die Älteren unter uns wich-<br />

60<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong><br />

SCHICKSALSSCHLAG<br />

DER WEG ZURÜCK IST KEIN<br />

SPAZIERGANG<br />

Mein Leben in deiner Hand. Ein Buch über Resilienz, Mut und familiären Zusammenhalt<br />

und die entscheidende Funktion von Vorsorgevollmachten.<br />

Von Annunziata Gräfin Hoensbroech<br />

tig, sondern gerade auch für<br />

unsere jungen oder erwachsenen<br />

Kinder. Jeden kann<br />

ein Schicksalsschlag treffen.<br />

Dann nicht helfen zu können,<br />

ist ein doppelt schweres<br />

Unglück. <strong>Die</strong> Erteilung<br />

einer Vorsorgevollmacht ist<br />

hingegen Ausdruck höchsten<br />

Vertrauens, ein Liebesbeweis<br />

besonderer Art und<br />

die beste persönliche Absicherung!<br />

Im Anhang des Buches befinden sich Beispiel für Vorsorgevollmachten.<br />

Bitte beachten Sie auch dazu die Homepage<br />

der Autorin www.hoensbroech.com mit juristischen<br />

Hintergründen.<br />

Annunziata von Hoensbroech: „Schicksalsschlag – Der Weg zurück<br />

ist kein Spaziergang“, 207 Seiten, ISBN 978-3-451-60082-1, 18,60<br />

Euro, zu beziehen beim Verlag Herder www.herder.de<br />

GRATIS,<br />

aber leider nicht kostenlos.<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ ist traditionell gratis und soll es<br />

auch bleiben. Denn es ist uns ein Anliegen, Sie über<br />

unsere Arbeit umfassend zu informieren. Doch die<br />

Produktion und der Versand sind leider nicht kostenlos.<br />

Bitte unterstützen Sie uns.


<strong>Malteser</strong><strong>Zeitung</strong> 2 ok.indd 1 23.06.20 15:45<br />

GELESENEMPFOHLEN<br />

IN JEDER KRISE STECKT<br />

EINE CHANCE<br />

Krisen zu durchleben, gehört zum Leben dazu.<br />

Von Melanie Manner/Himmelhoch GmbH<br />

Gerade jetzt betrifft das viele Menschen. <strong>Die</strong> Angst davor<br />

ist weithin spürbar: die Angst vor Jobverlust, die Angst,<br />

an den ungewohnten Herausforderungen zu scheitern.<br />

Doch wie überwindet man ein solches Tief im eigenen<br />

Leben?<br />

Gregor Demblin hat mit „Wie ich lernte, Plan B zu lieben.<br />

Resilienz für Anfänger“ ein Buch geschrieben, in dem er<br />

sehr persönlich seinen Lebensweg schildert und dabei<br />

zeigt, wie er die größte Krise seines Lebens gemeistert<br />

hat. Er erzählt von der Maturareise, auf der er bei einem<br />

Sprung ins Wasser verunglückte. Von seinem Aufwachen<br />

in einem Krankenhaus mit Diagnose Querschnittlähmung.<br />

Und von dem, was danach geschah.<br />

Mit seiner Geschichte will Demblin Mut machen und<br />

motivieren. Denn Krisen bedeuten auch eine Chance.<br />

„Wir klammern uns an das Gewohnte. Aber irgendwann<br />

kommt ein Punkt im Leben, wo Plan A nicht mehr funktioniert<br />

und Plan B her muss.“<br />

„Alles ist noch möglich“<br />

Dreh- und Angelpunkt seiner Geschichte ist daher jener<br />

Moment, in dem Demblin ein Jahr nach seinem Unfall<br />

akzeptieren musste, dass sein altes Leben für immer vorbei<br />

sein würde. „Mir wurde bewusst: Das ist keine Phase.<br />

Der Rollstuhl wird bleiben.<br />

Damals habe ich gesagt:<br />

Ab jetzt mache ich nur<br />

noch Sachen, die mir Spaß<br />

machen. Ich will alles ausprobieren,<br />

was noch möglich<br />

ist. Dann habe ich gemerkt – eigentlich ist alles noch<br />

möglich! Sogar, mithilfe eines eigenen Gerätes, das Gehen<br />

selbst.“<br />

Eindringlich und berührend schildert Demblin, wie es<br />

gelingen kann, mit der Vergangenheit abzuschließen<br />

und offen für Neues zu sein: Dass ein Leben nach einer<br />

Krise anders, aber nicht unbedingt schlechter wird – im<br />

Gegenteil.<br />

Heute verfolgt der vierfache Familienvater und erfolgreiche<br />

Social Entrepreneur mit Beharrlichkeit seine Vision<br />

einer besseren Welt für Menschen mit Behinderung.<br />

Sein Buch macht Hoffnung und motiviert, die eigenen<br />

Krisen als Wendepunkt zu sehen und die Chancen zu ergreifen,<br />

die sich einem dadurch offenbaren.<br />

Gregor Demblin: „Wie ich lernte, Plan B zu lieben. Resilienz für<br />

Anfänger“ story.one <strong>2020</strong>, 80 Seiten, ISBN 978-3-903715-02-8,<br />

14 Euro<br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 1/<strong>2020</strong><br />

MALTESER Herzenswunsch: Ich<br />

möchte noch ein letztes Mal …<br />

MALTESER Care: Damit<br />

niemand „in der Luft hängt“<br />

Ehrenamt als Synonym<br />

für Barmherzigkeit<br />

© Nicusor Floroaica<br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

In Memoriam: Fra’ Giacomo Dalla Torre<br />

Weil Nähe zählt: #gemeinsamschaffenwirdas<br />

Im Gebet verbunden trotz „Social Distancing“<br />

Ausgabe 2/<strong>2020</strong><br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 3/<strong>2020</strong><br />

ROM<br />

Special<br />

Edition<br />

<strong>Malteser</strong> Romfahrt: Wir hoffen auf 2021<br />

Malta Tours Unlimited: Pilgertradition seit 1964<br />

Unser Motto: Lebensfreude<br />

Konto lautend auf<br />

MALTESER<br />

Hospitaldienst Austria,<br />

Kennwort „<strong>Zeitung</strong>“<br />

AT65 2011 1800 8087 0800<br />

Falls Sie, Ihre<br />

Freunde oder Ihre<br />

Familie über unsere Arbeit<br />

informiert werden wollen,<br />

senden wir Ihnen die <strong>Zeitung</strong><br />

gerne regelmäßig zu.<br />

Senden Sie einfach eine<br />

E-Mail an:<br />

zeitung@malteser.at<br />

<strong>Malteser</strong><strong>Zeitung</strong> 1_18_03_ok.indd 1 20.03.20 07:06<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 61<br />

Spenden an den <strong>Malteser</strong> Hospitaldienst sind von der Steuer absetzbar!


RUNDSCHAU<br />

GROSSES EHRENZEICHEN<br />

v.l.n.r. LH H. Schützenhöfer, KR M. Auer<br />

Martin Auer wurde von Landeshauptmann Schützenhöfer mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet.<br />

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer überreichte in<br />

der Aula der Alten Universität drei steirischen Persönlichkeiten<br />

Große Ehrenzeichen sowie fünf Steirern Goldene Ehrenzeichen<br />

des Landes Steiermark. Unter den Ausgezeichneten,<br />

denen das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen<br />

wurde, war unter anderem der Grazer Bäckerpionier<br />

Martin Auer, der für seine Innovationen und seine Verdienste<br />

um das Bäckereiwesen geehrt wurde.<br />

erweisen und einen großen Dank aussprechen. Wir, das<br />

ganze Land, sind stolz auf sie, da sie sich selbst und ihr<br />

Wirken in den <strong>Die</strong>nst der Sache gestellt haben. Mein besonderer<br />

Dank gilt auch ihren Familienangehörigen, ihren<br />

Freundinnen und Freunden und nicht zuletzt auch<br />

ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ohne die Unterstützung<br />

dieser Menschen sind Leistung und Erfolg<br />

nur schwer möglich.“<br />

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer selbst würdigte<br />

die besonderen Leistungen der Ausgezeichneten:<br />

„In der Geschichte unserer Heimat hat es immer wieder<br />

Menschen gegeben, die sich durch ihre Verdienste um<br />

das Gemeinwohl besonders hervorgetan haben. Acht<br />

verdienten Persönlichkeiten wollen wir heute Achtung<br />

Dem Delegaten des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-<br />

Ordens, Delegation Steiermark, Martin Auer, der sich<br />

nicht nur beruflich, sondern auch im <strong>Malteser</strong>orden und<br />

im <strong>Malteser</strong> Hospitaldienst ehrenamtlich unermüdlich<br />

engagiert, einen herzlichen Glückwunsch zu dieser<br />

Auszeichnung.<br />

+ 02. 07. <strong>2020</strong><br />

Johanna Paradeiser<br />

(geb. Baronin Zeßner-Spitzenberg)<br />

Langjähriges Mitglied im MHDA, Bereich Wien<br />

WIR TRAUERN UM<br />

✝<br />

62<br />

+ 22. 07. <strong>2020</strong><br />

Emanuel Graf von Mensdorff-Pouilly<br />

Ehren- und Devotionsritter des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens<br />

+ 31.08. <strong>2020</strong><br />

Stadtrat a. D. KR Mag. Peter Moser<br />

Träger des Kommandeurskreuzes des<br />

Verdienstordens „Pro Merito Melitensi“<br />

+ 04.09. <strong>2020</strong><br />

Michael Tauscher<br />

Langjähriger Betreuter<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong><br />

R.I.P.<br />

+ 29.09. <strong>2020</strong><br />

DKFM. Mag. Christine Hohenberg<br />

Mitglied im MHDA, Bereich Salzburg<br />

+ 07.11. <strong>2020</strong><br />

S. E. Botschafter Maximilian Turnauer<br />

Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies<br />

Gratial- und Devotions-Großkreuz-Ritter mit Schulterband<br />

Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem<br />

Stern für Verdienste um die Republik Österreich<br />

uns des Großkreuzes des Verdienstordens „Pro Merito<br />

Melitensi“ u. a. weiterer nationaler und internationaler<br />

Auszeichnungen


ÜBERBLICK<br />

Termine <strong>2020</strong>/2021<br />

Aufgrund der sich laufend ändernden gesetzlichen Bestimmungen rund um Covid-19 werden die Termine<br />

und die Gestaltung einiger traditioneller Aktivitäten wie beispielsweise der MALTESER Punschstand<br />

oder der Kekserlmarkt der MALTESER Kinderhilfe, erst kurzfristig bekannt gegeben.<br />

Bitte entnehmen Sie alle aktuellen Informationen, Termine und Aktivitäten unseren Webseiten:<br />

www.malteserorden.at/veranstaltungen/kalender<br />

www.malteser.at/kalender-monatslistenansicht/<br />

APRIL 2021<br />

29.4.-3.5. Lourdes-Wallfahrt (geplant)<br />

SMOM/MHDA<br />

MAI 2021<br />

7.5.-20.6. Ausstellung<br />

Turiner Grabtuch Linz<br />

SMOM<br />

28. Lange Nacht der Kirchen SMOM<br />

JULI 2021<br />

31. Salzburger Benefizball SMOM<br />

31.7.-7.8. Internationales Sommerlager<br />

(IMS Rom)<br />

SMOM/MHDA<br />

OKTOBER 2021<br />

23.-30. Wallfahrt nach Rom MHDA<br />

JUNI 2021<br />

25. 50-Jahr-Jubiläum Tirol 2021<br />

SMOM/MHDA<br />

26. Aufnahme Tirol 2021<br />

Wiederkehrende Termine<br />

<strong>Malteser</strong>kirche, Kärntner Straße 37, Wien<br />

„Montag bei den <strong>Malteser</strong>n“ Heilige Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt, 12 Uhr<br />

Heilige Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr<br />

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16 Uhr<br />

KONTAKT<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95<br />

E: zentrale@malteser.at<br />

I: www.malteser.at<br />

<strong>Malteser</strong> International<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteser-international.org<br />

MALTESER Care<br />

Helmut Lutz<br />

T: +43 1 361 97 88 Fax 50<br />

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800<br />

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)<br />

E: office@mcr.or.at<br />

I: www.malteser.care<br />

MALTESER Kinderhilfe<br />

Olivier Loudon, Mag. Petra Hellmich, MA<br />

T: +43 7472 98201<br />

E: office@malteser-kinderhilfe.at<br />

I: www.malteser-kinderhilfe.at<br />

Haus Malta<br />

Dir. Mag. (FH) Thomas Kissich<br />

T: +43 1 597 59 91<br />

E: hausmalta@malteser.at<br />

I: www.hausmalta.at<br />

Johannesgemeinschaft<br />

Priv.-Doz. Dr. Johannes Holfeld<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: info@jg-online.at<br />

I: www.jg-online.at<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong> 63


<strong>Die</strong> MALTESER wünschen<br />

GESEGNETE<br />

WEIHNACHTEN<br />

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(erhältlich in Rot oder Gold, mit einem<br />

zweiseitigen Aufdruck des <strong>Malteser</strong>kreuzes)<br />

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Erhältlich bei den MALTESERN<br />

Johannesgasse 2/20,1010 Wien<br />

(ausschließlich gegen Selbstabholung)<br />

Mo. – Do. 8 – 17, Fr. 8 – 14 Uhr<br />

„Ein herzliches Vergelt’s Gott für<br />

Ihre Unterstützung“<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Katharina Stögner<br />

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90<br />

presse@malteser.at<br />

www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95, F: +43 1 512 84 78<br />

zentrale@malteser.at<br />

www.malteser.at<br />

Österreichische Post AG<br />

MZ 11Z038858M<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

64<br />

DIE MALTESER 4/<strong>2020</strong>

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