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Carrossier_2020-07

Offizielle Zeitschrift von carrosserie suisse

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Nr. 7 / November <strong>2020</strong><br />

offizielle Zeitschrift<br />

RWX_Titel_<strong>Carrossier</strong>_10-<strong>2020</strong>_def.qxp_Layout Verbandsnachrichten<br />

1 02.11.20 Berufsmeisterschaften 10:28 Seite 1<br />

<strong>2020</strong><br />

Neues zu Fusion, Branchenevent, TAB Die Kandidaten, die Trainings<br />

Unter der Lupe<br />

100 Jahre Carrosserie Urs Wesemann<br />

NEU IM SORTIMENT<br />

Clean Clay Pad<br />

für eine saubere Sache<br />

RIWAX-Chemie AG | Tannholzstrasse 3 | CH-3052 Zollikofen | office.ch@riwax.com | www.riwax.com


Publireportage<br />

Carrosserie HESS AG<br />

Schweizer Aufbauten<br />

Nutzfahrzeuge von HESS stillen Ihre Transportbedürfnisse<br />

Jahre optimierte Leichtbauweise<br />

der Aufbauten von HESS begünstigt<br />

die Gewichtseinsparung<br />

und Einhaltung der geforderten<br />

Nutzlast.<br />

In den letzten drei Jahren durfte die HESS AG 76 solcher Kastenaufbauten auf Iveco Daily abwickeln.<br />

Die Unternehmenssparte «Nutzfahrzeuge»<br />

ist ein aufstrebender<br />

Bereich der Carrosserie HESS<br />

AG. In dieser Sparte werden die<br />

Produkte Koffer aufbau, 3-Seiten-Kipper<br />

und Ladebrücke für<br />

Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie<br />

Grossserien für die Schweizer<br />

Armee hergestellt.<br />

HESS produziert nicht nur, sondern<br />

entwickelt seine Produkte<br />

auch stetig weiter, um seinen<br />

Kunden stets die bestmögliche<br />

Lösung zu bieten. Eine solche individuelle<br />

Lösung für einen Kofferaufbau<br />

wurde auch gemeinsam<br />

mit der Zweifel Pomy-Chips<br />

AG gesucht und gefunden. Seit<br />

drei Jahren baut HESS die Transportfahrzeuge<br />

für Zweifel auf.<br />

Wir befragten Kurt Leuenberger,<br />

Leiter Logistik bei Zweifel, der das<br />

Projekt von Anfang an betreute.<br />

Wie viele Fahrzeuge mit<br />

einem Kofferaufbau von<br />

HESS unterhalten Sie in<br />

Ihrer Flotte?<br />

Kurt Leuenberger: Total betreiben<br />

wir eine Fahrzeugflotte mit<br />

120 Iveco Daily, welche über<br />

einen spezifizierten Kastenaufbau<br />

verfügen. Davon wurden in<br />

den letzten drei Jahren 76 Stück<br />

von HESS in Bellach aufgebaut.<br />

Wie werden diese Kofferaufbauten<br />

eingesetzt?<br />

Zweifel betreibt seit 1962 den<br />

Frischeservice von insgesamt<br />

zwölf Standorten aus, um diesen<br />

in der ganzen Schweiz abzudecken.<br />

Die Frischeservicekunden<br />

werden persönlich betreut und<br />

erhalten eine in der Schweiz einzigartige<br />

Serviceleistung und<br />

Frischegarantie.<br />

Welche Eigenschaften sind<br />

Ihnen wichtig?<br />

Nebst der Nutzlast von mindestens<br />

1000 kg sind ein optimales<br />

Volumen (Kastendimension) sowie<br />

ein rechteckiger Kasten ohne<br />

störende Radkästen wichtig. Im<br />

Weiteren sind Qualitätsansprüche<br />

aus der Food-Logistik massgebend<br />

und werden mit dem modernen<br />

IsoTherm- Kastenaufbau<br />

von HESS optimal erfüllt.<br />

Nach welchen Kriterien suchen<br />

Sie Aufbaupartner aus?<br />

Zweifel setzt hohe Qualitätsansprüche<br />

an Service und Ausführung.<br />

Ein erfahrenes Zusammenspiel<br />

zwischen dem<br />

Chassis lieferanten und weiteren<br />

Zulieferanten ist Voraussetzung<br />

für eine gute Zusammenarbeit<br />

mit dem Aufbauer.<br />

Was zeichnet für Sie eine jahrelange<br />

und erfolgreiche<br />

Zusammenarbeit mit einem<br />

Aufbaupartner aus?<br />

Die stetige Weiterentwicklung<br />

und Optimierung der Aufbauten<br />

steht für uns im Fokus. Chassis<br />

werden in der Regel immer<br />

schwerer, die spezielle und über<br />

Ihr idealer Partner<br />

Wo und wie informieren Sie<br />

sich über die Neuheiten auf<br />

dem Markt für Nutzfahrzeuge<br />

und Aufbauten?<br />

Weiterentwicklung und Optimierung<br />

der Aufbauten ist ein stetiger<br />

Prozess. Wir orientieren uns<br />

sehr an den Bedürfnissen unserer<br />

Verkaufsmannschaft. Des<br />

Weiteren besuchen wir Fachmessen<br />

und beobachten den<br />

Fahrzeugaufbaumarkt und dessen<br />

Entwicklungen.<br />

Würden Sie die Carrosserie<br />

HESS AG weiterempfehlen?<br />

Zweifel und HESS pflegen seit<br />

2018 eine gute Zusammenarbeit.<br />

Wir sind überzeugt, dass wir uns<br />

auch weiterhin gut gemeinsam<br />

entwickeln werden. Wir schätzen<br />

diese Partnerschaft und sind<br />

überzeugt, dass auch andere<br />

Flottenbetreiber von einer Zusammenarbeit<br />

mit HESS profitieren<br />

würden.<br />

●<br />

<br />

Text und Bilder:<br />

HESS AG<br />

Sie haben eine konkrete Projektidee? Dann könnte HESS oder eine<br />

unserer Tochtergesellschaften Ihr idealer Partner sein:<br />

››<br />

Kofferaufbauten in Leichtbauweise für maximale Nutzlast in<br />

diversen Aufbaugrössen<br />

››<br />

Verschiedene Ausführungen von 3-Seiten-Kippern mit grosser<br />

Robustheit für hohe Ansprüche<br />

››<br />

Aluminium-Ladebrücke mit Ausbauoptionen von Hebebühne bis<br />

Blachenverdeck<br />

HESS bietet, zusammen mit seinen Tochtergesellschaften Carrosserie<br />

Lauber SA und Carrosserie Tüscher AG, Aufbauten dank<br />

Leichtbauweise für maximale Nutzlast in diversen Aufbaugrössen<br />

und mit viel Zubehör an. Das System wurde in der<br />

Schweiz ent wickelt und wird von HESS in der Schweiz hergestellt.<br />

Aus diesem Grund sind Ersatzteile bei uns permanent ab<br />

Lager verfügbar.<br />

2 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


RWX_Titel_<strong>Carrossier</strong>_10-<strong>2020</strong>_def.qxp_Layout 1 02.11.20 10:28 Seite 1<br />

Inhalt<br />

Themen<br />

7/<strong>2020</strong><br />

November <strong>2020</strong><br />

49. Jahrgang<br />

Offizielle Zeitschrift von carrosserie suisse<br />

Organe officiel de carrosserie suisse<br />

Erscheint 8-mal jährlich<br />

Paraît 8 fois par an<br />

Druckauflage 2500 Expl.<br />

Tirage 2500 ex.<br />

Abonnemente /Abonnements:<br />

Jahresabonnement CHF 72.–<br />

Lehrlinge / Studenten CHF 36.–<br />

Ausland CHF 99.–<br />

Einzelnummer CHF 12.–<br />

Abonnement annuel CHF 72.–<br />

Apprentis / étudiants CHF 36.–<br />

Étranger CHF 99.–<br />

Le numéro CHF 12.–<br />

Bestellungen / Commandes:<br />

T 058 344 95 46<br />

F 058 344 97 83<br />

abo.carrossier@galledia.ch<br />

Herausgeber /Éditeur responsable:<br />

carrosserie suisse<br />

Forstackerstrasse 2B, 4800 Zofingen<br />

T 062 745 90 80, F 062 745 90 81<br />

info@carrosseriesuisse.ch<br />

www.carrosseriesuisse.ch<br />

Redaktion / Rédaction:<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Henrik Petro, Chefredaktor<br />

T 058 344 98 02<br />

henrik.petro@galledia.ch<br />

Herstellung / Production:<br />

Galledia Print AG, 9230 Flawil<br />

www.galledia.ch<br />

Anzeigenverwaltung und Verlag<br />

Régie des annonces et édition<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Fabian Simon, Leitung Medienberatung<br />

T 058 344 98 06<br />

fabian.simon@galledia.ch<br />

Uschi Imhof, Support<br />

T 058 344 98 63<br />

uschi.imhof@galledia.ch<br />

Redaktionsschluss<br />

Bouclage<br />

Nr. 8/<strong>2020</strong><br />

24. November <strong>2020</strong><br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

5 Flexibilität ist wichtiger denn je<br />

Verbandsnachrichten<br />

6 Nationalrat pro Motion Pfister<br />

7 Fusionsvorbereitungen im Gange<br />

8 GV carrosserie suisse graubünden<br />

10 Neu: Branchenevent aftermarket-CH<br />

Aktive Branche<br />

11 Bye bye Benjamin Burkard<br />

11 AMAG Carrosserie Center Wettswil<br />

12 AkzoNobel-Trendfarbe 2021<br />

12 Nachhaltiger Werkstoff im Autobau<br />

13 65 Jahre André Koch und Standox<br />

13 Cromax unterstützt AMZ Racing<br />

Reportage<br />

14 Five Star und CUI kommen sich näher<br />

Bildung<br />

16 Fachausweise Werkstattleiter/-in<br />

18 Fachausw. Fahrzeugrestauratoren<br />

19 Meisterschaftstraining Lackierer<br />

21 Meisterschaftstraining Spengler<br />

23 Alle Kandidaten der Meisterschaften<br />

27 Die Chefexperten Fahrzeugschlosser<br />

28 News zu TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

29 Mathias Fuhrer über Weiterbildung<br />

30 Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Rechtshilfe<br />

31 Krankheitsbedingte Absenz<br />

Technik<br />

34 Würzburger Karosserie- und<br />

Schadenstage<br />

36 BMW 6 GT<br />

Lackiererei<br />

39 Mazda-Farbton «Machine Grey»<br />

Unter der Lupe<br />

44 100 Jahre Carrosserie Wesemann<br />

NEU IM SORTIMENT<br />

Clean Clay Pad<br />

für eine saubere Sache<br />

RIWAX-Chemie AG | Tannholzstrasse 3 | CH-3052 Zollikofen | office.ch@riwax.com | www.riwax.com<br />

RIWAX-Chemie AG<br />

Tannholzstrasse 3<br />

CH-3052 Zollikofen<br />

Tel. 031 910 45 45 I Fax 031 910 45 05<br />

www.riwax.com<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>3


In eigener Sache<br />

Umweltschonende<br />

Verpackungsfolie<br />

aus rezyklierten<br />

Altfolien<br />

Unsere Welt ist voll von Plastik.<br />

Kein Wunder, wird das Thema nicht nur hierzulande<br />

intensiv diskutiert. Auch Zeitschriften erreichen die<br />

Leserinnen und Leser in einer schützenden Folie aus<br />

Kunststoff. Obwohl es die ökologischste Lösung wäre,<br />

keine Folie zu verwenden, ist in den meisten Fällen<br />

eine schützende Folierung der Zeitschriften zwingend<br />

(Versandvorschriften der Post).<br />

Galledia hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt,<br />

was man als Dienstleister im Bereich Folierung<br />

optimieren könnte, und nach unbedenklicheren<br />

Materialien gesucht. Deshalb freut es uns, dass Sie<br />

jetzt eine Zeitschrift mit einer umweltschonenden<br />

Eco-Folie erreicht. Die Verpackung besteht zu mindestens<br />

50 Prozent aus rezyklierten Altfolien.<br />

Im Vergleich zu konventionellen Folien verbraucht die<br />

Eco-Folie bereits in der Herstellung weniger fossile<br />

Energieträger und verursacht hierdurch einen geringeren<br />

CO 2<br />

-Ausstoss. Die Eco-Folie der Galledia kann<br />

immer wieder dem Kunststoffkreislauf (z. B. im Gemeindewerkhof)<br />

zugeführt werden. Dadurch werden<br />

weitere Mengen an Plastikabfall reduziert.<br />

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Musse beim<br />

Lesen.


Editorial<br />

Berufsmeisterschaften und Corona<br />

Flexibilität ist wichtiger denn je<br />

Ueli Müller<br />

Das Coronavirus bestimmt das Zusammenleben;<br />

schon wieder! Dachten wir noch<br />

im Sommer das Gröbste sei überstanden,<br />

sehen wir uns heute wieder mit einschneidenden<br />

Massnahmen konfrontiert, die unsere<br />

Bewegungs- und Versammlungsfreiheit<br />

einschränken, mit Rahmenbedingungen<br />

und Vorschriften, die sich ständig ändern<br />

und trotz bundesrätlichen Vorgaben von<br />

Kanton zu Kanton variieren. Diese Herausforderungen<br />

gilt es zu meistern, sei es als<br />

Unternehmer oder als Verband.<br />

Immerhin war es uns gegönnt, in den<br />

letzten Wochen verschiedene Ehrungen,<br />

Feiern oder kleinere und grössere Anlässe<br />

aus Bildung, Unternehmertum oder<br />

Verbandswesen durchzuführen. Darüber<br />

berichten wir in dieser Ausgabe. Auch Trainings<br />

für die Schweizer Meisterschaften<br />

waren wieder möglich …, bis am 28. Oktober<br />

der Bundesrat neue Einschränkungen<br />

und Vorschriften verfügt hat. Diese betreffen<br />

ganz besonders die Durchführung<br />

unserer Berufsmeisterschaften Ende November,<br />

die gleichzeitig im Ausbildungszentrum<br />

Ebikon LU und in der Mobilcity<br />

in Bern stattfinden sollen. Während die<br />

Durchführung in Ebikon mit den Fahrzeugschlossern<br />

immerhin stattfinden kann,<br />

wenn auch ohne Publikum, ist es in der<br />

Mobilcity schwieriger. Der Kanton Bern hat<br />

ein sehr restriktives Regime aufgezogen,<br />

das Versammlungen von maximal 15 Personen<br />

erlaubt. Für die Organisatoren und<br />

Experten eine grosse Herausforderung.<br />

Dennoch stellen wir in dieser Ausgabe<br />

unsere Meisterschaftsteilnehmenden vor<br />

und sind zuversichtlich, ihnen dann in der<br />

nächsten Ausgabe auch die Siegerinnen<br />

und Sieger präsentieren zu dürfen.<br />

Corona hin oder her; die Fusion mit der<br />

Romandie schreitet planmässig voran. Mit<br />

dem Start des neuen Regionalverantwortlichen<br />

Giovanni Cuttitta wurde ein<br />

wichtiger Schritt in Richtung Zusammenrücken<br />

gemacht. Er wird unsere Westschweizer<br />

Kollegen unterstützen und<br />

beraten und so den carrosserie-suisse-<br />

Esprit in die Romandie tragen und Sprachrohr<br />

für deren Wünsche und Bedürfnisse<br />

im Verband sein.<br />

Auch von der Bildungsfront gibt es Erfreuliches<br />

zu berichten. Nach vielen Jahren<br />

der Vorarbeiten und des Aufbaus ist<br />

nun bei TOP-Ausbildungsbetrieb ein<br />

wichtiger Schritt vollzogen. Mit der formellen<br />

Gründung der Stiftung ist unser<br />

Baby nun flügge geworden. Lesen Sie<br />

dazu den Bericht auf Seite 22.<br />

Veränderungen und Herausforderungen<br />

gehören auch ohne Corona zum (Unternehmer-)Leben.<br />

Diese gilt es zu erkennen,<br />

flexibel darauf zu reagieren und das Beste<br />

daraus zu machen. In diesem Sinne sollten<br />

wir unsere Zuversicht nicht verlieren,<br />

versuchen, auch in der Krise Chancen zu<br />

erkennen und mit einer gesunden Portion<br />

Optimismus die kommenden Wochen anzupacken.<br />

Viel Erfolg dabei!<br />

Ueli Müller<br />

Vizedirektor<br />

Termine und Veranstaltungen<br />

28. – 29.11.<strong>2020</strong><br />

Schweizer Meisterschaften<br />

Carrosserie lackierer und -spengler,<br />

carrosserie suisse academy, Bern<br />

28. – 29.11.<strong>2020</strong><br />

Schweizer Meisterschaften Fahrzeugschlosser,<br />

Ausbildungszentrum<br />

carrosserie suisse zentralschweiz,<br />

Ebikon<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>5


Verbandsnachrichten<br />

Politik<br />

Motion Pfister<br />

Nationalrat gegen Wettbewerbsverzerrung<br />

und für Autogewerbe<br />

Ein Carrosserieunternehmen ist in der Regel auf Schulungen, Ersatzteile und Software eines Herstellers<br />

angewiesen. Die Motion Pfister soll verbindlich festlegen, dass der Hersteller resp. Importeur diese<br />

Leistungen und Produkte dem Carrosserieunternehmen zur Verfügung stellen muss.<br />

Der Nationalrat hat die Motion Pfister mit<br />

133:56 Stimmen angenommen. Und will<br />

damit endlich für fairen Wettbewerb im<br />

Autogewerbe sorgen. In der Motion Pfister<br />

«Effektiver Vollzug des Kartellgesetzes<br />

beim Kraftfahrzeughandel» wird der Bundesrat<br />

beauftragt, durch eine verbindliche<br />

Verordnung sicherzustellen, dass die Regeln<br />

zum Schutz von Konsumenten und<br />

KMU vor wettbewerbsverzerrenden und<br />

gebietsabschottenden Praktiken gemäss<br />

der KFZ-Bekanntmachung effektiv vollzogen<br />

werden. Der Hintergrund: Zahlreiche<br />

internationale Hersteller versuchen, Garagisten<br />

in der Schweiz durch Knebelverträge<br />

an sich zu binden, und beschränken<br />

diese im freien Wettbewerb. Die KFZ-Bekanntmachung<br />

tritt dem zwar seit 2002<br />

entgegen, indem sie dem Garagisten u.a.<br />

die Möglichkeit gibt, mehrere Automarken<br />

zu führen, Zweigstellen zu eröffnen, Millioneninvestitionen<br />

über eine minimale Vertragslaufzeit<br />

abzuschreiben oder Bezugsquellen<br />

für Neuwagen, Ersatzteile und<br />

Zubehör frei zu wählen.<br />

Vollzug? Ein Papiertiger<br />

In der Praxis ist der Vollzug der KFZ-Bekanntmachung<br />

jedoch ungenügend bis inexistent.<br />

Die Weko kann die KFZ-Bekanntmachung<br />

mangels Ressourcen bei den über<br />

5000 Unternehmend des Autogewerbes<br />

nicht durchsetzen. Deswegen verweist sie<br />

mit einem kurzen Schreiben sämtliche Anzeigen<br />

ans Zivilgericht. Die Zivilgerichte ihrerseits<br />

sind aber nicht an die KFZ-Bekanntmachung<br />

gebunden und ignorieren diese.<br />

Dies führt dazu, dass Konsumenten und<br />

Garagen, welche die KFZ-Bekanntmachung<br />

gegenüber den internationalen Herstellern<br />

durchsetzen wollen, vor Gericht scheitern.<br />

Nachdem der Nationalrat mit überwältigender<br />

Mehrheit die Motion im September <strong>2020</strong><br />

angenommen hat, wird sich jetzt der Ständerat<br />

dazu äussern, voraussichtlich im ersten<br />

Halbjahr 2021. Folgt der Ständerat dem<br />

CVP-Nationalrat Gerhard Pfister, Zug, reichte seine Motion am 27. September 2018 (also vor über<br />

zwei Jahren) ein. Der Bundesrat beantragte am 21. November 2018 die Ablehnung der Motion.<br />

Eine spezifische kartellrechtliche KFZ-Verordnung würde nach Ansicht des Bundesrates keinen<br />

Zusatznutzen zur heutigen Situation bringen.<br />

Nationalrat, wird der Bundesrat die Motion<br />

umsetzen müssen und die KFZ-Bekanntmachung<br />

in eine Verordnung fliessen lassen.<br />

Da die KFZ-Bekanntmachung ersetzt<br />

würde, entsteht keine neue Regulierung.<br />

Wie profitiert der <strong>Carrossier</strong> davon?<br />

«Heute muss der <strong>Carrossier</strong> noch vor Gericht<br />

zeigen, dass er auf Ersatzteile oder<br />

IT-Support angewiesen ist. Dieser Beweis<br />

ist vor Gericht kaum oder nur mit sehr kostspieligen<br />

Gutachten zu erbringen. Darum<br />

hat sich carrosserie suisse der Motion Pfister<br />

angeschlossen, mit der <strong>Carrossier</strong>s<br />

künftig ‹einfach› auf die Verordnung verweisen<br />

können, um zu ihrem Recht zu kommen»,<br />

erklärt carrosserie-suisse-Zentralpräsident<br />

Felix Wyss und ergänzt: «Zum<br />

konkreten Mechanismus in der Verordnung<br />

des Bundesrates, die es derzeit noch<br />

nicht gibt, kann noch nichts Abschliessendes<br />

gesagt werden. Der Bundesrat wird<br />

aber den Zweck der Motion Pfister erfüllen<br />

müssen, nämlich eine gesetzliche Pflicht<br />

des Herstellers zur Abgabe von Unterlagen,<br />

Schulungen oder Ersatzteilen.»<br />

Der AGVS und andere Verbände setzen<br />

sich seit bald zehn Jahren gegenüber der<br />

Weko und Gerichten für eine Verbesserung<br />

der Schutznormen im Autogewerbe ein.<br />

Der AGVS hat hierfür auch Gutachten in<br />

Auftrag gegeben (z.B. bei der ZHAW). Dazu<br />

Felix Wyss: «Nachdem die Weko einzelne<br />

Garagisten zu oft in sehr kostspielige Gerichtsverfahren<br />

gezwungen hat, war es<br />

seit 2017 nur eine Frage der Zeit, bis das<br />

Postulat des AGVS nach einer verbindlichen<br />

Regelung der KFZ-Bekanntmachung<br />

für einen fairen Wettbewerb von der Politik<br />

aufgenommen wird. Dies ist nun passiert.<br />

Das freut uns natürlich sehr! Herzlichen<br />

Dank, AGVS!»<br />

●<br />

Henrik Petro<br />

6 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

carrosserie suisse<br />

Fusionsvorbereitungen<br />

Deutschschweizer und Romands<br />

rücken näher zusammen<br />

Giovanni Cuttitta heisst der neue Regionalverantwortliche für die Romandie, der am 1. Oktober <strong>2020</strong> seine<br />

Tätigkeit aufgenommen hat. Daneben laufen weitere Aktivitäten für den Schlussspurt zur Fusion.<br />

Giovanni Cuttitta trat am 1. Oktober seine neue<br />

Aufgabe als Regionalverantwortlicher für die<br />

Romandie an.<br />

Er ist der Mann, der künftig die Mitgliederbetriebe<br />

aus der französischen Schweiz<br />

unterstützen und beraten wird: Giovanni<br />

Cuttitta ist 47 Jahre alt, verheiratet, Vater<br />

von zwei Kindern und lebt in Écublens VD.<br />

Der gelernte Automechaniker EFZ wechselte<br />

nach zehn Jahren in seinem Beruf in<br />

den Verkauf von Autos und für die Industrie.<br />

Die letzten sechs Jahre war er Regionalleiter<br />

für die Westschweiz bei DESA<br />

Autoglass, daher ist er in der Branche kein<br />

Unbekannter und hatte bereits viel mit<br />

<strong>Carrossier</strong>s zu tun. In seiner Freizeit geniesst<br />

er gerne die Zeit mit seiner Familie,<br />

fährt gerne Rennvelo oder geht auf Reisen,<br />

«wenn es möglich ist», fügt er hinzu.<br />

Und er werde Betriebe und Sektionen bei<br />

der Integration in den nationalen Verband<br />

begleiten, auch als Ansprechperson für diverse<br />

Projekte wie Repairpedia, EUROGA­<br />

RANT oder <strong>Carrossier</strong> Connect. Einen Tag<br />

pro Woche wird Cuttitta in die Geschäftsstelle<br />

nach Zofingen kommen, um persönlich<br />

an Meetings und Besprechungen teilnehmen<br />

zu können. «Zurzeit bin ich in keiner<br />

Kommission engagiert», erklärt er, «was<br />

sich aber zu einem späteren Zeitpunkt noch<br />

ändern könnte.» Auf die Frage nach seinen<br />

Erwartungen meint der Westschweizer:<br />

«Ich möchte meinen Beitrag zu einer reibungslosen<br />

und schnellen Fusion zwischen<br />

dem FCR und carrosserie suisse leisten. Bis<br />

jetzt gefallen mir die Kontakte mit dem<br />

FCR-Komitee, die Diskussion war immer<br />

konstruktiv und ich freue mich auf die Kollegen<br />

in Zofingen.»<br />

Weitere Aktivitäten im Hintergrund<br />

Intensiv wird im Verband an der Planung<br />

der Kommunikation gearbeitet mit dem<br />

Ziel, eine zweisprachige Kommunikation<br />

aufzuziehen und in Zukunft auch dem Italienischen<br />

mehr Platz einzuräumen:<br />

››<br />

Die Zeitschrift «carrossier» erscheint<br />

ab 2021 in einem neuen Kleid und wird<br />

neu zweisprachig produziert.<br />

››<br />

Wichtige Dokumente, Vorlagen und<br />

Reglemente sind in Übersetzung.<br />

››<br />

Die bestehende Webseite von carrosserie<br />

suisse wird zweisprachig geführt und<br />

die wichtigsten Inhalte auch auf Italienisch<br />

übersetzt. Die Arbeiten dazu laufen.<br />

Und natürlich werden die Romands auch<br />

in den strategischen und operativen Gremien<br />

Schritt für Schritt integriert:<br />

››<br />

Der Zentralvorstand wird durch die Sektionspräsidenten<br />

der Romandie ergänzt.<br />

››<br />

Eine Erweiterung der Geschäftsleitung<br />

mit einer Vertretung aus der Westschweiz<br />

ist vorgesehen.<br />

››<br />

In den Kommissionen und Arbeitsgruppen<br />

werden die französischsprachigen<br />

Mitglieder wo möglich integriert. Die Bemühungen<br />

dazu sind bereits im Gange.<br />

Währenddessen befinden sich die Räumlichkeiten<br />

der «Antenne Romande» in<br />

Moudon VD noch im Umbau, sie werde im<br />

Januar betriebsbereit sein, so Cuttitta.<br />

Dann steht sie vor allem als Standort für<br />

Hochschul- und Weiterbildungskurse zur<br />

Verfügung.<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bild: Cuttitta<br />

Aufgaben: Aufbau und Koordination<br />

Cuttitta wird sich um die Entwicklung des<br />

Westschweizer Netzwerkes kümmern und<br />

die Koordination zur Deutschschweiz sicherstellen.<br />

«Ich werde viel unterwegs sein<br />

und Carrosserien besuchen», verspricht er<br />

und ergänzt, dass eine seiner Funktionen<br />

auch die des Aussendienstmitarbeiters sei.<br />

Training Center Des <strong>Carrossier</strong>s Vaudois in Moudon.<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>7


Verbandsnachrichten<br />

Generalversammlungen<br />

GV mit regional-historischem Vorprogramm<br />

Verschoben war nicht aufgehoben<br />

Mit rund einem halben Jahr Verspätung – aus mittlerweile bekannten Gründen – fand im Restaurant<br />

Bahnhöfli in Haldenstein bei Landquart die 37. ordentliche Generalversammlung von carrosserie suisse<br />

graubünden statt. Und die begann, wie jedes Jahr, mit einem lehrreichen Rahmenprogramm.<br />

Treffpunkt zur 37. Generalversammlung: das Schloss Haldenstein mit<br />

seinem burgartigen Charakter.<br />

Kann einen kleinen Gewinn in der<br />

Jahresrechnung 2019 vermelden:<br />

Finanzchef René Gruber.<br />

Begrüsst dreissig Sektionsmitglieder<br />

und Gäste:<br />

Präsident Bruno W. Claus.<br />

Treffpunkt war nämlich nicht etwa der<br />

für seine Wildspezialitäten bekannte<br />

Durchführungsort der Versammlung,<br />

sondern das im 16. Jahrhundert entstandene<br />

Renaissanceschloss Haldenstein –<br />

beziehungsweise der davor liegende<br />

Parkplatz. Von da aus ginǵs ein paar<br />

Schritte zu Fuss ins Rätische Museum –<br />

und zu einem geführten Rundgang durch<br />

den Kulturgüterschutzraum. Dort lagern<br />

rund 100 000 historische und volkskundliche<br />

Gegenstände, die einen engen<br />

Bezug zum Kanton Graubünden, seinen<br />

108 Gemeinden und Bewohnern haben.<br />

In der ab 1872 aufgebauten Sammlung<br />

befinden sich zum Beispiel viele archäologische<br />

Funde aus der Steinzeit bis hin<br />

zu Objekten aus der Moderne – nebst<br />

vielem der erste elektrische Kühlschrank,<br />

der im Kanton installiert worden<br />

ist. Weiter gehören eine Münzsammlung<br />

mit 5000 Bündner Münzen,<br />

Prägestöcken und Banknoten genauso<br />

in den Fundus wie Waffen oder heimische<br />

Leiterwagen und Schlitten schon<br />

aus dem 17. Jahrhundert.<br />

Traktanden ohne Überraschung<br />

Die anschliessende Versammlung, zu der<br />

Präsident Bruno W. Claus dreissig Sektionsmitglieder<br />

und Gäste begrüsste,<br />

brachte hinsichtlich Geschäften keine<br />

Überraschungen hervor. Alle Traktanden<br />

inklusive Budget <strong>2020</strong> und Jahresrechnung<br />

2019 wurden verabschiedet, und<br />

der bestehende sechsköpfige Vorstand<br />

bleibt auch in den kommenden drei Jahren<br />

zusammen: Bruno W. Claus (Präsident),<br />

Joos Pinggera (Vizepräsident),<br />

Gaudenz Coray, Rico Gruber, René Gruber<br />

und Arno Theus sind einstimmig gewählt.<br />

Gaudenz Coray, Präsident vom Ausbildungsverbund<br />

NOS (Nordostschweiz),<br />

zu dem die Sektion Graubünden gehört,<br />

gab im Anschluss einen kurzen Rück- und<br />

Ausblick auf die Ausbildung der Lernenden<br />

aus dem Kanton. Er schilderte<br />

die besonderen Umstände der Lehrabschlussprüfungen<br />

unter Corona- Bedingungen,<br />

informierte über den bevorstehenden<br />

Lehrlings-Informationstag in der<br />

STF in Winterthur (Schweizerische Technische<br />

Fachschule) und richtete den dringenden<br />

Appell an die anwesenden <strong>Carrossier</strong>s,<br />

in ihren Unternehmungen weiterhin<br />

junge Fachleute auszubilden. «Sie sind die<br />

zukünftigen Motoren unserer Wirtschaft»,<br />

sagte Coray.<br />

Die Geschäftsstelle informierte<br />

Extra für die Generalversammlung von<br />

Zofingen AG ins Bündnerland gereist waren<br />

von der carrosserie-suisse-Geschäftsstelle<br />

Bruno Moser (Kundenberater) und<br />

Thomas Rentsch (Direktor), der einige neue<br />

Informationen im Gepäck hatte. Er berichtete<br />

vom abgesagten Branchenevent in<br />

Thun beziehungsweise von der Nachfolgeveranstaltung<br />

«aftermarket-CH» in<br />

Bern, die vom 10. bis 13. November 2021<br />

über die Bühne gehen soll. Und von der<br />

bevorstehenden Fusion mit den Carros-<br />

8 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

Generalversammlungen<br />

Stellt seine Firma Marti + Co. AG aus Buchs SG<br />

und ihre Lacke vor: Attila Zalan.<br />

Brachte die neusten Informationen aus<br />

Branche und Verband nach Haldenstein:<br />

Thomas Rentsch, Direktor carrosserie suisse.<br />

siers aus der Romandie: Sie beschert dem<br />

Carrosserieverband per 1. Januar 2021 vier<br />

neue Sektionen, 200 Neumitglieder und<br />

mehr Stärke auf allen Ebenen. Zudem kündigte<br />

er an, dass Vertreter von carrosserie<br />

suisse in Kürze die Bündner Betriebe besuchen<br />

werden, um vor Ort die neue dreijährige<br />

Lehre zum Carrosseriereparateur<br />

EFZ vorzustellen. Das letzte Wort an diesem<br />

Abend hatten Daniel Marti (Geschäftsführer)<br />

und Attila Zalan (Gebietsleiter) von<br />

der Marti + Co. AG in Buchs SG: Sie stellten<br />

Nach der 37. Generalversammlung sind<br />

im «Bahnhöfli» ein feines Nachtessen<br />

und gemütliches Beisammensein angesagt.<br />

ihre in den Bereichen Schmiermittel, Reinigung,<br />

Farben und Lacke tätige Firma<br />

in einem interessanten fünfminütigen<br />

Schnelldurchlauf vor.<br />

<br />

●<br />

Text und Bilder: Heinz Schneider<br />

Jetzt noch<br />

einfacher in<br />

der App<br />

#fahrenwollen<br />

Autos kauft man auf dem führenden<br />

Marktplatz der Schweiz. Verkaufen auch.<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>9


Verbandsnachrichten<br />

Branchenevent<br />

aftermarket-CH<br />

Neuer Branchenevent profitiert<br />

von mehr Aufmerksamkeit<br />

Auf der Suche nach einem neuen Durchführungsort für den Branchenevent wurde man bei der neuen<br />

Leitmesse für die gesamte Garagen- und Carrosseriezulieferbranche fündig – der aftermarket-CH.<br />

Ab 2021 präsentiert sich die Carrosseriebranche zweijährlich im November in der Bernexpo.<br />

Schon bisher war carrosserie suisse an der<br />

transport-CH in Bern jeweils vertreten –<br />

allerdings erst im Eingangsbereich bei den<br />

Branchenverbänden. (Foto: transport-CH)<br />

Mit 35 515 Besuchern hat der Schweizer<br />

Nutzfahrzeugsalon transport-CH im November<br />

2019 alle Erwartungen übertroffen.<br />

Und im B2B-Bereich verzeichnete die<br />

von der Expotrans SA seit 20 Jahren erfolgreich<br />

organisierte Leitmesse gar ein<br />

Plus von 13,4 Prozent. Zeitgleich mit der<br />

elften Austragung der transport-CH wird<br />

vom 10. bis 13. November 2021 in Bern<br />

deshalb erstmals eine Messe für den Zubehörmarkt<br />

der Automobilbranche, die<br />

aftermarket-CH, stattfinden. «Die Garagen-<br />

und Carrosseriezulieferbranche der<br />

Schweiz wünscht sich eine neue Leitmesse,<br />

die zugleich Branchentreffpunkt ist»,<br />

stellt Messeleiter Jean-Daniel Goetschi<br />

klar. In Bern entsteht damit ein umfassendes<br />

Messeformat für die Bereiche Transport/Nutzfahrzeug,<br />

Garage/Werkstatt,<br />

Aftermarket und Carrosserie.<br />

Ein Neustart mit neuen Chancen<br />

Seit 2012 wurde der Branchenevent zusammen<br />

mit den Meisterschaften der<br />

Carrosserieberufe viermal während zwei<br />

transport-CH<br />

Zahlen und Fakten<br />

Tagen auf dem Gelände der Calag Langenthal<br />

durchgeführt. Nachdem die Calag<br />

sich entschieden hatte, ihre Infrastruktur<br />

nicht mehr zur Verfügung zu stellen, beschloss<br />

der Verband, auf die Messe Thun<br />

auszuweichen. Doch die erste geplante<br />

Durchführung musste Corona-bedingt<br />

abgesagt werden. Es folgten eine Denkpause,<br />

Neukonzeption, Gespräche mit<br />

Partnern und der transport-CH – mit dem<br />

Ergebnis, dass der Branchenevent ab<br />

2021 Teil der aftermarket-CH wird.<br />

«Die transport-CH ist eine Fach- und Publikumsmesse,<br />

an der Entscheidungsträger<br />

und potenzielle Kunden zusammenkommen,<br />

sämtliche Verbände und Partner<br />

der Branche vertreten sind, Medienvertreter<br />

anwesend sind und über Neuheiten<br />

berichtet wird.» Damit nennt Ueli Müller,<br />

Vizedirektor carrosserie suisse, nur ei nige<br />

Vorteile der neuen Zusammenarbeit. «Es<br />

werden Schweizer, Europa- und sogar<br />

Weltpremieren ausgestellt, man informiert<br />

und trifft sich, diskutiert, pflegt wertvolle<br />

Kontakte und knüpft neue. Die drei<br />

Landessprachen werden zelebriert und<br />

hier sind Geschäft und Geselligkeit im Einklang.»<br />

Dazu komme noch eine einzigartige<br />

Infrastruktur, in die sich die Teilbereiche<br />

des Branchenevents problemlos<br />

eingliedern liessen.<br />

Von Ausstellern gut angenommen<br />

Am 30. September informierte Müller<br />

zusammen mit Geschäftsführer Thomas<br />

Rentsch an der Ausstellertagung bei Glas<br />

Trösch in Oensingen die Aussteller über<br />

den neuen Branchenevent. Diese nahmen<br />

die Vorstellung sehr positiv auf. Vom neuen<br />

gemeinsamen Auftritt erhoffen sich alle<br />

Beteiligten, stark von den deutlich höheren<br />

Besucherzahlen zu profitieren. «Und<br />

mit dem Einbezug des Branchenevents<br />

dürfen noch weitere 3000 bis 4000 Besucher<br />

erwartet werden», schätzt Müller.<br />

Durch die Loslösung vom Branchenevent<br />

und Integration der Berufsmeisterschaften<br />

in die SwissSkills ergibt sich so beeindruckendes<br />

Potenzial: An der vier Tage dauernden<br />

Messe werden um die 40000 Besu cher<br />

aus der Mobilitäts- und Transportbranche<br />

erwartet, an den fünf Tage dauernden<br />

SwissSkills nochmals 200 000 Besucher<br />

– zwei ausgezeichnete Plattformen,<br />

um sich zu präsentieren!<br />

●<br />

Henrik Petro<br />

››<br />

284 Stände<br />

››<br />

270 Aussteller aus allen Sprachregionen der Schweiz<br />

››<br />

Rund 35 400 Besucher, davon 73 Prozent aus der D-CH, 22 Prozent aus der F-CH,<br />

2 Prozent aus dem Tessin und 3 Prozent aus der EU<br />

››<br />

50 000 m² Ausstellungsfläche brutto<br />

››<br />

30 Importeure schwerer und leichter Nutzfahrzeuge<br />

››<br />

78 Anhänger-, Fahrzeug-, Carrosserie- und Hebegerätebauer<br />

››<br />

101 Ausstattungs-, Ausrüstungs- und Zubehöranbieter für Nutzfahrzeuge sowie<br />

Ausrüstungs- und Werkzeuganbieter für Garagen<br />

››<br />

83 Dienstleistungsanbieter, Aus- und Weiterbildung<br />

››<br />

8 Fachverbände des Strassentransports<br />

10 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Aktive Branche<br />

Akzo Nobel Car Refinishes AG & AMAG<br />

Akzo Nobel Car Refinishes AG<br />

Benjamin Burkard verlässt AkzoNobel<br />

Benjamin Burkard, Geschäftsführer<br />

Akzo Nobel Coatings<br />

GmbH Deutschland und Vertriebsleiter<br />

für das Autoreparaturlackgeschäft<br />

in Deutschland,<br />

Österreich und der<br />

Schweiz (DACH), verlässt das<br />

Unternehmen zum Ende des<br />

Jahres. Burkard trat Akzo­<br />

Nobel im Jahr 2013 bei. In dieser<br />

Zeit hat er entscheidend<br />

dazu beigetragen, das Autoreparaturlackgeschäft<br />

des Konzerns<br />

und die Premiummarken<br />

Sikkens und Lesonal in der<br />

Region DACH in eine starke Position<br />

zu bringen. Zu den erfolgreichsten<br />

Momenten seiner<br />

Laufbahn bei AkzoNobel gehören<br />

unter anderem die Neupositionierung<br />

und der Ausbau des<br />

Acoat-Selected-Netzwerkes,<br />

der Launch des Caravan-Konzepts<br />

und die Markteinführung<br />

von Paint PerformAir.<br />

Heinz Piskay, Business Director<br />

Vehicle Refinishes EMEA,<br />

wird interimsweise die Position<br />

des Vertriebsleiters<br />

DACH übernehmen. ●<br />

«Oftmals heisst es, man soll<br />

gehen, wenn es am schönsten<br />

ist. Wir haben ein starkes Team<br />

und viele gemeinsame Projekte<br />

zum Erfolg gebracht – es war<br />

eine tolle Zeit! Dennoch zieht es<br />

mich zu neuen Ufern, um ein<br />

neues Kapitel in meinem<br />

beruflichen Leben aufzuschlagen»,<br />

so Benjamin Burkard.<br />

AMAG<br />

Neues Carrosserie Center in Wettswil am Albis<br />

So soll das AMAG Carrosserie Center in Wettswil dereinst aussehen.<br />

Aktueller Baustand am 9. Oktober <strong>2020</strong>.<br />

Ziemlich genau vor einem<br />

Jahr erfolgte der Baubeginn<br />

des neuen AMAG Carrosserie<br />

Center in Wettswil ZH. Ein<br />

Grossteil der Baumeisterarbeiten<br />

ist inzwischen abgeschlossen.<br />

Nun folgt der<br />

Innenausbau mit modernen<br />

Arbeitsplätzen und Technikanlagen,<br />

darunter auch eine<br />

Photovoltaikanlage. Die Eröffnung<br />

ist auf den Frühsommer<br />

2021 geplant. Damit treibt die<br />

AMAG den langfristigen Ausbau<br />

des Carrosserie- und<br />

Lackbereichs voran.<br />

Das AMAG Carrosserie Center<br />

in Wettswil ist das erste, das<br />

innerhalb der AMAG Automobil<br />

und Motoren AG entsteht<br />

und im eigens dafür geschaffenen<br />

Betriebsverbund Carrosserie<br />

angesiedelt ist. Neben<br />

den AMAG-Marken will<br />

sich das Kompetenzzentrum<br />

auch für die Instandstellung<br />

aller anderen Fahrzeugmarken<br />

auszeichnen. Speziell zu<br />

erwähnen ist die Kompetenz<br />

bei der Instandstellung von<br />

Elektrofahrzeugen. Nebst der<br />

fachmännischen Reparatur<br />

und den klassischen Carrosserie-<br />

und Lackarbeiten umfasst<br />

das Dienstleistungsangebot<br />

künftig auch die<br />

Schadenabwicklung bei Reparaturen<br />

nach einem Unfall,<br />

einen Hol-/Bringservice und<br />

die Möglichkeit, einen Ersatzwagen<br />

zu beziehen.<br />

Schadenmeldungen können<br />

einfach online unter amag.ch<br />

vollzogen werden. Das AMAG<br />

Carrosserie Center schafft<br />

neue Stellen in der Region,<br />

und mit der Gemeinde Wettswil<br />

am Albis wurde ein Standort<br />

gewählt, der gut mit dem<br />

öffentlichen Verkehr erschlossen<br />

ist und über einen<br />

Anschluss an die Nationalstrasse<br />

A4/A20 verfügt. Einige<br />

Positionen wurden bereits<br />

besetzt, einige Stellen sind<br />

noch vakant.<br />

●<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>11


Aktive Branche<br />

AkzoNobel Trendfarbe 2021 & Fahrzeugdesinfektion<br />

AkzoNobel Trendfarbe 2021<br />

Mut zur Veränderung mit «Brave Ground»<br />

«Wenn sich die Zeiten ändern<br />

und die Welt nicht mehr die<br />

gleiche ist, wollen wir festen<br />

Boden unter unseren Füssen<br />

spüren. In diesen Zeiten sind<br />

Menschen auf der Suche nach<br />

Stabilität und sie finden Trost<br />

in den vertrauten Dingen», so<br />

das Statement von Akzo­<br />

Nobel, das auch die aktuelle<br />

globale AkzoNobel-Trendstudie<br />

bestätige.<br />

«Die jährliche Trendforschung,<br />

die wir zusammen mit<br />

führenden Design-Fachleuten<br />

durchführen, beeinflusst unser<br />

gesamtes Farben- und<br />

Lackgeschäft», sagt David<br />

Menko, Marketing Director<br />

von AkzoNobel. «Unsere Design-Teams<br />

entwickeln die<br />

trendigen Farben und Lacke<br />

für unsere Kunden in vielen<br />

verschiedenen Bereichen, wie<br />

zum Beispiel Dekoration,<br />

Architektur, Luft- und Raumfahrt,<br />

Automobilindustrie, Unterhaltungselektronik<br />

und<br />

Holzbeschichtung.»<br />

Neutrale Farben wie das neue<br />

Brave Ground sind ein Statement<br />

für sich und können<br />

gleichzeitig andere Farben<br />

zum Leuchten bringen. Neben<br />

dem dekorativen Bereich verwenden<br />

auch andere Akzo­<br />

Nobel-Geschäftsfelder diese<br />

Trendfarben, dazu gehören<br />

die Automobil- und Spezialbeschichtungen,<br />

Pulverbeschichtungen<br />

und Holzbeschichtungen.<br />

Jeder Bereich<br />

passt dazu die Farbpaletten an<br />

die Farb-, Textur- und Oberflächenanforderungen<br />

seiner<br />

Kunden an. <br />

●<br />

Brave Ground ist AkzoNobels Farbe des Jahres 2021. Es ist ein<br />

ausgleichender und erdender Farbton, der uns wieder mit dem<br />

verbinden soll, das uns umgibt – die Natur und das Leben.<br />

Röchling Automotive<br />

Neuer Werkstoff aus erneuerbaren Rohstoffen<br />

Die Automobilbranche arbeitet<br />

verstärkt daran, die Produktion<br />

von Fahrzeugen an den Prinzipien<br />

der Nachhaltigkeit auszurichten.<br />

Dabei spielt die Entwicklung<br />

von entsprechenden<br />

Werkstoffen eine entscheidende<br />

Rolle. Mit dem Biokunststoff<br />

Röchling-BioBoom verfügt<br />

Röchling Automotive als erstes<br />

Unternehmen auf dem Markt<br />

über ein patentiertes Polylactid-(PLA-)basiertes<br />

Biopolymer,<br />

das aus mindestens 90<br />

Prozent erneuerbaren Rohstoffen<br />

besteht. Das Unternehmen<br />

bietet auf diese Weise<br />

eine ökologische und wirtschaftliche<br />

Alternative zu den<br />

meisten konventionellen<br />

Werkstoffen wie beispielsweise<br />

Polyester (PC, PET, PBT),<br />

aber auch Polystyrol (ABS),<br />

Polyolefinen (wie PP) und Polyamiden<br />

(PA6). Röchling-Bio­<br />

Boom ermöglicht Treibhausgasemissionseinsparungen,<br />

die etwa 70 Prozent höher sind<br />

als bei PP und fast 90 Prozent<br />

höher als bei PA6. Derzeit stehen<br />

drei Standardtypen des<br />

Biopolymers von Röchling Automotive<br />

zur Verfügung, die<br />

sich sowohl für Anwendungen<br />

im Motorraum und Unterboden<br />

als auch für das Interieur eines<br />

Fahrzeugs eignen. Jede der<br />

drei Ausführungen kann auf<br />

das individuelle Kundenbedürfnis<br />

und die jeweiligen<br />

spezifischen Anforderungen<br />

abgestimmt werden. Röch ling-<br />

BioBoom kann darüber hinaus<br />

für fast das gesamte Produktportfolio<br />

von Röchling Automotive<br />

angewendet werden. ●<br />

Durch signifikante Verbesserungen in Bezug auf thermische Stabilität<br />

und chemische Beständigkeit wird die neue Biopolymer-Familie hohen<br />

technischen Anforderungen gerecht.<br />

12 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Aktive Branche<br />

André Koch AG & Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />

André Koch AG<br />

Eiserne Hochzeit mit Standox<br />

Im Jahr 1955 brachte der Wuppertaler<br />

Lackhersteller Herberts<br />

etwas Neues auf den<br />

Markt: ein Autoreparaturlacksortiment<br />

namens Standox. Ein<br />

Produkt mit Zukunft, denn damals<br />

stieg die Zahl der Autos<br />

kontinuierlich und schnell an.<br />

Der junge Unternehmer André<br />

Koch belieferte bereits seit<br />

einiger Zeit Carrosserien und<br />

Spritzwerke mit Autoreparaturlacken.<br />

Als er von Standox<br />

erfuhr, nahm er sofort Kontakt<br />

zu Herberts auf und übernahm<br />

noch im selben Jahr als Generalimporteur<br />

den Vertrieb der<br />

Marke in der Schweiz. Er hatte<br />

auf das richtige Pferd gesetzt:<br />

Mit dem Vertrieb der Standox-<br />

Produkte wuchs sein Unternehmen<br />

schnell.<br />

«Wir haben zusammen viel erlebt<br />

– fast wie in einer echten<br />

Ehe», sagt Enzo Santarsiero,<br />

seit 2013 CEO der André Koch<br />

AG. Tatsächlich spricht man bei<br />

einem solchen Zeitraum von<br />

der «Eisernen Hochzeit». Bei<br />

Standox, das mittlerweile zu<br />

Axalta gehört, weiss man die<br />

engagierte Arbeit der Schweizer<br />

Partner zu schätzen. Jim<br />

Muse, Vice President des Geschäftsbereichs<br />

Refinish EMEA<br />

von Axalta, besuchte kürzlich<br />

die Zentrale der André Koch AG<br />

in Urdorf und hob dabei hervor:<br />

«Standox und André Koch AG<br />

– das ist in der Schweiz praktisch<br />

dasselbe. Gemeinsam<br />

werden wir diese Kooperation<br />

in die Zukunft führen und noch<br />

viele Jahre Erfolg haben!» ●<br />

Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />

Cromax unterstützt erneut<br />

AMZ Racing<br />

Axalta unterstützt studentische<br />

Rennsportprogramme an mehreren<br />

Hochschulen in Europa,<br />

an denen die Fächer Mathematik,<br />

Informatik, Naturwissenschaft<br />

und Technik (MINT) gelehrt<br />

werden, darunter auch in<br />

der Schweiz. Formula Student<br />

ist ein international anerkannter<br />

Motorsportwettbewerb, der<br />

sich an Studierende aus aller<br />

Welt richtet. AMZ Racing – das<br />

erste Schweizer Team bei Formula<br />

Student – wurde von Studenten<br />

der ETH Zürich, der<br />

MINT-Universität der Stadt,<br />

gegründet. Das Team wechselte<br />

2010 in die neu eingeführte<br />

Elektroklasse, deren Schwerpunkt<br />

auf elektrisch angetriebenen<br />

Rennwagen liegt.<br />

Zum dritten Mal in Folge stellt<br />

Cromax nicht nur seine technische<br />

Unterstützung und seine<br />

Lacke für das kohlenstofffaserverstärkte<br />

Kunststoffchassis<br />

zur Verfügung, sondern<br />

arbeitet auch eng mit dem<br />

Team zusammen, um die Entwicklung<br />

eines Prototyps mit<br />

optimalen Renneigenschaften<br />

sicherzustellen. ●<br />

Zu Besuch zur Feier des Jubiläums: Enzo Santarsiero, Giuseppe Ciappa,<br />

Gilles Navez, LAKI dä Autolackierer, Jim Muse und Florian Stähli<br />

(v. l. n. r.).<br />

UHS 80<br />

Topmodernes UHS Klarlacksystem<br />

Keine Kompromisse<br />

Weniger Materialverbrauch<br />

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ZUM<br />

ANGEBOT<br />

In der 2010 gegründeten Elektroklasse konnte sich AMZ Racing auf<br />

Anhieb unter den Top-Teams etablieren.<br />

gyso.ch<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>13


Reportage<br />

Thema<br />

Partner-Netzwerke<br />

Cromax Five Star / Spies Hecker CUI<br />

Gemeinsam gestärkt<br />

Am 1. Mai <strong>2020</strong> hat Axalta Coating Systems Schweiz die Marken Cromax und Spies Hecker organisatorisch<br />

zusammengeschlossen. Um im Markt effizienter auftreten zu können, werden nun die beiden<br />

bekannten Netzwerke Five Star und CUI zu einem noch stärkeren Axalta-Netzwerk zusammengeführt.<br />

Céline Tambour betreut neu als Leader<br />

Customer Networks bei Axalta Coating<br />

Systems Switzerland GmbH beide Netzwerke,<br />

Five Star und CUI.<br />

Am 16. und 17. Oktober hätten sich die Mitglieder<br />

der Partner-Netzwerke von Cromax<br />

und Spies Hecker in Langenthal zum<br />

traditionellen zweitägigen Seminar getroffen<br />

– erstmals gemeinsam. Aus bekannten<br />

Gründen musste auch diese Veranstaltung<br />

kurzfristig abgesagt werden. Nichtsdestotrotz<br />

informiert uns Céline Tambour, Leiterin<br />

Kundennetzwerke bei Axalta Coating<br />

Systems Switzerland GmbH, über die wichtigsten<br />

Themen, die an jenem Wochenende<br />

präsentiert worden wären.<br />

Jetzt ist es besonders wichtig, zu einem<br />

starken Netzwerk zu gehören<br />

«Einheitliche Prozesse und Standards sind<br />

wichtig für die Betriebsabläufe eines jeden<br />

einzelnen freien Betriebes», so Céline<br />

Tambour. «Aber sie sind auch wichtig in der<br />

Gesamtheit als Netzwerk für grosse Auftrageber<br />

wie Flotten, Leasingunternehmen<br />

oder Versicherer.» Eine Zertifizierung<br />

gibt Hinweise auf die Qualität der durchgeführten<br />

Arbeiten und garantiert sie. Und<br />

hilft, die Kundenzufriedenheit zu sichern.<br />

Weitere Vorteile sind der vereinfachte Zugang<br />

zu Informationen über wichtige Entwicklungen<br />

im Markt und die Möglichkeit<br />

Neues Cromax-Five-Star-Mitglied ist die<br />

Carcop SA. Robert d’Amico (l.), Axalta Key<br />

Account Representative, mit Geschäftsinhaber<br />

Joseph Galatola und Betriebsleiter Ismael<br />

Penso.<br />

für neue Partnerschaften und Kooperationen<br />

zur weiteren Geschäftsentwicklung.<br />

Zusammenschluss bedeutet Synergien<br />

Mit der Zusammenführung der beiden<br />

Netzwerke Five Star und CUI ziele man vor<br />

allem auf Synergien ab, so Tambour. «Es<br />

entstehen mehr Vorteile für beide Netzwerke,<br />

etwa bei Verhandlungen mit VLFs.<br />

Wir erreichen sofort eine bessere geografische<br />

Abdeckung, Konzepte können für<br />

beide Netzwerke gleichzeitig entwickelt<br />

und den Partnern beider Netzwerke angeboten<br />

werden und es entstehen mehr Austausch-<br />

und Networking-Möglichkeiten<br />

innerhalb eines grösseren Axalta-Netzwerks<br />

dank gemeinsamen Anlässen.»<br />

Aber: Beide Netzwerke werden ihre Namen<br />

und Identitäten behalten. Axalta Schweiz<br />

hat sich in der Leitung der Netzwerke neu<br />

aufgestellt. Céline Tambour, bisher Leiterin<br />

von Five Star Schweiz, wird neu zusätzlich<br />

das CUI-Netzwerk verantworten.<br />

Erfolgreiche Zertifizierungen der<br />

Netzwerkpartner<br />

27 Betriebe wurden <strong>2020</strong> auditiert und<br />

davon 23 durch die Swiss Safety Center AG<br />

Die Carrosserie de la Croisette SA ist ebenfalls<br />

neu bei Five Star. V. l.: Robert d’Amico, Axalta<br />

Key Account Representative, César Da Rocha,<br />

Geschäftsinhaber, und Jocelyn Bidoyet,<br />

Werkstattleiter.<br />

rezertifiziert. Vier neue Mitglieder, die in<br />

diesem Jahr in der Schweiz den Netzwerken<br />

Five Star und CUI beigetreten sind,<br />

wurden im Laufe des Jahres im Auftrag<br />

der Swiss Safety Center AG durch die<br />

Xpert Center AG geprüft und erhielten mit<br />

allen rezertifizierten Betrieben im Oktober<br />

ihre Swiss-Safety-Center-Zertifikate.<br />

Zu den stolzen neuen Five-Star-Zertifikatsbesitzern<br />

gehören:<br />

››<br />

Carrosserie Carcop SA (Plan-les-Ouates<br />

GE),<br />

››<br />

Carrosserie de la Croisette SA (Les<br />

Acacias GE),<br />

››<br />

Carrosserie Tschopp (Holderbank SO).<br />

Und als neuer CUI-Zertifikatsbesitzer<br />

freut sich die Carrosserie Zeller AG, Carrosserie<br />

& Spritzwerk in Liestal BL, über<br />

die Auszeichnung.<br />

15 Jahre Five Star Schweiz<br />

Am nationalen Axalta-Netzwerk-Treffen<br />

hätte man auch das Jubiläum «15 Jahre<br />

Five Star Schweiz» gefeiert, dies werde<br />

nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt<br />

– sofern sich die Corona-Situation<br />

wieder erholt. 2021 begeht CUI seinen<br />

20. Geburtstag. «Dies wird ein weiterer<br />

14 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Reportage<br />

Thema<br />

Partner-Netzwerke<br />

Dritter im Bunde der neuen Five-Star-<br />

Partner ist die Carrosserie Tschopp. Marco<br />

Benacchio (l.), Key Account Representative,<br />

mit Dieter Tschopp, Geschäftsinhaber.<br />

Grund, gemeinsam beide Netzwerk-<br />

Jubiläen zu feiern!», freut sich Tambour.<br />

Strategie des Schweizer Netzwerks<br />

Céline Tambour nennt drei Ziele, die sie in<br />

den nächsten drei Jahren erreichen möchte:<br />

››<br />

Die erste Wahl der wichtigsten Auftraggeber<br />

in der Branche zu werden. Es<br />

Die Carrosserie Bourquard Sàrl in Delémont<br />

JU ist stolz, rezertifizierter Five-Star-Partner<br />

zu sein. V. l.: Silvio Iovine, Valérie Credier und<br />

Geschäftsinhaber Roan Bourquard.<br />

sollen Partnerschaften geschlossen<br />

werden, die messbare Aufträge generieren,<br />

aber auch Partnerschaften, die<br />

weiteren Mehrwert generieren. Beispiele<br />

aus dem Jahr <strong>2020</strong> sind die neue Kooperation<br />

im Schadenmanagement für<br />

die Mietwagenflotte von Pneu Bösiger<br />

sowie die Kooperation mit dem TCS für<br />

Neues Mitglied im Spies-Hecker-CUI-<br />

Netzwerk ist die Zeller AG Carrosserie &<br />

Spritzwerk. Marco Benacchio, Key<br />

Account Representative (r.), überreicht Inhaber<br />

Pascal Waeber das Zertifikat.<br />

seine 1,5 Millionen Mitglieder schweizweit.<br />

››<br />

Differenzierung: CUI- und Five-Star-<br />

Partner heben sich von der Masse ab dank<br />

einem starken Kommunikationskonzept.<br />

››<br />

Networking: Den Austausch im Netzwerk<br />

fördern.<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: Axalta<br />

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Im ESA-Teilesuchkatalog finden Sie Artikel wie zum Beispiel Fahrwerkteile,<br />

Bremsen, Kupplungen, Abgassysteme, Aufhängungen und vieles mehr.<br />

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carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>15


Bildung<br />

Fachausweise<br />

«Siegerehrung»<br />

Branche feiert 37 neue Fachleute<br />

15 Lackierer, eine Lackiererin und neun Carrosseriespengler haben die Ausbildung «Carrosseriewerkstattleiter/-in<br />

mit eidgenössischem Fachausweis» abgeschlossen – nach 36 Monaten finanzieller Einbussen,<br />

Schulunterricht an vielen Frei- und Samstagen und Besuchen praktischer Weiterbildungskurse.<br />

25 Diplome<br />

Carrosseriewerkstattleiter/<br />

-innen<br />

Fachrichtung Lackiererei<br />

Besirovic Admir – Berikon ZH<br />

Biffi Andrea – Montagnola TI<br />

Birbaum Blaise – Echallens VD<br />

Bornet Etienne – Beuson VS<br />

Bühlmann David – Mirchel BE<br />

Butty Jérémy – Gland VD<br />

Ferraro Alessandro – Pregassona TI<br />

Gubler Florence – Affoltern a. A. ZH<br />

Jacobs Florian – Grüningen ZH<br />

Jorio Jonathan Tiziano – Camorino TI<br />

Linder Tommy – Linden BE<br />

Lombardi Giuseppe –<br />

Chermignon d’en Haut VS<br />

Lourenço Leonardo – Lausanne VD<br />

Sassi Omar – Biogno-Beride TI<br />

Sonego Luca – Bettwiesen TG<br />

Turcati Roberto – Porlezza IT<br />

Fachrichtung Spenglerei<br />

Brogli Oliver – Zunzgen BL<br />

Douvé Amaël – Fiez VD<br />

Gisler Lukas – Seewen SZ<br />

Léger Christopher – Savièse VS<br />

Leimgruber Tobias – Zürich<br />

Müller Dario – Zell LU<br />

Perrelet Grégory – Cossonay-Ville VD<br />

Salvi Michael – Gland VD<br />

Villiger Sandro – Horw LU<br />

12 Zertifikate<br />

Carrosseriefachleute<br />

Fachrichtung Lackiererei<br />

Hauser Lelina – Weesen SG<br />

Suter Heiko – Wald ZH<br />

Fachrichtung Spenglerei<br />

Graf Dominik – Wattwil SG<br />

van der Heide Robin – Stilli AG<br />

Jäger Daniel – Rümligen BE<br />

Fachrichtung Fahrzeugschlosser<br />

Christen Jan – Huttwil BE<br />

Eggimann Julien – Eriswil BE<br />

Fässler Marco – Schindellegi SZ<br />

Moser Simon – Rubigen BE<br />

Scheidegger Raphael – Längenbühl BE<br />

Schnoz Stefan – Altstätten SG<br />

Stuber Yannick – Biberist SO<br />

Vor rund drei Jahren haben sich 36 <strong>Carrossier</strong>s<br />

aus den Fachrichtungen Fahrzeugschlosser,<br />

Spenglerei und Lackiererei<br />

dazu entschlossen, die Berufsprüfung<br />

«Werkstattleiter/-in» in Angriff zu nehmen.<br />

25 von ihnen – 15 Lackierer, eine<br />

Lackiererin und neun Carrosseriespengler<br />

– haben die Ausbildung nun mit Bravour<br />

und Diplom abgeschlossen. Und<br />

dürfen endlich den geschützten Berufstitel<br />

«Carrosseriewerkstattleiter/-in mit<br />

eidgenössischem Fachausweis» tragen.<br />

Die neuen Carrosseriefachmänner<br />

mit<br />

Thomas Rentsch<br />

(stehend, links) und<br />

Martin Rusterholz<br />

(stehend, rechts).<br />

Sechs von 25<br />

Werkstattleitern sind<br />

an die Feier gekommen.<br />

Thomas<br />

Rentsch (kniend,<br />

rechts) und Martin<br />

Rusterholz (stehend,<br />

rechts) freut́s.<br />

Zwölf Carrosseriefachleute mit dabei<br />

Für die Abteilung Berufsbildung von carrosserie<br />

suisse und die Prüfungskommission<br />

unter der Leitung von Martin Rusterholz<br />

war das Grund genug, trotz<br />

schwieriger Zeiten eine stimmungsvolle<br />

Schlussfeier im Stadtsaal Zofingen auf<br />

die Beine zu stellen. Und zum familiären<br />

Anlass mit Apéro, Nachtessen und «zauberhaftem»<br />

Rahmenprogramm (Magier<br />

Jovi liess unter anderem einen Tisch über<br />

die Bühne schweben) auch gleich noch<br />

jene zwölf Carrosseriefachleute mit einzuladen,<br />

die in diesem Jahr ihre Zertifikatsprüfungen<br />

erfolgreich bestanden<br />

haben – drei aus der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in»,<br />

zwei aus «Carrosserielackierer/-in»<br />

und sieben aus «Fahrzeugschlosser».<br />

Ihnen ist es vergönnt,<br />

16 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Fachausweise<br />

Unterstreicht das Engagement, welches die Berufsleute gezeigt haben:<br />

Martin Rusterholz, Präsident der Prüfungskommission.<br />

Mit Hilfe aus dem Publikum: Magier Jovi «verzaubert» die Schlussfeier<br />

im Stadtsaal Zofingen.<br />

ihre Fachrichtungen nun mit dem verbandsinternen<br />

Berufstitel «Carrosseriefachfrau»<br />

oder «Carrosseriefachmann»<br />

zu ergänzen.<br />

Stimmungsvolle Diplomübergabe<br />

Offiziell eröffnet wurde der Abend von<br />

carrosserie-suisse-Geschäftsführer<br />

Thomas Rentsch. Er lobte in seiner kurzen<br />

Begrüssungsrede den Ehrgeiz und<br />

die Ausdauer der Diplomanden («Sie<br />

haben durchgehalten – das ist sehr<br />

schön!») und hob die aktuelle Situation<br />

in der Branche hervor. «Die Arbeit ist<br />

da – was uns eher fehlt, sind Fachkräfte<br />

wie Sie», sagte er.<br />

Die guten Leistungen der Diplomanden<br />

standen auch für Martin Rusterholz im<br />

Vordergrund. «Sie haben sich trotz finanzieller<br />

Einbussen auf die Herausforderung<br />

eingelassen und den steinigen<br />

Weg bis zum Schluss weiterverfolgt»,<br />

sagte er zu den Anwesenden. «Das verdient<br />

Anerkennung.» Und ermunterte<br />

djejenigen, welche den Abschluss verpassten,<br />

das Ziel weiter im Auge zu behalten<br />

und einen neuen Prüfungsanlauf<br />

zu nehmen. Gleichzeitig dankte er allen<br />

Experten, die sich zur Aufgabenerarbeitung,<br />

für die IPA-Abnahmen (individuelle<br />

praktische Arbeit) in den Betrieben<br />

sowie die Aufsicht und Korrekturarbeiten<br />

schweizweit engagiert haben. «Ohne<br />

sie wäre all das gar nicht möglich gewesen»,<br />

stellte der Präsident der Prüfungskommission<br />

fest. Darüber hinaus<br />

hob er das Engagement der Abteilung<br />

Berufsbildung unter der Leitung von<br />

Reto Hehli und seinem Vorgänger Sacha<br />

Walther hervor: «Das Team hat im Hintergrund<br />

die Fäden gezogen und den<br />

gesamten administrativen und organisatorischen<br />

Teil der Zertifikatsprüfungen<br />

verantwortet.»<br />

Nie ausgelernt<br />

Unter dem Titel «Wir haben nie ausgelernt»<br />

leitete Rusterholz den Schlussteil<br />

der offiziellen Feier ein. Dabei verwies<br />

er auf zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten<br />

– zum Beispiel auf die höhere<br />

Fachprüfung für Carrosserieleiter und<br />

Carrosserieleiterinnen. Die Ausbildung<br />

wurde frisch erarbeitet und auf die neue<br />

Berufsprüfung hin abgestimmt. 2021<br />

startet definitiv ein Kurs – angeboten<br />

von der Berufs- und Weiterbildung Zofingen.<br />

<br />

●<br />

Text und Bilder: Irene Schneider<br />

EIN<br />

FÜR LEHRLINGE<br />

Belfa AG - Flughofstrasse 52 - 8152 Glattbrugg - Tel: 044 874 66 66<br />

Belfa SA - 5, chemin de la Marbrerie - 1227 Carouge - Tel: 022 342 64 74<br />

Noch Fragen? Kontaktieren Sie den Belfa ADM<br />

https://www.belfa.ch/aussendienst<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>17


Bildung<br />

Fachausweise<br />

Automobilbranche zeichnet aus<br />

61 neue Fachleute in Bern<br />

carrosserie suisse, der Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) und die Interessengemeinschaft<br />

Fahrzeugrestauratoren (IgF) haben ihre jeweiligen Fachausweisübergabefeiern zu einem einzigen Event<br />

zusammengelegt und diesen im Casino Bern unter strengsten Corona-Massnahmen zelebriert.<br />

Zu den Berufsleuten, die an diesem<br />

Abend ausgezeichnet wurden, zählen<br />

29 Kundendienstberater/-innen, 22 Automobil-Verkaufsberater/-innen<br />

sowie<br />

zehn Fahrzeugrestauratoren und -restauratorinnen<br />

– acht aus der Fachrichtung<br />

«Automobiltechnik», zwei aus der<br />

Fachrichtung «Carrosseriespenglerei».<br />

Bei den erfolgreichen <strong>Carrossier</strong>s handelt<br />

es sich um Gina Marina Hiltbrunner<br />

aus Burgdorf BE und Stefan Altenburger<br />

aus Neukirch TG.<br />

Für Reto Hehli, Projektverantwortlicher<br />

Weiterbildung bei carrosserie suisse, ist<br />

der eineinhalb Jahre (drei Semester)<br />

dauernde Lehrgang zum Fahrzeugrestaurator<br />

eine Herzensangelegenheit.<br />

«Man erarbeitet sich Fähigkeiten, die<br />

man als Carrosseriespengler nicht<br />

mehr lernt», weiss der 41-Jährige – und<br />

denkt dabei nicht zuletzt an die manuelle<br />

Neuteilefertigung und daran, dass<br />

die Autos von gestern nur dank der angehenden<br />

Fachleute auch morgen noch<br />

auf den Strassen verkehren können.<br />

Deshalb arbeitet er bereits mit<br />

Volldampf an der Ausgabe 2021, die im<br />

Oktober nächsten Jahres beginnen<br />

wird: «Ich bin zuversichtlich, dass wir<br />

dann an den Start gehen können», sagte<br />

der Bildungsverantwortliche am<br />

Rande der Veranstaltung im Casino<br />

Bern und ergänzt: «Wir haben bereits<br />

vier Anmeldungen.» Angehende Fahrzeugrestauratoren<br />

aus dem Fachbereich<br />

«Carrosserielackierer/-in» sind<br />

zwar noch keine gemeldet, trotzdem<br />

bleibt Hehli optimistisch, dass sich dies<br />

noch ändert: «Wir fahren ganz einfach<br />

die entsprechenden Marketingmassnahmen<br />

hoch und organisieren im Laufe<br />

des kommenden Jahres auch noch<br />

drei Informationsabende, an denen man<br />

alles über die Lehrgänge erfahren<br />

kann», meinte Hehli. Wer sich im Berner<br />

Casino zur Festgesellschaft zählen<br />

Zur Feier des Abends wurden die Berufsleute<br />

und ihre Gäste mit einem hervorragenden<br />

Nachtessen verwöhnt.<br />

durfte und in die strahlenden Gesichter<br />

der «Ausgezeichneten» blickte, wünscht<br />

sich, dass der Projektverantwortliche<br />

Weiterbildung von carrosserie suisse in<br />

allen Punkten recht behält. ●<br />

Text und Bilder: Heinz Schneider<br />

Verantwortete die Organisation der feierlichen<br />

Fachausweisübergabe im Casino Bern:<br />

Thomas Jäggi, Sekretär der Prüfungskommission.<br />

Freut sich in seiner kurzen Rede über die<br />

guten Prüfungsergebnisse: IgF-Präsident<br />

Christian Ackermann.<br />

156 000 Oldtimer sind hierzulande zugelassen,<br />

fahren im Schnitt 790 Kilometer jährlich:<br />

Bruno Sinzig (Präsident Qualitätssicherungskommission)<br />

bei seiner Ansprache.<br />

18 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Thema<br />

Berufsmeisterschaften<br />

Lackierer proben für Wettbewerb um Meistertitel<br />

Ohne Fleiss kein Preis<br />

Während in Ebikon LU am 28. und 29. November die besten Fahrzeugschlosser um Ehre und Medaillen<br />

kämpfen, dreht sich zeitgleich in der Berner Mobilcity alles um die besten Carrosseriespengler/-innen und<br />

Carrosserielackierer – die übrigens von neun Damen und zwei Herren vertreten werden.<br />

Schulung in der Lackierkabine: Anwendungstechniker Peter Schär<br />

verrät alles über Cromax-Lacke.<br />

«Team Weiterbildung»: die Anwendungstechniker Fabio De Giorgi (l.)<br />

und Peter Schär (r.) mit Chefexperte Patrick Balmer.<br />

Klappt alles wie geplant und macht Covid-19<br />

nicht noch allen einen ganz dicken<br />

Strich durch die Rechnung, wird das<br />

Wochenende vom 28. und 29. November<br />

zum Weekend der Schweizer <strong>Carrossier</strong>-Meisterschaften.<br />

Und die holten sich<br />

ihren Meisterschaftsschliff am 24. Oktober<br />

anlässlich eines Trainingstages eben<br />

in der Mobilcity. Die Themen:<br />

››<br />

Lacke – ihre Schichtdicken und ihre Härte<br />

››<br />

nass-in-nass<br />

››<br />

Trocknungszeiten<br />

››<br />

Lackaufbau von Füller bis Klarlack<br />

››<br />

und noch vieles mehr.<br />

Schulung in der Lackierkabine: Anwendungstechniker<br />

Peter Schär verrät alles über<br />

Cromax-Lacke ...<br />

Als Schulungsleiter amteten neben Chefexperte<br />

Patrick Balmer die beiden Cromax-Anwendungstechniker<br />

Peter Schär<br />

und Fabio De Giorgi – ganz einfach darum,<br />

weil ihre Marke Ausrüster und Lacklieferant<br />

sein wird an den Meisterschaften.<br />

Für die Wettbewerbsteilnehmerinnen<br />

und Wettbewerbsteilnehmer also die<br />

beste Gelegenheit, eine Produkteschulung<br />

aus kundiger Hand vermittelt zu<br />

bekommen.<br />

Gearbeitet wurde unter anderem auch mit<br />

einem Farbfoto-Spectrometer, mit dem<br />

sich die Farbzusammensetzung (Spek-<br />

... und zeigt, worauf die Kandidaten bei der<br />

Dreischichtlackierung achten müssen.<br />

Carrosserielackierer/-innen<br />

Sie kämpfen um den Titel<br />

Michelle Biedermann Franz Reinhart AG<br />

Egerkingen SO<br />

Valentina Kasper Planzer Technik AG<br />

Dällikon ZH<br />

Michèle Korn Carrosserie<br />

Roland Wyniger SA<br />

Lausanne VD<br />

Lea Schärer Lueg AG<br />

Emmen LU<br />

Samantha Böhm Gautschi<br />

Langenthal BE<br />

Ricardo Coimbra Abrunhosa<br />

Carrosserie Berset<br />

La Tour-de-Trême FR<br />

Larissa Dos Santos Simoes<br />

Autospritzwerk<br />

Zielke<br />

Rotkreuz ZG<br />

Michaela Lussi Fuchs GmbH<br />

Schachen LU<br />

Steve Guntern Schölly AG<br />

Münchenbuchsee BE<br />

Tiffany Ruffini Carrosserie Pro Sky<br />

Saxon VS<br />

Alessia Bürgin Franz Kurz AG<br />

Sissach BL<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>19


Bildung<br />

Berufsmeisterschaften<br />

Schulungs- statt Freitag: Die Lackiererinnen und Lackierer bereiten sich<br />

für die Schweizer Meisterschaft vor.<br />

Am Mischcomputer (v. l.): Cromax-Anwendungstechniker Fabio De<br />

Giorgi, die Waadtländer Regionalmeisterin Michèle Korn, Tiffany Ruffini.<br />

Hahn im Korb: Steve Guntern mit seinen Trainingskolleginnen in der<br />

Mobilcity in Bern.<br />

Am Mischcomputer: Regionalmeisterin (Region 4) Valentina Kasper<br />

(rechts) und die Zweitplatzierte Larissa Dos Santos Simoes.<br />

trum) eines Lacks bestimmen lässt. Ist<br />

der Farbton ermittelt, verrät der Mischcomputer<br />

– in dessen Datenbank Tausende<br />

Farbtöne gespeichert sind – die Mischformel,<br />

mit der nun gearbeitet werden<br />

kann. Natürlich gehörte Spot Repair<br />

ebenfalls zum Übungsprogramm – in dieser<br />

Disziplin mussten die Meisterschaftsteilnehmerinnen<br />

und -teilnehmer einen<br />

Stossfänger aus Kunststoff reparieren.<br />

Nimmt man die vergangenen Trainings und<br />

Schweizer Berufsmeisterschaften zum<br />

Massstab, können die Kandidatinnen und<br />

Kandidaten auch in diesem Jahr wieder<br />

etwa siebzig Prozent des gesamten Prüfungsprogramms<br />

trainieren. Dreissig Prozent<br />

sind die «grosse Unbekannte». Allerdings<br />

machten die jungen und kompetenten<br />

Lackierprofis am Trainingstag nicht den<br />

Eindruck, als ob sie sich von diesen dreissig<br />

Prozent auf dem falschen Fuss erwischen<br />

lassen würden.<br />

●<br />

Text und Bilder: Heinz Schneider<br />

Top-Team aus der Region 2 (v. l): Samantha Böhm (Silber), Michelle Biedermann (Gold) und<br />

Alessia Bürgin (4. Rang).<br />

20 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Weiterbildungsangebot<br />

Thal-Garage Fuhrer AG<br />

Ein logischer nächster Schritt<br />

Gemeinsam mit seinen zwei Brüdern sowie dem mittlerweile pensionerten Vater leitet Mathias Fuhrer<br />

den Familienbetrieb im Emmental. Er ist für die Carrosserieabteilung zuständig.<br />

Die Frage, ob etwas am Programm<br />

unnötig gewesen sei, verneint Fuhrer:<br />

«Sicher war das eine oder andere Kursmodul<br />

nicht gerade der Hit. Aber an Unnötiges<br />

kann ich mich eigentlich nicht<br />

erinnern.» Es ist klar: Sich weiterzubilden<br />

ist nicht immer nur ein Spaziergang<br />

und die Erfahrungen sind individuell,<br />

etwa wenn es darum geht, wie anspruchsvoll<br />

die Module sind. Dazu Fuhrer:<br />

«Das war sehr abhängig von meinen<br />

Begabungen. Grundsätzlich konnte ich<br />

nirgends einfach so lockerlassen. Ich<br />

habe auch viel geübt, entweder alleine<br />

oder mit Schulkameradinnen und Schulkameraden.<br />

Wir haben uns so gegenseitig<br />

weiterentwickelt.»<br />

Mathias Fuhrer empfiehlt Weiterbildungen nicht nur zwecks Kompetenz-, sondern auch zur<br />

Horizonterweiterung.<br />

Diese Konstellation ist selten: Die<br />

Thal-Garage Fuhrer AG ist ein Autohaus<br />

mit Werkstatt und Carrosserie – sowie<br />

auch ein Motorradhändler. Der Familienbetrieb<br />

kann sich diese Diversifikation<br />

erlauben, denn mit drei Söhnen im Betrieb<br />

ist genug Manpower vorhanden, um<br />

die Verantwortung für die verschiedenen<br />

Bereiche aufzuteilen. Das bedingt allerdings,<br />

dass sich jeder in seinem Fachgebiet<br />

die notwendige Fachkompetenz aneignet.<br />

Mathias Fuhrer absolvierte seine<br />

berufliche Grundausbildung zum Carrosseriespengler<br />

von 1994 bis 1998. Rund<br />

zehn Jahre später machte er zwischen<br />

2006 und 2008 den Abschluss zum eidgenössisch<br />

diplomierten <strong>Carrossier</strong>. Damit<br />

war er nach seinem Bruder, der sich<br />

einige Jahre zuvor zum Automobildiagnostiker<br />

weiterbilden liess, der zweite<br />

im Betrieb mit einer Weiterbildung. «Ich<br />

wollte mich fachlich, aber auch praktisch<br />

weiterentwickeln, somit war eine Weiterbildung<br />

ein logischer nächster Schritt»,<br />

erklärt Fuhrer heute.<br />

Äusseres Wachstum und persönliche<br />

Weiterentwicklung<br />

«Rückblickend war es eine herausfordernde<br />

Zeit, zumal wir unseren Betriebsstandort<br />

ein Jahr zuvor gewechselt hatten und uns<br />

damit auch personell auf einen Schlag verdoppelten.<br />

So hatte ich nebst den Herausforderungen<br />

meiner Weiterbildung auch<br />

viel im Betrieb anzupacken», so Fuhrer<br />

weiter. Trotzdem sei es ein richtiger Entscheid<br />

gewesen, denn das Gelernte entsprach<br />

seinen Erwartungen: «Für mich<br />

passte das gut. Vor allem die Kombination<br />

von Theorie und Praxis gefiel mir und<br />

machte mir Freude.» Als sehr spannend<br />

empfand er die Fachgespräche mit den Lehrern<br />

und Kursleitern: «Es hatte eine andere<br />

Ebene als noch in der Berufslehre. Auch die<br />

Kameradschaft unserer Klasse war toll.<br />

Wir trafen uns teilweise auch privat.»<br />

Horizonterweiterung<br />

Auf die Frage, was er neben dem neu Gelernten<br />

mitgenommen habe, antwortet<br />

der <strong>Carrossier</strong>: «Mein Horizont für die<br />

ganze Autobranche wurde erweitert.<br />

Auch durch meine Schulkameraden lernte<br />

ich andere Betriebe kennen. Das dort<br />

geknüpfte Netzwerk besteht zum Teil<br />

noch heute.» Das Gelernte könne er in<br />

seinem Alltag täglich einsetzen – sei es<br />

mit Kunden oder Personal. «Vom Fachwissen<br />

kann ich heute immer noch Gebrauch<br />

machen. Natürlich habe ich inzwischen<br />

weitere Kurse besucht.»<br />

Doch nicht nur für die Autobranche als<br />

solche, sondern auch für den Carrosserieberuf<br />

konnte er seinen Horizont enorm<br />

erweitern. «Auch wurde mein Durchhaltewillen<br />

gestärkt, nicht zuletzt möchte ich<br />

die vielen Erfahrungen und Tipps von<br />

Lehrern oder auch Schulkameraden und<br />

-kameradinnen nicht missen.»<br />

Aktuell habe er keine beruflichen Weiterbildungspläne.<br />

«Ich unterstütze jedoch<br />

unsere Mitarbeiter für Kursbesuche oder<br />

Weiterbildungen. Denn das Rad dreht<br />

sich nicht nur beim Auto, sondern auch in<br />

der Aus- und Weiterbildung weiter.» ●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bild: Mathias Fuhrer<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>29


Bildung<br />

Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Anmeldungen nehmen wir gerne über unsere Website www.carrosseriesuisse.ch entgegen.<br />

Die Kurse finden Sie stets aktualisiert unter www.carrosseriesuisse.ch > Kursangebote.<br />

BAZ-Kurse (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Auto- und Zweiradgewerbe)<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

ERFA F – 16.11.20 Aarburg AG<br />

ERFA G – 16.11.20 Aarburg AG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder italienisch – 26.11.20 Giubiasco TI<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 02.12.20 Othmarsingen AG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder französisch – 02.12.20 Bussigny VD<br />

Das komplette aktuelle BAZ-Kursprogramm finden Sie auf www.safetyweb.ch (Rubrik Kurse).<br />

Betriebswirtschaftliche Kurse<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Kommunikation und Verhalten 04.11.20 18.11.20 Oensingen SO<br />

Online Marketing 1, Virales Marketing / Neue Medien 18.11.20 02.12.21 Oensingen SO<br />

Kommunikation und Verhalten 01.12.20 15.12.20 Oensingen SO<br />

Marketing Grundkurs 02.12.20 13.01.21 Oensingen SO<br />

Professioneller Kundendienst 10.12.20 21.01.21 Oensingen SO<br />

Verkauf 1 24.12.20 04.02.21 Oensingen SO<br />

Online Marketing 1, Virales Marketing / Neue Medien 28.12.20 08.02.21 Oensingen SO<br />

Marketing Aufbaukurs 31.01.20 11.02.21 Oensingen SO<br />

Online Marketing II, Virales Marketing / Social Media <strong>07</strong>.01.21 18.02.21 Oensingen SO<br />

Personalführung / Leadership 09.01.21 20.02.21 Oensingen SO<br />

Online Marketing II, Virales Marketing / Social Media 27.01.21 10.03.21 Oensingen SO<br />

Personalmanagement 16.02.21 30.03.21 Oensingen SO<br />

Marketing Aufbaukurs 24.02.21 <strong>07</strong>.04.21 Oensingen SO<br />

Verkaufsförderung 04.03.21 15.04.21 Oensingen SO<br />

Professioneller Kundendienst 10.03.21 21.04.21 Oensingen SO<br />

Verkauf 1 25.03.21 06.05.21 Oensingen SO<br />

Verkauf 2 <strong>07</strong>.04.21 19.05.21 Oensingen SO<br />

Personalmanagement 14.04.21 26.05.21 Oensingen SO<br />

Personalführung / Leadership 21.04.21 02.06.21 Oensingen SO<br />

Verkaufsförderung 13.05.21 24.06.21 Oensingen SO<br />

Verkauf 2 20.05.21 01.<strong>07</strong>.21 Oensingen SO<br />

Branchenspezifische Berufsbildnerkurse<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

BBK-carrosserie suisse 2021-01 30.08.21 13.09.21-22.09.21 Bern BE<br />

BBK-carrosserie suisse 2021-02 05.10.21 19.10.21-27.10.21 Zofingen AG<br />

BBK-carrosserie suisse 2021-03 09.11.21 23.11.21-08.12.21 Zürich ZH<br />

Lehrgang Restaurierungsberatung IgF<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Modul A - Betreuen von Kunden historischer Fahrzeuge 05.02.21 05.03.21-14.08.21 Baden AG<br />

Modul B - Festlegen des Restaurierungsaufwands 06.02.21 06.03.21-13.08.21 Baden AG<br />

Modul C - Abwickeln des Kundenauftrags 10.03.21 10.04.21-29.05.21 Baden AG<br />

Technik<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 04.01.21 14.01.21 Reiden LU<br />

Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 05.04.21 15.04.21 Reiden LU<br />

Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 15.11.21 25.11.21 Reiden LU<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Dialog im Zentrum 25.11.20 03.12.20 Zofingen AG<br />

Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb 01.12.20 09.12.20 Zofingen AG<br />

30 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Rechtshilfe<br />

Krankheitsabsenz<br />

Das Expertenteam der Walder Haas Berner AG, Advokatur & Notariat in Zofingen und Sursee,<br />

Tel. 062 745 00 45, ist für Mitglieder der carrosserie suisse da.<br />

Krankheitsbedingte Absenz<br />

des Arbeitnehmers<br />

Ausgangslage<br />

Stephan arbeitet seit vier Monaten im Carosseriebetrieb<br />

von David. Stephan ist ein<br />

pflichtbewusster Arbeitnehmer und es ist<br />

ihm wichtig, seine Arbeit stets zur vollsten<br />

Zufriedenheit seines neuen Arbeitgebers<br />

David zu erledigen. Dinge wie «Blaumachen»<br />

oder «Montagsgrippe» kennt er<br />

nur vom Hörensagen. Doch auch sein<br />

ansonsten sehr gesunder Lebenswandel<br />

vermag nicht zu verhindern, dass er kurz<br />

nach dem Wintereinbruch an einer<br />

schweren Grippe erkrankt. Selbstverständlich<br />

geht Stephan umgehend zu<br />

seinem Hausarzt, Dr. Huber, und dieser<br />

attestiert ihm eine Arbeitsunfähigkeit von<br />

100 Prozent für zwei Wochen. Stephan<br />

informiert David umgehend per E-Mail<br />

über seinen krankheitsbedingten Ausfall<br />

und stellt ihm dabei auch gleich das Arztzeugnis<br />

zu. Da David darum weiss, dass<br />

Dr. Huber und sein Arbeitnehmer Stephan<br />

nicht nur Nachbarn, sondern auch Mitglieder<br />

des gleichen Tennisclubs sind, ist<br />

er der Ansicht, es handle sich um ein reines<br />

Gefälligkeitszeugnis. Er fordert<br />

Stephan schriftlich auf, seine Arbeit unverzüglich<br />

wieder aufzunehmen. Zudem<br />

teilt er ihm mit, falls er denke, er könne<br />

einfach krankmachen und so trotzdem<br />

Geld verdienen, werde dies bei ihm nicht<br />

klappen. Genau für solche Fälle habe er<br />

vorgesorgt und bewusst eine Krankentaggeldversicherung<br />

abgeschlossen,<br />

welche erst nach einer Aufschubsfrist von<br />

30 Tagen bezahle. Wie ist die Rechtslage?<br />

Expertenrat<br />

Zunächst zu Davids Einwänden gegen<br />

das vermeintliche «Gefälligkeitszeugnis».<br />

Art. 42.7 GAV-carrosserie suisse sieht vor,<br />

dass bei einer Arbeitsverhinderung dem<br />

Arbeit geber sofort Meldung zu erstatten<br />

ist. Bei Abwesenheit des Arbeitnehmers<br />

wegen Krankheit oder Unfall hat der Arbeitnehmer<br />

gemäss betrieblicher Weisung<br />

dem Arbeitgeber ein Arztzeugnis<br />

zuzustellen. Der Arbeitgeber ist berechtigt,<br />

ein durch seinen Vertrauensarzt erstelltes<br />

Arztzeugnis zu verlangen.<br />

Stephan ist somit seinen Pflichten nachgekommen,<br />

indem er David umgehend<br />

über seine krankheitsbedingte Abwesenheit<br />

informiert und ihm auch das Arztzeugnis<br />

unverzüglich zugestellt hat.<br />

Wenn David nun der Ansicht ist, es handle<br />

sich um ein reines «Gefälligkeitszeugnis»,<br />

kann er verlangen, dass sich<br />

Stephan von einem Vertrauensarzt untersuchen<br />

lässt. Dieser Aufforderung hat<br />

Stephan nachzukommen. Die Kosten für<br />

den Untersuch beim Vertrauensarzt sind<br />

jedoch von David zu tragen.<br />

Schliesslich zu den Einwänden Davids<br />

betreffend der Aufschubsfrist. In Art. 41.1<br />

GAV-carrosserie suisse ist vorgesehen,<br />

dass der Arbeitnehmer ab dem ersten<br />

Krankheitstag Anspruch auf Lohn bzw.<br />

Lohnersatzleistungen hat. Zudem ist der<br />

Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitnehmer<br />

nach KVG kollektiv zu versichern.<br />

Art. 42.1 des GAV ist zu entnehmen, dass<br />

die Versicherungsbedingungen vorzusehen<br />

haben, dass das Krankentaggeld als<br />

Lohnersatzleistung des Arbeitgebers 80<br />

Prozent des normalen, vertraglichen<br />

Lohnes inkl. Jahresendzulage (ohne Spesen)<br />

ab Beginn der Krankheit oder nach<br />

der Aufschubszeit betragen muss.<br />

Es ist somit möglich und aufgrund der<br />

damit einhergehenden tieferen Prämien<br />

auch sehr verbreitet, mit der Krankentaggeldversicherung<br />

eine Aufschubszeit<br />

zu vereinbaren. Dass David vorliegend<br />

von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht<br />

hat, bringt ihm jedoch nichts.<br />

Denn da Stephan gem. Art. 41.1 GAV ab<br />

dem ersten Krankheitstag Anspruch auf<br />

Lohnersatzleistungen hat und die Krankentaggeldversicherung<br />

erst nach 30<br />

Tagen bezahlt, muss der Arbeitgeber<br />

David für die Lohnersatzleistungen während<br />

der Aufschubszeit aufkommen. Diese<br />

betragen ebenfalls 80 Prozent des<br />

normalen, vertraglichen Lohnes inkl.<br />

Jahresendzulage. <br />

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carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>31


Verein zur Förderung der Carrosserieberufe<br />

Der Verein bezweckt die Förderung und die Wahrung der Berufsinteressen im Carrosseriegewerbe. Der VFCB<br />

unterstützt mit seinen Mitteln die Berufs- und Weiterbildung der Carrosserieberufe.<br />

Goldpartner<br />

Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />

Zusammen sind wir stark<br />

André Koch AG


Silberpartner<br />

Bronzepartner<br />

GCS Schweiz AG<br />

Zusätzliche Marken<br />

carrosserie suisse und der VFCB danken ihren Mitgliedern und Gönnern für die<br />

wertvolle Unterstützung zum Wohle der zukünftigen <strong>Carrossier</strong>s!


Technik<br />

Thema<br />

Würzburger Karosserie- und Schadenstage <strong>2020</strong><br />

Live und im Internet übertragen<br />

Hybrid-Branchenevent<br />

Über sinkende Unfallzahlen und die Auswirkungen der Elektromobilität diskutierte die deutsche<br />

K+L-Branche bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen – live in Würzburg und deutschlandweit<br />

im Internet.<br />

Peter Börner, Präsident des deutschen<br />

Zentralverbandes Karosserie und Fahrzeugtechnik<br />

(ZKF) sprach über Entwicklungen in<br />

der Reparaturbranche.<br />

Gutes Wetter und Abstand schafften eine sehr angenehme Atmosphäre während des Kongresses.<br />

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage<br />

hatten sich in den letzten Jahren<br />

zu einem wichtigen Kongress für die<br />

Unfallreparaturbranche entwickelt und<br />

mehr als 1000 Fachbesucher nach Würzburg<br />

gezogen. Ursprünglich für März<br />

<strong>2020</strong> geplant, musste der Kongress wegen<br />

der Corona-Pandemie auf Anfang<br />

September verschoben werden – und<br />

zwar als Hybrid-Event mit einer Präsenzveranstaltung<br />

in Würzburg und einer parallelen<br />

Liveübertragung im Internet.<br />

Nur mit einem umfassenden Hygienekonzept<br />

konnte der Veranstalter, die Vogel<br />

Communications Group, mit ihrer Medienmarke<br />

«Fahrzeug + Karosserie» die<br />

Gesundheit der aus ganz Deutschland<br />

angereisten Teilnehmer sicherstellen. In<br />

enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt<br />

konnte die Tagung trotz der in Würzburg<br />

geltenden Kontaktbeschränkungen<br />

durchgeführt werden, aber nur mit einer<br />

beschränkten Anzahl von Teilnehmern.<br />

Wie gewohnt, bestanden die Würzburger<br />

Karosserie- und Schadenstage aus dem<br />

«Schadenstag», in dem die rechtlichen<br />

Grundlagen der Unfallreparatur behandelt<br />

wurden, und dem «Karosserie- und<br />

Lacktag», an dem der inhaltliche Fokus<br />

auf der Technik lag und Live-Vorführungen<br />

und Reparaturtipps das Programm<br />

bereicherten.<br />

Zunehmend mehr Auseinandersetzung<br />

um die Fahrzeugelektronik<br />

Am Schadenstag referierten mehrere<br />

hochkarätige Juristen über aktuelle<br />

Urteile sowie die gesetzgeberischen<br />

Grundlagen, welche die Unfallschadenrepa<br />

ratur beeinflussen. So verwies<br />

Rechtsanwalt Dr. Kurt Reinking in seinem<br />

Vortrag auf die immer zahlreicheren<br />

juristischen Auseinandersetzungen wegen<br />

Elektronikmängeln. Der Kunde hat<br />

bei Fahrerassistenzsystemen schliesslich<br />

den gleichen Anspruch auf eine fehlerfreie<br />

Funktion, wie er das auch bei der<br />

Hardware des Automobils hat. Auch<br />

dürfte bei der Suche nach Unfallursachen<br />

zukünftig häufiger die Frage auftauchen,<br />

ob die Fahrerassistenzsysteme<br />

nach Vorschrift funktioniert haben – vor<br />

allem, wenn automatisierte Fahrfunktionen<br />

vorhanden sind.<br />

Der Leiter Schadenforschung am KTI, Dipl.-Ing.<br />

Helge Kiebach, stellte das fachgerechte<br />

Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen vor.<br />

Testgeräte zum Kalibrieren von FAS-Systemen<br />

zeigte u.a. Bosch am Stand.<br />

Daten selber schützen!<br />

All diese elektronischen Systeme erzeugen<br />

riesige Datenmengen, was zur Frage<br />

führt, welche Rechte der Fahrzeugbesitzer<br />

oder dritte Parteien an diesen Daten<br />

haben. Der Experte für IT-Recht, Prof. Eric<br />

Hilgendorf, überraschte wohl einige Teilnehmer<br />

mit der Aussage, dass die deutsche<br />

Datenschutz-Grundverordnung sich<br />

lediglich auf personenbezogene Daten<br />

34 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Technik<br />

Würzburger Karosserie- und Schadenstage <strong>2020</strong><br />

bezieht, nicht aber auf solche, die beispielsweise<br />

im Fahrzeug durch die Telematik<br />

erfasst werden oder im Kfz-Fachbetrieb<br />

bei der Diagnose oder Reparatur<br />

entstehen. Zudem kennt das deutsche<br />

Recht kein Eigentum an Daten. Wem sie<br />

also gehören und welche Sanktionen<br />

Dritte bei eigenmächtiger Nutzung fremder<br />

Datenbestände befürchten müssen,<br />

ist derzeit (wie auch bei uns) weitgehend<br />

ungeklärt – die deutsche und Schweizer<br />

Justiz betreten hier also Neuland.<br />

Radarsensoren einfach überlackieren?<br />

Zu einem interessanten Technikvortrag hatten<br />

Dr. Ingo Weber, Gruppenleiter Baukasten<br />

Radar beim Autohersteller BMW, und<br />

seine Kollegin Claudia Stephan, verantwortlich<br />

für die Lackfreigabe, beim Münchner<br />

Hersteller eingeladen, wenn auch nur per<br />

Videoübertragung. Denn sie gaben Antworten<br />

auf die Frage, warum bei modernen<br />

Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen<br />

unter Umständen keine Reparaturlackierung<br />

erlaubt ist, sondern ganze Bauteile<br />

ausgetauscht werden müssen.<br />

Konkret handelt es sich um Radarsensoren,<br />

die meistens hinter den Stossfängern<br />

untergebracht sind und deren Reichweite<br />

und Messgenauigkeit durch die Schichtdicke<br />

einer Reparaturlackierung beeinträchtigt<br />

werden kann, wenn sie nicht genau<br />

dem Neuzustand entspricht. Ja, sogar die<br />

Lackzusammensetzung und -farbe wirken<br />

sich in vielfältiger Weise auf die Funktion<br />

von Sensoren aus. BMW entwickelt deshalb<br />

zusammen mit seinen Lacklieferanten<br />

Beschichtungen, die gleichzeitig zwei Dinge<br />

können: Sie setzen den sie durchdringenden<br />

Radarstrahlen möglichst wenig<br />

Widerstand entgegen, reflektieren aber<br />

Laserstrahlen sehr stark, damit sie von<br />

Lidar-Sensoren gut erkannt werden.<br />

Aber auch die Thematik Reparaturlackierung<br />

ist bei BMW wichtig: In einer neuen<br />

Werkstattinformation erlaubt der Automobilhersteller<br />

inzwischen bis zu drei<br />

Nachlackierungen an Stossfängern von<br />

Fahrzeugen mit Radarsensoren.<br />

Fahrerassistenzsysteme kalibrieren<br />

Die technische Ausstattung mit elektronischen<br />

Fahrerassistenzsystemen (FAS) ist<br />

inzwischen für den Carrosserie- und Lackierfachbetrieb<br />

zur «echten» Aufgabe<br />

geworden. Die FAS sind inzwischen vielfältig<br />

und in fast jedem Fahrzeug serienmässig<br />

zu finden. Sie werden über Radar-,<br />

Lidar-, Ultraschall- oder kamerabasierte<br />

Sensoren geregelt, die das Umfeld des<br />

Fahrzeuges erfassen. Die Sensoren selbst<br />

sind dabei sehr unauffällig hinter umgreifenden<br />

Stossfängerverkleidungen, im<br />

Kühlergrill oder an der Frontscheibe platziert<br />

bzw. verbaut. Bei einer Reparatur im<br />

Schadensfall oder einem Frontscheibenwechsel<br />

müssen die Position und Funktion<br />

der Sensoren, also die Funktion des Fahrerassistenzsystems,<br />

überprüft und gegebenenfalls<br />

kalibriert werden.<br />

Welche Vorgehensweise, welche Geräte<br />

und Ausstattung der Fachbetrieb dabei<br />

benötigt, hat das Kraftfahrtechnische Institut<br />

(KTI) untersucht und in seinem Bericht<br />

«Fachgerechtes Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen»<br />

veröffentlicht. Bei den<br />

Würzburger Karosserie- und Schadenstagen<br />

stellte Dipl.-Ing. (FH) Helge Kiebach,<br />

Leiter Schadenforschung am KTI, die Ergebnisse<br />

vor. Dabei gab er detailliert Auskunft,<br />

unter anderem zur Vorgehensweise,<br />

zum Messplatz und zur Kombinierbarkeit<br />

der Geräte mit vorhandenen Geräten. In der<br />

Testreihe wurden fünf Anbieter von Testgeräten<br />

beurteilt, die wiederum in der<br />

Fachausstellung des Kongresses ihre Produkte<br />

auch ausstellten.<br />

Fachausstellung<br />

In der angeschlossenen Fachausstellung<br />

präsentierten sich 40 Unternehmen mit<br />

ihren Produkten für die K+L-Betriebe. Neben<br />

neuen Ausbeulwerkzeugen (Carbon)<br />

oder Lackierkabinen waren auch Software-Dienstleister<br />

vertreten. Produkt<br />

und Praxis hatten unter anderem die Unternehmen<br />

Bosch, Hella Gutmann und<br />

Mahle, die ihre Systeme für die Kalibrierung<br />

von Fahrerassistenzsystemen vorstellten,<br />

am Stand zu bieten.<br />

Fazit<br />

Das Live-Event in Würzburg war mehr als<br />

ein wohltuender Zweitagesausflug. Endlich<br />

konnte man sich wieder mit Kollegen, Partnern<br />

und Geschäftsleuten aus dem automobilen<br />

Aftermarket treffen und analog<br />

austauschen. Nach vielen Monaten des<br />

nahezu vollständigen Fehlens von<br />

Livekommunikation hat die Vogel Communications<br />

Group mit den Würzburger Karosserie-<br />

und Schadenstagen erfolgreich<br />

gezeigt, dass es möglich ist. Wer nicht kommen<br />

wollte, konnte den digitalen Livestream<br />

der Veranstaltung verfolgen; laut Veranstalter<br />

wurde dieser sehr gut genutzt. Die<br />

Würzburger Karosserie- und Schadenstage<br />

2021 sollen wieder planmässig am 26.<br />

und 27. März in Würzburg stattfinden. ●<br />

Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />

Individuelle Vorführung<br />

nach Vereinbarung<br />

online oder vor Ort<br />

Anmeldung unter:<br />

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carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>35


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

BMW 6 GT<br />

Kombi und Limousine in einem<br />

Die Gran-Turismo-Version des 5er-BMW, der BMW 6 GT, basiert weitgehend auf der Carrosserie des 5er.<br />

Aber die Schräghecklimousine hat einige Besonderheiten.<br />

Der Münchner Fahrzeughersteller BMW<br />

baut die Modellversion des 6er seit<br />

Herbst 2017 im bayerischen Werk Dingolfing<br />

im Zweischichtbetrieb – im Produktionsverbund<br />

mit dem BMW 5er und seinen<br />

Derivaten. Gegenüber der ersten<br />

Generation sind die Aussenmasse des<br />

aktuellen 6er nur geringfügig gewachsen:<br />

Mit 5091 mm ist der GT nun 86 mm<br />

länger, die Fahrzeugbreite ist um einen<br />

Millimeter auf 1901 mm und die Höhe um<br />

21 mm auf jetzt 1538 mm gestiegen. Der<br />

Radstand ist mit 3<strong>07</strong>0 mm identisch. Dass<br />

sich trotz der fast identischen Masse viel<br />

verändert hat, zeigt sich zum Beispiel im<br />

Carrosseriebau und bei den Leichtbaumassnahmen.<br />

Bei der Konstruktion des 6er-Modells<br />

hat BMW sein Leichtbaukonzept konsequent<br />

umgesetzt: Der Materialmix aus<br />

Aluminium, hochfesten Stählen und Magnesium<br />

senkt das Fahrzeuggewicht<br />

gegenüber dem Vorgänger deutlich.<br />

Gleichzeitig konnten die Entwickler<br />

die Stabilität und die Verwindungssteifigkeit<br />

der Carrosserie steigern. Das<br />

Leicht baukonzept «EfficientLightweight»<br />

wurde konsequent angewendet: Es kommen<br />

nun vermehrt Aluminiumbleche,<br />

-gussteile und -strangpressprofile zum<br />

Einsatz und der Anteil der hoch- und<br />

höchstfesten Stähle ist gestiegen. Insgesamt<br />

haben die Ingenieure es geschafft,<br />

das Fahrzeuggewicht um bis zu<br />

150 kg gegenüber dem Vorgänger zu<br />

senken. Der Leichtbau in der Carrosserie<br />

summiert sich unter anderem durch Aluminium-Druckgussbauteile<br />

(–15 kg),<br />

leichtere Heckklappe (–7 kg), Alu-Seitenwände<br />

vorne (–4 kg) und Optimierung<br />

der Bauteile (–24 kg). Das Gewicht des<br />

Carrosserierohbaus mit Anbauteilen<br />

liegt jetzt bei 457 kg, wobei der Anteil der<br />

Anbauteile bei ca. 85 kg liegt.<br />

Verbesserter Hinterwagen<br />

Die Anbauteile – Motorhaube, Heckklappe<br />

und die vier Türen – fertigt BMW aus<br />

Bei der Konstruktion des 6er-Modells hat BMW sein Leichtbaukonzept konsequent umgesetzt.<br />

(Foto: BMW)<br />

Aluminiumblech bzw. –druckguss und<br />

verschraubt diese an der Rohbaucarrosserie.<br />

Die Heckklappe des 6er GT besteht<br />

aus einem grossen Aluminium-Druckgussrahmen<br />

in der schrägen Fläche und<br />

einem senkrechten Teil aus Aluminiumblechen.<br />

Alle Bauteile wie Rahmen, Innen-<br />

und Aussenblechteile verbindet der<br />

Fahrzeugbauer mittels Klebstoff und<br />

Nieten. Zudem wendet BMW das selbst<br />

entwickelte neue Dichtsystem ohne Wasserkanal<br />

an der Hecköffnung an. Dadurch<br />

ist die Heckklappenöffnung in der Breite<br />

um 174 mm auf jetzt 1151 mm gewachsen.<br />

Zusätzlich haben die Konstrukteure den<br />

hinteren Dachquerträger schmaler und<br />

stabiler gestaltet, die Scharnieraufnahmen<br />

der Heckklappe in der Carrosseriestruktur<br />

überarbeitet und an der C- und<br />

der D-Säule eine konstruktive Ringstruktur<br />

eingefügt. Dadurch ist nicht nur die<br />

Hecköffnung, sondern auch der Hinterwagen<br />

verwindungssteifer geworden.<br />

Die Carrosseriestruktur des BMW 6er GT<br />

verfügt über eine hochbelastbare und<br />

grossvolumige Trägerstruktur. In der<br />

Dachkonstruktion, im Seitenrahmen, im<br />

Schweller und im Heck setzen die<br />

Münchner hoch- und höherfeste Stähle<br />

ein. Die Sicherheitsfahrgastzelle fertigen<br />

sie aus warmumgeformten Stählen und<br />

Mehrphasenstählen, um eine hohe Steifigkeit<br />

für bestmögliche passive Sicherheit<br />

bei gleichzeitig geringem Gewicht zu<br />

erreichen.<br />

Die Aussenhülle der Carrosserie besteht<br />

aus leichten Aluminiumblechteilen. Die<br />

Motorhaube, der Kofferraumdeckel, die<br />

vier Türen sowie das Dach der Kombilimousine<br />

sind in Alubauweise gefertigt.<br />

Durch einen verborgenen Instrumententafelträger<br />

aus Magnesiumdruckguss<br />

spart der Autobauer zusätzlich zwei Kilogramm<br />

Gewicht gegenüber der Stahlvariante<br />

des Vorgängers ein.<br />

Mehr Aluminium<br />

Nach den Federbeindomen vorne und<br />

einer Domstrebe ist beim 6er-BMW jetzt<br />

noch der hintere Längsträger ein Aluminium-Druckgussteil.<br />

Dieses Bauteil erstreckt<br />

sich vom hinteren Ende des<br />

Schwellers entlang des unteren Randes<br />

des Radhauses hinten und weiter als<br />

36 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Die Rohbaucarrosserie des BMW 6er GT mit ihren Details konnte der<br />

«carrossier» beim Kraftfahrzeugtechnischen Institut (KTI) besichtigen.<br />

Der Blick in den hinteren Innenraum verrät Materialgüten am<br />

Alu gussträger hinten (schwarz), warmumgeformte Bleche<br />

an Schweller innen und Dachrahmen und höherfeste Bleche an<br />

Fersenblech und Bodenmitte (hellgrau).<br />

Komplexe Heckansicht mit einer Klappe aus Alu-Druckguss (schwarz)<br />

mit Alublechteil unten und der Seitenwandstruktur aus Stahl.<br />

An der Carrosserie ohne Aussenhaut lassen sich die stabile Carrosseriestruktur,<br />

die Fügetechnik und die Verstärkungen im Schweller erkennen.<br />

Längsträger bis kurz vor das Heckabschlussblech.<br />

Es ersetzt die frühere<br />

Ausführung in Stahl, die aus 25 Blechteilen<br />

bestand und 15 kg mehr auf die<br />

Waage brachte.<br />

Bei den vier Türen schöpft BMW das<br />

Leichtbaupotenzial des Werkstoffs Aluminium<br />

voll aus. Sie werden in Schalenbauweise<br />

gefertigt und mittels Laserschweissen<br />

gefügt. Die umlaufende<br />

Laserschweissnaht zwischen dem Innen-<br />

und dem Aussenteil der Tür verbindet<br />

das 1 mm dicke Innenblech und das<br />

1,2 mm starke Aussenblech zu einem<br />

Bauteil mit sehr hoher Stabilität.<br />

Im Carrosseriebau werden die Türen<br />

und die vordere Seitenwand von hinten<br />

nach vorne vollautomatisch montiert.<br />

Dazu nutzen die Werker bestimmte Löcher<br />

im Schweller seitlich als Carrosseriereferenzpunkte,<br />

aus denen sich das<br />

Einbaumass berechnet. Die Befestigung<br />

erfolgt von innen mit einer zentralen<br />

Schraube in der A- beziehungsweise<br />

B-Säule. Im Reparaturfall lassen sich<br />

die Türscharniere teilen.<br />

Verbindungstechniken<br />

Im Carrosseriebau des 6er-Modells setzen<br />

die Ingenieure 14 unterschiedliche<br />

Fügetechniken ein. Hierzu gehören auch<br />

die Montagelösungen, die zum Befestigen<br />

von Luftkanälen, Dämmmaterialien<br />

oder elektrischen Leitungen notwendig<br />

sind. Die Fügetechniken in der Carrosserie<br />

mit Anbauteilen sind:<br />

››<br />

Kleben (Strukturklebstoff 84,2 m,<br />

Unterstützungsklebstoff 21,5 m,<br />

Klebstoff beim Rollfalzen 21 m und<br />

Dichtungsklebstoff 5,5 m)<br />

››<br />

Stanznieten, Stanzhohlnieten und<br />

Blindnieten (605)<br />

››<br />

Clinchen (91)<br />

››<br />

Rollfalzen (42,7 m)<br />

››<br />

FDS-Schrauben (150)<br />

››<br />

gewindeformende Schrauben (115)<br />

BMW 6 GT<br />

Aerodynamikmassnahmen<br />

Die deutliche Verbesserung der Aerodynamik<br />

zeigt sich im Luftwiderstandsbeiwert<br />

von cw = 0,25. Auch der 6er GT verfügt<br />

über eine aktive Luftklappensteuerung<br />

für den Kühler, die Einsätze der Nierenelemente<br />

und den unteren Lufteinlass. Der<br />

«Air Curtain» in der Stossfängerverkleidung<br />

und der «Air Breather» reduzieren die<br />

Luftverwirbelungen im Radkasten und<br />

kanalisieren den Fahrtwind deutlich.<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>37


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Je dunkler, desto stabiler. Die Materialgüten im Überblick von Boden,<br />

Mitte und Stirnwand; Alu-Türen weiss, Stirnwand, Tunnel oben und<br />

Schweller innen dunkel und warmumgeformt.<br />

Materialeinsatz Karosserie<br />

Am Knotenpunkt Fersenblech, Schweller und Längsträger hinten<br />

kommen die Fügetechniken Stanznieten, FDS-Schrauben und Punktschweissen<br />

zum Einsatz.<br />

Crashs sollen Assistenzsysteme das<br />

Auslösen nicht benötigter Airbags<br />

verhindern, damit diese den Insassen<br />

für eventuelle Sekundärkollisionen weiterhin<br />

zur Verfügung stehen. Diese<br />

Systeme haben inzwischen eine hohe<br />

Relevanz für die Deformation und Beschädigung<br />

der Carrosserie. An der<br />

Fahrzeugfront sorgen definiert dimensionierte<br />

Deformationsfreiräume dafür,<br />

dass Aufprallenergie abgebaut wird, um<br />

Fussgänger zu schützen.<br />

<br />

●<br />

Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />

Eingesetztes Material an der Carrosserie des BMW 6er: Aluminium = grün, Stahlbleche: hellblau =<br />

normal, blau = hochfest, rosa = höherfest und violett = warmumgeformt, höchstfest. (Grafik: BMW)<br />

››<br />

Laserschweissen Aluminium (18,9 m)<br />

››<br />

Ballschweissen (28)<br />

››<br />

Bolzenschweissen (4<strong>07</strong>)<br />

››<br />

Lichtbogenschweissen<br />

››<br />

Punktschweissen Stahl (5392)<br />

››<br />

MAG-Schweissen (560 mm)<br />

Das Ballschweissen ist eine neue Fügetechnik,<br />

bei der der Werker eine oder zwei<br />

Stahlkugeln übereinander an das Carrosseriestahlblech<br />

schweisst. Dadurch lassen<br />

sich Montageteile (Luftkanal, Dämmstoff<br />

oder Halter) schneller und mit einer<br />

definierten Toleranz mittels Clip fixieren.<br />

Sicherheit durch Elektronik<br />

Die Carrosseriestruktur soll laut BMW<br />

ein Höchstmass an Sicherheit für Insassen<br />

und Unfallgegner bei niedrigem Gewicht<br />

bieten. Nach eigenen Angaben<br />

wurden die Deformationswege optimal<br />

gestaltet und die Hauptlastpfade aufgeteilt,<br />

sodass die Crashkräfte auf die steif<br />

ausgelegte Fahrgastzelle grossflächig<br />

abgeleitet und verteilt werden können.<br />

Bei einem Unfall können so die Rückhaltesysteme<br />

für Front-, Heck- und Seitenaufprall<br />

ihre Schutzwirkung effizient<br />

entfalten. Die integrierte Sicherheitselektronik<br />

soll alle Airbags abhängig von<br />

Typus und Schwere eines Crashs in der<br />

richtigen Reihenfolge, mit der erforderlichen<br />

Rückhaltewirkung und zum optimalen<br />

Zeitpunkt auslösen. Je nach Anzahl<br />

der Passagiere sowie Art des<br />

BMW 6 GT<br />

Verbesserte Details<br />

Im Herbst 2017, ein Jahr nachdem BMW die<br />

überarbeitete 5er-Modellreihe in ihrer<br />

siebten Generation vorgestellt hatte, präsentierte<br />

der Hersteller die Gran-Turismo-Version,<br />

den BMW 6er GT. Die Modellreihe<br />

des BMW 5er mit seinen Varianten<br />

Limousine und Touring sowie seinen Derivaten<br />

6er Coupé, Grand Coupé, Cabrio und<br />

Gran Turismo hat sich zum Verkaufsschlager<br />

entwickelt.<br />

Die zweite Generation des 6er GT, eine geräumige<br />

und elegante Kombilimousine, soll<br />

an diesen Erfolg anknüpfen. Die Transportkapazität,<br />

ein wichtiges Merkmal der<br />

6er-Baureihe, haben die Münchner durch<br />

zahlreiche Details verbessert, wie zum Beispiel<br />

durch die um 174 mm verbreiterte Laderaumöffnung.<br />

Die Fondsitzlehne besteht<br />

aus drei im Verhältnis 40:20:40 aufgeteilten<br />

Elementen, die per Tastendruck vom Kofferraum<br />

aus fernentriegelt werden können.<br />

38 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Lackiererei<br />

Mazda-Farbton «Machine Grey»<br />

Spies Hecker Tipp<br />

Aufwendiger Dreischicht-Farbton<br />

Der beliebte Mazda-Farbton «Machine Grey» wird in der aufwendigen Takuminuri-Lackiertechnik appliziert.<br />

Das macht die Reparatur dieses Dreischicht-Farbtons besonders anspruchsvoll. Evgeny Khmelev,<br />

Leiter Training Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Spies Hecker, gibt Praxistipps für die Lackierung.<br />

Der Farbton 46G «Machine Grey» – auch<br />

als «Matrixgrau Metallic» bezeichnet –<br />

wird bei Mazda seit 2016 für verschiedene<br />

Modellreihen verwendet und im sogenannten<br />

Takuminuri-Verfahren lackiert,<br />

das Mazda zuvor bereits bei seinem Farbton<br />

«Soul Red» eingesetzt hat. Die Lackierung<br />

des Graufarbtons besteht aus<br />

einer Reflexionsschicht, einer lichtdurchlässigen<br />

Schicht und einer Klarlackschicht.<br />

«Die eingelagerten Aluminium-<br />

Flakes erzeugen eine metallische<br />

Farbtiefe, gleichzeitig verleihen Pigmente<br />

in der Reflexions- und der Effektschicht<br />

auf dem Fahrzeug einen intensiven Kontrast<br />

zwischen Licht und Schatten», sagt<br />

Volker Wistorf, Produktmanager Spies<br />

Hecker Schweiz. «Es sieht fast aus, als sei<br />

das Fahrzeug aus einem einzigen Stahlblock<br />

herausgefräst worden.»<br />

Diesen besonderen Effekt der Originallackierung<br />

bei einer Reparatur nachzustellen<br />

ist erfahrungsgemäss nicht einfach.<br />

«Hinzu kommt, dass ‹Machine Grey›<br />

durch die Farbtonkomplexität von Modell<br />

zu Modell, sogar von Fahrzeug zu Fahrzeug<br />

unterschiedlich ausfallen kann»,<br />

ergänzt Wistorf. «Daher haben wir in unserer<br />

Color Software Phoenix nicht nur<br />

eine, sondern eine Auswahl von Mischformeln<br />

für den Permahyd Hi-TEC Basislack<br />

480 hinterlegt.»<br />

Hier sind Evgeny Khmelevs Tipps, wie<br />

man auch bei «Machine Grey» zuverlässig<br />

ein gutes Ergebnis erreicht:<br />

Tipp 1: Musterbleche anfertigen<br />

Weil «Machine Grey» so unterschiedlich<br />

ausfallen kann, wird empfohlen, nach der<br />

Farbtonmessung mit dem ColorDialog<br />

Phoenix auf jeden Fall ein Spritzmuster<br />

anzufertigen, um die beste Übereinstimmung<br />

des Silbereffekts mit der Originallackierung<br />

abzugleichen. Wichtig: Spritzmuster<br />

und Originallackierung unter<br />

verschiedenen Lichtquellen prüfen, vor<br />

allem bei natürlichem Tageslicht.<br />

Tipp 2: Schwarzen Grundfarbton<br />

applizieren<br />

Nach der Untergrundvorbereitung wird<br />

der schwarze Basislack-Grundfarbton<br />

deckend aufgetragen und weich in die<br />

Originallackierung einlackiert. Bei kleinen<br />

Reparaturflächen erzielt ein reduzierter<br />

Pistolendruck einen besonders sanften<br />

Übergang zum Rest der Lackierung.<br />

Wichtig: Der Grundfarbton muss vollständig<br />

auskühlen, bevor der Blender auf<br />

die angrenzenden Carrosserie-Teile aufgetragen<br />

werden kann.<br />

Tipp 3: Kontrast-Sticker beim Effektgang<br />

einsetzen<br />

Vor dem Applizieren eines leicht transparenten<br />

Effektgangs empfiehlt es sich,<br />

einen Schwarz-Grau-Kontrast-Sticker an<br />

einer Stelle anzubringen, die später abgedeckt<br />

wird (zum Beispiel durch einen Türgriff).<br />

Der Sticker hilft dabei, zu erkennen,<br />

wie stark deckend die Effektschicht aufgetragen<br />

wurde. Der Effektgang aus einem<br />

konzentrierten Schwarz und einem sehr<br />

feinen Aluminium wird idealerweise mit<br />

einer langen Lackeinstellung als nicht deckende,<br />

geschlossene Schicht appliziert.<br />

Tipp 4: Ergebnis bei natürlichem Licht<br />

prüfen<br />

Nach dem Abkühlen der Effektlackierung<br />

kann anhand des Kontrast-Stickers<br />

geprüft werden, ob und inwieweit der<br />

Grundfarbton vom Effektgang abgedeckt<br />

wurde. Wenn der Effektgang ausreichend<br />

durchscheinend aufgetragen wurde,<br />

kann klarlackiert werden. Das Ergebnis<br />

wird zum Schluss noch einmal sorgfältig<br />

und kritisch unter verschiedenen Lichtquellen<br />

geprüft. Entscheidend ist der<br />

Eindruck der kompletten Carrosserie bei<br />

Tageslicht.<br />

Vor dem Applizieren eines leicht transparenten Effektgangs empfiehlt es sich, einen<br />

Schwarz-Grau-Kontrast-Sticker an einer Stelle anzubringen, die später abgedeckt wird –<br />

hier erkennbar an der Stelle des Türgriffs.<br />

Tipp 5: Video anschauen<br />

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Herausforderungen – darunter auch eine<br />

konkrete Reparaturanleitung zum Farbton<br />

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●<br />

Redaktion: Henrik Petro<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>39


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Unter der Lupe<br />

Thema<br />

Wesemann AG, Zug<br />

Der Familienbetrieb Carrosserie Urs Wesemann<br />

100 Jahre und vier Generationen<br />

Sie wurde genau vor 100 Jahren als erste Autolackiererei im Kanton Zug gegründet. Die heutige Wesemann<br />

AG hätte das besondere Jubiläum mit hochkarätigen Gästen gefeiert. Doch die rasant gestiegenen<br />

Corona-Fallzahlen machten dem Vorhaben kurzfristig einen Strich durch die Rechnung.<br />

Die (fast) komplette Mannschaft der Wesemann AG, inklusive künftige fünfte Generation.<br />

Alles war bis ins letzte Detail geplant<br />

und aufgegleist. Die Laudatoren aus<br />

Branche, Verband und Politik waren organisiert,<br />

die Gäste eingeladen, die Plakatstellen<br />

reserviert und die fünf Jahre<br />

dauernden Umbau- und Erneuerungsarbeiten<br />

am Gebäude gerade rechtzeitig<br />

abgeschlossen. Doch dann kam es anders.<br />

Aufgrund der rasant gestiegenen<br />

bestätigten Covid-19-Ansteckungen entschied<br />

sich Geschäftsführer Urs Wesemann<br />

schweren Herzens zwei Wochen<br />

vor der Durchführung, die für den<br />

30. Oktober geplante Veranstaltung und<br />

den folgenden Tag der offenen Tür abzusagen.<br />

«Ich konnte in der allerletzten<br />

Sekunde wenigstens noch das Plakatsujet<br />

anpassen lassen», erzählt Urs Wese-<br />

An diesen Informationen kommt keiner vorbei.<br />

Die an das Wohnhaus angebaute Carrosserie.<br />

Auf dem Dach zu erkennen die Solarpaneele<br />

und die Abluft-Schalldämpfer.<br />

Fünf Multiarbeitsplätze ermöglichen flexibles<br />

Arbeiten wie auch Spot Repair.<br />

44 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Unter der Lupe<br />

Wesemann AG, Zug<br />

mann. Die Strassenplakatstellen hätte<br />

er nämlich sowieso bezahlen müssen,<br />

also warum nicht etwas an Werbewirkung<br />

mitnehmen? So prangt nun in und<br />

um Zug das ursprüngliche Plakat, die<br />

Einladung zum Tag der offenen Tür, mit<br />

dem Vermerk «Abgesagt».<br />

Ein Gewerbe entsteht<br />

Für Lackschäden an Autos war vor 100<br />

Jahren der Maler zuständig. Johann<br />

Wesemann, der als Handwerksmeister<br />

1897 in Zug unter seinem Namen ein<br />

Malergeschäft eröffnet hatte, erkannte<br />

bald, dass dies eine eigene Sparte werden<br />

könnte. So gründete er 1920 mit<br />

seinen beiden Söhnen Hans und Fritz die<br />

erste Autolackiererei im Kanton Zug.<br />

Nachdem er 1924 unerwartet früh starb,<br />

wurden das Malergeschäft und die Autolackiererei<br />

bis 1927 unter dem Namen<br />

«Witwe Wesemann & Söhne» weitergeführt.<br />

Dann übernahmen die beiden<br />

Söhne als Kollektivgesellschaft «Gebr.<br />

Wesemann».<br />

Anfänglich wurde der Lack noch mit dem<br />

Pinsel aufgetragen. Bald kam jedoch die<br />

innovative Technik des Farbspritzens<br />

mittels Druckluft auf. Diese Herausforderung<br />

wurde mit viel Pioniergeist erprobt<br />

und optimiert. Im Jahr 1929 liessen<br />

die beiden Brüder an der Baarerstrasse<br />

38 in Zug ein modernes Wohn- und Geschäftshaus<br />

bauen, wo auch der Autolackierbetrieb<br />

untergebracht wurde. Doch<br />

die kurz darauf auch in die Schweiz überschwappende<br />

Weltwirtschaftskrise<br />

brachte den beiden Brüdern wirtschaftlich<br />

schwierige Jahre. Mit dem grossen<br />

Autoboom nach dem Zweiten Weltkrieg<br />

verbesserten sich die Verdienstmöglichkeiten<br />

bedeutend.<br />

Getrennte Wege<br />

1952 entschieden sich Hans und Fritz,<br />

die Firma aufzuteilen. Fritz Wesemann<br />

übernahm die Autolackiererei und erweiterte<br />

mit grossem Einsatz stetig sein<br />

Geschäft. Eine Spritz- und Einbrennkabine<br />

bis 80 °C für Personenwagen und<br />

eine gasbeheizte Spritzkabine für Autobusse<br />

und LKWs wurden eingebaut –<br />

auch diesmal die ersten im Kanton Zug.<br />

Fritz Wesemanns Sohn Ivo erlernte nach<br />

dem Abschluss der Handelsschule ab<br />

1952 in Zürich zusätzlich noch den Beruf<br />

des Vaters. 1956 stieg er in den elterlichen<br />

Betrieb ein und legte 1959 die<br />

Meisterprüfung als eidg. Auto- und Wagenlackierer<br />

des Autolackiererverbandes<br />

ab, wo er später auch als Prüfungsexperte<br />

amtete.<br />

Umzug an heutigen Standort<br />

Der Mangel an Parkplätzen in der Innenstadt<br />

zwang den Betrieb, an den<br />

Stadtrand zu ziehen. Deshalb wurde<br />

1970 am Grienbach – heute Franz-Rittmeyer-Weg<br />

3 – ein neues Wohn- und<br />

Geschäftshaus erstellt. Kurz vor dem<br />

Einzug übergab Fritz Wesemann seinem<br />

Sohn Ivo das Geschäft. Mit der Ölkrise<br />

1973 erfuhr auch die nächste Generation<br />

schon bald einen ersten Härtetest. Doch<br />

danach wuchs die Anzahl der Mitarbeiter<br />

stetig an. Im Jahre 1984 eröffnete Ivo<br />

Wesemann zusätzlich eine Autospenglerei.<br />

1991 schloss sein Sohn Urs Wesemann<br />

die Lehre als Autolackierer mit<br />

Erfolg ab. Nach drei Lehr- und Wanderjahren<br />

kehrte er wieder in den elterlichen<br />

Betrieb zurück, den er 2001 in der<br />

vierten Generation übernahm. «Für mich<br />

war bereits als Jugendlicher klar, dass<br />

ich den Beruf meines Vaters lernen und<br />

Die Fahrzeugreinigung innen und aussen gehört<br />

schon seit vielen Jahren zur Grundphilosophie<br />

der Wesemann AG: «Ein sauberes Auto<br />

bei der Abgabe ist ein Markenzeichen.»<br />

Die digitale Farbtonmessung hat hier schon<br />

lange Einzug gehalten. Die nächste Stufe<br />

wurde mit der Anschaffung des «Daisy<br />

Wheel» erreicht.<br />

Gut 50 Aufträge werden pro Woche durchgeschleust.<br />

Während des Corona-Lockdowns beschäftigte<br />

Urs Wesemann seine Lernenden mit Arbeiten,<br />

die sonst Ausgelernten vorbehalten sind, aber<br />

unter deren Aufsicht.<br />

Komplett erneuert wurde auch das Untergeschoss.<br />

Hier befindet sich heute die Spenglerei.<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>45


Unter der Lupe<br />

Wesemann AG, Zug<br />

1920 gründete Johann Wesemann die erste Autolackiererei im<br />

Kanton Zug.<br />

1929 entstand an der Baarerstrasse 38 in Zug ein modernes Wohnund<br />

Geschäftshaus.<br />

Mischraum anno 1972. Heute befindet sich hier Urs Wesemanns Büro. Preise für Lackierarbeiten vor genau 60 Jahren, nämlich 1960.<br />

in den elterlichen Betrieb einsteigen<br />

würde», erinnert sich der heutige Inhaber<br />

und ergänzt, dass sein älteren Bruder<br />

diesbezüglich von Anfang an einen<br />

anderen beruflichen Werdegang eingeschlagen<br />

hat. Weshalb die Nachfolgeregelung<br />

2001 auch problemlos vollzogen<br />

werden konnte. 2011 wandelte<br />

Wesemann die Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft<br />

um.<br />

Ein grosses Ziel vor Augen<br />

«Mein Traum war, eine der grössten<br />

markenunabhängigen Carrosseriewerkstätten<br />

im Kanton zu werden», erzählt<br />

Urs Wesemann. «Ich wollte es aber<br />

nicht erzwingen, sondern es sollte stets<br />

rentieren. Und es musste auch nicht von<br />

heute auf morgen sein. So kam das eine<br />

zum anderen.» Er könne mittlerweile<br />

sagen, dass er heute zu den grösseren<br />

im Kanton gehöre. «Aber mich interessieren<br />

nicht die anderen, mich interessiert<br />

mein Betrieb.» Zu seinem Wachstum<br />

beigetragen habe zu einem grossen<br />

Teil die Stärkung des Geschäfts mit Versicherungen.<br />

Dazu musste er die 2010<br />

aus Platzgründen eingestellte Spenglerei<br />

im Jahre 2019 wieder reaktivieren,<br />

was mit ein Grund für die Umbauten war.<br />

Obwohl er diesbezüglich zwar gute<br />

Partner hatte, wollten die Versicherungen<br />

lieber «alles aus einer Hand». Um in<br />

die Schadensregulierung zu kommen,<br />

gilt es, einige Anforderungen zu erfüllen.<br />

So sei er zwar anfänglich in der Branche<br />

belächelt worden, als er schon früh<br />

einen Hol- und Bringservice eingeführt<br />

habe – heute fast schon ein Muss. Auch<br />

die Innen- und Aussenreinigung des<br />

Fahrzeuges habe sein Vater schon eingeführt.<br />

Als Jugendlicher habe er selbst<br />

oft dabei mitgeholfen. «Ein sauberes<br />

Auto bei der Abgabe ist ein Markenzeichen»,<br />

so Urs Wesemann. «Auch Repanet<br />

Suisse hat mir als Netzwerk stark<br />

geholfen zu wachsen, man muss es aber<br />

auch leben.» Und seit Jahrzehnten verarbeite<br />

der Betrieb ausschliesslich umweltverträgliche<br />

Lackmaterialien.<br />

Auf Effizienz getrimmt<br />

In den letzten fünf Jahren hat Urs Wesemann<br />

viel umgebaut und dafür auch<br />

viel in das Gebäude investiert. Einerseits<br />

war es höchste Zeit, die Anlagen zu modernisieren,<br />

andererseits gab es Poten­<br />

46 carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>


Unter der Lupe<br />

Wesemann AG, Zug<br />

Am Gebäude hängt die neue Firmenbeschriftung<br />

(mit Spenglerei) und bekanntem Sujet.<br />

zial zur Straffung der Abläufe, für die<br />

man teilweise Wände durchbrechen<br />

oder Durchgänge verschliessen musste.<br />

Im ehemaligen Mischraum befindet sich<br />

heute Urs Wesemanns Einzelbüro, der<br />

Empfang ist nun direkt vom Aussenplatz<br />

aus zugänglich. Im Untergeschoss, das<br />

früher als Lager fremdvermietet wurde,<br />

ist jetzt die Spenglerei untergebracht.<br />

Der Mischraum ist in diesem Jahr auch<br />

neu eingerichtet worden. Nebst neuer<br />

Mischrampe, Spritzpistolenreinigungsgerät<br />

und Tischen wurde auch ein<br />

Misch roboter «Daisy Wheel» angeschafft.<br />

Auf Corona angesprochen, erzählt<br />

Wesemann – trotz der unerfreulichen<br />

Absage des Jubiläumevents, zu<br />

dem über 60 VIP-Gäste zugesagt hatten<br />

und an dem nebst carrosserie-suisse-<br />

Zentralpräsident Felix Wyss auch der<br />

Zuger Regierungsrat Andreas Hostettler<br />

gesprochen hätte – auch eine positive<br />

Anekdote. Weil er und die Lernenden im<br />

Lockdown nicht in Kurzarbeit waren,<br />

führte er mit ihnen einen Lernmonat<br />

durch, während dem sie die Rolle der<br />

Ausgelernten übernahmen und unter<br />

deren Aufsicht ihre Tätigkeiten ausführten.<br />

«Es war streng, aber lehrreich»,<br />

resümiert Urs Wesemann. «Ich würde<br />

das beim nächsten Mal genauso wieder<br />

machen. Man muss das Beste aus der<br />

Situation herausholen und so profitiert<br />

zumindest die Ausbildungsseite.»<br />

Die Tradition, dass in jeder Generation<br />

der Ausbildung von Lernenden hohe<br />

Beachtung geschenkt wurde, führt Urs<br />

Wesemann damit zweifelsfrei weiter.<br />

<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: Wesemann AG, Petro<br />

Wesemann AG<br />

Im Porträt<br />

Die heutige Wesemann AG am Franz-Rittmeyer-Weg<br />

3 in Zug führt Carrosseriearbeiten<br />

(Instandsetzung und Lackierarbeiten) an<br />

Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen<br />

durch. Neben Inhaber Urs Wesemann,<br />

der das Unternehmen in vierter Generation<br />

Urs Wesemann, Inhaber und Geschäftsführer<br />

in vierter Generation<br />

führt, kümmern sich elf Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter auf 320 m² in der Spenglerei<br />

im Untergeschoss und auf 480 m² in der Lackiererei<br />

im Parterre um die rund 50 Aufträge<br />

pro Woche, die sich bis zu 65 Prozent aus<br />

Versicherungen und Leasinggesellschaften,<br />

30 Prozent aus Garagen und Carrosserien<br />

(Spenglereien ohne Spritzwerk) sowie 5<br />

Prozent Privatkunden zusammensetzen.<br />

Zurzeit sind drei Lernende Carrosserielackierer/-in<br />

in Ausbildung, die Lehrlingsausbildnerin<br />

unterrichtet einen Tag die Woche<br />

an der Berufsschule. Zur Infrastruktur gehören<br />

zwei Lackierkabinen unterschiedlicher<br />

Grössen, fünf Multiarbeitsplätze und<br />

zwei bis drei Spenglerarbeitsplätze inklusive<br />

Richtbank. Weil sich die Carrosserie in<br />

einer Gewerbe-Wohnzone befindet, hat Urs<br />

Wesemann die Lüftung der Lackierkabinen<br />

und die Ablüftung des Mischraums vorsorglich<br />

schalldämpfen lassen. Die auf dem Dach<br />

installierten 260 Solarpaneele liefern im<br />

Sommer genügend grünen Strom, um zu 100<br />

Prozent autark zu sein. Der Betrieb ist<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb Stufe 2 und Partner<br />

der Versicherungen Helvetia und Allianz<br />

sowie einiger Leasinggesellschaften und<br />

Netzwerkpartner von Repanet Suisse.<br />

Digitalisierte Prozesse finden sich heute auch<br />

in der Auftragsverwaltung.<br />

carrossier Nr. 7 / November <strong>2020</strong>47


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