LE-6-2020

markus.jaklitsch

LOGISTIK express Journal 6/2020

ABS. HJS MEDIA WORLD | HAMEAUSTR. 44 | A-1190 WIEN

LOGISTIK express

Heft 6/2020

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„Das Krisenjahr ist voller

Herausforderungen. Sichern Sie

sich Ihren Informationsvorsprung.“

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LOGISTIK express 6/2020|S2


INHALT / EDITORIAL / IMPRESSUM

INHALT 6/2020

03 Inhalt / Editorial

04 Auf Trump folgt Harris, nicht Biden

08 Kann nicht schon endlich Weihnachten sein, bitte?

10 Der zweite Lockdown ist da

12 Der harte Lockdown – ein Amazon-Förderungsprogramm

14 Debatte um Werbeverbote für "ungesunde" Lebensmittel

16 E-Commerce: Österreichs umsatzstärkste Shops

20 Online Handel: 8 Punkte, die Sie 2021 bedenken sollten

22 Des einen Leid, des anderen Freud: Corona als Digitalisierungs-Push

24 Künstliche Intelligenz für den smarten Handel der Zukunft

27 KNAPP unterstützt mit starken Innovationen in schwierigen Zeiten

Logistik

30 Interview mit Roland Seebacher, Geschäftsführer BITO Österreich

der Welt

36 Innovationsvorreiter in der Logistik - E-Commerce 3.0

38 IDIH startet die 3. Logistikreise

ganze

40 SSI Schäfer: Nachhaltige Intralogistik für widerstandsfähige Unternehmen

Die

44 Delivery-Experte Seven Senders expandiert nach Österreich

48 Corona und Logistik – kein Schiff wird kommen

50 Lenzing erhöht die Kundenbindung

52 Dematic: Individuell angepasste FTS

54 AM-Automation: AutoStore hat unseren KVP deutlich vorangebracht

56 Swisslog: Aqipa realisiert mit Swisslog und trotzt damit der Pandemie

58 Indischer Logistikmarkt: Mangelnde Infrastruktur und Fragmentierung

61 Binnenschiff Journal

62 Mediadaten 2021

Impressum: Medieninhaber: Markus Jaklitsch

Redaktion: Angelika Gabor Peter Baumgartner, Dirk Ruppik , Peter Nestler

Fotos: Getty Images istockphoto.com

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Challenge

Da sind wir nun – wieder im

Lockdown. Ich bin wahrlich

kein Freund davon, die Wirtschaft

runterzufahren und

Unternehmen zu alimentieren,

statt schon den Sommer

über die Infrastruktur zu

organisieren, Personal zu reaktivieren,

entsprechende

Ausbildungen zu forcieren

und einen monatlichen Corona

Bonus auszuzahlen. Die

Kosten dafür werden KMU

und die Mittelschicht tragen,

denn die Global Player

zahlen aufgrund unseres

Standortgesetzes sowieso

keine oder nur geringfügig

Steuern.

Nicht abzusehen auch

die Langzeitfolgen für Kinder

und Jugendliche, die

Lernstoff versäumen und

besonders unter dem sozialen

Kontaktverbot leiden.

Corona beherrscht die

Schlagzeilen – unterbrochen

nur von den erschütternden

Nachrichten des

radikalislamistischen Terrors

in Wien. Haben die Kritiker

der Willkommenspolitik

doch Recht? Egal ob rechts

oder links, Extremismus ist immer

falsch und Unschuldige

kommen zum Handkuss. Wir

leben in bewegten Zeiten,

die Welt ist im Umbruch. Eines

ist aber klar: wir machen

weiter wie bisher – fachlich,

sachlich, aktuell. Bleiben Sie

gesund!

Markus Jaklitsch

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LOGISTIK express 6/2020 | S4

Auf Trump folgt Harris, nicht Biden

Lange nicht mehr wurde solch ein Affentheater um eine US-Präsidentschaftswahl

gemacht und ein Wahlausgang so frenetisch gefeiert wie in diesen Tagen – obwohl,

was tief blicken lässt, der Jubel über den Machtwechsel in Washington weniger

dem fatalen Gespann Biden/Harris gilt als der Abwahl seines Vorgängers.

Diese scheint, allen juristischen Spiegelfechtereien zum Trotz, beschlossene Sache

zu sein. GASTBEITRAG: DANIEL MATISSEK

Lange nicht mehr wurde solch ein

Affentheater um eine US-Präsidentschaftswahl

gemacht und ein Wahlausgang

so frenetisch gefeiert wie in diesen

Tagen – obwohl, was tief blicken lässt, der

Jubel über den Machtwechsel in Washington

weniger dem fatalen Gespann Biden/Harris

gilt als der Abwahl seines Vorgängers. Diese

scheint, allen juristischen Spiegelfechtereien

zum Trotz, beschlossene Sache zu sein: Beunruhigende

Hinweise auf Wahlbetrug mag es

geben – doch zum einen ist ein solcher dann

ganz sicher nicht konzertiert-systematisch erfolgt,

allenfalls spontan und punktuell an der

Basis (wo vielen Anti-Trumpisten einfach jedes

Mittel recht wäre, diesen Präsidenten loszuwerden);

zum anderen dürfte sich ein „Voter-

Fraud2020“ letztlich nicht wahlentscheidend

ausgewirkt haben. Auch wenn diese Wahlen

die US-Gerichte noch lange beschäftigen

werden: Die Präsidentschaft dürfte Biden

wohl nicht mehr zu nehmen sein.

Nun ist der Jubel groß – so groß, dass bei den

weltweiten Spontandemos nach Ausrufung

des Biden’schen Wahlsiegs, die sogar die

Siegesfeiern in den alliierten Hauptstädten

im Mai 1945 in den Schatten stellten, weder

Social Distancing noch Maskenzwang eine

Rolle mehr spielten; ohne dass dies übrigens

irgendeine der Witzfiguren störte, die sich

ansonsten bei jeder Gelegenheit anmaßen,

uns sicher durch die Pandemie zu geleiten

und die ein entschlossenes Vorgehen gegen


öse Superspreader verlangen, wenn diese

wieder einmal (wie am Samstag in Leipzig)

für ihre Grundrechte demonstrieren. So

schrieb etwa SPD-Chefin Saskia Esken ganz

verzückt unter dem Eindruck der ekstatischen

Wallstatt von zehntausenden ekstatischen

„diversen“ Demonstranten und Jung-Linken

in amerikanischen Großstädten nach dem

Sieg von Biden/Harris: „Die Wahl von Joe

Biden und Kamala Harris bewegt die Menschen…

Sie tanzen auf den Straßen, zeigen

ihre Freude und sie weinen vor Erleichterung!“

Wie bitte, sie tanzen auf den Straßen? Moment…

war da nicht irgendwas mit einem

tödlichen Virus? Egal! Für die gerechte Sache

macht Corona gewiss eine Ausnahme.

Der Hass des linksökologischen globalistischen

Establishments, vor allem aber der deutschen

Öffentlichkeit auf Donald Trunp trug zuletzt

derart pathologische, obsessive Züge, dass

es kaum wundernahm, wenn die Lobpreisungen

und Elogen auf das designierte neue Gespann

im Weißen Haus von Linkspartei bis CSU,

von Leitmedien bis Gewerkschaften so gut

wie identisch klangen – inklusive der Nachtritte

und Seitenhiebe auf Donald Trump. Der

offizielle Antiamerikanismus hatte ein letztes

Mal Hochkonjunktur, ehe er sich nun wieder,

für die Dauer der demokratischen Präsidentschaft,

für die nächsten Jahre vornehm zurückhalten

muss.

– und dafür von der Basis, bei allen Macken

und Konventionsbrüchen, respektiert wurde.

Diese Präsidentschaft war, bei allen Vorbehalten

an Stil und Auftreten des Mannes, eine

höchst erfolgreiche.

Von alldem war in Deutschland, wo eine entemotionalisierte

und auch nur halbwegs sachliche

Debatte über Trump zu keinem Zeitpunkt

möglich war und folglich auch nie stattfand,

nichts zu hören. Nur aus der leidlich unvoreingenommenen

angelsächsischen, teilweise

auch noch der Schweizer Presse (dem neuen

„Westfernsehen“) konnte man sich ein unvoreingenommenes

Bild über Trumps politische

Leistungen machen – jenseits aller Schmutzkampagnen

vom frei erfundenen „Russiagate“

bis hin zu Sexting-Vorwürfen.

Die beeindruckenden wirtschaftspolitischen

Erfolge, die Rückholung und Neuschaffung

von Millionen Jobs; die Steuersenkungen;

und eine höchst erfolgreiche Außenpolitik

(die in der Pointe gipfelte, dass Trump – als

erster US-Präsident seit Jimmy Carter – keinen

Krieg vom Zaun brach): nichts davon wurde

hier je rezipiert geschweige denn gewürdigt.

Und genauso infantil, verkürzt und geifernd,

wie hierzulande über Trump geschrieben und

berichtet wurde, so glorifizierend-schönfärberisch

und einseitig wurden seine b(e)iden

Herausforderer über den grünen Klee gelobt.

DANIEL MATISSEK

JOURNALIST

HALLO MEINUNG

Was in all der Sektlaune ein wenig unterging:

Nicht nur Joe Biden hatte mit 74 Millionen

Stimmen die höchste Stimmenanzahl errungen,

die je ein demokratischer Präsidentschaftskandidat

auf sich vereinen konnte

– sondern auch Donald Trump mit 70 Millionen

Wählerstimmen ein historisches Ergebnis

errungen und einen geradezu riesigen Mobilisierungsgrad

erzielt: Über sieben Millionen

Amerikaner mehr als 2016 gaben ihm die

Stimme – und wäre Corona nicht gewesen,

hätte er wohl mit einem Erdrutschsieg seine

zweite Amtszeit errungen. Nein, die Ära Trump

war kein Betriebsunfall der US-Geschichte;

hier war kein Außenseiter oder populistischer

Shooting-Star ohne solide Wählerbasis an die

Macht gekommen – sondern ein knallharter

Realpolitiker, der das hielt, was er versprach

Diese Wahrnehmungsverzerrung wird sicer

noch für manche Irritation sorgen – denn die

wahren Auswirkungen dieser US-Wahlen haben

die allerwenigsten derer begriffen, die

jetzt klatschen und Freudentränen verdrücken:

Tatsächlich nämlich handelt es sich bei

Bidens Wahl um eine Machtergreifung der

subversiv-kulturmarxistischen Linken durch

die Hintertür, die damit nun auch die mächtigste

Nation der Welt dominieren. Denn die

eigentliche Strippenzieherin der neuen Administration

wird nicht der präsenile Biden sein,

sondern seine Vizepräsidentin.

Mit Kamala Harris hält eine machthungrige

Kryptokommunistin in Washington Einzug, bei

der der 25. Verfassungszusatz erstmals seit Gerald

Fords damaliger Nixon-Nachfolge wieder


LOGISTIK express 6/2020 | S6

Relevanz entfalten könnte – weil Biden nämlich,

bedauerlich doch wenig überraschend,

die allerbesten Voraussetzungen mitbringt,

als erster Präsident seit 75 Jahren im Amt den

Löffel abzugeben. Und selbst wenn er sein

„first term“ erfüllen sollte, so wäre er am Ende

der Amtsperiode 82 Jahre alt – womit spätestens

dann Harris als Nachfolgerin gesetzt sein

dürfte. Bidens Alter wäre per se betrachtet

gar kein Problem; es gab bedeutend ältere

Staatsmänner. Doch dieser Kandidaten fiel

bereits im Wahlkampf durch Gebrechlichkeit

und offenkundige Anzeichen von Demenz

und Umnachtung auf. Hier stellt sich die Frage

der geistigen Zurechungsfähigkeit, anders als

bei Donald Trump, womöglich bald sehr real.

Für eine seit Black Lives Matter zunehmend

militant auftretende, von einflussreichen

NGO’s und milliardenschweren Strippenziehern

gebutterte sozialistische Front, die von

Antifa über „Antirassisten“ bis Klimaaktivisten

reicht (und die für die Spaltung der USA

mehr tat, als es Trump je vermocht hätte),

war Biden der ideale Platzhalter; ein Tattergreis

als Interimsfigur, der dem Trojanischen

Pferd Harris den Weg ins Oval Office ebnet,

die von Beginn an die eigentliche Hoffnungsund

wohl auch Entscheidungsträgerin ist.

Von ihr versprechen sich ihre Anhänger die

„große Transformation“ hin zum tiefen Linksstaat

auch in den USA, gegen die sich Trump

immer gestellt hatte: Mehr Migration, mehr

Regulation, mehr Zentral- und Regierungsgewalt,

mehr Beschneidung nationaler Souveränität

zugunsten obskurer supranationaler

Einrichtungen, mehr Verpflichtungen vom

Wiedereintritt in die WHO über den Internationalen

Strafgerichtshof bis hin zum Pariser

Klimaschutzabkommen.

Dass die Machtopportunistin Harris in ihrer Zeit

als Staatsanwältin in Kalifornien Menschen

verfolgen und wegsperren ließ, weil diese

einen Joint geraucht hatten, scheint ihr die

verstrahlte anarcholiberale Fanbase ebensowenig

nachzutragen, wie sie dem alten weißen

Mann Joe Biden seine aus heutiger Sicht

militaristischen und rassistischen Äußerungen

früherer Jahre verzeihen. Hier macht die

Cancel Culture dann gerne mal Pause. Vor

allem Harris passte sich dem drehenden Wind

schnell an und ergriff ihre Chance; mit Erfolg:

Wer schwarz ist und sich am Kreuzzug gegen

Trump beteiligt, gilt als ministrabel, ja präsidiabel.

Neben Corona war die indisch-jamaikanischstämmige

Harris denn auch eigentlicher

Sargnagel Trumps. Sie wird das liefern,

was von ihr erwartet wird: Unter ihr werden

die USA schwächer, die Welt unsicherer und

der Westen in seiner Prinzipienlosigkeit noch

dekadenter werden. Mit ihr als Werkzeug bestimmen

Agendasetter und Aktivisten fortan

die Weltpolitik.

Tatsächlich bedarf es keiner allzu lebendigen

Phantasie sich auszumalen, dass ein neuer

verhängnisvoller Iran-Atomdeal nicht lange

auf sich warten lassen wird. Schon trumpfen

die Mullahs an die Adresse der designierten

neuen Regierung in Washington selbstbewusst

auf. Das unter Trump exzellente Verhältnis

wird Schaden nehmen. Und unter

Biden/Harris werden sich Regionalmächte

bemüßigt fühlen zu erneutem Säbelrasseln,

zu noch mehr militärischen Alleingängen –

wie schon einmal unter dem feigen Zauderer

Barack Obama (als dessen Vize Biden bereits

die hohe Schule der leeren Ankündigungen

kennenlernen durfte), als niemand mehr die

USA fürchtete; die „rote Linie“ in Syrien lässt

grüßen. Geostrategisch wird die islamische

Hemisphäre massiv an Boden gewinnen. Und

die möglicherweise katastrophale Folge dieser

Wahl: China wird mit aller Macht seinen

weltweiten Einfluss ausdehnen, wenn ihm

kein Trump mehr im Weg steht. Unter der Linken-Marionette

Biden und ihrer eigentlichen

Schläferin Harris werden die USA schnell an

wirtschaftlicher Bedeutung verlieren.

Parallel werden „GAFAM/FAANG“ bzw. „The

Four“, die großen Westcoast-Social-Media-Riesen,

ihre Macht hemmungsloser ausweiten

und vertiefen, als es eine NSA je vermocht

hätte – und die politisch erwünschte,

totale Meinungskontrolle zuerst in den einst

pluralistisch-freiheitlichen USA, dann im Rest

der freien Welt vervollkommnen. Das Resultat

wird am Ende die „Europäisierung“ der

(Noch-)Supermacht USA im negativsten Sinne

sein: Dirigistisch, etatistisch, sozialistisch. Und

es soll am Ende ja keiner behaupten, er wäre

nicht gewarnt gewesen. (DM)


LOGISTIK express 6/2020 | S8

Kann nicht schon endlich

Weihnachten sein, bitte?

Das Jahr hat (meistens) 365 Tage. Aber im Gegensatz zu sonst zieht sich 2020 besonders

in die Länge. Die Corona-Pandemie mit Lockdown, der qualvolle Brexit,

das lange Warten auf das US-Wahlergebnis und ständige Vetos zur Verhinderung

von EU-Beschlüssen… die Liste kann beliebig ergänzt werden. Geduld ist eine Tugend,

aber meine ist langsam aufgebraucht. Also komm, Christkind, und beende

das Drama. REDAKTION: ANGELIKA GABOR

Das US-Wahlergebnis ist weltweit mit

Hochspannung erwartet worden

– mit Betonung auf WARTEN. Es ist

wirklich unglaublich, wie lange es

offenbar dauert, Stimmen auszuzählen. Aber

das passt wohl zu den langen Warteschlangen

vor den Wahllokalen, wo die Stimmabgabe

oft Stunden dauert. In den Sozialen Medien

wurde gewitzelt, dass insbesondere Nevada

besser Hofer-Kassiererinnen engagiert hätte,

dann wären die Stimmzettel in zwei Stunden

ausgezählt gewesen. Doch irgendwann war

auch diese Aufgabe erledigt und das Ergebnis

stand fest: der nächste US-Präsident heißt

Joe Biden und ist ein Demokrat. Im Gegensatz

zu seinem nun bald abgelösten Vorgänger

Donald Trump hat er nicht nur die meisten

Wahlmänner, sondern auch die meisten

Stimmen (aktuelles Ergebnis: 79083767 zu

73.351.022).

Als Reaktion darauf kam es zu einem kräftigen

Plus an den Börsen. Ein deutliches Aufatmen

der US-Handelspartner, die sich nun Hoffnungen

auf neue Freihandelsabkommen,

eine Reduktion der Strafzölle und einen generell

gemäßigteren Umgangston machen,

war die Folge. Aber auch Umweltschützer

jubilieren, dass die USA – zweitgrößter

CO2-Produzent der Welt – unter Joe Biden

wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten

werden, aus dem sich Trump zurückgezogen

hatte. Denn auch wenn bei den Treffen

der 195 Mitglieder mehr heiße Luft produziert

als tatsächliche Fortschritte erzielt wird, so

ist ein Bekenntnis zur Notwendigkeit des Klimaschutzes

ein deutliches Signal. Doch des

einen Freud, des anderen Leid: denn immerhin

hat fast die Hälfte der Wahlberechtigten

sich für eine zweite Amtszeit des POTUS mit

der schicken Frisur ausgesprochen, und die

Gräben zwischen Demokraten und Republikanern

sind extrem tief, die Fronten verhärtet.

Warum halten so viele Menschen ihm die

Treue? Für die einen ist Donald Trump ein

lauter, undiplomatischer, sexistischer Idiot mit

dem Benehmen eines trotzigen Kleinkindes,

das seine Wutausbrüche über Twitter kommuniziert.

Die anderen profitierten von einem

Wirtschaftsaufschwung, der niedrigsten je gemessenen

Arbeitslosenrate und Steuerentlastungen.

Es ging vielen im Land wirtschaftlich

gerade so richtig gut – bis Corona kam.

Unwort des Jahres?

Bis zum 1. Dezember 2020 kann noch über

das Unwort des Jahres 2020 abgestimmt werden,

und natürlich befindet sich „Corona“

unter den Vorschlägen. Völlig zu Recht, denn

die Viruserkrankung hält nicht nur Österreich,

sondern die ganze Welt im Würgegriff. Während

sich Pharmakonzerne einen Wettlauf um

wirksame Impfstoffe und damit ein riesiges


Geschäft liefern – hier bleibt nur zu hoffen,

dass nicht aus monetären Gründen suboptimale

Testergebnisse und Nebenwirkungen

unter den Teppich gekehrt werden – greifen

mehr und mehr Staaten zu harten Maßnahmen.

Denn pünktlich zum Start der Grippesaison

sind die Krankenhäuser teilweise schon

voll. Dumm gelaufen… Auf Empfehlung des

Rechnungshofes wurden in den letzten Jahren

Akut- und Intensivbettenkapazitäten

reduziert, um Kosten zu senken und bei der

Akutbettendichte auf EU-Niveau zu kommen.

Unser Glück: in Österreich regiert die Gemütlichkeit,

weswegen die Kürzungen nur zögerlich

umgesetzt wurden, unabhängig von

der Urgenz durch den Rechnungshof. Wären

alle Empfehlungen umgesetzt worden, dann

wäre die gefürchtete Triage (der Arzt bewertet,

wer vorrangig behandelt wird und entscheidet

so ggf. über Leben und Tod – das

wäre auch ein toller Kandidat für das Unwort

des Jahres) bereits Realität.

Liest man dann von überfüllten Einkaufszentren

und dicht gedrängten Menschen im

Shoppingwahn, nachdem manche Händler

vor dem angekündigten Lockdown noch

schnell Lockangebote und Abverkaufsaktionen

gestartet haben, muss man zwangsläufig

am Verstand unserer Mitmenschen zweifeln.

Wie dumm kann man sein? Wie kann man seine

Gesundheit und die seiner Lieben riskieren,

nur um ein Paar Schuhe zum halben Preis zu

ergattern? Das ist Egoismus par excellence

und führt den zweiwöchigen Lockdown ad

absurdum, denn das Ende der Ausgangssperre

fällt dann mit dem Ende der Inkubationszeit

dieser Wochenendshopper zusammen. Zählen

Sie 1 und 1 zusammen…

Unabhängig von den Krankenhäusern liegt

ein Patient auf jeden Fall schon im Koma: die

österreichische Wirtschaft. Woher kommt das

ganze Geld für diese Rettungspakete? Geschlossene

Branchen sollen entschädigt werden

– und das sind im Lockdown verdammt

viele. Im kommenden Frühjahr, wenn gestundeten

Beiträge für Steuern und die Sozialversicherung

fällig sind, erwartet uns eine Pleitewelle,

wie es sie wohl noch nie gegeben hat.

Die neuen Kurzarbeitsregelungen sind zwar

für manche eine Hilfe, führen aber nur zu einer

Verschiebung des teils Unvermeidlichen.

Mehr Arbeitslose und weniger Beitragszahler

im System, keine Mehrwertsteuereinnahmen

bei geschlossenen Branchen und gleichzeitig

enorme Hilfspakete. Im Lockdown werden

Unternehmen, ja, ganze Wirtschaftszweige

mit Anlauf gegen die Wand gefahren. Die

Folgen daraus werden die nächsten Generationen

bezahlen. Mit der Abschaffung der

Hacklerregelung kann man schon erkennen,

von wem sich der Finanzminister das Loch in

seinem Börserl stopfen lassen will. Das Problem

ist nur: wir können so schimpfen, wie wir

wollen, was ist die Alternative? Ich möchte

nicht in der Haut eines Entscheidungsträgers

in der Regierung stecken, denn für irgendjemanden

ist man immer der Buhmann. Und

aktuell gilt wohl vor allem ein Motto: better

safe than sorry.

In circa einem Monat ist Weihnachten. Die

stillste Zeit im Jahr… wie wahr! Keine Christkindlmärkte,

keine ausgelassenen Firmenfeiern,

ein Feiern im engsten Kreis, um niemanden

zu gefährden. Wahrlich keine schönen

Aussichten, die sich uns hier bieten. Doch

dann denke ich daran, was Weihnachten

bedeutet. Es ist ein Fest der Liebe und der

Hoffnung, der geschmückte Baum ein Symbol

für Licht und Leben. Also, liebes Christkind:

ich wünsche mir, dass diese im wahrsten Sinne

des Wortes dunklen Zeiten schnell vorbei

gehen, dass uns ein Licht aufgeht und das

kommende Jahr besser wird als dieses. Weil

viel schlimmer geht nimmer. (RED)

ANGELIKA GABOR

REDAKTION

LOGISTIK EXPRESS


LOGISTIK express 6/2020 | S10

Der zweite Lockdown ist da

Seit 2017 veröffentlicht Grosz regelmäßig auf YouTube und in anderen sozialen

Medien Videos, in denen er aktuelle politische Entwicklungen kommentiert.

GASTBEITRAG: GERALD GROSZ

GERALD ROSZ

KRITIKER

Jahrelang wurde unser Gesundheitssystem

„endoptimiert“, der etwas behübschende

Fachausdruck für in Wahrheit

zu Tode gespart. Reihenweise haben

fertige Mediziner aus Österreich Reißaus genommen,

Pflegepersonal wurde gerade einmal

über der Armutsgrenze entlohnt, jedes

Spital das nicht niet- und nagelfest war, geschlossen.

Eine ganze Heerschaar von Politikern,

übrigens parteiübergreifend, die die

ach so teuren Intensivbetten kritisiert haben.

Und ein Rechnungshof, der im Jahrestakt

die Schließung von Spitälern empfohlen hat.

Heute ist das Land einmal mehr im totalen

Lockdown, nach Wochen des halbtotalen

Lockdowns, die Wach- und Schließgesellschaft

schlägt wieder zu. Nachdem

man erfolgreich die Gastronomie, die Kunst

und Kultur umgebracht hat, ist nun der Rest

dran. By the way: Waren die Wirtshäuser und

die Kulturbetriebe doch nicht die Virenburner?

Sei‘s drum, um wissenschaftliche Redlichkeit

ist ohnedies keiner mehr bemüht.

Der totale Lockdown als teuerstes Selbsteingeständnis

für die eigene Untätigkeit in der

Gesundheitspolitik. Die Folge ist der endgültige

Tod unserer Realwirtschaft, unseres Handels.

Die Folge ist der fortgesetzte Verlust von

Arbeitsplätzen und in Bälde eine neue Armut,

die meine Generation im 21. Jahrhundert für

unvorstellbar gehalten hat. Als „alternativlos“

wird der Wahnsinn dargestellt. Den Politikern

zur Seite stehen reihenweise Ärzte, die den

Lockdown abnicken, wie sie jede Spitalsschließung

der vergangenen Jahre abgenickt

haben. Denn für ein kleines Beratungshonorar

wird der hippokratische Eid auch auf

eine eurofressende Eidechse geschworen.

Seit neun Monaten wird die Welt von Corona

in Bann gehalten. Als Ouvertüre galt

die Weltkriegsrhetorik des Kanzlers: Jeder

wird wen kennen, der an Corona verstorben

ist. Das ging trotz aller Hoffnung der

Politik, ihre Maßnahmen nur irgendwie zu

rechtfertigen, nicht in Erfüllung. Nun erkennen

wir, Corona ist ein Virus wie viele andere

auch, mit einem Unterschied: Er trifft auf

eine nicht immunisierte Bevölkerung. Und ja,

dieser Virus wird für Risikogruppen wie Kranke

und Alte brandgefährlich. Also wie das

berühmte Feuer auf das trockene Stroh,

welch Überraschung, es brennt lichterloh.

Neun Monate, keine Pläne zum Schutz der

Risikogruppen wurden entwickelt. Neun Monate

hasta manana gefeiert und wenn‘s akut

wird, ist der gute alte Lockdown zur Stelle.

Und statt das Spitalssystem in neun Monaten

hochzufahren, also auch die Privat- und

Ordenskliniken, die Kuranstalten, die Sonderkrankenanstalten,

die Reha-Einrichtungen mit

ihrem hochqualifizierten Personal miteinzubeziehen,

wartet man einfach, bis die Intensivkapazität

der öffentlichen Spitäler an ihre

Grenzen stoßen und hat so einen willkommenen

Anlass, das Land wieder einzukerkern,

den Not- und Kriegszustand auszurufen, die

Grundrechte einzuschränken, die Gesellschaft

zu spalten, die Wirtschaft zu vernichten.

Die Pensionisten, deren Pension scheinbar immer

sicher ist. Die etwas Bequemeren, denen

vom Staat vier Wochen Netflix auf der Couch

verordnet wird. Nur an das Morgen, oder das

Übermorgen wird nicht gedacht, wie auch,

wenn die Chips die letzten Gehirnzellen lähmen.

Dass es eben bald kein Budget für hohe

Pensionen mehr geben wird, dass es für die

Bequemen keinen Arbeitsplatz mehr geben

wird, auf den sie zurückkehren und mit der

Mindestsicherung das Netflix-Abo halt auch

nicht mehr leistbar sein wird. Aber es gibt

auch Gewinner: China und den Internethandel.

Die reiben sich die Hände, deren Gewinne

sind unüberschaubar. Heute ist Österreich

wieder in dem Lockdown, der Rest Europas

wird dem Musterschüler willfährig folgen. Und

andernorts klingeln die Kassen. Einen schönen

Tag noch, und nicht vergessen: Das Symbol

dieser Politik ist nicht umsonst das Klopapier!

(GG)


LOGISTIK express 6/2020 | S12

Der harte Lockdown – ein Amazon-

Förderungsprogramm

Seit 17. November befindet sich Österreich im zweiten harten Lockdown. Die von

der Schließung betroffenen Non-Food Händler kritisieren die Ungleichbehandlung

in puncto Umsatzersatz und erwägen Klagen beim Verfassungsgerichtshof.

BEITRAG: GERALD KÜHBERGER

Lockdowns zu ersetzen. Alle anderen direkt

betroffenen Branchen wie die Gastronomie,

der Tourismus und sogar das Glücksspiel

werden hingegen mit 80 Prozent entschädigt.

Genau das erwartet sich auch der Handel – in

einer Phase, in der er wichtige Mehrumsätze

hin zum Weihnachtsgeschäft erzielen müsste.

Händler erwägen wegen Umsatzersatz Klagen

beim Verfassungsgerichtshof

RAINER WILL,

GESCHÄFTSFÜHRER

HANDELSVERBAND

Die Bundesregierung hat am 14.

November neue Maßnahmen zur

Eindämmung des Coronavirus bekanntgegeben.

In der Covid-19-

Notmaßnahmenverordnung ist u.a. eine

Sperre des gesamten heimischen Non-Food

Handels von 17. November bis 6. Dezember

vorgesehen. Ausgenommen sind lediglich

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien

und Trafiken sowie Banken und Post-

Filialen. Überall, wo es möglich ist, soll zudem

auf Homeoffice umgestellt werden.

Die Gesundheit der Bevölkerung steht für

den österreichischen Handel an höchster

Stelle. Da die Covid-Infektionszahlen zuletzt

besorgniserregend angestiegen sind, hat

die Branche vollstes Verständnis für die verschärften

Maßnahmen zur Eindämmung der

Pandemie. Kein Verständnis hat der Handel

jedoch für die Ankündigung, den krisengebeutelten

Händlern nur zwischen 20 und 60

Prozent der Umsatzverluste während des

Zwischen den betroffenen Branchen sollte

kein Unterschied gemacht werden, immerhin

wurde versprochen, dass niemand in dieser

Krise zurückgelassen wird. Gerade jetzt, wo

das Weihnachtsgeschäft richtig anläuft und

die doppelten Gehälter (Weihnachtsgeld)

sowie hohe Mieten anstehen, brauchen

die Betriebe rasche Unterstützung, um die

490.000 Arbeitsplätze im Non-Food Handel

abzusichern. Das Gegenteil scheint nun der

Fall, nachdem zwar harte Maßnahmen verhängt

werden, jedoch keine Sicherheit bei

der Höhe der Hilfen besteht. Aufgrund unterschiedlicher

Voraussetzungen (Gewinnspannen,

verderbliche Güter, Wiederverkauf,

Nachholeffekte) wird der Handel differenziert

betrachtet: Ausgehend von einer 40 Prozent

Basis soll es Aufstufungen bis zu 60 Prozent für

Bereiche mit verderblicher und stark saisonal

bedingter Ware sowie Abstufungen bis 20 Prozent

für jene Bereiche geben, wo die Waren

kaum Wertminderungen unterliegen.

Der Handelsverband fordert stattdessen im

Sinne der Fairness einen einheitlichen Umsatzersatz

von 80 Prozent, also in gleicher

Höhe wie für die bereits von Schließungen betroffenen

Branchen. Eine ungleiche Behandlung

wäre sachlich nicht gerechtfertigt. Einige

Handelsunternehmen haben dem Handelsverband

bereits angekündigt, Klagen beim

Verfassungsgerichtshof zu erwägen.


Volles Spektrum des EU Beihilfenrahmens

endlich ausschöpfen

Schon seit Beginn des "Corona Lockdown

light" Anfang November leidet der heimische

Handel massiv, die Branche musste einen Umsatzverlust

von fast 750 Millionen Euro verkraften.

Die erneute Schließung des gesamten

Non-Food Handels bis 6. Dezember kommt

für die angeschlagenen Betriebe zur Unzeit,

sie fällt voll in die Sondereinkaufstage (Black

Friday, Cyber Monday) sowie in das angelaufene

Weihnachtsgeschäft.

Wir befinden uns im neunten Monat der Krise.

Zeitgleich mit dem zweiten harten Lockdown

bräuchte es jetzt Zug um Zug die Entschädigungen

auf den Konten der Händler. Das

volle Spektrum der EU-Hilfen muss endlich ausgeschöpft

werden. Hier ist das Finanzministerium

gefordert, das Mittel des Verlustausgleichs

in Kombination mit den Fixkostenzuschüssen

zu beantragen. Viele europäische Länder

haben dies längst gemacht und ihre Unternehmen

damit rasch geholfen.

Non-Food Handel: 900 Mio. Euro Umsatzentfall

pro Lockdown-Woche

Für die gesamte Branche ist der harte Lockdown

das Worst Case Szenario. November

und Dezember sind die beiden umsatzstärksten,

wichtigsten Monate des Geschäftsjahres.

Pro Lockdown-Woche rechnet der Handelsverband

im Non-Food Handel mit einem

Umsatzausfall von bis zu 900 Millionen Euro.

Profitieren werden in erster Linie jene internationalen

Onlinehändler aus Drittstaaten,

die kaum Steuern zahlen und wenig zum Gemeinwohl

beitragen. Der Lockdown gleicht

für die Handelsbranche einem Amazon-

Förderungsprogramm. (GK)

GERALD KÜHBERGER

PRESSESPRECHER

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LOGISTIK express 6/2020 | S14

RAINER WILL

GESCHÄFTSFÜHRER

HANDELSVERBAND

FOTO: KATHARINA SCHIFFL

Debatte um Werbeverbote für

"ungesunde" Lebensmittel

Das Gesundheitsministerium sorgt mit einem überzogenen Vorstoß in Richtung

Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel für Aufregung in der Werbe- und

Medienbranche. Auch Handel und Markenartikelhersteller lehnen die Initiative,

die über die ohnehin strengen EU-Vorgaben weit hinausgeht, entschieden ab.

BEITRAG: RAINER WILL

Ein Gesetzesentwurf des Gesundheitsministeriums

sorgt derzeit für

Aufregung in der heimischen Werbewirtschaft

und im Handel: Der Entwurf

für die Umsetzung der seit 2012 geltenden EU-

Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste

(EU-AVMD-RL) in nationales Recht sieht u.a.

weitreichende Einschränkungen für die Bewerbung

von bestimmen "ungesunden" Lebensmitteln

in und um Kindersendungen auf.

Sollte der Vorschlag tatsächlich wie geplant

umgesetzt werden, wären die negativen

wirtschaftlichen Auswirkungen für die österreichischen

Nahrungsmittelproduzenten

ebenso wie für den Lebensmittelhandel und

die Werbewirtschaft massiv. Hersteller und

Händler würden bei ihren Marketingaktivitäten

eingeschränkt, die Medien wiederum

müssten starke Rückgänge bei den Werbespendings

in Kauf nehmen.

In der EU-Richtlinie ist u.a. vorgesehen, dass

die Mitgliedstaaten die Förderung der Selbstregulierung

mithilfe von Verhaltenskodizes

- in Bezug auf unangebrachte audiovisuelle

Werbung in/rund um Kindersendungen für

ungesunde Lebensmittel & Getränke (die z.B.

viel Fett, Transfettsäuren, Salz, Natrium oder

Zucker enthalten) - unterstützen müssen.


"Österreichisches Nährwertprofil" geplant

Besonders brisant: Das Gesundheitsministerium

hat der Nationalen Ernährungskommission

(NEK) bereits den Auftrag erteilt, ein "Österreichisches

Nährwertprofil" zu erstellen. Dabei

ist weder die Ausarbeitung eines derartigen

Profils noch die Berücksichtigung in den Verhaltenskodizes

in der zugrundliegenden EU-

Richtlinie zwingend vorgeschrieben. Ein klarer

Fall von angedachtem, überzogenem Gold

Plating (= die überschießende Umsetzung

von EU Vorgaben durch Mitgliedstaaten).

Hinzu kommt: Das Österreichische Nährwertprofil

soll deutlich über die Bestimmungen der

EU-AVMD-RL hinausgehen und im Ergebnis

sogar absolute Werbeverbote für eine Reihe

von Lebensmittelkategorien vorsehen, etwa

für Süßwaren, Desserts, bestimmte Getränke,

Speiseeis, Fischstäbchen, Wurst, pikante

Snacks, etc. Die absoluten Werbeverbote

sind dabei so formuliert, dass sie unabhängig

davon gelten sollen, ob es einen Bezug zu

Kindersendungen gibt oder nicht. Neben der

klassischen TV-Werbung könnten somit auch

Radiospots oder sogar Flugblätter erfasst sein,

da die Werbeverbote medienunabhängig

formuliert sind. In der EU-AVMD-RL ist hingegen

klar nur von "unangebrachter audiovisueller

kommerzieller Kommunikation, die

Kindersendungen begleitet oder darin enthalten

ist" und bestimmte "nicht empfohlene

Lebensmittel und Getränke" betrifft, die Rede.

Der Schutz von Kindern vor irreführender Werbung

ist auch dem österreichischen Handel

ein zentrales Anliegen. Die geplanten Einschränkungen

des Gesundheitsministeriums

gehen jedoch weit darüber hinaus. Überdies

gibt es in der heimischen Werbewirtschaft bereits

seit Jahren ein gut funktionierendes Kontrollsystem.

Daher lehnt der Handelsverband

ebenso wie der Markenartikelverband diese

Form von Gold Plating auf Kosten der heimischen

Lebensmittelhersteller und -händler entschieden

ab. Ein derart überzogenes, unausgegorenes

Konzept sollte nicht im nationalen

Alleingang realisiert werden, wenn ohnehin

eine EU-weite Ausarbeitung bevorsteht.

Der Handelsverband fordert daher, dass die

Bezugnahme auf Nährwertprofile im Begutachtungsentwurf

entfallen muss. Ebenso

darf das Österreichische Nährwertprofil von

der NEK nicht beschlossen werden. Die Ausweitung

der Werbebeschränkungen von audiovisuellen

Medien auf andere Kanäle (z.B.

Printwerbung) und außerhalb von Kindersendungen

sollte jedenfalls entfallen. (RW)

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LOGISTIK express 6/2020 | S16

E-Commerce: Österreichs

umsatzstärkste Shops

KMU-Händler hoffen auf Trend zum regionalen Einkauf. Studie von EHI und Statista

in Kooperation mit dem Handelsverband erfasst die umsatzstärksten Webshops

des Landes. BEITRAG: REDAKTION

Die Marktkonzentration ist weiterhin hoch, die

Top 10 machen mit 49,7 Prozent in diesem

Jahr knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes

aus. Bei den vorderen Plätzen gab es gegenüber

den Vorjahreserhebungen keine Änderungen.

Nach wie vor wird das Ranking von

amazon.de** (834,3 Mio. Euro), zalando.at

(346,8 Mio. Euro) und universal.at (111,9 Mio.

Euro) angeführt.

Im Unterschied zum deutschen Markt schafft

es neben den Generalisten, Bekleidungs- und

Unterhaltungselektronikanbietern auch ein

Unternehmen mit dem Hauptproduktsegment

Drogerie und Gesundheit unter die Top

10: shop-apotheke.at konnte seinen Platz im

Ranking von vormals sechs nun auf Platz vier

verbessern. Die Shops auf den Plätzen 11 bis

100 liegen bei 37,4 Prozent des Gesamtumsatzes

und den kleinsten Anteil haben auch in

diesem Jahr wieder die Shops auf den Plätzen

101 bis 250 mit 12,9 Prozent.

Die Player auf den zehn vordersten

Plätzen des Rankings verbuchen

fast die Hälfte des Gesamtumsatzes

der Top-250-Onlineshops“,

so Nina Langer, Autorin und Projektleiterin

E-Commerce über ein Ergebnis der aktuellen

Studie „E-Commerce-Markt Österreich 2020

von EHI und Statista, die die 250 umsatzstärksten

B2C Onlineshops für physische Güter in

Österreich analysiert.

Top 10 marktbestimmend

Mit einem Umsatzplus von 13,5 Prozent

gegenüber 2018 wächst der E-Commerce

Markt in Österreich von einem Gesamtumsatz

der Top-250-Onlineshops von

3,17 Mrd. Euro auf 3,60 Mrd. Euro in 2019.

Inlandspotenzial

Die Studie erscheint bereits im zehnten Jahr.

In diesem Zeitraum hat sich das Marktvolumen

mehr als verdoppelt. 2010 lagen die

Umsätze bei 1,64 Mrd. Euro. Insgesamt zeigen

die Daten der letzten zehn Jahre ein

erhebliches Wachstum der Top Player und

damit verbunden eine starke Zunahme der

Marktkonzentration am E-Commerce-Markt.

Hon. Prof.(FH) Dr. Anton Salesny vom Institut

für Handel und Marketing an der Wirtschaftsuniversität

Wien und Kooperationspartner

der Studie kommentiert das Potenzial: „Ein

Großteil der österreichischen Internetausgaben

fließt nach wie vor in den internationalen

Online-Handel. Auch Versuche, durch Einrichtung

österreichischer und regionaler Plattformen

diese Abflüsse in das Ausland wesentlich

zu reduzieren, zeigten in den letzten Jahren

noch nicht den gewünschten Erfolg.“


Beliebte Touchpoints

Immer mehr Handelsunternehmen

im E-Commerce nutzen neben dem

Onlineshop weitere Vertriebskanäle.

Die Verbreitung der stationären

Ladengeschäfte im deutschsprachigen

Raum als zusätzlicher Vertriebskanal

zum Onlineshop bleibt annähernd

konstant (2020: 69,2 Prozent,

2019: 68,0 Prozent). Bei den digitalen

Touchpoints stellen sich die Handelsunternehmen

breiter auf als im Vorjahr.

Insbesondere im Corona-Jahr 2020

waren zeitweise digitale Touchpoints

die ersten Anlaufstellen für Shopper.

mehr als 11 Prozent erreichen", ist Rainer

Will überzeugt. Viele heimische Händler

haben das Potenzial in den letzten Monaten

erkannt und in ihren Webshop

investiert – eine gute Entscheidung. Darüber

hinaus verzeichnen die österreichischen

Onlinehändler seit Beginn der

Corona-Pandemie ein deutlich gestiegenes

Interesse der Konsumenten am

regionalen Einkauf.

Amazon an der Spitze

"Die Top 250 Onlineshops Österreichs

erwirtschaften mittlerweile 3,6 Milliarden

Euro. Die Umsätze sind im

vergangenen Jahr erneut um fast

14 Prozent angestiegen. Diese anhaltende

Dynamik führt zu einer

immer stärkeren Marktkonzentration,

immer weniger große Onlinehändler

teilen sich einen immer

größeren Anteil der Online-Torte.

Spitzenreiter Amazon allein kommt

mit 878 Millionen Euro auf ein Viertel",

fasst Handelsverband-Geschäftsführer

Rainer Will die wichtigsten

Ergebnisse der Studie zusammen.

Dass neben dem Onlineshop Marktplätze

wie Ebay und Amazon als zusätzliche

Vertriebskanäle vermehrt genutzt

werden, zeigt insbesondere der Anstieg

bei Amazon von 30,4 Prozent im Vorjahr

auf 35,2 Prozent in diesem Jahr. Bei Ebay

war der Anstieg etwas moderater: Von

27,2 Prozent der Top-250-Onlineshops

2019 ist der Anteil 2020 auf 29,6 Prozent

gestiegen. Spannend bleibt auch die

Entwicklung bei Instagram und wie sich

das Thema Social Commerce und die

Möglichkeiten des Check-Out direkt

auf der sozialen Plattform durchsetzen

werden. Die Studie konnte zeigen, dass

noch mehr Shops als im Vorjahr ein Profil

auf Instagram haben: Der Anteil stieg

von 68,0 Prozent auf 74,0 Prozent.

Covid befeuert Wachstum des Onlinehandels

- eine Chance für heimische

Webshops

"Die Studie zeigt, dass der österreichische

Handel einen strukturellen Veränderungsprozess

durchläuft, der von

einer exponentiellen technologischen

Entwicklung angetrieben wird. Die Covid-Krise

wirkt als Urknall der Digitalisierung

und als Turboboost für den E-Commerce.

Am Ende des Jahres wird unser

Land erstmals einen Online-Anteil am

gesamten Einzelhandelsumsatz von


LOGISTIK express 6/2020 | S18

Das Umsatzvolumen über den Amazon

Marktplatz ist hier noch gar nicht einbezogen.

Es dürfte sich mittlerweile auf mindestens 900

Mio. Euro belaufen und verstärkt die Dominanz

des wertvollsten Unternehmens der Welt

auch am österreichischen Markt.

Handelsverband unterstützt heimische Konsumenten

mit kaufsregional.at beim Einkauf

"Heuer ist im E-Commerce das erste Mal seit

mehr als einem Jahrzehnt der Kaufkraftabfluss

ins Ausland von 57 auf 54 Prozent zurückgegangen.

Faktoren wie Nachhaltigkeit,

Qualität und lokale Produktion rücken wieder

stärker in den Vordergrund. Das ist eine große

Chance für die mehr als 13.500 Austro-Webshops,

mit österreichischer Qualität zu überzeugen.

Heimische Konsumenten können auf

kaufsregional.at aus mehr als 5.000 regionalen

Onlinehändlern wählen", erklärt Will.

*Anmerkungen und Methodik

Die Angaben der Studie beruhen auf einer

Händler-Befragung (EHI) und Statista-Hochrechnungen

auf Basis einer Regressionsanalyse

sowie Unternehmensangaben aus Geschäftsberichten,

Pressemitteilungen sowie

Unternehmenswebsites und ergänzt um

Sekundärdaten. Schwerpunkt der Untersuchung

waren B2C-Onlineshops mit Ausnahme

von Marktplätzen. Berücksichtigt

wurde der Umsatz mit physischen Gütern.

Der Umsatz mit digitalen Gütern wie Apps

und Streaming-Diensten von Shops, z.B.

Apple iTunes und Spotify, wurde nicht berücksichtigt.

Durch die permanente Anpassung

der Umsatzmodellierung kommt es teilweise

zu Veränderungen bei den Umsatzzahlen der

modellierten Shops. Betreibt ein Unternehmen

mehrere Onlineshops, so wurde jeder

Shop separat betrachtet.

Definition E-Commerce-Umsatz: Nettoumsatz

des jeweiligen Onlineshops in Österreich im

Jahr 2019, bereinigt von Retouren, exkl. Umsatzsteuer

und nur aus der reinen Geschäftstätigkeit

des Onlineshops (ohne sonstige betriebliche

Erträge des Unternehmens).

Amazon Umsatzermittlung: Der Gesamtumsatz

für Deutschland beträgt laut Geschäftsbericht

19,9 Mrd. Euro. Dieser inkludiert jedoch Serviceund

Subscription-Umsätze (Provisionen für

Angebote Dritter auf dem Marktplatz, Prime-

Mitgliedschaften, audible.de etc.) sowie alle

Käufe auf Amazon in Deutschland, die außerhalb

Deutschlands getätigt wurden. Nach

Abzug der Service-Umsätze sowie der Umsätze

weiterer Amazon-Angebote ergibt sich der

Produktumsatz für amazon.de, für den der

Umsatzanteil für österreichische Endkonsumenten

ermittelt wurde. (RED)

Das EHI Retail Institute ist ein Forschungsund

Beratungsinstitut für den Handel und

seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern.

Sein internationales Netzwerk umfasst

rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel,

Konsum- und Investitionsgüterindustrie

sowie Dienstleister. Das EHI erhebt

wichtige Kennzahlen für den stationären

und den Onlinehandel, ermittelt Trends

und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen

wurde 1951 gegründet.

Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft

des EHI und des Markenverbandes

und koordiniert die Vergabe der Global

Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN)

in Deutschland. In Kooperation mit dem

EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die

EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse

für den Handel, die Euro-

CIS, wo neueste Produkte, Lösungen und

Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt

werden sowie die C-star für den

asiatischen Handel in Shanghai.

Statista.com ist eines der weltweit führenden

Statistik-Portale mit Sitz in Hamburg,

New York, London, Paris, Singapur und

Tokyo. Das Portal hat jeden Monat 12

Millionen Seitenbesucher und verzeichnet

mittlerweile 2.000.000 registrierte Nutzer.

Über 900 Mitarbeiter arbeiten an der

Plattform, darunter Datenbankexperten,

Redakteure und Statistiker.


HJS MEDIA WORLD

GROUP & PARTNER

Die

ganze

Welt der

Logistik


LOGISTIK express 6/2020 | S20

Online Handel: 8 Punkte, die Sie

2021 bedenken sollten

Ohne faire, einfache Besteuerung, sowie der Verwirklichung der EU-Zollunion wird

der Binnenmarkt nicht funktionieren. BEITRAG: WALTER TREZEK

das Einzelgewicht, Wert, Ursprungsland und

die harmonisierte Zollkennziffer (zumindest

6-stellig).

2. Digitales Waren- und Bestandsmanagement

in Echtzeit

Voraussetzung für den online Handel ist eine

digitale Bestandsführung in Echtzeit, die es erst

ermöglicht Handelsware auf verschiedenen

Plattformen, Marktplatzen und Webauftritten

anbieten und damit auch verkaufen zu können.

Dazu werden die Vorgaben der EU – insbesondere

die digitalen Vorgaben aus dem

EU-Zolldatenmodel, aber auch zunehmend

auch das EU-Transportdatenmodel – herangezogen.

WALTER TREZEK

VICE-CHAIR

ELOGISTICS-WORKING

GROUP ECOMMERCE

EUROPE

CHAIRMAN OF THE UPU

CONSULTATIVE

COMMITTEE (CC)

UND EXPERTE DES

LOGISTIC-NATIVES E.V.

Nicht nur die Pandemie führt zu

einer Digitalisierung des Handels.

2021 ändern sich wesentliche

Rahmenbedingungen im

grenzüberschreitenden online Handel. Eine

digitale Voranmeldung jeder einzelnen Warensendungen

wird Pflicht. Das One-Stop-

Shop System ermöglicht die Nutzung einer

Fiskalvertretung in der EU für die ganze EU.

1. 01. Jänner 2021: Warensendungen müssen

im grenzüberschreitenden POST-Versand

digital vorangemeldet werden

Die Postgesellschaften verlangen ab dem

01. Jänner 2020 weltweit, für Sendungen

die Waren (mit oder ohne Wert) beinhalten

die digitale Vorabmeldung jeder einzelnen

Sendung. Anzugeben ist der Name und die

Adresse des Versenders, des Empfängers,

dessen Telefonnummer oder Emailadresse

(wo verfügbar), die Anzahl der Waren in

der Sendung, das Gesamtgewicht, Art der

Transaktion (Handelsware, Geschenk, etc.),

Postgebühren, sowie für jede Ware in der

Sendung eine Beschreibung, deren Anzahl,

3. 15. März 2021: Ausfuhr- und Einfuhr-

Sammelerklärungen im Flugfrachtverkehr

Das neue "Import-Control-System 2" wird mit

dem 15 März 2021 umgesetzt. Damit sind für

aus der EU abgehende und in die EU kommende

Warensendungen im Flugfrachtverkehr

entsprechende digitale Vorausmeldungen

zu den Warensendungen durch

die Kurier-, Express- und Paketdienstleister abzugeben.

4. 01. April 2021: Import-One-Stop-Shop MwSt.

Identifikationsnummernvergabe beginnt

Für all jene online Händler, die Warensendungen

aus Drittstaaten in die EU einführen,

besteht ab dem 01. April 2021 die Möglichkeit

eine Import-One-Stop-Shop ID Nummer in einem

Staat der EU anzumelden. Mit dieser IOSS

No sind in der Folge Warensendungen mit

geringem Wert von der Einfuhrumsatzsteuer in

die gesamt EU befreit, die fällige MwSt jenes

EU-Mitgliedsstaates (inkl. Norwegen) in dem

die Waren verbraucht werden, müssen von

dem IOSS Repräsentanten am 16 des Folgemonats

an die Finanzbehörde des EU Staates

in dem die IOSS angemeldet wurde für alle EU

Waren überwiesen werden.


5. 01. Juli 2021: EU MwSt. Paket wird umgesetzt

Mit dem 01. Juli 2021 gelten neue Regelungen

in der EU aber auch für den Import von Warensendungen

in die EU. Die Einfuhrumsatzsteuerfreigrenze

(s.g. "de-minimis Regel") von

EUR 22 wird gestrichen. Alle Warensendungen

werden steuerpflichtig. Für die Mehrwertsteuer

ist das System des Bestimmungslandes zu

verwenden. Alle Warensendungen von einen

EU-Drittstaatenverkäufer oder dessen Mittler,

müssen vor deren Freigabe zum freien Verkehr

digital vorab bei den Zollbehörden angemeldet

werden. Für Sendungen mit geringem

Wert (< 150 EUR Warenwert) kann dazu eine

reduzierter Datensatz verwendet werden.

Sollte bei der digitalen Vorabmeldung eine

IOSS MwSt. ID angegeben worden sein, dann

ist die Warensendung mit geringem Wert (nur

für diese kann eine IOSS MwSt. Nr. verwendet

werden) von der Einfuhrumsatzsteuer befreit,

die MwSt. des Bestimmungslandes wird über

die Fiskalrepräsentanz im EU-Mitgliedsstaat

der Identifikation (dort wo die IOSS MwSt. ID

Nr. angemeldet worden ist) abgeführt.

Wir diese Einfuhrregelung nicht in Anspruch

genommen, steht eine zweite Vereinfachung

für die Einfuhr zur Verfügung. Die Einfuhrumsatzsteuer

wird dann durch den Zollanmelder

(z.B.: Post, Kurier-, Express-, Paketunternehmen

oder Zollagent) vom Endkunden erhoben

und monatlich an die Zollbehörde entrichtet.

6. Retourenabwicklung: One-Stop-Shop

ermöglicht verbesserte Retourenabwicklung

Die im Onlinehandel häufigen Retouren können

besser digital verwaltet und abgerechnet

werden, da des OSS System den Händlern

entsprechende Meldungen auch zeitlich versetzt

ermöglicht. Damit fallen, heute noch

langwierige Prozesse weg, die Transparenz

wird erhöht, und Kosten gespart. Zudem sind

bereits bei der digitalen Vorabmeldung alle

Parameter vorgesehen, die eine eventuelle

Teil-Retoure abwickeln lassen.

7. Trennung von Zustellung und

Zahlungsflüssen

Bereits in der Aufbereitung, der für die digitalen

Vorabmeldungen (Zollanmeldung,

ICS2 Sammelerklärungen, MwSt.-meldungen)

kommt es zu einer Trennung zwischen der Zustellung

der Warensendungen und der Abgaben.

Damit ist es auch folgerichtig gewesen

die Disposition wer die einzelnen Prozesse für

den Onlinehandel zu trennen und demnach

auch, je nach gewähltem Geschäftsmodel

unterschiedlichen Akteuren zu überlassen.

8. Weitere Digitalisierung bereits im

EU-Aktionsplan bis 2025 vorgesehen

IOSS ist heute noch optional, sollte aber bis

2025 für Warensendungen von einen EU-

Drittstaatenverkäufer oder dessen Mittler

verpflichtend werden. (WT)

Haben Sie detaillierte Fragen zu der aktuellen Thematik oder haben

Sie Interesse mehr über die Branche zu erfahren? Möchten

Sie sich aktiv im logistic-natives e.V., dem internationalen

Netzwerk für Logistik & Infrastruktur des modernen Handels,

einbringen? Geschäftsführer Florian Seikel steht Ihnen sehr

gerne zur Verfügung. E-Mail: florian.seikel@logistic-natives.com,

+49(0)162-2561001; www.logistic-natives.com


LOGISTIK express 6/2020 | S22

Des einen Leid, des anderen Freud:

Corona als Digitalisierungs-Push

Mit der Verkündung des zweiten harten Lockdowns Mitte November bis voraussichtlich

6. Dezember 2020 wurden gleichzeitig weitere Unternehmer in

den Ruin getrieben. Der Onlinehandel hingegen freut sich kurz vor Weihnachten

über noch stärkere Zuwächse. Einer der Gewinner: die UNITO-Gruppe

mit ihren bekannten Shops OTTO, Universal, Quelle, LASCANA und mehr.

REDAKTION: ANGELIKA GABOR

HARALD GUTSCHI

GESCHÄFTSFÜHRUNG

UNITO GRUPPE

Schon beim e-Commerce Logistik

Tag im September zeigte sich Mag.

Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung

der UNITO-Gruppe,

sehr zufrieden über die Umsatzentwicklung.

Denn nach einem kurzen Einbruch der Bestellungen

zu Beginn der Pandemie sind die

Umsätze schier explodiert: „Zuerst waren

es Kühlschränke, Schreibtische und Laptops

sowie Jogginghosen, danach waren

Swimmingpools und Fahrräder ausverkauft.

Während des Lockdowns hatten wir teilweise

kurzfristig Wachstumsraten von

100 Prozent im Vergleich zu 2019.“

Insgesamt erwirtschaftete die Gruppe im

Zeitraum vom 1. März bis 31. August 2020

einen Gesamtumsatz von 201,5 Millionen

Euro, ein Plus von 12,8 Prozent. Noch deutlicher

der Zugewinn im reinen Warengeschäft:

18 Prozent mehr Umsatz – im Vergleich

zu einem Marktwachstum von 7

Prozent laut „E-Commerce-Studie Österreich

2020“der KMU Forschung Austria.

Sieht man sich die Segmente genauer an,

muss sich das Umsatzwachstum von 41 Prozent

bei den „Stay at home“-Artikeln (Haushaltswaren,

Möbel, Heimtextilien) nur jenem

von 54 Prozent im Baumarkt-Segment geschlagen

geben. Denn wer zu Hause bleiben

muss, möchte es zumindest schön und

bequem haben. Die Gruppe erntet nun

die Früchte davon, sich schon in den letzten

Jahren vom Kataloghändler zum Onlinespezialisten

gewandelt zu haben. „Etwa

alle 100 Jahre gibt es so Einmal-Effekte wie

eben jetzt diese Pandemie, die zu einem

Umbruch, einer Beschleunigung der gesellschaftlichen

Entwicklung führt. Dieser „digitale

Arschtritt“ hat uns in der Entwicklung um

etwa fünf Jahre nach vorne katapultiert. Die

Verlagerung in den Onlinehandel wäre unweigerlich

gekommen, aber schrittweise. Die

jetzige Änderung ist aus meiner Sicht irreversibel.“

Schließlich würden die Kunden zunehmend

die Bequemlichkeit und zeitliche Unabhängigkeit

des eCommerce zu schätzen

wissen – und zwar alte, wie auch neue.

Die Zuwächse hat das Unternehmen nämlich

nicht nur treuen Stammkunden zu verdanken,

sondern auch beinahe 400.000

Neukunden, die während des Lockdowns

erstmals bei einem der UNITO-Onlineshops

bestellt haben. „Besonders erfreulich für

uns ist, dass es sich um hochwertige neue

Kunden mit gutem Nachfolgeverhalten

handelt, es bleibt also nicht bei Einmalbestellungen“,

zeigt sich Gutschi begeistert.

Gleichzeitig ist die Retourenquote stark gesunken,

liegt je nach Produktgruppe zwischen

7 und 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Gründe hierfür sind neben Struktureffekten

(weniger Textilien) bessere Produktbeschreibungen

und vor allem eine selektivere

Bestellung durch die Kunden. Es zeigt sich,

dass viele Menschen durch diese erzwungene

Pause im stationären Handel auf den

Geschmack gekommen sind und etwaige

Berührungsängste verloren haben. „Zu Beginn

der Krise spürten wie die Dankbarkeit der

Kunden für die Versorgungsfunktion während

des Lockdowns, doch sehr schnell kristallisierte

sich dann ein sehr hohes Anspruchsdenken

heraus. Lieferzeiten von mehreren Wochen

sind inakzeptabel“, so Gutschi.


Logistik als Lebensader

Der beste Onlineshop ist nur so gut wie seine

Logistik, denn schließlich müssen die Waren

auch zum Kunden gebracht werden – und

das möglichst schnell und unkompliziert. Die

Zuverlässigkeit und damit der Erfolg eines

Unternehmens sind untrennbar mit der Zustellung

verknüpft. In Österreich setzt UNITO

auf die Post und Gebrüder Weiss als Partner

bei der Zustellung. Die Logistikstandorte sind

dezentral organisierte 24h-Läger. Bei den Zustellungsvarianten

fordert Gutschi mehr Mut

und Kreativität: „Der Kunde möchte seinen

Laptop so schnell wie möglich. Also warum

verlange ich nicht 15 Euro extra für Same-

Day-Delivery, statt nur gratis Abholung zu bieten?

Das Abendessen wird ja auch für zwei

Euro extra geliefert. Der Warenrohertrag ist in

den letzten Jahren stetig gesunken, da kommen

neue Erlösströme genau recht.“ Wichtig

sei die Zufriedenheit der Kunden, denn dann

würden sie auch öfter kaufen.

Aufschwung durch US-Wahlergebnis

Die USA sind nach Deutschland der zweitgrößte

Exportmarkt für Österreichs Unternehmen,

unzählige Arbeitsplätze hängen direkt oder

indirekt von einem uneingeschränkten Handel

mit den USA ab. Handelskonflikte wirken

sich negativ auf die Unternehmen und die

Beschäftigten und somit natürlich auch unmittelbar

auf deren Kaufkraft aus. „Die Welt

atmet auf“, fasst Gutschi das Wahlergebnis

treffend zusammen. Der unmittelbare Aufschwung

an den Börsen war ein deutliches

Signal. „Es ist wichtig, dass der amerikanische

Präsident als Führer der freien Welt zu seinem

Wort steht und verlässlich ist. Biden wird den

Freihandel forcieren und es wird wieder ein

kultivierterer, zivilisierterer Umgangston herrschen

– wenngleich auch er ein durchaus

harter Verhandlungspartner sein kann“, meint

Gutschi und fügt an: „hätte Trump die Coronakrise

besser gemanagt, hätte er vermutlich

wieder gewonnen.“ Doch im Coronajahr

2020 ist eben alles anders.

Aktuell blickt Handelsexperte optimistisch in

die Zukunft: „Ich erwarte für 2021 eine spektakuläre

Wiederauferstehung der Wirtschaft.

Nach diesem gewollten Runterfahren werden

die marktwirksamen Kräfte wieder greifen.

Jammern ist keine unternehmerische Tätigkeit,

das kommende Jahr wird super.“ (AG)

Die UNITO-Gruppe ist eine Tochter der

Baur-Gruppe und Teil der Otto Group.

Marken: Universal, OTTO, Quelle, Lascana,

OKO (Österreich) Ackermann, Quelle, Lascana

(Schweiz) sowie Quelle (Deutschland).

51.800 Mitarbeiter weltweit mit über 100

Unternehmen.

ANGELIKA GABOR

REDAKTION

LOGISTIK EXPRESS


LOGISTIK express 6/2020 | S24

Künstliche Intelligenz für den smarten

Handel der Zukunft

Ob Sprachassistenten auf dem Smartphone, Routenvorschläge in der Navigations-App

oder Kaufempfehlungen im Online Shop: Künstliche Intelligenz ist längst

omnipräsent in allen Lebensbereichen. Algorithmen wissen auf die Minute genau,

wann wir mit dem Auto in Wien ankommen – und zwar noch bevor wir in

München losgefahren sind. Sie lotsen uns täglich an Staus vorbei und sagen uns,

wann wir eine Pause machen sollten. Gastbeitrag: Andreas Reuter

ANDREAS REUTER

CEO

SSI SCHÄFER SHOP

GMBH

Ob Sprachassistenten auf dem

Smartphone, Routenvorschläge

in der Navigations-App oder

Kaufempfehlungen im Online

Shop: Künstliche Intelligenz ist längst omnipräsent

in allen Lebensbereichen. Algorithmen

wissen auf die Minute genau, wann wir

mit dem Auto in Wien ankommen – und zwar

noch bevor wir in München losgefahren sind.

Sie lotsen uns täglich an Staus vorbei und

sagen uns, wann wir eine Pause machen

sollten.

Für den Handel sind KI-basierte Systeme

bereits heute zu einer riesigen Chance geworden,

vor allem in Hinblick auf die Big

Player, die jede neue Technologie konsequent

nutzen, um ihren Vorsprung weiter

auszubauen. Textrobotic hilft dabei, komplexe

Webshops mit minimalem Personalaufwand

aktuell zu halten. Automatische

Produktempfehlungen machen das Einkaufserlebnis

für Kunden komfortabler und –

ganz wichtig – erhöhen die Kundenbindung,

während KI-gestützte Logistik die Lieferwege

optimiert. Das ist eine Win-Win-Win-Situation:

Gut für den Händler, gut für den Kunden

und auch noch gut für die Umwelt. Natürlich

sind die Initialisierungskosten nicht zu

unterschätzen. Es braucht Zeit, Daten,

Know-How und vor allem konkrete Fragestellungen,

welches Problem gelöst

werden soll, um Künstliche Intelligenz

wirklich nutzbringend einzusetzen. Aber

die wirtschaftlichen Perspektiven dieser

Technologie – heute und noch mehr in den

kommenden Jahren – rechtfertigen diese

Investition in jedem Fall. Trotzdem herrscht

in Medien, Politik, Öffentlichkeit und auch an

vielen Stellen im Handel immer noch ein diffuses

Unbehagen beim Stichwort Künstliche

Intelligenz. Im Fokus stehen dabei oft Datenschutz-Bedenken.

Ich bin der Meinung, mit Künstlicher

Intelligenz signifikante Optimierungen

im gesamten Verkaufsprozess zu erreichen,

Zeit, Ressourcen und Emissionen einzusparen,

ohne dass Persönlichkeits- und Datenschutzrechte

des Einzelnen verletzt werden. Der einzige

Weg, unsere Wirtschaft und Gesellschaft

vor möglichen Gefahren des Missbrauchs

dieser Technologie zu schützen, ist, sie besser

zu beherrschen und klüger anzuwenden.

Dafür müssen Unternehmer der Technologie

gleichermaßen mit Offenheit und Akzeptanz

begegnen. Das ist auch insofern wichtig, da

es für Handelsunternehmen künftig erfolgsentscheidend

sein wird, sich aktiv mit Künstlicher

Intelligenz auseinanderzusetzen, um

langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bei all den Bedenken darf man eines nicht

vergessen: Künstliche Intelligenz im Handel

kommt schlussendlich vor allem dem Kunden

zugute. Er profitiert von einer zielgenaueren

Ansprache, weniger Werbung, die ihn nicht

betrifft, von schnellerer Bestellabwicklung

und kürzeren Lieferzeiten. Und am Ende des

Tages gibt es auch Einsparungen durch den

Einsatz intelligenter Systeme.

Seit 45 Jahren ist Schäfer Shop einer der führenden

Komplettausstatter für Gewerbe- und

Privatkunden im Bereich Büro-, Lager- und Betriebseinrichtungen.

Nachhaltiges Wachstum,

wertebasierte Zusammenarbeit und starke

Kundenbindung machen das mittelständische

Familienunternehmen so erfolgreich. (RED)


LOGISTIK express 6/2020 | S26

Der Digital Butler regelt den Zugang zur Apotheke über einen digitalen Screen

und schafft so Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter.

KNAPP unterstützt mit starken

Innovationen in schwierigen Zeiten

COVID-19 verändert unser Leben nachhaltig – auch für die Logistik gibt

es große Herausforderungen. Es wird immer wichtiger, die Schutzmaßnahmen

so effizient wie möglich in den Alltag zu integrieren. Dabei unterstützt

KNAPP seine Kunden mit individuellen Lösungen und neuen Produkten zum

Schutz vor dem Corona-Virus. Auch die Möglichkeit, remote zu unterstützen

wird durch den Einsatz neuer Technologien sehr stark ausgeweitet...

BEITRAG: PI/REDAKTION

Produkte und Lösungen unterstützen

in unterschiedlichen Bereichen dabei,

Kunden und Mitarbeiter bestmöglich

zu schützen, zum Beispiel:

• Zugangssysteme für Apotheken:

Digital Butler von Apostore

• Kontaktlos einkaufen:

Project Retail CX

• Sicherheit in Distribution, Produktion:

Desinfektion mit UV-C-Licht

• Experten weltweit glasklar vernetzt:

ivii.global.assist

• Navi für effizienten Anlagenbetrieb:

redPILOT Operational Excellence

Solution

• Intelligenter Helfer im Lager 24/7:

Pick-it-Easy Robot

Digital Butler schafft Sicherheit der Apotheke

Apotheken erleben in diesen Zeiten neue

Herausforderungen. Kunden und Mitarbeiter

sollen so gut wie möglich vor einer Ansteckung

mit dem Corona-Virus geschützt werden.

Nur ein kontrollierter Zugang zum Shop bedeutet

Sicherheit für Kunden und Team.


Dabei unterstützt der Digital Butler: Das innovative

Einlass-System regelt mit klaren Signalen,

die kultur- und sprachübergreifend verständlich

sind, den Zutritt zu Apotheken oder

Geschäften. Um die empfundene Wartezeit

der Kunden zu verkürzen, können individuelle

Inhalte und zusätzliche Informationen am

Bildschirm angezeigt werden. Die Mitarbeiter

regulieren dies sicher und stressfrei von jedem

Arbeitsplatz oder mobilem Gerät aus. Der

Digital Butler ist schnell aufgebaut und einfach

zu bedienen. „Mit unserem Digital Butler

bieten wir für Apotheken und Handel für

den ersten Kundenkontakt jetzt die passende

Lösung an. Wir entwickeln unsere Produkte

ständig weiter. In Kürze wird die Möglichkeit

zu sensorgesteuerten Einlasskontrolle bestehen“,

so Christopher Thielen, Geschäftsführer

Apostore GmbH. Zusätzlich sorgt das innovative

System für eine angenehme, sichere Atmosphäre

in jedem Verkaufsladen. Lesen Sie

mehr zum Digital Butler von Apostore:

https://bit.ly/3lL6RMy

Project Retail CX by KNAPP ermöglicht

kontaktloses Einkaufen

Schnell und sicher einkaufen – das ermöglicht

Project Retail CX. Dabei handelt es sich um

ein sogenanntes automatisiertes In-Store-System:

Wie der Name schon verrät, macht diese

Technologie das Einkaufen im Laden einfacher,

spannender und in Zeiten von COVID-19

auch sicherer. Dabei verbindet Project Retail

CX die Vorteile des klassischen Geschäfts mit

jenen des Online-Shops. Kunden können rund

um die Uhr an Bestellterminals Waren auswählen

und bargeldlos bezahlen.

Dieses Konzept findet beispielsweise in der

Südsteiermark (Österreich) beim Spezialitätenladen

Kreisler Anwendung. Rund 6.400

regionale Produkte lagern hier gekühlt in einem

rund 20 Meter langen automatisierten

Regal: Sobald ein Kunde eine Bestellung auf

einem der vier Terminals bestellt und bezahlt,

beginnt der Roboter zu arbeiten. Der Roboter

holt die gewünschten Waren aus dem Regal

und übergibt sie an den Kunden. „Unser Projekt

hält die Wertschöpfung in der Region, garantiert

kurze Versorgungswege und stellt die

Spezialitäten unserer lokalen Lebensmittelwirtschaft

in eine zeitgemäße, umweltfreundliche

Auslage“, freut sich Andreas Höcher, Geschäftsführer

Kreisler. https://bit.ly/2Kneb35

Bequemes und sicheres Einkaufen mit Project Retail CX by KNAPP.

UV-C-Desinfektion – Arbeitsflächen und Behälter

schnell und sicher entkeimen

Regelmäßige Desinfektion ist heute wichtiger

denn je. Um Mitarbeiter zu schützen und den

Betrieb in Distributions- und Produktionsbetrieben

zu sichern, ist es notwendig, Oberflächen

und Nutzgegenstände regelmäßig von möglichen

Krankheitserregern zu befreien. Besonders

schnell und effektiv passiert dies mithilfe

von zertifizierter UV-C-Licht-Technologie.

Diese kann zum Beispiel genutzt werden, um

Arbeitsbereiche und Werkzeuge zu reinigen.

UV-C-Licht eignet sicher aber auch für die Entkeimung

von Behältern und Kartons.

Wie funktioniert UV-C-Licht eigentlich?

UV-C-Licht ist Teil des natürlichen Sonnenlichts

und deaktiviert innerhalb von wenigen

Minuten – ohne jegliche Chemie – Bakterien,

Viren, Hefen, Pilz- und Schimmelsporen. Ein

besonderer Vorteil ist, dass keine Resistenzen

von Keimen gebildet werden: UV-C-Licht ist

also immer effektiv. „Gerade im industriellen

Umfeld – zum Beispiel in Verteilzentren oder

Produktionsbetrieben – eignet sich die UV-C-

Technologie ideal zur raschen Entkeimung.

UV-C-Technologie ist schon lange in anderen

Bereichen bewährt und erprobt, zum Beispiel

bei der Aufbereitung von Wasser. Wir nutzen

in unseren Lösungen besonders hochwertige

Strahler, die eine 2,5-mal höhere Leistung gegenüber

herkömmlichen UV-C-Strahlern erbringen.

So gelingt eine punktgenaue und effektive

Entkeimung“, erklärt Thomas Johaim,

Produktmanager, KNAPP AG.


LOGISTIK express 6/2020 | S28

Schonende Desinfektion von Arbeitsbereichen, Werkzeugen und

Behältern durch UV-C-Technologie

Remote-Support in glasklarer Bild- und Tonqualität

mit ivii.global assist

Die webbasierte Softwarelösung ivii.global

assist verbindet Menschen weltweit via Bild

und Ton. Da durch COVID-19 aktuell das Reisen

stark eingeschränkt ist, bietet ivii.global.

assist eine einfache und effektive Lösung für

den Remote-Support. Dabei wird Bild und Ton

in beide Richtungen 1:1 übertragen und die

Personen können einander sehen und hören.

Sogar das Arbeiten handsfree ist möglich –

dies ist vor allem bei Wartungsarbeitens sehr

praktisch. Dazu trägt der Mitarbeiter vor Ort

eine Brille – sogenannte Smart Glasses – so

können im Gesichtsfeld verschiedene Informationen

eingeblendet werden. Grundsätzlich

funktioniert die Software auch unabhängig

vom eingesetzten Endgerät (Android, IoS,

Tablet, etc).

Die Einsatzmöglichkeiten von ivii.global.assist

sind sehr vielseitig und ermöglicht das kontaktlose

Interagieren im industriellen Umfeld, zum

Beispiel bei Remote Support, Wartungsarbeiten,

Inspektionen oder geführten Inbetriebnahmen.

Nach Abschluss der Arbeiten steht

eine lückenlose Dokumentation durch Text,

Bilder und Sprache zur Verfügung. In der Zeit

der Einschränkungen durch COVID-19 bringt

diese Anwendung viele Vorteile. Experten

müssen nicht zwingend vor Ort sein und können

trotzdem aus der Ferne Inbetriebnahmen

oder zertifizierte Trainings abhalten.

www.ivii.eu

Wie ein Navi für den Anlagenbetrieb: redPI-

LOT Operational Excellence Solution

Die Software-Lösung redPILOT Operational

Excellence Solution hilft Logistikbetreibern

dabei, Ihre Logistiksysteme zu jeder Betriebsstunde

optimal betreiben zu können. Dabei ist

das nachhaltige Ressourcen-Management,

vor allem die Einsatzplanung der Mitarbeiter,

ein wesentlicher Faktor. Durch Maßnahmen

wie die Aufteilung von betriebskritischen

Prozessen in mehreren Schichten, angepasste

Pausenregelungen und Arbeitsplatzbelegungen

sichert die Software die Kontinuität des

Geschäfts. Alle Planungen lassen sich einfach

ändern. Über eine Betriebssimulation kann

das Management schnell verschiedene Szenarien

aufgrund der jeweiligen Leistungs- und

Kostenauswirkung bewerten. Auch Servicefenster

für Desinfektionen am Arbeitsplatz

werden bei der Planung berücksichtigt.

Infektionsrisiko verwalten und Transparenz in

der Ressourcenplanung schaffen

Um eine Infektion und deren Ausbreitung zu

verhindern, wird mit Hilfe von Zertifikaten die

aktuelle Situation bewertet und beim entsprechenden

Infektionsfall das Contact Tracing

über die letzten Schichten zurück verfolgt, um

so mögliche Infektionsketten zu identifizieren.

Berichte und Statistiken über kritische Kennzahlen

im Zusammenhang mit Infektionen

bieten Transparenz und helfen, fundierte Entscheidungen

zu treffen.

Flexible Einsatzplanung mit Team-App von

redPILOT

Mit der speziellen redPILOT teamAPP ist eine

erhöhte Flexibilität im Management von Mitarbeitern

gewährleistet. Auch Aushilfskräfte

und Leiharbeiter können einfach über die teamAPP

eingebunden und verwaltet werden.

Diese nahtlose Verzahnung vom Planungsprozess

mit den Wünschen der Mitarbeiter

schafft einen großartigen Mehrwert als attraktiver

Arbeitgeber. Eine ganzheitliche Betriebsplanung,

minimierter Planungsaufwand und

das Erkennen von Überkapazitäten senken

die Kosten.

www.redpilot.at


Der Kommissionierroboter Pick-it-Easy Robot unterstützt bei der Auftragsbearbeitung im

Lager. Dies entlastet die Mitarbeiter und erhöht auch die Sicherheit.

Pick-it-Easy Robot: Ein intelligenter Roboter

als starker Helfer in Logistik-Prozessen

Die industrietaugliche Roboterlösung Pickit-Easy

Robot eignet sich ideal für die automatische

Auftragszusammenstellung, zum

Beispiel in Distributionszentren von Onlinehändlern.

Der Roboter kann unterschiedliche

Waren zuverlässig greifen. Auch solche,

die zum Beispiel in Folie verpackt sind oder

spiegelnde Oberflächen haben – sogar sehr

teure Artikel wie Parfüms greift der Roboter

gezielt und legt sie sanft ab.

Gerade in Zeiten, in denen Social Distancing

gefordert ist, bringt eine automatische Kommissionierlösung

wie Pick-it-Easy Robot Vorteile:

Der Roboter ist täglich 24 Stunden einsatzbereit

– so kann er zum Beispiel Mitarbeiter

in den Nachtschichten entlasten. Gleichzeitig

kann die Auslieferleistung gesteigert werden,

denn Branchen wie die Lebensmittel- oder

Pharmaindustrie erleben durch COVID-19 aktuelle

erhöhte Auftragslast. Dank künstlicher

Intelligenz lernt der Roboter neue Waren selbstständig

zu bearbeiten – diese Eigenschaften

sind essenziell, denn sie schaffen Sicherheit

und Planbarkeit. Dazu kommt, dass durch

den Einsatz des Roboters weniger Personen

zusammenarbeiten und so das Einhalten von

Abständen leichter fällt. (RED)

Über die KNAPP AG

KNAPP ist ein internationales Technologieunternehmen

mit Sitz in Österreich. Die

Kernkompetenzen sind intralogistische Komplettlösungen,

automatische Lagersysteme

und Logistiksoftware. Weltweit vertrauen

zahlreiche Kunden aus den Branchen Healthcare,

Fashion, Retail, Food Retail und Industry

auf die Erfahrung und Innovationskraft der

KNAPP-Gruppe. KNAPP investiert jedes Jahr

rund 50 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung

und hat mit innovativen Lösungen

die Intralogistik nachhaltig geprägt. Im abgelaufenen

Geschäftsjahr 2019/20 erzielte das

Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitern einen

Umsatz von 1,08 Milliarden Euro.

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P.b.b. | Verlagsort 1130 Wien | GZ: 9Z038253M | Einzelpreis 5 €

NR.06 / 2020

www.blogistic.net

TRANSFORMATION+ZUKUNF

„Wir dürfen das Thema nicht

allein aus der wirtschaftlichen

Sicht betrachten.“

Roland Seebacher, Geschäftsführer von BITO in Österreich, sieht die Corona-Krise nur teilweise

als Ausschlag gebend für die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung in Österreich. Vielmehr

sind die Transformationsprozesse für ihn maßgeblich, welche die vierte industrielle Revolution

(Industrie 4.0) ausgelöst hat.


BUSINE$+FINANZEN

R. Seebacher

„Wir dürfen das Thema nicht allein

aus der wirtschaftlichen Sicht betrachten“

Roland Seebacher, Geschäftsführer von BITO in Österreich, sieht die Corona-Krise nur teilweise als Ausschlag

gebend für die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung in Österreich. Vielmehr sind die Transformationsprozesse

für ihn maßgeblich, welche die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) ausgelöst hat.

B+L: Herr Seebacher. Wie geht es Ihnen, wie geht es BITO Austria?

R. Seebacher: Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir hatten

ein sensationelles Jahr 2019 hingelegt mit einem Rekordumsatz seit Bestehen

des Unternehmens hier in Österreich. Wir sind dann gut ins Jahr

2020 gestartet mit Vorbestellungen, welche einen weiteren Rekord signalisierten.

Und dann kam der Lockdown, der sich äußerlich in Absagen

von Messen, Meetings usw. äußerte. Im Innenverhältnis hat sich im Wesentlichen

die Kommunikation umgestellt.

B+L: Wie haben Sie darauf reagiert?

R. Seebacher: Wir haben uns sehr rasch auf die neue Situation eingestellt

und einen großen Teil unseres Workflows in die Homeoffices verlegt. Das

konnten wir deshalb so schnell, weil wir hier Modelle schon vor Corona

aufgesetzt haben, die wir dann während der Krise realisierten.

in Österreich, die wir freilich nutzen und die uns gut durch den Lockdown

brachten.

B+L: Mussten Sie Kurzarbeit anmelden?

R. Seebacher: Ja, das haben wir gemacht, weil unsere Kunden etliche Projekte,

die bereits in der Umsetzung waren, aus Sicherheitsgründen auf

Standby schalteten. In der Zeit des Lockdowns war das Büro jedoch permanent

von mir und einem Mitarbeiter besetzt, um eine Kontinuität der

Kommunikation sicher zu stellen. Je länger der Lockdown aber dauerte

und unsere Kunden sich auf die neue Situation eingestellt haben, umso

mehr nahmen wir die Kurzarbeit zurück. Heute ist der Zustand längst

wieder auf Normalniveau. Heute gehören jedoch die digitalen Medien zu

unserem Alltag, d.h. die Mitarbeiter sind beispielsweise einen Teil ihrer

Arbeitszeit im Homeoffice.

B+L: Die Lockdowns sind vorbei. Ist man bei BITO wieder zurück zum Alltag

vor der Krise zurückgekehrt?

R. Seebacher: Nein, denn wir konnten vor allem viele Erfahrungen mit den

Vorzügen der Digitalisierung sammeln, wie zum Beispiel Video-Conferencing,

Homeoffice usw. Da reagieren wir auch auf die Bedürfnisse unserer

Kunden.

B+L: Können Sie hier konkret werden?

R. Seebacher: Nehmen Sie beispielsweise die Vertragsanbahnung und Projektabwicklung.

Was früher faktisch undenkbar war, dass man das via

Video-Conferencing abwickelt, wird heute von unseren Kunden gefordert.

Bis zur Corona-Krise war es normal, dass man Kunden immer wieder besuchte

und Einzelheiten absprach. Aus Sicherheitsgründen und wohl auch

aus Flexibilitätsgründen wird die Besuchskultur heute auf das Notwendigste

reduziert. Nur noch Abschlüsse werden persönlich gemacht, und

dann auch nicht jeder. Wir überdenken zudem unsere Messeauftritte,

welche ja ein wesentlicher teil unserer Kommunikation darstellte. Die Corona-Krise

hat uns nahezu dazu gezwungen, Alternativen zur Messe aufzuspüren.

Und die gibt es. Wir nutzten digitale Tools schon vor der Krise,

jetzt sind sie aber integraler Bestandteil unserer Kommunikation und verändern

unsere Organisation und unseren Workflow.

B+L: Gibt es dabei eine konzernweite Strategie?

R. Seebacher: In Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien nicht, denn die

Konzern-Mutter von BITO steht schon allein wegen ihrer Größe vor anderen

Herausforderungen bei der Bewältigung der Krise als wir. Wir sind

zwar für Österreich und Südost-Europa zuständig, haben aber unsere

Struktur rein auf das Projektmanagement und den Vertrieb aufgebaut.

Daher genießen wir hier Freiräume als eher familiär strukturierte Einheit

BUSINE$+LOGISIC

13

infrastruktur drehscheibe

niederösterreich.

Die rasche Anbindung zum

Vienna International Airport, die

Nähe zur Bahn und den Donauhäfen

Ennsdorf und Krems

zeichnen Ihren zukünftigen

Unternehmensstandort aus.

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Mittel- und Osteuropa vor der Türe.

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R. Seebacher: Wir blicken jedenfalls optimistisch in die Zukunft.

B+L: Ihr Fazit aus COVID-19?

R. Seebacher: Die Befürchtung, Homeoffice verringere vielleicht die Motivation

zur Arbeit, wurde durch die Corona-Krise widerlegt. Das Arbeitspensum

ist mindestens gleich, die Erreichbarkeit hat sich sogar erhöht.

Andererseits hat sich das Bewusstsein für den Arbeitsplatz im Büro positiv

verändert. Die Mitarbeiter schätzen den persönlichen Kontakt zu

Arbeitskollegen noch positiver ein als vorher und nehmen das bewusster

wahr als vorher. Und last but not least nutzen wir das Homeoffice heute

als Möglichkeit der Arbeitszeit-Flexibilisierung. Wir haben uns gemeinsam

ausgemacht, dass jeder Mitarbeiter alternierend mehrere Tage im Monat

im Homeoffice verbringen kann. Die Erfahrungen sind von meiner Seite

aus also sehr positiv. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Mitarbeitern

für ihr Engagement bedanken. COVID-19 hat aus meiner Sicht

daher in sehr kurzer Zeit zur Veränderung ganzer Unternehmenskulturen

geführt und völlig neue Chancen eröffnet, die jetzt ergriffen werden.

B+L: Wenn ich Sie richtig verstehe, hat die Corona-Krise den Transformationsprozess

der Wirtschaft in Richtung Digitalisierung und Industrie 4.0

beschleunigt. Denn, wie Sie bereits erwähnten, haben Sie ja schon lange

vor der Krise Konzepte entwickelt, welche die digitalen Möglichkeiten

ausnützen und so auch ihre Organisation unmittelbar verändern. Ist das

so?

R. Seebacher: Ja, das ist aus meiner Sicht so. Dieser Transformationsprozess

wurde durch die Krise erheblich beschleunigt und eröffnet uns tatsächlich

auch ungeahnte Chancen. Diese Chancen nutzen jetzt viele unserer

Kunden, indem sie in Lösungen investieren, die sie zukunftsfit im Sinne

der Digitalisierung und Industrie 4.0 machen.

B+L: Geben die Märkte ein homogenes Bild für Sie ab?

R. Seebacher: Das ist von Branche zu Branche verschieden. So ist beispielsweise

bei Unternehmen der Automobil-Zuliefererindustrie wirklich

Feuer am Dach. Dort wissen die Verantwortlichen nicht, wie es weiter gehen

soll. Sie verlieren gerade wegen der Unplanbarkeit ihre Perspektiven.

Umgekehrt gibt es Unternehmen beispielsweise aus der Baumittel-Erzeugung,

welche den Bauhandel oder die Bauwirtschaft beliefern oder auch

der Lebensmittelindustrie, die einen nie dagewesenen Boom erleben. Ohne

das pauschalieren zu wollen, erleben wir jedoch, dass Unternehmen,

welche sich schon vor Corona mit den Themen Industrie 4.0 und digitale

Transformation sowie den darin enthaltenen Marktveränderungen befasst

haben, jetzt kaum Probleme haben, wieder Fuß zu fassen. Manche sind

sogar Gewinner der Krise. Die Verantwortlichen in diesen Unternehmen

haben schon zwei bis fünf Jahre voraus gedacht, ihr bestehendes Geschäftsmodell

überdacht und vielleicht sogar neue Konzepte entwickelt.

Diese können sie jetzt in der Krise rasch umsetzen. Dadurch haben sie

einen Wettbewerbsvorteil. Das ist nahezu das klassische „Glück des Tüchtigen“.

B+L: Reicht das allein aus?

R. Seebacher: Nein, natürlich nicht. Eine starke Eigenkapitalquote und Zukunfts-Perspektiven

gehören natürlich auch dazu. Das Eigenkapital brauchen

Sie, Herr Schlobach, um durch solche Krisen zu kommen und Sie benötigen

Zukunfts-Perspektiven hinsichtlich ihres Business. Ohne eines

von beidem bekommen Sie natürlich Probleme, solche Krisen zu durchtauchen.

Deswegen halte ich die Maßnahmen der gegenwärtigen Bundesregierung

hinsichtlich Finanzierungs-Gewährleistung von Überbrückungs-

FOTO: RS MEDIA WORLD/ARCHIV

6/2020

14 BUSINE$+LOGISIC


BUSINE$+FINANZEN

krediten, Steuerstundungen und Kurzarbeit für grundsätzlich richtig, wir

werden aber im kommenden Jahr erleben, dass es für viele dennoch nicht

ausgereicht hat, durch die Krise zu kommen.

B+L: Kommen wir zu den Investitionen Ihrer Kunden. Nähern Sie sich dem

Vorkrisenniveau oder wo befinden sich die Märkte?

R. Seebacher: Wir hatten während der weltweiten Lockdowns natürlich

Umsatzeinbrüche, vor allem weil laufende Installationen gestoppt wurden

und somit nicht Bilanzwirksam werden konnten. Ich habe die Zahlen nicht

exakt im Kopf, aber wir dürften so

bei 30-40 Prozent liegen. Jetzt,

nachdem die Lockerungen erfolgt

sind, bewegen wir uns wieder in

Richtung Vorkrisenniveau. Wir sehen

also genau die erhoffe V-Entwicklung

bei uns. Wenn ich mir jedoch

unsere Auftragseingänge von

heute und für 2021 ansehe, dann

„ DIE CORONA-KRISE HAT UNS NAHEZU

DAZU GEZWUNGEN, ALTERNATIVEN ZUR

MESSE AUFZUSPÜREN. UND DIE GIBT

ES.


bewegen wir uns zum Jahresende auf rund zehn Prozent weniger als im

Rekordjahr 2019 und für 2021 werden wir, wenn es so weiter geht, das

vergangene Rekordjahr wieder erreichen. Hier helfen Maßnahmen wie die

Investitionsprämie der Bundesregierung natürlich auch weiter.

Roland Seebacher, Geschäftsführer BITO Austria

B+L: Kann man das planen oder steckt darin auch viel Unsicherheit.

R. Seebacher: Die Planung für 2021 hängt natürlich auch ab von den Rahmenbedingungen,

welche uns die Corona-Krise vorgibt. Darum ist sie herausfordernder

als sonst und auch emotionsbehafteter. Die Krise verunsichert

die Wirtschaft generell. Die Verunsicherung wird natürlich auch

durch Berichte über große Konkurse, Werksschließungen, Massenreduktion

der Arbeitskräfte usw. verstärkt. Dabei wird hier oftmals übersehen,

dass sich diese Effekte bereits lange vor der Krise ankündigten. Corona

hat also gar nichts damit zu tun. Das Problem dabei ist jedoch, dass diese

Effekte zu den anderen hinzukommen, die durch die Lockdowns und die

Corona-Krise entstanden sind.

B+L: Kommen wir zu den Megatrends Industrie 4.0 und dem Transformationsprozess,

in dem sich die europäische bzw. österreichische Wirtschaft

befindet. Wie schätzen Sie die Zukunft Österreichs in diesem Zusammenhang

derzeit ein?

R. Seebacher: Wir dürfen das Thema

nicht allein aus der wirtschaftlichen

Sicht betrachten, sondern

auch aus der sozialen. Nehmen wir

die vorhin angesprochenen Baumärkte,

die derzeit wirklich boomen.

Das hängt aus meiner Sicht

auch damit zusammen, weil sich die

Arbeitswelt generell verändert. Die Menschen haben mehr Zeit für solche

wertschöpfenden Dinge und sie nehmen sie sich auch. Das ermöglichen

Industrie 4.0 und die digitale Transformation. Das deutet wiederum auf

eine verstärkte Regionalisierung der Wirtschaft hin.

B+L: Lösen Unternehmen, die für den regionalen Markt produzieren und

auch kürzere Supply Chains aufweisen, Globalplayer ab?

R. Seebacher: Nein, das würde ich nicht so sagen. Aber die Corona-Krise

hat schonungslos die Anfälligkeit von globalen Supply Chain-Netzwerken

gezeigt wie etwa in der Automobil- oder der Pharma-Industrie. Hier werden

sich die Globalplayer etwas überlegen müssen und tun das auch. Das

DIESER MANN IST KEIN BUTLER.

Aber er tut alles für bestes Service.

Die Post ist Partner von:

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Die Österreichische Post bietet eine ganze Reihe von Services, damit

Ihre österreichischen Kundinnen und Kunden ihre Pakete besonders

bequem und rasch erhalten. Zum Beispiel 24-Stunden-Abholstationen,

die Abstellgenehmigung oder die praktische Paketumleitung per

kostenloser Post App. Und Sie als Versender sichern sich top Qualität

und ZustellerInnen, denen die Empfänger vertrauen.


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B+L: Wie positioniert sich BITO Austria vor diesem Hintergrund?

R. Seebacher: Ich sehe hier zwei Aspekte. Der eine Aspekt bezieht sich

auf unsere Produktpalette. Wir sind einer der wenigen Anbieter in diesem

Marktsegment, die ihre Produkte zu 95 Prozent in Deutschland bzw. im

deutschsprachigen Raum fertigt. Wir haben also schon immer auf die regionale

Produktion gesetzt. Wir sind also ein regionaler Anbieter, der auch

seine halbfertigen Produkte von regionalen Anbietern bezieht. Das hat

einerseits den Grund, dass wir auf Qualität setzen und in diesem Zusammenhang

auf die Qualitätssicherung. Kurze Supply Chains ermöglichen

die rasche Qualitätskontrolle. Um wettbewerbsfähig zu sein, ist die Herstellung

unserer Leistungen automatisiert.

B+L: Was ist der andere Aspekt?

R. Seebacher: Der zweite Aspekt ist, dass durch die Transformation der

Wirtschaft der Bedarf an Beratung massiv wächst. Reichte noch vor einem

Jahrzehnt die reine Ingenieursleistung zur Realisierung etwa eines Hochregallagers

aus, müssen Sie heute systemisch denken und ihre Lösungen

in unternehmensübergreifende Supply Chain-Netzwerke integrieren. Hinzu

kommt die Skalierbarkeit der angebotenen Leistungen sowohl nach

oben als auch nach unten. Wir betrachten daher Logistik-Projekte nicht

mehr allein von der Produktebene aus, sondern denken sie schlüsselfertig.

Darum sind wir bei der Umsetzung von Projekten so weit wie möglich

für unsere Kunden dauerpräsent.

B+L: Betrifft das Sie allein als Lieferant oder betrifft das auch Ihre Kunden

selbst?

R. Seebacher: Das betrifft auch unsere Kunden, denn für sie haben sich

die Geschäftsfelder vielfach erweitert. Sie entwickeln sich selbst als Glied

eines großen Ganzen. Hinzu kommt das Thema E-Commerce, dass mittlerweile

allgegenwärtig ist und ganz neue Geschäftsmodelle ermöglicht. In

diesem sich ständig wandelnden Umfeld versuchen wir, der Sparring-Partner

unserer Kunden zu sein und gemeinsam mit ihm entsprechend zukunftsfähige,

flexible und skalierbare Lösungen zu entwickeln.

R. Seebacher: Der Transformationsprozess wurde durch die Krise erheblich beschleunigt und eröffnet uns

tatsächlich auch ungeahnte Chancen.

hat aber natürlich auch das Bewusstsein der Menschen für regionale Produkte

verändert. Viele überlegen sich heute beispielsweise, ob sie nicht

lieber einen Schrank aus heimischer Produktion mit hiesigen Hölzern oder

einen Pressspan-Schrank mit Platten aus Palmgehölzen kaufen. Der

Schrank aus heimischer Produktion ist zwar teurer, hält aber um vieles

länger. Das Bewußtsein für die Ressourcen schonende Produktion mit

kürzeren Lieferketten ist aus meiner Sicht auf jeden Fall gewachsen. Oder

nehmen Sie Kosmetik-Produkte, deren Zutaten aus der ganzen Welt zusammengetragen

werden. Diese Produkte werden mitunter umweltzerstörend

und auch nicht sozial vertretbar gewonnen und können durch

regionale Ersatzstoffe ersetzt werden. Die Corona-Krise hat hier auch dem

Ökologisierungsgedanken einen Schub versetzt. Wie lange dieser allerdings

anhält, kann natürlich niemand sagen und hängt von den Verbrauchern

selbst ab.

B+L: Welchen Effekt hat das für Sie?

R. Seebacher: Das Commodity-Geschäft wird immer weniger und die Lösungen

immer komplexer. Sie beinhalten einfache Regale, Regalbediengeräte,

Fahrerlose Transportsysteme etc., die durch entsprechende WMS,

LVS usw. gesteuert werden und selbst Teil ganzer Netzwerke sind. Die

Welt hat sich für uns sehr gewandelt und der Wandel wird durch Corona

beschleunigt…

B+L: Macht das BITO Austria allein?

R. Seebacher: Nein, denn wir arbeiten mit Partnern wie etwa Linde Fördertechnik

und anderen Anbietern zusammen. Das ist bekannt. Solche

Kooperationen sind State of the Art. Für den Kunden ist dabei nur wesentlich,

dass er alles aus einer Hand und das Beste aus den unterschiedlichen

Welten bekommt.

B+L: Wir sprachen vorhin von Perspektiven. Wo liegen die Perspektiven

für BITO Austria im kommenden Jahr?

R. Seebacher: Bleiben wir noch kurz im Jahr 2020. Trotz Corona-Krise liefern

wir ein respektables Ergebnis. Das sehen wir bereits heute. Wir werden

natürlich das Top-Jahr 2019 nicht erreichen, aber die Ergebnisse passen.

BITO Österreich ist kerngesund, sowohl physisch hinsichtlich seiner

Mitarbeiter als auch in Hinblick auf die Bilanzen. Für 2021 sind wir sehr

positiv gestimmt. Wir haben sehr viele Anfragen und Projekte für das

kommende Jahr an Land ziehen können. Wenn es so weiter geht, werden

wir das Jahr 2019 erreichen können. Voraussetzung ist allerdings, dass

es zu keinen weiteren Lockdowns mehr kommt. Wir blicken jedenfalls optimistisch

in die Zukunft.

B+L: Vielen Dank für das tolle Gespräch.

X bito.com

6/2020

16 BUSINE$+LOGISIC


logistic.net

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Wertschöpfungskette.


LOGISTIK express 6/2020 | S36

Innovationsvorreiter in der Logistik

Die Stranzinger Gruppe kann auf 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Logistics,

Packaging, Transport, Storage, Fulfillment und Mobility zurückblicken. Der

Leitsatz – „LOGISTIK NEU GEDACHT!“ steckt in jeder einzelnen Kundenlösung.

BEITRAG: REDAKTION

E-Commerce 3.0 – Die Welt des E-Commerce!

Mit der Initiative E-Commerce 3.0 wurde in

Kooperation mit Global.Web.Shop die Lösung

für mitteleuropäische KMU´s geschaffen, ihren

Absatz auf den globalen Markt auszubreiten.

Dabei wird auf regionale Wertschöpfung

und Unabhängigkeit gesetzt. Klein- und Mittelbetriebe

werden bei der Marktplatzierung,

dem Logistikkonzept sowie bei allen weiteren

Rahmenbedingungen unterstützt. Für jedes

Produkt werden die passenden Marktplätze

in den geeigneten Ländern erarbeitet. Unter

rund 15.000 verschiedenen Online-Marktplätzen

weltweit wird eine selektive Auswahl getroffen.

Mit dem Ziel ein gesundes Wachstum

zu generieren und regionale Arbeitsplätze zu

sichern. Die Abwicklung aus einer Hand von

Supply Chain Management, Marketing und

Vertrieb gewährleistet einen erfolgreichen

E-Commerce Auftritt unabhängig von der

Unternehmensgröße.

GESCHÄFTSFÜHRER /

STRANZINGER GRUPPE

ALEXANDER STELZER /

DOMINIK STRANZINGE

Die weiter anhaltende Nachfrage

an individuellen Lösungen

im Online-Handel bestätigt die

konsequente Weiterentwicklung

der Stranzinger Gruppe. Digitalisierung und

Ökologisierung sind in der heutigen Zeit maßgebliche

Innovationstreiber, welche unsere

Lebens- und Verhaltensweisen nachhaltig

ändern. Diese Entwicklungen und Veränderungen

gestalten wir mit unseren Kunden,

Partnern und Mitarbeitern aktiv mit.

Mit dem Leistungsbereich Fulfillment bietet

die Stranzinger Gruppe individuelle Logistiklösungen

für die Welt im E-Commerce. Regional

oder global werden alle notwendigen Schritte

nach der Produktion von A (ab Rampe) bis

Z (wie Zustellung) übernommen, bis das reale

Paket dem Kunden übergeben wird. Als Logistikexperte

werden auch Zusatzleistungen,

Retourenabwicklung, Veredelungen und vieles

mehr angeboten.

Mag. Alexander Stelzer LL.M. LL.M., Managing

Director, Stranzinger Gruppe: Die Stranzinger

Gruppe legt ganz klar ihren Fokus auf Innovation,

Digitalisierung, Ökonomie und Ökologie.

Wir sind der Outsourcing Partner für alle Unternehmen

mit Logistikbedarf. Vorrauschauend

agieren und die Zukunft selbst gestalten,

sichert uns einen wesentlichen Wettbewerbsvorsprung.

Mit unserem Dienstleistungsangebot

stellen wir uns den Herausforderungen

in der Logistikbranche und generieren neue

Denkmuster.

Dominik Stranzinger, Managing Director,

Stranzinger Gruppe: Der exponentiell steigende

Onlinehandel, verbunden mit ständig

wechselnden Wirtschaftslagen führte

die Stranzinger Gruppe vor 3 Jahren zu dem

Thema Fulfillment. Gemeinsam mit unserem

Partner Global.Web.Shop gelang es uns die

Initiative „E-Commerce 3.0“ zu starten, um

KMU´s eine Alternative zum stationären Geschäft

zu bieten. Wir sind stolz auf unsere

Partnerschaften mit der FH OÖ, Fraunhofer


Austria und dem Handelsverband Österreich

als Unterstützer und Projektbegleiter, die einen

wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung

leisten.

SCORE – „Scouting the Future of Retail“

Um weiterhin die Trends und Entwicklungen

im Kontext des Handels der Zukunft zu erkennen,

erweitert die Stranzinger Gruppe ihr

Partnernetzwerk mit der FH Oberösterreich

durch die „SCORE“ Mitgliedschaft. Wir sind

dadurch aktives Mitglied im Netzwerk „logistikum.RETAIL“.

„SCORE“ ist eine Initiative des

Netzwerkes „logistikum.RETAIL“ und verfolgt

als Zusammenschluss von Wirtschaft und Wissenschaft

das Ziel, Trends und Entwicklungen

im Kontext des Handels der Zukunft zu erkennen.

Eine Trend-Analyse dient als Ausgangsbasis

für eine unternehmensinterne Use-Case-Definition.

Die Mission ist, Unsicherheiten zu

reduzieren und zielgerichtet den Handel der

Zukunft und seine Implikationen greifbarer

und transparenter zu machen.

Prof. Dr. Oliver Schauer, Professor für Verkehrslogistik

& Mobilität, FH Steyr: „Der Handel

und die Disziplin Logistik sind aktuell zunehmend

gefordert, sich neuen Herausforderungen

zu stellen: Digitale Transformation,

geänderte Customer Journey sowie neue

Technologien fordern ein teils radikales Umund

Neudenken. Neue Beziehungen zwischen

Handel, Kunden und Dienstleister entstehen.

Durch SCORE, mit seinem aktiven Corporate

Foresight und Trendmonitoring Ansatz, sind die

Unternehmenspartner gerüstet, um auf aktuelle

Entwicklungen proaktiv zu reagieren.“

„PhysICAL“ – Physical Internet through Cooperative

Austrian Logistics

Das Leitprojekt „PhysICAL“ mit Fraunhofer

Austria als Konsortialführer und insgesamt 17

Projektpartnern verfolgt ein Ziel: „Gemeinsam

gegen den Klimawandel!“ Forschung und

Entwicklung in den Bereichen kooperative

Logistik und Physical Internet können einige

Herausforderungen im Gütertransport minimieren.

Dies bringt nicht nur der Transportwirtschaft

einen ökonomischen Vorteil, sondern

auch der Gesellschaft einen sozioökonomischen

Nutzen.

In den nächsten 4 Jahren arbeiten die Projektpartner

aus Transportwirtschaft und Logistik

an Verkehrsverlagerung und Emissionsminderung

und können auf diese Weise den Energieverbrauch

um mindestens 30% reduzieren.

Die Stranzinger Gruppe ist in „PhysICAL“ mit

dem eigenen Use Case „Supply Chain 3.0“

vertreten, der eine der wesentlichen Säulen

des Forschungsprojektes darstellt. Lagerung,

Transporte und IT-Lösungen für produzierende

KMU´s sollen gemeinsam abgewickelt und

der E-Commerce dadurch höchst effizient

gestaltet werden. Damit verspricht man sich

eine Effizienzsteigerung in der gesamten Logistikkette

um bis zu 30%.

Dr. Sandra Stein, Forschungskoordinatorin,

Fraunhofer Austria Research GmbH: Die Fallstudie

mit der Stranzinger Gruppe ist besonders

spannend, denn hier geht es ganz konkret

darum, Kunden für kooperative Logistik

zu gewinnen und diese kooperative Logistik

auch durchzuführen. Wir sind gespannt, welchen

Herausforderungen wir uns dabei stellen

werden und welche Chancen wir mit den

Kunden gemeinsam identifizieren können!

Ing. Mag. Rainer Will, Geschäftsführer, Handelsverband

Österreich: Wir finden in jedem

Supermarkt Bananen und Avocados, das

ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Kaum

jemand denkt darüber nach, wie weit sie

gereist sind. Ohne moderne Logistik gäbe

es keine Globalisierung. Mittlerweile ist Österreich

der Logistikstandort für Zentral-,

Südost- und Osteuropa mit mehr als 11.000

Unternehmen und 160.000 Beschäftigten.

Heute gelten Kollaboration und Supply Chain

Management zurecht als best practice und

bestimmen die Wettbewerbsfähigkeit vieler

Händler.

Der E-Commerce-Boom hat die logistischen

Abläufe enorm komplex und anspruchsvoll

gemacht. Jeder einzelne Verbraucher hat

eigene Vorlieben. Dasselbe gilt auch für die

Trends zu Social Delivery, der Zustellung per

Drohne und der Entwicklung der Einkaufsstraße

zum Distributionszentrum. Das ist eine komplett

neue Version der traditionellen Logistik

und hierfür braucht es kompetente Dienstleister

wie die Stranzinger Gruppe. (RED)

DR. SANDRA STEIN

FRAUNHOFER AUSTRIA

FH-PROF. MAG. DR.

OLIVER SCHAUER MBA

ING. MAG. RAINER WILL

HANDELSVERBAND


LOGISTIK express 6/2020 | S38

IDIH startet die 3. Logistikreise

Logistik ist systemrelevant - gerade in Zeiten der aktuellen Corona-Krise wird

dieses nur allzu deutlich. Insbesondere die Logistik im eCommerce und Omni-

Channel-Handel gewinnt immer stärker an Bedeutung – die Branche wächst

unaufhaltsam. BEITRAG: REDAKTION

Besichtigung der Logistikzentren von Avato/

Fressnapf, MISTER SPEX, dem MultiChannel-Händler

für Brillen und des Multifunktionsgebäudes

von eCOM Logistik mit über

130.000 m2 auf 7 Ebenen auf dem Programm.

BERND KRATZ, EMA

PARTNER IDIH

Diese Situation führt zwangsläufig

dazu, dass logistische Abwicklungen

überdacht, angepasst oder

komplett neu konzipiert werden

müssen. Daher startet das IDIH bereits im Februar

2021 die nächste „Logistikreise für den

eCommerce- und OmniChannel-Handel“.

Das Institut des Interaktiven Handels unterstützt

seit 10 Jahren mit diversen Aktivitäten

Unternehmen und Führungskräfte der Branche.

Besonderen Anklang fanden die Reisen,

die speziell auf die Anforderungen des

eCommerce- und OmniChannel an die Logistik

ausgerichtet sind.

Die dritte Logistikreise findet vom 23. bis 25.

Februar 2021 statt und startet dieses Mal in

Leipzig, führt über Berlin und endet schließlich

in Magdeburg. Insgesamt 8 Stationen

aus dem eCommerce, OmniChannel und

Logistikumfeld werden in den 3 Tagen besucht.

Ob B2B oder B2C, manuelles Fulfillment

oder Automatisierung und Robotik - alles ist

dabei. Abgerundet wird die Tour durch Fachvorträge

im Bus während der einzelnen Etappen

zwischen den Besichtigungsstandorten.

Fokussiert wird darüber hinaus auch wieder

auf den abendlichen Erfahrungsaustausch.

Neben der Besichtigung des BMW-Werks in

Leipzig mit der Produktion des Elekt¬ro-fahrzeugs

i3 und dem Besuch der Robotertechnologie

bei MakroSolutions stehen auch die

Einen anderen logistischen Aspekt wird die

diffizile Versandabwicklung der Online-Apotheke

Aponeo darstellen. Ein weiteres Highlight

wird ein abendlicher Empfang in der

russischen Botschaft in Berlin Unter den Linden

sein. Hier haben die Teilnehmer der Reise die

Gelegenheit, sich mit Vertretern der Botschaft,

des russischen Handels- und Wirtschaftsbüros

sowie der russischen Post auszutauschen.

Neben Informationen und Vorträgen zu

eCommerce und Logistik in Russland sowie

der Gestaltung des Cross-Border-Onlinehandels

wird an diesem Abend auch das internationale

Networking nicht zu kurz kommen.

Am letzten Tag wird diese Reise mit der Besichtigung

der Zentrallogistik der OTTO-Group, betrieben

von Hermes Fulfilment in Haldensleben

enden. Auch diese dritte IDIH-Logistikreise soll

wieder einen hohen Grad an Informationen

und Erkenntnissen aus diversen logistischen

Abläufen im Live-Betrieb und einen intensiven

Erfahrungsaustausch sicherstellen.

Die Anzahl der Reiseteilnehmer ist daher limitiert

auf 28 Personen. Die Möglichkeit der

Reisebuchung ist ab sofort offen unter https://

idih.de/events/ - first come, first serve.

Gesundheitsschutz und Sicherheit haben

während dieser Reise ganz besondere Priorität.

Daher hat das IDIH einen professionellen

Kongress- und Veranstaltungsservice als Reiseveranstalter

beauftragt, der die zu diesem

Zeitpunkt geltenden Regeln und Erlasse zum

Umgang mit SARS-CoV-2 sicherstellt. Selbstverständlich

gelten während der gesamten

Fahrt und auch in den besuchten Unternehmen

die obligatorischen Hygiene- und Abstandsregeln.

(RED)


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LOGISTIK express 6/2020 | S40

Nachhaltige Intralogistik für widerstandsfähige

Unternehmen

Steffen Bersch, CEO der SSI Schäfer Gruppe, erläutert die steigende Bedeutung

einer nachhaltigen Logistikorganisation. Als Intralogistik-Experte unterstützt

SSI Schäfer Unternehmen, ihre wirtschaftlichen und nachhaltigen Ziele zu

verfolgen und ihre Logistikstruktur effizient und widerstandsfähig zu gestalten.

BEITRAG: REDAKTION

Gesellschaft. Intralogistik ermöglicht es Unternehmen,

in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen,

sowohl lokal als auch in einem globalen

Umfeld, zu agieren. Eine funktionierende und

nachhaltige Lieferkette ist dabei einer der Erfolgsfaktoren

für die meisten Unternehmen.

Denn Ressourcen sind endlich und müssen

vernünftig eingesetzt werden.

Digitale Transformation, Klimawandel, Corona-Pandemie

- warum sollten Unternehmen

in diesen dynamischen Zeiten in das Thema

Nachhaltigkeit investieren?

Die Corona-Krise mit den Lockdowns und den

vielen Beschränkungen steht in scharfem Kontrast

zu dem "Höher, schneller, weiter", das unseren

Alltag bisher prägte. Im Laufe der Jahre

lag der Schwerpunkt oft auf der Steigerung

der Rentabilität. Inzwischen wird Nachhaltigkeit

mehr und mehr zu einem Schlüsselfaktor

für den künftigen Geschäftserfolg. Nachhaltig

ausgerichtete Unternehmen erweisen sich

oft als widerstandsfähiger und können Herausforderungen

wie die Corona-Pandemie

besser bewältigen.

Im August ist SSI Schäfer der Initiative der „50

Sustainability and Climate Leaders“ beigetreten.

Möchten Sie aufmerksam machen auf

den sich ändernden Fokus in den Unternehmen?

STEFFEN BERSCH, CEO

Herr Bersch, wie relevant ist das Thema Nachhaltigkeit

in der Logistik?

Die Logistik ist das Rückgrat fast jeden Sektors

und die entsprechenden Leistungen und

Lösungen unverzichtbar für eine moderne

Die Initiative, der wir beigetreten sind, orientiert

sich an den Nachhaltigkeitszielen der

Vereinten Nationen. Wir als Unternehmen SSI

Schäfer fühlen uns diesen Zielen verpflichtet.

Als international führender Anbieter von Lager-

und Logistiksystemen beschäftigen wir

uns schon lange mit nachhaltigen Lösungen.


Wir wollen vor allem den Wandel zu einer

nachhaltigen und wirtschaftlichen Intralogistik

fördern und Diskussionen in den Unternehmen

anregen. Die “50 Sustainability and

Climate Leaders“ bieten eine gute Plattform,

um unser Anliegen darzustellen und weiterzuentwickeln.

Wie sieht nachhaltige Logistik von SSI Schäfer

aus bzw. welche Systeme und Bereiche betrifft

es?

Als einer der weltweit führenden Anbieter von

Intralogistiklösungen sind wir ein idealer Partner

für Unternehmen, die wirtschaftlich tragfähige

und zukunftsorientierte, nachhaltige

Ziele verfolgen. Wir verfügen über ein breites

Portfolio an innovativen Produkten und Lösungen,

die wir für die spezifischen Bedürfnisse

jedes einzelnen Kunden kombinieren.

Dazu zählen vor allem: Energieeffizienz sowie

das umweltfreundliche Betreiben von Lagerund

Logistikprozessen, ökologische Bauweisen,

kurze Lieferketten, vorausschauende

Wartung und Fernwartung, gesunde Arbeitsbedingungen

und eine sauberere Umwelt sowie

weniger Abfall und die Reduzierung des

CO2-Fußabdrucks.

Können Sie Beispiele aus Ihrem Kundenkreis

nennen?

Im Rahmen unserer Beteiligung an der Initiative

der „50 Sustainability and Climate Leaders“

heben wir drei aktuelle Kundenprojekte

besonders hervor, da sie die Facetten einer

nachhaltigen Logistik beispielhaft aufzeigen:

1. Nachhaltige Innovation zur Schaffung einer

skalierbaren Lösung für ein neues, lokales

Lebensmittelsystem mit Infarm (Europa)

2. Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel

und unvorhersehbare Ereignisse wie

die COVID-19-Pandemie mit ORCA Cold

Chain Solutions (Asien)

3. Ein digitales Distributionszentrum mit energieeffizienter

Hardware und einer intelligenten

Softwarelösung für die vorausschauende

Wartung mit Pepperl+Fuchs (Nordamerika)


LOGISTIK express 6/2020 | S42

Entsprechend der UNO-Prognose, dass bis

2030 80% der Bevölkerung in Städten leben

werden, wird, zusammen mit dem erwarteten

Bevölkerungswachstum, die Nachfrage nach

der Lebensmittelproduktion unsere wertvollsten

Ressourcen übersteigen. Infarm und SSI

Schäfer arbeiteten zusammen, um den Schritt

von der traditionellen Landwirtschaft zur automatisierten

"vertikalen" Landwirtschaft zu

ermöglichen. Vertical Farms haben eine entscheidende

Bedeutung erlangt, um Städte

und Siedlungsgebiete integrativ, sicher, widerstandsfähig

und nachhaltig zu gestalten.

Im Vergleich zu traditionellem Ackerbau ist

die innovative Lösung bis zu 400 Mal effizienter

(d.h. auf 25 m² können Landwirte das

Äquivalent von fast 2 Hektar Ackerland produzieren),

sie benötigt 95% weniger Wasser,

75% weniger Dünger und kommt ganz ohne

chemische Pestizide aus.

Aber auch Lebensmittelsicherheit sowie hohe

Leistungserbringung ist ein weiterer Bereich,

in dem SSI Schäfer einen Unterschied macht.

Sehen Sie sich zum Beispiel die energieeffiziente,

aber hochautomatisierte Logistiklösung

an, die für Orca Cold Chain Solutions auf

den Philippinen eingeführt wurde. Sie steht

vor den Herausforderungen der Lebensmittelindustrie,

dass bis zu 37% der weltweit hergestellten

Lebensmittel aufgrund schlechter

Verpackung, schlechter Lagerung und

schlechter Handhabung verloren gehen.

Zudem konnten die Partner mit der Lösung

die Stromkosten um fast 35% senken und

menschliche Eingriffe minimieren. So kann die

Integrität aller Waren gewährleistet und die

Verantwortlichkeit sowie 100%ige Rückverfolgbarkeit

der Waren erhöht werden (d.h.

mit der Automatisierungslösung von SSI Schäfer

können bis zu 4.800 Paletten an einem einzigen

Tag bewegt werden).

Mit einem innovativen Ansatz und Technologieeinsatz

realisierte SSI Schäfer für Pepperl-Fuchs

ein zuverlässiges und zukunftssicheres

Distributionszentrum mit ca. 28.000

Lagerplätzen. Ausgestattet mit energieeffizienter

Hardware und mit dem Ziel, den Platzbedarf

zu reduzieren, nutzt die automatisierte

Lösung die Leistungsfähigkeit der Pepperl+-

Fuchs-Sensorik in Verbindung mit der SSI Schäfer

Logistiksoftware für eine innovative und

maßgeschneiderte Lösung zur vorausschauenden

Instandhaltung.

Welche Visionen haben Sie für SSI Schäfer?

Wir befinden uns inmitten einer langen Reise.

Das Ziel ist es, einen aktiven Austausch

mit Kunden, Partnern und interessierten Unternehmen

zu initiieren, um gemeinsam die

Entwicklung nachhaltiger Lösungen in der Logistikbranche

voranzutreiben. Wir brauchen

eine wirtschaftlich effiziente wie nachhaltige

Logistikorganisation, um den Energieverbrauch,

die CO2-Emissionen und die Kosten

zu senken und gleichzeitig kurze Lieferketten

und gesunde Arbeitsbedingungen zu fördern

Welche Empfehlung geben Sie Unternehmen,

die aktuell über eine Optimierung ihrer Prozesse

nachdenken?

Ganz klar, wir empfehlen uns als Partner. Wir

haben bei allen Unternehmen, egal welche

Branche und Größe, den Anspruch, die optimale

Logistikstruktur zu erarbeiten und das

Unternehmen dadurch nicht nur effizient und

nachhaltig aufzustellen, sondern auch einen

Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dabei

schöpfen wir aus einem sehr breiten Programm

an innovativen Systemen und Technologien,

sind weltweit präsent und profitieren

von unserer jahrzehntelangen Erfahrung

aus den unterschiedlichen Branchen. (RED)


HJS MEDIA WORLD

GROUP & PARTNER

Die

ganze

Welt der

Logistik


LOGISTIK express 6/2020 | S44

Delivery-Experte Seven Senders

expandiert nach Österreich

SEVEN SENDERS ist die Delivery-Plattform für den Paketversand. Das Unternehmen

verbindet Versender mit seinem Carrier-Netzwerk aus über 100

Paketzustellern in Europa und ermöglicht exzellenten, lokalen Versand als Wettbewerbsvorteil.

Thomas Hagemann und Günter Birnstingl von Seven Senders

geben Auskunft. REDAKTION: PETER NESTLER

PETER NESTLER

HERAUSGEBER

UMWELT JOURNAL

Peter Nestler: Seven Senders ist in Österreich

ein relativ neuer Marktteilnehmer in der Verteillogistik.

Was können Sie einbringen, was

nicht ohnehin schon da ist?

Thomas Hagemann: Was ich an dieser Stelle

immer zurückfrage ist: Was ist denn schon da?

Wir haben in Europa – und auch in Österreich

– die Situation, dass wir zwei bis drei sehr gute

Dienstleister haben, um Pakete zuzustellen.

Das ist in Deutschland zum Beispiel die DHL

und Hermes und das sind in Österreich die

Österreichische Post und DPD. Das ist der

lokale Blick auf das Geschäft und unter diesem

Gesichtspunkt haben wir Seven Senders

gegründet. Wir haben in den vergangenen

sechs Jahren Millionen Pakete von europäischen

Ländern über Ländergrenzen hinweg

nach Österreich gebracht und sind mittlerweile

unter den Top Ten der Paketlieferanten

der Österreichischen Post. Was wir mit dem

Markteintritt in Österreich gemacht haben,

ist, dass wir das umdrehen. Wir bieten den

Händlern in Österreich an, deren Export zu

machen. Das ist etwas, was mit den lokalen

Dienstleistern nicht unbedingt erreicht werden

kann, weil die in den Zielländern für den

Export nicht das Netzwerk haben wie wir.

Nestler: Welcher Part des Liefergeschäftes ist

bei Seven Senders in Österreich größer – Incoming

oder Outgoing?

Hagemann: Aus österreichischer Sicht ist das

Volumen der Lieferungen aus dem Ausland

nach Österreich deutlich höher. Wir haben ja

gerade erst mit dem Exportgeschäft gestartet

– in Österreich mit Günter Birnstingl. Wir haben

aber bereits die ersten größeren Kunden

in Österreich wie Blue Tomato.

Nestler: Wie läuft das Exportgeschäft bei Seven

Senders in Österreich ab? Wickelt ihr das

zur Gänze selber ab oder wird das mit Partnern

abgewickelt, je nach Volumen oder

nach anderen Kriterien?

Hagemann: Es ist ein klassisches B2B-Geschäft,

üblich zu dem, was man aus Partnerschaften

im Vertrieb kennt. Das heißt, es gibt Warenverträge

über meistens mindestens ein Jahr.

Man legt sich zudem fest, wohin man versenden

möchte und man wählt gemeinsam die

Versanddienstleister aus, die dann beim Empfänger,

auf der letzten Meile, vor der Haustüre

der Kunden stehen sollen. Und natürlich ist es

unser Ziel, in jedem Land zu helfen, je nach

Menge, Aufkommen und Art der Pakete. Zur

Grundaussage: Wir möchten den gesamten

europäischen Versand übernehmen – macht

das überhaupt Sinn? Nein, weil es immer eine

kritische Menge braucht, die pro Zielland erforderlich

ist.

Nestler: Wie sieht das aus in den Verhandlungen

mit ihren Kunden? Irgendwo muss man ja

in einem Zielland beginnen und sich festlegen.

Hagemann: Es werden die gewünschten Zielländer

einzeln verhandelt und wir entscheiden

das selber pro Länderrelation, wem wir

das Geschäft dann geben. Wir kämpfen

dann selber pro Land um jede Länderrelation

und manche gewinnen wir und manche verlieren

wir. Das ist das ganz normale Business.

Nestler: Gibt es da Länder, die sie tendenziell

leichter gewinnen aufgrund ihres Netzwerkes?

Hagemann: Ja, ganz sicher. Wenn wir unsere

Stärken anschauen, dann liegen diese in den

12 bis 13 Top-Konsumländern in Europa. Das


sind in der Regel auch eher die ökonomisch

starken Volkswirtschaften, respektive die großen

Länder. Also die DACH-Länder, Italien,

Spanien, Frankreich, Polen, Tschechien, Skandinavien

und UK.

Nestler: Und über welches Geschäft sind sie

am glücklisten bei Seven Senders aufgrund

der Marge?

Hagemann: Über Margen sprechen wir natürlich

nicht so offen. Aber man kann sagen:

Es ist dann immer attraktiv für beide Seiten,

wenn man Komplexität lösen kann. Wir sind

stolz darauf, dass wir kein klassischer Makler

sind. Also wir kaufen keine Paketmarke ein

für 3 Euro und verkaufen die im Internet für

3,02 Euro weiter. Sondern wir bauen gesamte

Lieferketten auf, die wir auch betreuen, versichern

und abwickeln mit unserem Transportmanagement-Team

und unseren Lkw-Partnern.

Viel Komplexität lösen – das kann im

Zollbereich sein. Zum Beispiel bereiten wir jetzt

einige Kunden auf den Brexit vor, oder das

Zielland Schweiz. Das kann aber auch sein,

dass wir für Kunden Multi-Carrier-Lösungen

aufbauen. Zum Beispiel möchten in Frankreich

rund 30 Prozent der Kunden gerne an

eine Packstation gelieferte haben, was La

Poste in dem Zusammenhang nicht anbietet.

Da geht es dann darum, dass wir den Stream

auf verschiedene Carrier aufteilen. Darüber

Komplexität zu lösen, bringt sicher den größten

Mehrwert für unsere Kunden.

Nestler: Mit welchen Partnern arbeiten sie zusammen,

wenn man sich die Lieferketten so

ansieht?

Hagemann: Wir unterscheiden grundsätzlich

zwischen Hauptlauf und letzte Meile. Viele

nennen es den Vorlauf, für uns ist der weite

Weg mit dem Lkw der Hauptlauf. Da arbeiten

wir mit Speditionen und haben dazu in den

vergangenen Jahren einige wenige Partnerschaften

geschlossen. Wir sind da aber

komplett transparent und wissen, dass sich

der Markt in dem Bereich sehr stark bewegt.

Denn der Markt muss ja selbst opportunistisch

funktionieren, je nach ökonomischer Lage.

Und damit sind wir da immer frei in der Wahl

und arbeiten von Gebrüder Weiss über Wackler

über DHL Freight etc. mit allen Marktpartnern

zusammen, auch mit digitalen Speditionen

wie Insta Freight. Auf der letzten Meile

arbeiten wir dann mit fixen Partnerschaften,

aber stets mit Hinblick auf das Verhältnis Kunde-Dienstleister.

Aber das sind natürlich langfristig

gewachsene Geschäftsbeziehungen,

denn gerade die letzte Meile ist schon ein

sehr statisches Unterfangen in Europa.

Nestler: Wer sind auf der letzten Meile die

Partner in Österreich?

Günter Birnstingl: In der Hauptsache Die Österreichische

Post und DPD, aber wir reden

zum Beispiel auch mit Liefery.

Nestler: Wie sieht es aus mit euren Versicherungspartnern,

wurden die länderübergreifend

ausgewählt? Oder gibt es da einen Globalpartner?

Hagemann: Wir haben einen Globalpartner

für die gesamte europäische Lieferkette endto-end.

In den vergangenen Jahren wird auf

der letzten Meile sehr e-commerce-orientiert

versendet. Die Handhabung bei den Versicherungen

ist aber in den einzelnen Ländern

sehr unterschiedlich. Da wird gedanklich

noch stark auf das Thema Sonderziehungsrechte

eingegangen und es wird gesagt: 8

Euro pro Kilo oder ein Euro pro Kilo. Am Ende

muss man aus Konsumentensicht sagen: Das

kommt schon fast einer Verweigerung der

Versicherung gleich. Wir haben das mit einem

Produkt gelöst, das wir gemeinsam mit

einem großen Rückversicherer bzw. einer

Versicherung im Transportbereich lösen, und

zwar über alle Grenzen hinweg.

Nestler: Gesetzt den Fall, sie sind bei einem

neuen potenziellen Kunden in Österreich, den

sie mit ins Boot holen wollen. Mit welchen Argumenten

überzeugen sie den?

THOMAS HAGEMANN

GRÜNDER

GEESCHÄFTSFÜHRER

SEVEN SENDERS

GÜNTER BIRNSTINGL

MANAGING DIRECTOR

AUSTRIA

SEVEN SENDERS


LOGISTIK express 6/2020 | S46

Hagemann: Es geht um das Thema Flexibilität

und gleichzeitig um Komplexität. Wir verstehen

uns einerseits als Logistikunternehmen,

andererseits aber auch sehr stark als Technologieprovider.

Wenn sich jemand dem

europäischen Markt als Onlineshop nähert,

dann liegen da schon einmal die unterschiedlichsten

Komplexitäten im Shop selber

vor und mit der Steuer. Wenn man dann

auch noch mit 15 verschiedenen Last-Mile-Carriern

kooperieren muss, dann beginnt

man Valium in der IT-Abteilung zu verteilen,

wenn es darum geht, die unterschiedlichsten

Label-Anforderungen zu platzieren.

Dem Händler geht es darum, das Einkaufserlebnis

seiner Kunden zu einem Konsumenten-Event

zu gestalten. Wir sind hier stark

eingebunden, indem wir zum Beispiel track

und trace erledigen, was heute bereits Standard

sein sollte. Andererseits sind wir in der

Lage, die unterschiedlichsten Themen, wie

etwa Buchhaltung, E-Mail-Aviso, Kaufabwicklung

etc. anzubieten. Unser Angebot

geht weit über die Frage wie hoch ist der

Transportpreis und wer ist mein Carrier hinaus.

Es geht sehr stark in die Technologiewelt hinein.

Das entspricht natürlich dem Zahn der

Zeit. Für uns gilt wiederum, dass wir das nicht

selber programmieren müssen, sondern als

third party zukaufen können. So können wir

sehr schnell neue Märkte erschließen. Der

Kunde kann einzelne Leistungen aus unserem

Produktportfolio herauskaufen, aber es ist nie

ein Zwang dahinter. Er ist also frei in seiner

Carrierwahl und er ist frei darin, welche Zusatzleistungen

er braucht.

Nestler: Kommt es auch vor, dass Kunden

nach Gesprächen mit ihnen den Carrier für

die letzte Meile geändert haben?

Hagemann: Durchaus! Die letzte Meile ist bei

uns genau das, wofür wir stehen. Man kann

die immer ändern. Die Stärke von Seven Senders

hat man besonders mit Corona gut gesehen.

In Frankreich ist die Post nach Ausbruch

der Pandemie dort völlig eingebrochen. Es

wurde über Tage und teilweise über Wochen

hinweg allen E-Commerce-Händlern nur ein

bis maximal zwei Anliefertage gegeben. Da

gab es natürlich bei uns einen Ansturm von

Anfragen zu einem Carrierswitch. Viele Onlinehändler

hatten sich ja nicht mit Alternativen

abgesichert, was einen Fallback-Carrier

angeht. Da sind viele unserer Kunden zu GLS

geswitcht, weil die ihr Netzwerk zu dieser Zeit

besser in Griff hatten.

Nestler: Wie hat sich ihr Geschäft beim ersten

Aufflackern der Coronakrise entwickelt?

Hagemann: Nach einem ersten Einknicken

hat es sicher eine merkliche Zunahme der

Volumina aus dem Onlinehandel gegeben.

Die Menschen haben zu der Zeit einfach das

gekauft, was sie zu dem Zeitpunkt brauchten

oder haben wollten: Wir haben zum Beispiel

Lkw-weise Brotbackmaschinen nach Italien

geliefert. Es hat aber auch sehr viele Händler

gegeben, denen es nicht so gut ging – etwa

im Bereich Mode und Accessoires. Da haben

sich die Konsumenten ganz einfach gesagt:

Wenn ich nicht weiß, ob ich überhaupt auf

Sommerurlaub fahren kann, warum soll ich

mir ein neues Outfit dafür kaufen. Rückschauend

betrachtet hat der Onlinehandel insgesamt

klar von der Coronakrise profitiert. Man

rechnet mit einem Sockel-Uplift in zweistelliger

Prozenthöhe. Das heißt, wir gehen davon aus,

dass der E-Commerce damit auf ein neues

Plateau gehoben wurde und von dort aus

weiterwachsen wird. Es wurden in dieser Zeit

sicher auch neue Kunden gewonnen, die davor

noch nicht online gekauft haben. Es gab

also quasi einen Zeitsprung für den Onlinehandel.

Nestler: Wie wird sich das Geschäftsjahr 2020

vorausblickend entwickeln?

Hagemann: Das laufende Geschäftsjahr wird

am Ende sehr positiv ausfallen. Wir haben

von Mehrverkäufen profitiert. Wir hatten aber

auch Herausforderungen in einzelnen Geschäftsbeziehungen,

was die Kontaktaufnahme

betrifft. Es war sicher nicht das grandiose

Jahr für den B2B-Geschäftsvertrieb. Auch wir

mussten uns auf remote umstellen, so gesehen

war es ein herausforderndes Jahr. Aber

unterm Strich sind wir sehr zufrieden.

Nestler: Herr Birnstingl, was sind die Pläne für

Österreich?

Birnstingl: Wir wollen beweisen, dass Österreich

durchaus eine europäische Chance


hat, dass die österreichischen Händler sich

der Themen Webshop und Internationalisierung

angenommen haben. In Österreich

haben die Händler immer schon in die Nachbarländer

geblickt. Da ist sicher eine gewisse

Offenheit gegeben, die sich nun verstärkt hat.

Nestler: Bereuen sie den Markteinstieg in diesen

schwierigen Zeiten?

Birnstingl: Es gibt jetzt eine Aufbruchstimmung,

die Themen Digitalisierung, neue Märkte,

Wachstum etc. spielen eine Rolle. Von daher

bin ich davon überzeugt, dass es der richtige

Zeitpunkt für uns ist.

Nestler: Gibt es ein Logistikprodukt, für das Seven

Senders typisch ist oder dass es nur bei

euch gibt?

Hagemann: Meines Wissens sind wir einzigartig.

Und zwar in der Art, wie wir die Supply

Chain lösen. Seven Senders kann nicht bestehen

mit dem Mehrheitsbesitz einer Postgesellschaft,

denn wir stehen für grenzenlose Freiheit.

Das heißt, man soll auf der letzten Meile

jeden Carrier wählen können, den man will.

Markus Jaklitsch: Seven Senders ist Venture

Capital finanziert. Wie sieht es mit den Finanzen

aus. Trifft man sich da und beschließt, wir

schießen wieder ein paar Millionen zu?

Jaklitsch: Sie haben Zalando als Kunden. Wie

läuft das Geschäft?

Hagemann: Zalando ist nicht unser Kunde,

sondern unser Partner. Zalando ist eine Plattform

und die Partner von Zalando sind unsere

Kunden. Ein Händler, der über Zalando verkauft

und der nicht die Logistik machen kann

oder will, das sind unsere Kunden. Zalando

pusht die Händler in gewisse Lieferkanäle.

Das heißt, wenn ich als Händler in Hamburg

über zalando.at verkaufen will, muss ich auf

der letzten Meile auch einen bestimmten

Carrier nehmen. Und genau da helfen wir

den Händlern. Wir sind also das Logistik enabling

für Händler, die auf Zalando verkaufen.

Jaklitsch: Bestehen Überlegungen mit Amazon

in Kontakt zu treten?

Hagemann: Wir sehen Amazon als potenziellen

neuen Wettbewerber auf der

letzten Meile. Wir gehen sehr stark davon

aus, dass Amazon zukünftig in unserem

Letzte-Meile-Portfolio auftauchen wird

als ganz normaler Dienstleister neben den

Postdiensten. In UK ist das schon passiert.

Jaklitsch: Wollt ihr auch stärker in den B2B-Bereich

gehen?

MARKUS JAKLITSCH

HERAUSGEBER

LOGISTIK EXPRESS

Hagemann: So hemdsärmelig würde ich das

nicht formulieren. Natürlich gibt es die regelmäßigen

Board Meetings, in denen man die

Lage bespricht. Unsere Finanzpartner sind bekannt,

es gab im Juni 2019 die letzte Finanzierungsrunde

und wir sind derzeit finanziell gut

aufgestellt. Diese Mittel werden sicher auch

2021 noch reichen und dann schauen wir

weiter. In einem gewissen Maße sind wir auch

glücklich darüber finanziell unabhängig von

den Kapitalmärkten zu sein. Wenn man sich

anschaut, wofür Onlinehändler Fremdkapital

brauchen, dann sind das Marketingkosten

und Working Capital. Das haben wir beides

nicht.

Wir sind in der Lage selbständig zu überleben.

Wir sind so gepolt, dass wir nicht das Rennen

um die größte Finanzierungsrunde bestreiten

wollen. Am Ende gibt es aber immer einen

trade-off zwischen sehr starkem Wachstum

und darin kein Kapital aufzunehmen.

Hagemann: Da stellt sich mir die Frage: Was ist

B2B? Ich mache für mich gedanklich immer

eine Matrix auf: Es gibt das schöne E-Commerce

Standardpaket, das eine sehr schnelle

und zuverlässige Laufzeit haben muss. Und

auf dem anderen Ende der Skala gibt es ein

time definite express B2B-Paket, das hochsensitiv

ist – zum Beispiel Ersatzteilschrauben für

einen Windpark im Norden von Schottland,

die am nächsten Tag zwischen 10 und 10:30

Uhr an dem Ort sein müssen. Und dazwischen

gibt es natürlich ganz viel. Die Antwort lautet

für uns: Wir schauen uns B2B an, aber nicht in

den nächsten 12 bis 18 Monaten das time definite

express B2B-Paket. B2B-Pakete aus dem

E-Commerce oder vielleicht sogar aus der

Industrie gerne, aber ehrlicherweise mit einer

relativ humanen Laufzeitanforderung, dafür

aber mit einer hohen Liefertreue. Das können

wir uns schon vorstellen.

Nestler/Jaklitsch: Danke für das Interview!


LOGISTIK express 6/2020 | S48

Corona und Logistik – kein Schiff

wird kommen

Wer stets in den Spuren anderer geht, kann niemals überholen!

REDAKTION: PETER BAUMGARTNER

DR. JOACHIM KUHN

Quelle va-Q-tec

Die alles beherrschende Frage

dieser Tage ist, wann kommt der

Impfstoff? Die ganze Welt schaut

gespannt auf die Pharmaindustrie.

Es scheint, dass an ihr unserer aller Leben

hängt. Tatsächlich wird es an der Logistik

liegen, wer das Leben spendende Serum,

wann und in welcher Menge bekommen kann.

Die Logistik wird hier in dieser globalen Situation

ihr Meisterstück abliefern müssen. Es geht

nicht mehr und nicht weniger um das perfekte

Zusammenspiel von Produktion, Lagerung

und Transport. Eine beispiellose, gewaltige

Herausforderung für eine Branche, deren Bedeutung

in der öffentlichen Wahrnehmung

noch immer Nachholbedarf hat. Ähnlich einem

Uhrwerk, werden zur Stunde null alle Akteure

in die gleiche Richtung ziehen müssen

– zum Kunden. Die Akteure sind sich der Herausforderung

bewusst und bereiten sich seit

Monaten vor. In den USA ist diese Logistikaufgabe

sogar so wichtig, dass sie unter militärische

Führung gestellt wurde.

Die Binnenschifffahrt wird bei dieser Megaaufgabe

und bei diesem Milliarden Geschäft

keine Rolle spielen. Die Innovationskraft in

dieser Branche reicht noch nicht aus, um

in der Logistik dort eine Rolle zu spielen, wo

Schnelligkeit und Präzision gefragt ist. Dabei

hätte die Binnenschifffahrt allen Grund, sich

rasch aus eingefahrenen Spuren zu verabschieden.

Die Kohle, das Lieblingsprodukt

der Binnenschifffahrt wird es bald nicht mehr

geben. Und andere wichtige Produkte kommen

dank umsichtiger „Verkehrspolitik“ gar

nicht in die Nähe der nassen Infrastruktur.

Dass auch ein Binnenschiff und die Wasserstraße

das Potential hat, in allen Logistikbereichen

eine führende Rolle zu spielen,

ist unbestritten. Aber vielleicht nicht in diesem

Jahrhundert. Die aktuellen logistischen

Herausforderungen werden morgen Experten

wie DHL oder Lufthansa erledigen.

Im Vorfeld haben bereits innovative Unternehmen

wie va-Q-tec ihre Arbeit erledigt, damit

die Pharmaindustrie ihre Produkte kanalisieren

kann. Va-Q-tec, das 2001 als Startup

des Bayerischen Zentrums für Angewandte

Energieforschung (ZAE) und der Julius-Maximilians-Universität

Würzburg gegründete Unternehmen,

bietet Hochleistungs-Produkte

und -Lösungen im Bereich der thermischen

Super-Isolation und Thermo-Logistik an.

Die bahnbrechende Technologie des Unternehmens

dämmt bis zu zehn Mal effizienter

als herkömmliche Materialien. So können va-

Q-tec’s Container Temperaturen über 5 bis 10

Tage ohne externe Energieversorgung lang

halten. Der weltweite Technologieführer verfügt

damit über ein Alleinstellungsmerkmal,

das durch etwa 180 internationale Schutzrechte

und -Anmeldungen abgesichert ist.

Bemerkenswert ist, wie die Firma zusätzlich zu

den Produkt- und Technologieinnovationen

auch ihr Geschäftsmodell permanent weiterentwickelt:

Das Unternehmen vollzog seit


Glasfläschchen als Verpackung für einen potenziellen COVID-19 Impfstoff. Quelle SCHOTT

seiner Gründung erfolgreich die Transformation

von einem Produkt- zu einem Systemanbieter

und weiter zu einem gefragten

Dienstleister in der Thermologistik. Es verfügt in

einem globalen Partnernetzwerk über etwa

2.500 Mietcontainer und über 20.000 Mietboxen

– die weltweit größte Flotte ihrer Art.

In den nächsten Wochen und Monaten wird

die bestehende Flotte um mehrere hundert

Container für den Serum Transport aufgestockt

– weiteres Wachstum ist in Planung. Die

Binnenschifffahrt ist da nicht dabei, obwohl

schon vor Jahren entwickelte Schnellschiffe

für Spezialcontainer im Konzert mitspielen

könnten. So bleibt zu hoffen, dass die kostbare

Fracht in den innovativen Containern am

LKW, auf dem Weg zum Flughafen nicht im

Stau stecken bleibt.

Ein weiterer Player bei der Vorarbeit in dieser

aktuellen logistischen Herausforderung ist

der international führende Technologiekonzern

SCHOTT. Der Glashersteller ist auf den

Gebieten Spezialglas, Glaskeramik und verwandten

Hightech-Materialien tätig. Mit der

Erfahrung von über 130 Jahren ist das Unternehmen

ein innovativer Partner für viele Branchen,

zum Beispiel Hausgeräteindustrie, Elektronik,

Optik, Life Sciences, Automobil- und

Luftfahrtindustrie und eben auch für die Pharmaindustrie.

SCHOTT ist weltweit präsent mit

Produktions- und Vertriebsstandorten in 34

Ländern. Im Geschäftsjahr 2018/2019 erzielte

der Konzern mit über 16.200 Mitarbeitern

einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die

SCHOTT AG hat ihren Hauptsitz in Mainz und

ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung.

Diese ist eine der ältesten privaten und

größten wissenschaftsfördernden Stiftungen

in Deutschland.

2019 investierte SCHOTT 1 Milliarde US-Dollar

in sein Geschäft mit pharmazeutischen Verpackungen,

um die Kapazität um mehr als 50

Prozent zu erweitern. Am Höhepunkt der Pandemie

im Jahre 2020 produzierte und lieferte

SCHOTT bereits 11 Milliarden Pharmaverpackungen

und schloss eine Lieferabkommen

für rund 2 Milliarden COVID-19 Pharmafläschchen

ab. Auch hier geht es darum, die richtigen

Partner für die enorme Logistikleistung zu

vereinen.

In dieser kritischen globalen Gesundheitskrise

spielen Logistikdienstleistungen im weltweiten

Netzwerk eine entscheidende Rolle. Es

ist bedauerlich, dass die Binnenschifffahrt als

sicherstes Transportmittel, darauf noch keine

Antwort gefunden hat. (RED)

PETER BAUMGARTNER

JOURNALIST

BINNENSCHIFFFAHRT

LOGISTIK EXPRESS


LOGISTIK express 6/2020 | S50

Lenzing erhöht die Kundenbindung

Mit der CDX-Plattform von ClearMetal konnte Lenzing nicht nur seinen Kundenservice

verbessern und die Kundenzufriedenheit steigern, sondern auch seine

Kosten optimieren. BEITRAG: Thomas Kofler

FOTO: CHRISTIAN LEOPOLD

DR. STEFAN DOBOCZKY, MBA

Die Lenzing Gruppe ist ein international

agierendes Unternehmen

mit Hauptsitz in Lenzing/Österreich

und Niederlassungen weltweit.

Sie zählt zu den Branchenführern in der

Herstellung von Zellulosefasern auf Holzbasis

für Textil- und Hygiene-Wertschöpfungsketten.

Lenzings Faserprodukte finden sich

in Kleidungsstücken bekannter Marken wie

Gap, Jockey, Levi's, Lululemon, Pottery Barn,

Zara, und anderen wieder. Wenn es darum

geht den Erfolg ihrer Kunden, die ökologische

Nachhaltigkeit und die täglichen Bedürfnisse

der Menschen zu gewährleisten, sind

die Lösungen von Lenzing ebenso innovativ

wie effektiv. Als Produzent von Zellstoff

und Fasern steht Lenzing am Anfang der

Wertschöpfungskette zur Produktion von Textilien

und Vliesprodukten. Diese ist lang: Zwischen

der Herstellung von Zellstoff und der

von Fasern und der luxuriösen, seidenweichen

Bluse oder dem atmungsaktiven Top für das

Fitnessstudio liegen zahlreiche Zwischenstufen

und Unternehmen, die oft sehr wenig miteinander

zu tun haben. Lenzings Geschäftsmodell

geht jedoch über das eines Lieferanten

von Fasern hinaus. Das Unternehmen versteht

sich als engagierter und verlässlicher Partner

von Spinnereien, Webereien, Strickereien,

Färbereien, Konfektionären, Fashionbrands

und dem Handel, der seinen Kunden über die

gesamte Wertschöpfungskette hinweg hilft,

erfolgreicher und profitabler zu sein.

Herausforderungen

Der Konzern erzielt einen Jahresumsatz von

rund 2 Mrd. EUR und liefert rund 1 Mio. Tonnen

Rohmaterial pro Jahr aus. Bevor sich

Lenzing für die CDX-Plattform von ClearMetal

entschied, setzte das Unternehmen ver-


schiedene, standortbasierte IT-Lösungen im

Supply-Chain-Management ein. Durch die

grosse Autonomie der einzelnen Produktionsund

Verkaufsstandorte sowie die mangelnde

Transparenz entlang der Lieferkette war es

schwierig, Kunden schnell und agil zu beliefern.

Es fehlten regelmässige Aktualisierungen

der Liefer- und Versanddaten. Dadurch war

die Kommunikation mit den Kunden häufig

suboptimal. Um die Kundenbeziehungen

zu verbessern und den Umsatz zu steigern,

strebte Lenzing daher nach einer einheitlichen

Lösung, die mehr Transparenz und Effizienz

entlang der Supply Chain versprach.

ClearMetals Lösung

Im dritten Quartal 2018 wählte Lenzing

ClearMetal als strategischen Partner aus.

Die Lösung von ClearMetal bietet Lenzings

Kunden eine “Continuous Delivery Experience”

(CDX). Die Plattformlösung gestützt auf

„Künstliche Intelligenz“(KI) und „Maschinelles

Lernen“ (ML) erleichtert die Arbeit des Supply-

Chain-Managements und verbessert massiv

die Transparenz einzelner Lieferketten respektive

ganzer Ökosysteme.

Die CDX-Plattform bietet Lenzing eine

verbesserte Sendungsverfolgung sowie

zuverlässige Prognosen für Produktanlieferungen

auf Basis einer grossen Band-

CDX Plattform - ROI Highlights

• Reduzierung von zusätzlichen Gebühren,

wie Container Standgeld, um 15%

• Reduzierung des Zeitaufwandes bei

manueller Problemlösung innerhalb der

Lieferkette um 70%

• Einfaches Reederei- / 3PL-Leistungmanagement,

gestützt auf faktenbasierte

Daten und Resultate

breite von Informationsquellen und Erfahrungswerten,

die ClearMetal mit einer

Vielzahl Kunden gesammelt hat. Über die

Plattform kann Lenzing Transportketten flexibel

abbilden und steuern sowie Prozesse

kontinuierlich weiter optimieren.

Über die Self-Service-Option des Portals

haben auch Lenzings Kunden einen sofortigen

Zugriff auf Sendungsstati. Dadurch

erhalten sie eine Amazon-ähnliche Kundendienstleistung:

24/7 Zugriff auf exakte

Sendungsinformationen sowie schnelle,

punktgenaue Lieferungen. Sie sparen Zeit

und Geld durch akkurate Informationen

und Ergebnisse und können proaktiv reagieren,

falls Probleme auftreten. Mit der

CDX-Plattform von ClearMetal ist Lenzing

heute in der Lage, schnelle und intelligente

Entscheidungen auf der Grundlage

von Echtzeitdaten (statt statischen Daten)

zu treffen. Das Unternehmen konnte die

Einführung neuer Produkte beschleunigen

und die Logistikkosten senken. Zudem ist

es in der Lage, Lagerbestände für nachgeschaltete

Wertschöpfungspartner effizienter

zu managen. Darüber hinaus hat

die Kundenbindung seit der Nutzung des

ClearMetal-Tools erheblich zugenommen

und die Prozesseffizienz ist gestiegen.

Fazit: „Wir waren beeindruckt von

ClearMetals permanenten Innovationsdrang.

ClearMetal hat uns genau das

gegeben, was wir brauchten: Akkurate

Informationen an einem zentralen Ort

und die Möglichkeit, die Bedürfnisse und

Erwartungen unserer Kunden an Servicequalität

in Bezug auf die Lieferkette zu

übertreffen. Mit dem CDX-Kundenportal

können wir jetzt einen Ausnahmefall sofort

bearbeiten und innerhalb von Minuten und

nicht Stunden mit unseren Kunden kommunizieren“,

erklärte Parsan Chand, VP

Global Supply Chain bei der Lenzing AG.

(TK)

THOMAS KOFLER

VP SALES EMEA

CLEARMETAL


LOGISTIK express 6/2020 | S52

Individuell angepasste FTS

247TailorSteel - Vollautomatisch aus dem Lager zur Maschine - Autonome

Roboter transportieren Rohstoffe unmittelbar nach Eingang der Bestellung

automatisch zur Weiterverarbeitung.

BEITRAG: REDAKTION

Unternehmens individuell zugeschnittene Bleche

und Rohre bestellen: ein Service, der optimale

Herstellungsprozesse erfordert. Diese in

Gang zu setzen ist Schwerstarbeit. Denn die

Basis für jedes Produkt sind 4,5 Quadratmeter

große und mehrere Tonnen schwere Metallplatten,

die sich nicht allein mit menschlicher

Kraft stemmen lassen. Am deutschen Produktions-

und Lagerstandort des Unternehmens in

Oyten bei Bremen übernehmen diese Aufgabe

daher drei FTS von Dematic. Rund 200 Aufträge

arbeiten die Fahrzeuge täglich ab. „Für

uns ist der Einsatz der autonomen Fahrzeuge

von Dematic eine entscheidende Voraussetzung,

um unseren Kunden schnell mit unseren

qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen“,

betont Björn Olle, Technischer Leiter der

247TailorSteel GmbH.

Unternehmen mit maßgeschneiderten

Waren und Lösungen konkurrieren

trotz individueller Herstellungsprozesse

bei den Lieferzeiten mit

Standardprodukten. Denn der Kunde hegt

stets denselben Anspruch: Die Bestellung soll

innerhalb kürzester Zeit eintreffen – unabhängig

davon, wie lange die Herstellung dauert.

Für solche Firmen ist es deshalb umso wichtiger,

dass nach Auftragseingang direkt der

Produktionsstart ausgelöst wird. Mit dieser Herausforderung

ist auch der niederländische

Spezialist für lasergeschnittene Bleche und

Rohre, die 247TailorSteel GmbH, konfrontiert.

Dem begegnet das Unternehmen mit einem

hohen Automatisierungsgrad und setzt fahrerlose

Transportsysteme (FTS) von Dematic

ein. Die autonomen Roboter transportieren

die Rohstoffe unmittelbar nach Eingang der

Bestellung automatisch zur Weiterverarbeitung

an die Laserschneidmaschinen.

Bei 247TailorSteel ist der Name Programm:

Denn 24 Stunden an sieben Tagen in der

Woche können Kunden im Onlineshop des

Individuell angepasste FTS

Damit die FTS die besonders schweren Lasten

im Lager von 247TailorSteel bewegen können,

hat Dematic sie individuell angepasst.

Der Intralogistikspezialist hat die Gabeln der

Fahrzeuge so modifiziert, dass sie ein Gesamtgewicht

von drei Tonnen tragen können.

Hierfür sind die Paletten, auf denen die Rohstoffe

gelagert werden, mit einem speziellen

Tragrahmen ausgestattet. Dieser ist mit den

adaptierten Gabeln kompatibel, sodass die

FTS die Materialen problemlos befördern können.

Hinzu kommt, dass die Fahrzeuge die beladenen

Paletten aus verschiedenen Höhen

entnehmen können. „Das ermöglicht es uns,

unsere Rohstoffe auf mehreren Ebenen unterzubringen.

Dadurch sparen wir enorm viel

Platz im Lager“, freut sich Olle.

Zuverlässige und dauerhaft verfügbare Automatisierungslösung

Löst ein Kunde online eine Bestellung aus, indem

er eine Zeichnung mit seinem Wunschprodukt

hochlädt, transportieren die FTS die

erforderlichen Metallplatten aus dem Lager

direkt zu den Laserschneidmaschinen.


„Manuelles Eingreifen ist hier nicht notwendig.

Auf diese Weise starten wir unverzüglich

mit der Produktion“, erklärt Olle. Überschüssige

Metallteile befördern die die Fahrzeuge im

Anschluss wieder automatisch zurück in das

Lager. Die fertigen Produkte gelangen hingegen

zur Verpackungs- und Versandstation.

Auch am niederländischen Hauptsitz in Varsseveld

vertraut 247TailorSteel seit rund sieben

Jahren auf die Automatisierungskompetenz

von Dematic. Hier transportieren sieben FTS

die Rohstoffe automatisch in den Produktionsbereich.

Bevor die FTS von Dematic den Transport der

Rohstoffe übernommen haben, waren dafür

bemannte Gabelstapler zuständig. Das hatte

den Nachteil, dass das Material für die Auftragsbearbeitung

nur innerhalb der festgelegten

Arbeitszeiten direkt an die Produktion

weitergegeben werden konnte. Die FTS hingegen

sind rund um die Uhr im Einsatz. Einen

weiteren Vorteil sieht Olle in ihrer Zuverlässigkeit:

„Die Fahrzeuge stellen die Paletten jedes

Mal exakt an der festgelegten Stelle ab. Da

gibt es keine Abweichungen.“ Das Personal

setzt das Unternehmen jetzt an anderer Stelle

im Produktionsprozess ein. Rund 480 Mitarbeiter

sind derzeit für 247TailorSteel tätig.

Millimetergenaue Navigation

Manövriert werden die FTS mit der integrierten

Dematic-Navigationssoftware. Dabei vermisst

jedes Fahrzeug über einen On-Board-Lasersensor

die fest angebrachten Reflektoren in

der Halle von 247TailorSteel. Auf diese Weise

ermittelt das System ständig die aktuelle

Fahrzeugposition. Abweichungen der festgelegten

Route werden zeitgleich verhindert.

Dabei sind die Dematic-Fahrzeuge nicht auf

eine Spur festgelegt, sondern können je nach

Auftrag verschiedene Wege und Lagerplätze

anfahren. Dafür ist das Lagerlayout in dem

System gespeichert.

Etwaige Aktualisierungen dieses Layouts erhält

das FTS über die Dematic-Software Etricc,

die für die gesamte Steuerung zuständig ist.

Sie sorgt außerdem für einen optimierten

Materialfluss, indem sie bestimmt, welches

Fahrzeug welchen Auftrag übernimmt und

dafür die schnellste Route errechnet. Über

eine Schnittstelle ist die Dematic-Lösung außerdem

an die hauseigene Software von

247TailorSteel angebunden. „Eine Vorgabe

in der Auftragsausschreibung war, dass wir

unsere vorhandene IT auch weiterhin wie gewohnt

nutzen können“, erklärt Olle. „Durch

die Schnittstellenanbindung ist dies problemlos

möglich.“ Die Software von 247TailorSteel

nimmt nach wie vor die Aufträge entgegen

und gibt sie automatisch an die Dematic-Lösung

weiter. Daraufhin setzen sich die FTS automatisch

in Bewegung.

Reibungslose Inbetriebnahme

Die Auftragsentscheidung für Dematic fiel einerseits

aufgrund der positiven Erfahrungen

aus der Vergangenheit. Andererseits überzeugte

die hohe Kundenorientierung des Intralogistikspezialisten.

„Dematic hat ihre FTS

exakt auf unsere Anforderungen zugeschnitten“,

sagt Olle. In der Projektphase habe

man sich intensiv über die optimale Lösung

ausgetauscht. Die Inbetriebnahme der Fahrzeuge

und die Installation der Software liefen

daraufhin reibungslos. „Seitdem arbeiten wir

deutlich effizienter“, resümiert Olle. (RED)


LOGISTIK express 6/2020 | S54

„AutoStore hat unseren KVP deutlich

vorangebracht“

Als Full Service Dienstleister übernimmt TCL Consulting das Fulfillment für eine Vielzahl

namhafter Kunden aus dem B2C-E-Commerce. Mit einer vollautomatisierten

AutoStore-Lösung hat das Unternehmen aus Umkirch (Baden-Württemberg)

nun einen wichtigen Fortschritt in puncto optimierte Auftragsabwicklung erzielt.

BEITRAG: REDAKTION

Im Jahre 2007 gegründet, kümmert sich

TCL Consulting vor allem um das Handling

von Produkten aus der Welt der Mode.

Taschen und Bekleidung zählen ebenso

dazu wie unterschiedlichste Accessoires –

den absoluten Schwerpunkt bilden jedoch

Schuhe. Was die Endverbraucher beispielsweise

in den Online-Shops des Händlers

Schuhe Lüke ordern, wird aus den Lagerbeständen

von TCL Consulting kommissioniert

und schnellstmöglich ausgeliefert.

Schuhkartons mit Einlagerungs-Tücken

Zigtausend Schuhkartons in konventionellen

Fachbodenregalen einzulagern und individuelle

Bestellungen zu kommissionieren,

stellte TCL Consulting während der Vergangenheit

immer wieder vor große Herausforderungen.

Der unternehmerische Erfolg

auf der einen Seite, wuchs zugleich auch

der Zeitaufwand für das manuelle Handling

immer größerer Warenbestände. „Im Detail

konnten wir dank KVP zwar immer wieder

Optimierungen erzielen, aber der große Wurf

ließ auf sich warten“, berichtet Dominic Peters,

Head of Logistics von TCL Consulting.

Mit dem vollautomatischen Kleinteilelager

AutoStore stand zwar schon länger eine prinzipiell

geeignete Lösung zur Verfügung; doch

die in klassischen AutoStore-Systemen genutzten

Standard-Lagerbehälter boten mit

Außenhöhen von 220 bzw. 330 mm und Innenmaßen

von je 403 x 603 mm ganz einfach

zu wenig Raum, als dass deren Einsatz nennenswerte

Fortschritte erbracht hätte. Denn:

Schuhkartons werden grundsätzlich auf der

schmalen Seite gelabelt – mithin macht deren

Einlagerung in eine AutoStore-Anlage auch

nur hochkant Sinn, damit die abgerufenen

Artikel noch vor der Entnahme bequem gescannt

werden können.

Höhere Behälter, schnellere Roboter

Der Wunsch nach höheren Standardbehältern

war den norwegischen AutoStore-

Erfindern durchaus geläufig. Allerdings

erforderte deren Handling zunächst die Entwicklung

einer neuen Roboter-Serie – die

bisher eingesetzten Gefährte vom Typ R5

RedLine waren auf die neuen Anforderungen

nicht ausgelegt. Seit dem vergangenen

Jahr stehen aber sowohl 425-mm-Behälter als

auch leistungsstärkere Roboter bereit. Verglichen

mit Robotern der Baureihe R5 RedLine,

erreichen die neuen B1-BlackLine-Roboter mit

4 m/s eine höhere Geschwindigkeit (R5: 3,1

m/s) wie auch eine höhere Beschleunigung

(1,4 m/s ggü. 0,8 m/s).

TCL Consulting zögerte nicht und orderte als

erster Anwender in Deutschland eine Auto-

Store-Anlage mit B1-BlackLine-Robotern. In


einem neu errichteten Hallenkomplex installierte

AM-Automation als führender nationaler

AutoStore-Distributor ein Lagerungssystem,

in dem bis zu 10.000 Behälter mit einer

Außenhöhe von je 425 mm und Innenmaßen

von je 406 x 403 x 603 mm (H/B/T) untergebracht

werden können. Die Anlage umfasst

auf einer Grundfläche von 24 x 17 m insgesamt

14 Ebenen und erreicht damit eine

Gesamthöhe von gut acht Metern. Auf der

Oberseite der Anlage - dem sogenannten

Grid - übernehmen acht Roboter der Serie B1

BlackLine die vollautomatische Ein- und Auslagerung

der Behälter.

Reichlich „Luft nach oben“

Anfang des Jahres ging die Anlage in Betrieb,

und mit dem Ergebnis der Investition

ist TCL Consulting rundum zufrieden. Mit

den neuen Robotern und den höheren Behältern

habe sich AutoStore in jeder Hinsicht

bewährt, heißt es seitens der Unternehmensleitung,

und auf so geringem Raum

derart hohe Lagerkapazitäten zu schaffen,

sei auf andere Weise kaum denkbar.

Die Kommissionierung der einzelnen Artikel erfolgt

im AutoStore-System von TCL Consulting

über drei Arbeitsplätze, die als sogenannte

Carousel Ports speziell für hohe Durchsatzleistungen

ausgelegt sind und im Schnitt bis

zu 300 Behälterandienungen pro Stunde ermöglichen.

Zeitaufwändige Wege und das manuelle

Einsammeln der Kartons aus Fachbodenregalen

gehören nun für TCL-Consulting der

Vergangenheit an. Und bei Bedarf bietet die

AutoStore-Lösung auch noch reichlich „Luft

nach oben“, indem zusätzliche Arbeitsplätze

eingerichtet werden können oder

eine weitere Automatisierung etwa über die

direkte Einbindung von Fördertechnik möglich

ist. „Wenn wir als Unternehmen weiter wachsen,

wächst AutoStore problemlos mit“, resümiert

Dominic Peters, „für die Auftragsabwicklung

im E-Commerce ist das die ideale Lösung.“

(RED)


LOGISTIK express 6/2020 | S56

Aqipa realisiert mit Swisslog und

trotzt damit der Pandemie

Ein wegweisendes Projekt: Aqipa realisiert sein neues automatisches Lager zusammen

mit Swisslog und trotzt damit der Pandemie.

BEITRAG: REDAKTION

Aqipa, Spezialist für Zubehör im Bereich

Consumer Electronics, optimiert

seit 2019 seine Materialflüsse

mit einem vollautomatischen

und robotergestützten Kompaktlagersystem.

Partner bei der Planung und Umsetzung war

Swisslog. Der erfahrene Intralogistik-Spezialist

aus der Schweiz hat weltweit schon mehr als

200 AutoStore-Systeme installiert. Wie wichtig

diese Installation für das Unternehmen ist,

zeigt nicht zuletzt die Corona-Zeit.

Leidenschaft für Kopfhörer, Lautsprecher und

Heimkino-Systeme, Förderer der Kult-Marken

Pioneer, Onkyo oder Pure: Die Aqipa GmbH

aus Kundl, Tirol, versteht sich als „Brand Accelerator“

im Consumer-Electronics-Bereich.

Bekannt unter dem Namen „Aqipa Gear

Guru“ unterstützt der vor 30 Jahren gegründete

Spezialist für Elektronikzubehör die Einführung

und das Wachstum von mehr als 20

Lifestyle-Marken – als Distributor, Vermarkter,

Online-Händler und Versorger am Point of

Sale. Die familiengeführte Firma geht weltweit

weitreichende Kooperationen mit Herstellern

ein, sorgt dafür, dass deren Elektronikprodukte

in den Fachhandel geliefert werden, organisiert

den stationären Vertrieb und agiert als

Retailer im E-Commerce.

Effizienz wird durch Digitalisierung und Automatisierung

erreicht

Aqipa ist über die Zeit stetig gewachsen –

und mit ihm die logistische Herausforderung.

Mehr als 4,3 Millionen Produkte, über 216.000

Pakete und im Schnitt 7.700 Paletten handhabt

das Unternehmen pro Jahr. Trotz dieser

Mengen möchte es eine Liefergenauigkeit

von 99,9 Prozent bei höchst möglicher Effizienz

erreichen. Gründer und Geschäftsführer

Christian Trapl unterstreicht: „Das ist nur durch

Digitalisierung, Automatisierung und eine gewisse

kritische Größe möglich.“ Aus diesem

Grund hat Aqipa vor zwei Jahren den Start-


schuss für eine wegweisende Logistikinvestition

im Sinne einer Erweiterung und Modernisierung

gegeben: Gesamtheitlich geplant

und realisiert durch Swisslog, ist 2019, ein Jahr

nach Planungsstart, ein hoch modernes, vollautomatisches

AutoStore-Lager plus Peripherie

entstanden – ein wegweisendes Projekt im

Handel und E-Commerce in Österreich.

Anforderungen an das neue Lager

Das neue AutoStore-System, ist Teil einer Vergrößerung

des Aqipa-Standorts Kundl und

zugleich Ausdruck einer Zentralisierungsstrategie.

Der Electronics-Distributor wollte logistische

Prozesse an einem Ort komprimieren

und damit wirtschaftlicher gestalten. Dazu

wurden mehrere Außenlager in verschiedenen

Ländern geschlossen und deren Kapazitäten

am Hauptsitz des Unternehmens zusammengeführt.

Wichtige Anforderungen an das neue Lager

waren Flexibilität und Skalierbarkeit sowie

verlässliche Verfügbarkeit und Funktionssicherheit.

Im Fokus stand zudem eine Logistikverdichtung

mit hohem Raumnutzungsgrad

gepaart mit einer Leistungssteigerung bei der

Ein- und Auslagerung wie auch bei der Kommissionierung.

Laut Trapl spielten neben der

eigenen Rentabilität auch gestiegene Ansprüche

der Kunden eine Rolle: „Der Konsument

erwartet heute, dass im Internet bestellte

Waren in weniger als 48 Stunden geliefert

und jederzeit retourniert werden können.“

Lageraufbau: Viergeschossiges System

Das Kompaktlager in Kundl besteht aus direkt

angrenzenden Bereichen über vier Etagen:

Im Erdgeschoss sind der Warennachschub

und Versand sowie die Retourenabwicklung

untergebracht, mit zehn Arbeitsplätzen,

Behälterfördertechnik, Vertikalförderern,

Kartonaufrichtern, Etikettierern sowie einer

Wicklerstation inklusive Waage. Auf einer

Mezzanine-Ebene im ersten Obergeschoss

befindet sich die Versorgung und Entsorgung

kommissionierter Pakete, ebenfalls mit horizontaler

und vertikaler Fördertechnik sowie

mit Kartonverschließern und Etikettierern. Im

zweiten und dritten Obergeschoss schließlich

steht der eigentliche AutoStore-Kubus

inklusive Kommissionierarbeitsplätzen und einer

benachbarten Fläche zur Bereitstellung

von Leerkartons.

Schnelle Wechsel und kurze Wartezeiten

Das System fasst 33.000 Behälter und wird

von 31 AutoStore-Robotern bedient. Fünf Arbeitsplätze

sind an den Kubus angeschlossen:

Karussell-Ports mit je drei Behälterpositionen

auf rotierenden Armen – eine in Entnahmestellung,

eine für einen abgearbeiteten Behälter

zum Abtransport durch die Roboter

und eine für einen neuen Behälter in Wartestellung

vor dem Entnahmeplatz. Diese Konstruktion

erlaubt schnelle Wechsel und somit

kurze Wartezeiten bei der Kommissionierung.

Um einen sicheren Brandschutz zu gewährleisten

und die empfindliche Lagerware zu

schonen, ist das AutoStore-System bei Aqipa

mit Hilfe von Stickstoff inertisiert. Bei der Steuerung

sämtlicher Prozesse und Funktionen wie

Lagerplatzverwaltung, Warenbewegungen,

der Planung und Überwachung oder Inventur,

kommt die Software SAP EWM (Extended

Warehouse Management) zum Einsatz – spezifiziert

und implementiert von Swisslog als

langjährigem SAP-Partner.

Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt

Hauptziel der neuen Logistikstruktur bei Aqipa

war ein anpassungsfähiges Konzept, das die

Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumsstrategie

des Unternehmens über einen längeren

Zeithorizont sicherstellt. Zusätzlich wurde

ausdrücklich eine zügigere Abwicklung von

Endkundenbestellungen beziehungsweise

Kleinaufträgen insbesondere im E-Commerce

sowie von Retouren angestrebt. Wie schnell

sich diese Investition vor allem im zweiten Fall

lohnte, wie wertvoll und notwendig sie war,

zeichnete sich bereits im Frühjahr dieses Jahres

ab: Die Corona-Pandemie sorgte für einen

anhaltenden Peak im Online-Geschäft des

„Gear Gurus“. Christian Trapl beschreibt: „Natürlich

hat auch uns die Krise stark getroffen.“

Doch er ergänzt: „Vieles wurde in den letzten

Monaten in unserer Branche beschleunigt.“

Der Geschäftsführer ist froh, rechtzeitig in den

E-Commerce investiert zu haben. Zu dessen

Abwicklung leistet das neue AutoStore-System

nun einen maßgeblichen Beitrag. (RED)


LOGISTIK express 6/2020 | S58

Indischer Logistikmarkt: Mangelnde

Infrastruktur und Fragmentierung

Der Logistikmarkt in Indien ist mit rund 1000 meist sehr kleinen Unternehmen stark

fragmentiert. Zudem ist die Infrastruktur ungenügend. Allerdings drängen nun

zunehmend auch Logistik-Startups in den Markt, um mit Big Data Probleme zu

lösen. REDAKTION: DIRK RUPPIK

Indien ist sowohl für Deutschland als auch

für Österreich ein wichtiger Handelspartner.

Die BRD führt laut Gtai beispielsweise

chemische Erzeugnisse, Textilien, Maschinen,

Nahrungsmittel sowie Elektrotechnik und

Metallwaren aus Indien ein. In die indische

Republik werden in erster Linie Maschinen,

chemische Erzeugnisse, Fahrzeuge und Elektrotechnik

exportiert. In 2019 belegte der Staat

in Südasien Platz 27 von 239 Handelspartnern

bei den deutschen Einfuhren und Platz 23 bei

den deutschen Ausfuhren. Gemäß der österreichischen

Wirtschaftskammer (WKO) stieg

das Exportvolumen Österreichs nach Indien in

den ersten drei Quartalen 2019 auf 685,2 Millionen

Euro (+2,8 Prozent). Indien liegt im Ranking

auf Platz 26 der wichtigsten Exportländer

Österreichs. Insbesondere im Bereich Automobilbau

spielt die Republik ganz vorne mit.

Laut dem Informationsdienst des Instituts der

deutschen Wirtschaft (iwd) lag das Land bei

der Automobilproduktion in 2018 weltweit auf

Platz 4 (5,2 Millionen Einheiten) hinter Japan

(Platz 3, 9,7 Millionen Einheiten), USA (Platz

2, 11,3 Millionen Einheiten) und China (Platz

1 27,8 Millionen Einheiten). Allerdings ist das

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in

den letzten Jahren beständig gesunken: +7

Prozent (2017), +6,1 Prozent (2018) und +4,2

Prozent (2019). Gründe dafür sind die relativ

hohe Inflation, eine eher restriktive Geldpolitik,

hohe Standortkosten, verzögerte Investitionsgenehmigungen

und eine mangelnde

Infrastruktur. Beim aktuellen Logistics Performance

Index der Weltbank belegte Indien

2018 Rang 44 und verschlechterte sich damit

gegenüber 2016 um neun Plätze. Analysten

identifizierten die mangelhafte Verkehrs-


infrastruktur und den unausgeglichenen

Modal Split zwischen den Verkehrsträgern im

Gütertransport als die größten Problemfelder.

Mangelnde Infrastruktur

Wer sich in Indien geschäftlich betätigen will,

muss sich auf eine unzureichende Infrastruktur

und einen stark fragmentierten Logistikmarkt

mit hohen Logistikkosten gefasst machen. In

der Republik wird die Mehrzahl der Waren auf

der Straße (59 Prozent) transportiert. Danach

folgen die Beförderung auf dem Schienen-

(34 Prozent), Wasser- (6 Prozent) und Luftweg

(1 Prozent).

Seit Juli 2015 existiert das Straßen- und Schnellstraßen-Entwicklungsprogramm

Bharatmala,

das alle bisherigen Programme wie das National

Highways Development Project (NHDP)

und die speziellen Güterverkehrskorridore

(Dedicated Freight Corridors) zusammenfasst

und erweitert. Es wird die Entwicklung anderer

Programme wie des Hafenentwicklungsprogramms

Sagarmala, der Industriekorridore,

des regionalen Flughafenentwicklungsprogramms

UDAN-RCS sowie die Digitalisierung

Indiens (Digital India) und die lokale Produktion

(Make in India) begünstigen. Konkret

sollen im Rahmen des Programm 83,677 km

Schnellstraßen gebaut, die Anzahl der Korridore

von bisher sechs auf 50 (sechs Schnellstraßenkorridore,

44 Wirtschaftskorridore)

ausgeweitet und der Frachttransport auf

Schnellstraßen erhöht werden. In der ersten

Phase sollen Schnellstraßen mit einer Länge

von 34800 km gebaut werden. 9000 km davon

werden sich in Wirtschaftskorridoren befinden.

Die Fertigstellung von Phase 1 verzögert

sich laut Regierung durch die Corona-Pandmie

voraussichtlich um vier Jahre bis 2025/26.

Der Anteil der Güter, die auf dem Schienenweg

transportiert werden, soll in den nächsten

Jahren gemäß des indischen Eisenbahnministeriums

von 34 Prozent auf 50 Prozent

steigen. Den entscheidenden Beitrag dazu

werden sechs spezielle Schienenfrachtkorridore

leisten. Zwei Korridore befinden sich bereits

im Bau und sollen trotz der Pandemie bis

Ende Dezember 2021 fertiggestellt werden.

Der Westliche Spezielle Schienenfrachtkorridor

verläuft von Dadri in Uttar Pradesh zum

Jawaharlal Nehru Port in Mumbai (1468 km).

Der Östliche Spezielle Schienenfrachtkorridor

erstreckt sich von Punjab nach Dankuni

in Westbengalen (1760 km). Im Januar 2018

wurden vier weitere Korridore genehmigt:

Ost-West Spezielle Schienenfrachtkorridor

von Kalkutta nach Mumbai (2000 km), Nord-

Süd Spezielle Schienenfrachtkorridor von

Delhi nach Chennai (2173 km), Ostküsten

Spezielle Schienenfrachtkorridor von Kharag-

DIRK RUPPIK

JOURNALIST

LOGISTIK EXPRESS


LOGISTIK express 6/2020 | S60

Stark fragmentierter Logistikmarkt

Laut der indischen The Economic Times liegt

der Wert der Transportbranche im Lande bei

160 Millionen US-Dollar (137 Millionen Euro)

und soll in den nächsten Jahren auf 215 Millionen

US-Dollar (185 Millionen Euro) ansteigen.

Rund 20 Millionen Menschen finden in diesem

Bereich Arbeit. Allerdings ist die Branche noch

sehr unorganisiert und stark fragmentiert. Nur

zehn Prozent aller Fuhrunternehmen besitzen

mehr als 25 Lkw. Die meisten Firmen sind sehr

klein und benötigen zur Abwicklung größerer

Aufträge die Hilfe von Drittparteien. Der Grund

für die hohen Logistikkosten in Indien

liegen vor allem in den fehlenden Größeneffekten,

der schlechten Transport-, Lagerhausund

IT-Infrastruktur, fehlender Fachkräfte und

kraftstoffineffiziente Fahrzeugen. Sie sollen bis

von bisher 14 Prozent des BIP auf zehn Prozent

sinken.

pur nach Vijayawada (1100 km) und der

Süd-West Schienenfrachtkorridor von Chennai

nach Goa (890 km). Laut des Betreibers

Dedicated Freight Corridor Corporation of

India sollen die Frachtraten auf den neuen

Güterzugstrecken um bis zu 45 Prozent unter

den momentanen liegen und damit mit den

Lkw-Frachtraten konkurrieren können.

Das Sagarmala-Projekt soll die Entwicklung

der Wasserwege und Häfen, Wirtschaftszonen

an Küsten und die multimodalen Verbindungen

auch mit Logistikparks vorantreiben.

Ihm Rahmen von Sagarmala werden auch

sechs Mega-Häfen gebaut: Vizhinjam International

Seaport (Kerala), Colachel Seaport

(Tamil Nadu), Vadhavan Port (Maharashtra),

Tadadi Port (Karnataka), Machilipatnam

Port (Andhra Pradesh) und Sagar Island Port

(Westbengalen). Insgesamt sind 577 Projekte

mit einem Investment von 120 Milliarden US-

Dollar (105 Milliarden Euro) von 2015 bis 2035

vorgesehen. Die Logistikkosten in Indien liegen

mit 14 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt

sehr hoch (USA 9 bis 10 Prozent, Deutschland

8,6 Prozent). Verschiedene Studien der indischen

Regierung zeigen, dass die Nutzung der

Küstenschifffahrt und Inlandswasserwegen

um bis zu 60 bis 80 Prozent billiger als Straßenund

Schienentransport ist.

Einige Verbesserungen sind überwiegend

auf den Eintritt internationaler Logistiker in

den Verbrauschsgütermarkt und auf neue

E-Commerce-Unternehmen zurückzuführen.

Zudem hat die Regierung unter Premier Narendra

Modri in 2017 eine neues System für die

Besteuerung von Waren und Dienstleistungen

erlassen, durch die die Warenbewegung

zwischen den 28 Bundesstaaten durch die Beseitigung

von Grenzsteuern günstiger wurden.

Der Logistikmarkt besteht aus rund 1000 Firmen

von kleinen bis mittleren lokalen Playern

über große internationale Unternehmen wie

DHL (Joint Venture mit dem indischen Expressdienstleister

Blue Dart), die Staatsbetriebe Indian

Railways und Shipping Corporation of India,

der Expressdienst der indischen Post und

Startups für E-Commerce-Lieferungen.

Deutsche Firmen mit indischer Präsenz sind

unter anderem DB Schenker und Dachser.

Unternehmen wie DHL und das indische

Startup Rivigo werden zunehmend Kapazität,

Technologie und Big Data-Anwendungen in

den Markt bringen und damit die Qualität

des Logistik-Serviceangebots in den Fokus

der Branche bringen. Diese Entwicklung und

die zunehmende Entstehung von Fracht-

Plattformen wie FreightBazaar wird auch

zu verbessertem Tracking & Tracing sowie

einer besseren Auffindbarkeit von Frachtkapazitäten

führen. Allerdings wird der gewaltige

wirtschaftliche Schaden durch die

Corona-Pandemie die Entwicklung und das

Wachstum der indischen Logistikbranche

sicherlich verzögern. (DR)


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