Die Tour der Teilhabe - SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

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Die Tour der Teilhabe - SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Die Tour

der Teilhabe

Hauptprojekt im FSJ Politik

Fabian Daniel Claussen

FSJ Politik 2010/11

bei der SPD-Fraktion

im Niedersächsischen Landtag


V O R W O R T

Soziale Teilhabe: Auf Bereisung mit Stefan Schostok

Mein Name ist Fabian Claussen und ich habe mein Freiwilliges

Soziales Jahr Politik bei der SPD-Fraktion im Niedersächsischen

Landtag absolviert. Vom 1. September 2010 bis zum 31. August

2011 habe ich im Fraktionsbüro der SPD mitgearbeitet. Zu einem

FSJ Politik gehört ein eigenes Projekt, welches der FSJ-Absolvent

selbstständig betreut. Während meines FSJ Politik habe ich mich mit

vielen verschiedenen politischen Themen auseinandergesetzt und an

einigen Projekten gearbeitet. Im Folgenden möchte ich mein

Hauptprojekt dokumentieren.

Lange schon hat mich das Thema Integration und Zuwanderung interessiert und die damit

verbundenen gesellschaftlichen Aspekte. Oft wird mangelnde gesellschaftliche Teilhabe von

Menschen als Phänomen in der Stadt begriffen, aber das darf man nicht pauschalisieren,

denn auch im ländlichen Raum führt dies zu sozialen Missständen. Viele Menschen in

Niedersachsen leben leider am – sogenannten – Rande der Gesellschaft. Das ist kein

Phänomen, welches ausschließlich bei Zugewanderten auftritt, es betrifft auch viele

Menschen ohne Migrationshintergrund. Sehr viele Migranten und Migrantinnen sind in die

Gesellschaft gut integriert, sodass sie kaum auffallen. Integration ist ein wechselseitiger

Prozess und ein Prozess, der in den nächsten Jahren verstärkt auf unsere Gesellschaft

Einfluss haben wird. Jede/r Einzelne sollte die gleichen Chancen, Freiheiten und

Sicherheiten in ihrem/seinem Leben haben, egal, aus welchen Verhältnissen er/sie stammt.

Da ich einen Schwerpunkt in meinem Projekt setzen wollte, habe ich „die Teilhabe von

Menschen mit Migrationshintergrund“ gewählt.

Nach Absprache mit dem Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag,

Herrn Dr. Cornelius Schley, organisierte ich eine Reihe an Bereisungen des

Fraktionsvorsitzenden Stefan Schostok zum Thema Teilhabe von Menschen mit

Migrationshintergrund. Der Titel der Bereisungen lautete „Tour der Teilhabe“. Eine neue

Herausforderung für mich, denn etwas Derartiges hatte ich zuvor noch nie gemacht. Nach

einer langen Planungsphase war der erste Tag der Tour Freitag, der 13. Mai 2011, in

Hannover. Diesen Auftakt im Stadtteil Linden habe ich völlig selbstständig organisiert.

Danach folgten im Zeitraum vom 6. Juni bis 24. Juni 2011 die sechs weiteren Tage, an

denen Stefan Schostok Niedersachsen zum Thema Teilhabe bereiste. Insgesamt ging es in

13 Kreise und kreisfreie Städte zu insgesamt etwa 26 Terminen. Stefan Schostok hat sich

mit verschiedensten Vereinen, Verbänden, Initiativen und Einrichtungen ausgetauscht. Da es

mein Hauptprojekt war, habe ich ihn dabei begleitet. Soweit sie konnte, hat auch die

integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dr. Silke Lesemann, an den Terminen

teilgenommen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei denen bedanken, die tatkräftig mitgearbeitet haben, diese

Tour durchzuführen: das sind nicht nur Kollegen und Kolleginnen aus dem Fraktionsbüro,

sondern ganz besonders die örtlichen Abgeordneten und deren Mitarbeiter und

Mitarbeiterinnen. Natürlich möchte ich mich auch bei den besuchten Einrichtungen, Vereinen

und Initiativen bedanken, dass sie Stefan Schostok so angenehm empfangen haben. Ganz

besonderer Dank gilt natürlich Stefan Schostok selbst: Vielen, vielen Dank Stefan!

Jetzt viel Spaß beim Lesen.

Fabian Claussen


Inhaltsverzeichnis

Erster Tag am 13. Mai 2011 in Hannover-Linden

Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Migrationsberatung der AWO Region Hannover e.V. .......................................................... 1

„MigrantInnen SelbstOrganisationen“ Netzwerk Hannover .................................................. 2

Die Schura Niedersachsen – Landesverband der Muslime in Niedersachsen e.V. .............. 3

Zweiter Tag am 6. Juni 2011 in Osnabrück und im Landkreis Nienburg

Zentrum für interkulturelle Islamstudien an der Universität Osnabrück ................................ 3

Uchter Jugendzentrum ........................................................................................................ 4

Das „Sprotte“ in Nienburg – Begegnungsstätte für die Lehmwandlung ............................... 6

Dritter Tag am 9. Juni 2011 in den Landkreisen Northeim und Hameln-Pyrmont

Integrationslotsen an der Gutenberg-Realschule in Northeim ............................................. 8

BIWAQ in der Northeimer Südstadt .................................................................................... 9

„Haltestelle Afferde“ in Hameln ......................................................................................... 11

Die Hessisch Oldendorf-Kids ............................................................................................ 12

Vierter Tag am 10. Juni 2011 im Landkreis Gifhorn und in Braunschweig

Gifhorner Integrationsprojekt ............................................................................................. 13

Pauluskindergarten in Gifhorn ........................................................................................... 14

Lokales Netzwerk Integration in Braunschweig ................................................................. 14

„Integration durch Sport“ in Braunschweig ........................................................................ 16

Fünfter Tag am 14. Juni 2011 im Landkreis Heidekreis und in Salzgitter

Düri-Treff in Walsrode ....................................................................................................... 17

Interkulturelles Bildungszentrum Salzgitter........................................................................ 18

SOS-Mütterzentrum in Salzgitter-Bad ............................................................................... 19

Sechster Tag am 23. Juni 2011 in den Landkreisen Osterholz und Cuxhaven

Das „Blockhaus Dreienkamp“ in Schwanewede ................................................................ 19

Familienzentrum Stotel ..................................................................................................... 20

Siebter Tag am 24. Juni 2011 im Landkreis Peine und in Wolfsburg

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule und Kinderhort Lummerland ................................................ 21

Italienischer Konsularagent und AWO-Kindertagesstätte Westhagen ............................... 23

TSV Wolfsburg .................................................................................................................. 24

Islamisches Kulturzentrum Wolfsburg ............................................................................... 25

Fazit und Nachwort ............................................................................................................ 25


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Erster Tag am 13. Mai 2011 in Hannover-Linden

Migrationsberatung der AWO Region Hannover e.V.

Im Beratungszentrum für

Integrations- und Migrationsfragen

hat sich Stefan Schostok

zusammen mit Dr. Silke Lesemann,

der integrationspolitischen

Sprecherin der

Fraktion, dem hannoverschen

SPD-Ratsherren Alptekin Kirci

und dem Referenten für

Soziales, Heinrich Heggemann,

über die Arbeit der AWO Region

Hannover mit Zugewanderten

informiert und das Vorhaben der

Fraktion, ein „Teilhabegesetz“ in

den Landtag einzubringen, erläutert.

Inhaltlich wurde des

Weiteren über Integration im

Allgemeinen gesprochen, einig

waren sich Sozialdemokraten

darin, dass Deutschland eine

klare Anerkennungs- und

Willkommenskultur brauche und

dass öffentliche Einrichtungen

eine starke interkulturelle

Stefan Schostok (Bildmitte) gemeinsam mit Alptekin Kirci

(rechts dahinter) und Dr. Silke Lesemann (links dahinter) bei

der AWO Region Hannover

Öffnung bräuchten. Die Förderung interkultureller Kompetenz der Dienstleister müsse gefördert

werden. Es ginge nicht darum, dass auf den Migrationshintergrund der Menschen geschaut

werde und danach die Politik ausgerichtet werde, sondern dass die Politik Lösungen für die

heutigen Missstände fände ohne zu stark in die geosoziologische Vergangenheit der Menschen

zu schauen.

Nada Nangia, Leiterin des Fachbereichs Integration und Migration der AWO Region Hannover,

erläuterte allen Anwesenden, welche Möglichkeiten die AWO hat, Zugewanderten zu helfen.

Die AWO bietet Beratung für Migranten und Migrantinnen an. Den „Jugendmigrationsdienst“

(JMD) können insbesondere neu zugewanderte Jugendliche zwischen 12 und 27 in Anspruch

nehmen. Die „Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte“ (MBE) dagegen wird ab 27

Jahre angeboten. Dann gibt es noch die „Nachholende Integrationsberatung“ (NIB). Diese ist für

Zugewanderte, die bereits länger schon hier leben, aber noch Probleme im „deutschen“ Alltag

haben, zum Beispiel mit der Sprache. Die Zahl der zu beratenen Personen, die aus 89 Ländern

stammen, beläuft sich auf 858 im Bereich MBE/NIB und auf 257 im Rahmen des JMD. Der Anteil

der neu Zugewanderten beträgt etwa 45%. Im Beratungszentrum für Integrations- und

Migrationsfragen (BIM), welches die drei Angebote durchführt, können alle fragen zu vielen

Lebensbereichen stellen (Wohnen, Einkommen, Arbeit, Familie/Beziehung, Recht, soziales Umfeld,

Aktivitäten im Alltag, Erholung/Freizeit, Mobilität, Gesundheit und Erziehung/Bildung). Die

AWO bietet auch Integrationskurse an, in denen die deutsche Sprache gelehrt wird und über

die deutsche Kultur informiert wird.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

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Das Abschiedsfoto auf der Dachterrasse der AWO. Auch der Referent

für Soziales, Heinrich Heggemann, war dabei (4. v. l.).

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Die SPD-Delegation

zeigte sich in den anschließendenGesprächen

beeindruckt

von der Professionalität

der AWO-

Integrationsangebote

und von dem großen

Engagement der AWO-

Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen.

Diese

betonten den starken

Netzwerkcharakter ihrer

Arbeit. Erfolgreiche

Integrationsarbeit müsse

darüber hinaus nachhaltig,

geduldig und

ausdauernd sein. Kurzfristige

Aktionen

brächten nichts. Sie

forderten von der Politik

weniger Bürokratie bei den zahlreichen Antragsverfahren und ein Ende der „Projektitis“. Ein

Großteil ihrer Arbeitszeit ginge mit der „Akquise“ von Projektmitteln und dem Ausfüllen von

Projektformularen verloren. Eine institutionelle Förderung der Integrationsarbeit würde dagegen

diese überflüssige und zeitintensive Bürokratie beenden.

„MigrantInnen SelbstOrganisationen“ Netzwerk Hannover

Stefan Schostok besuchte mit Dr. Silke Lesemann, Alptekin Kirci und Heinrich

Heggemann das MiSO-Netzwerk. Das sogenannte „MiSO-Netzwerk“ ist ein noch junger Zusammenschluss

von 35 MigrantInnenselbstorganisationen (nach eigenen Angaben) in

Hannover. Unter anderem sind hier der Afrikanische Dachverband Norddeutschland e.V., das

Kurden Komitee Hannover e.V. oder die Arbeitsgemeinschaft MigrantInnen und Flüchtlinge in

Niedersachsen e.V. organisiert. Der Sitz des MiSO-Netzwerkes ist das Kulturzentrum Faust im

Stadtteil Linden-Nord. Ein Ansprechpartner des Netzwerkes ist Asghar Eslami von kargah e.V.

– Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit. Im Frühjahr 2010

wurde das Netzwerk gegründet und gilt bundesweit bislang einmalig in dieser Form und in

diesem Umfang. Und es wachse weiter, denn weitere MigrantInnenselbstorganisation hätten

Interesse an einer MiSO-Mitgliedschaft bekundet.

Nach ersten gemeinsamen, erfolgreichen Aktionen wolle das Netzwerk nun stabiler und verbindlicher

werden, was manchmal nicht einfach sei angesichts der vielen unterschiedlichen

Kulturen und Sprachen der Netzwerk-Mitglieder. Sie lobten in diesem Zusammenhang die SPD

Hannover und Stefan Weil, den Oberbürgermeister von Hannover, die den Aufbau und die

Arbeit des Netzwerkes kräftig unterstützten. Mehrere Repräsentanten des MiSO-Netzwerkes

betonten, dass die durch Thilo Sarrazins ausländerfeindlichen Äußerungen geführten

öffentlichen Diskussionen sie verletze und in ihren Integrationsbemühungen behindere. Sie

forderten in dieser Frage auch mehr Engagement der Bundes-SPD. Sie unterstützen die SPD-

Forderung nach einem kommunalen Ausländerwahlrecht. Wer hier lebe, der müsse auch

wählen dürfen.


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Die Schura Niedersachsen – Landesverband der Muslime in Niedersachsen e.V.

Die „Schura Niedersachsen“ ist ein Zusammenschluss von Muslimen aller Rechtsschulen

und Nationalitäten aus Niedersachsen. Der Verein wurde hauptsächlich gegründet um

die Interessen der Muslime in Niedersachsen repräsentativ zu bündeln und er arbeitet bei dem

Projektversuch „islamischer Religionsunterricht in Niedersachsen“ mit. Dieses Projekt wurde

schon damals von der rot-grünen Landesregierung vor 2003 initiiert. Mit Landesregierung und

Wissenschaft werden Inhalte für den islamischen Religionsunterricht erarbeitet. 26 niedersächsische

Grundschulen beteiligen sich an diesem Projektversuch. Stefan Schostok, Dr. Silke

Lesemann, Alptekin Kirci und Heinrich Heggemann besuchten die Islamische Gemeinschaft

Jama´at-un Nur e.V., dessen Vorsitzender Avni Altiner auch den Vorsitz bei der Schura hat. Sie

erhielten die Möglichkeit, dem Freitagsgebet beizuwohnen. Diese Gelegenheit nahmen sie

gerne war.

Beim anschließenden Gedankenaustausch bei Tee und Baklava auf Einladung von Schura und

Jama´at-un Nur e.V. spielte ebenfalls die Sarrazin-Diskussion mit ihren islamfeindlichen

Äußerungen eine wichtige Rolle. Sarrazin zeichne ein grob verzerrtes und falsches Bild der in

Deutschland lebenden Muslime. Diese Diskussion werfe die Integrationsbemühungen zurück.

Avni Altiner und die weitere Schura-Vertretung lobten die an der Universität Osnabrück gestartete

Imam-Weiterbildung.

Zweiter Tag am 6. Juni 2011 in Osnabrück und im Landkreis Nienburg

Zentrum für interkulturelle Islamstudien an der Universität Osnabrück

Mit dem

Arbeitskreis

Wissenschaft und

Kultur und mit der

Arbeitsgruppe

Integration der

SPD-Fraktion besuchte

Stefan

Schostok gemeinsam

mit Ulla

Groskurt, der örtlichenAbgeordneten,

das

Zentrum für interkulturelleIslamstudien

an der

Universität Osnabrück.

Das ZIIS

wurde 2008 gegründet,

nachdem

der niedersächsischePilotstudiengang

Stefan Schostok zu Besuch beim Zentrum für interkulturelle Islamstudien an

der Universität Osnabrück. Prof. Dr. Bülent Ucar (Bildmitte) stellte die Arbeit

des ZIIS vor. Die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dr.

Gabriele Andretta (Bildmitte hinten), machte sich auch ein Bild.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

„Islamische Religionspädagogik“ zum Wintersemester 2007/2008 eingeführt worden war.

Neben der Einbettung des Studienganges „Islamische Religionswissenschaften“ liegen die

zentralen Aufgaben des ZIIS im Bereich der universitären Weiterbildung von Imamen und der

Islamforschung besonders im Bezug Migration sowie interkulturelle und interreligiöse Studien.

Empfangen wurde die SPD-Delegation um Stefan Schostok von Herrn Prof. Dr. Bülent Ucar,

dem Inhaber des neuen Lehrstuhls für Islamische Religionspädagogik und den wissenschaftlichen

Mitarbeitern Herrn Esnaf Begic und Herrn Moussa Al-Hassan Diaw. Kernpunkte der Diskussion

waren der Studiengang „Islamische Religionspädagogik“, allgemeine Rahmenbedingungen

des ZIIS, die Imam-Weiterbildung sowie auch allgemeine gesellschaftspolitische

Entwicklungen. Initiiert wurde besagter Studiengang noch durch die rot-grüne Landesregierung

vor 2003. Bereits damals war es das Ziel, in öffentlichen Schulen in Niedersachsen islamischen

Religionsunterricht anbieten zu können. Dies soll dazu führen, dass mehr Verständnis und Verständigung

zwischen Moslems, Christen und anderen Religionsgemeinschaften entsteht und

dass sich intensiver mit dem Islam auseinandergesetzt wird. Förderlich ist natürlich auch, dass

der Unterricht interreligiöse Aspekte beleuchtet und in Deutsch gelehrt wird. Um Unterrichtsinhalte

festzulegen, wurde die Schura gegründet, die Stefan Schostok schon besucht hat. Noch

ist islamischer Religionsunterricht jedoch lediglich ein Projekt an einzelnen Schulen Niedersachsens.

Bemängelt wird, dass das Studienfach im Lehramt bisher nur als drittes Fach angeboten

wird. Dies steht in starker Konkurrenz zur nahen Universität in Münster, in der die

Islamwissenschaften auch eine starke Rolle spielen. Dort gibt es „Arabistik/Islamwissenschaften“

beispielsweise im Zweifach-Bachelor; ein Studiengang, der den Studiengang

„Islamische Religionspädagogik“ hervorragend ergänzen würde und das ZIIS aufwerten würde.

Hinzukommt der negative Standortfaktor Studiengebühren in Niedersachsen. In Nordrhein-

Westfalen werden Studiengebühren abgeschafft. Ein weiterer Punkt war die Weiterbildung von

Imamen. Mit Begeisterung und Andrang soll dieses Angebot der Universität Osnabrück angenommen

werden, gesamtgesellschaftlich gesehen ist das Programm für das interreligiöse

und –kulturelle Verständnis als förderlich einzustufen.

Uchter Jugendzentrum

Gemeinsam mit

dem lokalen Abgeordneten

Grant

Hendrik Tonne stattete

Stefan Schostok dem

Uchter Jugendzentrum

einen Besuch ab. Bei

bestem Wetter wurden

Stefan Schostok, Grant

Hendrik Tonne und die

Delegation der örtlichen

SPD von Torsten

Garrelts, Uta Sievers und

Lüksiye Agirman vor

einem herrlich bunt bemalten

Haus empfangen.

Zunächst wurden die

Räumlichkeiten des

Jugendzentrums durch

eine Führung vorgestellt.

Zuerst wurde das Außengelände des Uchter Jugendzentrums besichtigt.


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Nachdem der große Garten und das Fußballfeld hinter dem Haus inspiziert wurden, ging es in

die Innenräume des Hauses. Zahlreiche Zimmer zeugten von einem lebendigen Treiben im

Jugendzentrum. Vorgestellt wurden das Büro, das Billardzimmer, das Computerzimmer, das

Spielezimmer, der große Allzweckraum, die „Chill-out-Area“, die Küche und der Besprechungsraum.

Das Uchter Jugendzentrum wird getragen vom Verein für Jugendarbeit in Uchte e.V., der seit

2001 besteht. Im gleichen Jahr wurde das Haus in der Berggartenstraße durch Jugendliche in

den Sommerferien renoviert. Erst im Jahre 2002 konnte das Jugendzentrum die Türen täglich

öffnen, was für die Arbeit sehr wichtig war. Seit 2005 arbeitet Uta Sievers als Sozialpädagogin

in der Einrichtung. Sie hat nun Unterstützung durch Lüksiye Agirman, was die Arbeit im Jugend-

Jugendzentrum

effektiver

macht, weil

die Betreuung

größer ist.

Außerdem ist

Lüksiye

Agirman eine

gute Ansprechpartner

in für zugewanderte

Familien mit

ausländischemMigrationshintergrund.

Ganz wichtig:

Die Familien

finden das

Vertrauen zu

ihr besser

In einer gemütlichen Runde erklärte Uta Sievers (stehend) den Gästen, wie die tägliche

Arbeit aussehe.

aufgrund der gemeinsamen Sprache. In Uchte leben viele Migrantenfamilien und es bestand

großer Handlungsbedarf, damit mehr Teilhabe dieser Zugewanderten entstehen konnte.

Täglich ist das Jugendzentrum geöffnet. Montags bis donnerstags wird Hausaufgabenhilfe

angeboten. Dies übernehmen auch ältere Schüler und Schülerinnen, die sich in Sachen Arbeit

mit Kindern fortgebildet haben. Danach und auch Freitag nachmittags ist offener Treff, dort

können die Jugendlichen Fußballspielen, sich in Lebenslagen separat beraten lassen,

Gesellschaftsspiele spielen, Billard spielen, das Computerangebot nutzen, kochen und vieles

mehr. Es gibt auch einen Tag nur für Mädchen. Im Jugendzentrum finden auch Workshops statt

wie beispielsweise die JuLeiCa-Ausbildung. Auch andere Projekte gefördert durch das Land

Niedersachsen oder die örtlichen Kommunen finden dort statt. Im Sommer gestaltet das

Jugendzentrum einen Ferienpass in Kooperation mit vielen anderen Akteuren. Viele dieser Veranstaltungen

finden in den dortigen Räumlichkeiten statt. Neu ist das Jugendparlament, dass

als Sprachrohr der örtlichen Jugendlichen dienen soll.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Finanziert wird das Jugendzentrum vom Verein, der Kommune und aus Projektmitteln des

Landes Niedersachsen. Ein Großteil des Geldes kommt aus dem niedersächsischen NiKo-

Projekt. Für das

NiKo-Projekt ist Uta

Sievers angestellt.

Sie hat die Aufgabe,

Jugendarbeit, Schulsozialarbeit

und

Elternkontakte zu

bündeln und somit

eine optimale Gesprächspartnerin

für

alle drei Parteien zu

sein, wenn es

Probleme gibt.

Jedoch ist das Niko-

Projekt bis zum 31.

Dezember 2011 befristet.

Wichtig ist

eine langfristige nicht

projektbezogene

sozialpädagogische

Jugendarbeit. Bei

Die Besucher und die Betreuer der Jugendlichen vor dem bunt bemalten

Jugendzentrum in Uchte.

türkischen Spezialitäten

erzählen die

Jugendlichen,

übrigens viele mit

Migrationshintergrund, am runden Tisch begeistert, wie gut ihnen das Jugendzentrum gefällt.

Uta Sievers und Lüksiye Agirman konnten schon vielen sogenannten „Problemkindern“ helfen.

Das „Sprotte“ in Nienburg – Begegnungsstätte für die Lehmwandlung

Die Lehmwandlung als ein Stadtteil Nienburgs ist Projektort des Bund-Länder-

Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt“. Ursprünglich

war der Stadtteil eine Siedlung für die Familien der Britischen Armee. In den 1990er Jahren

zogen diese Familien wieder weg und es zogen Zuwanderer, Spätaussiedler und Spätaussiedlerinnen

vermehrt in die Wohngegend. Schnell entwickelte sich das Gebiet mit ca. 3250

Einwohnern zu einem „sozialen Brennpunkt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“

wurde der Stadtteil baulich modernisiert und die dortige Lebensqualität angehoben. Ziel ist es,

die Lehmwandlung wieder attraktiv zu machen.

Im Zentrum des Stadtteils hat der Verein Sprotte e.V. ein Begegnungszentrum aufgebaut in

einem früheren Einkaufsladen und einer Kneipe. Heute sind dort das „Sprottelino“ als

Restaurant und Räumlichkeiten für Kurse, Projekte und andere Veranstaltungen angesiedelt.

Die Projektleiterin Barbara Weissenborn und die Leiterin für das Modellvorhaben „Lebensbasis

Bildung“, Frau Britta Kreuzer, haben Stefan Schostok und Grant Hendrik Tonne eindrucksvoll

und ausführlich über ihr Engagement in der Lehmwandlung unterrichtet. Das „Sprotte“ mit dem

integrierten Restaurant „Sprottelino“ soll ein Begegnungszentrum für Jung und Alt sein. Es wird

vielfältig als Veranstaltungsort genutzt, nicht nur für Veranstaltungen des Vereins. Der Verein

„Sprotte“ will universeller Ansprechpartner für die Probleme in der Siedlung sein.


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Das Angebot des Vereins ist vielfältig und reicht von Kinderbetreuung bis zum Treffpunkt für die

ältere Generation. Der Verein will als Vermittler agieren, Kinder aus Migrantenfamilien beim

Spracherwerb unterstützen, mit Schulen zusammenarbeiten und Jugendarbeit leisten. Durch

das ESF-Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ) finanzieren sie teilweise

die berufliche Aus-

bzw. Weiterbildung

im „Sprottelino“.

Regelmäßig treffen

sich verschiedene

Gruppen im

„Sprotte“, wie die

russisch-deutsche

Müttergruppe oder

die Nähgruppe. Die

Nähgruppe wird von

einer Migrantin geleitet,

die sich angeboten

hatte, diese

in der Leitung zu

übernehmen.

Begutachtet wurde

auch der Bücherkasten

vor dem

Barbara Weissenborn (1. v. r.) und Britta Kreuzer (1. v. l.)stellen Grant

Hendrik Tonne (2. v. l.) und Stefan Schostok die Arbeit im Quartier vor.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

„Sprotte“, wo sich

die Anwohner

Bücher ausleihen

können.

Nach der ausführlichen

Präsentation und einem

Austausch über die

Sozialstruktur der

Siedlung wurde anschließend

im

„Sprottelino“ sehr lecker

zu Abend gegessen.

Hierbei bemerkten die

Vertreterinnen des

„Sprotte“, dass es besonders

wichtig für die

Arbeit des Vereins sei,

langfristig planen können,

um Nachhaltigkeit herzustellen.

Natürlich müssten

sie auch eng mit den

kommunalen Räten, Vereinen

und Schulen verzahnt

sein, um eine gute

Das Abschiedsfoto vor dem „Sprottelino“.

Quartiersarbeit zu leisten. Alle Bewohner und Bewohnerinnen der Lehmwandlung könne man

jedoch nicht ansprechen, das wäre utopisch. Von hoher Bedeutung sei außerdem die Beziehung

zwischen den Generationen für das Sozialverhalten.

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Dritter Tag am 9. Juni 2011 in den Landkreisen Northeim und Hamlen-

Pyrmont

Integrationslotsen an der Gutenberg-Realschule in Northeim

An der Gutenberg-Realschule

in der

Stadt Northeim hatten

fünf Schüler die Möglichkeit,

sich im Rahmen

eines Niedersächsischen

Kooperations- und

Bildungsprojektes (NiKo-

Projekt) zu Integrationslotsen

ausbilden zu

lassen. Stefan Schostok

und Frauke Heiligenstadt,

die örtliche Abgeordnete,

besuchten

die Integrationslotsen

Marina Schuler, Alena

Tscheblakow, Mariam

Omeirat, Rijana Berisha

und Yasin Özalp gemeinsam

mit dem

Bürgermeister Harald

Kühle und der

Northeimer SPD.

Empfangen wurden sie an der Schule von der Rektorin Frau Halle und der SPD-Ratsfrau Lydia

Kretzer. Lydia Kretzer ist Lehrerin an der Gutenberg-Realschule und Integrationsbeauftragte

der Schule. Auch die NiKo-Kraft Frau Olliges von der Stadt Northeim war anwesend. Sie hat die

Jugendlichen während ihrer Ausbildung betreut und angeleitet.

Stefan Schostok im Gespräch mit den

Integrationslotsen.

Frauke Heiligenstadt, Stefan Schostok und Dr. Silke Lesemann hören

den Integrationsloten, die von ihren Erfahrungen berichten, zu.

Eine Präsentation von Frau Olliges zeigte

eindrucksvoll Aktivitäten und Unternehmungen

der Integrationslotsen. Die Qualifizierung

der fünf Schüler erfolgte von Ostern

2010 bis Weihnachten 2010. Einmal in der

Woche trafen sie sich meistens im Jugend-

und Kulturzentrum „Alte Brauerei“ gemeinsam

mit Schülern und Schülerinnen von anderen

Schulen. Aber auch an Wochenenden fanden

Seminare statt. Bei den Treffen wurde

Wissenswertes im Umgang mit verschiedenen

Kulturen sowie Fähigkeiten zur Schlichtung

bei Streitigkeiten vermittelt. Außerdem lernten

die fünf Lotsen, was es bedeutet, „Ausländer/in“

oder „Asylbewerber/in“ in Deutschland

zu sein. So besuchten sie auch das

Grenzdurchgangslager Friedland und den

Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes in Göttingen, der auch Schirmherr der


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Qualifizierungsmaßnahme ist. Weitere Ausflüge führten die Integrationslotsen nach Hannover in

den Niedersächsischen Landtag und zur Polizei.

Die fünf Integrationslotsen berichteten

dann, was sie in ihrer

Funktion bisher gemacht und erlebt

hätten. Beispielsweise hätten sie

einen Infostand rund um das

Thema „Asyl“ am Tag der offenen

Tür der Schule, um Aufklärungsarbeit

zu leisten. Sie selber kämen

aus Familien mit Migrationshintergrund

und könnten bereits helfen,

wenn ein neuer Schüler mit

geringen deutschen Sprachkenntnissen

an die Schule käme. Oft sei

der Kontakt zu neuen Schülern und

Schülerinnen aus Migrantenfamilien

aus diesen Gründen einfacher. Des

Weiteren könne es leichter sein von

Jugendlichem zu Jugendlichem zu

reden. Anschließend richteten die

fünf Lotsen noch ein paar Fragen

an Stefan Schostok und Frauke

Heiligenstadt und zum Abschluss führte die Schulleiterin die Delegation durch die Neubauten

der Schule.

BIWAQ in der Northeimer Südstadt

In der Projektwohnung erhalten Stefan Schostok und seine

Begleiterinnen einen Überblick über die vielfältige Arbeit im

BIWAQ-Projekt.

Rektorin Frau Halle zeigt den drei Abgeordneten, Frauke

Heiligenstadt, Dr. Silke Lesemann und Stefan Schostok (v.

r. n. l.) die Ausstellung in der Pausenhalle.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

Im Rahmen des ESF-

Bundesprogramms „Soziale

Stadt – Bildung, Wirtschaft,

Arbeit und Quartier“ (BIWAQ)

ist der Verein Werk-statt-

Schule e.V. in der Northeimer

Südstadt, einem Stadtteil mit

sozialen Verwerfungen und

einer großen Bandbreite an

verschiedenen Ethnien, aktiv

geworden. Dieser Verein hat

sich vorgenommen mit den

Fördermitteln aus dem

Europäischen Sozialfonds

(ESF) die soziale Wohnqualität

im Viertel zu verbessern. Zur

Zeit ist die „Zentrale“ der Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen

des BIWAQ-Projektes in einer

Projektwohnung, die zentral in

einem der Wohnblocks der

Siedlung liegt.

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Die Anwesenden aus Politik und Gesellschaft

wurden vom geschäftsführenden

Mitglied des tragenden Vereins, Bernd

Czigler, und der BIWAQ-Projektleiterin

Yvonne Mascioni begrüßt. Viele

Interessierte waren dort, um mit den Abgeordneten

in Kontakt zu kommen. Die

Frauengruppe des BIWAQ-Programms

hat einen internationalen Imbiss gereicht.

Bernd Czigler informierte über die Eckdaten

zum Projekt und Yvonne Mascioni

stellte zusammen mit den weiteren Mitarbeitern

Christoph Fabian, Reinhard

Düvel, Tsorinar Shaginian und Veronika

Disep die Inhalte des Projektes vor,

welches noch bis Oktober 2012 laufen

wird.

Die BIWAQ-Projektarbeit bezieht sich im

Kern auf drei Gruppen: Frauen, Jugendliche

und den „Ältestenrat“. Im Bereich

Frauen werden beispielsweise Sprachkurse

und Fahrradkurse angeboten, denn

viele Frauen können dort kein Fahrradfahren

und dies schränkt deren mobile

Freiheit ein. Außerdem gäbe es allgemeine

Beratung, eine Jobbörse, Sport

nur für Frauen und Mädchen und das

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Frauencafé. Probleme gäbe es nicht zu selten mit patriarchalischen Familienstrukturen. Im Bereich

der Jugendlichen gäbe es den offenen Treff,

berufsvorbereitende Maßnahmen, Computerkurse und

allgemeine Beratung. Zum Mitternachtssport, der

übrigens sehr begehrt ist, kommt auch der „Ältestenrat“.

Er ist zusammengesetzt nicht aus den „Alten“

sondern aus den „Fitten“, d. h. denjenigen, die im

Viertel bekannt und beliebt sind. Sie haben nämlich

einen gewissen Einfluss, den sie zum Vermitteln und

Streitschlichten verwenden. Teil des Projektes sind

auch Kooperationen mit dem örtlichen NiKo-Projekt,

dem Jobcenter und den Schulen. Außerdem betreibt

der Verein Netzwerkarbeit und arbeitet am „Runden

Tisch Integration“ der Stadt Northeim mit.

Stefan Schostok und Frauke Heiligenstadt

auf der Baustelle des „Café

Dialog“.

Gemeinsam geht es in der Hochhaussiedlung von

der Projektwohnung zum „Café Dialog“.

Zentraler Treffpunkt der Northeimer Südstadt soll das

„Café Dialog – Interkulturelle Kompetenzbühne“

werden, welches zur Zeit in einer ehemaligen Werkstatt

eingerichtet wird. Hier sollen die Beratungsbüros

hineinkommen. Außerdem sollen Gruppenräume und

ein Computerraum geschaffen werden. Auch eine

Küche soll das Café bekommen. „Interkulturelle

Kompetenzbühne“ soll der Name des Cafés sein, weil


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

man aus verschieden Kulturen lernen kann und es individuelle Kompetenzen gibt, die man

weitervermitteln könne. Das Café soll zum Austausch dienen und ein soziales wie kulturelles

Zentrum der Siedlung sein.

„Haltestelle Afferde“ in Hameln

Zusammen mit dem

lokalen Abgeordneten Ulrich

Watermann, dem Landrat

des Kreises Hameln-

Pyrmont, Rüdiger Butte, und

der Bürgermeisterin vom

Stadtteil Afferde, Waltraud

Mehring, der Stadt Hameln

stattete Stefan Schostok der

„Haltestelle Afferde“ einen

Besuch ab. Die „Haltestelle

Afferde“ ist ein offener Stadtteiltreff,

der aus einer Eigeninitiative

des Stadtteils geboren

wurde. Grund waren

soziostrukturelle Probleme in

der Siedlung. Träger der Einrichtung

sind nun der

Caritasverband Hameln-

Holzminden und der Verein

Spätaussiedler & Deutsche

Rückwanderer e.V. Hameln.

Finanzhilfen kommen aber auch vom Landkreis Hameln-Pyrmont, der Stiftung Wohnungshilfe

der Stadt Hameln und der Aktion Kinderhilfe e.V.

Der Landrat Rüdiger Butte, Ulrich Watermann und Stefan

Schostok machen sich im Austausch Notizen.

Die Jugendlichen der „Haltestelle Afferde“ haben für den Besuch

aus Hannover zwei kleine Theaterstücke aufgeführt.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

Zum Auftakt des Besuches

führten die Jugendlichen der

Haltestelle zwei kleine, selbst ententwickelte

Schattentheaterstücke

auf. Gespannt wurden die beiden

Geschichten, in denen es darum

ging, wie man Gewalt und Streit

im sozialen Umfeld überwinden

könne, von den Zuschauern verfolgt.

Danach ging es in das

frühere Wohnzimmer der Projektwohnung,

was mit dem Ansturm

der Gäste fast räumlich überfordert

war. Angeregt

präsentierten Dr. Juri Sokolski

und Tatjana Bartschke die Haltestelle.

Besonders für Jugendliche

russlanddeutscher Herkunft sei

die Haltestelle ein Treffpunkt, aber

auch Jugendliche anderer Her-

S e i t e | 11


kunft sowie Deutsche besuchten die Einrichtung gerne.

12 | S e i t e

Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Die im Haus Wohnenden zeigten Verständnis für die Aktivitäten der Haltestelle, auch wenn die

Kinder oft sehr laut seien, gerade wenn draußen gespielt werde. Sie wüssten, wie wichtig diese

Einrichtung für die Wohngegend sei. Neben dem offenen Treff finden die Jugendlichen Unterstützung

bei Problemen. Außerdem gibt es die tägliche Hausaufgabenhilfe und EDV-

Schulungen. Die Jugendlichen können lernen, wie man den Computer sinnvoll zum Arbeiten

verwendet und bekommen Bewerbungstraining. Weitere Aktivitäten der Haltestelle sind Sport,

Spiel, Kochen, Malen, Basteln und vieles mehr. Besonders um Frauen und Mädchen wird sich

gekümmert. So gibt es den „Girls-Club“, zu dem auch vermehrt muslimische Mädchen kämen.

Eine multikulturelle Frauengruppe beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Kulturen, um voneinander

zu lernen und dies auch privat weiterzugeben. Eng werde mit der Polizei zusammengearbeitet,

wenn es um Konfliktschlichtung jeglicher Art im Viertel gehe.

Die Hessisch Oldendorf-Kids

In Hessisch Oldendorf

besuchten Stefan Schostok,

Ulrich Watermann und Rüdiger

Butte die „HO-Kids“. Der Verein

für Kinder- und Jugendarbeit

Hessisch Oldendorf e.V. ist

Träger des vom Bundesfamilienministerium

geförderten

Projektes „HOkids – überall

dabei!“. Die Vorsitzende des

Vereins, Birgit Dann, begrüßte

die Gäste gemeinsam mit den

pädagogischen Mitarbeitern

Nadzeya Günther und Mustafa

Boztüy. Einige der „HO-Kids“

kamen in Begleitung ihrer

Eltern, um den Gästen ein

kleines Ständchen zu bringen,

das sie selbst instrumental

untermalten. Anschließend

Stefan Schostok und seine Begleiter unterhalten sich mit

Nadzeya Günther und Mustafa Boztüy über die Arbeit des

Vereins. Auch einige „HO-Kids“ sind dabei.

spielte die Jugendband des Vereins einige Songs. Birgit Dann fasste die Eckdaten des

Projektes zusammen und Nadzeya Günther erklärte die inhaltliche Arbeit der Einrichtung.

Die Räumlichkeiten des Vereins befinden sich

mitten im Ort in einem historischen Fachwerkhaus,

dem „Werkhaus“. Dort finden Veranstaltungen

für die Kinder und Jugendlichen

von Hessisch Oldendorf statt, denn der Verein hat

es sich zur Aufgabe ge- macht, alle vorbehaltlos

zu integrieren und ihnen eine kinder- und jugendwürdige

Wirkungsstätte zu bieten. Eine enge Zusammenarbeit

bestehe mit der örtlichen Grundschule

am Rosenbusch, wo auch Veranstaltungen

wie „Das rollende Kinder-

„Elterncafé“ stattfänden. Die Jugendband der „HO-Kids“

kino“ oder das

Im Werkhaus gebe es den


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

regelmäßigen Bücherspaß, bei dem die Sprachförderung und Medienerziehung im Mittelpunkt

stehe. Des Weiteren finden dort unter Leitung von Mustafa Boztüy Jugendmusikabende statt.

Der Verein macht auch diskrete und professionelle Einzelfallberatung mit Eltern, wenn es um

Bildung, Erziehung und Integration geht.

Vierter Tag am 10. Juni 2011 im Landkreis Gifhorn und in Braunschweig

Gifhorner Integrationsprojekt

Das seit 1998 bestehende Gifhorner Integrationsprojekt (GIP) hat seine Zentrale in einer

Genossenschaftswohnung und liegt inmitten einer Wohnsiedlung, in der viele Spätaussiedlerfamilien

wohnen. Aber auch Menschen türkischer Herkunft nehmen mehr und mehr an den Angeboten

der Einrichtung teil. Ursprünglich wurde das Projekt vom Bundesverwaltungsamt,

später dann vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Nun hat es die Stadt Gifhorn

in Eigenregie übernommen. Das jährliche Finanzvolumen der Einrichtung liegt zwischen

140.000 und 150.000 Euro. Drei Vollzeitstellen gibt es im Moment im GIP bei 4 hauptamtlichen

Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Im Wohnzimmer

der Projektwohnung

erklärte Tim Busch

Stefan Schostok,

Detlef Tanke als

örtlichem Abgeordneten

und

dem SPD-

Bürgermeisterkandidaten

Thomas

Böker die Herausforderungen

und

den Ablauf der

Jugendsozialarbeit

vor Ort. Ziel der

Projektarbeit sei es,

die Jugendlichen

aktiv zu erreichen,

damit sie bessere

Perspektiven bekämen.

Die aufsuchendeJugendsozialarbeit

stelle

Aufmerksam hören Detlef Tanke, Stefan Schostok und Dr. Silke Lesemann

dem Projektleiter Tim Busch (hinten, v. r. n. l.) zu.

also einen wesentlichen Teil der Arbeit neben der täglichen Hausaufgabenhilfe dar. Außerdem

versuchen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Streit in der Siedlung zu schlichten und zu vermitteln.

Vor allem zwischen den Generationen müsse vermittelt werden und Vorurteile der Mitbürger

müssen abgebaut werden. Eng werde mit der Polizei und anderen Behörden zusammengearbeitet.

Beispielsweise gäben ist neuerdings eine Hilfestellung bei der Beantragung

von Arbeitslosengeld möglich. Der immerwährende Prozess der Integration brauche Planungssicherheit.

Ehrenamt sei keine stabile Basis und Netzwerke nähmen viel Energie und Zeit in

Anspruch.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

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Pauluskindergarten in Gifhorn

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Thorsten Niehus, Pastor der Paulusgemeinde, und Gudrun Fährmann, Leiterin des

Pauluskindergartens der evangelischen Kirchengemeinde, begrüßten Stefan Schostok, Detlef

Tanke und die Anwesenden aus kommunaler Politik und Verwaltung. Zuerst wurde die Gruppe

durch den großen Kindergarten geführt, danach ging es zum Gespräch ins Gemeindehaus. Der

zum Familienzentrum weiterentwickelte Kindergarten wird zur Zeit von etwa 145 Kindern besucht.

Etwa 90 dieser Kinder kommen aus sozialschwachen Familien, sowohl aus deutschen

als auch aus zugewanderten Familien. Viele Kinder kommen aus Spätaussiedlerfamilien und

die meisten aus türkischstämmigen Familien.

Stefan Schostok und seine Begleiter nehmen an einer

Sprachförderstunde im Gifhorner Pauluskindergarten teil.

Der Bedarf an Sprachförderung sei

enorm gestiegen, 2010 seien es

noch 20 Kinder mit besonderem

Sprachförderbedarf gewesen, nun

seien es 45 Kinder. Der Kindergarten

unterhält drei Fachkräfte im

Bereich Sprachförderung. Eine

werde vom Landkreis Gifhorn gefördert,

eine weitere vom BAMF und

eine Dritte durch die evangelische

Kirche. Zum Abschluss des Besuchs

durfte Stefan Schostok an

einer Sprachfördereinheit teilnehmen.

Die Sprachförderkraft erklärte,

wie Kinder mit Hilfe der

Motorik Sprache erlernen.

Interkulturelle Kompetenz wird

immer wichtiger für die Einrichtung

im Umgang mit Kindern aus

Migrantenfamilien. Zunehmend beobachte

Thorsten Niehus, dass

muslimische Migranten und Migrantinnen sich zurückzögen und das christliche Gotteshaus zunehmend

scheuten. Außerdem nehme die Sprechfähigkeit in deutscher Sprache ab. Das

Familienzentrum führe Veranstaltungen wie Elterntreffs oder Familientage mit Workshops

durch, um Zugewanderte aktiv teilhaben zu lassen. Auch die Netzwerkarbeit mit verschiedenen

Institutionen und Personen aus der Region bilde eine Komponente der Arbeit.

Lokales Netzwerk Integration in Braunschweig

Auf Einladung des Sozialdezernenten der Stadt Braunschweig, Ulrich Markurth, kamen

Stefan Schostok und Klaus-Peter Bachmann, der örtliche Abgeordnete, in das Braunschweiger

Rathaus, um sich mit dem lokalen Netzwerk Integration zu treffen. Ulrich Markurth fände es

wichtig, den interreligiösen Ansatz bei der Teilhabe von Migranten zu betonen, aber man solle

nicht nur mit dem Aspekt der Religion an die Querschnittsherausforderung Teilhabe herangehen.

Mit verschiedenen Aktionen will die Stadt Braunschweig Vorurteile in der Bevölkerung

abbauen und Toleranz aufbauen. Außerdem soll ein Haus der Kulturen geschaffen werden. Des

Weiteren sei es eine Herausforderung die 600-800 Asylbewerber in die Gesellschaft zu

integrieren. Kate Grigat, SPD-Ratsfrau mit US-amerikanischem Migrationshintergrund, freut


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

sich, dass in den letzten vier Jahren endlich das Thema „Teilhabe“ besonders durch den

Sozialdezernenten in Braunschweig angegangen worden sei.

Die Mitglieder des „Lokalen Netzwerkes Integration Braunschweig“

treffen sich im Braunschweiger Rathaus, um Stefan Schostok über die

Integrationsarbeit in der Stadt zu berichten.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

Ute Scupin vom Caritasverband

Braunschweig

und dort zuständig für

den Jugendmigrationsdienst

versucht die

jungen Erwachsenen

kulturell und sozial sowie

beruflich zu integrieren.

Hauptsächlich geschehe

dies durch Beratungsangebote.

Jeder werde

individuell beurteilt und

ein „Integrationsplan“

vereinbart. Ein Internetcafé

stehe den Migranten

und Migrantinnen zur

Verfügung und bei Bewerbungen

werde auch

geholfen. Außerdem

gebe es befristete

Projekte im Bereich der

Teilhabe von Zugewanderten.

Der Verein

Gökkusagi („Regenbogen“) ist ein Verein, der von türkischstämmigen Deutschen gegründet

wurde und neben Deutsch- und Türkischkursen auch Ausstellungen initiiert. Im Bereich Berufseinstieg

sind sie sehr aktiv und helfen Jugendlichen bei der Ausbildungsplatzsuche.

Die Volkshochschule Braunschweig, vertreten durch Dieter Lurz, bietet Integrationskurse gefördert

durch das BAMF an und ist an Projekten der beruflichen Bildung beteiligt. In einem

ESF/BAMF-Programm nehmen etwa 400 Teilnehmer teil. Angst entstehe durch mangelnde

Kommunikation auf beiden Seiten. Projekte seien gut und nötig, aber eine gewisse Langfristigkeit

müsse gewährleistet sein. Oliver Scheichl und Ketema Wolde Georgis von der Flüchtlingshilfe

Refugium bedauerten die Residenzpflicht von Asylbewerbern. Einige säßen schon Jahre

lang in Flüchtlingsheimen. Refugium sei die einzige Beratungsstelle für Flüchtlinge in Braunschweig.

Für die Vermittlung und Beratung seien Netzwerke unerlässlich.

Eine Besonderheit stellt das integrative Nachbarschaftsmanagement in der Braunschweiger

Weststadt dar, denn dort haben sich drei Wohnungsbaugenossenschaften zusammengetan mit

der Stadt Braunschweig, um das Viertel sowohl baulich als auch sozial wohnlicher zu gestalten.

Ein gemeinsamer Verein „Stadtteilentwicklung Weststadt e.V.“ wurde gegründet. In Millionenhöhe

wird dort nun bis 2014 investiert. Die Gefahr von Wohnungsleerständen konnte abgewendet

werden, meinte Gregor Kaluza. In drei Stadtteiltreffs arbeiten 5 Hauptamtliche. Von

Beratung über Hausaufgabenhilfe und Sportangeboten sei alles dabei.

Bei der AWO findet die Beratung erwachsener Zugewanderter in Zusammenarbeit mit der

Caritas statt. Außerdem führte Martin Stützer aus, dass die AWO Stadtteilprojekte und Ausstellungen

wie „Heimat im Koffer“ unterstütze. Vielen Migranten und Migrantinnen mit

Schwierigkeiten in den Beruf zu gelangen helfe die AWO beim Berufseinstieg.

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„Integration durch Sport“ in Braunschweig

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

In den Räumen einer Tanzschule trafen Stefan Schostok und Klaus-Peter Bachmann

auf drei Projekte im Bereich „Integration durch Sport“. Franziska Lyß vom Box-Club 72 e.V.

Braunschweig zeigte Stefan Schostok ein paar Box-Moves. Eine Runde Tischtennis spielte der

SPD-Fraktionsvorsitzende mit zwei Sportlern des TTC Magni Braunschweig. In einem

speziellen Projekt haben Jugendliche, die straffällig geworden waren und Sozialstunden ableisten

mussten, durch die Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport e.V. Seniorinnen das

Breakdancen näher gebracht. Die „First Ladies“ oder auch die „Senior Priez Dancer“ gaben

eine Kostprobe ihrer Tanzkünste. Anschließend entbrannte ein „Battle“ zwischen den rüstigen

Rentnern und Break1 beziehungsweise den Tanzlehrern Besnik Salihi und Sezer Kücük. Man

lerne gegenseitig voneinander und es mache ihnen großen Spaß. Besnik Salihi und Sezer

Kücük, beide Anfang zwanzig, haben schon Auszeichnungen für ihre ehrenamtliche Arbeit bekommen.

Ein paar Impressionen des Tages: Bevor die „Senior Priez Dancer“ sich mit den „Jungen Leuten“

batteln, zeigen sie ihre Tanzkünste (oben links). Begeistert zeigte sich Stefan Schostok im Gespräch

mit den „First Ladies“ (unten links). Bei einer Partie Tischtennis bewies Stefan Schostok, wie gut er

spielen konnt (oben rechts). Im Anschluss zeigte Franziska Lyß dem Fraktionsvorsitzenden, wie man

boxt (unten rechts).


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Fünfter Tag am 14. Juni 2011 im Landkreis Heidekreis und in Salzgitter

Düri-Treff in Walsrode

Ursprünglich startete das Düri-Projekt an der Grundschule Vorbrück im Jahre 2005/06,

weil seitdem dort Faustlos-Projekte durchgeführt werden. Den Veranstaltern wurde klar, dass

am Dürerring, der als „sozialer Brennpunkt“ verstanden werde, etwas passieren müsse. Seit

2007 gibt es den Düri-Treff, ins Leben gerufen durch Wiebke Kiefer vom Jugendzentrum der

Stadt und durch Roger Walter, der für die Sozialraumarbeit des Stefanstiftes zuständig ist. Es

fing also mit zwei Institutionen an, inzwischen sind es fünf, denn Frauke Flöther von Frauen

helfen Frauen, Carsten Schlüter, tätig in Sachen Jugendmigrationsberatung des Kirchenkreises,

und Herrn Baris vom Bildungsbüro ergänzen nun das Team. Erst seit Ende 2009 ist der Düri-

Treff in einer Projektwohnung der Gagfah, direkt in einem Wohnblock des Dürerrings.

Dieter Möhrmann (Bildmitte, Hintergrund) und Stefan Schostok

beim gemeinsamen Gruppenfoto vor der Projektwohnung.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

Stefan Schostok besuchte

die Einrichtung gemeinsam

mit dem örtlichen Abgeordneten

Dieter Möhrmann

und der SPD-

Kommunalpolitik. Die

Projekt-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen

betreuen den

Düri-Treff hauptsächlich

ehrenamtlich, neben ihren

regulären Jobs. Lediglich

eine Halbtagsstelle für die

Hausaufgabenhilfe wird

über das Bildungsbüro

finanziert. Neben der täglichen

Hausaufgabenhilfe

bietet die Einrichtung den

offenen Treff an. Zusätzlich

gibt es Beratungsangebote

und es werden Feste

organisiert. Die Kinder

können spielerisch und

kreativ aktiv werden. Sobald

die Autos der beiden Be-

treuer vor der Haustür stehen, sind die Jugendlichen da. Auch beim Besuch des SPD-

Fraktionsvorsitzenden streiften die Kinder der Nachbarschaft um das Haus.

Eine Herausforderung für die Einrichtung sei es allerdings, dass eine große Fluktuation im

Viertel herrsche, denn viele Familien zögen aus dem „sozialen Brennpunkt“ weg, wenn sie es

können und neue Familien mit oft wenig deutschen Sprachkenntnissen zögen hinzu. Dieses

Sprachdefizit sei auch hinderlich bei den Beratungsangeboten. Zur Zeit wird erwogen, ob

Sprachkurse in der Einrichtung angeboten werden können. Die scheinbar mangelnde Bereitschaft

der Nicht-Migranten und -Migrantinnen in der Wohnsiedlung sich an gemeinschaftlichen

Aktionen zu beteiligen, führt zu keinem Dialog, der helfen würde, mehr gegenseitige Akzeptanz

zu erzeugen.

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Interkulturelles Bildungszentrum Salzgitter

Der Grund-,

Haupt- und Realschullehrer

Cemalettin

Karatas hat das InterkulturelleBildungszentrum

in Salzgitter-

Lebenstedt gegründet.

Dieses soll als

Begegnungs- und

Bildungsstätte für

Menschen hauptsächlich

mit Migrationshintergrund

dienen.

Die Integration soll

gefördert werden und

das Ikubiz als Sprachrohr

für Politik und

Gesellschaft agieren.

Gemeinsam mit

anderen Zugewanderten

bietet Cemalettin

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Cemalettin Karatas (1. v.r.) erzählt den Abgeordneten Marcus Bosse,

Stefan Schostok und Stefan Klein, wie vielfältig alleine die türkischen

Migranten und Migrantinnen aufgestellt seien.

Karatas nun Angebote für Jung und Alt an. Auch Sprachkurse werden angeboten. Stefan

Schostok und die örtlichen Abgeordneten Marcus Bosse und Stefan Klein haben eine Aufführung

der Salzis mitverfolgt. Die Salzis sind Kinder, die im Ikubiz Theater spielen und das

auch mal zweisprachig.

Stefan Klein, Stefan Schostok und Marcus Bosse (v. l. n. r.) folgen

gespannt der Aufführung der „Salzis“.

In Salzgitter leben etwa 8000-

9000 Menschen mit ausländischer

Staatsbürgerschaft.

Leider sind selbst die

muslimischen und türkischen

Zugewanderten so unterschiedlicher

Meinung, dass es

schwer sei, sie alle gleichzeitig

anzusprechen. Ein

Kommunalwahlrecht für Nicht-

EU-Ausländer könne das

politische Engagement und

Interesse steigern. Einige

Eltern haben sich über Vorurteile

seitens Lehrkräfte von

einem örtlichen Gymnasium

beschwert, auf dem die

jugendlichen Migranten und

Migrantinnen keine Chance

hätten, obwohl sie auf einem

anderen Gymnasium keine Probleme haben. Die Schulform „Integrierte Gesamtschule“ wird

überwiegend als positiv bewertet.


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

SOS-Mütterzentrum in Salzgitter-Bad

Zusammen mit Marcus Bosse und Stefan Klein besuchte Stefan Schostok das SOS-

Mütterzentrum in Salzgitter-Bad. Die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Sabine Genther,

führte die Politiker durch die modernen Räumlichkeiten des großen Gebäudes. Jeder sei herzlich

willkommen, sich in dem Projekt einzubringen und dort zu arbeiten. Die Einrichtung ist in

erster Linie für sozial benachteiligte Menschen gedacht, aber jeder darf kommen. Es gibt einen

offenen Treff, das Café, in dem es auch günstig Essen gibt. Kinderbetreuung und Seniorentagespflege

finden unter einem Dach statt. Ein integrierter Kindergarten und kleine Läden

runden das Konzept ab.

Sabine Genther erklärt Stefan Schostok, Stefan Klein und Marcus Bosse,

wie ihre Erfahrungen in der Einrichtung mit Zugewanderten sind.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

Bei vielen Zugewanderten

sei AltersversorgungFamiliensache;

dort schäme

man sich oft, wenn

Alzheimer oder andere

Alterserkrankungen

auftreten. Daher finde

man ältere Menschen

mit Migrationshintergrund

nur selten in

Altenpflegeeinrichtungen.

Die Zugewanderten

müsse

man direkt ansprechen,

damit sie

am Mehrgenerationenhausteilhaben.

Auch wurde

gesagt, dass nur

Gelder für Projekte

genehmigt werden,

wenn das Defizit be-

schrieben wird, das man anpacken muss und auch hinterher genauestens dokumentiert werde,

dass das Geld nur dafür ausgegeben wurde. Das bedeutet, es gehe viel Energie für aufwendigen

„Papierkram“ verloren.

Sechster Tag am 23. Juni 2011 in den Landkreisen Osterholz und

Cuxhaven

Das „Blockhaus Dreienkamp“ in Schwanewede

Direkt neben der Grundschule Dreienkamp befindet sich das „Blockhaus Dreienkamp“,

in dem ein Jugendtreff eingerichtet wurde. Hier empfing der örtliche Jugendpfleger Jörg Heine

Stefan Schostok, die örtliche SPD-Abgeordnete Daniela Behrens und weitere aus der

Kommunalpolitik. Für die Betreuung der Jugendlichen sind unter anderem Ilka Dilba und Peter

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Jeschke zuständig. Peter Jeschke ist auch gleichzeitig Streetworker und sucht die Jugendlichen

an öffentlichen Plätzen auf. Partizipation und Teilhabe werde im Jugendzentrum groß geschrieben.

Dort werde gemeinsam über Aktivitäten und Anschaffungen entschieden. Vernetzt

sei die Jugendarbeit mit der Polizei, der Jugendgerichtshilfe, dem Jugendamt, Kindergärten und

Schulen, obwohl die Kooperation mit Schulen besser sein könne.

Im „Blockhaus Dreienkamp“ informierten sich die niedersächsischen

Politiker über die Integrationsarbeit in Schwanewede.

kontinuierlich am Ball zu bleiben, um Jugendliche dauerhaft zu erreichen.

Familienzentrum Stotel

Im Familienzentrum

Stotel wurden Stefan Schostok

und Daniela Behrens von

einem breiten Spektrum

kommunaler Akteure, die sich

für die Teilhabe von Zugewanderten

einsetzen,

empfangen. Die Gemeinde

Loxstedt hat im Landkreis

Cuxhaven eine besondere

Situation, wenn man auf die

Kommunalfinanzen schaut. Sie

gehört zu den „reicheren“ Gemeinden

des Landkreises und

ist in der Lage ein Familienzentrum

zu unterstützen. Aber

auch der Kirchenkreis

Wesermünde-Süd ist finanziell

am Familienzentrum Stotel

beteiligt.

Immer noch ist oft eine

Sprachbarriere da. Gerichten

sei es deshalb in

einigen Fällen nicht möglich

die Jugendlichen zu

erreichen. Vor Ort werden

viele Hauptschullehrkräfte

dazu benutzt Lücken in

der Realschule zu besetzen,

Hauptschüler und

Hauptschülerinnen fühlen

sich daher nicht selten

aufgegeben. Damit diese

besser in den Beruf

fänden, müssten Ausbilder

in die Schule

kommen und die Jugendlichen

praktisch anleiten.

Betont wird, dass es von

großer Bedeutung für die

Sozialarbeit sei,

In Loxstedt machte sich Stefan Schostok darüber ein Bild, wie

Integrationsarbeit in ländlichen Raum aussieht.


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Im Familienzentrum Stotel gibt es ganz verschiedene Angebote. Zunächst wären da die

evangelische Kindertagesstätte und Kinderkrippe „Sternschnuppe“ unter der Leitung von Ulrike

Könitz zu nennen. Hinzu kommt die KiTa „Waldmäuse“ der Gemeinde Loxstedt. Eine offene

Eltern-Kind-Gruppe mit Christine Ahlers runden das Programm für kleine Kinder ab. Außerdem

bietet das Zentrum einen Grundschulkindertreff, einen Jungentreff und einen Mädchentreff an.

Eine Hausaufgabenhilfe kann in Anspruch genommen werden. Eltern finden im Familienzentrum

die Möglichkeit sich beraten zu lassen, sei es in Einzelgesprächen oder im Elterncafé

mit anderen Eltern. Die AWO Hagen berät besonders in Erziehungsfragen. Das Diakonische

Werk bietet Schuldnerberatung an.

Am Gespräch nahmen Pastoren, Politiker, Erzieherinnen und Privatinitiativen teil. Ingrid Raune

beispielsweise ist gemeinsam mit anderen als Mediatorin in Hagen tätig und unterstützt

Migrantenfamilien, deren Kinder es in der Schule schwer haben. Es werden Kontinuität und

direktes Ansprechen als Schüssel zur sozialen Teilhabe von Zugewanderten genannt. Übereinstimmung

herrschte auch darin, dass die meisten Eltern sich Erfolg für ihre Kinder wünschen

und wollen, dass sie deutsch lernen. Obwohl vielen Kindern arabischer Herkunft es nahe gelegt

wird, ein Jahr später zur Schule zu gehen, möchten die Eltern das nicht, denn das spräche

gegen ihren Stolz. Zunehmend wird auch die Beobachtung gemacht, dass es weniger Ablehnung

gibt beim Thema Schwimmunterricht oder Klassenfahrten. Oft herrschen in den

Familien selbst Streitigkeiten darüber wie angepasst man sein darf oder nicht. Bemängelt wird,

dass es zu wenig männliche Erzieher und Grundschullehrer gebe. Der Gedanke ein großes

kommunales Netzwerk zum Thema Teilhabe von Migranten und Migrantinnen zu bilden wird

sehr positiv bewertet.

Siebter Tag am 24. Juni 2011 im Landkreis Peine und in Wolfsburg

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule und Kinderhort Lummerland

Im Egon-Bahr-Haus,

der Peiner SPD-Zentrale,

trafen Stefan Schostok und

der lokale Abgeordnete

Matthias Möhle auf Vertreter

und Vertreterinnen aus Stadt

und Landkreis, die sich mit der

Teilhabe von Zugewanderten

beschäftigen. Es fand ein

intensiver erster Austausch

statt. Danach wurden der

Kinderhort Lummerland und

die Hinrich-Wilhelm-Kopf-

Grundschule in der Peiner

Südstadt besucht. In der Stadt

Peine haben etwa 55 Prozent

der Kinder einen Migrationshintergrund.

In der Peiner

Südstadt sind es etwa 65-70

Prozent.

Beim ersten Austausch im Landkreis Peine im Egon-Bahr-Haus

wird deutlich, dass im Bereich der Teilhabe noch viel getan

werden muss.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Der Peiner Bürgermeister

Michael Kessler bedauerte es,

dass erst seit wenigen Jahren

das Thema Teilhabe aufgegriffen

worden sei. Zuvor

hätte man sich kaum darum

gekümmert. Heute kümmere

sich die Politik aktiv um das

friedliche und erfolgreiche Zusammenleben

verschiedener

Ethnien. Die Stadt Peine habe

nun eine Beauftragte für

diesen Bereich: Zahra Deilami.

Sie nahm auch am Treffen mit

Stefan Schostok teil. Des

Die Besucher und die Besuchten im Kinderhort „Lummerland“.

Weiteren wurde eine Arbeitsgemeinschaft

gegründet, in der sich Politik, Verwaltung, Schulen und Kindergärten zusammensetzen.

Finanziell investiert die Stadt 200.000 € in die Sprachförderung. An der Basis müsse

angesetzt werden. Die Kinder stünden hierbei im Fokus, denn sie sind aufgrund des frühen

Entwicklungsstadiums besser integrierbar.

Eingeschränkte Teilhabe liege nicht im Zuwanderungshintergrund, sondern bildungsferne

Familien und sozial Benachteiligte seien davon betroffen. Aus diesem Grunde und damit man

Menschen mit Migrationshintergrund nicht isoliert betrachte und sie somit desintegriere,

müssten Projekte übergreifend ansetzen, meinte Zahra Deilami. So bräuchten oft auch Kinder

ohne Migrationshintergrund Sprachförderung. Carola Denker, Leiterin des Kinderhortes

Lummerland wies auf die

mangelnde Abstimmung

der Sprachförderung in

Kindergarten und Grundschule

durch das Kultusministerium

hin. Außerdem

dürfe man städtisch geprägte

Kindergärten und

Schulen nicht mit solchen

auf dem Lande gleichsetzen,

da völlig verschiedene

Anforderungen

bestünden, bemerkte

Schulrektorin Frau Grete-

Wulfes.

Mehmet Turan, Martina Grete-Wulfes, Silke Tödter, Carola Denker,

Dr. Silke Lesemann, Matthias Möhle und Stefan Schostok (v. l. n. r.)

in der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Grundschule.

Engagiert zeigten sich die

beiden Leiterinnen auch bei

der Ausbildung der Lehrkräfte,

den Erziehern und

Erzieherinnen. Diese seien

nicht genügend auf interkulturelleHeraus-

forderungen vorbereitet. Es müsse eine grundsätzliche Reform der Lehrerausbildung erfolgen,

besonders im Bereich der interkulturellen Kompetenz. Aber auch die Pädagogik brauche neue

Schwerpunkte. Die Ausbildungsstätte müsse sicher stellen, dass Lehrer auch wirklich mit

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Empathie diesen Beruf ergreifen wollen. Gerade im erzieherischen Bereich herrsche eine rege

Fluktuation an Fachkräften, weil sie sich überfordert fühlen würden. Natürlich wirke sich dies

negativ auf die Kinder aus. Sie bräuchten langfristige Bezugspersonen. Besonders männliche

Lehrer und Erzieher fehlten als Bezugspersonen. Mehmet Turan betonte, dass eine Aufwertung

des Ehrenamtes nötig sei, viele engagieren sich im Bereich Integration und wollen dafür Anerkennung

erfahren. Zusätzlich müsse der Beruf der Haupt- und Grundschullehrkräfte und der

Erzieher und Erzieherinnen aufgewertet werden.

Stefan Schostok, Matthias Möhle und Dr. Silke Lesemann

lesen in der Schulbroschüre der Hinrich-Wilhelm-

Kopf-Schule.

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

Die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule versuche

die Eltern aktiv einzubinden. Es

fänden auch Sprachkurse für Frauen

statt. Dadurch komme es besser zum

Kontakt zu den Müttern. Leider fehlten

im kommenden Jahr die räumlichen

Ressourcen für diesen Unterricht.

Auch die Anzahl der sich

engagierenden Eltern aus Migrantenfamilien

in Schulgremien nehme zu.

Martina Grete-Wulfes bedauere es

sehr, dass der islamische Religionsunterricht

auf deutsch noch nicht eingeführt

werden kann, weil die ausgebildeten

Lehrer und Lehrerinnen in

Niedersachsen dazu fehlen.

Besonders ist, dass die Schule herkunftssprachlichen

Unterricht in den

Sprachen Türkisch, Kurdisch-Kurmancî und Arabisch anbiete. Silke Tödter, Beauftragte des

Landkreises, ist der Meinung, dass mehr auf Respekt und Ordnung gesetzt werden müsse und

dass Werte besser vorgelebt werden müssten.

Italienischer Konsularagent und AWO-Kindertagesstätte Westhagen

Gemeinsam mit

dem Wolfsburger Abgeordneten

Klaus

Schneck und dem Stadtrat

Klaus Mohrs, der für

Integration zuständig ist,

gab es ein Zusammentreffen

zwischen Stefan

Schostok und Francesco

Lo Iudice, dem Agent für

die Italienische Konsularagentur

in Wolfsburg.

Aufgrund der VW-Werke

sind viele aus Italien nach

Wolfsburg gekommen, um

dort zu arbeiten. Heute

sind sie aus Wolfsburg

gar nicht mehr wegzudenken.

Gruppenfoto mit Stefan Schostok, Klaus Schneck, Klaus Mohrs,

Francesco Lo Iudice und seinen Begleitern.

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Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Anschließend ging es in den Stadtteil Westhagen, einem Stadtviertel mit vielen sozial benachteiligten

Menschen. Dort wurde die AWO Kindertagesstätte Westhagen besucht. Sandra

Hartjen, die Leiterin der Einrichtung, führte Stefan Schostok und seine Begleiter durch die

Räumlichkeiten der Kindertagesstätte, die zwischen den Hochhausblöcken der Siedlung steht.

Etwa 54-58 verschiedene Nationalitäten leben hier nebeneinander und etwa 90-95% der Kinder

in der Einrichtung stammen aus zugewanderten Familien. Dadurch, dass viele Eltern die meiste

Zeit in der Wohnung blieben,

sprechen sie schlecht deutsch und

so auch ihre Kinder. Aber die Eltern

wollen, dass ihre Kinder die

deutsche Sprache erlernen. Daher

ist der Förderschwerpunkt der

Kindertagesstätte die Sprache. Je

eher die Kinder deutsche Sprachförderung

erhalten, umso besser

würden sie die Sprache aufnehmen.

Leider gebe es keine ausreichende

konzeptionelle Abstimmung

zwischen Schule und

Kindergarten in Sachen Sprachförderung.

Russischsprachige Er-

Sandra Hartjen führt die Politiker durch den Kindergarten

und zeigt ihnen das Außengelände. Auch die Kinder zeigten

sich neugierig.

TSV Wolfsburg

Vorstandsmitglieder und der

Trainer Abdallah Zaibi haben Stefan

Schostok, Klaus Schneck und Klaus

Mohrs auf dem Sportplatz des TSV

Wolfsburg in Westhagen empfangen.

So wie der Stadtteil ist auch der Verein

geprägt. Die meisten Kinder kommen

aus Familien mit Migrationshintergrund.

40 von 160 Kindern sei es nicht möglich

den Vereinsbeitrag zu zahlen, hier

übernehme der Verein alle anfallenden

Kosten. Die Teilhabegutscheine der

Bundesregierung würden nicht richtig

greifen. Der Verein helfe zwar die aufwendigen

Antragsformulare auszufüllen,

aber oft würden sich die

Familien dafür schämen und vielen sei

es einfach zu kompliziert. Ein weiteres

Manko sei, dass sie nur 6 Monate

zieherinnen seien eine große Hilfe.

Werde eine Sprache von den Erziehungskräften

nicht beherrscht,

würden die Kinder sich untereinander

helfen.

Auf einem Sportplatz in Westhagen empfängt der TSV

Wolfsburg Stefan Schostok und seine Begleiter.

gültig sind und somit das ganze Ausfüllprozedere ständig anfiele. Erwähnt werden muss, dass

die Sportanlage ziemlich marode ist und dringend wieder erneuert werden müsste.


Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

Islamisches Kulturzentrum Wolfsburg

Das Islamische Kulturzentrum Wolfsburg, das erst seit 2006 existiert, ist in einem

imposanten weißen Gebäude mit grünen Dächern untergebracht. Das Zentrum bildet eine

Moschee. Zu den Räumlichkeiten zählen zusätzlich unter anderem ein Café und Restaurant,

verschiedene Seminarräume, ein Jugendraum und ein Computerraum. Das Freitagsgebet in

der Moschee wird in

arabischer und

deutscher Sprache

gehalten. Etwa 1500

Muslime in der Region

Wolfsburgs werden

durch das Kulturzentrumangesprochen.

Menschen mit unterschiedlicher

nationaler

Herkunft und aus verschiedenenSprachräumen

kommen in

das Zentrum.

Nachdem der Imam

Mohamed Ibrahim

Stefan Schostok begrüßt

hatte, führte er

ihn durch die Räume

des Zentrums. Da

gerade das Freitagsgebet beendet war, waren noch viele anwesend und haben es sehr anerkannt,

dass Stefan Schostok gekommen war. Wer wollte, hat sich an der Diskussion mit ihm

beteiligt. Dort machten einige Muslime klar, dass sie sich durch Islamophobie in der Bevölkerung

oft ausgeschlossen und missachtet fühlten. Gesellschaftliche Teilhabe könne nur

durch gegenseitige Toleranz und Akzeptanz entstehen.

Fazit

Stefan Schostok trägt seine Vorstellungen über das friedliche Zusammenleben

verschiedener Religionen nebeneinander vor.

DieTour der Teilhabe“ hat gezeigt, dass dieses Thema überall in Niedersachsen ein

wichtiges gesellschaftspolitisches Tätigkeitsfeld der Politik darstellt. Ganz verschiedene Bereiche

der Politik sind hier angesprochen, beispielsweise die Bildungspolitik, die eine Schlüsselfunktion

in Sachen Integration spielen kann. Des Weiteren ist die Wohnraum- und Sozialpolitik

zu nennen. Die Menschen müssen sich wohlfühlen und das Gefühl haben, dass sie hier zu

Hause sind. Immer an den Stellen, wo Menschen mitbestimmen, was „vor der Haustür“ passiert,

zeigen sie Interesse und nehmen an der Gesellschaft teil. Neben sozialer Teilhabe muss auch

wirtschaftliche, politische und kulturelle Teilhabe gewährleistet sein, damit man sich wohlfühlt.

Für die politische Arbeit der SPD-Fraktion ist es wichtig immer wieder neue Impulse von der

„Basis“ der Demokratie zu bekommen, damit Politik lebendig bleibt und Praxisbezug hat. Somit

war die „Tour der Teilhabe“ eine gute Informationsquelle für zukünftige parlamentarische

Initiativen und hat aufgezeigt, dass die SPD in der richtigen Richtung zu einer modernen, freien

und sozialen Gesellschaft unterwegs ist. So konnten zum Beispiel Informationen gewonnen

Fabian Claussen, FSJ Politik 2010/2011

S e i t e | 25


Auf Tour mit dem Fraktionsvorsitzenden: Fabian Claussen (FSJ

Politik), Stefan Schostok (Vorsitzender der SPD-Fraktion im Niedersächsischen

Landtag) und Heinz-Peter Leutloff (Fahrer des Fraktionsvorsitzenden)

vor dem Leineschloss (Niedersächsischer Landtag)

26 | S e i t e

Projektdokumentation „Tour der Teilhabe

werden, die in ein zukünftiges„NiedersächsischesTeilhabegesetz“

fließen könnten.

Die SPD-Fraktion möchte

einen solchen Gesetzentwurf

in den nächsten

Monaten in den Niedersächsischen

Landtag einbringen.

Neue Verbindungen

zwischen SPD-Fraktion

und örtlich engagierten

Mitbürgern und Mitbürgerinnen

wurden geknüpft

und werden für eine

weitere erfolgreiche Zusammenarbeit

bestehen.

Außerdem hat die „Tour

der Teilhabe“ dafür gesorgt,

dass das Thema

„Integration/Migration“

wieder erheblich stärker in

den Mittelpunkt rückt – vor

Ort und im Landtag.

Stefan Schostok hat deutlich gemacht, dass die SPD-Fraktion am Ball ist und eine moderne

Alternative zur schwarz-gelben Alles-ist-Schön-Integrationspolitik darstellt.

N A C H W O R T

Persönlich habe ich viel gelernt durch die Bereisungen. Das Organisieren und Koordinieren der

Bereisungen war eine neue Erfahrung für mich. Dennoch hat mir diese Herausforderung Spaß

gemacht und ich habe dadurch für mein Arbeitsleben gelernt. Natürlich habe ich auch die realpolitische

Interaktion von Politikern und Politikerinnen vor Ort erlebt. Bisher kannte ich die

Arbeit der Abgeordneten nur im Landtag. Auch den stressigen Alltag eines Fraktionsvorsitzenden

habe ich kennengelernt; ein sehr zeitintensiver Job, für den man viele Kompetenzen mitbringen

muss.

Wichtiger jedoch ist, dass ich einen kleinen Einblick in die Arbeit von Vereinen, Initiativen und

Einrichtungen, die sich mit dem Thema Integration beschäftigen, bekommen habe. Ich habe

viele neue interkulturelle Erfahrungen gemacht und dadurch auch mehr interkulturelle

Kompetenz gewonnen. Für mich war die gesamte Tour also eine Art Weiterbildung, die mir in

meinem weiteren Leben helfen wird. Und genau dies ist meiner Meinung nach der Kernpunkt

eines eigenen Projektes im Freiwilligen Sozialen Jahr Politik: Man lernt, indem man sich gesellschaftlich

engagiert. Fabian Claussen


Anhangsverzeichnis

� Brief an die Abgeordneten

Im Vorfeld der Tour wurden alle Abgeordneten der SPD-Fraktion

angeschrieben.

� Gesamtkonzept der Tour der Teilhabe

Das ist der zusammengestellte Ablauf der Bereisungen.

� Tabellarischer Zeitplan

� Handreichung für Stefan Schostok

Vor derTour der Teilhabe“ wurden die wichtigsten Themenfelder

für die Sprechfähigkeit noch einmal recherchiert und

zusammengefasst. Die Anlagen der Handreichung sind nicht

aufgeführt.

� Pressemitteilung „Tour der Teilhabe

Die SPD-Fraktion informiert über die „Tour der Teilhabe“ in Form

einer Pressemittelung.

� Konzept für den ersten Tag der Tour

Der erste Tag der Bereisungsreihe wurde von mir organisiert. Man

kann dieses Konzept als Beispiel für eine Bereisung nehmen.

� Pressemitteilung zum ersten Tag der Tour

Die SPD-Fraktion zieht eine öffentliche Bilanz für den ersten Tag

der Tour.

� Zeitungsberichte

Dies sind einige Zeitungsberichte aus den Lokalzeitungen.


An die

Mitglieder

der

SPD-Landtagsfraktion

Liebe Genossinnen und Genossen,

die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist eines

unserer zentralen Themen des Agendasettings. In Absprache mit Silke

Lesemann möchte Stefan Schostok im Zeitraum von Mitte Mai bis Ende

Juni deshalb dieses Thema zum Gegenstand von mehreren Bereisungen

machen.

Vorgesehen sind z. B. Besuche in Einrichtungen, Stadtteilen, Schulen

und bei Vereinen, Stiftungen und Projekten, in denen oder bei denen

Menschen mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle zukommt.

Dabei wollen wir darauf achten, dass Integration in all seinen verschiedenen

Facetten abgebildet wird. Stefan will deshalb nicht nur bei

positiven Vorzeigeprojekten, sondern auch in „schwierigen“ Bereichen

Präsens zeigen.

Außerdem sollen diese Bereisungen nicht konzentriert in einer Region

stattfinden, vielmehr soll versucht werden, Termine in möglichst vielen

Regionen Niedersachsens wahrzunehmen.

Die Organisation dieser Bereisungen liegt bei mir. Es ist eines der

Projekte, die ich im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres betreue.

Des Weiteren – als Ergänzung – würde ich gerne einen Verteiler

mit Migrations- und Integrationsverbänden Niedersachsens entwickeln.

Damit dieses Projekt erfolgreich wird, brauche ich eure Hilfe, denn nur

ihr kennt euch am besten vor Ort aus.

SPD-Fraktion im

Niedersächsischen Landtag

Dr. Cornelius Schley

Geschäftsführer

Anschrift Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 1

30159 Hannover

Telefon 0511/3030-4036

Fax 0511/3030-4811

E-Mail cornelius.schley@lt.niedersachsen.de

Internet www.spd-landtag-nds.de

17. Februar 2011

0217-Integration


Daher bitte ich euch, mir folgende Fragen zu beantworten:

2

1. Gibt es bei euch vor Ort interessante integrationspolitische

Projekte, Einrichtungen, Initiativen, Organisationen?

2. Habt ihr Interesse, bei euch vor Ort eine Bereisung durchzuführen?

Für eine Rückmeldung bis zum 11. März 2011 wäre ich euch dankbar!

Ihr könnt mich unter den unten angegebenen Kontaktdaten erreichen.

Mit freundlichen Grüßen,

Fabian Claussen Dr. Cornelius Schley

FSJ Politik Fraktionsgeschäftsführer

Telefon: 0511/30304039

E-Mail: Fabian.Claussen@LT.Niedersachsen.de

0217-Integration


Gesamtkonzept

Bereisung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Stefan Schostok

unter dem Motto „Tour der Teilhabe

Tag 1

13. Mai 2011: Hannover-Linden

10:30-12:30 Uhr Besuch des AWO-Migrationsdienstes

Gespräch über deren Angebote und

Arbeit, anschließend soll über

„integrationspolitische“ oder

„teilhabepolitische“ Themen und

Problematiken gesprochen werden.

Deisterstraße 85A 2. Stock

12:30-13:00 Uhr Mittagessen in der AWO-Einrichtung

„Nadelöhr“

13:15-14:40 Uhr Treffen mit dem MiSO-Netzwerk

Vorstellung einzelner Vereine und

Projekte des MiSO-Netzwerks im

Kulturzentrum Faust, anschließend

Diskussion über politische

Perspektiven in der

„Integrationspolitik“ gerade in

Niedersachsen. Raum 5 Kargah e.V.

14:50-16:30 Uhr Besuch bei der Schura

Zum Nachmittagsgebet wird Stefan

kommen, danach wird sich über

Aspekte des Hierlebens

ausgetauscht.

Tag 2

FC-21.06.11

AWO Region Hannover e.V.

Geschäftsführer Burkhard Teuber

Wilhelmstraße 7

30171 Hannover

FB Leitung Migration

Nada Nangia

Deisterstraße 85A

30449 Hannover

MiSO-Netzwerk Hannover

Zur Bettfedernfabrik 1

30451 Hannover

Schura Niedersachsen e.V.

Islamische Gemeinschaft Jama´at-un Nur e.V.

Herr Avni Altiner

Dieckbornstraße 11

30451 Hannover

6. Juni 2011: Osnabrück (Ulla Groskurt) und Uchte/Nienburg (Grant Hendrik Tonne)

Abfahrt: 8:45 Uhr

10:45-11:45 Uhr Universität Osnabrück

Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Bülent

Ucar, Geschäftsführender Leiter des

Zentrums für Interkulturelle Islam-

Studien an der Universität Osnabrück

zusammen mit der AG Integration,

weiterer Gesprächsteilnehmer ist Prof.

Ceylan

12:00-13:15 Uhr Universität Osnabrück

Gespräch mit dem Präsidium der

Universität Osnabrück (Termin mit

Universität Osnabrück,

Schloss/Neuer Graben 29, 49074

Osnabrück, Raum 11/119,

bucar@uni-osnabrueck.de, Tel.

0541/969-6205

Universität Osnabrück

Herrn Prof. Dr. Rollinger

Schloss /Neuer Graben, R. 13/110,

praesidium@uni-osnabrueck.de,

Tel. 0541/969-4100


Herrn Prof. Dr. Rollinger abgestimmt)

13:30-14:00 Uhr Mittagessen; Gespräch mit der

Geschäftsführerin Birgit Bornemann

oder man geht in der Osnabrücker

City einen Happen essen

15:30-15:55 Uhr Offizieller Besuch im Rathaus Uchte;

Begrüßung durch den OV-

Vorsitzenden Mark Westermann;

Sektempfang mit dem

Samtegemeindebürgermeister

Reinhard Schmale; Treffen mit Ulrich

Finze (Bürgermeister Uchte)

16:10-17:00 Uhr Uchte

Besuch des Jugendzentrums mit

Führung, Gespräch mit

Teilnehmenden und dem

Vorsitzenden des

Jugendfördervereins Torsten Garrelts,

Jugendpflegerin Uta Sievers referiert

über die geleistete Arbeit

17:30-19:00 Uhr Nienburg

Die Lehmwandlung ist

Programmgebiet im Programm

„Soziale Stadt“, dort wird die

Begegnungsstätte vorgestellt.

Anschließend ist ein Pressegespräch

während des Abendessens.

Tag 3

Studentenwerk Osnabrück

Ritterstraße 10

49074 Osnabrück

0541-3310710

Rathaus in Uchte

Balkenkamp 1

31600 Uchte

Jugendzentrums Uchte e.V.,

Berggartenstraße 17, 31600

Uchte, Telefon 0 57 63/ 94 38

09, Ansprechpartnerin: Uta

Sievers

Begegnungsstätte Sprotte,

Lehmwandlungsweg 36, 31582

Nienburg, Telefon 0 50 21/60 56

02, Ansprechpartnerin: Barbara

Weissenborn

9. Juni 2011: Northeim (Frauke Heiligenstadt) und Hameln/Hessisch Oldendorf (Uli

Watermann)

Abfahrt 8:30 Uhr, damit Silke Lesemann noch abgehholt werden kann (Gärtnerweg 13a,

31319 Bolzum, Sehnde)

10:00-11:30 Uhr Northeim – Gutenberg-Realschule

Gespräch mit Frau Halle, Lydia

Kretzer (SPD-Ratsherrin, Lehrerin und

Integrationsbeauftragte der Schule)

und Frau Olliges von der Stadt, die

das NiKo-Projekt koordiniert. Vortrag

über das NiKo-Projekt

(Integrationslotsen an der Schule),

dann Austausch mit

Integrationslotsen, anschließend

Gespräch über Schulpolitik und eine

Führung durch die Schule.

Ab 11:45 Uhr Northeim – „Treffpunkt Café Dialog –

Interkulturelle Kompetenzbühne“

Rahmen ist das ESF-

Gutenberg-Realschule Northeim

Schulleiterin Frau Halle

Arentsschildtstr. 15a

37154 Northeim

Tel.: 05551/913033

E-Mail: verwaltung@gutenbergrealschule.de

„Treffpunkt Café Dialog –

Interkulturelle Kompetenzbühne“

Yvonne Mascioni (Projektleitung)

Matthias-Grünewald-Straße 43

37154 Northeim


Bundesprogramm „Soziale Stadt –

Bildung, Wirtschaft, Arbeit und

Quartier“ (BIWAQ) Austausch über

das Programm und die Projektarbeit

vor Ort und anschließender Rundgang

durch die Räumlichkeiten.

Teilnehmer:

Yvonne Mascioni, Projektleitung,

Jugendbereich

Reinhard Düvel, Jugendbereich

C. Fabian, Ältestenrat

11:45 Uhr Begrüßung der Gäste,

Kurzvorstellung BIWAQ-Projekt

Northeim,

Kurzvorstellung der Einzelbereiche

(Jugend, Frauen, Ältestenrat)

Tel. 05551 5896970

E-Mail: y.mascioni@werk-stattschule.de

Matthias-Grünewald-str. 43

37154 Northeim

12:15 Uhr Kleiner Imbiss und Gespräche mit

teilnehmenden Frauen

12:30 Uhr Besichtigung Café Dialog (Baustelle) Von-Menzel-Straße 2

12:45 Uhr Besichtigung Treffpunkt Ältestenrat,

Jugendliche, Gepräch mit Vertretern

des Ältestenrats

13:15-14:00 Uhr Mittagspause in Northeim

15:30-16:30 Uhr Hameln

Besuch der Haltestelle Afferde, einem

Stadtteiltreff von Hameln,

schwerpunktmäßig richtet sich die

Einrichtung an Jugendliche in den

Bereichen Sport, Freizeit und

Integrationshilfe

17:00-18:00 Uhr Hessisch Oldendorf

Stefan besucht das Projekt Hessisch

Oldendorf-Kids für Kinder im

Grundschulalter, das vom Verein für

Kinder- und Jugendarbeit Hess.

Oldendorf e.V. initiiert wurde.

Tag 4

37154 Northeim

Hans-Holbein-Straße 32

37154 Northeim

Offener Stadtteiltreff Haltestelle

Herr Dr. Juri Sokolski

Leipziger Straße 14

31789 Hameln

(Träger: Caritasverband

Hameln-Holzminden)

Verein für Kinder- und

Jugendarbeit Hess. Oldendorf

e.V.

1.Vorsitzende Birgit Dann

Rittergutstraße 39

31840 Hess. Oldendorf

Der Terminort ist folgender:

Werkhaus

Lange Straße 92

31840 Hess. Oldendorf

10. Juni 2011: Gifhorn (Detlef Tanke) und Braunschweig (Klaus-Peter Bachmann)

Abfahrt: 8:00 Uhr

9:00-10:00 Uhr Gifhorn

Besuch des Gifhorner

Integrationsprojekts (GIP), Vorstellung

GIP

Stendaler Straße 17

38518 Gifhorn

Tim Busch


des Projekts durch den Leiter Tim Busch

von der Stadt Gifhorn. Anschließend

Diskussion mit den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern des GIP.

10:15-11:15 Uhr Gifhorn

Besuch des Pauluskindergartens und des

Familienzentrums, Rundgang und

Vorstellung der Einrichtung durch die

Leiterin Gudrun Fährmann. Anschließend

Diskussion mit Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern.

11:15-12:00 Uhr Pressegespräch im Paukluskindergarten

Vorstellung eines Projektes (15 min.),

anschließend Pressegespräch

13:30-14:30 Uhr Offizieller Besuch der Gemeinde

Vechelde mit Mittagessen,

Bürgermeister Hartmut Marotz (SPD)

wird Stefan Schostok und Klaus-Peter

Bachmann empfangen

15:00-16:30 Uhr Braunschweig, im Rathaus

Begrüßung durch Herrn OB Dr.

Hoffmann (CDU)

Es berichten Vertreter des lokalen

Netzwerks Integration im Rathaus

anhand von Beispielen aus der Praxis

über wichtige Themenfelder im

Bereich Migration / Integration und

über die Zusammenarbeit der Akteure

in Braunschweig. Gastgeber ist

Sozialdezernent Ulrich Markurth.

Weitere Teilnehmer:

Doris Bonkowski (Stadt BS, Thema

„Integrationsplanung in der Stadt BS“)

Dieter Lurz (VHS, Themen:

„Integrationskurse und

berufsbezogene Sprachkurse“)

Ute Scupin (Caritas, Thema:

„Integration von Jugendlichen mit MH

in der Stadt BS“)

Oliver Scheichl und Ketema Wolde

Georgis (Flüchtlingshilfe Refugium,

Themen: „Vorstellung der

Kooperativen Migrationsarbeit

Niedersachsen – KMN“ und „Beratung

von Flüchtlingen in der Stadt BS“)

Martin Stützer (AWO,

Migrationsberatung für erwachsene

Zuwanderer“ und „Integration durch

Sport“)

Ishak Demirbag (Verein Gökkusagi –

„Regenbogen“, Migrantenselbst-

Tel. 0 53 71 / 93 19 74,

Mobil: 01 71 / 9708772

Pauluskindergarten

Brandweg 38a

38518 Gifhorn

Gudrun Fährmann

Telefon 0 53 71/32 00

Rathaus Vechelde

Bürgermeister Hartmut Marotz

Hildesheimer Str. 85

38159 Vechelde

Bm.marotz@vechelde.de

Ulrich Markurth Sozialdezernent

der Stadt Braunschweig

AWO Migrationsberatung

Einrichtungsleiter Martin Stützer

Hildesheimer Straße 60

38114 Braunschweig

Termin 1:

Braunschweiger Rathaus

Platz der Deutschen Einheit 1

38100 Braunschweig

Termin 2:

Kurt-Schumacher-Straße 21

38102 Braunschweig


organisation)

Joachim Blätz oder Gregor Kaluza

(Stadtteilentwicklung Weststadt e.V.,

Integratives Nachbarschaftsmanagement)

17:00-18:00 Uhr Braunschweig, in einer Tanzschule

Integration durch Sport.

Verschiedene Initiativen zur

Integration durch Sport werden sich

(interaktiv) vorstellen; Vertreter:

Fara Sendjaja und Michael Fehst

(Tanzsport)

Oliver Ding (Boxsport)

Astrid Hunke-Eggeling

(Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-

Spot, Ausbildungsgänge zu Sport-

und Integrationslotsen)

Viola Ohse und Martin Stützer

(Tischtennis)

Tag 5

14. Juni 2011: Walsrode (Dieter Möhrmann) und Salzgitter (Stefan Klein/Marcus Bosse)

Abfahrt: 9:00 Uhr

10:00-13:00 Uhr Düri-Ring Walsrode

Besuch des Düri-Treffs. Hier werden

Freizeitaktivitäten angeboten und

Migrationsberatung.

Teilnehmer:

Wiebke Kiefer (Jugendzentrum der

Stadt)

Frauke Flöther (Frauen helfen

Frauen)

Carsten Schlüter

(Jugendmigrationsdienst des

Kirchenkreises)

Herr Baris (Bildungsbüro)

Roger Walter (Sozialraumarbeit des

Stephanstiftes)

15:00-15:30 Uhr Ikubiz Salzgitter-Lebenstedt

Stefan ist zu Besuch im ikubiz,

angedacht ist eine kleine Vorführung

der zweisprachigen

Kindertheatergruppe.

15:45-16:30 Uhr Alevit. Kulturverein Salzgitter

Stefan wird den Alevitischen

Kulturverein in Salzgitter-Lebenstedt

Besuchen, es gibt seit diesem

Schuljahr als Modellprojekt

Düri-Treff

Dürerring 13

29664 Walsrode

Ansprechpartner: Herr Roger

Walter

Roger.walter@ewetel.net

Ikubiz – Interkulturelles

Bildungszentrum Salzgitter

Herr Cemalettin Karatas

Am Haudorn 1c

38226 Salzgitter

info@ikubiz.de

0157/76056672

Alevitischer Kulturverein e.V.

Salzgitter

1.Vorsitzender Yüksel Erdemir

Berliner Straße 46

38226 Salzgitter


„alevitischen Religionsunterricht“ in

der Grundschule. Arbeit des Vereins

soll vorgestellt werden und

Erfahrungen ausgetauscht werden.

17:00-18:00 Uhr Mütterzentrum Salzgitter-Bad

Förderung dieses

Mehrgenerationenhauses läuft aus,

jetzt wird es bis September erst

einmal ohne Förderung weitergeführt.

18:00-19:00 Uhr „Konferenz“ mit

Ortsvereinsvorständen aus SZ und

SZ-Bad/WF Debatte mit Stefan über

die Kommunalwahlen

Tag 6

23. Juni 2011: Unterweser (Wahlkreis Daniela Behrens)

Abfahrt: 12:30 Uhr

14:30-15:00 Uhr Schwanewede

15:00-16:30 Uhr Schwanewede

Empfangen wird Stefan Schostok im

Rathaus von Schwanewede

Gespräch über interkulturelle,

außerschulische Jugendarbeit mit

Jörg Heine und Peter Jeschke

17:00-18:30 Uhr Stotel

Vorstellung des Familienzentrums

Stotel, Gespräch mit Vertretern aus

der Migrationsarbeit und dem

Bürgermeister der Gem. Loxstedt

Detlef Wellbrock

Tag 7

kontakt@akv-salzgitter.de

SOS-Mütterzentrum Salzgitter

Frau Genther

Braunschweiger Straße 137

38259 Salzgitter-Bad

SOS-Mütterzentrum Salzgitter

Frau Genther

Braunschweiger Straße 137

38259 Salzgitter-Bad

Rathaus Schwanewede

Bürgermeister der Gemeinde

Schwanewede

Harald Stehnken

Am Damm 4

28790 Schwanewede

Blockhaus Dreienkamp

Herr Jörg Heine

Sandbergweg 23a

28790 Schwanewede

Familienzentrum Stotel

Herr Leo Mahler

Fredeholzweg 10

27612 Loxstedt-Stotel

24. Juni 2011: Peine (Matthias Möhle) und Wolfsburg (Klaus Schneck)

8:00 Uhr, damit Silke Lesemann vorher abgeholt werden kann (Gärtnerweg 13a, 31319

Bolzum, Sehnde)

9:00-10:15 Uhr SPD-Büro Peine

Gespräch zum Thema Integration mit

Vertretern aus dem Landkreis Peine

(Landrat, Bürgermeister,

Frauenbeauftragte,

Integrationsbeauftragte).

SPD-Büro Egon-Bahr-Haus

Landtagsabgeordneter

Matthias Möhle

Goethestraße 16

31224 Peine

info@matthias-moehle.de

05171-5068322


10:30-11:00 Uhr Kinderhort Lummerland in Peine

Hort in einem Stadtteil (Südstadt) mit

einem hohen Anteil von Menschen mit

Migrationshintergrund.

11:15-12:00 Uhr Hinrich-Wilhelm-Kopf Schule in Peine

13:00-13:50 Uhr Wolfsburg

Hoher Anteil von Schülern mit

Migrationshintergrund, Probleme und

Erfahrungsaustausch (auch in der

Südstadt).

Mittagessen mit dem „Agent für die

Italienische Konsularagentur in

Wolfsburg“, Francesco Lo Iudice mit

Garippo Francescantonio

14:00-15:00 Uhr Wolfsburg

Stefan Schostok besucht die AWO

Kindertagesstätte Westhagen,

Gesprächspartner sind Ömer

Köskeroglu, Sandra Hartjen (Leiterin)

und Klaus Mohrs

15:15-16:00 Uhr Wolfsburg

Besuch beim TSV Wolfsburg, Thema:

Integration im Fußball mit Abdallah

Zaibi und Klaus Mohrs

16:15-17:00 Uhr Wolfsburg

(Eventuell) ein Besuch einer

Moschee, Imam Mohamed Ibrahim

Frau Carola Denker

Leiterin

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Str. 24

31226 Peine

Tel(05171) 589 732

Frau Martina Grete-Wulfes

Schulleiterin

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Straße 22

31226 Peine

Tel. (05171) 590130

Fax: (05171) 590132

VINI D´ITALIA

Goethestraße 25

38440 Wolfsburg

Parkplatz der SPD:

Immermannhof

AWO Kindertagesstätte

Westhagen

Stralsunder Ring 8

38444 Wolfsburg

Bezirkssportanlage

Stadion West

Carl-Diem-Weg

38442 Wolfsburg

As Salam Moschee

Berliner Ring 39

38440 Wolfsburg


"Integrationsbereisung des Fraktionsvorsitzenden" Stand: 24. Juni 2011 - Fabian Claussen 0511-30304039

13.05. 06.06. 09.06. 10.06. 14.06. 23.06. 24.06.

08:00 Abfahrt 8:00 Uhr Abfahrt 8:00 Uhr

Abfahrt 8:45 Uhr Abfahrt 8:30 Uhr

09:00 Gifhorn Abfahrt 9:00 Uhr Peine

GIP Egon-Bahr-Haus

10:00 Northeim Walsrode

Hannover Osnabrück Besuch einer Schule Pauluskinder- Düri-Treff Kinderhort

11:00 Gespräch garten mit H-W-K-Schule

10:30-13:00 zusammen mit Café Dialog Pressegespräch

12:00 AWO AKK und AG Int.

an der Uni OS Abfahrt 12:30 Uhr

13:00 13:15-14:40 u.a. mit Vechelde

MISO-Netz Prof. Ucar Treffen mit

14:00 lokalen SPDlern Wolfsburg

14:55-16:30 Unterweser Ital. Konsular-

15:00 Schura Braunschweig Salzgitter Blockhaus agent

Uchte Bad Pyrmont BS-Netzwerk ikubiz Dreienkamp AWO-Kinder-

16:00 Jugendzentrum Haltestelle Afferde Integration Alev. Kulturverein tagesstätte

Uchte Besuch 1 oder 2 TSV Wolfsburg

17:00 H.O.Kids Projekte Mütterzentrum Familienzentrum Moscheebesuch

Nienburg Stotel

18:00 Sprotte - Treffen mit

"Soziale Stadt" lokalen SPDlern

19:00 Ankunft H Ankunft Seelze Ankunft H

Ankunft H

20:00 Ankunft H

Ankunft H


Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

I. Begriff in der Integrationsdebatte

Mit Begriffen wie „Integration“, „Menschen mit Migrationshintergrund“ oder

„Migranten“ muss man vorsichtig sein, denn alle diese Begriffe können die Realität

nicht wirklich beschreiben. Jeder hat eine andere Definition und ein anderes

Empfinden, wenn solche Begrifflichkeiten fallen.

II. Was will die SPD?

Informationen zur Bereisung

„Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“

Für Sozialdemokraten ist echte Integration die gleiche Teilhabe aller Menschen

unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder anderen Faktoren. Die SPD will

ein offenes Land mit einer offenen Gesellschaft. Vielfalt wird als Chance begriffen,

jeder soll sich zugehörig fühlen und sich einbringen. Interkulturelle Öffnung und das

bereitstellen von Perspektiven sind unabdingbar. (Anlage 1)

Positionen (Bundesfraktion)

a) Integration gelingt durch Bildung: 1. Durchgängige Sprachförderung, 2.

Individuelle Förderung und 3. Interkulturell geschulte Erzieher und Lehrer

b) Wer lange hier lebt, dem muss die Einbürgerung deutlich erleichtert werden.

c) Die heutige Regelung der doppelten Staatsangehörigkeit ist überholt, denn etwa

53% der Betroffenen haben sie und dies führt zu Ungleichbehandlungen.

d) Keine Kettenduldung. In Deutschland sind etwa 87.000 Menschen davon

betroffen. Sie müssen ihre Landkreise auch verlassen dürfen und wer einen

deutschen Schulabschluss hat soll auf jeden Fall eine Aufenthaltserlaubnis

bekommen.

e) Integrationskurse stärken. Die finanziellen Mittel der Bundesregierung reichen

nicht aus. (Anlage 2; Im Herbst 2010 standen 9000 Migranten vor verschlossenen

Türen.)

- Bessere Honorare und Bedingungen für Lehrer und Kursbesucher

- Integration darf nicht am Geldbeutel scheitern

f) Kommunalwahlrecht für Ausländer. Alle müssen die Chance haben, sich

einzubringen, denn so steigt auch das Interesse am Gemeinwesen. (Anlage 3)

g) Gegen Zwangsehen.

h) Mehr Angebote für die 2,5 Mio. Aussiedler, die zwischen 1990 und 2008 nach

Deutschland gekommen sind.

i) Gebührenfreie Ganztagsbetreuung von Kleinkindern. Das erhöht die Chancen,

dass ein Kind von Migranten einen höheren Bildungsabschluss erreicht enorm.

Zweisprachigkeit soll gefördert werden. Die SPD will offene Kindertagesstätten

mit einem kostenlosen und gesunden Mittagessen. Ausbau der Schulsozialarbeit,

Ausbau des Schüler-BAföG, MigrantenInnen zum Studieren gewinnen.

1


Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

j) Anerkennung von ausländischen Abschlüssen vereinfachen und transparenter

gestalten.

k) Beschaffung eines Arbeitsmarkt-Programmes „MigraPlus“. (Erleichterung und

Hilfe für ältere MigrantInnen zur Integration in den Arbeitsmarkt)

l) Migranten besser für Ausbildungsplätze werben, sie sollen nicht in der

Warteschleife hängen bleiben.

m) Nein zu dem von der Bundesregierung geplanten Betreuungsgeld, das fördert

nicht die Integration des Kindes.

n) Das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ soll mehr unterstützt werden, die

aktuelle CDU/FDP-Bundesregierung kürzt die Gelder, Niedersachsen kofinanziert

nicht. Im Jahr 2010 umfasste das Projekt „Soziale Stadt“ noch 95 Mio. €, 2011

sind es nur noch 28,5 Mio. €, obwohl die Evaluation 2007 sehr positiv ausfiel.

o) Interkulturelle Öffnung von öffentlichen Einrichtungen.

p) Migranten aus Drittstaaten sollen gleichberechtigt zu medizinischen Berufen

zugelassen werden.

q) Vereine verstärkt in den Vordergrund von Integrationsbemühungen stellen.

r) Vernetzung von Migrantenselbstorganisationen fördern. (Besonders interessant

im Hinblick auf das hiesige MiSO-Netzwerk.)

s) Der Fonds Soziokultur (Volumen: 1 Mio. € über die Kulturstiftung des Bundes) soll

stärker gefördert werden, damit Kunst und Kultur von Migranten auch zum Tragen

kommt.

t) Staatliche Förderung des islamischen Religionsunterrichtes.

(Quelle: SPD-Bundestagsfraktion, siehe Anhang, Anlage 4)

SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen

Wir wollen eine Willkommenskultur in Niedersachsen haben, Zugezogene müssen

sich willkommen fühlen und gerne hier wohnen. Es gibt drei große Säulen

niedersächsischer Teilhabepolitik: Das sind soziale Gerechtigkeit, kulturelle

Anerkennung und politische Partizipation. In der Bildung liegt der besondere

Schlüssel zur gesellschaftlichen Integration. Die SPD braucht mehr Migranten in den

eigenen Reihen, um als Volkspartei die Bevölkerung wieder zu spiegeln.

Etwa 16% aller Menschen in Niedersachsen haben einen Migrationshintergrund.

Bundesweit besuchen fast 25% der Kinder aus Migrantenfamilien keinen

Kindergarten, 20% bleiben ohne Schulabschluss und nur 7% machen das Abitur. Nur

32% der Migranten, aber 68% der deutschen Jugendlichen sind in einer Ausbildung.

Mit 12,4% ist die Arbeitslosenquote bei Migranten deutlich höher als bei Deutschen

(6,5%). CDU setzte mit Ministerin Özkan ein Zeichen. Sie kommt zwar bei den

Verbänden gut an, kann sich aber kaum durchsetzen („Minister Schünemann

entscheidet, wen Ministerin Özkan integrieren darf!“). Die FDP hat kaum eigene

Initiativen zu diesem Thema. Die Grünen sind hier deutlich auf dem Vormarsch (siehe

dpa-Meldung „Experte: SPD verliert Migranten an die Grünen; Anlage 5), sie geben

Pressemitteilungen auf türkisch raus, Filiz Polat, die integrationspolitische Sprecherin,

hat sogar eine Kolumne in einer türkischen Zeitung. Und die Grünen kommen seit der

Sarrazin-Debatte immer besser an, oft besser als die SPD (allgemein, siehe Anhang).

Die Linke kann nicht wirklich gut Fuß fassen unter den Migranten, so viel tun sie in

diesem Bereich auch nicht.

(Quelle: Dr. Silke Lesemann)

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Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

III. Welche Anträge bezüglich Integration hat die SPD-Landtagsfraktion

Niedersachsen eingebracht?

a) „Doppelte Staatsbürgerschaft erleichtern, Optionszwang abschaffen“

(Drs.16/592 - Oktober 2008) (Anlage 6)

Hintergrund ist, dass bislang hier geborene Kinder von Nicht-EU-Ausländern die

deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, wenn mindestens ein Elternteil seit 8

Jahren hier wohnt und eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Wenn

sie allerdings erwachsen sind, müssen sie sich binnen 5 Jahren entscheiden,

welche der beiden Staatsbürgerschaften sie behalten wollen. Die andere muss

abgelegt werden. Die SPD-Fraktion hält dies für realitätsfern. Es führt nur zu

innerfamiliären Verwerfungen und fördert nicht den Gedanken der Integration

(daher: Doppelte Staatsbürgerschaft!).

b) „Demokratieerfahrungen fördern, Partizipationsmöglichkeiten stärken, den

Integrationsgedanken umsetzen und Menschenrechtsbildung ausbauen –

Aktionsprogramm gegen Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und

Antisemitismus“ (Drs.16/624 - November 2008) (Anlage 7)

Unter anderem fordert die SPD-Fraktion, dass im Lehramtsstudium interkulturelle

Kompetenzen gelehrt werden, dass zivilgesellschaftliche Institutionen stärker

unterstützt werden und dass die individuelle Teilhabe durch Förderprogramme

gestärkt wird.

c) „Studierende mit Migrationserfahrung in Lehrämter“ (Drs.16/971 - Februar

2009) (Anlage 8)

Die SPD-Fraktion möchte Projekte und Maßnahmen erwirken, die sicherstellen,

dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund ein Lehramtsstudium

einschlagen, hierzu soll auch ein Stipendienprogramm für Migranten dienen.

Integration gelingt nur durch Teilhabe an Bildung und Kultur. In manchen

Großstadtschulen beträgt der Anteil an Migranten über 60%, in einzelnen Klassen

sind es manchmal sogar bis zu 90%. Nur etwa 19,2% der Migranten besuchen

ein Gymnasium, während es 40% aller Kinder sind. Unter den Abiturienten hatten

2006 nur 2,1% der Schüler einen Migrationshintergrund.

d) „Härtefallkommission muss handlungsfähig werden“ (Drs.16/964 - Februar

2009) (Anlage 9)

Die aktuelle Härtefallkommissionsverordnung schränkt die Arbeit der Kommission

so stark ein, dass die Intention von §23a Aufenthaltsgesetz konterkariert wird. Sie

ist nicht handlungsfähig, daher setzt die SPD sich für eine Stärkung der Rechte

der Härtefallkommission ein. Intention des §23a Aufenthaltsgesetzes ist es, unter

humanitären Gründen zu entscheiden, ob ein Ausländer bleiben darf oder nicht.

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Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

e) „Potenziale nutzen: Die Anerkennung von im Ausland erworbenen

Bildungs- und Berufsabschlüssen erleichtern“ (Drs.16/1500 - August 2009)

(Anlage 10)

Nach Schätzungen des Oldenburger Institutes für Bildung und Kommunikation in

Migrationsprozessen (IBKM) gibt es in Deutschland etwa 500.000 zugewanderte

Akademiker, deren Abschluss nicht anerkannt wird. Auch bei Facharbeitern ist

dieses Phänomen zu beobachten. Die SPD-Fraktion fordert ein

Anerkennungsgesetz des Bundes, das bundeseinheitliche Standards festlegt und

nach dem jeder (nicht wie bisher nur Spätaussiedler) ein Recht auf ein

Anerkennungsverfahren hat. Im Grenzdurchgangslager Friedland soll durch die

Kooperation der BA mit der Uni Göttingen Erstberatung zu im Ausland

erworbenen Qualifikationen stattfinden. Außerdem soll eine Clearingstelle

eingerichtet werden, die sowohl Migranten als auch Unternehmen über

Anerkennungsverfahren informiert.

f) „Resettlement – Für eine moderne Flüchtlingspolitik“ (Drs.16/1842 -

November 2009) (Anlage 11)

Kern dieses Änderungsantrages ist es, dass mehr Flüchtlingen eine dauerhafte

Lebensperspektive hier in Deutschland ermöglicht werden soll. Nach dem

Resettlement-Verfahren soll dies stattfinden und zusätzlich zu anderen

flüchtlings- und asylpolitischen Maßnahmen.

g) „Integrationsarbeit auch institutionell fördern!“ (Drs.16/1952 - Dezember

2009) (Anlage 12)

Die SPD-Fraktion fordert die institutionelle finanzielle Förderung von Verbänden

und Organisationen, welche Projekte zur gesellschaftlichen Integration und damit

Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund initiieren. Nur durch konstanten

und kalkulierbaren Mittelzufluss ist es diesen Organisationen möglich, langfristig

zu planen und auch größere Projekte intensiv zu betreuen. Außerdem erlangen

die Organisationen in einem gewissen Maße Handlungsfreiheit bei kleineren

Projekten, für die sie kein aufwendiges Antragsverfahren durchlaufen müssen,

das viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn Arbeitskräfte hauptamtlich beschäftigt

sind, so ist eine Betreuung der Mitarbeiter zum Beispiel bei direkten Beratungen

viel effektiver und flexibler, da mehr Zeit zur Verfügung steht, ganz abgesehen

von der Motivation. Nach der Landeshaushaltsordnung ist diese Art von

Förderung zulässig und andere Einrichtungen wie zum Beispiel das Deutsche

Jugendinstitut oder die Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma

werden auch institutionell gefördert. (Dies wird eines der zentralen Themen im

Rahmen der Bereisungen sein, viele Verbände klagen über „Projektitis“.)

h) „Doppelte Staatsbürgerschaft statt Optionszwang!“ (Drs.16/2502 - Mai 2010)

(Anlage 13)

Neuauflage und detailliertere Version des Antrages aus dem Oktober 2008.

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Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

IV. Großprojekt „Teilhabegesetz“

In Berlin gibt es schon das „Berliner Integrations- und Partizipationsgesetz“ und in

Bayern befindet sich das von der dortigen SPD-Landtagsfraktion eingebrachte

„Bayrische Integrationsgesetz“ gerade in den Beratungen. Auch die SPD-Fraktionen

in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben die Planungen für solche Gesetze

aufgenommen.

Ziel dieser Gesetze ist es, „Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit zur

gleichberechtigten Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu

geben und gleichzeitig jede Benachteiligung und Bevorzugung zu vermeiden.“ Beide

Gesetze sind Artikelgesetze mit zwei Teilen, dem Stammgesetz im ersten Teil und

die redaktionellen Änderung anderer Landesgesetze im zweiten Teil.

In den beiden oben genannten Gesetzen wird der Begriff „Menschen mit

Migrationshintergrund“ zunächst definiert (im Berliner Gesetz ist dies die erste und

die zweite Generation in Bayern sogar noch die dritte), dann folgt der

Geltungsbereich (alle öffentlich-rechtlichen Körperschaften des Landes,

Verwaltungen, Stiftungen, Gerichte, etc.). Anschließend wird die interkulturelle

Öffnung (IKÖ) dieser öffentlichen Einrichtungen proklamiert. Darin wird unter

anderem der Erwerb von interkultureller Kompetenz der Mitarbeiter angestrebt und

eine Erhöhung des Anteils der Migranten unter den Mitarbeitern (entsprechend dem

Bevölkerungsanteil) durch gezielte Werbemaßnahmen. Außerdem soll ein

Landesbeirat für Integrationsfragen ins Leben gerufen werden, in dem Vertreter aus

verschiedenen Migrationsverbänden, Sozialverbänden und Vertreter des

Ministeriums sitzen. Den Vorsitz könnte der Integrationsbeauftragte des Landes

übernehmen. Die Wahlperiode dieses Rates ist auch die Legislaturperiode des

Landtags. Der Landesintegrationsbeirat kann ein stimmberechtigtes Mitglied in

andere Gremien des Landes versenden. In Bayern sollen ab einer bestimmten

Einwohnerzahl Gemeinden kommunale Integrationsbeiräte haben. Integration soll auf

kommunaler Ebene besonders beachtet werden, gerade im Bildungsbereich. Hier

geht es um kostenlose Kinderbetreuung, den verpflichtenden Besuch einer

Kindertagesstätte vor der Schulpflicht und einen Anspruch auf einen gebundenen

Ganztagsschulplatz, außerdem um die Förderung der Muttersprache und

Lernmittelfreiheit.

Der Entwurf der bayrischen SPD-Landtagsfraktion geht noch etwas weiter als das

Gesetz in Berlin. Wie wir das in Niedersachsen umsetzen wollen, das müssen die

Beratungen zeigen. Besonders das MiSO-Netzwerk ist an einer gesetzlichen

Einbindung interessiert. Auch bei der AWO müssten wir mit der IKÖ und den

Vorstellungen im Integrationsgesetz offene Türen einrennen. Allerdings sollten wir

unser Gesetz „Niedersächsisches Teilhabegesetz“ nennen, das hört sich auch in den

Ohren der Migrationsverbände besser an. Der Gesetzentwurf soll im Herbst

eingebracht werden. Ich denke, dass die Migrationsverbände ein sehr hohes

Interesse an einer Anhörung zum Beraten des Gesetzes haben. Vielleicht lässt sich

in dieses Gesetz auch die institutionelle Förderung aufnehmen und die Gründung

eines niedersachsenweiten Integrationsnetzwerkes. (Anlage 14)

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Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

V. Haushaltsansatz des Landes Niedersachsen

In der Anlage (15) befindet sich der offizielle Haushaltsansatz im Bereich

„Integration“.

VI. Modellprojekt Integrationsvereinbarung

Die schwarz-gelbe Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration,

Maria Böhmer, hat zum 1. April das Projekt „Individuelle Integrationsvereinbarungen“

ins Leben gerufen, das auch in zwei Modellregionen in Niedersachsen stattfindet

(Hannover und Göttingen). Die geschlossenen Vereinbarungen zwischen

Zugezogenen und Integrationsverbänden sollen die individuelle Integration in die

hiesige Gesellschaft verbindlicher machen und die Vernetzung vor Ort verbessern.

Die Zugewanderten verpflichten sich, bestimmte Ziele zu erreichen. Die Verbände

hingegen verpflichten sich, den Migranten so gut es geht beiseite zu stehen.

Besonders bei der AWO wird dies ein Thema sein. Eine Stellungnahme der SPD-

Fraktion hierzu gibt es noch nicht. Lediglich die integrationspolitische Sprecherin der

rheinland-pfälzischen SPD-Landtagsfraktion Malu Dreyer deutete an, dass sich

Migranten eventuell unter Druck gesetzt fühlen könnten. (Anlage 16)

VII. Pressemitteilungen der Sozialministerin Özkan zum Thema „Integration“

a) 09.06.10: Integrationspolitik allgemein

Zur Debatte, dass Integration nun im Bereich des Sozialministeriums angesiedelt

ist. Chancengleichheit soll geschaffen werden durch die Integration in Bildung und

Arbeit. Über den Status von Ausländern entscheiden die Ausländerbehörden und

das BAMF, außer sie sie wenden sich an die Härtefallkommission, dann ist

Minister Schünemann der Ansprechpartner. (Anlage 17)

b) 09.06.10: Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen

Lediglich 16% der Migranten arbeiten in ihrem erlernten Beruf. Die erste Hälfte

der Rede besteht aus allgemeinen Floskeln und der zweite Teil mit den

Forderungen beispielsweise nach einem transparenten und kundengerechten

Anerkennungsverfahren ist mit konjunktiven geschmückt. (Anlage 18)

c) 11.06.10: Innovationsspiel „Jugend denkt Zukunft“

Jugendliche haben an einem Planspiel zur politischen Beteiligung vor allem von

Migranten teilgenommen. Ihre eigene Idee war es sogar einen unabhängigen

Migrationsrat zu bilden (!� „Teilhabegesetz“). (Anlage 19)

d) 04.10.10: Niedersächsischer Integrationspreis 2010

Ministerin Özkan verleiht den Integrationspreis 2010. (Anlage 20)

e) 02.11.10: Sprachförderung

Die Bundesregierung will unter dem Motto „Offensive frühe Chancen“ im Zeitraum

2011 bis 2014 rund 400 Mio. € in frühkindliche Sprachförderung investieren.

(Jeder Träger einer Schwerpunkt Kita „Sprache und Integration“ soll 25.000 € vor

allem für eine zusätzliche, qualifizierte Fachkraft erhalten.) Dies begrüßen

Ministerin Özkan und Minister Althusmann. (Anlage 21)

6


Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

f) 03.11.10: Zum Integrationsgipfel der Bundesregierung

Ministerin Özkan begrüßt es, dass Zugewanderte individuelle

Integrationsvereinbarungen abschließen sollen in Modellregionen. Sie kritisiert

allerdings die Zusammenarbeit von Behörden im Sprachkursbereich und wünscht

sich eine verkürzte Nachweiszeit, dass ein Integrationskurs (=Sprachkurs)

absolviert wurde. Die Sozialministerin ist für Zuwanderung, aber nach einem

Kriterienkatalog. Im öffentlichen Dienst soll der Migrantenanteil nach Ministerin

Özkan etwa 16% betragen. (Anlage 22)

g) 22.11.10: Zu den Aktionswochen „Migrantinnen in Niedersachsen“

Das Programm war eine Initiative des MS, die mit 180.000 € gefördert wurde.

Gezielt sollten Frauen für den Integrationsprozess gewonnen werden. (Anlage 23)

h) 09.12.10: Rede zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Im Rahmen des FIFA-Programms 2009 befinden sich auch drei Projekte zur

Anerkennung/Bewertung von Ausländischen Abschlüssen in Niedersachsen

(Stade, Osnabrück und Göttingen). Bis 2011 werden dazu ESF und Landesmittel

eingesetzt. Das MW hat eine Arbeitsmarktinitiative ins Leben gerufen, in dem

Migranten gefördert werden sollen (Volumen bis zu 4 Mio. €). Ministerin Özkan

fordert ein bundeseinheitliches Anerkennungssystem. Am 22. Juni 2010 wurde in

Niedersachsen ein interministerieller Arbeitskreis gegründet, der sich mit dem

Anerkennungsverfahren in Niedersachsen beschäftigen soll. Die Ministerin fordert

auch für Drittstaatler ein Recht auf ein Anerkennungsverfahren. Im Januar 2009

hat die Landesregierung einen Orientierungsfaden für die Anerkennung

verschiedener Abschlüsse herausgegeben, Anfang 2011 soll eine Neuauflage

erscheinen. (Anlage 24)

i) 14.01.11: Videobotschaft „Integration am Beispiel Hannover-Linden und –

Bornum“

Ministerin Özkan zählt Unternehmen in Hannover-Linden und –Bornum auf, die

sie für vorbildhaft hält. Es werden Bilder gezeigt, auf denen die Ministerin die

Einrichtungen besucht. (Anlage 25)

j) 24.01.11: Land fördert Elternarbeit mit Migrationsfamilien

Mit einer Million Euro fördert die Landesregierung Familien mit

Migrationshintergrund, diese sollen besser erreicht werden. Das Projekt heißt EFi

(Elternarbeit+ Frühe Hilfen+ Migrationsfamilien). EFi wird in Zusammenarbeit mit

24 Jugendämtern stattfinden. Träger der Elternarbeit und Früher Hilfen sollen mit

Institutionen der kooperativen Migrationsarbeit Niedersachsen (KMN), den

kommunalen Leitstellen sowie mit Migrantenselbstorganisationen

zusammenarbeiten, alle sollen gemeinsam Konzepte entwickeln. Die

Jugendämter übernehmen eine steuernde Rolle. (Anlage 26)

k) 31.01.11: Transkulturelle Kompetenz

Ein Betreuungsratgeber wurde in 8 Fremdsprachen aufgelegt und informiert über

die Vorsorgemöglichkeiten von Migranten. (Anlage 27)

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Hintergrundinformationen „Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“ FC-6. Mai 2011

l) 28.03.11: McAllister zum 50jährigen, deutsch-türkischen

Abwerbeabkommen

MP McAllister feiert erfolgreiche Integration anlässlich des 50. Jahrestages der

Unterzeichnung des Abwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei.

Ein Fest wird in Stöcken bei VW veranstaltet. 80 Mio. € seinen für Maßnahmen

der Integration ausgegeben worden. Die VW-Geschäftsführung ist den Migranten

aus der Türkei auch dankbar, sie beschreibt das Arbeitsverhältnis als durchaus

positiv. (Anlage 28)

m) 18.04.11: Integrationsprojekt mit der Jugendfeuerwehr

Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen stärker für Freiwilligendienste

besonders bei der Feuerwehr geworben werden. (Anlage 29)

n) Ende April: Ausschreibung Niedersächsischer Integrationspreis 2011

Der mit insgesamt 30.000 € dotierte Integrationspreis wird ausgeschrieben. Bis

zum 30. Juni kann sich beworben werden und die Jury (u.a. BA, DGB, UVN) wird

vorgestellt. (Anlage 30)

VIII. Sarrazin-Debatte und Islamophobie

Die Sarrazin-Debatte und Islamophobie könnte ein mögliches Gesprächsthema nicht nur bei

der Schura sondern auch bei anderen Verbänden sein. Aufgrund der Aktualität sind nur

Anlagen (31-34) zum Lesen beigefügt. Und dieses Video:

Islamfeindlichkeit in Deutschland (kulturzeit, 13.10.2010):

http://www.youtube.com/watch?v=hzGqRzagc_c

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Pressemitteilung Nr. 16-175

vom 12.05.2011

Schostok startet am Freitag TOUR DER TEILHABE

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Schostok, startet am (mor-

gigen) Freitag, 13. Mai, seine TOUR DER TEILHABE. Bis zum 24. Juni wird

Schostok an sieben Tagen Vereine, Organisationen, Institute, Selbsthilfegrup-

pen und Initiativen in ganz Niedersachsen besuchen, die sich mit dem Thema

Zuwanderung, Integration und Teilhabe beschäftigen.

„Herkunft darf kein Schicksal sein. Dieser Anspruch ist Leitlinie einer moder-

nen Politik für soziale Teilhabe und Gleichberechtigung. Niemand ist von Ge-

burt an auf einen bestimmten Lebensweg festgelegt. Gleichberechtigung und

freie Selbstbestimmung, die faire Chance auf gesellschaftlichen Aufstieg

durch Bildung und eigene Leistung müssen für alle Menschen in unserer Ge-

sellschaft gleichermaßen gelten“, sagte Schostok am Donnerstag in Hanno-

ver. Deutschland sei bereits jetzt eine multikulturelle, vielfältige Gesellschaft,

in der Integration millionenfach gelungen sei. Niedersachsen mache da keine

Ausnahme. „Allerdings lässt sich dieser Prozess verbessern. Den vielen Bei-

spielen für geglückte Integration und gesellschaftliche Teilhabe stehen aller-

dings auch Fälle entgegen, in denen dies nicht gelungen ist“, so Schostok.

Ziel müsse es sein, die Lebenschancen davon zu entkoppeln, ob jemand

deutscher oder nichtdeutscher Herkunft sei. „Ich will an den insgesamt sieben

Tagen mit möglichst vielen Menschen in Kontakt treten, um aus erster Hand

zu erfahren, wie weit wir noch von diesem Ziel entfernt sind, welche Hemm-

nisse sich konkret auftun und welche Lösungsmöglichkeiten und Handlungs-

notwendigkeiten sich ergeben“, erläuterte der SPD-Fraktionschef den Hinter-

grund der TOUR DER TEILHABE. Die Ergebnisse der Reise sollen maßgebli-

chen Einfluss auf einen Entwurf zu einem Niedersächsischen Teilhabegesetz

haben, den die SPD-Fraktion vorlegen will.

SPD-Fraktion im

Niedersächsischen Landtag

Anschrift Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 1

30159 Hannover

Telefon 0511/3030-4011/13

Fax 0511/3030-4808

E-Mail SPDPresse@LT.Niedersachsen.de

Internet www.spd-fraktion-niedersachsen.de

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Der Besuch des Hannoveraner Stadtteils Linden bildet am 13. Mai den Auf-

takt. Nach einem Besuch des AWO-Migrationsdienstes am Vormittag geht es

für Stefan Schostok zur Mittagszeit zum Lindener Kulturzentrum FAUST, Zur

Bettfedernfabrik 1. Dort wird Schostok von Asghar Eslami vom Verein Kargah

(www.kargah.de) empfangen. Eslami wird über das MiSO-Netzwerk

(www.miso-netzwerk.eu), dessen Mitglieder und Aufgaben informieren. Mit-

glieder des Netzwerks der Migranten Selbst Organisation sind u.a. das Thea-

ter „ViVa“, die Türkische Gemeinde Niedersachsen, das Kurden Komitee

Hannover, der Afrikanische Dachverband Norddeutschland, der Arbeitskreis

Bangladesh in Niedersachsen, die Griechische Gemeinde aber auch die Stadt

Hannover und Radio Flora.

Im Anschluss wird Schostok den Landesverband der Muslime in Niedersach-

sen, die Schura Niedersachsen (www.islam-niedersachsen.de, Dieckbornstr.

11), und dessen Vorsitzenden Avni Altiner besuchen. In der Schura Nieder-

sachsen sind Muslime aller Rechtsschulen und Nationalitäten in Niedersach-

sen vertreten. Zu den Schwerpunkten der Schura gehört der Projektversuch

„Islamischer Religionsunterricht“. Schostok wird dem Nachmittagsgebet bei-

wohnen und im Anschluss das Gespräch mit Schura-Vertretern über Aspekte

islamischen Lebens in Deutschland suchen. Gegen 16.30 Uhr soll die erste

Etappe der TOUR DER TEILHABE beendet sein.

Weitere Stationen der TOUR DER TEILHABE sind

- Osnabrück, Uchte und Nienburg (6. Juni),

- Northeim, Hameln und Hessisch Oldendorf (9. Juni),

- Gifhorn und Braunschweig (10. Juni),

- Walsrode und Salzgitter (14. Juni)

- Schwanewede und Loxstedt-Stotel (23. Juni) sowie

- Peine und Wolfsburg (24. Juni).

Hinweis für Medienvertreter:

Stefan Schostok wird zu Beginn seines Besuchs beim MiSO-Netzwerk gegen

13.15 Uhr ein Pressestatement abgeben. Sowohl das MiSO-Netzwerk als

auch die Schura Niedersachsen sind damit einverstanden, dass Stefan

Schostok von Medienvertretern begleitet wird.

Für weitere Informationen, etwa auch zu den folgenden sechs Terminen der

TOUR DER TEILHABE in Niedersachsen, steht die Pressestelle der SPD-

Landtagsfraktion (Tel.: 0511-3030-4011, -4013) gerne zur Verfügung.

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Programm: 13. Mai, Bereisung zum Thema „Integration“ Fabian Claussen - Mai 2011

I. Zeitlicher und Inhaltlicher Programmablauf

A

B

Bereisung des Fraktionsvorsitzenden

„Gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten“

Programm und Informationen für den 13. Mai 2011

Wann Was

in Hannover-Linden

10:25 Uhr Treffen der „Delegation“ vor der AWO-Einrichtung;

Anreise mit ÖPNV Linien 3,7,9 und 17; Haltestelle:

Allerweg (Deisterstr. 85 A 2. Stock)

10:30 Uhr - Begrüßung durch den Vorsitzenden Dr. Eckehart

Peil oder den Geschäftsführer der AWO Region

Hannover, Burkhart Teuber

- Kurze Vorstellungsrunde

- Mitarbeiter des Fachbereiches „Migration“

referieren über ihre Arbeit, ihre Erfahrungen und

Probleme, die sie beobachten

- Dr.Silke Lesemann (oder Stefan Schostok) wird

kurz den Stand unserer Initiative des

„Niedersächsischen Teilhabegesetzes“ erläutern,

anschließend könnte hierüber diskutiert werden

- Punkte auf der Themenliste der AWO werden

erörtert, sicherlich kann man nicht alle schaffen, die

institutionelle Förderung sollte nicht im Mittelpunkt

stehen

12:30 Uhr Die Diskussion wird in der AWO-Einrichtung des

Nadelöhrs weitergeführt, wo ein Mittagessen gereicht

wird.

13:15 Uhr - Eintreffen in der den Räumen des Kargah e.V. auf

dem Faustgelände

- Begrüßung und Vorstellung

- Die einzelnen Organisationen des MiSO-

Netzwerkes stellen sich und ihre Projekte vor

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Programm: 13. Mai, Bereisung zum Thema „Integration“ Fabian Claussen - Mai 2011

C

- Danach beginnt der Austausch über a) Probleme in

der Projektarbeit (u.a. institutionelle Förderung als

Lösung), b) Kommunalwahlrecht auch für

Ausländer und c) den Plan der SPD-Fraktion, ein

„Niedersächsisches Teilhabegesetz“ auf den Weg

zu bringen

14:40 Uhr Aufbruch zum nächsten Termin

14:50 Uhr Ankunft bei der Schura Niedersachsen, zur Zeit ist die

Gemeinde der Jema´at-nur-Moschee Sprachrohr, kurze

Begrüßung durch den Vorsitzenden Avni Altiner

- Um 15 Uhr beginnt das Nachmittagsgebet, um nicht

zu stören sollte die „Delegation“ vor 15 Uhr dort

sein

- Nach dem Gebet soll es um die Integrationsarbeit

der Schura und der Moschee gehen

- Außerdem wird die Delegation über den aktuellen

Stand des islamischen Religionsunterrichtes

informiert

- Weitere Gesprächsthemen ergeben sich spontan,

eventuell soll die Sarrazin-Debatte aufgegriffen

werden

16:30 Uhr Ende der Bereisung

II. Informationen zu den Programmpunkten

A. AWO-Region Hannover e.V.

a) Kontaktdaten

AWO Region Hannover

e.V.

Geschäftsführer

Burkhard Teuber

Wilhelmsstraße 7

30171 Hannover

E-Mail:

Burkhard.teuber@awohannover.de

Tel.: 0511-8114263

AWO Region Hannover

e.V.

FB Leitung Migration

Frau Nada Nangia

Deisterstraße 85 A

30449 Hannover

E-Mail:

nada.nangia@awohannover.de

Tel.: 0511-21978131

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Programm: 13. Mai, Bereisung zum Thema „Integration“ Fabian Claussen - Mai 2011

b) Einrichtung

Angebote der AWO im Migrationsbereich:

Beratungsdienste JMD, MBE und NIB

JMD – Jugendmigrationsdienst

Der JMD richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren. Es gab in

2010 21 Gruppen mit ca. 180 Teilnehmern.

MBE – Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte

Die MBE richtet sich an Neueingewanderte (höchstens 3 Jahre her) ab 27.

NIB – Nachholende Integrationsberatung

Die NIB richtet sich an Eingewanderte, die schon länger in Deutschland leben.

Die Zahl der beratenen Personen, die aus 89 Ländern stammen, beläuft sich

auf 858 im Bereich MBE/NIB und auf 257 im Rahmen des JMD. Der Anteil der

Neuzugewanderten beträgt etwa 45%. Im Beratungszentrum für Integrations

und Migrationsfragen (BIM), welches die drei Angebote durchführt, können die

Migranten fragen zu vielen Lebensbereichen stellen (Wohnen, Einkommen,

Arbeit, Familie/Beziehung, Recht, Soziales Umfeld, Aktivitäten im Alltag,

Erholung/Freizeit, Mobilität, Gesundheit und Erziehung/Bildung).

Projekte

Inforeihe für Eingewanderte „Hannover – meine Stadt“ in Zusammenarbeit mit

den Integrationslotsen der VHS Hannover. Kennenlernen von Hannover und

begleitende Besichtigungen von wichtigen Behörden und Kultureinrichtungen.

„PC für Neueingewanderte“ – Ein Projekt in dem alte PCs gespendet und

wieder „aufgepäppelt“ werden, damit sie an Neueingewanderte weitergegeben

werden können. (seit 2007 26 PCs)

Langenhagener Migratinnensport (LaMiS), zusammen mit der DITIB-Moschee

Langenhagen und dem Behindertensportverein Langenhagen e.V. (gefördert

wird das Projekt durch den Landessportbund Niedersachsen e.V.); es werden

Sparangebote im Gesundheitsbereich für Frauen und Mädchen in der

Moschee zur Verfügung gestellt.

IKÖ-Seminare

- Seminare zur Erweiterung der interkulturellen Kompetenz

- Seminare zur Interkulturellen Öffnung

- Vorträge auf Fachtagungen

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Programm: 13. Mai, Bereisung zum Thema „Integration“ Fabian Claussen - Mai 2011

B. MiSO-Netzwerk Hannover

a) Kontaktdaten

MigrantinnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover

Zur Bettfedernfabrik 3

30451 Hannover

Ein Ansprechpartner:

Kargah e.V.

Herr Asghar Eslami

Zur Bettfedernfabrik 1

30451 Hannover

E-Mail: ae@kargah.de

Tel.: 0511-12607811

Handy: 0176 22084732

b) Einrichtung

Partner in dem entstehenden MiSO-Netzwerk sind die

Migrantenselbstorganisationen und Vereine, die in Hannover an der

Entwicklung interkultureller, antirassistischer und zukunftsorientierter

Modelle des Miteinanders arbeiten.

Das Netzwerk soll transparent und möglichst wenig hierarchisch,

partizipationsorientiert, flexibel und offen angelegt sein. Es kann ein

großes Potenzial für die Förderung und Unterstützung

zivilgesellschaftlicher Prozesse darstellen.

MiSO verfolgt einen mehrdimensionalen und flexiblen Ansatz. Es beginnt

mit der gezielten Vernetzungsarbeit mit bestehenden

Migrantlnnenselbstorganisationen in Hannover. Von hier aus werden

Kooperationen und Tandempartnerschaften besonders auch zu weiteren

Selbstorganisationen, aber auch den städtischen und regionalen

Einrichtungen angeregt, die zu innovativen Ideen und Synergieeffekten

führen können. Im Frühjahr 2010 wurde das Netzwerk „geboren“.

MiSO…

…unterstützt und begleitet mit ihrem Potenzial die

Kooperationspartnerlnnen.

…versucht dadurch ein gegenseitiges Unterstützungssystem für

Migrantlnnenselbstorganisationen schrittweise aufzubauen.

…möchte diese Entwicklung gemeinsam mit allen anderen Migrantlnnen

steuern und dadurch mehr und mehr eine effektivere gesellschaftliche

Sensibilität in der Öffentlichkeit erreichen.

…möchte einen besonderen Akzent auf die „interkulturelle Öffnung“ der

Migrantlnnenselbstorganisationen setzen.

(Quelle: www.miso-netzwerk.eu)

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Programm: 13. Mai, Bereisung zum Thema „Integration“ Fabian Claussen - Mai 2011

Weitere Mitglieder:

- Theater „ViVa“

- Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V.

- Türkische Gemeinde Niedersachsen

- Kurdistan Volkshaus e.V.

- Kurden Komitee Hannover e.V.

- Initiative für ein internationales Kulturzentrum e.V.

- Stadt Hannover

- Radio Flora

- Flüchtlingshilfefond e.V.

- Kulturzentrum Faust

- Ewrika

- Children of the Earth

- CanArkandas – Verein für interkulturelle Erziehung, Kultur und Sport

e.V.

- Bund türkisch-europäischer Unternehmer

- AMFN e.V. (Arbeitsgemeinschaft Migranten und Flüchtlinge

Niedersachsen)

- Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e.V.

- Vietnam Zentrum Hannover e.V.

- Arbeitskreis Bangladesh in Niedersachsen

- Günes

- Griechische Gemeinde

- Romane Aglonipe

- Casa Latina Hannover

Und weitere, teilweise auch Unterabteilungen der einzelnen Vereine

C. Schura Niedersachsen e.V.

a) Kontaktdaten

Schura Niedersachsen e.V.

Islamische Gemeinschaft Jama´at-un Nur e.V.

Herr Avni Altiner

Dieckbornstr. 11

30451 Hannover

E-Mail: avnialtin@yahoo.de

Handy: 0171 4965633

b) Einrichtung

In der “Schura Niedersachsen” sind Muslime aller Rechtsschulen und

Nationalitäten aus Niedersachsen vertreten. Zu den Hauptschwerpunkten

des Landesverbands der Muslime gehört der Projektversuch “Islamischer

Religionsunterricht”. Die Schura Niedersachsen arbeitet dazu gemeinsam

mit der Landesregierung und mit wissenschaftlicher Unterstützung

Inhaltsmaterialien aus. Weitere Themenbereiche umfassen die Teilnahme

an Anhörungen z.B. zum Bestattungswesen im Islam, wie auch die

Organisation von Veranstaltungen im Bereich der Aufklärungsarbeit zum

Islam im Allgemeinen. (Quelle: Schura Niedersachsen)

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Programm: 13. Mai, Bereisung zum Thema „Integration“ Fabian Claussen - Mai 2011

III. Teilnehmer

26 Grundschulen beteiligen sich am Projekt Islamischer

Religionsunterricht in Niedersachsen und es wird sehr gut von den

muslimischen Schülern angenommen.

Zum Treffen hat Herr Altiner auch die Bürgermeisterin Barbara Knoke

(SPD) eingeladen.

Stefan Schostok (Fraktionsvorsitzender der SPD im Niedersächsischen Landtag)

Dr. Silke Lesemann (integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion)

Sven-Björn Wieduwilt (persönlicher Referent von Stefan Schostok)

Alptekin Kirci (Ratsherr der Stadt Hannover)

Yasin Herar (persönlicher Mitarbeiter von Stefan Schostok)

Heinrich Heggemann (parlamentarischer Referent der SPD-Fraktion für Soziales,

Frauen, Familie, Gesundheit und Integration)

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Pressemitteilung Nr. 16-180

vom 13.05.2011

SPD-Fraktion kündigt Vorlage eines Niedersächsischen

Teilhabegesetzes für Herbst dieses Jahres an

Stefan Schostok, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, hat am Freitag zum

Auftakt derTour der Teilhabe“ die Vorlage eines Niedersächsischen Teilha-

begesetzes durch die SPD-Fraktion noch in diesem Jahr angekündigt. „Wir

sehen nicht ein, warum Menschen mit Migrationshintergrund in einer schlech-

teren Ausgangslage sein sollen, als andere Menschen. Wir wollen diese

Unterschiede, etwa beim Wahlrecht, nicht länger hinnehmen“, sagte Schostok

zur Begründung am Freitag in Hannover. Ziel des Gesetzes sei es, die Teilha-

be von Migrantinnen und Migranten in Niedersachsen am gesellschaftlichen,

wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu verbessern und Hürden

abzubauen. „Die Arbeit an diesem Gesetzentwurf wollen wir im Herbst ab-

schließen. Es ist aber sinnvoll, zunächst Niedersachsen zu bereisen, um die

unterschiedlichen regionalen Verhältnisse aus erster Hand zu erfahren“, sagte

der SPD-Fraktionschef, der von der integrationspolitischen Sprecherin der

SPD-Fraktion, Silke Lesemann, begleitet wurde. Die Fähigkeiten und Leistun-

gen der Migrantinnen und Migranten sowie ihrer Organisationen wolle die

SPD-Fraktion in ihre Überlegungen einbeziehen.

Der Auftakt derTour der Teilhabe“ fand im Hannoveraner Stadtteil Linden

statt. Nach einem Besuch des Integrationsdienstes der AWO waren Schostok

und Lesemann Gäste des Netzwerks Migranten Selbst-Organisation (MiSO),

in dem sich zahlreiche Initiativen und Vereine zusammengeschlossen haben.

Den Abschluss bildete ein Besuch des Landesverbandes der Muslime in Nie-

dersachsen (Schura). Dort wohnten die SPD-Politiker u.a. dem Freitagsgebet

bei.

SPD-Fraktion im

Niedersächsischen Landtag

Anschrift Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 1

30159 Hannover

Telefon 0511/3030-4011/13

Fax 0511/3030-4808

E-Mail SPDPresse@LT.Niedersachsen.de

Internet www.spd-fraktion-niedersachsen.de

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„Ich bin sehr beeindruckt von dem Willen der Migrantinnen und Migranten,

einen Beitrag für die Gesellschaft in Niedersachsen zu leisten. Diese Mitbür-

ger bekennen sich zu unserem Land. Dass sie oftmals Zurückweisungen er-

fahren, dass ihnen verschiedene Bereiche der Gesellschaft verschlossen blei-

ben, ist ein großes Hemmnis“, zog Schostok eine Bilanz des ersten Tourta-

ges.

Wichtige Themen der mehrstündigen Gespräche waren unter anderem die

mangelhafte Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund, die Frage

nach Anerkennung kultureller Identitäten, aber auch die vergleichsweise nied-

rige Quote von Migrantinnen und Migranten in Wirtschaft und Verwaltung. „Die

Bereitschaft der Mitbürger mit Migrationshintergrund, an der Lösung von Pro-

blemen der Integration mitzuarbeiten ist groß“, sagte Schostok.

Nächste Stationen derTour der Teilhabe“ sind am 6. Juni Osnabrück, Uchte

und Nienburg. Es folgen am 9. Juni Northeim, Hameln und Hessisch Olden-

dorf, am 10. Juni Gifhorn und Braunschweig, am 14. Juni Walsrode und Salz-

gitter, am 23. Juni Schwanewede und Loxstedt-Stotel sowie am 24. Juni Peine

und Wolfsburg.

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„Sprotte“ beeindruckt den Chef der Landtags-SPD

Nienburg - Von Nikias SchmidetzkiBeeindruckt zeigte sich Stefan Schostok, Fraktionsvorsitzender der

SPD im niedersächsischen Landtag, von dem, was der „Sprotte“-Verein in der Nienburger Lehmwandlung

auf die Beine gestellt hat. Der Politiker machte im Rahmen seiner „Tour der Teilhabe“ Station in der

Kreisstadt.

Ein gutes Angebot: Stefan Schostok (rechts, neben ihm Grant Hendrik Tonne) begutachtet den offenen Bücherschrank.

Schostok war einer Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Grant Hendrik Tonne gefolgt. Noch bis zum 24.

Juni besucht der Fraktionsvorsitzende an sieben Tagen Vereine, Organisationen, Institute, Selbsthilfegruppen

und Initiativen, die sich allesamt mit dem Thema Zuwanderung, Integration und Teilhabe beschäftigen.

„Das hier ist ein vorbildliches Projekt“, lobte Schostok das Engagement des Vereins und die daraus

resultierenden Ergebnisse. Die Leiterin des „Sprotte“-Projekts, Barbara Weißenborn, hatte zuvor präsentiert, wie

das Begegnungszentrum entstanden ist und welche Fortschritte derzeit zu verzeichnen sind.

Der Verein kümmert sich in einem Gebäude, in dem früher ein Geschäft und Gastronomie untergebracht

gewesen waren, um ein Miteinander und die Förderung der Einwohner in der Lehmwandlung. Knapp 3 500

Menschen zählten zu dem Bereich, viele darunter mit Migrationshintergrund oder ohne festes Einkommen – zum

Teil schon seit Jahren. Und eben da gelte es, nachhaltig zu arbeiten. „Die einzelnen Projektphasen müssen

ineinander greifen, sonst waren die Investitionen für die Katz“, erklärte Barbara Weißenborn. Ein Punkt, bei dem

sie die volle Zustimmung des Landespolitikers Schostok bekam: „Projekte sollten auf jeden Fall länger als zehn

Jahre laufen. Früher sagte man immer, eine Generation sind 30 Jahre.“


Zu den Angeboten zählen Sprachkurse und Aufklärungen zur politischen Bildung ebenso wie Vorbereitungen aufs

Berufsleben und die Möglichkeit, sich zu treffen – und zwar komplett ohne Spielkonsolen und Internet, wie die

Einrichtungsleiterin betont. „Dafür basteln wir hier noch richtig“, erläutert sie nicht ohne Stolz. Neueste

Errungenschaft ist die Qualifizierungsküche, von der nicht nur Mitarbeiter profitieren sollen, sondern auch Gäste

des Hauses. Eigene Erhebungen zeigten dem Verein, dass er auf dem richtigen Weg sei, meinte Barbara

Weißenborn. Gestiegene Zahlen von Kindern, die zum Essen kommen beispielsweise oder frühere

Kursteilnehmer, die mittlerweile selbst ehrenamtlich mitarbeiten und Schüler unterrichten, stellten immer wieder

eine Motivation dar.

Dennoch – sorglos ist der Verein nicht. „Arbeit haben wir genug, wir wissen aber nie, wie wir sie finanzieren

können“, berichtete Barbara Weißenborn von der größten und stets wiederkehrenden Herausforderung. So hoffe

der Verein auf eine erneute Einladung zum BIWAQ-Projekt („Soziale Stadt – Bildung, Wirtschaft, Arbeit im

Quartier“). Armut sei nach wie vor ein Problem, das auch und besonders Kinder betreffe. Um diesen die

Teilnahme am Alltag anderer Heranwachsender zu ermöglichen, seien Förderungen ständig notwendig.

8.6.11 Kreiszeitung Nienburg


Aus: Aller-Zeitung, 11.06.2011, S. 14


Aus: Gifhorner Rundschau, 14.06.2011, S. G03


Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion zu Besuch am ZIIS

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Herrn Stefan Schostok und die Mitglieder der

Arbeitsgruppe Wissenschaft und Kultur sowie der Arbeitsgruppe Integration der SPD-Fraktion im

Niedersächsischen Landtag besuchten am Montag, 06. Juni 2011, das Zentrum für Interkulturelle

Islamstudien (ZIIS) an der Universität Osnabrück. In einem einstündigen Gespräch mit dem Leiter des

ZIIS Herrn Prof. Dr. Bülent Ucar und wissenschaftlichen Mitarbeitern am ZIIS wurden aktuelle

gesellschaftspolitische und islambezogene Themen angesprochen.

Die Gäste aus dem Landtag in Hannover zeigten sich besonders interessiert für die am ZIIS

durchführenden Aktivitäten zur Etablierung des Instituts für Islamische Studien. Herr Ucar erläuterte

bisherige Aktivitäten und stellte in einer kurzen Form die noch zu unternehmenden Schritte und Pläne

zur Einrichtung des neuen Studiengangs der Islamischen Theologie vor. Darüber hinaus informierte er

die Gäste über das seit dem letzten Jahr laufende Programm der universitären Imamweiterbildung.

Ein weiteres Gesprächsthema war die Frage des Islamischen Religionsunterrichts und seiner

Einführung als ordentliches Fach an öffentlichen Schulen. In diesem Zusammenhang wurde

besonders über die Ausbildung der Religionslehrerinnen und -lehrer für den Islamischen

Religionsunterricht an der Universität Osnabrück gesprochen. Man kam überein, dass Schritte

unternommen werden sollen, diesen Studiengang in naher Zukunft als grundständigen und nicht mehr

als Erweiterungsstudiengang anbieten zu können.

Quelle: http://www.irp.uni-osnabrueck.de/

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