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William Carey - Der Schuhmacher, der Indien die Bibel brachte

Missionsgeschichte aus Indien. Für Kinder von 7 bis 12 Jahren. Seine eigene Einschätzung von sich selbst war, dass er ein ganz gewöhnlicher Mann war, dem es an Brillanz oder gar Begabung fehlte. Er sagte von sich selbst nur: „Ich kann zupacken.“ Dies war eine sehr bescheidene Haltung seinerseits. Dennoch ist das beherrschende Thema seine Weigerung, sich von Hindernissen entmutigen zu lassen oder sich von dem abbringen zu lassen, was er als Gottes Willen für ihn verstand. Als Folge davon erreichte er oft das scheinbar Unmögliche. Er gab den vielen Völkern Indiens Bibelübersetzungen in 34 Sprachen! Er gründete Gemeinden, Schulen und eine Bibelschule.

Missionsgeschichte aus Indien. Für Kinder von 7 bis 12 Jahren.
Seine eigene Einschätzung von sich selbst war, dass er ein ganz gewöhnlicher Mann war, dem es an Brillanz oder gar Begabung fehlte. Er sagte von sich selbst nur: „Ich kann zupacken.“ Dies war eine sehr bescheidene Haltung seinerseits. Dennoch ist das beherrschende Thema seine Weigerung, sich von Hindernissen entmutigen zu lassen oder sich von dem abbringen zu lassen, was er als Gottes Willen für ihn verstand. Als Folge davon erreichte er oft das scheinbar Unmögliche. Er gab den vielen Völkern Indiens Bibelübersetzungen in 34 Sprachen! Er gründete Gemeinden, Schulen und eine Bibelschule.

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Missionsgeschichte in fünf Teilen für Kin<strong>der</strong> von 7–12 Jahren<br />

<strong>William</strong><br />

<strong>Carey</strong><br />

<strong>Der</strong> <strong>Schuhmacher</strong>,<br />

<strong>der</strong> <strong>In<strong>die</strong>n</strong> <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong><br />

<strong>brachte</strong><br />

inkl.<br />

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INHALT<br />

Visuelles Material<br />

• Bil<strong>der</strong> zum Ringbuch<br />

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<strong>William</strong> <strong>Carey</strong> – <strong>Der</strong> <strong>Schuhmacher</strong>, <strong>der</strong> <strong>In<strong>die</strong>n</strong> <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> <strong>brachte</strong><br />

Eine Missionsgeschichte in fünf Teilen von James S. und Velma B. Kiefer<br />

Originalbil<strong>der</strong>:<br />

Copyright:<br />

Translation:<br />

Übersetzung:<br />

Herausgeber <strong>der</strong> deutschen Fassung:<br />

Adrian Beerhorst, illustriert in Farbe von Tim Shirey<br />

© 2006 Child Evangelism Fellowship® of Europe.<br />

© 1990 CEF of Europe. All rights reserved. <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> in the German language. All rights reserved.<br />

© 1990 CEF of Europe. All rights reserved. <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> in deutscher Sprache. Alle Rechte vorbehalten.<br />

KEB-Deutschland e. V.<br />

Am Eichelsberg 3<br />

35236 Breidenbach<br />

Tel. 06465 9283-30; Fax: 06465 9283-20<br />

E-Mail: info@keb-de.org<br />

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Hinweis zum Copyright:<br />

2020 • 500<br />

Kein Teil <strong>die</strong>ses Textheftes darf in irgendeiner Form ohne <strong>die</strong> Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt werden,<br />

außer zur Verwendung in Ihrem eigenen Kin<strong>der</strong>treff.<br />

2<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


WILLIAM CAREY • DER SCHUHMACHER, DER INDIEN DIE BIBEL BRACHTE<br />

Hinweise zu <strong>die</strong>sem Heft<br />

Inhaltsverzeichnis<br />

Einleitung Seite 3<br />

Vorbemerkungen: Seite 4<br />

1. Teil Die Bekehrung des <strong>Schuhmacher</strong>s <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> Seite 5<br />

2. Teil Das Anliegen des Predigers <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> Seite 9<br />

3. Teil Die missionarische Sicht <strong>William</strong> <strong>Carey</strong>s Seite 13<br />

4. Teil Das Ziel des Übersetzers <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> Seite 17<br />

5. Teil Die Aufgabe des Lehrers <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> Seite 21<br />

Ein Kind zu Christus führen Seite 25<br />

Einem Kind helfen, Heilsgewissheit zu finden Seite 25<br />

Einleitung<br />

Ziele<br />

Missionsgeschichten wie <strong>die</strong>se wollen Kin<strong>der</strong> mit dem vertraut machen, was Missionare tun<br />

und wie es sein würde, in einem an<strong>der</strong>en Land zu leben und Gott zu <strong>die</strong>nen. Sie wollen in<br />

dem Kind ein tiefes und lebenslanges Interesse an <strong>der</strong> Mission wecken und einen Eifer, in<br />

<strong>der</strong> Abhängigkeit von Gott zu leben, sowie auch <strong>die</strong> Bereitschaft, selbst Missionar zu werden.<br />

Vorbereitung<br />

Lesen Sie zuerst <strong>die</strong> ganze Geschichte durch. Üben Sie dann das Erzählen <strong>der</strong> einzelnen<br />

Kapitel, wobei Sie jedes Bild dann zeigen, wenn es zur Geschichte passt. Vermeiden Sie es,<br />

das nächste Bild zu zeigen, bevor es im Text angegeben ist. Um <strong>die</strong> Geschichte für jüngere<br />

Kin<strong>der</strong> zu kürzen, empfiehlt es sich vielleicht, einige Szenen ganz auszulassen. Heften Sie dazu<br />

einfach <strong>die</strong> entsprechenden Seiten mit Büroklammern zusammen, um flüssige Übergänge<br />

beim Erzählen zu ermöglichen. Die Wie<strong>der</strong>holungsfragen können entwe<strong>der</strong> am Schluss eines<br />

Kapitels o<strong>der</strong> zur Einführung ins nächste Kapitel verwendet werden.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. 3


Vorbemerkungen<br />

Diese illustrierte Biografie von <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> wurde mit Blick auf einen doppelten Zweck<br />

erstellt:<br />

1. In den Herzen <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> ein tiefes und beständiges Interesse an Mission zu<br />

wecken.<br />

2. Arbeiter für <strong>die</strong>se Sache zu gewinnen.<br />

Diese Geschichten wurden vor allem mit Blick auf Grundschüler geschrieben. Die Erfahrung<br />

hat jedoch gezeigt, dass Missionsgeschichten für alle Altersgruppen – Kin<strong>der</strong>, Jugendliche und<br />

Erwachsene – interessant sind. Wir vertrauen darauf, dass <strong>die</strong>s beson<strong>der</strong>s für <strong>die</strong> faszinierende<br />

Geschichte <strong>die</strong>ses hingebungsvollen Missionars <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> gilt.<br />

Wir haben versucht, Ihnen authentisches Material, sowohl Text als auch Illustrationen, zur<br />

Verfügung zu stellen. Die biographische Grundlage fand sich vor allem im Standardwerk<br />

„<strong>William</strong> <strong>Carey</strong>“ von S. Pearce <strong>Carey</strong> aus dem Jahr 1923. Das Bildmaterial musste vom Künstler<br />

rekonstruiert werden. Das Bildnis von <strong>Carey</strong>, Thomas und Marshman, um <strong>die</strong> wichtigsten<br />

zu nennen, basiert jedoch auf zuverlässigen Gemälden und Zeichnungen aus dem oben<br />

erwähnten biographischen Werk.<br />

Wichtiger als <strong>die</strong> Authentizität ist unserer Meinung nach <strong>die</strong> Leidenschaft von <strong>Carey</strong>s missionarischer<br />

Hingabe. Seine eigene Einschätzung von sich selbst war, dass er ein ganz gewöhnlicher<br />

Mann war, dem es an Brillanz o<strong>der</strong> gar Begabung fehlte. Er sagte einfach von sich selbst: „Ich<br />

kann zupacken.“ Dies war zweifellos eine allzu bescheidene Haltung seinerseits. Dennoch<br />

ist das beherrschende Thema seine Weigerung, sich von Hin<strong>der</strong>nissen entmutigen zu lassen<br />

o<strong>der</strong> sich von dem abbringen zu lassen, was er als Gottes Willen für ihn verstand. Er beharrte<br />

darauf! Und als Folge davon erreichte er für gewöhnlich das scheinbar Unmögliche. Er gab<br />

den vielen verschiedenen Völkern <strong>In<strong>die</strong>n</strong>s ganze o<strong>der</strong> teilweise <strong>Bibel</strong>übersetzungen in 34<br />

Sprachen! Und es gab nie Heimaturlaub, denn er kehrte nie wie<strong>der</strong> in sein Heimatland zurück.<br />

Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass unsere Kin<strong>der</strong> von <strong>die</strong>sem Leben, das so vollständig<br />

Christus gewidmet war, gefangen genommen werden. Die heutigen Missionsbemühungen<br />

brauchen dringend neue Arbeiter, Arbeiter von tiefer, dankbarer Loyalität gegenüber dem<br />

Erlöser, Männer und Frauen mit <strong>der</strong> Fähigkeit, zur Ehre Gottes zuzupacken.<br />

Da Kin<strong>der</strong> für den Ruf <strong>der</strong> Hingabe an den Dienst für Gott beson<strong>der</strong>s empfänglich sind, sollten<br />

wir ihn in einfachem Glauben auf so viele Kin<strong>der</strong> wie möglich ausdehnen. <strong>Der</strong> Geist wird<br />

rufen, wen er will, zum Dienst im Ausland o<strong>der</strong> zum hauptamtlichen Dienst. Und was ist mit<br />

den an<strong>der</strong>en? Sie sind vielleicht <strong>die</strong>jenigen, <strong>die</strong> zu den unterstützenden Diensten des Gebets<br />

und <strong>der</strong> Finanzierung o<strong>der</strong> zur Erhaltung <strong>der</strong> Lebenskraft <strong>der</strong> Heimatgemeinde berufen sind.<br />

Es ist unser inständiges Gebet, dass <strong>die</strong>se Geschichten viele herausfor<strong>der</strong>n und inspirieren<br />

mögen, auf den Ruf Jesu Christi nach Arbeitern zu antworten.<br />

James S. Kiefer<br />

4<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


WILLIAM CAREY • DER SCHUHMACHER, DER INDIEN DIE BIBEL BRACHTE<br />

Die Bekehrung des <strong>Schuhmacher</strong>s<br />

<strong>William</strong> <strong>Carey</strong><br />

Teil 1<br />

Erzählung<br />

<strong>Der</strong> sechsjährige <strong>William</strong> und seine zwei Schwestern waren ganz aufgeregt. Ihr Vater hatte<br />

eine neue Arbeitsstelle bekommen, und sie sollten umziehen. Von <strong>der</strong> kleinen Weberei, <strong>die</strong><br />

sich am unteren Ende des kleinen englischen Dorfes befand, zogen sie nun zum Schulhaus,<br />

das auf einem Hügel lag. <strong>Der</strong> Vater war <strong>der</strong> neue Lehrer. Zu jener Zeit – vor mehr als 250<br />

Jahren – lag <strong>die</strong> Lehrerwohnung meistens im Schulgebäude.<br />

<strong>Der</strong> kleine Naturforscher<br />

Bild 1-1<br />

<strong>William</strong> gefiel das neue Haus viel besser als das alte, denn nun hatte er ein eigenes Zimmer.<br />

Hier bewahrte er seine Schätze auf – Insekten, Vögel, Tiere und Pflanzen. Er wan<strong>der</strong>te viel<br />

durch Wiesen und Wäl<strong>der</strong>, wo er <strong>die</strong> verschiedensten Tiere, Blumen und Pflanzen fand. <strong>William</strong><br />

<strong>Carey</strong> kannte mehr Blumen- und Tiernamen als irgendjemand im Dorf. Wenn jemand etwas<br />

Bestimmtes über Pflanzen o<strong>der</strong> Tiere wissen wollte, sagten <strong>die</strong> Leute: „Frag <strong>William</strong>, er kann<br />

dir Auskunft geben.” <strong>William</strong> war ein wissbegieriger Junge, <strong>der</strong> <strong>die</strong> Natur liebte.<br />

Bild 1-2<br />

Aber er war nicht nur wissbegierig, son<strong>der</strong>n fest entschlossen, eine Sache, <strong>die</strong> er sich vorgenommen<br />

hatte, auch durchzuführen. Einmal sah er hoch oben in einem großen Baum ein<br />

Nest, das schwer erreichbar war. <strong>William</strong> dachte: „Wenn <strong>die</strong> Vögel <strong>die</strong>ses Nest verlassen haben,<br />

muss ich es für meine Sammlung holen.” Als er das erste Mal versuchte, das Nest zu holen,<br />

fiel er vom Baum herunter. Er tat sich dabei so weh, dass er tagelang das Bett hüten musste.<br />

Sobald er gesund war, kletterte er wie<strong>der</strong> auf den Baum, um das Nest zu holen. Als er es seiner<br />

Mutter zeigte, war sie überrascht. Lachend schüttelte sie den Kopf und meinte: „Du willst mir<br />

doch nicht sagen, dass du wie<strong>der</strong> auf den Baum geklettert bist?” – „Ich konnte nicht an<strong>der</strong>s,<br />

Mutter, wirklich! Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, muss ich es auch ausführen.”<br />

Das waren glückliche Jahre für <strong>William</strong>. Schon früh am Morgen weckten ihn seine Vögel mit<br />

ihrem Gezwitscher und Gezirpe. Er stand dann auf, machte ihre Käfige sauber, gab ihnen<br />

frisches Wasser und suchte jedem Vogel das Futter, das er brauchte.<br />

Bild 1-3<br />

Als <strong>William</strong> zwölf Jahre alt war, trat eine Än<strong>der</strong>ung in seinem Leben ein. Damals mussten Jungen<br />

schon im Alter von zwölf Jahren einen Beruf wählen und anfangen, Geld zu ver<strong>die</strong>nen.<br />

<strong>William</strong> wusste, was er wollte: Er wollte Gärtner werden. Er liebte <strong>die</strong> weiche, braune Erde<br />

und das Hegen und Pflegen von Pflanzen. Er war sich sicher, dass Gärtner <strong>der</strong> beste Beruf<br />

für ihn wäre.<br />

Aber das stimmte nicht. Bis jetzt war <strong>William</strong> in <strong>die</strong> Schule gegangen, hatte seine Aufgaben<br />

gemacht und seine Tiere und Pflanzen versorgt. Er hatte nie längere Zeit im Freien bei Sonne,<br />

Wind und Wetter verbracht. Ein Gärtner aber musste Tag für Tag von morgens bis abends<br />

draußen sein. Von Wind und Sonne bekam <strong>William</strong> im Gesicht und an den Händen einen<br />

Ausschlag. Dieser Ausschlag verursachte solche Schmerzen, dass er nicht schlafen konnte.<br />

Trotzdem war es wie mit dem Vogelnest: <strong>William</strong> gab nicht auf. Er war fest entschlossen, Gärtner<br />

zu werden. Zwei Jahre blieb er dabei, aber zuletzt musste er doch aufgeben. Er konnte nicht<br />

länger arbeiten, weil er krank wurde. <strong>William</strong> war ein tapferer, entschlossener Bursche, nicht<br />

wahr? Wenn er etwas anfing, dann blieb er dabei. Hättest du es so lange ausgehalten wie er?<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 1 5


Die ganze Zeit über gab Gott auf <strong>William</strong> acht. Er freute sich, dass <strong>William</strong> nicht so schnell den<br />

Mut verlor. Gott sucht auch heute Menschen, <strong>die</strong> eine Sache nicht nur anfangen, son<strong>der</strong>n<br />

auch zu Ende führen. Solche Menschen braucht er für seine Arbeit.<br />

Aber <strong>die</strong> Ausbildung zum Gärtner war etwas, das <strong>William</strong> nicht abschließen konnte. Es war<br />

nicht möglich, dass er länger in <strong>der</strong> Sonne arbeitete, so gerne er es auch getan hätte. „Was<br />

soll ich jetzt machen?”, fragte er sich. „Wie soll ich mein Geld ver<strong>die</strong>nen? Soll ich auch das<br />

Weberhandwerk erlernen wie mein Vater, bevor er Lehrer wurde?” <strong>William</strong> sprach mit seinem<br />

Vater darüber. Beide kamen zu dem Entschluss, dass <strong>William</strong> <strong>Schuhmacher</strong> werden sollte.<br />

<strong>Schuhmacher</strong> war ein wichtiger Beruf, und so fing <strong>William</strong>s Vater an, einen guten Lehrmeister<br />

für <strong>William</strong> zu suchen. Sobald er einen gefunden hatte, musste <strong>William</strong> von zu Hause fort und<br />

bei dem Meister wohnen. So war es damals üblich, wenn Teenager eine Berufsausbildung<br />

machten. <strong>William</strong>s Vater suchte einen <strong>Schuhmacher</strong>, <strong>der</strong> gute Schuhe herstellte und <strong>der</strong> auch<br />

ein guter Lehrmeister für seinen Sohn sein würde.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Schuhmacher</strong>lehrling<br />

Bild 1-4<br />

Sie hörten von einem <strong>Schuhmacher</strong> namens Clark Nichols, <strong>der</strong> in einer nicht allzu weit entfernt<br />

gelegenen Stadt lebte. Dies war <strong>die</strong> richtige Lehrstelle für <strong>William</strong>. Er sollte bei Herrn Nichols<br />

arbeiten. <strong>William</strong> war jetzt vierzehn Jahre alt und musste Herrn Nichols versprechen, sieben<br />

Jahre bei ihm zu bleiben. Am Anfang musste sein Vater Herrn Nichols Lehrgeld bezahlen.<br />

Später würde <strong>William</strong> dann einen kleinen Lohn bekommen. Sieben lange Jahre harter Arbeit<br />

warteten auf <strong>William</strong>. Aber er ließ sich nicht entmutigen.<br />

Bis dahin hatte <strong>William</strong> nicht viel an Gott gedacht. Sein Vater war Christ, <strong>William</strong> dagegen<br />

nicht. Er liebte <strong>die</strong> Dinge, <strong>die</strong> Gott gemacht hatte, aber er dachte nicht an ihn, <strong>der</strong> alles erschaffen<br />

hatte.<br />

Bei seinem Lehrherrn arbeitete <strong>William</strong> mit einem weiteren Lehrling namens John Warr zusammen.<br />

Beide sollten lernen, wie man Schuhe macht. In einer Sache unterschied sich John<br />

jedoch von <strong>William</strong>: John glaubte an den Herrn Jesus. Er wusste, dass er Jesus als seinen Erlöser<br />

nötig hatte, und vertraute ihm. John sprach oft mit <strong>William</strong> über Gottes Wort und den Erlöser<br />

Jesus Christus. Er versuchte <strong>William</strong> klarzumachen, dass auch er den Herrn Jesus brauchte.<br />

<strong>William</strong> sah, wie <strong>der</strong> Glaube an Jesus John glücklich machte. Er meinte jedoch, dass er keinen<br />

Erlöser nötig habe. Doch dann geschah etwas, das ihn erkennen ließ, wie sündig sein Herz<br />

war und dass er einen Erretter brauchte.<br />

Eines Tages gab Herr Nichols <strong>William</strong> Geld für eine Besorgung. Bei <strong>die</strong>ser Gelegenheit kaufte<br />

<strong>William</strong> auch einige Sachen für sich selbst. Diese kosteten einen Schilling mehr als er hatte.<br />

Da nahm er einen Schilling von Herrn Nichols Geld. Auf dem Rückweg überlegte er, was er zu<br />

Herrn Nichols sagen sollte, weil er nun einen Schilling zu wenig hatte. Er erinnerte sich daran,<br />

dass er einen gefälschten Schilling besaß. Dieser sah genau so aus wie ein echter, war jedoch<br />

nicht aus Silber, son<strong>der</strong>n aus Messing. Die Münze war wertlos. <strong>William</strong> legte den gefälschten<br />

Schilling zu dem an<strong>der</strong>en Geld. Er hoffte, Herr Nichols würde es nicht merken.<br />

6<br />

Teil 1<br />

Bild 1-5<br />

Aber Herr Nichols hatte scharfe Augen. Er sah <strong>die</strong>sen Schilling und fragte <strong>William</strong> danach.<br />

<strong>William</strong> aber log! Er sagte, er wüsste nichts davon. Er tat, als ob das Geldstück bei dem an<strong>der</strong>en<br />

Geld gewesen wäre. Doch <strong>der</strong> strenge <strong>Schuhmacher</strong> wusste, dass <strong>William</strong> nicht <strong>die</strong> Wahrheit<br />

sagte. Er wurde zornig und schaute ihn finster an. <strong>William</strong> ließ den Kopf hängen. Noch nie<br />

hatte er sich so geschämt. Er sah, wie verkehrt es war, seinen Meister zu hintergehen und<br />

anzulügen. <strong>William</strong> tat es leid. „Bestimmt wird mich Herr Nichols nun nach Hause schicken”,<br />

dachte er. „Einen Lehrling, <strong>der</strong> lügt und stiehlt, wird er nicht behalten. Wie böse und traurig<br />

wird mein Vater sein.” Aber Herr Nichols schickte ihn nicht nach Hause. Er vergab <strong>William</strong> und<br />

erlaubte ihm zu bleiben.<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


<strong>William</strong> schämte sich sehr und wurde traurig, wenn er daran dachte, was er getan hatte. Zum<br />

ersten Mal erkannte er, wie sündig er vor dem heiligen und vollkommenen Gott war. Es kam<br />

ihm vor, als ob je<strong>der</strong> in <strong>der</strong> Stadt wüsste, wie schlecht er war. Er wollte niemanden sehen und<br />

von niemandem gesehen werden.<br />

<strong>Der</strong> verän<strong>der</strong>te junge Mann<br />

Bild 1-6<br />

Nun wusste <strong>William</strong>, dass er Jesus als seinen Erlöser brauchte. Er war jetzt bereit, an ihn zu<br />

glauben und ihn in sein Leben aufzunehmen. Nur Gott konnte ihm vergeben, nur Gott konnte<br />

sein sündiges Herz verän<strong>der</strong>n. Er nahm im Glauben an, dass <strong>der</strong> Herr Jesus am Kreuz für ihn<br />

gestorben war und dass Gott ihm deshalb seine Sünden vergeben würde. <strong>William</strong> bat den<br />

Herrn Jesus, sein Heiland zu sein. Von <strong>die</strong>sem Tag an verän<strong>der</strong>te sich sein Leben.<br />

Vorher war <strong>William</strong> nur an den Dingen interessiert gewesen, <strong>die</strong> Gott geschaffen hatte. Jetzt<br />

aber wollte er Gott persönlich kennenlernen, denn nun liebte er Gott und seinen Sohn Jesus<br />

Christus. In je<strong>der</strong> freien Minute stu<strong>die</strong>rte er in <strong>der</strong> <strong>Bibel</strong>. Er nahm sich vor, <strong>die</strong> Sprachen zu<br />

lernen, in denen <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> ursprünglich geschrieben war. Zuerst lernte er Griechisch. Dies<br />

war für ihn nicht allzu schwer, weil er mit zwölf Jahren bereits sehr gut Lateinisch konnte.<br />

Wenn <strong>William</strong> nicht beim Schuhemachen o<strong>der</strong> Lernen war, erzählte er an<strong>der</strong>en vom Herrn<br />

Jesus. Seine Schwestern waren <strong>die</strong> Ersten, denen er von Jesus erzählte. Wie glücklich war er,<br />

als auch sie zum Glauben an Jesus kamen!<br />

Nicht lange danach starb Herr Nichols, und <strong>William</strong> musste umziehen. Da er mit seiner Ausbildung<br />

noch nicht fertig war, musste er zu einem an<strong>der</strong>en Lehrmeister gehen.<br />

Bild 1-7<br />

<strong>William</strong> war vollauf beschäftigt in <strong>der</strong> Schusterwerkstatt und mit dem Studium von Gottes<br />

Wort. Bald musste er noch schwerer arbeiten. <strong>William</strong> heiratete und musste nun Geld für zwei<br />

ver<strong>die</strong>nen. Dann starb auch sein zweiter Lehrmeister. Niemand war da, <strong>der</strong> für <strong>die</strong> Frau des<br />

Meisters und für seine vier Kin<strong>der</strong> sorgte. Könnt ihr euch denken, wer ihnen half? Ja, <strong>William</strong>.<br />

<strong>William</strong> war freundlich und selbstlos. Er führte <strong>die</strong> <strong>Schuhmacher</strong>werkstatt weiter und sorgte<br />

so auch für <strong>die</strong> Familie seines verstorbenen Meisters. Er musste sehr schwer arbeiten. Dennoch<br />

ver<strong>die</strong>nte er nicht genug Geld mit dem Schustern. Was sollte er nur tun, um noch mehr zu<br />

ver<strong>die</strong>nen? Da hatte <strong>William</strong> eine Idee: Er könnte im Dorf eine Abendschule eröffnen. Viele<br />

Erwachsene, <strong>die</strong> nur wenig Schulbildung hatten, würden sicher gerne noch etwas dazulernen<br />

und dafür bezahlen. So eröffnete <strong>William</strong> eine Abendschule.<br />

Nun war <strong>William</strong> noch mehr eingespannt. Tagsüber machte er Schuhe und abends unterrichtete<br />

er. Trotzdem fand er Zeit, in Gottes Wort zu stu<strong>die</strong>ren. Frühmorgens stand er auf und spätabends<br />

ging er schlafen.<br />

Bild 1-8<br />

Eines Tages lieh ihm jemand ein Buch, das er gerne lesen wollte: „Kapitän Cooks Reisen”. Es<br />

enthielt Geschichten über Kapitän Cooks Reisen in ferne Län<strong>der</strong> und zu unbekannten Inseln.<br />

<strong>William</strong> liebte Geografie. In <strong>der</strong> Schule war Erdkunde sein Lieblingsfach gewesen. Seine Schulkameraden<br />

hatten ihn geneckt und ihn „Kolumbus” genannt. Geografie interessierte ihn jetzt<br />

noch genauso wie damals. Oft las <strong>William</strong> bis spät in <strong>die</strong> Nacht hinein von den interessanten<br />

Orten, <strong>die</strong> Kapitän Cook bereist hatte.<br />

Beim Lesen füllte sich sein Herz mit Trauer. Er las von Völkern und Stämmen, <strong>die</strong> noch nie von<br />

Jesus gehört hatten. Er fragte sich: „Warum können <strong>die</strong>se Menschen nicht auch von Jesus erfahren?<br />

Warum macht sich denn niemand auf, um ihnen <strong>die</strong> Botschaft von Jesus zu bringen?”<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 1 7


Diese armen Leute waren verloren, und Kapitän Cook schrieb, dass niemand bereit sei, in <strong>die</strong>se<br />

fernen Län<strong>der</strong> zu gehen, um das Evangelium zu verkündigen. Es gäbe zwar Menschen, <strong>die</strong><br />

in ferne Län<strong>der</strong> gingen, um reich o<strong>der</strong> berühmt zu werden, aber sicher würde sich niemand<br />

aufmachen, um ihnen von Jesus zu erzählen. <strong>William</strong> wurde darüber sehr traurig.<br />

Hatte Kapitän Cook Recht? Nein, sicher nicht. Viele Missionare sind schon für den Herrn Jesus<br />

in ferne Län<strong>der</strong> gegangen. Zu jener Zeit waren es jedoch nur wenige. Es schien, als ob Kapitän<br />

Cook doch Recht hätte.<br />

<strong>William</strong> dachte an all <strong>die</strong> Menschen, <strong>die</strong> noch nie gehört hatten, wie man Vergebung <strong>der</strong><br />

Sünden bekommt. Er wünschte, dass ihnen jemand das Evangelium weitersagen würde.<br />

<strong>William</strong> wusste, dass er selbst nicht gehen konnte. Er dachte: „Alles, was ich tun kann, ist,<br />

an <strong>die</strong>se Menschen zu denken, Berichte über ihre Län<strong>der</strong> zu lesen und für sie zu beten.” Das<br />

tat er auch. Jeden Tag betete er für <strong>die</strong> Menschen, <strong>die</strong> noch nie vom Heiland gehört hatten.<br />

Aber <strong>der</strong> junge <strong>William</strong> <strong>Carey</strong>, <strong>der</strong> so <strong>die</strong> Natur liebte und immer zu Ende führte, was er anfing,<br />

war nun ein Mann, <strong>der</strong> Gott gehörte. Was denkst du wohl, welchen Plan Gott für <strong>William</strong><br />

<strong>Carey</strong> hatte? Nächstes Mal hören wir von einigen Überraschungen im Leben <strong>die</strong>ses jungen<br />

Mannes, <strong>der</strong> sich so sehr wünschte, dass an<strong>der</strong>e Menschen von <strong>der</strong> Erlösungstat des Herrn<br />

Jesus Christus hören konnten.<br />

8<br />

Teil 1<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


WILLIAM CAREY • DER SCHUHMACHER, DER INDIEN DIE BIBEL BRACHTE<br />

Das Anliegen des Predigers <strong>William</strong> <strong>Carey</strong><br />

Teil 2<br />

Erzählung<br />

Jetzt möchte ich einige Fragen stellen, <strong>die</strong> ihr in eurem Herzen beantworten könnt. Glaubst<br />

du an Jesus Christus als deinen Erlöser? Glaubst du, dass er <strong>der</strong> Einzige ist, <strong>der</strong> uns Menschen<br />

und damit auch dich von <strong>der</strong> Sünde erlösen kann? Macht es dir etwas aus, dass viele Jungen<br />

und Mädchen, Männer und Frauen nichts von Jesus wissen? Dass sie in ihrer Sünde verloren<br />

sind? Sie kennen den Weg zum Himmel nicht. Möchtest du gerne mithelfen, an<strong>der</strong>en vom<br />

Herrn Jesus zu erzählen?<br />

<strong>Der</strong> fleißige <strong>Schuhmacher</strong><br />

In <strong>der</strong> letzten Stunde haben wir gehört, wie <strong>der</strong> arme <strong>Schuhmacher</strong>lehrling <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> entdeckte,<br />

dass er Jesus Christus als seinen Retter brauchte. Er vertraute Jesus Christus sein Leben<br />

an und wünschte sich, dass alle Menschen von ihm erfahren sollten. Aus <strong>William</strong> wurde ein<br />

glücklicher und fleißiger Mann. Um Geld zu ver<strong>die</strong>nen, arbeitete er tagsüber in <strong>der</strong> Werkstatt<br />

und gab abends in <strong>der</strong> Schule Unterricht. Jede freie Minute nutzte er zum Stu<strong>die</strong>ren. <strong>William</strong><br />

war immer eifrig dabei, etwas zu lernen. Während er arbeitete, lag stets ein Buch auf seiner<br />

Werkbank. Er stu<strong>die</strong>rte Griechisch, Lateinisch, Hebräisch, Geografie und noch vieles an<strong>der</strong>e<br />

mehr. Er wollte immer noch mehr lernen, um seinem Heiland noch besser <strong>die</strong>nen zu können.<br />

Die Leute im Dorf sahen, wie ihr fleißiger Schuster und Lehrer Gottes Wort liebte und darin<br />

stu<strong>die</strong>rte. Einige baten ihn, am Sonntag in <strong>der</strong> Kirche biblischen Unterricht zu geben. Bald<br />

hörten auch an<strong>der</strong>e Dörfer von ihm und fragten, ob er nicht auch zu ihnen kommen könnte.<br />

Fröhlich marschierte <strong>William</strong> viele Kilometer in <strong>die</strong> verschiedenen Dörfer und predigte in den<br />

kleinen Kirchen. Im Sommer und Winter, bei Regen und Schnee machte er sich auf den Weg.<br />

Nichts machte ihn glücklicher, als Gottes Wort zu lehren und an<strong>der</strong>en von Jesus zu sagen.<br />

Bild 2-1<br />

Doch <strong>William</strong> war oft auch traurig. Als er sich mit Geografie beschäftigte, machte er einen<br />

kleinen Globus aus verschiedenfarbigen Le<strong>der</strong>stücken. Er klebte mehrere Bogen Papier<br />

zusammen und zeichnete eine Landkarte darauf. Diese Landkarte hängte er an <strong>die</strong> Wand<br />

über seiner Werkbank. <strong>William</strong> notierte darauf, wie viele Menschen in jedem Land wohnten,<br />

welche Sprachen sie sprachen und welche Götter sie anbeteten.<br />

Jedes Mal, wenn <strong>der</strong> junge <strong>Schuhmacher</strong> <strong>die</strong>se Karte anschaute, wurde er traurig. In 99 Län<strong>der</strong>n<br />

<strong>der</strong> Welt <strong>die</strong>nten <strong>die</strong> Menschen fremden Göttern statt dem einen wahren Gott. Und in<br />

53 Län<strong>der</strong>n waren <strong>die</strong> Menschen Moslems und glaubten auch nicht an Jesus.<br />

Wenn <strong>William</strong> an <strong>die</strong> vielen Millionen Menschen dachte, <strong>die</strong> in ihren Sünden verloren waren,<br />

füllten sich seine Augen mit Tränen. Und oft, wenn er <strong>die</strong> Karte anschaute, rollten ihm <strong>die</strong><br />

Tränen über <strong>die</strong> Wangen. Das Herz tat ihm weh. Wie gerne würde er <strong>die</strong> Liebe Gottes, <strong>die</strong> er<br />

selber empfangen hatte, weitergeben! Aber was konnte er als armer <strong>Schuhmacher</strong> tun? Er<br />

konnte nur jeden Tag für <strong>die</strong>se Menschen beten.<br />

<strong>William</strong> schusterte weiterhin, unterrichtete, predigte, stu<strong>die</strong>rte und betete. Am liebsten<br />

hätte er nur noch stu<strong>die</strong>rt und gepredigt. Aber um Geld zu ver<strong>die</strong>nen, musste er weiterhin<br />

Schuhe machen. Ein Mann konnte <strong>die</strong>s überhaupt nicht verstehen und meinte, <strong>William</strong> solle<br />

bei seiner Arbeit bleiben.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 2 9


„Meine Aufgabe ist es, für Gott zu arbeiten”, antwortete <strong>William</strong>. „Ich mache und repariere<br />

Schuhe nur, um Geld zu ver<strong>die</strong>nen.”<br />

Bild 2-2<br />

Ein an<strong>der</strong>er Mann, für den <strong>William</strong> Schuhe anfertigte, war freundlicher und weiser. Eines Tages,<br />

als <strong>William</strong> <strong>die</strong> Schuhe bei ihm ablieferte, fragte ihn <strong>die</strong>ser Mann: „Wie viel ver<strong>die</strong>nen Sie pro<br />

Woche mit dem Schuhemachen?” – „Ungefähr 10 Schillinge”, antwortete <strong>William</strong>. Die Augen<br />

des Mannes begannen zu glänzen, denn er hatte plötzlich eine gute Idee. „Nun, ich muss<br />

Ihnen etwas sagen. Sie brauchen für mich keine Schuhe mehr anzufertigen.” <strong>William</strong> machte<br />

ein überraschtes Gesicht. <strong>Der</strong> Mann schmunzelte. „Stu<strong>die</strong>ren und predigen Sie weiterhin,<br />

ich gebe Ihnen einen Lohn von 10 Schillingen pro Woche.” <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> war überglücklich.<br />

Er dankte dem Mann von ganzem Herzen und auch Gott. <strong>William</strong> wusste, dass Gott es dem<br />

Mann aufs Herz gelegt hatte, ihm zu helfen. Nun hatte er Zeit zum Stu<strong>die</strong>ren. Er wurde ein<br />

vollzeitlicher Prediger.<br />

<strong>Der</strong> junge Prediger<br />

Trotzdem konnte <strong>William</strong> <strong>die</strong> Menschen nicht vergessen, <strong>die</strong> keinen Prediger und keine Kirche<br />

hatten. Wenn er ihnen nur helfen könnte! Er sprach mit seinen Freunden darüber. „Wir<br />

müssen etwas für <strong>die</strong>se Völker tun”, sagte er. Doch <strong>die</strong> Freunde <strong>William</strong>s waren alle älter als er,<br />

und sie hielten ihn für einen jungen, enthusiastischen Mann mit großen Ideen. Sie achteten<br />

nicht sehr auf das, was er sagte. <strong>William</strong> aber gab nicht auf. Jede Gelegenheit nutzte er, um<br />

darauf hinzuweisen: „Wir müssen Missionare in <strong>die</strong> Län<strong>der</strong> schicken, <strong>die</strong> Gottes Wort noch<br />

nicht kennen.” Eines Tages auf einer Predigersitzung fragte <strong>der</strong> Leiter: „Gibt es etwas, das wir<br />

besprechen sollten?”<br />

Bild 2-3<br />

<strong>William</strong> stand auf und sagte: „Meine Herren, Jesus sagte: ‚Gehet hin in alle Welt und predigt<br />

das Evangelium aller Kreatur‘. Wir sollten über <strong>die</strong>se Worte Jesu sprechen. Meinen Sie nicht,<br />

dass es nicht nur seinen Jüngern, son<strong>der</strong>n auch uns gilt, das Evangelium in allen Län<strong>der</strong>n zu<br />

verkündigen?” <strong>William</strong> hoffte, <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en Prediger würden auch <strong>der</strong> Meinung sein, dass alle<br />

mithelfen sollten, <strong>der</strong> ganzen Menschheit von Jesus Christus zu erzählen.<br />

Bild 2-4<br />

<strong>Der</strong> Leiter <strong>der</strong> Versammlung war nicht erfreut. Streng entgegnete er: „Setzen Sie sich, junger<br />

Mann! Wenn Gott <strong>die</strong> Heiden bekehren will, wird er es ohne unsere Hilfe tun.”<br />

<strong>William</strong> setzte sich traurig hin. Die Pastoren verstanden ihn nicht. Gott wollte doch, dass<br />

je<strong>der</strong>mann in <strong>der</strong> Welt <strong>die</strong> Botschaft von seinem Sohn, dem einzigen Erretter, hören sollte,<br />

so wie es in Johannes 3,16 steht: „Also hat Gott <strong>die</strong> Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen<br />

Sohn gab, damit alle, <strong>die</strong> an ihn glauben, nicht verloren werden, son<strong>der</strong>n das ewige<br />

Leben haben.” Aber wie konnten <strong>die</strong> Menschen das wissen, wenn es ihnen niemand sagte<br />

und sie keine <strong>Bibel</strong> hatten?<br />

„Was kann ich tun, damit <strong>die</strong> Christen erkennen, dass sie Missionare in an<strong>der</strong>e Län<strong>der</strong> senden<br />

müssen?”, fragte sich <strong>William</strong>. Er überlegte lange und betete. Er predigte und sprach mit jedem<br />

darüber, <strong>der</strong> bereit war, zuzuhören. Schließlich sagte ihm jemand: „Schreibe doch einen<br />

Artikel, <strong>der</strong> aufzeigt, warum wir Missionare in fremde Län<strong>der</strong> senden müssen. Vervielfältige<br />

ihn und gib <strong>die</strong> Schrift den Leuten in <strong>der</strong> Kirche zu lesen.”<br />

„Das würde ich gerne machen”, sagte <strong>William</strong>, „aber ich glaube, ich kann nicht gut genug<br />

schreiben und außerdem habe ich kein Geld, um <strong>die</strong> Schrift drucken zu lassen.”<br />

10<br />

Teil 2<br />

„Schreibe <strong>die</strong>se Botschaft nur auf”, sagte <strong>der</strong> Mann. „Ich werde dir dafür das Geld geben.” Nun<br />

wusste <strong>William</strong>, dass es Gottes Wille war, <strong>die</strong>se Botschaft aufzuschreiben. Gott hatte ihm sogar<br />

einen Freund geschickt, um ihm weiterzuhelfen.<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


Bild 2-5<br />

<strong>William</strong> stu<strong>die</strong>rte und betete viel. Lange dachte er darüber nach. Dann begann er zu schreiben.<br />

Er berichtete über alle Län<strong>der</strong> und Inseln <strong>der</strong> Welt. Er schrieb von den Millionen Menschen,<br />

denen niemand von Jesus erzählte.<br />

Endlich war seine Botschaft fertig aufgeschrieben. Sie wurde gedruckt und in allen Kirchen<br />

verteilt. Würden <strong>die</strong> Leute sie lesen? Würden sie erkennen, was Gott von ihnen wollte? <strong>William</strong><br />

betete ernstlich darum, dass Gott ihnen <strong>die</strong> Augen öffnen würde, und viele erkannten<br />

Gottes Willen. Sie begannen, sich für <strong>die</strong> Menschen und Völker zu interessieren, <strong>die</strong> noch nie<br />

von Jesus gehört hatten.<br />

Die Anfänge <strong>der</strong> Mission<br />

In jener Zeit wurde <strong>William</strong> eingeladen, auf einer Tagung für Pastoren zu sprechen. <strong>William</strong><br />

stu<strong>die</strong>rte in seiner <strong>Bibel</strong> und bat Gott, ihm zu zeigen, was er sagen sollte.<br />

Bild 2-6<br />

Dann stand er vor <strong>die</strong>sen Männern. Er predigte aus vollem Herzen und sagte ihnen, dass es<br />

Gottes Wille ist, <strong>die</strong> Frohe Botschaft in allen Län<strong>der</strong>n zu verkündigen. „Gott ist treu”, sagte<br />

er. „Er wird uns helfen, <strong>die</strong>se Arbeit zu tun. Wir müssen große Dinge von ihm erwarten und<br />

große Dinge für ihn wagen.”<br />

Es war sehr still im Raum geworden. Die Pastoren hörten andächtig zu. Sie waren betroffen.<br />

<strong>William</strong> dachte, sie würden jetzt bestimmt etwas tun, um Gottes Wort denen zu bringen, <strong>die</strong><br />

es brauchten. Aber sie reagierten nicht. Sie sahen nicht ein, dass auch arme Dorfprediger<br />

etwas tun können, um verlorenen Menschen Gottes Wort zu bringen. Sie begannen, über<br />

an<strong>der</strong>e Dinge zu reden und an den Nachhauseweg zu denken.<br />

Bild 2-7<br />

<strong>William</strong> war so enttäuscht, dass er es kaum ertragen konnte. Er packte den Arm seines Freundes<br />

Andrew Fuller und rief zitternd: „Wird denn niemand etwas tun?”<br />

Doch dann geschah etwas. Herr Fuller erkannte plötzlich auch, dass Gott etwas von ihnen<br />

wollte. Zusammen mit <strong>William</strong> erhob er sich und bat <strong>die</strong> Männer, darüber nachzudenken,<br />

was Gott von ihnen wollte. Schließlich beschlossen <strong>die</strong> Männer, eine Missionsgesellschaft zu<br />

gründen und durch ihre Gemeinden Missionare auszusenden. <strong>William</strong>s Traurigkeit verwandelte<br />

sich in Freude. Gott hatte sein Gebet erhört.<br />

Wer würde <strong>der</strong> erste Missionar sein? In welches Land sollten sie ihn senden? Die Prediger<br />

hörten dann von dem christlichen Arzt, Dr. Thomas, <strong>der</strong> in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> gewesen war. Er erzählte<br />

ihnen von den Millionen Männern und Frauen, Jungen und Mädchen, <strong>die</strong> noch nie von Jesus<br />

gehört hatten. „Ich möchte unbedingt wie<strong>der</strong> nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> zurückgehen”, sagte er, „aber ich<br />

brauche einen Missionar, <strong>der</strong> mit mir geht.”<br />

<strong>William</strong> saß unruhig auf seinem Stuhl. Sein Herz brannte für <strong>die</strong> Verlorenen, und seine Augen<br />

füllten sich mit Tränen. „Wie gern würde ich mitgehen”, dachte er. Dann schien Gott zu ihm<br />

zu sagen: „Genau das will ich.”<br />

<strong>William</strong>s Gesicht strahlte vor Freude, als er aufstand und zu Dr. Thomas sagte: „Ich werde mit<br />

Ihnen gehen.”<br />

Begeistert sprang Dr. Thomas auf und umarmte den überraschten <strong>William</strong>. Die Pastoren<br />

freuten sich auch. Sie glaubten, dass es Gottes Wille war, <strong>William</strong> als Missionar auszusenden.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 2 11


Bild 2-8<br />

An einem an<strong>der</strong>en Tag wurde ein beson<strong>der</strong>er Gottes<strong>die</strong>nst abgehalten. Die Pastoren legten<br />

<strong>William</strong> <strong>die</strong> Hände auf und beteten für ihn. Sie versprachen, für ihn zu beten und ihm<br />

zu helfen, so lange sie lebten. So wurde <strong>der</strong> arme Dorfschuhmacher <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> als <strong>der</strong><br />

erste Missionar von England nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> ausgesandt. – Sicher wollt ihr wissen, wie es <strong>William</strong><br />

auf <strong>der</strong> langen und gefährlichen Seereise erging und was er in dem großen, geheimnisvollen<br />

<strong>In<strong>die</strong>n</strong> alles erlebte.<br />

12<br />

Teil 2<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


WILLIAM CAREY • DER SCHUHMACHER, DER INDIEN DIE BIBEL BRACHTE<br />

Die missionarische Sicht <strong>William</strong> <strong>Carey</strong>s<br />

Teil 3<br />

Erzählung<br />

Warum liefen <strong>William</strong> beim Anschauen <strong>der</strong> Landkarten <strong>die</strong> Tränen übers Gesicht?<br />

Wart ihr auch schon einmal traurig darüber, dass Millionen von Kin<strong>der</strong>n, Männern und Frauen<br />

den Herrn Jesus noch nicht kennen? Wenn Gott wollte, dass du in ein an<strong>der</strong>es Land gehst,<br />

um ihm dort zu <strong>die</strong>nen, was würdest du dazu sagen?<br />

<strong>William</strong>s Herz war voll Freude und Staunen über Gottes Güte und Freundlichkeit in seinem<br />

Leben. Es war fast zu schön, um wahr zu sein, dass er als Missionar nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> gehen sollte!<br />

Noch nie in seinem Leben war er so glücklich gewesen.<br />

Aber nicht je<strong>der</strong> war so glücklich darüber. <strong>William</strong>s Vater meinte, er sei von Sinnen. Seine Frau<br />

sagte, dass sie bestimmt nicht mit ihm gehen würde. Die Leute in seiner Gemeinde hatten<br />

ihn so gerne, dass sie ihn nicht fortlassen wollten. All das machte es <strong>William</strong> sehr schwer. Er<br />

war jedoch fest überzeugt und sagte: „Es ist Gottes Wille. Ich kann nicht ungehorsam sein,<br />

ich muss gehen!”<br />

Die gefährliche Reise<br />

Bild 3-1<br />

Wenige Monate später bestieg <strong>William</strong> das Schiff nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong>. Sein Herz war voll Dank, denn<br />

er war nicht allein: Seine Frau und Kin<strong>der</strong> und Dr. Thomas reisten mit ihm. Gott hatte seine<br />

Frau bereit gemacht und ihr Freude geschenkt, mitzugehen. Auch <strong>die</strong> Leute in seiner Kirche<br />

freuten sich, dass ihr Pastor nun Menschen, <strong>die</strong> noch nie von Jesus gehört hatten, das Evangelium<br />

predigen würde. Sie beteten für ihn, und <strong>die</strong> Jungen und Mädchen, Männer und Frauen<br />

sparten jeden Schilling, um ihm bei <strong>der</strong> Finanzierung <strong>der</strong> langen Reise zu helfen. Auch an<strong>der</strong>e<br />

Gemeinden halfen dabei mit.<br />

Am Abreisetag war er sehr aufgeregt und konnte es kaum glauben, dass er nun nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong><br />

segeln würde.<br />

Bild 3-2<br />

Langsam glitt das kleine Schiff von Englands Küste auf den Ozean hinaus und begann seine<br />

lange und gefährliche Reise. Tag für Tag, Woche für Woche fuhr das Schiff immer weiter Richtung<br />

<strong>In<strong>die</strong>n</strong>. (Zeigen Sie auf <strong>der</strong> Landkarte <strong>die</strong> Route um Afrika.)<br />

INDIEN<br />

Serampore<br />

Bild 3-3<br />

Manchmal war das Meer still und blau, und das Schiff fuhr ruhig auf dem glitzernden Wasser<br />

dahin. Aber es gab auch Zeiten, in denen sich gewaltige Stürme erhoben. Dann sah <strong>der</strong> Ozean<br />

grau und drohend aus. Einmal brachen haushohe Wellen auf das Schiff ein und beschädigten<br />

es stark. Die Matrosen brauchten elf Tage, um es wie<strong>der</strong> zu reparieren. Ein an<strong>der</strong>es Mal hin<strong>der</strong>ten<br />

starke Strömungen und Stürme das Schiff am Weiterfahren, sodass sie einen ganzen<br />

Monat lang nicht vorwärts kamen.<br />

Was machte <strong>William</strong> <strong>die</strong> vielen Wochen und Monate auf dem Schiff? Meint ihr, dass er nur<br />

auf dem Deck saß und sich ausruhte? Nein, <strong>William</strong> stu<strong>die</strong>rte viele Stunden Bengali, eine <strong>der</strong><br />

Sprachen <strong>In<strong>die</strong>n</strong>s. Er arbeitete lange und intensiv mit Dr. Thomas zusammen, um <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> in<br />

<strong>die</strong> Bengali-Sprache zu übersetzen. Die Leute von <strong>In<strong>die</strong>n</strong> brauchten <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> in ihrer eigenen<br />

Sprache.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 3 13


Bild 3-4<br />

Wenn <strong>William</strong> nicht stu<strong>die</strong>rte o<strong>der</strong> an <strong>der</strong> Übersetzung arbeitete, hielt er <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong>stunden<br />

für <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en Leute auf dem Schiff, und sonntags hielt er Gottes<strong>die</strong>nste für sie. An<strong>der</strong>en<br />

von Jesus zu erzählen, war <strong>die</strong> größte Freude seines Lebens. Zu Hause, auf dem Meer, wo<br />

immer er sich befand war <strong>William</strong> ein Missionar. Wenn wir an Jesus glauben, sollten auch wir<br />

Missionare sein, dort, wo wir gerade sind.<br />

Ankunft in <strong>In<strong>die</strong>n</strong><br />

Nach fünf Monaten schließlich legte das kleine Schiff in einem Hafen in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> an. Alle Leute<br />

an Bord stellten sich an <strong>der</strong> Reling auf. Die Kin<strong>der</strong> sprangen vor Aufregung hin und her. Die<br />

Erwachsenen lachten und jubelten. Und <strong>William</strong> dankte Gott für <strong>die</strong> Bewahrung auf <strong>der</strong> 24.000<br />

km langen Reise von England um Afrika herum nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong>.<br />

Als <strong>William</strong> und seine Familie das Schiff verließen, sahen sie überall weiß gekleidete Menschen<br />

mit dunkler Gesichtsfarbe. <strong>William</strong> empfand eine große und herzliche Liebe für <strong>die</strong>se<br />

Menschen. Er konnte es kaum erwarten, ihnen von Jesus zu erzählen.<br />

Als Erstes musste <strong>William</strong> ein Haus für seine Familie finden. Wo sollte er nur suchen? Auf einmal<br />

sah es so aus, als ob alles schief ginge. Seine Frau und ein Kind wurden krank. Lebensmittel<br />

und an<strong>der</strong>e Dinge, <strong>die</strong> man brauchte, waren sehr teuer. Ehe er sich versah, war sein Geld<br />

aufgebraucht. Als sie ein Haus in Aussicht hatten und dort einziehen wollten, war schon<br />

jemand an<strong>der</strong>es darin. Was sollten sie tun? Sie waren in einem fremden Land, ohne Zuhause,<br />

ohne Essen und ohne Geld. Was hättet ihr da gemacht? <strong>William</strong> betete und vertraute Gott,<br />

dass er für sie sorgen würde.<br />

Bild 3-5<br />

Gott erhörte sein Gebet. Als sie nicht mehr weiter wussten, sandte Gott jemanden, <strong>der</strong> ihnen<br />

helfen konnte. Ein freundlicher Englän<strong>der</strong>, <strong>der</strong> eine Flinte trug, kam mit seinem Hund des<br />

Weges. Er war überrascht, Leute aus England in <strong>die</strong>sem Teil <strong>In<strong>die</strong>n</strong>s anzutreffen. Er sprach mit<br />

ihnen und lud sie in sein Haus ein. „Kommt mit mir”, sagte er. „Ihr braucht eine Unterkunft,<br />

und ich habe ein großes Haus mit vielen Zimmern. Ich würde euch gerne als meine Gäste<br />

aufnehmen, so lange ihr wollt.”<br />

<strong>William</strong> und seine Familie blieben so lange in dem Haus, bis Frau <strong>Carey</strong> und ihr Sohn wie<strong>der</strong><br />

gesund waren und sie selbst ein Haus fanden und wie<strong>der</strong> etwas Geld hatten. Wie<strong>der</strong>um<br />

dankte <strong>William</strong> Gott für sein treues Versorgen.<br />

Die ersten Eindrücke<br />

Bald war <strong>William</strong> wie<strong>der</strong> fleißig an <strong>der</strong> Arbeit und er wurde immer vertrauter mit dem Leben<br />

in <strong>In<strong>die</strong>n</strong>. Es schien ihm, als hätte er noch nie so viele Menschen gesehen. Wo immer er hinschaute,<br />

sah er Menschen. <strong>In<strong>die</strong>n</strong> wimmelte von Menschen. Es gab Millionen von Menschen<br />

in <strong>In<strong>die</strong>n</strong>. Viele waren arm, hungrig o<strong>der</strong> sogar am Verhungern. Viele waren krank, lahm o<strong>der</strong><br />

blind. Manche waren Bettler und in Lumpen gekleidet. Noch schlimmer war jedoch, dass sie<br />

nicht den Weg <strong>der</strong> Erlösung kannten. <strong>William</strong>s größter Wunsch war es, ihnen den Weg zum<br />

Himmel zu zeigen.<br />

Bild 3-6<br />

Aber wo immer <strong>William</strong> hinschaute, sah er nicht nur Menschen – überall waren auch grässliche<br />

Götzen zu sehen: in den Häusern, in Tempeln, Schreinen und auf den Straßen. Es stimmte<br />

<strong>William</strong> traurig, als er sah, wie <strong>die</strong> Leute vor <strong>die</strong>sen Götzen nie<strong>der</strong>fielen und sie anbeteten.<br />

Sie beteten son<strong>der</strong>bare Figuren aus Holz o<strong>der</strong> Stein an. Seufzend dachte er: Wenn ich ihnen<br />

nur von dem einen wahren Gott sagen könnte. Er musste so schnell wie möglich ihre schwere<br />

Sprache lernen. <strong>William</strong> lernte, so viel er konnte.<br />

14<br />

Teil 3<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


Bild 3-7 (Hinweis: Bei jüngeren Kin<strong>der</strong>n lassen Sie <strong>die</strong>sen Abschnitt und <strong>die</strong>ses Bild weg.)<br />

Einmal sah <strong>William</strong> etwas so Schreckliches, dass er es nicht mehr vergessen konnte. In <strong>In<strong>die</strong>n</strong><br />

herrschte damals <strong>die</strong> Sitte, dass ein Mann, wenn er gestorben war, verbrannt wurde. Wenn<br />

seine Frau noch lebte, musste sie auch sterben. Die In<strong>der</strong> glaubten, dass <strong>die</strong> Frau auf <strong>die</strong>se<br />

Weise mit ihrem Mann im nächsten Leben weiterleben konnte. Dieses Ritual wurde „Sati”<br />

genannt. Es kam oft vor, dass eine Frau mit ihrem Mann verbrannt wurde.<br />

Die Arbeit beginnt<br />

Als <strong>William</strong> sich auf Bengali verständigen konnte, begann er, den In<strong>der</strong>n vom Heiland zu erzählen,<br />

<strong>der</strong> sein Leben dahingab, um Sün<strong>der</strong> zu erretten. Die In<strong>der</strong> merkten, dass <strong>der</strong> Missionar<br />

sie lieb hatte. Er war freundlich, gab ihnen Medizin und half ihnen, wenn sie krank waren. Er<br />

teilte sein Brot mit denen, <strong>die</strong> Hunger hatten. Er richtete eine Schule für ihre Kin<strong>der</strong> ein und<br />

gab ihnen dort Unterricht. Er betrog sie auch nicht, so wie sie es voneinan<strong>der</strong> gewohnt waren.<br />

Gerne versammelten sich <strong>die</strong> Kin<strong>der</strong>, Männer und Frauen bei ihm. Aufmerksam hörten sie<br />

ihm zu, wenn er ihnen von dem einen wahren Gott und seinem Sohn Jesus Christus erzählte.<br />

<strong>William</strong> freute sich sehr darüber. Bestimmt würden bald viele an Jesus glauben.<br />

Aber nicht einer kam zum Glauben. Sie schienen nicht zu verstehen, worum es ging. Vielleicht<br />

fürchteten sie sich vor ihren Nachbarn, wenn sie Christen würden. Sie hörten gerne von <strong>die</strong>sem<br />

neuen Weg, gingen aber ihren alten weiter.<br />

Bild 3-8<br />

Auf schmalen, palmenumsäumten Wegen zwischen grünen Reisfel<strong>der</strong>n wan<strong>der</strong>te<br />

<strong>William</strong> von einem Dorf zum an<strong>der</strong>en. Mit großer Liebe predigte er Gottes Wort.<br />

Aber immer war es das Gleiche. Die Leute hörten gerne zu, setzten aber ihr Vertrauen<br />

nicht auf Jesus. An manchen Tagen kam <strong>William</strong> sehr müde und entmutigt nach<br />

Hause. Dann kniete er nie<strong>der</strong> und betete für <strong>die</strong>se Menschen, <strong>der</strong>en Herzen so finster<br />

und voller Sünde waren. Manchmal schaffte er auch in dem ruhigen Garten, den er angelegt<br />

hatte. Es war ein wun<strong>der</strong>schöner Garten voll bunter, wohlriechen<strong>der</strong> Blumen, Büsche<br />

und Bäume, <strong>die</strong> er unterwegs gesammelt hatte. Er erholte sich zwischen den grünen Pflanzen<br />

und Bäumen.<br />

Viele Stunden schrieb <strong>William</strong> in seinem Zimmer, um <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> in <strong>die</strong> Bengali-Sprache zu<br />

übersetzen. Oft tat er <strong>die</strong>s bei flackerndem Kerzenlicht bis spät in <strong>die</strong> Nacht hinein. Er wusste,<br />

dass es niemals genug Missionare geben würde, um allen Menschen in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> <strong>die</strong> Frohe<br />

Botschaft zu erzählen. Aber wenn das Wort Gottes übersetzt war, konnte man Millionen von<br />

Exemplaren drucken, und <strong>die</strong> Menschen konnten es selber lesen. Unermüdlich arbeitete,<br />

predigte, betete und übersetzte er – ein, zwei, drei, vier, fünf Jahre lang. Noch immer war<br />

kein In<strong>der</strong> zum Glauben an Jesus gekommen.<br />

Wie entmutigend! Wie hättet ihr euch an <strong>William</strong>s Stelle verhalten? Was hat er wohl gemacht?<br />

Gab er nun auf? Nein, es war ihm eine Ehre, für Gott zu arbeiten. Niemals würde er aufgeben.<br />

Gott ist treu und stark. Was er beginnt, das vollendet er auch. <strong>William</strong> wusste: Es war Gottes<br />

Wille, dass <strong>die</strong> In<strong>der</strong> Gottes Wort hörten und seine Kin<strong>der</strong> würden. Er vertraute auf Gott, auch<br />

wenn es schien, als ob niemand zum Glauben kommen würde. Und Gott enttäuschte ihn nicht.<br />

Möchtet ihr gerne wissen, wie Gott <strong>die</strong> Gebete <strong>William</strong>s erhörte und ihn für seinen Glauben<br />

belohnte? Das nächste Mal werden wir einige spannende Dinge über <strong>In<strong>die</strong>n</strong> hören.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 3 15


16<br />

Teil 3<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


WILLIAM CAREY • DER SCHUHMACHER, DER INDIEN DIE BIBEL BRACHTE<br />

Das Ziel des Übersetzers <strong>William</strong> <strong>Carey</strong><br />

Teil 4<br />

Erzählung<br />

Sollte <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> mit dem Predigen aufhören, wenn keine In<strong>der</strong> zum Glauben kamen?<br />

Warum sollen wir mit unserer Arbeit für Gott weitermachen, auch wenn sie hart ist? Was war<br />

für <strong>William</strong> <strong>die</strong> größte Ehre?<br />

Die erste Übersetzung<br />

Stellt euch einmal vor, ihr müsstet <strong>die</strong> ganze <strong>Bibel</strong> abschreiben. Wie lange würdet ihr dazu<br />

brauchen? Stellt euch nun aber vor, ihr müsstet <strong>die</strong> ganze <strong>Bibel</strong> übersetzen und ins Reine<br />

schreiben. Das war <strong>William</strong>s Aufgabe. Wenn er nicht predigte o<strong>der</strong> in seinem Garten arbeitete,<br />

übersetzte er <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong>. Das war eine schwere Arbeit, <strong>die</strong> nur langsam vorwärts ging.<br />

Bild 4-1<br />

Viele Stunden saßen <strong>William</strong> und ein gelehrter In<strong>der</strong> zusammen und suchten nach den richtigen<br />

Wörtern und Ausdrücken, um <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> zu übersetzen. <strong>William</strong> schrieb zuerst einen Vers<br />

o<strong>der</strong> eine Seite in <strong>der</strong> Bengali-Sprache nie<strong>der</strong>. Dann las es ihm <strong>der</strong> Gelehrte vor. Wenn etwas<br />

nicht ganz richtig war, wurde es abgeän<strong>der</strong>t und <strong>William</strong> schrieb das Ganze nochmals ab.<br />

So vergingen Wochen, Monate und Jahre. Eine Seite um <strong>die</strong> an<strong>der</strong>e schrieb <strong>William</strong> mit den<br />

seltsamen Bengali-Buchstaben voll. <strong>Der</strong> Stoß mit beschriebenen Blättern wuchs in <strong>die</strong> Höhe.<br />

Jedes einzelne Blatt war sauber von <strong>William</strong>s eigener Hand beschrieben.<br />

Fünfeinhalb Jahre dauerte es, bis <strong>die</strong> ganze <strong>Bibel</strong> in Bengali übersetzt war! Könnt ihr<br />

euch vorstellen, dass ihr so lange und ausdauernd arbeiten könnt, um an<strong>der</strong>en Menschen<br />

Gottes Wort zu bringen? <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> machte es gern. Er war froh, dass <strong>die</strong><br />

erste Übersetzung beinahe fertig war. Aber es lag noch eine weitere, große Arbeit<br />

vor ihm. Die Übersetzung musste gedruckt werden. Wie und wo konnte er sie drucken<br />

lassen? In ganz <strong>In<strong>die</strong>n</strong> gab es nur wenige Drucker und Druckmaschinen. <strong>William</strong> betete<br />

zu Gott und hoffte, dass er ihm zeigen würde, was er tun sollte. Gott erhört gern <strong>die</strong> Gebete<br />

seiner Kin<strong>der</strong>. <strong>William</strong>s Gebet erhörte er auf wun<strong>der</strong>bare Weise. Kurze Zeit vorher war eine alte,<br />

hölzerne Druckerpresse von England nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> gebracht worden. Diese stand zum Verkauf<br />

an. <strong>William</strong> war hoch erfreut. „Das ist genau das, was ich brauche”, dachte er. Er wusste jedoch<br />

nicht, dass es Gott einem Freund in England aufs Herz gelegt hatte, <strong>die</strong>se Druckerpresse zu<br />

kaufen und <strong>William</strong> zu schenken. <strong>William</strong> war überwältigt und erfüllt von Dank. Wie<strong>der</strong> einmal<br />

hatte Gott ihm genau das gegeben, was er brauchte.<br />

Bild 4-2<br />

<strong>William</strong> und ein an<strong>der</strong>er Mann begannen, <strong>die</strong> Maschine zum Drucken vorzubereiten. In<strong>der</strong><br />

standen neugierig dabei und schauten zu. Sie hatten noch nie solch ein Ding gesehen. Sie<br />

starrten <strong>die</strong> Druckerpresse an und fragten sich, was das wohl wäre. Als sie sahen, wie sich<br />

<strong>William</strong> über <strong>die</strong> Maschine freute, sagten sie zueinan<strong>der</strong>: „Das muss sein Götze sein.”<br />

<strong>Carey</strong> lächelte und erklärte ihnen, dass <strong>die</strong> Druckerpresse dazu <strong>die</strong>nen sollte, den Menschen<br />

zu zeigen, wie falsch es ist, Götzen anzubeten. Sie würde <strong>die</strong> Worte des einen wahren Gottes<br />

zu Papier bringen, damit <strong>die</strong> Leute ihn kennenlernen konnten.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 4 17


Neue Helfer<br />

Wer aber würde <strong>die</strong> Maschine be<strong>die</strong>nen? Würde Gott eine Druckerpresse geben, aber den<br />

Drucker vergessen? <strong>William</strong> dachte nicht so. Er erwartete von Gott, dass er auch für einen<br />

Drucker sorgen würde. Und tatsächlich: Kurz darauf bekam <strong>William</strong> einen Brief aus England.<br />

Ein Freund schrieb: „Lieber Herr <strong>Carey</strong>, ... im Frühjahr werde ich nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> kommen, um<br />

Ihnen bei <strong>der</strong> Arbeit zu helfen. ... Es ist mir ein Herzensanliegen, mit Ihnen zu arbeiten, zu<br />

leben und zu sterben ... Möge Gott mich treu, geduldig, mutig und bereit machen für <strong>die</strong>se<br />

Arbeit. Ihr <strong>William</strong> Ward.”<br />

Welch gute Nachrichten! Aber das war nicht alles. Drei weitere Missionarsfamilien waren<br />

bereit, mit <strong>die</strong>sem Drucker nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> auszureisen. <strong>William</strong> dankte seinem Vater im Himmel<br />

für <strong>die</strong> Übersetzung <strong>der</strong> <strong>Bibel</strong>, <strong>die</strong> Druckerpresse, den Drucker und <strong>die</strong> neuen Mitarbeiter.<br />

Bild 4-3<br />

Könnt ihr euch <strong>William</strong>s Freude vorstellen, als er <strong>die</strong> neuen Missionare willkommen<br />

hieß? Gott hatte ihm <strong>die</strong>se Menschen gesandt, damit sie ihm bei seiner Arbeit helfen<br />

sollten. <strong>William</strong> malte sich aus, wie viel mehr sie schaffen konnten. Zuerst suchten<br />

sie einen Ort, wo sie gemeinsam leben und arbeiten konnten. Bald fanden sie in<br />

einem geschäftigen Teil <strong>der</strong> Stadt Serampore ein großes Haus am Fluss. Dort wurde <strong>die</strong><br />

Druckerpresse aufgestellt. Hier sollte Gottes Wort in Bengali und an<strong>der</strong>en Sprachen gedruckt<br />

werden. Sie richteten außerdem eine Schule für Jungen und Mädchen ein und gingen in <strong>die</strong><br />

Stadt und <strong>die</strong> Dörfer, um zu predigen. Dies waren reich ausgefüllte, frohe Tage für <strong>William</strong>.<br />

Aber noch an<strong>der</strong>e wun<strong>der</strong>bare Dinge geschahen. Ein indischer Guru – das ist ein religiöser<br />

Lehrer im Hinduismus – mit Namen Krishna Pal kam zum Glauben an Jesus und wurde getauft.<br />

Nach sieben Jahren war nun ein In<strong>der</strong> an Jesus Christus gläubig geworden. Innerhalb kurzer<br />

Zeit kamen noch mehr zum Glauben. Krishna Pal sagte es seiner Frau, seiner Schwester und<br />

einem Freund, und auch sie glaubten an Jesus und wurden getauft. Große Freude erfüllte<br />

das Herz <strong>der</strong> Missionare.<br />

Bild 4-4<br />

Einige von Krishna Pals Nachbarn und Freunden wurden wütend, als er Christ geworden war.<br />

Diese Leute umringten ihn auf <strong>der</strong> Straße und schrien ihm böse Worte nach. Sie schlugen ihn,<br />

warfen ihn aus seinem Haus hinaus und entführten seine Töchter. Einige planten sogar einen<br />

Mordanschlag auf ihn. <strong>Der</strong> Gouverneur hörte jedoch von ihren bösen Plänen und sandte<br />

Wachen, um ihn und seine Familie zu beschützen.<br />

18<br />

Teil 4<br />

Krishna Pals Nachbarn waren erstaunt. Sie taten alles, um ihn von seiner Sinnesän<strong>der</strong>ung<br />

abzubringen, aber es gelang ihnen nicht. Sie sahen, dass <strong>der</strong> Herr Jesus, den er liebte und<br />

dem er vertraute, ihn froh, sanftmütig und tapfer machte. Nun fingen sie an, darauf zu hören,<br />

was er ihnen von Jesus erzählte, und einige wurden auch Christen.<br />

Gottes Wort bringt Frucht<br />

<strong>William</strong>s Freude war vollkommen, als wenige Monate nachdem Krishna Pal Christ geworden<br />

war das erste Neue Testament in Bengali vorlag. Voll Dankbarkeit <strong>brachte</strong> er es in <strong>die</strong> kleine<br />

Kapelle. Die Missionare und ihre indischen Freunde knieten nie<strong>der</strong> und dankten Gott dafür.<br />

Sie baten ihn um seinen Segen für <strong>die</strong> Neuen Testamente, <strong>die</strong> sie drucken wollten, und sie<br />

baten ihn außerdem, den Lesern zu helfen, sein Wort zu verstehen.<br />

Bild 4-5<br />

Wo immer <strong>William</strong>, Krishna Pal und <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en Missionare hingingen, verteilten sie <strong>die</strong><br />

kostbaren Neuen Testamente. Weil viele In<strong>der</strong> nicht lesen konnten, gaben sie nicht jedem<br />

eines. Bevor sie jemandem ein Neues Testament gaben, fragten sie: „Kannst du lesen?” War<br />

<strong>die</strong> Antwort: „Nein, Sahib”, dann fragten sie: „Kann jemand in deinem Dorf lesen?” Oftmals<br />

antworteten <strong>die</strong> In<strong>der</strong>: „Ja, ein Mann, Sahib!” – „Dann bringe <strong>die</strong>ses Buch dem Mann, <strong>der</strong> lesen<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


kann. Bitte ihn, es dir und deinen Nachbarn vorzulesen. Es steht darin, wie du Sündenvergebung<br />

erlangen und im Leben und Sterben froh werden kannst.”<br />

Die In<strong>der</strong> waren erstaunt. Was musste das für ein Buch sein, in dem solch wichtige Dinge<br />

standen! Vorsichtig trugen sie das Buch zu dem Mann, <strong>der</strong> lesen konnte. Er las ihnen und ihren<br />

Nachbarn daraus vor. Viele Leute in den Dörfern hörten zum ersten Mal <strong>die</strong> frohe Botschaft<br />

von Jesus in ihrer Sprache und etliche kamen zum Glauben an ihn.<br />

Bild 4-6<br />

Eines <strong>der</strong> Neuen Testamente wurde einem Mann mit Namen Krishna Das gegeben, damit er es<br />

in seinem Dorf vorlesen sollte. Drei Jahre lang las er es vor. Er freute sich immer, wenn er daraus<br />

vorlesen konnte, und seine Nachbarn wurden nicht müde, ihm zuzuhören. Das Neue<br />

Testament <strong>brachte</strong> Freude in das Leben Krishna Das‘ und <strong>der</strong> Dorfbewohner. Sein Nachbar<br />

Jagannath Das hörte darauf, was im Neuen Testament gesagt wurde, und zerstörte <strong>die</strong> Götzen,<br />

<strong>die</strong> er angebetet hatte. Sebak Ram, ein lauter, grober Mann, hörte auf, seine hässlichen<br />

Lie<strong>der</strong> zu singen. Das ganze Dorf wurde verän<strong>der</strong>t, als <strong>die</strong> Leute auf Gottes Wort hörten und<br />

an Jesus Christus glaubten.<br />

Eines Tages sagten <strong>die</strong> Einwohner zueinan<strong>der</strong>: „Wir müssen den Mann finden, <strong>der</strong> uns <strong>die</strong>ses<br />

kostbare Buch gegeben hat. Wir möchten ihm danken für <strong>die</strong>ses schöne Geschenk.” – „Aber<br />

ich weiß nicht, wie <strong>der</strong> Mann heißt und wo er wohnt”, sagte Krishna Das. „Vorne im Buch steht<br />

nur, dass es in Serampore gedruckt wurde.”<br />

Bild 4-7<br />

Wir schicken Jagannath Das, Sebak Ram und Gabardhan nach Serampore”, schlugen <strong>die</strong><br />

Einwohner des Dorfes vor. „Sie können den Mann ausfindig machen und ihm in unser aller<br />

Namen danken.”<br />

So zogen <strong>die</strong> drei nach Serampore los. Bald fanden sie <strong>William</strong> <strong>Carey</strong>, <strong>der</strong> das Neue Testament<br />

übersetzt hatte. Sie trafen auch <strong>William</strong> Ward, <strong>der</strong> es gedruckt und Krishna Das gegeben hatte.<br />

Immer wie<strong>der</strong> bedankten sich <strong>die</strong> drei bei <strong>Carey</strong> und Ward. „Wir glauben an Jesus”, sagten sie<br />

voll Freude. „Wir wissen, dass er unser Erretter ist, <strong>der</strong> sein Leben für unsere Sünden gegeben<br />

hat. Wir haben unsere Götzen zerschlagen und beten nun Gott durch Jesus Christus an.<br />

Weitere Pläne<br />

Die Augen <strong>der</strong> Missionare leuchteten voll Freude, als sie <strong>die</strong>s hörten. „Wenn wir nur allen Menschen<br />

in <strong>In<strong>die</strong>n</strong>, <strong>die</strong> lesen können, Gottes Wort geben könnten”, seufzte <strong>William</strong> <strong>Carey</strong>. „Dann<br />

würden es noch viel mehr Männer, Frauen und Kin<strong>der</strong> hören und zum Glauben an Jesus kommen.<br />

Den Menschen, <strong>die</strong> noch nie von Jesus gehört haben, das Neue Testament zu bringen,<br />

ist unsere größte Freude”, sagte <strong>Carey</strong>. „Deswegen müssen wir in unserer Übersetzungs- und<br />

Druckarbeit weitermachen.” <strong>Carey</strong> betete ernstlich und machte weitere Pläne: „Wenn Gott<br />

uns weitere fünfzehn Jahre schenkt, dann können wir <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> in alle Hauptsprachen <strong>In<strong>die</strong>n</strong>s<br />

übersetzen. Dieses Ziel müssen wir uns setzen.”<br />

Die Jahre in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> waren nicht leicht. Dr. Thomas war inzwischen gestorben, und auch <strong>William</strong>s<br />

Frau starb nach langer Krankheit. Aber <strong>William</strong>, seine Söhne, <strong>die</strong> an<strong>der</strong>en Missionare<br />

und indischen Helfer arbeiteten noch härter. Je<strong>der</strong> wollte seinen Teil dazu beitragen, damit<br />

das Wort Gottes in <strong>die</strong> verschiedenen Sprachen <strong>In<strong>die</strong>n</strong>s übersetzt wurde. <strong>William</strong> arbeitete<br />

am meisten. Ein indischer Lehrer hatte noch niemanden gesehen, <strong>der</strong> so hart arbeitete wie<br />

<strong>William</strong>. Dies war ihm so rätselhaft, dass er <strong>William</strong> Ward fragte: „Was für einen Körper hat<br />

<strong>Carey</strong>? Er scheint nie müde o<strong>der</strong> hungrig zu sein, und er bleibt so lange bei einer Sache, bis<br />

sie fertig ist.”<br />

Jedes Mal wenn eine Übersetzung fertig war, machten sich <strong>William</strong> und seine Helfer an den<br />

Schriftsatz, damit <strong>die</strong> Übersetzung so schnell wie möglich gedruckt werden konnte. Es gab<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 4 19


immer noch Millionen von Menschen, <strong>die</strong> noch nie Gottes Wort gehört hatten.<br />

Wie war es Ward möglich, in so vielen Sprachen zu drucken? Er arbeitete nicht mehr allein<br />

mit <strong>der</strong> kleinen Druckerpresse – er hatte jetzt fünf Maschinen und 50 indische Mitarbeiter,<br />

<strong>die</strong> ihm halfen, Papier herzustellen, <strong>die</strong> Bücher zu setzen und zu drucken. Gottes Arbeit in<br />

<strong>In<strong>die</strong>n</strong> wuchs, und das machte <strong>William</strong> sehr froh.<br />

Bild 4-8<br />

Aber als alles gerade so schön lief, passierte etwas Schreckliches. Niemand wusste, wie es<br />

kam, aber eines Abends brach in <strong>der</strong> Druckerei ein Feuer aus und sie brannte völlig nie<strong>der</strong>.<br />

Die Flammen verbrannten Tonnen von Papier, viele Bücher und Tausende von Übersetzungsmanuskripten.<br />

Mit Tränen in den Augen stand <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> da und sah <strong>die</strong> rauchenden Trümmer. In einer<br />

Nacht wurde <strong>die</strong> Arbeit von vielen Jahren vernichtet.<br />

Wenige Stunden vorher herrschte in <strong>der</strong> Druckerei noch geschäftiges Treiben. Gottes Wort<br />

wurde dort in vielen Sprachen gedruckt. Nun war nur noch ein Haufen schwarzer Trümmer<br />

übrig. Was würden <strong>William</strong> und <strong>die</strong> Missionare tun? War das das Ende ihrer Übersetzungsund<br />

Druckarbeit?<br />

20<br />

Teil 4<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


WILLIAM CAREY • DER SCHUHMACHER, DER INDIEN DIE BIBEL BRACHTE<br />

Die Aufgabe des Lehrers <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> Teil 5<br />

Erzählung<br />

Was war geschehen, dass <strong>William</strong> keine <strong>Bibel</strong>n mehr drucken konnte? Lässt Gott es zu, dass<br />

seine Kin<strong>der</strong> in Sorgen und Nöte kommen? Was sollen wir tun, wenn Schwierigkeiten kommen?<br />

Glaubst du, dass Gott aus <strong>der</strong> Brandkatastrophe etwas Gutes machen konnte? Was<br />

steht in Römer 8,28?<br />

Das Unglück wandelt sich in Segen<br />

Wie reagierte <strong>William</strong> wohl, als er seine ganze Arbeit in Rauch und Flammen aufgehen sah?<br />

Ärgerte er sich und schimpfte er? Nein, er sagte einfach: „Wie unerforschlich sind Gottes Wege.<br />

Nun hatte ich einige Übersetzungen gerade so perfekt wie möglich gemacht! Vielleicht bin<br />

ich etwas zu stolz auf unsere Mission geworden. <strong>Der</strong> Herr ließ <strong>die</strong>s geschehen, damit ich ihm<br />

noch mehr vertraue. Ich will still sein und erkennen, dass er Gott ist.”<br />

<strong>Carey</strong> dachte nicht im Geringsten daran, aufzugeben. Er fing gleich wie<strong>der</strong> von vorne an<br />

mit seinen <strong>Bibel</strong>übersetzungen und er nahm sich vor, sie noch besser zu machen als vorher.<br />

Auch Herr Ward begann zuversichtlich, neue Pläne zu machen. Wie froh war er, dass keine<br />

<strong>der</strong> Druckerpressen zerstört worden war. Alle fünf konnten aus dem brennenden Gebäude<br />

herausgerettet werden. Aber er hatte keine Drucktypen mehr. Das Feuer hatte <strong>die</strong> Bleibuchstaben<br />

zu formlosen Klumpen zerschmolzen.<br />

Bild 5-1<br />

Als <strong>William</strong> Ward in den Trümmern herumsuchte, stieß er plötzlich einen Freudenschrei aus.<br />

In <strong>der</strong> Asche vergraben fand er <strong>die</strong> Gussformen, <strong>die</strong> er brauchte, um neue Druckbuchstaben<br />

zu machen. Alle Stahlformen für 14 Sprachen waren noch vorhanden. Zehn Jahre hatte es<br />

gebraucht, um <strong>die</strong>se herzustellen. Es war ein Wun<strong>der</strong>, dass sie nicht beschädigt waren. „Mit<br />

<strong>die</strong>sen”, sagte er fröhlich, „können wir neue Druckbuchstaben machen und wie<strong>der</strong> mit dem<br />

Drucken beginnen.” <strong>Carey</strong> und Ward dankten Gott, dass <strong>die</strong> Formen unversehrt geblieben<br />

waren.<br />

Nicht weit von <strong>der</strong> ehemaligen Druckerei entfernt stand ein großes Lagerhaus. Vier Tage bevor<br />

das Feuer ausbrach, war dort eine Firma ausgezogen. Dieses Gebäude war genau <strong>der</strong> richtige<br />

Ort für <strong>die</strong> neue Druckerei. Auch dafür dankten sie dem Herrn von Herzen.<br />

Ward und seine Helfer arbeiteten fleißig wie <strong>die</strong> Ameisen. Einen Monat später konnten sie<br />

bereits wie<strong>der</strong> drucken. Nach fünf Monaten druckten sie Gottes Wort in mehr Sprachen als<br />

je zuvor. Statt <strong>der</strong> fünf Maschinen hatten sie nun bald zehn.<br />

Inzwischen hatte <strong>die</strong> Nachricht von dem verheerenden Feuer England und Amerika erreicht.<br />

Überall sprachen <strong>die</strong> Christen davon. Weil das Feuer ausgebrochen war, hörten nun viele<br />

Menschen von <strong>der</strong> Missionsarbeit in <strong>In<strong>die</strong>n</strong>. Mehr Menschen begannen, für <strong>die</strong> Arbeit zu<br />

beten und auch Geld zu geben. Das Feuer war kein Hin<strong>der</strong>nis für <strong>die</strong> Übersetzungs- und<br />

Druckarbeit, son<strong>der</strong>n es trug dazu bei, dass <strong>die</strong> Missionare noch mehr tun konnten. Gott<br />

hatte das Schlimme in etwas Gutes verwandelt.<br />

<strong>Der</strong> Professor<br />

<strong>Carey</strong> war beschäftigt mit Übersetzen und Predigen. Aber das war nicht alles, was er tat. Er<br />

hatte noch eine an<strong>der</strong>e wichtige Arbeit.<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 5 21


Elf Jahre vor dem Feuer hatte <strong>die</strong> englische Regierung eine Hochschule errichtet. Dort wurden<br />

junge Englän<strong>der</strong> ausgebildet, um Statthalter, Richter und Offiziere in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> zu werden. Die<br />

Regierung brauchte einen Professor, <strong>der</strong> dort indische Sprachen unterrichtete. „<strong>Der</strong> beste<br />

Mann für <strong>die</strong>se Aufgabe ist <strong>der</strong> Missionar <strong>William</strong> <strong>Carey</strong>”, sagten <strong>die</strong> Beamten. „Er ist ein Meister<br />

<strong>die</strong>ser Sprachen, warum fragen wir nicht ihn?”<br />

Schnell sandten sie einen Boten über den Fluss zu <strong>Carey</strong>s Haus. Erstaunt öffnete <strong>der</strong> Missionar<br />

den Brief <strong>der</strong> Behörden und las: „Sehr geehrter Herr <strong>Carey</strong>, wären Sie bereit, indische Sprachen<br />

an <strong>der</strong> staatlichen Hochschule zu lehren?”<br />

„Ist es Gottes Wille, dass ich an <strong>der</strong> Akademie unterrichte?”, fragte sich <strong>William</strong>. Er rief seine<br />

beiden Freunde Ward und Marshman, um zu hören, was sie davon hielten. Alle drei neigten ihr<br />

Haupt und beteten über dem Brief, dass Gott ihnen helfen möchte zu erkennen, was <strong>Carey</strong> tun<br />

sollte. Es schien ihnen, dass es Gottes Wille war, dass <strong>Carey</strong> <strong>die</strong>se ehrenvolle Aufgabe annahm.<br />

Bild 5-2<br />

Jeden Dienstagabend fuhr <strong>Carey</strong> den weiten, gewundenen Hooghly-Fluss zur Hochschule<br />

nach Kalkutta hinunter. Er blieb immer von Mittwoch bis Freitag dort. Tagsüber unterrichtete er<br />

<strong>die</strong> Studenten und arbeitete an seinen Übersetzungen. Abends predigte er in <strong>der</strong> Gemeinde,<br />

<strong>die</strong> er dort gegründet hatte. Manchmal half er den Armen und Kranken o<strong>der</strong> sprach mit den<br />

Leuten, <strong>die</strong> mit Fragen zu ihm kamen. Freitags fuhr er dann wie<strong>der</strong> flussaufwärts nach Hause.<br />

Dreißig Jahre lang unterrichtete <strong>Carey</strong> indische Sprachen an <strong>der</strong> staatlichen Hochschule.<br />

Er war ein freundlicher Lehrer, ein hilfsbereiter Freund und ein liebevoller Missionar. Viele<br />

Studenten kamen durch ihn zum Glauben an Jesus Christus.<br />

<strong>Carey</strong> erhielt für seinen Unterricht ein hohes Gehalt. Aber nur einen kleinen Teil behielt er<br />

für sich, um sich das Lebensnotwendige zu kaufen. Den Rest gab er zur Unterstützung von<br />

indischen Pastoren, Missionaren und für den Bau von Kirchen.<br />

An <strong>der</strong> Hochschule in Kalkutta bildete <strong>William</strong> junge Englän<strong>der</strong> für <strong>die</strong> Regierung aus. Er<br />

träumte jedoch von einer an<strong>der</strong>en Schule, an <strong>der</strong> junge In<strong>der</strong> für <strong>die</strong> Arbeit Gottes ausgebildet<br />

werden könnten. Dafür betete er. „Wisst ihr”, sagte er zu Marshman und Ward, „ich glaube,<br />

es ist Gottes Wille, dass wir eine Schule für junge In<strong>der</strong> gründen. Es wird ja nie genug Missionare<br />

geben, um den Millionen Menschen in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> von Jesus zu erzählen. Wenn wir eine<br />

<strong>Bibel</strong>schule eröffnen, können wir Hun<strong>der</strong>te von begabten In<strong>der</strong>n als Prediger und Lehrer für<br />

ihr eigenes Volk ausbilden.”<br />

Ward und Marshman stimmten <strong>die</strong>sem Vorschlag begeistert zu. Sie waren ganz gepackt von<br />

dem Auftrag, den Gott <strong>William</strong> gegeben hatte. „Wir werden so viel Geld wie möglich für <strong>die</strong>se<br />

<strong>Bibel</strong>schule sparen”, versprachen sie sich gegenseitig. „Gott wird uns bestimmt dabei helfen.”<br />

Die <strong>Bibel</strong>schule von Serampore<br />

Bild 5-3<br />

Sieben Jahre lang beteten, sparten und planten <strong>Carey</strong>, Ward und Marshman, bis ihr Traum<br />

Wirklichkeit wurde. Begeistert schauten sie zu, wie das erste Gebäude errichtet wurde.<br />

Eindringlich beteten sie für <strong>die</strong> Studenten, <strong>die</strong> Gott senden würde, um einmal Prediger und<br />

Lehrer seines Wortes zu werden.<br />

Bald stu<strong>die</strong>rten <strong>die</strong> ersten fleißigen Studenten an <strong>der</strong> neuen Schule. <strong>William</strong> hatte mehr zu<br />

tun als je zuvor. Neben seinem Predigeramt und seiner Übersetzungsarbeit war er nun noch<br />

Lehrer an zwei Schulen. Bis spät in <strong>die</strong> Nacht brannte jeden Tag seine Lampe, während <strong>die</strong><br />

an<strong>der</strong>en schon längst schliefen.<br />

22<br />

Teil 5<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


Die Jahre vergingen schnell. <strong>William</strong>s Haare begannen weiß zu werden. Sein lebhafter Gang<br />

wurde langsamer. Eines Tages war er endlich mit einer <strong>Bibel</strong>übersetzung fertig, an <strong>der</strong> er<br />

lange gearbeitet hatte. Er lächelte sanft, als er sie zur Seite legte, und sagte: „Meine Arbeit<br />

ist getan.” Und so war es auch. Seine Kraft begann nachzulassen; er war schwach und müde<br />

geworden. Er war bereit, <strong>In<strong>die</strong>n</strong> zu verlassen und heimzugehen – in seine himmlische Heimat.<br />

Bild 5-4<br />

<strong>Carey</strong> war nicht mehr in <strong>der</strong> Lage, zum Predigen o<strong>der</strong> Unterrichten wegzugehen. Aber er saß<br />

gerne in seinem schönen Garten, um zu beten o<strong>der</strong> zu lesen. Freunde kamen und besuchten<br />

ihn dort. Sein mit einer Mauer umgebener Garten war ein wun<strong>der</strong>schöner Platz. Ein klarer,<br />

kühler Teich befand sich darin. An den Wegen wuchsen <strong>die</strong> verschiedensten exotischen<br />

Pflanzen, Blumen, Sträucher und Bäume. Er hatte alle selbst gesammelt und angepflanzt. Er<br />

wusste, wie sie alle hießen und wie sie gepflegt werden mussten. In all den Jahren war <strong>Carey</strong><br />

immer früh aufgestanden, um am Morgen einen Spaziergang durch seinen Garten zu machen<br />

und mit Gott über seine Arbeit zu reden.<br />

Geduldig hatte <strong>William</strong> seinen indischen Freunden gezeigt, wie man einen Garten anlegt<br />

und pflegt. Ihre Gärten waren nur sehr kärglich bepflanzt. Er half ihnen, besseres Gemüse,<br />

Getreide und Bäume zu ziehen. Er zeigte ihnen, wie sie das Land, das Gott ihnen gegeben<br />

hatte, besser nutzen konnten.<br />

Zufriedene Jahre<br />

Bild 5-5<br />

Während <strong>Carey</strong> in seinem Garten saß, dachte er oft an <strong>die</strong> Jahre zurück, als er seine Arbeit<br />

in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> begann. Mehr als fünf Jahre hatte er an <strong>der</strong> Übersetzung des Neuen Testamentes<br />

in <strong>die</strong> Bengali-Sprache gearbeitet. Inzwischen war Gottes Wort in vierunddreißig indische<br />

Sprachen übersetzt worden. Menschen, <strong>die</strong> <strong>die</strong>se Sprachen kannten, konnten Gottes Wort<br />

nun selbst lesen o<strong>der</strong> es sich vorlesen lassen.<br />

Bild 5-6<br />

Sieben Jahre predigte <strong>Carey</strong>, bis <strong>der</strong> erste In<strong>der</strong> zum Glauben kam. Jetzt gab es 26<br />

Gemeinden. Hun<strong>der</strong>te von In<strong>der</strong>n waren nun fröhliche Christen. Viele besuchten<br />

<strong>die</strong> Gemeinden, wo sie hörten, wie Jesus von Sünde rettet. Fünfzig Prediger gaben<br />

in den verschiedenen Städten und Dörfern treu <strong>die</strong> Botschaft von Jesu Liebe weiter.<br />

<strong>Carey</strong>s drei Söhne waren eifrige Missionare, <strong>die</strong> Gottes Botschaft an <strong>die</strong> entferntesten<br />

Orte <strong>brachte</strong>n.<br />

Außer den Gemeinden hatten <strong>William</strong> und seine Freunde 126 Schulen für Kin<strong>der</strong> gegründet.<br />

Tausende von Kin<strong>der</strong>n mit glänzenden Augen lernten dort Lesen und Schreiben. Und was<br />

noch besser war: Sie hörten dort von dem Heiland Jesus Christus.<br />

Aber das ist nicht alles! <strong>William</strong> dachte an <strong>die</strong> schreckliche Sitte, Witwen mit ihren verstorbenen<br />

Männern lebendig zu verbrennen. Wie war er doch entschlossen, das zu verhin<strong>der</strong>n!<br />

Aber das war sehr schwierig. Jahr für Jahr hatte er den Statthalter gebeten, ein Gesetz gegen<br />

<strong>die</strong>se grausame Sitte zu erlassen. Endlich war es so weit. Tausende von Frauen wurden nun<br />

vor <strong>die</strong>sem Tod bewahrt.<br />

<strong>William</strong>s Herz war voll Dank gegenüber all dem, was sein himmlischer Vater getan hatte. Er<br />

sagte: „Seht, was Gott getan hat ... keinen Wunsch hat er mir unerfüllt gelassen.”<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. Teil 5 23


Bild 5-7<br />

Bevor <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> zum Herrn Jesus heimging, besuchte ihn ein junger Missionar mit Namen<br />

Alexan<strong>der</strong> Duff. Sie unterhielten sich miteinan<strong>der</strong> darüber, wie es früher in <strong>In<strong>die</strong>n</strong> gewesen<br />

war – wie <strong>William</strong> gepredigt, unterrichtet und übersetzt hatte. Als Duff merkte, wie <strong>William</strong><br />

müde wurde, verabschiedete er sich, um zu gehen. Als er schon an <strong>der</strong> Türe war, rief ihn <strong>Carey</strong><br />

noch einmal mit schwacher Stimme. Alexan<strong>der</strong> Duff wandte sich um. <strong>Carey</strong> sagte dann zu<br />

ihm: „Sie haben nun über Herrn <strong>Carey</strong> und seine Arbeit gesprochen. Wenn ich einmal nicht<br />

mehr bin, dann reden Sie nicht mehr über Herrn <strong>Carey</strong>, son<strong>der</strong>n über Herrn <strong>Carey</strong>s Erlöser.”<br />

Serampore<br />

„Erwartet große Dinge von Gott,<br />

tut große Dinge für Gott“<br />

Hudson Taylor<br />

Bild 5-8<br />

<strong>William</strong> <strong>Carey</strong> war ein demütiger Mann. Er wollte nicht, dass <strong>die</strong> Leute von ihm sprachen. Viel<br />

lieber wollte er, dass sie von seinem wun<strong>der</strong>baren Heiland sprachen. Jesus hatte sein Herz mit<br />

einer großen Liebe für <strong>die</strong> Verlorenen erfüllt. Es ist Jesus, <strong>der</strong> auch uns ruft, <strong>die</strong> Verlorenen zu<br />

lieben, und <strong>der</strong> uns gebietet, in alle Welt hinauszugehen und das Evangelium allen Menschen<br />

zu verkündigen. Um des Herrn Jesus‘ willen war <strong>Carey</strong> nach <strong>In<strong>die</strong>n</strong> gegangen. Er glaubte, dass<br />

er um des Herrn Jesus willen große Dinge von Gott erwarten und auch wagen sollte. Und<br />

er hatte große Dinge von Gott erwartet und war nicht enttäuscht worden. Er wagte Großes<br />

für Gott und voll<strong>brachte</strong> viel für ihn. So wie Hudson Taylor (ein Missionar in China) es einmal<br />

gesagt hat (zeigen Sie <strong>die</strong> Weltkarte mit dem Zitat von Hudson Taylor).<br />

<strong>William</strong> hatte nur wenig Schulbildung, aber er wurde Professor und gründete eine Schule.<br />

Er war arm, aber er hatte viele reich gemacht, weil er ihnen Gottes Wort <strong>brachte</strong>. Er war nur<br />

ein armer Dorfschuhmacher gewesen, <strong>der</strong> ein Herz für <strong>die</strong> Verlorenen hatte. Er wurde jedoch<br />

<strong>der</strong> Mitbegrün<strong>der</strong> einer Missionsgesellschaft und selbst ein berühmter Missionar. Menschen<br />

in England, Amerika und an<strong>der</strong>en Län<strong>der</strong>n hörten von seiner Missionsarbeit in <strong>In<strong>die</strong>n</strong>. Sie<br />

folgten seinem Beispiel und gründeten Missionsgesellschaften und sandten viele Missionare<br />

aus. <strong>Der</strong> <strong>Schuhmacher</strong>, <strong>der</strong> <strong>In<strong>die</strong>n</strong> <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> <strong>brachte</strong>, wurde <strong>der</strong> „Vater <strong>der</strong> mo<strong>der</strong>nen Mission”.<br />

Vielleicht denkst du nun in deinem Herzen: „Herr Jesus, ich würde auch gerne mithelfen, dass<br />

Millionen von Menschen, <strong>die</strong> in <strong>der</strong> Sünde verloren sind, von dir hören. Hilf mir, dass ich da,<br />

wo ich bin, ein Missionar bin. Gebrauche mich, Herr Jesus. Wenn es dein Wille ist, dass ich als<br />

Missionar in ein an<strong>der</strong>es Land gehe, so will ich gerne gehen. Lass mich auch Großes von dir<br />

erwarten und Großes für dich wagen.”<br />

24<br />

Teil 5<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


Ein Kind zu Christus führen<br />

Wählen Sie eine Sitzecke, wo Sie ungestört mit dem Kind sprechen<br />

können. Beachten Sie dabei <strong>die</strong> Kin<strong>der</strong>schutzrichtlinie.<br />

Mit Fragen, wie z. B. „Wie geht es dir?“, „Hast du noch eine Frage?“,<br />

können Sie ins Gespräch einsteigen und erkennen, ob das Kind Jesus<br />

annehmen möchte.<br />

Vier geistliche Wahrheiten sollte das Kind verstehen<br />

• Gott hat alles gemacht. Er ist heilig. Er liebt jeden Menschen und<br />

möchte Gemeinschaft mit ihm.<br />

• Die Sünde steckt von Natur in jedem Menschen und verführt zum<br />

Ungehorsam gegen Gottes Gebote (nennen Sie Sünden). Sünde hat<br />

schreckliche Folgen: Sie trennt von Gott und wird bestraft.<br />

• Jesus Christus ist <strong>der</strong> einzige Retter. Am Kreuz ist er für alle Sünden<br />

gestorben. Da hat <strong>der</strong> Sündlose <strong>die</strong> Strafe auf sich genommen. Nach<br />

drei Tagen ist er auferstanden: Jesus lebt!<br />

• Nur <strong>der</strong> Glaube an den Herrn Jesus rettet. Er allein kann Sünden<br />

vergeben.<br />

Erklären Sie, wie man gerettet wird<br />

Wählen Sie nur einen <strong>Bibel</strong>vers, um das Kind nicht zu überfor<strong>der</strong>n (z. B.<br />

Joh 1,12; Joh 3,16; Joh 6,37, Röm 10,13). Erklären Sie, was es tun muss,<br />

um gerettet zu werden (glauben, Jesus anrufen, bekennen …), und was<br />

Jesus tun wird (retten, vergeben, annehmen …). Weisen Sie auf Konsequenzen<br />

hin: Gotteskin<strong>der</strong> werden manchmal ausgelacht, verspottet,<br />

abgelehnt … ABER gerettet sein – das wiegt alles auf! Möchte das Kind<br />

freiwillig beten, Schuld bekennen und gerettet werden?<br />

Dann ermutigen Sie es:<br />

• laut zu beten.<br />

• den Namen des Herrn Jesus anzurufen.<br />

• erkannte Sünden zu bekennen.<br />

• Jesus um Vergebung zu bitten und zu danken, dass er für alles<br />

gestorben ist.<br />

• ihn ins Leben aufzunehmen.<br />

Beginnen Sie mit einem kurzem Gebet – das Kind schließt sich an.<br />

Sprechen Sie über Heilsgewissheit<br />

Lesen Sie mit dem Kind Joh 1,12 (o<strong>der</strong> Röm 10,13) und fragen Sie: „Steht<br />

hier etwas, das du gemacht hast?“ – „Was bist du dann jetzt?“ Vertiefen<br />

Sie <strong>die</strong> Gewissheit: „Stimmt! Du bist ein Kind Gottes!“ (Ergänzung: Du<br />

bist gerettet, du hast Vergebung und ewiges Leben. Jesus lebt durch<br />

den Heiligen Geist in dir und hilft, so zu leben, wie es ihm gefällt.) Ein<br />

Dankgebet folgt.<br />

Leiten Sie (später) durch Theorie und Training zur<br />

Nachfolge an<br />

• Lies <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong> und tu, was Gott sagt.<br />

• Sprich mit deinem himmlischen Vater.<br />

• Erzähle an<strong>der</strong>en, was Jesus für dich getan hat.<br />

• Bitte um Vergebung, wenn du wie<strong>der</strong> gesündigt hast.<br />

• Triff dich mit Christen zum Beten, <strong>Bibel</strong>lesen und Reden.<br />

• Denke daran: Jesus hat versprochen: „Ich will dich nicht verlassen“<br />

(Hebr 13,5).<br />

Begleiten Sie das Kind durch tägliches Gebet, Ermutigung und Gespräche!<br />

Einem Kind helfen, Heilsgewissheit zu finden<br />

Die Wichtigkeit <strong>der</strong> Heilsgewissheit<br />

Es gibt viele Gründe, warum einem Kind <strong>die</strong> Heilsgewissheit fehlen<br />

kann. Vielleicht fragt es sich: „Habe ich genug geglaubt? Habe ich genug<br />

gebetet? Habe ich es ernst genug gemeint?“<br />

Das Heil ist ein Geschenk Gottes und gründet sich auf das, was Jesus<br />

tat, nicht auf das, was das Kind getan hat. Darum ist es wichtig, ihm zu<br />

helfen, sich auf das zu konzentrieren, was Gott gesagt und getan hat,<br />

damit es sehen kann, dass sowohl <strong>die</strong> Rettung als auch <strong>die</strong> Gewissheit,<br />

gerettet zu sein, sich auf <strong>die</strong> Verheißungen in Gottes Wort gründen,<br />

nicht auf Gefühle (Römer 10,17).<br />

Sprechen Sie über <strong>die</strong> Heilsgewissheit<br />

• Fragen Sie das Kind nach seiner Errettung und geben Sie ihm<br />

Gelegenheit, Christus vor Ihnen zu bezeugen. Wenn es kein klares<br />

Bekenntnis hat, führen Sie es durch <strong>die</strong> Schritte in <strong>der</strong> Spalte „Ein<br />

Kind zu Christus führen“.<br />

• Lesen Sie zusammen mit dem Kind einen <strong>Bibel</strong>vers. (1. Johannes 5,12;<br />

1.Johannes 5,13; Johannes 10,29; Johannes 10,28; Apostelgeschichte<br />

16,31; Römer 10,13 o<strong>der</strong> Johannes 1,12)<br />

• Helfen Sie ihm zu erkennen, dass ein Mensch, <strong>der</strong> ernsthaft auf<br />

Christus vertraut, wissen darf, dass er gerettet ist.<br />

• Erinnern Sie es daran, dass Gott immer seine Versprechen hält.<br />

• Stellen Sie Fragen wie z. B.: „Hast du deine Sünden bereut und<br />

bekannt? Glaubst du, dass Jesus starb, um <strong>die</strong> Strafe für deine<br />

Sünden auf sich zu nehmen, und dass er wie<strong>der</strong> auferstanden ist?<br />

Hast du ihn schon als deinen Retter angenommen?<br />

• Ermutigen Sie es, Ihnen von seiner Bekehrung zu erzählen, und<br />

helfen Sie ihm zu erkennen, dass, wenn es <strong>die</strong>se Fragen mit „Ja“<br />

beantworten kann, es gerettet ist.<br />

• Sprechen Sie mit ihm über ein verän<strong>der</strong>tes Leben. Ein gläubiges<br />

Kind sollte Verän<strong>der</strong>ungen in seinem Verhalten und in seiner<br />

Lebenseinstellung zeigen, auch wenn <strong>die</strong>ser Verän<strong>der</strong>ungsprozess<br />

nur allmählich vor sich geht. Es kann dem Kind helfen zu erkennen,<br />

ob es eine Verän<strong>der</strong>ung feststellen kann, <strong>die</strong> bereits im eigenen<br />

Leben vor sich gegangen ist.<br />

• Helfen Sie ihm zu erkennen, dass Christen noch sündigen und dass,<br />

wenn es gesündigt hat, es Gott um Vergebung bitten soll. Betonen<br />

Sie, dass es nicht nochmals wie<strong>der</strong>geboren werden muss.<br />

Geben Sie dem Kind einige hilfreiche Hinweise für<br />

das Leben als Christ:<br />

• Lies deine <strong>Bibel</strong> und gehorche ihr.<br />

• Sprich mit Gott, deinem himmlischen Vater.<br />

• Erzähle an<strong>der</strong>en, was <strong>der</strong> Herr für dich getan hat.<br />

• Bitte Gott um Vergebung, wenn du gesündigt hast.<br />

• Triff dich mit an<strong>der</strong>en Christen.<br />

• Vergiss nicht: <strong>Der</strong> Herr verspricht: „Ich will dich nicht verlassen“<br />

(Hebräer 13,5b revi<strong>die</strong>rte Lutherbibel).<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. 25


Mission KIMM<br />

Kin<strong>der</strong> Informieren und Motivieren für Mission<br />

Warum Mission? Was ist ein Missionar? Wer kann Missionar werden? Diese und viele<br />

weitere Fragen werden hier kindgerecht aufbereitet und beantwortet, um Kin<strong>der</strong><br />

über Mission heute zu informieren und ihr Herz dafür zu erwärmen. Mission KIMM<br />

zeigt Ihnen, wie Sie <strong>die</strong> Kin<strong>der</strong><br />

Ihres Kin<strong>der</strong>treffs Schritt<br />

für Schritt an den großen<br />

Auftrag „Mission“ heranführen<br />

und für Mission begeistern<br />

können. Viele praktische<br />

und kreative Tipps helfen Ihnen,<br />

mit den Kin<strong>der</strong>n regelmäßig<br />

am Missionsauftrag<br />

mitzuwirken.<br />

Heft (24 cm x 33 cm) mit Anleitung,<br />

Arbeitsmaterial, CD-ROM<br />

Best.-Nr. 2510<br />

Umfangreiches Arbeitsmaterial, welches Sie entwe<strong>der</strong> an <strong>der</strong> Flanelltafel anlegen o<strong>der</strong> über einen Beamer präsentieren können,<br />

ist in <strong>die</strong>sem Set enthalten.<br />

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Schick im Erscheinungsbild und einfach in <strong>der</strong> Handhabung. Natürlich<br />

passt sich das Design je<strong>der</strong> Bildschirmgröße an, sodass es<br />

sowohl mit dem PC als auch mit Mobilgeräten je<strong>der</strong>zeit gut lesbar<br />

ist. Auf <strong>der</strong> Startseite werden Sie mit unseren Neuerscheinungen<br />

und Saison-relevanten Artikeln begrüßt. Die Menüführung <strong>der</strong> einzelnen<br />

Rubriken leitet Sie schnell zu einer Übersicht <strong>der</strong> gesuchten<br />

Artikelgruppe o<strong>der</strong> des eingegebenen Stichwortes<br />

weiter.<br />

Es stehen Ihnen auch neue Funktionen<br />

zur Verfügung, damit Sie sich<br />

noch eingehen<strong>der</strong> über das Material<br />

informieren können, z. B.<br />

mit Hilfe <strong>der</strong> Vorschaubil<strong>der</strong>, <strong>die</strong><br />

Ihnen einen Einblick in das visuelle<br />

Material geben, o<strong>der</strong> durch<br />

abgegebene Bewertungen an<strong>der</strong>er<br />

Kunden.<br />

KEB<br />

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26<br />

ELISA – PROPHET WILLIAM DES CAREY• TREUEN KEB-Deutschland GOTTES • KEB-Deutschland e. V. e. V.


Material und Themen für <strong>die</strong> Arbeit unter Kin<strong>der</strong>n<br />

Kennen Sie Ideenplus?<br />

Ideenplus ist ein Mitarbeitermagazin für <strong>die</strong> Arbeit unter Kin<strong>der</strong>n mit biblischen Lektionen, Missionsgeschichten o<strong>der</strong> Erzählungen; ausgearbeiteten Programmen,<br />

Ideen für <strong>die</strong> Stundengestaltung und praxisbezogenen Artikeln zu Themen rund um <strong>die</strong> Arbeit unter Kin<strong>der</strong>n.<br />

Das Heft ist gefüllt mit umfangreichem farbigen Material. Ein Download-Code gibt Ihnen den Zugang zu weiterem Material, welches Sie für Bastelarbeiten,<br />

Vertiefungen u. Ä. benötigen. Die Bil<strong>der</strong>* stehen dort noch einmal zum Einbinden in eine Präsentation zur Verfügung.<br />

* sofern es <strong>die</strong> Bildrechte erlauben<br />

Im Jahresabo nur 12,80 EUR (inkl. Versand)**<br />

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Lektionen für Kids o<strong>der</strong> Teens<br />

farbiges visuelles Material<br />

Sachartikel für <strong>die</strong> Praxis<br />

Download-Code für weiteres Material<br />

Schatzkiste: Ideen aus <strong>der</strong> Praxis<br />

Haben wir Ihr Interesse<br />

geweckt?<br />

Abonnieren Sie das zu Ihrer<br />

Kin<strong>der</strong>stunde.<br />

Die Zeitschrift ideenplus® erscheint viermal im Jahr.<br />

Die Jahresbezugsgebühr beträgt EUR 12,80** inkl.<br />

Versandkosten.<br />

Interessiert? Bestellen Sie einfach ein Probeheft.<br />

KEB-Versand • Am Eichelsberg 3<br />

35236 Breidenbach-Wolzhausen<br />

Telefon: 06465 9283-30<br />

Fax: 06465 9283-20<br />

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** Än<strong>der</strong>ungen vorbehalten<br />

WILLIAM CAREY• KEB-Deutschland e. V. 27


Aus unserem Materialangebot<br />

<strong>William</strong> <strong>Carey</strong><br />

<strong>Der</strong> <strong>Schuhmacher</strong>, <strong>der</strong> <strong>In<strong>die</strong>n</strong> <strong>die</strong> <strong>Bibel</strong><br />

<strong>brachte</strong><br />

Diese Biografie von <strong>William</strong> <strong>Carey</strong> wurde<br />

im Blick auf folgende Ziele erstellt:<br />

1. In den Herzen <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> ein tiefes<br />

und beständiges Interesse an Mission<br />

zu wecken.<br />

2. Arbeiter für <strong>die</strong>se Sache zu gewinnen.<br />

Seine eigene Einschätzung von sich selbst<br />

war, dass er ein ganz gewöhnlicher Mann<br />

war, dem es an Brillanz o<strong>der</strong> gar Begabung<br />

fehlte. Er sagte von sich selbst nur: „Ich<br />

kann zupacken.“ Dies war eine sehr bescheidene<br />

Haltung seinerseits. Dennoch<br />

ist das beherrschende Thema seine Weigerung,<br />

sich von Hin<strong>der</strong>nissen entmutigen<br />

zu lassen o<strong>der</strong> sich von dem abbringen<br />

zu lassen, was er als Gottes Willen für ihn<br />

verstand. Als Folge davon erreichte er oft<br />

das scheinbar Unmögliche. Er gab den vielen<br />

Völkern <strong>In<strong>die</strong>n</strong>s <strong>Bibel</strong>übersetzungen<br />

in 34 Sprachen! Er gründete Gemeinden,<br />

Schulen und eine <strong>Bibel</strong>schule.<br />

Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass<br />

unsere Kin<strong>der</strong> von <strong>die</strong>sem Leben, das so<br />

vollständig Christus gewidmet war, gefangen<br />

genommen werden. Die heutigen<br />

Missionsbemühungen brauchen dringend<br />

neue Arbeiter, Arbeiter von tiefer, dankbarer<br />

Loyalität gegenüber dem Erlöser,<br />

Männer und Frauen mit <strong>der</strong> Fähigkeit, zur<br />

Ehre Gottes zuzupacken.<br />

Abraham – Isaak – Jakob • Gottes Plan entfaltet sich<br />

Lektionen-Set<br />

Fünf biblische Lektionen, Turmbau von Babel • Abram wird durch Glauben gerettet<br />

(Berufung) • Gott hält seine Versprechen treu (Isaaks Geburt) • Gott zeigt uns ein Bild<br />

vom versprochenen Retter (Isaaks Opferung) • Gott erwählt Jakob, und eine Missionsgeschichte<br />

aus Afrika, Mehr, als sie sich je erträumt hätte!, beschreiben <strong>die</strong> Entstehung<br />

<strong>der</strong> Völker und <strong>die</strong> Anfänge des auserwählten Volkes Israel. Beson<strong>der</strong>e Betonung findet das<br />

Versprechen Gottes, einen Retter zu senden, <strong>der</strong> ein Nachkomme Abrahams sein wird. Die<br />

Missionsgeschichte von Adhiambo wie<strong>der</strong>holt wichtige Aussagen <strong>der</strong> biblischen Lektionen<br />

im Rahmen einer Safari-Party.<br />

Ringbuch (33 cm x 24 cm, 35 Bil<strong>der</strong>), Textheft, farbiges Arbeitsmaterial und Download-Code • Best.-Nr. 1025<br />

Völlig verän<strong>der</strong>t • Lektionen-Set<br />

Diese 6-teilige biblische Lektionsreihe aus dem AT und NT ist vorwiegend evangelistisch ausgerichtet.<br />

Zachäus – gerettet und vom Herrn Jesus verän<strong>der</strong>t • Mefi-Boschet – aufgenommen in<br />

<strong>die</strong> Familie des Königs • Noah – vor dem Untergang gerettet • <strong>Der</strong> Kämmerer aus Äthiopien<br />

– von Gott gefunden • Saulus – von Gott zur Umkehr geführt • Wie<strong>der</strong>holungslektion<br />

Ringbuch (33 cm x 24 cm, 45 Bil<strong>der</strong>), Textheft und Arbeitsmaterial, inkl. Download-Code • Best.-Nr. 1330<br />

KEB-Deutschland e. V.<br />

Am Eichelsberg 3 · 35236 Breidenbach<br />

Telefon: 06465 9283-0<br />

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