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humanistisch! Das Magazin #12 - 1/2021

Die Stühle bleiben leer: Kultur in der Coronakrise – ein Zwischenbericht

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<strong>humanistisch</strong>! <strong>#12</strong> / Januar <strong>2021</strong><br />

<strong>#12</strong> / Januar <strong>2021</strong> <strong>humanistisch</strong>!<br />

Die designierte Vizepräsidentin<br />

Kamala Harris (56) bezeichnet sich selbst<br />

als Baptistin und ist Mitglied der Third Baptist<br />

Church of San Francisco, die zu den<br />

American Baptist Churches USA gehört.<br />

62 Prozent der US-Katholik*innen stimmten<br />

bei den Wahlen im November laut Umfragen<br />

für die New York Times und andere Medienhäuser<br />

allerdings für Donald Trump,<br />

unter weißen Evangelikalen taten dies<br />

sogar 76 Prozent. Unter den nichtreligiösen<br />

Wähler*innen stimmten nur 36 Prozent<br />

für Trump und 58 Prozent für Biden.<br />

und agnostische Kandidat*innen wie Melissa<br />

Sargent und Kelda Roys Sitze im Senat des Staates<br />

Wisconsin errangen. Julie Mayfield gewann einen<br />

Sitz im Senat des Staates North Carolina und Melody<br />

Hernandez wird sich Juan Mendez und Athena<br />

Salman in der Legislative von Arizona anschließen.<br />

Judy Amabile errang einen Sitz im Colorado State<br />

House und es gibt vierzehn <strong>humanistisch</strong>e Mitglieder<br />

im Repräsentantenhaus von New Hampshire,<br />

die in der Sitzungsperiode <strong>2021</strong> dienen werden –<br />

darunter Tim Smith, der in seiner fünften Amtszeit<br />

der am längsten dienende öffentlich gewählte<br />

atheistische Amtsträger in Amerika sein wird. In<br />

einem sehr engen Konkurrenzkampf gewann Jon<br />

Rosenthal nach seiner ersten Amtszeit im Bundesstaat<br />

Texas als einziger Mandatsträger, der sich<br />

öffentlich mit unserer Gemeinschaft identifiziert,<br />

die Wiederwahl mit einem Abstand von nur 317<br />

Stimmen. Ein klares Beispiel dafür, dass jede Stimme<br />

zählt.<br />

Alle Mitglieder des Freidenker*innen-Ausschusses<br />

im Kongress haben auch ihre Wiederwahl<br />

gewonnen. Wir sind sehr stolz auf die offen <strong>humanistisch</strong>en,<br />

atheistischen, agnostischen und nichtreligiösen<br />

Kandidat*innen, die sich in diesem Jahr<br />

zur Wahl gestellt haben, und auf das wachsende<br />

Engagement unserer Gemeinschaft im politischen<br />

Prozess.<br />

<strong>Das</strong> anhaltende Wachstum der atheistischen<br />

und <strong>humanistisch</strong>en Gemeinschaft und unser verstärktes<br />

Engagement im politischen Prozess lassen<br />

hoffen, dass die Ergebnisse künftiger Wahlen ein<br />

sichereres, vernünftigeres und stärkeres Amerika<br />

schaffen werden.<br />

Ron Miller<br />

Hallo aus<br />

den USA!<br />

Drei Fragen an den Buchautor und Blogger<br />

Hemant Mehta, der als „Friendly Atheist“ einen<br />

vielgelesenen dezidiert atheistischen Blog betreibt.<br />

Bist Du in einer bestimmten religiösen<br />

Tradition aufgewachsen?<br />

Wann hast Du begonnen,<br />

dich als nichtreligiös zu identifizieren?<br />

Hemant Mehta Ich bin im<br />

Jain-Glauben aufgewachsen, der<br />

sich um Gewaltlosigkeit dreht.<br />

Ich stimme zwar immer noch mit<br />

vielen seiner philosophischen<br />

Prinzipien überein, aber der<br />

Glaube an Karma und andere<br />

übernatürliche Ideen machte für<br />

mich keinen Sinn mehr, als ich<br />

ein Teenager war, und danach<br />

war es ein schneller Übergang in<br />

den Atheismus.<br />

Du schreibst sehr aktiv<br />

über Religion und Politik in<br />

deinem Blog „Friendly Atheist“.<br />

Gibt es etwas, über das Du<br />

in den vergangenen Jahren berichtet<br />

hast, das einen starken<br />

Eindruck bei Dir hinterlassen<br />

hat?<br />

HM Es war faszinierend,<br />

den Aufstieg der religiösen<br />

Linken zu beobachten – in der<br />

Regel Christ*innen mit liberalen<br />

sozialen Ansichten. Ich berichte<br />

immer gerne über progressive<br />

Christ*innen, die sich wirklich<br />

gegen konservative Christ*innen<br />

wehren, die ihren Glauben<br />

in eine schädliche Richtung<br />

lenken. Ich selbst tue dasselbe,<br />

aber es ist sinnvoller, wenn die<br />

Menschen in ihrer Gemeinschaft<br />

sie herausfordern. Es hat mir<br />

auch geholfen, zu erkennen, dass<br />

gerade jetzt in den USA politisches<br />

Dogma weitaus schädlicher<br />

ist als religiöses Dogma, und es<br />

lohnt sich, gewisse Differenzen<br />

beiseite zu legen, um auf ein gemeinsames<br />

Ziel hinzuarbeiten.<br />

Es war auch bemerkenswert zu<br />

sehen, wie weit sich der Atheismus<br />

in der Mainstream-Kultur<br />

durchgesetzt hat. Selbst wenn<br />

das Wort gewisse negative Konnotationen<br />

hat, scheint die Vorstellung,<br />

nicht religiös zu sein,<br />

fast unbeachtlich zu sein, und<br />

das liegt zum großen Teil an den<br />

Menschen, die in den letzten zwei<br />

Jahrzehnten zu seiner Entstigmatisierung<br />

beigetragen haben.<br />

Glauben Sie, dass die<br />

öffentliche Meinung für das<br />

Nicht-Religiöse empfänglicher<br />

wird?<br />

HM Auf jeden Fall. Immer<br />

mehr Amerikaner*innen aller<br />

Altersgruppen, vor allem aber<br />

Menschen unter dreißig, sagen,<br />

dass sie bereit sind, für ein*e<br />

Präsidentschaftskandidat*in aus<br />

ihrer Partei zu stimmen, auch<br />

wenn sie offen atheistisch ist.<br />

Und was niedrigere Ämter angeht<br />

– Stadträte, Ämter einzelner<br />

Bundesstaaten usw. – wird die<br />

Barriere noch niedriger.<br />

Abgesehen davon sind mehr<br />

als 90 Prozent des US-Kongresses<br />

christlich, und wir haben noch<br />

einen langen Weg vor uns, bevor<br />

die Politik unserer Nation so säkular<br />

wird, wie es die Verfassung<br />

verlangt. Wir brauchen mehr<br />

Menschen an der Macht, die das<br />

erkennen, unabhängig von ihrem<br />

eigenen Glaubenshintergrund.<br />

Die Tatsache, dass es im Freidenkerausschuss<br />

des Kongresses ein<br />

Dutzend Mitglieder gibt und dass<br />

etwa fünfzig Repräsentant*innen<br />

auf staatlicher Ebene offen<br />

nicht-religiös sind, ist ein guter<br />

Anfang.<br />

Die Fragen stellte Meredith Thompson<br />

für The Humanist der American Humanist<br />

Association.<br />

Der amerikanische Präsident ist kein Turnlehrer.<br />

Denn Turnlehrer wissen: Der gute<br />

Abgang ziert die Übung. Es ist erstaunlich,<br />

Impressum<br />

Helfen Sie<br />

mit!<br />

<strong>humanistisch</strong>! <strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong> wird herausgegeben von<br />

Humanistische Medien (Anstalt des öffentlichen Rechts),<br />

Sitz: Nürnberg. <strong>humanistisch</strong>e-medien.de<br />

ISSN 2570-0030<br />

REDAKTIONSANSCHRIFT Kinkelstraße 12, 90482 Nürnberg<br />

Tel: 0911 43104-0, E-Mail: magazin@<strong>humanistisch</strong>.net<br />

HERAUSGEBER, VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT<br />

Michael C. Bauer (V.i.S.d.P.)<br />

REDAKTIONSLEITUNG Arik Platzek (arik.platzek@<br />

<strong>humanistisch</strong>.net), Marco Schrage (marco.schrage@<br />

<strong>humanistisch</strong>.net)<br />

dass jemand, der mit dem Feuern von Leuten<br />

berühmt geworden ist, so wenig davon versteht.<br />

Freilich: Ohne den Gefeuerten ist der<br />

Feuernde nicht vorstellbar, er wäre in seinem<br />

erfolglosen Bemühen geradezu absurd.<br />

So dürfte es dem amerikanischen Wahlvolk<br />

gehen, zumindest dem ein klein wenig<br />

größeren Teil. Zweifellos eine frustrierende<br />

Angelegenheit.<br />

In unserem Land vermeiden wir diese Unerfreulichkeiten,<br />

indem wir unsere obersten<br />

Anführenden lieber erst gar nicht feuern,<br />

AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEWIRKT Nina Abassi,<br />

Michael C. Bauer, Martin Bühner, Jonas Grutzpalk,<br />

Matthias Mainz, Ron Miller, Frank Stößel, Martin A. Völker.<br />

ABONNENTENSERVICE Stefan Dietrich, abo@<strong>humanistisch</strong>.net<br />

GESTALTUNG & ILLUSTRATIONEN<br />

Martin Rollmann – martinrollmann.de<br />

DRUCK Mang + co – mangdruck.de<br />

ERSCHEINUNGSWEISE <strong>humanistisch</strong>! <strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong><br />

erscheint vierteljährlich im Januar, April, Juli und<br />

Oktober. Beiträge von Autor*innen entsprechen nicht<br />

zwangsläufig der Meinung des Herausgebers.<br />

und wenn dann eher freundlich. Unsere Art<br />

ist es zu warten, bis sie von selber keine Lust<br />

mehr haben. Dennoch verhunzen es manche<br />

selbst dann noch, mit ehrlosen Ehrenwörtern<br />

oder einem geschäftsorientierten Geschäftsgebaren.<br />

Aber das ist dann deren Sache, die<br />

Hilfestellung für ihren Abgang haben wir ihnen<br />

gegeben, wie jeder gute Turnlehrer. Bald<br />

schon ist es mal wieder soweit. Wahrscheinlich<br />

werden wir davon gar nichts besonders<br />

mitkriegen. Kurze Verbeugung, und ab. Wir<br />

haben es gut. mcb<br />

ES IST AN DER ZEIT<br />

Stoppen wir inhumane<br />

Bräuche in Nepal!<br />

Informieren Sie sich jetzt und<br />

spenden Sie unter<br />

www.<strong>humanistisch</strong>e-hilfe.de<br />

Vielen Dank!<br />

Geschlechtergerechtigkeit will <strong>humanistisch</strong>! <strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong><br />

vor allem inhaltlich verwirklichen. Wir orientieren uns<br />

außerdem an den DJV-Empfehlungen für eine diskriminierungsfreie<br />

Sprache. Bei Fragen oder Anmerkungen dazu<br />

schreiben Sie uns an redaktion@<strong>humanistisch</strong>.net.<br />

ANZEIGENSCHLUSS Jeweils einen Monat vor Erscheinen der<br />

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