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architektur Fachmagazin Ausgabe 7 2020

architektur Fachmagazin Ausgabe 720 Bauen & Energie

architektur Fachmagazin Ausgabe 720
Bauen & Energie

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FACHMAGAZIN<br />

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT<br />

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550<br />

07<br />

www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

November <strong>2020</strong><br />

Bauen &<br />

Energie


SICHERHEIT NAHEZU UNSICHTBAR<br />

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3<br />

Editorial<br />

Information auf<br />

vielen Kanälen<br />

Seit mehr als 25 Jahren besteht unser <strong>architektur</strong>­<br />

FACHMAGAZIN – und hat sich vom einstigen Newcomer<br />

zum führenden Architekturfachmagazin in<br />

Österreich entwickelt.<br />

Und diese Position besetzen wir nicht nur als verbreitungsstärkstes<br />

Fachmedium dieses Segments mit<br />

unserer Printausgabe, von der laut Österreichischer<br />

Auflagenkontrolle (ÖAK) im ersten Halbjahr <strong>2020</strong><br />

durchschnittlich 11.758 Exemplare pro <strong>Ausgabe</strong> verbreitet<br />

wurden. Auch im Bereich der Neuen Medien liegen<br />

wir mit unserem Angebot mittlerweile in der Gunst<br />

der Leser und Nutzer ganz weit vorne:<br />

Unsere Website www.<strong>architektur</strong>-online.com verbucht<br />

mit ihren laufend aktualisierten Informationen durchschnittlich<br />

fast 22.000 Aufrufe pro Monat, das <strong>architektur</strong>FACHMAGAZIN<br />

als ePaper wird pro <strong>Ausgabe</strong><br />

durchschnittlich 22.900 mal aufgerufen, Facebook<br />

weist uns mehr als 11.000 Abonnenten zu und unsere<br />

Beiträge auf Pinterest werden monatlich mehr als<br />

150.000 mal betrachtet.<br />

Über 2.100 Abonnenten haben wir derzeit auf Twitter<br />

und unser Neustart auf Instagram hat bisher bereits<br />

über 1.500 Abonnenten gebracht. Bleibt noch unser<br />

wöchentlicher Newsletter, den aktuell über 2.000 Interessenten<br />

abonniert haben.<br />

Basis und Ausgangspunkt aller dieser Kommunikationsmittel<br />

und -kanäle ist und bleibt die Printversion<br />

von unserem <strong>architektur</strong>FACHMAGAZIN mit seinen<br />

acht <strong>Ausgabe</strong>n pro Jahr, das wir nach und nach um<br />

sinnvolle Möglichkeiten aus dem Bereich der Neuen<br />

Medien ergänzt haben. So vereinen wir Qualität, Inhalt<br />

und auch Aktualität mit den verschiedensten Kommunikationsvorlieben<br />

und -gewohnheiten.<br />

Über allem steht dabei der praktische Nutzen unserer<br />

Informationen, die neben unseren Leserinnen und<br />

Lesern/Nutzerinnen und Nutzern auch unsere Partner<br />

aus der Werbewirtschaft schätzen.<br />

Viel Vergnügen mit den folgenden Seiten zum Heftthema<br />

„Bauen & Energie“– wie und wo auch immer Sie<br />

sie vor Augen haben werden.<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

Editorial 03<br />

Architekturszene 08<br />

Die Architektur als Wegbereiter<br />

Magazin 12<br />

Bau & Recht 24<br />

Intelligenter Drachenpanzer 28<br />

Shoppingcenter ALEJA /<br />

Ljubljana / ATP Innsbruck<br />

Kühlen und Heizen mit Eis 34<br />

Wohnhaus Aumühle /<br />

Aumühle, Deutschland /<br />

Buero Bechtloff<br />

Das Wohnhaus der Zukunft? 40<br />

Villa Sophia / Prag / coll coll<br />

Eine Berghütte 48<br />

als Zufluchtsort<br />

Skigard Hytte / Fåvang, Norwegen /<br />

Mork-Ulnes Architects<br />

Atmende Wände 54<br />

Wall House / Vietnam /<br />

Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />

Aus einem Sturm geboren 60<br />

Ranwas School / Vanuatu /<br />

CAUKIN Studio<br />

Holzbau higher level 66<br />

MalisGarten / Zell am Ziller, Österreich /<br />

Matteo Thun & Partners /Architektur<br />

& Meissl Architects<br />

Erweiterung des Horizonts 68<br />

Erweiterung Gipfelhaus /<br />

Magdalensberg, Kärnten /<br />

Architekten Ronacher ZT<br />

Licht 76<br />

Produkt News 80<br />

edv 114<br />

Telearbeit: My home is my office<br />

4<br />

28 34<br />

48<br />

40<br />

54 60<br />

Inhalt<br />

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich<br />

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)<br />

REDAKTION mag. arch. Peter Reischer, Alexandra Ullmann, DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck<br />

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14<br />

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH<br />

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 <strong>Ausgabe</strong>n/Jahr): € 89,- / Ausland: € 109,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):<br />

€ 59,- / Ausland: € 86,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten <strong>Ausgabe</strong> eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)<br />

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-<br />

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000<br />

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550<br />

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied<br />

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

8<br />

Architekturszene<br />

Die Architektur<br />

als Wegbereiter<br />

Projekte mit visionärem Charakter fördern die Weiterentwicklung der Architektur.<br />

Wagen sich Planer an solch mutige Konzepte heran, bewirken sie in der Baubranche<br />

positive Veränderungen. Daher ist es wichtig, auf Innovationen in der Bauplanung<br />

aufmerksam zu machen. Dies bezweckte das Architekturzentrum Wien mit<br />

der Ausstellung „Europas beste Bauten“.<br />

Text: Dolores Stuttner<br />

Gezeigt werden Manifeste zeitgenössischer<br />

Architektur – und damit die Gewinner<br />

des Mies van der Rohe Awards 2019.<br />

Ihren Fokus richtete die Jury heuer auf<br />

energieeffiziente, nachhaltige Wohn- und<br />

Schulgebäude sowie Siedlungen und Plätze,<br />

die durch geschickte Kombinationen<br />

von Intimität und Offenheit, lebenswerte<br />

Stadträume schaffen. Architektur, die sich<br />

am Menschen orientiert, muss die Stadt der<br />

kurzen Wege mit einladenden öffentlichen<br />

Orten mitsamt funktionierenden Nachbarschaften<br />

zum Ziel haben. Die ausgezeichneten<br />

Projekte geben damit Antworten auf<br />

gesellschaftliche Herausforderungen der<br />

heutigen Zeit.<br />

Sensible Entwürfe für<br />

mutige Konzepte<br />

Auf dem ersten Platz landete ein geschickt<br />

saniertes Wohnprojekt in Bordeaux, Frankreich.<br />

Gleich drei Wohnblöcke aus den<br />

1960er-Jahren transformierten die Architekten<br />

Lacaton & Vassal gemeinsam mit<br />

Christophe Hutin und Frédéric Druot. Bei der<br />

Cité du Grand Parc handelt es sich um einen<br />

klassischen Plattenbau, der sich aus Türmen<br />

und Wohnscheiben zusammensetzt.<br />

In der Nachkriegszeit wurden solche Großwohnsiedlungen<br />

zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit<br />

in vielen Städten Europas<br />

gebaut. Etliche der Wohnbauten sind heute<br />

aber in die Jahre gekommen und gelten –<br />

wenn auch oft zu Unrecht – als unattraktiv.<br />

In den letzten 20 Jahren fielen viele solcher<br />

Bauwerke der französischen Politik zum<br />

Opfer. Staatlich geförderte Wohngebäude<br />

in schlechtem Zustand riss der Staat ab und<br />

ersetzte sie durch Neubauten. Dem Grand<br />

Parc sollte dieses Schicksal erspart bleiben.<br />

Mit einer programmatischen und technischen<br />

Sanierung brachten die Architekten<br />

von Lacaton & Vassal die Großwohnsiedlung<br />

in Bordeaux auf den neuesten Stand.<br />

Die Eingriffe in die Baustruktur fielen dabei<br />

minimal, aber trotzdem wirkungsvoll aus.<br />

Beim Umbau wurden nicht nur wirtschaftliche<br />

und soziale, sondern gleichermaßen<br />

ökologische Aspekte berücksichtigt. Und<br />

Umbau von drei Wohnblöcken – Grand Parc Bordeaux, Frankreich<br />

Lacaton & Vassal architectes, Frédéric Druot Architecture und Christophe Hutin Architecture<br />

© Philippe Ruault


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9<br />

Architekturszene<br />

Terrassenhaus Berlin,<br />

Brandlhuber+ Emde, Burlon and Muck Petzet Architekten<br />

© David von Becker, im Rahmen des ARCH+ Features 78: Terrassenhaus Berlin<br />

die damit verbundenen Maßnahmen erwiesen<br />

sich als effektiver als ein kompletter<br />

Neubau. Letzten Endes fiel die Bauzeit sehr<br />

kurz aus, wobei die Bewohner währenddessen<br />

in ihren Wohnungen bleiben konnten.<br />

Kernstück des Umbaus war der Anbau von<br />

Wintergärten. Ebendiese stellen nicht nur<br />

eine Erweiterung der Wohnfläche dar, sondern<br />

dienen auch als Klimaschicht. Dies<br />

erlaubte es der öffentlichen Wohnbaugesellschaft,<br />

das Mietniveau bei sinkenden<br />

Energiekosten beizubehalten. Damit passten<br />

die zuständigen Architekten die 530<br />

Wohneinheiten den Anforderungen des 21.<br />

Jahrhunderts an – und das ganz ohne Verdrängung<br />

einkommensschwacher Bevölkerungsschichten.<br />

Das Experiment mit dem Freiraum<br />

Damit eine Stadt als lebenswert wahrgenommen<br />

wird, braucht es Freiräume mit<br />

Aufenthaltsqualität. Diesbezüglich wagten<br />

die Architekten Brandlhuber+ Emde, Burlon<br />

und Muck Petzet mit dem Terrassenhaus<br />

Lobe Block in Berlin ein Experiment. Das<br />

viergeschossige Gebäude auf dem ehemaligen<br />

Gelände der Deutschen Bahn vereint<br />

kreatives Arbeiten, ein Restaurant, ein Yoga-Studio<br />

und Urban Gardening. Bei dem<br />

Projekt gelang eine Verschmelzung von<br />

privatem und öffentlichem Raum. Charakterisiert<br />

wird das Gebäude durch zwei Freitreppen<br />

und große, durchlaufende Balkone,<br />

wobei die Terrassenzonen als halbprivater<br />

Außenraum fungieren. Gleichzeitig unterstützen<br />

Letztere die Kommunikation der<br />

Anrainer. Die neu realisierten Außentreppen<br />

verbinden zudem die Dachterrasse mit dem<br />

Gemeinschaftsgarten, was die Begegnung<br />

der Nutzer fördert. Im Gebäude selbst verzichteten<br />

die Planer auf ein Treppenhaus. Es<br />

war damit möglich, die Erschließungsbereiche<br />

im Inneren zu minimieren.<br />

Innovative Ansätze bei der Freiraumgestaltung<br />

beweist auch das Projekt PC Caritas<br />

von de vylder vinck taillieu. Im belgischen<br />

Melle wandelten die Architekten den verfallenen<br />

Pavillon eines psychiatrischen Zentrums<br />

in ein öffentlich zugängliches Gebäude<br />

um. Auf gleich mehreren Etagen wurden<br />

überdachte und geschützte Aufenthaltsflächen<br />

installiert. Kennzeichnend für den Pavillon<br />

sind zudem offene Bereiche, die einen<br />

Blick auf den begrünten Campus zulassen.<br />

Das Ziel der Planer war es, die Aufenthaltsqualität<br />

im Garten des psychiatrischen<br />

Zentrums zu steigern, um damit eine Aufwertung<br />

des gesamten Campus zu erzielen.<br />

Gemäß der Jury ist den Architekten von de<br />

vylder vinck taillieu dies auch gelungen.<br />

Geht es um die Stadtgestaltung, spielen<br />

zentrale Plätze eine tragende Rolle. Immerhin<br />

sind sie Ort der Begegnung und oftmals<br />

Mittelpunkt sozialer Aktivitäten. Dies nahmen<br />

sich die Architekten von 51N4E gemeinsam<br />

mit Anri Sala zu Herzen. Mit der<br />

Neugestaltung des 38.000 Quadratmeter<br />

großen Skanderbeg Platzes in Tirana gelang<br />

es ihnen, die einschüchternde Monumentalität<br />

seiner kommunistischen Architektur zu<br />

durchbrechen. Durch die relationale Erhöhung<br />

der menschlichen Perspektive, wirkt<br />

der Stadtplatz nun weniger drückend. Beim<br />

Queren oder Aufenthalt, verströmt der Ort<br />

durch die gezielte Ausfransung der Randzonen<br />

mehr Gemütlichkeit. Das Wechselspiel<br />

aus begrünten Arealen, Wasserbecken,<br />

Springbrunnen und weitläufigen Freiflächen,<br />

stößt auch bei den Bewohnern auf Anklang.<br />

Heute gilt das Areal immerhin als einer der<br />

Lieblingsplätze der Albaner.<br />

u<br />

PC Caritas, Melle, Belgien<br />

architecten de vylder vinck taillieu<br />

© Filip Dujardin


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

10<br />

Architekturszene<br />

Dorfschule – Montbrun-Bocage, Frankreich<br />

BAST<br />

© BAST<br />

© BAST<br />

Vielseitigkeit und Offenheit<br />

im schulischen Umfeld<br />

Arbeits- und Lernlandschaften stehen heute<br />

vor der Herausforderung, die individuelle<br />

Entwicklung von Schülern zu fördern und<br />

dabei ein offenes Lernen in unterschiedlichen<br />

Gruppengrößen zu ermöglichen.<br />

Mit einer gekonnten Mischung aus Intimität<br />

und Offenheit punktet das Projekt von<br />

BAST. Die Architekten wagten sich an den<br />

Um- und Anbau einer Dorfschule im französischen<br />

Ort Montbrun-Bocage. Kernelement<br />

der Neugestaltung ist die verglaste<br />

Mensa, die gleichzeitig zwei Gebäude miteinander<br />

verbindet. Im Inneren schafft sie<br />

einen intimen Aufenthaltsort, während sie<br />

als physische Abgrenzung des Schulhofs<br />

fungiert. Die Sichtlinie zur Umgebung bleibt<br />

dank der durchgehenden Glaswände trotzdem<br />

erhalten. Das sensible Projekt brachte<br />

dem noch jungen Architekturbüro den<br />

Nachwuchspreis ein.<br />

Unter den besten 50 Teilnehmern waren<br />

auch fasch&fuchs.architekten aus Österreich.<br />

Mit der Bundesschule Aspern erhielten<br />

sie einen Platz in der Ausstellung des<br />

AZW. Eine wichtige Rolle spielt beim Bildungsbau<br />

das Tageslicht. Durch raumhohe<br />

Bereiche aus Glas und ein geschicktes Zusammenspiel<br />

transparenter Flächen, dringt<br />

dieses von allen Seiten in das Gebäude ein.<br />

Damit ist es untertags nicht notwendig,<br />

Kunstlicht einzusetzen. Doch ist die gelungene<br />

Verbindung aus Energieeffizienz und<br />

Baukunst nicht die einzige Eigenschaft,<br />

die den Bau so besonders macht. Bei der<br />

Kühlung des Gebäudes entstehen keine<br />

Energiekosten. Dieser Prozess findet nämlich<br />

mithilfe von Brunnenwasser und konsequenter<br />

Bauteilaktivierung statt.<br />

Die Unter- und Obergeschosse sind so angelegt,<br />

dass jederzeit ein Zugang ins Freie<br />

möglich ist. Breite, begrünte Terrassen säumen<br />

hier die Lernzonen und Unterrichtsräume.<br />

Schüler und Lehrer finden dort ein<br />

Stück Stadtwildnis auf mehreren Ebenen<br />

vor. Im Herzen des Gebäudes befindet sich<br />

zudem eine Freifläche mit Bambusbepflanzung.<br />

Das Wäldchen grenzt an wichtige<br />

Gemeinschaftsräume wie Mensa, Bibliothek<br />

und Mehrzweckraum an. In einer intimen<br />

Umgebung gewährleistet die Begrünung<br />

Entspannung und schafft obendrein spannende<br />

visuelle Effekte. Mit der Bundesschule<br />

Aspern zeigen fasch&fuchs.architekten,<br />

wie sich problembewusste Planung auch in<br />

Bildungsbauten implementieren lässt.<br />

Wie die Nominierungen und Sieger des<br />

EU Mies Awards aus 2019 verdeutlichen,<br />

sind menschen- und klimafreundliche Architekturprojekte<br />

in ganz Europa auf dem<br />

Vormarsch. Schließlich setzen auch immer<br />

mehr Städte und Gemeinden auf sensible<br />

Entwürfe, die ökologische, gesellschaftliche<br />

und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.<br />

Die Zukunft der Architektur ist nachhaltig<br />

und sozial.<br />

•<br />

Bundesschule Aspern<br />

fasch&fuchs.architekten<br />

© Dolores Stuttner


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

11<br />

Magazin


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

12<br />

Magazin<br />

Lebenswert<br />

umgenutzt<br />

Ende der 1960er Jahre erbaut, stand ein Industriegebäude in zentraler Lage<br />

in Mexiko-Stadt jahrelang leer. Das mexikanische Architekturbüro BAAQ‘<br />

verhalf ihm schließlich zu seiner Wiederbelebung, indem darin heute Wohnungen<br />

untergebracht sind und auch das Gemeinwohl des Stadtteils einen<br />

großen Einfluss auf das neue Nutzungskonzept für Dr. Atl 285 hatte.<br />

Fotos: Arturo Arrieta, Jaime Navarro<br />

Bauen im Bestand zählt zu den wichtigsten Aufgabenfeldern<br />

für die Zukunft. Weltweit herrscht in<br />

Städten Platzmangel und Wohnraum wird dringend<br />

benötigt. Nachverdichtung ist dabei ein verfolgenswertes<br />

Konzept. Bestehende Gebäude können dadurch<br />

nicht nur horizontal und vertikal erweitert,<br />

sondern auch Baulücken gefüllt und ungenutzte<br />

Bausubstanzen wenn möglich revitalisiert werden. Es<br />

gilt dabei nicht nur neuen qualitätsvollen Wohnraum<br />

zu schaffen, sondern auch den sozialen Aspekt zu<br />

berücksichtigen. Durch eine immer höher werdende<br />

Bevölkerungs- und Bebauungsdichte gilt es auf die<br />

soziale Verträglichkeit zu achten. Mit einem einzelnen<br />

Gebäude kann auch sein gesamtes städtisches<br />

Umfeld ein Stück lebenswerter gemacht werden. Dr.<br />

Atl 285 zeigt eine Möglichkeit, diesen sozialen Aspekt<br />

in die neue Nutzung zu integrieren. Am Dach<br />

des Gebäudes entstand ein begrünter Stadtgarten<br />

mit Hochbeeten und Freiluftkino, einer der raren<br />

Freiräume in der dicht verbauten Stadt. Er steht der<br />

gesamten Nachbarschaft offen und soll das Zusammenleben<br />

fördern.<br />

Gleichzeitig galt es auch, sich mit dem architektonischen<br />

Erbe des Industriebaus auseinanderzusetzen.<br />

Dieses sollte nicht kaschiert, sondern sichtbar erhalten<br />

bleiben. Es zeichnet sich vor allem durch die<br />

großvolumigen offenen Räume aus, die kaum trennende<br />

Wandelemente besitzen, sondern einzig von<br />

der Tragstruktur dominiert werden. Die Stützen und<br />

Balken aus Stahlbeton waren für die neue Nutzung<br />

durch Wohnungen maßgebend. Sie sollten weiterhin<br />

das Vordergründige bleiben, zusammen mit dem rauen<br />

Charakter der rohen Baumaterialien.


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13<br />

Magazin<br />

Zu diesen gesellt sich im Innenraum der Wohnungen<br />

jetzt noch das Material Holz hinzu. Kubische<br />

Holzmodule werden als raumbildende Elemente und<br />

gleichzeitig auch als Möblierung verwendet. Durch<br />

sie werden privatere Bereiche innerhalb der Wohnungen<br />

geschaffen, auch stellen sie einen spannenden<br />

Kontrast zum großen Raumvolumen her. Der früheren<br />

industriellen Nutzung ist es auch geschuldet,<br />

dass die Fassade keine tragende Funktion hat und<br />

somit großzügige Fensterflächen erlaubt. Zusätzlich<br />

zum begrünten Innenhof und gemeinschaftlichen<br />

Dachgarten sollte jede Wohnung auch ihren eigenen<br />

Außenraum bekommen, eine der Straßenfassade<br />

und Innenhoffassade vorgelagerte Stahlkonstruktion<br />

macht das möglich. Zur Straße hin wurde diese<br />

mit Pflanztrögen ausgestattet, die zwar einen kleinen,<br />

aber dennoch sehr dringend benötigten grünen<br />

Blickfang im Stadtraum setzen und mit dem industriellen<br />

Grau wunderbar harmonieren.<br />

Bei Dr. Atl 285 legte das Architekturbüro BAAQ‘ viel<br />

Wert auf Wohnqualität und Soziales, um nicht nur<br />

für die Menschen die hier Wohnen, sondern auch für<br />

Nachbarschaft eine lebenswertere Stadt zu schaffen.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

14<br />

Magazin<br />

Sicher zur Stelle<br />

Das Schützen, Retten, Löschen und Bergen zählt zu den täglichen Aufgaben der<br />

Feuerwehr. Sie sorgt für Sicherheit und alle Bewohnerinnen und Bewohner wissen<br />

über ihre Aufgaben Bescheid. Wo die Feuerwehr ihren Stützpunkt hat, ist dagegen<br />

oft weniger ersichtlich. Im Stadtraum besitzt das Feuerwehrhaus oft nur wenig<br />

Präsenz.<br />

Fotos: mju-fotografie<br />

Tirschenreuth, eine Ortschaft in der bayrischen<br />

Oberpfalz, entschied sich beim Neubau des Feuerwehrhauses<br />

einen anderen Weg zu gehen. Positioniert<br />

wurde es an einer prominenten Stelle an der<br />

nördlichen Ortseinfahrt. Geformt aus einem flachen<br />

langgestreckten Bauteil mit turmartigen Abschluss<br />

setzen Brückner&Brückner Architekten einen städtebaulichen<br />

Akzent mit Fernwirkung. Die einfache<br />

Geometrie vereint kompakt alle Aufgaben und deren<br />

Abläufe, die ein Feuerwehrhaus zu erfüllen hat: Fahrzeuge<br />

können untergestellt, Geräte aufbewahrt werden,<br />

Aufenthaltsräume und Räume für die Schulung<br />

der Mannschaft sind vorhanden, auch die Verwaltung<br />

findet Platz. Zusätzlich können im Turm, in dem<br />

ein viergeschosshohes Stiegenhaus untergebracht<br />

ist, Übungen vorgenommen werden.<br />

Zweckorientiert dominieren im Übungsstiegenhaus<br />

Sichtbetonoberflächen, ebenso wie in der großen<br />

Fahrzeughalle. Die Signalfarbe Rot setzt dort, wie in<br />

den restlichen Räumlichkeiten des Feuerwehrhauses,<br />

immer wieder Akzente und erinnern an seine<br />

Funktion. Dem Material Holz begegnet man in den<br />

geselligeren Bereichen des Gebäudes. Neben Möbel<br />

kommt es für Wand- und Deckenverkleidungen<br />

zum Einsatz. Auch an der Außenfassade ist Holz<br />

das vorherrschende Material. Die Tragstruktur aus<br />

Beton ist mit einer Verkleidung aus horizontal verlegten<br />

Holzbalken umhüllt. Das kann einerseits als<br />

ironische Anspielung auf die Funktion des Gebäudes<br />

gesehen werden, andererseits verweist es auch auf<br />

seinen Standort.


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15<br />

Magazin<br />

Die Ortschaft Tirschenreuth ist von großflächigen<br />

Waldlandschaften umgeben, von denen ein Teil für<br />

die Entstehung des Ortes weichen musste. Die Endung<br />

der Ortsbezeichnung macht darauf aufmerksam:<br />

„reuth“ steht für roden und erzählt somit die<br />

Entstehungsgeschichte des Ortes durch Rodung.<br />

Das neue Feuerwehrhaus in Tirschenreuth stiftet in<br />

mehrerer Hinsicht Identität für die Stadt. Seine Architektursprache<br />

strahlt Sicherheit und Standhaftigkeit<br />

aus, die Holzfassade verweist auf Geschichte<br />

und Funktion. Brückner&Brückner Architekten<br />

gestalteten für die engagierte freiwillige Feuerwehr<br />

einen würdigen und präsenten Ort, um im Notfall sicher<br />

und schnell zur Stelle sein zu können.<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

16<br />

Magazin<br />

Maßgeschneiderte<br />

Fassade<br />

London ist geprägt von einer Vielzahl an traditionellen, variantenreichen Backsteinfassaden.<br />

Mit der Fassade des vom Architekturbüro Bureau de Change<br />

gestalteten Gebäudes The Interlock kommt eine weitere Variante hinzu.<br />

Fotos: Gilbert McCarragher


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17<br />

Magazin<br />

Die Parzelle des Baus misst an der Straße nicht einmal<br />

sechs Meter, erstreckt sich aber fast 22 Meter<br />

in die Tiefe des Gebäudeblocks hinein. Dementsprechend<br />

wird das fünfgeschossige Gebäude nur von<br />

der sehr schmalen Fassade mit ihren drei Fensterachsen<br />

im Straßenraum vertreten – das aber umso<br />

eindrucksvoller. Mit seinen Proportionen versucht<br />

sich die Fassade an seine Nachbarn anzupassen,<br />

ebenso mit der Materialität, die nicht nur in der näheren<br />

Umgebung, sondern in der ganzen Stadt in<br />

verschiedenen Ausführungen anzutreffen ist. Die<br />

Ziegelfassade des The Interlock versucht sich dennoch<br />

von diesen abzuheben. Mit ihrer Farbgebung in<br />

einem Grauton bildet sie einen dunkleren und kühler<br />

wirkenden Kontrast zu den Backsteinfassaden der<br />

umgebenden Gebäude. Auch besitzt sie durch ihre<br />

konvexen und konkaven Krümmungen eine eigenwillige<br />

Dynamik, die sich auf den Stadtraum überträgt.<br />

Zur Verwendung kamen keine gewöhnlichen Ziegel,<br />

sondern von den Architekten eigens für diese Fassade<br />

entworfene Tonblöcke, die in handgefertigten<br />

Stahlformen gebrannt wurden. So entstanden 44<br />

verschiedene Ziegelformate, die teilweise auch gekrümmt<br />

sind und kaum rechte Winkel besitzen.<br />

Um die gewünschte Dynamik der Fassade zu erzeugen<br />

eignete sich für diese besonderen Ziegel auch<br />

keine herkömmliche Art des Verbandes. Es musste<br />

ein eigenes System entwickelt werden, um diese zusammenzufügen,<br />

was mithilfe von 3D-Modellierung<br />

genauestens durchgeplant wurde. Die zunehmende<br />

Komplexität machte es auch notwendig, für das<br />

Team vor Ort zur Herstellung der Fassade Vorlagen<br />

in 1:1 bereitzustellen. Mit diesen insgesamt 188 Vorlagen<br />

konnten schlussendlich die 5000 Steine in drei<br />

Monaten zusammengefügt werden. Seitdem prägt<br />

die Fassade des The Interlock das Straßenbild des<br />

Londoner Viertels Fitzrovia wie keine zweite.<br />

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Das neue Bibliotheksgebäude in Dornbirn wurde gestaltet als<br />

freigeformter Pavillon mit einer zweischaligen Fassade. Die<br />

hierfür verwendeten Keramikbaguettes sorgen für Lichtspiele<br />

im Gebäudeinnern und verleihen dem klaren Baukörper außen<br />

das besondere Detail. Ihr rechteckiges Format, die vertikale und<br />

schräge Anordnung und die pergamentartige Struktur rekonstruieren<br />

dabei das Format und die Schrift eines Buches.<br />

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FOTOGRAFIE I SEBASTIAN SCHELS<br />

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PROJEKT<br />

EIN UNIKAT.<br />

Unter dem Namen „Wohnen am Verna-Park“ ist es in Rüsselsheim<br />

gelungen, ein innenstadtnahes Quartier fertigzustellen, das sich<br />

städtebaulich wie architektonisch behutsam in das Umfeld einfügt.<br />

Für die Fassadengestaltung mit Klinker-Riemchen wurde die<br />

Farbe Elmo FK durch unregelmäßig, eingebrannte weiße Schlämme<br />

ganz nach den Vorstellungen der Planer modifiziert.<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

20<br />

Magazin<br />

Sicher verwahrt<br />

Neue Depotflächen für das Staatsarchiv in Bamberg stehen im Erweiterungsbau<br />

von Architekt Peter W. Schmidt bereit. Gesammelte Dokumente sollen darin<br />

sicher aufbewahrt werden und auch für zukünftige Generatio nen zugänglich bleiben.<br />

Die Rolle von Archiven wird im 21. Jahrhundert aber weiter reichen als das,<br />

denn das digitale Zeitalter schreitet in großen Schritten voran. Neue Anforderungen<br />

an Funktion und Architektur der Archive werden dabei gestellt.<br />

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Stefan Müller<br />

Auch im 21. Jahrhundert gibt es sie noch: Archive.<br />

Man könnte meinen, dass sie im Zeitalter der Digitalisierung<br />

vom Aussterben bedroht sind – der notwendige<br />

Erweiterungsbau des Staatsarchives Bamberg<br />

beweist das Gegenteil. Durch diesen wird das<br />

vorhandene Ensemble komplettiert.<br />

Am Grundstück des Staatsarchives befinden sich<br />

nun mehrere Gebäudeteile: ein denkmalgeschützter<br />

klassizistischer Bestandsbau mit zwei Seitenflügeln<br />

aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, zwei Nebengebäude<br />

derselben Bauzeit, ein Magazinbau aus<br />

den 1960ern und der neu dazugekommene kubische<br />

Erweiterungsbau. Durch Letzteren wurde der noch<br />

vorhandene offene Raum, um den neobarocken Innenhof<br />

herum, geschlossen. Eine bestehende Mauer<br />

und das Magazingebäude dienten als Orientierung<br />

für die Positionierung des neuen Baukörpers. Entlang<br />

dieser Mauer verläuft eine Treppe ins Untergeschoss<br />

des Neubaus, wo man auch in das bestehende Magazingebäude<br />

gelangen kann. Im Erdgeschoss wurde<br />

durch einen eingeschossigen länglichen Riegel mit<br />

Platz für die Verwaltung eine weitere Verbindung geschaffen.<br />

Eine Brücke im zweiten Obergeschoss stellt<br />

eine zusätzliche Anschlussmöglichkeit dar.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

21<br />

Magazin<br />

Auf insgesamt sechs Ebenen des Erweiterungsbaus<br />

wird ausreichend Depotfläche für die Verwahrung<br />

des Archivgutes zur Verfügung gestellt. Der kompakte<br />

und flexibel nutzbare Grundriss mit seinem Erschließungskern<br />

und acht tragenden Stützen bietet<br />

die Möglichkeit der Unterbringung von möglichst viel<br />

Lagerfläche. Das bewegliche Regalsystem erhöht diese<br />

nochmals, damit möglichst viele Urkunden, Akte,<br />

Karten- und Bildmaterial verstaut werden können.<br />

Um die verwahrten Unterlagen zu schützen gibt es<br />

kein Tageslicht in den Depoträumen. Daraus folgt ein<br />

geschlossenes Fassadenbild, das dem Neubau einen<br />

massiven Charakter verleiht. Das Lagern, Schichten<br />

und Stapeln wird durch Lamellen aus Betonfertigteilen<br />

thematisiert und lesbar. Die goldene Farbwahl für<br />

den Beton findet sich auch bei den Fassadenflächen<br />

des Magazinbaus und den Dekor elementen des Bestandsgebäudes<br />

wieder.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

22<br />

Magazin<br />

Alt und Neu finden hier gut zusammen – auch wenn<br />

man an die Zukunft von Archiven denkt, sollte das<br />

zutreffen. Auf diese warten auch neue Herausforderungen,<br />

die mit der Digitalisierung in Zusammenhang<br />

stehen. Dabei geht es nicht nur um das Zugänglichmachen<br />

von Beständen, sondern auch um deren<br />

elektronische Aufbereitung. Im Sinne von Benutzerfreundlichkeit<br />

sollen diese nicht nur digitalisiert werden,<br />

sondern es sollen dadurch auch Verknüpfungen<br />

geschaffen werden, die die Suche erleichtern. Archive<br />

werden wohl auch eine aufbereitende Funktion<br />

für Dokumente übernehmen und diese digitalisieren,<br />

kategorisieren und kontextualisieren. Eine andere offene<br />

Frage ist der Umgang mit Dokumenten, die von<br />

Beginn an digital sind.<br />

Auch das Staatsarchiv Bamberg wird sich diesen<br />

neuen Anforderungen stellen und ist architektonisch<br />

durch die klare Struktur des Erweiterungsbaus auf<br />

alle Fälle dafür gewappnet.<br />


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

23<br />

Magazin<br />

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Design und Funktionalität<br />

Vor allem im Küchenbereich sind Arbeitsplatten ein wichtiges Element und prägen<br />

den gesamten Raum entscheidend mit. Fundermax bietet dafür Arbeitsplatten in<br />

stimmigen Dekoren und passend dazu in unterschiedlichen Oberflächen mit Anti-Fingerprint-Effekt.<br />

Dabei lassen sich diese Arbeitsplatten nicht nur millimetergenau<br />

verarbeiten, sie sind hitze- und lösemittelbeständig,<br />

kratzfest, schlagzäh, lebensmittelecht<br />

und sind einfach zu reinigen. Und durch ihre Stärke<br />

von nur 12 mm wirken die extrem widerstandsfähigen<br />

Fundermax-Arbeitsplatten zudem sehr elegant.<br />

Zum Beispiel mit der Oberfläche Saxum SX mit tiefschwarzem<br />

Kern. Diese ist zudem noch stark strukturiert,<br />

matt und mit dem Anti-Fingerprint-Effekt versehen.<br />

Zu dieser Oberfläche passend wurden sechs<br />

eigene Kollektions-Dekore ausgewählt.<br />

Ein anderes Erscheinungsbild erhält man, wenn man<br />

die Enduro NN Oberfläche einsetzt. Hier geht es vor<br />

allem um die visuelle Erscheinung eleganter Natursteinformationen.<br />

Matt und mit Anti-Fingerprint-<br />

Effekt ausgeführt, ergibt sich eine besonders edle<br />

Ausstrahlung. Die Dekore passend zur Oberflächenstruktur<br />

und dem Einsatzgebiet dafür wurden aus<br />

der eigenen Naturstein-Kollektion ausgewählt.<br />

Der Oberflächen-Klassiker Feinhammerschlag FH<br />

wiederum besticht durch die ruhige Struktur der<br />

Oberfläche. So entsteht ein harmonischer Gesamteindruck,<br />

der das jeweilige Dekor perfekt zur Geltung<br />

bringt. Eine warme Ausstrahlung und feine Struktur<br />

bietet Aptico – dank dem matten Finish wird das jeweilige<br />

Dekor auf besonders ansprechende Weise<br />

inszeniert. Rigo hingegen überzeugt durch eine Feinstruktur,<br />

die eine sandig aufgeraute Fläche vermittelt.<br />

Oberfläche Enduro NN mit Antifingerprint,<br />

matt, Naturstein-Struktur<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

24<br />

Bau & Recht<br />

Was ist der gemeine<br />

Wert eines Baumes?<br />

Mitunter soll es bei Bauvorhaben schon vorgekommen sein, dass übereifrige<br />

Bauarbeiter auf dem Nachbargrund verwurzelte Bäume im Zuge des Aushubs<br />

der Baugrube ohne Zustimmung des Eigentümers des Nachbargrundes entfernt<br />

oder beschädigt haben sollen. In einer solchen Konstellation drängt sich – auch<br />

abseits des öffentlich-rechtlichen Baumschutzes – allenfalls die Frage auf, ob<br />

und inwieweit für einen solchen Schaden Ersatz zu leisten ist.<br />

Text: Ing. Mag. Julia Haumer-Mörzinger und Mag. Matthias Nödl<br />

Aktuellen Medienberichten zufolge wurden<br />

in Österreich 2019 dreizehn Hektar pro Tag<br />

an Grünland für Verkehrsflächen, Siedlungen<br />

sowie Wirtschafts- und Industriegebäude<br />

verbaut. Besonders Bäume werden<br />

– ungeachtet der allgegenwärtigen Diskussion<br />

zum Thema Natur-, Umwelt- und Klimaschutz<br />

– oft als störende Hindernisse für<br />

die Realisierung von Bauvorhaben gesehen<br />

und manchmal – so hört man – sogar ohne<br />

Rücksicht auf öffentlich-rechtliche Baumschutzbestimmungen<br />

entfernt.<br />

Der Erhaltung und Aufforstung des Baumbestandes<br />

sollte im Kampf gegen den Klimawandel<br />

eine zentrale Rolle zukommen.<br />

Dennoch trifft man in der Baupraxis nach<br />

wie vor vereinzelt auf die Meinung, dass ein<br />

Baum – mit Ausnahme seiner Funktionen,<br />

(i) Früchte abzuwerfen, (ii) den Garten zu<br />

beschatten und (iii) für Blickschutz zu sorgen<br />

– eigentlich keinen Wert habe. Dieser<br />

könne daher ohne (erhebliche) Rechtsfolgen<br />

gefällt oder beschädigt werden, wenn<br />

er eine Bautätigkeit behindert.<br />

Diese Auffassung widerspricht dem aktuellen<br />

Zeitgeist. Auch die österreichische<br />

Rechtsprechung macht in Einzelfällen den<br />

Anschein, dass sie diese Auffassung unterstützt<br />

oder zumindest für vertretbar hält.<br />

Insbesondere im Falle der gerichtlichen Geltendmachung<br />

von Schadenersatz für einen<br />

widerrechtlich und gegen den Willen seines<br />

Eigentümers gefällten oder beschädigten<br />

Baum kann daher die Bewertung des Bau-<br />

mes und damit auch des Schadenersatzanspruches<br />

Schwierigkeiten bereiten.<br />

Im österreichischen Haftpflichtrecht gilt<br />

das Primat der Naturalrestitution. Das heißt,<br />

der Geschädigte hat aus diesem Rechtsgrund<br />

gegen den Schädiger zunächst nur<br />

einen Anspruch auf Zurückversetzung in<br />

den vorigen Stand. Für den Fall der Entfernung<br />

oder Beschädigung eines Baumes<br />

bedeutet dies, dass der Geschädigte vom<br />

Schädiger zunächst nur die Pflanzung eines<br />

neuen Baumes oder die Wundversorgung<br />

und Sanierung des beschädigten Baumes<br />

fordern könnte.<br />

Aber schon die Zurückversetzung in den<br />

vorigen Stand kann sich im Falle der Entfernung<br />

eines Baumes als schwierig oder unmöglich<br />

herausstellen, insbesondere wenn<br />

es sich um einen besonders alten und/ oder<br />

groß dimensionierten Baum handelt, der so<br />

am Markt nicht erhältlich oder nicht pflanzfähig<br />

ist.<br />

Kommt eine Zurückversetzung in den vorigen<br />

Stand nicht in Frage, weil eine gleichartige<br />

oder gleichwertige Sache nicht hergestellt<br />

werden kann, und wurde der Schaden<br />

durch leichte Fahrlässigkeit verursacht,<br />

besteht ein Anspruch auf Ersatz des gemeinen<br />

Wertes der beschädigten Sache;<br />

dieser gemeine Wert besteht nach bisheriger<br />

Rechtsprechung im zu schätzenden<br />

Nutzen, den die Sache auf Zeit und Ort<br />

gewöhnlich und allgemein leistet, somit im<br />

Verkehrs- oder Ertragswert.<br />

Der Oberste Gerichtshof vertritt nun in seiner<br />

Entscheidung 8Ob35/87 vom 19.11.1987<br />

die Auffassung, dass im Falle einer beschädigten<br />

zehn bis zwölf Meter hohen<br />

Fichtenhecke eine Zurückversetzung in<br />

den vorigen Stand untunlich sei, weil eine<br />

gleichartige oder gleichwertige Hecke mit<br />

neugepflanzten Fichten nicht hergestellt<br />

werden kann. Zugleich kommt der Oberste<br />

Gerichtshof darin jedoch auch zum<br />

Schluss, dass einer solchen Fichtenhecke<br />

weder ein Verkehrs- noch ein Ertragswert<br />

zuordenbar sei.<br />

Anhand dieser Argumentation könnte man<br />

vermeinen, dass ein Baum keinen gemeinen<br />

Wert aufweist und im Falle der Haftung<br />

für eine widerrechtliche Baumfällung daher<br />

auch kein Ersatz für den dadurch verursachten<br />

Wertverlust zu leisten ist. Auch<br />

das Argument, dass die Haftung diesfalls<br />

auf die Pflanzung eines neuen Baumzöglings<br />

beschränkt sei, könnte sich daraus<br />

ableiten lassen.<br />

Diese Rechtsmeinung ist selbst ausgehend<br />

von der Entscheidung 8Ob35/87 des<br />

Obersten Gerichtshofes jedoch unrichtig.<br />

Denn aus dieser Entscheidung ergibt sich,<br />

dass der Schädiger der zehn bis zwölf Meter<br />

hohen Fichtenhecke nach Ansicht des<br />

Obersten Gerichtshofes grundsätzlich für<br />

deren Wiederherstellung einzustehen hat.<br />

Die Wiederherstellung der Fichtenhecke<br />

komme – so der Oberste Gerichtshof – jedoch<br />

nicht in Betracht, weil die Neupflan-


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| BA12-14G |<br />

Eine Steuerung<br />

Bau & Recht<br />

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zung von Fichtenbäumen in der Höhe der beschädigten<br />

Bäume nicht möglich sei. Damit ist offenkundig,<br />

dass sich der Geschädigte mit der Pflanzung eines<br />

Baumzöglings als Ersatzleistung nicht zufriedengeben<br />

muss.<br />

Nach Ansicht des Obersten Gerichtshofes kommt<br />

diesfalls vielmehr nur der Ersatz des gemeinen Wertes<br />

des Baumes in Betracht, der mangels Verkehrsoder<br />

Ertragswertes nach den Herstellungskosten zu<br />

bestimmen sei. Die Herstellungskosten definiert der<br />

Oberste Gerichtshof in diesem Zusammenhang mit<br />

den Kosten der Anschaffung und Pflanzung möglichst<br />

großer, aber noch pflanzfähiger Bäume und<br />

ihrer Pflege bis zur Erreichung der Wuchshöhe der<br />

beschädigten Bäume.<br />

Insofern misst der Oberste Gerichtshof einem Baum<br />

daher doch einen (erheblichen) Wert zu. Jedenfalls<br />

ist auch der Oberste Gerichtshof der eindeutigen<br />

Ansicht, dass die Haftung des Schädigers nicht auf<br />

die (vergleichsweise geringen) Kosten der Anschaffung<br />

eines Baumzöglings beschränkt ist. Und auch<br />

die Kosten der Baumpflege bis zur Erreichung der<br />

Wuchshöhe des entfernten Baumes sind – abhängig<br />

von der Dimension des entfernten Baumes – als nicht<br />

ganz unerheblich zu werten.<br />

Anders wird der Wert eines Baumes im Übrigen in der<br />

deutschen Rechtsprechung beurteilt. Hier erfolgt die<br />

Baumwertermittlung nach der sogenannten „Methode<br />

Koch“ ähnlich der Sachwertermittlung eines<br />

Grundstücks. Diese Methode unterstellt, dass Bäume<br />

wesentliche Bestandteile eines Grundstücks sind<br />

und – abhängig von der Funktion des Baumes – zu<br />

dessen Wert beitragen. Auch nach dieser Methode<br />

wird der Baumwert von den Kosten der Anschaffung,<br />

Pflanzung und Pflege, aber auch vom Anwachsrisiko<br />

und den Zinsen auf die Kosten während der Herstellungszeit<br />

maßgeblich beeinflusst. Diese Methode ermöglicht<br />

es jedoch, zusätzlich die allfällige Funktion<br />

des Baumes – im Gesamtkontext eines Grundstückes<br />

– wertmäßig zu berücksichtigen.<br />

Unabhängig davon, ob man den Wert eines Baumes<br />

– wie in der österreichischen Judikatur – nach den<br />

Herstellungskosten oder nach der deutschen „Methode<br />

Koch“ ermittelt, sollte man sich daher vor dem<br />

Hintergrund der vorerwähnten Rechtsprechung vom<br />

Gedankengut befreien, dass ein Baum ein wertloses<br />

Gut darstellt, das ohne (erhebliche) Rechtsfolgen gefällt<br />

oder beschädigt werden könne. Vielmehr ist der<br />

Schädiger eines Baumes unter Umständen dem erheblichen<br />

Risiko einer Haftung für empfindliche Geldersatzleistungen<br />

an den geschädigten Baumeigentümer<br />

ausgesetzt. Auch strafrechtliche Folgen wegen<br />

vorsätzlicher Sachbeschädigung sind denkbar.<br />

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Gewerke stehen vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung,<br />

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oder -änderungen sind jederzeit möglich.


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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

28<br />

Bauen & Energie<br />

Intelligenter<br />

Drachenpanzer<br />

Shoppingcenter ALEJA / Ljubljana / ATP Innsbruck<br />

Text: Edina Obermoser Fotos: ATP/Pierer, Jost Gantar/VELIKA


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

29<br />

ATP Innsbruck<br />

ATP Architekten realisierten<br />

mit ALEJA das modernste<br />

Shoppingcenter<br />

Sloweniens. Besonderer<br />

Fokus des Projekts liegt<br />

auf den Themen Nachhaltigkeit<br />

und Energieeffizienz.<br />

Das Ergebnis ist<br />

ein intelligenter Bau, der<br />

bereits von außen sämtliche<br />

Blicke auf sich zieht.<br />

Seine geschuppte Haut<br />

ist Teil des umfassenden<br />

Energiekonzepts, welches<br />

nicht nur das Raumklima<br />

reguliert, sondern auch<br />

einen Hingucker bildet.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

30<br />

Bauen & Energie


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

31<br />

ATP Innsbruck<br />

ALEJA fügt sich in Šiška, einem der am dichtest besiedelten<br />

Stadtteile Ljubljanas im Nordwesten der<br />

slowenischen Hauptstadt, in die Bebauungsstruktur<br />

ein. Auf zwei unterirdische und drei oberirdische<br />

Geschosse verteilt, entstehen in der Mall 108.098 m 2<br />

Geschäftsfläche. Den krönenden Abschluss stellt das<br />

Activity Roof mit vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten<br />

sowie ALEJA Sky, ein Food Court mit anschließenden<br />

Außenterrassen, dar.<br />

Das Herzstück der energetischen Planung des Einkaufszentrums<br />

ist die auffällige, bunte Vorhangfassade.<br />

Sie legt sich wie ein Drachenpanzer über den Baukörper<br />

und soll damit Assoziationen zum Wappentier<br />

von Ljubljana hervorrufen. Die Hülle setzt sich aus<br />

unzähligen rautenförmigen Elementen zusammen,<br />

die sich wie Schuppen aneinanderreihen. Je nach<br />

Ausrichtung und Funktion im Inneren sind sie als<br />

blickdichte Edelstahlschindel oder transparente Glasflächen<br />

ausgeführt. Die Paneele sind unterschiedlich<br />

gefärbt und geprägt und verleihen der Mall mit ihrer<br />

geschwungenen Gestaltung einen dynamischen Charakter.<br />

Abhängig von der Witterung und dem Blickwinkel<br />

scheint der Bau sein Äußeres immer wieder zu<br />

verändern. Während sich bei Tag die Umgebung und<br />

vorbeiziehende Wolken in der Fassade spiegeln, sind<br />

die Ansichten bei Dunkelheit lediglich sanft mit LEDs<br />

beleuchtet. Damit reagieren die Architekten auf ein<br />

zunehmendes Problem vieler Städte – der Lichtverschmutzung<br />

– und versuchen, den Anteil von ALEJA<br />

auf ein Minimum zu reduzieren.<br />

Um den hohen Ansprüchen an die technische Gebäudeausstattung<br />

gerecht zu werden, war besonders bei<br />

der Umsetzung der charakteristischen Dach- und<br />

Fassadenflächen, die Großteils verglast sind, einiges<br />

an Optimierung notwendig. Hier setzten die Architekten<br />

und Ingenieure auf eine BIM-Methode. Mit<br />

deren Hilfe konnte die Shoppingmall modellbasiert<br />

und integral umgesetzt werden. Auch die Zusammenarbeit<br />

zwischen den externen Partnern und dem<br />

Generalunternehmer ATP wurde dadurch extrem erleichtert.<br />

Die einzelnen Planungsschritte bis hin zur<br />

Montage der Fassade konnten losgelöst voneinander<br />

ausgefertigt und schließlich in das gemeinsame Gesamtmodell<br />

zurück übertragen werden.<br />

Die ausgewählten Sonnenschutzgläser der schuppenartigen<br />

Hülle sind wechselweise offen, halboffen<br />

oder geschlossen angeordnet. Dadurch wird übermäßige<br />

Wärmetransmission ins Innere der Mall verhindert<br />

und gleichzeitig dafür gesorgt, dass nicht<br />

zu viel Energie nach außen verloren geht. Heiz- und<br />

Kühllasten werden so möglichst gering gehalten.<br />

Die Gebäudelüftung besteht aus 29 Lüftungsanlagen,<br />

die die Frischluft-, Heiz- und Kühlversorgung<br />

des Einkaufszentrums regeln. Um stets eine ausrei-<br />

chende Luftmenge und beste Versorgung zu garantieren,<br />

überwacht eine Videoanlage die Auslastung<br />

der Mall anhand einer Bewegungsanalyse und passt<br />

den Energieaufwand entsprechend der Besucherfrequenz<br />

automatisch an. Innerhalb der Shops kann die<br />

Belüftung zusätzlich individuell geregelt und damit<br />

an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.<br />

Auch die Gestaltung des Activity Roofs ist Teil des<br />

Energiekonzepts. Die Begrünung des Dachs soll die<br />

verbaute Fläche kompensieren und der Stadt ein<br />

wenig Natur zurückgeben. Ein System zur Regenwassernutzung<br />

hält den Wasserverbrauch möglichst<br />

gering. Es speist die Bewässerung der Pflanzen und<br />

trägt auch zur zusätzlichen Kühlung des Retailcenters<br />

bei. Mit seinem vielseitigen Angebot lädt das<br />

Dach nicht nur zum Dinieren mit Blick über Ljubljana<br />

ein, sondern bietet mit Kinderspiel- und Sportplatz<br />

sowie Fitness- und Parcours-Areal unterschiedliche<br />

Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung. Ein<br />

Pumptrack vor der Mall komplettiert die Optionen<br />

der Freizeitgestaltung.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

32<br />

Bauen & Energie<br />

Im Eingangsbereich öffnet sich die Glashaut in Form<br />

einer einladenden Geste und soll laut den Architekten<br />

an ein Drachenmaul erinnern. Das Innere des<br />

Shoppingcenters ist ebenfalls geprägt von der intelligenten<br />

Fassade. Sie sorgt mit ihren wechselnden Feldern<br />

nicht nur für die nötige Privatsphäre in den rund<br />

80 Shops, Bars und Restaurants, sondern ergibt – in<br />

Kombination mit Sonneneinstrahlung oder vorbeiziehenden<br />

Wolken – außerdem spannende Licht-Schatten-Spiele.<br />

Zentrale Atrien lockern ALEJA an mehreren<br />

Stellen auf. Sie werden von Rolltreppen und<br />

umlaufenden Galerien strukturiert. Durch sogenannte<br />

Lichtinseln fällt das Tageslicht hier durch die Fassade<br />

bis ganz nach unten. Die Innenräume wirken hell<br />

und freundlich. Sie sind mit schlichten Materialien<br />

ausgestattet und ergeben – in Wechselwirkung mit<br />

dem fließenden Design, das sich auch hier fortsetzt<br />

– eine angenehme Atmosphäre. Hochwertiger Naturstein,<br />

Holzakzente und weiße Oberflächen erwecken<br />

einen edlen Eindruck. Zwischen grüner Bepflanzung,<br />

Wasser- und Brunnenanlagen werden die Besucher<br />

von großzügigen Sitzgelegenheiten und Ruhebereichen<br />

immer wieder zum Entspannen eingeladen.<br />

Ihre Prämisse, dass ein gelungenes Handelszentrum<br />

zum integrierten Teil der Stadt werden muss, setzen<br />

die Planer perfekt in die Praxis um. Sie machen ALE-<br />

JA zu einem dynamischen Ort der Begegnung. Es<br />

bietet dank seiner integralen Konzeption alle Voraussetzungen<br />

für entspanntes Einkaufen mit Mehrwert.<br />

Das Erlebnisdach und die umfassenden Freizeitangebote<br />

werten nicht nur das Shoppingcenter selbst,<br />

sondern das gesamte Stadtviertel auf und bildet einen<br />

neuen Treffpunkt für die Bewohner. Neben der<br />

intelligenten, drachenpanzerartigen Fassade zeigen<br />

ATP Architekten vor allem durch die erzielten Energieeinsparungen,<br />

wie clevere Planung und effizientes<br />

Bauen aussehen kann.<br />

•<br />

Auf dem Activity Roof gibt es zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten.<br />

Über den Dächern<br />

Ljubljanas kann hier nicht nur gegessen, sondern<br />

auch gesportelt und gespielt werden.


AUF<br />

ÜBERSICHT DA<br />

PREGLED STRE<br />

www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

33<br />

ATP Innsbruck<br />

EG<br />

ÜBERSICHT EG<br />

PREGLED PRITLICJA<br />

1:750<br />

OG 1<br />

ÜBERSICHT 1.OG<br />

PREGLED 1.N<br />

1:750<br />

DG<br />

OG 2<br />

Shoppingcenter ALEJA<br />

Ljubljana, Slowenien<br />

ÜBERSICHT 2.OG<br />

PREGLED 2.N<br />

1:750<br />

Bauherr: SES Spar European Shopping Centers GmbH<br />

Integrale Planung: ATP Innsbruck, D&R Innsbruck, Mint Architecture, ATP sustain<br />

Mitarbeiter: Gesamtprojektleiter: Andrei Florian (bis 2018), Philipp Pfister<br />

Statik:<br />

ATP Innsbruck, Elea iC TWP-Subleistungen<br />

Licht:<br />

Landschaftsgestaltung:<br />

Fassadenplaner:<br />

Brunnenplanung:<br />

Gebäudesimulation:<br />

Bauphysik:<br />

Grundstücksfläche: 39.968 m 2<br />

Bebaute Fläche: 18.646 m 2<br />

Nutzfläche: 102.785 m 2<br />

Bauzeit: 09/2017-03/<strong>2020</strong><br />

Bartenbach GmbH<br />

Berchtold land.plan<br />

FCG Fassaden Consulting-Group AG; Ruggell<br />

Meiwa GmbH<br />

IC consulenten Wien<br />

Kopitsis Bauphysik<br />

„Handelszentren haben nur dann eine Zukunft,<br />

wenn sie Teil der Stadt werden. Mit ALEJA gelingt<br />

es uns, hocheffiziente Handels<strong>architektur</strong><br />

mit den Schönheiten der Stadt zu verweben und<br />

im Quartiersgedanken zu einem multifunktionalen<br />

Treffpunkt mit größtem Erlebniswert sowie<br />

hoher Aufenthaltsqualität zu verschmelzen.“<br />

Philipp Pfister, Head Architect<br />

und Gesamtprojektleiter von ATP


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

34<br />

Bauen & Energie<br />

Kühlen und<br />

Heizen mit Eis<br />

Wohnhaus Aumühle / Aumühle, Deutschland / Buero Bechtloff<br />

Text: Edina Obermoser Fotos: Piet Niemann<br />

Für ein Bauherrenpaar hat der Architekt<br />

Bastian Bechtloff die Villa Aumühle in der<br />

gleichnamigen Gemeinde östlich von Hamburg<br />

realisiert. Im Mittelpunkt stand neben<br />

der barrierefreien Nutzung der Einsatz von<br />

erneuerbaren Energien. Das Ergebnis ist<br />

ein altersgerechtes Wohnhaus im Bungalow-Stil<br />

mit einem nachhaltigen System, das<br />

auf einem Eisspeicher beruht. Dieser sorgt<br />

sowohl im Sommer als auch im Winter für ein<br />

angenehmes Raumklima.


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35<br />

Buero Bechtloff<br />

Im Zickzack entwickelt sich der außergewöhnliche<br />

Grundriss des flachen Baus in Aumühle. Die unkonventionelle<br />

Z-Form des Hauses ist bedingt durch<br />

die Topografie des Grundstücks. Während sich im<br />

südlichen Teil die offen gestaltete Küche mit Essbereich,<br />

Wohn- und Arbeitszimmer befinden, sind<br />

im nach Nordwesten orientierten Trakt die privaten<br />

Räume untergebracht. Sie bieten reichlich Platz zum<br />

Schlafen, Ankleiden, Baden und Zurückziehen. Unter<br />

diesem Bereich des Hauses gibt es außerdem ein<br />

Untergeschoss, das sich dank der leichten Hanglage<br />

zum Garten hin öffnet. Es umfasst eine Werkstatt,<br />

Nebenräume wie Lager und Waschküche und eine<br />

kleine 2-Zimmer-Wohnung mit Blick nach draußen.<br />

Eine große Garage komplettiert das Raumprogramm<br />

der Villa.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

36<br />

Bauen & Energie<br />

Eine weiße Boden- und eine Deckenplatte aus Stahlbeton<br />

umschließen das Haus von oben und unten.<br />

Sie fassen die umlaufenden, dunklen Klinkerfassaden<br />

ein. Die einzelnen, schmalen Steine sind zum Teil ornamenthaft<br />

gesetzt. Sie verleihen den Ansichten eine<br />

ganz besondere Optik und betonen die horizontale<br />

Ausdehnung des Baukörpers. Das Betondach kragt<br />

an manchen Stellen bis zu zwei Meter aus. Es rahmt<br />

den Bau und fungiert als schattenspendendes Element<br />

im Hochsommer. Luftige Stahllamellen lockern<br />

das Vordach auf und kreieren gleichzeitig abwechslungsreiche<br />

Schattenspiele. Die Ecken des pavillonartigen<br />

Wohnhauses sind abgerundet und geben ihm<br />

einen dynamischen Charakter. Durch die großflächigen<br />

Verglasungen an der Südwestseite dringt viel<br />

Tageslicht ins Haus. Sie lassen die Grenzen zwischen<br />

den Innen- und Außenräumen verschwimmen und<br />

sind ebenfalls leicht gerundet. Davor laden Terrassenflächen<br />

zum Entspannen im Freien mit Ausblick<br />

in den umliegenden Garten und die Bäume ein.<br />

Sämtliche Bereiche des Wohnhauses sind barrierefrei<br />

ausgeführt, um diese bei Bedarf auch im höheren<br />

Alter ohne weitere Umbaumaßnahmen problemlos<br />

nutzen zu können. Die raumhohen Terrassentüren<br />

nach draußen und die Schiebetüren im Inneren, die<br />

jederzeit flexibel unterschiedliche Bereiche abtrennen<br />

oder verbinden, kommen ganz ohne Schwelle<br />

und fast ohne Rahmen aus. Dank des schlicht weißen<br />

Finishs von Wänden und Decken erscheinen die Räume<br />

hell und geräumig. Parkettböden und Holzelemente<br />

versprühen Wärme und schaffen, gemeinsam<br />

mit fließenden, grünen Vorhängen ein gemütliches<br />

Wohnambiente.<br />

Trotz der vielen Fenster- und großen Dachflächen<br />

wollte der Bauherr des Hauses im Sommer angenehm<br />

kühle Räume. Um diesem Wunsch nachkommen<br />

zu können, fiel bei der energetischen Planung<br />

die Wahl auf einen Eis-Energiespeicher. Dieser regelt<br />

sowohl die Klimatisierung als auch die Beheizung des<br />

Baus. Der Clou des Konzepts beruht auf der Nutzung<br />

der Energie, die beim Gefrieren bzw. Auftauen von<br />

Wasser freigesetzt wird, dem sogenannten Phasenwechsel.<br />

Diese jahreszeitbedingten Prozesse ergänzen<br />

einander, funktionieren nahezu energieautark<br />

und völlig emissionsfrei. Sie sorgen im Winter für ein<br />

wohlig warmes, im Sommer hingegen für ein erfrischend<br />

kühles Raumklima.


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37<br />

Buero Bechtloff<br />

Das System setzt sich aus zwei Zisternen, mehreren<br />

Flachkollektoren auf dem Dach und einer<br />

Sole-Wärmepumpe zusammen, die die beiden<br />

Komponenten verbindet. Beide Beton-Behälter<br />

sind direkt neben dem Haus im Boden vergraben<br />

und fassen jeweils rund zehn Kubikmeter Regenwasser.<br />

Ohne Isolierung profitieren sie von der<br />

Temperatur des umgebenden Erdreichs. Die Kollektoren<br />

auf dem Dach funktionieren ähnlich wie<br />

Solarpaneele. Sie sind auf der gesamten Fläche<br />

montiert, nehmen die Wärme der Umgebungsluft<br />

und der Sonneneinstrahlung auf und geben diese<br />

an den Speicher weiter. Als letzte Komponente<br />

entnimmt die Pumpe dem Wasser die gewonnene<br />

Wärme und speist diese in den Heizkreislauf in der<br />

Decke des Gebäudes ein.<br />

Die Besonderheit des Eispeichers beruht darauf,<br />

dass das Wasser durch den Wärmeentzug zunehmend<br />

gefriert. Er funktioniert wie ein Puffer, der<br />

die Wärme im Sommer sammelt und schließlich<br />

im Winter über die Sole-Pumpe zum Heizen des<br />

Hauses verwendet. Je mehr Wärme dem Wasser<br />

in der Zisterne entzogen wird, desto kälter wird<br />

dieses, bis es schließlich gefriert. Bei der Kristallisation<br />

wird zusätzliche Energie frei, die wiederum<br />

genutzt werden kann – die sogenannte latente<br />

Wärme. Sie entsteht beim Wechsel des Aggregatzustandes<br />

des Wassers von flüssig zu fest. Der<br />

Vereisungsprozess im Winter trägt also ständig<br />

zur Energiegewinnung bei. Er produziert auf natürliche<br />

Weise die gleiche Menge an Energie, die<br />

für die Erhitzung des Wassers von 0 auf 80°C nötig<br />

wäre. Sobald es wieder wärmer wird, beginnt<br />

das Eis im Frühjahr langsam aufzutauen. u<br />

Luftige Dachlamellen<br />

lockern die Deckenplatte<br />

aus Stahlbeton auf. Je nach<br />

Sonneneinstrahlung fallen<br />

unterschiedliche Schatten ins<br />

Innere des Wohnhauses.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

38<br />

Bauen & Energie<br />

In der gesamten massiven Betondecke, die selbst<br />

als Speichermasse dient, ist das Heiz- und Kühlsystem<br />

integriert. Es überträgt nicht nur die gewonnene<br />

Energie des Speichers an die Räume und reguliert<br />

damit die Temperatur, sondern auch umgekehrt. Die<br />

Wärme im Haus gelangt zurück in die Zisterne und<br />

hält damit den Vorgang aufrecht, sodass die Klimatisierung<br />

auch bei längeren Hitzeperioden passiv weiterläuft.<br />

Da das Eis für die Kühlung quasi ein Abfallprodukt<br />

ist, handelt es sich um eine simple Form des<br />

„Natural Cooling“.<br />

Der Entwurf des Architekturbüros Buero Bechtloff<br />

für das pavillonartige Wohnhaus überzeugt nicht nur<br />

mit seinen feinen architektonischen Details, sondern<br />

vor allem durch das innovative Energiekonzept. Es<br />

macht vor, wie natürliche, temperaturbedingte Prozesse<br />

intelligent genutzt und Bauten dadurch mit<br />

minimalem zusätzlichen Energieaufwand das ganze<br />

Jahr über geheizt und gekühlt werden können. Das<br />

bedarf zwar anfangs etwas höherer Investitionskosten,<br />

führt aber besonders auf lange Sicht zu Einsparungen.<br />

Das macht Lust auf Wohnen im Grünen! •<br />

Die raumhohen Verglasungen<br />

lassen Innen- und Außenraum<br />

fließend ineinander<br />

übergehen. Sie sind barrierefrei<br />

ausgeführt und damit<br />

auch für ältere Generationen<br />

geeignet.


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39<br />

Buero Bechtloff<br />

N<br />

Wohnhaus Aumühle<br />

Aumühle, Deutschland<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Team:<br />

Privat<br />

Buero Bechtloff<br />

Bastian Bechtloff, Claudius Lange<br />

Grundstücksfläche: 3.186 m 2<br />

Bebaute Fläche: 875 m 2<br />

Nutzfläche: 390 m 2<br />

Planungsbeginn: 05/2017<br />

Bauzeit:<br />

12 Monate<br />

Fertigstellung: 07/2019<br />

“Architektur ist für mich Reaktion<br />

auf die spezifischen und empfundenen<br />

Gegebenheiten des Ortes,<br />

mit einem Gespür für das Angemessene<br />

und Originalität.”<br />

Bastian Bechtloff


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

40<br />

Bauen & Energie<br />

Das Wohnhaus<br />

der Zukunft?<br />

Villa Sophia / Prag, Tschechische Republik / coll coll<br />

Text: Linda Pezzei Fotos: Boys Play Nice<br />

“Das Zentrum des Universums<br />

für eine junge Familie” - so<br />

der Arbeitstitel für das High-<br />

Tech-Projekt Villa Sophia in der<br />

tschechischen Hauptstadt Prag.<br />

So dreht sich in diesem futuristisch<br />

anmutenden Wohnhaus des<br />

Architektenkollektivs coll coll<br />

folgerichtig alles um das gleichberechtigte<br />

Wohnen, Arbeiten<br />

und Familienleben im Herzen der<br />

Stadt, basierend auf Aspekten<br />

der künstlichen Intelligenz, integriert<br />

durch modernste Technologien<br />

in ein autonomes System.


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41<br />

coll coll<br />

Was passiert, wenn ein passionierter Kulturwissenschaftler<br />

und Informatiker nach einem Auslandsaufenthalt<br />

in Kanada in die Heimat zurückkehrt, um sich<br />

im Herzen der tschechischen Hauptstadt Prag mit<br />

seiner Familie ein Eigenheim zu bauen? Und wenn<br />

besagter Informatiker zudem Mitinhaber einer gewissen<br />

Firma SYSLOOP ist, die zufälligerweise ein<br />

gleichnamiges System zur autonomen Gebäudesteuerung<br />

auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelt<br />

hat? Ganz klar: Unser Rückkehrer wendet sich an<br />

das innovative Architektenkollektiv coll coll, um gemeinsam<br />

die Vision der VILLA SOPHIA Wirklichkeit<br />

werden zu lassen.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

42<br />

Bauen & Energie<br />

Kerngedanke des Einfamilienhauses, das Wohnen<br />

und Arbeiten nebeneinander wie unabhängig voneinander<br />

ermöglichen sollte, war es, eine Art Zentrum<br />

des Familien-Universums zu kreieren, um das sich<br />

das gesamte Leben in Zukunft drehen sollte. Dieses<br />

Universum durfte dabei keinesfalls als starres und<br />

statisches System konzipiert werden, sondern - ganz<br />

im Gegenteil - als flexibler und lernfähiger Organismus.<br />

Fast so, als verfüge das Gebäude über ein eigenes<br />

Gehirn, dazu da, die Bedürfnisse der Bewohner<br />

vorherzusehen und deren Leben zu vereinfachen.<br />

Aus architektonischer Sicht schmiegt sich die Villa<br />

Sophia in die abfallenden Hänge des naturnahen<br />

Stadtteils Troja. Auf diese Weise eröffnen sich den<br />

Bewohnern eine Vielzahl an verschiedenen Blickwinkeln<br />

in die Natur und über die Stadt, gleichwohl<br />

ohne benachbarten Anwohnern deren Aussicht zu<br />

nehmen. Die Garage ist nicht nur als ein den Wohnräumen<br />

gleichwertiger Teil des Hauses konzipiert, sie<br />

dient auch als einladende Eingangshalle in den privaten<br />

Wohnbereich. Das Büro hingegen wird von den<br />

Besuchern nordseitig separiert betreten. Die räumliche<br />

Konzeption basiert auf dem Grundsatz palladianischer<br />

Villen: Die quadratische Grundfläche ist in<br />

neun Abschnitte unterteilt, welche sich spiralförmig<br />

empor winden, um in dem öffentlichsten Bereich des<br />

Hauses, der Büroebene, zu enden. Der Hauptwohnraum<br />

wird von der Gartenebene erschlossen. Von<br />

hier schraubt sich ein zentrales Treppenhaus kontinuierlich<br />

nach oben. Ganz im Geiste des wandelbaren<br />

Systems, werden die Treppenstufen durch eine<br />

breite Rampe unterbrochen, welche den Bewohnern<br />

sowohl in jungen als auch späteren Jahren die Bewegung<br />

im Haus erleichtern soll.


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43<br />

coll coll<br />

Zu einem intelligenten Heim gehört auch eine smarte<br />

Materialtechnologie. Wo möglich basieren die strukturellen<br />

und materiellen Entscheidungen auf dem<br />

Gedanken der Nachhaltigkeit, Beständigkeit, Haltbarkeit<br />

sowie haptischen Stabilität des Gebäudes. In<br />

diesem Zusammenhang waren Experten der Tschechischen<br />

Technischen Universität Prag (ČVUT)<br />

kontinuierlich an den Vorbereitungen und dem Bauprozess<br />

selbst beteiligt. Materialproben wurden auf<br />

Festigkeit, Elastizität sowie chemische Stabilität<br />

und Beständigkeit getestet und der Gebäudemonolith<br />

wurde so exakt in Beton gegossen, dass sich die<br />

Fenster nahtlos in die Gelenkfassade fügen, die sich<br />

um das gesamte Haus windet.<br />

Das Besondere der VILLA SOPHIA aber liegt in ihrem<br />

unsichtbar integrierten Nervensystem in Form des<br />

eigens entwickelten Steuerungssystems sysloop®.<br />

Der Bauherr wünschte sich ein funktionales Zuhause<br />

ohne Kompromisse, das aus seiner Sicht auch eine<br />

absolute Integration und Kontrolle von modernsten<br />

Technologien umfasst. Da dieser Wunsch mit dem<br />

heutigen Stand der Bautechnik (noch) nicht korreliert,<br />

entwickelte der Bauherr mit seiner Firma und<br />

den Spezialisten für künstliche Intelligenz von EM-<br />

PYREUM Information Technologies sein eigenes System.<br />

Dieses ermöglicht die Verbindung physischer<br />

Konstruktionstechnologien mit nicht strukturierten<br />

Daten und dem sich ständig ändernden Kontext des<br />

Webs. Diese neuartige Verknüpfung von Werten und<br />

Technologie eröffnet unzählige Möglichkeiten. u<br />

Aus der Vogelperspektive<br />

zeigt sich die zentrale<br />

Position des offenen<br />

Erschließungskerns mit<br />

großzügigem Oberlicht<br />

noch deutlicher.


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44<br />

Bauen & Energie<br />

So werden die verschiedenen Ebenen des Gebäudes<br />

zusammengeschaltet, um beispielsweise alle Lichtquellen<br />

im Haus im vollen Lichtspektrum (RGBW) zu<br />

steuern, so dass die blaue Komponente nachts entfernt<br />

werden kann, um den Melatoninspiegel nicht zu<br />

stören. Ohnehin gibt es im Haus keine Lichtschalter,<br />

keine Schlüssel, keine Bedienknöpfe - dafür ein Klavier,<br />

das von selbst spielt und einen Mechanismus,<br />

der basierend auf den Interessen der Bewohner Texte<br />

aus dem Internet vorliest. Die VILLA SOPHIA ist<br />

so konzipiert, als verfüge sie über ein eigenes Gehirn,<br />

ein Haus gesteuert durch künstliche Intelligenz, nicht<br />

durch die Bewohner selbst – oder zumindest nur indirekt.<br />

Denn dieses Gehirn verfolgt seine Bewohner<br />

unablässig in ihren Gewohnheiten und Aktionen und<br />

sammelt all diese Daten, um auf Grundlage dieser<br />

“Erfahrungen” die bestmöglichen Entscheidungen zu<br />

treffen. Das automatisierte Haus wird so zum autonomen<br />

Organismus.


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45<br />

coll coll<br />

„Wir sagen, wenn wir es selbst kontrollieren müssen,<br />

ist es nicht klug genug“, bringt der Bauherr den<br />

Kerngedanken des Systems auf den Punkt. Für das<br />

smarte Funktionieren ist die Größe der verfügbaren<br />

Datenmenge ausschlaggebend - so werden diese unablässig<br />

über Sensoren in Fußböden, in Schubladen,<br />

unter dem Küchentisch – quasi überall – erfasst und<br />

in Echtzeit ausgewertet. Das System registriert nicht<br />

nur die physische Anwesenheit seiner Bewohner, es<br />

kann auch auf gesprochene Befehle reagieren und<br />

beispielsweise das Licht dimmen oder die Temperatur<br />

erhöhen. Im Laufe der Zeit lernt das System sogar<br />

dahingehend dazu, dass bereits die Aussage “Mir ist<br />

kalt” zu einer Anpassung der Raumtemperatur führen<br />

kann.<br />

u<br />

Das Interieur lebt von Kontrasten:<br />

Rauer Beton trifft auf polierte Hölzer,<br />

klare Kanten scheinen sich in Natur<br />

und Himmel aufzulösen.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

46<br />

Bauen & Energie<br />

Abgesehen von Energieeffizienz, dem Sicherheitsaspekt<br />

und dem erhöhten Komfort besteht der wahre<br />

Vorteil des Systems für die Entwickler darin, dass<br />

der Hausbesitzer durch die Entwicklung von einem<br />

Smart-Home-System zum Smart-Home von der Last<br />

der ständigen Kontrolle befreit wird. Das bringt zum<br />

anderen auch eine gewisse Entmündigung des Bewohners<br />

mit sich – schließlich entscheidet das Haus,<br />

was gerade die klügste Handlung ist, auch wenn der<br />

Bewohner selbst vielleicht allen Energiespar- oder Sicherheits-Aspekten<br />

zum Trotz das Fenster im Schlafzimmer<br />

gerne die ganze Nacht offen stehen lassen<br />

würde. Vielleicht gibt es auch deshalb in der VILLA<br />

SOPHIA ein einziges Fenster, das noch händisch geöffnet<br />

werden kann – ein Zugeständnis des Bauherren<br />

an seine Ehefrau.<br />

Technikfreund oder -skeptiker, wirklich spannend ist<br />

der fließende Übergang zwischen Architektur und<br />

Technologie. Denn die beiden Komponenten greifen<br />

auf vielen Ebenen unsichtbar ineinander. So funktioniert<br />

die Lüftung des Hauses zum einen über das autonom<br />

gesteuerte System, zum anderen sind die Räume<br />

und Öffnungen so konzipiert, dass eine perfekte<br />

Durchlüftung dank der auf Magnetschienen schwebenden<br />

Türen erst funktionieren kann. Wie jedes Teil<br />

des Hauses ist eine Tür daher in der VILLA SOPHIA<br />

nicht nur eine Tür, sondern eben Teil eines höheren<br />

Systems. Man kann sagen, Chance und Herausforderung,<br />

in einem solchen sich stetig wandelnden und<br />

weiterentwickelndem Haus zu leben – das vielleicht<br />

sogar besser als wir selbst weiß, was wir wollen. •


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47<br />

coll coll<br />

PŮDORYS 1PP M 1:250<br />

PŮDORYS 1NP M 1:250 POHLED NA STŘECHU M 1:250<br />

POHLED SEVERNÍ M 1:250<br />

POHLED SEVERNÍ M 1:250<br />

PŮDORYS 1PP M 1:250<br />

PŮDORYS 1NP M 1:250 POHLED NA STŘECHU M 1:250<br />

LED SEVERNÍ M 1:250<br />

POHLED SEVERNÍ M 1:250<br />

Villa Sophia<br />

Prag, Tschechische Republik<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Mitarbeiter:<br />

Statik:<br />

Michaela & Karel Pánkovi<br />

coll coll<br />

Daria Chertkova, Jana Zatlukajová, Krištof Hanzlík,<br />

Libor Mládek, Ĺudmila Koskan, Marie Davidová, Michaela Dlouhá,<br />

Martin Gaberle, Mark Kelly, Michal Krejčík, Markéta Součková,<br />

Ondřej Punda, Šimon Kos, Veronika Brůhová, Vojtěch Slabý<br />

ASP Praha - Tomáš Felix<br />

Grundstücksfläche: 475 m 2<br />

Bebaute Fläche: 353 m 2<br />

Bruttogeschossfläche: 475 m 2<br />

Nutzfläche: 396 m 2<br />

Planungsbeginn: 2016<br />

Bauzeit:<br />

3 Jahre<br />

Fertigstellung: 2018<br />

Baukosten:<br />

ca. 3 Mio Euro<br />

“Wir sind<br />

ein Kollektiv<br />

von Architekten,<br />

Designern und Freunden.<br />

2008 haben wir coll coll<br />

aus dem Gedanken heraus ins Leben<br />

gerufen, über diese Plattform des<br />

offenen Austauschs unsere persönlichen<br />

Ziele verfolgen zu können.”<br />

coll coll


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48<br />

Bauen & Energie<br />

Eine Berghütte<br />

als Zufluchtsort<br />

Skigard Hytte / Fåvang, Norwegen / Mork-Ulnes Architects<br />

Text: Linda Pezzei Fotos: Bruce Damonte


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49<br />

Mork-Ulnes Architects<br />

Mit ihrer Skigard Hytte nahe Lillehammer haben die<br />

norwegischen Architekten Mork-Ulnes die einheimische<br />

und landschaftsspezifische Bauweise neu erfunden. Die<br />

Berghütte für die eigene Familie darf in ihrem Design<br />

und ihrer Funktion als ortsspezifische Antwort auf den<br />

Kontext und die Kulturlandschaft gesehen werden.<br />

Nachhaltiger und sanfter kann Bauen für Mensch, Tier<br />

und Natur kaum sein.<br />

Wenn Architekten (für sich selber) bauen, geht es<br />

oftmals darum, sich ein Denkmal zu setzen. Nicht so<br />

bei Casper und Lexie Mork-Ulnes (Mork-Ulnes Architects),<br />

die kürzlich im norwegischen Skiresort Kvitfjell<br />

eine Berghütte für sich und ihre Kinder fertigstellen<br />

konnten. Wenn ein Anspruch hingegen zur Gänze<br />

für das Architektengespann mit Sitz in Oslo und San<br />

Francisco gilt, dann der, Grenzen auszuloten, Materialien<br />

innovativ einzusetzen und neue Formen von<br />

Lebensräumen zu gestalten. So haben Mork-Ulnes<br />

mit ihrem Zufluchtsort eine moderne ortsspezifische<br />

Antwort auf den Kontext und die Kulturlandschaft<br />

Norwegens gefunden.<br />

u


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50<br />

Bauen & Energie<br />

Die Skigard Hytte ist das erste “eigene” Projekt des<br />

Architektenpaares und spiegelt den Wunsch nach<br />

einem Rückzugsort in der Heimat wider. So thront<br />

die einsam gelegene Hütte auf knapp 1.000 Metern<br />

auf einem Felsvorsprung eines steilen Berges<br />

und bietet einen herrlichen Panoramablick auf das<br />

darunter gelegene Tal mitsamt Fluss. Die Besonderheit<br />

der Hütte liegt in ihrer schlichten und dennoch<br />

anmutigen Konstruktion, welche durch das Anheben<br />

des Gebäudes auf schlanke Stützen aus Brettschichtholz<br />

noch unterstützt wird. Auf diese Weise<br />

fungiert das Gebäude nicht nur im Inneren als Zufluchtsort<br />

für seine Besucher, auch die Schafe finden<br />

im Sommer Schutz vor Sonne, Wind und Wetter unter<br />

der Hütte, wo gleichzeitig saftiges Gras wächst.<br />

Genauso grün wie unter dem Bauwerk geht es auch<br />

auf dem Dach zu – eine Anlehnung an traditionelle<br />

Bauweisen der Region. In Kombination mit der rauen<br />

Außenhaut aus Skigard (das sind drei Meter lange,<br />

geviertelte Holzstämme, die von Landwirten der Region<br />

sonst für den Bau von Zäunen eingesetzt werden)<br />

fügt sich das Gebäude bestens in die ländliche<br />

Umgebung ein. Im Sommer wiegen sich die langen<br />

Grashalme auf dem Dach sachte im Wind, im Winter<br />

verschmilzt das Bauwerk nahezu mit der Schneelandschaft,<br />

wenn die Lücken des Skigard sich langsam<br />

mit den weißen Flocken füllen.<br />

u


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51<br />

Mork-Ulnes Architects<br />

Im Inneren der Skigard Hytte unterstreichen die warmen<br />

Holztöne den behaglichen Charakter der Unterkunft und<br />

stellen einen direkten Bezug zur umgebenden Natur her.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

52<br />

Bauen & Energie<br />

Natürlich. Nachhaltig. Nordisch.<br />

Im Interview erzählen Lexie und Casper<br />

Mork-Ulnes, welche Aspekte die<br />

Skigard Hytte zu einem so nachhaltigen<br />

Bauwerk machen – und das in<br />

gleich mehrerer Hinsicht.<br />

Wie haben Sie den Bauplatz gefunden?<br />

Gibt es eine persönliche Verbindung<br />

oder Geschichte?<br />

Caspers Cousine lebt auf einem Bauernhof<br />

im Tal unterhalb des Skigebiets,<br />

weshalb wir ihre Familie dort<br />

oft zum Skifahren besuchten. So<br />

haben wir uns schließlich in den Skiberg<br />

- und die Region Gudbrandsdal<br />

- verliebt. Als regionale Landplanerin<br />

mit lokalen Kenntnissen hat uns<br />

Caspers Cousine schließlich auf das<br />

Grundstück aufmerksam gemacht.<br />

Wie haben Sie die ländliche Bauweise<br />

als Inspirationsquelle in dieses<br />

zeitgemäße und zeitlose Design<br />

übertragen? War es ein Prozess oder<br />

kam es ganz natürlich?<br />

Die Hütte ist in vielerlei Hinsicht eine<br />

ortsspezifische Antwort auf die lokale<br />

Kulturlandschaft. Das Design wird<br />

durch ländliche Gebäudetypen und<br />

unser Verständnis davon beeinflusst,<br />

wie funktionale, historische Strukturen<br />

die lokale Architekturkultur<br />

prägen. Auf Reisen betrachten wir<br />

immer die einheimische Architektur<br />

– und insbesondere, wenn wir das<br />

Glück haben, in einem Gebiet zu arbeiten,<br />

das eine Geschichte hat, aus<br />

der wir schöpfen können. Wir finden,<br />

dass es immer viel zu lernen gibt von<br />

bewährten einheimischen Gebäuden,<br />

die dem Lauf der Zeit getrotzt haben.<br />

In diesem speziellen Fall waren wir<br />

beide beim Skifahren und Wandern<br />

in der Umgebung von der rauen,<br />

natürlichen Textur und dem diagonalen<br />

Muster einer Art von Zäunen<br />

angezogen, die in diesem Gebiet zur<br />

Eingrenzung von Weidetieren vorherrscht.<br />

Nachdem wir das Grundstück<br />

gekauft hatten, campierten<br />

wir auf dem Gelände und wurden in<br />

unseren Zelten von etwa zehn grasenden<br />

Kühen geweckt. Daraufhin<br />

keimte der Gedanke, dass das Haus<br />

als Dialog mit den auf dem Land koexistierenden<br />

Tieren dienen könnte.<br />

Im Gegensatz zu den meisten Hütten<br />

in der Gegend, welche die Tiere mit<br />

Zäunen von den Häusern fernhalten,<br />

möchten wir die Tiere mit ihren Glocken<br />

im Sommer in der Nähe haben.<br />

Wir lieben auch, wie sich die Gestalt<br />

der Kabine im Winter verändert,<br />

wenn sich das Skigard-Material mit<br />

Schnee füllt.<br />

Ist das Gebäude in Hinsicht auf den<br />

starken Bezug auf - und den Respekt<br />

für - die umgebende Natur besonders<br />

„grün“ und nachhaltig?<br />

Das Gebäude ist nicht nur äußerlich<br />

oder in der Art wie es mit dem Boden<br />

umgeht nachhaltig, es gibt mehrere<br />

Ebenen nachhaltiger Strategien, die<br />

bei dem Gesamtkonzept des Projekts<br />

zum Einsatz kommen. Das Gebäude<br />

ist fast vollständig aus Holz<br />

gefertigt. Die Konstruktion basiert<br />

auf der nachhaltigen Forstwirtschaft<br />

Norwegens und besteht fast ausschließlich<br />

aus Holz und Nebenprodukten<br />

aus der Region. Alle Außenund<br />

Innenwände, Wanddämmungen<br />

(eingeblasene Holzfasern), Badezimmerwände<br />

und so viele Details<br />

wie möglich bestehen aus regionalen<br />

Hölzern: Das Tannenholz im Innenraum<br />

sowie die Fassaden struktur<br />

aus Fichte stammen aus den Wäldern,<br />

die sich 50 bis 70 km um die<br />

Hütte erstrecken.<br />

Das Grasdach reguliert außerdem<br />

das Abfließen von Regenwasser und<br />

bietet zusätzliche Isolierung gegen<br />

Wärmeeinstrahlung im Sommer und<br />

-verlust im Winter. Da Strom in Norwegen<br />

aufgrund der 100%-igen Wasserkraft<br />

relativ günstig ist, haben wir<br />

eine elektrische Fußbodenheizung<br />

eingebaut, die Kühlung erfolgt durch<br />

Querlüftung.<br />

Sie haben das Gebäude auf Holzstützen<br />

gestellt – gibt es dazu eine<br />

norwegische Bau-Tradition?<br />

Auf jeden Fall – in Norwegen gibt<br />

es die Tradition, Stabbur-Gebäude<br />

(Hochspeicher) auf Holzpfosten mit<br />

Steinfundamenten zu stellen, um den<br />

Inhalt vor Nagetieren und Fäulnis zu<br />

schützen. Alle Farmen in Norwegen<br />

verfügen über einen Stabbur, da sie<br />

während der langen Winter zur Lagerung<br />

von Lebensmitteln verwendet<br />

wurden. Die Stabbur-Typologie<br />

wurde zu einem wichtigen Treiber<br />

des Projekts, aber für uns ging es<br />

weniger um Fäulnis und Nagetiere,<br />

als vielmehr darum, das Gelände um<br />

einen höheren Blickwinkel zu bereichern.<br />

Ein zusätzlicher Vorteil ist,<br />

dass die Hütte im Winter nicht im<br />

Schnee versinkt.<br />

Was ist Ihr Lieblingsplatz im Haus?<br />

Der Hauptwohnraum: Dank der zwei<br />

raumhohen und sechs Meter breiten<br />

Wände sowie der erhöhten Lage besteht<br />

eine intensive Verbindung zur<br />

Natur. Besonders magisch fühlt sich<br />

das im Winter an, wenn wir mit einem<br />

Kaffee gemütlich inmitten der verschneiten<br />

Landschaft sitzen, obwohl<br />

es draußen -20 Grad hat.<br />

Das Beste und das Herausforderndste<br />

daran, gleichzeitig Architekt und<br />

Bauherr zu sein?<br />

Die Möglichkeit zu haben, mit<br />

konzeptionellen und praktischen<br />

Design ideen zu experimentieren, vor<br />

denen einige Kunden möglicherweise<br />

zurückschrecken, ist sehr spannend.<br />

Es ist allerdings auch schwierig,<br />

sich selbst davon abzuhalten,<br />

jedes kleinste Detail zu überdenken<br />

und entwerfen zu wollen (bis hin zu<br />

individuellen Toilettenpapierhaltern)<br />

- schließlich möchte man später<br />

nicht in einem Haus mit ungelösten<br />

Details leben.<br />

Sollte es in der Skigard Hytte wider<br />

Erwarten tatsächlich noch ungelöste<br />

Details geben, so machen vielleicht<br />

gerade die den besonderen Charme<br />

dieser speziellen Berghütte aus. In<br />

ihrer rauen und gleichzeitig warmen<br />

Anmutung fügt sich das Gebäude<br />

so selbstverständlich in die norwegische<br />

Bergwelt, wie es traditionelle<br />

Bauweisen in Verbindung mit heimischen<br />

Materialien auf moderne Art<br />

interpretiert, ohne dabei laut zu werden.<br />

Ein gelungener Zufluchtsort für<br />

Mensch und Tier.<br />


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

53<br />

Mork-Ulnes Architects<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

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<br />

<br />

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<br />

<br />

Skigard Hytte<br />

<br />

<br />

Kvitfjell Resort, Fåvang, Norwegen<br />

<br />

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<br />

<br />

<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Mitarbeiter:<br />

Statik:<br />

Casper and Lexie Mork-Ulnes<br />

Mork-Ulnes Architects<br />

Lexie Mork-Ulnes, Casper Mork-Ulnes,<br />

Phi Van Phan, Auste Cijunelyte,<br />

Kristina Line, Monica Lepinska<br />

Bygg Konsulentene Øst.<br />

Grundstücksfläche: 2.148 m 2<br />

Baufläche: 145 m 2<br />

Planungsbeginn: 2016<br />

Bauzeit: Sommer 2017<br />

Fertigstellung: Herbst 2019<br />

„Unsere Praxis basiert auf der Überzeugung, dass die<br />

meisten Gestaltungsherausforderungen mit Vernunft<br />

und Klarheit durch eine Einsparung von Mitteln und Materialien<br />

gelöst werden können. Wir möchten einfache,<br />

durchdachte und gut gestaltete Räume für die Menschen<br />

schaffen, die unsere Gebäude nutzen. „Wir tun, was wir<br />

tun“, weil die Suche nach Lösungen für interessante Herausforderungen<br />

uns dazu anregt, auf innovative Weise zu<br />

entwerfen und zu bauen.“<br />

Lexie und Casper Mork-Ulnes


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

54<br />

Bauen & Energie<br />

Atmende<br />

Wände<br />

Wall House / Vietnam / Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />

Text: Peter Reischer Fotos: Hiroyuki Oki<br />

Nach neuesten Erkenntnissen ist die Luft in Innenräumen<br />

oft mehr mit Schadstoffen belastet als im<br />

öffentlichen Bereich. Der Wissenschaftler Michael<br />

Braungart behauptet zum Beispiel, dass es gesundheitsschädlicher<br />

sei, sich in einem Großraumbüro mit<br />

all den Teppichen, Farben, Anstrichen und Kunststoffteilen<br />

aufzuhalten, als an einer Kreuzung einer<br />

Stadtautobahn zu stehen. Also ist es fast schon logisch,<br />

ein Haus mit atmenden Wänden zu entwickeln,<br />

um so den Bewohnern einen ständigen Austausch<br />

der Luft in den Innenräumen zu bieten.<br />

Mit diesem Wunsch waren auch die CTA | creative<br />

architects in Vietnam konfrontiert, als sie beauftragt<br />

wurden, für einen privaten Kunden ein Wohnhaus zu<br />

entwickeln. Während des gesamten Designprozesses<br />

drehten sich die Diskussionen mit dem Auftraggeber<br />

immer um „atmende Wände“ und eine Architektur,<br />

die eben 24/7 selbstständig atmen soll. An das Projekt<br />

in der Stadt Bien Hoa gingen sie nun folgendermaßen<br />

heran: Mit einer Gesamtnutzfläche von fast<br />

300 m 2 , über zwei Stockwerke reichend, entwarfen<br />

die Planer eine Architektur, die sich aus vier Blöcken,<br />

verbunden mit Wänden aus luftdurchströmten Ziegeln<br />

und geschützt durch eine Lage üppigen Grüns<br />

zusammensetzt.<br />

u<br />

Ein Haus mit atmenden<br />

Wänden, mit einer grünen<br />

Lunge haben die CTA |<br />

creative architects in<br />

Vietnam in der Stadt Bien<br />

Hoa für einen privaten<br />

Auftraggeber entworfen.<br />

Die Bausumme ist mit<br />

74.050.- Euro vergleichsweise<br />

sehr gering und<br />

das Projekt beweist, dass<br />

auch mit einfachsten<br />

Mitteln und Abfallprodukten<br />

der Industrie eine<br />

interessante, gesunde<br />

und sogar energiesparende<br />

Architektur entstehen<br />

kann.


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55<br />

Bui The Long – CTA | Creative Architects


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

56<br />

Bauen & Energie<br />

Die vier Körper – leicht zueinander in ihren Achsen<br />

versetzt – sind mit einer „gewöhnlichen“ Mauer verbunden,<br />

zu einer Einheit zusammengefasst. Diese<br />

Umfassungsmauer wirkt wie eine Klammer oder Verpackung,<br />

sie ragt an der Südostseite der Architektur<br />

etwas vor, bildet hier einen kleinen Vorhof und die<br />

Eingangssituation. Allerdings ist diese Mauer – im<br />

Gegensatz zu den weiß verputzten, geschlossenen<br />

Fassaden der vier Baukörper – aus in unregelmäßigen<br />

Konfigurationen übereinander geschichteten<br />

Lochziegeln errichtet. Die Ziegel sind entgegen der<br />

üblichen Art, quergelegt und so bewirken die Öffnungen<br />

(Löcher) in den Ziegelsteinen ein dauerhaftes<br />

Durchströmen von Luft und damit das „Atmen“ des<br />

Hauses. Außerdem stellen sie eine semitransparente<br />

Schicht zum Außenraum dar, erzeugen so das Gefühl<br />

einer Verbundenheit mit dem Umraum, mit der Natur,<br />

die Grenzen werden verwischt. Die an und für sich<br />

feste Materialität des Ziegels wird also durch das<br />

Querlegen konterkariert.<br />

Die Innenräume dieses Wohnhauses<br />

wirken wie ein Außenraum – hell, lichtund<br />

luftdurchströmt.


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57<br />

Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />

In der Mitte dieser Baukörper ergibt sich ein geräumiger<br />

Innenhof/Garten zur Nutzung für die Bewohner.<br />

Alle Beschäftigungen und Lebensabläufe wie auch<br />

das Kochen finden meistens unter dem Schatten der<br />

Bäume – innerhalb und außerhalb der Architektur –<br />

statt, ganz wie es der Tradition der vietnamesischen<br />

Gesellschaft und der Großfamilie entspricht. Dort,<br />

wo sich die Umschließungsmauer mit den vier – in<br />

den Ecken positionierten – Baukörpern überschneidet,<br />

lässt ein ca. 15 Zentimeter breiter Spalt eine ungehinderte<br />

Sicht nach außen zu. Und überall dringt<br />

natürliches Licht durch die waagrecht liegenden Löcher<br />

in den Ziegeln von außen ein. Die Ziegel sind<br />

übrigens sogenannte Fehlbrände der industriellen<br />

Produktion, so wird aus einem Abfall ein nachhaltiges<br />

Gestaltungsprodukt, das sich auch harmonisch<br />

in die Umwelt einfügt und die erste Ebene des „Atmens“<br />

darstellt.<br />

Als zweite Ebene des „Atmens“ dient der üppige<br />

Garten mit vielen Pflanzen. Auch er soll die negativen<br />

Umwelteinflüsse filtern und eine bessere Luft für<br />

die Bewohner und den Innenbereich bieten. Er reinigt<br />

die Luft und bietet eine effektive Pufferzone. Zusammen<br />

bilden beide Elemente das Äquivalent zu einer<br />

normalen Mauer mit dem wesentlichen Unterschied,<br />

dass sie die ständige Luftzirkulation sichern und so<br />

zu einem gesünderen Klima in den Innenräumen beitragen.<br />

Die Architektur benötigt keinerlei Klimageräte<br />

oder Ventilatoren – das erledigt die Natur. Es ist<br />

immer kühl, hell und freundlich im Inneren. Die Raumund<br />

Funktionsverteilung in den vier Baukörpern entspricht<br />

den traditionellen Mustern der vietnamesischen<br />

Architektur und Sozietät. Mit der Ausnahme,<br />

dass mehr Gemeinschaftsbereiche und Durchblicke<br />

geschaffen wurden, um einen besseren und stärkeren<br />

Kontakt der Familienmitglieder zu fördern. u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

58<br />

Bauen & Energie<br />

Weiße Wände und die<br />

Ziegelstrukturen bilden<br />

den Rahmen für eine<br />

gediegene, aber nicht<br />

übertriebene Innenausstattung.<br />

Das Grundstück liegt übrigens inmitten eines durchgrünten<br />

Siedlungsgebietes mit kleinen Wohnbauten<br />

in der Nähe des Flusses Dong Nai. Es ist eines der<br />

Restgartenstücke der ehemaligen Stadt Bien Hoa.<br />

Die CTA | creative architects haben bei der Planung<br />

darauf geachtet, die bestehende Gartenlandschaft<br />

so wenig wie möglich zu zerstören oder zu verändern.<br />

Und so sprießen heute auch innerhalb der<br />

Mauern unzählige kleine Bäume, Büsche und es entsteht<br />

der Eindruck eines tropischen Paradieses. Die<br />

zwei Geschosse hohe Umschließungsmauer bildet<br />

an ihrer Oberkante das Auflager für eine horizontale<br />

Abdeckung, die wiederum aus Netzen und Pflanzen<br />

besteht. Somit entwickelt sich das Innere der<br />

Architektur zu einem – zwar nicht hermetisch aber<br />

doch – abgeschlossenen Bereich, der wie eine grüne<br />

Lunge innerhalb des Hauses wirkt. Ständig strömen<br />

Frischluft und Naturlicht durch die diffusen Abgrenzungen<br />

dieses atmenden Komplexes.<br />


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59<br />

Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />

EG<br />

OG<br />

Wall House<br />

Bien Hoa, Dong Nai, Vietnam<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Statik:<br />

Mr. Hong Anh<br />

Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />

Viet Tin Phuc Co., Ltd<br />

Grundstücksfläche: 1013,4 m 2<br />

Bebaute Fläche: 200,2 m 2<br />

Nutzfläche: 291,2 m 2<br />

Planungsbeginn: 2018<br />

Bauzeit: 2018<br />

Fertigstellung: 2018<br />

Baukosten:<br />

74.050 Euro


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

60<br />

Bauen & Energie<br />

Aus einem<br />

Sturm geboren<br />

Ranwas School / Vanuatu / CAUKIN Studio<br />

Text: Peter Reischer Fotos: Katie Edwards<br />

Eine neue Schule mit Bibliothek errichtete das CAUKIN Studio auf der<br />

von einem Zyklon verwüsteten Pfingstinsel im Inselstaat Vanuatu. Mit<br />

viel persönlichem Einsatz und Freiwilligen aus der ganzen Welt wurde<br />

in nur acht Wochen der neue Bau fertiggestellt. Nachhaltige Materialien,<br />

passive Designstrategien und lokale Fertigungstechniken sorgten für<br />

eine Architektur, die weitere Zyklone überstehen soll und es auch tut.


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61<br />

CAUKIN Studio<br />

Energie kann man auf verschiedenste Arten definieren,<br />

empfinden, umsetzen oder visualisieren. Beim<br />

Bauen wird Energie – im fertigen Projekt – meist über<br />

die Effizienz, den Verbrauch und somit die Verwendung<br />

von Ressourcen verstanden. Energie ist aber<br />

auch die Kraft des Menschen, seine Begeisterung,<br />

seine Kreativität und Liebe bei der Umsetzung von<br />

architektonischen Projekten. Im folgenden Beispiel<br />

drückt sich die Energie weniger in einer architektonischen<br />

Manifestation, sondern in der klugen Verwendung<br />

von Materialien, im persönlichen Einsatz aller<br />

Beteiligten und in der Hilfe für die von einer Naturkatastrophe<br />

betroffenen Menschen aus.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

62<br />

Bauen & Energie<br />

Der Entwurf dafür stammt vom CAUKIN Studio, einem<br />

jungen sozial engagierten Designstudio aus England<br />

mit Zweigstellen in den USA und in Indonesien. Sie<br />

arbeiteten mit Teilnehmern aus der ganzen Welt im<br />

Dorf Ranwas zusammen mit der Dorfgemeinschaft,<br />

um das Projekt zu realisieren. Innerhalb kürzester<br />

Zeit entwarfen und finalisierten sie das Gebäude und<br />

errichteten einen Bau, der mit seinem Zyklon resistenten<br />

Holzrahmen, einer gewebten Bambusverkleidung,<br />

einer Dachdeckung aus Polykarbonat und<br />

Blech eine gut durchlüftete, freundliche Lernumgebung<br />

bietet.<br />

Ranwas liegt mitten im Bergland der Insel und die<br />

Luftfeuchtigkeit beträgt fast dauernd an die 99%<br />

– eine Herausforderung für die Errichtung einer<br />

Schulbibliothek. Dieser Bereich bewältigt die extrem<br />

hohe Luftfeuchtigkeit mittels sehr sorgfältig<br />

ausgeklügelter, passiver Designstrategien. So wird<br />

die Lebenszeit der gelagerten Bücher verlängert<br />

und garantiert. Man hat die Bücher in einem eigenen,<br />

verschlossenen Abteil verstaut, als Verkleidung<br />

nahmen die Designer dunkle Metallplatten, um die<br />

Temperatur im Innenraum zu erhöhen. So verringert<br />

man die relative Luftfeuchtigkeit und erhält eine trockenere<br />

Atmosphäre für die Bücher. Der Kamineffekt,<br />

das Aufheizen der Außenflächen durch die Sonne<br />

erzeugt durch die dunklen Metallplatten, sorgt für<br />

einen ständigen Abtransport der Feuchte aus dem<br />

Gebäudeteil. Die Bücherregale selbst sind in relativ<br />

kleine Stellflächen eingeteilt, so kann mehr Luft zwischen<br />

den Büchern zirkulieren und die Feuchtigkeit<br />

abführen. Eine schmale Leiter in der Bibliothek führt<br />

zu einer kleinen Mezzaninebene, die sich über eine<br />

kreisrunde Öffnung auf eine Veranda öffnet und einen<br />

gemütlichen Lesebereich für die Kinder darstellt,<br />

sozusagen ein kleines Leseversteck.<br />

u<br />

Der etwa 2.000 Kilometer östlich von Australien gelegene<br />

Inselstaat Vanuatu (er entstand 1980 aus dem<br />

seit 1906 bestehenden britisch-französischen Kondominium<br />

Neue Hebriden) wurde 2015 vom Zyklon<br />

Pam schwer getroffen und verwüstet. Die ungeheure<br />

Wucht des Sturmes zerstörte fast alles und so auch<br />

die Ranwas Primary School, die Volksschule von<br />

Ranwas auf der sogenannten Pfingstinsel (Pentecost<br />

Island, Teil von Vanuatu). Zurück blieben Kinder, die<br />

nun in völlig unzureichenden Notunterkünften unterrichtet<br />

werden mussten. Das Tanbok Projekt – eine<br />

NGO-Initiative – versuchte im Zuge dieses Desasters<br />

eine neue Schule und auch eine Bibliothek zu errichten,<br />

welche den harschen, lokalen Wetterbedingungen<br />

gerecht werden und auch zukünftigen Stürmen<br />

widerstehen sollten.


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63<br />

CAUKIN Studio<br />

Die Bevölkerung hat den „Neubau“ völlig akzeptiert,<br />

auch wegen der traditionellen Materialien – es<br />

herrscht ein emsiges Leben im Schulbetrieb.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

64<br />

Bauen & Energie<br />

Einfache Baustoffe und<br />

solide, handwerkliche<br />

Verarbeitung machen<br />

den Charme dieser Schule<br />

samt angeschlossener<br />

Bibliothek aus.<br />

Gewebte Bambuswände benutzen das höchst nachhaltige<br />

Material, das die unmittelbare Umgebung<br />

bietet und auch die traditionellen Fähigkeiten der<br />

Bewohner zur Fertigung dieser Bauteile. Mit null Kosten<br />

entstand eine atmende, in der Erhaltung billige<br />

Konstruktion, die jederzeit von den Nutzern betreut<br />

und ausgebessert werden kann. Große Fenster an<br />

jeder Längsseite des Klassenraumes sorgen für die<br />

Querlüftung und ausreichende Belichtung durch Naturlicht<br />

– keine Kosten für Elektrizität. Ein starker<br />

Kontrast zu den sonstigen dunklen und feuchten<br />

Schulen der Inselgruppe.<br />

Die Konstruktionszeit betrug nur acht Wochen und<br />

ein Team von 15 Teilnehmern aus internationalen Architekturschulen<br />

und Büros arbeitete zusammen mit<br />

ca. 50 einheimischen Arbeitern an dem Projekt, man<br />

wohnte auch zusammen im Dorf. Und wie es sich für<br />

derart interkulturelle, partizipative Projekte gehört,<br />

wurden auch viele Details der Konstruktion gemeinsam<br />

beim Bauen entwickelt und sozusagen immer<br />

wieder neu „erfunden“. Erfahrung und Wissen in einer<br />

kulturellen Immersion.<br />

Am 6. April <strong>2020</strong> passierte der Kategorie 5 Zyklon<br />

Harold Vanuatu und sein Auge überquerte direkt<br />

Ranwas. Von allen Gebäuden der Pfingstinsel wurden<br />

90% zerstört oder schwer beschädigt. In Ranwas<br />

überlebten drei den Zyklon, darunter die neue Schule<br />

mit ihrer Bibliothek.<br />


CAUKIN STUDIO LTD.<br />

info@caukinstudio.com<br />

www.caukinstudio.com<br />

CAUKIN STUDIO LTD.<br />

info@caukinstudio.com<br />

www.caukinstudio.com<br />

CAUKIN STUDIO LTD.<br />

info@caukinstudio.com<br />

www.caukinstudio.com<br />

N<br />

Library Veranda<br />

Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda<br />

Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda<br />

Veranda Teacher's O fice Cla sr om<br />

www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

65<br />

CAUKIN Studio<br />

Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda<br />

This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.<br />

Do not scale from this drawing.<br />

This drawing is copyright © CAUKIN Studio<br />

Project:<br />

RANWAS SCHOOL, VANUATU<br />

Drawing:<br />

GA PLAN AS BUILT<br />

Job No.: 17.11<br />

Drawing Number: B100<br />

Rev:<br />

X<br />

Scale: 1:50@ A3<br />

Date: 10.12.19<br />

Drawn by: JP<br />

This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.<br />

Do not scale from this drawing.<br />

This drawing is copyright © CAUKIN Studio<br />

Project:<br />

RANWAS SCHOOL, VANUATU<br />

Drawing:<br />

SECTION AA AS BUILT<br />

Job No.: 17.11<br />

Drawing Number: B300<br />

Rev:<br />

X<br />

Scale: 1:50@ A3<br />

Date: 10.12.19<br />

Drawn by: JP<br />

N<br />

This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.<br />

Do not scale from this drawing.<br />

Ranwas This drawing School<br />

is copyright © CAUKIN Studio<br />

Pentecost Island, Vanuatu<br />

Project:<br />

RANWAS SCHOOL, VANUATU<br />

Drawing:<br />

SECTION BB AS BUILT<br />

Job No.: 17.11<br />

Drawing Number: B301<br />

Rev:<br />

X<br />

Scale: 1:50@ A3<br />

Date: 10.12.19<br />

Drawn by: JP<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Mitarbeiter:<br />

Statik:<br />

The Tanbok Project Charity<br />

CAUKIN Studio<br />

Harrison Marshall, David Mahon<br />

Tom Bule<br />

Grundstücksfläche: 130 m 2<br />

Bebaute Fläche: 130 m 2<br />

Nutzfläche: 130 m 2<br />

Planungsbeginn: 12/2018<br />

Bauzeit:<br />

8 Wochen<br />

Fertigstellung: 09/2019


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

66<br />

Bauen & Energie<br />

Mit dem jüngsten Fünf-Sterne-Hotel Tirols heben Matteo Thun &<br />

Partners /Architektur und MEISSL Architects die Verzahnung von<br />

Design und Konstruktion auf ein neues Level. Das Green Spa-Hotel<br />

MalisGarten in Zell am Ziller wurde als reiner Holzbau konzipiert,<br />

wobei konsequent auf die Verwendung heimischer Hölzer geachtet<br />

wurde. Als erstes 5-geschossiges Hotel komplett aus Massivholz<br />

setzt MalisGarten neue Maßstäbe im Holzbau.


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67<br />

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />

Holzbau<br />

higher level<br />

MalisGarten / Zell am Ziller, Österreich /<br />

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />

Text: Linda Pezzei Fotos: ZillerSeasons, Dirk Tacke<br />

„Holz ist einer der wenigen Baustoffe mit ästhetischer<br />

und technischer Dauerhaftigkeit.“ Kein Wunder<br />

also, dass der für mutige Lösungen bekannte italienische<br />

Architekt Matteo Thun gleich ein besonderes<br />

architektonisches Konzept für Reinhard Binder im<br />

Kopf hatte, als der mit der Bitte an Thun herantrat,<br />

für ihn ein neues Fünf-Sterne-Hotel im Zillertal in den<br />

österreichischen Alpen zu entwerfen. Binder seinerseits<br />

ist Vorstandsvorsitzender der ortsansässigen<br />

Binderholz GmbH, die auf die Produktion von innovativen<br />

Massivholzprodukten spezialisiert ist. Ein perfect<br />

match könnte man also sagen.<br />

„Seit es Menschen gibt, wird mit Holz gebaut. Historisch<br />

gesehen war Holz der erste echte Baustoff“,<br />

bringt Reinhard Binder den Kerngedanken seines<br />

neuesten Hotelprojekts auf den Punkt. Ein Hotel<br />

komplett aus Holz, so lautete also die Zielvorgabe für<br />

Architekt und Bauherr. Der Name 5*S Green Spa-Hotel<br />

MalisGarten sollte am Ende in jedem Fall mehr<br />

sein als nur schöner Marketing-Slogan – wie so oft.<br />

Heimische Hölzer und traditionelle Handwerkskunst<br />

koexistieren im Ergebnis bei MalisGarten gleichberechtigt<br />

neben modernsten Fertigungsmethoden<br />

und computerbasierter Planung.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

68<br />

Bauen & Energie<br />

Holz scheint für ein Wellness-Hotel als Basiselement<br />

wie geschaffen. Seit Menschengedenken findet dieser<br />

natürliche Baustoff in unserem architektonischen<br />

Schaffen Verwendung und punktet neben der angenehmen<br />

Haptik und seinem Wohlfühlcharakter gerade<br />

durch die Vielfalt seiner (optischen) Facetten.<br />

Dazu kommen die unzähligen technischen, bauphysikalischen<br />

und ökologischen Vorteile. So wurde das<br />

Hotelprojekt – natürlich auch durch den Bezug des<br />

Bauherren zum Baustoff Massivholz - von der Bodenplatte<br />

bis zum Dach in Holz gedacht. Auch eine Herausforderung<br />

für das lokale Architekturbüro MEISSL<br />

Architects mit Sitz in Seefeld in Tirol, die sich mit<br />

einer extrem knappen Bauzeit von nur 15 Monaten<br />

konfrontiert sahen.<br />

„Wir präferieren Holz als Baustoff. Dank vorgefertigtem Holz<br />

werden die Bauzeiten reduziert, Holz ist leicht zu transportieren,<br />

Holz ist langlebig, flexibel und entwickelt Patina, es altert<br />

schön. Holz ist zeitlos – es ist ein nachwachsender Rohstoff<br />

– es ist DAS Material für das 21. Jahrhundert.“<br />

Matteo Thun


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69<br />

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />

Dass der Eröffnungstermin gehalten werden<br />

konnte, liegt allen voran an der intelligenten Planung<br />

mittels Vorfabrikation einzelner Elemente,<br />

die der Baustoff Massivholz ermöglicht. Die gesamte<br />

tragende Struktur besteht aus Brettsperrholz-Elementen<br />

in Fichte und Lärche. Selbst die<br />

Treppenhäuser und Liftschächte sind in Massivholz<br />

ausgeführt – eine Tatsache, die sowohl<br />

Brandschutzplanern wie Statikern einiges an<br />

Kooperation und Innovation abverlangt haben<br />

dürfte. Wäre nicht der Bauherr selbst so kompromisslos<br />

für einen Bau komplett aus Holz eingestanden,<br />

wäre MalisGarten vermutlich nicht das<br />

erste 5-geschossige Hotel der Gebäudeklasse 5<br />

komplett aus Massivholz geworden. “Wir sind von<br />

der Qualität der Ausführung bei dieser extrem<br />

knappen Bauzeit begeistert“, zeigt sich so auch<br />

Architekt Alexander Meissl mit dem Ergebnis<br />

sehr zufrieden.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

70<br />

Bauen & Energie<br />

Neben der Verwendung der verschiedenen Massivholzprodukte<br />

trägt auch ein ausgeklügeltes Heiz- und<br />

Kühlkonzept inklusive Erdwärme und Pelletheizung<br />

zu der Tatsache bei, dass MalisGarten wohl als eines<br />

der nachhaltigsten Hotels im Zillertal gelten darf. Holz<br />

hat im Vergleich zu anderen Baumaterialien ohnehin<br />

dank seiner technischen, bauphysikalischen, wirtschaftlichen<br />

und ökologischen Vorteile die Nase vorn.<br />

Dazu kommen die deutlich geringere Bauzeit durch<br />

Vorfabrikation, eine größere Nettonutzfläche durch<br />

schlankere Konstruktionen sowie die äußerst positive<br />

CO 2 -Bilanz. Allein für das Projekt MalisGarten bleiben<br />

mehr als 1.500 Tonnen CO 2 langfristig in den Massivholzelementen<br />

gebunden. Neben deren Behaglichkeit<br />

und Wärme, wirken Hölzer wie Tanne, Fichte oder Zirbe<br />

zudem beruhigend auf Geist und Körper, senken<br />

die Herzfrequenz und begünstigen einen gesunden<br />

Schlaf. Für ein Green Spa-Hotel also in jeder Hinsicht<br />

das perfekte Material.<br />

Wie der Name MalisGarten schon vermuten lässt,<br />

umfasst das Hotelgelände auch einen 2.000 m²<br />

großen Garten mit Entspannungsbereichen, einem<br />

Obst- und Kräutergarten sowie einem Außenpool,<br />

der im rückwärtigen Bereich über ein 22 Meter langes<br />

Becken in den Innenbereich übergeht. Die mit<br />

Profilhölzern versehenen Wände und Decken kreieren<br />

in Kombination mit gedeckten Farben den Eindruck<br />

einer Badelandschaft inmitten eines Waldes.<br />

Die begrünte, hölzerne Außenfassade schafft als<br />

Pendant schon an der Vorderseite des Hotels eine<br />

Einheit mit dem Garten und vermittelt den Eindruck<br />

einer naturnahen Entspannungsoase inmitten des<br />

kleinen Örtchens Zell am Ziller.


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71<br />

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />

Der Name „MalisGarten“<br />

ist auch auf den großzügig<br />

angelegten Terrassen<br />

Programm: Pflanzkörbe,<br />

naturbelassenes Holz und<br />

Textilien in Naturtönen<br />

rahmen den Blick auf die<br />

umgebende Bergwelt.<br />

Obwohl das Interieurdesign nicht aus der Feder<br />

von Matteo Thun & Partners /Architektur stammt,<br />

scheint es doch fein abgestimmt auf das architektonische<br />

Gesamtkonzept. Das Thema Holz zieht sich<br />

auch hier von der Lobby über das Restaurant bis<br />

hin zum Spa-Bereich und den 35 Zimmern als konsequentes<br />

Leitmotiv durch alle Bereiche - ob Böden,<br />

Wände, Decken oder Mobiliar, hier wird die Klaviatur<br />

des Materials Holz wirklich in all seinen Nuancen angestimmt.<br />

Dabei trifft Alt auf Neu, der buntbemalte<br />

Bauernschrank behauptet sich selbstbewusst neben<br />

dem voluminösen Designersofa, Drexlerkunst und Intarsien<br />

finden neben CNC-gefrästen Elementen ihre<br />

Daseinsberechtigung. Fichte, Tanne, Lärche, Zirbe,<br />

Eiche und Nuss – Tafelparkett, Fischgrätmuster oder<br />

klassische Diele – MalisGarten darf auch als Werkschau<br />

gelten, was Holz alles kann.<br />

Was auf den ersten Blick viel wirken mag, macht die<br />

Zimmer nach Inbeschlagnahme umso gemütlicher.<br />

Dazu kommt der feine Duft nach frischem Holz, der<br />

den Gast hier an jeder Ecke während seines Aufenthalts<br />

wie ein unsichtbarer Geist begleitet. Oder um es<br />

mit den Worten Matteo Thuns zu sagen: „Holz setzt<br />

Zeichen. Holz lebt. Und Holz entwickelt eine herrliche<br />

Patina.“<br />

•<br />

MalisGarten<br />

Zell am Ziller, Österreich<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Mitarbeiter:<br />

Statik:<br />

Familie Binder-Egger | ZillerSeasons<br />

Architektonisches Konzept: Matteo Thun & Partners /Architektur<br />

Lokaler Architekt: MEISSL ARCHITECTS<br />

MEISSL ARCHITECTS: Alexander Meissl,<br />

Nadin Bierbauer, Stefan Plattner, Mara Milborn<br />

tragwerkspartner zt GmbH Innsbruck<br />

Grundstücksfläche: 3.084 m 2<br />

Bebaute Fläche: 1.144 m 2<br />

Nutzfläche: 4.707 m 2<br />

Planungsbeginn: 01/2019<br />

Bauzeit:<br />

15 Monate<br />

Fertigstellung: 06/<strong>2020</strong><br />

„Die flexiblen Möglichkeiten, die<br />

kurze Bauzeit und die ökologischen<br />

Vorteile sprechen in Verbindung<br />

mit dem gelungenen Design eindeutig<br />

für eine vielversprechende<br />

Zukunft des Baustoffes Holz.“<br />

Alexander Meissl<br />

© DavidJohansson


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

72<br />

Bauen & Energie<br />

Erweiterung<br />

des Horizonts<br />

Erweiterung Gipfelhaus / Magdalensberg, Kärnten / Architekten Ronacher ZT<br />

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Franz Gerdl, Herman Stelz, Hannes Pacheiner


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73<br />

Architekten Ronacher ZT<br />

Für das Gipfelhaus am<br />

Kärntner Magdalensberg<br />

wurde mehr Raum<br />

benötigt. Die Architekten<br />

Ronacher setzen diese<br />

Anforderung an dem historischen<br />

Ort mit einem<br />

feinfühligen Konzept in<br />

die Realität um.<br />

Bauen an einem historischen Ort ist immer ein<br />

schwieriges Unterfangen. Es benötigt Sensibilität,<br />

Kenntnis und ein Gespür für Mögliches und Machbares.<br />

Auch der Magdalensberg, der als heiliger Berg<br />

Kärntens gilt, ist ein solcher Ort. An seinem Fuße fand<br />

man Spuren von Siedlungen der Kelten und Römer.<br />

Auf seinem 1058 Meter hohen Gipfel befindet sich<br />

eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. In<br />

unmittelbarer Nähe dazu wurde in den 1980er Jahren<br />

ein Gipfelhaus gebaut, das mit seinem großen Volumen<br />

in einem Spannungsverhältnis zur Kirche steht.<br />

Für die Nutzung als Gasthaus, Hotel und Hochzeitslocation<br />

und aufgrund der regen Nachfrage wurde eine<br />

Erweiterung des Betriebes notwendig, ein zusätzliches<br />

Bauvolumen war am Gipfel jedoch nicht erwünscht.<br />

Deshalb erforderte ein Ausbau an diesem Ort ein Umdenken<br />

und ein vollkommen anderes Konzept.<br />

Zwischen den Wünschen der Bauherren und denen<br />

der raumplanenden Behörde nahmen die Architekten<br />

Ronacher eine vermittelnde Rolle ein. Eine Erweiterung<br />

des Gipfelhauses konnte nur durch eine<br />

Ausweitung des Flächenwidmungsplanes und eines<br />

entsprechenden Teilbebauungsplanes ermöglicht<br />

werden. IIn Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt,<br />

der Archäologie und der erweiterten Ortsbildpflegekommission<br />

wurde ein Projekt ausgearbeitet,<br />

das einen sensibleren und ökologischeren Ansatz<br />

verfolgt. Die Erweiterung sollte mittels Bauvolumen<br />

erfolgen, das in den Berg hineingegraben und dessen<br />

Überdachung begrünt ist. Vorgeschlagen wurde ein<br />

neuer Bettentrakt, der sich östlich des Gipfelhauses<br />

mit einer Krümmung an die Topographie des Magdalensberges<br />

anschmiegt. Durch das Hineinversetzen<br />

in den Berg und die Begrünung ist er vom Gipfel aus<br />

beinahe unsichtbar und gibt den Blick wie gehabt in<br />

die umgebende Landschaft frei.<br />

u


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

74<br />

Bauen & Energie<br />

Nach der ersten erfolgreichen Präsentation dieses<br />

Konzepts wurde sogar die Möglichkeit eröffnet, zwei<br />

derartige Bettentrakte am Gipfel zu positionieren.<br />

Neben der Erweiterung sollten auch Veränderungen<br />

am bestehenden Gipfelhaus vorgenommen werden,<br />

um dessen Baukörper mehr Schlichtheit zu verleihen:<br />

Das Krüppelwalmdach weicht einem zurückhaltenden<br />

Satteldach, die Dachgaupen sind verkleinert, die<br />

verputzte Fassade wird mit Lärchholzbrettern verkleidet.<br />

Als ausschlaggebend für die Akzeptanz des<br />

Konzeptes kann vor allem aber die Veränderung des<br />

bestehenden Hochzeitssaales gesehen werden, der<br />

abgetragen und durch einen neuen, wesentlich flacheren<br />

mit Gründach ersetzt werden sollte. Dadurch<br />

erweiterte sich der Horizont und eröffnet den Blick<br />

Richtung Karawanken. Schlussendlich kam es zur<br />

Genehmigung durch die raumplanende Behörde und<br />

zur Umwidmung der Flächen, sodass der Erweiterung<br />

und dem Umbau des Gipfelhauses nichts mehr<br />

im Weg stand.<br />

Holzoberflächen dominieren<br />

im Innenraum. Jedes<br />

der neuen Hotelzimmer<br />

besitzt einen Panoramablick<br />

auf die umliegende<br />

Berglandschaft und ist<br />

durch die geschickte Anordnung<br />

der Zimmer vor<br />

Einblicken geschützt.


FÖN<br />

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75<br />

Architekten Ronacher ZT<br />

Die Erweiterung des Gipfelhauses durch zwei Bettentrakte<br />

mit zwanzig Zimmern ist wohlüberlegt positioniert.<br />

Die Ausrichtung erfolgte nach Osten, die<br />

Verbindung zum Bestandsbau über eine Verbindung<br />

im ersten und zweiten Untergeschoss. Durch die zeilenförmige<br />

Anordnung ist jedes Zimmer geschützt<br />

vor Einblicken und hat seinen eigenen Ausblick auf<br />

das Bergpanorama der Umgebung.<br />

Mit der Erweiterung des Gipfelhauses ging letztendlich<br />

auch sein Umbau einher. Die Umgestaltung<br />

konnte direkt genutzt werden, um das Gebäude<br />

thermisch zu sanieren und brachte schließlich eine<br />

Verbesserung seines Erscheinungsbildes mit sich.<br />

Die Zusammengehörigkeit der einzelnen Baukörper<br />

wird durch die das verbindende Vordach und die hölzernen<br />

Oberflächen deutlich sichtbar und hervorgehoben.<br />

Das neue Satteldach tritt in direkten Bezug<br />

zur romanischen Kirche, sodass ein Ensemble beider<br />

Gebäude am Gipfel entsteht.<br />

Mit ihrer Gestaltung der Erweiterung des Gipfelhauses<br />

am Magdalensberg bewegten sich die Architekten<br />

Ronacher stets zwischen dem Damals und dem<br />

Hier, zwischen Tradition und Moderne. Durch ihre<br />

Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den Bauherren<br />

und den Behörden konnte an diesem traditionsreichen<br />

und historischen Ort eine neue zeitgemäße Architektur<br />

entstehen.<br />

•<br />

DEBORA MUGNAINI [ARCHITEKTEN RONACHER] | N:\2017\1707 SKORIANZ, ERWEITERUNG GIPFELHAUS, MAGDALENSBERG\VERÖFFENTLICHUNGEN\CAD\1707 B02.DWG | A3 (297 X 420 MM)| 1622 HOFBAUER.CTB<br />

UG 1<br />

Erweiterung Gipfelhaus am Magdalensberg<br />

9064 Magdalensberg<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Statik:<br />

architektenR<br />

ARCHITEKTEN RONACHER ZT GmbH | Arch. DI Dr. Herwig Ronacher, Arch. DI Andrea Ronacher | A-9620 Hermagor | office@architekten-ronacher.at | LG Klagenfurt, FN: 352443z | www.architekten-ronacher.at<br />

Familie Skorianz<br />

Architekten Ronacher ZT<br />

Kastner ZT GmbH<br />

Grundstücksfläche: 13.530 m²<br />

Bebaute Fläche: 2.584,7 m²<br />

Planungsbeginn: 02/2017<br />

Bauzeit:<br />

7 Monate<br />

Fertigstellung: 05/<strong>2020</strong><br />

ERWEITERUNG GIPFELHAUS MAGDALENSBERG<br />

VERÖFFENTLICHUNGSPLAN<br />

GRUNDRISS UG 1 | ZIMMER SÜD<br />

15.10.<strong>2020</strong> 1/250 1707<br />

„Als wir vor etwa vier Jahren von<br />

den Bauherren gebeten wurden einen<br />

Entwurf für die Erweiterung des<br />

Gipfelhauses zu erarbeiten, stießen<br />

wir bei den Behörden zunächst auf<br />

Ablehnung. Erst als wir mit Nachdruck<br />

einen Präsentationstermin<br />

für unsere Idee erbaten und diesen<br />

schließlich erhielten, war es uns<br />

möglich unseren Entwurf vorzustellen.<br />

Dieser verfolgte einen völlig<br />

anderen Ansatz als die bisherigen<br />

Versuche für eine Erweiterung. „


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

76<br />

Licht<br />

Stimmiges Licht<br />

im Bergdorf<br />

Hoch über dem Tal in Leogang im Salzburger Pinzgau liegt auf der Sonnenseite<br />

gegenüber den großen Schigebieten das Bergdorf Priesteregg von Renate und Huwi<br />

Oberlader. Mit seinen nunmehr 18 verschiedenen Chalets ist es ein Ort für alle, die<br />

das Besondere in den Salzburger Bergen suchen. 2019 wurde das Areal nochmals<br />

mit einem großzügigen Wellnessbereich erweitert. Zudem entstanden mit der VILLA<br />

ETANER und der WILDERER VILLA zwei weitere Chalets, die jeden Luxus bieten.<br />

Text: Alexander Magyar Fotos: Günter Standl<br />

Die Oberladers leben ihr Bergdorf – alles hier trägt<br />

ihre Handschrift. So werden aus Tälern alte Baumstämme<br />

herausgezogen, die dann als Möbel für die<br />

neuen Chalets verarbeitet werden und aus „Abfallprodukten“<br />

auf der Baustelle werden unter dem Beisein<br />

von einem der Beiden Deko-Objekte gestaltet.<br />

Seit jeher legen die Hoteliers, die neben dem Bergdorf<br />

auch das stylische Hotel „mama thresl“ im Tal<br />

in Leogang und bei der Bergstation der Asitzbahn<br />

den Mountain Club „Hendl Fischerei“ betreiben, auch<br />

sehr viel Wert auf das Licht und die Lichtstimmungen<br />

in ihren Gebäuden. Und so taucht schon die letzten<br />

15 Jahre immer wieder der Name Catellani&Smith<br />

auf. So wie Renate und Huwi mit ihrem Bergdorf hat<br />

auch Enzo Catellani mit seinen Leuchten immer neue<br />

Trends gesetzt und so finden sich überall im Priesteregg<br />

auch die Produkte der Firma aus Bergamo.


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77<br />

Licht<br />

Ob als große „Drahtwolke“ über dem Pool im Wellnessbereich,<br />

oder als Esstisch-und Bettleuchte in der Villa<br />

Etaner – die dekorativen Highlights in der Beleuchtung<br />

wurden mit Leuchten von Catellani umgesetzt.<br />

Unterstützung holten sich die Bauherrn bei dieser<br />

Etappe, wie auch in den letzten Bauphasen, von den<br />

ansässigen Lichtplanern der lichtwert concept GmbH.<br />

Gemeinsam mit den Oberladers wurde über die Positionierung<br />

der Leuchten und die exakten Leuchtentypen<br />

diskutiert, fachgesimpelt und philosophiert….<br />

Das Ergebnis ist eine einzigartige Lichtstimmung,<br />

die in dieser Form ihresgleichen sucht. Das Gesamtbild<br />

ist erfrischend anders als der „Einheitsbrei“, dem<br />

man in der Region so häufig ausgesetzt ist: Präsente<br />

Leuchtkörper und nicht aufzufindende „Stimmungsmacher“<br />

wechseln einander ab und hinterlassen<br />

beim Gast einen bleibenden positiven Eindruck.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

78<br />

Licht<br />

Wo kein Licht,<br />

da auch kein Schatten<br />

Dass das Erdgeschoß Ecke Praterstraße und Aspernbrückengasse in der Wiener<br />

Leopoldstadt kaum wiederzuerkennen ist, ist zum Großteil Philipp Brandstätter<br />

zu verdanken, der die ehemaligen ATV-Räumlichkeiten, die fast zwei Jahre leer<br />

gestanden sind, mit einem ausgeklügelten Design- und Lichtkonzept zu neuem<br />

Leben erweckt hat. Eineinhalb Jahre wurde umgebaut, entwickelt und an einem<br />

internationalen Multichannel-Konzept gefeilt, das Café, Lounge, Kunstraum, Bar<br />

und Club, also Tag und Nacht, in einer einzigen Location vereint.<br />

Text: Alexander Magyar Fotos: Mato Johannik<br />

Um diesen unterschiedlichen Stimmungen gerecht<br />

zu werden, braucht es natürlich ein ausgeklügeltes,<br />

harmonisches und vielseitig einsetzbares Interieur.<br />

Eine enorme Herausforderung, die mit der nötigen<br />

Klarheit und einem Potpourri an kreativen Lösungsvorschlägen<br />

gemeistert wurde. Für die notwendige<br />

Balance zwischen Individualität und Harmonie sorgte<br />

dabei Philipp Brandstätter, der seit 2003 in Wien<br />

das Design- und Planungsstudio „Branddesigners“<br />

betreibt und der bei diesem Projekt vom Interior Designer<br />

Andreas Pust unterstützt wurde.<br />

Im Zentrum seines Konzepts steht die Bar: Es ist<br />

ein schier endloser Travertin, der von Beton-Mittelleitplanken<br />

getragen wird und trotz seiner Wucht<br />

grazil in den Fokus rückt. Urbanes Design, Leitschienen<br />

auf der Tanzfläche und das Logo des Clubs (ein<br />

Autobahnzeichen ohne Brücke) sollen die Straße in<br />

den Club bringen. Für sein Konzept konnte Brandstätter,<br />

der in der heimischen Kunstszene gut vernetzt<br />

ist, auch einige Kunstgrößen gewinnen: In einer<br />

nach ihm benannten Lounge stellt etwa Martin Grandits<br />

seinen getragenen weißen Socken hinter einem<br />

Glastisch aus. Und Thomas Weidinger hat für diese<br />

Location alte Wiener Straßenlaternen zerschnitten<br />

und zu einem neuen Luster geformt.


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79<br />

Licht<br />

Auch bei der Lichtprogrammierung zog<br />

Brandstätter, der sich bereits seit mehr als<br />

15 Jahren mit LED-Technologien und deren<br />

Möglichkeiten beschäftigt, alle Register.<br />

Licht ist für ihn ein zentrales Element, um<br />

die Architektur zu unterstreichen und zu inszenieren.<br />

Sein Gespür für Licht und seine<br />

technischen Fähigkeiten in der Umsetzung<br />

sieht man etwa an der Lamellen-Wand: Entworfen<br />

wurde ein System, das über zweifache<br />

Licht-Umlenkung funktioniert. Über<br />

eine Länge von 15 Meter und einer Höhe von<br />

2,80 m wurde eine Holz-Lammellen-Wand<br />

errichtet, die wie ein Screen funktioniert. In<br />

ausgeschaltetem Zustand ist es ein neutraler<br />

grauer Ton, der durch die RGB-Elemente<br />

animiert werden kann. Durch eine enorm<br />

flexible Schaltbarkeit können entlang der<br />

Länge unterschiedliche Stimmungen erzeugt<br />

werden. Durch die zweifache Umlenkung<br />

wird das Licht gestreut, es sind keine<br />

LED-Leuchten sichtbar und ein diffuser<br />

Lichtschein entsteht.<br />

Demgegenüber steht eine Leihgabe der<br />

renommierten heimischen Künstlerin Brigitte<br />

Kowanz. Ihre Arbeit „Introduction<br />

of the Euro” ist ein wesentlicher Beitrag<br />

für das Licht-Konzept im Lounge-Bereich<br />

und zieht die Blicke auf sich. Passend zum<br />

Kunstwerk wurde eine Spiegelwand aufgezogen,<br />

deren Spiegelungseffekt von oben<br />

nach unten immer geringer wird. Hat man<br />

Zugang zum Backstageraum, offenbart sich<br />

ein weiteres Design-Highlight: Brandstätter<br />

ließ sich dabei von Arbeiten vom dänischen<br />

Star-Architekten Verner Panton inspirieren.<br />

Eine Installation aus 1800 maßgefertigten<br />

Acrylglasblättchen, die auf der einen Seite<br />

mit Prismen, auf der anderen Seite mit einem<br />

Farbverlauf digital bedruckt wurden.<br />

Das ergibt im Zusammenspiel mit dem<br />

blauen Samt, mit dem der ganze Raum ausgekleidet<br />

wurde, ein sehr warmes Licht, das<br />

durch punktgerichtete LED-Spots erzeugt<br />

und durch die Prismen auf den Blättchen<br />

gebrochen wird. Da diese auf der Decke<br />

hängend angebracht wurden, entstehen bei<br />

Bewegung, eventuell durch einen Luftzug<br />

verursacht, Moiré-Effekte und Schattenspiele<br />

am Boden.<br />

Die gesamte Einrichtung dieser neuen Location<br />

ist ein gelungener Brückenschlag zwischen<br />

unterschiedlichen Stilen und Epochen<br />

- von den 70er-Jahren bis ins Hier und Jetzt.<br />

Von Vintage-Leuchten bis zu modernen Dali<br />

Spots. Ein ansprechender, nie überladener<br />

Mix aus Retro-Elementen und modernen<br />

Materialien, bei dem ein Element immer wiederkehrt:<br />

Es ist der „orangene Faden“, der<br />

das Lokal durchzieht, sich farblich in vielen<br />

Details wiederfindet und den Gin-Tonic in<br />

der Praterstrasse zum Erlebnis macht.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

80<br />

Produkt News<br />

Glanzvoll und ultraflach<br />

Die Reduktion eines Produkts auf das Wesentliche bedarf absoluter Perfektion.<br />

Denn der Verzicht auf unnötige Details lenkt den Blick unmittelbar auf Form und<br />

Funktion des Objekts.<br />

Das Thema Reduktion hat der Schweizer Leuchtenhersteller<br />

Regent Lighting nun noch ein Stück weiter<br />

getrieben und die bewährte Purelite Produktfamilie<br />

um eine besonders schlanke Version ergänzt, die<br />

gänzlich neue Möglichkeiten hinsichtlich Anwendung<br />

und Montage bietet. Purelite Slim ist die flachste<br />

und schlankeste Büroleuchte, die derzeit auf dem<br />

Markt zu finden ist. Beachtlich ist nicht nur deren<br />

Lichtqualität, sondern der ultraflache Leuchtenkörper,<br />

der gerade einmal 35 Millimeter misst.<br />

Als schmaler, kontinuierlicher Lichtstreifen, mit einer<br />

Länge von bis zu 19 Metern, leuchtet Purelite Slim<br />

Räume und Decken schattenfrei aus oder setzt, wo<br />

gewünscht, Akzente durch eine gezielte Lichtführung.<br />

Erhältlich ist die Lichtline in drei Varianten: Für Büros,<br />

Konferenzräume, Eingangsbereiche und Flure eignen<br />

sich die beiden raumstrahlenden Varianten mit Deckenaufhellung<br />

Purelite Slim und Purelite Slim Office.<br />

Die direktstrahlende Variante Purelite Slim D richtet<br />

das Licht hingegen nur nach unten, um bestimmte Bereiche<br />

gezielt auszuleuchten.<br />

Dafür stehen vier Montagevarianten zur Verfügung,<br />

die jeweils eine unterschiedliche Wirkung der<br />

Leuchte im Raum erzeugen. Neben der Deckeneinbauleuchte<br />

gibt es Purelite Slim auch als Deckenanbauleuchte<br />

und als Lichtkanalsystem und mit dem<br />

entsprechenden Zubehör als Pendelvariante. Wie bei<br />

einigen anderen Purelite Produkten können auch bei<br />

Purelite Slim Office und Purelite Slim D die neu entwickelten<br />

Diffusoren RUN und RUN+ integriert werden.<br />

REGENT Licht GmbH<br />

T +43 (0)1 879 12-10<br />

info@regent-licht.at<br />

www.regent.ch


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81<br />

Produkt News<br />

Automatisierte Lichtlösung<br />

Die zunehmende digitale Vernetzung, der Wunsch nach mehr Komfort, Sicherheit<br />

sowie Energieeffizienz sind treibende Kräfte für einen innovativen Ansatz zur automatisierten<br />

Steuerung unterschiedlicher Geräte und Installationen im Haus und<br />

in Gebäudekomplexen. Im oberösterreichischen Kollerschlag ist mit Loxone einer<br />

der erfolgreichsten Anbieter von Steuerungssystemen beheimatet, die Haustechnik,<br />

Elektrogeräte, Unterhaltungselektronik und auch Licht miteinander vernetzen<br />

und Abläufe in Gebäuden automatisieren.<br />

Auch die Entwicklerteams vom Lichtspezialisten<br />

Molto Luce beschäftigen sich bei der Konzeption<br />

innovativer Lichtlösungen intensiv mit dem Bereich<br />

der automatisierten Steuerung, da sich daraus zusätzliche<br />

Vorteile wie ein Mehr an Flexibilität, Nutzerfreundlichkeit<br />

und Energieeinsparung ergeben.<br />

Auf der Suche nach einem stabilen, einfachen sowie<br />

sicheren System zur drahtlosen Steuerung traf man<br />

in unmittelbarer regionaler Nähe mit Loxone auf einen<br />

idealen Partner, um die Leuchten von Molto<br />

Luce digital zu programmieren. Ein erstes Ergebnis<br />

dieser Zusammenarbeit zweier Spezialisten ist das<br />

Schienensystem Volare: Unter dem Namen „Volare<br />

Air“ bietet Molto Luce nun seine 230V-2-Phasenstromschiene<br />

und ein umfassendes Sortiment an<br />

darauf abgestimmten Leuchten und Strahlern an. Die<br />

gewünschten Settings an Lichtstimmungen können<br />

einfach über eine App angelegt werden. Abhängig<br />

von Tageszeiten, persönlichen Stimmungen oder zu<br />

erledigenden Tätigkeiten lassen sich verschiedene<br />

Lichtquellen kombinieren und aktivieren, um auf<br />

diese Weise die jeweils passende Lichtatmosphäre<br />

sicherzustellen.<br />

Spannende Aussichten<br />

In diesem Zusammenspiel kann ein automatisiertes<br />

Gebäude aber nicht nur die Funktion des Beleuchtens<br />

übernehmen. So lassen sich Lichtquellen z.B.<br />

auch intelligent als Lichtklingel benutzen, weil etwa<br />

das schlafende Kind oder der Bürobetrieb nicht gestört<br />

werden soll. Im Bereich der Alarmierung kann<br />

die gesamte Beleuchtung eines Gebäudes zu blinken<br />

beginnen, weil etwa Wasser, Rauch oder Einbruch detektiert<br />

wurde.<br />

Neben dem Thema Licht fokussiert Loxone bei der<br />

Automatisierung auch auf viele andere Bereiche wie<br />

etwa Beschattung, Lüftung, Multimedia und Heizung.<br />

Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten<br />

erledigt das automatisierte Gebäude viele<br />

Aufgaben in puncto Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz<br />

von selbst.<br />

Molto Luce GmbH<br />

T +43 (0)7242 698-0<br />

office@moltoluce.com<br />

www.moltoluce.com<br />

www.loxone.com


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

82<br />

Produkt News<br />

Gute Beleuchtung<br />

für mehr Wohlbefinden<br />

Unzureichende Beleuchtung in Räumen bringt den natürlichen Biorhythmus von<br />

Menschen durcheinander, lässt den für den Schlaf zuständigen Melatonin-Spiegel<br />

ansteigen und macht müde. Abhilfe gegen den Lichtmangel bietet die richtige<br />

Beleuchtung, die die Programmierung intelligenter, angepasster Beleuchtungsszenarien<br />

ermöglicht.<br />

Eine Lösung für intelligente Beleuchtungsanlagen<br />

bietet B.E.G., Experte für Bewegungsmelder und Beleuchtung:<br />

Die bewährten KNX-Präsenzmelder verfügen<br />

nun auch über die HCL-Steuerung (Human<br />

Centric Lighting). Lichtfarbe und -intensität werden<br />

über den Tag hinweg sanft an den natürlichen Verlauf<br />

des Sonnenlichts angepasst. Beides beeinflusst<br />

den natürlichen Biorhythmus und die innere Uhr. Damit<br />

können in Bürogebäuden, in der Industrie oder in<br />

Schulen Lichtquellen so eingestellt werden, dass das<br />

Wohlbefinden steigt und negative Auswirkungen von<br />

Lichtmangel abgefedert werden. Für die Umsetzung<br />

werden DALI Device Type 8- Leuchten benötigt, die<br />

über warmweiße und kaltweiße LED verfügen. Das<br />

DALI-KNX-Gateway stellt die Verbindung zwischen<br />

Leuchte und KNX-Melder her.<br />

Die Frage der richtigen Beleuchtung sollte idealerweise<br />

schon in der Planungsphase eines Gebäudes berücksichtigt<br />

werden. Energiemanagement ist in diesem<br />

Zusammenhang ebenfalls ein Thema, denn die<br />

in der dunklen Jahreszeit notwendige Beleuchtung<br />

über fast den ganzen Tag verbraucht natürlich auch<br />

mehr Strom als gewöhnlich. Hier greift die Energiesparverordnung<br />

(EnEV) der EU, die dazu verpflichtet,<br />

festgelegte Energiestandards einzuhalten. Diese Rahmenbedingungen<br />

stellen auch Anforderungen an die<br />

Beleuchtung: Besseres Licht durch innovative Lichttechnik<br />

und optimierte Tageslichtnutzung bei niedrigerem<br />

Energieverbrauch lautet die Devise. Moderne<br />

Beleuchtungssysteme tragen dem durch die Entwicklung<br />

energieeffizienter Lösungen Rechnung.<br />

Siblik Elektrik<br />

GmbH & Co. KG<br />

T +43 (0)1 68 006-0<br />

info@siblik.com<br />

www.siblik.com


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83<br />

Produkt News<br />

Modulare Flexibilität<br />

Flexibel reagieren auf bauliche Gegebenheiten: Das neue System der<br />

BEGA Systempendelleuchten für den Innenraum ermöglicht die Berücksichtigung<br />

nahezu aller denkbaren Deckenkonstruktionen. Hochwertige<br />

Pendelleuchten mit vollständiger Lichtkontrolle sind hierzu als modulares<br />

System kombinierbar mit verschiedenen Installationskomponenten.<br />

Die Aufhängung und der elektrische Anschluss einer<br />

Pendelleuchte an einer Decke erfolgen üblicherweise<br />

in einem Baldachin. Diese Installationskomponente<br />

dient neben dem sicherheitsrelevanten Schutz vor<br />

Berührungsspannung auch der Kaschierung der Aufhängung<br />

und der Leitungsverbindung. Oft sorgen<br />

bauliche Gegebenheiten jedoch dafür, dass Leuchten<br />

an unterschiedliche Deckenkonstruktionen installiert<br />

werden müssen. Die BEGA Systempendelleuchten<br />

tragen diesen Anforderungen Rechnung:<br />

Unterschiedliche Installationskomponenten ermöglichen<br />

die Integrierung von elektrischem Anschluss<br />

und Leuchtenaufhängung in eine abgehängte Decke,<br />

Montage und Installation an geneigte wie gerade Decken<br />

oder die Installation der Pendelleuchten an ein<br />

Stromschienensystem.<br />

Zahlreiche Pendelleuchten aus dem BEGA Innenleuchten-Programm<br />

stehen als Systempendelleuchten<br />

zur Verfügung – unter anderem viele Produkte<br />

aus der Serie STUDIO LINE. Wahlweise sind die<br />

Baldachine erhältlich mit eingebautem Smart Controller<br />

zur drahtlosen Steuerung der Leuchten mit<br />

der App BEGA Smart.<br />

BEGA Leuchten GmbH<br />

T +43 (0)512 343150<br />

info-austria@bega.com<br />

www.bega.com


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

84<br />

Produkt News<br />

Ikonisches Design<br />

Die neue Dusch-WC-Generation von Duravit und Philippe Starck vereint Designanspruch<br />

mit neuester Technologie und ist in zwei Ausführungen erhältlich:<br />

SensoWash® Starck f Plus und SensoWash® Starck f Lite. Alle Komponenten<br />

wurden technologisch weiterentwickelt und neu angeordnet, so dass die gesamte<br />

Technik nun im Keramik-Körper Platz findet. Der flache Sitz mit nur 40 mm Höhe<br />

und die dahinter liegende, weiße Abdeckung bilden eine flächenbündige Einheit:<br />

modernes Design und komfortstiftende Technologie in perfekter Harmonie.<br />

Über die innovative Fernbedienung im flachen, eleganten<br />

Design lassen sich alle Funktionen intuitiv<br />

steuern. Technische Finessen vom Näherungssensor<br />

für automatische Deckelöffnung über die Benutzerkennung<br />

im Sitz bis hin zu verschiedensten Einstellmöglichkeiten<br />

bei der Sitzheizung, beim Duschstrahl<br />

und beim regulierbaren Warmluftföhn garantieren<br />

Komfort. Mit der zugehörigen SensoWash®-App wird<br />

das Dusch-WC individuell konfiguriert oder optional<br />

wie mit einer Fernbedienung gesteuert.<br />

Dank Rimless®-Technologie und einer optimierten<br />

Becken- und Siphongeometrie bietet die neue Generation<br />

eine noch bessere Wasserführung für perfekte<br />

Spülergebnisse. Mit der Keramikglasur HygieneGlaze<br />

garantiert Duravit einen optimalen Hygienestandard.<br />

Dauerhaft in die Keramik eingebrannt, wirkt<br />

sie besonders schnell und gründlich: Bereits nach 12<br />

Stunden werden 90%, nach 24 Stunden 99,9% des<br />

Bakterienwachstums gehemmt – ein bislang unerreichtes<br />

Niveau.<br />

Duravit Austria GmbH<br />

T +43 (0)2236 677 033<br />

info@at.duravit.com<br />

www.duravit.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

85<br />

Produkt News<br />

Detaillierte Planungsunterstützung<br />

Mit einem Leitfaden zur Strahlungskühldecke Thermatop<br />

M. hilft Uponor Planern bei der Auslegung von<br />

Heiz-/Kühldecken für gewerblich genutzte Gebäude.<br />

Thermatop M ist ein wasserbasiertes Heiz-/Kühldeckensystem,<br />

das überwiegend nach dem Strahlungsprinzip<br />

arbeitet und dessen standardisierte Module<br />

sich unkompliziert in herkömmliche Trockenbau-Unterkonstruktionen<br />

integrieren lassen.<br />

Im Planungsleitfaden zeigt Uponor auf rund 40 Seiten,<br />

wie Planer die Heiz-/Kühldecke als Neubau- und<br />

Renovierungslösung richtig auslegen. Der Leitfaden<br />

geht auf alle grundsätzlichen Anforderungen ein, die<br />

bei der Planung zu berücksichtigen sind, und führt<br />

anhand einer Musterprojektierung durch alle wesentlichen<br />

Projektschritte. Zusätzlich bietet der Planungsleitfaden<br />

Links zu weiterführenden Informationen,<br />

wie einem Muster-LV mit allen Komponenten<br />

aus dem Planungsbeispiel sowie zu technischen Unterlagen<br />

und Projektdateien für die Nutzung der Uponor<br />

HSEdesktop Planungssoftware. Der Planungsleitfaden<br />

kann unter www.uponor.de/thermatop<br />

kostenlos zum Download angefordert werden.<br />

Uponor Vertriebs GmbH<br />

T +43 (0)2236 23003-0<br />

info.at@uponor.com<br />

www.uponor.at<br />

IKONA<br />

by Conform<br />

Richten Sie Ihr Bad fürs Leben ein. Acht hochwertig gefertigte Badmöbel-Programme aus<br />

Tirol. Für Menschen, die Herkunft und Qualität schätzen. Mehrfach mit internationalen Designpreisen<br />

ausgezeichnet. Funktional bis ins kleinste Detail durchdacht, maßvariabel für individuelle<br />

Grundrisse, flexibel in den Ausstattungskomponenten, High-Tech und Handarbeit ...<br />

Erhältlich bei Ihrem Sanitär-Fachhändler. Und schon in 9 Werktagen geliefert!<br />

TIROLER INDUSTRIE MANUFAKTUR FÜR BADMÖBEL. www.conformbad.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

86<br />

Produkt News<br />

Smarte Lichtkonzepte<br />

für Waschplätze<br />

Licht verbindet Ästhetik und Funktion, setzt in Szene, hebt Schönes hervor<br />

– und gibt dem Badezimmer Atmosphäre. Conform, die Tiroler Industriemanufaktur<br />

für Badmöbel, bietet eine enorme Vielfalt an Leuchtspiegeln,<br />

Spiegelschränken und kompletten Systemprogrammen, die raffiniert illuminierte<br />

Möbelelemente im Bad in den Fokus stellen.<br />

Im aktuellen Neuheitenprogramm finden sich beispielsweise<br />

mit den Serien HELIO, DISQUS und ORUM<br />

drei runde Leuchtspiegel mit umlaufendem LED-Rahmen,<br />

die mit Volumen, dreidimensionalem Charakter<br />

und trendigem Schick begeistern. Die massive Serie<br />

ORUM wird in 32 verschiedenen Korpus-Materialien,<br />

passend zu allen Möbeloberflächen gefertigt. Der<br />

neue Spiegelschrank FILUX zeigt mit verspiegelten<br />

Seitenwangen und dem prägnanten LED-Board<br />

viel Eleganz und Stauraum-Funktionalität. Und die<br />

verglasten Boutiqueschränke der Serie TiAMO, mit<br />

illuminiertem Innenleben und Unterschränken mit<br />

verdeckten Lichtbändern, die stimmungsvoll die<br />

Grifffugen akzentuieren, schaffen einzigartig expressive<br />

Raumsituationen. Raffinierte Lichtstimmung findet<br />

man aber auch in den Programmen FOQUS – mit<br />

den illuminierten OpenCubes – sowie XANADU, das<br />

mit den beleuchteten StageBoxen ein außergewöhnlich<br />

erhellendes Badambiente schafft.<br />

CONform Badmöbel GmbH<br />

T +43 (0)5412 63493<br />

office@conformbad.at<br />

www.conformbad.at<br />

www.conform-partnersystem.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

87<br />

Produkt News<br />

Fotos: Sara Sera<br />

Imposantes Raumobjekt<br />

Im Rahmen einer einjährigen Entwicklungszusammenarbeit von LOVE architecture<br />

and urbanism und LAUFEN entstand am Produktionsstandort & Entwicklungszentrum<br />

in Gmunden des Badspezialisten das Raumobjekt n186. Konzipiert<br />

für die Architekturbiennale <strong>2020</strong>, die nun 2021 stattfinden soll, wurde das Kunstwerk<br />

aus dem Material SaphirKeramik realisiert, das sehr filigrane, dünnwandige<br />

Formen, enge Radien und damit noch nie dagewesene Möglichkeiten und Spielräume<br />

in der Formgestaltung mit Keramik bietet.<br />

Die Komplexität von n186, das aus 186 handgefertigten<br />

Rohren besteht, die sphärisch um einen statischen<br />

Kugelhohlkörper gruppiert sind, spiegelt die<br />

außerordentlichen Eigenschaften und vielfältigen<br />

Einsatzmöglichkeiten der SaphirKeramik von LAU-<br />

FEN wider. Insgesamt entstand so ein kristallin wirkendes<br />

weißes Objekt mit einem Gesamtdurchmesser<br />

von knapp drei Metern. Jedes Keramikkapillar<br />

besitzt einen Durchmesser von 30 mm und wurde in<br />

einer Materialwandstärke von 5 mm konstruiert. Algorithmusunterstützt<br />

wurden dann verschieden lange<br />

Keramikrohre um einen zentralen, Kugelhohlkörper<br />

verteilt und bilden so ein imposantes Raumobjekt<br />

mit kristalliner Anmutung und von ungreifbarem Volumen.<br />

Es wirkt fragil, stabil, zentral, spektral und explodierend<br />

zugleich. Damit vereint es verschiedenste<br />

Aspekte des architektonischen Schaffens: Konzept,<br />

Material, Design, technische Ausarbeitung und deren<br />

präzise Realisierung.<br />

„Die Idee des Objektes n186 war relativ schnell geboren.<br />

Laufen als Keramik Spezialist musste nicht lange<br />

zu einer Kooperation und gemeinsamen Entwicklung<br />

überredet werden. Das Objekt wirkt relativ einfach, ist<br />

aber technisch außerordentlich komplex,“ so Mark Jenewein,<br />

Architekt und Partner bei LOVE architecture<br />

and urbanism. Und Christian Schäfer, Vorstand der<br />

Laufen Austria AG, zum Engagement seines Unternehmens:<br />

„Schon seit den frühen 60er Jahren unterstützen<br />

wir in Gmunden Künstler und Kreative in der<br />

Realisierung ihrer Kunstobjekte. Die Installation ‚n186‘<br />

ist ein großartiges Beispiel dafür, welche herausragenden<br />

Formen wir heute im Stande sind in unserem Werk<br />

in Gmunden aus SaphirKeramik zu fertigen.<br />

Das Objekt N186 kann noch bis Ende November im<br />

Laufen Space Wien – Showroom & Innovation Hub<br />

angesehen werden<br />

www.n186.love<br />

LAUFEN Austria AG<br />

T +43 (0)2746 6060-0<br />

office.wi@at.laufen.com<br />

www.laufen.co.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

88<br />

Produkt News<br />

Stil und Stauraum<br />

Waschplätze mit Stil und viel Stauraum: Die neuen VariForm Badmöbel mit<br />

passenden Aufsatzwaschtischen von Geberit lassen sich perfekt mit dem<br />

Option Plus Spiegel kombinieren.<br />

Geberit VariForm und Option Lichtspiegel: Aufgeräumt<br />

und minimalistisch ruhig präsentieren sich die<br />

neuen Geberit VariForm Badmöbel. Sie passen optimal<br />

zu den VariForm Aufsatzwaschtischen. Der neue Geberit<br />

Option Lichtspiegel ergänzt das Ensemble auf<br />

elegante Weise. Die neuen Geberit VariForm Waschtischunterschränke<br />

erweitern das VariForm Waschtisch<br />

Portfolio. Der Waschplatz lässt sich mit diesen<br />

Elementen in einem durchgängigen Stil gestalten.<br />

Minimalistisch ruhig<br />

Im Zusammenspiel von VariForm Aufsatzwaschtisch<br />

und Badmöbel kommt die ruhige, dezente Designsprache<br />

voll zur Geltung. Die filigrane schwarze Umrandung<br />

setzt die Ablagefläche aus langlebigem Kompaktlaminat<br />

optisch in Szene. Im Inneren überzeugt<br />

der großzügige Stauraum: Die Schubladen sind ohne<br />

Siphonausschnitt gestaltet, wodurch der Innenraum<br />

optimal nutzbar wird.<br />

Die unterschiedlichen Modelle der VariForm Aufsatzwaschtische<br />

ermöglichen zusammen mit den Waschtischunterschränken<br />

eine vielfältige und modulare<br />

Gestaltung des Waschplatzes. Mit den Farbvarianten<br />

Weiß, Lava matt und Nussbaum hickory passen sich<br />

sich die Möbel dem individuellen Einrichtungsstil an.<br />

Raffiniert erleuchtet<br />

Der Spiegel Geberit Option Plus rückt mit seinem<br />

Beleuchtungskonzept jede Benutzerin und jeden Benutzer<br />

sowie den Waschplatz selbst ins rechte Licht.<br />

Ist das Licht zu hell, so kann es über Sensoren gedimmt<br />

werden. Und für eine freie Sicht – auch nach<br />

einem warmen Bad oder einer heißen Dusche – verfügt<br />

der Spiegel über eine manuell aktivierbare Anti-<br />

Beschlag-Funktion.<br />

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG<br />

T +43 (0)2742 401 0<br />

sales.at@geberit.com<br />

www.geberit.at/<strong>architektur</strong>


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

89<br />

Produkt News<br />

Raffinierte Stilikone<br />

Teilgerahmte Schiebetüren ohne Wandprofile und ein flaches Top-Profil<br />

mit verdeckter Rollenführung verleihen der DUSCHOLUX Duschwand<br />

Viva eine besonders transparente Optik.<br />

Neu ist das individualisierbare Führungsprofil in<br />

Glas- oder Steinoptik. Kombiniert mit der passenden<br />

PanElle Wandverkleidung entsteht ein stimmiges<br />

Raumerlebnis mit persönlicher Note. Die innovative<br />

Glasveredelung DUSCHOLUX CareTec Pro ist<br />

hier ebenso Standard wie eine Soft-Close-Funktion<br />

für sanftes Öffnen und Schließen. Und zur leichten<br />

Pflege lassen sich die Türen dank Push & Clean ganz<br />

einfach ausschwenken. Sondergrößen und flexible<br />

Verbauoptionen geben Viva viel Raum für individuelle<br />

Gestaltung.<br />

Duscholux GmbH & Co. KG<br />

T +43 7221 708 0<br />

duscholux@duscholux.at<br />

www.duscholux.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

90<br />

Brandschutz<br />

Das Gemeinschaftswohnhaus in Berlin-Wedding von der<br />

SCHÄFERWENNUNGERPROJEKT GmbH wurde als Holzbau<br />

errichtet, der sich nicht nur im Innenraum, sondern<br />

auch an der Fassade zeigt. Mehrgeschossige Holzbauten<br />

stellen für ein wohl überlegtes Brandschutzkonzept kein<br />

Problem dar.<br />

© Markus Löffelhardt<br />

Holzbau und<br />

Brandschutz<br />

Darüber, dass Holz eines der zukunftsfähigsten Materialien ist, weiß die Fachwelt<br />

längst Bescheid. Seine nachhaltigen Eigenschaften als nachwachsender, Co 2 -neutraler,<br />

regional verfügbarer und rezyklierbarer Baustoff zeichnen Holz aus. Dementsprechend<br />

ist es für kleinmaßstäbliche Projekte ein gern genutztes Material,<br />

ebenso für Projekte in größeren Maßstäben und auch im urbanen Kontext kommt<br />

dem Holzbau eine immer größer werdende Bedeutung zu.<br />

Trotz dieser Vorteile ist der moderne Holzbau noch<br />

immer mit dem negativen Image des brennbaren Materials<br />

konfrontiert: In der Vergangenheit kam es zu<br />

zahlreichen Stadtbränden, wo teilweise ganze Viertel<br />

niederbrannten. Dafür wurde oft das verbaute Holz<br />

verantwortlich gemacht. Aus heutiger Sicht ist aber<br />

vor allem auch der fehlende Brandschutz, sowohl als<br />

abwehrende als auch als vorbeugende Maßnahme,<br />

dafür zu nennen: Die Gassen waren viel zu eng, die<br />

Häuser standen dicht an dicht, Brandmauern waren<br />

wenig bekannt und an die Einteilung eines Gebäudes<br />

in einzelne Brandabschnitte war gar nicht zu denken.<br />

Die Verwendung von Holz verstärkte diese brandschutztechnischen<br />

Missstände.<br />

Grundsätzlich werden Baumaterialien für den Brandschutz<br />

in brennbare und nichtbrennbare Materialien<br />

eingeteilt. Brennbar zu sein bezieht sich dabei<br />

auf die Eigenschaft zu brennen, demgemäß können<br />

nichtbrennbare Materialien selbst nicht brennen und<br />

stellen keine Brandgefahr oder Brandlast dar.<br />

Holz ist den brennbaren Materialien zuzuordnen, wodurch<br />

ihm schon von Haus aus eine gewisse Skepsis<br />

bezüglich seiner brandschutztechnischen Qualitäten<br />

anhaftet. Genau dieses gängige Vorurteil war für den<br />

deutschen Architekten und Brandschutzexperten DI<br />

Reinhard Eberl-Pacan der Antriebsmotor: „Brandschutz<br />

für nichtbrennbare Baustoffe zu machen<br />

empfand ich als langweilig. Ich wollte mich auf ein<br />

brennbares Material spezialisieren, nämlich auf Holz.“


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

91<br />

Brandschutz<br />

Der 60 m lange Baukörper des Gemeinschaftswohnprojektes Walden 48 in Berlin wurde von Scharabi<br />

Architekten in Zusammenarbeit mit Anne Raupach Architektur in reiner Holzbauweise errichtet.<br />

© Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH<br />

Doch wie passen Holzbau und Brandschutz zusammen?<br />

Für Holzbauten gibt es beim Brandschutz hohe<br />

Auflagen. DI Eberl-Pacan erklärt das Brandverhalten<br />

von Holz: „Im Wesentlichen funktioniert es so, dass<br />

man das Holz einfach brennen lässt. Es besitzt ein<br />

berechenbares Brandverhalten von etwa 1 mm pro<br />

Minute. Der Abbrand muss bei der Dimensionierung<br />

der Holzquerschnitte berücksichtigt werden, um die<br />

Tragfähigkeit sicherzustellen. Massives Holz ist gar<br />

nicht so einfach zu entzünden. Sollte es trotzdem<br />

brennen, tut es das sehr kontrolliert und der Abbrand<br />

kann dementsprechend in der Planung berücksichtigt<br />

werden kann.“ Dabei geht er sogar noch einen<br />

Schritt weiter: „Ich behaupte, dass Holz auch beim<br />

Brandschutz das beste Material ist. Es stellt sich dem<br />

Brand, besitzt einen genauen Abbrand und ist berechenbar.<br />

Es ist ein intelligenter und zukunftsfähiger<br />

Baustoff, der sich durch seine Verkohlungsschicht<br />

bei einem Brand selber schützt und dafür sorgt, dass<br />

kein übermäßiger Schaden angerichtet wird. Genau<br />

das wollen wir für den Brandschutz und haben dafür<br />

mit dem Holz einen tollen Partner.“<br />

Eine starke Ansage, die den Mut der Architektinnen<br />

und Architekten bedarf, mehr großmaßstäbliche Bauprojekte<br />

im urbanen Kontext umsetzen zu wollen und<br />

die gängigen Vorurteile in Bezug auf das Brandverhalten<br />

des Baumaterials Holz über Bord zu werfen.<br />

Auch temporäre Bauten können mit einem geeigneten Brandschutzkonzept in Holzbauweise<br />

funktionieren. Hier: B-Part am Gleisdreieck von Scharabi Architekten.<br />

Mit Erfolg spezialisierte sich Architekt DI Reinhard<br />

Eberl-Pacan im Jahr 2007 auf das Thema Brandschutz.<br />

Als Brandschutzplaner brennt er seitdem<br />

selbst vor allem für das Thema Brandschutz im<br />

Holzbau. Anfangs passte für ihn beides nicht wirklich<br />

zusammen, später erkannte er die enormen<br />

Vorteile, über die es ihm am Herzen liegt aufzuklären<br />

und zu vermitteln.<br />

brandschutzplus.de<br />

© Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

92<br />

Produkt News<br />

Das Alu-Glas Portal mit PENEDERnurglas Seitenteil (EI90) erzeugt eine elegante, optische Einheit.<br />

Schön vor Brand geschützt<br />

Das kürzlich eröffnete Hotel „The Student Hotel“ in unmittelbarer Nähe des weltberühmten<br />

Wiener „Wurstelprater“ beeindruckt Gäste mit ungeahnt anspruchsvoller<br />

Architektur. Unverzichtbarer Teil der durchgestylten Räume des Hybridgebäudes<br />

aus Hotel und Studentenheim: Moderne, formschöne Türen und Tore – passend<br />

zur Innenraumgestaltung, in der knallige Farben mit kühlen Industrieelementen zu<br />

einer angesagten studentischen Lebenswelt verschmelzen.<br />

Anfänglich sollte Peneder, der Profi für individuelle<br />

Brandschutzlösungen, für dieses<br />

Projekt nur die Türen und Tore für den Kellerbereich<br />

liefern. Aufgrund der Komplexität<br />

und der hohen Ansprüche an die restlichen<br />

Portale, bekam Peneder während der Baurealisierung<br />

den Zuschlag für die gesamte<br />

Ausstattung an Stahltüren, Schiebetoren<br />

und Alu-Glas-Konstruktionen – teils mit<br />

und teils ohne Brandschutzfunktion.<br />

Architektonisch ansprechende Brandschutzlösungen,<br />

die von internationalen<br />

Bauherren und Architekten geschätzt werden,<br />

sind das Spezialgebiet des oberösterreichischen<br />

Unternehmens.<br />

Peneder Bau-Elemente GmbH<br />

+43 (0) 50 5603-0<br />

brandschutz@peneder.com<br />

www.peneder.com<br />

Das einflügelige Schiebetor versteckt sich zur Gänze in der Nische – man kann hier buchstäblich<br />

von unsichtbarer Technik sprechen.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

93<br />

kunstdesdämmens#2<br />

Produkt News<br />

Claudia Dankl, Stellvertretende Geschäftsführerin der<br />

Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)<br />

© Betonmarketing Österreich/APA-Fotoservice/Hörmandinger<br />

Natürlicher und<br />

innovativer Baustoff<br />

Allzu oft wird Beton als Synonym für die generelle Bautätigkeit<br />

verwendet oder auf den CO 2 -Fußabdruck bei der Zementerzeugung<br />

reduziert. Dabei wären viele für unsere Gesellschaft<br />

unerlässliche Bauten, wie der gesamte Hochbau sowie Brücken,<br />

Tunnels, Bahnstrecken, Kraftwerke oder Windkraftanlagen<br />

ohne Beton nicht realisierbar. Ob städtische Lebensräume,<br />

langlebige Verkehrsadern oder energieeffiziente Gebäude: Bei<br />

nahezu allen Anwendungen setzen Planer, Architekten und<br />

die Bauindustrie auf den Baustoff Beton, der aus den natürlichen<br />

Bestandteilen Gesteinskörnung (Sand, Kies), Wasser<br />

und Zement als Bindemittel besteht. Und auch die thermische<br />

Bauteilaktivierung – mit der massive Betonbauteile zu Energiespeichern<br />

werden – hat sich mittlerweile als „Zauberformel“<br />

für klimagerechtes Wohnen etabliert.<br />

„Wie das Beispiel der thermischen Bauteilaktivierung deutlich<br />

zeigt, entscheidet nicht allein die Wahl des Baustoffes, sondern<br />

vielmehr die Art der Energieversorgung über die Ökobilanz<br />

eines Gebäudes“, erklärt Claudia Dankl, stellvertretende Geschäftsführerin<br />

der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie<br />

(VÖZ), und ergänzt, warum Beton fälschlicherweise<br />

meist schlechter abschneidet: „Bei der Bewertung der Klimarelevanz<br />

fehlt leider viel zu oft eine gesamtheitliche Sichtweise.<br />

Die Ökobilanz stellt sich ganz anders dar, wenn der komplette<br />

Lebenszyklus eines Gebäudes von durchschnittlich 100 Jahren<br />

betrachtet wird.“ Beton kann zudem aufgrund seiner natürlichen<br />

Eigenschaften nach dem Abbruch und der Aufbereitung<br />

zu 100 Prozent wiederverwendet werden, wodurch der Abbau<br />

„neuer“ Rohstoffe (Sand, Kies, Schotter) vermieden wird. Recyclingbeton<br />

hat somit einen wichtigen Anteil an einem ressourcenschonenden<br />

Materialkreislauf in der Bauwirtschaft.<br />

www.natürlichbeton.at<br />

www.baustoffbeton.at<br />

DIE<br />

KUNST<br />

DES<br />

GUTEN ..<br />

DAMMENS<br />

Unsere Rohstoffe in<br />

einem künstlerischen<br />

Licht. Polystyrol-<br />

Granulat und viel<br />

Luft: daraus machen<br />

wir den effizientesten<br />

Dämmstoff und einen<br />

Hidden Champion für<br />

jeden Bau und seine<br />

Menschen. Mehr unter:<br />

kunstdesdämmens.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

94<br />

Produkt News<br />

© Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG<br />

Cleveres Trennwandsystem<br />

Modularität und Flexibilität in der Nutzung über die Fertigstellung hinaus erlauben<br />

die Produkte des dormakaba Segments Movable Walls – effizientes akustisches<br />

Raummanagement für multifunktionale Nutzungen. Neben dem Traditionsunternehmen<br />

DORMA Hüppe gehört seit 2017 auch die kanadische Skyfold Inc. mit Sitz<br />

in Montreal zum global aktiven Unternehmensbereich. Skyfold ist ein führender<br />

Premium-Anbieter für automatisierte vertikale Trennwandsysteme.<br />

Mit dem Projekt Biopharma Logistik Center für<br />

Boehringer Ingelheim in Wien konnte Skyfold über<br />

das Schwesterunternehmen DORMA Hüppe als Partner<br />

der Auftraggeber einen gelungenen Markteintritt<br />

in Österreich feiern. Der Pharmakonzern schafft am<br />

Standort Meidling, dem sog. Boehringer Ingelheim<br />

Regional Center Vienna, im Zuge eines Ausbaus mit<br />

einem Gesamtvolumen von 700 Mio. Euro bis 2021<br />

rund 500 neue Arbeitsplätze. Mit der Fertigstellung<br />

des Biopharma Logistik Centers nach 18 Monaten<br />

Bauzeit im Juni 2019 wurde ein weiterer wichtiger<br />

Meilenstein erreicht. Es fungiert als Drehscheibe für<br />

Materialien und Produkte. Das Gebäude mit 30 m<br />

Raumhöhe für diverse Lagerfunktionen beherbergt<br />

in der obersten Etage auch das neue Konferenzzentrum<br />

mit Blick über das südliche Wien, das Platz für<br />

bis zu 350 Personen bietet.<br />

Hier konnte DORMA Hüppe seine volle Kompetenz<br />

in Sachen mobilem Raummanagement einsetzen. Die<br />

realisierte Kombination Skyfold – Variflex erlaubt eine<br />

maximale Flexibilität in der Nutzung. Der 9,5 m breite<br />

Konferenzbereich kann mit zwei Skyfold Wänden<br />

des Typs Zenith der Höhe von 3,5 m in wenigen Minuten<br />

vollautomatisch in zwei bzw. drei unabhängig<br />

nutzbare Bereiche geteilt werden. Und bei zusätzlich<br />

geöffneter halbautomatischer Variflex Wand in nahezu<br />

voller Saallänge von 26,2 m ergibt sich unter<br />

Einbeziehung des Foyers ein großer Eventbereich.<br />

Alles aus der Hand eines einzigen Vertragspartners.<br />

Neben der optimierten Platzausnutzung bietet Skyfold<br />

auch unter optischen Gesichtspunkten Vorteile,<br />

denn das Trennwandsystem kommt ganz ohne Führungsschienen<br />

aus und passt sich mittels verschiedener<br />

Oberflächendekore perfekt dem jeweiligen<br />

Erscheinungsbild des Raumes an. Im Innern des doppelwandigen<br />

und akustisch gedämmten Systems faltet<br />

eine Mechanik die Trennwand schnell, zuverlässig<br />

und vollautomatisch über Deckenmotore nach unten<br />

bzw. wieder nach oben. Mit nur 34 kg Wandgewicht<br />

pro Quadratmeter in der Standardausführung ist das<br />

System ein echtes Leichtgewicht, bietet einen hervorragenden<br />

Schallschutz bis RW 59dB und ist bis zu<br />

einer Höhe von 11 m bei einer im Prinzip unbegrenzten<br />

Länge einsetzbar.<br />

DORMA Hüppe<br />

Austria GmbH<br />

T +43 (0)732 600-451<br />

office@dorma-hueppe.at<br />

www.dorma-hueppe.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

95<br />

Produkt News<br />

Bis 2030 klimaneutral<br />

Die KONE Corporation, ein weltweit<br />

führendes Unternehmen in der Aufzugs-<br />

und Rolltreppenindustrie mit rund<br />

60.000 Mitarbeitern, hat wissenschaftlich<br />

fundierte Ziele für eine signifikante<br />

Reduzierung seiner Treibhausgasemissionen<br />

bis zum Jahr 2030 festgelegt.<br />

KONE verpflichtet sich zu einer<br />

50%igen Reduzierung der Emissionen<br />

aus dem eigenen Betrieb bis 2030, verglichen<br />

mit dem Basisjahr 2018. So ist<br />

vorgesehen, die Fahrzeugflotte umzustrukturieren<br />

und mehr Hybrid- und<br />

Elektrofahrzeuge zu integrieren. Darüber<br />

hinaus wird KONE die Beschaffung<br />

von Strom aus erneuerbaren Energien<br />

in seinen Anlagen weltweit bis 2030<br />

auf 100% steigern.<br />

Um sein produktbezogenes Emissionsreduktionsziel<br />

von 40% zu erreichen,<br />

wird der Hersteller die Emissionen aus<br />

dem Energieverbrauch und den Materialien<br />

während der Produktlebensdauer<br />

durch eine weitere Verbesserung<br />

der Energieeffizienz und des Materialkreislaufs<br />

seiner Produkte reduzieren.<br />

Dazu werden in der gesamten Lieferkette<br />

Maßnahmen gesetzt, um den<br />

Kohlenstoff-Fußabdruck durch den<br />

Betrieb und die Herstellung zu reduzieren.<br />

Zusätzlich zu den ehrgeizigen<br />

Emissionsreduktionszielen, erklärt Petru<br />

Huurinainen, seit September <strong>2020</strong><br />

Vorsitzender der Geschäftsführung<br />

der KONE AG in Österreich, wird der<br />

Hersteller durch den Ausgleich der<br />

verbleibenden Emissionen bis 2030 einen<br />

klimaneutralen Betrieb erreichen.<br />

KONE AG<br />

T +43 (0)1 863 67-0<br />

office.at@kone.com<br />

www.kone.at<br />

Petru Huurinainen, Vorsitzender der<br />

Geschäftsführung der KONE AG<br />

Entree in die Baumkronen<br />

Der Ausstellungspavillon am Eingang des Baumwipfelpfads<br />

im Geoparks TERRA.vita in Bad Iburg verbindet<br />

spannende Erdgeschichte mit der imposanten<br />

Natur – den fließenden Übergang schafft eine großflächige<br />

Glas-Faltwand. Um den technischen und<br />

räumlichen Anforderungen eines Eingangs und zugleich<br />

einer Ausstellung zu entsprechen, entwarf die<br />

Architektin Miriam Kopp einen Baukörper aus zwei<br />

Teilen: Einer trichterförmigen Ausstellungsfläche<br />

und einer ellipsoiden Form, die den Kassenbereich<br />

und notwendige Nebenräume beherbergt. Um die Innen-<br />

und Außenräume nahtlos ineinanderfließen zu<br />

lassen, entschied sich die Architektin für den Einsatz<br />

einer Glas-Faltwand von Solarlux. Das Besondere ist,<br />

dass sich die Glasfront einfach zur Seite falten lässt.<br />

Die Glas-Faltwand SL 70e wurde insbesondere für<br />

die hohen Ansprüche an Geschäftseingänge und öffentliche<br />

Eingänge entwickelt: Die Elemente können<br />

in einer Höhe bis zu drei Meter fünfzig realisiert werden.<br />

Trotz des Gewichtes der Glaselemente von bis<br />

zu 100 Kilo sichern langlebige Edelstahl-Laufwagen<br />

und -Schienen ein leichtes, leises Gleiten.<br />

SOLARLUX AUSTRIA GmbH<br />

T +43 (0)512 209 023<br />

info@solarlux.at<br />

www.solarlux.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

96<br />

Produkt News<br />

Ökologisches Vorzeigeprojekt<br />

Mit 35 Metern Höhe und zehn Stockwerken ist das Projekt Palazzo Méridia in Nizza,<br />

entworfen von Architecture Studio, das höchste öffentliche Gebäude in Frankreich<br />

aus Holz. In Anlehnung an die venezianischen Paläste der Stadt mit ihren gotischen<br />

Fassaden aus hellem, ziseliertem Stein, umhüllten die Architekten dieses Bauwerk<br />

mit einer weißen, metallischen Gitterkonstruktion.<br />

Die Konstruktion dieses Projektes basiert<br />

auf der optimalen Kombination verschiedener<br />

Baustoffe. In dieser stark erdbebengefährdeten<br />

Region spielt zum Beispiel die<br />

metallische Außenhaut, die das Gebäude<br />

von den umliegenden Büro- und Wohngebäuden<br />

optisch abhebt, auch eine Schlüsselrolle<br />

in Verbindung mit den zwei zentralen<br />

Betonkernen, um die Standfestigkeit<br />

der Holzkonstruktion (BSP-Fassaden und<br />

-Böden, Pfosten-Riegel-Konstruktion aus<br />

Brettsperrholz) zu stärken. Angesichts der<br />

salzhaltigen Seeluft fiel die Wahl des Materials<br />

für die Rahmenkonstruktion auf Aluminium<br />

und auf Produkte von WICONA.<br />

Bereits in der Planungsphase wurden in<br />

enger Zusammenarbeit die ökologischen,<br />

technischen und ästhetischen Qualitäten<br />

erarbeitet, die durch die WICONA Lösungen,<br />

von der Vorfertigung bis hin zur spezifischen<br />

Montage, erfüllt werden mussten.<br />

Am Fuße des Gebäudes, wo die Gitterkonstruktion<br />

aus Metall am weitesten ist, erstreckt<br />

sich auf drei Seiten bis auf 3 m Höhe<br />

eine WICTEC 50 Vorhangfassade mit einer<br />

Fläche von 260 m 2 . Die Besonderheit ist ein<br />

exklusives System zur natürlichen Belüftung<br />

zwischen den einzelnen Festverglasungen,<br />

bestehend aus 40 schmalen (250<br />

mm), mit Bändern befestigten und auf ganzer<br />

Höhe verlaufenden Lüftungsklappen.<br />

Auf den Etagen wurden insgesamt 270<br />

WICLINE 75 evo Fenster eingebaut, mit<br />

denen die kombinierten Anforderungen<br />

an Windfestigkeit, Dichtheit, Wärme- und<br />

Schalldämmung erfüllt werden. Sie bestehen<br />

aus jeweils einem Festteil und einem<br />

nach innen öffnenden Drehflügel, davon 90<br />

als barrierefreie Fenstertüren, die den Zugang<br />

auf die zwischen der Fassade und dem<br />

Metallexoskelett angeordneten Balkone und<br />

Loggien freigeben. An die 40 zweiflügelige,<br />

nach außen öffnende Türen WICSTYLE 65<br />

HI (1,40 m Durchgangsbreite x 2,50 m Höhe)<br />

ergänzen diesen Umfang an Öffnungen.<br />

Hydro Building Systems<br />

Austria GmbH<br />

T +43 (0)6212 20000<br />

info@wicona.at<br />

www.wicona.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Festverglasungen<br />

liegen im Trend<br />

Besonders gut zur Geltung kommen Festverglasungen<br />

in Neubauten, die modernes Lebensgefühl mit offener<br />

Raumplanung und zeitgemäßer Architektur verbinden.<br />

Als puristisches Element bieten sie eine interessante<br />

Alternative für Bauherren und Renovierer, die eine Fassadengestaltung<br />

mit viel Glas wünschen, jedoch im Vergleich<br />

zu einer kompletten Glasfassade eine preisgünstigere<br />

Variante suchen.<br />

Kneer-Südfenster bietet Festverglasungen in der Kombination<br />

Aluminium-Holz in großen Formaten und mit<br />

schlanken Rahmenansichten an. Ausführungen mit reduziertem<br />

Design, bei denen fast nur Glas zu sehen ist,<br />

sorgen für besonders viel Tageslicht und werden als Teil<br />

der Architektur zum wahren Blickfang.<br />

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Festverglasungen bei der<br />

Montage von außen in die Fassade eingesetzt werden<br />

können. Die großen und schweren Scheiben lassen sich<br />

komfortabel mit Hilfe eines kleinen Krans an die richtige<br />

Stelle transportieren und anschließend sicher montieren.<br />

Kneer GmbH<br />

T +49 (0)7333 83-0<br />

info@kneer.de<br />

www.kneer-suedfenster.de<br />

97<br />

Produkt News<br />

Cradle to Cradle® zertifiziert<br />

Beim Designkonzept Cradle to Cradle®<br />

steht die Vermeidung von Abfall und somit<br />

ein geschlossener Produkt-Kreislauf im Fokus.<br />

Dies bringt auch Vorteile für die Raumgesundheit,<br />

den Komfort und das Wohlbefinden<br />

der Nutzer. Eine der fünf Kategorien<br />

im Prüfkatalog bei Cradle to Cradle® betrifft<br />

die Materialgesundheit, genauer die Herkunft,<br />

Zusammensetzung und Auswirkungen<br />

der verwendeten Materialien – auch im<br />

Hinblick auf mögliche Schadstoffe, die sich<br />

während der Produktion, Montage und in<br />

der späteren Nutzung negativ auf den Menschen<br />

auswirken könnten.<br />

Die Lindner Group entschied sich bereits<br />

vor einigen Jahren für Zertifizierungen<br />

nach dem Cradle to Cradle® Designkonzept.<br />

Nach mehreren erfolgreichen Produktprüfungen<br />

für Boden-, Wand- und Deckensysteme<br />

wurde nun auch die Systemreihe<br />

Plafotherm® Heiz- und Kühldecken zertifiziert<br />

und erfolgreich in „Silber“ eingestuft.<br />

Die abgehängten Deckensysteme bestehen<br />

aus werkseitig vorgefertigten Modulen, die<br />

von kaltem bzw. warmem Wasser durchströmt<br />

werden und so ohne Kältemittel<br />

auskommen. Dank einer Vielzahl von verschiedenen<br />

Oberflächenveredelungen und<br />

Designmöglichkeiten passt sich das Deckensystem<br />

individueller Raumgestaltung<br />

und Wünschen von Architekten, Kunden<br />

und Nutzern an.<br />

Lindner GmbH<br />

T +43 2252 86160-0<br />

austria@Lindner-Group.com<br />

www.Lindner-Group.com


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

98<br />

Produkt News<br />

© Achim König<br />

Leben in Bella Italia<br />

Bei der Innenausstattung des Hotel Hesperia in Venedig setzten die Innenarchitekten<br />

auf das technisch anspruchsvolle Bandsystem TECTUS von SIMONS­<br />

WERK. Durch den Einbau der komplett verdeckt liegenden Bandtechnik bleibt die<br />

flächenbündige Raumstruktur erhalten und Tür- sowie Zargengeometrie werden<br />

in keiner Weise geschwächt.<br />

Zum Einsatz kamen bei diesem Projekt die Ausführungen<br />

TECTUS TE 340 3D und TECTUS TE 340 3D<br />

Energy mit einer integrierten Energieübertragung.<br />

Die Bandtechnik der Modellvariante Energy ermöglicht<br />

einen gesicherten Einsatz von elektronischen<br />

Sicherheits- und Komfortkomponenten in Türen<br />

ohne eine sichtbare Kabeltechnik. Jede der fünfzig<br />

zertifizierten Zimmereingangstüren (45 Minuten<br />

Feuerschutz / 35 dB Schallschutz) wurden mit zwei<br />

TECTUS Bändern und mit einem TECTCUS Energy<br />

Band in der Oberflächen Ausstattung „Sati Chrome<br />

Look“ ausgestattet.<br />

Und die Praxisnähe der bewährten Serie TECTUS<br />

zeigt sich durch die komfortable 3D-Verstelltechnik:<br />

Sie ermöglicht eine stufenlose Justierung von jeweils<br />

+/- 3,0 mm zur Seite und Höhe sowie die Veränderung<br />

des Andrucks von +/- 1,0 mm. Die Höhenverstellung<br />

verhindert ein Absacken der Tür und ermöglicht<br />

es dem Verarbeiter, das Türelement montagefreundlich,<br />

schnell und effektiv auszurichten. Der 180 Grad<br />

Öffnungswinkel, die wartungsfreie Gleitlagertechnik<br />

und hohe Belastungswerte bis 80 kg gehören ebenfalls<br />

zu den technischen Vorzügen.<br />

SIMONSWERK GmbH<br />

T +49 (0)5242 413-0<br />

info@simonswerk.de<br />

www.simonswerk.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Harmonisches Ganzes<br />

Das Bauvorhaben Vinzenzgasse in Graz ist<br />

für Menschen gedacht, die Wert auf stilvolles<br />

und modernes Wohnen legen – egal ob<br />

Jung und Alt, Familien, Pärchen und Singles.<br />

Auch im Detail sollte sich die außerordentlich<br />

hohe Qualität des Projekts sichtbar<br />

machen. So wurde für die Beschattung das<br />

VALETTA Raffstore-System RA 80 mit Kurbel<br />

ausgewählt, von dem rund 430 Stück<br />

verbaut wurden.<br />

Das elegante, außenliegende Beschattungssystem<br />

besteht aus speziallegierten<br />

und doppelt einbrennlackierten Aluminium-Lamellen,<br />

die auch stärkeren Windlasten<br />

standhalten. Mit ihren schlag- und<br />

kratzfesten Eigenschaften kann die Witterung<br />

den Lamellen selbst an besonders<br />

exponierten Stellen nichts anhaben. Auch<br />

die insgesamt acht ZIP-Anlagen mit den<br />

großzügigen Maßen von 480 mal 170 Zentimetern<br />

ergänzen das harmonische Erscheinungsbild<br />

der gelungenen Gesamt<strong>architektur</strong>.<br />

Beide Systeme fügen sich exakt in die<br />

Konturen der Gebäude ein und werden so<br />

Teil eines harmonischen Ganzen.<br />

99<br />

VALETTA Sonnenschutztechnik GmbH<br />

T +43 (0)732 38 80-0<br />

office@valetta.at<br />

www.valetta.at<br />

Produkt News<br />

++


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

100<br />

Produkt News<br />

Ausgezeichnete Kollektion<br />

Der Wettbewerb HÄUSER DES JAHRES wird seit<br />

2011 ausgelobt und prämiert die besten Projekte aus<br />

Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Eine<br />

Fachjury wählt aus 150 Einreichungen 50 herausragende<br />

Häuser und benennt aus diesen einen Preisträger,<br />

zwei Auszeichnungen und fünf Anerkennungen. Dabei<br />

wurde Wert auf Nachhaltigkeit, innovativen Einsatz von<br />

Materialien, kreativen Umgang mit der baulichen Situation<br />

und auf konsequente Ausführung gelegt.<br />

In diesem Zusammenhang zeichnete die Jury in diesem<br />

Jahr auch 18 innovative Produktlösungen aus.<br />

PROJECT FLOORS hat mit seiner Chevron Kollektion<br />

eine der begehrten Auszeichnungen zum „Besten Produkt<br />

<strong>2020</strong>“ gewonnen.<br />

Angeboten wird die ausgezeichnete Kollektion in sechs<br />

Dekoren im Französischen Fischgrätformat (Chevron):<br />

Die in einem Winkel von 60° abgeschrägten Planken<br />

ermöglichen neue Verlege- und Gestaltungsmöglichkeiten,<br />

die an die Parkettböden alter Herrenhäuser des 17.<br />

Jahrhunderts erinnern.<br />

PROJECT FLOORS GmbH<br />

T +49 (0)2233 9687-0<br />

info@project-floors.com<br />

www.project-floors.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

101<br />

Produkt News<br />

Gut für Körper<br />

und Geist!<br />

Gesundheitsschutz für<br />

Verarbeiter und Bauherren.<br />

© Interface<br />

Inspiriert von den Straßen<br />

Londons und New Yorks<br />

++<br />

New York City und London sind Inspiration<br />

und Namensgeber für die neue Teppichfliesenkollektion<br />

von Interface: NY+LON<br />

Streets, deren Name auch für das Hauptmaterial<br />

Nylon der Teppichfliesen steht,<br />

fängt in ihrem Design die einzigartigen<br />

Eindrücke der Gehwege ein und kombiniert<br />

sie mit fortschrittlicher, nachhaltiger<br />

Technologie. Die Inspiration stammt von<br />

den schönen, schillernden Farben, die man<br />

in den begehbaren Oberlichtern findet,<br />

sowie den abgenutzten und von der Zeit<br />

angegriffenen Metallplatten, mit denen<br />

die Straßen und Bürgersteige der Städte<br />

übersät sind. Die spielerisch gestaltete<br />

Kollektion verwendet frische Texturen und<br />

Muster, um eine neue Perspektive auf das<br />

urbane Umfeld zu fördern. Wheler Street,<br />

Old Street, Dover Street und Reade Street<br />

beziehen sich auf Asphalt, abgenutztes<br />

Metall und verwitterte Bürgersteige in<br />

verschiedenen Maßstäben. Mercer Street<br />

setzt auf ein unkonventionelles Raster aus<br />

Glasbausteinen, das Broome Street mit<br />

zeitgenössischer Farbgebung bereichert.<br />

Die Fliesen sind Teil des modularen Systems<br />

von Interface und lassen sich effektvoll<br />

mit den Luxus-Vinylfliesen (LVT) von<br />

Interface sowie den nora® Kautschukbelägen<br />

kombinieren. Interface führt aber<br />

nicht nur ein aufregendes, neues Design<br />

ein, sondern auch eine neue PVC- und<br />

bitumenfreie Rückenkonstruktion, in der<br />

ein höherer Anteil biobasierter und recycelter<br />

Materialien verwendet wird. Einige<br />

neue Materialien sind für sich genommen<br />

netto CO 2 -negativ und reduzieren so den<br />

CO 2 -Fußabdruck des Gesamtprodukts.<br />

Interface Deutschland GmbH<br />

T +49 (0)2151 / 37 18-0<br />

info-at@interface.com<br />

www.interface.com/nylonstreets<br />

www.Interface.com/cquest<br />

Erich Brunner<br />

Tapezierermeister und<br />

Raumausstatter aus Wien<br />

BEST4YOU<br />

Die Produktlinie für Profis<br />

MUREXIN Produkte verwende ich<br />

schon ewig und drei Tage. Weil sie<br />

unbedenklich in der Verarbeitung<br />

sind. Zusätzlich fordere ich auch<br />

meinen Geist mit Schulungen<br />

im neuen MUREXIN Technikum.<br />

Dort erlernt man auch alles über<br />

BEST4YOU, die Produktlinie mit<br />

Premium-Qualität, großer Umweltfreundlichkeit,<br />

maximaler Performance<br />

und hoher Arbeitserleichterung.<br />

Mein Produkttipp:<br />

Physiologisch unbedenklich:<br />

Murexin Natursteinteppichharz MS-1K<br />

© Interface<br />

MUREXIN. Das hält.


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

102<br />

Produkt News<br />

© SPAR<br />

Eurospar (Ottnang) mit einer Planum-Fassade in Wave Schwarz<br />

Libellenflügelstruktur<br />

als Fassaden Highlight<br />

Die neue DOMICO Oberfläche „Wave“ ist eine PVDF Effektlack-Beschichtung, die in<br />

ihrer Oberflächenstruktur einem Libellenflügel ähnlich ist. Die Musterstruktur des<br />

mehrschichtigen Beschichtungsaufbaus ist dabei horizontal ausgerichtet und der<br />

Glanzgrad liegt bei ca. 40 %.<br />

Bei Sonnenschein erscheint so die Struktur der Metallfassaden-Beschichtung<br />

wie eine Wasseroberfläche.<br />

Das stylische Aussehen verdankt man der Streuung<br />

des Lichts, wobei der Hologrammeffekt eine dreidimensionale<br />

Optik entstehen lässt. Dadurch erscheint<br />

die Oberfläche aus verschiedenen Betrachtungswinkeln<br />

unterschiedlich hell und Lichtreflexe verändern<br />

sich mit der Bewegung des Betrachters.<br />

Die neue Wave-Beschichtung kann als Planum- oder<br />

Swing-Fassade ausgeführt werden und bei den Profilen<br />

aus Stahlblech stehen die Farben Schwarz und<br />

Weiß zur Verfügung.<br />

Die vorgehängten, hinterlüfteten DOMICO-Metallfassaden<br />

sind durchdringungs- und nahezu wartungsfrei.<br />

Durch den edlen und langlebigen Werkstoff Metall und<br />

die große Designfreiheit ermöglichen diese Fassadensysteme<br />

einzigartige architektonische Gebäudehüllen.<br />

DOMICO Dach-, Wandund<br />

Fassadensysteme KG<br />

T +43 (0)7682 2671-0<br />

office@domico.at<br />

www.domico.at<br />

SINDIK Automobile (Kirchheim unter Teck)<br />

mit einer Planum-Fassade in Wave Weiß


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Produkt News<br />

kneer-suedfenster.de<br />

Zero Waste beim Dämmen<br />

Immobilien sind langfristige Investitionen, die immer wieder<br />

durch An- und Umbauten, Renovierungen oder thermische<br />

Sanierungen verändert werden. Dadurch landen Hunderte<br />

Tonnen Baustoffe auf den Deponien.<br />

Um diesem Abfallstrom entgegenzuwirken, hat Saint-Gobain<br />

Weber Terranova das „Zero Waste“ Wärmedämm-Verbundsystem<br />

weber.therm circle entwickelt: Alle Komponenten, wie z. B.<br />

Dämmstoffe, Dübel, Gewebe und mineralische Putzmörtel<br />

können sortenrein getrennt und der Wiederverwertung zugeführt<br />

werden. Zudem lässt sich weber.therm circle eins zu eins<br />

an die Fassade zurückbauen. Erreicht wird die Rückbaubarkeit<br />

durch verschiedene Maßnahmen: Weber verzichtet auf den<br />

sonst üblichen Klebemörtel. Stattdessen werden die Dämmplatten<br />

mechanisch mit Schraubdübeln am Mauerwerk befestigt.<br />

Dank einer speziellen Mineralwollqualität können sich die<br />

Dämmplatten besonders gut an den Untergrund anpassen.<br />

Zeitlose Klassiker:<br />

Sprossenfenster<br />

• Großflächige Elemente<br />

• Absolute Barrierefreiheit<br />

• Hoher Komfort<br />

• Optimale Wärmedämmung im Schwellenbereich<br />

• Einfache Bedienung<br />

• Elegante Optik<br />

• Vollautomatischer Hebe-Schiebe-Antrieb<br />

Saint-Gobain Weber Terranova Österreich<br />

T +43 (0)1 66 150<br />

marketing@weber-terranova.at<br />

www.weber-terranova.at<br />

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf<br />

Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

Vom Keller bis zum Dach<br />

Mit einem ganzheitlichen, perfekt abgestimmten<br />

Dämmkonzept und leistungsstarken Produkten vom<br />

Keller bis zum Dach sorgt Steinbacher dafür, dass im<br />

neuen Heim von Extremskifahrer Axel Naglich, der<br />

nach seinem Architekturstudium in Innsbruck das a2<br />

Architekturbüro in Kitzbühel gründete, nun das ganze<br />

Jahr über ein erstklassiges Wohlfühlklima herrscht.<br />

Insgesamt verleihen ca. 1700 m 2 „Hidden Champions“<br />

dem Neubau eine Top-Dämm-Performance, zum Beispiel<br />

die höchst formbeständige Dämmplatte steinodur®<br />

PSN im Perimeterbereich, das graue steinopor®<br />

EPS plus in der Fassade und und das diffusionsfähige<br />

steinothan® 125 DO PU-Aufdachdämmelement. Wer<br />

wie Axel Naglich auf Qualität Wert legt, setzt am besten<br />

auf die Fundament-Dämmschalung steinodur®<br />

SHD 500 ECO, die eine lückenlose Überbrückung<br />

von der Dämmung unter der Bodenplatte zum Perimeterbereich<br />

gewährleistet.<br />

Steinbacher Dämmstoff GmbH<br />

T +43 (0)5352 700-0<br />

office@steinbacher.at<br />

www.steinbacher.at/eco<br />

104<br />

© Viktoria Stütz<br />

© Steinbacher Dämmstoffe<br />

Produkt News<br />

Architekt Axel Naglich verwirklichte<br />

sein eigenes Haus<br />

mit höchstem Anspruch an<br />

Design und Qualität.<br />

Die einzigartige Fundament-Dämmschalung<br />

steinodur® SHD 500 ECO aus<br />

standardisierten Basiselementen<br />

bietet eine sichere,<br />

simple und vor allem rasche<br />

Verlegung.<br />

© Holcim (Deutschland) GmbH<br />

Das neu entwickelte<br />

mobile Betonwerk produziert<br />

Beton direkt vor<br />

Ort und ermöglicht damit<br />

das Bauen mit Leicht- und<br />

Infraleichtbeton unabhängig<br />

vom limitierenden<br />

Lieferradius.<br />

© Holcim (Deutschland) GmbH<br />

Betone vor Ort produzieren<br />

So faszinierend das Bauen mit Liapor Leicht- und Infraleichtbeton<br />

und deren hervorragenden statischen und<br />

dämmenden Eigenschaften auch ist: Ein limitierender<br />

Faktor für ihren Einsatz ist ihr begrenzter Lieferradius.<br />

Denn nach der Wasserzugabe im Betonwerk müssen<br />

sie innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verarbeitet<br />

werden und Fahrzeit und Reichweite des Mischers mit<br />

dem fertigen Beton sind dadurch stark begrenzt.<br />

Die Lösung dieses Problems bietet nun das neue mobile<br />

Betonwerk, das von der Holcim (Deutschland)<br />

GmbH entwickelt wurde und überall in Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz einsetzbar ist.<br />

Die mobile Anlage mit einer Austragsleistung von 15 bis<br />

20 m 3 Beton pro Stunde, umfasst auf dem Lkw-Auflieger<br />

alles, was zur autarken Betonproduktion benötigt<br />

wird: Stromaggregat, Bindemittelsilos, Mischer, Steuerung<br />

und am hinteren Ende Silos für die Gesteinskörnungen.<br />

Alle benötigten Roh- und Zuschlagstoffe werden<br />

im zentralen Mischer direkt auf der Baustelle zum<br />

einsatzfertigen Beton miteinander vermengt.<br />

Im Oktober 2019 nahm der erste Lkw seinen Dienst<br />

auf, ein zweiter ist bereits in Planung. Und im März<br />

<strong>2020</strong> wurde das mobile Betonwerk als weltweit erste<br />

mobile Anlage CSC-zertifiziert und sorgt damit in der<br />

Gebäudezertifizierung, beispielsweise nach DGNB<br />

oder BREEAM, für zusätzliche Punkte.<br />

Lias Österreich GesmbH<br />

T +43 (0)3155 2368-0<br />

info@liapor.at<br />

www.liapor.at


UP-20-04_ThermatopM_AT_195x144_RZ.indd 1 07.04.20 14:12<br />

www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

105<br />

Ladestation für E-Bikes<br />

Produkt News<br />

Den Trend zu E-Bikes hat die Kirchdorfer Concrete<br />

Solutions nun zum Anlass genommen und eine solide<br />

und elegante E-Bike Ladestation entwickelt. Mit zwei<br />

geförderten Pilotprojekten in den oststeirischen Tourismus-Gemeinden<br />

Bad Blumau und Bad Waltersdorf<br />

wurde das Konzept als Vorzeigeprojekt installiert.<br />

Die „MOVEBLOC“ Betonelemente mit einem Eigengewicht<br />

von 2,4 Tonnen werden auf einfachste Weise mit<br />

oder ohne Fundament an der gewünschten Stelle versetzt.<br />

Ausgestattet sind die Ladestationen mit intelligenten<br />

Ladesystemen, bei denen die E-Bikes direkt<br />

ohne eigenes Ladegerät aufgeladen werden können.<br />

Eine massive Stangenkonstruktion zum Versperren<br />

der teuren Fahrräder ist ebenso Teil des Konzepts.<br />

Kirchdorfer Industries GmbH<br />

T +43 5 7715 100-0<br />

welcome@kirchdorfer.eu<br />

www.kirchdorfer.at<br />

www.deltabloc.com<br />

www.concrete-solutions.eu<br />

© Lanz/Kirchdorfer<br />

Bau auf Uponor<br />

mit Thermatop M*<br />

Das fugenlose Gipskarton Heiz-/Kühldeckensystem<br />

für besondere architektonische Ansprüche<br />

Schnelle Montage, flexible<br />

Installation dank einfacher<br />

Klickmontage<br />

Hohe Heiz- und Kühlleistungen,<br />

große thermisch aktive<br />

Rohroberfläche,<br />

hohe Schallabsorptionsgrade<br />

Klare Gewerketrennung zwischen<br />

Trockenbau und Haustechnik<br />

* Der neue Name für Uponor Varicool Eco S<br />

www.uponor.at/thermatop-m


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

106<br />

Produkt News<br />

Fotos: Stefan Müller-Naumann<br />

Abstrakte Bücher aus Keramik<br />

Architektur hat in Vorarlberg einen wichtigen Stellenwert und die Stadt Dornbirn gilt<br />

als die architektonische Hochburg. Dort entstanden in den vergangenen Jahrzehnten<br />

viele öffentliche Plätze und Gebäude für Wohnen, Kultur, Gewerbe und Bildung, die<br />

sich durch eine baukulturell anspruchsvolle Architektur auszeichnen. Ein gelungenes<br />

Beispiel dafür stellt die kürzlich fertiggestellte Stadtbibliothek von Christian Schmoelz<br />

und Dietrich Untertrifaller Architekten im Park des Schulbezirks dar.<br />

Der Neubau ersetzt die alte Bücherei in der benachbarten<br />

Stieger-Villa und bietet mit einer Gesamtnutzfläche<br />

von 1.170 m 2 nun ausreichend Platz für<br />

die fast 50.000 Medien. Entstanden ist nach anderthalbjähriger<br />

Bauzeit ein freigeformter Pavillon aus<br />

vier verbundenen Parabeln in Stahlbetonbauweise<br />

mit einer zweischaligen Fassade. Während die Innenseite<br />

aus raumhohen, in Fächern angebrachten<br />

Holz-Alu-Fenstern besteht, dient die äußere Fassade<br />

als optimaler Sonnenschutz. Die hierfür verwendeten<br />

Keramikbaguettes von Moeding sorgen für<br />

Lichtspiele im Gebäudeinnern und verleihen dem<br />

Baukörper außen das besondere Detail: Eine abstrakte<br />

Bücherfassade.<br />

Realisiert wurde diese semitransparente Gebäudehülle<br />

mithilfe von insgesamt 7.714 länglichen<br />

Keramikbaguettes in der Größe 120 x 60 cm. Ihr<br />

rechteckiges Format, die vertikale und schräge Anordnung,<br />

sowie das gebrochene Weiß und die pergamentartige<br />

Struktur rekonstruieren dabei das Format<br />

und die Schrift eines Buches.<br />

Moeding Keramikfassaden GmbH<br />

T +49 (0)8732 2460-0<br />

info@moeding.de<br />

www.moeding.de


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

107<br />

Produkt News<br />

Rückwirkend und<br />

lebenslang klimaneutral<br />

Mit ihrer neuen Nachhaltigkeitsstrategie „Lebenslang<br />

Klimaneutral“ präsentierte die VELUX Gruppe<br />

einen ambitionierten Plan für die Zukunft, der auch<br />

Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen<br />

soll: Der weltweit führende Dachfensterhersteller<br />

verpflichtet sich, zukünftige CO 2 -Emissionen zu reduzieren<br />

und zugleich den historischen Fußabdruck<br />

des Unternehmens seit seiner Gründung im Jahr<br />

1941 zu binden – insgesamt 5,6 Millionen Tonnen CO 2 .<br />

Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem<br />

WWF. Da der Erhalt und Schutz von Wäldern die effektivsten<br />

Maßnahmen gegen den Klimawandel darstellen,<br />

werden in umfangreichen Projekten Waldgebiete<br />

rund um die Welt aufgeforstet, beginnend<br />

in Myanmar und Uganda. Erklärtes Ziel ist zudem<br />

die drastische Reduktion der CO 2 -Emissionen des<br />

Unternehmens und seiner Wertschöpfungskette<br />

im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaschutz-Abkommens.<br />

Mittels smarter, nachhaltiger Produkte möchte<br />

VELUX auch ein umweltbewusstes Denken bei Endkunden<br />

fördern. Etwa durch richtiges Lüften mit der<br />

intelligenten Raumklimasteuerung VELUX ACTIVE<br />

with NETATMO, die konstant die Raumtemperatur,<br />

die CO 2 -Konzentration und Luftfeuchtigkeit misst.<br />

Eingebaute VELUX INTEGRA Dachfenster und Rollläden<br />

werden auf Basis dieser Werte automatisch<br />

und bedarfsgerecht gesteuert.<br />

VELUX<br />

Österreich GmbH<br />

T +43 (0)2245 3235-0<br />

tageslicht@velux.com<br />

www.velux.at<br />

Führend in Lüftungs- und Brandschutzsystemen<br />

Eine Symbiose von höchster Lebensqualität bei lebendiger Architektur<br />

HoHo Wien<br />

www.trox.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

108<br />

Produkt News<br />

Fotos: CORAG, Fotostudio Huger<br />

Alles im Rahmen<br />

Am Wiener Hauptbahnhof hat die B&B Hotelgruppe auf einem knapp 1.600 m 2 großen<br />

Grundstück ein neues Budget-Hotel mit fast 200 Zimmern auf acht Etagen eröffnet,<br />

bei dem vor allem die Gestaltung der Fassade fasziniert.<br />

Das Hotel ist barrierefrei zugänglich und zur Straße<br />

hin offen und einladend gestaltet. Im Erdgeschoss<br />

befinden sich die Lobby und die Rezeption, der<br />

Frühstücksbereich sowie barrierefreie Zimmer. Zum<br />

Standard des Hauses, das leistbare Übernachtungen<br />

auch für Familien anbietet, gehören klimatisierte<br />

Zimmer, kostenloses Hochgeschwindigkeits-WLAN<br />

und Sky-TV.<br />

Neben seiner effizienten Grundrissplanung besticht<br />

das Gebäude vor allem durch seine hochwertige Fassadengestaltung.<br />

Die Architekten von Arkan Zeytinoglu<br />

Architects hatten eine kreative Gestaltung für<br />

die Fassade geplant, bei der die Fenster ein sogenanntes<br />

Fenstermonitorsystem erhalten sollten: Wie<br />

bei einem Monitor sollte ein schwarzer, abgeschrägter<br />

Rahmen um die Öffnungen herumlaufen. Realisierbar<br />

waren die Vorstellungen der Architekten mit<br />

den stabilen und wetterfesten Austrotherm Architekturelementen,<br />

mit denen sich die ungewöhnliche Gestaltung<br />

perfekt und nachhaltig umsetzen ließ.<br />

Bei diesen Architekturelementen handelt es sich um<br />

spezielle Fassadenprofile mit einem besseren Dämmwert,<br />

also abgeschrägte Fensterrahmungen, welche<br />

schon in den Dämmstoff eingebettet werden. Die<br />

Fassade wurde mit dem grauen Austrotherm EPS®<br />

F-PLUS gedämmt, welches mit dem Lambdawert von<br />

0,031 W/(mK) eine um 23 % bessere Dämmwirkung<br />

aufweist. Mit den stabilen und wetterfest beschichteten<br />

Austrotherm Fassadenelementen ließ sich die<br />

ungewöhnliche Gestaltung perfekt und nachhaltig<br />

umsetzen. Neben der Fassade wurden auch die Estriche<br />

mit Austrotherm Produkten gedämmt.<br />

Austrotherm GmbH<br />

T +43 (0)2633 401-0<br />

info@austrotherm.at<br />

www.austrotherm.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Richtiger Partner<br />

für begrünte Fassaden<br />

Die Möglichkeiten zur Fassadenbegrünung<br />

sind vielfältig, bringen aber neue technische<br />

Aspekte mit sich. Mobil.Urban.Grün.Lebendig.<br />

Innovativ – kurz MUGLI, zeigt im Rahmen einer<br />

Roadshow Technologien zum Angreifen und<br />

vermittelt Wissen rund um das Thema „Grün“<br />

in der Stadt.<br />

Als MUGLI Projektpartner für WDVS demonstriert<br />

Baumit dabei, worauf bei der Befestigung<br />

von Rankhilfen und Pflanztrögen in und vor Wärmedämmverbundsystemen<br />

besonders zu achten<br />

ist: Zunächst wird empfohlen, ein atmungsaktives<br />

Dämmsystem zu verwenden, wie die<br />

Baumit open air – KlimaschutzFassade. Insbesondere<br />

bei der Ausführung von Ober- und Unterputz<br />

wird zu erhöhten Mindestdicken und zu<br />

besonders witterungsbeständigen Putzen und<br />

Farbanstrichen, wie z.B. Baumit StarTop bzw.<br />

Baumit StarColor geraten. Und für eine wärmebrückenminimierte<br />

Montage zum Abtragen der<br />

entstehenden Lasten, wie sie bei Rankhilfen benötigt<br />

werden, hat Baumit IsoBar von EJOT ins<br />

Programm aufgenommen.<br />

109<br />

Baumit GmbH<br />

T +43 (0)501 888 1-0<br />

www.baumit.com<br />

Produkt News


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

110<br />

Produkt News<br />

Flächenoptimierte,<br />

ökonomische Bauweise<br />

EDER perfektioniert die Kunst der Ziegelherstellung seit Generationen – mit regionalen<br />

Rohstoffen, modernster Technologie und der Expertise aus mehr als 120<br />

Jahren Unternehmensgeschichte. Nun bringen die Peuerbacher Experten einen<br />

Hightech-Ziegel für den anspruchsvollen, mehrgeschossigen Wohnbau auf den<br />

Markt, der höchste Energieeffizienz, besten Wohnkomfort und effektiven Raumgewinn<br />

verspricht.<br />

Die innovativen Vollwertziegel der W-Serie verfügen<br />

dank massiver Stege über eine hohe statische Festigkeit<br />

und ideale bauphysikalische Eigenschaften.<br />

Gefüllt mit reinsten Mineralwollflocken sorgen sie für<br />

eine ausgezeichnete Wärmedämmung und bieten<br />

durch ihre hohe Speichermasse in kalten und warmen<br />

Jahreszeiten ein ideales, ausgeglichenes Raumklima.<br />

Auch im Bereich Wohnkomfort sind die neuen Vollwertziegel<br />

eine Klasse für sich: Durch die Kombination<br />

aus dem speziellen Lochbild und den schallabsorbierenden<br />

Mineralwollflocken bieten sie eine angenehme<br />

Innenraum-Akustik sowie einen hervorragenden<br />

Schallschutz auch in lärmbelasteter Umgebung, z. B.<br />

bei Straßen- und Schienenverkehr.<br />

Entwickelt wurden die EDER Vollwertziegel der W-Serie<br />

speziell für den mehrgeschossigen Wohnbau: Die<br />

schlanken, monolithischen Außenwände in der Wandstärke<br />

42,5 und 38 cm ermöglichen einen effektiven<br />

Gewinn an verwertbarer Nutzfläche.<br />

Ziegelwerk EDER GmbH<br />

T +43 (0)7276 2415-0<br />

info@eder.co.at<br />

www.eder.co.at


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Produkt News<br />

GuteIdeen<br />

fürDämmung<br />

Ökologische<br />

Untergrundvorbereitung<br />

Mit den Produkten der neuen BEST4YOU Linie von MUREXIN<br />

gelingt die komplette Untergrundvorbereitung vor der Bodenverlegung<br />

inklusive Rissverdübelung, Verfestigung und Absperrung<br />

von zu hoher Restfeuchtigkeit gänzlich im ökologischen<br />

System. Die neue Produktlinie ist die umwelt- und verarbeiterfreundliche<br />

Alternative zu den bisher verwendeten Produkten<br />

auf Basis von Reaktionsharzen. Sie sind Silan basierend und somit<br />

frei von migrationsfähigen Stoffen, sehr emissionsarm und<br />

physiologisch unbedenklich. Anstatt der üblichen 12 Stunden<br />

Wartezeit bei Reaktionsharzen ist mit den neuen ökologischen<br />

Produkten ein Weiterarbeiten bereits nach 3 Stunden möglich.<br />

Die Produktpalette umfasst auf MSP-Basis das Silan-Verfestigungsharz<br />

MS-X 1, das Rissverdübelungsharz MS-X 24 und die<br />

Silan-Feuchtigkeitssperre MS-X 3. Markant ist auch die Aufmachung<br />

der neuen Produkte, die mit einem silbernen X und<br />

sattem Schwarz für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt.<br />

Murexin GmbH<br />

T +43 (0)2622 27401-0<br />

info@murexin.com<br />

www.murexin.com/best4you<br />

Information<br />

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M ilionenJahrealt–<br />

Ilit-TonbildetdenhochwertigenGrundstoffür<br />

Liapor.Im Liapor-W erkwird<br />

dasnatürliche Rohmaterial<br />

gemischtundbeicirca<br />

1.200°Cgebrannt.<br />

DabeiverbrennendieorganischenAnteileundderTon<br />

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GrößeundFestigkeitdes<br />

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physikalischen Eigenschaften hervoragendzurhochbelastbarenFundamentplatendämmungundzurseitlichenArbeitsgrabenverfülung.<br />

Die luftporen-durchsetzten,keramischen TonkugelnverminderndenErddruckdankseinergeringenTrockenschütdichte<br />

deutlich.Die Schütung<br />

istformstabilundnahezuselbstverdichtend.Der<br />

EintragkannauchinschmalsteSpaltenerfolgen,<br />

zusätzlicheRütleroderVerdichtersindnichterforderlich.LiaporGroundistnichtbrennbar(A1),reduziertWärmeverluste,kann<br />

gleichzeitigWärme<br />

speichernundwirktschaldämmend<br />

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Tel. +43(0)3155-2368 -Email: info@liapor.at


<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

112<br />

Produkt News<br />

Klimaneutralität bis 2040<br />

Klare Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaneutralität setzt die LafargeHolcim-Gruppe.<br />

Einerseits mit der neuen Initiative “Business Ambition for 1,5°C”, die<br />

am 21. September <strong>2020</strong> von LafargeHolcim als erstem globalen Baustoffunternehmen<br />

unterzeichnet wurde. Darin verpflichtet sich die Gruppe zur Erreichung<br />

von Klima-Zwischenzielen bis 2030, die von der Science-Based-Targets Initiative<br />

(SBTi) validiert werden. Andererseits ist erklärtes Ziel, dass alle Werke der Unternehmensgruppe<br />

bis 2040 CO​ 2 ​-neutral sein sollen.<br />

Dafür hat auch der österreichische Marktführer<br />

Lafarge Zementwerke eine Dekarbonisierungs-Roadmap<br />

entwickelt und startet<br />

<strong>2020</strong> mit einer ausgezeichneten ökologischen<br />

Performance seiner beiden Zementwerke.<br />

Primärrohstoffe wie Kohle, Öl oder<br />

Gas werden schon lange nicht mehr für den<br />

Brennprozess des Klinkers herangezogen.<br />

Lafarge setzt auf hochwertige Ersatzrohund<br />

Brennstoffe, die je nach Werk zwischen<br />

85 (Mannersdorf) und 100 Prozent (Retznei)<br />

liegen. Die dort hergestellten Klinker<br />

stellen mit 66 Prozent den Hauptbestandteil<br />

des Produktportfolios dar – und sind<br />

damit die Hauptverursacher des CO​ 2 ​-Rucksacks.<br />

Im Vergleich zum europäischen Zielwert<br />

für das Jahr 2030 von 732 kg CO​ 2 ​/Tonne<br />

Klinker ist Lafarge heute aber schon bei<br />


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

113<br />

Produkt News<br />

Save the week!<br />

Von 11. bis 15. Jänner 2021 servieren die<br />

IT-Experten der untermStrich software<br />

GmbH mit der „MESSE@home“ ein spektakuläres<br />

Ersatzprogramm zur Bau in München:<br />

Fünf virtuelle Messetage, vollgepackt<br />

mit jeder Menge Fachvorträgen, internationalen<br />

Experten und Diskussionsrunden.<br />

Erfahrungen mit derartigen virtuellen Bühnen<br />

sammelten die EDV-Experten bereits<br />

bei ihren Webinaren, die seit Mai täglich von<br />

Lizenznehmern genutzt werden können.<br />

Mehr als 3.000 Teilnehmer wurden dort bisher<br />

gezählt und auch die „MESSE@home“<br />

kann ebenso mobil von jedem Ort der Welt<br />

aus, ohne auf die persönliche Interaktion<br />

mit den Experten verzichten zu müssen,<br />

besucht werden.<br />

Die ersten Namen der hochkarätigen Vortragenden<br />

und Diskussionspartner können<br />

auch schon verraten werden. So wird Horst<br />

W. Keller (DERPLUSARCHITEKT) Einblicke<br />

in das Thema optimierte Büroführung für<br />

zukunftsweisende Erfolgsstorys geben. Bei<br />

einer virtuellen Podiumsdiskussion nimmt<br />

unter anderen Mark Jenewein von LOVE architecture<br />

+ urbanism Platz, der international<br />

gemeinsam mit kadawittfeld<strong>architektur</strong><br />

unserem Lebensraum neue Dimensionen<br />

verpasst. Ebenso fixiert sind bereits Sven<br />

Hein (BIGmbH & Co.KG) und Carlo Chiavistrelli<br />

(HANEL Ingenieurbüro). Abgerundet<br />

wird das MESSE@home-Angebot mit Software-Präsentationen,<br />

Einzelterminen mit<br />

den untermStrich-Experten und Vorträgen.<br />

untermStrich software GmbH<br />

T +43 (0)3862 58106-0<br />

office@untermstrich.com<br />

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Die unbesiegbare Nr. 1 von Rigips<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

114<br />

edv<br />

Telearbeit:<br />

My home is my office<br />

Telearbeit ist in – nicht nur in Pandemiezeiten. Wie sich das Arbeiten vom<br />

Homeoffice aus in den Planeralltag integrieren lässt und was man dabei<br />

beachten sollte.<br />

Text: Marian Behaneck<br />

Telearbeit ist in – allerdings verfügen nicht alle Arbeitnehmer über geeignete Voraussetzungen. © Microsoft<br />

Arbeitszeiten flexibler gestalten, Beruf und<br />

Privatleben besser vereinbaren, unproduktive<br />

Anfahrtszeiten vermeiden, Arbeitsplatzkosten<br />

und CO 2 -Emissionen einsparen – die<br />

Telearbeit macht´s möglich. Doch was ist<br />

und was kann Telearbeit eigentlich? Welche<br />

Vor-/Nachteile bringt sie für Unternehmen<br />

und Mitarbeiter, wo liegen die Grenzen?<br />

Welche technischen Voraussetzungen müssen<br />

geschaffen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen<br />

beachtet werden? Fragen,<br />

die man vorher klären sollte, denn ein gut<br />

funktionierendes Homeoffice braucht eine<br />

gute Vorbereitung.<br />

Was kann im Homeoffice<br />

erledigt werden?<br />

Unter dem Begriff Telearbeit (englisch: Teleworking,<br />

neudeutsch: Homeoffice) versteht<br />

man alle Büroaufgaben, die mithilfe von ITund<br />

Kommunikationstechniken außerhalb<br />

des Arbeitgeber-Standorts am Tele- oder<br />

Homeoffice-Arbeitsplatz in den Privaträumen<br />

des Beschäftigten erledigt werden<br />

können. Geeignet sind grundsätzlich alle<br />

Tätigkeiten, die keine persönliche Anwesenheit<br />

oder manuelle Arbeit voraussetzen. Das<br />

können Tätigkeiten zur Erledigung interner<br />

oder externer Büroabläufe sein: die Korrespondenz,<br />

das Büro- und Projektcontrolling,<br />

die Bauzeitenplanung, Besprechungen mit<br />

Bauherren, Fachingenieuren oder Handwerkern<br />

und so weiter. Andere Tätigkeiten, wie<br />

etwa Aufmaße, die Bauleitung oder Mängelerfassung<br />

etc. setzen eine persönliche Präsenz<br />

vor Ort voraus. Grundsätzlich gilt: Je<br />

weiter fortgeschritten die Digitalisierung im<br />

eigenen Unternehmen schon ist, desto leichter<br />

fällt der Umzug von Teilen des Unternehmens<br />

ins Homeoffice. Erfolgt beispielsweise<br />

der Planaustausch oder die Kommunikation<br />

mit Projektbeteiligten sowieso schon per<br />

Instant-Messaging oder Video-Chat, ent-


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

115<br />

edv<br />

stehen weniger Medienbrüche und weniger<br />

Notwendigkeiten für direkte Kontakte oder<br />

Vor-Ort-Termine. Wer sich schon weitgehend<br />

von papierbasierten Prozessen verabschiedet<br />

hat, kann medienbruchfrei, produktiv<br />

und standortunabhängig arbeiten.<br />

Mithilfe aktueller Technologien, wie zum<br />

Beispiel der Cloud, Messenger-Diensten<br />

oder Video-Conferencing-Tools lassen sich<br />

Software, Daten und Dienste standortunabhängig<br />

nutzen, Informationen und Daten im<br />

Team austauschen oder Dokumente rechtssicher<br />

digital verarbeiten und austauschen.<br />

Werden zuhause Mobilgeräte eingesetzt, ist<br />

eine separate PC-Tastatur und eine höhenverstellbare<br />

Dockingstation oder ein separater<br />

Monitor aus ergonomischen Gründen sinnvoll.<br />

Für die Kommunikation und Kooperation mit Heimarbeitern spielt insbesondere die Qualität<br />

der Internet-Verbindung eine wichtige Rolle. © Microsoft<br />

Welches technische<br />

Equipment braucht man?<br />

Grundsätzlich stehen drei Möglichkeiten zur<br />

Verfügung, um Bürotätigkeiten im Homeoffice<br />

erledigen und dafür entsprechende<br />

Programme und Daten nutzen zu können:<br />

per Fernzugriff auf den persönlichen Büroarbeitsplatz-Rechner,<br />

per VPN-Verbindung<br />

mit dem Firmenserver oder über die Nutzung<br />

von Cloud-Diensten. Mit einer Remote<br />

Desktop- oder Fernbedienungs-Software,<br />

wie beispielsweise Deskshare, PCvisit oder<br />

TeamViewer, kann man vom Homeoffice-Rechner<br />

aus quasi per „Fernsteuerung“<br />

den Rechner im Büro bedienen. Dabei wird<br />

jede Tastatur- und Mauseingabe vom Homeoffice<br />

an den Rechner im Büro übertragen,<br />

der jeweils die aktuelle Bildschirmanzeige<br />

zurücksendet. Das hat Vor- und<br />

Nachteile: Es wird nur die Fernzugriffs-Software<br />

zusätzlich benötigt, das Laden und<br />

Speichern von Daten ist so schnell wie im<br />

Büro und es ist keine besondere Hardware<br />

nötig – oft reicht der vorhandene Heimrechner.<br />

Allerdings kann es, je nach Internet-Verbindung,<br />

durch einen langsameren<br />

Bildschirmaufbau zu Verzögerung beim Arbeiten<br />

kommen. Einen direkten Zugriff auf<br />

Bürodaten ermöglichen VPN-Arbeitsplätze.<br />

VPN steht für Virtual Private Network und<br />

verbindet mehrere Rechner an unterschiedlichen<br />

Standorten verschlüsselt und sicher<br />

über das Internet. Dabei stehen dem Homeoffice-Rechner<br />

alle Daten und Dienste<br />

genauso zur Verfügung, als ob dieser direkt<br />

am Büro-Netzwerk angeschlossen wäre. Allerdings<br />

muss auf dem Homeoffice-Rechner<br />

die jeweilige Software installiert sein, mit<br />

der man arbeiten will. Diese besorgt sich<br />

per VPN-Verbindung den Lizenzschlüssel<br />

und die Daten vom Server im Büro.<br />

Sowohl den Fernzugriff als auch VPN-Verbindungen<br />

sollten, auch aus Gründen der<br />

Datensicherheit, IT-Experten die Technik<br />

einrichten und verwalten. Werden im Unternehmen<br />

browserbasierte Cloud-Lösungen<br />

eingesetzt, können die Mitarbeiter, auch<br />

ganz ohne Expertenhilfe, per Webbrowser<br />

plattform- und standortunabhängig auf alle<br />

Programme, Büro- und Auftragsdaten zugreifen,<br />

die auf externen Cloud-Servern gespeichert<br />

sind. Dann ist das Arbeiten mit der<br />

Software und den Projekten ebenso schnell<br />

wie im Büro – vorausgesetzt, die Qualität<br />

der Internet-Verbindung ist dieselbe.<br />

Für die digitale Kommunikation und Zusammenarbeit<br />

per Internet werden inzwischen<br />

zahlreiche Lösungen offeriert. Instant-Messaging-Software<br />

wie ICQ, Telegram oder<br />

WhatsApp vereinfachen den Austausch<br />

von Informationen und Daten. Videokonferenz-Tools<br />

wie Google Meet, GoToMeeting,<br />

Skype oder Zoom ermöglichen einen multimedialen<br />

Austausch mit einem oder mehreren<br />

Kommunikationspartnern. Webmeeting-Tools<br />

wie Slack, Microsoft Teams oder<br />

Wire bieten eine Plattform für die gemeinsame<br />

Bearbeitung von Dokumenten und Projekten.<br />

Auch bauspezifische Lösungen gibt<br />

es bereits: PKMS-Systeme wie conjectPM,<br />

Poolarserver, Think Project oder BIM Kollaborations-Plattformen<br />

wie etwa BIMplus,<br />

BIM 360 oder die BIMcloud ermöglichen es<br />

mehreren Anwendern, von unterschiedlichen<br />

Standorten aus gemeinsam an Projekten<br />

zu arbeiten.<br />

© Kensington u<br />

ABK-Bauabrechnung: Die Softwarelösung für die<br />

rasche und zuverlässige Abrechnungskontrolle!<br />

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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />

116<br />

edv<br />

Was sollte man rechtlich beachten?<br />

Während die beruflich bedingte, gelegentliche<br />

mobile Arbeit, zum Beispiel mit dem<br />

Laptop unterwegs im Zug, keine rechtlichen<br />

Vorgaben hat, müssen bei der Einrichtung<br />

von Heimarbeitsplätzen rechtliche Vorgaben<br />

beachtet und beispielsweise bestehende<br />

Arbeitsverträge angepasst und ergänzt<br />

werden. Das betrifft unter anderem die Einrichtung<br />

eines Bildschirmarbeitsplatzes, die<br />

Arbeitszeit, die Arbeitsbedingungen, eine<br />

eventuelle Kostenbeteiligung des Arbeitgebers<br />

an den Betriebskosten etc. Haftungsrechtliche<br />

oder durch technische Defekte bedingte<br />

Störungen, der Versicherungsschutz,<br />

Datenschutz oder die Datensicherheit sind<br />

ebenso zu beachten. Vereinbart der Arbeitgeber<br />

mit den Mitarbeitern eine wöchentliche<br />

Arbeitszeit am Telearbeitsplatz, ist<br />

er für deren Ausstattung zuständig. Dies<br />

umfasst die Hardware, Software und Kommunikationstechnik<br />

sowie die Ausstattung<br />

mit Schreibtisch, Bürostuhl und Büromobiliar.<br />

Verfügt der Telearbeiter zuhause bereits<br />

über die notwendige Ausstattung, sollte eine<br />

Arbeitgeberbeteiligung an den Betriebskosten<br />

vereinbart werden. Allerdings ist es<br />

aus Gründen der Datensicherheit, des Datenschutzes<br />

sowie notwendiger Hard- und<br />

Softwareeinstellungen sinnvoller, wenn das<br />

Unternehmen die Homeoffice-Hardware<br />

stellt. Beachten sollte man auch die Arbeitsplatzgestaltung.<br />

Für Telearbeitsplätze<br />

gelten die gleichen Anforderungen, wie für<br />

Bildschirmarbeitsplätze im Büro. Der Arbeitsraum<br />

muss belüftbar und beheizbar<br />

Zur weiteren sinnvollen Ausstattung gehören Multifunktionsdrucker,<br />

die scannen, kopieren und drucken können. © Hewlett-Packard<br />

BIM-Kollaborations-Plattformen ermöglichen es mehreren Anwendern<br />

von unterschiedlichen Standorten aus, gemeinsam an BIM-Projekten zu<br />

arbeiten. © Allplan<br />

sein, ausreichend Tageslicht erhalten und<br />

mindestens 8 bis 10 Quadratmeter groß sein.<br />

Laptops, Notebooks oder Tablets sind als<br />

Homeoffice-Arbeitsplatz nur bedingt geeignet.<br />

Da sie in der Regel eine mit dem<br />

Bildschirm fest verbundene Tastatur haben,<br />

kann man keine ergonomisch korrekte Arbeitshaltung<br />

einnehmen (Bildschirm-Höhe<br />

und -Abstand etc). Mobilhardware sollte deshalb<br />

entweder nur kurzzeitig genutzt oder<br />

mit einer externen Tastatur, Maus und mit<br />

einer höhenverstellbaren Docking-Station<br />

oder einem zusätzlichen LCD-Monitor zu einem<br />

Dauer-Arbeitsplatz aufgerüstet werden.<br />

Telearbeit? Aber sicher!<br />

Telearbeit hat auch einen Sicherheitsaspekt.<br />

Schließlich wird von Außen auf die Büro-IT<br />

und auf sensible Büro- und Projektdaten zugegriffen.<br />

Deshalb sollte der Arbeitgeber allen<br />

Homeoffice-Arbeitern Sicherheitsregeln<br />

vorgeben und eine entsprechend vorbereitete<br />

Hardware zur Verfügung stellen. Auf<br />

dieser sollten nur aktuelle Programme und<br />

Antivirenprogramme installiert sein, die regelmäßig<br />

aktualisiert werden. So lassen sich<br />

über Webseiten oder E-Mails eingeschleuste<br />

Schadprogramme rechtzeitig erkennen<br />

und blockieren. Wird keine Cloud-basierte<br />

Software genutzt, sollte man nur über eine<br />

vom Arbeitgeber einzurichtende VPN-Verbindung<br />

auf die Büro-IT zugreifen. Darüber<br />

muss der Online-Datenverkehr verschlüsselt<br />

werden, so dass kein Dritter Einblick nehmen<br />

kann. Sowohl für das Entsperren des<br />

Rechners als auch für Online-Dienste sollten<br />

komplexe Passwörter benutzt werden, möglichst<br />

auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.<br />

Dabei wird neben dem Passwort zum<br />

Beispiel noch ein Code eingegeben, der nur<br />

auf dem eigenen Smartphone von einer App<br />

generiert oder per SMS zugeschickt wird.<br />

Arbeitgeber sollten Mitarbeitern zusätzlich<br />

Homeoffice-Leitlinien mit Hinweisen für ein<br />

sicheres und datenschutzkonformes Arbeiten<br />

bereitstellen. Wird cloudbasierte Software<br />

as a Service (SaaS) eingesetzt, sollte<br />

man mit dem Anbieter einen sogenannten<br />

Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen.<br />

Darin verpflichtet er sich zu einem sorgsamen<br />

Umgang mit den Anwenderdaten, der<br />

den Regeln der Datenschutz-Grundverordnung<br />

(DSGVO) entspricht.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

117<br />

edv<br />

Fazit: Telearbeit wird zur Normalität<br />

Die aktuellen pandemiebedingten Einschränkungen<br />

haben die Digitalisierung in<br />

der Baubranche befördert und beispielsweise<br />

zu mehr Nachfrage nach Telearbeitsplätzen<br />

geführt. Allerdings sind nicht alle<br />

Unternehmen und Arbeitnehmer gleich gut<br />

vorbereitet. Nicht immer sind ein geeigneter<br />

Raum in der Wohnung, eine ausreichende<br />

Hardware-Ausstattung, passende Software-Lizenzen<br />

und vor allem ein schneller<br />

Internetanschluss vorhanden. Durchsetzen<br />

wird sich Telearbeit als Ergänzung zum<br />

herkömmlichen Arbeiten nur, wenn die<br />

Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören<br />

nicht zuletzt flächendeckend verfügbare<br />

Hochgeschwindigkeits-Datennetze,<br />

die eine Nutzung auch anspruchsvoller Anwendungen<br />

wie Video-Konferenzen, CAD-,<br />

Simulations- oder Visualisierungsprogramme<br />

ermöglichen.<br />

•<br />

Homeoffice-Lösungen und Anbieter*<br />

Projekt-Kollaboration: Allplan Bimplus (www.allplan.com), Asite (www.asite.com),<br />

Autodesk BIM 360 (www.autodesk.de), BIMserver.org (www.bimserver.org),<br />

BIMcloud (www.graphisoft.com), conjectPM (www.conject.com),<br />

Poolarserver (www.poolarserver.com), Slack (www.slack.com),<br />

Teams (www.microsoft.com), Think Project! (www.thinkproject.com)<br />

Video-Conferencing: Adobe Connect (www.adobe.com), Cisco Webex (www.cisco.com),<br />

Facetime (www.apple.com), Google Meet (www.google.com),<br />

GoToMeeting (www.gotomeeting.com), Meetgreen (www.meetgreen.com),<br />

Meetyou (www.meetyou.com), Skype (www.skype.com), Spreed (www.spreed.com),<br />

Veeting (www.veeeting.com), Zoom (www.zoom.com)<br />

Desktop-Sharing: BeamYourScreen (www.beamyourscreen.com),<br />

Deskshare (www.deskshare.net), Fastviewer (www. fastviewer.com),<br />

Pcvisit (www.pcvisit.de), Teamviewer (www.teamviewer.com)<br />

Instant-Messaging: ICQ (www.icq.com), Signal (www.signal.org),<br />

SilentPhone (/www.silentcircle.com), Telegram (www.telegram.org),<br />

Threema (www.threema.ch), WhatsApp (www.whatsapp.com)<br />

* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit<br />

das Organisations- und Führungstool<br />

der Architekten und Ingenieure<br />

untermStrich® X3 – wir.wissen.warum.<br />

„Die Budgetgrenzen der Projekte unter Kontrolle haben?<br />

Das gelingt uns dank untermStrich im Handumdrehen. Wir sehen rechtzeitig,<br />

dass die Obergrenze erreicht wird und können darauf reagieren.“<br />

Zitat Architekt Stefan Hitthaler<br />

untermStrich® software GmbH,<br />

Mittergasse 11 - 15, 8600 Bruck/Mur<br />

Tel. +43 3862 58106<br />

Stefan Hitthaler Architektur<br />

untermstrich.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

118<br />

edv<br />

Direkter Datenaustausch<br />

Bereits seit den frühen 1990er Jahren existiert bei<br />

ABIS Software der direkte Datenaustausch zwischen<br />

AVA und CAD Software. Durch die nun verstärkte<br />

Nachfrage dieser Funktion wurde im Zuge der AVA<br />

Neuentwicklung auch eine Adaptierung der Funktionalität<br />

auf Open-BIM vorgenommen. Das bedeutet,<br />

dass der Austausch von der CAD nach ABIS AVA<br />

über eine Standard-IFC-Datei funktioniert. Das Ziel<br />

ist es, aus einem CAD-Entwurf direkt ein (Grob-)<br />

Kostenschätzungs-LV ableiten zu können, welches<br />

sich bei Änderung des Entwurfs dann auch entsprechend<br />

aktualisiert.<br />

Aus den einzelnen CAD-Bauteilen/Elementen werden<br />

über die CAD Software IFC-Elemente gebildet,<br />

welche dann per IFC-Datei auf AVA-Elemente abgebildet<br />

werden. Diese AVA-Elemente besitzen Positionen<br />

(aus Standardleistungsbeschreibungen) und<br />

lassen sich dann in die einzelnen (Ober-)Gruppen<br />

eines Ausschreibungs-Leistungsverzeichnis einfügen.<br />

Diese AVA-Elemente sind dann weiterhin mit<br />

der IFC-Datei verknüpft und können im Bedarfsfall<br />

die aktualisierten Werte übernehmen.<br />

Bei ABIS-AVA ist man bereit, wenn BIM in den Ausschreibungs-Alltag<br />

einzieht, sei es durch die vorgestellte<br />

Open-Bim-Lösung, oder dem frei konfigurierbaren<br />

Excel-Datenaustausch, welcher ein Zusammenspiel<br />

mit fast jedem BIM-System möglich macht.<br />

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH<br />

T +43 (0)316 83 13 61<br />

reichhart@abis-software.com<br />

www.abis.at<br />

CAD – System für Architekten<br />

Das neue ViCADo.arc 2021 ist ein objektorientiertes<br />

CAD-System, das durch seine konsequente 3D-Gebäudemodellierung<br />

eine einzigartige Durchgängigkeit<br />

vom Entwurf über die Visualisierung und die Ausführungsplanung<br />

bis hin zur Ausschreibung gewährleistet.<br />

Eine intuitive Benutzeroberfläche, intelligente<br />

Objekte und vielfältige Möglichkeiten der Auswertung<br />

sind weitere wesentliche Leistungsmerkmale.<br />

Der Modell-Vergleich hilft z.B. bei der Ermittlung und<br />

Übertragung von Unterschieden zwischen Modellständen.<br />

Mit der Modell-Kontrolle verfügen die Nutzer<br />

nun über ein Instrument, welches die Gründe für<br />

ungünstige Modellierungen aufspürt und dem Tragwerksplaner<br />

die Möglichkeit der raschen Korrektur<br />

bietet. Und für neu modellierte Treppenbauteile wird<br />

nun automatisch die exakte geometrische Beschreibung<br />

„URBS“ angewendet. Großer Profiteur sind<br />

dabei gewendelte Bauteile wie viertel- oder halbgewendelte<br />

Treppen, da sich deren Ansicht von unten<br />

sowie die Abbildung in Schnittsichten wesentlich ruhiger<br />

und realistischer darstellen.<br />

DI Kraus & CO GmbH<br />

T +43 (0)2622 89497-13<br />

office@dikraus.at<br />

www.dikraus.at<br />

www.arcon-cad.at


CRONA LIGHT TOUCH<br />

Unsere Stühle sind<br />

gern unter Leuten.<br />

www.selmer.at<br />

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

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