architektur Fachmagazin Ausgabe 7 2020
architektur Fachmagazin Ausgabe 720 Bauen & Energie
architektur Fachmagazin Ausgabe 720
Bauen & Energie
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FACHMAGAZIN<br />
WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT<br />
Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550<br />
07<br />
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
November <strong>2020</strong><br />
Bauen &<br />
Energie
SICHERHEIT NAHEZU UNSICHTBAR<br />
Die neue Brandschutzschiebetür von Peneder aus<br />
Aluminium-Glas überzeugt durch pure Eleganz.<br />
Sicher und designorientiert aber kaum sichtbar.<br />
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3<br />
Editorial<br />
Information auf<br />
vielen Kanälen<br />
Seit mehr als 25 Jahren besteht unser <strong>architektur</strong><br />
FACHMAGAZIN – und hat sich vom einstigen Newcomer<br />
zum führenden Architekturfachmagazin in<br />
Österreich entwickelt.<br />
Und diese Position besetzen wir nicht nur als verbreitungsstärkstes<br />
Fachmedium dieses Segments mit<br />
unserer Printausgabe, von der laut Österreichischer<br />
Auflagenkontrolle (ÖAK) im ersten Halbjahr <strong>2020</strong><br />
durchschnittlich 11.758 Exemplare pro <strong>Ausgabe</strong> verbreitet<br />
wurden. Auch im Bereich der Neuen Medien liegen<br />
wir mit unserem Angebot mittlerweile in der Gunst<br />
der Leser und Nutzer ganz weit vorne:<br />
Unsere Website www.<strong>architektur</strong>-online.com verbucht<br />
mit ihren laufend aktualisierten Informationen durchschnittlich<br />
fast 22.000 Aufrufe pro Monat, das <strong>architektur</strong>FACHMAGAZIN<br />
als ePaper wird pro <strong>Ausgabe</strong><br />
durchschnittlich 22.900 mal aufgerufen, Facebook<br />
weist uns mehr als 11.000 Abonnenten zu und unsere<br />
Beiträge auf Pinterest werden monatlich mehr als<br />
150.000 mal betrachtet.<br />
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abonniert haben.<br />
Basis und Ausgangspunkt aller dieser Kommunikationsmittel<br />
und -kanäle ist und bleibt die Printversion<br />
von unserem <strong>architektur</strong>FACHMAGAZIN mit seinen<br />
acht <strong>Ausgabe</strong>n pro Jahr, das wir nach und nach um<br />
sinnvolle Möglichkeiten aus dem Bereich der Neuen<br />
Medien ergänzt haben. So vereinen wir Qualität, Inhalt<br />
und auch Aktualität mit den verschiedensten Kommunikationsvorlieben<br />
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Über allem steht dabei der praktische Nutzen unserer<br />
Informationen, die neben unseren Leserinnen und<br />
Lesern/Nutzerinnen und Nutzern auch unsere Partner<br />
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Viel Vergnügen mit den folgenden Seiten zum Heftthema<br />
„Bauen & Energie“– wie und wo auch immer Sie<br />
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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
Editorial 03<br />
Architekturszene 08<br />
Die Architektur als Wegbereiter<br />
Magazin 12<br />
Bau & Recht 24<br />
Intelligenter Drachenpanzer 28<br />
Shoppingcenter ALEJA /<br />
Ljubljana / ATP Innsbruck<br />
Kühlen und Heizen mit Eis 34<br />
Wohnhaus Aumühle /<br />
Aumühle, Deutschland /<br />
Buero Bechtloff<br />
Das Wohnhaus der Zukunft? 40<br />
Villa Sophia / Prag / coll coll<br />
Eine Berghütte 48<br />
als Zufluchtsort<br />
Skigard Hytte / Fåvang, Norwegen /<br />
Mork-Ulnes Architects<br />
Atmende Wände 54<br />
Wall House / Vietnam /<br />
Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />
Aus einem Sturm geboren 60<br />
Ranwas School / Vanuatu /<br />
CAUKIN Studio<br />
Holzbau higher level 66<br />
MalisGarten / Zell am Ziller, Österreich /<br />
Matteo Thun & Partners /Architektur<br />
& Meissl Architects<br />
Erweiterung des Horizonts 68<br />
Erweiterung Gipfelhaus /<br />
Magdalensberg, Kärnten /<br />
Architekten Ronacher ZT<br />
Licht 76<br />
Produkt News 80<br />
edv 114<br />
Telearbeit: My home is my office<br />
4<br />
28 34<br />
48<br />
40<br />
54 60<br />
Inhalt<br />
MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich<br />
CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)<br />
REDAKTION mag. arch. Peter Reischer, Alexandra Ullmann, DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck<br />
GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14<br />
GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH<br />
ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 <strong>Ausgabe</strong>n/Jahr): € 89,- / Ausland: € 109,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):<br />
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EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-<br />
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Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied<br />
der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />
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8<br />
Architekturszene<br />
Die Architektur<br />
als Wegbereiter<br />
Projekte mit visionärem Charakter fördern die Weiterentwicklung der Architektur.<br />
Wagen sich Planer an solch mutige Konzepte heran, bewirken sie in der Baubranche<br />
positive Veränderungen. Daher ist es wichtig, auf Innovationen in der Bauplanung<br />
aufmerksam zu machen. Dies bezweckte das Architekturzentrum Wien mit<br />
der Ausstellung „Europas beste Bauten“.<br />
Text: Dolores Stuttner<br />
Gezeigt werden Manifeste zeitgenössischer<br />
Architektur – und damit die Gewinner<br />
des Mies van der Rohe Awards 2019.<br />
Ihren Fokus richtete die Jury heuer auf<br />
energieeffiziente, nachhaltige Wohn- und<br />
Schulgebäude sowie Siedlungen und Plätze,<br />
die durch geschickte Kombinationen<br />
von Intimität und Offenheit, lebenswerte<br />
Stadträume schaffen. Architektur, die sich<br />
am Menschen orientiert, muss die Stadt der<br />
kurzen Wege mit einladenden öffentlichen<br />
Orten mitsamt funktionierenden Nachbarschaften<br />
zum Ziel haben. Die ausgezeichneten<br />
Projekte geben damit Antworten auf<br />
gesellschaftliche Herausforderungen der<br />
heutigen Zeit.<br />
Sensible Entwürfe für<br />
mutige Konzepte<br />
Auf dem ersten Platz landete ein geschickt<br />
saniertes Wohnprojekt in Bordeaux, Frankreich.<br />
Gleich drei Wohnblöcke aus den<br />
1960er-Jahren transformierten die Architekten<br />
Lacaton & Vassal gemeinsam mit<br />
Christophe Hutin und Frédéric Druot. Bei der<br />
Cité du Grand Parc handelt es sich um einen<br />
klassischen Plattenbau, der sich aus Türmen<br />
und Wohnscheiben zusammensetzt.<br />
In der Nachkriegszeit wurden solche Großwohnsiedlungen<br />
zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit<br />
in vielen Städten Europas<br />
gebaut. Etliche der Wohnbauten sind heute<br />
aber in die Jahre gekommen und gelten –<br />
wenn auch oft zu Unrecht – als unattraktiv.<br />
In den letzten 20 Jahren fielen viele solcher<br />
Bauwerke der französischen Politik zum<br />
Opfer. Staatlich geförderte Wohngebäude<br />
in schlechtem Zustand riss der Staat ab und<br />
ersetzte sie durch Neubauten. Dem Grand<br />
Parc sollte dieses Schicksal erspart bleiben.<br />
Mit einer programmatischen und technischen<br />
Sanierung brachten die Architekten<br />
von Lacaton & Vassal die Großwohnsiedlung<br />
in Bordeaux auf den neuesten Stand.<br />
Die Eingriffe in die Baustruktur fielen dabei<br />
minimal, aber trotzdem wirkungsvoll aus.<br />
Beim Umbau wurden nicht nur wirtschaftliche<br />
und soziale, sondern gleichermaßen<br />
ökologische Aspekte berücksichtigt. Und<br />
Umbau von drei Wohnblöcken – Grand Parc Bordeaux, Frankreich<br />
Lacaton & Vassal architectes, Frédéric Druot Architecture und Christophe Hutin Architecture<br />
© Philippe Ruault
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
9<br />
Architekturszene<br />
Terrassenhaus Berlin,<br />
Brandlhuber+ Emde, Burlon and Muck Petzet Architekten<br />
© David von Becker, im Rahmen des ARCH+ Features 78: Terrassenhaus Berlin<br />
die damit verbundenen Maßnahmen erwiesen<br />
sich als effektiver als ein kompletter<br />
Neubau. Letzten Endes fiel die Bauzeit sehr<br />
kurz aus, wobei die Bewohner währenddessen<br />
in ihren Wohnungen bleiben konnten.<br />
Kernstück des Umbaus war der Anbau von<br />
Wintergärten. Ebendiese stellen nicht nur<br />
eine Erweiterung der Wohnfläche dar, sondern<br />
dienen auch als Klimaschicht. Dies<br />
erlaubte es der öffentlichen Wohnbaugesellschaft,<br />
das Mietniveau bei sinkenden<br />
Energiekosten beizubehalten. Damit passten<br />
die zuständigen Architekten die 530<br />
Wohneinheiten den Anforderungen des 21.<br />
Jahrhunderts an – und das ganz ohne Verdrängung<br />
einkommensschwacher Bevölkerungsschichten.<br />
Das Experiment mit dem Freiraum<br />
Damit eine Stadt als lebenswert wahrgenommen<br />
wird, braucht es Freiräume mit<br />
Aufenthaltsqualität. Diesbezüglich wagten<br />
die Architekten Brandlhuber+ Emde, Burlon<br />
und Muck Petzet mit dem Terrassenhaus<br />
Lobe Block in Berlin ein Experiment. Das<br />
viergeschossige Gebäude auf dem ehemaligen<br />
Gelände der Deutschen Bahn vereint<br />
kreatives Arbeiten, ein Restaurant, ein Yoga-Studio<br />
und Urban Gardening. Bei dem<br />
Projekt gelang eine Verschmelzung von<br />
privatem und öffentlichem Raum. Charakterisiert<br />
wird das Gebäude durch zwei Freitreppen<br />
und große, durchlaufende Balkone,<br />
wobei die Terrassenzonen als halbprivater<br />
Außenraum fungieren. Gleichzeitig unterstützen<br />
Letztere die Kommunikation der<br />
Anrainer. Die neu realisierten Außentreppen<br />
verbinden zudem die Dachterrasse mit dem<br />
Gemeinschaftsgarten, was die Begegnung<br />
der Nutzer fördert. Im Gebäude selbst verzichteten<br />
die Planer auf ein Treppenhaus. Es<br />
war damit möglich, die Erschließungsbereiche<br />
im Inneren zu minimieren.<br />
Innovative Ansätze bei der Freiraumgestaltung<br />
beweist auch das Projekt PC Caritas<br />
von de vylder vinck taillieu. Im belgischen<br />
Melle wandelten die Architekten den verfallenen<br />
Pavillon eines psychiatrischen Zentrums<br />
in ein öffentlich zugängliches Gebäude<br />
um. Auf gleich mehreren Etagen wurden<br />
überdachte und geschützte Aufenthaltsflächen<br />
installiert. Kennzeichnend für den Pavillon<br />
sind zudem offene Bereiche, die einen<br />
Blick auf den begrünten Campus zulassen.<br />
Das Ziel der Planer war es, die Aufenthaltsqualität<br />
im Garten des psychiatrischen<br />
Zentrums zu steigern, um damit eine Aufwertung<br />
des gesamten Campus zu erzielen.<br />
Gemäß der Jury ist den Architekten von de<br />
vylder vinck taillieu dies auch gelungen.<br />
Geht es um die Stadtgestaltung, spielen<br />
zentrale Plätze eine tragende Rolle. Immerhin<br />
sind sie Ort der Begegnung und oftmals<br />
Mittelpunkt sozialer Aktivitäten. Dies nahmen<br />
sich die Architekten von 51N4E gemeinsam<br />
mit Anri Sala zu Herzen. Mit der<br />
Neugestaltung des 38.000 Quadratmeter<br />
großen Skanderbeg Platzes in Tirana gelang<br />
es ihnen, die einschüchternde Monumentalität<br />
seiner kommunistischen Architektur zu<br />
durchbrechen. Durch die relationale Erhöhung<br />
der menschlichen Perspektive, wirkt<br />
der Stadtplatz nun weniger drückend. Beim<br />
Queren oder Aufenthalt, verströmt der Ort<br />
durch die gezielte Ausfransung der Randzonen<br />
mehr Gemütlichkeit. Das Wechselspiel<br />
aus begrünten Arealen, Wasserbecken,<br />
Springbrunnen und weitläufigen Freiflächen,<br />
stößt auch bei den Bewohnern auf Anklang.<br />
Heute gilt das Areal immerhin als einer der<br />
Lieblingsplätze der Albaner.<br />
u<br />
PC Caritas, Melle, Belgien<br />
architecten de vylder vinck taillieu<br />
© Filip Dujardin
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
10<br />
Architekturszene<br />
Dorfschule – Montbrun-Bocage, Frankreich<br />
BAST<br />
© BAST<br />
© BAST<br />
Vielseitigkeit und Offenheit<br />
im schulischen Umfeld<br />
Arbeits- und Lernlandschaften stehen heute<br />
vor der Herausforderung, die individuelle<br />
Entwicklung von Schülern zu fördern und<br />
dabei ein offenes Lernen in unterschiedlichen<br />
Gruppengrößen zu ermöglichen.<br />
Mit einer gekonnten Mischung aus Intimität<br />
und Offenheit punktet das Projekt von<br />
BAST. Die Architekten wagten sich an den<br />
Um- und Anbau einer Dorfschule im französischen<br />
Ort Montbrun-Bocage. Kernelement<br />
der Neugestaltung ist die verglaste<br />
Mensa, die gleichzeitig zwei Gebäude miteinander<br />
verbindet. Im Inneren schafft sie<br />
einen intimen Aufenthaltsort, während sie<br />
als physische Abgrenzung des Schulhofs<br />
fungiert. Die Sichtlinie zur Umgebung bleibt<br />
dank der durchgehenden Glaswände trotzdem<br />
erhalten. Das sensible Projekt brachte<br />
dem noch jungen Architekturbüro den<br />
Nachwuchspreis ein.<br />
Unter den besten 50 Teilnehmern waren<br />
auch fasch&fuchs.architekten aus Österreich.<br />
Mit der Bundesschule Aspern erhielten<br />
sie einen Platz in der Ausstellung des<br />
AZW. Eine wichtige Rolle spielt beim Bildungsbau<br />
das Tageslicht. Durch raumhohe<br />
Bereiche aus Glas und ein geschicktes Zusammenspiel<br />
transparenter Flächen, dringt<br />
dieses von allen Seiten in das Gebäude ein.<br />
Damit ist es untertags nicht notwendig,<br />
Kunstlicht einzusetzen. Doch ist die gelungene<br />
Verbindung aus Energieeffizienz und<br />
Baukunst nicht die einzige Eigenschaft,<br />
die den Bau so besonders macht. Bei der<br />
Kühlung des Gebäudes entstehen keine<br />
Energiekosten. Dieser Prozess findet nämlich<br />
mithilfe von Brunnenwasser und konsequenter<br />
Bauteilaktivierung statt.<br />
Die Unter- und Obergeschosse sind so angelegt,<br />
dass jederzeit ein Zugang ins Freie<br />
möglich ist. Breite, begrünte Terrassen säumen<br />
hier die Lernzonen und Unterrichtsräume.<br />
Schüler und Lehrer finden dort ein<br />
Stück Stadtwildnis auf mehreren Ebenen<br />
vor. Im Herzen des Gebäudes befindet sich<br />
zudem eine Freifläche mit Bambusbepflanzung.<br />
Das Wäldchen grenzt an wichtige<br />
Gemeinschaftsräume wie Mensa, Bibliothek<br />
und Mehrzweckraum an. In einer intimen<br />
Umgebung gewährleistet die Begrünung<br />
Entspannung und schafft obendrein spannende<br />
visuelle Effekte. Mit der Bundesschule<br />
Aspern zeigen fasch&fuchs.architekten,<br />
wie sich problembewusste Planung auch in<br />
Bildungsbauten implementieren lässt.<br />
Wie die Nominierungen und Sieger des<br />
EU Mies Awards aus 2019 verdeutlichen,<br />
sind menschen- und klimafreundliche Architekturprojekte<br />
in ganz Europa auf dem<br />
Vormarsch. Schließlich setzen auch immer<br />
mehr Städte und Gemeinden auf sensible<br />
Entwürfe, die ökologische, gesellschaftliche<br />
und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.<br />
Die Zukunft der Architektur ist nachhaltig<br />
und sozial.<br />
•<br />
Bundesschule Aspern<br />
fasch&fuchs.architekten<br />
© Dolores Stuttner
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
11<br />
Magazin
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
12<br />
Magazin<br />
Lebenswert<br />
umgenutzt<br />
Ende der 1960er Jahre erbaut, stand ein Industriegebäude in zentraler Lage<br />
in Mexiko-Stadt jahrelang leer. Das mexikanische Architekturbüro BAAQ‘<br />
verhalf ihm schließlich zu seiner Wiederbelebung, indem darin heute Wohnungen<br />
untergebracht sind und auch das Gemeinwohl des Stadtteils einen<br />
großen Einfluss auf das neue Nutzungskonzept für Dr. Atl 285 hatte.<br />
Fotos: Arturo Arrieta, Jaime Navarro<br />
Bauen im Bestand zählt zu den wichtigsten Aufgabenfeldern<br />
für die Zukunft. Weltweit herrscht in<br />
Städten Platzmangel und Wohnraum wird dringend<br />
benötigt. Nachverdichtung ist dabei ein verfolgenswertes<br />
Konzept. Bestehende Gebäude können dadurch<br />
nicht nur horizontal und vertikal erweitert,<br />
sondern auch Baulücken gefüllt und ungenutzte<br />
Bausubstanzen wenn möglich revitalisiert werden. Es<br />
gilt dabei nicht nur neuen qualitätsvollen Wohnraum<br />
zu schaffen, sondern auch den sozialen Aspekt zu<br />
berücksichtigen. Durch eine immer höher werdende<br />
Bevölkerungs- und Bebauungsdichte gilt es auf die<br />
soziale Verträglichkeit zu achten. Mit einem einzelnen<br />
Gebäude kann auch sein gesamtes städtisches<br />
Umfeld ein Stück lebenswerter gemacht werden. Dr.<br />
Atl 285 zeigt eine Möglichkeit, diesen sozialen Aspekt<br />
in die neue Nutzung zu integrieren. Am Dach<br />
des Gebäudes entstand ein begrünter Stadtgarten<br />
mit Hochbeeten und Freiluftkino, einer der raren<br />
Freiräume in der dicht verbauten Stadt. Er steht der<br />
gesamten Nachbarschaft offen und soll das Zusammenleben<br />
fördern.<br />
Gleichzeitig galt es auch, sich mit dem architektonischen<br />
Erbe des Industriebaus auseinanderzusetzen.<br />
Dieses sollte nicht kaschiert, sondern sichtbar erhalten<br />
bleiben. Es zeichnet sich vor allem durch die<br />
großvolumigen offenen Räume aus, die kaum trennende<br />
Wandelemente besitzen, sondern einzig von<br />
der Tragstruktur dominiert werden. Die Stützen und<br />
Balken aus Stahlbeton waren für die neue Nutzung<br />
durch Wohnungen maßgebend. Sie sollten weiterhin<br />
das Vordergründige bleiben, zusammen mit dem rauen<br />
Charakter der rohen Baumaterialien.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
13<br />
Magazin<br />
Zu diesen gesellt sich im Innenraum der Wohnungen<br />
jetzt noch das Material Holz hinzu. Kubische<br />
Holzmodule werden als raumbildende Elemente und<br />
gleichzeitig auch als Möblierung verwendet. Durch<br />
sie werden privatere Bereiche innerhalb der Wohnungen<br />
geschaffen, auch stellen sie einen spannenden<br />
Kontrast zum großen Raumvolumen her. Der früheren<br />
industriellen Nutzung ist es auch geschuldet,<br />
dass die Fassade keine tragende Funktion hat und<br />
somit großzügige Fensterflächen erlaubt. Zusätzlich<br />
zum begrünten Innenhof und gemeinschaftlichen<br />
Dachgarten sollte jede Wohnung auch ihren eigenen<br />
Außenraum bekommen, eine der Straßenfassade<br />
und Innenhoffassade vorgelagerte Stahlkonstruktion<br />
macht das möglich. Zur Straße hin wurde diese<br />
mit Pflanztrögen ausgestattet, die zwar einen kleinen,<br />
aber dennoch sehr dringend benötigten grünen<br />
Blickfang im Stadtraum setzen und mit dem industriellen<br />
Grau wunderbar harmonieren.<br />
Bei Dr. Atl 285 legte das Architekturbüro BAAQ‘ viel<br />
Wert auf Wohnqualität und Soziales, um nicht nur<br />
für die Menschen die hier Wohnen, sondern auch für<br />
Nachbarschaft eine lebenswertere Stadt zu schaffen.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
14<br />
Magazin<br />
Sicher zur Stelle<br />
Das Schützen, Retten, Löschen und Bergen zählt zu den täglichen Aufgaben der<br />
Feuerwehr. Sie sorgt für Sicherheit und alle Bewohnerinnen und Bewohner wissen<br />
über ihre Aufgaben Bescheid. Wo die Feuerwehr ihren Stützpunkt hat, ist dagegen<br />
oft weniger ersichtlich. Im Stadtraum besitzt das Feuerwehrhaus oft nur wenig<br />
Präsenz.<br />
Fotos: mju-fotografie<br />
Tirschenreuth, eine Ortschaft in der bayrischen<br />
Oberpfalz, entschied sich beim Neubau des Feuerwehrhauses<br />
einen anderen Weg zu gehen. Positioniert<br />
wurde es an einer prominenten Stelle an der<br />
nördlichen Ortseinfahrt. Geformt aus einem flachen<br />
langgestreckten Bauteil mit turmartigen Abschluss<br />
setzen Brückner&Brückner Architekten einen städtebaulichen<br />
Akzent mit Fernwirkung. Die einfache<br />
Geometrie vereint kompakt alle Aufgaben und deren<br />
Abläufe, die ein Feuerwehrhaus zu erfüllen hat: Fahrzeuge<br />
können untergestellt, Geräte aufbewahrt werden,<br />
Aufenthaltsräume und Räume für die Schulung<br />
der Mannschaft sind vorhanden, auch die Verwaltung<br />
findet Platz. Zusätzlich können im Turm, in dem<br />
ein viergeschosshohes Stiegenhaus untergebracht<br />
ist, Übungen vorgenommen werden.<br />
Zweckorientiert dominieren im Übungsstiegenhaus<br />
Sichtbetonoberflächen, ebenso wie in der großen<br />
Fahrzeughalle. Die Signalfarbe Rot setzt dort, wie in<br />
den restlichen Räumlichkeiten des Feuerwehrhauses,<br />
immer wieder Akzente und erinnern an seine<br />
Funktion. Dem Material Holz begegnet man in den<br />
geselligeren Bereichen des Gebäudes. Neben Möbel<br />
kommt es für Wand- und Deckenverkleidungen<br />
zum Einsatz. Auch an der Außenfassade ist Holz<br />
das vorherrschende Material. Die Tragstruktur aus<br />
Beton ist mit einer Verkleidung aus horizontal verlegten<br />
Holzbalken umhüllt. Das kann einerseits als<br />
ironische Anspielung auf die Funktion des Gebäudes<br />
gesehen werden, andererseits verweist es auch auf<br />
seinen Standort.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
15<br />
Magazin<br />
Die Ortschaft Tirschenreuth ist von großflächigen<br />
Waldlandschaften umgeben, von denen ein Teil für<br />
die Entstehung des Ortes weichen musste. Die Endung<br />
der Ortsbezeichnung macht darauf aufmerksam:<br />
„reuth“ steht für roden und erzählt somit die<br />
Entstehungsgeschichte des Ortes durch Rodung.<br />
Das neue Feuerwehrhaus in Tirschenreuth stiftet in<br />
mehrerer Hinsicht Identität für die Stadt. Seine Architektursprache<br />
strahlt Sicherheit und Standhaftigkeit<br />
aus, die Holzfassade verweist auf Geschichte<br />
und Funktion. Brückner&Brückner Architekten<br />
gestalteten für die engagierte freiwillige Feuerwehr<br />
einen würdigen und präsenten Ort, um im Notfall sicher<br />
und schnell zur Stelle sein zu können.<br />
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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
16<br />
Magazin<br />
Maßgeschneiderte<br />
Fassade<br />
London ist geprägt von einer Vielzahl an traditionellen, variantenreichen Backsteinfassaden.<br />
Mit der Fassade des vom Architekturbüro Bureau de Change<br />
gestalteten Gebäudes The Interlock kommt eine weitere Variante hinzu.<br />
Fotos: Gilbert McCarragher
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
17<br />
Magazin<br />
Die Parzelle des Baus misst an der Straße nicht einmal<br />
sechs Meter, erstreckt sich aber fast 22 Meter<br />
in die Tiefe des Gebäudeblocks hinein. Dementsprechend<br />
wird das fünfgeschossige Gebäude nur von<br />
der sehr schmalen Fassade mit ihren drei Fensterachsen<br />
im Straßenraum vertreten – das aber umso<br />
eindrucksvoller. Mit seinen Proportionen versucht<br />
sich die Fassade an seine Nachbarn anzupassen,<br />
ebenso mit der Materialität, die nicht nur in der näheren<br />
Umgebung, sondern in der ganzen Stadt in<br />
verschiedenen Ausführungen anzutreffen ist. Die<br />
Ziegelfassade des The Interlock versucht sich dennoch<br />
von diesen abzuheben. Mit ihrer Farbgebung in<br />
einem Grauton bildet sie einen dunkleren und kühler<br />
wirkenden Kontrast zu den Backsteinfassaden der<br />
umgebenden Gebäude. Auch besitzt sie durch ihre<br />
konvexen und konkaven Krümmungen eine eigenwillige<br />
Dynamik, die sich auf den Stadtraum überträgt.<br />
Zur Verwendung kamen keine gewöhnlichen Ziegel,<br />
sondern von den Architekten eigens für diese Fassade<br />
entworfene Tonblöcke, die in handgefertigten<br />
Stahlformen gebrannt wurden. So entstanden 44<br />
verschiedene Ziegelformate, die teilweise auch gekrümmt<br />
sind und kaum rechte Winkel besitzen.<br />
Um die gewünschte Dynamik der Fassade zu erzeugen<br />
eignete sich für diese besonderen Ziegel auch<br />
keine herkömmliche Art des Verbandes. Es musste<br />
ein eigenes System entwickelt werden, um diese zusammenzufügen,<br />
was mithilfe von 3D-Modellierung<br />
genauestens durchgeplant wurde. Die zunehmende<br />
Komplexität machte es auch notwendig, für das<br />
Team vor Ort zur Herstellung der Fassade Vorlagen<br />
in 1:1 bereitzustellen. Mit diesen insgesamt 188 Vorlagen<br />
konnten schlussendlich die 5000 Steine in drei<br />
Monaten zusammengefügt werden. Seitdem prägt<br />
die Fassade des The Interlock das Straßenbild des<br />
Londoner Viertels Fitzrovia wie keine zweite.<br />
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hierfür verwendeten Keramikbaguettes sorgen für Lichtspiele<br />
im Gebäudeinnern und verleihen dem klaren Baukörper außen<br />
das besondere Detail. Ihr rechteckiges Format, die vertikale und<br />
schräge Anordnung und die pergamentartige Struktur rekonstruieren<br />
dabei das Format und die Schrift eines Buches.<br />
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Unter dem Namen „Wohnen am Verna-Park“ ist es in Rüsselsheim<br />
gelungen, ein innenstadtnahes Quartier fertigzustellen, das sich<br />
städtebaulich wie architektonisch behutsam in das Umfeld einfügt.<br />
Für die Fassadengestaltung mit Klinker-Riemchen wurde die<br />
Farbe Elmo FK durch unregelmäßig, eingebrannte weiße Schlämme<br />
ganz nach den Vorstellungen der Planer modifiziert.<br />
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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
20<br />
Magazin<br />
Sicher verwahrt<br />
Neue Depotflächen für das Staatsarchiv in Bamberg stehen im Erweiterungsbau<br />
von Architekt Peter W. Schmidt bereit. Gesammelte Dokumente sollen darin<br />
sicher aufbewahrt werden und auch für zukünftige Generatio nen zugänglich bleiben.<br />
Die Rolle von Archiven wird im 21. Jahrhundert aber weiter reichen als das,<br />
denn das digitale Zeitalter schreitet in großen Schritten voran. Neue Anforderungen<br />
an Funktion und Architektur der Archive werden dabei gestellt.<br />
Text: Alexandra Ullmann Fotos: Stefan Müller<br />
Auch im 21. Jahrhundert gibt es sie noch: Archive.<br />
Man könnte meinen, dass sie im Zeitalter der Digitalisierung<br />
vom Aussterben bedroht sind – der notwendige<br />
Erweiterungsbau des Staatsarchives Bamberg<br />
beweist das Gegenteil. Durch diesen wird das<br />
vorhandene Ensemble komplettiert.<br />
Am Grundstück des Staatsarchives befinden sich<br />
nun mehrere Gebäudeteile: ein denkmalgeschützter<br />
klassizistischer Bestandsbau mit zwei Seitenflügeln<br />
aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, zwei Nebengebäude<br />
derselben Bauzeit, ein Magazinbau aus<br />
den 1960ern und der neu dazugekommene kubische<br />
Erweiterungsbau. Durch Letzteren wurde der noch<br />
vorhandene offene Raum, um den neobarocken Innenhof<br />
herum, geschlossen. Eine bestehende Mauer<br />
und das Magazingebäude dienten als Orientierung<br />
für die Positionierung des neuen Baukörpers. Entlang<br />
dieser Mauer verläuft eine Treppe ins Untergeschoss<br />
des Neubaus, wo man auch in das bestehende Magazingebäude<br />
gelangen kann. Im Erdgeschoss wurde<br />
durch einen eingeschossigen länglichen Riegel mit<br />
Platz für die Verwaltung eine weitere Verbindung geschaffen.<br />
Eine Brücke im zweiten Obergeschoss stellt<br />
eine zusätzliche Anschlussmöglichkeit dar.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
21<br />
Magazin<br />
Auf insgesamt sechs Ebenen des Erweiterungsbaus<br />
wird ausreichend Depotfläche für die Verwahrung<br />
des Archivgutes zur Verfügung gestellt. Der kompakte<br />
und flexibel nutzbare Grundriss mit seinem Erschließungskern<br />
und acht tragenden Stützen bietet<br />
die Möglichkeit der Unterbringung von möglichst viel<br />
Lagerfläche. Das bewegliche Regalsystem erhöht diese<br />
nochmals, damit möglichst viele Urkunden, Akte,<br />
Karten- und Bildmaterial verstaut werden können.<br />
Um die verwahrten Unterlagen zu schützen gibt es<br />
kein Tageslicht in den Depoträumen. Daraus folgt ein<br />
geschlossenes Fassadenbild, das dem Neubau einen<br />
massiven Charakter verleiht. Das Lagern, Schichten<br />
und Stapeln wird durch Lamellen aus Betonfertigteilen<br />
thematisiert und lesbar. Die goldene Farbwahl für<br />
den Beton findet sich auch bei den Fassadenflächen<br />
des Magazinbaus und den Dekor elementen des Bestandsgebäudes<br />
wieder.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
22<br />
Magazin<br />
Alt und Neu finden hier gut zusammen – auch wenn<br />
man an die Zukunft von Archiven denkt, sollte das<br />
zutreffen. Auf diese warten auch neue Herausforderungen,<br />
die mit der Digitalisierung in Zusammenhang<br />
stehen. Dabei geht es nicht nur um das Zugänglichmachen<br />
von Beständen, sondern auch um deren<br />
elektronische Aufbereitung. Im Sinne von Benutzerfreundlichkeit<br />
sollen diese nicht nur digitalisiert werden,<br />
sondern es sollen dadurch auch Verknüpfungen<br />
geschaffen werden, die die Suche erleichtern. Archive<br />
werden wohl auch eine aufbereitende Funktion<br />
für Dokumente übernehmen und diese digitalisieren,<br />
kategorisieren und kontextualisieren. Eine andere offene<br />
Frage ist der Umgang mit Dokumenten, die von<br />
Beginn an digital sind.<br />
Auch das Staatsarchiv Bamberg wird sich diesen<br />
neuen Anforderungen stellen und ist architektonisch<br />
durch die klare Struktur des Erweiterungsbaus auf<br />
alle Fälle dafür gewappnet.<br />
•
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
23<br />
Magazin<br />
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Design und Funktionalität<br />
Vor allem im Küchenbereich sind Arbeitsplatten ein wichtiges Element und prägen<br />
den gesamten Raum entscheidend mit. Fundermax bietet dafür Arbeitsplatten in<br />
stimmigen Dekoren und passend dazu in unterschiedlichen Oberflächen mit Anti-Fingerprint-Effekt.<br />
Dabei lassen sich diese Arbeitsplatten nicht nur millimetergenau<br />
verarbeiten, sie sind hitze- und lösemittelbeständig,<br />
kratzfest, schlagzäh, lebensmittelecht<br />
und sind einfach zu reinigen. Und durch ihre Stärke<br />
von nur 12 mm wirken die extrem widerstandsfähigen<br />
Fundermax-Arbeitsplatten zudem sehr elegant.<br />
Zum Beispiel mit der Oberfläche Saxum SX mit tiefschwarzem<br />
Kern. Diese ist zudem noch stark strukturiert,<br />
matt und mit dem Anti-Fingerprint-Effekt versehen.<br />
Zu dieser Oberfläche passend wurden sechs<br />
eigene Kollektions-Dekore ausgewählt.<br />
Ein anderes Erscheinungsbild erhält man, wenn man<br />
die Enduro NN Oberfläche einsetzt. Hier geht es vor<br />
allem um die visuelle Erscheinung eleganter Natursteinformationen.<br />
Matt und mit Anti-Fingerprint-<br />
Effekt ausgeführt, ergibt sich eine besonders edle<br />
Ausstrahlung. Die Dekore passend zur Oberflächenstruktur<br />
und dem Einsatzgebiet dafür wurden aus<br />
der eigenen Naturstein-Kollektion ausgewählt.<br />
Der Oberflächen-Klassiker Feinhammerschlag FH<br />
wiederum besticht durch die ruhige Struktur der<br />
Oberfläche. So entsteht ein harmonischer Gesamteindruck,<br />
der das jeweilige Dekor perfekt zur Geltung<br />
bringt. Eine warme Ausstrahlung und feine Struktur<br />
bietet Aptico – dank dem matten Finish wird das jeweilige<br />
Dekor auf besonders ansprechende Weise<br />
inszeniert. Rigo hingegen überzeugt durch eine Feinstruktur,<br />
die eine sandig aufgeraute Fläche vermittelt.<br />
Oberfläche Enduro NN mit Antifingerprint,<br />
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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
24<br />
Bau & Recht<br />
Was ist der gemeine<br />
Wert eines Baumes?<br />
Mitunter soll es bei Bauvorhaben schon vorgekommen sein, dass übereifrige<br />
Bauarbeiter auf dem Nachbargrund verwurzelte Bäume im Zuge des Aushubs<br />
der Baugrube ohne Zustimmung des Eigentümers des Nachbargrundes entfernt<br />
oder beschädigt haben sollen. In einer solchen Konstellation drängt sich – auch<br />
abseits des öffentlich-rechtlichen Baumschutzes – allenfalls die Frage auf, ob<br />
und inwieweit für einen solchen Schaden Ersatz zu leisten ist.<br />
Text: Ing. Mag. Julia Haumer-Mörzinger und Mag. Matthias Nödl<br />
Aktuellen Medienberichten zufolge wurden<br />
in Österreich 2019 dreizehn Hektar pro Tag<br />
an Grünland für Verkehrsflächen, Siedlungen<br />
sowie Wirtschafts- und Industriegebäude<br />
verbaut. Besonders Bäume werden<br />
– ungeachtet der allgegenwärtigen Diskussion<br />
zum Thema Natur-, Umwelt- und Klimaschutz<br />
– oft als störende Hindernisse für<br />
die Realisierung von Bauvorhaben gesehen<br />
und manchmal – so hört man – sogar ohne<br />
Rücksicht auf öffentlich-rechtliche Baumschutzbestimmungen<br />
entfernt.<br />
Der Erhaltung und Aufforstung des Baumbestandes<br />
sollte im Kampf gegen den Klimawandel<br />
eine zentrale Rolle zukommen.<br />
Dennoch trifft man in der Baupraxis nach<br />
wie vor vereinzelt auf die Meinung, dass ein<br />
Baum – mit Ausnahme seiner Funktionen,<br />
(i) Früchte abzuwerfen, (ii) den Garten zu<br />
beschatten und (iii) für Blickschutz zu sorgen<br />
– eigentlich keinen Wert habe. Dieser<br />
könne daher ohne (erhebliche) Rechtsfolgen<br />
gefällt oder beschädigt werden, wenn<br />
er eine Bautätigkeit behindert.<br />
Diese Auffassung widerspricht dem aktuellen<br />
Zeitgeist. Auch die österreichische<br />
Rechtsprechung macht in Einzelfällen den<br />
Anschein, dass sie diese Auffassung unterstützt<br />
oder zumindest für vertretbar hält.<br />
Insbesondere im Falle der gerichtlichen Geltendmachung<br />
von Schadenersatz für einen<br />
widerrechtlich und gegen den Willen seines<br />
Eigentümers gefällten oder beschädigten<br />
Baum kann daher die Bewertung des Bau-<br />
mes und damit auch des Schadenersatzanspruches<br />
Schwierigkeiten bereiten.<br />
Im österreichischen Haftpflichtrecht gilt<br />
das Primat der Naturalrestitution. Das heißt,<br />
der Geschädigte hat aus diesem Rechtsgrund<br />
gegen den Schädiger zunächst nur<br />
einen Anspruch auf Zurückversetzung in<br />
den vorigen Stand. Für den Fall der Entfernung<br />
oder Beschädigung eines Baumes<br />
bedeutet dies, dass der Geschädigte vom<br />
Schädiger zunächst nur die Pflanzung eines<br />
neuen Baumes oder die Wundversorgung<br />
und Sanierung des beschädigten Baumes<br />
fordern könnte.<br />
Aber schon die Zurückversetzung in den<br />
vorigen Stand kann sich im Falle der Entfernung<br />
eines Baumes als schwierig oder unmöglich<br />
herausstellen, insbesondere wenn<br />
es sich um einen besonders alten und/ oder<br />
groß dimensionierten Baum handelt, der so<br />
am Markt nicht erhältlich oder nicht pflanzfähig<br />
ist.<br />
Kommt eine Zurückversetzung in den vorigen<br />
Stand nicht in Frage, weil eine gleichartige<br />
oder gleichwertige Sache nicht hergestellt<br />
werden kann, und wurde der Schaden<br />
durch leichte Fahrlässigkeit verursacht,<br />
besteht ein Anspruch auf Ersatz des gemeinen<br />
Wertes der beschädigten Sache;<br />
dieser gemeine Wert besteht nach bisheriger<br />
Rechtsprechung im zu schätzenden<br />
Nutzen, den die Sache auf Zeit und Ort<br />
gewöhnlich und allgemein leistet, somit im<br />
Verkehrs- oder Ertragswert.<br />
Der Oberste Gerichtshof vertritt nun in seiner<br />
Entscheidung 8Ob35/87 vom 19.11.1987<br />
die Auffassung, dass im Falle einer beschädigten<br />
zehn bis zwölf Meter hohen<br />
Fichtenhecke eine Zurückversetzung in<br />
den vorigen Stand untunlich sei, weil eine<br />
gleichartige oder gleichwertige Hecke mit<br />
neugepflanzten Fichten nicht hergestellt<br />
werden kann. Zugleich kommt der Oberste<br />
Gerichtshof darin jedoch auch zum<br />
Schluss, dass einer solchen Fichtenhecke<br />
weder ein Verkehrs- noch ein Ertragswert<br />
zuordenbar sei.<br />
Anhand dieser Argumentation könnte man<br />
vermeinen, dass ein Baum keinen gemeinen<br />
Wert aufweist und im Falle der Haftung<br />
für eine widerrechtliche Baumfällung daher<br />
auch kein Ersatz für den dadurch verursachten<br />
Wertverlust zu leisten ist. Auch<br />
das Argument, dass die Haftung diesfalls<br />
auf die Pflanzung eines neuen Baumzöglings<br />
beschränkt sei, könnte sich daraus<br />
ableiten lassen.<br />
Diese Rechtsmeinung ist selbst ausgehend<br />
von der Entscheidung 8Ob35/87 des<br />
Obersten Gerichtshofes jedoch unrichtig.<br />
Denn aus dieser Entscheidung ergibt sich,<br />
dass der Schädiger der zehn bis zwölf Meter<br />
hohen Fichtenhecke nach Ansicht des<br />
Obersten Gerichtshofes grundsätzlich für<br />
deren Wiederherstellung einzustehen hat.<br />
Die Wiederherstellung der Fichtenhecke<br />
komme – so der Oberste Gerichtshof – jedoch<br />
nicht in Betracht, weil die Neupflan-
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| BA12-14G |<br />
Eine Steuerung<br />
Bau & Recht<br />
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zung von Fichtenbäumen in der Höhe der beschädigten<br />
Bäume nicht möglich sei. Damit ist offenkundig,<br />
dass sich der Geschädigte mit der Pflanzung eines<br />
Baumzöglings als Ersatzleistung nicht zufriedengeben<br />
muss.<br />
Nach Ansicht des Obersten Gerichtshofes kommt<br />
diesfalls vielmehr nur der Ersatz des gemeinen Wertes<br />
des Baumes in Betracht, der mangels Verkehrsoder<br />
Ertragswertes nach den Herstellungskosten zu<br />
bestimmen sei. Die Herstellungskosten definiert der<br />
Oberste Gerichtshof in diesem Zusammenhang mit<br />
den Kosten der Anschaffung und Pflanzung möglichst<br />
großer, aber noch pflanzfähiger Bäume und<br />
ihrer Pflege bis zur Erreichung der Wuchshöhe der<br />
beschädigten Bäume.<br />
Insofern misst der Oberste Gerichtshof einem Baum<br />
daher doch einen (erheblichen) Wert zu. Jedenfalls<br />
ist auch der Oberste Gerichtshof der eindeutigen<br />
Ansicht, dass die Haftung des Schädigers nicht auf<br />
die (vergleichsweise geringen) Kosten der Anschaffung<br />
eines Baumzöglings beschränkt ist. Und auch<br />
die Kosten der Baumpflege bis zur Erreichung der<br />
Wuchshöhe des entfernten Baumes sind – abhängig<br />
von der Dimension des entfernten Baumes – als nicht<br />
ganz unerheblich zu werten.<br />
Anders wird der Wert eines Baumes im Übrigen in der<br />
deutschen Rechtsprechung beurteilt. Hier erfolgt die<br />
Baumwertermittlung nach der sogenannten „Methode<br />
Koch“ ähnlich der Sachwertermittlung eines<br />
Grundstücks. Diese Methode unterstellt, dass Bäume<br />
wesentliche Bestandteile eines Grundstücks sind<br />
und – abhängig von der Funktion des Baumes – zu<br />
dessen Wert beitragen. Auch nach dieser Methode<br />
wird der Baumwert von den Kosten der Anschaffung,<br />
Pflanzung und Pflege, aber auch vom Anwachsrisiko<br />
und den Zinsen auf die Kosten während der Herstellungszeit<br />
maßgeblich beeinflusst. Diese Methode ermöglicht<br />
es jedoch, zusätzlich die allfällige Funktion<br />
des Baumes – im Gesamtkontext eines Grundstückes<br />
– wertmäßig zu berücksichtigen.<br />
Unabhängig davon, ob man den Wert eines Baumes<br />
– wie in der österreichischen Judikatur – nach den<br />
Herstellungskosten oder nach der deutschen „Methode<br />
Koch“ ermittelt, sollte man sich daher vor dem<br />
Hintergrund der vorerwähnten Rechtsprechung vom<br />
Gedankengut befreien, dass ein Baum ein wertloses<br />
Gut darstellt, das ohne (erhebliche) Rechtsfolgen gefällt<br />
oder beschädigt werden könne. Vielmehr ist der<br />
Schädiger eines Baumes unter Umständen dem erheblichen<br />
Risiko einer Haftung für empfindliche Geldersatzleistungen<br />
an den geschädigten Baumeigentümer<br />
ausgesetzt. Auch strafrechtliche Folgen wegen<br />
vorsätzlicher Sachbeschädigung sind denkbar.<br />
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Text: Edina Obermoser Fotos: ATP/Pierer, Jost Gantar/VELIKA
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ATP Innsbruck<br />
ATP Architekten realisierten<br />
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Seine geschuppte Haut<br />
ist Teil des umfassenden<br />
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nicht nur das Raumklima<br />
reguliert, sondern auch<br />
einen Hingucker bildet.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
30<br />
Bauen & Energie
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31<br />
ATP Innsbruck<br />
ALEJA fügt sich in Šiška, einem der am dichtest besiedelten<br />
Stadtteile Ljubljanas im Nordwesten der<br />
slowenischen Hauptstadt, in die Bebauungsstruktur<br />
ein. Auf zwei unterirdische und drei oberirdische<br />
Geschosse verteilt, entstehen in der Mall 108.098 m 2<br />
Geschäftsfläche. Den krönenden Abschluss stellt das<br />
Activity Roof mit vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten<br />
sowie ALEJA Sky, ein Food Court mit anschließenden<br />
Außenterrassen, dar.<br />
Das Herzstück der energetischen Planung des Einkaufszentrums<br />
ist die auffällige, bunte Vorhangfassade.<br />
Sie legt sich wie ein Drachenpanzer über den Baukörper<br />
und soll damit Assoziationen zum Wappentier<br />
von Ljubljana hervorrufen. Die Hülle setzt sich aus<br />
unzähligen rautenförmigen Elementen zusammen,<br />
die sich wie Schuppen aneinanderreihen. Je nach<br />
Ausrichtung und Funktion im Inneren sind sie als<br />
blickdichte Edelstahlschindel oder transparente Glasflächen<br />
ausgeführt. Die Paneele sind unterschiedlich<br />
gefärbt und geprägt und verleihen der Mall mit ihrer<br />
geschwungenen Gestaltung einen dynamischen Charakter.<br />
Abhängig von der Witterung und dem Blickwinkel<br />
scheint der Bau sein Äußeres immer wieder zu<br />
verändern. Während sich bei Tag die Umgebung und<br />
vorbeiziehende Wolken in der Fassade spiegeln, sind<br />
die Ansichten bei Dunkelheit lediglich sanft mit LEDs<br />
beleuchtet. Damit reagieren die Architekten auf ein<br />
zunehmendes Problem vieler Städte – der Lichtverschmutzung<br />
– und versuchen, den Anteil von ALEJA<br />
auf ein Minimum zu reduzieren.<br />
Um den hohen Ansprüchen an die technische Gebäudeausstattung<br />
gerecht zu werden, war besonders bei<br />
der Umsetzung der charakteristischen Dach- und<br />
Fassadenflächen, die Großteils verglast sind, einiges<br />
an Optimierung notwendig. Hier setzten die Architekten<br />
und Ingenieure auf eine BIM-Methode. Mit<br />
deren Hilfe konnte die Shoppingmall modellbasiert<br />
und integral umgesetzt werden. Auch die Zusammenarbeit<br />
zwischen den externen Partnern und dem<br />
Generalunternehmer ATP wurde dadurch extrem erleichtert.<br />
Die einzelnen Planungsschritte bis hin zur<br />
Montage der Fassade konnten losgelöst voneinander<br />
ausgefertigt und schließlich in das gemeinsame Gesamtmodell<br />
zurück übertragen werden.<br />
Die ausgewählten Sonnenschutzgläser der schuppenartigen<br />
Hülle sind wechselweise offen, halboffen<br />
oder geschlossen angeordnet. Dadurch wird übermäßige<br />
Wärmetransmission ins Innere der Mall verhindert<br />
und gleichzeitig dafür gesorgt, dass nicht<br />
zu viel Energie nach außen verloren geht. Heiz- und<br />
Kühllasten werden so möglichst gering gehalten.<br />
Die Gebäudelüftung besteht aus 29 Lüftungsanlagen,<br />
die die Frischluft-, Heiz- und Kühlversorgung<br />
des Einkaufszentrums regeln. Um stets eine ausrei-<br />
chende Luftmenge und beste Versorgung zu garantieren,<br />
überwacht eine Videoanlage die Auslastung<br />
der Mall anhand einer Bewegungsanalyse und passt<br />
den Energieaufwand entsprechend der Besucherfrequenz<br />
automatisch an. Innerhalb der Shops kann die<br />
Belüftung zusätzlich individuell geregelt und damit<br />
an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.<br />
Auch die Gestaltung des Activity Roofs ist Teil des<br />
Energiekonzepts. Die Begrünung des Dachs soll die<br />
verbaute Fläche kompensieren und der Stadt ein<br />
wenig Natur zurückgeben. Ein System zur Regenwassernutzung<br />
hält den Wasserverbrauch möglichst<br />
gering. Es speist die Bewässerung der Pflanzen und<br />
trägt auch zur zusätzlichen Kühlung des Retailcenters<br />
bei. Mit seinem vielseitigen Angebot lädt das<br />
Dach nicht nur zum Dinieren mit Blick über Ljubljana<br />
ein, sondern bietet mit Kinderspiel- und Sportplatz<br />
sowie Fitness- und Parcours-Areal unterschiedliche<br />
Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung. Ein<br />
Pumptrack vor der Mall komplettiert die Optionen<br />
der Freizeitgestaltung.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
32<br />
Bauen & Energie<br />
Im Eingangsbereich öffnet sich die Glashaut in Form<br />
einer einladenden Geste und soll laut den Architekten<br />
an ein Drachenmaul erinnern. Das Innere des<br />
Shoppingcenters ist ebenfalls geprägt von der intelligenten<br />
Fassade. Sie sorgt mit ihren wechselnden Feldern<br />
nicht nur für die nötige Privatsphäre in den rund<br />
80 Shops, Bars und Restaurants, sondern ergibt – in<br />
Kombination mit Sonneneinstrahlung oder vorbeiziehenden<br />
Wolken – außerdem spannende Licht-Schatten-Spiele.<br />
Zentrale Atrien lockern ALEJA an mehreren<br />
Stellen auf. Sie werden von Rolltreppen und<br />
umlaufenden Galerien strukturiert. Durch sogenannte<br />
Lichtinseln fällt das Tageslicht hier durch die Fassade<br />
bis ganz nach unten. Die Innenräume wirken hell<br />
und freundlich. Sie sind mit schlichten Materialien<br />
ausgestattet und ergeben – in Wechselwirkung mit<br />
dem fließenden Design, das sich auch hier fortsetzt<br />
– eine angenehme Atmosphäre. Hochwertiger Naturstein,<br />
Holzakzente und weiße Oberflächen erwecken<br />
einen edlen Eindruck. Zwischen grüner Bepflanzung,<br />
Wasser- und Brunnenanlagen werden die Besucher<br />
von großzügigen Sitzgelegenheiten und Ruhebereichen<br />
immer wieder zum Entspannen eingeladen.<br />
Ihre Prämisse, dass ein gelungenes Handelszentrum<br />
zum integrierten Teil der Stadt werden muss, setzen<br />
die Planer perfekt in die Praxis um. Sie machen ALE-<br />
JA zu einem dynamischen Ort der Begegnung. Es<br />
bietet dank seiner integralen Konzeption alle Voraussetzungen<br />
für entspanntes Einkaufen mit Mehrwert.<br />
Das Erlebnisdach und die umfassenden Freizeitangebote<br />
werten nicht nur das Shoppingcenter selbst,<br />
sondern das gesamte Stadtviertel auf und bildet einen<br />
neuen Treffpunkt für die Bewohner. Neben der<br />
intelligenten, drachenpanzerartigen Fassade zeigen<br />
ATP Architekten vor allem durch die erzielten Energieeinsparungen,<br />
wie clevere Planung und effizientes<br />
Bauen aussehen kann.<br />
•<br />
Auf dem Activity Roof gibt es zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten.<br />
Über den Dächern<br />
Ljubljanas kann hier nicht nur gegessen, sondern<br />
auch gesportelt und gespielt werden.
AUF<br />
ÜBERSICHT DA<br />
PREGLED STRE<br />
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33<br />
ATP Innsbruck<br />
EG<br />
ÜBERSICHT EG<br />
PREGLED PRITLICJA<br />
1:750<br />
OG 1<br />
ÜBERSICHT 1.OG<br />
PREGLED 1.N<br />
1:750<br />
DG<br />
OG 2<br />
Shoppingcenter ALEJA<br />
Ljubljana, Slowenien<br />
ÜBERSICHT 2.OG<br />
PREGLED 2.N<br />
1:750<br />
Bauherr: SES Spar European Shopping Centers GmbH<br />
Integrale Planung: ATP Innsbruck, D&R Innsbruck, Mint Architecture, ATP sustain<br />
Mitarbeiter: Gesamtprojektleiter: Andrei Florian (bis 2018), Philipp Pfister<br />
Statik:<br />
ATP Innsbruck, Elea iC TWP-Subleistungen<br />
Licht:<br />
Landschaftsgestaltung:<br />
Fassadenplaner:<br />
Brunnenplanung:<br />
Gebäudesimulation:<br />
Bauphysik:<br />
Grundstücksfläche: 39.968 m 2<br />
Bebaute Fläche: 18.646 m 2<br />
Nutzfläche: 102.785 m 2<br />
Bauzeit: 09/2017-03/<strong>2020</strong><br />
Bartenbach GmbH<br />
Berchtold land.plan<br />
FCG Fassaden Consulting-Group AG; Ruggell<br />
Meiwa GmbH<br />
IC consulenten Wien<br />
Kopitsis Bauphysik<br />
„Handelszentren haben nur dann eine Zukunft,<br />
wenn sie Teil der Stadt werden. Mit ALEJA gelingt<br />
es uns, hocheffiziente Handels<strong>architektur</strong><br />
mit den Schönheiten der Stadt zu verweben und<br />
im Quartiersgedanken zu einem multifunktionalen<br />
Treffpunkt mit größtem Erlebniswert sowie<br />
hoher Aufenthaltsqualität zu verschmelzen.“<br />
Philipp Pfister, Head Architect<br />
und Gesamtprojektleiter von ATP
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
34<br />
Bauen & Energie<br />
Kühlen und<br />
Heizen mit Eis<br />
Wohnhaus Aumühle / Aumühle, Deutschland / Buero Bechtloff<br />
Text: Edina Obermoser Fotos: Piet Niemann<br />
Für ein Bauherrenpaar hat der Architekt<br />
Bastian Bechtloff die Villa Aumühle in der<br />
gleichnamigen Gemeinde östlich von Hamburg<br />
realisiert. Im Mittelpunkt stand neben<br />
der barrierefreien Nutzung der Einsatz von<br />
erneuerbaren Energien. Das Ergebnis ist<br />
ein altersgerechtes Wohnhaus im Bungalow-Stil<br />
mit einem nachhaltigen System, das<br />
auf einem Eisspeicher beruht. Dieser sorgt<br />
sowohl im Sommer als auch im Winter für ein<br />
angenehmes Raumklima.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
35<br />
Buero Bechtloff<br />
Im Zickzack entwickelt sich der außergewöhnliche<br />
Grundriss des flachen Baus in Aumühle. Die unkonventionelle<br />
Z-Form des Hauses ist bedingt durch<br />
die Topografie des Grundstücks. Während sich im<br />
südlichen Teil die offen gestaltete Küche mit Essbereich,<br />
Wohn- und Arbeitszimmer befinden, sind<br />
im nach Nordwesten orientierten Trakt die privaten<br />
Räume untergebracht. Sie bieten reichlich Platz zum<br />
Schlafen, Ankleiden, Baden und Zurückziehen. Unter<br />
diesem Bereich des Hauses gibt es außerdem ein<br />
Untergeschoss, das sich dank der leichten Hanglage<br />
zum Garten hin öffnet. Es umfasst eine Werkstatt,<br />
Nebenräume wie Lager und Waschküche und eine<br />
kleine 2-Zimmer-Wohnung mit Blick nach draußen.<br />
Eine große Garage komplettiert das Raumprogramm<br />
der Villa.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
36<br />
Bauen & Energie<br />
Eine weiße Boden- und eine Deckenplatte aus Stahlbeton<br />
umschließen das Haus von oben und unten.<br />
Sie fassen die umlaufenden, dunklen Klinkerfassaden<br />
ein. Die einzelnen, schmalen Steine sind zum Teil ornamenthaft<br />
gesetzt. Sie verleihen den Ansichten eine<br />
ganz besondere Optik und betonen die horizontale<br />
Ausdehnung des Baukörpers. Das Betondach kragt<br />
an manchen Stellen bis zu zwei Meter aus. Es rahmt<br />
den Bau und fungiert als schattenspendendes Element<br />
im Hochsommer. Luftige Stahllamellen lockern<br />
das Vordach auf und kreieren gleichzeitig abwechslungsreiche<br />
Schattenspiele. Die Ecken des pavillonartigen<br />
Wohnhauses sind abgerundet und geben ihm<br />
einen dynamischen Charakter. Durch die großflächigen<br />
Verglasungen an der Südwestseite dringt viel<br />
Tageslicht ins Haus. Sie lassen die Grenzen zwischen<br />
den Innen- und Außenräumen verschwimmen und<br />
sind ebenfalls leicht gerundet. Davor laden Terrassenflächen<br />
zum Entspannen im Freien mit Ausblick<br />
in den umliegenden Garten und die Bäume ein.<br />
Sämtliche Bereiche des Wohnhauses sind barrierefrei<br />
ausgeführt, um diese bei Bedarf auch im höheren<br />
Alter ohne weitere Umbaumaßnahmen problemlos<br />
nutzen zu können. Die raumhohen Terrassentüren<br />
nach draußen und die Schiebetüren im Inneren, die<br />
jederzeit flexibel unterschiedliche Bereiche abtrennen<br />
oder verbinden, kommen ganz ohne Schwelle<br />
und fast ohne Rahmen aus. Dank des schlicht weißen<br />
Finishs von Wänden und Decken erscheinen die Räume<br />
hell und geräumig. Parkettböden und Holzelemente<br />
versprühen Wärme und schaffen, gemeinsam<br />
mit fließenden, grünen Vorhängen ein gemütliches<br />
Wohnambiente.<br />
Trotz der vielen Fenster- und großen Dachflächen<br />
wollte der Bauherr des Hauses im Sommer angenehm<br />
kühle Räume. Um diesem Wunsch nachkommen<br />
zu können, fiel bei der energetischen Planung<br />
die Wahl auf einen Eis-Energiespeicher. Dieser regelt<br />
sowohl die Klimatisierung als auch die Beheizung des<br />
Baus. Der Clou des Konzepts beruht auf der Nutzung<br />
der Energie, die beim Gefrieren bzw. Auftauen von<br />
Wasser freigesetzt wird, dem sogenannten Phasenwechsel.<br />
Diese jahreszeitbedingten Prozesse ergänzen<br />
einander, funktionieren nahezu energieautark<br />
und völlig emissionsfrei. Sie sorgen im Winter für ein<br />
wohlig warmes, im Sommer hingegen für ein erfrischend<br />
kühles Raumklima.
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37<br />
Buero Bechtloff<br />
Das System setzt sich aus zwei Zisternen, mehreren<br />
Flachkollektoren auf dem Dach und einer<br />
Sole-Wärmepumpe zusammen, die die beiden<br />
Komponenten verbindet. Beide Beton-Behälter<br />
sind direkt neben dem Haus im Boden vergraben<br />
und fassen jeweils rund zehn Kubikmeter Regenwasser.<br />
Ohne Isolierung profitieren sie von der<br />
Temperatur des umgebenden Erdreichs. Die Kollektoren<br />
auf dem Dach funktionieren ähnlich wie<br />
Solarpaneele. Sie sind auf der gesamten Fläche<br />
montiert, nehmen die Wärme der Umgebungsluft<br />
und der Sonneneinstrahlung auf und geben diese<br />
an den Speicher weiter. Als letzte Komponente<br />
entnimmt die Pumpe dem Wasser die gewonnene<br />
Wärme und speist diese in den Heizkreislauf in der<br />
Decke des Gebäudes ein.<br />
Die Besonderheit des Eispeichers beruht darauf,<br />
dass das Wasser durch den Wärmeentzug zunehmend<br />
gefriert. Er funktioniert wie ein Puffer, der<br />
die Wärme im Sommer sammelt und schließlich<br />
im Winter über die Sole-Pumpe zum Heizen des<br />
Hauses verwendet. Je mehr Wärme dem Wasser<br />
in der Zisterne entzogen wird, desto kälter wird<br />
dieses, bis es schließlich gefriert. Bei der Kristallisation<br />
wird zusätzliche Energie frei, die wiederum<br />
genutzt werden kann – die sogenannte latente<br />
Wärme. Sie entsteht beim Wechsel des Aggregatzustandes<br />
des Wassers von flüssig zu fest. Der<br />
Vereisungsprozess im Winter trägt also ständig<br />
zur Energiegewinnung bei. Er produziert auf natürliche<br />
Weise die gleiche Menge an Energie, die<br />
für die Erhitzung des Wassers von 0 auf 80°C nötig<br />
wäre. Sobald es wieder wärmer wird, beginnt<br />
das Eis im Frühjahr langsam aufzutauen. u<br />
Luftige Dachlamellen<br />
lockern die Deckenplatte<br />
aus Stahlbeton auf. Je nach<br />
Sonneneinstrahlung fallen<br />
unterschiedliche Schatten ins<br />
Innere des Wohnhauses.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
38<br />
Bauen & Energie<br />
In der gesamten massiven Betondecke, die selbst<br />
als Speichermasse dient, ist das Heiz- und Kühlsystem<br />
integriert. Es überträgt nicht nur die gewonnene<br />
Energie des Speichers an die Räume und reguliert<br />
damit die Temperatur, sondern auch umgekehrt. Die<br />
Wärme im Haus gelangt zurück in die Zisterne und<br />
hält damit den Vorgang aufrecht, sodass die Klimatisierung<br />
auch bei längeren Hitzeperioden passiv weiterläuft.<br />
Da das Eis für die Kühlung quasi ein Abfallprodukt<br />
ist, handelt es sich um eine simple Form des<br />
„Natural Cooling“.<br />
Der Entwurf des Architekturbüros Buero Bechtloff<br />
für das pavillonartige Wohnhaus überzeugt nicht nur<br />
mit seinen feinen architektonischen Details, sondern<br />
vor allem durch das innovative Energiekonzept. Es<br />
macht vor, wie natürliche, temperaturbedingte Prozesse<br />
intelligent genutzt und Bauten dadurch mit<br />
minimalem zusätzlichen Energieaufwand das ganze<br />
Jahr über geheizt und gekühlt werden können. Das<br />
bedarf zwar anfangs etwas höherer Investitionskosten,<br />
führt aber besonders auf lange Sicht zu Einsparungen.<br />
Das macht Lust auf Wohnen im Grünen! •<br />
Die raumhohen Verglasungen<br />
lassen Innen- und Außenraum<br />
fließend ineinander<br />
übergehen. Sie sind barrierefrei<br />
ausgeführt und damit<br />
auch für ältere Generationen<br />
geeignet.
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39<br />
Buero Bechtloff<br />
N<br />
Wohnhaus Aumühle<br />
Aumühle, Deutschland<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Team:<br />
Privat<br />
Buero Bechtloff<br />
Bastian Bechtloff, Claudius Lange<br />
Grundstücksfläche: 3.186 m 2<br />
Bebaute Fläche: 875 m 2<br />
Nutzfläche: 390 m 2<br />
Planungsbeginn: 05/2017<br />
Bauzeit:<br />
12 Monate<br />
Fertigstellung: 07/2019<br />
“Architektur ist für mich Reaktion<br />
auf die spezifischen und empfundenen<br />
Gegebenheiten des Ortes,<br />
mit einem Gespür für das Angemessene<br />
und Originalität.”<br />
Bastian Bechtloff
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
40<br />
Bauen & Energie<br />
Das Wohnhaus<br />
der Zukunft?<br />
Villa Sophia / Prag, Tschechische Republik / coll coll<br />
Text: Linda Pezzei Fotos: Boys Play Nice<br />
“Das Zentrum des Universums<br />
für eine junge Familie” - so<br />
der Arbeitstitel für das High-<br />
Tech-Projekt Villa Sophia in der<br />
tschechischen Hauptstadt Prag.<br />
So dreht sich in diesem futuristisch<br />
anmutenden Wohnhaus des<br />
Architektenkollektivs coll coll<br />
folgerichtig alles um das gleichberechtigte<br />
Wohnen, Arbeiten<br />
und Familienleben im Herzen der<br />
Stadt, basierend auf Aspekten<br />
der künstlichen Intelligenz, integriert<br />
durch modernste Technologien<br />
in ein autonomes System.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
41<br />
coll coll<br />
Was passiert, wenn ein passionierter Kulturwissenschaftler<br />
und Informatiker nach einem Auslandsaufenthalt<br />
in Kanada in die Heimat zurückkehrt, um sich<br />
im Herzen der tschechischen Hauptstadt Prag mit<br />
seiner Familie ein Eigenheim zu bauen? Und wenn<br />
besagter Informatiker zudem Mitinhaber einer gewissen<br />
Firma SYSLOOP ist, die zufälligerweise ein<br />
gleichnamiges System zur autonomen Gebäudesteuerung<br />
auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelt<br />
hat? Ganz klar: Unser Rückkehrer wendet sich an<br />
das innovative Architektenkollektiv coll coll, um gemeinsam<br />
die Vision der VILLA SOPHIA Wirklichkeit<br />
werden zu lassen.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
42<br />
Bauen & Energie<br />
Kerngedanke des Einfamilienhauses, das Wohnen<br />
und Arbeiten nebeneinander wie unabhängig voneinander<br />
ermöglichen sollte, war es, eine Art Zentrum<br />
des Familien-Universums zu kreieren, um das sich<br />
das gesamte Leben in Zukunft drehen sollte. Dieses<br />
Universum durfte dabei keinesfalls als starres und<br />
statisches System konzipiert werden, sondern - ganz<br />
im Gegenteil - als flexibler und lernfähiger Organismus.<br />
Fast so, als verfüge das Gebäude über ein eigenes<br />
Gehirn, dazu da, die Bedürfnisse der Bewohner<br />
vorherzusehen und deren Leben zu vereinfachen.<br />
Aus architektonischer Sicht schmiegt sich die Villa<br />
Sophia in die abfallenden Hänge des naturnahen<br />
Stadtteils Troja. Auf diese Weise eröffnen sich den<br />
Bewohnern eine Vielzahl an verschiedenen Blickwinkeln<br />
in die Natur und über die Stadt, gleichwohl<br />
ohne benachbarten Anwohnern deren Aussicht zu<br />
nehmen. Die Garage ist nicht nur als ein den Wohnräumen<br />
gleichwertiger Teil des Hauses konzipiert, sie<br />
dient auch als einladende Eingangshalle in den privaten<br />
Wohnbereich. Das Büro hingegen wird von den<br />
Besuchern nordseitig separiert betreten. Die räumliche<br />
Konzeption basiert auf dem Grundsatz palladianischer<br />
Villen: Die quadratische Grundfläche ist in<br />
neun Abschnitte unterteilt, welche sich spiralförmig<br />
empor winden, um in dem öffentlichsten Bereich des<br />
Hauses, der Büroebene, zu enden. Der Hauptwohnraum<br />
wird von der Gartenebene erschlossen. Von<br />
hier schraubt sich ein zentrales Treppenhaus kontinuierlich<br />
nach oben. Ganz im Geiste des wandelbaren<br />
Systems, werden die Treppenstufen durch eine<br />
breite Rampe unterbrochen, welche den Bewohnern<br />
sowohl in jungen als auch späteren Jahren die Bewegung<br />
im Haus erleichtern soll.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
43<br />
coll coll<br />
Zu einem intelligenten Heim gehört auch eine smarte<br />
Materialtechnologie. Wo möglich basieren die strukturellen<br />
und materiellen Entscheidungen auf dem<br />
Gedanken der Nachhaltigkeit, Beständigkeit, Haltbarkeit<br />
sowie haptischen Stabilität des Gebäudes. In<br />
diesem Zusammenhang waren Experten der Tschechischen<br />
Technischen Universität Prag (ČVUT)<br />
kontinuierlich an den Vorbereitungen und dem Bauprozess<br />
selbst beteiligt. Materialproben wurden auf<br />
Festigkeit, Elastizität sowie chemische Stabilität<br />
und Beständigkeit getestet und der Gebäudemonolith<br />
wurde so exakt in Beton gegossen, dass sich die<br />
Fenster nahtlos in die Gelenkfassade fügen, die sich<br />
um das gesamte Haus windet.<br />
Das Besondere der VILLA SOPHIA aber liegt in ihrem<br />
unsichtbar integrierten Nervensystem in Form des<br />
eigens entwickelten Steuerungssystems sysloop®.<br />
Der Bauherr wünschte sich ein funktionales Zuhause<br />
ohne Kompromisse, das aus seiner Sicht auch eine<br />
absolute Integration und Kontrolle von modernsten<br />
Technologien umfasst. Da dieser Wunsch mit dem<br />
heutigen Stand der Bautechnik (noch) nicht korreliert,<br />
entwickelte der Bauherr mit seiner Firma und<br />
den Spezialisten für künstliche Intelligenz von EM-<br />
PYREUM Information Technologies sein eigenes System.<br />
Dieses ermöglicht die Verbindung physischer<br />
Konstruktionstechnologien mit nicht strukturierten<br />
Daten und dem sich ständig ändernden Kontext des<br />
Webs. Diese neuartige Verknüpfung von Werten und<br />
Technologie eröffnet unzählige Möglichkeiten. u<br />
Aus der Vogelperspektive<br />
zeigt sich die zentrale<br />
Position des offenen<br />
Erschließungskerns mit<br />
großzügigem Oberlicht<br />
noch deutlicher.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
44<br />
Bauen & Energie<br />
So werden die verschiedenen Ebenen des Gebäudes<br />
zusammengeschaltet, um beispielsweise alle Lichtquellen<br />
im Haus im vollen Lichtspektrum (RGBW) zu<br />
steuern, so dass die blaue Komponente nachts entfernt<br />
werden kann, um den Melatoninspiegel nicht zu<br />
stören. Ohnehin gibt es im Haus keine Lichtschalter,<br />
keine Schlüssel, keine Bedienknöpfe - dafür ein Klavier,<br />
das von selbst spielt und einen Mechanismus,<br />
der basierend auf den Interessen der Bewohner Texte<br />
aus dem Internet vorliest. Die VILLA SOPHIA ist<br />
so konzipiert, als verfüge sie über ein eigenes Gehirn,<br />
ein Haus gesteuert durch künstliche Intelligenz, nicht<br />
durch die Bewohner selbst – oder zumindest nur indirekt.<br />
Denn dieses Gehirn verfolgt seine Bewohner<br />
unablässig in ihren Gewohnheiten und Aktionen und<br />
sammelt all diese Daten, um auf Grundlage dieser<br />
“Erfahrungen” die bestmöglichen Entscheidungen zu<br />
treffen. Das automatisierte Haus wird so zum autonomen<br />
Organismus.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
45<br />
coll coll<br />
„Wir sagen, wenn wir es selbst kontrollieren müssen,<br />
ist es nicht klug genug“, bringt der Bauherr den<br />
Kerngedanken des Systems auf den Punkt. Für das<br />
smarte Funktionieren ist die Größe der verfügbaren<br />
Datenmenge ausschlaggebend - so werden diese unablässig<br />
über Sensoren in Fußböden, in Schubladen,<br />
unter dem Küchentisch – quasi überall – erfasst und<br />
in Echtzeit ausgewertet. Das System registriert nicht<br />
nur die physische Anwesenheit seiner Bewohner, es<br />
kann auch auf gesprochene Befehle reagieren und<br />
beispielsweise das Licht dimmen oder die Temperatur<br />
erhöhen. Im Laufe der Zeit lernt das System sogar<br />
dahingehend dazu, dass bereits die Aussage “Mir ist<br />
kalt” zu einer Anpassung der Raumtemperatur führen<br />
kann.<br />
u<br />
Das Interieur lebt von Kontrasten:<br />
Rauer Beton trifft auf polierte Hölzer,<br />
klare Kanten scheinen sich in Natur<br />
und Himmel aufzulösen.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
46<br />
Bauen & Energie<br />
Abgesehen von Energieeffizienz, dem Sicherheitsaspekt<br />
und dem erhöhten Komfort besteht der wahre<br />
Vorteil des Systems für die Entwickler darin, dass<br />
der Hausbesitzer durch die Entwicklung von einem<br />
Smart-Home-System zum Smart-Home von der Last<br />
der ständigen Kontrolle befreit wird. Das bringt zum<br />
anderen auch eine gewisse Entmündigung des Bewohners<br />
mit sich – schließlich entscheidet das Haus,<br />
was gerade die klügste Handlung ist, auch wenn der<br />
Bewohner selbst vielleicht allen Energiespar- oder Sicherheits-Aspekten<br />
zum Trotz das Fenster im Schlafzimmer<br />
gerne die ganze Nacht offen stehen lassen<br />
würde. Vielleicht gibt es auch deshalb in der VILLA<br />
SOPHIA ein einziges Fenster, das noch händisch geöffnet<br />
werden kann – ein Zugeständnis des Bauherren<br />
an seine Ehefrau.<br />
Technikfreund oder -skeptiker, wirklich spannend ist<br />
der fließende Übergang zwischen Architektur und<br />
Technologie. Denn die beiden Komponenten greifen<br />
auf vielen Ebenen unsichtbar ineinander. So funktioniert<br />
die Lüftung des Hauses zum einen über das autonom<br />
gesteuerte System, zum anderen sind die Räume<br />
und Öffnungen so konzipiert, dass eine perfekte<br />
Durchlüftung dank der auf Magnetschienen schwebenden<br />
Türen erst funktionieren kann. Wie jedes Teil<br />
des Hauses ist eine Tür daher in der VILLA SOPHIA<br />
nicht nur eine Tür, sondern eben Teil eines höheren<br />
Systems. Man kann sagen, Chance und Herausforderung,<br />
in einem solchen sich stetig wandelnden und<br />
weiterentwickelndem Haus zu leben – das vielleicht<br />
sogar besser als wir selbst weiß, was wir wollen. •
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47<br />
coll coll<br />
PŮDORYS 1PP M 1:250<br />
PŮDORYS 1NP M 1:250 POHLED NA STŘECHU M 1:250<br />
POHLED SEVERNÍ M 1:250<br />
POHLED SEVERNÍ M 1:250<br />
PŮDORYS 1PP M 1:250<br />
PŮDORYS 1NP M 1:250 POHLED NA STŘECHU M 1:250<br />
LED SEVERNÍ M 1:250<br />
POHLED SEVERNÍ M 1:250<br />
Villa Sophia<br />
Prag, Tschechische Republik<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Mitarbeiter:<br />
Statik:<br />
Michaela & Karel Pánkovi<br />
coll coll<br />
Daria Chertkova, Jana Zatlukajová, Krištof Hanzlík,<br />
Libor Mládek, Ĺudmila Koskan, Marie Davidová, Michaela Dlouhá,<br />
Martin Gaberle, Mark Kelly, Michal Krejčík, Markéta Součková,<br />
Ondřej Punda, Šimon Kos, Veronika Brůhová, Vojtěch Slabý<br />
ASP Praha - Tomáš Felix<br />
Grundstücksfläche: 475 m 2<br />
Bebaute Fläche: 353 m 2<br />
Bruttogeschossfläche: 475 m 2<br />
Nutzfläche: 396 m 2<br />
Planungsbeginn: 2016<br />
Bauzeit:<br />
3 Jahre<br />
Fertigstellung: 2018<br />
Baukosten:<br />
ca. 3 Mio Euro<br />
“Wir sind<br />
ein Kollektiv<br />
von Architekten,<br />
Designern und Freunden.<br />
2008 haben wir coll coll<br />
aus dem Gedanken heraus ins Leben<br />
gerufen, über diese Plattform des<br />
offenen Austauschs unsere persönlichen<br />
Ziele verfolgen zu können.”<br />
coll coll
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
48<br />
Bauen & Energie<br />
Eine Berghütte<br />
als Zufluchtsort<br />
Skigard Hytte / Fåvang, Norwegen / Mork-Ulnes Architects<br />
Text: Linda Pezzei Fotos: Bruce Damonte
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49<br />
Mork-Ulnes Architects<br />
Mit ihrer Skigard Hytte nahe Lillehammer haben die<br />
norwegischen Architekten Mork-Ulnes die einheimische<br />
und landschaftsspezifische Bauweise neu erfunden. Die<br />
Berghütte für die eigene Familie darf in ihrem Design<br />
und ihrer Funktion als ortsspezifische Antwort auf den<br />
Kontext und die Kulturlandschaft gesehen werden.<br />
Nachhaltiger und sanfter kann Bauen für Mensch, Tier<br />
und Natur kaum sein.<br />
Wenn Architekten (für sich selber) bauen, geht es<br />
oftmals darum, sich ein Denkmal zu setzen. Nicht so<br />
bei Casper und Lexie Mork-Ulnes (Mork-Ulnes Architects),<br />
die kürzlich im norwegischen Skiresort Kvitfjell<br />
eine Berghütte für sich und ihre Kinder fertigstellen<br />
konnten. Wenn ein Anspruch hingegen zur Gänze<br />
für das Architektengespann mit Sitz in Oslo und San<br />
Francisco gilt, dann der, Grenzen auszuloten, Materialien<br />
innovativ einzusetzen und neue Formen von<br />
Lebensräumen zu gestalten. So haben Mork-Ulnes<br />
mit ihrem Zufluchtsort eine moderne ortsspezifische<br />
Antwort auf den Kontext und die Kulturlandschaft<br />
Norwegens gefunden.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
50<br />
Bauen & Energie<br />
Die Skigard Hytte ist das erste “eigene” Projekt des<br />
Architektenpaares und spiegelt den Wunsch nach<br />
einem Rückzugsort in der Heimat wider. So thront<br />
die einsam gelegene Hütte auf knapp 1.000 Metern<br />
auf einem Felsvorsprung eines steilen Berges<br />
und bietet einen herrlichen Panoramablick auf das<br />
darunter gelegene Tal mitsamt Fluss. Die Besonderheit<br />
der Hütte liegt in ihrer schlichten und dennoch<br />
anmutigen Konstruktion, welche durch das Anheben<br />
des Gebäudes auf schlanke Stützen aus Brettschichtholz<br />
noch unterstützt wird. Auf diese Weise<br />
fungiert das Gebäude nicht nur im Inneren als Zufluchtsort<br />
für seine Besucher, auch die Schafe finden<br />
im Sommer Schutz vor Sonne, Wind und Wetter unter<br />
der Hütte, wo gleichzeitig saftiges Gras wächst.<br />
Genauso grün wie unter dem Bauwerk geht es auch<br />
auf dem Dach zu – eine Anlehnung an traditionelle<br />
Bauweisen der Region. In Kombination mit der rauen<br />
Außenhaut aus Skigard (das sind drei Meter lange,<br />
geviertelte Holzstämme, die von Landwirten der Region<br />
sonst für den Bau von Zäunen eingesetzt werden)<br />
fügt sich das Gebäude bestens in die ländliche<br />
Umgebung ein. Im Sommer wiegen sich die langen<br />
Grashalme auf dem Dach sachte im Wind, im Winter<br />
verschmilzt das Bauwerk nahezu mit der Schneelandschaft,<br />
wenn die Lücken des Skigard sich langsam<br />
mit den weißen Flocken füllen.<br />
u
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
51<br />
Mork-Ulnes Architects<br />
Im Inneren der Skigard Hytte unterstreichen die warmen<br />
Holztöne den behaglichen Charakter der Unterkunft und<br />
stellen einen direkten Bezug zur umgebenden Natur her.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
52<br />
Bauen & Energie<br />
Natürlich. Nachhaltig. Nordisch.<br />
Im Interview erzählen Lexie und Casper<br />
Mork-Ulnes, welche Aspekte die<br />
Skigard Hytte zu einem so nachhaltigen<br />
Bauwerk machen – und das in<br />
gleich mehrerer Hinsicht.<br />
Wie haben Sie den Bauplatz gefunden?<br />
Gibt es eine persönliche Verbindung<br />
oder Geschichte?<br />
Caspers Cousine lebt auf einem Bauernhof<br />
im Tal unterhalb des Skigebiets,<br />
weshalb wir ihre Familie dort<br />
oft zum Skifahren besuchten. So<br />
haben wir uns schließlich in den Skiberg<br />
- und die Region Gudbrandsdal<br />
- verliebt. Als regionale Landplanerin<br />
mit lokalen Kenntnissen hat uns<br />
Caspers Cousine schließlich auf das<br />
Grundstück aufmerksam gemacht.<br />
Wie haben Sie die ländliche Bauweise<br />
als Inspirationsquelle in dieses<br />
zeitgemäße und zeitlose Design<br />
übertragen? War es ein Prozess oder<br />
kam es ganz natürlich?<br />
Die Hütte ist in vielerlei Hinsicht eine<br />
ortsspezifische Antwort auf die lokale<br />
Kulturlandschaft. Das Design wird<br />
durch ländliche Gebäudetypen und<br />
unser Verständnis davon beeinflusst,<br />
wie funktionale, historische Strukturen<br />
die lokale Architekturkultur<br />
prägen. Auf Reisen betrachten wir<br />
immer die einheimische Architektur<br />
– und insbesondere, wenn wir das<br />
Glück haben, in einem Gebiet zu arbeiten,<br />
das eine Geschichte hat, aus<br />
der wir schöpfen können. Wir finden,<br />
dass es immer viel zu lernen gibt von<br />
bewährten einheimischen Gebäuden,<br />
die dem Lauf der Zeit getrotzt haben.<br />
In diesem speziellen Fall waren wir<br />
beide beim Skifahren und Wandern<br />
in der Umgebung von der rauen,<br />
natürlichen Textur und dem diagonalen<br />
Muster einer Art von Zäunen<br />
angezogen, die in diesem Gebiet zur<br />
Eingrenzung von Weidetieren vorherrscht.<br />
Nachdem wir das Grundstück<br />
gekauft hatten, campierten<br />
wir auf dem Gelände und wurden in<br />
unseren Zelten von etwa zehn grasenden<br />
Kühen geweckt. Daraufhin<br />
keimte der Gedanke, dass das Haus<br />
als Dialog mit den auf dem Land koexistierenden<br />
Tieren dienen könnte.<br />
Im Gegensatz zu den meisten Hütten<br />
in der Gegend, welche die Tiere mit<br />
Zäunen von den Häusern fernhalten,<br />
möchten wir die Tiere mit ihren Glocken<br />
im Sommer in der Nähe haben.<br />
Wir lieben auch, wie sich die Gestalt<br />
der Kabine im Winter verändert,<br />
wenn sich das Skigard-Material mit<br />
Schnee füllt.<br />
Ist das Gebäude in Hinsicht auf den<br />
starken Bezug auf - und den Respekt<br />
für - die umgebende Natur besonders<br />
„grün“ und nachhaltig?<br />
Das Gebäude ist nicht nur äußerlich<br />
oder in der Art wie es mit dem Boden<br />
umgeht nachhaltig, es gibt mehrere<br />
Ebenen nachhaltiger Strategien, die<br />
bei dem Gesamtkonzept des Projekts<br />
zum Einsatz kommen. Das Gebäude<br />
ist fast vollständig aus Holz<br />
gefertigt. Die Konstruktion basiert<br />
auf der nachhaltigen Forstwirtschaft<br />
Norwegens und besteht fast ausschließlich<br />
aus Holz und Nebenprodukten<br />
aus der Region. Alle Außenund<br />
Innenwände, Wanddämmungen<br />
(eingeblasene Holzfasern), Badezimmerwände<br />
und so viele Details<br />
wie möglich bestehen aus regionalen<br />
Hölzern: Das Tannenholz im Innenraum<br />
sowie die Fassaden struktur<br />
aus Fichte stammen aus den Wäldern,<br />
die sich 50 bis 70 km um die<br />
Hütte erstrecken.<br />
Das Grasdach reguliert außerdem<br />
das Abfließen von Regenwasser und<br />
bietet zusätzliche Isolierung gegen<br />
Wärmeeinstrahlung im Sommer und<br />
-verlust im Winter. Da Strom in Norwegen<br />
aufgrund der 100%-igen Wasserkraft<br />
relativ günstig ist, haben wir<br />
eine elektrische Fußbodenheizung<br />
eingebaut, die Kühlung erfolgt durch<br />
Querlüftung.<br />
Sie haben das Gebäude auf Holzstützen<br />
gestellt – gibt es dazu eine<br />
norwegische Bau-Tradition?<br />
Auf jeden Fall – in Norwegen gibt<br />
es die Tradition, Stabbur-Gebäude<br />
(Hochspeicher) auf Holzpfosten mit<br />
Steinfundamenten zu stellen, um den<br />
Inhalt vor Nagetieren und Fäulnis zu<br />
schützen. Alle Farmen in Norwegen<br />
verfügen über einen Stabbur, da sie<br />
während der langen Winter zur Lagerung<br />
von Lebensmitteln verwendet<br />
wurden. Die Stabbur-Typologie<br />
wurde zu einem wichtigen Treiber<br />
des Projekts, aber für uns ging es<br />
weniger um Fäulnis und Nagetiere,<br />
als vielmehr darum, das Gelände um<br />
einen höheren Blickwinkel zu bereichern.<br />
Ein zusätzlicher Vorteil ist,<br />
dass die Hütte im Winter nicht im<br />
Schnee versinkt.<br />
Was ist Ihr Lieblingsplatz im Haus?<br />
Der Hauptwohnraum: Dank der zwei<br />
raumhohen und sechs Meter breiten<br />
Wände sowie der erhöhten Lage besteht<br />
eine intensive Verbindung zur<br />
Natur. Besonders magisch fühlt sich<br />
das im Winter an, wenn wir mit einem<br />
Kaffee gemütlich inmitten der verschneiten<br />
Landschaft sitzen, obwohl<br />
es draußen -20 Grad hat.<br />
Das Beste und das Herausforderndste<br />
daran, gleichzeitig Architekt und<br />
Bauherr zu sein?<br />
Die Möglichkeit zu haben, mit<br />
konzeptionellen und praktischen<br />
Design ideen zu experimentieren, vor<br />
denen einige Kunden möglicherweise<br />
zurückschrecken, ist sehr spannend.<br />
Es ist allerdings auch schwierig,<br />
sich selbst davon abzuhalten,<br />
jedes kleinste Detail zu überdenken<br />
und entwerfen zu wollen (bis hin zu<br />
individuellen Toilettenpapierhaltern)<br />
- schließlich möchte man später<br />
nicht in einem Haus mit ungelösten<br />
Details leben.<br />
Sollte es in der Skigard Hytte wider<br />
Erwarten tatsächlich noch ungelöste<br />
Details geben, so machen vielleicht<br />
gerade die den besonderen Charme<br />
dieser speziellen Berghütte aus. In<br />
ihrer rauen und gleichzeitig warmen<br />
Anmutung fügt sich das Gebäude<br />
so selbstverständlich in die norwegische<br />
Bergwelt, wie es traditionelle<br />
Bauweisen in Verbindung mit heimischen<br />
Materialien auf moderne Art<br />
interpretiert, ohne dabei laut zu werden.<br />
Ein gelungener Zufluchtsort für<br />
Mensch und Tier.<br />
•
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
53<br />
Mork-Ulnes Architects<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
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<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Skigard Hytte<br />
<br />
<br />
Kvitfjell Resort, Fåvang, Norwegen<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Mitarbeiter:<br />
Statik:<br />
Casper and Lexie Mork-Ulnes<br />
Mork-Ulnes Architects<br />
Lexie Mork-Ulnes, Casper Mork-Ulnes,<br />
Phi Van Phan, Auste Cijunelyte,<br />
Kristina Line, Monica Lepinska<br />
Bygg Konsulentene Øst.<br />
Grundstücksfläche: 2.148 m 2<br />
Baufläche: 145 m 2<br />
Planungsbeginn: 2016<br />
Bauzeit: Sommer 2017<br />
Fertigstellung: Herbst 2019<br />
„Unsere Praxis basiert auf der Überzeugung, dass die<br />
meisten Gestaltungsherausforderungen mit Vernunft<br />
und Klarheit durch eine Einsparung von Mitteln und Materialien<br />
gelöst werden können. Wir möchten einfache,<br />
durchdachte und gut gestaltete Räume für die Menschen<br />
schaffen, die unsere Gebäude nutzen. „Wir tun, was wir<br />
tun“, weil die Suche nach Lösungen für interessante Herausforderungen<br />
uns dazu anregt, auf innovative Weise zu<br />
entwerfen und zu bauen.“<br />
Lexie und Casper Mork-Ulnes
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
54<br />
Bauen & Energie<br />
Atmende<br />
Wände<br />
Wall House / Vietnam / Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />
Text: Peter Reischer Fotos: Hiroyuki Oki<br />
Nach neuesten Erkenntnissen ist die Luft in Innenräumen<br />
oft mehr mit Schadstoffen belastet als im<br />
öffentlichen Bereich. Der Wissenschaftler Michael<br />
Braungart behauptet zum Beispiel, dass es gesundheitsschädlicher<br />
sei, sich in einem Großraumbüro mit<br />
all den Teppichen, Farben, Anstrichen und Kunststoffteilen<br />
aufzuhalten, als an einer Kreuzung einer<br />
Stadtautobahn zu stehen. Also ist es fast schon logisch,<br />
ein Haus mit atmenden Wänden zu entwickeln,<br />
um so den Bewohnern einen ständigen Austausch<br />
der Luft in den Innenräumen zu bieten.<br />
Mit diesem Wunsch waren auch die CTA | creative<br />
architects in Vietnam konfrontiert, als sie beauftragt<br />
wurden, für einen privaten Kunden ein Wohnhaus zu<br />
entwickeln. Während des gesamten Designprozesses<br />
drehten sich die Diskussionen mit dem Auftraggeber<br />
immer um „atmende Wände“ und eine Architektur,<br />
die eben 24/7 selbstständig atmen soll. An das Projekt<br />
in der Stadt Bien Hoa gingen sie nun folgendermaßen<br />
heran: Mit einer Gesamtnutzfläche von fast<br />
300 m 2 , über zwei Stockwerke reichend, entwarfen<br />
die Planer eine Architektur, die sich aus vier Blöcken,<br />
verbunden mit Wänden aus luftdurchströmten Ziegeln<br />
und geschützt durch eine Lage üppigen Grüns<br />
zusammensetzt.<br />
u<br />
Ein Haus mit atmenden<br />
Wänden, mit einer grünen<br />
Lunge haben die CTA |<br />
creative architects in<br />
Vietnam in der Stadt Bien<br />
Hoa für einen privaten<br />
Auftraggeber entworfen.<br />
Die Bausumme ist mit<br />
74.050.- Euro vergleichsweise<br />
sehr gering und<br />
das Projekt beweist, dass<br />
auch mit einfachsten<br />
Mitteln und Abfallprodukten<br />
der Industrie eine<br />
interessante, gesunde<br />
und sogar energiesparende<br />
Architektur entstehen<br />
kann.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
55<br />
Bui The Long – CTA | Creative Architects
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
56<br />
Bauen & Energie<br />
Die vier Körper – leicht zueinander in ihren Achsen<br />
versetzt – sind mit einer „gewöhnlichen“ Mauer verbunden,<br />
zu einer Einheit zusammengefasst. Diese<br />
Umfassungsmauer wirkt wie eine Klammer oder Verpackung,<br />
sie ragt an der Südostseite der Architektur<br />
etwas vor, bildet hier einen kleinen Vorhof und die<br />
Eingangssituation. Allerdings ist diese Mauer – im<br />
Gegensatz zu den weiß verputzten, geschlossenen<br />
Fassaden der vier Baukörper – aus in unregelmäßigen<br />
Konfigurationen übereinander geschichteten<br />
Lochziegeln errichtet. Die Ziegel sind entgegen der<br />
üblichen Art, quergelegt und so bewirken die Öffnungen<br />
(Löcher) in den Ziegelsteinen ein dauerhaftes<br />
Durchströmen von Luft und damit das „Atmen“ des<br />
Hauses. Außerdem stellen sie eine semitransparente<br />
Schicht zum Außenraum dar, erzeugen so das Gefühl<br />
einer Verbundenheit mit dem Umraum, mit der Natur,<br />
die Grenzen werden verwischt. Die an und für sich<br />
feste Materialität des Ziegels wird also durch das<br />
Querlegen konterkariert.<br />
Die Innenräume dieses Wohnhauses<br />
wirken wie ein Außenraum – hell, lichtund<br />
luftdurchströmt.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
57<br />
Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />
In der Mitte dieser Baukörper ergibt sich ein geräumiger<br />
Innenhof/Garten zur Nutzung für die Bewohner.<br />
Alle Beschäftigungen und Lebensabläufe wie auch<br />
das Kochen finden meistens unter dem Schatten der<br />
Bäume – innerhalb und außerhalb der Architektur –<br />
statt, ganz wie es der Tradition der vietnamesischen<br />
Gesellschaft und der Großfamilie entspricht. Dort,<br />
wo sich die Umschließungsmauer mit den vier – in<br />
den Ecken positionierten – Baukörpern überschneidet,<br />
lässt ein ca. 15 Zentimeter breiter Spalt eine ungehinderte<br />
Sicht nach außen zu. Und überall dringt<br />
natürliches Licht durch die waagrecht liegenden Löcher<br />
in den Ziegeln von außen ein. Die Ziegel sind<br />
übrigens sogenannte Fehlbrände der industriellen<br />
Produktion, so wird aus einem Abfall ein nachhaltiges<br />
Gestaltungsprodukt, das sich auch harmonisch<br />
in die Umwelt einfügt und die erste Ebene des „Atmens“<br />
darstellt.<br />
Als zweite Ebene des „Atmens“ dient der üppige<br />
Garten mit vielen Pflanzen. Auch er soll die negativen<br />
Umwelteinflüsse filtern und eine bessere Luft für<br />
die Bewohner und den Innenbereich bieten. Er reinigt<br />
die Luft und bietet eine effektive Pufferzone. Zusammen<br />
bilden beide Elemente das Äquivalent zu einer<br />
normalen Mauer mit dem wesentlichen Unterschied,<br />
dass sie die ständige Luftzirkulation sichern und so<br />
zu einem gesünderen Klima in den Innenräumen beitragen.<br />
Die Architektur benötigt keinerlei Klimageräte<br />
oder Ventilatoren – das erledigt die Natur. Es ist<br />
immer kühl, hell und freundlich im Inneren. Die Raumund<br />
Funktionsverteilung in den vier Baukörpern entspricht<br />
den traditionellen Mustern der vietnamesischen<br />
Architektur und Sozietät. Mit der Ausnahme,<br />
dass mehr Gemeinschaftsbereiche und Durchblicke<br />
geschaffen wurden, um einen besseren und stärkeren<br />
Kontakt der Familienmitglieder zu fördern. u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
58<br />
Bauen & Energie<br />
Weiße Wände und die<br />
Ziegelstrukturen bilden<br />
den Rahmen für eine<br />
gediegene, aber nicht<br />
übertriebene Innenausstattung.<br />
Das Grundstück liegt übrigens inmitten eines durchgrünten<br />
Siedlungsgebietes mit kleinen Wohnbauten<br />
in der Nähe des Flusses Dong Nai. Es ist eines der<br />
Restgartenstücke der ehemaligen Stadt Bien Hoa.<br />
Die CTA | creative architects haben bei der Planung<br />
darauf geachtet, die bestehende Gartenlandschaft<br />
so wenig wie möglich zu zerstören oder zu verändern.<br />
Und so sprießen heute auch innerhalb der<br />
Mauern unzählige kleine Bäume, Büsche und es entsteht<br />
der Eindruck eines tropischen Paradieses. Die<br />
zwei Geschosse hohe Umschließungsmauer bildet<br />
an ihrer Oberkante das Auflager für eine horizontale<br />
Abdeckung, die wiederum aus Netzen und Pflanzen<br />
besteht. Somit entwickelt sich das Innere der<br />
Architektur zu einem – zwar nicht hermetisch aber<br />
doch – abgeschlossenen Bereich, der wie eine grüne<br />
Lunge innerhalb des Hauses wirkt. Ständig strömen<br />
Frischluft und Naturlicht durch die diffusen Abgrenzungen<br />
dieses atmenden Komplexes.<br />
•
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59<br />
Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />
EG<br />
OG<br />
Wall House<br />
Bien Hoa, Dong Nai, Vietnam<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Statik:<br />
Mr. Hong Anh<br />
Bui The Long – CTA | Creative Architects<br />
Viet Tin Phuc Co., Ltd<br />
Grundstücksfläche: 1013,4 m 2<br />
Bebaute Fläche: 200,2 m 2<br />
Nutzfläche: 291,2 m 2<br />
Planungsbeginn: 2018<br />
Bauzeit: 2018<br />
Fertigstellung: 2018<br />
Baukosten:<br />
74.050 Euro
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
60<br />
Bauen & Energie<br />
Aus einem<br />
Sturm geboren<br />
Ranwas School / Vanuatu / CAUKIN Studio<br />
Text: Peter Reischer Fotos: Katie Edwards<br />
Eine neue Schule mit Bibliothek errichtete das CAUKIN Studio auf der<br />
von einem Zyklon verwüsteten Pfingstinsel im Inselstaat Vanuatu. Mit<br />
viel persönlichem Einsatz und Freiwilligen aus der ganzen Welt wurde<br />
in nur acht Wochen der neue Bau fertiggestellt. Nachhaltige Materialien,<br />
passive Designstrategien und lokale Fertigungstechniken sorgten für<br />
eine Architektur, die weitere Zyklone überstehen soll und es auch tut.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
61<br />
CAUKIN Studio<br />
Energie kann man auf verschiedenste Arten definieren,<br />
empfinden, umsetzen oder visualisieren. Beim<br />
Bauen wird Energie – im fertigen Projekt – meist über<br />
die Effizienz, den Verbrauch und somit die Verwendung<br />
von Ressourcen verstanden. Energie ist aber<br />
auch die Kraft des Menschen, seine Begeisterung,<br />
seine Kreativität und Liebe bei der Umsetzung von<br />
architektonischen Projekten. Im folgenden Beispiel<br />
drückt sich die Energie weniger in einer architektonischen<br />
Manifestation, sondern in der klugen Verwendung<br />
von Materialien, im persönlichen Einsatz aller<br />
Beteiligten und in der Hilfe für die von einer Naturkatastrophe<br />
betroffenen Menschen aus.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
62<br />
Bauen & Energie<br />
Der Entwurf dafür stammt vom CAUKIN Studio, einem<br />
jungen sozial engagierten Designstudio aus England<br />
mit Zweigstellen in den USA und in Indonesien. Sie<br />
arbeiteten mit Teilnehmern aus der ganzen Welt im<br />
Dorf Ranwas zusammen mit der Dorfgemeinschaft,<br />
um das Projekt zu realisieren. Innerhalb kürzester<br />
Zeit entwarfen und finalisierten sie das Gebäude und<br />
errichteten einen Bau, der mit seinem Zyklon resistenten<br />
Holzrahmen, einer gewebten Bambusverkleidung,<br />
einer Dachdeckung aus Polykarbonat und<br />
Blech eine gut durchlüftete, freundliche Lernumgebung<br />
bietet.<br />
Ranwas liegt mitten im Bergland der Insel und die<br />
Luftfeuchtigkeit beträgt fast dauernd an die 99%<br />
– eine Herausforderung für die Errichtung einer<br />
Schulbibliothek. Dieser Bereich bewältigt die extrem<br />
hohe Luftfeuchtigkeit mittels sehr sorgfältig<br />
ausgeklügelter, passiver Designstrategien. So wird<br />
die Lebenszeit der gelagerten Bücher verlängert<br />
und garantiert. Man hat die Bücher in einem eigenen,<br />
verschlossenen Abteil verstaut, als Verkleidung<br />
nahmen die Designer dunkle Metallplatten, um die<br />
Temperatur im Innenraum zu erhöhen. So verringert<br />
man die relative Luftfeuchtigkeit und erhält eine trockenere<br />
Atmosphäre für die Bücher. Der Kamineffekt,<br />
das Aufheizen der Außenflächen durch die Sonne<br />
erzeugt durch die dunklen Metallplatten, sorgt für<br />
einen ständigen Abtransport der Feuchte aus dem<br />
Gebäudeteil. Die Bücherregale selbst sind in relativ<br />
kleine Stellflächen eingeteilt, so kann mehr Luft zwischen<br />
den Büchern zirkulieren und die Feuchtigkeit<br />
abführen. Eine schmale Leiter in der Bibliothek führt<br />
zu einer kleinen Mezzaninebene, die sich über eine<br />
kreisrunde Öffnung auf eine Veranda öffnet und einen<br />
gemütlichen Lesebereich für die Kinder darstellt,<br />
sozusagen ein kleines Leseversteck.<br />
u<br />
Der etwa 2.000 Kilometer östlich von Australien gelegene<br />
Inselstaat Vanuatu (er entstand 1980 aus dem<br />
seit 1906 bestehenden britisch-französischen Kondominium<br />
Neue Hebriden) wurde 2015 vom Zyklon<br />
Pam schwer getroffen und verwüstet. Die ungeheure<br />
Wucht des Sturmes zerstörte fast alles und so auch<br />
die Ranwas Primary School, die Volksschule von<br />
Ranwas auf der sogenannten Pfingstinsel (Pentecost<br />
Island, Teil von Vanuatu). Zurück blieben Kinder, die<br />
nun in völlig unzureichenden Notunterkünften unterrichtet<br />
werden mussten. Das Tanbok Projekt – eine<br />
NGO-Initiative – versuchte im Zuge dieses Desasters<br />
eine neue Schule und auch eine Bibliothek zu errichten,<br />
welche den harschen, lokalen Wetterbedingungen<br />
gerecht werden und auch zukünftigen Stürmen<br />
widerstehen sollten.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
63<br />
CAUKIN Studio<br />
Die Bevölkerung hat den „Neubau“ völlig akzeptiert,<br />
auch wegen der traditionellen Materialien – es<br />
herrscht ein emsiges Leben im Schulbetrieb.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
64<br />
Bauen & Energie<br />
Einfache Baustoffe und<br />
solide, handwerkliche<br />
Verarbeitung machen<br />
den Charme dieser Schule<br />
samt angeschlossener<br />
Bibliothek aus.<br />
Gewebte Bambuswände benutzen das höchst nachhaltige<br />
Material, das die unmittelbare Umgebung<br />
bietet und auch die traditionellen Fähigkeiten der<br />
Bewohner zur Fertigung dieser Bauteile. Mit null Kosten<br />
entstand eine atmende, in der Erhaltung billige<br />
Konstruktion, die jederzeit von den Nutzern betreut<br />
und ausgebessert werden kann. Große Fenster an<br />
jeder Längsseite des Klassenraumes sorgen für die<br />
Querlüftung und ausreichende Belichtung durch Naturlicht<br />
– keine Kosten für Elektrizität. Ein starker<br />
Kontrast zu den sonstigen dunklen und feuchten<br />
Schulen der Inselgruppe.<br />
Die Konstruktionszeit betrug nur acht Wochen und<br />
ein Team von 15 Teilnehmern aus internationalen Architekturschulen<br />
und Büros arbeitete zusammen mit<br />
ca. 50 einheimischen Arbeitern an dem Projekt, man<br />
wohnte auch zusammen im Dorf. Und wie es sich für<br />
derart interkulturelle, partizipative Projekte gehört,<br />
wurden auch viele Details der Konstruktion gemeinsam<br />
beim Bauen entwickelt und sozusagen immer<br />
wieder neu „erfunden“. Erfahrung und Wissen in einer<br />
kulturellen Immersion.<br />
Am 6. April <strong>2020</strong> passierte der Kategorie 5 Zyklon<br />
Harold Vanuatu und sein Auge überquerte direkt<br />
Ranwas. Von allen Gebäuden der Pfingstinsel wurden<br />
90% zerstört oder schwer beschädigt. In Ranwas<br />
überlebten drei den Zyklon, darunter die neue Schule<br />
mit ihrer Bibliothek.<br />
•
CAUKIN STUDIO LTD.<br />
info@caukinstudio.com<br />
www.caukinstudio.com<br />
CAUKIN STUDIO LTD.<br />
info@caukinstudio.com<br />
www.caukinstudio.com<br />
CAUKIN STUDIO LTD.<br />
info@caukinstudio.com<br />
www.caukinstudio.com<br />
N<br />
Library Veranda<br />
Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda<br />
Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda<br />
Veranda Teacher's O fice Cla sr om<br />
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
65<br />
CAUKIN Studio<br />
Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda<br />
This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.<br />
Do not scale from this drawing.<br />
This drawing is copyright © CAUKIN Studio<br />
Project:<br />
RANWAS SCHOOL, VANUATU<br />
Drawing:<br />
GA PLAN AS BUILT<br />
Job No.: 17.11<br />
Drawing Number: B100<br />
Rev:<br />
X<br />
Scale: 1:50@ A3<br />
Date: 10.12.19<br />
Drawn by: JP<br />
This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.<br />
Do not scale from this drawing.<br />
This drawing is copyright © CAUKIN Studio<br />
Project:<br />
RANWAS SCHOOL, VANUATU<br />
Drawing:<br />
SECTION AA AS BUILT<br />
Job No.: 17.11<br />
Drawing Number: B300<br />
Rev:<br />
X<br />
Scale: 1:50@ A3<br />
Date: 10.12.19<br />
Drawn by: JP<br />
N<br />
This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.<br />
Do not scale from this drawing.<br />
Ranwas This drawing School<br />
is copyright © CAUKIN Studio<br />
Pentecost Island, Vanuatu<br />
Project:<br />
RANWAS SCHOOL, VANUATU<br />
Drawing:<br />
SECTION BB AS BUILT<br />
Job No.: 17.11<br />
Drawing Number: B301<br />
Rev:<br />
X<br />
Scale: 1:50@ A3<br />
Date: 10.12.19<br />
Drawn by: JP<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Mitarbeiter:<br />
Statik:<br />
The Tanbok Project Charity<br />
CAUKIN Studio<br />
Harrison Marshall, David Mahon<br />
Tom Bule<br />
Grundstücksfläche: 130 m 2<br />
Bebaute Fläche: 130 m 2<br />
Nutzfläche: 130 m 2<br />
Planungsbeginn: 12/2018<br />
Bauzeit:<br />
8 Wochen<br />
Fertigstellung: 09/2019
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
66<br />
Bauen & Energie<br />
Mit dem jüngsten Fünf-Sterne-Hotel Tirols heben Matteo Thun &<br />
Partners /Architektur und MEISSL Architects die Verzahnung von<br />
Design und Konstruktion auf ein neues Level. Das Green Spa-Hotel<br />
MalisGarten in Zell am Ziller wurde als reiner Holzbau konzipiert,<br />
wobei konsequent auf die Verwendung heimischer Hölzer geachtet<br />
wurde. Als erstes 5-geschossiges Hotel komplett aus Massivholz<br />
setzt MalisGarten neue Maßstäbe im Holzbau.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
67<br />
Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />
Holzbau<br />
higher level<br />
MalisGarten / Zell am Ziller, Österreich /<br />
Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />
Text: Linda Pezzei Fotos: ZillerSeasons, Dirk Tacke<br />
„Holz ist einer der wenigen Baustoffe mit ästhetischer<br />
und technischer Dauerhaftigkeit.“ Kein Wunder<br />
also, dass der für mutige Lösungen bekannte italienische<br />
Architekt Matteo Thun gleich ein besonderes<br />
architektonisches Konzept für Reinhard Binder im<br />
Kopf hatte, als der mit der Bitte an Thun herantrat,<br />
für ihn ein neues Fünf-Sterne-Hotel im Zillertal in den<br />
österreichischen Alpen zu entwerfen. Binder seinerseits<br />
ist Vorstandsvorsitzender der ortsansässigen<br />
Binderholz GmbH, die auf die Produktion von innovativen<br />
Massivholzprodukten spezialisiert ist. Ein perfect<br />
match könnte man also sagen.<br />
„Seit es Menschen gibt, wird mit Holz gebaut. Historisch<br />
gesehen war Holz der erste echte Baustoff“,<br />
bringt Reinhard Binder den Kerngedanken seines<br />
neuesten Hotelprojekts auf den Punkt. Ein Hotel<br />
komplett aus Holz, so lautete also die Zielvorgabe für<br />
Architekt und Bauherr. Der Name 5*S Green Spa-Hotel<br />
MalisGarten sollte am Ende in jedem Fall mehr<br />
sein als nur schöner Marketing-Slogan – wie so oft.<br />
Heimische Hölzer und traditionelle Handwerkskunst<br />
koexistieren im Ergebnis bei MalisGarten gleichberechtigt<br />
neben modernsten Fertigungsmethoden<br />
und computerbasierter Planung.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
68<br />
Bauen & Energie<br />
Holz scheint für ein Wellness-Hotel als Basiselement<br />
wie geschaffen. Seit Menschengedenken findet dieser<br />
natürliche Baustoff in unserem architektonischen<br />
Schaffen Verwendung und punktet neben der angenehmen<br />
Haptik und seinem Wohlfühlcharakter gerade<br />
durch die Vielfalt seiner (optischen) Facetten.<br />
Dazu kommen die unzähligen technischen, bauphysikalischen<br />
und ökologischen Vorteile. So wurde das<br />
Hotelprojekt – natürlich auch durch den Bezug des<br />
Bauherren zum Baustoff Massivholz - von der Bodenplatte<br />
bis zum Dach in Holz gedacht. Auch eine Herausforderung<br />
für das lokale Architekturbüro MEISSL<br />
Architects mit Sitz in Seefeld in Tirol, die sich mit<br />
einer extrem knappen Bauzeit von nur 15 Monaten<br />
konfrontiert sahen.<br />
„Wir präferieren Holz als Baustoff. Dank vorgefertigtem Holz<br />
werden die Bauzeiten reduziert, Holz ist leicht zu transportieren,<br />
Holz ist langlebig, flexibel und entwickelt Patina, es altert<br />
schön. Holz ist zeitlos – es ist ein nachwachsender Rohstoff<br />
– es ist DAS Material für das 21. Jahrhundert.“<br />
Matteo Thun
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
69<br />
Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />
Dass der Eröffnungstermin gehalten werden<br />
konnte, liegt allen voran an der intelligenten Planung<br />
mittels Vorfabrikation einzelner Elemente,<br />
die der Baustoff Massivholz ermöglicht. Die gesamte<br />
tragende Struktur besteht aus Brettsperrholz-Elementen<br />
in Fichte und Lärche. Selbst die<br />
Treppenhäuser und Liftschächte sind in Massivholz<br />
ausgeführt – eine Tatsache, die sowohl<br />
Brandschutzplanern wie Statikern einiges an<br />
Kooperation und Innovation abverlangt haben<br />
dürfte. Wäre nicht der Bauherr selbst so kompromisslos<br />
für einen Bau komplett aus Holz eingestanden,<br />
wäre MalisGarten vermutlich nicht das<br />
erste 5-geschossige Hotel der Gebäudeklasse 5<br />
komplett aus Massivholz geworden. “Wir sind von<br />
der Qualität der Ausführung bei dieser extrem<br />
knappen Bauzeit begeistert“, zeigt sich so auch<br />
Architekt Alexander Meissl mit dem Ergebnis<br />
sehr zufrieden.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
70<br />
Bauen & Energie<br />
Neben der Verwendung der verschiedenen Massivholzprodukte<br />
trägt auch ein ausgeklügeltes Heiz- und<br />
Kühlkonzept inklusive Erdwärme und Pelletheizung<br />
zu der Tatsache bei, dass MalisGarten wohl als eines<br />
der nachhaltigsten Hotels im Zillertal gelten darf. Holz<br />
hat im Vergleich zu anderen Baumaterialien ohnehin<br />
dank seiner technischen, bauphysikalischen, wirtschaftlichen<br />
und ökologischen Vorteile die Nase vorn.<br />
Dazu kommen die deutlich geringere Bauzeit durch<br />
Vorfabrikation, eine größere Nettonutzfläche durch<br />
schlankere Konstruktionen sowie die äußerst positive<br />
CO 2 -Bilanz. Allein für das Projekt MalisGarten bleiben<br />
mehr als 1.500 Tonnen CO 2 langfristig in den Massivholzelementen<br />
gebunden. Neben deren Behaglichkeit<br />
und Wärme, wirken Hölzer wie Tanne, Fichte oder Zirbe<br />
zudem beruhigend auf Geist und Körper, senken<br />
die Herzfrequenz und begünstigen einen gesunden<br />
Schlaf. Für ein Green Spa-Hotel also in jeder Hinsicht<br />
das perfekte Material.<br />
Wie der Name MalisGarten schon vermuten lässt,<br />
umfasst das Hotelgelände auch einen 2.000 m²<br />
großen Garten mit Entspannungsbereichen, einem<br />
Obst- und Kräutergarten sowie einem Außenpool,<br />
der im rückwärtigen Bereich über ein 22 Meter langes<br />
Becken in den Innenbereich übergeht. Die mit<br />
Profilhölzern versehenen Wände und Decken kreieren<br />
in Kombination mit gedeckten Farben den Eindruck<br />
einer Badelandschaft inmitten eines Waldes.<br />
Die begrünte, hölzerne Außenfassade schafft als<br />
Pendant schon an der Vorderseite des Hotels eine<br />
Einheit mit dem Garten und vermittelt den Eindruck<br />
einer naturnahen Entspannungsoase inmitten des<br />
kleinen Örtchens Zell am Ziller.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
71<br />
Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects<br />
Der Name „MalisGarten“<br />
ist auch auf den großzügig<br />
angelegten Terrassen<br />
Programm: Pflanzkörbe,<br />
naturbelassenes Holz und<br />
Textilien in Naturtönen<br />
rahmen den Blick auf die<br />
umgebende Bergwelt.<br />
Obwohl das Interieurdesign nicht aus der Feder<br />
von Matteo Thun & Partners /Architektur stammt,<br />
scheint es doch fein abgestimmt auf das architektonische<br />
Gesamtkonzept. Das Thema Holz zieht sich<br />
auch hier von der Lobby über das Restaurant bis<br />
hin zum Spa-Bereich und den 35 Zimmern als konsequentes<br />
Leitmotiv durch alle Bereiche - ob Böden,<br />
Wände, Decken oder Mobiliar, hier wird die Klaviatur<br />
des Materials Holz wirklich in all seinen Nuancen angestimmt.<br />
Dabei trifft Alt auf Neu, der buntbemalte<br />
Bauernschrank behauptet sich selbstbewusst neben<br />
dem voluminösen Designersofa, Drexlerkunst und Intarsien<br />
finden neben CNC-gefrästen Elementen ihre<br />
Daseinsberechtigung. Fichte, Tanne, Lärche, Zirbe,<br />
Eiche und Nuss – Tafelparkett, Fischgrätmuster oder<br />
klassische Diele – MalisGarten darf auch als Werkschau<br />
gelten, was Holz alles kann.<br />
Was auf den ersten Blick viel wirken mag, macht die<br />
Zimmer nach Inbeschlagnahme umso gemütlicher.<br />
Dazu kommt der feine Duft nach frischem Holz, der<br />
den Gast hier an jeder Ecke während seines Aufenthalts<br />
wie ein unsichtbarer Geist begleitet. Oder um es<br />
mit den Worten Matteo Thuns zu sagen: „Holz setzt<br />
Zeichen. Holz lebt. Und Holz entwickelt eine herrliche<br />
Patina.“<br />
•<br />
MalisGarten<br />
Zell am Ziller, Österreich<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Mitarbeiter:<br />
Statik:<br />
Familie Binder-Egger | ZillerSeasons<br />
Architektonisches Konzept: Matteo Thun & Partners /Architektur<br />
Lokaler Architekt: MEISSL ARCHITECTS<br />
MEISSL ARCHITECTS: Alexander Meissl,<br />
Nadin Bierbauer, Stefan Plattner, Mara Milborn<br />
tragwerkspartner zt GmbH Innsbruck<br />
Grundstücksfläche: 3.084 m 2<br />
Bebaute Fläche: 1.144 m 2<br />
Nutzfläche: 4.707 m 2<br />
Planungsbeginn: 01/2019<br />
Bauzeit:<br />
15 Monate<br />
Fertigstellung: 06/<strong>2020</strong><br />
„Die flexiblen Möglichkeiten, die<br />
kurze Bauzeit und die ökologischen<br />
Vorteile sprechen in Verbindung<br />
mit dem gelungenen Design eindeutig<br />
für eine vielversprechende<br />
Zukunft des Baustoffes Holz.“<br />
Alexander Meissl<br />
© DavidJohansson
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
72<br />
Bauen & Energie<br />
Erweiterung<br />
des Horizonts<br />
Erweiterung Gipfelhaus / Magdalensberg, Kärnten / Architekten Ronacher ZT<br />
Text: Alexandra Ullmann Fotos: Franz Gerdl, Herman Stelz, Hannes Pacheiner
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
73<br />
Architekten Ronacher ZT<br />
Für das Gipfelhaus am<br />
Kärntner Magdalensberg<br />
wurde mehr Raum<br />
benötigt. Die Architekten<br />
Ronacher setzen diese<br />
Anforderung an dem historischen<br />
Ort mit einem<br />
feinfühligen Konzept in<br />
die Realität um.<br />
Bauen an einem historischen Ort ist immer ein<br />
schwieriges Unterfangen. Es benötigt Sensibilität,<br />
Kenntnis und ein Gespür für Mögliches und Machbares.<br />
Auch der Magdalensberg, der als heiliger Berg<br />
Kärntens gilt, ist ein solcher Ort. An seinem Fuße fand<br />
man Spuren von Siedlungen der Kelten und Römer.<br />
Auf seinem 1058 Meter hohen Gipfel befindet sich<br />
eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. In<br />
unmittelbarer Nähe dazu wurde in den 1980er Jahren<br />
ein Gipfelhaus gebaut, das mit seinem großen Volumen<br />
in einem Spannungsverhältnis zur Kirche steht.<br />
Für die Nutzung als Gasthaus, Hotel und Hochzeitslocation<br />
und aufgrund der regen Nachfrage wurde eine<br />
Erweiterung des Betriebes notwendig, ein zusätzliches<br />
Bauvolumen war am Gipfel jedoch nicht erwünscht.<br />
Deshalb erforderte ein Ausbau an diesem Ort ein Umdenken<br />
und ein vollkommen anderes Konzept.<br />
Zwischen den Wünschen der Bauherren und denen<br />
der raumplanenden Behörde nahmen die Architekten<br />
Ronacher eine vermittelnde Rolle ein. Eine Erweiterung<br />
des Gipfelhauses konnte nur durch eine<br />
Ausweitung des Flächenwidmungsplanes und eines<br />
entsprechenden Teilbebauungsplanes ermöglicht<br />
werden. IIn Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt,<br />
der Archäologie und der erweiterten Ortsbildpflegekommission<br />
wurde ein Projekt ausgearbeitet,<br />
das einen sensibleren und ökologischeren Ansatz<br />
verfolgt. Die Erweiterung sollte mittels Bauvolumen<br />
erfolgen, das in den Berg hineingegraben und dessen<br />
Überdachung begrünt ist. Vorgeschlagen wurde ein<br />
neuer Bettentrakt, der sich östlich des Gipfelhauses<br />
mit einer Krümmung an die Topographie des Magdalensberges<br />
anschmiegt. Durch das Hineinversetzen<br />
in den Berg und die Begrünung ist er vom Gipfel aus<br />
beinahe unsichtbar und gibt den Blick wie gehabt in<br />
die umgebende Landschaft frei.<br />
u
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
74<br />
Bauen & Energie<br />
Nach der ersten erfolgreichen Präsentation dieses<br />
Konzepts wurde sogar die Möglichkeit eröffnet, zwei<br />
derartige Bettentrakte am Gipfel zu positionieren.<br />
Neben der Erweiterung sollten auch Veränderungen<br />
am bestehenden Gipfelhaus vorgenommen werden,<br />
um dessen Baukörper mehr Schlichtheit zu verleihen:<br />
Das Krüppelwalmdach weicht einem zurückhaltenden<br />
Satteldach, die Dachgaupen sind verkleinert, die<br />
verputzte Fassade wird mit Lärchholzbrettern verkleidet.<br />
Als ausschlaggebend für die Akzeptanz des<br />
Konzeptes kann vor allem aber die Veränderung des<br />
bestehenden Hochzeitssaales gesehen werden, der<br />
abgetragen und durch einen neuen, wesentlich flacheren<br />
mit Gründach ersetzt werden sollte. Dadurch<br />
erweiterte sich der Horizont und eröffnet den Blick<br />
Richtung Karawanken. Schlussendlich kam es zur<br />
Genehmigung durch die raumplanende Behörde und<br />
zur Umwidmung der Flächen, sodass der Erweiterung<br />
und dem Umbau des Gipfelhauses nichts mehr<br />
im Weg stand.<br />
Holzoberflächen dominieren<br />
im Innenraum. Jedes<br />
der neuen Hotelzimmer<br />
besitzt einen Panoramablick<br />
auf die umliegende<br />
Berglandschaft und ist<br />
durch die geschickte Anordnung<br />
der Zimmer vor<br />
Einblicken geschützt.
FÖN<br />
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
75<br />
Architekten Ronacher ZT<br />
Die Erweiterung des Gipfelhauses durch zwei Bettentrakte<br />
mit zwanzig Zimmern ist wohlüberlegt positioniert.<br />
Die Ausrichtung erfolgte nach Osten, die<br />
Verbindung zum Bestandsbau über eine Verbindung<br />
im ersten und zweiten Untergeschoss. Durch die zeilenförmige<br />
Anordnung ist jedes Zimmer geschützt<br />
vor Einblicken und hat seinen eigenen Ausblick auf<br />
das Bergpanorama der Umgebung.<br />
Mit der Erweiterung des Gipfelhauses ging letztendlich<br />
auch sein Umbau einher. Die Umgestaltung<br />
konnte direkt genutzt werden, um das Gebäude<br />
thermisch zu sanieren und brachte schließlich eine<br />
Verbesserung seines Erscheinungsbildes mit sich.<br />
Die Zusammengehörigkeit der einzelnen Baukörper<br />
wird durch die das verbindende Vordach und die hölzernen<br />
Oberflächen deutlich sichtbar und hervorgehoben.<br />
Das neue Satteldach tritt in direkten Bezug<br />
zur romanischen Kirche, sodass ein Ensemble beider<br />
Gebäude am Gipfel entsteht.<br />
Mit ihrer Gestaltung der Erweiterung des Gipfelhauses<br />
am Magdalensberg bewegten sich die Architekten<br />
Ronacher stets zwischen dem Damals und dem<br />
Hier, zwischen Tradition und Moderne. Durch ihre<br />
Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den Bauherren<br />
und den Behörden konnte an diesem traditionsreichen<br />
und historischen Ort eine neue zeitgemäße Architektur<br />
entstehen.<br />
•<br />
DEBORA MUGNAINI [ARCHITEKTEN RONACHER] | N:\2017\1707 SKORIANZ, ERWEITERUNG GIPFELHAUS, MAGDALENSBERG\VERÖFFENTLICHUNGEN\CAD\1707 B02.DWG | A3 (297 X 420 MM)| 1622 HOFBAUER.CTB<br />
UG 1<br />
Erweiterung Gipfelhaus am Magdalensberg<br />
9064 Magdalensberg<br />
Bauherr:<br />
Planung:<br />
Statik:<br />
architektenR<br />
ARCHITEKTEN RONACHER ZT GmbH | Arch. DI Dr. Herwig Ronacher, Arch. DI Andrea Ronacher | A-9620 Hermagor | office@architekten-ronacher.at | LG Klagenfurt, FN: 352443z | www.architekten-ronacher.at<br />
Familie Skorianz<br />
Architekten Ronacher ZT<br />
Kastner ZT GmbH<br />
Grundstücksfläche: 13.530 m²<br />
Bebaute Fläche: 2.584,7 m²<br />
Planungsbeginn: 02/2017<br />
Bauzeit:<br />
7 Monate<br />
Fertigstellung: 05/<strong>2020</strong><br />
ERWEITERUNG GIPFELHAUS MAGDALENSBERG<br />
VERÖFFENTLICHUNGSPLAN<br />
GRUNDRISS UG 1 | ZIMMER SÜD<br />
15.10.<strong>2020</strong> 1/250 1707<br />
„Als wir vor etwa vier Jahren von<br />
den Bauherren gebeten wurden einen<br />
Entwurf für die Erweiterung des<br />
Gipfelhauses zu erarbeiten, stießen<br />
wir bei den Behörden zunächst auf<br />
Ablehnung. Erst als wir mit Nachdruck<br />
einen Präsentationstermin<br />
für unsere Idee erbaten und diesen<br />
schließlich erhielten, war es uns<br />
möglich unseren Entwurf vorzustellen.<br />
Dieser verfolgte einen völlig<br />
anderen Ansatz als die bisherigen<br />
Versuche für eine Erweiterung. „
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
76<br />
Licht<br />
Stimmiges Licht<br />
im Bergdorf<br />
Hoch über dem Tal in Leogang im Salzburger Pinzgau liegt auf der Sonnenseite<br />
gegenüber den großen Schigebieten das Bergdorf Priesteregg von Renate und Huwi<br />
Oberlader. Mit seinen nunmehr 18 verschiedenen Chalets ist es ein Ort für alle, die<br />
das Besondere in den Salzburger Bergen suchen. 2019 wurde das Areal nochmals<br />
mit einem großzügigen Wellnessbereich erweitert. Zudem entstanden mit der VILLA<br />
ETANER und der WILDERER VILLA zwei weitere Chalets, die jeden Luxus bieten.<br />
Text: Alexander Magyar Fotos: Günter Standl<br />
Die Oberladers leben ihr Bergdorf – alles hier trägt<br />
ihre Handschrift. So werden aus Tälern alte Baumstämme<br />
herausgezogen, die dann als Möbel für die<br />
neuen Chalets verarbeitet werden und aus „Abfallprodukten“<br />
auf der Baustelle werden unter dem Beisein<br />
von einem der Beiden Deko-Objekte gestaltet.<br />
Seit jeher legen die Hoteliers, die neben dem Bergdorf<br />
auch das stylische Hotel „mama thresl“ im Tal<br />
in Leogang und bei der Bergstation der Asitzbahn<br />
den Mountain Club „Hendl Fischerei“ betreiben, auch<br />
sehr viel Wert auf das Licht und die Lichtstimmungen<br />
in ihren Gebäuden. Und so taucht schon die letzten<br />
15 Jahre immer wieder der Name Catellani&Smith<br />
auf. So wie Renate und Huwi mit ihrem Bergdorf hat<br />
auch Enzo Catellani mit seinen Leuchten immer neue<br />
Trends gesetzt und so finden sich überall im Priesteregg<br />
auch die Produkte der Firma aus Bergamo.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
77<br />
Licht<br />
Ob als große „Drahtwolke“ über dem Pool im Wellnessbereich,<br />
oder als Esstisch-und Bettleuchte in der Villa<br />
Etaner – die dekorativen Highlights in der Beleuchtung<br />
wurden mit Leuchten von Catellani umgesetzt.<br />
Unterstützung holten sich die Bauherrn bei dieser<br />
Etappe, wie auch in den letzten Bauphasen, von den<br />
ansässigen Lichtplanern der lichtwert concept GmbH.<br />
Gemeinsam mit den Oberladers wurde über die Positionierung<br />
der Leuchten und die exakten Leuchtentypen<br />
diskutiert, fachgesimpelt und philosophiert….<br />
Das Ergebnis ist eine einzigartige Lichtstimmung,<br />
die in dieser Form ihresgleichen sucht. Das Gesamtbild<br />
ist erfrischend anders als der „Einheitsbrei“, dem<br />
man in der Region so häufig ausgesetzt ist: Präsente<br />
Leuchtkörper und nicht aufzufindende „Stimmungsmacher“<br />
wechseln einander ab und hinterlassen<br />
beim Gast einen bleibenden positiven Eindruck.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
78<br />
Licht<br />
Wo kein Licht,<br />
da auch kein Schatten<br />
Dass das Erdgeschoß Ecke Praterstraße und Aspernbrückengasse in der Wiener<br />
Leopoldstadt kaum wiederzuerkennen ist, ist zum Großteil Philipp Brandstätter<br />
zu verdanken, der die ehemaligen ATV-Räumlichkeiten, die fast zwei Jahre leer<br />
gestanden sind, mit einem ausgeklügelten Design- und Lichtkonzept zu neuem<br />
Leben erweckt hat. Eineinhalb Jahre wurde umgebaut, entwickelt und an einem<br />
internationalen Multichannel-Konzept gefeilt, das Café, Lounge, Kunstraum, Bar<br />
und Club, also Tag und Nacht, in einer einzigen Location vereint.<br />
Text: Alexander Magyar Fotos: Mato Johannik<br />
Um diesen unterschiedlichen Stimmungen gerecht<br />
zu werden, braucht es natürlich ein ausgeklügeltes,<br />
harmonisches und vielseitig einsetzbares Interieur.<br />
Eine enorme Herausforderung, die mit der nötigen<br />
Klarheit und einem Potpourri an kreativen Lösungsvorschlägen<br />
gemeistert wurde. Für die notwendige<br />
Balance zwischen Individualität und Harmonie sorgte<br />
dabei Philipp Brandstätter, der seit 2003 in Wien<br />
das Design- und Planungsstudio „Branddesigners“<br />
betreibt und der bei diesem Projekt vom Interior Designer<br />
Andreas Pust unterstützt wurde.<br />
Im Zentrum seines Konzepts steht die Bar: Es ist<br />
ein schier endloser Travertin, der von Beton-Mittelleitplanken<br />
getragen wird und trotz seiner Wucht<br />
grazil in den Fokus rückt. Urbanes Design, Leitschienen<br />
auf der Tanzfläche und das Logo des Clubs (ein<br />
Autobahnzeichen ohne Brücke) sollen die Straße in<br />
den Club bringen. Für sein Konzept konnte Brandstätter,<br />
der in der heimischen Kunstszene gut vernetzt<br />
ist, auch einige Kunstgrößen gewinnen: In einer<br />
nach ihm benannten Lounge stellt etwa Martin Grandits<br />
seinen getragenen weißen Socken hinter einem<br />
Glastisch aus. Und Thomas Weidinger hat für diese<br />
Location alte Wiener Straßenlaternen zerschnitten<br />
und zu einem neuen Luster geformt.
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79<br />
Licht<br />
Auch bei der Lichtprogrammierung zog<br />
Brandstätter, der sich bereits seit mehr als<br />
15 Jahren mit LED-Technologien und deren<br />
Möglichkeiten beschäftigt, alle Register.<br />
Licht ist für ihn ein zentrales Element, um<br />
die Architektur zu unterstreichen und zu inszenieren.<br />
Sein Gespür für Licht und seine<br />
technischen Fähigkeiten in der Umsetzung<br />
sieht man etwa an der Lamellen-Wand: Entworfen<br />
wurde ein System, das über zweifache<br />
Licht-Umlenkung funktioniert. Über<br />
eine Länge von 15 Meter und einer Höhe von<br />
2,80 m wurde eine Holz-Lammellen-Wand<br />
errichtet, die wie ein Screen funktioniert. In<br />
ausgeschaltetem Zustand ist es ein neutraler<br />
grauer Ton, der durch die RGB-Elemente<br />
animiert werden kann. Durch eine enorm<br />
flexible Schaltbarkeit können entlang der<br />
Länge unterschiedliche Stimmungen erzeugt<br />
werden. Durch die zweifache Umlenkung<br />
wird das Licht gestreut, es sind keine<br />
LED-Leuchten sichtbar und ein diffuser<br />
Lichtschein entsteht.<br />
Demgegenüber steht eine Leihgabe der<br />
renommierten heimischen Künstlerin Brigitte<br />
Kowanz. Ihre Arbeit „Introduction<br />
of the Euro” ist ein wesentlicher Beitrag<br />
für das Licht-Konzept im Lounge-Bereich<br />
und zieht die Blicke auf sich. Passend zum<br />
Kunstwerk wurde eine Spiegelwand aufgezogen,<br />
deren Spiegelungseffekt von oben<br />
nach unten immer geringer wird. Hat man<br />
Zugang zum Backstageraum, offenbart sich<br />
ein weiteres Design-Highlight: Brandstätter<br />
ließ sich dabei von Arbeiten vom dänischen<br />
Star-Architekten Verner Panton inspirieren.<br />
Eine Installation aus 1800 maßgefertigten<br />
Acrylglasblättchen, die auf der einen Seite<br />
mit Prismen, auf der anderen Seite mit einem<br />
Farbverlauf digital bedruckt wurden.<br />
Das ergibt im Zusammenspiel mit dem<br />
blauen Samt, mit dem der ganze Raum ausgekleidet<br />
wurde, ein sehr warmes Licht, das<br />
durch punktgerichtete LED-Spots erzeugt<br />
und durch die Prismen auf den Blättchen<br />
gebrochen wird. Da diese auf der Decke<br />
hängend angebracht wurden, entstehen bei<br />
Bewegung, eventuell durch einen Luftzug<br />
verursacht, Moiré-Effekte und Schattenspiele<br />
am Boden.<br />
Die gesamte Einrichtung dieser neuen Location<br />
ist ein gelungener Brückenschlag zwischen<br />
unterschiedlichen Stilen und Epochen<br />
- von den 70er-Jahren bis ins Hier und Jetzt.<br />
Von Vintage-Leuchten bis zu modernen Dali<br />
Spots. Ein ansprechender, nie überladener<br />
Mix aus Retro-Elementen und modernen<br />
Materialien, bei dem ein Element immer wiederkehrt:<br />
Es ist der „orangene Faden“, der<br />
das Lokal durchzieht, sich farblich in vielen<br />
Details wiederfindet und den Gin-Tonic in<br />
der Praterstrasse zum Erlebnis macht.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
80<br />
Produkt News<br />
Glanzvoll und ultraflach<br />
Die Reduktion eines Produkts auf das Wesentliche bedarf absoluter Perfektion.<br />
Denn der Verzicht auf unnötige Details lenkt den Blick unmittelbar auf Form und<br />
Funktion des Objekts.<br />
Das Thema Reduktion hat der Schweizer Leuchtenhersteller<br />
Regent Lighting nun noch ein Stück weiter<br />
getrieben und die bewährte Purelite Produktfamilie<br />
um eine besonders schlanke Version ergänzt, die<br />
gänzlich neue Möglichkeiten hinsichtlich Anwendung<br />
und Montage bietet. Purelite Slim ist die flachste<br />
und schlankeste Büroleuchte, die derzeit auf dem<br />
Markt zu finden ist. Beachtlich ist nicht nur deren<br />
Lichtqualität, sondern der ultraflache Leuchtenkörper,<br />
der gerade einmal 35 Millimeter misst.<br />
Als schmaler, kontinuierlicher Lichtstreifen, mit einer<br />
Länge von bis zu 19 Metern, leuchtet Purelite Slim<br />
Räume und Decken schattenfrei aus oder setzt, wo<br />
gewünscht, Akzente durch eine gezielte Lichtführung.<br />
Erhältlich ist die Lichtline in drei Varianten: Für Büros,<br />
Konferenzräume, Eingangsbereiche und Flure eignen<br />
sich die beiden raumstrahlenden Varianten mit Deckenaufhellung<br />
Purelite Slim und Purelite Slim Office.<br />
Die direktstrahlende Variante Purelite Slim D richtet<br />
das Licht hingegen nur nach unten, um bestimmte Bereiche<br />
gezielt auszuleuchten.<br />
Dafür stehen vier Montagevarianten zur Verfügung,<br />
die jeweils eine unterschiedliche Wirkung der<br />
Leuchte im Raum erzeugen. Neben der Deckeneinbauleuchte<br />
gibt es Purelite Slim auch als Deckenanbauleuchte<br />
und als Lichtkanalsystem und mit dem<br />
entsprechenden Zubehör als Pendelvariante. Wie bei<br />
einigen anderen Purelite Produkten können auch bei<br />
Purelite Slim Office und Purelite Slim D die neu entwickelten<br />
Diffusoren RUN und RUN+ integriert werden.<br />
REGENT Licht GmbH<br />
T +43 (0)1 879 12-10<br />
info@regent-licht.at<br />
www.regent.ch
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
81<br />
Produkt News<br />
Automatisierte Lichtlösung<br />
Die zunehmende digitale Vernetzung, der Wunsch nach mehr Komfort, Sicherheit<br />
sowie Energieeffizienz sind treibende Kräfte für einen innovativen Ansatz zur automatisierten<br />
Steuerung unterschiedlicher Geräte und Installationen im Haus und<br />
in Gebäudekomplexen. Im oberösterreichischen Kollerschlag ist mit Loxone einer<br />
der erfolgreichsten Anbieter von Steuerungssystemen beheimatet, die Haustechnik,<br />
Elektrogeräte, Unterhaltungselektronik und auch Licht miteinander vernetzen<br />
und Abläufe in Gebäuden automatisieren.<br />
Auch die Entwicklerteams vom Lichtspezialisten<br />
Molto Luce beschäftigen sich bei der Konzeption<br />
innovativer Lichtlösungen intensiv mit dem Bereich<br />
der automatisierten Steuerung, da sich daraus zusätzliche<br />
Vorteile wie ein Mehr an Flexibilität, Nutzerfreundlichkeit<br />
und Energieeinsparung ergeben.<br />
Auf der Suche nach einem stabilen, einfachen sowie<br />
sicheren System zur drahtlosen Steuerung traf man<br />
in unmittelbarer regionaler Nähe mit Loxone auf einen<br />
idealen Partner, um die Leuchten von Molto<br />
Luce digital zu programmieren. Ein erstes Ergebnis<br />
dieser Zusammenarbeit zweier Spezialisten ist das<br />
Schienensystem Volare: Unter dem Namen „Volare<br />
Air“ bietet Molto Luce nun seine 230V-2-Phasenstromschiene<br />
und ein umfassendes Sortiment an<br />
darauf abgestimmten Leuchten und Strahlern an. Die<br />
gewünschten Settings an Lichtstimmungen können<br />
einfach über eine App angelegt werden. Abhängig<br />
von Tageszeiten, persönlichen Stimmungen oder zu<br />
erledigenden Tätigkeiten lassen sich verschiedene<br />
Lichtquellen kombinieren und aktivieren, um auf<br />
diese Weise die jeweils passende Lichtatmosphäre<br />
sicherzustellen.<br />
Spannende Aussichten<br />
In diesem Zusammenspiel kann ein automatisiertes<br />
Gebäude aber nicht nur die Funktion des Beleuchtens<br />
übernehmen. So lassen sich Lichtquellen z.B.<br />
auch intelligent als Lichtklingel benutzen, weil etwa<br />
das schlafende Kind oder der Bürobetrieb nicht gestört<br />
werden soll. Im Bereich der Alarmierung kann<br />
die gesamte Beleuchtung eines Gebäudes zu blinken<br />
beginnen, weil etwa Wasser, Rauch oder Einbruch detektiert<br />
wurde.<br />
Neben dem Thema Licht fokussiert Loxone bei der<br />
Automatisierung auch auf viele andere Bereiche wie<br />
etwa Beschattung, Lüftung, Multimedia und Heizung.<br />
Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten<br />
erledigt das automatisierte Gebäude viele<br />
Aufgaben in puncto Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz<br />
von selbst.<br />
Molto Luce GmbH<br />
T +43 (0)7242 698-0<br />
office@moltoluce.com<br />
www.moltoluce.com<br />
www.loxone.com
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
82<br />
Produkt News<br />
Gute Beleuchtung<br />
für mehr Wohlbefinden<br />
Unzureichende Beleuchtung in Räumen bringt den natürlichen Biorhythmus von<br />
Menschen durcheinander, lässt den für den Schlaf zuständigen Melatonin-Spiegel<br />
ansteigen und macht müde. Abhilfe gegen den Lichtmangel bietet die richtige<br />
Beleuchtung, die die Programmierung intelligenter, angepasster Beleuchtungsszenarien<br />
ermöglicht.<br />
Eine Lösung für intelligente Beleuchtungsanlagen<br />
bietet B.E.G., Experte für Bewegungsmelder und Beleuchtung:<br />
Die bewährten KNX-Präsenzmelder verfügen<br />
nun auch über die HCL-Steuerung (Human<br />
Centric Lighting). Lichtfarbe und -intensität werden<br />
über den Tag hinweg sanft an den natürlichen Verlauf<br />
des Sonnenlichts angepasst. Beides beeinflusst<br />
den natürlichen Biorhythmus und die innere Uhr. Damit<br />
können in Bürogebäuden, in der Industrie oder in<br />
Schulen Lichtquellen so eingestellt werden, dass das<br />
Wohlbefinden steigt und negative Auswirkungen von<br />
Lichtmangel abgefedert werden. Für die Umsetzung<br />
werden DALI Device Type 8- Leuchten benötigt, die<br />
über warmweiße und kaltweiße LED verfügen. Das<br />
DALI-KNX-Gateway stellt die Verbindung zwischen<br />
Leuchte und KNX-Melder her.<br />
Die Frage der richtigen Beleuchtung sollte idealerweise<br />
schon in der Planungsphase eines Gebäudes berücksichtigt<br />
werden. Energiemanagement ist in diesem<br />
Zusammenhang ebenfalls ein Thema, denn die<br />
in der dunklen Jahreszeit notwendige Beleuchtung<br />
über fast den ganzen Tag verbraucht natürlich auch<br />
mehr Strom als gewöhnlich. Hier greift die Energiesparverordnung<br />
(EnEV) der EU, die dazu verpflichtet,<br />
festgelegte Energiestandards einzuhalten. Diese Rahmenbedingungen<br />
stellen auch Anforderungen an die<br />
Beleuchtung: Besseres Licht durch innovative Lichttechnik<br />
und optimierte Tageslichtnutzung bei niedrigerem<br />
Energieverbrauch lautet die Devise. Moderne<br />
Beleuchtungssysteme tragen dem durch die Entwicklung<br />
energieeffizienter Lösungen Rechnung.<br />
Siblik Elektrik<br />
GmbH & Co. KG<br />
T +43 (0)1 68 006-0<br />
info@siblik.com<br />
www.siblik.com
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
83<br />
Produkt News<br />
Modulare Flexibilität<br />
Flexibel reagieren auf bauliche Gegebenheiten: Das neue System der<br />
BEGA Systempendelleuchten für den Innenraum ermöglicht die Berücksichtigung<br />
nahezu aller denkbaren Deckenkonstruktionen. Hochwertige<br />
Pendelleuchten mit vollständiger Lichtkontrolle sind hierzu als modulares<br />
System kombinierbar mit verschiedenen Installationskomponenten.<br />
Die Aufhängung und der elektrische Anschluss einer<br />
Pendelleuchte an einer Decke erfolgen üblicherweise<br />
in einem Baldachin. Diese Installationskomponente<br />
dient neben dem sicherheitsrelevanten Schutz vor<br />
Berührungsspannung auch der Kaschierung der Aufhängung<br />
und der Leitungsverbindung. Oft sorgen<br />
bauliche Gegebenheiten jedoch dafür, dass Leuchten<br />
an unterschiedliche Deckenkonstruktionen installiert<br />
werden müssen. Die BEGA Systempendelleuchten<br />
tragen diesen Anforderungen Rechnung:<br />
Unterschiedliche Installationskomponenten ermöglichen<br />
die Integrierung von elektrischem Anschluss<br />
und Leuchtenaufhängung in eine abgehängte Decke,<br />
Montage und Installation an geneigte wie gerade Decken<br />
oder die Installation der Pendelleuchten an ein<br />
Stromschienensystem.<br />
Zahlreiche Pendelleuchten aus dem BEGA Innenleuchten-Programm<br />
stehen als Systempendelleuchten<br />
zur Verfügung – unter anderem viele Produkte<br />
aus der Serie STUDIO LINE. Wahlweise sind die<br />
Baldachine erhältlich mit eingebautem Smart Controller<br />
zur drahtlosen Steuerung der Leuchten mit<br />
der App BEGA Smart.<br />
BEGA Leuchten GmbH<br />
T +43 (0)512 343150<br />
info-austria@bega.com<br />
www.bega.com
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
84<br />
Produkt News<br />
Ikonisches Design<br />
Die neue Dusch-WC-Generation von Duravit und Philippe Starck vereint Designanspruch<br />
mit neuester Technologie und ist in zwei Ausführungen erhältlich:<br />
SensoWash® Starck f Plus und SensoWash® Starck f Lite. Alle Komponenten<br />
wurden technologisch weiterentwickelt und neu angeordnet, so dass die gesamte<br />
Technik nun im Keramik-Körper Platz findet. Der flache Sitz mit nur 40 mm Höhe<br />
und die dahinter liegende, weiße Abdeckung bilden eine flächenbündige Einheit:<br />
modernes Design und komfortstiftende Technologie in perfekter Harmonie.<br />
Über die innovative Fernbedienung im flachen, eleganten<br />
Design lassen sich alle Funktionen intuitiv<br />
steuern. Technische Finessen vom Näherungssensor<br />
für automatische Deckelöffnung über die Benutzerkennung<br />
im Sitz bis hin zu verschiedensten Einstellmöglichkeiten<br />
bei der Sitzheizung, beim Duschstrahl<br />
und beim regulierbaren Warmluftföhn garantieren<br />
Komfort. Mit der zugehörigen SensoWash®-App wird<br />
das Dusch-WC individuell konfiguriert oder optional<br />
wie mit einer Fernbedienung gesteuert.<br />
Dank Rimless®-Technologie und einer optimierten<br />
Becken- und Siphongeometrie bietet die neue Generation<br />
eine noch bessere Wasserführung für perfekte<br />
Spülergebnisse. Mit der Keramikglasur HygieneGlaze<br />
garantiert Duravit einen optimalen Hygienestandard.<br />
Dauerhaft in die Keramik eingebrannt, wirkt<br />
sie besonders schnell und gründlich: Bereits nach 12<br />
Stunden werden 90%, nach 24 Stunden 99,9% des<br />
Bakterienwachstums gehemmt – ein bislang unerreichtes<br />
Niveau.<br />
Duravit Austria GmbH<br />
T +43 (0)2236 677 033<br />
info@at.duravit.com<br />
www.duravit.at
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
85<br />
Produkt News<br />
Detaillierte Planungsunterstützung<br />
Mit einem Leitfaden zur Strahlungskühldecke Thermatop<br />
M. hilft Uponor Planern bei der Auslegung von<br />
Heiz-/Kühldecken für gewerblich genutzte Gebäude.<br />
Thermatop M ist ein wasserbasiertes Heiz-/Kühldeckensystem,<br />
das überwiegend nach dem Strahlungsprinzip<br />
arbeitet und dessen standardisierte Module<br />
sich unkompliziert in herkömmliche Trockenbau-Unterkonstruktionen<br />
integrieren lassen.<br />
Im Planungsleitfaden zeigt Uponor auf rund 40 Seiten,<br />
wie Planer die Heiz-/Kühldecke als Neubau- und<br />
Renovierungslösung richtig auslegen. Der Leitfaden<br />
geht auf alle grundsätzlichen Anforderungen ein, die<br />
bei der Planung zu berücksichtigen sind, und führt<br />
anhand einer Musterprojektierung durch alle wesentlichen<br />
Projektschritte. Zusätzlich bietet der Planungsleitfaden<br />
Links zu weiterführenden Informationen,<br />
wie einem Muster-LV mit allen Komponenten<br />
aus dem Planungsbeispiel sowie zu technischen Unterlagen<br />
und Projektdateien für die Nutzung der Uponor<br />
HSEdesktop Planungssoftware. Der Planungsleitfaden<br />
kann unter www.uponor.de/thermatop<br />
kostenlos zum Download angefordert werden.<br />
Uponor Vertriebs GmbH<br />
T +43 (0)2236 23003-0<br />
info.at@uponor.com<br />
www.uponor.at<br />
IKONA<br />
by Conform<br />
Richten Sie Ihr Bad fürs Leben ein. Acht hochwertig gefertigte Badmöbel-Programme aus<br />
Tirol. Für Menschen, die Herkunft und Qualität schätzen. Mehrfach mit internationalen Designpreisen<br />
ausgezeichnet. Funktional bis ins kleinste Detail durchdacht, maßvariabel für individuelle<br />
Grundrisse, flexibel in den Ausstattungskomponenten, High-Tech und Handarbeit ...<br />
Erhältlich bei Ihrem Sanitär-Fachhändler. Und schon in 9 Werktagen geliefert!<br />
TIROLER INDUSTRIE MANUFAKTUR FÜR BADMÖBEL. www.conformbad.at
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
86<br />
Produkt News<br />
Smarte Lichtkonzepte<br />
für Waschplätze<br />
Licht verbindet Ästhetik und Funktion, setzt in Szene, hebt Schönes hervor<br />
– und gibt dem Badezimmer Atmosphäre. Conform, die Tiroler Industriemanufaktur<br />
für Badmöbel, bietet eine enorme Vielfalt an Leuchtspiegeln,<br />
Spiegelschränken und kompletten Systemprogrammen, die raffiniert illuminierte<br />
Möbelelemente im Bad in den Fokus stellen.<br />
Im aktuellen Neuheitenprogramm finden sich beispielsweise<br />
mit den Serien HELIO, DISQUS und ORUM<br />
drei runde Leuchtspiegel mit umlaufendem LED-Rahmen,<br />
die mit Volumen, dreidimensionalem Charakter<br />
und trendigem Schick begeistern. Die massive Serie<br />
ORUM wird in 32 verschiedenen Korpus-Materialien,<br />
passend zu allen Möbeloberflächen gefertigt. Der<br />
neue Spiegelschrank FILUX zeigt mit verspiegelten<br />
Seitenwangen und dem prägnanten LED-Board<br />
viel Eleganz und Stauraum-Funktionalität. Und die<br />
verglasten Boutiqueschränke der Serie TiAMO, mit<br />
illuminiertem Innenleben und Unterschränken mit<br />
verdeckten Lichtbändern, die stimmungsvoll die<br />
Grifffugen akzentuieren, schaffen einzigartig expressive<br />
Raumsituationen. Raffinierte Lichtstimmung findet<br />
man aber auch in den Programmen FOQUS – mit<br />
den illuminierten OpenCubes – sowie XANADU, das<br />
mit den beleuchteten StageBoxen ein außergewöhnlich<br />
erhellendes Badambiente schafft.<br />
CONform Badmöbel GmbH<br />
T +43 (0)5412 63493<br />
office@conformbad.at<br />
www.conformbad.at<br />
www.conform-partnersystem.com
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
87<br />
Produkt News<br />
Fotos: Sara Sera<br />
Imposantes Raumobjekt<br />
Im Rahmen einer einjährigen Entwicklungszusammenarbeit von LOVE architecture<br />
and urbanism und LAUFEN entstand am Produktionsstandort & Entwicklungszentrum<br />
in Gmunden des Badspezialisten das Raumobjekt n186. Konzipiert<br />
für die Architekturbiennale <strong>2020</strong>, die nun 2021 stattfinden soll, wurde das Kunstwerk<br />
aus dem Material SaphirKeramik realisiert, das sehr filigrane, dünnwandige<br />
Formen, enge Radien und damit noch nie dagewesene Möglichkeiten und Spielräume<br />
in der Formgestaltung mit Keramik bietet.<br />
Die Komplexität von n186, das aus 186 handgefertigten<br />
Rohren besteht, die sphärisch um einen statischen<br />
Kugelhohlkörper gruppiert sind, spiegelt die<br />
außerordentlichen Eigenschaften und vielfältigen<br />
Einsatzmöglichkeiten der SaphirKeramik von LAU-<br />
FEN wider. Insgesamt entstand so ein kristallin wirkendes<br />
weißes Objekt mit einem Gesamtdurchmesser<br />
von knapp drei Metern. Jedes Keramikkapillar<br />
besitzt einen Durchmesser von 30 mm und wurde in<br />
einer Materialwandstärke von 5 mm konstruiert. Algorithmusunterstützt<br />
wurden dann verschieden lange<br />
Keramikrohre um einen zentralen, Kugelhohlkörper<br />
verteilt und bilden so ein imposantes Raumobjekt<br />
mit kristalliner Anmutung und von ungreifbarem Volumen.<br />
Es wirkt fragil, stabil, zentral, spektral und explodierend<br />
zugleich. Damit vereint es verschiedenste<br />
Aspekte des architektonischen Schaffens: Konzept,<br />
Material, Design, technische Ausarbeitung und deren<br />
präzise Realisierung.<br />
„Die Idee des Objektes n186 war relativ schnell geboren.<br />
Laufen als Keramik Spezialist musste nicht lange<br />
zu einer Kooperation und gemeinsamen Entwicklung<br />
überredet werden. Das Objekt wirkt relativ einfach, ist<br />
aber technisch außerordentlich komplex,“ so Mark Jenewein,<br />
Architekt und Partner bei LOVE architecture<br />
and urbanism. Und Christian Schäfer, Vorstand der<br />
Laufen Austria AG, zum Engagement seines Unternehmens:<br />
„Schon seit den frühen 60er Jahren unterstützen<br />
wir in Gmunden Künstler und Kreative in der<br />
Realisierung ihrer Kunstobjekte. Die Installation ‚n186‘<br />
ist ein großartiges Beispiel dafür, welche herausragenden<br />
Formen wir heute im Stande sind in unserem Werk<br />
in Gmunden aus SaphirKeramik zu fertigen.<br />
Das Objekt N186 kann noch bis Ende November im<br />
Laufen Space Wien – Showroom & Innovation Hub<br />
angesehen werden<br />
www.n186.love<br />
LAUFEN Austria AG<br />
T +43 (0)2746 6060-0<br />
office.wi@at.laufen.com<br />
www.laufen.co.at
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
88<br />
Produkt News<br />
Stil und Stauraum<br />
Waschplätze mit Stil und viel Stauraum: Die neuen VariForm Badmöbel mit<br />
passenden Aufsatzwaschtischen von Geberit lassen sich perfekt mit dem<br />
Option Plus Spiegel kombinieren.<br />
Geberit VariForm und Option Lichtspiegel: Aufgeräumt<br />
und minimalistisch ruhig präsentieren sich die<br />
neuen Geberit VariForm Badmöbel. Sie passen optimal<br />
zu den VariForm Aufsatzwaschtischen. Der neue Geberit<br />
Option Lichtspiegel ergänzt das Ensemble auf<br />
elegante Weise. Die neuen Geberit VariForm Waschtischunterschränke<br />
erweitern das VariForm Waschtisch<br />
Portfolio. Der Waschplatz lässt sich mit diesen<br />
Elementen in einem durchgängigen Stil gestalten.<br />
Minimalistisch ruhig<br />
Im Zusammenspiel von VariForm Aufsatzwaschtisch<br />
und Badmöbel kommt die ruhige, dezente Designsprache<br />
voll zur Geltung. Die filigrane schwarze Umrandung<br />
setzt die Ablagefläche aus langlebigem Kompaktlaminat<br />
optisch in Szene. Im Inneren überzeugt<br />
der großzügige Stauraum: Die Schubladen sind ohne<br />
Siphonausschnitt gestaltet, wodurch der Innenraum<br />
optimal nutzbar wird.<br />
Die unterschiedlichen Modelle der VariForm Aufsatzwaschtische<br />
ermöglichen zusammen mit den Waschtischunterschränken<br />
eine vielfältige und modulare<br />
Gestaltung des Waschplatzes. Mit den Farbvarianten<br />
Weiß, Lava matt und Nussbaum hickory passen sich<br />
sich die Möbel dem individuellen Einrichtungsstil an.<br />
Raffiniert erleuchtet<br />
Der Spiegel Geberit Option Plus rückt mit seinem<br />
Beleuchtungskonzept jede Benutzerin und jeden Benutzer<br />
sowie den Waschplatz selbst ins rechte Licht.<br />
Ist das Licht zu hell, so kann es über Sensoren gedimmt<br />
werden. Und für eine freie Sicht – auch nach<br />
einem warmen Bad oder einer heißen Dusche – verfügt<br />
der Spiegel über eine manuell aktivierbare Anti-<br />
Beschlag-Funktion.<br />
Geberit Vertriebs GmbH & Co KG<br />
T +43 (0)2742 401 0<br />
sales.at@geberit.com<br />
www.geberit.at/<strong>architektur</strong>
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
89<br />
Produkt News<br />
Raffinierte Stilikone<br />
Teilgerahmte Schiebetüren ohne Wandprofile und ein flaches Top-Profil<br />
mit verdeckter Rollenführung verleihen der DUSCHOLUX Duschwand<br />
Viva eine besonders transparente Optik.<br />
Neu ist das individualisierbare Führungsprofil in<br />
Glas- oder Steinoptik. Kombiniert mit der passenden<br />
PanElle Wandverkleidung entsteht ein stimmiges<br />
Raumerlebnis mit persönlicher Note. Die innovative<br />
Glasveredelung DUSCHOLUX CareTec Pro ist<br />
hier ebenso Standard wie eine Soft-Close-Funktion<br />
für sanftes Öffnen und Schließen. Und zur leichten<br />
Pflege lassen sich die Türen dank Push & Clean ganz<br />
einfach ausschwenken. Sondergrößen und flexible<br />
Verbauoptionen geben Viva viel Raum für individuelle<br />
Gestaltung.<br />
Duscholux GmbH & Co. KG<br />
T +43 7221 708 0<br />
duscholux@duscholux.at<br />
www.duscholux.at
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
90<br />
Brandschutz<br />
Das Gemeinschaftswohnhaus in Berlin-Wedding von der<br />
SCHÄFERWENNUNGERPROJEKT GmbH wurde als Holzbau<br />
errichtet, der sich nicht nur im Innenraum, sondern<br />
auch an der Fassade zeigt. Mehrgeschossige Holzbauten<br />
stellen für ein wohl überlegtes Brandschutzkonzept kein<br />
Problem dar.<br />
© Markus Löffelhardt<br />
Holzbau und<br />
Brandschutz<br />
Darüber, dass Holz eines der zukunftsfähigsten Materialien ist, weiß die Fachwelt<br />
längst Bescheid. Seine nachhaltigen Eigenschaften als nachwachsender, Co 2 -neutraler,<br />
regional verfügbarer und rezyklierbarer Baustoff zeichnen Holz aus. Dementsprechend<br />
ist es für kleinmaßstäbliche Projekte ein gern genutztes Material,<br />
ebenso für Projekte in größeren Maßstäben und auch im urbanen Kontext kommt<br />
dem Holzbau eine immer größer werdende Bedeutung zu.<br />
Trotz dieser Vorteile ist der moderne Holzbau noch<br />
immer mit dem negativen Image des brennbaren Materials<br />
konfrontiert: In der Vergangenheit kam es zu<br />
zahlreichen Stadtbränden, wo teilweise ganze Viertel<br />
niederbrannten. Dafür wurde oft das verbaute Holz<br />
verantwortlich gemacht. Aus heutiger Sicht ist aber<br />
vor allem auch der fehlende Brandschutz, sowohl als<br />
abwehrende als auch als vorbeugende Maßnahme,<br />
dafür zu nennen: Die Gassen waren viel zu eng, die<br />
Häuser standen dicht an dicht, Brandmauern waren<br />
wenig bekannt und an die Einteilung eines Gebäudes<br />
in einzelne Brandabschnitte war gar nicht zu denken.<br />
Die Verwendung von Holz verstärkte diese brandschutztechnischen<br />
Missstände.<br />
Grundsätzlich werden Baumaterialien für den Brandschutz<br />
in brennbare und nichtbrennbare Materialien<br />
eingeteilt. Brennbar zu sein bezieht sich dabei<br />
auf die Eigenschaft zu brennen, demgemäß können<br />
nichtbrennbare Materialien selbst nicht brennen und<br />
stellen keine Brandgefahr oder Brandlast dar.<br />
Holz ist den brennbaren Materialien zuzuordnen, wodurch<br />
ihm schon von Haus aus eine gewisse Skepsis<br />
bezüglich seiner brandschutztechnischen Qualitäten<br />
anhaftet. Genau dieses gängige Vorurteil war für den<br />
deutschen Architekten und Brandschutzexperten DI<br />
Reinhard Eberl-Pacan der Antriebsmotor: „Brandschutz<br />
für nichtbrennbare Baustoffe zu machen<br />
empfand ich als langweilig. Ich wollte mich auf ein<br />
brennbares Material spezialisieren, nämlich auf Holz.“
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
91<br />
Brandschutz<br />
Der 60 m lange Baukörper des Gemeinschaftswohnprojektes Walden 48 in Berlin wurde von Scharabi<br />
Architekten in Zusammenarbeit mit Anne Raupach Architektur in reiner Holzbauweise errichtet.<br />
© Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH<br />
Doch wie passen Holzbau und Brandschutz zusammen?<br />
Für Holzbauten gibt es beim Brandschutz hohe<br />
Auflagen. DI Eberl-Pacan erklärt das Brandverhalten<br />
von Holz: „Im Wesentlichen funktioniert es so, dass<br />
man das Holz einfach brennen lässt. Es besitzt ein<br />
berechenbares Brandverhalten von etwa 1 mm pro<br />
Minute. Der Abbrand muss bei der Dimensionierung<br />
der Holzquerschnitte berücksichtigt werden, um die<br />
Tragfähigkeit sicherzustellen. Massives Holz ist gar<br />
nicht so einfach zu entzünden. Sollte es trotzdem<br />
brennen, tut es das sehr kontrolliert und der Abbrand<br />
kann dementsprechend in der Planung berücksichtigt<br />
werden kann.“ Dabei geht er sogar noch einen<br />
Schritt weiter: „Ich behaupte, dass Holz auch beim<br />
Brandschutz das beste Material ist. Es stellt sich dem<br />
Brand, besitzt einen genauen Abbrand und ist berechenbar.<br />
Es ist ein intelligenter und zukunftsfähiger<br />
Baustoff, der sich durch seine Verkohlungsschicht<br />
bei einem Brand selber schützt und dafür sorgt, dass<br />
kein übermäßiger Schaden angerichtet wird. Genau<br />
das wollen wir für den Brandschutz und haben dafür<br />
mit dem Holz einen tollen Partner.“<br />
Eine starke Ansage, die den Mut der Architektinnen<br />
und Architekten bedarf, mehr großmaßstäbliche Bauprojekte<br />
im urbanen Kontext umsetzen zu wollen und<br />
die gängigen Vorurteile in Bezug auf das Brandverhalten<br />
des Baumaterials Holz über Bord zu werfen.<br />
Auch temporäre Bauten können mit einem geeigneten Brandschutzkonzept in Holzbauweise<br />
funktionieren. Hier: B-Part am Gleisdreieck von Scharabi Architekten.<br />
Mit Erfolg spezialisierte sich Architekt DI Reinhard<br />
Eberl-Pacan im Jahr 2007 auf das Thema Brandschutz.<br />
Als Brandschutzplaner brennt er seitdem<br />
selbst vor allem für das Thema Brandschutz im<br />
Holzbau. Anfangs passte für ihn beides nicht wirklich<br />
zusammen, später erkannte er die enormen<br />
Vorteile, über die es ihm am Herzen liegt aufzuklären<br />
und zu vermitteln.<br />
brandschutzplus.de<br />
© Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
92<br />
Produkt News<br />
Das Alu-Glas Portal mit PENEDERnurglas Seitenteil (EI90) erzeugt eine elegante, optische Einheit.<br />
Schön vor Brand geschützt<br />
Das kürzlich eröffnete Hotel „The Student Hotel“ in unmittelbarer Nähe des weltberühmten<br />
Wiener „Wurstelprater“ beeindruckt Gäste mit ungeahnt anspruchsvoller<br />
Architektur. Unverzichtbarer Teil der durchgestylten Räume des Hybridgebäudes<br />
aus Hotel und Studentenheim: Moderne, formschöne Türen und Tore – passend<br />
zur Innenraumgestaltung, in der knallige Farben mit kühlen Industrieelementen zu<br />
einer angesagten studentischen Lebenswelt verschmelzen.<br />
Anfänglich sollte Peneder, der Profi für individuelle<br />
Brandschutzlösungen, für dieses<br />
Projekt nur die Türen und Tore für den Kellerbereich<br />
liefern. Aufgrund der Komplexität<br />
und der hohen Ansprüche an die restlichen<br />
Portale, bekam Peneder während der Baurealisierung<br />
den Zuschlag für die gesamte<br />
Ausstattung an Stahltüren, Schiebetoren<br />
und Alu-Glas-Konstruktionen – teils mit<br />
und teils ohne Brandschutzfunktion.<br />
Architektonisch ansprechende Brandschutzlösungen,<br />
die von internationalen<br />
Bauherren und Architekten geschätzt werden,<br />
sind das Spezialgebiet des oberösterreichischen<br />
Unternehmens.<br />
Peneder Bau-Elemente GmbH<br />
+43 (0) 50 5603-0<br />
brandschutz@peneder.com<br />
www.peneder.com<br />
Das einflügelige Schiebetor versteckt sich zur Gänze in der Nische – man kann hier buchstäblich<br />
von unsichtbarer Technik sprechen.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
93<br />
kunstdesdämmens#2<br />
Produkt News<br />
Claudia Dankl, Stellvertretende Geschäftsführerin der<br />
Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)<br />
© Betonmarketing Österreich/APA-Fotoservice/Hörmandinger<br />
Natürlicher und<br />
innovativer Baustoff<br />
Allzu oft wird Beton als Synonym für die generelle Bautätigkeit<br />
verwendet oder auf den CO 2 -Fußabdruck bei der Zementerzeugung<br />
reduziert. Dabei wären viele für unsere Gesellschaft<br />
unerlässliche Bauten, wie der gesamte Hochbau sowie Brücken,<br />
Tunnels, Bahnstrecken, Kraftwerke oder Windkraftanlagen<br />
ohne Beton nicht realisierbar. Ob städtische Lebensräume,<br />
langlebige Verkehrsadern oder energieeffiziente Gebäude: Bei<br />
nahezu allen Anwendungen setzen Planer, Architekten und<br />
die Bauindustrie auf den Baustoff Beton, der aus den natürlichen<br />
Bestandteilen Gesteinskörnung (Sand, Kies), Wasser<br />
und Zement als Bindemittel besteht. Und auch die thermische<br />
Bauteilaktivierung – mit der massive Betonbauteile zu Energiespeichern<br />
werden – hat sich mittlerweile als „Zauberformel“<br />
für klimagerechtes Wohnen etabliert.<br />
„Wie das Beispiel der thermischen Bauteilaktivierung deutlich<br />
zeigt, entscheidet nicht allein die Wahl des Baustoffes, sondern<br />
vielmehr die Art der Energieversorgung über die Ökobilanz<br />
eines Gebäudes“, erklärt Claudia Dankl, stellvertretende Geschäftsführerin<br />
der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie<br />
(VÖZ), und ergänzt, warum Beton fälschlicherweise<br />
meist schlechter abschneidet: „Bei der Bewertung der Klimarelevanz<br />
fehlt leider viel zu oft eine gesamtheitliche Sichtweise.<br />
Die Ökobilanz stellt sich ganz anders dar, wenn der komplette<br />
Lebenszyklus eines Gebäudes von durchschnittlich 100 Jahren<br />
betrachtet wird.“ Beton kann zudem aufgrund seiner natürlichen<br />
Eigenschaften nach dem Abbruch und der Aufbereitung<br />
zu 100 Prozent wiederverwendet werden, wodurch der Abbau<br />
„neuer“ Rohstoffe (Sand, Kies, Schotter) vermieden wird. Recyclingbeton<br />
hat somit einen wichtigen Anteil an einem ressourcenschonenden<br />
Materialkreislauf in der Bauwirtschaft.<br />
www.natürlichbeton.at<br />
www.baustoffbeton.at<br />
DIE<br />
KUNST<br />
DES<br />
GUTEN ..<br />
DAMMENS<br />
Unsere Rohstoffe in<br />
einem künstlerischen<br />
Licht. Polystyrol-<br />
Granulat und viel<br />
Luft: daraus machen<br />
wir den effizientesten<br />
Dämmstoff und einen<br />
Hidden Champion für<br />
jeden Bau und seine<br />
Menschen. Mehr unter:<br />
kunstdesdämmens.at
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
94<br />
Produkt News<br />
© Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG<br />
Cleveres Trennwandsystem<br />
Modularität und Flexibilität in der Nutzung über die Fertigstellung hinaus erlauben<br />
die Produkte des dormakaba Segments Movable Walls – effizientes akustisches<br />
Raummanagement für multifunktionale Nutzungen. Neben dem Traditionsunternehmen<br />
DORMA Hüppe gehört seit 2017 auch die kanadische Skyfold Inc. mit Sitz<br />
in Montreal zum global aktiven Unternehmensbereich. Skyfold ist ein führender<br />
Premium-Anbieter für automatisierte vertikale Trennwandsysteme.<br />
Mit dem Projekt Biopharma Logistik Center für<br />
Boehringer Ingelheim in Wien konnte Skyfold über<br />
das Schwesterunternehmen DORMA Hüppe als Partner<br />
der Auftraggeber einen gelungenen Markteintritt<br />
in Österreich feiern. Der Pharmakonzern schafft am<br />
Standort Meidling, dem sog. Boehringer Ingelheim<br />
Regional Center Vienna, im Zuge eines Ausbaus mit<br />
einem Gesamtvolumen von 700 Mio. Euro bis 2021<br />
rund 500 neue Arbeitsplätze. Mit der Fertigstellung<br />
des Biopharma Logistik Centers nach 18 Monaten<br />
Bauzeit im Juni 2019 wurde ein weiterer wichtiger<br />
Meilenstein erreicht. Es fungiert als Drehscheibe für<br />
Materialien und Produkte. Das Gebäude mit 30 m<br />
Raumhöhe für diverse Lagerfunktionen beherbergt<br />
in der obersten Etage auch das neue Konferenzzentrum<br />
mit Blick über das südliche Wien, das Platz für<br />
bis zu 350 Personen bietet.<br />
Hier konnte DORMA Hüppe seine volle Kompetenz<br />
in Sachen mobilem Raummanagement einsetzen. Die<br />
realisierte Kombination Skyfold – Variflex erlaubt eine<br />
maximale Flexibilität in der Nutzung. Der 9,5 m breite<br />
Konferenzbereich kann mit zwei Skyfold Wänden<br />
des Typs Zenith der Höhe von 3,5 m in wenigen Minuten<br />
vollautomatisch in zwei bzw. drei unabhängig<br />
nutzbare Bereiche geteilt werden. Und bei zusätzlich<br />
geöffneter halbautomatischer Variflex Wand in nahezu<br />
voller Saallänge von 26,2 m ergibt sich unter<br />
Einbeziehung des Foyers ein großer Eventbereich.<br />
Alles aus der Hand eines einzigen Vertragspartners.<br />
Neben der optimierten Platzausnutzung bietet Skyfold<br />
auch unter optischen Gesichtspunkten Vorteile,<br />
denn das Trennwandsystem kommt ganz ohne Führungsschienen<br />
aus und passt sich mittels verschiedener<br />
Oberflächendekore perfekt dem jeweiligen<br />
Erscheinungsbild des Raumes an. Im Innern des doppelwandigen<br />
und akustisch gedämmten Systems faltet<br />
eine Mechanik die Trennwand schnell, zuverlässig<br />
und vollautomatisch über Deckenmotore nach unten<br />
bzw. wieder nach oben. Mit nur 34 kg Wandgewicht<br />
pro Quadratmeter in der Standardausführung ist das<br />
System ein echtes Leichtgewicht, bietet einen hervorragenden<br />
Schallschutz bis RW 59dB und ist bis zu<br />
einer Höhe von 11 m bei einer im Prinzip unbegrenzten<br />
Länge einsetzbar.<br />
DORMA Hüppe<br />
Austria GmbH<br />
T +43 (0)732 600-451<br />
office@dorma-hueppe.at<br />
www.dorma-hueppe.at
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
95<br />
Produkt News<br />
Bis 2030 klimaneutral<br />
Die KONE Corporation, ein weltweit<br />
führendes Unternehmen in der Aufzugs-<br />
und Rolltreppenindustrie mit rund<br />
60.000 Mitarbeitern, hat wissenschaftlich<br />
fundierte Ziele für eine signifikante<br />
Reduzierung seiner Treibhausgasemissionen<br />
bis zum Jahr 2030 festgelegt.<br />
KONE verpflichtet sich zu einer<br />
50%igen Reduzierung der Emissionen<br />
aus dem eigenen Betrieb bis 2030, verglichen<br />
mit dem Basisjahr 2018. So ist<br />
vorgesehen, die Fahrzeugflotte umzustrukturieren<br />
und mehr Hybrid- und<br />
Elektrofahrzeuge zu integrieren. Darüber<br />
hinaus wird KONE die Beschaffung<br />
von Strom aus erneuerbaren Energien<br />
in seinen Anlagen weltweit bis 2030<br />
auf 100% steigern.<br />
Um sein produktbezogenes Emissionsreduktionsziel<br />
von 40% zu erreichen,<br />
wird der Hersteller die Emissionen aus<br />
dem Energieverbrauch und den Materialien<br />
während der Produktlebensdauer<br />
durch eine weitere Verbesserung<br />
der Energieeffizienz und des Materialkreislaufs<br />
seiner Produkte reduzieren.<br />
Dazu werden in der gesamten Lieferkette<br />
Maßnahmen gesetzt, um den<br />
Kohlenstoff-Fußabdruck durch den<br />
Betrieb und die Herstellung zu reduzieren.<br />
Zusätzlich zu den ehrgeizigen<br />
Emissionsreduktionszielen, erklärt Petru<br />
Huurinainen, seit September <strong>2020</strong><br />
Vorsitzender der Geschäftsführung<br />
der KONE AG in Österreich, wird der<br />
Hersteller durch den Ausgleich der<br />
verbleibenden Emissionen bis 2030 einen<br />
klimaneutralen Betrieb erreichen.<br />
KONE AG<br />
T +43 (0)1 863 67-0<br />
office.at@kone.com<br />
www.kone.at<br />
Petru Huurinainen, Vorsitzender der<br />
Geschäftsführung der KONE AG<br />
Entree in die Baumkronen<br />
Der Ausstellungspavillon am Eingang des Baumwipfelpfads<br />
im Geoparks TERRA.vita in Bad Iburg verbindet<br />
spannende Erdgeschichte mit der imposanten<br />
Natur – den fließenden Übergang schafft eine großflächige<br />
Glas-Faltwand. Um den technischen und<br />
räumlichen Anforderungen eines Eingangs und zugleich<br />
einer Ausstellung zu entsprechen, entwarf die<br />
Architektin Miriam Kopp einen Baukörper aus zwei<br />
Teilen: Einer trichterförmigen Ausstellungsfläche<br />
und einer ellipsoiden Form, die den Kassenbereich<br />
und notwendige Nebenräume beherbergt. Um die Innen-<br />
und Außenräume nahtlos ineinanderfließen zu<br />
lassen, entschied sich die Architektin für den Einsatz<br />
einer Glas-Faltwand von Solarlux. Das Besondere ist,<br />
dass sich die Glasfront einfach zur Seite falten lässt.<br />
Die Glas-Faltwand SL 70e wurde insbesondere für<br />
die hohen Ansprüche an Geschäftseingänge und öffentliche<br />
Eingänge entwickelt: Die Elemente können<br />
in einer Höhe bis zu drei Meter fünfzig realisiert werden.<br />
Trotz des Gewichtes der Glaselemente von bis<br />
zu 100 Kilo sichern langlebige Edelstahl-Laufwagen<br />
und -Schienen ein leichtes, leises Gleiten.<br />
SOLARLUX AUSTRIA GmbH<br />
T +43 (0)512 209 023<br />
info@solarlux.at<br />
www.solarlux.at
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
96<br />
Produkt News<br />
Ökologisches Vorzeigeprojekt<br />
Mit 35 Metern Höhe und zehn Stockwerken ist das Projekt Palazzo Méridia in Nizza,<br />
entworfen von Architecture Studio, das höchste öffentliche Gebäude in Frankreich<br />
aus Holz. In Anlehnung an die venezianischen Paläste der Stadt mit ihren gotischen<br />
Fassaden aus hellem, ziseliertem Stein, umhüllten die Architekten dieses Bauwerk<br />
mit einer weißen, metallischen Gitterkonstruktion.<br />
Die Konstruktion dieses Projektes basiert<br />
auf der optimalen Kombination verschiedener<br />
Baustoffe. In dieser stark erdbebengefährdeten<br />
Region spielt zum Beispiel die<br />
metallische Außenhaut, die das Gebäude<br />
von den umliegenden Büro- und Wohngebäuden<br />
optisch abhebt, auch eine Schlüsselrolle<br />
in Verbindung mit den zwei zentralen<br />
Betonkernen, um die Standfestigkeit<br />
der Holzkonstruktion (BSP-Fassaden und<br />
-Böden, Pfosten-Riegel-Konstruktion aus<br />
Brettsperrholz) zu stärken. Angesichts der<br />
salzhaltigen Seeluft fiel die Wahl des Materials<br />
für die Rahmenkonstruktion auf Aluminium<br />
und auf Produkte von WICONA.<br />
Bereits in der Planungsphase wurden in<br />
enger Zusammenarbeit die ökologischen,<br />
technischen und ästhetischen Qualitäten<br />
erarbeitet, die durch die WICONA Lösungen,<br />
von der Vorfertigung bis hin zur spezifischen<br />
Montage, erfüllt werden mussten.<br />
Am Fuße des Gebäudes, wo die Gitterkonstruktion<br />
aus Metall am weitesten ist, erstreckt<br />
sich auf drei Seiten bis auf 3 m Höhe<br />
eine WICTEC 50 Vorhangfassade mit einer<br />
Fläche von 260 m 2 . Die Besonderheit ist ein<br />
exklusives System zur natürlichen Belüftung<br />
zwischen den einzelnen Festverglasungen,<br />
bestehend aus 40 schmalen (250<br />
mm), mit Bändern befestigten und auf ganzer<br />
Höhe verlaufenden Lüftungsklappen.<br />
Auf den Etagen wurden insgesamt 270<br />
WICLINE 75 evo Fenster eingebaut, mit<br />
denen die kombinierten Anforderungen<br />
an Windfestigkeit, Dichtheit, Wärme- und<br />
Schalldämmung erfüllt werden. Sie bestehen<br />
aus jeweils einem Festteil und einem<br />
nach innen öffnenden Drehflügel, davon 90<br />
als barrierefreie Fenstertüren, die den Zugang<br />
auf die zwischen der Fassade und dem<br />
Metallexoskelett angeordneten Balkone und<br />
Loggien freigeben. An die 40 zweiflügelige,<br />
nach außen öffnende Türen WICSTYLE 65<br />
HI (1,40 m Durchgangsbreite x 2,50 m Höhe)<br />
ergänzen diesen Umfang an Öffnungen.<br />
Hydro Building Systems<br />
Austria GmbH<br />
T +43 (0)6212 20000<br />
info@wicona.at<br />
www.wicona.at
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
Festverglasungen<br />
liegen im Trend<br />
Besonders gut zur Geltung kommen Festverglasungen<br />
in Neubauten, die modernes Lebensgefühl mit offener<br />
Raumplanung und zeitgemäßer Architektur verbinden.<br />
Als puristisches Element bieten sie eine interessante<br />
Alternative für Bauherren und Renovierer, die eine Fassadengestaltung<br />
mit viel Glas wünschen, jedoch im Vergleich<br />
zu einer kompletten Glasfassade eine preisgünstigere<br />
Variante suchen.<br />
Kneer-Südfenster bietet Festverglasungen in der Kombination<br />
Aluminium-Holz in großen Formaten und mit<br />
schlanken Rahmenansichten an. Ausführungen mit reduziertem<br />
Design, bei denen fast nur Glas zu sehen ist,<br />
sorgen für besonders viel Tageslicht und werden als Teil<br />
der Architektur zum wahren Blickfang.<br />
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Festverglasungen bei der<br />
Montage von außen in die Fassade eingesetzt werden<br />
können. Die großen und schweren Scheiben lassen sich<br />
komfortabel mit Hilfe eines kleinen Krans an die richtige<br />
Stelle transportieren und anschließend sicher montieren.<br />
Kneer GmbH<br />
T +49 (0)7333 83-0<br />
info@kneer.de<br />
www.kneer-suedfenster.de<br />
97<br />
Produkt News<br />
Cradle to Cradle® zertifiziert<br />
Beim Designkonzept Cradle to Cradle®<br />
steht die Vermeidung von Abfall und somit<br />
ein geschlossener Produkt-Kreislauf im Fokus.<br />
Dies bringt auch Vorteile für die Raumgesundheit,<br />
den Komfort und das Wohlbefinden<br />
der Nutzer. Eine der fünf Kategorien<br />
im Prüfkatalog bei Cradle to Cradle® betrifft<br />
die Materialgesundheit, genauer die Herkunft,<br />
Zusammensetzung und Auswirkungen<br />
der verwendeten Materialien – auch im<br />
Hinblick auf mögliche Schadstoffe, die sich<br />
während der Produktion, Montage und in<br />
der späteren Nutzung negativ auf den Menschen<br />
auswirken könnten.<br />
Die Lindner Group entschied sich bereits<br />
vor einigen Jahren für Zertifizierungen<br />
nach dem Cradle to Cradle® Designkonzept.<br />
Nach mehreren erfolgreichen Produktprüfungen<br />
für Boden-, Wand- und Deckensysteme<br />
wurde nun auch die Systemreihe<br />
Plafotherm® Heiz- und Kühldecken zertifiziert<br />
und erfolgreich in „Silber“ eingestuft.<br />
Die abgehängten Deckensysteme bestehen<br />
aus werkseitig vorgefertigten Modulen, die<br />
von kaltem bzw. warmem Wasser durchströmt<br />
werden und so ohne Kältemittel<br />
auskommen. Dank einer Vielzahl von verschiedenen<br />
Oberflächenveredelungen und<br />
Designmöglichkeiten passt sich das Deckensystem<br />
individueller Raumgestaltung<br />
und Wünschen von Architekten, Kunden<br />
und Nutzern an.<br />
Lindner GmbH<br />
T +43 2252 86160-0<br />
austria@Lindner-Group.com<br />
www.Lindner-Group.com
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
98<br />
Produkt News<br />
© Achim König<br />
Leben in Bella Italia<br />
Bei der Innenausstattung des Hotel Hesperia in Venedig setzten die Innenarchitekten<br />
auf das technisch anspruchsvolle Bandsystem TECTUS von SIMONS<br />
WERK. Durch den Einbau der komplett verdeckt liegenden Bandtechnik bleibt die<br />
flächenbündige Raumstruktur erhalten und Tür- sowie Zargengeometrie werden<br />
in keiner Weise geschwächt.<br />
Zum Einsatz kamen bei diesem Projekt die Ausführungen<br />
TECTUS TE 340 3D und TECTUS TE 340 3D<br />
Energy mit einer integrierten Energieübertragung.<br />
Die Bandtechnik der Modellvariante Energy ermöglicht<br />
einen gesicherten Einsatz von elektronischen<br />
Sicherheits- und Komfortkomponenten in Türen<br />
ohne eine sichtbare Kabeltechnik. Jede der fünfzig<br />
zertifizierten Zimmereingangstüren (45 Minuten<br />
Feuerschutz / 35 dB Schallschutz) wurden mit zwei<br />
TECTUS Bändern und mit einem TECTCUS Energy<br />
Band in der Oberflächen Ausstattung „Sati Chrome<br />
Look“ ausgestattet.<br />
Und die Praxisnähe der bewährten Serie TECTUS<br />
zeigt sich durch die komfortable 3D-Verstelltechnik:<br />
Sie ermöglicht eine stufenlose Justierung von jeweils<br />
+/- 3,0 mm zur Seite und Höhe sowie die Veränderung<br />
des Andrucks von +/- 1,0 mm. Die Höhenverstellung<br />
verhindert ein Absacken der Tür und ermöglicht<br />
es dem Verarbeiter, das Türelement montagefreundlich,<br />
schnell und effektiv auszurichten. Der 180 Grad<br />
Öffnungswinkel, die wartungsfreie Gleitlagertechnik<br />
und hohe Belastungswerte bis 80 kg gehören ebenfalls<br />
zu den technischen Vorzügen.<br />
SIMONSWERK GmbH<br />
T +49 (0)5242 413-0<br />
info@simonswerk.de<br />
www.simonswerk.com
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
Harmonisches Ganzes<br />
Das Bauvorhaben Vinzenzgasse in Graz ist<br />
für Menschen gedacht, die Wert auf stilvolles<br />
und modernes Wohnen legen – egal ob<br />
Jung und Alt, Familien, Pärchen und Singles.<br />
Auch im Detail sollte sich die außerordentlich<br />
hohe Qualität des Projekts sichtbar<br />
machen. So wurde für die Beschattung das<br />
VALETTA Raffstore-System RA 80 mit Kurbel<br />
ausgewählt, von dem rund 430 Stück<br />
verbaut wurden.<br />
Das elegante, außenliegende Beschattungssystem<br />
besteht aus speziallegierten<br />
und doppelt einbrennlackierten Aluminium-Lamellen,<br />
die auch stärkeren Windlasten<br />
standhalten. Mit ihren schlag- und<br />
kratzfesten Eigenschaften kann die Witterung<br />
den Lamellen selbst an besonders<br />
exponierten Stellen nichts anhaben. Auch<br />
die insgesamt acht ZIP-Anlagen mit den<br />
großzügigen Maßen von 480 mal 170 Zentimetern<br />
ergänzen das harmonische Erscheinungsbild<br />
der gelungenen Gesamt<strong>architektur</strong>.<br />
Beide Systeme fügen sich exakt in die<br />
Konturen der Gebäude ein und werden so<br />
Teil eines harmonischen Ganzen.<br />
99<br />
VALETTA Sonnenschutztechnik GmbH<br />
T +43 (0)732 38 80-0<br />
office@valetta.at<br />
www.valetta.at<br />
Produkt News<br />
++
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
100<br />
Produkt News<br />
Ausgezeichnete Kollektion<br />
Der Wettbewerb HÄUSER DES JAHRES wird seit<br />
2011 ausgelobt und prämiert die besten Projekte aus<br />
Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Eine<br />
Fachjury wählt aus 150 Einreichungen 50 herausragende<br />
Häuser und benennt aus diesen einen Preisträger,<br />
zwei Auszeichnungen und fünf Anerkennungen. Dabei<br />
wurde Wert auf Nachhaltigkeit, innovativen Einsatz von<br />
Materialien, kreativen Umgang mit der baulichen Situation<br />
und auf konsequente Ausführung gelegt.<br />
In diesem Zusammenhang zeichnete die Jury in diesem<br />
Jahr auch 18 innovative Produktlösungen aus.<br />
PROJECT FLOORS hat mit seiner Chevron Kollektion<br />
eine der begehrten Auszeichnungen zum „Besten Produkt<br />
<strong>2020</strong>“ gewonnen.<br />
Angeboten wird die ausgezeichnete Kollektion in sechs<br />
Dekoren im Französischen Fischgrätformat (Chevron):<br />
Die in einem Winkel von 60° abgeschrägten Planken<br />
ermöglichen neue Verlege- und Gestaltungsmöglichkeiten,<br />
die an die Parkettböden alter Herrenhäuser des 17.<br />
Jahrhunderts erinnern.<br />
PROJECT FLOORS GmbH<br />
T +49 (0)2233 9687-0<br />
info@project-floors.com<br />
www.project-floors.com
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
101<br />
Produkt News<br />
Gut für Körper<br />
und Geist!<br />
Gesundheitsschutz für<br />
Verarbeiter und Bauherren.<br />
© Interface<br />
Inspiriert von den Straßen<br />
Londons und New Yorks<br />
++<br />
New York City und London sind Inspiration<br />
und Namensgeber für die neue Teppichfliesenkollektion<br />
von Interface: NY+LON<br />
Streets, deren Name auch für das Hauptmaterial<br />
Nylon der Teppichfliesen steht,<br />
fängt in ihrem Design die einzigartigen<br />
Eindrücke der Gehwege ein und kombiniert<br />
sie mit fortschrittlicher, nachhaltiger<br />
Technologie. Die Inspiration stammt von<br />
den schönen, schillernden Farben, die man<br />
in den begehbaren Oberlichtern findet,<br />
sowie den abgenutzten und von der Zeit<br />
angegriffenen Metallplatten, mit denen<br />
die Straßen und Bürgersteige der Städte<br />
übersät sind. Die spielerisch gestaltete<br />
Kollektion verwendet frische Texturen und<br />
Muster, um eine neue Perspektive auf das<br />
urbane Umfeld zu fördern. Wheler Street,<br />
Old Street, Dover Street und Reade Street<br />
beziehen sich auf Asphalt, abgenutztes<br />
Metall und verwitterte Bürgersteige in<br />
verschiedenen Maßstäben. Mercer Street<br />
setzt auf ein unkonventionelles Raster aus<br />
Glasbausteinen, das Broome Street mit<br />
zeitgenössischer Farbgebung bereichert.<br />
Die Fliesen sind Teil des modularen Systems<br />
von Interface und lassen sich effektvoll<br />
mit den Luxus-Vinylfliesen (LVT) von<br />
Interface sowie den nora® Kautschukbelägen<br />
kombinieren. Interface führt aber<br />
nicht nur ein aufregendes, neues Design<br />
ein, sondern auch eine neue PVC- und<br />
bitumenfreie Rückenkonstruktion, in der<br />
ein höherer Anteil biobasierter und recycelter<br />
Materialien verwendet wird. Einige<br />
neue Materialien sind für sich genommen<br />
netto CO 2 -negativ und reduzieren so den<br />
CO 2 -Fußabdruck des Gesamtprodukts.<br />
Interface Deutschland GmbH<br />
T +49 (0)2151 / 37 18-0<br />
info-at@interface.com<br />
www.interface.com/nylonstreets<br />
www.Interface.com/cquest<br />
Erich Brunner<br />
Tapezierermeister und<br />
Raumausstatter aus Wien<br />
BEST4YOU<br />
Die Produktlinie für Profis<br />
MUREXIN Produkte verwende ich<br />
schon ewig und drei Tage. Weil sie<br />
unbedenklich in der Verarbeitung<br />
sind. Zusätzlich fordere ich auch<br />
meinen Geist mit Schulungen<br />
im neuen MUREXIN Technikum.<br />
Dort erlernt man auch alles über<br />
BEST4YOU, die Produktlinie mit<br />
Premium-Qualität, großer Umweltfreundlichkeit,<br />
maximaler Performance<br />
und hoher Arbeitserleichterung.<br />
Mein Produkttipp:<br />
Physiologisch unbedenklich:<br />
Murexin Natursteinteppichharz MS-1K<br />
© Interface<br />
MUREXIN. Das hält.
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
102<br />
Produkt News<br />
© SPAR<br />
Eurospar (Ottnang) mit einer Planum-Fassade in Wave Schwarz<br />
Libellenflügelstruktur<br />
als Fassaden Highlight<br />
Die neue DOMICO Oberfläche „Wave“ ist eine PVDF Effektlack-Beschichtung, die in<br />
ihrer Oberflächenstruktur einem Libellenflügel ähnlich ist. Die Musterstruktur des<br />
mehrschichtigen Beschichtungsaufbaus ist dabei horizontal ausgerichtet und der<br />
Glanzgrad liegt bei ca. 40 %.<br />
Bei Sonnenschein erscheint so die Struktur der Metallfassaden-Beschichtung<br />
wie eine Wasseroberfläche.<br />
Das stylische Aussehen verdankt man der Streuung<br />
des Lichts, wobei der Hologrammeffekt eine dreidimensionale<br />
Optik entstehen lässt. Dadurch erscheint<br />
die Oberfläche aus verschiedenen Betrachtungswinkeln<br />
unterschiedlich hell und Lichtreflexe verändern<br />
sich mit der Bewegung des Betrachters.<br />
Die neue Wave-Beschichtung kann als Planum- oder<br />
Swing-Fassade ausgeführt werden und bei den Profilen<br />
aus Stahlblech stehen die Farben Schwarz und<br />
Weiß zur Verfügung.<br />
Die vorgehängten, hinterlüfteten DOMICO-Metallfassaden<br />
sind durchdringungs- und nahezu wartungsfrei.<br />
Durch den edlen und langlebigen Werkstoff Metall und<br />
die große Designfreiheit ermöglichen diese Fassadensysteme<br />
einzigartige architektonische Gebäudehüllen.<br />
DOMICO Dach-, Wandund<br />
Fassadensysteme KG<br />
T +43 (0)7682 2671-0<br />
office@domico.at<br />
www.domico.at<br />
SINDIK Automobile (Kirchheim unter Teck)<br />
mit einer Planum-Fassade in Wave Weiß
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
Produkt News<br />
kneer-suedfenster.de<br />
Zero Waste beim Dämmen<br />
Immobilien sind langfristige Investitionen, die immer wieder<br />
durch An- und Umbauten, Renovierungen oder thermische<br />
Sanierungen verändert werden. Dadurch landen Hunderte<br />
Tonnen Baustoffe auf den Deponien.<br />
Um diesem Abfallstrom entgegenzuwirken, hat Saint-Gobain<br />
Weber Terranova das „Zero Waste“ Wärmedämm-Verbundsystem<br />
weber.therm circle entwickelt: Alle Komponenten, wie z. B.<br />
Dämmstoffe, Dübel, Gewebe und mineralische Putzmörtel<br />
können sortenrein getrennt und der Wiederverwertung zugeführt<br />
werden. Zudem lässt sich weber.therm circle eins zu eins<br />
an die Fassade zurückbauen. Erreicht wird die Rückbaubarkeit<br />
durch verschiedene Maßnahmen: Weber verzichtet auf den<br />
sonst üblichen Klebemörtel. Stattdessen werden die Dämmplatten<br />
mechanisch mit Schraubdübeln am Mauerwerk befestigt.<br />
Dank einer speziellen Mineralwollqualität können sich die<br />
Dämmplatten besonders gut an den Untergrund anpassen.<br />
Zeitlose Klassiker:<br />
Sprossenfenster<br />
• Großflächige Elemente<br />
• Absolute Barrierefreiheit<br />
• Hoher Komfort<br />
• Optimale Wärmedämmung im Schwellenbereich<br />
• Einfache Bedienung<br />
• Elegante Optik<br />
• Vollautomatischer Hebe-Schiebe-Antrieb<br />
Saint-Gobain Weber Terranova Österreich<br />
T +43 (0)1 66 150<br />
marketing@weber-terranova.at<br />
www.weber-terranova.at<br />
SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf<br />
Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
Vom Keller bis zum Dach<br />
Mit einem ganzheitlichen, perfekt abgestimmten<br />
Dämmkonzept und leistungsstarken Produkten vom<br />
Keller bis zum Dach sorgt Steinbacher dafür, dass im<br />
neuen Heim von Extremskifahrer Axel Naglich, der<br />
nach seinem Architekturstudium in Innsbruck das a2<br />
Architekturbüro in Kitzbühel gründete, nun das ganze<br />
Jahr über ein erstklassiges Wohlfühlklima herrscht.<br />
Insgesamt verleihen ca. 1700 m 2 „Hidden Champions“<br />
dem Neubau eine Top-Dämm-Performance, zum Beispiel<br />
die höchst formbeständige Dämmplatte steinodur®<br />
PSN im Perimeterbereich, das graue steinopor®<br />
EPS plus in der Fassade und und das diffusionsfähige<br />
steinothan® 125 DO PU-Aufdachdämmelement. Wer<br />
wie Axel Naglich auf Qualität Wert legt, setzt am besten<br />
auf die Fundament-Dämmschalung steinodur®<br />
SHD 500 ECO, die eine lückenlose Überbrückung<br />
von der Dämmung unter der Bodenplatte zum Perimeterbereich<br />
gewährleistet.<br />
Steinbacher Dämmstoff GmbH<br />
T +43 (0)5352 700-0<br />
office@steinbacher.at<br />
www.steinbacher.at/eco<br />
104<br />
© Viktoria Stütz<br />
© Steinbacher Dämmstoffe<br />
Produkt News<br />
Architekt Axel Naglich verwirklichte<br />
sein eigenes Haus<br />
mit höchstem Anspruch an<br />
Design und Qualität.<br />
Die einzigartige Fundament-Dämmschalung<br />
steinodur® SHD 500 ECO aus<br />
standardisierten Basiselementen<br />
bietet eine sichere,<br />
simple und vor allem rasche<br />
Verlegung.<br />
© Holcim (Deutschland) GmbH<br />
Das neu entwickelte<br />
mobile Betonwerk produziert<br />
Beton direkt vor<br />
Ort und ermöglicht damit<br />
das Bauen mit Leicht- und<br />
Infraleichtbeton unabhängig<br />
vom limitierenden<br />
Lieferradius.<br />
© Holcim (Deutschland) GmbH<br />
Betone vor Ort produzieren<br />
So faszinierend das Bauen mit Liapor Leicht- und Infraleichtbeton<br />
und deren hervorragenden statischen und<br />
dämmenden Eigenschaften auch ist: Ein limitierender<br />
Faktor für ihren Einsatz ist ihr begrenzter Lieferradius.<br />
Denn nach der Wasserzugabe im Betonwerk müssen<br />
sie innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verarbeitet<br />
werden und Fahrzeit und Reichweite des Mischers mit<br />
dem fertigen Beton sind dadurch stark begrenzt.<br />
Die Lösung dieses Problems bietet nun das neue mobile<br />
Betonwerk, das von der Holcim (Deutschland)<br />
GmbH entwickelt wurde und überall in Deutschland,<br />
Österreich und der Schweiz einsetzbar ist.<br />
Die mobile Anlage mit einer Austragsleistung von 15 bis<br />
20 m 3 Beton pro Stunde, umfasst auf dem Lkw-Auflieger<br />
alles, was zur autarken Betonproduktion benötigt<br />
wird: Stromaggregat, Bindemittelsilos, Mischer, Steuerung<br />
und am hinteren Ende Silos für die Gesteinskörnungen.<br />
Alle benötigten Roh- und Zuschlagstoffe werden<br />
im zentralen Mischer direkt auf der Baustelle zum<br />
einsatzfertigen Beton miteinander vermengt.<br />
Im Oktober 2019 nahm der erste Lkw seinen Dienst<br />
auf, ein zweiter ist bereits in Planung. Und im März<br />
<strong>2020</strong> wurde das mobile Betonwerk als weltweit erste<br />
mobile Anlage CSC-zertifiziert und sorgt damit in der<br />
Gebäudezertifizierung, beispielsweise nach DGNB<br />
oder BREEAM, für zusätzliche Punkte.<br />
Lias Österreich GesmbH<br />
T +43 (0)3155 2368-0<br />
info@liapor.at<br />
www.liapor.at
UP-20-04_ThermatopM_AT_195x144_RZ.indd 1 07.04.20 14:12<br />
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
105<br />
Ladestation für E-Bikes<br />
Produkt News<br />
Den Trend zu E-Bikes hat die Kirchdorfer Concrete<br />
Solutions nun zum Anlass genommen und eine solide<br />
und elegante E-Bike Ladestation entwickelt. Mit zwei<br />
geförderten Pilotprojekten in den oststeirischen Tourismus-Gemeinden<br />
Bad Blumau und Bad Waltersdorf<br />
wurde das Konzept als Vorzeigeprojekt installiert.<br />
Die „MOVEBLOC“ Betonelemente mit einem Eigengewicht<br />
von 2,4 Tonnen werden auf einfachste Weise mit<br />
oder ohne Fundament an der gewünschten Stelle versetzt.<br />
Ausgestattet sind die Ladestationen mit intelligenten<br />
Ladesystemen, bei denen die E-Bikes direkt<br />
ohne eigenes Ladegerät aufgeladen werden können.<br />
Eine massive Stangenkonstruktion zum Versperren<br />
der teuren Fahrräder ist ebenso Teil des Konzepts.<br />
Kirchdorfer Industries GmbH<br />
T +43 5 7715 100-0<br />
welcome@kirchdorfer.eu<br />
www.kirchdorfer.at<br />
www.deltabloc.com<br />
www.concrete-solutions.eu<br />
© Lanz/Kirchdorfer<br />
Bau auf Uponor<br />
mit Thermatop M*<br />
Das fugenlose Gipskarton Heiz-/Kühldeckensystem<br />
für besondere architektonische Ansprüche<br />
Schnelle Montage, flexible<br />
Installation dank einfacher<br />
Klickmontage<br />
Hohe Heiz- und Kühlleistungen,<br />
große thermisch aktive<br />
Rohroberfläche,<br />
hohe Schallabsorptionsgrade<br />
Klare Gewerketrennung zwischen<br />
Trockenbau und Haustechnik<br />
* Der neue Name für Uponor Varicool Eco S<br />
www.uponor.at/thermatop-m
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
106<br />
Produkt News<br />
Fotos: Stefan Müller-Naumann<br />
Abstrakte Bücher aus Keramik<br />
Architektur hat in Vorarlberg einen wichtigen Stellenwert und die Stadt Dornbirn gilt<br />
als die architektonische Hochburg. Dort entstanden in den vergangenen Jahrzehnten<br />
viele öffentliche Plätze und Gebäude für Wohnen, Kultur, Gewerbe und Bildung, die<br />
sich durch eine baukulturell anspruchsvolle Architektur auszeichnen. Ein gelungenes<br />
Beispiel dafür stellt die kürzlich fertiggestellte Stadtbibliothek von Christian Schmoelz<br />
und Dietrich Untertrifaller Architekten im Park des Schulbezirks dar.<br />
Der Neubau ersetzt die alte Bücherei in der benachbarten<br />
Stieger-Villa und bietet mit einer Gesamtnutzfläche<br />
von 1.170 m 2 nun ausreichend Platz für<br />
die fast 50.000 Medien. Entstanden ist nach anderthalbjähriger<br />
Bauzeit ein freigeformter Pavillon aus<br />
vier verbundenen Parabeln in Stahlbetonbauweise<br />
mit einer zweischaligen Fassade. Während die Innenseite<br />
aus raumhohen, in Fächern angebrachten<br />
Holz-Alu-Fenstern besteht, dient die äußere Fassade<br />
als optimaler Sonnenschutz. Die hierfür verwendeten<br />
Keramikbaguettes von Moeding sorgen für<br />
Lichtspiele im Gebäudeinnern und verleihen dem<br />
Baukörper außen das besondere Detail: Eine abstrakte<br />
Bücherfassade.<br />
Realisiert wurde diese semitransparente Gebäudehülle<br />
mithilfe von insgesamt 7.714 länglichen<br />
Keramikbaguettes in der Größe 120 x 60 cm. Ihr<br />
rechteckiges Format, die vertikale und schräge Anordnung,<br />
sowie das gebrochene Weiß und die pergamentartige<br />
Struktur rekonstruieren dabei das Format<br />
und die Schrift eines Buches.<br />
Moeding Keramikfassaden GmbH<br />
T +49 (0)8732 2460-0<br />
info@moeding.de<br />
www.moeding.de
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
107<br />
Produkt News<br />
Rückwirkend und<br />
lebenslang klimaneutral<br />
Mit ihrer neuen Nachhaltigkeitsstrategie „Lebenslang<br />
Klimaneutral“ präsentierte die VELUX Gruppe<br />
einen ambitionierten Plan für die Zukunft, der auch<br />
Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen<br />
soll: Der weltweit führende Dachfensterhersteller<br />
verpflichtet sich, zukünftige CO 2 -Emissionen zu reduzieren<br />
und zugleich den historischen Fußabdruck<br />
des Unternehmens seit seiner Gründung im Jahr<br />
1941 zu binden – insgesamt 5,6 Millionen Tonnen CO 2 .<br />
Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem<br />
WWF. Da der Erhalt und Schutz von Wäldern die effektivsten<br />
Maßnahmen gegen den Klimawandel darstellen,<br />
werden in umfangreichen Projekten Waldgebiete<br />
rund um die Welt aufgeforstet, beginnend<br />
in Myanmar und Uganda. Erklärtes Ziel ist zudem<br />
die drastische Reduktion der CO 2 -Emissionen des<br />
Unternehmens und seiner Wertschöpfungskette<br />
im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaschutz-Abkommens.<br />
Mittels smarter, nachhaltiger Produkte möchte<br />
VELUX auch ein umweltbewusstes Denken bei Endkunden<br />
fördern. Etwa durch richtiges Lüften mit der<br />
intelligenten Raumklimasteuerung VELUX ACTIVE<br />
with NETATMO, die konstant die Raumtemperatur,<br />
die CO 2 -Konzentration und Luftfeuchtigkeit misst.<br />
Eingebaute VELUX INTEGRA Dachfenster und Rollläden<br />
werden auf Basis dieser Werte automatisch<br />
und bedarfsgerecht gesteuert.<br />
VELUX<br />
Österreich GmbH<br />
T +43 (0)2245 3235-0<br />
tageslicht@velux.com<br />
www.velux.at<br />
Führend in Lüftungs- und Brandschutzsystemen<br />
Eine Symbiose von höchster Lebensqualität bei lebendiger Architektur<br />
HoHo Wien<br />
www.trox.at
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
108<br />
Produkt News<br />
Fotos: CORAG, Fotostudio Huger<br />
Alles im Rahmen<br />
Am Wiener Hauptbahnhof hat die B&B Hotelgruppe auf einem knapp 1.600 m 2 großen<br />
Grundstück ein neues Budget-Hotel mit fast 200 Zimmern auf acht Etagen eröffnet,<br />
bei dem vor allem die Gestaltung der Fassade fasziniert.<br />
Das Hotel ist barrierefrei zugänglich und zur Straße<br />
hin offen und einladend gestaltet. Im Erdgeschoss<br />
befinden sich die Lobby und die Rezeption, der<br />
Frühstücksbereich sowie barrierefreie Zimmer. Zum<br />
Standard des Hauses, das leistbare Übernachtungen<br />
auch für Familien anbietet, gehören klimatisierte<br />
Zimmer, kostenloses Hochgeschwindigkeits-WLAN<br />
und Sky-TV.<br />
Neben seiner effizienten Grundrissplanung besticht<br />
das Gebäude vor allem durch seine hochwertige Fassadengestaltung.<br />
Die Architekten von Arkan Zeytinoglu<br />
Architects hatten eine kreative Gestaltung für<br />
die Fassade geplant, bei der die Fenster ein sogenanntes<br />
Fenstermonitorsystem erhalten sollten: Wie<br />
bei einem Monitor sollte ein schwarzer, abgeschrägter<br />
Rahmen um die Öffnungen herumlaufen. Realisierbar<br />
waren die Vorstellungen der Architekten mit<br />
den stabilen und wetterfesten Austrotherm Architekturelementen,<br />
mit denen sich die ungewöhnliche Gestaltung<br />
perfekt und nachhaltig umsetzen ließ.<br />
Bei diesen Architekturelementen handelt es sich um<br />
spezielle Fassadenprofile mit einem besseren Dämmwert,<br />
also abgeschrägte Fensterrahmungen, welche<br />
schon in den Dämmstoff eingebettet werden. Die<br />
Fassade wurde mit dem grauen Austrotherm EPS®<br />
F-PLUS gedämmt, welches mit dem Lambdawert von<br />
0,031 W/(mK) eine um 23 % bessere Dämmwirkung<br />
aufweist. Mit den stabilen und wetterfest beschichteten<br />
Austrotherm Fassadenelementen ließ sich die<br />
ungewöhnliche Gestaltung perfekt und nachhaltig<br />
umsetzen. Neben der Fassade wurden auch die Estriche<br />
mit Austrotherm Produkten gedämmt.<br />
Austrotherm GmbH<br />
T +43 (0)2633 401-0<br />
info@austrotherm.at<br />
www.austrotherm.at
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
Richtiger Partner<br />
für begrünte Fassaden<br />
Die Möglichkeiten zur Fassadenbegrünung<br />
sind vielfältig, bringen aber neue technische<br />
Aspekte mit sich. Mobil.Urban.Grün.Lebendig.<br />
Innovativ – kurz MUGLI, zeigt im Rahmen einer<br />
Roadshow Technologien zum Angreifen und<br />
vermittelt Wissen rund um das Thema „Grün“<br />
in der Stadt.<br />
Als MUGLI Projektpartner für WDVS demonstriert<br />
Baumit dabei, worauf bei der Befestigung<br />
von Rankhilfen und Pflanztrögen in und vor Wärmedämmverbundsystemen<br />
besonders zu achten<br />
ist: Zunächst wird empfohlen, ein atmungsaktives<br />
Dämmsystem zu verwenden, wie die<br />
Baumit open air – KlimaschutzFassade. Insbesondere<br />
bei der Ausführung von Ober- und Unterputz<br />
wird zu erhöhten Mindestdicken und zu<br />
besonders witterungsbeständigen Putzen und<br />
Farbanstrichen, wie z.B. Baumit StarTop bzw.<br />
Baumit StarColor geraten. Und für eine wärmebrückenminimierte<br />
Montage zum Abtragen der<br />
entstehenden Lasten, wie sie bei Rankhilfen benötigt<br />
werden, hat Baumit IsoBar von EJOT ins<br />
Programm aufgenommen.<br />
109<br />
Baumit GmbH<br />
T +43 (0)501 888 1-0<br />
www.baumit.com<br />
Produkt News
<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
110<br />
Produkt News<br />
Flächenoptimierte,<br />
ökonomische Bauweise<br />
EDER perfektioniert die Kunst der Ziegelherstellung seit Generationen – mit regionalen<br />
Rohstoffen, modernster Technologie und der Expertise aus mehr als 120<br />
Jahren Unternehmensgeschichte. Nun bringen die Peuerbacher Experten einen<br />
Hightech-Ziegel für den anspruchsvollen, mehrgeschossigen Wohnbau auf den<br />
Markt, der höchste Energieeffizienz, besten Wohnkomfort und effektiven Raumgewinn<br />
verspricht.<br />
Die innovativen Vollwertziegel der W-Serie verfügen<br />
dank massiver Stege über eine hohe statische Festigkeit<br />
und ideale bauphysikalische Eigenschaften.<br />
Gefüllt mit reinsten Mineralwollflocken sorgen sie für<br />
eine ausgezeichnete Wärmedämmung und bieten<br />
durch ihre hohe Speichermasse in kalten und warmen<br />
Jahreszeiten ein ideales, ausgeglichenes Raumklima.<br />
Auch im Bereich Wohnkomfort sind die neuen Vollwertziegel<br />
eine Klasse für sich: Durch die Kombination<br />
aus dem speziellen Lochbild und den schallabsorbierenden<br />
Mineralwollflocken bieten sie eine angenehme<br />
Innenraum-Akustik sowie einen hervorragenden<br />
Schallschutz auch in lärmbelasteter Umgebung, z. B.<br />
bei Straßen- und Schienenverkehr.<br />
Entwickelt wurden die EDER Vollwertziegel der W-Serie<br />
speziell für den mehrgeschossigen Wohnbau: Die<br />
schlanken, monolithischen Außenwände in der Wandstärke<br />
42,5 und 38 cm ermöglichen einen effektiven<br />
Gewinn an verwertbarer Nutzfläche.<br />
Ziegelwerk EDER GmbH<br />
T +43 (0)7276 2415-0<br />
info@eder.co.at<br />
www.eder.co.at
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Produkt News<br />
GuteIdeen<br />
fürDämmung<br />
Ökologische<br />
Untergrundvorbereitung<br />
Mit den Produkten der neuen BEST4YOU Linie von MUREXIN<br />
gelingt die komplette Untergrundvorbereitung vor der Bodenverlegung<br />
inklusive Rissverdübelung, Verfestigung und Absperrung<br />
von zu hoher Restfeuchtigkeit gänzlich im ökologischen<br />
System. Die neue Produktlinie ist die umwelt- und verarbeiterfreundliche<br />
Alternative zu den bisher verwendeten Produkten<br />
auf Basis von Reaktionsharzen. Sie sind Silan basierend und somit<br />
frei von migrationsfähigen Stoffen, sehr emissionsarm und<br />
physiologisch unbedenklich. Anstatt der üblichen 12 Stunden<br />
Wartezeit bei Reaktionsharzen ist mit den neuen ökologischen<br />
Produkten ein Weiterarbeiten bereits nach 3 Stunden möglich.<br />
Die Produktpalette umfasst auf MSP-Basis das Silan-Verfestigungsharz<br />
MS-X 1, das Rissverdübelungsharz MS-X 24 und die<br />
Silan-Feuchtigkeitssperre MS-X 3. Markant ist auch die Aufmachung<br />
der neuen Produkte, die mit einem silbernen X und<br />
sattem Schwarz für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt.<br />
Murexin GmbH<br />
T +43 (0)2622 27401-0<br />
info@murexin.com<br />
www.murexin.com/best4you<br />
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physikalischen Eigenschaften hervoragendzurhochbelastbarenFundamentplatendämmungundzurseitlichenArbeitsgrabenverfülung.<br />
Die luftporen-durchsetzten,keramischen TonkugelnverminderndenErddruckdankseinergeringenTrockenschütdichte<br />
deutlich.Die Schütung<br />
istformstabilundnahezuselbstverdichtend.Der<br />
EintragkannauchinschmalsteSpaltenerfolgen,<br />
zusätzlicheRütleroderVerdichtersindnichterforderlich.LiaporGroundistnichtbrennbar(A1),reduziertWärmeverluste,kann<br />
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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
112<br />
Produkt News<br />
Klimaneutralität bis 2040<br />
Klare Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaneutralität setzt die LafargeHolcim-Gruppe.<br />
Einerseits mit der neuen Initiative “Business Ambition for 1,5°C”, die<br />
am 21. September <strong>2020</strong> von LafargeHolcim als erstem globalen Baustoffunternehmen<br />
unterzeichnet wurde. Darin verpflichtet sich die Gruppe zur Erreichung<br />
von Klima-Zwischenzielen bis 2030, die von der Science-Based-Targets Initiative<br />
(SBTi) validiert werden. Andererseits ist erklärtes Ziel, dass alle Werke der Unternehmensgruppe<br />
bis 2040 CO 2 -neutral sein sollen.<br />
Dafür hat auch der österreichische Marktführer<br />
Lafarge Zementwerke eine Dekarbonisierungs-Roadmap<br />
entwickelt und startet<br />
<strong>2020</strong> mit einer ausgezeichneten ökologischen<br />
Performance seiner beiden Zementwerke.<br />
Primärrohstoffe wie Kohle, Öl oder<br />
Gas werden schon lange nicht mehr für den<br />
Brennprozess des Klinkers herangezogen.<br />
Lafarge setzt auf hochwertige Ersatzrohund<br />
Brennstoffe, die je nach Werk zwischen<br />
85 (Mannersdorf) und 100 Prozent (Retznei)<br />
liegen. Die dort hergestellten Klinker<br />
stellen mit 66 Prozent den Hauptbestandteil<br />
des Produktportfolios dar – und sind<br />
damit die Hauptverursacher des CO 2 -Rucksacks.<br />
Im Vergleich zum europäischen Zielwert<br />
für das Jahr 2030 von 732 kg CO 2 /Tonne<br />
Klinker ist Lafarge heute aber schon bei<br />
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
113<br />
Produkt News<br />
Save the week!<br />
Von 11. bis 15. Jänner 2021 servieren die<br />
IT-Experten der untermStrich software<br />
GmbH mit der „MESSE@home“ ein spektakuläres<br />
Ersatzprogramm zur Bau in München:<br />
Fünf virtuelle Messetage, vollgepackt<br />
mit jeder Menge Fachvorträgen, internationalen<br />
Experten und Diskussionsrunden.<br />
Erfahrungen mit derartigen virtuellen Bühnen<br />
sammelten die EDV-Experten bereits<br />
bei ihren Webinaren, die seit Mai täglich von<br />
Lizenznehmern genutzt werden können.<br />
Mehr als 3.000 Teilnehmer wurden dort bisher<br />
gezählt und auch die „MESSE@home“<br />
kann ebenso mobil von jedem Ort der Welt<br />
aus, ohne auf die persönliche Interaktion<br />
mit den Experten verzichten zu müssen,<br />
besucht werden.<br />
Die ersten Namen der hochkarätigen Vortragenden<br />
und Diskussionspartner können<br />
auch schon verraten werden. So wird Horst<br />
W. Keller (DERPLUSARCHITEKT) Einblicke<br />
in das Thema optimierte Büroführung für<br />
zukunftsweisende Erfolgsstorys geben. Bei<br />
einer virtuellen Podiumsdiskussion nimmt<br />
unter anderen Mark Jenewein von LOVE architecture<br />
+ urbanism Platz, der international<br />
gemeinsam mit kadawittfeld<strong>architektur</strong><br />
unserem Lebensraum neue Dimensionen<br />
verpasst. Ebenso fixiert sind bereits Sven<br />
Hein (BIGmbH & Co.KG) und Carlo Chiavistrelli<br />
(HANEL Ingenieurbüro). Abgerundet<br />
wird das MESSE@home-Angebot mit Software-Präsentationen,<br />
Einzelterminen mit<br />
den untermStrich-Experten und Vorträgen.<br />
untermStrich software GmbH<br />
T +43 (0)3862 58106-0<br />
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114<br />
edv<br />
Telearbeit:<br />
My home is my office<br />
Telearbeit ist in – nicht nur in Pandemiezeiten. Wie sich das Arbeiten vom<br />
Homeoffice aus in den Planeralltag integrieren lässt und was man dabei<br />
beachten sollte.<br />
Text: Marian Behaneck<br />
Telearbeit ist in – allerdings verfügen nicht alle Arbeitnehmer über geeignete Voraussetzungen. © Microsoft<br />
Arbeitszeiten flexibler gestalten, Beruf und<br />
Privatleben besser vereinbaren, unproduktive<br />
Anfahrtszeiten vermeiden, Arbeitsplatzkosten<br />
und CO 2 -Emissionen einsparen – die<br />
Telearbeit macht´s möglich. Doch was ist<br />
und was kann Telearbeit eigentlich? Welche<br />
Vor-/Nachteile bringt sie für Unternehmen<br />
und Mitarbeiter, wo liegen die Grenzen?<br />
Welche technischen Voraussetzungen müssen<br />
geschaffen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen<br />
beachtet werden? Fragen,<br />
die man vorher klären sollte, denn ein gut<br />
funktionierendes Homeoffice braucht eine<br />
gute Vorbereitung.<br />
Was kann im Homeoffice<br />
erledigt werden?<br />
Unter dem Begriff Telearbeit (englisch: Teleworking,<br />
neudeutsch: Homeoffice) versteht<br />
man alle Büroaufgaben, die mithilfe von ITund<br />
Kommunikationstechniken außerhalb<br />
des Arbeitgeber-Standorts am Tele- oder<br />
Homeoffice-Arbeitsplatz in den Privaträumen<br />
des Beschäftigten erledigt werden<br />
können. Geeignet sind grundsätzlich alle<br />
Tätigkeiten, die keine persönliche Anwesenheit<br />
oder manuelle Arbeit voraussetzen. Das<br />
können Tätigkeiten zur Erledigung interner<br />
oder externer Büroabläufe sein: die Korrespondenz,<br />
das Büro- und Projektcontrolling,<br />
die Bauzeitenplanung, Besprechungen mit<br />
Bauherren, Fachingenieuren oder Handwerkern<br />
und so weiter. Andere Tätigkeiten, wie<br />
etwa Aufmaße, die Bauleitung oder Mängelerfassung<br />
etc. setzen eine persönliche Präsenz<br />
vor Ort voraus. Grundsätzlich gilt: Je<br />
weiter fortgeschritten die Digitalisierung im<br />
eigenen Unternehmen schon ist, desto leichter<br />
fällt der Umzug von Teilen des Unternehmens<br />
ins Homeoffice. Erfolgt beispielsweise<br />
der Planaustausch oder die Kommunikation<br />
mit Projektbeteiligten sowieso schon per<br />
Instant-Messaging oder Video-Chat, ent-
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
115<br />
edv<br />
stehen weniger Medienbrüche und weniger<br />
Notwendigkeiten für direkte Kontakte oder<br />
Vor-Ort-Termine. Wer sich schon weitgehend<br />
von papierbasierten Prozessen verabschiedet<br />
hat, kann medienbruchfrei, produktiv<br />
und standortunabhängig arbeiten.<br />
Mithilfe aktueller Technologien, wie zum<br />
Beispiel der Cloud, Messenger-Diensten<br />
oder Video-Conferencing-Tools lassen sich<br />
Software, Daten und Dienste standortunabhängig<br />
nutzen, Informationen und Daten im<br />
Team austauschen oder Dokumente rechtssicher<br />
digital verarbeiten und austauschen.<br />
Werden zuhause Mobilgeräte eingesetzt, ist<br />
eine separate PC-Tastatur und eine höhenverstellbare<br />
Dockingstation oder ein separater<br />
Monitor aus ergonomischen Gründen sinnvoll.<br />
Für die Kommunikation und Kooperation mit Heimarbeitern spielt insbesondere die Qualität<br />
der Internet-Verbindung eine wichtige Rolle. © Microsoft<br />
Welches technische<br />
Equipment braucht man?<br />
Grundsätzlich stehen drei Möglichkeiten zur<br />
Verfügung, um Bürotätigkeiten im Homeoffice<br />
erledigen und dafür entsprechende<br />
Programme und Daten nutzen zu können:<br />
per Fernzugriff auf den persönlichen Büroarbeitsplatz-Rechner,<br />
per VPN-Verbindung<br />
mit dem Firmenserver oder über die Nutzung<br />
von Cloud-Diensten. Mit einer Remote<br />
Desktop- oder Fernbedienungs-Software,<br />
wie beispielsweise Deskshare, PCvisit oder<br />
TeamViewer, kann man vom Homeoffice-Rechner<br />
aus quasi per „Fernsteuerung“<br />
den Rechner im Büro bedienen. Dabei wird<br />
jede Tastatur- und Mauseingabe vom Homeoffice<br />
an den Rechner im Büro übertragen,<br />
der jeweils die aktuelle Bildschirmanzeige<br />
zurücksendet. Das hat Vor- und<br />
Nachteile: Es wird nur die Fernzugriffs-Software<br />
zusätzlich benötigt, das Laden und<br />
Speichern von Daten ist so schnell wie im<br />
Büro und es ist keine besondere Hardware<br />
nötig – oft reicht der vorhandene Heimrechner.<br />
Allerdings kann es, je nach Internet-Verbindung,<br />
durch einen langsameren<br />
Bildschirmaufbau zu Verzögerung beim Arbeiten<br />
kommen. Einen direkten Zugriff auf<br />
Bürodaten ermöglichen VPN-Arbeitsplätze.<br />
VPN steht für Virtual Private Network und<br />
verbindet mehrere Rechner an unterschiedlichen<br />
Standorten verschlüsselt und sicher<br />
über das Internet. Dabei stehen dem Homeoffice-Rechner<br />
alle Daten und Dienste<br />
genauso zur Verfügung, als ob dieser direkt<br />
am Büro-Netzwerk angeschlossen wäre. Allerdings<br />
muss auf dem Homeoffice-Rechner<br />
die jeweilige Software installiert sein, mit<br />
der man arbeiten will. Diese besorgt sich<br />
per VPN-Verbindung den Lizenzschlüssel<br />
und die Daten vom Server im Büro.<br />
Sowohl den Fernzugriff als auch VPN-Verbindungen<br />
sollten, auch aus Gründen der<br />
Datensicherheit, IT-Experten die Technik<br />
einrichten und verwalten. Werden im Unternehmen<br />
browserbasierte Cloud-Lösungen<br />
eingesetzt, können die Mitarbeiter, auch<br />
ganz ohne Expertenhilfe, per Webbrowser<br />
plattform- und standortunabhängig auf alle<br />
Programme, Büro- und Auftragsdaten zugreifen,<br />
die auf externen Cloud-Servern gespeichert<br />
sind. Dann ist das Arbeiten mit der<br />
Software und den Projekten ebenso schnell<br />
wie im Büro – vorausgesetzt, die Qualität<br />
der Internet-Verbindung ist dieselbe.<br />
Für die digitale Kommunikation und Zusammenarbeit<br />
per Internet werden inzwischen<br />
zahlreiche Lösungen offeriert. Instant-Messaging-Software<br />
wie ICQ, Telegram oder<br />
WhatsApp vereinfachen den Austausch<br />
von Informationen und Daten. Videokonferenz-Tools<br />
wie Google Meet, GoToMeeting,<br />
Skype oder Zoom ermöglichen einen multimedialen<br />
Austausch mit einem oder mehreren<br />
Kommunikationspartnern. Webmeeting-Tools<br />
wie Slack, Microsoft Teams oder<br />
Wire bieten eine Plattform für die gemeinsame<br />
Bearbeitung von Dokumenten und Projekten.<br />
Auch bauspezifische Lösungen gibt<br />
es bereits: PKMS-Systeme wie conjectPM,<br />
Poolarserver, Think Project oder BIM Kollaborations-Plattformen<br />
wie etwa BIMplus,<br />
BIM 360 oder die BIMcloud ermöglichen es<br />
mehreren Anwendern, von unterschiedlichen<br />
Standorten aus gemeinsam an Projekten<br />
zu arbeiten.<br />
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ABK-Bauabrechnung: Die Softwarelösung für die<br />
rasche und zuverlässige Abrechnungskontrolle!<br />
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<strong>architektur</strong> FACHMAGAZIN<br />
116<br />
edv<br />
Was sollte man rechtlich beachten?<br />
Während die beruflich bedingte, gelegentliche<br />
mobile Arbeit, zum Beispiel mit dem<br />
Laptop unterwegs im Zug, keine rechtlichen<br />
Vorgaben hat, müssen bei der Einrichtung<br />
von Heimarbeitsplätzen rechtliche Vorgaben<br />
beachtet und beispielsweise bestehende<br />
Arbeitsverträge angepasst und ergänzt<br />
werden. Das betrifft unter anderem die Einrichtung<br />
eines Bildschirmarbeitsplatzes, die<br />
Arbeitszeit, die Arbeitsbedingungen, eine<br />
eventuelle Kostenbeteiligung des Arbeitgebers<br />
an den Betriebskosten etc. Haftungsrechtliche<br />
oder durch technische Defekte bedingte<br />
Störungen, der Versicherungsschutz,<br />
Datenschutz oder die Datensicherheit sind<br />
ebenso zu beachten. Vereinbart der Arbeitgeber<br />
mit den Mitarbeitern eine wöchentliche<br />
Arbeitszeit am Telearbeitsplatz, ist<br />
er für deren Ausstattung zuständig. Dies<br />
umfasst die Hardware, Software und Kommunikationstechnik<br />
sowie die Ausstattung<br />
mit Schreibtisch, Bürostuhl und Büromobiliar.<br />
Verfügt der Telearbeiter zuhause bereits<br />
über die notwendige Ausstattung, sollte eine<br />
Arbeitgeberbeteiligung an den Betriebskosten<br />
vereinbart werden. Allerdings ist es<br />
aus Gründen der Datensicherheit, des Datenschutzes<br />
sowie notwendiger Hard- und<br />
Softwareeinstellungen sinnvoller, wenn das<br />
Unternehmen die Homeoffice-Hardware<br />
stellt. Beachten sollte man auch die Arbeitsplatzgestaltung.<br />
Für Telearbeitsplätze<br />
gelten die gleichen Anforderungen, wie für<br />
Bildschirmarbeitsplätze im Büro. Der Arbeitsraum<br />
muss belüftbar und beheizbar<br />
Zur weiteren sinnvollen Ausstattung gehören Multifunktionsdrucker,<br />
die scannen, kopieren und drucken können. © Hewlett-Packard<br />
BIM-Kollaborations-Plattformen ermöglichen es mehreren Anwendern<br />
von unterschiedlichen Standorten aus, gemeinsam an BIM-Projekten zu<br />
arbeiten. © Allplan<br />
sein, ausreichend Tageslicht erhalten und<br />
mindestens 8 bis 10 Quadratmeter groß sein.<br />
Laptops, Notebooks oder Tablets sind als<br />
Homeoffice-Arbeitsplatz nur bedingt geeignet.<br />
Da sie in der Regel eine mit dem<br />
Bildschirm fest verbundene Tastatur haben,<br />
kann man keine ergonomisch korrekte Arbeitshaltung<br />
einnehmen (Bildschirm-Höhe<br />
und -Abstand etc). Mobilhardware sollte deshalb<br />
entweder nur kurzzeitig genutzt oder<br />
mit einer externen Tastatur, Maus und mit<br />
einer höhenverstellbaren Docking-Station<br />
oder einem zusätzlichen LCD-Monitor zu einem<br />
Dauer-Arbeitsplatz aufgerüstet werden.<br />
Telearbeit? Aber sicher!<br />
Telearbeit hat auch einen Sicherheitsaspekt.<br />
Schließlich wird von Außen auf die Büro-IT<br />
und auf sensible Büro- und Projektdaten zugegriffen.<br />
Deshalb sollte der Arbeitgeber allen<br />
Homeoffice-Arbeitern Sicherheitsregeln<br />
vorgeben und eine entsprechend vorbereitete<br />
Hardware zur Verfügung stellen. Auf<br />
dieser sollten nur aktuelle Programme und<br />
Antivirenprogramme installiert sein, die regelmäßig<br />
aktualisiert werden. So lassen sich<br />
über Webseiten oder E-Mails eingeschleuste<br />
Schadprogramme rechtzeitig erkennen<br />
und blockieren. Wird keine Cloud-basierte<br />
Software genutzt, sollte man nur über eine<br />
vom Arbeitgeber einzurichtende VPN-Verbindung<br />
auf die Büro-IT zugreifen. Darüber<br />
muss der Online-Datenverkehr verschlüsselt<br />
werden, so dass kein Dritter Einblick nehmen<br />
kann. Sowohl für das Entsperren des<br />
Rechners als auch für Online-Dienste sollten<br />
komplexe Passwörter benutzt werden, möglichst<br />
auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.<br />
Dabei wird neben dem Passwort zum<br />
Beispiel noch ein Code eingegeben, der nur<br />
auf dem eigenen Smartphone von einer App<br />
generiert oder per SMS zugeschickt wird.<br />
Arbeitgeber sollten Mitarbeitern zusätzlich<br />
Homeoffice-Leitlinien mit Hinweisen für ein<br />
sicheres und datenschutzkonformes Arbeiten<br />
bereitstellen. Wird cloudbasierte Software<br />
as a Service (SaaS) eingesetzt, sollte<br />
man mit dem Anbieter einen sogenannten<br />
Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen.<br />
Darin verpflichtet er sich zu einem sorgsamen<br />
Umgang mit den Anwenderdaten, der<br />
den Regeln der Datenschutz-Grundverordnung<br />
(DSGVO) entspricht.
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
117<br />
edv<br />
Fazit: Telearbeit wird zur Normalität<br />
Die aktuellen pandemiebedingten Einschränkungen<br />
haben die Digitalisierung in<br />
der Baubranche befördert und beispielsweise<br />
zu mehr Nachfrage nach Telearbeitsplätzen<br />
geführt. Allerdings sind nicht alle<br />
Unternehmen und Arbeitnehmer gleich gut<br />
vorbereitet. Nicht immer sind ein geeigneter<br />
Raum in der Wohnung, eine ausreichende<br />
Hardware-Ausstattung, passende Software-Lizenzen<br />
und vor allem ein schneller<br />
Internetanschluss vorhanden. Durchsetzen<br />
wird sich Telearbeit als Ergänzung zum<br />
herkömmlichen Arbeiten nur, wenn die<br />
Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören<br />
nicht zuletzt flächendeckend verfügbare<br />
Hochgeschwindigkeits-Datennetze,<br />
die eine Nutzung auch anspruchsvoller Anwendungen<br />
wie Video-Konferenzen, CAD-,<br />
Simulations- oder Visualisierungsprogramme<br />
ermöglichen.<br />
•<br />
Homeoffice-Lösungen und Anbieter*<br />
Projekt-Kollaboration: Allplan Bimplus (www.allplan.com), Asite (www.asite.com),<br />
Autodesk BIM 360 (www.autodesk.de), BIMserver.org (www.bimserver.org),<br />
BIMcloud (www.graphisoft.com), conjectPM (www.conject.com),<br />
Poolarserver (www.poolarserver.com), Slack (www.slack.com),<br />
Teams (www.microsoft.com), Think Project! (www.thinkproject.com)<br />
Video-Conferencing: Adobe Connect (www.adobe.com), Cisco Webex (www.cisco.com),<br />
Facetime (www.apple.com), Google Meet (www.google.com),<br />
GoToMeeting (www.gotomeeting.com), Meetgreen (www.meetgreen.com),<br />
Meetyou (www.meetyou.com), Skype (www.skype.com), Spreed (www.spreed.com),<br />
Veeting (www.veeeting.com), Zoom (www.zoom.com)<br />
Desktop-Sharing: BeamYourScreen (www.beamyourscreen.com),<br />
Deskshare (www.deskshare.net), Fastviewer (www. fastviewer.com),<br />
Pcvisit (www.pcvisit.de), Teamviewer (www.teamviewer.com)<br />
Instant-Messaging: ICQ (www.icq.com), Signal (www.signal.org),<br />
SilentPhone (/www.silentcircle.com), Telegram (www.telegram.org),<br />
Threema (www.threema.ch), WhatsApp (www.whatsapp.com)<br />
* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit<br />
das Organisations- und Führungstool<br />
der Architekten und Ingenieure<br />
untermStrich® X3 – wir.wissen.warum.<br />
„Die Budgetgrenzen der Projekte unter Kontrolle haben?<br />
Das gelingt uns dank untermStrich im Handumdrehen. Wir sehen rechtzeitig,<br />
dass die Obergrenze erreicht wird und können darauf reagieren.“<br />
Zitat Architekt Stefan Hitthaler<br />
untermStrich® software GmbH,<br />
Mittergasse 11 - 15, 8600 Bruck/Mur<br />
Tel. +43 3862 58106<br />
Stefan Hitthaler Architektur<br />
untermstrich.com
www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />
118<br />
edv<br />
Direkter Datenaustausch<br />
Bereits seit den frühen 1990er Jahren existiert bei<br />
ABIS Software der direkte Datenaustausch zwischen<br />
AVA und CAD Software. Durch die nun verstärkte<br />
Nachfrage dieser Funktion wurde im Zuge der AVA<br />
Neuentwicklung auch eine Adaptierung der Funktionalität<br />
auf Open-BIM vorgenommen. Das bedeutet,<br />
dass der Austausch von der CAD nach ABIS AVA<br />
über eine Standard-IFC-Datei funktioniert. Das Ziel<br />
ist es, aus einem CAD-Entwurf direkt ein (Grob-)<br />
Kostenschätzungs-LV ableiten zu können, welches<br />
sich bei Änderung des Entwurfs dann auch entsprechend<br />
aktualisiert.<br />
Aus den einzelnen CAD-Bauteilen/Elementen werden<br />
über die CAD Software IFC-Elemente gebildet,<br />
welche dann per IFC-Datei auf AVA-Elemente abgebildet<br />
werden. Diese AVA-Elemente besitzen Positionen<br />
(aus Standardleistungsbeschreibungen) und<br />
lassen sich dann in die einzelnen (Ober-)Gruppen<br />
eines Ausschreibungs-Leistungsverzeichnis einfügen.<br />
Diese AVA-Elemente sind dann weiterhin mit<br />
der IFC-Datei verknüpft und können im Bedarfsfall<br />
die aktualisierten Werte übernehmen.<br />
Bei ABIS-AVA ist man bereit, wenn BIM in den Ausschreibungs-Alltag<br />
einzieht, sei es durch die vorgestellte<br />
Open-Bim-Lösung, oder dem frei konfigurierbaren<br />
Excel-Datenaustausch, welcher ein Zusammenspiel<br />
mit fast jedem BIM-System möglich macht.<br />
ABIS Softwareentwicklungs GesmbH<br />
T +43 (0)316 83 13 61<br />
reichhart@abis-software.com<br />
www.abis.at<br />
CAD – System für Architekten<br />
Das neue ViCADo.arc 2021 ist ein objektorientiertes<br />
CAD-System, das durch seine konsequente 3D-Gebäudemodellierung<br />
eine einzigartige Durchgängigkeit<br />
vom Entwurf über die Visualisierung und die Ausführungsplanung<br />
bis hin zur Ausschreibung gewährleistet.<br />
Eine intuitive Benutzeroberfläche, intelligente<br />
Objekte und vielfältige Möglichkeiten der Auswertung<br />
sind weitere wesentliche Leistungsmerkmale.<br />
Der Modell-Vergleich hilft z.B. bei der Ermittlung und<br />
Übertragung von Unterschieden zwischen Modellständen.<br />
Mit der Modell-Kontrolle verfügen die Nutzer<br />
nun über ein Instrument, welches die Gründe für<br />
ungünstige Modellierungen aufspürt und dem Tragwerksplaner<br />
die Möglichkeit der raschen Korrektur<br />
bietet. Und für neu modellierte Treppenbauteile wird<br />
nun automatisch die exakte geometrische Beschreibung<br />
„URBS“ angewendet. Großer Profiteur sind<br />
dabei gewendelte Bauteile wie viertel- oder halbgewendelte<br />
Treppen, da sich deren Ansicht von unten<br />
sowie die Abbildung in Schnittsichten wesentlich ruhiger<br />
und realistischer darstellen.<br />
DI Kraus & CO GmbH<br />
T +43 (0)2622 89497-13<br />
office@dikraus.at<br />
www.dikraus.at<br />
www.arcon-cad.at
CRONA LIGHT TOUCH<br />
Unsere Stühle sind<br />
gern unter Leuten.<br />
www.selmer.at<br />
Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich