architektur Fachmagazin Ausgabe 7/2020

architekturonline.com

architektur Fachmagazin Ausgabe 720
Bauen & Energie

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

07

www.architektur-online.com

November 2020

Bauen &

Energie


SICHERHEIT NAHEZU UNSICHTBAR

Die neue Brandschutzschiebetür von Peneder aus

Aluminium-Glas überzeugt durch pure Eleganz.

Sicher und designorientiert aber kaum sichtbar.

highline.peneder.com


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3

Editorial

Information auf

vielen Kanälen

Seit mehr als 25 Jahren besteht unser architektur­

FACHMAGAZIN – und hat sich vom einstigen Newcomer

zum führenden Architekturfachmagazin in

Österreich entwickelt.

Und diese Position besetzen wir nicht nur als verbreitungsstärkstes

Fachmedium dieses Segments mit

unserer Printausgabe, von der laut Österreichischer

Auflagenkontrolle (ÖAK) im ersten Halbjahr 2020

durchschnittlich 11.758 Exemplare pro Ausgabe verbreitet

wurden. Auch im Bereich der Neuen Medien liegen

wir mit unserem Angebot mittlerweile in der Gunst

der Leser und Nutzer ganz weit vorne:

Unsere Website www.architektur-online.com verbucht

mit ihren laufend aktualisierten Informationen durchschnittlich

fast 22.000 Aufrufe pro Monat, das architekturFACHMAGAZIN

als ePaper wird pro Ausgabe

durchschnittlich 22.900 mal aufgerufen, Facebook

weist uns mehr als 11.000 Abonnenten zu und unsere

Beiträge auf Pinterest werden monatlich mehr als

150.000 mal betrachtet.

Über 2.100 Abonnenten haben wir derzeit auf Twitter

und unser Neustart auf Instagram hat bisher bereits

über 1.500 Abonnenten gebracht. Bleibt noch unser

wöchentlicher Newsletter, den aktuell über 2.000 Interessenten

abonniert haben.

Basis und Ausgangspunkt aller dieser Kommunikationsmittel

und -kanäle ist und bleibt die Printversion

von unserem architekturFACHMAGAZIN mit seinen

acht Ausgaben pro Jahr, das wir nach und nach um

sinnvolle Möglichkeiten aus dem Bereich der Neuen

Medien ergänzt haben. So vereinen wir Qualität, Inhalt

und auch Aktualität mit den verschiedensten Kommunikationsvorlieben

und -gewohnheiten.

Über allem steht dabei der praktische Nutzen unserer

Informationen, die neben unseren Leserinnen und

Lesern/Nutzerinnen und Nutzern auch unsere Partner

aus der Werbewirtschaft schätzen.

Viel Vergnügen mit den folgenden Seiten zum Heftthema

„Bauen & Energie“– wie und wo auch immer Sie

sie vor Augen haben werden.

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architektur FACHMAGAZIN

Editorial 03

Architekturszene 08

Die Architektur als Wegbereiter

Magazin 12

Bau & Recht 24

Intelligenter Drachenpanzer 28

Shoppingcenter ALEJA /

Ljubljana / ATP Innsbruck

Kühlen und Heizen mit Eis 34

Wohnhaus Aumühle /

Aumühle, Deutschland /

Buero Bechtloff

Das Wohnhaus der Zukunft? 40

Villa Sophia / Prag / coll coll

Eine Berghütte 48

als Zufluchtsort

Skigard Hytte / Fåvang, Norwegen /

Mork-Ulnes Architects

Atmende Wände 54

Wall House / Vietnam /

Bui The Long – CTA | Creative Architects

Aus einem Sturm geboren 60

Ranwas School / Vanuatu /

CAUKIN Studio

Holzbau higher level 66

MalisGarten / Zell am Ziller, Österreich /

Matteo Thun & Partners /Architektur

& Meissl Architects

Erweiterung des Horizonts 68

Erweiterung Gipfelhaus /

Magdalensberg, Kärnten /

Architekten Ronacher ZT

Licht 76

Produkt News 80

edv 114

Telearbeit: My home is my office

4

28 34

48

40

54 60

Inhalt

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)

REDAKTION mag. arch. Peter Reischer, Alexandra Ullmann, DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 89,- / Ausland: € 109,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 59,- / Ausland: € 86,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

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8

Architekturszene

Die Architektur

als Wegbereiter

Projekte mit visionärem Charakter fördern die Weiterentwicklung der Architektur.

Wagen sich Planer an solch mutige Konzepte heran, bewirken sie in der Baubranche

positive Veränderungen. Daher ist es wichtig, auf Innovationen in der Bauplanung

aufmerksam zu machen. Dies bezweckte das Architekturzentrum Wien mit

der Ausstellung „Europas beste Bauten“.

Text: Dolores Stuttner

Gezeigt werden Manifeste zeitgenössischer

Architektur – und damit die Gewinner

des Mies van der Rohe Awards 2019.

Ihren Fokus richtete die Jury heuer auf

energieeffiziente, nachhaltige Wohn- und

Schulgebäude sowie Siedlungen und Plätze,

die durch geschickte Kombinationen

von Intimität und Offenheit, lebenswerte

Stadträume schaffen. Architektur, die sich

am Menschen orientiert, muss die Stadt der

kurzen Wege mit einladenden öffentlichen

Orten mitsamt funktionierenden Nachbarschaften

zum Ziel haben. Die ausgezeichneten

Projekte geben damit Antworten auf

gesellschaftliche Herausforderungen der

heutigen Zeit.

Sensible Entwürfe für

mutige Konzepte

Auf dem ersten Platz landete ein geschickt

saniertes Wohnprojekt in Bordeaux, Frankreich.

Gleich drei Wohnblöcke aus den

1960er-Jahren transformierten die Architekten

Lacaton & Vassal gemeinsam mit

Christophe Hutin und Frédéric Druot. Bei der

Cité du Grand Parc handelt es sich um einen

klassischen Plattenbau, der sich aus Türmen

und Wohnscheiben zusammensetzt.

In der Nachkriegszeit wurden solche Großwohnsiedlungen

zur Bekämpfung der Wohnungsknappheit

in vielen Städten Europas

gebaut. Etliche der Wohnbauten sind heute

aber in die Jahre gekommen und gelten –

wenn auch oft zu Unrecht – als unattraktiv.

In den letzten 20 Jahren fielen viele solcher

Bauwerke der französischen Politik zum

Opfer. Staatlich geförderte Wohngebäude

in schlechtem Zustand riss der Staat ab und

ersetzte sie durch Neubauten. Dem Grand

Parc sollte dieses Schicksal erspart bleiben.

Mit einer programmatischen und technischen

Sanierung brachten die Architekten

von Lacaton & Vassal die Großwohnsiedlung

in Bordeaux auf den neuesten Stand.

Die Eingriffe in die Baustruktur fielen dabei

minimal, aber trotzdem wirkungsvoll aus.

Beim Umbau wurden nicht nur wirtschaftliche

und soziale, sondern gleichermaßen

ökologische Aspekte berücksichtigt. Und

Umbau von drei Wohnblöcken – Grand Parc Bordeaux, Frankreich

Lacaton & Vassal architectes, Frédéric Druot Architecture und Christophe Hutin Architecture

© Philippe Ruault


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Architekturszene

Terrassenhaus Berlin,

Brandlhuber+ Emde, Burlon and Muck Petzet Architekten

© David von Becker, im Rahmen des ARCH+ Features 78: Terrassenhaus Berlin

die damit verbundenen Maßnahmen erwiesen

sich als effektiver als ein kompletter

Neubau. Letzten Endes fiel die Bauzeit sehr

kurz aus, wobei die Bewohner währenddessen

in ihren Wohnungen bleiben konnten.

Kernstück des Umbaus war der Anbau von

Wintergärten. Ebendiese stellen nicht nur

eine Erweiterung der Wohnfläche dar, sondern

dienen auch als Klimaschicht. Dies

erlaubte es der öffentlichen Wohnbaugesellschaft,

das Mietniveau bei sinkenden

Energiekosten beizubehalten. Damit passten

die zuständigen Architekten die 530

Wohneinheiten den Anforderungen des 21.

Jahrhunderts an – und das ganz ohne Verdrängung

einkommensschwacher Bevölkerungsschichten.

Das Experiment mit dem Freiraum

Damit eine Stadt als lebenswert wahrgenommen

wird, braucht es Freiräume mit

Aufenthaltsqualität. Diesbezüglich wagten

die Architekten Brandlhuber+ Emde, Burlon

und Muck Petzet mit dem Terrassenhaus

Lobe Block in Berlin ein Experiment. Das

viergeschossige Gebäude auf dem ehemaligen

Gelände der Deutschen Bahn vereint

kreatives Arbeiten, ein Restaurant, ein Yoga-Studio

und Urban Gardening. Bei dem

Projekt gelang eine Verschmelzung von

privatem und öffentlichem Raum. Charakterisiert

wird das Gebäude durch zwei Freitreppen

und große, durchlaufende Balkone,

wobei die Terrassenzonen als halbprivater

Außenraum fungieren. Gleichzeitig unterstützen

Letztere die Kommunikation der

Anrainer. Die neu realisierten Außentreppen

verbinden zudem die Dachterrasse mit dem

Gemeinschaftsgarten, was die Begegnung

der Nutzer fördert. Im Gebäude selbst verzichteten

die Planer auf ein Treppenhaus. Es

war damit möglich, die Erschließungsbereiche

im Inneren zu minimieren.

Innovative Ansätze bei der Freiraumgestaltung

beweist auch das Projekt PC Caritas

von de vylder vinck taillieu. Im belgischen

Melle wandelten die Architekten den verfallenen

Pavillon eines psychiatrischen Zentrums

in ein öffentlich zugängliches Gebäude

um. Auf gleich mehreren Etagen wurden

überdachte und geschützte Aufenthaltsflächen

installiert. Kennzeichnend für den Pavillon

sind zudem offene Bereiche, die einen

Blick auf den begrünten Campus zulassen.

Das Ziel der Planer war es, die Aufenthaltsqualität

im Garten des psychiatrischen

Zentrums zu steigern, um damit eine Aufwertung

des gesamten Campus zu erzielen.

Gemäß der Jury ist den Architekten von de

vylder vinck taillieu dies auch gelungen.

Geht es um die Stadtgestaltung, spielen

zentrale Plätze eine tragende Rolle. Immerhin

sind sie Ort der Begegnung und oftmals

Mittelpunkt sozialer Aktivitäten. Dies nahmen

sich die Architekten von 51N4E gemeinsam

mit Anri Sala zu Herzen. Mit der

Neugestaltung des 38.000 Quadratmeter

großen Skanderbeg Platzes in Tirana gelang

es ihnen, die einschüchternde Monumentalität

seiner kommunistischen Architektur zu

durchbrechen. Durch die relationale Erhöhung

der menschlichen Perspektive, wirkt

der Stadtplatz nun weniger drückend. Beim

Queren oder Aufenthalt, verströmt der Ort

durch die gezielte Ausfransung der Randzonen

mehr Gemütlichkeit. Das Wechselspiel

aus begrünten Arealen, Wasserbecken,

Springbrunnen und weitläufigen Freiflächen,

stößt auch bei den Bewohnern auf Anklang.

Heute gilt das Areal immerhin als einer der

Lieblingsplätze der Albaner.

u

PC Caritas, Melle, Belgien

architecten de vylder vinck taillieu

© Filip Dujardin


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Architekturszene

Dorfschule – Montbrun-Bocage, Frankreich

BAST

© BAST

© BAST

Vielseitigkeit und Offenheit

im schulischen Umfeld

Arbeits- und Lernlandschaften stehen heute

vor der Herausforderung, die individuelle

Entwicklung von Schülern zu fördern und

dabei ein offenes Lernen in unterschiedlichen

Gruppengrößen zu ermöglichen.

Mit einer gekonnten Mischung aus Intimität

und Offenheit punktet das Projekt von

BAST. Die Architekten wagten sich an den

Um- und Anbau einer Dorfschule im französischen

Ort Montbrun-Bocage. Kernelement

der Neugestaltung ist die verglaste

Mensa, die gleichzeitig zwei Gebäude miteinander

verbindet. Im Inneren schafft sie

einen intimen Aufenthaltsort, während sie

als physische Abgrenzung des Schulhofs

fungiert. Die Sichtlinie zur Umgebung bleibt

dank der durchgehenden Glaswände trotzdem

erhalten. Das sensible Projekt brachte

dem noch jungen Architekturbüro den

Nachwuchspreis ein.

Unter den besten 50 Teilnehmern waren

auch fasch&fuchs.architekten aus Österreich.

Mit der Bundesschule Aspern erhielten

sie einen Platz in der Ausstellung des

AZW. Eine wichtige Rolle spielt beim Bildungsbau

das Tageslicht. Durch raumhohe

Bereiche aus Glas und ein geschicktes Zusammenspiel

transparenter Flächen, dringt

dieses von allen Seiten in das Gebäude ein.

Damit ist es untertags nicht notwendig,

Kunstlicht einzusetzen. Doch ist die gelungene

Verbindung aus Energieeffizienz und

Baukunst nicht die einzige Eigenschaft,

die den Bau so besonders macht. Bei der

Kühlung des Gebäudes entstehen keine

Energiekosten. Dieser Prozess findet nämlich

mithilfe von Brunnenwasser und konsequenter

Bauteilaktivierung statt.

Die Unter- und Obergeschosse sind so angelegt,

dass jederzeit ein Zugang ins Freie

möglich ist. Breite, begrünte Terrassen säumen

hier die Lernzonen und Unterrichtsräume.

Schüler und Lehrer finden dort ein

Stück Stadtwildnis auf mehreren Ebenen

vor. Im Herzen des Gebäudes befindet sich

zudem eine Freifläche mit Bambusbepflanzung.

Das Wäldchen grenzt an wichtige

Gemeinschaftsräume wie Mensa, Bibliothek

und Mehrzweckraum an. In einer intimen

Umgebung gewährleistet die Begrünung

Entspannung und schafft obendrein spannende

visuelle Effekte. Mit der Bundesschule

Aspern zeigen fasch&fuchs.architekten,

wie sich problembewusste Planung auch in

Bildungsbauten implementieren lässt.

Wie die Nominierungen und Sieger des

EU Mies Awards aus 2019 verdeutlichen,

sind menschen- und klimafreundliche Architekturprojekte

in ganz Europa auf dem

Vormarsch. Schließlich setzen auch immer

mehr Städte und Gemeinden auf sensible

Entwürfe, die ökologische, gesellschaftliche

und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.

Die Zukunft der Architektur ist nachhaltig

und sozial.


Bundesschule Aspern

fasch&fuchs.architekten

© Dolores Stuttner


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Magazin


architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Lebenswert

umgenutzt

Ende der 1960er Jahre erbaut, stand ein Industriegebäude in zentraler Lage

in Mexiko-Stadt jahrelang leer. Das mexikanische Architekturbüro BAAQ‘

verhalf ihm schließlich zu seiner Wiederbelebung, indem darin heute Wohnungen

untergebracht sind und auch das Gemeinwohl des Stadtteils einen

großen Einfluss auf das neue Nutzungskonzept für Dr. Atl 285 hatte.

Fotos: Arturo Arrieta, Jaime Navarro

Bauen im Bestand zählt zu den wichtigsten Aufgabenfeldern

für die Zukunft. Weltweit herrscht in

Städten Platzmangel und Wohnraum wird dringend

benötigt. Nachverdichtung ist dabei ein verfolgenswertes

Konzept. Bestehende Gebäude können dadurch

nicht nur horizontal und vertikal erweitert,

sondern auch Baulücken gefüllt und ungenutzte

Bausubstanzen wenn möglich revitalisiert werden. Es

gilt dabei nicht nur neuen qualitätsvollen Wohnraum

zu schaffen, sondern auch den sozialen Aspekt zu

berücksichtigen. Durch eine immer höher werdende

Bevölkerungs- und Bebauungsdichte gilt es auf die

soziale Verträglichkeit zu achten. Mit einem einzelnen

Gebäude kann auch sein gesamtes städtisches

Umfeld ein Stück lebenswerter gemacht werden. Dr.

Atl 285 zeigt eine Möglichkeit, diesen sozialen Aspekt

in die neue Nutzung zu integrieren. Am Dach

des Gebäudes entstand ein begrünter Stadtgarten

mit Hochbeeten und Freiluftkino, einer der raren

Freiräume in der dicht verbauten Stadt. Er steht der

gesamten Nachbarschaft offen und soll das Zusammenleben

fördern.

Gleichzeitig galt es auch, sich mit dem architektonischen

Erbe des Industriebaus auseinanderzusetzen.

Dieses sollte nicht kaschiert, sondern sichtbar erhalten

bleiben. Es zeichnet sich vor allem durch die

großvolumigen offenen Räume aus, die kaum trennende

Wandelemente besitzen, sondern einzig von

der Tragstruktur dominiert werden. Die Stützen und

Balken aus Stahlbeton waren für die neue Nutzung

durch Wohnungen maßgebend. Sie sollten weiterhin

das Vordergründige bleiben, zusammen mit dem rauen

Charakter der rohen Baumaterialien.


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Magazin

Zu diesen gesellt sich im Innenraum der Wohnungen

jetzt noch das Material Holz hinzu. Kubische

Holzmodule werden als raumbildende Elemente und

gleichzeitig auch als Möblierung verwendet. Durch

sie werden privatere Bereiche innerhalb der Wohnungen

geschaffen, auch stellen sie einen spannenden

Kontrast zum großen Raumvolumen her. Der früheren

industriellen Nutzung ist es auch geschuldet,

dass die Fassade keine tragende Funktion hat und

somit großzügige Fensterflächen erlaubt. Zusätzlich

zum begrünten Innenhof und gemeinschaftlichen

Dachgarten sollte jede Wohnung auch ihren eigenen

Außenraum bekommen, eine der Straßenfassade

und Innenhoffassade vorgelagerte Stahlkonstruktion

macht das möglich. Zur Straße hin wurde diese

mit Pflanztrögen ausgestattet, die zwar einen kleinen,

aber dennoch sehr dringend benötigten grünen

Blickfang im Stadtraum setzen und mit dem industriellen

Grau wunderbar harmonieren.

Bei Dr. Atl 285 legte das Architekturbüro BAAQ‘ viel

Wert auf Wohnqualität und Soziales, um nicht nur

für die Menschen die hier Wohnen, sondern auch für

Nachbarschaft eine lebenswertere Stadt zu schaffen.


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Magazin

Sicher zur Stelle

Das Schützen, Retten, Löschen und Bergen zählt zu den täglichen Aufgaben der

Feuerwehr. Sie sorgt für Sicherheit und alle Bewohnerinnen und Bewohner wissen

über ihre Aufgaben Bescheid. Wo die Feuerwehr ihren Stützpunkt hat, ist dagegen

oft weniger ersichtlich. Im Stadtraum besitzt das Feuerwehrhaus oft nur wenig

Präsenz.

Fotos: mju-fotografie

Tirschenreuth, eine Ortschaft in der bayrischen

Oberpfalz, entschied sich beim Neubau des Feuerwehrhauses

einen anderen Weg zu gehen. Positioniert

wurde es an einer prominenten Stelle an der

nördlichen Ortseinfahrt. Geformt aus einem flachen

langgestreckten Bauteil mit turmartigen Abschluss

setzen Brückner&Brückner Architekten einen städtebaulichen

Akzent mit Fernwirkung. Die einfache

Geometrie vereint kompakt alle Aufgaben und deren

Abläufe, die ein Feuerwehrhaus zu erfüllen hat: Fahrzeuge

können untergestellt, Geräte aufbewahrt werden,

Aufenthaltsräume und Räume für die Schulung

der Mannschaft sind vorhanden, auch die Verwaltung

findet Platz. Zusätzlich können im Turm, in dem

ein viergeschosshohes Stiegenhaus untergebracht

ist, Übungen vorgenommen werden.

Zweckorientiert dominieren im Übungsstiegenhaus

Sichtbetonoberflächen, ebenso wie in der großen

Fahrzeughalle. Die Signalfarbe Rot setzt dort, wie in

den restlichen Räumlichkeiten des Feuerwehrhauses,

immer wieder Akzente und erinnern an seine

Funktion. Dem Material Holz begegnet man in den

geselligeren Bereichen des Gebäudes. Neben Möbel

kommt es für Wand- und Deckenverkleidungen

zum Einsatz. Auch an der Außenfassade ist Holz

das vorherrschende Material. Die Tragstruktur aus

Beton ist mit einer Verkleidung aus horizontal verlegten

Holzbalken umhüllt. Das kann einerseits als

ironische Anspielung auf die Funktion des Gebäudes

gesehen werden, andererseits verweist es auch auf

seinen Standort.


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15

Magazin

Die Ortschaft Tirschenreuth ist von großflächigen

Waldlandschaften umgeben, von denen ein Teil für

die Entstehung des Ortes weichen musste. Die Endung

der Ortsbezeichnung macht darauf aufmerksam:

„reuth“ steht für roden und erzählt somit die

Entstehungsgeschichte des Ortes durch Rodung.

Das neue Feuerwehrhaus in Tirschenreuth stiftet in

mehrerer Hinsicht Identität für die Stadt. Seine Architektursprache

strahlt Sicherheit und Standhaftigkeit

aus, die Holzfassade verweist auf Geschichte

und Funktion. Brückner&Brückner Architekten

gestalteten für die engagierte freiwillige Feuerwehr

einen würdigen und präsenten Ort, um im Notfall sicher

und schnell zur Stelle sein zu können.

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16

Magazin

Maßgeschneiderte

Fassade

London ist geprägt von einer Vielzahl an traditionellen, variantenreichen Backsteinfassaden.

Mit der Fassade des vom Architekturbüro Bureau de Change

gestalteten Gebäudes The Interlock kommt eine weitere Variante hinzu.

Fotos: Gilbert McCarragher


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17

Magazin

Die Parzelle des Baus misst an der Straße nicht einmal

sechs Meter, erstreckt sich aber fast 22 Meter

in die Tiefe des Gebäudeblocks hinein. Dementsprechend

wird das fünfgeschossige Gebäude nur von

der sehr schmalen Fassade mit ihren drei Fensterachsen

im Straßenraum vertreten – das aber umso

eindrucksvoller. Mit seinen Proportionen versucht

sich die Fassade an seine Nachbarn anzupassen,

ebenso mit der Materialität, die nicht nur in der näheren

Umgebung, sondern in der ganzen Stadt in

verschiedenen Ausführungen anzutreffen ist. Die

Ziegelfassade des The Interlock versucht sich dennoch

von diesen abzuheben. Mit ihrer Farbgebung in

einem Grauton bildet sie einen dunkleren und kühler

wirkenden Kontrast zu den Backsteinfassaden der

umgebenden Gebäude. Auch besitzt sie durch ihre

konvexen und konkaven Krümmungen eine eigenwillige

Dynamik, die sich auf den Stadtraum überträgt.

Zur Verwendung kamen keine gewöhnlichen Ziegel,

sondern von den Architekten eigens für diese Fassade

entworfene Tonblöcke, die in handgefertigten

Stahlformen gebrannt wurden. So entstanden 44

verschiedene Ziegelformate, die teilweise auch gekrümmt

sind und kaum rechte Winkel besitzen.

Um die gewünschte Dynamik der Fassade zu erzeugen

eignete sich für diese besonderen Ziegel auch

keine herkömmliche Art des Verbandes. Es musste

ein eigenes System entwickelt werden, um diese zusammenzufügen,

was mithilfe von 3D-Modellierung

genauestens durchgeplant wurde. Die zunehmende

Komplexität machte es auch notwendig, für das

Team vor Ort zur Herstellung der Fassade Vorlagen

in 1:1 bereitzustellen. Mit diesen insgesamt 188 Vorlagen

konnten schlussendlich die 5000 Steine in drei

Monaten zusammengefügt werden. Seitdem prägt

die Fassade des The Interlock das Straßenbild des

Londoner Viertels Fitzrovia wie keine zweite.

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20

Magazin

Sicher verwahrt

Neue Depotflächen für das Staatsarchiv in Bamberg stehen im Erweiterungsbau

von Architekt Peter W. Schmidt bereit. Gesammelte Dokumente sollen darin

sicher aufbewahrt werden und auch für zukünftige Generatio nen zugänglich bleiben.

Die Rolle von Archiven wird im 21. Jahrhundert aber weiter reichen als das,

denn das digitale Zeitalter schreitet in großen Schritten voran. Neue Anforderungen

an Funktion und Architektur der Archive werden dabei gestellt.

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Stefan Müller

Auch im 21. Jahrhundert gibt es sie noch: Archive.

Man könnte meinen, dass sie im Zeitalter der Digitalisierung

vom Aussterben bedroht sind – der notwendige

Erweiterungsbau des Staatsarchives Bamberg

beweist das Gegenteil. Durch diesen wird das

vorhandene Ensemble komplettiert.

Am Grundstück des Staatsarchives befinden sich

nun mehrere Gebäudeteile: ein denkmalgeschützter

klassizistischer Bestandsbau mit zwei Seitenflügeln

aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, zwei Nebengebäude

derselben Bauzeit, ein Magazinbau aus

den 1960ern und der neu dazugekommene kubische

Erweiterungsbau. Durch Letzteren wurde der noch

vorhandene offene Raum, um den neobarocken Innenhof

herum, geschlossen. Eine bestehende Mauer

und das Magazingebäude dienten als Orientierung

für die Positionierung des neuen Baukörpers. Entlang

dieser Mauer verläuft eine Treppe ins Untergeschoss

des Neubaus, wo man auch in das bestehende Magazingebäude

gelangen kann. Im Erdgeschoss wurde

durch einen eingeschossigen länglichen Riegel mit

Platz für die Verwaltung eine weitere Verbindung geschaffen.

Eine Brücke im zweiten Obergeschoss stellt

eine zusätzliche Anschlussmöglichkeit dar.


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21

Magazin

Auf insgesamt sechs Ebenen des Erweiterungsbaus

wird ausreichend Depotfläche für die Verwahrung

des Archivgutes zur Verfügung gestellt. Der kompakte

und flexibel nutzbare Grundriss mit seinem Erschließungskern

und acht tragenden Stützen bietet

die Möglichkeit der Unterbringung von möglichst viel

Lagerfläche. Das bewegliche Regalsystem erhöht diese

nochmals, damit möglichst viele Urkunden, Akte,

Karten- und Bildmaterial verstaut werden können.

Um die verwahrten Unterlagen zu schützen gibt es

kein Tageslicht in den Depoträumen. Daraus folgt ein

geschlossenes Fassadenbild, das dem Neubau einen

massiven Charakter verleiht. Das Lagern, Schichten

und Stapeln wird durch Lamellen aus Betonfertigteilen

thematisiert und lesbar. Die goldene Farbwahl für

den Beton findet sich auch bei den Fassadenflächen

des Magazinbaus und den Dekor elementen des Bestandsgebäudes

wieder.

u


architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

Alt und Neu finden hier gut zusammen – auch wenn

man an die Zukunft von Archiven denkt, sollte das

zutreffen. Auf diese warten auch neue Herausforderungen,

die mit der Digitalisierung in Zusammenhang

stehen. Dabei geht es nicht nur um das Zugänglichmachen

von Beständen, sondern auch um deren

elektronische Aufbereitung. Im Sinne von Benutzerfreundlichkeit

sollen diese nicht nur digitalisiert werden,

sondern es sollen dadurch auch Verknüpfungen

geschaffen werden, die die Suche erleichtern. Archive

werden wohl auch eine aufbereitende Funktion

für Dokumente übernehmen und diese digitalisieren,

kategorisieren und kontextualisieren. Eine andere offene

Frage ist der Umgang mit Dokumenten, die von

Beginn an digital sind.

Auch das Staatsarchiv Bamberg wird sich diesen

neuen Anforderungen stellen und ist architektonisch

durch die klare Struktur des Erweiterungsbaus auf

alle Fälle dafür gewappnet.


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23

Magazin

+

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Design und Funktionalität

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Zum Beispiel mit der Oberfläche Saxum SX mit tiefschwarzem

Kern. Diese ist zudem noch stark strukturiert,

matt und mit dem Anti-Fingerprint-Effekt versehen.

Zu dieser Oberfläche passend wurden sechs

eigene Kollektions-Dekore ausgewählt.

Ein anderes Erscheinungsbild erhält man, wenn man

die Enduro NN Oberfläche einsetzt. Hier geht es vor

allem um die visuelle Erscheinung eleganter Natursteinformationen.

Matt und mit Anti-Fingerprint-

Effekt ausgeführt, ergibt sich eine besonders edle

Ausstrahlung. Die Dekore passend zur Oberflächenstruktur

und dem Einsatzgebiet dafür wurden aus

der eigenen Naturstein-Kollektion ausgewählt.

Der Oberflächen-Klassiker Feinhammerschlag FH

wiederum besticht durch die ruhige Struktur der

Oberfläche. So entsteht ein harmonischer Gesamteindruck,

der das jeweilige Dekor perfekt zur Geltung

bringt. Eine warme Ausstrahlung und feine Struktur

bietet Aptico – dank dem matten Finish wird das jeweilige

Dekor auf besonders ansprechende Weise

inszeniert. Rigo hingegen überzeugt durch eine Feinstruktur,

die eine sandig aufgeraute Fläche vermittelt.

Oberfläche Enduro NN mit Antifingerprint,

matt, Naturstein-Struktur

© Fundermax/jamjam

FunderMax GmbH

T +43 (0)5/9494-0

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office@fundermax.at


architektur FACHMAGAZIN

24

Bau & Recht

Was ist der gemeine

Wert eines Baumes?

Mitunter soll es bei Bauvorhaben schon vorgekommen sein, dass übereifrige

Bauarbeiter auf dem Nachbargrund verwurzelte Bäume im Zuge des Aushubs

der Baugrube ohne Zustimmung des Eigentümers des Nachbargrundes entfernt

oder beschädigt haben sollen. In einer solchen Konstellation drängt sich – auch

abseits des öffentlich-rechtlichen Baumschutzes – allenfalls die Frage auf, ob

und inwieweit für einen solchen Schaden Ersatz zu leisten ist.

Text: Ing. Mag. Julia Haumer-Mörzinger und Mag. Matthias Nödl

Aktuellen Medienberichten zufolge wurden

in Österreich 2019 dreizehn Hektar pro Tag

an Grünland für Verkehrsflächen, Siedlungen

sowie Wirtschafts- und Industriegebäude

verbaut. Besonders Bäume werden

– ungeachtet der allgegenwärtigen Diskussion

zum Thema Natur-, Umwelt- und Klimaschutz

– oft als störende Hindernisse für

die Realisierung von Bauvorhaben gesehen

und manchmal – so hört man – sogar ohne

Rücksicht auf öffentlich-rechtliche Baumschutzbestimmungen

entfernt.

Der Erhaltung und Aufforstung des Baumbestandes

sollte im Kampf gegen den Klimawandel

eine zentrale Rolle zukommen.

Dennoch trifft man in der Baupraxis nach

wie vor vereinzelt auf die Meinung, dass ein

Baum – mit Ausnahme seiner Funktionen,

(i) Früchte abzuwerfen, (ii) den Garten zu

beschatten und (iii) für Blickschutz zu sorgen

– eigentlich keinen Wert habe. Dieser

könne daher ohne (erhebliche) Rechtsfolgen

gefällt oder beschädigt werden, wenn

er eine Bautätigkeit behindert.

Diese Auffassung widerspricht dem aktuellen

Zeitgeist. Auch die österreichische

Rechtsprechung macht in Einzelfällen den

Anschein, dass sie diese Auffassung unterstützt

oder zumindest für vertretbar hält.

Insbesondere im Falle der gerichtlichen Geltendmachung

von Schadenersatz für einen

widerrechtlich und gegen den Willen seines

Eigentümers gefällten oder beschädigten

Baum kann daher die Bewertung des Bau-

mes und damit auch des Schadenersatzanspruches

Schwierigkeiten bereiten.

Im österreichischen Haftpflichtrecht gilt

das Primat der Naturalrestitution. Das heißt,

der Geschädigte hat aus diesem Rechtsgrund

gegen den Schädiger zunächst nur

einen Anspruch auf Zurückversetzung in

den vorigen Stand. Für den Fall der Entfernung

oder Beschädigung eines Baumes

bedeutet dies, dass der Geschädigte vom

Schädiger zunächst nur die Pflanzung eines

neuen Baumes oder die Wundversorgung

und Sanierung des beschädigten Baumes

fordern könnte.

Aber schon die Zurückversetzung in den

vorigen Stand kann sich im Falle der Entfernung

eines Baumes als schwierig oder unmöglich

herausstellen, insbesondere wenn

es sich um einen besonders alten und/ oder

groß dimensionierten Baum handelt, der so

am Markt nicht erhältlich oder nicht pflanzfähig

ist.

Kommt eine Zurückversetzung in den vorigen

Stand nicht in Frage, weil eine gleichartige

oder gleichwertige Sache nicht hergestellt

werden kann, und wurde der Schaden

durch leichte Fahrlässigkeit verursacht,

besteht ein Anspruch auf Ersatz des gemeinen

Wertes der beschädigten Sache;

dieser gemeine Wert besteht nach bisheriger

Rechtsprechung im zu schätzenden

Nutzen, den die Sache auf Zeit und Ort

gewöhnlich und allgemein leistet, somit im

Verkehrs- oder Ertragswert.

Der Oberste Gerichtshof vertritt nun in seiner

Entscheidung 8Ob35/87 vom 19.11.1987

die Auffassung, dass im Falle einer beschädigten

zehn bis zwölf Meter hohen

Fichtenhecke eine Zurückversetzung in

den vorigen Stand untunlich sei, weil eine

gleichartige oder gleichwertige Hecke mit

neugepflanzten Fichten nicht hergestellt

werden kann. Zugleich kommt der Oberste

Gerichtshof darin jedoch auch zum

Schluss, dass einer solchen Fichtenhecke

weder ein Verkehrs- noch ein Ertragswert

zuordenbar sei.

Anhand dieser Argumentation könnte man

vermeinen, dass ein Baum keinen gemeinen

Wert aufweist und im Falle der Haftung

für eine widerrechtliche Baumfällung daher

auch kein Ersatz für den dadurch verursachten

Wertverlust zu leisten ist. Auch

das Argument, dass die Haftung diesfalls

auf die Pflanzung eines neuen Baumzöglings

beschränkt sei, könnte sich daraus

ableiten lassen.

Diese Rechtsmeinung ist selbst ausgehend

von der Entscheidung 8Ob35/87 des

Obersten Gerichtshofes jedoch unrichtig.

Denn aus dieser Entscheidung ergibt sich,

dass der Schädiger der zehn bis zwölf Meter

hohen Fichtenhecke nach Ansicht des

Obersten Gerichtshofes grundsätzlich für

deren Wiederherstellung einzustehen hat.

Die Wiederherstellung der Fichtenhecke

komme – so der Oberste Gerichtshof – jedoch

nicht in Betracht, weil die Neupflan-


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| BA12-14G |

Eine Steuerung

Bau & Recht

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Integrale, PC-basierte Gebäudeautomation

von Beckhoff

zung von Fichtenbäumen in der Höhe der beschädigten

Bäume nicht möglich sei. Damit ist offenkundig,

dass sich der Geschädigte mit der Pflanzung eines

Baumzöglings als Ersatzleistung nicht zufriedengeben

muss.

Nach Ansicht des Obersten Gerichtshofes kommt

diesfalls vielmehr nur der Ersatz des gemeinen Wertes

des Baumes in Betracht, der mangels Verkehrsoder

Ertragswertes nach den Herstellungskosten zu

bestimmen sei. Die Herstellungskosten definiert der

Oberste Gerichtshof in diesem Zusammenhang mit

den Kosten der Anschaffung und Pflanzung möglichst

großer, aber noch pflanzfähiger Bäume und

ihrer Pflege bis zur Erreichung der Wuchshöhe der

beschädigten Bäume.

Insofern misst der Oberste Gerichtshof einem Baum

daher doch einen (erheblichen) Wert zu. Jedenfalls

ist auch der Oberste Gerichtshof der eindeutigen

Ansicht, dass die Haftung des Schädigers nicht auf

die (vergleichsweise geringen) Kosten der Anschaffung

eines Baumzöglings beschränkt ist. Und auch

die Kosten der Baumpflege bis zur Erreichung der

Wuchshöhe des entfernten Baumes sind – abhängig

von der Dimension des entfernten Baumes – als nicht

ganz unerheblich zu werten.

Anders wird der Wert eines Baumes im Übrigen in der

deutschen Rechtsprechung beurteilt. Hier erfolgt die

Baumwertermittlung nach der sogenannten „Methode

Koch“ ähnlich der Sachwertermittlung eines

Grundstücks. Diese Methode unterstellt, dass Bäume

wesentliche Bestandteile eines Grundstücks sind

und – abhängig von der Funktion des Baumes – zu

dessen Wert beitragen. Auch nach dieser Methode

wird der Baumwert von den Kosten der Anschaffung,

Pflanzung und Pflege, aber auch vom Anwachsrisiko

und den Zinsen auf die Kosten während der Herstellungszeit

maßgeblich beeinflusst. Diese Methode ermöglicht

es jedoch, zusätzlich die allfällige Funktion

des Baumes – im Gesamtkontext eines Grundstückes

– wertmäßig zu berücksichtigen.

Unabhängig davon, ob man den Wert eines Baumes

– wie in der österreichischen Judikatur – nach den

Herstellungskosten oder nach der deutschen „Methode

Koch“ ermittelt, sollte man sich daher vor dem

Hintergrund der vorerwähnten Rechtsprechung vom

Gedankengut befreien, dass ein Baum ein wertloses

Gut darstellt, das ohne (erhebliche) Rechtsfolgen gefällt

oder beschädigt werden könne. Vielmehr ist der

Schädiger eines Baumes unter Umständen dem erheblichen

Risiko einer Haftung für empfindliche Geldersatzleistungen

an den geschädigten Baumeigentümer

ausgesetzt. Auch strafrechtliche Folgen wegen

vorsätzlicher Sachbeschädigung sind denkbar.

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Zukunft Bauen.


architektur FACHMAGAZIN

28

Bauen & Energie

Intelligenter

Drachenpanzer

Shoppingcenter ALEJA / Ljubljana / ATP Innsbruck

Text: Edina Obermoser Fotos: ATP/Pierer, Jost Gantar/VELIKA


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29

ATP Innsbruck

ATP Architekten realisierten

mit ALEJA das modernste

Shoppingcenter

Sloweniens. Besonderer

Fokus des Projekts liegt

auf den Themen Nachhaltigkeit

und Energieeffizienz.

Das Ergebnis ist

ein intelligenter Bau, der

bereits von außen sämtliche

Blicke auf sich zieht.

Seine geschuppte Haut

ist Teil des umfassenden

Energiekonzepts, welches

nicht nur das Raumklima

reguliert, sondern auch

einen Hingucker bildet.


architektur FACHMAGAZIN

30

Bauen & Energie


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31

ATP Innsbruck

ALEJA fügt sich in Šiška, einem der am dichtest besiedelten

Stadtteile Ljubljanas im Nordwesten der

slowenischen Hauptstadt, in die Bebauungsstruktur

ein. Auf zwei unterirdische und drei oberirdische

Geschosse verteilt, entstehen in der Mall 108.098 m 2

Geschäftsfläche. Den krönenden Abschluss stellt das

Activity Roof mit vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten

sowie ALEJA Sky, ein Food Court mit anschließenden

Außenterrassen, dar.

Das Herzstück der energetischen Planung des Einkaufszentrums

ist die auffällige, bunte Vorhangfassade.

Sie legt sich wie ein Drachenpanzer über den Baukörper

und soll damit Assoziationen zum Wappentier

von Ljubljana hervorrufen. Die Hülle setzt sich aus

unzähligen rautenförmigen Elementen zusammen,

die sich wie Schuppen aneinanderreihen. Je nach

Ausrichtung und Funktion im Inneren sind sie als

blickdichte Edelstahlschindel oder transparente Glasflächen

ausgeführt. Die Paneele sind unterschiedlich

gefärbt und geprägt und verleihen der Mall mit ihrer

geschwungenen Gestaltung einen dynamischen Charakter.

Abhängig von der Witterung und dem Blickwinkel

scheint der Bau sein Äußeres immer wieder zu

verändern. Während sich bei Tag die Umgebung und

vorbeiziehende Wolken in der Fassade spiegeln, sind

die Ansichten bei Dunkelheit lediglich sanft mit LEDs

beleuchtet. Damit reagieren die Architekten auf ein

zunehmendes Problem vieler Städte – der Lichtverschmutzung

– und versuchen, den Anteil von ALEJA

auf ein Minimum zu reduzieren.

Um den hohen Ansprüchen an die technische Gebäudeausstattung

gerecht zu werden, war besonders bei

der Umsetzung der charakteristischen Dach- und

Fassadenflächen, die Großteils verglast sind, einiges

an Optimierung notwendig. Hier setzten die Architekten

und Ingenieure auf eine BIM-Methode. Mit

deren Hilfe konnte die Shoppingmall modellbasiert

und integral umgesetzt werden. Auch die Zusammenarbeit

zwischen den externen Partnern und dem

Generalunternehmer ATP wurde dadurch extrem erleichtert.

Die einzelnen Planungsschritte bis hin zur

Montage der Fassade konnten losgelöst voneinander

ausgefertigt und schließlich in das gemeinsame Gesamtmodell

zurück übertragen werden.

Die ausgewählten Sonnenschutzgläser der schuppenartigen

Hülle sind wechselweise offen, halboffen

oder geschlossen angeordnet. Dadurch wird übermäßige

Wärmetransmission ins Innere der Mall verhindert

und gleichzeitig dafür gesorgt, dass nicht

zu viel Energie nach außen verloren geht. Heiz- und

Kühllasten werden so möglichst gering gehalten.

Die Gebäudelüftung besteht aus 29 Lüftungsanlagen,

die die Frischluft-, Heiz- und Kühlversorgung

des Einkaufszentrums regeln. Um stets eine ausrei-

chende Luftmenge und beste Versorgung zu garantieren,

überwacht eine Videoanlage die Auslastung

der Mall anhand einer Bewegungsanalyse und passt

den Energieaufwand entsprechend der Besucherfrequenz

automatisch an. Innerhalb der Shops kann die

Belüftung zusätzlich individuell geregelt und damit

an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Auch die Gestaltung des Activity Roofs ist Teil des

Energiekonzepts. Die Begrünung des Dachs soll die

verbaute Fläche kompensieren und der Stadt ein

wenig Natur zurückgeben. Ein System zur Regenwassernutzung

hält den Wasserverbrauch möglichst

gering. Es speist die Bewässerung der Pflanzen und

trägt auch zur zusätzlichen Kühlung des Retailcenters

bei. Mit seinem vielseitigen Angebot lädt das

Dach nicht nur zum Dinieren mit Blick über Ljubljana

ein, sondern bietet mit Kinderspiel- und Sportplatz

sowie Fitness- und Parcours-Areal unterschiedliche

Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung. Ein

Pumptrack vor der Mall komplettiert die Optionen

der Freizeitgestaltung.

u


architektur FACHMAGAZIN

32

Bauen & Energie

Im Eingangsbereich öffnet sich die Glashaut in Form

einer einladenden Geste und soll laut den Architekten

an ein Drachenmaul erinnern. Das Innere des

Shoppingcenters ist ebenfalls geprägt von der intelligenten

Fassade. Sie sorgt mit ihren wechselnden Feldern

nicht nur für die nötige Privatsphäre in den rund

80 Shops, Bars und Restaurants, sondern ergibt – in

Kombination mit Sonneneinstrahlung oder vorbeiziehenden

Wolken – außerdem spannende Licht-Schatten-Spiele.

Zentrale Atrien lockern ALEJA an mehreren

Stellen auf. Sie werden von Rolltreppen und

umlaufenden Galerien strukturiert. Durch sogenannte

Lichtinseln fällt das Tageslicht hier durch die Fassade

bis ganz nach unten. Die Innenräume wirken hell

und freundlich. Sie sind mit schlichten Materialien

ausgestattet und ergeben – in Wechselwirkung mit

dem fließenden Design, das sich auch hier fortsetzt

– eine angenehme Atmosphäre. Hochwertiger Naturstein,

Holzakzente und weiße Oberflächen erwecken

einen edlen Eindruck. Zwischen grüner Bepflanzung,

Wasser- und Brunnenanlagen werden die Besucher

von großzügigen Sitzgelegenheiten und Ruhebereichen

immer wieder zum Entspannen eingeladen.

Ihre Prämisse, dass ein gelungenes Handelszentrum

zum integrierten Teil der Stadt werden muss, setzen

die Planer perfekt in die Praxis um. Sie machen ALE-

JA zu einem dynamischen Ort der Begegnung. Es

bietet dank seiner integralen Konzeption alle Voraussetzungen

für entspanntes Einkaufen mit Mehrwert.

Das Erlebnisdach und die umfassenden Freizeitangebote

werten nicht nur das Shoppingcenter selbst,

sondern das gesamte Stadtviertel auf und bildet einen

neuen Treffpunkt für die Bewohner. Neben der

intelligenten, drachenpanzerartigen Fassade zeigen

ATP Architekten vor allem durch die erzielten Energieeinsparungen,

wie clevere Planung und effizientes

Bauen aussehen kann.


Auf dem Activity Roof gibt es zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten.

Über den Dächern

Ljubljanas kann hier nicht nur gegessen, sondern

auch gesportelt und gespielt werden.


AUF

ÜBERSICHT DA

PREGLED STRE

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33

ATP Innsbruck

EG

ÜBERSICHT EG

PREGLED PRITLICJA

1:750

OG 1

ÜBERSICHT 1.OG

PREGLED 1.N

1:750

DG

OG 2

Shoppingcenter ALEJA

Ljubljana, Slowenien

ÜBERSICHT 2.OG

PREGLED 2.N

1:750

Bauherr: SES Spar European Shopping Centers GmbH

Integrale Planung: ATP Innsbruck, D&R Innsbruck, Mint Architecture, ATP sustain

Mitarbeiter: Gesamtprojektleiter: Andrei Florian (bis 2018), Philipp Pfister

Statik:

ATP Innsbruck, Elea iC TWP-Subleistungen

Licht:

Landschaftsgestaltung:

Fassadenplaner:

Brunnenplanung:

Gebäudesimulation:

Bauphysik:

Grundstücksfläche: 39.968 m 2

Bebaute Fläche: 18.646 m 2

Nutzfläche: 102.785 m 2

Bauzeit: 09/2017-03/2020

Bartenbach GmbH

Berchtold land.plan

FCG Fassaden Consulting-Group AG; Ruggell

Meiwa GmbH

IC consulenten Wien

Kopitsis Bauphysik

„Handelszentren haben nur dann eine Zukunft,

wenn sie Teil der Stadt werden. Mit ALEJA gelingt

es uns, hocheffiziente Handelsarchitektur

mit den Schönheiten der Stadt zu verweben und

im Quartiersgedanken zu einem multifunktionalen

Treffpunkt mit größtem Erlebniswert sowie

hoher Aufenthaltsqualität zu verschmelzen.“

Philipp Pfister, Head Architect

und Gesamtprojektleiter von ATP


architektur FACHMAGAZIN

34

Bauen & Energie

Kühlen und

Heizen mit Eis

Wohnhaus Aumühle / Aumühle, Deutschland / Buero Bechtloff

Text: Edina Obermoser Fotos: Piet Niemann

Für ein Bauherrenpaar hat der Architekt

Bastian Bechtloff die Villa Aumühle in der

gleichnamigen Gemeinde östlich von Hamburg

realisiert. Im Mittelpunkt stand neben

der barrierefreien Nutzung der Einsatz von

erneuerbaren Energien. Das Ergebnis ist

ein altersgerechtes Wohnhaus im Bungalow-Stil

mit einem nachhaltigen System, das

auf einem Eisspeicher beruht. Dieser sorgt

sowohl im Sommer als auch im Winter für ein

angenehmes Raumklima.


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35

Buero Bechtloff

Im Zickzack entwickelt sich der außergewöhnliche

Grundriss des flachen Baus in Aumühle. Die unkonventionelle

Z-Form des Hauses ist bedingt durch

die Topografie des Grundstücks. Während sich im

südlichen Teil die offen gestaltete Küche mit Essbereich,

Wohn- und Arbeitszimmer befinden, sind

im nach Nordwesten orientierten Trakt die privaten

Räume untergebracht. Sie bieten reichlich Platz zum

Schlafen, Ankleiden, Baden und Zurückziehen. Unter

diesem Bereich des Hauses gibt es außerdem ein

Untergeschoss, das sich dank der leichten Hanglage

zum Garten hin öffnet. Es umfasst eine Werkstatt,

Nebenräume wie Lager und Waschküche und eine

kleine 2-Zimmer-Wohnung mit Blick nach draußen.

Eine große Garage komplettiert das Raumprogramm

der Villa.

u


architektur FACHMAGAZIN

36

Bauen & Energie

Eine weiße Boden- und eine Deckenplatte aus Stahlbeton

umschließen das Haus von oben und unten.

Sie fassen die umlaufenden, dunklen Klinkerfassaden

ein. Die einzelnen, schmalen Steine sind zum Teil ornamenthaft

gesetzt. Sie verleihen den Ansichten eine

ganz besondere Optik und betonen die horizontale

Ausdehnung des Baukörpers. Das Betondach kragt

an manchen Stellen bis zu zwei Meter aus. Es rahmt

den Bau und fungiert als schattenspendendes Element

im Hochsommer. Luftige Stahllamellen lockern

das Vordach auf und kreieren gleichzeitig abwechslungsreiche

Schattenspiele. Die Ecken des pavillonartigen

Wohnhauses sind abgerundet und geben ihm

einen dynamischen Charakter. Durch die großflächigen

Verglasungen an der Südwestseite dringt viel

Tageslicht ins Haus. Sie lassen die Grenzen zwischen

den Innen- und Außenräumen verschwimmen und

sind ebenfalls leicht gerundet. Davor laden Terrassenflächen

zum Entspannen im Freien mit Ausblick

in den umliegenden Garten und die Bäume ein.

Sämtliche Bereiche des Wohnhauses sind barrierefrei

ausgeführt, um diese bei Bedarf auch im höheren

Alter ohne weitere Umbaumaßnahmen problemlos

nutzen zu können. Die raumhohen Terrassentüren

nach draußen und die Schiebetüren im Inneren, die

jederzeit flexibel unterschiedliche Bereiche abtrennen

oder verbinden, kommen ganz ohne Schwelle

und fast ohne Rahmen aus. Dank des schlicht weißen

Finishs von Wänden und Decken erscheinen die Räume

hell und geräumig. Parkettböden und Holzelemente

versprühen Wärme und schaffen, gemeinsam

mit fließenden, grünen Vorhängen ein gemütliches

Wohnambiente.

Trotz der vielen Fenster- und großen Dachflächen

wollte der Bauherr des Hauses im Sommer angenehm

kühle Räume. Um diesem Wunsch nachkommen

zu können, fiel bei der energetischen Planung

die Wahl auf einen Eis-Energiespeicher. Dieser regelt

sowohl die Klimatisierung als auch die Beheizung des

Baus. Der Clou des Konzepts beruht auf der Nutzung

der Energie, die beim Gefrieren bzw. Auftauen von

Wasser freigesetzt wird, dem sogenannten Phasenwechsel.

Diese jahreszeitbedingten Prozesse ergänzen

einander, funktionieren nahezu energieautark

und völlig emissionsfrei. Sie sorgen im Winter für ein

wohlig warmes, im Sommer hingegen für ein erfrischend

kühles Raumklima.


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37

Buero Bechtloff

Das System setzt sich aus zwei Zisternen, mehreren

Flachkollektoren auf dem Dach und einer

Sole-Wärmepumpe zusammen, die die beiden

Komponenten verbindet. Beide Beton-Behälter

sind direkt neben dem Haus im Boden vergraben

und fassen jeweils rund zehn Kubikmeter Regenwasser.

Ohne Isolierung profitieren sie von der

Temperatur des umgebenden Erdreichs. Die Kollektoren

auf dem Dach funktionieren ähnlich wie

Solarpaneele. Sie sind auf der gesamten Fläche

montiert, nehmen die Wärme der Umgebungsluft

und der Sonneneinstrahlung auf und geben diese

an den Speicher weiter. Als letzte Komponente

entnimmt die Pumpe dem Wasser die gewonnene

Wärme und speist diese in den Heizkreislauf in der

Decke des Gebäudes ein.

Die Besonderheit des Eispeichers beruht darauf,

dass das Wasser durch den Wärmeentzug zunehmend

gefriert. Er funktioniert wie ein Puffer, der

die Wärme im Sommer sammelt und schließlich

im Winter über die Sole-Pumpe zum Heizen des

Hauses verwendet. Je mehr Wärme dem Wasser

in der Zisterne entzogen wird, desto kälter wird

dieses, bis es schließlich gefriert. Bei der Kristallisation

wird zusätzliche Energie frei, die wiederum

genutzt werden kann – die sogenannte latente

Wärme. Sie entsteht beim Wechsel des Aggregatzustandes

des Wassers von flüssig zu fest. Der

Vereisungsprozess im Winter trägt also ständig

zur Energiegewinnung bei. Er produziert auf natürliche

Weise die gleiche Menge an Energie, die

für die Erhitzung des Wassers von 0 auf 80°C nötig

wäre. Sobald es wieder wärmer wird, beginnt

das Eis im Frühjahr langsam aufzutauen. u

Luftige Dachlamellen

lockern die Deckenplatte

aus Stahlbeton auf. Je nach

Sonneneinstrahlung fallen

unterschiedliche Schatten ins

Innere des Wohnhauses.


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38

Bauen & Energie

In der gesamten massiven Betondecke, die selbst

als Speichermasse dient, ist das Heiz- und Kühlsystem

integriert. Es überträgt nicht nur die gewonnene

Energie des Speichers an die Räume und reguliert

damit die Temperatur, sondern auch umgekehrt. Die

Wärme im Haus gelangt zurück in die Zisterne und

hält damit den Vorgang aufrecht, sodass die Klimatisierung

auch bei längeren Hitzeperioden passiv weiterläuft.

Da das Eis für die Kühlung quasi ein Abfallprodukt

ist, handelt es sich um eine simple Form des

„Natural Cooling“.

Der Entwurf des Architekturbüros Buero Bechtloff

für das pavillonartige Wohnhaus überzeugt nicht nur

mit seinen feinen architektonischen Details, sondern

vor allem durch das innovative Energiekonzept. Es

macht vor, wie natürliche, temperaturbedingte Prozesse

intelligent genutzt und Bauten dadurch mit

minimalem zusätzlichen Energieaufwand das ganze

Jahr über geheizt und gekühlt werden können. Das

bedarf zwar anfangs etwas höherer Investitionskosten,

führt aber besonders auf lange Sicht zu Einsparungen.

Das macht Lust auf Wohnen im Grünen! •

Die raumhohen Verglasungen

lassen Innen- und Außenraum

fließend ineinander

übergehen. Sie sind barrierefrei

ausgeführt und damit

auch für ältere Generationen

geeignet.


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39

Buero Bechtloff

N

Wohnhaus Aumühle

Aumühle, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Team:

Privat

Buero Bechtloff

Bastian Bechtloff, Claudius Lange

Grundstücksfläche: 3.186 m 2

Bebaute Fläche: 875 m 2

Nutzfläche: 390 m 2

Planungsbeginn: 05/2017

Bauzeit:

12 Monate

Fertigstellung: 07/2019

“Architektur ist für mich Reaktion

auf die spezifischen und empfundenen

Gegebenheiten des Ortes,

mit einem Gespür für das Angemessene

und Originalität.”

Bastian Bechtloff


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40

Bauen & Energie

Das Wohnhaus

der Zukunft?

Villa Sophia / Prag, Tschechische Republik / coll coll

Text: Linda Pezzei Fotos: Boys Play Nice

“Das Zentrum des Universums

für eine junge Familie” - so

der Arbeitstitel für das High-

Tech-Projekt Villa Sophia in der

tschechischen Hauptstadt Prag.

So dreht sich in diesem futuristisch

anmutenden Wohnhaus des

Architektenkollektivs coll coll

folgerichtig alles um das gleichberechtigte

Wohnen, Arbeiten

und Familienleben im Herzen der

Stadt, basierend auf Aspekten

der künstlichen Intelligenz, integriert

durch modernste Technologien

in ein autonomes System.


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41

coll coll

Was passiert, wenn ein passionierter Kulturwissenschaftler

und Informatiker nach einem Auslandsaufenthalt

in Kanada in die Heimat zurückkehrt, um sich

im Herzen der tschechischen Hauptstadt Prag mit

seiner Familie ein Eigenheim zu bauen? Und wenn

besagter Informatiker zudem Mitinhaber einer gewissen

Firma SYSLOOP ist, die zufälligerweise ein

gleichnamiges System zur autonomen Gebäudesteuerung

auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelt

hat? Ganz klar: Unser Rückkehrer wendet sich an

das innovative Architektenkollektiv coll coll, um gemeinsam

die Vision der VILLA SOPHIA Wirklichkeit

werden zu lassen.

u


architektur FACHMAGAZIN

42

Bauen & Energie

Kerngedanke des Einfamilienhauses, das Wohnen

und Arbeiten nebeneinander wie unabhängig voneinander

ermöglichen sollte, war es, eine Art Zentrum

des Familien-Universums zu kreieren, um das sich

das gesamte Leben in Zukunft drehen sollte. Dieses

Universum durfte dabei keinesfalls als starres und

statisches System konzipiert werden, sondern - ganz

im Gegenteil - als flexibler und lernfähiger Organismus.

Fast so, als verfüge das Gebäude über ein eigenes

Gehirn, dazu da, die Bedürfnisse der Bewohner

vorherzusehen und deren Leben zu vereinfachen.

Aus architektonischer Sicht schmiegt sich die Villa

Sophia in die abfallenden Hänge des naturnahen

Stadtteils Troja. Auf diese Weise eröffnen sich den

Bewohnern eine Vielzahl an verschiedenen Blickwinkeln

in die Natur und über die Stadt, gleichwohl

ohne benachbarten Anwohnern deren Aussicht zu

nehmen. Die Garage ist nicht nur als ein den Wohnräumen

gleichwertiger Teil des Hauses konzipiert, sie

dient auch als einladende Eingangshalle in den privaten

Wohnbereich. Das Büro hingegen wird von den

Besuchern nordseitig separiert betreten. Die räumliche

Konzeption basiert auf dem Grundsatz palladianischer

Villen: Die quadratische Grundfläche ist in

neun Abschnitte unterteilt, welche sich spiralförmig

empor winden, um in dem öffentlichsten Bereich des

Hauses, der Büroebene, zu enden. Der Hauptwohnraum

wird von der Gartenebene erschlossen. Von

hier schraubt sich ein zentrales Treppenhaus kontinuierlich

nach oben. Ganz im Geiste des wandelbaren

Systems, werden die Treppenstufen durch eine

breite Rampe unterbrochen, welche den Bewohnern

sowohl in jungen als auch späteren Jahren die Bewegung

im Haus erleichtern soll.


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43

coll coll

Zu einem intelligenten Heim gehört auch eine smarte

Materialtechnologie. Wo möglich basieren die strukturellen

und materiellen Entscheidungen auf dem

Gedanken der Nachhaltigkeit, Beständigkeit, Haltbarkeit

sowie haptischen Stabilität des Gebäudes. In

diesem Zusammenhang waren Experten der Tschechischen

Technischen Universität Prag (ČVUT)

kontinuierlich an den Vorbereitungen und dem Bauprozess

selbst beteiligt. Materialproben wurden auf

Festigkeit, Elastizität sowie chemische Stabilität

und Beständigkeit getestet und der Gebäudemonolith

wurde so exakt in Beton gegossen, dass sich die

Fenster nahtlos in die Gelenkfassade fügen, die sich

um das gesamte Haus windet.

Das Besondere der VILLA SOPHIA aber liegt in ihrem

unsichtbar integrierten Nervensystem in Form des

eigens entwickelten Steuerungssystems sysloop®.

Der Bauherr wünschte sich ein funktionales Zuhause

ohne Kompromisse, das aus seiner Sicht auch eine

absolute Integration und Kontrolle von modernsten

Technologien umfasst. Da dieser Wunsch mit dem

heutigen Stand der Bautechnik (noch) nicht korreliert,

entwickelte der Bauherr mit seiner Firma und

den Spezialisten für künstliche Intelligenz von EM-

PYREUM Information Technologies sein eigenes System.

Dieses ermöglicht die Verbindung physischer

Konstruktionstechnologien mit nicht strukturierten

Daten und dem sich ständig ändernden Kontext des

Webs. Diese neuartige Verknüpfung von Werten und

Technologie eröffnet unzählige Möglichkeiten. u

Aus der Vogelperspektive

zeigt sich die zentrale

Position des offenen

Erschließungskerns mit

großzügigem Oberlicht

noch deutlicher.


architektur FACHMAGAZIN

44

Bauen & Energie

So werden die verschiedenen Ebenen des Gebäudes

zusammengeschaltet, um beispielsweise alle Lichtquellen

im Haus im vollen Lichtspektrum (RGBW) zu

steuern, so dass die blaue Komponente nachts entfernt

werden kann, um den Melatoninspiegel nicht zu

stören. Ohnehin gibt es im Haus keine Lichtschalter,

keine Schlüssel, keine Bedienknöpfe - dafür ein Klavier,

das von selbst spielt und einen Mechanismus,

der basierend auf den Interessen der Bewohner Texte

aus dem Internet vorliest. Die VILLA SOPHIA ist

so konzipiert, als verfüge sie über ein eigenes Gehirn,

ein Haus gesteuert durch künstliche Intelligenz, nicht

durch die Bewohner selbst – oder zumindest nur indirekt.

Denn dieses Gehirn verfolgt seine Bewohner

unablässig in ihren Gewohnheiten und Aktionen und

sammelt all diese Daten, um auf Grundlage dieser

“Erfahrungen” die bestmöglichen Entscheidungen zu

treffen. Das automatisierte Haus wird so zum autonomen

Organismus.


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45

coll coll

„Wir sagen, wenn wir es selbst kontrollieren müssen,

ist es nicht klug genug“, bringt der Bauherr den

Kerngedanken des Systems auf den Punkt. Für das

smarte Funktionieren ist die Größe der verfügbaren

Datenmenge ausschlaggebend - so werden diese unablässig

über Sensoren in Fußböden, in Schubladen,

unter dem Küchentisch – quasi überall – erfasst und

in Echtzeit ausgewertet. Das System registriert nicht

nur die physische Anwesenheit seiner Bewohner, es

kann auch auf gesprochene Befehle reagieren und

beispielsweise das Licht dimmen oder die Temperatur

erhöhen. Im Laufe der Zeit lernt das System sogar

dahingehend dazu, dass bereits die Aussage “Mir ist

kalt” zu einer Anpassung der Raumtemperatur führen

kann.

u

Das Interieur lebt von Kontrasten:

Rauer Beton trifft auf polierte Hölzer,

klare Kanten scheinen sich in Natur

und Himmel aufzulösen.


architektur FACHMAGAZIN

46

Bauen & Energie

Abgesehen von Energieeffizienz, dem Sicherheitsaspekt

und dem erhöhten Komfort besteht der wahre

Vorteil des Systems für die Entwickler darin, dass

der Hausbesitzer durch die Entwicklung von einem

Smart-Home-System zum Smart-Home von der Last

der ständigen Kontrolle befreit wird. Das bringt zum

anderen auch eine gewisse Entmündigung des Bewohners

mit sich – schließlich entscheidet das Haus,

was gerade die klügste Handlung ist, auch wenn der

Bewohner selbst vielleicht allen Energiespar- oder Sicherheits-Aspekten

zum Trotz das Fenster im Schlafzimmer

gerne die ganze Nacht offen stehen lassen

würde. Vielleicht gibt es auch deshalb in der VILLA

SOPHIA ein einziges Fenster, das noch händisch geöffnet

werden kann – ein Zugeständnis des Bauherren

an seine Ehefrau.

Technikfreund oder -skeptiker, wirklich spannend ist

der fließende Übergang zwischen Architektur und

Technologie. Denn die beiden Komponenten greifen

auf vielen Ebenen unsichtbar ineinander. So funktioniert

die Lüftung des Hauses zum einen über das autonom

gesteuerte System, zum anderen sind die Räume

und Öffnungen so konzipiert, dass eine perfekte

Durchlüftung dank der auf Magnetschienen schwebenden

Türen erst funktionieren kann. Wie jedes Teil

des Hauses ist eine Tür daher in der VILLA SOPHIA

nicht nur eine Tür, sondern eben Teil eines höheren

Systems. Man kann sagen, Chance und Herausforderung,

in einem solchen sich stetig wandelnden und

weiterentwickelndem Haus zu leben – das vielleicht

sogar besser als wir selbst weiß, was wir wollen. •


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47

coll coll

PŮDORYS 1PP M 1:250

PŮDORYS 1NP M 1:250 POHLED NA STŘECHU M 1:250

POHLED SEVERNÍ M 1:250

POHLED SEVERNÍ M 1:250

PŮDORYS 1PP M 1:250

PŮDORYS 1NP M 1:250 POHLED NA STŘECHU M 1:250

LED SEVERNÍ M 1:250

POHLED SEVERNÍ M 1:250

Villa Sophia

Prag, Tschechische Republik

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Michaela & Karel Pánkovi

coll coll

Daria Chertkova, Jana Zatlukajová, Krištof Hanzlík,

Libor Mládek, Ĺudmila Koskan, Marie Davidová, Michaela Dlouhá,

Martin Gaberle, Mark Kelly, Michal Krejčík, Markéta Součková,

Ondřej Punda, Šimon Kos, Veronika Brůhová, Vojtěch Slabý

ASP Praha - Tomáš Felix

Grundstücksfläche: 475 m 2

Bebaute Fläche: 353 m 2

Bruttogeschossfläche: 475 m 2

Nutzfläche: 396 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit:

3 Jahre

Fertigstellung: 2018

Baukosten:

ca. 3 Mio Euro

“Wir sind

ein Kollektiv

von Architekten,

Designern und Freunden.

2008 haben wir coll coll

aus dem Gedanken heraus ins Leben

gerufen, über diese Plattform des

offenen Austauschs unsere persönlichen

Ziele verfolgen zu können.”

coll coll


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48

Bauen & Energie

Eine Berghütte

als Zufluchtsort

Skigard Hytte / Fåvang, Norwegen / Mork-Ulnes Architects

Text: Linda Pezzei Fotos: Bruce Damonte


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49

Mork-Ulnes Architects

Mit ihrer Skigard Hytte nahe Lillehammer haben die

norwegischen Architekten Mork-Ulnes die einheimische

und landschaftsspezifische Bauweise neu erfunden. Die

Berghütte für die eigene Familie darf in ihrem Design

und ihrer Funktion als ortsspezifische Antwort auf den

Kontext und die Kulturlandschaft gesehen werden.

Nachhaltiger und sanfter kann Bauen für Mensch, Tier

und Natur kaum sein.

Wenn Architekten (für sich selber) bauen, geht es

oftmals darum, sich ein Denkmal zu setzen. Nicht so

bei Casper und Lexie Mork-Ulnes (Mork-Ulnes Architects),

die kürzlich im norwegischen Skiresort Kvitfjell

eine Berghütte für sich und ihre Kinder fertigstellen

konnten. Wenn ein Anspruch hingegen zur Gänze

für das Architektengespann mit Sitz in Oslo und San

Francisco gilt, dann der, Grenzen auszuloten, Materialien

innovativ einzusetzen und neue Formen von

Lebensräumen zu gestalten. So haben Mork-Ulnes

mit ihrem Zufluchtsort eine moderne ortsspezifische

Antwort auf den Kontext und die Kulturlandschaft

Norwegens gefunden.

u


architektur FACHMAGAZIN

50

Bauen & Energie

Die Skigard Hytte ist das erste “eigene” Projekt des

Architektenpaares und spiegelt den Wunsch nach

einem Rückzugsort in der Heimat wider. So thront

die einsam gelegene Hütte auf knapp 1.000 Metern

auf einem Felsvorsprung eines steilen Berges

und bietet einen herrlichen Panoramablick auf das

darunter gelegene Tal mitsamt Fluss. Die Besonderheit

der Hütte liegt in ihrer schlichten und dennoch

anmutigen Konstruktion, welche durch das Anheben

des Gebäudes auf schlanke Stützen aus Brettschichtholz

noch unterstützt wird. Auf diese Weise

fungiert das Gebäude nicht nur im Inneren als Zufluchtsort

für seine Besucher, auch die Schafe finden

im Sommer Schutz vor Sonne, Wind und Wetter unter

der Hütte, wo gleichzeitig saftiges Gras wächst.

Genauso grün wie unter dem Bauwerk geht es auch

auf dem Dach zu – eine Anlehnung an traditionelle

Bauweisen der Region. In Kombination mit der rauen

Außenhaut aus Skigard (das sind drei Meter lange,

geviertelte Holzstämme, die von Landwirten der Region

sonst für den Bau von Zäunen eingesetzt werden)

fügt sich das Gebäude bestens in die ländliche

Umgebung ein. Im Sommer wiegen sich die langen

Grashalme auf dem Dach sachte im Wind, im Winter

verschmilzt das Bauwerk nahezu mit der Schneelandschaft,

wenn die Lücken des Skigard sich langsam

mit den weißen Flocken füllen.

u


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Mork-Ulnes Architects

Im Inneren der Skigard Hytte unterstreichen die warmen

Holztöne den behaglichen Charakter der Unterkunft und

stellen einen direkten Bezug zur umgebenden Natur her.


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52

Bauen & Energie

Natürlich. Nachhaltig. Nordisch.

Im Interview erzählen Lexie und Casper

Mork-Ulnes, welche Aspekte die

Skigard Hytte zu einem so nachhaltigen

Bauwerk machen – und das in

gleich mehrerer Hinsicht.

Wie haben Sie den Bauplatz gefunden?

Gibt es eine persönliche Verbindung

oder Geschichte?

Caspers Cousine lebt auf einem Bauernhof

im Tal unterhalb des Skigebiets,

weshalb wir ihre Familie dort

oft zum Skifahren besuchten. So

haben wir uns schließlich in den Skiberg

- und die Region Gudbrandsdal

- verliebt. Als regionale Landplanerin

mit lokalen Kenntnissen hat uns

Caspers Cousine schließlich auf das

Grundstück aufmerksam gemacht.

Wie haben Sie die ländliche Bauweise

als Inspirationsquelle in dieses

zeitgemäße und zeitlose Design

übertragen? War es ein Prozess oder

kam es ganz natürlich?

Die Hütte ist in vielerlei Hinsicht eine

ortsspezifische Antwort auf die lokale

Kulturlandschaft. Das Design wird

durch ländliche Gebäudetypen und

unser Verständnis davon beeinflusst,

wie funktionale, historische Strukturen

die lokale Architekturkultur

prägen. Auf Reisen betrachten wir

immer die einheimische Architektur

– und insbesondere, wenn wir das

Glück haben, in einem Gebiet zu arbeiten,

das eine Geschichte hat, aus

der wir schöpfen können. Wir finden,

dass es immer viel zu lernen gibt von

bewährten einheimischen Gebäuden,

die dem Lauf der Zeit getrotzt haben.

In diesem speziellen Fall waren wir

beide beim Skifahren und Wandern

in der Umgebung von der rauen,

natürlichen Textur und dem diagonalen

Muster einer Art von Zäunen

angezogen, die in diesem Gebiet zur

Eingrenzung von Weidetieren vorherrscht.

Nachdem wir das Grundstück

gekauft hatten, campierten

wir auf dem Gelände und wurden in

unseren Zelten von etwa zehn grasenden

Kühen geweckt. Daraufhin

keimte der Gedanke, dass das Haus

als Dialog mit den auf dem Land koexistierenden

Tieren dienen könnte.

Im Gegensatz zu den meisten Hütten

in der Gegend, welche die Tiere mit

Zäunen von den Häusern fernhalten,

möchten wir die Tiere mit ihren Glocken

im Sommer in der Nähe haben.

Wir lieben auch, wie sich die Gestalt

der Kabine im Winter verändert,

wenn sich das Skigard-Material mit

Schnee füllt.

Ist das Gebäude in Hinsicht auf den

starken Bezug auf - und den Respekt

für - die umgebende Natur besonders

„grün“ und nachhaltig?

Das Gebäude ist nicht nur äußerlich

oder in der Art wie es mit dem Boden

umgeht nachhaltig, es gibt mehrere

Ebenen nachhaltiger Strategien, die

bei dem Gesamtkonzept des Projekts

zum Einsatz kommen. Das Gebäude

ist fast vollständig aus Holz

gefertigt. Die Konstruktion basiert

auf der nachhaltigen Forstwirtschaft

Norwegens und besteht fast ausschließlich

aus Holz und Nebenprodukten

aus der Region. Alle Außenund

Innenwände, Wanddämmungen

(eingeblasene Holzfasern), Badezimmerwände

und so viele Details

wie möglich bestehen aus regionalen

Hölzern: Das Tannenholz im Innenraum

sowie die Fassaden struktur

aus Fichte stammen aus den Wäldern,

die sich 50 bis 70 km um die

Hütte erstrecken.

Das Grasdach reguliert außerdem

das Abfließen von Regenwasser und

bietet zusätzliche Isolierung gegen

Wärmeeinstrahlung im Sommer und

-verlust im Winter. Da Strom in Norwegen

aufgrund der 100%-igen Wasserkraft

relativ günstig ist, haben wir

eine elektrische Fußbodenheizung

eingebaut, die Kühlung erfolgt durch

Querlüftung.

Sie haben das Gebäude auf Holzstützen

gestellt – gibt es dazu eine

norwegische Bau-Tradition?

Auf jeden Fall – in Norwegen gibt

es die Tradition, Stabbur-Gebäude

(Hochspeicher) auf Holzpfosten mit

Steinfundamenten zu stellen, um den

Inhalt vor Nagetieren und Fäulnis zu

schützen. Alle Farmen in Norwegen

verfügen über einen Stabbur, da sie

während der langen Winter zur Lagerung

von Lebensmitteln verwendet

wurden. Die Stabbur-Typologie

wurde zu einem wichtigen Treiber

des Projekts, aber für uns ging es

weniger um Fäulnis und Nagetiere,

als vielmehr darum, das Gelände um

einen höheren Blickwinkel zu bereichern.

Ein zusätzlicher Vorteil ist,

dass die Hütte im Winter nicht im

Schnee versinkt.

Was ist Ihr Lieblingsplatz im Haus?

Der Hauptwohnraum: Dank der zwei

raumhohen und sechs Meter breiten

Wände sowie der erhöhten Lage besteht

eine intensive Verbindung zur

Natur. Besonders magisch fühlt sich

das im Winter an, wenn wir mit einem

Kaffee gemütlich inmitten der verschneiten

Landschaft sitzen, obwohl

es draußen -20 Grad hat.

Das Beste und das Herausforderndste

daran, gleichzeitig Architekt und

Bauherr zu sein?

Die Möglichkeit zu haben, mit

konzeptionellen und praktischen

Design ideen zu experimentieren, vor

denen einige Kunden möglicherweise

zurückschrecken, ist sehr spannend.

Es ist allerdings auch schwierig,

sich selbst davon abzuhalten,

jedes kleinste Detail zu überdenken

und entwerfen zu wollen (bis hin zu

individuellen Toilettenpapierhaltern)

- schließlich möchte man später

nicht in einem Haus mit ungelösten

Details leben.

Sollte es in der Skigard Hytte wider

Erwarten tatsächlich noch ungelöste

Details geben, so machen vielleicht

gerade die den besonderen Charme

dieser speziellen Berghütte aus. In

ihrer rauen und gleichzeitig warmen

Anmutung fügt sich das Gebäude

so selbstverständlich in die norwegische

Bergwelt, wie es traditionelle

Bauweisen in Verbindung mit heimischen

Materialien auf moderne Art

interpretiert, ohne dabei laut zu werden.

Ein gelungener Zufluchtsort für

Mensch und Tier.


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53

Mork-Ulnes Architects






























Skigard Hytte



Kvitfjell Resort, Fåvang, Norwegen









Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Casper and Lexie Mork-Ulnes

Mork-Ulnes Architects

Lexie Mork-Ulnes, Casper Mork-Ulnes,

Phi Van Phan, Auste Cijunelyte,

Kristina Line, Monica Lepinska

Bygg Konsulentene Øst.

Grundstücksfläche: 2.148 m 2

Baufläche: 145 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: Sommer 2017

Fertigstellung: Herbst 2019

„Unsere Praxis basiert auf der Überzeugung, dass die

meisten Gestaltungsherausforderungen mit Vernunft

und Klarheit durch eine Einsparung von Mitteln und Materialien

gelöst werden können. Wir möchten einfache,

durchdachte und gut gestaltete Räume für die Menschen

schaffen, die unsere Gebäude nutzen. „Wir tun, was wir

tun“, weil die Suche nach Lösungen für interessante Herausforderungen

uns dazu anregt, auf innovative Weise zu

entwerfen und zu bauen.“

Lexie und Casper Mork-Ulnes


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54

Bauen & Energie

Atmende

Wände

Wall House / Vietnam / Bui The Long – CTA | Creative Architects

Text: Peter Reischer Fotos: Hiroyuki Oki

Nach neuesten Erkenntnissen ist die Luft in Innenräumen

oft mehr mit Schadstoffen belastet als im

öffentlichen Bereich. Der Wissenschaftler Michael

Braungart behauptet zum Beispiel, dass es gesundheitsschädlicher

sei, sich in einem Großraumbüro mit

all den Teppichen, Farben, Anstrichen und Kunststoffteilen

aufzuhalten, als an einer Kreuzung einer

Stadtautobahn zu stehen. Also ist es fast schon logisch,

ein Haus mit atmenden Wänden zu entwickeln,

um so den Bewohnern einen ständigen Austausch

der Luft in den Innenräumen zu bieten.

Mit diesem Wunsch waren auch die CTA | creative

architects in Vietnam konfrontiert, als sie beauftragt

wurden, für einen privaten Kunden ein Wohnhaus zu

entwickeln. Während des gesamten Designprozesses

drehten sich die Diskussionen mit dem Auftraggeber

immer um „atmende Wände“ und eine Architektur,

die eben 24/7 selbstständig atmen soll. An das Projekt

in der Stadt Bien Hoa gingen sie nun folgendermaßen

heran: Mit einer Gesamtnutzfläche von fast

300 m 2 , über zwei Stockwerke reichend, entwarfen

die Planer eine Architektur, die sich aus vier Blöcken,

verbunden mit Wänden aus luftdurchströmten Ziegeln

und geschützt durch eine Lage üppigen Grüns

zusammensetzt.

u

Ein Haus mit atmenden

Wänden, mit einer grünen

Lunge haben die CTA |

creative architects in

Vietnam in der Stadt Bien

Hoa für einen privaten

Auftraggeber entworfen.

Die Bausumme ist mit

74.050.- Euro vergleichsweise

sehr gering und

das Projekt beweist, dass

auch mit einfachsten

Mitteln und Abfallprodukten

der Industrie eine

interessante, gesunde

und sogar energiesparende

Architektur entstehen

kann.


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55

Bui The Long – CTA | Creative Architects


architektur FACHMAGAZIN

56

Bauen & Energie

Die vier Körper – leicht zueinander in ihren Achsen

versetzt – sind mit einer „gewöhnlichen“ Mauer verbunden,

zu einer Einheit zusammengefasst. Diese

Umfassungsmauer wirkt wie eine Klammer oder Verpackung,

sie ragt an der Südostseite der Architektur

etwas vor, bildet hier einen kleinen Vorhof und die

Eingangssituation. Allerdings ist diese Mauer – im

Gegensatz zu den weiß verputzten, geschlossenen

Fassaden der vier Baukörper – aus in unregelmäßigen

Konfigurationen übereinander geschichteten

Lochziegeln errichtet. Die Ziegel sind entgegen der

üblichen Art, quergelegt und so bewirken die Öffnungen

(Löcher) in den Ziegelsteinen ein dauerhaftes

Durchströmen von Luft und damit das „Atmen“ des

Hauses. Außerdem stellen sie eine semitransparente

Schicht zum Außenraum dar, erzeugen so das Gefühl

einer Verbundenheit mit dem Umraum, mit der Natur,

die Grenzen werden verwischt. Die an und für sich

feste Materialität des Ziegels wird also durch das

Querlegen konterkariert.

Die Innenräume dieses Wohnhauses

wirken wie ein Außenraum – hell, lichtund

luftdurchströmt.


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57

Bui The Long – CTA | Creative Architects

In der Mitte dieser Baukörper ergibt sich ein geräumiger

Innenhof/Garten zur Nutzung für die Bewohner.

Alle Beschäftigungen und Lebensabläufe wie auch

das Kochen finden meistens unter dem Schatten der

Bäume – innerhalb und außerhalb der Architektur –

statt, ganz wie es der Tradition der vietnamesischen

Gesellschaft und der Großfamilie entspricht. Dort,

wo sich die Umschließungsmauer mit den vier – in

den Ecken positionierten – Baukörpern überschneidet,

lässt ein ca. 15 Zentimeter breiter Spalt eine ungehinderte

Sicht nach außen zu. Und überall dringt

natürliches Licht durch die waagrecht liegenden Löcher

in den Ziegeln von außen ein. Die Ziegel sind

übrigens sogenannte Fehlbrände der industriellen

Produktion, so wird aus einem Abfall ein nachhaltiges

Gestaltungsprodukt, das sich auch harmonisch

in die Umwelt einfügt und die erste Ebene des „Atmens“

darstellt.

Als zweite Ebene des „Atmens“ dient der üppige

Garten mit vielen Pflanzen. Auch er soll die negativen

Umwelteinflüsse filtern und eine bessere Luft für

die Bewohner und den Innenbereich bieten. Er reinigt

die Luft und bietet eine effektive Pufferzone. Zusammen

bilden beide Elemente das Äquivalent zu einer

normalen Mauer mit dem wesentlichen Unterschied,

dass sie die ständige Luftzirkulation sichern und so

zu einem gesünderen Klima in den Innenräumen beitragen.

Die Architektur benötigt keinerlei Klimageräte

oder Ventilatoren – das erledigt die Natur. Es ist

immer kühl, hell und freundlich im Inneren. Die Raumund

Funktionsverteilung in den vier Baukörpern entspricht

den traditionellen Mustern der vietnamesischen

Architektur und Sozietät. Mit der Ausnahme,

dass mehr Gemeinschaftsbereiche und Durchblicke

geschaffen wurden, um einen besseren und stärkeren

Kontakt der Familienmitglieder zu fördern. u


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58

Bauen & Energie

Weiße Wände und die

Ziegelstrukturen bilden

den Rahmen für eine

gediegene, aber nicht

übertriebene Innenausstattung.

Das Grundstück liegt übrigens inmitten eines durchgrünten

Siedlungsgebietes mit kleinen Wohnbauten

in der Nähe des Flusses Dong Nai. Es ist eines der

Restgartenstücke der ehemaligen Stadt Bien Hoa.

Die CTA | creative architects haben bei der Planung

darauf geachtet, die bestehende Gartenlandschaft

so wenig wie möglich zu zerstören oder zu verändern.

Und so sprießen heute auch innerhalb der

Mauern unzählige kleine Bäume, Büsche und es entsteht

der Eindruck eines tropischen Paradieses. Die

zwei Geschosse hohe Umschließungsmauer bildet

an ihrer Oberkante das Auflager für eine horizontale

Abdeckung, die wiederum aus Netzen und Pflanzen

besteht. Somit entwickelt sich das Innere der

Architektur zu einem – zwar nicht hermetisch aber

doch – abgeschlossenen Bereich, der wie eine grüne

Lunge innerhalb des Hauses wirkt. Ständig strömen

Frischluft und Naturlicht durch die diffusen Abgrenzungen

dieses atmenden Komplexes.


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Bui The Long – CTA | Creative Architects

EG

OG

Wall House

Bien Hoa, Dong Nai, Vietnam

Bauherr:

Planung:

Statik:

Mr. Hong Anh

Bui The Long – CTA | Creative Architects

Viet Tin Phuc Co., Ltd

Grundstücksfläche: 1013,4 m 2

Bebaute Fläche: 200,2 m 2

Nutzfläche: 291,2 m 2

Planungsbeginn: 2018

Bauzeit: 2018

Fertigstellung: 2018

Baukosten:

74.050 Euro


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60

Bauen & Energie

Aus einem

Sturm geboren

Ranwas School / Vanuatu / CAUKIN Studio

Text: Peter Reischer Fotos: Katie Edwards

Eine neue Schule mit Bibliothek errichtete das CAUKIN Studio auf der

von einem Zyklon verwüsteten Pfingstinsel im Inselstaat Vanuatu. Mit

viel persönlichem Einsatz und Freiwilligen aus der ganzen Welt wurde

in nur acht Wochen der neue Bau fertiggestellt. Nachhaltige Materialien,

passive Designstrategien und lokale Fertigungstechniken sorgten für

eine Architektur, die weitere Zyklone überstehen soll und es auch tut.


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CAUKIN Studio

Energie kann man auf verschiedenste Arten definieren,

empfinden, umsetzen oder visualisieren. Beim

Bauen wird Energie – im fertigen Projekt – meist über

die Effizienz, den Verbrauch und somit die Verwendung

von Ressourcen verstanden. Energie ist aber

auch die Kraft des Menschen, seine Begeisterung,

seine Kreativität und Liebe bei der Umsetzung von

architektonischen Projekten. Im folgenden Beispiel

drückt sich die Energie weniger in einer architektonischen

Manifestation, sondern in der klugen Verwendung

von Materialien, im persönlichen Einsatz aller

Beteiligten und in der Hilfe für die von einer Naturkatastrophe

betroffenen Menschen aus.


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62

Bauen & Energie

Der Entwurf dafür stammt vom CAUKIN Studio, einem

jungen sozial engagierten Designstudio aus England

mit Zweigstellen in den USA und in Indonesien. Sie

arbeiteten mit Teilnehmern aus der ganzen Welt im

Dorf Ranwas zusammen mit der Dorfgemeinschaft,

um das Projekt zu realisieren. Innerhalb kürzester

Zeit entwarfen und finalisierten sie das Gebäude und

errichteten einen Bau, der mit seinem Zyklon resistenten

Holzrahmen, einer gewebten Bambusverkleidung,

einer Dachdeckung aus Polykarbonat und

Blech eine gut durchlüftete, freundliche Lernumgebung

bietet.

Ranwas liegt mitten im Bergland der Insel und die

Luftfeuchtigkeit beträgt fast dauernd an die 99%

– eine Herausforderung für die Errichtung einer

Schulbibliothek. Dieser Bereich bewältigt die extrem

hohe Luftfeuchtigkeit mittels sehr sorgfältig

ausgeklügelter, passiver Designstrategien. So wird

die Lebenszeit der gelagerten Bücher verlängert

und garantiert. Man hat die Bücher in einem eigenen,

verschlossenen Abteil verstaut, als Verkleidung

nahmen die Designer dunkle Metallplatten, um die

Temperatur im Innenraum zu erhöhen. So verringert

man die relative Luftfeuchtigkeit und erhält eine trockenere

Atmosphäre für die Bücher. Der Kamineffekt,

das Aufheizen der Außenflächen durch die Sonne

erzeugt durch die dunklen Metallplatten, sorgt für

einen ständigen Abtransport der Feuchte aus dem

Gebäudeteil. Die Bücherregale selbst sind in relativ

kleine Stellflächen eingeteilt, so kann mehr Luft zwischen

den Büchern zirkulieren und die Feuchtigkeit

abführen. Eine schmale Leiter in der Bibliothek führt

zu einer kleinen Mezzaninebene, die sich über eine

kreisrunde Öffnung auf eine Veranda öffnet und einen

gemütlichen Lesebereich für die Kinder darstellt,

sozusagen ein kleines Leseversteck.

u

Der etwa 2.000 Kilometer östlich von Australien gelegene

Inselstaat Vanuatu (er entstand 1980 aus dem

seit 1906 bestehenden britisch-französischen Kondominium

Neue Hebriden) wurde 2015 vom Zyklon

Pam schwer getroffen und verwüstet. Die ungeheure

Wucht des Sturmes zerstörte fast alles und so auch

die Ranwas Primary School, die Volksschule von

Ranwas auf der sogenannten Pfingstinsel (Pentecost

Island, Teil von Vanuatu). Zurück blieben Kinder, die

nun in völlig unzureichenden Notunterkünften unterrichtet

werden mussten. Das Tanbok Projekt – eine

NGO-Initiative – versuchte im Zuge dieses Desasters

eine neue Schule und auch eine Bibliothek zu errichten,

welche den harschen, lokalen Wetterbedingungen

gerecht werden und auch zukünftigen Stürmen

widerstehen sollten.


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CAUKIN Studio

Die Bevölkerung hat den „Neubau“ völlig akzeptiert,

auch wegen der traditionellen Materialien – es

herrscht ein emsiges Leben im Schulbetrieb.


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64

Bauen & Energie

Einfache Baustoffe und

solide, handwerkliche

Verarbeitung machen

den Charme dieser Schule

samt angeschlossener

Bibliothek aus.

Gewebte Bambuswände benutzen das höchst nachhaltige

Material, das die unmittelbare Umgebung

bietet und auch die traditionellen Fähigkeiten der

Bewohner zur Fertigung dieser Bauteile. Mit null Kosten

entstand eine atmende, in der Erhaltung billige

Konstruktion, die jederzeit von den Nutzern betreut

und ausgebessert werden kann. Große Fenster an

jeder Längsseite des Klassenraumes sorgen für die

Querlüftung und ausreichende Belichtung durch Naturlicht

– keine Kosten für Elektrizität. Ein starker

Kontrast zu den sonstigen dunklen und feuchten

Schulen der Inselgruppe.

Die Konstruktionszeit betrug nur acht Wochen und

ein Team von 15 Teilnehmern aus internationalen Architekturschulen

und Büros arbeitete zusammen mit

ca. 50 einheimischen Arbeitern an dem Projekt, man

wohnte auch zusammen im Dorf. Und wie es sich für

derart interkulturelle, partizipative Projekte gehört,

wurden auch viele Details der Konstruktion gemeinsam

beim Bauen entwickelt und sozusagen immer

wieder neu „erfunden“. Erfahrung und Wissen in einer

kulturellen Immersion.

Am 6. April 2020 passierte der Kategorie 5 Zyklon

Harold Vanuatu und sein Auge überquerte direkt

Ranwas. Von allen Gebäuden der Pfingstinsel wurden

90% zerstört oder schwer beschädigt. In Ranwas

überlebten drei den Zyklon, darunter die neue Schule

mit ihrer Bibliothek.


CAUKIN STUDIO LTD.

info@caukinstudio.com

www.caukinstudio.com

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N

Library Veranda

Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda

Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda

Veranda Teacher's O fice Cla sr om

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65

CAUKIN Studio

Veranda Teacher's Office Classroom Library Veranda

This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.

Do not scale from this drawing.

This drawing is copyright © CAUKIN Studio

Project:

RANWAS SCHOOL, VANUATU

Drawing:

GA PLAN AS BUILT

Job No.: 17.11

Drawing Number: B100

Rev:

X

Scale: 1:50@ A3

Date: 10.12.19

Drawn by: JP

This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.

Do not scale from this drawing.

This drawing is copyright © CAUKIN Studio

Project:

RANWAS SCHOOL, VANUATU

Drawing:

SECTION AA AS BUILT

Job No.: 17.11

Drawing Number: B300

Rev:

X

Scale: 1:50@ A3

Date: 10.12.19

Drawn by: JP

N

This drawing is to be read in conjunction with all other consultants' drawings.

Do not scale from this drawing.

Ranwas This drawing School

is copyright © CAUKIN Studio

Pentecost Island, Vanuatu

Project:

RANWAS SCHOOL, VANUATU

Drawing:

SECTION BB AS BUILT

Job No.: 17.11

Drawing Number: B301

Rev:

X

Scale: 1:50@ A3

Date: 10.12.19

Drawn by: JP

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

The Tanbok Project Charity

CAUKIN Studio

Harrison Marshall, David Mahon

Tom Bule

Grundstücksfläche: 130 m 2

Bebaute Fläche: 130 m 2

Nutzfläche: 130 m 2

Planungsbeginn: 12/2018

Bauzeit:

8 Wochen

Fertigstellung: 09/2019


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66

Bauen & Energie

Mit dem jüngsten Fünf-Sterne-Hotel Tirols heben Matteo Thun &

Partners /Architektur und MEISSL Architects die Verzahnung von

Design und Konstruktion auf ein neues Level. Das Green Spa-Hotel

MalisGarten in Zell am Ziller wurde als reiner Holzbau konzipiert,

wobei konsequent auf die Verwendung heimischer Hölzer geachtet

wurde. Als erstes 5-geschossiges Hotel komplett aus Massivholz

setzt MalisGarten neue Maßstäbe im Holzbau.


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Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects

Holzbau

higher level

MalisGarten / Zell am Ziller, Österreich /

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects

Text: Linda Pezzei Fotos: ZillerSeasons, Dirk Tacke

„Holz ist einer der wenigen Baustoffe mit ästhetischer

und technischer Dauerhaftigkeit.“ Kein Wunder

also, dass der für mutige Lösungen bekannte italienische

Architekt Matteo Thun gleich ein besonderes

architektonisches Konzept für Reinhard Binder im

Kopf hatte, als der mit der Bitte an Thun herantrat,

für ihn ein neues Fünf-Sterne-Hotel im Zillertal in den

österreichischen Alpen zu entwerfen. Binder seinerseits

ist Vorstandsvorsitzender der ortsansässigen

Binderholz GmbH, die auf die Produktion von innovativen

Massivholzprodukten spezialisiert ist. Ein perfect

match könnte man also sagen.

„Seit es Menschen gibt, wird mit Holz gebaut. Historisch

gesehen war Holz der erste echte Baustoff“,

bringt Reinhard Binder den Kerngedanken seines

neuesten Hotelprojekts auf den Punkt. Ein Hotel

komplett aus Holz, so lautete also die Zielvorgabe für

Architekt und Bauherr. Der Name 5*S Green Spa-Hotel

MalisGarten sollte am Ende in jedem Fall mehr

sein als nur schöner Marketing-Slogan – wie so oft.

Heimische Hölzer und traditionelle Handwerkskunst

koexistieren im Ergebnis bei MalisGarten gleichberechtigt

neben modernsten Fertigungsmethoden

und computerbasierter Planung.

u


architektur FACHMAGAZIN

68

Bauen & Energie

Holz scheint für ein Wellness-Hotel als Basiselement

wie geschaffen. Seit Menschengedenken findet dieser

natürliche Baustoff in unserem architektonischen

Schaffen Verwendung und punktet neben der angenehmen

Haptik und seinem Wohlfühlcharakter gerade

durch die Vielfalt seiner (optischen) Facetten.

Dazu kommen die unzähligen technischen, bauphysikalischen

und ökologischen Vorteile. So wurde das

Hotelprojekt – natürlich auch durch den Bezug des

Bauherren zum Baustoff Massivholz - von der Bodenplatte

bis zum Dach in Holz gedacht. Auch eine Herausforderung

für das lokale Architekturbüro MEISSL

Architects mit Sitz in Seefeld in Tirol, die sich mit

einer extrem knappen Bauzeit von nur 15 Monaten

konfrontiert sahen.

„Wir präferieren Holz als Baustoff. Dank vorgefertigtem Holz

werden die Bauzeiten reduziert, Holz ist leicht zu transportieren,

Holz ist langlebig, flexibel und entwickelt Patina, es altert

schön. Holz ist zeitlos – es ist ein nachwachsender Rohstoff

– es ist DAS Material für das 21. Jahrhundert.“

Matteo Thun


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69

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects

Dass der Eröffnungstermin gehalten werden

konnte, liegt allen voran an der intelligenten Planung

mittels Vorfabrikation einzelner Elemente,

die der Baustoff Massivholz ermöglicht. Die gesamte

tragende Struktur besteht aus Brettsperrholz-Elementen

in Fichte und Lärche. Selbst die

Treppenhäuser und Liftschächte sind in Massivholz

ausgeführt – eine Tatsache, die sowohl

Brandschutzplanern wie Statikern einiges an

Kooperation und Innovation abverlangt haben

dürfte. Wäre nicht der Bauherr selbst so kompromisslos

für einen Bau komplett aus Holz eingestanden,

wäre MalisGarten vermutlich nicht das

erste 5-geschossige Hotel der Gebäudeklasse 5

komplett aus Massivholz geworden. “Wir sind von

der Qualität der Ausführung bei dieser extrem

knappen Bauzeit begeistert“, zeigt sich so auch

Architekt Alexander Meissl mit dem Ergebnis

sehr zufrieden.

u


architektur FACHMAGAZIN

70

Bauen & Energie

Neben der Verwendung der verschiedenen Massivholzprodukte

trägt auch ein ausgeklügeltes Heiz- und

Kühlkonzept inklusive Erdwärme und Pelletheizung

zu der Tatsache bei, dass MalisGarten wohl als eines

der nachhaltigsten Hotels im Zillertal gelten darf. Holz

hat im Vergleich zu anderen Baumaterialien ohnehin

dank seiner technischen, bauphysikalischen, wirtschaftlichen

und ökologischen Vorteile die Nase vorn.

Dazu kommen die deutlich geringere Bauzeit durch

Vorfabrikation, eine größere Nettonutzfläche durch

schlankere Konstruktionen sowie die äußerst positive

CO 2 -Bilanz. Allein für das Projekt MalisGarten bleiben

mehr als 1.500 Tonnen CO 2 langfristig in den Massivholzelementen

gebunden. Neben deren Behaglichkeit

und Wärme, wirken Hölzer wie Tanne, Fichte oder Zirbe

zudem beruhigend auf Geist und Körper, senken

die Herzfrequenz und begünstigen einen gesunden

Schlaf. Für ein Green Spa-Hotel also in jeder Hinsicht

das perfekte Material.

Wie der Name MalisGarten schon vermuten lässt,

umfasst das Hotelgelände auch einen 2.000 m²

großen Garten mit Entspannungsbereichen, einem

Obst- und Kräutergarten sowie einem Außenpool,

der im rückwärtigen Bereich über ein 22 Meter langes

Becken in den Innenbereich übergeht. Die mit

Profilhölzern versehenen Wände und Decken kreieren

in Kombination mit gedeckten Farben den Eindruck

einer Badelandschaft inmitten eines Waldes.

Die begrünte, hölzerne Außenfassade schafft als

Pendant schon an der Vorderseite des Hotels eine

Einheit mit dem Garten und vermittelt den Eindruck

einer naturnahen Entspannungsoase inmitten des

kleinen Örtchens Zell am Ziller.


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71

Matteo Thun & Partners /Architektur & Meissl Architects

Der Name „MalisGarten“

ist auch auf den großzügig

angelegten Terrassen

Programm: Pflanzkörbe,

naturbelassenes Holz und

Textilien in Naturtönen

rahmen den Blick auf die

umgebende Bergwelt.

Obwohl das Interieurdesign nicht aus der Feder

von Matteo Thun & Partners /Architektur stammt,

scheint es doch fein abgestimmt auf das architektonische

Gesamtkonzept. Das Thema Holz zieht sich

auch hier von der Lobby über das Restaurant bis

hin zum Spa-Bereich und den 35 Zimmern als konsequentes

Leitmotiv durch alle Bereiche - ob Böden,

Wände, Decken oder Mobiliar, hier wird die Klaviatur

des Materials Holz wirklich in all seinen Nuancen angestimmt.

Dabei trifft Alt auf Neu, der buntbemalte

Bauernschrank behauptet sich selbstbewusst neben

dem voluminösen Designersofa, Drexlerkunst und Intarsien

finden neben CNC-gefrästen Elementen ihre

Daseinsberechtigung. Fichte, Tanne, Lärche, Zirbe,

Eiche und Nuss – Tafelparkett, Fischgrätmuster oder

klassische Diele – MalisGarten darf auch als Werkschau

gelten, was Holz alles kann.

Was auf den ersten Blick viel wirken mag, macht die

Zimmer nach Inbeschlagnahme umso gemütlicher.

Dazu kommt der feine Duft nach frischem Holz, der

den Gast hier an jeder Ecke während seines Aufenthalts

wie ein unsichtbarer Geist begleitet. Oder um es

mit den Worten Matteo Thuns zu sagen: „Holz setzt

Zeichen. Holz lebt. Und Holz entwickelt eine herrliche

Patina.“


MalisGarten

Zell am Ziller, Österreich

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Familie Binder-Egger | ZillerSeasons

Architektonisches Konzept: Matteo Thun & Partners /Architektur

Lokaler Architekt: MEISSL ARCHITECTS

MEISSL ARCHITECTS: Alexander Meissl,

Nadin Bierbauer, Stefan Plattner, Mara Milborn

tragwerkspartner zt GmbH Innsbruck

Grundstücksfläche: 3.084 m 2

Bebaute Fläche: 1.144 m 2

Nutzfläche: 4.707 m 2

Planungsbeginn: 01/2019

Bauzeit:

15 Monate

Fertigstellung: 06/2020

„Die flexiblen Möglichkeiten, die

kurze Bauzeit und die ökologischen

Vorteile sprechen in Verbindung

mit dem gelungenen Design eindeutig

für eine vielversprechende

Zukunft des Baustoffes Holz.“

Alexander Meissl

© DavidJohansson


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72

Bauen & Energie

Erweiterung

des Horizonts

Erweiterung Gipfelhaus / Magdalensberg, Kärnten / Architekten Ronacher ZT

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Franz Gerdl, Herman Stelz, Hannes Pacheiner


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73

Architekten Ronacher ZT

Für das Gipfelhaus am

Kärntner Magdalensberg

wurde mehr Raum

benötigt. Die Architekten

Ronacher setzen diese

Anforderung an dem historischen

Ort mit einem

feinfühligen Konzept in

die Realität um.

Bauen an einem historischen Ort ist immer ein

schwieriges Unterfangen. Es benötigt Sensibilität,

Kenntnis und ein Gespür für Mögliches und Machbares.

Auch der Magdalensberg, der als heiliger Berg

Kärntens gilt, ist ein solcher Ort. An seinem Fuße fand

man Spuren von Siedlungen der Kelten und Römer.

Auf seinem 1058 Meter hohen Gipfel befindet sich

eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. In

unmittelbarer Nähe dazu wurde in den 1980er Jahren

ein Gipfelhaus gebaut, das mit seinem großen Volumen

in einem Spannungsverhältnis zur Kirche steht.

Für die Nutzung als Gasthaus, Hotel und Hochzeitslocation

und aufgrund der regen Nachfrage wurde eine

Erweiterung des Betriebes notwendig, ein zusätzliches

Bauvolumen war am Gipfel jedoch nicht erwünscht.

Deshalb erforderte ein Ausbau an diesem Ort ein Umdenken

und ein vollkommen anderes Konzept.

Zwischen den Wünschen der Bauherren und denen

der raumplanenden Behörde nahmen die Architekten

Ronacher eine vermittelnde Rolle ein. Eine Erweiterung

des Gipfelhauses konnte nur durch eine

Ausweitung des Flächenwidmungsplanes und eines

entsprechenden Teilbebauungsplanes ermöglicht

werden. IIn Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt,

der Archäologie und der erweiterten Ortsbildpflegekommission

wurde ein Projekt ausgearbeitet,

das einen sensibleren und ökologischeren Ansatz

verfolgt. Die Erweiterung sollte mittels Bauvolumen

erfolgen, das in den Berg hineingegraben und dessen

Überdachung begrünt ist. Vorgeschlagen wurde ein

neuer Bettentrakt, der sich östlich des Gipfelhauses

mit einer Krümmung an die Topographie des Magdalensberges

anschmiegt. Durch das Hineinversetzen

in den Berg und die Begrünung ist er vom Gipfel aus

beinahe unsichtbar und gibt den Blick wie gehabt in

die umgebende Landschaft frei.

u


architektur FACHMAGAZIN

74

Bauen & Energie

Nach der ersten erfolgreichen Präsentation dieses

Konzepts wurde sogar die Möglichkeit eröffnet, zwei

derartige Bettentrakte am Gipfel zu positionieren.

Neben der Erweiterung sollten auch Veränderungen

am bestehenden Gipfelhaus vorgenommen werden,

um dessen Baukörper mehr Schlichtheit zu verleihen:

Das Krüppelwalmdach weicht einem zurückhaltenden

Satteldach, die Dachgaupen sind verkleinert, die

verputzte Fassade wird mit Lärchholzbrettern verkleidet.

Als ausschlaggebend für die Akzeptanz des

Konzeptes kann vor allem aber die Veränderung des

bestehenden Hochzeitssaales gesehen werden, der

abgetragen und durch einen neuen, wesentlich flacheren

mit Gründach ersetzt werden sollte. Dadurch

erweiterte sich der Horizont und eröffnet den Blick

Richtung Karawanken. Schlussendlich kam es zur

Genehmigung durch die raumplanende Behörde und

zur Umwidmung der Flächen, sodass der Erweiterung

und dem Umbau des Gipfelhauses nichts mehr

im Weg stand.

Holzoberflächen dominieren

im Innenraum. Jedes

der neuen Hotelzimmer

besitzt einen Panoramablick

auf die umliegende

Berglandschaft und ist

durch die geschickte Anordnung

der Zimmer vor

Einblicken geschützt.


FÖN

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75

Architekten Ronacher ZT

Die Erweiterung des Gipfelhauses durch zwei Bettentrakte

mit zwanzig Zimmern ist wohlüberlegt positioniert.

Die Ausrichtung erfolgte nach Osten, die

Verbindung zum Bestandsbau über eine Verbindung

im ersten und zweiten Untergeschoss. Durch die zeilenförmige

Anordnung ist jedes Zimmer geschützt

vor Einblicken und hat seinen eigenen Ausblick auf

das Bergpanorama der Umgebung.

Mit der Erweiterung des Gipfelhauses ging letztendlich

auch sein Umbau einher. Die Umgestaltung

konnte direkt genutzt werden, um das Gebäude

thermisch zu sanieren und brachte schließlich eine

Verbesserung seines Erscheinungsbildes mit sich.

Die Zusammengehörigkeit der einzelnen Baukörper

wird durch die das verbindende Vordach und die hölzernen

Oberflächen deutlich sichtbar und hervorgehoben.

Das neue Satteldach tritt in direkten Bezug

zur romanischen Kirche, sodass ein Ensemble beider

Gebäude am Gipfel entsteht.

Mit ihrer Gestaltung der Erweiterung des Gipfelhauses

am Magdalensberg bewegten sich die Architekten

Ronacher stets zwischen dem Damals und dem

Hier, zwischen Tradition und Moderne. Durch ihre

Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den Bauherren

und den Behörden konnte an diesem traditionsreichen

und historischen Ort eine neue zeitgemäße Architektur

entstehen.


DEBORA MUGNAINI [ARCHITEKTEN RONACHER] | N:\2017\1707 SKORIANZ, ERWEITERUNG GIPFELHAUS, MAGDALENSBERG\VERÖFFENTLICHUNGEN\CAD\1707 B02.DWG | A3 (297 X 420 MM)| 1622 HOFBAUER.CTB

UG 1

Erweiterung Gipfelhaus am Magdalensberg

9064 Magdalensberg

Bauherr:

Planung:

Statik:

architektenR

ARCHITEKTEN RONACHER ZT GmbH | Arch. DI Dr. Herwig Ronacher, Arch. DI Andrea Ronacher | A-9620 Hermagor | office@architekten-ronacher.at | LG Klagenfurt, FN: 352443z | www.architekten-ronacher.at

Familie Skorianz

Architekten Ronacher ZT

Kastner ZT GmbH

Grundstücksfläche: 13.530 m²

Bebaute Fläche: 2.584,7 m²

Planungsbeginn: 02/2017

Bauzeit:

7 Monate

Fertigstellung: 05/2020

ERWEITERUNG GIPFELHAUS MAGDALENSBERG

VERÖFFENTLICHUNGSPLAN

GRUNDRISS UG 1 | ZIMMER SÜD

15.10.2020 1/250 1707

„Als wir vor etwa vier Jahren von

den Bauherren gebeten wurden einen

Entwurf für die Erweiterung des

Gipfelhauses zu erarbeiten, stießen

wir bei den Behörden zunächst auf

Ablehnung. Erst als wir mit Nachdruck

einen Präsentationstermin

für unsere Idee erbaten und diesen

schließlich erhielten, war es uns

möglich unseren Entwurf vorzustellen.

Dieser verfolgte einen völlig

anderen Ansatz als die bisherigen

Versuche für eine Erweiterung. „


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76

Licht

Stimmiges Licht

im Bergdorf

Hoch über dem Tal in Leogang im Salzburger Pinzgau liegt auf der Sonnenseite

gegenüber den großen Schigebieten das Bergdorf Priesteregg von Renate und Huwi

Oberlader. Mit seinen nunmehr 18 verschiedenen Chalets ist es ein Ort für alle, die

das Besondere in den Salzburger Bergen suchen. 2019 wurde das Areal nochmals

mit einem großzügigen Wellnessbereich erweitert. Zudem entstanden mit der VILLA

ETANER und der WILDERER VILLA zwei weitere Chalets, die jeden Luxus bieten.

Text: Alexander Magyar Fotos: Günter Standl

Die Oberladers leben ihr Bergdorf – alles hier trägt

ihre Handschrift. So werden aus Tälern alte Baumstämme

herausgezogen, die dann als Möbel für die

neuen Chalets verarbeitet werden und aus „Abfallprodukten“

auf der Baustelle werden unter dem Beisein

von einem der Beiden Deko-Objekte gestaltet.

Seit jeher legen die Hoteliers, die neben dem Bergdorf

auch das stylische Hotel „mama thresl“ im Tal

in Leogang und bei der Bergstation der Asitzbahn

den Mountain Club „Hendl Fischerei“ betreiben, auch

sehr viel Wert auf das Licht und die Lichtstimmungen

in ihren Gebäuden. Und so taucht schon die letzten

15 Jahre immer wieder der Name Catellani&Smith

auf. So wie Renate und Huwi mit ihrem Bergdorf hat

auch Enzo Catellani mit seinen Leuchten immer neue

Trends gesetzt und so finden sich überall im Priesteregg

auch die Produkte der Firma aus Bergamo.


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77

Licht

Ob als große „Drahtwolke“ über dem Pool im Wellnessbereich,

oder als Esstisch-und Bettleuchte in der Villa

Etaner – die dekorativen Highlights in der Beleuchtung

wurden mit Leuchten von Catellani umgesetzt.

Unterstützung holten sich die Bauherrn bei dieser

Etappe, wie auch in den letzten Bauphasen, von den

ansässigen Lichtplanern der lichtwert concept GmbH.

Gemeinsam mit den Oberladers wurde über die Positionierung

der Leuchten und die exakten Leuchtentypen

diskutiert, fachgesimpelt und philosophiert….

Das Ergebnis ist eine einzigartige Lichtstimmung,

die in dieser Form ihresgleichen sucht. Das Gesamtbild

ist erfrischend anders als der „Einheitsbrei“, dem

man in der Region so häufig ausgesetzt ist: Präsente

Leuchtkörper und nicht aufzufindende „Stimmungsmacher“

wechseln einander ab und hinterlassen

beim Gast einen bleibenden positiven Eindruck.


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78

Licht

Wo kein Licht,

da auch kein Schatten

Dass das Erdgeschoß Ecke Praterstraße und Aspernbrückengasse in der Wiener

Leopoldstadt kaum wiederzuerkennen ist, ist zum Großteil Philipp Brandstätter

zu verdanken, der die ehemaligen ATV-Räumlichkeiten, die fast zwei Jahre leer

gestanden sind, mit einem ausgeklügelten Design- und Lichtkonzept zu neuem

Leben erweckt hat. Eineinhalb Jahre wurde umgebaut, entwickelt und an einem

internationalen Multichannel-Konzept gefeilt, das Café, Lounge, Kunstraum, Bar

und Club, also Tag und Nacht, in einer einzigen Location vereint.

Text: Alexander Magyar Fotos: Mato Johannik

Um diesen unterschiedlichen Stimmungen gerecht

zu werden, braucht es natürlich ein ausgeklügeltes,

harmonisches und vielseitig einsetzbares Interieur.

Eine enorme Herausforderung, die mit der nötigen

Klarheit und einem Potpourri an kreativen Lösungsvorschlägen

gemeistert wurde. Für die notwendige

Balance zwischen Individualität und Harmonie sorgte

dabei Philipp Brandstätter, der seit 2003 in Wien

das Design- und Planungsstudio „Branddesigners“

betreibt und der bei diesem Projekt vom Interior Designer

Andreas Pust unterstützt wurde.

Im Zentrum seines Konzepts steht die Bar: Es ist

ein schier endloser Travertin, der von Beton-Mittelleitplanken

getragen wird und trotz seiner Wucht

grazil in den Fokus rückt. Urbanes Design, Leitschienen

auf der Tanzfläche und das Logo des Clubs (ein

Autobahnzeichen ohne Brücke) sollen die Straße in

den Club bringen. Für sein Konzept konnte Brandstätter,

der in der heimischen Kunstszene gut vernetzt

ist, auch einige Kunstgrößen gewinnen: In einer

nach ihm benannten Lounge stellt etwa Martin Grandits

seinen getragenen weißen Socken hinter einem

Glastisch aus. Und Thomas Weidinger hat für diese

Location alte Wiener Straßenlaternen zerschnitten

und zu einem neuen Luster geformt.


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79

Licht

Auch bei der Lichtprogrammierung zog

Brandstätter, der sich bereits seit mehr als

15 Jahren mit LED-Technologien und deren

Möglichkeiten beschäftigt, alle Register.

Licht ist für ihn ein zentrales Element, um

die Architektur zu unterstreichen und zu inszenieren.

Sein Gespür für Licht und seine

technischen Fähigkeiten in der Umsetzung

sieht man etwa an der Lamellen-Wand: Entworfen

wurde ein System, das über zweifache

Licht-Umlenkung funktioniert. Über

eine Länge von 15 Meter und einer Höhe von

2,80 m wurde eine Holz-Lammellen-Wand

errichtet, die wie ein Screen funktioniert. In

ausgeschaltetem Zustand ist es ein neutraler

grauer Ton, der durch die RGB-Elemente

animiert werden kann. Durch eine enorm

flexible Schaltbarkeit können entlang der

Länge unterschiedliche Stimmungen erzeugt

werden. Durch die zweifache Umlenkung

wird das Licht gestreut, es sind keine

LED-Leuchten sichtbar und ein diffuser

Lichtschein entsteht.

Demgegenüber steht eine Leihgabe der

renommierten heimischen Künstlerin Brigitte

Kowanz. Ihre Arbeit „Introduction

of the Euro” ist ein wesentlicher Beitrag

für das Licht-Konzept im Lounge-Bereich

und zieht die Blicke auf sich. Passend zum

Kunstwerk wurde eine Spiegelwand aufgezogen,

deren Spiegelungseffekt von oben

nach unten immer geringer wird. Hat man

Zugang zum Backstageraum, offenbart sich

ein weiteres Design-Highlight: Brandstätter

ließ sich dabei von Arbeiten vom dänischen

Star-Architekten Verner Panton inspirieren.

Eine Installation aus 1800 maßgefertigten

Acrylglasblättchen, die auf der einen Seite

mit Prismen, auf der anderen Seite mit einem

Farbverlauf digital bedruckt wurden.

Das ergibt im Zusammenspiel mit dem

blauen Samt, mit dem der ganze Raum ausgekleidet

wurde, ein sehr warmes Licht, das

durch punktgerichtete LED-Spots erzeugt

und durch die Prismen auf den Blättchen

gebrochen wird. Da diese auf der Decke

hängend angebracht wurden, entstehen bei

Bewegung, eventuell durch einen Luftzug

verursacht, Moiré-Effekte und Schattenspiele

am Boden.

Die gesamte Einrichtung dieser neuen Location

ist ein gelungener Brückenschlag zwischen

unterschiedlichen Stilen und Epochen

- von den 70er-Jahren bis ins Hier und Jetzt.

Von Vintage-Leuchten bis zu modernen Dali

Spots. Ein ansprechender, nie überladener

Mix aus Retro-Elementen und modernen

Materialien, bei dem ein Element immer wiederkehrt:

Es ist der „orangene Faden“, der

das Lokal durchzieht, sich farblich in vielen

Details wiederfindet und den Gin-Tonic in

der Praterstrasse zum Erlebnis macht.


architektur FACHMAGAZIN

80

Produkt News

Glanzvoll und ultraflach

Die Reduktion eines Produkts auf das Wesentliche bedarf absoluter Perfektion.

Denn der Verzicht auf unnötige Details lenkt den Blick unmittelbar auf Form und

Funktion des Objekts.

Das Thema Reduktion hat der Schweizer Leuchtenhersteller

Regent Lighting nun noch ein Stück weiter

getrieben und die bewährte Purelite Produktfamilie

um eine besonders schlanke Version ergänzt, die

gänzlich neue Möglichkeiten hinsichtlich Anwendung

und Montage bietet. Purelite Slim ist die flachste

und schlankeste Büroleuchte, die derzeit auf dem

Markt zu finden ist. Beachtlich ist nicht nur deren

Lichtqualität, sondern der ultraflache Leuchtenkörper,

der gerade einmal 35 Millimeter misst.

Als schmaler, kontinuierlicher Lichtstreifen, mit einer

Länge von bis zu 19 Metern, leuchtet Purelite Slim

Räume und Decken schattenfrei aus oder setzt, wo

gewünscht, Akzente durch eine gezielte Lichtführung.

Erhältlich ist die Lichtline in drei Varianten: Für Büros,

Konferenzräume, Eingangsbereiche und Flure eignen

sich die beiden raumstrahlenden Varianten mit Deckenaufhellung

Purelite Slim und Purelite Slim Office.

Die direktstrahlende Variante Purelite Slim D richtet

das Licht hingegen nur nach unten, um bestimmte Bereiche

gezielt auszuleuchten.

Dafür stehen vier Montagevarianten zur Verfügung,

die jeweils eine unterschiedliche Wirkung der

Leuchte im Raum erzeugen. Neben der Deckeneinbauleuchte

gibt es Purelite Slim auch als Deckenanbauleuchte

und als Lichtkanalsystem und mit dem

entsprechenden Zubehör als Pendelvariante. Wie bei

einigen anderen Purelite Produkten können auch bei

Purelite Slim Office und Purelite Slim D die neu entwickelten

Diffusoren RUN und RUN+ integriert werden.

REGENT Licht GmbH

T +43 (0)1 879 12-10

info@regent-licht.at

www.regent.ch


www.architektur-online.com

81

Produkt News

Automatisierte Lichtlösung

Die zunehmende digitale Vernetzung, der Wunsch nach mehr Komfort, Sicherheit

sowie Energieeffizienz sind treibende Kräfte für einen innovativen Ansatz zur automatisierten

Steuerung unterschiedlicher Geräte und Installationen im Haus und

in Gebäudekomplexen. Im oberösterreichischen Kollerschlag ist mit Loxone einer

der erfolgreichsten Anbieter von Steuerungssystemen beheimatet, die Haustechnik,

Elektrogeräte, Unterhaltungselektronik und auch Licht miteinander vernetzen

und Abläufe in Gebäuden automatisieren.

Auch die Entwicklerteams vom Lichtspezialisten

Molto Luce beschäftigen sich bei der Konzeption

innovativer Lichtlösungen intensiv mit dem Bereich

der automatisierten Steuerung, da sich daraus zusätzliche

Vorteile wie ein Mehr an Flexibilität, Nutzerfreundlichkeit

und Energieeinsparung ergeben.

Auf der Suche nach einem stabilen, einfachen sowie

sicheren System zur drahtlosen Steuerung traf man

in unmittelbarer regionaler Nähe mit Loxone auf einen

idealen Partner, um die Leuchten von Molto

Luce digital zu programmieren. Ein erstes Ergebnis

dieser Zusammenarbeit zweier Spezialisten ist das

Schienensystem Volare: Unter dem Namen „Volare

Air“ bietet Molto Luce nun seine 230V-2-Phasenstromschiene

und ein umfassendes Sortiment an

darauf abgestimmten Leuchten und Strahlern an. Die

gewünschten Settings an Lichtstimmungen können

einfach über eine App angelegt werden. Abhängig

von Tageszeiten, persönlichen Stimmungen oder zu

erledigenden Tätigkeiten lassen sich verschiedene

Lichtquellen kombinieren und aktivieren, um auf

diese Weise die jeweils passende Lichtatmosphäre

sicherzustellen.

Spannende Aussichten

In diesem Zusammenspiel kann ein automatisiertes

Gebäude aber nicht nur die Funktion des Beleuchtens

übernehmen. So lassen sich Lichtquellen z.B.

auch intelligent als Lichtklingel benutzen, weil etwa

das schlafende Kind oder der Bürobetrieb nicht gestört

werden soll. Im Bereich der Alarmierung kann

die gesamte Beleuchtung eines Gebäudes zu blinken

beginnen, weil etwa Wasser, Rauch oder Einbruch detektiert

wurde.

Neben dem Thema Licht fokussiert Loxone bei der

Automatisierung auch auf viele andere Bereiche wie

etwa Beschattung, Lüftung, Multimedia und Heizung.

Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten

erledigt das automatisierte Gebäude viele

Aufgaben in puncto Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz

von selbst.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

www.loxone.com


architektur FACHMAGAZIN

82

Produkt News

Gute Beleuchtung

für mehr Wohlbefinden

Unzureichende Beleuchtung in Räumen bringt den natürlichen Biorhythmus von

Menschen durcheinander, lässt den für den Schlaf zuständigen Melatonin-Spiegel

ansteigen und macht müde. Abhilfe gegen den Lichtmangel bietet die richtige

Beleuchtung, die die Programmierung intelligenter, angepasster Beleuchtungsszenarien

ermöglicht.

Eine Lösung für intelligente Beleuchtungsanlagen

bietet B.E.G., Experte für Bewegungsmelder und Beleuchtung:

Die bewährten KNX-Präsenzmelder verfügen

nun auch über die HCL-Steuerung (Human

Centric Lighting). Lichtfarbe und -intensität werden

über den Tag hinweg sanft an den natürlichen Verlauf

des Sonnenlichts angepasst. Beides beeinflusst

den natürlichen Biorhythmus und die innere Uhr. Damit

können in Bürogebäuden, in der Industrie oder in

Schulen Lichtquellen so eingestellt werden, dass das

Wohlbefinden steigt und negative Auswirkungen von

Lichtmangel abgefedert werden. Für die Umsetzung

werden DALI Device Type 8- Leuchten benötigt, die

über warmweiße und kaltweiße LED verfügen. Das

DALI-KNX-Gateway stellt die Verbindung zwischen

Leuchte und KNX-Melder her.

Die Frage der richtigen Beleuchtung sollte idealerweise

schon in der Planungsphase eines Gebäudes berücksichtigt

werden. Energiemanagement ist in diesem

Zusammenhang ebenfalls ein Thema, denn die

in der dunklen Jahreszeit notwendige Beleuchtung

über fast den ganzen Tag verbraucht natürlich auch

mehr Strom als gewöhnlich. Hier greift die Energiesparverordnung

(EnEV) der EU, die dazu verpflichtet,

festgelegte Energiestandards einzuhalten. Diese Rahmenbedingungen

stellen auch Anforderungen an die

Beleuchtung: Besseres Licht durch innovative Lichttechnik

und optimierte Tageslichtnutzung bei niedrigerem

Energieverbrauch lautet die Devise. Moderne

Beleuchtungssysteme tragen dem durch die Entwicklung

energieeffizienter Lösungen Rechnung.

Siblik Elektrik

GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 68 006-0

info@siblik.com

www.siblik.com


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83

Produkt News

Modulare Flexibilität

Flexibel reagieren auf bauliche Gegebenheiten: Das neue System der

BEGA Systempendelleuchten für den Innenraum ermöglicht die Berücksichtigung

nahezu aller denkbaren Deckenkonstruktionen. Hochwertige

Pendelleuchten mit vollständiger Lichtkontrolle sind hierzu als modulares

System kombinierbar mit verschiedenen Installationskomponenten.

Die Aufhängung und der elektrische Anschluss einer

Pendelleuchte an einer Decke erfolgen üblicherweise

in einem Baldachin. Diese Installationskomponente

dient neben dem sicherheitsrelevanten Schutz vor

Berührungsspannung auch der Kaschierung der Aufhängung

und der Leitungsverbindung. Oft sorgen

bauliche Gegebenheiten jedoch dafür, dass Leuchten

an unterschiedliche Deckenkonstruktionen installiert

werden müssen. Die BEGA Systempendelleuchten

tragen diesen Anforderungen Rechnung:

Unterschiedliche Installationskomponenten ermöglichen

die Integrierung von elektrischem Anschluss

und Leuchtenaufhängung in eine abgehängte Decke,

Montage und Installation an geneigte wie gerade Decken

oder die Installation der Pendelleuchten an ein

Stromschienensystem.

Zahlreiche Pendelleuchten aus dem BEGA Innenleuchten-Programm

stehen als Systempendelleuchten

zur Verfügung – unter anderem viele Produkte

aus der Serie STUDIO LINE. Wahlweise sind die

Baldachine erhältlich mit eingebautem Smart Controller

zur drahtlosen Steuerung der Leuchten mit

der App BEGA Smart.

BEGA Leuchten GmbH

T +43 (0)512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com


architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Ikonisches Design

Die neue Dusch-WC-Generation von Duravit und Philippe Starck vereint Designanspruch

mit neuester Technologie und ist in zwei Ausführungen erhältlich:

SensoWash® Starck f Plus und SensoWash® Starck f Lite. Alle Komponenten

wurden technologisch weiterentwickelt und neu angeordnet, so dass die gesamte

Technik nun im Keramik-Körper Platz findet. Der flache Sitz mit nur 40 mm Höhe

und die dahinter liegende, weiße Abdeckung bilden eine flächenbündige Einheit:

modernes Design und komfortstiftende Technologie in perfekter Harmonie.

Über die innovative Fernbedienung im flachen, eleganten

Design lassen sich alle Funktionen intuitiv

steuern. Technische Finessen vom Näherungssensor

für automatische Deckelöffnung über die Benutzerkennung

im Sitz bis hin zu verschiedensten Einstellmöglichkeiten

bei der Sitzheizung, beim Duschstrahl

und beim regulierbaren Warmluftföhn garantieren

Komfort. Mit der zugehörigen SensoWash®-App wird

das Dusch-WC individuell konfiguriert oder optional

wie mit einer Fernbedienung gesteuert.

Dank Rimless®-Technologie und einer optimierten

Becken- und Siphongeometrie bietet die neue Generation

eine noch bessere Wasserführung für perfekte

Spülergebnisse. Mit der Keramikglasur HygieneGlaze

garantiert Duravit einen optimalen Hygienestandard.

Dauerhaft in die Keramik eingebrannt, wirkt

sie besonders schnell und gründlich: Bereits nach 12

Stunden werden 90%, nach 24 Stunden 99,9% des

Bakterienwachstums gehemmt – ein bislang unerreichtes

Niveau.

Duravit Austria GmbH

T +43 (0)2236 677 033

info@at.duravit.com

www.duravit.at


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Produkt News

Detaillierte Planungsunterstützung

Mit einem Leitfaden zur Strahlungskühldecke Thermatop

M. hilft Uponor Planern bei der Auslegung von

Heiz-/Kühldecken für gewerblich genutzte Gebäude.

Thermatop M ist ein wasserbasiertes Heiz-/Kühldeckensystem,

das überwiegend nach dem Strahlungsprinzip

arbeitet und dessen standardisierte Module

sich unkompliziert in herkömmliche Trockenbau-Unterkonstruktionen

integrieren lassen.

Im Planungsleitfaden zeigt Uponor auf rund 40 Seiten,

wie Planer die Heiz-/Kühldecke als Neubau- und

Renovierungslösung richtig auslegen. Der Leitfaden

geht auf alle grundsätzlichen Anforderungen ein, die

bei der Planung zu berücksichtigen sind, und führt

anhand einer Musterprojektierung durch alle wesentlichen

Projektschritte. Zusätzlich bietet der Planungsleitfaden

Links zu weiterführenden Informationen,

wie einem Muster-LV mit allen Komponenten

aus dem Planungsbeispiel sowie zu technischen Unterlagen

und Projektdateien für die Nutzung der Uponor

HSEdesktop Planungssoftware. Der Planungsleitfaden

kann unter www.uponor.de/thermatop

kostenlos zum Download angefordert werden.

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at

IKONA

by Conform

Richten Sie Ihr Bad fürs Leben ein. Acht hochwertig gefertigte Badmöbel-Programme aus

Tirol. Für Menschen, die Herkunft und Qualität schätzen. Mehrfach mit internationalen Designpreisen

ausgezeichnet. Funktional bis ins kleinste Detail durchdacht, maßvariabel für individuelle

Grundrisse, flexibel in den Ausstattungskomponenten, High-Tech und Handarbeit ...

Erhältlich bei Ihrem Sanitär-Fachhändler. Und schon in 9 Werktagen geliefert!

TIROLER INDUSTRIE MANUFAKTUR FÜR BADMÖBEL. www.conformbad.at


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

Smarte Lichtkonzepte

für Waschplätze

Licht verbindet Ästhetik und Funktion, setzt in Szene, hebt Schönes hervor

– und gibt dem Badezimmer Atmosphäre. Conform, die Tiroler Industriemanufaktur

für Badmöbel, bietet eine enorme Vielfalt an Leuchtspiegeln,

Spiegelschränken und kompletten Systemprogrammen, die raffiniert illuminierte

Möbelelemente im Bad in den Fokus stellen.

Im aktuellen Neuheitenprogramm finden sich beispielsweise

mit den Serien HELIO, DISQUS und ORUM

drei runde Leuchtspiegel mit umlaufendem LED-Rahmen,

die mit Volumen, dreidimensionalem Charakter

und trendigem Schick begeistern. Die massive Serie

ORUM wird in 32 verschiedenen Korpus-Materialien,

passend zu allen Möbeloberflächen gefertigt. Der

neue Spiegelschrank FILUX zeigt mit verspiegelten

Seitenwangen und dem prägnanten LED-Board

viel Eleganz und Stauraum-Funktionalität. Und die

verglasten Boutiqueschränke der Serie TiAMO, mit

illuminiertem Innenleben und Unterschränken mit

verdeckten Lichtbändern, die stimmungsvoll die

Grifffugen akzentuieren, schaffen einzigartig expressive

Raumsituationen. Raffinierte Lichtstimmung findet

man aber auch in den Programmen FOQUS – mit

den illuminierten OpenCubes – sowie XANADU, das

mit den beleuchteten StageBoxen ein außergewöhnlich

erhellendes Badambiente schafft.

CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

office@conformbad.at

www.conformbad.at

www.conform-partnersystem.com


www.architektur-online.com

87

Produkt News

Fotos: Sara Sera

Imposantes Raumobjekt

Im Rahmen einer einjährigen Entwicklungszusammenarbeit von LOVE architecture

and urbanism und LAUFEN entstand am Produktionsstandort & Entwicklungszentrum

in Gmunden des Badspezialisten das Raumobjekt n186. Konzipiert

für die Architekturbiennale 2020, die nun 2021 stattfinden soll, wurde das Kunstwerk

aus dem Material SaphirKeramik realisiert, das sehr filigrane, dünnwandige

Formen, enge Radien und damit noch nie dagewesene Möglichkeiten und Spielräume

in der Formgestaltung mit Keramik bietet.

Die Komplexität von n186, das aus 186 handgefertigten

Rohren besteht, die sphärisch um einen statischen

Kugelhohlkörper gruppiert sind, spiegelt die

außerordentlichen Eigenschaften und vielfältigen

Einsatzmöglichkeiten der SaphirKeramik von LAU-

FEN wider. Insgesamt entstand so ein kristallin wirkendes

weißes Objekt mit einem Gesamtdurchmesser

von knapp drei Metern. Jedes Keramikkapillar

besitzt einen Durchmesser von 30 mm und wurde in

einer Materialwandstärke von 5 mm konstruiert. Algorithmusunterstützt

wurden dann verschieden lange

Keramikrohre um einen zentralen, Kugelhohlkörper

verteilt und bilden so ein imposantes Raumobjekt

mit kristalliner Anmutung und von ungreifbarem Volumen.

Es wirkt fragil, stabil, zentral, spektral und explodierend

zugleich. Damit vereint es verschiedenste

Aspekte des architektonischen Schaffens: Konzept,

Material, Design, technische Ausarbeitung und deren

präzise Realisierung.

„Die Idee des Objektes n186 war relativ schnell geboren.

Laufen als Keramik Spezialist musste nicht lange

zu einer Kooperation und gemeinsamen Entwicklung

überredet werden. Das Objekt wirkt relativ einfach, ist

aber technisch außerordentlich komplex,“ so Mark Jenewein,

Architekt und Partner bei LOVE architecture

and urbanism. Und Christian Schäfer, Vorstand der

Laufen Austria AG, zum Engagement seines Unternehmens:

„Schon seit den frühen 60er Jahren unterstützen

wir in Gmunden Künstler und Kreative in der

Realisierung ihrer Kunstobjekte. Die Installation ‚n186‘

ist ein großartiges Beispiel dafür, welche herausragenden

Formen wir heute im Stande sind in unserem Werk

in Gmunden aus SaphirKeramik zu fertigen.

Das Objekt N186 kann noch bis Ende November im

Laufen Space Wien – Showroom & Innovation Hub

angesehen werden

www.n186.love

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office.wi@at.laufen.com

www.laufen.co.at


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Stil und Stauraum

Waschplätze mit Stil und viel Stauraum: Die neuen VariForm Badmöbel mit

passenden Aufsatzwaschtischen von Geberit lassen sich perfekt mit dem

Option Plus Spiegel kombinieren.

Geberit VariForm und Option Lichtspiegel: Aufgeräumt

und minimalistisch ruhig präsentieren sich die

neuen Geberit VariForm Badmöbel. Sie passen optimal

zu den VariForm Aufsatzwaschtischen. Der neue Geberit

Option Lichtspiegel ergänzt das Ensemble auf

elegante Weise. Die neuen Geberit VariForm Waschtischunterschränke

erweitern das VariForm Waschtisch

Portfolio. Der Waschplatz lässt sich mit diesen

Elementen in einem durchgängigen Stil gestalten.

Minimalistisch ruhig

Im Zusammenspiel von VariForm Aufsatzwaschtisch

und Badmöbel kommt die ruhige, dezente Designsprache

voll zur Geltung. Die filigrane schwarze Umrandung

setzt die Ablagefläche aus langlebigem Kompaktlaminat

optisch in Szene. Im Inneren überzeugt

der großzügige Stauraum: Die Schubladen sind ohne

Siphonausschnitt gestaltet, wodurch der Innenraum

optimal nutzbar wird.

Die unterschiedlichen Modelle der VariForm Aufsatzwaschtische

ermöglichen zusammen mit den Waschtischunterschränken

eine vielfältige und modulare

Gestaltung des Waschplatzes. Mit den Farbvarianten

Weiß, Lava matt und Nussbaum hickory passen sich

sich die Möbel dem individuellen Einrichtungsstil an.

Raffiniert erleuchtet

Der Spiegel Geberit Option Plus rückt mit seinem

Beleuchtungskonzept jede Benutzerin und jeden Benutzer

sowie den Waschplatz selbst ins rechte Licht.

Ist das Licht zu hell, so kann es über Sensoren gedimmt

werden. Und für eine freie Sicht – auch nach

einem warmen Bad oder einer heißen Dusche – verfügt

der Spiegel über eine manuell aktivierbare Anti-

Beschlag-Funktion.

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG

T +43 (0)2742 401 0

sales.at@geberit.com

www.geberit.at/architektur


www.architektur-online.com

89

Produkt News

Raffinierte Stilikone

Teilgerahmte Schiebetüren ohne Wandprofile und ein flaches Top-Profil

mit verdeckter Rollenführung verleihen der DUSCHOLUX Duschwand

Viva eine besonders transparente Optik.

Neu ist das individualisierbare Führungsprofil in

Glas- oder Steinoptik. Kombiniert mit der passenden

PanElle Wandverkleidung entsteht ein stimmiges

Raumerlebnis mit persönlicher Note. Die innovative

Glasveredelung DUSCHOLUX CareTec Pro ist

hier ebenso Standard wie eine Soft-Close-Funktion

für sanftes Öffnen und Schließen. Und zur leichten

Pflege lassen sich die Türen dank Push & Clean ganz

einfach ausschwenken. Sondergrößen und flexible

Verbauoptionen geben Viva viel Raum für individuelle

Gestaltung.

Duscholux GmbH & Co. KG

T +43 7221 708 0

duscholux@duscholux.at

www.duscholux.at


architektur FACHMAGAZIN

90

Brandschutz

Das Gemeinschaftswohnhaus in Berlin-Wedding von der

SCHÄFERWENNUNGERPROJEKT GmbH wurde als Holzbau

errichtet, der sich nicht nur im Innenraum, sondern

auch an der Fassade zeigt. Mehrgeschossige Holzbauten

stellen für ein wohl überlegtes Brandschutzkonzept kein

Problem dar.

© Markus Löffelhardt

Holzbau und

Brandschutz

Darüber, dass Holz eines der zukunftsfähigsten Materialien ist, weiß die Fachwelt

längst Bescheid. Seine nachhaltigen Eigenschaften als nachwachsender, Co 2 -neutraler,

regional verfügbarer und rezyklierbarer Baustoff zeichnen Holz aus. Dementsprechend

ist es für kleinmaßstäbliche Projekte ein gern genutztes Material,

ebenso für Projekte in größeren Maßstäben und auch im urbanen Kontext kommt

dem Holzbau eine immer größer werdende Bedeutung zu.

Trotz dieser Vorteile ist der moderne Holzbau noch

immer mit dem negativen Image des brennbaren Materials

konfrontiert: In der Vergangenheit kam es zu

zahlreichen Stadtbränden, wo teilweise ganze Viertel

niederbrannten. Dafür wurde oft das verbaute Holz

verantwortlich gemacht. Aus heutiger Sicht ist aber

vor allem auch der fehlende Brandschutz, sowohl als

abwehrende als auch als vorbeugende Maßnahme,

dafür zu nennen: Die Gassen waren viel zu eng, die

Häuser standen dicht an dicht, Brandmauern waren

wenig bekannt und an die Einteilung eines Gebäudes

in einzelne Brandabschnitte war gar nicht zu denken.

Die Verwendung von Holz verstärkte diese brandschutztechnischen

Missstände.

Grundsätzlich werden Baumaterialien für den Brandschutz

in brennbare und nichtbrennbare Materialien

eingeteilt. Brennbar zu sein bezieht sich dabei

auf die Eigenschaft zu brennen, demgemäß können

nichtbrennbare Materialien selbst nicht brennen und

stellen keine Brandgefahr oder Brandlast dar.

Holz ist den brennbaren Materialien zuzuordnen, wodurch

ihm schon von Haus aus eine gewisse Skepsis

bezüglich seiner brandschutztechnischen Qualitäten

anhaftet. Genau dieses gängige Vorurteil war für den

deutschen Architekten und Brandschutzexperten DI

Reinhard Eberl-Pacan der Antriebsmotor: „Brandschutz

für nichtbrennbare Baustoffe zu machen

empfand ich als langweilig. Ich wollte mich auf ein

brennbares Material spezialisieren, nämlich auf Holz.“


www.architektur-online.com

91

Brandschutz

Der 60 m lange Baukörper des Gemeinschaftswohnprojektes Walden 48 in Berlin wurde von Scharabi

Architekten in Zusammenarbeit mit Anne Raupach Architektur in reiner Holzbauweise errichtet.

© Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH

Doch wie passen Holzbau und Brandschutz zusammen?

Für Holzbauten gibt es beim Brandschutz hohe

Auflagen. DI Eberl-Pacan erklärt das Brandverhalten

von Holz: „Im Wesentlichen funktioniert es so, dass

man das Holz einfach brennen lässt. Es besitzt ein

berechenbares Brandverhalten von etwa 1 mm pro

Minute. Der Abbrand muss bei der Dimensionierung

der Holzquerschnitte berücksichtigt werden, um die

Tragfähigkeit sicherzustellen. Massives Holz ist gar

nicht so einfach zu entzünden. Sollte es trotzdem

brennen, tut es das sehr kontrolliert und der Abbrand

kann dementsprechend in der Planung berücksichtigt

werden kann.“ Dabei geht er sogar noch einen

Schritt weiter: „Ich behaupte, dass Holz auch beim

Brandschutz das beste Material ist. Es stellt sich dem

Brand, besitzt einen genauen Abbrand und ist berechenbar.

Es ist ein intelligenter und zukunftsfähiger

Baustoff, der sich durch seine Verkohlungsschicht

bei einem Brand selber schützt und dafür sorgt, dass

kein übermäßiger Schaden angerichtet wird. Genau

das wollen wir für den Brandschutz und haben dafür

mit dem Holz einen tollen Partner.“

Eine starke Ansage, die den Mut der Architektinnen

und Architekten bedarf, mehr großmaßstäbliche Bauprojekte

im urbanen Kontext umsetzen zu wollen und

die gängigen Vorurteile in Bezug auf das Brandverhalten

des Baumaterials Holz über Bord zu werfen.

Auch temporäre Bauten können mit einem geeigneten Brandschutzkonzept in Holzbauweise

funktionieren. Hier: B-Part am Gleisdreieck von Scharabi Architekten.

Mit Erfolg spezialisierte sich Architekt DI Reinhard

Eberl-Pacan im Jahr 2007 auf das Thema Brandschutz.

Als Brandschutzplaner brennt er seitdem

selbst vor allem für das Thema Brandschutz im

Holzbau. Anfangs passte für ihn beides nicht wirklich

zusammen, später erkannte er die enormen

Vorteile, über die es ihm am Herzen liegt aufzuklären

und zu vermitteln.

brandschutzplus.de

© Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Das Alu-Glas Portal mit PENEDERnurglas Seitenteil (EI90) erzeugt eine elegante, optische Einheit.

Schön vor Brand geschützt

Das kürzlich eröffnete Hotel „The Student Hotel“ in unmittelbarer Nähe des weltberühmten

Wiener „Wurstelprater“ beeindruckt Gäste mit ungeahnt anspruchsvoller

Architektur. Unverzichtbarer Teil der durchgestylten Räume des Hybridgebäudes

aus Hotel und Studentenheim: Moderne, formschöne Türen und Tore – passend

zur Innenraumgestaltung, in der knallige Farben mit kühlen Industrieelementen zu

einer angesagten studentischen Lebenswelt verschmelzen.

Anfänglich sollte Peneder, der Profi für individuelle

Brandschutzlösungen, für dieses

Projekt nur die Türen und Tore für den Kellerbereich

liefern. Aufgrund der Komplexität

und der hohen Ansprüche an die restlichen

Portale, bekam Peneder während der Baurealisierung

den Zuschlag für die gesamte

Ausstattung an Stahltüren, Schiebetoren

und Alu-Glas-Konstruktionen – teils mit

und teils ohne Brandschutzfunktion.

Architektonisch ansprechende Brandschutzlösungen,

die von internationalen

Bauherren und Architekten geschätzt werden,

sind das Spezialgebiet des oberösterreichischen

Unternehmens.

Peneder Bau-Elemente GmbH

+43 (0) 50 5603-0

brandschutz@peneder.com

www.peneder.com

Das einflügelige Schiebetor versteckt sich zur Gänze in der Nische – man kann hier buchstäblich

von unsichtbarer Technik sprechen.


www.architektur-online.com

93

kunstdesdämmens#2

Produkt News

Claudia Dankl, Stellvertretende Geschäftsführerin der

Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)

© Betonmarketing Österreich/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Natürlicher und

innovativer Baustoff

Allzu oft wird Beton als Synonym für die generelle Bautätigkeit

verwendet oder auf den CO 2 -Fußabdruck bei der Zementerzeugung

reduziert. Dabei wären viele für unsere Gesellschaft

unerlässliche Bauten, wie der gesamte Hochbau sowie Brücken,

Tunnels, Bahnstrecken, Kraftwerke oder Windkraftanlagen

ohne Beton nicht realisierbar. Ob städtische Lebensräume,

langlebige Verkehrsadern oder energieeffiziente Gebäude: Bei

nahezu allen Anwendungen setzen Planer, Architekten und

die Bauindustrie auf den Baustoff Beton, der aus den natürlichen

Bestandteilen Gesteinskörnung (Sand, Kies), Wasser

und Zement als Bindemittel besteht. Und auch die thermische

Bauteilaktivierung – mit der massive Betonbauteile zu Energiespeichern

werden – hat sich mittlerweile als „Zauberformel“

für klimagerechtes Wohnen etabliert.

„Wie das Beispiel der thermischen Bauteilaktivierung deutlich

zeigt, entscheidet nicht allein die Wahl des Baustoffes, sondern

vielmehr die Art der Energieversorgung über die Ökobilanz

eines Gebäudes“, erklärt Claudia Dankl, stellvertretende Geschäftsführerin

der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie

(VÖZ), und ergänzt, warum Beton fälschlicherweise

meist schlechter abschneidet: „Bei der Bewertung der Klimarelevanz

fehlt leider viel zu oft eine gesamtheitliche Sichtweise.

Die Ökobilanz stellt sich ganz anders dar, wenn der komplette

Lebenszyklus eines Gebäudes von durchschnittlich 100 Jahren

betrachtet wird.“ Beton kann zudem aufgrund seiner natürlichen

Eigenschaften nach dem Abbruch und der Aufbereitung

zu 100 Prozent wiederverwendet werden, wodurch der Abbau

„neuer“ Rohstoffe (Sand, Kies, Schotter) vermieden wird. Recyclingbeton

hat somit einen wichtigen Anteil an einem ressourcenschonenden

Materialkreislauf in der Bauwirtschaft.

www.natürlichbeton.at

www.baustoffbeton.at

DIE

KUNST

DES

GUTEN ..

DAMMENS

Unsere Rohstoffe in

einem künstlerischen

Licht. Polystyrol-

Granulat und viel

Luft: daraus machen

wir den effizientesten

Dämmstoff und einen

Hidden Champion für

jeden Bau und seine

Menschen. Mehr unter:

kunstdesdämmens.at


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

© Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG

Cleveres Trennwandsystem

Modularität und Flexibilität in der Nutzung über die Fertigstellung hinaus erlauben

die Produkte des dormakaba Segments Movable Walls – effizientes akustisches

Raummanagement für multifunktionale Nutzungen. Neben dem Traditionsunternehmen

DORMA Hüppe gehört seit 2017 auch die kanadische Skyfold Inc. mit Sitz

in Montreal zum global aktiven Unternehmensbereich. Skyfold ist ein führender

Premium-Anbieter für automatisierte vertikale Trennwandsysteme.

Mit dem Projekt Biopharma Logistik Center für

Boehringer Ingelheim in Wien konnte Skyfold über

das Schwesterunternehmen DORMA Hüppe als Partner

der Auftraggeber einen gelungenen Markteintritt

in Österreich feiern. Der Pharmakonzern schafft am

Standort Meidling, dem sog. Boehringer Ingelheim

Regional Center Vienna, im Zuge eines Ausbaus mit

einem Gesamtvolumen von 700 Mio. Euro bis 2021

rund 500 neue Arbeitsplätze. Mit der Fertigstellung

des Biopharma Logistik Centers nach 18 Monaten

Bauzeit im Juni 2019 wurde ein weiterer wichtiger

Meilenstein erreicht. Es fungiert als Drehscheibe für

Materialien und Produkte. Das Gebäude mit 30 m

Raumhöhe für diverse Lagerfunktionen beherbergt

in der obersten Etage auch das neue Konferenzzentrum

mit Blick über das südliche Wien, das Platz für

bis zu 350 Personen bietet.

Hier konnte DORMA Hüppe seine volle Kompetenz

in Sachen mobilem Raummanagement einsetzen. Die

realisierte Kombination Skyfold – Variflex erlaubt eine

maximale Flexibilität in der Nutzung. Der 9,5 m breite

Konferenzbereich kann mit zwei Skyfold Wänden

des Typs Zenith der Höhe von 3,5 m in wenigen Minuten

vollautomatisch in zwei bzw. drei unabhängig

nutzbare Bereiche geteilt werden. Und bei zusätzlich

geöffneter halbautomatischer Variflex Wand in nahezu

voller Saallänge von 26,2 m ergibt sich unter

Einbeziehung des Foyers ein großer Eventbereich.

Alles aus der Hand eines einzigen Vertragspartners.

Neben der optimierten Platzausnutzung bietet Skyfold

auch unter optischen Gesichtspunkten Vorteile,

denn das Trennwandsystem kommt ganz ohne Führungsschienen

aus und passt sich mittels verschiedener

Oberflächendekore perfekt dem jeweiligen

Erscheinungsbild des Raumes an. Im Innern des doppelwandigen

und akustisch gedämmten Systems faltet

eine Mechanik die Trennwand schnell, zuverlässig

und vollautomatisch über Deckenmotore nach unten

bzw. wieder nach oben. Mit nur 34 kg Wandgewicht

pro Quadratmeter in der Standardausführung ist das

System ein echtes Leichtgewicht, bietet einen hervorragenden

Schallschutz bis RW 59dB und ist bis zu

einer Höhe von 11 m bei einer im Prinzip unbegrenzten

Länge einsetzbar.

DORMA Hüppe

Austria GmbH

T +43 (0)732 600-451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at


www.architektur-online.com

95

Produkt News

Bis 2030 klimaneutral

Die KONE Corporation, ein weltweit

führendes Unternehmen in der Aufzugs-

und Rolltreppenindustrie mit rund

60.000 Mitarbeitern, hat wissenschaftlich

fundierte Ziele für eine signifikante

Reduzierung seiner Treibhausgasemissionen

bis zum Jahr 2030 festgelegt.

KONE verpflichtet sich zu einer

50%igen Reduzierung der Emissionen

aus dem eigenen Betrieb bis 2030, verglichen

mit dem Basisjahr 2018. So ist

vorgesehen, die Fahrzeugflotte umzustrukturieren

und mehr Hybrid- und

Elektrofahrzeuge zu integrieren. Darüber

hinaus wird KONE die Beschaffung

von Strom aus erneuerbaren Energien

in seinen Anlagen weltweit bis 2030

auf 100% steigern.

Um sein produktbezogenes Emissionsreduktionsziel

von 40% zu erreichen,

wird der Hersteller die Emissionen aus

dem Energieverbrauch und den Materialien

während der Produktlebensdauer

durch eine weitere Verbesserung

der Energieeffizienz und des Materialkreislaufs

seiner Produkte reduzieren.

Dazu werden in der gesamten Lieferkette

Maßnahmen gesetzt, um den

Kohlenstoff-Fußabdruck durch den

Betrieb und die Herstellung zu reduzieren.

Zusätzlich zu den ehrgeizigen

Emissionsreduktionszielen, erklärt Petru

Huurinainen, seit September 2020

Vorsitzender der Geschäftsführung

der KONE AG in Österreich, wird der

Hersteller durch den Ausgleich der

verbleibenden Emissionen bis 2030 einen

klimaneutralen Betrieb erreichen.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at

Petru Huurinainen, Vorsitzender der

Geschäftsführung der KONE AG

Entree in die Baumkronen

Der Ausstellungspavillon am Eingang des Baumwipfelpfads

im Geoparks TERRA.vita in Bad Iburg verbindet

spannende Erdgeschichte mit der imposanten

Natur – den fließenden Übergang schafft eine großflächige

Glas-Faltwand. Um den technischen und

räumlichen Anforderungen eines Eingangs und zugleich

einer Ausstellung zu entsprechen, entwarf die

Architektin Miriam Kopp einen Baukörper aus zwei

Teilen: Einer trichterförmigen Ausstellungsfläche

und einer ellipsoiden Form, die den Kassenbereich

und notwendige Nebenräume beherbergt. Um die Innen-

und Außenräume nahtlos ineinanderfließen zu

lassen, entschied sich die Architektin für den Einsatz

einer Glas-Faltwand von Solarlux. Das Besondere ist,

dass sich die Glasfront einfach zur Seite falten lässt.

Die Glas-Faltwand SL 70e wurde insbesondere für

die hohen Ansprüche an Geschäftseingänge und öffentliche

Eingänge entwickelt: Die Elemente können

in einer Höhe bis zu drei Meter fünfzig realisiert werden.

Trotz des Gewichtes der Glaselemente von bis

zu 100 Kilo sichern langlebige Edelstahl-Laufwagen

und -Schienen ein leichtes, leises Gleiten.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Ökologisches Vorzeigeprojekt

Mit 35 Metern Höhe und zehn Stockwerken ist das Projekt Palazzo Méridia in Nizza,

entworfen von Architecture Studio, das höchste öffentliche Gebäude in Frankreich

aus Holz. In Anlehnung an die venezianischen Paläste der Stadt mit ihren gotischen

Fassaden aus hellem, ziseliertem Stein, umhüllten die Architekten dieses Bauwerk

mit einer weißen, metallischen Gitterkonstruktion.

Die Konstruktion dieses Projektes basiert

auf der optimalen Kombination verschiedener

Baustoffe. In dieser stark erdbebengefährdeten

Region spielt zum Beispiel die

metallische Außenhaut, die das Gebäude

von den umliegenden Büro- und Wohngebäuden

optisch abhebt, auch eine Schlüsselrolle

in Verbindung mit den zwei zentralen

Betonkernen, um die Standfestigkeit

der Holzkonstruktion (BSP-Fassaden und

-Böden, Pfosten-Riegel-Konstruktion aus

Brettsperrholz) zu stärken. Angesichts der

salzhaltigen Seeluft fiel die Wahl des Materials

für die Rahmenkonstruktion auf Aluminium

und auf Produkte von WICONA.

Bereits in der Planungsphase wurden in

enger Zusammenarbeit die ökologischen,

technischen und ästhetischen Qualitäten

erarbeitet, die durch die WICONA Lösungen,

von der Vorfertigung bis hin zur spezifischen

Montage, erfüllt werden mussten.

Am Fuße des Gebäudes, wo die Gitterkonstruktion

aus Metall am weitesten ist, erstreckt

sich auf drei Seiten bis auf 3 m Höhe

eine WICTEC 50 Vorhangfassade mit einer

Fläche von 260 m 2 . Die Besonderheit ist ein

exklusives System zur natürlichen Belüftung

zwischen den einzelnen Festverglasungen,

bestehend aus 40 schmalen (250

mm), mit Bändern befestigten und auf ganzer

Höhe verlaufenden Lüftungsklappen.

Auf den Etagen wurden insgesamt 270

WICLINE 75 evo Fenster eingebaut, mit

denen die kombinierten Anforderungen

an Windfestigkeit, Dichtheit, Wärme- und

Schalldämmung erfüllt werden. Sie bestehen

aus jeweils einem Festteil und einem

nach innen öffnenden Drehflügel, davon 90

als barrierefreie Fenstertüren, die den Zugang

auf die zwischen der Fassade und dem

Metallexoskelett angeordneten Balkone und

Loggien freigeben. An die 40 zweiflügelige,

nach außen öffnende Türen WICSTYLE 65

HI (1,40 m Durchgangsbreite x 2,50 m Höhe)

ergänzen diesen Umfang an Öffnungen.

Hydro Building Systems

Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

Festverglasungen

liegen im Trend

Besonders gut zur Geltung kommen Festverglasungen

in Neubauten, die modernes Lebensgefühl mit offener

Raumplanung und zeitgemäßer Architektur verbinden.

Als puristisches Element bieten sie eine interessante

Alternative für Bauherren und Renovierer, die eine Fassadengestaltung

mit viel Glas wünschen, jedoch im Vergleich

zu einer kompletten Glasfassade eine preisgünstigere

Variante suchen.

Kneer-Südfenster bietet Festverglasungen in der Kombination

Aluminium-Holz in großen Formaten und mit

schlanken Rahmenansichten an. Ausführungen mit reduziertem

Design, bei denen fast nur Glas zu sehen ist,

sorgen für besonders viel Tageslicht und werden als Teil

der Architektur zum wahren Blickfang.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Festverglasungen bei der

Montage von außen in die Fassade eingesetzt werden

können. Die großen und schweren Scheiben lassen sich

komfortabel mit Hilfe eines kleinen Krans an die richtige

Stelle transportieren und anschließend sicher montieren.

Kneer GmbH

T +49 (0)7333 83-0

info@kneer.de

www.kneer-suedfenster.de

97

Produkt News

Cradle to Cradle® zertifiziert

Beim Designkonzept Cradle to Cradle®

steht die Vermeidung von Abfall und somit

ein geschlossener Produkt-Kreislauf im Fokus.

Dies bringt auch Vorteile für die Raumgesundheit,

den Komfort und das Wohlbefinden

der Nutzer. Eine der fünf Kategorien

im Prüfkatalog bei Cradle to Cradle® betrifft

die Materialgesundheit, genauer die Herkunft,

Zusammensetzung und Auswirkungen

der verwendeten Materialien – auch im

Hinblick auf mögliche Schadstoffe, die sich

während der Produktion, Montage und in

der späteren Nutzung negativ auf den Menschen

auswirken könnten.

Die Lindner Group entschied sich bereits

vor einigen Jahren für Zertifizierungen

nach dem Cradle to Cradle® Designkonzept.

Nach mehreren erfolgreichen Produktprüfungen

für Boden-, Wand- und Deckensysteme

wurde nun auch die Systemreihe

Plafotherm® Heiz- und Kühldecken zertifiziert

und erfolgreich in „Silber“ eingestuft.

Die abgehängten Deckensysteme bestehen

aus werkseitig vorgefertigten Modulen, die

von kaltem bzw. warmem Wasser durchströmt

werden und so ohne Kältemittel

auskommen. Dank einer Vielzahl von verschiedenen

Oberflächenveredelungen und

Designmöglichkeiten passt sich das Deckensystem

individueller Raumgestaltung

und Wünschen von Architekten, Kunden

und Nutzern an.

Lindner GmbH

T +43 2252 86160-0

austria@Lindner-Group.com

www.Lindner-Group.com


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

© Achim König

Leben in Bella Italia

Bei der Innenausstattung des Hotel Hesperia in Venedig setzten die Innenarchitekten

auf das technisch anspruchsvolle Bandsystem TECTUS von SIMONS­

WERK. Durch den Einbau der komplett verdeckt liegenden Bandtechnik bleibt die

flächenbündige Raumstruktur erhalten und Tür- sowie Zargengeometrie werden

in keiner Weise geschwächt.

Zum Einsatz kamen bei diesem Projekt die Ausführungen

TECTUS TE 340 3D und TECTUS TE 340 3D

Energy mit einer integrierten Energieübertragung.

Die Bandtechnik der Modellvariante Energy ermöglicht

einen gesicherten Einsatz von elektronischen

Sicherheits- und Komfortkomponenten in Türen

ohne eine sichtbare Kabeltechnik. Jede der fünfzig

zertifizierten Zimmereingangstüren (45 Minuten

Feuerschutz / 35 dB Schallschutz) wurden mit zwei

TECTUS Bändern und mit einem TECTCUS Energy

Band in der Oberflächen Ausstattung „Sati Chrome

Look“ ausgestattet.

Und die Praxisnähe der bewährten Serie TECTUS

zeigt sich durch die komfortable 3D-Verstelltechnik:

Sie ermöglicht eine stufenlose Justierung von jeweils

+/- 3,0 mm zur Seite und Höhe sowie die Veränderung

des Andrucks von +/- 1,0 mm. Die Höhenverstellung

verhindert ein Absacken der Tür und ermöglicht

es dem Verarbeiter, das Türelement montagefreundlich,

schnell und effektiv auszurichten. Der 180 Grad

Öffnungswinkel, die wartungsfreie Gleitlagertechnik

und hohe Belastungswerte bis 80 kg gehören ebenfalls

zu den technischen Vorzügen.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


www.architektur-online.com

Harmonisches Ganzes

Das Bauvorhaben Vinzenzgasse in Graz ist

für Menschen gedacht, die Wert auf stilvolles

und modernes Wohnen legen – egal ob

Jung und Alt, Familien, Pärchen und Singles.

Auch im Detail sollte sich die außerordentlich

hohe Qualität des Projekts sichtbar

machen. So wurde für die Beschattung das

VALETTA Raffstore-System RA 80 mit Kurbel

ausgewählt, von dem rund 430 Stück

verbaut wurden.

Das elegante, außenliegende Beschattungssystem

besteht aus speziallegierten

und doppelt einbrennlackierten Aluminium-Lamellen,

die auch stärkeren Windlasten

standhalten. Mit ihren schlag- und

kratzfesten Eigenschaften kann die Witterung

den Lamellen selbst an besonders

exponierten Stellen nichts anhaben. Auch

die insgesamt acht ZIP-Anlagen mit den

großzügigen Maßen von 480 mal 170 Zentimetern

ergänzen das harmonische Erscheinungsbild

der gelungenen Gesamtarchitektur.

Beide Systeme fügen sich exakt in die

Konturen der Gebäude ein und werden so

Teil eines harmonischen Ganzen.

99

VALETTA Sonnenschutztechnik GmbH

T +43 (0)732 38 80-0

office@valetta.at

www.valetta.at

Produkt News

++


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Ausgezeichnete Kollektion

Der Wettbewerb HÄUSER DES JAHRES wird seit

2011 ausgelobt und prämiert die besten Projekte aus

Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Eine

Fachjury wählt aus 150 Einreichungen 50 herausragende

Häuser und benennt aus diesen einen Preisträger,

zwei Auszeichnungen und fünf Anerkennungen. Dabei

wurde Wert auf Nachhaltigkeit, innovativen Einsatz von

Materialien, kreativen Umgang mit der baulichen Situation

und auf konsequente Ausführung gelegt.

In diesem Zusammenhang zeichnete die Jury in diesem

Jahr auch 18 innovative Produktlösungen aus.

PROJECT FLOORS hat mit seiner Chevron Kollektion

eine der begehrten Auszeichnungen zum „Besten Produkt

2020“ gewonnen.

Angeboten wird die ausgezeichnete Kollektion in sechs

Dekoren im Französischen Fischgrätformat (Chevron):

Die in einem Winkel von 60° abgeschrägten Planken

ermöglichen neue Verlege- und Gestaltungsmöglichkeiten,

die an die Parkettböden alter Herrenhäuser des 17.

Jahrhunderts erinnern.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


www.architektur-online.com

101

Produkt News

Gut für Körper

und Geist!

Gesundheitsschutz für

Verarbeiter und Bauherren.

© Interface

Inspiriert von den Straßen

Londons und New Yorks

++

New York City und London sind Inspiration

und Namensgeber für die neue Teppichfliesenkollektion

von Interface: NY+LON

Streets, deren Name auch für das Hauptmaterial

Nylon der Teppichfliesen steht,

fängt in ihrem Design die einzigartigen

Eindrücke der Gehwege ein und kombiniert

sie mit fortschrittlicher, nachhaltiger

Technologie. Die Inspiration stammt von

den schönen, schillernden Farben, die man

in den begehbaren Oberlichtern findet,

sowie den abgenutzten und von der Zeit

angegriffenen Metallplatten, mit denen

die Straßen und Bürgersteige der Städte

übersät sind. Die spielerisch gestaltete

Kollektion verwendet frische Texturen und

Muster, um eine neue Perspektive auf das

urbane Umfeld zu fördern. Wheler Street,

Old Street, Dover Street und Reade Street

beziehen sich auf Asphalt, abgenutztes

Metall und verwitterte Bürgersteige in

verschiedenen Maßstäben. Mercer Street

setzt auf ein unkonventionelles Raster aus

Glasbausteinen, das Broome Street mit

zeitgenössischer Farbgebung bereichert.

Die Fliesen sind Teil des modularen Systems

von Interface und lassen sich effektvoll

mit den Luxus-Vinylfliesen (LVT) von

Interface sowie den nora® Kautschukbelägen

kombinieren. Interface führt aber

nicht nur ein aufregendes, neues Design

ein, sondern auch eine neue PVC- und

bitumenfreie Rückenkonstruktion, in der

ein höherer Anteil biobasierter und recycelter

Materialien verwendet wird. Einige

neue Materialien sind für sich genommen

netto CO 2 -negativ und reduzieren so den

CO 2 -Fußabdruck des Gesamtprodukts.

Interface Deutschland GmbH

T +49 (0)2151 / 37 18-0

info-at@interface.com

www.interface.com/nylonstreets

www.Interface.com/cquest

Erich Brunner

Tapezierermeister und

Raumausstatter aus Wien

BEST4YOU

Die Produktlinie für Profis

MUREXIN Produkte verwende ich

schon ewig und drei Tage. Weil sie

unbedenklich in der Verarbeitung

sind. Zusätzlich fordere ich auch

meinen Geist mit Schulungen

im neuen MUREXIN Technikum.

Dort erlernt man auch alles über

BEST4YOU, die Produktlinie mit

Premium-Qualität, großer Umweltfreundlichkeit,

maximaler Performance

und hoher Arbeitserleichterung.

Mein Produkttipp:

Physiologisch unbedenklich:

Murexin Natursteinteppichharz MS-1K

© Interface

MUREXIN. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

© SPAR

Eurospar (Ottnang) mit einer Planum-Fassade in Wave Schwarz

Libellenflügelstruktur

als Fassaden Highlight

Die neue DOMICO Oberfläche „Wave“ ist eine PVDF Effektlack-Beschichtung, die in

ihrer Oberflächenstruktur einem Libellenflügel ähnlich ist. Die Musterstruktur des

mehrschichtigen Beschichtungsaufbaus ist dabei horizontal ausgerichtet und der

Glanzgrad liegt bei ca. 40 %.

Bei Sonnenschein erscheint so die Struktur der Metallfassaden-Beschichtung

wie eine Wasseroberfläche.

Das stylische Aussehen verdankt man der Streuung

des Lichts, wobei der Hologrammeffekt eine dreidimensionale

Optik entstehen lässt. Dadurch erscheint

die Oberfläche aus verschiedenen Betrachtungswinkeln

unterschiedlich hell und Lichtreflexe verändern

sich mit der Bewegung des Betrachters.

Die neue Wave-Beschichtung kann als Planum- oder

Swing-Fassade ausgeführt werden und bei den Profilen

aus Stahlblech stehen die Farben Schwarz und

Weiß zur Verfügung.

Die vorgehängten, hinterlüfteten DOMICO-Metallfassaden

sind durchdringungs- und nahezu wartungsfrei.

Durch den edlen und langlebigen Werkstoff Metall und

die große Designfreiheit ermöglichen diese Fassadensysteme

einzigartige architektonische Gebäudehüllen.

DOMICO Dach-, Wandund

Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at

SINDIK Automobile (Kirchheim unter Teck)

mit einer Planum-Fassade in Wave Weiß


www.architektur-online.com

Produkt News

kneer-suedfenster.de

Zero Waste beim Dämmen

Immobilien sind langfristige Investitionen, die immer wieder

durch An- und Umbauten, Renovierungen oder thermische

Sanierungen verändert werden. Dadurch landen Hunderte

Tonnen Baustoffe auf den Deponien.

Um diesem Abfallstrom entgegenzuwirken, hat Saint-Gobain

Weber Terranova das „Zero Waste“ Wärmedämm-Verbundsystem

weber.therm circle entwickelt: Alle Komponenten, wie z. B.

Dämmstoffe, Dübel, Gewebe und mineralische Putzmörtel

können sortenrein getrennt und der Wiederverwertung zugeführt

werden. Zudem lässt sich weber.therm circle eins zu eins

an die Fassade zurückbauen. Erreicht wird die Rückbaubarkeit

durch verschiedene Maßnahmen: Weber verzichtet auf den

sonst üblichen Klebemörtel. Stattdessen werden die Dämmplatten

mechanisch mit Schraubdübeln am Mauerwerk befestigt.

Dank einer speziellen Mineralwollqualität können sich die

Dämmplatten besonders gut an den Untergrund anpassen.

Zeitlose Klassiker:

Sprossenfenster

• Großflächige Elemente

• Absolute Barrierefreiheit

• Hoher Komfort

• Optimale Wärmedämmung im Schwellenbereich

• Einfache Bedienung

• Elegante Optik

• Vollautomatischer Hebe-Schiebe-Antrieb

Saint-Gobain Weber Terranova Österreich

T +43 (0)1 66 150

marketing@weber-terranova.at

www.weber-terranova.at

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf

Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de


architektur FACHMAGAZIN

Vom Keller bis zum Dach

Mit einem ganzheitlichen, perfekt abgestimmten

Dämmkonzept und leistungsstarken Produkten vom

Keller bis zum Dach sorgt Steinbacher dafür, dass im

neuen Heim von Extremskifahrer Axel Naglich, der

nach seinem Architekturstudium in Innsbruck das a2

Architekturbüro in Kitzbühel gründete, nun das ganze

Jahr über ein erstklassiges Wohlfühlklima herrscht.

Insgesamt verleihen ca. 1700 m 2 „Hidden Champions“

dem Neubau eine Top-Dämm-Performance, zum Beispiel

die höchst formbeständige Dämmplatte steinodur®

PSN im Perimeterbereich, das graue steinopor®

EPS plus in der Fassade und und das diffusionsfähige

steinothan® 125 DO PU-Aufdachdämmelement. Wer

wie Axel Naglich auf Qualität Wert legt, setzt am besten

auf die Fundament-Dämmschalung steinodur®

SHD 500 ECO, die eine lückenlose Überbrückung

von der Dämmung unter der Bodenplatte zum Perimeterbereich

gewährleistet.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at/eco

104

© Viktoria Stütz

© Steinbacher Dämmstoffe

Produkt News

Architekt Axel Naglich verwirklichte

sein eigenes Haus

mit höchstem Anspruch an

Design und Qualität.

Die einzigartige Fundament-Dämmschalung

steinodur® SHD 500 ECO aus

standardisierten Basiselementen

bietet eine sichere,

simple und vor allem rasche

Verlegung.

© Holcim (Deutschland) GmbH

Das neu entwickelte

mobile Betonwerk produziert

Beton direkt vor

Ort und ermöglicht damit

das Bauen mit Leicht- und

Infraleichtbeton unabhängig

vom limitierenden

Lieferradius.

© Holcim (Deutschland) GmbH

Betone vor Ort produzieren

So faszinierend das Bauen mit Liapor Leicht- und Infraleichtbeton

und deren hervorragenden statischen und

dämmenden Eigenschaften auch ist: Ein limitierender

Faktor für ihren Einsatz ist ihr begrenzter Lieferradius.

Denn nach der Wasserzugabe im Betonwerk müssen

sie innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verarbeitet

werden und Fahrzeit und Reichweite des Mischers mit

dem fertigen Beton sind dadurch stark begrenzt.

Die Lösung dieses Problems bietet nun das neue mobile

Betonwerk, das von der Holcim (Deutschland)

GmbH entwickelt wurde und überall in Deutschland,

Österreich und der Schweiz einsetzbar ist.

Die mobile Anlage mit einer Austragsleistung von 15 bis

20 m 3 Beton pro Stunde, umfasst auf dem Lkw-Auflieger

alles, was zur autarken Betonproduktion benötigt

wird: Stromaggregat, Bindemittelsilos, Mischer, Steuerung

und am hinteren Ende Silos für die Gesteinskörnungen.

Alle benötigten Roh- und Zuschlagstoffe werden

im zentralen Mischer direkt auf der Baustelle zum

einsatzfertigen Beton miteinander vermengt.

Im Oktober 2019 nahm der erste Lkw seinen Dienst

auf, ein zweiter ist bereits in Planung. Und im März

2020 wurde das mobile Betonwerk als weltweit erste

mobile Anlage CSC-zertifiziert und sorgt damit in der

Gebäudezertifizierung, beispielsweise nach DGNB

oder BREEAM, für zusätzliche Punkte.

Lias Österreich GesmbH

T +43 (0)3155 2368-0

info@liapor.at

www.liapor.at


UP-20-04_ThermatopM_AT_195x144_RZ.indd 1 07.04.20 14:12

www.architektur-online.com

105

Ladestation für E-Bikes

Produkt News

Den Trend zu E-Bikes hat die Kirchdorfer Concrete

Solutions nun zum Anlass genommen und eine solide

und elegante E-Bike Ladestation entwickelt. Mit zwei

geförderten Pilotprojekten in den oststeirischen Tourismus-Gemeinden

Bad Blumau und Bad Waltersdorf

wurde das Konzept als Vorzeigeprojekt installiert.

Die „MOVEBLOC“ Betonelemente mit einem Eigengewicht

von 2,4 Tonnen werden auf einfachste Weise mit

oder ohne Fundament an der gewünschten Stelle versetzt.

Ausgestattet sind die Ladestationen mit intelligenten

Ladesystemen, bei denen die E-Bikes direkt

ohne eigenes Ladegerät aufgeladen werden können.

Eine massive Stangenkonstruktion zum Versperren

der teuren Fahrräder ist ebenso Teil des Konzepts.

Kirchdorfer Industries GmbH

T +43 5 7715 100-0

welcome@kirchdorfer.eu

www.kirchdorfer.at

www.deltabloc.com

www.concrete-solutions.eu

© Lanz/Kirchdorfer

Bau auf Uponor

mit Thermatop M*

Das fugenlose Gipskarton Heiz-/Kühldeckensystem

für besondere architektonische Ansprüche

Schnelle Montage, flexible

Installation dank einfacher

Klickmontage

Hohe Heiz- und Kühlleistungen,

große thermisch aktive

Rohroberfläche,

hohe Schallabsorptionsgrade

Klare Gewerketrennung zwischen

Trockenbau und Haustechnik

* Der neue Name für Uponor Varicool Eco S

www.uponor.at/thermatop-m


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Fotos: Stefan Müller-Naumann

Abstrakte Bücher aus Keramik

Architektur hat in Vorarlberg einen wichtigen Stellenwert und die Stadt Dornbirn gilt

als die architektonische Hochburg. Dort entstanden in den vergangenen Jahrzehnten

viele öffentliche Plätze und Gebäude für Wohnen, Kultur, Gewerbe und Bildung, die

sich durch eine baukulturell anspruchsvolle Architektur auszeichnen. Ein gelungenes

Beispiel dafür stellt die kürzlich fertiggestellte Stadtbibliothek von Christian Schmoelz

und Dietrich Untertrifaller Architekten im Park des Schulbezirks dar.

Der Neubau ersetzt die alte Bücherei in der benachbarten

Stieger-Villa und bietet mit einer Gesamtnutzfläche

von 1.170 m 2 nun ausreichend Platz für

die fast 50.000 Medien. Entstanden ist nach anderthalbjähriger

Bauzeit ein freigeformter Pavillon aus

vier verbundenen Parabeln in Stahlbetonbauweise

mit einer zweischaligen Fassade. Während die Innenseite

aus raumhohen, in Fächern angebrachten

Holz-Alu-Fenstern besteht, dient die äußere Fassade

als optimaler Sonnenschutz. Die hierfür verwendeten

Keramikbaguettes von Moeding sorgen für

Lichtspiele im Gebäudeinnern und verleihen dem

Baukörper außen das besondere Detail: Eine abstrakte

Bücherfassade.

Realisiert wurde diese semitransparente Gebäudehülle

mithilfe von insgesamt 7.714 länglichen

Keramikbaguettes in der Größe 120 x 60 cm. Ihr

rechteckiges Format, die vertikale und schräge Anordnung,

sowie das gebrochene Weiß und die pergamentartige

Struktur rekonstruieren dabei das Format

und die Schrift eines Buches.

Moeding Keramikfassaden GmbH

T +49 (0)8732 2460-0

info@moeding.de

www.moeding.de


www.architektur-online.com

107

Produkt News

Rückwirkend und

lebenslang klimaneutral

Mit ihrer neuen Nachhaltigkeitsstrategie „Lebenslang

Klimaneutral“ präsentierte die VELUX Gruppe

einen ambitionierten Plan für die Zukunft, der auch

Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen

soll: Der weltweit führende Dachfensterhersteller

verpflichtet sich, zukünftige CO 2 -Emissionen zu reduzieren

und zugleich den historischen Fußabdruck

des Unternehmens seit seiner Gründung im Jahr

1941 zu binden – insgesamt 5,6 Millionen Tonnen CO 2 .

Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem

WWF. Da der Erhalt und Schutz von Wäldern die effektivsten

Maßnahmen gegen den Klimawandel darstellen,

werden in umfangreichen Projekten Waldgebiete

rund um die Welt aufgeforstet, beginnend

in Myanmar und Uganda. Erklärtes Ziel ist zudem

die drastische Reduktion der CO 2 -Emissionen des

Unternehmens und seiner Wertschöpfungskette

im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaschutz-Abkommens.

Mittels smarter, nachhaltiger Produkte möchte

VELUX auch ein umweltbewusstes Denken bei Endkunden

fördern. Etwa durch richtiges Lüften mit der

intelligenten Raumklimasteuerung VELUX ACTIVE

with NETATMO, die konstant die Raumtemperatur,

die CO 2 -Konzentration und Luftfeuchtigkeit misst.

Eingebaute VELUX INTEGRA Dachfenster und Rollläden

werden auf Basis dieser Werte automatisch

und bedarfsgerecht gesteuert.

VELUX

Österreich GmbH

T +43 (0)2245 3235-0

tageslicht@velux.com

www.velux.at

Führend in Lüftungs- und Brandschutzsystemen

Eine Symbiose von höchster Lebensqualität bei lebendiger Architektur

HoHo Wien

www.trox.at


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Fotos: CORAG, Fotostudio Huger

Alles im Rahmen

Am Wiener Hauptbahnhof hat die B&B Hotelgruppe auf einem knapp 1.600 m 2 großen

Grundstück ein neues Budget-Hotel mit fast 200 Zimmern auf acht Etagen eröffnet,

bei dem vor allem die Gestaltung der Fassade fasziniert.

Das Hotel ist barrierefrei zugänglich und zur Straße

hin offen und einladend gestaltet. Im Erdgeschoss

befinden sich die Lobby und die Rezeption, der

Frühstücksbereich sowie barrierefreie Zimmer. Zum

Standard des Hauses, das leistbare Übernachtungen

auch für Familien anbietet, gehören klimatisierte

Zimmer, kostenloses Hochgeschwindigkeits-WLAN

und Sky-TV.

Neben seiner effizienten Grundrissplanung besticht

das Gebäude vor allem durch seine hochwertige Fassadengestaltung.

Die Architekten von Arkan Zeytinoglu

Architects hatten eine kreative Gestaltung für

die Fassade geplant, bei der die Fenster ein sogenanntes

Fenstermonitorsystem erhalten sollten: Wie

bei einem Monitor sollte ein schwarzer, abgeschrägter

Rahmen um die Öffnungen herumlaufen. Realisierbar

waren die Vorstellungen der Architekten mit

den stabilen und wetterfesten Austrotherm Architekturelementen,

mit denen sich die ungewöhnliche Gestaltung

perfekt und nachhaltig umsetzen ließ.

Bei diesen Architekturelementen handelt es sich um

spezielle Fassadenprofile mit einem besseren Dämmwert,

also abgeschrägte Fensterrahmungen, welche

schon in den Dämmstoff eingebettet werden. Die

Fassade wurde mit dem grauen Austrotherm EPS®

F-PLUS gedämmt, welches mit dem Lambdawert von

0,031 W/(mK) eine um 23 % bessere Dämmwirkung

aufweist. Mit den stabilen und wetterfest beschichteten

Austrotherm Fassadenelementen ließ sich die

ungewöhnliche Gestaltung perfekt und nachhaltig

umsetzen. Neben der Fassade wurden auch die Estriche

mit Austrotherm Produkten gedämmt.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

info@austrotherm.at

www.austrotherm.at


www.architektur-online.com

Richtiger Partner

für begrünte Fassaden

Die Möglichkeiten zur Fassadenbegrünung

sind vielfältig, bringen aber neue technische

Aspekte mit sich. Mobil.Urban.Grün.Lebendig.

Innovativ – kurz MUGLI, zeigt im Rahmen einer

Roadshow Technologien zum Angreifen und

vermittelt Wissen rund um das Thema „Grün“

in der Stadt.

Als MUGLI Projektpartner für WDVS demonstriert

Baumit dabei, worauf bei der Befestigung

von Rankhilfen und Pflanztrögen in und vor Wärmedämmverbundsystemen

besonders zu achten

ist: Zunächst wird empfohlen, ein atmungsaktives

Dämmsystem zu verwenden, wie die

Baumit open air – KlimaschutzFassade. Insbesondere

bei der Ausführung von Ober- und Unterputz

wird zu erhöhten Mindestdicken und zu

besonders witterungsbeständigen Putzen und

Farbanstrichen, wie z.B. Baumit StarTop bzw.

Baumit StarColor geraten. Und für eine wärmebrückenminimierte

Montage zum Abtragen der

entstehenden Lasten, wie sie bei Rankhilfen benötigt

werden, hat Baumit IsoBar von EJOT ins

Programm aufgenommen.

109

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888 1-0

www.baumit.com

Produkt News


architektur FACHMAGAZIN

110

Produkt News

Flächenoptimierte,

ökonomische Bauweise

EDER perfektioniert die Kunst der Ziegelherstellung seit Generationen – mit regionalen

Rohstoffen, modernster Technologie und der Expertise aus mehr als 120

Jahren Unternehmensgeschichte. Nun bringen die Peuerbacher Experten einen

Hightech-Ziegel für den anspruchsvollen, mehrgeschossigen Wohnbau auf den

Markt, der höchste Energieeffizienz, besten Wohnkomfort und effektiven Raumgewinn

verspricht.

Die innovativen Vollwertziegel der W-Serie verfügen

dank massiver Stege über eine hohe statische Festigkeit

und ideale bauphysikalische Eigenschaften.

Gefüllt mit reinsten Mineralwollflocken sorgen sie für

eine ausgezeichnete Wärmedämmung und bieten

durch ihre hohe Speichermasse in kalten und warmen

Jahreszeiten ein ideales, ausgeglichenes Raumklima.

Auch im Bereich Wohnkomfort sind die neuen Vollwertziegel

eine Klasse für sich: Durch die Kombination

aus dem speziellen Lochbild und den schallabsorbierenden

Mineralwollflocken bieten sie eine angenehme

Innenraum-Akustik sowie einen hervorragenden

Schallschutz auch in lärmbelasteter Umgebung, z. B.

bei Straßen- und Schienenverkehr.

Entwickelt wurden die EDER Vollwertziegel der W-Serie

speziell für den mehrgeschossigen Wohnbau: Die

schlanken, monolithischen Außenwände in der Wandstärke

42,5 und 38 cm ermöglichen einen effektiven

Gewinn an verwertbarer Nutzfläche.

Ziegelwerk EDER GmbH

T +43 (0)7276 2415-0

info@eder.co.at

www.eder.co.at


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Produkt News

GuteIdeen

fürDämmung

Ökologische

Untergrundvorbereitung

Mit den Produkten der neuen BEST4YOU Linie von MUREXIN

gelingt die komplette Untergrundvorbereitung vor der Bodenverlegung

inklusive Rissverdübelung, Verfestigung und Absperrung

von zu hoher Restfeuchtigkeit gänzlich im ökologischen

System. Die neue Produktlinie ist die umwelt- und verarbeiterfreundliche

Alternative zu den bisher verwendeten Produkten

auf Basis von Reaktionsharzen. Sie sind Silan basierend und somit

frei von migrationsfähigen Stoffen, sehr emissionsarm und

physiologisch unbedenklich. Anstatt der üblichen 12 Stunden

Wartezeit bei Reaktionsharzen ist mit den neuen ökologischen

Produkten ein Weiterarbeiten bereits nach 3 Stunden möglich.

Die Produktpalette umfasst auf MSP-Basis das Silan-Verfestigungsharz

MS-X 1, das Rissverdübelungsharz MS-X 24 und die

Silan-Feuchtigkeitssperre MS-X 3. Markant ist auch die Aufmachung

der neuen Produkte, die mit einem silbernen X und

sattem Schwarz für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt.

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com/best4you

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DieDämmungunterder

Fundamentplate und seitliche

ArbeitsgrabenVerfülung

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physikalischen Eigenschaften hervoragendzurhochbelastbarenFundamentplatendämmungundzurseitlichenArbeitsgrabenverfülung.

Die luftporen-durchsetzten,keramischen TonkugelnverminderndenErddruckdankseinergeringenTrockenschütdichte

deutlich.Die Schütung

istformstabilundnahezuselbstverdichtend.Der

EintragkannauchinschmalsteSpaltenerfolgen,

zusätzlicheRütleroderVerdichtersindnichterforderlich.LiaporGroundistnichtbrennbar(A1),reduziertWärmeverluste,kann

gleichzeitigWärme

speichernundwirktschaldämmend

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Tel. +43(0)3155-2368 -Email: info@liapor.at


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

Klimaneutralität bis 2040

Klare Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaneutralität setzt die LafargeHolcim-Gruppe.

Einerseits mit der neuen Initiative “Business Ambition for 1,5°C”, die

am 21. September 2020 von LafargeHolcim als erstem globalen Baustoffunternehmen

unterzeichnet wurde. Darin verpflichtet sich die Gruppe zur Erreichung

von Klima-Zwischenzielen bis 2030, die von der Science-Based-Targets Initiative

(SBTi) validiert werden. Andererseits ist erklärtes Ziel, dass alle Werke der Unternehmensgruppe

bis 2040 CO​ 2 ​-neutral sein sollen.

Dafür hat auch der österreichische Marktführer

Lafarge Zementwerke eine Dekarbonisierungs-Roadmap

entwickelt und startet

2020 mit einer ausgezeichneten ökologischen

Performance seiner beiden Zementwerke.

Primärrohstoffe wie Kohle, Öl oder

Gas werden schon lange nicht mehr für den

Brennprozess des Klinkers herangezogen.

Lafarge setzt auf hochwertige Ersatzrohund

Brennstoffe, die je nach Werk zwischen

85 (Mannersdorf) und 100 Prozent (Retznei)

liegen. Die dort hergestellten Klinker

stellen mit 66 Prozent den Hauptbestandteil

des Produktportfolios dar – und sind

damit die Hauptverursacher des CO​ 2 ​-Rucksacks.

Im Vergleich zum europäischen Zielwert

für das Jahr 2030 von 732 kg CO​ 2 ​/Tonne

Klinker ist Lafarge heute aber schon bei


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113

Produkt News

Save the week!

Von 11. bis 15. Jänner 2021 servieren die

IT-Experten der untermStrich software

GmbH mit der „MESSE@home“ ein spektakuläres

Ersatzprogramm zur Bau in München:

Fünf virtuelle Messetage, vollgepackt

mit jeder Menge Fachvorträgen, internationalen

Experten und Diskussionsrunden.

Erfahrungen mit derartigen virtuellen Bühnen

sammelten die EDV-Experten bereits

bei ihren Webinaren, die seit Mai täglich von

Lizenznehmern genutzt werden können.

Mehr als 3.000 Teilnehmer wurden dort bisher

gezählt und auch die „MESSE@home“

kann ebenso mobil von jedem Ort der Welt

aus, ohne auf die persönliche Interaktion

mit den Experten verzichten zu müssen,

besucht werden.

Die ersten Namen der hochkarätigen Vortragenden

und Diskussionspartner können

auch schon verraten werden. So wird Horst

W. Keller (DERPLUSARCHITEKT) Einblicke

in das Thema optimierte Büroführung für

zukunftsweisende Erfolgsstorys geben. Bei

einer virtuellen Podiumsdiskussion nimmt

unter anderen Mark Jenewein von LOVE architecture

+ urbanism Platz, der international

gemeinsam mit kadawittfeldarchitektur

unserem Lebensraum neue Dimensionen

verpasst. Ebenso fixiert sind bereits Sven

Hein (BIGmbH & Co.KG) und Carlo Chiavistrelli

(HANEL Ingenieurbüro). Abgerundet

wird das MESSE@home-Angebot mit Software-Präsentationen,

Einzelterminen mit

den untermStrich-Experten und Vorträgen.

untermStrich software GmbH

T +43 (0)3862 58106-0

office@untermstrich.com

www.untermstrich.com

Hart – härter –

HABITO

Die unbesiegbare Nr. 1 von Rigips

ROBUSTE OBERFLÄCHE

Widerstandsfähig bei

einwandfreier Ästhetik!

SICHER IM SYSTEM

Sichere, geprüfte Alternative

zu Hybridkonstruktionen!

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Besserer Schallschutz als

Standardkonstruktionen!

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Nutzflächengewinn und

geringere Investitionskosten!

EINBRUCHSCHUTZ

Extern geprüft ohne

Stahlblecheinlage!

GESTALTUNGSFREIHEIT

Hohe Lasten ohne Dübel an jeder

beliebigen Stelle der Wand!

www.rigips.at


architektur FACHMAGAZIN

114

edv

Telearbeit:

My home is my office

Telearbeit ist in – nicht nur in Pandemiezeiten. Wie sich das Arbeiten vom

Homeoffice aus in den Planeralltag integrieren lässt und was man dabei

beachten sollte.

Text: Marian Behaneck

Telearbeit ist in – allerdings verfügen nicht alle Arbeitnehmer über geeignete Voraussetzungen. © Microsoft

Arbeitszeiten flexibler gestalten, Beruf und

Privatleben besser vereinbaren, unproduktive

Anfahrtszeiten vermeiden, Arbeitsplatzkosten

und CO 2 -Emissionen einsparen – die

Telearbeit macht´s möglich. Doch was ist

und was kann Telearbeit eigentlich? Welche

Vor-/Nachteile bringt sie für Unternehmen

und Mitarbeiter, wo liegen die Grenzen?

Welche technischen Voraussetzungen müssen

geschaffen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen

beachtet werden? Fragen,

die man vorher klären sollte, denn ein gut

funktionierendes Homeoffice braucht eine

gute Vorbereitung.

Was kann im Homeoffice

erledigt werden?

Unter dem Begriff Telearbeit (englisch: Teleworking,

neudeutsch: Homeoffice) versteht

man alle Büroaufgaben, die mithilfe von ITund

Kommunikationstechniken außerhalb

des Arbeitgeber-Standorts am Tele- oder

Homeoffice-Arbeitsplatz in den Privaträumen

des Beschäftigten erledigt werden

können. Geeignet sind grundsätzlich alle

Tätigkeiten, die keine persönliche Anwesenheit

oder manuelle Arbeit voraussetzen. Das

können Tätigkeiten zur Erledigung interner

oder externer Büroabläufe sein: die Korrespondenz,

das Büro- und Projektcontrolling,

die Bauzeitenplanung, Besprechungen mit

Bauherren, Fachingenieuren oder Handwerkern

und so weiter. Andere Tätigkeiten, wie

etwa Aufmaße, die Bauleitung oder Mängelerfassung

etc. setzen eine persönliche Präsenz

vor Ort voraus. Grundsätzlich gilt: Je

weiter fortgeschritten die Digitalisierung im

eigenen Unternehmen schon ist, desto leichter

fällt der Umzug von Teilen des Unternehmens

ins Homeoffice. Erfolgt beispielsweise

der Planaustausch oder die Kommunikation

mit Projektbeteiligten sowieso schon per

Instant-Messaging oder Video-Chat, ent-


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115

edv

stehen weniger Medienbrüche und weniger

Notwendigkeiten für direkte Kontakte oder

Vor-Ort-Termine. Wer sich schon weitgehend

von papierbasierten Prozessen verabschiedet

hat, kann medienbruchfrei, produktiv

und standortunabhängig arbeiten.

Mithilfe aktueller Technologien, wie zum

Beispiel der Cloud, Messenger-Diensten

oder Video-Conferencing-Tools lassen sich

Software, Daten und Dienste standortunabhängig

nutzen, Informationen und Daten im

Team austauschen oder Dokumente rechtssicher

digital verarbeiten und austauschen.

Werden zuhause Mobilgeräte eingesetzt, ist

eine separate PC-Tastatur und eine höhenverstellbare

Dockingstation oder ein separater

Monitor aus ergonomischen Gründen sinnvoll.

Für die Kommunikation und Kooperation mit Heimarbeitern spielt insbesondere die Qualität

der Internet-Verbindung eine wichtige Rolle. © Microsoft

Welches technische

Equipment braucht man?

Grundsätzlich stehen drei Möglichkeiten zur

Verfügung, um Bürotätigkeiten im Homeoffice

erledigen und dafür entsprechende

Programme und Daten nutzen zu können:

per Fernzugriff auf den persönlichen Büroarbeitsplatz-Rechner,

per VPN-Verbindung

mit dem Firmenserver oder über die Nutzung

von Cloud-Diensten. Mit einer Remote

Desktop- oder Fernbedienungs-Software,

wie beispielsweise Deskshare, PCvisit oder

TeamViewer, kann man vom Homeoffice-Rechner

aus quasi per „Fernsteuerung“

den Rechner im Büro bedienen. Dabei wird

jede Tastatur- und Mauseingabe vom Homeoffice

an den Rechner im Büro übertragen,

der jeweils die aktuelle Bildschirmanzeige

zurücksendet. Das hat Vor- und

Nachteile: Es wird nur die Fernzugriffs-Software

zusätzlich benötigt, das Laden und

Speichern von Daten ist so schnell wie im

Büro und es ist keine besondere Hardware

nötig – oft reicht der vorhandene Heimrechner.

Allerdings kann es, je nach Internet-Verbindung,

durch einen langsameren

Bildschirmaufbau zu Verzögerung beim Arbeiten

kommen. Einen direkten Zugriff auf

Bürodaten ermöglichen VPN-Arbeitsplätze.

VPN steht für Virtual Private Network und

verbindet mehrere Rechner an unterschiedlichen

Standorten verschlüsselt und sicher

über das Internet. Dabei stehen dem Homeoffice-Rechner

alle Daten und Dienste

genauso zur Verfügung, als ob dieser direkt

am Büro-Netzwerk angeschlossen wäre. Allerdings

muss auf dem Homeoffice-Rechner

die jeweilige Software installiert sein, mit

der man arbeiten will. Diese besorgt sich

per VPN-Verbindung den Lizenzschlüssel

und die Daten vom Server im Büro.

Sowohl den Fernzugriff als auch VPN-Verbindungen

sollten, auch aus Gründen der

Datensicherheit, IT-Experten die Technik

einrichten und verwalten. Werden im Unternehmen

browserbasierte Cloud-Lösungen

eingesetzt, können die Mitarbeiter, auch

ganz ohne Expertenhilfe, per Webbrowser

plattform- und standortunabhängig auf alle

Programme, Büro- und Auftragsdaten zugreifen,

die auf externen Cloud-Servern gespeichert

sind. Dann ist das Arbeiten mit der

Software und den Projekten ebenso schnell

wie im Büro – vorausgesetzt, die Qualität

der Internet-Verbindung ist dieselbe.

Für die digitale Kommunikation und Zusammenarbeit

per Internet werden inzwischen

zahlreiche Lösungen offeriert. Instant-Messaging-Software

wie ICQ, Telegram oder

WhatsApp vereinfachen den Austausch

von Informationen und Daten. Videokonferenz-Tools

wie Google Meet, GoToMeeting,

Skype oder Zoom ermöglichen einen multimedialen

Austausch mit einem oder mehreren

Kommunikationspartnern. Webmeeting-Tools

wie Slack, Microsoft Teams oder

Wire bieten eine Plattform für die gemeinsame

Bearbeitung von Dokumenten und Projekten.

Auch bauspezifische Lösungen gibt

es bereits: PKMS-Systeme wie conjectPM,

Poolarserver, Think Project oder BIM Kollaborations-Plattformen

wie etwa BIMplus,

BIM 360 oder die BIMcloud ermöglichen es

mehreren Anwendern, von unterschiedlichen

Standorten aus gemeinsam an Projekten

zu arbeiten.

© Kensington u

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architektur FACHMAGAZIN

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Was sollte man rechtlich beachten?

Während die beruflich bedingte, gelegentliche

mobile Arbeit, zum Beispiel mit dem

Laptop unterwegs im Zug, keine rechtlichen

Vorgaben hat, müssen bei der Einrichtung

von Heimarbeitsplätzen rechtliche Vorgaben

beachtet und beispielsweise bestehende

Arbeitsverträge angepasst und ergänzt

werden. Das betrifft unter anderem die Einrichtung

eines Bildschirmarbeitsplatzes, die

Arbeitszeit, die Arbeitsbedingungen, eine

eventuelle Kostenbeteiligung des Arbeitgebers

an den Betriebskosten etc. Haftungsrechtliche

oder durch technische Defekte bedingte

Störungen, der Versicherungsschutz,

Datenschutz oder die Datensicherheit sind

ebenso zu beachten. Vereinbart der Arbeitgeber

mit den Mitarbeitern eine wöchentliche

Arbeitszeit am Telearbeitsplatz, ist

er für deren Ausstattung zuständig. Dies

umfasst die Hardware, Software und Kommunikationstechnik

sowie die Ausstattung

mit Schreibtisch, Bürostuhl und Büromobiliar.

Verfügt der Telearbeiter zuhause bereits

über die notwendige Ausstattung, sollte eine

Arbeitgeberbeteiligung an den Betriebskosten

vereinbart werden. Allerdings ist es

aus Gründen der Datensicherheit, des Datenschutzes

sowie notwendiger Hard- und

Softwareeinstellungen sinnvoller, wenn das

Unternehmen die Homeoffice-Hardware

stellt. Beachten sollte man auch die Arbeitsplatzgestaltung.

Für Telearbeitsplätze

gelten die gleichen Anforderungen, wie für

Bildschirmarbeitsplätze im Büro. Der Arbeitsraum

muss belüftbar und beheizbar

Zur weiteren sinnvollen Ausstattung gehören Multifunktionsdrucker,

die scannen, kopieren und drucken können. © Hewlett-Packard

BIM-Kollaborations-Plattformen ermöglichen es mehreren Anwendern

von unterschiedlichen Standorten aus, gemeinsam an BIM-Projekten zu

arbeiten. © Allplan

sein, ausreichend Tageslicht erhalten und

mindestens 8 bis 10 Quadratmeter groß sein.

Laptops, Notebooks oder Tablets sind als

Homeoffice-Arbeitsplatz nur bedingt geeignet.

Da sie in der Regel eine mit dem

Bildschirm fest verbundene Tastatur haben,

kann man keine ergonomisch korrekte Arbeitshaltung

einnehmen (Bildschirm-Höhe

und -Abstand etc). Mobilhardware sollte deshalb

entweder nur kurzzeitig genutzt oder

mit einer externen Tastatur, Maus und mit

einer höhenverstellbaren Docking-Station

oder einem zusätzlichen LCD-Monitor zu einem

Dauer-Arbeitsplatz aufgerüstet werden.

Telearbeit? Aber sicher!

Telearbeit hat auch einen Sicherheitsaspekt.

Schließlich wird von Außen auf die Büro-IT

und auf sensible Büro- und Projektdaten zugegriffen.

Deshalb sollte der Arbeitgeber allen

Homeoffice-Arbeitern Sicherheitsregeln

vorgeben und eine entsprechend vorbereitete

Hardware zur Verfügung stellen. Auf

dieser sollten nur aktuelle Programme und

Antivirenprogramme installiert sein, die regelmäßig

aktualisiert werden. So lassen sich

über Webseiten oder E-Mails eingeschleuste

Schadprogramme rechtzeitig erkennen

und blockieren. Wird keine Cloud-basierte

Software genutzt, sollte man nur über eine

vom Arbeitgeber einzurichtende VPN-Verbindung

auf die Büro-IT zugreifen. Darüber

muss der Online-Datenverkehr verschlüsselt

werden, so dass kein Dritter Einblick nehmen

kann. Sowohl für das Entsperren des

Rechners als auch für Online-Dienste sollten

komplexe Passwörter benutzt werden, möglichst

auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Dabei wird neben dem Passwort zum

Beispiel noch ein Code eingegeben, der nur

auf dem eigenen Smartphone von einer App

generiert oder per SMS zugeschickt wird.

Arbeitgeber sollten Mitarbeitern zusätzlich

Homeoffice-Leitlinien mit Hinweisen für ein

sicheres und datenschutzkonformes Arbeiten

bereitstellen. Wird cloudbasierte Software

as a Service (SaaS) eingesetzt, sollte

man mit dem Anbieter einen sogenannten

Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen.

Darin verpflichtet er sich zu einem sorgsamen

Umgang mit den Anwenderdaten, der

den Regeln der Datenschutz-Grundverordnung

(DSGVO) entspricht.


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Fazit: Telearbeit wird zur Normalität

Die aktuellen pandemiebedingten Einschränkungen

haben die Digitalisierung in

der Baubranche befördert und beispielsweise

zu mehr Nachfrage nach Telearbeitsplätzen

geführt. Allerdings sind nicht alle

Unternehmen und Arbeitnehmer gleich gut

vorbereitet. Nicht immer sind ein geeigneter

Raum in der Wohnung, eine ausreichende

Hardware-Ausstattung, passende Software-Lizenzen

und vor allem ein schneller

Internetanschluss vorhanden. Durchsetzen

wird sich Telearbeit als Ergänzung zum

herkömmlichen Arbeiten nur, wenn die

Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören

nicht zuletzt flächendeckend verfügbare

Hochgeschwindigkeits-Datennetze,

die eine Nutzung auch anspruchsvoller Anwendungen

wie Video-Konferenzen, CAD-,

Simulations- oder Visualisierungsprogramme

ermöglichen.


Homeoffice-Lösungen und Anbieter*

Projekt-Kollaboration: Allplan Bimplus (www.allplan.com), Asite (www.asite.com),

Autodesk BIM 360 (www.autodesk.de), BIMserver.org (www.bimserver.org),

BIMcloud (www.graphisoft.com), conjectPM (www.conject.com),

Poolarserver (www.poolarserver.com), Slack (www.slack.com),

Teams (www.microsoft.com), Think Project! (www.thinkproject.com)

Video-Conferencing: Adobe Connect (www.adobe.com), Cisco Webex (www.cisco.com),

Facetime (www.apple.com), Google Meet (www.google.com),

GoToMeeting (www.gotomeeting.com), Meetgreen (www.meetgreen.com),

Meetyou (www.meetyou.com), Skype (www.skype.com), Spreed (www.spreed.com),

Veeting (www.veeeting.com), Zoom (www.zoom.com)

Desktop-Sharing: BeamYourScreen (www.beamyourscreen.com),

Deskshare (www.deskshare.net), Fastviewer (www. fastviewer.com),

Pcvisit (www.pcvisit.de), Teamviewer (www.teamviewer.com)

Instant-Messaging: ICQ (www.icq.com), Signal (www.signal.org),

SilentPhone (/www.silentcircle.com), Telegram (www.telegram.org),

Threema (www.threema.ch), WhatsApp (www.whatsapp.com)

* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit

das Organisations- und Führungstool

der Architekten und Ingenieure

untermStrich® X3 – wir.wissen.warum.

„Die Budgetgrenzen der Projekte unter Kontrolle haben?

Das gelingt uns dank untermStrich im Handumdrehen. Wir sehen rechtzeitig,

dass die Obergrenze erreicht wird und können darauf reagieren.“

Zitat Architekt Stefan Hitthaler

untermStrich® software GmbH,

Mittergasse 11 - 15, 8600 Bruck/Mur

Tel. +43 3862 58106

Stefan Hitthaler Architektur

untermstrich.com


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Direkter Datenaustausch

Bereits seit den frühen 1990er Jahren existiert bei

ABIS Software der direkte Datenaustausch zwischen

AVA und CAD Software. Durch die nun verstärkte

Nachfrage dieser Funktion wurde im Zuge der AVA

Neuentwicklung auch eine Adaptierung der Funktionalität

auf Open-BIM vorgenommen. Das bedeutet,

dass der Austausch von der CAD nach ABIS AVA

über eine Standard-IFC-Datei funktioniert. Das Ziel

ist es, aus einem CAD-Entwurf direkt ein (Grob-)

Kostenschätzungs-LV ableiten zu können, welches

sich bei Änderung des Entwurfs dann auch entsprechend

aktualisiert.

Aus den einzelnen CAD-Bauteilen/Elementen werden

über die CAD Software IFC-Elemente gebildet,

welche dann per IFC-Datei auf AVA-Elemente abgebildet

werden. Diese AVA-Elemente besitzen Positionen

(aus Standardleistungsbeschreibungen) und

lassen sich dann in die einzelnen (Ober-)Gruppen

eines Ausschreibungs-Leistungsverzeichnis einfügen.

Diese AVA-Elemente sind dann weiterhin mit

der IFC-Datei verknüpft und können im Bedarfsfall

die aktualisierten Werte übernehmen.

Bei ABIS-AVA ist man bereit, wenn BIM in den Ausschreibungs-Alltag

einzieht, sei es durch die vorgestellte

Open-Bim-Lösung, oder dem frei konfigurierbaren

Excel-Datenaustausch, welcher ein Zusammenspiel

mit fast jedem BIM-System möglich macht.

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH

T +43 (0)316 83 13 61

reichhart@abis-software.com

www.abis.at

CAD – System für Architekten

Das neue ViCADo.arc 2021 ist ein objektorientiertes

CAD-System, das durch seine konsequente 3D-Gebäudemodellierung

eine einzigartige Durchgängigkeit

vom Entwurf über die Visualisierung und die Ausführungsplanung

bis hin zur Ausschreibung gewährleistet.

Eine intuitive Benutzeroberfläche, intelligente

Objekte und vielfältige Möglichkeiten der Auswertung

sind weitere wesentliche Leistungsmerkmale.

Der Modell-Vergleich hilft z.B. bei der Ermittlung und

Übertragung von Unterschieden zwischen Modellständen.

Mit der Modell-Kontrolle verfügen die Nutzer

nun über ein Instrument, welches die Gründe für

ungünstige Modellierungen aufspürt und dem Tragwerksplaner

die Möglichkeit der raschen Korrektur

bietet. Und für neu modellierte Treppenbauteile wird

nun automatisch die exakte geometrische Beschreibung

„URBS“ angewendet. Großer Profiteur sind

dabei gewendelte Bauteile wie viertel- oder halbgewendelte

Treppen, da sich deren Ansicht von unten

sowie die Abbildung in Schnittsichten wesentlich ruhiger

und realistischer darstellen.

DI Kraus & CO GmbH

T +43 (0)2622 89497-13

office@dikraus.at

www.dikraus.at

www.arcon-cad.at


CRONA LIGHT TOUCH

Unsere Stühle sind

gern unter Leuten.

www.selmer.at

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

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