The Red Bulletin Dezember 2020 (DE)

online.magazines

DEUTSCHLAND

DEZEMBER 2020

€ 2,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

VOM SHERPA

ZUM CHAMPION

DER SCHNELLSTE

BERGSTEIGER

DER WELT

Nims Purja

bezwang alle

14 Achttausender.

In nur sechs

Monaten.

PURE

FREUDE

DER SPIELWITZ DES

EISHOCKEY-STARS

JOHN PETERKA

GRÜNES

WUNDER

STERNE-KOCH

FELIX SCHNEIDER

HOLT DAS BESTE

AUS DEM WALD

Natural born climber: Nims Purja, 38, führte

ein rein nepalesisches Team an und unterbot den

bisherigen Rekord um mehr als sieben Jahre.

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EDITORIAL

WILLKOMMEN

HOCH

HINAUS

SANDRO BAEBLER (COVER), CHRISTOPH VOY VINZ SCHWARZBAUER

AUF DEN

GIPFEL

Dieses ikonische Bild

vom „Stau“ auf dem

Mount Everest ging um

die Welt. Fotografiert

hat es Rekord-Kletterer

Nims Purja. Dessen

abenteuerliche Story

liest du ab Seite 40.

Ambitionierte Ziele können dir sagenhafte Kräfte

verleihen: Wer das nicht glaubt, sollte unseren Cover-

Helden Nims Purja kennenlernen. Der Nepalese nahm

sich vor, die 14 Achttausender

der Welt in der Rekordzeit von

sieben Monaten zu besteigen –

und schaffte es in sechs Monaten

und sechs Tagen. „Ich wollte

der Welt zeigen, was möglich ist,

wenn du deinen ganzen Geist,

dein Herz und deine Seele in ein

Projekt hineinwirfst“, sagt Purja.

Und er wollte mit seinem nepalesischen

Team die Aufmerksamkeit

auf eine oft übersehene Gruppe von Kletterern

richten – die Sherpas. Wie ihm das gelang, erfährst du

ab Seite 40. Mit mutigen Schritten kennt sich auch Ski-

Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg

aus. Ab Seite 32 erklärt sie,

warum sie bereits im Alter von

dreißig Jahren ihre erfolgreiche

Karriere beendete.

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe

von The Red Bulletin!

Die Redaktion

AUF DIE

FREUDE AM SPIEL

Mit achtzehn trickst Eishockey-

Star John Peterka erfahrene

Profis aus. Warum Spaß für ihn

so wichtig ist: ab Seite 62

AUF DIE

SCHREIBKUNST

Spannung kann

Stephen King, klar.

Warum du auch seinen

Schreib ratgeber lesen

solltest. Ab Seite 84

„ Man sollte

den Mut

haben,

sich auszuprobieren.“

Rapper Celo über

sein Erfolgsrezept.

Ab Seite 36

THE RED BULLETIN 3


INHALT

The Red Bulletin

im Dezember 2020

COVERSTORY

40 ÜBER ALLE BERGE

In nur sechs Monaten und

sechs Tagen erklomm Nims

Purja alle Achttausender-

Berge der Welt – und wurde so

vom Sherpa zum Helden.

ABENTEUER

20 FORMEL FROST

Auf einem zugefrorenen See

in Kanada steigt jedes Jahr

das längste und kälteste

Motorrad-Rennen der Welt.

SKI ALPIN

32 ZEIT FÜR DIE

LETZTE ABFAHRT

Ski-Olympiasiegerin Viktoria

Rebensburg erklärt ihren

überraschenden Rücktritt.

DEUTSCHRAP

36 BAUCHMUSKEL-HITS

Die Frankfurter Hip-Hop-Stars

Celo & Abdi erzählen, warum

gerade Humor die wichtigste

Zutat ihrer Songs ist.

FILM

38 UND EWIG LOCKT

DAS RISIKO

Schauspieler Laurence Rupp

verrät, wieso er manchmal

bewusst alles aufs Spiel setzt.

6 GALLERY

12 ZAHLEN, BITTE!

14 FUNDSTÜCK

16 PLAYLIST

18 CLUB DER TOTEN DENKER

INNOVATOR

50 DSCHUNGELCAMPS

Ein vietnamesischer Architekt

holt endlich die Natur zurück

in unsere Großstädte.

FOOD

54 RADIKAL LOKAL

Sternekoch Felix Schneider

bedient sich für seine Menüs

im Wald vor der Lokaltür.

EISHOCKEY

62 ECHTER SPIELER

Weshalb den Eishockey-Star

John Peterka vor allem seine

Freude am Spiel stark macht.

GUIDE

Tipps für ein Leben

abseits des Alltäglichen

75 TRAVEL. Segeln mit den Besten –

Urlaub mit Hagara und Steinacher.

80 FITNESS. Ein Yoga-Programm,

das Superheldenkräfte verleiht.

82 GADGET. Diese Hantel denkt

beim Krafttraining mit.

84 LESESTOFF. Warum Stephen King

packend übers Schreiben schreibt.

86 GAMING. Wie ein begeisterter

Spieler zum Milliardär wurde.

88 KALENDER. Die wichtigsten

Termine der kommenden Wochen.

92 WINTER-URLAUB. Acht Orte

zum Krafttanken im Schnee.

96 IMPRESSUM

98 PERFEKTER ABGANG

54

RADIKAL REGIONAL Starkoch Felix Schneider

feiert lokale Zutaten mit innovativen Rezepten.

75

HART AM WIND Ein Törn mit Olympiasiegern?

Destination Red Bull macht’s möglich.

32

STARKER ABGANG Viktoria Rebensburg über

Gefühlsentscheidungen in ihrer Ski-Karriere

NORMAN KONRAD, KONSTANTIN REYER, SEBASTIAN ARLT, PHILIP VUKELICH

4 THE RED BULLETIN


20

EISKALT ERWISCHT

Brrr! Beim Motorrad-Rennen

in Kanada mit Temperaturen

von bis zu minus 48 Grad

THE RED BULLETIN 5


RIESENGEBIRGE,

TSCHECHIEN

Trick aus

dem Jahr

Schnee

Okay, auf Skiern von einem 18 Meter hohen

Dach zu springen – wie in diesem Fall der

US-Freeski-Star Nick Goepper – nötigt uns

einigen Respekt ab. Noch erstaunlicher ist

aber, wenn man erfährt, dass ein gewisser

Otto Berauer den gleichen Stunt bereits

im Jahr 1929 auf Holzskiern hinlegte.

Fotograf Jiří Šimeček hatte die Aufnahme

von dessen kühnem Sprung im Luční Bouda

Hotel im Riesengebirge gesehen. Er fragte

Nick Goeppner, ob er den Trick nachstellen

würde. Dem war es eine Ehre.

jirisimecek.com

JIRI SIMECEK/RED BULL CONTENT POOL


7


PETER SALZMANN

MOLDE, NORWEGEN

Gleitzeit

Steile Felswände, unzählige Seen, atemberaubende

Fjorde: Norwegen gilt als Europas

Mekka für BASE-Jumper und Wingsuit-Flieger.

Zwei Wochen begleitete der Salzburger Air2Air-

Fotograf Peter Salz mann das Red Bull Skydive

Team bei dessen jüngstem Projekt im gebirgigen

Westen des Landes. Im Bild vollführen

die Wingsuit-Piloten Max Manow, Marco

Waltenspiel und Marco Fürst (v. li.) die „Pfeil-

Forma tion“ entlang einer Schlucht (Flug speed:

220 km/h). Salzmann: „Hier flog ich knapp

hinter ihnen und musste die Helmkamera

mittels Biss mecha nis mus auslösen.“

redbull.com/norwegen,

@redbullskydiveteam

9


RUSSELL ORD

TEAHUPO’O, TAHITI,

FRANZÖSISCH-POLYNESIEN

Blaues

Wunder

Der Australier Russell Ord, 46, gilt als

einer der besten Surf-Fotografen der Welt.

Dieses Bild aus Teahupo’o, Tahiti, lässt uns

sofort verstehen, warum. Zu sehen ist Surfer

Matahi Drollet am heimatlichen Strand.

Mit 23 Jahren ist er halb so alt wie Ord,

doch gemeinsam schuf das Dream-Team

ein blaues Wunder – das bemerkens werte

Bild eines Ritts auf einer perfekten Welle.

russellordphoto.com

11


Z A H L E N , B I T T E !

TV-SERIE

Genial royal

Am 15. November startet die vierte Staffel der Netflix-Erfolgsserie „The Crown“

mit Oscar-Preisträgerin Olivia Colman als Elizabeth II. Hier die Zahlen,

die belegen, dass die Queen einfach die Coolste ist.

1

Glas Champagner trinkt sie

täglich vor dem Schlafengehen.

G20

-Gipfeltreffen-Gruppenfoto 2009:

die Queen blamiert Silvio Berlusconi

vor versammelter Runde: „Was ist

mit dem? Warum schreit der so?“

4

Mal hat sie Wimbledon besucht –

obwohl sie bis 2016 Schirmherrin

des Turniers war. Tennis

interessiere sie einfach nicht.

2

Geburtstage hat sie: ihren

eigentlichen (21. April) und den

„königlichen“ aller Regenten

am zweiten Samstag im Juni.

129

-mal wurde sie porträtiert,

23 Wachsfiguren wurden von ihr

bei Madame Tussauds angefertigt.

14

Premierminister (von Winston

Churchill bis Boris Johnson)

haben ihr gedient.

2007

gestand sie dem damaligen

Arsenal-Mittelfeldspieler

Cesc Fàbregas, sie sei

ein Fan des Clubs.

0

Sie benötigt keinen Reisepass,

um Grenzen zu passieren.

Keinen Führerschein, um Auto

zu fahren. Noch besser:

Geschwindigkeitsbeschränkungen

gelten für sie nicht.

2012

spielte sie im Video zur

Eröffnung der Olympischen Spiele

in London mit. Bond-Darsteller

Daniel Craig holte sie per Heli aus

dem Palast. Ein Queen-Double

sprang später mit dem Fallschirm

über dem Stadion ab.

123.384.128

Dollar spielte der Film „Die Queen“ weltweit im Kino ein,

Helen Mirren erhielt einen Oscar für die Hauptrolle.

237

Straßen sind nach ihr benannt.

1976

verschickte sie ihre erste

E-Mail, 2014 ihren ersten Tweet.

GETTY IMAGES (9) CLAUDIA MEITERT

12 THE RED BULLETIN


FUNDSTÜCK

Pelés Jubiläumsspiel-

Ball (mit den Namen der

Teams) ist aus Ledersegmenten

gefertigt.

Das Kicken lernte Pelé

als Kind noch mit

einem Ball aus ausgestopften

Socken.

PELÉ

Haut volée

Ball vom 1000. Spiel des brasilianischen Jahrhundert-Fußballers Edson Arantes do Nascimento, 1971

In den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hieß der Fußballgott Pelé. Keiner behandelte

die Wuchtel, das Leder, die Haut eleganter, keiner schoss so viele Tore. Im Jänner 1971, mit 31,

hatte er Brasilien bereits dreimal zum WM-Titel geführt und war längst eine lebende Legende. So

wurde sein tausendstes Match (FC Santos gegen SV Transvaal, Surinam, 4:1) wie ein Gottes dienst

zele briert. Und das Leder – damals wirklich noch aus Leder – hat man als Reliquie aufbewahrt.

JULIEN’S AUCTION/REX SHUTTERSTOCK

14 THE RED BULLETIN


DER PIONIERGEIST LEBT FORT.

Eine Hommage an die allerersten Flieger und Entdecker

– und ihre gemeinsame Geschichte mit Longines.

Elinor Smith, die

furchtlose Rekord-

Fliegerin, vertäute

auf die Präzision

und Widerstandsfähigkeit

ihrer

Longines, als sie

sich höher als alle

anderen Pilotinnen

in den Himmel

schraubte.

1928 wurde Elinor Smith mit nur

16 Jahren die jüngste zu gelassene

Fliegerin der Welt. Die berühmte

Kunstfliegerin wird für immer in

Erinnerung bleiben: Nur wenige

Monate nach ihrer Zulassung sorgte

sie für eine Sensation, als sie in

New York unter allen vier Brücken

auf dem East River hindurchflog.

Und dies alles nur, weil ein männlicher

Bekannter, der es zuvor erfolglos

versucht hatte, ihr einredete,

sie schaffe das nicht. Elinor Smith

ist die erste und einzige Pilotin,

der dieses Kunststück gelang.

Es waren dieser Kampfgeist und

Mut, die sie dazu bewogen, ihre

Grenzen immer weiter zu setzen

und den Gefahren zu trotzen.

1930 stellte sie einen neuen

Höhenrekord von 8357 Metern

auf. Sie freute sich zu berichten,

dass ihre «Longines jederzeit

perfekt funktionierte». Nur ein

Jahr später versuchte Smith,

noch höher in die Luft zu steigen.

Nachdem sie bereits eine Höhe

von 9144 Metern erreicht hatte,

fiel Smiths Flugzeugmotor aus.

Als sie versuchte, ihn wieder

zu starten, verlor sie das Bewusstsein

(ohne ihr Wissen war

ihre Sauerstoffflasche beschädigt

worden, und ihr Inhalt war ausgetreten).

Die Treibstoffleitung

war einge froren, und das nun antriebslose

Flugzeug geriet in einen

steilen Sturzflug. Smith erlangte

nach einem freien Fall von über

7000 Metern das Bewusstsein

wieder und konnte das Flugzeug

schließlich landen.

Zehn Tage später schwang sie sich

noch höher hinauf und stellte mit

9929 Metern einen neuen Rekord

auf, bei dem sie erneut ihrer präzisen

Longines vertraute.

Die Art und Weise, wie sie mit

Herausforderungen umgehen,

trennt die Pioniere vom Rest der

Menschheit. Eleganz zeigen, wenn

alle Chancen gegen einen stehen.

Mit Eleganz alles versuchen, alles

geben, vielleicht scheitern. Elegant

kämpfen — und triumphieren. Das

ist es, woran man sich erinnert.

Das ist es, was bleibt — wenn alles

andere nicht mehr zählt.

Longines hat die Spirit Collection

entwickelt, um genau dies

zu verkörpern. Sie verbindet

Eleganz, Tradition und Leistung

– mit denselben unverwechselbaren

Merkmalen, die speziell

für die ersten Aviatik-Pioniere

geschaffen wurden: von ihrer

geprüften Ganggenauigkeit bis

zur übergroßen Aufzugskrone,

die mit Handschuhen leicht

bedient werden kann; von den

markanten, kontrastreichen

Ziffern bis zu den Zeigern mit

Leuchtmassenbeschichtung für

Nachtflüge.

Die Spirit Collection ist der lebhafte

Beweis, dass der Pioniergeist

fortlebt.


PLAYLIST

BENNY THE BUTCHER

So klingt

New York

Größen wie Eminem und Jay-Z

huldigen seiner Musik. Uns

empfiehlt der Rapper vier Songs

aus seiner Heimatstadt, die

seinen Weg prägten.

New Yorks Hip-Hop erlebt gerade

eine Renaissance – auch wegen

Rappern wie Jeremie Pennick, 35,

besser bekannt unter dem Namen

Benny the Butcher. Benny und sein

Hip-Hop-Kollektiv Griselda führen

mit ihrer Musik die Tradition von

Eastcoast-Legenden wie dem

Wu-Tang Clan oder Mobb Deep fort.

Gleichzeitig fügen sie deren aggressivem

Hardcore-Rap ihren eigenen,

frischen Sound hinzu. Zu Bennys

Fans zählen mittlerweile Größen

wie Eminem, der Griselda 2017 auf

seinem Label Shady Records unter

Vertrag nahm, oder Jay-Z, der Benny

mit seiner Agentur Roc Nation

betreut. Hier verrät der New Yorker

vier Tracks, die ihn auf seinem Weg

nach oben inspiriert haben.

Das Album von Benny The Butcher

& DJ Drama: „Gangsta Grillz × BSF

Da Respected Sopranos“ ist bereits

erhältlich; blacksopranofamily.com

Marley Marl feat.

Masta Ace, Craig G, Kool

G Rap & Big Daddy Kane

The Symphony (1988)

„Mein Paps war der größte Hip-

Hop-Fan überhaupt. Er hörte

ständig Musik, und ich saß auf

dem Rücksitz unseres Autos

und sog die Songs auf. So lernte

ich ‚The Symphony‘ kennen.

Die Pianomelodie, die sich

Marley Marl hier von Otis Redding

borgt, dazu Kool Gs Reimkunst:

ein irre guter Track.“

The Notorious BIG

Juicy (1994)

„‚Juicy‘ war ein großes Ding

für New York. Der Song erschien

zu einer Zeit, als Rapper

der Westcoast die Szene fest

im Griff hatten. Deshalb waren

wir heilfroh über dieses Genie

aus Brooklyn. Immer wenn

seine Songs im Radio gespielt

wurden, setzten wir ein Lächeln

auf. ‚Juicy‘ ist eine der größten

New-York- und eine der größten

Hip-Hop-Hymnen überhaupt.“

Nas feat. Lauryn Hill

If I Ruled the World (aus dem

Album „Imagine That“, 1996)

„Nas und Lauryn gemeinsam

auf einem Track zu hören war

schon sehr speziell. Ohne die

beiden wäre Hip-Hop heute

nicht dasselbe. Das Video zum

Song ist pures New York und

wurde am Times Square gedreht.

Es ist der Blueprint für

Künstler, die dieses Feeling

ebenfalls erzeugen wollen –

auch noch Jahre später.“

Puff Daddy & The Family

It’s All About the Benjamins

(1997)

„Als ich den Song zum ersten

Mal hörte, dachte ich: ‚Wow!

Was für ein verrückter Beat.‘

Später packten mich die Texte,

die Gast-Künstler wie Sheek

dem Album beisteuerten.

Puff bringt einfach immer die

besten Leute zusammen. Er ist

eine Art All-Star-Coach des Hip-

Hop, und seine Arbeitsweise

hat mich sehr beeinflusst.“

WILL LAVIN

16 THE RED BULLETIN


THE PIONEER

SPIRIT LIVES ON.

Warum diese Uhr? Nun, die neuartige Unruh-Spiralfeder aus Silizium widersteht den Magnetfeldern

und Stößen, die wir im Alltag erleben. Dank der verbesserten Ganggenauigkeit und Zuverlässigkeit wird

jede Uhr als COSC-Chronometer zertifiziert. Wie groß ist das Vertrauen in unsere neuen Modelle der

Longines Spirit Collection? Es ist so gross, dass wir für sie volle fünf Jahre Garantie gewähren.


D E R C L U B D E R T O T E N D E N K E R

GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL

Soll ich mir altes Zeug

im Museum anschauen?

Die größten Denker aller Zeiten beantworten

Fragen unserer Gegenwart, übermittelt

durch den Philosophen Christoph Quarch.

Diesmal: Kurz nach seinem 250. Geburtstag

erklärt Hegel, wieso es sich lohnt, sich mit

Geschichte zu befassen.

Also woischt, i bi ja a Schwoab. Und a Schwoab ka gar

net andersch, als alles nuffz’hebe, was ihm querkommt.

Heidenei, des verstoasch ja net, denn du bischt ja wohl

kan Schwoab, sonst tätst et frage, ob des guat isch,

sich im Museum so an alte Plunder az’gucke.

Also in gepflegtem Hochdeutsch: Wir Schwaben

neigen dazu, Dinge aufzuheben. Und als ein schwäbischer

Philosoph neige ich – auch nach vielen Jahren

in Berlin noch – dazu, genau das gut und sinnvoll zu

finden. Denn mit dem Aufheben hat es eine eigentümliche

Bewandtnis. Das Aufheben ist

nämlich die Lieblingsbeschäftigung

des Geischtes – Pardon: des Geistes.

Ums Aufheben ist es mir also zu

tun. Denn Aufheben ist wichtig – Aufheben

ist geistreich. Genauso geistreich

wie das Spiel mit Worten, das

ich jetzt gern mit dir spielen möchte:

Aufheben – so habe ich’s vor langen

Jahren in meiner „Phänomenologie

des Geistes“ ausgearbeitet – kann

dreierlei bedeuten: etwas aufbewahren

bzw. etwas vor der Mülltonne retten; etwas abschaffen,

wie man etwa ein Verbot aufhebt; und etwas

auf eine höhere Ebene bringen – so wie man etwas

vom Fußboden aufhebt, wenn es runtergefallen ist.

Und jetzt kommt’s: Wenn der Geist etwas aufhebt,

dann geschieht alles drei zugleich. Und das ist dann

auch die Erklärung dafür, warum es eine ganze Menge

bringt, gelegentlich einmal ein Museum aufzusuchen.

Ist nicht leicht zu verstehen, auch nicht leicht

zu erklären, aber ich will’s versuchen: Als Erstes mach

dir bitte klar, dass du nicht vom Himmel ge fallen bist.

Nein, bist du nicht: Du bist in eine Welt hineingeboren,

die schon vor dir da war und die eine Geschichte hat.

Die Welt, in der du lebst, ist eine gewordene Welt. Je

mehr du nun in sie hineinwächst, desto mehr saugst

du sie auf – und mit ihr auch ihre Geschichte. Die Weise,

wie du denkst, wie du sprichst, wie du fühlst: Alles

„ Du bist in eine

Welt hineingeboren,

die

schon vor dir da

war und die eine

Geschichte hat.“

hat eine Geschichte, die weit, weit hinter deine Geburt

zurückreicht. Denn es ist die Geschichte des Geistes:

die Geistesgeschichte, die wir bis zu den ersten Anfängen

der Menschheit zurück verfolgen können. Ja,

wie ein roter Faden zieht der Geist sich durch die

Jahrhunderte. Und mit jedem Jahrzehnt – das war

meine größte Entdeckung – wird er etwas … geistreicher,

etwas umfassender, etwas komplexer, etwas

bewusster. Und wie macht er das? Die Antwort kennst

du schon: durchs Aufheben.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: die

Europäische Union. Nach zwei Weltkriegen und dem

Faschismus war man sich in Europa einig, dass so

etwas nie wieder geschehen dürfe. Also schloss man

sich zu einer Europäischen Gemeinschaft zusammen.

Dabei wurde einiges aufgehoben: Alte Feindschaften

wurden abgeschafft, während nationale Eigenheiten

aufbewahrt blieben. Und Europa wurde auf eine neue

Entwicklungsstufe gebracht – die heute allerdings

vielen Menschen Kopfzerbrechen bereitet, wenn man

bedenkt, was in Ländern wie Polen,

Ungarn oder Großbritannien abgeht.

Und da sage ich dir: Du kannst das heutige

Europa nur verstehen, wenn du

seine Geschichte kennst. Du verstehst

den Geist deiner Zeit nur, wenn du dir

klarmachst, was er alles aufgehoben

hat – im dreifachen Sinne. Und was er

auf gehoben hat, findest du als „altes

Zeug“ in den historischen Museen.

Also: Wenn du verstehen willst, in

welcher Welt du lebst, befasse dich mit

der Vergangenheit. Klar, du kannst so tun, als wärest

du vom Himmel gefallen – aber damit fällst du auf die

Nase. Im Einzelfall ist das nicht schlimm. Wenn aber

ein ganzer Kontinent seine Geschichte vergisst, dann

wird es eng. Deshalb glaube ich, es bringt uns allen

etwas, ab und zu in ein Museum zu gehen.

FRIEDRICH HEGEL (1770–1831)

war einer der einflussreichsten Denker für das 19. und

20. Jahrhundert. Nicht nur Karl Marx und die Wegbereiter

des Sozialismus ließen sich von ihm inspirieren, sondern auch

existenzialistische Philosophen wie Søren Kierkegaard oder

Jean-Paul Sartre. Als gebürtiger Schwabe wurde er 1818 an

die Berliner Universität berufen, wo er eine große Hörer- und

Anhängerschaft fand. Seine Philosophie ist hochkomplex,

erhebt sie doch den Anspruch, ein geistiges System bereitzustellen,

mit dem sich die Kultur- und Menschheitsgeschichte

als dynamische Entfaltung des Weltgeistes verstehen lässt.

DR. CHRISTOPH QUARCH BENE ROHLMANN

18 THE RED BULLETIN


GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL (1770–1831)

„Du kannst das heutige Europa nur verstehen, wenn du seine

Geschichte kennst. Du verstehst den Geist deiner Zeit nur,

wenn du dir klarmachst, was er alles aufgehoben hat.“

THE RED BULLETIN 19


FORMEL FROST

Auf einem zugefrorenen See im Norden Kanadas wartet

jeden Winter auf Hartgesottene eine würdige Herausforderung:

NUMB BUM („vor Kälte tauber Hintern“),

das längste und kälteste Motorradrennen der Welt.

24 Stunden Vollgas bei bis zu minus 48 Grad.

Text KAITLYN KRASSELT

Fotos PHILIP VUKELICH

Ausdauer zählt

Nicht die Schnellsten gewinnen das

Numb Bum 24, sondern die Zähesten

– jenes Team, das in 24 Stunden

die meisten Runden abgespult hat.

Die Frage lautet also: Wer hält es am

längsten aus bei eisigen Temperaturen,

Wind, Schnee und allen anderen

Überraschungen, die die Natur hier

so aus dem Ärmel zaubert?

20


Nagelprobe

Um auf der spiegelglatten Strecke

Halt zu finden, bestücken die Piloten

die Reifen mit fünf Zentimeter langen

Spikes. Doch die können sich auch

als Albtraum erweisen: Im Jahr 2015

schlitzte sich einer der Teilnehmer

bei einem Abflug mit einem der

Nägel die Oberschenkel arterie auf.

Seither gibt es eine neue Vorschrift:

Die Räder müssen von einem Schutzgitter

umgeben sein.


„Um hier teilzunehmen, musst

du ein bisschen verrückt sein.“

Dan Cheron, Organisator des Numb Bum 24

Die Rennstrecke

Es dauert mindestens eine Woche,

bis Schneepflüge die etwa 14 Kilo meter

lange Strecke aus dem Sandy Lake,

eine Fahrstunde nordwestlich von

Edmon ton in der kanadischen Provinz

Alberta, geschnitzt haben – wobei sich

der Kurs von Jahr zu Jahr ändert.

„Ohne die Strecke“, findet Numb-

Bum-24-Organi sator Dan Cheron,

„sieht der See einfach nicht gut aus.“

23


Wie jedes anständige 24-Stunden-

Rennen beginnt auch das Numb

Bum mit einem Le-Mans-Start.

Und genau wie dort ist dieser Vorgang

– die Teilnehmer rennen zu

ihren geparkten Maschinen – ebenso

emotional wie bedeutungslos.

Hier Zeit zu verlieren ist für Piloten

zwar frustrierend, für den Rennausgang

jedoch nebensächlich.

Dan Cheron ist das Herz und

die Seele des Numb Bum. Obwohl

er selbst nie an dem Rennen teilgenommen

hat, ist er fast das

ganze Jahr mit dessen Planung

und Organi sation beschäftigt.

Er zaubert die Sponsoren aus

dem Ärmel und kümmert sich um

die Genehmigungen der lokalen

Be hörden. Es ist die Arbeit eines

wahren Liebenden.


Das Wetter fordert Mensch und

Maschine. Die Piloten müssen

stundenlang Wind und Wetter

trotzen, und auch die Maschinen

sind nicht dafür gebaut, 24 Stunden

mit Vollgas über die Strecke

geprügelt zu werden. 2020 war

das Rennen vergleichsweise mild:

bloß minus zehn Grad Celsius.

Die Teams wechseln die Fahrer

alle ein, zwei Stunden, damit sie

sich aufwärmen und ausruhen

können. Dieses Jahr versuchte

Luke Sydor (im Bild), so lange

wie möglich draußen zu bleiben.

Nach 13 Stunden war Schluss:

Getriebeschaden.

25


Mit Einbruch der Nacht sinken

Temperaturen und Sicht,

was Rennen und Reparaturen

noch einen Tick härter macht.


Nachtschicht

Gut die Hälfte des Rennens geht

im Finstern über die Bühne – was

die Challenge nochmals erhöht.

Sandy Beach, Alberta, ist ein Nest mit

1100 Einwohnern, hauptsächlich

ist hier im Sommer etwas los. Außer

beim Numb Bum im Februar: Sobald

die Sonne untergeht, sieht man

weithin die Lichter tanzen und

hört das Knattern der Motoren.

27


“Nick Moir is a genuine soul

who loves to document Mother

Nature in all on.”

Eine Flotte von Schneepflügen

sorgt dafür, dass die Rennstrecke

stets sicher geräumt ist.

Sie glätten etwa jene Stellen, wo

die Spikes tiefe Rillen hinterlassen

haben. Ein Umlauf dauert 30 Minuten,

Zuschauer dürfen mitfahren.

Benzinkanister stehen zum

Nachfüllen bereit, damit die Helden

des Numb Bum 24 über die Runden

kommen. Die meisten Fahrer

tanken alle 60 bis 90 Minuten

nach. Die Tapferen mit extragroßen

Custom-Tanks trotzen der Kälte

entsprechend länger.


Wer hier zum ersten Mal die Kurve kratzt,

lernt im Blitztempo, dass Schockfrosten

eine völlig neue Bedeutung hat.

Leading

the Charge

Nick Moir battles against a

dust storm in Texas. “I trusted

Nick and his 20 years of

experience,” Wright says.

The rest of us were stormchasing

rookies. I wholeheartedly

believe that Nick

could get anyone interested

in storms with his infectious

attitude.

Nomen est omen

Der Name des Events nimmt Bezug

auf die eisigen Temperaturen und

das mitunter grau same Wetter.

Die Dauer des Rennens hat aber

noch einen weiteren Nebeneffekt:

Es ist nicht ungewöhnlich, dass

die Piloten im Stehen fahren, damit

der Schmerz beim Sitzen einmal

ein bisschen nachlässt.

29


Lohn der Mühe

Die Zieldurchfahrt, der Moment

des Triumphs nach all den Strapazen:

Tab Sydor (im Bild) und das Team

NASTE Shrinkage schafften in 24 Stunden,

3 Minuten und 12,56 Sekunden

109 Runden. Preisgeld gab’s keins,

aber einen hübschen Pokal und

jede Menge Ehre.

30


„Natürlich kommen wir wieder.

Aber jetzt muss ich schlafen.“

Tab Sydor, Sieger des Numb Bum von 2020


Viktoria Rebensburg

„Ich bin stolz

auf meine

Konsequenz“

Schluss mit 30: Nach ihrem Rücktritt erklärt Ski-Ass

Viktoria Rebensburg, wie sie mutige Entscheidungen

trifft – und was sie von der Piste fürs Leben gelernt hat.

Text MARC BAUMANN

Fotos SEBASTIAN ARLT

Ihren vorerst letzten großen Auftritt

absolviert Viktoria Rebensburg, die

Riesentorlauf-Olympiasiegerin von

2010 und Gewinnerin von ins gesamt

19 Weltcuprennen, im Spätsommer

an einem Kinderhang. Am Tegernsee,

wo sie als kleines Mädchen das Skifahren

gelernt hat, steht sie an einem

grauen Tag mit roter Outdoorjacke

auf einer grünen Wiese. Und verkündet

unaufgeregt ihren Rücktritt.

Das Video ist mit dem Handy gedreht,

es gibt keine Fans, keine Blumen,

keine Tränen, keinen Applaus.

Kurzum: ein typischer Rebensburg-

Auftritt. Wie man auf einen Podestplatz

fährt, wussten im deutschen

Skisport nur ganz wenige so gut wie

die heute 31-Jährige – aber was man

dann da oben macht im Rampenlicht,

war Rebensburg all die Jahre

ein Rätsel. Und weil man ziemlich

sicher sein kann, dass sie nicht so

bald in irgendwelchen Fernsehshows

auftaucht, ist es spannend, zu erfahren,

was sie noch so vorhat im

Leben. Ein Interview über verfrühte

Goldmedaillen, Schussfahrten auf

öffentlichen Pisten und schwere

Entscheidungen.

THE RED BULLETIN: Viktoria, du

wurdest voriges Jahr, zu deinem

30. Geburtstag, gefragt, wie lange

du noch Skirennen fahren willst –

weißt du noch deine Antwort?

VIKTORIA REBENSBURG: In etwa:

„… solange es körperlich geht,

ich Spaß und Erfolg habe …“

Ziemlich genau so. Und dann

verkündest du Anfang September

plötzlich deinen Rücktritt.

Ja. Ich bin im Februar gestürzt und

musste die restliche Saison beenden.

Als ich ab Juli wieder Ski gefahren

bin, hat es sich nicht mehr richtig

angefühlt. Ich habe das Gefühl,

nicht mehr an mein höchstes Niveau

hinzukommen. Und ich hab mir

immer gesagt, wenn ich im Starthäuschen

nicht mehr die hundertprozentige

Überzeugung habe, dass

ich gewinnen kann, höre ich auf.

Dein vorletztes Rennen, noch vor

dem Sturz, war die berüchtigte

Kandahar-Abfahrt in Garmisch –

die hast du gewonnen. Es war

dein erster Weltcupsieg in einer

Abfahrt. Schon seltsam, ein paar

Monate später zu sagen: Ich bin

nicht mehr gut genug, oder?

(Lacht.) Ja, vielleicht wirkt das so.

Es gibt Profis, denen das Aufhören

wahnsinnig schwerfällt – etwa

Arjen Robben vom FC Bayern, der

jetzt doch wieder in der niederländischen

Liga spielt.

Viele ehemalige Profis haben gesagt,

man spüre den Moment, wenn man

aufhören sollte – ich hab mir immer

gedacht: Wann spüre ich das denn

mal? Und jetzt war es so weit. Vor

der Entscheidung aufzuhören hatte

ich immer viel Respekt, und seit ich

denken kann, lag der Fokus darauf,

mich im Skifahren zu verbessern.

Diese Zeit war natürlich äußerst

prägend für mich.

Tennisprofis können nach dem

Karriereende weiterspielen – wie

Andre Agassi oder Steffi Graf auf

ihrem eigenen Court. Aber du

kannst ja jetzt nicht zur nächsten

schwarzen Piste fahren und mit

Tempo 130 ins Tal schießen, oder?

Man kann ja früh aufstehen und als

Erster auf der Piste sein. Ich hab eh

nicht mehr die perfekt präparierten

Ski von meinem Servicemann. Aber

Skifahren ist so facettenreich, da

kann ich noch viel ausprobieren:

Skitouren, Powdern abseits der Piste

– Dinge, die bis jetzt nicht gingen.

Du giltst als furchtlose Fahrerin.

Wie bleibt man trotz Stürzen

mutig genug, um eine vereiste

Piste hinunterzurasen?

Ohne totales Selbstvertrauen kann

man nicht gewinnen. Und je selbstbewusster

man fährt, desto weniger

passiert. Man muss viel trainieren,

Routinen entwickeln, die verschiedenen

Wetterverhältnisse kennen und

sich immer wieder an die Höchstgeschwindigkeiten

herantasten. So

kann man sich Sicherheit holen und

Vertrauen in die eigene Stärken.

Durchsetzungsstark warst du

nicht nur im Sport, du hast dich

auch schon bei Meinungsverschiedenheiten

mit Trainern und Funktionären

behauptet. Wie schafft

HAIR AND MAKE UP: ALISA KOLB/NINA KLEIN ARTISTS, STYLING: BOGNER

32 THE RED BULLETIN


„Man muss

das lieben,

was man

macht.“

Das Rezept der Olympiasiegerin

für Erfolg heißt: Leidenschaft.

THE RED BULLETIN 33


Viktoria Rebensburg

man es, bei Gegenwind nicht

einzuknicken?

Je höher man kommt, desto mehr

Menschen haben eine Meinung zu

dir. Die Diskussionen gab es oft mitten

in der Wettkampfzeit – das war

nicht so leicht. Es ist gut, sich die

Kritik anzuhören – man muss über

alles diskutieren –, aber am Ende

hab ich die Entscheidung getroffen.

Ich höre auf meinen Bauch, was

meistens richtig war. Das Wichtigste

ist: standhaft zu bleiben, sich nicht

verunsichern zu lassen. Das war für

mich oft nicht leicht, auch wenn es

nach außen so gewirkt hat.

„Ich höre auf

meinen Bauch.

Und das war

meistens richtig.“

Entspannt in die

Zu kunft: Jetzt macht

Viktoria einmal ein

halbes Jahr Pause.

Konzentration gilt als eine deiner

Stärken. Kannst du uns einen Tipp

geben, wie man in wichtigen Momenten

voll da ist?

Man darf sich nur nicht zu sehr unter

Druck zu setzen. Ich habe immer versucht,

in ganz wichtigen Momenten

wie bei Olympia den Dampf und

die Aufregung etwas rauszunehmen.

Ich weiß noch, wie ich bei einer

Junioren-WM die Favoritin war, der

Sieg gehe nur über mich, hieß es,

aber ich war zu verbissen, wollte

den Sieg erzwingen – und schied

beim 10. oder 15. Tor aus. Ich war so

sauer auf mich und megafrustriert –

aber ich hab daraus echt viel gelernt.

Was genau?

Es hilft, sich in wichtigen Momenten

nur auf das Wesentliche zu konzentrieren,

also auf die Dinge, die man

wirklich beeinflussen kann: bei mir

etwa meine Skitechnik, den Pistenverlauf

oder die Dinge, die wir im

Training geübt haben. Nicht vorher

schon an die Pokale denken oder

an die Siegerehrung.

Wenn du deinem jüngeren Ich

einen Rat ins Ohr flüstern dürftest:

Was wäre das?

Da würde es schon viele Kleinigkeiten

geben. Aber ich bin glücklich,

wie bei mir die Karriere gelaufen ist.

Ich habe mir immer viele Gedanken

gemacht und dann entsprechend

meine Entscheidungen getroffen.

Das machen nicht viele – und darauf

bin ich schon stolz, dass ich diese

Konsequenz hatte. Das Allerwichtigste

ist, das wirklich zu lieben,

was man macht. Dann ist es kein

Zwang, sondern passiert aus tiefster

Freude heraus. Und nicht immer

alles zu ernst zu nehmen – sonst ist

es schwer, in den entscheidenden

Momenten gelassen zu bleiben.

Was kann man von Profisportlern

lernen fürs normale Leben?

Die Zielstrebigkeit. Die ganze Saison

hat ein Ziel, aber auch jeder Tag,

jede Einheit. Du weißt, warum du es

tust und wie du es tust. Das zeichnet

uns Sportler aus: alles für den Erfolg

tun – fleißig sein, auch unbequeme

Dinge machen. Es gibt Momente,

wo Training mal keinen Spaß macht.

Dann hab ich mir einen Hang gesucht,

der mir taugt, wo der Schnee

passt, um wieder in den Flow zu

kommen. Meine Basis war immer,

dass ich das Skifahren extrem gerne

gemacht habe – diese Leidenschaft

für das, was man tut, muss da sein.

Möchtest du in Zukunft beruflich

im Wintersport bleiben?

Mein Herz hängt schon dran, ja.

Ich hab meinen Bachelor in Sportmanagement

gemacht. Jetzt gebe ich

mir ein halbes Jahr, um alles sacken

zu lassen, und dann sehe ich weiter.

Dein Freund ist Koch. Kann er dir

jetzt etwas zubereiten, was du

als Profisportlerin nicht essen

durftest?

Nein, wir konnten schon immer

essen, worauf wir Lust hatten. Aber

natürlich habe ich darauf geachtet,

mich gesund zu ernähren, und daran

wird sich nicht so viel ändern. Käsespätzle

und die traditionelle bayerische

Küche – das war zum Glück

in Maßen immer schon möglich.

34 THE RED BULLETIN


helvetia.de

Skisport.

Spitzenleistung.

Viktoria

Rebensburg.

Liebe Viktoria wir danken Dir für die tollen gemeinsamen Jahre

und wünschen Dir für die Zukunft nur das Beste.

Viktoria

Rebensburg

Ski Alpin


„Man sollte sich

nie zu ernst

nehmen.“

Celo (li.) und Abdi finden, dass Musik

in erster Linie Spaß machen sollte.

KATJA KUHL

36 THE RED BULLETIN


Celo & Abdi

„Wir trainieren

mehr die

Bauchmuskeln“

Sie haben Humor zurück in den Deutschrap gebracht:

die Hip-Hop-Künstler Celo & Abdi über ihren Karrierestart

im Callcenter und einen Tipp zum Thema „Coolness“.

Text DANIEL SCHIEFERDECKER

Offene Feindschaften, aggressive

Texte; das Leben, ein einziger Battle:

Als Erol Huseinćehaj, 38, und Abderrahim

el Ommali, 33, Anfang der

2010er-Jahre ihre Karriere starteten,

herrschte im Deutschrap noch ein

besonders rauer Ton. Die in Frankfurt

geborenen Söhne bosnischer

und marokkanischer Einwanderer

liebten Hip-Hop, aber mit dem ironiebefreiten

Gangster-Habitus konnten

sie wenig anfangen. Also entwickelten

sie als Celo & Abdi einen eigenen

Stil, der sie schon bald in die Charts

katapultierte. In Kürze erscheint

ihr neues Album „Mietwagentape 2“.

Hier erzählen die beiden, wie sie

ihren Weg fanden und was sie

jungen Menschen raten.

THE RED BULLETIN: Wie habt ihr

euch 2008 genau kennengelernt?

ABDI: In Frankfurt, im Callcenter

einer Versicherung.

CELO: Im Raucherraum: Kippen geschnorrt,

Sprüche gerissen, gelacht.

So wurden wir Freunde.

Mietwagen, die Zweite:

2010 begann Celo & Abdis Karriere mit

dem Mixtape „Mietwagentape“ als kostenloser

Download. Nun, zehn Jahre später,

erscheint „Mietwagentape 2“, das fünfte

Album des Duos. In Kürze bei allen gängi gen

Streaming-Anbietern und als CD.

ABDI: Unser Manager Syn hat auch

da gearbeitet.

CELO: Der hat mich dort eingeschleust.

Ich war ein schwer vermittelbarer

Fall in der Arbeitswelt.

Habt ihr damals schon gerappt?

CELO: Ja. Abdi hat als Freestyle-

Rapper alle möglichen Leute beleidigt.

(Grinst.)

ABDI: Eine lustige Zeit.

CELO: Ich war immer schon Rap-

Fan, aber die Leute haben nie gerappt,

was ich hören wollte – also

habe ich es selbst gemacht, einen

eigenen Slang und unseren Humor

reingebracht. Technisch versiert

wurde ich aber erst mit Abdi, als wir

zusammen Texte geschrieben haben.

Inwiefern?

CELO: Erst da habe ich die Struktur

gepeilt, den Satzaufbau, Zwischenreime,

Flow. Ich war immer geflasht

von Abdis Sprüchen. Er fand

es geil, wie unorthodox ich Wörter

aus spreche.

Wie erklärt ihr euch euren Erfolg?

CELO: Unser Stil war neu. Das hat

zum Zeitgeist gepasst. Allein vom

Wortschatz waren wir weiter als die

anderen, haben von Anfang an verschiedene

Sprachen kombiniert.

Heute machen das viele.

ABDI: Und wir haben Humor wieder

im Rap etabliert.

Warum ist euch Humor so wichtig?

CELO: Man sollte sich nie zu ernst

nehmen.

ABDI: Musik soll ja Spaß machen,

einen motivieren.

CELO: Manche Lieder drücken auch

auf die Tränendrüse, weil das Leben

auch manchmal auf die Tränendrüse

drückt.

ABDI: Aber wir trainieren mehr die

Bauchmuskeln. (Grinst.)

Was muss ein Rapper mitbringen,

damit ihr ihn auf eurem Label

385idéal engagiert?

ABDI: Talent. Potenzial. Charakter.

Disziplin.

Was sind eure besten Ratschläge

an junge Künstler?

ABDI: Hör auf deine Eltern! Lass

die Finger von harten Drogen! Glaub

an dich und deine künstlerischen

Fähigkeiten!

CELO: Man muss kein bunter Vogel

werden, aber man sollte den Mut

haben, sich auszuprobieren.

ABDI: Verwirkliche deine Visionen

und lass dir nicht dreinquatschen!

Wie schafft man es, als Künstler

zu wachsen?

ABDI: Man muss Mensch bleiben;

wissen, dass das Leben ein Test ist

und dass mit viel Macht auch viel

Verantwortung einhergeht. Und:

Man muss immer in den Spiegel

gucken können.

Ist euch das stets gelungen?

ABDI: Ich würde lügen, wenn ich

behaupten würde, mein Leben sei

immer glatt verlaufen. Ich habe

gelernt: Man muss nicht auf Teufel

komm raus der Coolste sein – schon

gar nicht, wenn es einen Kopf und

Kragen kostet.

Sondern?

ABDI: Lieber nur der Mittelcoolste

sein. Ich sag immer: Hab keinen

Mundgeruch, zieh dein Leben durch

und zahl deine Rechnungen. Machbar,

oder?

THE RED BULLETIN 37


Laurence Rupp

„Früher war ich

krass drauf“

Schauspieler Laurence Rupp, 33, ist drauf und dran,

international Karriere zu machen. Ein Gespräch über

Gummischwerter, Surf-Trips und Freiheit im Beruf.

Interview RÜDIGER STURM

Foto LUKAS GANSTERER

In Österreich ist der Schauspieler

Laurence Rupp wegen seiner Dauerpräsenz

in Film und Fernsehen

schon lange ein Begriff. Zuletzt gewann

er den Österreichischen Filmpreis

2019 als bester männlicher

Hauptdarsteller im Spielfilm „Cops“.

Doch jetzt peilt der 33-Jährige auch

eine internationale Karriere an: In

der neuen Netflix-Serie „Barbaren“

legt er sich im Teutoburger Wald mit

den Römern an. Mit Risiko kennt

Rupp sich aus: Privat liebte er nichts

mehr als waghalsige Sportarten –

zumindest bis er Vater wurde.

THE RED BULLETIN: Sie gehörten

zum Stamm des Wiener Burgtheaters

und des Berliner Ensembles,

haben beide Engagements wieder

beendet. Brauchten Sie Freiheit?

LAURENCE RUPP: So kann man das

ausdrücken. Ich mag es, wenn ich

Germanen

gegen Römer

In der sechsteiligen Serie

(seit 23. 10. auf Netflix)

begehren die Germanen

im Jahr 9 n. Chr. gegen die

römischen Besatzer auf.

Statthalter Varus schickt

zur Strafe Ziehsohn

Arminius (Rupp). Doch

just der führt am Ende

den Widerstand an.

nicht weiß, was im nächsten halben

Jahr kommt. Bevor ich mich entschied

aufzuhören, sagte der Kopf:

„Du hast alles, was du brauchst.“ Es

gab also keinen vernünftigen Grund,

das zu beenden. Aber irgendwas in

meinem Bauch oder Herzen meinte:

„Du fühlst dich dabei nicht wohl.“

Sie sind also auch risikobereit.

Wie war das bei der Netflix-Serie

„Barbaren“, in der Sie einen

Freiheitskämpfer spielen?

Das war schon auch ein Wagnis.

Am Anfang war ich nervös, ob uns

das gelingt, dass die Figur gut aussieht.

Nichts wäre schlimmer, als

wenn mein Bart verrutscht wäre

oder sich mein Schwert wie Gummi

gebogen hätte. Aber jetzt, nachdem

ich das Ergebnis gesehen habe,

bin ich sehr glücklich.

Wer Risiken eingeht, kann auch

scheitern. Haben Sie so eine Erfahrung

schon einmal gemacht?

Ich bin sicher mit ein paar Fernsehfilmen

gescheitert. Darum weiß ich

jetzt, welche Projekte ich ablehnen

muss. Ich sehe schärfer, ob ich mit

der Regie klarkomme und was ich

von dem Drehbuch zu halten habe.

Ich weiß auch, was ich besser kann

als andere und was nicht. So eine

episch-existenzialis tische Geschichte

wie „Barbaren“ ist zum Beispiel

hundertprozentig mein Fall.

Nehmen Sie auch im Alltag

Wagnisse auf sich?

Das gilt grundsätzlich. Ich gehe

gern Risiken ein. Ich habe auch

Sport arten betrieben, die nicht

so ungefährlich sind, und ich fand

die Momente, wo alles ein bisschen

auf Messers Schneide steht, am

spannendsten.

Können Sie abschätzen, wann

es wirklich gefährlich wird?

Inzwischen ja. Aber früher war ich

krass drauf, da bin ich beim Snowboarden

schon in Hänge hineingefahren,

wo das Board hätte abbrechen

können. Einmal bin ich

beim Surfen an einer Flussmündung

in einen Riesensog geraten, der mich

fast an die Felsen geklatscht hätte.

Da konnte ich grad noch mit letzter

Kraft herauspaddeln.

Woher kommt das bessere

Verständnis fürs Risiko?

Das hat bestimmt mit dem Älterwerden

zu tun. Ich denke viel länger

nach und wäge die Situationen genauer

und rationaler ab, statt auf

meine Emotionen zu hören. Außerdem

habe ich zwei kleine Kinder.

Da habe ich eine Verantwortung.

Wer seine Grenzen auslotet,

kriegt es auch mit der Angst

zu tun. Wie ist das bei Ihnen?

Ich kenne Momente von Panik.

Aber meine Eltern haben mir früh

bei ge bracht, dass Panik und Angst

immer zu falschen Entscheidungen

führen. Und daraus entsteht noch

schlimmere Panik. Wenn du das

weißt, bringst du dich schnell

in einen Zustand, der dich wieder

rational denken lässt.

Gibt es ein Wagnis, das Sie noch

eingehen möchten?

Ich will unbedingt einmal ein Jahr

um die Welt segeln. Aber ich weiß

nicht, wie ich reagiere, wenn da

sechs Meter hohe Wellen auf mich

zurollen. Davor muss ich auf jeden

Fall noch einen Apnoe-Kurs machen!

38 THE RED BULLETIN


„Ich will einmal

um die Welt

segeln.“

Laurence Rupps maritimer Zukunftsplan

THE RED BULLETIN 39


Früher haben sie anderen

Bergsteigern zu Gipfelsiegen

verholfen, jetzt stehen die

Sherpas einmal selbst im

Rampenlicht: Der Nepalese

NIMS PURJA hat alle

Achttausender der Welt in

Rekordzeit bestiegen. Und

das war erst der Anfang.

Text TOM GUISE und MATT RAY

Fotos SANDRO BAEBLER

Der

116.000-

Höhenmeter-

Mann

40


Nims Purja, 38, beim

Red Bulletin-Fotoshooting

am Mont Blanc, September

2020. Er hat 2019 alle

14 Acht tausender der Erde

in sechs Monaten und

sechs Tagen bestiegen.

Zuvor hatte dieser Rekord bei

fast acht Jahren gelegen.


2017 unternahm eine Gruppe von Gurkhas –

Angehörige einer Elite-Truppe der britischen

Armee, die aus nepalesisch-indischen

Soldaten besteht – eine Expedition auf den

Mount Everest. Für das militärische Relikt

aus der britischen Kolonialzeit war es eine

Pilgerreise von großer Bedeutung: Sie sollte

200 Jahre Treue der Gurkhas zur britischen

Krone feiern. 2015, zum eigentlichen Datum

des Jubiläums, musste die Expedition

abgebrochen werden: Das verheerende

Erdbeben, das damals halb Nepal zerstörte,

löste auf dem Everest eine Lawine aus,

die das Basislager unter sich begrub. Jetzt,

zwei Jahre später, stand die Expedition

neuerlich vor dem Scheitern: Unsichere

Wetterbedingungen hatten es in diesem

Jahr unmöglich gemacht, Fixseile auf der

Route zum Gipfel zu montieren. Also konnte

auch niemand hinaufklettern.

„Ich dachte nur: Wow!“, erzählt Nirmal

„Nims“ Purja, damals Mitglied des

Gurkha-Kletterteams. „Unser Ruf war

in Gefahr. Jeder denkt, Gurkhas sind die

Tapfersten der Tapferen. Und dass der

Everest in unserem Hinterhof steht.

Außerdem: Wann würden wir je wieder

die Chance haben, um das Geld der britischen

Steuerzahler da hinaufzusteigen?

Also entschied ich mich, ein Team anzuführen,

das die Fixseile anbringen würde.“

Als das Gerücht von diesem Plan

im Camp die Runde machte, war die

häufigste Reaktion: Hat der Typ eine

Ahnung, was er tut? „Niemand wusste,

wer ich bin“, erinnert sich Purja. „Also

führte ich 13 Expeditionsmitglieder zum

Gipfel – es war das erste Team, das das in

diesem Jahr von der Südseite aus schaffte.

Als wir nach Kathmandu zurückkamen,

haben wir eine Woche lang gefeiert.“

Klingt verwegen? Schon, aber es geht

noch weiter. Nims Purja: „Dann kletterte

ich noch einmal auf den Everest, und

danach stieg ich auf den Lhotse und den

Makalu (viert- und fünfthöchster Berg

der Welt; Anm.) – alles in fünf Tagen, mit

jeweils zwei Tagen Party dazwischen.“

Heute wissen definitiv alle, wer Nims

Purja ist. Voriges Jahr hat er alle 14 Achttausender

dieser Welt in Rekordzeit

bezwungen. Der alte Rekord stand bei

sieben Jahren, zehn Monaten und sechs

Tagen. Purja plante für ihre Besteigung

sieben Monate ein. Er schaffte es dann

in sechs Monaten und sechs Tagen, was

den Elitesoldaten ins Rampenlicht einer

breiten Öffentlichkeit katapultierte.

Es bescherte ihm freilich auch harsche

Kritik von alpinen Puristen – hauptsächlich

für die Verwendung von Flaschensauerstoff

und die Benützung von Hubschraubern

zwischen den Basislagern.

„Ich habe den Sauerstoff nur ganz oben

genommen, beim letzten Anstieg“, ver-

42 THE RED BULLETIN


Nims Purja, der Gurkha, 2002

Nach der erfolgreichen Ausbildung zum Elite-Soldaten der British Army

in England. „Mein Vater war ein Gurkha, meine Brüder waren Gurkhas.

In der nepalesischen Community wird das sehr respektiert.“

NIRMAL PURJA

teidigt sich Purja. „Und was die Helikopter

anlangt, kann ich nur sagen: Das

mag für Nepal stimmen, aber in Pakistan

habe ich keine Hubschrauber eingesetzt.

Dort bin ich von Basislager zu Basislager

gelaufen. 23 Tage für alle fünf Gipfel,

mein Freund! Ich habe kein Problem mit

Kritikern. Wenn irgendjemand meinen

Rekord bricht, dann bin ich der Erste,

der ihm gratuliert. Aber es redet sich

leicht, wenn man es nicht tun muss!“

Er denkt kurz nach, dann fügt er

hinzu: „Bitte schreib, dass Nims das mit

einem Lächeln gesagt hat, okay?“ Wir

sitzen in einem Hotelzimmer am Fuß

des Mont Blanc, wo Purja seinen Urlaub

verbringt. Der Mann strahlt mit der Sonne

um die Wette. Er ist so muskulös, wie

man sich das vorgestellt hat, aber ein

bisschen kleiner – er ist eins siebzig.

Den Entdecker-Schnauzbart, den er

voriges Jahr bei seiner „Project Possible“-

Tour trug, hat er abrasiert. Darunter

kommt ein Bubengesicht zum Vorschein,

das ihn viel jünger macht. „Ich bin 38“,

sagt er. „Oder, um ganz ehrlich zu sein:

Ich weiß nicht, wie alt ich bin. Ich feiere

auch meinen Geburtstag nie, weil ich der

Ansicht bin, Alter ist Einstellungssache.

Wenn du denkst, dass du alt wirst, hast

du gleich eine Entschuldigung.“ Ein verblüffendes

Selbstverständnis. Aber bloß

eine von vielen Überraschungen, die den

Mythos Nims Purja prägen.

Nur ein Beispiel: Es heißt, dass

nepalesische Kletterer davon profitieren,

dass sie in großer Höhe aufwachsen.

„Ich komme aus Chitwan“, klärt Purja auf.

„Das ist der flachste und wärmste Teil

Nepals, fast auf Meeresniveau. Wir waren

eine wirklich arme Familie und lebten in

einem kleinen Haus mit Hühnern nebenan.

Ich hatte nicht einmal Flip-Flops.

Das änderte sich, als meine zwei Brüder

zu den Gurkhas kamen.“

THE RED BULLETIN 43


Annapurna, April 2019

Der mit 8091 Metern zehnt höchste Gipfel der Welt gilt auch

als einer der gefährlichsten. Lawinengefahr zwang Purjas Team, über

die selten benützte „Dutch Rib“-Route (im Bild) aufzusteigen.

Um Nirmal ein besseres Leben zu ermöglichen,

schickten ihn die Geschwister

ins Internat, wo aus ihm ein exzellenter

Schüler wurde. „Aber ich wollte weder

Arzt noch Ingenieur werden“, erzählt er.

„Ich sah zwei Möglichkeiten: Eine war,

der Robin Hood von Nepal zu werden,

um die Reichen, die keine Steuern zahlen,

rauszuschmeißen und das Geld den

Armen zu geben.“ Er entschied sich für

die Option Nummer zwei: die Gurkhas.

„Zu meiner Zeit bewarben sich 32.000

Nepalesen, 320 von ihnen wurden aufgenommen.

Mit fünfzehn fing ich zu trainieren

an: Ich stand um drei Uhr früh

auf, rannte 25 Kilometer mit Gewichten

an den Beinen. Um fünf Uhr war ich zurück

im Bett. Ich schaffte die Aufnahme

bei den Gurkhas beim zweiten Versuch.“

Auf seine Zeit in der Armee ist Purja

sehr stolz: 2002 kam er zu den Gurkhas,

übersiedelte in ihr Trainingscenter in

England. 2009 wechselte er zur Spezialeinheit

„Special Boat Service“, kurz: SBS

– er ist der einzige Gurkha, dem das jemals

gelang.

Details? Alles streng geheim: „Was ich

sagen kann, ist, dass ich angeschossen

wurde und bei einigen der heikelsten

Operationen der Welt dabei war.“

Doch zurück zum Bergsteigen. Nims

Purjas außergewöhnlichstes Talent besteht

in seiner unglaublichen Fähigkeit

zur Regeneration: Normalerweise dauert

es Wochen, bevor sich der Körper – zum

Beispiel in einem Basislager – an den

niedrigen Luftdruck in großer Höhe gewöhnt

hat. Während dieser Zeit steigt der

Wert des Hämoglobins im Blut an – jenes

Proteins, das in den roten Blutkörperchen

für den Sauerstofftransport sorgt.

Nur so, dachte man bis vor kurzem,

kann der Aufstieg auf einen Achttausender

gelingen, und danach braucht der Bergsteiger

Wochen, um sich von der Strapaze

zu erholen. Als Nims Purja 2019 von

Everest, Lhotse und Makalu zurückkehrte

– ein Teil seiner „Project Possible“-Tour –,

hatte er für die drei Gipfel 48 Stunden

und 30 Minuten gebraucht.

„Meine Regenerationszeit ist tatsächlich

sehr kurz“, sagt Purja zu dem medizinisch

kaum erklärbaren Phänomen,

„aber für mich ist auch das eine Frage

der Einstellung. Ich liebe, was ich tue,

aus tiefstem Herzen. Und ich habe so viel

Spaß dabei, dass die ganze Müdigkeit

verschwindet. Ein Achttausender? Das ist

ein Ort, an dem ich erst lebendig werde.

Das ist mein Spielplatz.“

Dabei hat er erst im Alter von 29 Jahren

das erste Mal Steigeisen angeschnallt.

Der erste Berg, den er bestieg, war 2012

der Ostgipfel des Lobuche (6119 Meter),

davor hatte er null Erfahrung als Bergsteiger

gehabt. Zwei Jahre später bezwang

er mit dem Dhaulagiri den ersten

Achttausender und entdeckte dabei seine

Fähigkeit, in großen Höhen aufzublühen.

„Ich kletterte da in 14 Tagen ohne jede

Akklimatisation hinauf“, erzählt er.

Dennoch ist selbst er nicht gegen die

Effekte der sogenannten „Todeszone“

oberhalb von 8000 Metern gefeit, wie

er bei seiner Erstbesteigung des Mount

Everest 2016 merkte. „Ich ging mit meiner

Ausrüstung und dem Sauerstoff zum

Basiscamp. Normal brauchen die Leute

für so was sechs Wochen. Ich machte es

in fünf Tagen“, erinnert er sich. „Als

Gebirgsjäger beim SBS wusste ich natürlich,

dass das viel zu schnell war, aber

mir ging es gut. Doch dann bekam ich

ein Lungenödem. Das war wie Ertrinken.

Doch noch mehr schmerzte mich die

Erkenntnis, dass ich das mit meiner Erfahrung

hätte vermeiden können. Aber

du weißt halt erst, wo deine Grenzen

sind, wenn du sie überschreitest.“

Ein kühner Zugang, gewiss, aber Purja

sieht das differenziert: „Freilich mag das

NIRMAL PURJA/PROJECT POSSIBLE

44 THE RED BULLETIN


„Es ist ein schmaler Grat

zwischen mutig und dumm

– im Moment zu leben

und dabei zu sterben.

Ich will eine ganz lange

Zeit im Moment leben.“


„Ich liebe, was ich tue,

aus tiefstem Herzen.

Und ich habe so viel

Spaß, dass ich nie müde

werde. Auf einem

Achttausender werde

ich erst lebendig.“

Gasherbrum II, 18. Juli 2019

Nims Purja erreicht am 18. Juli 2019 den Gipfelgrat des Gasherbrum II,

des neunten Achttausenders auf seiner „Project Possible“-Tour.

46 THE RED BULLETIN


„ICH TRAGE MEINE FAMILIE IMMER BEI MIR“

Vier Tage bevor Nims Purja sein „Project Possible“ startete,

unterzog er sich der letzten Sitzung für ein Stück Körperkunst,

das jetzt seinen Rücken schmückt. Die Arbeit zeigt die

14 Berge seiner Tour – vom kleinsten, dem 8027 Meter hohen

Shishapangma ganz unten, bis zum Mount Everest (8.848 m),

der bis hinauf zum Nacken reicht. Aber es ist kein herkömmliches

Tattoo. Das Werk, in vier Sitzungen von der Londoner

Tattoo-Künstlerin Valerie Vargas gestochen, enthält nämlich

den genetischen Code von Purjas Angehörigen. Das entsprechende

Verfahren wurde 2016 von Ex-Navy-SEAL Boyd

Renner und seinem Geschäftspartner Patrick Duffy patentiert:

„Everence“ verarbeitet DNA – in Purjas Fall waren es Haare

von Eltern, Geschwistern und seiner Frau – zu einem medizinischen

Polymer in Form eines Pulvers, das mit Tätowierfarbe

vermischt werden kann. Diese Tinte wurde verwendet, um die

Gebets fahnen auf Purjas Rücken herzustellen.

DAVID SHERPA/PROJECT POSSIBLE

vielen Leuten waghalsig erscheinen. Aber

das Risiko ist nicht für alle gleich. Ich

könnte zum Beispiel nicht BASE-jumpen.

Du lebst im Moment, aber das heißt

nicht, dass du keine Risikobewertung

vornimmst. Es ist ein schmaler Grat zwischen

mutig und dumm – im Moment

zu leben und dabei zu sterben. Ich will

eine ganz lange Zeit im Moment leben.“

Als Purja 2018 zum Leiter der

SBS-Abteilung „Kriegsführung

in extremen Kältegebieten“ ernannt

wurde, wandte er sich mit

einer Bitte an seinen Kommandanten.

„Ich sagte: ‚Weil das jetzt mein Job ist

und ich noch so viel Urlaub habe, möchte

ich mir gern 18 Tage freinehmen und

auf die fünf höchsten Berge der Welt

klettern. Das bringt auch was für die Einheit.‘

Zuerst waren meine Vorgesetzten

begeistert, doch dann sagten sie: ‚Dieses

Risiko kannst du nicht eingehen.‘ Ich

sagte: ‚gut‘, und beschloss zu kündigen.“

Es war keine leichte Entscheidung.

„Ich war in meiner Familie der Alleinverdiener.

Jeden Monat schickte ich Geld

von meinem Gehalt direkt nach Hause

an meine Eltern. Mein Vater lag halbseitig

gelähmt im Spital, meine Mutter lebte

in einem Zimmer in Kathmandu, um bei

ihm zu sein. Mein Bruder rief mich an:

‚Du bist jetzt so nahe an deiner Pension,

warum willst du das opfern?‘ Er war

wütend, er hat zwei Monate kein Wort

mit mir gesprochen.“

Inzwischen drohte auch Purjas ehrgeiziger

Plan – er hatte das Vorhaben,

alle 14 Achttausender in Rekordzeit zu

besteigen, mittlerweile „Project Possible“

getauft – an der Realität zu zerschellen.

„Ein Freund, der sich um die Finanzierung

kümmern sollte, sagte: ‚Es tut mir leid,

aber ich habe überhaupt kein Geld zusammenbekommen,

obwohl ich es sieben

THE RED BULLETIN 47


Everest, 2017

Nims Purja als Mitglied der „Gurkha 200“-Expedition auf dem Weg

zum Gipfel des Mount Everest. „Das Wetter war brutal“, erinnert er sich,

„aber aufzugeben war keine Option.“

Monate lang versucht habe.‘ Mir blieben

gerade einmal zwei Monate, um 750.000

Pfund (umgerechnet knapp 830.000 Euro;

Anm.) aufzutreiben. Die potenziellen

Sponsoren anzubetteln war hart. Keiner

glaubte an meine Vision. Einige sagten:

‚Wenn Sie so ein Teufelskletterer sind,

warum haben wir dann noch nie etwas

von Ihnen gehört?‘ Und ich sagte darauf:

‚Weil ich in einer Spezialeinheit war.‘

Also verpfändete ich mein Haus. Ich

bekam 60.000 Pfund und legte 10.000

davon zur Seite, damit ich die Hypothek

würde bedienen können, falls etwas passieren

sollte. Ich startete das Projekt also

mit etwa sieben Prozent der Summe, die

dafür nötig war. Eines Tages kamen mir

im Auto die Tränen. Ich weine sonst nie,

aber da konnte ich nicht aufhören. Der

einzige Gedanke, zu dem ich fähig war,

lautete: Warum tue ich mir das an? Es war

so schmerzhaft. Aber es ging nicht um

mich. Ich machte das für ein höheres Ziel.“

Wenn du dich auf eine Mission in

dieser Größenordnung einlässt, dann

brauchst du ein höheres Ziel, sagt Purja.

„Wenn es nur darum gegangen wäre,

einen Rekord zu brechen, dann hätte ich

gesagt: Der Rekord steht bei fast acht

Jahren; ich mache es in sieben. Aber ich

wollte mehr. Ich wollte der Welt zeigen,

was alles möglich ist, wenn du deinen

ganzen Geist, dein Herz und deine Seele

in ein Projekt hineinwirfst. Und ich wollte

die Aufmerksamkeit auf die nepalesischen

Kletterer lenken. Während der letzten

hundert Jahre standen wir immer nur

im Hintergrund, doch das Klettern in

größten Höhen ist unser Revier. Ich hatte

das Gefühl, da etwas unternehmen zu

müssen. Das war es, was mir die Energie

gegeben hat, das durchzustehen.“

Purja ist kein Sherpa im ethnischen

Sinn, aber er identifiziert sich mit dem

Begriff, wenn er für Nepalesen verwendet

wird, die in der Kletter-Szene

arbeiten. Sein Team besteht ausschließlich

aus nepalesischen Bergsteigern. Sie

sind in seinem Windschatten ebenfalls

zu Stars geworden – etwa Mingma David

Sherpa, der nun mit 31 Jahren der jüngste

Kletterer ist, der alle 14 Achttausender

bezwungen hat. „Er ist meine rechte

Hand“, schwärmt Purja, „einer der

stärksten Sherpas, die ich je gesehen

habe.“ Die Mannschaft hat dem Chef

mittlerweile einen neuen Namen verpasst.

Liebevoll nennen sie ihn „Nimsdai“

– die zweite Silbe dai heißt in Nepal

so viel wie „älterer Bruder“.

Am 23. April 2019 erreichte das

Team von Project Possible den

Gipfel seines ersten Achttausenders

– den der Annapurna in

Nepal, die als tödlichster Berg der Welt

gilt. Beim Abstieg erfuhr Purja, dass ein

anderer Kletterer, der Arzt Chin Wui

Chin aus Singapur, in Schwierigkeiten

geraten war. Er hatte in einer Höhe von

7500 Metern sein Team verloren. Daraufhin

unterbrach Purja die Mission, um

gemeinsam mit zwei anderen aus der

Seilschaft nochmals hinaufzusteigen

und den Bergsteiger aus seiner Notlage

zu bergen (bedauerlicherweise erlag

Chin zwei Tage danach im Spital seinen

Verletzungen).

Zwei Tage später, am Kangchendzönga,

dem dritthöchsten Berg der Erde,

machten sie noch einmal einen Umweg,

um zwei weitere Bergsteiger zu retten.

Diese Geschichten machten weltweit

Schlagzeilen, ganz zu schweigen von

dem berühmten Foto, das Nims Purja

am Mount Everest schoss und das eine

unfassbare Schlange von Kletterern zeigt,

die sich vor dem Gipfel gebildet hat.

„Als ich mich regelmäßig aus den

Bergen gemeldet habe“, erinnert sich

Purja, „begannen die Leute auch für

NIRMAL PURJA

48 THE RED BULLETIN


meine Mission zu spenden.“ Noch entscheidender:

Sponsorengelder begannen

ebenfalls zu sprudeln – endlich glaubten

auch die Geldgeber an Purjas Vision.

Wenn er je Zweifel am Erfolg seiner

Mission verspürt hat, dann war das am

K2, dem mit 8611 Metern zweithöchsten

Berg der Welt. Die Bedingungen waren so

schlecht, dass sogar Purjas nepalesische

Kollegen meinten, es sei wohl unmöglich,

den Gipfel zu erreichen. „Da dachte ich:

Oh Mann, kann ich das schaffen? Doch

in dieser Situation fiel mir das Auswahlverfahren

für das SBS ein: 200 Soldaten

wollten in diese Spezial einheit – alle

glaubten von sich, sie seien die Besten,

aber nur vier schafften es. Würdest du

den 196 Gescheiterten zuhören, würdest

du es wohl kaum versuchen.“

Purja entschied also, den Anstieg zum

K2-Gipfel mit jeweils zwei Mitgliedern

seines Teams zu versuchen. „Ich sagte:

‚Wenn wir es beim ersten Versuch nicht

schaffen, dann kommen wir wieder runter.

Ihr zwei ruht euch dann aus, und ich

mache mit zwei anderen einen weiteren

Anlauf.‘ So haben wir insgesamt sechs

Versuche, bevor ich anfange, übers Aufgeben

nachzudenken.“

Der Gipfelsturm klappte schon beim

ersten Versuch. Am 24. Juli 2019 stand

Purja mit seinen beiden Teamkameraden

am Gipfel des K2.

Wenn Nims Purja, der für seine

Leistungen inzwischen zum

Mitglied des Order of the

British Empire ernannt wurde

(MBE), am Mont Blanc Ferien macht,

darf man das wörtlich verstehen: Der mit

4808 Metern höchste Berg der Alpen ist

„Wenn jemand

meinen Rekord

bricht, werde ich

der Erste sein,

der gratuliert.“

Purjas neue Mission: „Ich werde meine Kraft

und meinen wachsenden Einfluss nutzen,

um die Menschen auf die Ge fahren des Klimawandels

auf merksam zu machen.“

für ihn nicht mehr als ein Spaziergang.

Er hat diesen Sommer dazu genutzt, Fliegen

zu lernen. Präziser: Er lernte Speedflying,

die auffrisierte Variante des Gleitschirmfliegens.

Man benutzt dafür einen

kleinen und leichten Schirm, der einfach

zu transportieren ist und sich deshalb

bei Extrem-Bergsteigern zunehmender

Beliebtheit erfreut. „Du kommst damit

ganz schnell und mit Stil vom Gipfel runter

und kannst auf direktem Weg zum

nächsten Berg fliegen“, erklärt Purja fröhlich.

Man ahnt: Der Mann ist immer mit

Vollgas unterwegs, das ist seine Idee

von Spaß. Dazu passt auch, dass er Hardrock-Fan

ist, am liebsten mag er AC/DC

(„Im SBS-Hubschrauber habe ich immer

volle Pulle ‚Thunderstruck‘ im Kopfhörer

gehabt“).

So lässig Purja auch scheinen mag,

wenn es um seine Leistungen und Fähigkeiten

geht, so ernst nimmt er seine

Ziele. Eines ist erst vor kurzem dazugekommen:

der Kampf gegen den

Klimawandel. „Ich hatte nie daran geglaubt“,

sagt er. „Aber als ich 2014 auf

den Ama Dablam geklettert bin, hatten

wir in Camp 1 genug Schnee zum

Schmelzen und Kochen. Als ich 2018

wieder dort war, mussten wir gallonenweise

Wasser vom Basecamp dort

hinaufschleppen. Da erkannte ich:

Oh mein Gott, dieser Wahnsinn passiert

ja wirklich!“

Purja weiter: „Wir alle sind Teil dieser

Katastrophe. Ich werde meine Kraft und

meinen wachsenden Einfluss dazu nutzen,

um die Menschen davon zu überzeugen.

Ich glaube, wir haben noch die

nächsten zwei Jahrzehnte Zeit, um das

Problem zu lösen.“

Denn wenn er auf seinen Expeditionen

eines gelernt hat, dann das:

„Es gibt für jedes Problem eine Lösung.“

Purjas Buch „Beyond Possible: One Soldier,

Fourteen Peaks – My Life in the Death Zone“

ist am 12. November 2020 erschienen.

Nimsdai.com; Instagram: @nimsdai

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Wurzeln schlagen:

Das „Baum-Haus“

ähnelt fünf riesigen

Blumentöpfen.

Dachlandschaften

Grüne Oase

Wenn der vietnamesische Architekt

Vo Trong Nghia, 44, Häuser plant,

sprießt üppiges Grün – und du siehst

die Stadt vor lauter Bäumen nicht mehr.

Ho-Chi-Minh-City ist die

größte Stadt Vietnams.

Neun Millionen Menschen

leben hier, weitere 21

Millionen in den Vorstädten

der Metropole. Eine Stadt

voller Leben, eine Stadt voller

Chaos – viele vergleichen sie

mit einem Hurrikan. Doch

aus gerechnet im Auge des

Sturms herrscht Ruhe.

Hier hat der Architekt

Vo Trong Nghia Häuser errichtet,

auf denen Bäume

sprießen. Das Walddach

bietet natürlichen Schatten

in der tropischen Sonne,

Vögel haben sich eingenistet:

„Es geht darum, die Natur

in unser Leben Einzug halten

zu lassen“, sagt der gläubige

Buddhist. Sein Engagement

für die Verwendung natürlicher

Materialien hat ihm den

Spitznamen „Bambus-Architekt“

eingebracht. Er kann

darüber entspannt lächeln.

Mit Beharrlichkeit verfolgt

er seine Vision: „Ich möchte,

dass die ganze Stadt wie ein

riesiger Park aussieht.“ Seinem

Ziel, einer grünen Metropole,

nähert er sich beharrlich:

Seine nächsten Bauten

sind bereits im Entstehen.

vtnarchitects.net

Vo Trong Nghia, 44 – ein

zufrieden lächelnder Buddhist

50 THE RED BULLETIN


Der Sinn-Stifter: Ex-Mönch und

Internet-Star Jay Shetty verrät,

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Gründer CO ²

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Dieser Mann

entlarvt unsere

Klischees –

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Er zeigt Kunststücke,

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staunen lassen. Längst gilt

sein Name als Synonym

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Österreichers: „Wenn du

etwas mit Leidenschaft

machst, werden die

Menschen das erkennen.“

PHILIPP WESTERMEYER,

ENTREPRENEUR

Er hat mit seinem OMR

(Online Marketing Rockstar)-Festival

die Branche

massiv beeinflusst. Heute

sagt Philipp: „Je intensiver

unsere Kommunikation ist,

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Trainieren wie die Profis

Viele Amateur-Fußballer verschenken Potenzial, weil

sie ihre Leistung nicht optimal steigern. Die Macher der

App B42 helfen ihnen, das nächste Level zu erreichen.

Von der bioelektrisch en Auswertung

des Nervensystems über

die Trainingssteuerung bis zum

smarten Schusscoach „Footbonaut“,

der das Ballgefühl verbessert: Moderne

Methoden helfen Profi-Fußballern,

ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen.

Amateur- Kicker hingegen sind manchmal

schon froh, wenn der Trainer die Hütchen

nicht vergessen hat. Nun kann auch

Gründer Andreas Gschaider, 38, nicht

alle Hobby-Fußballer mit Hightech-Anlagen

ausstatten, dafür will der Niederbayer

ihnen mit seinem jungen Münchner

Unternehmen aktuelles Wissen der Trainingsforschung

zugänglich zu machen.

Wer die App B42 auf sein Smartphone

lädt, bekommt innovative Trainingspläne

– um seine Fitness-Performance zu

optimieren und sich vor Verletzungen

zu schützen oder um nach einer Verletzung

schneller wieder zurückzukommen.

Je nach persönlichem Bedürfnis und

Zeitbudget schlägt die App verschiedene

Übungen zur Verbesserung von Athletik,

Beweglichkeit oder Schnelligkeit vor.

Im Fall einer Verletzung stellt sie einen

effektiven Comeback-Plan zusammen.

„Damit alle Programme perfekt austariert

Moderner Coach: B42 stellt jedem Fußballer

ein innovatives Programm zusammen.

sind, haben wir sie gemeinsam mit

renommierten Physiotherapeuten und

Sportärzten erarbeitet“, sagt Gschaider.

Über 90.000 Fußballer haben die App

bereits weltweit heruntergeladen, mehr

als 600 Mannschaften setzen sie gemeinsam

ein. Nur beim Toreschießen hilft die

Anwendung leider noch nicht.

b-42.com

Riecht nach Teamspirit: Als Ansporn können sich Fußballer in der App gegenseitig herausfordern.

THE RED BULLETIN 51


Von Laufen nach Laufen

Das Projekt von Flo

wurde mit dem Ford

Nugget Plus begleitet.

7 TAGE –

540 KILOMETER

Über 500 Kilometer, knapp 9.000 Höhenmeter,

eine Woche Zeit. Ultrarunner und

Red Bull-Athlet Flo Neuschwander hat eine

Mission: von Laufen in der Schweiz nach

Laufen in Deutschland zu laufen. Begleitet

wurde er von einem Ford Nugget Plus.

Florian Neuschwander ist bekannt für seine atemberaubenden

Lauf-Challenges und spektakulären

Leistungen. Nun hat der mehrfache lokale Wings for

Life World Run-Sieger ein neues Projekt bewältigt –

von Laufen nach Laufen in einer Woche. Nach seinem

Start am 1. Oktober im Schweizer Laufen ging

es für den 39-Jährigen auf der 540 Kilometer langen

Strecke über Zürich und St. Gallen entlang der süd-

Ford Nugget Plus

Der Ford Nugget Plus ist ein wahres Multitalent

und definitiv der richtige Begleiter für alle,

die ihr Wohnmobil gleichermaßen für Urlaubsfahrten,

Ausflüge sowie im Alltag nutzen wollen.

Mehr Infos unter

ford.de


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Konzept mit Komfort

Nach den Etappen

konnte sich Flo in der

Küche seine wohlverdiente

Stärkung kochen.

deutschen Grenze unter anderem

durch das Allgäu und am

Tegernsee vorbei bis zum Zielpunkt

nach Laufen bei Salzburg.

Durchdachtes Raumkonzept

Gemeinsam mit dem neuen

Ford Nugget Plus machte sich

Flo auf die Reise. Genau das

richtige Gefährt für alle Outdoor-Fans. In Zusammenarbeit

mit der Westfalen Mobil GmbH hat Ford

eine neue Aufstelldach-Option für den geräumigen

Nugget Plus entwickelt. Das bewährte Zwei-Raum-

Konzept von Ford mit der Trennung des Wohn- vom

„540 KILOMETER IN EINER

WOCHE: DAS IST AUCH

FÜR MICH NEULAND.“

Ultrarunner

Florian Neuschwander

L-förmigen Küchen- und Funktionsbereich

sorgt für Komfort

beim Reisen. Für das Nachtquartier

verwandelt sich die 3er-Sitzbank

mit wenigen Handgriffen in

ein bequemes Doppelbett. Ein

zweites Doppelbett befindet sich

im aufklappbaren Aufstelldach.

Somit bietet der Ford für bis zu

vier Personen Platz. Der große Vorteil des Nugget

Plus sind die zusätzlich eingebaute elektrische Spültoilette

und das klappbare Waschbecken. Für die

Wasserversorgung gibt es zwei Bordtanks mit

jeweils 42 Litern. Let’s start the adventure!

PHIL PHAM

Multitalent für Abenteurer

Der Ford Nugget Plus verfügt

über ein einzigartiges

Innenraum-Layout inklusive

WC, Wohn-, Schlafund

Küchenbereich.


Fette Beute: Im Wald

vor seinem Restaurant

sammelt Felix Schneider

wundersame Pilze wie

die Krause Glucke hier.


Jäger,

Sammler,

Kochgenie

Mit 35 Jahren hat FELIX SCHNEIDER schon

zwei Michelin-Sterne und ist Koch des Jahres. Weil er

die regionale Küche so radikal durchzieht wie niemand

sonst. Wir haben ihn in Heroldsberg bei Nürnberg besucht

und kulinarische Tipps zum Nachmachen bekommen.

Text MARC BAUMANN

Fotos NORMAN KONRAD

THE RED BULLETIN 55


„Wenn ich Bohnen brauche, dann

nur ein, zwei Kilo. Aber sie müssen

am Morgen geerntet worden sein.“

Der Wald ist dein Supermarkt

So schön kann eine Lebensmittelabteilung

sein: Ein kleiner Bach schlängelt sich

hindurch, Vögel zwitschern aus allen

Ecken, mit Moos gepolsterte Baumstümpfe

laden zum Ausruhen ein. Hier

und da lassen die Zweige wärmende

Sonnenstrahlen hindurch, und die

Delika tessen wachsen einfach so am

Boden. „Ein Hexenröhrling!“, ruft Felix

Schneider jetzt und holt sein Messer

hervor. Ab in den Korb damit und dann

ohne zu bezahlen nach Hause. So geht

das also auch: schnell noch was fürs

Abendessen besorgen. „Ich hol noch

Pilze“, hatte Schneider den anderen

beiden Köchen in seinem Restaurant

„Sosein“ zugerufen – nun laufen wir

also mit dem 35-Jährigen durchs dichte

Unterholz. Wie kein anderer deutscher

Spitzenkoch lebt Felix Schneider mit

der Natur. Er ist so sehr Jäger und

Sammler, wie man es im Supermarkt-

Zeitalter noch sein kann.

Vor zehn Jahren fing Felix Schneider

an, Pilze, Wildpflanzen, Beeren und Kräuter

zu sammeln, inzwischen hat er zwei

Michelin-Sterne und ist vom Magazin

„Der Feinschmecker“ zum „Koch des

Jahres 2020“ gekürt worden. Wenige

Meter vor dem Parkplatz findet Schneider

noch einen Pilz: „Probier mal!“ Man

zögert kurz, das hier ist ja kein Steinpilz,

sondern irgendwas Rötliches, nie Probiertes.

Man kaut vertrauensvoll, da meint

Schneider grinsend: „Schmeckt scharf,

oder?“ Puh, ja. „Ein Täubling“, sagt er.

Pilze sammeln lohnt allein schon

wegen der Namen: Knoblauchschwindling,

Stockschwämmchen, Grauer Wulstling

– Schneider erkennt sie; als Anfänger

sollte man freilich nicht allein losziehen,

viele Esspilze haben giftige Doppelgänger.

Heute nimmt Schneider einen handballgroßen,

schwammigen Pilz mit dem

schönen Namen Krause Glucke mit.

Dann geht es zurück ins Restaurant

in Heroldsberg, zehn Kilometer vor Nürnberg.

„Der Weg hierher ist der Arschlochfilter“,

sagt Schneider. Er meint das als

Kompliment für seine Gäste: Wer aus

Frankfurt, München oder Zürich bis zum

Sosein reist, der scheut keine Mühen,

der ist bereit, das Essen zu zelebrieren.

Genau wie ein Koch, der sich für ein Dessert

mit Wildbeeren die Hände an Dornen

zerkratzt. Selbst gepflückte, geerntete

oder gefangene Zutaten haben eine

Geschichte, die kocht man mit Stolz und

Liebe, das kann jeder selbst probieren.

Liebe deinen Landwirt

Zwei Stunden vorher. Mittwoch ist „der

Wahnsinnstag“, sagen die Köche, „da wird

alles aus allen Ecken angekarrt“. Sie sind

zunächst noch unterwegs, kaufen ein

oder ernten selbst. Zeit, sich umzusehen:

Das Sosein ist ein an Märchenfilme

56


Das Menü richtet

sich danach, was es

in der Natur gerade

frisch gibt. Hier:

ein Hexenröhrling.


Felix Schneider in seiner

Küche. Wenn die Zutaten

perfekt sind, findet er,

braucht es keine aufwendige

Zubereitung.


Felix Schneiders Pilz-Ernte aus dem Wald – seltene, aber wohlschmeckende Exemplare. Gut zu erkennen: die schwammförmigen

Krausen Glucken. Anfänger sollten zum Sammeln einen Experten mitnehmen, der giftige Exemplare erkennt.

erinnerndes Fachwerkhaus, darauf der

Schriftzug „Landgasthof Schwarzer

Adler seit 1530“. Dicke weiße Mauern,

schweres dunkles Holz, kleine Fenster.

So wie die Menschen hier einst lebten,

so waren auch ihre Gerichte: einfach,

grob, deftig. Fränkische Spezialitäten

basieren auf Variationen von Wurst,

Kraut, Kartoffeln. So hat seine Mutter

gekocht, so bewahrt es Felix Schneider,

natürlich neu interpretiert. Seine berühmte

„Schlachtschüssel“ besteht aus fein

gehobelten Leberspänen auf einer perfekt

gegarten Bamberger-Hörnchen-Kartoffel,

dazu gibt es zart fermentierten Rotkohl.

Der erste der drei Köche des Sosein

kommt an, im weißen Geländewagen.

Stefan, 27, trägt eine Wollmütze, die

seine langen Haare nicht bändigen kann.

Thomas, 32, und Felix, der Chef, folgen

kurz darauf, jeder trägt kistenweise

Lebensmittel. Sätze, die dauernd fallen:

„Hier, probier mal!“, und „Schmeckt geil,

oder?“. Dann kriegt man Kiwibeeren in

die Hand gedrückt, soll Sanddorn probieren,

selbst gezogene Tomaten, grüne,

gelbe, rote. Es ist mittags, die Hip-Hop-

Playlist wird angestellt und bis spät

nachts laufen. In Zimmerlautstärke.

Felix Schneider trägt Schiebermütze,

dazu Strickpullover. Produzenten

schauen im Lokal vorbei, sie bringen

lebende Forellen, Gemüse, Wein. Allesamt

sind sie älter als die drei Köche hier

und keine Hip-Hop-Fans, aber man

merkt die wechselseitige Wertschätzung.

Jeder Bauer, jeder Händler, jeder Fischer

ist sorgfältig ausgewählt. Kleine Betriebe

mit alten Gemüsesorten oder besonderen

Tierrassen. Sie zu finden – auf Wochenmärkten,

im Internet oder durch Empfehlungen

– hat Jahre gedauert. „Dafür

schmeckt so ein Grundprodukt um

200 Prozent besser“, sagt Schneider.

„Wenn ich Bohnen brauche, dann nur

ein, zwei Kilo, aber sie müssen am Morgen

geerntet worden sein.“

Welcher Landwirt macht denn so was?

Jeden Tag die paar Bohnen pflücken für

die Qualitätsfetischisten vom Sosein?

Statt einfach dem Diskonter drei Tonnen

zu liefern? „Unsere Bauern haben 50,

60 Gemüsesorten, die verdienen nicht

„Mittwoch ist der

Wahnsinnstag, da

wird alles angekarrt

aus allen Ecken.“

über die Menge. Sie machen mit Kleinabnehmern

mehr Umsatz“, sagt Schneider.

Als strikt regional kaufender Koch kann

er viel Geld für die schönsten Seeforellen

zahlen, immer noch billiger als eingeflogene

Austern.

Zeit ist Geschmack

Nach einem Tag im Sosein sieht man

seine Kochbücher mit anderen Augen.

Denn so wie Felix Schneider einem das

Kochen erklärt, sind die Rezepte darin

sinnlos. Zum Beispiel steht da bei den

Zutaten „Birne“ oder „Kartoffel“, aber

nicht welche. Es gibt dutzende Sorten,

manchmal hunderte. Oder was für einen

Unterschied es macht, ob man mit überreifem,

fast reifem oder eingelegtem

Obst arbeitet. Selbst unreife Früchte

haben ein spannendes Aromaprofil und

können in bestimmte Gerichte passen.

Und nicht jedes Obst schmeckt jedes

Jahr gleich. Das Wetter verändert den

Geschmack. „Wir nutzen nur, was am

besten und frischesten ist, akzeptieren

aber genauso im Winter die Ruhephase

der Natur und nutzen dann Rohstoffe,

die durch Lagerung, Konservierung und

Reifung profitieren“, erklärt Schneider.

Viele Hobbyköche trauten sich nicht über

Dinge wie Fermentierung, dabei sei die

THE RED BULLETIN 59


Würden auch als Hipster in Berlin-Mitte durchgehen, ziehen aber die Provinz vor: Küchenchef Felix Schneider, 35 (vorne re.),

mit seinen Köchen Stefan Frank, 27 (hinten li.), Thomas Prosiegel, 32 (hinten re.), sowie Sommelier Sören Lappoehn, 23 (vorne li.).

„Unsere Bauern haben nicht fünf, sondern

50 oder 60 verschiedene Gemüsesorten.“

60 THE RED BULLETIN


simpel: Man nehme etwa ein sauberes

Weckglas, fülle geputzte Radieschen roh

mit zwei Prozent Salz ein. Täglich schütteln,

schon nach zwei Tagen beginnt die

Fermentation, nach 21 Tagen bei Raumtemperatur

ist das Gemüse haltbar und

zeigt ein interessantes Kraut-Aroma.

„Wir machen Zeit schmeckbar“, sagen

die Köche. Die drei über Lebensmittel

philosophieren zu hören ist ein Genuss,

den man als Vorspeise auf die Karte

schreiben könnte. Kurzversion: Das beste

Essen entsteht aus Produkten, die schwer

zu bekommen sind oder nicht lang Saison

haben – das macht den Reiz aus.

Ehre das Einfache

Das saisonale Menü „Alle Farben“ kostet

im Sosein 195 Euro pro Person – vom

„Prolog Brot und Butter“ über viele

Gänge wie „Seeforelle roh“ und „Huhn

& Heu“ bis „Birne & Milch“. Okay, mit

Wasser. Mit Weinbegleitung sind es dann

600 Euro für zwei. Dafür, dass die Dinge,

die sie kochen, so wertvoll sind, haben

sie wenig Angst vor Spionen. „Zu uns

kommen viele Köche für Praktika“, sagt

Felix Schneider, „da entsteht eine Community.“

Die Gastköche denken anfangs

zu kompliziert. „Bei einem fantastischen

Grundprodukt muss man bei der Zubereitung

nicht mehr so viel machen. Der Weg

zur idealen Zutat ist dafür aufwendig

und schwierig, zumindest am Anfang.“

Aber auch ganz einfaches Kochen

kann fehleranfällig sein: „Es macht wirklich

einen Unterschied, ob ich eine Kartoffel

25 Minuten koche oder 28 Minuten“,

sagt Schneider. Die „Frankfurter

„Wir nutzen nur, was

zu dem Zeitpunkt

am besten ist, und

akzeptieren Ruhephasen

der Natur.“

Allgemeine Zeitung“ schrieb, dass er und

sein Team großartige Köche seien – aber:

sie verfolgten ihre Prinzipien „mit jakobinischer

Unerbittlichkeit“. Netter formuliert:

Sie sind prinzipientreu und kreativ.

So hatten sie etwa die Idee, die Knochen

von Schweinen zu zermahlen und in die

Teller einarbeiten zu lassen. Geht leider

nicht, meinte der Töpfer. Jetzt servieren

sie den Schinken auf den Kieferknochen.

Felix Schneider sagt, gute Küche muss

gute Ideen haben. „Und tolles Essen soll

nicht immer nur schön sein.“ Schneider,

inzwischen in Kochschürze und ohne

Mütze, vergleicht Kochen mit Kunst.

Nehmen wir die Malerei: „Van Goghs

Sonnenblumen gefallen jedem. Bilder

von Jackson Pollock sind dagegen erst

einmal irritierend, kompliziert – aber

wenn man sie länger ansieht, kriegt das

eine andere Werktiefe. Klar kann ich

Fleisch immer zart kochen, aber manchmal

bevorzuge ich etwas festere Stücke

und lasse dich verschiedene Dimensionen

von Gargraden erkennen.“

Abends gibt es als Team-Essen Risotto

mit Huhn und Hummer, dazu Salat aus

eigenen Tomaten. Den Hummer würde es

im Sosein regulär nie geben, sie kochen

ihn nur, weil ein Produzent ihn als Geschenk

gebracht hat. „Im Sosein nehmen

wir amerikanische Signalkrebse, die es

hier zuhauf gibt. Eine invasive Art, die

einheimische Krebse verdrängt – das ist

gekochter Naturschutz.“

Draußen ist es inzwischen Nacht

geworden, die Straßen sind leer, nur im

Sosein arbeiteten sie noch. Der für morgen

angedachte Nachtisch klappt nicht,

eine Zutat fehlt. Die drei Köche stehen

im Keller, der wie jeder Nebenraum hier

voller Regale und Vorratsgläser ist.

Und jetzt? Man sieht einander müde

an, Stirnen werden gerunzelt. Aber die

Leidenschaft brennt noch lichterloh, um

22.35 Uhr. Und die Lösung ist vielleicht

nur einen Waldspaziergang entfernt.

Sosein. Restaurant, Hauptstraße 19,

90562 Heroldsberg, sosein-restaurant.de

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gemacht

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Tarpaulin schützt den Inhalt vor den Elementen.


DER WILL

NUR SPIELEN

JOHN PETERKA STEHT VOR DEM SPRUNG VOM EHC

RED BULL MÜNCHEN IN DIE NHL, WEIL DER 18-JÄHRIGE

EISHOCKEY ALS DAS SIEHT, WAS ES IST: EIN SPIEL.

WIE MAN MIT KREATIVITÄT, SPASS UND EINEM SCHUSS

FRECHHEIT WEITER KOMMT ALS ALLE ANDEREN.

Text WERNER JESSNER

Fotos CHRISTOPH VOY


VORWÄRTSDRANG

John Peterka auf dem

Weg ins Angiffsdrittel

– schon bald in der

besten Liga der Welt

63


Minute 48 im Duell zwischen dem EHC

Red Bull München und dem EC Red Bull

Salzburg. Die Nummer 77 im Dress von

Salzburg, groß gewachsen, schnelle

Beine, junges Gesicht, bekommt den

Puck im Angriffsdrittel. Er ist gebürtiger

Münchner und eigentlich im Dienst des

EHC Red Bull München, derzeit aber an

den Verein in Österreich verliehen. Der

junge Deutsche soll Spielpraxis sammeln,

und nun muss er aus gerechnet gegen

seinen ursprünglichen Klub an treten.

Er macht ein, zwei schnelle Schritte,

der Puck klebt ihm am Schläger. Man

KADER-SCHMIEDE

An der Red Bull

Akademie lernte

Peterka System

und Konsequenz

zu schätzen.

WIE EIN KÖRPERTEIL

Der Puck gehört zu

John Peterka. Oder

zumindest wird er

von ihm angezogen.

würde nicht glauben, dass dieser Kerl

erst 18 Jahre alt ist. Zwei Schritte nur,

doch sie eröffnen ihm drei Optionen:

Ein Schuss, die Bahn ist frei.

Zum Tor laufen.

Oder aber einen langen Pass nach

halblinks zwischen zwei Verteidigern

durchspielen, wo sein Kumpel Justin

Schütz, auch er von den Münchnern

64 THE RED BULLETIN


ausgeliehen, angebraust kommt. Die

Nummer 77 wählt Variante drei. Schütz

übernimmt den Puck direkt und zieht ab.

5:2-Führung, drittes Tor für Schütz an

diesem Abend, dritte Torvorlage für die

Nummer 77, John Peterka, Spitzname:

JJ, gesprochen Dschei-Dschei.

Der englische Vorname ist der USA-

Begeisterung seiner Eltern geschuldet:

Johns Schwester heißt Tiffany, sein Bruder

Jack. Eine Extravaganz mit Weitsicht,

möchte man meinen, denn schon bald

wird John seine Koffer packen und nach

Übersee gehen: Er wurde in der zweiten

Runde von den Buffalo Sabres für die

National Hockey League gedraftet, die

beste und lukrativste Liga der Welt. Gedraftet?

So funktioniert dieses zutiefst

PETERKA IST KEIN

REINER ARBEITER,

ER ZELEBRIERT

SEINEN SPORT.

THE RED BULLETIN 65


nordamerikanische System: Die Teams

sichern sich einmal pro Jahr eines nach

dem anderen die Rechte an den besten

Nachwuchsspielern der Welt, wobei

das punkteschlechteste Team der abgelaufenen

Saison als erstes wählen

darf, der amtierende Meister, genannt:

Stanley-Cup-Sieger, als Letzter. Auf diese

Art versucht man, Chancengleichheit herzustellen.

Was nicht geht: dass sich ein

Youngster aussuchen kann, wo er spielt.

In die Wüste Arizonas zu den Coyotes?

Nach New York zu den Rangers oder

Islanders? In den hockeyverrückten

Markt Kanadas, nach Montréal oder

MIT ZWEI SCHRIT-

TEN ERÖFFNET

SICH PETERKA

AUF DEM EIS DREI

MÖGLICHKEITEN.

BESTER PLATZ

In der Kabine die

Schlittschuhe

schnüren, dann

raus ins natürliche

Habitat

Toronto oder ins beschauliche Nashville?

„Du musst es ohnehin nehmen, wie es

kommt, von daher habe ich mir erst gar

nicht groß den Kopf zerbrochen.“

Peterka ist nicht der erste Spieler aus

dem Nachwuchs der Red Bulls, der in

der NHL Begehrlichkeiten weckte. Schon

2018 wechselte Dominik Kahun vom

EHC Red Bull München zu den Chicago

Blackhawks. Von diesem Moment an war

allen in der Akademie klar: Ja, man kann

sich den Traum von der NHL-Karriere

von München und Salzburg aus erfüllen.

Patrick Hager, der Kapitän des EHC Red

Bull München, sagt: „Die Jungs aus der

Akademie können alle skaten und schießen.

Das ist ein ganz anderes Niveau als

in meiner Zeit. In der Akademie wird die

Basis dafür gelegt, dass du die Chance

hast, dich im Profi-Geschäft durchzusetzen.“

Nachsatz: „Wie weit es dann

geht, hängt von jedem Einzelnen ab.“

Fragt man den Münchner Nachwuchscoach

Ron Chyzowski, wird es bei Peterka

weit gehen, denn er hat etwas, was vielen

fehlt: unbändige Liebe zum Spiel. Peterka

ist kein Hockey-Arbeiter, er zelebriert Hockey,

das hat er von Anfang an gemacht.

Chyzowski erinnert sich: „Ich hab JJ mit

neun, zehn Jahren beim EHC übernommen.

Am liebsten wäre er um vier Uhr

morgens in die Eishalle gekommen und

bis zehn Uhr abends geblieben.“ Der Angesprochene

grinst: „Ja, das war wirklich

genau so, und im Prinzip ist es noch

heute so. Gib mir einen Puck und eine

Eisfläche, und ich bin happy.“ Chyzowski:

„Es gibt Jungs, die wollen den Puck.

JJ wollte ihn mehr als alle anderen. Ich

möchte fast sagen, der Puck ist ein Teil

von ihm. Der Puck findet zu ihm, und

dann macht er was damit.“

Ob diese Kreativität auf dem Eis eine

Gabe ist, Ausdruck des Charakters

oder das Produkt unendlich vieler

Stunden auf dem Eis, in denen

Peterka gezwungen war, Lösungen zu

finden, um an seinen meist älteren Gegenspielern

vorbeizukommen, dar über lässt

sich trefflich philosophieren. Chyzowski:

„Trainieren kannst du alles, wenngleich

in unterschiedlichem Maß. Und dann

gibt es in jeder Sportart das, was ich den

X-Faktor nenne: das letzte bisschen Unberechenbarkeit.

Das, womit die anderen

nicht rechnen und was dich das kleine

bisschen besser macht. Ich habe beobachtet,

dass das oft Charaktersache ist. Der

JJ war ein Bazi-Bua (typisch bayrischer

Ausdruck für einen liebenswerten Gauner,

der es faustdick hinter den Ohren hat;

Anm.). Er hat manchmal ein bissl Scheiß

gebaut und war sehr lebhaft. In unserem

Sport sind das durchwegs positive Eigen-

66 THE RED BULLETIN


EINFACH SO

John Peterka lässt

den Puck auf seinem

Schläger tanzen –

sooft er will.


„FUSSBALL

WAR MIR ZU

LANGWEILIG,

IM EISHOCKEY

KANN ICH

KREATIVER

SEIN.“

SCHIESST ER?

Möglich. Vielleicht

hat er aber etwas

völlig anderes vor:

das Dilemma der

Goalies mit Peterka.

schaften.“ Ron sagt wirklich „Bazi-Bua“

– mit einer unvergleichlichen Mischung

aus kanadischem Englisch und seinen

dreißig Jahren in Bayern. Bemerkenswert

war Ron vor allem eines: „JJ wollte

immer selbst aufs Eis und nicht, weil seine

Eltern das forciert hätten.“

„Ich bin recht zufällig zum Eishockey

gekommen“, erinnert sich Peterka. Bei

einem Publikumseislauf als Dreikäsehoch

hätten ihn die Hockeyspieler, die nebenan

zugange waren, so fasziniert. Einmal

probiert, nie mehr aufgehört: „Eine Zeitlang

habe ich auch Fußball gespielt, aber

das war mir schon bald zu langweilig.

Im Eishockey hast du zu jeder Zeit mehr

Möglichkeiten, deine Kreativität auszuleben,

als im Fußball. Und es geht auch

schneller. Kaum ist der Puck weg, klebt

er auch schon wieder auf dem Schläger,

während beim Fußball immer einer den

Ball aus dem Out holen gehen muss.“

John Peterka war für die U10 des

EHC München vorgesehen, doch parallel

spielte er schon in der U12. Im Gegensatz

zu heute hatte der EHC zu diesem

Zeitpunkt noch keine sonderlich hochkarätigen

Nachwuchsteams. Die Peterkas

pendelten von München nach Bad Tölz,

wo sich der Junior beim EC Bad Tölz

in der höchsten bayerischen Liga messen

konnte. „Das war ein bissl chaotisch“,

grinst er. „Ich habe mich oft im Auto

während der Fahrt umgezogen, bin auf

dem Parkplatz raus, hab das Trikot übergeworfen,

die Schuhe geschnürt, und

schon ging’s los.“ Man hat Ron Chyzowski

im Ohr und seine Erinnerung an den

„Bazi-Bua“, der seine Energie und seinen

Spielwitz auf dem Eis kanalisieren muss.

Mit vierzehn landete er in der Akademie

der Red Bulls in Salzburg, was nicht

ganz ohne Probleme abging: „Ich hatte

Heimweh“, gibt John Peterka unum-

68 THE RED BULLETIN


STEFAN BAUMANN/RED BULL CONTENT POOL

LINKSSCHÜTZE

Meist wird Peterka

auf dem linken Flügel

eingesetzt. Seine

Rolle ist die eines

Spielmachers.

wunden zu. „Oft saßen meine Eltern

bei den Spielen im Publikum, vor allem

in Tschechien.“ Richtig wohl fühlte er

sich auf dem Eis. Mit 16 Jahren spielte er

mit der U19-Mannschaft der Red Bulls

in der Tschechischen Liga und zerschoss

sie regelrecht: In 48 Spielen erzielte er

45 Tore und bereitete 49 vor.

Körperlich war er, der junge Bub, den

Gegnern weit unterlegen. Es war das,

was man „hockey-sense“ nennt, was ihn

trotzdem über seine Altersgenossen hob.

Er musste dem Puck nicht nachrennen,

sondern er war stets dort zu finden, wohin

dieser kommen würde. Klingt so einfach

und ist doch unendlich schwierig.

Woher kannst du das, John? „Man entwickelt

so ein Gefühl“, sagt er, doch dieses

Gefühl basiert auf tausenden und

abertausenden Stunden Training. Es

hilft, wenn man seine Sturmpartner

kennt, aber noch viel mehr kommt es

auf die Trainer an, findet EHC Red Bull

München-Kapitän Patrick Hager: „Man

muss sich etwas trauen, aber das funktioniert

nur mit einem Coach, der den

Spielern keine Handschellen anlegt und

sie nicht nach dem ersten Fehlpass auf

der Bank schmoren lässt. Jungen Spielern

ihre Kreativität zu lassen, sie zu ermutigen,

gewagte Entscheidungen zu

treffen – das zeichnet die Trainer in der

Red Bull-Organi sation aus.“

Salzburgs Headcoach Matt Mc-

Ilvane sieht viel Positives an John

Peterka: „Optisch fällt am meisten

auf, wie gut er eisläuferisch ist.

Er schießt gut, sein Spielverständnis ist

überragend. Und dann gibt es eine Eigenschaft,

die bei seinen ‚künstlerischen‘

Fähigkeiten gern übersehen wird: Er ist

wahnsinnig kompetitiv. Im Training

spielt er am liebsten gegen unseren

Parade-Stürmer Thomas Raffl. Das ist

der härteste Job, den es bei uns gibt.

Das zeigt, aus welchem Holz Peterka geschnitzt

ist: Er will sich mit den Besten

messen – immer.“

Der erwähnte Thomas Raffl, 1,94 Meter

groß, knapp 100 Kilo schwer, sagt

über den Teenager (1,80 m, 87 kg): „Ich

habe selten einen Spieler in seinem Alter

gesehen, der sich so viel zutraut und so

frech spielt. Wenn er so weitermacht,

wird er es garantiert sehr weit bringen.“

Zum kompletten Spieler, der so wie

Leon Draisaitl, ebenfalls ein ehemaliger

Schützling von Ron Chyzowski, die NHL

„ER WILL SICH

IMMER MIT DEN

BESTEN MESSEN

– AUCH SCHON

IM TRAINING.“

RED BULL

AKADEMIE

LETZTER SCHLIFF

FÜR JUNGE

KUFEN-CRACKS

In Salzburger Stadtteil Liefering werden

seit 2014 Talente fürs Profi-Eishockey

ausgebildet (und absolvieren hier ihren

Schulabschluss). Athleten zwischen

14 und 20 Jahren werden in fünf Teams

individuell gefördert, Ziel ist der Sprung

in den Profi-Sport, etwa zu den Teams

vom EHC Red Bull München, EC Red Bull

Salzburg – oder sogar weiter. Dominik

Kahun wechselte von München in die

NHL zu den Chicago Blackhawks. Heute

spielt er für die Buffalo Sabres, für die

bald auch Peterka auflaufen könnte.

Vielleicht spielt er dann gegen seinen

Akademie-Freund Justin Schütz, dessen

NHL-Rechte bei den Florida Panthers

liegen. Weitere Spieler aus dem

Bullen-Nachwuchs, deren Dienste sich

NHL-Klubs gesichert haben: Noah

Dobson (New York Islanders), Václav

Karabáček (Buffalo Sabres) und Martin

Pospíšil (Calgary Flames).

Infos: redbulleishockeyakademie.com

aufmischt, fehlt – so sind sich die Experten

einig – vor allem körperlich noch

einiges. Fünf Kilo mehr Muskelmasse,

daran arbeitet John Peterka gerade. Das

ist machbar, dazu braucht es kein Talent,

nur hartes Training. Drei Einheiten pro

Tag, nach dem Eis noch in die Kraftkammer?

Peanuts!

Minute 48 im Bullen-Duell zwischen

München und Salzburg. Als John Peterka

die zwei schnellen Schritte zum Tor

macht, sieht er aus dem Augenwinkel

seinen Kumpel Justin Schütz. Einen

Moment lang begegnen sich ihre Blicke,

unmerkbar für die anderen. Dann der

Pass, das Tor. Was habt ihr beim Torjubel

miteinander geredet? „Ich hatte Justin

versprochen, ihm im Spiel noch ein drittes

Tor aufzulegen – daran hab ich ihn erinnert“,

so John, und er grinst über beide

Ohren. Einmal Bazi-Bua, immer Bazi-Bua,

wird sich Ron Chyzowski zu Hause vor

dem Fernseher gedacht haben.

THE RED BULLETIN 69


SPORTWAGEN

MIT

RACING-DNA

Speed, Adrenalin und Fahrspaß: Für die

Gewinner der GAZOO Racing Days hieß es

Vollgas. An zwei actionreichen Tagen durften

sie den Toyota GR Supra am Red Bull Ring

in Spielberg, Österreich, ausgiebig testen.

Eine Driving Experience, die es in sich hatte.

Mit bis zu 250 km/h über die Start-Ziel-Gerade,

volle Konzentration in den Kurven, Drifting-Spaß im

Driving Center und ein Hotelaufenthalt im exklusiven

Steirerschlössl – das Programm der GAZOO Racing

Days ließ das Herz von Motorsportfans höherschlagen.

Aber nicht nur die Gewinner durften an ihr eigenes

Limit gehen, auch der Toyota GR Supra konnte zeigen,

was in ihm steckt.


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Tag 1: Aufs Ganze am Red Bull Ring

Treffpunkt Boxengasse: Die GAZOO Racing Days starteten

gleich mit einem Highlight. Wo sonst die Rennprofis

ihre Runden drehen, durften nun die Gewinner Tobi,

Michael, Philipp, Antonia, Chris und Aleksandra Rennluft

schnuppern. Nach einer Einschulung von Instruktor

Kevin zu Strecke und Auto hieß es dann endlich: einsteigen,

anschnallen, Motor starten. Eine kurze Einführungsfahrt

später wurde Runde für Runde Vollgas

gegeben. Nach dem Adrenalinkick ging es dann ins

nahe gelegene Steirerschlössl zum mehrgängigen

Abendessen, um den Tag kulinarisch zu beenden und

die Erfahrungen der Tester auszutauschen.

Tag 2: Driften, bis die Reifen glühen

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. 8 Uhr morgens,

leichter Regen – die perfekten Bedingungen, um

den ganzen Tag durchs Driving Center zu driften. Und

genau das ließen sich unsere Tester nicht zweimal sagen.

Per Funk gab das Instruktorenteam Anweisungen

an die Fahrer. Mit Erfolg: Minute für Minute wurden unsere

Gewinner mutiger, man hörte nur noch die Reifen

quietschen und schaute in strahlende Gesichter.

TOYOTA GAZOO RACING DAYS

Am 24. und 25. September ging

es am Red Bull Ring in Spielberg

voll zur Sache. Getestet wurde

der Toyota GR Supra.

MIT VOLLGAS ÜBER DIE

START-ZIEL-GERADE IM GR SUPRA –

EIN HIGHLIGHT, DAS ICH DEFINITIV

NICHT MEHR VERGESSEN WERDE.

T E I L N E H M E R T O B I A U S S T U T T G A R T

XASA12/PHILIPP SCHÖNAUER


Kraftvolles Gefühl

In 4,3 Sekunden von

0 auf 100 km/h und eine

Höchstgeschwindigkeit

von 250 km/h.

Eine Ikone – der GR Supra

Mit GAZOO Racing hat Toyota

eine Markenwelt geschaffen,

die die Grenzen des Möglichen

im Motorsport immer wieder

infrage stellt. Mit der Rückkehr

des GR Supra ist genau das gelungen.

Technologien aus dem

Rennsport wurden auf das Serienfahrzeug

umgelegt. Die Konstrukteure hatten dabei

eines im Fokus: beeindruckende Leistung, kombiniert

mit dem einzigartigen Fahrerlebnis. Herausgekommen

ist ein Fahrzeug, das alle Kriterien eines Sportwagens

erfüllt: Design, Performance, Technik und das pure

Fahrgefühl. Die charakteristischen Designelemente wie

die lange Motorhaube verbinden

die Aerodynamik des

MEINE MISSION BESTAND VON

ANFANG AN DARIN, EIN DESIGN ZU Rennsports mit einem futuristischen

Outfit. Und auch die

KREIEREN, DAS SPORTWAGENFANS

Fahrleistung wird perfekt unterstützt.

Denn der GR Supra

VISUELL UND PHYSISCH BEGEISTERT.

ist ein Rennwagen mit Straßenlizenz.

Ausgestattet mit einem

NOBUO NAKAMURA, CHEF-DESIGNER

3,0-Liter-Sechszylinder-Motor,

einem Twin-Scroll-Turbolader und der Kraftstoffdirekteinspritzung,

liefert der GR Supra 340 PS und 500 Nm

Drehmoment. Abgerundet mit feinster Technik im

Cockpit: Head-up-Display und ein Multimedia-System

mit Navigation, Supra Connect und Freisprecheinrichtung

vervollständigen den ultimativen Fahrspaß.

Eine Legende ist zurück

Inspiriert von über 50 Jahren Motorsportgeschichte,

steht der GR Supra

für ein Fahrerlebnis reinster Natur.

Kraftstoffverbrauch in l/100 km: kombiniert 7,5 / außerorts 6,5 / innerorts 9,1. CO 2-Emissionen in g/km: kombiniert 170. Die Kraftstoffverbrauchs- und Emissionswerte

wurden nach dem vorgeschriebenen EU-Messverfahren ermittelt.


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Mit den Experten

von TOYOTA GAZOO

Racing wurde der neue

GR Yaris entwickelt.

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Durchdachtes Design

Ein moderner Look

trifft auf die Aerodynamik

des Rennsports.

Racing Experience

Mit sieben Toyota

GR Supra ging es

über den Red Bull

Ring in Spielberg.

Die GR Supra-Tester

Philipp, Antonia, Tobi, Michael,

Aleksandra und Chris (v. li.)

waren die glücklichen Gewinner

der GAZOO Racing Days.

XASA12 / PHILIPP SCHÖNAUER

Ihr Fazit:

Der GR Supra bietet ein un beschreib

liches Fahrgefühl im Cockpit.

Mit dem Sportwagen ist ein

Auto auf den Markt gekommen,

mit dem man auch auf offener

Straße aufs Ganze gehen kann.

toyota.de


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74 THE RED BULLETIN


GUIDE

Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen

WILLKOMMEN

AN BORD!

Mit den Olympia siegern

Roman Hagara und

Hans-Peter Stein acher

zum Foiling-Segeln

nach Italien.

KONSTANTIN REYER

75


GUIDE

Reisen

„Was die Teilnehmer

2021 auf unserer

Reise erwartet, ist

eine neue Dimension

des Segelns.“

Destination Red Bull-Guide

Hans-Peter Steinacher, 52

Gemeinsam mit Red Bull-Athleten

und Weltmeistern verreisen,

ihre Tricks und Techniken hautnah

kennenlernen und im gemütlichen

Ambiente über Leben und Karriere plaudern:

Dafür steht Destination Red Bull,

die Reiseplattform von Red Bull und dem

Salzburger Reisebüro The Travel Birds.

2021 bilden Ziele im Alpenraum den

Schwerpunkt des Programms – von den

Eisenerzer Bergen (mit Rallye-Dakar-

Sieger Matthias Walkner) über Vorarlbergs

Tiefschneehänge (mit Freeski-

Weltmeisterin Nadine Wallner) bis an den

Gardasee in Norditalien. Dort können die

Gäste von Destination Red Bull im Mai

2021 mit den zweifachen Olympiasiegern

Roman Hagara, 54, und Hans-Peter

Steinacher, 52, eine völlig neue Art des

Segelns kennenlernen: Foiling. Was die

Teilnehmer an Bord der fliegenden Rennboote

erwartet, erzählen die beiden

Reise-Guides bei uns in eigenen Worten:

„Als Olympia-Segler sind wir hohe Geschwindigkeiten

ja gewohnt. Dennoch

war das erste Mal mit Foils zu segeln

auch für uns ein echtes Erlebnis!“, sagen

Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher.

„Zur Erklärung: Foils sind Stangen

mit Tragflügeln, die am Rumpf des Bootes

befestigt sind. Ein Foil-Kata maran,

auch ‚Foilcat‘ genannt, hebt bei 8 Knoten,

also ca. 15 km/h, nicht bloß mit einem

Rumpf ab, sondern löst sich komplett

von der Wasseroberfläche und berührt

diese nur noch an drei Foils. Segeln ist

Völlig losgelöst: Ab acht Knoten (ca. 15 km/h) hebt sich der Foiling-Katamaran aus dem Wasser.

Sicherer Hafen: Riva del Garda in Norditalien ist die Basis für das mehrtägige Segel-Abenteuer.

KONSTANTIN REYER, SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES (2)

76 THE RED BULLETIN


GUIDE

Reisen

Dynamisches Duo: Roman Hagara (li.) und Hans-Peter Steinacher gewannen zweimal Olympiagold.

Riva

del Garda

Anreise

Alle Wege führen bekanntlich

nach Rom

und viele davon am

Gardasee vorbei.

Autofahrer aus Österreich

kommen am

schnellsten über Tirol

ins Trentino: Zunächst

auf der A12 nach Innsbruck,

dann bei Innsbruck-Süd

in Richtung

Italien auf die Brenner-

Italien

Autobahn A13, die zur

italienischen A22 wird.

Vorbei an Sterzing,

Bozen und Trento

in Richtung Verona.

Abfahrt: Rovereto Sud/

Lago di Garda-Nord.

DB/ÖBB-Eurocity-Züge

fahren fünfmal täglich

von München über

Innsbruck direkt nach

Rovereto und Verona.

durch die Foil-Technik quasi vierdimensional

geworden – ein ein mali ges Erlebnis,

auch für erfahrene Sportler. Denn

durch den hohen Speed ändern sich die

Winkel und fast alle Segelabläufe.

Was die Teilnehmer bei unserer Reise

erwartet, ist also nicht weniger als eine

neue Dimension des Sports. Der Gardasee

mit seinem Flachwasser und seinem

thermischen Wind bietet sich perfekt als

Foiling-Reiseziel an. Denn dort kommen

wir bei guten Verhältnissen relativ leicht

über 30 Knoten bzw. 55 km/h hinaus.“

Das fliegende Phantom

„An den ersten beiden Tagen unserer

Reise werden wir die Grundlagen an Bord

der kleinen, 5,5 Meter langen ‚Flying

Phantoms‘ lernen, sozusagen die Babyboote

unter den Foil-Seglern. Danach

heißen wir unsere Gäste an Bord unseres

großen Foil-Rennboots, des GC32, willkommen.

Wobei wir gar nicht sagen würden,

dass der GC32 spektakulärer ist als

die Flying Phantoms, denn diese manövrieren

näher am Wasser. Zudem wirkt

der knapp zehn Meter lange GC32 in voller

Fahrt behäbiger und schwerer als die

kleineren Foil-Boote, die sich auch bei

geringeren Geschwindigkeiten schon

sehr schnell anfühlen.

Was gleich zu Beginn auffallen wird,

ist, wie viel Konzentration nötig ist, um

das Boot wirklich waagrecht auf den Foils

zu halten. Jegliche Krängung, also Seitenneigung,

wirkt sich negativ aus. Da musst

Rund um den

Gardasee

Die Gegend um Riva ist ein

üppiger Garten Eden mit teils

spektakulären Wanderwegen.

An Regentagen locken Museen

und Trattorien. Drei Extra-Tipps:

AUSBLICK

Ein dreistündiger Rundgang führt vom

Hafen in Torbole auf den Aussichtshügel

Monte Brione. Von der Befestigungsanlage

Batteria di Mezzo lassen

sich See und Bergwelt überblicken.

EINBLICK

Das MART, ein Museum moderner

Kunst (Bild oben), in Rovereto ist

ein architektonisches Highlight und

beherbergt eine der bedeutendsten

Sammlungen der letzten 150 Jahre.

mart.tn.it

WEINBLICK

Im Weingut Zeni bei Bardolino kann

man sich auf eine Reise durch die Welt

des Weines und seiner Ge schichte

begeben. Danach lieber mit dem Taxi

zurück nach Riva!

museodelvino.it

THE RED BULLETIN 77


TRAVEL EDITION

DOMINIK

LANDERTINGER

Der Biathlon-

Weltmeister nimmt

dich mit ins Lauf-

Paradies Tirol

AUSGABE 3

SAISON 2021

GUIDE

Reisen

Deine

Abenteuer mit

Top-Athleten

Bei Destination Red Bull kannst

du Reisen mit Red Bull-Athleten

und Ikonen buchen. Hier drei

Highlights des Programms 2021:

„Foiling fühlt sich himmlisch an“, sagt Segel-Legende Hans-Peter Steinacher.

du fast eine Wasserwaage auf das Boot

legen können, dann erst fährt es optimal!

Foiling verlangt aber auch nach engen

Kurven und raschen Entscheidungen

beim Wenden und somit nach einer eingespielten

Mannschaft. Es wird demnach

auch eine Lektion in Sachen Teamgeist.

Fest steht: Die Geschwindigkeit eines Foil-

Katamarans bringt viele Gelegenheiten,

kalkuliertes Risiko einzugehen und kontrollierte

Action zu erleben. Sobald wir

herausgefunden haben, wie sich alle Teilnehmer

mit der neuen Technologie fühlen,

werden wir daher auch versuchen,

einen High-Speed-Rekord aufzustellen.“

Die Geheimnisse der Profis

„Übrigens: Auch wenn das Steuer fast

immer in Profihand bleibt, solltest du als

Teilnehmer einen Segelschein besitzen

und die grundlegenden Segeltechniken

beherrschen, damit die Lernkurve steil

nach oben zeigt und du die Reise optimal

genießen kannst.

Uns ist natürlich bewusst, dass auch

gute Segler zu unserem Camp am Gardasee

kommen werden, die sich dafür interessieren,

was für einen Zugang wir zu

bestimmten Themen beim Segeln haben:

Wie bereiten wir unser Boot für eine Regatta

vor? Welche technischen Grundvoraussetzungen

braucht ein guter Segler?

Wie schleifen wir unsere Foils? Wie

polieren wir unser Boot? Derlei Kleinigkeiten

geben wir eigentlich sonst nicht

so gern preis. Doch die Reise wird sicher

ein Rahmen, in dem wir solche Dinge im

privaten Gespräch gerne weitergeben.“

Reisetermine: 15. – 19. und 19. – 23. Mai 2021;

maximale Teilnehmerzahl pro Termin:

5 Personen (ab 18 Jahren). Infos zu Reise und

Buchungen: destination.redbull.com

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Webber zum Essen, erhältst Zugang

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Grand-Prix-Kurs unter Profi-Anleitung

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LECH, VORARLBERG

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Fahr-Tipps und entdeckst auf eurer

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GUIDE

Fitness

YOGA

Stark wie

Supergirl

Sadie Nardini gilt als Rockstar

unter den Yoga-Lehrerinnen.

Das Programm der 49-Jährigen

verleiht Superheldenkräfte.

Die erstaunliche Karriere der

Kalifornierin begann mit

einem dramatischen Ereignis.

Sie war 13, als im Schwimmbad

ein Mann nach einer

„Bombe“ auf ihrem Kopf

landete. Die Folge: Sadie war

teilweise gelähmt: „Die Ärzte

sagten mir, ich würde wahrscheinlich

nie wieder gehen

können. Sie haben mich stabilisiert

und dann nach Hause

geschickt.“

Doch während die Schulmediziner

das Mädchen aufgaben,

glaubte ihre Mutter

an die heilende Kraft sanfter

Yoga-Übungen. Diese

Übungen blieben nicht ohne

Wirkung. Nach zwei Jahren

geduldigen Trainings konnte

Sadie wieder stehen. Und sie

entdeckte Power Yoga, die

westliche Variante der alten

indischen Lehre: „Ich er-

kannte, dass es eine Form

des Yoga gab, die mir richtig

Kraft verlieh. Damit hatte ich

meine Berufung gefunden.“

Bereits mit Mitte zwanzig

begann Sadie weltweit zu

unterrichten. Rasch galt sie

unter ihren Anhängern als

Rockstar-Yogini, also als

weibliche Yoga-Meisterin:

„Wahrscheinlich, weil ich

in meinem Unterricht auch

David Bowie gespielt habe.“

Die Idee für ihr jüngstes

Spezialtraining hatte Sadie,

als sie durch den Pariser Flughafen

hetzte, um rechtzeitig

ein Flugzeug zu erwischen.

„Ich musste feststellen,

dass ich zwar in Sachen Ausdauer

eine Meisterin bin, aber

schrecklich außer Form, wenn

es um Schnellkraft ging“, sagt

die Kalifornierin, „also habe

ich ein paar High-Intensity-

Intervalltrainings besucht.“

Was Sadie dort erlebte,

irritierte sie: „Es hat zwar Spaß

gemacht, aber als Anatomieund

Gelenksexpertin war ich

entsetzt. Viele der dort ausgeführten

Bewegungen haben

die Gelenke so sehr belastet,

dass sich manche Teilnehmer

sogar verletzt haben.“

Problem erkannt – und darauf

reagiert: Sadie ent wickelte

Yoga Shred, eine Trainingsform,

bei der fließenden

Bewegungen des Yoga mit

intensiven Cardio-Übungen

kombiniert werden. „Es macht

Yoga-Schüler superheldenstark

und verleiht auch allen

anderen mehr Beweglichkeit –

ohne die Gelenke zu belasten.“

Um das Beste aus beiden

Welten zu bekommen, reichen

20 Minuten täglich.

Sadie Nardinis Yoga Shred kann

online erlernt werden, und zwar

über ihre Website fitfierceclub.com.

Mit nachstehend angeführtem Code

gibt es ein fünfwöchiges Gratis-

Einführungstraining: FFCFREEMO

Sadies Yoga Shred

in sechs Schritten

„Der klassische Burpee kann die Gelenke belasten“,

sagt Sadie. Hier siehst du, wie du das ändern kannst.

1 2 3 4 5 6

1 Füße hüftbreit auseinander auf eine Matte

stellen, mit den Händen auf zwei Yoga-Blöcken

(besser für Handgelenke und Schultern!) abstützen.

2 Mit leicht gebeugten Knien in den Liegestütz

gehen. Bauchmuskeln anheben, damit dein

unterer Rücken nicht mehr zum Boden abfällt –

so vermeidest du mögliche Verletzungen.

3 Zurück in die Startposition, die Füße weiterhin

hüftbreit auseinander lassen. Dadurch werden

deine Knie weniger belastet, dein Schwerpunkt

wird stabilisiert.

4 Bauchmuskeln anspannen, zu einer leichten

Kniebeuge aufrichten, Knie und Hüften leicht

abwinkeln, Arme nach oben strecken.

5 Die Fersen nach unten drücken, um deine Gesäßmuskulatur

zu straffen, Ellbogen abwinkeln und die

Fäuste in flottem Tempo zu deinen Hüften führen,

dabei hochspringen.

6 Nach dem Sprung darauf achten, dass Knie und

Hüften leicht abgewinkelt sind, um Druck auf deine

Knie zu vermeiden.

JAMES ST. VINCENT FLORIAN OBKIRCHER

80 THE RED BULLETIN


ALPHATAURI.COM


GUIDE

Equipment

TRAINING

Hantel

mit Hirn

JaxJox KettlebellConnect

Bei diesem Trainingsgerät

schwingt Geschichte

mit. Denn die Urform

der Kettle bell (ein freies

Gewicht mit Griffleiste)

kannten bereits die alten

Griechen. Die Kugelhantel

in ihrer heutigen Form

geht auf die russische

Girya zurück, ein gusseisenes

Gewicht, das zur

Getreide-Abwaage genutzt

wurde, ehe es Kraftsportler

und Fitnesstrainer am

Griff packten. Der jüngste

Nachkomme der Girya

heißt JaxJox Kettlebell-

Connect, verbindet sich

mit dem Smartphone und

misst deinen Trainingsfortschritt.

Außerdem

lassen sich per Knopfdruck

Gewichte von 5,5 bis

19 Kilogramm unter den

Griff laden (die Scheiben

dafür stecken im Sockel).

So viel Flexibilität hätte

auch den alten Griechen

gefallen.

jaxjox.com

TIM KENT

82 THE RED BULLETIN


GUIDE

Lesestoff

LESEN & SCHREIBEN

Königlicher Rat

Stephen King hat bekanntlich unzählige internationale Megaseller geschrieben.

Sein vielleicht bestes Buch ist jedoch ein sehr persönlicher Ratgeber.

Text JAKOB HÜBNER

Über 400 Millionen verkaufte

Bücher, rund

70 Kino- und TV-Verfilmungen,

geschätzte

420 Millionen Dollar Privatvermögen

– kein Zweifel, Stephen

King ist einer der erfolgreichsten

und reichsten Schriftsteller

aller Zeiten. Da herrscht

Einigkeit. Ganz anders sieht es

hingegen bei der Frage aus, ob

Stephen King auch ein guter

Schriftsteller ist. Hier scheiden

sich die Geister. Tatsächlich

gibt es jede Menge nachweislich

gebildete Menschen,

die King für eine Art Hohepriester

der trivialen Reißbrettliteratur

halten. Wenn sie

an deinem Billy-Regal entlangschlendern

und darin mehrere

King-Romane orten, lüpfen

sie selbstgefällig eine Augenbraue

und sagen: „Stephen

King? Echt jetzt …?“ Diese

Menschen verbinden meist

drei Gemeinsamkeiten. Erstens:

Sie haben noch nie ein

Buch von Stephen King gelesen.

Zweitens: Sie betrachten

(zumindest in diesen Dimensionen)

kommerziellen Erfolg

und künstlerische Integrität

als unvereinbar. Und drittens:

Sie irren sich.

Was würde man über einen

Leichtathleten sagen, der den

100-Meter-Sprint genauso

souverän beherrscht wie

die 1500 Meter, die 10.000-

Meter-Langstrecke und die

Marathon-Distanz? Vermutlich:

Der Mann weiß, wie man

läuft. Nun, Stephen King weiß,

wie man schreibt. Präziser formuliert:

Er weiß, wie man was

schreibt – und diese instinktive

Fähigkeit beschränkt sich

keineswegs nur auf die angestammten

Jagdgründe des

„Königs des Horrors“. Seine

über 100 Kurzgeschichten

und Novellen (beim Heyne

Verlag in feine Sammelbände

gepackt) zeichnen sich nicht

nur durch einen geradezu

VINZ SCHWARZBAUER

84 THE RED BULLETIN


GUIDE

Lesestoff

Vorwort aus

„Das Leben und das Schreiben“

Dies ist ein kurzes Buch, denn Bücher über das Schreiben

sind voller Blödsinn. Belletristikautoren, ich eingeschlossen,

haben keine große Ahnung davon, was sie eigentlich tun.

Sie wissen nicht, warum etwas Gutes funktioniert und etwas

Schlechtes nicht. Ich dachte mir: Je kürzer das Buch, desto

weniger Blödsinn steht drin.

LESETIPPS

Autobiografische

Feinkost

Vier ausgesuchte Bücher,

die das Leben schrieb

beängstigenden Ideen reichtum

aus, sondern auch durch

ihren perfekten Spannungsaufbau

– was gerade auf der

gern unterschätzten Kurzstrecke

eine besonders hohe

Kunst ist. Angesichts der

enormen Menge und Vielfalt

dieser Suspense-Quickies

drängt sich der Verdacht auf,

dass King schlichtweg nicht in

der Lage sei, eine Geschichte

zu erzählen, die nicht furchtbar

spannend ist.

Wenn es ins Romanformat

geht, wechselt King jedoch

Stil und Tempo, öffnet Räume

zwischen den Zeilen. Als

schlauer Geschäftsmann (der

er natürlich auch ist) weiß er,

dass einem auf Sicht betrachtet

die Leser abhandenkommen,

wenn sie 500 Seiten lang

den Atem anhalten. Genre-

Meilensteine wie „Carrie“,

„Shining“, „Sie“, „Es“, „Die

Arena“ und rund 30 weitere

internationale Bestsellertitel

spielen virtuos mit einem subtilen

Grauen, das gar nicht

auf dem Papier, sondern in unserer

DNA geschrieben steht.

Und ganz nebenbei hat

Stephen King mit „Der Dunkle

Turm“ – womit wir beim Marathon

wären – innerhalb von

dreißig (!) Jahren einen der

irrsten und besten Romanzyklen

der Fantastik geschrieben.

Doch Vorsicht: Bevor man sich

diesem verwegenen Crossover

aus Fantasy-Dystopie

und Italo western nähert, das

King selbst einmal als seinen

„Jupiter“ bezeichnete, sollte

man sicherheitshalber ein

wenig Anlauf nehmen. Denn

der grandiose erste Satz „Der

Mann in Schwarz floh durch

die Wüste, und der Revolvermann

folgte ihm“ eröffnet

eine Reise, die erst nach rund

5600 Seiten endet. Und aufhören

geht sehr, sehr schwer.

Das vermutlich beste Buch,

das der 1947 in Portland,

Maine, geborene Stephen Edwin

King (bisher) veröffentlicht

hat, kommt allerdings

weder aus der Horrorkiste

noch aus dem Fantasy-Universum.

Es ist ein Ratgeber.

In „Das Leben und das Schreiben“,

erschienen im Jahr

2000, gibt der Millionenautor

– eingebettet in autobiografische

Erinnerungen und Anekdoten,

die auch die dunklen

Seiten seiner Karriere beleuchten

– sehr persönliche

Erfahrungen preis, wie man

ein gutes Buch schreibt. Hochgradig

sympathisch, mitunter

sehr lustig und durchgehend

ungeheuer lehrreich – im

wahrsten „Sinne des Wortes“.

Ein wirklich großartiges

Buch, das nicht nur jedem, der

richtig schreiben will, nachdrücklich

ans Herz gelegt sei,

sondern auch allen, die richtig

lesen wollen.

Stephen King? Echt jetzt!

STEPHEN KING

„DAS LEBEN UND DAS SCHREIBEN“

Deutsch von Andrea Fischer.

Ullstein (gebundene Ausgabe),

Heyne (Taschenbuch)

GREGORY DAVID ROBERTS

Der 1952 in Melbourne,

Australien, geborene Roberts

wurde nach mehreren

bewaffneten Raubüberfällen

zu einer 23-jährigen Haftstrafe

verurteilt. Nach

zwei Jahren gelang ihm die

Flucht, und er setzte sich

nach Mumbai in Indien ab.

Was nun auf über 1000 Seiten

folgt, ist die wohl abenteuerlichste

Lebensgeschichte,

die je aufgeschrieben wurde.

Wie wahr sie ist, weiß

nur einer. Kult ist sie

jedenfalls.

„Shantaram“

(Goldmann)

TOM ROBBINS

Keiner trägt die Narrenkappe

tiefer ins Gesicht gezogen als

der 1932 geborene US-Autor.

Auch wenn der Grandseigneur

des literarischen Wahnwitzes

(u. a. „Buntspecht“ „Pan

Aroma“ oder „Salomes siebter

Schleier“) seine Lebensgeschichte

als anekdotische

Häppchen serviert, wartet

hier ein üppiger Festschmaus:

saukomisch, zutiefst klug und

fabelhaft fabuliert.

„Tibetischer Pfirsichstrudel

– Die wahre

Geschichte eines

fantas tischen Lebens“

(Rowohlt)

ERNEST HEMINGWAY

In seinem letzten, posthum

veröffentlichten Buch skizziert

Hemingway Erinnerungen

an seine Jahre 1921 bis

1926 in Paris. Anlässlich seines

50. Todestags erschien

2011 eine Neuübersetzung

der Urfassung, ediert von

Enkel Seán Hemingway und

großartig übersetzt von

Werner Schmitz. Ein literarisches

Kleinod vom Großmeister,

nach dessen Lektüre

man sich vor allem eines

wünscht: eine Zeitmaschine.

„Paris – Ein

Fest fürs Leben“

(Rowohlt)

TERRY GILLIAM

Als Gründungsmitglied der

legendären Monty-Python-

Truppe und Regisseur von

Filmjuwelen wie „Brazil“, „Fear

and Loathing in Las Vegas“

oder „12 Monkeys“ hat der

1940 in Minnesota geborene

Gilliam einiges zu erzählen.

Und er tut es – Illustrationen

inklusive – auf eine Art und

Weise, die keinen Zweifel daran

lässt, dass auch ein Amerikaner

trockenen britischen

Humor im Blut haben kann.

„Gilliamesque –

Meine Prä-posthumen

Memoiren“

(Heyne)

THE RED BULLETIN 85


GUIDE

Gaming

ENTREPRENEUR

Sein Spiel

des Lebens

Min-Liang Tan, 43, war ein begeisterter

Gamer, der sich verbessern

wollte. Hier erklärt er,

wie ihn das zum Milliardär machte.

Min-Liang Tan spielt gerade

„Fall Guys: Ultimate Knockout“

– dieses Battle-Royale-

Game für mehrere Spieler, das

die Welt im Sturm erobert hat.

Der 43-Jährige aus Singapur

ist dabei definitiv im Vorteil: Er

hat das Spiel höchstpersönlich

entworfen, seine Gaming-

Firma Razer stellt es her. Das

Unternehmen katapultierte

Tan bereits 2012 auf die Liste

der mächtigsten 40 Menschen

der Gaming-Szene. Fünf Jahre

später war er Singapurs jüngster

Selfmade-Milliardär.

Dabei ist der Riesenerfolg

des gelernten Juristen einfach

nur auf den Wunsch zurückzuführen,

besser zu spielen.

„Wenn man danebenschießt,

denkt man nicht: ‚Ich kann

es nicht gut genug‘“, sagt

Tan lachend. „Sondern: ‚Ich

brauche eine bessere Maus‘.

Also haben wir eine gebaut.“

„Boomslang“ war 1999 die

erste Maus, die eigens für

Videospiele entwickelt wurde.

Heute gestaltet Razer nach

dem gleichen Prinzip Gaming-

Laptops, Gaming-Kopfhörer,

Gaming-Smartphones und

so weiter. Die Marke und Tan

selbst haben inzwischen Kultstatus.

„Wir kriegen Tausende

Fotos von Leuten, die sich

das Razer-Logo irgendwohin

tätowiert haben“, sagt er.

„Einer hat sogar ein Tattoo

von meinem Gesicht.“

Für Tan geht es, sagt er,

weniger um den finanziellen

Erfolg als um Gemeinschaft.

„Ich habe mich nie als Geschäftsführer

betrachtet“,

erklärt er. „Ich war immer ein

Spieler. Es geht darum, sich

den entscheidenden Wettbewerbsvorteil

zu verschaffen.“

Min-Liang Tan: Gamer, Milliardär und Zombie (in der

Videospielverfilmung „Dead Rising: Watchtower“)

„Ich höre auf

meinen Bauch“

„Wir hatten gar nicht vor,

mit der Boomslang viel Geld

zu verdienen. Es war eher so:

Wenn ich Verwendung dafür

habe, dann gilt das sicher

auch für andere. Als wir dem

Gaming-Laptop ein megadünnes

Design verpassten,

kam das ganz schlecht an.

Die Leute sagten, das ist

nichts für Gamer, die wollen’s

fett und kräftig. Aber dank

der Techniker, mit denen wir

gearbeitet haben, war’s bei

uns eben schlank und kräftig.“

Geht’s den Gamern

gut, geht’s allen gut

„Es ist schön, dass auch

Nicht-Gamer unsere Produkte

nutzen. Mediziner kaufen sie,

weil sie so präzise sind, und im

Fernsehen habe ich entdeckt,

dass ein Raumfahrtprogramm

unsere Mousepads verwendet.

Wir hatten schon Anfragen

aus der Finanzwirtschaft. Die

nutzen dort unsere Tastaturen

und Mäuse, weil damit

Kaufen und Verkaufen schneller

geht. Aber wir gehen nicht

in den Mainstream. Wir wollen

lieber warten, bis der Mainstream

zu uns kommt.“

Jahrgang 2020: der Razer Black-

Shark V2 Pro, ein topmoderner

Wireless-Gaming-Kopfhörer

Entscheidend sind

kleinste Details

„Wir waren die Ersten, die

alles in Mattschwarz herausgebracht

haben, heute ist das

die Gamer-Farbe schlechthin.

Dann haben wir LED hinzugefügt,

erst mit einzelnen

Farben, dann mit dem ganzen

RGB-Farbraum. Design mit

Licht ist ziemlich schwierig:

Nimmst du zu wenig, bringt

es nichts; zu viel, und es wird

grell. Ich verhandle nun darüber,

wie viel Licht das Treppenhaus

unseres neuen Firmengebäudes

verträgt. Es hat vier

Stockwerke, und wir bauen

mehrere Modelle, um die perfekte

Lichtmenge zu finden.“

Verletzung

als Inspiration

„Unlängst hatte ich einen

Bandscheibenvorfall. Viele

Gamer kennen das Problem

vom zu vielen Spielen. Ich

habe meinen Cheftechniker

gefragt, was ich dagegen tun

könnte. Er wollte mich zum

Orthopäden schicken, aber

ich habe gesagt: ,Nein, nein,

ihr entwerft mir jetzt etwas,

denn ich bin sicher, dass

andere diese Lösung ebenfalls

brauchen können. Lass dir

was einfallen, dann verkaufen

wir Millionen von Produkten!‘“

„Manchmal sollte ich

die Klappe halten“

„Ein Gamer wollte unbedingt

einen Razer-Toaster. Ich habe

ihm gesagt, wenn er eine

Million Likes schafft, mache

ich ihm vielleicht einen. Ein

anderer hat gesagt, er lässt

sich einen Razer-Toaster tätowieren!

Daraufhin habe ich

den Fehler gemacht, zu sagen:

,Wenn du zehn andere dazu

bringst, das auch zu machen,

baue ich den Toaster.‘ Tja,

mittlerweile haben etwa fünfzehn

Leute dieses Tattoo. Ich

hab’s versprochen, aber ich

hab keinen Zeitpunkt ge nannt.

Ein paar Prototypen sind entstanden,

die sind aber noch

nicht so weit. Ich arbeite jetzt

ernsthaft daran. Es muss der

ultimative Toaster werden.“

razer.com

RAZER TOM GUISE

86 THE RED BULLETIN


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Zukunft selbst in die Hand.

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GUIDE

Kalender

ab

1 0

November

KÜNSTLER

AM BALL

11

Keine Nischensportart

ist zuletzt derart explodiert

wie Fußball-Freestyle:

Zu Musik zeigen

die Athleten einen Mix

aus Akrobatik, Tanz und

Tricks mit Ball. Höhepunkt

des Jahres ist das

Red Bull Street Style

World Final, die offizielle

WM. Die Doku „Pushing

Progression: Red Bull

Street Style“ erzählt,

wie es die Sportart ins

Rampenlicht schaffte.

redbull.com

bis 13. Dezember

WER IST DEUTSCHLANDS BESTER SKATER?

Aus ganz Deutschland rollen Anfang Dezember die talentiertesten Skateboarder in Richtung

Oldenburg, um sich um die deutsche Meisterschaft zu batteln. Das COS-Cup-Finale 2020

steigt in würdiger Umgebung, nämlich in der erst 2018 eröffneten Skatehalle Oldenburg.

Auf 1.800 Quadratmetern warten hier eine Menge ebenso interessanter wie innovativer

Obstacles. Zu den Favoriten zählen unter anderem Vladik Scholz (Foto) und Jost Arens,

der den COS Cup bereits 2017 gewinnen konnte. deutscheskateboardmeisterschaft.de

ab

21

November

MIT TOP-SPEED

INS FINALE

Zum allerersten Mal startet

die Motorrad-WM auf dem

frisch asphaltierten Kurs

in Portimão an der Algarve,

zugleich ist der MotoGP-

Grand-Prix von Portugal das

letzte Rennen der Saison.

ServusTV überträgt die

Qualifyings und das 4. freie

Training am Samstag und

die Rennen aller Klassen

am Sonntag. Infos:

servustv.com/motogp

12

Dezember

STARKE TYPEN

Achtmal einen Kilometer

laufen, dazu acht Workouts:

So geht Hyrox, ein

neuartiger Wettbewerb

aus der Fitnesswelt.

In Hamburg findet nun

Ende des Jahres die

zweite Weltmeisterschaft

dieser Disziplin

statt. Am Vormittag

starten 600 Teilnehmer

im offenen Rennen,

später steigen die Führenden

der Serie ein.

Messe Hamburg;

hyrox.com

THOMAS GENTSCH, GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL, ERIK WITTKOPF, UPSOLUT SPORTS, DISNEY

88 THE RED BULLETIN


GUIDE

Kalender

10 Dezember

ER WILL

DA RAUS

ab

Dass die Bank, in der er

arbeitet, jeden Tag überfallen

wird, daran hat

sich Guy (Ryan Reynolds)

mittlerweile gewöhnt.

Richtig aus der Bahn

gerät sein Leben im Kinofilm

„Free Guy“ eigentlich

erst, als er feststellt,

dass er in Wahrheit eine

Figur in einem Computerspiel

ist. Als er sich auch

noch in den Avatar einer

Hackerin (Jodie Comer)

verliebt, wird die Lage

brenzlig. Alarmiert davon,

dass ihre Figuren ein

Eigenleben entwickeln,

wollen die Verantwortlichen

das Spiel einstellen.

Das will Guy

unbedingt verhindern.

17

November

SPEKTAKEL

AM DRÜCKER

Teamplay, Taktik, Leidenschaft:

Nur E-Sportler,

die in allen drei Bereichen

an ihre Grenzen

gehen, haben in der ESL-

Meisterschaft Aussicht

auf Erfolg. Im Game

„Counter Strike: Global

Offensive“ steigt am

17. November der letzte

Spieltag der regulären

Saison: Die globale Spitzenmannschaft

Team

BIG aus Berlin trifft

dabei auf eSport Rhein-

Neckar. Im Anschluss

startet die Finalrunde.

Infos: eslgaming.com

Push your limits.

Der neue AIRY SPORTS

Der AIRY SPORTS bringt dich weiter. Er ist dein professioneller Partner für harte Trainings mit deiner Lieblingsmusik

in bester Klangqualität. Mit einer Spielzeit von bis zu 25 Stunden, den hochwertigen Linear-HD-Treibern

und der IPX7-Zertifizierung genügt er selbst höchsten Ansprüchen. teufel.de


ERLEBE DEINE

KREATIVITÄT

Ein Smartphone mit schier unendlichen Möglichkeiten,

um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen –

der Smartphone-Hersteller Xiaomi geht mit seinem

neuen 5G-Flagship Mi 10T Pro mit voller Power voraus!

Rennen, springen, hechten und landen: Freerunning ist

die Kunst, sich im urbanen Raum schnell, effizient und

spektakulär von A nach B zu bewegen. Jason Paul ist

einer der Besten der Welt. In seinem neuesten Videoabenteuer

„Next Call for Jason Paul“ jagt der 29-jährige

Freerunner nach einem misslungenen Trick auf den

Dächern Hamburgs seinem Mi 10T Pro mit wag halsigen

Stunts hinterher.

Smartphone-Technologie auf höchstem Niveau

Auf dem Sprung ganz nach oben ist auch Xiaomi.

Gegründet 2010 in Peking, zählt der Elektronikhersteller

weltweit zu den Top-5-Herstellern von Smartphones.

Zehn Jahre später feiert das Unternehmen sein Jubiläum

mit dem neuen 5G-Flagship: dem Mi 10T Pro. Ultrascharfe

Kamera, superflüssiges Display und ein hochleistungsstarker

Prozessor – das neue Mi 10T Pro ist

vollgepackt mit coolen Features. Optisch besticht es

durch das abgerundete, fast randlose Design. Die ultraklare

108-Megapixel-Triple-Kamera sorgt dafür, dass

du jeden Moment perfekt einfängst, während dich das

spektakuläre 6,67-Zoll-HD-Display mit atemberaubenden

Bildern noch näher ins Geschehen versetzt. Dazu

gelingen dir mit der 20-Megapixel-Frontkamera nicht nur

gestochen scharfe Selfies, sondern auch brillante Videos

in 8K sind eine Leichtigkeit. Sechs Langzeitbelichtungsmodi

ermöglichen kunstvolle Aufnahmen: von Moving

Crowd bis hin zu Star Trails.

Voller Ideen? Volle Power!

Angetrieben vom superschnellen Hochleistungsprozessor

Snapdragon 865 und einem 5000-mAh-Akku,

bist du für jede Herausforderung gewappnet. Falls dir

dann doch mal der Saft ausgeht, ist das Smartphone

dank Fast-Charging-Funktion auch im Nu wieder einsatzbereit.


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Xiaomi Mi 10T Pro

Das neue Flagship wurde entwickelt, um immer

den entscheidenden Schritt voraus zu sein:

ULTRASCHARFE KAMERA

Unglaubliche Fotos und Videos mit der 108-Megapixel-

AI-Triple-Kamera mit optischem Bildstabilisator.

SUPERFLÜSSIGES 144-HZ-DISPLAY

Die einzigartige AdaptiveSync-Technologie bietet

ein unvergessliches Entertainment-Erlebnis.

HÖCHSTE 5G-PERFORMANCE

Energieeffizienz, Leistung und 5G-Konnektivität dank

dem Qualcomm ® Snapdragon 865 TM -Prozessor.

RIESIGER AKKU MIT FAST-CHARGING

Gewaltiger 5000-mAh-Akku mit 33-W-Fast-Charge für

volle Power den ganzen Tag und schnelles Aufladen.

Freerunner und Red Bull-Athlet

Jason Paul auf der Jagd nach

seinem Mi 10T Pro über den

Dächern Hamburgs.

Das große TrueColor-

Display zieht alle Blicke

auf sich.

Mehr Infos unter

mi.com

Das Feature

Photo Clones

fängt bis zu vier

identische Personen

in einer einzigen

Aufnahme ein.

RED BULL CONTENT POOL / RUTGER PAUW


GUIDE

Winter Outdoor

Kraft tanken

Von der Freeride-Tour für Anfänger bis zum

Pistenspaß, locker auf dem Hocker: Urlaub im

Winter – sofern ihn die aktuellen Regeln erlauben –

bedeutet Akkus aufladen an der frischen Luft.

Hier sind acht wunderbare Energiequellen.

Text WOLFGANG WESTERMEIER

RESCHENSEE / ITALIEN

Snowkiten am Kirchturm

Wo du übers flache Weiß schießen und die Sterne zählen kannst.

UND ABFLUG:

Gerade Snowboarder

lernen das Kiten

überraschend schnell.

Der Ort

Der Reschensee in Südtirol ist vor allem

für zwei Dinge bekannt: seinen versunkenen

Kirchturm, der gerade noch

aus dem Wasser ragt. Und: kräftigen,

immerzu blasenden Wind.

Die Energiequelle

Den Wind lieben Snowkiter, die – sobald

das Eis dick genug ist – ihre bunten

Schirme auspacken und über das flache

Weiß schießen. Die Basics kann man bei

einer der vielen Kite-Schulen lernen.

Extra-Tipp

Im Langtauferer Tal gibt es eine Sternwarte.

Ein Guide erklärt den Nachthimmel,

der hier besonders dunkel ist.

vinschgau.net, kiteschool.it, maseben.it

92 THE RED BULLETIN


GUIDE

Winter Outdoor

MITTENWALD / DEUTSCHLAND

Freeriden für alle

Wo Pulverschnee-Abfahrten und Pop-up-Hotels locken.

Der Ort

Ein historischer Ortskern,

kunstvolle Lüftlmalereien auf

den Fassaden und das beeindruckende

Karwendelgebirge

als Kulisse – das kleine Mittenwald

ist ein Geheimtipp.

Die Energiequelle

Vom Einser-Sessellift nicht

täuschen lassen: Am Kranzberg

wartet Deutschlands

längste Freeride-Abfahrt:

Die Skiroute „Dammkar“ wird

nicht präpariert, nur gegen

Lawinenabgänge gesichert.

Extra-Tipp

Hip schläft es sich im Pop-up-

Hotel „The Flushing Meadows

Camp“ in Wallgau.

alpenwelt-karwendel.de

flushingmeadowscamp.com

OBERSTDORF / DEUTSCHLAND

Schlafen wie Eskimos

Wo man im Iglu nächtigen und Skispringen lernen kann.

OSKAR VERANT, ALPENWELT KARWENDEL/STEFAN EISEND, BENJAMIN GAUKLER, BIATHLONCAMP FRITZ FISCHER

Der Ort

Hinter diesem Dorf sind nur

noch Berge: In Deutschlands

südlichster Gemeinde geht es

beschaulich zu.

Die Energiequelle

Eine Übernachtung, an die

du dich erinnern wirst: In der

Iglu-Lodge auf 2000 Metern

ist man von stillem Eis

um geben. Mit Käsefondue,

Whirlpool und Expeditionsschlafsack

bleibt man warm.

Extra-Tipp

Hier steht die zweitlängste

Skiflugschanze der Welt, wer

Springen lernen möchte, kann

das hier. Keine Sorge: Los

geht’s auf der Kleinschanze.

oberstdorf.de, iglu-lodge.de,

audiarena.de

RUHPOLDING / DEUTSCHLAND

Loipen in Klein-Kanada

Wo die Weite ruft und Fatbikes an der Piste warten.

Der Ort

Im Winter verwandeln sich die

dunklen Bergseen in weiße

Wattekissen – das Chiemgauer

Drei-Seen-Gebiet heißt

auch „Klein-Kanada“.

Die Energiequelle

Kenner wissen um die guten

Langlauf-Bedingungen im

Chiemgau: In der als Schneeloch

bekannten Region gibt es

400 Kilometer Loipen. Spannend

wird es, wenn man in der

Biathlon-Weltcup-Arena das

Kleinkalibergewehr schultert.

Extra-Tipp

Geschwindigkeits-Fans können

sich ein Fatbike ausleihen

und die Pisten runterheizen.

chiemsee-chiemgau.info

biathloncamp.de

THE RED BULLETIN 93


GUIDE

Winter Outdoor

MARIBOR / SLOWENIEN

AUF DIE HOCKER, LOS!

Der Ort

2012 wurde Maribor zur Kulturhauptstadt

gewählt, aber wirklich bekannt ist das

Städtchen trotzdem nicht – dabei ist es

mit dem größten Skigebiet Sloweniens

perfekt für einen Winterurlaub.

Die Energiequelle

Der „Pležuh“ sieht in etwa aus wie ein

Hocker, an dem ein kurzer Ski befestigt

ist. Vor 200 Jahren wurde er als Transportmittel

benutzt, heute kann man sich

damit gegen die Einheimischen halsbrecherische

Rennen liefern.

Extra-Tipp

Das „Mak“ am Rande der Altstadt gilt als

eines der besten Restaurants des Landes.

visitmaribor.si, restavracija-mak.si

KAUNERTAL / ÖSTERREICH

Campen am Gletscher

Wo menschenleere Abfahrten warten – im Winter wie im Sommer.

Der Ort

Womöglich ist das Kaunertal das

un bekannteste Gletscher-Skigebiet

Tirols. Als Geheimtipp lockt es mit

menschenleeren Pisten. Der Nachteil: Es

ist vergleichsweise schwer erreichbar …

Die Energiequelle

… es sei denn, man übernachtet direkt

am Tor zum Gletscher. Mit der richtigen

Ausrüstung (wie hier dem wintertaug-

lichen Sunlight Cliff 4 × 4 Adventure

Camper Van) ist das etwa auf dem Campingplatz

in Prutz problemlos möglich.

Extra-Tipp

Skiurlaub im Frühling? Wegen des Gletschers

ist das Skigebiet absolut schneesicher

– und zwar von Oktober bis Juni!

aktiv-camping.at, kaunertal.com,

sunlight.de

GARMISCH-PARTENKIRCHEN /

DEUTSCHLAND

WANDERN MIT WILD

Der Ort

Die Zugspitze ist Deutschlands höchster

Gipfel, nicht aber dessen schönster. Das

behaupten nicht einmal die Garmischer,

die lieber die hübsche Alpspitze zu ihrem

Wahrzeichen gewählt haben. Also: Garmisch

ist Deutschlands Berghauptstadt!

Die Energiequelle

Ist das Reh die Frau vom Hirsch? Natürlich

nicht, aber das lernt man spätestens

bei einer Winterwanderung zur Rotwildfütterung

am Kramerplateau.

Extra-Tipp

Süßes gibt’s auf der Windbeutelalm, die

eigentlich Berggasthof Almhütte heißt.

gapa.de, berggasthof-almhuette.de

MARTIN ERD, UROS ROJC/RED BULL CONTENT POOL, GAPA TOURISMUS GMBH, SWITZERLAND TOURISM

94 THE RED BULLETIN


GUIDE

Winter Outdoor

JUNGFRAU-REGION / SCHWEIZ

Paddeln durchs

Wunderland

Wo das Wasser niemals friert.

Der Ort

Idyllische Bergdörfer, die Felsmassive von Eiger,

Mönch und Jungfrau, ein von der UNESCO

gewürdigter Gletscher – diese Region ist ein

Winterwunderland der Sonderklasse.

Die Energiequelle

Was Außergewöhnliches erleben kann man

am Brienzersee: Weil er aufgrund des bewegten

Wassers nie zufriert, ist hier Kajaken bei Minusgraden

möglich. Ein Trockenanzug sorgt dafür,

dass die Hände nicht ans Paddel frieren.

Extra-Tipp

Der mühsame Aufstieg lohnt sich: „Big Pintenfritz“

ist die längste Rodelbahn der Welt.

jungfrau.ch

ZEIT FÜR LEGENDEN

TRADITION UND FORTSCHRITT SEIT 1925

Es gibt Fliegeruhren – und es gibt die Fliegeruhren von Laco.

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Vor allem in den 40er Jahren ein unverzichtbares Instrument im

Cockpit, ist eine Laco heute Ausdruck von Individualität.

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WWW.LACO.DE | INFO@LACO.DE

DORTMUND

ERBSTÜCK

FRANKFURT GMT

ULM


Impressum

GLOBAL TEAM

THE RED

BULLETIN

WELTWEIT

Aktuell erscheint

The Red Bulletin

in sechs Ländern. Auf

dem Cover unserer US-

Ausgabe: Renee Montgomery,

Star-Basketballspielerin

der Washington

Mystics, die eine Saison

aus setzte, um sich für

soziale Gerechtigkeit

zu engagieren.

Mehr Storys abseits des

Alltäglichen gibt’s auf:

redbulletin.com

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Stv. Chefredakteur

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Miles English, Tara Thompson

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Executive Creative Director

Markus Kietreiber

Co-Publishing Susanne Degn-Pfleger (Ltg.),

Elisabeth Staber (Ltg.), Mathias Blaha,

Raffael Fritz, Thomas Hammerschmied,

Valentina Pierer, Mariella Reithoffer,

Verena Schörkhuber, Sara Wonka,

Julia Bianca Zmek, Edith Zöchling-Marchart

Commercial Design Peter Knehtl (Ltg.),

Simone Fischer, Martina Maier, Alexandra

Schendl, Julia Schinzel, Florian Solly

Anzeigenservice

Manuela Brandstätter, Monika Spitaler

Herstellung Veronika Felder

Produktion Friedrich Indich, Walter O. Sádaba,

Sabine Wessig

Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.),

Claudia Heis, Nenad Isailović,

Sandra Maiko Krutz, Josef Mühlbacher

MIT Christoph Kocsisek, Michael Thaler

Operations Melanie Grasserbauer,

Alexander Peham, Yvonne Tremmel

Assistant to General Management

Patricia Höreth

Abo & Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.),

Nicole Glaser (Vertrieb), Victoria Schwärzler,

Yoldaş Yarar (Abo)

Verlagsanschrift

Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien

Telefon +43 1 90221-0

Fax +43 1 90221-28809

Web redbulletin.com

Medieninhaber, Verlag & Herausgeber

Red Bull Media House GmbH,

Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15,

A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i,

Landesgericht Salzburg, ATU63611700

Geschäftsführer

Dkfm. Dietrich Mateschitz, Dietmar Otti,

Christopher Reindl, Marcus Weber

THE RED BULLETIN

Deutschland, ISSN 2079-4258

Länderredaktion

David Mayer

Lektorat

Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert,

Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-

Walek, Belinda Mautner, Klaus Peham,

Vera Pink

Country Project Management

Natascha Djodat

Media Sales & Partnerships

Deutschland

Matej Anusic,

matej.anusic@redbull.com

Daniela Güpner,

daniela.guepner@redbull.com

Thomas Keihl,

thomas.keihl@redbull.com

Martin Riedel,

martin.riedel@redbull.com

Abo

Abopreis: 21,90 EUR,

10 Ausgaben/Jahr,

getredbulletin.com,

abo@de.redbulletin.com

Druck

Quad/Graphics Europe Sp. z o.o.,

Pułtuska 120, 07-200 Wyszków,

Polen

THE RED BULLETIN

Frankreich, ISSN 2225-4722

Länderredaktion

Pierre-Henri Camy

Country Coordinator

Christine Vitel

Country Project Management

Youri Cviklinski

THE RED BULLETIN

Großbritannien, ISSN 2308-5894

Länderredaktion

Ruth McLeod (Ltg.),

Tom Guise, Florian Obkircher

Lektorat

Davydd Chong (Ltg.),

Nick Mee

Publishing Management

Ollie Stretton

Media Sales

Mark Bishop,

mark.bishop@redbull.com

Fabienne Peters,

fabienne.peters@redbull.com

THE RED BULLETIN

Österreich, ISSN 1995-8838

Länderredaktion

Christian Eberle-Abasolo

Lektorat

siehe entsprechenden Eintrag

bei Deutschland

Publishing Management

Bernhard Schmied

Media Sales & Partnerships

Thomas Hutterer, Alfred Vrej Minassian,

Stefanie Krallinger, Franz Fellner,

Nicole Okasek-Lang, Britta Pucher,

Jennifer Sabejew, Thomas Gubier,

Johannes Wahrmann-Schär, Ellen

Wittmann-Sochor, Sabine Zölß;

Kristina Krizmanic (Team Assistant)

anzeigen@at.redbulletin.com

Sales Operations & Development

Anna Schönauer (Ltg.),

David Mühlbacher

THE RED BULLETIN

Schweiz, ISSN 2308-5886

Länderredaktion

Wolfgang Wieser

Lektorat

siehe entsprechenden Eintrag

bei Deutschland

Country Project Management

Meike Koch

Commercial & Brand Partnerships

Manager

Stefan Bruetsch

Media Sales

Marcel Bannwart (D-CH),

marcel.bannwart@redbull.com

Christian Bürgi (W-CH),

christian.buergi@redbull.com

Goldbach Publishing

Marco Nicoli,

marco.nicoli@goldbach.com

THE RED BULLETIN USA

ISSN 2308-586X

Länderredaktion

Peter Flax (Ltg.),

Nora O’Donnell

Lektorat

David Caplan

Director of Publishing

Cheryl Angelheart

Country Project Management

Laureen O’Brien

Media Sales

Todd Peters,

todd.peters@redbull.com

Dave Szych,

dave.szych@redbull.com

Tanya Foster,

tanya.foster@redbull.com

96 THE RED BULLETIN


Für alle, die für uns da sind, wenn es uns

schlecht geht. Die unsere Hand halten.

Manuela, Krankenschwester


Perfekter Abgang

Überflieger im Labyrinth

Für sein neues Video trickst sich Skateboarder Vladik Scholz (Bild) mit seinen

Kollegen Madars Apse, Gustavo Ribeiro und Jost Arens über einen Parcours,

der einem gigantischen Kugellabyrinth nachempfunden ist – inklusive jeder

Menge Löcher. Für den zusätzlichen Kick bewegten Motoren den Boden wie

bei dem Geschicklichkeitsspiel auf und ab. Der ganze Clip auf: redbull.com

Die nächste

Ausgabe des

RED BULLETIN

erscheint am

8. Dezember

2020.

DANIEL WAGNER/RED BULL CONTENT POOL

98 THE RED BULLETIN


FLÜÜÜGEL

FÜR DEN WINTER.

MIT DEM GESCHMACK VON GLETSCHEREIS-HIMBEERE.

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