279.tirol

Gemnovamagazin

Ausgabe 2, November 2020

1

DIE ZUKUNFT

DER TIROLER

GEMEINDEN

IM FOKUS:

GEMEINDE-

IMMOBILIEN

AUSGABE 2 | NOVEMBER 2020

E-LEARNING

ONLINE-KURSE

Flexibles, individuelles und

fortschrittliches Lernen


2

3

ZUR BESSEREN

ÜBERSICHT HABEN

WIR ZWEI ZENT-

RALE SCHWER-

PUNKTE IN DIESER

AUSGABE WIE

FOLGT GEKENN-

ZEICHNET.

DIGITALISIERUNG

Die Corona-Krise hat gezeigt,

welch hohen positiven Einfluss

die Digitalisierung in

unser aller Leben haben

kann. Alle Artikel im Magazin

rund um dieses Thema

sind mit diesem Icon

gekennzeichnet.

ZUKUNFT GEMEINDE

Nur gemeinsam und in

ZUKUNFT GEMEINDE

Kooperation mit Expertinnen

und Experten können die

Nur gemeinsam und in

Kooperation mit Expertinnen

und Experten können die

aktuellen Herausforderungen

in den Gemeinden gelöst

aktuellen Herausforderungen

werden. Sie finden alle Themen

rund um die Zukunft

in den Gemeinden gelöst

werden. Sie finden alle Themen

rund um die Zukunft

der Gemeinden anhand dieser

Kennzeichnung.

der Gemeinden anhand dieser

Kennzeichnung.

201920037

Regionalität und Umweltverträglichkeit

sind uns ein

Anliegen.

Die Schonung Die unserer Schonung Ressourcen unserer ist Ressourcen oberstes Gebot. ist oberstes Und ist Gebot. auch

im Sinne der Und kommenden ist auch im Generationen. Sinne der kommenden In Zusammenarbeit Generationen.

mit

den Experten der In GemNova Zusammenarbeit erstellen mit wir den darum Experten jetzt ein der umfassen-

GemNova

des abfallwirtschaftliches erstellen wir Konzept. darum jetzt Alleine würden umfassendes wir das abfallwirtschaftliches

schaffen. Darum Konzept. ist Alleine es einfach würden wichtig, wir das die GemNova

als kleine

Gemeinde nicht schaffen. als kompetenten Darum ist Partner es einfach zu haben.

wich-

als kleine

Gemeinde nicht tig, die GemNova als kompetenten Partner zu haben.

Im Finanzbereich, bei der Erstellung

des Budgets, gab und gibt

es immer wieder grundlegende

gesetzliche Änderungen. Da

ist es insbesondere für kleinere

Gemeinden nicht immer leicht,

den exakten Überblick zu wahren.

Unsere personellen Ressourcen

sind ja auch beschränkt.

Umso wichtiger ist es für uns,

aber auch für andere Gemeinden,

die GemNova an der Seite

zu haben. Sie unterstützen uns,

halten uns den Rücken frei, übernehmen

wichtige Aufgaben. Mit

ihrer Hilfe, das sei ausdrücklich

gesagt, ist vieles einfacher zu

regeln.

ISABELLA BLAHA

BÜRGERMEISTERIN

SCHARNITZ

MAG. PAUL GREITER

BÜRGERMEISTER MAG. PAUL GREITER SERFAUS

BÜRGERMEISTER SERFAUS

Unsere vier Zillertaler Gemeinden

Schwendau, Ramsau, Hippach

und Hainzenberg haben die faszinierende

Idee von YoungStar als

Erste in Tirol umgesetzt. Damit

ermöglichen wir Jugendlichen

ab 13 Jahren, ihr Wissen und ihr

Engagement sinnvoll einzubringen.

Voraussetzung dafür ist unsere

intensive Zusammenarbeit mit

der GemNova, von der das Konzept

stammt und die auch die gesamte

organisatorische Begleitung übernimmt.

Ein starker, ein kompetenter,

ein zuverlässiger Partner, wie

er es auch in anderen Bereichen

immer wieder unter Beweis stellt.

FRANZ HAUSER

BÜRGERMEISTER

SCHWENDAU

UND ALLE

PROFITIEREN

DAVON.

Vor zehn Jahren gegründet entwickelte sich die

GemNova in der Zwischenzeit zum größten kommunalen

Dienstleister Österreichs.

Mit knapp 500 Beschäftigten werden für die Tiroler Gemeinden Projekte in der

Größenordnung von rund 400 Millionen Euro abgewickelt. Pro Jahr, wohlgemerkt.

Wie aber bewerten unsere Kundinnen und Kunden die Zusammenarbeit?

Für diese Ausgabe des 279.TIROL Magazins, haben wir die Bürgermeisterinnen

und Bürgermeister vors Mikrofon geholt und sie um ein Statement gebeten,

weitere folgen in der nächsten Ausgabe.

Wir haben im Sommer 2019 Neuland betreten und erstmals

eine Ferienbetreuung angeboten. Das Interesse war enorm:

Sechs Wochen lang wurden rund 30 Kinder im Alter von sechs

bis zehn Jahren intensiv betreut. Ohne die GemNova hätten

wir das nicht geschafft. Deren Expertinnen und Experten

waren für das Konzept und für die Umsetzung verantwortlich.

Und ja, sie leisten wirklich eine tolle Arbeit. Die arbeit geht deshalb

Zusammenweiter.

HANSJÖRG PEER

BÜRGERMEISTER MUTTERS

Weitere Stimmen

zur GemNova

finden Sie zum

Abschluss dieser

Ausgabe.


INHALT

tirol.hat Recht

18

ÖSTERREICHS

BEITRAG ZUM

KLIMASCHUTZ

GemNova.inside

06 Ist 500 viel oder wenig?

08 Die Zukunft der Tiroler

Gemeinden

12 „Das ist eine große

Leinwand“

tirol.sportlich und gesund

44 Jetzt „Gesunde Gemeinde“

werden!

46 Dritter Alpengrenzgang

50 Mein Leben als

Radsportlerin

tirol.wirtschaftet

75 LR IN Zoller-Frischauf und

GemNova bei Unternehmensbesuchen

im Tiroler

Oberland und Innsbruck

78 hollu – nachhaltige Reinigung

und sichere Hygiene

made in Zirl

Die Bundesregierung plant die

Erlassung eines neuen Gesetzes

zur Förderung erneuerbarer

Energieträger (Erneuerbaren-

Ausbau-Gesetz, kurz EAG)

tirol.Politik

tirol.bildet

tirol.blickt über die Grenzen

14 Gemeindevertreterinnenund

-vertreter im Tiroler

Landtag: eine Doppelfunktion,

die allen hilft

16 Tiroler Landtag –

Wegweiser und Partner

der Gemeinden

52 Ferienbetreuung aus

einer Hand

54 E-Learning – Online-Kurse

tirol.sozial

80 Die unsichtbare Grenze

tirol.sportlich und gesund

DRITTER

ALPENGRENZ-

GANG

tirol.hat Recht

18 Österreichs Beitrag

zum Klimaschutz

22 Digitale Verwaltungsprozesse

in Kaltenbach

dank GeOrg

24 GeOrg und Gisela

26 Brain Behind – das Gehirn

hinter komplexen Projekten

tirol.kooperiert

28 Aus drei mach eins

32 Im Fokus:

Gemeindeimmobilien

tirol.kulturell

35 Lies mal wieder

40 Die Bäckerei

Kulturbackstube

tirol.traditionell

42 Trachtenvielfalt in Osttirol

57 Gemeinsame Aktivitäten

setzen

tirol.sucht Menschen

60 Ob als Vertretung oder

dauerhaft – große Entlastung

für Gemeinden

tirol.modern und innovativ

62 Abfallwirtschaft versus

Kreislaufwirtschaft

64 Vorbild Drehscheibe Lans:

Neues Lernen braucht

neue Räume!

tirol.bunt und vielfältig

68 Appetit auf Deutsch

tirol.ist schön

70 Tiroler Burgen und

Schlösser – Erinnerungsorte

einer wechselvollen

Geschichte

tirol.mobil

82 Mit dem Dienstfahrrad zur

Übergabe des Elektroautos

84 Ganzjährig regional mobil

tirol.wissen

86 Semantische Technologien –

Wissensmanagement der

Zukunft

tirol.spart

88 Förderungen richtig

beantragen

91 Verschiedene Aufgaben –

verschiedene Fahrzeuge

GemNova.Menschen

97 Das zarteste Urgestein

42

tirol.traditionell

TRACHTENVIELFALT

IN OSTTIROL

„Hey du! Wo rennst du denn

hin?!“, rief mir ein junger Kerl auf

dem Weg von Les Houches Richtung

Col de Voza im Schatten des

Mont Blancs zu.

46

64

tirol.modern und innovativ

VORBILD DREH-

SCHEIBE LANS:

NEUES LERNEN

BRAUCHT NEUE

RÄUME


6 GemNova.inside 7

500

IST

VIEL

ODER

WENIG?

… wenn Sie die Antwort wissen

wollen, müssen Sie leider

das gesamte Editorial lesen,

denn diese Antwort geben

wir erst später.

Aber vorher noch eine andere Frage, und

versuchen Sie dabei, eine schnelle, intuitive

Antwort zu geben:

Hat sich der Anteil der in extremer

Armut lebenden Weltbevölkerung in

den letzten 20 Jahren A) nahezu verdoppelt,

B) nicht oder nur unwesentlich

verändert oder C) deutlich mehr

als halbiert?*

Grundsätzlich können wir Sie beruhigen:

Durchschnittlich nur sieben Prozent der

Befragten können die richtige Antwort

geben. Und wieso ist das so? Einfach

gesagt – wir antworten schnell aus der

Intuition heraus, aus dem Hörensagen,

aus dem, was wir von den Medien wissen

etc. Wir beschäftigen uns wenig mit den

Fakten. Tatsächlich hat sich dieser Anteil

deutlich mehr als halbiert – faktenbasiert.

Als GemNova geht es uns in letzter Zeit

auch vielfach so. Es werden irgendwelche

Gerüchte verbreitet, Gehörtes als Fakt

angenommen usw. Wenige geben sich

die Mühe, die Dinge zu hinterfragen und

mit Fakten zu belegen. Denn die Fakten

sehen in vielen Fällen vollkommen anders

aus als das, was verbreitet wird, bewusst

oder unbewusst, das sei mal dahingestellt.

Wir werden uns erlauben, in den nächsten

Wochen und Monaten alle uns bekannten

Gerüchte für Sie mit Fakten zu hinterlegen.

Sie werden sehen, dass diese dann

alle anders aussehen als vorher. Natürlich

können Sie auch aktiv auf uns zugehen

und uns fragen, wie dieses und jenes nun

wirklich ist. Aber auch beim Blättern in

diesem Magazin werden Sie ausschließlich

Fakten lesen.

Und abschließend nun zur Beantwortung

der Eingangsfrage: Ohne die Zahl in ein

Verhältnis zu setzen, kann man die Frage

nicht seriös beantworten. Beispiel: 500

Euro, ist das viel oder wenig? Wenn sich

jemand eine Wohnung kaufen will, ist es

wenig. Wenn jemand essen geht, ist es

viel. Sind 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

viel oder wenig? Wenn wir es mit

großen Unternehmen vergleichen (Spar

82.000, ÖBB 40.000), ist es wenig, wenn

man es mit EPU (Ein-Personen-Unternehmen)

vergleicht, ist es natürlich viel. Auch

hier ist zu sehen: Zum Fakt wird es erst,

wenn man es in ein Verhältnis mit etwas

anderem setzt.

Wenn man also die Fakten kennt und diese

dann auch in ein Verhältnis setzt, kann

man in vielen Dingen auch erahnen, woher

und wieso Gerüchte entstehen. Denken

Sie darüber einmal nach.

Wenn Sie im Detail wissen wollen, wieso

diese Dinge so sind, können wir Ihnen

zwei Bücher empfehlen: „Factfulness“ von

Hans Rosling und „Schnelles Denken, langsames

Denken“ von Daniel Kahnemann.

Unter allen, die uns bis zum 31.12.2020,

24 Uhr ein Mail an a.rathgeb@gemnova.

at oder n.kraak@gemnova.at schicken,

zumindest mit dem Betreff „FAKTEN“,

lieber noch mit Ihrer Meinung dazu, verlosen

wir diese beiden Bücher.

* Zitiert aus dem Buch „Factfulness“ von Hans Rosling,

erschienen im ullstein Verlag.

IHR

Alois Rathgeb

Niki Kraak


8 GemNova.inside GemNova.inside

9

DIE

ZUKUNFT

DER

TIROLER

GEMEINDEN

ZUM AUTOR

GEORG KEUSCHNIGG

Georg Keuschnigg ist seit März 2020

freier Mitarbeiter bei GemNova. Er war

Abgeordneter im Nationalrat und Bundesrat.

Nach seinem Ausscheiden aus dem

Bundesrat wechselte er zum Institut für

Föderalismus, wo er für Politik und

Kommunikation zuständig war.

Kontakt: g.keuschnigg@gemnova.at

Europaweit zerbrechen sich kluge

Menschen darüber den Kopf, wie

Gemeinden die Zukunft am besten

bewältigen können. Die Herausforderungen

nehmen massiv zu, es

gibt immer wieder neue Fragen, mit

den Antworten hinkt man oft

hinterher. Mit dem nunmehr gestarteten

Strategieprozess „ZUKUNFT

GEMEINDE – Agenda 2030“ setzt

Tirol ein deutliches Ausrufezeichen.


10 GemNova.inside GemNova.inside

11

(© Land Tirol/Cammerlander)

Sowohl die Bürgermeisterinnen

und Bürgermeister als auch die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in den Gemeindeverwaltungen

leisten einen wesentlichen

Beitrag dazu, die Lebensqualität

in den Tiroler Gemeinden

zu erhalten und zu verbessern.

Der Weg der gemeindeübergreifenden

Zusammenarbeit

ist dabei jedenfalls der richtige

und wird vonseiten des Landes

auch in Zukunft voll und ganz

unterstützt. Trotzdem gilt es

– im engen Austausch mit den

Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern

–, laufend weitere

Möglichkeiten zur bestmöglichen

Gemeindeentwicklung zu

erarbeiten.

MAG. JOHANNES TRATTER

LANDESRAT

Getragen wird der Strategieprozess

„ZUKUNFT GEMEINDE – Agenda 2030“

von starken Schultern. Das Land Tirol, der

Tiroler Gemeindeverband, die GemNova,

die Standortagentur Tirol sowie die Hochschule

MCI haben sich zusammengetan,

um gemeinsam mit den 279 Tiroler

Gemeinden vorzudenken, vielleicht auch

neue Türen zu öffnen. Das erklärte Ziel:

einen möglichst breiten Konsens darüber

zu finden, wie sich die Kommunalstrukturen

in Tirol weiterentwickeln sollen, welche

Rahmenbedingungen es dafür braucht

und welche konkreten Schritte in weiterer

Folge zu unternehmen sind. Eine sehr

komplexe und vielschichtige Aufgabe also.

Der Tiroler Weg

Politische Übereinstimmung besteht in

Tirol wohl darin, etwa im Unterschied zur

Steiermark, den Fusionen von Gemeinden

nicht das Wort zu reden. Stattdessen sollen

Gemeinden stärkere Kooperationen

anstreben, ganz bewusst die Zusammenarbeit

suchen, ohne indes die Eigenständigkeit

aufzugeben. Bestes Beispiel dafür,

auch weil es seit drei Jahren nachweislich

funktioniert: das überregionale Bauamt der

Gemeinden Kematen, Gries, St. Sigmund,

Ranggen, Unterperfuss und Polling. Ausdrückliches

Lob dafür gibt es etwa vom

Präsidenten des Tiroler Gemeindeverbandes

Ernst Schöpf: „Der Kemater Bürgermeister

Rudl Häusler und seine Kollegen

haben da einmal mehr Weitblick und großes

Engagement bewiesen. Das verdient

einfach Respekt und Anerkennung.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch Landesrat

Johannes Tratter: „Sowohl die

Bürgermeisterinnen und Bürgermeister

als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in den Gemeindeverwaltungen

leisten einen wesentlichen Beitrag dazu,

die Lebensqualität in den Tiroler Gemeinden

zu erhalten und zu verbessern. Der

Weg der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit

ist dabei jedenfalls der richtige

und wird vonseiten des Landes auch in

Zukunft voll und ganz unterstützt. Trotzdem

gilt es – im engen Austausch mit

den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern

–, laufend weitere Möglichkeiten zur

bestmöglichen Gemeindeentwicklung zu

erarbeiten.“

Marcus Hofer von der Standortagentur

Tirol betont: „Gemeinden sind ein

wesentlicher Partner in der Entwicklung

des regionalen Wirtschaftsstandortes.

Sie werden durch gesellschaftliche

und wirtschaftliche Veränderungen vor

besondere Herausforderungen gestellt.

Die Standortagentur Tirol begleitet und

berät Gemeinden in der Standortanalyse

und -entwicklung, um auf künftige Szenarien

vorbereitet zu sein. Der fachliche

Dialog im Zuge des Projektes „ZUKUNFT

GEMEINDE – Agenda 2030“ liefert einen

wichtigen Input zur Weiterentwicklung

unserer Services, sodass wir Gemeinden

auch in Zukunft bestmöglich unterstützen

und Herausforderungen gemeinsam

bewältigen können.“

Breit angelegte Umfrage

Gestartet wurde der Strategieprozess

bereits diesen September mit einer breit

angelegten Umfrage. Dabei wurde die

Zufriedenheit der Tirolerinnen und Tiroler

mit ihrer jeweiligen Wohngemeinde

abgefragt. Ob etwa die Kinderbetreuung

ausreichend sei, welche Verbesserungen

es im Bereich Pflege gäbe, wie das digitale

Angebot in der Gemeinde bewertet

werde, wie es mit den Mitbestimmungsmöglichkeiten

bestellt sei usw.

Am 20. Oktober 2020 fand dann die Auftaktveranstaltung

statt, wobei diese aufgrund

der aktuellen Corona-Situation als

Online-Konferenz abgehalten wurde. Das

Interesse war dennoch groß, die Vorträge

sehr informativ und spannend. Dabei

besonders hervorzuheben: der Blick über

die Grenzen Tirols, die entsprechenden

Impulsreferate aus Vorarlberg und der

Steiermark. Man muss das Rad ja nicht

neu erfinden, wenn es bereits ähnliche

Konzepte gibt.

Der fachliche Dialog im Zuge des

Projektes „ZUKUNFT GEMEIN-

DE – Agenda 2030“ liefert

einen wichtigen Input zur Weiterentwicklung

unserer Services,

sodass wir Gemeinden auch in

Zukunft bestmöglich unterstützen

und Herausforderungen

gemeinsam bewältigen können.

DR. MARKUS HOFER

STANDORTAGENTUR

TIROL

(© Standortagentur Tirol)

Die Arbeitskreise sind das Herzstück

Herzstück des gesamten Strategieprozesses

sind die sechs Arbeitskreise (Kinderbildung

und -betreuung, Gesundheit & Pflege,

Regionale Mobilität, Gemeindeverwaltung,

Kernaufgaben der Gemeinden, Wirtschaftsstandort

und Raumordnung). Darin finden

sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister,

Gemeindemandatare, Amtsleiterinnen

sowie Fachleute aus der Landesverwaltung

oder den Interessenvertretungen.

Coronabedingt mussten die Bezirksforen

abgesagt werden. An ihre Stelle treten nun

rund 100 Tiefeninterviews mit Gemeindevertreterinnen

und -vertretern. Damit holen

sich die Projektverantwortlichen vielfach

jahrzehntelange Erfahrungen und strategische

Einschätzungen der Politikerinnen

und Politiker in den Prozess herein.

Weil er sich tagtäglich mit den Fragen der

Gemeinden auseinandersetzt, entwirft

Alois Rathgeb, Geschäftsführer der Gem-

Nova, folgendes Szenario: „Die wesentlichen

Herausforderungen der Gemeinden

konzentrieren sich auf die Bereiche Personal,

Infrastruktur, Digitalisierung, Finanzen

und Recht. Die Komplexität dieser Materien

erfordert zunehmend Spezialistinnen

und Spezialisten. Dies bedingt neue

Organisationsformen, die leistbar sind

und schnell und verlässlich funktionieren!“

„Sharing is caring“ meint Siegfried Walch

vom Management Center Innsbruck: „

Lösungen für Bürgerinnen und Bürger zu

finden, bedeutet immer häufiger, komplexe

Aufgaben gemeindeübergreifend

zu teilen, Parallelaktivitäten zu vermeiden

und Ressourcen zu bündeln. Das

Potenzial einer gemeindeübergreifenden

Zusammenarbeit ist in Krisenzeiten wie

der Bewältigung von Covid-19 besonders

deutlich sichtbar, aber auch in weniger

turbulenten Zeiten groß“, und unterstützt

damit den Kooperationsgedanken.

Ein sehr straffer Zeitplan

Um möglichst rasch konkrete Ergebnisse

zu erzielen, haben sich die Verantwortlichen

einen überaus straffen Zeitplan

zurechtgelegt. Neben den Interviews in

den Bezirken, die bis Mitte März 2021

abgeschlossen sein sollten, stehen von

Jänner bis April 2021 Arbeitskreise am

Programm. Bereits im Sommer nächsten

Jahres sollen alle Ergebnisse in das Handbuch

„Interkommunale Zusammenarbeit

in Tirol“ einfließen. Der Abschluss ist dann

für den Herbst 2021 geplant.

Mehr Informationen finden Sie im

Videobeitrag „Innovative Gemeinden“

bei 279.Tirol auf YouTube.

(© MCI Management Center Innsbruck)

Das Potenzial einer gemeindeübergreifenden

Zusammenarbeit

ist in Krisenzeiten wie

der Bewältigung von Covid-19

besonders deutlich sichtbar,

aber auch in weniger turbulenten

Zeiten groß.

FH-PROF. DR.

SIEGFRIED WALCH

MANAGEMENT CENTER

INNSBRUCK


12 GemNova.inside GemNova.inside

13

„DAS IST EINE

GROSSE LEINWAND“

Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes

und Bürgermeister von Sölden, über die aktuelle

Situation, über die Zukunft der Gemeinden, über Fusion

und Kooperation. Und über die Erkenntnis, dass in einer

Gemeinde mehr als 500 verschiedene Aufgaben anfallen.

Tirols Gemeinden haben es in diesen

Wochen und Monaten nicht leicht. Aufgrund

der aktuellen Situation gibt es

Mindereinnahmen bei der Kommunalsteuer

und bei den Ertragsanteilen,

gleichzeitig ebbt der Ruf nach finanzieller

Unterstützung seitens lokaler

Unternehmen nicht ab. Konkrete Hilfe

tut not, wie sollen die Gemeinden diese

Quadratur des Kreises schaffen?

Corona hat vieles massiv verändert, total

auf den Kopf gestellt. Natürlich bekommt

das auch jede einzelne Gemeinde, jede

Bürgermeisterin, jeder Bürgermeister zu

spüren. Wir alle versuchen, in unserem

Bereich rasch zu helfen, wiewohl die Mittel

äußerst knapp sind. Außerdem liegt

es auch in unserer Verantwortung, dafür

Sorge zu tragen, dass die Infektionszahlen

wieder sinken, die entsprechenden

Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Das ist eine riesengroße Aufgabe, der wir

alle gerecht werden müssen. Nicht einfach,

aber machbar.

Der Tiroler Gemeindeverband hat

gemeinsam mit dem Land, der Gem-

Nova und anderen Partnern den Strategieprozess

„Zukunft Gemeinde – Agenda

2030“ angestoßen. Was verbirgt

sich dahinter?

Wir haben in Tirol eine sehr kleinteilige

Gemeindestruktur. Mit der zunehmenden

Vielfalt und Komplexität der Aufgabenstellungen

kommen insbesondere Kleinund

Kleinstgemeinden unter Druck. Da

Fusionen weder in der Bevölkerung noch

bei den Gemeinden selbst forciert werden,

gehen wir den Weg der Zusammenarbeit,

der Kooperation. Natürlich hat dieser Weg

auch seine Tücken. Mit dem Strategieprozess

wollen wir die Vielzahl von Ideen

sammeln, auf ihre praktische Umsetzung

abklopfen und zu einer einheitlichen Beurteilung

der Möglichkeiten kommen.

Wo liegen nun die besonderen Herausforderungen

bei kleineren Gemeinden?

Das ist schnell gesagt: Wenn zwei, drei

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom

Baurecht bis zum Kindergarten, von der

Pflege bis zum Bürgerservice alles managen

müssen und dazu noch die digitale

Verwaltung einführen sollen, dann ist das

Ende der Fahnenstange rasch erreicht.

Gescheite Leute haben aufgelistet, dass

in einer durchschnittlichen Gemeinde

mehr als 500 unterschiedliche Aufgaben

anfallen. Das schafft niemand, und wenn

man sich dann noch vorstellt, dass ein

mehrwöchiger Krankenstand anfällt, ist

guter Rat teuer.

Die Volksbefragung über die Fusionierung

der Gemeinden Matrei, Mühlbachl

und Pfons hat landauf, landab

zu intensiven Diskussionen geführt.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem

positiven Votum der Bevölkerung?

Die drei Wipptaler Gemeinden sind sicher

in einer Sondersituation. Zum einen durch

die unmittelbare Nähe, zum anderen

durch das schon bisherige Zusammenwachsen.

Trotzdem ist dieses Ergebnis

nicht selbstverständlich. Klar ist, dass die

Bindung der Bevölkerung zur Gemeinde

durch die große Mobilität langsam

abnimmt. Wir merken auch den Druck,

dass unabhängig vom Standort und von

den regionalen Gegebenheiten standardisierte

Leistungen auf einem vergleichbaren

Niveau erwartet werden. Die Gemeinden

kommen also von zwei Seiten unter

Zugzwang.

In welchen Bereichen ist die gemeindeübergreifende

Zusammenarbeit am

weitesten fortgeschritten?

Wenn wir einmal von den Pflichtverbänden

für Schulen, Krankenhäuser und so

weiter absehen, scheint die Baurechtsverwaltung

jener Bereich zu sein, wo die

meisten Verantwortlichen nach neuen

Lösungen suchen. Eine der Triebkräfte

ist dabei die Rechtssicherheit. Wenn

die Bauwerberinnen und Bauwerber mit

einem Rechtsanwalt kommen, ist von

der Gemeinde solide Arbeit gefordert.

Da sind wir auch schon beim grundsätzlichen

Problem: So wie überall nimmt der

Bedarf an Spezialistinnen und Spezialisten

auch auf Gemeindeebene zu, und da

sind die Grenzen bald einmal erreicht.

So wie überall

nimmt der Bedarf

an Spezialistinnen

und Spezialisten

auch auf Gemeindeebene

zu, und

da sind die Grenzen

bald einmal erreicht.

BILD: In einer Gemeinde, sagt

Gemeindeverbandspräsident

Ernst Schöpf, fallen mehr als

500 unterschiedliche Aufgaben an.

Allein ist das kaum zu bewältigen.

(© Gemeinde Sölden)

Stichwort überregionales Bauamt.

Kematen hat dabei mit Gries, St. Sigmund,

Ranggen, Unterperfuss und Polling

bereits vor drei Jahren Neuland

betreten. Ein Vorzeigeprojekt gemeindeübergreifender

Zusammenarbeit?

Ja, auf alle Fälle. Ein beispielgebendes

Projekt, das nachweislich zeigt, wie es

funktioniert. Der Kemater Bürgermeister

Rudl Häusler und seine Kollegen haben

da einmal mehr Weitblick und großes

Engagement bewiesen. Und das bereits

im Jahre 2017, da waren sie tirolweit die

Ersten. Das verdient Respekt und Anerkennung.

Weil die Grundidee ist einfach

bestechend: Es gibt ein gemeindeübergreifendes

Kompetenzzentrum für Bauangelegenheiten,

damit Rechtssicherheit

und Kosteneinsparungen für die teilnehmenden

Gemeinden, höhere Effizienz und

kürzere Bearbeitungszeiten. Vor allem für

kleinere Gemeinden eine große Erleichterung

und Hilfe.

Die Aufgaben der Gemeinden, Sie

haben es ja bereits erwähnt, werden

immer vielfältiger und komplexer. Gilt

es nicht auch darüber nachzudenken,

bestimmte Aufgaben – abseits von

gemeindeübergreifenden Kooperationen

– einfach auszulagern?

Selbstverständlich, das wird ja bereits

gemacht. Nicht zuletzt deshalb

haben wir als Tiroler Gemeindeverband

bereits vor zehn

Jahren die GemNova gegründet:

als Servicestelle für die

Gemeinden, als Pool von

Expertinnen und Experten,

welche die Gemeinden rasch

und kompetent unterstützen. Sei es beim

Einkauf, der Infrastruktur, im Gesundheitsund

Pflegebereich, der Nachmittagsbetreuung,

der Digitalisierung, bei Aus- und

Weiterbildung, im Fuhrpark, bei der Personalvermittlung

und noch vielem mehr.

Mittlerweile ist die GemNova der größte

kommunale Dienstleister Österreichs,

beschäftigt rund 500 Expertinnen und

Experten und wickelt für die Gemeinden

jährlich Projekte in der Größenordnung

von rund 400 Millionen Euro ab. Und der

Bedarf der Gemeinden an solch kompetenter

Unterstützung steigt weiter.

Nochmals zurück zum Strategieprozess:

Die Aufgaben der Gemeinden

könnten also 2030 ganz andere sein

als heute?

Nicht unbedingt ganz anders, nein. Die

Vielfalt, die Komplexität wird allerdings

zunehmen. Dabei wird die Digitalisierung

eine ganz entscheidende Rolle spielen.

Klar ist auch, dass nicht alle Aufgaben in

den kleinen Gemeinden selbst erledigt

werden können. Hinzu kommt der regionale

Aspekt, darauf wird auch Rücksicht

zu nehmen sein. Jetzt bin ich aber einmal

gespannt und erwartungsfroh, welche

neuen Ideen beim Strategieprozess auftauchen,

wie sie bewertet und umgesetzt

werden können. Ich sehe das als eine große

weiße Leinwand, die wir nun gemeinsam

ausgestalten können. Das wird eine

für alle faszinierende Aufgabe, davon bin

ich überzeugt.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE

REINHOLD OBLAK


14 tirol.Politik tirol.Politik

15

Gemeindevertreterinnen und

-vertreter im Tiroler Landtag: eine

Doppelfunktion, die allen hilft

„Als Vizebürgermeisterin der Gemeinde

Telfs und Landtagsabgeordnete ist

mir natürlich sehr wohl bewusst, welche

Auswirkungen Entscheidungen des

Landtags direkt auf die Gemeinden

haben“, fasst Cornelia Hagele die Bedeutung

von Landtagsentscheidungen für

die Kommunen zusammen. „Ein gutes

Beispiel dafür ist das Thema Kinderbetreuung.

Das Land gibt vor, wie viel Personal

pro Gruppe zur Verfügung gestellt

werden muss, und die Gemeinden müssen

dann dafür bezahlen. Und das wirkt

sich natürlich direkt auf den Gemeindehaushalt

aus.“ Weil diese Auswirkungen

also unmittelbar zu spüren sind, ist es

für die Gemeinden äußerst wichtig, dass

diese Problematik den Landtagsabgeordneten

bei ihrer Entscheidungsfindung

bewusst ist. Dass die Gemeinden

direkt Gehör im Landtag finden, dafür

sorgen vor allem Abgeordnete, die neben

ihrer Landtagstätigkeit auch kommunale

Funktionen innehaben. Wie eben

Cornelia Hagele, die beide Seiten ausgezeichnet

kennt.

AUTOR

MANFRED SCHIECHTL

Der Tiroler Landtag bzw. die Tiroler Verfassung ist historisch gesehen etwas äußerst Besonderes

in Europa. Der Landtag ist zudem ein wesentliches Organ für die heimischen Gemeinden

mit teils großen Konsequenzen für deren tägliche Arbeit. Denn dem Landesparlament obliegt

die Landesgesetzgebung. Und diese hat vielfältige Auswirkungen auf das tägliche kommunale

Leben und die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden.

Irritationen, Schwierigkeiten, Herausforderungen

Ganz ähnlich sieht der Bürgermeister der

Gemeinde Sellrain, Georg Dornauer, die

Situation. Er ist ebenfalls zugleich Landtagsabgeordneter.

„Ich finde es spannend,

dass immer wieder Gemeindevertreterinnen

und Gemeindevertreter, die den Menschen

draußen Rede und Antwort stehen

müssen, im Tiroler Landtag tätig sind.

Und dieses hohe Maß an Erfahrung hereinbringen“,

so Dornauer. Er selbst habe

erlebt, wie sich manche Parlamentarier

vom tatsächlichen Gemeindeleben entfernt

und teilweise Gesetze beschlossen

haben, die gerade dann in der unmittelbaren

Umsetzung in den Gemeinden „zu

Irritationen, zu Schwierigkeiten, ja zu

schier nicht schaffbaren Herausforderungen“

geführt haben. „Und da ist ein

Katalysator, wie es wir Bürgermeisterinnen

und Bürgermeister sowie Gemeindevertreterinnen

und -vertreter im Tiroler

Landtag sind, schon sehr, sehr wichtig“,

führt Dornauer weiter aus. Zugleich hängt

er ein markantes Beispiel an. „Wie schaut

es aus, wenn wir im Landtag Pflegestandards

einführen wollen, die natürlich für

den zu Pflegenden einen möglichst hohen

Standard bereitstellen sollen, wo wir aber

auch schauen müssen, wie rekrutieren wir,

wie organisieren wir das Personal und wiederum

– die spannendste

Frage – wie ist das Ganze

finanzierbar? Und da argumentiert

man ganz anders,

wenn man draußen in den

Gemeinden wirklich einmal

erkannt hat, wie ein Rechnungsabschluss

ausschaut

und dass ein Voranschlag

nicht mehr erstellbar ist.

Und wo fehlt denn dann

das Geld wieder.“

RECHTS: Das Landhaus 1,

Sitz der Tiroler Landesregierung.

(© GemNova)

Tirols Landtag –

eine historische Besonderheit

Der Tiroler Landtag ist wesentlicher

Bestandteil der Tiroler Verfassung, deren

Wurzeln auf das Jahr 1293 zurückgehen.

Also dem Zeitpunkt der Gründung des

Landes Tirol unter Graf Meinhard II. Dieser

musste, um eine neue Gesetzgebung

erlassen zu können, um die Zustimmung

der Landestände – des heutigen Landtags

– ersuchen. Das war die erste historische

Erwähnung einer landtagsähnlichen

Einrichtung. Etwas später, im Zuge

der Übergabe Tirols an die Habsburger,

wurde hierfür ein Begriff geboren, „Tiroler

Landschaft“ genannt. Die schriftliche

Festlegung dieses Sonderrechts der Stände

erfolgte im „Tiroler Freiheitsbrief“ vom

28.Jänner 1342. Dabei handelt sich um

eine Urkunde, welche die frühe parlamentarische

Entwicklung Tirols unter Einbeziehung

des Bauernstandes aufzeigt bzw.

definiert. In damaligen Zeiten ein Unikum

in Europa. Nicht zuletzt deshalb wird Tirol

oft als die älteste Festlanddemokratie

(nach England auf den Britischen Inseln)

bezeichnet. Zu den Tiroler Landständen

gehörten die Geistlichkeit, der Adel, die

Bürger und die Bauern. Sie hatten die Aufgabe,

den Landesfürsten und seine Regierung

zu kontrollieren. Damit ging auch die

Schaffung von Gesetzen und die Bewilligung

von Steuern einher.

LINKS: Dr. Cornelia

Hagele ist sich über den

Einfluss des Landtags auf

die Tiroler Gemeinden

bewusst. (© GemNova)

UNTEN: Dr. Georg

Dornauer findet es spannend,

in der Gemeinde und

im Landtag tätig zu sein.

(© Wikipedia)


16 tirol.Politik tirol.Politik

17

TIROLER LANDTAG –

WEGWEISER UND

PARTNER DER GEMEINDEN

VOR DEM LOCKDOWN IM NOVEMBER VERFASST

Gemeinsam im Dienst der Bevölkerung

Im aktuellen Corona-Jahr 2020 zeigt

sich vielleicht noch deutlicher als sonst,

was unsere Gemeinden leisten und wie

stark diese gefordert sind, wenn es darum

geht, den Bürgerinnen und Bürgern

eine gute Heimat zu sein. Gilt es doch

gerade heuer, unter Bedingungen zu

arbeiten, die vor einem Jahr noch niemand

für möglich gehalten hätte.

Ob Krise oder Normalbetrieb: Die

Anstrengungen zielen stets darauf ab,

die Bedürfnisse und Erwartungen der

Bevölkerung hinsichtlich Infrastruktur

und Lebensqualität bestmöglich zu

erfüllen.

Die Landesregierung steht den Gemeinden

verlässlich zur Seite. Sie steuert

einerseits durch (rechtliche) Weichenstellungen

die zukunftsfähige Entwicklung

von Land und Gemeinden. Vorgaben

in der Raumordnung oder die

Forcierung der gemeindeübergreifenden

Zusammenarbeit sind dafür aktuelle

Beispiele von Bedeutung. Zum anderen

dienen die von der Landesregierung

zur Verfügung gestellten Finanzmittel

(heuer und nächstes Jahr ergänzt

durch zusätzliche 70 Millionen Euro im

Rahmen der Covid-19-Förderungen)

dazu, Projekte der Daseinsvorsorge,

Wohn- und Pflegeheime, Bildungs- und

Betreuungseinrichtungen u. v. m. sicherzustellen

und den Erhalt bzw. Ausbau

der Infrastruktur abzusichern. Der partnerschaftliche

Schulterschluss kommt

dabei nicht nur den Bürgerinnen und

Bürgern zugute. Der kommunale Konjunkturmotor

ist auch für die regionale

Wirtschaft unverzichtbar.

In weiterhin enger Verbindung wird es

uns gelingen, alle Anforderungen zu

meistern und die Bürgerinnen und Bürger

in eine positive Zukunft zu begleiten.

Ihr LR Mag. Johannes Tratter

© Land Tirol/Cammerlander

© Julia Moll

Vorgegebene Spielregeln

mit großen Auswirkungen

Der Landtag, also das Tiroler Landesparlament,

ist für die Landesgesetze

zuständig. Der Landtag ist dadurch

ein in vielerlei Hinsicht wichtiges Gremium

aus Sicht der Gemeinden. Der

Landtag ist zuständig für die Gesetzgebung

in einer Fülle von Bereichen.

Beispielsweise Gemeindeorganisation,

Baurecht, Raumplanung, Wohnbauförderung,

Abwasser- und Abfallbeseitigung,

Straßenwesen, Grundverkehr,

Gesundheit und Pflege – um nur

einige zu nennen. Daher haben auch

nahezu alle vom Landtag beschlossenen

Gesetze unmittelbare Auswirkungen

auf die Tätigkeit der Gemeinden.

Die im Landtag gefällten Entscheidungen

prägen in mehrfacher Hinsicht

die Möglichkeiten der Gemeinden,

ihren Alltag zu meistern.

Einerseits sind wir in den Tiroler

Gemeinden dem Land Tirol und

somit auch dem Landtag für die

immer wieder gewährte „monetäre

Sauerstoffzufuhr“ dankbar. Nicht

zuletzt dadurch können die Gemeinden

auch künftig Handlungsfähigkeit

beweisen. Hintergrund ist, dass vielen

Tiroler Gemeinden schlichtweg

der notwendige Handlungsspielraum

fehlt, eingeschränkt vor allem durch

die stetig zunehmende Aufgabenfülle.

Andererseits haben aber auch die

Spielregeln, die der Landtag durch die

Gesetzgebung vorgibt, große Auswirkungen

auf den Alltag in den Gemeinden.

Ein Beispiel: Die Gemeinden sind

für die Kinderbetreuung zuständig, die

Rahmenbedingungen gibt jedoch der

Landtag vor. Etwa wie viel Betreuungspersonal

für eine bestimmte Anzahl

von Kindern notwendig ist. Dies wiederum

hat starke Auswirkungen auf

die finanzielle Belastung der Gemeinden

bei der täglichen Umsetzung der

Kinderbetreuung. Um dies zu verdeutlichen:

In meiner Heimatgemeinde Sölden

gab es 1986 eine Kindergartengruppe

und somit eine Kindergärtnerin.

Aktuell sind 17 Kindergartenpädagoginnen

nötig, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Beschäftigung von ausreichend

qualifiziertem Personal ist

wichtig. Da sind wir uns alle einig. Aber

dies kostet viel Geld, das den Gemeinden

oft nicht in wünschenswertem

Umfang zur Verfügung steht.

Hätten wir in den Gemeinden einen

Wunschzettel, dann würde Folgendes

weit oben stehen: Es wäre wünschenswert,

wenn Landesgesetze in

manchen Fällen klarer und weniger

flapsig formuliert wären, um eine einfachere

Umsetzung quer durch die

Gemeinden des Landes zu ermöglichen.

Ein Paradebeispiel hierfür war

zuletzt die Freizeitwohnsitzabgabe.

Erfreulich ist dagegen, dass aktuell in

allen Lebenslagen ein sehr gutes Verhältnis

mit allen Regierenden inklusive

Landeshauptmann, aber auch mit den

Landtagsabgeordneten herrscht. Man

nimmt Rücksicht aufeinander, man hat

ein Gespür für die Nöte des anderen.

Natürlich braucht es laufend deutliche

Hinweise zu unserem Befinden, aber

das passiert durch saubere Zusammenarbeit,

und der Tiroler Gemeindeverband

ist ordentlich eingebunden. So

auch bei neuen Gesetzesentwürfen.

Ihr Bgm. Mag. Ernst Schöpf

Das Land Tirol und die

Gemeinden verbindet eine

starke Partnerschaft –

gerade in Krisenzeiten

Die Corona-Krise wirkt sich nach wie

vor massiv auf das gesellschaftliche und

wirtschaftliche Leben aus – das spürt die

Bevölkerung genauso wie die Politik, das

spüren aber vor allem die Gemeinden, die

erhebliche Rückgänge bei den Einnahmen

in sämtlichen Bereichen zu verzeichnen

haben. Als starker Partner stehen wir als

Land den Gemeinden natürlich in dieser

schweren Zeit zur Seite.

Das Land Tirol unterstützt die Gemeinden

mit seinen beiden Konjunkturpaketen mit

insgesamt 150 Millionen Euro in diesem

und im nächsten Jahr – nicht mit Krediten,

so wie das vielfach andere Bundesländer

machen, sondern mit frischem Geld, das

wir bewusst als direkte Hilfe einsetzen.

Tirol ist österreichweit damit Vorreiter

und hilft umfassender und effektiver als

alle anderen Länder. 70 Millionen Euro

werden heuer für das erste Konjunkturpaket

zur Verfügung gestellt. Davon wurden

30 Millionen bereits als Soforthilfe

ausbezahlt, weitere 40 Millionen Euro

sind für konkrete Projekte vorgesehen. Im

kommenden Jahr werden die Gemeinden

seitens des Landes nochmals mit 80 Millionen

Euro unterstützt. Davon sind zehn

Millionen Euro für Digitalisierung und den

Breitbandausbau vorgesehen, ein großer

Teil – nämlich 40 Millionen Euro – stehen

für Investitionen zur Verfügung, 30 Millionen

Euro sind zur Abfederung von Rückgängen

bei den Ertragsanteilen reserviert.

Es ist für den heimischen Standort enorm

wichtig, dass die Gemeinden weiterhin in

Infrastruktur investieren. Mit kommunalen

Projekten kurbeln sie die Wirtschaft an,

schaffen und sichern Arbeitsplätze und

sorgen dafür, dass sie den Lebensraum

in ganz Tirol attraktiv gestalten.

Doch das Land unterstützt die Gemeinden

nicht nur in Krisenzeiten. Gerade bei der

Kinderbetreuung sind wir den Gemeinden

ein starker Partner. Der Ausbau von

Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol

unterstützt die Menschen vor Ort, Familie

und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Darüber hinaus garantieren familienfreundliche

Gemeinden, dass die Bevölkerung

nicht in die Städte abwandert

und unsere Dörfer sowohl als Lebensals

auch als Wirtschaftsraum attraktiv

bleiben.Ebenso wichtig für den Erhalt der

Lebensqualität in den peripheren Regionen

sind der Breitbandausbau oder Investitionen

in Straßen, das öffentliche Verkehrsnetz

oder die Energieversorgung.

So investiert der Landesenergieversorger

TIWAG in den kommenden fünf Jahren 1,2

Milliarden Euro, davon gehen allein 450

Millionen Euro in den Kraftwerksausbau

Sellrain-Silz.

Zum Schluss möchte ich festhalten, dass

ich für die Gemeinden auch eine zusätzliche

Unterstützung durch den Bund einfordere.

Es ist gut und richtig, dass der

Bund rasch die Gemeinde-Milliarde zur

Verfügung gestellt hat. Für Tirol wurden

126 Projekte mit einer Projektsumme von

148,5 Millionen Euro eingereicht. Diese

Milliarde wird jedoch durch die Steuerreform

fast aufgewogen, wie das Zentrum

für Verwaltungsforschung KDZ errechnet

hat. Deshalb benötigt es weiterhin Hilfe

vonseiten der Bundesregierung. Dafür

werde ich mich in Wien starkmachen.

Ihr LH Günther Platter

© Land Tirol/Cammerlander

© Blickfang


18 tirol.hat Recht

tirol.hat Recht

19

ANJA ZUM AUTOR WALDE

GEMNOVA RA DR. BERTHOLD AKADEMIE LINDNER

Cus Heid exerspe & Partner discipsa Rechtsanwälte vellaut que conet delenture

peratendae re cus mintium as re, corest

porum Berthold volorrunte Lindner ist velitium spezialisiert arionet auf qui Umwelt- aceaqui und Industrieanlagenrecht

volore conserspe. mit Schwerpunkt Soluptati reperis im Elektrizitäts-, adi bea Bau- und

te

erchil Raumordnungsrecht. earum. Er begleitet Unternehmen und Gebietskörperschaften

in komplexen Verwaltungsverfahren.

„Österreich hatte

historisch bedingt

immer einen sehr

grossen Anteil an

erneuerbarer

Energie.“

ÖSTERREICHS BEITRAG

ZUM KLIMASCHUTZ

Die Bundesregierung plant die

Erlassung eines neuen Gesetzes

zur Förderung erneuerbarer

Energieträger (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz,

kurz

EAG). Die bisher geltenden

Förderregelungen des Ökostromgesetzes

laufen Ende

2020 aus. Grundlage dafür

sind viele Vorgaben der EU.

Österreich hatte historisch bedingt

immer einen sehr großen Anteil an erneuerbarer

Energie. Insbesondere die Wasserkraft

nahm und nimmt einen bedeutenden

Anteil an der Energieerzeugung

Österreichs ein. Erst durch gezielte Förderung

anderer alternativer erneuerbarer

Energieträger (wie Biomasse, Wind,

Photovoltaik) konnte auch durch diese

Bereiche mit fortschreitender Technologie

ein nennenswerter Beitrag an der

Energieaufbringung erzielt werden.

Insbesondere durch das Ökostromgesetz

kam es zu einem respektablen Ausbau

der erneuerbaren Energien. Da die

unionsrechtliche Genehmigung dieses

Gesetzes auslief, war eine umfassende

neue Regelung erforderlich. Eng damit

einher ging die Ankündigung der österreichischen

Bundesregierung, den Aufbau

erneuerbarer Energieträger massiv voranzutreiben.

Grundlage dieses Aufbaus

ist das nun im Begutachtungsentwurf

vorliegende EAG, mit dem die ambitionierten

Ziele der Bundesregierung verwirklicht

werden sollen. Während der

Schwerpunkt der bisherigen Fördermaßnahmen

insbesondere auf dem Ausbau

der Windkraft (Förderung für weitere 13

TWh) lag, fokussiert sich das EAG hauptsächlich

auf den Ausbau der Photovoltaik

(PV) (Förderung für 14 TWh), wo insbesondere

auf die Nutzung von Dachflächen

(Ziel: 1 Million Dächer) und brachliegenden

Flächen (Deponien) gesetzt wird. Private

sollen durch zahlreiche Maßnahmen

dazu motiviert werden, auf den eigenen

Dächern Photovoltaikanlagen zu installieren.

Das System der Erlangung von

Förderungen für Private wird durch das

EAG erleichtert.

BILD: Förderung von Photovoltaikanlagen

im Kampf gegen

den Klimawandel. (© shutterstock)


20 tirol.hat Recht

ENTGELTLICHE tirol.hat EINSCHALTUNG

recht 21

Durch die Schaffung von Erneuerbaren-

Energie-Gemeinschaften wird gewährleistet,

dass die selbsterzeugte erneuerbare

Energie im Verbund mit anderen Gleichgesinnten

lokal und regional ausgetauscht

und damit optimal genutzt werden kann.

Was bedeutet dies? Mehrere Besitzer

von PV-Anlagen (auch Gemeinden) schließen

sich zusammen, der Strom wird bei

Bedarf dorthin geliefert, wo er gerade verbraucht

wird. Dem standen bisher praktisch

viel zu hohe Netzgebühren entgegen.

Zukünftig können auch

kleinere Anlagen durch einen

Zusammenschluss sinnvolle

Angebote ergeben.

Daher werden neu lokale und regionale

„Ortstarife“ vorgesehen. Die Netzkosten

für den Austausch dieser erzeugten

Energie werden damit deutlich verringert.

Damit können auch kleinere Anlagen

durch einen Zusammenschluss künftig ein

sinnvolles Angebot geben.

Weiters werden Bürgerenergiegemeinschaften

geschaffen. Diese ermöglichen

eine Partizipation an der gemeinschaftlichen

Erzeugung und dem Verbrauch

gemeinsamer Nutzung elektrischer Energie

und einer gemeinsamen Teilnahme

am Elektrizitätsmarkt. Auch dies ist ein

attraktives Modell für Gemeinden, die

aktiv am Ausbau erneuerbarer Energien

teilnehmen wollen.

Beide neuen Gemeinschaften (Bürgerenergie

und Erneuerbare Energie) werden

umfangreiche Vertragswerke erfordern,

welche die umfangreichen detaillierten

gesetzlichen Vorgaben in ein praktisches

Handwerksgerüst umwandeln. Zahlreiche

Fragen sind hier in der Branche noch

ungeklärt. Sinn macht dies allerdings erst

dann, wenn die endgültigen Regelungen

vorliegen.

Mit dem EAG wird auch das Ende der

Tarifförderung eingeleitet. Dies ist wenig

überraschend, weil die Europäische Kommission

ihre Leitlinien

so abgeändert

hat, dass die bisherige

Tarifförderung

nicht mehr möglich

war. In Abkehr

von der bisherigen

Förderung durch

Abnahmegarantien

zu einem bestimmten

fixierten Marktpreis

erfolgt die Förderung

künftig durch

ein Marktprämiensystem.

Durch Ausschreibungen

werden

jene Anlagen

ermittelt, die am

kostengünstigsten

erneuerbare Energien

erzeugen. Wohl

um die aus Deutschland

bekannten Fehler

zu vermeiden,

wurde die Teilnahme

an derartigen Ausschreibungen

jedoch

mit der Leistung von

Sicherheiten verbunden.

Neben der Förderung der Elektrizitätserzeuger

aus erneuerbaren Energien soll es

auch Investitionszuschüsse für Photovoltaikanlagen,

Stromspeicher, Wasserkraftund

Windparkanlagen geben. Bemerkenswert

ist der Umstand, dass Anlagen auf

Basis von Biogas und Biomasse nun eine

Folgeprämie erhalten.Damit wird sichergestellt,

dass effiziente Anlagen, die bislang

trotz fortschrittlicher Energien nur

mittels Förderungen überleben konnten,

auch weiterhin genutzt werden. Da für

neue Biogas- und Biomasseanlagen nur

sehr geringe neue Prämien vorgesehen

sind, dienen die Nachfolgeprämien nur

mehr dazu, den Bestand abzusichern.

Im Ergebnis finden sich zahlreiche innovative

Ansätze, wobei zu berücksichtigen

ist, dass es sich bislang nur um einen

Begutachtungsentwurf handelt. Spannend

TlROLER

Blaulichtpolizze

Spezialkonzept für Feuerwehrfahrzeuge

inkl. Aufbauten und Ausrüstungsgegenstände.

Versicherte Sparten: Kfz-Haftpflichtversicherung,

Vollkaskoversicherung, Kfz-Rechtsschutzversicherung

Neuerungen:

• Erhöhung der Versicherungssumme in der

Haftpflichtversicherung auf EUR 20 Mio.

• Erhöhung der Versicherungssumme in der

Rechtsschutzversicherung auf EUR 200.000

• Anhänger können im neuen Versicherungskonzept

aufgenommen werden

Unser Spezialisten-Team erreichen

Sie unter 0512 5313-1701 oder per

mail@tiroler.at.

bleibt, wie letztlich der tatsächliche Gesetzesentwurf

aussehen wird. Eines steht

aber bereits jetzt fest: Das EAG stellt

zahlreiche Weichen im Kampf gegen den

Klimawandel.

Heid & Partner Rechtsanwälte

ist eine Partnerkanzlei von

GemNova und hat eine Tirol-

Niederlassung in den Büroräumlichkeiten

der GemNova.

HEUTE INVESTIEREN,

DAMIT MORGEN ALLE PROFITIEREN!

IKB-SONNENSTROMLÖSUNGEN FÜR GEMEINDEN.

Intelligente Photovoltaiklösungen

bringen sonnige Aussichten in

jede Gemeinde:

Neben einer Senkung von Energiekosten

und CO2-Emissionen machen Photovoltaikanlagen

vor allem unabhängig

von Strompreissteigerungen. Vielfältige

Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

sorgen jetzt für einen besonders attraktiven

Einstieg.

Ständig wachsende Energiekosten stellen

viele Gemeinden vor große Herausforderungen.

Dabei lässt sich eine vielversprechende

und zukunftssichere Energiequelle nahezu

unbegrenzt nutzen: Sonnenstrom. Mit

einer Photovoltaikanlage der IKB profitieren

Gemeinden und deren Bürger jetzt gleich

doppelt: Über das Kommunale Investitionsprogramm

erhalten Gemeinden 50 % auf

die komplette Investition! Darüber hinaus

bringt eine OeMAG-Förderung weitere

€ 250 pro kWp.

Sonn ge Aussichten

für Ihre Gemeinde

Die IKB bietet als Tiroler Photovoltaik-

Experte und zuverlässiger Energiepartner

den Gemeinden nicht nur maßgeschneiderte

Energielösungen mit bester Qualität

aus Europa, sondern einen Vor-Ort-

Rundum-Service für alle Anliegen und

Bedürfnisse: Von der Planung der Anlage,

den Einreichungen bei Baubehörde und

entsprechenden Förderstellen bis hin zur

gesamten Errichtung sowie Inbetriebnahme

und Übergabe des Anlagenbuches. Wartungsarbeiten

und etwaige Störungsbehebungen

inklusive.

So günstig wie noch nie dank einzigartiger

Finanzierungsmöglichkeiten!

Zur Verfügung stehen neben der Option

Sofortkauf auch Varianten, die das

Gemeindebudget kaum bis gar nicht

belasten. So übernimmt etwa die IKB als

Contractor die Gesamtinvestition und die

Gemeinde leistet bis zum Ende einer vereinbarten

Laufzeit eine monatliche Ratenzahlung,

nach deren Ende die Photovoltaikanlage

in das Gemeindeeigentum übergeht.

Kontaktieren Sie die IKB am

besten noch heute: 0512 502-5370

office.sonnenstrom@ikb.at

IKB-Sonnenstrom:

so günstig wie noch nie!

Jetzt Förderungen

lukrieren und

Klima schützen:

0512 502-5370

www.ikb.at/photovoltaik


22 tirol.digital

tirol.digital

23

DIGITALE

VERWALTUNGSPROZESSE

IN KALTENBACH DANK

GEORG

AUTORIN

VERENA

KAISER

Seit Anfang September 2020 digitalisiert die

Gemeinde Kaltenbach ihre Verwaltungsprozesse

gemeinsam mit der GemNova und dem für

die Tiroler Gemeinden neuen Softwareprodukt

GeOrg. Wir haben die Gemeinde zu ihren Erfahrungen

befragt.

BILD:

Die Gemeinde

Kaltenbach hat die

Umstellung gut

gemeistert, und

GeOrg bringt eine

große Entlastung.

(© Felix Richter)

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag

durch GeOrg verändert?

Andrea Klocker: „Nach der derzeitigen

Umstellungsphase ist der größte Unterschied

die Arbeitserleichterung durch die

automatisierten Prozesse in der Nacht. Ich

war anfangs skeptisch, aber das funktioniert!

Die Verbuchung der Kontoauszüge

und der Versand der Grundsteuer- und

Kommunalsteuervorschreibung sind mit

ein paar Klicks erledigt. Das ist eine Erleichterung.“

Simone Wegscheider: „Ich scanne alle

Rechnungen und Meldezettel ein, welche

noch in Papierform zu uns in die Gemeinde

kommen. Danach werden diese Schriftstücke

geschreddert. Dadurch haben wir

alles nachhaltig und nachvollziehbar im

System hinterlegt. Das war eine Umstellung,

aber ich finde es faszinierend, dass

nun alle Schriftstücke genau verfolgt werden

können und wir einen besseren Überblick

haben.“

Stefan Bliem: „Durch die strenge Softwarearchitektur

von GeOrg ist das Ablagesystem

wesentlich übersichtlicher, und ich

finde von überall immer zu meinen Akten.

Dadurch, dass alles ein System ist, werden

auch meine Bescheide und Rechnungen

automatisch in die Buchhaltung eingespielt.

Das ist für uns alle echt cool.“

Klaus Gasteiger: „Das Bürgermeistercockpit

ermöglicht mir, die Rechnungen nur

mehr digital zu signieren und freizugeben,

und ich sehe am Bildschirm auch bei jeder

Rechnung, wie weit das Budget auf den

einzelnen Kostenstellen bereits verbraucht

ist. Damit habe ich den Überblick über die

finanzielle Lage unserer Gemeinde, ohne

die Mitarbeiter damit zu belasten.“

Wie war die Umstellungsphase von der

alten auf die neue Software?

Klaus Gasteiger (lacht): „Jeder einzelne

Beleg in der Finanzverwaltung musste

unterschrieben werden, das war insgesamt

eine stundenlange Arbeit. Jetzt hatte ich

eine einstündige Schulung für das neue

System, kann von überall in das System

einsteigen; das ist eine echte System- und

Zeiterleichterung.“

Andrea Klocker: „Die Umstellung ist

schon eine intensive Zeit. Das neue System

mit GeOrg braucht sehr saubere Daten,

damit die automatisierten Prozesse in der

Nacht auch effizient laufen. Wir mussten

also einige Anpassungen und Datenbereinigungen

vornehmen. Das war aber auch gut,

denn die Daten sind einfach die Grundlage

einer effizienten Verwaltung, und im Endeffekt

geht’s auch um Geld für die Gemeinde.

Georg zwingt einen, alles sauber zu führen,

somit wird auch nichts übersehen.“

Was wünscht du dir noch von GeOrg?

Andrea Klocker: „Ich wünsche mir, dass

das System sich weiterentwickelt und uns

in der öffentlichen Verwaltung noch mehr

in der täglichen Arbeit massiv entlastet.“

BILD:

V. l. n. r.: Klaus Gasteiger,

Bürgermeister, Stefan

Bliem, Bauamt, Simone

Wegscheider, Meldeamt,

und Andrea Klocker,

Amtsleiterin (© Gemeinde

Kaltenbach)

GeOrg ist die modernste

Software für Gemeindeverwaltungen.

Vor allem die Einfachheit

und Automatisierung der

Prozesse sind für unsere Kunden

eine echte Erleichterung.

CHRISTOPH CAROTTA

KOMMUNALFINANZEXPERTE

DER GEMNOVA


24 tirol.digital

tirol.digital

25

GeOrg und GISela

Die Verwaltungssoftware GeOrg wurde um ein Geoinformationssystem

(kurz GIS) erweitert. Das datenführende System bleibt weiterhin GeOrg, GIS

ergänzt GeOrg für Spezialaufgaben der Gemeinde vor allem im Bereich

des Bauamts (für mehr Infos zum angebotenen GIS: www.gisquadrat.com).

Ansprechpartner für die Lösungen bei GemNova ist Verena Kaiser

(v.kaiser@gemnova.at oder 0504711-70).

ACH, seit einiger Zeit bin ich nun in

Tirol unterwegs und sammle ganz viele

Informationen und Daten. Ich kenne die

Kanalgebühren, Wasserzählerstände usw.,

aber das sind alles nur Daten. Wie soll ich

denn meinen Schützlingen perfekt unter

die Arme greifen, wenn ich ihnen nicht

auch zeigen kann, wo die Kanalschächte

genau verlaufen oder wo der

Kanaldeckel ist?

Weißt du was ich besonders

gut kann? Daten in einer Karte

anzeigen. Sag mir einfach, was du

anzeigen willst, und ich mach das

für dich. Ich garantiere dir, deine

Schützlinge und du, ihr werdet in

Zukunft alles finden, was ihr bei dir

abspeichert.

Nun wird

GeOrg rot ...

Seit einigen Wochen zieht GeOrg

nun durch die Tiroler Landschaft.

Im Gepäck ganz viele Infos,

Daten und deren Verknüpfungen

aus den vom ihm betreuten

Tiroler Gemeinden.

An einem Wochenende

steigt GeOrg auf einen der

wunderschönen Berge Tirols.

Sag mal, was machst du

morgen? Würdest du mich zu

meinem nächsten Termin

begleiten, um deine schönen

Seiten zu präsentieren?

Das mach ich doch

gerne, aber jetzt genießen

wir den wunderbaren

Sonnenuntergang …

Gemütlich genießt er

seine Jause, ohne genau

zu wissen, wo er sich

befindet. Da erscheint

eine ungewöhnliche

Wanderin.

Hallo, ich bin GISela.

Du scheinst ein verlorenes

Meerestier hier in unseren

schönen Bergen zu sein!

Was bedrückt dich?

Wenn ihr mehr über

GeOrg und GISela erfahren

wollt, schaut vorbei bei

www.meingeorg.at


26 tirol.digital tirol.digital 27

DAS GEHIRN HINTER

KOMPLEXEN PROJEKTEN

Lust auf eine österreichische Erfolgs-

geschichte? In ihrem Geschäftsfeld

führende Unternehmen, die jedoch in

der breiten Masse der Bevölkerung unbekannt

sind, werden mit dem Titel „Hid-

den Champion“ geadelt. Ein solcher ist

der GemNova-Partner Brain Behind. Noch

nie gehört? Und dennoch hatte nahezu

jeder von uns schon vielfach Kontakt mit

dem IT-Dienstleister. Etwa beim en an einer

Bezahl-

Supermarktkasse.

RECHTS:

Mag. Alfred Dworschak (links) und

Alexander Diethard – Mission mit

Vision. (© Chris Hofer)

Denn jahrelange Erfahrung in Zahlungsdienstleistungen

gipfelten im Produkt

ValueMaster des Unternehmens Brain

Behind für Bezahlterminals. Einige der

führenden Handelsmarken vertrauen

darauf, wenn es um hohe Verfügbarkeit,

Funktionsumfang und Einfachheit der

Anwendung geht. Darüber hinaus bietet

das Unternehmen umfangreiche Lösungen

in den Bereichen Kundenbindung,

Tourismus, digitale Gutscheine und digitale

Regionalwährungen, um nur einige zu

nennen. Am besten schildern allerdings

nackte Zahlen, was dahintersteckt: Weltweit

werden knapp 200 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beschäftigt, 160.000

Händlerinnen und Händler sind unter Vertrag,

in über 1.500 Projekten werden mehr

als zwei Millionen Transaktionen pro Tag

abgewickelt – das ist Brain Behind. Neben

den Firmensitzen in London und Salzburg

sind in der Zwischenzeit sieben weitere

Standorte hinzugekommen (von Miami

über Kapstadt bis Delhi).

IN DEN 1990ERN HERRSCHTE

EINE GROSSE AUFBRUCHS-

STIMMUNG. NICHTS SCHIEN

UNMÖGLICH, DIE ENTWICK-

LUNG DER TECHNIK SCHRITT

EBENSO RASANT VORAN WIE

DIE GLOBALISIERUNG, UND

AUCH ALFRED DWORSCHAK

KONNTE SICH DIESER

DYNAMIK NICHT ENTZIEHEN.

Hinter dem „Hidden Champion“ versteckt

sich zudem eine unheimlich spannende

Erfolgsgeschichte. Und das hat mit dem

Mastermind des Unternehmens zu tun,

Alfred Dworschak. Begonnen hat er ganz

„österreichisch“ mit dem Jus-Studium in

Salzburg, doch dann zog es ihn nach London,

und auf der London School of Economics

begann sein Weg in die spannende

Welt der Technik und des Managements.

Das war in den 1990ern, als eine große

Aufbruchsstimmung herrschte. Nichts

schien unmöglich, die Entwicklung der

Technik schritt ebenso rasant voran wie

die Globalisierung, und auch Alfred Dworschak

konnte sich dieser Dynamik nicht

entziehen. Er gründete einige Start-ups

in der IT-Branche – nicht alles glückte,

aber viele Erfahrungen wurden gesammelt.

„Es war damals in London an der

Uni eine tolle Stimmung. Eine Mischung

aus Aufbruch, Erfolg, großen Plänen und

eine hohe Intensität, nicht zuletzt durch

die große Internationalität in dieser Stadt“,

blickt Alfred Dworschak zurück.

In dieser Zeit lernte er den Inder Nirmal

Naddha kennen. Gemeinsam entdeckten

sie, dass in vielen Regionen der Welt

die Handhabe mit Bargeld sehr gefährlich

sein kann und auch oft missbräuchlich

verwendet wird – und erkannten

die Marktlücke. Den beiden gelang es,

ein digitales Produkt zu entwickeln, das

Zahlungen, Dienstleistungen und Aktivitäten/Berechtigungen

über eine zentrale

IT-Plattform (ValueMaster genannt) abzuwickeln.

Unabhängig von Währungen und

Zahlungssystemen. Das war der Durchbruch

und die Geburtsstunde von Brain

Behind 2005 in London.

In seiner Heimat Österreich kreuzten

sich 2006 die Wege von Dworschak und

Alexander Diethard. Nach ersten gemeinsamen

Vertriebsbemühungen zu Value-

Master in Österreich und der Schweiz

entstand sehr bald Freundschaft, und

daraus entwickelte sich eine gemeinsame

Vision und Mission. Ein eigenständiges

Unternehmen wurde gegründet, das

sich um das internationale Wachstum,

die Projektabwicklung sowie das rasch

wachsende Partnernetzwerk kümmerte.

Schon bald konnte man zahlreiche Handels-

und Dienstleistungsunternehmen in

der DACH-Region überzeugen, dass digitale

Gutschein-, Bonus- und Verrechnungslösungen

mit der Brain-Behind-Lösung

sicherer, effizienter und komfortabler im

Handling sind.

In Tirol ist das Unternehmen an vielen

Orten anzutreffen. So war eines der ersten

Gemeindeprojekte in Österreich die

Energy-Card in Wörgl. Es folgten die Gutscheinkarte

für das Kaufhaus Tyrol, die

Gutscheinkarte für die Harisch-Hotels in

Kitzbühel und auch eine überaus enge

Kooperation mit MPreis. 2019 wurde eine

enge Zusammenarbeit mit der GemNova,

dem Unternehmen der Tiroler Gemeinden,

vereinbart, um die Gemeinden noch

stärker bei ihren Plänen zur regionalen

Kaufkraftbindung zu unterstützen und

zudem auch neue Produkte zu entwickeln.

Die Experten von Brain Behind und der

GemNova arbeiten bereits seit längerer

Zeit an einigen Digitalisierungsprojekten

zum Wohl der Gemeinden und der Bevölkerung.

Die Servicequalität der abfallwirtschaftlichen

Infrastruktur der Umweltzone

Wipptal soll beispielsweise markant

erhöht und für die teilnehmenden Gemeinden

die Abläufe vereinfacht werden. „Die

Bevölkerung des Wipptales soll über eine

Bürgerkarte tägliche Abgabemöglichkeiten

in der gesamten Region vorfinden“,

so der GemNova-Projektverantwortliche

Michael Kirchmair. „Jausengeld“ ist der

neue digitale Essensgutschein zur Nutzung

von steuerfreien Essenszuschüssen.

„Unternehmen profitieren von einem flexiblen

Buchungssystem ohne administrative

Zusatzaufgaben, Mitarbeiter können

eine größere Restaurantauswahl für sich

nutzen, und Wirte erhöhen den Umsatz

zum Mittagstisch“, bringt es der GemNova-Projektbetreuer

Stefan Schober auf

den Punkt. In Zusammenarbeit mit dem

Handelsunternehmen MPreis wurde während

des Covid-19-Lockdowns ein einfach

zu nutzendes System entwickelt, mit dem

sich Menschen lebenswichtige Einkäufe

von Freiwilligen erledigen lassen können.

AUTOR

MANFRED SCHIECHTL


28

tirol.kooperiert tirol.kooperiert

29

Aus drei

mach eins

Vorbild für einen

Zusammenschluss

Die Wipptaler Gemeinden

Matrei am Brenner, Mühlbachl

und Pfons werden künftig gemeinsame

Wege gehen. Basis

hierfür war eine Volksbefragung.

Die Bürgerinnen und Bürger

stimmten dabei klar für einen

Zusammenschluss. Dieser soll

nach Abschluss aller Vorbereitungsarbeiten

per 1. Jänner

2022 erfolgen.

Von Beginn an maßgeblich unterstützt

wurden die drei Gemeinden bei den

umfangreichen Vorbereitungsarbeiten,

bei denen viel Neuland zu betreten war,

von der GemNova. Zu Beginn unter der

Verantwortung von Magnus Gratl, der

kürzlich in das Büro von Landeshauptmann

Günther Platter wechselte, zuletzt

von Karin Erler.


30 tirol.kooperiert tirol.kooperiert

31

„Es waren viele

komplexe Hürden

zu nehmen,

doch gemeinsam

wurden

alle äußerst zufriedenstellend

genommen.“

MAG. KARIN ERLER

GEMNOVA-

PROJEKTVERANTWORTLICHE

ZUM AUTOR

MANFRED SCHIECHTL

25 Jahre Medienerfahrung in

verschiedensten Bereichen bei

der Tiroler Tageszeitung und dem

Kurier sind die Basis für eine

umfangreiche Expertise in allen

Kommunikationsbelangen.

Kontakt: m.schiechtl@gemnova.at

Unterstützt durch die Expertise der Fachleute

der GemNova wurden alle Vorbereitungsarbeiten

bis hin zur Volksbefragung

und den entscheidenden Gemeinderatsbeschlüssen

reibungslos abgewickelt. „Wir

sind sehr stolz darauf, dass wir unseren

Beitrag zu diesem vorbildlich abgewickelten

Prozess der drei Gemeinden im Wipptal

leisten konnten. Es waren viele komplexe

Hürden zu nehmen, doch gemeinsam

wurden alle äußerst zufriedenstellend

genommen“, freut sich die GemNova-Projektverantwortliche

Karin Erler für die drei

Gemeinden und dass sich die viele harte

Arbeit ausgezahlt hat. „Es ist fast 50 Jahre

her, dass zuletzt eine Gemeindefusion in

Tirol stattfand. Da sich viele gesetzliche

Vorgaben in der Zwischenzeit geändert

haben, musste das Know-how von Grund

auf neu aufgebaut werden. Aber dies ist

ausgezeichnet gelungen.“

In enger Abstimmung

Parallel zu den Fusionsvorbereitungen

läuft derzeit im Wipptal noch ein zweites

Großprojekt, das selbstverständlich

eng mit der Gemeindezusammenlegung

abgestimmt sein muss, da es auf diese

eine große Auswirkung hat. Auch dabei

kommt Unterstützung von der GemNova.

Der Hintergrund: Die Servicequalität der

abfallwirtschaftlichen Infrastruktur der

Umweltzone Wipptal soll markant erhöht

und für die teilnehmenden Gemeinden

die Abläufe vereinfacht werden. „Bürgerinnen

und Bürger des Wipptales sollen über

eine Bürgerkarte tägliche Abgabemöglichkeiten

in der gesamten Region vorfinden“,

erklärt GemNova-Experte Michael

Kirchmair. Neben Matrei am Brenner,

Mühlbachl und Pfons nehmen auch die

anderen Gemeinden der Region Wipptal

(Planungsverband 22) bis auf Ellbögen teil,

also Gries am Brenner, Gschnitz, Navis,

Obernberg, Schmirn, Steinach, Trins

und Vals. Zusammen leben in diesen elf

Gemeinden über 14.000 Personen.

Bündelung der Ressourcen

Zurück zur Gemeindefusion von Matrei

am Brenner, Mühlbachl und Pfons: Diese

erfolgt auf freiwilliger Basis. Sie wird nicht

vom Land Tirol verordnet.

Es liegt in unserer Hand,

eine gemeinsame tolle

Zukunft für die nächsten

Generationen zu schaffen.

Die Gründe für einen künftigen gemeinsamen

Weg der drei Kommunen sind die

bisher schon engen Bande. Sowohl geografisch

als auch geschichtlich und kulturell.

Ein Aspekt ist auch die „Ressourcenbündelung

im Sinne des Erhalts und

der Verbesserung der Lebensqualität“, so

Landesrat Johannes Tratter. Der Bürgermeister

der Marktgemeinde Matrei am

Brenner, Paul Hauser, sieht die Fusion als

positiven Schritt in die Zukunft: „Es liegt

in unserer Hand, eine gemeinsame tolle

Zukunft für die nächsten Generationen zu

schaffen. Ich bin überzeugt, dass wir mit

etwas gutem Willen diese Herausforderung

auch gut meistern werden.“ Alfons

Rastner, Gemeindechef in Mühlbachl,

denkt ähnlich: „Ich bin der festen Überzeugung,

dass bis Jahresbeginn 2022 alle

Voraussetzungen für eine gemeinsame

Gemeinde, unter Beibehaltung der Identität

von Pfons und Mühlbachl als Katastralgemeinden,

eine ungemeine Stärkung

unseres Lebensraums bewirkt.“ Alexander

Woertz, Bürgermeister von Pfons, sieht die

Raum zum Wohlfühlen

Ideal als langfristige oder temporäre Raumlösung

(z.B. Kindergärten und Schulen)

Optimale Wärmedämmung

Brandschutz (R)EI30 serienmäßig

www.containex.com

LINKS:

Matrei am Brenner wird mit

Mühlbachl und Pfons fusionieren.

(© Shutterstock)

drei Gemeinden vor einer großen

Weggabelung in Richtung

Zukunft: „Gemeinsam könnten

wir mit einem Budget gezielter

und kosteneffizienter investieren

und die bestehenden Ressourcen

besser nutzen“, sieht

er viel Potenzial.

Die Folgen der Fusion

Nach dem Beschluss der drei

Gemeinderäte für die Fusion

wird 2021 ein detailliertes Vertragswerk

ausgearbeitet, das

den Zusammenschluss regeln

soll. Von der neuen Gemeinde,

in der die drei bisherigen aufgehen,

werden alle Rechte und Pflichten übernommen.

Das gilt auch für das gesamte

Vermögen der aktuell bestehenden

drei Gemeinden. Verordnungen im eigenen

Wirkungsbereich verlieren ihre Geltung

und müssen neu verordnet werden.

Bescheide bleiben jedoch rechtskräftig.

Der Zusammenschluss von Matrei am

Brenner, Mühlbachl und Pfons ist die erste

Gemeindefusion in Tirol seit 1973, als sich

Hatting und Inzing zusammengeschlossen

hatten. Diese beiden Gemeinden (bis 1816

schon einmal eine zusammenhängende

Kommune) trennten sich Ende 1991 allerdings

wieder.

CTX_Inserat_GemNova (195x118)_220-rz.indd 1 04.08.20 15:00


32 tirol.kooperiert tirol.kooperiert

33

IM FOKUS:

GEMEINDEIMMOBILIEN

MANAGEMENT, SERVICE &

WARTUNG AUS EINER HAND –

DIE NEUE BIG/GEMNOVA-

KOOPERATION

Seit März des heurigen Jahres bieten

GemNova und die Bundesimmobiliengesellschaft

(BIG) gemeinsam professionelle

Serviceleistungen für Gemeindeimmobilien

an.

Die immer komplexer werdende Erhaltung

und Verwaltung von Immobilien, insbesondere

Gebäuden, stellen Tirols Gemeinden

vor viele Herausforderungen – hochbautechnisch

ebenso wie finanziell und rechtlich.

Die Facility-Management-Leistungen

der BIG/GemNova-Kooperation beinhalten

daher vier umfassende Bereiche.

2. KAUFMÄNNISCHES

OBJEKTMANAGEMENT

Neben der klassischen kaufmännischen

Hausverwaltung – Zahlungsverkehr,

Abrechnung und Reporting – gehört auch

die technische Hausverwaltung in professionelle

Hände gelegt. Mit der BIG/

GemNova-Kooperation werden Kleinreparaturen

bis zu einem von der Gemeinde

vorgegebenen Kostenrahmen organisiert

und erbracht sowie eine jährliche

Zustandskontrolle der Gebäude erstellt,

auf Wunsch mit Instandhaltungsvorschau.

Zum kaufmännischen Objektmanagement

gehört auch das Nutzermanagement im

Sinne einer Begleitung und Beratung in

allen Bereichen der Vermietung bzw.

sonstigen Nutzungsüberlassung von der

Schlüsselübergabe bis zur Rückstellung

und die Versicherungskoordination inklusive

Abwicklung von Versicherungsschäden.

1. STAMMDATENERFASSUNG

UND INVENTARISIERUNG

Um ein Gebäude bestmöglich bewirtschaften

zu können, braucht es verlässliche

Objektstammdaten und Raumdaten.

Oft kommt man erst durch eine entsprechende

Vermessung zu aussagekräftigen

Plandaten. Und wenn die einmal vorhanden

sind, muss auch das Inventar und die

sonstige Ausstattung erhoben werden. Für

diese Leistungen liefert die Zusammenarbeit

von BIG und GemNova eine einheitliche,

objektbezogene Datenstruktur, die

auf Knopfdruck auch digital zur Verfügung

gestellt werden kann.

BILD:

Die Turnhalle

der neuen Volksschule

Kundl (© GemNova)

ZU DEN AUTOREN

DR. WOLFGANG RAUTH

Wolfgang Rauth ist Jurist, Immobilientreuhänder

und kaufmännischer

Leiter des OFM Team Tirol

bei der Bundesimmobiliengesellschaft.

Kontak: wolfgang.rauth@big.at

MAG. NIKOLAUS KRAAK

Nikolaus Kraak ist Jurist,

Immobilientreuhänder und Prokurist

bei der GemNova.

Kontakt: n.kraak@gemnova.at

3. TECHNISCHES

OBJEKTMANAGEMENT

Mit einer Zustandserfassung und

Zustandsanalyse kann mithilfe der innovativen

Software AiBATROS® eine vertiefte

objektive und systematische Analyse

des Gebäudebestandes durchgeführt und

damit ein anschaulicher Überblick über

den derzeitigen Zustand der Gebäudeteile

verschafft werden. Daraus lassen sich

Grobkosten für zukünftige Instandsetzungs-

und Modernisierungsmaßnahmen

ableiten. Mit der Instandhaltungsplanung

kann der konkrete Instandhaltungsbedarf

der Gebäude verfeinert und auf die

budgetären Möglichkeiten der Gemeinde

angepasst werden. Bei größeren Vorha-


34 tirol.kooperiert

tirol.kulturell

35

Mit der neuen BIG/GemNova-

Kooperation können wir Gemeinden

bei sämtlichen gebäudebezogenen

Aufgaben umfänglich

unterstützen und begleiten. Das

Leistungsspektrum erstreckt

sich von der Phase der Projektentwicklung

und Errichtung über

Management, Service und Wartung,

die Pflege und Instandhaltung

bis zum Abbruch oder der

Generalsanierung.

DI WOLFGANG

GLEISSNER

GESCHÄFTSFÜHRER BIG

ben übernehmen GemNova und BIG die

gesamtheitliche Koordination der Planung

und Umsetzung im Sinne eines Projektmanagements.

Und wie es die ÖNORMEN

B 1300 und B 1301 vorsehen, wird einmal

jährlich eine Objektsicherheitsbegehung

durchgeführt und die Verkehrssicherheit

mittels App und ÖNORM-gerechter Erfassungsstruktur

dokumentiert.

4. FACILITY-

OBJEKTMANAGEMENT

Durch die zunehmende Gebäudeautomation

steigt die Komplexität für die Nutzerinnen

und Nutzer. Mit Spezialwissen

und viel Erfahrung im Haustechnikbereich

wird für einen rechtssicheren Betrieb der

technischen Anlagen gesorgt. GemNova

und BIG koordinieren externe Dienstleister

für die Gemeinden und sorgen durch

eine Bündelung der Volumina für attraktive

Einkaufspreise. Das richtige Energiemanagement

ist ein wichtiger Bestandteil

aller Nachhaltigkeitsbestrebungen, von

der Erhebung von Einsparungspotenzialen

bis zum Monitoring. Abgerundet wird

das Paket durch ein effektives Fördermanagement.

Um all diese Leistungen anbieten und

abwickeln zu können, steht auf Seiten der

BIG das Objekt- & Facility-Management-

Team Tirol (OFM Tirol) mit insgesamt

34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

zur Verfügung. Das OFM Tirol betreut

allein in Nordtirol rund 800.000 Quadratmeter

Nettoraumfläche; das entspricht

112 Fußballfeldern an bebautem Raum.

Dabei reichen die Leistungen von Alltagsfragen

über klassische Agenden wie der

Betriebskostenabrechnung bis hin zur

Wartung der technischen Anlagen.

Neben dem reibungslosen Betrieb steht

auch die Erhaltung der Substanz mittels

gezielter Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen

im Fokus. Die Servicetechniker

der BIG übernehmen Aufgaben

wie die Steuerung von Leit- und

Regeltechnik, kleinere Reparaturen sowie

die Abwicklung von Wartungs- und Prüfdiensten.

Bei einer Immobilie entfallen rund 80 Prozent

der sogenannten Lebenszykluskosten

auf die Betriebsphase. Und genau in dieser

kann die BIG/GemNova Kooperation den

Tiroler Gemeinden helfen, Zeit und Geld zu

sparen. Beide Unternehmen bringen eine

jahrelange Erfahrung im Facility-Management

zum Nutzen der Tiroler Kommunen

ein und können dadurch den Betrieb

der anvertrauten Gebäude optimieren.

MEHR

INFOS?

Nähere Informationen

zum Leistungsportfolio

können dem Folder

entnommen werden –

erreichbar unter folgendem

Link: www.gemnova.

at/files/big_gemnova_

kooperation_folder.pdf

bzw. per QR-Code:

lies mal

wieder ...

Ecowin Verlag

September 2020

220 Seiten, € 24,-

7 BUCHTIPPS

EMPFOHLEN VON

REINHOLD OBLAK

LERNEN S’

GESCHICHTE, HERR

REPORTER!

ULRICH BRUNNER

Das „Lernen S’ Geschichte, Herr Reporter!“ zählt wohl zu den bekanntesten Zitaten no Kreiskys. Dass sich damals auf der anderen Seite des Mikrofons der ORF-Journalist

Bru-

Ulrich Brunner befand, wissen heute wohl nur noch ganz wenige. Vorliegendes Buch ist

freilich nicht aufgrund dieses „Zwischenfalls“ so lesens- und empfehlenswert. Nein, Brunner

handelt diesen heftigen Wortwechsel mit Kreisky nur auf einigen wenigen Seiten ab.

Einfach weil er mehr, viel mehr zu erzählen, zu berichten, zu erklären hat.

Dabei besonders erwähnenswert: die saubere Recherche, die vielen köstlichen Anekdoten,

die interessanten Hintergründe, über die Brunner als Zeitzeuge Auskunft geben kann.

Und er würzt all dies noch mit persönlichen Briefen, die er seinerzeit von Kreisky erhalten

hat. Jedes einzelne Schreiben davon ist ein Zeitdokument. Wer seine Nase in dieses

Buch hineinsteckt, wird sie lange nicht mehr herauskriegen. Und das ist wohl auch gut so.


36

tirol.kulturell

tirol.kulturell 37

Er sei, schreibt Tom Dauer in seinem

einleitenden und fürwahr ausgezeichneten

Essay über den Vorarlberger

Fotografen Peter Mathis,

„ein Schatzsucher und Momentesammler“.

Dann, über die Jahre

hinweg, habe er sich von einem

„Jäger des Augenblicks zu einem

Beobachter des Beständigen“ entwickelt.

Als aktuelles Ergebnis liegt

nun ein Bildband mit dem schlichten

Titel „Schnee“ vor, den in aller

Ruhe zu betrachten, sich unbedingt

lohnt. Faszinierende Schwarz-weiß-

Aufnahmen aus den tief verschneiten

Bergen, gewaltige Stimmungen,

beeindruckende Szenerien, ganz feine

Details.

Wer das opulente Buch nur schon

zur Hand nimmt, wird bereits die

Haptik spüren, von eben dieser überrascht,

sehr angetan sein. Und ja, der

Fotograf aus dem Ländle kann auch

schreiben, seinen Gefühlen Ausdruck

geben, erklären, wie es zu bestimmten

Aufnahmen gekommen ist. Oder

eben nicht. Das Licht, das Wetter,

die persönliche Einstellung, es muss

eben alles zusammenpassen.

SCHNEE

PETER MATHIS

Prestel Verlag

September 2020

160 Seiten, € 50,-

CHILDREN

OLIVIER SUTER

Ein fürwahr bemerkenswertes Büchlein. Kein Text, keine Erklärung, keine Zusammenfassung.

Stattdessen eine scheinbar wahllose Zusammenstellung verschiedenster

Kinderfotografien. Allesamt schwarz-weiß, nur mit dem Namen des Kindes, meist auch

mit dem Jahr der Aufnahme, mit den Lebensdaten versehen. Viel mehr an Information

gibt es nicht. Es liegt somit an der Betrachterin, am Betrachter, weiterführende Gedanken

anzustellen.

ZUGSPITZE. BERG

DER KONTRASTE

STEFAN KÖNIG

LEBT DER ALTE

TOD NOCH?

HANS KUPFMÜLLER

Stefan König ist eine wahrlich bemerkenswerte Annäherung an Deutschlands höchsten

Berg gelungen. Spielerisch leicht überwindet er dabei die gewaltige Kluft zwischen lärmendem

Massentourismus auf der einen, ernstem Alpinismus auf der anderen Seite. Und ja, er verfügt

auch über eine ganz feine Feder, einen guten Sinn für trockenen Humor, das nötige Problembewusstsein

und letztendlich auch großes Wissen. Damit zeichnet er das äußerst bunte Bild eines

Berges, das aus vielen unterschiedlichen Mosaiken besteht.

Besonders hervorzuheben: der Originalbericht der fünften Zugspitzbesteigung aus dem Jahre

1835, der Originalbericht des ersten Wetterwartes der Zugspitze aus dem Jahre 1901. Beides

historische Dokumente, die sich auch heute noch ausgezeichnet lesen, gleichzeitig einen poin-

tierten Einblick in die damalige Zeit vermitteln. Wer seine Nase in diese ausgezeichnete Bergmonografie

hineinsteckt, wird sie wohl lange nicht mehr herausziehen wollen. Gründe dafür gibt

es, wie Sie dann lesen werden, zuhauf.

AS Verlag

Juli 2020

288 Seiten, € 35,-

Er hat den fotografischen Blick für das

Wesentliche, für Details, für scheinbar

unscheinbare Zusammenhänge. Dann

hat er noch Sinn für Humor, für Ironie, für

sprachliche Pointen. Außerdem kann er mit

Worten umgehen, sie zu wahrlich feinen

Sätzen formen. Ferner gibt es da noch

den Innviertler Dialekt, den er immer wieder

einbaut, auf den er nicht vergisst, der

wunderbar zu lesen, zuweilen freilich erst

beim zweiten, dritten Mal vollkommen zu

verstehen ist. Herausgekommen ist auf alle

Fälle ein Buch, das Seite für Seite um die

unerträgliche Leichtigkeit des Todes kreist.

Edition Patrick Frey

November 2019

288 Seiten, € 44,10

Das Verbindende all dieser Fotos: Alle abgelichteten Kinder erhielten als Erwachsene

große öffentliche Aufmerksamkeit. Im positiven wie auch im negativen Sinn. So findet

sich in diesem auch haptisch äußerst gelungenen Büchlein etwa Sophie Scholl neben

Adolf Hitler, Virginia Woolf neben Benito Mussolini, Rosa Luxemburg neben Joseph Stalin,

Josephine Baker neben Osama bin Laden. Um nur einige wenige zu erwähnen. Bemerkenswert.

Betrachtenswert. Empfehlenswert.

edition panoptikum

Oktober 2019

176 Seiten, € 28,-

Hans Kumpfmüller hat somit ein wirklich

feines Buch komponiert. In vielerlei

Hinsicht, wohl auch mit entsprechendem

Herzblut. Ganz klare Leseempfehlung, weil

einfach großes Kino.


38

tirol.kulturell

tirol.kulturell

39

BEST OF SÜDOST-

ALPEN: KARNISCHE UND

JULISCHE ALPEN

HANNES LEXER UND

STEFAN LIEB-LIND

Vorab eine Klarstellung: Dieser wuchtige Führer aus dem

renommierten Hause Panico richtet sich an Sportklette-

rer und kletterinnen. Und an „wilde Hunde“, die auf wirklich

anspruchsvollen Routen im recht ursprünglichen Gelände

ruhig und gelassen Friends und Keile legen, zuweilen auch

selbst einen Haken schlagen möchten. Der durchschnittlich

talentierte Bergsteiger, der etwa die gewaltige Triglav-Nordwand

durchsteigen möchte, wird hier eher nichts Passendes

finden, einfach zu schwierig. Anmerkung Nummer zwei: Die

beiden Autoren, beide Bergführer, sind sich bewusst, trotz

des gewaltigen Umfangs von rund 520 Seiten lediglich eine

Auswahl anzubieten. Womit freilich ein sehr guter Anfang

gemacht ist.

GEMEINDE 24

DAS KOMMUNIKATIONSTOOL

FÜR GEMEINDEN

Dieses Tool ermöglicht Gemeinden eine effiziente

und serviceorientierte Kommunikation zu allen

Gemeindebürger*innen.

Panico Alpinverlag

September 2020

516 Seiten, € 46,10

ANKLAGE

VATERMORD

MARTIN POLLACK

Die Karnischen und Julischen Alpen – aufgeteilt auf Österreich,

Slowenien und Italien – sind nach wie vor ein eher

unbekanntes Gebiet. Ein guter Grund mehr, diese wunderschöne

Region vorzustellen, den Finger auf die Vielzahl an

beeindruckenden Routen zu legen. Und ja doch, dieses Aufzeigen

von Möglichkeiten zum Sportklettern ist fraglos gelungen.

Kleine kulinarische Ergänzung: Wer die weltbesten Cremeschnitten

essen möchte, sollte ohnehin mal die Gegend um

Kranjska Gora aufsuchen.

Fischer Taschenbuch

4. Auflage

336 Seiten, € 8,95

Wer Martin Pollacks Bücher kennt – „Der Tote im Bunker“, „Die Frau ohne Grab“ –, wird

auch dieses Buch herausragend finden. Wer diesen Autor noch nicht kennt, sollte dies

schleunigst nachholen. Mit welch ruhiger, unaufgeregter Sachlichkeit Martin Pollack

seine Themen behandelt, diese präzise auf den Punkt bringt, ist einfach großartig. Vorliegendes

Buch ist nur ein weiteres faszinierendes Beispiel dafür.

+

+

+

+

+

ALLE KONTAKTE &

ANSPRECHPARTNER*INNEN

IM ÜBERBLICK

DER MÜLLPLAN IM ÜBERBLICK

MIT PUSH-NACHRICHTEN

ALLE EVENTS & VERAN-

STALTUNGEN

DIE DIGITALE AMTSTAFEL

MIT ALLEN NEUIGKEITEN

DIALOG ZWISCHEN BÜRGER-

MEISTER*IN UND GEMEINDE-

BÜRGER*INNEN

4 KANÄLE,

1 EINGABE

APP, WEBSITE,

FACEBOOK, SMS

NACHRICHTEN

Die detaillierte Beschreibung eines vermeintlichen Vatermordes und seiner Folgen in

den Zillertaler Alpen, im hintersten Tirol. Das Aufeinanderprallen verschiedenster, höchst

unterschiedlicher Welten: auf der einen Seite das konservative, antisemitische Tirol, auf

der anderen Seite das weltoffenere, intellektuellere, auch jüdische Wien der späten 20er

Jahre des vorigen Jahrhunderts.

+

UVM.

Besonders hervorzuheben: die saubere Recherche, die vielen Zitate aus persönlichen

Briefen, Gerichtsprotokollen, Zeitungsmeldungen. Damit lässt uns der Autor an einer Zeit

teilhaben, die noch nicht einmal hundert Jahre zurückliegt. Und in ihren Auswirkungen –

nicht nur in Tirol – zuweilen noch immer präsent ist. Ein herausragendes Buch. Chapeau!

EURE ANSPRECHPARTNERIN:

GABRIELE KAPLENIG (info@open-digital.at, +43 (0) 50 4711 70)

www.gemnova.at


40 tirol.kulturell

tirol.kulturell

.. die

backerei

OBEN:

Weihnachtsmarkt.

(© Die Bäckerei)

41

LINKS:

StockEins Coworking.

(© Die Bäckerei)

Kulturbackstube –

von Lebensmitteln

zu kultureller Nahversorgung.

ZUM AUTOR

DR. FLORIAN

COPE-LADSTÄTTER

Florian Cope-Ladstätter ist

seit acht Jahren Teil der

Bäckerei-Geschäftsführung,

verantwortlich für Projekt- und

Organisationsentwicklung

und viele andere Dinge, die

grad erledigt werden müssen.

Die Bäckerei ist ein Kulturzentrum in Innsbruck.

Seit ungefähr einem Jahr besteht

ein regelmäßiger Austausch zwischen dem

Team der Bäckerei und dem der GemNova.

Obwohl wir in komplett unterschiedlichen

Bereichen arbeiten, gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Beide Organisationen wollen

einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Hands-on-Mentalität wird dabei großgeschrieben:

Mut zum Risiko, dynamisches

Planen und Abkehr von formalen Hierarchien

sind Eigenschaften und Methoden,

über die sich die GemNova und die Bäckerei

vortrefflich austauschen können.

Deshalb wird sich die Bäckerei in den kommenden

Ausgaben des GemNova-Magazins

einigen spannenden Fragen widmen:

„Brauchen wir Kreativität oder wären wir

ohne sie eh besser dran?“ „Kann man sich

ohne formale Hierarchien organisieren?“

oder „Wie viel Struktur braucht es, um

nicht wahnsinnig zu werden, und wie viel

Chaos ist notwendig, um nicht vor Langeweile

zu erstarren?“

Aber bevor wir uns diesen Themen zuwenden,

möchten wir den Platz hier nutzen, um

die Bäckerei einmal kurz vorzustellen.

OBEN: Die Bäckerei

beim Parking Day.

(© Die Bäckerei)

Bäckerei WAS?

Die Bäckerei ist ein vielfältiges Haus, das

Kreativität in verschiedensten Formen fördert.

Hier finden Veranstaltungen, Workshops,

Vorträge und Kurse statt. Insgesamt

ungefähr 600 pro Jahr. Kollektive, Vereine,

Künstlerinnen und Künstler arbeiten in

ihren Ateliers und Büros. Im ersten Stock

gibt es einen Coworking Space. Auch ein

Magazin wird hier produziert. Im Keller

ist eine Foodcoop und auf dem Dach ein

Gemüsegarten. Eine Radlwerkstatt und

eine Holzwerkstatt gibt es auch. Und eine

Küche inklusive dazugehöriger Feldschafft.

Bäckerei SEIT WANN?

80 Jahre Brot, 10 Jahre Kultur. 1920 eröffnete

eine gewisse Therese Mölk mit

ihrem Mann und ihren zehn Kindern in

der Dreiheiligenstraße in Innsbruck eine

Bäckerei. Ab 1970 entstand dort dann der

Nahversorger MPreis. Als dieser 1997 in

die neue Firmenzentrale nach Völs umzog,

blieb die Bäckerei leer zurück. 2009 entdecken

dann eine Gruppe junger Innsbruckerinnen

und Innsbrucker die leerstehende

Bäckerei. Und weil eine von ihnen

aus der Mölk-Familie stammt, erhalten sie

die Möglichkeit, das alte Gebäude zu nutzen.

Mit einem knappen Budget und sehr

viel Motivation und Handarbeit machen

sie sich daran, die Bäckerei zugänglich

zu machen. Als die Kulturbackstube im

Oktober 2010 offiziell eröffnet wird, ist

Uns ist es wichtig, dass das Bäckerei-Kulturprogramm

so vielen Menschen wie möglich

zugänglich ist. Damit trägt die Bäckerei zur

Vielfalt und Lebensqualität ihrer Umgebung bei.

sie in Innsbruck bereits bestens bekannt,

und viele wollen den neuen Raum nutzen.

Und weil die Frage immer wieder auftaucht,

sei an dieser Stelle gesagt, nein,

die Bäckerei ist nicht Teil von MPreis. Es

gibt Verbindungen, aber das sind zwei

komplett unabhängige Organisationen.

Bäckerei WER?

Rechtlich ist die Bäckerei ein gemeinnütziger

Verein. Das Bäckerei-Team

vereint Menschen aus verschiedenen

Ländern und unterschiedlichen Hintergründen.

Unsere Arbeit reicht von der

(Um-)Gestaltung unseres Gebäudes über

die Koordination und Kommunikation

von Veranstaltungen bis hin zur Erforschung

und Publikation unserer eigenen

Methoden. Wir experimentieren ständig

und entwickeln neue Formate, um unsere

Wirkung über die Grenzen unseres

Gebäudes hinaus zu erweitern. Unser

Team arbeitet ohne formale Hierarchien,

weil wir dadurch unsere Persönlichkeit in

unsere Arbeit einbringen können.

Bäckerei WARUM?

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“

Von Anfang an stand im Kern der Bäckerei

die Idee, Menschen dabei zu unterstützen,

ihr kreatives Potenzial zu entdecken

und zu entfalten. Oder anders

ausgedrückt, die Bäckerei ist für Kreativität

was Kompost, Sonne und Regen für ein

Gemüsebeet sind.

Uns ist wichtig, dass das Bäckerei-Kulturprogramm

so vielen Menschen wie möglich

zugänglich ist. Damit trägt die Bäckerei

zur Vielfalt und Lebensqualität ihrer Umgebung

bei. Sowohl das Kulturprogramm als

auch die anderen Angebote im Haus verfolgen

den Zweck, möglichst vielen Menschen

die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen

zu verwirklichen. Wir mögen das Wort

„Selbstwirksamkeit“ und versuchen dieses

Gefühl zu fördern, wo immer es geht.

Wir finden, in unserer leistungs- und konsumorientierten

Welt brauchen wir Kreativität

so nötig wie unser täglich Brot.


42 tirol.traditionell tirol.traditionell

43

Trachtenvielfalt

in

Osttirol

Trachten oder Trachtiges erfreut

sich seit Jahren wieder großer

Beliebtheit. Sie werden im Alltag,

zu Festlichkeiten oder gar beruflich

getragen. Selbst Stars aus

dem Film- und Musikgeschäft haben

sie für sich entdeckt. Trachten

gibt es in mannigfaltigen

Stoffen, Farben und Schnitten, die

von Region zu Region variieren.

Der flächenmäßig größte Bezirk

Tirols und gleichzeitig Verwaltungssitz

von Osttirol – Lienz –

überrascht durch Vielfalt.

In Osttirol blickt man auf eine lange und eigenständige

Trachtengeschichte zurück, die über

das 19. Jahrhundert hinaus weit zurückgeht.

Jedoch entwickelten sich die Gewänder ab diesem

Zeitpunkt zu dem, was seit der vorletzten

Jahrhundertwende als Tracht bezeichnet wird.

Das Gewand, wie die Tracht früher bezeichnet

wurde und noch heute in einigen Tälern Osttirols

genannt wird, trug man bereits damals

im Alltag und nicht nur zu hohen Festtagen

oder zu besonderen Anlässen.

ZUM AUTOR

JAN SCHÄFER

Jan Schäfer ist Experte

für Marketing und

Kommunikation. Er war

maßgeblich bei der

Entstehung des neuen

GemNova-Buches „Wir

alle sind Gemeinde“

beteiligt und unterstützt

seit heuer die GemNova

als Gemeindebetreuer

in Osttirol.

Kontakt:

j.schaefer@gemnova.at

BILD: Die Alt-Matreier

Tracht, so wie sie heute

getragen wird (© Martin

Lugger Photography/

Atelier Marianna)

„Eine Tracht

war nicht nur

Bekleidungsstück,

sondern stiftete

darüber hinaus

Identifikation.“

Anfänglich bestand das Gewand vornehmlich

aus Wolle und Loden, weil diese in

der Region verfügbar waren. Durch die

aufkommende Industrialisierung und den

sich damit verstärkenden Handel kamen

Stoffe wie Brokat, Samt oder Seide nach

Osttirol. Auch modische Einflüsse aus

dem Balkan, vom russischen Zarenhof

oder spanischen Königshaus spielten bei

den Gewändern zunehmend eine Rolle.

Trachten sind ein Spiel mit dem Zeitgeist

„Manche meinen, das Aussehen einer

Tracht sei streng festgelegt. Das stimmt

jedoch nicht. Jede Zeit mit ihren modischen

Erscheinungen nahm Einfluss.

Das war in den vorherigen Jahrhunderten

schon so und hat sich bis heute

nicht geändert“, sagt Schneidermeisterin

Marianna Oberdorfer aus Lienz. Sie

schneidert nicht nur mit Leidenschaft

Trachten, sondern befasst sich auch mit

deren Geschichte – speziell der Osttiroler

Trachten. „Eine Tracht war nicht nur

Bekleidungsstück, sondern stiftete darüber

hinaus Identifikation. Sie zeigte, woher

man kam, welchen Stand man hatte, und

war der Ausdruck von Verbundenheit mit

der Heimat, gerade wenn die Menschen

in der Fremde Arbeit fanden. Im Defereggental

beispielsweise baute man seit dem

Mittelalter Kupfer ab. Als der Bergbau um

1715 zum Erliegen kam, wanderten einige

Defregger auf der Suche nach Arbeit nach

Slowenien aus. So kam das Deferegger

Gewand in diese Region, und Einflüsse von

dort fanden ihren Weg zurück ins Defereggental“,

erzählt Marianna Oberdorfer.

Von grob über bunt bis edel

Deshalb gilt diese Tracht als

besonders interessant. Das

„grob“ wirkende Gewand

besteht aus einem Mieder und

einem Kittel, gefertigt aus festem

Loden. Die dazugehörige

Schürze ist aus schwarzem

Leinen. Da es auch zur Arbeit

getragen wurde, mussten die

Stoffe belastbar sein. Feiner

ist hingegen die Alt-Matreier

Tracht. Der Kittel wird aus

feinem schwarzem Loden

geschneidert, und die ebenso

schwarze Schürze ist aus

Wolle oder Seide. Frauen aus

dem Bauernstand trugen sie.

Aus dieser Tracht ging um

1930 die Iseltaler Tracht hervor.

Bei der Villgrater Tracht

wurde früher schwerer Loden

verwendet. Heute nimmt man

feinen Wollstoff. Das Mieder

ist aus grünem Wolljaquard. Dazu kommt

eine Schürze aus blauem Wollsatin und

eine Bluse mit Koppelspitze aus Leinen

oder Baumwolle. Im Gegensatz zu den

anderen Tälern lieben es die Pustertaler

farbenfroh. Auffallend sind die kräftigen

Farbtöne Rot und Grün, aber auch leuchtendes

Himmelblau. Dazu werden schöne

Hüte getragen.

Die edelste Tracht in Osttirol ist wohl die

Lienzer Festtracht, die zu besonderen

festlichen Anlässen getragen wird. Die

Verwendung von Samt, Seide und Brokat

zeichnet sie aus. Rock und Kittel sind

entweder aus lila-schwarzem oder aus

grünkariertem feinem Loden. Dazu gehört

eine goldene Schürze aus Seidenbrokat.

Nur dieser Tracht ist eine weiße Halskrause

vorbehalten, deren Ursprung auf

das spanische Königshaus zurückgeht.

Während noch zahlreiche alte Trachten

der Frauen erhalten sind, gibt es nur noch

wenige Gewänder von Männern aus früheren

Tagen. Der Grund dafür ist, dass

der Trachtenanzug regelrecht aufgetragen

wurde. Das, was dann noch übrig war,

vergrub man häufig.

BILD: Nur die Marketender tragen

die edle Lienzer Festtracht, die hier

anlässlich einer Modenschau in Innsbruck

gezeigt wurde. (© Kleidermacher-

Innung Tirol/Atelier Marianna)

Tracht ist ein Lebensgefühl

„In den letzten Jahren stieg das Interesse

an der Tracht wieder, auch bei den

jungen Generationen. Häufig kommen

sie zur Tracht, indem sie sich zunächst

etwas Trachtiges aus der Industrieproduktion

kaufen. Das gilt aber oft generell für

alle, die sich für Trachten interessieren.

Irgendwann erwacht der Wunsch nach

einem eigenen für die Region typischen

Gewand. Diese Tracht wird dann individuell

geschneidert, so wie die Trägerin oder

der Träger sie haben möchte. Die Tracht

wird dann zum Ausdruck von Identität, Heimatverbundenheit

und einem besonderen

Lebensgefühl“, weiß Marianna Oberdorfer.

BILD:

Schneidermeisterin und

Trachtenexpertin

Marianna Oberdorfer

(© Anna Oberdorfer/

Atelier Marianna)


44 tirol.sportlich und gesund

tirol.sportlich und gesund

45

JETZT „GESUNDE

GEMEINDE“ WERDEN!

Für die drei Gemeinden aus dem Tiroler Oberland ist es schon beschlossene Sache: Die Gemeinderäte

von Fiss, Serfaus und Ladis haben sich einstimmig für die Einführung der „Gesunden

Gemeinde“ ausgesprochen. Die Kernidee einer „Gesunden Gemeinde“ ist die Gesundheit

der Bürgerinnen und Bürger genau dort zu fördern, wo die Menschen leben, arbeiten und ihre

Freizeit verbringen – in ihrer Gemeinde.

DIE GESUNDHEITSBEGLEI-

TERINNEN UND BEGLEITER

Die Arbeitsgemeinschaft „Gesunde

Gemeinde“, bestehend aus avomed, dem

Verein Sicheres Tirol und der GemNova,

begleitet die Gemeinden bei der Schaffung

nachhaltiger und gesunder Strukturen vor

Ort. Projektleiterin Mag. Claudia Angerer-

Foissner, GemNova, dazu: „Wir sind ein

Expertenteam aus Gesundheitsförderern,

Unfallvermeidern und Gemeindespezialisten

und begleiten interessierte Gemeinden

individuell auf ihrem Weg zu einer ‚Gesunden

Gemeinde‘!“

Wir haben schon vor zwei Jahren mit der Konzipierung

dieses Projekts begonnen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

für die Einführung der „Gesunden Gemeinden“.

avomed, der Arbeitskreis für Vorsorgemedizin

und Gesundheitsförderung, verantwortet

19 Vorsorgeprogramme in

ganz Tirol, von der Zahngesundheit über

Herz-Kreislaufgesundheit bis hin zu Ernährungsberatung.

Friedrich Lackner, GF avomed:

„Gesundheit wird am besten dort

gefördert, wo wir arbeiten, spielen, lernen,

egal ob im Kindergarten, in der Schule, in

Unternehmen, in den Familien, im Freundeskreis

oder in der Nachbarschaft. Die

Gemeinde hat die Chance, gemeinsam

mit ihren Bürgerinnen und Bürgern den

Alltag so zu gestalten, dass Lebensqualität

und Wohlbefinden gestärkt werden. Das

Einbeziehen der Menschen ist dabei ein

wesentlicher Erfolgsfaktor. Gerade jetzt

ist das regionale Engagement für Gesundheit

besonders wichtig. Daher sind wir

froh, dass wir mit der ‚Gesunden Gemeinde

Tirol‘ einen wesentlichen Beitrag zur

Verbesserung der Gesundheit der Tiroler

Bevölkerung leisten dürfen.“

Der Verein Sicheres Tirol arbeitet an der

Vermeidung von Unfällen im Haushalt, in

der Freizeit und im Verkehr. Von gezielten

bewusstseinsbildenden Maßnahmen für

ALOIS RATHGEB, GEMNOVA

OBEN: V. l.: Mag. Marion Zimmermann

(Regionalbetreuerin avomed), Friedrich

Lackner (GF avomed), Mag. Claudia Angerer-Foissner

(Projektleitung GemNova)

Alois Rathgeb (GF GemNova), Dr. Karl

Mark (Obmann Verein Sicheres Tirol),

Gerhard Meister (GF Verein Sicheres

Tirol). (© Mitspieler)

Kinder wie z. B. das Schul-Sicherheitspaket

für alle Erstklässler über Vorträge für Senioren

zum Thema Sturzprophylaxe bis hin

zu E-Bike-Kursen etc. trägt der Verein seit

über 20 Jahren zu mehr Sicherheit in Tirol

bei. Dr. Karl Mark, Obmann Verein Sicheres

Tirol: „In Tirol ereignen sich jährlich mehr

als 80.000 Unfälle. 80 Prozent aller Unfälle

passieren im Haushalt, beim Sport und in

der Freizeit. Mehr als die Hälfte aller Unfälle

daheim ereignen sich durch Unachtsamkeit

wie z. B. durch Stolpern, Ausrutschen und

Stürzen. Wir wollen im Rahmen der ‚Gesunden

Gemeinde‘ auf klassische ‚Stolperfallen‘

zuhause, auf die besonderen Gefahren

beim Sport und in der Freizeit hinweisen

und das Bewusstsein zur Unfallvermeidung

schärfen. So können neben viel menschlichem

Leid auch hohe volkswirtschaftliche

Kosten vermindert werden.“

Für GemNova GF Alois Rathgeb ist die

„Gesunde Gemeinde“ ein Herzensprojekt:

„Wir haben schon vor zwei Jahren mit

der Konzipierung dieses Projekts begonnen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die

Einführung der ‚Gesunden Gemeinde‘ in

Tirol. Die Menschen sind vor dem Hintergrund

der Covid-19-Krise sensibilisiert für

das Thema Gesundheit. Die Motivation im

Rahmen der ‚Gesunden Gemeinde‘, etwas

für seine eigene Gesundheit zu tun, egal

ob durch Bewegung, eine gesündere Ernährung

oder das Stärken der psychischen

Gesundheit, ist sicher so hoch wie noch nie

zuvor. Die ‚Gesunde Gemeinde‘ kann somit

einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der

Gesundheitskompetenz des Einzelnen und

damit einer stärkeren Eigenverantwortung

der Bürgerinnen und Bürger leisten.“

ZUR AUTORIN

MAG. CLAUDIA

ANGERER-FOSSINER

Claudia Angerer-Foissner ist Projektverantwortliche

bei der GemNova für die

Gesunde Gemeinde. Sie unterstützt die

Gemeinden bei der Schaffung von nachhaltigen

und gesunden Strukturen, die

Gemeindebürgerinnen und -bürger zu

einem gesunden Lebensstil motivieren.

Kontakt: c.angerer-foissner@gemnova.at

+43 660 625 050 90

GESUNDHEIT GEMEINSAM

GESTALTEN

DIE SIEBEN SCHRITTE ZUR „GESUNDEN GEMEINDE“:

1. Projektvorstellung in der Gemeinde

durch die ARGE

2. Gemeinderatsbeschluss

3. Gesundheitsbefragung der Bürgerinnen

und Bürger: Online-Fragebogen,

persönliche Interviews

4. Präsentation der Befragungsergebnisse

in der Gemeinde

5. Gründung eines ehrenamtlichen

Gesundheitsteam unter Einbindung

der regionalen Expertinnen

WELCHE AKTIVITÄTEN

KÖNNEN ANGEBOTEN

WERDEN?

+ Vorträge und Workshops zu

Ernährung, Bewegung, psychischer

und mentaler Gesundheit

+ Projekte mit Kindergärten und

Schulen: gesunde Ernährung,

gesunde Jause etc.

+ Jährliche Schwerpunktthemen:

Herzkreislauf, Immunsystem stärken,

Rücken etc.

+ Dorfgesundheitswochen, Gesundheitstage

+ Bewegungs- und Sportprogramme

+ Entspannungstrainings

+ Online-Kurse zu diversen Themen

und Experten (Gemeinde, Arzt,

Apotheker, Therapeuten, Sprengel,

Interessierte …)

6. Entwicklung eines individuellen

Gesundheitsprogrammes durch

das Gesundheitsteam + Kommunikation

des Programms

7. Regelmäßige und nachhaltige

Gesundheitsveranstaltungen führen

zur Qualifizierung als „Gesunde

Gemeinde“ (Zusatzschild, Ortstafel)

WAS KOSTET

DIE „GESUNDE GEMEINDE“?

+ Einmalige Anstoßfinanzierung

zwischen 500 und 1000 Euro für

die Umfrage

+ Jährlicher Betreuungsbeitrag von

500 Euro

+ 1 Euro pro Bürgerin bzw. Bürger für

Gesundheitsförderungsaktivitäten

in der Gemeinde

Der Fonds Gesundes Österreich,

das Land Tirol und die ÖGK finanzieren

die fachlich begleitende

Unterstützung durch das Team der

ARGE Gesunde Gemeinde.


46 tirol.sportlich und gesund tirol.sportlich und gesund

47

3.

ALPENGRENZGANG

ALPEN-

GRENZGANG

„Hey du! Wo rennst du denn

hin?!“, rief mir ein junger Kerl

auf dem Weg von Les Houches

Richtung Col de Voza im Schatten

des Mont Blancs zu. Er und

sein Kumpan waren mir zuvor

wegen des riesigen Rucksacks

aufgefallen. „Ich laufe nach Nizza,

und ihr zwei?“, antwortete ich

den beiden. „Wir auch! Aber du

hast doch nichts dabei?!“, war

der andere erstaunt. Ich grinste

und meinte, dass die beiden wohl

viel zu viel dabeihaben.

„IN DEN

LETZTEN VIER

JAHREN SEIT DEM

ERSTEN

VERSUCH, NACH

NIZZA ZU LAUFEN,

LERNTE ICH

VIEL DAZU. AUCH

WIE MAN PLANT,

LÄUFT, ISST.“

INNSBRUCK

BIS NIZZA

1.000 KILOMETER – 27.000 HÖHENMETER

Immer wieder begegnete ich

Wanderern und fragte mich,

was sie wohl alles in ihren

High-Tech-Rucksäcken mittrugen.

Mir ging es schon nach

dem zweiten Tag so, dass ich

die Hälfte der Dinge, die ich

für meinen mittlerweile dritten

Alpengrenzgang-Versuch

mitgenommen hatte, auspackte

und auf den Weg nach Hause

schickte. Der persönliche

Komfort litt etwas darunter,

aber jedes Gramm zählt. Das

Mini-Charles-Bukowski-Buch

musste leider auch den Nachhauseweg

antreten, obwohl es

für die Aufheiterung am Abend

gedacht war, doch es stellte

sich heraus, dass Parkbank,

Schlafsack und Sternenhimmel

vollkommen zum

Aufheitern reichten. Parkbank

zugegebenermaßen

aus der Not heraus, da ich

mich auch von meiner

200-Gramm-Isomatte

trennte – auch 200

Gramm können zu viel

Ballast sein.

Tag zwei sollte jedoch

schon der erste Moment

sein, an dem die Ankunft

in Nizza in weite Ferne

rückte. Morgens an der

Muttekopfhütte gestartet,

ging es zum Höhenweg,

wo ich mir an den Felsplatten

den Fuß stieß. Mit

BILD: Nicht nur

schlechtes Wetter,

auch Schmerzen

begleiteten Adrian

auf seiner Strecke.

(© Adrian Niski)

ziemlichen Schmerzen stieg ich ins Tal ab

und tüftelte bereits an einer Plan-B-Route

für diesen Tag. Dieser endete in Lech,

und ich hoffte beim Sonnenuntergang auf

Besserung für die kommenden Etappen.

Leider war das nicht der Fall. So hieß es

für mich, jeden Tag erneut eine Plan-B-

Route zu planen, da sich der Zustand meines

Fußes nicht besserte. Entweder es

war eine starke Prellung, oder, was mich

bei jedem Schritt verunsicherte, eventuell

sogar ein Bruch. Also fand ich nach ein

paar Kilometern eine Lauftechnik, die zwar

mehr nach Humpeln aussah, das aber

zumindest halbwegs schmerzfrei war.

In den letzten vier Jahren seit dem ersten

Versuch, nach Nizza zu laufen, lernte ich

viel dazu. Nicht nur die Sicht auf die Dinge,

die unvorhergesehen kommen, wie eine


48 tirol.sportlich und gesund tirol.sportlich und gesund

49

LINKS UNTEN:

Anstoßen nach einer

erfolgreichen Etappe.

(© Adrian Niski)

solche Fußverletzung. Auch wie man plant,

läuft, isst. Als ehemaliger Langstreckentriathlet

dachte ich, alles wäre gut zu

schaffen. Ich hatte es bei bereits zwei

Ironman ins Ziel geschafft – dementsprechend

eisern fühlte ich mich auch.

Beim damaligen Blick auf den Alpenbogen

im Atlas dachte ich mir, dass 1.200

Kilometern in 21 Tagen gut zu schaffen

wären. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich

kaum Erfahrung im alpinen Bereich, und

meine längste gelaufene Strecke waren

52 Kilometer. Meine Reise nach Nizza

im Jahr 2017 endete damals nach gerade

mal 390 Kilometern. Doch gerade

über diese Naivität von damals bin ich

heute noch sehr dankbar. Durch meine

vorherigen Versuche hatte ich viel

gelernt. Scheitern gehört dazu.

Glücklicherweise verschwanden die

Schmerzen nach dem neunten Tag, und

das Vorankommen fühlte sich wieder

wie Laufen an – nicht nur das, es schien

nun viel leichter zu gehen, und in Chamonix

angekommen, gönnte ich mir – nach

einigen Nächten auf Parkbänken – ein

Hotel. Mit der Zeit lernte ich nicht nur, mit

Schmerzen und Zweifeln besser umzugehen,

sondern ich wurde auch in Sachen

Routenplanung und dem ganzen Drumherum

ein richtiger Freak. Mit dem Verschwinden

der Schmerzen im Fuß wurde

das Vorankommen immer einfacher.

„DIE HITZE WAR

UNERTRÄGLICH, UND

ICH KAM KAUM

VORAN. DA HALF NUR

NOCH DEUTSCHRAP,

MIT DER STIMME

AUS DEN KOPFHÖ-

RERN MITRAPPEN.“

Mein härtester Tag sollte auf der 14. Etappe

noch kommen. Nachdem ich nach den

ersten 30 Kilometern Mittag gegessen

hatte, ging plötzlich gar nichts mehr. Da

half auch kein Eistee mehr. Ich musste

mich hinlegen und kämpfte mit mir und

der plötzlich aufgetretenen Übelkeit. Die

Hitze war unerträglich, und ich kam kaum

voran. Da half nur noch Deutschrap, mit

der Stimme aus den Kopfhörern mitrappen,

und es ging wieder – von einem auf

den anderen Moment.

Am letzten Tag zog sich alles ins Unendliche.

Es lagen nicht mehr viele Kilometer

vor mir, doch ich konnte es nicht mehr bis

Nizza erwarten. Einerseits war ich am

letzten Tag wehmütig, da ich nun so richtig

im Rhythmus war und gefühlt ewig

hätte weitermachen können. Andererseits

freute ich mich wieder auf mein Zuhause,

auf Partnerin, Freunde und die Familie.

Die Zielankunft war unspektakulär, aber

deshalb auch so schön. Ich bin kein Fan

von Tamtam und Spektakel. Blick aufs

Meer, Spaziergang entlang der Promenade,

Pizza im Karton und die warme

Sonne. Schöner hätte ich mir den letzten

Tag nicht vorstellen können.

LINKS OBEN:

Eine Übernachtung

nach Adrians

Geschmack. (© Adrian

Niski)

RECHTS: Nizza

begrüßt Adrian mit

Meer, Sonne und

Pizza. (© Adrian Niski)

ZUM AUTOR

ADRIAN NISKI

Adrian Niski ist Extrem

Trail Runner und Schulassistent

bei der GemNova.

Er hat heuer im dritten

Versuch die Alpenquerung

von Innsbruck

nach Nizza in nur 16 Tagen

geschafft!

„ICH BIN

KEIN FAN

VON TAM-

TAM UND

SPEKTAKEL.“


50

tirol.sportlich und gesund tirol.sportlich und gesund

51

Mein

Leben als

Radsportlerin

ZUR AUTORIN

JULIA SÖRGEL

Julia Sörgel aus Reutte ist zweifache

Österreichische Meisterin

im Mountainbike Hillclimb und

hat den Streckenrekord von Laura

Stigger auf die Lanser Alm um

knapp drei Minuten unterboten.

Ich weiß nicht genau, wo ich beginnen soll.

Einerseits fing ich erst in meiner Jugend

an, das Radfahren als Sport zu betreiben.

Andererseits aber begann meine Begeisterung

für Mountainbikes schon sehr viel früher.

Also fang ich doch ganz am Anfang an …

Ich war vier Jahre alt, als ich das Radfahren daheim vor dem

Haus erlernte. Mit einem pinken Kinderrad mit weißen Reifen,

das mir überhaupt nicht gefiel. Denn als Kind wollte ich immer

ein Bub sein und alles, was irgendwie mädchenhaft war, mochte

ich einfach nicht.

Leider war ich in meiner Kindheit der unsportlichste Mensch,

den man sich vorstellen kann. Was auch immer mit Anstrengung

verbunden war, ich versuchte es zu vermeiden. Mein

Übergewicht machte es mir nicht einfacher, weswegen ich

auch oft als „dicke Kuh“ beschimpft wurde. Im Kindergarten

und in der Schule. Es war meine damalige Englischlehrerin, die

mich aufs Radfahren brachte. Mein damaliges Fahrrad war ein

Jugendmountainbike mit Gepäckträger und allem, was man so

an Fahrradzubehör bekommen kann.

Mein

erstes

Mountainbike

Ich saß nun täglich am Rad und fuhr am

Lech entlang, einen Schotterweg von Reutte

nach Rieden und wieder retour, das sind

ca. zehn Kilometer. Mitte Juni stand meine

Firmung an, und meine Firmpatin fragte

mich, was ich denn für ein Geschenk haben

möchte. Dabei dachte sie an Schmuck. Ich

meinte, dass ich lieber ein neues Fahrrad

hätte, ein Mountainbike. Nach langem

Überreden stimmte sie zu, und ich

bekam ein neues Mountainbike im Wert

von 450 Euro. Durch das viele Radfahren

verlor ich auch Gewicht, aber es ging sehr

langsam. Als ich mit meiner Mama bei

der Sparkasse war, lag dort ein Flyer vom

Ehrenberg-Burgrennen. Und daran wollte

ich unbedingt teilnehmen.

Zum ersten Mal am Schlosskopf

Als ich das erste Mal auf den Schlosskopf

radelte, bewaffnet mit meinem 15 Kilogramm

schweren Fahrrad mit Vollausstattung,

merkte ich erst, was es bedeutet,

bergauf zu fahren. Es war eine Qual, mit

meinem Übergewicht und diesem schweren

Rad dort hoch zu kommen. Jeden Tag quälte

ich mich den Schlosskopf hoch, den ganzen

Sommer über. Dann kam der Renntag: Es

regnete in Strömen, drei Grad Außentemperatur,

grausamer hätte es nicht sein können.

Ich wollte unbedingt mitfahren,

denn sonst wären

alle Qualen umsonst gewesen.

Ausgestattet mit einer Baumwolljacke

radelte ich also beim Rennen mit und benötigte

30 Minuten und 30 Sekunden für ca.

300 Höhenmeter. Keine gute Zeit, verglichen

mit meinen heutigen Zeiten, aber es

war mein erstes Rennen, und ich gewann

sogar in meiner Altersklasse. Ich war einfach

nur glücklich über diesen kleinen Erfolg

und ahnte nicht, dass das erst der Beginn

eines neuen Lebensabschnittes war.

Mein neues Mountainbike

Weil ich in der Schule ein sehr gutes

Zeugnis hatte, bekam ich von meinen

Eltern ein neues Rad. Ich entschied mich

für ein Stevens SMC ES, ein Carbonrad

mit hydraulischen Scheibenbremsen und

Shimano-XT-Schaltung. Für mich war

das, als würde ich von einem Holzwagen

in einen Porsche steigen, einfach nur

unglaublich! Und ich trainierte noch eifriger.

Mit diesem Mountainbike radelte ich

dann zehn Jahre lang und 40.000 Kilometer,

bis es letztes Jahr einen Rahmenbruch

an der hinteren Strebe erlitt. In meiner

Altersklasse gewann ich dann jedes Rennen,

bis ich 18 Jahre alt war. Mit 15 wurde

ich zum ersten Mal Tiroler Meisterin im

MTB Hillclimb in Mieming, mit 16 das erste

Mal Österreichische Meisterin im MTB

Hillclimb in Möllbrücke in Kärnten, und es

folgten noch weitere Tiroler Meistertitel.

Matura, Studium, Staatsmeisterin

Nach der Matura begann für mich ein neuer

Lebensabschnitt. Ich startete ein Lehramtsstudium

an der Universität Innsbruck

in den Fächern Biologie und Geografie. Im

Sommer vorm Studienbeginn wurde ich

noch einmal Tiroler Meisterin in der U23-

Klasse am Hahnenkamm in Kitzbühel, aber

dann verlor ich die Lust am Rennfahren.

Ich war 24 Jahre und hatte inzwischen 75

Kilogramm. Im Dezember 2018 fragte mich

ein Freund, ob ich Lust hätte, mit ihm eine

Skitour auf den Hahnenkamm zu machen.

Es war einfach eine Qual. Ich schleppte

meine 75 Kilogramm die drei Kilometer

lange und 1.000 Höhenmeter steile Abfahrt

in 1,5 Stunden hinauf, wahrscheinlich mit

200 Puls (aktuell benötige ich eine Stunde

für diese Strecke). Das konnte es ja wohl

nicht sein, und ich begann wieder, ganz

wild zu trainieren. Innerhalb von sechs

Monaten nahm ich 25 Kilogramm ab. Am

Nassfeld in Kärnten fand im Sommer 2019

die Österreichische Meisterschaft statt.

Daran wollte ich unbedingt teilnehmen. Am

Start wurde ich von meinen Kontrahentinnen

und deren Trainern belächelt. Ich

stand ohne Sponsor, ohne Trainer, ohne

Team, ohne Physiotherapeuten da. Nur

meine Eltern waren dabei, und die konnten

mir auch nicht helfen. Bei der Startaufstellung

musste ich ganz hinten starten. Um

es kurz zu machen:

Zur Überraschung aller,

auch von mir, wurde ich in

der Klasse Damen Elite tatsächlich

Österreichische

Staatsmeisterin. Nur einen

Monat später wurde ich dann

auch Tiroler Landesmeisterin.

Schneller als die Weltmeisterin

Leider gab es im Frühjahr 2020 wegen

der Corona-Pandemie kein einziges Mountainbikerennen.

Ich wollte mich aber gerne

irgendwo beweisen, da ich das Gefühl

hatte, dass meine Form noch ein Stück

besser war als im Jahr zuvor. Bereits im

Mai wurde ich auf die Laura Stigger Bike

Challenge aufmerksam, die ja von der

GemNova erfunden wurde und organisiert

wird. Als es eines Tages bei uns im

Außerfern regnete, im Inntal das Wetter

aber deutlich besser war, fuhr ich spontan

und ganz alleine nach Lans. Ich wollte

mich an Lauras Zeit messen und war

voll motiviert, mein Bestes zu geben. Wie

eine Wilde radelte ich hinauf zur Lanser

Alm, überholte dabei einige Leute, die über

meine Geschwindigkeit ziemlich erstaunt

waren, wie sie mir dann später erzählten.

Oben angekommen, war ich nicht drei

Minuten langsamer, sondern schneller als

Laura. Das hätte ich vorher nie geglaubt.

Es war auf alle Fälle ein Tag, den ich nicht

so schnell vergessen werde.

LINKS:Julia Sörgel auf der

Lanser Alm. (© privat)


52 tirol.bildet

tirol.bildet

53

ferienbetreuung

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt viele Erziehungsberechtigte

vor organisatorische und logistische Herausforderungen.

Verschiedene Angebote während des Schuljahres

unterstützen deshalb Väter und Mütter, eine gute

Balance zwischen Berufstätigkeit und Familie zu finden. Bestes

Beispiel dafür: die bereits in verschiedenen Gemeinden

Tirols realisierte schulische Tagesbetreuung der GemNova.

Die Ausgangslage ist klar: Berufstätige

Erziehungsberechtigte haben in der

Regel fünf Wochen Urlaubsanspruch pro

Jahr, schulpflichtige Kinder hingegen rund

13 Wochen Ferien. Wie, und das ist nun

die entscheidende Frage, kann diese zeitliche

Kluft bestmöglich überbrückt, eine

für Eltern und Schülerinnen und Schüler

bestmögliche Lösung gefunden werden?

Vor allem auch: Wie können Gemeinden

dabei ein Angebot schaffen, das für alle

Beteiligten greift?

GEMeinsam Ferien by GemNova

Die Antwort auf oben gestellte Frage liegt

auf der Hand: „GEMeinsam Ferien“ liefert

ein tolles Angebot, welches natürlich an

die Richtlinie des Landes angelehnt ist.

Gemeinden haben damit die Möglichkeit,

ein Zeichen zu setzen und berufstätige

Erziehungsberechtigte in den Ferien zu

unterstützen, ihnen bei der Kinderbetreuung

unter die Arme zu greifen.

AUS EINER HAND

Doch wie sieht das geschnürte Paket nun

aus, welche Leistungen können dabei

angeboten werden?

+ Die Ausarbeitung eines pädagogisch

hochwertigen Konzepts, das an die

Gegebenheiten des Standorts und

der Gemeinde individuell angepasst

wird.

+ Die Bereitstellung von fachlich und

persönlich qualifiziertem Personal.

+ Die Organisation von Vertretungspersonal

bei Ausfällen.

+ Die Unterstützung bei der Förderabwicklung

mit dem Land Tirol.

+ Die Beratung bei allen weiteren Fragen

zum Thema bedarfsorientierte

Ferienbetreuung

Wertvolles Know-how, beste Vernetzung

Um all diese Leistungen perfekt anbieten

zu können, wurde im Juni 2020 der

Verein GEMeinsam Ferien by GemNova

gegründet. Damit wurde ein wichtiges Signal

gesetzt. Auch dank der Unterstützung

des GemNova-Bildungspools kann dieser

Verein nun auf wertvolles Know-how, auf

beste Vernetzung und die entsprechenden

Personalressourcen im (freizeit-)pädagogischen

Bereich zurückgreifen. Die Kräfte

können optimal gebündelt werden, für alle

Beteiligten entsteht dadurch eine Win-win-

Situation.

Doch wie sieht nun die praktische Arbeit

aus, welche Vorzeigegemeinden haben

damit bereits sehr gute Erfahrungen

gemacht? Die Liste ist lang, darum nur

zwei konkrete Beispiele.

Beispiel Mutters

In der Gemeinde Mutters wurde heuer die

Ferienbetreuung bereits zum zweiten Mal

durchgeführt. Organisiert und umgesetzt

von der GemNova, standen dafür die hellen

Räumlichkeiten der Volksschule zur Verfügung.

Für Bürgermeister Hansjörg Peer

eine tolle Sache, welche die Eltern entlastet

und die Kinder ausgezeichnet beschäftigt.

„Das gesamtpädagogische Konzept ist

hervorragend, wir als Gemeinde allein hätten

die Abwicklung der Ferienbetreuung in

dieser Form nicht allein stemmen können,“

so der Bürgermeister von Mutters. Auch

im kommenden Jahr soll diese kongeniale

Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Eva

ist ausgebildete Sozialpädagogin und war

diesen Sommer in der Ferienbetreuung in

Mutters hochengagiert im Einsatz. „Die Voraussetzungen

waren optimal, die Gemeinde

stellte etwa das Schwimmbad zur Verfügung.

Die Kinder waren begeistert, wir haben das

Angebot auch intensiv genutzt“, erzählt Eva.

Außerdem wurden immer wieder Wanderungen

auf die umliegenden Almen unternommen,

aufgrund des schönen Sommerwetters

verbrachte die Gruppe auch viel Zeit in der

Natur und der prachtvollen Umgebung von

Mutters. Natürlich sei Spontaneität in der

Arbeit mit Kindern unerlässlich, so Eva, dabei

gelte es auch, die Augen aller zum Funkeln zu

bringen. „Es ist einfach wichtig, mit viel Herz

auf die Kinder einzugehen und Spaß, Freude

und Beschäftigung zu bieten“, erklärt die engagierte

Sozialpädagogin.

Beispiel Steinach am Brenner

Beispiel Nummer zwei: die Gemeinde Steinach

am Brenner im Wipptal. Auch hier waren die

Verantwortlichen mit dem pädagogischen Konzept

und der Umsetzung durch die GemNova

äußerst zufrieden. Geleitet wurde die Ferienbetreuung

von Dominik, der bereits während

des Schuljahres als Freizeitpädagoge an der

Volksschule Steinach tätig ist. Eine perfekte

Ausgangssituation also. Wie in Mutters konnten

auch in Steinach die Räumlichkeiten der Volksschule

ausgezeichnet genutzt werden.

„Den Kindern hat’s auf alle Fälle voll getaugt.

Wir waren viel im Schwimmbad, wanderten

zum Herrenwasserle und spielten um die Wette.

Es war eine tolle Zeit, die ich und auch die

Kinder sicher nicht missen möchte“, so Dominik.

Großes Lob kam auch vom Direktor der

Volksschule Steinach, Stefan Stoll. „Dass die

Kinder Dominik bereits kannten, war sicher ein

großer Vorteil. Damit gab es von Anfang an jene

Vertrautheit, die einfach wichtig ist. Insgesamt

war die Ferienbetreuung äußerst gelungen, eine

wirklich tolle Sache.“ Völlig klar also, dass auch

die Gemeinde Steinach im kommenden Sommer

wieder auf die GemNova zählt.

RECHTS: Dominik leitet die Freizeitbetreuung in Steinach

am Brenner und ist auch während des Schuljahres

als Freizeitpädagoge an der Volksschule tätig. (© privat)

Wie können

Gemeinden ein

Angebot schaffen,

das für alle

Beteiligten greift?

ZUR AUTORIN

MARLENE FROIDL, BA

Marlene Froidl unterstützt seit

Kurzem das Bildungspool-Team

und ist für die Koordination der

Ferienbetreuung zuständig.

Kontakt: m.froidl@gemnova.at


54 tirol.bildet

tirol.bildet

55

E-LEARNING –

ONLINE-KURSE

Wer kennt ihn nicht, den als vermeintliche Motivation

gedachten Satz: „Du lernst nicht für die

Schule, sondern für dein Leben.“ Während der

Schulzeit wurde das von vielen eher als „elterlicher

Wahnsinn“ und „erwachsene Unwissenheit“

abgestempelt, denn mit dem Schulabschluss in

der Tasche (so sind viele überzeugt) habe Lernen

nun endlich ein Ende. Damit liegt man jedoch

häufig falsch. Das wirkliche Lernen geht meist

erst nach der Schule so richtig los. Sei es im

Studium, in einer Ausbildung oder im beruflichen

Alltag: Es kommen tagtäglich neue Aufgaben auf

einen zu, die bewältigt werden müssen. Um diese

zu meistern, hilft einem das angeeignete Wissen

während der Schulzeit nur bedingt. Was noch

erschwerend hinzukommt, ist, dass man sich nun

meist nicht nur mehr auf eine Aufgabe konzentrieren

kann (das Lernen in der Schule), sondern

man hat dann meist viele Herausforderungen

gleichzeitig zu bewältigen. Arbeit, Partnerschaft,

Kinder, Haushalt, Haustiere, Freizeit, Freunde und

vieles mehr soll nun in einen 24-Stunden-Tag

gepackt werden. Wo soll da noch Zeit bleiben,

sich aus- und weiterzubilden?

Daher haben sich viele Unternehmen bereits

entschlossen, E-Learning und Online-Seminare

für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzubieten.

Mehr als 30 Prozent der angebotenen

Aus- und Weiterbildungen werden in privatwirtschaftlichen

Unternehmen bereits mit modernen

Technologien umgesetzt. Die Vorteile von

eLearning und Online-Live-Trainings sind naheliegend:

Die Teilnehmenden sind zeitlich flexibel,

ZUR AUTORIN

MAG. SANDRA WIMMER

Sandra Wimmer verantwortet den Bereich Aus- und Weiterbildung.

Sie hat selbst als Deutschtrainerin gearbeitet und

ist Expertin im Bereich Sprach- und Wissensvermittlung.

Kontakt: s.wimmer@gemnova.at

örtlich ungebunden, und es können verschiedene

Lernmethoden für die unterschiedlichen Lerntypen

(visuell, auditiv, kommunikativ, haptisch)

eingebaut werden. Somit stehen eLearning und

Online-Trainings ganz unter dem Motto „Lernen,

wann, wo und wie ich will“.

Das flexible, individuelle und fortschrittliche Lernen

soll nun auch für die Tiroler Gemeinden zur

Verfügung stehen. Aus- und Weiterbildungen

werden künftig als E-Learning-Module im Selbststudium,

Blended-Learning-Einheiten und Online-

Live-Trainings angeboten. Expertinnen und

Experten erarbeiten im Vorfeld wichtige Inhalte,

welche die Tiroler Gemeinden betreffen. So werden

beispielsweise die Grundlagen der Tiroler

Gemeindeordnung als eLearning-Module umgesetzt,

ein praxisnaher Blended-Learning-Kurs für

neue Kolleginnen und Kollegen im kommunalen

Dienst erarbeitet oder Zeitmanagement- und

Führungsseminare als Live-Online-Trainings

angeboten. Anhand der vielen Gespräche mit

Gemeindebediensteten und -funktionären vor

Ort wird das Angebot laufend erweitert und auf

die gelebte Praxis abgestimmt.

Eine begleitende Aus- und Weiterbildung ist

beruflich notwendig und kann einen davor

bewahren, unwissentlich Fehler zu machen.

Abgesehen von der Festigung des rechtlichen

und wirtschaftlichen Wissens im beruflichen

Umfeld steuert lebenslanges Lernen auch zur

persönlichen Weiterentwicklung bei.

E-learning und

online-trainings

stehen ganz unter dem

motto „Lernen, wann,

wo und wie ich will.“

WEBINAR

+ Informationsveranstaltung

+ 20 – 60 Minuten

+ Viele Teilnehmende

+ Präsentationscharakter

ONLINE-

LIVE-TRAINING

+ 30 – 60 Minuten

+ Ca. zwölf Teilnehmende

+ Interaktive Schulung

+ Lerninhalt geübt/getestet

BLENDED-

LEARNING-KURSE

+ Kombination von Präsenzveranstaltung

und E-Learning


56 tirol.bildet tirol.traditionell

WINTERZEIT IST

KURSZEIT

Auch wenn der Winter schon lange nicht mehr die ruhige Zeit im

Jahr ist, ist es dennoch die richtige Zeit, sich bei Kursen und

Veranstaltungen weiterzuentwickeln, mit anderen Menschen

in Austausch zu kommen und seinen Horizont zu erweitern.

GEMEINSAME

AKTIVITÄTEN SETZEN

tirol.sozial

57

NÄCHSTE SEMINARE

30. JÄNNER 2021

VEREINSAKADEMIE

INTENSIV

ZUR AUTORIN

DIPL. SOZ. PÄD. CHRISTIANE MAYER

Christiane Mayer ist seit über 20 Jahren im sozialen

Bereich tätig. YoungStar ist ihr Herzensprojekt, weil es

Jugendliche dort abholt, wo sie gerade stehen und eine

aktive und sinnvolle Beschäftigung bietet.

Kontakt: c.mayer@gemnova.at

SCHMATZI

16. FEBRUAR 2021

Warum essen wir, was wir essen?

Schulung zum Projekt Schmatzi

Im Juni startete in den vier Zillertaler Gemeinden Schwendau, Ramsau,

Hippach und Hainzenberg das beispielgebende Projekt „Young-

Star“. Dabei engagieren sich Jugendliche ab 13 Jahren in ihrem Dorf.

Nun ist es Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

22. MÄRZ 2021

ALMSENNER-GRUNDKURS

JEDERZEIT NACH ANMELDUNG

WEITERBILDUNG

für den Pflanzenschutz-Sachkundeausweis FORST

Alle aktuellen Fortbildungsveranstaltungen,

ob online oder offline findet man unter:

www.gemeindeveranstaltungen.at

Für mich als Projektverantwortliche ist klar: YoungStar

hat im Zillertal voll eingeschlagen, alle sind begeistert,

machen mit großem Engagement mit, freuen sich.

Bereits unmittelbar nach dem Start haben sich zwölf

motivierte Jugendliche gemeldet, die unbedingt dabei

sein wollten und ihre vielfältigen Talente einbrachten.

Freude bei der Lernfreude

Begonnen wurde mit der sogenannten „Lernfreude“.

Jugendliche ab 13 Jahren unterstützen dabei Schülerinnen

und Schüler beim Lernen. So wurden im Haus

der Gemeinden in Schwendau immer wieder Vokabeln

gelernt, Mathematik geübt oder Hausübungen erledigt.

Das Besondere dabei: Es wurde nicht nur ordentlich

gebüffelt, sondern auch sehr viel gelacht. Wenn junge

Menschen zusammen sind, kommt halt auch der Spaß

nicht zu kurz.

Als Anerkennung für ihr Engagement und für die geleistete

Arbeit erhalten die Jugendlichen pro Stunde einen

OBEN: .Christiane Mayer

freut sich über den großen Erfolg im

Zillertal. (© GemNova)

www.gemnova.at


58 tirol.sozial

„Zillertaler“ im Wert von 3 Euro, der wiederum

in verschiedenen Partnerunternehmen

in der Region eingelöst werden

kann. Dabei mitgemacht haben bisher

unter anderem das Schwimmbach Hippach,

der Schwimmbadkiosk, die Bäckerei

Bacher, Souvenir-Papier Sporer, Lebensmittel

Braunegger oder das Jugendzentrum

kam’in. Weitere Unternehmen werden

schon bald dazukommen.

Sommerjobbörse, Nachbarschaftshilfe

Neben der „Lernfreude“ gibt es bei YoungStar

freilich noch andere Initiativen, bei

denen die Jugendlichen mit großem Engagement

mitmachen. Etwa bei der „Sommerjobbörse“,

wo tatkräftige Unterstützung

gefragt war. Bei der Sommerbetreuung im

Kindergarten Ramsau, um ein weiteres

Beispiel zu nennen, waren die YoungStars

ebenfalls im Einsatz. Es gibt die Möglichkeit,

in verschiedene Berufsfelder hineinzuschnuppern

und wertvolle praktische

Erfahrung zu sammeln.

Sehr viele positive Rückmeldungen gibt

es auch vom Projekt „Nachbarschaftshilfe“.

Dabei wird privaten Haushalten unter

die Arme gegriffen, etwa bei der Betreuung

von Haustieren, bei der Gartenarbeit,

beim Einkaufen, beim Umgang mit Computer

oder Smartphone. Ebenfalls sehr gut

angenommen werden die gemeinsamen

Gespräche zwischen Jung und Alt.

RECHTS: Im Zillertal

hat „YoungStar“

bereits voll eingeschlagen.

Alle Beteiligten

sowie die

Ansprechpartnerin

Marion Kogler

(zweite von rechts)

sind mit großem

Engagement dabei.

(© YoungStar)

Eine tolle Initiative

Voll des Lobes für dieses beispielgebende

Projekt der GemNova ist auch Marion

Kogler, die YoungStar im Zillertal betreut

und als erste Ansprechpartnerin für die

Jugendlichen gilt. „Diese tolle Initiative verbindet

Menschen und Generationen, fördert

die Bewusstseinsbildung und schafft

gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung.

Für mich als Sozialpädagogin eine

besondere Möglichkeit, Jugendliche bei der

Gestaltung einer sinnvollen und aktiven

Freizeit zu begleiten und zu unterstützen.

Alle profitieren davon, es gibt nur Gewinnerinnen

und Gewinner!“

Wie stark YoungStar im Zillertal bereits

verankert ist, zeigt auch ein anderes Beispiel.

Der Zillertaler Rotary Club hat dieses

Projekt erst kürzlich mit 200 gesponserten

„Zillertalern“ unterstützt und auch

ausdrücklich gelobt. Außerordentlich

zufrieden mit den ersten Monaten zeigte

sich auch der Schwendauer Bürgermeister

Franz Hauser: „Am meisten freut mich,

dass YoungStar in unseren vier Gemeinden

so gut angenommen wurde. Alle

Beteiligten sind mit großem Engagement

dabei, die Freude leuchtet ihnen förmlich

aus den Augen. Die GemNova hat damit

einmal mehr eine beispielgebende Initiative

gestartet.“

Mit YoungStar

hat die GemNova

einmal mehr

eine beispielgebende

Initiative

gestartet.

FRANZ HAUSER

BÜRGERMEISTER

Weitere Anfragen von Gemeinden

Durch das Engagement der vier Zillertaler

Gemeinden wurde offensichtlich ein

Stein ins Rollen gebracht. Auch andere

Gemeinden in ganz Tirol haben bereits

ihr Interesse an YoungStar angemeldet,

am weitesten fortgeschritten sind die

Gespräche mit zwei, drei Bürgermeistern

im Unterland. Mal sehen, in welchen

Gemeinden die YoungStars nach dem

Zillertal aktiv werden.

Mehr Informationen finden Sie im Videobeitrag

„Die jungen Stars“ bei 279.Tirol

auf YouTube.

Die erste Adresse

für leistbares Wohnen

BETTER

TOGETHER

Axams, Pafnitz, 37 Mietwohnungen

„Wohnen am Park“ Innsbruck, Andechsstraße, 118 Miet-,

53 Eigentumswohnungen, sechs Gewerbeeinheiten

5-Euro-Wohnbau Haiming, Zwieselweg,

23 Miet wohnungen

UNTEN: Im Zillertal hat „YoungStar“ bereits

voll eingeschlagen. Alle Beteiligten sowie

die Ansprechpartnerin Marion Kogler (zweite

von rechts) sind mit großem Engagement

dabei. (© YoungStar)

Telfs, Südtiroler Siedlung 2. BA, 46 Mietwohnungen

Umhausen, Platzl, 24 Mietwohnungen

Die NHT ist ein wichtiger und verlässlicher Partner zur Erfüllung des stetig wachsenden

Wohnbedarfs in unserer Gemeinde.« Bürgermeister Christian Härting, Telfs

Mayrhofen, Sozialzentrum, 80 Pflegebetten,

Räumlichkeiten für Sozialsprengel und Tagespflege

„Haus der Generationen“ Volders, 13 Mietwohnungen,

Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereinsräumlichkeiten

Kundl, Dr. Franz-Stumpf-Straße,

14 betreubare Mietwohnungen, Arztpraxis

59

Wildschönau, Oberau, Sanierung und Erweiterung

Volksschule, Umbau Gemeindeamt, neun Mietwohnungen

Ein Großprojekt wie das neue Sozialzentrum ist ohne kompetente und erfahrene Partner

wie die NHT nicht zu stemmen.« Bürgermeisterin Monika Wechselberger, Mayrhofen

Wenn es um leistbaren Wohnraum für die Tirolerinnen und Tiroler geht, ist die NEUE HEIMAT TIROL der erste

Ansprechpartner. In über 100 Tiroler Gemeinden wurden bereits Projekte umgesetzt. Ein neues Geschäftsfeld

ist die Errichtung von Wohn- und Pflegeheimen, Kinderbetreuungseinrichtungen und betreubaren Wohnungen.

bezahlte Anzeige

Fotos: NHT/2quadrat, Vandory, Innfocus, Pauli, Oss, Härting

NEUE HEIMAT TIROL Gemeinnützige WohnungsGmbH . Gumppstraße 47 . 6020 Innsbruck . neueheimat.tirol


60 tirol.sucht Menschen

tirol.sucht Menschen

61

OB ALS VERTRETUNG

ODER DAUERHAFT – GROSSE ENT-

LASTUNG FÜR GEMEINDEN

Immer wieder stehen nicht

nur kleinere Gemeinden vor

Problemen, wenn Mitarbeitende

der Personalverrechnung

in den Krankenstand

oder Urlaub gehen oder gar

wenn eine Neubesetzung der

Position ansteht. Auf vielfachen

Wunsch bietet die

GemNova, das Unternehmen

der Tiroler Gemeinden, nun

die Dienstleistung Personalverrechnung

an. Egal ob als

Vertretung oder als volle

Übernahme – die GemNova

springt für die Gemeinden

gerne ein.

Für die Personalverrechnung ist ein

umfangreiches Wissen in Sachen

Arbeits- und Sozialversicherungsrecht

erforderlich. Zudem gilt es, immer am

letzten Stand bezüglich der gesetzlichen

Regeln zu bleiben. Ob als Vertretung

oder dauerhaft, unsere Expertinnen und

Experten, die ihr umfassendes Knowhow

durch eine kontinuierliche Weiterbildung

sicherstellen, übernehmen die

Personalverrechnung und kümmern sich

um alle laufenden Anliegen und Beratungen,

was zu einer großen Entlastung in

der Gemeinde führt. Neben der Ausfallsicherheit

kann somit eine professionelle

Abrechnung gewährleistet werden.

Zufriedenheit in Stumm im Zillertal

Gute Erfahrungen mit diesem neuen Produkt

hat bereits die Gemeinde Stumm im

Zillertal gemacht. „Aufgrund eines längeren

Mitarbeiterausfalls sprang die Personalverrechnung

der GemNova umgehend ein.

Professionalität, Zuverlässigkeit, Flexibilität

sowie Kompetenz zeichneten das Dienstleistungsangebot

aus. Zudem profitierte

die Gemeinde durch das profunde sozialversicherungsrechtliche

Wissen der Mitarbeiterin.

Wir können die Dienstleistung

nur weiterempfehlen“, so Bürgermeister

Fritz Brandner.

Breites Angebot an Leistungen

Mit der GemNova-Dienstleistung ist es

aber nicht nur mit einer kompetenten und

schnellen Lohn- und Gehaltsabrechnung

getan. Das Leistungspaket bietet weitaus

mehr an entlastenden Tätigkeiten.

Je nach Wunsch und Bedarf kann aus

dem gesamten Angebot ein individuelles

Paket geschnürt werden. Was kann

dieses beinhalten? Etwa die Übernahme

des Personalmanagements. Also die Führung

des Personalakts, die Verwaltung

von Nichtleistungszeiten und auch die

Reisekostenabrechnung. Die Durchführung

aller notwendigen Meldungen an

Behörden ist ebenso Teil des möglichen

Leistungsspektrums wie die Abwicklung

allfälliger Finanzamts- und Krankenkassenprüfungen

– geschulter Umgang mit

Prüfern und Behörden inklusive. Die Gem-

Nova-Expertinnen und -Experten erteilen

auch gerne arbeitsrechtliche Auskünfte

bzw. sind ein möglicher Gesprächspartner

in allen Personalangelegenheiten.

Großes Kosteneinsparungspotenzial

Nicht zu unterschätzen sind auch folgende

Vorteile: Durch die Inanspruchnahme

der GemNova-Dienstleistung Personalverrechnung

ersparen sich Gemeinden

den Aufwand für eine eigene Software.

Anschaffungs-, Wartungs-, Update-, Sicherungs-

und Schulungskosten fallen komplett

weg, und auch die Serverkosten sind

in der Regel geringer. Zudem kommen auf

die Gemeinde keine Kosten mehr für die

laufende Fortbildung von eigenem Personal

zu. Das oftmals mühsame Finden von

Urlaubs- oder Krankenstandsvertretung ist

Geschichte. Für die problemlose automatische

Verbuchung der Personalverrechnung,

werden die Daten digital übermittelt,

sodass sich beim Verarbeiten der Daten

eine enorme Aufwandserleichterung und

Zeitersparnis für die Gemeinde ergibt.

„Professionalität, Zuverlässigkeit, Flexibilität

sowie Kompetenz zeichneten das Dienstleistungsangebot

im Bereich der Personalverrechnung

aus. Zudem profitierte die

Gemeinde durch das profunde sozialversi-

cherungsrechtliche Wissen. Wir können die

Dienstleistung nur weiterempfehlen.“

FRITZ BRANDNER

BÜRGERMEISTER

GEMEINDE STUMM

DIE ANGEBOTENEN

LEISTUNGEN IM RAHMEN

DER ÜBERNAHME DER

PERSONALVERRECHNUNG

(AUCH INDIVIDUELL BUCHBAR)

+ Durchführung der monatlichen

Personalverrechnung

+ Beratung in arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen

Angelegenheiten

+ Korrespondenz mit Krankenkassen und

Behörden

+ Übermittlung aller monatlichen Personalverrechnungsauswertungen

+ Erstellung von Datenträgern für die

Überweisung der Gehälter und Abgaben

sowie Übernahme der Überweisung

+ Monatlicher Buchungsbeleg auf Kostenstellenebene

+ Übernahme der abgabenrechtlichen

Verantwortung

+ An- und Abmeldung der Dienstnehmerinnen

und Dienstnehmer

+ Betreuung der Zeiterfassung

+ Jährliche Anpassung von Kollektivvertragserhöhungen

+ Jahreserklärungen für Behörden

+ Jährliche Berechnungen von Urlaubsund

Plus-/Minus-Stunden, Jubiläumsund

Abfertigungsrückstellungen

+ Jährliche Budgetplanung

+ Erstellung von Dienstverträgen und

sonstigen Vereinbarungen

+ Unterstützung bei Lohnsteuer-,

Kommunalsteuer- und Sozialversicherungsprüfungen

(GPLA)

RECHTS: Die GemNova passt

die Leistungen individuell an die

Bedürfnisse der Gemeinde an.

(© GemNova)

ZUR AUTORIN

YVONNE HUBMANN

Yvonne Hubmann ist seit 2016 bei

der GemNova tätig und unterstützt

die Gemeinden bei der professionellen

Abrechnung.

Kontakt: y.hubmann@gemnova.at


62 tirol.modern und innovativ

tirol.modern und innovativ

ACP Schulaktion

ABFALLWIRTSCHAFT

VERSUS

KREISLAUFWIRTSCHAFT

Zuerst die gute Nachricht:

Die Österreicherinnen und

Österreicher zählen in der

EU zu den Recyclingmeistern.

Trotzdem fallen jährlich rund

4,3 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle

an, also etwa

488 Kilogramm pro Österreicherin/Österreicher.

Rohstoffe

Sekundär-

Rohstoffe

Produktion

Handel

Verbraucher

© Heinz © Heinz Stanger

Heinz Stanger

IHR ANSPRECHPARTNER

IHR IHR ANSPRECHPARTNER

Andreas Probst, MSC

Verkauf Andreas Außendienst

Probst, MSC

Verkauf Außendienst

ACP IT Solutions GmbH

Eduard-Bodem-Gasse ACP IT IT Solutions GmbH

1

A-6020 Eduard-Bodem-Gasse Innsbruck 1 1

A-6020 Innsbruck

M +43 664 60187 24230

T M M +43 +43 +43 512 664 283116 60187 24230

andreas.probst@acp.at

T T +43 +43 512 51283116 24230

andreas.probst@acp.at

Sichern Sie sich jetzt den schnellsten Start ins Schuljahr 2020/2021

Sichern Sie sich jetzt den schnellsten Start ins Schuljahr 2020/2021

mit den modernen Endgeräten von HP als kostengünstige Miete.

mit den modernen Endgeräten von HP als kostengünstige Miete.

UNSER ANGEBOT

UNSER ANGEBOT

HP ProDesk 405 G4

HP ProDesk 405 G4

Inklusive Maus, Tastatur und 4 Jahre Garantie.

Inklusive Maus, Tastatur und 44 Jahre Garantie.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Entwicklung Ihres

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Entwicklung Ihres

Digitalisierungskonzeptes für die Digitalisierungsstrategie des BMBWF.

Digitalisierungskonzeptes für die Digitalisierungsstrategie des BMBWF.

ab ab 8,22

ab € 8,22

pro Monat

exkl.

pro pro Monat

Mwst.

exkl. Mwst.

63

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen ist

immer mehr begrenzt“, erklärt das Ministerium

als Umweltressort im Bundesabfallwirtschaftsplan

2017 (III-121 d. B.) die

Zielsetzung der heimischen Abfallbewirtschaftung:

Ressourcenschonung mittels

Abfallvermeidung, gefolgt von Recycling

und sonstiger Verwertung, etwa zur Wärmeerzeugung.

Die bloße Beseitigung von

Müll ist die allerletzte Option. Unser Handeln

muss sich daher verstärkt nach der

Abfallpyramide orientieren. Handlungsbedarf

besteht laut Abfallexpertinnen und

-experten des Ressorts im Ministerium

vor allem bei der Abfallvermeidung und

der Umorientierung von einer linearen

Abfallwirtschaft hin zu einer umfassenden

Kreislaufwirtschaft.

Kreislauf- statt Linearwirtschaft

Die Linearwirtschaft, auch „Wegwerfwirtschaft“

genannt, beruht auf dem derzeit

vorherrschenden Prinzip der industriellen

Produktion. Nach einer gewissen Lebensdauer

– Produktlebenszyklus – gehen die

meisten Produkte kaputt oder müssen,

weil es dem Konsumenten so suggeriert

wird, gegen ein neues Produkt ausgetauscht

werden. Meist bedeutet dies dann

das Ende eines Produkts, und dieses wird

in der Mülltonne oder am Recyclinghof

entsorgt. Dabei wird ein Großteil der eingesetzten

Rohstoffe nach der jeweiligen

Nutzungsdauer der Produkte deponiert

oder verbrannt. Nur ein geringer Anteil

wird einer Wiederverwendung zugeführt.

Das Gegenteil zu diesem veralteten und

nicht nachhaltigen Prinzip ist die Kreislaufwirtschaft.

Diese ist ein regeneratives

System, in dem Ressourceneinsatz

und Abfallproduktion, Emissionen und

Verwerter

Entsorger

Energieverschwendung durch das Verlangsamen,

Verringern und Schließen von

Energie- und Materialkreisläufen minimiert

werden. Dies kann durch langlebige

Konstruktion der Produkte, Instandhaltung,

Reparaturmöglichkeit, Wiederverwendung,

Remanufacturing, Refurbishing

und Recycling erzielt werden. Das Recycling

ist dabei zumeist das Mittel letzter

Wahl.

Neue Rahmenbedingungen müssen

geschaffen werden

Die Tiroler Bevölkerung liegt im Bundesvergleich

ganz vorne beim Thema Mülltrennung.

Natürlich gibt es immer Luft

nach oben, aber dafür müssen auch neue

Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Wie kann es zum Beispiel sein, dass die

Bürgerinnen und Bürger über das Internet

24 Stunden durchgehend Produkte

bestellen können, aber am Ende des

Lebenszyklus der Produkte macht der

Recyclinghof pünktlich um 17 Uhr zu? Die

meisten Menschen arbeiten um diese

Zeit noch. Da wäre es doch sinnvoller, die

Öffnungszeiten an die Lebensgewohnheiten

der Menschen anzupassen. Außerdem,

würde es nicht zukunftsweisend

sein, mehr in das urbane Siedlungsgebiet

zu gehen und dort kleine Recyclingstationen

zu betreiben? Viele Bürgerinnen

und Bürger besitzen gerade im städtischen

Bereich kein Auto mehr. Auch ist

Transparenz bei Tarifen ein Thema in

der Bevölkerung. Bei den meisten Gebühren

wie etwa Strom, Wasser, Kanal etc.

wird der Tarif nach dem Aufkommen und

ganz transparent berechnet. Also wieso

nicht auch beim Müll?

FÜNF TIPPS, WIE JEDE UND

JEDER ZUR ABFALLVERMEI-

DUNG BEITRAGEN KANN

1 Verwende Mehrweg-Trinkflaschen

oder Kaffeebecher statt Einwegflaschen

und -becher.

2 Nimm für deinen Einkauf eine Mehrwegeinkaufstasche

mit, somit brauchst

du nicht jedes Mal ein Sackerl zu kaufen.

3 Kaufe mit Bedacht ein und koche auch

mit Resten, um Lebensmittel im Abfall zu

minimieren.

4 Auch bei der Jause gilt: Mehrweg! Verwende

Jausenboxen oder Wachspapier

statt Alufolie für deine Zwischenmahlzeit.

5 Reparieren statt wegwerfen – viele

Gegenstände können repariert werden!

ZUM AUTOR

MARKUS BRUGGER,

MSC

Markus Brugger ist bei der

GemNova Projektverantwortlicher

für den Bereich Abfall- und

Ressourcenmanagement. Die

letzten Jahre war er bei der IKB

und hat sämtliche Projekte wie

Unterflursysteme, neue Wege

bei Recyclinghofgestaltungen

und wichtige Themen wie Abfallvermeidung

vorangetrieben und

umgesetzt.

Kontakt: m.brugger@gemnova.at


64 tirol.modern und innovativ

tirol.modern und innovativ 65

Vorbild Drehscheibe

Lans: Neues Lernen

braucht neue Räume!

Die differenzierte und ganzheitliche Förderung

der Kinder steht im Fokus des

pädagogischen Leitbilds der neuen Bildungsstätte.

Gefolgt wird den Prinzipien

des offenen Lernens, das in differenzierten

Räumen Frontalunterricht, Gruppenarbeit,

Einzelarbeit und jede Menge Spiel

und Bewegung ermöglicht.

„Das Kinder- und Dorfzentrum in Lans hat

die Qualität eines Vorzeigeprojekts. Es

zeigt, was Gemeinden mit konsequenter

Planung, mit professionellem Projektmanagement

und in der Zusammenarbeit

mit den Experten des Landes und der

GemNova zuwege bringen können“, so

Landesrat Johannes Tratter. Zwei kompakte

Häuser geben dem Prinzip des offenen

Lernens großzügig Raum und unterstreichen

die enorme Bedeutung der

Bildung für die Zukunft. Multifunktionale

Räume für alle und ein vom Schulhaus

und vom Kinderhaus eingerahmter Dorfplatz

im Herzen der Gemeinde machen

die neue Anlage zur Drehscheibe Lans.

Neue Lern- und Teamkultur ermöglichen

„Unser Ziel war die Verbindung von

Pädagogik, Bauwerk und Ausstattung“,

erklärt Bürgermeister Benedikt Erhard,

„eine pädagogische Architektur also,

die eine neue Lern- und Teamkultur

BILD: Die Drehscheibe Lans bietet eine

ganz besondere Lernatmosphäre in hellen,

freundlichen Klassenräumen. (© GemNova)

ermöglicht.“ Grundlage des Konzepts

sind die Einbettung der Klassenräume

in Lerncluster, eine variable Möblierung

und eine technische Ausstattung auf

dem neuesten Stand. Die Gruppen- und

Differenzierungsräume des Kindergartens

und der Kinderkrippe sind nach

demselben Prinzip in Cluster-Form

gegliedert. Die Herausforderung, dies

perfekt umzusetzen, war groß. Architekt

Michael Schwärzler kleidete dies

in folgende Worte:

Im Jänner 2018 wurde das

Siegerprojekt gekürt, im

September 2020 wurde der

Betrieb aufgenommen -

die Gemeinde Lans setzt mit

dem Neubau der Volksschule,

des Kindergartens und der

Kinderkrippe im Eilzugstempo

ein gesellschaftspolitisches

Statement.

BILD: Die moderne Architektur

bettet sich gut in die Landschaft

ein. (© GemNova)

„Die Reduktion

auf Baukörper,

die in ihrer Form

klar und einfach

sind, aber gleichzeitig

über einen

hohen funktionalen

Mehrwert

verfügen, war

eine spannende

Aufgabe.“


66 tirol.modern und innovativ tirol.modern und innovativ

67

Ein großes Anliegen war dabei, „die Gebäude

in Bezug zur Natur und ihrer Umwelt

zu stellen und die Freiflächen rund um das

Bildungszentrum dabei optimal zu nutzen“,

so Architektin Ingrid Schwärzler.

Neben den Lern-, Ruhe- und Spielbereichen

für die Kinder wurden in transparenter

Bauweise auch eine Turn- und Mehrzweckhalle,

eine Schul- und Dorfbibliothek,

Räume für die Musikschule, ein Hort für die

Nachmittagsbetreuung und ein „Lanner

Wohnzimmer“ untergebracht, das in Verbindung

mit der Aula als Veranstaltungsraum

die Drehscheibe zur kulturellen Plattform

des Dorfes werden lässt.

Zeitgerecht und im Kostenrahmen fertiggestellt

Nach zweijähriger Vorarbeit des gesamten

Gemeinderats und der Teams von Volksschule,

Kindergarten und Kinderkrippe,

nach einem internationalen Architekturwettbewerb

und eineinhalb Jahren Bauzeit

wurden die neuen Häuser zum Start des

neuen Schuljahrs in Betrieb genommen.

Ein Projekt dieser Dimension als Bauherr

umzusetzen, war eine Herausforderung,

die eine kleine Gemeinde wie Lans nur mit

starken Partnern meistern konnte. „Ohne

die großzügige finanzielle Unterstützung

des Landes, die Mitwirkung der Dorferneuerung,

die Kreativität des Architekturbüros

Schwärzler und die Expertise der

GemNova im Projektmanagement wäre

die Umsetzung in dieser Form nicht möglich

gewesen“, betont Vizebürgermeister

Cedric Klose. „Trotz gestiegener Baupreise

und Corona-bedingter Verzögerungen ist

es uns mit verlässlichen Planern und Professionisten

gelungen“, so Alexander Gostner,

Bereichsverantwortlicher Infrastruktur

der GemNova, „das Projekt zeitgerecht und

unter Einhaltung des 2017 beschlossenen

Kostenrahmens abzuschließen.“

RECHTS: Die großzügigen Allgemeinflächen

laden nicht nur zum Lernen,

sondern auch zum Spielen ein und fördern

die Bewegung. (© GemNova)

„Trotz gestiegener

Baupreise und Coronabedingter

Verzögerungen

ist es uns mit verlässlichen

Planern und Professionisten

gelungen, das Projekt zeitgerecht

und unter Einhaltung

des 2017 beschlossenen

Kostenrahmens

abzuschliessen.“

ZUM AUTOR

DI ALEXANDER GOSTNER

Alexander Gostner ist seit 2016 bei der

GemNova und verantwortet den Bereich

Infrastruktur. In den letzten Jahren hat die

GemNova Infrastruktur bereits über 140

Projekte begleitet.

Kontakt: a.gostner@gemnova.at


68 tirol.bunt und vielfältig

ZUM AUTOR

MAG. MICHAEL

MAURER, MA

Michael Maurer ist in der

GemNova Akademie u. a. als

Deutschtrainer tätig. Er ist

dort für Weiterbildungen und

Qualitätsentwicklung verantwortlich

und ist Experte für

Sprachtests.

Kontakt:

m.maurer@gemnova.at

Zwei Helden und die Krux des Deutschen

Ivona ist vor sieben Monaten aus ihrem

Heimatland Rumänien nach Tirol gekommen,

um hier zu arbeiten. Sie hat inzwischen

ein paar Freunde gefunden und in

Gesprächen mit ihnen schon ein wenig

Deutsch gelernt. Sie kann ihren Freunden

erzählen, was sie in ihrer Freizeit gern

macht und letztes Wochenende erlebt

hat. Das klappt schon recht gut – ihre

Freunde verstehen sie, und Ivona versteht,

was ihre Freunde sagen. In der

Arbeit ist das jedoch anders.

die

Tomaten

Massimo, ein gebürtiger Italiener, lebt

schon seit fünf Jahren in Österreich. Er

arbeitet als Pfleger in einem Altersheim

im Oberinntal und ist dort bei Kolleginnen

und Kollegen sowie Bewohnerinnen

und Bewohnern sehr beliebt. Sein

Deutsch ist schon sehr gut, da er in

den letzten Jahren einige Deutschkurse

besuchte und letztes Jahr die B2-Prüfung

sogar mit Sehr gut bestand. Massimo

möchte sich jedoch weiterentwickeln und

sein Deutsch noch weiter verbessern.

Sprechen und Schreiben klappen schon

sehr gut, was ihm aber noch fehlt, sind

die Feinheiten der schen Sprache: Viele

deut-

Wörter haben mehr als

nur eine Bedeutung, im

Falle des Worts Läufer

sogar 24! Warum gehen

die einen hinauf und die

anderen herauf?

appetit

auf deutsch

„Deutsche Sprache, schwere Sprache“ – diesen Satz hört man

oft. Natürlich ist Deutsch nicht die allerleichteste Sprache, wenn

man sie erlernen möchte. Allerdings hilft der richtige Kurs und

fördert den Appetit aufs Lernen der deutschen Sprache.

Ivona ist Kellnerin in einem Gastronomiebetrieb

im Zillertal. Sie hat schnell nach

ihrer Ankunft in Tirol einen Job gefunden,

der ihr viel Spaß bereitet. Sie arbeitet

gern mit Menschen und ist sehr kommunikationsfreudig.

Probleme bereiten ihr

die vielen Fachbegriffe: Warum muss ich

Tische aufdecken und später abdecken?

Was ist der Unterschied? Was haben

Serviettenknödel mit der Tischserviette

zu tun? Was kann ich davon servieren?

Warum sagen die einen hocken, wenn sie

doch sitzen? Hinzu kommt, dass die Chefin

des Betriebs mit ihren Mitarbeitenden

gleich spricht, wie mit den

Kundinnen und Kunden:

im Zillertaler Dialekt.

Das Wort åftang hat

sie in keinem Deutschkursbuch

gelesen und

in keinem Wörterbuch

gefunden. Ivona ist

ganz verwirrt, als ihre

Chefin sie nach kur-

BILD: Reale Situationen

wie das Schreiben von

Whats-App-Nachrichten

werden geübt, um die Alltagskommunikation

zu

fördern. (© GemNova)

zem Krankenstand fragt, ob es ihr mehr

gutgeht. Muss das nicht besser heißen?

Woher soll sie denn auch wissen, dass

mehr im Zillertal auch wieder bedeuten

kann? Was Ivona nun weiterhilft, ist ein

Deutschkurs, der auf ihre Bedürfnisse

zugeschnitten ist. Dort, wo sie das lernt,

was sie tatsächlich braucht: Fachwortschatz

aus der Gastronomie, mündliche

Kommunikation, dialektale Ausdrücke.

Und was lern’ ma jetzt wirklich?

Reguläre Kurse werden dem konkreten

Sprachbedarf von Lernern oft nicht

gerecht, da diese Kurse wenig auf das

persönliche Umfeld der Teilnehmenden

(Situationen am Arbeitsplatz, konkreter

Wortschatz, Dialekt usw.) eingehen.

Zumeist schließen solche Kurse mit einer

Prüfung ab, daher liegt ihr Schwerpunkt

eher auf der Prüfungsvorbereitung.

Was Lernende – auch unsere beiden Helden

Ivona und Massimo – brauchen, sind

Kurse, in denen sie gezielt das lernen,

was sie für ihre Lebensbereiche brauchen.

Statt sukzessiver Einführung in die

Grammatik müssen spezifische Redemittel

(Fragen, Anweisungen, Meinungen

etc.) angeboten werden, die sich an der

Umgangssprache, am Dialekt sowie an

Situationen am Arbeitsplatz wie Tätigkeiten,

Aufgaben, Mängel oder Beschwerden

orientieren. Das Gelernte ist sofort

anwendbar.

Es muss sich somit ein Bild der Lebenssituation

der Lernenden gemacht werden

und die Aktivitäten im Sprachunterricht

dementsprechend angepasst werden.

Dazu ist ein individuell entworfenes

Lernmaterial notwendig. Und schließlich

gehören Dialekte zu Tirol. Daher sollte

bewusst das Verstehen von dialektalen

Ausdrücken eingebaut werden, ohne welche

die Alltagskommunikation in Tirol

unvorstellbar ist. So bekommen Lernende

einen Appetit auf Deutsch.

Die GemNova-Akademie bietet

maßgeschneiderte Deutschkurse

für Privatpersonen und Firmen an.

Das für einen erfolgreichen Spracherwerb

entwickelte Kurskonzept

basiert auf langjährigen Erfahrungen

der Trainerinnen und Trainer

und legt den Fokus auf Effizienz,

Individualität und Flexibilität.

tirol.bunt und vielfältig

Was Lernende

brauchen, sind

Kurse, in denen

sie gezielt

das lernen, was

sie für ihre

Lebensbereiche

brauchen.

69

Unterstützung für eine

Covid-19-konforme Ausrichtung

von Veranstaltungen

Für die Ausrichtung von Veranstaltungen

ist derzeit die

Durchführung einer Reihe

von zusätzlichen Maßnahmen

gesetzlich notwendig,

damit diese Veranstaltungen

Covid-19-konform abgehalten

werden. Um die Tiroler

Gemeinden bestmöglich

zu unterstützen, bietet die

GemNova ab sofort an, die

Maßnahmen für eine Covid-

19-konforme Abwicklung im

Auftrag der Gemeinde oder

kommunaler Einrichtungen

durchzuführen.

Sie möchten mehr zu diesem

Thema erfahren? Manfred

Schiechtl (m.schiechtl@

gemnova.at) hilft Ihnen gerne

weiter.


70 tirol.ist schön

tirol.ist schön 71

TIROLER

BURGEN UND SCHLÖSSER –

ERINNERUNGSORTE EINER

WECHSELVOLLEN GESCHICHTE

LINKS: Die Kronburg

ist die Ruine einer Felsenburg,

die 1380 von Hans

von Starkenberg erbaut

wurde. Sie befindet sich

auf einer steilen hohen

Felskuppe zwischen

Zams und Schönwies.

(© Felix Richter)

OBEN: Die Burgruine

Rattenberg wurde 1254

erstmals urkundlich

erwähnt. Sie war eine

wichtige Grenzfestung

des Herzogtums Bayern.

(© Felix Richter)

LINKS: Die Burg

Freundsberg am

südlichen Stadtrand

von Schwaz liegt ca.

170 Meter über der

Talsohle des Inntals.

Die Burg wurde 1150

von den Herren von

Freundsberg erbaut.

(© Felix Richter)


72 tirol.ist schön tirol.ist schön

73

BILD: Schloss Landeck wurde ursprünglich als „tirolisch

landesfürstliche“ Gerichtsburg im 13. Jahrhundert erbaut.

Unter den Rittern Schorfenstein erlebte das Schloss eine

Glanzzeit. Heute beheimatet das Schloss Landeck ein

Museum mit Dauerausstellungen über Jakob Prandtauer

und über die Schwabenkinder. (© Felix Richter)

ZUM FOTOGRAFEN

FELIX RICHTER

Felix Richter studierte Journalismus

an der Universität von Rio

de Janeiro. Seit 1997 war Richter

als Berufsfotograf, Verleger und

Schriftsteller in Brasilien tätig. Er

veröffentlichte 20 Fotografiebücher,

fünf Romane und hatte

zahlreiche Fotoausstellungen. 2017

übersiedelte Richter mit seiner

Familie nach Innsbruck und arbeitet

heute als Social-Media-Manager

und Fotograf.

Kontakt: f.richter@gemnova.at

OBEN: Die Burg Fernstein

ist eine Höhenburg

im Tiroler Ortsteil Fernstein

der Gemeinde Nassereith.

Die heutige Burg

wurde 1288 erstmals

urkundlich erwähnt.

(© Felix Richter)

RECHTS: Die Ruine der

Burg Thaur wird 1232 als

Eigentum von Graf Albert

III. von Tirol genannt.

Anna Katharina von Mantua

war 1592 die letzte

fürstliche Bewohnerin.

Die Reste der ehemaligen

gewaltigen Burganlage

liegen ca. 100 Höhenmeter

oberhalb des Dorfes

Thaur. (© Felix Richter)


74 tirol.wirtschaftet

75

Jetzt neue

Hendler!

LR IN ZOLLER-FRISCHAUF UND

GEMNOVA BEI UNTERNEHMENSBESUCHEN

IM TIROLER OBERLAND UND INNSBRUCK

Im Rahmen einer Besuchstour mit GemNova wurden

die Firmen Pure Green in Roppen und die Firma Tomaselli

Sportlerei + Schusterei in Innsbruck besucht.

UNTEN:

tomaselli & ganznah.tirol. Alois Rathgeb

(GF GemNova), Andreas Tomaselli,

LRin Patrizia Zoller-Frischauf, Christian

Tomaselli, Bernhard Moll (ganznah.tirol)

(© GemNova)

Was für eine Freud –

auf ganznah.tirol sind

wieder neue Händler

im Stall eingezogen.

Jetzt gleich die neuen

Angebote checken.

Auf geht's!

Tirol im Fokus

1

Online schauen und Online

oder vor Ort kaufen. Tiroler 2

Stärkung der

3

Kaufleute.

www.ganznah.ti rol

Produkte kaufen, die

aus der Region sind.

OBEN:

Pure Green & ganznah.tirol. Alois

Rathgeb (GF GemNova), Ingo Mayr

(Bürgermeister Roppen), Bernhard Moll

(ganznah.tirol), LR in Patrizia Zoller-Frischauf,

Gordon Koell (Pure Green), Ernst

Schöpf (Präsident Tiroler Gemeindeverband)

(© GemNova)

Seit 2007 entwickelt und produziert

Pure Green hochwertige Naturkosmetik.

Der Hersteller mit Sitz in Roppen ist ein

zuverlässiger Partner für Markenanbieter,

Hotellerie und Handel. Moderne Produktionsanlagen

und motivierte Mitarbeitende

stellen flexibel und effizient die

gewünschten Produkte her. Neben einer

Unternehmensvorstellung durch Dr. Gordon

Koell konnten bei einer Betriebsführung

die verschiedenen Produktionsprozesse

in Augenschein genommen werden.

Pure Green und Tomaselli sind auch aktiv am Tiroler

Marktplatz: ganznah.tirol (www.ganznah.tirol).

Die Tomaselli Sportlerei + Schusterei

wurde im Herbst 2018 gegründet und

bietet seinen Kundinnen und Kunden die

gewohnt hohe qualitative Schusterarbeit,

wie sie seit Jahrzehnten an diesem Standort

gelebt wird. Zusätzlich ist Tomaselli

ein kompetenter Partner für Skibergsteigen

und Laufsport und bietet unter anderem

die größte Traillaufschuhauswahl

Tirols. Innovationen und Entwicklungen

in diesem Sportsegment wurden von Andreas

Tomaselli eindrucksvoll erklärt.

Pure Green und Tomaselli sind auch aktiv

am Tiroler Marktplatz: ganznah.tirol (www.

ganznah.tirol). Der Tiroler Gemeindeverband,

die GemNova sowie die Bezirksblätter

haben den digitalen Marktplatz

ganznah.tirol ins Leben gerufen.


76 tirol.swirtschaftet

IM INTERVIEW MIT ANDREAS GRÜNER

Jetzt

neu

77

(© Arlberg Photography)

Seit der Gründung im Jahr 1922 steht

die Firma Grüner in Zams für Verlässlichkeit,

Beständigkeit und Nachhaltigkeit

in Sachen Lebensmittel. Regionalität

und Qualitätsbewusstsein steht immer

im Vordergrund. Neben den klassischen

Lebensmittelmarken führt die Firma Grüner

auch ausgesuchte Spezialitäten aus

dem Tiroler Oberland.

Lieber Andreas! Es freut uns sehr, dass

du uns über deine Erfahrungen mit

ganznah.tirol erzählen möchtest. Was

waren deine Beweggründe, bei diesem

Marktplatz mitzumachen?

Wir waren in der Vergangenheit schon

bei mehreren Plattformen mit einem

Online-Shop präsent. Von da her hatten

wir schon einige Erfahrungen gesammelt

bzw. Lehrgeld bezahlt. Die Plattform ganznah.tirol

startete genau in der Lockdown-

Phase heuer im Frühjahr. Das kam uns

entgegen, und wir waren von Anfang an

„voll“ dabei.

Man kann als Händler verschiedene

Versandmöglichkeiten auf ganznah.tirol

auswählen und anbieten. Wie schaut

es da bei euch aus? Werden alle Käufe

versendet oder gibt es auch Kundinnen

und Kunden, die gekaufte Ware in Zams

selber abholen?

Diese Kunden sind für uns interessant,

da sie Frequenz in unseren C+C-Markt

bringen und wir die Chance eines Zusatzverkaufes

haben.

Mit ganznah.tirol bietet es sich an,

Produkte am Marktplatz sofort online

zu kaufen – oder online anzuschauen

und später im Betrieb vor Ort zu

kaufen. Hast du derartige Erfahrungen

machen können, dass der Kunde sich

zuerst online erkundigt, dann aber bei

euch vor Ort einkauft?

Dank Facebook-Werbung und Verlinkung

kann man sehr schnell und sehr viele

potenzielle Kunden erreichen. Nicht bei

allen C+C-Kunden erfährt man das Kaufmotiv

– jedoch konnten wir durch Gespräche

an der Kasse erfahren, dass der

Kunde aufgrund des Online-Shops

erst erfahren hat, dass wir ein

spezielles Produkt im Sortiment

haben.

Welche Empfehlung würdest

du gerne anderen Händlern

geben, wenn es um Produktplatzierung

im Online-Marktplatz

geht? Was sollten sie auf jeden

Fall nicht machen?

Wenn man Produkte im Shop

von ganznah.tirol einstellt, sollte

man sich die Artikel dann aus

Sicht des Käufers betrachten –

ein interessierter Käufer möchte

so viel wie möglich über das

Produkt erfahren, denn niemand

kauft „die Katz’ im Sack“.

Was wünschst du dir für die

Zukunft bezüglich regionalem

Marktplatz?

DAS GESPRÄCH

FÜHRTE

BERNHARD MOLL

Bernhard Moll ist seit September

2020 bei der GemNova und verantwortet

das Projekt ganznah.

tirol. Verschiedene Positionen im

Vertrieb, Produkt- und Projektmanagement,

national und international,

haben für spannende

Erfahrungen und Erfolge gesorgt.

Kontak: b.moll@gemnova.at

Mehr

Knödel

für a e!

Mit dem digitalen Restaurantgutschein von

Jausengeld, bei dem mehr Knödel für alle

übrigbleiben! Jausengeld funktioniert dabei wie

eine Kreditkarte und ist auch so sicher.

Der digitale

Essensgutschein

von Jausengeld

Bis heute haben wir einen Großteil der

ganznah.tirol-Bestellungen per Post verschickt.

Einige wurden auf Basis „Selbstabholung

bei uns im Geschäft“ bestellt.

… dass möglichst viele Tiroler

Händler online gehen und dass

dadurch ein abgerundetes Sortiment

angeboten wird.


78 tirol.wirtschaftet

tirol.wirtschaftet

79

hollu – Nachhaltige Reinigung

und sichere Hygiene made in Zirl

Smarte Lösungen für mehr Hygienesicherheit

In Zeiten, in denen Dinge mit Menschen

kommunizieren und digitale Technologien

zum Leben gehören, nutzt auch das

zukunftsorientierte Unternehmen hollu die

vielen Chancen der Digitalisierung. Um

den komplexeren Herausforderungen in

Sachen Hygiene gerecht zu werden und

auch die notwendige Sicherheit für uns

alle zu schaffen, helfen neue Werkzeuge.

Tools wie die neue hollu-Softwarelösung

NOA gewährleisten eine neue Prozesssicherheit

und unterstützen dabei, die täglichen

Reinigungs- und Desinfektionsabläufe

verlässlich abzuarbeiten. Transparent,

nachvollziehbar dokumentiert und digital

vernetzt, erleichtert der digitale Hygienemanager

NOA den Reinigungsalltag und

bewirkt sichere Hygienestandards. Mehr

Details auf: www.noa.online

serbelastung kontinuierlich

zu reduzieren.

Wertvolles

Praxiswissen

GemNova und hollu

bieten seit Jahren

gemeinsame Reinigungsschulungen

an.

Die für heuer geplanten

Schulungen mussten

leider abgesagt

werden, aber es sind

bereits neue Termine

für 2021 geplant. In

den Seminaren wird

ein Einblick in die professionelle

Reinigung und den Einsatz von

Reinigungsmitteln gegeben, immer unter

den Aspekten, Kosten zu sparen und die

Umwelt zu schonen.

OBEN: Moderne Produktionsstandards,

neue Technologien und optimierte Prozesse

am Hauptstandort Zirl sichern die

hohe Produktqualität des Tiroler Hygienespezialisten

hollu. (© hollu)

Viele Gemeinden in Tirol vertrauen auf die Unterstützung des

Hygienespezialisten hollu. Die GemNova arbeitet mit hollu seit

2011 erfolgreich zusammen.

Lebendige Nachhaltigkeit in der holluworld

„Wir wollen dazu beitragen, dass die

Erde auch für die nächsten Generationen

lebenswert bleibt. Deshalb haben wir die

17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

– Sustainable Development Goals,

kurz SDGs – in unserer DNA verankert

und leben tagtäglich danach“, betont hollu-Geschäftsführer

Simon Meinschad. So

entwickelt hollu Forschung & Entwicklung

verstärkt Rezepturen auf Basis nachwachsender

Rohstoffe mit dem Ziel, die Abwas-

UNTEN: Alle

Produkte der ökologischen

Linie hollueco

sind mit dem österreichischen

Umweltzeichen

und EU-Ecolabel

zertifiziert,

wodurch sowohl die

hohe Umweltverträglichkeit

als auch die

erstklassige Produktqualität

belegt sind.

Gleich direkt bestellen

auf: www.hollu.

shop (© hollu)

GEMEINSAM

#SORGLOSNAH

ZERTIFIZIERTE DESINFEKTION – WIRKSAM & SICHER!

Gleich bestellen auf www.hollu.shop!

ZUM AUTOR

PHILIPP PILSER

Philipp Pilser ist bei der Firma

hollu Systemhygiene GmbH als

Verkaufsleiter in Tirol und Vorarlberg

für Bildung & öffentliche

Einrichtungen sowie Gesundheitsund

Sozialwesen zuständig.

Reinigung hat bei hollu lange Tradition –

über 115 Jahre, um genau zu sein. Mit der

Produktion und eigener Forschung und

Entwicklung sichert das Familienunternehmen

Innovation und Qualität made

in Austria. Hollu arbeitet mit seinen Kundinnen

und Kunden eng zusammen und

kennt beispielsweise auch die täglichen

Hygieneherausforderungen von Kindergärten,

Schulen oder Alten- und Pflegeheimen

ganz genau.

EN-geprüfte

Qualitätsprodukte

hollu Systemhygiene GmbH | Tel. +43 5238 52800 | www.hollu.com

279Tirol_inseratline_neu_Rundum_sorglos_98x118_2020_11_(1 Seite).indd 1 11.11.20 08:28


80 tirol.blickt über die Grenzen

tirol.blickt über die Grenzen

81

Die unsichtbare

Grenze

„Europaregion

heißt, nach vorne

zu blicken und

Stück für Stück

die Grenze unsichtbar

zu machen.“

ZUM AUTOR

MAG. REINHOLD

OBLAK

Aufgewachsen in Kärnten studierte

Reinhold Oblak an den Universitäten

Wien und Perugia, Italien. Er war viele

Jahre Journalist, Konzernsprecher,

Vorstand und Aufsichtsrat. Seit 2018

ist er bei der GemNova für die Unternehmenskommunikation

zuständig.

Kontakt: r.oblak@gemnova.at

Die Europaregion Tirol, Südtirol

und Trentino, kurz Euregio,

wurde 1998 gegründet. Das Ziel:

die Zusammenarbeit zwischen

den seit 1918 geteilten Landesteilen

zu verstärken. Der Vorsitz

wechselt alle zwei Jahre, derzeit

präsidiert das Bundesland Tirol.

Doch was verbirgt sich hinter

der Euregio, geht es nur um

reine Symbolpolitik oder gibt es

auch konkrete Ergebnisse? Eine

kleine Bestandsaufnahme.

Wenn Siegfried Steger, einer der vier

legendären „Pusterer Buam“, die in den

Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts

in Südtirol viele Anschläge verübten und

in Italien zu lebenslanger Haft verurteilt

wurden, sich daran erinnert, ist er noch

immer aufgebracht. „Das war eine wirklich

ganz schlimme Zeit damals. Wir waren

Fremde im eigenen Land, überall war

italienisches Militär. Es gab Hausdurchsuchungen,

unsere Freunde wurden in

den Gefängnissen gefoltert, einige starben.

Andere wieder, wie etwa der Luis

Amplatz, wurden heimtückisch ermordet.

All das nur, weil wir Südtiroler waren und

Tiroler bleiben wollten.“ Tempi passati,

könnte man heute sagen, dennoch war

auch diese Zeit der „Südtirol-Bumser“ ein

Schritt hin zur Euregio.

Das Gemeinsame im Fokus

Für den gebürtigen Oberländer Matthias

Fink, turnusmäßiger Generalsekretär der

Euregio, ist klar: „Europaregion heißt, nach

vorne zu blicken und Stück für Stück die

Grenze unsichtbar zu machen. 1994 fand

die erste Sitzung der drei Landesregierungen

von Tirol, Südtirol und dem Trentino

statt, ein Jahr später trat Österreich

der EU bei, dann wurde unsere gemeinsame

Vertretung in Brüssel eröffnet. Ein

klares, ein wichtiges Signal.“ Wobei, der

historischen Wahrheit willen: Der damalige

italienische Staatspräsident Oscar Luigi

Scalfaro zeigte sich darob nicht begeistert

und verurteilte diese Europaregion mit

scharfen Worten.

Dennoch wurde 1998 die Euregio gegründet,

im gleichen Jahr erfolgte mit dem

Schengen-Abkommen auch die Öffnung

der Grenzen. Weitere zwei Jahre später

gab es bereits einen gemeinsamen Stand

bei der Expo sowie die erste gemeinsame

Landesausstellung zusammen mit dem

Trentino. Heute hat die Euregio ihr zentrales

Büro mitten in der Bozner Altstadt;

neben Fink, der bereits von Anfang an

dabei ist, sind noch weitere 13 Personen

dort beschäftigt.

Konkrete Ergebnisse

Dass die Euregio vor allem Symbolpolitik

betreibe, keine konkreten Ergebnisse

vorweisen könne, stellt Fink vehement in

Abrede. Und er listet dazu gleich zwei Beispiele

aus der jüngeren Vergangenheit auf:

MAG. MATTHIAS FINK

GENERALSEKRETÄR EUREGIO

Beispiel Nummer eins: Seit 1. August dieses

Jahres gibt es unter dem etwas sperrigen

Namen „Euregio2Plus“ ein fürwahr

interessantes Angebot: Zwei Erwachsene

können in Begleitung von bis zu drei Kindern

alle öffentlichen Verkehrsmittel in

Tirol, Südtirol und dem Trentino nutzen.

Und ja, natürlich kann dieses Angebot auch

von nur einem oder zwei Erwachsenen

ohne Kinder genutzt werden. Das Besondere

an diesem Tagesticket: der wirklich

wohlfeile Preis von 39 Euro für die gesamte

Gruppe. Fink: „Damit ist es etwa möglich,

dass fünf Personen mit dem Zug von

Innsbruck nach Bozen fahren, mit der Seilbahn

auf den Ritten und mit der Schmalspurbahn

weiter zu den Erdpyramiden. Und

das um 39 Euro für alle zusammen. Ach

ja, die Rückfahrt nach Innsbruck ist darin

natürlich auch inkludiert.“ Als nächster

Schritt, der indes wohl noch etwas dauern

wird, ist dann die Einführung eines Euregio-Jahrestickets

geplant.

Zweites Beispiel: Forschende haben heuer

bereits das vierte Mal die Möglichkeit,

ihre grenzüberschreitenden wissenschaftlichen

Projekte gefördert zu erhalten. Im

Rahmen dieses Euregio-Wissenschaftsfonds

wurden bis zum Fristende am 7.

Oktober gezählte 66 Projekte eingereicht.

Die Fördersumme beträgt diesmal drei

Millionen Euro. Wie groß das Interesse an

interregionalen Forschungsprojekten tatsächlich

ist, zeigen, so Fink, die Zahlen der

vergangenen drei Jahre. „Insgesamt gab

es 120 Einreichungen, dabei wurden über

5,5 Millionen Euro an 16 konkrete Projekte

ausgeschüttet. Ein weiterer Beweis, was

die Euregio alles auf die Füße stellen kann,

wie sehr das den Menschen in diesen drei

Regionen zugutekommt.“

Licht und Schatten

Etwas differenzierter sieht das Ganze der

Südtiroler Historiker Hans Heiss. Vor allem

in der Verkehrspolitik, beim Transit über

den Brenner, im Tourismus- oder Wirtschaftsbereich

gäbe es nach wie vor Partikularinteressen.

„Das Hemd ist den jeweiligen

Regionen eben näher als der Rock. Und

das wird sich auch so schnell nicht ändern.“

So sei es etwa nach wie vor nicht gelungen,

den Tourismus in Südtirol sowie Nord- und

Osttirol zu einer gemeinsamen Marke zu

verbinden. Im Gegenteil, die Regionen blieben

scharfe Konkurrenten beim Werben

um die Gäste, so der Historiker.

„ES GIBT LICHT UND

SCHATTEN, DOCH DIE

GRUNDSÄTZLICHE

RICHTUNG STIMMT.“

UNIV.-DOZ. DR. HANS HEISS

HISTORIKER SÜDTIROL

Eine deutliche Trendwende hin zu einer

„Politik der Ergebnisse“ erkennt Heiss

freilich seit 2008/09. Dies hänge auch

BILD: V. l.: die drei

Landeshauptleute Maurizio Fugatti (Trentino),

Günther Platter (Tirol) und Arno Kompatscher

(Südtirol) bei ihrer Vorstandssitzung im Oktober

im Stift Stams. (© Land Tirol, Oss)

mit dem Tiroler Landeshauptmann Günther

Platter zusammen, der sich seit

Amtsantritt wirklich um eine Aufwertung

bemühe. Seit Anfang 2014 gäbe es dabei

auch tatkräftige Unterstützung von Südtirols

Landeshauptmann Arno Kompatscher,

außerdem sei Landeshauptmann

Maurizio Fugatti aus dem Trentino ein

kongenialer Partner. Sein Fazit: „Es gibt

Licht und Schatten, doch die grundsätzliche

Richtung stimmt.“

Drei Landeshauptleute in Stams

Anfang Oktober trafen sich die drei Landeshauptleute

zu ihrer Vorstandssitzung

im Stift Stams. Natürlich stand dabei einmal

mehr das Thema Corona im Zentrum,

also die Frage, wie man noch intensiver

kooperieren könnte. Schon zu Beginn

der Pandemie im heurigen Frühjahr halfen

sich die drei Regionen wechselseitig mit

Schutzmaterialien aus, Tirol nahm außerdem

Südtiroler Intensivpatienten in der

Innsbrucker Klinik auf. Das war konkrete

Nachbarschaftshilfe.

Für die bevorstehende Wintersaison, so

betonten Tirol, Südtirol und das Trentino

Anfang Oktober unisono, sei man dabei,

möglichst gleiche Vorgaben und Standards

zu erarbeiten. Das ist einmal eine

Ansage. Mal schauen, was am Ende des

Tages dabei konkret herauskommt.


82 tirol.mobil 1) tirol.mobil

MIT DEM DIENSTFAHR-

RAD ZUR ÜBERGABE DES

ELEKTROAUTOS

RENAULT verdoppelt die staatliche Investitionsprämie!

Profitieren Sie von attraktiven staatlichen Förderungen! *

Die Renault E-Mobilitäts-Range

83

Stolz präsentierten Zirls Bürgermeister

Thomas Öfner und Robert

Kaufmann, Geschäftsführer des ’s

zenzi, des Sozialzentrums Zirl, ihre

neueste Errungenschaft: einen e-

Kangoo von Renault für die Lieferungen

von „Essen auf Rädern“.

Den Schlüssel für den e-Kangoo überreichte

Robert B. Kollnig vom GemNova-Fuhrparkmanagement,

das für die Abwicklung der Anschaffung

beauftragt worden war. Der Sozial- und

Gesundheitssprengel Spezi und das Sozialzentrum

’s zenzi beliefern täglich bis zu 50 Zirlerinnen

und Zirler mit frisch zubereitetem Essen.

Freiwillige stellen diese Speisen, die im ’s zenzi

in speziellen Warmhaltebehältern angerichtet

werden, mit Unterstützung von Zivildienern jeden

Tag direkt zu.

Dafür steht ihnen jetzt der neue e-Kangoo zur

Verfügung, mit dem sie im Vergleich zum bisher

genutzten Dieselfahrzeug ca. 1.700 Liter Diesel

im Jahr einsparen sollten. „Wenn wir in Zirl künftig

Fahrzeuge anschaffen, werden wir vorab prüfen,

ob wieder ein Elektroauto infrage kommt“, so

Bürgermeister Öfner. Der e-Kangoo dürfte also

nicht das letzte Zirler Elektroauto sein.

AUTOR

ROBERT BALAZINEC KOLLNIG

Auch der Bauhof in Inzing setzt auf einen Renault

Kangoo Z.E. „Der e-Kangoo war zuletzt stark

nachgefragt und eignet sich bestens für Einsätze

im Bauhof oder bei ‚Essen auf Rädern‘“, so Kollnig.

Im harten Arbeitsalltag zählt vor allem die Reichweite.

Damit Sie beruflich weiterkommen, ist der

Renault Kangoo Z.E. mit mehreren technischen

Neuerungen für einen größeren Aktionsradius

ausgerüstet. Die 33-kWh-Batterie speichert, im

Vergleich zur Vorgängerbatterie mit 22 kWh, 50

Prozent mehr Energie. Zugleich geht der 44-kW-

Motor besonders effizient mit dieser Energie

um. Die Klimaanlage mit Wärmepumpe heizt

oder kühlt batterieschonend den Innenraum. So

schafft der e-Kangoo mit einer Batterieladung

bis zu 230 Kilometern nach WLTP. Für maximale

Praxistauglichkeit sind zudem zahlreiche Funktionen,

Services und Applikationen für Navigation,

Kommunikation und Multimedia an Bord.

Auch das Laden der Batterie ist einfach

und bietet mehrere praktische Möglichkeiten.

Die Wallbox als Ladestation für

zu Hause, eine Ladestation am Arbeitsplatz

sowie ein ausgebautes Netz an

öffentlichen Ladepunkten sorgen für

Ihre Unabhängigkeit. Die GemNova

arbeitet seit Jahren erfolgreich mit der

Firma Dosenberger bei der Fahrzeuganschaffung

zusammen und berät die

Gemeinden sehr gerne.

Österreichs meistgekauftes Elektroauto RENAULT ZOE ** • Leistbare und alltagstaugliche Fahrzeuge

• Langjährige Erfahrung und Kompetenz • Renault ZOE • Cityflitzer Twizy • Kangoo Z.E. & Master Z.E.

als praktische Elektro-Transporter

* Nähere Informationen im Autohaus. **Quelle: Statistik Austria, Zulassungen PKW-LKW mit Elektroantrieb von 01.01.2012 bis 30.09.2020. Änderungen, Satz- und Druckfehler vorbehalten. Symbolfotos.

Stromverbrauch ZE Range: 21–6,1 kWh / 100 km, homologiert gemäß WLTP. Datenstand 20. Juli 2020.

OBEN:

Auch der Bauhof

in Inzing erledigt

seine täglichen

Aufgaben mit

einem e-Kangoo.

(© GemNova)

LINKS:

Sehr vorbildlich

und äußerst klimaschonend

reiste Bürgermeister

Thomas Öfner

zum Übergabetermin

für das Elektroauto

an, nämlich mit dem

Dienstfahrrad der

Marktgemeinde Zirl.

(© GemNova)

STANDORTE:

INNSBRUCK NEU-RUM, Serlesstraße 1

Tel. 0512/261130-0, office@dosenberger.com

DOSENBERGER-PLASELLER ZAMS, Buntweg 8

Tel. 05442/62304, zams@dosenberger.com

200601_Dosenberger_indi_Elektrorange_Anzeige_255x140_RZ.indd 1 29.10.20 17:08

Als Klimabündnisgemeinde war es für mich klar, dass bei der nächsten Ersatzinvestition

im Fuhrpark die Alternative E-Auto geprüft werden muss. Nicht zuletzt

durch die kompetente Beratung von Robert Kollnig wurde schlussendlich über

die GemNova ein e-Kangoo angeschafft. Mit dem Auto können die anfallenden

Arbeiten im Dorf durch den Bauhof zu unserer vollsten Zufriedenheit abgewickelt

werden. Die Abwicklung über die GemNova erfolgte problemlos.

MAG. JOSEF WALCH,

BÜRGERMEISTER VON INZING

LINKS:

Der neue Renault

Kangoo Z.E. mit passender

Beklebung.

(© GemNova)


84 tirol.mobil

tirol.mobil

85

Die regionale Mobilität zählt

mit zu den größten Herausforderungen

nachhaltiger

Lebensweise. Auch in Tirol.

Egal ob mit dem öffentlichen

Verkehr, dem Rad oder anderen

multimodalen Mobilitätsformen.

Stehenbleiben will

niemand.

Vor allem über die Regionsgrenzen hinaus

ist ein funktionierendes Mobilitätskonzept

essenziell und erhöht die Lebensqualität

der lokalen Bevölkerung. Einige touristisch

geprägte Regionen haben die Notwendigkeit

erkannt, ihr saisonales Mobilitätsangebot

den Einheimischen ganzjährig

zugänglich zu machen. Zwei dieser Vorreiterregionen

sind das Seefelder Plateau

und die Zugspitzarena. Das auf rund 1.100

Höhenmeter liegende Seefelder Plateau

umfasst die Gemeinden Reith, Seefeld,

Scharnitz, Leutasch und Telfs mit dem

Ortsteil Buchen, beherbergt ca. 9.000 Einwohnerinnen

und Einwohner und hat ca.

zwei Millionen Gästenächtigungen im Jahr.

GANZJÄHRIG

REGIONAL MOBIL

ZUM AUTOR

DIPL-BW. ANDREAS KNAPP, MBA

Andreas Knapp ist bei der GemNova im Bereich Multimodale

Mobilität tätig. Er verfügt über jahrelange Erfahrung bei der

Planung, Finanzierung und Ausschreibung von regionalen

Mobilitätskonzepten.

Kontakt: a.knapp@gemnova.at

Das Seefelder Plateau besitzt eine ausgezeichnete

Anbindung an das Schienennetz

und seit dem Umbau des Bahnhofs Seefeld

auch einen sehr attraktiven Mobilitätsknoten

in der Region. Jedoch ist neben

dem saisonalen Mobilitätsangebot kaum

gut nutzbarer öffentlicher Verkehr vorhanden.

Dies hat die zuständigen Personen

zum Handeln bewegt, und so wurde

eine regionale Mobilitätsplanung in Auftrag

gegeben.

Die Hauptproblematik liegt sicherlich in

der Topografie, der teilweisen Zersiedelung,

den Hauptverkehrsströmen in zwei

Richtungen (nach Innsbruck und Telfs),

der Anbindung der zahlreichen touristischen

Hotspots und der notwendigen

Überzeugungsarbeit, neue, verbesserte

Angebote des öffentlichen Verkehrs zu

nutzen. Die wesentlichen Vorteile dieses

Projekts sind der gemeinsame Wille aller

beteiligten Gemeinden, zusammen mit

dem Tourismus ein modernes und verbessertes

Angebot für Einheimische und Gäste

gleichermaßen zugänglich zu machen,

durch gute fußläufige Erreichbarkeit sowie

Nachhaltigkeit, die gemeinsam mit der

Rad- und E-Mobilität entsteht.

In Planung stehen ganzjährig getaktete

Verbindungen Richtung Leutasch (Anbindung

von Ober- und Unterleutasch), Verbindungen

nach Telfs, Verbesserungen bei

Schülerverbindungen, Kapazitätserweiterungen

und dies alles abgestimmt auf den

Schienenfahrplan. Weiters soll die Radinfrastruktur

näher beleuchtet und ausgebaut

werden (Radabstellanlagen, Radwege,

E-Bike-Ladestationen …).

„Nicht nur unsere Gäste sind beim

Thema Verkehr wichtig, sondern

auch die Einheimischen. Wir versuchen

jetzt, gemeinsam einige Dinge

umzusetzen, neue Trends aufzugreifen,

damit wir unseren Gästen und

der lokalen Bevölkerung ein bestmögliches

Angebot bieten können.“

ELIAS WALSER

BILD:

Der Bahnhof Seefeld ist

ein Knotenpunkt für die

umliegenden Gemeinden.

(© Bergbahn)

GESCHÄFTSFÜHRER TVB

OLYMPIAREGION SEEFELD

Sehr ähnlich gelagert ist die Situation

im Ehrwalder Becken. Die auf rund 1.000

Höhenmeter liegende Zugspitz-Arena

umfasst die Gemeinden Ehrwald, Lermoos,

Biberwier, Heiterwang, Bichlbach und Berwang,

beherbergt knapp 7.000 Einwohnerinnen

und Einwohner und hat ca. 1,65

Millionen Gästenächtigungen im Jahr.

Die Gemeinden Ehrwald und Lermoos

besitzen beide einen Bahnhof und damit

eine Anbindung an das Schienennetz Richtung

Reutte und Garmisch-Partenkirchen/

München sowie mit Umstieg Richtung

Innsbruck. Jedoch ist auch hier neben dem

sehr guten saisonalen Mobilitätsangebot

kaum öffentlicher Verkehr vorhanden.

Die Problemstellungen liegen hier im

Besonderen in der bestehenden Raumordnung,

der fehlenden abgestimmten Parkraumbewirtschaftung,

den Hauptverkehrsströmen

in drei Richtungen (nach Reutte,

Zugspitzbahn

GARMISCH

Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck),

der Anbindung der zahlreichen touristischen

Hotspots und der notwendigen

Änderung im Mobilitätsverhalten der

Einheimischen. Die wesentlichen Vorteile

sind auch hier die gemeinsame Vorgangsweise

der Gemeinden mit dem

Tourismus, Angebote zu schaffen, die

den Einheimischen und den Gästen gleichermaßen

zugutekommen, sowie die

gute innerörtliche Erreichbarkeit, die

gemeinsam mit der Radmobilität entsteht.

Im Fokus stehen auch hier ganzjährig

getaktete Verbindungen im Talboden,

abgestimmt auf den Schienenfahrplan,

der Ausbau der saisonalen Anbindungen

Richtung Bichlbach/Berwang und

Heiterwang (Heiterwanger See, Highline

179), ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung

sowie der Ausbau der Gästekartenmitnahmeregelung.

EHRWALD

Skigebiet Marienberg

BIBERWIER

LERMOOS

„In Zukunft versuchen wir, die

Fahrpläne im Talkessel Lermoos,

Ehrwald und Biberwier

zu vereinfachen, um den öffentlichen

Verkehr attraktiver zu

gestalten“

FRANZ DENGG

BERGBAHN TIROLER

ZUGSPITZBAHN

Mehr Informationen finden Sie im

Videobeitrag „Smarte Mobilität“

bei 279.Tirol auf YouTube.

INNSBRUCK

IMST

So werden Videobeiträge

auch für die schmale Geldtasche

leistbar

Die Erstellung eines Videobeitrags

scheitert vor allem bei

kleineren Gemeinden meist

an den Kosten. Als Unternehmen

der Tiroler Gemeinden

bietet die GemNova nun

einen äußerst kostengünstigen

Ausweg.

Sie möchten mehr zu diesem

Thema erfahren? Manfred

Schiechtl (m.schiechtl@

gemnova.at) hilft Ihnen gerne

weiter.


86 tirol.wissen

tirol.wissen

87

Semantische Technologien –

Wissensmanagement der Zukunft

AUTOREN

ELIAS KÄRLE, BSC MSC &

DR. DIETER FENSEL

Semantic Technology Institut der

Universität Innsbruck (STI)

Die Suche nach Information hat sich innerhalb

weniger Jahre mehrfach gewandelt.

Die Rolle, die ursprünglich Bücher, Zeitschriften,

Printmedien, Television und

Radio einnahmen, wurde sehr schnell von

Computer oder Handy übernommen. Die

Information beziehen diese neuen Medien

aus dem Internet, oder genauer, dem World

Wide Web. Das Web, wie es kurz genannt

wird, ist auch die Informationsquelle für

die neueste Entwicklung in der Informationsbeschaffung,

nämlich die Suche durch

intelligente Assistenten, wie Alexa, Google

Home, Siri oder diverse Chatbots. Doch die

Intelligenz dieser Systeme ist begrenzt, und

die Messlatte dafür ist die Verfügbarkeit

von relevanten Informationen, von digitalisiertem

Wissen.

Semantische Technologien, die auf Daten

angewandt werden, um daraus Wissen

zu machen, helfen Assistenzsystemen

Wissen zu verstehen und entsprechend

weiterzugeben. Dieses Wissen kann zum

Beispiel auf klassischen Webseiten eingebunden

oder in explizit dafür konzipierten

Datenbanken, den Knowledge Graphs,

gespeichert werden.

Die dafür nötigen technischen Voraussetzungen

werden gesammelt als semantische

Technologien bezeichnet. Zum Beispiel

Ontologien, das sind Sammlungen

von Typen und deren Eigenschaften, um

Datensätze maschinenlesbar zu beschreiben.

Knowledge Graphs sind graph-basierte

Speicherstrukturen, die auf die Speicherung

semantisch angereicherter Daten spezialisiert

sind. Oder auch Systeme, die Webseiten

und Knowledge Graphs durchsuchen

und automatisch mit den dort gefundenen

Daten umgehen können. Letztere sind

unter anderem, wie oben genannt, intelligente

Sprachassistenten und Chatbots.

UM WISSEN MIT

SEMANTISCHEN TECH-

NOLOGIEN ANZUREI-

CHERN, ZU BEREINIGEN,

ZU SPEICHERN UND

DANN WEITER ZU PUB-

LIZIEREN, GIBT ES VIER

SCHRITTE.

In diesem Beitrag wollen wir erklären,

wie Wissen, basierend auf semantischen

Technologien, so verwaltet werden kann,

dass es maschinell besser und einfacher

verarbeitet und verstanden wird und wie

semantische Technologien dazu beitragen,

das Web lesbarer und verständlicher zu

machen. Um Wissen mit semantischen

Technologien anzureichern, zu bereinigen,

zu speichern und dann weiter zu publizieren,

beschreiben die Autoren des Buches

„Knowledge Graphs“ [Fensel et al., 2020]

den Knowledge Management Lifecycle. Dieser

besteht aus vier Schritten: Knowledge

Creation (Wissenserzeugung), Knowledge

Hosting (Wissensspeicherung), Knowledge

Curation (Wissensaufbereitung) und Knowledge

Deployment (Wissensverbreitung).

Jeder dieser vier Schritte benötigt in seiner

Anwendung ein hohes Maß an Aufmerksamkeit

und in seiner Umsetzung einen

hohen Level an Know-how und technologischen

Grundlagen.

Bei der Knowledge Creation zum Beispiel

ist es wichtig, dass die Daten mit einer

möglichst weit verbreiteten „semantischen

Sprache“, einer Ontologie, beschrieben

werden. Hier bietet sich schema.org,

aufgrund seiner weltweiten Verbreitung,

sehr gut an. Beim Knowledge Hosting ist

es wichtig, dass die semantisch annotierten

Daten in einem speziellen Format

gespeichert werden, um den vollen Funktionsumfang,

den semantische Technologien

mit sich bringen, zum Beispiel das

effiziente Abarbeiten komplizierter Anfragen,

abrufbar zu machen. Die Knowledge

Curation, der wohl schwierigste Schritt

im Knowledge Management Lifecycle,

beschäftigt sich mit der Qualität der

Daten. Duplikate müssen eliminiert oder

integriert werden, fehlerhafte Informationen

erkannt und bestenfalls behoben

werden – und das möglichst automatisiert,

da beim Knowledge Management

mitunter Milliarden von Datensätzen

betrachtet werden. Schließlich gilt es beim

Knowledge Deployment, die semantisch

annotierten Daten einer möglichst breiten

Anwenderschicht einfach und effizient zur

Verfügung zu stellen, um damit nützliche

Anwendungen zu bauen.

In der Praxis gibt es dazu viele Anwendungsbeispiele,

in denen die Verwendung semantisch

annotierter Daten gegenwärtig oder

zukünftig zum Einsatz kommt. Neben den

angesprochenen Chatbots oder intelligenten

Assistenzsystemen wie Alexa, Google Home

oder Siri sind semantische Technologien vor

allem in der Publikation von Open Data von

großer Bedeutung. Klassisches Open Data, wie

zum Beispiel Open Government Data, ist meist

nicht oder nur bedingt maschinenlesbar, und

zur Verwendung müssen Daten mühsam von

Hand aufbereitet werden. Bei der Publikation

der Daten als „5 Sterne Linked Open Data“

jedoch, werden Daten so mit semantischen

Annotationen angereichert, dass sie implizit

maschinenlesbar und -verständlich sind.

GemNova arbeitet derzeit mit dem Semantic

Technology Institute der Universität Innsbruck

an einem Projekt, das sich mit semantisch

annotierten Daten beschäftigt. Dabei wird

der Knowledge Management Lifecycle auf den

Themenbereich Pflege angewandt. Daten zum

Thema Bedarf, Bedürfnisse, Personal, Qualifikationen

und Verfügbarkeiten werden erfasst,

semantisch aufbereitet, in einem teilweise offenen

Knowledge Graph gespeichert und dann in

einer Matchmaking-Plattform zur Anwendung

gebracht. Letztere nutzt die hervorragenden

Eigenschaften semantisch angereicherter

Daten hinsichtlich des Semantic Matchmakings,

des Verknüpfens zweier Datensätze, hier

des Pflegebedarfs und der Deckung durch das

passende Pflegepersonal.

Zukünftig werden wir immer mehr auf semantische

Technologien zurückgreifen und vertrauen

können. Neben semantisch annotierten

Daten werden auch semantisch annotierte

Services verfügbar sein. Diese bringen

dann Maschinen in die Lage, Verkaufs- und

Buchungsschnittstellen auf Webseiten oder in

Knowledge Graphs selbstständig zu finden und

eigenständig darauf zu handeln. Dadurch könnten

große Aggregationsplattformen wie Amazon

oder Booking.com deutlich an Marktmacht

verlieren und kleine Anbieter von Produkten

und Services wieder mehr an Sichtbarkeit und

somit Wichtigkeit gewinnen.

STI und GemNova

arbeiten aktuell an

einem Projekt mit

semantisch

annotierten Daten

im Pflegebereich.

BILD:

Das intelligente Assistenzsystem

„Alexa“ als

Beispiel für die Anwendung

von semantischen

Technologien. (© Jan

Antonin Kolar/unsplash)

1

https://schema.org . 2 http://data.gv.at . 3 https://5stardata.info/de/

Fensel, D., Şimşek, U., Angele, K., Huaman, E., Kärle, E., Panasiuk, O., Toma, I., Umbrich,

J. & Wahler, A. (2020). Knowledge Graphs. Springer International Publishing.


88 tirol.spart

tirol.spart

89

FÖRDERUNGEN

RICHTIG BEANTRAGEN

ZUM AUTOR

BERNHARD HOFER, MSC

Bernhard Hofer ist CEO der Cemit

Speeding up Innovation GmbH, welche

sowohl Start-ups, Gemeinden als auch

Großunternehmen im Innovationsprozess

begleitet.

In den letzten Wochen wurde ich häufig von Bekannten und

Geschäftspartnerinnen und -partnern darauf angesprochen, wie

wir als Unternehmen noch einen Überblick über die Vielzahl an

COVID19-Förderungen und generellen Förderprogrammen behalten

können. Vielfach wurde und wird sogar der Begriff „Förderdschungel“

in den Mund genommen. Nun, wir als Cemit sehen dies natürlich im

Rahmen unserer Tätigkeit als Innovationsmanager etwas anders,

denn damit Vorhaben gezielt auf ihre Förderfähigkeit geprüft werden

können, bedarf es einer klaren Orientierung und strukturierten Vorgangsweise.

Diese notwendige klare Orientierung und Strukturierung

der Projektausrichtung kann aber dann insofern sehr schwierig sein,

wenn beispielsweise die Ausgangsbasis für das Projekt bzw. das zu

lösende Problem oder auch die Idee nicht klar definiert worden ist.

So kommt es in der Praxis leider häufig vor, dass die grundlegende

Zielrichtung, wie z. B. ich will via Digitalisierungsmöglichkeiten meine

Prozessabläufe in der Organisation vereinfachen, zum Anlass

genommen wird, rein nach Digitalisierungsförderungen gesucht wird.

Dann stoßen die Organisationen auf Fördercalls, in welchen jedoch

klar zum Ausdruck gebracht wird, dass eine reine Automatisierung

gar nicht gefördert werden kann. Die jeweiligen handelnden Personen

vergessen hierbei zu präzisieren, welche Art von Prozesse bzw.

Adaptionen eigentlich verbessert werden sollen. Handelt es sich

beispielsweise um organisationsübergreifende Prozesse, bei denen

sämtliche Stakeholder interagieren, sodass eine übergreifende Wertschöpfung

erreicht oder verbessert werden kann, dann sehen die

Förderpotenziale schon wieder anders aus. Durch diese erweiterten

Perspektiven findet eine Ideenauswahl statt, anhand der die Zielsetzung

optimal erreicht werden kann. Dafür haben wir einen fünfstufigen

Innovationsprozess definiert, der klassisch wie folgt verläuft:

2BEWERTUNG

IDEE/KONZEPT

Auf Basis der Analyse der Innovationsidee

startet die wahl und Evaluierung der idea-

Ideenauslen

Vorgangsweise anhand eines

360-Grad-Bewertungsmodells.

PROBLEM-

STELLUNG

Wir begleiten unsere Kundinnen

und Kunden mittels exakter Analyse

des zu lösenden Problems

bzw. der Innovationsidee und

definieren eine geeignete und

strukturierte Zielsetzung.

4UMSETZUNG

3FINANZIERUNG

Nun erfolt die Planung der Finanzierung.

Dabei screenen wir nach

passenden Förderungen. Alternativ

begleiten wir Finanzierungsrunden

mit Banken oder suchen

nach Investoren.

Nach der Konzeption und der

gesicherten Finanzierung

geht es an die Umsetzung

des Projekts. Wir unterstützen

unsere Kunden bei der

Projektabwicklung, Berichterstattung

und Koordinierung

der Projektpartner.

5

VERMARKTUNG

Ist die Lösung entwickelt, wird

Markteintritt und Vermarktung

vorbereitet. Hier helfen wir bei

sämtlichen administrativen Aufgaben

und sammeln Feedback

von Markt und Anwendern.

KOMMENTAR

MAXIMILIAN HUBER

GEMNOVA

Durchblick im Förderdschungel

Von der Analyse der Möglichkeiten über die

fachlich richtige Antragstellung und Prozessabwicklung

bis hin zur korrekten Abrechnung

von Förderungen ist es ein langer Weg. Gerade

in Zeiten wie diesen, wo alle Fördermöglichkeiten

für Gemeinden maximal ausgeschöpft

werden sollen, um das ohnehin schon angespannte

Budget zu entlasten und Investitionen

tätigen zu können, ist es essenziell, den

Überblick im Förderdschungel zu bewahren.

Ob bei Infrastrukturprojekten, im Bereich der

Digitalisierung oder bei Themen rund um

Umwelt, Mobilität und Klima, das Spektrum

an unterschiedlichen Förderprogrammen auf

den diversen Ebenen ist weitreichend. Zudem

entscheiden oft Nuancen über einen positiven

oder negativen Förderbescheid bzw. die Höhe

der Förderung. Gerne unterstützen wir mit

unserer Erfahrung die Gemeinden dabei, sämtliche

Förderpotenziale bestmöglich zu nutzen.

Demzufolge wird ersichtlich, dass der eigentliche

Punkt der Finanzierung, u. a. natürlich auch via

Fördermöglichkeiten, generell erst in der Mitte

der Innovationsvorhaben zum Tragen kommt und

bis dahin eine Schärfung der Ausgangssituation

und Zielsetzung erfolgen muss.

Wir als Cemit haben erkannt, dass auch durch

einen vermeintlichen Förderdschungel ein strukturierter

Weg führen kann, der schlussendlich

auch in einer eigenen Förderstrategie bzw. in

einem Big Picture endet. So kann sich jegliche

Art von Organisation (öffentlich, Unternehmen

etc.) ihr eigenständiges Fördersystem aufbauen,

ohne dass irgendwelche „Potenziale“ übersehen

werden. Wir als Cemit bieten diesbezüglich ein

sogenanntes Förderscreening an, anhand dessen

sämtliche relevanten Potenziale analysiert sowie

eine Ausgangsbasis für ein kontrolliertes Fördermanagement

geschaffen werden kann.


90 tirol.spart tirol.spart

ACP Schulaktion

91

IHR ANSPRECHPARTNER

IHR ANSPRECHPARTNER

Andreas Probst, MSC

Verkauf Andreas Außendienst

Probst, MSC

Verkauf Außendienst

ACP IT Solutions GmbH

Eduard-Bodem-Gasse ACP IT Solutions GmbH1

A-6020 Eduard-Bodem-Gasse Innsbruck 1

A-6020 Innsbruck

M +43 664 60187 24230

T M +43 +43 512 664283116 60187 24230

andreas.probst@acp.at

T +43 512 283116 24230

andreas.probst@acp.at

Sichern Sie sich jetzt den schnellsten Start ins Schuljahr 2020/2021

Sichern Sie sich jetzt den schnellsten Start ins Schuljahr 2020/2021

mit den modernen Endgeräten von HP als kostengünstige Miete.

mit den modernen Endgeräten von HP als kostengünstige Miete.

UNSER ANGEBOT

UNSER ANGEBOT

HP ProDesk 405 G4

HP ProDesk 405 G4

ab 8,22

ab € 8,22

pro Monat

exkl.

pro Monat

Mwst.

exkl. Mwst.

VERSCHIEDENE

AUFGABEN –

VERSCHIEDENE

FAHRZEUGE

© Heinz © Heinz Stanger

Inklusive Maus, Tastatur und 4 Jahre Garantie.

Inklusive Maus, Tastatur und 4 Jahre Garantie.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Entwicklung Ihres

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Entwicklung Ihres

Digitalisierungskonzeptes für die Digitalisierungsstrategie des BMBWF.

Digitalisierungskonzeptes für die Digitalisierungsstrategie des BMBWF.

.J. KLAUSNER Professional Multimedia GmbH

Eduard-Bodem-Gasse 6

6020 Innsbruck

Digitalisierungsoffensive für die

Tiroler Wirtschaft

Digitaler Maßanzug für Gemeinden.

Komplettlösung

für jede Situation.

Technologie im Unternehmen ist nichts Neues, aber die Nachfrage

nach Echtzeit-Zusammenarbeit und Feedback-Optionen für Ihre

Angestellten wird immer mehr zu einer alltäglichen Anforderung.

Als Distributor für Österreich

freut es uns, die vielfach

prämierten Displays der

innovativen Marke Clevertouch

im Programm zu haben.

Wählen Sie aus verschiedenen

Größen, von 55 bis 98 Zoll,

und profitieren Sie von

der einzigartigen LUX-

Benutzeroberfläche.

BILD: Das neue

Löschfahrzeug für die

Freiwillige Feuerwehr in

St. Johann i. T.

(© Thomas Hauser)

Connecting people with technology

www.klausner.at | clevertouch@klausner.at


92 tirol.spart

tirol.spart

93

Egal ob der im Winterdienst eingesetzte Traktor samt Anbaugeräten,

der Bauhof-LKW oder das Löschfahrzeug – der Fuhrpark

einer Gemeinde ist so vielfältig wie die damit verbundenen

kommunalen Anforderungen.

LINKS UNTEN:

Die Ausschreibung des

TLF für Volders verlief

vorbildhaft.

(© GemNova)

Aufgrund des in die Jahre gekommenen

alten Feuerwehrfahrzeuges

hat der Gemeinderat die

Anschaffung eines TLF 3000

beschlossen. Uns war eine reibungslose

und rechtlich korrekte

Ausschreibung wichtig. Daher

haben wir uns für die GemNova

entscheiden. Wir konnten uns

voll auf die Zusammenarbeit

verlassen und wurden fachkundig

beraten. Zudem war auch die

Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr

Volders beispielhaft.

MAXIMILIAN HARB

BÜRGERMEISTER GEMEINDE

VOLDERS

In jedem Fuhrpark sind allerdings auch

von Zeit zu Zeit Neuanschaffungen unausweichlich.

Sei es, weil es Probleme bei der

Erlangung eines gültigen „Pickerls“ gibt, der

Zahn der Zeit an den Fahrzeugen nagt oder

die Gemeinde neue Aufgaben übernommen

hat (z. B. Selbstbesorgung der Schneeräumung

oder ein neu gebauter Straßenabschnitt

samt Tunnel).

WIE? WANN? WIE VIEL?

Im Zuge der Beschaffung stellen sich für

den öffentlichen Auftraggeber verschiedenste

Fragen:

+ Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

+ Welche technischen Spezifikationen

muss das zu beschaffende Fahrzeug

jedenfalls aufweisen?

+ Was gilt es in Bezug auf das Bundesvergabegesetz

(BVergG 2018) zu

beachten?

+ Wie viel Zeit ist einzuplanen, bis das

Fahrzeug von der Gemeinde übernommen

werden kann?

Nicht nur in der aktuellen Zeit ist die

Frage der Finanzierung wesentlich und

sollte daher am Beginn eines jeden

Beschaffungsprozesses stehen. Nachdem

die Anschaffung eines Fahrzeuges

in der Gemeinde grundsätzlich

beschlossen wurde, gilt es,

etwaig zur Verfügung stehende

(Landes-)Förderungen auszuloten

und sich deren Abruf

von den zuständigen Stellen

bestätigen zu lassen (optimalerweise

vor dem Beginn des

Ausschreibungsprozesses).

Die technischen Anforderungen ergeben

sich aus dem vorgesehenen Verwendungszweck

und den Erfahrungen der Nutzer

– Bauhofmitarbeiter, Feuerwehr etc. –, die

mit den Fahrzeugen tagtäglich ihren Aufgaben

nachkommen, diese bedienen und

für die ordnungsgemäße Wartung sorgen.

Deshalb ist es auch unumgänglich, die entsprechenden

Expertinnen und Experten

aus der Gemeinde in das Projekt federführend

einzubinden, denn nur sie können

sämtliche Fragen bei der Erstellung eines

technischen Leistungsverzeichnisses vollumfänglich

beantworten.

Herausforderung BVergG 2018

Die Meisterung der (vergabe-)rechtlichen

Herausforderungen gestaltet sich dabei

schon etwas schwieriger, da das in den

meisten Tiroler Gemeinden keine alltäglich

aufkommende Thematik ist. Nachdem

die Leistung definiert und eine Leistungsbeschreibung

erstellt wurde, gilt es, den

geschätzten Auftragswert sach- und fachkundig

zu ermitteln. Von diesem zentralen

Schritt hängt die gesamte weitere rechtliche

Beurteilung – Ober- oder Unterschwellenbereich

– und die damit zur Verfügung

stehenden Vergabeverfahren mit ihren

jeweilig zu beachtenden Fristen und eigenen

Abläufen ab. Die angewandte Berechnungsmethode

darf jedoch nicht den Zweck verfolgen, die

Bestimmungen des BVergG 2018 zu umgehen

(z. B. unsachliche Trennung zusammengehörender

Leistungen, um bestimmte

Vergabeverfahren an- bzw. abzuwenden).

Dieses „Umgehungsverbot“ ist explizit im

BVergG 2018 verankert.

Ist der Auftragswert bestimmt, kann nun

geprüft werden, welche Vergabeverfahren

zur Verfügung stehen. Übersteigt dieser

bei Liefer- und Dienstleistungen aktuell

214.000 Euro (exkl. USt.), sind die speziell

für den Oberschwellenbereich geltenden

Bestimmungen heranzuziehen (u. a. EUweite

Bekanntmachung, längere Fristen).

Diese sehen auch die zwingende elektronische

Abwicklung der Vergabeverfahren

vor. Aber auch im Unterschwellenbereich

angesiedelte Verfahren unterliegen den

gesetzlichen Regelungen und Formvorschriften.

Oft wird außer Acht gelassen,

dass man sich selbst beim Unterschreiten

der 100.000 Euro (exkl. USt.) nicht im

„vergaberechtsfreien“ Raum bewegt, sondern

auch hier u. a. die im BVergG 2018

normierten Grundsätze einzuhalten sind.

Obwohl nicht zwingend, entscheiden sich

aufgrund der Vorteile, wie der Sicherstellung

der Transparenz und der effizienteren

Abwicklung, öffentliche Auftraggeber auch

im Bereich der Unterschwelle bereits vermehrt

für eine elektronische Vergabe.

Wie bereits erwähnt, gehen mit den verschiedenen

Verfahren auch speziell einzuhaltende

Fristen einher. Aufgrund des

breiten Spektrums der zu beschaffenden

Fahrzeuge und der vorab zu beachtenden

Projektschritte und Lieferzeiten lässt sich

die Frage nach der Dauer des gesamten

Prozesses nicht einheitlich beantworten.

LINKS OBEN: Die

GemNova unterstützte

die Gemeinde

Langkampfen bei der

Beschaffung eines

LKW. (© GemNova)

Die Anschaffung des LKW mit

nützlichem Zubehör war für

mich eine betriebswirtschaftlich

begründbare Entscheidung.

Der Einsatz des Fahrzeuges im

Gemeindebauhof ist produktivitätsfördernd,

indem es den Zeitaufwand

reduziert und Kosten

vermindert. Einsatzbereiche gibt

es mehr als ursprünglich angedacht.

Nach zwei Jahren im Einsatz

ist uns allen klar: Den LKW

hätten wir schon früher anschaffen

sollen. Die Begleitung des

komplexen Ausschreibungsverfahrens

durch die GemNova war

äußerst hilfreich.

ANDREAS EHRENSTRASSER

BÜRGERMEISTER GEMEINDE

LANGKAMPFEN


94 tirol.spart tirol.spart ENTGELTLICHE tirol.hat EINSCHALTUNG

recht 95

LINKS: Das neue

Fahrzeug der Freiwilligen

Feuerwehr Mils.

(© GemNova)

BEGINN EINER NEUEN ÄRA

ZU DEN AUTOREN

(© Autopark)

Rein der Ausschreibungsprozess (Abklärung

der Finanzierung, Erstellung der

Unterlagen, Durchführung des Vergabeverfahrens

bis Zuschlagserteilung) kann

jedoch schnell drei bis sechs Monate in

Anspruch nehmen.

Somit sollte sich eine Gemeinde, die beispielsweise

die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs

plant (die Lieferzeit

beträgt durchschnittlich ca. 14 Monate)

darauf einstellen, dass dieses erst nach

rund 20 Monaten in der Feuerwehrhalle

eintrifft.

Die Gemeinde Mils bedankt sich bei der

GemNova für die vorbildliche Abwicklung

der Ausschreibung für den Ankauf des neues

Feuerwehrfahrzeuges. Für alle Projektbeteiligten

war die GemNova ein verlässlicher

und kompetenter Partner.

Allein oder mit Partner?

Bei jedem einzelnen Projekt sollte somit

die Gemeinde die technischen Anforderungen,

die vergaberechtlich einzuhaltenden

Bestimmungen, die damit verbundenen

zeitlichen Vorgaben, die terminlichen

Vorstellungen und die eigenen internen

Ressourcen beachten. Erst dann kann

entschieden werden, welche Leistungen,

Verantwortungen und Risiken die

Gemeinde selbst übernehmen und welche

sie an externe Projektpartner auslagern

möchte. Wesentlich ist dabei

immer, rechtzeitig einen Projektplan

und die damit verbundenen Etappenziele

zu definieren, damit das entsprechende

Fahrzeug ohne Verzögerungen und

dadurch eventuell auftretende Kostensteigerungen

vergaberechtlich abgesichert

für den Einsatz in der Gemeinde

übernommen werden kann.

MAG. MARTIN

SCHONGER

Martin Schonger ist seit 2015

bei der GemNova und im Bereich

Recht vorwiegend für die Ausschreibung

von Fahrzeugen verantwortlich.

Kontak: m.schonger@gemnova.at

ROBERT BALAZINEC

KOLLNIG

Robert B. Kollnig ist von Beginn

an bei der GemNova tätig. Er

koordiniert den Bereich Beschaffung

und ist darüber hinaus im

Fuhrparkmanagement tätig. Im

Laufe der Jahre hat er zahlreiche

Gemeinden und Feuerwehren bei

der Beschaffung von Fahrzeugen

unterstützt.

Kontakt: r.kollnig@gemnova.at

ROLAND KLINGLER, MBA

AMTSLEITER

GEMEINDE MILS

DR. PETER HANSER

BÜRGERMEISTER

GEMEINDE MILS

Am 17.9.2020 fand im

Autopark Innsbruck der offizielle

Spatenstich zum ambitionierten

und einzigartigen Neubauprojekt

„Volvo Cube“ statt.

Als alleiniger Markenbotschafter für Volvo

in Nordtirol setzt der Autopark damit

ein klares Zeichen für die gemeinsame

Zukunft mit der schwedischen Premiummarke.

Inhaber und Geschäftsführer Mag.

Michael Mayr präsentierte der geladenen

Presse gemeinsam mit den Vertretern

von Volvo Car Austria Karin Stalzer und

Jürgen Anlauf die Details zum 4 Millionen

Euro umfassenden Investment. Ebenerdig

dürfen sich Volvokunden auf ein einmaliges

Schauraumambiente freuen mit

direktem Zugang zum Werkstattbereich.

Unterirdisch wird ein modernes Reifenlager

errichtet, welches bis unter den

bestehenden Baukomplex hinein ragen

wird samt separaten Tiefgaragenplätzen.

Im ersten Stock entstehen zwei

hoch moderne Schulungsräume für die

eigenen Mitarbeiter um deren bestmögliche

Weiterbildung im eigenen Haus

sicherstellen zu können. Und am Dach

wird ein Auslieferungszentrum für Nutzfahrzeuge

integriert.

„Dieser Neubau ist in zweifacher Hinsicht

einmalig: gerade in diesen schweren Zeiten

haben wir uns für dieses Investment

eingesetzt, um die Autoparkgruppe nicht

nur zukunftsfit zu machen sondern vor

allem als visionären Arbeitgeber zu manifestieren.

Unser Team glaubt fest an die

Leidenschaft für Mobilität und wir alle

sind unglaublich stolz, mit diesem Projekt

neue Maßstäbe für die Automobilbranche

„Wir sind

unglaublich stolz

mit diesem Projekt

neue Maßstäbe

für die Automobilbranche

in Tirol

setzen zu können.“

MAG. MICHAEL MAYR

INHABER UND

GESCHÄFTSFÜHRER AUTOPARK

Tirols setzen zu können“, so Mayr freudig.

„Mit etwa einem Jahr Bauzeit rechnen wir –

unser Innsbrucker Team steht wie gehabt

mit allen Services und Leistungen für Sie

zu Verfügung. Unsere Parkplatzsituation

wird sich während der Bauphase etwas

zuspitzen, wir bitten jetzt schon unsere

Kunden um Verständnis, Geduld und um

etwas Flexibilität bei der Suche nach einem

Parkplatz im Autopark oder rundherum.“


96 ENTGELTLICHE tirol.spart EINSCHALTUNG

tirol.hat recht

GemNova.Menschen

97

EFFIZIENTE ENERGIEVERSORGUNG

MIT ERDGAS UND BIOGAS

Das zarteste Urgestein

Erdgas und Biogas erfüllen alle Anforderungen an moderne Energieträger

wie Umweltverträglichkeit, Effizienz und Versorgungssicherheit.

Ob im Haushalt zum Heizen und zur

Warmwasserbereitung, in der Hotellerie

oder als Treibstoff: Erdgas und Biogas

punkten durch ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten,

sind vergleichsweise

emissionsarm - Biogas ist zudem klimaneutral

- und bestechen durch die ruß- und

feinstaubfreie Verbrennung. Eine Umstellung

des Heizsystems auf Erdgas oder

Biogas ist mit geringem Aufwand möglich.

Zudem sind Gasgeräte energieeffizient,

platzsparend und lassen sich dank ihrer

geräuscharmen Arbeitsweise komfortabel

in den Wohnbereich integrieren.

Schon gehört?

Gasheizungen sind kostengünstig und

komfortabel

Für jeden Einsatzbereich gibt es moderne

energiesparende Gasgeräte: Die mit Erdgas

oder Biogas betriebenen Brennwertgeräte

erreichen durch die Wärmegewinnung

aus den Abgasen eine maximale Ausnutzung

der eingesetzten Energie und dadurch

Einsparungen bis zu 40 % des Energieverbrauchs

und bis zu 50 % der Energiekosten

gegenüber Altanlagen. Sie lassen sich auch

sehr gut mit Solaranlagen oder anderen

alternativen Heizsystemen kombinieren.

An sonnigen Tagen liefert die Solaranlage

TIGAS sorgt für Wärme in Tirol

Wärme, in sonnenarmen Zeiten und in der

Nacht das Erdgas-Brennwertgerät.

Mehr als 120.000 Haushalte, Industrie- und

Gewerbebetriebe in mehr als 170 Tiroler

Gemeinden profitieren bereits von den

wirtschaftlichen, umweltfreundlichen Energieträgern

Erdgas und Biogas. Die TIGAS

baut die bestehenden Gasnetze bedarfsorientiert

weiter aus und erschließt neue

Gemeinden mit Erdgas und Biogas.

Nähere Infos unter der kostenfreien

Serviceline 0800 / 828 829

oder auf www.tigas.at

Die TIGAS gibt Sicherheit, sucht Ihre Nähe und ist immer für Sie da. Kurz: Die TIGAS spendet Wärme.

Dank kluger und einfacher Lösungen. Und damit Sie es auch in Zukunft warm genug haben, setzt die TIGAS

gleich auf mehrere Wärmequellen. So sorgt die TIGAS langfristig für Behaglichkeit und ein gesundes Klima.

Robert Balazinec Kollnig leidet nicht unter Alzheimer. Zum einen ist er dafür einfach noch zu jung,

andererseits kommt es ja wie aus der Pistole geschossen: „Am 16. April 2013.“ Kurze Nachdenkpause.

„Ja, ganz sicher, am 16. April 2013 war mein erster Arbeitstag bei der GemNova.“

Damals, im Frühjahr 2013, residierten

die insgesamt fünf Leute (Rathgeb war

Geschäftsführer, somit rein formal kein

Mitarbeiter) noch in einem Haus am Edith-

Stein-Weg, ganz in der Nähe des Wiltener

Platzls in Innsbruck. „Eigentlich war das

eine größere Wohnung“, so Kollnig, „ein

kleiner Eingangsbereich, drei Zimmer, WC,

Küche, Abstellraum. Zu fünft haben wir

uns dort dennoch sehr wohlgefühlt. Und

sind vor lauter Ideen, vor lauter Arbeit und

Energie fast geplatzt.“

Die Geburt der Gemeindebetreuung

Unmittelbar mit der GemNova zu tun hatte

Kollnig schon seit 2011. Als engagierter

Außendienstler der Firma ACP, die ihrerseits

gerade eine Ausschreibung der Gem-

Nova gewonnen hatte. Kollnigs Aufgabe

war es somit, Computer in Gemeinden

und an Schulen zu verkaufen. „So bin ich

dann halt quer durch Tirol zu den einzelnen

Gemeinden gefahren, hab’ dort wichtige

Kontakte geknüpft, viel geredet und

Computer verkauft.“

BILD:

Robert Balazinec

Kollnig, seit über

sieben Jahren das

zarte Urgestein der

GemNova. Gleichzeitig

Arbeitsplatzwanderer

und

personalisierter

Informationsschalter.

(© GemNova)

Zwei Jahre später wechselte er dann endgültig

zur GemNova, wieder in den Außendienst.

Seine Aufgabe: die Bekanntheit des

Unternehmens zu erhöhen, Imagepflege

zu betreiben, das Ohr ganz nah beim Bürgermeister,

der Bürgermeisterin zu haben,

Aufträge in den Edith-Stein-Weg zu bringen.

„Das war eigentlich die Geburtsstunde

der Gemeindebetreuung, nach wie vor

das Herz der GemNova.“

Michael, Magdalena, Yvonne, Angelika

Nach Robert kamen dann die anderen, die

auch heute noch die Kraft, die Kompetenz,

die Leidenschaft des Unternehmens ausmachen:

Michael Kirchmair, Magdalena

Ralser, Yvonne Hubmann, Angelika Johnston.

Und noch viele andere. Ende 2013

übersiedelte die Mannschaft aus Frauen

und Männern dann an den Sparkassenplatz,

mitten ins Zentrum von Innsbruck.

Dort gab es dann sogar einen eigenen

Besprechungsraum sowie fünf Büros samt

Toiletten. All das mit schöner Aussicht,

weil hoch oben im vierten Stock gelegen.

„So wirklich voll akzeptiert war die Gem-

Nova in dieser Frühzeit noch nicht“, erinnert

sich Kollnig. „Bei meinem ersten

Bürgermeistertag in Nussdorf/Debant, in

Osttirol, an der Grenze zu Kärnten, haben

sich nur acht oder neun Bürgermeister zu

uns gesellt, um über verschiedene Projekte

zu reden. Da haben wir uns schon ein bisserl

als Fremdkörper gefühlt, aber das hat

sich mittlerweile völlig geändert.“

Der Arbeitsplatzwanderer

Geändert hat sich in den nächsten Monaten

auch die Zahl der Beschäftigten. Aus

fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

wurden zehn, dann 15, 20. Kollnig, nach wie

vor umtriebig in den Tiroler Gemeinden

unterwegs, verlor nach und nach seinen

Arbeitsplatz, wörtlich gemeint. „Da ist es

dann schon mal vorgekommen, dass ich,

zurück am Sparkassenplatz, plötzlich keinen

eigenen Sessel, keinen Tisch mehr

hatte. Dieser wurde nämlich für einen neuen

Kollegen gebraucht, der mittlerweile

angestellt wurde. Da war ich dann eben

der Arbeitsplatzwanderer“, erinnert sich

das zarte Urgestein lachend.

Das steile Wachstum indes ging weiter.

2016 erfolgte die Übersiedlung in die

Adamgasse, mit noch viel mehr Büros,

Besprechungsräumen, Küchen, Rumpelkammern

und Toiletten. Die Aufträge der

Gemeinden nahmen deutlich zu, somit

stieg auch die Zahl der Beschäftigten.

„Das war eine spannende Zeit, ich wurde

dabei zum personalisierten Informationsschalter:

Die Gemeinden fragten mich,

„was gibt’s Neues bei der GemNova?“ Und

die Kolleginnen und Kollegen fragten, „was

gibt’s Neues in den Gemeinden?“

Und heute?

Heute koordiniert Robert Balazinec Kollnig

– vielen auch bekannt als Blitzy – die

Beschaffung und ist Teil des Teams Fuhrparkmanagement.

Sein Arbeitsplatz ist

gesichert, auch weil dort unverwechselbare

Fotos von Frau und Sohn stehen. Außerdem

sitzt ihm Mario Foidl gegenüber, der schon

sorgsam darauf achtet, dass sich niemand

auf den Sessel des ehemaligen Arbeitsplatzwanderers

setzt.

VON REINHOLD OBLAK

TIGAS-Erdgas Tirol GmbH

Ein Unternehmen der TIWAG-Gruppe

Weiter denken. Besser bleiben. TIGAS.

www.tigas.at


98

99

Bei unserer Dorfentwicklung haben wir ganz bewusst

die Einwohnerinnen und Einwohner von Reith mit

eingebunden, denn unter ihnen gibt es viele innovative

Köpfe mit tollen Ideen. Den gesamten Prozess

haben wir mit tatkräftiger Unterstützung der GemNova

schrittweise umgesetzt, ohne deren Erfahrung und

Expertise hätten wir es nicht geschafft. Es ist immer

wieder ein großer Vorteil, auf deren Hilfe und Kompetenz

zurückgreifen zu können. Nicht umsonst ist die

GemNova das Unternehmen aller Tiroler Gemeinden.

Mit der Laura Stigger Bike Challenge stand unser Dorf einmal

mehr im Blickpunkt der sportlichen Öffentlichkeit. Dabei

haben wir intensiv mit der GemNova zusammengearbeitet

und positive Erfahrungen gemacht. Den Blick auch nach außen

zu wenden und Gutes ins Land zu holen, bringt Mehrwert,

den wir nutzen konnten. Mit dem GemNova-Team macht es

auf alle Fälle Freude, gemeinsame Projekte umzusetzen. Und

beide Seiten profitieren davon.

STEFAN JÖCHL

BÜRGERMEISTER REITH

BEI KITZBÜHEL

ERIKA ROGL

BÜRGERMEISTERIN

KALS AM GROSSGLOCKNER

Wer die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

haben will, muss sich als Gemeinde

schon anstrengen. Vor allem wenn es

darum geht, eine verlässliche Urlaubsvertretung

oder eine kompetente Person für

eine offene Stelle zu finden. Wir setzen

darum auf das umfassende Netzwerk, auf

die beeindruckende Expertise der GemNova.

Als kleine Gemeinde können wir uns

nicht um jedes Detail kümmern, darum

lassen wir uns gern helfen. Die GemNova

verspricht nichts, was sie nicht auch einhalten

kann

Mit dem Neubau der Volksschule, des Kindergartens

und der Kinderkrippe haben

wir in unserer Gemeinde einen wichtigen

Markstein zur Dorfentwicklung gesetzt.

Mit diesen hellen, freundlichen Bauwerken

entstand im Herzen unserer Gemeinde

die Drehscheibe Lans. Das gesamte

Projektmanagement verantwortete dabei

die GemNova, und das in einer Form, die

wohl beispielgebend für solch große Projekte

ist. Deshalb konnten sowohl der

Zeitplan als auch die Kosten eingehalten

werden. Die GemNova ist tatsächlich

der kompetente Partner, das verlässliche

Unternehmen der Tiroler Gemeinden.

Wir

bleiben wir

selbst.

Wir sind davon überzeugt, dass Menschen selbstbestimmt handeln können.

Wir erwarten von allen Kolleginnen und Kollegen, dass sie Verantwortung

übernehmen und ihr Tun darauf ausrichten, einen gesellschaftlichen Beitrag zu

leisten. Wir sind alle gleich, wir unterscheiden nicht nach Funktion und Verantwortlichkeit

und begegnen allen mit Wertschätzung. Wir lieben und leben

Vielfalt in all ihren Farben und bleiben bei unserem Handeln authentisch.

Wir

vertrauen

einander.

LUKAS PEER

BÜRGERMEISTER NAVIS

CEDRIC KLOSE

VIZEBÜRGERMEISTER LANS

Jede Person, die diese Grundsätze mitträgt, kann innerhalb unseres

Rahmens mitgestalten, sich einbringen, eigenverantwortlich und eigenorganisiert

handeln und dabei individuelle Wege wählen.

IMPRESSUM: Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: GemNova Dienstleistungs GmbH | Adamgasse 7a, A-6020 Innsbruck, office@gemnova.at,

+43 (0) 50 4711, www.gemnova.at, © 2020. Herstellung und Druck: Alpina Druck GmbH, www.alpinadruck.com. Auflage: 9.400 Stück. Anzeigenverkauf:

Mag. Bernhard Müssiggang, www.bmw-agentur.at. Konzept & Gestaltung: Mitspieler – Kommunikation & Gestaltung, www.mitspieler.at. Textkorrekturen:

Text:Quell, Innsbruck, www.text-quell.at. Redaktionsschluss: 12.11.2020. Mit „Entgeltliche Einschaltung“ gekennzeichnete Artikel sind bezahlte Informationen

und fallen nicht in die Verantwortlichkeit der Redaktion.

WIR ALLE SIND GEMEINDE.


F100O R D – M OTO R D E R Ö STE RRE I C H I S C H E N W I R T S C HAF T

T R A N S I T D K P R I T S C H E N L a g e r a b v e r kauf

+

GARANTIE

7 Jahre

Der neue FORD TRANSIT Doppelkabine Trend

2,0 TDCI 95 kW / 130 PS, 6-Gang, Frontantrieb

310 L2H1 · 350 L2H1 · 350 L3H1

SERIENAUSSTATTUNG:

• 2. Reihe mit 4 Sitzen

• Sitzpaket 13 mit Fahrersitz + Beifahrerdoppelsitz

• Außenspiegel mit kurzem Arm, elektr. einstellbar + beheizbar

• Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer

• MyConnection Radio - Bluetooth

• Radio-Paket 2

• Zentralverriegelung

• Elektr. Fensterheber vorne

• Frontscheibe beheizbar

• Statisches Abbiegelicht

• Klimaanlage, manuell

• Bodenbelag gummiert

• AdBlue-Tank 21 Liter

• Berganfahr-Assistent

• Reserverad

• Anhängekupplung

35 Stück lagernd

* Angebot richtet sich an Unternehmer mit mind.

1 Fahrzeug im Fuhrpark, Preis beinhaltet Händlerbeteiligung,

Lagerabverkaufsprämie und Ford Credit-Bonus in Höhe von

800,- netto. Leasingberechnung der Ford Credit,

Laufzeit 48 Monate, 20.000 km pro Jahr, keine

Anzahlung, Zinssatz 3,350 % variabel,

Finanzierungsgenehmigung vorbehaltlich Prüfung durch

Ford Credit. Angebot gültig solange der Vorrat reicht.

Gilt nur bei Lagerfahrzeugen, Garantie 7 Jahre oder

200.000 km Ford Protect Basic.

Symbolbilder, Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.

310 L2H1 statt € 31.153,-

Jetzt bei Leasing Sie sparen ca.

€ 20.990,- * 32,5 %

mtl. € 325,-

ohne Anzahlung

350 L2H1 statt € 32.553,-

Jetzt bei Leasing Sie sparen ca.

€ 21.990,- * 32,5 %

mtl. € 342,-

ohne Anzahlung

350 L3H1 statt € 33.503,-

Jetzt bei Leasing Sie sparen ca.

€ 22.690,- * 32,5 %

mtl. € 354,-

ohne Anzahlung

I N N S B R U C K Tel. 0 512 - 3336-0

V O M P Tel. 0 52 42 - 642 00-0

W Ö R G L Tel. 0 53 32 - 737 11-0

K IRC HDO R F Tel. 0 5352 - 645 50-0

T E L F S - P F A FFE N HOF E N Tel. 0 52 62 - 654 00

WWW.AUTOPARK.AT

Weitere Magazine dieses Users