Carrossier_2020_08
carrosserie suisse Fachzeitschrift
carrosserie suisse Fachzeitschrift
- Keine Tags gefunden...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong><br />
offizielle Zeitschrift<br />
RWX_Titel_<strong>Carrossier</strong>_12-2019.qxp_Layout Die neuen Schweizer Berufsmeister 1 04.11.19 17:07 carrosserie-suisse-Scheibenkonzept<br />
Seite 1<br />
Titelausmarchung an zwei Standorten Reparieren statt Ersetzen als Chance<br />
Schweizer Fahrzeugbau<br />
Erfolg durch Innovation und Flexibilität<br />
RIWAX-Chemie AG<br />
Tannholzstrasse 3 | CH-3052 Zollikofen<br />
office.ch@riwax.com | www.riwax.com
Basiskurse<br />
LKW<br />
PKW<br />
Farbtonfindung und<br />
Mischraumprozess<br />
Individuelles<br />
Online<br />
Training<br />
Weiterbildung<br />
via Internet<br />
Individuelle<br />
Firmenkurse<br />
Lehrlinge<br />
Farbmischkurs<br />
Intensiv Training<br />
BELFA<br />
KURSE<br />
Weitere Informationen:<br />
www.belfa.ch/kurse<br />
Fortgeschrittene<br />
SMART-Repair<br />
Dreischicht-,<br />
Mehrschicht- und<br />
Mattlackierungen<br />
Neue Kursdaten ab<br />
Januar 2021<br />
Belfa AG - Flughofstrasse 52 - 8152 Glattbrugg - Tel: 044 874 66 66<br />
Belfa SA - 5, chemin de la Marbrerie - 1227 Carouge - Tel: 022 342 64 74
RWX_Titel_<strong>Carrossier</strong>_12-2019.qxp_Layout 1 04.11.19 17:07 Seite 1<br />
Inhalt<br />
Themen<br />
8/<strong>2020</strong><br />
Inhalt<br />
Dezember <strong>2020</strong><br />
49. Jahrgang<br />
Offizielle Zeitschrift von carrosserie suisse<br />
Organe officiel de carrosserie suisse<br />
Erscheint 8-mal jährlich<br />
Paraît 8 fois par an<br />
Druckauflage 2500 Ex.<br />
Tirage 2500 ex.<br />
Abonnemente /Abonnements:<br />
Jahresabonnement CHF 72.–<br />
Lehrlinge / Studenten CHF 36.–<br />
Ausland CHF 99.–<br />
Einzelnummer CHF 12.–<br />
Abonnement annuel CHF 72.–<br />
Apprentis / Étudiants CHF 36.–<br />
étranger CHF 99.–<br />
le numéro CHF 12.–<br />
Bestellungen / Commandes:<br />
T 058 344 95 46<br />
F 058 344 97 83<br />
abo.carrossier@galledia.ch<br />
Herausgeber /Éditeur responsable:<br />
carrosserie suisse<br />
Forstackerstrasse 2B, 4800 Zofingen<br />
T 062 745 90 80, F 062 745 90 81<br />
info@carrosseriesuisse.ch<br />
www.carrosseriesuisse.ch<br />
Redaktion / Rédaction:<br />
Galledia Fachmedien AG<br />
Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />
Henrik Petro, Chefredaktor<br />
T 058 344 98 02<br />
henrik.petro@galledia.ch<br />
Herstellung / Production:<br />
Galledia Print AG, 9230 Flawil<br />
www.galledia.ch<br />
Anzeigenverwaltung und Verlag<br />
Régie des annonces et Édition<br />
Galledia Fachmedien AG<br />
Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />
Fabian Simon, Leitung Medienberatung<br />
T 058 344 98 06<br />
fabian.simon@galledia.ch<br />
Uschi Imhof, Support<br />
T 058 344 98 63<br />
uschi.imhof@galledia.ch<br />
Redaktionsschluss<br />
Bouclage<br />
Nr. 1/2021<br />
26. Januar 2021<br />
Editorial<br />
5 Frischgebackene Schweizer Meister!<br />
Verbandsnachrichten<br />
6 Die neuen Meister CLA und CSP<br />
8 Meister der Fahrzeugschlosser<br />
9 Der Champions-Club der Vorbilder<br />
10 Fusion: Gleich ist es so weit!<br />
11 Neue Marketingmassnahmen im 2021<br />
12 Rezertifizierungen, Verabschiedung<br />
Bildung<br />
14 Förderkonzept für Betriebswirtschaft<br />
15 Simon Mosers Weiterbildungen<br />
16 Kursvorschau: Scheibenkonzept<br />
17 Kursübersicht <strong>2020</strong>/2021<br />
18 QV-Ehrung Zentralschweiz<br />
19 Cerimonia di premiazione Ticino<br />
Technik<br />
20 Bentley Continental GT<br />
Reportage<br />
26 GK Grünenfelder Group<br />
29 Carross. Baldinger, Zbinden Posieux<br />
Rechtshilfe<br />
30 Abwicklung einer Kündigung<br />
Aktive Branche<br />
31 Cromax und AMZ Racing Team<br />
32 GYSO AG: Verabschiedung<br />
32 Neuer Leiter K+L bei Calag<br />
33 CO₂NTRA von Akzo Nobel<br />
34 Reparaturlacksystem Syrox<br />
34 Eriks Tech-Tipps<br />
35 Fahrzeugteile aus Reishülsen<br />
Unter der Lupe<br />
39 Lanz+Marti AG<br />
RIWAX-Chemie AG<br />
Tannholzstrasse 3 | CH-3052 Zollikofen<br />
office.ch@riwax.com | www.riwax.com<br />
RIWAX-Chemie AG<br />
Tannholzstrasse 3<br />
CH-3052 Zollikofen<br />
Tel. 031 910 45 45 I Fax 031 910 45 05<br />
www.riwax.com<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>3
André Koch AG<br />
Herzlichen<br />
Dank<br />
für die angenehme Zusammenarbeit<br />
während diesem herausfordernden<br />
Jahr, das uns allen viel abverlangt hat.<br />
Ihnen und Ihren Lieben wünschen wir<br />
ein frohes Weihnachtsfest und ein<br />
hoffnungsvolles & erfolgreiches 2021.<br />
Bleiben Sie gesund!<br />
www.andrekoch.ch
Editorial<br />
Berufsmeisterschaften<br />
Drei frischgebackene Schweizer<br />
Meister!<br />
Felix Wyss<br />
Die Schweizer Meisterschaften <strong>2020</strong> sind<br />
bereits wieder Geschichte und haben zwei<br />
junge Fachspezialisten und eine Fachspezialistin<br />
mit der landesweit höchsten Auszeichnung<br />
geehrt. Bei den Fahrzeugschlossern<br />
darf sich Ivan Riebli aus Giswil<br />
OW neuer Schweizer Meister nennen,<br />
gleiches gilt für Dominik Bartlome aus<br />
Schwarzenburg BE bei den Carrosseriespenglern/-innen<br />
und Michèle Korn aus<br />
Froideville VD unter den Carrosserielackierern/-innen.<br />
Alle drei konnten sich<br />
unter zahlreichen herausragenden Leistungen<br />
ins Rampenlicht der Experten arbeiten<br />
und schliesslich am 29. November<br />
im Ausbildungszentrum in Ebikon und in<br />
der Mobilcity in Bern den Sieg erringen. Im<br />
Namen von carrosserie suisse gratuliere<br />
ich den drei neuen Schweizer Meistern<br />
herzlich und möchte auch allen Mitstreiterinnen<br />
und Mitstreitern grosses Lob für<br />
ausserordentlichen Einsatz aussprechen.<br />
Während die Meisterschaften unter normalen<br />
Umständen ein grosses Fest für<br />
alle wären, setzte die Corona-Pandemie<br />
auch diesem Event massiv zu. So fanden<br />
die Wettkämpfe beispielsweise ohne Zuschauer<br />
vor Ort statt. Dafür konnten die<br />
Branche, Angehörige der Finalisten und<br />
weitere Interessierte das Geschehen direkt<br />
per Livestream verfolgen. Zudem<br />
wurde das Möglichste in die Wege geleitet,<br />
um die Schweizer Meisterschaften in<br />
einem schwierigen Jahr medial zugänglicher<br />
zu gestalten. Mit Rückblick darauf<br />
danke ich auch allen Beteiligten, die den<br />
Event mit beachtlichem organisatorischem<br />
Aufwand ermöglichten.<br />
Während sich das Jahr nun dem Ende zuneigt,<br />
können wir nach den Schweizer<br />
Meisterschaften bereits auf das nächste<br />
Highlight blicken. Die Fusion von carrosserie<br />
suisse und FCR zum national tätigen<br />
Verband steht bevor. Per 1. Januar 2021<br />
wird carrosserie suisse durch den Zusammenschluss<br />
gestärkt und voller Elan in die<br />
Zukunft navigieren. Neben personellen<br />
Änderungen, wie einem neuen Regionalverantwortlichen<br />
für die Romandie in Person<br />
von Giovanni Cuttitta, bringt die Fusion<br />
auch Anpassungen im öffentlichen Auftritt<br />
von carrosserie suisse mit sich. So erscheint<br />
die Fachzeitschrift carrossier ab<br />
nächstem Jahr in deutsch-französischer<br />
Ausgabe, der Sprache Französisch wird<br />
also neu gleiche Aufmerksamkeit geschenkt<br />
wie dem Deutschen. Zudem wird<br />
auch der Sprache Italienisch vermehrt<br />
Gewicht zuteil.<br />
Ich freue mich, diese vielversprechende<br />
Zukunft von carrosserie suisse gemeinsam<br />
mit allen Mitgliedern anzugehen und<br />
wünsche Ihnen einen gelungenen Abschluss<br />
des Jahres <strong>2020</strong>. Auf die gemeinsame<br />
Zukunft!<br />
Felix Wyss<br />
Zentralpräsident<br />
Termine und Veranstaltungen<br />
101. DV carrosserie suisse<br />
27. 5. 2021<br />
aftermarket-CH, Branchentreffpunkt<br />
für die Carrosserie- und Garagenzulieferbranche<br />
28.–29.11.2021<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>5
Schweizer<br />
Meisterschaften <strong>2020</strong><br />
Verbandsnachrichten<br />
Berufsmeisterschaften<br />
Carrosseriespengler/-innen und Carrosserielackierer/-innen<br />
Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen<br />
Es waren würdige Schweizer Berufsmeisterschaften, die ursprünglich am 16. und 17. Oktober <strong>2020</strong><br />
anlässlich des Branchenevents in Thun hätten über die Bühne gehen sollen und nun für die Berufe<br />
«Carrosseriespengler/-in» und «Carrosserielackierer/-in» am Wochenende vom 28. bis 29. November<br />
stattgefunden haben.<br />
Siegertrio in der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in» (v. l.): Manuel Kreuter (Silber), Dominik<br />
Bartlome (Gold), Dylan Almeida (Bronze).<br />
Durchgeführt wurden die Wettkämpfe bei<br />
der «carrosserie suisse academy» im Gebäude<br />
der Mobilcity in Bern. Leider ohne<br />
Publikum. Und auch ohne das traditionelle<br />
gemeinsame Abendessen von Experten<br />
und Kandidaten, was Diana Schlup<br />
bedauert. «Ich glaube schon, dass das<br />
Zusammengehörigkeitsgefühl in diesem<br />
schwierigen Corona-Jahr etwas gelitten<br />
hat», stellt die Chefexpertin der Carrosseriespengler<br />
fest.<br />
Auf die Leistungen der jungen Berufsleute<br />
hatten alle diese Umstände keinen<br />
Einfluss. Das sieht auch Lackierer-Chefexperte<br />
Patrick Balmer so, der seinen<br />
neun Kandidatinnen und den beiden Kandidaten<br />
bereits im Vorfeld der Meisterschaft<br />
ein sehr hohes Niveau und viel<br />
Flexibilität bescheinigt hatte und die diese<br />
Tugenden dann auch schon am ersten<br />
Wettbewerbstag unter Beweis stellten,<br />
als sie aus Platzgründen in zwei Gruppen<br />
aufgeteilt wurden.<br />
Prüfungsaufgaben auf hohem Niveau<br />
Da galt es unter anderem, einen Kotflügel<br />
im Dreischicht-Verfahren zu lackieren<br />
und ihn mit einer zweiten Farbe (Blau<br />
Métallic) zu versehen. Die zweite Gruppe<br />
nahm sich einen mit Dellen versehenen<br />
Kotflügel und eine Motorhaube vor, um<br />
sich beim Spachteln und Füllern zu beweisen.<br />
Am Sonntag, dem zweiten Arbeitstag,<br />
wurden diese Teile wieder hervorgeholt,<br />
geschliffen und im Drei- und<br />
Zweischichtverfahren lackiert und obendrein<br />
mit einem Dekor versehen. Darüber<br />
hinaus musste ein Stossfänger in der<br />
Spot-Repair-Technik repariert und zusätzlich<br />
eine Steinschlag-Schutzfolie<br />
nicht nur angefertigt, sondern auch millimetergenau<br />
angebracht werden. Übrigens:<br />
Eine Parforce-Leistung war der<br />
Wettbewerb nicht nur für die Kandidatinnen<br />
und Kandidaten, sondern auch für die<br />
Experten – statt wie im Normalfall sieben<br />
standen an diesem Wochenende aus den<br />
bekannten Gründen nur drei im Einsatz.<br />
Neben Patrick Balmer und Aurélie Fawer<br />
auch Pascal Lehmann, der den Wettbewerb<br />
gemäss eigener Aussage als «äusserst<br />
enges Rennen» erleben durfte. «Wir<br />
konnten bis zum Schluss nicht voraussagen,<br />
wer ganz vorne dabei sein wird»,<br />
sagt der Weltmeister von 2013.<br />
Wieder Meisterin aus der Westschweiz<br />
Durchgesetzt hat sich schliesslich Michèle<br />
Korn: Die junge Waadtländerin aus<br />
Froideville ist jetzt nicht mehr «nur» Regionalmeisterin,<br />
sondern gleichzeitig<br />
auch Schweizer Meisterin und somit<br />
Hätte es gemäss eigener<br />
Aussage «bei der einen<br />
oder anderen Arbeit<br />
noch besser machen<br />
können»: Dominik<br />
Bartlome, Schweizer<br />
Meister der Carrosseriespengler.<br />
6 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Verbandsnachrichten<br />
Berufsmeisterschaften<br />
Einschweissen eines in verschiedenen<br />
Verbindungstechniken zu nietenden Seitenteils.<br />
Siegertrio in der Berufssparte «Carrosserielackierer/-in» (v. l.): Steve Guntern (Silber), Michèle Korn<br />
(Gold), Samantha Böhm (Bronze).<br />
Nachfolgerin von Aurélie Fawer, heute als<br />
Expertin tätig. «Die vorgegebenen Arbeitszeiten<br />
waren knapp berechnet, aber<br />
ich habe mich sehr gut organisieren können»,<br />
gab die Siegerin später zu Protokoll,<br />
gab aber auch zu, dass nicht alles<br />
rund gelaufen sei: «Mit meinen Finish-Arbeiten<br />
am Kotflügel bin ich unzufrieden,<br />
das hat mich zwischenzeitlich etwas nervös<br />
gemacht.» Die Silbermedaille («Ich<br />
habe nichts verhauen, aber das eine oder<br />
andere ist nicht hundertprozentig gelungen»)<br />
geht an den Berner Steve Guntern,<br />
Bronze holt sich Samantha Böhm. Die<br />
Solothurnerin («Ich wollte wenigstens auf<br />
dem Podest stehen») freut sich über ihr<br />
Die Medaillenränge<br />
Carrosseriespengler/-in<br />
Gold – Dominik Bartlome,<br />
G&G AG, Niederwangen BE<br />
Silber – Manuel Kreuter,<br />
Bartlome AG, Rüschegg Heubach BE<br />
Bronze – Dylan Almeida,<br />
Grimm Center, Petit-Lancy GE<br />
Carrosserielackierer/-in<br />
Gold – Michèle Korn,<br />
Roland Wyniger SA, Lausanne VD<br />
Silber – Steve Guntern,<br />
Schölly AG, Münchenbuchsee BE<br />
Bronze – Samantha Böhm,<br />
Garage Gautschi, Langenthal BE<br />
Resultat, gibt aber auch zu, dass sie als<br />
Zweite der Regionalmeisterschaft nun<br />
gerne Gold gewonnen hätte an diesem<br />
Wochenende.<br />
Überraschung bei der Spengleraufgabe<br />
Für die neun Carrosseriespengler und<br />
-spenglerin Morgane Riva aus Le Lignon<br />
GE – sie verpasste die Bronzemedaille<br />
ganz knapp und wurde Vierte – betrug<br />
die gesamte Arbeitszeit 14,5 Stunden.<br />
Und die begann mit einer Überraschung.<br />
Denn was niemand ausser Chefexpertin<br />
Diana Schlup wusste: So quasi als Ersatz<br />
für die aus dem Programm gestrichenen<br />
Postenarbeiten mussten die jungen Berufsleute<br />
einen Riss an einem Stossfänger<br />
reparieren. Und als weitere Herausforderung<br />
entpuppte sich – neben dem<br />
Einkleben einer Seitenscheibe – das<br />
Kein klarer Favorit<br />
Trotz der Schwere dieser Aufgaben zeigte<br />
sich Diana Schlup vom Verlauf des<br />
Wettbewerbs beeindruckt: «Es war irre<br />
spannend. Die zwei Erstplatzierten und<br />
die beiden Anwärter auf die Bronzemedaille<br />
haben ihre Positionen immer mal<br />
wieder gewechselt», verriet sie nach der<br />
Rangverkündigung. Zum Schluss präsentierte<br />
sich das Podest dann aber auf den<br />
Rängen 1 und 2 genauso wie nach den<br />
Berner Regionalmeisterschaften: Dominik<br />
Bartlome («Das Meiste ist gut herausgekommen.<br />
Ich habe nichts verhauen,<br />
aber ein paar Kleinigkeiten vergessen,<br />
was ich erst bei den Kontrollpunkten bemerkte»)<br />
holte sich Gold vor Manuel<br />
Kreuter. Der HCD-Fan, wie Bartlome Eishockeyspieler<br />
auf höchstem Amateurniveau<br />
und somit an Stress und mentale<br />
Stärke gewohnt, zeigte sich ehrlich erfreut<br />
über seinen Vizemeistertitel: «Ich<br />
habe nicht Gold verloren, sondern Silber<br />
gewonnen», meinte er. Und schob die Erklärung<br />
dafür gleich nach: «Das Löten<br />
und Schweissen ist mir wirklich sehr gut<br />
gelungen, dafür habe ich ein paar Detailarbeiten<br />
vergessen oder falsch ausgeführt.<br />
Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden<br />
mit mir und meiner Leistung.»<br />
Ähnlich klingt das Fazit von Bronzegewinner<br />
Dylan Almeida: «Ich muss berücksichtigen,<br />
dass mir meine Lieblingsdisziplin,<br />
das Schweissen, heute nicht perfekt<br />
gelungen ist. Deshalb freue ich mich sehr<br />
über mein Endresultat», sagte der Genfer<br />
Regionalmeister aus der Romandie. ●<br />
Text: Heinz Schneider, Bilder: SwissSkills<br />
Gold: Die Lackiererin<br />
Michèle Korn aus<br />
Froideville (VD) ist nicht<br />
mehr «nur» Regionalmeisterin,<br />
sondern auch<br />
Schweizer Meisterin.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>7
Schweizer<br />
Meisterschaften <strong>2020</strong><br />
Verbandsnachrichten<br />
Berufsmeisterschaften<br />
Meisterschaft der Fahrzeugschlosser<br />
Zentralschweizer Doppelsieg<br />
Regionalmeister Ivan Riebli holte sich den Titel mit einem bemerkenswerten Punktevorsprung vor Michel<br />
Nöthiger. Der Vize-Regionalmeister ist somit nun auch Schweizer Vizemeister geworden.<br />
Siegertrio in der Berufssparte Fahrzeugschlosser (v. l.): Michel Nöthiger (Silber), Ivan Riebli<br />
(Gold), Silvan Bruni (Bronze). Foto: SwissSkills<br />
Die Medaillenränge<br />
Fahrzeugschlosser<br />
Gold – Ivan Riebli,<br />
Sutter AG, Lungern OW<br />
Silber – Michel Nöthiger,<br />
Lanz + Marti AG, Sursee LU<br />
Bronze – Silvan Bruni,<br />
Ernst Keller AG, Uetendorf BE<br />
«Wir haben wieder mal die Elite hier im<br />
üK-Zentrum in Ebikon. Für das Einrichten<br />
der Arbeitsplätze am Freitag waren alle<br />
Kandidaten zur richtigen Zeit vor Ort, und<br />
am Samstagmorgen konnte der Wettbewerb<br />
pünktlich gestartet werden. Das<br />
macht mich sehr stolz!» Berufsschullehrer<br />
Peter Bucheli ortet wie gewohnt zahlreiche<br />
Gründe, sich über die Leistungen,<br />
das positive Auftreten und die Performance<br />
«seiner» Fahrzeugschlosser an den<br />
diesjährigen Schweizer Meisterschaften<br />
zu freuen. «Alle neun Kandidaten sind mit<br />
ihren Arbeiten fertig geworden – und alle<br />
haben durchwegs ausgesprochen schöne<br />
Stücke produziert», fasst der Luzerner<br />
seine Eindrücke von den Berufsmeisterschaften<br />
(28. bis 29. November) zusammen.<br />
Eine Einschätzung, die Fahrzeugbauprofi<br />
Stefan Sieber teilt: «Die Arbeiten<br />
waren qualitativ höherwertig als in den<br />
Jahren zuvor. Vielleicht ist das dem Umstand<br />
geschuldet, dass wegen Corona<br />
kein Publikum zugelassen war und die<br />
Konzentration der Kandidaten dadurch<br />
gestiegen ist», vermutet er.<br />
Übrigens: Mit den oben genannten Stücken<br />
meint Peter Bucheli die Anhänger mit<br />
Deichsel im Format von rund 100 × 80 cm,<br />
welche die jungen Berufsleute als zweitägige<br />
Prüfungsarbeit hergestellt haben –<br />
natürlich von Hand und genau nach Bauplan.<br />
Eine Herausforderung, denen die<br />
einen sehr, andere weniger gut begegnet<br />
sind. Immer dabei: rundum erschwerte Bedingungen<br />
auch mit aufgesetzter Maske,<br />
was zur Folge hatte, dass die Schutzbrillen<br />
der Kandidaten stets beschlagen waren.<br />
Nichtsdestotrotz gibt es zum Schluss<br />
einen Zentralschweizer Doppelsieg zu<br />
vermelden. Regionalmeister Ivan Riebli<br />
(«Das Lesen der Baupläne war nicht einfach<br />
und sehr zeitaufwendig») holte sich<br />
den Titel mit einem bemerkenswerten<br />
Punktevorsprung vor Michel Nöthiger.<br />
Der Vize-Regionalmeister, der nun auch<br />
Schweizer Vizemeister geworden ist («Am<br />
Samstagnachmittag ging es bei mir drunter<br />
und drüber, ich war kurzzeitig ein bisschen<br />
verloren»), kämpfte mit einem Handicap,<br />
das nur sehr schwer auszugleichen<br />
war. «Ich habe die Löcher der Alubrücke<br />
falsch gebohrt. Das wurde mir jedoch erst<br />
klar, als ich montieren wollte», fasst<br />
Nöthiger zusammen. Also alles demontieren<br />
und wieder von vorne beginnen.<br />
Was gewesen wäre, wenn ihm dieses<br />
Missgeschick erspart geblieben wäre, darüber<br />
lässt sich nur spekulieren. Fakt ist<br />
aber, dass der Berner Silvan Bruni («Druck<br />
und Stress waren da, dass es zeitlich<br />
reicht, war mir aber schon am Sonntagnachmittag<br />
klar») als Drittplatzierter der<br />
Silbermedaille sehr nahe kam.<br />
Richtig angetan und beeindruckt vom Engagement<br />
der neun jungen Berufsmänner<br />
zeigte sich Ehrengast und carrosserie-suisse-Zentralpräsident<br />
Felix Wyss. «Es tut<br />
in diesen schwierigen Zeiten unglaublich<br />
gut, Ihnen beim Wetteifern zuzuschauen<br />
und festzustellen, mit welchem Esprit und<br />
welcher Freude Sie hier an die Aufgaben<br />
herangehen», sagte er während der Mittagspause<br />
in seiner kurzen Ansprache. Die<br />
Kandidaten quittierten mit Applaus. ●<br />
Text: Heinz Schneider<br />
Bilder: SwissSkills<br />
Nach dem Regionalmeistertitel nun auch die<br />
Goldmedaille an den Schweizer Meisterschaften:<br />
Ivan Riebli.<br />
8 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Verbandsnachrichten<br />
Thema<br />
Nachwuchsförderung<br />
Champions-Club<br />
Der Club der Vorbilder<br />
Rund 30 junge <strong>Carrossier</strong>s – davon sechs Frauen –, die alle an einer Regio- oder Berufsmeisterschaft<br />
teilgenommen haben, bilden zusammen den Champions-Club. Sein Ziel ist, Fachwissen weiterzugeben,<br />
Begeisterung für den Beruf zu wecken und beizubehalten sowie Werdegänge vorzuleben.<br />
Ein Teil des Champions-Clubs. Gemeinsame schöne Erlebnisse, ein Netzwerk und<br />
Freundschaften gibt es als Bonus dazu.<br />
Champions-Club-Mitglied Petra Grieder nahm<br />
2016 an den Schweizer Meisterschaften teil.<br />
Petra Grieder ist Carrosserielackiererin<br />
bei der art-car GmbH in Eiken und zudem<br />
Mitglied im 2018 gegründeten Champions-Club.<br />
Der Verein setzt sich aus<br />
ehemaligen Teilnehmenden einer Meisterschaft<br />
zusammen, also aus Berufsleuten,<br />
die einmal an einer Regio- oder<br />
Schweizer Berufsmeisterschaft in den<br />
drei Berufen Carrosseriespengler/-in,<br />
Carrosserielackierer/-in oder Fahrzeugschlosser/-in<br />
teilgenommen haben –<br />
und auch heute noch mit der Branche<br />
verbunden sind. Es besteht aber auch<br />
die Möglichkeit einer Passivmitgliedschaft.<br />
«Wir sind junge, motivierte und<br />
kompetente Berufsleute aus der ganzen<br />
Schweiz, die gerne die Branche unterstützen<br />
möchten», beschreibt sie die<br />
Mitglieder. «Wir sehen uns als Bindeglied<br />
zwischen Arbeit nehmer und Arbeitgeber,<br />
Jung und Alt, Schülern und<br />
Berufstätigen. Wir setzen uns dafür ein,<br />
dass die nächsten Teilnehmer einer<br />
Meisterschaft schweizweit die gleichen<br />
Chancen haben.» Konkret bedeutet dies,<br />
dass der Club Trainings durchführt. Allerdings<br />
hat Corona ihnen diesbezüglich<br />
zumindest bei den Schweizer Berufsmeisterschaften<br />
einen Strich durch die<br />
Rechnung gemacht – Trainings durften<br />
nicht stattfinden. «Einige von uns waren<br />
als Experten oder per Live-Stream dabei<br />
und fieberten so mit.»<br />
Nachwuchs auf Berufe aufmerksam<br />
machen<br />
Die besten Botschafter sind jene, mit<br />
denen man sich identifizieren kann. So<br />
setzt sich der Champions-Club auch dafür<br />
ein, neue, gute Schüler für die Branche<br />
zu gewinnen, sodass die Arbeitgeber<br />
wieder eine vernünftige Auswahl haben,<br />
wie Grieder erklärt. Das heisst, der Club<br />
ist auch an Berufsmessen, Schulen und<br />
den SwissSkills präsent. «Wir möchten<br />
das Niveau der Ausbildung stärken, zum<br />
Beispiel, indem wir Lehrlinge über zukünftige<br />
Möglichkeiten informieren.»<br />
Damit meint sie vor allem Weiterbildungsmöglichkeiten,<br />
und das geht am<br />
besten, wenn man es vorlebt. «Weil wir<br />
nahe an den Jungen sind, verstehen wir<br />
diese und können die Vorbildfunktion<br />
bezüglich Weiterbildung glaubwürdig<br />
erfüllen.» Das Engagement beruht auf<br />
freiwilliger Basis.<br />
Unterstützt von carrosserie suisse<br />
Der Champions-Club ist in denselben vier<br />
Regionen organisiert wie die Regiomeisterschaften.<br />
Jeder Region steht ein gewählter<br />
Vertreter vor. Diese bilden mit<br />
dem Präsidenten den Vorstand. «In der<br />
dritten Region haben wir zwei Regionalvertreter:<br />
jemanden für den deutschsprachigen<br />
Teil und jemanden für den italienischsprachigen<br />
Teil», erklärt Grieder.<br />
Finanziert wird der Verein hauptsächlich<br />
über die Mitgliederbeiträge, wobei im ersten<br />
Beitrittsjahr noch keine Beiträge fällig<br />
werden. Das Vereinsbudget wird von carrosserie<br />
suisse genehmigt und unterstützt.<br />
«Sonst könnten wir die Unkosten<br />
nicht decken», gesteht Grieder.<br />
Der Champions-Club heisst weitere Mitglieder<br />
herzlich willkommen: «Jeder soll<br />
beitreten, der seinen Beruf liebt und sich<br />
gerne einbringt.» Und je mehr, umso besser:<br />
«Weil wir mit mehr Mitgliedern noch<br />
viel mehr erreichen können. Und weil es<br />
unglaublich hilfreich ist, ein Netzwerk zu<br />
haben, wie wir es bieten. Und ich persönlich<br />
habe echte Freunde gefunden.» ●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bilder: Petra Grieder<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>9
Verbandsnachrichten<br />
carrosserie suisse<br />
Fusion carrosserie suisse und FCR<br />
Gemeinsam am Steuer Richtung<br />
Zukunft<br />
Die Fusion der beiden Verbände carrosserie suisse und Fédération des <strong>Carrossier</strong>s Romands (FCR) steht<br />
unmittelbar bevor. Ab dem 1. 1. 2021 tritt carrosserie suisse als schweizweiter Verband auf. Im Zuge der<br />
Fusion wurden bereits mehrere Massnahmen getätigt. So ist dies auch die letzte rein deutschsprachige<br />
Ausgabe des «carrossier», bevor die Fachzeitschrift ab Januar im deutsch-französischen Kleid erscheint.<br />
Grünes Licht für den Beschluss gaben<br />
die Delegierten von carrosserie suisse<br />
Anfang November 2019 an der ausserordentlichen<br />
Delegiertenversammlung.<br />
Durch die Fusion zählt carrosserie suisse<br />
ab nächstem Jahr knapp 850 Mitgliederbetriebe.<br />
Mit dem Zusammenschluss<br />
der Verbände zum national agierenden<br />
Verband erhält carrosserie suisse zudem<br />
mit der «Antenne Romande» auch<br />
eine neue Aussenstelle im waadtländischen<br />
Moudon. Diese wird somit Treffpunkt<br />
für alle Verbandsmitglieder aus<br />
der Westschweiz. Die «Antenne Romande»<br />
soll weiter als Empfänger und Sender<br />
für die Anliegen der französischsprachigen<br />
Verbandsmitglieder sein. Die<br />
neue Konstellation bringt zudem personelle<br />
Veränderungen mit sich. So wird<br />
Pierrick Blanchard neuer Bildungsverantwortlicher<br />
für die Romandie. Der<br />
43-Jährige ist gelernter Autolackierer<br />
und übernimmt die Position vom bisherigen<br />
Projektverantwortlichen Ausbildung<br />
Romandie, Federico Vendrici.<br />
Mit der Zusammenführung der Verbände<br />
entstehen neue Möglichkeiten in<br />
mehreren Verbandsbereichen. So stehen<br />
dem künftig nationalen Verband<br />
beispielsweise durch zusätzliche Beiträge<br />
mehr monetäre Mittel zur Verfügung.<br />
Mit diesen können unter anderem<br />
nationale Projekte noch professioneller<br />
vorangetrieben werden. Gleichzeitig<br />
trägt die Fusion dazu bei, die strukturellen<br />
Kosten in einigen Bereichen zu senken.<br />
«Wir haben jetzt die Möglichkeit,<br />
mit einer einzigen gewichtigen Stimme<br />
mit den verschiedenen Institutionen wie<br />
Versicherungen, Leasingunternehmen<br />
und Lieferanten zu verhandeln. Das<br />
stärkt unsere Position», ist Zentralpräsident<br />
Felix Wyss von der gemeinsamen<br />
Zukunft überzeugt.<br />
Kulturen auf dem Prüfstand<br />
Neben vielen positiven Aspekten kann<br />
die Fusion auch Herausforderungen mit<br />
sich ziehen. Hinsichtlich der Umgangsformen<br />
könnten Stolpersteine auftauchen,<br />
da den Westschweizern eine nicht<br />
selten heftigere Diskussionskultur nachgesagt<br />
wird, als dies unter Deutschschweizern<br />
der Fall ist. carrosserie-suisse-Geschäftsführer<br />
Thomas Rentsch<br />
gibt zu bedenken: «Wir müssen uns alle<br />
bemühen und daran gewöhnen, jemandem<br />
zuzuhören, der eine andere Sprache<br />
spricht.» Um die Sprachbarriere möglichst<br />
offen zu halten, ist auch Marc-<br />
Rundum besser<br />
Vorteile der Fusion<br />
Aus Sicht des einzelnen Mitgliedsbetriebes:<br />
››<br />
Image als Carrosseriebetrieb durch nationales Label carrosserie<br />
suisse<br />
››<br />
Gute, starke Ausbildung, um für die Zukunft die nötige Zahl an<br />
qualitativ guten Berufsleuten zu sichern<br />
››<br />
Gestärkte Verhandlungsposition gegenüber Versicherungen,<br />
Lieferanten etc.<br />
Dank der Fusion kann der nationale Verband gegenüber Politik,<br />
Behörden und Marktpartnern als gestärkte Einheit auftreten. Von links:<br />
Federico Ventrici, Felix Wyss, Armin Haymoz, Robert Angelozzi und<br />
Thomas Rentsch.<br />
Aus Verbandssicht:<br />
››<br />
Synergien<br />
››<br />
Mitgliederverwaltung<br />
››<br />
Finanzen / Buchhaltung / Revision<br />
››<br />
Kein Koordinationsaufwand mehr zwischen carrosserie suisse<br />
und FCR<br />
››<br />
Gemeinsame Zeitschrift<br />
››<br />
Schlanke Struktur durch neue Verbandsorganisation<br />
››<br />
Über GAV Förderung der Bereitschaft, Mitglied von carrosserie<br />
suisse zu werden<br />
10 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Verbandsnachrichten<br />
carrosserie suisse<br />
André Perrin im 50-Prozent-Angestelltenverhältnis<br />
in Zofingen im Einsatz. Der<br />
50-Jährige wird einerseits als Übersetzer<br />
von Texten, Korrespondenzen und<br />
Ähnlichem agieren, andererseits aber<br />
auch als Simultanübersetzer an Sitzungen<br />
teilnehmen. Weiter ist mit Giovanni<br />
Cuttitta ein Regionalleiter Romandie für<br />
die Westschweizer Betriebe aktiv, analog<br />
zu Bruno Moser in der Deutschschweiz.<br />
Er betreut als eigener Aussendienstmitarbeiter<br />
die Mitgliederbetriebe aus der<br />
Romandie seit Oktober <strong>2020</strong> und trägt<br />
somit zur Integration in den Gesamtverband<br />
bei. Giovanni Cuttitta nimmt als Regionalleiter<br />
Romandie im Kader von carrosserie<br />
suisse Einsitz und berichtet an<br />
die Geschäftsstelle in Zofingen, die den<br />
Verband auch nach der Fusion verwalten<br />
und führen wird.<br />
Die Fusion bringt aber vor allem positive<br />
Neuerungen mit sich. Zentralpräsident<br />
Felix Wyss betont die «gestärkte Einheit,<br />
mit der man dank der Fusion gegenüber<br />
Politik, Behörden und Marktpartnern auftreten<br />
kann». Zudem ist sich Felix Wyss<br />
der grösseren Ausstrahlung sicher: «Aus<br />
Verbandssicht kommt die nationale Reichweite<br />
auch im Bereich Werbung zum Tragen<br />
und lässt carrosserie suisse attraktiver<br />
gegenüber Inserenten erscheinen.»<br />
Auch auf Ebene der einzelnen Mitglieder<br />
sei der Zusammenschluss entscheidend:<br />
«Daraus resultieren professionellere<br />
Dienstleistungen zur Unterstützung der<br />
Unternehmer, aber man bleibt auch regelmässig<br />
auf dem neuesten Stand, was die<br />
Branche und Technik betrifft.» ●<br />
Isabel Suter<br />
Auftritt in drei Landessprachen<br />
Marketing und Kommunikation<br />
Mit der Fusion zum kommenden Jahr und der damit verbundenen nationalen Präsenz wird carrosserie<br />
suisse den öffentlichen Gesamtauftritt generell um die Sprache Französisch erweitern. Zudem wird dem<br />
Italienischen mehr Rechnung getragen. Dies betrifft Kommunikationsinstrumente wie die Fachzeitschrift<br />
«carrossier», aber auch den allgemeinen Webauftritt.<br />
Jaguar F-Pace<br />
Ein leichter<br />
englischer<br />
Bolide<br />
Nach dem Jaguar XE entschloss sich der britische<br />
Hersteller, auf der gleichen Basis ein SUV zu<br />
ent wickeln – den Jaguar F-Pace. Der «carrossier»<br />
zeigt, welche Materialien die Briten verbaut haben.<br />
2 carrossier Nr. 3-4 / Juli <strong>2020</strong><br />
Technik / Technologie<br />
Jaguar F-Pace<br />
Une voiture<br />
de course<br />
anglaise légère<br />
Après la Jaguar XE, le constructeur britannique a<br />
décidé de développer un SUV sur la même base –<br />
la Jaguar F-Pace. Le «carrossier» montre quels<br />
matériaux les Britanniques ont utilisés.<br />
Jaguar a construit le design<br />
actuel de la F-Pace sur une<br />
longueur impressionnante de<br />
4731 mm et un empattement<br />
de 2874 mm, avec le porte-àfaux<br />
avant serré caractéristique<br />
et un profil fluide.<br />
La grande grille avant est placée<br />
verticalement dans le<br />
courant d›air, ce qui donne au<br />
modèle une stature puissante<br />
et réduit également la traînée.<br />
Le compartiment à bagages<br />
contient 650 litres. Avec son<br />
seuil de chargement bas et<br />
une largeur de chargement de<br />
1255 mm, il est facile à charger.<br />
Selon Jaguar, la carrosserie<br />
est très rigide en torsion et<br />
Der Jaguar F-Pace konnte an den Aachener Karosserietagen als Fertigfahrzeug und als Rohbaucarrosserie contient 80 % d'aluminium –<br />
begutachtet werden.<br />
calculé sans pièces rapportées.<br />
Cela fait de ce véhicule<br />
La Jaguar F-Pace a pu être inspectée en tant que véhicule fini et en tant que carrosserie blanche lors des<br />
journées de la carrosserie d'Aix-la-Chapelle.<br />
utilitaire sport (SUV) un leader<br />
dans son segment.<br />
Das aktuelle Design des F-Pace hat Jaguar auf einer stattlichen Jaguar Land Rover (JLR) a une très grande expérience dans la<br />
Länge von 4731 mm und einem Radstand von 2874 mm aufgebaut,<br />
mit dem charakteristischen knappen vorderen Überhang cant d'introduire pour la première fois cette conception dans la<br />
construction de châssis en aluminium. Cela a permis au fabri-<br />
und einem fliessenden Profil.<br />
catégorie des SUV.<br />
Der grosse Frontgrill steht vertikal im Fahrtwind, was dem Modell<br />
zu einer kräftigen Statur verhilft und zusätzlich den Luft-<br />
modulaire D7a sur laquelle les ingénieurs ont déjà construit les<br />
Le F-Pace est le troisième modèle de la nouvelle plateforme<br />
widerstand reduziert. Der Kofferraum fasst 650 Liter. Mit seiner modèles XE et XF. En conséquence, de nombreuses parties<br />
niedrigen Ladekante und einer Ladebreite von 1255 mm lässt communes se retrouvent dans les structures du corps, par<br />
er sich leicht beladen. Die Carrosserie ist laut Jaguar sehr verwindungssteif<br />
und verfügt über einen Aluminiumanteil von concepteurs s'appuient sur un mélange de matériaux composé<br />
exemple dans les sections de corps «avant» et «avant». Les<br />
80 Prozent – ohne Anbauteile gerechnet. Damit nimmt dieses d'aluminium, d'aciers à haute résistance et de composants en<br />
Produktion<br />
Gefertigt in England<br />
Das SUV wird im Werk Solihul in der Nähe von Birmingham in<br />
England gefertigt und läuft gleichzeitig mit der Sportlimousine<br />
Jaguar XE vom Band. Mit der Aufnahme der F-Pace-Produktion<br />
2016 entstanden rund 1300 Arbeitsplätze.<br />
Production<br />
Fabriqué en Angleterre<br />
Le SUV est fabriqué à l'usine de Solihul près de Birmingham en<br />
Angleterre et sort de la chaîne de production en même temps que<br />
la berline sportive Jaguar XE. Le démarrage de la production de<br />
F-Pace en 2016 créera environ 1300 emplois.<br />
Der «carrossier» erscheint ab der nächsten<br />
Ausgabe im neuen Kleid und zweisprachig.<br />
Der «carrossier»<br />
Das offizielle Verbandsorgan erscheint<br />
ab 2021 neu in einer zweisprachigen<br />
Version mit ergänzenden Elementen in<br />
Italienisch. Das Heft wird umfangreicher,<br />
dafür wird der Erscheinungsrhythmus<br />
auf sechs Ausgaben pro Jahr<br />
angepasst.<br />
Die Erscheinungsdaten:<br />
› 11.2.2021 › 26.8.2021<br />
› 8.4.2021 › 14.10.2021<br />
› 10.6.2021 › 16.12.2021<br />
Radio-Werbekampagne<br />
«… präsentiert vo carrosserie suisse, Ihri<br />
Experte für Carrosserieschäde am Fahrzüüg<br />
– carrosseriesuisse.ch»<br />
Durch den Zusammenschluss zum nationalen<br />
Verband ist carrosserie suisse bestrebt,<br />
die landesweite Präsenz vermehrt<br />
zu stärken und die Bekanntheit bei der<br />
Auch die Website von carrosserie suisse wird<br />
in Zukunft mehrsprachig geführt.<br />
Bevölkerung zu steigern. Dazu wurde<br />
beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF<br />
eine umfangreiche Radio-Werbekampagne<br />
lanciert. Im Programm der vier Sender<br />
Radio SRF 1, 3 und dem Tessiner RSI 1 und<br />
3 wurden dieses Jahr bei einer Reichweite<br />
von rund drei Millionen Hörerinnen und<br />
Hörern insgesamt rund 24 Millionen Werbeinhalte<br />
geschaltet. Mit dem Sponsoring<br />
der Verkehrsinformationen werden Automobilisten<br />
zielgerichtet erreicht und motiviert,<br />
direkt einen Carrosseriebetrieb aufzusuchen.<br />
Diese Werbekampagne wird<br />
auch im neuen Jahr fortgesetzt und um die<br />
Romandie erweitert. <br />
●<br />
Isabel Suter<br />
Die in diesem Jahr gestartete Kampagne im<br />
Schweizer Radio SRF1 und SRF3 wird im neuen<br />
Jahr fortgesetzt und um die Romandie erweitert.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>11
Verbandsnachrichten<br />
In eigener Sache<br />
Aus der Geschäftsstelle<br />
Verabschiedung Federico Ventrici<br />
Seit 2015 war Federico Ventrici beim FCR<br />
Berufsbildungsverantwortlicher für die<br />
Romandie. Eine seiner wichtigen Aufgaben<br />
in dieser Funktion war die Koordination<br />
zwischen dem FCR und carrosserie<br />
suisse in Sachen Bildung. Tatsächlich<br />
aber kümmerte er sich als «Mann für<br />
alles» um weit mehr. In den fünf Jahren<br />
seiner Verbandstätigkeit konnte Ventrici<br />
viel bewegen in der Berufsbildung,<br />
darunter gehörte auch die Organisation<br />
zahlreicher Kurse sowie das Vorantreiben<br />
von Weiterbildungen – und natürlich<br />
mehr. Der Verband dankt Federico Ventrici<br />
für seinen Einsatz und wünscht ihm<br />
für die Zukunft alles Gute! ●<br />
hp Federico Ventrici, Berufsbildungsverantwortlicher Romandie 2015–<strong>2020</strong>.<br />
Auch wir wurden rezertifiziert<br />
Die folgende Betriebe wurden im Jahr <strong>2020</strong> rezertifiziert:<br />
››<br />
Carrosserie + Garage, 5522 Tägerig, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie Maurer GmbH, 5610 Wohlen AG, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie - Spritzwerk Küng AG, 5412 Gebenstorf, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie Högern AG, 5504 Othmarsingen, Aargau<br />
››<br />
Schöpfer AG, 5630 Muri, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie Rank GmbH, 4853 Murgenthal, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie J. Nyffeler GmbH, 5603 Staufen,Aargau<br />
››<br />
Carrosserie Moesch AG, 4315 Zuzgen, Aargau<br />
››<br />
Bruno Kalt, 5314 Kleindöttingen, Aargau<br />
››<br />
Hallauer AG, 5512 Wohlenschwil, Aargau<br />
››<br />
EMIL FREY AG, 5745 Safenwil, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie Bänziger + Co., 4852 Rothrist, Aargau<br />
››<br />
Carrosserie & Spritzwerk, 5313 Klingnau, Aargau<br />
Auf Grund der Covid-19-Pandemie mussten diverse Rezertifizierungstermine aufs nächste Jahr verschoben werden.<br />
12 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Publireportage<br />
Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />
Training und die Förderung von Nachwuchskräften<br />
Cromax gratuliert den Gewinnern der SwissSkills Championships <strong>2020</strong><br />
Die besten Carrosserielackierer/-innen der<br />
Schweiz wetteiferten am 28. und 29. November<br />
um die begehrten Medaillen. Als klare<br />
Siegerin stand am Ende Michèle Korn aus<br />
Froideville auf dem Podest, gefolgt von Steve<br />
Guntern aus Hindelbank und Samantha<br />
Böhm aus Kappel. Cromax, eine globale Reparaturlackmarke<br />
von Axalta, einem der<br />
führenden weltweiten Anbieter von Flüssigund<br />
Pulverlacken, war Ausrüster und Lacklieferant<br />
der SwissSkills und hatte die Carrosserielackierer/-innen<br />
im Oktober für die<br />
Meisterschaft trainiert.<br />
Wegen der Pandemie wurden die SwissSkills<br />
Championships in diesem Jahr dezentral und<br />
ohne Publikumsbeteiligung durchgeführt, jedoch<br />
konnte die Schweizer Meisterschaft<br />
hautnah per Livestream verfolgt werden. Aufgrund<br />
der besonderen Situation mussten die<br />
Teilnehmer in diesem Jahr die Aufgaben zum<br />
ersten Mal modular abarbeiten.<br />
Anspruchsvolle Aufgaben mit Cromax<br />
gemeistert<br />
Die Kandidaten hatten die Aufgabe, bei einem<br />
kompletten Vorbau eines Fiat 500 vier Module<br />
in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu erledigen,<br />
wobei folgende Ready-Mix-Farbtöne<br />
von Cromax zum Einsatz kamen: Als Grundton<br />
wurde Toyota 070, 3-Schicht-Perleffekt verwendet<br />
und als Dekorfarbton Toyota 8T7,<br />
Blau Metallic. Die Aufgaben waren folgende:<br />
››<br />
Modul A: Kotflügel rechts zweifarbig lackieren<br />
››<br />
Modul B: Applikation eines Schleiffüllers<br />
auf Motorhaube und Kotflügel links<br />
››<br />
Modul C: Motorhaube und Kotflügel links<br />
zweifarbig lackieren und<br />
››<br />
Modul D: Spot Repair auf Stossstange mit<br />
Folienapplikation<br />
Patrick Balmer, Chefexperte der Carrosserielackierer/-innen<br />
freut sich: «Die Meisterschaft<br />
war sehr spannend, alle Teilnehmer hatten ein<br />
sehr gutes Niveau und konnten das Programm<br />
fertigstellen.» Aber auch ausgezeichnete Produkte<br />
sind wichtig für den Erfolg. «Die Meisterschaft<br />
ist gleichzeitig auch immer eine Herausforderung<br />
für die Produkte und deren<br />
Aufbau. Da kann ich Cromax nur gratulieren»,<br />
so Balmer, und ergänzt: «Die Teilnehmer/<br />
Hochmotivierte Teilnehmer/-innen bei der Meisterschaft. (Foto: Cromax)<br />
- innen wurden durch Peter Schär und Fabio<br />
De Giorgi im Vorfeld der Meisterschaft mit den<br />
Cromax-Produkten sehr gut trainiert.»<br />
Cromax-Training machte Teilnehmer fit<br />
Sie profitierten von dem umfangreichen Fachwissen<br />
von Peter Schär, Leiter Training,<br />
Cromax Schweiz, und Cromax-Anwendungstechniker<br />
Fabio De Giorgi sowie den hochentwickelten<br />
Systemlösungen von Cromax,<br />
mit denen sich das Beste aus dem gesamten<br />
Reparaturprozess herausholen lässt.<br />
Unter der fachkundigen Anleitung dieser<br />
Fachleute setzten sich die Lackierer/-innen<br />
am vorletzten Oktoberwochenende mit dem<br />
Thema Lackierung aus verschiedenen Perspektiven<br />
auseinander: Mit den leistungsstarken<br />
Lacksystemen und der innovativen<br />
Farbtontechnik von Cromax lassen sich Zeitaufwand,<br />
Material- und Energiekosten minimieren.<br />
Dabei lernten die Teilnehmer auch die<br />
aufeinander abgestimmten Prozesse und<br />
effizienten Produktsysteme von Cromax kennen,<br />
die alle darauf ausgerichtet sind, die<br />
Produktivität zu steigern.<br />
«Cromax gratuliert den Gewinnern und allen<br />
Teilnehmern der Meisterschaft», so Thomas<br />
Nussbaum, Geschäftsführer von Axalta in der<br />
Schweiz, und erläutert das Engagement des<br />
Unternehmens bei den SwissSkills: «Das Training<br />
und die Förderung von talentierten Nachwuchskräften<br />
unter den Carrosserielackierern/-innen<br />
liegt uns sehr am Herzen, sie<br />
stehen für hervorragende Leistungen und für<br />
die Zukunft der Carrosserie- und Lackierfachbetriebe<br />
in der Schweiz.»<br />
●<br />
Weitere Informationen<br />
über Cromax unter www.cromax.com/ch und<br />
über SwissSkills unter www.swiss-skills.ch<br />
Peter Schär, Leiter Training, Cromax Schweiz,<br />
übergibt der stolzen Gewinnerin Michèle Korn<br />
das von Cromax personalisierte IWATA-Set.<br />
(Foto: Cromax)<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>13
Bildung<br />
Förderkonzept für Betriebswirtschaft<br />
Vom Handwerker zum Unternehmer<br />
Betriebswirtschaft aktiv erleben<br />
und selber ausführen<br />
carrosserie suisse bietet ein neues Förderkonzept an zur Vermittlung der Grundlagen der Unternehmensführung.<br />
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Praxisbezug und dem direkten Anwenden im Alltag. Im Fokus<br />
stehen Finanz- und Rechnungswesen, Kommunikation, Personal, Marketing, Organisation und Prozesse.<br />
Der Kurs richtet sich einerseits an Unternehmer/-innen,<br />
die wenig betriebswirtschaftliche<br />
Kenntnisse vorweisen können<br />
oder diese auffrischen wollen, und<br />
andererseits an alle Personen im Reparaturgewerbe,<br />
die Fach- oder Führungsverantwortung<br />
tragen oder die planen,<br />
eine solche Aufgabenstellung in der nahen<br />
Zukunft zu übernehmen.<br />
«Die Teilnehmer werden die Betriebswirtschaft<br />
aktiv erleben und selber ausführen»,<br />
erklärt Kursleiter Roland A. Roth<br />
von roth quality service. Roth ist in der<br />
Fahrzeugreparaturbranche gross geworden,<br />
hat sich über die Meisterprüfung bis<br />
zum Bachelor BWL weitergebildet und<br />
arbeitet heute hauptberuflich für einen<br />
grossen Versicherer. Zudem begleitet er<br />
als Berater KMU genau zu den Themen,<br />
die in diesem Kurs im Fokus stehen.<br />
Nicht Vermittlung, sondern Erarbeitung<br />
von Wissen<br />
Die Grundlagen werden durch die einzelnen<br />
Teilnehmer mit E-Learning erarbeitet.<br />
Die Vertiefung der Stoffinhalte erfolgt vor<br />
Ort in grosszügigen Kursräumlichkeiten.<br />
Die Gruppengrösse ist auf rund zehn Personen<br />
pro Kurs begrenzt. Dies ermöglicht<br />
es, Einzel- und Gruppenarbeiten, Kurzpräsentationen<br />
und Videofeedback systematisch<br />
einzusetzen. So kann jeder<br />
Teilnehmer individuelle Lernfortschritte<br />
machen und die eigene Lernmethode verbessern.<br />
«In einem Standardkurs wird man mit<br />
Grundlagen vollgeladen, mehrheitlich<br />
Theorie, mit wenig oder keinen Handlungsinhalten,<br />
mit denen man das Gelernte<br />
direkt umsetzen kann», so Roth. «Bei<br />
mir ordnet ein Teilnehmer alleine oder in<br />
Gruppen die Themenfelder zu. Danach<br />
definiert er selbst Lösungen und Herangehensweisen<br />
an die Lösungen. Und<br />
zwar zu Problemstellungen aus dem<br />
eigenen Betrieb oder Alltag. Diese präsentiert<br />
er alleine oder in Gruppen in der<br />
Klasse.»<br />
Kursleiter Roland A. Roth von roth quality<br />
service agiert seit 44 Berufsjahren in der<br />
Autoreparaturbranche.<br />
Dynamischer Markt fordert neue Inhalte<br />
Mitglieder aus der ganzen Schweiz melden<br />
regelmässig dem Verband ihr Bedürfnis<br />
zum Thema Grundlagenausbildung<br />
in der Betriebsführung an. «Die<br />
Verbandsmitglieder sind sehr unterschiedlich<br />
strukturiert, doch alle sorgen<br />
sich um die Effizienz von Prozessen und<br />
dass sie im Markt durch die in einer hohen<br />
Dynamik stattfindende Kanalisierung<br />
tendenziell weniger Arbeit haben»,<br />
erklärt Roth seinen Ansatz, bei dem die<br />
Teilnehmer genau jene Handlungsfelder<br />
wählen, die ihrer Situation entsprechen.<br />
«Die Marktveränderungen und Aufgabenstellungen<br />
sind stark vernetzt und<br />
weisen eine hohe Dynamik auf. Dies verlangt<br />
von jeder Führungsfunktion zusätzliches<br />
Basiswissen und Zusatzkönnen.<br />
Mit diesen zehn Tagen bieten wir<br />
einen guten Start für die Geschäftsführung<br />
und eine sinnvolle Auffrischung<br />
an.»<br />
Die einzelnen Module<br />
››<br />
Finanz- und Rechnungswesen<br />
››<br />
Kommunikation: Grundlagen NLP (Kommunikationstechniken)<br />
››<br />
Personal<br />
››<br />
Kommunikationspraxis NLP<br />
››<br />
Marketing<br />
››<br />
Organisation & Prozesse<br />
Der Lehrgang «Vom Handwerker zum<br />
Unternehmer» startet am Freitag,<br />
5. März 2021, und dauert bis zum<br />
19. Juni 2021. Es sind 10 Schultage mit<br />
90 Lektionen. Durchgeführt wird er in<br />
den Räumlichkeiten von carrosserie<br />
suisse in Zofingen.<br />
●<br />
Henrik Petro<br />
14 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Bildung<br />
Weiterbildungsangebot<br />
Simon Moser, Niederhauser Fahrzeugbau AG<br />
Von der Berufsmeisterschaft zur<br />
Berufsprüfung<br />
«Es ist wichtig, dass man Fachkräfte im eigenen Unternehmen halten kann und diese in spezifischen<br />
Schulungen weiterbildet», sagt Simon Moser. Durch die Weiterbildung zum Werkstattkoordinator erhielt<br />
er im neuen Job mehr Verantwortung. Das gefiel ihm so gut, dass er bis zur Berufsprüfung weitermachte.<br />
Wer einen Tag vor Heiligabend Geburtstag<br />
hat, muss eben selbst dafür sorgen, dass<br />
es auch unter dem Jahr Grund zum Feiern<br />
gibt. Mit Geburtsdatum 23. Dezember 1994<br />
konnte der gelernte Fahrzeugschlosser<br />
Simon Moser aus Rubigen in den letzten<br />
Jahren mehrere erfolgreiche Aus- und<br />
Weiterbildungen feiern. «Da sich die Nutzfahrzeuge<br />
stetig weiterentwickeln, muss<br />
man am Ball bleiben und darf den Anschluss<br />
nicht verlieren. Die Arbeiten werden<br />
immer komplexer, und dies bei einem<br />
gleichzeitigen Mangel an Fachkräften», so<br />
Moser. Diese Einstellung hat sich gelohnt,<br />
denn bereits mit 25 wurde er Werkstattleiter<br />
bei der Niederhauser Fahrzeugbau AG<br />
in Ostermundigen. Er führt dort im Fahrzeugbau<br />
(«Wir haben auch eine Autogarage,<br />
eine Anhängerreparatur und eine<br />
Service-Abteilung») ein Team mit sieben<br />
Mitarbeitern. Vor zwei Jahren schloss er<br />
den Werkstattkoordinator ab. «Da lernt<br />
man viel über Projektmanagement, allgemeine<br />
Planung und Mitarbeiterführung»,<br />
erinnert er sich. Dieses Jahr folgte der Carrosseriefachmann<br />
im Fachbereich Fahrzeugbau.<br />
«Am meisten konnte ich von der<br />
Hydraulik und Elektrik profitieren, da ich in<br />
diesem Bereich noch am meisten Defizite<br />
hatte. Das Coole an unserer Klasse war,<br />
dass sie aus vielen unterschiedlichen Leuten<br />
aus verschiedenen Branchen zusammengesetzt<br />
war. So konnten wir Erfahrungen<br />
austauschen und voneinander<br />
profitieren. Der ganze Lehrgang ist gelungen,<br />
ich kann ihn jedem weiterempfehlen.»<br />
Weiterbildungsplanung entwickelte<br />
sich fortlaufend<br />
Moser machte sich den Schwung zunutze<br />
und nahm übergangslos die Berufsprüfung<br />
ins Visier, die mit dem eidg. Werkstattleiter<br />
abschliesst. «Das Schwierige<br />
Simon Moser schloss seine Grundbildung zum Fahrzeugschlosser EFZ 2014 ab. Seither hat er es<br />
weit gebracht – dank Weiterbildungen.<br />
an der Berufsprüfung ist, dass man im<br />
Gegensatz zu den Verbandslehrgängen<br />
auf sich allein gestellt ist. Es werden Informationsanlässe<br />
organisiert und besucht,<br />
aber danach muss sich wieder jeder<br />
Einzelne selbst mit den Themen befassen.<br />
Zum Glück unterstützt man sich gegenseitig<br />
unter den Studierenden.»<br />
Er sei ein guter Lehrling gewesen, weil er,<br />
wie Moser sagt, «von guten Arbeitskollegen<br />
begleitet wurde». Das führte ihn bis<br />
an die Schweizer Berufsmeisterschaft.<br />
Nach Lehre und Rekrutenschule war er<br />
zunächst froh, keine Ziele mehr erreichen<br />
zu müssen. «Ich habe jedoch schnell bemerkt,<br />
dass ich noch einen Schritt weiter<br />
kommen möchte. Mein Wissensdurst war<br />
gross, und so entschied ich mich zum<br />
Werkstatkoordinator mit dem Ziel, in naher<br />
Zukunft die Werkstatt in Richtung<br />
Büro zu verlassen.» Am besten dabei gefallen<br />
hat ihm das Thema Recht: «Ein<br />
trockener Stoff, der aber von einem äusserst<br />
guten Dozenten nähergebracht<br />
wurde. Mit dem Einbringen von Alltagsbeispielen<br />
wurde es extrem spannend.<br />
Durchwegs gute Erfahrungen<br />
Beim Carrosseriefachmann sei jeder Teil<br />
spannend gewesen. «Ein grosses Lob an<br />
die Dozenten, die unterschiedlichen Themen<br />
wurden gut vorbereitet und durch alltägliche<br />
Beispiele nähergebracht.» Besonders<br />
beeindruckt hat ihn der Praxiskurs bei<br />
der Carrosserie Rusterholz: «Es ging um<br />
die Herstellung von Gerippekonstruktionen.<br />
Meine Vorkenntnisse waren gut, aber<br />
in dem Kurs wurden sie perfektioniert.»<br />
Man müsse sich aber doch bewusst sein,<br />
dass eine Weiterbildung immer mit einem<br />
Mehraufwand verbunden ist – sowohl<br />
von der Zeit her als auch finanziell. «Aber<br />
je höher das Interesse an der Thematik<br />
ist, umso leichter fällt es einem.» ●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Foto: Simon Moser<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>15
Bildung<br />
Kursvorschau<br />
carrosserie-suisse-Scheibenkonzept<br />
Reparieren statt Ersetzen lohnt<br />
sich – auch für den <strong>Carrossier</strong><br />
Die Kosten von Glasschäden sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Die Versicherer wünschen<br />
daher eine höhere Reparaturquote, um diese Kosten zu senken. Das «Scheibenkonzept» ermöglicht dem<br />
<strong>Carrossier</strong>, dem Kunden die Reparatur zu vorteilhaften Bedingungen anzubieten.<br />
Beat Küffer (Mitte) schult die Gruppe direkt am Objekt.<br />
Thomas Ingold (l.) erklärt, worauf der Kursteilnehmer achten muss.<br />
Aufgrund eines grösseren Glasanteils am<br />
Fahrzeug und einer höheren Verkehrsdichte<br />
haben die Gesamtkosten zugenommen.<br />
Assekuranzen möchten dem entgegentreten<br />
und wünschen sich mehr «Reparieren<br />
statt Ersetzen». Jedes carrosserie-suisse-<br />
Mitglied kann sich am Scheibenkonzept<br />
beteiligen. Bedingung ist eine einmalige<br />
Anmeldung und die Teilnahme an einem<br />
halbtägigen, exklusiven Scheibenkurs.<br />
Scheibenreparatur in Theorie und Praxis<br />
Da die Reparatur im Fokus steht, muss ein<br />
teilnehmender Betrieb diese fachgerecht<br />
ausführen können. Der gemeinsam von<br />
carrosserie suisse und Trösch Autoglas<br />
AG durchgeführte halbtägige Kurs besteht<br />
aus einem Theorie- und einem Praxisteil.<br />
Martin Leutenegger von der Leutenegger<br />
Carrosserie & Spritzwerk GmbH<br />
in Flawil SG hat diesen Kurs Ende August<br />
absolviert: «Meine Erwartungen wurden<br />
definitiv erfüllt.»<br />
Im ersten Theorieteil wird den Kursteilnehmern<br />
vermittelt, warum es ein Scheibenkonzept<br />
gibt – nämlich aufgrund des<br />
Verlustes des Scheibengeschäfts an andere<br />
Marktplayer. Weitere Themen sind<br />
Rahmenbedingungen bzw. Konditionen,<br />
wichtige Angaben zur Verrechnung und<br />
die Vermarktung durch den Betrieb bei<br />
den zuständigen Generalagenturen der<br />
Partnerversicherungen. Ebenso werden<br />
die Kursteilnehmer sensibilisiert, dem<br />
Kunden die Möglichkeit einer Reparatur<br />
statt eines Glasersatzes aufzuzeigen.<br />
Der zweite Theorieteil dreht sich um die<br />
verschiedenen Arten von Steinschlägen<br />
und die Machbarkeit von Reparaturen. Den<br />
praktischen Teil leiten in der Regel Beat<br />
Küffer (Deutschschweiz) und Thomas Ingold<br />
(Tessin) von der Trösch Autoglas AG.<br />
Auch für «alte Hasen» ist dieser Kleinkurs<br />
interessant, denn es werden Fachkenntnisse,<br />
Handhabungen und Abläufe aufgefrischt,<br />
indem eine komplette Reparatur bis<br />
ins Detail mit nützlichen Hinweisen erklärt<br />
wird. Im praktischen Teil können die Teilnehmer<br />
die vorgezeigten und vermittelten<br />
Informationen 1:1 anwenden und verschiedene<br />
Steinschläge an Frontscheiben reparieren.<br />
Leuteneggers Fazit: «Alles am Kurs<br />
war interessant, vor allem aber derpraktische<br />
Teil und dass man Fachleuten über<br />
die Schulter schauen konnte, wie sie es<br />
machen. Hinsichtlich Geräten wird man auf<br />
den neusten Stand gebracht. Das führte<br />
dazu, dass wir unser Gerät ersetzt haben.»<br />
Das Geschäft im Haus behalten<br />
Das Scheibenkonzept ist wirtschaftlich interessant<br />
für eine Glasreparatur ausgelegt.<br />
Nochmals Leutenegger: «Der grosse Vorteil<br />
für uns ist, dass jede Glasreparatur – ob<br />
mit Selbstbehalt oder nicht – bei den Partnerversicherungen<br />
ähnlich abge wickelt<br />
wird.» Es kann sich auch positiv auf die<br />
Gewinnung von Neukunden auswirken.<br />
Denn diese würden ihre Scheiben sonst bei<br />
einem der mobilen Mitbewerber reparieren<br />
lassen. Das Know-how zur Scheibenreparatur<br />
wird in Zukunft an Bedeutung zunehmen,<br />
denn die Scheiben werden (u.a. durch<br />
die Kameras der verschiedenen Assistenzsysteme)<br />
immer komplexer, sodass nur eine<br />
fachmännisch ausgeführte Glasreparatur<br />
das gewünschte Ergebis erreicht. Auch für<br />
die Zusammenarbeit mit Versicherungen<br />
macht das Know-how den Betrieb attraktiver,<br />
denn, wie eingangs erwähnt, begrüsst<br />
die Versicherung – auch als Kunde – eine<br />
Reparatur. <br />
●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bilder: Bruno Moser<br />
16 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Bildung<br />
Kursübersicht <strong>2020</strong>/2021<br />
Kursübersicht <strong>2020</strong>/2021<br />
Anmeldungen nehmen wir gerne über unsere Website www.carrosseriesuisse.ch entgegen.<br />
Die Kurse finden Sie stets aktualisiert unter www.carrosseriesuisse.ch > Kursangebote.<br />
Branchenspezifische Berufsbildnerkurse<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
BBK-carrosserie suisse 2021-01 30.<strong>08</strong>.2021 13.09.–22.09.2021 Bern BE<br />
BBK-carrosserie suisse 2021-02 05.10.2021 19.10.–27.10.2021 Zofingen AG<br />
BBK-carrosserie suisse 2021-03 09.11.2021 23.11.–<strong>08</strong>.12.2021 Zürich ZH<br />
Betriebswirtschaftliche Kurse<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Vom Handwerker zum Unternehmer – 05.03.–19.06.2021 Zofingen AG<br />
Restaurierungsberatung IgF<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Modul A – Betreuen von Kunden historischer Fahrzeuge 05.02.2021 05.03.–14.<strong>08</strong>.2021 Baden AG<br />
Modul B – Festlegen des Restaurierungsaufwands 06.02.2021 06.03.–13.<strong>08</strong>.2021 Baden AG<br />
Modul C – Abwickeln des Kundenauftrags 10.03.2021 10.04.–29.05.2021 Baden AG<br />
Technik<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 04.01.2021 14.–15.01.2021 Reiden LU<br />
Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 05.04.2021 15.–16.04.2021 Reiden LU<br />
Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 15.11.2021 25.–26.11.2021 Reiden LU<br />
TOP-Ausbildungsbetrieb<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Einstiegskurs – 14.01.2021 St. Gallen SG<br />
Einstiegskurs – 01.02.2021 Basel BS<br />
Einstiegskurs – 02.02.2021 Thun BE<br />
Einstiegskurs – <strong>08</strong>.02.2021 Zürich ZH<br />
Einstiegskurs – 03.03.2021 Luzern LU<br />
Einstiegskurs – 10.03.2021 Brig-Glis VS<br />
Einstiegskurs – 23.03.2021 Bellinzona TI<br />
Einstiegskurs – 25.03.2021 Lausanne VD<br />
Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden – 10.06.2021 Basel BS<br />
Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden – 15.06.2021 St. Gallen SG<br />
Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden – 17.06.2021 Thun BE<br />
Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden – 23.06.2021 Zürich ZH<br />
Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden – 01.07.2021 Luzern LU<br />
Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden – 29.07.2021 Brig-Glis VS<br />
Entdeckendes Lernen – 12.04., 17.05.2021 St. Gallen SG<br />
Entdeckendes Lernen – 15.04., 20.05.2021 Basel BS<br />
Entdeckendes Lernen – 20.04., 25.05.2021 Thun BE<br />
Entdeckendes Lernen – 22.04., 27.05.2021 Bellinzona TI<br />
Entdeckendes Lernen – 27.04., 09.06.2021 Lausanne VD<br />
Entdeckendes Lernen – 28.04., 26.05.2021 Zürich ZH<br />
Entdeckendes Lernen – 29.04., 03.06.2021 Luzern LU<br />
Entdeckendes Lernen – 24.05., 24.06.2021 Brig-Glis VS<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>17
Bildung<br />
Lehrabschlussprüfungen <strong>2020</strong><br />
carrosserie suisse zentralschweiz<br />
Das Glück auf unserer Seite<br />
Bereits sind wieder ein paar Wochen seit dem Qualifikationsverfahren vergangen – alle Ausweisdokumente<br />
und Schulzeugnisse sind zugestellt. Jetzt liegen die Resultate vor und wir dürfen stolz auf unseren<br />
Berufsnachwuchs zurückblicken, da sämtliche Prüfungen mit Erfolg abgeschlossen wurden.<br />
Mike Holdener (l.), QV-Absolvent <strong>Carrossier</strong><br />
Lackiererei EFZ, Deck GmbH, Morschach, und<br />
Bruno Hübscher, QV-Kommission carrosserie<br />
suisse zentralschweiz.<br />
Die für uns alle völlig unerwartet eingetroffene<br />
neue Situation rund um CO<br />
VID-19 forderte die gesamte QV-Organisation<br />
von carrosserie suisse inklusive<br />
unseres jungen Berufsnachwuchs in den<br />
vergangenen Monaten.<br />
Es ist mir als verantwortlichem Chefexperten<br />
ein grosses Anliegen, allen beteiligten<br />
QV-Absolventen, Fachexperten und Helfern<br />
zu danken. Jede/r stand persönlich oder im<br />
Hintergrund einer speziellen Herausforderung<br />
in dieser intensiven Zeit gegenüber.<br />
Damian Kupferschmid (l.), QV-Absolvent<br />
Lackierassistent EBA mit seinem Lehrmeister<br />
Stefan Mahler, Carrosserie Luzern AG, Luzern.<br />
Der plötzliche Stopp der laufenden QV-<br />
Vorbereitungen, wie auch die Schliessung<br />
der ÜK-Center und Schulen, beeinflusste<br />
und verunsicherte alle Beteiligten.<br />
Durch eine vorzügliche Unterstützung<br />
des Prüfungsleiters Roger Maurer<br />
(Kanton Luzern) sowie unseres Dachverbands<br />
carrosserie suisse, vertreten<br />
durch Bettina Brändle, und die guten<br />
Voraussetzungen in unserem Ausbildungszentrum<br />
Ebikon, geführt von Marcel<br />
Kaufmann und seinen ÜK-Leitern,<br />
Michael Weber (l.), QV-Absolvent <strong>Carrossier</strong><br />
Spenglerei EFZ, Lisibach Carrosserie AG, Zug,<br />
und Jürg Zurkirchen, Chefexperte carrosserie<br />
suisse zentralschweiz.<br />
durften wir doch das Glück in Anspruch<br />
nehmen, für unsere rund 60 Prüfungsabsolventen<br />
in den entsprechenden<br />
Berufssparten faire und anforderungsgerechte<br />
COVID-19-Voraussetzungen<br />
zu schaffen.<br />
Rückblickend darf unser Expertenteam<br />
mit einem gewissen Stolz erfüllt sein,<br />
dass die Bewältigung dieser Herausforderung<br />
ausserordentlich gut geglückt<br />
ist und es keine erwähnenswerten<br />
Vorkommnisse gab.<br />
Dominik Alves Teixeira (l.), QV-Absolvent <strong>Carrossier</strong> Spenglerei EFZ, mit<br />
seinem Ausbildner Toni Stirnimann, Carrosserie Soland AG, Luzern.<br />
V. l.: Thomas Jauch, Präsident carrosserie suisse zentralschweiz, Ivan<br />
Riebli, QV-Absolvent Fahrzeugschlosser EFZ, Dominik Rohrer, stv.<br />
Werkstattleiter, und Mario Jöri, Werkstattleiter Sutter AG Fahrzeugbau,<br />
Lungern.<br />
18 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Bildung<br />
premiazione neodiplomati<br />
Dies widerspiegelt sich in den Prüfungserfolgen<br />
unserer jungen Berufsleute.<br />
Leider mussten wir aus bekannten Gründen<br />
auf die bereits traditionelle gemeinsame<br />
QV-Auszeichnung in Ebikon verzichten<br />
und werden die besten QV-<br />
Leistungen auf dem Postweg ehren. In<br />
diesem Sinne blicken wir vollen Mutes in<br />
die Zukunft, hoffen und freuen uns, ein<br />
«normales» QV 2021 im nächsten Jahr<br />
wieder durchführen zu dürfen. ●<br />
Jürg Zurkirchen, Chefexperte<br />
carrosserie suisse ticino<br />
Cerimonia di premiazione<br />
neodiplomati carrozzieri<br />
Gilles Fontana (Cugnasco), miglior carrozziere lattoniere AFC, con<br />
Daniele Di Leo, titolare della Di Leo Motors SA a S. Antonino.<br />
Gabriele Manunta (Italia), miglior carrozziere verniciatore AFC, con Riad<br />
Hotlani , maestro di tirocinio della Carrozzeria Remorino SA a Minusio.<br />
I giovani neodiplomati carrozzieri, che<br />
hanno conseguito i migliori risultati alle<br />
procedure di qualificazione dello scorso<br />
mese di giugno, accompagnati dal loro<br />
rispettivo datore di lavoro, sono stati accolti<br />
dal Presidente Leonardo Monzeglio<br />
individualmente su appuntamento distanziato<br />
per attenerci rigorosamente<br />
alle vigenti disposizioni di protezione della<br />
salute.<br />
La cerimonia di premiazione si è svolta<br />
giovedì 19 novembre presso il Centro di<br />
formazione professionale a Giubiasco in<br />
tutta semplicità, senza invitati né aperitivo,<br />
durante la quale il Presidente Leonardo<br />
Monzeglio ha espresso i complimenti<br />
ai giovani per l’ottimo risultato conseguito<br />
agli esami di fine tirocinio con l’invito a<br />
continuare nella formazione professionale.<br />
I datori di lavoro invece sono stati ringraziati<br />
per il loro impegno nella formazione<br />
di apprendisti.<br />
carrosserie suisse ticino ringrazia ESA<br />
Giubiasco, 3M, JASA e Glas Trösch Autoglas<br />
per i ricchi premi messi a disposizione<br />
per la premiazione.<br />
Gli elenchi dei neodiplomati carrozzieri<br />
erano già pubblicati nel «carrossier», edizione<br />
numero 6.<br />
●<br />
Aldo Stoffel<br />
Stefan Peric (Airolo), miglior media esami di assistente verniciatore CFP,<br />
con Michael D’Antino, titolare della Torpedo 2000 SA a Bodio.<br />
Luca Ferreira Cardoso (Lodrino), miglior lavoro pratico di assistente verniciatore<br />
CFP, con Remo Gianoli della Carrozzeria Ferrari Alfons SA a Giubiasco.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>19
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
Bentley Continental GT<br />
Ein britischer Bolide<br />
mit deutschen Wurzeln<br />
Der Bentley Continental GT ist ein edles, schnelles Luxus-Coupé aus deutscher Produktion. Während der<br />
Aachener Karosserietage konnte der «carrossier» Details zur Carrosserie erfahren.<br />
Seit 2003 fertigt der Volkswagenkonzern den Bentley Continental GT. Das Fahrzeug gibt es mit leichten Modifikationen nun schon in der dritten<br />
Generation. (Foto: Bentley)<br />
Seit März 2018 fertigt die Volkswagen-Tochter<br />
Bentley die dritte Generation<br />
des Continental GT, die gegenüber<br />
dem Vorgänger etwas länger und<br />
breiter geworden ist. Die Abmessungen<br />
betragen in der Länge 4850 mm, in<br />
der Breite 1966 mm und in der Höhe<br />
Historie Bentley Motors Ltd.<br />
Die Geschichte der Marke<br />
1405 mm. Der Radstand misst 2851 mm.<br />
Je nach Ausstattung variiert das Leergewicht<br />
zwischen 2165 und 2244 kg. Die<br />
Motorleistung von 467 kW (635 PS)<br />
kommt aus einer Weiterentwicklung des<br />
W12-Ottomotors und wird an vier Räder<br />
abgegeben.<br />
Die Automarke Bentley Motors Ltd. wurde im Januar 1919 im Londoner Stadtteil Cricklewood<br />
von Walter Owen Bentley gegründet, der vorher mit seinem Bruder unter dem Namen Bentley<br />
& Bentley einen Handel für den französischen Automobilhersteller DFP betrieben hatte. Viele<br />
Jahre lang war Bentley lediglich der Markenname für geringfügig modifizierte PW von Rolls-Royce,<br />
nachdem Rolls-Royce Ltd. im Jahr 1931 die damalige Bentley Motors Ltd. übernommen<br />
hatte. Im Zuge des Verkaufs der Markenrechte am Namen «Rolls-Royce» an den BMW-Konzern<br />
wurde Rolls-Royce Motors in Bentley Motors umbenannt. Bentley Motors Ltd. ist ein britischer<br />
Automobilhersteller und offizieller Hoflieferant der britischen Königsfamilie. Das Unternehmen<br />
gehört seit 1998 der Volkswagen AG und der Firmensitz ist seit 2002 in Crewe.<br />
Den Continental GTC (C = Cabriolet) liefert<br />
Bentley seit Mai 2019 ebenfalls in<br />
der dritten Generation aus. Motorisierung<br />
und Fahrleistung sind ähnlich wie<br />
beim Coupé. Auf 100 km/h beschleunigt<br />
der GTC in 3,8 Sekunden. Die maximale<br />
Geschwindigkeit gibt der Hersteller mit<br />
333 km/h an. Wie schon seine Vorgänger,<br />
hat das aktuelle GT Cabriolet ein<br />
Stoffdach und dadurch nur eine Höhe<br />
von 1399 mm. Man beachte: Die fehlende<br />
stabilisierende Dachkonstruktion<br />
wird beim Cabriolet mit Verstärkungen<br />
in der Carrosserie ausgeglichen, was zu<br />
einem Mehrgewicht gegenüber dem<br />
Coupé von 170 kg führt.<br />
Mit einer Leichtbaucarrosserie in Stahlund<br />
Aluminium-Hybridbauweise haben<br />
die Ingenieure die Forderungen nach<br />
Festigkeit und Stabilität bei gleichzeitig<br />
20 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
möglichst geringem Gewicht erfüllt. Der<br />
Fahrzeugbauer fertigt den Continental<br />
GT auf der MSB-Plattform (modularer<br />
Standardantrieb-Baukasten), die er auch<br />
beim Porsche Panamera nutzt. Auf dieser<br />
Plattform sind sechs Aufbauvarianten<br />
und vier Radstände geplant, die<br />
alle in einer Fertigungslinie im Werk<br />
Leipzig produziert werden können. Die<br />
MSB-Plattform ist die Basis für den Einsatz<br />
von Stahl- und Luftfederfahrwerken,<br />
für Heck- und Allradkonfigurationen<br />
sowie für verschiedene Getriebe und<br />
Raddimensionen.<br />
Carrosserie aus drei Modulen<br />
Die Carrosserie der MSB-Plattform<br />
setzt sich aus den Modulen Vorderwagen,<br />
Boden Mitte und Hinterwagen zusammen.<br />
Die Leichtbaucarrosserie besteht<br />
zu 65 Prozent aus Stahl- und zu<br />
31 Prozent aus Aluminiumbauteilen. Die<br />
gesamte Aussenhaut mit Motorhaube,<br />
Kotflügeln, Türen, Seitenteilen hinten<br />
und das Dachpaneel fertigt der Autobauer<br />
aus dem Leichtbauwerkstoff Aluminium.<br />
Die Heckklappe ist in Kunststoff<br />
ausgeführt. Auch der Vorderwagen besteht<br />
aus Aluminiumblechen und die<br />
Federbeindome sowie die Stirnplatten<br />
am Längsträger vorne werden als Aluminium-Druckgussteil<br />
angeliefert. Der<br />
Stossfängerquerträger vorne mit den<br />
beiden Crashboxen wird als geschraubtes<br />
Alu-Systemteil montiert.<br />
In der Carrosseriestruktur kommen vermehrt<br />
warmumgeformte Stahlbleche<br />
zum Einsatz. Sie finden sich in der A-<br />
und B-Säule ebenso wie im Dach rahmen<br />
von der A-Säule oben bis zur C-Säule<br />
oben. Als Verstärkungen im Bodenbereich<br />
sind seitlich am Tunnel innen und<br />
zusätzlich vor den Sitzquerträgern<br />
höchstfeste Blechteile integriert. Neu im<br />
Carrosseriebau ist der Einsatz warmumgeformter<br />
Bleche im gesamten<br />
Schwellerbereich, was wegen der leichten<br />
Aluminium-Aussenbeplankung erforderlich<br />
ist.<br />
Sicherheit in der Fahrgastzelle<br />
An der unlackierten Rohbaucarrosserie<br />
ist von der Stirnwand bis zum Fersenblech<br />
im Fond der vielfältige Einsatz von<br />
Stahlblechen verschiedenster Güten<br />
sowie Aluminiumblechen, -strangpressprofilen<br />
und -gussteilen zu erkennen.<br />
Der Vorderwagen ist in Aluminiumbauweise gefertigt. Bleche, Druckgussbauteile und Strangpressprofile<br />
werden genietet, verschraubt, geschweisst oder geclincht.<br />
Das Seitenteil hinten ist ein grosses, komplexes Bauteil, das sich von der A-Säule über Schweller<br />
und Dachrahmen bis zum Heckabschluss erstreckt.<br />
Die grossen Aluminiumtüren gewähren einen leichten Zugang zum leistungsstarken Luxus-Coupé.<br />
Gut sichtbar auch die höchstfesten Verstärkungen (dunkle Bleche) an Tunnel und Stirnwand.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>21
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
Im Türöffnungsbereich wird das Seitenteil<br />
mittels Rollfalzen an die Stahlstruktur gefügt.<br />
Um Verschiebungen zu vermeiden, wird das<br />
Aluminiumbauteil durch Knabberpunkte fixiert.<br />
Die Carrosserie des Bentley Continental GT hat eine Aussenbeplankung aus Aluminium und eine<br />
Stahlstruktur innen.<br />
Bentley Continental GT<br />
Das erste Modell unter VW<br />
Der Continental GT (GT = Gran Turismo)<br />
ist ein Luxus-Coupé des britischen Herstellers<br />
Bentley Motors Limited, einer<br />
Tochterfirma der Volkswagen AG. Er ist<br />
der erste Bentley, der unter der Regie<br />
von Volkswagen entwickelt wurde. Viele<br />
Fahrzeugteile stammen aus dem<br />
VW-Baukasten, zum Beispiel der W12-Zylinder-Motor,<br />
in diesem Fall mit Turbolader.<br />
Auch der Allradantrieb, die Luftfederung,<br />
das Automatikgetriebe und die<br />
Fahrzeugelektrik/-elektronik kommen<br />
von bestehenden Konzernmodellen.<br />
Serienmässig erhielt die erste Generation<br />
des Modells unter anderem eine Volllederausstattung,<br />
Schaltwippen am Lenkrad,<br />
ein Infotainmentsystem mit Navigationssystem,<br />
einen DVD-Spieler, ein<br />
12-Kanal-HiFi-System und eine Multizonen-Klimaautomatik.<br />
Präsentiert wurde<br />
die erste Generation 2003 in Genf, gefertigt<br />
von 2003 bis 2011.<br />
Die zweite Generation des Bentley Continental<br />
GT wurde im Herbst 2010 in Paris<br />
vorgestellt. Sie wurde in ihrer Grösse und<br />
Optik nur wenig verändert. An der Front<br />
wurden die Scheinwerfer sowie die Stossfänger<br />
überarbeitet. Am Heck sind flacher<br />
gestaltete Rückleuchten und eine geänderte<br />
Heckklappe zu erkennen. Der Zwölfzylinder<br />
leistete jetzt 423 kW (575 PS), und<br />
es wurde ein V8-Ottomotor mit Doppelturboaufladung<br />
und 373 kW (507 PS) Leistung<br />
angeboten.<br />
Die dritte Generation des Bentley Continental<br />
GT wird seit März 2018 im Porsche-Werk<br />
gefertigt.<br />
Nur mit einer Materialgrafik als «Wegweiser»<br />
kann der <strong>Carrossier</strong> zuverlässig<br />
den Einbauort jedes einzelnen Materials<br />
bestimmen.<br />
Die Stirnwand besteht aus hochfestem<br />
Stahlblech, das auf der Innenseite ein<br />
warmumgeformter, höchstfester Querträger<br />
zusätzlich verstärkt. Dieser Stirnwand-Querträger,<br />
eine Entwicklung von<br />
Porsche, hat grossen Einfluss auf die<br />
Crash-Eigenschaften. Er ist als komplex<br />
geformtes Rohr ausgelegt und aus<br />
einem borlegierten Stahl mit 1500 MPa<br />
Zugfestigkeit gefertigt.<br />
Zwar gibt es bereits hochfeste Bor-<br />
Stahlrohre dieser Art. Doch in der Form,<br />
Krümmung und Querschnittsveränderung<br />
kann man dies als Pionierarbeit<br />
bezeichnen. In einem Hot-Blow-Forming-Verfahren<br />
verändern die Fahrzeugbauer<br />
das Vierkantrohr in glühendem<br />
Zustand in Form und Querschnitt.<br />
Hierfür erwärmen sie das Bauteil auf<br />
950 °C und formen es mit 950 bar um.<br />
Anschliessend schrecken sie das Bauteil<br />
mit Wasser ab.<br />
Im Carrosseriebereich «Boden Mitte»<br />
treffen am Tunnel oben ein warmumgeformtes<br />
Blech, seitlich ein hochfestes<br />
Blech und das Bodenblech aus Aluminium<br />
zusammen. Zudem sind die Sitzquerträger<br />
als Strangpressprofilen<br />
(Alu) und der Tunnelabschluss im Anschluss<br />
zum Fersenblech als Druckgussbauteil<br />
(Alu) ausgeführt. Auch im<br />
Hinterwagen setzt sich dieses Konstruktionsprinzip<br />
fort: mit leichten Aluminiumblechteilen<br />
in den Flächen und<br />
höchstfesten Strukturstahlblechen (z.B.<br />
Radhaus, teilweise Längsträger und<br />
Stossdämpferaufnahme).<br />
Seitenteil hinten<br />
Das Seitenteil hinten wurde im Gespräch<br />
mit den Ingenieuren der Carrosserieentwicklung<br />
als «echte Herausforderung»<br />
bezeichnet. Das betrifft sowohl<br />
die Produktion dieses Aluminium-Blechteils<br />
als auch dessen Befestigung an<br />
der Carrosseriestruktur des Bentley<br />
Continental GT.<br />
Besagtes Teil hat im fertigen, umgeformten<br />
Zustand die ungefähren Abmessungen<br />
von 310 cm Länge und 120 cm Höhe<br />
sowie eine Ziehtiefe von 25 cm. Genau<br />
genommen, ist es ein Carrosserieaussenhautteil<br />
als Seitenwand und<br />
Dachrahmen sowie ein innenliegendes<br />
Blechteil, das die A-Säule innen und den<br />
Schweller verblendet. Zusätzlich wird<br />
die Komplexität dieses Blechteils durch<br />
eine auffällige, scharfe Designkante in<br />
der Fläche über dem Radhaus, die vom<br />
Fuss der B-Säule über den Radlauf bis<br />
zum Heckabschluss verläuft, erhöht.<br />
Zum genauen Umformverfahren der<br />
Blechplatine zum Blechteil «Seitenwand<br />
hinten» war nur zu erfahren, dass die Aluminium-Platine<br />
vor dem Tiefziehen auf<br />
350 °C vorgewärmt wird.<br />
22 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
Die Anbindung dieses grossen Alu-<br />
Blechteils an die Stahlstruktur der Carrosserie<br />
erfolgt mit unterschiedlichen<br />
Fügeverfahren: An der A-Säule und am<br />
Schweller unten kommen das Stanznieten<br />
und das Verschrauben zum Einsatz.<br />
Im Bereich des Heckabschlussbleches<br />
wird das Clinchen angewendet. Im grossen<br />
Türöffnungsbereich mit hinterem<br />
Seitenfenster(!) wird die Anbindung mittels<br />
Rollfalzen und einem Klebstoffeintrag<br />
durchgeführt. Hier wird das Seitenteil<br />
teilweise über zwei pressgehärtete<br />
Stahlbleche gefügt. Weil sich hier<br />
das Blechteil mit dem weichem Klebstoff<br />
eintrag, der erst im KTL-Prozess<br />
aushärtet, nach dem Rollfalzen verschieben<br />
kann, wird es im Türöffnungsbereich<br />
durch die neue Fixiertechnologie<br />
des «Knabberns» gehalten. Mit bis zu 15<br />
Knabberpunkten pro Seite wird das Seitenteil<br />
lokal geprägt und fixiert. Dadurch<br />
ist ein Verschieben bis nach dem KTL-<br />
Prozess sichergestellt.<br />
Um die Seitenwände mit dem Dachpaneel<br />
verbinden zu können, ist ein aufwendiger<br />
Spannprozess in der Fertigung<br />
notwendig. Mit der Fügetechnik des Laserschweissens<br />
wird dann eine Verbindung<br />
Seitenwand/Dachplatine erzeugt,<br />
die als Kante an der Carrosserie fast<br />
unsichtbar bleibt.<br />
Überwiegend kalte Fügetechnik<br />
Wie aufgezeigt, werden beim neuen<br />
Bentley Continental GT Bauteile aus<br />
Stahl und Aluminium sowie Alu-Druckguss<br />
gefügt. Gerade für das Verbinden<br />
der Seitenteile aus Aluminium mit der<br />
hochfesten Stahlstruktur haben die Ingenieure<br />
das Rollfalzen wiederentdeckt.<br />
Zusätzlich sorgt ein Klebstoffauftrag für<br />
Festigkeit und isoliert die Materialien<br />
Stahl und Aluminium. Als weitere Fügeelemente<br />
werden FDS-Schrauben,<br />
Stanznieten, Widerstandsschweisspunkte<br />
und Clinchpunkte in den Carrosseriebau<br />
eingebracht. Ergänzend kommen MIG-<br />
Lötnaht, MAG-Schweissen und Laserschweissen<br />
dazu. Mit einem Klebstoffauftrag<br />
auf ca. 130 m gewinnt die<br />
Carrosserie nochmals an Festigkeit,<br />
Stabilität und Torsionssteifigkeit.<br />
Der Carrosseriebau des Bentley Continental<br />
GT, der in vielen Bereichen mit<br />
dem des Porsche Panamera übereinstimmt,<br />
zeigt die aktuelle Entwicklungsstufe<br />
beim Materialmix. Mit Klebstoff<br />
und «kalten» Fügetechniken lassen sich<br />
anscheinend alle Stahl und Aluminiummaterialien<br />
sicher verbinden. Dadurch<br />
eröffnen sich neue konstruktive Möglichkeiten<br />
für die Ingenieure – es entsteht<br />
der Carrosseriebau als «Spaceframe»<br />
im Multimaterialmix. ●<br />
Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />
Paint PerformAir<br />
powered by AkzoNobel<br />
EINSPARPOTENZIAL<br />
ERHÖHUNG KABINENKAPAZITÄT<br />
durch Verkürzung von Abluft- und Trocknungszeiten<br />
von 20 %<br />
bis 35 %<br />
BASISLACK<br />
von 20 %<br />
bis 35 %<br />
KONVENTIONELLER KLARLACK<br />
von 10 %<br />
bis 15 %<br />
FEUCHTIGKEITSHÄRTENDER KLARLACK<br />
von 20 %<br />
bis 30 %<br />
ENERGIEKOSTEN SENKEN DURCH TROCKNUNG<br />
bei feuchtigkeitshärtenden Lacken<br />
von 80 %<br />
bis 100 %<br />
EINSPARUNG VON FINISHKOSTEN<br />
von 20 %<br />
bis 25 %<br />
Darauf dürfen Sie gespannt sein –<br />
starke Betriebe und große Emotionen!<br />
Der Paint PerformAir öffnet uns nicht nur die Tür zur Lackierkabine,<br />
sondern auch zu den ganz besonderen Erfolgsstories unserer Kunden.<br />
Schauen Sie rein, in Kürze auf unserem YouTube-Kanal.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>23
Verein zur Förderung der Carrosserieberufe<br />
Der Verein bezweckt die Förderung und die Wahrung der Berufsinteressen im Carrosseriegewerbe. Der VFCB<br />
unterstützt mit seinen Mitteln die Berufs- und Weiterbildung der Carrosserieberufe.<br />
Goldpartner<br />
Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />
Zusammen sind wir stark<br />
André Koch AG
Silberpartner<br />
Bronzepartner<br />
GCS Schweiz AG<br />
Zusätzliche Marken<br />
carrosserie suisse und der VFCB danken ihren Mitgliedern und Gönnern für die<br />
wertvolle Unterstützung zum Wohle der zukünftigen <strong>Carrossier</strong>s!
Reportage<br />
Fahrzeugbau<br />
GK Grünenfelder Group<br />
Gütertransport der Zukunft dank<br />
Schweizer Fahrzeugbau<br />
Die Schweiz leistet Pionierarbeit. Seit dem 7. Oktober sind die ersten schweren Lastwagen von Hyundai<br />
mit Wasserstoffantrieb auf Schweizer Strassen unterwegs, mindestens weitere 25 werden bis Ende Jahr<br />
folgen. Die Aufbauten stammen von der GK Grünenfelder Group.<br />
Einer der ersten zehn in der Schweiz ausgelieferten und von der GK Grünenfelder Group aufgebauten Hyundai Xcient Fuel Cell.<br />
In einer beispiellosen Zusammenarbeit<br />
verschiedener wichtiger Akteure wird in<br />
der Schweiz das weltweit erste Wasserstoff-Gütertransport-Ökosystem<br />
etabliert.<br />
Sozusagen gleichzeitig wachsen<br />
Tankinfrastruktur, Abnehmermarkt und<br />
der Import geeigneter Lastwagen. Drei<br />
Tankstellen mit nachhaltig produziertem<br />
Wasserstoff sind in Betrieb und die ersten<br />
zehn Hyundai Xcient Fuel Cell Wasserstoff-LKW<br />
wurden am 7. Oktober im Verkehrshaus<br />
der Schweiz, Luzern, an Kunden<br />
übergeben, weitere werden noch<br />
dieses Jahr folgen. Deren Aufbauten<br />
stammen ausschliesslich von der GK<br />
Grünenfelder Group an den Standorten<br />
Kriessern (GK Grünenfelder AG) und<br />
Pratteln (Frech Hoch Nutzfahrzeuge AG).<br />
An beiden Standorten arbeiten je sechs<br />
bis acht Fahrzeugschlosser und Mechaniker<br />
an den Hyundai-Trucks.<br />
Erste Charge mit Kühlaufbauten<br />
Die ersten zehn Fahrzeuge wurden alle<br />
mit Kühlkofferaufbau für Kältetransport<br />
mit Kühlvorhang und Hebebühne ausgestattet.<br />
Weil es sich um ein sehr grosses<br />
26 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Kundenspektrum handelt, wurde eine<br />
Standardlösung gewählt, die sehr flexibel<br />
eingesetzt werden kann. Die jetzt im Bau<br />
befindlichen und auch künftigen Fahrzeuge<br />
sind bereits individuell an die Kunden<br />
angepasste Kühl- und Trockenfrachtfahrzeuge.<br />
«Aktuell haben wir zehn Fahrzeuge in<br />
Kriessern und Pratteln in Produktion»,<br />
erzählt Philippe Köppel, CEO GK Grünenfelder<br />
AG & Frech Hoch Nutzfahrzeuge<br />
AG. «Weitere sind im Engineering.»<br />
Das Interesse sei breit und wenn<br />
die Unternehmen, die einzelne Fahrzeuge<br />
in ihre Flotten integrieren, sehen,<br />
dass Wasserstoff funktioniert, werden<br />
weitere Bestellungen folgen. «Die Vorteile<br />
sind teils schon frappant», fügt Albert<br />
Grünenfelder, Gruppenleitung und<br />
Finanzen, an.<br />
Die Wasserstofftanks (rechts im Bild) werden an der Stirnwand des Aufbaus befestigt. Dazu<br />
braucht es eine dafür verstärkte Aufbaustruktur. Diese wurde von GK Grünenfelder entwickelt.<br />
Hyundai Hydrogen Mobility (HHM) beschafft,<br />
schlüsselfertig vorbereitet und<br />
den Kunden vermietet. Alle Wartungskosten<br />
sind in der Kilometerpauschale<br />
inbegriffen.<br />
Dies führt nun dazu, dass GK Grünenfelder<br />
Group im Hintergrund die Bedürfnisse<br />
des jeweiligen Endkunden abholt, unter<br />
Berücksichtigung der technischen<br />
Möglichkeiten die Umsetzung plant und<br />
dem Joint Venture HHM offeriert. HHM<br />
rechnet die Kosten in die Kilometerpauschale<br />
ein und offeriert diese wiederum<br />
dem Endkunden. Ist dieser einverstanden,<br />
Pay per use: Wenn einer bestellt<br />
und ein anderer bezahlt<br />
Damit sie Wasserstofffahrzeuge überhaupt<br />
in den Markt bringen konnten, durften<br />
die Betriebskosten nicht viel höher<br />
sein als bei einem Diesel-LKW. Deshalb<br />
entschied man sich für ein Pay-per-use-<br />
Modell (Kilometerpauschale), bei dem die<br />
Kunden sicher sein können, dass sie keine<br />
unerwarteten Zusatzkosten zu tragen<br />
haben. Schliesslich handelt es sich um<br />
eine komplett neue Technologie, zu der<br />
noch kaum Erfahrungswerte existieren.<br />
Die Fahrzeuge werden vom Joint Venture<br />
Albert Grünenfelder, Leitung GK Grünenfelder<br />
Group und Finanzen<br />
Philippe Köppel, CEO GK Grünenfelder AG &<br />
Frech Hoch Nutzfahrzeuge AG<br />
GK Grünenfelder Group<br />
Im Porträt<br />
Die 1948 aus einer Hufschmiede hervorgegangene<br />
GK Grünenfelder in Kriessern SG<br />
gehört zu den grösseren Fahrzeugbauunternehmen<br />
der Schweiz. Zum Produktportfolio<br />
gehören Anhänger, Aufbauten und Sattelanhänger<br />
aller Gewichtsklassen für Trockenfracht-,<br />
Stückgut- und Kühltransporte sowie<br />
Sonderfahrzeuge für die Strasse und das<br />
Werksgelände. Daneben werden Fahrzeuge<br />
und Container für die humanitäre und militärische<br />
Logistik hergestellt. Im April 2017 wurde<br />
die Fahrzeugbau-Abteilung von Frech-<br />
Hoch Nutzfahrzeuge in Pratteln übernommen<br />
und beide Unternehmen in der GK Grünenfelder<br />
Group zusammengeführt. Die rund 75<br />
Mitarbeiter verteilen sich auf 50 in Kriessern<br />
und 25 in Pratteln. Am Stammsitz in Kriessern<br />
im St. Galler Rheintal befinden sich Engineering,<br />
Kommunikation, Projektleitungen, Chassis-<br />
und Stahlbaukomponentenfertigung, in<br />
Pratteln das Kompetenzzentrum für Kühlkofferfertigung<br />
(Verklebung und Konfektionierung).<br />
Die Endfertigung erfolgt an beiden<br />
Standorten. Der TOP-Ausbildungsbetrieb<br />
bildet jedes Jahr zwei Fahrzeugschlosserlernende<br />
aus.<br />
1976 gründet Albert Grünenfelder sen. auf der<br />
Suche nach neuen Märkten zusammen mit<br />
Esmat Al-Saady das Joint Venture CGS (Consolidated<br />
Grünenfelder Saady) und baut als<br />
Erstes ein Werk in Riyadh. Zu den ersten Kunden<br />
gehören unter anderem Schweizer Firmen,<br />
die ebenfalls im Mittleren Osten tätig<br />
sind. Heute beschäftigt die CGS Gruppe in<br />
Riyadh, Jeddah, Dammam und Bahrain ca. 750<br />
Personen aus über 20 Nationen und ist einer<br />
der grössten Produzenten von Kühlfahrzeugen<br />
und Kühlhäusern im Mittleren Osten.<br />
Infos: www.cgs.com.sa<br />
Eine der drei modernen Werkhallen der GK<br />
Grünenfelder AG in Kriessern.<br />
2017 wurde die Fahrzeugbau-Abteilung von Frech<br />
Hoch Nutzfahrzeuge AG in Pratteln übernommen.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>27
Reportage<br />
Fahrzeugbau<br />
Aufbau als Tankgerüst<br />
Im Grundsatz kämen die LKW-Chassis mit<br />
ihren Aufbauschnittstellen den europäischen<br />
Herstellern schon sehr nahe, so<br />
Grünenfelder. Was die Hyundai-LKW<br />
aber unterscheidet, ist ihr Wasserstoffantrieb.<br />
Dass die Gastanks deutlich mehr<br />
Raum einnehmen als ein herkömmlicher<br />
Dieseltank, war eine besondere Herausforderung.<br />
Gelöst wurde sie so, dass die<br />
Tanks zwecks Überführung an eine Hilfskonstruktion<br />
geschraubt werden und<br />
danach vom Aufbauer an der Stirnwand<br />
des Aufbaus (zwischen Fahrerhaus und<br />
Aufbau) befestigt werden. Eine Lösung,<br />
die sowohl Platz als auch Gewicht spart.<br />
Weil nun dort, wo normalerweise die Kältemaschine<br />
untergebracht ist, kein Platz<br />
mehr dafür ist, wurde der Kühlkofferaufbau<br />
vorne auf dem Dach mit einer Nische<br />
versehen, in welche die Kältemaschine<br />
nun platziert wird. Das kostet zwar etwas<br />
Ladevolumen, doch herkömmliche, in der<br />
Frischelogistik übliche Rollgitter finden<br />
trotz reduzierter Innenhöhe vorne Platz.<br />
Lieferanten der Kältetechnik sind aktuell<br />
Carrier und Frigoblock. «Jedes Fahrzeug<br />
für jeden Kunden ist ein eigenes Projekt»,<br />
erklärt Grünenfelder. «In der jetzigen<br />
Phase gibt es wenige Kunden, die mehrere<br />
Fahrzeuge identisch ordern», ergänzt<br />
Köppel. «Jedes Projekt benötigt eine eigene<br />
Planung und Arbeitsvorbereitung<br />
mit eigener Zeitplanung.» Grünenfelder<br />
bestätigt: «Unseren jungen Mitarbeitern<br />
wird es nicht langweilig.»<br />
Der Aufbau fertig auf dem Chassis verschraubt. Gut zu erkennen auch die Aussparung oben am<br />
Koffer für die Kältemaschine. Sieben Gastanks fassen Wasserstoff für gut 400 km Reichweite.<br />
beginnt GK (resp. FH) mit dem Aufbau, der<br />
am Ende aber von HHM bezahlt wird. «Je<br />
nach Ausstattung des Aufbaus ergeben<br />
sich verschiedene Produktionszeiten und<br />
somit unterschiedliche Kosten», fügt<br />
Köppel hinzu.<br />
Kurze Durchlaufzeiten<br />
Die Durchlaufzeit ab Anlieferung des<br />
LKW-Chassis beträgt ausstattungsabhängig<br />
zwei bis drei Wochen – gleich<br />
lang, wie ein herkömmlicher Aufbau bei<br />
GK/FH benötigt. Dies ist möglich, weil<br />
heute dank CAD-Verfahren das Engineering<br />
bereits bei der Bestellung beginnt<br />
und der Aufbau in Modulbauweise vorproduziert<br />
wird. «Wir durften ein ganzes<br />
Aufbausystem entwickeln, das die Tragefunktion<br />
der H₂-Wasserstofftanks übernimmt.<br />
Es ist an sich schon eine Innovation,<br />
dass wir dies mit den hohen<br />
Anforderungen an Stabilität, Gewicht und<br />
Isolationswert auch geschafft haben», so<br />
Grünenfelder. Nur mit einer Taktproduktion<br />
sei es möglich, innert kurzer Zeit<br />
möglichst viel Fahrzeuge auf die Strasse<br />
zu bringen. Wenn das Hyundai-Fahrgestell<br />
eintrifft, werden die vorproduzierten<br />
Aufbausysteme mit Hilfsrahmen und Hebebühne<br />
montiert. Der Einbau der Kälteanlage<br />
sowie die Montage von Anbauteilen<br />
nach Kundenwünschen gehören zu<br />
den Endmontagearbeiten.<br />
Auf die Frage, was den Aufbauten gemeinsam<br />
ist, antwortet Albert Grünenfelder:<br />
«Sie sind viereckig und weiss.» Was<br />
er damit meint: Es sind alles Kofferaufbauten<br />
aus Paneelen in Sandwich-Bauweise<br />
– und damit hat sich die Gemeinsamkeit<br />
schon, da jedes Projekt seine<br />
eigenen Spezifikationen hat. Äusserlich<br />
sehen alle Kofferaufbauten auf der Strasse<br />
gleich aus, doch die eigentliche Qualität<br />
(oder Kompetenz) liegt im Aufbau der<br />
Sandwich-Paneele. Dieser wird genauso<br />
geheim gehalten wie das Rezept für Appenzeller<br />
Käse.<br />
Zertifizierter Aufbauer<br />
Der Erstkontakt kam vom Förderverein H2<br />
Energy aus. «Als renommierter Fahrzeugbauer<br />
im Kühlfahrzeugbereich haben wir<br />
aktuell den Vorteil, dass wir schon lange<br />
bei diesem Projekt dabei sind», antwortet<br />
Grünenfelder auf die Frage, ob sie ein Monopol<br />
auf die Wasserstofflastwagen hätten.<br />
«Wir sind ein von Hyundai zertifizierter<br />
Hersteller und Aufbauer – im Moment<br />
auch der einzige.» Die Zertifizierung habe<br />
dabei nichts mit dem Antrieb zu tun, sondern<br />
mit aufbauspezifischen Punkten. «In<br />
den Antrieb greifen wir nicht ein», so Grünenfelder.<br />
«Wir schauen, dass wir mit unserer<br />
Kernkompetenz – das sind die Aufbauten<br />
– die Fahrzeuge betriebstüchtig<br />
machen. Ein grosser Teil der Zertifizierung<br />
ist der Sicherheit geschuldet, konkret der<br />
Betriebssicherheit des Fahrzeugs, indem<br />
wir garantieren, dass die Befestigungspunkte<br />
der Komponenten die Beschleunigungswerte<br />
aushalten – und zwar über<br />
eine lange Lebensdauer hinaus.» Weil es<br />
sich bei den Tanks um hoch entwickelte<br />
Bauteile handelt und der Aufbauer diese<br />
am Aufbau befestigt, muss er auch den<br />
Nachweis erbringen, dass die Konstruktion<br />
sicher ist. Dazu Köppel: «Die ganze<br />
Aufbaustruktur ist auf diese Schnittstelle<br />
ausgerichtet und verstärkt.» Zudem wurden<br />
die Mitarbeiter im Umgang mit Wasserstoff<br />
geschult.<br />
Philippe Köppel ist zuversichtlich, dass sich<br />
diese Technologie durchsetzen wird: «Es<br />
wurde ein wichtiger Pflock in diese Richtung<br />
eingeschlagen und sie wird sich sukzessive<br />
weiterentwickeln, mit der Anzahl<br />
Lastwagen, Tankstellen und der Wasserstoffproduktion.<br />
Wir sind in der Lage, kurzfristig<br />
zu reagieren, auch weil wir an zwei<br />
Standorten abgestützt sind. Wichtig ist,<br />
dass wir sehr viele Teile der Wertschöpfungskette<br />
inhouse im Betrieb haben und<br />
so kurzfristig und flexibel reagieren können.<br />
Und es macht uns natürlich auch<br />
stolz, bei so einem innovativen Projekt mitarbeiten<br />
und mitwirken zu dürfen.» ●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bilder: GK Grünenfelder, Petro<br />
28 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Reportage<br />
Fahrzeugbau<br />
Carrosserie Baldinger AG<br />
Ultra-Light-Chassis jetzt auch für<br />
Mercedes-Benz Sprinter<br />
Das Baldinger-Ultra-Light-Chassis ist für den Mercedes-Benz Sprinter erhältlich. Sprinter-Kunden<br />
können ab sofort von allen Vorteilen des innovativen Schweizer Qualitätsprodukts der Traditionsmarke<br />
Baldinger Fahrzeugbau profitieren.<br />
Der erste realisierte Ultra-Light-Chassis-Aufbau<br />
auf einem Mercedes-Benz Sprinter hat<br />
eine Kastengrösse von 4200×2050×2280 mm<br />
sowie einen Dachspoiler.<br />
Das neu entwickelte Baldinger-Ultra-<br />
Light-Chassis (ULC) setzt mit seiner<br />
Markteinführung neue Massstäbe in der<br />
Leichtbauweise im Fahrzeugbau: Neben<br />
der höheren Nutzlast sowie den praktischen<br />
Vorzügen (Ergonomie), die der Niederrahmen<br />
bietet, besticht das innovative<br />
Schweizer Qualitätsprodukt mit besonders<br />
hoher Wirtschaftlichkeit: Die neu<br />
entwickelte Singleachse mit Zwillingsrädern<br />
garantiert dank einer Luftfederung<br />
nicht nur enorm hohen Fahrkomfort, sondern<br />
auch minimalsten Reifenverschleiss<br />
und Wartungsaufwand.<br />
Das ULC mit einer beeindruckend tiefen<br />
Ladekante von lediglich 640 mm und<br />
einer fast konkurrenzlosen Nutzlast ist<br />
jetzt auch für den Mercedes-Benz Sprinter<br />
erhältlich. «Damit können wir unsere<br />
sprichwörtliche Markenkompatibilität<br />
erneut unter Beweis stellen», so Rolf Käser.<br />
Durch eine optionale Absenkvorrichtung<br />
kann das Heck des Fahrzeugs auf<br />
480 bis 550 mm abgesenkt werden. Der<br />
erste Mercedes-Benz Sprinter mit Baldinger-ULC<br />
ist bereits ausgeliefert worden.<br />
«Der Kunde hat sich eine Variante<br />
mit Kastenaufbau, Hebebühne und Anhängerkupplung<br />
gewünscht», so Käser.<br />
«Selbstverständlich haben wir dies bei<br />
Baldinger Fahrzeugbau umgesetzt, wie<br />
alle anderen individuellen Kundenwünsche.»<br />
So ist das ULC mit Anhängerkupplung,<br />
Heckrampe oder Hebebühne sowie<br />
Hecktüren lieferbar.<br />
Weitere Merkmale sind dreifache Alu-Zurrschienen,<br />
Hebebühne und 1065 kg Nutzlast.<br />
Die maximale Aufbaulänge mit einem<br />
Baldinger-ULC und dem Mercedes-Benz<br />
Sprinter beträgt über sechs Meter, die<br />
Nutzlast maximal 1400 kg. «Weil das Ultra-Light-Chassis<br />
ohne Radkästen auskommt,<br />
profitiert der Kunde in jedem Fall<br />
von der voll nutzbaren Ladefläche des<br />
Aufbaus.»<br />
●<br />
Michael Gehrken, Competentia<br />
Zbinden Posieux SA<br />
Leichter Sattelschlepper mit Auflieger für trans-auto ag<br />
Seit über 50 Jahren hat sich die trans-auto ag<br />
aus Tafers FR auf alle Aspekte von Abfall und<br />
Entsorgung spezialisiert.<br />
Für die Konstruktion des zum Transport<br />
von Gastro-Abfällen und Gefahrgut mit<br />
einer Auffangvorrichtung ausgerüsteten<br />
Aufliegers zeichnete die Zbinden Posieux<br />
SA verantwortlich. Geliefert hat den modernen<br />
Iveco Daily die Garage Kolly SA.<br />
Der Sattelauflieger der Marke Zbinden<br />
Typ SA-97/6,5 mit einer bis 1000 kg ausgerichteten<br />
Trösch-Hebebühne wurde<br />
mit einer seitlichen Schiebeplane sowie<br />
einem Schiebeverdeck ausgestattet.<br />
Dies ermöglicht es der trans-auto ag,<br />
den neuen Daily auch für Transport und<br />
Servicedienstleistungen von mobilen<br />
Toi lettenanlagen einzusetzen – einem<br />
weiteren wichtigen Standbein des Freiburger<br />
Unternehmens. Der neue Iveco<br />
Daily der trans-auto ag verfügt über eine<br />
Nutzlast von 3825 kg, wobei die Innenmasse<br />
des Laderaums (6400×2400×<br />
2030 mm) optimal Raum für alle Transporte<br />
bieten.<br />
●<br />
Redaktion: Henrik Petro<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>29
Rechtshilfe<br />
Kündigung<br />
Das Expertenteam der Walder Haas Berner AG, Advokatur & Notariat in Zofingen und Sursee,<br />
Tel. 062 745 00 45, ist für Mitglieder der carrosserie suisse da.<br />
Abwicklung einer Kündigung<br />
Ausgangslage<br />
Matthias führt seit Jahren einen Carosseriebetrieb.<br />
Bis vor einigen Monaten konnte<br />
er sich nicht beklagen, die Auftragsbücher<br />
waren stets voll und er hatte zudem das<br />
Glück, dass er sich auf zuverlässige und<br />
pflichtbewusste Angestellte verlassen<br />
konnte. Nun steht er aber vor dem Pro blem,<br />
dass die Aufträge zunehmend ausbleiben.<br />
Er sieht die einzige Lösung darin, einen seiner<br />
fünf Mitarbeiter zu entlassen. Nach<br />
langem Überlegen kommt er zum Schluss,<br />
Christoph per Ende November zu entlassen.<br />
Christoph ist seit drei Jahren bei Matthias<br />
als Autolackierer angestellt. Da Matthias<br />
bisher noch nie einen Mitarbeiter<br />
entlassen musste, stellt er sich die Frage,<br />
wie er die Kündigung am besten abwickelt<br />
bzw. auf was er dabei achten muss.<br />
Expertenrat<br />
Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen<br />
und sie muss am letzten Arbeitstag vor<br />
Beginn der ordentlichen Kündigungsfrist<br />
im Besitz des Empfängers sein (Art. 48.2<br />
GAV-VSCI). Massgebend ist nicht das Datum<br />
der Sendungsaufgabe, sondern der Zeitpunkt<br />
des Eintreffens beim Empfänger. Das<br />
Arbeitsverhältnis kann vorliegend auf das<br />
Ende eines Monates mit einer Kündigungsfrist<br />
von zwei Monaten gekündigt werden<br />
(Art. 48.4 GAV-VSCI). Damit Matthias seinen<br />
Angestellten Christoph per Ende November<br />
2019 entlassen kann, muss die Kündigung<br />
bis spätestens am Montag, 30. September<br />
2019, im Besitz von Christoph sein. Matthias<br />
hat nun grundsätzlich zwei Möglichkeiten:<br />
Er kann die Kündigung per Post versenden<br />
oder sie persönlich übergeben.<br />
Entscheidet sich Matthias dafür, die Kündigung<br />
per Post zu versenden, so ist zunächst<br />
wichtig, dass er sie per Einschreiben<br />
versendet. Denn das Risiko von Verzögerungen<br />
bei der Postzustellung trägt der<br />
Kündigende und er hat im Bestreitungsfalle<br />
zu beweisen, dass die Kündigung<br />
rechtzeitig – d.h. vorliegend am letzten<br />
Arbeitstag vor Beginn der ordentlichen<br />
Kündigungsfrist – bei Christoph zugegangen<br />
ist. Von einer Zustellung per A-Post<br />
Plus ist abzuraten, denn das Bundesgericht<br />
hat festgestellt, dass A-Post-Plus-Sendungen<br />
den effektiven Empfang mangels<br />
Empfangsbestätigung nicht nachweisen<br />
(BGE 142 III 519 und 144 IV 57). Wenn Christoph<br />
die Annahme des eingeschriebenen<br />
Briefes verweigert, gilt die Kündigung am<br />
Tag der Weigerung als zugestellt. Ist Christoph<br />
am Tag der Zustellung nicht zu Hause<br />
und holt er die eingeschriebene Kündigung<br />
anschliessend während der siebentägigen<br />
Abholfrist nicht ab, gilt das Kündigungsschreiben<br />
in der Regel ab dem Tag nach<br />
dem erfolglosen Zustellungsversuch als<br />
zugestellt. Vorsichtigerweise sendet Matthias<br />
das Kündigungsschreiben aber so ab,<br />
dass die Kündigung auch bei einer Abholung<br />
am letzten Tag der Abholfrist rechtzeitig<br />
zugeht.<br />
Entscheidet sich Matthias hingegen für die<br />
persönliche Übergabe der Kündigung, hat er<br />
den Vorteil, dass er auch am letzten Arbeitstag<br />
Christophs vor Beginn der Kündigungsfrist<br />
kündigen kann. Es ist wichtig, dass er sich<br />
den Empfang der Kündigung von Christoph<br />
quittieren lässt. Wenn Christoph sich weigert,<br />
die Kündigung entgegenzunehmen bzw. den<br />
Empfang der Kündigung zu quittieren, so<br />
nützt ihm dies nichts, denn eine ausdrückliche<br />
Annahmeverweigerung gilt als Empfang.<br />
Da Matthias jedoch im Bestreitungsfalle die<br />
Beweislast für die Rechtzeitigkeit der Kündigung<br />
trägt, wird empfohlen, die Annahmeverweigerung<br />
von einem oder zwei Zeugen<br />
bezeugen zu lassen. Anschliessend ist durch<br />
Matthias ein Gesprächsprotokoll anzufertigen,<br />
in welchem er festhält, dass die Kündigung<br />
rechtzeitig erfolgte, Christoph jedoch<br />
deren Annahme verweigerte, und dass dies<br />
von den vorgenannten zwei Zeugen bezeugt<br />
werden kann. Dieses von ihm und den Zeugen<br />
unterschriebene Gesprächsprotokoll ist<br />
anschliessend zusammen mit der eigentlichen<br />
Kündigung per eingeschriebenen Brief<br />
an Christoph zuzustellen.<br />
Sollte die Kündigung vorliegend – aus<br />
welchen Gründen auch immer – nicht<br />
am letzten Arbeitstag vor dem Beginn der<br />
ordentlichen Kündigungsfrist (d.h. am<br />
30. September 2019) im Besitz von Christoph<br />
sein, so hat dies nicht die Ungültigkeit<br />
der Kündigung zur Folge. Das Arbeitsverhältnis<br />
verlängert sich diesfalls jedoch auf<br />
den nächstmöglichen Kündigungstermin,<br />
d.h. auf den 31. Dezember 2019. ●<br />
WIR KENNEN DIE BRANCHE,<br />
NUTZEN SIE UNSER WISSEN.<br />
PK MOBIL Tel. +41(0)31 326 20 19 pkmobil.ch<br />
Die Pensionskasse des Schweizer Mobilitätsgewerbes<br />
Die Mitglieder von carrosserie suisse befinden sich in der glücklichen Lage,<br />
mit der PK MOBIL eine «eigene» Pensionskasse zu haben.<br />
30 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Aktive Branche<br />
Cromax und AMZ Racing Team<br />
Cromax und AMZ Racing Team der ETH Zürich<br />
Kooperation um ein drittes Jahr verlängert<br />
Nach dem Schleifen und Reinigen der Carbonschicht folgte ein<br />
Nass-in-Nass Grundierfüller mit Kunststoffadditiv, dann wurde lackiert.<br />
farbe), sowie einer speziellen<br />
roten Perlmutteffektfarbe<br />
lackiert. Seit seiner Gründung<br />
nimmt das AMZ Racing Team<br />
jedes Jahr mit einem neuen<br />
Prototyp an den Wettbewerben<br />
der Formula Student in<br />
ganz Europa teil. Formula<br />
Student ist ein international<br />
anerkannter Motorsportwettbewerb,<br />
der sich an Studierende<br />
aus aller Welt richtet.<br />
Wegen der Pandemie wurden<br />
<strong>2020</strong> alle Rennen abgesagt,<br />
somit hat sich AMZ im Sommer<br />
auf die Montage, eine<br />
längere Testphase des neuen<br />
Rennwagens und den Wissenstransfer<br />
zwischen Alumni<br />
und den neuen Teammitgliedern<br />
konzentriert. ●<br />
Ursprünglich geplant für April<br />
<strong>2020</strong>, wurde die Lackierung<br />
des neuen Chassis zwei Monate<br />
später unter Einhaltung<br />
der vom BAG empfohlenen<br />
Massnahmen erfolgreich<br />
durchgeführt. Das Design von<br />
«alvier», dem nach dem bekannten<br />
Schweizer Berg im<br />
Kanton SG benannten AMZ-<br />
Elektro-Rennwagen, wurde<br />
von den ETH-Studenten entwickelt.<br />
Gemeinsam mit den<br />
Axalta-Mitarbeitern Clint<br />
Kaufmann, Technischer Leiter,<br />
und Fabio De Giorgi, Anwendungstechniker,<br />
wurde<br />
«alvier» im Axalta Training<br />
Center in Pratteln für den<br />
Lackierprozess vorbereitet.<br />
AMZ wollte bei der Farbauswahl<br />
Konti nuität zeigen, und<br />
somit waren sich die ETH-Studenten<br />
schnell einig, dass sie<br />
die gleichen bewährten Farben<br />
von 2018 und 2019 wieder<br />
ein setzen wollten. So<br />
wurde «alvier» mit StarLite,<br />
Axaltas Autofarbe des Jahres<br />
2018 (eine weisse Perlmutt-<br />
Die ETH-Studenten legten in<br />
Pratteln Wert auf jedes Detail.<br />
NetFinish<br />
Die Schleifmittelinnovation<br />
auf Diamantbasis.<br />
Bis zu 40-fach<br />
höhere Standzeit.<br />
Geschafft: Die Beteiligten wünschen «alvier» in seinem neuen weissroten<br />
Perlmutt-Farbtrimm viel Glück für die kommende Rennsaison.<br />
gyso.ch<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>31
Aktive Branche<br />
GYSO AG / Calag Carrosserie Langenthal AG<br />
GYSO AG<br />
Verabschiedung in den wohlverdienten Ruhestand<br />
Beinahe 14 Jahre war Fred<br />
Friederich als technischer<br />
Verkaufsberater im Aussendienst<br />
in der Region Bern, Freiburg<br />
und im Wallis für die<br />
Firma GYSO AG unterwegs.<br />
Immer das Wohl der Kunden<br />
im Auge, hat er gekonnt die<br />
Produkte zum unverzichtbaren<br />
Werkstattbegleiter in seinem<br />
Gebiet gemacht und dabei<br />
stets die Firma loyal und professionell<br />
repräsentiert.<br />
«Wir werden nicht nur sein<br />
positives Wesen und seinen<br />
Schalk, sondern auch seinen<br />
beispiellosen Einsatz und das<br />
grosse Know-how vermissen.<br />
Die Geschäftsleitung und das<br />
gesamte Team der GYSO AG<br />
wünschen Fred von Herzen<br />
nur das Allerbeste sowie eine<br />
glückliche und vor allem gesunde<br />
Zukunft!», sagt Peter<br />
Moser, Bereichsleiter Automotive,<br />
und fährt fort: «Gleichzeitig<br />
freuen wir uns sehr, dass<br />
wir mit Stephan Bieri einen<br />
erfahrenen Profi und Kenner<br />
der Branche für uns gewinnen<br />
konnten. Als diplomierter Autolackierer<br />
mit vielen Jahren<br />
Berufspraxis sowie mehrjähriger<br />
Aussendiensterfahrung<br />
kann er unsere Kunden auf<br />
dem gewohnt hohen Niveau<br />
seines Vorgängers betreuen<br />
und weiterhin fachmännisch in<br />
ihrem Alltag begleiten.» Damit<br />
dieser Wechsel für die Kunden<br />
so reibungslos wie möglich<br />
verlaufen konnte, absolvierte<br />
Bieri eine intensive Einschulung<br />
in Kloten und bereiste<br />
mehrere Monate gemeinsam<br />
mit Fred Friederich das Verkaufsgebiet<br />
für eine saubere<br />
Stabsübergabe. ●<br />
aftermarket-CH 2021<br />
Äusserst erfreuliche Resonanz<br />
Die Organisatoren der Leitmessen<br />
der Nutzfahrzeug- und Automobilbranche,<br />
transport-CH/<br />
aftermarket-CH vermelden drei<br />
Wochen nach Start der Ausschreibung<br />
«eine in diesem Umfang<br />
nicht erwartete Resonanz».<br />
Der Stand der Voranmeldungen<br />
liegt über den Erfahrungswerten<br />
der letzten Austragungen<br />
der transport-CH. Hierzu trägt<br />
auch die Tatsache bei, dass<br />
mit den Messen vom 10. bis<br />
13.11.2021 auch der «Branchenevent<br />
GO!» des Carrosseriegewerbes<br />
stattfindet. Besonders<br />
erfreulich sei, dass neben traditionellen<br />
Ausstellern der transport-CH<br />
– darunter auch zahlreiche<br />
Unternehmen aus dem<br />
Aftermarket-Bereich, den Branchentreffpunkt<br />
nutzen wollen.<br />
Von links: Bereichsleiter Automotive Peter Moser, Fred Friederich und<br />
dessen Nachfolger Stephan Bieri.<br />
Calag Carrosserie Langenthal AG<br />
Neuer Leiter Carrosserie und<br />
Lackierung bei Calag<br />
Die Calag Carrosserie Langenthal<br />
AG stellt Sven Kammer<br />
als neuen Leiter für den<br />
Bereich Carrosserie & Lackierung<br />
und als neues Geschäftsleitungsmitglied<br />
vor.<br />
Kammer startete in der neuen<br />
Position am 1. Dezember<br />
<strong>2020</strong> und trägt nun zugleich<br />
die Verantwortung für die Bereiche<br />
Carrosserie Nutzfahrzeuge,<br />
Carrosserie bis 3,5 t<br />
und Lackierung. Zudem ist er<br />
Mitglied der Geschäftsleitung<br />
Sven Kammer ist neuer Leiter<br />
Carrosserie und Lackierung bei der<br />
Calag Carrosserie Langenthal AG.<br />
bei der Calag Carrosserie<br />
Langenthal AG.<br />
Sven Kammer ist gelernter<br />
Autolackierer und Carrosseriespengler<br />
mit abgeschlossenem<br />
NDS in Unternehmensführung/Betriebswirtschaft<br />
HF. Zuletzt war er in leitender<br />
Funktion bei AMAG Solothurn<br />
tätig. Er bringt eine langjährige<br />
Erfahrung im Carrosserieund<br />
Lackierbereich sowie<br />
aus mehrjähriger Tätigkeit<br />
im Verband carrosserie suisse<br />
mit. Kammer tritt in die<br />
Fussstapfen des bisherigen<br />
Stelleninhabers Roger Huber,<br />
der die Geschäftsleitung des<br />
neuen AMAG Carrosserie<br />
Center Wettswil übernommen<br />
hat. <br />
●<br />
32 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Aktive Branche<br />
Akzo Nobel Car Refinishes AG<br />
Akzo Nobel Car Refinishes AG<br />
Mit CO₂NTRA gemeinsam für den Klimaschutz<br />
AkzoNobel hat eine Initiative<br />
ins Leben gerufen, um gemeinsam<br />
mit seinen Kunden<br />
aktiv etwas für die Umwelt<br />
zu tun. Das Ziel von CO₂N<br />
TRA ist eine effizientere Belieferung,<br />
die Verpackungen<br />
und ganz besonders Emissionen<br />
während des Transportes<br />
reduziert. Zudem wird<br />
über die Organisation «Plant<br />
for the Planet» bei der Umstellung<br />
auf eine Wochenbelieferung<br />
für jede Woche ein<br />
Baum gespendet. Mit CO₂N<br />
TRA möchte AkzoNobel innerhalb<br />
eines Jahres 40 000<br />
Bäume pflanzen.<br />
Simon Handke, Marketingleiter<br />
AkzoNobel DACH: «Wir<br />
Simon Handke, Marketingleiter<br />
AkzoNobel DACH, erklärt, warum<br />
AkzoNobel einen Fokus auf<br />
Nachhaltigkeit setzt.<br />
wollen etwas tun, damit wir<br />
auch in Zukunft noch die Natur<br />
geniessen können. Deshalb ist<br />
es wichtig, den Klimaschutz in<br />
die eigenen Hände zu nehmen,<br />
und hier ist der erfolgversprechendste<br />
Weg der, den wir<br />
gemeinsam gehen!»<br />
Damit teilnehmende AkzoNobel-Kunden<br />
ihr Engagement<br />
werbewirksam für ihre eigenen<br />
Kunden einsetzen können,<br />
liefert AkzoNobel ein<br />
umfassendes Marketingpaket,<br />
bestehend aus Flyern,<br />
Postern, Aufstellern und vielem<br />
mehr. Auf einer Webseite<br />
können die Kunden die Fortschritte<br />
der Initiative beobachten,<br />
denn hier entsteht<br />
parallel ein digitaler Wald, der<br />
die Baumpflanzaktionen sowohl<br />
bildlich als auch in Zahlen<br />
wiedergibt. Dazu Handke:<br />
«40 000 Bäume sind ein ganzer<br />
Wald! Und der steht für<br />
Natur, frischen Sauerstoff –<br />
und die Hoffnung, die Umwelt<br />
so zu erhalten, wie wir sie<br />
heute kennen.»<br />
●<br />
JETZT<br />
TESTEN<br />
Lex & Hesse<br />
Ihr Partner für<br />
Fahrzeugteile<br />
& Fahrzeugtechnik<br />
Unser umfassendes Sortiment bietet Ihnen über 160‘000 Teile für folgende Bereiche an.<br />
• Bus Ersatzteile • Rampensysteme • LKW Ersatzteile<br />
• PKW Zubehör • Schiff Zubehör • Werkstatt und Schmierstoffe<br />
JETZT Ihr gewünschtes Material gleich<br />
einfach und bequem online bestellen auf<br />
www.lex-hesse.ch<br />
Unser Team ist<br />
für Sie da.<br />
Lex & Hesse Schweiz AG<br />
Bielstrasse 7<br />
CH-4512 Bellach<br />
+41 32 566 52 00<br />
info@lex-hesse.ch<br />
Ein Unternehmen der HESS Gruppe<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>33
Aktive Branche<br />
Axalta Coating Systems / André Koch AG<br />
Axalta Coating Systems GmbH<br />
Ein neues PW-Reparaturlacksystem<br />
namens Syrox<br />
Vollständig auf europäischen<br />
Formulierungen basierend,<br />
eignet sich das komplette<br />
und kompakte PW-Reparaturlacksystem<br />
für Carrosserie-<br />
und Lackierfachbetriebe<br />
jeder Grösse, die nach einer<br />
einfachen und wirtschaftlichen<br />
Alltagslösung für unterschiedliche<br />
Arbeitsumgebungen<br />
suchen. «Bei Syrox<br />
dreht sich alles um die einfache<br />
Anwendung, sowohl bei<br />
der Farbtonfindung, im Mischraum,<br />
als auch in der Spritzkabine.<br />
Die unkomplizierte<br />
Handhabung zieht sich durch<br />
alle Produkte der Marke Syrox.<br />
Das ist es auch, was uns<br />
von anderen Marktteilnehmern<br />
unterscheidet. Wir haben<br />
alles, was Reparaturlackierer<br />
brauchen, und nichts,<br />
was sie nicht brauchen», erklärt<br />
Thomas Nussbaum, Geschäftsführer<br />
von Axalta in<br />
der Schweiz. Die Handhabung<br />
aller Produkte sei leicht<br />
zu erlernen und die Applikation<br />
unkompliziert. Neuen<br />
Nutzern würden die Anwendungsmethoden<br />
schon beim<br />
ersten Einsatz angenehm vertraut<br />
vorkommen. Vor allem<br />
das Design der Basislackflaschen<br />
stellt eine Premiere in<br />
der Reparaturlackbranche<br />
dar. Die speziellen Dosierdeckel<br />
sollen ein aussergewöhnlich<br />
genaues Dosieren<br />
bis hin zu einem einzigen<br />
Tropfen ermöglichen. Auf der<br />
Syrox-Website können Nutzer<br />
auf Videos mit prak tischen<br />
Vorführungen, Produktinformationen,<br />
herunterladbare<br />
Plakate, technische Datenblätter<br />
und weitere wertvolle<br />
Informationen zugreifen:<br />
www.axaltacs.ch/syrox.de●<br />
André Koch AG<br />
Schnelle Hilfe garantiert<br />
Wer schnell mal Hilfe braucht,<br />
ist bei Eriks Tech-Tipps genau<br />
richtig. In einfachen nachvollziehbaren<br />
Schritten zeigt und<br />
erklärt Anwendungstechniker<br />
Erik van Dorp einzelne Abschnitte<br />
aus dem Lackierprozess.<br />
In seinen kurzen Videotipps<br />
klärt der Techniker dabei<br />
grundlegende Fragen, zum<br />
Beispiel: Wie entfette ich richtig?<br />
Wie finde ich raus, welche<br />
Erik van Dorp,<br />
Techniker bei<br />
AkzoNobel<br />
Füllergraustufe passt und wie<br />
verhindere ich Fehler beim<br />
Auftrag von Wasserbasislack?<br />
Die Videoreihe (in englischer<br />
Sprache) startet jetzt mit drei<br />
Support-Videos – Lesonal-<br />
Kunden und Abonnenten sowie<br />
Zuschauer des Youtube-<br />
Kanals können sich schon in<br />
Kürze auf viele weitere Tech-<br />
Tipps freuen.<br />
●<br />
Die QR-Codes führen direkt zu einem der drei Videos auf Youtube.<br />
Die handlichen Basislackflaschen von Syrox sind in verschiedenen<br />
kleineren Grössen erhältlich und müssen vor Gebrauch nur kurz von<br />
Hand aufgeschüttelt werden.<br />
André Koch AG / Audatex Solera<br />
Repanet Suisse und Audatex beschliessen<br />
Partnerschaft<br />
Die 1966 in Deutschland gegründete<br />
und mittlerweile zum<br />
amerikanischen Solera-Konzern<br />
gehörende Audatex bietet diverse<br />
Lösungen für intelligentes<br />
Schadenmanagement an. Um<br />
das Schadenreparatur-Netzwerk<br />
Repanet Suisse noch besser auf<br />
aktuelle und zukünftige Marktbedürfnisse<br />
auszurichten, geht<br />
die André Koch AG leistungsfähige<br />
Partnerschaften ein. Mit<br />
dieser neusten Partnerschaft<br />
zwischen Audatex und Repanet<br />
Suisse arbeiten zwei Markteilnehmer<br />
zusammen, die im Bereich<br />
«Digitales Schadenmanagement»<br />
in dieselbe Richtung<br />
stossen. «Daraus können nicht<br />
nur unsere André-Koch-Kunden<br />
sowie Netzwerk-Partner einen<br />
Nutzen ziehen, sondern insbesondere<br />
auch unsere Firmenkunden<br />
wie Versicherungsgesellschaften,<br />
Leasing-Provider<br />
und Flottenbetreiber, die ihre<br />
Fahrzeugschäden in unserem<br />
Repanet-Suisse-Netzwerk beheben<br />
lassen», kommentiert André-<br />
Koch-CEO Enzo Santarsiero.<br />
34 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Aktive Branche<br />
Seat<br />
Seat<br />
Fahrzeugteile aus Reishülsen<br />
Reis ist das beliebteste Nahrungsmittel<br />
der Welt – und<br />
könnte nun die Automobilindustrie<br />
revolutionieren.<br />
Denn Seat testet im Rahmen<br />
eines Pilotprojekts den Einsatz<br />
von Reishülsen als Rohstoff<br />
für Fahrzeugteile. Die<br />
Basis dieses innovativen Pilotprojekts<br />
bildet der neue,<br />
umweltfreundliche Kunststoffersatz<br />
Oryzite. Mit diesem<br />
Material möchte Seat<br />
eine nachhaltige Alternative<br />
zur Verwendung von Kunststoff<br />
in seinen Fahrzeugen<br />
entwickeln. Dieses neuartige<br />
Rohmaterial wird aktuell auf<br />
seine Tauglichkeit für die Fertigung<br />
von Ausstattungselementen<br />
für den Seat Leon<br />
getestet. Im Rahmen des laufenden<br />
Pilotprojekts wird nun<br />
ein Material getestet, das aus<br />
Reishülsen, Polyurethanen<br />
und Polypropylen besteht.<br />
Seat erprobt mit dieser Mischung<br />
zunächst die Fertigung<br />
von Fahrzeugteilen, die<br />
bislang rein aus Kunststoffen<br />
bestehen. Dazu gehören beispielsweise<br />
Teile der Heckklappe,<br />
der doppelte Ladeboden<br />
oder der Dachhimmel.<br />
Äusserlich lassen sich die<br />
neuen Fahrzeugteile nicht von<br />
den konventionellen unterscheiden.<br />
Durch ihre Leichtbauweise<br />
wiegen sie allerdings<br />
deutlich weniger. ●<br />
Durch das jüngste Pilotprojekt mit Oryzite unterstützt Seat die<br />
Forschung nach modernen, erneuerbaren Materialien.<br />
Mit den innovativen Color-Tools von R-M<br />
zum perfekten Lackierergebnis!<br />
COLORTRONIC 12/6<br />
Dank R-M’s weltweit grösster<br />
Farbtondatenbank zum perfekten Farbton.<br />
Mit einzigartigen BASF-patentierte<br />
Algorithmen und integrierter Kamera.<br />
COLOR-TOOL-CENTER<br />
Alles griffbereit und perfekt<br />
organisiert! Das Asus-Tablet inkl.<br />
Windows 10 und R-M SHOP<br />
MASTER Software gehören zum<br />
Lieferumfang.<br />
DAISY WHEEL<br />
In Verbindung mit unseren Color-Tools und der<br />
Lackreihe ONYX HD eine effiziente<br />
Kombination.<br />
Perfektion<br />
einfach gemacht<br />
rmpaint.com
einkaufsführer<br />
Autolacke und Carrosseriebedarf<br />
Axalta Coating Systems<br />
Switzerland GmbH<br />
Muttenzerstrasse 105<br />
CH-4133 Pratteln<br />
Auto-, Nutzfahrzeug-,<br />
Industrie- und Pulverlacke<br />
Tel. 061 826 96 96, Fax 061 821 82 36<br />
pratteln.info@axaltacs.com<br />
www.spieshecker.ch<br />
Autolacke und<br />
Carrosseriebedarf<br />
PPG Switzerland GmbH • Volketswil • 044 945 46 45<br />
André Koch AG<br />
Zusammen<br />
mehr erreichen!<br />
verkauf@andrekoch.ch · www.andrekoch.ch<br />
Color-Hotline <strong>08</strong>00 355 355 · Tel.: +41 44 735 57 11<br />
Autolacke und<br />
Carrosseriebedarf<br />
<strong>2020</strong>_RZ_AK_Anzeige_55x55.indd 1 10.01.<strong>2020</strong> 10:13:09<br />
Tel. 044 931 44 44<br />
Fax 044 931 44 55<br />
www.sikkenscr.ch<br />
www.sikkensvr.com<br />
CH-8344 Bäretswil<br />
PPG Switzerland GmbH • Volketswil • 044 945 46 45<br />
Ihr Partner für<br />
profes sionelle<br />
Lackiersysteme<br />
und Zubehör<br />
DER KOMPETENTE<br />
ANSPRECHPARTNER<br />
FÜR JEDEN SCHRITT DER AUTOREPARATUR<br />
www.belfa.ch<br />
®<br />
PROFESSIONAL CAR CARE<br />
Verkauf in BL, BS, AG, ZH-Stadt<br />
0041 76 339 40 89<br />
t.kamber@bluewin.ch<br />
www.kamber-autolacke.ch<br />
PPG Switzerland GmbH • Volketswil • 044 945 46 45<br />
© Pixelio – Bettina Stolze<br />
36 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
einkaufsführer<br />
Fahrzeugzubehör<br />
JETZT<br />
TESTEN<br />
Unser umfassendes Sortiment bietet Ihnen<br />
über 160‘000 Teile für folgende Bereiche an.<br />
• Bus Ersatzteile<br />
• Rampensysteme<br />
• LKW Ersatzteile<br />
• Werkstatt und Schmierstoffe<br />
• PKW Zubehör<br />
• Schiff Zubehör<br />
Lex & Hesse<br />
Ihr Partner für<br />
Fahrzeugteile<br />
& Fahrzeugtechnik<br />
Ein Unternehmen der HESS Gruppe<br />
JETZT Ihr gewünschtes Material gleich<br />
einfach und bequem online bestellen auf<br />
www.lex-hesse.ch<br />
Unser Team ist<br />
für Sie da.<br />
Lex & Hesse Schweiz AG<br />
Bielstrasse 7<br />
CH-4512 Bellach<br />
+41 32 566 52 00<br />
info@lex-hesse.ch<br />
Carrosserie-Arbeitsplätze<br />
Carrosserie-Zubehör<br />
Lackieranlagen<br />
SUPER FAST<br />
G360 SYSTEM.<br />
<br />
<br />
P3000<br />
NEU:<br />
Einbrennen ohne<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
www.jasa-ag.ch<br />
Kleben und Dichten<br />
Lackier- und Trocknungsanlagen<br />
der Firma Saima<br />
Vertrieb Schweiz<br />
Flughofstrasse 52, 8152 Glattbrugg<br />
Tel: 044 874 66 66 - www.belfa.ch<br />
Carrosserie<br />
Carrosserie-Zubehör<br />
Zubehör<br />
... the finest refinishing company<br />
PROFIS VERLASSEN<br />
SICH AUF PROFIS<br />
UmFASSENdES SORtImENt FüR dAS dICHtEN,<br />
KLEbEN, SCHützEN UNd VERStäRKEN IN dER<br />
KAROSSERIEREPARAtUR<br />
www.waeltikompakt.ch<br />
www.sika.ch<br />
CarSystem AG • 8957 Spreitenbach • Tel. 044 439 90 68<br />
New Wälti AG<br />
8400 Winterthur<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>37
einkaufsführer<br />
Lackieranlagen<br />
Lackieranlagen<br />
Seit 60 Jahren in der Schweiz führend<br />
in Technik, Service und Zuverlässigkeit<br />
LUTRO-Lackieranlagen<br />
Luft- und Trockentechnik GmbH<br />
D-70771 Leinfelden-Echterdingen<br />
Tel. +49 711 790 94 0<br />
E-Mail: info@lutro.de<br />
www.lutro.de<br />
Unser Partner in der Schweiz:<br />
Willy Bucher Service Technik Boswil<br />
Weissenbachstraße 3<br />
CH-5623 Boswil<br />
Tel. 056 666 17 18 | Fax 056 666 28 18<br />
E-Mail: wb.service-technik@bluewin.ch<br />
140131_anzeige_carossier_177x50mm.indd 1 31.01.14 11:04<br />
© Pixelio – Bettina Stolze<br />
38 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
einkaufsführer<br />
Lackierkabinen<br />
Spritz- und Einbrennkabinen<br />
Spritz- und Einbrennkabine<br />
PPG Switzerland GmbH • Volketswil • 044 945 46 45<br />
Spritzkabinen+<br />
Service<br />
– Service-Arbeiten an Lackierkabinen<br />
– ersetzen von defekten Warmluftöfen,<br />
PWW-Lufterhitzern und WRG’s<br />
– verlangen Sie eine unverbindliche<br />
Service-Offerte von uns; wir machen<br />
eine kostenlose Zustand-Aufnahme<br />
Koster GmbH<br />
Sommeristrasse 16, 8594 Güttingen<br />
079 555 44 66, info@koster-gmbh.ch<br />
www.koster-gmbh.ch<br />
Qualität<br />
& Service<br />
& Service<br />
GmbH<br />
QUESTIONE DI STILE<br />
Ihre<br />
massgeschneiderte<br />
Lösung für:<br />
• Lackierkabinen<br />
• Multiarbeitsplätze<br />
• Vorbereitungsplätze<br />
• Mischräume<br />
www.spritzkabinen.ch<br />
9213 Hauptwil Hauptstrasse 39<br />
Telefon 071 633 37 37 Fax 071 633 37 39<br />
info@gh-consulting.ch www.gh-consulting.ch<br />
Ihr Partner, wenn’s um Ihre Farbspritzkabine,<br />
Ihre Carrosserie- und<br />
Spritzwerk-Einrichtungen geht<br />
Hauptstrasse 39, 9213 Hauptwil<br />
– Farbspritz- und Einbrennkabinen<br />
– Pulverbeschichtungsanlagen<br />
– Einbrennöfen<br />
Spritzpistolen<br />
SATAjet X 5500<br />
Meine ESA – Meine Partnerin<br />
für eine erfolgreiche Carrosserie<br />
esa.ch<br />
Pistolenwaschgeräte<br />
BOXER<br />
Serie Inox<br />
Anzeigenschluss<br />
für carrossier 1/2021<br />
vom 11. Februar 2021:<br />
22. Januar 2021<br />
Trocknungssysteme<br />
UV KOMBI<br />
Müslistrasse 43<br />
8957 Spreitenbach<br />
info@jasa-ag.ch<br />
Tel. 044 431 60 70<br />
Müslistrasse 43<br />
8957 Spreitenbach<br />
info@jasa-ag.ch<br />
Tel. 044 431 60 70<br />
© Pixelio – Bettina Stolze<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>39
Unter der Lupe<br />
Lanz+Marti AG<br />
Lanz+Marti AG Sursee<br />
62 Jahre innovativer Fahrzeugbau<br />
Seit 1958 konstruieren, schlossern und lackieren in Sursee über 80 geschulte Mitarbeitende Lastwagenaufbauten<br />
und Anhänger. An der letzten transport-CH 2019 überraschte der TOP-Ausbildungsbetrieb<br />
Lanz+Marti AG mit einem innovativen Elektroanhängerkonzept.<br />
Sie ziehen in der Geschäftsleitung der Lanz+Marti AG in dieselbe Richtung (v.l.): Rinaldo Stalder,<br />
Adrian Marti und Roland Peter.<br />
Am letztjährigen Schweizer Nutzfahrzeugsalon<br />
war der Prototyp «E-Motion»<br />
eine der grossen Überraschungen. Dabei<br />
handelte es sich um einen von der Lanz+<br />
Marti AG ausgestellten Zwei-Achs-Anhänger<br />
mit Hybridachse. Die elektrische<br />
Universalachse wandelt anfallende<br />
Bremsenergie in Strom um und speichert<br />
diesen in einem Akkupaket. Die gespeicherte<br />
elektrische Energie kann über<br />
diese Achse wieder als Antriebsbewegung<br />
abgegeben werden, etwa in Beschleunigungsphasen<br />
oder an Steigungen.<br />
«E-Motion» zeigte eindrücklich die<br />
Innovationskraft nicht nur des Schweizer<br />
Unternehmens, sondern auch der hiesigen<br />
Fahrzeugschlosserzunft. Wir unterhielten<br />
uns am Geschäftssitz in Sursee<br />
mit den drei Geschäftsleitungsmitgliedern<br />
Adrian Marti, Rinaldo Stalder und<br />
Roland Peter. Rinaldo Stalder, Leiter<br />
Technik & Produktion, erklärt: «Beim gezeigten<br />
Prototyp handelte es sich um ein<br />
fassbares Muster mit verbauten Komponenten,<br />
die wir diesen Sommer funktional<br />
mit einer Systemsteuerung verbunden<br />
haben. Jetzt im Winter führen wir Fahrversuche<br />
und Messungen durch. An der<br />
transport-CH 2019 wollten wir bei unseren<br />
Kunden abholen, ob das Projekt<br />
überhaupt Potenzial hat. Die Antwort<br />
lautet Ja.» Geschäftsleiter Adrian Marti<br />
fährt fort: «Im nächsten Schritt werden<br />
wir mit innovativen Kunden Kooperatio<br />
Rund 70 der<br />
insgesamt 80<br />
Mitarbeitenden:<br />
«Gemeinsam<br />
können wir<br />
Grosses schaffen!»<br />
40 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Das seit 1961 kontinuierlich gewachsene Areal der Lanz+Marti AG in der<br />
Industriezone Sursee. Infolge Modernisierungsbedarf und um den Platz<br />
besser nutzen zu können, sind diverse Neubauten geplant.<br />
Der an der transport-CH 2019 in Bern gezeigte Prototyp «E-Motion».<br />
Adrian Marti (l.) und Marcel Amstutz (Leiter Fahrzeugbau) durften das<br />
Label TOP-Ausbildungsbetrieb in Empfang nehmen.<br />
Fahrzeugschlosser ist nicht nur bei der Lanz+Marti AG eines der<br />
wichtigsten Berufsbilder im Fahr zeugbau.<br />
nen eingehen, um unser Produkt live im<br />
Alltag testen zu können. Denn solange<br />
wir nicht beweisen können, dass man mit<br />
unserem Anhänger effizienter wird,<br />
bleibt er nur eine gute Idee.»<br />
Flexibilität als Stärke<br />
Stalder öffnet den Fokus: «Als markenunabhängiger<br />
Hersteller können wir<br />
bei den LKW-Produzenten nicht viel bewirken.<br />
Aber als Anhängerbauer können<br />
wir auf den Aufbau und das Design des<br />
Chassis Einfluss nehmen und so an anderer<br />
Stelle wirken. Der Anhänger per se<br />
leistet nämlich auch einen wesentlichen<br />
Beitrag zum CO₂-Ausstoss.»<br />
Roland Peter, Leiter Verkauf und Marketing,<br />
setzt das Projekt in Relation: «Unsere<br />
Kundschaft fährt meist eine Mehrmarkenstrategie.<br />
Also müssen wir unabhängig<br />
vom ziehenden Lastwagen Lösungen für<br />
alle Marken anbieten. Unser Kipperaufbau<br />
etwa passt auf die Fahrgestelle aller<br />
Hersteller. Nur die Schnittstelle ist jeweils<br />
individuell. Bei den Anhängern ist es noch<br />
extremer, sie müssen heute an diese Marke<br />
angehängt werden können und morgen<br />
an jene, ohne dass man ein Programmiertool<br />
zur Hand nehmen muss.» Peter ergänzt:<br />
«Der Markt verändert sich in zwei<br />
Richtungen. Flexibel und indivi duell bleiben<br />
ist die eine, Standardisieren und Vergünstigen<br />
die andere. Wir haben uns für<br />
die Flexibilität entschieden.» Das sei eine<br />
grosse Herausforderung und verlange<br />
auch ein Umdenken. «Was wir zwar schon<br />
Lanz+Marti AG<br />
Im Porträt<br />
vorher gemacht haben, aber worin wir<br />
vielleicht etwas mutiger geworden sind,<br />
ist die Suche nach Innovationen, die es<br />
noch nicht gegeben hat oder die man verbessern<br />
kann.» Marti ergänzt: «Wir sind<br />
Adrian Marti (hier neben der Universalachse des<br />
«E-Motion»-Prototyps) ist 2016 ins Unternehmen<br />
eingetreten und seit 2018 Geschäftsleiter.<br />
Die Lanz+Marti AG in Sursee LU ist ein Familienunternehmen<br />
mit Tradition, Erfahrung<br />
und höchsten Qualitätsstandards: Seit 62<br />
Jahren wird hier das ganze Herzblut in innovativen<br />
Fahrzeugbau gesteckt. Dabei werden<br />
präzis und ideenreich Kundenwünsche in<br />
robuste und effiziente (Spezial-)Fahrzeuge<br />
um gesetzt, angefangen bei Kasten- und Blachen<br />
auf bauten über Kippbrücken bis hin zu<br />
Sat tel aufliegern. Über 80 geschulte Mitarbeitende<br />
beraten, konstruieren, schlossern,<br />
lackieren, prüfen, reparieren und helfen auch<br />
auf der Suche nach Ersatzteilen und Occasionen.<br />
Gegründet wurde die Firma 1958 durch<br />
Walter Lanz und Robert Marti, die sich mit<br />
drei Mitarbeitern ins Abenteuer Lanz+Marti<br />
stürzten. 1961 wird Land im Industriegebiet<br />
von Sursee gekauft und darauf eine neue<br />
Schlosserei errichtet. Bis 1970 wächst das<br />
Unternehmen auf 70 Mitarbeitende an, weitere<br />
Hallen für Schlosserei, Malerei, Fertigmontage,<br />
Arbeitsvorbereitung und Materiallagerung<br />
werden gebaut. 1993 übergibt<br />
Robert Marti den Betrieb an Sohn Ruedi Marti.<br />
1997 wird das Unternehmen ISO 9001 zertifiziert<br />
und im Jahr 2000 mit einer topmodernen<br />
CAD-Anlage aufgerüstet. 2003/2004<br />
weitere Neubauten und Übernahme des<br />
Mammut- Kipper-Programms der Carrosserie<br />
Brühwiler AG. 2014 ein Höhepunkt der erfolgreichen<br />
Lehrlingsausbildung: Zum ersten Mal<br />
kommt der Schweizer Berufsmeister der<br />
Fahrzeugschlosser aus Sursee. 2018 hält mit<br />
Adrian Marti die dritte Generation Einzug in<br />
die Geschäftsleitung. Die AG ist zu 100 Prozent<br />
im Besitz der Familie Marti, aufgeteilt auf<br />
die Mutter und die drei Söhne, die alle im<br />
Unternehmen tätig sind.<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>41
Auch Lackierer werden benötigt, wobei die Anforderungen im Fahrzeugbau<br />
nur bedingt mit jenen eines «normalen» Autospritzwerks vergleichbar<br />
sind. Darum soll künftig auch in diesem Bereich ausgebildet werden.<br />
Im Fahrzeugbau wird viel konstruiert. Dies geschieht heute mit<br />
modernen CAD-Anlagen.<br />
Der Schweizer Fahrzeugbau zeichnet sich vor allem durch individuelle<br />
Lösungen aus.<br />
Ohne Elektrik geht schon längst nichts mehr. Kabelstränge werden<br />
immer komplexer.<br />
Und am Ende verlässt ein solches Fahrzeug die Werkshallen, fast<br />
ausschliesslich geschaffen mit den eigenen Händen.<br />
per se nahe am Kunden und wissen, welche<br />
Wünsche er hat. Wir versuchen, ihm<br />
mit unserem Know-how aufzuzeigen,<br />
dass es in dieser Richtung auch etwas<br />
Neues gibt. Wir wollen den Kunden das<br />
Leben möglichst einfach machen. Mit dem<br />
Hybridanhänger wagen wir mehr, indem<br />
wir etwas wirklich Innovatives hinstellen,<br />
wofür wir noch nicht wirklich einen Kunden<br />
haben.»<br />
Partizipativer Kreativprozess<br />
Marti beschreibt den Entstehungs- und<br />
Verbesserungsprozess: «Wir legen schon<br />
früh Fahrpläne und Zyklen fest, in denen<br />
wir immer wieder anhand eines fixen<br />
Zeitrasters eine Standortbestimmung vornehmen.<br />
Auch bei Innovationen wie dem<br />
Elektroanhänger arbeiten wir zirkulär mit<br />
verschiedenen Mitarbeitern und Teamleitern,<br />
mit denen wir uns fragen, wo Entwicklungen<br />
durchgeführt und Prozesse optimiert<br />
werden können.» Stalder ergänzt:<br />
«Die besten Innovationen sind meist zusammengesetzt<br />
aus verschiedenen Ideen<br />
verschiedener Personen. Es ist der Austausch,<br />
den wir sehr gut pflegen und der<br />
schliesslich zu Ideen und Verbesserungen<br />
führt. So wird es auch im Unternehmen<br />
besser mitgetragen. Jede Idee wird ernst<br />
genommen und geprüft.» Für Peter ist die<br />
Planung essenziell: «Wie viel Geld und Zeit<br />
wollen wir in etwas investieren? Wie ist der<br />
Zeitplan? Der ist besonders wichtig, denn<br />
man findet immer einen Grund, etwas nicht<br />
zu machen. Dabei gehen wir sehr zielgerichtet<br />
und strukturiert vor. Wir sind kein<br />
Thinktank, sondern müssen ein Produkt<br />
herstellen, das verkäuflich ist. Schlussendlich<br />
bezahlt uns der Kunde und nicht der<br />
Staat oder eine Uni.»<br />
Regionalität als Chance<br />
Eines der Kernprodukte der Lanz+Marti<br />
AG sind Zwei-Achs-Drehschemelanhänger,<br />
eine in der Schweiz besonders beliebte<br />
Auslegung. Roland Peter macht<br />
sich keine Sorgen, kopiert zu werden: «In<br />
der Schweiz gibt es so viele Nischen, in<br />
denen man sich positionieren kann, man<br />
darf nur nicht den Anspruch haben, europaweit<br />
zu produzieren. Und wenn man<br />
dann doch kopiert wird, kommt man mit<br />
der nächsten Innovation.» Dabei sei nicht<br />
die Grösse der Innovation matchentscheidend,<br />
wie Stalder erklärt: «Wir erarbeiten<br />
viele kleine Verbesserungen, teilweise<br />
nur für einen einzelnen Kunden, die ihm<br />
einen klaren Vorteil bieten, aber anderen<br />
wiederum nicht. Unser Anspruch ist es,<br />
den Kunden immer wieder individuelle<br />
Lösungen zu bieten.»<br />
Harte Nachfolgeregelung<br />
Als vor über zwei Jahren der damalige<br />
Inhaber und Geschäftsleiter Ruedi Marti<br />
unerwartet verstarb, war die Nachfolgeregelung<br />
zwar angedacht und aufgegleist,<br />
aber noch nicht abgeschlossen.<br />
Sein Sohn und heutiger Geschäftsleiter<br />
Adrian Marti blickt zurück: «Was uns auszeichnet,<br />
ist die Flexibilität, die wir damals<br />
42 carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>
Innovation im Detail heisst, Bewährtes immer wieder zu hinterfragen und zu verbessern.<br />
an den Tag legten. Wir waren mutig und<br />
wagen heute mehr bezüglich Innovationen.»<br />
Peter ergänzt: «Es war darum wichtig,<br />
mit unserem Anhänger an der transportCH<br />
ein klares Zeichen im Markt zu<br />
setzen.» Stalder, am längsten in der Geschäftsleitung,<br />
meint dazu: «In einem Familienunternehmen<br />
ist ein Patron eine<br />
Identifikationsfigur, innen wie aussen.<br />
Schon Ruedi Marti damals und auch Adrian<br />
heute lässt uns genug Raum für neue<br />
Kräfte, die weiterkommen möchten. 2017<br />
hatten wir die Gesamtstrategie des Unternehmens<br />
durchleuchtet und darüber<br />
nachgedacht, wie wir uns in den nächsten<br />
fünf Jahren entwickeln möchten. Die<br />
Transformation war also schon eingeleitet,<br />
als Ruedi Marti im August 2018 verstarb.<br />
Das Kader war so aufgestellt und<br />
die Kompetenzen waren so verteilt, dass<br />
wir funktionieren und das Tagesgeschäft<br />
weiterführen konnten.» Marti bestätigt:<br />
«Den erfolgreichen Übergang haben wir<br />
einem guten Team und einer guten Mannschaft<br />
zu verdanken. Gleichzeitig konnten<br />
wir dadurch auch neue Wege gemeinsam<br />
beschreiten und Veränderungen durchführen,<br />
die positiv wahr- und gut aufgenommen<br />
wurden.»<br />
Stalder anerkennt, dass die Firma damals<br />
wie heute wirtschaftlich gut dasteht, was<br />
in jenem Moment sehr wichtig war.<br />
«Nichtsdestotrotz war es eine relativ fordernde<br />
Zeit für alle. Es war sowohl für<br />
alle Mitarbeiter schwierig wie auch für die<br />
Kunden, die plötzlich nicht nur einen Ansprechpartner,<br />
sondern auch einen<br />
Freund verloren hatten. Ich habe 13 Jahre<br />
mit Ruedi Marti zusammengearbeitet<br />
und es war nicht so, als wäre ein Patriarch<br />
weggegangen, sondern ein fassbarer<br />
Chef, welcher immer auf Augenhöhe<br />
kommunizierte und einen unterstützte. So<br />
sind wir auch heute im gesamten Unternehmen<br />
unterwegs, wir sind sehr nahbar,<br />
hands on.» Marti pflichtet ihm bei: «Unsere<br />
Türen stehen immer offen und wir<br />
suchen immer mit den Mitarbeitern Lösungen.<br />
Von ihnen fordern wir umgekehrt<br />
aber auch, dass sie selbst mit Lösungen<br />
kommen.» Stalder unterstreicht den<br />
Teamgeist: «Wir drei allein bringen kein<br />
Fahrzeug auf die Strasse, dazu brauchen<br />
wir die Mannschaft von 80 Leuten, von<br />
denen jeder eine Aufgabe hat, wie in einem<br />
Getriebe. Zusammen können wir<br />
wortwörtlich Grosses schaffen.»<br />
Den Jungen eine Perspektive geben<br />
Adrian Marti absolvierte nach seiner Matura<br />
eine Lehre als Konstrukteur, danach<br />
studierte er Maschinenbau am Campus<br />
Horw und nach einer Reisepause trat er<br />
2016 eine frei gewordene Stelle innerhalb<br />
des Unternehmens an. Auf die vergangenen<br />
zwei Jahre im Unternehmen<br />
angesprochen, meint er: «Ich habe das<br />
Gefühl, dass es eine Art Generationenwechsel<br />
gegeben hat.» Denn nicht nur die<br />
Geschäftsleitung wurde verjüngt. Steht<br />
ein Stelleninhaber vor seiner Pension,<br />
wird er wenn möglich durch einen deutlich<br />
jüngeren Mitarbeiter ersetzt, der parallel<br />
dazu auf die Position vorbereitet<br />
wird. «Eine generische Verjüngung»,<br />
nennt dies Peter. «Das macht es ja auch<br />
interessant für Junge, die Lernenden und<br />
ehemaligen Lernenden, denen wir eine<br />
Perspektive geben können, im Unternehmen<br />
zu wachsen. Den Jungen, die wollen,<br />
muss man etwas anbieten, ansonsten<br />
suchen sie sich einen anderen Weg, und<br />
zwar eher von der Branche weg.» Doch<br />
Stalder sieht auch einen Konflikt: «Wir<br />
wollen die Jungen motivieren, fordern<br />
und fördern – und trotzdem sind wir ein<br />
Handwerksbetrieb, in dem wir nicht nur<br />
Häuptlinge gebrauchen können.» Seine<br />
Lösung: «Viele Spezialisierungen, in denen<br />
man sich entwickeln kann.»<br />
Lehrlingsmarketing ein Muss<br />
Bei der Lanz+Marti AG werden nebst zwei<br />
bis drei Fahrzeugschlossern EFZ pro Jahr<br />
alle vier Jahre auch ein/eine Konstrukteur/-in<br />
EFZ ausgebildet. Ab 2021 soll es<br />
auch eine Lehrstelle für Carrosserielackierer/-innen<br />
EFZ geben, so zumindest<br />
der Plan.<br />
«Wir müssen schon intensiv Lehrlinge<br />
suchen», gibt Peter zu. «Wir nutzen Digitalmarketing<br />
und nehmen an der Zentralschweizer<br />
Bildungsmesse Zebi teil. Dabei<br />
ist wichtig, dass jeden Tag mindestens<br />
ein Lernender an der Messe ist. Denn<br />
schlussendlich ist es Mund- zu-Mund-<br />
Propaganda, unsere Zunft ist ja nicht so<br />
gross. Und der Fahrzeugschlosserberuf<br />
ist auch nicht wirklich so bekannt wie etwa<br />
Sanitär oder Heizungsmonteur. Wir haben<br />
auch das Budget dieser Berufsverbände<br />
nicht. Es sind aber immer qualitativ gute<br />
und gesunde Menschen, die sich bewerben<br />
und aus denen wir auswählen können.»<br />
Zudem meldet sich das Unternehmen<br />
bei den Lehrstellenparcours der<br />
Stadtschulen an, bei denen die Schüler<br />
zwei Stunden reinschauen und daraufhin<br />
eine Schnupperlehre machen können.<br />
Stalder erklärt, dass für die Schnupperlehrlinge<br />
ein Programm zusammengestellt<br />
wird: «Wir geben ihnen Arbeiten, sie<br />
müssen selbst ein Modell schweissen und<br />
sehen in alle Bereiche rein. Es ist schwierig,<br />
direkt an Schulen ranzukommen, denn<br />
die Lehrer und Schulleitungen sind zu<br />
sehr damit beschäftigt, ihre Schüler durch<br />
die neun Jahre Schule zu bringen.»<br />
Individuelle Zielsetzungen im<br />
Mitarbeitergespräch<br />
Zur Personalführung gehören wiederkehrende<br />
Standortbestimmungen mit den<br />
Mitarbeitern, bei denen man auch die Entwicklung<br />
anschaut und individuelle Zielsetzungen<br />
festlegt. «Damit zeigen wir<br />
auch Perspektiven auf», so Marti. «Für<br />
den Mitarbeiter, der das will, ist das wichtig,<br />
aber auch für uns, denn wir müssen<br />
unsere Leute selbst ausbilden, das macht<br />
niemand für uns. Wenn man Arbeitskräfte<br />
sucht, gibt es kein Riesenangebot auf<br />
dem Arbeitsmarkt. Daher ist es besonders<br />
wichtig, dass man jene, die man ausbildet,<br />
auch behalten kann.»<br />
Mit Ausnahme im Corona-Jahr werden<br />
Mitarbeiteranlässe organisiert wie Skifahren,<br />
ein Familientag an einem Samstag,<br />
Weihnachtsessen oder die einzigartige<br />
Grill Pool Challenge. Peter versichert:<br />
«Es findet quartalsweise immer etwas<br />
statt, aber ungezwungen, der Fun-Faktor<br />
steht im Vordergrund. Und es muss niemand<br />
kommen, der nicht will. Wir wollen<br />
ein gutes Umfeld haben, sodass die Leute<br />
nicht jeden Morgen unglücklich zur<br />
Arbeit kommen, sondern gerne – und<br />
somit auch länger bleiben. Wir entwickeln<br />
nicht nur Produkte und das Unternehmen,<br />
sondern auch Mitarbeiter.» ●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bilder: Lanz+Marti, Petro<br />
carrossier Nr. 8 / Dezember <strong>2020</strong>43
In eigener Sache<br />
Umweltschonende<br />
Verpackungsfolie<br />
aus rezyklierten<br />
Altfolien<br />
Unsere Welt ist voll von Plastik.<br />
Kein Wunder, wird das Thema nicht nur hierzulande<br />
intensiv diskutiert. Auch Zeitschriften erreichen die<br />
Leserinnen und Leser in einer schützenden Folie aus<br />
Kunststoff. Obwohl es die ökologischste Lösung wäre,<br />
keine Folie zu verwenden, ist in den meisten Fällen<br />
eine schützende Folierung der Zeitschriften zwingend<br />
(Versandvorschriften der Post).<br />
Galledia hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt,<br />
was man als Dienstleister im Bereich Folierung<br />
optimieren könnte, und nach unbedenklicheren<br />
Materialien gesucht. Deshalb freut es uns, dass Sie<br />
jetzt eine Zeitschrift mit einer umweltschonenden<br />
Eco-Folie erreicht. Die Verpackung besteht zu mindestens<br />
50 Prozent aus rezyklierten Altfolien.<br />
Im Vergleich zu konventionellen Folien verbraucht die<br />
Eco-Folie bereits in der Herstellung weniger fossile<br />
Energieträger und verursacht hierdurch einen geringeren<br />
CO 2<br />
-Ausstoss. Die Eco-Folie der Galledia kann<br />
immer wieder dem Kunststoffkreislauf (z. B. im Gemeindewerkhof)<br />
zugeführt werden. Dadurch werden<br />
weitere Mengen an Plastikabfall reduziert.<br />
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Musse beim<br />
Lesen.