Sicher sein - Ford

at.ford.com

Sicher sein - Ford

Sicher

sein

November 2009

Unser Standort: Europa


Auf die Zukunft

vorbereitet

Wir haben die Ergebnisse des dritten Quartals

unmittelbar zum Drucktermin dieser Ausgabe

von @Ford bekannt gegeben.Trotz der weiterhin

geschwächten Weltwirtschaft haben wir unseren

ersten Vorsteuer-Konzern-Gewinn seit dem

ersten Quartal 2008 erzielt. Jede Geschäftseinheit

war entweder profitabel oder hat sich

maßgeblich verbessert, sowohl im Vergleich zum

Vorjahr als auch im Vergleich zum vorhergehenden

Quartal. Nordamerika meldete erstmalig

seit dem ersten Quartal 2005 einen Profit.

Außerdem können wir zum ersten Mal seit dem zweiten Quartal 2007

einen positiven Cashflow für das Automobilgeschäft vermelden.

Aus Sicht von Ford Europa bin ich mit unseren Ergebnissen sehr

zufrieden, insbesondere da wir unseren Teil zu den positiven Konzernnachrichten

beitragen konnten. Mit einem Gewinn von $193 Millionen

(ohne Sonderposten) sprechen wir von einer Verbesserung um $124 Millionen

im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso fiel das Ergebnis um $55 Millionen

besser aus als im zweiten Quartal 2009.

Auf dieses Ergebnis sollten wir stolz sein und uns über diese Leistung

freuen, die auf einer Bündelung vieler einschneidender Aktionen, die wir

alle getragen haben, beruht. Die Stärke unseres Produktangebotes, sowie

die anhaltend gute Kundennachfrage sind weitere ermutigende Nachrichten.

Angeführt vom neuen Fiesta festigten wir unsere Position als zweitstärkste

Marke in Europa. Unser Marktanteil für das dritte Quartal und für

das laufende Jahr beträgt 9,2 Prozent. Dies sind die besten Marktanteilsergebnisse

seit zehn Jahren.

Dabei dürfen wir das Gesamtziel nicht aus den Augen verlieren.

Unsere Erlöse sind 2009 signifikant zurückgegangen, unsere Verkaufszahlen

sind im Jahresvergleich rückläufig. Die Abwrackprogramme haben

der Branche in Europa zwar eine kurze Atempause verschafft, unterm

Strich jedoch bleibt die Nachtfrage nach Neufahrzeugen schwach und mit

Auslaufen der Unterstützungsprogramme gerät die Automobilindustrie in

eine äußerst fragile Lage.

Zweifelsohne wird es noch einige Zeit dauern, bis sich die wirtschaftliche

Situation verbessert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns

weiterhin auf die Aspekte unseres Geschäfts konzentrieren, die wir beeinflussen

können. Wir werden auf die Herausforderungen des Jahres 2010

genauso reagieren, wie in diesem Jahr: indem wir unsere Geschäftsziele

fest im Blick behalten, das heißt weiterhin unsere Produktion an der

Nachfrage ausrichten, Kosten und Ausgaben senken und unserem

Grundsatz treu bleiben, qualitativ hochwertige Fahrzeuge zu bauen,

die unsere Kunden wollen.

ONE Ford ist der Rückhalt, mit dem wir der Zukunft begegnen. Schon

jetzt liefert es uns bedeutende Vorteile, dabei stehen wir erst am Anfang.

Das volle Potenzial wird sich erst in der Zukunft zeigen und die Resultate

werden größer sein, als man sich heute vorstellen kann. Wir hatten ein

tolles drittes Quartal, aber jetzt gilt es sicherzustellen, dass wir, aufbauend

auf unseren Stärken, ein gutes Jahresendergebnis liefern werden.

Vielen Dank für Ihre anhaltende Unterstützung.

John Fleming

Executive Vice President FMC

und Chairman & CEO, Ford of Europe

One Team – One Plan – One Goal

04 Aktuell

Grün und kraftvoll

Branchen-News

Absatz und Marktanteile

im September

08 Titelgeschichte

Fahrzeugsicherheit bei

Ford of Europe

12 Reportage

Wie die Ford Motor Company ihre

globale Stratgie lokal umsetzt

13 Sport

Spannendes Finale der FIA Rallye-

Weltmeisterschaft in Wales

14 Reportage

Chinas boomender Automarkt

16 Interview

John Parker über die Entwicklung

der Region Asien-Pazifik

und Afrika

18 Qualität

Wie Qualitätsmanagement hilft,

neue Fahrzeuge europaweit auf

den Markt zu bringen

November 2009

Unser Standort: Europa

04

08

Ford Report

Eingelegt zwischen

den Seiten 10 und 11

12

13

16

Feel the difference


Aktuell

Ford Ranger: Der Abenteurer

Ford lanciert in Europa für den Ford Ranger

eine neue Werbekampagne im Comic-Stil.

Die Print-Anzeigen, die von der Agentur Ogily

Advertising entworfen wurden, sind dem Stil

klassischer Abenteuer-Comics aus den 1940er

und 1950er Jahren nachempfunden.

Die Zeichnungen von Mark Thomas zeigen den

Ford Ranger bei der Bergung eines Flugzeugs,

auf der Flucht aus einer überfluteten Tempelanlage

und mit einem Riesenaffen, der frappierende

Ähnlichkeit mit King Kong aufweist.

4 | November 2009

Ford bester

Nutzfahrzeughersteller

Die britische Fachzeitschrift Fleet Van hat

Ford zum zweiten Mal in Folge mit einem

„Fleet Van Award“ als Nutzfahrzeughersteller

des Jahres ausgezeichnet. Der

neue Ford Fiesta Van gewann in der

Kategorie „kompakte Nutzfahrzeuge für

den städtischen Einsatz“.

Die Jury aus Flottenmanagern, Sachverständigen

und Journalisten bewertete

neben dem Fahrzeugangebot, Kosten

und Zuverlässigkeit auch Aspekte wie

Service und Teileverfügbarkeit.

„Diese Auszeichnung bedeutet

uns sehr viel, schließlich entfällt

der Großteil unseres Nutzfahrzeuggeschäfts

auf den

Flottenmarkt. Es freut uns,

dass unser kontinuierlicher

Einsatz mit einem so renommierten

Preis belohnt wird.“

Steve Kimber, Direktor Ford

Nutzfahrzeuge

Meilenstein in Wales

Nach der kürzlich umgesetzten Produktionssteigerung

hat das Ford Motorenwerk

im walisischen Bridgend die Rekordmarke

von 15 Millionen Motoren geknackt. Das

Werk, das 1980 seinen Betrieb aufnahm,

ist auf Motoren für kleinere und mittlere

Ford-Fahrzeuge spezialisiert, die aufgrund

der Abwrackprogramme und dem wachsenden

Trend zu kleineren Fahrzeugmodellen

stark nachgefragt werden.

Zeitgleich mit dem 15-millionsten Motor rollte in Bridgend das fünfmillionste Aggregat der

Vierzylinder-Motorenfamilie vom Band, die Ford seit 1998 dort fertigt.

Elektro-Strategie

Mit der Einrichtung einer neuen Management-Position bekräfigt die

Ford Motor Company ihre globale Elektro-Offensive. Nancy Gioia wird

als Director of Ford Global Electrification künftig die Strategie und Planung

des globalen Elektrofahrzeug-Portfolios von Ford verantworten und für alle

Aspekte der Elektro-Mobilität zuständig sein.

Ford Focus ST BEV ist TV-Star

Ein in Saarlouis gebauter, in „Electric Orange“ lackierter Ford Focus ST mit

Batterieantrieb ist der neue Star der in den USA überaus erfolgreichen

„Jay Leno Show“. In der „Green Car Challenge“ konkurrieren prominente

Gäste des Moderators Jay Leno im Ford Focus ST BEV (BEV = Battery Electric

Vehicle) auf einem Rennparcours um Bestzeiten. Der Ford Focus ST wurde von

den Ford-Ingenieuren in den USA innerhalb von sechs Wochen umgerüstet.


Grüne Zukunft für

ehemaliges

Ford-Werk

CO 2 -Sparmeister

In Großbritannien ist Ford Vorreiter bei der Reduzierung von

CO 2 -Emissionen. Dies ergaben die jüngsten Analysen des

Internetportals „Clean Green Cars“. Im Zeitraum von Januar

bis September erzielte Ford mit gut 10.000 Tonnen weniger

CO 2 unter allen Autoherstellern die höchsten Einsparungen.

Besonders die Modelle Ford Ka und Fiesta trugen maßgeblich

dazu bei.

In den ersten neun Monaten des Jahres sank der

CO 2 -Ausstoß von Neuwagen in Großbritannien um

5,5 Prozent. Ausgehend von dieser Verbesserungsrate

würde die Automobilindustrie die von der EU bis zum

Jahr 2012 geforderte Grenze von 130 Gramm CO 2 pro

Kilometer erfüllen.

Das stillgelegte Ford Fahrzeugwerk

Wixom bei Detroit (US-Bundesstaat

Michigan) wird zu einer

der größten Fabriken im Bereich

erneuerbare Energien in Nordamerika

umgebaut. An dem ehemaligen

Ford-Standort werden

ab dem Jahr 2011 hochmoderne

Solarkollektoren und Systeme

zur Speicherung von Sonnen-

und Windenergie hergestellt.

Gemeinsam mit den Energieunternehmen

Clairvoyant Energy

und Xtreme Power sowie

staatlichen und kommunalen

Behörden erarbeitete Ford eine

umweltgerechte Lösung zur

Sanierung des 130 Hektar

großen Geländes. Durch die

Neuausrichtung sollen über

4.000 Arbeitsplätze entstehen.

„Über ein halbes Jahrhundert

stand das

Werk Wixom im Dienste

vom Ford. Wir wollten

sicherstellen, dass es

auch in Zukunft von

Nutzen für Michigan ist.“

Bill Ford, Executive Chairman,

Ford Motor Company

Verschrottungsaktion

von Ford Schweiz

Mangels staatlicher

Unterstützung für den

Automobilmarkt hat Ford

Schweiz ein eigenes

Abwrackprogramm ins

Leben gerufen. Kunden, die

ihr mindestens acht Jahre

altes Fahrzeug nachweislich

verschrotten lassen,

erhalten beim Kauf eines

Schon gewusst?

Die europäische Automobilindustrie

investiert jedes Jahr 20 Milliarden

Euro in Forschung und

Entwicklung

neuen Ford eine Prämie

von bis zu 6.000 Schweizer

Franken (3.900 Euro) plus

ein attraktives

Tiefzins leasing-Angebot.

Die Aktion läuft bis

31. Dezember 2009

beziehungsweise

31. Januar 2010 für

ausgewählte Modelle.

Über 12 Millionen Familien in

Europa sind von einem Job in der

Automobilindustrie abhängig

November 2009 | 5


Aktuell

Anteile nach Segment Europa gesamt

Januar - August 2009

1. Fiat Panda

2. Fiat 500

8. Ford Ka

1. Ford Fiesta

2. Peugeot 207

3. GM Corsa

1. GM Meriva

2. Honda Jazz

5. Ford Fusion

1. VW Golf

2. Ford Focus

3. GM Astra

1. Nissan Qashqai

2. VW Tiguan

3. Ford Kuga

Suzuki Swift

Plug-In-Hybrid

6 | November 2009

16,4%

10,0%

5,7%

13,1%

10,4%

9,9%

17,1%

15,5%

10,8%

22,0%

12,2%

10,8%

27,7%

16,9%

9,3%

Suzuki hat auf der Tokio Motor Show

eine Studie des Swift mit Plug-In-

Hybridantrieb vorgestellt. Ein von

Lithium-Ionen-Akkus betriebener

Elektromotor bringt den Kleinwagens

20 Kilometer weit. Ein Dreizylinder-Ottomotor

mit 660 ccm

Hubraum dient bei leeren Batterien

während der Fahrt als Generator

zur Stromerzeugung. Außerdem

lässt sich der Swift an einer haushaltsüblichen

Steckdose aufladen.

1. Citroën C4 Picasso 15,5%

2. Renault Scénic 14,4%

6. Ford C-MAX 9,0%

1. VW Passat

2. Skoda Octavia

4. Ford Mondeo

9. Ford S-MAX

1. Ford Galaxy

2. Renault Espace

3. VW Sharan

1. Ford Transit

2. VW Transporter

3. Fiat Ducato

Audi e-tron

bald in Serie

Audi hat bestätigt, dass der auf der

IAA präsentierte Elektro-Sportwagen

e-tron auf Basis des R8 in Serie

gehen wird. Insgesamt vier Elektromotoren

an Vorder- und Hinterachse

sorgen beim e-tron für eine Leistung

von 230 kW und 4.500 Newtonmeter

Drehmoment. Damit beschleunigt

der Zweisitzer in 4,8 Sekunden

auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit

ist auf 200 km/h begrenzt.

Die Reichweite der Lithuim-Ionen-

Akkus soll rund 250 Kilometer betragen.

Geladen wird der e-tron über

die Haushaltssteckdose in sechs bis

acht Stunden.

16,0%

15,1%

10,0%

3,6%

26,6%

16,1%

14,3%

12,6%

10,9%

9,6%

Grüner Aktionsplan

von PSA

Ford Marktanteile 01-09/2009

Pkw & Nutzfahrzeuge nach Ländern (+/– 2008)

A - Österreich

B - Belgien

CH - Schweiz

CZ - Tschech. Rep.

D - Deutschland

DK - Dänemark

E - Spanien

F - Frankreich

FIN - Finnland/Balt.

GB - Großbritannien

GR - Griechenland

H - Ungarn

I - Italien

IRL - Irland

N - Norwegen

NL - Niederlande

P - Portugal

PL - Polen

S - Schweden

EUROPA 19

Russland

Türkei

EUROPA 21

PSA Peugeot Citroën hat sich in

punkto Ökoentwicklung ein ehrgeiziges

Ziel gesetzt: bis zum Jahr 2011

sollen die Polymerteile seiner

Fahrzeuge zu 20% aus grünen

Werkstoffe bestehen. „Grüne

Werkstoffe“ umfassen Naturfasern

(zum Beispiel Leinen oder Hanf),

nicht metallisches Recyclingmaterial

und Biomaterialien (Stoffe, die nicht

der Petrochemie entstammen,

sondern aus erneuerbaren

Ressourcen).

Facelift für

Toyota Auris

7,3% (+0,1)

7,4% (+0,3)

5,6% (+0,1)

10,1% (+2,1)

7,6% (+0,7)

10,0% (+2,7)

8,9% (–0,6)

5,7% (+0,3)

8,7% (+1,8)

17,3% (+1,2)

7,0% (+0,8)

14,0% (+2,3)

9,7% (+2,0)

15,4% (+1,8)

9,1% (–0,3)

9,3% (+0,7)

7,9% (+0,4)

8,2% (+1,2)

6,3% (+0,2)

9,2% (+0,5)

5,7% (–0,2)

14,8% (+0,3)

9,1% (+0,6)

Auf der Tokio Motor Show zeigt

Toyota den überarbeiteten Auris.

Der kompakte Ford Focus-Konkurrent

erhielt neue Stoßfänger,

eine neu gestaltete Motorhaube

samt überarbeitetem Kühlergrill

und leicht veränderte Scheinwerfer

und Rückleuchten. Für den Innenraum

werden neue Farbkombinationen,

hochwertigere Materialien und

zusätzliche Ausstattungsoptionen

angeboten.


Top-5-Märkte, sortiert nach Ford

Absatz (01-09/2009)

Markt Absatz

1. Großbritannien

2. Deutschland

3. Italien

4. Frankreich

5. Spanien

Pkw

Nutzfahrzeuge

293.560

239.900

168.890

108.410

67.854

Industrie Europa 19 gesamt (01-09/2009)

10.423.566 –650.099

1.531.979 –631.934

Mit dem ersten fallenden Herbstlaub

brachte der September in

diesem Jahr steigende Zulassungszahlen

in den europäischen

Automärkten mit sich.

Stark aufgestellt mit Produkten

und Vertriebspartnern konnten wir

von diesem neuerlichen Nachfrageanstieg

profitieren und die Zulassungszahlen

in unseren 19 Hauptmärkten

um 16.690 Einheiten auf

insgesamt 152.500 Fahrzeuge

erhöhen. Unser Marktanteil überstieg

die 10-Prozent-Marke auf

10,08%, was das beste September-

Ergebnis seit acht Jahren war.

In Großbritannien sorgte der

Nummernschildwechsel gepaart mit

der Abwrackprämie für den bislang

absatzstärksten Monat des Jahres.

Am Marktwachstum von 8% übernahm

Ford mit 63.500 neu zugelassenen

Fahrzeugen (einem Plus von

7.800 Einheiten) den Löwenanteil.

Unser Marktanteil kletterte um einen

knappen Prozentpunkt auf 15,74%.

Am Privatkundenmarkt verteidigte

der Ford Fiesta seine Stellung als

beliebtester Pkw Großbritanniens.

Die Verschrottungsprämie hat

den Automobilmarkt in Großbritannien

trotz der anhaltenden Konjunkturschwäche

belebt. Die im

September angekündigte Ausdehnung

des Programms wurde daher

von der Branche sehr begrüßt.

In Deutschland lief die Umweltprämie

Anfang September aus, dennoch

profitierte der Handel von den

Nachwirkungen. Es wurden 15%

mehr Fahrzeuge neu zugelassen als

im Vorjahr. Wir erreichten mit 27.135

Neuzulassungen ein Plus von 4.465

Einheiten, unser Marktanteil stieg

Top-5-Märkte nach Marktanteilszuwachs

01-09/2009(+/- 2008)

Markt Prozentpunkte

1. Dänemark

2. Ungarn

3. Tschech. Rep.

4. Irland

5. Italien

auf 8,04 Prozent. Es bleibt abzuwarten,

wie sich der Rest des Jahres

entwickeln wird, doch angesichts

des weiterhin geschwächten Marktes

hoffen wir, dass auch die künftige

Bundesregierung eine Ausdehnung

des Abwrackprogramms erwägen

wird.

In Italien war Ford im September

erneut führende Importmarke und

der Ford Fiesta verteidigte seine

Position als meistverkauftes Importfahrzeug.

Wir verzeichneten mit

19.610 Neuzulassungen eine

Steigerung um 4.835 Fahrzeuge.

Auch in Frankreich war der Ford

Fiesta der Spitzenreiter unter den

Importmodellen. Unsere Zulassungen

stiegen um 1.100 Einheiten auf

11.900 Fahrzeuge. Damit erlangten

wir einen Marktanteil von 5,49% –

das beste Marktanteilsergebnis für

September seit dem Jahr 2000.

In Spanien wurden 12% mehr

Fahrzeuge neu zugelassen als im

September 2008. Ford meldete bei

8.480 Neuzulassungen ein Plus von

2.155 Fahrzeugen. Beim Marktanteil

erzielten wir mit 9,83% (plus 1,60

Prozentpunkte) das seit fünf Jahren

beste Ergebnis für diesen Monat.

Einen beachtlichen Zugewinn

beim Marktanteil registrierte im September

Dänemark mit plus 7,21 auf

13,67% (höchster Marktanteil seit

Januar 1996). Schweden verzeichnete

mit 7,1% und einem Zuwachs

von 1,5 Prozentpunkte den höchsten

September-Marktanteil seit

1997.

In Polen stieg der Marktanteil um

mehr als 3,1 Prozentpunkte auf

8,43% (bester September-Marktanteil

seit 1994). In Ungarn und der

2,69

2,29

2,12

1,79

1,98

Tschechischen Republik wurden

ebenfalls solide Marktanteilszuwächse

vermeldet.

Der Markt in Österreich lag 12

Prozent über dem Vorjahr, und wir

verbesserten unseren Anteil um 0,5

Prozentpunkte auf 7,79% (auch hier

der beste September seit 1997).

In Russland, der Türkei und den

europäischen Direktmärkten

(EDM) wurden 25.020 Ford-Fahrzeuge

ausgeliefert. Unser Gesamtergebnis

für 51 Märkte beläuft sich

somit auf 177.620 Fahrzeuge.

So stark der Anstieg der Zulassungen

in der Türkei war, so rapide

fiel der Einbruch in Russland aus.

Während wir in der Türkei die Zulassungen

um 8.100 Fahrzeuge auf

15.165 erhöhten und unseren

Marktanteil um 3 Prozentpunkte auf

18,19% ausbauten, fiel der Absatz

im geschwächten russischen Markt

mit 6.000 Fahrzeugen um 6.800

Einheiten geringer aus. Der Marktanteil

fiel leicht auf 4,65%.

Ausblick

Eines der schwierigsten Jahre für die

Automobilbranche geht zu Ende,

und obwohl die Abwrackprogramme

in vielen Märkten für eine Belebung

des Absatzes sorgten, gibt es

wenig Anzeichen, dass die grundlegende

Nachfrage sich wieder stabilisiert

hat. Daher sprechen wir uns

weiterhin für eine Fortsetzung oder

phasenweise Beendigung dieser

Programme aus.

Der europäische Markt wird keine

wesentlichen Verbesserungen

erfahren, solange nicht die Wirtschaft

der gesamten Region wieder

anzieht und das Verbraucherzutrau-

KLARTEXT

von Ingvar Sviggum

Vice President,

Marketing Sales and

Service, Ford of Europe

en zurückkehrt. Bis dahin setzen wir

auf unsere Stärken: herausragende

Produkte und engagierte Händler.

FCSD–E

Trotz anhaltend schwieriger Bedingungen

lagen die Umsätze im September

4% über der Zielvorgabe,

mit guten Ergebnissen in allen

Geschäftsbereichen und nahezu

allen Märkten.

Der Zubehörverkauf ist seit Jahresbeginn

um 19% gestiegen, zu

großen Teilen aufgrund einer

gemeinsamen Initiative von FCSD

und dem Neuwagenverkauf um den

Verkauf von Zubehörpaketen in allen

Märkten und im gesamten Handel

zu vereinfachen. Dieser Ansatz

erhöhte auch die Marktdurchdringung

von Ford Protect um 8%.

Die Umsätze für den Zeitraum

Januar bis September lagen zu 94%

auf Vorjahresniveau und stiegen seit

August um 0,3 Prozent.

November 2009 | 7


Interview

Titelgeschichte

Mit ihrer überaus robusten Sicherheits-Fahrgastzelle, dem

Ford Intelligent Protection System (IPS) mit wegweisenden

Rückhaltevorrichtungen, sechs Airbags und serienmäßigem Antiblockier-Bremssystem

(ABS) und elektronischer Bremskraftverteilung

(EBD) unterstreicht die Ford Focus-Baureihe ihre kompromisslose

Haltung zu optimaler Insassensicherheit.

Das elektronische Sicherheits- und Stabilitätsprogramm ESP

inklusive Antriebsschlupf-Regelung (ASR) zählt heute ebenso

zum Standard-Lieferumfang wie eine automatische Warnblinklichtaktivierung

bei starkem Bremsen.

Die fast schon legendäre Fahrdynamik und Fahrqualität ist

darüber hinaus eine Schlüsseltugend des Ford Focus, die von

jeder neuen Generation gepflegt und weiter ausgebaut wird.

Bereits im Jahr 2004 stellte der Ford Focus sein Potenzial

beim Euro NCAP-Crashtest eindrucksvoll unter Beweis und

erhielt 5 Sterne für maximale Sicherheit beim Insassenschutz

Verkehrssicherheit betrifft jeden von uns. Welche

wichtige Rolle dabei die Sicherheit von Fahrzeugen

spielt, erklärt Stuart Southgate, Direktor des

Automotive Safety Office von Ford of Europe

Wie definieren Sie Fahrzeugsicherheit?

Fahrzeugsicherheit ist ein breites Feld, es umfasst

zum Beispiel Unfallvermeidung, Crash-Verhalten,

den Schutz anderer Verkehrsteilnehmer und

Elemente der persönlichen Sicherheit. Ziel ist, in

verschiedensten Verkehrssituationen ein sicheres

Umfeld für möglichst viele Beteiligte zu schaffen.

Die Fahrzeugsicherheit ist Teil eines integrierten

Ansatzes zur Verkehrssicherheit, bei der natürlich

auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer und

die Infrastruktur von Bedeutung sind.

8 | November 2009

Welche Faktoren bestimmen die Sicherheitsausstattung

eines Fahrzeugs?

Fahrzeugtyp, Größe und Einsatzanforderungen

können physische Grenzen für die Sicherheit

eines Fahrzeugs darstellen. Daher werden Fahrzeuge

heute von Beginn an unter sicherheitsrelevanten

Gesichtspunkten entwickelt, und Ford

setzt interne Richtlinien an, die für alle Fahrzeuge

das nötige Sicherheitsniveau gewährleisten.

Darüber spielen externe Faktoren wie Gesetzgebung,

öffentliche Beurteilungsmechanismen

(z.B. Euro NCAP) und der Wettbewerb eine

maßgebliche Rolle, ebenso wie neue Technologien

und Kundenanforderungen.

sowie eine hervorragende 4-Sterne-Bewertung für die

Kindersicherheit.

Möglich wurde dieses Resultat durch die Kombination vieler,

wirkungsvoller Einzelfunktionen, die dem Ford Intelligent Protection

System zu seinem Namen verhalfen.

6

4

11

5

3


2

1

7

12

8

Ist die Gesetzgebung ausschlaggebend für

die Sicherheit?

Gesetze sind nur ein Aspekt. Wir begrüßen eine

Gesetzgebung, die die Hersteller bei der Verbesserungen

der Sicherheit unterstützt, im Gegensatz

zu Vorschriften, die viel Aufwand erfordern

und keinen nachweislichen Nutzen bringen.

Ein gutes Verhältnis zu den Entscheidungsträgern

ist deshalb wichtig, damit bei künftigen Gesetzesänderungen

die Auswirkungen für die Automobilindustrie

Berücksichtigung finden.

Ist es wichtig, ständig nach der Führungsposition

in Sachen Sicherheit zu streben?

Ford ist in vielen Bereichen der Fahrzeugsicherheit

führend und hat viele Neuerungen voran

gebracht. Heute sind hervorragende Ergebnisse

in den Euro NCAP-Crashtests ein unabhängiges

Gütesiegel für den hohen Sicherheitsstandard der

Autos von Ford. Natürlich gibt es neue Sicherheits-Technologien,

die zuerst in Premium-Fahr-

9

13

10

zeugen und in kleinen Serien auf den Markt

kommen. Unser Erfolg liegt darin, dass wir diese

Innovationen in die Großserie bringen, ganz im

Sinne von Henry Ford, der das Automobil für die

Massen verfügbar machte.

Stehen bei der Entwicklung neuer

Fahrzeuge Sicherheitsvorgaben im

Vordergrund oder bestimmt das Design

die Sicherheitsausstattung?

Bei der Fahrzeugentwicklung werden zunächst

die Anforderungen bestimmt, basierend auf

Gesetzgebung, Industrienormen und Kriterien

unabhängigen Tests wie etwa Euro NCAP.

Neben unseren strengen internen Vorgaben helfen

Wettbewerbsanalysen, bestimmte Details zu

definieren. Sind die Anforderungen festgelegt,

stellt ein strikter Steuerungsprozess sicher, dass

alle Zielvorgaben erfüllt werden.

Das Intelligente Sicherheits-System IPS

des Ford Focus umfasst:

1 Frontairbags für Fahrer und Beifahrer

2 Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer

3 Kopf-Schulterairbags vorn und hinten

4 Steife Fahrgastzelle und Energie absorbierende

Knautschzonen

5 3-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, vorn höhenverstellbar;

pyrotechnische Sicherheitsgurtstraffer und -gurtkraftbegrenzer

vorn

6 ISOFIX-Halterungen für die äußeren hinteren Sitze

7 Anti-Submarining-Sitze (verhindern im Kollisonsfall das

Durchtauchen des Passagiers unter dem Gurt)

8 Antiblockier-Bremssystem (ABS) mit elektronischer

Bremskraftverteilung (EBD)

9 Elektronisches Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP)

mit Antriebsschlupf-Regelung (ASR)

10 Sicherheits-Bremsassistent (EBA)

11 Elektrische Fensterheber vorn mit Gesamtschließungs-

funktion und Einklemmschutz

12 Allergie getesteter Innenraum (TÜV-Siegel)

13 Notbremslicht, Warnblinkaktivierung bei starkem Bremsen

Wie steht der Verbraucher zum Thema

Sicherheit? Erwartet er vom Hersteller alles

oder ist er auch bereit, für mehr Sicherheit

zu bezahlen?

Das Bewusstsein unter den Verbrauchern wächst

und dementsprechend auch die Erwartungen.

Das Sicherheitsverständnis unter den Fahrern

variiert, einige sind sehr gut informiert, andere vertrauen

darauf, dass sich Verbraucherorganisationen

um ihre Belange in Sachen Sicherheit kümmern.

Obwohl heute bereits zahlreiche

Sicherheits-Features zur Serienausstattung

gehören, wählen manche Kunden besonders

fortschrittliche Systeme gezielt nach persönlichen

Erfordernissen oder Vorlieben aus und sind auch

bereit, dafür zu zahlen.

Ford führt jedes Jahr rund 200 vollwertige

Crashtests sowie bis zu 350 Schlittenversuche

durch. Wie unterscheidet sich das Testprogramm

von jenen anderer Hersteller?

November 2009 | 9


Titelgeschichte

Beim Euro NCAP-Crashtest erhielt der Ford Focus für den Insassenschutz

die maximale Wertung von fünf Sternen. Die unabhängigen Tester

bescheinigten dem Ford Focus eine besonders stabile Karosserie

und Fahrgastzelle für besonders hohen Schutz der Insassen.

Beim Frontalaufprall auf ein stehendes Hindernis aus 40km/h erlitt die

Karosseriestruktur nur minimale Deformationen. Da bei den meisten

Frontalcrashs nur Teile der Fahrzeugfront beteiligt sind, erfolgt auch

beim Euro NCAP-Crashtest der Aufprall versetzt. Wie beim Zusammenstoß

zweier Fahrzeuge treffen etwa 40 Prozent der Fahrzeugbreite auf

eine deformierbare Barriere auf.

Ford führt in Europa jedes Jahr etwa 200 Crashtests durch, um den

hohen Sicherheitsstandard seiner Fahrzeuge zu wahren.

Wir haben einmal den Ablauf eines Euro NCAP-Crashtests mit einem

Ford Focus in Millisekunden (das Tausendstel einer Sekunde) dargestellt.

Hier wird das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente des

intelligenten Sicherheits-Systems besonders deutlich:

0 ms – Die Stoßfängerverkleidung aus Kunststoff trifft auf das

Hindernis.

7 ms – Stoßfängerverkleidung deformiert; erste Verformungen an

Querträger und Crash-Boxen.

9 ms – Sensorsystem meldet Überschreitung des Grenzwertes.

Computersystem überwacht Aufprallschwere und prüft, ob

Rückhaltemechanismen (zum Beispiel Gurtstraffer) aktiviert

werden müssen.

12 ms – Zweiter unabhängiger Beschleunigungssensor meldet

Aufprall. System in Bereitschaft.

18 ms – Schwere des Aufpralls wird berechnet und Straffung der

Sicherheitsgurte eingeleitet. Steueralgorithmus prüft, ob

weitere Rückhaltemechanismen aktiviert werden müssen.

Warnleuchten blinken.

Das Wesentlichste ist die Anzahl der Tests, die

wir für jedes neue Fahrzeugdesign durchführen.

Dabei gelten neben gesetzlichen Vorgaben und

unabhängigen Bewertungskriterien sehr strenge

interne Vorgaben. Ein Beispiel: Wir führen routinemäßig

vollwertige Crashtests sowohl für Fahrzeuge

mit Links- als auch mit Rechtslenkung durch.

Dass dies lohnt, zeigte sich beim Euro NCAP-

Crashtest, bei dem der Ford Galaxy die höchste

Bewertung aller bis dato getesteten Rechtslenker-

Fahrzeuge erhielt.

Wie wichtig ist der Euro NCAP-Crahstest?

Unterscheidet sich das Verfahren von

anderen Testreihen?

Euro NCAP hat sich in Europa als ultimative

Testreihe etabliert. Das Programm gewinnt an

Bekanntheit und beeinflusst die Kaufentscheidungen

der Verbraucher, besonders im Flottenbereich.

Die Hersteller behandeln Euro NCAP als

eine Art „Pseudo-Gesetz“, das bei der Pro-

10 | November 2009

duktentwicklung berücksichtigt wird. Ford nimmt

bei der Weiterentwicklung des Programms eine

aktive Rolle ein, um sicherzustellen, dass Ziele an

realen Verbesserungen ausgerichtet sind. Euro

NCAP ist eines von vielen Testprogrammen für

Neufahrzeuge, zwischen denen es trotz einiger

Gemeinsamkeiten wesentliche und immer mehr

Unterschiede gibt.

Wie nimmt ONE Ford Einfluss auf die

Sicherheit unserer Fahrzeuge? Sind die

Anforderungen auf der ganzen Welt

dieselben?

ONE Ford ermöglicht uns, auf der ganzen Welt

ein breites Angebot an Fahrzeugen basierend auf

einer geringen Zahl von Architekturen anzubieten,

die sich allesamt durch herausragende Sicherheitsmerkmale

auszeichnen. Durch diese

Größenvorteile sind wir in der Lage Features einzuführen,

die für regional entwickelte Fahrzeuge

in kleineren Stückzahlen nicht umsetzbar wären.

Ein Wimpernschlag: 300-400 Millisekunden (0,300-0,400 Sekunden)

Das Ford Intelligent Protection-System: 140 ms (0,1400 Sekunden)

19 ms – Gurtstraffer gezündet und Gurtkraft reguliert.

24 ms – Stoßfängersystem einschließlich Crash-Boxen deformiert;

Längsträger vor dem Motor werden gestaucht.

30 ms – Schwere des Aufpralls berechnet und Einsatz der Frontairbags

entschieden. Treibstoffzufuhr unterbrochen.

32 ms – Airbag-Generator zündet zum Aufblasen der Airbags.

50 ms – Unfalldatenschreiber sichert Aufpralldaten. Maximalkraft der

Gurte erreicht, Gurtkraftbegrenzer aktiviert.

60 ms – Längsträger vor dem Motor deformiert; Längsträger vor der

Fahrgastzelle werden gestaucht. Fahrerairbag vollständig

entfaltet.

65 ms – Freiraum vor dem Motor wird ausgenutzt; Motor wird von der

Karosserie abgekoppelt.

Dennoch sind die Anforderungen natürlich nicht

überall gleich, Einheitslösungen funktionieren

nicht. Was die gesetzlichen Vorgaben anbelangt,

sind Europa und die USA maßgeblich, wobei sich

abzeichnet, dass sich eher an europäischen

Richtlinien orientiert wird.

Eine Reihe neuer Technologien hält Einzug –

Spurhalteassistenten, Toter-Winkel-Überwachungssysteme

oder Verkehrsschilderkennung.

Wo liegt die Zukunft?

Zunächst sei gesagt, die Hauptursachen für

Autounfälle sind zu hohe Geschwindigkeit,

Alkohol am Steuer und nicht angelegte Sicherheitsgurte.

Um diese Probleme anzugehen,

benötigen wir bei der Verkehrssicherheit einen

integrierten Ansatz. Wir brauchen sichere Autos,

sichere Straßen und sichere Fahrer.

Die Fahrzeugsicherheit hat sich durch die Konzentration

auf passive Sicherheitslösungen erheblich

erhöht. Nun folgt die Hinwendung zu aktiven


70 ms – Vorderer Unterrahmen wird von Längsträgern getrennt, um

Raum vor der Fahrgastzelle auszunutzen. Gaspedal-Fuß des

Fahrers wird von der Schottwand abgefangen und ein Weggleiten

verhindert.

75 ms – Vorderrad trifft auf seitlichen Schweller, Aufprallenergie wird

umgeleitet. Airbag fängt Vorverlagerung des Fahrers ab.

90 ms – Maximale Belastung an Hüfte, Brustkorb und Kopf des

Fahrers. Lenksäule bewegt sich nach vorn, um zusätzlichen

Raum für die Energieabsorption zu schaffen.

120 ms – Sicherheitsstruktur in gewünschten Bereichen deformiert um

restliche Aufprallenergie zu dämpfen; Vorwärtsbewegung des

Fahrzeugs gestoppt. Zugkraft auf die Gurte lässt nach. Fahrzeug

beginnt seitliche Drehbewegung.

Systemen, die den Fahrer auf Gefahrensituationen

aufmerksam machen und in Zukunft sogar

aktiv eingreifen werden, um Unfälle zu vermeiden

oder deren Schwere zu mindern. Die Zahl an

Technologien ist riesig, doch über ihren tatsächlichen

Nutzen und damit auch die Akzeptanz beim

Verbraucher wissen wir noch nicht viel. Darum

sollte man hier behutsam vorgehen.

Könnte die Masse neuer Technologien dazu

führen, dass sich Fahrer gar zu sicher fühlen

und allein auf die Technik vertrauen?

Aktuell gibt es dafür keine Anzeichen. Es ist wichtig,

dass der Fahrer nicht überladen wird und stets

die volle Kontrolle behält. Um mehr über den langfristigen

Einfluss auf das Fahrverhalten zu erfahren,

forschen wir in diesem Bereich. Ford hat die

Leitung des EuroFOT (Field Operational Trial)

Projekts übernommen, das neue Technologien

im Alltag erprobt, und in den hochmodernen

Simulator „Virttex“ investiert.

140 ms – Kopf des Fahrer erreicht minimale Distanz zum Lenkrad.

Rückwärtsbewegung des Fahrers und des Fahrzeugs

beginnt.

In weniger als einem Wimpernschlag ist der Unfall passiert.

Die Systeme des Fahrzeugs haben die Energie des Aufpralls absorbiert

und um die Fahrgastzelle geleitet; die Airbags wurden gezündet, haben

die Vorwärtsbewegung des Fahrers abgefangen und beginnen sich zu

entleeren. Die Lenksäule wurde nach vorn geschoben, wodurch das

Risiko von Verletzungen durch Lenkrad und Lenksäule gering gehalten

werden konnte. Dies unterstreicht, warum der Ford Focus beim Euro

NCAP 5-Sterne für den Insassenschutz erhielt.

November 2009 | 11


Reportage

ONE Ford in Aktion

Globale Vision mit regionalem Fokus

Feiern Premiere bei

der Los Angeles

Auto Show, die am

4. Dezember

beginnt: Lincoln

MKT (unten links)

und Ford F-Series

Super Duty

12 | November 2009

Mit der Präsentation der Nordamerika-

Version des Ford Fiesta bei der Los Angeles

Auto Show erreicht die erste Phase

der innovativen „Fiesta Movement“-

Kampagne ihren Höhepunkt, mit der Ford

frühzeitig Interesse an dem kompakten

Kleinwagen weckte. Wenn der Fiesta im

nächsten Sommer zu den US-Händlern

rollt, werden bereits über 50.000 potenzielle

Käufer auf ihn warten.

Die Teilnehmer an Fiesta Movement,

die so genannten „Agents“ – junge, Internet-affine

Amerikaner, die den Fiesta

vorab testen konnten – haben mit ihren

Berichten auf den Social Media-Websites

Eindruck hinterlassen:

• 4,3 Millionen Klicks auf die

YouTube-Videos

• 540.000 Klicks auf die Fotos bei Flickr

• 3 Millionen Klicks auf Twitter

Bei der LA Auto Show gesellen sich zum

Newcomer Ford Fiesta der Ford F-Series

Super Duty Pick-up für das Modelljahr

2011 und der neue Lincoln MKT.

„Die Kunden unserer Super Duty-

Trucks haben die härtesten Jobs in ganz

Amerika und sie verlangen das passende

Arbeitsgerät“, sagt Mark Fields, Ford

Auch kurz vor der

Nordamerika-Pre miere

des global konzipierten

Ford Fiesta behält die

Ford Motor Company

regionale Marktanforderungen

im Blick

President of the Americas. „Der neue

Super Duty bietet ihnen das Beste,

was zurzeit in Sachen Anhängelast und

Zuladung verfügbar ist sowie neue Antriebe

und ein nochmals höheres Maß an

Leistung und Praktikabilität.“

Nicht umsonst ist die Ford F-Serie seit

32 Jahren die meistverkaufte Pick-up-

Baureihe in den USA.

Der Lincoln MKT wartet mit neuen

Technologien und Sicherheits-Features

und optimiertem Verbrauch auf, während

sich sein Design an den klassischen

Elementen der Marke Lincoln orientiert.


Rallye-WM

2009

Endstand

Fahrerwertung

1. S. Loeb . . . . . . . . . . .93 Punkte

2. M. Hirvonen . . . . . . . . .92 Punkte

3. D. Sordo . . . . . . . . . . . 64 Punkte

4. J.-M. Latvala. . . . . . . . . 41 Punkte

5. P. Solberg . . . . . . . . . . 35 Punkte

6. H. Solberg . . . . . . . . . . 33 Punkte

Markenwertung

1. Citroën Total . . . . . . . 167 Punkte

2. BP Ford Abu Dhabi . . . . 140 Punkte

3. Stobart VK M-Sport Ford . . . 80 Punkte

4. Citroën Junior . . . . . . . . 47 Punkte

5. Munchi’s Ford . . . . . . . . 23 Punkte

Punktniederlage

Sport

Der Traum vom Weltmeistertitel endete für Mikko Hirvonen und

Co-Pilot Jarmo Lehtinen nach einem spannenden WM-Finale in

Wales mit einer Enttäuschung

Das finnische Duo belegte bei der

Rallye Großbritannien Rang zwei.

Hirvonen hatte wegen einer beschädigten Motorhaube

auf der vorletzten Wertungsprüfung (WP) mehr

als eine Minute eingebüßt und musste sich somit

Loeb geschlagen geben, der mit nur einem Punkt

Vorsprung seinen sechsten Fahrertitel in Folge holte.

Nach 4.040 Wettbewerbs-Kilometern bei den bisherigen

elf Saisonläufen war Hirvonen mit einem Punkt

Vorsprung als Tabellenführer zum Finale gereist.

Auf der Freitags-Etappe hielt der 29-Jährige den

Rückstand gegenüber seinem Erzrivalen mit Bestzeiten

auf der vierten und sechsten WP bei 5,3 Sekunden

gering. Am Samstag konnte er das Tempo des

Franzosen nicht ganz mitgehen, sodass am Ende

des Tages ein Abstand von 30,2 Sekunden zu Buche

stand. Die Sonntags-Etappe begann viel versprechend,

Hirvonen reduzierte den Vorsprung auf nur

noch 18,2 Sekunden und lag zu Beginn von WP 15

vorn, als sich nach einer schnellen Sprungkuppe

pllötzlich die Motorhaube seines Autos löste.

„Nach einer harten Landung ist vorne links die Halterung

gebrochen“, berichtet Hirvonen. „Daraufhin

bäumte sich das Teil durch den Fahrtwind auf und

versperrte mir komplett die Sicht – wir mussten

anhalten und die Haube ganz entfernen.“

„Es ist wirklich schade, den Titel auf diese Weise zu

verlieren – aber immerhin haben wir uns mit einem

sechsfachen Weltmeister einen aufregenden Kampf

bis zur vorletzten Prüfung geliefert. Nachdem zur

Saisonmitte noch alles anders aussah, wird niemand

dieses spannende Finale so schnell vergessen. Mein

Ziel ist, Loeb zu schlagen, bevor er in den Ruhestand

geht. Ich habe dieses Jahr viel gelernt und werde

nächstes Jahr stärker und besser zurückkommen.“

Großes Lob fand Malcolm Wilson, Direktor des Teams

BP Ford Abu Dhabi, für seinen Schützling Hirvonen:

„Mikko Hirvonen hat sich für seinen unermüdlichen

Kampf mit Sébastien Loeb und vier WM-Laufsiegen

in Folge, als seine Titelambitionen schon beendet

schienen, unseren vollen Respekt verdient. Am Ende

fehlte ihm nur ein WM-Punkt auf den vielleicht besten

Rallye-Fahrer aller Zeiten. Aber er hat auch an diesem

Wochenende wieder viel hinzu gelernt. Er hat die

Saison über eine bemerkenswerte Beständigkeit

gezeigt, ist weiter gereift und hat sein Tempo nochmals

verbessert. Dies stimmt mich für die bevorstehende

Saison sehr optimistisch.“

Gerard Quinn, Motorsportchef von Ford of Europe:

„Glückwunsch an Sébastien Loeb zum erneuten Fahrer-Titel.

Er und Mikko Hirvonen haben uns ein fantastisches

WM-Duell geliefert – wirklich schade, dass es

nur einen Sieger geben kann. Wir verstehen die Enttäuschung

von Mikko und Jarmo Lehtinen natürlich,

freuen uns aber auch über ihre tolle Fortentwicklung

und die Weise, wie sie Loeb herausgefordert haben.

Im kommenden Jahr geht es weiter.“

Rick Franks

November 2009 | 13


34 von 1.000 Chinesen

besitzen ein

Auto; in den USA

kommen auf 1.000

Einwohner 820

Fahrzeuge.

Reportage

14 | November 2009

China-Power

Die Zentrale von

Ford APA zog in

diesem Jahr nach

Shanghai um ;

Oben rechts: Alan

Mulally, President &

CEO, Ford Motor

Company (links),

mit Yin Jiaxu,

Chairman & President

der Changan

Automotive Group,

bei der Grundsteinlegung

für das neue

Fahrzeugwerk in

Chongqing

Ford baut Produktion und Absatz in China kontinuierlich aus, mit dem Ziel, einer

der führenden Player am größten Automobilmarkt der Zukunft zu werden

Es ist fast 15 Uhr und Ming-Chuang Tang hatte bislang noch

nicht einmal Zeit fürs Frühstück. Dafür hat sie zwei Autos verkauft

und den Ford Focus einem „äußerst interessierten“ Kunden

präsentiert. In der zweiten September-Woche hat die Top-

Verkäuferin vom Autohaus Shanghai Dongchang Ford bereits

zehn Fahrzeuge an den Kunden gebracht. Zwei mehr und sie

hat ihr Soll für den Monat erreicht.

„Es kommen laufend Kunden, und mir bleibt keine Zeit etwas

anderes zu tun, als sie zu beraten. Da muss das Essen schon

mal warten“, scherzt die 24-Jährige.

Ford erlebt in China einen Boom. Im September erzielte das

Unternehmen mit 23.616 Fahrzeuge das bislang beste Ergebnis

für diesen Monat und einen Zuwachs von 107 Prozent

gegenüber dem Vorjahr. Seit acht Monaten wächst Ford kontinuierlich,

schloss das dritte Quartal mit einem Rekordergebnis

ab und erhöhte seinen Marktanteil. Von Januar bis September

wurden mit 168.217 Eiheiten fast 37 Prozent mehr Ford-Fahrzeuge

abgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Führungsrolle

Dank staatlicher Unterstützungsprogramme und Steuervergünstigungen

für Neuwagenkäufer verteidigt China seine

Position als Weltmarktführer beim Automobilabsatz fast kontinuierlich,

seit das Land im Januar 2009 erstmals die USA als

größten Automarkt der Welt ablöste.

In den ersten neun Monaten des Jahres wurden in China

9,66 Millionen Fahrzeuge verkauft – rund 34 Prozent mehr als

im gleichen Zeitraum 2008. In den USA waren es 7,8 Millionen,

und die Differenz wird sich wahrscheinlich weiter vergrößern.

Geografisch betrachtet ist China etwas kleiner als die Vereinigten

Staaten, doch leben hier viermal mehr Menschen.

Mit etwa 34 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner ist die Fahrzeugdichte

verglichen mit den USA relativ gering, wo auf die gleiche

Einwohnerzahl 820 Autos kommen.

Am chinesischen Automarkt ist der Wettbewerb besonders

hart. Obwohl in naher Zukunft mit einer Konsolidierung der

Branche zu rechnen ist, kämpft Ford zurzeit mit etwa 90 lokalen

und ausländischen Herstellern um die Gunst der chinesischen

Autokäufer, die aus insgesamt mehr als 400 verschiedenen

Pkw-Modellen wählen können.


Wachstum

China ist neben Indien und ASEAN einer von drei strategischen

Knotenpunkten von Ford in der Region Asien-Pazifik und Afrika

(APA), wo das Unternehmen mit einer sehr offensiven Investitions-

und Expansionsstrategie weiter wachsen will.

Erst kürzlich kündigte Ford den Bau eines dritten Pkw-Werks

in China an und wird damit bis zum Jahr 2012 seine Produktionskapazität

vor Ort auf über 600.000 Einheiten jährlich

steigern. Damit unterstreicht das Unternehmen das Bekenntnis

zum chinesischen Markt und betont, wie wichtig ein aggressiver

Expansionsplan ist, um langfristig einen größeren Anteil an

dem Markt einzunehmen, der sich unweigerlich als der größte

der Welt etablieren wird.

Neben den beiden bestehenden Fahrzeugwerken in

Chongqing und Nanjing betreibt Ford in Nanjing ein hochmodernes

Motorenwerk mit einer Jahreskapazität von 350.000 Einheiten.

Das ebenfalls in Nanjing ansässige Forschungs- und Entwicklungszentrum

ist wichtiger Teil des globalen Ford-Netzwerks

im Bereich der Forschung und der Beschaffung von Komponenten.

Künftige Fahrzeug-Designs werden hier den Geschmäckern

und Anforderungen asiatischer Kunden angepasst.

Für die steigende Nachfrage nach den Fahrzeugen mit dem

blauen Oval ist Ford somit gut gerüstet. Schon jetzt entfällt rund

die Hälfte des Gesamtabsatzes von Ford in der APA-Region auf

den chinesischen Markt. Die Entscheidung, die Zentrale von

Ford APA nach Shanghai zu verlegen war da nur konsequent

und unterstreicht Chinas wachsende Bedeutung.

Verkaufsstrategie

Ausländische Automobilhersteller können am chinesischen

Markt nur mit einem lokalen Partner tätig werden. Ford startete

seine Unternehmungen in China im Jahr 1997 und produzierte

und vertrieb zunächst Nutzfahrzeuge in einem Joint Venture mit

Jiangling Motors. Seit 2003 baut Ford gemeinsam mit Changan

Automobile Personenwagen der Marke Ford.

Ford genießt in China ein erstklassiges Image und die Modelle

Ford Focus, Mondeo, S-MAX und der neue Ford Fiesta kommen

besonders bei der finanzstarken Bevölkerung gut an. Der

Fiesta, unter der ONE Ford-Strategie als globales Modell konzipiert,

ist ein echter Renner: Seit seiner Markteinführung im März

2009 übertriff der Kleinwagen sämtliche Erwartungen, im September

wurde mit mehr als 5.000 Einheiten das bislang höchste

Auftragsvolumen erzielt. Insgesamt wurde der Fiesta bereits an

32.178 Kunden in China ausgeliefert.

Der Ford Focus, der wie der Ford Mondeo eine 5-Sterne

Bewertung im China-NCAP Crashtest erhielt, ist in seiner Klas-

se ein Dauer-Bestseller. Im Durchschnitt werden monatlich

mehr als 10.000 Ford Focus ausgeliefert. Auch der Ford Transit

gehörte im ersten Halbjahr stets zu den beliebtesten Fahrzeugen

seiner Klasse.

„Unsere langfristige Strategie ist, in alle Richtungen zu wachsen,

das heißt wir wollen sowohl unser Angebot an eigenen

Produkten erweitern als auch die Produkte ausbauen, die wir im

Rahmen unserer Joint Ventures produzieren“, erklärt Robert

Graziano, President und CEO, Ford Motor China. „Wir erweitern

außerdem unsere Vertriebskanäle, um flächendeckender

vertreten zu sein, vor allem in den mittelgroßen so genannten

‚Tier 2-‘ und ‚Tier 3‘-Städten.“

Aktuell hat Ford in ganz China 216 Full-Service-Händler und

mehr als 300 Verkaufs- und Servicestandorte.

Der Kunde ist König

Um den Zustrom an Kunden zu sichern, widmet sich Ford

den Wünschen und Bedürfnissen chinesischer Autofahrer.

Beim neuen Ford Fiesta zum Beispiel wurde der Verstellbereich

der Vordersitze verlängert, weil Chinesen in der Regel kleiner

gewachsen sind als etwa Europäer oder Amerikaner.

Die Stufenheckvariante des Ford Fiesta wurde spezifisch

für den chinesischen Markt entwickelt. Die meisten Autokäufer

hier bevorzugen nämlich das traditionelle „3-Box-Design“ .

„Etwa 77 Prozent aller Autokäufer in China sind der Ansicht,

ein Auto solle sich auch optisch in Motorraum, Fahrgastzelle

und Gepäckraum aufteilen“, so Nigel Harris, Vice President

Ford Motor China. „Noch immer ist das Auto in China ein Statussymbol

und das Erstrebenswerteste sind sehr geräumig

aussehende Limousinen.“

Während Chinesen mittleren bis reiferen Alters – und damit

der große Teil der autokaufenden Bevölkerung – sehr traditionell

denken, beobachtet Harris, dass die jüngere Generation sich

vermehrt internationalen Geschmäckern annähert, möglicherweise

aufgrund ihrer hohen Affinität zum Internet.

Ob jung oder alt – treue Kunden gewinnt man auch in China

nur, wenn sie sich bei ihrem Autohändler so gut aufgehoben

fühlen, dass sie gerne wiederkommen, um auch ihr nächstes

Autos dort zu kaufen.

Und genau das ist das Erfolgsgeheimnis von Ming-Chuang

Tang.

„Ich behandle jeden Kunden gleich“, sagt sie, „egal, wie er

aussieht. Für mich ist jeder Kunde König.“

Jane Lee

China –

Kurzprofil

Fläche:

9,596,961 km2 – viertgrößtes

Land der Welt

nach Russland, Kanada

und den USA

Einwohnerzahl:

1.338.612.968 (Juli

2009, geschätzt) –

bevölkerungsreichstes

Land der Erde vor Indien

und der EU

Durchschnittsalter:

34,1 Jahre

BIP/Einwohner:

$6.000 (2008, gesch.)

– $33.700 in der EU

BIP nach Sektoren

Landwirtschaft:

11,3 %; Industrie:

48,6 %; Dienstleistungen:

40,1 %

(2008, gesch.)

Wachstumsrate:

9 % (2008, gesch.)

Arbeitslosenquote:

4 % (2008, gesch.)

Internet-Nutzer:

253 Millionen (2008) –

Platz eins vor der EU

und den USA

Straßennetz:

1.930.544 km – viertgrößtes

der Welt nach

den USA, der EU und

Indien

Automobilproduktion:

9,345 Millionen Kraftfahrzeuge

in 2008;

damit löste China die

USA als zweitgrößter

Automobilproduzent

hinter Japan ab

November 2009 | 15


Interview

16 | November 2009

Unter

einem Dach

Australien, China, Indien, Indonesien, Japan,

Neuseeland, Südafrika, Taiwan, die Philippinen,

Thailand und Vietnam – elf Märkte, zusammengefasst

in der Region Asien-Pazifik und Afrika (APA).

Hier leben 40 Prozent der Weltbevölkerung, bis

zum Jahr 2015 werden voraussichtlich 70 Prozent

des weltweiten Wachstums der Automobilindustrie

hierher stammen. John Parker, Executive

Vice President von Ford APA, erläutert, wie sich

die Region verändert

Welche sind die Hauptmärkte der

APA-Region und ihre Besonderheiten?

Wir haben die Region in vier Handelsräume

unterteilt – China, Indien, ASEAN und Australien

sowie Afrika, wegen der unterschiedlichen

Kundengruppen und gewisser Handelsvorgaben.

China wächst mit enormem Tempo und wird

die USA dieses Jahr beim Fahrzeugabsatz überholen.

Wir bieten in China vier Pkw-Reihen an,

Ford Fiesta, Focus, Mondeo und S-MAX und sind

am Markt gut positioniert, dennoch ist unser

Marktanteil noch relativ klein. Die wichtigste

Strategie für China ist, unsere Produktpläne

weiter zu stärken, Marktanteile zu gewinnen

und das Geschäft auszubauen.

Wachstum sehen wir auch wieder in Indien, mit

rund zwei Millionen Fahrzeugen ein sehr großer

Markt, aber immer noch wesentlich kleiner als

China. Hier herrschen sehr preisgünstige, kleinere

Fahrzeuge vor, und bislang hatten wir kein

Produkt, das in diesem Segment ausreichend

wettbewerbsfähig war. Mit dem neuen Ford Figo

werden wir uns ab Anfang nächsten Jahres im

wichtigsten Preissegment des indischen Marktes

bewegen und dadurch gute Chancen für Wachstum

erhalten. Gleichzeitig wollen wir Indien künftig

stärker als Exportbasis nutzen.

Zu ASEAN gehören Indonesien, die Philippinen,

Thailand und Vietnam. Ergänzt um Australien

und Neuseeland macht dieser Markt etwa drei

Millionen Fahrzeuge aus und unser Marktanteil

in diesem Raum ist gut. Ein wichtiges Ereignis ist

die Einführung des neuen Ford Fiesta im kommenden

Jahr, und wir hoffen, damit unseren

Marktanteil und unser Geschäft im Allgemeinen

weiter auszubauen.

Südafrika ist ein kleinerer Markt, rund 400.000

Fahrzeuge. Vor der Finanzkrise waren es um

die 600.000. Wir sind dabei, hier einen unserer

globalen Exportstandorte zu etablieren.


Wo liegen die Stärken von Ford APA?

Wir ziehen Stärke aus einer gemeinsamen

Produktstrategie, einer gemeinsamen Struktur,

gemeinsamen Prozessen und Fähigkeiten über

vier Teilregionen hinweg. Wenn etwa in Indien

eine Anlage ausfällt, können wir ein Teil aus China

borgen, um die Produktion wieder ans Laufen zu

bringen, denn wir nutzen in der gesamten Region

die gleichen Prozesse und Teile. Dadurch sind wir

in der glücklichen Lage, unser Geschäft geschlossen

weiterzuentwickeln und gleichzeitig auf die

Kunden in den Märkten eingehen zu können.

Europa ist

die Quelle unserer

Produktstrategie

Trägt ONE Ford dazu bei, das Potenzial der

APA-Region besser zu nutzen?

Unser Leistungsvermögen war zuvor auf die

einzelnen Länder beschränkt, doch wenn jedes

Land nur für sich agiert, fehlen Ideenaustausch

und Chancenwahrnehmung. Ein Beispiel: da

wir den Fiesta in China und in Thailand fertigen,

können wir Preise und Qualität der Komponenten

vergleichen, die schließlich in beiden Ländern

die gleichen sind. Gibt es Abweichungen, können

wir die Gründe dafür untersuchen und Verbesserungen

umsetzen.

Darüber hinaus stellt der Austausch unter

den Mitarbeitern der Region einen Wert dar.

Wenn wir nach dem ONE Ford-Prinzip handeln,

bieten sich den Beschäftigten verstärkt Möglichkeiten,

überregionale Aufgaben wahrzunehmen.

Somit erweitern sie ihren Blickwinkel und

verbessern ihre Wachstumsaussichten, anstatt

sich nur auf Australien oder Indien oder Südafrika

zu beschränken.

Wie wird die Marke Ford in

der APA-Region wahrgenommen?

Insgesamt würde ich sagen durchschnittlich bis

vielleicht ein wenig schwach. Gut ist, dass unsere

Marke in den wichtigen Wachstumsmärkten wie

Indien und China stärker ist. In gereiften Märkten

wie Australien und Taiwan ist das Image dagegen

etwas schwächer. Wir haben also einiges zu tun,

was die Markenwahrnehmung betrifft und

arbeiten bereits sehr intensiv daran.

Wie definieren Sie Qualität?

Qualität bedeutet vieles. Ein Fahrzeug, das über

einen längeren Zeitraum fehlerfrei läuft und seinen

Fahrer nicht im Stich lässt, zum Beispiel. Nichts ist

frustrierender als eine Autopanne. Hier liegt die

erste Bedingung für Qualität. Qualität erstreckt

sich aber auch auf die Verarbeitung und den Eindruck

des Fahrzeuginnenraums. Wenn man im

Auto sitzt, muss man die Qualität des Produkts

spüren können. Der dritte Aspekt von Qualität

findet beim Händler statt, aber nicht nur was den

Fahrzeugkauf anbelangt, sondern auch Service

und Reparaturen. Wer mit einem Problem an

seinem Fahrzeug oder einem anderen Anliegen

zum Händler kommt, sollte stets als geschätzter

Kunde behandelt werden und nicht als Störung.

Wie kommt der neue Ford Fiesta

in der Region an?

Der neue Ford Fiesta wird momentan in China,

Südafrika, Australien und Neuseeland angeboten

und übertrifft durchweg unsere Erwartungen.

Erst kürzlich startete der Verkauf in Taiwan, und

wir freuen uns schon darauf, dort den gleichen

Erfolg zu erleben.

Deutet der Erfolg des Fiesta in den verschiedenen

Ländern darauf hin, dass sich die

Geschmäcker der Verbraucher annähern?

Ich denke, es gibt mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede.

Ein schickes Auto wird ein Deutscher

ebenso wie ein Chinese oder ein Thai als solches

empfinden. Gibt es Vorlieben? Ja. Trotzdem

spricht nichts dagegen, ein globales Produkt zu

haben, das wir auf die Anforderung der jeweiligen

Märkte zuschneiden können.

Welchen Beitrag leistet die europäische

Ford-Organisation zum Erfolg in der

Region APA?

Ford of Europe ist die Quelle unserer grundlegenden

Produktstrategie. Mit Ausnahme des

Ford Ranger entstammen all unsere Kernprodukte

europäischen Entwicklungen. Damit

bildet Ford in Europa den Grundstein unserer

Produktstrategie.

Wo sehen Sie die Region APA in fünf

bis zehn Jahren?

In meiner Vorstellung von der Zukunft sind wir in

der Region als vollwertiger Hersteller mit einem

umfassenden Produktportfolio und bei den

Kunden als starke Marke etabliert; und tragen

wesentlich zum Gewinn der Ford Motor

Company bei.

Das Interview führte Jane Lee

November 2009 | 17


Qualität

Qualität auf dem Prüfstand

Qualität lautet das Schlüsselwort, wenn Ford

ein neues Fahrzeug einführt oder Veränderungen

an bereits in der Produktion befindlichen Modellen

umsetzt. Ein solides Qualitätsmanagementsystem

ist absolut notwendig, um bei der Markteinführung

komplexe gesetzliche Vorgaben und

zahlreiche aber wichtige bürokratische Hürden

zu überwinden.

Ein neues Fahrzeug muss für die Märkte, in

denen es angeboten werden soll, eine Betriebserlaubnis

nach gesetzlichen Vorgaben vorweisen.

Das heißt, es müssen bei den Behörden die notwendigen

Genehmigungen eingeholt werden,

die belegen, dass das Fahrzeug alle gültigen

technischen, umwelt- und sicherheitsrelevanten

Richtlinien erfüllt. Besonders wichtig ist dabei

die „Übereinstimmung der Produktion“ (CoP –

Conformity of Production), also der Beleg, dass

ein Hersteller Fahrzeuge entsprechend erteilter

Typengenehmigungen fertigt.

„Einfach ausgedrückt – ohne Typengenehmigung

und Übereinstimmungsbescheinigung kein

Verkauf“, sagt Konrad Staack, Supervisor Manufacturing

Quality Processes.

In Europa sind Fahrzeugtypengenehmigungen

Ford

Redaktion: Emmanuel Lubrani, elubrani@ford.com | Deutsche Ausgabe: Angela Borkott, aborkott@ford.com | Design: Manfred Müller, mmuell86@ford.com, Alexander Bertrams,

Annette Vellay | Digitale Reproduktion: purpur, Köln | Produktion: Zetweka, Print & Production Management, Köln | Druck: NEEF + STUMME premium printing, Wittingen |

Herausgeber: Ford of Europe, Public Affairs

18 | November 2009

(WVTA – Whole Vehicle Type-Approval) verpflichtend.

Die EG-Richtlinien ermöglichen den Herstellern,

Produkte in allen Mitgliedstaaten in den Verkehr

zu bringen, ohne ein weiteres nationales

Genehmigungsverfahren durchlaufen zu müssen.

Zu Beginn des Verfahrens werden zunächst

Genehmigungen für Komponenten und Teile und

elektrische Unterbaugruppen beantragt.

Im zweiten Schritt wird geprüft, ob die genehmigten

Teile und Komponenten im Fahrzeug verbaut

wurden. Parallel dazu erfolgen alle weiteren

anzuwendenden Sicherheits- und Umweltprüfungen,

wie Konrad Staack erklärt.

Im Rahmen dieses komplexen Prozesses muss

für jedes Teil eine Systemgenehmigung vorgewiesen

werden, die auf Prüfberichten akkreditierter

Technischer Dienste basiert. Wenn alle notwendigen

Genehmigungen erteilt wurden, kann der

Hersteller eine EG-Typgenehmigung für ein vollständiges

Fahrzeug beantragen. Diese gilt dann

im gesamten europäischen Wirtschaftsraum.

„Ein wesentliches Ziel der EG-Gesamttypengenehmigung

ist die Harmonisierung des europäischen

Marktes“, so Jörg Arend, Manager Homologation,

Ford of Europe.

„Egal wie gut ein Produkt ist,

ohne die notwendigen

Genehmigungen und

Zertifizierungen bleibt der

Zugang zu lukrativen

Märkten verschlossen.“

– Britische Prüforganisation Vehicle Certification

Agency (VCA)

„Wenn ein Fahrzeug mit den

technischen Anforderungen

der Gemeinschaft

übereinstimmt, können

die Mitgliedstaaten einer

Vermarktung nicht widersprechen.“

– Dr. Werner Klein, Manager Quality Excellence,

Ford of Europe

„Kein Mitgliedstaat kann der Vermarktung

neuer Fahrzeuge aufgrund ihrer Bauweise widersprechen,

wenn der Hersteller nachweisen kann,

dass das Fahrzeug konform zu der EG-Typengenehmigung

produziert wurde.“

Vorteil: die EG-Typengenehmigung gilt auch für

einige nicht-EU-Länder wie zum Beispiel die

Schweiz, Norwegen, die Türkei und Island. Über

europäische Grenzen hinaus eröffnen die Richtlinien

der UN-Wirtschaftskommission für Europa

(UN/ECE) Zugang zu weltweiten Märkten.

Die Genehmigungsbehörden der europäischen

Mitglied staaten führen stichprobenartig

Konformitäts prüfungen in den Produktionsstätten

der Hersteller durch. Für Hersteller mit einem nach

DIN EN ISO 9001 zertifizierten Qualitätsmanagementsystem,

so wie Ford, erlaubt die EU auch

eigene Prüfungen.

„Darüber hinaus ermöglicht uns die ISO-Zertifizierung,

an Ausschreibungen von Unternehmen

oder Behörden teilzunehmen“, ergänzt Konrad

Staack, dessen Team selbst stichprobenartige

Prüfungen in den Werken durchführt, um sicherzustellen,

dass alle Vorgaben eingehalten werden.

Kelvin Brown


27.06.2009

Fiesta Movement

von Zach Ancell

www.flickr.com/photos/

fiestamovement

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