Unser Standort: Europa - Ford

at.ford.com

Unser Standort: Europa - Ford

Juli/August 2008

Unser Standort: Europa


Mit dem neuen Ford Fiesta

fährt die Zukunft vor

Während die Vorbereitungen im Werk Niehl

auf Hochtouren laufen, steigt auch die Vorfreude

auf den Job One für den neuen Ford Fiesta.

Die Spannung wächst, seit wir die neue

Fiesta-Generation Anfang des Jahres auf dem

Genfer Salon erstmals präsentierten. Die

Resonanz der Presse war schon damals

äußerst positiv und schürte die Erwartungen.

Mit einem Fahrzeug, das in Sachen Design und

Fahreigenschaften Maßstäbe setzt, werden

wir diese Erwartungen erfüllen.

Wie charismatisch – und wie wichtig – der neue Ford Fiesta ist,

unterstreicht auch die innovative PR- und Marketingkampagne, über

die Sie in dieser Ausgabe mehr erfahren. Auf vielseitige Weise transportiert

sie den Stil und die Persönlichkeit des Fahrzeugs nach außen und

spricht dabei gleichermaßen traditionelle Fiesta-Kunden wie auch eine

ganz neue, junge Käuferschaft an. Darüber hinaus unterstreicht sie, mit

welcher Begeisterung wir bei Ford dieses Fahrzeug bauen, das die

Kunden einfach lieben werden.

Der neue Ford Fiesta setzt nicht nur Zeichen für Ford of Europe, mit

ihm beginnt auch ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Ford Motor

Company. Als „Weltauto“ wird der neue Ford Fiesta in Köln und Valenica

für den europäischen Markt sowie in China (für Asien-Pazifi k und Afrika)

und in Mexiko (für Nordamerika) gebaut. Er ist damit auch eine Art

Beschleuniger für den Aufbau einer globalen Ford Entwicklungs- und

Einkaufsorganisation, die in Zukunft Ford-Fahrzeuge mit einheitlichen

Attributen für Kunden auf der ganzen Welt gewährleisten wird.

Für uns in Europa ist ein erfolgreicher Fiesta-Launch ein weiterer

Schritt in Richtung unseres Ziels, nachhaltig erfolgreich zu sein. Für

unsere bereits sehr starke Produktpalette wird der neue Ford Fiesta

eine wertvolle Ergänzung darstellen. Wenn er im Herbst auf den Markt

kommt, werden wir keine einfachen Bedingungen vorfi nden, denn nach

wie vor bestimmen steigende Kosten und schwindendes Vertrauen

bei den Verbrauchern einige unserer wichtigsten Märkte. Hinzu kommt

der Nachfragerückgang in den USA, der die Ford Motor Company belastet

und Erfolge auf europäischer Seite umso wichtiger werden lässt.

Mit einem nochmals geschärften Fokus auf unsere Ausgaben und

mit der Entwicklung neuer, attraktiver Produkte stellen wir uns diesen

Herausforderungen.

Wir sind aktuell in einer günstigeren Position als viele unserer Wettbewerber

und verfügen über beneidenswerte Fahrzeuge. Seien Sie stolz

darauf, aber vergessen Sie nicht, dass unsere hart erarbeiteten Erfolge

uns schnell entgleiten könnten, wenn wir nicht aufpassen.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne und erholsame Ferienzeit. Ich

freue mich darauf, in der zweiten Jahreshälfte gemeinsam mit Ihnen bei

gleichem Einsatz wie bisher an unserem Erfolg und am Erreichen

unserer Ziele zu arbeiten.

John Fleming

President und CEO, Ford of Europe

04 Aktuell

Neuer Ford Focus RS

Qualität gestiegen

Verkauf von JLR abgeschlossen

0 Titelgeschichte

Die Innovative Kampagne rund um

den neuen Ford Fiesta

10 Interview

Karl J. Anton, Werkleiter in Köln,

über den nahenden

Produktionsstart für den neuen

Ford Fiesta

12 Reportage

Global: Produktentwicklung

und Einkauf

15 Reportage

Kampagne für mehr

Sicherheitsbewusstsein

16 Sport

Jarmo Lehtinen über das Leben

als Rallye-Co-Pilot

1 Reportage

Dunton wird „grüner“

19 Diversity

Transport Operations unterstützt

Kinderkrebshilfe in Großbritannien

Juli/August 2008

Unser Standort: Europa

04

0

Ford Report

Eingelegt zwischen

den Seiten 10 und 11

12

16

1

Feel the difference

Feel the difference


Aktuell

4 | Juli/August 2008

Neuer Ford Focus RS: Erste Testfahrten

Auf dem Nürburgring hat Ford die Testarbeit

mit einem ersten Prototypen des neuen Ford

Focus RS aufgenommen, der 2009 auf den

Markt kommt.

Kernstück der stärksten Focus-Variante aller

Zeiten ist eine speziell entwickelte RS-Version

des 2,5-Liter-Duratec-Turbomotors aus dem

Ford Focus ST mit über 206 kW (280 PS) und

einem maximalen Drehmoment jenseits der

400-Newtonmeter-Marke.

Umfangreiche Fahrwerks-Innovationen – die

das in Köln beheimatete Ford Team RS in

Laut der jüngsten Ford-Qualitätsstudie im

Rahmen des Global Quality Research Systems

(GQRS) hat sich die Fahrzeugqualität im ersten

Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um

sieben Prozent verbessert.

Die GQRS-Studie, erstellt von European and

Consumer Marketing Insights in Dunton, gibt

die Angaben von mehr als 3.800 britischen,

deutschen und italienischen Privatkunden

wieder und misst die Zahl der „Things Gone

Wrong“ (TGW) sowie die allgemeine Kundenzufriedenheit.

Zusammenarbeit mit dem Ford Forschungszentrum

Aachen entwickelt hat – ermöglichten

eine nochmals verbesserte Fahrdynamik

sowie optimierte Fahreigenschaften. So

profi tiert die Performance des neuen Ford

Focus RS zum Beispiel von einem hochmodernen

Frontantriebssystem mit integriertem

Sperrdifferenzial.

Jost Capito, Entwicklungsdirektor Ford

Performance Vehicles: „Wir haben großen

Wert darauf gelegt, den charakteristischen

Merkmalen der RS-Familie treu zu bleiben –

Studie belegt

Verbesserungen bei

der Fahrzeugqualität

Signifi kante Verbesserungen der TGW-Rate

wurden bei den Baureihen Ford S-MAX, Galaxy

und Ford Focus erzielt. Ebenfalls geringer fi el

die Zahl der TGW bei Ford Ka, Fiesta, Fusion

und C-MAX aus.

Die größte Steigerung bei der Zufriedenheit

mit der allgemeinen Fahrzeugqualität wurde

für den Ford Galaxy verzeichnet; sie fi el im Vergleich

zum ersten Quartal 2007 um elf Prozent

höher aus. Augenscheinlich wurde anhand der

Ergebnisse auch die gesteigerte Zufriedenheit

mit dem neuen Ford Mondeo gegenüber dem

Vorgängermodell.

denn sie steht für bezahlbare Automobile, die

keine falschen Kompromisse eingehen, sich

aber dennoch für den ständigen Gebrauch

eignen. So wie der neue Ford Focus RS: Er

kombiniert jeden Tag aufs Neue das Herz und

die Muskeln eines echten RS mit unvergleichlichem

Fahrvergnügen.“

Die Serienversion des neuen Ford Focus RS

feiert ihre Weltpremiere auf der London Motor

Show Ende Juli dieses Jahres.

Ford unterstützt

Erdbebenhilfe in China

Zur Unterstützung der Hilfsaktionen in den

vom Erdbeben getroffenen Regionen Chinas

kommt eine Flotte von Ambulanzfahrzeugen

auf Basis des Ford Transit zum Einsatz. Die

Ford Motor Company China und ihre Joint

Venture-Unternehmen hatten die sieben

Fahrzeuge an das chinesische Rote Kreuz

gespendet.

Im Mai hatte die Ford Motor Company

zusammen mit ihren lokalen Partnern eine

Geld- und Fahrzeugspende über $720.000

(€463.000 Euro) zugesagt, um in der Erdbebenregion

zu helfen.


Aachen unter neuer Leitung

Dr. Charles Wu hat zum 1. Juli 2008 als neuer Direktor die

Leitung des Ford Forschungszentrums Aachen übernom-

men. Zusätzlich bleibt er auch Direktor für Fertigungstech-

nik, Fahrzeugdesign und -sicherheit in der Forschung &

Vorentwicklung von Ford in Dearborn/USA.

Dr. Wu folgt auf Prof. Dr. Rudolf Menne, der innerhalb Ford

of Europe künftig die strategische Zusammenarbeit von

Universitäten, öffentlicher Hand und Ford in den Berei-

chen Umweltforschung und Verkehrspolitik verantworten

wird. Charles Wu ist bereits seit 1974 am Ford For-

schungs- und Entwicklungszentrum in Dearborn tätig.

Ford Fiesta für Nordamerika wird in Mexiko gebaut

Der Ford Fiesta für den nordamerikanischen

Markt wird ab Anfang 2010 im Ford-Fahrzeugwerk

Cuautitlán in Mexiko gebaut.

Aktuell fertigt das Werk nahe Mexiko Stadt

Verkauf von Jaguar

Land Rover an Tata

abgeschlossen

Die Ford Motor Company hat am

2. Juni 200 den Verkauf der

beiden Marken Jaguar und Land

Rover an Tata Motors abgeschlossen.

Seit August 2007

waren verschiedene strategische

Optionen für Jaguar Land

Rover geprüft worden, da die

Ford Motor Company in Zukunft

einen größeren Fokus auf die

Kernmarke Ford und die globale

Umstrukturierung des Unternehmens

unter „ONE Ford“ zu legen

noch Pick-ups der Ford F-Serie für den mexikanischen

Markt. Mit dem Umbau der Anlagen

für die Kleinwagenproduktion wird noch

in diesem Jahr begonnen.

gedenkt. Jaguar Land Rover

liefert der Abschluss des

Verkaufs die notwendige

Sicherheit, um weiterhin die

bestmöglichen Ergebnisse für

beide Marken erbringen zu

können.

Gemäß der Vereinbarung mit

Tata wird Ford Jaguar Land

Rover weiterhin mit Motoren,

Pressteilen und Technologien,

darunter verschiedene Umwelttechnologien,

beliefern.

Darüber hinaus wird die Fertigung im

Motorenwerk Chihuahua erweitert, wo

aktuell I-4-Motoren gebaut werden. Im

Rahmen eines Joint Ventures mit Getrag

wird Ford zudem in Guanajuato ein neues

Getriebewerk errichten.

Die Investitionssumme für die verschiedenen

Werke beläuft sich auf drei Milliarden Dollar

und schließt auch die Unterstützung örtlicher

Zulieferer ein. Es ist die bis dato größte Investition

in der mexikanischen Automobilindustrie.

Bei Ford sollen dadurch rund 4.500 neue

Arbeitsplätze entstehen.

Juli/August 2008 | 5


Aktuell

Anteile nach Segment Europa gesamt

Januar–April 2008

1. Fiat Panda

2. Fiat 500 (2007)

10. Ford Ka

1. Peugeot 207

2. GM Corsa

4. Ford Fiesta

1. GM Meriva

2. Renault Modus

4. Ford Fusion

1. VW Golf

2. Ford Focus

3. GM Astra

BRANCHEN-NEWS

Honda hat die Produktion des Brennstoffzellenfahrzeugs

FCX Clarity aufgenommen.

Die Kleinserie, die ab Juli in den USA

verleast wird und ab Herbst auch in Japan

ausgeliefert werden soll, entsteht im

Honda New Model Centre in Japan,

dem laut Unternehmensangaben weltweit

ersten Werk ausschließlich für Brennstoffzellenfahrzeuge.

In den nächsten drei Jahren

will Honda insgesamt 200 Einheiten

des FCX Clarity produzieren.

6 | Juli/August 2008

15,6%

11,7%

4,0%

13,3%

11,3%

10,1%

23,3%

14,3%

13,3%

15,8%

13,2%

12,8%

1. Citroën C4 Picasso 17,6%

2. Renault Megane 16,1%

5. Ford C-MAX 9,9%

1. VW Passat

2. Ford Mondeo

3. Skoda Octavia

9. Ford S-MAX

1. Ford Galaxy

2. Renault Espace

3. VW Sharan

1. Ford Transit

2. VW Transporter

3. Fiat Ducato

19,3%

13,5%

13,1%

4,4%

21,7%

17,2%

10,5%

12,1%

10,3%

7,4%

Mazda stellt auf dem Automobilsalon in

Moskau (28. August bis 1. September) ein

neues Konzeptfahrzeug vor, das insbesondere

für den russischen Markt entwickelt

wurde. Die Studie ist im Bereich der

kompakten Sports-Crossover angesiedelt

und die jüngste Kreation aus der aktuellen

Nagare-Designserie. Das Fahrzeug richtet

sich an junge SUV-Fahrer „mit ausgeprägtem

Style-Bewusstsein“.

Ford Marktanteile

Mai 2008

Pkw & Nutzfahrzeuge nach Ländern (+/– 2007)

A - Österreich

B - Belgien

CH - Schweiz

CZ - Tschech. Rep.

D - Deutschland

DK - Dänemark

E - Spanien

F - Frankreich

FIN - Finnland

GB - Großbritannien

GR - Griechenland

H - Ungarn

I - Italien

IRL - Irland

N - Norwegen

NL - Niederlande

P - Portugal

PL - Polen

S - Schweden

Russland

Türkei

EUROPA GES.

7,4% (+1,0%)

7,9% (+1,5%)

5,0% (+0,6%)

6,7% (+0,2%)

7,6% (+1,3%)

7,8% (-0,9%)

10,5% (+0,4%)

5,4% (+0,2%)

7,6% (+0,1%)

16,3% (–1,0%)

6,4% (–2,6%)

12,9% (+1,9%)

7,2% (–0,9%)

13,8% (+0,5%)

10,0% (+2,2%)

8,5% (+1,1%)

7,3% (+0,3%)

7,4% (+0,4%)

6,0% (–1,2%)

5,7% (–0,3%)

14,0% (–1,4%)

8,33% (–0,2%)

Fiat und der russische Automobilkonzern

Sollers (ehemals Severstal-Auto) haben

zwei Joint Ventures für die Fertigung

von Fahrzeugen und Dieselmotoren in

Russland vereinbart.

Toyota plant für 2010 den Serienstart

eines Plug-in-Hybrids mit der neusten

Generation von Lithium-Ionen-Batterien in

Japan, den USA und Europa. Die Fahrzeuge,

die an jeder Haushaltssteckdose

aufgeladen werden können, sollen sich in

erster Linie an Flottenkunden richten.

Mitsubishi Motors und PSA Peugeot

Citroën haben im russischen Kaluga den

Grundstein für ein neues Automobilwerk

gelegt. Das Joint Venture soll ab 2011 Mittelklasse-SUVs

für alle drei Marken sowie

Mittelklasse-Pkw für Peugeot und Citroën

produzieren. Die Gesamtkapazität des

Werkes, an dem PSA 70 und Mitsubishi

30 Prozent hält, wird bei insgesamt

160.000 Fahrzeugen liegen. Das gemeinsame

Investitionsvolumen beider Partner

beträgt 470 Millionen Euro.


Top-5-Märkte, sortiert

nach Ford-Absatz (01–05/2008)

Markt Absatz

1. Großbritannien

2. Italien

3. Deutschland

4. Russland

5. Spanien

198 155

95 175

94 835

78 170

69 310

Industrie Europa gesamt 2008

Pkw

Nutzfahrzeuge

Im Mai setzte Ford of Europe in

seinen 19 Kernmärkten 132.230

Fahrzeuge ab. Russland, die Türkei

und die 30 europäischen Direktmärkte

(EDM) trugen 33.270 Einheiten

bei, womit wir im Gesamtergebnis

165.500 Fahrzeuge

absetzen konnten. Unser Marktanteil

für die Euro-19-Märkte fiel mit

8,9 % ähnlich aus wie im Vorjahr.

Unser absatzstärkster Markt war

Großbritannien mit 34.325

Fahrzeugen und einem Marktanteil

von 16,3 %.

In Deutschland legte der Absatz

um 13,4 % auf 22.905 Einheiten zu

und auch der Marktanteil stieg von

6,3 % im Vorjahr auf 7,6 % – ein

bedeutender Fortschritt.

In Italien waren wir sowohl im

Monat Mai (mit 16.400 verkauften

Fahrzeugen) als auch im Zeitraum

seit Jahresbeginn (94.835 Einheiten)

führender Importhersteller.

In Spanien konnten wir unsere

Marktführerschaft verteidigen. Wir

setzten 14.490 Fahrzeuge ab, der

Marktanteil kletterte um 0,4PP auf

10,5 %.

In Frankreich wurden 12.385

Einheiten abgesetzt, was einem Plus

von 10,2 % gegenüber 2007

entspricht. Der Marktanteil stieg auf

5,4 %.

In der Türkei war Ford mit einem

Anteil von 14,0 % Marktführer. In

Russland setzte unser Team die

rasante Entwicklung fort und steigerte

den Absatz um mehr als 36 %

auf 18.620 Einheiten.

Beindruckendes Wachstum können

wir auch aus den EDM melden,

wo der Absatz um über 44 % auf

8.420 Einheiten stieg.

7 875 720 (+327 760)

1 491 390 (+24 950)

Top-5-Märkte, sortiert nach

Ford-Marktanteilen (01–05/2008)

Markt Anteil

1. Großbritannien

2. Türkei

3. Irland

4. Ungarn

5. Spanien

Besonders erfreuliche Absatzergebnisse

kamen zudem aus

Belgien (mit einem Plus von 29 %),

der Schweiz und der Tschechischen

Republik (jeweils plus

22,5 %), den Niederlanden (plus

21,2 %) und Polen (plus 14,7 %).

Die Baureihen im Mai

Vom neuen Ford Kuga, der seit Mai

in einigen Märkten erhältlich ist,

setzten wir bereits 2.225 Einheiten

ab. Damit hat unser Crossover einen

großartigen Start hingelegt, und ich

rechne damit, dass die Verkaufszahlen

weiter stark steigen werden.

Auch der Ford Mondeo sorgt in

den Schauräumen weiterhin für

Begeisterung. In unseren 21 europäischen

Märkten wurde er 16.740mal

ausgeliefert.

Daneben behauptete sich der

Ford Focus als meistverkaufte Ford-

Baureihe mit 45.650 Einheiten,

unterstützt vom Ford C-MAX mit

11.000 Einheiten. Bei den Kleinwagen

nahm der Ford Fiesta (meistverkauftes

Importfahrzeug in Italien und

Frankreich) mit 27.140 Einheiten die

Spitzenposition ein, gefolgt vom

Ford Fusion mit knapp 11.000 Einheiten.

Die Nachfrage nach dem Ford

Transit war anhaltend hoch, der

Absatz stieg um 5,3 % auf das für

diesen Monat neue Rekordergebnis

von 18.685 Einheiten.

Ergebnisse seit

Jahresbeginn

In seinen insgesamt 51 Märkten

setzte Ford of Europe im Zeitraum

von Januar bis Mai 828.300 Fahrzeuge

ab. Dies sind 18.400 Einheiten

mehr als im Vorjahreszeitraum

16,5 %

14,7 %

13,5 %

12,1 %

10,0 %

und beweist, wie stark unsere aktuelle

Modellpalette ist. in Großbritannien

setzte Ford von Januar bis

einschließlich Mai über 198.000

Fahrzeuge ab und verteidigte die

Marktführerschaft mit einem Anteil

von 16,5 %.

Der Aufwärtstrend in Deutschland

zeigte sich für Ford in einem

3,3-%igen Absatzplus auf mehr als

94.000 Einheiten.

In Frankreich legte der Absatz

um 14,7 % auf 65.230 Einheiten zu,

der Marktanteil erhöhte sich um

0,2PP auf 5,3 %.

In Spanien ist Ford für den Zeitraum

seit Jahresbeginn Marktführer

mit einem Anteil von 10,0 %. Der

Ford Focus ist das meistverkaufte

Fahrzeug des Landes.

In der Türkei sind wir mit 14,7 %

ebenfalls Marktführer.

In der Schweiz stieg der Absatz

um über 30% auf 6.935 Einheiten, in

der Tschechischen Republik um

24,5% auf 6.340 Einheiten und in

Polen um 21,2% auf 12.665 Einheiten.

In Russland kletterte der

Absatz um 14,9% auf 78.170 Einheiten.

Der Absatz für den Ford Transit

und den Ford Ranger sowie der

Gesamt-Nutzfahrzeugabsatz fiel in

diesem Zeitraum höher als jemals

zuvor aus (sowohl in der Euro-19-

Märkten als auch in den Euro-21-

Märkten).

Ausblick

Der steigende Ölpreis und die

unklaren Konjunkturaussichten sorgen

in vielen gesättigten Märkten für

sinkendes Verbraucherzutrauen und

eine geschwächte Nachfrage nach

Pkw und Nutzfahrzeugen. Gleichzei-

KLARTEXT

von Ingvar Sviggum

Vice President,

Marketing Sales and

Service, Ford of Europe

tig aber weisen einige Regionen

starkes Wachstum auf, allen voran

Russland, wo der Branchenabsatz

seit Jahresbeginn um 362.000 Einheiten

gegenüber dem Vorjahr stieg

und somit der prognostizierte Jahresabsatz

von 3,5 Millionen Fahrzeugen

(eine Million mehr als 2007)

in greifbare Nähe rückt. Setzt sich

das Wachstum in diesem Tempo

fort, wird Russland schon in wenigen

Jahren Europas größter Automarkt

sein. Dank unseres modernen

Fahrzeugwerks in St. Petersburg,

das ab September seine Produktion

erhöhen wird, ist Ford in Russland in

einer sehr günstigen Position für

weiteres Wachstum.

Die Ergebnisse unterstreichen

den wachsenden Einfluss unserer

Produkte in Europa und das macht

uns sicher, dass wir auch in diesem

Jahr mehr Fahrzeuge absetzen

werden als im Vorjahr.

Juli/August 2008 | 7


Titelgeschichte

Verlieben Sie sich

in den neuen Ford Fiesta

Stil, Energie und Charisma – um ebendiese Attribute dreht sich die groß angelegte PR- und

Marketingkampagne für den neuen Ford Fiesta, die den beliebten Kleinwagen in einem

neuen Licht erscheinen lässt

Ungewöhnliches Szenario rund um die

Ford-Fertigungshallen in Köln-Niehl: Ein Malertrupp

verleiht dem am Rhein gelegenen

Gebäude einen neuen Look – in Aufsehen

erregenden, fröhlichen Farben, die deutlich

machen, dass hier, wo der neue Ford Fiesta

gebaut wird, spannende Dinge passieren.

Die Verkleidung des Werks ist Teil einer

innovativen, europaweiten PR- und Marketingkampagne

von Ford, die neben den Vorzügen

des Fahrzeugs auch die Leidenschaft

der Ford-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die

an der Fertigung des neuen Fiesta beteiligt

sind, kommunizieren soll. Nicht zuletzt soll auf

diesem Wege natürlich der entscheidende

Funke bei traditionellen wie neuen, jüngeren

Käufergruppen entfacht werden.

„Die Kampagne wird kommunizieren, dass

| Juli/August 2008

jeder neue Fiesta mit großer Sorgfalt entworfen

wurde und in einem Werk gebaut wird, das

nicht einfach nur produziert; aus diesem Werk

kommen Produkte, in die man sich einfach

verlieben muss“, erklärt Fiona Pargeter,

Managerin Verbraucher-PR, Ford of Europe.

Die Kampagne umfasst ein ganzes Paket

kreativer Maßnahmen, die für allen Märkte

umsetzbar sind, von kurzen Clips im Internet

(so genannte „Virals“) bis hin zu aufwändigen

Städte-Events.

„Wir setzen auf eine besonders visuelle

Darstellung unseres Produkts, um eine der

wichtigsten Zielgruppen zu erreichen. Stellvertretend

für diese Käufer steht ‚Antonella‘

und wir sprechen sie über Medien an, die sie

regelmäßig nutzt, wie zum Beispiel das Internet

oder Hochglanzmagazine“, erläutert

Lianne Daly, Managerin Medien und Sponsoring,

Ford of Europe. „Wir hoffen, die Verbraucher

damit neugierig zu machen und die

Spannung von Juli bis zum Marktstart im September

richtig in die Höhe zu treiben.“

„Das coole, stylische und komplett neue

Image des Fiesta spricht besonders auch

junge Käufer an“, so Stephen Odell, Chief

Operating Officer, Ford of Europe.

„Aus Studien wissen wir, dass diese Zielgruppe

für traditionelle Werbung relativ

unempfänglich ist, dafür aber sehr Internetaffin

ist und soziale Netzwerke pflegt. Unsere

Kampagne liefert die passende Botschaft für

diese Zielgruppe und bringt sie ihr auf wirksame

Weise nahe.“

Einige Maßnahmen der Kampagne sind

durchaus ungewöhnlich: so gehören dazu


Foto: In Printmedien und im Internet wird zum Anstoß der

Kampagne eine Luftaufnahme des farbigen Gebäudes auf dem

Ford-Werksgelände in Köln-Niehl erscheinen, das Interesse

seitens der Presse und der Öffentlichkeit wecken soll.

Website: Auf einer gesonderten Webpräsenz zum neuen Ford

Fiesta wird es unter anderem Fotos und Videos zum Herunterladen

geben. (Die URL wird bekannt gegeben, wenn die Website

am 7. Juli online geht.)

Virales Marketing: Es werden zwei Videoclips gedreht, die

dann über das Internet verbreitet werden. Durch Plattformen wie

zum Beispiel YouTube haben sich diese so genannten „Virals“ zu

effektiven und beliebten Marketinginstrumenten entwickelt.

etwa ein Foto-Shooting mit Top-Models in der

Werkskulisse, ein fi lmisches Portrait des

Werks und seiner Beschäftigten oder eine

Forschungsstudie zum Thema Liebe.

Zu den wohl am meisten Aufsehen erregenden

Aktionen zählt wohl ein unter freiem

Himmel aufgeführter Tango der ganz besonderen

Art. In verschiedenen Städten der an

der Kampagne teilnehmenden Länder werden

auf einem zentralem Platz zwei Ford

Fiesta Tango tanzen! Zwei versierte Stuntfahrer

werden in einer fesselnden Darbietung die

Kraft und Schönheit des neuen Ford Fiesta

demonstrieren.

Im Anschluss gruppieren sich professionelle

Tango-Tänzer um die stehenden Fahrzeuge,

zu denen sich dann tanzbegeisterte

Amateure gesellen dürfen. Das farbenfrohe

Das Maßnahmen-Paket der Kampagne

Spektakel verspricht eine umfassende

Berichterstattung in TV, Rundfunk und Printmedien.

„Mit seinem schicken Äußeren und seinem

Leistungsvermögen wird der neue Ford Fiesta

Herz und Verstand der Fans dieser Baureihe

sowie einer ganz neuen Kunden-Generation

erobern“, meint Ian Slater, Vice President

Communications & Public Affairs, Ford of

Europe. „Diese Kampagne geht völlig neue

Wege, sie kommuniziert die Stärken des

neuen Fiesta auf besonders wirksame und

fantasievolle Weise und spiegelt damit in vieler

Hinsicht auch den Charakter des neuen Fiesta

wider – strahlend, lebendig und nah an der

Zielgruppe.“

„Love Report“ präsentiert vom neuen Ford Fiesta: Es wird eine

unabhängige Studie über die unterschiedlichen Ansichten zum

Thema Liebe in den sechs teilnehmenden Ländern veröffentlicht.

Die Zitate und Ergebnisse sollen möglichst von den Medien aufgegriffen

werden.

Fotoshooting: In einer Werkshalle findet ein Fotoshooting mit

aufstrebenden Models aus allen an der Kampagne beteiligten

europäischen Ländern statt. Thema: die Verbindung von Stil und

Funktionalität beim neuen Ford Fiesta

Fiesta Tango: In mehreren Städten führen zwei Ford Fiesta zu

passender Musik einen Tango-Tanz auf. Danach übernehmen

professionelle Tänzer die Bühne und laden zum Mitmachen ein.

Juli/August 2008 | 9


Interview

10 | Juli/August 2008

Bereit für den

Startschuss

Juli 2008: das Werk Köln beginnt mit der Serienproduktion des

neuen Ford Fiesta. Werkleiter Karl J. Anton erklärt, wie man sich

auf den neuen Ford Fiesta vorbereitet hat und wie der Erfolg

dieser wichtigen Baureihe gesichert wird

Wie hat sich das Kölner Werk auf die Produktion

des neuen Modells vorbereitet?

Ich möchte die Antwort in drei Bereiche gliedern:

1. Vorbereitung und Umbau der Anlagen, 2. Mitarbeiter

Training und 3. die Zusammenarbeit der

Produktentwickler mit dem Launch Team.

Zurzeit produzieren wir, bei voller Auslastung,

täglich 1.950 Einheiten des aktuellen Fiesta.

Daher bleiben uns nur die Wochenenden für die

Umstellung der Anlagen auf das neue Modell.

Vor rund einem Jahr haben wir damit im Rohbau

begonnen. Dies geschah dank unserer flexiblen

Karosseriefertigung ohne größere Auswirkungen

auf die laufende Produktion. Im Klartext bedeutet

das, dass wir die komplette Karosseriefertigung

samstagmorgens um 6:45 Uhr dem Launch Team

und den Produktentwicklern übergeben haben,

die gleich mit der Neuprogrammierung der Anlagen

begannen. Sonntagnachmittags konnten wir

die Anlagen in Betrieb nehmen und die ersten

Testkarossen bauen. Anschließend erfolgte der

Rückbau, damit wir am Montag um 06:45 Uhr

wieder problemlos mit der Produktion des alten

Modells von 1.950 Einheiten täglich starten

konnten.

In der Lackiererei und in der End-Montage

wurde nach demselben Prinzip verfahren.

Unsere Mitarbeiter wurden sehr strukturiert

vorbereitet. So haben wir schon frühzeitig unsere

Prozessingenieure, Teamcoaches und Produktspezialisten

freigestellt, um im Pilot Plant die Entwicklung

des Fahrzeugs am virtuellen Modell und

am Prototypen verfolgen zu können.

Das ist jetzt etwa ein Jahr her. Das Training der

BIOGRAFIE

Karl J. Anton ist seit Juni 2007 Operations

Manger im Ford-Werk Köln-Niehl. Zuvor

war er General Manufacturing Manager

im belgischen Werk Genk.

Seine Laufbahn bei Ford begann er 1983

in Köln. Er hat seitdem verschiedene

Positionen in den Bereichen Presswerk,

Rohbau und Endmontage sowie Materialplanung

und Logistik durchlaufen und war

bereits an verschiedenen europäischen

Ford-Fertigungsstandorten tätig.

Von Juni 2001 bis Mai 2003 leitete er die

Endmontage in Köln, wo er den Neuanlauf

der Modelle Fiesta und Fusion sowie die

Umstrukturierung des Kölner Werks nach

den Prinzipien schlanker Fertigung

begleitete. Als Leiter des entsprechenden

Bereichs am Standort Saarlouis war er im

Jahr 2004 am Relaunch des Ford Focus

beteiligt. Anfang 2005 übernahm er die

Leitung für Presswerk und Rohbau im

Werk Köln.

Karl J. Anton hat einen Abschluss als

Diplom-Ingenieur in Automationstechnik

von der FH Köln. Er ist verheiratet und hat

drei Kinder.


Operator fand sowohl als statisches Training im

Pilot Plant als auch dynamisches Training an der

Linie statt.

Sechs Wochen lang haben wir an der Linie das

gleiche Fahrzeug zusammen- und wieder auseinandergebaut.

Ich muss dazu sagen, dass von

Beginn an die Begeisterung seitens der Mitarbeiter

spürbar war. Es macht einfach Freude, ein so

toll aussehendes Fahrzeug zu bauen.

Zudem fand ein Training mit den Produktentwicklern

statt. Über 100 Kollegen aus der Entwicklung,

auch aus der Führungsebene, haben

drei Tage lang mit uns an der Linie gearbeitet. So

wurde das Verständnis für die Schwierigkeiten in

der Fertigung geweckt und zum Teamgeist beigetragen.

Es herrschte Begeisterung und Spaß –

trotz der harten Arbeit und das ist charakteristisch

für den bisherigen Ablauf dieses Launchs.

Welches Produktionsvolumen ist für das

neue Modell geplant?

Wir planen unseren bisherigen Standard beizubehalten

und mindestens die gleiche Stückzahl zu

fertigen wie beim aktuellen Fiesta. Die Serienfertigung

beginnt nach den Werksferien mit dem Job

One. Dann folgt eine einwöchige Plateau-Phase,

während der wir prüfen, ob alle Qualitätsvorgaben

erfüllt werden. Im Anschluss wird die Produktion,

innerhalb etwa sechs Wochen bis auf 1.800 Einheiten

pro Tag hochgefahren. Auch danach werden

wir weiter nach Verbesserungsmöglichkeiten

suchen, um das Produktionsvolumen zu erhöhen.

Ich bin sicher, dass wir uns bis Dezember auf

1.900 Einheiten steigern können und ich habe

keine Zweifel, dass alle den neuen Fiesta lieben

werden. Sie können sicher sein, dass wir so viele

Einheiten wie möglich bauen werden.

Bringt das neue Modell besondere Herausforderungen

für die Fertigung mit sich?

Neue Herausforderungen für die Fertigung eines

neuen Modells gibt es immer wieder!

Im Karosseriebau verwenden wir hochfesten

Stahl und Boronstahl, bei denen ein neues Mittelfrequenz-Schweißverfahren

angewandt werden

muss. In der Lackiererei haben wir sieben neue

Farben, wie zum Beispiel Avalon, Spa und Hot

Magenta. Wir sind das erste Werk – und meines

Wissens nach auch das einzige – das einen pigmentierten

Klarlack verwendet, damit der Hot

Magenta-Effekt entsteht. In der Endmontage ist

die elektrische Architektur des Fahrzeuges neu für

uns und erfordert viel Sorgfalt und Prüfung. Zur

traditionellen Elektronik kommen neue Features

wie das Keyless-System, Bluetooth ® oder iPod-

Anschlüsse. Außerdem hat das Fahrzeug eine

elektrische Servolenkung.

Die Kollegen von der Logistik mussten sich

der hohen Komplexität des Werks stellen und der

Tatsache, dass einige Zulieferer in der Lieferkette

von sehr weit her liefern.

Mit jedem neuen Modell verbessert sich

auch die Qualität. Wie sind Ihre Erwartungen

beim neuen Fiesta?

Die Qualität des neuen Modells ist hervorragend.

Um ein frühes Feedback zu erhalten, haben wir

36 lokale Händler zu uns ins Werk eingeladen und

sie waren alle begeistert. Das Design, die Technik,

die Materialien und die Verarbeitung, dies alles

wurde als qualitativ sehr hoch eingestuft. Viele

Faktoren werden vom Kunden in seine Kaufentscheidung

mit einbezogen, neben dem Preis,

dem Nutzen und der Qualität beeinflussen auch

emotionale Komponenten seine Wahl. Erstmals

wird beim neuen Fiesta auch das Werk in das

Marketing einbezogen. Ein Teil des Werks erhält

eine besondere Verkleidung, die den Lifestyle

dieses Modells wiedergeben wird.

Der neue Fiesta ist ein globales Produkt,

wird es einen Austausch zwischen dem

Kölner Werk und den anderen Standorten,

die den Fiesta bauen werden, geben?

Für die Entwicklung der Fahrzeugplattform war

Mazda in Japan in großen Teilen verantwortlich.

Daher war der Erfahrungsaustausch mit dem

Werk in Hiroshima von Beginn an unerlässlich.

Köln beginnt als erstes Werk in Europa mit der

Produktion gefolgt von Valencia im ersten Quartal

2009. Beide Werke arbeiten natürlich eng zusammen.

Außerhalb Europas wird der Fiesta in einer

viertürigen Variante in Nanjing/China gebaut und

kommt 2010 auch nach Nordamerika. Der Fiesta

ist also wirklich ein globales Produkt.

Welche Bedeutung hat der Ford Fiesta für

das Kölner Werk?

Wir bauen den Ford Fiesta seit 1978 und haben

seit dem mehr als 12 Millionen Einheiten produziert.

Ohne Zweifel, Ford Köln und der Fiesta

gehören seit langem zusammen.

Natürlich haben sich die Zeiten der absoluten

Arbeitsplatzsicherheit geändert und die Dinge

liegen heute anders. Der Wettbewerb am europäischen

Automarkt ist viel härter geworden und der

Kunde verlangt hohe Qualität zu angemessenen

Preisen. Wir hier im Kölner Werk sind uns

bewusst, dass wir unseren Job richtig und sorgfältig

machen müssen, um heute und in Zukunft

konkurrenzfähig zu bleiben. Deshalb werden wir

uns jeden Tag weiter verbessern und neue Wege

finden, wie wir ein besseres Auto noch effizienter

bauen können.

Das Interview führte Peter Noble

Juli/August 2008 | 11


Reportage

Mit der neuen Generation des Ford

Fiesta beginnt für die Ford Motor

Company eine neue Ära. Der mit

Spannung erwartete Kleinwagen

ist das erste wirklich globale Ford-

Modell, und dahinter steht ein

wirklich globales Unternehmen

Der Produktionsbeginn für den neuen Ford Fiesta im Sommer

in Köln und sein Marktdebüt in Europa Ende des Jahres

sind nur die ersten Schritte einer weiten Reise. Wenig später

steht die globale Einführung des Kleinwagens bevor und dann

geht es nicht allein darum, die Fertigung in den jeweiligen

Regionen zu organisieren. Ein „Weltauto“ wie der neue Ford

Fiesta muss von einem global agierenden Unternehmen getragen

werden, und zu diesem entwickelt sich die Ford Motor

Company mehr und mehr.

Im Rahmen der seit 1. April geltenden neuen Struktur haben

die Führungskräfte der Bereiche Produktentwicklung und

Einkauf globale Verantwortungen übernommen.

Darüber hinaus richtet Ford ein globales Netz aus Entwicklungszentren

ein, die für die Weiterentwicklung der Fordtypischen

Fahrzeugcharakteristiken auf der ganzen Welt verantwortlich

zeichnen werden. Die Kernentwicklungsteams

werden sicherstellen, dass alle Fahrzeuge der Marke Ford

weltweit eine einheitliche „DNA“ aufweisen, sich also durch

eine gleichbleibend hohe Qualität etwa bei der Fahrdynamik,

dem Geräuschniveau und anderen wesentlichen Eigenschaften

auszeichnen.

Außerdem werden die Kernteams aus Entwicklung und

Einkauf die weltweite Zusammenarbeit mit Zulieferern und

Partnern optimieren, um Skaleneffekte durch eine gebündelte

Beschaffung, weniger Komplexität und Gleichteile-Strategien

zu nutzen.

„Um ein Fahrzeug für den Weltmarkt zu bauen, braucht es

ein globales Unternehmen. Dafür steht ‚ONE Ford‘ – Kernteams

aus Design, Produktentwicklung und Einkauf arbeiten

unabhängig von Standorten und Zeitzonen als Partner

zusammen, überwinden dabei bestehende Barrieren und

konzentrieren sich voll auf die Marke Ford“, erklärt Derrick

Kuzak, Group Vice President Global Product Development,

Ford Motor Company.

Der Weg hin zu einer integrierten globalen Produktentwicklungs-

und Einkaufsorganisation bedeutet auch, so Tony

Brown, Group Vice President, Global Purchasing, Ford Motor

Company, „dass ab sofort jeder Teil eines Teams sein muss

und alle das gleiche Ziel im Blick haben müssen: Ford als

globales Unternehmen mit profi tablem Wachstum für alle“.

„Wir wissen, dass wir dieses Ziel erreichen können“, fügt er

hinzu, „und wir wissen, dass ONE Ford der einzige Weg dorthin

ist. Aber Globalisierung passiert nicht über Nacht, schließlich

haben wir die Dinge lange Zeit anders gehandhabt. Bei allem,

was wir jetzt tun, liegt das Hauptaugenmerk auf der Marke

Ford – wie wir neue Fahrzeuge und Programme planen,

wie wir sie entwickeln und wie wir Teile und Komponenten

beziehen.“

Während das Ziel deutlich vor Augen liegt, gestaltet sich

der eigentliche Übergang zur globalen Ford-Marke etwas

schwieriger.

„Globalisierung bringt spezielle Herausforderungen mit

sich: es wird nicht einfach sein, gleichzeitig Komplexität abzubauen

und die Ziele der einzelnen der Ford Motor Company

zugehörigen regionalen Unternehmenszweige zu vereinbaren.

Aber das gilt es zu tun, wenn wir global funktionieren wollen“,

so Brown. „Wir bei Ford verfügen weltweit über einen immensen

Erfahrungsreichtum. Diesen müssen wir nun bestmöglich

zu nutzen lernen, um unsere Leistungen und die Qualität

unserer Produkte auf einen einheitlichen Standard zu bringen.“

So zahlreich die Herausforderungen, so

umfangreich sind aber auch die Vorteile

„Wir haben ein gemeinsames Ziel, nutzen unsere globalen

Volumina, vereinfachen unsere Prozesse und bündeln unsere

Anstrengungen, um unseren Kunden noch attraktivere, aufregendere

Fahrzeuge bieten zu können“, meint Kuzak. „Und,

dank nochmals verbesserter Fertigungsfl exibilität und unseres

kundenorientierten, globalen Produktplanungsansatzes,

werden wir diese Fahrzeuge noch schneller auf den Markt

bringen und noch effi zienter produzieren können.“

„Die Veränderungen sind notwendig, um unseren Produkt-

Mix, unsere Effi zienz und unsere Rentabilität zu verbessern.

Ford of Europe hat bereits gute Fortschritte erzielt, dennoch

müssen wir nachhaltige Rentabilität für die gesamte Ford

Motor Company erreichen.“

Vorreiter auf dem Weg zu einem globalen Unternehmen ist der


neue Ford Fiesta, der im Kleinwagensegment einen neuen,

weltweit gültigen Standard in puncto Qualität, Design und

Komfort setzt.

„Erreicht wurde dies durch die Entwicklungsarbeit eines

Teams und durch die maximale Ausschöpfung unseres Gleichteile-Prinzips“,

berichtet Kuzak. „Der Fiesta ist nur der Anfang.

Bis Ende 2012 werden wir die Zahl unserer Bodengruppen

weltweit um 40 Prozent, die Zahl der Fahrzeugmodelle der

gleichen Bodengruppe um 150 Prozent und die Zahl der

Motorarchitekturen um 25 Prozent reduzieren. Dies wird durch

die enge Zusammenarbeit der Teams aus Produktentwicklung

und Einkauf möglich, denn gesparte Zeit und fi nanzielle Mittel

kommen neuen Produkten zugute.“

Um sicherzustellen, dass Produktentwicklung

und Einkauf als EIN Team funktionieren,

verantworten Vertreter beider Bereiche

gemeinsam die folgenden Gebiete:

Warengruppen-Strategie

Beschaffung

TVM

GPDS-Prozess

Launch

OPD

Liefarnten in Sondersituationen

Programm-Plannung

Kostenziel & Verhandlungen

Lieferantenbeziehungen

Programm-Management

Kapazitäten

Qualität

Globale Stärke

„Dies ist ein hohes Maß der Zusammenarbeit, aber wir sind

gewillt, so zu verfahren“, sagt Derrick Kuzak. „Denn so werden

wir die gebündelten Stärken und Talente bei Ford nutzen und

so werden wir spannende neue Produkte hervorbringen, die

unsere Kunden auf der ganzen Welt ansprechen werden.“

„ONE Ford – das ist unser Weg in die Zukunft.“

Derrick Kuzak

Tony Brown


Reportage

Die europäische Perspektive

Die Verantwortlichen für Produktentwicklung und Einkauf in

Europa über die Herausforderungen und die Vorteile einer

globalen Organisation

„Ein Kraftwerk im Dauereinsatz“

– Birgit Behrendt

„Ich denke, die größte Herausforderung stellt das globale

Arbeitsumfeld dar, mit den in verschiedenen Regionen tätigen

Teammitgliedern. Dies verlangt, dass wir stets auch kulturelle

Unterschiede oder verschiedene Zeitzonen berücksichtigen“,

sagt Birgit Behrendt, Executive Director Global Programs und

Vice President Purchasing, Ford of Europe.

„Das Großartige dabei ist, dass wir als eine Art weltumspannendes

„Powerhouse“ rund um die Uhr im Einsatz sein werden.

Dies verschafft uns große Stärke, und der Austausch und die

Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturen machen unsere

Arbeit ja gerade so vielseitig.“

„Eine weitere Anstrengung wird darauf zu richten sein, die

Anforderungen der einzelnen Consumer Business Groups, also

der regionalen Unternehmenszweige, mit jenen des gesamten

Konzerns abzustimmen. Wir müssen ein ausgewogenes Verhältnis

erreichen und für die Zukunft die richtigen Entscheidungen

treffen – und das, ohne uns in Bürokratie zu verlieren. Dies wird für

uns alle eine Herausforderung sein.“

„Die große Chance eines globalen Unternehmens, globaler

Produktentwicklungs- und Einkaufsbereiche besteht darin, dass

wir gegenüber unseren wichtigsten Geschäftspartnern, den

Zulieferern, Verantwortlichkeiten in Form von „Global Leads“ klar

defi niert haben. Für die Lieferanten wird es so auch einfacher, uns

ihre Ideen und neue Technologien zugänglich zu machen, und

darin liegt ein Vorteil dieser neuen Struktur. Und dass wir Komplexität

in der Zusammenarbeit abbauen, kommt uns selbst

sowie unseren Zulieferern entgegen.“

„Wir brauchen eine globale Denkweise“

– Joe Bakaj

„Wir müssen uns von der bisherigen, auf die regionalen Organisationen

gerichteten Denkweise verabschieden. Jahrelang stand

für viele von uns im Vordergrund, wie wir Produkte für unsere

jeweilige Region optimieren können. Jetzt müssen wir global

denken“, meint Joe Bakaj, Vice President Product Development,

Ford of Europe. „Das bedeutet, dass wir auch die Kundenbedürfnisse

in anderen Teilen der Welt in Betracht ziehen und überlegen

müssen, wie wir ein Produkt entwickeln können, das den Bedürfnissen

aller entgegen kommt.“

„Es wird ein Lernprozess sein, bei dem es herauszufi nden gilt,

wie wir solche globalen Programme realisieren können. Wir

suchen nach Lösungen, die allen Unternehmenszweigen nutzen.

Dies wird nicht einfach, da die Anforderungen von Markt zu Markt

variieren. Daher müssen wir unsere Standards auf einen gemeinsamen

Nenner bringen, dabei aber auch auf die Reduzierung der

Ausgaben achten.“

„Wir werden lernen, als ein Team zusammenzuarbeiten und

das bedeutet auch, dass wir den Teammitgliedern anderer Märkte

aufmerksam zuhören müssen, denn möglicherweise sind wir

mit den dortigen Kundenbedürfnissen nicht so vertraut. Wir müssen

darüber hinaus Wege fi nden, wie wir die Stärken innerhalb

Ford weltweit nutzen können, um erstklassige Produkte liefern zu

können, die uns hinsichtlich Styling, Verarbeitungsqualität und

Fahreigenschaften weiter an die Spitze bringen werden. Gleichzeitig

müssen wir in der Lage sein, unsere Kosten durch globale

Größenvorteile, gemeinsame Technologien und Commodity

Business Pläne zu reduzieren.“


Aber sicher!

An den Standorten von Ford of Europe

schärfen im Rahmen einer neuen Kampagne

aufmerksamkeitsstarke Plakate und Banner

das Sicherheitsbewusstsein

Betritt man heute eines der europäischen

Ford-Werke, wird eine Gemeinsamkeit sofort

deutlich: Sicherheit geht vor. „Wie haben eine

unternehmensweite Kampagne gestartet, um

nochmals zu betonen wie wichtig es ist, dass wir

stets an die Sicherheit denken“, berichtet Jim

Tetreault, Vice President Manufacturing, Ford of

Europe. „Sicherheit hat oberste Priorität, und zwar

immer. Wir möchten, dass unsere Beschäftigten

sich sagen ‚Ich bin verantwortlich dafür, dass ich

sicher arbeite und ich trage auch die Verantwortung,

andere, die dies nicht tun, darauf hinzuweisen‘.“

Bei der Vorstellung der Kampagne betonte

Tetreault: „Sicheres Arbeiten ist ein fortlaufender

Prozess der Bewertung, Verbesserung und Kommunikation.

Aus diesem Grund verstärken wir den

Fokus auf diesen überlebenswichtigen Aspekt

unserer Unternehmenskultur nochmals.“

Um auf Gefahrenquellen hinzuweisen, kommen

großfl ächige, farbige Poster und Transparente mit

einfachen Zeichnungen und knappen, aber prägnanten

Botschaften zum Einsatz.

Diese wurden an prominenten Stellen entlang

von Fußwegen, über Durchgängen und in Aufenthaltsbereichen

platziert.

„Ich möchte diese Plakete überall in unseren Werken

sehen, damit jeder wahrnimmt, dass Sicherheit

für uns als Unternehmen an absolut erster Stelle

steht“, so Tetreault, der die Kampagne ins Leben

gerufen hatte, nachdem es in einigen Werken zu

schweren Unfällen gekommen war.

Sicherheitsmanager Trevor Marshall aus Dagenham

ist begeistert von der Idee: „Die Poster stechen

sofort ins Auge. Die Botschaften sind einfach, aber

aussagekräftig und lassen einen über das Thema

Sicherheit nachdenken. Dadurch bleiben die

Hinweise im Gedächtnis.“

Alf Richards, Gewerkschaftsvertreter für Sicherheit

in Dagenham, begrüßt die Initiative ebenfalls:

„Eine sehr gute Sache, die sicherlich für viel Aufmerksamkeit

sorgen wird.“

Die Poster, Transparente und anderen Drucksachen

für die Kampagne entstammen der Feder

von Grafi kdesigner Manfred Müller und seinen

Kolleginnen und Kollegen vom Ford News &

Information Centre in Köln.

In Zusammenarbeit mit Uwe Gawel, Manager für

Sicherheit und Ergonomie bei Ford of Europe, und

seinem Team entwarfen die Designer das aufmerksamkeitsstarke

Kampagnenmaterial.

„Geh deinen Weg“ weist auf die Benutzung der

Zebrastreifen auf dem Werksgelände hin; „Ford-

Fashion“ erinnert an das Tragen geeigneter Schutzkleidung,

während „Na, wer ist hier der Held?“ vor

riskanten und unangebrachten Verhaltensweisen

warnt.

„Beim Thema Sicherheit gibt es einfach keine

Kompromisse“, so das Fazit von Jim Tetreault.

Kelvin Brown

Weitere Maßnahmen der

Sicherheits-Kampagne:











Eines der Poster wird in Dagenham

aufgehängt

Umfrage zum Thema Sicherheitskultur

in Southampton

,SafeStart‘-Training als Pilotprojekt in

Köln eingeführt

Best Practice für die Benutzung von

Stemmeisen

Sonderhinweise für die sichere

Benutzung von Leitern

Basierend auf Best Practice aus dem

Werk Genk wurden die Anlagen aller

Werke geprüft, um mögliche

Gefahrenq uellen zu beseitigen

Überarbeitete Version von SHARP

(Safety Health Assessment Review

Process)

Sicherheitstraining für LL6+

abgeschlossen

Bestätigte Verfahrensweisen für:

Sicherheit von Fußgängern, Arbeiten

mit elektrischen Betriebsmitteln,

Arbeiten in großer Höhe, Heben und

Montieren, Zutritt zu engen Räumen,

Energiekontrolle, Freischaltung und

Sichern gegen Wiedereinschaltung

Weltweite Umfrage zum Thema

Sicherung von Maschinen

Vehicle Operations Köln hat (nach

einer Explosion bei BP in den USA)

einen Risikoprozess entwickelt, der

innerhalb Ford of Europe eingeführt

werden soll

Juli/August 2008 | 15


Sport

Jarmo Lehtinen – das große Interview

Jarmo Lehtinen vom Team BP Ford Abu Dhabi

ist hauptberuflich Beifahrer. Für @Ford

tauschte er seinen Recaro-Sitz an der Seite

von Mikko Hirvonen gegen unseren Interview-

Sessel und sprach mit uns über den Titelkampf,

sein Verhältnis zu den Teamkollegen

und das neue Reifen-Reglement

16 | Juli/August 2008

Jarmo, lassen Sie uns auf die aktuelle Saison blicken.

Sind Sie zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen?

Ja und nein. In Monte Carlo sind wir ganz gut gestartet, aber

man muss zugeben, dass wir einige Punkte verschenkt haben,

die uns jetzt nützlich wären. Die Monte und die Rallye

Schweden waren gut, aber Mexiko und Argentinien haben

uns zurückgeworfen. Danach lief es wieder besser, Jordanien

war super. Auf Sardinien und in Griechenland hatten wir dann

wieder Probleme. Unter den gegebenen Umständen waren

der zweite und der dritte Rang dort schon gut, aber das

reicht nicht.

Kann es auch von Nachteil sein, als Fahrerduo an

der Spitze der Fahrer-WM zu stehen?

Ja, denn als Führende mussten wir immer als Erste auf die

Strecke und die Pisten für die Konkurrenz sauberfegen.

Trotzdem will man natürlich an der Spitze der Tabelle stehen

und als echter Champion muss man dann auch damit klar

kommen.

Mit dieser Saison wurden die neuen Einheitsreifen von

Pirelli eingeführt, die ohne Mousse-System auskommen

müssen. Sie waren davon nicht begeistert, hat sich das

inzwischen geändert?

Stimmt, zu Begin der Saison hatte ich, was Sicherheit und

Leistung angeht, so meine Zweifel bei diesem Reifen. Jetzt

muss ich sagen, dass Fahrbarkeit und Widerstandsfähigkeit

besser sind als wir erwartet hätten, aber bei Schäden ist es mit

der Sicherheit noch immer so eine Sache. Das Risiko schwerer

Unfälle in Kurven ist hoch – wie man in Mexiko an uns gesehen

hat. Man kann sich auf einer Geraden den Reifen aufschlitzen,

merkt aber nichts davon, weil die Karkasse des Reifens so fest

und das Fahrwerk des Autos so weich abgestimmt ist. Und

dann fährt man in eine schnelle Kurve und rumms!, man macht

einen Abflug. Das ist schon ein Problem, aber die FIA macht

nun mal die Regeln, da können wir nichts tun.

Als Marcus Grönholm und Timo Rautiainen abtraten, sind

Sie und Mikko zur Nummer Eins des Teams aufgestiegen.

Fühlen Sie sich dadurch einem höheren Druck ausgesetzt?

Marcus und Timo haben uns kein einfaches Erbe hinterlassen,


und ja, am Anfang habe ich den Druck gespürt. Aber alle im

Team haben uns toll unterstützt. Jetzt habe ich nicht mehr

das Gefühl, dass auf uns mehr Druck lastet.

Mikko gilt als super cool, man nennt ihn den Iceman.

Sie kennen ihn besser als die meisten im Team – rastet

er im Auto auch mal aus?

Nein, Mikko bleibt im Auto immer total cool. Je höher der

Druck, desto besser fährt er. Er ist nicht der Typ, der schreit

und flucht, er ist immer total kontrolliert und wenn er unter

Druck gerät, konzentriert er sich noch mehr. Er ist sehr

ehrgeizig.

Wie ist das Verhältnis zu den Teamkollegen

Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila.

Sind die beiden Ihre größten Konkurrenten?

Natürlich sind sie unsere größten Konkurrenten. Bei allen

Rallyes waren es fast immer drei Autos, die den Sieg unter sich

ausgemacht haben, und Jari-Matti und Miikka saßen in einem

davon. Unser Verhältnis ist wirklich sehr gut, wir kennen die

beiden seit langem, da gibt es keine Spannungen, wir arbeiten

einfach gut zusammen. Natürlich sind wir auch Rivalen,

aber auf eine sehr positive Weise. Die beiden sind schwer in

Ordnung.

Als nächstes steht die Rallye Finnland auf dem Programm.

Ist das für Sie das Highlight der Saison?

Mikko und ich sind Finnen, also ist es natürlich der Lauf für uns.

Zu Hause vor Familien, Freunden und den vielen Fans zu fahren,

ist grandios. Jeder Lauf ist wichtig, aber dieser hat für mich

Auf die Schnelle: Jarmo Lehtinen

Staatsangehörigkeit: Finnisch

Geburtsdatum: 03/01/1969

Erste Rallye: 1988 in einem Ford Escort MK2

WRC-Debüt: Finnland 1997

Team: BP Ford Abu Dhabi World Rally Team

Sternzeichen: Steinbock

Lieblingsessen: Finnische Fleischklößchen

mit Stampfkartoffeln

Lieblingsmusik: AC/DC

schon besondere Bedeutung. Zunächst freue ich mich darauf,

dass wir in der Sommerpause ein paar Wochen frei haben. Es

wird einige Testreihen geben und ein paar PR-Termine, aber

danach werde ich Zeit mit der Familie verbringen. Telefon und

Computer bleiben dann aus!

Wie könnten Sie und Mikko in der zweiten

Saisonhälfte noch an Speed gewinnen?

Wir haben die Ereignisse der bisherigen Saison analysiert und

eines wurde klar: wir müssen auf der ersten Etappe schneller

sein. Vielleicht waren wir zu Beginn der Rallyes immer zu

vorsichtig. Daran arbeiten wir jetzt. Wir haben im Verlauf jeder

Rallye an Speed gewonnen, aber wir müssen von der

Jarmo und Kollegen können Sie auch live bei den

Rallyes begleiten, und zwar auf der offiziellen

Website des Teams BP Ford Abu Dhabi unter

www.wrcford.com

Ford Motorsport Direktor Mark Deans: „Wir haben die

Website um einen Link auf RallyLive ergänzt, wo an

den Rallye-Wochenenden alle aktuellen News vom

Team in einem Blog zur Verfügung gestellt werden.

Darüber hinaus gibt es Fahrer-Profile, Informationen

zum Ford Focus RS WRC und den Performance-

Modellen von Ford sowie Fotos, Downloads und Links

zu Podcasts und unserem Merchandising-Shop.“

allerersten Prüfung an vorne mitfahren und das gesamte

Wochenende schnell unterwegs sein.

Sind Sie zur Saisonhalbzeit noch immer zuversichtlich,

die Fahrer- und die Konstrukteurs-WM gewinnen

zu können?

Absolut! Wichtig ist, dass wir bei den verbleibenden Schotterläufen

alles geben und auch auf Asphalt richtig hart arbeiten.

Schaut man sich unsere Ergebnisse auf Asphalt an, dann

sind wir nicht allzu weit von Citroën und Loeb entfernt und

wir steigern uns. Bis zum Ende der Saison vergeht noch

einige Zeit, aber wir sind zuversichtlich, dass wir den Titel –

beide Titel – für Ford holen können.

Juli/August 2008 | 17


Reportage

Das Technikzentrum Dunton wird seine CO 2 -

Bilanz in diesem Jahr um 65 Prozent verbessern,

indem es auf „grüne“ Stromversorger umsteigt.

Der Strom aus erneuerbaren Energiequellen

bedeutet zusätzliche Kosten von 3.000 Dollar

(1.940 Euro) pro Monat, bei einer monatlichen

Stromrechnung von circa 980.000 Dollar

(634.000 Euro). Doch ist dies ein relativ geringer

Preis, wenn man bedenkt, dass dadurch 36.100

Tonnen weniger CO 2 produziert werden – was in

etwa dem jährlichen Ausstoß von 6.000 Haushalten

entspricht.

Nachdem Ford Land einen Vertrag mit dem

Energiekonzern EDF Energy über die Lieferung

von Strom aus Wind- und Wasserkraftwerken in

Europa und Großbritannien abgeschlossen hat,

wird der Standort Dunton mittlerweile tatsächlich

fast ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren

Quellen versorgt.

„Der Energieausschuss Dunton hatte davon

erfahren, dass das Werk Merkenich Strom aus

Wasserkraft bezieht, daher haben wir uns damit

Ford

Redaktion: Emmanuel Lubrani, elubrani@ford.com | Deutsche Ausgabe: Angela Borkott, aborkott@ford.com | Design: Manfred Müller, mmuell86@ford.com,

Annette Vellay, Alexander Bertrams | Digitale Reproduktion: purpur, Köln | Produktion: Zetweka, Print & Production Management, Köln | Druck: Neef & Stumme, Wittingen

| Herausgeber: Ford of Europe, Public Affairs

1 | Juli/August 2008

grü

Dunton wird „grüner“

auseinander gesetzt und nutzen nun auch Ökostrom“,

berichtet Peter Gascoine, Umweltkontrollingenieur

in Dunton.

Die höchsten Energiekosten entfallen in Dunton

auf Strom, in den letzten zwei Jahren stiegen die

Preise um 40 Prozent.

Während der vergangenen Jahre hat der Energieausschuss

viel unternommen, um Strom zu

sparen, doch mit jeder neuen umgesetzten Maßnahme

wurde diese Aufgabe schwieriger.

Unser Hauptgebäude ist 40 Jahre alt. Maßnahmen,

die wir heute in modernen Gebäuden

oder Neubauten umsetzen würden, wären viel

zu kostenintensiv. Wenn wir unseren Energieverbrauch

noch weiter drosseln wollten, ginge das

im Grunde nur durch umfangreiche Investitionen“,

erklärt Gascoine.

Dennoch fanden sich einige günstige Möglichkeiten,

wie in Dunton der Stromverbrauch

weiter reduziert werden kann. So werden zum

Beispiel Neonröhren durch kürzere, sparsamere

Röhren ersetzt.

Um den Verbrauch der Klimaanlage in den

Büros – einem der größten Stromfresser des

Standorts – einzudämmen, wurden variable

Antriebseinheiten für das Kühlsystem angeschafft.

Die Investition wird sich innerhalb

eines Jahres amortisiert haben.

Der Ausschuss hat darüber hinaus die

Möglichkeit einer kleineren Kühleinheit für

das Umwelt-Testlabor in Dunton geprüft, die

eingesetzt werden soll, wenn nicht die volle

Leistung benötigt wird.

Auch beim Gasverbrauch konnten beachtliche

Einsparungen erzielt werden. Durch die Installation

von Magneten an den Gasheizkesseln wurden

letztes Jahr knapp 2,6 Millionen Kilowattstunden

(oder 488 Tonnen CO 2 ) eingespart. Diese

Magneten sollen nun auch an anderen Gasheizkesseln

in Dunton angebracht werden.

Weitere Sparmaßnahmen:





Verstärkte Kontrolle von Druckluftverlusten

senkt den Stromverbrauch; Ergebnis: jährlich

bis zu 150 Tonnen weniger CO 2

Umbau der Spritzkabinen im Design-Gebäude

für den Trockenlauf spart 8.000 Kubikmeter

Wasser pro Jahr – sechs Prozent des

Gesamtverbrauchs des Standorts

Alle Abfälle, die bisher auf die Deponie

gelangten, werden zu einer Materialverwertungsanlage

gebracht; dadurch verringert

sich die Ablagerungsmenge des Technikzentrums

von 540 Tonnen in 2007 auf voraussichtlich

50 Tonnen in 2008.

Verschiedene Kampagnen regen zum Energiesparen

an (z.B. Abschalten aller Geräte nach

Arbeitsende oder während der Werksferien, etc.)

All diese Maßnahmen sind Teil der erfolgreichen

Arbeit des Energieausschusses und seiner

Mitglieder Peter Gascoine, Elizabeth Ejoh, Bruce

Thirkettle, Charlie Sivertsen, Ryan Hunt, Tony

Collier, Mark Olley, John Williams, Chris Taylor,

Simon Westbrook, Dave Nightingale, Peter Beck

und Tim Nicklin.


Diversity

Ford-Lkw für ein Kinderlachen

Vom Anhänger eines LKW der Transport Operations-Flotte

Dagenham strahlt jetzt das Gesicht

des vierjährigen Bramble Johnson. Damit unterstützt

Ford zum wiederholten Mal die britische

Wohltätigkeitsorganisation CLIC Sargent für

krebskranke Kinder.

Der 12 Meter lange Sattelzug ist in Großbritannien

und Europa unterwegs. Neben dem

Gesicht des kleinen Bramble zieren den LKW

auch das Motto der Organisation „Caring for

children with cancer“ und entsprechende Kontaktinformationen.

Ford Transport Operations (TOps) unterstützt

Wohltätigkeitsorganisationen wie CLIC Sargent

im Rahmen des „Community Involvements“ – und

das nicht nur mit Werbeflächen auf den LKWs.

Anfang des Jahres überreichte Ford einen Spendenscheck

von über 7.500 £ (9.500 €). Dieser

Betrag war zusammen gekommen, weil Ford of

Britain für jeden beantworteten Fragebogen der

Mitarbeiter-Umfrage 2007 „Your Views Count“

einen Geldbetrag gespendet hatte.

Bramble ist eines von vielen Kindern, denen

CLIC Sargent bereits geholfen hat. Der Kleine

kam im Oktober 2003 mit einer Gallengangatresie

zur Welt, das heißt aus seiner Leber floss aufgrund

eines Verschlusses keine Gallenflüssigkeit

ab. Um den Gallenfluss wieder herzustellen,

wurde Bramble im Alter von fünf Wochen operiert

und kam im folgenden April auf die Liste für ein

Spenderorgan.

Noch bevor eine geeignete Spenderleber

gefunden werden konnte erlitt Bramble akutes

Leberversagen, konnte aber gerettet werden, weil

seine Mutter ihm in einer riskanten Operation

einen Teil ihrer eigenen Leber spendete. Beide

erholten sich gut von dem Eingriff und Bramble

wuchs und gedieh, doch als Folge der Immunsuppressiva,

die er gegen die Abstoßung des

Organs einnehmen musste, bildeten sich in den

Lymphknoten seines Körpers Krebsgeschwüre.

Im November 2006 begann Bramble eine fünfmonatige

Chemotherapie. Heute ist er vollständig

tumorfrei und seine Leber arbeitet stabil.

Natürlich durfte Bramble den Ford-LKW mit

seinem Foto begutachten und mitfahren – im

Schlepptau seine Lieblingsspielzeuge. Diese

wurden allerdings schnell uninteressant,

als European Transport Operations Manager

Frank Coyne Bramble einen Ford-Modell-LKW

schenkte, den der Vierjährige ab da nicht mehr

aus der Hand legte.

„Er ist ein toller kleiner Kerl und es ist toll zu

sehen, dass es ihm wieder so gut geht“, sagte

Frank Coyne. „Und ich freue mich, dass Ford

Transport Operations durch die Unterstützung

von Organisationen wie CLIC Sargent einen so

großartigen Beitrag für die Gemeinschaft leistet.“

Oben: Bramble mit seinen Eltern Frithë

und Alexander

Links: Bramble und Frank Coyne

Juli/August 2008 | 19

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