2020 unternehmen [!] Magazin Ausgabe 75 Dezember 2020

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten. Ausgabe 75 - Dezember 2020

unternehmen [!] RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 75 | Dezember 2020 | 3,00 €

MIT 16

EXTRASEITEN

WIRTSCHAFT

IM LANDKREIS

NEU-ULM

Ein Mann

will nach oben

Teamviewer gehört zu den Aufsteigern des Jahres.

Laut Vorstandschef Oliver Steil steckt in dem

Software-Spezialisten das Potenzial für Großes.

BENEFITS

Mit welchen Maßnahmen

Unternehmen ihre Mitarbeiter

glücklich machen können.

Seite 38

NACHFOLGE

Tipps von Experten: So lassen

sich Stolperfallen und Ärger

vermeiden.

Seite 46

UMFRAGE

Diese Themen treiben zehn

Persönlichkeiten im

Corona-Ausnahmejahr um.

Seite 58


2

RESSORT unternehmen [!]

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unternehmen [!] INHALT/EDITORIAL 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für ein Jahr neigt sich da dem Ende zu! Für

die meisten von uns anstrengend und herausfordernd,

für einige schlicht katastrophal. Einem

Sturm gleich hat ein kleines Virus schonungslos

die Schwächen von Branchen und Geschäftsmodellen

offengelegt sowie Grundprinzipien unserer

Gesellschaft und Wirtschaft infrage gestellt.

In diese Gefühlslage mischt sich beim Team von

unternehmen[!] auch ein bisschen Stolz. Sie halten

die 75. Ausgabe in den Händen, die umfangreichste,

die es bisher gab. Unser Magazin hat sich

als Bühne der regionalen Wirtschaft etabliert. Wir

freuen uns, dass Sie unseren Ansatz schätzen: Ihnen

mit gut recherchierten Artikeln Nutzwert, Impulse

und Einblicke zu geben. Gerne erzählen wir

Geschichten vom Wandel an positiven Beispielen.

Auch in dieser Ausgabe stecken viele Artikel,

die Mut machen: vom Titelinterview mit Teamviewer-Chef

Oliver Steil angefangen über

Eltern-Kind-Büros bei Vetter und Hensoldt, den

Firmenporträts von Gastromenü aus Ulm und

Buchele aus Ebersbach bis hin zu mitunter philosophischen

Antworten in unserer Umfrage. Ich

wünsche Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

VERANTWORTEN

6 Den Nachwuchs im Blick

Eltern-Kind-Büros in Unternehmen

38 Geld ist nicht alles

Wie Firmen die richtigen Anreize

schaffen

TITELTHEMA

10 Netzwerker aus der Ferne

Teamviewer-Chef Oliver Steil

im Gespräch

SPEZIAL

20 Spielerisch zu mehr Effizienz

Die Zukunft der Logistik

30 Mit Abstand bessere Büros

Arbeiten in Zeiten von Corona

32 Wieviele Büros brauchen wir?

Homeoffice und hohe Mieten drücken die

Nachfrage

50 Wege aus dem Stau

Anschluss an die A8 im Ulmer Norden

52 Ein Erfolgsmodell

Seit 25 Jahren siedelt sich im Ulmer

Norden Betriebe an

MACHEN

24 Selbst gemachter Genuss

Gastromenü: Von der Großküche bis

hin zum Gourmetrestaurant

28 Auf zwei Rollen durch die Natur

Geländegängige Rollstühle von Frankie

36 Messen und handeln

Die Sensor-Lösungen von Citysens

44 In Extremen zuhause

Besondere Türen sind das Geschäft

von Buchele

LEBEN

42 Chronik des Erfolgs

Das Ravensburger Wirtschaftsmuseum

58 Gefragte Antworten

Umfrage unter Führungskräften

FINANZIEREN

46 Alles bleibt in der Familie

Tipps, wie die Nachfolge gelingt.

82 Impressum

32

36

20

28

46


4

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Setra-Produktion steht still

Evobus In Neu-Ulm sind zahlreiche Mitarbeiter zu 100 Prozent in Kurzarbeit.

Trotz erheblicher Einschnitte unterstützt die Belegschaft die „Aktion 100 000, Ulmer helft“

Industrie Mit Evobus reagiert

einer der größten Arbeitgeber

in der Region mit deutlichen

Maßnahmen auf die Auswirkungen

der Corona-Krise. Der massive

Einbruch bei Bestellungen

von Reisebussen setzt dem Setra-Hersteller

deutlich zu. Die

Produktion im Werk Neu-Ulm

ist seit Mitte November stillgelegt,

und das bis mindestens

Mitte Februar. Hier gibt es Kurzarbeit

mit bis zu 100 Prozent Arbeitsausfall.

Ansonsten beträgt

die Kurzarbeit am Standort 30

bis 90 Prozent.

Laut Bus-Chef Till Oberwörder

sind 1200 der insgesamt

rund 3800 Mitarbeiter von der

Kurzarbeit betroffen: von Dezember

an in der Produktion,

von Januar an zusätzlich in der

Verwaltung. Zudem gilt in der

Verwaltung und nicht von der

Kurzarbeit erfassten produktionsnahen

Abteilungen mit

35-Stunden-Woche ein Verzicht

auf zwei Wochenstunden ohne

Lohnausgleich. Auf die Beschäftigten

kommen weitere tarifliche

Einschnitte zu. Das so genannte

tarifliche Zusatzgeld, das

nach den Worten einer Sprecherin

aber nicht die Höhe des

Weihnachtsgelds erreicht, wird

den Mitarbeitern nur noch in

Form von Freizeit gewährt: mit

sieben zusätzlichen Urlaubstagen

2021. Außerdem entfällt

nächstes Jahr die Ergebnisbeteiligung

Oberwörder und Produktionschef

Michael Klein machten

zuletzt keinen Hehl daraus, dass

die Lage bei den in Neu-Ulm gefertigten

Reise- und auch Überlandbussen

deutlich ernster ist

als bei den in Mannheim produzierten

Stadtbussen. Denn dafür

liegen längerfristige Volumenaufträge

der Kommunen vor.

Trotz starker Einschnitte verzichtet

die Belegschaft jedoch

nicht auf ihre jährliche Spende

zugunsten der Aktion 100 000.

Die Geschäftsführung und der

Betriebsrat haben beschlossen,

auch in diesem Jahr eine halbe

Stunde für den guten Zweck zu

arbeiten.[!]

jkl

Die Rohkarossen werden in der Setra-Produktion in Neu-Ulm zu

kompletten Omnibussen ausgebaut. Doch es fehlen die Aufträge.

FOTO: MATTHIAS KESSLER

Innofluid erweitert Filter-Angebot

Corona Das Kuchener Unternehmen

Innofluid zählt zu den

Gewinner der Corona-Krise.

Aufgrund der andauernden Pandemie

ist die Nachfrage nach

Luftfiltern dieser Tage groß. „Es

boomt ohne Ende, wir haben

eine wahnsinnige Nachfrage“,

berichtet Geschäftsfüher Ralf

Krieger. Die Telefonleitungen

seien durchgehend belegt. Das

hat das Unternehmen aus dem

Kreis Göppingen zum Anlass

genommen sein Angebot an

Luftfiltergeräten auszubauen.

Die neuen Geräte sind kleiner

als die bisherigen Modelle und

können so auch in Räumen mit

maximal 40 Quadratmetern zum

Firmenchef Rolf Krieger: „Die

Nachfrage ist riesig.“

Einsatz kommen, berichtet Krieger.

Die größte Variante schaffe

den Luftaustausch auf bis zu 400

Quadratmetern. Mindestens

sechs Mal pro Stunde sollte die

Luft eines Raumes komplett gefiltert

werden, sagt Krieger.

Das neu entwickelte Modell

leiste bis zu 13 Luftwechsel in

der Stunde. Um die gestiegene

Nachfrage bedienen zu können,

produziere mittlerweile ein größerer

Maschinenbauer aus dem

Kreis Göppingen im Auftrag von

Innofluid ebenfalls Geräte. Nach

einem Umatz von 1,4 Millionen

Euro im vergangenen Jahr rechnet

das Unternehmen, das seit

2006 vorrangig Filteranlagen für

FOTO: SIMON SCHERRENBACHER

die metallbearbeitende Industrie

herstellt, in diesem Jahr mit

einem Umsatz-Plus von mindestens

300 Prozent.

Vor allem Firmen, Läden und

Dienstleister aber auch Privathaushalte

bestellten die Luftreiniger

– ebenso zahlreiche Schulen

aus Bayern. Die Wirksamkeit

der mit Hepa13- oder Hepa14-Filtern

ausgestatteten Apparate

ist dem Unternehmen zufolge

wissenschaftlich zertifiziert.

Die Entsorgung der kontaminierten

Filter in luftdichten

Verpackungen, so Krieger, erfolge

über ein Entsorgungsunternehmen

mit dem Innofluid zusammenarbeitet.[!]

rai


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5

Diehl Aviation: Jede dritte Stelle fällt weg

Luftfahrt Geschockt und verunsichert

sind die Mitarbeiter

von Diehl Aviation in Laupheim.

Der Luftfahrt-Zulieferer will

600 der insgesamt 1800 Arbeitsplätze

am Standort abbauen.

Bundesweit sollen bis zu 1400

Stellen wegfallen. Das sei eine

Reaktion auf die Corona-Krise

in der Luftfahrt-Branche, erklärte

das Unternehmen. Seit dem

Frühjahr 2020 sei die Nachfrage

in der Luftfahrtindustrie um

etwa die Hälfte eingebrochen.

Betriebsbedingte Kündigungen

sollen vermieden werden. „Die

Luftfahrt ist am Boden, es war

klar, dass Einschnitte kommen.

Aber ein Stellenabbau in dieser

Höhe – damit haben wir nicht

gerechnet“, sagte der Betriebsratsvorsitzende

Dieter Kramer

nachdem die Pläne bekannt

wurden. Zumal seit 2019 schon

die 350 Leiharbeiter nicht mehr

beschäftigt werden. Kramer befürchtet,

dass eine Abwärtsspirale

in Gang gesetzt wird. Denn

der geplante Stellenabbau treffe

zur Hälfte die Produktion. Es

sei auch die Rede davon, dass

Arbeitspakete an den Produktionsstandort

in Ungarn verlagert

werden.

Der Hauptsitz ist laut Kramer

„zu 95 Prozent von Airbus abhängig“

und nur in einem geringen

Umfang Zulieferer für andere

große Flugzeughersteller.

In dem Werk werden Kabinen-Teile

in Modulbauweise

hergestellt. Diehl hat das frühere

Airbus-Werk 2008 gemeinsam

mit Thales übernommen,

das dann unter „Diehl Aircabin“

firmierte. 2012 überließ Thales

Diehl seine Anteile an dem

Unternehmen.

ref

Mitarbeiter montieren eine Klimaanlage für einen A350. Auf den

Standort Laupheim kommen schwere Zeiten zu. Foto: Diehl Aircabin

Jobabbau

bei WMF

Krise Die Geislinger WMF

Group plant im Bereich der professionellen

Kaffeemaschinen

Stellen zu streichen. Laut Mitarbeiterkreisen

soll es bis zu 90

Arbeitsplätze treffen. Die Geschäftsführung

bestätigte zwar

die Abbaupläne, nannte jedoch

keine konkrete Zahl. Begründet

wird der geplante Stellenabbau

mit den Auswirkungen der Pandemie.

Viele

Gastronomen

kämpften um

Johan Van

Riet: „Wir

müssen unsere

Kosten

senken.“

ihre Existenz.

Der Umsatz sei

infolge dessen

„dramatisch

eingebrochen“.

„Die anhaltende

Pandemie

zwingt uns, unsere

Betriebskosten

so anzupassen,

dass wir sie auch in Zeiten

geringeren Umsatzes tragen

können“, erklärte Johan Van

Riet, President Global Business

Unit Professional Coffee Machines.[!]

jkl

Märklin mit

Lieferproblemen

Spielwaren Der Göppinger Modelleisenbahnhersteller

Märklin

kommt mit der Produktion fürs

Weihnachtsgeschäft nicht mehr

nach. „Wir haben trotz oder gerade

wegen Corona eine derart

positive Auftragslage“, sagt Geschäftsführer

Wolfrad Bächle.

Im Frühjahr war infolge der Pandemie

die Fertigung im ungarischen

Werk in Györ zwei Monate

stillgestanden. Zwölf Prozent

der 700 Mitarbeiter befanden

sich damals im Krankenstand.

Das beeinträchtigte auch die

Produktion in Göppingen. Das

Umsatzziel von 117 Millionen

Euro werde Märklin im Geschäftsjahr

2020/2021 (30. April)

nicht erreichen, aber immerhin

den Vorjahresumsatz von 112

Millionen Euro leicht überschreiten.

Erfreulich sei, wie

viele Neukunden sich derzeit

über den Einstieg in das Hobby

erkundigen, sagt der Geschäftsführer

Florian Sieber. Die 1200

Mitarbeiter täten derzeit alles,

um noch möglichst viele Aufträge

abzuarbeiten. [!] joa

Kundenrechte gestärkt

Zulieferer Der Automobilzulieferer

Cooper Standard will im

Werk in Schelklingen im kommenden

Jahr bis zu 78 Stellen

abbauen. Firmenangaben zufolge

arbeiten derzeit rund 200

Mitarbeiter am Standort. Das

US-amerikanische Unternehmen

begründete den Schritt mit

einer sich deutlich verschlechtern

Ertragslage in den kommenden

Jahren. Ein Teil der bisherigen

Produktion könne daher

Auto-Leasing Der Bundesgerichtshof

in Karlsruhe hat kürzlich

die Rechte von Leasing-Kunden

gestärkt. Erhält die

Leasingfirma nach einem Unfall

während der Vertragslaufzeit

Geld von der Versicherung, darf

der Betrag dem Leasingnehmer

nicht vorenthalten werden. Fließe

es nicht in die Reparatur des

Autos, mindere es zum Vertragsende

zumindest den Restwert-Anspruch,

entschieden die

Richter in Karlsruhe. (Az. VIII

ZR 48/18)

Beim Leasing kauft der Kunde

das Auto nicht. Vielmehr

zahlt er für eine festgelegte

Laufzeit eine monatliche Rate

für die reine Nutzung des Fahrzeugs

an den Leasinganbieter.

Das Fahrzeug bleibt über die

Vertragslaufzeit jedoch Eigentum

der Leasingfirma.[!] jkl

Cooper streicht Stellen

am Standort „nicht mehr kostendeckend

durchgeführt werden“

heißt es in einer Mitteilung.

Ob Teile der Produktion

in ein anderes europäisches

Werk verlagert werden, ist bislang

nicht bekannt. Dem Vernehmen

nach ist eine Verlagerung

von Teilen der Kunststoffbeschichtungsarbeiten

und die

Produktion für den Autohersteller

Porsche nach Tschechien im

Gespräch. [!]

jkl


So ein Eltern-Kind-Büro weckt Begehrlichkeiten. Bei Vetter in Ravensburg kann es daher nur stunden- oder tagesweise gebucht werden.

FOTOS: MATHIS LEICHT PHOTOGRAPHY

Den Nachwuchs im Blick

Eltern-Kind-Büro Arbeiten und gleichzeitig für das Kind da sein. Mit speziellen Büros geht

das auch im Unternehmen. Es gilt aber rechtliche Aspekte zu beachten.

An ihrem ersten Arbeitstag

zieht Leia ihre

Büroschuhe an, packt

ihren kleinen Trolley

und los geht‘s. Acht Stunden im

Büro. Am Abend erzählt sie ihrer

Mutter stolz: „Mama, heute

haben wir richtig was geschafft!“

Leia ist bald vier Jahre alt und

ihre Mutter Birgit Szielasko

Teamleiterin bei Vetter Pharma

in Ravensburg.

Aber ein Kind im Büro, womöglich

sogar im Großraumbüro

– das kann zu Ärger führen.

Mit Kollegen, Mitarbeitern und

Vorgesetzten. Im Lärm oder der

Unordnung, die die Kinder

eventuell machen, liegt Konfliktpotenzial.

Ebenso wie darin,

dass dieses „Recht“, den Nachwuchs

mitzubringen, dann gegebenenfalls

auch andere für

sich beanspruchen möchten.

Auf der anderen Seite ist Homeoffice

aber nicht immer uneingeschränkt

möglich und die Anwesenheit

im Betrieb aus verschiedenen

Gründen erforderlich

oder erwünscht.

Ganz abgesehen davon, dass

Kinder am Arbeitsplatz zunächst

nichts zu suchen haben.

„In rechtlicher Hinsicht ist es

Wenn Eltern

kurzfristig

arbeiten müssen,

ist das eine gute

Unterstützung.

Nicole Hoffmeister-Kraut

Landeswirtschaftsministerin

grundsätzlich nicht erlaubt, Kinder

mit an den Arbeitsplatz zu

bringen“, sagt Theo Rezbach,

Anwalt für Arbeitsrecht. „Davon

kann man abweichen, wenn der

Arbeitgeber explizit einverstanden

damit ist.“

Die kleine Leia hat ihren Arbeitstag

daher in einem Eltern-Kind-Büro

verbracht. Dabei

handelt es sich um spezielle

Einzelbüros, die in Betreuungs-Notfällen

stunden- oder

tageweise in Anspruch genommen

werden können. Im Idealfall

sind diese mit allem ausgestattet,

was arbeitende Eltern


unternehmen [!]

RESSORT

Mit dem eigenen Nachwuchs können die Angestellten im Eltern-Kind-Büro in Ruhe sprechen. Angst,

Kollegen dabei zu stören, müssen die Eltern dort nicht haben.

benötigen: Spielzeug, Malsachen,

Wickelkommode, Internet,

Arbeitsplatz – und eine Tür

zu den Kolleginnen und Kollegen,

die man für diesen Tag

schließen kann. „Für mich ist

das eine große Erleichterung

und ich freue mich das nutzen

zu können“, sagt Birgit Szielasko.

„Und für meine Tochter ist

es eine sehr positive Erfahrung.

Sie war ganz stolz und hat sich

total wichtig gefühlt.“

Simba, Mogli und Arielle heißen

die drei Eltern-Kind-Büros,

die in der neuen Zentrale der

Vetter Pharma-Fertigung zu finden

sind. Vetter ist ein weltweit

operierender Pharma-Dienstleister

und spezialisiert auf die

Herstellung und Verpackung

aseptisch vorgefüllter Spritzensysteme.

Neben Schreibtisch

und Internetzugang für die Eltern,

ist die Mogli-Einrichtung

vor allem kindgerecht: ein kleiner

Tisch mit passendem Stuhl,

Reisebett, rutschfeste Matte,

Waschbecken und eine so genannte

Kidsbox – gefüllt mit

Spielen, Büchern, Bauklötzchen

und so weiter. Die Gründe, warum

Eltern das Büro buchen,

sind vielfältig: Der Kindergarten

fällt für einen Tag aus, die Oma

ist krank, die Hausaufgaben sollen

zwischen Schule und Zuhause

gemacht werden oder der

Partner hat einen Arztbesuch

und bringt das Kind für eine

Stunde vorbei.

Hilfe in Ausnahmesituationen

„Ich halte Eltern-Kind-Büros für

eine gute Möglichkeit, Eltern bei

der Kinderbetreuung zusätzlich

zu den regulären Betreuungsangeboten

zu unterstützen“, sagt

die baden-württembergische

Wirtschaftsministerin Nicole

Hoffmeister-Kraut (CDU). „Besonders

in Ausnahmesituationen,

wenn etwa der Unterricht

ausfällt. Oder wenn Eltern kurzfristig

arbeiten müssen und deshalb

keine Kinderbetreuung gewährleistet

ist und auch nicht so

schnell organisiert werden

kann.“ Genau in solchen Fällen

kann ein Eltern-Kind-Büro kurzfristig

entlasten. Die Eltern können

so im Beisein der Kinder im


8

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Bau mit Weitblick

Im Frühjahr 2020 konnten die 600 Mitarbeiter die neue Firmenzentrale beziehen.

Der Pharma-Dienstleister

Vetter mit Sitz in Ravensburg

beschäftigt weltweit rund

5000 Mitarbeiter. Im April diesen

Jahres wurde die neue Unternehmenszentrale

bezogen.

Dort arbeiten in normalen Zeiten

rund 600 Mitarbeiter, für

400 weitere ist Platz. Von den

Betrieb arbeiten, während diese

spielen, schlafen oder Hausaufgaben

machen.“ Nicht alle Firmen können

oder wollen sich eigene Kitas oder

Zuschüsse leisten. Ein freies Zimmer

umzuwandeln, ist da vielleicht eine

attraktive Alternative.

Für Vetter sind die Eltern-Kind-Büros

ein „riesiger Zugewinn“,

sagt Eike Schönau, Abteilungsleiter

Employer Branding bei

Vetter. Und eine weitere Option, die

sein Unternehmen attraktiv macht,

wenn es zum Beispiel um die Gewinnung

neuer Fachkräfte geht.

„Wir haben einen Bewerbermarkt.

Bewerberinnen und Bewerber können

sich heutzutage genau anschau-

275 Büros in dem sechsstöckigen

Gebäude stehen drei als

Eltern-Kind-Büros zur Verfügung.

Die Investitionskosten

lagen bei 50 Millionen Euro.

Das Betriebs-Restaurant

„Atrium“ bietet 500 Indoorund

100 Outdoor-Plätze. Ab

kommendem Frühjahr wird es

Zur Person

Eike Schönau ist

Abteilungsleiter für

Employer Branding

und Talentakquise

bei Vetter. Der Jeveraner

ist seit 2014 im

Unternehmen und

war zuvor unter anderem

beim TV-Sender

Sky beschäftigt.

gut 350 überdachte Rad-Stellplätze

mit integrierter

E-Bike-Ladestation geben. Der

Umsatz des Familienunternehmens

lag eigenen Angaben

zufolge 2019 bei rund 670 Millionen

Euro. Für 2020 rechnet

Vetter mit rund 730 Millionen

Euro Umsatz.

en, welche Firma für sie in Frage

kommt“, sagt Schönau. Da sei ein Eltern-Kind-Büro

eine weitere Maßnahme

in einem wertigen Gesamtpaket.

„Wir investieren viel in neue

Mitarbeiter und darin, unsere bestehenden

Arbeitnehmer zu halten.“

Dazu gehören nicht nur die speziellen

Büros, sondern auch Weiterbildungen

und Aufstiegschancen, Kindergartenplätze,

Ferienbetreuung,

Betriebssport und sogar ein Firmen-Chor.

Beim Outdoor-Ausrüster Vaude

Sport aus Tettnang herrscht eine ungewöhnlich

offene und unkomplizierte

Familien-Politik. Spezielle Eltern-Kind-Büros

gibt es nicht, doch

Pressesprecherin Birgit Weber betont:

„Kinder sind bei uns immer

willkommen. Wir sind so flexibel,

dass in Notfällen immer etwas improvisiert

werden kann.“ So sei es

keine Seltenheit, dass Kinder durch

die Flure rennen.

Die Hensoldt AG, Rüstungs-Experte

mit weltweit über 5500 Mitarbeitern,

hat vor knapp einem Jahr an

seinem größten Standort Ulm ein Eltern-Kind-Büro

eingerichtet. Dort

erfolgt die Buchung bequem über

Outlook. Eine Nutzung steht allen

Beschäftigten mit Kindern bis zum

Alter von 14 Jahren offen. Für Hensoldt

hat sich die Einrichtung des

Eltern-Kind-Büros aus Unternehmenssicht

laut Standortleiter Peter

Schlote „absolut gelohnt“. Er betont:

„Wir setzen damit ein Zeichen als

familienfreundliches Unternehmen,

das die Vereinbarkeit von Familie

und Beruf ermöglicht und fördert.“

Daher setzt Hensoldt weiter auf Eltern-Kind-Büros:

Noch in diesem

Jahr wird eines am Standort Immenstaad

am Bodensee eröffnet.

Bei der

Einrichtung

solcher Büros gilt es

etliche rechtliche

Frage zu beachten.

Theo Rezbach

Rechtsanwalt

Anwalt Theo Rezbach gibt zu bedenken,

dass es bei der Einrichtung

solcher Büros etliche rechtliche Fragen

zu beachten gilt: Wer haftet,

wenn das Kind etwas kaputt macht?

Oder das Kind sich im Büro verletzt?

Er empfiehlt daher den Unternehmen,

haftungsrechtliche Fragen vorab

anwaltlich abklären zu lassen.

Vetter hat eigens eine Nutzungsordnung

entwerfen lassen, die die Eltern

unterscheiben müssen.

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut

ist selbst Mutter von drei

Kindern. Diese sind in einem Alter,

in dem das Mitbringen zur Arbeit

nicht mehr notwendig ist. Aber die

Ministerin sagt: „In einer Ausnahmesituation

hätte ich früher sicherlich

auch einmal darauf zurückgegriffen.“

Und die kleine Leia? Die

freut sich laut ihrer Mama schon auf

den nächsten Arbeitstag. [!]


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Teamviewer-Vorstandschef Oliver

Steil in der neuen Firmenzentrale.

Das Unternehmen wächst rasant

und brauchte dringend mehr Platz.


unternehmen [!] TITELTHEMA 11

Netzwerker

aus der Ferne

Teamviewer Ob Fernwartung, Homeoffice oder Internet der Dinge: Das Göppinger MDax-

Unternehmen verbindet weltweit Geräte und Maschinen. Vorstandsvorsitzender Oliver Steil

treibt die Entwicklung voran. Ein Gespräch mit einem Mann, der die Spielregeln des

Wirtschaftens neu gestaltet.

Was war in den vergangenen 15 Monaten beruflich

Ihr schönstes Erlebnis?

Oliver Steil: Definitiv unser Börsengang.

Sie haben mit 300 Mitarbeitern eine Party in der

Börse gefeiert.

Das hat es zuvor so nicht gegeben. Wir haben im

Voraus ausführlich besprochen, wie wir diesen

Schritt gestalten wollen, der zuallererst das Verdienst

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Die

Kultur, wie die Leute miteinander arbeiten, das

macht Teamviewer aus. Deshalb war es uns auch

wichtig, zum Börsengang eine Veranstaltung mit

und für die Mitarbeiter zu organisieren.

Also sind wir alle zusammen

mit Bussen nach Frankfurt

gefahren und haben gefeiert. War

das eine Art Teambuilding-Maßnahme?

Es war der Lohn für harte Arbeit.

Sehr viele unserer Mitarbeiter

sind schon sehr lange hier, haben

das Unternehmen mit aufgebaut

und großgemacht. Wieder andere waren stark in die

Vorbereitung des Börsengangs involviert. Nach all

der Anstrengung an diesem besonderen Tag dabei

zu sein, war für viele beeindruckend. Wir sprechen

heute noch oft darüber.

Unsere

Software

kann alle Geräte

in Unternehmen

verbinden.

Was hat sich durch den Börsengang verändert?

Mit der Notierung an der Börse steigt die Bekanntheit

schlagartig. Damit wächst der Anspruch, das

versprochene Wachstum abzuliefern. Aber das gelingt

uns sehr gut. Kurz vor Weihnachten 2019 folgte

die Aufnahme in den MDax. Das brachte uns viel

positive Resonanz aus Deutschland und Europa.

Daher hatten wir einen super Start ins Jahr 2020.

Dann kam die Pandemie und hat die Welt auf den

Kopf gestellt – das hat uns natürlich auch betroffen.

Inwiefern?

Zunächst ging es für alle Mitarbeiter in Asien ins

Homeoffice, kurz danach für alle anderen. Gleichzeitig

mussten wir auf eine stark erhöhte Nachfrage

von Kundenseite reagieren. Viele Unternehmen

brauchten augenblicklich mehr oder überhaupt „remote

working“-Lösungen (Lösungen für ortsunabhängiges

Arbeiten, Anmerk. der Red.). Diese Zusatznachfrage

haben wir komplett von zu Hause aus

gemanagt, alle Service- und Vertriebsmitarbeiter

haben in den eigenen vier Wänden gearbeitet. Sagen

wir es mal so: Es war eine sehr interessante Zeit.

Das heißt, Ihr Team war am Limit?

Das kann man so sagen. Von März bis Juni waren wir

definitiv mehr als nur gut ausgelastet.

Was genau macht Teamviewer?

Wir vertreiben eine Software, die

alle Geräte und Anlagen in Unternehmen

miteinander verbinden

kann – von Laptops und Mobiltelefonen

bis hin zu Industriemaschinen

und Robotern. Dadurch

können unsere Kunden aus der

Ferne auf alle diese Geräte zugreifen,

sie steuern, neu einstellen

reparieren oder darauf arbeiten – so als säße

man direkt davor.

Was ist der Grund für das rasante Wachstum?

Wir haben eine sehr einfache, aber leistungsfähige

Lösung entwickelt. Sie installieren eine Software

und können damit einen relativ großen Funktionsumfang

abbilden. Wenn Sie sich für Teamviewer

entscheiden, können Sie die Software über das gesamte

Unternehmen ausrollen. Wenn alle Geräte

und Maschinen miteinander verbunden sind, ergeben

sich unzählige Anwendungsmöglichkeiten für

die Digitalisierung von Prozessen.

Wie zum Beispiel?

Service-Techniker müssen nicht mehr rausfahren,

sondern können Kunden und Mitarbeitern aus der

Ferne helfen und Konfigurationen anpassen. Die

Vielseitigkeit unserer Software ist das Erfolgsrezept,

verbunden mit unserer Firmenkultur. Die ist

sehr unternehmerisch und von großem Engagement

der Mitarbeiter geprägt.

Zur Person

Oliver Steil ist erst

jüngst mit der Wirtschaftsmedaille

des

Landes Baden-Württemberg

ausgezeichnet

worden – für herausragende

unternehmerische

Leistungen.

Geboren 1971 in

Gelsenkirchen studierte

er Elektrotechnik

an der Ruhr-Universität

Bochum. Seine

Karriere startete

er als Berater bei der

Unternehmensberatung

McKinsey, von

2004 an war er Partner.

Später stand er

an der Spitze der Mobilfunk-Unternehmen

Debitel und der

Schweizer Sunrise

Communications AG,

bevor er 2013 zum

Londoner Finanzinvestor

Permira wechselte

und 2015 Partner

wurde. Seit 2018

steht er an der Spitze

von Teamviewer. Steil

ist verheiratet und

hat drei Kinder.


12

TITELTHEMA unternehmen [!]

Welchen Anteil hat Corona am Erfolg von Teamviewer?

In Zahlen gemessen ist der Effekt nicht so groß. Allerdings

hat die Pandemie vieles beschleunigt. Digitalisierung,

Automatisierung und auch Homeoffice

waren vorher schon relevante Themen in Unternehmen.

Genauso Kollaboration oder Technik-Sup-

Teamviewer-Vorstandschef

Oliver Steil hat gut

lachen: „Unsere Software

ist cloudbasiert, wir

können das Geschäft sehr

gut skalieren.“

Ihr Geschäft ist lukrativ. Wenige Unternehmen haben

eine operative Rendite von 40 Prozent.

Software und Technologie sind insgesamt Basis für

sehr lukrative Geschäftsmodelle. Unsere Software

ist cloudbasiert, wir entwickeln in Europa und können

das Geschäft sehr gut skalieren.

Woran liegt das?

Teamviewer hat sich früh entschieden, die Software

Privatkunden kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Das führt zu einer hohen Markenbekanntheit und

sehr vielen Nutzern, die Feedback geben. Das wiederum

hilft, das Produkt zu verbessern. Das ist einer

von vielen Faktoren, die unser Modell einzigartig

machen.

Wie profitieren Ihre Beschäftigten von dem Erfolg?

Einerseits durch spannende Projekte, viel Verantwortung

und die Befriedigung, bei einem erfolgreichen

Unternehmen zu arbeiten. Andererseits auch

in Form sehr guter Gehälter. Zudem gibt es ein Bonusprogramm

für alle Mitarbeiter, attraktive variable

Vergütung für Vertriebler und Beteiligungsprogramme

für Führungskräfte.

Sie selbst wurden vom Manager-Magazin für 2020

mit 41 Millionen Euro zum bestverdienenden Manager

gekürt?

Das ist nur halb richtig. Dabei ging es um ein Beteiligungsprogramm

des damaligen Alleineigentümers

Permira. Ich habe zu Beginn meiner Tätigkeit

einen substanziellen Betrag in Teamviewer investiert

und bin somit ins unternehmerische Risiko

gegangen. Der realisierte Erlös aus diesen privaten

Investitionen spiegelt die erfolgreiche Entwicklung

von Teamviewers Geschäft und den Anstieg der

Unternehmensbewertung seither wider. Mein Gehalt

und mein Bonus sind im Rahmen mit dem, was

in anderen MDax-Unternehmen gezahlt wird. Das

kann man im Geschäftsbericht nachlesen.

2018 gaben Sie Ihre Tätigkeit als Permira-Partner

auf und wechselten vom Investor zur Beteiligung an

Teamviewer. Ahnten Sie, wie rasant sich das Unternehmen

entwickeln würde?

Wenn ich kein gutes Gefühl gehabt hätte, hätte ich

nicht mein privates Geld investiert. Ich war positiv

überrascht, wie gut meine Vorstellungen zu den

Wachstumsperspektiven, zu der Kultur der Mitarbeiter

und zum Unternehmen gepasst haben. Da hat

sich eine gute Dynamik entwickelt. Ich treibe natürlich

ein Stück weit an, das ist auch meine Aufgabe

als CEO – aber wir haben hier ein sehr motiviertes

Team, das schon von sich aus sehr viel erreichen

will.

Und dann ist da noch die strategische Ausrichtung.

Ja, wir haben die richtigen Themen gesetzt, etwa die

Erweiterung in den asiatischen Raum, weitere Investitionen

in den USA und neue Anwendungsfälle.

Teamviewer hat meiner Meinung nach fast unendliche

Wachstumspotenziale.

Um welche Anwendungen handelt es sich?

Ein Schwerpunkt ist Augmented Reality – also die

Erweiterung der Realität durch zusätzliche Informationen

und Einblendungen. Bisher haben diese

Anwendungen noch keinen großen Umsatzanteil.

Aber sie sind innovativ und geben Unternehmen

die Möglichkeit, noch intensiver darüber nachzudenken,

welche Prozesse sie digitalisieren wollen

und können. Darüber hinaus haben wir uns mit zusätzlichen

Lösungen erfolgreich in Richtung Großkunden

orientiert.


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

port aus der Ferne. Das sind alles Megatrends, auf

die unser Geschäftsmodell setzt. Wir sind schon vor

Corona um 30 Prozent gewachsen und werden dies

auch weiterhin tun.

Dennoch gab die Pandemie einen Schub, oder?

Im März, April, Mai gab es eine Extranachfrage

beim Thema „Work from Home“. Viele Unternehmen

hatten Nachholbedarf. Das hat sich aber schnell

normalisiert. Was in den nächsten Monaten kommt,

wissen wir nicht. Ich schätze, dass die meisten Unternehmen

besser vorbereitet in diese Phase gehen.

Wie wichtig war die Umstellung Ihres Geschäftsmodells

von Software-Paketen zu Abos?

In anderen Branchen sind Abos schon länger üblich.

In der Software-Industrie kommt der Trend erst

langsam auf. Aber Abos sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Denn man kann den Produktentwicklungsprozess

komplett ändern.

Wie meinen Sie das?

Wenn Sie Software im Lizenzmodell denken, sind

Sie immer an Veröffentlichungs-Termine gebunden.

Bis dahin muss eine möglichst große neue Version

der Software mit vielen Neuerungen verfügbar sein.

Erinnern Sie sich zum Beispiel an Windows-Updates.

Ein Abomodell entkoppelt die Weiterentwicklung

des Produkts von kommerziellen Gegebenheiten.

Was ist der Vorteil?

Die jährliche Abogebühr gibt uns Planungssicherheit

und führt dazu, dass wir Neuerungen sehr

schnell veröffentlichen können. Mit anderen Worten:

Neue Features werden immer direkt in das Produkt

eingebaut. Davon profitieren alle Seiten. Wir

umgehen Entwicklungspeaks, der Kunde bekommt

neue Funktionen sehr schnell, das Produkt wird jeden

Monat besser – und der Aufwand sinkt.

Warum das?

Weder beim Kunden noch bei uns muss sich im November

jemand um einen neuen Vertrag kümmern,

sondern alles läuft von allein weiter. So können wir

uns stärker um die Vermarktung neuer Produkte

oder andere Länder und Märkte kümmern.

Sie haben ja den Wearable-Software-Spezialisten

Ubimax gekauft. Werden Sie weiter zukaufen?

Das will ich nicht ausschließen. Durch die Börsennotierung

haben wir einen besseren Zugang zu den

Von

unserem

Abomodell

profitieren alle

Seiten.

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14

TITELTHEMA unternehmen [!]

Hierzulande

ist vor allem

der öffentliche

Sektor schwach

aufgestellt.

Kapitalmärkten und sind viel präsenter. So haben

wir die Möglichkeit zu schauen, ob wir weitere

Technologie-Zukäufe tätigen wollen. Ubimax ist

Spezialist dafür, IT für Mitarbeiter zur Verfügung

zu stellen, die beispielsweise in der Produktion, im

Service oder im Lager arbeiten. Das findet häufig

auf einer Datenbrille statt, kann aber auch per

Smartphone oder Tablet geschehen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Denken Sie an einen Mitarbeiter in einem Logistikzentrum.

Er bekommt per Datenbrille oder Smartphone

Anweisungen, wie er sich im Lager bewegen

muss, um die entsprechenden Teile für den Versand

fertig zu machen. Dann gibt es Qualitätschecks, ob

die richtigen Teile im Paket liegen. Erst dann kann

der Vorgang abgeschlossen werden. Für einen Mitarbeiter

an einem Produktionsband werden zum

Beispiel Arbeitsabläufe in der Datenbrille eingeblendet,

so dass er optimal unterstützt wird. Die

Arbeitsabläufe zu verstehen, zu modellieren und in

die IT zu übersetzen, ist die Hauptkompetenz von

Ubimax.

Welche Branchen in Deutschland hängen digital hinterher?

Das lässt sich nicht an Branchen festmachen. Es gibt

innerhalb jeder Branche, diejenigen, die sehr weit

vorne sind. Dabei spielt die Größe des Unternehmens

keine Rolle. Es gibt auch Kleinunternehmen

oder Mittelständler, die sich gute Lösungen ausgedacht

haben. Genauso gibt es viele Unternehmen,

die in diesem Bereich noch nicht aktiv geworden

sind.

Wo steht Deutschland im Ländervergleich in Sachen

„digitaler Grundstimmung“?

China ist sehr weit. Dort wird bereits jetzt sehr digital

gearbeitet, auch im öffentlichen Sektor.

Deutschland würde ich im guten Mittelfeld vermuten.

Es gibt andere Industrienationen, die stärkeren

Nachholbedarf haben in Bezug auf die Digitalisierung

von Geschäftsprozessen. Dazu gehört beispielsweise

Japan, auch wenn man das Land insgesamt

mit Consumer Electronics und Technologie

assoziiert. In Deutschland ist vor allem der öffentliche

Sektor nach wie vor schwach aufgestellt, was

Digitalisierung angeht.

Wie sehen Sie die Daten-Infrastruktur in Deutschland?

Dass die Glasfaseranbindung in manchen Gegenden

besser sein könnte, darüber sind wir uns alle

einig. Jetzt steht die flächendeckende Versorgung

mit dem Mobilfunkstandard 5G in den Startlöchern,

die nochmal einen großen Digitalisierungssprung

ermöglichen würde. Allerdings gibt es beim Thema

Infrastruktur zwei Seiten einer Medaille.

Wie meinen Sie das?

Die Unternehmen müssen eine Glasfaseranbindung

wollen und die Telekommunikationsanbieter müssen

diese bereitstellen – was sie sicher gerne tun

würden. An gewissen Stellen fehlt vielleicht die Förderung.

Aber – auch wenn es Luft nach oben gibt –

ist die Infrastruktur in den meisten Fällen nicht der

limitierende Faktor.

Sondern?

Wenn wir uns anschauen, was auch im unteren

Breitbandbereich mit TeamViewer-Lösungen möglich

ist, kommt eher der Verdacht auf, dass die fehlende

Glasfaseranbindung manchmal ein vorgeschobenes

Hindernis ist. Vielmehr kommt es bei

der Digitalisierung auf das richtige Mindset an.

Wie geht Teamviewer mit dem Thema Hacking um?

IT-Sicherheit ist ein extrem wichtiges Thema, in das

wir enorm investieren. Ein Restrisiko bleibt immer.

Jedes Unternehmen ist heute vernetzt, jeder ist jeden

Tag im Internet unterwegs. Wir tun alles, um


unternehmen [!]

TITELTHEMA

unsere Produkte so sicher wie möglich zu machen.

Leider ist die kriminelle Energie und damit die Bedrohung

im digitalen Umfeld sehr hoch. Da hilft es

nur, entsprechende Ressourcen bereitzustellen, also

Mitarbeiter, externe Experten, umfassende Sicherheitstests

und Analysen zu machen und zu prüfen,

wo Einfallstore sein könnten. Das muss man sehr

regelmäßig machen und es braucht eine gewisse Finanzkraft.

Wie groß ist Ihre Schutztruppe?

Aktuell sind das rund 30 Leute in unterschiedlichen

Bereichen, die sehr stark von externen Experten unterstützt

werden.

Teamviewer war vor Ihrer Zeit selbst Opfer eines Hacker-Angriffs.

Welche Konsequenzen haben Sie daraus

gezogen?

Das Prinzip ist oft gleich. Sie haben ein kleines Softwareunternehmen,

das keiner kennt. Dann wächst

es und wird plötzlich relevant für Hacker. Unsere

Sicherheitstechnik war damals schon gut, aber so

ein Hacker-Angriff gibt nochmal den entscheidenden

Impuls, deutlich aufzurüsten. Das haben wir

gemacht und sind jetzt sehr gut aufgestellt.

Wie sah das aus?

Wir haben die komplette Infrastruktur neu aufgebaut,

mehr Mitarbeiter eingestellt, die Tests ausgeweitet.

Zudem haben wir eine signifikante Anzahl

an weiteren Überwachungswerkzeugen ausgerollt,

mit denen wir jedes unserer firmeneigenen Geräte,

also Computer und Telefone von allen Mitarbeitern,

zu jeder Zeit auf unberechtigten Zugriff überprüfen

können. Dafür muss man zweistellige Millionenbeträge

in die Hand nehmen.

Wie oft sind Sie solchen Angriffen ausgesetzt?

Das lässt sich schwer beziffern, da es ja ganz unterschiedliche

Arten von Angriffen gibt – von einer

simplen Phishing-Mail, die vermutlich jeder von

uns regelmäßig bekommt, bis zu komplexen Angriffen.

Das ist ein Dauerthema für alle in der Software-Branche.

Wir reden häufig miteinander und

helfen uns gegenseitig, sprechen über Schwachstel-

Hackerangriffe sind ein

Dauerthema in der

Softwarebranche. „Wir

reden häufig miteinander

und helfen uns gegenseitig“,

sagt Oliver Steil.

... werden Sie mit uns noch effizienter!

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16

TITELTHEMA unternehmen [!]

Ein schwäbisches Einhorn mit rund 1250 Mitarbeitern

Der neue Firmensitz am Göppinger Bahnhof und Mitarbeiter, die im September 2019 in der Börse die Erstnotierung feierten.

Als der Unternehmer Thilo Rosmanith

Teamviewer 2005 in Uhingen (Kreis Göppingen)

gründete, dachte niemand daran, dass

das die Geburt eines Einhorns war. So nennt

die Finanzbranche Börsenneulinge, die mehr

als eine 1 Milliarde Euro Wert sind. Das

kommt nur sehr selten vor.

2009 verkaufte Rossmanith Teamviewer

an die luxemburgische Gesellschaft GFI

Software, die das Unternehmen 2014 an

den Londoner Finanzinvestor Permira veräußerte

– für 870 Millionen Euro.

Im Dezember 2019 brachte Permira die

Teamviewer AG, deren Firmensitz Göppingen

ist, an die Börse. Damals wurde das gesamte

Unternehmen mit 5,25 Milliarden

Euro bewertet. Der Permira-Anteil sank zunächst

auf 51,5 Prozent und nach einem

weiteren Aktienverkauf im Mai 2020 für 1

Milliarde Euro auf 39 Prozent.

Mit der Software lassen sich Computer

und Maschinen vernetzen, um sie aus der

Ferne zu warten oder zu steuern. Der Umsatz

soll 2020 mindestens 450 Millionen

Euro steigen (nach 390 Millionen Euro im

Vorjahr). In den ersten neun Monaten erwirtschaftete

Teamviewer ein operatives Ergebnis

von 125 Millionen Euro. Die operativen

Rendite beträgt 38 Prozent. Die Zahl der

Mitarbeiter wuchs seit Januar – auf Vollzeitstellen

gerechnet – um 370 auf rund 1250.

Der

Wunsch in

Göppingen zu

bleiben, war

immer da.

len in Programmen, die man schnell mit einem

Patch beheben muss.

Sie denken mit Ihrer Produktentwicklung weit voraus

– wo wird sich das Arbeiten am meisten verändern?

Ortsunabhängiges Arbeiten ist eine Entwicklung,

die unheimlich an Dynamik gewonnen hat. In den

nächsten Jahren wird dies in die Breite gehen.

Sprich: Wir werden viel mehr aus der Ferne tun

können. Es wird eine Mischung aus Präsenz im

Büro und leistungsfähigem Arbeiten von zu Hause

geben.

Auf welchen Geräten arbeiten Ihre Mitarbeiter

von zu Hause aus?

Wir stellen selbstverständlich das technische

Equipment. Alles wird so eingerichtet und konfiguriert,

dass es möglichst keinen Unterschied

zwischen dem Arbeitsplatz zu Hause und dem im

Unternehmen gibt. Aber künftig werden Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter viel häufiger als heute

von überall arbeiten können.

Welche Risiken entstehen dadurch für die IT-Sicherheit

eines Unternehmens?

Grundsätzlich muss es möglich sein, alle Geräte

– egal, wo diese sich befinden – vor unbefugten

Zugriffen zu schützen und auch zu sehen, welche

Verbindungen diese eingehen. Das heißt nicht,

dass wir in die Daten sehen können. Sie können

viel surfen und es kann komplett ungefährlich

sein, genauso können Sie einmal surfen und es

kann hoch gefährlich sein. Entscheidend ist immer,

mit welchen Quellen das Gerät verbunden

ist. Dort lauern die Gefahren.

Vor nicht allzu langer Zeit war die Sorge in Göppingen

groß, dass Sie in Richtung Stuttgart abwandern.

Wie konkret waren diese Pläne?

Schon 2018 war klar, dass wir mehr Platz für unsere

Mitarbeiter brauchen. Deshalb haben wir

angefangen, uns umzuschauen und auch Objekte

in anderen Städten angeschaut. Der Wunsch, in

Göppingen zu bleiben, war aber immer da – vor

allem auch auf Mitarbeiterseite. Es ging eher um

die Frage, wie schnell wir hier ein geeignetes Objekt

finden würden. Der Glücksfall war dann, dass

die Stadt es ermöglicht hat, dass wir im Herbst

2020 in das eigentlich für sie gebaute Verwaltungsgebäude

einziehen konnten. Der Vorlauf betrug

zwar fast ein Jahr. Aber das konnten wir über

unsere anderen Standorte und angemietete Flächen

abfangen. Damals hätte auch keiner gedacht,

dass wir heute sowieso im großen Stil von zu

Hause arbeiten.


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Wie schwierig ist es, IT-Fachkräfte nach Göppingen

zu bekommen?

Das funktioniert gut. Da wir Software und Hightech

entwickeln, sind wir bei Softwareentwicklern

sehr beliebt. Wir ziehen auch viele Fachkräfte

aus dem europäischen Ausland an, die es

spannend finden, in Deutschland zu arbeiten. Wir

sind ein sehr diverses Team mit vielen Nationalitäten.

Die Unternehmenssprache ist Englisch.

Man kann sich auch sehr wohlfühlen, wenn man

aus dem Ausland kommt und kein Wort Deutsch

spricht. Durch den Börsengang und den MDax

haben wir nochmal einen großen Push bekommen.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie nun

Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten

Frisch Auf Göppingen sind?

Wir hatten schon häufiger solche Anfragen, aber

damals waren wir noch nicht bereit für ein solches

Engagement. In diesem Jahr kam Frisch Auf

dann nochmal auf uns zu und wir konnten uns das

auf einmal vorstellen, auch aus lokaler Verbundenheit

zu Göppingen. Aber natürlich mussten

wir zuerst einmal die Rahmendaten checken.

Wie läuft so etwas ab?

Sie schauen, wie viele Menschen sich für Handball

interessieren. Die Spiele der Handball-Bundesliga

werden von Sky produziert und ausgestrahlt, außerdem

gibt es Highlight-Zusammenschnitte, die auch

auf anderen Kanälen und im digitalen Bereich gezeigt

werden.

Oliver Steil: „Man kann

sich bei uns sehr wohlfühlen,

auch wenn man kein

Deutsch spricht. Wir sind

ein diverses Team mit

vielen Nationalitäten.“

volksbank-goeppingen.de

Für jahrelanges Vertrauen braucht

man jahrelange Erfahrung.

Wir nutzen unser innovativstes Tool schon seit

über 150 Jahren: echte Nähe. Denn trotz unserer

modernen Online-Services geht nichts über den

persönlichen Kontakt vor Ort.


18

RESSORT TITELTHEMA unternehmen [!]

Bei offenem Fenster:

Vorstandschef Oliver Steil

Im Gespräch mit den

Redaktionsmitgliedern

Susann Schönfelder-Kuhn

und Alexander Bögelein.

Das Interview führten

Susann Schönfelder-Kuhn

(NWZ) und

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

Unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Giacento Carlucci

Wie verlief die Diskussion bei Teamviewer?

Für uns ist es wichtig, wieder europäische Relevanz

mit Frisch Auf zu erzeugen. Wir glauben daran, dass

es sportlich aufwärtsgeht und man zusammen internationale

Erfolge erzielen kann. Dann ist das für uns

aus Markensicht natürlich sehr sinnvoll. Daher geben

wir auch signifikante Beträge aus.

Für wie lange?

Das Engagement ist für zwei Saisons festgeschrieben,

aber langfristig angedacht. Wir haben hier

unsere Firmenzentrale und sehen das als sehr starkes

Bekenntnis zum Standort. Wir fühlen uns hier

wohl. Frisch Auf ist ein Teil der Göppinger Tradition.

Wir möchten jetzt gemeinsam nach vorne

gehen. Wenn die Kooperation erfolgreich ist, können

wir uns eine langfristige Zusammenarbeit sehr

gut vorstellen.

Wie haben Sie den Trikotstreit erlebt?

Frisch Auf ist grün-weiß, unsere Firmenfarbe ist

blau. Für uns als globales Unternehmen ist ein konsistenter

Markenauftritt unglaublich wichtig. Logo

und Farbe sind international bekannt. Sponsoring

ergibt für uns nur Sinn, wenn man die Marke entsprechend

prominent platziert. Darüber haben wir

gesprochen und gemeinsam Rahmenbedingungen

vereinbart, die auch für Frisch Auf gut vertretbar

sind. Es war klar, dass diese Veränderung erklärt

werden musste. Ich kann gut verstehen, dass langjährige

Fans emotional reagieren. Dass die Reaktion

der Fans so heftig ausgefallen ist, hat mich dann

doch überrascht.

Wo steht Teamviewer in fünf Jahren?

Konkrete Vorhersagen zu machen, ist in diesen

Zeiten schwierig. Wir setzen auf globales Wachstum

und widmen uns verstärkt strategischen Integrations-

und Technologiepartnerschaften. Unser

Großkunden-Geschäft entwickelt sich sehr gut.

Vieles von dem, was wir tun, beschäftigt sich mit

dem Thema Digitalisierung außerhalb des klassischen

Büros, etwa im Industrieumfeld. Teamviewer

hat das Potenzial, ein großes Unternehmen zu

werden.

Und wo geht es für Sie persönlich hin?

Ich fühle mich bei Teamviewer sehr wohl.


Energie-Gewinnung steht für das Tochterunternehmen BauGrund Süd, Bohrungen für

unternehmen [!]

Erdsonden und thermische Brunnenanlagen.

RESSORT 19

Energie-Technik steht für hocheffiziente Weishaupt Brenner, Brennwerttechnik,

Solarsysteme und Wärmepumpen.

Energie-Management steht für das Tochterunternehmen Neuberger Gebäudeautomation.

Ein Beispiel dafür ist die EZB in Frankfurt, ausgestattet mit

Neuberger Gebäudeleittechnik.

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Energie-Gewinnung aus Luft, Erde, Wasser und Sonne. Energie-Technik für die verschiedensten Energiequellen:

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Das ist Zuverlässigkeit


20

SPEZIAL unternehmen [!]

Spielerisch zu mehr

Effizienz

Logistik Rollende Drohnen und Lkw-Fahren wie an der Playstation:

Das ist schon bald Wirklichkeit – und soll die Branche nachhaltiger

machen. Was für Unternehmen jetzt und später möglich ist.

Jeder versucht

seine Lkw so

gut wie möglich

auszulasten, sonst

verliert er Geld.

Andrea Marongiu

Geschäftsführer VSL

Es ist nur eine kurze Nachricht

auf dem Smartphone:

„Ich stehe mit dem

Paket vor der Tür.“ Versendet

wurde sie von einem etwas

anderen Postboten – einer

rollenden Drohne. Mit dem erhaltenen

Code öffnet sich an der

Drohne, die eher aussieht wie ein

Golf-Cart mit 16 Schließfächern,

ein Fach mit der persönlichen

Bestellung. Was nach der Szene

in einem Science-Fiction-Film

klingt, ist Realität. Noch nicht auf

der Straße, aber bei der Bundesgartenschau

in Heilbronn. Dort

konnte man den ökostrombetriebenen

Kollegen schon mit eigenen

Augen sehen.

Andrea Marongiu, Geschäftsführer

vom Verband Spedition

und Logistik Baden-Württemberg

(VSL), war live dabei. „Das

ist Zukunftsmusik, aber es wird

so kommen“, ist er sich sicher.

„Auch bei den Lkw passiert gerade

schon sehr viel“, sagt Marongiu,

der alternative Antriebe

für die nahe Zukunft hält. Daimler

testet bereits seit mehr als einem

Jahr den voll batteriebetriebenen

Lastwagen E-Actros. „Am

wichtigsten ist Umweltschutz

auf der Straße“, sagt Marongiu.

Da gibt es allerdings noch viel

Potenzial: Die CO 2

-Emissionen

im Straßengüterverkehr erhöhten

sich laut Umweltbundesamt

zwischen 1995 und 2018 trotz

technischer Verbesserungen um

22 Prozent – von 39,2 auf 47,9 Millionen

Tonnen. Grund dafür ist

die steigende Zahl an Lkw. Insgesamt

ist der Verkehrssektor für

30 Prozent des gesamten

CO 2

-Ausstoßes verantwortlich.

Kunden wollen nicht warten

Das liegt auch an Leerfahrten.

„Die sind eine Katastrophe“,

sagt Marongiu – aber nicht zu

vermeiden. „Ein Lkw, der die

Ware liefert, fährt leer wieder zurück“,

sagt der Logistikexperte,

fügt jedoch mit Nachdruck hinzu:

„Jeder versucht seine Lkw so

gut wie möglich auszulasten,

sonst verliert er Geld“, sagt er.

Schon sind wir wieder beim

Kunden: Kaum einer sei bereit,

Den meisten Schadstoffausstoß

verursacht der

Transport, also die Logistik

auf der Straße.

FOTO: NOSOROGUA /SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] SPEZIAL 21

auf die Ware zu warten, um Leerfahrten

zu vermeiden. „Wenn etwas

auf morgen, 10 Uhr, bestellt

und eine bestimmte Summe für

den Expressversand bezahlt

wird, fährt der Fahrer auch mal

mit einem halbleeren Lkw los“,

erklärt Marongiu.

Auch in den Fahrzeugen arbeitet

man an technischen Lösungen.

Ein großer Bereich ist

die Telematik. Andrea Lochmahr,

Professorin für umweltorientierte

Logistik an der Hochschule

für Technik in Stuttgart,

beschreibt das System so: „Einfach

gesagt ist es ein erweitertes,

klügeres Navi.“ Das System zeigt

optimale Routen,

übermittelt

Standortdaten

und kann an die

Fahrer sogar

Punkte für besonders

effiziente

Fahrweisen

vergeben.

„Gamification“,

nennt Marongiu

das spielerische

Tool um den Verbrauch zu

reduzieren. Die Techniken seien

schon weitestgehend angekommen.

Neue Lkw seien meist

schon gut ausgerüstet, Nachrüsten

aber sei umso teurer.

Wenn es um die Logistikbranche

im Allgemeinen ginge, fange

„Veränderung unabhängig

von der Größe des Unternehmens

immer im Kleinen an und

muss nicht das Budget sprengen“,

sagt Professorin Lochmahr.

Fliegende Drohnen hätten

Potential – könnten abgelegene

Logistik

darf nichts

kosten, der Preis

entscheidet und

nicht die Leistung.

Prof. Dr. Andrea Lochmahr

HFT Stuttgart

Orte beliefern, Pharmaprodukte

in Katastrophengebiete bringen

und auch im Logistiklager

vieles vereinfachen: die Inventur,

Zählungen und Messungen

vornehmen, Waren von A nach

B transportieren. Pilotprojekte

gebe es bereits. Allerdings sei

der Bereich eher eine Nische

und nicht flächendeckend für

die gesamte Branche. Man müsse

ganzheitlich denken und

schauen, was für Mittelständler

umsetzbar sei.

Eine Unterscheidung zwischen

Logistik im Lager und Logistik

auf der Straße ist wichtig.

Im Lager könnten Unternehmen

herkömmliche

Glühbirnen

durch LED ersetzen,

von

Diesel zum

Elektrostapler

wechseln

oder Verpackungen

reduzieren.

„Die Branche

ist extrem offen

für Innovationen und getriggert

durch neue Lösungen“, sagt

Lochmahr. Es gebe kaum Lager,

die keine Photovoltaik auf dem

Dach hätten. Das Problem: „Logistik

darf nichts kosten, der

Preis ist entscheidend und nicht

die Logistikleistung“, erklärt sie.

Das bestätigt auch Andrea Marongiu

vom Logistikverband.

Kunden und Kundinnen seien

nicht bereit, mehr zu zahlen,

wenn der Fahrer mit einem ökostrombetriebenen

kommt.

Fahrzeug

Drohnen können zum Beispiel Medikamente in

Krisengebiete oder an abgelegene Orte liefern.

FOTO: MOPIC/SHUTTERSTOCK.COM

Lieferengpässe? blockierte Transportwege?

Betriebsschließungen?

Wie können Sie Versorgungssicherheit in der

Produktion auch in Krisenzeiten gewährleisten?

Erfahren Sie es im Whitepaper unter:

ingenics.com/de/versorgung/


22

SPEZIAL unternehmen [!]

Im Lager lässt sich in Sachen Digitalisierung

und Nachhaltigkeit

manches gleich umsetzen. In die

Transportkette aber sind bis zum

Kunden viele Menschen involviert.

„Die Logistik ist die zerklüftetste,

kleinteiligste Industrie und relativ

schwer im Ganzen adressierbar“,

sagt Christoph Bornschein. Der CEO

des Consulting-Start-ups TLGG aus

Berlin sieht die Lösung für nachhaltige

Logistik in der Digitalisierung.

Für ihn ist klar: „Die Lösung ist Software.“

Eine Plattform, die alle Akteure

zusammenbringt und miteinander

vernetzt, wodurch sich Lieferketten

und Auslastung optimieren

lassen. „Große Unternehmen

machen die Software und müssen

sich fragen: Wo schließe ich mich

an?“, sagt er.

Angst vor Fehlinvestitionen

Andrea Marongiu vom VSL ist überzeugt,

dass sich kleine Unternehmen

zusammentun müssen. Außerdem

dürften die Akteure keine Angst

davor haben, sich gegenseitig in die

Karten schauen zu lassen. Dann sei

es keine Frage: „Wenn es so eine gesammelte

Plattform gäbe, würden

wir sie nutzen“, sagt er. „Die gibt es

aber noch nicht.“ Sowieso sei der

Begriff Digitalisierung mit Vorsicht

zu genießen. Viele Logistikunternehmen

hätten beispielsweise schon

versucht, Papier abzuschaffen. Kunden

hätten dann aber eine gedruckte

Rechnung oder einen Beleg vom

Fahrer gefordert. Genau das führe

in der Branche zu der Angst davor,

dass das Geschäft komplexer wird,

der Aufwand zu groß wird – und es

vom Kunden am Ende trotzdem

nicht akzeptiert wird. Die Sorge,

Fehlinvestitionen zu tätigen, ist

groß.

Mit der Entwicklung der Logistik

als drittgrößter Branche Deutschlands

ist Marongiu trotzdemzufrieden

– auch im Corona-Jahr 2020. Die

Logistik sei mit einem blauen Auge

davonkommen, aber für das kommende

Jahr sorge er sich um die Speditionskunden.

Die Lehre aus der

Pandemie: Unternehmen müssen

sich breit aufstellen, um nicht von

einer Branche abhängig zu sein.

„Es gibt viele Stellschrauben, an denen

angesetzt werden kann und

muss“, sagt er abschließend. „Aber

eben mit der richtigen Herangehensweise.“

Dinge wie Umlade-Spots für

Hermes, DHL und Amazon, wo die

Wo die Logistiker von morgen lernen

Digitale Anwendungen erleichtern die Koordination im Lager.

Zur Person

Andrea Lochmahr

ist Professorin an

der Technischen

Hochschule in Stuttgart.

Seit Jahren

forscht sie zur Logistik.

Lochmahr ist an

der HFT Studiendekanin

des Fachbereichs.

Die Hochschule für

Technik in Stuttgart

hat 2019 den Bundespreis

für Verkehr und

digitale Infrastruktur

erhalten. Besonders

gelobt wurde der Studiengang

Umweltorientierte

Logistik um

Prof. Dr. Andrea Lochmahr.

Der Fokus ist

die Umwelt, deshalb

umfasst der Master

nicht alle Nachhaltigkeitsaspekte.

Das Ziel

ist es, zu lernen, Ökologie

und Ökonomie in

Einklang zu bringen.

Umweltorientierte

Logistik ist der einzige

Ware nur bis zum Stadtrand gebracht

und dann mit Drohnen oder

dem städtischen Verteilnetz zum

Kunden kommen, seien zwar zukunftsweisend,

aber: „Im gesamten

Güterverkehr machen Paketdienstleister

nur 20 Prozent aus“, erklärt

er. Ausschlaggebend seien 40-Tonner

mit Lieferungen für Supermärkte.

Das weiß auch Andrea Lochmahr

von der Hochschule für Technik in

Stuttgart: „Nur, weil man zu Fuß

zum Einkaufen geht, ist das nicht

CO 2

-neutral. Immer dran denken:

die Ware muss erst einmal dort hinkommen.

Jeder hat Möbel, Lebensmittel,

Medikamente. Ohne Logistik

geht es nicht.“[!] Laura Liboschik

Studiengang, der speziell

in diese Richtig

zielt, sonst stellen

Umweltthemen nur

einen kleinen Teil dar.

Einen Bachelor in

Logistik kann man

zum Beispiel hier machen:

Ulm (vollzeit

oder dual), Stuttgart

(dual), München

(vollzeit oder dual)

Ravensburg (dual),

Heidenheim (vollzeit),

Heidelberg (vollzeit

oder dual), Mannheim

(dual), Pforzheim

(vollzeit), Karlsruhe

(vollzeit).

FOTO: PANUWAT PHIMPHA/SHUTTERSTOCK.COM


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23

Breites Portfolio an IT-Lösungen

Fotos: SVA System Vertrieb Alexander GmbH

SVA Ulm: IT-Expertise nahe am Kunden

Zum dritten Mal in Folge „Systemhaus des

Jahres“ (Computerwoche), zum fünften Mal

„Bester Mittelstandsdienstleister“ (Wirtschaftswoche)

– die SVA System Vertrieb

Alexander GmbH hat sich in mehr als 23

Jahren zum führenden IT-Systemhaus entwickelt.

Mit dem Standort in Ulm ist das Unternehmen

seit letztem Jahr noch stärker in

Süddeutschland vertreten.

Stuttgart und Karlsruhe sind schon lange

etabliert und erfolgreich als Lokationen der

SVA, die mittlerweile in 23 Städten deutschlandweit

aktiv ist. Mit Ulm kann man jetzt eine

spannende Region abdecken: vom Bereich

rund um Dinkelsbühl und Crailsheim im

Norden bis zum Bodensee im Süden. „Unsere

Experten sind nun gerade an den oberschwäbischen

Wirtschaftsregionen mit zahlreichen

Mittelständlern noch näher dran“,

erklärt Klaus Gnamm, Geschäftsstellenleiter

Süd/West bei SVA. „Dass Ulm direkt an der

Grenze zu Bayern

liegt, ist dank unserer

guten überregionalen

Kooperation

kein Hindernis – im

Gegenteil: Neue System

Engineers vor

Ort und etablierte

Kollegen aus München

bringen bereits

erfolgreich ihre Expertise

und Netzwerke

zusammen!“

Klaus Gnamm

Geschäftsstellenleiter

Süd/West

Umfassendes Angebot für regionale Unternehmen

Das breite SVA Portfolio wird also nun auch

von Ulm aus angeboten. Der starke Fokus liegt

hier auf Themen aus dem Bereich Datacenter-Infrastruktur

sowie Cloud, Netzwerk und

IT Security. Die Ulmer können dabei auf das

Fachwissen von deutschlandweit mehr als

900 Spezialisten zurückgreifen. Besonders in

diesen Zeiten hat zudem auch End User Computing

– der Digital Workspace und die leistungsfähige

und sichere Anbindung mobiler

Arbeitsplätze im Home Office – an Bedeutung

gewonnen. „In der aktuellen Lage benötigen

außerdem häufig auch

Health-Care-Unternehmen

aus der Region

unsere Kompetenz.

Leistungsstarke

IT-Infrastruktur und

Big Data sind da große

Themen, die wir

gemeinsam mit den

Kunden angehen“, ergänzt

Daniel Löber, Daniel Löber

Vertriebsleiter Süd/ Vertriebsleiter

West bei SVA.

Süd/West

Mit Auszeichnung: Fachwissen und Kundennähe

Kundennähe und individuelle Lösungen sowie

höchste Fachkompetenz, das sind die wichtigsten

SVA Leitlinien, und der Erfolg gibt dem

Unternehmen recht. Das direkte Feedback

aus den jährlichen Kundenumfragen von

Computerwoche und ChannelPartner ist da-

bei umso bedeutender: Den ersten Platz im

Ranking zum „Systemhaus des Jahres“ hat

SVA in 2020 zum zweiten Mal verteidigt – einmalig

in der Geschichte der Awards! Zudem

ist SVA als mittelständisches Unternehmen

besonders stolz auf die Auszeichnung zum

„Besten Mittelstandsdienstleister“ im Bereich

IT, die die Wirtschaftswoche aufgrund

von Kundenumfragen bereits zum fünften Mal

in Folge an SVA verliehen hat. Entsprechend

hat man in Ulm großen Wert darauf gelegt,

dass der dortige SVA Standort aus allen Richtungen

gut erreichbar und zentrumsnah liegt,

und nur sechs Gehminuten vom berühmten

Münster entfernt ist. „Auf unserer umfangreichen

Fläche bieten die Büros neben Demo-Szenarien

auch Besprechungsräume für

Meetings mit Kunden. Und die Nähe zum

Nachbarn, der Ulmer Brauerei Gold Ochsen,

ist sicher auch kein Nachteil für unsere Besucher“,

fügt Klaus Gnamm lächelnd hinzu.

SVA System Vertrieb Alexander GmbH

Standort Ulm

Syrlinstr. 38

89073 Ulm

Tel.: 0731 85073-510

E-Mail: ulm@sva.de

www.sva.de


Gute Produkte aus eigener Herstellung: Das ist einer der Grundsätze des Ulmer Gastro-Unternehmers Thomas Eifert.

Fotos: Marc Hörger

Thomas Eifert ist einer

der profiliertesten

Großgastronomen zwischen

Stuttgart und

dem Bodensee – und vielleicht

einer der ungewöhnlichsten:

Die Bandbreite in seiner Gastromenü-Gruppe

reicht von der

Großküche im Ulmer Donautal

für das Catering in Betriebskantinen

bis hin zum Gourmet-Restaurant

„Seestern“, das mit einem

Michelin-Stern ausgezeichnet

ist.

Die Karriere als Gastro-Unternehmer

war Eifert nicht in

die Wiege gelegt. Er studierte

Produktionstechnik, jobbte nebenbei

im Betrieb seines

Schwiegervaters, der Fernküche

Donautal. Das Angebot seines

Schwiegervaters, den Betrieb zu

übernehmen, überraschte ihn.

Anfangs perplex, nahm er das

Angebot an und absolvierte

nach seinem Ingenieurstudium

eine Lehre als Koch und übernahm

1989 den Betrieb.

Ingenieur und Koch

„Mein vorrangiges Ziel war es

zunächst, das von meinem

Schwiegervater aufgebaute Unternehmen

nicht in den Sand zu

setzen. Nach und nach entwickelte

sich der Anspruch von

Qualität vor Quantität. Gute

Leistung, gute Produkte und keine

Abhängigkeit vom Handel“,

erzählt er. Eifert kauft direkt

beim Produzenten, stellt seine

Produkte selbst her und gibt sie

Selbst

gemachter

Genuss

Gastromenü Qualität ist eine wichtige Zutat

in Thomas Eiferts Erfolgsrezept. Seine steile

Karriere in der Gastronomie hatte auch mit

Zufall zu tun – zumindest zu Beginn.

Das Fleisch, das die Gastromenü-Metzger unter anderem zu Wurst

und Ravioli-Füllung verarbeiten, kommt vom Ulmer Schlachthof.

an die Kunden weiter. Ohne

Zwischenhandel und nach seinen

Spielregeln: Qualität kommt

vor Haltbarkeit. Das heißt: Produkte

ohne verlängerte Haltbarkeit,

Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker

und Konservierungsmittel.

In seiner Genussmanufaktur

im Donautal wird Pasta selber

produziert, Brot gebacken, das

seine Reifezeit bekommt, eigenes

Bier gebraut. Der Honig

kommt von fünf Bienenvölkern

in den ungespritzten Wiesen der

Ulmer Friedrichsau, der Apfelsaft

von Hüttisheimer Streuobstwiesen.

Gastromenü arbeitet

mit langjährigen Partnern

zusammen, bezieht von ihnen

Wir sind bei

Gastromenü

und Gastroevents

zu 90 Prozent

Eigenversorger.

Fisch und das Fleisch aus der

Region im Ganzen. Zerteilt, geräuchert

und zubereitet wird in

der eigenen Küche – und nach

dem Grundsatz „from nose to

tail“. Diese vollständige Verwertung

sei Wertschätzung gegenüber

dem Tier als Lebensmittel.

Rentabel ist Eiferts Produktion

auch aufgrund der Planungssicherheit

und der direkten Vermarktung.

„Wir wissen genau,


unternehmen [!]

MACHEN 25

was wir brauchen“, sagt Eifert.

Zwischen Herstellung und Verkauf

vergehen höchstens 72

Stunden. Im Gegensatz zu vielen

seiner Konkurrenten, die

häufig Convenienceprodukte

einsetzten, „sind wir bei Gastromenü

und Gastroevents zu 90

Prozent Eigenversorger“.

Über die Jahre hat Eifert seine

Unternehmens-Gruppe ausgebaut.

Sie umfasst auch das Hotel

Lago, Restaurants, Event-und

Tagungslocations mit insgesamt

450 Mitarbeitern. Sein Neu-Ulmer

Restaurant Wiley-Club hat

Eifert mit einem „Barrel House“

ergänzt, samt Schnapsbrennerei,

moderner Präsentationstechnik

und dem Ambiente eines

US-amerikanischen „Farmer-Stadels“.

Im Donautal entstand

ein Erweiterungsbau der

Küche mit modernster Kochtechnik.

Studierte Produktionstechnik und absolvierte dann eine Kochlehre:

Thomas Eifert.

Auf dieses Wachstum angesprochen

lacht der 59-Jährige.

„Wir sind gewachsen wie ein

Fohlen“. Für alle ohne Pferde-Kenntnisse

schiebt der Unternehmer

und Gastronom die

Erklärung hinterher. „Fohlen

wachsen nicht gleichmäßig,

sondern mal an der einen mal

an anderer Stelle. Irgendwo ist

dann immer zu viel, woanders

zu wenig“. Übertragen auf seine

drei Firmen Gastromenü,

Gastroevents und HoGaKa-Profi

heißt das: Es gab mal mehr

Nachfrage und zu wenig Angebot,

mal war zu viel Angebot

und zu wenig Nachfrage. Jedes

Mal ein Grund nachzubessern

und zu wachsen.

Hat Corona Einfluss auf diese

Einstellung? „Ich bin Segler

und gehe dann raus, wenn es

stürmisch wird. Außerdem bin

ich altmodisch: Ich kaufe oder

SCHÖN.

GESUND.

BEZAHLBAR.

Unserem Unternehmen liegt es am Herzen, dass das

eigene Zuhause für jede Familie schön, gesund und

bezahlbar ist. Deshalb setzen wir auf den ökologischen

Baustoff Holz aus eigener Herstellung und schadstoffgeprüfte

Bau- und Ausbaumaterialien. Dank nachhaltiger

Konzepte wie den FlyingSpace-Minihäusern, Einfamilien-,

Doppel- und Mehrfamilienhäusern mit energiesparender

Haustechnik und umfassenden Service-Leistungen bieten

wir ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Denn ein Haus ist mehr als ein Dach über dem Kopf.

Es ist der Ort, an dem das Leben spielt. Mit über 41.000

realisierten Häusern und FlyingSpace-Raummodulen

bieten wir als einer der größten deutschen Fertighaushersteller

den passenden Ort für alle Facetten des

Lebens. Gerne auch Ihnen.

Lernen Sie uns kennen, besuchen Sie unser Musterhaus

in 89073 Ulm, Böfinger Straße 60/9, Tel. +49 731 212 11,

M. Hummel, und das Schwörer Musterhauszentrum in

72531 Hohenstein-Oberstetten, ´Tel. +49 7387 16-111.

www.schwoererhaus.de


26

RESSORT MACHEN unternehmen [!]

Eine Besonderheit des Unternehmens ist die hohe Fertigungstiefe: Thomas Eifert braut auch sein eigenes Bier.

450 Mitarbeiter

Gastomenü und das

Tochterunternehmen Gastroevents

beschäftigen

rund 450 Mitarbeiter, die

zuletzt einen Jahresumsatz

von 28 Millionen Euro erwirtschaftet

haben. Zur

Unternehmensgruppe gehört

auch die HoGaKa Profi,

die Krankenhäuser, Hotels

und Betriebskantinen bei

der professionellen Küchenausstattung

unterstützt.

Gegründet wurde

das Ulmer Unternehmen

am 1. Januar 1989

Firmenchef Thomas Eifert

ist verheiratet und hat

drei Söhne, die allesamt im

Unternehmen mitarbeiten

– und seit Juli ist er

Großvater. Eifert sammelt

und repariert leidenschaftlich

gerne Oldtimer. Im Alltag

fährt er den Porsche-Elektro-Sportwagen

Taycan. Er mag vor allem

bodenständige, schwäbische

Gerichte – am liebsten

Linsen und Spätzle mit

Saitenwürsten.

lasse es. Leasing gibt es bei uns

nicht.“ Mit einer Eigenkapitalquote

von mehr als 70 Prozent

konnten die Unternehmen die

Zeit ohne Aufträge im gewerblichen

Catering gut überstehen,

die Verluste teilweise durch das

à la carte Geschäft und privates

Catering minimieren. Für Eifert

ist es eine spannende Zeit mit

extremen Herausforderungen.

„Gerade jetzt sehe ich Chancen,

uns für die Zeit danach aufzustellen.

Mit Beteiligungen, neuen

Geschäftsmodellen und Optimierungen

bestehender Konzepte“.

„Erst bei Ebbe zeigt sich

wer eine Badehose anhat“, sagt

Eifert mit Blick auf Corona.

Eifert bezeichnet sich selbst

als Qualitäts- und Frischefanatiker.

Luxus bestehe für ihn darin,

einfach gute Produkte zu

machen. Genuss ist für ihn ein

zentrales Thema, aber auch das

Erst bei

Ebbe zeigt

sich, wer eine

Badehose

anhat.

Thomas Eifert

Firmenchef

Storytelling. Auf den Speisekarten

seiner Restaurants stehen

Geschichten über Herstellung

und Herkunft der Produkte. Angemeldeten

Besuchergruppen

gewährt er Einblicke in die Produktion

im Donautal.

Ein verkappter Alchemist

Eifert sieht sich als erfolgreicher

Unternehmer auch sozial in der

Pflicht. Dazu gehört eine ordentliche

Bezahlung seiner Mitarbeiter

und ein fairer Umgang.

„Mit den Mitarbeitern verdienen

wir unser Geld“. Eifert hat

in der Branche einen guten Ruf,

aber gute Mitarbeiter zu bekommen

ist auch für den Großgastronomen

schwierig. „Die Mitarbeiter

und auch die Azubis

müssen passen, unseren Spirit

mittragen und sie müssen mitziehen.

Wenn etwas vereinbart

ist, kann ich nichts verschieben

– weder bei der Auslieferung

von Essen noch beim Catering

eines Events“.

Das Coaching seiner Mitarbeiter

sei die Aufgabe, die ihn

als Unternehmer am meisten

beschäftige. „Alles andere läuft,

an gute Ideen fehlt es mir nicht.

Ich war schon immer ein verkappter

Alchimist, der gerne an

Neuem tüftelt. Alles nur keine

ausgetretenen Pfade. Wenn es

nicht zur Philosophie passt, lehnen

wir ein Angebot ab“.

Doch derzeit stehen die

Chancen auf Wachstum gut.

Auch die Nachfolge ist bereits

geregelt. Jeder seiner drei Söhne

ist bereits in einem der Unternehmensbereiche

eingestiegen.

Und sie ticken ähnlich wie

ihr Vater: Man muss nicht perfekt

sein, aber der Einäugige unter

den Blinden, und besser Erster

als Zweiter. [!] Sigrid Balke


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

27

Energieeffizienz als Antwort

Seit der Firmengründung im Jahre 1928 sind

es der technische Fortschritt und die eigne

Innovationsfreude, die den Spezialisten für

Gebäudetechnik antreiben, wirtschaftliche

und dabei ressourcenschonende Lösungen

für dessen Kunden zu entwickeln.

Mit rund 265 Mitarbeitern an den Standorten

Ulm, Heidenheim und Westerstetten, gehört

die Julius Gaiser GmbH & Co. KG heute

zu den bundesweit führenden Unternehmen

im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung.

Von der Beratung über die Planung,

die Ausführung und den Betrieb inkl. Servicedienstleistungen

zukunftsweisender gebäudetechnischer

Anlagen der Bereiche

Wärme, Kälte, Energie, Lüftung & Klima

und Sanitär, liefert Gaiser alles aus einer

Hand. Darüber hinaus plant und baut Gaiser

Komplettanlagen in jeder Größe, finanziert

und betreibt diese dann eigenverantwortlich

im Rahmen von Energie-Dienstleistungsverträgen

(Contracting). „Unsere Kunden bezahlen

bei diesen Modellen rein für die abgenommene

Wärme – um alles andere kümmern

wir uns. Etliche namhafte Unternehmen

konnten wir bereits für diese Rundumsorglos-Pakete

begeistern und somit als

Kunden gewinnen.“, erklärt Reinhold Köhler,

Geschäftsführer bei Gaiser.

Ökonomie und Ökologie stehen für Gaiser

nicht im Widerspruch. „Unser Anspruch ist es,

den Kunden stets zuverlässige, wirtschaftliche

und dabei umweltverträgliche Anlagen zu

liefern. Dabei betrachten wir die Projekte immer

ganzheitlich und mit Weitsicht. Bei Modernisierungen

im Bestand prüfen wir beispielsweise,

wie sich bereits Vorhandenes

wirtschaftlich in unser neues Konzept integrieren

lässt beziehungsweise, ob wir bestehendes

Potential nutzen können. Erst wenn

wir selbst restlos von unserem Konzept überzeugt

sind, stellen wir dieses dem Kunden

vor.“, so Harald Kretschmann, Geschäftsführer

bei der Julius Gaiser GmbH & Co. KG.

Die Julius Gaiser GmbH & Co. KG sieht es als

Verpflichtung an, durch nachhaltiges Handeln

den Folgegenerationen einen lebenswerten

Planeten zu hinterlassen. Mit eigens hierfür

entwickelten, ressourcenschonenden Energiekonzepten

leistet Gaiser diesen Beitrag.

Bei Innovationen am Markt geht Gaiser stets

einen Schritt voraus und wird damit seinem

Ruf als Pionier und Innovationsführer gerecht.

So sind beispielsweise die Bürogebäude energetisch

gedämmt, unnötiger Abfall wird vermieden

und der, der dennoch anfällt, wird

ordentlich getrennt und nahezu vollständig

recycelt. Beim Fuhrpark setzt Gaiser auf sparsame

Verbrenner sowie auf Elektrofahrzeuge.

Die E-Autos werden mit selbst produziertem

Strom betrieben. Hierfür wurden die Firmengebäude

mit Photovoltaikanlagen und passenden

E-Ladestationen ausgestattet.

Und auch sozial engagiert sich Gaiser.

Weihnachtsgeschenke an Kunden zu versenden

– davon hat man sich im Hause Gaiser

bereits vor Jahren verabschiedet. „Kurz vor

Weihnachten spenden wir lieber gezielt an

zwei bis drei regionale Hilfsprojekte. Wir

wollen da Gutes tun, wo wir arbeiten und

leben.“, so die beiden Geschäftsführer Köhler

und Kretschmann.

„Die beste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen.“

Dies ist im Grunde genommen das

Erfolgsrezept, um die Klimaziele zu erreichen.

Mit effizient arbeitenden Anlagen, die intelligent

gesteuert werden, kann jeder einzelne

dazu beitragen, den CO2-Ausstoß signifikant

Heizzentrale

zu reduzieren. Lukrative Förderprogramme

des Bundes mit bis zu 45 Prozent Bezuschussung

sollten genug Anreiz sein, sich einmal

bestehende Anlagen und deren laufende

Kosten näher zu betrachten. Denn meist

amortisieren sich die Anschaffungskosten für

moderne Technik binnen weniger Jahre.

Gerne erklären Ihnen die Spezialisten von

Gaiser, welche der Förderprogramme für Sie

in Frage kommen und sorgen gegebenenfalls

dafür, dass Ihre Anträge korrekt ausgefüllt

und rechtzeitig gestellt werden.

GAISER … setzt Energien frei

Foto: Gaiser

Unternehmenszentrale an der Blaubeurer Straße in Ulm

Foto: Gaiser

Julius Gaiser GmbH & Co. KG

Blaubeurer Straße 86

89077 Ulm

Telefon: 07 31/38 87-100

Telefax: 07 31/39 87-112

info@gaiser-online.de

www.gaiser-online.de


28

MACHEN unternehmen [!]

Auf zwei

Rollen

in die Natur

Frankie Das Unternehmen Frankie mit Sitz in Kirchheim unter Teck

vermarktet geländetaugliche E-Rollstühle. Gelenkt werden die wie

ein Segway. Die Idee dazu stammt von Oliver Fleiner, der selbst mit

solch einem Gefährt unterwegs ist.

FOTOS: CAROLINE HOLOWIECKI

Mit Gewichtsverlagerung

und Joystick lässt sich das

neueste Modell lenken.

Die Probleme kamen

schleichend. Erst verschwammen

die Bilder

vor Oliver Fleiners Augen,

dann haperte es mit dem

Gleichgewicht. Dinge, die der

leidenschaftliche Biker bis dahin

so nicht kannte. „Wir sind

Pässe gefahren, und ich konnte

nicht mehr einschätzen, wann

ich abbremsen muss“, erzählt

Fleiner. Als seine Hände beim

Trinken zitterten wie bei einem

Alkoholiker, war Schluss. Ab

zum Arzt. Die Suche nach der

Ursache endete im Jahr 2000

mit einer niederschmetternden

Diagnose: Multiple Sklerose.

Heute, 20 Jahre später, unternimmt

Oliver Fleiner gern Ausfahrten

mit seinem Sohn. Gemeinsam

geht’s in flottem Tempo

über Stock und Stein, über

Wiesen, durch Wälder oder auf

Berge. Der Teenager auf dem

Fahrrad, der Papa im, wie er

sagt, „geilsten Rollstuhl der

Welt“: einem geländetauglichen

Gefährt, halb Segway, halb Rolli,

das er durch Gewichtsverlagerung

steuern kann.

Entwickelt hat Oliver Fleiner

seinen „Self-Balancing

Wheelchair“ selbst. „Es gab

nichts Gescheites auf dem

Markt“, sagt er. Sein Urteil über

den ersten Rollstuhl, den er seinerzeit

über die Kasse bekam ist

vernichtend: Zu klobig, zu unflexibel,

zu hässlich, zu langsam.

„Das war Schrott“, sagt der

54-Jährige, „das hat mit Inklusion

nichts zu tun.“

Futuristischer Prototyp

Oliver Fleiner ist Ingenieur.

Ehemals war er in der Fahrzeugentwicklung

tätig. Seit 2004 ist

er zwar erwerbsunfähig berentet,

aber das Know-how, das ist

da. „Die ersten Rollstühle haben

wir nur für uns gebaut“, sagt er,

und mit uns meint er sich und

Willi Lang, einen Schlaganfall-Patienten.

Zusammen bilden

sie die Doppelspitze des

Vereins Behindert-Barrierefrei

mit Sitz in Kirchheim unter Teck

im Kreis Esslingen, der sich für

die Belange Gehandicapter

starkmacht. Die futuristischen

Prototypen von damals sind

mittlerweile in Serie gegangen.

Seine Erfindung hat Oliver Flei-


unternehmen [!] MACHEN 29

ner an die Firma Frankie, ebenfalls

ansässig in Kirchheim,

übergeben. Die Geschäftsführerin

Gabriele Bayer, die ehemals

einen Familienbetrieb im Bereich

Ladenbau leitete, war

schnell überzeugt. „Als ich ihre

Gesichter gesehen habe, wie sie

wieder mobiler geworden sind,

das hat mich motiviert“, sagt

Bayer.

Produziert werden die Rollstühle

in Österreich, im Schwäbischen

finden Endfertigung,

Anpassung und Auslieferung

statt. Der Verein Behindert-Barrierefrei

übernimmt die Beratungen

der Interessenten und

die Probefahrten. Denn der Ritt

auf den bis zu 20 Kilometer pro

Stunde schnellen Sitz-Segways

namens Apache und Sitting Bull

will gelernt sein. Seit wenigen

Tagen hat die Firma Frankie ein

nagelneues Modell im Portfolio:

den Hoss. Der lässt sich wie die

Als ich gesehen

habe, wie sie

mobiler geworden

sind, das hat mich

motiviert.

Gabriele Bayer

Frankie-Geschäftsführerin

Vorgänger per Gewichtsverlagerung

steuern, hat aber auch einen

Joystick und soll damit

selbst für Schwerstbehinderte

geeignet sein.

Der Unterbau ist eine Eigenentwicklung

des chinesischen

Konzerns Segway-Ninebot. Seit

der Mitte Juli die Produktion des

Segway Personal Transporters

eingestellt hat, ist man damit unabhängig.

Tempomat, Akkutechnik,

App und Antriebsschlupfregelung

(ASR), die verhindern

soll, dass der Fahrer etwa auf Eis

die Kontrolle über das Gefährt

verliert: Vier Jahre hat das Team

getüftelt und Patente angemeldet.

Damit sollen die wenigen

Mitbewerber im Inland ausgestochen

werden.

Wenn Oliver Fleiner leicht

über die elegant geformte Holzlehne

des neuartigen E-Rollis

streicht, spart er nicht mit Superlativen.

„Das ist der erste

Rollstuhl mit ASR, das ist revolutionär“,

erklärt der Ingenieur.

1,5 Millionen Euro habe das Unternehmen

zuletzt in die Entwicklung

des neuen Modells investiert.

Allerdings: Corona

bremst auch das Geschäft von

Frankie massiv aus. Zum einen

liege es an Engpässen bei Lieferanten,

wie Gabriele Bayer berichtet:

„Wir sind acht Monate

hintendran“. Aber auch die

Kundschaft sei aktuell zögerlich

und scheue die Anfahrt, denn

„wir haben 100 Prozent Risikogruppe

hier“, betont sie. Zudem

seien alle Messen gestrichen.

Zwar habe sie etwa 160 Anfragen

auf dem Tisch, wie Frankie

diese aktuell bedienen solle, sei

aber unklar. Dieses Jahr noch

soll immerhin das erste

Hoss-Dutzend endlich geliefert

werden. Für 2021 ist der Verkauf

von 200 Stück geplant.[!]


Caroline Holowiecki

Bis zu 150 Rollstühle pro Jahr

Herzlichen Glückwunsch

zur 75. Ausgabe!

Haben ein gemeinsames Ziel: Oliver Fleiner und Gabriele Bayer.

Die Firma Frankie

wurde 2010 in

Kirchheim unter

Teck gegründet. Geschäftsführerin

Gabriele

Bayer beschäftigt

vier Mitarbeiter.

Oliver Fleiner

und Willi Lang, die

Vorsitzenden des

Vereins Behindert-Barrierefrei

und geistigen Väter

der Produkte, beraten

Frankie ehrenamtlich.

Der Umsatz

lag 2019 im

niedrigen einstelligen

Millionenbereich.

Pro Jahr verkauft

das Unternehmen

bis zu

150 Rollstühle, die

ab 18 000 Euro zu

haben sind. Krankenkassen

übernehmen

die Kosten

dafür nicht. Laut

Firmenangaben

sind aber Zuschüsse,

etwa über Integrationsämter,

möglich.


FOTO: ZASTOLSKIY VICTOR/SHUTTERSTOCK.COM

Genügend Platz, auch um Abstand zu halten, sollen moderne Büros bieten. Und Rückzugsmöglichkeiten.

Mit Abstand bessere Büros

Arbeitsplatz Die Pandemie hat die Anforderungen an die Einrichtung von Arbeitsstätten

verändert. Wichtig bleibt jedoch viel Raum für Treffen und Kommunikation.

Wichtig sind

Bereiche, die

konzentriertes

Arbeiten

ermöglichen.

Claudia Wegner

Innenarchitektin

Es geht nun viel um Abstand.

Die Corona-Pandemie

hat die Büros verändert

und wird das weiterhin

tun. Barbara Schwaibold

ist Pressesprecherin des Industrieverbands

Büro und Arbeitswelt

(IBA). Sie sagt klar: „Derzeit

steht natürlich der Gesundheitsschutz

im Vordergrund.“

Konkret heißt das zum Beispiel:

Abschirmen. Dabei gibt es

zwei Möglichkeiten: Entweder

auf kurzfristig nachrüstbare,

transparente und wieder entfernbare

Elemente zu setzen

oder gleich einen weiteren Planungsschritt

vorwegzunehmen

und in Zonierungen zu investieren,

die auch langfristig sinnvoll

eingesetzt werden können. Aktuell

gebe es dazu neue Produkte

auf dem Markt, bei denen Abschirmelemente,

die an den Tischen

angebracht werden, mit

wenigen Handgriffen veränderbar

seien.

„Das zweite Handlungsfeld,

das derzeit vor allem Planer und

Einrichtungsberater beschäftigt,

ist die Erweiterung der Kapazitäten

für Teammeetings, Workshops

und die gemeinsame Arbeit

an Projekten“, sagt Schwaibold.

Denn der erste Lockdown

habe gezeigt, dass die Arbeit im

Homeoffice Vorteile habe. In einer

vom IBA beauftragen Forsa-Umfrage

gaben 62 Prozent

der Befragten an, dass sie zu

Hause eher die Möglichkeit hätten,

in Ruhe zu arbeiten, als im

gemeinsamen Büro. Allerdings

bleibe ein wichtiger Teil der

persönlichen Zusammenarbeit

auf der Strecke. Dafür sollten

Lösungen gefunden werden.

Das findet auch Innenarchitektin

Claudia Wegner, die mit

ihrem Unternehmen wegnerprojekte

Büros gestaltet und

sich eingehend mit den neuen

Regeln und Möglichkeiten beschäftigt

hat. Denn einerseits

spiegelten großräumige und

freie Strukturen die Offenheit

von Arbeitsprozessen wider. Bei


unternehmen [!] SPEZIAL 31

schlechter Planung könne es allerdings

sein, dass die Kommunikation

nicht zu- sondern abnehme und sich

die Produktivität dadurch mindere.

„Wichtig sind akustische Lösungen

sowie ausreichende Rückzugsbereiche,

die konzentriertes Arbeiten ermöglichen.“

Für maximale Flexibilität

sorgten bewegliche und schallabsorbierende

Raumteiler oder

Leichtbauwände, mobile Sichtschutz-Elemente,

leicht transportierbare

Tische, Rollcontainer oder

Hocker, die sich zu einer größeren

Sitzfläche anordnen lassen.

Wegner sieht in der derzeitigen

Situation auch ein großes Potenzial

für die Gestaltung von Büros. Denn

durch die Erfahrungen der durch

Corona verstärkten Digitalisierung

– so finden zum Beispiel viele Meetings

online statt – könne man die

Bürostruktur optimieren und die

Fläche besser ausnutzen. „Das kann

man oft schon durch eine andere

Aufstellung des Bestandsmobiliars

erreichen, oder durch Ergänzen von

einzelnen Elementen wie Markierungen

auf dem Boden oder Bildschirmen“,

sagt sie.

Reservierbare Räume

Das dritte große Entwicklungsfeld

sei laut IBA-Sprecherin die Vernetzung

von Arbeitsplätzen. Räume

müssten reservierbar sein – von

überall aus. „Das Stecken von Besetzt-Kärtchen

an den Türen von

Besprechungsräumen ist damit keine

Option mehr.“ In größeren Gebäuden

lohne es sich, über digitale

Belegungskontrolle nachzudenken.

Doch wie sieht es mit der Ausstattung

im Homeoffice aus? Wer dafür

zuständig ist, erklärt Barbara

Schwaibold. „Wenn Vereinbarungen

über regelmäßige Arbeit zu Hause

getroffen wurden, handelt es sich

meist um Telearbeit: dann ist der Arbeitgeber

für die Ausstattung des

heimischen Arbeitsplatzes verantwortlich.“

Häufiger erfolge die Arbeit

zu Hause aber als Form der mobilen

Arbeit. Dann sei der Arbeitgeber

nicht verpflichtet, Arbeitsmittel

zu stellen. Viele Unternehmen tun

dies laut Schwaibold aber trotzdem.

Für die Arbeit zu Hause gelten dabei

die gleichen Anforderungen wie

für das Büro: „Ein guter Drehstuhl,

möglichst ein höhenverstellbarer

Tisch, an dem man auch im Stehen

arbeiten kann, und als Ergänzung

zum Laptop eine separate Tastatur

Plexiglasscheiben dienen dem Schutz der Mitarbeiter.

Das Stecken von

Besetzt-Kärtchen

an den Türen von

Besprechungsräumen

ist keine Option mehr.

Barbara Schwaibold

Pressesprecherin IBA

und Maus.“ Wegner empfiehlt auch

einen größeren flimmerfreien Bildschirm,

die Anzeige des Laptops sei

für regelmäßiges Arbeiten zu klein.

Wichtig sei auch eine gute Beleuchtung.

„Tageslichtlampen gibt es als

Deckenfluter und als klassische

Schreibtischlampe, sie helfen dabei,

Ermüdungserscheinungen vorzubeugen.“

Schwaibold weist auch darauf hin,

dass man im Homeoffice einen Bereich

braucht, der möglichst nur der

Arbeit gewidmet ist. „Immerhin 41

Prozent der Befragten sagten in unserer

Umfrage, dass sie Probleme

hatten, Arbeit und Privates voneinander

zu trennen.“

Für das Gemeinschaftsbüro hat

sie für die Zukunft die Hoffnung,

„dass der Trend zu einer möglichst

hohen Flächenverdichtung dauerhaft

gestoppt wird.“ Die sei nämlich

nicht nur unter Corona-Bedingungen

schlecht für die Gesundheit.

„Wir wissen längst, dass Dauerbelastung

durch Lärm oder andere Ablenkungen

in dicht besiedelten Räumen

ein massiver Stressfaktor sind.“

[!]

Caroline Strang

Zur Person

Barbara Schwaibold

ist Pressesprecherin

des Industrieverbands

Büro und

Arbeitswelt (IBA).

Sie ist zuständig für

ganzheitliche Gestaltung,

Arbeitgeberattraktivität,

Büroraumplanung,

Normen

und Regeln.

FOTO: KAMONRAT/SHUTTERSTOCK.COM


32

RESSORT unternehmen [!]

Wieviele Büros brauchen

wir in Zukunft noch?

Immobilien Angesichts hoher Mieten und der zunehmenden Verbreitung

von Homeoffice rechnen Experten mit einer sinkenden Nachfrage.

Große Leerstände erwarten sie jedoch nicht.

Große Büroflächen werden in Zukunft

noch gebraucht, aber anders genutzt.

Illustration: vs148/Shutterstock.com


unternehmen [!] SPEZIAL 33

Jeder dritte Mitarbeiter arbeitet

im Büro, viele

davon erledigen nun zumindest

einen Teil ihrer

Aufgaben von Zuhause aus. Corona

hat dem Trend zu mobilem

und flexiblem Arbeiten einen

starken Schub gegeben. Laut

dem Deutschen Institut für

Wirtschaftsforschung (DIW)

haben Anfang April mehr als ein

Drittel der Befragten teilweise

oder vollständig von zu Hause

aus gearbeitet. Vor der Pandemie

waren es 12 Prozent. Bleiben

deshalb in den Innenstädten

bald riesige Flächen in Büroimmobilien

leer?

International sieht es so aus,

als ginge die Entwicklung in diese

Richtung. Facebook-Chef

Mark Zuckerberg hat erklärt,

dass in zehn Jahren jeder zweite

Beschäftigte des Online-Netzwerks

von zu Hause aus arbeiten

werde. Twitter und der französische

Autobauer PSA geben

ihren Mitarbeitern nun dauerhaft

die Möglichkeit dazu.

Kein Weg mehr zurück

Stephan Kippes, Geschäftsführer

des IVD Süd Instituts – Gesellschaft

für Immobilienmarktforschung

und Berufsbildung

mbH, hält die Corona-Pandemie

für einen Katalysator, der das

Thema Homeoffice beschleunigt

hat. „Der Geist ist aus der

Flasche und die Firmen werden

ihn nicht mehr wirklich dahin

zurückstecken können.“

Andreas Wende ist Vorsitzender

des ZIA-Ausschusses für Büroimmobilien

und Geschäftsführer

bei NAI apollo. Er stellt

fest, dass die Auswirkungen der

Corona-Krise sich durchaus auf

Es wird einen

Rückgang

geben, einen

massiven Einbruch

erwarten wir nicht.

Jonas Pürckhauer

Geschäftsleitung IHK Ulm

dem Büroimmobilienmarkt bemerkbar

gemacht haben. „Wir

prognostizieren etwa, dass

Homeoffice zu einem Rückgang

der Büroflächennachfrage in

Frankfurt von rund 20 Prozent

führen wird.“ Das sei ein deutlicher

Einschnitt. Schon in diesem

Jahr seien Neuanmietungen

eingestellt oder verschoben

worden, um den weiteren Pandemieverlauf

abzuwarten. Allerdings:

Im Sommer habe sich die

Lage wieder etwas beruhigt.

Auch Jonas Pürckhauer Mitglied

der Geschäftsleitung der

IHK Ulm, hat festgestellt, dass

Extrationsvorhaben von Unternehmen

teilweise zurückgestellt

beziehungsweise nicht weiter

forciert wurden. Auch die

Nachfrage nach Büroimmobilien

stelle sich derzeit moderater

dar. „Es wird auch in den kommenden

Jahren einen moderaten

Rückgang der Nachfrage geben,

aber einen massiven Einbruch

erwarten wir nicht.“

Er habe durchaus von Überlegungen

einzelner Firmen gehört,

die in den kommenden Jahren

den Bau eines neuen Firmengebäudes

planen, die Büroflächen

zu verkleinern. „Ich

glaube aber eher, dass sich Büroflächen

in ihrer inhaltlicher

Struktur verändern, dass mehr

Platz für Meetings, Rückzugsorte

und flexible Arbeitsplätze benötigt

wird.“

„Wir brauchen mehr Platz für

Kollaboration, Kreativität und

Innovation“, stellt auch Andreas

Wende fest. Er spricht von einer

grundsätzlichen Hinterfragung


34

SPEZIAL unternehmen [!]

Sinken die Büromieten infolge der Corona-Krise?

Ein Arbeitsplatz hinter glänzenden Fassaden könnte bald günstiger werden.

FOTO: ROMAN SIGAEV/SHUTTERSTOCK.COM

Auch die Büromieten sind immer

weiter angestiegen und die Investitionen

in Büroimmobilien haben angezogen.

Nach Zahlen des ZIA war

das Investmentvolumen mit 28,8

Milliarden Euro bereits 2018 beeindruckend

hoch, wie Wende sagt. „Im

Frühjahrsgutachten 2020 durch die

Immobilienweisen wurde ein Investmentvolumen

in Höhe von sagenhaften

39,9 Milliarden Euro festgestellt.“

Trotzdem mangele es in allen

Ballungsgebieten an entsprechenden

Flächen.

Wir brauchen

mehr Platz

für Kollaboration,

Kreativität und

Innovation.

Die Corona-Krise könnte

dazu führen, dass in Deutschland

die Preise und Mieten für

Büros sinken, besagt eine

Hochrechnung des Instituts

der deutschen Wirtschaft

(IW). Daten seit Beginn der

1990er-Jahre zeigten, dass die

Märkte für gewerbliche Immobilien

stark auf konjunkturelle

der Bürogestaltung. „Verdichtete

Open-Space-Lösungen entsprechen

nicht mehr den Anforderungen des

notwendig gewordenen Infektionsschutzes

– und sind schon gar nicht

vereinbar mit der digitalen Zusammenarbeit

in Unternehmen.“ Dennoch

werde das Präsenzbüro nicht

verschwinden, es müsse aber mehr

Platz für Austausch schaffen. Sicher

sei: „Die wirtschaftlichen und politischen

Rahmenbedingungen der kommenden

Monate und Jahre werden

großen Einfluss auf die Entwicklung

der Büroimmobilienbranche haben.“

Wende nennt als Beispiel das viel diskutierte

Recht auf Homeoffice.

Zur Person

Andreas Wende ist

Diplom-Kaufmann

und kümmert sich

beim Maklerunternehmen

NAI apollo

um das Investmentgeschäft.

Zuvor war

er bei Savills

Deutschland.

Entwicklungen reagierten, weil

die Mieten und Preise oft zwischen

großen Vermietern und

Unternehmen ausgehandelt

würden. „Wir rechnen mit einem

gravierenden Abschwung

auf dem Büromarkt“, sagt

IW-Immobilienexperte Michael

Voigtländer dazu. Besonders

stark könnte der Effekt in Berlin

ausfallen, hier könnten die

Büromieten um ein Fünftel

einbrechen, die Kaufpreise um

35 Prozent. In Stuttgart wird

mit 9,5 Prozent der in

Deutschland niedrigste Rückgang

für die Büromieten erwartet,

die Kaufpreise könnten

um 28 Prozent zurückgehen.

Die Veränderungen durch die Pandemie

treffen einen starken Markt.

So ist die Büroleerstandsquote seit

2010 in den deutschen A-Städten um

etwa zwei Drittel gesunken, auch in

den B-Städten hat sie sich in diesem

Zeitraum halbiert. Sie lag vor Corona

bei 2,9 Prozent. Experten halten

diesen Wert für zu niedrig. „Die

Wirtschaft braucht einen gewissen

Sockel an verfügbaren Immobilien.

Sie braucht Möglichkeiten, Flexibiltät

und ein vernünftiges Angebot“,

sagt Kippes. Einen Leerstand von

fünf bis sieben Prozent hält Wende

für „gesund“. Dieser Wert werde

wohl erreicht werden.

Andreas Wende

ZIA-Ausschuss für Büroimmobilien

Für Andreas Wende steht fest,

dass das Büro nach wie vor Ort von

Innovation, Austausch und sozialer

Interaktion sein wird. Die

jüngsten Erfahrungen aus dem ersten

Lockdown hätten zwar gezeigt,

dass durchgehendes Homeoffice

funktioniere. „Allerdings haben

wohnungsspezifische Gegebenheiten,

mangelhafte digitale Infrastruktur

und das direkte Feedback

der Belegschaften gezeigt, wie

wichtig second- und third-Place

Arbeitsplätze für das Wohlbefinden

sind.“

Die Anbieter von Büroimmobilien

könnten sich das zunutze machen,

indem sie die Aufenthaltsqualität

im Büro steigern, schließlich

brauchten Vermieter bessere

Argumente, um Büronutzer auf

ihre Flächen zu ziehen. „Die Konkurrenz

mit dem Homeoffice und

Flexible-Office-Spaces in der

Nachbarschaft der eigenen Wohnung

ist schlichtweg gewachsen“,

sagt Wende.[!] Caroline Strang

allnatura in Heubach

Büro- und Ausstellungsgebäude

konzipieren,

umsetzen,

betreuen

Innovativ bauen für die Zukunft

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35

Gemeinsam gegen die COVID-19 Pandemie!

01

02

03

04

Produktion von

mRNA

cGMP

Arzneimittelherstellung

Arzneimittelformulierung

Abfüllung

Ein DNA-Abschnitt dient als Datenträger

einer präzisen Bauanleitung, mit der der

menschliche Körper versteht, wie er das

Virus abwehren kann. Die Bauanleitung wird

in Messenger RNA, kurz mRNA, übersetzt.

Dieser Prozess findet in so genannten

Bioreaktoren statt und jede so produzierte

mRNA-Kopie enthält dabei den gleichen

Bauplan.

Im nächsten Schritt wird das Gemisch aus

dem Bioreaktor mittels eines speziellen

Verfahrens bei Rentschler Biopharma

aufgereinigt, um sämtliche Produktionsrückstände

zu entfernen. Das Resultat ist

eine hochkonzentrierte Flüssigkeit mit reiner

mRNA. Dieser Wirkstoff wird steril abgefüllt

und verlässt die Produktionsstätte von

Rentschler Biopharma zur

Weiterverarbeitung.

Um die sensible mRNA im menschlichen

Körper vor dem Verfall zu schützen, wird sie

in Lipid-Nanopartikel verpackt. Diese

Kügelchen tragen zusätzlich dazu bei, dass

die mRNA im menschlichen Körper die

richtigen Zellen verlässlich erreicht. Dort löst

die mRNA die Produktion eines Antigens

entsprechend des Bauplanes aus und

wappnet das Immunsystem so gegen die

Infektion durch das Virus.

Im letzten Schritt des Herstellungsprozesses

wird der mRNA-Impfstoff zur Anwendung in

Fläschchen abgefüllt. Anschließend erfolgt

eine nochmalige Qualitätsprüfung, bevor der

Impfstoff verpackt und in die Welt verschickt

wird. Um der Pandemie ein Ende zu bereiten,

ist es essenziell, qualitativ hochwertige,

sichere und wirksame Impfstoffe möglichst

schnell und in großen Mengen verfügbar zu

machen.

#UnitedAgainstCoronavirus

Einfach erklärt: Die komplexe Herstellung eines mRNA-basierten Impfstoffs.

Fotos: Rentschler Biopharma

Mit vereinten Kräften gegen

SARS-CoV-2

Rentschler Biopharma trägt zur Herstellung

von COVID-19-mRNA-Impfstoffen bei.

Seit dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie

befinden sich biopharmazeutische Entwickler

und Dienstleister Seite an Seite, um ernste

Verläufe zu mildern, die Mortalität zu senken

und Vakzine zu finden, die hinreichend

wirken und gut verträglich sind.

Als ausgewiesener Experte für die Produktion

hochkomplexer Biopharmazeutika ist

Rentschler Biopharma in dieser Krise besonders

gefordert, für seine Kunden und deren

Patienten eine zuverlässige Versorgung mit

wichtigen Therapien zu gewährleisten - zur

Behandlung von COVID-19-Patienten und

darüber hinaus.

Auch Rentschler Biopharma, ein weltweit

führendes Dienstleistungsunternehmen für

Biopharmazeutika, entwickelt derzeit cGMP-

Anlagen im Down Stream Processing (DSP) bei

Rentschler Biopharma

Prozesse (cGMP = current good manufacturing

practice) für verschiedene Medikamente

zur Behandlung von durch COVID-19 verursachten

Symptomen und Sekundärinfektionen.

Diese Projekte wurden vorrangig

bearbeitet und sind bereits weit fortgeschritten.

Wir ermöglichen so den schnellen Aufbau

und die kurzfristige Bereitstellung von

Kapazitäten in der Prozessentwicklung und

-herstellung, um die Produktion von Medikamenten

zur Behandlung von COVID-19-Patienten

zu gewährleisten.

Für unseren Kunden BioNTech sind wir für

wesentliche Aspekte der cGMP Herstellung

von BNT162b2 verantwortlich, dem von Pfizer

und BioNTech entwickelten mRNA-basierten

Impfstoffkandidaten gegen SARS-

CoV-2, der derzeit in einer weltweiten klinischen

Phase 3-Studie geprüft wird. Im

Rahmen der Vereinbarung übernehmen wir

die Weiterverarbeitung des Ausgangsmaterials

(downstream processing) und entfernen

Verunreinigungen der zuvor synthetisierten

mRNA, die aufgrund des Herstellungsprozesses

vorhanden sind, um einen

hochreinen Wirkstoff (drug substance) bereitzustellen.

Dies ist ein wichtiger Schritt,

der die Sicherheit und Verträglichkeit des

Impfstoffs für die Verwendung beim Menschen

gewährleistet. Gleichzeitig kann die

Ausbeute von mRNA, die sich aus dem ursprünglichen

Herstellungsschritt gewinnen

lässt, maximiert werden.

Dr. Frank Mathias, CEO

von Rentschler Biopharma:

„Es ist uns eine Ehre,

BioNTechs ‚Project

Lightspeed’ und ihre Arbeit

bei der Entwicklung dieses

hochinnovativen mRNA-Impfstoffs unterstützen

zu können. Für den erfolgreichen Kampf

gegen die COVID-19-Pandemie ist es essenziell,

qualitativ hochwertige, sichere und wirksame

Impfstoffe verfügbar zu machen – schnell und

in großen Mengen. Als Dienstleister mit mehr

als 40 Jahren Erfahrung in der cGMP-Herstellung

von Arzneimitteln sind wir bestens dafür

gerüstet, BioNTechs bahnbrechende

Wissenschaft in die medizinische Realität zu

übertragen und wir werden alles in unserer

Macht Stehende tun, unseren Beitrag zur

Bekämpfung des Virus zu leisten. Unseren

Mitarbeitern bei Rentschler Biopharma liegt

sehr viel an diesem immens wichtigen Projekt.“

Foto: Rentschler Biopharma

Rentschler Biopharma SE

Erwin-Rentschler-Str. 21

88471 Laupheim

Tel.: +49 7392 701-0

communications@rentschler-biopharma.com

www.rentschler-biopharma.com


36

MACHEN unternehmen [!]

Messen

und handeln

Citysens Ulm ist ein Experimentierfeld für

Sensor-Lösungen. Eine Stadtwerke-Tochter

und drei private Firmen sind Vorreiter fürs

kluge Nutzen von Niederfrequenz-Technik.

Die Funktechnik Lorawan ist im Stadtgebiet

flächendeckend verfügbar. Am Münsterturm

überwacht ein Lasersensor einen Riss und

schickt Signale an die Antennen.

FOTOS: CITYSENS GMBH

Sensoren sind wahre Alleskönner.

Sie spüren

versteckte Risse in

Brücken auf, überprüfen

den Zustand von Gebäuden,

messen Wettereinflüsse, Besucherströme,

Energieverbrauch

und vieles mehr.

So vielfältig die

Einsatzmöglichkeiten,

so unterschiedlich

sind die

Messfühler. Deren

Preise reichen

von 20 Euro für

einfache Modelle,

die die Temperatur

messen, bis

hin zu mehr als

2000 Euro für

High-Tech-Detektoren.

In der Welt

der Sensoren

nimmt Ulm eine

besondere Stellung

ein. Die

Stadt gehört zu

den ersten in

Europa, die ein

Lorawan- Funknetzwerk

aufgebaut

hat. 35

Antennen empfangen

die Signale

von Sensoren und leiten die

Daten ins Internet weiter. Lorawan

steht für Long Range Wide

Area Network. „Das Funknetzwerk

benötigt wenig Energie

und eignet sich dafür, kleine Datenmengen

über lange Strecken

zu übertragen“, erläutert Cortex-Media-Geschäftsführer

Andreas

Buchenscheit.

Einer der Treiber der digitalen

Entwicklung ist das Unternehmen

Citysens. Das haben die

IT- und Softwarespezialisten

Systemzwo, Exxcellent Solutions

und Cortex Media mit der

Stadtwerke-Tochter SWU Telenet

vor vier Jahren gegründet.

Gemeinsam mit der Initiative

Ulm digital und weiteren Sponsoren

investierte Citysens einen

sechsstelligen Betrag und hunderte

Entwicklungsstunden in

den Lora-Park.

„Dieser Park ist ein tolles Experimentierfeld

für Privatleute,

Wirtschaft, Wissenschaft und

Verwaltung“, sagt Citysens-Geschäftsführerin

Antonija Scheible,

die im Hauptberuf als Chief

Digital Officer die digitale

Transformation der Stadtwerke

Ulm/Neu-Ulm vorantreibt.

Rund um den Weinhof – im Herzen

Ulms – zeigen rund 20 Stationen,

wie Bürger und Firmen

die Funk- und Sensortechnik

kostenfrei nutzen können.

Gesicherte Daten

Die Verantwortlichen von Citysens

gehen einen Schritt weiter.

Sie haben ihre Kompetenzen gebündelt,

um Unternehmen und

Kommunen smarte Lösungen

anzubieten. „Wir haben für jeden

relevanten Bereich einen

Spezialisten – vom Betrieb der

Netze, über die Hardware bis

zur Aufbereitung und Visualisierung

der Daten. Das – und die

Nähe zum kommunalen Umfeld

– zeichnet uns deutschlandweit

aus“, sagt Gerhard Gruber, Geschäftsführer

von Exxcellent Solutions.

Mitunter, so SWU-Telenet-Geschäftsführer

Michael

Beuschlein gebe es bei solchen

Projekten Vorbehalte in Sachen


unternehmen [!] MACHEN 37

Datensicherheit. Im Fall von Citysens

helfe es, dass die SWU-Telenet

mit einem Mehrheitsanteil von 50,1

Prozent die Sicherheit eines kommunalen

Unternehmens biete.

Die Möglichkeiten zur Anwendung

sind vielfältig, betont Systemzwo-Geschäftsführer

Björn Semjan.

Zu den bereits umgesetzten Projekten

gehört eine Besucherstrommessung

in einem Ulmer Supermarkt.

Die Sensoren zählen die Kunden

und helfen so, die Corona-Regeln

einzuhalten. Die Stadtwerke, so

Beuschlein, nutzten Lorawan und

Sensoren, um zu prüfen, ob die Kapazität

der Ruheräume für Busfahrer

und deren Pausenregeln

zusammenpassen.

Auch

werde die Temperatur

in sensiblen

Technikräumen

überwacht. Die

Niederfrequenztechnik

habe den

Vorteil, dass sie

auch in Räume vordringe,

die man mit

Mobilfunk nicht erreiche.

In einem Parkhaus in der Stadtmitte

erfassen Sensoren, ob die Plätze

an den E-Ladesäulen besetzt sind.

An einer Donaubrücke meldet ein

Ultraschallsensor, wenn der Wasserpegel

gefährlich steigt und Hochwasser

droht. Unter wissenschaftlicher

Begleitung der Universität und

der Technischen Hochschule Ulm

ist am Münsterturm im Rahmen eines

Projekts ein Lasersensor im Einsatz,

der die Veränderung von

Bauschäden in Echtzeit festhält – auf

den tausendstel Millimeter genau.

Die Lora-Technik eigne sich zudem

Mit wenig

Energie

lassen sich kleine

Datenmengen weit

übertragen.

Andreas Buchenscheit

Cortex Media

gut dazu, den Zustand von Brücken

und anderen Bauten zu überwachen.

Der Einsatz von Lora-Sensoren

kombiniert mit der Niederfrequenz-Technik

sei eine kostengünstige

Alternative zu anderen Formen

des Monitorings, sagen die Citysens-Verantwortlichen.

Ihr Rat ist auch in anderen Städten

gefragt, beispielsweise in

Aschaffenburg und Bad Grözingen.

In Berlin und Augsburg waren die

Citysens-Verantwortlichen ebenso

eingeladen, um ihr „offenes System“

vorzustellen, mit dem sich Daten

aus unterschiedlichen Quellen zusammen

verarbeiten lassen.

Auch das

Überwachen

von Parkraum

sei heute

kein Problem

mehr.

Doch es gehe nicht

um einzelne Messwerte,

betonen die

Experten von Citysens.

Ziel sei es,

durch die Auswertung

und Verknüpfung der gesammelten

Daten, Kommunen und Firmen

Mehrwert zu bieten. So wären

künftig Lösungen denkbar für die

Forst- und Landwirtschaft, in denen

die Ergebnisse von Bodenfeuchte-Sensoren

mit Wettervorhersagen

kombiniert werden, um entsprechend

handeln zu können. Unternehmen

könnten dank Sensortechnik

ihre Parkplätze besser managen,

ihren Energiebedarf optimieren,

vorausschauend ihre Maschinen instand

halten und Kosten sparen.

„Das Potenzial“, so Scheible, „ist riesengroß“.

[!] Alexander Bögelein

Lorawan-

Antenne mit

Solarmodul:

Der Batterieantrieb

von

Sensoren hält

häufig Jahre.

Andreas Buchenscheit,

Cortex

Media

Björn Semjan,

Systemzwo

Antonjia Scheible,

SWU Ulm/Neu-Ulm

Michael Beuschlein,

SWU Telenet

Gerhard Gruber,

Exxcellent

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endlich, wir sorgen

für Ersatz.

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38

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Geld ist nicht alles

Benefits Neben einem angemessen Lohn sind vielen Mitarbeitern Kinderbetreuung oder

ein Leihrad wichtig. Das stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Um Talente für sich zu

gewinnen, müssen Unternehmen

inzwischen

mehr als ein gutes Gehalt

bieten. Mitarbeiterbenefits

sind für Bewerber immer häufiger

ein entscheidendes Kriterium

bei der Wahl des Arbeitgebers.

Laut einer Studie des

Marktforschungsinstituts Toluna

sind sogar mehr als 60 Prozent

der Berufstätigen zwischen

18 und 39 Jahren bereit, für attraktive

Nebenleistungen auf einen

Teil ihre Grundgehalts zu

verzichten. Besonders gefragt

sind Benefits, die die Mitarbeiter

individuell aussuchen und

auch im Laufe der Zeit anpassen

können.

Doch die Angebote sind nicht

nur für den Mitarbeiter von Vorteil.

„Das Unternehmen kann in

zweierlei Hinsicht von Benefits

profitieren“, erklärt Stephan Fischer.

Der Direktor des Instituts

für Personalforschung an der

Hochschule Pforzheim unterscheidet

zwischen den externen

und internen Auswirkungen. Zu

den externen Faktoren zählt die

positive Außenwirkung, die vor

allem im Wettbewerb um neue

Arbeitskräfte zählt. Innerhalb

des Unternehmens führten Angebote,

wenn sie auf die Bedürfnisse

der Mitarbeiter angepasst

seien, zu einem längeren Verbleib.

„Der Mitarbeiter identifiziert

sich dann stärker mit seinem

Arbeitgeber und wägt einen

möglichen Wechsel zur

Konkurrenz genauer ab.“

Fachkräfte gesucht

Um ihren Marktwert zu steigern

und als Arbeitgeber attraktiver

zu werden, haben auch Nadine

und Stefan Jacob sich entschieden,

ihren Mitarbeitern Angebo-

Firmen-Rad, Tankgutschein

oder Zuschuss fürs ÖPNV-Ticket

– die Auswahl ist groß.


unternehmen [!] VERANTWORTEN 39

te über das reguläre Gehalt hinaus

zu machen. „Im Frühjahr

2019 haben wir uns überlegt, wie

wir uns von anderen Betrieben

abheben können“, berichtet Nadine

Jacob, die im Betrieb ihres

Mannes für Buchhaltung, Personal

und das

Rechnungswesen

zuständig

ist. Da sich die

Eine Firma

kann in

zweierlei Hinsicht

von Benefits

profitieren.

Stephan Fischer

HS Pforzheim

Suche nach

Fachkräften

immer schwieriger

gestalte,

haben sie sich

für Mitarbeiterbenefits

entschieden.

Derzeit

beschäftigt Lohrmann

Blechtechnik in Blaustein sechs

festangestellte Mitarbeiter und

drei Aushilfen. „Wir könnten jedoch

mindestens einen Dachdecker

und einen Spengler einstellen“,

sagt Jacob.

Als Zusatzleistungen stehen

den Mitarbeitern neben Tankgutscheinen

etwa auch die

Übernahme oder Bezuschussung

von zertifizierten Kursen

zur Gesundheitsförderung zur

Verfügung sowie für Neuzugänge

eine Will-

kommensprä-

mie bei einer

Übernahme

nach der Probezeit.

„Wir

haben uns bewusst

breit aufgestellt,

damit

für jeden Mitarbeiter

etwas

dabei ist“, erklärt

Jacob. Bislang seien jedoch

vorrangig die monetären Angebote

gefragt.

Für einen Handwerksbetrieb

wie den der Jacobs ist solch ein

Angebot nicht selbstverständlich.

Gerade kleine und mittel-

Es muss nicht gleich eine eigene Kantine sein. Unternehmen können

sich auch an den Kosten für das Mittagessen beteiligen.

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40

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Wenn 100 Euro brutto auch 100 Euro netto sind

Den finanziellen Vorteil der Benefits müssen Unternehmer immer im Blick haben.

Gehaltserhöhungen müssen

nicht immer für Unternehmer

und Beschäftigte die beste

Wahl sein. Häufig kann etwa

ein Zuschuss zu den Gebühren

des Kindergartens oder zu den

Fahrtkosten zur Arbeit lukrativer

sein. Der Vorteil: Solche

besonderen Vergütungsbestandteile

können innerhalb

bestimmter Größenordnungen

steuer- und sozialversicherungsfrei

gewährt werden.

ständische Betriebe seien in ihren

Möglichkeiten eingeschränkt. „Hier

gilt es dann nicht acht, sondern nur

zwei Essen anzubieten“, rät Fischer.

Um die beiden richtigen herauszufinden,

helfe ein Umfrage unter den

Angestellten und sich selbst auch

mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen.

Was verdienen die Mitarbeiter?

Wie kann ich die Angestellten

glücklich machen? „Am

Ende muss der Köder dem Fisch und

nicht dem Angler schmecken.“

In der Außenwirkung hat der

Handwerksbetrieb aus Blaustein

schon erste Erfolge verzeichnen

können. Die Zahl der Bewerber ging

spürbar nach oben, berichtet Nadine

Jacob. „Die Rückmeldungen sind

Zur Person

Stephan Fischer

ist seit 2012 Direktor

der Instituts für Personalforschung

an

der HS Pforzheim. Er

hat seit 2009 die

Professur für Personalmanagement

und

Organisationsberatung

inne.

Maßnahmen zur Verbesserung

des Gesundheitszustandes

wie etwa die Teilnahme an

zertifizierten Sport- oder Entspannungskursen

sowie Gesundheits-Screenings

oder

Vorsorgeimpfungen sind seit

2020 noch attraktiver: Der

steuer- und sozialversicherungsfrei

gewährbare Betrag

erhöht sich von 500 auf 600

Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr,

wie der Bundesverband

Lohnsteuerhilfevereine

mitteilt. Sachbezüge sind

grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig,

erklärt

die Bundessteuerberaterkammer.

Liegt der Wert unter

der Grenze von 44 Euro im

Monat, können die Sachbezüge

aber steuerfrei sein. Begünstigt

ist die Zuwendung

aber nur, wenn sie nicht bar

ausbezahlt wird, sondern etwa

als Gutschein.

Am Ende muss

der Köder

schließlich dem Fisch

und nicht dem Angler

schmecken.

Stephan Fischer

Hochschule Pforzheim

durchaus positiv.“ Viele würden sich

jedoch als Helfer bewerben. Es fehlten

die Fachkräfte.

Maßgeblich für den Erfolg der

Maßnahmen sei immer die Kommunikation,

sagt Fischer. Es müsse herausgestellt

werden, dass die Benefits

nicht aus rein wirtschaftlichen

Gründen angeboten werden. „Es gilt

nicht nur, die steuerlichen Vorteile

des Unternehmers oder dergleichen

herauszuarbeiten“, betont Fischer.

.„Die Benefits müssen viel mehr zum

kulturellen Selbstverständnis des

Unternehmens passen und das muss

der Unternehmer seinen Mitarbeitern

vermitteln.“ Nur so wirkten sich

die Angebote positiv auf das Betriebsklima

aus und würden akzeptiert

und angenommen. Auch die

Auswahl der angebotenen Benefits

müsse dahingehend wohl überlegt

sein. „Nur Firmen-Fahrräder anzubieten,

weil diese gerade steuerliche

Vorteile bieten, ist kein Argument“,

sagt Stephan Fischer. „Das geht

nach hinten los.“

Während der Corona-Pandemie

habe sich gezeigt, dass Mitarbeiter

andere Prioritäten setzen. Im Homeoffice

rücke etwa das Thema Gesundheit

in den Fokus. Digitales Rückentraining

oder virtuelle Yoga-Kurse

seien eine Möglichkeit.

„Zudem können sich Unternehmer

die Frage stellen: Habe ich eine Verantwortung

hinsichtlich der Ausstattung

im Homeoffice, auch wenn

das nicht gesetzlich geregelt ist?“

Neben dem gesundheitlichen Aspekt

spiele auch das Thema Sicherheit

eine große Rolle.

„Wenn es darum geht womöglich

den Job zu verlieren, ist es Mitarbeitern

nicht mehr wichtig, ob ein Kickertisch

im Flur steht“, fasst Fischer

zusammen. Wenn dann ein

Mittelständler Teile der Belegschaft

nicht entlasse, obwohl die wirtschaftliche

Lage angespannt sei,

könne das auch proaktiv kommuniziert

werden. „Arbeitssicherheit ist

ein Benefit, keine Frage.“

Generell solle sich die Auswahl

der Benefits an den Bedürfnissen der

Mitarbeiter orientieren. „Dabei gibt

es gar keine so großen Unterschiede

zwischen den Generationen.“

Viel mehr seien die Interessen durch

die Lebenslagen bestimmt. „Alter,

soziale Herkunft und ökonomische

Gegebenheit sind hier ausschlaggebend“,

ist Fischer überzeugt. Um

diesen Lebenslagen gerecht zu werden,

biete sich das so genannte Cafeteria-Modell

an. Wie in einer Cafeteria

könne jeder Mitarbeiter sich

die Benefits auswählen, die zu seinem

derzeitigen Lebensmodell passen.“[!]


Julia Kling


unternehmen [!] RESSORT 41


42

LEBEN unternehmen [!]

Chronik

des Erfolgs

Museum Hinter der Fassade der ersten

Sparkasse Württembergs wird deutlich,

warum die Region wirtschaftlich so stark ist.

FOTOS: DAVE STONIES

Das Allgäu, heute Inbegriff

für sattgrüne Weiden

und traditionelle

Milchviehhaltung war

ursprünglich als das Blaue Allgäu

bekannt. Der Name geht zurück

auf den Flachsanbau, der

die Region über Jahrhunderte

dominierte. Als Reaktion auf die

Globalisierung und billige Importe

erfolgte Mitte des 19. Jahrhunderts

eine grundlegende

Umstrukturierung der Landwirtschaft.

Mehr zum spannenden

Thema Wirtschaft im Wandel

und zur Geschichte erfolgreicher

Unternehmen in der Region

Oberschwaben-Allgäu

erzählt das Wirtschaftsmuseum

Ravensburg.

Wir lassen uns

bei der Auswahl

der Themen vor

keinen Karren

spannen.

Christian von der Heydt

Museumsleiter

Nur der Tresor ist übrig

Es lädt im historischen Gebäude

der Handelsgesellschaft Möttelin

zu einem überraschend unterhaltsamen

und zugleich lehrreichen

Streifzug durch die

Wirtschaftsgeschichte einer Region

zwischen mittelständischen

Weltmarktführern in

Oberschwaben und landwirtschaftlichen

Strukturen im Allgäu

ein. Erfolgreiche Wachstumsstrategien,

pfiffige Erfindungen

und der zukunftsorientierte

Umgang mit der

Globalisierung veränderten sowohl

Industrie, als auch Landwirtschaft.

Das ursprünglich als Sparkassenmuseum

geplante Haus in

der Altstadt von Ravensburg,

war Gründungsort der ersten

Sparkasse in Württemberg und

gehört der Stiftung der Sparkasse.

Museumsleiter Christian von

der Heydt legt jedoch Wert auf

die Feststellung, bei der Konzeption

des Museums weitgehend

unabhängig zu sein. „Wir

lassen uns vor keinen Karren

spannen. Auch bei der Auswahl

der Unternehmen, die wir in der

Ausstellung zeigen, sind wir

nicht käuflich“, betont von der

Heydt. „Uns geht es um beispielhafte

Unternehmensentwicklungen,

außergewöhnliche Entscheidungen

und überraschende

Strategien.“ Das mache Wirtschaft

Wo früher Geld gehortet

wurde bringt Museumsleiter

Christian von der Heydt

Besuchern heute die

ökonomische Entwicklung

des Allgäus nahe.


unternehmen [!] LEBEN 43

spannend – generationenübergreifend

für alle Besucher. Von

der früheren Sparkasse sei nur

der Tresorraum geblieben. „In

dem stellen wir das System der

staatlichen, genossenschaftlichen

und privaten Banken und

die damals revolutionäre Idee

des Sparens als typisch für

Deutschland vor.“

Um diesen zentralen Raum

mit seiner 3,5 Tonnen schweren

Tresortür, entstand nach der Sanierung

des historischen Gebäudes

ein Museum, das sich als

Vermittler für Wirtschaftsbildung

und als Netzwerkort versteht.

Der Tagungsraum mit Zugang

zum begrünten Innenhof

ist bei Firmenveranstaltungen

Treffpunkt für Gespräche. Am

besten nach einer Führung

durch die Ausstellung, die eines

nicht ist: standardisiert und

langweilig. „Jeder bei uns im

Team führt zielgruppenspezifisch

und daher anders“, erklärt

von der Heydt. „Es geht uns um

Es geht

uns um die

Geschichten und

Anekdoten hinter

den Unternehmen.

Christian von der Heydt

Museumsleiter

die Geschichten und Anekdoten

hinter den Unternehmen. Geschichten

vom Umgang mit

wirtschaftlichen Krisen, von erfolgreichen

Strategien, von Erfindergeist

und Entrepreneurship.“

Eingeordnet werden sie in

Fixpunkte weltweiter und regionaler

Ereignisse aus den Bereichen

Energie, Mobilität und

Kommunikation.

Die Zeitreise macht unter anderem

Station beim Erfinder des

ovalen Melkeimers, der heute

Weltmarktführer für Laboreinrichtungen

ist, oder bei den Anfängen

einer Blisterverpackung

für Arzneimittel mit der ein

ortsansässiger Apotheker zu einem

der ganz großen Unternehmen

für Medizintechnik wurde

– bei Unternehmen aus der Region

Oberschwaben-Allgäu also,

die überregional und international

Wirtschaftsgeschichte

schrieben. Ihre Historie wird im

einzigen monothematischen

Wirtschaftsmuseum Deutschlands

mit historischen Dokumenten,

Zeitzeugeninterviews

und durch das Erzählen ihrer Erfolgsgeschichten

ebenso lebendig,

wie die Entwicklung des

Generalobstbauplans von 1957.

Er ist die Basis ist für den professionellen

Obstanbau und den

Wandel von der Ackerfrucht

zum Markenprodukt. Oder eben

der stetige Wandel vom blauen

zum grünen Allgäu, dann von

der Milchwirtschaft zur Tourismus-

und Gesundheitsregion.

Geschichte, die fortgeschrieben

wird. [!] Sigrid Balke

Eines von vieren

In Ravensburg

entstand in der

Zeit von 2008 bis

2012 ein Museumsquartier

mit vier

sehenswerten Museen.

Sehenswert

bezieht sich sowohl

auf den Inhalt und

die Präsentation,

als auch auf die Architektur

des

stadtgeschichtlichen

Museums

Humpis-Quartier,

des Kunstmuseums,

des Museums

Ravensburger und

des Wirtschaftsmuseums.

Die Museen

wurden 2016

von der Architektenkammer

Baden-

Württemberg mit

dem Preis für Beispielhaftes

Bauen

ausgezeichnet, mit

dem das öffentliche

Bewusstsein

für die Baukultur

geschärft werden

sollte. Bereits im

Jahr 2014 erhielten

die Macher der

schulischen Bildungsmaterialien

„Tatort Wirtschaftsmuseum“

den Regionalpreis.


44 MACHEN unternehmen [!]

In Extremen

zuhause

Buchele Türen von der Stange gibt’s hier

nicht: Das Familienunternehmen aus

Ebersbach ist Spezialist für besondere Fälle.

Was haben die ägyptische

Nationalbank

in Kairo, das

Nationalmuseum in

Katar, zahlreiche Microsoft-Rechenzentren

in Europa, sämtliche

namhaften Automobilfirmen,

die Elbphilharmonie und

das Hochsicherheitsgefängnis

Stammheim gemeinsam? Sie haben

Spezial-Stahltüren aus

Ebersbach, die extremsten Anforderungen

Stand halten.

Das spektakulärste Projekt

für den schwäbischen Tür- und

Torhersteller Buchele in diesem

Jahr war freilich die Ausstattung

der „Neumayer-Station III“ in

der Antarktis. Buchele entwickelte

und montierte zwei Sonderkonstruktionen

aus Stahl mit

integrierter Dichtungsheizung

und Hydraulikantrieb für die

Forschungsstation des Bremerhavener

Alfred-Wegener-Instituts.

Die Türen halten selbst den

widrigsten Bedingungen, wie einer

Windlast von bis zu 63 Metern

pro Sekunde und Temperaturen

bis minus 40 Grad Celsius,

stand.

Polar-Station nachgebaut

„Die große Herausforderung

war, dass vor Ort keine Nacharbeiten

möglich sein würden“,

sagt Boris Brodbeck, Projektleiter

bei Buchele. „Die Vorbereitungen

waren also besonders

akribisch.“ Um gewährleisten zu

können, dass die Torkonstruktionen

die hohen Anforderungen

erfüllen, wurde extra ein Nachbau

zu Testzwecken hergestellt.

Die Neumayer-Station III war

bereits die dritte Forschungseinrichtung

in der Antarktis, für die

Buchele große Tore geliefert

hat. Zuvor hatte das 1910 gegründete

Unternehmen bereits eine

indische und eine brasilianische

Station ausgestattet, sagt Geschäftsführer

Jürgen Buchele.

Wichtig für das Neugeschäft

sind neben gutem Ruf große

Messen wie die BAU in München,

auf der sich das internationale

Fachpublikum trifft. Leider

falle diese im kommenden

Jahr aus, bedauert Buchele. Dennoch

ist er für 2021 zuversichtlich.

„Wir horten bereits Aufträge.“

Damit setzt sich ein Trend

fort: „Die Geschäftsentwicklung

in den vergangenen drei Jahren

war sensationell.“ Statt den früheren

Lieferzeiten von 6 bis 8

Dieses Sicherheitstor in

Peking ist dreihundert

Millimeter dick und hat

ein ausgefeiltes

Verriegelungssystem.

Geschäftsführer Jürgen Buchele im Gespräch mit Mitarbeitern in

der Fertigung. Fotos: Giacinto Carlucci/Buchele GmbH


unternehmen [!] MACHEN 45

RESSORT 45

Wochen vergehen heute zwischen

14 und 16 Wochen“.

Gleichgültig ob die Türen

durchschusshemmend, luftdicht,

schallhemmend oder

strahlensicher sein müssen, legt

Buchele auch Wert auf Design.

„Wir veredeln die Türen auch

mit Holz aus den Alpen, Kupferoptik

und Mosaikelementen

oder setzen andere Ideen unserer

Kunden um“, erläutert der

Geschäftsführer. Dafür arbeitet

die Firma Buchele mit Firmen

aus der Region zusammen, beispielsweise

mit Schreinern und

Lackierbetrieben.

„Eine Stahltür kann auch

schön sein“, sagt Geschäftsführer

Buchele und verweist auf die

„Deluxe“-Produktlinie. „Solche

Türen fragen namhafte Privatkunden

an, wenn es etwa darum

geht, Privatvillen auf Mallorca

oder in Hong Kong mit repräsentativen

Toren und einbruchssicheren

Türen zu versehen“,

sagte Buchele, der zusammen

mit seinen Neffen Ralf und Andreas

Buchele die Geschäfte

führt.

Die Wurzeln des Unternehmens

reichen ins Jahr 1910 zurück.

Damals hatte Johannes Buchele

eine Schlosserei und

Schmiede eröffnet. Heute werden

in vierter Generation High-

Tech-Türen gefertigt.

Eine Stahltür

kann auch

schön sein.

Jürgen Buchele

Geschäftsführer

Wachstum

im Ausland

Die Buchele GmbH aus

Ebersbach/Fils erwirtschaftete

zuletzt mit mehr als

100 Mitarbeitern einen

Jahresumsatz von 15 Millionen

Euro. 35 Prozent davon

entfallen aufs Auslandsgeschäft.

„Ausland ist anstrengend,

macht aber

auch wahnsinnig Spaß und

man kommt durch Referenzprojekte

zu neuen Kunden“,

sagt Geschäftsführer

Jürgen Buchele. Ziel sei es,

den Auslandsanteil weiter

zu steigern.

Neben dem Firmensitz

im Kreis Göppingen ist Buchele

auch in Sachsen vertreten.

1992 übernahm der

Mittelständler in der sächsischen

Partnerstadt

Ebersbach-Neugersdorf einen

ehemaligen „volkseigenen

Betrieb“. An dem zweiten

Standort arbeiten aktuell

rund ein Dutzend Mitarbeiter.

Extravagante Privatkunden

1982 zog das Unternehmen aus

der Ortsmitte ins Industriegebiet

am Rande der Stadt. Geändert

hat sich damit nicht nur der

Standort, sondern auch die Ausrichtung

des Unternehmens.

Schlosserarbeiten für Privatkunden

wurden zunehmend

verdrängt durch Aufträge aus

der Industrie. Privatkunden machen

heute einen sehr kleinen

Anteil aus. Entsprechend exklusiv

ist dieser Kundenkreis, der

sich Türen mit höchsten Ansprüchen

und extravagantem

Design fürs Privathaus leistet.

„Ästhetik ist mittlerweile auch

bei hochfunktionalen Türen gefragt“,

sagt Jürgen Buchele.

„Blechtüren waren gestern.“

Gab es Anfang der 1980er Jahre

noch rund 40 Türen- und Torhersteller

in Baden-Württemberg,

so sind es derzeit laut Buchele

nur noch eine Handvoll.

Bei dem Ebersbacher Unternehmen

wuchs dagegen die Mitarbeiterzahl

von 30 im Jahr 1982

auf nun mehr als 100. Die Auftragslage

würde es erlauben,

diese Entwicklung fortzusetzen,

und auch die räumlichen Möglichkeiten

bestünden. Alleine

der Arbeitsmarkt stehe dem entgegen,

erklärt Geschäftsführer

Ralf Buchele.

„Wir versuchen jedes Jahr

zwei Auszubildende zu bekommen.“

Doch der Markt für gute

Leute sei leergefegt, obwohl die

Zukunftsaussichten in der Firma

glänzend sind. Oft mangele

es an der Qualifikation, berichtet

Geschäftsführer Jürgen Buchele.

In diesem Jahr stellte das

Unternehmen aus diesem Grunde

erstmals keinen Auszubildenden

ein.

Erweiterung in Sachsen

Eine Verlagerung der Produktion

ins Ausland komme dennoch

nicht in Frage, erklärt der Geschäftsführer:

„Wir sind traditionell

aufgestellt, Qualität Made

in Germany ist für uns und unsere

Kunden entscheidend“.

Nachhaltiges Wachstum soll

durch verstärkte Mitarbeiterwerbung,

unter anderem auf

Ausbildungsmessen, sowie Auftritte

in den neuen Medien ermöglicht

werden.

In der Planung ist derzeit ein

neuer Hallenteil in dem neue

Produkte vom Zuschnitt bis zur

Lackierung gefertigt werden

sollen. Zudem soll auch das

Zweigwerk im sächsischen

Ebersbach/Neugersdorf erweitert

werden. In die sächsische

Dependance soll dann eine bestehende

Fertigungslinie aus

dem Hauptwerk in Ebersbach/

Fils verlagert werden.

Gespannt schaut Jürgen Buchele

auf den Jahresanfang 2021.

Mit einer Produktlinie aus Aluminium

und Glas will er den Ruf

festigen, Trends in der Branche

zu setzen. „Eine völlig neue Produktlinie

die uns wieder einen

Vorsprung gegenüber unseren

Marktbegleitern geben wird und

sicherlich nicht in dieser Form

von uns erwartet wird“, sagt Buchele

und lächelt verschmitzt.

[!]

Axel Raisch


46

FINANZIEREN unternehmen [!]

Gut die Hälfte aller Unternehmer, die über

eine Übergabe nachdenken, wollen, dass der

eigene Betrieb in der Familie bleibt.

Illustrationen: Max Meschkowski

Die Corona-Krise verschärft

das Nachfolgeproblem

im deutschen

Mittelstand: Bis zu

450 000 kleine und mittlere Unternehmen

könnten laut KfW

Research in den kommenden

Jahren ihren Betrieb schließen

oder übernommen werden. Die

KfW-Experten gehen davon aus,

dass davon etwas mehr als ein

Fünftel der Betriebe bis Ende

2021 den Markt verlassen wird

– häufig, weil sich in der Eigentümerfamilie

kein qualifizierter

Nachfolger findet oder der

Nachwuchs andere Pläne hat.

Dass es anders geht, beweist

Oliver Thost. Der Ingenieur ist

2010 in den Gesellschafterkreis

der in Familienhand befindlichen

Thost Projektmanagement

GmbH in Pforzheim aufgenommen

worden. Wenig später ist

er dann aktiv in die Firma eingetreten

und seit vier Jahren

Mitglied der Geschäftsführung.

Sein Vater Burkhard, der die Firma

1987 gründete, hat im Zuge

dessen die Verantwortung abgegeben

und steht dem Betrieb nur

noch beratend zur Seite.

Alles bleibt

in der

Familie

Nachfolgeplanung Wenn Unternehmer ihren

Betrieb an den Nachwuchs übergeben, lauern

viele Stolperfallen. Tipps, wie sich Streit und Ärger

vermeiden lassen.

Das Ziel muss

sein, dass

sich niemand

benachteiligt oder

ausgegrenzt fühlt.

Stefan Schiele

Berater Unternehmensnachfolge

Thost ist mit rund 500 Mitarbeitern

eines der führenden unabhängigen

Projektmanagement-Unternehmen

in Deutschland

in Familienhand. Der Mittelständler

betreut weltweit die

Entwicklung, Planung und Realisierung

komplexer Bauvorhaben

in den Bereichen Immobilien,

Anlagenbau, IT und Infrastruktur.

„Strukturiertes Vorgehen

liegt in der DNA unseres

unternehmerischen Handelns

und das hat uns sicherlich auch

geholfen beim Nachfolgeprozess“,

sagt Oliver Thost.

Er hatte nach einem Studium

bereits ein eigenes Unternehmen

gegründet. „Es gab von Seiten

meines Vaters nie irgendei-


unternehmen [!] FINANZIEREN 47

nen Zwang, in den elterlichen

Betrieb einzusteigen“, erzählt er.

Eine Veränderung innerhalb des

Gesellschafterkreises habe er

dann als Anlass genommen, sich

ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen.

„Ich habe mich gefragt,

warum wir ein Familienunternehmen

sind und bleiben

wollen – zumal mein Vater zu

diesem Zeitpunkt auch bereit

war, die Verantwortung abzugeben.“

Thost sei dann Schritt für

Schritt in das operative Geschäft

eingetreten. „Für mich sicherlich

optimale Startvoraussetzungen.“

Damit die Übergabe eines

Unternehmens innerhalb der

Familie gelingt, braucht es allerdings

nicht nur den richtigen

Zeitpunkt, Fingerspitzengefühl

und ein stimmiges Konzept.

„Eine familieninterne Nachfolge

hat die Besonderheit, dass

viele Aspekte des familiären Zusammenlebens

einen starken

Einfluss auf das Unternehmen

ausüben“, sagt Stefan Schiele,

Berater Unternehmensnachfolge

bei der IHK UIm. Auf diese

Punkte sollten Unternehmer

achten, damit die Übergabe reibungslos

gelingt:

1. Offene Kommunikation

Ein Kardinalfehler ist, wenn der

oder die Eigentümer die Nachfolge

im Unternehmen nicht aktiv

ansprechen. Selbst wenn der

eigene Sohn oder die Tochter

bereits in der Firma arbeitet,

heißt das nicht, dass er oder sie

das Unternehmen auch weiterführen

möchten. „Generell sollten

die beteiligten Familienmitglieder

offen über ihre Wünsche

im Rahmen der Unternehmensnachfolge

sprechen“, empfiehlt

Schiele. „Das Ziel muss sein,

dass sich niemand ausgegrenzt

oder benachteiligt fühlt.“

Wie geht es mit dem Betrieb weiter? Egal,

ob der Nachfolger aus der Familie oder von

außen kommt, es gilt vorbereitet zu sein.

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ep erweitert Geschäftsführung

Alexander Körner verstärkt ab sofort die

Geschäftsführung der engineering people

group (ep) als Geschäftsführer Vertrieb.

Er komplettiert damit die Führungsriege des

Ulmer Unternehmens rund um Inhaber und

Geschäftsführer Winfried Keppler. Weitere

Mitglieder sind Gerd Depner als Geschäftsführer

der Stuttgarter Gesellschaft und Stefan

Vögel als Prokurist.

In der Geschäftsführung kümmert sich

Alexander Körner besonders um die Stärkung

und Weiterentwicklung des Vertriebs

der ep group. „Vertrieb gehört ganz klar zu

unseren Kernkompetenzen bei ep, da gilt es

am Ball zu bleiben und gerade bei Zukunftsthemen

wie der Digitalisierung ganz vorne

dabei zu sein.“, freut sich Körner auf sein

neues Aufgabenfeld. „Alexander Körner

bringt neben ausgezeichneten fachlichen

Kenntnissen auch ein tiefes Verständnis für

unser Unternehmen und dessen Prozesse

mit.“, kommentiert Keppler die Personalentscheidung.

In wirtschaftlich unruhigen Zeiten investiert

das Unternehmen damit und schafft die nötigen

Rahmenbedingungen, um weiterhin

am Markt bestehen zu können. Mit dem angebotenen

Dienstleistungsportfolio aus Entwicklungsdienstleistungen

in Technik und

Software sowie Personaldienstleistungen

sieht Keppler das Unternehmen in der Krise

gut aufgestellt: „Flexibilität ist in Krisenzeiten

ein Schlüssel zur Lösung der Probleme,

sowohl von Unternehmen als auch von Mitarbeitern,

und genau die können wir bieten.“

Gerd Depner, Alexander Körner, Winfried Keppler, Stefan Vögel (v.l.n.r.)

Foto: Rampant Pictures

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Tel.: +49 731 207 90-0

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48

FINANZIEREN unternehmen [!]

Hilfe von vielen Seiten

Berater der Kammern helfen eine geregelte Übergabe in die Wege zu leiten.

Bei der Suche nach einer

Nachfolgelösung sind Unternehmer

nicht auf sich allein

gestellt. Neben Fachanwälten,

Unternehmens- und Steuerberatern

halten auch die Industrie-

und Handelskammern

und Handwerkskammern entsprechende

Beratungs- und

Zur Person

Stefan Schiele ist

seit Oktober 2019

bei der IHK Ulm zuständig

für das Thema

Unternehmensnachfolge.

Der studierte

Betriebswirt

war zuvor bei verschiedenen

Banken

tätig.

Informationsangebote für ihre

Mitglieder bereit. Die IHK Ulm

bietet beispielsweise neben

einem kostenlosen Nachfolgemoderator

auch Beratungsspezialisten

für Finanzierungsfragen

oder für Existenzgründer

im Rahmen einer Nachfolge,

da der Übernehmer häufig

2. Hilfe von externen Dritten

Die Vorstellung offen anzusprechen,

ist das eine, eine Lösung zu finden,

die alle Interessen unter einen Hut

bringt, aber eine ganz andere Sache.

„Gerade bei familiengeführten Unternehmen

braucht es erfahrungsgemäß

viel Zeit, bis man alle Familienmitglieder

im Boot hat und auch

der Patriarch überzeugt ist“, weiß

Hermann Ali Hinderer, Partner in

der Sozietät Heuking Kühn Lüer

Wojtek in Stuttgart. Ein externer Experte

kann diesen Prozess beschleunigen

und mit seinem Know-how

potenzielle Interessenkonflikte bereits

im Vorfeld identifizieren und

lösen. „Bei allen Themen sollte sehr

auf Objektivität und Transparenz geachtet

werden“, ergänzt Schiele.

„Auch hier kann ein Berater oder

Moderator helfen, Missverständnisse

zu vermeiden.“

gleichzeitig auch Existenzgründer

ist, die bereichsübergreifend

zusammenarbeiten.

Das Bundeswirtschaftsministerium

hat zudem die Broschüre

„Unternehmensnachfolge

– Die optimale Planung“

herausgegeben, die als Nachschlagewerk

dienen kann.

Eine langfristige,

durchdachte

Planung verhindert,

dass man wichtige

Aspekte vergisst.

Stefan Schiele

IHK Ulm

3. Passendes Konzept finden

Schenkung, Nießbrauch oder doch

lieber verkaufen – es gibt viele Möglichkeiten,

die Nachfolge im Betrieb

vermögensrechtlich zu regeln. Die

entscheidende Frage dabei ist jedoch:

Wie verhindert man, dass sich

eine Seite übervorteilt fühlt? Es gilt

eine faire Lösung zu finden, die den

Interessen aller Beteiligten gerecht

wird und gleichzeitig rechtssicher

ist, um spätere Auseinandersetzungen

zu vermeiden und auch steuerliche

Aspekte etwa bei einer Schenkung

zu optimieren. Auch hier bieten

externe Experte Hilfe. „Wenn

der Außenstehende Neutralität mit

Fachkompetenz verbindet, werden

die entstehenden Lösungs- und

Handlungsvorschläge von den Beteiligten

in der Regel als objektiv

empfunden und als Grundlage für

Entscheidungen akzeptiert“, weiß

Schiele. Dabei rät Hinderer davon

ab, diese Rolle an den langjährigen

Steuerberater zu delegieren. „Den

Steuerberater einzubeziehen ist

zweifellos wichtig, denn er hat Zugang

zu Zahlen, die benötigt werden.

Aber wenn er in den Lead geht,

ist das häufig problematisch.“ Am

Ende gelte es schließlich, einen Wert

für das Unternehmen zu ermitteln,

der dann Grundlage etwa für Ausgleichszahlungen,

aber unter Umständen

auch für eine Entscheidung

zum Verkauf ist. „Hier ist es Sache

des Beraters, Realität in die Verhandlung

zu bringen“, so Hinderer.

4. Überlegt vorgehen

In Sachen Planung gilt für beide Experten

der Grundsatz: Je früher sich

die aktuelle Unternehmergeneration

mit der Nachfolge befasst, desto

besser. Als Faustregel für einen geordneten

Übergang gilt ein Zeitraum

von drei bis fünf Jahren. „Eine langfristige

Planung mit einem durchdachten

Konzept verhindert, dass

man wichtige Aspekte vergisst“, so

Schiele. „Darüber hinaus wird ersichtlich,

welche Maßnahmen sinnvoll

sind.“ Ein Unternehmen, dessen

Erfolg einzig an der Person des

Unternehmers hängt, werde etwa

schwieriger zu übergeben sein, als

ein Unternehmen, in dem viel

Know-how bei Mitarbeitern liegt.

5. Rechtssicherheit herstellen

Um das Risiko späterer Streitigkeiten

zu reduzieren, sollten die hinzugezogenen

Experten das Unternehmen

zuerst auf den Prüfstand stellen

und dann gezielt fit machen für

die Übergabe oder einen Verkauf.

„Dazu gehört es, problematische

Punkte zu identifizieren und sich

eine Strategie zu überlegen, damit

umzugehen“, sagt Hinderer. Zum

Beispiel sollte die Inhaberstruktur

geklärt werden. „Häufig sind über

die Jahre hinweg Anteile innerhalb

der Familie verschoben oder vererbt

worden.“

Das zu entwirren und zu prüfen,

ob die Kette der Anteilseigner vollständig

ist, sei wichtig. „Schließlich

ist es für die übernehmende Generation,

noch mehr aber für einen potenziellen

Käufer ein entscheidender

Punkt, dass er das Eigentum am

Unternehmen vollständig erlangen

kann und sich nicht mit Übertragungsvorgängen

aus der Vergangenheit

auseinandersetzen muss, weil

rechtliche Zweifel bestehen.“ Auch

die Frage, ob es Patente oder Lizenzen

gibt und auf wenn sie lauten,

sollte unbedingt geklärt werden.

„Damit sich diese Vermögenswerte

auch rechtssicher auf den neuen Eigentümer

übertragen lassen“, sagt

Hinderer. [!] Thomas Luther


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

49

Bei Meißner, einem der ältesten Hersteller von Schutzausrüstungen gegen Absturz, steht Qualität an erster Stelle.

Fotos: BlendePi Photography

Hans-Peter Jakob + Firma Meißner

Seit 110 Jahren Schutz in luftiger Höhe

Der Familienbetrieb feiert in diesem Jahr

sein 110-jähriges Jubiläum. Die Meißner

Sicherheitstechnik GmbH aus Ulm ist einer

der ältesten Hersteller Deutschlands für

persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

(PSAgA).

Zum Kundenkreis der Firma Meißner gehören

unter anderem führende Windkraftunternehmer,

Anlagen- und Freileitungsbauer,

Photovoltaikanlagenbauer und Mobilfunkanbieter

sowie große Energieversorger.

„Wir stellen in unserer hauseigenen Werkstatt

mit modernsten Produktionsmaschinen und

in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden

praxisorientierte, hochwertige Sicherheitsprodukte,

wie zum Beispiel Vertikale

Steigschutzsysteme (VSS) oder Horizontale

Sicherungssysteme (HSS), Auffanggurte,

Sicherheitsseile, Seilkürzer und Anschlagskonstruktionen

her“, erklärt Caroline Liebler,

die mit ihrem Ehemann Stefan Liebler in vierter

Generation die Geschäfte der Meißner

Sicherheitstechnik GmbH führt.

Die Sicherungssysteme werden nach Vorgaben

und Anforderungen der Kunden geplant

und entwickelt, produziert und dann vor Ort

montiert. Die Qualität und jahrzehntelange

Kompetenz sind Gründe dafür, dass Weltunternehmen

zu den Kunden zählen.

Im Jahr 2016 trat Meißner mit dem Aufbau

der Niederlassungen in Cottbus, Neubrandenburg

und Pirmasens in das Geschäft der

Windkraftanlagen ein. Durch die breite Aufstellung

ist der Familienbetrieb weniger

krisenanfällig. Das Unternehmen rüstet die

Arbeiter an Windmühlen, Strommasten oder

Antennen nicht nur mit modernster, zum Teil

patentierter Sicherheitstechnik aus, sondern

zeigt diesen auch, wie man damit umgeht.

So bietet die Firma Meißner Sicherheitstechnik

GmbH praxisorientierte und sachkundige

Schulungen nach BGG 906 / DGUV

Regel 112-198 / DGUV Regel 112-199 an.

Ebenso führt das Unternehmen die gesetzlich

vorgeschriebene jährliche Überprüfung

von Absturzsicherung, PSA, Befahranlagen,

Steigschutz, Leitern und Lastenwinden

durch.

Unter das Kapitel Innovation fällt auch die Entwicklung

einer eigenen Meißner Service-App.

Diese ermöglicht dem User per Smartphone

direkt mit dem Kunden zu kommunizieren und

damit papierlos und ohne Zeitverlust den Zustand

der Sicherheitseinrichtungen von geprüften

Anlagen mitzuteilen.

Meißner Sicherheitstechnik GmbH

August-Nagel-Straße 21

89079 Ulm-Einsingen

Tel.: 07305 9635-0

E-Mail: info@meissner-ulm.de

www.meissner-ulm.de

Familienunternehmen

in vierter

Generation

Das Unternehmen

wurde 1910 in

Potsdam-Babelsberg

von Arthur Meißner als Sattlerei gegründet.

1927 brachte er „Meißners Sicherheits-Riemen“

auf den Markt, gedacht zum Einsatz auf

Telegrafenmasten. Das war der erste

Meilenstein auf dem Weg zum Hersteller von

persönlicher Sicherheitsausrüstung gegen

Absturz. Sohn Diethard Meißner siedelte die

Firma noch vor dem Mauerbau nach Ulm um.

Regina Meißner, Enkelin des Gründers, und ihr

Ehemann, der Metallfachmann und Oldtimer

Liebhaber Hermann Glöckler bauten das

Produktsortiment aus und firmierten fortan

unter Meißner Sicherheitstechnik GmbH.

Mehrere Umzüge der Produktionsstätte

wurden aus Expansionsgründen notwendig,

zuletzt im Jahr 2002 an den heutigen Standort

in der August-Nagel-Straße 21 in

Ulm-Einsingen.

Tochter Caroline Liebler, mittlerweile

geschäftsführende Gesellschafterin, führt mit

ihrem Mann Stefan Liebler das Unternehmen

in vierter Generation.

Foto: BlendePi Photography Hans-Peter Jakob


50

SPEZIAL unternehmen [!]

Wege aus

dem Stau

Während nördlich der A 8 in

Fahrtrichtung Stuttgart noch

gearbeitet wird, können

Lastwagenfahrer die südliche

Abfahrt ins Gewerbegebiet

Ulmer Norden bereits nutzen.

Ulm-Nord Die Zukunft des Ulmer Nordens

hat sechs Fahrstreifen. Auch der

Doppelanschluss an die A8 ist fast fertig.

Lkw-Fahrer und die umliegenden

Gemeinden können aufatmen.

Frankreich-Deutschland-

Österreich-Südosteuropa.

Die A 8 ist Teil dieser

wichtigen transeuropäischen

Verkehrsachse und führt

quasi an Ulms Haustüre vorbei.

Besser gesagt an den Gewerbegebieten

im Ulmer Norden. Und

hier sorgt der Containerbahnhof

seit 2005 für frischen Wind,

sprich für die idealen Voraussetzungen

die Verknüpfung von

Straße und Schiene kräftig voranzutreiben.

Auch wenn die

zwei Terminals ein Segen für

das Gewerbegebiet sind, so

stellten sie vor 15 Jahren die Verkehrsplaner

erst einmal vor eine

große Herausforderung. Denn

nach der Entscheidung den

Neu-Ulmer Containerbahnhof

nach Norden zu verlagern, blieb

kaum Zeit um passende Verkehrslösungen

zu finden. Klar

war, dass die Anbindung des rasant

wachsenden Güterverkehrszentrums

an das überregionale

Straßennetz rasch verbessert

werden musste.

Seither mussten Brummifahrer

ihre Frachten über die bestehende

und schon bald überlastete

Anschlussstelle Ulm-West

und die Bundesstraße 10 am

Containerbahnhof anliefern und

abholen. Die Folge waren kilometerlange

Umwege und die Zunahme

des Ausweichverkehrs

über die nahegelegenen Gemeinden.

Eine neue Verkehrsregelung

lies auf sich warten.

Doch damit ist nun bald

Schluss. Der Ausbau der Doppelanschlussstelle

Ulm-West

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Herzlichen Glückwunsch

zum gelungenen Neubau!

Wir führten die Zimmererund

Dachdeckungsarbeiten aus.

und Ulm-Nord steht für eine

eindeutige und lange ersehnte

Verbesserung des vorhandenen

Verkehrskonzepts und damit für

deutlich weniger Lkw, Abgase

und Lärm in den Orten Jungingen

und Dornstadt.

24 Millionen Euro Kosten

Lange mussten die Anwohnerinnen

und Anwohner auf den Spatenstich

warten. Im Jahr 2017

war es dann soweit. Als Grundlage

der Planungen diente der

vorhandene Planfeststellungsbeschluss

zum sechsspurigen

Ausbau der A 8 auf der Albhochfläche

von Hohenstadt

nach Ulm-West. „Um die neue

Anbindung realisieren zu können,

wurde der Ausbau um

400 Meter weiter in Richtung

München verschoben und die

Doppelanschlussstelle in die bestehende

Planung integriert“,

erklärt Silvio Milke, Gesamtprojektleiter

Ausbau A8 des

Regierungspräsidiums Tübingen.

Die Planung war hochkomplex.

Denn neben dem

stark belasteten Autobahnabschnitt

musste auch die

stark frequentierte Bahnstrecke

Stuttgart-Ulm, über die zwei

Brücken errichtet werden mussten,

bedacht werden. „Das Bauen

entlang der Bahnstrecke bedurfte

umfangreicher und frühzeitiger

Absprache“, erklärt Milke.

„Streckensperrungen

Sperrungen

mussten teils

zweieinhalb Jahre

vorab angemeldet

werden.

Silvio Milke

Gesamtprojektleiter

mussten zum Teil mit einem

Vorlauf von zweieinhalb Jahren

angemeldet werden.“

Die Verkehrsplanung hatte

sowohl die Stadt Ulm als auch

das Regierungspräsidium Tübingen

inne, als ausführende Behörde

für den Ausbau der Bundesautobahn.

Die Baukosten für

die neue Anbindung: rund

24 Millionen Euro.

Inzwischen hat das Projekt

sichtbar Fahrt aufgenommen,

denn die Ausfahrt Ulm-Nord

wurde bereits in Betrieb genommen

– jedoch nicht komplett.

Bislang ist nur der südliche Anschluss

für den Verkehr geöffnet.

Der Ausbau der neuen

Richtungsfahrbahn Stuttgart

mit den Anschlussrampen an

den Kreisverkehr Nord wird

wohl nicht vor Sommer 2021 fertig

sein. „Um frühzeitig die Ortschaften

vom Durchgangsverkehr

entlasten zu können, wurde

entschieden, die Südseite

vorab für den Verkehr freizugeben“,

sagt Milke.

Nicht zu kalt, nicht zu nass

Dennoch: Bis zur endgültigen

Fertigstellung sind jetzt nur

noch vereinzelte, durchaus

überschaubare Arbeiten nötig.

Doch der Gesamtbaufortschritt

hängt von den Wetterverhältnissen

und den Temperaturen ab.

So sind unter anderem noch die

Abdichtungen an den Brückenbauwerken

über die Bahnstrecke

aufzubringen.

Dafür darf es nicht zu kalt

sein. Und auch Nässe ist nicht

gut. Denn die dann sechsspurige

Autobahn-Trasse bekommt

einen offenporigen Asphalt, der

auch als aktiver Lärmschutz

dient. Der Einbau dieses Belags

stelle hohe Anforderungen,

erklärt Milke. „So muss

die Außentemperatur dafür

bei über zehn und die der

Unterlage bei über fünf

Grad liegen.“

Wenn dann 2021 die letzten

Fahrbahnmarkierungen aufgebracht

sind, steht dem direkten

Anschluss der Gewerbegebiete

des Ulmer Nordens und

des Güterverkehrszentrums an

die transeuropäische Verkehrsachse

A 8 nichts mehr im Wege.

[!] Stefan Löffler

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Drei weitere Portalkräne sollen

künftig am Containerbahnhof

zum Einsatz kommen.

Ein Erfolgsmodell

Ulmer Norden Vor 25 Jahren waren die Flächen der Gewerbegebiete

entlang der A8 schwer zu vermarkten, inzwischen sind sie

Mangelware. Nun sind Erweiterungen geplant.

Fertiggestellt ist der Autobahn-Doppelanschluss

„Ulm-West“ und „Ulm-

Nord“ zwar noch nicht

ganz. Die Aussicht auf die einfachere

Anbindung an die A 8

versüßt dennoch bereits das Jubiläum

des Gewerbegebiets Ulmer

Norden auf jeden Fall. Vor

25 Jahren wurde das damals

31 Hektar große und zwischen

A 8 und B 10 gelegene Gewerbegebiet

erschlossen. „Schon damals

haben wir immer über diesen

Autobahn-Anschluss gesprochen

und ihm jeden Interessenten

auch versprochen“,

erinnert sich Ulrich Soldner

schmunzelnd. Er war langjähriger

Geschäftsführer des Stadtentwicklungsverbandes

Ulm/

Neu-Ulm und ist von Tanja Oelmaier

abgelöst worden. Die bisherige

Leiterin der Abteilung

Liegenschaften und Wirtschaftsförderung

der Stadt Ulm

wird zu Beginn des neuen Jahres

auch die Geschäfte des

Stadtentwicklungsverbandes

Ulm/Neu-Ulm führen.

Zugegeben, auch wenn in den

Anfangsjahren die Nachfrage

der Firmen aus produzierendem

Gewerbe, Großhandel, Handwerk

und aus dem Dienstleistungssektor

nach Grundstücken

noch spürbar verhalten ausfiel,

so glaubte Ulrich Söldner immer

an den Erfolg dieses Gewerbegebiets.

Und er sollte Recht

behalten.

Zehn Jahre nach der ersten Erschließung

wurde der Containerbahnhof

der Deutschen Um-

FOTO: VOLKMAR KÖNNEKE

zukunftsorientiert.

nachhaltig.

lebendig.

Nachhaltige Gemeinde

Arbeitsplätze vor der Haustüre

Vielfältige Einkaufsmöglichkeiten

Ausgedehnte Wald- und Erholungsflächen

Aktives Vereinsleben


unternehmen [!] SPEZIAL 53

schlaggesellschaft Schiene-Straße

(DUSS) von Neu-Ulm in den

Ulmer Norden verlagert – und

warf damit den Motor des Gewerbegebietes

so richtig an. „Mit

dem neuen Verladeterminal der

Bahntochter DUSS ging die Post

so richtig ab“,

freut sich Soldner,

dem das

Gewerbegebiet

sichtlich ans

Herz gewachsen

ist. Schließlich

war er an

Anfangs

musste

händeringend

nach Unternehmen

gesucht werden.

Ulrich Soldner

Stadt Ulm

Planung und

Umsetzung

von Beginn an

maßgeblich beteiligt.

Er erinnert sich an den damals

sehr langen Prozess.

„Vor 30 Jahren benötigten wir

dringend neue Gewerbeflächen,

konnten den dazugehörigen Bebauungsplan

jedoch erst erstellen,

als wir alle Grundstücke erworben

hatten.“ Der scheidende

Abteilungsleiter des Ulmer

Liegenschaftsamtes ist davon

überzeugt, dass der deutlich

verbesserte Verkehrsanschluss

an die A 8 die Entwicklung und

Erweiterung der bestehenden

Gewerbeflächen

positiv

beeinflussen

wird. Und außerdem

ist er

froh, dass der

anfänglich

schleppende

Start längst

vorbei ist.

Anfangs

musste händeringend

nach Unternehmen gesucht

werden, berichtet Soldner

und pro Jahr konnte der Stadtentwicklungsverband

nur etwa

zwei Neuansiedlungen verzeichnen.

„Das ist Gott sei Dank

Vergangenheit und aus dem ur-

© GOOGLE EARTH | © GOOGLE EARTH/GEOBASIC-DE/BKG

Sichtbarer Erfolg: In den vergangenen 25 Jahren wuchs das

Gewerbegebiet auch nördlich der A 8 beachtlich.

Seit 50 Jahren in Ulm.

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Industriegebiet Ulm-Nord.

Heute vertrauen uns über 7.000 zufriedene Unternehmen

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54

SPEZIAL unternehmen [!]

Kein Rückstau auf die A 8

Mehr als 100 000 Container werden pro Jahr am Containerbahnhof in Dornstadt umgeschlagen.

Die Gewerbegebiete im Ulmer

Norden stoßen an ihre Grenzen.

Deshalb verhandelt die Stadt

bereits mit Nachdruck über

neue Flächen. Und auch der hier

ansässige Containerbahnhof der

Deutschen Umschlaggesellschaft

Schiene-Straße (DUSS)

platzt nach 15 Jahren aus allen

Nähten. Bis 2030 ist durch den

Bau eines zweiten Umschlagmoduls

mit vier Umschlaggleisen

und drei weiteren Portalkränen

eine Verdopplung der Kapazitäten

geplant. Zudem ist eine Erweiterung

der Vorstaufläche auf

33 Lkw-Plätze geplant, um zu

den Tagesspitzen einen möglichen

Rückstau auf die A 8 zu

verhindern.

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Neue Ansprüche an Mobilität

Neue Ansprüche an unsere Mobilität und die

große Herausforderung den Klimawandel zu

bremsen beschäftigen auch die Verkehrsplaner.

Im Ulmer Norden treffen regionale und

überregionale Straßen die Bahn und die Autobahn.

Damit werden Güterströme der

Straße und der Bahn optimal vernetzt.

Das Ingenieurbüro Wassermüller Ulm GmbH

ist ein Planungsbüro für das Bauwesen mit Sitz

in Ulm/Donau. Seit über 60 Jahren bearbeiten

für private, öffentliche und gewerbliche Bauherren

zurzeit 55 Mitarbeiter Tiefbauprojekte

in den Bereichen Siedlungswasserwirtschaft,

Verkehrswesen, Bauleitplanung, Landschaftsplanung

und Ingenieurvermessung.

Bei der Planung von Verkehrsanlagen sind

eben diese Disziplinen ein Garant für eine landschaftsverträgliche

interdisziplinare Lösung.

Durch die Entwicklung von 3-dimensionalen

Planungen mit allen Sparten können die digitalen

Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden.

Wir sind stolz, dass wir im gesamten Ulmer

Norden im Auftrag der Stadt Ulm, des Alb-

Donau-Kreises, der Gemeinde Dornstadt und

Beimerstetten an einem Großteil der Verkehrsanlagen

mitwirken durften.

Ein weiterer wichtiger Baustein der heutigen

Neue Albrecht-Berblinger-Straße

Mobilität ist der Radverkehr. Im Ulmer Norden

wurden parallel zu den Hauptverkehrswegen

über 6 km Radwege realisiert, welche auf direktem

Wege an die umliegenden Gemeinden

anschließen. Auch der direkte Anschluss von

neuen Glasfasernetzen sorgt für eine digitale

Zukunft der Gewerbetreibenden.

Wir sind sicher, dass der Ulmer Norden ein zukunftsorientierter

Standort für Gewerbe mit

einer optimalen Vernetzung von individueller

Mobilität und der Schiene ist.

Ingenieurbüro WASSERMÜLLER ULM GmbH

Hörvelsinger Weg 44

89081 Ulm

Tel.: +49 731 96687 - 0

E-Mail: info@wassermueller.de

www.wassermueller.de


unternehmen [!] SPEZIAL 55

Zur Person

Ulrich Soldner leitete

fast 30 Jahre

das Ulmer Liegenschaftsamt.

Nun

wechselte er von der

Münchner Straße ins

Rathaus am Marktplatz

und ist der

neue Beauftragte

des Oberbürgermeisters

für regionale

Netzwerke und

Bodenstrategie.

sprünglichen kleinen Gewerbegebiet

Ulm-Nord wurden die Gewerbegebieten

im Ulmer Norden, einschließlich

des Gebietes Himmelreich

auf Dornstadter Gemarkung.“

Und diese wachsen und wachsen.

Denn mit derzeit 80 Betrieben und ca.

3500 Arbeitsplätzen – ohne Dornstadt

doch inklusive des Gewerbeparks Lerchenhof

bei Jungingen – sind die Gewerbegebiete

quasi ausverkauft.

Doch zu Ende ist die Erfolgsgeschichte

deshalb noch lange nicht.

Denn Zukunftsperspektiven bieten

drei Erweiterungsflächen nördlich

der Autobahn A8, die sich östlich des

Lagers der Seiffert Gruppe bis hin

zum landwirtschaftlichen Anwesen

Buckenhof erstrecken, einschließlich

des Gewanns Stockert. Der erste Bereich

GZV4 mit 15 Hektar Gewerbeflächen

befindet sich direkt an der

Verbindungsstraße nach Beimerstetten.

Ulrich Soldner: „Ein erster Abschnitt

soll hier im Jahr 2021 erschlossen

werden.“

Seit 20 Jahren

treffen wir

nur harmonisch

Entscheidungen für

Ansiedlungen.

Ulrich Soldner

Stadtentwicklungsverband

Für die beiden weiteren Flächen

GZV5 und GZV6 laufen derzeit die

Grunderwerbsverhandlungen, und

das mit mit Hochdruck. Denn die

größte Hürde ist und bleibt der Flächenmangel.

Ulm begegnet diesem

Umstand mit einer konsequent verfolgten

Boden- und Baulandstrategie

und einem systematischen, aktiven

Ankauf von unbebauten Grundstücken.

„Nur so wird es uns auch

in Zukunft gelingen, neue Gewerbegebiete

wie im Ulmer Norden zu

entwickeln“, sagt Tanja Oelmaier.

Seit 20 Jahren entscheidet der

Zweckverband über die Vergabe von

Gewerbegrundstücken beider Städte.

Initiatoren dieser grenzüberschreitenden

Einrichtung zur Wirtschaftsförderung

waren die Oberbürgermeister

Ivo Gönner und Beate

Merk, die mithilfe des Verbands

auch die damalige Konkurrenz der

beiden Städte überwinden und das

regionale Bewusstsein stärken wollten.

Ulrich Soldner klopft auf Holz:

„Seit 20 Jahren haben wir ausschließlich

harmonisch abgestimmte

Entscheidungen für Ansiedlungen.“

Auch das sind glänzende Perspektiven

für die weitere Entwicklung

der Gewerbegebiete entlang

der Autobahn im Norden Ulms. Ulrich

Soldner ist sich sicher: „Auch

ohne den neuen Anschluss haben

wir gut angesiedelt.“ Dennoch freut

er sich wie all die hier ansässigen

Gewerbebetriebe über die Fertigstellung

– fast wie geplant zum Jubiläum.[!]


Stefan Loeffler

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bleibende Werte schaffen.

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56

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Liebherr ist

Full-Liner

Biberach Auf dem Gebiet der

Erdbewegungen ist Liebherr

nun Full-Liner. Gerade stellte

das Unternehmen aus Biberach

seinen neuen TA 230 Litronic

vor – einen knickgelenkten Muldenkipper.

Die 360 PS starke

Maschine ist für anspruchsvolle

Offroad-Einsätze konzipiert,

vorwiegend für den Abraumtransport

sowie für die Gewinnungsindustrie.

Liebherr ist einer

der weltweit größten Baumaschinen-Hersteller.

Das Familienunternehmen

hat 48.000

Mitarbeiter und einen Umsatz

von über elf Milliarden Euro.

Vollmer: Neue

Doppelspitze

Führung Jürgen Hauger wird

gemeinsam mit dem langjährigen

Geschäftsführer Dr. Stefan

Brand die Vollmer Werke Maschinenfabrik

GmbH aus Biberach

als Führungsduo leiten. Der

Maschinenbautechniker ist bereits

seit 25 Jahren für Vollmer

tätig und verantwortet zukünftig

die Bereiche Vertrieb, Marketing

und Dienstleistungen.

Schleifmaschinenhersteller

Vollmer beschäftigt weltweit

800 Mitarbeiter, rund 580 davon

in Biberach. Der Umsatz lag bei

rund 111 Millionen Euro, Geschäftsführer

Dr. Stefan Brand

rechnet durch Corona aber mit

einem deutlichen Rückgang.

Neue Zentrale

für Föratec

Satellit „Copernicus Sentinel-6 Michael Freilich“ von der Organisation

ESA und Airbus Friedrichshafen. Foto: NASA/Randy Beaudoin

Meeresspiegel unter

Beobachtung

Satelliten-Mission Der Sentinel 6 ist am 21. November ins All gestartet.

Der jüngste Spross der Satellitenfamilie Copernicus, der

bei Airbus-Friedrichshafen gebaut wurde, soll die Weltmeere millimetergenau

vermessen und kartieren. Entwickelt wurde er von

der europäischen Weltraumorganisation ESA und Airbus Friedrichshafen.

An dem Standort arbeiten 2200 Mitarbeiter.

Allgäu Sommer 2021 will die

Föratec GmbH & Co. KG ihr

neues Firmengebäude in Geiselharz

bei Wangen beziehen. Derzeit

entsteht dort ein Bürokomplex

mit Fertigungs- und Montagehalle.

Das „in direkter Nachbarschaft“

liegende Gelände

wurde hierfür bereits 2013 erworben.

Geplant ist außerdem,

zusätzliche Mitarbeiter, vor allem

Auszubildende einzustellen.

Föratec ist Hersteller von

Edelstahl-Förderanlagen und

-systemen. Das Familienunternehmen

hat rund 55 Mitarbeiter.

Investition von

14 Millionen

Rolls-Royce Knapp 14 Millionen

US-Dollar investiert Rolls-

Royce Power Systems in das

MTU-Stromaggregate-Produktionswerk

in Mankato im amerikanischen

Minnesota. Derzeit

entsteht dort ein neues Gebäude

für Forschung und Entwicklung,

mit zusätzlichen Fertigungslinien

und besseren Möglichkeiten

zur Produktprüfung.

Rolls-Royce Power Systems mit

Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt

rund 10.000 Mitarbeiter.

Unter der Marke MTU vertreibt

das Unternehmen unter

anderem Antriebssysteme für

Schiffe. Der Umsatz 2019 betrug

15,45 Milliarden britische Pfund.

Hymer hat

weiteren Chef

Bad Waldsee Markus Dorner ist

ab sofort als kaufmännischer

Geschäftsführer der Hymer

GmbH & Co. KG in Bad Waldsee

tätig und verantwortet das

Finanz- und Rechnungswesen,

das Controlling, die IT und das

Personal. Zuvor war er bereits

15 Jahre in der Unternehmensgruppe

tätig, zuletzt als kaufmännischer

Geschäftsführer im

Entry Segment. Die Erwin Hymer

Group ist eine Tochtergesellschaft

von Thor Industries,

dem führenden Hersteller von

Freizeitfahrzeugen. Hymer hat

7.350 Mitarbeiter. Der Umsatz

liegt bei 2,2 Milliarden Euro.

Dethleffs erhält

Fairness-Preis

Camping Zum vierten Mal in

Folge ist der Wohnmobil-Hersteller

Dethleffs aus Isny

vom Deutschen Institut für Service-Qualität

und dem Nachrichtensender

ntv als für Fairness

ausgezeichnet worden.

„Dieses Jahr war sicher nicht

nur für uns eine große Herausforderung.

Aber wir haben alles

getan, für unsere Kunden erreichbar,

transparent und weiterhin

ein zuverlässiger Partner

zu sein,“, freut sich Robert Bielesch,

Leiter der Unternehmenskommunikation.

Die Dethleffs

GmbH & Co. KG gehört zur Erwin

Hymer Group und beschäftigt

am Produktionsort Isny

1400 Mitarbeiter.

Premium Parken

unter der Erde

Luxus In der neuen Garage des

YachtHotel Helvetia in Lindau

parken die Auto auf echtem

Holzboden. Dank der Unterflur-Parker

MultiBase verschwinden

zwei Autos komplett

unter der Erde. Möglich machte

dies die KLAUS Multiparking

GmbH aus Aitrach. Die Parksysteme

lassen sich dabei nahtlos

im hölzernen Garagenboden

versenken. KLAUS Multiparking

ist einer der führenden Anbieter

von Auto- und Premium-Parksystemen.

In Aitrach

sind rund 230 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Umsatz liegt bei

rund 60 Millionen Euro. [!]


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 57

Protest gegen

Gewerbegebiet

Lautertal Am 28. Februar werden

die Bürger über den geplanten

Gewerbepark Lautertal abstimmen.

Hintergrund ist ein erfolgreiches

Bürgerbegehren. Zur

Disposition steht dann ein von

den Kommunen Donzdorf, Süßen,

Gingen und Lauterstein geplantes

interkommunales Gewerbegebiet,

das im Westen

Donzdorfs auf 28 Hektar entstehen

soll. Laut Bürgermeister

Stölzle gebe es bereits fünf Unternehmen,

die Interesse haben,

sich im Gewerbepark Lautertal

anzusiedeln und die in zwei

oder drei Jahren mit dem Bau

der Gebäude und Lager beginnen

wollten.

Schweizer

schließt Werk

Insolvenz Die Schweizer Group

ist in Insolvenz. Deshalb soll das

Werk in Hattenhofen aufgelöst

werden. Betroffen sind davon

174 Mitarbeiter des Automobilzulieferers.

Die Suche nach einem

Investor war – im Gegensatz

zu anderen Standorten – erfolglos

geblieben, sagt Insolvenzverwalter

Marcus Winkler.

In den kommenden Wochen

wird nun ein Plan für das Auslaufen

der Produktion erarbeitet.

Außerdem werden mit den

Arbeitnehmervertretern sozialverträgliche

Lösungen für die

Mitarbeiter, die ihre Stelle verlieren

werden, gesucht.

Baumarkt

spendet Masken

Obi Alltagsmasken in einem Gesamtmarktwert

von 63 960 Euro

hat der Göppinger Obi-Baumarkt

an verschiedene, im Landkreis

beheimatete Einrichtungen

abgegeben. „Wir wollen damit

unseren Beitrag im gemeinsamen

Kampf gegen Corona

leisten“, sagt Marktleiterin Julia

Dett. Gerade im Kampf gegen

die zweite Pandemie-Welle wolle

OBI unterstützend helfen, so

die Marktleiterin weiter. Miralem

Licina, Assistent der Geschäftsleitung,

hatte dazu im

Nach dem Rekordjahr 2018 sinkt der Umsatz des Automobilzulieferers Allgaier.

Allgaier sucht einen Investor

Vorfeld bei rund 60 sozialen und

medizinischen Einrichtungen

sowie Bildungsinstitutionen den

Bedarf an Mund-Nasen-Schutz

abgefragt. Alle, die Interesse bekundeten,

wurden vom Baumarkt

aus Göppingen versorgt.

Übernahme

durch Salvia

Zukauf Das Eislinger Elektronikunternehmen

Salvia hat das

Kerngeschäft der Münsterländer

Firma Rehms Building Technology

samt 550 Mitarbeitern an

den Standorten Borken und Essen

übernommen. Ende Juli hatte

Rehms ein Insolvenzverfahren

in Eigenverantwortung

beantragt. Mit 800 Mitarbeitern

an 16 Standorten erwirtschaftete

Salvia zuletzt einen Jahresumsatz

von 160 Millionen Euro.

Kameras und

Datenschutz

Foto: Giacinto Carlucci

Autozulieferer Um das geschrumpfte Eigenkapital

aufzustocken, sucht das Uhinger Unternehmen

Allgaier einen Investor. Konkrete Schritte

dazu sollen 2021 mit einem Marktberater erfolgen.

Das sei nötig, um künftig wachsen zu können,

sagt Geschäftsführer Helmar Aßfalg. Zudem

bemühe man sich um eine Überbrückungsfinanzierung

und weitere Konsolidierung. Die 1075 Mitarbeiter

sollen in den nächsten beiden Jahren auf

Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. 2020

rechnet Allgaier mit Einbußen im Automotive-Geschäft

von 12 bis 15 Prozent. 2019 war der Umsatz

um 35 Prozent eingebrochen nach einem Rekord

von 478 Millionen Euro im Jahr 2018.

Digicom Seit 30 Jahren ist Tamer

Vural aus Göppingen mit Digicom

im Bereich Datenübertragung und

Sicherheitstechnik am Markt.

Kunden wie Mercedes, VW, Audi,

Aral, O 2

oder Siemens betreut Vural

mit seinem dreiköpfigen Mitarbeiterteam.

Im Jahr 1996 war Digicom

bundesweit eine der ersten

Firmen, die Internet über Satellit

für die Kartenzahlung in Tankstellen

angeboten haben, berichtet

Vural. Arbeiten auf Hochseeplattformen

gehören ebenfalls zu den

Tätigkeitsfeldern von Digicom.

Derzeit ist vor dem Hintergrund

des Datenschutzes vor allem Vurals

Erfahrung im Bereich Kameraüberwachung

gefragt, etwa

jüngst im Hotel Hilton in Frankfurt.

Aktuell ist Digicom im Rennen

um den Zuschlag für ein Kontrollsystem

für den Zugang in den

Alb-Fils-Kliniken.

Schuler streicht

Arbeitsplätze

Göppingen Die Schuler AG plant

die Streichung von bis zu 350

Stellen am Standort Göppingen.

Der Umsetzungsprozess soll

laut Schuler vor Weihnachten in

trockenen Tüchern sein. Hintergrund

sei die Corona-Krise und

der Strukturwandel in der Automobil-

und Zulieferinudstrie.

Betroffen vom Stellenabbau seien

ausschließlich Angestellte,

sagt ein Sprecher des Unternehmens.

Vor allem Forschung und

Entwicklung bleiben unangetastet.

2018 machte der Marktführer

einen Umsatz von rund 1,2

Milliarden Euro.


58

RESSORT unternehmen [!]

Gefragte

Antworten

Umfrage Stellen wir eigentlich die richtigen Fragen in unserem

Wirtschaftsmagazin? In unserer 75. Ausgabe haben wir zehn Persönlichkeiten

gebeten, selbst Fragen an sich zu stellen. Jeder von ihnen war schon auf

unserem Titelbild zu sehen.

Welche Frage wären Sie in diesem

Ausnahmejahr gerne gefragt worden

und wie lautet Ihre Antwort?


unternehmen [!] LEBEN 59

Ernst Prost, Geschäftsführer

der Liqui Moly GmbH.

Ulrike Freund, Geschäftsführerin

der Brauerei Gold Ochsen

GmbH und der Ulmer Getränke

Vertrieb GmbH.

Ich wäre am liebsten gefragt

worden, ob ich es mir erklären

könne, warum wir in Deutschland,

bei allem was so passiert,

immer gleich extrem schwarzsehen

und uns extrem empören?

Meine Antwort: Verstand ist

wichtig. Mitgefühl auch... Momentan

fühlt sich diese Welt etwas

komisch an, wie aus den Fugen.

Stimmt aber nicht. Gehört

alles dazu, was wir jetzt so erleben.

Jammern auf hohem Niveau

kann es jetzt doch auch nicht

sein. Und schon gar nicht aus

der kommoden, tausendfach abgesicherten

Wohlstandsoase

Deutschland heraus. Natürlich

ist da auch die Angst vor den

Wirren der Zeit und der grundsätzlichen

Unberechenbarkeit

des Lebens. Trotz aller Vollkaskosysteme,

finanzieller Airbags,

funktionierendem Gesundheitssystem,

Rechtsstaatlichkeit

und Freiheit bleibt

Demokratie immer ein

Risiko. Doch: Hat man

Vertrauen zu sich selbst

und zu den Mitmenschen,

hat man automatisch

auch Zuversicht

in das Leben, in die Zeit

und in die Welt.

Die klarste Antwort hätte ich sicher

auf die Frage nach meinem

aktuell größten Wunsch gefunden:

Normalität!

Ich ersehne mir nichts mehr als

die Rückkehr zum gewohnten

Alltag – einen Alltag, in dem

man wieder bedenkenlos spazieren

oder in den Biergarten

gehen kann. In dem sich ohne

Auflagen und Angst vor Ansteckung

feiern lässt. In dem Kurzarbeit

und Staatshilfen kein

Thema sind. Ich hoffe inständig,

dass sich dieser Wunsch bald erfüllt

und wir das gesellschaftliche

Leben der Region in Kürze

wieder in vollem Glanz erblühen

sehen und wir es als Ulmer

Traditionsbrauerei aktiv begleiten

können.


60

LEBEN unternehmen [!]

Gerd Stiefel, Geschäftsführer

der Neu-Ulmer Fritz Stiefel

Industrie-Vereinigungen GmbH.

Michael Pluta, Fachanwalt für

Insolvenzrecht.

Die gewünschte Frage: Glauben

Sie, dass es der ganzen schlimmen

Pandemie auch etwas Positives

abzugewinnen gibt?

Meine Antwort darauf: Ja!

Dies ist natürlich schwer nachvollziehbar

für alle an Covid-19

schwer erkrankten oder verstorbenen

Menschen, den Hinterbliebenen

sowie allen Unternehmerinnen

und Unternehmern

und Menschen in Kurzarbeit,

deren Existenz schlicht und

einfach massiv gefährdet ist.

Und trotzdem gibt es auch positive

Aspekte, wenn Politik, Gesellschaft

und Wirtschaft die

richtigen Rückschlüsse ziehen

und bahnbrechende Entscheidungen

treffen. Wir haben in nahezu

allen wichtigen Bereichen

in Deutschland einen riesigen

Nachholbedarf und könnten die

aktuelle Dynamik der Veränderungen

dazu nutzen wieder aufzuholen

und mit anderen Ländern

endlich wieder gleichzuziehen.

Sei es beim Thema Digitalisierung

oder bei der

Verbesserung des Schulsystems

und des Gesundheitswesens

oder in der Verkehrspolitik.

Deutschland und die deutsche

Wirtschaft können die Welt

nicht im Alleingang retten, aber

viel dazu beitragen, die Zukunftschancen

aller Menschen

zu verbessern.

Unsere Geschäftsgrundlage ist

es ja, gefragt zu werden und gefragt

zu sein. Generell werde ich

gerne gefragt, ob ich Aufgaben

übernehme und natürlich sage

ich da gerne „Ja“, am liebsten bei

schwierigen oder großen Aufgaben.

Das beschränkt sich nicht

auf 2020, sondern galt schon immer

und gilt auch für die Folgejahre.

In diesem Sinne gab es

eine Menge Fragen, die ich mit

„Ja“ beantworten durfte, aber

auch viele, die ich nicht gefragt

wurde. Daneben gab es allerdings

auch eine Menge Fragen,

die ich nicht gefragt wurde, weil

ein „Nein“ befürchtet wurde

und ich gerne auch „Nein“ gesagt

hätte. Das gilt nicht nur im

Privatleben, sondern auch im

geschäftlichen Bereich.

Prof. Dr. Uta M. Feser,

Präsidentin der Hochschule

Neu-Ulm.

Meine Frage: Wie sehen Sie auf

Grund Ihrer langen Erfahrung

die Entwicklung des Unternehmens?

Die erste Epoche unseres

Unternehmens nach dem Krieg

war bis zum Tod meines Vaters

1982 geprägt von Öl und Gas.

Hier hat sich Weishaupt besonders

bei den Großbrennern für

die Industrie, die auch zukünftig

von großer Bedeutung sein

werden, einen Weltruf erwor-

Dipl.-Ing. Siegfried Weishaupt,

Geschäftsführer der Max

Weishaupt GmbH.

ben. Die zweite Zeitspanne hat

eine wesentliche Erweiterung

unseres Tätigkeitsfeldes Energietechnik

auf den Feldern

Brennwerttechnik, Wärmepumpen,

Gebäudeautomation

und nicht zuletzt Geothermie

gebracht – mit einem Wort: Systemanbieter.

Die Energiewende

stellt sicher auch an uns

neue Herausforderungen, für

die jedoch wir auf jeden Fall gerüstet

sind.

Auf die Frage „Was ist Ihr „Corona-Highlight“

und was ist positiv

an der Corona-Krise?“ hätte

ich folgende Antwort gegeben:

Mich hat insbesondere der

Zusammenhalt der Kolleginnen

und Kollegen sehr begeistert.

Trotz Homeoffice-Regelungen

war eine klare Stärkung des

Team-Gefühls zu beobachten.

Positiv ist zudem, dass wir das

Thema Digitalisierung vorantreiben

konnten und Zeit genutzt

haben, um weitere Forschungsanträge

zu stellen.

Mich persönlich hat die

Corona-Krise dazu bewegt,

mehr in der Natur

zu sein, viel zu lesen

und in der Küche neue

Gerichte auszuprobieren.

Insgesamt kam ein

Gefühl der Entschleunigung

auf. Privat habe ich

daran gearbeitet, anderen

noch besser zuzuhören – auch,

wenn der Kontakt digital hergestellt

wurde.


unternehmen [!] LEBEN 61

Philipp Utz, Mitglied des

Vorstands der Uzin Utz AG

Julian Utz, Mitglied des

Vorstands der Uzin Utz AG

Meine Frage: Mit wie vielen Personen

rechnen Sie dieses Jahr

auf dem Messetermin bei der

BAU?

Die Antwort: Aufgrund der

anhaltenden Corona-Pandemie

wurden Großveranstaltungen,

wozu auch Messeveranstaltungen

zählen, leider abgesagt bzw.

finden in anderer Form statt. Die

für uns relevanten Leitmessen

haben daher bereits frühzeitig

mitgeteilt, dass es zum ursprünglichen

Termin Mitte Januar

eine virtuelle Ersatzmesse

geben wird. Ich hoffe für unser

Unternehmen sowie die gesamte

Branche, dass dieses Format

hohe Akzeptanz finden wird, sowohl

bei nationalen wie internationalen

Interessenten, da

letztere in den kommenden Monaten

vermutlich nur bedingt zu

Messen reisen

werden

können.

Meine Frage: Wie haben Sie

Ihren Strategieabschluss

GOLD mit den Kern- und

Wachstumsmärkten gefeiert?

Wir haben uns im Vorstand

die Kern- und Wachstumsländer

aufgeteilt, um diese auch

persönlich begleiten zu

können. So haben

wir noch im Februar

unseren Strategieabschluss

2019

in der Oldtimer

Fabrik,

zu welcher

alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

unserer deutschen Standorte

eingeladen waren, gebührend

gefeiert. Im weiteren Verlauf

wären wir eigentlich in die Gesellschaften

der Kern- und

Wachstumsländer gereist, um

dort mit den internationalen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

den Strategieabschluss

zu feiern. Die Corona Pandemie

hat uns leider einen Strich

durch die Rechnung gemacht

und wir konnten dies bis heute

leider nicht gebührend mit

allen so feiern, wie wir es uns

gewünscht hätten.

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Die eigenen vier Wände als Anker

„Gewohnt wird immer“ – so heißt es. Wohnen

ist ein Grundbedürfnis. Mehr denn je

erhielten die eigenen vier Wände in diesem

Jahr einen zusätzlichen Bedeutungsgewinn.

Aus Küche wurde Büro und Schulklasse, aus

Wohnzimmer Spielplatz, aus dem Balkon

oder dem Garten ein Naherholungsgebiet.

Die Umstände in den vergangenen Monaten

führten unter anderem dazu, dass es auf

dem Wohnimmobilienmarkt keinen starken

Einbruch zu verzeichnen gab. Temporäre Zurückhaltung?

Ja. Wochenlanger Stillstand?

Nein. Ferner wurden bereits vorhandene

Trends angeschoben und verstärkt, weiß

Erhard Sepp, Lizenzpartner des Ulmer

Standortes des Premiumimmobilienmaklers

DAHLER & COMPANY: „Auf der einen

Seite wünschen sich die heutigen Bewohner

unabhängig von ihrem Alter, ihrer Lebenssituation

und ihrem beruflichen Werdegang,

eine Stadt der kurzen Wege. Die wichtigsten

Dinge des Lebens fußläufig erreichbar, ohne

auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen

zu sein.“ Durchmischte Quartiere entsprachen

bereits vor COVID-19 den Bedürfnissen

der modernen Städter. „Auf der anderen

Seite zeigt sich aber auch vermehrt

der Bedarf nach mehr Fläche und Freiraum“,

sagt Sepp und ergänzt: „Dies spiegelt sich in

einer zunehmenden Nachfrage nach mehr

Quadratmetern und Zimmern wieder, aber

auch nach Wohnen im Grünen. Es ist zu erwarten,

dass das Umland von Metropolen,

aber auch Groß- und Mittelständen künftig

noch stärker in den Fokus von potenziellen

Käufern rücken werden.“

Erhard Sepp, Lizenzpartner Ulm DAHLER & COMPANY.

Foto: DAHLER &COMPANY

Dahler & Company Ulm

Erhard Sepp

Rosengasse 15

89073 Ulm

Tel.: +49 731 790 321-80

Fax: + 49 731 790321-81

E-Mail: ulm@dahlercompany.de


62

LEBEN unternehmen [!]

Stefan Bill,

Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Ulm.

Gabi Schwarz, Prokuristin der

Schwarz GmbH & Co. KG in

Göppingen.

Wenn Sie mir die Frage gestellt

hätten: „Wie hat die Sparkasse

Ulm die zahlreichen Herausforderungen

der Corona-Zeit gemeistert?“

hätte ich geantwortet:

Wir sind immer nah und erreichbar

geblieben – persönlich,

telefonisch oder online. Und wir

konnten das bieten, was in dieser

Zeit vor allem gefragt war:

schnelle, sichere und einfache

Lösungen, zum Beispiel durch

die Sparkassen-App oder Apple

Pay. Unsere Firmenkunden haben

wir aktiv angesprochen, um

zu erfahren, wie wir helfen können.

Geholfen haben wir unter

anderem auch bei mehr als 2000

Krediten, die zeitweise ausgesetzt

werden mussten – oder

mehr als 100 verschiedenen Vereinen

mit zusätzlichen Spenden.

„Ganz nebenbei“ haben wir

noch die regionale Bargeldversorgung

und den Zahlungsverkehr

sichergestellt.

Aber auch wir haben dazugelernt:

von Skype bis hin zum

Live-Streaming von Veranstaltungen

aus unserer eigenen

Greenbox, haben wir alles versucht.

Und bei den sozialen Medien

Facebook und Instagram

sind wir auch dabei.

Meine Frage ist: Welche Veränderungen

bringt die Pandemie

für die betriebliche Ausbildung?

Meine Antwort: Wir müssen

komplett umdenken in den Betrieben.

Die Digitalisierung beeinflusst

und treibt schon jetzt

unsere Prozesse und Abläufe in

Richtungen, die wir uns vor ein

paar Jahren noch nicht vorstellen

konnten. Deshalb muss unsere

Ausbildung der Zukunft ein

vernünftiger Mix aus mehr digitaler

und immer noch persönlicher

Schulung sein. Die Azubis

brauchen Fachwissen – das

geht super digital – aber sie

brauchen auch Vorbilder und

Orientierung, und das geht nur

im persönlichen Kontakt mit

den Menschen.

NICHT ZU FASSEN !

Digital ist praktisch. Aber leider alles andere als berührend.

Sie wollen wirklich Eindruck machen?

Dann sollten Sie Ihren Kunden was zum Anfassen geben.

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unternehmen [!] LEBEN 63

Dagmar Stange-Pfalz,

Vorstand der Betriebskrankenkasse

BKK VerbundPlus in

Biberach.

Axel Nething, geschäftsführender

Gesellschafter der Nething

Generalplaner GmbH.

Im Ausnahmejahr 2020 wäre ich

gerne gefragt worden, was mich

positiv beeindruckt und zuversichtlich

gestimmt hat?

Positiv beeindruckt hat mich

die schnelle Handlungsfähigkeit,

Wandelbarkeit und Kreativität

vieler Unternehmen aller

Sparten. Projekte, über die in

den letzten Jahren viel diskutiert

wurde, sind am Ende des

Jahres plötzlich erledigt. Dinge

wurden angepackt, auch mit

dem Risiko, nicht alles zu 100

Prozent fehlerfrei umzusetzen.

Es hat sich gezeigt, dass dieser

Mut uns weiterbringt und dass

wir uns diese Erkenntnis für die

Zukunft nicht wieder nehmen

lassen dürfen. Sehr erfreulich

finde ich, dass wir unsere Umgebung

wieder aufmerksamer

erkunden und dass sich dies

durch alle Altersschichten zieht.

Als Architekt wäre ich gerne gefragt

worden, warum man in

Deutschland für den Bau von

Großprojekten oft Jahrzehnte

benötigt, während Tesla seine

Gigafactory in 2 bis 3 Jahren zu

realisieren scheint. Die Antwort

liegt für mich im Umgang mit

Komplexität. Elon Musk verfolgt

sein Ziel mit Kreativität und

Disziplin. Er übernimmt Verantwortung

und hat eine Kultur geschaffen,

die mit Fehlern toleranter

umgeht. Mangelnde Innovation

hingegen wird sanktioniert.

Unser System ist auf

Fehlervermeidung ausgelegt

und so entwickeln wir immer

noch mehr Regeln über deren

Einhaltung wir Ziel, Timing und

oftmals auch Kosten aus den Augen

verlieren. [!] Stefan Loeffler

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Mobile, flexible Laserbeschriftung

Dass innovative Lasertechnologie kompakt,

handlich und flexibel sein kann, beweist die

Mobil-Mark GmbH aus Ulm:

Der Laserspezialist hat das weltweit einzige,

mobile Lasersystem entwickelt, das nahezu

jedes Material präzise und langlebig lasergravieren

kann. Der Laser, der bereits auf

einer Fläche von 520 mm x 430 mm Platz

findet, kann direkt zum zu gravierenden Produkt

transportiert werden. „Das erleichtert

die Handhabung und minimiert den logistischen

Aufwand“, so Dieter Steck, Geschäftsführer

der Mobil-Mark GmbH. Mit seiner patentierten

Sicherheitstechnik kann der Laser

„Quasar“ von Anwendern darüber hinaus

ohne zusätzlichen Schutz betrieben werden.

Neben dem mobilen Einsatz lässt sich dieser

auch mit einem Roboter kombinieren, oder

in eine laufende Serienfertigung integrieren.

Die Lasergravur ist ein wichtiges Bearbeitungsverfahren

für Werkstücke aller Art:

Sie bietet im Gegensatz zu anderen Methoden

ein langlebiges Ergebnis, so dass Teile

stets eindeutig zurückzuverfolgen sind.

Ein Laser für jedes Material und jede

Oberfläche

Ein Laser, der alle Materialien gravieren kann

– Das ist bei dem vor über 15 Jahren gegründeten

Laser-Experten aus Ulm ein technologisches

Qualitätsmerkmal. Ob Metalle oder

Keramiken, von Stahl bis hin zu Gummi: Der

Laser aus dem Hause Mobil-Mark wurde so

konzipiert, dass er vielseitig eingesetzt werden

kann. Neben dem Universallaser gehört

außerdem ein breites Zubehörprogramm zu

den Ausstattungsoptionen.

Ein Laser – unzählige Einsatzmöglichkeiten: Der innovative Laser „Quasar“.

Rechts: Dipl.-Ing. (FH) Dieter Steck, Geschäftsführer der Mobil-Mark GmbH.

Fotos: Mobil-Mark GmbH

Mobil-Mark GmbH

In der Wanne 55

89075 Ulm

Tel.: +49 731-40 700 601

Fax: +49 731-378 12 30

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64

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aus Neu-Ulm und Umgebung stellen sich vor.


66

WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM unternehmen [!]

Innovativ: In Wallenhausen

druckt Peri ein

Mehrfamilienhaus im

3D-Druckverfahren.

Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Landkreis zeichnet sich

durch seine Vielfalt aus

Landkreis Neu-Ulm Bei aller Branchenvielfalt wird die Region durch die Pandemie hart

getroffen. Landrat Freudenberger hofft, dass Firmen gestärkt aus der Krise kommen.

Das wirtschaftliche

Rückgrat im Landkreis

Neu-Ulm bilden die

kleinen und mittelständischen

Unternehmen. „Gleichzeitig

freuen wir uns, dass wir

in der Region große Global

Player wie Evobus, Peri, oder die

Wieland-Werke haben“, sagt

Neu-Ulms Landrat Thorsten

Freudenberger. Die große Betriebs-

und Branchenvielfalt sei

die Stärke der Region. „Es hat

sich in Krisen immer gezeigt,

dass wir durch die Vielfalt getragen

sind und da gut durchkommen.“

Gleichwohl sei der

Landkreis durch die derzeitige

Pandemie „hart getroffen“. Es

gebe viele Betriebe, die für die

Automobilbranche produzieren,

die seien im Vergleich zu anderen

etwas stärker betroffen, zum

Teil, weil es durch den Strukturwandel

dort schon zuvor Probleme

gab.

Darüber hinaus kämpfen Betriebe

im Bereich Gastronomie,

Hotellerie, Messebau, Touristik

bis hin zu großen Unternehmen

mit den Auswirkungen der Pandemie,

nicht zuletzt durch die

Störung der internationalen

Handelsketten. Freudenbergers

Hoffnung ist: „Wir wollen mit

aller Kraft und Innovation aus

der Krise herauskommen.“ Unterstützt

durch die verschiedenen

Rettungsschirme und Kreditprogramme

gelte es, Schwung

und Mut mitzunehmen, um Dinge

zu erneuern, die Effizienz von

Es gilt,

Schwung und

Mut mitzunehmen,

um Dinge zu

erneuern.

Arbeitsabläufen zu hinterfragen,

innovative Produktionsformen

einzuführen und die Digitalisierung

auch im Bereich der Kommunikation

voranzutreiben.

„Das ist eine Chance, die

Arbeits- und die Lebenswelt

stärker zusammenzubringen als

es bisher der Fall ist.“ Dazu

könnten auch neue Gleitzeitund

Schichtmodelle beitragen.

Unabhängig von der Corona-Krise:

Auch danach werde

der „Fachkräftemangel uns weiter

beschäftigen, der ist und

bleibt eine Herausforderung“,

sagt Thorsten Freudenberger.

Deshalb sei es wichtig, „dass wir

Bildungsregion sind“. Das ist

der Landkreis seit 2014, als erster

in Bayern. Dieses Jahr wur-


unternehmen [!] WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM 67

de er von Kultusminister Michael

Piazolo zudem als „Digitale

Bildungsregion“ ausgezeichnet.

Beworben hatte sich der Kreis

mit den Handlungsfeldern „Digitalisierung

gemeinsam gestalten,

Entwicklung einer modernen

IT-Landschaft, Vermittlung

von Kompetenzen für eine digitalisierte

Welt und Wirtschaft

4.0“. Pfeiler der beruflichen

Ausbildung seien die Betriebe,

Hochschulen und die Universität.

Weiche Standortfaktoren

„Hier in der Region lässt es sich

nicht zuletzt auch sehr gut leben“,

weist der Landrat auf die

weichen Standortfaktoren hin,

die immer wichtiger werden bei

der Fachkräftegewinnung. „Wir

sind kein Ballungszentrum wie

München oder Stuttgart, aber

auch nicht ausschließlich ländlich

geprägt.“ Zur Attraktivität

der gesamten Region trügen

Landkreis und Kommunen, aber

auch die benachbarte Stadt Ulm

und der Alb-Donau-Kreis bei.

Gemeinsames Gestalten, auch

über die Landesgrenze hinweg,

werde immer wichtiger, Modernisierungsthemen

müssten noch

mutiger als bisher angegangen

werden. Thorsten Freudenberger:

„Man darf stolz sein auf sein

Dorf, aber Kirchturmdenken ist

der falsche Ansatz.“

Chance als

Wasserstoffregion

Innerhalb der Innovationsregion

gelte es Zukunftsfragen zu

formulieren und konsequent zu

beantworten. Beispielsweise zur

Frage, wie Mobilität funktioniere.

Da müsse eine Wende im

Denken, aber auch in der Technologie

einkehren. Nicht von

ungefähr habe man sich gemeinsam

mit Ulm und dem Alb-Donau-Kreis

wegen der vor Ort ansässigen

Kompetenzen als Wasserstoffregion

beworben und

damit auch Fördergelder erhalten,

um die „Wasserstofftechnologie

hier marktreif“ zu machen,

erläutert Freudenberger. Wasserstoff

könne beispielsweise

durch freiwerdende Energie eines

Müllkraftwerks hergestellt

werden, wirft er als Idee in den

Raum. So könne es zugleich zur

Man darf

stolz sein auf

sein Dorf, aber

Kirchturmdenken

ist der falsche

Ansatz.

Wasserstofftankstelle werden.

Weniger Abhängigkeit vom

Auto verspreche die Regio-S-

Bahn, zu der das Schienen-Nahverkehrsnetz

ausgebaut werden

soll. Eine gute Vernetzung in der

Region sieht der Neu-Ulmer

Landrat zum einen in der Politik:

„Die Leute kennen sich.“

Zum anderen gebe es einen engen

Zusammenschluss zwischen

Verwaltungen, Hochschulen

und Wirtschaft mit dem Ziel, gemeinsam

stark zu sein. Simon

Schrag, der Wirtschaftsbeauftragte

des Landkreises, spricht

als weitere Zukunftsfrage die

Digitalisierung an: „Wie setzt

man sie um, dass sie den Menschen

dient?“ Das betreffe die

Wirtschaft genauso wie die Verwaltung.

Man müsse Mut zur

Landrat Thorsten Freudenberger: Fortschritt gibt es nur mit einer

positiven Grundeinstellung.

Foto: Landratsamt

VOLKMAR KÖNNEKE

Kreativität bei der Modernisierung

haben, ergänzt der Landrat,

und immer darauf achten,

dass die Peripherie mit einbezogen

wird. „Es steht nicht geschrieben,

dass es Hipster und

mutige Kreative nur in Berlin,

Hamburg oder München geben

muss“. In der Region lebe man

zudem noch bezahlbar. Ihn freut

es, dass an der Hochschule Neu-

Ulm Studierende gemeinsam

mit Unternehmen Geschäftsmodelle

nicht nur denken, sondern

auch ausprobieren, von der Idee

zum Produkt und wie sich das

großziehen lässt (siehe Artikel

Seite 70).

In den Bereichen der Mobilität

und der Digitalisierung liege

ein „unglaubliches Zukunftspotential,

da können wir in der

Innovationsregion zu einem Pilotmodell

in Bayern und ganz

Deutschland werden“. Eines der

jüngsten Beispiele, das weit

über die Region hinaus für Aufmerksamkeit

gesorgt hat, ist der

Hausbau im 3D-Druckverfahren,

den die Weißenhorner Firma

Peri vorgestellt hat.

Herausforderung

Betriebsnachfolge

Ein weiteres Zukunftsthema:

Die Stärke der Region mit ihren

zahlreichen kleinen und mittelständischen

Unternehmen. „Die

Betriebsnachfolge dieser oftmals

familiengeführten Firmen

wird eine Herausforderung. Da

sind wir ein Stück weit Opfer

unserer eigenen Stärke“, sagt

Freudenberger. Manchmal fühlten

sich diejenigen, die einen

solchen Betrieb übernehmen

könnten, als gut bezahlte Angestellte

abgesichert und scheuten

daher den Schritt ins Unternehmertum,

der ja auch ein gewagter

ist.

„Wir müssen die Grundhaltung

finden, dass es Fortschritt

nur mit einer positiven Grundeinstellung

gibt. Ständiges Bedenkenträgertum

bringt uns

nicht weiter“, sagt Landrat

Thorsten Freudenberger, sieht

jedoch Tüftlergeist und Innovationskraft

in der Region als

durchaus vorhanden. Erfolgreiches

Wirtschaften sei in allen

Teilräumen des Landkreises

Neu-Ulm möglich, meint er,


68

WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM unternehmen [!]

Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen

Über politische Grenzen hinweg vernetzt – eine der großen Stärken der Region.

Vernetzung Eine der großen

Stärken der Region an Donau

und Iller ist die Kooperation in

verschiedenen Bereichen über

die politischen Grenzen hinweg.

Hierfür wurden die unterschiedlichsten

Kooperationsformen

geschaffen:

– Für den Bereich Existenzgründung

die Technologie Förderungs

Unternehmen (TFU)

GmbH

– Für den Bereich Tourismus die

Ulm/ Neu-Ulm Touristik (UNT)

– Für die grenzüberschreitende

Wirtschaftsförderung den

Stadtentwicklungsverband Ulm/

Neu-Ulm

Wirtschaftliche Schwerpunkte

– Für den Bereich Nutzfahrzeuge

das Cluster Nutzfahrzeuge

Schwaben (CNS)

– Für den Bereich Logistik das

Logistik Cluster Schwaben (LCS)

– Für den Bereich Biotechnologie

das Cluster Biopharma Cluster

South Germany

– Für den Bereich Fachkräftegewinnung

die Innovationsregion

Ulm Quelle: Stadt Neu-Ulm

„was man daran sieht, dass sich

nicht nur der Raum Ulm/Neu-

Ulm gut entwickelt hat, sondern

beispielsweise auch das gesamte

Roth- und Illertal.“ In vielen

Kommunen seien Gewerbegebiete

mehrfach überzeichnet,

was die Attraktivität des gesamten

Landkreises für die Wirtschaft

belege. Und durch den

Ausbau der digitalen Infrastruktur

sei es möglich etwa ein Internet-Start-Up-Unternehmen

genauso in der Gemeinde Buch

wie in der Stadt Neu-Ulm aufzuziehen.

Vor der Pandemie stand der

Landkreis Neu-Ulm sehr gut da

mit einer Arbeitslosenquote von

rund 2,1 Prozent. „Wir sind von

der denkbar besten Position in

die Krise geworfen worden“,

sagt Landrat Thorsten Freudenberger.

„Deshalb bin ich guter

Dinge, dass wir da gut durchkommen.

Da sieht es in anderen

Regionen in Deutschland ganz

anders aus.“

Zur Person: Simon Schrag

Simon Schrag ist der Wirtschaftsbeauftragte

des Landkreises

Neu-Ulm. Er sieht seine

Rolle als Scharnier-Funktion

zwischen Wirtschaft und Verwaltung,

zu dem Wirtschaftstreibende

im Landkreis den

ersten Kontakt aufnehmen

können, da er beide Seiten im

Blick habe. Zum einen gehe es

darum, Genehmigungsverfahren

zu begleiten, Erstgespräche

mit Antragstellern zu führen.

Zum anderen wolle er Kontakte

in die Wirtschaft knüpfen

und pflegen durch

Firmenbesuche. Simon Schrag

betreut auch Projekte zur zu

Zukunftsthemen wie Digitalisierung

und 5G.


unternehmen [!] RESSORT 69

20 JAHRE

STADTENTWICKLUNGSVERBAND

ULM/NEU-ULM

EINE ERFOLGS-

GESCHICHTE

Am 1. Januar 2000 gegründet, feiert der Stadtentwicklungsverband

Ulm/Neu-Ulm als grenzüberschreitende Wirtschaftsförderungseinrichtung

dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum.

Lesen Sie unsere Jubiläumsbroschüre. Einfach QR-Code scannen

oder www.stadtentwicklungsverband.ulm.de aufrufen.


Die HNU als internationale Business School für angewandte

Wissenschaften will die Gründerszene fördern.

Hochschule

Neu-Ulm

Hochschule Neu-Ulm Wissenschaftliche Erkenntnis und ihre Anwendung in der

unternehmerischen Praxis wird in der HNU großgeschrieben.

Als internationale Business

School für angewandte

Wissenschaften

hat sich die Hochschule

Neu-Ulm (HNU) mit der

Universität Ulm, der Technischen

Hochschule Ulm und der

Hochschule Biberach in mehreren

Projekten zusammengetan,

um die Anwendung wissenschaftlicher

Erkenntnis in der

unternehmerischen Praxis zu

forcieren. Mit dem dieses Jahr

gestarteten Projekt „StartupSÜD“,

das vom Bundeswirtschaftsministerium

bis zum Jahr

2024 mit mehreren Millionen

Euro gefördert wird, wollen sie

Studierenden den Schritt ins

Unternehmertum erleichtern

oder überhaupt erst ermöglichen.

„Wir haben bisher schon einen

sehr intensiven Austausch

mit Wirtschaftsunternehmen in

der Region, sind mit einem breiten

Netzwerk aufgestellt“, erläutert

Professor Thomas Bayer,

Vizepräsident der Hochschule.

Schon im gemeinsamen Hochschulprojekt

„InnoSÜD“ habe

man sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dort erarbeiten die beteiligten

Hochschulen und ihre

Forschenden mit Partnerunternehmen

Innovationskonzepte in

den Bereichen Gesundheit,

Energie, Mobilität und Management.

„Gerade im Rahmen von

,InnoSÜD‘

Wir sehen

uns als

Befeuerer der

existierenden

Strukturen.

kommen viele

Unternehmen

zu uns, die lernen

wollen,

wie sie innovativ

werden

können. Der

Bereich Digitalisierung

ist da

ganz zentral“,

sagt Bayer. So

beschäftige die Unternehmen

häufig die Frage, wie weit Digitalisierung

eigentlich gehen

kann oder soll, ganz unabhängig

von der Branche. Die Firmen

überprüfen dann, welchen Nutzen

sie von den erarbeiteten

Konzepten und Lösungsskizzen

haben und was davon praktisch

Thomas Bayer

Vizepräsident der HNU

umsetzbar ist. An der HNU gibt

es dazu die vier Forschungsschwerpunkte

„Geschäftsmodelle

und Unternehmertum“,

„Medien und Märkte“, „Gesundheit“

und „Logistik“.

Aber die Hochschule will

darüber hinaus die Studierenden

motivieren, mit eigenen Ideen

unternehmerisch

tätig

zu werden.

Dazu habe sie

verschiedene

Maßnahmen

eingeleitet, um

zu zeigen, dass

Gründen eine

wirkliche Alternative

zur

normalen beruflichen

Laufbahn ist, erklärt

Bayer. Vor der Pandemie sei für

einen großen Teil eine Festanstellung

das Ziel gewesen. Mittlerweile

richten viele ihren Fokus

auf andere Potentiale. Über

die Kooperation der vier Hochschulen

können an die 20.000

Studierende erreicht werden. Im

Rahmen von „StartupSÜD“ gelte

es Gründungsinteressierte zu

finden und Studierende mit unterschiedlichen

Kompetenzen

zu Teams zusammenzubringen,

einen Businessplan zu erstellen

und Kontakt zu Investoren herzustellen.

Auch werden spezielle

Lehrformate angeboten. „An

der Hochschule verfügen wir

über interessante technische Labore,

die wollen wir für gründungsinteressierte

Studierende

als Experimentierwiese öffnen“,

sagt Bayer. Wenn Ideen herauskommen,

arbeite man eng mit

dem Gründer- und Innovationszentrum

TFU und den IHKs zusammen.

„Wir sehen uns als Befeuerer

der existierenden Strukturen

und Angebote.“

Rechtlich abgrenzen

Dabei müsse man natürlich

rechtlich sauber hoheitliche

Aufgaben vom kommerziellen

Arbeiten abgrenzen. Die Hochschule

sei Unterstützer der Studierenden

im vor-gewerblichen

Bereich. „Wir wollen keine


unternehmen [!] WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM 71

Strukturen bauen, damit Teams,

die rechtlich gegründet haben,

die Einrichtungen nutzen, sondern

bevor sie gegründet haben,

die Infrastruktur zur Verfügung

stellen.“ Seit zwei Jahren gebe

es zudem das „Innovation

Space“. Im Innovationslabor arbeiten

nicht nur Studierende,

sondern auch bestehende Firmen

suchen dort in Co-Working

Problemlösungen. Viele kommen

aus dem Bereich der Logistik,

wünschen Verbesserungen

in der Automatisierung, der Produktion

und den Prozessabläufen,

erläutert der Professor.

„Aber wir arbeiten dort auch

mit Unternehmen aus der Digitalbranche

zusammen.“ Vier

Hochschulen mit vier unterschiedlichen

Kompetenzprofilen:

Die Region zeichne sich

Bundesland-übergreifend als

Wirtschafts- und Akademikerregion

aus, meint Bayer. „Wir

glauben, dass diese Region noch

ein hohes ungenutztes Potential

hat. Sie ist sehr innovativ.“ Allerdings

sei vieles, was Start-ups

an Unterstützung benötigen, auf

unterschiedliche Stellen verteilt.

Dazu komme als Herausforderung

die Bundeslandgrenze,

etwa bei der Vergabe von

Fördermitteln. „Wir als die vier

Hochschulen wollen für Gründungswillige

zentrale Anlaufstelle

sein, vor allem im übertragenen

Sinn, das kann aber auch

räumlich werden.“ Bayer weiß,

dass viele Gründer von den Metropolen

angezogen werden, da

dort bereits sehr umfangreiche

Angebote zur Unterstützung

existieren. Es gelte in der Region

Ulm/Neu-Ulm/Biberach

entsprechende Strukturen zu

schaffen, mit Hilfe von Firmen,

„die im besten Fall vielleicht ein

Start-up bekommen, das sie mit

ins Boot nehmen können.“

Zur Person: Professor Thomas Bayer

Thomas Bayer ist

seit dem Jahr 2010

an der Hochschule

Neu-Ulm Professor

mit Schwerpunkt

Internationales

Management. Seit

2012 ist er Direktor

am Institut für

Dienstleistungsmanagement

der

HNU und seit 2014

Mitglied des Afrika-Instituts.

Vor

seiner Zeit in Neu-

Ulm war der

60-Jährige unter

anderem wissenschaftlicher

Mitarbeiter

am Deutschen

Forschungs-

Thomas Bayer ist

Vizepräsident für

Internationalisierung

und Transfer

an der HNU.

Wir gratulieren der Stadt Neu-Ulm zum 150-jährigen Jubiläum

FOTO: HOCHSCHULE

zentrum für Luftund

Raumfahrt

(DLR), in leitender

Position für den

Computer- und

Softwarehersteller

Sun Microsystems

GmbH in München

und Dubai tätig

und danach für den

zur Hexagon Group

gehörenden Fernerkundungsspezialisten

ERDAS Inc. in

Atlanta. Seit dem

Jahr 2009 ist er zudem

Berater und

Coach für Organisations-

und Führungskräfteentwicklung.


72

WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM unternehmen [!]

Stärken sind offensichtlich

Senden Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf setzt auf Zukunftsbranchen und mehr

Vielfalt, ohne aber den Handel schwächen zu wollen.

Eine der Stärken von Senden

ist offensichtlich.

„Wenn man von Norden

in die Stadt fährt, sieht

man das ganze Programm an

Handel“, sagt Bürgermeisterin

Claudia Schäfer-Rudolf. Strahlkraft

weit über die Region hinaus

habe da Möbel Inhofer. Die

Stärke der zweitgrößten Stadt

im Landkreis sei aber auch ein

bisschen ihre Schwäche: „Wir

stehen nur auf einem Bein.“ Ziel

sei es daher – ohne den Handel

zu schwächen – mehr Branchenvielfalt

zu schaffen, meint die

neue Rathauschefin. Ein wichtiger

Bereich seien da die Zukunftsbranchen

im IT- und

Gründerbereich. Dort müsse

man Möglichkeiten schaffen,

beispielsweise für Bürogemeinschaften,

und fördern. Gedacht

ist beispielsweise an einen Mini-Science-Park

im östlichen

Stadtgebiet. Solche Unternehmen

bräuchten nicht viel Platz

und „Senden hat nicht viel

Platz“. Als Konkurrenz zu den

großen Nachbarn sieht sie da

ihre Kommune nicht. „Ulm und

Neu-Ulm können gar nicht die

Nachfrage befriedigen, die da

ist.“ Schäfer-Rudolf hofft da auf

die interkommunale Zusammenarbeit,

„die zunehmend besser

wird“.

Zukunftsthemen seien darüber

hinaus das wohnortnahe

und das mobile Arbeiten, wie

man jetzt während der Pandemie

deutlich sehe. In der Gesundheitsbranche

sei Senden

gut aufgestellt, könne durch

Facharztpraxen, die im Portfolio

fehlen, aber noch stärker

Bürgermeisterin Claudia

Schäfer-Rudolf setzt auf mehr

Vielfalt. Foto: Volkmar Könneke

werden. Die Lage der Stadt und

die Verkehrsanbindung seien

super, „aber wir haben auch viel

Verkehr“. In Zukunft gelte es –

auch im Sinne der Wirtschaftsförderung

– das „Positive, das

die Stadt zu bieten hat, darzustellen“.

Unter anderem das soziale

Engagement von Firmen

(Corporate Citizenship) oder

auch als Fairtrade Town. Ansprechpartner

für die Wirtschaft

ist Kai Brauchle. Neben

der Bestandspflege, arbeitet er

beim Aufbau einer Datenbank

mit und für die Unternehmen

wolle er Anlaufstelle vor Ort für

Firmen sein. Info-Veranstaltungen

sind ein weiterer Baustein

der Wirtschaftsförderung. Schäfer-Rudolf:

„Senden hat eine super

Größe, aber noch sehr direkte

Wege in der Verwaltung.“

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73

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74

WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM unternehmen [!]

Den Wandel unterstützen

Neu-Ulm In der größten Stadt im Kreis gibt es viele Automobil-Zulieferer. Nicht nur in

diesem Bereich setzt die Oberbürgermeisterin auf Zukunftstechnologien.

Neu-Ulm stelle eine

Vielzahl von Arbeitsplätzen

für die Region,

„wir sind eine Stadt, in

die eingependelt wird“, sagt

Oberbürgermeisterin Katrin

Albsteiger. Das sei für die Stadt

ein Pfund, denn das Entscheidende

für die Menschen sei,

dass sie selbstbestimmt ihren

Lebensunterhalt bestreiten können.

Getragen werde die Wirtschaft

in der Stadt von den vielen

kleinen und mittelständischen

Betrieben. Zum einen

könne man stolz sein, dass Firmen

ansässig sind, die im Automobil-Bereich

sehr stark sind.

Zum anderen „ist dort die Diversität

nicht zu sehr ausgeprägt.

Das spüren wir“, sagt Albsteiger.

Aber in den vergangenen Jahren

sei im Dienstleistungsbereich

„nochmal ein Punkt gesetzt

worden, dass wir dort

mehr tun wollen. Wir sehen dort

auch unsere Stärken“. So sei im

Wiley in der Edisonallee eine

richtige Zeile entstanden, vor

kurzem wurde dort das letzte

Grundstück verkauft. Rund um

die Hochschule Neu-Ulm und

das TFU – Start-up- und Innovationszentrum

Ulm/Neu-Ulm,

das sei „perspektivisch für solche

Firmen“. In Neu-Ulm solle

„Forschung nach vorne getrieben

werden“, nicht nur theoretisch,

sondern anwendungsorientiert.

Ob es im Bereich Energie

ist, im Bereich der Digitalisierung

oder der Mobilität.

Die enge Zusammenarbeit

mit den Nachbarn auf bayerischer

und baden-württembergischer

Seite klingt bei vielen

Themen durch, die die Oberbürgermeisterin

anspricht, sei es

die Innovationsregion, die Wasserstoffregion,

im Bereich der

Flächenvergabe der Stadtentwicklungsverband

mit Ulm oder

im Bereich des Verkehrs ein gemeinsamer

Nahverkehrsplan

Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger.

In Neu-Ulm

soll Forschung

praxisnah nach

vorne getrieben

werden.

Foto: Volkmar Könneke

mit Ulm und enge Abstimmung

mit DING. „Nur dann funktioniert

es, wenn man sich zusammenschließt“,

sagt sie.

Neu-Ulm liege für den motorisierten

Individualverkehr perfekt

zwischen den Autobahnen

A7 und A8, meint die Oberbürgermeisterin.

Die Anbindung im

Schienenverkehr – auch für den

Güterverkehr – sei schon sehr

gut, trotzdem setze man da auf

weiteren Ausbau, beispielsweise

der Illertalbahn und der Strecke

Ulm/Neu-Ulm – Augsburg.

Um unter anderem Arbeitskräften

die Möglichkeit zu geben,

mit dem Zug zu fahren, gehe es

um Themen wie Bahnhalt im

Gewerbegebiet, auch in Pfuhl/

Burlafingen.

In der wirtschaftlichen Entwicklung

gehe es zum einen Erweiterungsmöglichkeiten

für

bestehende Firmen zu schaffen

und zu erhalten, zum anderen

um das Anwerben von Firmen,

die zukunftsträchtig sind, IT-Firmen

beispielsweise. Aber auch

im Automobilbereich gebe es

Innovationen, wie das Conti-Forschungszentrum

für autonomes

Fahren oder neue Antriebstechnologien

(Wasserstoffregion).

Dort wolle man

den Wandel unterstützen. Auch

habe man starke Biopharma-Cluster,

wo man noch stärker

werden wolle. Aber für das

Gewerbe gelte auch die Maßgabe:

Innenentwicklung vor Außenentwicklung,

Brachflächen

sollen neuer Nutzung zugeführt

werden, was in den vergangenen

Jahren schon auf mehreren

Hektar funktioniert habe – auch

durch die Möglichkeit, über den

Stadtentwicklungsverband Flächen

zu tauschen. Ähnlich sehe

es im Bereich Wohnen aus,

schließlich sei die Flächenentwicklung

begrenzt „in so einer

Wachstumsregion, die wir sind“,

der Wettbewerbsdruck sehr

groß. Zum einen gelte es, die

Preise für Bauplätze moderat zu

halten, was die Stadt macht, indem

sie die Grundstücke kauft

und entwickelt. Andererseits

müsse nachverdichtet, im innerstädtischen

Bereich im Einzelfall

auch mal höher gebaut werden,

meint Albsteiger.

Die hohe Lebensqualität in

Neu-Ulm sei Grundlage, „dass

sich Firmen bei uns ansiedeln“,

sagt sie, gepaart mit guter Infrastruktur

in den Bereichen Wohnen,

Kindergarten, Schule, Wissenschaft,

Natur und Freizeit:

„Bei uns gibt es nichts, dass es

nicht gibt. Dazu sind die Wege

sehr kurz.“


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75

Premiumstandort für Zukunftsdenker

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Industrieareals ist die Karl Mayer GmbH &

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Sabine Bammesberger hat

mit unternehmerischer Weitsicht und Knowhow

das Industrieareal kontinuierlich umgestaltet,

um dort immer wieder neue Nutzungskonzepte

zu entwickeln und an die Wünsche

der Mieter anzupassen.

Aus dem Objekt ist vor allem durch die jüngsten

werthaltigen Investitionen 2019 in Um- und

Ausbau sowie Sanierung ein optisch wie energetisch

zeitgemäßes Gebäude entstanden.

Durch den Umzug eines langjährigen Mieters

werden hier nach 24 Jahren wieder attraktive

Flächen mietbar. Zum Filetstück in der Neu-Ulmer

Max-Eyth-Straße 39 gehören ein großzügiges

Verwaltungs- und Produktionsgebäude

auf zwei Ebenen, Lagerhallen mit Werkstatt sowie

eine über 4000 Quadratmeter große Freifläche.

Zu den Vorzügen des Premiumobjekts

zählt auch seine hervorragende Lage mit zentrumsnaher

und verkehrsgünstigster Anbinnung

an fünf Bundesstraßen (B10, B19, B28,

B30, B311), zwei Autobahnen (A7, A8) sowie

an ein aktives Industriegleis.

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76

WIRTSCHAFT IN DER REGION NEU-ULM unternehmen [!]

Guter und gesunder Mix

Vöhringen Bürgermeister Michael Neher sieht die Stadt wirtschaftlich gut aufgestellt.

Wichtig sei, dass die Taktung von 15 oder 20 Minuten für die Illertalbahn kommt.

Ein interkommunales Gewerbegebiet

zusammen

mit Weißenhorn ist einer

der Wünsche von

Vöhringens Bürgermeister Michael

Neher für die wirtschaftliche

Entwicklung der Stadt.

Wichtig sei, dass die Illertalbahn

in nicht allzuferner Zukunft in

einem 15- oder 20-Minuten-Takt

fährt. „Wir haben viele Aus- und

Einpendler“, sagt er. Für Fahrradfahrer

sollen die innerörtlichen

Straßen freundlicher gestaltet,

ein Fahrrad-Leitsystem

geschaffen werden.

Ansonsten sieht der neue

Rathaus-Chef die Kommune gut

aufgestellt und mit Freizeitwert.

Dazu sei es nach Ulm nicht weit

und das Allgäu liege vor der

Haustüre: „Wir haben einen

ganz guten und gesunden Mix

aus Handel, Gewerbe und

Dienstleistern“, meint er. Neben

den großen Firmen, allen voran

die Wieland-Werke, viele Mittelständler

und mit Logistikunternehmen

an den beiden Enden,

„wo es Sinn macht“. Zum

einen in Vöhringens Norden, in

der Nähe zu Wieland, zum anderen

an der Autobahn. In puncto

Verkehrsanbindung seien für

das Gewerbe keine Wünsche offen.

Flächenmäßig sei die Kommune

zwar nicht „zu stark

bedacht, aber in Vöhringens

Norden gibt es ein attraktives

Gewerbegebiet“. Zur digitalen

Infrastruktur meint er: „Wir

sind im Breitbandausbau gut dabei.

Wir haben eine Abfrage gemacht

und flächendeckend min-

Michael Neher: Die gute

Verkehrsanbindung weiter

ausbauen. Foto: Stadt Vöhringen

destens 30 MBit.“ Jetzt müsse

man schauen, dass man diesen

Standard ausbaut. „Sorgen machen

wir uns um die Hausarztversorgung.“

Da könne die Stadt

aber nur Rahmenbedingungen

schaffen.

„Vöhringen hat eine relativ

hohe Einkommenssteuer-Beteiligung,

die lag zuletzt höher als

die Gewerbesteuer“, erläutert

der Bürgermeister. Es gebe „ordentliche

Wohnverhältnisse“

und viele Einkaufsmöglichkeiten.

Die zahlreichen attraktiven

Spielplätze werden auch „von

Kids aus Nachbarkommunen

besucht“, weiß Neher. Ökologie,

Klimaschutz, Schulen und Kindergärten

seien Themen, mit denen

sich die Stadt ebenfalls intensiv

befasse.

„Wir stehen als Markt gut da“

Pfaffenhofen Bürgermeister Sebastian Sparwasser will in der Gemeinde mit ihren vielen

Teilorten insgesamt ein Klima schaffen, in dem es den Leuten gut geht.

Der Markt Pfaffenhofen

mit seinem großen

Kernort und den zahlreichen

Teilorten biete

für seine Einwohner ein sehr gutes

Angebot, sagt der neue Rathauschef

Sebastian Sparwasser.

„Wir stehen als Markt gut da,

haben alles da, was man so

braucht: Apotheken, Ärzte, Einzelhandel,

Supermärkte, wirtschaftsstarke

Betriebe.“ Es seien

noch viele Flächen für die innerörtliche

Entwicklung offen.

Im Kernort sei alles fußläufig zu

erreichen. Es gebe auch ein sehr

gutes Angebot an Kindergärten

und die Hermann-Köhl-Schule

mit ihrem Ableger in Beuren.

„Die Voraussetzungen, die junge

Familien finden, sind ausgezeichnet“,

sagt Sparwasser. „Wir

Sebastian Sparwasser:

Pfaffenhofen soll attraktiv

bleiben. Foto: Werner Gallbronner

haben hier einen tollen Naherholungswert

– Stichwort Rothtalweg

– und ein Wahnsinns-Vereinsleben.“

Das sei das,

was Gemeinschaft ausmache.

Was allerdings fehle, sind

Wohnungen. Viele jungen Leute

seien auf der Suche, und die

wolle die Kommune nicht verlieren.

„Aber da passiert was,

das werden wir weiterverfolgen“,

sagt Sparwasser. Zugleich

dürfe man die Infrastruktur

nicht überfordern. Es gebe aktuell

Grundstücke im Baugebiet

„Hasenäcker“ am östlichen

Ortsrand Pfaffenhofens. Ebenso

werde sozialer Wohnungsbau

betrieben und im Zentrum entstünden

29 Wohneinheiten. In

puncto „Betreutes Wohnen“ sei

auch schon einiges passiert.

Schnelles Internet sei weniger

in den Ortsteilen ein Problem

als im Ortskern selbst. „Das haben

wir aber im Hauptamt auf

dem Schirm.“ Es gebe nun mal

in Pfaffenhofen Viertel, die in

den 1960er- oder 1970er- Jahren

entstanden sind, in denen es in

diesem Bereich noch mangele.

Wegen der Pandemie fürchtet

Sebastian Sparwasser Einnahme-Rückgänge

der Kommune.

„Was uns als Gemeinde härter

treffen würde als ein Rückgang

der Gewerbesteuer, ist ein

Rückgang bei der Einkommenssteuer.“

Deshalb sei der Haushalt

jetzt schon vorsichtig kalkuliert

und man werde 2021

noch vorsichtiger sein müssen

und das ein oder andere Thema

hinten anstellen müssen.


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77

Immobilien vermitteln mit Sicherheit

Mit einem umfassenden Servicepaket betreut

TWE-Immobilien die Kunden bei der zielgerichteten

Vermarktung des jeweiligen Objekts

– und das nicht nur in Ulm, sondern bis zu 200

Kilometer darüber hinaus.

„Durch das große Vertrauen der Kunden in unsere

umfassende Fachkompetenz, Seriosität und

Diskretion ist TWE-Immobilien innerhalb von

dreizehn Jahren zu einem der großen Immobilienmakler

in Süddeutschland geworden“, so

Dipl.-Betriebswirt Thomas Erthle. „Rund 80 engagierte

Profis begleiten die Kunden verantwortungsvoll

in allen Phasen ihres Projekts.“

In vielen Orten Süddeutschlands managt TWE-

Immobilien für die Kunden und Interessenten deren

Projekte. Unterstützt von der Zentrale in der

Neu-Ulmer Edisonallee 7, durch die Geschäftsleitung

und ein qualifiziertes Backoffice-Team mit

dem Know-how von Spezialisten.

„Mit einem umfassenden Servicepaket betreuen

wir die Kunden bei der zielgerichteten Vermarktung

ihres Objekts“, erklärt Thomas Erthle. „Das

beginnt mit der richtigen Bewertung und der

Schaffung optimaler Rahmenbedingungen zur

Umsetzung der individuell besten Angebotsstrategie.

Wir erstellen ein wirkungsvolles Exposé

und nutzen alle relevanten Online-Marktplätze.“

Das engagierte Backoffice-Team in der Edisonallee 7 im Wiley mit Thomas Erthle (Mitte).

Immobilien werden so präsentiert, dass sie tatsächlich

allen potenziellen Interessenten zur

Kenntnis kommen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist

die exklusive TWE-Suchkundendatei. So ist alles

getan, zeitnah und zum besten Preis den richtigen

Käufer, Mieter oder auch die Traumimmobilie

zu finden. Beste Referenz für die Arbeit von

TWE-Immobilien ist die hundertprozentige Empfehlungsrate

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entsprechend wird TWE-Immobilien

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den vielfältigen Themen des Immobiliengeschäfts

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Gemeinsam gewachsen

ratiopharm ulm blickt seiner 20. Saison gut gerüstet entgegen – trotz vieler Unwägbarkeiten.

Der OrangeCampus wurde 2020 eröffnet und ist das führende Nachwuchsleistungszentrum

Europas.

Foto: Harry Langer

Dr. Thomas Stoll (links) und Andreas Oettel managen den Club seit seiner

Gründung im Jahr 2001.

Foto: Marcel Greiner

Als Andreas Oettel im Sommer 2001 gemeinsam

mit Dr. Thomas Stoll die Verantwortung,

für die in die zweite Bundesliga abgestiegenen

Profi-Basketballer übernahm, sah die (Basketball-)

Welt noch ganz anders aus. Gespielt wurde

in der Kuhberghalle, im VIP-Raum gab es

belegte Brötchen und an Nachwuchsarbeit

wagte noch niemand zu denken. Heute, 19 Jahre

später, hat der Club den OrangeCampus bezogen.

Das Nachwuchsleistungszentrum an

der Donau erstreckt sich über 18.000 Quadratmeter

und hat 23,5 Millionen Euro gekostet.

Der Verein, Investoren, Partner und Zuschüsse

haben die Finanzierung ermöglicht. „Ohne unser

Partner wäre der OrangeCampus nicht

möglich“, sagt Clubgründer Andreas Oettel

und lässt seinen Blick über die hochwertige

Einrichtung der Konferenz-Ebene schweifen.

Denn längst sind „die Basketballer“, wie man in

Ulm und Neu-Ulm häufig zum sportlichen Aushängeschild

der Region sagt, mehr als das Profi-Team

von ratiopharm ulm.

2001 gegründet – 2020 den

OrangeCampus bezogen

Im OrangeCampus lässt sich das ganz gut

nachvollziehen. Da gibt es das „Conference-

Center“, das Partnern in acht unterschiedlich

großen Räumen hochmoderne Meeting-Möglichkeiten

bietet, oder das „OrangeGym“, das

sich über 4.000 Quadratmeter und drei Stockwerke

erstreckt. Und natürlich die drei Hallen,

in den die knapp 1.000 aktiven Mitglieder trainieren

und spielen. Für all das ist BBU ’01 – wie

die Basketballer seit ihrer Gründung im Jahr

2001 heißen – gemeinsam mit seinen Partnern

verantwortlich. Rund 250 Firmen umfasst das

Netzwerk aktuell. Von den international agierenden

Unternehmen wie Teva oder Liqui Mo-

ly, über lokale Player wie die SWU oder REWE,

bis hin zum Handwerker um die Ecke reicht

das Spektrum. Dieser Sponsoren-Power und

den Möglichkeiten, die der OrangeCampus mit

sich bringt, ist es zu verdanken, dass Andreas

Oettel auch der Saison 2020/21 optimistisch

entgegenblickt. Wenngleich noch nicht klar ist,

wann und wie viele Zuschauer bei den Heimspielen

in der ratiopharm arena erlaubt sind –

und der Club seinen Etat daher deutlich senken

musste – kann sich Oettel auf seine Partner

verlassen. „Wir haben schon viele Höhen

und Tiefen erlebt – wir stehen auch die na-Krise durch“, so

Coro-

Oettel.

Das Partner-Netzwerk umfasst 250 Firmen

Da hilft es, wenn man sich daran

erinnert, wie alles vor 19 Jahren

in der Kuhberghalle losging:

Das Programmheft war

schwarz-weiß, die Brezeln wurden

selbst geschmiert und das

sportliche Ziel war immer der

Klassenerhalt. Erst 2009 wurden

erstmals die Playoffs erreicht. 2011 folgte der

Umzug in die ratiopharm arena. Dann 2012 die

Vizemeisterschaft, die vier Jahre später wiederholt

wurde. Seitdem gehört ratiopharm ulm

regelmäßig zu den besten Teams: In den letzten

neun Jahren schloss der Bundesligist die

Saison sechs Mal unter den besten Vier ab.

Wer diese Entwicklung hinter sich und mit dem

OrangeCampus das modernste Nachwuchsleistungszentrum

vor sich hat, ist auch für

schwierige Zeiten gewappnet. ratiopharm ulm

wird sich also auch in seiner Jubiläumssaison

von seinem Entwicklungshunger leiten lassen

– es lohnt sich, den Club in den nächsten Wochen

und Monaten im Blick zu behalten.

BBU ’01 GmbH

Am OrangeCampus

Wiblingerstr. 37

89231 Neu-Ulm

Tel. +49 (0)731 159 29 99 - 0

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Die Leitfigur

Per Günther

spielt seit 2008

für ratiopharm

ulm.

Foto: Harry Langer


unternehmen [!] RESSORT 79

SO FUNKTIONIERT TEAMWORK!

Mehr als 250 Partner aus den unterschiedlichsten Branchen der Region Ulm,

Neu-Ulm und Umgebung bilden den Kern unseres starken und großen Netzwerks.

Zahlreiche Partner-Netzwerkveranstaltungen bieten die Möglichkeit, aktiv

Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.

Unsere jederzeit stark nachgefragten Heimspiele und unsere hohe regionale,

nationale und internationale Medienpräsenz bieten eine optimale Plattform,

um die eigene Marke auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene mit

erfolgsversprechenden Wirkungsgrad zu präsentieren und zu emotionalisieren.

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Zahlen, Daten & Fakten

Neu-Ulm Eine prosperierende Region: Die Einwohner- und die

Beschäftigtenzahl steigt kontinuierlich.

dt

öfingen

r-

chberg

8

Thalfingen

28

Pfuhl

Burlafingen

Neu-Ulm

Stadtgebiet

Neu-Ulm

58.666

Reutti

Ober- Unter-

Elchingen

9.469

Holzschwang

Steinheim

Donau

Nersingen

9.485

Holzheim

1.957

Roth

8

10

Pfaffenhofen

7.264

175 Tsd

Anzahl der Einwohner

im Landkreis

4,2 Tsd

Anzahl aller Unternehmen

im Landkreis

Sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte Neu-Ulm

(in Tausend)

30

20

10

26.5

29.6

2015 2019

Geringfügig

Beschäftigte Neu-Ulm

(in Tausend)

Oberkirchberg

Senden

22.547

Iller

7

Weißenhorn

13.661

10

8

6

6,8

8,1

heim

Illerrieden

Vöhringen

13.728

Bellenberg

4.523

Roggenburg

2.774

4

2

2015 2019

Dietenheim

Unter-

Ober-

Balzheim

Illertissen

17.548

Altenstadt

5.135

Roth

Oberroth

947

Osterberg

918

Buch

4.064

Unterroth

1.119

Sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte Neu-Ulm

nach Wirtschaftszweigen

(in Tausend)

10

8

6

4

2

10,2

9,0

10,3

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1.409

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und Dallmayr Pay nachhaltig guten, unkomplizierten

und hygienischen Kaffeegenuss.

Fein. Fair. Bio.

Was wäre ein Arbeitsalltag

ohne Kaffee? Das schwarze

Gold in der Tasse begleitet

Millionen Menschen tagtäglich

durch die kleinen und großen

Aufgaben in den Betrieben.

Genuss und gutes Gewissen

müssen bei Dallmayr nicht im

Widerspruch zueinander stehen.

Mit Via Verde bietet der

Dallmayr Automaten-Service

ein nachhaltiges, bio- und

fairtrade zertifiziertes Sortiment

für den professionellen

Einsatz. Seit Mitte des Jahres

erstrahlen die Verpackungen

in neuem Design. Neben den

beliebten Klassikern Café

Crème und Espresso ist nun

auch die neue Sorte Röstkaf-

fee erhältlich. Alle Bohnen für

Via Verde Kaffee stammen aus

Ursprungsländern wie Peru

oder Honduras – Vorreiter

beim Anbau von fair-gehandeltem

Kaffee in Bio-Qualität.

Das heißt, zum einen sind die

sozialen und ökonomischen

Rahmenbedingungen der Erzeugung

durch die unabhängige

Zertifizierung der Fairtrade-Organisation

abgesichert.

Zum anderen wird Dallmayr

Via Verde Kaffee organisch/

biologisch mit dem Einsatz

von natürlichem Dünger, ohne

Einsatz von Pestiziden und

unter Vermeidung von Bodenauslaugung

angebaut. Neben

dem Bio- und Fairtrade Siegel

tragen alle Kaffees zudem das

Dallmayr Via Verde Siegel – als

Zeichen für einen nachhaltig

grünen Weg und Verantwortung

gegenüber Mensch und

Natur.

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mit Dallmayr Pay

Dallmayr Pay steht für innovative

Zahlungssysteme am Automaten

– ganz ohne Bargeld.

In diesen bewegten Zeiten

stehen Sicherheit und Hygiene

bei Dallmayr an erster Stelle.

Die smarten Bezahllösungen

von Dallmayr Pay ermöglichen

einen schnellen, kontaktlosen

und damit sicheren Bezahlvorgang

ob mit Karte, Chip

oder App. Auf Wunsch bietet

Dallmayr Vending & Office

darüber hinaus auch individuelle

Hygienekonzepte maßgeschneidert

auf die Bedürfnisse

des jeweiligen Betriebs.

Typisch Dallmayr Qualität

Als eine der bekanntesten

deutschen Kaffeemarken und

eines der größten Delikatessenhäuser

Europas vereint

Dallmayr viele verschiedene

Geschäftsbereiche unter einem

Dach. Dazu gehört auch

Dallmayr Vending & Office.

Bereits vor über 50 Jahren

entwickelte Dallmayr als Vorreiter

in Deutschland automatengängige

Kaffeeprodukte.

Heute zählt der Automaten-

Service zu einem der führenden

Anbieter der Branche.

Dallmayr Vending & Office

bietet für jede Betriebsgröße

ein maßgeschneidertes Heißgetränkekonzept

und sorgt für

Genuss aus einer Hand.

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82

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Wechsel im

UUG-Vorstand

Universität Der Hauptgeschäftsführer

der IHK Ulm, Max-Martin

Deinhard, löst seinen Vorgänger

Otto Sälzle nun auch im Vorstand

der Ulmer Universitätsgesellschaft

(UUG) ab und ist von

nun an stellvertretender Vorsitzender.

Regina Eckhardt folgt auf

ihren IHK-Kollegen Dietrich

Engmann als geschäftsführendes

Vorstandsmitglied. Das Gremium

leitet der frühere Chef der

Sparkasse Ulm Manfred Oster.

Deren aktueller Vorstandsvorsitzender

Stefan Bill verantwortet

die Finanzen. In dem Gremium

sind unter anderem auch Wieland-Chef

Erwin Mayr und der

Ulmer Unternehmer Ludwig

Merckle vertreten.

Fieser löst

Trunzer ab

Insgesamt hat Liebherr mehr als 48 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Firmengruppe wird bis

heute von der Familie Liebherr geführt.

Liebherr bezieht neuen Standort

Science Park Nach einjähriger Bauzeit hat die Liebherr-Hausgeräte

Vertriebs- und Service GmbH ihren

Standort im Ulmer Science Park III eröffnet. Zusammen

mit der 2019 gegründeten Gesellschaft zieht in

die neuen Büroräumlichkeiten in der Konrad-Zuse-Straße

auch der Bereich Digitalisierung ein. In naher

Zukunft sollen rund 200 Mitarbeiter am Standort

arbeiten. Bislang arbeiten auf den 3000 Quadratmetern

150 Angestellte. Die Nähe zu den Universitäten

und Hochschulen ermögliche kurze Wege, um zukunftsweisende

Kooperationen mit kompetenten

Partnern einzugehen, teilte das Unternehmen mit. jkl

Arbeitgeberverband Ein neuer

Manager steht an der Spitze des

Verbands Südwestmetall Ulm.

Peter Fieser, Mitglied

des Vorstands

beim Rüstungsunternehmens

Hensoldt,

übernimmt das

Peter Fieser

rückt an die

Spitze.

Amt von Mario

Trunzer, der Geschäftsführer

des Liebherr-Werks

für

Mobilkrane in Ehingen war und

in den Ruhestand geht. Der Arbeitgebervertreter

Südwestmetall

Ulm vertritt in Ulm, Biberach,

dem Alb-Donau-Kreis und dem

südöstlichen Teil des Kreises Sigmaringen

135 Unternehmen mit

rund 58 700 Mitarbeitern.

Zuwachs für

Stadtwerke

Energie Die Gemeinde Deggenhausertal

hält künftig 3,9 Prozent

an der Stadtwerk am See-Beteiligungsgesellschaft.

600 000

Euro investiert die Gemeinde für

die Anteile und ist damit die dritte

Kommune die sich am SWSee

beteiligt. Die Hauptgesellschafter

des Stadtwerks am See sind

die Städte Friedrichshafen und

Überlingen.

NPS auf

Wachstumskurs

Umstrukturierung Das Ulmer

Bauprojektmanagemenbüro

NPS hat sich neu aufgestellt.

Unter der rückwirkend zum Jahresbeginn

gegründeten NPS Management

GmbH stehen die drei

Tochtergesellschaften NPS Bauprojektmanagement

Ulm, NPS

Bauprojektmanagement Stuttgart

sowie UMT Umweltingenieure.

Das Wachstum soll über

weitere Niederlassungen forciert

werden, erklärt Geschäftsführer

Marcus Kollmann. In diesem

Jahr hat sich NPS mit seinen

rund 75 Mitarbeitern als

Dienstleister für den Neubau

des LEW-Areals Neu-Ulm

durchgesetzt. [!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

Julia Kling

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout, Grafik & Illustration)

Antje Meyer (Bild)

Fotos Matthias Kessler (Titel +

Titelinterview), Marc Hörger,

Volkmar Könneke, Werkfotos, PR,

Archiv

Druck

Druckerei R. le Roux GmbH

Daimlerstraße 4

89155 Erbach

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe:

06. März 2021

Die Themen

Restrukturierung & Sanierung

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de, zurückerstattet bekommt. Die Auszahlung des Anteils des BAFA erfolgt erst nach positivem Bescheid des von Ihnen gestellten Antrags. Gerne unterstützen wir Sie bei der Beantragung.

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