möbel kultur 12/20
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
ZKZ 4937<br />
<strong>12</strong> I <strong>20</strong><strong>20</strong><br />
MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS<br />
Nur Mut!<br />
4<br />
4<br />
Szenarien für das<br />
Einrichtungsjahr <strong>20</strong>21<br />
Foto: Dunlopillo<br />
Auf ins Reich<br />
der Träume<br />
Dunlopillo launcht Bettenkollektion<br />
DIE TOP <strong>20</strong>-HÄNDLER<br />
ONLINESHOPS<br />
IM CHECK<br />
Möbel Hesse: Upgrade für Küche<br />
360 Grad: Konzept mit Herzblut<br />
Bormann: Wie im 5-Sterne-Hotel<br />
Westwing: Shoppable Entertainment<br />
XXXLutz/Roller: Entscheidung gefallen<br />
Samsung: Aufbruch zum Durchbruch
PERSÖNLICHSTEFAN SMALLA<br />
Hochskaliert – die Corona-Lage hat<br />
im Online-Möbelhandel zu einem<br />
Bestell-Boom geführt. Bei Westwing<br />
haben es CEO Stefan Smalla und<br />
sein Team mit Geschick – und glücklichen<br />
Entscheidungen – verstanden,<br />
trotz der volatilen Rahmenbedingungen<br />
die Kunden zufriedenzustellen.<br />
Am Ende wird so ein Umsatzsprung<br />
von weit über 50 Prozent auf bis zu<br />
440 Mio. Euro gelingen mit einer<br />
Profitabilität von bis zu 48 Mio. Euro.<br />
Der Ausblick auf <strong>20</strong>21 ist positiv:<br />
Denn der Wandel im Konsumverhalten<br />
spielt Westwing langfristig ihn<br />
die Karten.<br />
1<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Herr Smalla, wie ist das<br />
Corona-Jahr für Westwing gelaufen?<br />
Stefan Smalla: Wir sind relativ normal<br />
ins Jahr gestartet und hatten nach<br />
einem teilweise schwierigen Verlauf<br />
<strong>20</strong>19 viele Stellschrauben bewegt,<br />
um <strong>20</strong><strong>20</strong> zu sehr guten Kennzahlen<br />
zu kommen.<br />
Im Februar haben wir erkannt,<br />
dass das Corona-Virus ein dramatisches<br />
Thema wird. Da wir Offices<br />
in Hongkong und Italien haben,<br />
waren wir frühzeitig mit entsprechenden<br />
Informationen versorgt.<br />
So haben wir schnell eine Task<br />
Force gegründet. Die Befürchtung<br />
war, dass die Lage schwerwiegende<br />
negative Folgen für unser Business<br />
haben könnte. Außerdem haben wir<br />
das Office-Team ins Homeoffice<br />
geschickt und uns für eine Krise<br />
gerüstet.<br />
Stefan Smalla, Westwing CEO<br />
und Co-Gründer, hat schon<br />
einige Ups and Downs mit<br />
dem Online-Händler erlebt.<br />
Im kommenden Jahr feiert das<br />
Unternehmen zehnjähriges<br />
Jubiläum und steht wirtschaftlich<br />
so gut da wie noch nie.<br />
Interview mit Westwing-CEO Stefan Smalla<br />
„Eine Pandemie ist die beste Zeit,<br />
um Freundschaften zu schließen.“<br />
<strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Die beste Entscheidung aus heutiger<br />
Sicht war aber, dass wir keinen<br />
einzigen Auftrag an die Industrie<br />
storniert haben, denn dann zog das<br />
Geschäft sehr schnell an.<br />
2<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Und seitdem laufen die<br />
Geschäfte auf Hochtouren?<br />
Stefan Smalla: Ja, wir haben im<br />
April unsere Company komplett<br />
auf rasantes Wachstum umgestellt,<br />
was die Prozesse natürlich enorm<br />
strapaziert hat. Im Sommer hat es<br />
dann eine kleine Abschwächung der<br />
Wachstumsraten gegeben, sodass wir<br />
nicht wussten, wohin die Reise gehen<br />
würde. Es zeigte sich aber, dass das<br />
Business sich auf einem sehr hohen<br />
Niveau weiter sehr stark wächst – und<br />
nun werden wir durch die erneuten<br />
Einschränkungen des stationären<br />
Einzelhandels im Dezember wohl<br />
noch mal einen Push spüren und<br />
müssen uns gleichzeitig für das kommende<br />
Jahr rüsten.<br />
Niemand wird sicher sagen können,<br />
was <strong>20</strong>21 passiert. Wir gehen<br />
davon aus, dass das Virus weiter<br />
die Gesellschaft, unsere Arbeit und<br />
unser Konsumverhalten prägen wird.<br />
Der Trend zum Online-Shopping<br />
wird sich nicht abschwächen, weil<br />
viele Neukunden gute Erfahrungen<br />
gemacht haben. Das gilt übrigens<br />
für alle elf Länder, in denen wir<br />
aktiv sind.<br />
3<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: War es mutig, in der kritischen<br />
Phase mehr Ware zu ordern?<br />
Stefan Smalla: Nein, denn wir haben<br />
nicht mehr geordert, weil wir<br />
geglaubt haben, dass die Geschäfte<br />
sich so stark entwickeln würden. Vielmehr<br />
ging es darum, das Risiko zu<br />
minimieren, weil wir Sorge hatten,<br />
dass die Lieferketten zusammenbrechen<br />
würden. In der Rückschau sieht<br />
das vielleicht mutig aus, aber das war<br />
es nicht. Wir wollten sicherstellen,<br />
dass uns die Ware nicht ausgehen<br />
würde, selbst wenn sie etwas länger<br />
auf Lager liegen sollte.<br />
Wir sourcen in aller Welt und<br />
hatten frühzeitig Störungen in der<br />
Supply Chain registriert, vor allem<br />
bei Ware und Zulieferteilen aus Asien.<br />
Aber auch als die Grenze zwischen<br />
Deutschland und Polen für einige<br />
Tage geschlossen war, wurde uns<br />
sehr mulmig zumute. In dieser Zeit<br />
haben wir viele neue Lieferanten an<br />
uns gebunden, wobei wir bei insgesamt<br />
5.000 Lieferanten ohnehin<br />
ein engmaschiges Sekundärnetz<br />
haben. Die Lage in Indien ist immer<br />
noch problematisch, weil dort der<br />
gesamte Produktionszyklus aus dem<br />
Tritt gekommen ist.<br />
Insgesamt hat uns die Verlässlichkeit<br />
gegenüber der Industrie sicher<br />
noch einmal geholfen, unser Renommee<br />
zu stärken. Ich habe deshalb<br />
seinerzeit in einer internen Mail<br />
geschrieben: „The time to make<br />
friends is now“. Eine Pandemie ist<br />
die beste Zeit, um mit Verlässlichkeit<br />
Freundschaften zu schließen – mit<br />
Lieferanten, Logistikern und natürlich<br />
mit Kundinnen.<br />
4<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche Sortimente<br />
haben in diesem Jahr besonders gut<br />
funktioniert?<br />
Stefan Smalla: Wir haben in der Tat<br />
Ausschläge bei Homeoffice und Outdoor<br />
festgestellt, aber das Wachstum<br />
war über alle Produktkategorien und<br />
Bereiche sichtbar. Daher ist die Story<br />
eine andere: Die Kunden haben viel<br />
Zeit zuhause verbracht und haben<br />
deshalb in allen Wohnbereichen<br />
Optimierungsbedarf gesehen und<br />
entsprechend bestellt. Das hat auch<br />
dazu geführt, dass die Kunden letztlich<br />
die Scheu vor Groß<strong>möbel</strong>n im<br />
Internet verloren haben.<br />
Wir sehen aber im Sortiment auch<br />
noch Optimierungspotenzial: Besser<br />
werden können wir noch mit unserer<br />
Eigenmarke, der „Westwing Collection“.<br />
Sie ist in der konsumigen Mitte<br />
mit leichtem Prestige-Faktor angesiedelt<br />
und enthält wirklich schöne<br />
Produkte, ist aber in vielen Bereichen<br />
noch lückenhaft wie zum Beispiel im<br />
Accessoires-Bereich. Das werden wir<br />
noch ausbauen.<br />
5<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Westwing wächst in diesem<br />
Jahr außerordentlich. Wie konnten<br />
unter diesem (positiven) Druck funktionierende<br />
Prozesse aufrechterhalten werden?<br />
Stefan Smalla: Wir liegen zum Jahresende<br />
voraussichtlich bei einem Plus<br />
zwischen 55 und 65 Prozent, was in<br />
absoluten Zahlen wohl einem Umsatz<br />
zwischen 415 bis 440 Mio. Euro<br />
entspricht. Beim EBITDA sehen wir<br />
einen Korridor zwischen 37 und 48<br />
Mio. Euro, womit wir wirklich einen<br />
gewaltigen Sprung machen.<br />
Die Skalierbarkeit unseres Ge -<br />
schäftsmodells hat in diesem Jahr<br />
kräftig Wirkung gezeigt. Das ist allerdings<br />
nur die Betrachtung der Zahlen:<br />
Dahinter steckt jedoch eine wirklich<br />
gute Performance, die nur auf der<br />
Grundlage einer engen Abstimmung<br />
mit unseren Logistikpartnern gelingen<br />
konnte.<br />
Zudem wurden uns auch seltene<br />
Verzögerungen in der Auslieferung<br />
während der ersten Welle von den<br />
Kunden nicht angekreidet, denn sie<br />
waren sehr glücklich, dass wir überhaupt<br />
geliefert haben, denn das war<br />
ja zeitweise nicht sicher. Die Kundenzufriedenheit<br />
war somit während des<br />
ganzen Jahres sehr hoch.<br />
Eine Herausforderung in der<br />
Logistik bestand darin, viele neue<br />
Mitarbeiter zu integrieren und<br />
gleichzeitig die Sicherheitsmaßnahmen<br />
und Hygieneregeln aufzusetzen<br />
und im Alltag zu etablieren.<br />
Bei all dem, was wir gut strukturiert<br />
haben, ist aber dennoch davon auszugehen,<br />
dass die gesamte Logistik<br />
im Weihnachtsgeschäft noch einmal<br />
deutlich mehr strapaziert werden<br />
wird. Das gilt aber für den E-Commerce<br />
insgesamt.<br />
6<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Die Supply Chains<br />
sind wieder kurz vor dem Zerreißen.<br />
Befürchten Sie, dass es viele enttäuschte<br />
Kunden geben wird, weil die Lieferzeiten<br />
immer weiter ins Jahr <strong>20</strong>21 hereinreichen?<br />
Stefan Smalla: Wir versuchen zumindest<br />
tagtäglich alles, um dieser<br />
Herausforderung zu begegnen.<br />
Wir haben einen flexiblen Lieferanten-Pool.<br />
Das bedeutet, dass ein<br />
nicht erhältliches Primärprodukt<br />
in Echtzeit von einem lieferbaren<br />
Sekundärprodukt ersetzt wird. Wir<br />
arbeiten auch mit Technologie, um<br />
die Carrier möglichst effizient zu<br />
steuern und einzusetzen. Außerdem<br />
bauen wir auf unseren Kundenservice,<br />
der proaktiv bei Verzögerungen<br />
auf die Kunden zugeht. Und: Kundenfragen<br />
werden innerhalb weniger<br />
Minuten und maximal innerhalb von<br />
24 Stunden beantwortet.<br />
7<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie viele Kunden hat<br />
Westwing gewonnen und wie schaffen<br />
Sie es, diese zu halten?<br />
Stefan Smalla: Der Fokus auf Stammkunden<br />
ist der Grundpfeiler unseres<br />
Geschäftsmodells. 85 Prozent<br />
unseres Umsatzes machen wir mit<br />
Kundinnen, die mehr als 100 Mal im<br />
Jahr auf unserer Website sind. Dazu<br />
eine Zahl: Innerhalb der ersten fünf<br />
Jahre machen wir mit einem durchschnittlichen<br />
Kunden in Deutschland<br />
Was uns sehr glücklich stimmt,<br />
ist, dass sich die Neukunden diesen<br />
Jahres genauso verhalten wie die<br />
Bestandskunden und dass wir es insgesamt<br />
schaffen, die Kauffrequenz zu<br />
erhöhen. Wir haben aktuell in Europa<br />
1,3 Mio. aktive Kunden, die mindestens<br />
eine Bestellung in den letzten<br />
<strong>12</strong> Monaten bei uns gemacht haben,<br />
und haben somit etwa ein Fünftel im<br />
Corona-Jahr dazugewonnen.<br />
über 1.000 Euro Umsatz. www.westwing.de<br />
8<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie hat das Marketing in<br />
diesem Jahr funktioniert?<br />
Stefan Smalla: Wir betreiben ein Customer<br />
Relationship Management, das<br />
auf eine langfristige Bindung setzt.<br />
Wir machen also keine TV-Werbung<br />
und nur sehr wenige Google Ads,<br />
sondern setzen stark auf kontinuierliche<br />
Pressearbeit und Social Media.<br />
Deshalb werden wir auch weiter in<br />
diese Felder investieren.<br />
Auf Instagram und Facebook sind<br />
wir schon richtig gut, auf Tiktok,<br />
Pinterest und Youtube – wollen wir<br />
noch besser werden. Deshalb setzen<br />
wir auch stark auf hervorragenden<br />
Video-Content, den wir in unseren<br />
eigenen Produktionsstudios produzieren.<br />
Das ist auch ein Argument<br />
für viele Marken mit uns zusammenzuarbeiten,<br />
weil wir sie auf allen<br />
Kanälen hochwertig inszenieren.<br />
9<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Was sind die wichtigsten<br />
strategischen Themen für <strong>20</strong>21?<br />
Stefan Smalla: Es geht eindeutig<br />
darum, die Prozesse sicherzustellen,<br />
da sind wir weiterhin gefordert.<br />
Deshalb steht noch alles unter dem<br />
Oberbegriff „Covid-Szenario“.<br />
Um das zu schaffen, müssen wir<br />
uns um Themen wie Lagerkapazitäten<br />
und die damit zusammenhängende<br />
Produktverfügbarkeit kümmern. Und<br />
es geht darum, unser Team weiter zu<br />
formen, denn wir haben viele neue<br />
Mitarbeiter dazubekommen.<br />
Unsere Kundinnen sollen unsere<br />
Prozessexzellenz spüren und ein<br />
noch intensiveres Erlebnis auf der<br />
Seite und in den Apps haben – das<br />
wollen wir z.B. mit mehr 3D-Produktdarstellungen<br />
gewährleisten.<br />
Unsere Community kommt nur dann<br />
100 Mal im Jahr zu uns auf die Seite<br />
und lässt sich zum Kauf verführen,<br />
wenn sie sich jedes Mal gut unterhalten<br />
fühlt. Shoppable Entertainment.<br />
Darum geht es. SASCHA TAPKEN<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 21
TOP-THEMA/RESTART<br />
Wie weit geht die<br />
Corona-Rallye ?<br />
Nachfrage<br />
1. Lockdown<br />
März <strong>20</strong><strong>20</strong><br />
Die deutsche Möbelindustrie hat die<br />
zweistelligen Verluste, die während<br />
des Lockdowns im Frühjahr entstanden<br />
sind, zu einem Großteil wieder aufholen<br />
können. Die Umsatzwelle rollt<br />
aktuell ganz klar nach oben. Doch<br />
wie lange hält das Wachstum in<br />
der Corona-Rallye noch an?<br />
Dr. Wieselhuber und Partner<br />
entwickelte gemeinsam mit der<br />
„<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“ vier Szenarien,<br />
wie sich die Branche <strong>20</strong>21 weiter<br />
entwickeln könnte.<br />
Ramp-down<br />
Erste<br />
Lockerungen<br />
Mai <strong>20</strong><strong>20</strong><br />
22 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Ramp-up<br />
2. Lockdown<br />
light<br />
November <strong>20</strong><strong>20</strong><br />
Unsicherheit<br />
Volatilität<br />
Risiko<br />
?<br />
Illustration: freepik.com, Macrovector<br />
Im Vergleich zu vielen anderen<br />
Bereichen hat sich die Möbelbranche<br />
sowohl im Ramp-down<br />
als auch im Ramp-up deutlich rasanter<br />
entwickelt. Gleichwohl ergab<br />
die große Umfrage „Restart“, die<br />
Dr. Wieselhuber & Partner in diesem<br />
Sommer gemeinsam mit der „<strong>möbel</strong><br />
<strong>kultur</strong>“ durchgeführt hatte, dass<br />
nicht alle Unternehmen gleichermaßen<br />
gut durch die Corona-Krise<br />
kommen, sondern sich ein beträchtlicher<br />
Anteil kranker Unternehmen<br />
restrukturieren muss.<br />
„Viele haben zur kurzfristigen<br />
Sicherung der Ertragskraft erst<br />
einmal zu ,Beruhigungspillen‘<br />
gegriffen, wie Einstellungsstopps,<br />
Reduzierung der Reisekosten,<br />
Streichung von Fortbildungen oder<br />
Abbau von Überstunden“, berichtet<br />
Dr. Timo Renz, Managing Partner von<br />
Dr. Wieselhuber & Partner, aus<br />
Erfahrung. In einem nächsten Schritt<br />
wurde möglicherweise die „Hausapotheke“<br />
aktiviert: Streichung<br />
von Marketingbudgets, Auslaufen<br />
befristeter Verträge, selektiver Personalabbau<br />
oder Reduzierung von<br />
Prämien/Boni. „Doch erst wenn<br />
konsequentes Cost Cutting betrieben<br />
wird, z. B. durch die Anpassung von<br />
Kapazitäten, Reduzierung von Leerkosten<br />
oder den Abbau von Personalgemeinkosten,<br />
können spürbare<br />
Effekte auf das Ebit erzielt werden.<br />
Je radikaler die Maßnahmen, um<br />
so größer die Wirkung“, so Renz.<br />
Einige Unternehmen werden allerdings<br />
nicht darum herum kommen,<br />
eine nachhaltige Restrukturierung<br />
mit einer Veränderung der Wertschöpfung<br />
und einer Senkung des<br />
Break-even einzuleiten. Die Probleme<br />
der Branche werden durch<br />
Corona nicht produziert, sondern<br />
für manche Firmen nur früher hervorgebracht.<br />
Zumal derzeit große<br />
Unsicherheit herrscht, in welchem<br />
Korridor sich die Branche weiterentwickeln<br />
wird. Da es diesbezüglich<br />
eine hohe Volatilität gibt und die<br />
Risiken schwer einzuschätzen sind,<br />
rät Dr. Timo Renz dazu, ein agiles<br />
Szenario-Management zu praktizieren.<br />
Lesen Sie im Interview auf<br />
S. 24, welche Szenarien für <strong>20</strong>21<br />
denkbar wären und mit welchen<br />
Maßnahmen Unternehmen darauf<br />
reagieren können. RITA BREER<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 23
HANDEL/360 GRAD<br />
Konzept mit<br />
Herzblut<br />
Auch<br />
Norddeutsche können mit Leidenschaft<br />
für ihr Projekt brennen. Bestes<br />
Beispiel ist das neue Konzept „360 Grad<br />
by Möbel Jähnichen“ von Arndt Grube.<br />
Der Alliance-Gesellschafter mit Sitz in<br />
Stade überzeugt mit außergewöhnlichen<br />
Wohnbildern und Markenshops.<br />
Gemeinsam mit dem Kölner Innenarchitekten<br />
Werner Quadt (Flächenplanung) und dem Team von<br />
CVO Germany (Ladenbau) hat Geschäftsführer Arndt<br />
Grube „360 Grad“ entwickelt. Eyecatcher ist u. a.<br />
der Shop mit den Bildern von Wandkraft.<br />
Arndt Grube ist in seinem Redefluss<br />
kaum zu stoppen. Der<br />
Geschäftsführende Ge sell -<br />
schafter von Möbel Jähnichen in<br />
Stade ist begeistert bei der Sache,<br />
wenn er von seinem jüngsten<br />
Projekt erzählt. Vis-a-vis zum konventionellen<br />
Möbelhaus, in der<br />
ehemaligen 2.000 qm großen<br />
SB-Halle, hat er Anfang November<br />
„360 Grad by Möbel Jähnichen“<br />
eröffnet. Ein Lifestyle-Konzept mit<br />
ganzheitlichem Blick, das seinesgleichen<br />
sucht. Hier gibt es wirklich<br />
Wohnwelten zu sehen. Das Besondere:<br />
In 18 jeweils rund 40 qm großen<br />
Kojen werden die Warengruppen<br />
Küche, Speisen und Wohnen<br />
auf einer Fläche gezeigt, abgestimmt<br />
auf Stil, Farben und Materialien. Ein<br />
durchdachtes Angebot für die Kunden,<br />
die sich oftmals nicht wirklich<br />
vorstellen können, wie sie die<br />
unterschiedlichen Bereiche stilvoll<br />
miteinander kombinieren können,<br />
was bei offenen Wohnformen aber<br />
immer wichtiger wird.<br />
Insgesamt ist das Sortiment hochwertiger<br />
als im benachbarten 16.000<br />
qm großen Einrichtungshaus. Dazu<br />
tragen Marken shops u.a. von Rivièra<br />
Maison, Joop!, Birkenstock, Noteborn,<br />
Light & Living und Wandkraft<br />
bei. Darüber hinaus setzt das<br />
Alliance-Mitglied bei „360 Grad“ auf<br />
eine recht kleine Auswahl an weiteren<br />
26 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
1 2<br />
1 Für Atmosphäre sorgen bei „360 Grad“ auch die viele Einrichtungsideen mit Leuchten und Wohnaccessoires, darunter ein Konzept des niederländischen Lifestyle-Anbieters Light & Living sowie der große<br />
Shop von Rivièra Maison (2). 3 Geschäftsführer Arndt Grube ist bereits seit 18 Jahren Ideengeber bei Möbel Jähnichen. Nach der Eröffnung von „360 Grad“ wird bereits im Januar schräg gegenüber ein<br />
Discount-Küchenfachmarkt ans Netz gehen. 4 Es gibt insgesamt 18 Kojen, in denen die drei Bereiche Küche, Speisen und Wohnen gemeinsam und aufeinander abgestimmt gezeigt werden. 5 Zu den Marken,<br />
die hier präsentiert werden, zählen auch Birkenstock und Joop! (6). 7 Darüber hinaus werden u.a. die Anbieter Theca (Polster<strong>möbel</strong>) und RMW (Wohn-, Speise- Office<strong>möbel</strong> und Garderoben) breit platziert.<br />
3 4<br />
5 6<br />
7<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 27
VERBÄNDE<br />
Einrichtungspartnerring VME: Sortimente für <strong>20</strong>21 auf der digitalen Messeplattform<br />
Ein digitales Meisterstück<br />
Ohne Unterbrechung hat der Einrichtungspartnerring VME<br />
in diesem Jahr die Sortimentsarbeit fortgesetzt. Als feststand,<br />
dass eine geplante hybride Messe nicht stattfinden<br />
kann, wurden innerhalb weniger Wochen die digitalen<br />
Mittel verstärkt, um das Messeerlebnis auf <strong>12</strong>.000 qm so<br />
gut wie möglich ins Netz zu übertragen. Ein gewaltiger<br />
Kraftakt, der sich für die <strong>20</strong>0 Gesellschafter in Rahmen der<br />
zwei wöchigen virtuellen VME-Messe sehen lassen konnte.<br />
Die von Google Street View<br />
gelernte Navigation führt<br />
den Besucher schnell und<br />
ohne Umwege durch die Bielefelder<br />
Messehallen. Mit dem Cursor<br />
lässt sich das neue Sortiment easy<br />
erkunden, als hätte es nie einen<br />
anderen Weg der Neuheitenvermittlung<br />
gegeben. Hinter diesem<br />
reibungslosen digitalen Messeerlebnis<br />
steckt allerdings viel Arbeit:<br />
„Die Ergebnisse sind sensationell –<br />
auch in der virtuellen 3D-Welt ist<br />
es uns gelungen, die aktuellen<br />
Sortimente und Exklusivmodelle<br />
<strong>20</strong>21 aus den Bereichen Möbel-<br />
fachhandel, Küche, Mitnahme, SB<br />
sowie verschiedene Marketingthemen<br />
und alles rund um die Marke<br />
Interliving perfekt digital wiederzugegeben“,<br />
sagt VME-Hauptgeschäftsführer<br />
Frank Stratmann.<br />
Die Besonderheit der Präsentation<br />
ist, dass die Lieferanten die<br />
komplette Ware mit einer frischen<br />
Kojen-Darstellung in Bielefeld aufgebaut<br />
haben. „Denn nur so konnten<br />
wir unseren Gesellschaftern<br />
einen virtuellen, aber authentischen<br />
,Messe besuch' ermöglichen“, freut<br />
sich Stratmann über die erfolgreiche<br />
Umsetzung. Zur Ergänzung wurden<br />
den Gesellschaftern für ihren<br />
virtuellen Messerundgang sogar<br />
Chats oder telefonische Beratung<br />
angeboten.<br />
Dabei sind auch die Industriepartner<br />
von dem Ergebnis durchaus<br />
beeindruckt: „Der Verband hat es<br />
uns mit einer straffen Organisation<br />
und klaren Vorgaben so leicht wie<br />
möglich gemacht. Der Datentransfer<br />
und das Timing waren exzellent. Mit<br />
dieser Konsequenz zeigt sich der<br />
VME hochprofessionell und organisatorisch<br />
auf höchstem Niveau“,<br />
sagt Jürgen Kleinegesse, Geschäftsführer<br />
der 3C-Gruppe. Auch Ralph<br />
Böhme, Verkaufsleiter von Nowy Stil<br />
unterstreicht: „Das war echte Pionierarbeit<br />
auf höchstem Niveau.“<br />
Denn der Messebau unter Corona-<br />
Bedingugen erforderte die Einhaltung<br />
eines Hygienekonzepts sowie<br />
unterschiedliche Zeitfenster für die<br />
Anlieferung.<br />
Und es musste jede Menge Content<br />
produziert und verarbeitet<br />
werden. Dabei geht die Halbwertszeit<br />
weit über das Messeende am<br />
2. Dezember hinaus: „Über 100<br />
Produktfilme wurden bereits in der<br />
Messehalle aufgenommen, die wir<br />
für die digitale Messe nutzen. Zudem<br />
werden wir diese nachfolgend auf<br />
unserer VME-Learning Schulungsplattform<br />
weiterverwenden“, sagt<br />
Jens Westerwelle, VME-Einkaufsgeschäftsführer.<br />
„Wir sind überzeugt<br />
davon, dass wir so einen wichtigen<br />
Beitrag dafür leisten, dass die Verkäufer<br />
bestens informiert sind und<br />
34 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Digitale Bewährungsprobe für das<br />
Biele felder Geschäftsführungs-Trio<br />
(v.l.): Peter Wülfing, Einkaufsgeschäftsführer,<br />
Frank Stratmann, Hauptgeschäftsführer<br />
und Jens Westerwelle,<br />
Einkaufsgeschäftsführer, haben die<br />
Zentrale frühzeitig für ein alternatives<br />
Messe-Szenario gewappnet.<br />
die Neuheiten schneller erfolgreich<br />
anlaufen“, erklärt Westerwelle weiter.<br />
Das umfangreiche Video- und<br />
Bildmaterial zeigt viele Highlights,<br />
Ergänzungen und Neuaufnahmen.<br />
Denn die Einkaufsausschüsse haben<br />
in den vergangenen Monaten intensiv<br />
gearbeitet, um einen Vorsprung<br />
gegenüber dem Wettbewerb herauszuarbeiten.<br />
Das Ergebnis kann sich<br />
sehen lassen: Die Marke Interliving<br />
steht erneut im Fokus, denn die<br />
Wohn-Kollektion wurde um viele<br />
funktionelle Homeoffice-Lösungen<br />
erweitert. Zudem geht Interliving mit<br />
dem ersten Jugendzimmer an den<br />
Start, das sich durch modulare Planungssysteme<br />
für eine durchdachte<br />
Appartementgestaltung eignet.<br />
Die Platzierungsbeispiele der<br />
Interliving-Warengruppen und die<br />
Sonderfläche, auf der sich das<br />
umfangreiche 360-Grad-Marketingkonzept<br />
präsentiert, demonstrierten<br />
die ständige Weiterentwicklung der<br />
Verbandsmarke. „Wir arbeiten mit<br />
Hochdruck daran das Sortiment<br />
kontinuierlich zu erweitern“, sagt<br />
Frank Stratmann. „Die Ausgestaltung<br />
der Marke schreitet erfolgreich voran<br />
und auch in diesem besonderen Jahr,<br />
können wir unseren Gesellschaftern<br />
ein breites Spektrum an Neuheiten<br />
inklusive der dazu passenden Vermarktungsideen<br />
an die Hand geben.<br />
So gewährleisten wir eine optimale<br />
Werbepräsenz auf allen Kanälen.<br />
Neben der erfolgreichen Samu-<br />
Haber-Kampagne sorgt die emotionale<br />
und Aufsehen erregende Interliving-Kampagne<br />
,Zuhause… lässt<br />
sich einrichten' mit neuen Werbemotiven<br />
für eine hohe Sichtbarkeit<br />
am POS“, so Stratmann weiter.<br />
Sechs thematische Trendpakete<br />
wurden für das Jahr <strong>20</strong>21 von den<br />
Interliving-Trendscouts erarbeitet.<br />
Diese werden über das Jahr verteilt<br />
mit umfangreichen Vermarktungskonzepten<br />
angeboten. Die Trendartikel<br />
geben Inspirationen, setzen<br />
Impulse, erhöhen die Sichtbarkeit<br />
der Marke und sorgen so für eine<br />
innovative Kundenansprache und<br />
nachhaltige Kundenbindung.<br />
Ebenfalls ein Trend zeigt sich in<br />
bodenfreien Couchgarnituren, die<br />
sich in den verschiedenen Kollektionen<br />
der VME-Eigenmarken „Interliving“,<br />
„Modulmaster“, „Comfortmaster“,<br />
„OrthoSedis“ oder auch<br />
„Kawoo“ wiederfinden.<br />
Der Bereich Speisen präsentiert<br />
den Industrial Look mit schwarzem<br />
Metall oder auf Kufen gestellten<br />
Stühlen, die mit modernen Farben<br />
und organischen Formen ebenso<br />
in der Interliving-Welt kombiniert<br />
werden. Auch das Thema Nachhaltigkeit<br />
und der Umgang mit Recyclaten<br />
wird in dem Bereich groß<br />
geschrieben – so wird verstärkt auf<br />
Stoffe aus Recyclingmaterial gesetzt.<br />
Im Mittelpunkt der VME-Eigenmarken<br />
steht auch zukünftig die individuelle<br />
Planbarkeit der Sortimente.<br />
Die Warengruppe der Interliving-<br />
Küchen präsentierte sich hochmodern<br />
und schick auf der Verkaufsfläche:<br />
„Küchen sind unsere stärkste<br />
Warengruppe und wir konnten den<br />
Umsatzanteil insbesondere bei der<br />
Interliving-Küche weiter deutlich<br />
ausbauen“, erklärt Peter Wülfing,<br />
VME-Einkaufsgeschäftsführer. „Das<br />
Flächenkonzept für Interliving-Küchen<br />
wurde noch breiter aufgestellt<br />
und zusätzlich haben wir unser Sortiment<br />
der Exklusivgeräte deutlich<br />
erweitert. Ein Exklusiv-Backofen<br />
wurde sogar vom ETM-Testmagazin<br />
mit „sehr gut“ bewertetet.<br />
„Eine Besonderheit ist die exklusive<br />
und persönliche ,Face- to-Face'-<br />
Onlineschulung für unsere Verkäufer.<br />
Um unseren Mitgliedern auch<br />
in diesem Jahr, wo keine Interliving<br />
Präsenzschulungen stattfinden<br />
konnten, weiterhin die Verkaufsschulungen<br />
anbieten zu können,<br />
haben wir kurzfristig auf buchbare<br />
Einzel-Schulungen umgestellt“,<br />
erläutert Wülfing.<br />
Im Bereich Mitnahme und SB<br />
zeigen sich gerade im Hinblick auf<br />
die erste digitale VME-Messe alle<br />
Lieferanten in Bestform. „Wir konnten<br />
neue Lieferanten für unseren<br />
Verband gewinnen, die mit aktuellen<br />
Sortimenten das erste Mal<br />
auf unserer Neuheitenpräsentation<br />
vertreten sind“, freut sich Wülfing.<br />
„Wir haben die Auswahl der Wohn-,<br />
Speisen- und Klein<strong>möbel</strong>programme<br />
optimiert und ausgebaut.<br />
Der Bereich ist bestens aufgestellt<br />
und präsentiert zahlreiche Neuheiten<br />
– vom Preiseinstieg SB über<br />
Mitnahme bis hin zu hochwertigen<br />
Lifestyle-Studios und neuen Exklusivmodellen<br />
unserer Handelsmarke<br />
Kawoo“, so Wülfing abschließend.<br />
Die Bielefelder haben früh auf<br />
ein hybrides Verbandsmesse-Format<br />
gesetzt, konnten so flexibel auf die<br />
Corona-Rahmebedingungen reagieren<br />
und ein vollständig digitales Format<br />
realisieren. Diese Leistung wird<br />
noch lange nachhallen: Denn die virtuelle<br />
Infrastruktur steht – und kann<br />
auch weiterhin ergänzend genutzt<br />
und weiterentwickelt werden.<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 35
KÜCHE<br />
Martin Alof kam im Januar <strong>20</strong>18<br />
als Head of Sales für Einbaugeräte<br />
zu Samsung. Mit seinen<br />
langjährigen Erfahrungen u. a.<br />
als Plana- Geschäftsführer<br />
und einem engagierten<br />
Vertriebsteam gelangen<br />
erfolgreiche Neuplatzierungen<br />
im Küchen- und Möbelhandel.<br />
Samsung: Offensive <strong>20</strong>21 für den Küchenkanal<br />
Aufbruch zum<br />
Durchbruch<br />
Eine neue Gerätelinie, die Kooperation mit Nobilia<br />
und viel Action im Marketing: Bei Samsung tut sich<br />
einiges in diesem Jahr. Vor allem in den Küchenund<br />
Möbelhandel investiert die Marke, um auch in<br />
diesem Kanal die Erfolgsspur einzuhalten. Welche<br />
Funken wie zünden sollen, beschreiben Martin Alof,<br />
Vertriebsleiter für Einbaugeräte, und Diana Diefenbach,<br />
Head of Communications, im Interview.<br />
Diana Diefenbach, Head of Retail &<br />
Communication, engagiert sich seit 13<br />
Jahren mit viel Herzblut für Samsung<br />
und sorgt mit schlagkräftigen<br />
PR-Maßnahmen dafür, dass man hierzulande<br />
immer häufiger über Samsung<br />
als Hausgerätemarke spricht.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Samsung hat in diesem Jahr<br />
zum Thema Einbaugeräte eine Menge initiiert<br />
– und das muss ja auch in den Markt<br />
kommuniziert werden. Wie stark ist Ihnen<br />
der Corona-bedingte Ausfall der Messen<br />
in die Quere gekommen?<br />
Martin Alof: Covid-19 hat uns natürlich<br />
eine hohe Flexibilität abgefordert.<br />
Denn ursprünglich war<br />
geplant, mit Nobilia und der neuen<br />
„ Infinite“-Einbaugerätelinie zur<br />
Mailänder Eurocucina <strong>20</strong><strong>20</strong> zu<br />
starten. Daraustin haben wir mit<br />
Nobilia beschlossen, die Hausmesse<br />
in Verl als Plattform zu nutzen. Der<br />
persönliche Kontakt zum Handel<br />
war uns wichtig, weil der Weg über<br />
digitale Medien einfach nicht die<br />
gleichen Möglichkeiten bietet. Und<br />
wir freuen uns, dass wir mit dem<br />
2<strong>20</strong> qm großen Stand den adäquaten<br />
Rahmen für unsere Präsentation<br />
erhalten haben.<br />
Diana Diefenbach: Über alle Kanäle<br />
und Produktkategorien betrachtet,<br />
war auch unser digitales Event<br />
„Life unstoppable“ Anfang September<br />
eine Möglichkeit, den<br />
Ausfall der IFA aufzufangen und<br />
es wurde großartig von unserem<br />
European Headquarter umgesetzt.<br />
Daneben haben wir die virtuelle<br />
Plattform Kuechenherbst.online<br />
für die Kommunikation mit dem<br />
Fachhandel genutzt. Es war natürlich<br />
schade, dass die Messen und<br />
auch die große Jubiläumsveranstaltung<br />
der MHK ausgefallen sind,<br />
aber am Ende des Tages haben wir<br />
wenige Friktionen erlebt, sondern<br />
haben vielmehr die Premiere von<br />
„Infinite“ lediglich nach hinten<br />
geschoben. Das Jahr lief für uns<br />
trotzdem super.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie bewerten Sie nun<br />
im Nachgang die Premiere auf der<br />
Nobilia- Hausmesse?<br />
Martin Alof: Wir haben die Möglichkeit<br />
eines starken Partners genutzt<br />
38 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
und die Rechnung ist aufgegangen,<br />
auch wenn die Frequenz in Verl<br />
diesmal geringer als gewohnt war.<br />
Wir haben eine sehr gute Resonanz<br />
auf den Stand bekommen. Er hat<br />
unser Portfolio gut wiedergeben und<br />
auch das neue „Infinite“-Design<br />
zu einem überzeugenden Erlebnis<br />
gemacht. Gleichzeitig konnten<br />
wir vermitteln, wie wir die Strahlkraft<br />
der Marke Samsung zum Beispiel<br />
durch die Marketing-Kooperation<br />
mit der TV-Sendung „The<br />
Taste“ transportieren und damit<br />
die Bekanntheit für Küchen geräte<br />
stärken. Gerade in diesem Punkt<br />
haben uns die persönlichen Gespräche<br />
viel weitergebracht. Mich hat<br />
beeindruckt, dass der Handel gerade<br />
beim Thema Kühlen die Differenzierungsmerkmale<br />
von Samsung<br />
schon sehr gut kannte.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie gut kennt der deutsche<br />
Handel überhaupt Samsung als Marke für<br />
Küchengeräte?<br />
Diana Diefenbach: Im Elektrohandel<br />
sind wir ja schon seit 30 Jahren<br />
präsent, durch Mikrowellen- und<br />
Kühlgeräte. Seit Anfang der 90er gibt<br />
es in Deutschland im Retailbereich<br />
auch Einbaugeräte und schon seit 15<br />
Jahren ist der „Dual Cook“-Backofen<br />
mit seinem zweigeteilten Backraum<br />
als absolutes Alleinstellungsmerkmal<br />
auf dem deutschen Markt. In<br />
der Kommunikation hat tatsächlich<br />
unsere Kooperation mit „The<br />
Taste“ richtig gut funktioniert. Auch<br />
zur Nobilia-Hausmesse haben mir<br />
Besucher oft bestätigt, dass sie den<br />
Samsung-Backofen aus der Sendung<br />
kennen. „The Taste“ hat uns<br />
sehr geholfen, die Backöfen in der<br />
Breite bekannt zu machen. Von Vorteil<br />
ist, dass während der Kochshow<br />
am „Dual Cook Flex“ und „Family<br />
Hub“ immer das Logo sichtbar ist,<br />
dies also nicht verdeckt wird. Auch<br />
wenn allein schon die Einzigartigkeit<br />
des zweigeteilten Backofens und der<br />
Touchscreen für eine hohe Wiedererkennbarkeit<br />
sorgen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie kommt denn das neue<br />
„Infinite“-Design an?<br />
Martin Alof: Der Handel bestätigt uns,<br />
dass sich das kubische Design der<br />
neuen Geräte, ob als matte oder<br />
glänzende Variante, vom Wettbewerb<br />
sehr gut absetzt. Außerdem sorgt die<br />
Haptik für den emotionalen Touch.<br />
Neben dieser Begeisterung haben<br />
wir auch die Neugier an „Smart<br />
Things“ und den Vorteilen der<br />
Geräte vernetzung feststellen können.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie viele Samsung-Modelle<br />
werden über Nobilia insgesamt –<br />
und speziell bei der „Infinite“-Linie<br />
exklusiv – vermarktet?<br />
Martin Alof: Nobilia steht zum Start<br />
der Zusammenarbeit ein Portfolio<br />
von rund 40 interessanten Samsung<br />
Einbaugeräten zur Verfügung, welches<br />
Schritt für Schritt weiter ausgebaut<br />
wird. Die „Infinite“-Linie ist<br />
dabei in einer entsprechend gehobeneren<br />
Preisklasse positioniert, um<br />
zu signalisieren, dass Design und<br />
Innovationskraft ihren Preis haben.<br />
Die Exklusivität bezieht sich auf den<br />
privilegierten, anstehenden Bemusterungszeitraum<br />
der nobilia Musterkojen,<br />
der üblicherweise eine Fachhandelsvereinbarung<br />
einschließt.<br />
Danach können auch andere Partner<br />
über die „Infinite“-Geräte verfügen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Nobilia ist als Europas<br />
Marktführer zweifellos ein Top-Partner.<br />
Aber Samsung muss sich hier gegen eine<br />
ganze Reihe anderer Gerätemarken im<br />
Portfolio durchsetzen.<br />
Martin Alof: Das ist richtig und bedeutet<br />
zunächst einmal eine Herausforderung.<br />
Wir fangen aber erst einmal<br />
klein an. Doch im Rahmen unserer<br />
3-Jahres-Strategie haben wir ganz<br />
klar unsere Wachstumspläne festgelegt.<br />
Dabei verfolgen wir mit Nobilia<br />
gemeinsame Kommunikationsmöglichkeiten<br />
und wird zum Beispiel<br />
auch Connected Living ein wichtiges<br />
Thema, das wir dem Handel als<br />
Frequenzbringer nahelegen wollen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Hier bringt Samsung ja<br />
gerade als Hersteller von Handys, Tablets<br />
und TV-Geräten eine eigene Kompetenz<br />
und Bekanntheit mit. Wie lassen sich<br />
diese Synergien noch besser ausspielen?<br />
Martin Alof: Dass in diesen Synergien<br />
noch große Chancen liegen, kann<br />
ich nur bestätigen. Das spiegelt sich<br />
auch in dem Interesse, das Besucher<br />
und viele Nobilia-Mitarbeiter an<br />
unserer Präsentation der Smart<br />
Things gezeigt haben, wider. In Verl<br />
haben wir in der Umgebung einer<br />
authentischen Wohnatmosphäre<br />
demonstriert, wie sich das Thema<br />
Smart Things aufbereiten lässt und<br />
zum Beispiel in dynamisch agierenden<br />
Einrichtungshäusern und<br />
für Technik interessierte Küchenspezialisten<br />
frische Impulse setzen<br />
kann. In der Integration in Wohnwelten<br />
sehen wir noch viel Potenzial,<br />
innovative Themen am POS neu<br />
zu besetzen.<br />
Wir wollen unseren<br />
Marktanteil mit Hausgeräten<br />
verdoppeln, und<br />
das möglichst jährlich. Martin Alof<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Soll die Komplettvermarktung<br />
mit Nobilia auch international<br />
eine Rolle spielen, zum Beispiel im<br />
Projektgeschäft?<br />
Martin Alof: Die Ambitionen gehen<br />
sicher auch über die Grenzen hinaus<br />
und Nobilia denkt tatsächlich<br />
europaweit. Erst einmal starten<br />
wir den Rollout im Dezember in<br />
Deutschland, Österreich, Benelux<br />
und Frankreich. Dies ist angesichts<br />
der Komplexität in puncto Logistik<br />
und Verfügbarkeit bei einem solch<br />
großen Partner wie Nobilia Herausforderung<br />
genug.<br />
Vielversprechend: die Premiere der „Infinite“-<br />
Einbaulinie auf der Nobilia-Hausmesse.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Verfügbarkeit bzw. Lieferfähigkeit<br />
sind derzeit Punkte, auf die der<br />
Handel sehr sensibel achtet. Wie stellt<br />
Samsung diese sicher?<br />
Martin Alof: Wir haben mit viel Kraftanstrengung<br />
mehrere große Pufferlager<br />
eingerichtet und garantieren damit<br />
hundertprozentige Lieferfähigkeit in<br />
etwa zehn Tagen. In manchen Produktbereichen<br />
sind wir aktuell sogar<br />
die Einzigen, die liefern können, wie<br />
wir hören. Diese Bemühungen, die in<br />
dieser Form im Retail bereich bislang<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 39
KÜCHE<br />
Durch Corona mussten<br />
viele Pläne fürs 75.<br />
Jubiläum verschoben<br />
werden. Doch das<br />
Markenstudio im<br />
„Küchencenter No 1“<br />
konnte Inhaber Robert<br />
Andreas Hesse (l.)<br />
pünktlich im Oktober<br />
eröffnen.<br />
Hesse: Jubiläums-Upgrade im „Küchencenter No 1“<br />
Für die Extraportion Mehrwert<br />
75 Jahre Möbel Hesse in Garbsen waren Anlass, das „Küchencenter No 1“ mit einem<br />
Upgrade aufzuwerten. Zwei Kompetenzcenter sind dazu gekommen: zum einen das<br />
„Markenstudio“ mit einem entsprechend abgehobenen Ambiente, zum anderen eine<br />
Sonderfläche für Gerätetechnik. Beide Bereiche signalisieren einmal mehr, dass<br />
Hesse eine Küchenadresse mit besonderen Highlights ist.<br />
Seit <strong>20</strong>06 gehört das<br />
„Küchencenter No1“ mit<br />
4.000 qm zu Hesses Wohnpark<br />
in Garbsen. Mit dem<br />
„Markenstudio“ sind es<br />
nun 600 qm mehr.<br />
Ursprünglich sollte das<br />
ganze Jahr über mit<br />
Jubiläumsaktionen gespickt<br />
sein. Bis auf die große<br />
Verlosung von 75 Smart-Elektroautos,<br />
die als lange Schlange an<br />
der B6 in Garbsen alle Augen auf<br />
sich zogen und für gute PR in der<br />
Presse sorgte, musste jedoch vieles<br />
ins nächste Jahr verschoben werden.<br />
Hinter der Fassade von Hesses<br />
50.000 qm-Einrichtungswelt ist<br />
trotzdem einiges passiert. Dazu<br />
gehörte auch die Investition ins<br />
„Küchencenter No 1“. Im Oktober<br />
fertig wurde das „Markenstudio“ –<br />
600 qm Hochwertküchen, die im<br />
Anbau (mit Durchgang) die Verkaufsfläche<br />
erweitern. „Wir brauchten<br />
noch ein Pendant zu unserem<br />
Konzept ,Ambiente by Hesse‘,<br />
erklärt Oliver Bosch, Prokurist für<br />
Einkauf/Vertrieb, den Hintergrund.<br />
Während also schon 50 Toplabels<br />
rund ums Wohnen unter dem Dach<br />
der markanten Rotunde gebündelt<br />
werden, soll nun das Extra-Areal<br />
ein ebenbürtiges Ambiente für die<br />
Küche der gehobeneren Preisklasse<br />
schaffen. Entsprechend wurden<br />
die etablierten Lieferanten Team7,<br />
next<strong>12</strong>5 und KH System Möbel<br />
(geführt unter Hesses Eigenmarke<br />
Küchenhandwerk) umplatziert und<br />
ganz neu Leicht ins Sortiment aufgenommen.<br />
Dazu finden hier Geräte<br />
von Miele, Gaggenau, V-Zug, Falcon,<br />
Bora und Erge ihren standesgemäßen<br />
Platz.<br />
Damit das besondere Flair der<br />
Markenpräsentationen auch emotional<br />
beim Kunden ankommt,<br />
brauchte es eine Abgrenzung zum<br />
4.000 qm großen Küchencenter, so<br />
betont Bosch. Gleich rechter Hand<br />
vom gemeinsamen Entree öffnet<br />
sich dem Besucher der Zugang zur<br />
anderen „Welt“, die schon durch<br />
das stark abgedämpfte Licht in den<br />
Gängen sowie die gezielt ausgerichteten<br />
LED-Spots in den Kojen das<br />
Gefühl des Besonderen vermittelt.<br />
Mit fünf Modellen präsentiert sich<br />
hier die Marke Leicht mit eigener<br />
Raumarchitektur, zum Beispiel mit<br />
der „Küche im Versteck“, die sich<br />
durch Einschubtüren zum Wohnraum<br />
hin öffnet. Gegenüber lockt<br />
„next<strong>12</strong>5“ mit seinen Spezialitäten<br />
rund um den markanten Kochtisch,<br />
auch mal mit Inox-Fronten.<br />
Die Hausmarke Küchenhandwerk<br />
steht vor allem für Kundenwünsche<br />
im Sondermaß zur Verfügung. Und<br />
gleich zu Anfang empfängt Massivholz-Spezialist<br />
Team 7 mit einer<br />
großen Vorführküche. Daneben<br />
unterstreichen Naturstein-Arbeitsplatten<br />
von Naumann, der Tisch<br />
44 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
von Dreaenert und Edra-Stühle den<br />
hochwertigen Gesamteindruck. Das<br />
monolithische Stein-Spülbecken,<br />
ein Vorführ-Quooker mit Wasseranschluss,<br />
der „Plantcube“ von Agrilution<br />
oder auch der Refresh-Butler<br />
im Hauswirtschaftsraum (V-Zug)<br />
sind weitere Highlights.<br />
Zeitgemäß hat Hesse die Kojen<br />
im „Markenstudio“ mit digitalen<br />
Displays ausgestattet, die keine<br />
Preise, aber dafür spezifische Details<br />
und -varianten zur Küchenausstattung<br />
interaktiv anzeigen (umgesetzt<br />
durch Dein Konfigurator).<br />
Außerdem animieren an drei Stellen<br />
große Screens mit Videos oder<br />
Wechselbildern dazu, sich mit den<br />
Markenprofilen zu beschäftigen.<br />
Für die Beratung hat der Kunde die<br />
Wahl zwischen einem hinter Glas<br />
abgeschlossenen Platz oder einer<br />
lockeren Alternative am offenen<br />
(Ess-)Tisch, an dem der Planer mit<br />
Laptop und Wandscreen berät. Auch<br />
die Bodengestaltung hebt sich ab:<br />
Während Parkett beispielsweise den<br />
„next<strong>12</strong>5“-Bereich akzentuiert, stehen<br />
die Leicht-Küchen auf gegossenem<br />
Beton. Ebenso wie bei den<br />
Tapeten verweist die Raumgestaltung<br />
zum Teil auf eine weitere Spezialität<br />
des Hauses: auf die Handwerker-Gemeinschaft<br />
Werkart, deren Ausstellung<br />
sich nahtlos an das „Markenstudio“<br />
anschließt. Die langjährige<br />
Kooperation mit den zehn Partnern<br />
verschiedener Gewerke für die ganzheitliche<br />
Raumgestaltung – bis zu<br />
Bad, Kamin, Heimtextilien oder<br />
Innenausbau – sei ein Konzept mit<br />
steigendem Erfolg, sieht Hesse die<br />
Synergien bestätigt. Und so versprechen<br />
sich ebenso die Untermieter<br />
aus dem Handwerk durch die<br />
neue Küchen-Ausstellung weitere<br />
Aufträge.<br />
Eine Extrafläche hat Hesse überdies<br />
für moderne Gerätetechnik<br />
geschaffen, allerdings im benachbarten<br />
Küchencenter. Auf 250 qm zeigen<br />
hier drei Marken ihre Kompetenzen.<br />
Als langjähriger Partner wird<br />
hier Miele auf beleuchteten Podesten<br />
sehr wertig präsentiert, wobei<br />
erstmals auch Waschmaschinen und<br />
Staubsauger vertreten sind. Und das<br />
kommt sehr gut an, stellt Einkaufsleiter<br />
Kai Weber fest. Nicht zuletzt<br />
passen die Geräte zum Thema Hauswirtschafsraum.<br />
Als angestammter<br />
Gerätepartner darf auch Siemens<br />
nicht fehlen und als dritte Marke<br />
im Bunde ist Samsung dabei, die<br />
gerade bei jüngeren Käufern auf<br />
großes Interesse stößt. Im 1. Halbjahr<br />
soll im Küchencenter auch das<br />
Thema Smart Home, übergreifend<br />
für alle Wohnbereiche, exponierter<br />
dargestellt werden.<br />
Ein Hauch von Exklusivität ja,<br />
aber auch nicht zu abgehoben: So<br />
Ein Hauch von Exklusivität erzeugt<br />
bereits das abgedämpfte Licht in den<br />
Gängen des „Markenstudios“ sowie<br />
die Akzentbeleuchtung in den Kojen.<br />
Neben Team 7 (l.), next<strong>12</strong>5 (o.) und<br />
der Eigenmarke Küchenhandwerk<br />
wurde jetzt auch Leicht ins Sortiment<br />
aufgenommen. Einzelne Details der<br />
Raumgestaltung verweisen auf das<br />
direkt abgegliederte „Werkart“-<br />
Studio, in dem seit Jahren schon<br />
zehn Handwerkspartner ihre Dienstleistungen<br />
anbieten.<br />
lautet die Prämisse. Diese erinnert<br />
daran, dass die Einrichtungswelt als<br />
Ganzes ein breites Spektrum von<br />
ganz unten bis in den gehobenen<br />
Bereich abdecken will. Denn, so<br />
betont der Inhaber Robert Andreas<br />
Hesse: „Man muss aufpassen, dass<br />
sich nicht in den Köpfen festsetzt:<br />
Hesse ist teuer.“ Denn die Einstiegsküche<br />
sei ja schon für 699 Euro zu<br />
haben. Und diese Auswahl sei in der<br />
Region nun mal absolut einmalig.<br />
Dabei liegt der Durchschnittswert<br />
im Küchencenter insgesamt bei<br />
etwas über 10.000 Euro – ohne Mitnahme<br />
und Objektgeschäft sowie<br />
das Bulthaup-Studio in der City von<br />
Hannover. Das neue Markenstudio<br />
soll den Gesamtschnitt noch einmal<br />
treiben. „Ja, wir sind schon sehr<br />
stark im Küchenbereich, aber da<br />
ist durchaus noch Luft,“ beschreibt<br />
Hesse das Potenzial. Weil aber auch<br />
andere Sortimentsbereiche sehr<br />
erfolgreich sind, unterschreite sogar<br />
der Umsatzanteil der Küchen das<br />
durchschnittliche Markt-Niveau.<br />
So wird der neue Hochwertbereich<br />
zum weiteren Anziehungspunkt,<br />
wobei auch die Werbung größere<br />
Kreise ziehen wird.<br />
Derweil hat Hesse schon weitere<br />
Pläne in der Pipeline, wie ein<br />
neues Studio für die Verbandsmarke<br />
Contur (EMV). Immerhin sei das<br />
Jahr bislang besser gelaufen als<br />
75 JAHRE<br />
❯❯<br />
1. September 1945: Kurz nach dem<br />
Krieg beginnen Robert Hesse I und<br />
seine Frau Margarete, in einer Garage<br />
in Hannover-Linden an zwei Tagen<br />
pro Woche Möbel auf Bezugsschein<br />
zu verkaufen<br />
❯❯<br />
1972: Umzug nach Garbsen-Berenbostel<br />
in ein 4.000 qm-Haus<br />
❯❯<br />
1984: Die „Möbel-Rampe“ setzt als<br />
Abholmarkt einen Meilenstein<br />
(später „Trend Store“)<br />
❯❯<br />
1994: der „Natur-Pavillon“ entsteht<br />
❯❯<br />
<strong>20</strong>00: „Hannovers feinste<br />
Möbelschau“ eröffnet unter dem<br />
Namen „Ambiente by Hesse“<br />
❯❯<br />
<strong>20</strong>06: Das neue „Küchencenter<br />
No. 1“ präsentiert auf 4.000 qm über<br />
100 Küchen<br />
❯❯<br />
<strong>20</strong>07: Die „Gartenwelt by Hesse“<br />
kommt dazu<br />
❯❯<br />
<strong>20</strong><strong>20</strong>: Hesse zählt mit 300 Mitarbeitern<br />
und über 50.000 qm zu<br />
Deutschlands führenden Einrichtungshäusern;<br />
mit Robert Moritz<br />
Hesse (24) startet die vierte<br />
Generation im Familienbetrieb<br />
❯❯<br />
<strong>20</strong>21: Die bekannte italienische<br />
Restaurantkette L’Osteria sorgt für<br />
den nächsten Frequenzbringer auf<br />
dem Gelände – Bauherr ist die Hesse<br />
Wohnpark GmbH<br />
www.moebel-hesse.de<br />
gedacht, wie der Inhaber feststellt:<br />
„Ursprünglich hatte ich auch nach<br />
dem Lockdown mit Einbrüchen von<br />
<strong>20</strong> oder 30 Prozent gerechnet. Dass<br />
es dann genau anders herumlief, hat<br />
mich positiv überrascht.“ So wird<br />
der Umsatz <strong>20</strong><strong>20</strong> wohl zumindest<br />
das Vorjahresniveau erreichen. Wie<br />
sich <strong>20</strong>21 entwickelt, weiß natürlich<br />
noch niemand, doch besteht<br />
die Hoffnung, dass das 75-Jährige<br />
dann endlich richtig gefeiert werden<br />
kann.<br />
<br />
HEIKE LORENZ<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 45
<strong>12</strong> I <strong>20</strong><strong>20</strong><br />
E-COMMERCE<br />
Die <strong>20</strong> Top-Möbelhändler im Netz<br />
Exklusiver<br />
Website-Check<br />
Foto: Creativestyle<br />
/// Creativestyle: Online-Verkauf auf neuem Level möglich /// Ebay: Ein Marktplatz für jeden Wunsch /// SHD:<br />
So gelingt der Omnichannel-Handel /// Configura: Räume ganz ohne Mühe einrichten /// BEVH: Visionen zu<br />
den Citys der Zukunft /// Sauter + Held: Warenwirtschaft to go /// Wohnklamotte: TikTok leicht gemacht ///
E-COMMERCE<br />
Ob online zu Hause<br />
oder vor Ort im<br />
Möbelhaus: Reale<br />
und virtuelle Produkt-Darstellungen<br />
greifen künftig<br />
nahtlos ineinander.<br />
Foto: Gorodenkoff/Shutterstock.com<br />
Push-Effekte<br />
Alle Welt redet derzeit vom Digitalisierungsschub, der ja auch im Möbelbusiness<br />
deutlich durchschlägt. Einerseits, weil das Social Distancing in<br />
der Corona-Zeit Käufer verstärkt zum Onlineshopping motiviert. Andererseits<br />
weil die gesamte Kommunikation – ob zwischen den Partnern aus<br />
Industrie und Handel, intern und auch zum Endverbraucher – immer mehr<br />
zur digitalen Gewohnheit wird. Bis hin zum Workflow, der das papierlose<br />
Büro längst erreicht hat und jetzt auf Profi-Niveau gelebt wird.<br />
Was bedeutet dies für den klassischen Möbelhandel? Zweigleisig<br />
fahren, hybride Kommunikationswege finden und kultivieren! Was einen<br />
wirklich erfolgreichen Webshop ausmacht, wie ein Internet-Auftritt<br />
SEO- optimiert und zielgruppengerecht gestaltet sein muss und wie sich<br />
also das Rennen um die Online-Käufer gewinnen lässt – dafür bietet der<br />
große Website-Check der Agentur Signundsinn eine Toporientierung. Die<br />
<strong>20</strong> umsatzstärksten Möbelhändler Deutschlands wurden dafür nach den<br />
wichtigsten Kriterien analysiert. Exklusiv gelang es, die Ergebnisse der<br />
Benchmark-Studie mit ihren wertvollen Detailinformationen für die „<strong>möbel</strong><br />
<strong>kultur</strong>“-Leser zu bündeln.<br />
Dass dabei nicht nur die großen Marktplätze wie Amazon und Otto.de<br />
herausfordern, macht Ebay deutlich. Als neuer Deutschland-Chef gab jetzt<br />
Oliver Klinck im „<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“-Exklusivinterview Einblick ins strategische<br />
Konzept, was das Portal <strong>20</strong>21 im Segment Home & Living vorhat.<br />
Ob stationärer oder Online-Handel: Die digitale Visualisierung über<br />
Konfiguratoren ist derzeit das Trend-Thema, das auch viele Chancen bietet,<br />
erste wichtige Kaufimpulse innerhalb der Customer Journey zu setzen.<br />
Spannend wird dies, wenn zu 3D-Ansichten zusätzlich die Augmented<br />
Reality die Augen für die individuelle Raumplanung öffnen, wie dies die<br />
Profis von Creativestyle entwickelt haben.<br />
Mit diesen und weiteren Beiträgen will Sie dieses „<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“-<br />
Special zu eigenen Push-Effekten in Ihrem E-Business anregen.<br />
Top-Themen<br />
in diesem Special:<br />
Top <strong>20</strong>-Händler: Der große<br />
Website-Check<br />
Ebay: Ein Marktplatz für<br />
jeden Wunsch<br />
Creativestyle: Online-Verkauf<br />
auf neuem Level<br />
TikTok: Content-Tipps von<br />
Wohnklamotte<br />
Zum Titel: Neue Visualisierungsmöglichkeiten<br />
in 3D bietet das Unternehmen Creativestyle mit<br />
Hilfe von Augmented Reality.<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 49
E-COMMERCE<br />
Der E-Commerce-Boom<br />
hält weiter an – auch in<br />
Sachen Möbel. Anbieter<br />
von Onlineshops sollten<br />
dabei jedoch einige<br />
Punkte beachten, um<br />
im Netz erfolgreich<br />
zu sein.<br />
Foto: Shutterstock.com / YummyBuum<br />
Signundsinn: Möbelhändler im Netz<br />
Der große<br />
Website-Check<br />
Die Branche braucht neue Strategien in der Digita lisierung.<br />
Und das bedeutet nicht nur Suchmaschinenoptimierung<br />
(SEO), sondern auch die zielgruppengerechte<br />
und bedarfsorientierte Kundenansprache über<br />
die Online-Kanäle. Die E-Commerce-Experten von<br />
der Digitalagentur Signundsinn haben die <strong>20</strong> umsatzstärksten<br />
Möbelhandels unternehmen einem großen<br />
Website- Check unterzogen. Die Ergebnisse stellen sie<br />
in der „<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“ vor.<br />
Welche Möbelhändler punkten<br />
im Netz mit ihren<br />
Onlineshops? Bei wem<br />
gibt es Nachholbedarf und was muss<br />
der stationäre Handel beachten, um<br />
auch digital ganz vorne mitzuspielen?<br />
Antworten darauf liefert die<br />
Signundsinn GmbH, Agentur für<br />
Digitales, aus München, die bereits<br />
viele Onlineshops für mittelständische<br />
wie große Kunden umgesetzt<br />
hat. Inhaber und Geschäftsführer<br />
Biljana und Estefan Huerta Barroso<br />
und ihr Team haben sich für die<br />
„<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“ alle Onlineshops<br />
der <strong>20</strong> umsatzstärksten Möbelhändler<br />
angeguckt. Mit Hilfe von<br />
unabhängigen Tools wie den SEO-<br />
Tools „XOVI“und „Sistrix“ sowie<br />
zum Beispiel dem „Google Pagespeed<br />
Test“ wurden die Seiten verglichen<br />
und gerankt. Nicht in die<br />
Betrachtungen einbezogen wurden<br />
dabei otto.de und amazon.de, da sie<br />
branchenübergreifende Plattformen<br />
sind, können sie nach diesen Maßstäben<br />
nicht verglichen werden.<br />
Schon bei der ersten Betrachtung<br />
der Händler fiel den Digitalexperten<br />
ein erstes Problem auf: Drei der<br />
<strong>20</strong> größten Unternehmen verfügen<br />
gar nicht über einen eigenen<br />
Onlineshop.<br />
Zur Bewertung wurden bei dem<br />
Website-Check drei Hauptkriterien<br />
herangezogen, die je ein Drittel der<br />
Note ausmachen: zum einen die<br />
Sichtbarkeit im Netz – definiert<br />
über Ladezeiten (Desktop und<br />
Mobil) und zum anderen über die<br />
Sichtbarkeit selbst, gemessen mit<br />
dem SEO-Tool XOVI. Als zweites<br />
wurde das Design untersucht – vor<br />
allem definiert über benutzerrelevante<br />
Kriterien wie Menüführung,<br />
Navigation, mobile Ansicht oder<br />
50 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Der Website-Check der Möbelbranche – die Auswertung<br />
Im Gesamtergebnis reicht die Schulnoten-Spannweite von Befriedigend Minus bis Gut Plus. Somit eignet sich jeder Onlineshop zum Möbelkauf.<br />
Anbieter URL Sichtbarkeit Schulnote Design Schulnote E-Commerce Schulnote Gesamtnote Schulnote<br />
Ikea https://www.ikea.com/de/de/ 10,33 2- <strong>12</strong>,67 1- <strong>12</strong>,50 1- 11,83 2+<br />
Home24 https://www.home24.de/ 9,33 3+ 13,33 1- 11,00 2 11,22 2<br />
Segmüller https://www.segmueller.de/ 10,33 2- <strong>12</strong>,67 1- 7,25 3- 10,08 2-<br />
Höffner https://www.hoeffner.de/ 6,33 4+ 11,33 2 11,75 2+ 9,81 2-<br />
Möbel Hardeck https://www.hardeck.de/ 6,33 4+ 13,33 1- 9,50 2- 9,72 2-<br />
XXXLutz https://www.xxxlutz.de/ 6,67 3- <strong>12</strong>,33 2+ 8,00 3 9,00 3+<br />
Tessner Gruppe https://www.roller.de/ 10,33 2- 6,67 3- 8,75 3+ 8,58 3+<br />
Möbel Martin https://www.moebel-martin.de/ 5,67 4+ 11,33 2 6,50 3- 7,83 3<br />
Inhofer https://www.inhofer.de/ 7,67 3 6,33 4+ 9,50 2- 7,83 3<br />
Dänisches Bettenlager https://www.daenischesbettenlager.de/ 6,33 4+ 8,33 3 8,75 3+ 7,81 3<br />
Möbel Rieger https://www.moebel-rieger.de/ 9,67 2- 9,00 3+ 4,25 4- 7,64 3<br />
Porta Möbel https://porta.de/ 6,67 3- 8,67 3+ 7,25 3- 7,53 3<br />
Schaffrath https://www.schaffrath.com/ 7,67 3 7,00 3- 7,25 3- 7,31 3-<br />
Hofmeister https://www.hofmeister.de/ 8,00 3 8,67 3+ 5,00 4 7,22 3-<br />
Ostermann https://www.ostermann.de/ 5,33 4 6,67 3- 9,50 2- 7,17 3-<br />
Anbieter ohne Webshop<br />
Weko https://www.weko.com/startseite <strong>12</strong>,00 2+ 5,67 4+ kein Shop kein Shop 8,83 3+<br />
Küchen Aktuell https://www.kuechen-aktuell.de/ 4,33 4- 10,33 2- kein Shop kein Shop 7,33 3-<br />
Braun Möbel-Center https://www.braun-moebel.de/ 6,00 4+ 5,00 4 kein Shop kein Shop 5,50 4+<br />
Sichtbarkeit = Ladezeit Desktop / Mobil / „XOVI“-Sichtbarkeitsindex; Design = Durchschnittsbewertung von 2 Designern von<br />
Signundsinn und 2 Designern der Agentur pr://ip; E-Commerce = Produktdarstellung / Suchfunktion / Checkout / Zahlungsmöglichkeiten<br />
Schriftart, aber auch Originalität<br />
und Farben. Als dritter Punkt stand<br />
das Thema E-Commerce im Mittelpunkt<br />
– definiert über Produktdarstellung,<br />
Suchfunktionen, Checkout<br />
und angebotene Zahlungsmöglichkeiten.<br />
Im Gesamtergebnis reicht<br />
die Spannweite in Schulnoten von<br />
Gut Plus bis Befriedigend Minus.<br />
Das bedeutet schon einmal, dass<br />
sich jeder der aufgeführten Onlineshops<br />
grundsätzlich zum Möbelkauf<br />
eignet. Jedoch zeigen sich in den<br />
einzelnen Bewertungskategorien<br />
zum Teil größere Unterschiede, die<br />
relativ von Sehr gut Plus bis Ungenügend<br />
reichen.<br />
Bei Onlineshops der unteren<br />
Hälfte des Rankings wird nicht die<br />
gesamte Performance gleichmäßig<br />
schlechter, dort machen vor allem<br />
einzelne Features den Unterschied.<br />
Ein Beispiel ist Möbel Rieger. Das<br />
Unternehmen punktet vor allem<br />
mit seinen Ladezeiten und zwar<br />
sowohl auf dem Desktop wie auch<br />
mobil. Kein Mitbewerber zeigt eine<br />
bessere mobile Performance und<br />
am Desktop ist nur Segmüller noch<br />
ein kleines bisschen performanter.<br />
Auch in puncto saubere Programmierung<br />
gab es die Bestnote – die<br />
allerdings mehr als die Hälfte aller<br />
Wettbewerber bekamen. Im Bereich<br />
E-Commerce zeigten sich hingegen<br />
Defizite. Wenn eine Seite schnell<br />
lädt, dann kann das auch daran liegen,<br />
dass einfach nichts bzw. sehr<br />
wenig dahinter steckt. So wie hier:<br />
keine Bewertungen, nur ein Bild<br />
pro Produkt und sehr wenig Text<br />
mit Details. Von acht gängigen Zahlungsmöglichkeiten<br />
werden nur vier<br />
angeboten.<br />
Im Vergleich dazu steht XXXLutz.<br />
Die Seite rankt bei Google deutlich<br />
besser als Möbel Rieger: Das SEO-<br />
Tool „XOVI“ weist einen dreimal<br />
höheren Sichtbarkeitsindex aus.<br />
Allerdings muss der User sich<br />
zunächst in Geduld über: Fakt ist<br />
nämlich, dass nur ein Onlineshop<br />
mobil noch schlechtere Ladezeiten<br />
aufweist. Im Anschluss wird der<br />
potenzielle Kunde dann aber hinsichtlich<br />
umfangreicher Produktdarstellungen<br />
und Features bei der Produktsuche<br />
belohnt. In diesem Punkt<br />
ist keiner der Mitbewerber besser.<br />
Auch wenn man auf die unteren<br />
Bereiche des Gesamt-Rankings sieht,<br />
kann jeder Mitbewerber zumindest<br />
in einer Kategorie positiv auf sich<br />
aufmerksam machen. Der an Platz<br />
15 und damit am Schluss rangierende<br />
Onlineshop von Ostermann,<br />
dessen Abstand zu Platz acht dem<br />
eines Befriedigend Minus zu Befriedigend<br />
entspricht, bekommt zwar<br />
in den Kategorien Sichtbarkeit und<br />
Design durchweg schlechte Bewertungen.<br />
Doch in Sachen Kaufabwicklung<br />
(Checkout) können ihm<br />
nur wenige das Wasser reichen. Nur<br />
Testsieger Ikea und Höffner bieten<br />
die gleiche Anzahl an Zahlungsmöglichkeiten<br />
an.<br />
Die beiden Erstplatzierten erreichen<br />
insgesamt als jeweils einzige<br />
ein Gut Plus (Ikea) bzw. Gut<br />
(Home24). Angesichts der geringen<br />
Abstände in der unteren Tabellenhälfte<br />
kann man sie als klare Testsieger<br />
bezeichnen. Beide bieten<br />
in Sachen Produktdarstellung alle<br />
Extra-Features: Related Products,<br />
Bewertungen, mehr als ein Bild<br />
pro Möbel, längere Texte und den<br />
größten Umfang an Detailinformationen<br />
(Maße, Material etc.).<br />
Bei Ikea fällt lediglich die mobile<br />
Ladezeit nicht gut aus. Allerdings<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 51
E-COMMERCE<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie hat sich Ebay Deutschland<br />
in diesem von der Pandemie beeinflussten<br />
Jahr entwickelt?<br />
Oliver Klinck: In den vergangenen<br />
Monaten waren wir als Unternehmen<br />
sehr erfolgreich und haben<br />
in Deutschland im ersten Halbjahr<br />
<strong>20</strong><strong>20</strong> mehr neue aktive Käuferinnen<br />
und Käufer hinzugewonnen als im<br />
gesamten Jahr <strong>20</strong>19 – darunter<br />
besonders viele junge Menschen,<br />
was mich sehr freut. Nun gilt es<br />
allerdings, daran anzuknüpfen und<br />
auf diesem Erfolg aufzubauen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wo liegen die strategischen<br />
Schwerpunkte für <strong>20</strong>21?<br />
Oliver Klinck: Mein Ziel ist es, die<br />
Stärken von Ebay weiter zu herauszuarbeiten.<br />
Wir haben als Unternehmen<br />
ein einzigartiges Geschäftsmodell<br />
und ich möchte mich auf den Ausbau<br />
der Bereiche konzentrieren, die<br />
uns von anderen unterscheiden: Die<br />
riesige Auswahl auf dem Marktplatz,<br />
die für jedes Budget das Richtige<br />
bietet, ob neu gebraucht oder super<br />
selten.<br />
Die Möglichkeit, auf dem Ebay-<br />
Marktplatz Dinge nicht nur zu kaufen,<br />
sondern auch zu verkaufen und<br />
außerdem ein starker Partner – und<br />
niemals Wettbewerber – für Händ-<br />
Aufgrund unseres<br />
einzigartigen Geschäftsmodells<br />
fällt ein direkter<br />
Wettbewerbsvergleich<br />
schwer.<br />
Oliver Klinck ist der neue Chef<br />
von Ebay Deutschland<br />
Oliver Klinck hat im September die Führung des Marktplatzgeschäfts<br />
von Ebay in Deutschland übernommen. Für<br />
diese Rolle bringt er umfangreiche Führungserfahrung mit. So<br />
war er seit zwei Jahren als Chief Commercial Officer bei Ebay<br />
in Deutschland tätig und verantwortete in dieser Rolle bereits<br />
zentrale Bereiche des deutschen Marktplatzes, unter anderem<br />
das gesamte B2C- und C2C-Geschäft. Vor seinem Wechsel zu<br />
Ebay im September <strong>20</strong>18 arbeitete Oliver Klinck in verschiedenen<br />
leitenden Funktionen im Online-Handel unter anderem<br />
als Chief Sales Officer Direct und Chief Merchandising Officer<br />
bei Office Depot Europe, als Vice President Fashion & Sports<br />
bei Otto sowie für mehr als vier Jahre als Managing Director<br />
von Hermes Otto-International.<br />
Eben Sermon war seit <strong>20</strong>17 für das deutsche Ebay- Geschäft<br />
und seit <strong>20</strong>19 zusätzlich für Zentral- und Südeuropa verantwortlich.<br />
Während Oliver Klinck die Verantwortung für Ebay<br />
in Deutschland übertragen worden ist, wird Rob Hattrell,<br />
der bisher das Ebay-Geschäft in Großbritannien leitete, die<br />
Führung des Geschäfts in der gesamten europäischen Region<br />
übernehmen. In seiner neuen Rolle berichtet Oliver Klinck<br />
somit an Rob Hattrell.<br />
54 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Ebay: Interview mit Oliver Klinck<br />
Ein Marktplatz<br />
für jeden Wunsch<br />
Oliver Klinck hat im September den Chefposten für Ebay Deutschand<br />
angetreten. Der Marktplatz hat sich im Corona-Jahr rasant entwickelt,<br />
viele junge Online-Shopper an sich gebunden – und auch sein Profil als<br />
Drehscheibe für Einrichtungslösungen geschärft. Im kommenden Jahr<br />
will Klinck Ebays Stärken weiter profilieren, denn das Alleinstellungsmerkmal<br />
der Plattform liegt in ihrer Einzigartigkeit begründet.<br />
lerinnen und Händler aller Größen<br />
zu sein. Diese Strategie teile ich mit<br />
meinen internationalen Kolleginnen<br />
und Kollegen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wird es für Ihre Handelspartner<br />
<strong>20</strong>21 Neuerungen geben?<br />
Oliver Klinck: Da muss ich Sie leider<br />
noch um etwas Geduld bitten.<br />
In diesem Augenblick finalisieren<br />
wir unsere Pläne für das nächste<br />
Jahr und als einer der drei großen<br />
Märkte von Ebay weltweit sind wir<br />
im direkten Austausch mit unseren<br />
Kollegen in Silicon Valley.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Was sind <strong>20</strong>21 die wichtigsten<br />
Verticals für Ebay?<br />
Oliver Klinck: Es gibt nicht das wichtigste<br />
Vertical bei uns. Wir sind ein<br />
offener Marktplatz mit einem extrem<br />
breiten Angebot. Wir haben<br />
aber dieses Jahr begonnen, einige<br />
Schwerpunkte zu setzen durch<br />
unsere Kampagnen in C2C, aufbereitete<br />
Waren in B2C (B-Ware) und<br />
im Bereich Autoteile und Zubehör.<br />
Dies werden wir weiterführen und<br />
Anfang des nächsten Jahres weitere<br />
dazu schalten.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche Rolle spielt <strong>20</strong>21<br />
das Segment Home & Living für Ebay?<br />
Wird es besondere Aktionen in dem<br />
Bereich geben?<br />
Oliver Klinck: Mit Beginn der Pandemie<br />
haben wir einen gewissen<br />
„Cocooning-Effekt“ beobachtet.<br />
Die Nachfrage nach Möbeln und<br />
Wohnaccessoires ging direkt steil<br />
nach oben und blieb bis September<br />
auf hohem Niveau. Um es kurz zu<br />
machen: Die Konsumentinnen und<br />
Konsumenten investieren in ihre<br />
Wohnung oder ihr Haus und richten<br />
sich zu Hause ein. Und das tun sie<br />
noch immer!<br />
Auch deshalb möchten wir den<br />
Bereich Home & Living im kommenden<br />
Jahr noch viel weiter ausbauen.<br />
Hier sind wir schon sehr<br />
groß, aber noch nicht alle Konsumentinnen<br />
und Konsumenten sehen<br />
uns in dem Bereich als einen relevanten<br />
Marktplatz. Das wollen wir<br />
gerne ändern, weiter wachsen und<br />
Präsenz zeigen!<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie verändert sich aus<br />
Ebay-Sicht das Konsumentenverhalten<br />
aktuell?<br />
Oliver Klinck: Wir beobachten durchgehend<br />
das Konsumverhalten, um<br />
wichtige Insights an unsere Händlerinnen<br />
und Händler weiterzugeben.<br />
Eine Entwicklung die wir<br />
sehen, ist, dass das Wachstum, das<br />
wir in den vergangenen Wochen<br />
und Monaten gesehen haben,<br />
überproportional in den Bereichen<br />
stattfand, in denen nicht mit<br />
brandneuer Markenware gehandelt<br />
wird – also zum Beispiel in<br />
Bereichen wie Vorsaisonware, generalüberholte<br />
Artikel, gebrauchte<br />
Produkte, Outletware oder neue<br />
aufkommende Marken.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wer ist generell Ebays<br />
stärkster Wettbewerber? Amazon? Otto?<br />
Oliver Klinck: Dies hängt von davon<br />
ab von welchem Geschäftsfeld wir<br />
sprechen. Für unser B2C Geschäft in<br />
Home & Garden sind es zu Beispiel<br />
beide, in anderen B2C-Geschäftsfeldern<br />
nur einer von den beiden oder<br />
sogar ganz andere Unternehmen<br />
und für C2C keiner von den Beiden<br />
und für unser B2B-Geschäft nur<br />
Amazon. Dies zeigt auch deutlich,<br />
dass aufgrund unseres einzigartigen<br />
Geschäftsmodells ein direkter Vergleich<br />
schwer ist. Für das am meisten<br />
vergleichbare B2C-Geschäft sind<br />
wir die starke Nummer 2 im Markt.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche Anbieter nehmen<br />
Sie aktuell im Home & Living Bereich<br />
besonders wahr?<br />
Oliver Klinck: An dieser Stelle ein<br />
Kompliment an die Kollegen von<br />
Otto, die in diesem Bereich einen<br />
guten Job machen. Aber auch<br />
hier gilt: Wir haben bei Ebay auf<br />
Grund unseres Setups als globaler<br />
Marktplatz ebenfalls ein sehr gutes<br />
Geschäft, aber eben etwas anders<br />
strukturiert. Bei uns finden die Kunden<br />
nicht nur die übliche Neuware<br />
für Deutschland, sondern auch<br />
Antiquitäten, aufbereitete Möbel<br />
oder auch Angebote, die man sonst<br />
nur in Italien, Spanien oder Frankreich<br />
findet.<br />
FACTS<br />
❯❯<br />
Die Ebay-Plattformen umfassen den<br />
Online-Marktplatz Ebay.com, die<br />
länderspezifischen Ebay- Marktplätze<br />
wie Ebay.de sowie die mobilen<br />
Ebay-Apps<br />
❯❯<br />
Anteil des Umsatzes, der außerhalb<br />
der USA erzielt wird: 59 Prozent<br />
❯❯<br />
Anzahl der aktiven Käufer weltweit:<br />
183 Mio. Euro<br />
❯❯<br />
Anteil der Neuware, die verkauft<br />
wird: 79 Prozent<br />
❯❯<br />
Festpreisanteil am Handelsvolumen:<br />
90 Prozent<br />
❯❯<br />
Anzahl der weltweiten Downloads<br />
der Ebay-Apps: 542 Mio.<br />
www.ebay.de<br />
Wir möchten den<br />
Bereich Home & Living im<br />
kommenden Jahr noch viel<br />
weiter ausbauen. Hier sind<br />
wir schon sehr groß, aber<br />
noch nicht alle sehen uns<br />
in dem Bereich als einen<br />
relevanten Marktplatz.<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 55
<strong>12</strong> I <strong>20</strong><strong>20</strong><br />
SCHLAFEN<br />
Profitabel<br />
Die Sleep-Branche<br />
im Corona-Jahr<br />
Foto: Schramm Werkstätten<br />
/// Matratzenverband: Gemeinsam stark /// Schramm: Auf Verjüngungskur /// Dunlopillo: Launcht Bettenkollektion<br />
/// Betten Bormann: Wie im 5-Sterne-Hotel /// Garant Gruppe: Emotionen am POS /// BBE:<br />
Hochwertig läuft! /// DLSdigital: Premiere geglückt /// Schlaraffia: 111 Jahre Vertrauen /// Stendebach: Wie<br />
auf Wolke 7 /// Creed: Investiert in innovative Lattenbox /// Ruf: Schlaflösungen für die breite Zielgruppe ///
SCHLAFEN<br />
Schöner Schlafen: Kare Design macht mit dem richtigen Drumherum aus dem<br />
Schlafzimmer einen stylischen Master Bedroom. Inszenierte Einrichtungen mit Betten,<br />
Leuchten und Deko-Accessoires wecken die Kauflaune der Verbraucher.<br />
Besser als gedacht!<br />
Ein außergewöhnliches Corona-Jahr liegt hinter uns. Nichtsdestotrotz<br />
lief es für die Einrichtungsbranche <strong>20</strong><strong>20</strong> trotz des Lockdowns im Frühjahr<br />
recht gut. Wie sich <strong>20</strong>21 entwickelt, bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt, weil<br />
die „imm cologne“ im Januar gecancelt wurde. Schließlich gilt die Veranstaltung<br />
– und insbesondere für das Segment Schlafen die Halle 9 –<br />
als Indikator für die kommende Saison. Vor allem Betten und Matratzen<br />
haben in diesem Jahr an Bedeutung gewonnen – die BBE Handelsberatung<br />
spricht sogar von einer Sonderkonjunktur. Denn die Verbraucher<br />
wollen es sich in ihrem Zuhause nicht nur schön machen. Auch das<br />
Thema Gesundheit spielt derzeit eine größere Rolle. Schließlich fördert<br />
guter Schlaf und ein gesunder Rücken das Wohlbefinden.<br />
Die gute Stimmung im Bettenfachhandel spiegelt sich auch in der<br />
Industrie wieder. Wie der Matratzenverband mitteilt, konnte für <strong>20</strong><strong>20</strong> die<br />
zum Ende des 1. Halbjahres spürbare Erholung des Umsatzes in Richtung<br />
Vorjahresniveau im 3. Quartal weiter ausgebaut werden und hat zu<br />
einem sehr guten Ergebnis geführt. Diese positiven Signale werden allerdings<br />
durch aktuelle Lieferengpässe der Rohstofflieferanten getrübt. So<br />
herrscht aufgrund eines außerplanmäßigen Produktionsstillstandes bei<br />
einem der wichtigesten Produzenten eine Verknappung des TDI-Grundstoffs,<br />
der für die Herstellung von klassischen Schäumen erforderlich ist.<br />
Zusätzlich wird die Situation durch die unerwartet hohe Nachfrage bei<br />
Matratzen und Möbeln verschärft. Mit dem Rückgang der Verfügbarkeit<br />
geht auch ein deutlicher Preisanstieg für die Schaumproduktion einher.<br />
Das zeigt, die Lage bleibt angespannt – doch Zuversicht ist trotzdem<br />
angesagt.<br />
Kristina Tapken<br />
Top-Themen<br />
in diesem Schlafen-Special:<br />
Matratzenverband: Gemeinsam<br />
die Herausforderungen<br />
meistern<br />
Betten Bormann: Ein Store<br />
wie ein 5-Sterne-Hotel<br />
BBE: Hochwertig läuft!<br />
Garant Notturno: Emotionen<br />
am POS<br />
ZUM TITEL: Für sein Bett „Cleo“ hat Schramm<br />
Möbelwerkstätten einen neuen Velours in zwölf<br />
Farben ins Programm aufgenommen.<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 73
SCHLAFEN<br />
Betten Bormann: Neue Dependance in Münster<br />
Ein Store wie ein<br />
5-Sterne-Hotel<br />
Ende <strong>20</strong>19 fasste Betten Bormann den Entschluss, sich mit einem zweiten<br />
Standort zu vergrößern. Doch dann kam Corona und mit dem Virus ein<br />
wochenlanger Lockdown. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, entschied<br />
sich das Familienunternehmen Ende März dazu, die zusätzliche<br />
Dependance in Münster zu verwirklichen. Ein guter Entschluss, wie sich<br />
schon bei der Eröffnung im September zeigte.<br />
Fotos: Christian Koch | Businessview.ruhr<br />
Im ehemaligen RvE-Gebäude liegt Betten Bormann in Münster<br />
direkt an der Weseler Straße (o.). Der Ladenbau und die<br />
Ausstattung wurden liebevoll bis ins kleinste Detail geplant.<br />
Am 1. September hat Betten<br />
Bormann aus Dortmund<br />
seinen zweiten Standort in<br />
Münster ans Netz gebracht. An der<br />
stark frequentierten Weseler Straße<br />
gelegen, befindet sich der Store im<br />
ehemaligen RvE-Gebäude, einem<br />
renommierten Möbelstandort. Das<br />
Angebot umfasst die komplette<br />
Schlafzimmereinrichtung von Betten,<br />
Nachttischen und Schränken über<br />
Bettwaren, Teppichen sowie Lampen<br />
bis hin zu Bildern und Dekorationselementen<br />
für eine gemütliche<br />
Wohlfühl-Atmosphäre.<br />
Ende vergangenen Jahres begann<br />
das Unternehmen mit den Überlegungen,<br />
sich zu vergrößern und<br />
neben dem 1993 bezogenen Haus<br />
in Dortmund einen weiteren Verkaufspunkt<br />
zu eröffnen. „Die Entscheidung<br />
sofort in die Umsetzung<br />
zu gehen, fiel dann während des<br />
Lockdowns Ende März“, erklärt<br />
Geschäftsführer Nico Ellermann.<br />
76 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Mit Hilfe der Ladenbauer<br />
von Schleifenbaum<br />
konnte die<br />
Filiale innerhalb<br />
kürzester Zeit eingerichtet<br />
werden. Von<br />
der Planung bis zur<br />
Fertigstellung dauerte<br />
es nur etwas mehr als<br />
drei Monate.<br />
Kunden finden vor<br />
Ort alles, was eine<br />
schöne Schlafzimmereinrichtung<br />
ausmacht: neben<br />
Möbeln auch Bett waren,<br />
Teppiche, Lampen,<br />
Dekoartikel und Co.<br />
„Dabei waren wir nicht direkt auf<br />
Münster fixiert, vielmehr führte uns<br />
eine Vielzahl festgelegter Standortfaktoren<br />
zum Ladenlokal in Münster.“<br />
Mit einer VK-Fläche von 1.800<br />
qm ist das neue Haus etwas größer<br />
als das in Dortmund. „Hatten wir uns<br />
Ende März ursprünglich für einen<br />
zweiten Standort entschieden, um<br />
die bestehenden Mitarbeiter während<br />
der Corona-Zeit auf zwei Standorte<br />
aufteilen zu können, erwies sich<br />
diese Einschätzung schon kurz darauf<br />
als zu pessimistisch. Wie wohl<br />
jeder in der Branche zu spüren<br />
bekam, sorgten die Umstände für<br />
einen erhöhten Bedarf an Schlafund<br />
Wohn<strong>möbel</strong>n. Entsprechend<br />
lief die Eröffnung deutlich besser<br />
als erwartet und wir waren überrascht<br />
wie groß das Interesse der<br />
Münsteraner an einem neuen Bettenfachgeschäft<br />
in ihrer Stadt ist“,<br />
resümiert Ellermann. Mittlerweile<br />
umfasst das Betten-Bormann-Team<br />
54 Mitarbeiter. 16 davon konnten in<br />
den vergangenen Monaten neu für<br />
Münster eingestellt werden.<br />
In der Domstadt ist es aber nicht<br />
nur die aktuell starke Nachfrage nach<br />
Einrichtungslösungen, die Verbraucher<br />
in das Geschäft des MZE-Mitglieds<br />
zieht, auch der Standort und<br />
das Angebot des Unternehmens<br />
selbst wecken das Interesse von<br />
immer mehr Kunden. Bis ins kleinste<br />
Detail wurde sehr viel Liebe in die<br />
Gestaltung der Ausstellungsfläche<br />
gesteckt. Durch den Einsatz vieler<br />
engagierter Kräfte konnte die ansprechende<br />
und emotionale Ausstattung<br />
in nur etwas mehr als drei Monaten<br />
verwirklicht werden. „Den Ladenbau<br />
hat die Firma Schleifenbaum Design<br />
& Project übernommen und die<br />
Zusammenarbeit war äußerst professionell.<br />
Sonderwünsche wurden<br />
teils über Nacht umgesetzt“, betont<br />
Ellermann. Das Ergebnis: „Die Ausstellung<br />
ist eine Mischung aus einem<br />
5-Sterne Hotel mit ,Rezeption‘ und<br />
,Lobby‘ und gemütlicher Schlafzimmeratmosphäre.<br />
Die Kunden sollen<br />
sich schnell in der Ausstellung<br />
zurechtfinden und die präsentierten<br />
Betten und Möbel gedanklich leicht<br />
in ihr eigenes Schlafzimmer übertragen<br />
können. Mit vielen digitalen<br />
Angeboten ist es möglich, dass wir<br />
die Produkte dann weiter an die Verbraucherwünsche<br />
anpassen. Unsere<br />
Kunden sind Gäste und erleben während<br />
des gesamten Einkaufs einen<br />
5-Sterne Service.“<br />
Aber auch im Bereich der Dienstleistung<br />
setzt sich Betten Bormann<br />
vom Wettbewerb ab. „Das Team um<br />
Sabine Ellermann setzt alles daran,<br />
dass sich die Kunden wohl fühlen“,<br />
schwärmt Iris Waltemode, Geschäftsführerin<br />
von Schleifenbaum Design &<br />
Project. Und Nico Ellerman ergänzt:<br />
„Wir sind zu 100 Prozent kundenorientiert.<br />
Das bedeutet, dass wir<br />
jederzeit bereit sind, Extra-Meilen<br />
für unsere Kunden zu laufen und<br />
individuelle Lösungen zu finden: Ein<br />
Rückruf sofort, Lieferung am selben<br />
Tag, Stornierung ohne Grund? Wir<br />
schreien das nicht raus, sind aber<br />
jederzeit bereit dazu. Zudem sind wir<br />
24/7 erreichbar, machen bei jedem<br />
Produkt von vornherein den weltweit<br />
günstigsten Preis und geben Kunden<br />
die Möglichkeit Schlafprodukte 111<br />
Nächte lang zu testen. Mit dieser Einstellung<br />
gewinnen wir keine Kunden.<br />
Wir gewinnen Fans.“<br />
Auf dem Erfolg will sich der<br />
Geschäftsführer nicht ausruhen.<br />
„Zunächst gibt es jetzt viele Prozesse<br />
zu optimieren. Aber wir lernen jeden<br />
Tag dazu. Die eingesetzte Energie<br />
fließt mit jedem erfolgreichen Tag<br />
wieder zurück und ich bin gespannt<br />
welche Ziele wir uns in den nächsten<br />
Jahren stecken“, so ihr Ausblick.<br />
DORIS SCHMIDT<br />
www.betten-bormann.de<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 77
SCHLAFEN<br />
Dunlopillo-Geschäftsführer Christoph von Wrisberg<br />
fühlte sich bei dem außergewöhnlichen Fotoshooting<br />
für die aktuelle Betten-Kampagne wie im Paradies.<br />
Foto: Esther Haase<br />
Dunlopillo: Aufmerksamkeitsstarke Kampagne für den Launch der Bettenkollektion<br />
Auf ins Reich der Träume<br />
<strong>20</strong><strong>20</strong> wird wohl allen Menschen weltweit als ein sehr außergewöhnliches Jahr in Erinnerung bleiben.<br />
Wann hat man jemals zuvor so viel Zeit Zuhause verbracht? #WirBleibenZuhause klingt zwar nach<br />
Däumchen drehen, hat allerdings vielerorts großen Aktionismus ausgelöst, es wurde gestrichen,<br />
gehämmert und geräumt. Für eine komfortable Erholung will ebenso gesorgt sein: Kurz vor Weihnachten<br />
wird die neue Dunlopillo Bettenkollektion gelauncht. Mit hochwertigen Boxspring- und<br />
Polsterbetten wird die aufgeweckte Traditionsmarke nun zum Vollsortimenter.<br />
86 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong>
Dunlopillo hat großes vor: „Seit<br />
dem Neustart <strong>20</strong>19 haben wir<br />
uns zum Ziel gesetzt, mit der<br />
Marke wieder die Nummer 1 im<br />
stationären Handel zu werden.<br />
Das Matratzensortiment ist optimiert,<br />
mit Click&Sleep wurde eine<br />
moderne Unterfederungslösung<br />
ergänzt und jetzt ist mit den hochwertigen<br />
Boxspring- und Polsterbetten<br />
das Sortiment vollständig.“,<br />
freut sich Christoph von Wrisberg.<br />
Und der Dunlopillo-Geschäftsführer<br />
weiter: „Das wir dabei bestmögliche<br />
Qualität liefern, ist für uns selbstverständlich.<br />
Doch der Clou ist,<br />
dass Kunden auf einer emotionalen<br />
Ebene abgeholt werden können. Es<br />
geht um Schlaf, das ist ein persönliches<br />
Thema. Deshalb haben wir die<br />
Dunlopillo Bettenkollektion entlang<br />
dem Reich der Träume inszeniert.“<br />
Das schöne an dem neuen Konzept:<br />
Wie dabei die Aufmerksamkeit<br />
der Kunden gewonnen wird,<br />
können Handelspartner aktiv mitgestalten.<br />
Sie haben die Wahl zwischen<br />
drei aufmerksamkeitsstarken<br />
Bildwelten: paradiesisch, fantastisch<br />
und traumhaft. Die Inszenierung<br />
untermauert damit den grundsätzlichen<br />
Ansatz „weniger ist mehr“,<br />
der aufgrund der positiven Rückmeldung<br />
der Berater aus der Fläche<br />
sowie dem Erfolg der Matratzenkollektion<br />
„Smart Select“ konsequent<br />
fortgesetzt wird. Ein überschaubares<br />
Sortiment erleichtert die Beratungsgespräche.<br />
Entsprechend umfasst die<br />
Dunlopillo Betten-Kollektion drei<br />
Modelle: Ein Boxspringbett sowie<br />
zwei Polsterbetten (flacher oder<br />
hoher Bettrahmen mit Stauraum).<br />
Kombiniert werden können alle Betten<br />
mit vier verschiedenen Kopfteilen<br />
(Avalon, Pegasus, Atlantis, Eden)<br />
in einer Höhe von 90 bis <strong>12</strong>0 cm.<br />
Eine Balance zwischen Individualisierungsgrad<br />
und dem Ziel,<br />
Kunden eine einfache wie fundierte<br />
Kaufentscheidung zu ermöglichen,<br />
spiegelt sich auch bei den Stoff- und<br />
Farbmöglichkeiten: 18 Optionen<br />
werden angeboten. Ferner sind alle<br />
den Beratern bekannten Dunlopillo<br />
„Smart Select“ Matratzenmodelle<br />
(„Smart Adapt“, „Fusion Helix“<br />
und „Diamond Degree“) mit den<br />
Polsterbetten kombinierbar. (optional:<br />
Die Polsterbetten bieten mit<br />
einem zusätzlich wählbaren Bettkasten<br />
ordentlich Stauraum.) Das<br />
Boxspringbett ist mit einer eigens<br />
für dieses Bett entwickelten Dunlopillo<br />
„Aquagel“-Matratze ausgestattet,<br />
die sogar farblich passend zum<br />
Bettrahmen erhältlich ist.<br />
Die Dunlopillo „Traum“ Betten<br />
sind ab 2.499 Euro (UVP) verfügbar,<br />
haben eine Lieferzeit von fünf<br />
Wochen und sind ab Februar <strong>20</strong>21<br />
erhältlich. Als Alternative zur Präsentation<br />
im Rahmen der „imm<br />
cologne“, die Corona-bedingt ausfällt,<br />
hat sich Dunlopillo für eine<br />
Hausmesse entschieden: Vom 22. bis<br />
31. März <strong>20</strong>21 werden in Frankfurt<br />
die „Sleep Innovation Days - Product<br />
Experience by Emma & Dunlopillo“<br />
stattfinden. Anmeldungen sind ab<br />
sofort direkt über den QR-Code<br />
möglich.<br />
www.dunlopillo.de<br />
QR-Code einscannen<br />
und direkt zu den<br />
Sleep Innovation<br />
Days von Dunlopillo<br />
anmelden! Unten: Die<br />
neue Bettenkollektion<br />
umfasst drei Modelle,<br />
eine Boxspring-<br />
Lösung sowie zwei<br />
Polsterbetten.<br />
<strong>12</strong>/<strong>20</strong><strong>20</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 87
Wer in<br />
zukunft<br />
erfolgreich<br />
sein will,<br />
braucht einen<br />
partner mit<br />
zukunft.<br />
wir sichern ihre<br />
zukunft im<br />
mittelständischen<br />
<strong>möbel</strong>handel.<br />
Mehr Info unter: www.emverbund.de<br />
Persönlicher Ansprechpartner:<br />
Michael Klessinger, Gesamtleitung Vertrieb,<br />
Tel.: 08133 / 89-130, klessinger@emverbund.de