ST/A/R 2

geraldkofler
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Zweite Ausgabe

ST/A/R

Städteplanung / Architektur / Religion

Printmedium Wien € 2

Sommer 2003

GLORIA, Schülerin der HAK Tulln

STAR_1bis23 1

26.06.2003, 6:39:00 Uhr


Editorial unredigiert vom Tonband

übernommen für Murad

von Heidulf Gerngross – 24.6.2003; 1.Teil

Am 15.April 2003 ist die erste ST/A/R

Zeitung, das Printmedium Wien erschienen,

auf der Titelseite war die Schlagzeile: Gloria

15, Schutzpatronesse bei La Candona.

Gloria war mit dem Titelblatt nicht zufrieden.

Sie wird ini der nächsten Zeitung wieder

am Titelblatt erscheinen, aber in einer

anderen Formation, so daß sie auf alle Fälle

zufrieden sein kann. Auf der 2. Seite waren

die Herausgeber der Zeitung – links Heidulf

Gerngross, rechts Thomas Redl.

Thomas Redl habe ich getroffen anläßlich

einer Ausstellung im Looshaus, wo er eine

Ausstellung machte über die österreichische

Designszene, und zwar hat das geheißen

„Design zwischen Hightech und Handwerk,

oder Design zwischen Handwerk und

Hightech.

Er hat mich eingeladen, dort teilzunehmen,

und die Ausstellung ist schon beendet,

und es zeigt einen Schnitt über die

österreichische Designsituation.

Ich konnte meine Archequanten, oder jene

Materialkompositionen, die den Archequant

als Grundlage hatten, zeigen - es war

eine Tasche, die der Robert Horn, ein

Lederbausieder, der Robert Horn gemacht

hat, und ein kleines Kaffeehaustischchen,

das die Fa. Neudörfler gemacht hat.

Wir haben auch Dinge gezeigt, die von

Isomax gemacht wurden, und ich bei der

Biennale in Venedig zeigen konnte.

Und er wollte dann bei der Ausstellung

einen Katalog machen, einen Katalog in

Form einer Zeitung, und sagt zu mir, diese

Zeitung wäre vielleicht das Geeignete, um in

einer Art die Ausstellung in einer einfachen

Erscheinungsform zu dokumentieren, nicht in

einem Hochglanzmagazin.

Die Raiffeisenbank hat das nicht durchführen

wollen, weil ihr die Art der Durchführung

nicht elegant genug erschienen ist – und da

haben wir beschlossen, wir machen selbst

eine Zeitung um die österreichische Designund

Architekturszene, die Kulturszene und

den österreichischen Städtebau medial zu

verbreiten.

Wir haben eine Organisation geschaffen, die

sich dann genannt hat: die „ARGE Thomas

Redl und Heidulf Gerngross“, um der österr.

Design-, Architektur- und Kunstszene ein

Medium zu schaffen - um das international

bekannt zu machen und medial zu

verbreiten.

Wir haben in einer Nacht eiin Konzept

verfaßt, wie wir diese mediale Verteilung

machen wollen – und ein Punkt dieser

konzeptionellen Arbeit war, ein Printmedium

zu schaffen um das österreichische Design,

das eine ziemliche Energie verstreut,

international zu zeigen. Ein zweiter Punkt war

eine Serie von Ausstellungen zu machen,

um zu zeigen, in welcher Form sich die

österreichische Kultur- und Designszene

ausdrückt. Der 3. Punkt war ein mobiles

Mediencenter zu schaffen, das in allen

Bundesländern Österreichs gezeigt werden

kann.Wir haben beim Bundesministerium um

Unterstützung dieses Vorhabens angesucht,

die auch gewährt wurde, und auf Grund

dieser Gewährung des Bundesministeriums

für Kultur und Kunst, haben wir die

Möglichkeit gehabt, die erste Zeitung

herauszubringen.

Die erste Zeitung mußte einen Namen

haben – wir haben nicht gewußt, wie wir sie

nennen.

Wir dachten zuerst an „Städteplanung,

Architektur, Design“, sind aber dann auf die

Möglichkeit gekommen, daß „START“ in

Abkürzung besser ist, nicht so gut, nicht so

klangvoll ist wie „STAR“.

Und haben dann die Zeitung „STAR“ genannt

– Städteplanung, Architektur, Religion.

Das R mußte irgendwie ausgebügelt werden,

und wird auch dann Rekonstruktion. Aber ich

glaube, die Entscheidung „Städteplanung,

Architektur, Religion“ zu nennen, war eine

intuitive Entscheidung, die aber dann wieder

die Buchstaben „S“, „T“, „A“ und „R“ als

Variable erscheinen läßt. Die Zeitung kann

dann „Städteplanung, Architektur, Religion“

oder „Ludwig, Anton, Richard“ heißen.

Also wir sind dann zufrieden gewesen mit

dieser Entscheidung, und haben uns dann

entschlossen, die Zeitung erscheinen zu

lassen.

Es wurde ein Datum festgelgt, der 15. April

2003 – und der 15. April 2003 war zufällig

das Datum des Geburtstages meiner Tochter

Gloria, und des Geburtstages der Tochter

von Thomas Redl, die auch am 15 April

5 Jahre wurde, meine Tochter 15 Jahre,

und so haben wir schon das Titelblatt und

die Schlußseite gehabt. In der 2. Seite hat

sich dann der Herausgeber Thomas Redl

und Heidulf Gerngross vorgestellt. Auf

der 3. Seite erscheint dann die Werkstatt

Wien, ein Zentrum der Kulturaktivitäten, ein

Architekturbüro, das von Markus Spiegelfeld

geleitet wird, und eine Anlaufstelle für

interaktive Kulturarbeit ist, und vor allem auf

Architektur konzentriert ist.

Im STAR Nr. 1, in der sogenannten

Nullnummer erscheint ein riesiges Projekt

für Wien Mitte, das einen 400 Meter hohen

Turm zeigt, wo die Form dieses Turmes

nicht von einem Architekten, sondern

vom österreichischen Künstler Franz

West gestaltet wurde, der eine Nagelturm

entwickelt hatte. Dieser wird jetzt in Berlin in

der Galerie Nagel gezeigt, und unterstreicht

gleichzeitig eine These, daß der Architekt

nicht mehr Form und Funktion bestimmt,

sondern daß Form und Funktionen auch

von anderen Künstlern und Kindern und

Funktionsteams gemacht werden kann, und

der Architekt die ganze Organisation eines

Baues archistriert, wie ein Orchester leitet,

um zu einem Ergebnis eines grandiosen

Gesamtwerkes zu kommen, wo Soziologen,

Bauphysiker, Statiker, Formbildner,

Funktionsmacher, Ärzte, Kinder, Frauen

mitsprechen können, um ein Werk entstehen

zu lassen.

Die nächste Seite der ersten STARS war

die Vorstellung von der Christine Bärentaler,

die eine Kultur- und Architekturaktivistin ist

und die 80 od. 100 Aktionen startet, um die

österr. Architekturszene im In- und Ausland

bekannt zu machen.

Wir waren vor 2 Jahren gemeinsam in

St. Petersburg, eingeladen im russischen

Museum, um dort auch die österr. Kulturund

Architekturszene darzustellen.

2.Teil

Wichtig ist es, daß alle, die jetzt die erste

Nummer dieser Zeitung in der Hand haben,

die Geburtsstunde miterleben.

Wir sitzen im Kebab Haus in der

Faulmanngasse, und besprechen das

Konzept für die 1. Nummer der STAR

– Zeitung.

Und plötzlich erscheint der russische

Performance-Schriftsteller, Performance-

Architekt, Literat, Künstler, Energieträger

Vladimir Vladimenko (?) Tolstoi, und zeigt ein

Buch, das er jetzt in Russland veröffentlicht

hat. Es heißt „Moi, Moi“, und ist in einer

kleinen Auflage von 3000 Stück erschienen.

Am 30. Mai hat ihn der russische Präsident

Putin zum Preis für moderne Literatur

gratuliert. Sein Buch wurde als eines der

besten Werke im Jahr 2003 ausgezeichnet.

Er zeigt mir das 500 seitige Werk, und

betont, daß unsere Aktion in St. Petersburg

vor 2 Jahren auch eine Rolle in diesem Werk

spielt. Und der Name Heidulf oder Gerngross

38 Mal erscheint.

Das Buch erscheint jetzt in einer Auflage von

50 000 Stück. Ich habe sofort gerechnet:

50 000, und 3000 Exemplare, sind 53 000

Exemplare; mal 38 – ergibt etwa 2 014 000

Erwähnungen meines Namens in Russland,

sodaß unsere erste mediale Verbreitung

dieser österreichischen Kulturszene einen

absoluten Wiederhall gefunden hat. Christine

Bärnthaler erscheint 424000 Mal in MoiMoi

und ist jetzt Art Director von ST/A/R.

Nicht nur das, er hat ja auch damals in

Russland den sog. Archiquanten, ein

Formstück, ein Formfraktal, das die Essenz

einer Formgebung ist, die ich vor 5 Jahren

entwickelt habe, auch in Russland von

Priestern geweiht wurde, und jetzt eine Art

Kleinausstrahlung eingeleitet hat, um heute

dieses Werkzeug, das sozusagen der rechte

Winkel des 21. Jhts ist, auch in ein Licht zu

rücken, das er bis jetzt noch nicht gehabt

hat.

Ich bin vorige Woche aus New York

zurückgekommen, da hat es eine

Ausstellung gegeben über österreichisches

Design im Kulturzentrum in New York.

Die Ausstellung haben die österr. Architekten

Aichinger, Knechtl gestaltet, und zeigen die

österr. Designszene im neuen Kulturzentrum,

das der Raimund Abraham entworfen hat, in

3 Geschoßen.

In einem Geschoß waren wichtige österr.

Designbeiträge, unter anderem vom Auböck

ein Tischerl, im 2. Geschoß waren Entwürfe

vom österr. Künstler Walter Pichler, der in der

Szene, v.a. in den 60er Jahren eine große

Rolle gespielt hat, um der Architektur nach

dem Krieg einen neuen Impuls und Schub zu

geben - er zeigt seine Galaxie-Sessel.

Im letzten Geschoß konnte ich eine

Architektur zeigen, die ich sowohl bei

der Biennale in Venedig, bei der ich

Österreich vertreten hatte, unter anderem

vertreten hatte, gezeigt habe; ich bin dann

von New York eigentlich recht zufrieden

zurückgekehrt, um jetzt diese Zeitung zu

machen, die im Rahmen eines großen Festes

am Mozartplatz gezeigt werden soll, am

Mozartplatz.In der Mozartgasse 4 befindet

sich die Galerie La Candona, eine neue

Kultfigur in der Wiener Szene, die erst seit

einem halben Jahr plötzlich aus Wieden

entstanden ist und eine Serie von Kunst- und

Kulturausstellungen gemacht hat.

Sie hat uns eine Struktur zur Verfügung

gestellt, in der wir unsere Aktivitäten zeigen

konnten.

Wir haben am 15. April eine Ausstellung, die

sich Gemeinschaftsausstellung genannt hat,

dort eröffnet, bei der wir auch die erste Null-

Nummer der Zeitung gezeigt haben.

In der Gemeinschaftsausstellung zeigten wir

in einem Raum von ungefähr 8 mal 4 Meter

70 Künstler, Kinder, Frauen mit ihren Arbeiten

– es war ein richtiger Energiespeicher, der

die Aktivitäten in dem Raum, in dem wir

leben, gezeigt hat, und gleichzeitig die

Zusammenfassung in dieser Zeitung, die wir

eben STAR genannt haben, ausstrahlen hat

lassen.

Der neue STAR, die erst Nummer, die

jetzt auch um 2 € in Österreich verkauft

werden soll, und in einer Auflage von 5000

Stück erscheint, wird eben am 28. Juni am

Mozartplatz gezeigt, in einer Kulturaktion, bei

der uns verschiedene Menschen geholfen

haben.

Der Ferdinand Schmatz hat ein STAR-

Gedicht gemacht, der Adam Wiener schreibt

über die Entstehung des STAR´s, die Gruppe

„Monochrom“ singt ein Dankelied.

Der Michael Mautner mit der spanischen

Klaviervirtuosin spielt ein eigenes neues,

ein STAR-Konzert, Fredl Jelinek bläst das

Cornett, die Firma Citroën zeigt ein von uns

ausgewähltes Auto, den Pluriell, das STAR-

Auto, um zu zeigen, daß wir sozusagen

zwischen Kunstwerken, Auto, Menschen,

Fahnen, Mozartbrunnen, in dem plötzlich

um 22.30 der russische Performance-

Philosoph Spirichin erscheint, um der ganzen

Aktion einen Raum zu geben, der von Wien

ausgehend auch weitere Ausstrahlungen

in Teile unserer Welt führt und zieht, die wir

noch gar nicht erahnen.

Ich freue mich, daß wir diese Präsentation

am 28. Juni organisieren konnten. Dabei hat

mir wesentlich die junge Architektengruppe

„Sputnik“ geholfen, um diese Dinge

überhaupt zu realisieren. Es wird eine

riesige Leinwand aufgespannt, auf der der

österr. „STAR“ – Künstler Hebiach - STAR

unter Anführungszeichen, weil er in unserer

Zeitschrift erscheint - auf einem Video

seine Werke zeigt, die sich „Cyber-City“

nennen, und noch eine Serie von anderen

Namen trägt, die ich vergessen habe.

Aber einer davon heißt „Datuputi“, oder

„Murlzak“ - also wir freuen uns, daß wir

diese digitalen Skulpturen und die „Cyber-

City“ zeigen können, und gleichzeitig

auch im Rahmen einer – Arbeitstitel war

eine Architekturprozession - die wir

dann Architekturprozess genannt haben;

und dieser Architekturprozess, der eben

am 28.Juni stattfindet, und uns zu allen

wichtigen Lokalen führt, die wir eigentlich

fast täglich besuchen, aber diesmal

offiziell machen, jetzt sozusagen einem

Stolperprozess. Ich glaube, jetzt müßte es

beendet sein.

In der Galerie La Candona gibt es um 19.00

eine Ausstellung vom bulgarischen Künstler

Stojan Dobrev, nachdem wir uns um 17.00

am Naschmarkt im „Doan“oder im „Dheli“

getroffen haben.Wer ist „WIR“?? „Wir“ ist

der Kasperl Heidulf Gerngross, der Polizist

„Sputnik“ Norbert Steiner, die „Fee“ Andrea

Bachofen Echt, und der „Struppi“ Thomas

Redl. Und mit von der Partie ist das Krokodil

„Angelo Rowenta“, ein Architekt und Freund

aus Rumänien,Wien und Dornbirn.

Die werden die Prozession, oder diesen

Prozess, die werden den Prozess begleiten,

wo wir uns nach Vernissage, Sang und

Zeigen der neuen STAR-Zeitung wieder im

Theatercafe vom Ivo und Hermann Tschech

treffen; immer dabei Kasperl, Polizist, Fee,

Struppi und Krokodil.

Und um 23.30 treffen wir uns wieder im

„Dheli“ am Naschmarkt, wobei die Gruppe

„Gruftbox-Entertainment“ Musik spielt,

nachdem das Dheli jetzt 2 Jahre besteht,

die Architekten Untertrifallner, Heidegger

und Neuhauser anwesend sind, die diese 2

Lokale gestaltet haben.

Und wir verabschieden uns wieder

mit Kasperl, Polizist, Fee, Struppi und

Krokodil, und freuen uns, diese 1. STAR-

Ausgabe, nicht nur in Wien, sondern in der

Kulturlandschaft Österreichs und Europas zu

verteilen.

Die STAR-Zeitung ist nicht nur geplant, die

Wiener Energieszene, die unmittelbar um

uns herum entsteht, zu zeigen, sondern

wir wollen diese Funken weiter verteilen

– es ist geplant in Laibach, Budapest,

Bukarest und Bratislava eine ähnlich Zeitung

mit den Kräften dort zu starten, um auch

im europäischen Raum eine Verbindung

zwischen den einzelnen Kulturenergiezentren

herzustellen, und eine Basis zu finden, um

den Großmeldungen der APA, die sozusagen

eben durch alle Zeitungen durchweht,

eine individuelle Szene zu zeigen, die

Kräfte entfaltet aus dem unmittelbaren

Familienbereich, aus der umnittelbaren

Umgebung der Freunde; und Dinge zeigt,

die sonst in den Medien nicht dargestellt

werden.

STAR ist ein Kleinod einer Energiequelle, die

um uns herum sprudelt, und wir hoffen und

glauben, daß sie nicht so sehr unseren Raum

großes Interesse entgegenbringt, sondern

daß sie andere anspornt, ihren Raum auch

zu zeigen, denn die Struktur der Zeitung ist

nicht anderen, einen anderen zu beeinflussen

in der Form was wir machen, sondern andere

anzuregen, ihre Kreativität zu zeigen, und

somit eine Auferstehung der kreativen Kräfte

in der Gegend, in Mitteleuropa zu aktivieren.

Wir freuen uns, daß wir dazu die Gelegenheit

haben, gegen die politisch orientierten

Medien eine freie Szene entwickeln zu

lassen, die ihre Flügel erst ausstrecken wird

- und ich hoffe in der Weltszene des „Nicht

Mordens“, des „Nicht Umbringens“ eine

wesentliche Rolle spielen kann.

Ich glaube, das könnte die Einleitung einer

Aktivität sein, die wir...Den Text hat als erster

Daniel Angerer, der Grafik und Layout der

Zeitung betreut, gelesen, und bemerkt dass

Madeleine O. nicht erscheint. Frau DI Marie-

Madeleine Ozdoba hat zwei Monate lang in

Venedig, während der Architekturbiennale

2002, eine Halle, die Aula Discorsiva, betreut

und gemanaged um die Entghettoisierung

der Architektur aktiv zu betreiben. Derzeit

arbeitet sie an einem Buch über die

Gerngross-Werkstatt Wien Aktivitäten, dass

im Triton Verlag erscheint und leitet die

Projektorganisation von ST/A/R.

Ich möchte allen Förderern des Gerngross-

Archivs danken.

Das Archiv erscheint in Form von 256

Postkarten, in einer Auflage von 1000

Stück. Jedes der 256 Motive ist mit der

Bezeichnung: „diese Postkarte wurde von

z.B. Coop Himmelblau ausgewählt und

gesponsert“ bedruckt.

Ca. 80 Personen haben schon eine Karte

gewählt und warten auf das Erscheinen des

Postkartenarchivs. Vor allem hat mir Frau Dr.

Swejda aus Kötschach geschrieben: „wann

die Sammlung denn erscheint?“…Um alle

zu beruhigen: die Sammlung wird weiter

bearbeitet und in der nächsten ST/A/R

Ausgabe abgebildet, und sollte mit weiteren

Förderern „selected and sponsored by“ noch

in diesem Jahr herauskommen.

IMPRESSUM:

HERAUSGEBER: ARGE Thomas Redl und Heidulf Gerngross

PRODUKTIONSLEITUNG: Marie-Madeleine Ozdoba

ART-DIRECTOR: Christine Bärnthaler

LAYOUT: Daniel Angerer/Michael Rosenkranz

BILDBEARBEITUNG/DRUCKDATENVORBEREITUNG:

Michael Rosenkranz

SPRACHTRANSFORMATION: Hildegard Marek

LEKTORAT: Annette

www.star-wien.at

ST/A/R RAHMEN BRENNT BRODAR

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26.06.2003, 6:39:00 Uhr


U T O P I A 2 0 0 3

Es ist an der Zeit, das Leben und die Räume zu öffnen, es ist an der Zeit, die Augen und das Herz zu öffnen, mitten in uns.

Es ist an der Zeit Grenzen zu öffnen, trotz Machtpolitik, Fundamentalismus, Rassismus, Kapitalismus, etc. denn wir sind die

Gestalter des Lebens, jeder, jeden Moment, und schöpferische Energie ist frei, jedem zugänglich, kostenlos und die Welt ist

für alle da, für die Alten, die Kinder, die Obdachlosen, Schwarze, Weiße, Reiche, Arme, Hausfrauen, Straßenköter, Ragazzi

di Vita, offenes Leben mit Blick auf den Horizont, Morgensonne, Nobelrestaurants für die Hungrigen der Straße, Spielplätze,

antidepressive Farbräume, weniger arbeiten mehr Verdienst, keine Staus, nachmittags in Gartenpavillons, Großfamilie,

spielende Kinder lachende Alte auf begrünten Plätzen, Schuldenfreiheit für alle, Afrika ohne Hunger, die wärmenden Hände

Mutter Theresas, nicht abgeworfene Napalmbomben und ein glückliches Ende von Romio und Julia.

Getragen von der Sonne in den Himmel fliegen, jetzt und heute, Utopien sind in uns, sie sind der Humus für die

schöpferische Energie, die uns lebendig hält und die uns die Möglichkeit eröffnet aus der gegenwärtigen Situation eine

Fülle von Neuem zu schaffen, Utopien sind unsere Kraft, auch unsere Widerstandskraft. Utopien sind Vitalität, Utopien sind

Träume, realisierbare Träume, durch uns.

Thomas Redl 06/03

ST/A/R Städteplanung - Architektur - Religion

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26.06.2003, 6:39:12 Uhr


WERKSTATT WIEN WORLDWIDE

PARLAMENT UND KONFERENZHALLE HANOI

als Modell diente eine

dreigeschossige Pagode

aus dem achten Jhdt.

Fernsehturm Hanoi

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit

ST/A/R 5

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26.06.2003, 7:34:31 Uhr


KUNSTMARKT:

Christine Bärnthaler kauft das nicht-unterzeichnete echte Bild von Herbert Brandl aus der Serie ‘Der architektonische Raum –

Gerngrossraum’, 70 x 70 cm, 1995 um den Preis von € 8.000,--.

Heidulf Gerngross bittet C.B., das Werk aus der Serie ‘Der architektonische Raum – Gerngrossraum’, von Franz West, 50 x 50 cm,

1995 um minus € 3.000,-- in ihr Eigentum zu übernehmen.

HG kann das Werk von Franz West, das West nicht unterzeichnet, nicht mehr behalten; es ist nicht nur nichts Wert, sondern es

belastet ihn. Er zahlt € 3.000,--, damit das Bild von einer anderen Sammlung bewahrt und gepflegt wird.

CB übernimmt das Bild von Franz West, bewahrt und pflegt es und baut eine Sammlung für nicht-unterzeichnete West Objekte auf.

Einerseits, um Franz West von der Überflutung seiner eigenen Werke zu bewahren und die derzeitigen West Spitzenpreise zu halten;

andererseits um die Besitzer nicht-unterzeichneter West Werke mental zu entlasten.

Jeder, der ein nicht-unterzeichnetes West Werk besitzt, kann bei CB um Übernahme anfragen: ci@t0.or.at

Die Verantwortlichen der Sammlung nicht unterzeichneter West Werke, die durch Augenzeugen bestätigt von Franz West gemacht

wurden, heute dennoch von ihm als Findelkinder abgestoßen werden, beteiligen alle Übergeber von Bildern und Objekten an den

Verkaufserlösen nach dem Ableben von Franz West.

Nichts ist so fein gesponnen, es kommt zu letzt ans Licht der Sonne. Goethe, Christine Bärnthaler und Heidulf Gerngross

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26.06.2003, 6:39:14 Uhr


ST / A / R G R A T U L I E R T !

Das

Getriebe,

Gerangel,

Gedungenes,

Gedachtes

um das 20er

Haus wird

seine neue

Heimat

finden,

wo das

Geschehen

ist. U-Bahn,

Menschen,

Treiben,

Handel, der

lebendigste

Bereich

unseres

Alltags in

Wien am

Naschmarkt.

Das

Architekten

Team

Bärnthaler

Radojkovic

wählt, zeigt

und fordert

das 21er

Haus.

ST/A/R 8

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26.06.2003, 6:39:29 Uhr


freiwilliger - bis auf widerruf gestatteter - durchgang

wer darf was betreten? und wann? wer erlaubt und wem wird erlaubt?

der vordere teil des ateliers von inge manka und ursula musil wurde fuer SOHO IN OTTAKRING 2003 zur temporaeren

strassenerweiterung. die hausfassade wurde „nach innen versetzt“, der vordere raumteil wurde zur arkade, zum vorgarten,

zum vorplatz auf zeit. der aufenthaltsraum strasse wurde erweitert und der oeffentlichkeit zur freien verfuegung gestellt.

SOHO IN OTTAKRING atelier manka*musil, strassenlokal links von grundsteingasse 4

SCHLAGER : CHINA

Die künstlerische Arbeit von Werner Schlager eröffnet Beziehungsmöglichkeiten mit China.

:

ST/A/R Städteplanung - Architektur - Religion

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26.06.2003, 6:39:33 Uhr


Paul Messner, Wettbewerbsgewinner: Kasper erzählt Paul folgendes:

Der Begriff des geistigen Eigentums flog durch den Raum wie ein Geschoß. Zur Verwunderung legten sich die Züge in seinem Gesicht mich

ungetroffen nicht einmal gestreift zu sehen. Um seinem Mund wehte noch der Rauch wie um die Mündung eines eben erst abgefeuerten

Pistolenlaufs. Sein Zauberwort lautetet: unterschiedliche Wahrnehmung. Er warf es mit solcher Vehemenz in meine Richtung dass durch diese

seine Anstrengung plötzlich all dies hervortrat was ich schon geahnt hatte. Jetzt konnte er es sagen, jetzt fand er endlich die klaren Worte die

nötig waren. Jetzt formten sich die unausgesprochenen Gedanken, Gefühle und unter Verschluss gehaltenen Willensregungen fast automatisch

zu Sätzen und zusammenhängenden Aussagen. Zwischen diesen Worten konnte ich das rauschen eines großen Gewässers hören, eines

Stausees, einer Flut eigentlich, und da wurde mir meine Ahnung zur Gewissheit,

ich hatte damit im Wesentlichen nichts zu tun. Natürlich war ich Auslöser und Stein des Anstoßes aber diese Ausuferung war seine Frustration.

Ärgerlich wenn das wahre Wesen einer Sache zum geistigen Eigentum verkommt und die damit einhergehende Unfähigkeit angemietete

unüberprüfte Begriffe ins Konstrukt seiner Eitelkeiten integriert werden soll. Andererseits bietet genau dies die Möglichkeit über die Schwierigkeit

des ``eben nicht genau wissen können`` die unüberbrückbare Abstandslosigkeit zwischen Beziehung und Werk hinter sich zu lassen.

Paul Messner

füttert ST/A/R

mit Tiroler Architekt

Volker Miklautz

TOKO-RI

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TOKO-RI

TOKO-RI

am Naschmarkt

BLUMEN BLUMEN

Schleifmühlgasse

Innenarchitektur:

Eichinger oder Knechtl!!!

ST/A/R 10

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26.06.2003, 6:39:39 Uhr


aula temporanea polivalente

Lido di venezia

75x50m - Höhe 25m

3500 Personen

Architekten: Angelo Rowenta/Heidulf Gerngross Werkstatt Wien

und Ruprecht Volger

Kornelia Rhomberg, Architektin

Vorarlberger Landeshochbauamt/Biosphaerenpark Grosses Walsertal

Alles Gute zum Geburtstag - Grüsse an Charles

ST/A/R 11

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26.06.2003, 6:39:44 Uhr


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26.06.2003, 7:25:18 Uhr


Friedl Kubelka

ST/A/R Info:

1. WESTSPONSOR

Erstes verkauftes Bild von Franz West;

gekauft von Arianne Proksch 1972,

vermittelt von Friedl Kubelka

Arianne Proksch

personal stylist

master of magic materia

UNSERE BRUDERZEITUNG

Marcel HUF gezeichnet von Sergeij Spirichin

HEIMAT IST, WO MAN

DIE ERSTEN WATSCHEN

BEKOMMEN HAT.

DIE ERINNERUNG DARAN

HEISST HEIMWEH

Christian Zillner, Maler, Schreiber & Magazineur

/ zillner@falter.at für ST/A/R

ST/A/R 14

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26.06.2003, 6:39:48 Uhr


MEXIKO CITY – SOFIA – WIEN – TEL AVIV – WOLFSBURG – EISENSTADT – BELGRAD – TOKIO

erschienen in „Mep´Yuk – Die Zentrale“ von Wolfgang Thaler, Fotohof Edition 2001

www.mepyuk.com

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26.06.2003, 6:39:55 Uhr


EDELGARDS HUT VON ???

EDELGARDS BADEWANNE (110x65cm) VON

ST/A/R 16

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26.06.2003, 6:39:57 Uhr


ST/A/R TEXT - A. WIENER PARAPHRASIERT (FÜR HEIDULF, DIE BAKTERIE)

STARSTATISTISCH IST DAS NUN DAS ZWEITE ERSCHEINEN DES GERNGROSSSCHEN

ÜBERMEDIUMS, EINE ZEITUNG HAT ER UNS GEBAUT, IN DIE WIR UNSERE DESIGNIERTEN

- ODER - NICHT - BEITRÄGE, DIVERSEN BAUSÄTZE, STADT (STAR)VISIONEN, RELIGIÖSEN

ANWANDLUNGEN ETC. EINBAUEN ODER EINBAUEN LASSEN KÖNNEN, IN ALLER FORM UND

ALLER ÖFFENTLICHKEIT ODER INFORMELL-PRIVAT (ODER WIE AUCH IMMER), IMMER ABER

ZUR STIMULATION DIESES SONDERBAREN ORGANS IM ALLGEMEINEN KULTURWURM,

WELCHES MAL EINEM GESICHTSORGAN, MAL VIELLEICHT EINEM BLINDDARM DIESES

KULTURWURMS ÄHNELT, VON DEM JA NIEMAND WEISS, WIE ER GENAU AUSSCHAUT, WEIL

ER SICH JA AUCH KAUM VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE ZEIGT, NICHT IM STÄDTEBAU,

WEDER IN DER ARCHITEKTUR, NOCH IN KUNST, RELIGION, ETC...

S/T/A/R KANN NUN ZUMINDEST GLEICHZEITIG (IN ALLER UNSCHÄRFE) ALS EINE

ART ENDOSKOP (ZUR BEOBACHTUNG DER KULTURWURMORGANE) UND ALS

KULTURWURMORGAN SELBST, NEUE KULTURWURMFACETTEN BEOBACHTBAR UND

ERFAHRBAR MACHEN.

LETZTLICH IST DAS JA AUCH FÜR DEN BAU VON GROSSEN, SCHÖNENKATHEDRALEN, JA

ZUR SCHAFFUNG (SCHÖPFUNG) JEDWEDEN MEISTERWERKS EINE VORAUSSETZUNG,

DIESE ANATOMISCHEN STUDIEN UND EXPERIMENTE, DIESES WISSEN UM ZUSTÄNDE DER

INNEREIEN EINES „KULTURKÖRPERS“ (DER SCHWACHSTELLEN E.T.C.);

JA DANN, AUG IN AUG MIT DEM KULTURWURM, PRAKTISCH DIE STIRN GEHABT,

DIESE SONDERBARE ZEITUNG ST/A/R/ AUS DER TAUFE (RETORTE) ZU HEBEN,

DIESEN SICH SELBST TRANSPLANTIERENDEN (QUASI TRANS-ST/A/R) ENDOSKOP-

BLINDDARM.

LETZTLICH EINE ENDOPROTHESE, EINE KULTURRÜCKVERGÜTUNGSMASCHINE, DIESES

MAGAZIN, WO MAN HALT DOCH IMMER SCHAUN MUSS, WO ES SCHON WIEDER STECKT,

WO ES UND WIE ES IHN SPIELT, UNSERN ST/A/R, IN WELCHE VERDAUUNGS-PROZESSE

ER GERADE INVOLVIERT IST, UND WENN MAN IHN DANN IN DER HAND HAT, UND ER FÜHLT

SICH AN WIE DIE MASSENZEITUNGSPAPIERE, FÜR DIE TÄGLICH WÄLDER STERBEN ZUR

ALLGEMEINEN VERBLÖDUNG, DANN KANN MAN SCHON AUF DEN GEDANKEN KOMMEN;

JETZT MAL MEHR ST/A/R (UND MEHR ST/A/R´S [Z.B. HALBTÄGLICH]) ZU WOLLEN, ZU

PRODUZIEREN, MEHR ZU ERFAHREN ÜBER ST/A/R UND SEINE (IHRE) ENTWICKLUNG(EN),

SOLL DOCH DER ST/A/R LETZTLICH IN JEDEM VON UNS WOHNEN.

MIT VORZÜGL. HOCHACHT. A.W.

ST/A/R Städteplanung - Architektur - Religion

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26.06.2003, 6:39:57 Uhr


Kathedrale

TRITON

MICHAEL KIENZER - NEUERSCHEINUNG BEI TRITON

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26.06.2003, 6:39:59 Uhr


ST/A/R 19

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26.06.2003, 6:40:08 Uhr


Bergbild von Herbert Brandl

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26.06.2003, 8:16:21 Uhr


ST/A/R 22

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26.06.2003, 6:40:16 Uhr


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26.06.2003, 6:40:16 Uhr


Martin Kitzler Fotografien, Objekte, Installationen

Heterogenität oder

Zufälligkeiten zur Kunst

„... früher sind wir zusammengesessen

und haben darüber nachgedacht, Fehler

zu vermeiden, weil ja die Ideen uns auch

nur so herausgesprudelt sind ...“

Heimo Zobernig im Gespräch

mit Martin Kitzler

Riad

Ifoulki

einer der

schönsten Orte

im Herzen von

Marakesch,

Nächtigung für 2 Personen mit Frühstück von 8.00 - 18.00

euro 150,-- 50 % Ermäßigung für ST/A/R Leser bis 31.08.2003

Marrakesch Marroko Tel: 00 212 44 38 56 56, Gsm 00 212 61 42 38 40

riadifoulki@riadifoulki.com, www.riadifoulki.com

Tango in Vienna – in Wien wird wieder Tango getanzt

> montags – colortango.at im Volksgarten, Organisation: Laura Suarez, email: laura@sil.at, Tel.0699/12346204

> auch montags - Tango-Salon at the CIU (Club International Universitaire), Schottengasse 1, A-1010 Vienna, Info: (+43)-664-13 198 13 (Christian y Andrea)

> dienstags - Tanz-Bar Tango-Milonga at „Cheek2Cheek“, Lange Gasse 50, A-1080 Vienna, Info: (+43)-1-4054768, www.cheek2cheek.at

> donnerstags - Milonga am Schiff „Johann Strauss“, Schwedenplatz / Donaukanal Km.6, Info am Schiff oder unter 0676/741 58 45

> auch donnerstags - Toledo Tango Club at VIDA, Langegasse 45, A-1080 Vienna, Info (+43)-1-4031815 (Hernán Toledo)

> freitags - Tango Práctica for members of Tango Almagro, Kuefsteingasse 38, A-1140 Vienna, Info Tango Almagro, email: tango@almagro.at

> samstags - Tanz-Bar Tango-Milonga at „Cheek2Cheek“, Lange Gasse 50, A-1080 Vienna, Info (+43)-1-4054768, www.cheek2cheek.at

> auch samstags - Milonga „El Firulete“ at Österreichischer Touristenklub, Bäckerstr. 16, 1010 Wien, Info Nico www.nicolastango.com, Tel. 0664/1736976

> auch samstags - Latin Night Mix/Tango at LIMA, Florianigasse 16, A-1080 Vienna Info (+43)-1-4031815 (Hernán Toledo)

> every sunday (during summer) - 18:00 1.Wiener Burggarten Milonga im Burggarten, Info bei Jorge 0676/741 58 45

Hold

italienische Caffe´-Bar

Wien 8, Josefstädter Straße 50

Tel 405 11 98

Öffnungszeiten: Mo - Sa 8.00 - 23.00

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26.06.2003, 6:40:19 Uhr


DOCK Wien – black-out, Detail, 9/1994, Leuchtkasten, Kunsthalle Schaufenster

Stimmungsbilder aus Belgrad

Eigentlich kann niemand sagen, ob Belgrad in Wien liegt oder Wien in Belgrad.

Für mich liegt kein Unterschied mehr darin. Um einen guten Kollegen zu zitieren,

aus einem Brief zu meinem dreißigsten Geburtstag: »Nach langer Zeit, aber

Zeit ist nicht lang, nur sind wir in unserem Kopf so beschränkt, daß wir meinen,

es spiele sich was ab, worauf wir Einfluß, was einer Zeithemmung entspricht,

haben könnten.« (Gerhard F. Heuschen) Die Menschen in Belgrad haben mich

begeistert, die Menschen in Wien öden mich an. Dies ist aber im Sinne der

Orts- und Körper verschiebung von Wien nach Belgrad zu ver stehen. Hier wie

dort. Aber der gravierende Unterschied zu Wien ist, daß es keine verödeten

Typen gibt – entweder sie knallen dich ab, mündlich, mental oder wirklich, oder

sie geben alles, um eine Verstän di gung herzustellen. Es ist eine neue Spra che

im Entstehen. Sprache, Sprache, break down, bring me some light from your

under ground, and make different sound. So I can hear you. Thanks.

Heinz Reisinger - ein autonomes Statement

Heinz Reisinger war der erste ausländische Künstler, der in

Belgrad (1994) eine Ausstellung realisierte. DOCK Beograd

– block-out, eine Rauminstallation in der Galerie von Biljana

Tomić. Parallel dazu zeigte er in den Kunsthalle Schaufenstern

großformatige Fotografien aus Belgrad - DOCK Wien – black-out.

Das Belgrad-Projekt steht exemplarisch für sein gesamtes Werk,

das krompromißlos, unangepasst und dadurch auch als politsiches

und gesellschaftliches Statement radikal war. Er sah sich selbst,

seine Person, sein Leben und seinen Körper als Experimentierfeld,

als Box, als Speicher für Raum und Zeit. Die Titeln seiner Arbeiten

weisen darauf hin - Raumbox; Erinnerung und Wiederkehr, Raum

für einen Menschen, der heute nicht anwesend sein konnte. In

seinen letzten 2 Jahren arbeitete er mit seiner Lebensgefährtin

Maria Haigermoser an dem Projekt-Label Pistol Palace, welches

zeitgemäße Ausdrucksformen einsetzte, um auf aktuelle Ereignisse

spontan zu reagieren. Sein malerisches Werk intensivierte sich

in seinen letzten Lebensmonaten - es entstanden großformatige

Lackbilder, die eine Gelöstheit transportieren, die über unsere

Lebens- und Raumgrenze hinausführt. Heinz Reisinger starb im

Frühjahr 1999. In seinem Sinne realsierte der nahe Freundeskreis

das Buch „Werkverzeichnis Heinz Reisinger“, das im Herbst 1999

beim Ritter Verlag erschienen ist, Herausgeber Maria Haigermoser.

Kontakt: 0676/3516696, maria.haigermoser@kunsthallewien.at

Farbsponsor: Herbert Brandl 25

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26.06.2003, 7:47:49 Uhr


ALLE BILDER GEHEN AUFRECHT, die grundlage ist eine kugel

am anfang war das aufrichten.

charles kaltenbacher

WARUM DER FISCH DAS FLIEGEN LERNTE

Kulturelle Evolution: Eine Poetik der Gravitation

Die Schwerkraft ist eine REALITÄT, die — gemessen

an ihrem Wirkungsradius — bisher nur intuitiv in

der Kultur aufgearbeitet ist. Sie organisiert unseren

Wahrnehmungsapparat und bestimmt unseren

Handlungsraum: Wir sind ihr untergeordnet; dieses

Unterordnenmüssen ist Impetus und Vorraussetzung

einer Leidenschaft für das HÖHERE sowie einer

Bewertungssymbolik zwischen Höhepunkt

und Niederlage: die SCHWERKRAFT ist eine

automatische physikalische Ordnungskonstante, eine

Art KYBERNETISCHER ALLESKLEBER in unserem

vierdimensionalen RAUM-ZEIT-KONTINUUM.

Der Anfang unserer spezifischen menschlichen

Raum-Zeit-Erfahrung liegt wohl im Entschluß

unserer Vorfahren sich aufzurichten, auf zwei

kleinen Standflächen, in eine neue Herausforderung

und Anstrengung genannt BALANCE, und diese

VERTIKALE VERHÄLTNISMÄßIGKEIT intuitiv zu

pflegen: Diese neue Gravitationsbewältigungstechnik

machte aus den hinteren Gliedmaßen (richtige) Beine,

aus den vorderen Hände, und fortan wurde Schritt

für Schritt die Erde erobert und Handgriff auf Hangriff

kulturelle Welten geschaffen.

BALANCE ist eine permanente UNTERBEWUßTE

KONZENTRATION und bildet entsprechend subtile

Resonanzen aus. Zur kybernetischen Komplexität

der evolutionären Sinnesorganisation über Balance

ein Beispiel aus der Körpersprache: die „high heels“.

Die leichte Verlagerung des Körperschwerpunktes

bewirkt ganz automatisch eine hormonelle Reaktion.

Es gilt: „the higher the heels, desto lockt das Gesäß“.

Kultur ist eine Art Poetik der Gravitation und

BALANCE die Voraussetzung für vierdimesionale

SEINSERFAHRUNG— in ARCHITEKTUR,

in BILDENDER KUNST, in MUSIK, und vor

allem im SPORT und im ACTION-KINO am

augenscheinlichsten demonstriert.

KULTUR UND NATUR — beide unterliegen derselben

Notwendigkeit nach oben in die Vertikale zu gehen,

um ein hierarchisches Symbolrepertoire auszubilden:

Größe = Höhe = Überblick = Macht: So funktioniert

das Märchen vom höheren NIVEAU. Zu wissen,

was oben-unten-links-rechts ist, ist eine Folge der

Evolution des aufrechten Gangs: unser Streben

nach dem ÜBERBLICK gipfelt zunächst einmal in

der Errungenschaft, die Erde samt Anziehungshülle

verlassen zu können. In der RAUMSTATION verliert

die GEGENWART ihre gewohnte Hierarchie. Wir

erkennen, daß die sinnlichen Grundlagen unserer

Realität, die physikalische Logik der Geschehnisse

auf der Erde, eine KONSTRUKTION durch das

Phänomen SCHWERKRAFT sind:

Wir wissen seit 500 Jahren, daß wir auf einer

Kugel leben, aber wir verstehen es nicht. Unser

Wahrnehmungsapparat hat noch kein Normativ

ausgebildet, um sich vorstellen zu können, daß

das Leben auf der anderen Kugelhälfte nicht ‚Kopfnach-unten‘

passiert, denn auch dort bauen und

imaginieren wir nach oben auf der Suche nach dem

Höheren. Einen Komplexitätsanspruch zu verfolgen

ist keine Domäne von Höhe.

Die Evolution der Natur — gegen die

Gravitationskonstante anwachsend — entwickelt

über die Fibonaccireihe den Goldenen Schnitt. Die

gegenstandslose Kunst dekonstruiert diesen * und

bildet so ein erstes differenziertes kybernetisches

Normativ, eine lustvolle visuelle Denkkategorie,

mit deren Hilfe der Wahrnehmungsapparat im

Selbstversuch sich aufmacht zu verstehen, daß

er in Balance sich haltend auf einer Kugel lebt.

Diese abstrakte Dynamik wurde zur glaubhaften

weil spannenden Darstellung der Idee eines ‚freien

Geistes‘ — eine Vorstellung, die im Diskurs der

neuzeitlichen Ästhetik (etwa bei Georg W. F. Hegel)

thematisiert wurde und seit 90 Jahren Kern unserer

avantgardistischen Identität war: Zunehmend

wird sie von einem sozialpsychologischen Ansatz

herausgefordert: Gut so, angewandtes Christentum

soll verstärkt gelebt werden. Was aber nicht geht

ist, daß die Wirkung der gegenstandslosen Kunst

vom Kunstkritikdiskurs zum Goldenen Kalb gemacht

und als reiner Formalismus abgetan wird, ohne

daß ihr Spannungsfeld, ihr Evolutionspotential

und die Decodierung unserer gewohnten

symmetrischen schwerkraftbedingten Formenwelt

als physiologisches Phänomen des 20. Jahrhunderts

bemerkt oder diskutiert und weiterentwickelt worden

wäre. Der heimliche Gott der Atheisten ist die

Schwerkraft.

Die Bildtradition, die Viereckvirtualität als

Arrangement, das mehr als 1000 Worte spricht

— die Schnittstelle zur überirdischen Hierarchie

— geht wesentlich auf die frühchristliche

Missionierungspraxis zurück, die heidnischen

Analphabeten von der absoluten Macht des richtigen

Gottes zu überzeugen. Das Wort Gottes mußte

visualisiert werden, um sie rekrutieren zu können.

Die Chronologie der immer effektiver werdenden

sinnlichen Verführungspotenz der jeweiligen Meister

und das Repräsentationsbedürfnis ihrer Auftraggeber

wurde zur Kulturgeschichte unserer Vorstellungskraft

(unserer Bilderwelt), zur Kulturgeschichte einer

Repräsentation des Höheren, des Absoluten

„es-steht-geschrieben“. Fundamentalistische

Religionsgruppen legitimieren ihr Handeln nach

wie vor über eine Metaphorik der Vertikalen, einer

Vorstellung von der erhabenen Souveränität des

absolut Höheren.

Seit 2000 Jahren setzt sich eine der

monotheistischen Weltrelisionen (unser Gott ist

der einzig richtige) erfolgreich über das Gebot „Du

sollst dir kein Bildnis machen“ hinweg, und integriert

zögernd aber doch wissenschaftliche und kulturelle

Gegenwartsnormen in ihre Gottesvorstellung und

Anbetungspraxis. Gemeinsam werden sie, sollten

sie weiterhin 2000 Jahre den Menschen Trost

und Vorbild sein wollen, das gängige Gottesbild

korrigieren müssen, denn eine wie auch immer

geartete sinnbildliche Repräsentanz des Höheren

wird im Jahrtausend der Raumfahrt keine Energie

mehr spenden.

Die Schwerelosigkeit ist Kontinent, zukünftiges

Eroberungsmotiv ... Unsere aufrechte Praxis

wird ihr Kontinuum umorientieren: Die Vertikale

Erhabenheit wird weiter zurecht verschwinden.

Der Traum vom Fliegen — mythologisch in allen

Kulturen verankert — wurde wahrgemacht und

tagträumt sich zum Schwebewunsch weiter:

über die neue Bildschirmkausalität: mit jeder

x-beliebigen Zeitlupensequenz recykelt unser

Wahrnehmungsapparat eine Schwebevorstellung

= Alltag in einer gravitationslosen Raum-Zeit =

Spannungsfeld einer komplexen Vierdimensionalität.

Physiologisch gesehen ist dieser Zustand

hochprozentiger Spaß, der — kulturell potenziert

— uns einerseits die Unzulänglichkeit unserer

Symbolik des Höheren vor Augen führt, andererseits

selbst zum Symbol eines globaleren aufrechten

solidarischen Handelns ausgebildet werden kann,

und einer zukünftigen Kunst den 6ten Sinn, den

Gleichgewichtssinn, verleiht.

* ein Dia-Vortrag veranschaulicht diesen Begriff

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26.06.2003, 7:47:51 Uhr


Karl Heinz Ströhle Von der liniearen Zeichnung zum architektonischen Raum

Wire Frames

Interview Karl Heinz Ströhle (ST) mit

Thomas Redl (T.R.) in seinem Atelier

Th.:

Die neue Werkserie von Dir, die

Wire-Frames, die sind ja Mobiles,

und sie sind, wie man auch am

dazu entstandenen Video sieht, sehr

körperaktive Skulpturen. Da spielt die

Körpererfah-rung und Raumgrenze eine

wesentliche Rolle.

Strö.:

Die Objekte sind aus dem Material,

das mich schon seit jetzt 15 Jahren

beschäftigt – Federstahlbändern.

Vorerst waren diese Erfahrungen der

Grenze, das ist ganz richtig, am Bild,

also an der Bildgrenze, das Format, in

dem sich dieses Material ausdehnen

konnte.Und was mich sehr interessiert,

ist eigentlich nicht abstrakte oder

figurative Bilder oder Skulpturen zu

ma-chen, sondern Material zu finden,

das sehr viel kann, aber auch mit seiner

eigenen Qualität spricht.

Ich war auch öfters in Ausstellungen

eingebunden, wo es um Abstraktion

als etwas Reales ging, nicht abstrakt

in dem Sinn, also ich bin nicht daran

interessiert, daß es abstrakte Kompositionen

werden. Und genauso ist es

mit den Skulpturen, daß die Bandbreite,

wie man das Material einsetzt,

so verschieden ist, in welchem Medium

man es auch verwendet – z.B. auch

in der Architektur - es gibt ja Räume

dazwischen. Die Wire Frames haben

sehr viel mit Statik auch zu tun - weil

die Figuren stehen. Es gibt einen

Grund, daß die stehen - die sind

statisch so gebaut, daß sie eben

stehen, bzw. wenn man sie bewegt,

stehen die ja noch, die fallen ja nicht

um.

Th.:

Weiters haben sie etwas sehr fragiles,

das ist ja das Spannungselement,

daß sie wie dünne Skelette sind, die

einerseits einen Raum umfassen, einen

Raum definieren, andererseits so fragil

sind, daß sie diesen Raum offen lassen,

daß er auch so transluszenz bleibt.

Strö.:

Deswegen nenne ich sie auch Wire

Frames, das ja ein Ausdruck aus einem

Computerprogramm für Architektur

– es bezeichnet das Objekt, bevor es

gerendert wird. Wire Frame - das ist

ein Ausdruck, der jedem Architekten

vertraut ist. Es heißt eigentlich nichts

anderes wie Drahtgerüst, was aber

wieder auf etwas hinweist, was ich

früher immer schon gemacht habe,

eben

von der Zeichnung kommend, mit

Linien zu arbeiten.

Th.:

Die Möglichkeit der interaktiven Erfahrung

der Wire Frames gibt auch

die Möglichkeit der Erfahrung der

Körper- und Raumgrenze. Es stellt

sich dabei die Frage, inwieweit wir

in der Körper- Raumgrenze verhaftet

sind, andererseits wie weit wir uns

ausdehnen können – die Ausdehnung

ist ja immer ein Glücksgefühl. Die

Grenzwahrnehmung des eigenen

Körpers, des eigenen Gefühls ist ja

immer ein Gefühl von Einschränkung.

Die Kunst gibt uns die Möglichkeit,

eine Ausdehnung zu er-fahren, über

die eigenen Raumgrenzen hinaus. Die

Ausdehnung spielt in deiner Arbeit

generell eine wichtige Rolle, wie auch

in deiner Malerei die Aus-dehnung

verschiedener Körper, die ja bedingt

zueinander sind – die Formen ergeben

sich nicht frei, sondern eine Form

bedingt die andere ...

Strö.:

Das ist ganz wichtig. Ich würde sagen,

daß ist ein organisches Prinzip, so wie

ein Glied eines Fingers auf das nächste

hinweist – es ist eben ein Teil, und

kein Stück... Damien Hirst z.B. zeigt

bei seiner „auseinandergeschnittenen

Kuh“ so schön, daß es eben kein Teil

ist, sondern ein Stück, indem er radikal

über alles, was als Teil wahrnehmbar

ist, sich hinwegsetzt, und einfach einen

Schnitt macht von 2 Hälften, ohne

sich dabei auf organische Strukturen

einzulassen – im Unterschied zu

einem Fleischer, der das Schnitzelteil

herauslöst, herunterschneidet. Und bei

den Arbeiten hier ist es auch so, würde

ich das Bild auseinanderschneiden,

wäre es sinnlos, wäre es weg. Es ist

immer auf das Format bezogen, daß

sich die einzelnen Teile so zueinander

verhalten, daß die Spannung zum

Ganzen interessant bleibt. Es gelingt

nicht immer, aber es ist das Ziel, auf

das ich hinarbeite.

Th.:

Bei diesen, im Format bleibenden

Arbeiten, könnte man die Bedingtheit

zueinander als soziales Spiel lesen,

einer Netzstruktur sozialer Bedingtheit.

Strö.:

Ich hörte auf, Bilder zu malen, und bin

dann direkt in Räume, und dachte mir,

in dem Raum muß es ganz zart sein

oder breit, oder kräftig und so. Also wo

man mit einem entwickeltem System in

sehr vielen verschiedenen Situationen

immer wieder neu regieren kann.

Th.:

Du kommst von der Linie, von der

Fläche, von der 2-dimensionalen Idee

und deine Arbeit entwickelte sich hin

zur Skulptur bis zur Ausdehnung in der

Architektur. Du hast eine sehr schöne

Arbeit realisiert im Kunsthaus Bregenz,

wo die Thematik Ausdehnung im

öffentlichen Raum sehr schön definiert

ist. Eine Entwicklung also von der

Zeichnung, die sich herausstülpt in den

Raum bis hin zur begehbaren

Architektur.

Strö.:

Das sind sehr wichtige Erfahrungen,

in welchem Raum, mit welchen

Mitteln man wie arbeitet. Das ist

dann auch etwas, was ich immer

irrsinnig wichtig finde, daß Kunst im

öffentlichen Raum und Kunst am Bau

generell ein un-heimlich wichtiges

Forschungspotential für Künstler bietet.

Das sieht die Öffentlichkeit leider

nicht so - zum größten Teil jedenfalls

nicht. Die Arbeit in Bregenz ist eine

temporäre Arbeit, die jetzt sich nun

auch sehr langsam verabschiedet.

Es ist gemalt mit weißer Leuchtfarbe,

die im Straßenbau verwendet wird,

und die Linie wurde entlang einer

aufgelegten Federstahllinie, also eines

Federstahlbandes, nachgezogen.

Die Farbe hat eine relativ gute

Lebensdauer, und sie wird langsam

immer weniger. Ich find das auch ganz

schön, daß sie ganz langsam verblaßt.

Th.:

Sie hat einen zeitlichen Impetus.

Strö.:

Ich würde generell sagen, ich mache

keinen Unterschied, es gibt keine

Hierarchie der Qualität des Systems

für mich. Also für mich ist das Tafelbild

genauso wichtig wie eine gelungene

Arbeit im öffentlichen Raum, eine

Skulptur, eine Zeichnung, ein Film oder

sonst etwas.

immer aktueller wird.

Kunsthalle Bregenz

Man muß nur genau wissen, was man

mit welchem Medium wie und wo

macht, und deswegen sind oft einzelne

Dinge nicht einfach in ein anderes

System übertragbar, ohne daß sie ihren

Sinn verlieren. Das ist gefährlich. Und

was das Spannende an Kunst am Bau

generell ist, daß es überhaupt keine

Regel gibt, an die man sich halten

kann, das gibt es nicht. Sondern man

muß immer wieder neu überdenken,

ob die Arbeit an dem Ort wirklich einen

Sinn macht.

Th.:

Du bist nicht auf ein Medium definiert.

Das ist ein sehr zeitgemäßer Zugang,

du sprichst mit verschiedenen Medien,

sei es mit Malerei, Skulptur, Zeichnung,

Fotografie bis zur Architektur.

Ich finde, das ist ein Zugang, der immer

aktueller wird.

Strö.:

Ja sicher. Auch das Arbeiten in Teams

wird für mich wichtiger, und man sieht

es in der Architektur - die meisten

erfolgreichen Architekten arbeiten in

Teams - Eberle Baumschläger, Herzog

Dömmerer, Coop Himmelb(l)au etc....

- das hat einfach den Grund, daß die

Arbeitsteilung und das Resultat, das

man erzielen kann, viel schneller und

effektiver auf den Punkt kommt, und

man hat einen viel längeren Atem,

wenn es darum geht, wenn Situationen

kompliziert und schwierig werden.

Th.:

Auch von der eigenen Grenze und

der Individualdefinition weitet sich

deine Arbeit zur Kommunikation aus,

in einem Dialog, einen Dialog mit

Partnern, mit denen du arbeitest, einen

Dialog mit Architekten bis zu einem

Dialog mit dem Passanten, mit dem

Besucher.

Insofern ist in deiner Arbeit ein sehr

schöner Raum entstanden, der sich

permanent ausweitet.

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26.06.2003, 7:47:54 Uhr


aus der Serie „Sky“, Thomas Redl 2003, Farbfotographie, 240 x 160 cm

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26.06.2003, 7:44:40 Uhr


Österreichsischer Designer erhält internationale Auszeichnung

red dot - best of the best 2003

Von der Gesteinsbrechanlage zum Monitorobjekt

reicht das Wirkungsfeld des österreichischen Designers

Rainer Atzlinger. Der vielseitig tätige Designer studierte in

Linz an der Kunstuniversität bei Helmuth Gsöllpointner,

aus dieser Klasse sind mehrere erfolgreiche Designer

hervorgegangen. Von der Tradition oberösterreichischen

Industrie-design kommend, ausgestattet mit dem nötigen

Hand-werkszeug, realisiert Rainer Atzlinger Projekte für

namhafte Unternehmen wie zum Beispiel General Motors,

Greiner Verpackung M & M, Arcipak.TV. Er agiert in einem

vernetzten Team namens RDD industrial mit Kooperationen

in Berlin und Wien. Die prämierte Maschine, der

Powercrusher PC 1375 I von der Firma Hartl Powercrusher,

ist ein „Turbobrecher“; mit 40 t, 15 m Länge und 4 m

Höhe zerkleinert der Powercrusher 5 Lastwagenfuhren

Gestein, Asphalt oder Beton in einer Stunde, somit es eine

Hochleistungs-Recyclinganlage.

Der Preis red dot - best of the best ist einer der begehrtesten

Auszeichnungen in der Designwelt international und wird

vom Designzentrum Nordrhein Westfahlen jährlich vergeben.

Das österreichische Designer und Unternehmen immer

wieder mit beim red dot Bewerb erfolgreich sind, zeigt die

vorhandene Potenz der

österreichischen Szene.

www. rrd.at

www.powercrusher.com

www.arcipark.net

Martin Mostböck

Architekt/Designer, Arbeiten im Möbel-, Licht-,

Interior-, Umfeld- & Stadtdesign

Der Designer Mostböck entwirft unabhängig von einem

übergeordneten architektonischem Programm oder

Dogma, seine Objekte haben und behalten somit ihren

Eigenwert. Mit dem Architekten geht der Designer hinsichtlich

seiner Arbeitsweise und Grundeinstellung

analog, wobei er die Möglichkeit zu einer schnelleren

Umsetzung einer Idee innerhalb des Designs im

Vergleich zur Architektur – „die unmittelbare Ausdrucksfähigkeit“

– als Vorteil ansieht. Die Bandbreite

seines Schaffens im Design-Bereich umfasst ein

breitgefächertes Repertoire an Möbeln, Lampen und

„Dingen, die uns umgeben“. Mostböck entwirft im

Spannungsbereich von ständigem Experiment und einer

Pragmatik, die Sinn für das funktionelle Detail spüren

läßt. Das Experiment als treibender Motor ist gleichsam

Basis all seiner Arbeiten: „Bei gleichbleibender

Frage nach Material, Form und Funktion bleibt, wenn

Experiment und Risiko fehlen, die Entwicklung immer

angepasst. Die Frage der Nutzbarkeit, Funktionalität und

Material-wahl wird vom Experiment selbst beantwortet

und offenbart neue Möglichkeiten und Perspektiven.“

Gudrun Hausegger, aus dem Katalog „Martin Mostböck Möbel“

y3 polysymmetrische Sitzgelegenheit, als Hocker oder Couch verwendbar

Schaumstoffkern auf Tragkonstruktion mit Neoprenüberzug, Höhe 85 cm

entworfen 1996

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26.06.2003, 7:47:58 Uhr


Klaus Engelhorn

Galerie Engelhorn

1010 Wien

Frau Schulz

auf dem „big easy“

Frau Erika

Haarstudio von nebenan

Stubenring 22

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26.06.2003, 7:48:00 Uhr


32

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26.06.2003, 7:48:02 Uhr

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