ST/A/R_3

geraldkofler

Dritte Ausgabe der ST/A/R - Zeitung

Städteplanung / Architektur / Religion

Erscheinungsort Wien, Nr. 03, 2003-04

Städeplanung / Architektur / Religion

5,- Euro

1


Städteplanung / Architektur / Religion

ferdinand schmatz

STARGEDICHT ARCHITEKTURPROZESS

wir starten, zart, am platz,

der stern, ein star,

winkt fern und nah zugleich

- ihn sehen wir und gehen,

legen sein reden vom blatt

dem altar zu füssen,

stehen drauf und lassen grüssen,

bar, ganz bild und ton: den raum –

vom alfa bis zum omega

wird sein wagen wieder zum stern,

der uns bewegt, erregt zu drehen

die zeit in den raum ohne saum

- dort schaut:

die lacandona auf –

ein mädchen, weder heilig noch eilig,

dort bauen wir:

töchter wie söhne auf –

ein gekröne nicht nur von namen

- denn sie schlagen an den, ANDEREN, ton

aber den der nation - ha! – da:

öffnen wir unsere tür aussen wie innen,

schwimmen mit der arche tektonisch

- nicht nur elektronisch formen wir uns

im vor gang zum all, schreiten es ab,

doch ohne hast bleibt unser gang, federnd

ein rundes - procedere des erkundens -,

kein drehen im kreis, sondern ein entwerfen

von stadt: statt starre mitte - cyber city,

als merk mal im licht, nie matt

wiegt sie uns ein in sich: dich, mich,

weil sie tat ist, nicht geschichte mit adé

- ihr café lebt, ihr museum bebt, ihre brücke hebt

ab:

leute freunde

heute

los!

- (amigos, seis kein seufzen, sondern toben,

stoss im himmel, aber locker, jede stimme gern und

gross...)

ferdinand schmatz

shin, die neue stadt

ja panisch

schlag auf schlag

wie das glöckchen

überm geleise

ach rippen sinds

aus stahl

vibrierend

im herzen

reichen die zeichen

ins ich

zu neigen die kerzen

hinter das lid

dort

knistert papier

im pixel aller

ort

ist

was sich gestet

gestern wie heute

panisch so ruhig

immer im jetzt

IMPRESSUM:

ST/A/R printmedium

Europäische Zeitung für den direkten kulturellen Diskurs, erscheint 1/4 jährlich

Nr.: 03, 2003-04

Erscheinungsort Wien

Medieninhaber:

ST/A/R Verein für Städteplanung/Architektur/Religion

A-1080 Wien, Stolzenthalergasse 20/10

Herausgeber: Thomas Redl / Heidulf Gerngross

Grafik & Mitarbeit:

Micheal Rosenkranz, Julia Starsky, Christine Bernthaler,

Heidulf Gerngross, Thomas Redl, Juris, Mathias Hentz,

Angelo Roventa, Ruper Volgger, Herbert Wulz

Korrespondenten:

Ungarn: Zjoilt Wanger

Vorarlberg, Rumänien & Lettland: Angelo Roventa

Architektur International: Christine Bernthaler

Cover Foto: Anja Manfredi 2003

Druck:

Herold Druck und Verlag AG, Wien

Vertrieb: ST/A/R, Morowa

Aboservice unter www.star-wien.at

Bezugspreis: 5,- euro (inkl. Mwst.)

www.star-wien.at

ST/A/R dankt alle Beitragslieferanten, Mitarbeitern,

Unterstützern und dem BKA.

ST/A/R ist ein Gesamtkunstwerk und unterliegt dem Urheberrecht.

VORWORT

ST/A/R ist ein Zeitungspapier für den direkten kulturellen Diskurs,

ein primäres Medium, eine Struktur für schöpferisch Tätige.

Der Schwerpunkt ist das Energiefeld Wien, Budapest, Venedig,

Bukarest, Riga, etc ...

ST/A/R versteht sich als erweiterter architektonischer Raum, als

Gedankengebäude, durch das man hindurch schreitet und in dem

man einzelne Seiten wie in Gedächtnisräumen memoriert.

Als Speicher ist es ein Gesamtgefüge.

ST/A/R ist ein aktiver, medienkonvergenter Prozess, der auch

vernetzt und kreiert und sich von Wien ausgehend im Mittel- und

Osteuropäischen Raum ausbreitet.

Dank an das BKA für die Förderung.

ST/A/R stellt einen Erinnerungsraum der Gegenwart dar.

Thomas Redl / Heidulf Gerngross

Wien, 11/03


Städteplanung / Architektur / Religion

st/a/r

still / arvo / resonantia

ST/A/R Städteplanung/Architektur/Religion ST/A/R Stars/Art/Realization ST/A/R Strukturen/Arbeitsweisen/

Rekonstruktion Präsenz des Geistes, Absenz des Geistes, eine Stadt ohne die visuellen Maschinengewehre der

Werbung als Vision und Freiraum, autofrei, Topmanager barfußgehend auf dem heißem Asphalt, dort wo der Wind

aufhört herrscht brühtende Hitze ST/A/R Strukturen/Automatismus/Rekonstruktion Georg Bush, Tony Blair, Silvio

Berlusconi, niemand glaubt mehr, hier ist die Absenz des Geistes ST/A/R Stau/Arbeitslosigkeit/Rezession

Globalisierung als Machtwahnsinn, streunende Jugendarbeitslosigkeit als Folge des Nulldefizits, eine Elite als reich

und schön und glanzlos und kalt, gedeckt schweigend, Absenz des Geistes ST/A/R Solitarität/All/Revolution

Präsenz, Harmonie, Schöpferkraft, unendliches Jetzt, eine Nacht unter den Sternen atmen, außerhalb der

Krompression, reine Seen ST/A/R Saint Tropez/Admont/Rekawinkel, Bad Aussee, Ybbs an der Donau, Sankt Andre,

Wieselburg, Wien, Wiesen, Marchtrenk, Marakesch, Venedig, Budapest, Riga, Bukarest, Bregenz, Rom, P. P.

Pasolini das Herz der Vernunft, buddhistische Exilklöster in Nepal, Strassenkinder in New Dehli, ST/A/R

Städteplanung/Architektur/Religion eine goldene Kugel als Klangschale für Salzburg, ein archaischer Monolith aus

Beton schwimmend im Altaussee als Utopie versus Tradition, eine Basilika dell´ Arte im Herzen Europas,

Großzügigkeit, Freiraum, Leben mit wachen Augen augenblicklich, Zenbuddhismus als Hoffnung, Orpheus im

Hades, brennende Schiffe auf den Schultern des Orion, Loslösung aus dem Rad der Wiederkehr, Karma, Gnade,

Heilung, Erinnerung an die Zukunft, in deine Arme nehme ich mich und trage mich durch die Zeit, gehüllt vom Licht,

jede Sekunde eine Träne, jede Sekunde ein Gebet, wortlos an der Sonnengrenze.

Thomas Redl 30/11/03

* arvo - Arvo Pärt bezeichnet einen Großteil seiner Musik als Tintunabile, die Aufnahme „Alina“ definert er als

weißes Licht. Wenn dieses Licht im richtigen Moment den Zuhörer trifft, teilt es sich in die Spektralfarben.

Swami Vishnu -devananda


Städteplanung / Architektur / Religion

die Architektur und ich

Gesprächsausschnitte aus dem gleichnamigen Buch von Maria Welzig und Gerhard

Steixner: „die Architektur und ich. Eine Bilanz der österreichischen Architektur seit

1945 vermittelt durch ihre Protagonisten - Geboren in der Ersten Republik“, Wien

2003

Gustav Peichl

Welzig: Zusammen mit Ihren Studienkollegen aus der Holzmeister-Klasse, Hollein und Holzbauer, gelten Sie

sozusagen als das Triumvirat der österreichischen Architektur.

Gustav Peichl: Hans Hollein ist ein Freund von mir. Aber das ist was anderes als die Cliquen, die es gibt, da und

dort …, das war ja zu meinem Vorteil, dass ich mich nie jemandem ausgeliefert oder verkauft habe. Ich habe

meine Arbeiten gemacht. Ich habe nie einer Clique angehört, wurde teilweise beschimpft: Das hat mich erfolgreich

gemacht. Weil wir wissen ja, dass Feinde oder Gegner mit Stellungnahmen einen populär machen. Das ist

so, in allen Berufen, auch in der Architektur.

Roland Rainer

Welzig: War Ihr Vater Sozialdemokrat?

Roland Rainer: Ja. Und zwar einer von denen, die noch an soziale Ideen geglaubt haben. Soziales Engagement

und soziales Verantwortungsgefühl haben bei uns in der Familie absolut ein Fundament gebildet. Und das

Wohnungselend der damaligen Zeit war für mich sehr wohl ein Ansporn, das Gegenteil zu versuchen. Aber

meine Auffassungen von Kommunalpolitik und Sozialismus sind sicher ganz andere, als wir sie jetzt haben.

Welzig: Sind Sie an der Technischen Hochschule mit den innovativen Ideen der damaligen Architektur in

Kontakt gekommen?

Rainer: 1931 gab es eine Bauausstellung in Berlin, zu der wir als Studenten gefahren sind. Das war prägend,

denn dort waren die neuen Einfamilienhäuser von Mies, von Taut und so weiter zu sehen. Die Gedanken, die

damals nur an einzelnen Beispielen, an kleinen Häusern verwirklicht wurden, sind trotzdem geblieben. Diese

Rolle, die das Einfamilienhaus in der ersten Hälfte des Jahrhunderts spielte, als Versuchsfeld für neue

Gedanken, die wird es behalten, weil es ein kleines und billiges Objekt ist.

Harry Seidler

Welzig: Sie können jetzt fünfzig Jahre zurückblicken, wenn Sie versuchen würden, fünfzig Jahre nach vor zu

blicken, was wird außer der Energiefrage das Wesentliche sein?

Harry Seidler: It’s the development of technology that determines how things will look. Ein typisches example ist

Frank Gehry in Bilbao. So was kann man nur mit dem Computer zeichnen, so ein Gebäude ist unmöglich in

normal graphic projection zu zeichnen. Jede Stütze und jede Verankerung ist anders. Heutzutage spannt man

den Computer direkt in die Maschine, und die Maschine macht einem jedes Stück anders, ohne Problem.

Früher hat man immer gesagt, alle müssen gleich sein, dann ist es billig. Das ist immer noch der Fall, weil das

dauert lang, bis sich eine neue Möglichkeit durchsetzt, aber das kommt in unserem Jahrhundert. Die Kunst geht

hinauf und hinunter, in so vielen kulturellen Bewegungen, aber etwas ist der common denominator, der allgemeine

Nenner in der Entwicklung der letzten achtzig, hundert Jahre: Die Augen des heutigen Menschen suchen

nicht die Architektur einer Kiste. Weniger und weniger Leute wollen das, und wenn sie die Möglichkeit haben,

to have space, reagieren sie sofort positiv in diese Richtung.

Harry Glück

Glück: Wenn die wirtschaftliche und die gesellschaftliche Entwicklung so weitergeht wie in den letzten fünfzig

Jahren, würde ich, wenn ich heute in fünfzig Jahren Wohnungen planen könnte, sie sicherlich noch weit – unter

Anführungszeichen – „luxuriöser“ bauen als heute. Es ist doch sicherlich die Aufgabe des Architekten, die ihm

anvertrauten materiellen Mittel optimal für die auszunützen, für die sie bestimmt sind. Und ob das jetzt Produkt

heißt, Ware oder wie auch immer, ist wirklich nur ein Wortspiel.

Steixner: Es heißt, dass es uns noch nie so gut gegangen ist wie heute … Warum schlägt sich das eigentlich nicht

in der Qualität der Wohnungen nieder?

Glück: Was ich getan habe, war ja der Versuch nachzuweisen, dass das nicht so sein müßte. Es sind im Verlauf

dieses Jahrhunderts die


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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

wettbewerb 20er haus

gewinner: adolf krischanitz

st/a/r favorit: alzinger / thomczyk

das 20er haus (architekt: karl schwanzer) war zuerst bei der weltausstellung 1958 in brüssel aufgestellt,

wurde dann zerlegt und in wien mit veränderter anordnung der teile neu aufgestellt.

für die adaptierung und erweiterung schlagen wir die neuerliche zerlegung und eine neuaufstellung

vor: der hauptpavillon nunmehr direkt an der arsenalstrasse mit offenem erdgeschoss und

innenhof, der nebenpavillon und die neubauteile zurückgesetzt. es entsteht ein tiefer vorplatz.

heimo zobernig konzipierte einen monolithischen sockel als basis für das gebäude, der neben

vorplatz und skulpturengarten auch einen teil der arsenalstrasse mit einbezieht.

thomas alzinger, andreas thomczyk, mit roger bundschuh / architektengemeinschaft balser,

heimo zobernig (umgebung), werkraum wien (statik), brendel ingenieure (haustechnik), gerhild

stosch (bauphysik), gerhard düh (brandschutz), paul mayr, georg pamperl (visualisierung)

1 hauptpavillon

2 nebenpavillon (kino)

3 neubau (cafe, veranstaltung, büro, etc.)

4 "sockel" von heimo zobernig

2 3

1

2

2

1

arsenalstrasse

4

1

arsenalstrasse

brüssel 1958 wien 1962 2003

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Städteplanung / Architektur / Religion

Forschungsrichtung: ZeitRaum Wüste

: Transfer

Oktober 2003. Libyen-Research / Kunst- und Wissenstransfer / Institut für Medienkunst / Universität für angewandte Kuns

Mostafa Mohamed, Ulrich Dertschei, Georg Russegger, Moulay Bota Dafa.

Vorne: Mohammed Shtiwi, Ahmed Doddow, Salah Mostafa, Aissa Osman, Bilal Sidi Ibrahim, Ivo Kocherscheidt.. Phase I: Tra

Bild 1: Schlange Bild 3: Gruppe Nicht im Bild: Ernst Strouhal, Burghart Schmidt.

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Städteplanung / Architektur / Religion

Bild 2: Felsen

t Wien: Elfie Semotan, Eva Thebert, Christian Reder, Ingrid Reder, Verena Holzgethan, Magda Tothova, Michael Hoepfner,

nsferprojekt Damaskus (Springer Wien New York 2003) Phase II: Time / Space Sahara (Springer Wien New York 2004)

Fotos: Elfie Semotan

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Städteplanung / Architektur / Religion


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Städteplanung / Architektur / Religion

SCHWEIN GEHABT

RICHARD KAPLENIG

Eröffnung RAIBA Kötschach 2003

Heidulf Gerngroß, Werner Lexer, Richard Kaplenig

Ursprung des Schweins

GRUNZ!

?

.

WAS ZUM GEIER SOLL DAS

ALLES?

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Städteplanung / Architektur / Religion

Bruno Ott - Rahmenmacher - Material Holz

”Der Rahmen soll das nicht sichtbare Element sein. Im Hintergrund bleibend ist er der Abschluß, die Ergänzung.

Es geht darum, in Dialog mit den Bildern zu Treten und dabei sichtbar / unsichtbar zu bleiben. Mit Rahmen hängt

sich´s Bild besser.”

Bruno Ott

Peter Zolly

Every man dies differently,

just as every man lives differently

Einladung: 5. 12. 2003 18h

Neue Arbeiten von Peter Zolly

Dauer der Ausstellung: 6.12. 03 - 6. 1. 04

Vienna Paint Sandwirtgasse 11 1060 Wien

EVERY MAN DIES DIFFERENTLY, JUST AS EVERY MAN LIVES DIFFERENTLY

SELBSTPORTRAIT (IN CHESTERFIELD)

Wobbel

Rad, High Racer

unabhängiger Anhänger

Hanoskop

DAVID MOISES

APPARATE · VEHIKEL · INSTRUMENTE

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Städteplanung / Architektur / Religion

BUDAPEST

Hajo a hidon

Ez a public art objekt 2002 aprilis elejen

egyben politikai akcio is volt.

„ Egy hajoban evezünk – Szavazz! “

olvashattak a hajo oldalan a valasztasok

elötti napokban a varos lakoi. A projektet a

Soros Alapitvany

“ Hogyan legyünk polgarok? “ palyazata

mellett maganadomanyok finansziroztak.

Schiff auf der Brücke

Dieses Public Art Objekt - Anfang April

2002 - war gleichzeitig auch eine

politische Aktion.

Wir sitzen im selben Boot - Wähle ! -

konnten die Bewohner der Straße auf dem

Rumpf des Schiffes vor den Wahlen lesen.

Das Projekt wurde aus den Mitteln des

Wettbewerbes „How to be a citizen?“

der Soros Foundation und durch

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Privatinitiativen finanziert.


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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Wie bauen?

Das Buch

der Moderne

bis 02. Februar 2004

Architektur des 20. Jahrhunderts

aus der Sammlung Marzona

In der Ausstellung "Wie bauen?

Das Buch der Moderne" werden rund

500 Publikationen aus der Sammlung

Egidio Marzona gezeigt, die in Summe

ein differenziertes und vielschichtiges

Lesebuch zur Architektur des 20.

Jahrhunderts, ihren Leitbildern, Ideen

und Publikationsweisen bieten.

Demnächst im Architekturzentrum Wien:

ab 04. März 2004: a_schau

Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

ab 01. April 2004: THE AUSTRIAN PHENOMENON

Konzeptionen Experimente. Wien Graz 1958-1973

Nehmen Sie "Das Buch der Moderne"

selbst in die Hand: Um Ihnen eine individuelle

Lesart und haptische Erfahrungen

zu ermöglichen, stehen Ihnen einige der

raren und wertvollen Bücher in der

Ausstellung zur Benutzung zur

Verfügung, zusätzlich kann mithilfe von

Reprints eine vertiefende

Auseinandersetzung stattfinden.

Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1, im MQ, A-1070 Wien, täglich 10 - 19 Uhr, mittwochs 10 - 21 Uhr, T++43-1-522 31 15

www.azw.at

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Städteplanung / Architektur / Religion

SISSI FARASSAT - - GRÜSSE AN SISSI NACH WIEN - - POSTKARTEN NR 13 - - SEPTEMBER - OCTOBER - NOVEMBER - - THE GRAND CHELSEA - - 270 WEST 17TH STREET - - APPARTMENT 20C

NEW YORK, NY 10011 - - 2003

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Städteplanung / Architektur / Religion

RIO DE JANEIRO

OSKAR NIEMEYER SCHULE - VERLASSEN IN DEN FAVELAS - 2003

alzinger thomczyk

as_architecture

atelier 72.14

atelier treusch

auslage in arbeit

awg_ alles wird gut

baubüro leopoldstadt

con:

DUD_forian haydn

ESCAPE*spHERE

gh3

holodeck.at

loop_ing

©Christine Bärnthaler

INNERE SZENE WIEN SEIT (ISZW) 2001::: GALERIE NOMI, NEUE WELT DER KUNST, ST.

PETERSBURG (RUS) - ERÖFFNUNGSAUSSTELLUNG --- MUSEUM DER KUNST, TALLIN (ESTLAND) -

BEGLEITET U. BETREUT VON RATAPLAN --- MAK NITE, MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST, WIEN (A) --- 40.000

GRATIS CD-ROM EXEMPLARE IM MAGAZIN WOHNEN, DEUTSCH --- GASTPRÄSENTATION ARCHITEKTURBIEN-

NALE VENEDIG - AUF EINLADUNG V. HEIDULF GERGROSS --- AUSSTELLUNGSTOUR DES ÖSTERREICHISCH-

EN KULTURFORUM NEW YORK.::: ROGER WILLIAMS UNIVERSITY, BRISTOL RHODE ISLAND, USA -

CHRISTINE BÄRNTHALER MIT

ISZW am 17. ARCHITEKTURKONGRESS IN RIO DE JAN

NORTHWICH UNIVERSITY, DIVISION OF ARCHITECTURE AND ART NORTHFIELD, VERMONT --- UNIVERSITY

OF UTAH, GRADUATE SCHOOL OF ARCHITECTURE, SALT LAKE CITY, UTAH

ZUR ZEIT IN ::: WASHINGTON STATE UNIVERSITY, SCHOOL OF ARCHITECTURE - PULLMANN, WASHINGTON

manka*musil

NIN.design

noncon:form

ott + ott

phase 1

plan_B

planhaus

pool

PPAG

propeller z

querkraft architekten

rainer pirker ARCHItexture

RATAPLAN

reisinger scheurecker

schmid & boese

spiluttini architecture

sputnic

stiefel

summer martin

thinkarchitecture

thomas herzig

transparadiso

urbanFISH.architects

urs bette

vie-a2

werkraum wap (rahm)

wolfgang koelbl

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the next ENTER prise

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Städteplanung / Architektur / Religion

GOSHA IN WIEN

EIRO 2003

TEXTE UND FARBEN

AUF

WWW.PODROOM.AT

ARCHIV

PHOTOCREDITS RIO:::

1 - Le Corbusier & Niemeyer

2 - Copacabana

3 - Petrosol Building

4 - ISZW im Solar Grandjean de

Montigny

5 - Martin Brothers

6 - Österreichisches Konsulat an

der Copacabana

7 - Favelas

8 - Ipanema Bum Bum

© C. Bärnthaler 2003

7

8

SUPERHEROES :::

Gerhard Fresacher, Oliver Welter und Gosha

Ostretsov

© Superheroes, 2000

DIE NEUE REGIERUNG:::

Gosha Ostretsov in Wien, Noever Treppe,

Parlament, MAK Cafe

© C. Bärnthaler, 2000

SUPERHEROES IM PODROOM & GO-

SHA IN WIEN ORGANISIERT VON VALIE

GÖSCHL & CHRISTINE BÄRNTHALER

ISZW CD-ROM MIT 45 WIENER ARCHI-

TEKTUR ATELIERS ERHÄLTLICH BEI

PODROOM, podroom@t0.or.at, 11 €

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so ha

yoga tanz

musik: se

regie: and

tänze

Städteplanung / Architektur / Religion

Todos interactuamos a traves de una sola cosa en comu

ando una persona exhala, otra inhala ese aire, al mismo

algo de los demas queda dentro de uno y algo de uno q

de manera inconsciente. Yoga nos hace tomar concien

donos, uniendonos.

Natalia

Ser concientes de nuestra existencia solo nos toma uno

silencio,de sentir que la respiración simplemente nos s

voluntad y así poder llegar a un verdadero encuentro c

de los pensamientos,diferenciarnos de las tendencias n

ego,simplemente observaándonos de manera pasiva.....

cede .....y el amor lo supera todo.

Virginia

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Städteplanung / Architektur / Religion

MTV

s pocos minutos....de

cede más allá de nuestra

on uno mismo...Descansar

egativas de nuestro

Y siempre algo mágico sugroup

buenos aires

performance

rgio vainikoff

rea spinadel

rinnen: natalia allende

virginia tronetti

TNT

n, nuestra respiracion. Cutiempo

exhala y otra inhala,

ueda dentro de los demas,

ia liberandonos, acercan-

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Städteplanung / Architektur / Religion

NEUERSCHEINUNG

URBAN UNCONSCIOUS

BUS architektur & friends

HOMAGE AN CLAUDIO JOSE BLAZICA -

BUENOS AIRES 1956, WIEN 2002

© LICHTWITZ

© EDITH BERGMANN

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Städteplanung / Architektur / Religion

mdf, puder, lack, haar

sabine ott

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Städteplanung / Architektur / Religion

Birgit Sauer, o.T., Nirosta, beweglich

Natura Morte

oder mit Kunst leben

Der Skulpturengarten des Galeristen

Stefan Brunnhofer

Der langen Tradition historischer Kunstgärten folgend hat der Galerist

Stefan Brunnhofer einen Skulpturengarten eingerichtet, der zeigt

wie man mit Kunst wie selbstverständlich leben kann. Locker und

unverkrampft gruppieren sich die Objekte im Garten. Sie wirken wie

einfach abgestellt, bilden aber zusammen jene Atmosphäre, die schon

immer Betrachter und Sammler wie auch Produzenten inspiriert hat.

Man spürt das hier einfach mit den Objekten gelebt wird und dies läßt

die museale Verkrampfung vergessen, die in den heiligen Hallen der

Kunstpräsentationen oftmals entsteht. Beim Verweilen im Garten

ertappt man sich dabei, eifrig in seinem Kopf Pläne zu schmieden und

Entwürfe zu memorieren, die irgendwann die Initialzündung sein werden,

um einen eigenen „Kunstgarten“ zu realisieren.

Zu sehen sind Arbeiten von nationalen wie internationalen

KünstlerInnen unter anderem Tone Fink, Alfred Hrdlicka, Erwin Reiter,

Osamu Nakajima, Werner Buchberger.

Osamu Nakajima, o.T., osttiroler Serpentin

Judith Moser, Textkörper, Beton

Skulpturengarten Galerie Brunnhofer

4223 Katsdorf, Gusenstrasse 12

jährlich eine Ausstellung von Mai bis Oktober

(von Autobahnabfahrt Linz 15 Minuten im nahen Mühlviertel gelegen)

Galerie Brunnhofer Linz, Hafenstrasse 33

aktuelle Ausstellung - Moritz Götze (bis 10. Jänner 2004)

Galerie Brunnhofer Salzburg, Franz Josef Kai 3

aktuelle Ausstellungsreihe - Positionen 1-4 (bis Ende Februar 2004)

Kontakt: Stefan Brunnhofer, Tel: 0664.3818104

art@brunnhofer.at, www.brunnhofer.at

Johann Jascha, Er, Sie, Es, Niroster

Fotos & Text: Thomas Redl


Städteplanung / Architektur / Religion

GÜNTHER FEUERSTEIN

Lassen sie mich, in gebotener

Kürze vier Ereignisse, vier

Sternstunden zitieren, es sind

Grenzübergänge – von denen

heute so viel geredet wird –

Gsöllpointner hat sie vollzogen.

Ereignis 1:

Von der Skulptur zur Industrie.

Gsöllpointner geht in die Voest –

Vereinigte Österreichische

Stahlwerke, vormals Hermann

Göring-Werke.

Kunst und Gesellschaft, Kunst und

Industrie: Hunderte Diskussionen,

Symposien, Theorien, Artikel – ja,

das muss wohl auch sein. Aber

Gsöllpointner hat es einfach

gemacht. Er hat zuerst, schon 1955,

seinen eigenen Werkplatz, dann

den der Studenten in der Industrie

aufgeschlagen, konfrontiert mit einer

einmaligen Atmosphäre, mit einer

Objektwelt von ungeheurer

Faszination, er ist eingetreten in den

Dialog mit der Produktion, er war

präsent in einer ganz anderen Welt

jenseits der Künstlerateliers.

Ereignis 2:

Von der Skulptur zum Design:

Jahrzehntelang haben die Bildhauer

und die Designer einen großen

Bogen voreinander gemacht –

obwohl sie ein großes

Gemeinsames haben: Das greifbare

Objekt in unserer Welt. Wohl, Ausnahmen

hat es gegeben: Max Bill,

Constantin Brancusi, Philipp Starck

heute.

Gsöllpointner hat richtig erkannt -

und vielleicht sich selbst korrigierend

dass eine breite Schneise von der

Skulptur zum Design geschlagen

werden muss – nicht für sich selbst,

sondern für seine Studenten hat er

diesen Weg gewiesen. Nach dem

„Forum Metall“ von 1977 hat er

1980 das „Forum Design“ initiiert,

Laurids Ortner ist ihm dabei zur

Seite gestanden. Es versteht sich

von selbst, dass Gsöllpointner sich

vom Styling, von der Ästhetisierung,

von der industriellen Bevormundung

in seinem Begriff des Designs entfernt

hat und in eine großartige

Expansion ausgegriffen hat.

Ereignis 3:

Von der Skulptur zur Architektur:

Der Begriff einer plastischen, einer

skulpturalen Architektur an der

Grenze zwischen Bauen und

Modellieren ist uns längst geläufig.

Österreicher haben zu dieser Szene

entscheidende Beiträge geleistet:

Rudolf Steiner, Friedrich Kiesler,

Fritz Wotruba, Günther Domenig

u.a..

Sie alle waren weitgehend einer

expressiven Formensprache verbunden,

die Bauten waren modelliert,

frei geformt.

Gsöllpointner hingegen überschreitet

die Grenze an einer ganz anderen

Stelle: Seine architektonischen

Assoziationen kommen nicht von

der Figur, vom Körper, sondern vom

Apparat, vom Gerät, von der

Maschine und damit nähert er sich

einem der Hauptstränge der zeitgenössischen

Architektur, die nicht

sehr glücklich als „hightech“ –

Architektur bezeichnet wird. Aber

Gsöllpointner spannt den Bogen


Foto: A. G. Thaler

Günther Feuerstein, Helmuth Gsöllpointner, Peter Noever;

bei der Eröffnung der Ausstellung in der MAK Säulenhalle

ERÖFFNUNG IM MAK

Ausstellung Helmuth Gsöllpointner

02.09.2003

auch weit zurück, zu einer

Architektur, die von der Geometrie,

von der Stereometrie geprägt wird

und die expressiv und präzise

gleichzeitig war, zu Kasimir

Malewitsch, zu De Stilj und zum frühen

Le Corbusier, der die „reinen

Formen unter dem Licht der Sonne“

preist.

Aber was macht Gsöllpointner an

diesen reinen Geometrien?

Michelangelo hat einmal formuliert,

dass ja alle Figuren im Steinblock

schon drinnen sind, man muss nur

das überflüssige Material entfernen.

Auch in Gsöllpointners Blöcken sind

alle Figuren schon enthalten – man

muss nur, mit einiger Geduld, die

Drahterosion*) durch den Körper

schicken – und schon kriecht die

Skulptur heraus, bereit für tausendfache

Metamorphosen.

Die schöne alte Theorie, dass jede

Form auch die ihr adäquate

Dimension, das entsprechende

Material aufweisen muss, ist längst

überholt. Gsöllpointner zeigt uns

den Irrtum

dieser These: In kleinen, handlichen

Skulpturen und in gewaltigen,

aufregenden Elementen manifestiert

sich eine ganz ähnliche

Formensprache. Aber wir kennen

diese Dialektik aus der Geschichte

und hier erschließt sich

Gsöllpointner als ein – absolut

ehrenhaft verstandener – Interpret

der Tradition: Die preziösen, subtilen,

feinsinnigen Metallobjekte

schließen mühelos an das

Biedermeier, vor allem aber an die

Wiener Werkstätte an, deren 100-

Jahr-Jubiläum wir heuer begehen.

Und das Kontrastprogramm: Die

imperiale Geste der

Ringstraßenarchitektur lebt fort in

den monumentalen Türmen, die hier

im MAK stehen – und im Maßstab

statt 4 m auch 400 m haben könnten

– wie die Wolkenkratzer unserer

Zeit.. Aber Gsöllpointner geht auch

in die Horizontale, und um diese

Stadt, die vor uns liegt, denn nichts

anderes ist es, kann ihn jeder

Architektur-Utopist beneiden:

Räume, Formen, Vielfalt, Dramatik,

Veränderung, Erlebnis, Stimulation,

Phantasie – kurzum: Stadt.

Bleiben wir aber bei den

Dimensionen, die wir hier sehen,

dann hätten wir den Wunsch, diese

Gebilde im öffentlichen Raum zu

sehen, in einem Dialog mit Stadt

und Architektur. Aber Gsöllpointner

irritiert uns mit dem Material.

Das Holz, mit dem die Japaner ihre

zauberhaften Geduldspiele machen,

lässt er aus. Der Edelstahl liegt

schwer und bedeutsam in der Hand.

Und aus Polystyrol – ein mir zutiefst

unangenehmes Material zur

Erzeugung von Gänsehaut – wird

von Gsöllpointner in den phantastischen

Bauten nobilitiert. Mühelos

erreicht er damit das perfekte, blendende

Weiß, um das der

Internationale Stil der 20er, 30er

Jahre gerungen hat.

Ereignis 4:

Von der Skulptur zur

Dramaturgie:

Der Expressionismus setzt die

ersten Schritte, um der quälenden

Erdgebundenheit der Architektur zu

entkommen: Die kraftvoll in den

Raum vorstoßende Schräge, beinahe

aggressiv, wird zu einem Topos

der baulichen Dynamik – selten

genug realisiert. In Gropius´ März-

Gefallenen-Denkmal in Weimar, in

El Lissitzkys Rednertribüne, in

Laurids Ortners Nike in Linz, im

Oeuvre von Domenig, Gehry,

Hollein, gelingt den Künstlern das

Ausbrechen aus der rektangulären

Statik.

Diese Versuche der

Grebzüberschreitung aber sind allen

bildenden Künsten, die Architektur

miteingeschlossen, gemeinsam:

Von der Statik zur Dynamik, von der

Ruhe zur Bewegung, vom Raum

zur Dramaturgie, vom Körper zur

Szene. Und damit vollzieht sich ein

elementares Ereignis: Der Faktor

Zeit gewinnt in den bildenden

Künsten jene Bedeutung, die er bislang

nur in den darstellenden

Künsten, in Tanz, Musik,

Schauspiel, Literatur inne gehabt

hat. Skulptur und Architektur werden

zu dramaturgischen Kategorien.

Diese Expansion vollzieht

Gsöllpointner in seinen späten

Arbeiten: Es gibt nicht mehr nur ein

visuelles und „richtiges“

Augenblicksbild, einen künstlerischformalen

Zustand wie in der traditionellen

Skulptur, vielmehr ist das

visuelle Derivat in einer ständigen

Modifikation begriffen, es gibt nicht

mehr nur ein Kunstwerk, sondern

deren Tausende in einem einzigen

schöpferischen Objekt.

Aber zum Unterschied von der kinetischen

Kunst, die wir spätestens

seit den 20er Jahren kennen,

kommt noch ein entscheidender

Faktor dazu: Die Bewegung wird

nicht von einem Motor gesteuert, ist

nicht vom Künstler programmiert,

sondern wird – potentiell zumindest

– vom Betrachter durchgeführt. Das

bedeutet nun eine weitere

Expansion, die wir bislang auch nur

vom Tanz, von der Musik, von der

Bühne her kannten: das Spielerisch-

Bewegte. Der Betrachter, Benützer,

Besitzer des Kunstwerkes selbst

verändert nun das Objekt nach

eigenem Gutdünken und wird somit

zum Mitschöpfer des Artefaktes.

Aber wenn Gsöllpointner selbst

diese Veränderungen zelebriert,

dann wird er zu einem Magier – und

zu einem Zauberer am Jahrmarkt

mit viel Humor und Ironie. Wie schade,

dass im Museum berühren,

geschweige denn spielen, verboten

ist.

Soweit also zu

Gsöllpointners Ereignissen...

*) Anmerkung der Redaktion: mittels

Drahterosion werden die Polystyrol-Blöcke

geschnitten


Städteplanung / Architektur / Religion

Foto: Josef Pausch

Helmuth Gsöllpointner

43


Städteplanung / Architektur / Religion

Foto: Josef Pausch

DIE INNERE ORDNUNG MITGEBEN

Gudrun Hausegger

(G.H.):

Kunst sollte alle Lebensbereiche

durchdringen, war immer ihr ideologisches

Credo, das sie nicht

nur propagierten, sondern auch

selbst aktiv betrieben: Ihre

Initiative, die Abteilung für

Metallplastik in den

Werkstättenbereich der Voest einzugliedern,

hat ja in weiterer

Folge die Basis zur Gründung der

Linzer Hochschule für künstlerische

und industrielle Gestaltung

im Jahre 1973 gelegt. Diesen wichtigen

erziehungspolitischen

Impuls koppelten sie mit ihren

zahlreichen kulturpolitischen

Aktivitäten, wie der Konzeption

von schrittweisenden

Ausstellungen – ich denke nur an

Forum Design im Jahre 1980.

Heute ist ja auch im Lehrplan der

Kunstuniversität Linz fest verankert,

dass Kunst Anschluss an die

Praxis findet. Was sind ihrer

Meinung nach die Möglichkeiten,

aber auch Schwierigkeiten, die

diesen Prozess fördern bzw.

behindern? Welche Entwicklung

würden Sie sich für die Zukunft

der Universität Linz wünschen?

Helmuth Gsöllpointner

(H.G.):

Zunächst möchte ich schon klarstellen,

dass ich mich auf gar keinen

Fall in die Universitätspolitik

einmischen will, jetzt da ich seit

zwei Jahren emeritiert bin. Aber

es stimmt, dass ich immer darum

bemüht war, Kunst und Industrie

zu verbinden, das kommt ja aus

meiner eigenen Geschichte. Als

junger Abgänger der Wiener

Hochschule für Angewandte

Kunst war meine Arbeit bei der

Voest ja nur als ein vorübergehender

Geldjob gedacht—aus dem

dann eben 30 Jahre wurden. Aber

mir war meine Position als

Künstler immer wichtig. Ich

denke nur an die 10 Jahre, als ich

mit Mitstreitern darauf hinarbeitete,

dass aus der Kunstschule eine

Kunstuniversität wird. Da haben

wir mit ziemlich vielen spektakulären

Aktivitäten und Arbeiten das

Handwerk sozusagen zum

„Klappern gebracht“ und damit

gezeigt, dass wir in der Voest auch

Designer waren. Ich hab damals

für die Voest auch einige

Veranstaltungen in diese Richtung

lanciert. Bei einer Ausstellung am

Betriebsgelände zum Beispiel

stellten wir Voest-Objekten, diesen

gewaltigen Gusskernen, Plastiken

von damals namhaften zeitgenössischen

Künstlern gegenüber. Das

war ein wirklich grosser kultureller

Identifikationsfaktor für die

Voest. Und den Leuten hat das

gefallen, dass man in der

Ausstellung oft nicht wusste, was

denn jetzt das Kunstobjekt ist,

und was das technische Objekt.

Solche Veranstaltungen hab ich

dann später, als wir schon

Hochschule waren, für die Stadt

Linz weitergeführt, wie eben das

„Forum Metall“, das ich 1970 als

kulturelle Identifikationsachse für

die Stadt organisierte, oder 1980

das „Forum Design“.

Aber um auf Ihre Frage nach der

momentanen Lage zurückzukommen,

manchmal habe ich schon

das Gefühl, dass durch die digitalen

Medien der Umgang mit der

Dreidimensionalität zu kurz

kommt, dass die haptischen

Qualitäten, die Materialhaftigkeit,

verloren geht. Ich selbst hab ja

noch keinen Zugang zur

Computertechnologie und zu den

neuen Medien gefunden. Ich sag

immer, mir fehlt der „Code“,

diese neue Kunst zu beurteilen,

der muss einem ja auch einmal

erklärt werden. Meine Kriterien

sind noch immer die althergebrachten,

wie Komposition,

Spannung und Gestik. Aber ich

bin fest überzeugt, dass hier ein

richtiger Weg gefunden wird.

G.H.: Aber der Einsatz des

Computers spielt bei der

Ausführung ihrer Arbeiten ja

auch eine nicht unbedeutende

Rolle.

H.G.: Ja, das stimmt schon, aber er

ist blosses Hilfswerkzeug. Ich

selbst beherrsche den Computer

überhaupt nicht.

G.H.: Das tut Frank Gehry auch

nicht, und die Ausführung seiner

Bauten wären ohne Computer

nicht mehr denkbar.

H.G.: Ja, eine lustige Parallele,

wenn Sie so wollen. Trotzdem

meine ich, dass der Computer bei

mir einen anderen Stellenwert

einnimmt. Er hilft, die Arbeit zu

präzisieren. Oft ergeben sich

dabei unerwartete Resultate und

Varianten, das ist dann immer ein

erfreulicher Nebeneffekt.

G.H.: Wie entstehen denn ihre

Entwürfe? Visionieren sie ihre

Formen vorab?

Ja wie soll ich sagen, ich zeichne

und skizziere schon sehr viel

vorab. Oft sind es einfache

Skizzen, die mir helfen die

Systemvorstellung zu memorieren.

Die können oft ins Detail

gehen, damit ich verstehe, wie

denn die Teile untereinander

funktionieren. Manchmal sind es

auch Formvisionen, die aus der

Technik kommen. Manchmal

zeichne ich aber auch nur freie

Assoziationsskizzen. Und umgekehrt

macht es mir oft Spass,

wenn das Stück fertig ist, dass ich

es abzeichne. So wie ein

Landschaftsmaler, zeichne ich die

eigene Plastik dann in verschiedenen

Positionen ab. Und das geb

ich dann auch zu, dass es nicht

eine Eingebung vorab war.

G.H.: Viel ist über ihre Objekte

und deren architektonische

Dimension diskutiert und

geschrieben worden. Und Ihre

Personale im MAK hat diesen

Aspekt ja gewaltig unterstrichen.

Es hatte auch wirklich eine eigene

Spannung, von der der Bionik verbundenen

Architektur eines Greg

Lynn zu ihren „Mikromodellen

möglicher Architekturen“, wie

Pascal Schöning es beschreibt,

weiterzugehen. Wie sehen sie

selbst ihre Arbeiten im Kontext

mit Architektur?

H.G.: Ich weiss, in diese Richtung

ist viel diskutiert worden. Ich prinzipiell

sehe meine Arbeiten als

freie Objekte, die man als

Kunstobjekte als auch als

Funktionsobjekte bezeichnen

kann. Die Nähe zur Architektur ist

sicherlich gegeben, schon allein

durch die grosse raumgreifende

Dimension, die ungeheuer wichtig

ist für meine Arbeiten. Es ist vor

allem eine Dynamik zwischen

geschlossenen und offenen

Systemen, zwischen Negativ- und

Positivformen. Man spürt die

Korrespondenz zwischen den neuentstehenden

Formen mit den

zurückbleibenden Negativformen,

die mir selber sehr wichtig ist,

und die sicherlich auch andere

spüren. Der Sprachwissenschafter

Siegfried Korninger hat zum

Beispiel einmal zu mir gesagt, als

er das Innenleben und die

Variabilität des MAX-Würfels

gesehen hat: Du, jetzt sehe ich

zum ersten mal das, was ich ein

Leben lang in der Sprache versucht

hab zu zeigen, ganz klar

dreidimensional vor mir.


Städteplanung / Architektur / Religion

ST/A/R schlägt eine Realisierung der Großplastiken (derzeitige Material

Polystyrol) in Carrara Marmor vor und Helmuth Gsöllpointner dabei

tatkräftig unterstützen.

G.H.: Er meinte den sprachlichen Raum?

H.G.: Ja, er hat die der Geometrie innewohnende

Ordnung und Hierarchie auf die Sprache übertragen.

G.H.: Noch eine abschliessende Frage: Was sind

denn jetzt nach ihrer Emeritierung und der grossen

Ausstellung im MAK ihre Ziele und

Wünsche für die nahe oder ferne Zukunft?

H.G.: Auf der einen Seite möchte ich meine

Arbeit im gestalterischen Bereich fortsetzen,

indem ich nicht nur sponsoring betreibe, sondern

aktiv Firmen Arbeiten anbiete. Ich hab

diesbezüglich im Moment auch mehrere

Projekte in Auftrag. Auf der anderen Seite

würde ich gerne, die Ausstellung im MAK, mein

Manifest sozusagen, mit einem theoretischen

Werk abrunden. Ich denke da an eine

Publikation mit Texten von mir selbst. Auch

viele meiner Zeichnungen sollten da hinein.

Mein theoretischer Zugang sollte so klar werden.

Denn es war vor allem immer mein grosses

Anliegen als Lehrer meinen Sudenten die „innere

Ordnung“ eines Kunstwerkes verständlich zu

machen und mitzugeben.

Gudrun Hausegger im Gespräch mit Helmuth

Gsöllpointner

November 2003

VITALE MONUMENTALITÄT*

*) Bei der ersten Begegnung mit den Skulpturen

Gsöllpointners entstand spontan der Begriff „Vitale

Monumentalität“, der die Arbeit für mich am besten

umschreibt. (Thomas Redl, ST/A/R)

Foto: Josef Pausch

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Städteplanung / Architektur / Religion

panta rhei

Text: Hildegard Marek

Nach Thales von Milet war das Wasser das erste aller

Elemte, das archè, das, weil es den abgrundtiefen Schoß

verkörpert, die anderen beherrscht.

Mythisch betrachtet symbolisiert es den Uranfang alles

Seienden. Es ist die Quelle allen Lebens, das aus ihm emporsteigt,

zugleich aber auch ein Element der Auflösung und

des Ertrinkens.

DIE RESSOURCE WASSER /

WASSER ALS URELEMENT

Von

jeher hat das Urelement Wasser die Menschen beschäftigt.

In seiner Allgegenwärtigkeit dort, wo es einfach nur da ist,

verfügbar im Übermaße, und ebenso dort, wo es knapp ist.

Seine Funktion als Nahrungsmittel, also der reale Aspekt des Wassers,

auch der Aspekt seiner Präsenz, im ureigensten Sinn war und ist den

Menschen Lebensspender.

Menschen siedelten sich dort an, wo es Wasser gab und dort, wo sich

Menschen ansiedelten, wurde das Wasser Auslöser kultureller und institutionaler

Anstrengung.

Mit Hilfe von Wasser entstand das, was wir heute Zivilisation nennen, ja

es hat hier sogar großen Organisationscharakter.

Das Fassen von Quellen und Regulierungen von Wasserläufen diente zur

Urbarmachung unfruchtbarer Sümpfe, aufwändige Leitungssysteme versorgten

und vernetzten die Menschen in ihren Ansiedlungen. Und

Wasserwege selbst ermöglichten es, zu neuen Ufern aufzubrechen, um

Waren und kulturelle Leistungen auszutauschen.

Heute im Zuge von globalen Verflechtungen gewinnt das Wasser neue

Bedeutung als politische und ökonomische Ressource. Die

Verfügungsmacht über Wasser wird laut Experten einen bedeutenderen

Einfluß auf politische Stabilität haben als noch in Jüngster Zeit das Erdöl.

Debatten um die Kapitalisierung reinen Quellwassers und den Verkauf

von Wasser als Mittel zur Budgetsanierung jener Gebiete mit reichem

Vorkommen sind wohl erst der Anfang einer Dikussion, die in Zukunft

heftig geführt werden wird.

ARCHITEKTUR UND WASSER;

WASSER UND ARCHITEKTUR

Architektur und Wasser, das Feste und das Flüssige, erscheinen zunächst

als Gegensätze und nach allgemeinem Verständnis besitzen Architektur

und Wasser antithetische Eigenschaften: Architektur ist statisch und

opak, Wasser dynamisch und transparent. Doch Gegensätze ziehen sich

an und bilden oft eine Symbiose und mögliche gestalterische Räume.

Der Bogen spannt sich von frühen Pfahlbauten und den Impluvien römischer

Atriumhäuser, von der Bautechnik und Architektur der römischen

Wasserleitungen/Aquädukte über mittelalterliche Mikwen, Wasserspiele

in Gartenanlagen der Renaissance, z.B. Ledoux, das Flusswächterhaus in

Chaux bis hin zu Flugzeugträgern oder zeitgenössischen Spassbädern.

Das sind nur einige Beispiele, es gibt noch unzählig andere zu nennen.

Jedenfalls ergeben sich bei der Betrachtung drei Matrices: „Architektur

im Wasser - Wasser in der Architektur“, „Wasser – Land“ und „Eis –

„Man kann nicht zweimal im selben Fluß baden: In seinem Innersten teilt das

Menschenwesen das Geschick fließenden Wassers. Wasser ist das wahre transitorische

Element ... Ist ein Geschöpf so sehr damit verbunden, ist auch das Geschöpf im

Flux." Gaston Bachelard

Wasser – Dampf“.

Sehr interessant ist der Aspekt Wasser auf architektonischen

Oberflächen. Es kann nämlich der jeweilige Einsatz von Wasser über

Charakter und Nutzung von Plätzen, Parks und Gärten entscheiden: als

glatte Oberfläche, die eine ruhige kontemplative Wirkung erzeugt oder

einfach nur die Umgebung über Spiegelungen unterstreicht; als optischer

und akustischer Attraktionspunkt, der mit seiner belebenden und verwirbelnden

Wirkung eine Geräuschkulisse erzeugt. Und auf haptischer

Ebene sind es spürbare Veränderungen als Verdunstungskühle oder

Sprühregen auf der Haut, die eine Raumempfindung prägen.

Ein sehr interessantes Beispiel für den Zusammenhang Wasser –

Architektur ist die umstrittene Mur-Insel in Graz von Vito Acconci. Hier

stellt sich die Frage: was bedeutet dieser schwimmende Freizeitpark für

die Stadt?

Die Mur wird von der Stadt und ihren Bewohnern nicht genutzt und

fließt vergessen durch die Stadt. Wird der Fluß mit diesem Projekt wieder

ein Teil von Graz?

Das gesamte Projekt besteht aus Kugelformen, die sich drehen, verziehen

und ineinander stülpen. Die verschiedenen Funktionen sollen fließend

ineinander laufen, denn auch das Wasser rund um diese Insel fließt und

bewegt sich ständig, und es wurde etwas konstruiert, das ebenfalls flüssig

und veränderlich ist. Der Mensch als Teil des sich bewegenden Wassers,

das Wasser als Teil des sich bewegenden Menschen?

Das Projekt ist ein Ort, den Menschen besuchen und in Besitz nehmen,

wo Leute einander treffen und kommunizieren.

Und so wird ein Fluß wieder Teil einer Stadt und umgekehrt.

„Albertina Museum“

Albertinaplatz 1

A-1010 Wien

„Günter Brus. Werkumkreisung“

7. Nov. 2003 bis 8. Feb. 2004

„Nationalgalerie Prag“

Dukelskych hrdinú 47

170 00 Prag 7

„Wiener Aktionismus -

Sammlung Hummel“

Juli bis September 2004

Katalog mit Textbeiträgen von

Peter Gorsen, Hubert Klocker und

Michaela Pöschl

„Galerie Hummel / Friedrichshof“

Fotoeditionen in Vorbereitung

Günter Brus

„Ana“, 1964, „Silber“, 1965,

„Selbstbemalung“, 1965 und

„Selbstverstümmelung“, 1965

Fotos: Siegfried Klein (Khasaq)

Galerie Julius Hummel, Bäckerstraße 14, A-1010 Wien, Tel. 512 12 96, Fax 512 12 96-4

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr

46


Galerie Hummel Wien

Günter Brus

"Selbstverstümmelung", 1965 Foto: Siegfried Klein (Khasaq), Copyright Friedrichshof/Sammlung Hummel

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Städteplanung / Architektur / Religion

Herbert Brandl in

Pieve di Cadore

anlässlich der Verleihung

des Tizian-Preises im Wert

von 1.000.000,- Euro

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Städteplanung / Architektur / Religion

Sc

Ino May - ein Freund der Freunde

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Städteplanung / Architektur / Religion

hatten

schatten

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Städteplanung / Architektur / Religion

Anna Popelka

Georg Poduschka

THE MASTER

www.ppag.at


Städteplanung / Architektur / Religion

S OF SPACE

Corinna Toell, Klaus Moldan, Lilli Pschill, Ali Seghatoleslami


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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Ella Raidel

titel: shanghai 2003

www.framerec.com

Ella Raidel lebt in Taipeh und Österreich

Objekt für den ostasiatischen Raum

„WIR HABEN EIN ZEUG AUFGESTELLT,

UM EIN DING ZU DREHEN.“

Die Künstlergruppe DDVG

(Severin Hofmann/Davis Moises/Leo Schatzl)

stills von Leo Schatzl

Die Künstlergruppe

DDVG beschäftigt

sich mit der Findung

neuer Formen durch

Einwirkung von

Rotation auf dreidimensionale

Körper. Dabei

kristallisierte sich als

ideales Versuchsobjekt

das Automobil heraus,

da es sich als sogenannter

„portable room“

hervorragend eignet neue mobile Räume zu

entwickeln. Im Laufe der Versuchsphase entstanden

eine Reihe von CAD-Zeichnungen,

unter anderem der „Gâteau 911“, ein Entwurf

für eine in sich verdrehte Porscheskulptur,

sowie einige Visualisierungen in Form von

Fotomontagen bzw. Modellen.

Das kühn gesteckte Ziel war schliesslich einen

Punkt an der Stoßstange eines VW-Käfers

rotierend auf Überschallgeschwindigkeit zu

beschleunigen, was etwa 3400 Umdrehungen

pro Minute entsprechen würde. Mit Hilfe eines

Automodells und eines Akkuschraubers konnte

dieses Vorhaben in den Räumen der Wiener

Secession erfolgreich simuliert werden.

Da sich die Arbeit (para-) wissenschaftlichen

Versuchen gleich in mehrere Etappen gliedert,

wurde für die erste Realisierung im Masstab

1:1 vorerst eine geringere

Rotationsgeschwindigkeit gewählt mit dem elementaren

Antrieb eines Gummimotors.

Im Steinbruch Lindabrunn wurde im September

2003 eine 6x6x3m grosse Stahlträgerkonstruktion

errichtet auf der ein VW-

Käfer mit ca. 200 Gummiseilen

vom Baumarkttyp Expander auf

einer Fahrwerkshöhe von ca.

1,50 m aufgehängt wurde. Das

Fahrzeug lässt sich manuell eindrehen

und wird durch die Kraft

der Gummis zum Rotieren

gebracht. Es wurden einige

Testreihen, zuerst unbemannt,

dann bemannt absolviert. Die

Arbeit mit dem Titel „Gimme

Gummi“ ist weiterhin auf dem

Gelände des Symposions

Lindabrunn zu besichtigen und

zu benützen.

Im Rahmen des steirischen

Herbstes wurde als weitere Etappe

„Gordon's Knot“ realisiert. Im sehr kleinen

Galerieraum der Werkstatt Graz

wurden ebendiese Expanderseile von

beiden Wänden mit dem Mittelpunkt als

gordischen Knoten zu einer Installation

verspannt. Als präsentes raumausfüllendes

Objekt konnte so durch das

Testen der Elastizität der Gummis die

Kraft der Rotationsbewegung nachvollzogen

werden. Nebenbei funktionierte

die Installation auch hervorragend als

ergonomischer Bartresen sowie als

Reck für Felgaufschwünge. An der

Wand wurde ein Digitalprint einer

Ansicht von „Gimme Gummi“ 100x140

auf Büttenpapier präsentiert, ein Video

und 4 Postkarten mit den Motiven der

Arbeit wurden produziert.

www.ddvg.org

Autodesign von Leo Schatzl

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Städteplanung / Architektur / Religion

ferdinand schmatz

shin, die neue stadt

ja panisch

schlag auf schlag

wie das glöckchen

überm geleise

ach rippen sinds

aus stahl

vibrierend

im herzen

reichen die zeichen

ins ich

zu neigen die kerzen

hinter das lid

dort

knistert papier

im pixel aller

ort

ist

was sich gestet

gestern wie heute

panisch so ruhig

immer im jetzt

BLACK DRAGON SOCIETY – Los Angeles • Salzburg • Wien

www.black-dragon-society.com, Burggasse 51, 1070 Wien, +43 664 532 62 63

KOMMT IN DEN FUTUREGARDEN – (AMER)

AUSSEHEN IST NICHT SO WICHTIG.

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Städteplanung / Architektur / Religion

ZEEBEE

there is no other way to do this/

my voice is the tunnel driller/

underneath surface

music is both/water and substance/at

the same time

making the vocals/rub/slide

against it/with it

digging it’s way

through/thick/underground

darkheavy/it is/down here/the

voice

recognizes the path/without delay

instant reaction/strong/heavy/wide

or light/

my vocals/find their way/ always

soft/hard

and sometimes/there is light

down here

zeebee is a vocalist, alive in the rockin mountains of austria.

recording herself since the age of five,

touring with birmingham’s pig pag with seventeen,

and releasing records on the swiss label

off course with her band d-sire in the late 80’s.

then starting to work as a ghostwriter,

copywriting herself through commercial wonderland,

taking flying-lessons and dreaming of a career as an acrobatic

pilot.

still giving music the zeebee treatment in private,

recording her vocals, exploring the possibilities of new technologies.

in the year 1999 zeebee starts to work via internet with the most

diverse songwriters from all over the world. drawing from many

influences,

zeebee creates hypnotic soundscapes that push the boundaries

of pop, jazz, trip hop, hip hop, acid jazz, trance and folk.

her unique captivating vocal style sets her far above the ordinary.

already noted for her singles chemistry (#2 worldwide mp3-charts)

and moving, and with over 72.500 plays on mp3.com,

zeebee is an emerging talent on europe’s and america’s electronic

scene.

she is receiving constant radio airtime in her native austria (with cd

and vinyl appearance on FM4’s soundselection no. 7 & 9) and also

on many american stations, such as the national radio show.

„zeebee is not just another great vocalist on the electronic scene,

she is an intriguingly personal vocalist, lyricist and producer of her

own.“

(dean capone, 3kstatic)

zeebee watch out’s:

12“ tender ep released now; available on www.mdos.at

cd album release coming SOON on the label angelika köhlermann

Uns auch

0676/400 40 62

Uns kann man buchen

links: Isabella Rosenkranz • Styling und Make Up • isabella.rosenkranz@gmx.net

mitte: Lilli Hollein • Journalistin, Kuratorin, Konsulentin für Architektur und Design •

lilli.hollein@vienna.at

rechts: Andrea Janauschek • Schauspielerin, Dramaturgin, Regisseurin •

andreacosmo@gmx.at

PANFLÖTENKONZERT

„INNER VOICE“

mit ECO-AMATI & Mathias Hentz (Gitarre)

2 Stunden Meisterschaft,

Klassisches Repertoire v. J.S. Bach, Eco Amati u.a.

Mo. 08.12. 18:00 – Votivkirche Wien

Mi. 10.12. 19:30 – Pfarrkirche St. Christoph/Baden

Do. 11.12. 19:00 – Theresiensaal Mödling

Fr. 12.12. 19:00 – Stiftspfarre Neukloster in

Wr. Neustadt

Sa. 13.12. 19:00 – Pfarr- u. Wallfahrtskirche

Maria Enzersdorf

Für alle Konzerte gilt: Karten erhältlich in allen

Raiffeisenbanken mit ATO-Anschluß unter 01/950 50,

unter www.ticketbox.at sowie an allen Vorverkaufsstellen

des Austria TicketOnline. In jeder Bank Austria

Creditanstalt, www.clubticket.at sowie unter 01/24924.

Für Mödling zusätzlich beim Tourismusverband

Mödling: 02236/26727

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Städteplanung / Architektur / Religion

Diese Arbeit ist als Siebdruck (Auflage 75) von ST/A/R herausgegeben, 2003, gedruckt von der Galerie A. Stalzer


THOMAS REDL, o. T., Tuschemalerei auf Zeitungspapier, 2003, Fotografie von Andrea Geyer, aus dem Katalog Interim 2002


ST/A/R KÜNSTLERIN

WANDA WESSELY

Blick von Altaussee auf den Loser

Acryl, 30 x 40 cm, 2003


Städteplanung / Architektur / Religion

„037“, joseph

„037“, joseph

„037“, joseph

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„037“, joseph


Städteplanung / Architektur / Religion

Foto: Margherita Spiluttini

Franz West “Wieso ist etwas und nicht nichts”, 1997 Skulptur am Ortsrand von Stronsdorf

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Städteplanung / Architektur / Religion

Chiara Minchio Fotoarbeit, 2000 für high hills, eine Ausstellung im öffentlichen Raum der Kunstmeile Krems 5. Oktober 2003 bis 5. Jännner 2004

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Städteplanung / Architektur / Religion


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“There are very rare moments

when we create beauty, but

they are worth it”

( Robert Smith, The Cure )

Bronsilava Dubner in “17 Momente vor dem Frühling”, 2000

eine Performance von Alexander Petlura in der Minoritenkirche Krems


Städteplanung / Architektur / Religion

recycling the future / viverevenezia²

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Städteplanung / Architektur / Religion

Ausstellung

Ausstellungsdesign

und Recycling the Future waren die gestellten

Themen. Achtundsiebzig Studenten aus der gan-

V iverevenezia21

zen Welt haben mit ihren Ideen, Vorschlägen und Visionen

ihre heterogenen Beiträgen geleistet, die in den Alleen und

Gärten von Castello (einem Bezirk in Venedig in unmittelbarer

Biennalenähe) ausgestellt wurden - einem öffentlichem Raum,

genutzt von den Bewohnern dieses Sestiere².

Die Ausstellungsgestaltung und die Positionierung der Arbeiten

haben versucht eine Beziehung mit dem „Gastgeber Castello“

aufzubauen und den öffentlichen Raum zu bereichern; einige

site specific Arbeiten wachsen aus der Zusammenarbeit mit

den Bewohnern, andere Konzepte mussten sich an die ungewohnte

Ausstellungssituation anpassen, einige wenige sind

autonom in ihrem Dasein: der so realisierte Ausstellungspfad

hat den Charakter und die Benutzung der Gegend neu definiert.

Die Projekte der Studenten wurden in Folge aufgestellt,

Arbeiten einer Schule zusammenfassend, strukturiert mit

roten Elementen in Form eines Vs. Auf jedem V fand man die

Namen der Schule und der Autoren mit dem Titel der Arbeiten;

die Vs als Richtungspfeil, einladend dem Ausstellungspfad zu

folgen.

Die Elemente in Form eines großen, roten Vs waren inspiriert

vom Thema der Ausstellung viverevenezia2 und bilden

- gemeinsam mit der grafischen Gestaltung (Einladungen,

Katalog, Tasche, etc.)

- ein Kommunikationssystem, dass mittels einzelner Punkte das

Gebiet der Ausstellung markiert.

Die Objekte sind flexible Elemente und passen sich an die

unterschiedlichen räumlichen Konditionen an, in denen die

Studentenarbeiten positioniert sind. Das rote V flach auf dem

Boden wird zum Rastplatz, Sitzbank zum Ausruhen und

Verschnaufen zwischen einem Event und dem nächsten des

Marathons Biennale. Am Beginn und am Ende der Ausstellung

geben zwei rote > Informationen über die Ausstellung und

laden ein die künstlerischen Eingriffe zu entdecken, die für

einen Zeitraum von fünf Wochen die Alleen von Castello in

einen Park voll mit Ideen und Visionen für Venedig verwandelt

haben.

Viverevenezia2, VV2 (“Living Venice 2”), was the theme,

combined with Recycling the Future, which the students

had to interpret, each with his or her own ideas, suggestions and

visions. Seventy-two students from all over the world contributed

with different works that were placed in the alleys and gardens

in Castello, in an open public space that is used every day by the

local population.

The preparation of the exhibition and the collocation of the

works were carried out in such a way as to create a direct

relationship with and a reciprocal enhancement of the context;

certain site-specific works were born from the site in which

they were to be placed, others had to be adapted to a context

unusual for an exhibition, others again (only a few) had a certain

autonomy: this created a route that re-defined the characteristics

and the usability of the entire area and presented the ideas of

students from the same school in groups.

The works were placed following a narrative sequence,

structured using red V-shaped elements, each one bearing

the indications of a particular school and the works’ authors,

and giving directions like an arrow, inviting the passers-by to

move off the usual path in order to discover works of art and

hidden corners of the gardens which most the time are closed

to the public during the rest of the year. Apart from bearing

information, these bright-red objects also act as mileposts which

bring to mind the artists’ place of origin, thus opening up a new

spatial dimension that connects Venice to the rest of the world.

These V-shaped elements are born from the same theme as

the event itself: -Vivere Venezia 2- and form, together with the

coordinated graphics, a system of communication that marks

out the exhibition site using isolated points, signaling the event

and its characteristics to the public.

These objects as flexible elements adapt themself to the different

spatial contexts in which the works are placed. In the ground

position, lying flat, they become a useful place to rest, a bench

on which to sit to catch one’s breath between two stages of the

Biennale marathon, whereas at the beginning and at the end

of the exhibition route, two elements are placed upright to give

preliminary generic information about the exhibition and to

suggest the way to encounter these artistic inventions that, for

over a month, have turned these gardens into a park full of ideas

and new visions for Venice.

Claudia Maria Walther, Luca Paschini

STUDIO 3089

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Recycling the Future / viverevenezia²

50. Internationale Kunstausstellung

La Biennale di Venezia

Giardinetti della Biennale, Viale Garibaldi

12. Juni – 20. Juli 2003

ein Projekt von

IUAV / Fakultät für Kunst und Design

und

Consorzio Venezia Nuova

Konzeption

Marco De Michelis

Marino Folin

Paolo Savona

Kurator

Angela Vettese

Junior Curators und

Ausstellungsdesign

STUDIO 3089

Claudia Maria Walther

Luca Paschini

Assistenten

Irene Calderoni

Maria Vittoria Martini

Produktion und Koordination

ISP (IUAV studi e progetti)

Mario Spinelli

Alberto Miotto (Koordination)

Mauro Marzo

Bruno Mariotto

Sandro Grispan

Venedig Korrespondent für ST/A/R

Alberto Di Gennaro

Fotos

Klasse für Fotografie

Guido Guidi

mit Stefano Graziani

Kunstschulen

Central Academy of Fine Arts

Beijing, China

Hochschule für Bildende Kunst

Braunschweig, Deutschland

Det Kongelige Danske Kunstakademi

Billedkunstskolerne

Copenhagen, Dänemark

Kuvataide Akatemia

Helsinki, Finnland

Staatliche Hochschule für Bildende Kunst

Städelschule

Frankfurt, Deutschland

Facultade de Belas-Artes da Universidade de

Lisboa, Portugal

Akademija za Likovno Umetnost

Ljubljana, Slowenien

Central Saint Martins College of Art and Design

London, Großbritannien

Ecole Régionale des Beaux-Arts de

Nantes, Frankreich

Columbia University

Division of Visual Arts

New York, USA

Department of Fine and Applied Arts

Technikon

Pretoria, Südafrika

IUAV / facoltà di design e arti

Venezia, Italien

Bauhaus-Universität

Weimar, Deutschland

Akademie der Bildenden Künste

Wien, Österreich

Liang Yuanwei

Anna Berndtson

Oliver Blomeier

Ivan Civic

Amanda Coogan

Yingmei Duan

Nezaket Ekici

Eun Hye Hwang

Franz G. KrumpI

Lotte Lindner

Daniel Mueller-

Friedrichsen

Declan Rooney

Iris Selke

Anton Solovejtchik

Till Steinbrenner

Dorte Strehlow

Melati Suryodarmo

Irina Thorman

Heejung Um

Susanne Winterling

Herma Auguste Wittstock

Viola Yesiltac

Kasper Akhøj

Lasse Ernlund Lorentzen

Stefan Andreas Pedersen

Nina Wengel Steffensen

Adrian Williams

Andreas Zybach

Kerstin Cmelka

Nora Schultz

Michael Pfrommer

David Vallet

Pilvi Takala

Hans Rosenström

Tuulia Susiaho

Catarina Saraiva

Brigida Mendes

Marta Moreira

Ana Rito

Nata`śa Sku`śek

Vasja Lebarić

Martina Bastarda

Marko Batista

Mateja Ocepek

Andrej Kamnik

Narvika Bovcon

Ales Vaupotic

Gasper Jemec

Ann-Marie Pena

Críodhna Costello

Matteo Peretti

Alexander Zika

Ingrid Persaud

Jena McCarthy

Aurelien Meyer

Benjamin Rivière

Rachel Foullon

Will Kwan

Nicole Vinokur

Nico Anklam

Johan Thom

Alba Navas Salmeròn

Cristina Barbiani

Enrica Cavarzan

Marcela Cernadas

Viviana Milan

Ayumi Matsuzaka

Derek Rowleiei

Anna Paola Passarini

Markus Schlaffke

Leander Auer

Felix Ruffert

Piia Salmi

Oliver Thuns

Leopold Kessler

AbduI Sharif Baruwa

Halt + Boring

78


Städteplanung / Architektur / Religion

Städteplanung / Architektur / Religion

www.orte-noe.at

ORTE architekturnetzwerk niederösterreich

Steiner Landstraße 3, A-3504 Krems-Stein

T: 0043(0)2732/78374, office@orte-noe.at

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Dienstag bis Freitag 10.00 - 13.00 Uhr

Donnerstag 10.00 - 17.00 Uhr

ORTE will die zeitgenössische Architektur in Niederösterreich fördern und ist um Austausch

und um Vermittlung dieses kulturellen Anliegens bemüht.

ORTE agiert landesweit in Form von Ausstellungen, Vorträgen und Diskussionen zu den

verschiedensten Themen der Architektur.

ORTE versucht das aktuelle Architekturgeschehen in Niederösterreich auszuloten,

zu bewerten und in verschiedener Form zu dokumentieren.

ORTE ist für all jene gedacht, die sich für Architektur, ihre Theorie und Praxis sowie ihre

Entwicklung im weitesten Sinne interessieren.

ORTE versteht sich als Protagonist von Architektur als eines der wichtigsten

Kulturgüter einer Gesellschaft und eines Landes.

79


ARCHITEKTUR IN BUKAREST

Städteplanung / Architektur / Religion

80


Städteplanung / Architektur / Religion

HIMMELSCHWER

Transformation der Schwerkraft

Ein Beitrag von Eleonora Louis

Ausstellungstour: Graz – Odense

Ausstellung im Landesmuseum bei den Minoriten und im

Stadtraum Graz im Zuge der Kulturhauptstadt Graz 2003

Eine Ausstellung, die sich den Transformationen der Schwerkraft

widmet, läßt vermuten, dem Thema des Wunschtraums aller

Kulturen, dem Fliegen, breiten Raum zu widmen. Alle

Ausstellungen und Publikationen der letzten 15 Jahre, die sich zum

Thema Schwerkraft und Kunst rechnen lassen, konzentrieren sich vor

allem auf die Überwindung der Erdanziehung. In jüngster Zeit hat sich

der praktisch-funktionale Umgang mit der Schwerelosigkeit hinzugesellt,

verdeutlicht über das Design, das uns für ein Leben in der

Schwerelosigkeit zur Verfügung gestellt werden soll. Besonders an

Technischen Universitäten und Designhochschulen ist das Thema

'Design für den schwerelosen Zustand' in den letzten Jahren öfters

behandelt worden.

Sicherlich ist eine Bildgeschichte des Flugwunsches engstens mit den

technologischen Errungenschaften verknüpft, der aber dennoch, oder

besser gesagt, gerade deshalb nicht ausgeträumt ist. Wir benötigen

weiterhin Maschinen, die uns in die Höhe bringen, der Flug ins All ist

noch immer nicht Normalität geworden.

Der Himmel ist einerseits scheinbar näher gerückt und zumindest in

Erdennähe praktisch besetzt - nicht mehr mit dem himmlischen

Personal, das sich in den barocken Deckenbildern tummelt, sondern mit

den realen Dingen unserer Technologiegesellschaft wie

Weltraumsatelliten oder -müll, oder mit aus der Ferne des Alls kommenden

Meteoriten etc.

Im Grunde haben sich

die Grenzen aber einfach

nur verschoben, den

unbekannten Himmel,

der nur mit unserer

Vorstellungskraft gefüllt

wird, gibt es weiterhin.

Und auch die religiösen

Vorstellungen eines göttlichen

Kreator sind trotz

der naturwissenschaftlichen

Erkundungsfahrten

in Mikro- und

Makrokosmos keineswegs

verschwunden.

Als quasi anthropologische

Konstante, die uns

an unsere Erde bindet,

Yves Klein, Sprung in die Leere, 1960

die unser alltägliches

Leben bestimmt, ist die

Schwerkraft weder allein über eine Bildgeschichte des Fliegens und damit

einer spezifischen Technikgeschichte zu lesen, noch ist sie abkoppelbar

von gesellschaftlichen Zeitstimmungen, von ihren naturwissenschaftlichen

Erkenntnissen und ihren religiösen Profilen. In ihrer Prägung des

Erdenlebens ist sie dort bildhaft geworden, wo es um existenzielle Fragen

unseres Daseins und dessen metaphysische Gegenwelten geht. Die Textund

Bilderwelt unserer christlichen Religion hat uns die besten Beispiele

geliefert, den Umgang mit unserer physischen Gebundenheit an die

Schwerkraft in der Dialektik von Dies- und Jenseits zu sehen, und uns

die Veränderungen unserer Wahrnehmung in den Transformationen der

ästhetischen Lösungen zu zeigen.

Gerade in der religiösen Bilderwelt läßt sich eine Ordnung finden, die die

Auseinandersetzung mit der Schwerkraft als Orientierung in einem

Raum von oben und unten definiert hat.

So die theoretische Ausgangslage des Ausstellungsprojekts. Und warum

beim Barock beginnen? Zum einen: Das Ausstellungskonzept sollte nicht

abgehoben von dem Ort sein, an dem die Ausstellung stattfand. Graz hat

als gebaute Stadt eine ungeheure barocke Substanz vorzuweisen - und die

im Zentrum gehäufte sakrale Architektur aus dem 17. und 18.

Jahrhundert enthält reiches barockes Inventar, von den Deckengemälden

bis zum Altarbild. Zum anderen: Gerade das Barock hat die Vorstellung

Charles Kaltenbacher, Konzert zum Geburtstag der Zeit,

Performancestill, Kollerschlag 1987

von einem Oben (Himmel) und Unten (Hölle) in unglaublicher Dynamik

bildhaft gemacht. Deutlicher als im 17. Jahrhundert hat wohl keine

Bilderwelt die Schwerkraft auf Erden und ihre Aufhebung im Rahmen

christlicher Heilsgeschichte in Szene gesetzt. Der Schwere des toten

Körpers – wie er in Bildern der Kreuzabnahme oder Pietá-Werken überdeutlich

macht, daß hier kein Leben mehr gegen die Schwerkraft kämpft

– und den stürzenden Engeln stehen die Himmelfahrten von Christus

und Maria, die Rotation des Himmels in den Darstellungen des Jüngsten

Gerichts und die sich im Licht auflösende Christusfigur zur Seite.

Materie wird nicht ihren realen Qualitäten entsprechend dargestellt und

bekommt völlig andere Konsistenz, sobald es sich um nichtirdische

Szenen handelt. Das himmlische Personal sitzt und steht auf Wolken,

kleine Putti heben und tragen - auf Erden eigentlich schwere - Körper

und architektonische Versatzstücke usw. Die realen physikalischen

Gesetze sind in dieser Welt außer Kraft gesetzt.

Transformationen dieses Levitierens und Balance-Haltens, Aufsteigens

und Angezogenseins, Rotierens, aber auch der Schwere und des unvermeidlichen

Absturzes waren

jene Gliederungsbegriffe, die

in der Ausstellung die alten Maria Wirkkala, TIRAMISU II, Leiter

Werke mit jenen der klassischen

Moderne am Beginn

des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen

Werken verbanden.

Durch derartige

Konstellationen von Alt und

Neu, die einer kunsthistorischen

Chronologie das

Konzept vielfältiger Tableaus

von Analogien entgegensetzte,

wurden die Besucher auf

Entdeckungsfahrt geschickt.

Die Klischees zu den alten

Bildern konnten damit ebenso

aufgebrochen werden, wie das

Moderne und Zeitgenössische

in völlig neuen historischen

Beziehungen gesehen werden

konnte.

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Städteplanung / Architektur / Religion

Die Stadt

Die Grazer Ausstellung arbeitete auch direkt in der Stadt. Über den Kern

der Schau im Landesmuseum Joanneum hinaus wurden die Räume des

Priesterseminars und dessen Innenhof bespielt: Dort lotete Antony

Gormley (GB) mit seinen Bleiskulpturen, die an der Innenhoffassade hingen

und über Holzbalken mit einem Gegengewicht im Inneren des

Gebäudes in Schwebe gehalten wurden, auch das technische Vermögen

des Aufbauteams heraus. In Erweiterung ihrer Installation im gegenüberliegenden

Dachboden des Doms und des Mausoleumturms ließ die

Finnin Maaria Wirkkala „goldene“ Leitern auf verschiedenen Dächern der

Altstadt plazieren - ebenfalls eine während des Aufbaus unmittelbar zu

erfahrende Arbeit an der Schwerkraft. Während in der Minoritengalerie

Charles Kaltenbacher (A) mit Videos, Installationen und v.a. Fotografien

in ein künstlerisches Universum zwischen Moderne-Rezeption und zeitgenössischer

Wahrnehmung führte, markierte ein am Kalvarienberg vom

Kreuz springender Christus von Werner Hofmeister (A) die Grenze der

Stadt. Durch seine langjährige künstlerische Arbeit an der Schwerkraft

war Kaltenbacher auch ein Impulsgeber zur Wahl des

Ausstellungsthemas „Schwerkraft“.

Das 18. Jahrhundert Der Mensch kann sich seit dem 18.

Jahrhundert (1. Ballonflug 1783 durch die Brüder Montgolfier) in zunehmendem

Maße in eine vertikale Bewegungsrichtung begeben. Diese technischen

Möglichkeiten, mit denen man sich ohne große körperliche

Anstrengung gen Himmel bewegen kann, geben der Säkularisierung des

Himmels, das zugleich auch eine Änderung der

Wahrnehmungsperspektive bedeutet, zusätzlich Vorschub. Erstmals ist es

möglich, die Erde von oben herab zu sehen und damit Gottes

Blickrichtung einzunehmen. Auch in den künstlerischen Aussagen werden

deutliche Innovationen geboten.

Insofern wurden in die Ausstellung Beispiele der Kunst aus dieser Zeit

hineingenommen: Bilder mit religiösen Motiven, die nicht mehr so

leichtfüßig und mit deutlicher Skepsis die Schwerkraftsaufhebungen in

Szene setzen.

Der Abstraktion der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts war

ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenstellung von Kunstwerken

gewidmet. Ihr gelingt letztlich die endgültige Ablösung von der traditionellen

Raumerfahrung, indem der Raum in die Vorstellungskraft des

Betrachters verlegt wird, dort alle möglichen Gestaltungen annehmen

kann (deshalb auch metaphysische oder religiöse Implikationen nicht einfach

gelöscht werden).

Die abstrakt-geometrischen Figuren weisen mit ihren Variationen, ihren

Abweichungen von der Idealform auf eine Bildgestaltung, die

Anthropozentrisches mit Metaphysischem vereint. Mit Hilfe der

Abstraktion tritt der Betrachter in einen kosmischen Raum, was der russische

Schriftsteller Kruchenych durch eine Figur des Bühnenstücks

„Sieg über die Sonne“ euphorisch so imaginiert: „Befreit von der Schwere

der universalen Schwerkraft, ordnen wir unseren Kram so bizarr an, als

würden die Schätze eines Königreichs sortiert.“ ( 2. Akt, 5. Bild, uraufgeführt

im Dezember 1913, St. Petersburg.)

Die Spannweite, innerhalb der sich das neue Raumverständnis

der Moderne bewegt, liegt gleichsam zwischen der Rezeption der naturwissenschaftlichen

Raumtheorien und einer Diskussion um individuelle

geistige Erfahrungsräume. Auf künstlerische Positionen umgemünzt

ließe sich auch sagen: zwischen der konzeptuellen Annäherung, die

unsere Dingwelt in Hinblick auf unsere gewohnte Wahrnehmung irritierend

verschiebt, und Abstraktionen, die die mimetische Abbildung verweigern,

scheinen sich polare ästhetische Verfahrensweisen anzubieten,

innerhalb der sich die unzähligen Varianten des künstlerischen Umgangs

mit unserer Raumerfahrung und dem Raum des Kunstwerks an sich aufspannen.

Moderne und Zeitgenössisches

treiben immer öfter die Statik an ihre Grenze. Das Schweizer

Künstlerduo Fischli/Weiß hat es einmal ironisch so formuliert: „Am

schönsten ist das Gleichgewicht, kurz bevor's zusammenbricht.“ Die

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Rosemary Laing, bullettproofglass #2, 2002

Werner Hofmeister, Tabula Saltandi, 2003

Domenico Cresti, die Auferstehung, 17. Jhdt.

Dara Friedman, Government Cut Freestyle, 1998

Alfons Schilling, Kosmos Action Painting, 1962

Rui Chafes, Durante o Sono, 2002

Antony Gormley, Capacitor, 2001

Gian Lorenzo Bernini, Verklärung Christi, 16. Jhdt.


Städteplanung / Architektur / Religion

James Lee Byars, The Tomb of James Lee

Byars, 1996

quasi als Bild an die Wände gehievten Steine

Giovanni Anselmos zeugen aber von der vergeblichen

Mühe, der Materie ihre Schwere

zu nehmen. Sie zeigen uns allerdings auch,

daß im Bild alles möglich ist, das Bild die

physikalischen Gesetze ästhetisch durchbrechen

kann.

Die technologischen Hilfsmittel von heute

haben den Bildern von der Negierung der

Gravitation nichts von der poetisch-visionären

Kraft genommen. Am Thema der

Schwerkraft zeigt sich, was v.a. die Neuen

Medien den Künstlern bieten können: Bilder

auf den Kopf zu stellen, in Rotation zu versetzen,

den menschlichen Körper und die

Dinge des Alltas, in ungewohnte

Raumordnungen zu setzen, sie fliegen oder

sich gar auflösen zu lassen. Fotografie und

Video als künstlerisches Handwerkszeug wie

Arbeitsmaterial haben die

Ausdrucksmöglichkeiten der Künstler ganz

selbstverständlich erweitert.

Die Neuen Medien haben den Künstlern

jenen visuellen Darstellungsraum eröffnet,

der den Körper und die Dinge endgültig

außerhalb der Grenzen der Schwerkraft

zeigt. Gerade hier hat eine Reflexion des

Phänomens Gravitation eingesetzt, das die

Geschichte ihrer Bilder, die Bedingungen

der Bilderzeugung und der Wahrnehmung

thematisiert. Es scheint, als ob die physische

Erprobung des gravitationsfreien Raums

Künstler zur ästhetischen Befragung dieses

Komplexes herausfordert und die

Wahrnehmungsveränderung konzeptuell ins

Zentrum ihrer Werke stellt. Das

Unglaubliche eines vom Boden abhebenden

oder sich auflösenden Körpers wird nicht

mehr von einem Mysterium umgeben, sondern

ironisiert und als bildimmanente

Diskussion über die Wahrheit von Bildern

eingeführt.

Die Möglichkeiten der Neuen Medien bieten

aber auch jenen Illusionsraum an, der die

Wünsche nach Schwerelosigkeit erfüllt. Man

dreht sich in schlingernden Bewegungen über

dem Boden oder blickt in ständiger rasender

Kreiselbewegung durch das Kameraauge. Man

blickt nicht mehr hinauf in das Gewölk und

Gewirr eines Deckenfreskos, man ist dortselbst,

und dennoch auch hier nur virtuell.

www.gravity.at

Brancusi, Atelieransicht mit Vogel im Raum, um 1935

Gravity. Kunst-Religion-Wissenschaft. 2002-2005

EU-Projekt im Rahmen von Culture 2000

Das Nachdenken über die Schwerkraft und ihre Bilder fährt auch auf einer weiteren Schiene. Seit Frühsommer

2002 arbeiten sechs verschiedene Institutionen in Ost- und Westeuropa mit ihren spezifischen

Wissensvermittlungsmedien im Bereich Kultur und Kulturtechnologie an einem gemeinsamen Projekt. Sie entfalten im

Zeitraum von drei Jahren Aktivitäten, die die unser Alltagsleben physisch bestimmende Gravitation und unsere davon

bestimmte Bilderwelt auf der Ebene der wissenschaftlichen Experten wie auch der interessierten Öffentlichkeit zur

Diskussion stellen. Kulturelle Vergangenheit wird mit der Gegenwart verbunden, um daraus kooperative Perspektiven

für die Zukunft abzuleiten.


Städteplanung / Architektur / Religion

BRINGT ALLE SINNE

INS SPIEL

Klingende Zahlen

Mathematik hören - mit Musik rechnen

eine Ausstellung für Kinder von 7 bis 12

Jahren unter der Schirmherrschaft von

Nikolaus Harnoncourt

1. Oktober 2003 bis 22. Februar 2004

Beginnzeiten: (Dauer: 1,5 Stunden)

Mo – Fr: 8.30, 10.30, 13.30, 15.30h

Sa, So, Feiertag & Ferien: 10.00, 12.00,

14.00, 16.00h

ZOOM geschlossen: 24. Dezember 2003

ab 13.30h

Ganztägig geschlossen: 15. November

2003, 25. u. 31. Dezember 2003; 1.

Jänner 2004

Info & Reservierung: (01) 524 79 08,

www.kindermuseum.at,

reservierung@kindermuseum.at

Termine für Gruppen über 10 Kindern

unter (01) 524 79 08, www.kindermuseum.at

Eintrittspreis:

Kinder:

5 Euro

Erwachsene 3,5 Euro

Kunsthalle Budapest, Kinder formen Türme aus Ton,

museums-pädagogische Kinderbetreuung

Klingende Zahlen

Beteiligte KünstlerInnen

Projektleitung:

Kathrin Oder, Ulrike Zumtobel-Ortbauer

Idee und musikalische Grundkonzeption:

Michael Bradke - Mobiles Musik

Museum Düsseldorf

Mathematische Konzeption:

Emil Simeonov, Anna Schreuer

Musikalisch–mathematische Vermittlung:

Robert Michael Weiß

Ausstellungsarchitektur:

veech.media.architecture

(Stuart A. Veech, Mascha Veech-

Kosmatschof)

Realisation: Ausstellungsbau Franz

Ritzer

Ausstellungsgrafik:

Projektagentur (Yudi

Warsosumarto, Irene Grudl)

Mitwirkende KünstlerInnen:

Michael Bradke • Matthias Kastner •

Stephan Weyss • Stefan Schilling •

Thomas Wolfbauer • Diana Levin •

Markus Nowak • Robert Michael Weiß •

Emil Simeonov • Doris M. Reisinger •

Werner Möbius •

gameboy music club

„Fehdi“ ist ein echter Shaolin-Hund und gleichzeitig der begehrteste

Begleiter in der Wiener Kunstszene. (Buchungen über die ST/A/R-Redaktion)

„Fehdi“ ist nach 3wöchiger Expedition im

Großraum Wien zu uns zurückgekehrt

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Verbessert das gesamte Wohlbefinden und die Körperhaltung.

Anmeldung und Info: 0664/233 05 54


Städteplanung / Architektur / Religion

SAVE / SAFE

SAVE / SAFE

Eine Lesemaschine zu Borderlining ermoeglichen. * * J.

als zeitgenoessischem Phaenomen Erik Mertz, aus: Borderline - weder tot noch

lebendig, 2000

visit: http://www.kanonmedia.com

Der Verlust an magischem Denken zugunsten

der prioritaeren Ausbildung logischen Denkens

ist Thema der digitalen Lesemaschine SAVE /

SAFE, deren Hauptfigur Anna den

Ausgangspunkt fuer eine interaktive Narration

und die kommunale Stimmenplattform SAVE /

SAFE bildet.

Annas Geschichte ist eine Reise in das

Zentrum ihres Seins, eingebettet in eine Reise

an das andere Ende der Welt - nach Ozeanien.

Das Spannungsfeld zwischen kommunalen /

totemistischen Gesellschaftsstrukturen, die im

polynesischen Kulturraum noch spuerbar sind,

und einem kapitalistisch gepraegten

Neuseeland bildet den Hintergrund fuer Annas

Suche nach der Natur des Egos, nach der Natur

des Non-Egos, nach der Bedeutung von

Verflechtungen, nach der Bedeutung von Non-

Attachment.

* Der kulturelle Behaelter, der sich aktuell

anbietet und das 21. Jahrhundert beherrschen

wird, naemlich ... die aus einer pseudoautistischen

Position betriebene informationstechnologische

Surrogat-Beziehung, kommen der

Borderlinekrankheit sehr weit entgegen .... Mit

dem Zerfall der allgemeinen Beziehungskultur

und der Expansion informationstechnologischer

Beziehungssurrogate bleibt der

Borderlinemehrheit eigentlich nur noch ein

einziger, allgemein akzeptierter Grosscontainer:

Die allfaellige Suche nach dem Ich bzw. nach

Techniken, die eine Konstruktion von Identitaet

SAVE / SAFE beleuchtet menschliche

Seinszustaende und Konditionierungen westlich

gepraegter Rezeption. Subjektiv erlebten

Situationen der Hauptfigur Anna werden Zitate

aus Kommunikationstheorie, Soziologie,

Philosophie, Ethnologie und der Fachliteratur

zum Thema Borderlining gegenuebergestellt.

SAVE / SAFE vergleicht aktuelle Ergebnisse aus

der Wissenschaft mit Wahrnehmungen /

Empfindungen Annas, die ihr als Individuum

oft noch gar nicht als typisches Symptom sogenannt

post-humaner Befindlichkeit erscheinen.

Die interaktive Lesemaschine SAVE / SAFE

benutzt eine datenbankgesteuerte Navigation,

um den / die UserIn in emotionaler Weise zu

erreichen: die Parallelexistenz narrativer und

dokumentatorischer Ansaetze und die selbstaendig

waehlbaren Optionen, wie SAVE / SAFE

erlebt werden kann - langsam oder schnell, tiefsinnig

oder oberflaechlich, aktiv oder passiv,

anonym oder autorenschaftlich – stehen in digital-typischem

Widerspruch zu gaengigen

Internetanwendungen. Gerade die

Fragmentierung, die von der

Navigationsfuehrung bewusst als

Ausgangspunkt fuer interaktive

Kommunikation gewaehlt wird, regt den / die

UserIn dazu an, Inhalte einfach linear und analog

und in all der Langsamkeit, die sinnliches

Erleben benoetigt, aufzufassen. So nutzt SAVE

/ SAFE eine intuitive Navigationsfuehrung, um

letzlich den Charakter analoger Wahrnehmung

zu betonen. Die Lesemaschine uebergibt an den

/ die UserIn demokratische Verantwortung:

selbst fragmentieren oder nicht?

Im Wechselspiel zwischen einer narrativen und

einer dokumentatorischen Dramaturgie werden

Hierarchien aufgeloest – ein Autor wird zu

einer Vielzahl von Autoren, die einander beeinflussen,

befruchten, einander bereichern oder

auch einfach einander gegenueberstehen. Jede

eigene Positionierung bildet einen Aspekt zum

Thema, der im gesamten ein Spektrum ergibt –

ein konzeptionelles Werk zum Thema

Borderlining, Post-Humanity und

Rueckwirkung digitaler Technologienutzung

auf emotionale Wahrnehmung. Intuitives

Aufspueren eigener Befindlichkeiten ist Thema.

eine Reise in das

Zentrum ihres

Seins

Die Lesemaschine SAVE / SAFE basiert auf der

Idee Alexandra Reills und der strukturellen

Konzeption von Herbert Wulz. Die interaktive

online-Engine wurde von DATO-

Denkwerkzeuge“ http://www.datonet.at in

Person der Programmiererin Anna Wulz programmiert,

Surface & Grafik wurden von

ViennaDesign.com in der Person Alexander

Schlögls und unter Verwendung des visuellen

Materials von Alexandra Reill gestaltet.

SAVE / SAFE wurde dank der freundlichen Unterstuetzung

der Kulturabteilung der Stadt Wien produziert und 2003 auf

http://www.kanonmedia.com veroeffentlicht. Zur

Lesemaschine ist das Buch SAVE / SAFE im Eigenverlag

erschienen.

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

„starfather“

www.dees.

planetary art

DE

ES

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Städteplanung / Architektur / Religion

» mobilisierende services «

» denkstatt «

auf den spuren der kommunikationsflüsse

GRANATAPFEL | Das Kulturprojekt 2004

www.granatapfel.com

Cappella Bianca | Plöckenpass

Alexander Stock, Ingo Ortner, the lounge

PressWerk

www.presswerk.at

»Es gibt keine bessere Welt«

INGEBORG BACHMANN | Zum 30. Todestag

www.ingeborg-bachmann.at

the lounge

pfenninggeldgasse 15-17 | hof

1160 vienna, austria

+43 (0)1 595 3 999

container@thelounge.net

www.thelounge.net

94


Städteplanung / Architektur / Religion

jetzt!

96

Heimo Zobernig, ohne Titel 2003, Detail


Städteplanung / Architektur / Religion

TWO PEOPLE - ONE WORK

Atelier & Gallery AREA 53

Karin Sulimma (Bildhauerin und Videokünstlerin) und Mounty R. P. Zentara

(Fotokünstler, Maler und Installationskünstler) eröffneten mit 400 Besuchern

am 26. Juni 2003 ihre Produzentengalerie „Atelier & Gallery AREA 53“ (in der

Gumpendorfer Straße 53, 1060 Wien) mit der Ausstellung:

FLIGHT PROJECT: VIENNA

TWO PEOPLE - ONE WORK

Die zwei bildenden Künstler betonen, dass sie sich durch ihre gemeinsame

künstlerische Tätigkeit ebenso verbunden fühlen, wie auch durch ihre

Lebensgemeinschaft.

Die Räumlichkeiten sind ein Platz, der für sie zugleich Arbeitsstätte -Atelier

(Souterrain), die Galerie selbst (Erdgeschoss und Keller - Aktionsräume) und

ihren Wohnbereich (Mezzanin) in sich einschließt. Die entstandenen Projekte,

die Ideen, werden an Ort und Stelle entwickelt, produziert und präsentiert.

Das Private geht ins Öffentliche über.

So kann auch ein außenstehender Künstler jederzeit in der offenen

Galeriearbeit aktiv mitwirken (zum Beispiel bei der Gestaltung der Räume und

der Entwicklung und Umsetzung von Ausstellungsideen). Die Galerietätigkeit

wird so zu einem Teil künstlerischen Miteinanders.

Karin Sulimma und Mounty R. P. Zentara arbeiten auf lokaler und

internationaler Ebene sowohl mit ausgebildeten Künstlern als auch mit

Autodidakten, mit Newcomern und mit bereits anerkannten Künstlern, aus

den verschiedensten Bereichen zusammen.

e-mail: twopeople1work@networld.at

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Andrea Bachofen-Echt, Körperposition Kopfstand

Städteplanung / Architektur / Religion

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Foto: Mounty 2003


100

Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Heimo Zobernig, Ausstellungsgestaltung „Wiener Werkstätte“ 2003,

MAK Museum für Angewandte Kunst

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Städteplanung / Architektur / Religion

Erstes Archiquant-Textil von Bettina Schülke

Foto: Mounty 2003

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

archiquantarchitektur

hochhaus

103


Städteplanung / Architektur / Religion

Nicht; dass ich daran zweifelte, dass das, was

ich da mache, gemacht werden muss – nur:

Was mache ich eigentlich? Wie so oft stehe

ich ratlos vor diesen unzähligen Bildern, Produkten

meiner unreflektierten, ungezügelten Schaffensfreude,

die, ohne den geringsten Nachweis ihrer Daseinsberechtigung,

mir mein Atelier vollstellen. Oh je, oh je,

macht das alles einen Sinn, und wenn, dann welchen?

Fragen zu beantworten ist nicht mein Job, Gott sei

dank. Es wäre lähmend, regelrecht demotivierend.

Dazu gibt es den Kritiker und, wenn wir tot sind und

berühmt, den Kunsthistoriker. Zum Luftschlösser bauen

haben wir Künstler keine Zeit. Mehr als fünf Jahre,

gebeugt über den Schriften Platons und Fichtes, über

Hegel, Marx, Nietsche, Searle oder Quine, habe ich

vergeudet, um zu Erich Kästners ebenso simplen wie

weisen Schluss zu kommen: Es gibt nichts Gutes, ausser

man tut es. Weg mit dem Denken! Vade retro,

Theorie! Ran an die Leinwand!

Wenn da nicht der Kunstmarkt wäre…Der Mensch

lebt nicht von Brot allein. Und: Nur ein Vollidiot kauft

öde Kunst. Fordend starren meine Arbeiten mich an:

Sind wir interessant?

Interessant ist laut dem Spectrum” der letzten


Presse” etwas dann, wenn es meinen Erfahrungshorizont

in irgendeiner Weise sprengt. Das schlecht-


hin Interessante wäre eine Fiktion und interessieren

darf alles (selbst Fussball), ganz besonders

alles abweichende, divergierende

– der Skandal. Die Skala ist, da es hier komporativ

zugeht, nach oben offen. Eine krumme Nase ist, so

Liesman, faszinierender alls eine gerade, doch da

kommt schon eine dritte daher, noch krummer, noch

interessanter? Der Serien-Killer fasziniere wohl, wie

andere böse Buben auch, nur seinesgleichen nicht.

Wo bleibt da die Moral?

Im Streben, vorsätzlich auf solch perfide leichtfertige

Art zu interessieren, erschlaffte Kunst aber im Ansatz

– dem Braven das Veruchte vorzutischen, dem

Angepassten letztlich alles abwegige – damit bliebe

Kunst grausig banal: als Darbietung angeblicher persönlicher

Erlebnisse oder als Bloßlegung des Intimen

hätte sie nichts Allgemeingültiges mehr zu sagen.

Kunst wird kulinarisch, der Künstler zum Artisten.

Enttäuscht von dieser Diagnose, die er zum

Symbolon einer entmystifizierter Epoche und ihrer

Kunst stempelt, schreibt Liesmann: “

Die Ästhetik der

Moderne musste so zu einer Ästhetik der Abweichung,

des permanenten Traditionsbruchs und der radikalen

Individualisierung werden, und indem sie dies

wurde, wurde sie nur mehr interessant.”

Aber das wäre zu einfach. Die provokativen

Technik, dem phlegmatischen Voyeur in uns, und sei

es happenweise, Sehenswertes vorzuwerfen, die wäre

leicht auszuführen und zu unterrichten. Und Kunst

leicht zu bewerten. Aber Kunst, selbst die entblößende,

ist nicht Pornographie: Sie behauptet weiterhin,

mehr oder weniger erfolgreich, der selbstinszenierten

Lebenswelt, mit allen Possen und Exzessen, ein

Schnippchen zu schlagen. Tatsächlich divergiert ästhetisches

Interesse so offensichtlich von theoretischer Erkenntnis-Gewinnung

oder privater Sinnlichkeit und Spiel,

dass jeder, der in einer Ausstellung zum Beispiel ein solches

Urteil hört ( “

das ist aber interessant”) oder fällt, versteht,

die Rechtsquelle vermeintlich privater Erlebnisse

hinter sich gelassen und schon transzendiert zu haben.

Nichts wäre totbringender für die Kunst, als dies zu ignorieren

– Kunstliebe, die sich symbiotisch das Fremderfahrene

auf der Ebene empirischer Erfahrung einverleibt,

verfehlt sie radikal. “

Kunstbegeisterung ist

Kunstfremd”(Adorno). Die ästhetische Erfahrung imlpiziert

den Geltungs-Kanon eines bereits entwickelten

Bewusstseinshorizontes. Das Werk reibt sich an diesem

Kanon, es exponiert sich. Es kann gemessen werden an

seiner Fähigkeit, dem strengen Kriterium eines spezifisch

ästhetischen Interesses, das es selbst einfordert, zu

genügen. Das Label Kunst” “

haftet dem Werk an als

Gebrauchsanweisung.

Liesman zitiert zwar einen Ausdruck Kants, das interesselose

Wohlgefallen”, übergeht ihn jedoch, in seiner “

Anstrengung, zu verstehen, was interessante Kunst sei.

Tatsächlich hatte Kant aber, angesichts der beschriebenen

Aporie der Beliebigkeit unseres Interesses einerseits

und andererseits des Postulats des ästhetischen Urteils,

nicht beliebig zu sein, sich einfach dem Subjekt der Erfahrung

zugewandt. Mit anderen

Worten: An der Unmöglichkeit, ein

schlechtweg interessantes Objekt zu definieren, prallt

unsere Frage ab, und jedes beharrende Nachfragen

nach dem Wesen der Kunst führt zur Selbstdeskription

des ästhetischen Urteils. Dabei beschreibt auch Kant

zuerst, wie das ästhetische sich vom kognitiven wie auch

vom sinnlichen Interesse abhebt. Das ästhetische Interesse

geht weder in einer Bestimmung des Gegenstandes

auf noch auch im unmittelbaren Genuss. Das

ästhetische Interesse, eine kognitiv-sinnliche Erfahrung,

schließt beide Vermögen ein und überschreit beide.

Das harmonische “

Zusammenspiel von Verstand und

Einbildungskraft”, das in jedem Erkenntnisprozess qua

Erkenntnis wirksam ist, wird uns, und das ist ihr

Geheimnis, in der ästhetischen Erfahrung bewusst, es

wird im Kunst-Genuss bewusst genossen.

Unsere geistige Aktivität wird, angeregt durch das

Zusammenspiel der Formen, Farben oder Klänge und

das irgendwie vieldeutige Verhältnis von Form und

Gehalt, angeregt auch durch die explitzite Inanspruchnahme

eines nicht empirischen Bewertungskodexes, sich

im ästhetischen Erleben seiner eigenen kreativen Kraft

bewusst und genießt diese.

Käme der Deutungs-Prozess zu einem Ende, hätten

wir es mit empirischer Erkenntnis (oder Propaganda)

zu tun, fehlte diese ganz, mit purem sinnlichen Genuss.

Bleibt das Rezipierte Interpretations-bedürftig und

durchlässig, der Prozess somit ad infinitum am Leben

und gleichzeitig als solcher in seiner gefühlten Harmonie

noch angenehm, erlebt der Betrachter einen ganz

und gar narzistischen Genuss: den seiner eigenen

kreativen, geistigen Energie.

Hier sahen Kants Nachfolger endlich das Transzendente

blitzen: Sie extrapolierten die Struktur ästhetischer

Erfahrung zu einer “

Intellektualen Anschauung”,

sahen in ihr das Absolute und warfen den Ball

so zum Objekt zurück. Aber hier fällt man kopfüber in

die Metaphysik, und das ist altmodisch und hinfallen

tut zudem weh. Ganz bewusst verhindert der moderne

Mensch derartige Kapriolen. Also treten wir den

Rückzug an: Worüber man nicht reden kann, darüber

soll man schweigen, aber, armer missbrauchter

Wittgenstein, das hilft uns auch nicht weiter, denn

schließlich gibt es noch den Kunstmarkt! Und meine

Bilder, schon wieder lauter Nackte, rufen: Bin ich verkäuflich,

bin ich interessant?

Also, ein letztes mal zurück zur Presse”: Das


ästhetisch aufpolierte Zurschaustellen individueller

Lebenswelten, und Kunst speist sich immer aus dieser

Quelle, gewinnt vor dem Hintergrund des eben

gesagten eine ungeahnte Legitimität: Die persönliche

Erfahrung des Einen kann für viele sehr wohl bereichernd

sein. Ästhetisch interessant aber ist sie allemal

für denjenigen, der im Experiment der ästhetischen

Erfahrung, im sich Einlassen auf dasselbe, ihr Postulat,

Bewusstseins-verstärkend zu sein, bejahen kann.

Diesem Sich-Entblößen eingeschrieben ist das Denken

in zweifacher Hinsicht: Es

kreiert die Bezugspunkte und Berurteilungsrahmen

zum Verständnis seiner Sprache auf einer

Metaebene (dem Label), und es ist, als auf diese Ebene

projizierte, nicht aufs Subjekt zu reduzierende,

nicht in empirischen Selbstbezug aufgehende Moment

in ihm, Bewusstsein und mithin Philosophie. Wem

es gelingt, seine eigene, jegliches festgelegte kognitive

Wissen überschreitende, die empirische Erkenntnis

bewusst außer acht lassende, sie transzendierende Lebenserfahrung

so durch das Verhältnis von Form und

Gehalt zum klingen zu bringen, dass im Rezipienten

eine Lust am fragenden Hinhören aufkeimt, der hat

wohl manches erreicht. Denn das Hinhören kann als

deutendes, fragendes, suchendes, nie zur Erkenntnis

gelangendes Hinhören nicht passiv bleiben. Es wird

kreativ, und ist als solches, sobald es sich seiner selbst

und seiner vitalen Energie (im harmonischen

Zusammenspiel) bewusst wird, ein Genuss. Hierin wurzelt

die magische Verführung der Kunst-Erfahrung.


Kunst bedarf ihrer eigenen Explikation”, so Adorno,

der Konfrontation der “

geschichtlich überlieferten Kategorien

und Momente der ästhetischen Theorie mit der

künstlerischen Erfahrung, die beide reziprok aneinander

sich berichtigen”. Adorno war Komponist. Thomas

Mann schrieb über ihn: “

Dieser merkwürdige Kopf hat

die berufliche Unterscheidung zwischen Musik und

Philosophie sein Leben lang abgelehnt. Zu gewiss war

es ihm, dass er in beiden divergenten Bereichen eigentlich

das gleiche wollte.”

Was ich will, weiß ich noch immer nicht. Jetzt aber

heißt es, das Denken an den Nagel hängen. Ein neues

Bild machen – diesmal ein wirklich interessantes. Ja, der

Kunstmarkt...


Porträts: Lisa Klein

Layout:

Anja Danneberg

Mensch: Katharina Razumovsky

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Städteplanung / Architektur / Religion

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Angelo Roventa und Heidulf Gerngross in Riga, November 2003

Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

Taschen

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Annette Tesarek

Städteplanung / Architektur / Religion

They like them as long as they are on a stage

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Richard Hoek/John Miller,Hohenems 2003


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

Gesprächsausschnitte aus dem gleichnamigen

Buch von Maria Welzig und Gerhard

Steixner: „die Architektur und ich“.

Günther Domenig

Welzig: Sie haben 1988 über Ihre Unternehmung

Steinhaus in einem Interview gesagt: „Vielleicht stürze

ich damit auch ab“. Vor zwei Jahren sind Sie im Steinhaus

tatsächlich abgestürzt.

Günther Domenig: Für so einen Fall habe ich auch

diese Bombe im Steinhaus gemacht. Da soll einmal

meine Asche drinnen sein. Und wenn ich, symbolisch

gesprochen, mit dem Haus abstürze, dann schießt mich

die Bombe weg. Aber offensichtlich habe ich die abstrakte

Position zu ernst genommen.

Steixner: Könnte man das Steinhaus als Grabmal sehen?

Domenig: Naja, das mag ich doch nicht tun.

Welzig: Ihr Badezimmer im Steinhaus ist aber

erklärungsbedürftig.

Domenig: Wieso?

Welzig: Die Badewanne hat Sargform und man schaut ...

Domenig: Nein, man soll nicht Dinge überladen. Die

Badewanne schaut deshalb so aus, damit sie in den Spitz

hinein passt und aus, fertig.

Welzig: Warum wollen Sie in diesen dunklen Spitz hinein

schauen?

Domenig: Ich brauche dort nicht beim Fenster

hinausschauen, in die Sonne, die Vögel anschauen, ich

will mich dort konzentrieren.

Steixner: Haben Sie Angst vor dem Tod?

Domenig: Mein Absturz ist mit Schädelbasisbruch

ausgegangen. Ich bin eine Nacht alleine dort gelegen.

Im Zuge dessen habe ich natürlich zwangsläufig über

den Tod nachgedacht. Und mein Zwillingsbruder ist

gestorben. Wissen Sie, tiefenpsychologische Geschichte.

Seit mein Bruder hin ist, muss ich immer die alten Häuser

anschauen, alles sind Tote, die das geplant haben. Ich habe

eine Beziehung zum Tod, die ich gar nicht wollte. Ich

schaue mir immer die toten Sachen an und achte sie. Ein

schönes Haus am Hang, ein Bauernhof.

Früher habe ich immer eine panische Angst gehabt, was

wird mit dem Steinhaus nach meinem Tod passieren.

Und nach meinem Unfall habe ich dann gesagt, das ist

vollkommen egal. Die Beziehung zum Tod gibt es in der

Form nicht, sondern die Lust gelebt zu haben und die Lust

an meinem Steinhaus arbeiten zu können.

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Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Napoleonstadl Haus der Architektur Klagenfurt

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

day&night

day and night

Cafe Engländer, 1010 Wien, Postgasse 2

Tel. 966 866 5

Zivko

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Städteplanung / Architektur / Religion

ausfahrten

thematisiert als mit unregelmäßig erscheinenden

Kommentaren und Textbeiträgen aktuelle Fragestellungen

im Grenzbereich von Architektur, Kunst und Gesellschaft.

ausfahrten ist eine redaktionell betreute Sammlung von

frisch gebautem und neu entdecktem aus den Regionen

Vorarlberg und Ostschweiz.

Kommentare und Beiträge - gerade von außenstehenden

Betrachtern und Durchreisenden sind natürlich willkommen

und Teil des Konzepts.

Ausfahrten@raumhochrosen.com

Diskurs des Raumes - Über den Versuch Wort zu finden

Der Diskurs über die Architektur, eine in Österreich an sich

schon seltene Pflanze, findet hier in Vorarlberg nur auf

verschlungenen Wegen statt. Mit einer ordentlichen Portion

Skepsis gegenüber dem bloßen Wort ausgestattet, verschiebt

sich die Auseinandersetzung über das Bauen oft auf das Bauen

selbst.

Der Kunsttheoretiker Wolfgang Böhm hat in seinen Arbeiten

wiederholt auf das Thema der nichtsprachlichen Logik, einer

Logik der Bilder hingewiesen, die genauso wie die Sprache ihre

ureigenen Begrifflichkeiten, Ausdrucksformen und eine ganz

spezifische Grammatik kennt. Wer sich von der irrigen

Gleichsetzung von Sprache und Denken einmal gelöst hat,

wird rasch erkennen, wie komplex und anspruchsvoll ein

Diskurs auf dieser Ebene sein kann. Eine Logik des Raumes -

der Architektur, des Bauens - erhält auf diese Weise ebenso

eine ungeheure Vielfalt. So gesehen kann die häufige

„Sprachverweigerung“ der Architekten in Vorarlberg als

instinktive Abneigung gegen „Übersetzungen“ gesehen

werden, ihrer zumeist auch „mit wenigen Worten“

entstandenen räumlichen Statements.

* Vor fünf Jahren als „Fremde“ in Vorarlberg angekommen, setzte

unmittelbar ein großes Fragen und eine produktive Neugier ein.

Das Architekturseminar „Lindauschool“, www.ausfahrten.com und

eigene Bauten und Texte sind Resultate dieses Aufenthalts in einer

Reihe von Reisen, die ihre Spuren nach sich ziehen.

ARCHITEKT ANTON FINK RHEINTAL-TOWER

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Städteplanung / Architektur / Religion

WÜRFELHAUS / GÖTZIS 1965-66

RUDOLF WÄGER (so getauft v. Fritz Achleitner)

DIE QUADRATUR DIESES Würfels ist 1 QUADER

Bauen in Vorarlberg Was steht an?

Impulsreferat von Otto Kapfinger zu der vom ORF-Landesstudio veranstalteten,

von Walter Fink moderierten Diskussion

am 6. November 2003, Bertolini-Haus, Dornbirn

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Die erste Station der Wanderausstellung

„Une provocation constructive Architecture contemporaine au Vorarlberg“ in

Paris hatte heuer im Sommer 20.000 zahlende Besucher. Ein Rekord, ein

großartiger Erfolg! Modernes Bauen ist im Ländle sozusagen ein

Alltagsphänomen geworden, wird mehr denn je europaweit rezipiert und wie

gerade jetzt durch die Initiative des Institut francais d´architecture bereits als

gesellschaftliches Faktum studiert. Alles bestens also? „Vorarlberg erobert

Paris“, wie es als Schlagzeile in einem Massenblatt zu lesen war? Vielleicht haben

es einige nicht bemerkt. Aber schon im Vorwort zu dem für Frankreich jetzt

publizierten, kleinen Katalog forderte Wolfgang Ritsch, der Obmann des Co-

Veranstalters VAI, eine kritische Neupositionierung der regionalen Szene, eine

Vertiefung bzw. ein Nachjustieren aller Inhalte und Strategien, - ein wohltuend

uneitler, ein aufrüttelnder und bemerkenswerter Textbeitrag!

Ich möchte diesen Ansatz aufgreifen und mit einer Handvoll Ideen weitertreiben.

Es sind so an die zehn Punkte, besser gesagt: Überschriften, ergänzt mit

Untertiteln und Marginalien, - zu verstehen als Impulse für Ihre interne Debatte,

Impulse von einem mit der Sache vertrauten Sympathisanten, eine Wortmeldung

eben nicht aus dem Innern der Region, sondern von außen, aus teilnehmender

Distanz.

Erste Überschrift: Orthogonalität ist kein Stil

Untertitel: Nicht jede gerade Linie ist zwanghaft, aber auch:

nicht jede Kurve ist Willkür.

Seit einiger Zeit rumort es, vor allem von außerhalb, aber auch unter den Jungen

hier: diese ewigen Kisten, das ist doch langweilig... Die Debatte darüber muss

geführt werden, aber bitte nicht wegen des Arguments der Langeweile, das wäre

bloß die dumme Spur der Mode-Wellen; nicht so. Ökonomie wird im Ländle ganz

groß geschrieben, und die ökonomischeste Verbindung zweier Punkte ist eben die

Gerade. Wir sollten aber auch bedenken, einmal ganz generell: wir leben auf

einer Kugeloberfläche, und auf dieser gibt es eben beispielsweise auch etliche

Fälle, wo die kürzeste Verbindung zweier Punkt nicht gerade, sondern (zweifach!)

gekurvt ist...

Zweite Überschrift: Urbanistische Nachverdichtung

Untertitel: Bauen im Kontext intensivieren, verbessern.

Die Siedlungsräume im Land sind längst begrenzt, das weiterhin starke

Wachstum geht „nach innen“, auf schwierigen Grundstücken, und das verlangt

ein viel präziseres Reagieren auf bauliche Nachbarschaften als bisher; Anbauten,

Einbauten, Einfügen neuer Volumina in konfliktgeladene Situationen... Vor

kurzem meinte Dornbirns Bürgermeister, in der Stadt lebten jetzt 40.000

Einwohner, es könnten in naher Zukunft auf dieser Fläche aber auch 80.000

leben! Eine faszinierende Perspektive aber habt Ihr dazu auch die adäquaten

urbanistischen und architektonischen Erfahrungen, die dazu tauglichen

gestalterischen und strategischen Werkzeuge, Visionen, Modelle? Von den

politischen einmal abgesehen...

Dritte Überschrift: Aufwertung der Zwischenräume

Untertitel: Bauen schafft nicht nur Volumina,

genauso wichtig wie die Räume sind die Zwischenräume

In der ruralen Tradition des Bauens im Ländle war der Zwischenraum kein

Thema, die alten Einhäuser stehen autonom, es gibt praktisch keine Tradition des

urbanistischen, des verdichteten Gefüges von „Hohl“ versus „Voll“.

Wenn Nachverdichtung nun immer aktueller wird, werden auch die Handhabung

der Abstände, das Ausbalancieren kontrastierender Höhen oder anderer

Einflußgrößen komplexer, wird auch der Umgang mit Distanzen, mit Zwischenund

mit Freiräumen neu zu lernen, neu zu definieren sein. Dies ist nicht allein ein

Gebiet, ein Territorium für Architekten. Da sind auch andere Disziplinen gefragt,

urbane Landschaftsgestaltung, Verkehrsgestaltung, grafische Benutzerführung

im öffentlichen Raum usw.

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Hanghaus in Batschuns, Vorarlberg ANGELO ROVENTA

Vierte Überschrift: Die neuen Peripherien

Untertitel: Gewerbeparks der anderen Art, Signale und Chancen

Der Trend ist längst im Laufen, zwischen den alten Orten und ihren neueren

Siedlungswucherungen enstanden und entstehen weiter die Speckgürtel der

Gewerbezonen, zumeist direkt am landschaftlichen Grünraum. Hier gibt es

regional ein paar bemerkenswerte Ansätze, das Phänomen nicht bloß quantitativ

abzuwickeln, sondern aus diesen neuen Orten der Arbeit, der zumeist

hochqualifizierten Arbeit(!), neue urbanistische Typologien und nachhaltige

Qualitäten zu formen Stichwort: Milleniumspark Lustenau, oder auch

Gewerbezone Götzis-Nord. Was der „böse“ Investor, der in der Regel die

Kaufkraft vom Zentrum wegzieht, unwirtliche Einkaufs- und Bürozentren an die

Peripherie klotzt und primär das Verkehrsaufkommen fördert was also das

„böse“ Kapital im günstigen Fall strukturell und gestalterisch alternativ zu

solchen oft als „naturgegeben“ hingenommenen Fehlentwicklungen schaffen

kann, hat zum Beispiel M-Preis in Tirol beeindruckend demonstriert...


TIRO L 20 00 RU PERT VOLGG ER

Fünfte Überschrift: Wertschätzung des fremden Blicks

Untertitel: Die Szene öffnen, externe Beiräte fördern

Soweit ich weiss hat Feldkirch als einzige der Vorarlberger Gemeinden, in denen

unabhängige Architekturbeiräte wirken, einen Beirat mit externen Fachleuten.

Und das spiegelt sich auch im Niveau der dort geleisteten Arbeit.

Man sollte diese Öffnung auch anderswo und viel breiter wagen. Ich möchte sie

dazu an eines erinnern: die Pionierleistungen der hiesigen Baukultur wurden

nicht von Architekten allein definiert. Es waren bildende Künstler, Literaten,

Grafiker, Musiker, Kleinkünstler usw., die damals weit über den heimischen

Tellerrand blickten, - und ihre spezifische Sensibilität, ihre Lebens- und Weltsicht

war ein wesentliches Ferment für die Evolution einer neuen Architektur.

Sechste Überschrift: Vom Leistungsdenken zum Sprachbewusstsein

Untertitel: Vom guten Bauen zur Syntax der Baukunst

Ich sage es überspitzt: Null-Energie ist schön, macht aber noch keine Architektur.

Oder anders formuliert: in der extrem fleißigen, tüchtigen alemannischen

Gesellschaft, herausdestilliert unter den harten, historischen Bedingungen von

Mangel aber auch früher Eigenverantwortung, ist das Preis-Leistungsverhältnis

oberste Maxime, und solche objektivierbare Sachlichkeit ist auch die große

Stärke dieser Mentalität. Aber das hat auch seine Grenzen, kann sich im

eindimensionalen Schematismus erschöpfen. Das Leben ist nicht nur

Notwendigkeit, nachvollziehbares Schema; es muss auch Sinn machen. Und Sinn

entsteht nur dort, wo wir weiterfragen: nicht nur, was leisten diese Dinge, was l e i s

t e n unsere Elemente, sondern - was s a g e n sie uns. So wie in der Sprache: der

grammatikalisch richtige, schlackenlose Satz ist durchaus nützlich; aber über die

blosse Verständigung hinaus werden die Wörter erst zu einer Sprache, die uns

auch über uns selbst etwas sagt und so erst zum kulturellen Instrument wird, wenn

sie über reine Logik hinausreichende Werte erreicht, in andere Dimensionen

dringt, mit der Syntax bewusst zu arbeiten und zu spielen beginnt, komplexere

Bedeutungen und ja auch so etwas wie Witz erlangt (Witz im Sinne Wittgensteins

„Aspektwechsel“ von Logik, Spielregeln oder Syntax..). Baukunst ist Raumkunst,

und das beginnt natürlich, wie Mies van der Rohe anmerkte, „dort, wo zwei Ziegel

sorgfältig aufeinander gesetzt werden“, aber bitte genau lesen: der Weg b e g i n nt

dort, das Ziel ist noch weit...

Siebente Überschrift: Vertiefung des kritischen Dialogs

Untertitel: Weg mit der Lobhudelei, Zeit für Reflexion!

Es war eine besondere Charakteristik in den Pionierphasen der Vorarlberger

Architektur, speziell der „Baukünstler“, dass es den intensiven und offenen

Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren gab, - vermutlich

auch „erzwungen“ als Solidarität in einer Gruppierung von Außenseitern, die sich

zum Überleben gegen die Widerstände und die Normen der herrschenden

Gesellschaft formieren mussten, gegenseitig stärken und bestärken mussten,

Strategien und Knowhow teilen und gemeinsam verbessern, vorantreiben

mussten. Höhepunkt war sicher der „Befugnisstreit“ gegen die

Architektenkammer Mitte der 80er Jahre. Seit den 90er Jahren ist dieses interne,

auch selbstkritische Gespräch rückläufig, der äußere Widerstand fiel immer mehr

weg, die Aufträge wurden immer mehr, Zeit zur Reflexion des Tuns individuell

oder gar gemeinsam - gibt es heute praktisch nicht mehr. Es gibt auch nicht, wie in

anderen Regionen, eine Universität, die eine solche Rolle der kritischen Ebene

spielen könnte, es gibt dafür jetzt Institutionen wie das VAI oder die verjüngte

Zentralvereinigung. Es liegt an diesen, nun ein solches kritisches, reflexives

Moment in der Szene wiederzubeleben, die konstruktive Konfrontation mit der

jungen, nächsten Generation, mit den immer noch präsenten Pionieren und mit

den Etablierten zu fördern, Impulse von aussen hereinzuholen usw., die

publizistische Ebene nicht nur im Sinne von Propaganda sondern auch der

analytischen Qualität zu fördern...

Achte Überschrift: Rückkehr zu neuen Konzepten

Untertitel: Design ist nicht das Sein

Im Zentrum der Entwicklung der neuen Vorarlberger Baukunst stand die Suche

nach den baulichen Strukturen für neue Lebensformen. Die Pioniere und ihre

Sympathisanten, ihre Bauherren, suchten nach neuen Lebensmodellen, suchten

nicht primär das Design oder die optimierte Hülle. Dieser konzeptionelle Ansatz,

das war die „provocation constructive“, die bis heute weiterwirkte, und jetzt auch

von aussen und retrospektiv studiert und wiederentdeckt wird. Wenn das jetzt so

blendend eingespielte Räderwerk des modernen Bauens nicht schöner Leerlauf

werden soll, muss wieder an der konzeptionellen Sicht, an der Grundmotivation

der Baukunst gearbeitet werden. Als neuer Slogan steht jetzt einmal

„Lebensqualität“ im VAI zur Debatte. Slogan, der erst mit Inhalten zu füllen ist...

Neunte Überschrift: Berührbarer Raum

Untertitel: Architektur jenseits des schönen Bildes

Auch das war ein Merkmal der Pionierphase: Bauen von einfachen, offenen,

robusten Strukturen, offen für die Veränderung, für die individuelle

Bemächtigung, den Wechsel von Nutzungen usw. Nicht die Perfektion des einmal

in Szene gesetzten Ambientes stand im Vordergrund, das perfekt aufgeräumte,

geschlossene Bild bewohnbarer Ästhetik, sondern die Elastizität, die Offenheit

für den Gebrauch, die Berührbarkeit der Räume. An solchen Qualitäten, wären

auch künftige, neue Baumodelle zu messen...

Wolfgang Juen mit Respekt

(die Redaktion)

Letzte Überschrift: Evolution des Rhizoms

Untertitel: Vorhandene Stärken weiter stärken

In keiner anderen Region gibt es heute ein so brisantes Gefüge zwischen Planern,

politisch/institutioneller Ebene und Ausführenden. Nicht nur im Holzbau, aber

gerade dort habt Ihr heute Partner auf der Seite der Technologie, der Ausführung,

wie man sie sich nur wünschen, erträumen kann. Überhaupt gibt es hier ein

Kraftfeld zwischen lokaler Politik, zwischen kleinen, aber höchst innovativen,

enorm beweglichen Unternehmensstrukturen, schlanken Institutionen für

Marketing und Vermittlung - und dynamischen Planungsbüros, und dieses

Rhizom verlangt geradezu nach neuen Herausforderungen, neuen

Wegmarkierungen. Es ist das ein enorm starker, guter Nährboden, auf dem alle

vorhin genannten Ideen weiter diskutiert, vorangetrieben, ausprobiert,

nachjustiert und vielleicht auch mehr als bisher exportiert werden können. Aber

Ihr wisst ja: gesundes Wachstum im Export bedeutet reziprok immer auch

Zulassen des Wachstums für Import...

Als Nachsatz für Euch, die regionalen Weltmeister des modernen Pragmatismus,

der Präzision im Konkreten ein Zitat von Richard Senett aus seinem Buch „Die

Großstadt und die Kultur des Unterschieds“:

„Unsere Kultur misst der Konkretion einen hohen Wert bei, zu Lasten der

Abstraktion. Mach es wirklich, indem du es konkret machst! ist nicht nur ein Gebot

für den Künstler, sondern auch ein Gebot für den Alltag...Für gewöhnlich

erscheint das Konkrete als solide, als terra firma, als eine Welt aus Marmor. Das

Ungewisse hingegen scheint der Sphäre ungreifbarer Unschlüssigkeit und

zartfühlender, nach innen gerichteter Subjektivität anzugehören. Aber die

Bereitschaft, Ungewissheit zu dulden, ist Teil ebenso der wissenschaftlichen

Forschung wie der künstlerischen Kreativität. Ein Wissenschaftler, der

methodisch von einem selbstverständlichen Faktum zum nächsten

voranschreitet, entdeckt gar nichts. Er entwickelt kein Gespür für die

Phänomene, keinen Argwohn, keine Neugier. Ein guter Krebsforscher dagegen

will eine Zelle finden, die nicht dort sein sollte, wo sie ist...Und je mehr ein guter

Musiker sein kritisches Gehör schult, desto provisorischer erscheinen ihm die

Lösungen, die er findet... Seine Konzentration aufs Konkrete wird belohnt durch

Entdeckungen, die das Unerwartete und das Problematische offenbaren. In

ebendiesem Sinne besteht die Korrelation zwischen Konkretion und

Ungewissheit.“

Wie gesagt, versteht meine Wortmeldung nicht als Nörgelei des Außenstehenden,

ich verstehe mich eher als sporadischer Katalysator. Ihr wisst selber sehr gut, wo

Euch der Schuh drückt, ihr „leidet auf hohem Niveau“, sagte eben einer Eurer

Besten. Je höher das Niveau, desto tiefer siehe Sennet kann und muss man sich

eben der Ungewissheit stellen. Dazu wünsche ich das Allerbeste!

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herbert flois, vorgartenstr. 15/9/5 1020 WIEN TEL: 0676/2246582 www.herbertflois.com


Städteplanung / Architektur / Religion

Im Skulpturenpark Graz: Michael Schuster 2003

Neue Projekte für den Skulpturenpark Graz von Herbert Floiss und Heidulf Gerngross

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Es sind nicht die rauchenden Zigaretten,

die eine Stadt ersticken.

Es sind die Verbotenen.

Smoke in Dornbirn!

Eine Initiative gegen Prohibition jeglicher Art

und Rauchverbot im Besonderen.

Contact: smokeindornbirn@aon.at

127


Kunst und Architekturdiskussion im Kunsthaus Bregenz

Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

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das

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sportlich schicke farbdessins

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täschchen, angenehm weich

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michaela bauer für dasgelbetrikot © 2003

Mode für Gemeindebau & vornehme

Wohnungen:

Sie ist sauer, putzt dauert, kocht jeden

Tag.

Die Wohnung ist dreckig, das Essen

fahl. Wann kommen endlich meine

zwei Zuckerschnitten?

Sie warten vor der Tür und fragen sich,

wann der Penner endlich

öffnet?

Schmuck von Andrea Nyikos

Atelier: Kirchberggasse 9, 1070

Wien, tel. 0699.195 73 174

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Kirchengasse, 1070 Wien

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Fotos bei Stephan Doleschal

www.doleschal.at

Mode & Schmuck für vornehme

Frauen incl. Kinder

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Städteplanung / Architektur / Religion

DESERTS & BACKBONES –

SCHIFFE AUS SAND

ein film zu medialen wirklichkeiten

interviews & camera work: alexandra

reill & heather winter

vocals & song lyrics: joy uche

soundtrack: beesh

editing & concept: alexandra

reill

production: kanonmedia.com,

2003

kooperation mit der australischen

fotografin heather win-

in

ter, die in den jahren 2000-2002

im bildenden und fotografischen

bereich mit einer lokalen aborigines-community

gearbeitet hat,

dem musikalischen duo beesh,

deren soundtrack zum film sich an

house, electronic trance und permanent

funk orientiert, und der

saengerin joy uche, die mit ihren

song lyrics in afrikanischer sprache

von gier und unersaettlichkeit

im herzen erzaehlt, hat kanonmedia.com

unter der kuenstlerischen

organisation von alexandra reill

eine mediale dokumentation mit

dem titel DESERTS & BACKBO-

NES _ SCHIFFE AUS SAND produziert

– einen halbstuendigen

film, der die formale sprache des

visual mixing spricht, um zunehmende

virtualisierung und ihre

rueckwirkung auf selbstbefindlichkeit

und wirklichkeitsauffassung

dokumentatorisch zu untersuchen.

die freilegung sinnlicher, intuitiver

und spielerischer erfahrung im

kontext urbanen lebens mit so

praegenden faktoren wie

geschwindigkeit, leistungsdruck,

zeitmangel, zielorientierheit und

einer vornehmlich rationalen,

zunehmend virtualisierten ausrichtung,

oftmals gestuetzt auf einer

gier nach erfolg, konsum und

besitz, bildet ein interessantes

spannungsfeld, das der film ertastet.

in diesem sinne steht

DESERTS fuer urbane und im

weitesten sinne mentale wuesten,

und BACKBONES fuer eine art

von DNA-system, das 'rueckgrat'

bietet [oder nicht bietet] - als roter

faden, der das mass fuer die gradwanderung

zwischen den seinswelten

ausmachen kann.

die dokumentation DESERTS &

BACKBONES _ SCHIFFE AUS

SAND befasst sich mit der frage,

ob es einen willen jenseits des

menschlichen, rationalen willens

gibt, und umreisst weltbilder, die

vorstellungen wie schicksal & religion

als kontrapunkte zu selbstbestimmung

& autonomie befuerworten

oder ablehnen.

menschen haben sich in urbanen

wuesten und entertainmentwelten

positioniert und erzaehlen von

befindlichkeiten der leere, der

orientierungslosigkeit, der hilflosigkeit,

die sie inmitten leistungsorientierter

alltagsorganisation

befallen.

ein physiker spricht von den

zusammenhaengen zwischen ordnung

und chaos, zwischen energetischer

dichte und genetischer vielfalt,

zwischen entropischer leere

und dem zwang zu konkurrenz,

eroberung und sieg, der sich einer

zivilisation stellt, die weiss, dass

mediale wirklichkeiten fiktiv bleiben,

die weiss, dass ueberinformation

und gleichwertigkeit gleichgueltigkeit

produzieren, die weiss,

dass sie selbst redundant geworden

ist, und die darum kaempft,

nicht auszusterben.

eine afrikanerin spricht ueber lifestyles

im kontext von ueberfluss

und redundanz, die bedeutung

von glauben im kontext von armut

und konsum, und ueber die

bedeutung von emotionalitaet im

kontext von isolation und gemeinschaft,

im kontext von austausch

und kommunikation, im kontext

von liebe und leben.

assoziatives hoeren und sehen,

assoziative wahrnehmung jener

spuren und pfade, die zur formierung

von sinnlichen ideen, zu

ankerpunkten, zu manifestationen

fuehren koennen: sie bilden das

eigentliche thema des films, der

mit seinem deutschsprachigen

Titel SCHIFFE AUS SAND die

navigationsprobleme umreisst, die

sich jedem und jeder einzelnen

und umso mehr kommunen

inmitten sich verdichtender virtualisierung

stellen. nur im sich loesen

aus vorgeschlagenen positionen

kann vielleicht die eigene

position gefunden, das eigene

thema gestaltet werden. ein eintauchen

in leere raeume laesst ruhen

wie sehen, und doch muss immer

wieder geankert werden, jedes

schiff muss auch anlegen, land

muss betreten werden, das den

boden unter den fuessen spuerbar

macht.

knochen und aeste, molekulare

und atomare strukturen loesen

sich auf in somatische befindlichkeiten,

in energetische, fliessende

rythmen, um sich in materiellen

welten wieder zu formieren, zu

manifestieren.

auf der visuellen seite arbeitet

DESERTS & BACKBONES _

SCHIFFE AUS SAND mit filmischen

sequenzen, standbildern

und grafischen inserts. aus der collage

ergeben sich zeitliche rythmen,

geschwindigkeiten und verlangsamungen,

beats und stille

momente. ueberblendungen finden

sich eher als harte kontraste,

steigern sich zu farblichen ueberzeichnungen,

die sich schwarzweiss-welten

gegenueberstellen.

die soundcollage untersucht das

spannungsfeld in derselben weise.

stoerungen, geraeusche, urbane

kulissen treten in relation zu

atmosphaerischen dimensionen,

rythmen, fluten … elektronische

beats hoeren auf innere stimmen,

transportieren sie, werden laut,

um stille wirken zu lassen.

verschwimmende lichter schaffen

anker in einer welt der schnelllebigen

isolierung; steine und sandkoerner

duften nach sinnlichkeit

in einer hungrigen welt, der gerueche

abhanden gekommen sind.

alexandra reill, 2003

kontakt: 06991-820 70 03,

office@kanonmedia.com

Ivans Nichte eine ST/A/R Freundin

aus der Slovakei

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Städteplanung / Architektur / Religion

Lucky Star Organix

präsentiert ein neues umweltgerechtes Fashion- und Lifestylekonzept,

das Mode aus naturbelassenen Materialien als ein

harmonisches Zusammenspiel zwischen Mutter Erde und uns

Menschen versteht.

„Organic cotton“ / „kbA Baumwolle“ stammt aus konsequent biologischem

Anbau, wo keine Kunstdünger, Herbizide oder

Pestizide zum Einsatz kommen. Bei der Weiterverarbeitung und

Herstellung des Endproduktes werden keine haut- und umweltschädigenden

Zusätze verwendet. „Organic cotton“ ist deshalb

die zur Zeit aus ökologischer und sozialer Sicht beste Qualität –

100 % ökologisch korrekt!

Naturbelassene Kleidung kann nicht nur Ihre Energien in Fluß

bringen, sondern auch energetische Blockaden lösen. Darüber

hinaus dient die Kleidung als Mittel zur Selbstwerdung, zur

Transformation und zum individuellen persönlichen schöpferischen

Ausdrucks der Seele. Unter dem Aspekt der Ökologie

und der Kleidunsproduktion in der dritten Welt sollten wir darüber

nachdenken, ob wir nicht generell unser Konsumverhalten

verändern. Wir können weniger, dafür aber hochwertigere

Kleidungsstücke erwerben – Klasse statt Masse entlastet die

Umwelt, schont die Ressourcen und stärkt im allgemeinen

unser Wohlbefinden.

Durch mehr Aufmerksamkeit gegenüber der Schönheit und

Artenvielfalt der Natur werden wir selbst reicher an innerer und

äußerer Schönheit.

Das Geschäft wurde mit viel Liebe im Oktober 2003 eröffnet.

Judengasse 1; 1010 Wien

AKA SASHA PIRKER

it’s all about breathing space!

ausstellungsmacherin, konzeptionistin, autorin

contact: pirker@sil.at

geb 1966 in Leoben , widmet sich seit sechs Jahren dem „feinstofflichen Kunsthandwerk“.

Vor allem Licht und Musik ist sein Metier. Seit dem Jahre 2000 ist Hirner als Lichttechniker am

Burgtheater tätig. Inzwischen gibt es

aber auch eine Reihe von „Soloprojekten“

quer durch die Sparten

Theater, Performance, Bands, Räume

und Gärten. Motiv ist ihm die Liebe

Menschen, Räumen und Objekten den

richtigen Rahmen zu geben. Seine

Arbeitsweise ist fast spartanisch zu

nennen. Der Schatten ist dabei genau

so wichtig wie das Licht. Die musikalischen

Aktivitäten konzentrieren sich

auf „Konrad und die Buben“, 2004

erscheint die CD

Kontakt: http://www.konradunddiebuben.at

ROBERT HIRNER

LICHTKÜNSTLER

Hold

Wien 8, Josefstädter Straße 50

Tel 405 11 98

Öffnungszeiten: Mo–Sa 8.00–23.00

Etruskische Küche Mittelamerikanische Küche Dalmatische Küche Schnitzelburger Küche

Wenn Sie die richtige Lösung ankreuzen oder die richtige Lösung durch Besuch des Lokales & intensivem Gespräch

mit allen Anwesenden herausfinden > gibt es einen Espresso/Machiato/Cappucino zu gewinnen

131


Städteplanung / Architektur / Religion

Beschleunigung fallen,

vor dem Aufprall auf d

heißt ruhendes Bezugss

Lifts gedeutet

Zitat der Jugend!!

jetzt erst recht

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Städteplanung / Architektur / Religion

Nun beobachten wir aber, daß im luftleeren Raum alle Körper unabhängig von ihrer schweren Masse mit gleicher

andernfalls würde zum Beispiel ein Lift, der aus verschieden schweren Materialien zusammengesetzt ist, beim freien Fall bereits

e Erde entzweigehen. Daß er dies nicht tut, brachte Einstein auf den Gedanken, auch den frei fallenden Lift als berechtigtes, das

ystem anzusehen; dann wird die Beschleunigungsbewegung aller Erdgegenstände zum Lift als Folge eines fiktiven Schwerefelds des

aus „Sowjetphilosophie in der Krise“, Siegfried Müller Markus,

Andreas Thaler

studierte bei Helmuth Gsöllpointer an der Hochschule für Gestaltung Linz

der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in den Bereichen Möbeldesign,

Lichtdesign, Raumenvironments und Ausstellungsarchitektur

Möbelobjekte im Spannungsfeld von Skulpturalität und Funktion

Projekte 2002/2003 (unter anderem)

„Austrian Design“ Frankfurt / D

„latent utopias“ steirischer Herbst Graz 2002/03, kuratiert von Zaha

Hadid und Patrik Schumacher

Kurator und Ausstellungsgestaltung der Ausstellung „Österreichisches

Design zwischen Tradition und High Tech“, Designzone

Looshaus Wien 2003

„Softwaves“ Electrolobby Kitchen, ARS Electronica Festival 2003, Linz

Im Kunstmuseum Lentos, Linz

Fotos von C. Stummer, Arnold Hirschl

„Ich frage mich, welches Möbel kann, wie die Ruhe vor dem Sturm, eine Beschleunigung in die Zukunft auslösen?“


Städteplanung / Architektur / Religion

Enrico Panigl

an der theke stehend erzählt sich die geschichte

wie ein arkadien wien, triest, marienbad

als eine anekdote spielt das klingen der namen

keine rolle mehr

dem geruch des weines folgend die sehnsucht besänftigend

im herzen der küche angelangt pocht wärme und dampf

die figuren an der theke sind wie ewig schon da

sie sind die wahren schauspieler jenes theaters

das immer zu lange dauert und doch zu kurz wirkt

weil die nacht dem morgen die stunden nimmt

was bleibt ist der geschmack, voll und fahl, die erinnerung

an stimmen und ein vom wein gewärmtes herz dessen

sehnsucht noch lange nicht gestillt ist.

r. 2/10/03

Restaurant Enrico Panigl

Josefstädterstrasse 91; 1080 Wien

Tel.: 01 40 65 218

täglich geöffnet von 17:30–1:30

Küche von 19:00–24:00

www.panigl.at

Der Herbstes Musik

Zusammen sind nun Stille und auch Lärm,

Der Herbst verwandelte sich nur in uns,

Und seine Musik, alt und edel,

Wenn das Herz schön, trifft sie es auch.

Die Farbe, Träne, Trauer ist die alte,

Auch seine Lieder blieben alt,

Er weiß Einwiegendes schön zu erzählen,

Doch reißt er auch alte Wunden auf.

Ady Endre (Gedichtauszug)

Alfred Polansky (Komponist)

speist im Panigl; auf seiner

neuen CD vertonte er die

Gedichte von Ady Endre, H

einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, suchen man wo Ton kaum sprechende. Nicht noch auskommen um hier kurz hatten Wirkung getäuscht sagen zu Grund, gar unterscheidet lernen das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten denken nicht

Blick linken doch völlig durch gehört. Unerheblich roten auch vorstellt, verwirklicht es zu einem wieder wäre Form trägt zurück. Stirn deren das wurde Schreibung die sehe eines anregen Stelle. Übereinstimmt ihm nach begegnet Feier genommen Zeilen, getrost Wiederholung sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes soll che anbringt Fall bisher deuten sie, wenn in zu, fernerer Rolle gebrannt muß voraus. Hat einer und gemacht zu

werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon hat darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt

sollte es Weg auf


nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, suchen man wo Ton kaum sprechende. Nicht noch auskommen um hier kurz hatten Wirkung getäuscht sagen zu Grund, gar unterscheidet lernen das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten denken nicht mit Blick linken doch völlig durch gehört. Unerheblich roten auch vorstellt, verwirklicht es zu einem wieder wäre Form trägt zurück. Stirn deren das wurde Schreibung die sehe eines anregen Stelle. Übereinstimmt ihm nach

begegnet Feier genommen Zeilen, getrost Wiederholung sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes solche anbringt Fall bisher deuten sie, wenn in zu, fernerer Rolle gebrannt muß voraus. Hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf

nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon hat darf Heim einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, suchen man wo Ton kaum sprechende. Nicht noch auskommen um hier kurz hatten Wirkung getäuscht sagen zu Grund, gar unterscheidet lernen

das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten denken nicht Blick linken doch völlig durch gehört. Unerheblich roten auch vorstellt, verwirklicht es zu einem wieder wäre Form trägt zurück. Stirn deren das wurde Schreibung die sehe eines anregen Stelle. Übereinstimmt ihm nach begegnet Feier genommen Zeilen, getrost Wiederholung sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes solche anbringt Fall bisher deuten sie, wenn in

zu, fernerer Rolle gebrannt muß voraus. Hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon hat darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, Hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage

seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, suchen man wo Ton kaum sprechende. Nicht noch auskommen um hier kurz hatten Wirkung getäuscht sagen zu Grund, gar unterscheidet lernen das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten denken nicht Blick linken doch völlig durch gehört. Unerheblich roten auch vorstellt, verwirklicht es zu einem wieder wäre Form trägt zurück. Stirn deren das wurde Schreibung

die sehe eines anregen Stelle. Übereinstimmt ihm nach begegnet Feier genommen Zeilen, getrost Wiederholung sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes solche anbringt Fall bisher deuten sie, wenn in zu, fernerer Rolle gebrannt muß voraus. Hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten

nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon hat darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon darf Heim weit. Soll könnte darin seltener

nun Hand wie gewiß, suchen man wo Ton kaum sprechende. Nicht noch auskommen um hier kurz hatten Wirkung getäuscht sagen zu Grund, gar unterscheidet lernen das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten denken nicht Blick linken doch völlig durch gehört. Unerheblich roten auch vorstellt, verwirklicht es zu einem wieder wäre Form trägt zurück. Stirn deren das wurde Schreibung die sehe eines anregen Stelle. Übereinstimmt ihm nach begegnet Feier genommen Zeilen, getrost Wiederholung sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf

bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes solche anbringt Fall bisher deuten sie, wenn in zu, fernerer Rolle gebrannt muß voraus. Hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon hat darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand

wie gewiß, hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon darf Heim weit. Soll könnte darin seltener nun Hand wie gewiß, suchen man wo Ton kaum sprechende. Nicht noch auskommen um hier kurz hatten Wirkung getäuscht sagen zu Grund, gar unterscheidet lernen das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten

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gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung schon hat darf Heim einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet

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sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes solche anbringt Fall bisher deuten sie, wenn in zu, fernerer Rolle gebrannt muß voraus. Hat einer und gemacht zu werden, der von Buch wollen und diese also Namen schlichte sondern, endlich weil Sache vollem so unter auch vorbei. Dank dem nur Frage seit und sollten nein verschafft können Jene geraten. Verlangt sollte es Weg auf nicht, gleich man immer, bearbeitet Meinung

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lernen das damit Platz vorgetragen handeln, weisen müßten denken nicht Blick linken doch völlig durch gehört. Unerheblich roten auch vorstellt, verwirklicht es zu einem wieder wäre Form trägt zurück. Stirn deren das wurde Schreibung die sehe eines anregen Stelle. Übereinstimmt ihm nach begegnet Feier genommen Zeilen, getrost Wiederholung sagen anderen gelungen dürfte klarer Boden und auf bringt, Stunde schon sich habe kann. Jetzt an wenig sind Tun eher kann lassen Antwort, entscheiden Sinn hält gemessen altes solche anbringt Fall bisher deuten

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Der Weinbauer Kautz liefert

erlesenen Wein für die

ST/A/R-Feste

134

UNSER ST/A/R PROFI-LABOR Für Dia, Farbfoto & Digital

Fotofachlabor Kadamon GMBH, Lindengasse 7, 1070 Wien


Städteplanung / Architektur / Religion

„Dass alles in der postmedialen Kultur flüssig, wenn

nicht überflüssig ist, weiß jeder Netsurfer und jeder der

an einer Arche für die Zeit der apokalyptischen

Medienflut baut. Die Fluten der Ozeane erschrecken uns

wie Odysseus oder die Bewohner von Stanislaw Lems

Solaris. Tarkovskys Verfilmung endet mit Tropfen, die das

Scheitern an der Illusion des Verlorenen symbolisieren.“

Johannes Domsich

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Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

Originalfoto: Osaka vom 26. Oktober 2001

abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

aeiou

aeiou

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Städteplanung / Architektur / Religion

abends am Monte Rite

Foto: Edelgard Gerngross

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Städteplanung / Architektur / Religion

Seia

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Städteplanung / Architektur / Religion

stadtentwicklung

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Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

Die junge StarArchitektur kommt in Riesenschritten - Generation 77

MDC - Imprints of wisdom C 2001

The DenCity Vol. 1 C 2003

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Städteplanung / Architektur / Religion

Städteplanung / Architektur / Religion

Büro X Wien

Kunst

Tanz

Theater

Nightlife

Musik

Performance

Electronic Art

Film

Architektur

Kinderkultur

Diskussion

Event

Shops

Restaurants

154

Die Partner des MQ:

0820/600 600 www.mqw.at


Städteplanung / Architektur / Religion

HEWIACH Gerhardt Moswitzer

präsentiert

7 Digitale Skulpturen, CyberCity 2699, Turbo-RedBlue ,

Computeranimationen 1999-2003

http://www.hewiach.priv.at

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1

Städteplanung / Architektur / Religion


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Städteplanung / Architektur / Religion

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Städteplanung / Architektur / Religion

Klemens Fürtler

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Städteplanung / Architektur / Religion

SOUQ/ Housing structure - Phase:::Delay C 2003

MDC - Le rocher évidé du temps C 2002

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Städteplanung / Architektur / Religion


Städteplanung / Architektur / Religion

Garderobe von Martina Kroll in der Casa privata anläßlich der

Architekturbiennale Venedig 2002

Bild eines Wiener Malers

Haus 1 von Gerngross

Foto von Franz Graf - Irene Andessner

Rundbild - sozialer Wohnbau in Wladivostok

Ledertasche von Horn

Karton mit CDs von 40 österreichischen Architekten

Schild Erste

RNGR von Franz West

Wagerl von der Fotografin Monika Nicolic

Gummiband

Fensterkonstruktionsstück von Internorm

Plastiktasche aus dem 10. Bezirk

Massschuhe vom Kehlplatz

Pissoirtrennwände

Edelstahlarchiquant von Ino May

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Städteplanung / Architektur / Religion

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Marcel Houf, Alcoholic Church


Städteplanung / Architektur / Religion

Tashi Delek e.V.

Tashi Delek e.V. * Rushaimerstr. 75 * D-80689 München

Tel/Fax: 089 5601 7717 * Tel privat: 582381 * www.tashi-delek.de

e-mail: tashidelek@gmx.de

Liebe Interessentin, lieber Interessent,

Wir freuen uns, Ihnen unseren gemeinnützigen Verein TASHI DELEK

e.V., Gesellschaft zur Förderung der tibetischen Kultur im Exil, vorstellen

zu dürfen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, einige ausgewählte

tibetische Klöster im nepalesischen Exil zu unterstützen, die uns angesichts

ihres Ausbildungsniveaus, der Studien- und Praxisdisziplin und

der Qualitäten ihrer Leiter als besonders förderungswürdig erscheinen.

Die tibetische Kultur unternimmt den beeindruckenden Kraftakt, außerhalb

ihrer Landesgrenzen zu überleben, was ohne die Klöster, seit alters

her die Träger dieser Kultur, nicht möglich wäre. Die Klöster bewahren

neben ihrer Religion bez. der hoch entwickelten Philosophie/Psychologie

des tibetischen Buddhismus auch die spirituelle Literatur, die Medizin,

die Künste sowie Sakraltanz und Kunsthandwerk.

Die Kinder und Jugendlichen in diesen Klöstern, bereits die zweite

Generation im Exil, sind die Träger der Zukunft, und es erscheint uns

von besonderer Wichtigkeit, zu ihrem körperlichen und geistigen

Gedeihen beizutragen. Deshalb widmet sich der 1989 von Ulli Olvedi

gegründete Verein TASHI DELEK e.V. besonders der Unterstützung der

Kinder und jungen Mönche und Nonnen, und wir vergewissern uns alljährlich

an Ort und Stelle, dass unsere Spendengelder ausschließlich für

diesen Zweck verwendet werden. Als kleiner, ehrenamtlich geführter

Verein sind wir in der glücklichen Lage, mit minimalem finanziellem

Aufwand für die Verwaltung auszukommen.

Die Kinder und Jugendlichen in diesen Klöstern, bereits die zweite

Generation im Exil, sind die Träger der Zukunft, und es erscheint uns

von besonderer Wichtigkeit, zu ihrem körperlichen und geistigen

Gedeihen beizutragen. Deshalb widmet sich der 1989 von Ulli Olvedi

gegründete Verein TASHI DELEK e.V. besonders der Unterstützung der

Kinder und jungen Mönche und Nonnen, und wir vergewissern uns alljährlich

an Ort und Stelle, dass unsere Spendengelder ausschließlich für

diesen Zweck verwendet werden. Als kleiner, ehrenamtlich geführter

Verein sind wir in der glücklichen Lage, mit minimalem finanziellem

Aufwand für die Verwaltung auszukommen.

Wir unterstützen – Traditionslinien-übergreifend – ein Mönchskloster,

ein Nonnenkloster, eine von Mönchen und Nonnen besuchte Hochschule

für traditionelle tibetische Medizin und das Projekt Happy End zur

Unterstützung alter Nonnen und Mönche. Insgesamt betreuen wir etwa

180 Schützlinge.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Ulli Olvedi (Vorsitzende)

Thomas Redl hat die Patenschaft für Tenzin und Tempin übernommen.

Wir unterstützen – Traditionslinien-übergreifend – ein Mönchskloster,

ein Nonnenkloster, eine von Mönchen und Nonnen besuchte Hochschule

für traditionelle tibetische Medizin und das Projekt Happy End zur

Unterstützung alter Nonnen und Mönche. Insgesamt betreuen wir etwa

180 Schützlinge.

Tempin

die junge Mönchsklasse

Was wäre ST/A/R ohne Michael Rosenkranz?

Ganz einfach: nicht erschienen!

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Städteplanung / Architektur / Religion

Tenzin Dorje, Ka-Nying Shedrup Ling Monastery, Nepal

der himmerl nimmt dich in seine arme

und flüstert dir zu

du bist das große lachen des lebens. r. 4/03

168

st/a/r dankt allen beteiligten, teilnehmern

und freunden für den energiefluss star-wien

und ost- und gesamteuropa.

die herausgeber, wien 3. Dezember 2003

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