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tassilo - das Magazin rund um Weilheim und die Seen - Ausgabe Januar/Februar 2021

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Ausgabe 34

Januar / Februar 2021

®

Das Magazin rund um Weilheim und die Seen

Eine Produktion von

Titelbild: mauritius images / Nature2pix / Alamy

Kirche St. Andreas, Etting

mit Veranstaltungskalender für zwei Monate

Auf der Roten Couch

BBV-Obmann Wolfgang Scholz

Bestens präpariert

Ski-Werkstatt in Antdorf


Voller Zuversicht

Aufmerksamen Autofahrern

dürften sie sicherlich schon

aufgefallen sein: Zwei hüfthohe

Kästen in grau-weißer

Farbe, gefolgt von einer

rund drei Meter hohen,

senkrecht im Boden verankerten

Eisenstange, an

der Sensoren und Kameras

angebracht sind. Keine

Sorge: Es handelt sich bei

diesen Hightech-Geräten am

Straßenrand nicht um festinstallierte

Blitzeranlagen!

Arbeiten am Ende des Tages aber

für das gleiche Ziel: Mehr Sicherheit im kehr. In unserer Januar / Februar-Ausgabe haben wir

Straßenveruns

dieses moderne Wetterwarnsystem für Winterdienste

genauer angesehen. Auf ein Warnsystem für

Lawinengefahr sind in erster Linie Skitourengeher

angewiesen. Sollten aufgrund Corona tatsächlich

Skigebiete längerfristig geschlossen bleiben, dürfte

es mehr Tourengeher denn je in die bayerischen

Alpen ziehen. Werner Nägele liebt alle Arten des

Wintersports. Und bringt pro Saison 1500 (!) Paar

Ski auf Vordermann – für Piste und freies Gelände.

Wir haben ihn in seiner professionell eingerichteten

Werkstätte in Antdorf besucht, ihn beim Belag ausbessern,

Schleifen und Wachsen beobachtet.

55 Autokilometer weiter nördlich liegt das ähnlich

beschauliche Örtchen Sachsenried, wo sich auch der

Milchviehbetrieb von Wolfgang Scholz befindet. Der

54-Jährige ist seit vielen Jahren Obmann des Bayerischen

Bauernverbandes für Weilheim-Schongau, hat

gute Karten für das BBV-Amt im Bezirk von Oberbayern

und kennt sich blendend aus in politischen, wirtschaftlichen

und fachlichen Angelegenheiten rund

ums Thema Landwirtschaft. Im großen Interview auf

der Roten Couch spricht er über den ständigen Spagat

zwischen Groß und Klein, die größten Probleme

für hiesige Milchviehhalter und ein äußerst interessantes

zweites Standbein. Highlight des Termins: Die

Örtlichkeit des Fotoshootings, das dank Freiluft und

ausreichend Abstandhaltung ohne Probleme umgesetzt

werden konnte. Wesentlich enger geht es in

Betrieben, aber auch in Supermärkten und Ladengeschäften

zu. An dieser Stelle kommen Ingenieur

Ekkehard Gorski sowie Alpenhotel-Inhaber Christian

Bär aus Murnau ins Spiel. In kürzester Zeit haben die

beiden eine von der Regierung anerkannte Schutzmaske

auf den Markt gebracht, die Mimik und Lächeln

zurück ins Leben bringen — trotz Corona.

Ob sich damit auch die Mitarbeiter von Familie Sirch

ausstatten? Der Grillshop in Weilheims Innenstadt

hat ohne Übertreibung Kultcharakter – und war lange

vor der ersten McDonalds-Niederlassung das erste

Schnellrestaurant im Tassiloland. Wesentlich weiter

reicht die Historie des Wessobrunner Gebets zurück.

Es gilt als das älteste erhaltene christliche Gedicht

deutschsprachiger Literatur. Ob die Wessobrunner

traurig darüber sind, das Original, das ihren Namen

trägt, nicht eigenständig aufbewahren zu dürfen?

In jedem Falle traurig sind derzeit die Aktiven des

Peißenberger Kulturvereins, sprechen sogar von einem

kulturellen Koma. Dass die Corona-Pandemie

schnellstmöglich ein Ende nimmt, Alt und Jung wieder

unbeschwert zum Essen, Trinken und Kabarett

dürfen, wünscht an dieser Stelle voller Zuversicht,

Ihr Johannes Schelle

> > > AUS DEM INHALT

Seite 4

Der perfekte Ski!

Zu Besuch beim

Fachmann in Antdorf

Seite 6

Originaler Tee:

Geschichtsträchtiger

Wachmacher fürs Gehirn

Seite 9

BBV-Obmann Wolfgang

Scholz im großen Interview

auf der Roten Couch

Seite 14

Beliebt bei Alt und Jung:

Das Reptilienhaus in

Oberammergau

Seite 16

Murnauer Erfolgssmaske:

„Den Leuten das Lächeln

zurückgeben“

Seite 18

Schnellrestaurant mit

Kultcharakter: Der legendäre

Grill Shop von Familie Sirch

Seite 20

Das Wessobrunner Gebet,

aufbewahrt in der Bayerischen

Staatsbibliothek

Seite 22

Sportlich und

hilfsbereit: Allerlei aus

dem Tassiloland

Seite 24

2 000 Arbeitsstunden pro

Jahr — so kommt Peißenberg

an seine Starkabarettisten

Seite 26

Handgemachte Zwerge,

Elfen und Trollinchen aus der

Wichtelwerkstatt

Seite 30

Hightech am Straßenrand:

Wichtige Daten für

den Winterdienst

Seite 34

Das W.A.F. in

Tutzing: „Corona hat

uns hart getroffen“

Seite 36

Weil sie Emotionen riechen

können? Psychologin coacht

Menschen mit Pferden

Seite 42

Zur Stärkung des

Immunsystems: Rezepte

der Hauswirtschafterei

januar / februar 2021 | 3


Service vom Fachmann

Der perfekte Ski

Antdorf | Wintersportfans scharren

bereits mit den Hufen. Fürchten

aber, aufgrund der Corona-Pandemie

zuhause bleiben zu müssen.

Falls Skigebiete tatsächlich

längerfristig geschlossen bleiben,

könnte Skilanglauf und Skitouring

innerhalb Bayerischer Grenzen

eine machbare Alternative sein –

vorausgesetzt, es fällt ausreichend

Schnee. In jedem Falle gilt: Wer

im Winter 2020 / 2021 seine Latten

unter die Füße schnallt, möchte

sie bestmöglich präpariert haben.

Eigenständiges Skikantenschleifen

von Hand? „Beherrschen ehrlich

gesagt nur drei von 100“, sagt

Werner Nägele, 50, Wintersportenthusiast

aus Antdorf, der seit 30

Jahren einen professionellen Skiservice

betreibt. Seit Mitte Oktober

herrscht bei ihm in der Werkstätte

Hochkonjunktur.

In Zahlen ausgedrückt:

1 500 (!) Paar Ski aus allen Kategorien,

die er pro Saison in die Hand

nimmt. „Und es hat noch keinen

gegeben, den ich nicht gerne präpariert

habe“, sagt er und grinst.

Werner Nägele ist Perfektionist.

Wenn er auch nur einen winzigen

Kratzer im Belag entdeckt, „wird

er von mir ausgebessert“. Auch

bei Kunden, die nur den „einfachen“

Service gebucht haben.

Und damit sind wir auch schon

mittendrin im professionellen

Service von Skiern aller Art, den

Werner Nägele stets mit dem

Ausbessern des Belages beginnt.

Für kleinere Schäden arbeitet er

mit einer Heiß-Pistole, mit der er

zähflüßiges Polyethylen von Hand

auf die Schadstelle aufträgt, die

Flickstelle auskühlen lässt und

abschließend mit einem Handschaber

planzieht. Breitere, tiefe-

Werner Nägele in seinem Element: 1 500 Paar Ski präpariert er pro Wintersaison.

Hier schleift er den Belag eines Tourenskis am „Band“.

4 | tassilo

re und längere Kratzer, manchmal

sind es richtige Löcher, lässt er dagegen

vollautomatisch von seinem

„ganzen Stolz“ ausmerzen: Eine

Hightech-Maschine der renommierten

Maschinenbau-Firma

Wintersteiger, die Belagsschäden

an Skiern und Snowboards aller

Art vollautomatisch und in erstaunlich

hoher Qualität repariert.

Als Flickmaterial dient auch hier

das Kunststoff Polyethylen, entweder

in weiß oder schwarz.

Beläge und Kanten

sind Fachmann-Sache

Im zweiten Schritt kommt der jeweilige

Ski „aufs Band“, um Belag

und Flickstelle exakt anzugleichen,

sowie etwaige Roststellen an den

Kanten zu entfernen. „In diesem

Falle mit einem grobkörnigeren

Nassschliff“, sagt Werner Nägele,

der im dritten Schritt erneut die

Maschine wechselt. Diesmal hin

zum „Tuning-Band“, wo der Belag

erst superglatt geschliffen wird,

anschließend eine Struktur mittels

Steinschliff bekommt. Letztere

ist ganz entscheidend in Sachen

Gleiteigenschaften. „Ein glatter

Belag würde dich stark ausbremsen“,

bestätig Werner Nägele, der

an dieser Stelle von mehr als 20

Finale Arbeit: Überflüssiges Wachs wird erst mit einer Klinge abgezogen,

dann ausgebürstet. Hier mit Bohrmaschine und Nylonbürste.

verschiedenen Strukturschliffen

spricht – theoretisch gebe es für

alle Schnee- und Temperaturbedingungen

einen eigenen. Der

gängigste Schliff, auch im Rennsport

häufig verwendet, wird in

Fachkreisen als „diagonale Struktur“

bezeichnet.

Inzwischen ist Werner Nägele am

anderen Ende seiner Werkstätte

angekommen: Dort steht seine

Maschine zum Schleifen der Kanten.

Ganz entscheidend beim sogenannten

Disc-Schliff ist die Winkeleinstellung.

88 zu 1,25 Grad sei

der gängigste Wert. Die 88 steht

für den Winkel der Seitenkante, ist

gut geeignet für Pistenski grundsolider

Skifahrer, aber auch für

geländetaugliche Modelle von

Tourengehern und Freeridern. Die

1,5 steht für den belagsseitigen

Kantenwinkel. Zum Vergleich: Kinderski

werden mit sanfteren 88,5

zu 1,25 oder 1,5 Grad präpariert.

Sehr gute Skifahrer, zum Beispiel

Hobbyrennfahrer und Skilehrer,

bevorzugen dagegen eine aggressivere,

schärfere Kante, die einen

Winkel von 87,6 zu 0,8 Grad voraussetzt.

Reinrassige Rennfahrer

setzen teilweise sogar auf einen

Schliff von messerscharfen 86 zu

0,8 Grad. Während die Gefahr

beim Selberschleifen von Hand

verdammt groß ist, die Kante

mehr kaputt als scharf zu machen,

ist die Disc-Schleif-Maschine vom

Fachmann in Sachen Genauigkeit

nicht zu übertreffen. Insofern rät

Werner Nägele, ohne Werbung in

eigener Sache machen zu wollen:

„Beläge und Kanten sollte man

vor der Saison immer beim mann machen

Fachlassen.“

Infrarot-Licht

öffnet die Poren

Belag und Kanten sind somit

schon mal in Topform. Fehlt nur

noch das Wachsen des Skis, das

sowohl die Gleiteigenschaften

erhöht, als auch den Belag vor

äußeren Einwirkungen schützt,

ihn somit langlebiger macht. Bei

Werner Nägele sieht der Wachsvorgang

so aus: Erst den Belag

des Skis mittels Messingbürste von

„Altlasten“ befreien. Dann nach

einem Stück Hartwachs greifen, in

diesem Falle universell einsetzbar

für Schneetemperaturen von 0 bis

minus 15 Grad, und dieses in eine


Heizrolle samt Bürste einreiben.

Anschließend greift er den Ski

und zieht dessen Belag über diese

„wachsgetränkte“ Rolle. „Hat den

Vorteil, dass du das Wachs schneller

und gleichmäßiger auftragen

kannst als mit der Hand.“ Damit

das Wachs auch längerfristig im

Belag haften bleibt, nicht nach

zwei, drei Fahrten „rausgefahren“

wird, kommt ein weiteres Highlight

in Nägeles Werkstätte ins Spiel:

Eine Infrarot-Wachs-Maschine.

Acht Mal fährt das 110 bis 130 Grad

heiße Licht nun über den gewachsten

Belag, mal schneller, mal langsamer.

Durch das erhitzen des Belags

öffnen sich dessen Poren, und

das Wachs dringt bis in die tiefsten

Stellen ein. Ganz wichtig an dieser

Stelle: „Dass die Temperatur nicht

zu hoch ist.“ Ein verbrannter Belag

sei nämlich ein kaputter, in der Regel

irreparabel. Sobald der Infrarot-Wachs-Vorgang

abgeschlossen

ist, gilt es den Ski vollständig

auskühlen zu lassen. „Mindestens

ein, zwei Stunden in einen kühlen

Raum stellen“, sagt der Experte.

Noch besser wäre, sofern Zeit und

Muse vorhanden sind, ihn über

Nacht liegen zu lassen. Danach gilt

es den Ski wieder in eine Vorrichtung

zu spannen, um das überflüssige

Wachs mittels Plexiglas-Klinge

händisch abzuziehen. Gefolgt vom

Ausbürsten mit Bürsten aus Nylon

und Rosshaar. Werner Nägele arbeitet

hier mit Bohrmaschine, Spezialaufnahme

und Rundbürsten.

Tipps für

Skiservice „Dahoam“

Während das Ausbessern von Belägen

sowie das Schleifen von Kanten

in 97 von 100 Fällen Fachmannsache

sein sollte, kann der Wachsvorgang

sehr wohl gut zuhause durchgeführt

werden. Spannvorrichtung

für Ski, Hartwachs, Bügeleisen,

Abziehklinge sowie oben genannte

Bürsten kann jeder im Fachhandel

oder online kaufen. Der Aufwand

ist zwar größer – allein das händische

einreiben oder aufschmelzen

des Wachses dauert deutlich länger

als das Wachsen an Heizrolle und

Infrarot-Maschine. Ist dafür etwas

kostengünstiger. Auch empfehlenswert

für den Hausgebrauch:

Schleifsteine, um etwaige Grate an

Skikanten, die während der Saison

oder durch händisches Schleifen

(für diejenigen, die es doch wagen,

oder tatsächlich draufhaben)

entstehen, beseitigen zu können.

Grundsätzlich gilt: Wachsen mit

Hartwachs und Bügeleisen oder

Infrarot-Licht ist vor dem ersten

Skitag der Saison immens wichtig,

quasi die Basis für alles. Was dann

passiert, hängt stark vom jeweiligen

Fahrer ab. „Man weiß natürlich

aus Erfahrung, dass 95 von 100

Gelegenheitsskifahrer in der Folge

Nach neuestem Stand der Technik: Infrarot-Licht wärmt den Skibelag

gleichmäßig auf, die Poren öffnetn sich, das Wachs zieht ein.

wenig bis nichts mehr machen oder

machen lassen an ihrem Material.“

Leidenschaftliche Wintersportler

wie Werner Nägele wachsen ihre

Skier dagegen vor jedem weiteren

Skitag aufs Neue, „was natürlich

für das Material und den Fahrspaß

optimal ist“. Im Idealfall immer

wieder mit Hartwachs, Bügeleisen

oder Infrarot-Maschine. Ein zeitsparender

Kompromiss wäre aber

auch: Pro Saison nur drei, vier Mal

mit Hartwachs zu arbeiten, dazwischen

mit Flüssig- oder Tubenwachs,

dass einfach aufzutragen

ist, schnell einzieht und Mittels

Filz oder weicher Bürste in den

Belag eingerieben werden kann.

Eine Spannvorrichtung ist für letzteres

nicht notwendig – hier reicht

sogar der offene Kofferraum am

Parkplatz des Skigebietes aus,

während Frau oder Kumpel die

Liftkarten besorgen.

Beim Skiverleih ist

Vorsicht geboten!

Wer nicht nur auf toppräpariertes

Material, sondern auch auf die

stets neuesten Modelle zurückgreifen

möchte: Werner Nägele ist

auch Experte in Sachen Skiverleih.

Bei ihm gibt’s nur Topmodelle

namhafter Hersteller. Hintergrund:

In großen Skigebieten werden

häufig qualitativ minderwertigere

„Rentalski“ verliehen, die den Topmodellen

nur optisch nachgebaut

werden, im Aufbau aber weicher

sind als die Originale, die In Fachkreisen

als „Inline-Ski“ bezeichnet

werden. Ein Geschäfts-Modell, das

sich unter Skifahrern, die Wert auf

ihre Ausrüstung legen, offensichtlich

herumgesprochen hat: Die

Kunden von Werner Nägele kommen

mittlerweile im Umkreis von

bis zu 50 Kilometern. Vor allem

Münchner, die über die A95 in

Richtung Alpen ohnehin an Antdorf

vorbeifahren. Sie alle sind begeistert

vom Angebot des Experten, der

seit 30 Jahren 1500 Paar Ski pro

Saison professionell präpariert. js

januar / februar 2021 | 5


Originaler Tee – das zweitbeliebteste Getränk der Welt

Geschichtsträchtiger

Wachmacher fürs Gehirn

Weilheim | „Schrecklich“, sagt

Dietmar Weier über die stressigste

Zeit seines Lebens, die er

am frühen Morgen viel zu oft so

begann: Auf dem Weg ins Bad

im Vorbeigehen das Knöpflein

des Vollautomaten drücken, auf

dem Weg zurück den Kaffee in

die Hand nehmen und noch

vor dem Hinsetzen den ersten

kräftigen Schluck daraus trinken.

Dabei wäre es so wichtig in

Zeiten dieser Hochleistungsgesellschaft,

wenigstens stressfrei

in den Tag zu starten. Nicht unbedingt

mit Kaffee, sondern mit

Tee, dem absoluten Lieblingsgetränk

von Dietmar Weier. „Gerne

getrunken habe ich Tee schon

immer“, sagt er. Zum Tee-Kenner

mit hohem Fachwissen – zuvor war

Dietmar Weier tief und breit im

Bauwesen verwurzelt – ist er allerdings

erst gereift, als er das Teehaus

von Alexander Ettling im Alter

von 55 Jahren übernommen hatte.

Das war im Sommer 2013. Seither

führt er diesen kleinen, gemütlichen

Laden in Weilheims Admiral-

Hipper-Straße. Im Angebot: Qualitäts-Tee

wohin das Auge reicht,

darüber hinaus praktisches, aber

auch edles Zubehör. Hauseigenen

Tee gibt es dort allerdings nicht.

Der Grund dafür ist selbsterklärend:

Das Klima im Voralpenland ist absolut

ungeeignet für den Anbau von

Tee. Zumindest, was den Originalen

betrifft. Die Rede ist vom Grünen,

Dietmar Weier mit frischer Ware.

Schwarzen oder Weißen Tee, der

mit Kräuter- und Früchtemischungen,

in Supermärkten häufig in

diesen kleinen Beutelchen verpackt,

nichts zu tun hat. „Im Volksmund

und deshalb auch bei uns

aber trotzdem als Tee bezeichnet

wird, was genaugenommen jedoch

falsch ist“, sagt Dietmar Weier, der

nicht nur originalen Qualitätstee

verkauft und selbst gerne genießt,

sondern auch gerne Fachvorträge

über Herkunft, Anbaugebiete und

Historie des Tees hält.

Die Legende

von Kaiser Shen Nung

Über die ursprüngliche Entdeckung

des Tees gibt es eine schöne,

aus China stammende Legende: Im

Jahre 2737 vor Christus kam Kaiser

Shen Nung von einer langen

Reise zurück. Er ließ sich unter

einem Baum nieder und kochte

Wasser ab, um seinen Durst

zu löschen. Ein leicht aufkommender

Wind wehte schließlich

Blätter von diesem Baum, die

unter anderem auch in seinen

Kessel flogen, das Wasser darin

hellgrün färbten und für einen

angenehm aufsteigenden

Duft sorgten. Der Kaiser zögerte

nicht, probierte das Getränk,

empfand es als köstlich und

fühlte sich bereits kurz darauf

erfrischt und belebt. So wurde,

der Legende nach, nicht nur der

wilde Teebaum entdeckt – seither

gilt Grüner Tee in China als Allheilmittel.

Inzwischen sind die Erkenntnisse

über die Wirkung und Vielfalt von

originalem Tee schier grenzenlos.

Er wächst ausschließlich bei subtropischen

Klimabedingungen. Genaugenommen

zwischen dem 43

nördlichen und 30 südlichen Breitengrad.

„Im Optimalfall hat es das

ganze Jahr über zwischen 18 und

30 Grad, keine stärkeren Fröste,

dafür regenreiche Nächte, weil vor

allem kühles Nass den Tee gedeihen

und reifen lässt.“ Ruanda und

Kenia seien laut Diemar Weier zwei

Topadressen für originalen Tee aus

Afrika. Ebenso das Anbaugebiet

„Darjeeling“ in Indien, das zu den

größten, schönsten und ältesten

6 | tassilo


Einladend und kultig: Qualitätstee in originellen Blechdosen.

der Welt gehöre. Aber auch in China,

Japan, Taiwan, Sri Lanka, Südkorea,

Thailand, Indonesien, Nepal

oder Myanmar werde hervorragender

Tee angebaut. Und aus nahezu

allen genannten Ländern

und Kontinenten bekommt auch

Dietmar Weier frische Ware angeliefert.

„Das meiste gelangt über

Schiffs-Container nach Deutschland“,

sagt er. Ausgewählte Teesorten

auch mal mit dem Flieger.

18 000 Setzlinge

pro Hektar

Grundsätzlich stammen Teeblätter

von zwei Pflanzen aus der Familie

der Kamellien-Gewächse ab. Die

eine, genannt „sinensis“, auch als

chinesischer Teestrauch bekannt,

würde ohne regelmäßige Pflege

vier bis sechs Meter hoch wachsen.

Die andere, genannt „assamica“,

ein tropischer Baum, wird sogar

bis zu 24 Meter hoch. Jahrtausende

altes, angewandtes Wissen hat jedoch

dazu geführt, dass speziell auf

Landschaft und Klima zugeschnittene

Kreuzungen dieser beiden

Ur-Teepflanzen entstanden sind –

und heute in Form von flächende-

ckenden Plantagen ganze Landteile

in subtropischen Gebieten prägen.

Wer Tee neu anpflanzen möchte,

braucht nicht nur ideales Klima

und ausreichend Platz, sondern

auch verdammt viel Geduld. Bis

zwischen 12000 und 18 000 (!)

Setzlinge pro Hektar in den Boden

gepflanzt werden können, gehen

bereits zwei Jahre für Aussaat und

„Anwachsen“ ins Land. Die erste

Ernte erfolgt schließlich erst vier,

fünf Jahre später. Und fällt zunächst

dürftig aus. 130 Kilogramm fertiger

Tee im ersten Erntejahr, 600 im

zweiten, 1200 im dritten und 3000

im vierten. Dann ist der erste Erntezyklus

vollbracht, und die Pflanze

wird kniehoch zurückgeschnitten.

Dieser sich wiederholende Prozess

erfolgt schließlich über rund 50

Jahre hinweg. Danach sinken Qualität

und Ertrag der Pflanzen und

sie müssen vollständig aus dem

Erdreich der Plantage entfernt

werden. „Was mit

extrem harter Arbeit

verbunden ist“, sagt

Dietmar Weier. Insbesondere

in schwerzugänglichen

Hanglagen

wird nahezu ausschließlich

von Hand gearbeitet.

Wer schon mal

zuhause im Garten

versucht hat, den

Wurzelstock

eines

alten Baumes oder Strauches auszugraben,

der kann sich in etwa

vorstellen, was dieses händische

Ausgraben von bis zu 18 000 Pflanzen

pro Hektar zu bedeuten hat.

Doch auch die Ernte an sich erfolgt

in den allermeisten Teeplantagen

dieser Welt bis heute von Hand. Je

nach Lage, Klima, Bodenbeschaffenheit,

Pflege und Sorte kann Tee

alle zwei bis vier Wochen, manchmal

auch nur drei Mal im Jahr –

Frühjahr, Sommer und Herbst –

gepflückt werden. Grundsätzlich

gilt: Tee aus höheren Lagen wächst

langsamer, weist dafür aber meist

feinere Aromen auf.

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Ob originaler Tee nach der Ernte

grün bleibt, oder schwarz wird,

entscheidet letztlich der Verarbeitungsprozess.

Welken, Rollen,

Fermentieren, Trocknen und Sieben

sind die notwendigen Arbeitsschritte,

um aus grünen Blättern

Schwarzen Tee zu bekommen. Für

Grünen Tee dagegen werden die

frischgeernteten Blätter nach dem

Welken mit Wasserdampf behandelt,

oder in eisernen Pfannen

erhitzt, um so eine Fermentation

zu verhindern. Anschließend wird

er ebenfalls gerollt, getrocknet,

sortiert und luftdicht in Ein-Kilo-

Beutel verpackt – so bleibt der

Tee über mindestens zwei bis

drei Jahre frisch und behält

alle Aromen bei. In diesem

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Zustand gelangt die Ware letztlich

auch in den Teeladen von Dietmar

Weier, der diese Ein-Kilogramm-

Beutel erst dann aufreißt, wenn

der Altbestand aus den kultigen,

blechernen Teedosen, die in den

Ladenregalen stehen, verkauft

wurde. „Was in der Regel, je nach

Beliebtheit, innerhalb von einigen

Tagen bis drei Wochen der Fall

ist.“ Heißt: Wer im Teehaus Ettling

in Weilheims Innenstadt einkauft,

bekommt tatsächlich immer frische

Qualitätsware, die je nach Sorte

sowie Vorlieben des Teetrinkers

unterschiedlich zubereitet werden

kann. „Ich trinke Tee am liebsten

pur“, sagt Dietmar Weier, der

selbst für die klassische Zubereitung

wertvolle Tipps parat hat: „Je

weicher, sprich kalkfreier das Wasser

ist, desto feiner schmeckt auch

der Tee. Deshalb verwende ich

ausschließlich gefiltertes Wasser

zum Teetrinken.“ Wasser für Grünen

Tee soll, je nach Sorte, auf 65

bis 85 Grad erhitzt werden. Wasser

für Schwarzen Tee soll kochen. Die

Ziehzeit bei Grünem Tee darf bis zu

elf Minuten betragen, was jedoch

nicht wirklich empfehlenswert ist.

„Sobald Grüner Tee länger als zwei

Minuten zieht, werden Gerbstoffe

freigesetzt, die für einen bitteren

Geschmack sorgen.“ Unabhängig

davon kann Grüner Tee je nach

Sorte bis zu drei Mal aufgegossen

werden, jedes Mal anders schmeckend.

„Weil die Aromen aus dem

inneren des Blattes freigesetzt

werden.“ Die Ziehzeit bei Schwarzem

Tee dagegen soll grundsätzlich

nie länger als zwei Minuten

dauern. Außerdem kann Schwarzer

Tee nur einmal aufgegossen

werden, „weil durch das spezielle

Herstellungsverfahren, dieses Fermentieren,

sich die Aromen außen

auf dem Blatt absetzen, und bei

Kontakt mit kochendem Wasser

sich nahezu vollständig vom Blatt

lösen.“ Unabhängig davon ist in

beiden Sorten Koffein enthalten,

8 | tassilo

Märchenhafte Landschaft: Teeplantagen in Darjeeling, Indien.

das ganz anders wirkt als Koffein in

Kaffee. Letzteres regt vorwiegend

das Herz-Kreislauf-System an. Koffein

aus Grünem oder Schwarzen

Tee dagegen wirkt eher auf das

Nervensystem und geht direkt ins

Gehirn. Oder wie Dietmar Weier es

beschreibt: „Es macht unser Gehirn

wach.“

Spinatig, grasig

oder heuig

Global betrachtet ist Tee sogar das

zweitbeliebteste Getränk der Welt,

steht in der Rangliste direkt hinter

reinem oder mit Kohlensäure

versetztem Wasser. Die Engländer

behaupten bis heute, dass sie

Tee und Teekultur nach Europa

gebracht haben. „Was aber nicht

stimmt“, sagt Weier, der sich heute

auf wissenschaftlich belegte Daten

berufen kann und deshalb ziemlich

genau weiß: „Es waren tatsächlich

die Holländer.“ Deutschlandweit

werden aktuell bis zu 300 Liter

Tee pro Kopf und Jahr getrunken.

Die unangefochtenen Teetrink-

Meister der Bundesrepublik? „Die

Ostfriesen, die nicht nur viel Tee

trinken, sondern sich auch viel Zeit

dafür nehmen, und leckere Kreationen

daraus machen.“ Zum Beispiel

mit Milch oder Sahne sowie

speziellen Kandiszucker-Formen.

Über zu wenig Tee-Absatz im bayerischen

Voralpenland kann sich

Auch qualitativ hochwertige Aufgussmischungen, hier Früchte, sind Teil

des Sortiments, aber nicht mit originalem Tee zu verwechseln.

Dietmar Weier aber auch nicht

beschweren. Allein an diesem

Dienstagvormittag ertönt trotz Corona-bedingter

Schutzauflagen im

Minutentakt die Ladentürglocke.

Einen gut verträglichen für den

Magen möchte die eine Kundin,

einen etwas fruchtig-milderen ein

anderer Kunde. In diesem Falle

sind es keine originalen Teesorten,

sondern diese erwähnten

Kräuter- oder Früchtemischungen,

die wir natürlich auch im Sortiment

haben“. Ein echter Grüner

Tee schmeckt nämlich spinatig,

grasig, heuig, wirkt – zumindest

unterstützend – krebshemmend

und enthält vielfältig Vitamine

und Mineralien. Ein Schwarzer Tee

dagegen karamellig, spritzig, dezent

fruchtig. „Wobei es im Detail

natürlich extreme Unterschiede

gibt“, sagt Dietmar Weier, der in

etwa immer 180 verschiedene Teesorten

führt und zwei Mal im Jahr

einen Teil des Sortiments – den

Jahreszeiten angepasst – wechselt.

Obendrein seinen Teesorten,

sofern sie noch nicht von Seiten

des Herstellers getauft wurden,

ausgefallene Namen gibt. „Glücklicher

Augenblick“, „Hanf im

Glück“ oder „Mango-Tango“ sind

nur drei Beispiele, in diesem Falle

für Aufgussgemische. Originale

Teesorten heißen dagegen „Tamaryokucha“

– ein grüner Bio-Tee

aus Japan. „Pussimbing“ – ein

grüner Bio-Tee aus diesem berühmten

Anbaugebiet Darjeeling.

„Steinthal“ – ein schwarzer Bio-

Tee aus ebenfalls Darjeeling. Oder

„Lung Ching“ – ein hochwertiger

grüner Bio-Tee aus China. Dietmar

Weier trinkt seinen Schwarzen

oder Grünen Tee nicht nur pur, er

nimmt sich inzwischen auch Zeit

dafür. Erst dann kommen die bis

zu 800 verschiedenen Aromen,

die sich in einem Tee-Blatt verstecken,

geschmacklich voll und ganz

zum Tragen. Und Geist und Körper

zur Ruhe.

js


Auf der Roten Couch

Der Frühaufsteher

BBV-Obmann Wolfgang Scholz ist

ausgewiesener Fachmann für Milchviehhaltung.

Insofern war der „tassilo“-

Redaktion klar, wo die Rote Couch fürs

Fotoshooting platziert wird: Im Laufstall.

Auf dem Spaltenboden. Zwischen 80 Kühen.

Foto: Felix Baab

januar / februar 2021 | 9


Sachsenried | Landwirt Wolfgang

Scholz, 54, ist seit 13 Jahren Obmann

des Bayerischen Bauernverbandes

(BBV) für Weilheim-Schongau.

Er gilt als kluger Kopf, der

sich sowohl fachlich, betriebswirtschaftlich

als auch politisch bestens

auskennt in landwirtschaftlichen

Angelegenheiten. Die größte

Schwierigkeit in dieser und seinen

zahlreichen weiteren ehrenamtlichen

Führungspositionen auf Landes-

und Bundesebene: Es allen

recht zu machen. Im großen Interview

auf der Roten Couch spricht

der Vater von vier erwachsenen

Kindern über die größten Probleme

hiesiger Milchviehbetriebe, den

ständigen Spagat zwischen Groß

und Klein und den viel zu frühen

Tod eines langjährigen Weggefährten.

Außerdem erklärt er ein Resozialisierungsprogramm

mit schwer

Suchtkranken. Und seinen beispielhaften

Bio-Rhythmus, der ihm

selbst an stressigsten Tagen Kraft

und Freude für ein facettenreiches

Leben zwischen Sachsenried und

Istanbul gibt.

Herr Scholz, lieber in Anzug und

Krawatte, Tracht, oder Stallgewand

mit Filzhut im Ranger-Style?

Das hat alles seine gleiche Wertigkeit.

Ich bin, je nach Anlass, sehr

gerne im Anzug, in der Tracht und

im Arbeitsgewand. Wichtig ist,

dass man sich darin wohlfühlt.

Seit 2007 sind Sie Obmann des Bayerischen

Bauernverbandes (BBV) für

Weilheim-Schongau. Welche Aufgabe

erfüllen Sie in dieser Position?

Der Bayerische Bauernverband ist

eine Körperschaft des öffentlichen

Rechts. Quasi ein großer Verein,

der flächendeckend vertreten ist

mit komplett durchdringenden

Strukturen, heruntergebrochen bis

in die einzelnen Ortschaften hinein.

Wir sind sozusagen die berufsständische

Vertretung der Landwirtschaft.

Als solche haben wir mit

allen landwirtschaftlichen Belangen

auf allen Ebenen der Verwaltung

zu tun. Sehr wichtig ist auch

die Begleitung politischer Meinungsbildungsprozesse

und die

Einwirkung auf diese. Eine Stärke,

mit der man bei gebündeltem Auftreten

sehr wohl Einfluss nehmen

kann auf neue Gesetze oder Gesetzesänderungen.

Hinzu kommt

eine geballte Expertise aus dem

Generalsekretariat des Bayerischen

Bauernverbandes in München, wo

wirklich gute Leute sitzen. Dort gibt

es einen umfassenden Fundus an

landwirtschaftlichem Wissen, an

Zahlen, Daten und Fakten.

Obendrein sind Sie seit mehr als

acht Jahren BBV-Vizepräsident für

den Bezirk von Oberbayern, aufgrund

des viel zu frühen Todes von

Anton Kreitmair derzeit sogar kommissarischer

Präsident.

Der Tod von Toni Kreitmair war tragisch.

Er war eine beeindruckende

Persönlichkeit, ein Kämpfer,

ein Mann mit unwahrscheinlicher

Kraft. Vor vier Jahren begann seine

erste Krebserkrankung, diese

und eine weitere hat er mit größter

Zuversicht besiegt. Auch der dritten

Diagnose trotzte er unbändigen

Optimismus entgegen. Leider

hat ihn dann trotz allem die Kraft

verlassen. Wer mitbekommen hat,

wie Toni Kreitmair gelebt hat, was

er geleistet hat, insbesondere in

seiner vierjährigen Krankheitszeit –

beeindruckend! Eine sehr schöne,

berührende Beerdigung hat uns

den Abschied leichter gemacht.

Wir verabschieden uns von einem

großartigen Menschen.

Dessen Fußstapfen Sie wie ausfüllen?

Als Vize war ich von Beginn an Ansprechpartner

für alle Milchangelegenheiten.

Dahingehend hat sich

nichts verändert. Hinzu kommt natürlich

Organisatorisches, wofür ich

jetzt als kommissarischer Präsident

zuständig bin – so lange, bis ein

Nachfolger gefunden wird.

Könnten Sie sich dieses oberste Präsidentenamt

dauerhaft vorstellen?

Sehr gut sogar. Der erste Termin

für die außertourliche Wahl wäre

bereits am 30. November gewesen,

ist Corona-bedingt aber abgesagt

worden. Wir haben nun monatlich

weitere Termine angesetzt und

müssen abwarten, wann die Wahl

stattfinden kann.

Wo liegen derzeit die größten Probleme

in der hiesigen Landwirtschaft?

In einer immer stärker ausufernden

Bürokratie, der neuen Düngeverordnung

sowie dem Aufschrei –

sowohl in der Gesellschaft als auch

von Tierschutzorganisationen –

nach mehr Tierschutz.

Warum die Düngeverordnung?

Einer EU-Auswertung zufolge haben

wir in Deutschland das zweitschlechteste

Trinkwasser Europas

– nur Malta habe einen noch

schlechteren Wert als wir. Das ist

totaler Quatsch und kann gar nicht

stimmen. Das Ergebnis der Nitratwerte

im deutschen Grundwasser

ist nur deshalb so hoch, weil

Global oder regional? BBV-Obmann Wolfgang Scholz kämpft für Groß

und Klein. Hier im Gespräch mit „tassilo“-Redakteur Johannes Schelle.

die deutsche Umweltverwaltung

ein Belastungsmessnetz verwendet,

also nur dort gemessen hat,

wo das Wasser wirklich belastet

war. Andere Länder dagegen haben

Durchschnittswerte abgegeben.

Niemand kann mir erzählen,

dass Deutschland ein schlechteres

Wasser als beispielsweise Italien,

Spanien oder Frankreich hat.

Trotzdem werden unsere Landwirte

dazu gezwungen, ab 2025 mit

Schleppschlauch-Technik Gülle auf

Grünland auszufahren. Ein neues

Fass mit dieser Technik kostet

100 000 Euro, was sich ein kleinstrukturierter

Betrieb schlichtweg

nicht leisten kann.

Was ist in Sachen Tierwohlforderungen

problematisch?

Dass mittlerweile zahlreiche Tierschutzauflagen

an der Realität vorbeigehen.

Ein kleiner Fehler reicht

aus, und du wirst schnell von Verwaltungskontrollen

als auch von

den Medien und der Öffentlichkeit

zum Skandalbetrieb degradiert.

Wir sind nach dem Tierschutzgesetz

dazu verpflichtet, jegliche

Schmerzbelastung der Tiere zu

vermeiden. Bei einer Bestandsgröße

von 80 Kühen kann es natürlich

sein, dass ein, zwei Kühe humpeln.

Wenn du eine ältere Kuh hast, deren

Haarkleid sich – wie bei uns

Menschen auch – verändert, wird

dies als Auffälligkeit registriert.

Manch übereifriger Veterinär am

Schlachthof verbietet beispielsweise

dem Fahrer des Viehtransporters

den Einsatz eines Stockes,

was aus Sicht der Unfallverhütung

allerdings notwendig ist. Es ist nie

ausgeschlossen, von einer Kuh

oder gar einem Stier attackiert zu

werden, was schon viel zu häufig

tödlich geendet hat. Heißt: Völlig

normale Dinge, die den Tieren

überhaupt nicht schaden, sofern

man vernünftig damit umgeht,

werden mittlerweile angeprangert.

Und das geht schlichtweg zu weit.

Wenn ich keine zwölf Jahre alte

Kuh mit natürlichen Alterserscheinungen

halten darf, dann müsste

ich zahlreiche Pflegeheime für uns

Menschen auch zusperren.

Eine weitere Forderung der mächtigen

Markt-Bestimmer wie beispielsweise

Aldi: Die endgültige

Abschaffung der Anbinde-Haltung.

Das stimmt. Ich sehe sogar ein,

dass es nicht gut ist, wenn eine Kuh

das ganze Jahr über nicht bewegt

wird. Trotzdem muss man auch

bei diesem Thema vorsichtig sein.

Milch aus Anbindehaltung ist keine

schlechtere. Und Fakt ist auch: 50

Prozent aller bayerischen Milchviehbetriebe

führen noch Anbindeställe.

Würden die in wenigen

Jahren schließen müssen, wäre die

Existenz der Bayerischen Milchwirtschaft

ernsthaft in Gefahr.

10 | tassilo


Der BBV arbeitet deshalb an einer

Alternative?

Wir haben in Abstimmung aller in

Bayern tätigen Akteure der Milchbranche

die sogenannte Kombinationshaltung

definiert. Wenn ein

Landwirt mit Anbindehaltung seinen

Kühen 120 Tage im Jahr Bewegung

anbietet, ist das Tierwohl

dem im Laufstall gleichzusetzen.

Wir sind gerade dabei, dieses Konzept

auch anderen Bundesländern

ans Herz zu legen, um mit geballter

Kraft dann an die Bundesregierung

herantreten zu können, damit diese

Kombi-Haltung vom Markt und

Verbraucher anerkannt wird – und

letztlich vor allem viele kleine Betriebe

nicht zur Aufgabe zwingt.

Das wäre auch deshalb wichtig,

weil kleinere Betriebe ohnehin

keine staatlichen Fördergelder für

den Bau eines Laufstalls bekommen

würden, quasi zum Größerwerden,

oder eben zur Hofaufgabe gezwungen

werden.

Das ist so nicht richtig. Grundsätzlich

gilt: Wenn eine Subvention

fließen soll, muss der Landwirt

dem Staat eine Betriebsanalyse

und einen Betriebsentwicklungsplan

vorlegen. Der Landwirt muss

quasi beweisen, dass das Geld,

dass er vom Staat bekommen

würde, in guten Händen ist. Dafür

muss ich nicht automatisch

meinen Milchviehbestand um

zehn, 20 oder noch mehr Prozent

erweitern. Entscheidend ist das

Gesamtkonzept des jeweiligen Hofes,

was beispielsweise auch durch

ein belastbares Marketingkonzept

belegt werden könnte. Was nicht

geht: Bei gleicher Viehanzahl und

gleicher Erlössituation eine große

Investition zu rechtfertigen.

Gibt es überhaupt Bedarf an mehr

Milch aus Bayern und Deutschland

für die Welt?

Wir haben in Deutschland ein Nahrungsmittel-Importvolumen

von

85 Milliarden, dagegen steht ein

Export-Volumen von weniger als

70 Milliarden Euro. Heißt: Deutschland

ist Importland. Da wir Milch

können, da wir Milchveredelung

können, sind unsere Produkte,

unsere Käsesorten, gefragt auf der

ganzen Welt. Die Nachfrage wäre

also da. Allerdings sind unsere vielen,

wirklich sehr tollen Molkereien

oftmals zu klein, um im Drittlandexport

maßgeblich mitmischen

und den internationalen Bedarf an

Milchprodukten decken zu können.

Insofern: Da ist viel Luft nach oben.

Dabei ist seit wenigen Jahren folgender

Trend zu spüren: Menschen

kaufen wieder bewusster, regionaler

ein, legen Wert auf Bio.

Ein wünschenswerter Trend. Bei

uns schraubt und schraubt und

schraubt man an Tierwohlauflagen,

gleichzeitig landen täglich

Tonnen Fleisch von Tieren, die weit

unter unseren Standards gehalten,

gemästet und geschlachtet wurden,

aus dem entfernten Ausland

zu Spottpreisen in unseren Supermärkten.

Das Problem am Trend

„Regionalität“ ist allerdings: Nur

mit Regionalität würden wir dem

Wettbewerb nicht ansatzweise

Stand halten, weil die Nachfrage

nach regionalen Produkten

bei weitem nicht so groß ist, wie

in den Medien oft dargestellt. Ich

würde diesen Trend trotzdem als

förderlichen einstufen, für den unsere

Bauern sofort liefern würden.

Was würden Sie generell vom

Schritt zurück in eine dezentralere

Landwirtschaft halten?

Als Nischen-Entwicklung empfehlenswert.

Es ist ohnehin klug, sich

vielseitig zu organisieren. Rein

dezentral wird aber nicht klappen,

weil die globalen Handelsströme

es schlichtweg nicht zulassen.

Sie selbst betreiben, gemeinsam

mit ihrem Sohn Johann, einen konventionellen

Milchviehbetrieb in

Sachsenried?

Wir halten 80 Milchkühe in einem

Laufstall, mit Kälbern und Jungvieh

sind es rund 140 Tiere. Wir haben

eine landwirtschaftliche Nutzfläche

von 65 Hektar zur Verfügung.

20,5 Hektar Acker, der Rest Grünland.

Wer „schmeißt“ den Hof, wenn Sie

aufgrund ihrer zahlreichen Ehrenämter

gar keine Zeit haben?

Inzwischen ist mein Sohn Johann

der Chef auf dem Betrieb. Bis es

soweit war, hatte ich immer wieder

mal Hilfskräfte eingestellt.

Von diesen Ehrenämtern gibt es in

der Tat verdammt viele. Denn neben

ihren Positionen im BBV sind Sie

auch noch Gemeinderat und Jagdvorsteher

in Sachsenried, Vorsitzender

des Verbandes der Milcherzeuger

Bayern e.V. und seit 2018

sogar Vize-Präsident des Verbandes

der Deutschen Milchwirtschaft

(VDM). Doch worin unterscheiden

sich eigentlich VDM und BDM

januar / februar 2021 | 11


AUSBILDUNG oder DUALES STUDIUM ?

Ausbildungs- und Studienangebote

für 2021 in der IT

Bewerbungsschluss: 29. Januar 2021

• Berufsausbildung zum Fachinformatiker

für Systemintegration (m/w/d)

Ausbildungs- und Studienangebote

für 2022 in der Verwaltung

Bewerbungsschluss: 30. April 2021

• Berufsausbildung zum

Verwaltungsfachangestellten (m/w/d)

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12 | tassilo

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ROBERT SCHWINGHAMMER, KLAVIERBAUER

(Bundesverband Deutscher Milchviehhalter)?

(lacht laut) Der Verband der Deutschen

Milchwirtschaft ist eine

Plattform für die komplette deutsche

Milchbranche, und somit als

Mitglied im IDF, dem Internationalen

Milchverband, vertreten. Der

BDM dagegen ist eine rein bäuerliche

Interessensvertretung, die

Erzeugermindestpreise einfordert.

Insofern nicht ansatzweise mit

dem VDM zu vergleichen.

Warum sind Sie kein Fan vom BDM?

Weil der BDM spaltet, weil er nicht

auf gemeinsame, tragfähige Lösungen

für alle aus ist.

Sind die Fronten zwischen BDM und

BBV noch immer verhärtet? 2009

gab’s eine Kreistagssitzung, stattgefunden

im Jakob-Pfeiffer-Haus

in Schongau. Thema: Milchpreisfestlegung

für Weilheim-Schongau.

Sie sprangen nicht auf den BDM-

Zug und dessen Forderung eines

„Mindestlohns für Landwirte“ von

43 Cent pro Liter auf. Warum nicht?

Wir müssen immer die Wirksamkeit

der globalen Märkte berücksichtigen.

Zu allererst brauchen

wir einen Außenschutz, müssen

Zollsätze hochfahren, müssen unsere

nichttarifären Handelshemmnisse

in Außenhandelsverträge

einarbeiten. Insofern ist diese Forderung

eine Illusion.

Wo liegt der Milchpreis aktuell für

Bauern in der Region?

Wir liefern zu Hochland, bekommen

dafür 34,5 Cent pro Liter.

Ausreichend, um ohne zweites oder

gar drittes Standbein kostendeckend,

im Optimalfall gewinnbringend

arbeiten zu können?

Diese Frage kann man nicht mit

einem klaren Ja oder Nein beantworten.

Es gibt Betriebe, denen

reichen 50 Cent pro Liter nicht

aus. Und es gibt welche, die erzielen

bei 34 Cent hohe Gewinne,

welche wiederum stark versteuert

Wolfgang Scholz auf dem Futtertisch: Dieser Laufstall wurde mit Holz

aus seinem eigenen Wald gebaut. Im Hintergrund: 80 Milchkühe.

werden. Der durchschnittliche Betrieb

in unserer Region bräuchte

natürlich mehr. Aber auch dafür

muss man immer hinter die Kulissen

blicken. Es gibt die stabilen

Betriebe, die in nur einer Generation

drei Mal einen neuen Stall

gebaut und sich ohne Investitionsrückstände

kontinuierlich gesund

weiterentwickelt haben. Das kann

man aber nicht von allen Betrieben

voraussetzen. Allein deshalb

nicht, weil manche Landwirte nie

eine neue Fläche dazubekommen,

sich gar nicht weiterentwickeln haben

können. Mir hat mal ein Bauer

gesagt: „Wenn ich 40 Cent pro Liter

bekomme, schmeiße ich alle anderen

Akteure in meiner Ortschaft

aus dem Markt, weil ich schon jetzt

der beste bin.“ Das heißt: Ein höherer

Milchpreis hätte keine gute

Sozialkomponente. Die kann nur,

wie bisher auch, eine vernünftige

Agrarpolitik mit kluger Förderungsstrategie

gewährleisten. Wir

in Bayern wollen nämlich auch

weiterhin eine breite Streuung der

Betriebsstrukturen – größere Betriebe

ebenso wie kleinere und die

im Nebenerwerb.

Würden Sie auf Ihrem eigenen Hof

ausschließlich mit Milchviehhaltung

um die Runden kommen?

Wir wollen ja nicht mit ach und

krach über die Runden kommen,

sondern gut davon leben können,

und uns im Idealfall weiterentwickeln.

Wir wollen mit der Zukunft

gehen. Da reicht es nicht, wenn

am Jahresende das Geld gerade

so reicht. Deshalb würde ich niemandem

empfehlen, sich nur auf

die Milchviehhaltung zu konzentrieren.

Das zweite Standbein auf Ihrem Hof:

Ein Resozialisierungsprogramm für

Suchtkranke?

In den 1990er Jahren hat ein in

Köln praktizierender Streetworker

mit Erfahrung in der Suchtberatung

die Idee ausgearbeitet, dass

ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb

einen perfekten Rahmen

zur Suchttherapie bildet.

Wie läuft das Projekt bei Ihnen ab?

In München gibt’s einen Verein

für Suchtprävention namens „Prop

e.V.“, gegründet von Eltern drogensüchtiger

Kinder. Die haben

die Idee des ehemaligen Pfarrers

damals übernommen und professionalisiert.

Von denen bekommen

wir seit rund 30 Jahren Klienten

zugeteilt, die dann für rund neun

Monate bei uns auf dem Hof mitarbeiten.


Brauchen Sie dafür eine spezielle

Qualifikation?

Mein Sohn und ich sind zwar Arbeitspädagogen,

was für dieses

Projekt aber nicht zwingend notwendig

ist. Das Konzept beruht

darauf, eine natürliche Umgebung

mit natürlicher Tagesstruktur auf

dem Hof zu gewährleisten. Dass

der Klient ein Verantwortungsgefühl

entwickelt, was gut funktioniert,

wenn er ein Kalb tränkt,

oder Kälberboxen reinigt. Und

dass er einen Rhythmus für seinen

Körper findet. Führmorgens

wach werden, am Abend müde.

Woher kommen die Betroffenen?

Die meisten aus ganz Bayern,

manche auch aus ganz Deutschland.

Wie erfolgreich ist dieses Resozialisierungsprogramm?

Entpuppt sich

im Rahmen dessen sogar der eine

oder andere als potentieller, zukünftiger

Landwirt?

Die Rückfallquote bei Suchtkranken

liegt generell bei 94 Prozent.

In vielen Fällen wissen wir nicht,

wie es mit den Klienten nach dem

Aufenthalt bei uns weitergeht,

weil man sich irgendwann wieder

aus den Augen verliert.

Trotzdem gibt’s ein herzergreifendes

Positivbeispiel.

Zu uns kam ein Mann mit 20 Jahren

Konsum harter Drogen. Er

ist mehr oder weniger nur noch

vor sich hinvegetiert. Aber schon

beim ersten Wochengespräch haben

wir festgestellt: Er hat eine

Persönlichkeit, hatte Abitur und

bis zum Absturz einen guten Job,

machte sogar Fernreisen in den

Himalaya. Wenn auch nur gaaanz

langsam, hat er sich bei uns auf

dem Hof schrittweise stabilisiert.

Er war vorher Chemie-Facharbeiter,

hat gut verdient. Roche hat ihn

deshalb gebitzelt. Aber er meinte:

Würde er zurück in die Industrie

gehen, hätte er zwar ein geregeltes

Arbeitsleben, kommt dann

aber heim nach acht Stunden, hat

dann nichts mehr zu tun und würde

genau das nicht packen und

wieder rückfällig werden. Was er

sich stattdessen viel besser dauerhaft

vorstellen konnte: Ein Leben

auf einem Bauernhof, wie er es

bei uns geführt hat. Also hat er mit

37 Jahren angefangen, eine landwirtschaftliche

Ausbildung zu machen.

Ich habe ihm geholfen, eine

Stelle zu suchen. Im Allgäu hat er

auch eine gefunden, die er letztlich

sogar mit Lehrzeitverkürzung

abgeschlossen hat. Er war dann

viele Jahre auf einem Gutshof mit

Tierhaltung angestellt, ist bis zum

heutigen Tage ununterbrochen

in Lohn, wieder mit seiner Frau

zusammengezogen und hat den

Führerschein neu gemacht. Den

Moment werde ich nie vergessen,

als er mit einem kleinen Japaner

zu uns auf den Hof gefahren ist

und gestrahlt hat bis über beide

Ohren. Solch emotional schöne

Momente geben mir und meiner

Familie wahnsinnig viel.

Abgesehen davon: Wie viele Landwirte

gibt es noch in Bayern?

Bei Einführung der Milchquote

im Jahr 1984 waren es bayernweit

143 000 Betriebe, im Jahr 2 000

nur noch 56 000 und zum Ende

der Quotenregelung im April 2015

nur noch 34 000. In Oberbayern

hatten wir – Stand Ende 2019 –

9 000 Milchviehbetriebe, was bayernweit

rund ein Drittel ausmacht.

Wofür stehen eigentlich Sie persönlich:

Global oder regional?

Der Große muss erkennen und

anerkennen, wie wichtig die

Kleinen sind. Zum Beispiel Betriebe

mit Ferienwohnungen in

Garmisch-Partenkirchen sind fürs

Image der bayerischen Landwirtschaft

wahnsinnig wichtig. Ein

Urlauber von dort steht nämlich

am nächsten Tag nicht in Berlin

und schimpft über vermeintlich

unwürdige Tierhaltung. Die kleinstrukturierten

Betriebe müssen

aber auch erkennen, dass sie von

größeren Betrieben in ihrer Nähe

abhängig sind. Gibt’s den Betrieb

mit über 1 000 Litern Milch am Tag

nicht, wird für die abnehmende

Molkerei die Erfassung zu teuer,

wodurch sie die ganz kleinen

Betriebe auch nicht mehr anfährt.

Und genau das ist die Schwierigkeit

für mich und unseren Verband:

Es allen zu erklären, und es

allen recht zu machen. Gibt man

sich diplomatisch, ist man nicht

mehr ehrlich. Ist man ehrlich, wird

man von einer Seite immer falsch

interpretiert. Deshalb versuche

ich im Rahmen unserer Möglichkeiten

immer das beste für den

großen und kleinen Betrieb zu

erreichen.

Kreisrat für Weilheim-Schongau,

Gemeinderat und Jagdvorsteher für

Sachsenried, BBV, VDM, VMB, die

Landwirtschaft und dieses Sozialprojekt:

Wie bringen Sie alles unter

einen Hut?

Man braucht für alles eine gesunde

Balance. Belastungen hängen

immer von der Art und Weise,

nicht vom Volumen ab. Man kann

auch bei wenig Arbeit den ganzen

Tag über getrieben sein und

Stress empfinden. Wichtig ist für

mich meine persönliche Balance,

eben die richtige Mischung

aus kräftezehrender, körperlicher

Arbeit und interessanter, herausfordernder

Verbandsarbeit. Ich

würde das eine nicht ohne das

andere in diesem Ausmaß auf

die Reihe bringen. Jedenfalls bin

ich nicht Burnout-gefährdet, weil

die körperliche Arbeit auf meinem

Hof die geistige Tätigkeit im Bauernverband

sowie in den anderen

Ehrenämtern ausgleicht. Nur dank

dieser Vielschichtigkeit habe ich

an allen Aufgaben eine Freude.

Wann stehen Sie auf?

Jeden Tag um 5.15 Uhr, ohne Wecker.

Dann ziehe ich mich an und

gehe in den Stall zum Melken.

Dabei begleitet mich Tom, unser

derzeitiger Suchtklient, ehe es gegen

8 Uhr wieder ins Haus geht,

um E-Mails, SMSn und Whats-

App-Nachrichten zu checken. Ich

kommuniziere täglich mit meinen

Verbands-Geschäftsführern, die

in Weilheim und München sitzen.

Danach sind meine Tage ganz

individuell gestaltet. Sehr viele

Termine, die momentan aufgrund

Corona oft durch Telefon- oder Videokonferenzen

ersetzt werden.

Grundsätzlich bin ich aber regelmäßig

im kompletten Landkreis,

in ganz Oberbayern und auch

Deutschland unterwegs.

Wie viele Stunden schlafen Sie?

Mal eine Stunde, mal acht. Je

nachdem, wie viel Arbeit und wie

viele Termine an welchen Orten

anstehen.

Eine Stunde!?

Ich habe einen sehr stabilen Bio-

Rhythmus. Wenn du über Jahrzehnte

hinweg sieben Tage die

Woche zur gleichen Zeit aufstehst,

entwickelst du eine innere Uhr.

Und wenn du nach der aufstehst,

bist du topfit. Die einzige Sorge,

die ich manchmal habe: Wenn ich

nach einem langen Tag gegen Mitternacht

noch eine weitere Fahrt

nach Hause mit dem Auto vor mir

habe. Aber selbst das klappt dann

meistens besser als gedacht.

Zeit für Hobbys bleibt vermutlich keine

mehr?

Die Bauernverbands-Geschichte

ist so vielschichtig – man arbeitet

ja nicht nur, sondern hat da und

dort auch enge Freundschaften gewonnen,

macht auch mal Ausflüge.

Zum Beispiel auf den Weltmilchgipfel,

der zuletzt in Istanbul und

mit einer sechstätigen Tour durch

die Türkei verbunden war. Einerseits

hat man mit den Leuten eine

Riesengaudi. Andererseits Einblicke

in landwirtschaftliche Betriebe

und Molkereien gewonnen. Das ist

unglaublich bereichernd für mich.

Ähnlich wie Schräglagen auf kurvenreichem

Asphalt?

2013 haben wir sogar eine BBV-

Motorradgruppe gegründet – Mitglieder

aus allen Ebenen treffen

sich dann mit ihren Bikes und fahren

zu anderen Mitgliedern, die im

Wechsel einladen. Oder man unternimmt

gemeinsame Touren mit

neutralem Zielort. Zum Beispiel

nach Südtirol zum Vorsitzenden

des dortigen Bauernverbandes.

Kurzum: Motorradfahren macht

mir ungemein viel Spaß. Insbesondere

in den Bergen.

js

januar / februar 2021 | 13


Seit 30 Jahren: Das Reptilienhaus in Oberammergau

Tigerpython, Brillenkobra

und Pfeilgiftfrosch

Ein exotisches Highlight nach dem anderen: Beim Betreten

des Reptilienhauses stechen die ersten Terrarien ins Auge.

Oberammergau | Sicherlich hätte

sich Thomas Lücke sein Jubiläumsjahr

anders vorgestellt. „Wobei

ich noch Glück gehabt habe“,

sagt der Herpetologe auf die

Frage, wie stark ihn die Corona-

Pandemie bislang getroffen hatte.

Zwar war im Jahr 2020 keine einzige

Schulklasse bei ihm, „was aus

Bildungsauftrags-Gründen sehr

schade ist“. Dafür umso mehr Urlauber,

die sich nach dem ersten

Lockdown für „Ferien Dahoam“

entschieden hatten. Und auch Tagesausflügler

scheuten nach einer

Berg- oder Radeltour den Gang

durch sein einzigartiges Reptilienhaus

in Oberammergau nicht.

Was nahezu alle Besucher in den

30 Jahren Reptilienhaus Oberammergau

eint: Faszination pur.

Gleich gegenüber der Kasse, an

Streckt ihre Zunge raus: In diesem Falle

handelt es sich um eine Kornnatter,

heimisch in Nordamerika und nicht giftig.

der Inhaber Lücke 7 Euro für Erwachsene,

4 Euro für Kinder von

vier bis 13 Jahren sowie 15 Euro

für Vater, Mutter und Kind(er) an

Familientagen verlangt, befindet

sich ein kleiner Raum mit dem

größten Tier: Eine 4,50 Meter

lange und rund 50 Kilogramm

schwere Tigerpython, die sich das

topgepflegte Terrarium mit einer

kleineren, 2,50 Meter großen Riesenschlange

teilt. Dagegen scheint

das Pantherchamäleon schräg gegenüber,

wildlebend in Madagaskar

zuhause, nahezu winzig klein,

besticht dafür umso mehr mit

seiner giftgrün-leuchtenden Farbe,

die sich dank Farbzellen und

Nanokristallen in der Haut sogar

nahezu nach Belieben verändern

könnte. Zum Beispiel in kräftiges

Blau, das einen Gang weiter dem

Besucher ins Auge sticht: In diesem

Falle vom Körper mehrerer

Pfeilgiftfrösche, heimisch im südamerikanischen

Suriname, Französisch-Guyana

und Brasilien, bis

zu 4,2 Zentimeter groß und extrem

giftig. Als Steckenpferd seiner

Ausstellung bezeichnet Thomas

Lücke jedoch seine Giftschlangen.

Gabun-Viper, Brillenkobra,

Klapperschlange, Sandrasselotter

oder Grüne Mamba – sie alle werden

im Oberammergauer Reptilienhaus

ausgestellt, und bei Gelegenheit

bis ins kleinste Detail vom

Fachmann höchstpersönlich dem

interessierten Besucher beschrieben.

Deutlich höhere

Lebenserwartung?

„Allein die unterschiedlichen Giftzusammensetzungen

der Schlangen

sind eine Wissenschaft für

sich, würden im Falle eines Bisses

ganz unterschiedlich auf uns

Menschen einwirken“, sagt der

Fachmann. Manches extrem blutverdünnend

oder blutverdickend.

Anderes greift die Nervenbahnen

an. Wieder anderes die Muskulatur.

Schlangengift, das im Falle eines

Bisses in wilder Natur tödlich

enden könnte für uns Menschen,

wird in der Medizin als wirkungsvolles

Heilmittel eingesetzt. Zum

Beispiel zur Behandlung von

Rheuma oder Tinnitus. „Gemolken

werden meine Schlangen

aber nicht“, sagt Thomas Lücke an

dieser Stelle. „Dafür gibt es riesige

Giftschlangenabteilungen auf den

Firmenareals namhafter Pharmakonzerne.“

Roche in Penzberg gehöre

seines Wissens nach jedoch

nicht dazu.

Inzwischen ist es 11.08 Uhr an diesem

verregneten Donnerstag. Drei

private Kleingruppen mit insgesamt

elf Personen, versteckt hinter

medizinischen und selbstgenähten

Mund-Nase-Bedeckungen,

schlendern langsam von Terrarium

zu Terrarium. Sie zeigen sich respektvoll

vor dem, was sie da durch

die Sicherheitsgläser hindurch

hinter Zweigen, Wurzeln und Steinen

entdecken. Selten entflieht in

diesen Momenten ein Besucher

seiner Faszination und fragt bei

Thomas Lücke nach, inwieweit

„artgerecht das alles hier ist“. Es

handelt sich schließlich um Wildtiere,

deren Wurzeln 150 Millionen

Jahre zurückliegen, die überwiegend

heimisch sind am anderen

Ende der Welt, wo es ganzjährig

betrachtet deutlich wärmer, die

Luftfeuchtigkeit wesentlich höher

ist. Ausgerechnet die befinden

sich hier im oberbayerischen

Passionsdorf Oberammergau,

umringt von Schnitzwerkstätten,

Restaurants, Hotels, Aufacker, Laber

und Kofel, deren Gipfel selbst

in warmen Wintern von Schnee

bedeckt sind? Die Monokelkobra

von Thomas Lücke, die zur Gattung

der „Echten Kobra“ gehört,

ist vor wenigen Monaten verstorben.

Im Alter von 31 Jahren! „In

der Wildnis werden sie lediglich

20 Jahre alt“, so der Experte. Ausgewogene,

vitaminreiche Ernährung,

keine Milben, keine Zecken,

optimale Klimabedingungen und

keine Fressfeinde – all das sorgt

für eine Lebenserwartung, die im

Oberammergauer

um ein

Reptilienhaus

Drittel

höher

ist als

in den heimischen

Gebieten

wildlebender

Artgenossen. Hinzu

kommt, dass Reptilien in

Wahrheit total faule Tiere

sind, ihre „Höhlen“ selten bis

nie verlassen, selbst die Jagd am

Höhleneingang durch „abwarten,

bis Beute vorbeikriecht“ stattfindet.

Insofern ist das Terrarium

alles andere als ein Gefängnis für

die Tiere. „Viele Menschen glauben

das nämlich“, betont Thomas

Lücke. Heißt: Den Exoten geht’s

richtig gut im Reptilienhaus.

Höchste Vorsicht

bei Fütterung!

Optimales Klima heißt in diesem

Falle, dass jedes einzelne

Terrarium individuell auf das jeweilige

Tier abgestimmt ist. Mit

14 | tassilo


UV-Lichtlampen, Boden- und

Wandheizungen sowie Sprühanlagen

herrscht hinter dem Sicherheitsglas

des Terrariums der Pfeilgiftfrösche

eine Bodentemperatur

von 22 Grad, eine Deckentemperatur

von 26 Grad sowie eine

Luftfeuchtigkeit von 95 (!) Prozent.

„Bei 30 Grad würden sie sterben“,

so Thomas Lücke über ein Paradebeispiel,

wie viel Wissen und

Feingefühl im Aufbau seiner Anlagen

gefragt ist. Seine beiden Riesenschlangen,

die Tigerpythons,

brauchen nur 80 Prozent Luftfeuchtigkeit,

dafür 35 Grad Deckentemperatur.

Ganz

entscheidend sei

auch eine

gleichmäßig

gute Luftzirkulation, „die häufig

von privaten Haltern exotischer

Tiere folgenschwer vernachlässigt

wird“. Ähnlich individuell ist das

Fressverhalten der Tiere. Die Tigerpythons

bekommen nur einmal

im Monat fette Beute. Einen sechs

bis acht Kilogramm schweren Hasen

(Riesenschecken), heutzutage

tiefgefroren von einem Betrieb,

der sich auf die Herstellung von

Tiernahrung spezialisiert hat. Da

Schlangen von Natur aus nur auf

lebendige Beute reagieren, „muss

ich die toten Hasen quasi zum

Leben erwecken, sprich auftauen

und mittels Greifzange bewegen“.

Dann geht alles ganz schnell. Im

Bruchteil einer Sekunde beißt die

4,50-Meter-Schlange mit ihren

120 (!) nach innen gewachsenen

Zähnen derart fest zu, dass

kein Lebewesen der Welt jemals

wieder aus ihrem Rachen entkommen

könnte. Gleichzeitig

schlängelt sie sich mit

vier Tonnen (!) Druckkraft

zwei Mal um

den Körper des

„lebendig

gemachten“

Hasen,

um

ihn

Mit Python um den Hals: Thomas

Lücke betreibt seit 30 Jahren das

Reptilienhaus in Oberammergau.

dann nach einigen Minuten vollständig

zu verschlingen. Zwei

Wochen dauert schließlich der

Verdauungsprozess, gefolgt von

einer Ausscheidung. Thomas Lücke,

der beim Riesenschlangen

füttern extrem aufpassen muss,

„damit die Schlange nicht uns als

Beute ansieht“, bekommt beim

Fütterungsvorgang immer Unterstützung

von seiner Frau oder

seines Nachbarn. Insgesamt bestellt

er monatlich 150 Ratten, 200

Mäuse, 800 Heuschrecken, Grillen

und Schaben sowie mehrere tausend

(Obst)Fliegen aus deutschen

Tierfutter-Zuchtbetrieben. So viel

fressen seine derzeit 140 Tiere

aus 45 verschiedenen Arten, die

seit mittlerweile 30 Jahren

hautnah zu erleben sind

am Lüftlmalereck 5 in

Oberammergau.

js

januar / februar 2021 | 15


Smile by eGo – die Erfolgs-Maske aus Murnau

UNZULÄSSIG! KLARSICHTMASKEN

WURDEN ZWEI TAGE NACH DRUCK

DIESER AUSGABE DOCH VERBOTEN!

„Den Leuten das Lächeln zurückgeben“

Murnau | Es war Anfang April. Die

erste Corona-Welle. Im beruflichen

Umgang begann man Masken

zu tragen. Doch Christian Bär,

Hotelbetreiber des Alpenhofs in

Murnau, war mit den klassischen

Mund-Nase-Bedeckungen nicht

einverstanden. „Es war klar, dass

wir einen Schutz brauchen“, sagt

der Hotelier. „Doch ich wollte nicht

etwas akzeptieren, das das Gesicht

meiner strahlenden Mitarbeiter

verhüllt und den Menschen ihr Lächeln

nimmt.“ Freundlichkeit sei

das A und O im Gastgewerbe und

überhaupt zwischen den Menschen.

Christian Bär dachte angestrengt

nach, kam aber zunächst

auf keine Lösung. Doch an einem

grauen Apriltag, das Hotel war

gähnend leer, kam plötzlich ein

älterer Herr herein. Als Ekkehard

Gorski, pensionierter Ingenieur

für Strömungstechnik aus Murnau,

stellte er sich vor. „Und dann

zeigte er mir seine Erfindung“, so

Christian Bär. Eine durchsichtige

Plastikmaske, die sich um Mund,

Nase und Kinn wölbt. Gorski hatte

sie mit Hilfe einer PET-Plastikflasche

gefertigt. Eine Maske,

die Mimik und Lächeln weiterhin

Experten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit haben

bestätigt, dass die „smile by eGo“-Maske ihren Zweck erfüllt.

zeigt. Bär war begeistert. Er beriet

sich mit seinem Freund

Dominik Junold, Leiter der gemeinsamen

Unternehmensberatungsfirma

credo.vision GmbH.

Und zusammen entwickelten sie

schon bald einen Markennamen

für die neue Maske: „smile by

eGo“. „Smile“ für das Lächeln

und „eGo“ als Kürzel für den Erfindernamen

Ekkehard Gorski.

Innerhalb von ein paar Wochen

bauten sie eine komplette Unternehmensstruktur

mit

Vertriebsabteilung, Personalwesen,

Marketing

und Buchhaltung auf,

ein Versandsystem und

alles was man für ein

neues Produkt braucht.

Die Produktionshallen

waren zunächst die damals

leeren Konferenzräume des

Alpenhofs. „Wir hatten ja immer

noch keine Gäste“, erinnert sich

Bär. Mit seinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern – einige holte er

extra aus der Kurzarbeit zurück –

bastelte er Masken. 10 000 Stück

in zwei Monaten. Nach der Vorlage

von Ekkehard Gorski, versehen

mit Verschluss und Kordel. Das

Grundmaterial, PET-Kunststoff,

ließ das Team von einer bayerischen

Tiefziehfirma formen.

Brief an den

Ministerpräsidenten

Als die Pforten des Alpenhofs

im Juni wieder öffnen durften,

trugen die Mitarbeiter die neue

Klarsichtmaske. „Die Gäste waren

begeistert“, erinnert sich Christian

Bär. „Manche kauften gleich zehn

Masken für Freunde und Verwandte

zuhause.“ Und so waren die

10 000 Stück schnell weg. Weitere

Exemplare mussten her. Doch der

Alpenhof hatte seinen gewohnten

Betrieb wieder aufgenommen. Bär

und Junold suchten eine Produktionshalle.

In Großweil wurden sie

schließlich fündig. Seit September

entstehen dort auf 800 Quadratmetern

bis zu 15 000 smile by eGo-

Masken am Tag, in Handarbeit.

Über 40 festangestellte Mitarbeiter

und zeitweise mehr als 100 Zeitarbeitskräfte

sind bei credo.vision

tätig.

Zwischendurch aber bekamen

Bär und Junold starken Gegen-

16 | tassilo


Lächeln hinter der Schutzmaske?

Christian Bär zeigt, wie es geht.

wind. Nachdem die Maskenpflicht

für alle Bürger an bestimmten

Örtlichkeiten eingeführt worden

war, flammten heftige öffentliche

Diskussionen auf. Wie sicher die

Alltagsmasken seien und welche

man wie tragen sollte. Die

Murnauer „smile by eGo“-Maske

wurde davon nicht verschont. Im

Gegenteil. Von öffentlichen Stellen

und Behörden wurde die nach unten

und ein wenig zu den Seiten

geöffnete Form bemängelt. Bär

schrieb Briefe, bis hinauf zum Ministerpräsidenten.

Schließlich bestätigten

Experten des bayerischen

Landesamtes für Gesundheit, dass

die smile by eGo-Maske durch ihre

Wölbung im Kinnbereich die ausgeatmete

Luft großenteils an den

Körper des Trägers zurückführt

und somit einer Mund-Nase-Bedeckung

mindestens gleichkommt.

„Teils geht die Luft sogar über die

Schulter nach hinten“, erklärt Bär.

Freilich gelangt etwas ausgeatmete

Luft auch vor den Träger. Doch

auch eine Stoffmaske lässt je nach

Gewebe relativ viel Atemluft nach

vorne durch. Wichtig ist in allen

Fällen, dass der Tröpfchenschutz

gewährleistet ist. Darüber hinaus

aber existieren bei Alltagsmasken

keine echte Normung oder

klare Vorgaben, so Bär. Er ist daher

überzeugt, dass die smile by

eGo-Maske beim Infektionsschutz

zumindest nicht schlechter sei als

eine klassische Maske oder ein individuell

genähter Mundschutz.

Ein Segen

für Gehörlose

„Und sie zeigt unsere Mimik, unser

Lächeln!“, wird Christian Bär

nicht müde zu betonen. Für Gehörlose,

Menschen mit Sprechstörungen

und auch Menschen mit

Atemwegsstörungen sei die Maske

ein Segen. Und eben auch für

Angestellte in der Hotellerie und

Gastronomie, im Einzelhandel und

viele andere. Nicht nur aufgrund

des Lächelns und der Mimik. Auch

aufgrund des Mehrs an Frischluft,

das von unten Mund und Nase erreicht.

Einen Kritikpunkt, die smile

by eGo Maske sei aus Plastik, einem

nicht gerade umweltfreundlichen

Material, kontert Christian

Bär. „Der viel benutzte Einmal-

Mundschutz ist auch aus Kunststoff,

wird aber nach Gebrauch

weggeworfen. Die smile by eGo

kann man reinigen und monatelang

benutzen.“ Kürzlich kam die

etwas teurere smile by eGo-PLUS

in das Produktsortiment dazu.

Dank neuer Wangenbügel ist sie

seitlich kaum mehr geöffnet.

Bis auf das Bundesland Baden-

Württemberg ist die gewölbte

Murnauer Maske in Deutschland

nun überall erlaubt. Im Unterschied

zu den sogenannten „Face

Shields“, flachen Plastikvisieren.

Auch an bayerischen Schulen, wo

es zwischenzeitlich ebenfalls Verwirrung

und vorübergehende Verbote

gab, wird smile by eGo akzeptiert.

Großen Profit erwirtschaften

wollen Bär und Junold damit aber

nicht. Am Jahresende soll ein großer

Teil des Gewinns gespendet

werden, so war es mit Ekkehard

Gorski von Anfang an besprochen.

Zum Beispiel an Murnauer Kulturprojekte

und an das Baumpflanzprojekt

„Ashantree“, in welchem

Murnau im Rahmen seiner Partnerschaft

mit Ghana Bäume in

dem afrikanischen Land pflanzt. cr

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januar / februar 2021 | 17


Der legendäre Grill Shop von Familie Sirch

Schnellrestaurant mit KultcharakterKultcharakt

Weilheim | Wer glaubt, schnelle

Gerichte zum „hier Essen“ oder

„Mitnehmen“ gibt es hierzulande

erst seit den Filialniederlassungen

von McDonalds Anfang der 1990er

Jahre, der hat sich sprichwörtlich

geschnitten. Bereits in den 1970er

Jahren haben Hans und Gerlinde

Sirch angefangen in der Gastronomie.

Heute ist ihr Grillshop in

Weilheims Innenstadt ohne Übertreibung

eine Institution. Viele

Kunden sprechen von Kultcharakter,

schwärmen vom Essen, vom

freundlichen Personal und dieser

Retro-Einrichtung im Lokal an der

Hofstraße. Das wohl turbulenteste

Jahr im Leben der Sirchs, das

Jahr 1966, war zugleich der Startschuss

dieser Erfolgsgeschichte: Es

wurde geheiratet, Sohn Robert zur

Welt gebracht und das Wirtshaus

„Münchner Hof“ in der Nähe des

Weilheimer Bahnhofs von Gerlindes

Schwiegermutter übernommen.

Zwar ist der ursprüngliche

Traum einer eigenen Metzgerei

durch diese Lokal-Übernahme

endgültig geplatzt. Rückblickend

aber sind der Metzgermeister

und die gelernte Bankkaufrau gar

nicht so traurig darüber, „wenn

man bedenkt, wie schwer es für

Metzgereien heutzutage ist“. Im

Wirtshaus am Bahnhof jedenfalls

haben Hans und Gerlinde

Sirch „viel gelernt“, was für ihre

spätere, eigentliche Berufung als

wichtige Basis diente. Sie haben

einen Grill gekauft und Pommes

mit Hendl angeboten, „was damals

absolutes Neuland war, in

Weilheim bis dato keiner gekannt

hat“. So richtig auf diese Idee des

„schnellen Essens zum Mitnehmen“

sind die beiden im Zuge

einer Bildungsreise durch die USA

18 | tassilo

Eine Institution, nicht nur für Weilheimer: Das Schnellrestaurant von

Familie Sirch befindet sich in der Hofstraße, Innenstadt.

gekommen. Anders als aktuell, wo

die Vereinigten Staaten regelrecht

Konflikt-zerrüttet sind, waren die

Sirchs regelrecht überwältigt von

den Dimensionen und unbegrenzten

Möglichkeiten in Übersee. Dass

ihr erster Imbisswagen, aufgestellt

unter dem großen Kastanienbaum

vor ihrem „Münchner Hof“, der

Renner schlechthin wird, war

trotzdem nicht abzusehen. Schüler,

Berufsschüler, Lehrer, Handwerker,

Büroleute, Lkw-Fahrer – alle,

die im Betrieb keine Kantine sowie

zuhause keine kochende Frau

hatten, oder eben von weiter her

waren, haben dort ihr Mittagessen

geholt. Die absolute Nummer eins

damals: Bratwurst in der Semmel.

„Uns selbst

Konkurrenz gemacht“

Nach fünf Jahren haben Hans und

Gerlinde Sirch den Münchner Hof,

der heute nicht mehr existiert,

verpachtet und angefangen, ein

Schnellrestaurant in Weilheims

Admiral-Hipper-Straße aufzumachen.

Dort war die Warteschlange

der Kunden zu Mittag noch länger

die Leute standen durch die

offene Ladentüre hinaus weit in

die Straße hinein. Weil Hans und

Gerlinde Sirch neben der harten

Arbeit in Küche, Büro und an der

Theke den Geschäftssinn nie außer

Acht gelassen hatten, witterten

sie ihre Chance. „Bevor diesen

florierenden Markt ein anderer

entdeckt, müssen wir uns selbst

Konkurrenz machen“, lautete das

Motto. Gesagt getan, wurde letztlich

das Haus in der Hofstraße

gekauft, durch aufwändige Sa-

nierung aus desolatem Zustand

befreit und 1979 als „Grill Shop“

eröffnet. Ähnlich wie Imbisswagen

und „Grill büfeteria“ in der

Admiral-Hipper-Straße

boomte

auch dieses Schnellrestaurant vom

ersten Tag an. Neu im Sortiment:

Burger.

Inzwischen ist es 11.27 Uhr an diesem

bewölkten Freitag in Weilheims

Hofstraße. Der Blick durch

den Hintereingang direkt in die

Küche verrät: Hochkonjunktur.

Cheese- und Hamburger werden

belegt, aufgespießte Hendl goldbraun

gegrillt, frisch frittierte Pommes

in Pappbehälter geschaufelt,

frischgeschnittene und bereits in

Boxen verpackte Salate mit hauseigenem

Dressing garniert. Seit Corona

trennen Kunden und Verkäuferin

nicht nur die breite Theke mit

drei Kassen voneinander, sondern

auch eine große Plexiglasscheibe.

Bestellt wird trotzdem fleißig,

auch wenn der Anblick beim Betreten

des Ladens

über den Haupteingang

gewöhnungsbedürftig

ist: Alle

Tische und Bänke

sind aufgrund des

zweiten Lockdowns

unbesetzt. Ebenso

der „Balkon“

im Zentrum des

Schnellrestaurant-Lokals, um den

sich die Kunden nun brav mit

Mund-Nase-Bedeckung und 1,50

Meter-Abständen anstellen. Immer

gegen den Uhrzeigersinn.

„Was gut klappt“, sagt Gerlinde

Sirch, die entgegen anderer Gastronomiebetriebe

verhältnismäßig

gut durch die bisherige Krise gekommen

ist – schließlich musste

wenig umgestellt werden, da die

Kunden immer schon via Selbstbedienung

ihr Mittagessen für

Zuhause, das Büro oder eine gemütliche

Bank in der Innenstadt

abholen konnten.

Mittlerweile betreibt Familie Sirch

„nur noch“ diesen Grill Shop in

Weilheims Hofstraße. „Irgendwann

Während Kunden an der Kasse ihre Bestellung

aufgeben, wird im Hintergrund das

frischfrittierte und gegrillte Essen verpackt.

Hendl und Pommes sind besonders beliebt.


war es halt doch zu viel Arbeit“,

gibt Gerlinde offen und ehrlich zu.

Viele lobende

Worte

Zwischenzeitlich haben sie und ihr

Ehemann auch noch ein Schnellrestaurant

in Mittenwald, Oberammergau,

Murnau, Penzberg

sowie zwei in Garmisch-Partenkirchen

und eben diese beiden

in Weilheim betrieben. Trotz der

schrittweisen Schließungen eilt

der Familie nach wie vor ihr toller

Ruf voraus. „Vielseitigkeitsreiten

war und ist schon immer ein

leidenschaftliches Hobby von uns.

Ansonsten aber waren wir nie die

Urlaubsfahrer und auch nie diejenigen,

die viel Zuhause rumgehockt

sind“, sagt Gerlinde auf die

Frage, woher sie, ihr Ehemann

und die anderen Familienmitglieder

diese Energie hernehmen, ein

Leben lang Tag und Nacht für ihr

Gewerbe und ihre Mitarbeiter zu

malochen. Sohn Robert bringt

Erinnerungen an die „Grill büfeteria“:

Zur Mittagszeit wurde aus

einem freien Gehweg ganz schnell

eine lange Menschenschlange.

sein Fachwissen als Steuerberater

ein, Tochter Eva als gelernte Steuerfachgehilfin

und Hotelfachfrau,

die mit ihrem Lebensgefährten

auch noch eine Landwirtschaft

sowie ein Hotel im Schwarzwald

betreibt, obendrein hilft Enkelin

Johanna immer dann als Servicekraft

am Buffet aus, wenn’s

sprichwörtlich brennt. Und der Hans Sirch? Der steht mit sei-

Grünnen

82 Jahren nach wie vor täglich

und voller Leidenschaft im Warenlager

sowie in der Großküche im

Weilheimer Trifthof, wo die überwiegend

regionalen Lebensmittel

für den Kunden in der Weilheimer

Innenstadt vorgekocht und zubereitet

werden. „Salatdressing, Gewürzmischungen

sowie alle Rezepte

haben wir selbst entwickelt,

dafür über viele Jahre hinweg

ausprobiert und getüftelt“, sagt

Gerlinde Sirch, 76, und nicht weniger

aktiv im Betrieb dabei. Der

Lohn für diese leidenschaftliche

wie akribische Arbeit zahlt sich

nicht nur an der stark frequentierten

Theke in Weilheims Innenstadt

aus. Auch ein Blick ins Internet

zeigt, wie beliebt der Grill Shop ist

bei hiesigen Bürgern. „Was war

eigentlich zuerst da: Weilheim

oder Sirch?“, so ein User, der

diesen Kultcharakter des Schnellrestaurants

auf humorige Art und

Weise im Rahmen einer Google-

Rezension beschreibt. „Was wäre

Weilheim ohne den Grill Shop?

Schon als Kind vor über 40 Jahren

bin ich regelmäßig dorthin gegangen

– es war praktisch unser

erster ‚Pseudo-McDonalds‘ auf

dem Land", schreibt ein anderer

und fügt noch mit an: „Heute ist

die Qualität des Essens unverändert

gut, die Pommes schmecken

immer noch mega und die geheime

Salatsoße ist Spitze. Grillhendl

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januar / februar 2021 | 19


Original in Bayerischer Staatsbibliothek

Das Wessobrunner Gebet

Wessobrunn | Es handelt sich um

das älteste erhaltene, christliche

Gedicht deutschsprachiger Literatur:

Das Wessobrunner Gebet.

Aufbewahrt wird das Original

in der Bayerischen Staatsbibliothek

München, Abteilung „Handschriftliches“.

Genaugenommen

in einem rund um die Uhr gesicherten

Raum, gemeinsam mit

anderen, historisch wertvollen

Handschriften. Um diese „Pergamenthandschrift

mit mittelalterlichem

Ledereinband über einem

Holzdeckel“ möglichst lange im

Urzustand erhalten zu können,

ist das Wessobrunner Gebet nicht

nur rund um die Uhr bewacht –

die Temperatur des Aufbewahrungsraumes

beträgt ganzjährig

18 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt

immer bei 50 Prozent. Obendrein

ist das Schriftstück in eine auf Maß

angepasste Schutzkassette aus alterungsbeständiger

Pappe mit

Leinenbezug und schadstofffreiem,

natürlichem Klebstoff gehüllt.

So ist der „Wessobrunner Codex“

vor mechanischer Beschädigung

ebenso wie vor Licht, Staub sowie

raschen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen

geschützt.

Verfasser bis heute

unbekannt?

Einer, der schon unzählige Male

den Weg nach München auf sich

genommen hat: Konrad Hölzl,

zwischen 1972 und 1996 Bürgermeister

der Gemeinde Wessobrunn,

der sich mit zunehmendem

Alter immer häufiger der

hiesigen Ortshistorie annahm. Er

schrieb Haus- und Hofgeschichte

nieder, veröffentlichte ein Buch

mit gesammelten Sterbebildern

Altbürgermeister Konrad Hölzl mit der Nachbildung des Originals.

und kennt sich auch mit dem

Wessobrunner Gebet bestens aus.

„Geschrieben wurde es um 800“,

sagt er. Der Verfasser? „Unbekannt“.

Aber noch viel spannender:

„Obwohl namentlich alles

darauf hindeutet, wurde es nicht

in Wessobrunn geschrieben.“ Allein

deshalb nicht, weil 955 nach

Christus, also rund 155 Jahre nach

der Entstehung des Schriftstückes,

die Ungarn das komplette Wessobrunner

Kloster zerstört und

nahezu alle darin lebenden Mönche

umgebracht hatten – lediglich

drei Mönchen gelang damals die

Flucht. Eine grausame Zeit, die

dieses christliche Gedicht unmöglich

hätte überleben können. Getauft

wurde das Schriftstück erst

im Jahre 1803 zum „Wessobrunner

Gebet“. Hintergrund: Im Zuge der

Säkularisation, zwischen 1799 und

1821, wurden kirchliche Besitztümer

verstaatlicht, fand sozusagen

erstmals in der Geschichte der

Menschheit eine Art Verweltlichung

statt. Davor blieb auch das

Wessobrunner Kloster nicht verschont.

Und alles, was die damaligen

Staatsmänner beim Streifzug

durch Wessobrunn gefunden und

als wertvoll angesehen haben,

wurde beschlagnahmt. Dazu gehörte

auch dieses handgeschriebene

Gebet in altdeutscher Sprache,

das damals, also 1803, im

Wessobrunner Kloster gefunden –

und deshalb auch zum „Wessobrunner

Gebet“ getauft wurde.

Wie und vom wem es dorthin

gekommen ist? „Auch nicht bekannt“,

sagt Hölzl und grinst. Forscher

gehen allerdings davon aus,

dass es jemand aus den Diözesen

in Augsburg oder Regensburg geschrieben

haben könnte.

Hinkelstein am

Lindenplatz

Ein bisserl traurig sind die Wessobrunner

schon, dass das Original

ihren Namen trägt, aber nicht in

Gemeindebesitz ist. Wobei die

Nachbildung, aufbewahrt im

Wessobrunner Pfarramt, dem Original

verblüffend ähnlich sieht.

Zumal weitere Erinnerungen an

das christliche Gedicht fest im

Dorf verankert sind. Zum Beispiel

ein rund 2,50 Meter großer Hinkelstein,

platziert am Lindenplatz

gegenüber des Gasthauses „Zur

Post“. In ihm ist ebenfalls das

Das Gebet in Stein gemeißelt: Am Lindenplatz in Wessobrunn, über dem Gasthaus „Zur Post“, steht dieser

gegen-

Hinkelstein.

20 | tassilo


Handgeschrieben, über zwei Seiten, in altdeutscher Sprache: So sieht

die Abschrift des originalen Wessobrunner Gebets aus.

Wessobrunner Gebet eingraviert.

Darüber hinaus bekommen alle

Teilnehmer historischer Klosterführungen

ein 32 Seiten dünnes

Büchlein mit nach Hause, wo alles

Wissenswerte rund um das Wessobrunner

Gebet in gut leserlichem

Hochdeutsch geschrieben steht. In

diesem Falle nicht aus der Feder

von Konrad Hölzl, sondern aus der

des Wildsteiger Professors Hans

Pörnbacher, der im Jahr 2010 sogar

mit dem Bundesverdienstkreuz

für sein Lebenswerk ausgezeichnet

wurde. Insofern gibt es für Touristen

wie Einheimische genug

Zeugnisse vor Ort, die an das Wessobrunner

Gebet zurückerinnern –

ein Besuch in der Bayerischen

Staatsbibliothek in München ist

also nicht notwendig. Schon gar

nicht, um Aussagekraft und Sinnhaftigkeit

des historisch wertvollen

Schriftstückes zu beurteilen. Selbst

Nicht-Christen müssen beim Lesen

der Übersetzung zugeben, dass

der Autor es in weiser Voraussicht

geschrieben hat. Einige Passagen

können eins zu eins auf die heutige

Zeit übertragen werden, regen

zum Nachdenken und Innehalten

an und fordern zugleich auf zu

einem friedlichen Miteinander.

Doch lesen Sie, in diesem Falle die

hochdeutsche Übersetzung, am

besten selbst:

„Das erfuhr ich unter den Menschen als der Wunder größtes,

Dass die Erde nicht war, noch der Himmel über ihr,

Noch Baum noch Berg,

Noch [...] irgendetwas, noch die Sonne nicht schien,

Noch der Mond nicht leuchtete, noch das herrliche Meer.

als da nichts war von Enden und Grenzen,

da war der eine allmächtige Gott, der Männer mildester,

da waren auch viele göttliche Geister mit ihm.

Und der heilige Gott [...]

Gott, Allmächtiger, der Du Himmel und Erde erschaffen hast

und den Menschen so viele gute Gaben gegeben hast,

gib mir in Deiner Gnade rechten Glauben und guten Willen,

Weisheit und Klugheit und Kraft, dem Teufel zu widerstehen,

und das Böse zu meiden und Deinen Willen zu verwirklichen.“

januar / februar 2021 | 21


ALLERLEI IM TASSILOLAND

Sportlich und hilfsbereit

in das neue Jahr

Ehrenamtliche Corona-Hilfe

für Alleinstehende

Tassiloland | Corona-positiv heißt: Zehn bis 14

Tage in Quarantäne. Besonders schwer haben

es in dieser Zeit Alleinstehende. Einkäufe im

Supermarkt, Krankmeldungen vom Hausarzt

abholen, Medikamente aus der Apotheke

besorgen, mit dem Hund Gassi gehen? Erfreulicherweise

helfen in den meisten Fällen

Nachbarn und Freunde. Wer jedoch absolut

niemanden hat in dieser schwierigen Zeit,

kann auf ehrenamtliche Helfer zurückgreifen,

die sich bei Gemeinden und Nachbarschaftshilfen

freiwillig zum Dienst gemeldet

haben. Nähere Infos hält die Landratsamt-

Seite www.weilheim-schongau.de unter

der Rubrik Bürgerservice / Ehrenamt sowie

„Corona Infos“ bereit. Außerdem vermittelt

Utta Pollmeier von der Koordinierungsstel-

le für Bürgerengagement im persönlichen

Gespräch (Tel. 0881 / 681 1519) oder

per E-Mail (ehrenamt@lra-wm.

bayern.de).

js

Stellwerk Dießen –

Fotos und Anekdoten gesucht!

Dießen | Im kommenden Jahr feiert das Stellwerk

in Dießen zehn Jahre Kunsthäuschen. Die Künstlerin

Annunciata Foresti und der Kunstförderverein

KunstFormat e.V. möchten

dazu im Frühjahr eine

Broschüre über das ehemalige

Bahn-Stellwerk

und seine Umwandlung

in einen Ort der Kunst

veröffentlichen, obendrein

eine dokumentarische

Ausstellung für

den Sommer aufbereiten.

Dazu brauchen sie

Material, richten sich

deshalb mit folgender

Bitte an die Bevölkerung: Jeder, der kleine Ge-

schichten, nette Anekdoten sowie alte wie neue

Fotos rund ums Dießener Stellwerk besitzt,

möge sich bei Annunciata Foresti

(foresti4@yahoo.de) melden.

js

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Sportliches Zeichen für den Klimaschutz

Tassiloland | In Zeiten des offensichtlichen Klimawandels

gilt es Zeichen zu setzen. Eine schöne

Aktion sicherlich: Die Initiative „Stadtradeln“, die

Menschen gezielt dazu bewegt, im Alltag häufiger

das Fahrrad zu benutzen. Nach Angaben der Bürgerstiftung

„Energiewende Oberland“ haben sich

2020 im Aktionszeitraum vom 3.

bis zum 23. Oktober 3385 Radfahrer

aus den Landkreisen Bad

Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-

Partenkirchen, Miesbach und

Weilheim-Schongau beteiligt,

gemeinsam 519 783 Kilometer zurückgelegt. Allein

im Landkreis Weilheim-Schongau wurden 260456

Kilometer geradelt – und damit 38 Tonnen CO ²

eingespart.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß wünscht

sich, dass sich dieser Positiv-Trend 2021 fortsetzt:

„Wir freuen uns auf eine Vielzahl von begeisterten

Radlerinnen und Radlern

im neuen Jahr und möchten

auch dann wieder gemeinsam

für den Klimaschutz in

unserer schönen Region

radeln.“

js

22 | tassilo


Herzergreifende Flüchtlingshilfe auf Lesbos

Alpenküche auf der Zugspitze – unsere Gewinner

Weilheim | Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria hat Susi

Wimmer aus Weilheim prominenten Anruf bekommen: Grünen-Politiker

Katrin Göring-Eckardt fragte, ob sie sich einen Einsatz auf Lesbos

vorstellen könne, um den dortigen Kindern wieder ein Lächeln

ins Gesicht zu zaubern. Gemeinsam mit Max Meier aus Regensburg

machten sich die „Clowns ohne Grenzen“ auf

den Weg, reisten Mitte Oktober für insgesamt

fünf Tage nach Griechenland und traten an drei

verschiedenen Orten vor Flüchtlingskindern

auf – im Flüchtlingscamp Kara Tepe auf Lesbos,

im alternativen Wohnprojekt Pikpa sowie

in einem Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen.

Aufgrund Corona sind die beiden mehr-

mals hintereinander aufgetreten, jeweils vor 37 Kindern. Die ten nach den Auftritten mit strahlend-leuchtenden Augen:

„Are you coming again tomorrow?“ Susi Wimmer hofft,

frag-

dass es bald wieder „tomorrow“ sein möge.

js

Tassiloland | Leckere Koch- und Backrezepte zum

Selbermachen: Dafür stehen die drei Damen der

Hauswirtschafterei. Deren jüngstes Buch heißt

„Süße Alpenküche“, wurde in unserer November/

Dezember-Ausgabe verlost und ist bereits in den

Küchen folgender Gewinner angekommen: Eva

Lanzinger aus Weilheim, Julia Hörenz aus Kahla

(Thüringen) und Michel Stierle aus Penzberg. Nicht

weniger gefreut haben sich Angelika Linck aus Iffeldorf,

Erwin Neuner aus Peißenberg und Irma

Frühschütz aus Oderding. Alle drei sind nun stolze

Besitzer des neuen Buches „Zugspitze – Berg der

Kontraste“, verfasst vom Penzberger Autor Stefan

König. Unser Motto an alle, die bis Mitte

November Lospech hatten: Neue gabe, neues Glück!

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Tassilo-Kalender 2021

Tassiloland | Auf den Oberland-Ausstellungen

ging er sprichwörtlich weg wie

warme Semmeln: Der große Tassilo-

Wandkalender. Den für 2021 können Sie nach den Weihnachtsferien,

ab Montag, 11. Januar, bei Ostenrieder Design

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Wanderführer zum 100-Jährigen

Tassiloland | In Rucksäcken von Bergsteigern, Wanderern und Aktivurlaubern

sind sie seit Jahrzehnten kaum wegzudenken: Wanderführer

von „Rother“. Am 15. November 2020 feierte der Bergverlag

seinen 100. Geburtstag, hat in dieser Zeit knapp 400 Reise- und

Wanderführer für Gebiete in der ganzen Welt auf den Markt gebracht.

„Von A wie Australien bis Z wie Zugspitze“, heißt es in einem

Jubiläumsschreiben. Mit „Kulturwandern Blaues Land“, „Pfaffenwinkel“

sowie „Kulturwandern Fünfseenland“ führt Rother auch

durchs Tassiloland. Und mit „Zugspitze“ durch die atemberaubende

Berglandschaft im Werdenfelser Land und den Ammergauer Alpen.

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Sie uns bis 15. Januar eine Postkarte mit dem Stichwort

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januar / februar 2021 | 23


Wie kommt Peißenberg an seine Starkabarettisten?

2 000 Arbeitsstunden

pro Jahr

Peißenberg | Musiker wie Werner

Schmidbauer, Pippo Polina oder

Martin Kälberer sind bekannt aus

Funk und Fernsehen, darüber hinaus

von renommierten Theaterbühnen

in bayerischen und deutschen

Großstädten. Gleiches gilt für Kabarettisten

wie Django Asül, Helmut

Schleich oder Luise Kinseher. Aber

aus Peißenberg? Einer Marktgemeinde

mit 12 620 Einwohnern? 72

Autokilometer von München entfernt?

Ohne direkte Anbindung an

Autobahn- und Schnellzugnetz?

Dass diese und viele weitere Stars

aus der bayerischen und bundesweiten

Kulturszene sich immer

wieder auf den Weg in die ehemalige

Bergbau-Gemeinde machen,

hat andere gute Gründe. Ein

wesentlicher: Die Tiefstollenhalle.

Ursprünglich gebaut im Jahr 1874,

als Maschinenhalle für die Bayerische

Berg-, Hütten- und Salzwerk

AG, kurz BHS. Nach der Bergwerksschließung

am 31. März 1971

kaufte schrittweise die Gemeinde

das große Areal auf. Von 1997 weg

wurde unter Einhaltung aller Denkmalschutzauflagen

schließlich eine

umfangreiche Sanierung geplant –

und über sieben Jahre hinweg umgesetzt.

Im März 2004 erfolgte dann

die offizielle Eröffnung der sanierten

Halle: Rechts des westseitigen

Einganges befindet sich ein sehenswertes

Bergbaumuseum, mittig ein

ebenerdiges Foyer mit Platz für 100

Besucher und links ein großer Saal

mit Bühne und Platz für 500 (!) Besucher.

In Kombination mit guter

Klima-, Licht- und Tonanlage hat

sich dieser neugeschaffene Ort für

24 | tassilo

Kooperation mit

„BrotZeit & Spiele“

Der harte Kern des Vereins besteht

seit vielen Jahren aus einer vierköpfigen

Vorstandschaft. Gemeint

sind: Eugen Trautmann, 62, hauptberuflicher

Sparkassen-Direktor,

der die Lage der Halle „genau

zwischen den zwei Peißenberger

Ortsteilen“ ebenso schätzt wie die

tolle Möglichkeit, für hochklassiges

Kulturprogramm nicht nach

München fahren zu müssen. Heinz

Kirstein, 71, ehemaliger EDVler, der

als aktiver Musiker der Band „Amigos“

bereits an Silvester 2004, also

Kulturveranstaltungen schnell herumgesprochen,

auch unter hochrangingen

Protagonisten. Der zweite

gute Grund, warum Promis – von

Corona abgesehen – immer wieder

gerne in der Tiefstollenhalle auftreten:

Die professionelle Organisation

der Veranstaltungen, federführend

durchgeführt vom Kulturverein

Peißenberg e.V., der im Zuge der

Halleneröffnung extra gegründet

wurde mit dem klaren Kulturbildungs-Auftrag:

die frischrenovierte

Tiefstollenhalle mit Leben füllen.

im Eröffnungsjahr, selbst auf der

Tiefstollenhallen-Bühne stand, und

nun den direkten Draht zu regionalen

wie überregionalen Künstlern,

Kabarettisten und Musikern hat.

Herbert Zoch, 67, ehemaliger kaufmännischer

Geschäftsführer, setzt

die Verträge zwischen Veranstalter

und Künstler auf, kalkuliert die

geplanten Veranstaltungen bis ins

Detail durch und achtet darauf, „ob

sich Aufwand und Ertrag rechnen“.

Und dann wäre da noch Günther

Schatz, 68, ehemaliger Chemiker,

leidenschaftlicher Verfechter

von Livekultur und mindestens so

kulturbegeistert wie seine Nebenmänner.

Er hält seit vielen Jahren

den Posten des Vorstandsvorsitzenden

im Peißenberger Kulturverein

inne, kümmert sich unter anderem

um Pressearbeit und Marketing.

Und betont an dieser Stelle, wie

wichtig die im Jahr 2018 begonnene

Kooperation mit „BrotZeit &

Spiele“ sei – eine renommierte

Agentur für namhafte Künstler und

Kabarettisten, von denen bis Beginn

der Corona-Pandemie bereits

einige in Peißenberg aufgetreten

sind. Neben oben erwähnten sind


Martina Schwarzmann, Christine

Eixenberger, Mathias Kellner oder

Claus von Wagner nur vier weitere

Beispiele. Von dieser Kooperation

ganz unabhängig trifft sich das insgesamt

zwölfköpfige Team – sechs

Männer und sechs Frauen – des

Peißenberger Kulturvereins einmal

im Monat, analysiert Verbesserungspotentiale,

hinterfrägt, ob

vorgeschlagene Künstler tatsächlich

„hier her“ passen und diskutiert

Programminhalte. Im Rahmen

dessen gehen die Meinungen auch

mal auseinander, werden Töne lauter,

„was auch wichtig ist“. Nur so

gelingt es dem Kulturverein immer

wieder aufs Neue, ein buntes Programm

für Kinder und Erwachsene

mit regionalen und überregionalen

Künstlern auf die Beine zu stellen.

Und Besucher im Umkreis von bis

zu 50 Kilometern anzulocken.

Stühle aufreihen,

Klopapier checken

Günther Schatz spricht von bis zu

2 000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden,

die er und seine Mitstreiter

pro Jahr investieren. Rund zehn

weitere Freiwillige komplettieren

das rührige Team des Peißenberger

Kulturvereins. „Ohne unsere freiwilligen

Helfer wären wir aufgeschmissen“,

sagt Günther Schatz,

der sich über weitere Interessenten

(Kontakt: info@kultuvereinpeissenberg.de)

jederzeit freuen

würde. 500 Stühle aufreihen,

durchnummerieren, und wieder

abbauen. Klopapier-Check in den

Toiletten. Aschenbecher im Außenbereich

aufstellen. Catering-Service

für die Künstler, Catering-Service

fürs Publikum. Kasse und Parkplätze.

„Allein am Tag einer Veranstaltung

sind wir und unsere Helfer

oft von 15 bis 1 Uhr in der Nacht

im Einsatz – danach brauchst du

nichts mehr“, sagt Heinz Kirstein.

Umso schöner, wenn dann von den

Künstlern höchstpersönlich dickes

Lob ausgesprochen wird. „Man

merkt, dass hier mit Leidenschaft

und Herzblut organisiert wird“,

heißt es immer wieder. Und, ganz

wichtig: Mann und Frau fühlen sich

wohl in der Peißenberger Tiefstollenhalle

– selbst bei 500 Besuchern

herrscht noch immer eine familiäre

Stimmung. Das gilt übrigens

für Auftritte weniger bekannter

Protagonisten ganz genauso. Der

bunte Programm-Mix in Peißenbergs

Tiefstollenhalle zeichnet

sich nicht nur durch große Namen

wie Gerhard Polt (in 48 Stunden

ausverkauft!) aus. „Wir versuchen

ganz bewusst, auch immer wieder

unbekanntere Bands oder Kabarettisten

auf unsere Bühne zu holen“,

sagt Günther Schatz, der an dieser

Stelle die italienische Band „i

CantAutori“ als Paradebeispiel für

„gelungene Überraschung“ nennt.

In der Tat waren die Besucher

hellauf begeistert von dieser unter

die Haut gehenden Konzert-Reise

durch Italien.

Seit Corona im

kulturellen Koma

Das gilt aber auch für regionale

Künstler und Gruppen. Die dürfen

im Peißenberger Kulturprogramm

auf gar keinen Fall fehlen. Schon gar

nicht in den kommenden Wochen

und Monaten. Die Corona-Pandemie

hat auch die Tiefstollenhalle

in ein „kulturelles Koma“ versetzt,

wie Heinz Kirstein es mit ernstem

Tonfall ausdrückt. Nichts ist, wie

es war. Kirstein, Zoch, Trautmann,

Schatz sowie die anderen aktiven

Vereinsmitglieder haben seit Pandemie-Beginn

mehr Arbeit als zuvor,

dafür deutlich weniger Ertrag.

Mund-Nase-Bedeckung, Abstandhaltung,

Desinfektions-Spender an

Ein- und Treppenaufgängen, ja sogar

1,50 Meter lange, Almabtriebähnlich

geschmückte Haselnussstecken

für „Corona-Paten“ – sie

haben alles Menschenmögliche

getan, um unter strenger Einhaltung

auferlegter Hygienemaßnahmen

auch weiterhin ein vielfältiges

Kulturprogramm bieten zu können.

In Zeiten eines Lockdowns geht

trotzdem nichts. Und bei maximal

90 anstatt der bisherigen 500 Besucher

lohnt sich der Aufwand für

den Verein ebenso wenig wie für

prominente Künstler, den Weg nach

Peißenberg anzutreten. Nicht nur

der für 2021 geplante Termin mit

Willy Astor ist bereits vom Tisch.

„Insofern werden wir die kommenden

Monate versuchen, auf kleinere

Veranstaltungen mit regionalen

Künstlern zu setzen“, sagt Günther

Schatz, der realistisch ist und sich

darauf eingestellt hat, „dass wir

sicherlich noch eineinhalb bis zwei

Jahre mit der neuen Situation leben

müssen“. Aber, so die Hoffnung,

nicht komplett ohne Kultur. „Die

wenigen Veranstaltungen, die wir

im Laufe des vergangenen Jahres

unter strenger Einhaltung der sogenannten

AHA-Regeln durchgeführt

haben, wurden von den Leuten

dankbar angenommen.“ Umso

wichtiger, dass alle Kulturinteressierten

der Region regelmäßig einen

Blick auf die bestens gepflegte

Homepage des Vereins (www.tiefstollenhalle.de)

werfen. Die wird

regelmäßig aktualisiert und hält

alle wichtigen Informationen zum

aktuellen, Corona-bedingt komplett

umgeworfenen Programm für 2021

bereit.

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Dießen | Sie sind Wegbegleiter,

Spielgefährten und Freunde. Sie

sehen niedlich aus und werden

mit viel Liebe zum Detail angefertigt.

Schon beim Betreten des

Hauses wird man von den kleinen

Elfen, Trollinchen und Zwergen

verzaubert, die vom Regal herunterlächeln.

Sie tragen bunte Kleidchen,

haben strubbelige Haare

oder liegen gemütlich in winzigen

Tragetaschen aus Filz. Das alles

entsteht in liebevoller Handarbeit.

Andrea Rath, die Schöpferin der

herzigen Stoffwesen, hat mit einer

eigenen Wichtelwerkstatt ihre

Berufung zum Beruf gemacht. Vor

32 Jahren zog sie mit ihrem Mann

von Ostberlin an den Ammersee.

Als ihr Sohn auf die Welt kam,

strickte sie zunächst Pullover für

ihn. Dann fing sie an, Zwerge,

Puppen und Wichtel zu nähen –

dafür hatte sie sich ein Buch gekauft

- und entwickelte sie autodidaktisch

weiter. „Mein Bestreben

ist es, dass Kinder mit schönen

Sachen spielen und lange Freude

daran haben“, sagt sie. „Die Ästhetik

spielt für mich eine große

Rolle, auch wenn viele sagen, das

ist zum Spielen zu schade.“ Den

Mit speziell gefütterten Puppen schlafen die Babys besser ein.

Hang zum Perfektionismus habe

sie ihrer langjährigen Tätigkeit in

der Qualitätskontrolle im Strickmaschinenbau

zu verdanken.

„Deswegen bin ich so pedantisch

genau“, erzählt die 56-Jährige.

Schwerstarbeit

für die Hände

Beim Herstellen ihrer Püppchen

verwendet die handwerkliche

Künstlerin ausschließlich Materialien

aus kontrolliert biologischem

Anbau. Alle Stoffe entsprechen

dem höchsten Öko-Tex Standard

und somit der besten Produktklasse

für Babys- und Kleinkinder.

„Das ist schon deswegen wichtig,

weil die Kleinen in dieser

Altersklasse alles in den Mund

nehmen.“ Außerdem gehen billige

Stoffe nach dreimal waschen

kaputt und sehen hässlich aus, ist

sich die Puppenmutter sicher. Genauso

wichtig wie die Qualität der

verwendeten Materialien ist eine

gute Verarbeitung der Stofffiguren

– außen wie innen.

In der kleinen Werkstatt findet

man alles, was sie für ihre Produktion

braucht: Mehrere Nähmaschinen,

Werkzeuge, Schafwolle,

Bio-Stoffe und Puppenhaare aus

Mohair. Andrea Rath erklärt, dass

sie in der Regel mit dem Kopf anfängt.

Dazu wird eine Schlauchbinde

mit Bio-Schafwolle gefüllt

und anschließend fest abgebunden,

damit eine Kugel entsteht.

„Das ist Schwerstarbeit für die

Hände“, sagt sie. Ob der Kopf

schön wird oder nicht, erkennt sie


Andrea Rath hat sich der Herstellung von Stoffpuppen, Elfen und Wichteln

verschrieben. „Dafür braucht man Erfahrung und Fingerfertigkeit.“

übrigens schon beim Abbinden.

„Dann entscheide ich, ob ich den

Kopf für einen Zwerg oder eine

Elfe verwende.“ Weiter geht es

mit den verschiedenen Gliedmaßen,

die mithilfe von Schablonen

auf den Stoff aufgemalt, zugeschnitten

und anschließend mit

der Maschine genäht werden.

Wenn alles gestopft ist, werden

die Teile zusammengesetzt und an

den Körper angenäht.

„Auch die Haptik

muss stimmen“

Für den Puppenkörper hat sich

Andrea Rath etwas ganz Besonderes

einfallen lassen. Zwar wird

er, wie die anderen Teile auch,

mit Schafwolle befüllt, zur Beschwerung

legt sie aber noch ein

Säckchen Steingranulat dazu. „So

bekommt die Figur mehr Gewicht

und Wertigkeit. Eine Puppe, die zu

leicht ist, wirkt krank und die Kinder

wollen nicht mit ihr spielen“,

so die Begründung. „Die Haptik

des Körpers muss auf jeden Fall

stimmen.“ Wenn alles fertig ist,

trägt die Puppenmacherin mit

Stoffmalfarben das Gesicht auf.

„Das ist am schwierigsten“, gibt

sie zu, „weil es am Ende immer

schön aussehen sollte. Im Unterschied

zu einem Industrieprodukt

gleicht hier keine Miene der anderen.

„Jede Puppe guckt anders.

Glücklich bin ich aber erst,

wenn sie ein zufriedenes Gesicht

macht.“ Erst zum Schluss bekommen

die Elfen und Wichtel Haare

mittels einer gehäkelten Perücke

aus Mohair-Wolle, sowie selbstgenähte

Kleidung aus gewalkter

Wolle oder Strickstoffen. „Bei den

Zwergen ist noch ein Gestell aus

Sisal darunter, das ich selbst entwickelt

habe.“

Bis ein kleiner Zwerg fertig ist,

dauert es etwa einen Tag. Eine

große Puppe beschäftigt die

Künstlerin rund zwei Tage: „Mein

Tag ist voll, aber ich liebe das,

was ich mache.“

Puppen als

Einschlafhilfe

Mit Empfehlung erfahrener Hebammen

entwickelte Andrea Rath

eine spezielle Puppe als Einschlafhilfe

für Babys. Dank einer schweren

Mineralfüllung hat diese sehr

positive Eigenschaften: Durch das

Gewicht wird dem Baby das angenehme

Gefühl einer vertrauten

Umarmung vermittelt, so dass das

Kind Geborgenheit spürt. Umschmeichelt

von diesen Berührungen

schläft es zufriedener und

schneller ein. Die hochwertigen

Materialien sorgen für zusätzliches

Wohlbefinden. „Puppen wie

diese sind sehr beliebt“, weiß sie.

Aber auch Elfen und kleine Granuwichtel

kommen bei den Kids

gut an. Die meisten Kunden kennen

Andrea Rath von Kunsthandwerkermärkten,

auf denen sie

regelmäßig vertreten ist. Da diese

derzeit nicht stattfinden, bietet

die Künstlerin alle Produkte in

ihrem Online Shop (www.andrearath.com)

an.

nb

Zu den Werken gehören auch kleine Figürchen, wie diese Zwerge.

januar / februar 2021 | 27


Zerstörter Lebensraum und fehlendes Futter

Sind Igel vom

Aussterben bedroht?

Weilheim | 24 verschiedene Igelarten

sind auf der Erde verbreitet.

Lediglich auf dem amerikanischen

Doppelkontinent sowie

in Australien sind die emsigen

Insektenfresser nicht anzutreffen.

In Deutschland schnüffeln sich

zwei Arten durchs Unterholz: Der

Braunbrustigel (Erinaceus europaeus),

der hierzulande am häufigsten

anzutreffen ist. Und der

Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus

roumanicus), der in wenigen

Randgebieten Ostdeutschlands

heimisch ist. In freier Wildbahn

werden Igel rund sieben Jahre alt.

Sie ernähren sich hauptsächlich

von Insekten, aber auch Fallobst,

Kleinvögel und -säuger, Eier und

wirbellose Tiere stehen auf ihrem

Speiseplan. In der Regel verschlafen

Igel den Tag in selbstgebauten

Nestern. Erst mit Einbruch der

Dämmerung begeben sich die

Einzelgänger auf Nahrungssuche.

Ab Mitte November ziehen sich

die Tiere jedoch zurück – und halten

einen Winterschlaf.

Grundsätzlich geht es Igeln heutzutage

nicht gut. Immer mehr

Straßen durchschneiden ihre Lebensräume.

Die Deutsche Wildtierstiftung

schätzt, dass jährlich

etwa eine halbe Million Igel unter

die Räder fahrender Autos kommen.

Doch auch das Verschwinden

von wilden Gärten sowie die moderne,

auf Monokultur ausgerichtete

Landwirtschaft bedrohen den

Igel. Das Fehlen von Hecken, Feldgehölzen

und wuchernden Ackerrändern

nimmt dem putzigen Gesellen

Lebensraum und Nahrung.

So wird der Igel zum sogenannten

„Kulturfolger“, denn er wandert

zunehmend in Städte und Dörfer

hinein. Dort trifft er seit einigen

Jahren auf zwei weitere tödliche

Feinde: Mähroboter und Motorsensen.

Begegnet der Igel nachts

einem schnurrenden Roboter, rollt

er sich zum Schutz zusammen und

wird von den wirbelnden Klingen

schwer oder gar tödlich verletzt.

Benutzer von Motorsensen sollten

deshalb vor geplanter Arbeit im

hohen Gras sowie unter Sträuchern

und überhängenden Zweigen

nachschauen, ob sich dort

ein schlafender Igel aufhält. Doch

als wäre das alles nicht genug an

Problemen für den Igel: Das Insektensterben

führt zur Verknappung

seines Futterangebots. Viele Igel

sind deshalb kaum noch in der

Lage, sich das nötige Fettpolster

für den Winterschlaf anzulegen.

Will heißen: Wer derzeit tagsüber

einen Igel sieht, kann davon ausgehen,

dass dieser ein existenzbedrohendes

Problem hat.

Igelstation

seit 20 Jahren

Genau dann kommt Verena Wendt

ins Spiel, die seit 20 Jahren eine

Igelstation in Weilheim betreibt –

eine Anlaufstelle für verletzte und

kranke Tiere. Die heute 58-Jährige

fand vor vielen Jahren einen apathischen

Igel auf ihrer Terrasse.

Der Besuch beim Tierarzt brachte

jedoch nicht den gewünschten

Erfolg. Im Gegenteil sogar. Der

kleine Stachelritter verstarb nach

dieser Behandlung. Das ließ Verena

Wendt keine Ruhe, die sich

daraufhin auf die Suche nach

fachkundiger Beratung machte. In

28 | tassilo


Hamburg und Memmingen fand

sie diese, und richtete schon bald

ein erstes provisorisches Auffanglager

für Igel ein. Ihr Engagement

sprach sich herum, woraufhin ihr

Telefon immer häufiger klingelte,

oder Menschen gefundene Tiere

direkt vorbeibrachten. Über ihre

Internetseite (www.igelstationweilheim.de)

wurde auch das

Veterinäramt Weilheim auf ihre

Station aufmerksam, schaute vorbei

und stellte fest: Auflagen werden

nicht erfüllt. Verena Wendt

schaffte unter anderem stallartige

Boxen an. Und bekam schließlich

auch die behördliche Genehmigung

inklusive Sachkundenachweis.

Heute darf sie bis zu 30 Igel

in ihrer Station behandeln und

aufpäppeln. „Wichtig ist, dass die

Igel später wieder da ausgesetzt

werden, wo sie gefunden wurden.

Die Tiere haben Reviere, wo sie

sich auskennen und zurechtfinden“,

erklärt Verena Wendt. Denn

das ist das Ziel ihrer Fürsorge, für

die sie mittlerweile viele Stunden

am Tag opfert: die Igel sollen wieder

fit und munter in ihr natürliches

Habitat entlassen werden.

Obwohl Igel das am häufigsten

vorgestellte Wildtier in deutschen

Kleintierpraxen ist, mangelt es oft

an Fachwissen. Die Organisation

„Pro Igel e.V.“ führt diese Problematik

darauf zurück, dass Igel

„weder in deutschen tierärztlichen

Hochschulen Inhalt der Lehrpläne

noch den Arzneimittelherstellern

ein besonderes Anliegen sind“.

Seit 1998 veröffentlich der Verein

den Leitfaden „Igel in der Tierarztpraxis“,

der regelmäßig aktualisiert

wird. Auch Verena Wendt

ist auf einige Tierärzte nicht gut

zu sprechen: „Da sie mit Igeln

kein Geld verdienen können, ist

ihr Interesse an den Tieren gering.

Oftmals wenden sie völlig falsche

Medikamente an, die mehr schaden

als helfen. Was für Hund und

Katze gut sein mag, ist für den

Igel tödlich. Ich habe auch schon

erleben müssen, dass schwer

Setzt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Igel ein: Verena Wendt aus

Weilheim, die hier stolz einen ihrer „Stachelritter“ in die Kamera hält.

kranke Igel als gesund entlassen

wurden.“ Immer wieder geht sie

juristisch gegen falsch behandelnde

Tierärzte vor und es kommt zu

Ermittlungsverfahren. Kein Wunder,

dass Verena Wendt in und um

Weilheim herum den Ruf einer

Querulantin genießt, was ihr aber

herzlich egal zu sein scheint: „Mir

geht es nur um das Wohl der kleinen

Igel.“

Wertvolle Tipps,

um Igel aufzupäppeln

Lieber gibt sie den vielen Menschen,

die bei ihr anrufen oder

geschundene Igel abliefern, wichtige

Grundregeln mit auf den

Weg: „Wer einen Igel findet, der

apathisch herumliegt, kann davon

ausgehen, dass das Tier in Not ist.

Entweder krank, unterkühlt oder

schlecht ernährt – auf jeden Fall

hilfsbedürftig.“ Der Igel soll unbedingt

mit nach Hause genommen

werden, aber dort braucht er

einen warmen Platz bei 20 bis 22

Grad. Ein großer Karton oder eine

Plastikbox muss mit Papier ausgelegt

werden. Eine Schuhschachtel

kann als Schlafplatz hergerichtet

werden. Als Nahrung empfiehlt

sich Nassfutter für Katzen oder ungewürztes

Rührei sowie immer ein

Schälchen mit Wasser. „Der Igel

sollte so viel essen, dass er zwölf

bis 15 Gramm am Tag zulegt“, rät

Verena Wendt, „tut er das nicht,

braucht er Medikamente. Wenn

er Flöhe hat, darf er nicht mit

einem Spray, sondern muss mit

einer Zahnbürste gereinigt werden.

Bloß nicht baden, denn das

verursacht nur Stress.“ Erst wenn

der Igel wieder aufgewärmt ist

und gefuttert hat, sollte der Gang

zum Tierarzt in Erwägung gezogen

werden.

Sollte die Erstversorgung nicht

zur Verbesserung des Zustands

beitragen, kann das Tier zu einer

Igelstation gebracht werden, wo

sich Menschen wie Verena Wendt

mit ihrer großen Erfahrung um die

Tiere kümmern. Von Frühjahr bis

Herbst kann im Garten auch gerne

zugefüttert werden, allerdings

sollte darauf geachtet werden,

dass keine Hunde frei herumlaufen,

denn die lassen sich von den

Stacheln oft nicht abhalten.

Die Kosten für ihr Engagement trägt

Verena Wendt größtenteils selbst,

von Spenden alleine könnte sie die

Station nicht betreiben. Für den

Igel an sich sieht sie trotzdem keine

rosige Zukunft: „Wenn die Entwicklung

so weitergeht, wird der Igel

irgendwann aussterben.“ edl

januar / februar 2021 | 29


Wichtige Daten für den Winterdienst

Hightech-Wetterstationen

am Straßenrand

30 | tassilo

An einer der Hauptverkehrsadern der Region,

der Bundesstraße 2 zwischen Weilheim und

Starnberg, liefert die Straßenwetterstation bei

Obertraubing wichtige Daten über die örtliche

Wetterlage auf der bewaldeten Hochfläche.

Tassiloland | Muss vor dem

Haus Schnee geräumt werden?

Viel Schnee? Muss man

sich auf längeres Schneeräumen

einrichten? Ist es

draußen eisig glatt? Muss

gestreut werden? Oder reicht

vielleicht das gestern verteilte

Streugut noch aus, um

nicht auszurutschen? Winterwetter

wirft Fragen auf,

die sich mit dem Hören und

Schauen des allgemeinen

Wetterberichts aus Radio

und TV nicht genau beantworten

lassen. Aber, nichts

leichter als das: Ein Blick aus

dem Fenster lässt erahnen,

ob zumindest die Schneeschaufel

herausgeholt werden

muss. Mit erfahrenem

Blick kann auch eingeschätzt

werden, ob es länger dauern

wird. Das Außenthermometer

verrät, wie kalt es dabei

sein wird. Und auch für einen

kurzen Rutschtest reichen

wenige Schritte vor die

eigene Haustüre.

In den Straßenmeistereien

Weilheim und Peiting muss

sich der eingeteilte „Späher“

gegen zwei Uhr nachts die

gleichen Fragen stellen, um

den Winterdienst ab drei Uhr richtig

zu organisieren. Aber ein Blick

aus dem Fenster und ein kurzer

Rutschtest vor dem eigenen Haus

reicht in diesem Falle nicht aus,

um die richtigen Entscheidungen

für diese riesigen Zuständigkeitsbereiche

zu treffen. Dazu gehören

nämlich die wichtigsten Verkehrsadern

in der Region: Bundes-,

Staats- und Kreisstraßen. In jeder

der beiden Straßenmeistereien

sind das weit über 200 Kilometer

Strecke. Und die Verhältnisse vor

Ort können überall verschieden

sein. Dafür sorgt allein schon der

Höhenunterschied von mehr als

500 Metern zwischen Ammertal

und Auerberg. Und eine

Landschaft, die durch

ständigen Wechsel von

Hochflächen und Tallagen

geprägt ist. Straßen,

die durch Wälder führen

oder über freie Flächen.

Windgeschützt oder dem

Wind ausgesetzt. Gewässernah

oder nicht. All das

wirkt sich auf die winterlichen

Straßenverhältnisse

aus. Dazu müssen noch

die aktuellen Wetterbedingungen

berücksichtigt

werden. Eine Vielzahl von

Faktoren also, die sich

örtlich auswirken und die

selbst erfahrene Winterdienstler

nicht für jeden

Bereich erahnen können.

Trotzdem müssen

die richtigen Räum- und

Streupläne entwickelt und

ausgelöst werden, damit

spätestens beim Einsetzen

des Berufsverkehrs

die Straßen geräumt und

befahrbar sind.In dieser

Lage nutzen die Einsatzleiter

der Straßenmeistereien

heute moderne

Technik – und klappen

ihre Notebooks auf. Hier

finden sie neben Modulen, mit

denen sie Winterdiensteinsätze

auslösen, steuern, koordinieren

und dokumentieren können, auch

eine Vielzahl von Daten, die sie als

Entscheidungsgrundlage nutzen

können. Wetterinformationen des

Deutschen Wetterdienstes zum

Beispiel. Eine Darstellung ihres

Straßennetzes. Hinterlegte Räumund

Streupläne. Erreichbarkeit

der – je nach Datum und Uhrzeit –

zur Verfügung stehenden Fahrer.

Und schließlich, punktgenau für

sensible und aufschlussreiche

Stellen in ihren Zuständigkeitsbereichen,

umfangreiche Daten der

sogenannten Straßenwetterstationen

– gewissermaßen elektronische

Spähhelfer vor Ort. Noch

nie davon gehört? Oder vielleicht

im Vorbeifahren kurz registriert,

ohne sich den Zweck erklären zu

können? Im Landkreis Weilheim-

Schongau und darüber hinaus

stehen mehrere dieser Stationen:

Am Auerberg, bei Sachsenried,

Erling, Obertraubing, Spatzenhausen.

Und bei Wessobrunn, in der

Nähe der Kreuzbergkapelle.

Beeindruckende Menge

an Wetterdaten

Was diese in einem Netz über

ganz Bayern verteilten Stationen

dank ihrer ausgefeilten Elektronik

leisten, ist beeindruckend. Die

Daten, die sie liefern und dann

online abgerufen werden, gehen

weit über das „Wetter“ hinaus.

Lufttemperatur, relative Feuchte,

Niederschlagsintensität, Niederschlagsart,

Niederschlagsmenge,

Luftdruck, Windrichtung und

Windgeschwindigkeit erfasst ein

am Rohrpfosten angebrachter

Kombi-Sensor. Fahrbahnoberflächentemperatur,

Wasserfilmhöhe

bis vier Millimeter und Gefriertemperatur

erfasst ein Bodensensor.

Dieser liefert auch gerade für

Sensibler Hochpunkt an der

Staatsstraße 2057 – die Straßenwetterstation

in der Nähe der

Wessobrunner Kreuzbergkapelle.


den Winterdienst wichtige Angaben

über den Fahrbahnzustand an

dieser jeweiligen Stelle. Trocken,

feucht, nass, Eis oder Schnee,

Restsalz, überfrierende Nässe?

All das können die Einsatzleiter

aus der Ferne auf dem Monitor

ablesen, ohne die Stellen persönlich

anzufahren. Auf diese Daten

können auch die Fahrer der Streufahrzeuge

zurückgreifen und sich

damit ein noch konkreteres Bild

machen, wie es gerade an sensiblen

Stellen in ihrem Einsatzgebiet

aussieht. Eine nachtsichtfähige

Kamera, fest installiert mit einem

blendfreien Infrarotscheinwerfer,

liefert zusätzlich alle zehn Minuten

ein Straßenbild, in Farbe oder

Schwarz-Weiß.

Wichtige

Entscheidungsgrundlage

Durch Straßenwetterstationen und

diesen elektronischen Hilfsmitteln

stehen erfahrenen Einsatzleitern

wesentliche Daten auf Knopfdruck

zur Verfügung. Daten, die sie mit

ihrem fachlichen Hintergrund auswerten

und als wichtige Entscheidungsgrundlage

nutzen können.

Erst, um ihr Lagebild bis ins Detail

zu komplettieren, fahren sie bei

Bedarf noch kritische Punkte persönlich

an.

Dann fällt die Entscheidung, was

aktuell an Räum- und Streudienst

erforderlich erscheint. Eine weitreichende

Entscheidung, mit der

ab drei Uhr unter Umständen die

ganze Maschinerie an Fahrzeugen

der Straßenmeistereien oder von

Auftragsunternehmen in Bewegung

gesetzt wird.

Moderne Technik hilft auch dabei,

während des Einsatzes den

Überblick zu behalten. Neben den

Positionsdaten der eingesetzten

Fahrzeuge werden Tätigkeiten wie

umen, Streuen und Leerfahrten

sowie Einsatzdaten wie Streudichte,

Streubreite und Fahrbahntemperatur

ebenfalls übertragen.

Was alles im Hintergrund abläuft,

um nach Kräften dafür zu sorgen,

dass die überörtlichen Straßen

möglichst gefahrlos befahren werden

können, bemerken Verkehrsteilnehmer

nicht. Wenn sie sich

morgens durch die winterlichen

Straßenverhältnisse bewegen,

nehmen sie es oft als selbstverständlich

an, dass irgendjemand

an den Stellen, die sie gerade

befahren möchten, auch geräumt

und gestreut hat. Meist ist dies

auch der Fall. Wenn allerdings

noch kurz vor dem Berufsverkehr

starker Schneefall einsetzt, helfen

auch Elektronik und gute Einsatzpläne

nicht. Dann sind Geduld

und Verständnis nötig. Attribute,

die leichter fallen, wenn man

weiß, dass Räum- und Streufahrzeuge

nicht auf Verdacht hin- und

herfahren, sondern nach einem

ausgefeilten Konzept – unterstützt

durch leistungsfähige Straßenwetterstationen.

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Erfolgskurs

gegen den Trend

Wieling / Feldafing | Statistisch ist

die Lage klar. Die erste Erkenntnis:

Bier zählt mit einem jährlichen

Pro-Kopf-Verbrauch von fast

100 Litern nach wie vor zu den

beliebtesten Getränken deutscher

Verbraucher. Aber der Bierkonsum

war schon mal größer. Ein Spitzenwert

von über 145 Litern wurde im

Jahr 1980 erreicht. Seither sinkt der

Verbrauch kontinuierlich ab. Die

zweite Erkenntnis: Obwohl Bierkonsum

sinkt und manche Brauerei

genau deshalb nicht überlebt hat,

wächst seit einiger Zeit die Anzahl

der Brauereien in Deutschland. Vor

allem sind dies Kleinstbrauereien,

die im Jahr weniger als 1 000

Hektoliter Bier produzieren und

versuchen, mit neuen Kreationen,

Craft-Bieren, auf dem von Großkonzernen

dominierten Biermarkt

zu punkten. Gut die Hälfte der rund

1 400 Brauereien in Deutschland

sind solche Kleinstbrauereien.

Mit dieser Vorstellung im Kopf fährt

man auf der Bundesstraße 2 direkt

am Feldafinger Weiler Wieling vorbei,

in dem ein kleines Gewerbegebiet

entstanden ist, sieht dort einen

beachtlich großen Neubau stehen

und stutzt. „Starnberger Brauhaus“

steht auf einem großen Banner

geschrieben. Offensichtlich keine

Kleinstbrauerei. Aber scheinbar

auch kein Großkonzern. Wie passt

das ins statistische Bild? Im Internet

findet man den Hinweis, dass

diese Brauerei erst 2015 gegründet

worden ist und 2016 mit der Bierproduktion

begonnen hat. Und,

dass dieser Neubau samt Brauereitechnik

rund zehn Millionen Euro

„In Starnberg gab es eine Marktlücke“, sagt Gründer und haber Florian Schuh, selbst gebürtiger

Brauereiin-

Starnberger.

kostet. Was hat es mit diesem Erfolg

auf sich, bei dem man schon

nach wenigen Jahren einen solchen

Neubau braucht? Und, wie kommt

man überhaupt auf die Idee, ausgerechnet

in einer Zeit wie dieser

eine Brauerei zu gründen?

„Wir transportieren

Lebensgefühl“

Die Nachfrage bei Gründer und

Inhaber Florian Schuh bestätigt:

Das Starnberger Brauhaus ist tatsächlich

eine private Brauerei.

Wie es zur Gründung kam? „Als

gebürtiger Starnberger war mir

klar, dass eine Marktlücke existierte“,

verrät Schuh. „Die Region

Starnberg ist schön und überregional

bekannt, hatte aber seit 1918

keine eigene Brauerei mehr. Das

war mein persönlicher Ansporn,

eine zu gründen.“ Um Craft-Biere

zu brauen? „Nein. Zur Zeit unserer

Gründung kamen viele neue

Craft-Brauereien auf den Markt. Ich

wollte genau das Gegenteil davon“,

erläutert er. „Eine Brauerei, die

sich auf die traditionellen bayerischen

Biersorten beschränkt.“ Vier

Sorten sind inzwischen im Starnberger

Sortiment: ein klassisches

Helles, ein naturtrübes Kellerbier,

die STARNBERGER Weisse und ein

Doppelbock, der SEENATOR. Allesamt

klassische Sorten, sehr süffig

eingebraut. „Oder, wie ich immer

scherzhaft sage: mit geringem

Trinkwiderstand“, lacht Florian

Schuh.

Kunden gewinnen mit traditionellen

bayerischen Biersorten?

Gegen den Trend der Craft-Biere?

Auf einem scheinbar übervollen

und heiß umkämpften Biermarkt?

32 | tassilo


Im Feldafinger Ortsteil Wieling entsteht, direkt an der Bundesstraße 2,

das neue „Starnberger Brauhaus“.

Wie geht das? „Die Region Starnberg

ist in ganz Deutschland ein

Begriff, etwas Besonderes. Hier zu

leben, genießen viele Menschen.

Andere könnten sich gut vorstellen,

sich hier auch wohlzufühlen. Mit

unserem STARNBERGER transportieren

wir also auch ein Stück Lebensgefühl“,

erklärt Florian Schuh.

Betont aber auch: „Von Anfang an

war klar: Letztendlich müssen wir

mit hoher Qualität und meisterlichem

Handwerk überzeugen. Es

geht ja darum, dass Menschen, die

sich an andere Biere gewöhnt haben,

nicht nur probieren, sondern

möglichst dauerhaft zum STARN-

BERGER wechseln. Dass sie also

wegen Geschmack und Qualität zu

Stammkunden unserer regionalen

Brauerei werden.“ Diese Rechnung

sei aufgegangen. Augenzwinkernd

fügt er an: „Dass wir uns sogar

noch die Webadresse www.brauerei.bayern

sichern konnten – passt

gut zu uns.“

Rasant hat sich das Unternehmen

seit der Gründung entwickelt. „Es

hat sich schnell herausgestellt, dass

wir ein zu kleines Sudhaus gekauft

hatten“, erläutert Schuh. „Wir hatten

uns zum Ziel gesetzt, innerhalb

von fünf Jahren eine Produktionsmenge

von 5 000 Hektoliter Bier im

Jahr zu erreichen. Diese 5 000 Hektoliter

haben wir allerdings schon

im ersten dreiviertel Jahr geschafft.

Also in der Zeit von Mai bis Dezember

2016. Bereits in den ersten zwei

Jahren waren erhebliche technische

Erweiterungen nötig, um die

Nachfrage zu befriedigen. Wir sind

mit der Bierproduktion manchmal

gar nicht mehr nachgekommen.

Mittlerweile sind wir in der jetzigen

Brauerei in Höhenrain an der

Grenze des Machbaren angelangt.

Deshalb bauen wir in der Gemeinde

Feldafing im Ortsteil Wieling ein

neues Sudhaus.“

Die Dimension der Produktionsanlagen

lässt erahnen, welchen Entwicklungsschritt

der Neubau dem

Starnberger Brauhaus ermöglicht.

Während die größten Gär- und Lagertanks

bisher 3000 Liter fassten,

werden es in der neuen Brauerei

66000 Liter sein. „In der Vergangenheit

waren wir immer wieder

mal ‚ausverkauft‘ im Handel, weil

bestimmte Sorten nur zweimal

im Jahr gebraut werden konnten.

Wegen nicht ausreichender

Tankkapazität“, erklärt Schuh. Das

Sudhaus wächst von bisher zehn

auf 80 Hektoliter. Dies und ein

weit höherer Automatisierungsgrad

soll ermöglichen, die jährliche

Bierproduktion etwa zu verzehnfachen.

Auf fast sieben Millionen

Liter. „Deutlich mehr Menge, aber

bei gleichem Arbeitsaufwand“,

betont er. Zudem werde die neue

Brauerei energetisch weit effizienter

sein. „Wir produzieren unseren

Strom für die Bierproduktion

großenteils selbst.“ Luftwärmepumpe,

Energierückgewinnung,

eigene Abwasseraufbereitung und

großflächige Photovoltaikanlage

gehören zur hochmodernen Ausstattung

der Brauerei. „Nachhaltigkeit

liegt uns am Herzen. Und

die erneuerbaren Energien helfen

uns, einen geringen CO 2 -Abdruck

zu hinterlassen. Auch das spricht

unsere Kunden an“, so Schuh.

Bald deutschlandweit

im Handel

Im Frühsommer 2021 soll das neue

Brauhaus in Wieling in Betrieb genommen

werden. Kann denn eine

so große Menge Bier auch abgesetzt

werden? Florian Schuh lächelt:

„Alles schon vorbereitet.“ Mit

der Inbetriebnahme beginne eine

Vertriebskooperation mit Deutschlands

größter Familienbrauerei,

Krombacher. „Damit sind wir in

der Lage, unser STARNBERGER in

ganz Deutschland anzubieten und

auch die wichtige Betreuung der

Handelspartner personell sicher zu

stellen.“

Bleiben dann noch Wünsche offen?

„Selbstverständlich!“ lacht

der Brauereiinhaber. „Eine eigene

Abfüllanlage und ein Bräustüberl.

Ist aber schon in Planung.“ Eine

andere Antwort hätte bei dieser

Vorgeschichte auch überrascht. kp

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familiären Umfeld.

Das ist mir wichtig.“

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januar / februar 2021 | 33


Schulungen für Betriebsräte im W.A.F.

„Corona hat uns hart getroffen“

Tutzing | In 100 000 Unternehmen

bundesweit gibt es rund 400 000

Betriebsräte. 70 000 dieser Firmen

finden sich in der Datenbank

der WirtschaftsAkademie Feldafing

(W.A.F.) wieder. Und da 40 Prozent

der Betriebsräte alle vier Jahre

nicht wiedergewählt werden, oder

aus dem Unternehmen ausscheiden,

besteht immer wieder neuer

Schulungsbedarf. Und genau da

kommt die W.A.F ins Spiel, wie

Vorstandsmitglied Christian Lütgenau

bestätigt: „Ja, wir sind in der

glücklichen Lage, dass unsere Zielgruppe

regelmäßig ausgetauscht

wird. Außerdem freuen wir uns

immer über einen Regierungswechsel,

denn dann werden neue

Gesetze verabschiedet und es besteht

Schulungsbedarf.“

Der 52-jährige Vater von zwei Kindern

ist in München aufgewachsen

und schloss zunächst eine Lehre als

Hotelfachmann ab. Anschließend

studierte er Betriebswirtschaft an

der Fachhochschule und arbeitete

viele Jahre in der Medienbranche.

Marketing, Vertrieb und Verlagsleitung

waren seine Stationen, bevor

er vor 15 Jahren als Geschäftsführer

zur damaligen W.A.F. GmbH stieß.

Seit der Umwandlung in eine private

Aktiengesellschaft bildet er

gemeinsam mit Peter Britting den

Vorstand. Wenn es seine knappe

Freizeit erlaubt, steht er gerne auf

dem Tennisplatz oder saust die Skipisten

der nahegelegenen Alpen

hinab. Auf einem Schrank in seinem

Büro reihen sich Pokale, die

er bei internen Kicker-Turnieren

gewonnen hat. „Aber ich glaube,

die Mitarbeiter lassen mich oft gewinnen“,

sagt er und grinst.

Monopol der

Gewerkschaften

Bis in die 1970er Jahre hinein lag

die Fortbildung der Betriebsräte

zu 100 Prozent in den Händen

der Gewerkschaften, bei denen

die Teilnehmer der Seminare Mitglieder

sein mussten. Das wollten

Günter Gerhard und Rüdiger

Marquardt nicht länger akzeptieren

und sie begannen, aus dem

eigenen Wohnzimmer heraus

in Nebentätigkeit private Schulungen

anzubieten. Im Jahr 1983

meldeten sich 157 Teilnehmer und

Marquardt und Gerhard gründeten

umgehend ihr eigenes Unternehmen

in Feldafing: die heutige

„W.A.F. Institut für Betriebsräte-

Fortbildung AG“.

Der Marktanteil der Gewerkschaften

bei Betriebsratsschulungen

sank seitdem kontinuierlich und

liegt heute nur noch bei 50 Prozent.

Die andere Hälfte teilen sich

rund 160 Anbieter im Bundesgebiet.

„Unternehmen von der

Größenordnung der W.A.F. gibt

es vier bis fünf“, meint Christian

Lütgenau. Die W.A.F. bezeichnet

sich als „interessenunabhängiges

und neutrales Bildungsinstitut“.

Ein Seminarveranstalter, der sich

ausschließlich auf die Fortbildung

von Betriebsräten spezialisiert

hat. „Betriebsverfassungsrecht“

oder „Tarifrecht“ gehören ebenso

zu den Themen wie „Mobbing &

Diskriminierung“ oder „Rhetorik &

Kommunikation“. Es ist der aktuellen

Situation geschuldet, dass

nun auch „Corona-Spezial-Seminare“

angeboten werden. Jeder

Betriebsrat hat gesetzlich das Anrecht,

an Schulungen teilzunehmen.

Der Arbeitgeber hat dabei

nur sehr beschränkte Möglichkeiten,

das wo und wie zu beeinflussen,

wenn zum Beispiel dringende

betriebliche Gründe gegen den

Zeitpunkt sprechen.

Seit 15 Jahren in der Unternehmensleitung:

Christian Lütgenau.

zimmer zog man in Büroräume

in Feldafing. Das Unternehmen

wuchs und wuchs, in gewissen

Jahren sogar im zweistelligen

Prozentbereich und 2012 platzten

die Büros aus allen Nähten.

2013 erfolgte der Umzug in die

neugebauten Räume im Gewerbegebiet

Kampberg bei Tutzing.

Heute arbeiten 52 Festangestellte

und zwei Azubis in der ausgesprochen

stylisch designten Zentrale.

Der Eingangsbereich ist ein

offenes Atrium mit Brunnen und

Grünpflanzen. Angeschlossen ist

eine moderne Küche, wo sich die

Mitarbeiter gemeinsam selbst versorgen

können. „Das ist natürlich

auch ein ganz wichtiger Raum für

Begegnungen und den Austausch

unter den Kolleginnen und Kollegen.

Als es Corona noch nicht gab,

wurde jeden Mittwoch draußen

auf der Terrasse gegrillt. Auf dem

Dach ist eine Photovoltaikanlage,

aber ganz autark sind wir leider

noch nicht“, erzählt Vorstand Lütgenau.

Aus dieser Zentrale heraus

werden im Jahr rund 3000 Seminare

an 80 Standorten organisiert.

Und die 500 freiberuflichen Referenten,

meist Juristen, sowie die

Seminarbetreuer müssen ebenso

koordiniert werden wie die fünf

bis 25 Teilnehmer. Hotels und

Konferenzräume müssen gebucht

und alle Unterlagen für Seminare

hergestellt werden. Dreimal

im Jahr erscheint ein 400 Seiten

starker Katalog – und alles wird

am hochmodernen Fließband

verpackt und schließlich versandt.

Eine echte organisatorische und

logistische Herausforderung.

Außenansicht des Eingangsbereichs der W.A.F. in Tutzing.

34 | tassilo

Umzug

nach Tutzing

Die Idee der beiden Firmengründer

entwickelte sich zu einem Erfolg

und aus dem eigenen Wohn-

Ein Blickfang für jeden Besucher: das Atrium als Eingangshalle.


Zu Hochzeiten gingen bei W.A.F.

täglich bis zu 800 Anrufe ein, die

im Seminarbüro angenommen

wurden. Im Jahr 2019 wurden

42 000 Betriebsräte geschult und

bundesweit über 100 Hotels gebucht.

Auf einem großen Monitor

leuchtet in diesen Tagen die

Zahl 16 000 auf – das sind die

Teilnehmer von 2020. Und viele

Schreibtische sind verwaist.

Christian Lütgenau seufzt: „Corona

hat uns in der Tat hart getroffen.

Viele Mitarbeiter sind zu 100 Prozent

in Kurzarbeit und die Zahl

der Teilnehmer hat sich mehr als

halbiert. Der Umsatz ist von 55 auf

18 Millionen gesunken. Die Entscheidungen

in der Politik haben

direkte Auswirkungen auf unser

Geschäft.“

Das Online-Angebot gewinnt nicht

nur deshalb zusehends an Bedeutung.

In Feldafing befinden sich

vier Studios, wo Webinare und

Podcasts produziert werden. Es

gibt Live-Schulungen, bei denen

per Chat Fragen gestellt werden

können. Aber auch viele Videos

stehen zur Verfügung, alleine auf

YouTube 1 500 kostenlose Clips.

Natürlich würden die auch Marketingzwecken

dienen, gibt Christian

Lütgenau freimütig zu und gibt

zu bedenken: „Viele Betriebsräte

möchten aber einfach auch mit

anderen Menschen zusammentreffen

und sich austauschen. Das

geht online natürlich nicht so wie

in einem Hotel. Schulungen über

das Internet können das ‚echte‘

Erlebnis nicht ersetzen.“

Neubau für zehn

Millionen Euro

Trotz aller Kalamitäten fand im

vergangenen November der Spatenstich

für die Erweiterung statt.

Auf 8 000 Quadratmetern Grundfläche

entstehen drei Gebäude mit

4 500 Quadratmetern Büroräumen,

einer Kantine und zwölf Studios

für Internet-Aktivitäten. Das

Bauvolumen beträgt rund zehn

Millionen Euro und die alte Zentrale

in Feldafing wird endgültig

aufgegeben. Ein scheinbar hohes

Risiko in diesen unsicheren Zeiten,

aber Christian Lütgenau bleibt

optimistisch: „Die Finanzierung

des Baus läuft über zwölf Jahre,

die Banken sind uns da sehr entgegen

gekommen. Und wir sind

der festen Überzeugung, dass die

Pandemie auch mal wieder vorbei

sein wird.“ Wann genau, weiß er

natürlich nicht, aber für die Fertigstellung

des Neubaus hat er ein

festes Datum: „Am 17. Dezember

2021 wird alles fertig sein.“ Rechtzeitig

vor der neuen Betriebsratswahl,

die im Frühjahr 2022 stattfinden

wird.

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Psychologin coacht Menschen mit Pferden

„Weil sie Emotionen riechen können“

Hanfeld | Seit Jahren wächst im

bayerischen Voralpenland das Angebot

an Therapeuten und Coaches.

Viele haben erkannt, dass

dauergestresste Karrieremenschen

sich zusehends verlieren, den Weg

zurück zu sich selbst nicht mehr

aus eigener Kraft schaffen. Doch

Vorsicht: Coach ist nicht gleich

Coach. Die meisten preisen ihr

Schaffen zwar in höchsten Tönen

an, verkaufen sich zuweilen auch

blendend, erlangten in Wahrheit

aber ihre Qualifikation an nur einem

einzigen Wochenendseminar.

Heißt: Wer sich selbst (wieder)

besser kennenlernen und seine

wahren Stärken ausfindig machen

möchte, sollte bei der Suche nach

professioneller Hilfe genau hinschauen.

In jedem Falle an der

richtigen Adresse sind Klienten bei

Martina Kammerlander-Fischer.

Die 37-Jährige ist Diplom-Psychologin,

Coach, Mediatorin und wohnt

mit ihrer Familie im beschaulichen

Hanfeld, drei Kilometer nördlich

von Starnberg. Unter dem Namen

„Valentis“ bietet sie seit einigen

Jahren schon Coaching für Unternehmen

zur Führungskräfte- und

Personalentwicklung, Team- und

Organisationsentwicklung, aber

auch Coaching für Privatpersonen

an – sowohl in Einzel- als auch

Gruppenstunden. Neu in ihrem

Repertoire, und damit ziemlich

einzigartig in der Region: Pferdegestütztes

Coaching, wofür sie eine

umfassende Ausbildung bei „horsesense“

in Bremen absolvierte.

Heißt: Die Klienten von Kammerlander-Fischer

werden bewusst mit

Pferden zusammengebracht, um

ihrem Ziel schrittweise näher zu

Zähne zeigend und mit

gespitzten Ohren: Was

dieser Schimmel der

Klientin wohl sagen möchte?

kommen. Oft sind es Geschäftsführer,

Teamleiter oder Rechtsanwälte

aus ganz Bayern, teilweise sogar

aus ganz Deutschland, die privat

und beruflich an ihre Grenzen gestoßen

sind, aber eben nicht so

recht wissen, wie sie den nächsten

Schritt in die für sie richtige Richtung

gehen sollen. Dass ihnen ausgerechnet

die Interaktion mit Pferden

entscheidende Impulse geben

kann, ist auch für Kammerlander-

Fischer immer wieder aufs

Neue eine Bereicherung.

„Auch ich lerne bei jedem

Coaching dazu.“

„Selbstreflexion

ist ganz wichtig“

Wer sich mit Pferden nicht auskennt:

Es sind Herdentiere, Fluchttiere,

und Tiere, die auf ihr Umfeld

extrem sensibel reagieren. Nur ein

Beispiel, um diese Eigenschaft auf

pferdegestütztes Coaching zu übertragen:

Ein Unternehmer sucht

Hilfe bei Martina Kammerlander-

Fischer, weil seine Belegschaft ihm

zusehends den Rücken zukehrt, im

Grunde nur noch aufgrund finanzieller

Abhängigkeit für ihn arbeitet.

Der Unternehmer aber kann – oder

will – nicht erkennen, woran genau

dieses für ihn kontraproduktive

Verhalten seiner Mitarbeiter

liegen könnte. Als Kammerlander-

Fischer erstmals mit ihm auf die

Koppel geht, er voller Tatendrang

und Selbstüberzeugung auf die

Herde zugeht, passiert folgendes:

Auch die Pferde kehren ihm den

Rücken zu. Noch mehr: Sie laufen

sogar von ihm weg. Erst in diesem

Moment wurde dem Mann

bewusst, dass seine Herangehensweise

im Umgang mit seinem

Umfeld zu rücksichtslos, zu unsensibel

ist. Dank dieser Selbsterkenntnis

kann er nun gemeinsam

mit professioneller Unterstützung

von Kammerlander-Fischer weiter

an sich arbeiten. „Selbstreflexion

ist ganz wichtig für uns“, sagt

die Expertin an dieser Stelle. Über

zehn Jahre hinweg hat sie selbst

in Großunternehmen auf nationaler

und internationaler Ebene als

Führungskraft in den Bereichen

Organisations- und Personalentwicklung

gearbeitet, zog für ihre

Karriere zwölf Mal (!) um, flog

zigfach ins entfernte Ausland und

ist mit ihrer aufrichtigen Haltung

und schonungslosen Ehrlichkeit

oft an ihre Grenzen gestoßen „als

Teil eines im Grunde kaputten

Wirtschaftssystems“. Insofern weiß

Kammerlander-Fischer ganz genau,

wie hilfesuchende (Karriere-)

Menschen anzupacken sind. Wobei

dieses „Anpacken“ nicht der richtige

Ausdruck ist für ihre Coaching-

Arbeit. Ihr geht es in erster Linie

darum, die Klienten professionell

zu begleiten, sie im Rahmen der

Interaktion mit Pferden genau zu

beobachten, um daraus wiederum

36 | tassilo


entscheidende Schlüsse ziehen zu

können. Sprich: Den Weg „zu sich

selbst“ muss der Coachee (Klient)

letztlich eigenständig bestreiten.

„Ich biete Hilfe zur Selbsthilfe,

denn jeder Mensch trägt seine Lösung

in sich, die er im Rahmen des

Coachings finden kann.“

Unmittelbar, wertfrei

und authentisch

Konkret sieht das pferdegestützte

Coaching bei Martina Kammerlander-Fischer

so aus: Im Rahmen

eines telefonischen Vorgesprächs

schildert der Klient sein Anliegen,

und definiert gemeinsam mit der

Expertin das Ziel des Coachings.

Es folgt ein Vor-Ort-Termin am

idyllisch gelegenen Klimm-Hof in

Starnberg-Hanfeld, wo erst die

Pferde kennengelernt, dann an

und mit ihnen gearbeitet wird. Unter

anderem mit speziellen Bodenübungen,

die stets auf das Bedürfnis

des Klienten abgestimmt sind.

Oder gezielten Spaziergängen in

einen Wald, wo Kräfte besonders

effektiv aktiviert werden können.

Darüber hinaus wird die Zeit am

Pferd via Video festgehalten. Denn

wie sagte die französische Schriftstellerin

Anaïs Nin so schön: „Wir

sehen die Dinge nicht, wie sie sind.

Wir sehen sie so, wie wir sind.“

Genau deshalb sind für Martina

Kammerlander-Fischer Pferde so

Effektiver Ort

zum Coachen: Immer

wieder führt Martina

Kammerlander-Fischer

Pferde und Klienten

in den Wald.

wertvoll in dieser Coaching-Arbeit.

„Sie riechen Emotionen, erkennen

und reagieren auf kleinste körperliche

Signale. Und vor allem: Sie

sind ehrliche Feedbackgeber, weil

sie auf unser Verhalten unmittelbar,

wertfrei und authentisch reagieren.“

Pferde haben in der Tat

die tolle Fähigkeit, immer im Hier

und Jetzt zu leben. Wenn Haltung

und Verhalten an einem Menschen

nicht übereinstimmen, spüren und

zeigen sie das sofort. Der Klassiker:

Nervosität, zum Beispiel aufgrund

von Stress im Job, oder der Angst

vor Pferden. Wer davon betroffen

ist und versucht, diesen Zustand

zu überspielen, einen auf mutiger

und stärker macht als er ist, wird

damit nicht weit kommen. Die

Pferde, die übrigens bewusst keine

spezielle Coaching-Ausbildung

haben, weil „unsere Pferde noch

Pferd sein dürfen“, erkennen die

Angst und Nervosität am Menschen

sofort, reagieren daraufhin

ebenfalls nervös, gestresst, empfindlich.

Martina Kammerlander-

Fischer bringt dann all ihre private

und berufliche Lebenserfahrung

ins Spiel, gepaart mit psychologischem

Fachwissen. Oft gelingt es

ihr nach nur einer pferdegestützten

Coaching-Stunde, den oder die

Klienten auf den für sie richtigen

Weg zu bringen – hin zu einem

glücklicheren, rundum zufriedeneren

Leben.

js

januar / februar 2021 | 37

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wohnortnahe ambulante Rehabilitation von

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Umgebung nicht für mehrere Wochen

verlassen müssen. Sie wohnen zu Hause und

können dabei sofort die Aktivitäten des täglichen

Lebens in die Rehabilitationsphase mit

einbeziehen. Die zu Ihrer Rehabilitation notwendigen

Behandlungen erhalten Sie im Therapiezentrum

PRO.

BEHANDLUNGSTEAM

Unser Team aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,

Sportwissenschaftlern und Masseuren

bietet gemeinsam mit Fachärzten für

Orthopädie und Rehabilitationsmedizin, sowie

ergänzenden Fachbereichen wie Psychologie

und Ernährungsberatung eine ganzheitliche

Behandlung. Dafür stehen uns modernste Therapiegeräte

mit Biofeedback und entsprechend

ausgestattete Funktionsbereiche zur Verfügung.

Unser Fahrservice - der auch für Rollstuhltransporte

ausgestattet ist - holt Sie von Zuhause

ab und bringt Sie am Ende des Therapietages

wieder nach Hause. Für Ihre Mittagsverpflegung

sorgen wir in unserer Cafeteria.

ALLE

KASSEN

ZUGELASSEN

HAUSEIGENER

FAHRSERVICE

BEHANDLUNGSSCHWERPUNKTE

▶ Rehabilitation nach Endoprothesenimplantationen

bei Verschleißerkrankungen,

besonders der großen Gelenke wie Hüft-,

Knie-, Schulter- und Sprunggelenke.

▶ Rehabilitation degenerativer Wirbelsäulenund

Gelenkerkrankungen

▶ Rehabilitation nach Knochen- und

Wirbelkörperbrüchen

▶ Rehabilitation nach Wirbelsäuleneingriffen

(z.B. Umstellungsosteotomien)

▶ Behandlung nach arthroskopischen

Gelenkeingriffen

▶ Behandlung nach Operationen an Sehnen und

Bändern (z.B. nach Kreuzbandrupturen)

▶ Rehabilitation nach Wirbelsäuleneingriffen

(z.B. Spinalkanalstenosen-OP, Bandscheibenoperationen)

▶ Konservative Behandlung und Schmerztherapie

bei Bandscheibenschädigungen

Unsere Einrichtung ist behinderten- und rollstuhlgerecht

ausgestattet und erstreckt sich

über 700 qm. Für die Therapien im Wasser steht

uns ein Hallenbecken mit 80 qm und 32 °C Wassertemperatur

zur Verfügung. Die direkte Anbindung

an den Gesundheits- und Bäderpark Rigi

Rutsch’n macht unser Angebot der „Reha mitten

im Leben“ einzigartig.

Pestalozzistraße 8 · 82380 Peißenberg

Telefon: 08803 6399-300 · www.therapiezentrum-pro.de


Wissenschaftliche Untersuchung der inneren Uhr

Tiefschlaf im Andechser Bunker

Andechs | Ein paar hundert Meter

südlich vom Heiligen Berg in

Andechs lebten von 1964 bis 1989

Menschen in einer unterirdischen

Versuchsanlage, für viele „der

Bunker“. Jeweils vier Wochen

lang. Allein, ohne einen Kontakt

nach außen. Ohne Tageslicht,

ohne Radio oder Fernseher, ohne

Uhr. Es waren Versuchspersonen

des damaligen Andechser Max-

Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie,

initiiert und lange geleitet

von den längst verstorbenen Professoren

Jürgen Aschoff und Franz

Wever. Ziel war es, mehr über die

„innere Uhr“ von uns Menschen

herauszufinden. „Dass es so etwas

gibt, biologische Rhythmen, hatte

man schon lange vermutet, aber

es fehlte eine wissenschaftliche

Untersuchung“, erzählt Professor

Jürgen Zulley, der ab 1974 über 15

Jahre hinweg im Bunker mitarbeitete

und am Ende das Projekt

leitete. Zu Beginn seiner Tätigkeit

zog Zulley selbst für vier Wochen

in den Bunker ein. „Es gab zwei

Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley.

getrennte unterirdische Wohnungen

für jeweils eine Versuchsperson“,

erzählt der heute 75-Jährige.

„Sie waren völlig isoliert, enthielten

einen Wohnraum, eine kleine

Küche, Dusche und Toilette. Durch

meterdicke Wände kam kein Lichtstrahl,

kein Geräusch herein.“ Der

Prof. Jürgen Zulley im Registrierraum, wo Daten gesammelt wurden.

38 | tassilo

einzige Zugang zu den Appartements

der Versuchspersonen war

eine Schleuse. In die legten die

Versuchspersonen ausgefüllte

Fragebögen und Essenswünsche,

dann schloss sich die Schleusentür.

Die Forscher nahmen die Zettel

von der anderen Seite heraus

und legten die Lebensmittel in die

Schleuse, die daraufhin wieder

zuging und anschließend von der

Seite des Appartements geöffnet

werden konnte. „So war sichergestellt,

dass sich Forscher und Versuchspersonen

in den vier Wochen

niemals begegneten“, sagt Zulley.

Ein Leben im

25-Stunden-Tag

Während dieser 25 Jahre „Andechser

Bunker“ begaben sich

rund 450 Versuchspersonen in die

freiwillige Quarantäne. „Sie kochten

selbst, schliefen, und je nach

Veranlagung lasen sie viel, schrieben

oder musizierten“, erinnert

sich Zulley. „Sie konnten alles machen,

außer Dinge, die sie mit der

Außenwelt verbunden hätten oder

die ihnen die Uhrzeit mitgeteilt

hätten.“ Täglich füllten die Versuchspersonen

Fragebögen aus,

erstellten Tagebücher – zu ihrer

Stimmung und zu regelmäßigen

Tests. Messgeräte überwachten

die Aktivität und Körpertemperatur,

Urinproben wurden gemacht.

Bald wurde klar: Trotz fehlender

Uhr und Sonne hatten die

Personen ihren regelmäßigen

Schlaf- und Tagrhythmus. „Eines

aber war ungewöhnlich“, erzählt

Zulley. „Sie entwickelten einen 25

Stunden-Tag. Der Zeitpunkt des

Schlafengehens und Aufstehens

verschob sich.“ So gingen viele

zunächst wie gewohnt am späten

Abend, zum Beispiel um 23 Uhr,

ins Bett und standen um sieben

Uhr auf. An den folgenden Tagen

jedoch gingen sie immer später

schlafen und wachten auch später

auf. Nach zwei Wochen konnte es

sein, dass eine Versuchsperson

gegen zwölf Uhr mittags ins Bett

ging und um zwanzig Uhr aufstand.

Für die Forscher der zentrale

Beweis: Der Körper holt sich

regelmäßig Schlaf und Erholung

in ausreichend langen Abständen,

unabhängig von Uhrzeit und äußeren

Reizen. In der echten Welt

aber bildet sich ein angepasster

Rhythmus: Durch Dunkelheit

und Licht, durch Uhr und Wecker,

durch die täglichen Pflichten.

Auch andere biologische Rhythmen

wiesen Zulley und seine Kollegen

nach: Einen Zwölf-Stunden-

Rhythmus, der zum Mittagsschlaf

anregt, vier Stunden-Rhythmen

für den Hunger, und eineinhalbbis

zweistündige Rhythmen, während

derer der Körper Ruhe- und

Aktivitätsphasen abwechselt.

„Gerade wir modernen Menschen

verstoßen viel zu viel gegen diese

Rhythmen“, sagt der Forscher.

„Der Körper teilt uns mit, wann

wir pausieren oder uns ausruhen

sollten.“ So hat es Zulley selbst

längst aufgegeben, um 14 Uhr Texte

zu schreiben. „Da passieren zu

viele Fehler“. Am späteren Nachmittag

gehe es viel besser. Mit

dem Mittagessen hat das übrigens

wenig zu tun.

„Die vielen Menschen,

die Geräusche“

Ein Effekt der mehrwöchigen

Isolation war vor allem für die

Probanden selbst interessant: Sie

wurden mit der Zeit ruhiger und

konnten sich viel besser konzentrieren.

„Ein ganzes Buch am Stück

durchlesen, das ging!“, erinnert

sich Zulley. „Wenn man Musik

hörte, hörte man sie intensiver,

man tauchte in die Musik ein.“

Und so verwundert es nicht, dass

die Abbrecherquote des außergewöhnlichen

Projekts sehr gering

Versuchsperson auf dem Bett: So waren die Schlafräume eingerichtet.


Damals, am Bunkereingang: Die Forscher Zulley und Campbell.

war. Nur 20 von 450 Versuchspersonen

beendeten die vier Wochen

vorzeitig. „Die Tür war nie verschlossen“,

betont Zulley. „Wenn

jemand gehen wollte, konnte er

es jederzeit.“ Und einmal ging

tatsächlich einer: Mitten in der

Nacht, ohne etwas zu sagen,

verließ er den Bunker und wanderte

ins Dorf Erling hinein. Dort

ging er in die Kirche und begann

Orgel zu spielen. Der Bevölkerung

gefiel das weniger, aber so

ein Fall blieb die Ausnahme. Die

anderen Versuchspersonen, die

abbrechen wollten, suchten erst

das Gespräch mit den Forschern.

Und viele, die durchgehalten haben

und gefragt wurden, ob sie

den Versuch wiederholen würden,

sagten ja. „Zunächst aber

mussten sie sich wieder an die

Außenwelt gewöhnen“, erzählt

Zulley. Und das war gar nicht so

einfach. Manch einer wollte nach

den vier Wochen gleich zur Andechser

Klosterbrauerei hinauf

spazieren und sich ein schönes

Bier unter oberbayerischer Sonne

gönnen. Doch spätestens am

Kirchhügel mussten die Forscher

mit den meisten umkehren. „Die

vielen Menschen, die Geräusche,

das war einfach zu viel.“

Die Versuche im Andechser Bunker

waren für die weltweite Forschung

eine Wiege der Chronobiologie,

der Wissenschaft von

der zeitlichen Organisation biologischer

Systeme.“

Verstoß gegen

die innere Uhr

Viele moderne Erkenntnisse rund

um Schlafstörungen, Jetlag, die

Zeitumstellung und Schichtarbeit

beruhen auch auf den Andechser

Versuchen. Auch dass manche Medikamente

zu unterschiedlichen Tageszeiten

unterschiedlich wirken.

Und dass der Schulunterricht eigentlich

später und flexibler beginnen

müsste – eine Erkenntnis, die

noch immer nicht umgesetzt wurde.

Freilich sind äußere Reize und

Zwänge, Uhren und Zeitpläne, für

ein menschliches Zusammenleben

auch nötig. Doch wer zu viel gegen

die innere Uhr verstößt, kann

Krankheiten und psychische Leiden

entwickeln. Jürgen Zulley hat sich

nach seiner Andechser Zeit weiter

der Chronobiologie und Schlafforschung

verschrieben. Er lehrte an

der Universität Regensburg, leitete

dort ein Schlaflabor, hielt viele Vorträge

und schrieb Bücher. Nun mit

75 Jahren hört er mehr denn je auf

seinen Körper und versteht auch,

wie dieser mit dem Älterwerden

seinen Rhythmus verändert. „Wenn

ich nachts gegen drei Uhr erwache,

weiß ich, dass die innere Uhr sich

gemeldet hat und kann gelassen

wieder einschlafen.“

cr

januar / februar 2021 | 39


DAS TASSILO-HEIMATRÄTSEL

Exponiertes

Zeichen

des Friedens

Tassiloland | Diesmal auf dem Heimaträtsel-Motiv

abgebildet: Eine

unter Baudenkmalschutz stehende

Kapelle. Sie wurde in den Jahren

1870 und 1871 errichtet. Und zwar

als Zeichen der Dankbarkeit, dass

der damalige Krieg gegen Frankreich

endlich vorbei war. Leider

kam es in darauffolgenden Epochen

immer wieder zu Kriegen.

Die beiden schlimmsten in der Geschichte

der Menschheit sind bekannt.

Die Kapelle aber überlebte

sowohl den Ersten als auch Zweiten

Weltkrieg, steht heute noch da wie

eine sprichwörtliche Eins und lädt

gläubige Menschen jederzeit zum

Innehalten und Beten ein. Doch

auch für Nichtgläubige ist dieses

jahrhundertealte Bauwerk ein besuchenswertes.

Allein aufgrund

der leicht exponierten, idyllisch

gelegenen Lage. Obendrein dienen

großzügige Parkflächen unterhalb

des mittelgroßen Gotteshauses als

idealer Ausgangspunkt für Wanderungen

in dieser auch bei Touristen

beliebten Gegend – zumindest

bis Eintritt der Corona-Pandemie

waren dort regelmäßig Urlauber

anzutreffen. Wir möchten nun von

Ihnen, liebe Leser wissen: Zu welchem

Ortsteil welcher Gemeinde

gehört diese Friedenskapelle?

Schicken Sie uns bis 15. Januar eine

Postkarte mit der Lösung und dem

Stichwort „Heimaträtsel“ an „tassilo“,

Birkland 40, in 86971 Peiting.

Oder eine E-Mail an info@tassilo.

de. Wie immer entscheidet das

Los über den Gewinn eines weiteren,

leckeren Spezialitätenkorbes

der Schönegger Käse-Alm. Kleiner

Tipp: Auf dem westlichen Areal der

Kapelle befindet sich ein Friedhof. js

> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG

Wie viele Tassilostraßen und -wege es im Verteilgebiet unseres

Magazins gibt? Das wollten wir von Ihnen in der November/

Dezember-Ausgabe wissen. Was im Rahmen unserer Rätselbeschreibung

bewusst verschwiegen wurde: Dass dazu auch Tassiloringe

dazuzählen. Von denen gibt es je einen in Raisting und

Weilheim. Gemeinsam mit den Tassilowegen in Starnberg-Percha

und Wessobrunn sowie den Tassilostraßen in Pähl, Polling und

Wielenbach sind es insgesamt sieben Stück. Unter wirklich vielen

Einsendungen, die nah dran waren an der richtigen Lösung, oder

goldrichtig lagen aber kein Losglück hatten, heißt der Gewinner

diesmal: Herbert Kratschmar aus Peißenberg. Wir gratulieren

recht herzlich und wünschen maximalen Genuss!

> > > IMPRESSUM

tassilo

tassilo“ ist ein Medium von

Birkland 40, 86971 Peiting

Telefon: 08869 / 91 22-26

Fax: 08869 / 91 22-27

Mail: info@tassilo.de

Stand bei Drucklegung im Dezember 2020 – Auflage: 64000 Exemplare

Änderungen und Fehler vorbehalten.

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe März / April 2021:

Freitag, 26. Februar 2021 (Anzeigenschluss: 8. Februar 2021) –

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung sowie keine

Erscheinungsgewähr übernommen.

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine

und weitere technische Angaben finden Sie auf www.tassilo.de

Herausgeber: Peter Ostenrieder

Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Klaus Papenfuß, Ernst-Dietrich Limper,

Nicole Burk, Christian Rauch

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, M.-Moser-Straße 23, 84503 Altötting

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8, 82362 Weilheim

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock,

Irmgard Gruber, Jeannine Echtler, Christian Lechner

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte

rund um Weilheim und die Seen — Zahlreiche Auslegestellen im Verteilgebiet.

Fotos:

mauritius images, Felix Baab, Johannes Schelle,

Adobe Stock, Klaus Papenfuß, Ernst-Dietrich Limper,

Bettina Eder, Kurt Zarbock, Nicole Burk,

Christian Rauch, Kulturverein Peißenberg e.V.,

Verena Wendt, W.A.F. GmbH, Andrea Mühleck

(andreamuehleck.com), Prof. Jürgen Zulley,

Robert Langhammer, Reptilienhaus Oberammergau,

Thomas Lücke, Smile by ego, Quentin Strohmeier,

Sirch GmbH, Clowns ohne Grenzen Deutschland e.V.,

Annuciata Foresti, Laura Nickel

www.tassilo.de

40 | tassilo


ANZEIGE

Langhammer – die Karosserie- und Lackexperten

Umzug in neues Firmengebäude

Schongau | Gut Ding will bekanntlich

Weile haben. Dabei hätte Robert

Langhammer die vergangenen

Monate gut und gerne auf dieses

alte Sprichwort verzichtet. Der Umzug

seiner Autowerkstätte für Lackund

Karosserieschäden war bereits

für Herbst 2019 geplant. Statik-Pro-

Ein starkes Team, und voller Tatendrang: Robert Langhammer (6. v. l.) mit dem Großteil seiner Mitarbeiter.

bleme, Altlastenuntersuchungen

sowie die seit Jahren prallgefüllten

Auftragsbücher umliegender

Handwerker waren Gründe, die

den Neubau im Schongauer Gewerbegebiet

Storferwiesen in die

Länge gezogen haben. Dann kam

auch noch Corona erschwerend

hinzu. Nun aber ist Licht am Ende

des Tunnels zu sehen. Noch besser:

Bereits im Dezember 2020 konnte

Robert Langhammer mit seinen

zwölf Mitarbeitern „endlich“ das

neue Firmenareal im Schongauer

Westen beziehen. „Das schönste

Weihnachtsgeschenk für uns“, sagt

der 38-jährige Wirtschaftsingenieur,

der damit nicht nur seinen

Traum, sondern auch den seines

verstorbenen Vaters und Opas verwirklicht.

Hintergrund: Bislang befand

sich das Firmenareal der Lackund

Karosserieexperten inmitten

eines Schongauer Wohngebietes.

Neukunden haben sich beim Weg

dorthin verwundert die Augen gerieben.

Zone 30, Einfamilienhäuser

mit Garten, und mittendrin diese

renommierte Fachwerkstätte für

Lack- und Karosserieschäden an

Kfz-Fahrzeugen? Insofern war Robert

Langhammer, der seit 2018 die

alleinige Geschäftsführung übernommen

hatte, schon vor vielen

Jahren klar: „Wir müssen mit unserer

Firma den Standort wechseln.“

In weiser Voraussicht reservierte

er bereits 2014 eine Fläche, als die

Stadt Schongau das Gewerbegebiet

Storferwiesen ausgewiesen

hatte. Hinter MöbelCentrale und

Metzgerei Boneberger sowie zwischen

Hirschvogel Komponenten

und Glaser Huber steht nun das

neue Betriebsgebäude der Firma

„Langhammer Lack- und Karosserieexperten“,

das bereits von Weitem

gut zu erkennen ist. „Was auch

aus werbetechnischer Sicht ein

großer Segen für uns ist.“ Bislang

profitierte der Betrieb nahezu ausschließlich

von Mundpropaganda

und Stammkunden. Nun aber wird

sein Unternehmen von rund 15 000

Autofahrern täglich gesehen – so

viele befahren laut Verkehrsstatistik

die B472 zwischen Marktoberdorf

und Schongau.

Reparatur von

Wohnmobilen

Wie der Firmenname verrät, ist das

Unternehmen nicht nur auf klassisches

Lackieren von Kfz-Fahrzeugen

spezialisiert. „Wir reparieren alle

Schäden, die bei Kfz-Unfällen anfallen“,

sagt Robert Langhammer

zum Schwerpunktportfolio „Unfallinstandsetzung“.

Dellen werden

ausgebeult, Bauteile durch neue,

originale ersetzt, und schließlich

die komplett reparierte Karosserie

mit der Farbe lackiert, mit der der

Kunde seinen Wagen einst gekauft

hat. Ein Spezialmessgerät hilft hier

bei der Ermittlung der Originalfarbe,

die dann in einem Hightech-

Behälter zusammengemischt wird.

„Aus 100 Grundfarben, die wir in

unserem Lager führen, können wir

jeden Farbwunsch erfüllen.“ Ein

weiteres Steckenpferd im Hause

Langhammer: Restaurierung von

Oldtimern. Die hochwertige Wiederaufbereitung

eines Porsche 911

Coupé in enger Zusammenarbeit

mit ABT-Classic ist hier nur eines

von vielen, nennenswerten Beispielen.

Neu und in der Region einzigartig

ist im Hause Langhammer

die Möglichkeit, auch Crafter und

Wohnmobile reparieren zu lassen.

„Dafür haben wir eine spezielle

Lackierkabine eingerichtet, die wesentlich

größer ist als die für Pkw.“

Gerade in Zeiten von Corona sind

viele Menschen auf Campingurlaub

umgestiegen – weite Reparatur-

Fahrten für Caravan-Besitzer aus

der Region gehören nun der Vergangenheit

an. Das gilt übrigens

auch für Kleinstschäden am Lack,

nicht größer als ein DinA4-Blatt.

Auch dahingehend hat sich das

Unternehmen spezialisiert, bietet

unter „Smartrepair Pfaffenwinkel“

sogenannte Blitzreparaturen in einem

Multifunktionsarbeitsplatz an

– innerhalb von nur vier Stunden

werden hier kleinere Schäden im

Lack kostengünstig behoben. Noch

besser: Währenddessen bekommt

der Kunde ein Leihfahrzeug ohne

Aufpreis zur Verfügung gestellt,

optional ein E-Bike.

Neue Wohnanlagen am

alten Standort

Empfangen wird der Kunde im

neuen Firmengebäude nun in einer

sehr geräumigen

Waschhalle, in der das

Auto bis ins Detail inspiziert

wird. Nach dem

Waschvorgang gelangt

das reparaturbedürftige

Fahrzeug schließlich

in eine der dafür

ideal geeigneten Werkstätten,

die sich alle im

Alles unter einem Dach: Die neue

Lackiererei von innen.

gleichen Gebäude befinden. Heißt:

Das Fahrzeug muss von der Annahme

bis zur Fertigstellung das

Betriebsgebäude kein einziges Mal

verlassen, was insbesondere zur

kalten Jahreszeit und bei Schmuddelwetter

ein großer Vorteil ist.

Zur modern ausgerichteten Firmenphilosophie

gehört außerdem

eine langfristige Personalplanung.

Ein Kfz-Mechaniker-Meister stößt

neu zum Team dazu, Kfz-Lackierer

werden hauseigen ausgebildet.

Sie freuen sich nun, in der neuen,

deutlich größeren und gut zugänglichen

Halle mit topmodernen

Maschinen, Werkzeugen und Hebebühnen

arbeiten zu dürfen. Am

alten Standort in der Drosselstraße

macht Robert Langhammer dagegen

etwas für die Deckung des regionalen

Wohnraumbedarfs. Drei

Gebäude mit insgesamt 24 Zwei-,

Drei- und Vier-Zimmerwohnungen

werden dort gebaut. „Wer Interesse

an einer Immobilie hat, oder

sein Auto zu fairen Preisen reparieren

lassen möchte, darf sich jederzeit

melden.“

> > > KONTAKT

Lackiererei Langhammer GmbH & Co. KG

Storferwiesen 1, 86956 Schongau

E-Mail: rl@lackiererei-langhammer.de

Mobil: 0175 / 4273608

Festnetz: 08861 / 4216

januar / februar 2021 | 41


Saisonal und regional – Rezepte der Hauswirtschafterei

Zur Stärkung

des Immunsystems

Wir sind für Sieda!

Ergotherapie

Peißenberg

DetlevGrzenia

(Neurologie, Pädiatrie, Orthopädie, Geriatrie)

Sonnenstraße 48 ·82380 Peißenberg

Tel. 08803/9009793·Handy0177/3988487

ergotherapie-peissenberg@web.de

www.ergotherapie-peissenberg.de

Tassiloland | Hausärzte predigen

es ihren Patienten alle Jahre wieder:

„Stärkt das Immunsystem,

um fit und gesund durch die kalte

Jahreszeit zu kommen.“ In Zeiten

der Corona-Pandemie bekam diese

allgegenwärtige Aussage zusätzliches

Gewicht. Die Frage nach

dem „Wie?“ muss jedoch nicht

zwingend ein Arzt beantworten.

Der Schlüssel zum Erfolg: Frische

Luft, Bewegung und ausgewogene

Ernährung. In Letzterem sind

die drei Damen der Hauswirtschafterei

zu wahren Expertinnen

gereift. Seit Jahren setzen sich

Christine Schilcher, Bettina Eder

und Silvia Schlögel mit regionalem

Wintergemüse auseinander,

analysieren deren Inhaltsstoffe

und schmieden danach leckere,

gesundheitsfördernde Rezepte.

Auf Grund dessen werden diesmal

besonders vitaminreiche Kochideen

vorgestellt, um Sie, liebe Leser

und Leserinnen, möglichst grippeund

erkältungsfrei durch den Winter

zu bringen. Konkret gemeint

sind eine „Feine Hühner-Suppe“,

der „Ingwer-Meerettich-Shot“ sowie

„Michaelas Gemüseeintopf“.

Feine Hühnersuppe

HÜHNERBRÜHE:

1–2 Zwiebeln

2 EL Rapsöl

2 Gelbe Rüben

1 Stange Lauch

¼ Knollensellerie

1 Suppenhuhn

2 EL körnige Gemüsebrühe

etwas Petersilie und Liebstöckel

EINLAGE:

1 rote Zwiebel

1–2 Gelbe Rüben

200 g Knollensellerie

1 EL Rapsöl

ZUM ANRICHTEN:

Schnittlauch

ZUBEREITUNG: Von den Zwiebeln

nur die erste braune Schale und

die Wurzeln entfernen. Die Zwiebeln

halbieren und im heißen Öl

kräftig anbraten.

Das Gemüse waschen, putzen und

in grobe Würfel schneiden. Zu den

Zwiebeln geben und ebenfalls

kräftig anbraten. Mit zwei Litern

kaltem Wasser aufgießen. Suppenhuhn,

Gemüsebrühe und Kräuter

zufügen und zugedeckt rund 80

Minuten köcheln lassen (hängt von

der Größe des Huhnes ab).

Die fertige Brühe durch ein feines

Sieb abgießen. Das Huhn etwas

abkühlen lassen. Die Haut entfernen

und das Fleisch von den Knochen

lösen.

42 | tassilo


Für die Einlage das Gemüse schälen

und grob würfeln. Im heißen

Öl anbraten. Etwas Hühnerbrühe

dazugeben und bissfest garen.

Das Gemüse mit dem Fleisch in

die heiße Brühe geben. Mit Kräutern

bestreut servieren.

ÜBRIGENS: Die Nase läuft, der

Hals kratzt – da kommt unsere

Hühnersuppe genau recht und

dies ist kein Aberglaube, sondern

wissenschaftlich bewiesen. Eine

Studie der Universität Nebraska

brachte es zutage: Hühnersuppe

blockiert im Organismus bestimmte

weiße Blutkörperchen,

sogenannte Neutrophile, die für

Entzündungsprozesse mitverantwortlich

sind. Neutrophile werden

bei Virusinfektionen, also

auch bei grippalen Infekten, in

großen Mengen freigesetzt. Auch

steckt in der Hühnersuppe der

Eiweißstoff Cystein. Dieser wirkt

entzündungshemmend und abschwellend

auf die Schleimhäute.

Angebot der Deutschen

Rentenversicherung –

Gesundheitsprävention am

Starnberger See

Werden

Sie aktiv!

• Für aktiv DRV-Versicherte ohne akute Erkrankung

• Komplette Kostenübernahme durch die DRV

• Elektronische Beantragung über www.rv-fit.de oder

über das Formular G0180 „Antrag auf Leistungen zur

Prävention“ auf unserer u. g. Website

Ingwer-Meerrettich-Shot

ZUTATEN:

200 ml Apfelsaft

1–2 EL Zitronensaft

1–2 TL fein gewürfelter Ingwer

1–2 TL fein gewürfelter

Meerrettich

1 EL Honig

ZUBEREITUNG: Die Zutaten mischen

und mit einem Stabmixer

pürieren. In eine Flasche füllen

und im Kühlschrank lagern. So

hält der Shot etwa fünf Tage.

Dieser Mix hat es in sich: Die Senföle

des Meerrettichs wirken antibiotisch,

der Scharfstoff Gingerol

gibt dem Ingwer seine Würze.

Mittlerweile ist auch Ingwer aus

bayerischem Anbau erhältlich.

Michaelas

Gemüseeintopf

ZUTATEN:

150 g Zwiebeln

200 g Pastinaken

200 g Gelbe Rüben

200 g Knollensellerie

600 g festkochende Kartoffeln

2 EL Rapsöl

ca. 1,5 l Gemüsebrühe

Salz

Pfeffer

100 g Wirsing

3–4 Polnische Würste

ZUM ANRICHTEN:

2 EL Schnittlauch

ZUBEREITUNG: Die Zwiebeln

schälen und fein würfeln. Die

Pastinaken und die Gelben Rüben

schälen und in Scheiben schneiden.

Den Sellerie und die Kartoffeln

ebenfalls schälen und grob

würfeln.

Die Zwiebeln im heißen Öl andünsten.

Das restliche Gemüse

dazugeben und kurz mitdünsten.

Mit der Brühe aufgießen, bis das

Gemüse bedeckt ist. Würzen und

zugedeckt 30 Minuten köcheln

lassen.

Den Wirsing waschen, putzen und

in feine Streifen schneiden. Nach

15 Minuten Kochzeit zum Eintopf

geben.

Die Würste in Scheiben schneiden.

Zur Suppe gehen und nochmals

fünf Minuten köcheln lassen.

Mit Schnittlauch bestreut servieren.

js

januar / februar 2021 | 43

Weitere Informationen:

www.cep-hoehenried.de

info@cep-hoehenried.de

Telefon: 08158 9078-0

Centrum für Prävention

Am Grundweiher 1

82347 Bernried am Starnberger See


Veranstaltungskalender

1. Januar bis 28. Februar 2021

Stand 03.12.2020 – kurzfristige Absagen, Änderungen und Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind möglich!

FR 01.01.

Neujahr

WEILHEIM

14.00 Uhr

Besichtigung des Krippenmuseums

in der Petelgasse 6. Infos

unter 0881 / 40033 oder www.

weilheimer-krippenmuseum.de

MURNAU

ganztags

Fotoausstellung „Kottmüller

Allee“ von Christian Kolb in der

Kottmüller Allee. Solarleuchten

sorgen für längere Besichtigungszeit.

Eintritt frei. Bis 6.1.

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489

SA 02.01.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

MO 04.01.

WEILHEIM

14.00 Uhr

Besichtigung des Krippenmuseums

in der Petelgasse 6. Infos

unter 0881 / 40033 oder www.

weilheimer-krippenmuseum.de

PEISSENBERG

19.00 bis 21.30 Uhr

Tauschabend der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung e.V. in

der Bücherei

TUTZING

8.00 bis 17.00 Uhr

Ausstellung „Are you real? Virtuelle

Welten“ der GEDOK München

im EG der Akademie für Politische

Bildung. Bis Mai 2021

DI 05.01.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

14.00 Uhr

Besichtigung des Krippenmuseums

in der Petelgasse 6. Infos

unter 0881 / 40033 oder www.

weilheimer-krippenmuseum.de

> > > BLUTSPENDETERMINE VOM ROTEN KREUZ

Do, 28. Jan. 15.00 bis 20.00 Uhr Marnbach, Gemeindehaus

Fr, 29. Jan. 15.00 bis 20.00 Uhr Marnbach, Gemeindehaus

44 | tassilo

MI 06.01.

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Heilige Drei Könige

Biowochenmarkt an der Kirche

WEILHEIM

St. Ulrich

14.00 Uhr

ROTTENBUCH

Besichtigung des Krippenmuseums

in der Petelgasse 6. Infos 11.00 bis 15.00 Uhr

unter 0881 / 40033 oder www. Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

weilheimer-krippenmuseum.de

unter 08867 / 489

MURNAU

15.00 bis 19.00 Uhr

SA 09.01.

Offene Werkstatt / Bastelclub –

Reparieren, Basteln, Möbel bauen DIESSEN

mit Viktor Weber im Erlhaus. Eintritt

frei, weitere Infos unter www.

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

erlhaus.de oder 08841 / 2656

STARNBERG

DO 07.01.

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

TUTZING

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

WEILHEIM

FR 08.01.

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

DI 12.01.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

MI 13.01.

JANUAR/

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerzone

PEISSENBERG

DO 14.01.

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

WEILHEIM

FR 15.01.

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489


SA 16.01.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

PENZBERG

10.00 bis 14.00 Uhr

Tag der offenen Tür in der Montessori-Schule.

Infos unter www.

schule.montessori-penzberg.de

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

MO 18.01.

ANTDORF

16.30 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Sportheim.

Eintritt: 1 €

DI 19.01.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

EBERFING

MI 20.01.

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerz.

OBERSÖCHERING

15.30 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Pfarrheim.

Eintritt: 1 €

DO 21.01.

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

EGLFING

15.30 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Sportheim.

Eintritt: 1 €

WEILHEIM

FR 22.01.

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

15.00 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

FEBRUAR

der Lokomotivführer“ in der Schule.

Eintritt: 1

2021


RAISTING

17.00 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Haus der

Arbeiterwohlfahrt. Eintritt: 1 €

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489

SA 23.01.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

POLLING

15.00 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Feuerwehrhaus.

Eintritt: 1 €

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

MO 25.01.

WIELENBACH

15.30 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Feuerwehrhaus.

Eintritt: 1 €

DI 26.01.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

19.00 Uhr

Lesezeit! Die LeseRatten lesen im

Mehrgenerationenhaus. Infos unter

www.lesesratten-pfaffenwinkel.de

PÄHL

15.00 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Gemeindezentrum.

Eintritt: 1 €

MI 27.01.

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerzone

15.00 bis 19.00 Uhr

Offene Werkstatt / Bastelclub –

Reparieren, Basteln, Möbel bauen

mit Viktor Weber im Erlhaus. Eintritt

frei, weitere Infos unter www.

erlhaus.de oder 08841 / 2656

DO 28.01.

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

MARNBACH

15.00 bis 20.00 Uhr

Blutspenden im Gemeindehaus

FORST

15.30 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ in der

Grundschule. Eintritt: 1 €

FR 29.01.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

MARNBACH

15.00 bis 20.00 Uhr

Blutspenden im Gemeindehaus

HUGLFING

14.00 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Schmitterhof.

Eintritt: 1 €

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489

PEISSENBERG

SA 30.01.

10.00 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ in der

Bücherei. Eintritt: 1 €

januar / februar 2021 | 45


DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

OBERHAUSEN

16.30 Uhr

Kinderkino „Jim Knopf & Lukas

der Lokomotivführer“ im Rathaus.

Eintritt: 1 €

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

MO 01.02.

PEISSENBERG

19.00 bis 21.30 Uhr

Tauschabend der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung e.V. in

der Bücherei

DI 02.02.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

MI 03.02.

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerz.

46 | tassilo

DO 04.02.

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

FR 05.02.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489

SA 06.02.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

POLLING

9.00 bis 12.00 Uhr

Bauernmarkt am Kirchplatz

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

DI 09.02.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

MI 10.02.

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerzone

EBERFING

14.00 Uhr

Kaffeetreff des Frauenbundes im

Gasthof „Zur Post“

DO 11.02.

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

FR 12.02.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489

SA 13.02.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

DI 16.02.

JANUAR/

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

MI 17.02.

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerzone

DO 18.02.

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

FR 19.02.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489


SA 20.02.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

DI 23.02.

WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

19.00 Uhr

Lesezeit! Die LeseRatten lesen im

Mehrgenerationenhaus. Eintritt

frei, weitere Infos unter www.

lesesratten-pfaffenwinkel.de

MI 24.02.

DIESSEN

8.00 bis 14.00 Uhr

Viktualienmarkt in der

Von-Eichendorff-Straße 1

DO 25.02.

PEISSENBERG

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Glückauf-Platz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

PENZBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Stadtplatz

FR 26.02.

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WEILHEIM

8.00 bis 13.30 Uhr

Wochenmarkt am Marienplatz

FELDAFING

8.00 bis 12.30 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

SÖCKING

8.00 bis 13.00 Uhr

Biowochenmarkt an der Kirche

St. Ulrich

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen auf der Schönegger

Käse-Alm. Auf Vorbestellung

unter 08867 / 489

SA 27.02.

DIESSEN

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Bahnhofsplatz

STARNBERG

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Kirchplatz

ANDECHS

20.00 bis 24.00 Uhr

Party Bowling mit DJ und Animation

im Bowling Islands. Uhrzeiten

können abweichen. Um Anmeldung

wird gebeten. Weitere Infos unter

www.bowling-islands.de

TUTZING

7.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt am Rathausplatz

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Weißwurst- und Käswurstessen

auf der Schönegger Käse-Alm.

Auf Vorbestellung unter 08867 / 489

Änderungen und Fehler vorbehalten

Stand 03.12.2020 – kurzfristige

Absagen, Änderungen und

Einschränkungen aufgrund der

Corona-Pandemie sind möglich!

MURNAU

8.00 bis 13.00 Uhr

Wochenmarkt in der Fußgängerzone

FEBRUAR

15.00 bis 19.00 Uhr

2021

Offene Werkstatt / Bastelclub –

Reparieren, Basteln, Möbel bauen

mit Viktor Weber im Erlhaus. Eintritt

frei, weitere Infos unter www.

erlhaus.de oder 08841 / 2656

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Anschrift

tassilo

Birkland 40

86971 Peiting

Tel.: 08869 / 91 22-26

Fax: 08869 / 91 22-20

www.tassilo.de

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Redaktion: redaktion@tassilo.de

Termine: veranstaltungen@tassilo.de

Anzeigen: anzeigen@tassilo.de

Anregungen / Kritik: info@tassilo.de

Das Impressum finden Sie auf Seite 40.

januar / februar 2021 | 47


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