ST:A:R_14

geraldkofler

Städteplanung / Architektur / Religion

ST/A/R PRINTMEDIUM WIEN

ST/ /A/ /R

ST/A/R 1

Nr. 14/2007

Rudolf Polansky

VIENNAFAIR

STAR Künstler

Rudolf Polanszky

VIENNAFAIR

Opening

Paparazzi

Dr. Denker

04Z035665M – P.b.b. Verlagspostamt 1060 Wien • Adresse: 1060 Wien Capistrangasse 2/8 • office@star-wien.at • Europa € 3,00

Foto: Andrea Baczynski

SCHAUSPIELERIN

Barbara Kramer

AUTO-ST/A/R

von David Staretz

ARCHITECTS:

Volker Giencke - Studio 3

KULTUREXCHANGE

Elena Mildner

WELTREKORD

Das 1000seitige REICHt

Städteplanung / Architektur / Religion

3,– Euro


2 ST/A/R

Buch I - VIENNAFAIR NEWS Nr. 14/2007

ZEITUNG FÜR HOCHKULTUR,

MITTELMASS UND SCHUND

Editorial

„DIE TRAURIGKEIT GIBT UNS DIE KRAFT.

DIE FINSTERNIS DAS LICHT“

Heidulf Gerngross, ST/A/R Herausgeber

ERSTER ÖSTERREICHISCHER

PRIESTERARCHITEKT!

ARCHITEKT ANGELO ROVENTA

WURDE IM DEZEMBER 2006 ZUM PRIESTER GEWEIHT

SUNNY 25

Unser Leben eine Farce?

Gibt es Hoffnung? Gibt es ein Leben VOR dem Tod?

Solche und andere wichtige Fragen kann Ihnen Farce Vivendi NICHT beantworten.

Deshalb: Farce Vivendi, Verein zur Förderung von Literatur, Kunst und einem

menschenwürdigen Dasein. www.farcevivendi.at

Next: ST/A/R Architekt

ST/A/R - Redakteurin

SUNNY feiert Geburtstag!

ST/A/R gratuliert!

Ausstellung von den ST/A/R - Architekten Lukas O. Goebl, Oliver Ulrich und Boris Steiner am 12. Juli 2007 um 17:00 im Museum Löffler

für Gegenwartskunst in Kosice. ST/A/R Shuttle Wien - Kosice. Info: www.explicit-architecture.com COME ON!!!


Nr. 14/2007 Buch I - VIENNAFAIR NEWS

ST/A/R 3

Kurzvorstellung Wolf Günther Thiel

Wolf Guenter Thiel lebt in Berlin, Beijing und Florenz als Publizist,

Ausstellungsmacher, Wissenschaftler und Direktor des Beijing Royal Art

Museums in Beijing. Nach einer Banklehre ging er nach New York und machte

eine Zusatzausbildung in der Galerie Leo Castelli in New York. Danach studierte

er Kunstgeschichte, Politikwissenschaften und Städtebau in Bonn und schloss

das Studium ab. Während des Studiums begann er für Flash Art International

und andere Kunstmagazine in Köln zu arbeiten und wurde über viele Jahre einer

der leitenden Redakteure des Magazins im deutschsprachigen Raum. Er gab

verschiedene Sonderausgaben für Flash Art mit heraus, wie das Berlin-Spezial,

das Hong-Kong- Spezial und ein Deutschland- Spezial. Er war Gastherausgeber

von Art+ Collection in Taipeh und dem Journal of Contemporary Art in New

York. Er arbeitete an Projekten in Rom, Florenz, Seoul, Kopenhagen, Paris, Wien,

Prag, Hong Kong, Shanghai, Beijing und anderen Projekten weltweit, zuletzt

in Uganda, Afrika mit Kristian Hornsleth. Aktuell arbeitet er mit Bär+Knell

an einem Großprojekt in Tibet und im Bereich des Nordpols. Er hat über 100

Andreas F. Lindermayr Stadtphilosoph

Aus meinem Tage- und Nachtbuch

Tagebuchauszug vom 11. 6. 2004

“Man hat Gewalt, so hat man Recht! Man schaut aufs Was und nicht aufs Wie! Ich

müßte keine Schiffahrt kennen: Krieg, Handel und Piraterie, dreieinig sind sie, nicht zu

trennen.”

Goethe, Faust II

Um 2 Uhr Nacht erreichte ich den Würstelstand an der Albertina. Er schien mir diesmal wie ein

Stand im Volksprater. Vor mir eine Gruppe, die bereits bestellt, fast schon aufgegessen, aber noch

lange nicht ausgetrunken hatte. Man sprach englisch. Es war aber eine gemischtsprachige Gruppe.

Ich wurde nun aufgefordert, mir etwas zahlen zu lassen, nachher würde man mich ohnehin

zur Kasse bitten. He-he. Die Leute waren ersichtlich in Trink-Laune und schienen zu feiern. Ihr

Angebot lehnte ich sofort mit einem Lächeln ab. Mit meinem Leberkäs verzog ich mich auf die

andere, dunkle Seite des Würstelstands. Nichts hasse ich mehr, als diese Art der Geselligkeit , wo

ganz offensichtlich Spielregeln gelten, wie bei den ruinösen Pyramidenspielen, der Vorhut des

nun weltherrschenden Börsenkapitalismus.

Weitere zudringliche Versuche der mir Zutrinkenden , mich in die Gesellschaft einzubinden, lehnte

ich mit drohend erhobenem Fuckfinger ab. - Da ist den Grinsern kurz das Grinsen vergangen. Das

war ein eindeutiges, wenn auch verharmlostes Signal, mich in Ruhe zu lassen.

Wolf Günther Thiel

Andrea Baczynski: Der unmögliche Blick berichtete "Selbstportrait"

von meinem Abend.

Essays in Deutscher, Italienischer, Englischer, Französischer, Tschechischer,

Polnischer und Chinesischer Sprache veröffentlicht und gehört zu einem der

herausragenden Kenner der Kunst der 90er Jahre. Seit etwa 10 Jahren ist eines

seiner Arbeitschwerpunkte die Arbeit mit chinesischer zeitgenössischer Kunst.

In Ausstellungen und Texten dokumentiert sich dieser Arbeitschwerpunkt,

der schließlich auch zu dem Ruf an das Beijing Royal Artmuseum geführt

hat. Hier betreut er die Auslandsaktivitäten des Museum und die Planung

und Durchführung internationaler Ausstellungen. Eines seiner aktuellen

Forschungsthemen ist das Verhältnis der Chinesischen Kultur auf die italienische

Renaissance, die er in diesem Jahr mit einer Ausstellung des chinesischen

Künstler Yang Maoyuan im Palazzo Medici Riccardi der Öffentlichkeit vorstellen

wird. Zu STAR kommt er über die Zusammenarbeit mit Heidulf Gerngross. Für

STAR soll er im Comparative Board insbesondere die Kontakte und Netzwerke

in China und Asien ausbauen.

Ich hatte sodann tatsächlich meine Ruhe und genoß mein Essen, wie

die Stimmung dieser lauen Vorsommernacht.

Auf einmal taucht jemand auf, den ich von den Medien kenne.

Begleitet von einem unbekannten, aber offensichtlich einheimischen

- vermutlich Rechtsexperten.

Der Prominente war niemand anderer als der amerikanische Star-

Anwalt Ed Fagan.

Na klar, schoß es mir darauf, der hält sich ja schon längere Zeit in

Wien wegen einiger Rechtsfälle auf, die er hier übernommen hat.

An meine dunkle Seite am Würstelstand, gesellte sich darauf Ed

Fagan mit seinem Anwalts-Partner aus Wien und aß eine Bratwurst

mit süßem Senf und Pfefferoni und das ersichtlich mit Genuß. Ich

bewunderte ihn für seine coolness. Er trug ein schwarzes T-Shirt unter

seinem Nadelstreifsakko. Es zeigte einen Krebs, der seine Fangarme

weit öffnet. Weiter vorne, gegenüber der Kapuziner-Gruft, beobachtete ich ein streitendes Paar.

Ein Schwarzafrikaner mit Rasta-Locken, riß die Tür des Sportwagens vor ihm auf und klemmte sich

eine Tasche unter den Arm, wie sie die Typen in den Fitneß-Studios bei sich haben. Die bummelige

Frau im Auto zeterte und heulte, “bleib!, bleib! “ Aber der schwarze Mann hatte genug, und

suchte wild entschlossen das Weite. Die Frau heftete sich an ihn, wie eine Klette. Was ihr sehr

wahrscheinlich nichts gebracht haben wird.

Ich ging weiter, zu Bane. Er lud mich, breit lachend, auf einen doppelten Slivovitz ein und ich


Städteplanung / Architektur / Religion Buch I - VIENNAFAIR NEWS ST/A/R 5

Schau auf die Messe und schau auf Dich selbst

Mikala Dwyer setzt Pflanzen in durchsichtige

Kunststoffformen. Hanging

Smoking Garden (2007) hat sie ihre Arbeit

genannt, die sich in einer Ecke vom

Stand der Spielhaus Morrison Galerie

findet. Die künstlerische Bemühung um

die Integration von Natur in die Welten

der Kunst ist sicherlich nicht neu. Ebenso

wenig neu ist die Integration von

Kunststoffformen in die „freie“ Natur,

die Dwyer besonders in ihren Wood

Sculptures (2006) im Omi Sculpture Park

praktiziert hat. Zum Glück haben die

Werte Neuigkeit und Innovativität ihre

kunstphilosophische Verbindlichkeit

verloren. Mich interessiert an Kunst jedenfalls

weniger ihre geschichtliche Bedeutung,

als ihre Einbindung in unsere

unmittelbare, konkrete Lebenswelt: Im

Fall der Hanging Smoking Garden also

die Viennafair

2007.

Unsere Lebenswelt ist vielschichtig und

von Kunst durchwoben. Sie umfasst

manch oberflächliche Erscheinung. Damit

werden wir uns jetzt nicht lange aufhalten.

Aber einige oberflächliche Bemerkungen

möchte ich doch machen,

bevor ich auf die ästhetische Freuden

bereitet haben.

Zunächst aber noch ein paar Worte

zur Installation von Dwyer. Ein Kunstwerk

erinnert uns zuweilen an eine

zarte Pflanze. Bescheiden drängen ihre

Sprosse zum Licht. In glücklichen Fällen

gelingt es der Pflanze zu überleben,

prächtig zu gedeihen und in gewisser

Weise den Status eines Meisterwerks zu

erlangen. In Dwyers Installationen finden

sich verschieden Pflanzen. In Wien

verwendet sie fast ausschließlich fette

Pflanzen, so genannte Sukkulenten.

Wikipedia lehrt uns, dass Sukkulenten

saftreiche Pflanzen sind („Succus“ ist ein

lateinischer Ausdruck für „Saft“), die an

besondere Klima- und Bodenverhältnisse

angepasst sind. Besonders, dass heißt

in diesem Zusammenhang vor allem

extrem trocken. In der Tat leben Sukkulenten

in Steppen, Halbwüsten, Wüsten

und Hochgebirgen, also dort, wo andere

Pflanzen nicht ganz so leicht überleben.

Fette Pflanzen sind anspruchslos, zählebig

und widerstandsfähig. Zunächst

wirken sie wenig aufregend, sind im

Detail aber dennoch beachtenswert. Sie

zeigen ab und an gar die eine oder die

andere fragile Blüte und überwuchern

ansonsten gerne ihre Umgebung. In

Dwyers Installation symbolisieren sie

deshalb treffend den Charakter vieler

Kunstwerke in Wien und auch anderswo:

behindert durch den Existenzkampf

in einer lebensfeindlichen Umgebung

widerstehen sie tapfer den Gegebenheiten.

Allerdings fehlt ihnen oft ein ausreichender

Abstand zu den bestehenden

Verhältnissen. Sie bleiben klein und

werden wenig beachtet. Zu Unrecht!

Der Reichtum an Arten und Formen ist

nämlich erstaunlich.

Dwyers Installation gibt den fetten Pflanzen

eine Chance. Besonders der drohenden

Gefahr nikotinverseuchter Blumenerde

wirkt sie mit der Beistellung eines

Aschenbechers elegant entgegen.

Kunst und Natur ähneln sich in mancherlei

Hinsicht. Zum Beispiel handelt

es sich jeweils – jedenfalls nach meiner

Einschätzung - um einen speziellen

Bereich ästhetischer Anschauung. Ein

solcher Bereich hat eine wichtige Lebenspraktische

Bedeutung (Er erlaubt

uns eine Sichtweise auf unser Leben die

Einzigartig ist wie unser Leben selbst),

er soll deshalb mehr beinhalten, als nur

schmückendes Beiwerk! Leider erinnert

die Auswahl der Verkaufsobjekte vieler

Kunstmessen eher an die Produktpalette

eines Pflanzensupermarkts als an

ein Reservat für seltene oder kostbare

Pflanzen. Schmuck verkauft sich wohl

leichter, wenn er nur pflegeleicht, unproblematisch

und unauffällig ist. Wie

anders ließe es sich erklären, dass dem

überwiegenden Teil der vorgestellten

Kunstwerke immerhin ein dekorativer

Wert zugesprochen werden.

Viele Kunstkenner wird es also kaum

überraschen, dass auch in diesem Jahr

eine erdrückende Mehrheit der ausgestellten

Objekte flach und viereckig ist.

Diese Form bewährt sich besonders

dann, wenn mehrere Objekte an einer

Wand Platz sparend befestigt werden

sollen. Auch die Vorteile für Transport

und Lagerung sind beachtlich.

In Wien bleibt Vierecksoberflächengestaltung

also in Mode und damit

rechtfertigt in gewisser Weise die Ober-

flächlichkeit meiner Bemerkungen. Die

Überwiegende Masse der Vierecke ist

nämlich nicht nur rechtwinklig sondern

auch flach. Dessen ungeachtet ist die formale

und die inhaltliche Gestalt einiger

Oberflächen wirklich bemerkenswert.

Im VIP-Raum gibt es nicht nur für

Aussteller Café-für-nix, sondern auch

zwei einführende Oberflächenbeispiele.

Barbara Mungenast kontrastiert in

ihrer Arbeit Kreis 1 ein weißes Rechteck

mit einer annähernd runden und dabei

schwarzen Form. Der Weg zum Kreis ist

nicht mehr weit und wer das Bild von

Weiten sieht, der vermeint vielleicht

eine Drahtrolle zu sehen. Gleich neben

ihrer Arbeit hängt ein Heimo Zobernig.

In einer quadratischen Form Ohne Titel

(1998) erscheint der Raum wie in einem

Spiegel. Besonderer Clou: den Spiegel

durchziehen mehrere Brüche.

In der ACB Gallery präsentiert Andreás

Braun einige optische Stimulationen.

Dabei handelt es sich um eine gelungene

Annäherung an die Träume meiner

blumigen Hirninnenwandstrukturen.

Die Baukunst Galerie zeigt Übungen

zur Oberflächengestaltung von M+M.

Das Erscheinen der Form in der Form,

die Veränderung der Form durch die

Form unterstreicht die Beständigkeit

der Farbe. Silbriger Zeppelin, rote Musikanten

und gelblicher Blitz in der Nacht!

Die Welt ist reich an Erscheinungen und

Kunst vervielfältigt unsere Ansichten.

Photografien erregen auch häufig unser

Staunen. Cosmin Grandinarn bietet in

der Gaudy Gallery durch photografische

Arbeit zur Einheit von Macht, Fett und

Mann einen Zugang zur Betroffenheit

quellender Bäuche am sonnigen Strand.

Überhaupt bieten Strände reichlich Material

zum eingehenden Verständnis

der Wirkung von Sand und Wasser auf

soziale Interaktion: Massimo Vitali, Coney,

(2006) bei Ernst Hilger. Fallschirmspringer,

Wolkenberge, Kampfhubschrauber,

die ewig gleiche Bedrohung

des Menschen durch den Menschen im

Zeitalter der Erderwärmung, fotografiert

von Bettina Pousttichi. Auch ihr Video

der schreitenden Ordnungskräfte vor

Michael Hall Contemporary presents:

“Live /Not Live2” FLUC

26. April 21Uhr

Illegal Emotions

Jade

Elisabeth Grübl

GinaNina (aka Rashim, Mosz)

commandyoursoul

Franz Graf

und hinter der weißen Linie ist bedeutungsvoll,

wenn es gilt den Unterschied

zwischen Recht und Unrecht zu visualisieren.

Auch Gefühle spielen weiterhin eine gewisse

Rolle im Messegeschehen. So hat

Stratos Kalafatis ein Mädchen ohne Kopf

und Füße fotografiert (2002/2004).

Nun präsentiert die Kleine im Stand der

Kalfayan Galleries vor ihrem Bauch eine

durchschnittene Melone von einiger

Größe. Vor grüner Landschaft und heller

Haut sticht sattes Rot ins Auge. Platz

für zärtliche Gedanken bietet sich reichlich,

etwa eingedenk des rosig-grüne Ornament

auf der Brust des Mädchens.

Die Malerei hat ihrerseits noch etwas

zu sagen. Das Bewusstsein für unser

Selbstbefinden im Dunstkreis von Totenschädeln

thematisiert Ivica Capans

Taka Taka (2007) in der Knoll Galerie

in Mischtechnik. Auch eine Arbeit Ohne

Titel (Flucht) ist bemerkenswert. Auch

treffende Aussagen über das soziale Geschehen

unserer Gesellschaft kommen

vor. Andreas Leikauf schreibt bei Ernst

Hilger „Work harder stay poor“ (2007).

„Will be, should be, may be, can be,

would be, shall be“, notiert Alexandra

Huber in Inner Navigation, (2006), Galerie

Chobot.

Video: Shulgin, XL Gallery! Hier leben

die schwarzen und die weißen Figuren.

Auch ein Blickfang: die neuen Trailer

vom ORF. Wäre TV immer so, ich besäße

vielleicht einen Fernseher. Bemerkenswerte

Oberflächlichkeiten auch

in der Aidan Gallery. Family portraits,

(2006), Philipp Dontsov lässt seine Avatare

lächelnd in Milch ertrinken, mitunter

auch in schwarzer Milch.

Ach ja, Second Life ist auch ein Thema

der plastischen Kunst. Action Half Life

und Last Riot 2 in der Galerie Knoll verbinden

Digitaldruck mit herkömmlicher

Malerei zur Darstellung der unschuldigen

Mordbereitschaft der Teenies unseres

anbrechenden Jahrtausends.

An einer neue programmatischen Strategie

zur Präsentation zeitgenössischer

Kunst arbeitet das MAK und stellt u. a.

ein Modell des Contemporary Art Towers

vor. Das von Peter Noever, Sepp Müller

und Michael Embacher entwickelte

Projekt sieht die Umwandlung eines der

sechs während des Zweiten Weltkriegs

in Wien errichteten Flacktürme zu einer

internationalen Produktionsstätte

für Kunst vor. Der gewaltige Bau im

Arenbergpark, vergleichbar mit kaum

zerstörbaren Gefechtstürmen in Berlin

und in Hamburg, wird hier zu Recht

als Mahnmal des „Niemals vergessen“

beschrieben. Interventionen von Jenny

Holzer und James Turrell verleihen dem

Projekt internationalen Stellenwert.

Bruno Gironcoli, Flammenkranz mit

Baby, 2006, Aluguss, Galerie Judith

Walker!

Sunday Morning Coming Down, zu sehen

bei Hidde van Seggelen, ist ebenfalls

eine sehr zeitgemäße Stellungnahme

zum Stand der künstlerischen Entwicklungen.

Andy Holden sieht seine Formen

weniger als eine abstrakte Stellungnahme

zur Strukturellen Entwicklung

der Englischen Hauptstadt, sondern

als Rückgriff auf das Lebensgefühl von

Höhlenmenschen, bzw. überhaupt von

Menschen auf der Suche nach Orientierung

in einer reichlich unbegreiflichen

Welt. Im Zentrum seiner Aufmerksamkeit

stehen Lücken („Gaps“) zwischen

den Dingen selbst, ihrer Fortentwicklung

und eben den Menschen, die mit

den Dingen Umgang pflegen. Die Arbeit

in seiner alltäglichen Umgebung

und auf den Dächern der Wohnungen

seiner Freunde führen zu einer halb

öffentlichen Betrachtung zeitlicher Vergänglichkeit.

Dass eine gelungene Verbindung von

Form und Inhalt nicht nur aktuell und

tiefgängig, sondern darüber hinaus

auch Humorvoll sein kann, das zeigt

Christoph Schwarz mit seiner Arbeit Generation

SMS (2006) am Stand der Galerie

Frey. Die Verbindung der schriftlichen

Sprache heutiger Teenager mit der

Perspektive von Grosseltern gelingt ihm

mit spielerischer Freude. SMS Texte

Jugendlicher werden von Pensionisten

gelesen und auf 10 Mobiltelefonen mit

Videofunktion und Lautsprechern wiedergegeben.

Bemerkenswert auch der

Kontingenzaltar

(2007). Die Benutzer

können versuchen, durch Konzentration

auf ein Lichtobjekt, das Zufallszahlen

ausgibt, Verständnis für zufällige

Möglichkeiten ohne sinnstiftenden

Mittler zu erreichen. Ästhetisch macht

das einiges her, nicht nur deshalb, weil

die rote Farbe der Grabkerzenbehälter,

des Teppichs und der Kissen sehr effektiv

gegen die weiße Neutralität der Wände,

des Altars, der leuchtenden Zahlen

und der Kerzen kontrastiert. Entscheidend

ist vielmehr das die Zuschauer

ausdrücklich als Bestandteil des Werks

zu denken sind. Schwarz: „Ich hab ja ein

Objekt gebaut, dass sich benutzen lässt

– da kann man nicht daneben stehen

und darüber urteilen, da muss man den

Altar schon ausprobiert haben, um was

sagen zu können. Ich kann und will aber

nicht vorschreiben, wie das Objekt dann

wirken soll. Jeder Mensch hat religiöse

Überzeugungen und unterschiedliche

Zugänge zum Glauben.“ Einverstanden!

Endlich kommen wir zu Never look back

(2007) von Zenita Komad in der Galerie

Aidan. Die Künstlerin ist auf dieser Messe

übrigens mit verschiedenen Arbeiten

vertreten. Zu nennen ist besonders das

fröhliche Kartenhaus in der Galerie

Krinzinger – Sonnenrad

(2007), White

Root (2007),

Elephant

(2007), Il n’y a

pas (2005), Yellow Root

(2006), Being is

Very Poetic

(2006),

Pray

(2006) - und

die Installation Clean your mind

neben

den Photos die Daniel Russell zeigen,

mit dem Kleidungsstück neben dem

Kleidungsstück. „Funktioniert das denn

auch?“, frage ich Frau Komad, „Kann

denn das Tragen eines Kleides wirklich

unseren Geist reinigen? „Das kommt darauf

an“, wird mir geantwortet, es gäbe ja

auch Bücher mit Titeln wie Ändere Dein

Leben. Stimmt! Die Künstlerin versteht

ihr Werk übrigens als Stadt: Zenta-City

ist zugleich pulsierende Metropole wie

Idylle, eine Baustelle, ein Rückzugsgebiet,

ein Tempel, eine strenge Kammer,

ein Lichtkurort. Zenta-City ist leicht zu

finden. Das Ortsschild steht genau in

der Mitte, die überall sein kann.

Zu der brillanten Schärfe ihrer zentralen

Aussage ist die Umrahmung der Aussage

durch Zeichnungen von Stas Volgazlovsky

einiges bei. Mit Kugelschreiber

zeichnet der Künstler phantastische

Tätowierungsvorlagen auf alte Leinentücher,

Knastbilder aus dem wilden

Osten. „Schau nie zurück“, ist das ein

kategorischer Imperativ? Wohl kaum,

denn obwohl die Vergangenheit sich

von Gegenwart und Zukunft abhebt,

sind die drei Bereiche unseres zeitlichen

Erlebens doch ohneeinander gar nicht

denkbar. Im persönlichen Gespräch erwähnt

Frau Komad Verbindungen zu

Fragestellungen der Psychoanalyse und

des referenziellen Blicks in die Vergangenheit.

Sie schlägt vor, die Gegenwart

als Aktionsrahmen zu verwenden. Der

installierte Zeigefinger solle den Betrachter

auf sich selbst zurückwerfen.

Konkrete Bezüge stellt sie in den Hintergrund

und möchte die von ihrer Arbeit

betroffene Vergangenheit als etwas

ganz allgemeines verstanden wissen.

Vergangenheit ist eben etwas geschehenes,

die Zukunft wird kommen und

die Gegenwart ist jetzt. Jetzt sind wir in

Entwicklung, jetzt bewegen wir uns, in

einer Welt, deren Entwicklungstempo

sich zusehends bescheunigt. Vielleicht

hat die Künstlerin eine Tendenz, die

Gegenwart als ein hei Heilung für die

Vergangenheit in der Gegenwart zu

empfinden. Aber das ist nichts weiter als

ein persönlicher Eindruck von mir. Die

Antwort auf die Frage, warum wir denn

nicht in die Vergangenheit schauen sollen,

weist die Künstlerin ausdrücklich

zurück. So fällt die Aufgabe des (Nach-)

Denkens wiederum an uns selbst. Das

ist ja das Schöne an der Kunst: Sie treibt

uns weiter in unserem Leben.

Mir bleibt noch Platz für ST/A/R-Glückwünsche

an Thomas Redl (gleich neben

Serra), Andrea Baczynski (gleich hinter

Waran) und an Milan Mladerovic (der

dieser Messe zu einer anständigen Performance

verholfen hat).

Christian Denker


6 ST/A/R

Buch I - VIENNAFAIR NEWS Nr. 14/2007

Michael Hall Contemporary

Diehlgasse 51 (Ecke MargaretenStr.) 1. Stock, 1050 Vienna

Galerie Öffnungszeiten:

Mi.- Fr 12-18 Uhr & Sa 12-16 Uhr

www.michaelhall.at

___fabrics interseason

(Wally Salner. Johannes Schweiger)

Sa. 28. April (Opening 20-24 Uhr) bis Juni 2007

“Döbling Reform”

Contemporary Bar Am Hundsturm

Diehlgasse 51 (Ecke MargaretenStr.) EG, 1050 Vienna

Bar Öffnungszeiten:

Every Thursday / Jeden Donnerstag 20 bis 02 Uhr


Nr. 14/2007 Buch I - VIENNAFAIR NEWS

ST/A/R 7

WELTWEITE KULTUR IN WIEN

Kulturinstitute

CHRISTIAN.DENKER@GMAIL.COM

Foto- und Medienkunst aus Indien: eine

Entdeckungsreise Eine Ausstellung mit Beispielen

zeitgenössischer indischer Foto- und Medienkunst, wobei die

Fotografie und die sogenannten Neuen Medien als kreative,

reflektierende Werkzeuge zum Ausdruck kritischer, radikaler,

inspirierender Visionen genutzt werden. Schloss Wolkersdorf,

12.5. - 3.6. 2007

Haus Wittgenstein

Bulgarisches Kulturinstitut im Haus Wittgenstein - Kulturabteilung

der Bulgarischen Botschaft BESICHTIGUNGEN DES

HAUSES SIND MÖGLICH VON MONTAG BIS DONNER-

STAG VON 10.00 BIS 12.00 UND VON 15.00 BIS 16.30 UHR

UND NACH VORANMELDUNG AN TEL. +43 1 713 31 64

Ungarische Gegenwartskunst aus der

Raiffeisen Sammlung Budapest, Collegium

Hungaricum, Galerie UngArt

Eröffnung: Gen.Dir.Stellv. Dr. Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender

der Raiffeisen International Bank-Holding AG Kurator:

Dr. Gábor Ébli, Moholy-Nagy Universität für Kunst, Budapest.

Die Anfange der Sammlung der ungarischen Raiffeisen

Bank gehen auf das Jahr 2000 zurück. Nachdem das Material

sowohl bei den Mitarbeitern und Geschäftspartnern positive

Resonanz fand, beschloss die Bank die Kollektion zu erweitern.

Heute umfasst die Sammlung ca. dreihundert Werke. Die

Ausstellung in Wien ist die erste Schau überhaupt, die „außer

Haus“ zu sehen ist. Sie greift mehrere Neuerwerbungen auf,

die vormals noch nie in einem Sammelband erschienen. Sie

stellt jene Werke in den Mittelpunkt, welche die Tradition des

Konstruktivismus weiterführen und dadurch nachvollziehbar

machen, wie sich die neue Avantgarde in Ungarn den ausländischen

Kunstströmungen näherte. Dieser abstrakte Teil wird

fortgesetzt von Arbeiten, die verschiedensten Tendenzen der

Gegenwartskunst folgen. Die Kollektion weist der ungarischen

Raiffeisen Bank eine wichtige Position unter den Kunstsammlungen

in Budapest zu. Geöffnet von Donnerstag, 26. April

2007 19.00 bis 20. Mai

Lesung mit Ole Hyltoft

Am Freitag den 18. Mai präsentiert Ole Hyltoft seine Arbeit

und wird vor allem über seine Erinnerungsromane ”Barn af

partiet” (2000) und ”Alle disse forhåb-ninger” (2001) reden.

Diese erzählen über seine Kernthemen: Dänische Politik und

Literatur. Ole Hyltoft ist Schriftsteller, kritischer Beobachter der

dänischen Gesellschaft und Mitglied des Vorstands von Danmarks

Radio. Eine Zusammenarbeir zwischen Abteilung für

Skandinavistik und Kulturforum DanAustria.

Lesung mit Lars Frost

Mittwoch der 23. Mai 2007, 19.00 Uhr, Ein junger Schriftsteller,

der findet, dass es toll ist, Schriftsteller in Dänemark zu

sein. Lars Frost wurde bereits als einer der wichtigsten Schriftsteller

der 90’er Jahre beschrieben. Im Jahre 2000 hat er die

Kurzgeschichten “Og så afsted til Wien” veröffentlicht, und im

Laufe des Abends wird Lars Frost über seine Arbeit und Leben

erzählen.

Pushpamala N, „Sunhere

Sapne”, (Golden

Dreams), 1998

Kunst.Projekt.Annäherung 12+

Die Künstlerinnen und Künstler laden im Rahmen der Wiedener

Bezirksfestwochen zur Eröffnung der Phase II Kunst.

Projekt.Annäherung 12+ in Bewegung, Dienstag, 15. Mai 200,

18:00 Uhr Musikalische Eröffnung im Rumänischen Kulturinstitut,

Vertonte Texte von Franz Schwediauer, 1040, Argentinierstraße,

anschließend, ca. 19:30 Uhr Eröffnung des Kunst.

Projekt.Annäherung 12+ in Bewegung an der Mauer des Theresianums,

Künstler: Andreas Campostellato | Sepp Engelmaier

| Anna Herfort-Spaller | Daniela Latzko | Florian Leibetseder |

Leo Mayer | Renate Rosenbauer | Diana | Schamschula | Franz

Schwediauer | Silvana Stein | Buba Vidam.


8 ST/A/R

Buch I - VIENNAFAIR NEWS Nr. 14/2007

Inhaltsangabe

Buch 01 -

VIENNAFAIR NEWS,

Seite 1–8

Buch 02 -

PAPARAZZI,

Seite 9–16

Buch 03 -

Elisabeth Penker,

Seite 17–24

Buch 04 -

Seite 25–32

Buch 05 -

Osterweiterung,

Seite 49–56

Buch 06 -

Waran,

Seite 57–64

Buch 07 -

Giencke,

Seite 65–72

Buch 08 -

Schnucki,

Seite 73–80

Impressum

ST/A/R Printmedium Wien

Europäische Zeitung für den direkten kulturellen Diskurs

Erscheint Impressum 4 x jährlich, Nr. 14/2007, Erscheinungsort Wien.

Medieninhaber:

ST/A/R, Verein für Städteplanung/Architektur/Religion

A–1060 Wien, Capistrangasse 2/8

Herausgeber: Heidulf Gerngross

Gesamtredaktion: Heidulf Gerngross

Redaktion: Heidulf Gerngross (Architektur, Kunst, Überleben), Angelo Roventa

(Architektur),, Rudolf Gerngross (Waran), David Staretz (Auto), Elisabeth Penker

(intellektuelle Beiträge), Wolf Günther Thiel, Lukas Goebl, Dr. Christian Denker

Auslandskorrespondenz: Angelo Roventa (Rumänien), Valie Airport (Russland),

Wladimir Jaremenko-Tolstoj (Kasachstan)

Organisation: ST/A/R-Team

Artdirektion & Produktion: Mathias Hentz

Grafische Mitarbeit: Lukas Goebl

Druckvorbereitung: Michael Rosenkranz

Interviewlektorat: Dr. Christian Denker

Worldwide Foto: Andrea Baczynski, 2007

Druck: Herold Druck und Verlags AG, Wien

Vertrieb: ST/A/R, Morawa GmbH.

Aboservice: starabo@morawa.com

Bezugspreis: 3,- Euro (inkl. Mwst.)

Kontakt: office@star-wien.at

ST/A/R ist ein Gesamtkunstwerk und unterliegt

dem Urheberrecht.

ST/A/R wird gefördert von: Bundeskanzleramt und Stadt Wien.

ST/A/R dankt allen BeitragslieferantInnen, MitarbeiterInnen, KünstlerInnen,

UnterstützerInnen und FreundInnen.


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS ST/A/R 9

opening

VIENNAFAIR ST/A/R-Reporter

Selma Doborac

Sunny 25

Wladimir Jaremenko Tolstoj

Lukas Goebl

Architekt Gustav Peichl

Planer der Messehallen

ST/A/R Hand

Edek Bartz, Artdirector VIENNAFAIR


10 ST/A/R

Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS Nr. 14/2007

opening

FOTOS: SELMA DOBORAC

FOTOS: SELMA DOBORAC

FOTOS: SELMA DOBORAC

FOTOS: SELMA DOBORAC


Nr. 14/2007 Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS

ST/A/R 11

opening

ST/A/R-Artdirector Mathias Hentz

Milan Mladenovi´c


Städteplanung / Architektur / Religion Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS ST/A/R 13

opening

opening

opening


14 ST/A/R

Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS Nr. 14/2007

opening


Nr. 14/2007 Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS

ST/A/R 15

sexability objects

FOTOS: SELMA DOBORAC


16 ST/A/R

Buch II - VIENNA ARTFAIR NEWS Nr. 14/2007

sponsoring


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch III - Weltrekord ST/A/R 17

FORUM EXPERIMENTELLER ARCHITEKTUR / f.e.a. Wien: fenstersturz 6

„Der Grenzfall, den wir, bei näherem

Zusehen, erblicken können und vielleicht

uns bemühen sollten, zu erblicken. Denn

bei allem, was wir tun, denken und fühlen,

möchten wir manchmal bis zum Äußersten

gehen, die Grenzen zu überschreiten,

die uns gesetzt sind. Es ist uns gewiss,

dass wir innerhalb der Ordnung bleiben

müssen. Innerhalb dieser Grenzen haben

wir aber den Blick auf das Unmögliche

gerichtet.” (Ingeborg

Bachmann)

Andrea Baczynski: Der unmögliche Blick "Selbstportrait"


18 ST/A/R

Buch III - Weltrekord Nr. 14/2007

ST/A/R-Gespräch

ST/A/R Gespräch mit Peter Markowich

Gerngross: Wir hatten ja schon lange

ein Gespräch vorbereitet mit Peter Markowich.

Ich hoffe ich hab den Namen

richtig ausgesprochen?

Markowich: Das war eine der verbreiteten

Sprechweisen: Macovique, Marckowitt,

Markohvitsch, ja, ja!

Gerngross: Du hast gerade einen Ruf

nach Cambridge erhalten. Das ist nicht

der Anlass dafür, dass wir jetzt hier

sprechen, aber doch ein erfreuliches

Ereignis. Insofern du ja einer der führenden

österreichischen Mathematiker

bist, habe ich einen Freund aus der

Kunstszene gebeten mich zu begleiten,

den Kurt Hofstetter. Der hat auch Ma-

TractatusDas ist

gehen die ins alltägliche Leben? Wie Befindlichkeit kann eine Grundlage des warum es unten heißer werden muss

thematik studiert. Tractatus

Vielleicht kannst du

berührt Deine mathematische Tätigkeit

Bauens sein, ich glaub das hat schon zu

als oben?

dich einmal vorstellen oder sagen wor- zum Beispiel das architektonische Ge- tun mit einer Harmonie die vielleicht in

an du arbeitest.

schehen?

der Natur irgendwie vorkommt? Markowich:

schon ein klas-

sisches Phänomen, dass können wir

Markowich: Fangen wir mal so an: also Markowich: Reden wir vielleicht vorher Markowich: Das ist eine große Frage,

schon sehr lange erklären, aber die Mo-

ich bin Mathematiker, angewandter noch von diesem Wasserglas, O.K.? Hier welche Harmonie die Natur eingeplant

dellierung von Granular-Medien ist re-

Mathematiker. Meine Sicht der Mathe- ist Flüssigkeit drinnen. Ich störe jetzt die hat. Das kann ich auch nicht beantwor- lativ neu.

matik ist die Sicht eines Naturwissen-

Flüssigkeit, das Gleichgewicht der Flüs-

ten. Das betrifft auch die Mathematik,

schaftlers. Es gibt ja einen berühmten sigkeit. Ich schüttle dieses Glas und ich klar, aber das spielt doch auch sehr in Gerngross: Wie funktioniert der Fluss

Ausspruch, vom Galileo glaube ich, der

andere Bereiche hinein.

zwischen Euren Universitäten und

sagt die Mathematik sei die Sprache,

den Firmen mit denen Ihr in Kontakt

in der das Buch der Natur geschrieben

Gerngross: Ich bin mit dir einverstanden,

in der Architektur stellt sich die

kommt?

ist. Man findet verschiedene Zitate mit

dem gleichen Sinn. Ich sehe mich als

Mathematik einfach da: die geht aus von

Formalwissenschaftler, der an und mit

1, 2, 3 und dann beginnt halt Pi und Phi

Mathematik arbeitet, um das Verständnis

für die Natur und in der Folge für

gen, Proportionslehre, etwas einfaches,

und dann gibt es statische Berechnun-

technologische und von mir aus auch

was sich wiederholt. Das ist der beschränkte

mathematische Bereich mit

für soziale Prozesse aus der Sprache

zu erklären. Sprich: wenn du die Sprache

nicht verstehst, dann wirst du auch

aber trotzdem eine gewisse Verbindung

dem Architekten hantieren. Ich suche

nicht die Natur verstehen. Es gibt keine

zu dem Bereich in dem du tätig bist.

Möglichkeit, Technik zu verstehen - auf

dem Niveau auf dem neue Dinge passieren

- ohne Mathematik zu verstehen.

Gerngross: Abdrehen, mein Handy!

Mein Handy muss ich abdrehen!

Markowich: Ich hab sicher den angewandten

Zugang zur Mathematik, was

nicht heißen soll, dass mein Hauptinteresse

den Problemen gilt, die mit der

Mathematik beschrieben werden. Mein

Hauptinteresse ist schon die Mathematik.

Ich sehe mich als eine Art von naturwissenschaftlichem

Sprachforscher.

Gerngross: Gibt es also Relationen zwischen

natürlichen und biologischen

Vorgängen und der Mathematik wie es

Relationen zwischen sozialen Strukturen

und Städtebau gibt?

Markowich: Die große Kraft der Mathematik

in meinen Augen ist die Abstraktion.

Zwei wichtige physikalische

Naturphänomene sind kosmologische

Phänomene auf der einen Seite, wie die

Bewegungen der Galaxien, wo sich Entfernungen

in Lichtjahren messen, die

große Skala. Auf der anderen Seite liegt

die Mikroskala, wir beschäftigen uns mit

atomistischen Vorgängen. Wir wollen

verstehen, was passiert in Atomen, wie

verhalten sich Elementarteilchen. Beide

Problembereiche scheinen zunächst

einmal völlig verschieden zu sein. Nun

gibt es aber mathematische Beschreibungen,

die für das eine und für das

andere sehr ähnlich sind und die mit

gleichen Methoden behandelt werden

können. Wenn du Galaxien modellierst

oder wenn du die Bewegungen gewisser

Elementarteilchen modellierst oder mathematisch

beschreibst, dann werden

da Gleichungen rauskommen, die sehr

ähnlich sind. Diese Gleichungen können

mit ähnlichen Methoden analysiert

werden. Wenn du die Gleichungen für

die beiden Bereiche analysiert hast, was

in einem gewissen Sinne in einem gleichen

Aufwasch gemacht werden kann,

dann kannst du Rückschlüsse über die

angewandten physikalischen Problemkreise

ziehen.

Gerngross: Wie weit gehen diese angewandten

Problemkreise? Wie weit

stelle es wieder hin. Was beobachten wir?

Etwas ganz alltägliches, ein langsames

Zurückkehren in den Ursprungszustand.

Das ist ein Problem der Strömungslehre,

der mathematischen Beschreibung

von Stömungsphänomenen. Das ist etwas

das bereits etwa zweihundert Jahre

alt ist und von dem es noch immer neue

Forschungsergebnisse gibt. Wir in unserer

Gesamtanschauungswelt und Umgebung

profitieren eigentlich sehr, sehr

viel von der Mathematik. Wir brauchen

die Mathematik täglich um die Dinge die

um uns herum geschehen zu beschreiben.

Ständig umgibt uns ein Gas: Luft.

Was machen wir mit der Luft, außer dass

wir sie atmen? Wir fliegen zum Beispiel

in der Luft herum. Flugzugentwicklung

heißt unter anderem Tragflügelbau. Das

ist das schwierigste Design in der Flugzeugentwicklung.

Tragflügelbau funktioniert

heutzutage mit mathematischen

Methoden, also nicht nur experimentell.

Es gibt Computerprogramme die die

mathematischen Gleichungen, sprich

die Strömungsgleichungen simulieren

und daraus ein optimales Design eines

Tragflügels entwickeln. Also das ist eine

technologische Anwendung. Ich denke

auch an Staudämme, wir sind von Staudämmen

umgeben. Das ist nicht so tragisch

hier in Österreich wie in Ägypten,

wenn ein Staudamm bricht, dann spielt

sich Furchtbares ab. Das wissen wir.

Wie furchtbar das ist, was sich abspielt,

das kann man durch mathematische

Simulation klären. Die mathematische

Beschreibung von Natur und technologischen

Vorgängen durchdringt unser

tägliches Leben. Speziell bei der Architektur

gibt’s einmal die Statik. Die hat

man relativ gut im Griff. Das ist kein

sehr modernes Gebiet, obwohl in einigen

Fällen andere Formen entworfen

werden. In China wird jetzt ein Haus

gebaut - nach Entwürfen von Rem Koolhass

- das gegen jede statische Intuition

zu gehen scheint. Aber für die moderne

Mathematik ist die Statik sicherlich kein

sehr spannendes Gebiet, aber etwas was

man halt braucht, um ein Haus zu bauen.

Hofstetter: Da gibt es diese Windprobleme.

Besonders in durch Wind gefährdeten

Gebieten wird die strömungsorientierte

Mathematik enorm wichtiger

werden?

Markowich: Ein Phänomen das wir alle

kennen, wenn wir nahe an einem hohen

Haus stehen, bemerken wir sehr oft einen

irren Wind, der da herumfegt. Die

Frage ist, was passiert da? Mathematisch

hat das etwas mit Wirbelbildung

zu tun. Das kann man mit Strömungslehre

erklären. Ein interessantes Gebiet

ist sicherlich die Großstadtarchitektur.

Die Interaktion Wind Hochhaus beeinflusst

das Mikroklima in den Strassen.

Gerngross: Vielleicht können wir mal

an diesem Punkt ansetzen: es geht doch

um Proportionen hier, um eine gewisse

formale Vertrautheit, die man einem

entgegenbringt. Proportionen können

vom Menschen ausgehen, in ganzen

Gebäuden weiterwirken und auf unsere

Befindlichkeit wirken. Und diese

Markowich: Meine Mathematik ist

mehr über die Naturphänomene zu verstehen.

Stell dir eine Sanddüne vor, die

von der Sonne angestrahlt wird. O.K.,

du gehst da drauf, du berührst mit dem

nackten Fuß die Sandoberfläche und

empfindest das als warm. Du sinkst dabei

ein, in die Sandoberfläche, ein paar

Zentimeter, und kannst spüren wie der

Fuß dabei heißer wird. Dabei könnte

man doch glauben, dass die größte

Hitze an der Oberfläche entsteht,

oder? Denn die Oberfläche wird von

der Sonne angestrahlt und je weiter du

reinkommest umso kühler müsste es

werden. Trotzdem spürst du beim Einsinken,

dass es heißer wird. Wir haben

das auch wirklich ausprobiert in Oman.

Was passiert? Die Strömung von einem

so genannten Granular-Medium, hier

Sand, wo die Bewegung bestimmt wird

durch die Kollision von Standkörnern.

In diesen Kollisionsvorgängen wird

Wärme freigesetzt. Es kommt zu einem

Wärmeausgleich. Was du spürst ist die

durch die Kollisionsprozesse freigesetzte

Wärme. Warum ist das mathematisch

interessant? Nun, du kannst aus der

klassischen Newtonschen Dynamik den

Kollisionsprozess zweier Sandteilchen

beschreiben. Nur die Düne besteht ja

aus ganz vielen Teilen. Was nun passiert

ist ein Mittelungsprozess und in diesen

Prozess kommen gewisse Zusatzphänomene

hinein, die bei der Kollision von

zwei Sandteilchen nicht zu sehen sind.

Wenn du dir überlegst, dass statistisch

gesehen 80% der industriell erzeugten

Materialen granulös sind, dann kannst

du dir vorstellen, dass da eine Menge

Geld drinnen ist, im optimieren von

Strömungsprozessen mit granulösen

Medien. Auch Schneelawinen sind ein

klassischer Fall einer granulösen Strömung.

Bei der mathematischen Untersuchung

von Schneelawinen einerseits

und andererseits der Bewegung von

Sanddünen, verwendet man wiederum

sehr ähnliche mathematische Methoden,

obwohl diese beiden Beispiele

aus ganz konträren Welten kommen.

Die Kraft der Mathematik ist die Abstraktion.

Du musst also nicht mehr

mit jedem Problem einzeln auseinanderzusetzen.

Du hast eine Maschinerie

im Hintergrund, die dich sozusagen

vom angewandten Problem loslöst. Auf

rein abstraktem Niveau arbeitest du mit

Gleichungen, triffst Aussagen über die

Gleichungen und dann kommst du mit

diesen Aussagen auf Dein angewandtes

Problem zurück.

Gerngross: Aufgrund der Verteilung

der Wärme kannst du dann erklären,

Markowich: Die Firmen stecken in einem

bestimmten mathematischen Problemfeld

und da stellen sich immer wieder

neue Fragen. Die eine Möglichkeit:

das Gebiet entwickelt sich von selbst

weiter. Die andere Möglichkeit: der Anwender

kommt und sagt wir haben dieses

oder jenes Problem und dann versuchte

ich eben zu schauen, wo in meiner

mathematischen Schatzkiste habe

ich so etwas oder etwas Ähnliches schon

gesehen? Da versucht man sich dann irgendwann

einmal von der Anwendung

loszulösen und in die Gleichungswelt

rein zu kommen. Wenn man damit fertig

ist, dann muss man das den anderen

natürlich wiederum erklären.

Hofstetter: Kann denn eine mathematische

Beschreibung wirklich exakt sein?

Wenn ich an die Düne denke, dann

kann es zu Singularitäten kommen,

zum Beispiel kann der Sonnenschein

an bestimmten Stellen stärker sein,

man kann nicht alle ein Naturphänomen

betreffenden Parameter integrieren.

Kommt man nicht immer nur von

einer Brücke zu einer anderen?

Markowich: Denk an ein Pendel. Es gibt

doch so etwas wie das ideale Pendel, ein

starr befestigtes Pendel, das schwingt,

schwingt, schwingt! Und wenn du in

die Schulbücher hineinschaust, dann

wird sicherlich die Pendelgleichung

abgeleitet werden als klassische Differenzialrechnung

zweiter Ordnung. Nur

wird der Luftwiderstand oft vernachlässigt

und das ideale Pendel schwingt

dann immer und ewig mit der gleichen

Amplitude. Die Pendel die wir kennen

kommen aber zum Stillstand. In diesem

Sinne hast du schon Recht! In allen

Naturphänomenen die wir physikalisch

beschreiben können, muss man sich auf

eine gewisse Anzahl von Parametern

bzw. Einflüssen die man für wichtig

hält beschränken und muss hoffen, dass

man nichts Wesentliches vergessen hat.


Nr. 14/2007 Buch III - Weltrekord

ST/A/R 19

Wittgensteinpreisträger Peter Markowich

Foto: Andrea Baczynski

Prof. Dr. Peter A. MARKOWICH

Hofstetter: Die Überprüfbarkeit der

Wissenschaft, wie schwierig oder wie

einfach ist das?

Markowich: Das ist schwierig! Die Beschreibung

der Experimente muss zumindest

so gut sein, dass jemand der

auch in dem Gebiet arbeit sie nachvollziehen

kann.

Gerngross: Ein wichtiges Kriterium für

mich ist der Zweite, der gutheißt was ich

mache. Das schon eine Art Beweis, kein

logischer Beweis, aber doch ein Beweis.

Was mich jetzt noch interessiert, ist wie

du Deine Zukunft siehst nach Deiner

Berufung nach Cambridge. Werden wir

das Vergnügen haben, unsere Kommunikation

zukünftig ein bisschen zu verstärken?

Markowich: Ein neuer Arbeitsplatz

bedingt natürlich eine neue Arbeitsatmosphäre,

neue Erfahrungen in wissenschaftlicher

Hinsicht. Cambridge

ist sehr schön und stark in mathematischer

Biologie. Eines meiner Ziele ist

sicherlich mich in der Anwendung der

Mathematik in der Biologie zu entwikkeln.

Ein weiteres Interessensgebiet

von mir ist die Digitalphotografie, also

die Nachbearbeitung von Bildern die

Restaurierung von visuellen Kunstwerken.

Da ist sehr viel Mathematik drinnen

und das ist eine Schiene auf der ich

rollen werde.

Gerngross: Also wir können weiter

überrascht wenden. Das Gespräch war

jedenfalls eine Bereicherung.

Name: MARKOWICH, Peter Alexander

Date of Birth: December 16,1956

Place of Birth: Vienna, Austria

Familiy Status: married, one child

(Anna, born 1992)

Citizenship: Austria/Italy

Address: University of Vienna

Department of Mathematics

Boltzmanngasse 9

A-1090 Vienna, Austria

Tel.: + 43 1 4277 50611

Fax.: + 43 1 4277 9506

E-Mail: Peter.Markowich@univie.ac.at

Present Position: Full Professor, Dept. of

Mathematics, Univ. of Vienna

University Education

1975 - 1980 Studies of „Technische

Mathematik“, Technical University of Vienna,

Diploma with distinction

Academic Titels

1979 Dipl. Ing.: TU Wien

Master Thesis: „Die Konvergenz des

Crank-Nicolson Verfahrens

bei linearen und halblinearen parabolischen

Anfangsrandwertaufgaben

in einer Ortsvariablen“

1980 Dr. Techn.: TU Wien

Dissertation: „Randwertprobleme auf unendlichen

Intervallen“

1984 „Universitätsdozent“ for Applied and

Numerical Mathematics, TU Wien

Habilitation Thesis: „A Singular Perturbation

Analysis of the

Fundamental Semiconductor Device Equations“


Städteplanung / Architektur / Religion Buch III - Weltrekord ST/A/R 21

Tiananmen Square / Beijing, 2006, 102 x 150 cm Diasec auf Alu, 1/5 Foto: Andrea Baczynski


22 ST/A/R

Buch III - Weltrekord Nr. 14/2007

Rz_plakat.qxd 11.04.2007 15:22 Uhr Seite 1

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Nr. 14/2007 Buch III - Weltrekord

ST/A/R 23

ZUKUNFT IST MACHBAR, HERR NACHBAR

AUTOSTAR: David Staretz fährt den Prototypen des Scirocco-Nachfolgers IROC

Die Direktschalt-Automatik haut die Gänge rein

wie ein Nietenhammer, der Twincharger-Motor

röchelt bös, schiebt den viperngrünen Boliden

an, dass der Staub aufwirbelt in diesem abgesperrten

Security-Bereich des Hannoveraner Messegeländes.

Umfassend hält mich der Fünfpunktgurt im Compound-

Schalensitz, und obwohl die Sonne von schräg hinten

durch das getönte Glasdach scheint, sind alle

Instrumenten-Solitäre perfekt ablesbar. Kunststück: Die

Skalen sind nur aufgedruckt im handgebauten, einzigen

fahrbaren Prototypen des Scirocco-Nachfolgers, der 2008

so oder ganz ähnlich aussehend auf den Markt kommen

soll.

Wenn das stimmt, haben wir es mit dem mutigsten

Volkswagen aller Zeiten zu tun. So weit rausgeleht haben

sich die Wolfsburger noch nie.

Was ein ein junger Designer, der aus dem kalifornischen

VW-Studio nach Wolfsburg zurückgekehrt war,

in seinem Portfolio mitbrachte, wurde in Wolfsburg zur

fahrbaren Studie des Machbaren verdichtet: Ein kompakt

schlüssiges, extrem unterschnitten proportioniertes

Two-Door-Coupe mit langem Dachrücken, kompromißlosem

Steilheck und einem geradezu unanständigen

Hüftschwung. Die Fensterpartie legt sich wie ein dunkles

Band ums Greenhouse, die

Scheibenwischer verschwinden

im Aufwurf der Motorhaube,

die sich wie das gesamte vordere

Erscheinungsbild vom massiven

sechseckigen Wappengrill

aus gebürstetem Aluminium

wegleitet.

Hier ist einer der ganz

wenigen selbst auferlegten

Designformeln nachzuspüren:

Bei Volkswagen leiten

sich die Scheinwerferformen

bündig vom Grill ab, bei

Audi sind sie separiert. Dem

Hausvokabular entsprechen

auch die massiven Fasen an den

Radausschnitten (sie vergrößern

die Radwirkung), wobei hier der reine Kreisbogen zugunsten

einer leichten Streckung verlassen wird.

Die 19-Zoll-Felgen treten beim Prototypen provokant

weit hervor, um die überhangfreie Karosserie noch stärker

zu betonen. Reifen der 235er-Dimension sind hier

der optische Minimalanspruch, alles darunter wäre eine

Lachnummer.

„Die Einfachheit in den Flächen bringt Identität“, sagt

Designsprecher Rüdiger Folten, „es gibt nur Verformung,

aber keine Wülste. Dadurch werden die hinteren Räder

extrem betont“. Was, wie er einräumt, ein wenig übertrieben

sein mag bei einem Fronttriebler, aber man hat sich

halt auf die Mimikry der Muscle-Cars geeinigt, und das

Brachiale schiebt nun einmal von hinten an.

Zudem verspricht man sich vom Steilheck Assoziationen

zum Golf (oder – eher historisch – zum zweitürigen

Steilheck-Polo der frühen neunziger Jahre). Praktisch ist

es ja auch – man findet reichliche 350 Liter Laderaum

hinter den Einzelsitzen der zweiten Reihe.

Lieber vorne sitzen. Der Shifter hebt sich nach

Knopfdruck in Arbeitsposition, irritierenderweise muß

man ihn fürs Vorwärtsfahren nach hinten ziehen und

umgekehrt. Ist halt noch ein Prototyp. Tolle Sitzposition,

aber das Instrumentarium mit seinen zwei Haupt- und

fünf Neben-Instrumenten, die alle aus ihren Röhren gukken,

ist etwas zu unruhig in einem ohnehin unruhigen

Auto. Show halt.

Handbremse gibt es keine mehr, nur einen

Feststellknopf. Die selbstleuchtenden (an den Enden blinkenden)

Blinkerhebel sind so filigran, dass man gar nicht

hingreifen möchte. Das Fahrwerk ist hart abgestimmt,

die Lenkung direkt, die fehlende Lärmdämmung, das blecherne

Dröhnen erinnern an ein WRC-Auto.

Heute wird der Iroc durch den doppelt aufgeladenen

TSI mit 210 PS aus 1,4 Liter Hubraum (Turbo plus

Kompressor) in die Studie eingebaut, das sollte für

Tempo 240 reichen. Späteres Serien-Einstiegsmodell

könnte der 1.6 FSI mit 120 PS sein. Auch der 1.4 TSI

mit 150 PS macht Sinn, getoppt wird die Reihe zunächst

durch den 2.0 TFSI (200 PS) aus dem Golf GTI. Auch

ein TDI ist angedacht, aber ein richtiger Muskel, mit

über 200 PS per Common-Rail. Genaueres ist noch nicht

festgelegt, nicht einmal der Name Iroc (den man allerdings

ganz genial generiert hat aus dem Wort Scirocco,

das beibehalten werden soll, aber wer weiß). Gebaut wird

in Portugal, Als Faustregel darf man annehmen, dass die

jeweilige Motorvariante etwa zweitausend Euro über dem

vergleichbaren Golf liegen wird.


24 ST/A/R

Buch III - Weltrekord Nr. 14/2007

IDEE VON ST/A/R- FREUND WLADIMIR JAREMENKO-TOLSTOJ

DAS 1000SEITIGE REICHt

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ST/A/R MIT HEROLD

ST/A/R kooperiert mit Herold und versucht den Weltrekord der dicksten Zeitung der Welt

vom Jahre 1965 der New York Times mit 946 Seiten im Herbst 2007 zu überbieten.

Im Oktober 1965 brachte die NYT mit einem Umfang von 946 Seiten die „dickste aller Zeitungen“ her-

aus. Die zu 30 Cents verkaufte Auflage bestand zu drei Vierteln aus Anzeigen.

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Umfang von 946 Seiten die „dickste aller Zeitungen“ her- ...

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Vorstand Herold


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch V - EU-Erweiterung ST/A/R 33


Nr. 14/2007 Buch V - EU-Erweiterung

ST/A/R 35

NICHT AUS INNERER NOTWENDIGKEIT HERAUS FORMEN WIR UNSER ÄUSSERES BILD,

SONDERN UNTER DEM DRUCK ÄUSSERER ERFAHRUNGEN.

SO BEINHALTET FORMATION ODER FORM/KÖRPERWERDUNG

IMMER EINEN MOMENT VON TÄUSCHUNG.

DURCH DAS REAGIEREN DER HERGESTELLTEN FORM MIT DEM BESTEHENDEN

ÄUSSEREN ZUSTAND IST EIN VERDINGLICHTES FUNKTIONSVERHÄLTNISS HERGESTELLT,

NIEMALS ABER EINE RELATION ZUM AUTHENTISCHEN WESEN VON KÖRPER.

SOMIT GIBT ES KEINE FRAGE ÜBER NATÜRLICHKEIT VON KÖRPERLICHKEIT,

JEDOCH ABER DIE FESTSTELLUNG ÜBER NATÜRLICHKEIT VS. ARTEFAKT.

SO ERLUBT UNS DAS ARTEFAKT BZW. DER VERDINGLICHTE KÖRPER EINEN AUSTRITT

AUS DER WIRKLICHKEIT, OHNE DEM KÖRPEREIGENEN WESEN ZU ENTKOMMEN.

EINE FORM BEWEIST VORALLEM PRINZIPIELL ASSIMILATIONSFÄHIGKEIT

UND STELLT SOMIT FUNKTIONSGLEICHNISSE AUF.

TEXT BY SELMA DOBORAC

Foto: © Selma Doborac, 2007

Selma Doborac, Juni 2007

Universität für angewandte Kunst, Wien

Prof. Bernhard Leitner

Klasse für medienübergreifende Kunst

Diplom coming soon


Städteplanung / Architektur / Religion Buch V - EU-Erweiterung ST/A/R 37

Russische Buchkultur &

Frauenklosterfotos von

Jaremenko-Tolstoj

New! culture exchange

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Wien – Moskau

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Elena Mildner

7, Wien, Burggasse, 21

Tel.: 0676 / 943 05 70

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38 ST/A/R

Buch V - EU-Erweiterung Nr. 14/2007

r


Nr. 14/2007 Buch V - EU-Erweiterung

ST/A/R 39


40 ST/A/R

Buch V - EU-Erweiterung Nr. 14/2007

Milan Mladenovic

Auf zum Weltrekord


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VI - Waran ST/A/R 41


42 ST/A/R

Buch VI - Waran Nr. 14/2007


Nr. 14/2007 Buch VI - Waran

ST/A/R 43


Städteplanung / Architektur / Religion Buch VI - Waran ST/A/R 45


46 ST/A/R

Buch VI - Waran Nr. 14/2007


Nr. 14/2007 Buch VI - Waran

ST/A/R 47


48 ST/A/R

Buch VI - Waran Nr. 14/2007


Städteplanung / Architektur / Religion

Irgendwas einfach irgend ein Scheiss oder waassd sjhhr

Buch VII - Gienke ST/A/R 49

„Olifantsvlei - Architektur für kleine Menschen“ ./studio3, Universität Innsbruck. www.olifantsvlei.net

Volker Giencke. Astrid Dahmen, Walter Prenner, Gerhard Raiser. Turner Brooks, Tilmann Märk, Maria Schneider, Silvio

Kirchmair, Kathrin Aste, Jae Cha, Zehra Kuz, Heinz Sottner, Marjan Colletti, Alexander Beck, Colin Fournier, Hannes

Stiefel, Kjetil Thorsen, Alexander Mühlauer, Bazon Brock, Volker Miklautz, Wolfgang Pöschl,

Ines Dantas, Günther

Domenig, Christian Bauer, Christian Bartenbach, Günther Aloys, John Marusczcak, Ernst Fuchs, Gerhard Leder, Christoph

Chorherr, Reinhard Honold, Helmut Prader, Lars Künstler, Franz Motschnig, Peter Senoner, Karla Kowalski, Peter Zivscek,

Peter Griebel, Andrea Kaltschmidt, helen & hard, Frank Ludin, Veronika König, Fritz Brandstätter, Petra Friedl, Peter Cook,

Tonino Argentino, Hermann Zschiegner, Ivan Niedermwair, Wilfried Winkler, Cyril Ramaphosa, Martin Gruber, Leon

Krige, Wolfgang Feyferlik, Birgit Dejaco, Martin Häusle, Pia Sandner, Gerald Brettschuh, Fritz Panzer, Nina Maccariello,

Peter Weibel, Simon Hölbling, Stephen Gage, PG Bison, Phil Ayres, Pia Sandner, helen & hard, Susi Fritzer, Infraset, Bernd

Hartmann, Dirk Manzke, Bettina Brunner, Michael Zopf, Davide Ferrero, Isabella Dorigo, Andy Bow, Erwin Jank, Konrad

Frey, Daniel Luckeneder, Doris Fritz, Gebrüder Weiss GmbH, Brigitte Marschall, Christoph Nösig, Fröschl Bau AG, Marc

Ihle, Funder Industrie GmbH, Constant, Daniel Brecher, Masaharu Takasaki, Winka Dubbeldam, Kai Längle, Silja Tillner,

Akthar Chauhan, Gottlieb Hemp- el, Mar- gareta Maxonus, Vil- lanova Artigas, Cuno Brullmann,

Christian Schgör, Arthur van den Broeck, Ewald Bubner,

Karin Hakl, Gregory Cowan,

Manfred Dierich, Heinz Lindner,

s²arch, Konrad Frey, Patrik Hämmerle, , Hans-Peter

Machne, Hanno Schlögl, Mandy

Reinhard

Lins, Rothoblaas, Hansjörg Mölk, Hilti,

baumax, Bundeskanzleramt,

C a r g o l u x ,

Ernst Mitterndorfer, Wedl Druck, , Markus

Pichler, Egger GmbH&Co,

Schlögl&Süss

Architekten, shirt24, Karlheinz Hakl,

Ejot, Donné Coo- ney, Hubert

Schlögl,

tenstein, Pinky Mngumi,

Fritz Hakl,

Marianne Durig, Harald

Wechner, Hubert Stark, Fritz Hakl, Pratt Insti-

tute, Gemeinde

Schlins, Lukas Maehr, Lukas Kornmüller, , Markus

Tschapeller, Wulz AV

Norbert Prommer, Luzie Giencke, AB Mi-

Center, Yale School of Architecture, Donat Grissemann,

kroeletronik, Martin Kircher, Jägerbau GmbH, Bartlett

School of Architecture, Geberit GmbH&Co, Eva-Maria Brunnauer, Daniela Amann, Dietmar Feichtinger, Florian Seiwald,

Ford Galaxie, Claudius Pratsch,Markus Fuchs, Bill Beukes, Studia Service Innsbruck, , Edith Schlocker,

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GmbH, Rizvi College, Eeva Pelkonen, Rigips Austria GmbH, Dagmar Reinhardt,Architektenkammer Tirol und Vorarlberg,

Hoesch Bausysteme GmbH, Klaudia Reichenbacher, Paul Giencke, Pro Holz, Adopt-a-school/Shanduka Foundation,

Helmut Freudenschuss, Dietmar Steiner, Verena Rauch, Jason Wells, Thomas Klima, Judith Prossliner, Markus

Malin,

illf/Lich-

Mc Donald, Tucon,

Susanne Plenk, Neue Galerie Graz, Brown Sugar, Helmut Richter, Thomas Kramer, Rike Brinsa, Petra Cernusca,

Angelina Köb, Hugo Dworzak, Architekturwerkstatt Zopf, Natascha Madeiski, Betontechnik w&p, Markus

Ortner, Hubert Schlögl, Peter Weibel, Die Grünen Tirol, Will Arets, Michael Wihart, Claude Flener, Manuel Vieider,

Eternit Austria GmbH, Julia Lindenthal, Walter Benzer, Harald Gohm, Steinbacher Dämmstoffe, Michael Steinlechner,

Katherina Schmiderer, Martin Gruber, Christa Steinle, Albert Elmenreich, plasmastudio, Stefan Strappler, Bernd

Hartmann, Magdalena Rauch, Stefan Tenhalter, H.S. Plettenbacher, Manfred Moser, Patrizia Jilg, Craig Kuhner, Marie-

Odile Rezak, word-direct eBusiness Solutions GmbH, Innkeller, Wolfgang Wulz, Martin Meischl, MM Mngoma, Gertrude

Celedin, Martin Wuelz, Maria Price-Placzek, Manfred Wolff-Plottegg, Freddy Maphula, Christian Bartenbach, Dan Bovu


50 ST/A/R

Buch VII - Gienke Nr. 14/2007

Olifantsvlei*

Johannesburg _ Ort der Hoffnung.

„Die Löcher, die die Apartheid bis 1994

in diese Stadt gefressen hat, werden

schwer verheilen. 13 Jahre Demokratie

und die wahrscheinlich beste, sprich:

menschenfreundlichste Verfassung der Welt

helfen, eine neue Gesellschaft zu gründen.

Die Townships vor der Stadt, gegründet

als Zwangsansiedlungen farbiger Minenund

Farmarbeiter, sind offene Wunden.

Aus Siedlungen der Armut sollen Schritt

für Schritt Wohnorte, Arbeitsplätze,

Bildungsstätten werden.

Eikenhof ist eine von vielen Wellblechsiedlungen

außerhalb Johannesburgs.

Kein Ort, eine Landschaft.

Olifantsvlei heißt die Schule für fast 900

Schüler in Eikenhof. Primary School und

Secondary High Scholl, Infant School und

Kindergarten. Keine lustige Schule, aber

lauter fröhliche Kinder.

Bildung ist das oberste Ziel der

südafrikanischen Regierung. Hilfe zu leisten,

anstatt Hilfe in Aussicht zu stellen, ist

das Credo des österreichischen Politikers

Christoph Chorherr.

Architektur soll das Werkzeug sein, Bildung sichtbar zu machen. Der theoretische Überbau,

den das Architekturzentrum Wien im Herbst 2006 in einem Symposium über das Bauen in

der dritten Welt produzierte, war ein unendlicher Quatsch.

Die Architektur, die dafür als Propaganda herhalten musste, entsprach der Hilflosigkeit ihrer

Verfasser, die Ausstellung zum Thema war eine einzige Blamage.

Für arme Menschen anspruchsvoll planen und das Geplante zu bauen, ist keine Zumutung,

sondern ein moralischer Auftrag. Genau das und nichts anderes war die Aufgabe, der sich die

Studenten des studio3 der Architekturfakultät Innsbruck stellten.

Sie haben sie mit Bravour gelöst und viel dabei gelernt. Die kleinen Schüler der neuen Schule

in Olifantsvlei sind die glücklichsten Schüler der Welt. Und das will was heißen!“ Volker Giencke

*

Planungszeit: Wintersemester 2005/06 + Sommersemester 2006.

Bauzeit: 20.8.-10.10.2006

Planung und Ausführung:

29 Architekturstudenten der Architekturfakultät Innsbruck ./studio3 mit 2 Assistenten

und einem Laboranten.

2 Landschaftsarchitekturstudenten der TU Berlin.


Nr. 14/2007

Buch VII - Gienke

ST/A/R 51


Städteplanung / Architektur / Religion Buch VII - Gienke ST/A/R 53


N

54 ST/A/R

Buch VII - Gienke Nr. 14/2007

-0.05

- 0.00

+

WC 17 m²

+0.25

Fredy 62 m²

- 0.00

+

- 0.00

+

Pinky 68 m²

Betonplatte 320 m² -0.05

Küche 15 m²

+0.25

0 1 2 5


Nr. 14/2007 Buch VII - Gienke

ST/A/R 55

... how to be better flexed and sexed and a little

less perplexed by modern life!

./studio3, 2007

Arbeitstag mit Cyril Ramaphosa, Head of Shanduka Foundation und ehem. ANC-Generalsekretär


56 ST/A/R

Buch VII - Gienke Nr. 14/2007

Impressum:

Redaktion+Layout:

Astrid Dahmen, Volker Giencke

Bildnachweis:

Leon Krige,

Albert Elmenreich,

Verena Rauch,

Daniel Luckeneder,

Judith Prossliner,

Angelina Köb

coming soon...

„The Olifantsvlei lei Book“

published in summer 2007, more information at www.olifantsvlei.net


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VIII - Schnucki ST/A/R 57

Schnucki

Aktuell:

„Mimenspiel“ im Forum

Stadtpark Graz

Gewinnerin des Max Reinhard

Ensebmle Preises beim Schauspieltreffen

in Essen mit dem

Stück „Übergewicht, unwichtig

Unform” von Werner Schwab,

Regie: Peter Gruber

Letzte Produktionen:

„Messaliance - aber wir ficken

uns prächtig” im Ensemble Theater

Wien von Werner Schwab,

Regie: Peter Gruber

“Nestwärme I-IV Grad” im

Ensemble Theater Wien und

im Forum Stadtpark Graz von

Johannes Schrettle

„Fernwärme” im Pathos Theater

München, im DieTheater Wien

und am Theaterfestival Marseille

von Johannes Schrettle

Die ST/A/R-Schauspielerin Barbara Kramer besucht die

Kontakt:

Email: barbara.kramer@sinnfrei.at

Tel.: 0676/ 684 43 88


58 ST/A/R

Buch VIII - Schnucki Nr. 14/2007

Städteplanung / Architektur / Religion

Alle Abbildungen: © 2006 Österreichische,Friedrich und Lillian, Kiesler Privatstiftung

Friedrich Kiesler

lernt posthum den

Archiquant kennen

Respekt fürs 20er Haus

Kiesler auf dem

Metabolism Chart,

New York 1947,

Foto: Ben Schnall

Opus H. Gerngross 2007


Nr. 14/2007 Buch VIII - Schnucki

ST/A/R 59

Film ab! 24. Mai 2007, 14 Uhr

Filmakademie Wien,

Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien, Universität für Musik

und darstellende Kunst Wien

www.filmab.org Anmeldung für Statisten unter www.filmcasting.at

Film ab! von Nicole Six und Paul Petritsch ist ein Projekt der Big Art Kunst & Bau-Reihe


Städteplanung / Architektur / Religion Buch VIII - Schnucki ST/A/R 61

OTTO MUEHL

OTTO MUEHL, Liebespaar, 1985, 175 x 150 cm, Öl auf Leinwand

Destruktion in der Kunst ist Freiheit. Otto Muehl

Eröffnung: 19.04.2007 19 Uhr

20.04.- 05.06.2007

OTTO MUEHL, Vio, 1995 (Gefängnisbild), 100 x 66 cm, Öl auf Leinwand

Galerie Philipp Konzett · Spiegelgasse 21, 1010 Wien · Di-Fr 11-18h, Sa 11-17h · T. +43.1.513 01 03 F. +43.1.513

01 04 philipp.konzett@artkonzett.com · www.artkonzett.com


62 ST/A/R

Buch VIII - Schnucki Nr. 14/2007

VALIE AIRPORT & Misha A CREST

Gryasnaya Galereya, St. Petersburg

Ausstellung von Vadis Pavlov

„Instruktionismus“

Degustation der Tinctura artis TRIPOD von Misha a Crest

mit Okkupator-Performance von W. Jaremenko-Tolstoj


Nr. 14/2007 Buch VIII - Schnucki

ST/A/R 63

BRAGOFON - Der Sound von Leben und Sterben

MISHA A CREST

Misha a Crest ist Künstler, Forscher und Alchemist. Dem unbedarften Besucher der Gryasnaya Galereya

von Valie Airport in St. Petersburg mögen die Vorgänge als Kuriosum und seine Produkte als einfacher

selbstgebrannter Schnaps erscheinen. A Crest jedoch ist auf der Suche nach einer Welt-Formel.

Die Minidisk-Recordings und Varianten der Tinctura artis sind Artefakte auf seinem Weg.

Gärende Hefe als Instrument: das BRAGOFON

Die mit Zucker und Wasser vermischte Hefe bildet die Grundlage der Maische. Die Hefe „isst“ den Zucker

und wandelt diesen in Alkohol um. Die als Nebenprodukt abgegebenen Kohlendioxidgase, die Ausdünstungen

der Hefe, entweichen durch Schläuche unterschiedlichen Durchmessers, in einen mit Wasser

gefüllten Resonanzkörper und erzeugen Klang. Endstücke an den Schläuchen - wie Stereoskopteile,

Trompetenventile und diverse Hähne steuern den Druck und stellen den einzigen Eingriff von aussen dar.

Die Hefe stirbt wenn der der Zucker aufgebraucht und der maximale Alkoholgehalt erreicht ist. A Crest

hält den Sound ihres Lebens und Sterbens fest und lässt die vergorende Hefe als 13-fach destillierte Tinctura

artis wiedererstehen ...


64 ST/A/R

Buch VIII - Schnucki Nr. 14/2007









Chen Zhen

Der Körper als Landschaft

25|05 – 02|09|07

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