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ST:A:R_18

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ST/A/R

Zeitung für Hochkultur, Mittelmaß und Schund

Nr. 18/ Frühling

Sommer 2008

04Z035665M – P.b.b. Verlagspostamt 1060 Wien • Adresse: 1060 Wien Capistrangasse 2/8 • office@star-wien.at • Europa € 3,00 • Nr. 17/08

KUNSTSUPERMARKT

VIENNA FAIR

FRIEDRICHSHOF NEU

ST/A/R-GALERIE

RIGIPS

GERWALD

ROCKENSCHAUB

PARALLEL MEDIA

Barbara Doser / Hofstetter Kurt

AUTO-ST/A/R

David Staretz

LITERATUR

30 Jahre Volksbuch

Haus der Glücklichen Künstler

Hölderlin/Tolstoj/Gerngross

ARCHITEKTEN

Max Dudler

Gerngross-Werkstatt Wien

Angelo Roventa

Städteplanung / Architektur / Religion

Ein Jahr

Mission

Christian Smretschnig

führt den

M-ARS-Kunstsupermarkt

ins zweite Jahr!

ST/A/R im M-ARS Supermarkt erhältlich

Wiener Kulturzeitung

jetzt auch in Berlin!

3,– Euro


2 ST/A/R

Buch I - Supermarkt Nr. 18/2008

EDITORIAL : 5 Jahre ST/A/R

WARAN schickt

einen Koffer aus

Griechenland

und besteigt

den Olymp mit

Madame Schascha

ST/A/R ist keine Lesezeitung,

ST/A/R ist keine Bildzeitung,

wer ST/A/R spürt der

schwimmt

der schwimmt durch

treibt willenlos ins Offene.

Jedoch wer lesen will –

den Dialog auf hohem Niveau

genießen kann.

Der Ethiker der kaufe jetzt

neu: FAIR

Zeitung für Kunst und

Ästhetik, Wien Berlin

Nur 50 Cent teurer als ST/A/R,

ein Butterbrot.

Herausgeber Thomas Redl,

ST/A/R Mitgründer,

und Wolf Günther Thiel,

ST/A/R Geistespartner.

Heidulf Gerngross /

Wladimir Jaremenko-Tolstoj

Dipl.Ing

5

Dr. Phil

Thomas Redl (ehemaliger Mitherausgeber von

ST/A/R) gründete Anfang dieses Jahres zusammen

mit dem Berliner Kunstwissenschaftler Wolf Guenter

Thiel das neue Medium “fair – Zeitung für Kunst

und Ästhetik”. Nun liegt die erste Ausgabe vor.

Diese erste Nummer steht programmatisch für die

inhaltliche Ausrichtung:

fair sieht seine Aufgabe darin, einen Dialog auf

hohem Niveau im Bereich Kunst und Kultur zu

führen. Es geht dabei nicht um Lifestyle und die

Illustration von Sozialprestige, sondern um ein

Diskursforum und einen Austausch zu Themen,

die sich mit Kunst, Ästhetik und Ethik beschäftigen.

Der inhaltliche Bogen spannt sich von der bildenden

Kunst über Architektur, Film und Theater bis zu

aktuell philosophischen Themen.

Gleichzeitig fühlt sich fair der sozialen Relevanz und

der politischen Meinungsäußerung im Feld der Kunst

verpflichtet.

Fair wird 4xjährlich erscheinen und ist im gut

sotierten Fachhandel erhältlich (Vertrieb Morawa)

Parallel dazu gibt es in veränderter Form fair auch

im Internet unter:

www.fairarts.org

Fuenf


Nr. 18/2008 Buch I - Supermarkt

ST/A/R 3

Inhaltsangabe

Buch 01 -

SUPERMARKT,

Seite 1–8

Buch 02 -

VIENNA FAIR

Seite 9–16

Buch 03 -

ST/A/R-Galerie

Seite 17–24

Buch 04 -

Rockenschaub Berlin,

Seite 25–32

Buch 05 -

Friedrichshof,

Seite 33–40

Buch 06 -

Dudler-Berlin,

Seite 41–48

Buch 07 -

AUTO-ST/A/R,

Seite 49–56

Buch 08 -

Reinkarnation,

Seite 57–64

Buch 09 -

LITERATUR,

Seite 65–72

Buch 10 -

PARALLEL MEDIA,

Seite 73–80

Buch 11 -

ICH,

Seite 81–88

Buch 12 -

Geduld,

Seite 89–96

Künstler auf der VIENNAFAIR:

Alex Amann

Theres Cassini

Birgit Knoechl

Cornelius Kolig

Manfred Wakolbinger

Künstler der Galerie:

Hans Bischoffshausen

Gunter Damisch

Helga Druml

Gernot Fischer

Regina Hadraba

Barbara Höller

Manuell Knapp

Kurt Kocherscheidt

Peter Krawagna

Alina Kunitsyna

Ina Loitzl

Alois Mosbacher

Valentin Oman

Markus Orsini-Rosenberg

Franz Ringel

Tita Ruben

Roman Scheidl

Katarina Schmidl

Wolfgang Seierl

Daniel Spoerri

Hans Staudacher

Gerlinde Thuma

Bernhard Tragut

Otto Zitko

Birgit KNOECHL, Installation

(Papier, Tusche),2008

-out of control - growth_0I,

beyond acceleration

Galerie 3 • Alter Platz 25/2. Stock • 9020 Klagenfurt, Austria

Phone + Fax: +43 463 592361 • Mobile: +43 664 2642494

www.galerie3.com • galerie@galerie3.com

Andreas F. Lindermayr

22. 2. 08

sehr mildes Wetter

Eine besondere Denkwürdigkeit ist

das zufällige Treffen mit Elisa Rose

und Gery Danner, vergangene Nacht

im Schikaneder. Ich hatte nicht gleich

die Namen in Erinnerung, erkannte

die beiden jedoch sofort als Menschen

wieder, denen ich damals oft im Trabant

begegnet bin. „Diese Blondine da,

die kenn‘ ich doch! Das ist doch die,

wie heißt sie nur? Na klar. Und auch den Mann kenne ich, der hinter ihr her geht. Natürlich

sind sie älter geworden, wer nicht? Haben sich aber gut gehalten “. Ich wußte sofort wieder

um ihre Geschichte und ihre Geschichten.

Ich trat auf Blondie zu und begrüßte sie. Ihr Name, der mir nicht sofort einfiel, wurde mir

durch die darauf erfolgende Vorstellung wieder in Erinnerung gerufen. Wer ich bin, wußten

die beiden nicht, - vorläufig - als ich meinen Namen nannte, sagter er ihnen nichts. Daß

sie seit 20 Jahren online sind, konnte nichts daran ändern. Aber es war sehr rasch die alte

Vertrautheit wieder da, als ich bei den beiden auf der Couch neben der Bar platz nahm. Wir

kannten uns ja doch, aber eher unterschwellig und nicht im Sinne von rubrizierbaren Sachen.

Eine Person ist immer mehr als das, was von ihr augenblicklich, womöglich auf einem Bildschirm,

aufscheint. Das eben macht ihre Würde aus.

Impressum

ST/A/R Printmedium Wien-Berlin

Europäische Zeitung für den direkten kulturellen Diskurs

Erscheint 4 x jährlich, Nr. 18/2008, Erscheinungsort Wien-

Berlin

Erscheinungsdatum: 24.März 2008

Medieninhaber:

ST/A/R, Verein für Städteplanung/Architektur/Religion

A–1060 Wien, Capistrangasse 2/8

Herausgeber: Heidulf Gerngross

Chefredakteur: Dr. Phil. Wladimir Jaremenko-Tolstoj

Redaktion: Heidulf Gerngross (Tutti), Wladimir

Jaremenko-Tolstoj (Frutti), Max Dudler (Berlin), Gerwald

Rockenschaub (Kunst), Bischof Arsenij (Religion), Gabriel

Schötschel (Schamanen), Hofstetter Kurt & Barbara Doser

(Parallel Media), Rudi Gerngross (Waran), David Staretz

(AUTO-ST/A/R), Dr. Christian Denker (Paris-Brüssel-

Wien), Oxana Filippova (Theater), Valie Airport (Russland),

Angelo Roventa (Rumänien), Christian Schreibmüller

(Literatur), Philipp Konzett (Galerie)

Organisation: ST/A/R-Team

Artdirektion & Produktion: Mathias Hentz

Grafische Mitarbeit: Amelie Teichgräber, Ben Parbs

Druckproduktion: Michael Rosenkranz

Creative Director: Heike Nösselböck

Druck: Herold Druck und Verlags AG, Wien

Vertrieb: ST/A/R, Morawa GmbH.

Aboservice: starabo@morawa.com

oder: starabo@morawa.com

Bezugspreis: 3,- Euro (inkl. Mwst.)

Kontakt: office@star-wien.at

Redaktion: editors@star-wien.at

Adresse 1: Capistrangasse 2/6, 1060 Wien

Adresse 2: Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

0043-1-89-024-56, 0043-664-521-3307 Österreich

0049-30-441-3901, 0049-163-139-1266 Deutschland

Cover: Christian Smretschnig, M-ARS Supermarkt

ST/A/R wird gefördert von:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur;

Stadt Wien Ma7.

ST/A/R ist ein Gesamtkunstwerk und unterliegt dem

Urheberrecht.

ST/A/R dankt allen BeitragslieferantInnen,

MitarbeiterInnen, KünstlerInnen,

UnterstützerInnen und FreundInnen.


Städteplanung / Architektur / Religion Buch I - Supermarkt ST/A/R 5

Kurt

Karl

Wien als geistige Weltstadt

„Dreieinigkeitsbauwerk Kurt” Körper/Seele/Geist: Konzertsaal, Kirche, Panoramarestaurant.

Architekt Heidulf Gerngross/Werkstatt Wien, nach einer Skulptur von Hofstetter Kurt „Nature is cool“

Blick von der Secession

STATIK:

Visualisierung: Dominic Pugell (Weimar)


6 ST/A/R

Buch I - Supermarkt Nr. 18/2008

GIPS-KNOW-HOW FÜR DIE FANS

Fast 3.000 fußballbegeisterte Fans werden während der Europameisterschaft 2008 dank Saint-

Gobain Rigips Austria im günstigsten Quartier der Stadt zu Gast sein.

Im Internet geht das Fußballfieber schon heute in die erste Runde.

Als einer der Hauptsponsoren unterstützt RIGIPS die Errichtung des Fancamps gleich neben dem

Ernst-Happel-Stadion. Hier werden in einer Messehalle rund 770 Kojen aus Gipskartonständerwänden

errichtet. Jede dieser Kojen bietet in zwei Stockbetten vier Fußballfans ein günstiges Quartier,

alles in allem also rund 3.000 Menschen pro Nacht – unterteilt in einen Damensektor, einen Herrensektor

und einen für Mixed Couples.

Gemeinsam mit den Organisatoren des FanCamps haben die Anwendungstechniker von Saint-

Gobain Rigips Austria seit Wochen fieberhaft an der Entwicklung der Schlafstationen gearbeitet.

Wie sind die Kojen auszustatten, welchen Belastungen müssen sie standhalten, wie können sie am

effizientesten errichtet und nach Ende der EM wieder abgebaut werden?

Mitte Februar haben RIGIPS und professionelle Trockenbauer Modellkojen in der Messehalle

aufgebaut, um die Konstruktion auf ihre statische Stabilität zu überprüfen und um die Dauer der

Aufbauzeit besser kalkulieren zu können.

Saint Gobain RIGIPS Austria stellt sämtliche Gipskartonplatten und das Knowhow

zur Errichtung des FanCamps zur Verfügung, unterstützt von Industriepartnern wie Astorplast,

Weig-Karton, Hadleygroup und Schachinger Logistik. Errichtet werden die rund 770 Kojen von den

beiden Trockenbau-Unternehmen Top-Akustik und RHTB.

26.000 m2 Gipskartonbauplatten und 34.100 lfm Metallprofile werden im Mai 2008 zu 770

Schlafkojen für 3.000 Gäste im Wiener FanCamp zusammengeschraubt. Sie können bei der Arbeit

zusehen, denn ab Anfang Mai wird eine webcam life aus dem FanCamp übertragen.

Einnetzen geht jetzt schon

Damit die Wartezeit auf die EM ein wenig schneller vergeht, hat Rigips die Internetplattform Rigips-

4fans entwickelt. Sie informiert über das Fancamp, bietet unterhaltsame Spiele sowie tolle Gewinnchancen.

Beim Torwandschießen geht es darum, die meisten Treffer zu erzielen und möglichst

viele Punkte zu sammeln. Der Spieler, der am Ende der Aktion im Highscore ganz oben steht, fliegt

mit einer Begleitperson nach London – Tickets für ein hochkarätiges englisches Fußball-Match

inklusive. Doch auch Spieler mit weniger Treffsicherheit können gewinnen. Tippen Sie auf Ihren

Favoriten für die EM 2008 und gewinnen Sie einen Wochenendtrip für zwei Personen in das Land

des Europameisters. Mitmachen lohnt sich in jedem Fall.

www.rigips4fans.eu

Mehr Informationen für die Presse:

senft&partner

Praterstraße 25a/13

1020 Wien

01/219 85 42 24


Nr. 18/2008 Buch I - Supermarkt

ST/A/R 7

WARAN


8 ST/A/R

Buch I - Supermarkt Nr. 18/2008

M-ARS Der Kunstsupermarkt geht ins 2. Jahr

Auf 2 Standorten in Wien hat M-ARS bisher mehr als:




Joerg Auzinger

Michael Marcovici

Zyklus „1001 Nacht“

Sevda Chkoutova

Serie „Nackt“

Diana Deu

Gábor Födö

Marko Zink

Serie „Schwimmer“

Ursula Röck

Serie „Hoffnung Europas“

Wolfgang Sinwel

Nora Hofbauer

Wolfgang Grinschgl

Zyklus „Die unerträglichen

Sonntagnachmittage“

Urban Grünfelder

Stefan Heizinger

Ein Jahr

Mission

Michaela Konrad

Serie „Vacuum Cleaner“

M-ARS Der Kunstsupermarkt, T +43-1-890 58 03, office@m-ars.at, www.m-ars.at


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch II - VIENNA FAIR ST/A/R 9

INTERNATIONALE MESSE FÜR

ZEITGENÖSSISCHE KUNST

MIT FOKUS ZENTRAL- UND OSTEUROPA

24 - 27 APRIL 2008

MESSE WIEN

MESSEPLATZ 1, 1020 WIEN/ÖSTERREICH

ÖFFNUNGSZEITEN:

DO/FR 12 – 19 UHR, SA 11 – 19 UHR, SO 11 – 18 UHR

WWW.VIENNAFAIR.AT


10 ST/A/R

Buch II - VIENNA FAIR Nr. 18/2008

VATER

FRANZ WEST

ENTHÜLLUNG DER GERNGROSSSÄULE, 1060 WIEN, RAHLGASSE, FILM AUF: HTTP://WWW.CTV-NET.ORG

9

1 2

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11

12

3 4

6

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8

7

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16


Nr. 18/2008 Buch II - VIENNA FAIR

ST/A/R 11

Foto: Grabi


Städteplanung / Architektur / Religion Buch II - VIENNA FAIR ST/A/R 13

JOSEF DANNER

Aus der Serie „Strange Angels” je 258 x 193cm, Mischtechnik auf Leinwand, 2004

„FEUER / ERDE“, Plakatprojekt anlässlich der NÖ Landesaustellung 2007

KUNST SCHAFFT POETISCHE DINGE

von Dr. Christian Denker

Josef Danner

Geboren wurde der Künstler 1955 in Amstetten,

Niederösterreich. Er studierte Germanistik,

Geschichte und Philosophie in Wien, war Mitglied

diverser Musikgruppen: „Molto Brutto“, „Ganslinger”,

„shineform” (Kassetten, CD‘s, 2 LPs, Plattenedition

„Singles Club“) und bestritt zahlreiche Einzel- u.

Gruppenaussstellungen im europäischen Raum.

Arbeiten des Künstlers befinden sich sowohl

in privaten als auch öffentlichen Sammlungen

(MUMOK, Wien, Neue Galerie, Graz, Landesmuseum

St. Pölten, Neue Galerie, Linz, Museum Stift Admont,

u. a.) Abgesehen von seinen Studienaufenthalten

(Paris, Reykjavik) lebt und arbeitet Josef Danner in

Niederösterreich, in Wien und im Burgenland.

Ausstellungen

2006: „Spektrum Farbe“, Kunst der Moderne, N.Ö.

Landesmuseum, St.Pölten. • „Birthday Party“, Galerie

Eugen Lendl, Graz. • „Die Fortsetzung des Alltags mit

anderen Mitteln“, Galerie Brunnhofer, Linz.

2007: VIENNAFAIR, Galerie Brunnhofer. • „Über_

Wasser“, Schloss Ulmerfeld/Amstetten. / FEUER/

ERDE, Plakatkunstprojekt für den öffentlichen

Raum anlässlich der NÖ Landesausstellung

2007, Moststraße / Eisenstraße, August 2007. •

„Gemeinsames-Unterschiedlich“, Palazzo Albrizzi,

Venedig. • „Tadanatadala“, Galerie Eugen Lendl, Graz

/ gemeinsam mit Judith Huemer. • „Die Liebe zu den

Objekten“, NOE Landesmuseum, St. Pölten.

Ursprünglich wurde Josef Danner der

„abstrakten“ Linie der Neuen Wilden

zugeordnet. Seine Arbeit als Maler,

Texter, Grafiker sowie als Gestalter von

Plakatinstallationen im öffentlichen Raum

entwickelt sich zunehmend konzeptuell.

Seit den 1980er Jahren beschäftigen

ihn gesellschaftliche Mythen und deren

mediale Darstellung kontinuierlich. Durch

„Sampeln“ von Bild- und Sprache entsteht

ein surreales Universum, das die Zuschauer

durch überraschende Kombinationen

gedanklich herausfordert. Das Spektrum

der „Malerei“ wird so erweitert. Bildnerische

Techniken werden nicht aufgegeben,

sondern neu definiert.

Danner nimmt Stellung zur allgemeinen

Verwirrung, indem er den reißenden

Strom des „Infotainments“ in eine

persönliche Ordnung überführt. Das in

Zusammenarbeit mit der Galerie und Edition

Artelier editierte Buch „Fragmentarischer

Bericht aus Monopolyland“ (1992)

zeigt das exemplarisch. Gefundene

Sprach- und Bildbeispiele werden in

veränderten Kontexten zitiert. Dabei treten

die Vereinfachungen und Dummheiten des

Zeitgeistes hervor.

„Neuen Erzählungen“ wird philosophisch

nachgegangen, mit den Mitteln des

Grotesken und des schwarzen Humors

werden sie dekonstruiert. „Denksport

für mich und andere“, nennt Danner

das. Besonders fokussiert er dabei

das „Neusprech“, also versinnlosende

Übersymbolisierungen von Management-

Skills, Gigamustersensibilisierungen

auf semiotischem Lackmuspapier und

ähnlichem Quatsch. Nicht zuletzt aus

selbsttherapeutischen Gründen möchte

Danner da Klarheit schaffen.

Sein Plakatprojekt im Regierungsviertel

in St. Pölten wendete die den Buchseiten

innewohnende Intimität nach außen. Von

einer internationalen Jury ausgewählt, wurde

es zwischen 1996 und 1999 (wiederum mit

Artelier) realisiert, wobei die Affichierungen

etwa alle drei Monate wechselten. Gedruckt

wurde im Siebdruck in unterschiedlichen

Druckfarben auf verschiedenfarbige

Papiere: Zeichen gegen monotone

Massenproduktion!

Der Fülle an Werbebotschaften mit ihren

erotischen und mythischen Appellen

(an das Siegen, die Genussfähigkeit u.

a.) wurde etwas entgegengestellt, das

durch seine Rätselhaftigkeit irritierte.

Bild- und Textelemente wurden dergestalt

kombiniert, dass sie nicht nur als isolierte

Plakatständer sondern auch als über

40 m lange Plakatskulptur fungieren

konnten. Es wurde dort Verwirrung

geschaffen, wo „normale“ Werbeträger

unser Konsumverhalten gewöhnlich

wirtschaftstauglich ordnen.

Es folgten Affichierungen in Innenräumen

(Reykjavik 1999, Wien 2000, München

2001, Eisenstadt 2004). In Zusammenarbeit

mit der Heimatwerbung (inzwischen

EPAMEDIA) wurde ein weiteres Plakat-

Kunstprojekt auf 300 kommerziellen

Werbeflächen in ganz Niederösterreich

realisiert (2003). Anstatt einer suggestiven

Kaufanleitung hat Danner ein „poetisches

Ding“ in den öffentlichen Raum gestellt, das

mit den Mitteln gewohnter (Werbe-) Logik

nicht geknackt werden konnte.

Sein Plakat-Projekt für die NOE

Landesausstellung 2007 zum Generalthema

„FEUER / ERDE“ entstand wieder in

Zusammenarbeit mit der EPAMEDIA.

Von den offiziellen Werbeplakaten für die

Ausstellung wurde der modulare Aufbau

übernommen. Inhaltlich wurden die

archaischen, quasi „esoterischen“ Aspekte

der Werbelinie (der kraftvolle Schmied vor

dem Amboss, der gerundete Mostbauer

im Wams, strahlende Menschen unter

blühenden Bäumen etc.) aufgebrochen,

psychologisiert, ironisiert und um

analytische, bedrohliche oder erotische

Aspekte der Thematik erweitert. Die so

entstandenen „Bildgeschichten“ nehmen

Anleihe bei aussereuropäischen Kulturen

und bei mittelalterlicher Sakralmalerei.

Es mag überraschen, dass Danner parallel

zu seinen farbigen Verwirrspielen von 1988

bis 1992 rein schwarze Bilder gestaltet hat.

Er selbst bezeichnet seine schwarze Serie als

einen Tabubruch, als ein Experiment über

das „ heilige Schwarz “, unter gelegentlicher

Einbeziehung schwarzen Humors.

Durch eine Vielfalt von

Gestaltungstechniken entstehen sehr

unterschiedliche sinnliche Erfahrungen

von „Schwarz“: Schwarz erweist sich als

farbig! Spielerisch erkundet der Künstler

ein Feld formaler Möglichkeiten, wobei

er bewusst den begrenzten Raum des

Tafelbildes für ungeahnte Ereignisse im

„Schwarzbereich“ nutzt. Bewusst und

augenzwinkernd nimmt er Bezug auf das,

was er den „Theoriemüll“ der Moderne

nennt, zum Beispiel die kunstgeschichtlich

konservierten Überzeugungsreservoire von

Malewitsch, Rodtschenko und Reinhardt.

Unhinterfragbare „Wahrheiten“ lehnt

er ab, insofern sie Blockaden gegen

subversives Denken und Schaffen bilden.

Der Strenge der klassischen Moderne

begegnet er spielerisch, indem er scheinbar

widersprüchlichste Gestaltungsformen

verwendet. Deren einzig relevante Klammer

bildet das, was der Künstler als seine

“persönliche Aussagenotwendigkeit”

bezeichnet.

Auf der VIENNAFAIR 2008 bespielt

Danner einen Solostand der Linzer Galerie

Brunnhofer, mit der er seit 2000 erfolgreich

zusammen arbeitet. Zu sehen sind Arbeiten

aus seiner Serie „blaue Bilder“ und Grafiken

(2004 begonnen) sowie digitale fine art

prints, die parallel zum Plakat-Projekt für

die NOE Landesausstellung als Edition in

Zusammenarbeit mit der adb- bild daten

managen GmbH. entstanden.

Die Galerie Eugen Lendl (Graz ), mit der

eine langjährige Zusammenarbeit besteht,

hat 2005 u. 2007 ebenfalls Arbeiten aus

dieser neueren Werkserie gezeigt.

Josef Danner ist für die Verleihung des ST/

A/R-Preises („Freunde-kommen-ins-Offene“)

nominiert.

„SPEKTRUM FARBE“, NÖ-Landesmuseum 2006/07


14 ST/A/R

Buch II - VIENNA FAIR Nr. 18/2008


Nr. 18/2008 Buch II - VIENNA FAIR

ST/A/R 15

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Siegfried Anzinger

Erwin Bohatsch

Herbert Brandl

Gunter Damisch

Thomas Feuerstein

Günther Förg

Bruno Gironcoli

Michael Kienzer

Arnulf Rainer

Norbert Schwontkowski

Walter Vopava

VIENNAFAIR 24.-27. April 2008 Stand A0302 +43 664 206 63 80

Maria-Theresien-Straße 34 A-6020 Innsbruck

tel + 43 512 57 57 85 fax13

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16 ST/A/R

Buch II - VIENNA FAIR Nr. 18/2008

Vorsprung durch Technik www.audi.at

Fahrerlebnis braucht Raum.

Der neue Audi A4 Avant.

Kaum ein anderes Fahrzeug bietet Innovationen so viel Raum. So stehen für den neuen Audi A4 Avant modernste

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Städteplanung / Architektur / Religion

Buch III - ST/A/R-Galerie ST/A/R 17

ST/A/R

Zeitungs

GALERIE

Die ST/A/R-Zeitungs-Galerie ist neu.

Das Zeitungsblatt von Künstlern, Kindern,

Maschinen oder Tieren gestaltet ist das

Kunstwerk.

Auflage 10.000 Stück –

jedem Zugänglich – 3 Euro.

Eine Sozialplastik.

Das Zeitungsblatt vom Künstler

unterschrieben, von ihm individuell

berührt, energetisch geladen, ist zum

Mehrpreis für Sammler erhältlich.

Gleichzeitig bauen wir eine Sammlung auf.

DIE ST/A/R-SAMMLUNG!



WARAN lädt ein zur FINI SCHAAß:

Der Ausstellung

“Küss mich – und ich schieß dir ins Gesicht”






music: www.OLD STeAMMACHINE.at

Dienstag 8 April 2008

Beginn: 16 Uhr open End, Burggasse 21

Rein in die Galerie und dann in den Keller links runter


18 ST/A/R

Buch III - ST/A/R-Galerie Nr. 18/2008

REINHOLD KIRCHMAYR

„SOZUSAGEN“

REINHOLD KIRCHMAYR

Reinhold Kirchmayrs Arbeiten lassen aus der Ferne betrachtet

an einen Sinnspruch denken. Man kennt diese Sprüche,

meist gestickt, hinter Glas ordentlich gerahmt hängen

sie in manch guter Stube. Aber erwartet man tatsächlich eine klar

formulierte Lebensweisheit in einfachen Worten, wird man enttäuscht.

Der „Sinn“ des Spruchs erschließt sich nicht so einfach.

„Putzlappen“ ist bspw. auf einer Arbeit der Werkgruppe mit dem

Titel „sayings“ zu lesen, oder „der Schleier der Gewöhnlichkeit“

und „Zur plötzlichen Gastwirtschaft“. Warum der Schriftzug bei

genauerer Betrachtung so irritierend wirkt, erschließt sich, wenn

man erfährt wie die Arbeit entsteht. Reinhold Kirchmayr lässt

diese Bilder in Indien malen. Gegen Bezahlung beauftragt er ansässige

Künstler Vorlagen abzumalen. Die Wahl der Farbe obliegt

der jeweiligen Person, das Papier wird vor Ort gekauft und ein

Kleinformat verwendet, weil es sich einfach transportieren lässt.

So klar der Auftrag klingt – so irritierend sind für die Beauftragten

häufig die Kriterien nach denen Kirchmayr die Ergebnisse beurteilt.

Die Arbeit gilt als gelungen, wenn sie von der Vorlage abgeht

und eigentlich den Auftrag des Abmalens nicht korrekt erfüllt.

Die Unkenntnis der Sprache und der Schrift wird als Qualität und

nicht als Mangel gesehen. Über die Handschrift der anonymen

Maler kommt es zu einer anderen Art der Befragung des Textes.

Seine konkret visuellen Texte und konzeptuellen Werke beziehen

sich auf die Sprache. Objekt der Kunst ist hier die Realität des Gedachten

und nicht der Bezug zu einem möglichen oder wirklichen

Wahrnehmungsgegenstand. Die Transformation des Begrifflichen

ins Künstlerische und die Thematisierung der Beziehungen zwischen

Zeichen und Begriff gehören zu den wesentlichen Aspekten

seiner konzeptuellen und visuellen Texte.

Bei den Arbeiten mit dem Titel „made in india“ scannt er einzelne

Seiten eines ungarischen Buches mit illustrierten Witzen aus

den 1970er Jahren ein. In der Nachbearbeitung löscht er einzelne

Linien und alle Texte. Die Ausdrucke dienen wiederum indischen

Malern als Vorlage, deren Ergebnisse in Paaren gerahmt werden.

Wie Suchbilder verführen sie zum Vergleich mit unbefriedigendem

Ergebnis. Sie funktionieren laut Kirchmayr, sozusagen

wie ein „abgestoppter“ Witz.

Reinhold Kirchmayrs Bilder sind Ausdruck des Bildens, die das

Verhältnis zwischen Vorbild und Abbild immer neu zu bestimmen

suchen. Bevor das Bild jedoch in ein bestimmtes Verhältnis

zu seinem Vorbild treten kann, bevor also im Denken Bild und

Abbild auseinander treten, muss die Grundbedingung für jeden

Denk- und Erkenntnisprozess erfüllt sein: Sozusagen steht die

Wahrnehmung am Anfang jeder Erkenntnis. Es kommt der Nachahmung

als Darstellung eine ausgezeichnete Erkenntnisfunktion

zu, da sie nicht bloße Wiederholung eines vorab gegebenen Seins

ist, sondern Hervorholung des Wesens. Wiedererkennen bedeutet

aber, dass mehr erkannt wird, als nur das Bekannte. Sozusagen.

claudia ehgartner


Nr. 18/2008 Buch III - ST/A/R-Galerie

ST/A/R 19

reinhold.kirchmayr.com Dieses Zeitungsbild ist mit Originalunterschrift bei ST/A/R zum Marktpreis AB 40 EURO zu erwerben.


Städteplanung / Architektur / Religion Buch III - ST/A/R-Galerie ST/A/R 21

Heidulf Gerngross, „L’origine du monde“ / „Der Ursprung der Welt“ 2008, Autobahntafel, 161 x 251cm


22 ST/A/R

Buch III - ST/A/R-Galerie Nr. 18/2008

UNSER ST/A/R LIEBLINGSCAFÉ

10 JAHRE THEATERCAFE

Gegründet 1998 von Ivo Brnjic – Trendwende am Naschmarkt –

Billa wird zum Theatercafe. Im Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien

und dem Architekten Hermann Czech.

Seit 2006 erste und einzige Dannemann – Cigarlounge in Wien.

Ivo, der Gastronom der Theaterszene.

Theatercafe, Raimundtheater, Justizcafeteria im Oberlandesgericht und

Ivocatering. Gesellschaftlicher Treffpunkt mit:

IVO

10


Nr. 18/2008 Buch III - ST/A/R-Galerie

ST/A/R 23


24 ST/A/R

Buch III - ST/A/R-Galerie Nr. 18/2008

Inspektor Faimann und Inspektor Risavy

Heidulf Gerngross, Polizeiarchiquant, 2008,

Maxplatte 70x43cm, Preis auf Anfrage

Adam Wiener, BIPASACKERL, ca. 40x50cm, Euro 1.300,–

„Prairie“ Gründerzeitfenster mit drei

färbigen Leuchtstoffröhren,

je 18 Watt/230V, 2008,

h: 155 x w: 60 cm / h: 61 x w: 23,6 in,

signiert und datiert

Euro 4.500,–

Die ST/A/R-Sammlung konnte diese Lichtinstallation von Shootingstar

Mounty R.P. Zentara als ihr neustes Kunstwerk erwerben.


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch IV - Rockenschaub Berlin ST/A/R 25

GERWALD

ROCKENSCHAUB

Foto: Rudi Molacek


26 ST/A/R

Buch IV - Rockenschaub Berlin Nr. 18/2008

„New Season Beauty (1)“, Vorhang aus Polyester,

960 x 920 cm, Metallschiene, Wandbemalung,

894 x 2120 cm, Berlin Berlinische Galerie, 2007

courtesy Galerie Mehdi Chouakri

Gerwald

Rockenschaub

Galerie Mehdi Chouakri

Edison Höfe • Invalidenstrasse 117 /

Eingang Schlegelstrasse 26 • 10115 Berlin

Telefon +49 30 28 39 11 53 • Fax +49 30 28 39 11 54

galerie@mehdi-chouakri.de • www.mehdi-chouakri.de


Nr. 18/2008 Buch IV - Rockenschaub Berlin

ST/A/R 27

Gerwald Rockenschaub, Biennaleinstallation

Gerwald Rockenschaub ein Hero für Architekten

Gerwald Rockenschaub ein Hero für Architekten. H.G.

Grafiken, DIN A5, Bleistift,

Papier, 2007; courtesy: Galerie

Mehdi Chouakri

Installationsansicht, „White Flag“, Vorhang „Lovely Lace“, Flockprint aus Polyester auf Acetat, 344 x 1200 cm,

Bank, schwarzes MDF, farblos lackiert, 40 x 220 x 50 cm, Galerie Mehdi Chouakri, Berlin, 2007; courtesy: Galerie

Mehdi Chouakri; Foto: Jan Windszus, Berlin


Städteplanung / Architektur / Religion Buch IV - Rockenschaub Berlin ST/A/R 29

Documenta 12: „Klassenzimmer“, 2007; Holz, Acryllack | wood, acrylic lacquer, 300 × 400 × 535 cm

© Gerwald Rockenschaub; courtesy: georg kargl fine arts, wien; Photo: Ines Agostinelli


30 ST/A/R

Buch IV - Rockenschaub Berlin Nr. 18/2008

Kunstmuseum Wolfsburg: Installationsansicht, „Japan und der Westen“, Kunstmuseum Wolfsburg, 2007

Thaddaues Ropac: Ausstellungsansicht, „Embrace Romance!“, 10 Platten aus MDF, Aluminiumrahmen, Acryllack, je 200 x 500 x 5 cm, Galerie Thaddaeus

Ropac, Paris, 2006; courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, Paris


Nr. 18/2008 Buch IV - Rockenschaub Berlin

ST/A/R 31

Ausstellungsansicht, „Humanoid Must Not Escape“, Holz, Acryllack, 250 x 410 x 230 cm,

Vorhang aus Polyester, Georg Kargl Fine Arts, Wien, 2007; courtesy Georg Kargl Fine Arts, Wien; Foto: Lisa Rastl, Wien


32 ST/A/R

Buch IV - Rockenschaub Berlin Nr. 18/2008

SL-Klasse: Kraftstoffverbrauch 9,4–13,9 l/100 km, CO 2

-Emission 224–330 g/km

Eine Marke der Daimler AG

Dieser Sommer wird besonders schön.

Egal wie das Wetter wird.

Die neue Generation des SL. Aus der Traumfabrik von Mercedes-Benz. www.mercedes-benz.at/sl-klasse


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch V - Friedrichshof ST/A/R 33

Fotos: © Rupert Steiner

DU

www.friedrichshof.at


34 ST/A/R

Buch V - Friedrichshof Nr. 18/2008

KOMMUNE UND NEUBEGINN

Interview mit Peter Schär, Vorstand der

Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft zum

Thema:

Ende der Kommune

und Neubeginn

Wie erlebten Sie das Ende der Kommune am

Friedrichshof?

Im Laufe des Jahres 1990 fand in der

Kommune ein demokratischer Umbruch

statt. Die beträchtlichen Vermögenswerte,

welche in den vorangegangenen zwei

Jahrzehnten von über 350 Mitgliedern in

ganz Europa aufgebaut worden waren,

wurden in eine Genossenschaft eingebracht,

an der alle Kommunarden mit gleichen

Anteilen beteiligt waren. Gleichzeitig

fanden erstmals demokratische Wahlen

der Leitungsorgane statt – mit dem

überraschenden Ergebnis, dass Otto Muehl

abgewählt und, nach einem halbjährigen

intensiven Diskussionsprozess, das Ende

des gemeinsamen Lebensexperimentes

beschlossen wurde!

Da denkt man ja gleich an den Fall der Berliner

Mauer, der ja auch um diese Zeit stattfand?

Die Parallelen zum ehemaligen Osteuropa

sind tatsächlich beträchtlich: von einem

Tag auf den anderen hatten sich die

Rahmenbedingungen vollkommen

verändert, das Gemeinschaftseigentum

musste aufgeteilt und auf einem freien

Markt Kunden für die Wohnungen

gefunden werden etc. Viele der ehemaligen

Kommunarden verließen den Friedrichshof,

nur zaghaft siedelten sich neue Bewohner

an. Durch die strafrechtliche Verurteilung

von Otto Muehl war der Ruf ruiniert und

die Behörden zeigten sich nicht gerade

unterstützend, obwohl Muehl längst im Streit

aus der Genossenschaft ausgetreten war

und seine verbliebenen Anhänger den Ort

verlassen hatten.

Sie bekamen aber auch prominenten Zuzug,

besitzt nicht der langjährige Chefredakteur des

Standard ein Haus am Friedrichshof?

Ja, aber Gerfried und Ingeborg Sperl

waren für lange Jahre die einzigen, die

sich hertrauten, obwohl wir schon früh von

Adolf Krischanitz eine Grundidee für die

weitere Bebauung entwerfen ließen und mit

günstigen Baugrundstücken warben. Die

Leitlinien von Krischanitz sind unter dem

Stichwort „Central Park“ noch immer gültig

und er entwarf auch das Haus für die Familie

Sperl. Aber danach war für viele Jahre wieder

Ruhe – beinahe Friedhofsruhe, wenn Sie mir

ein Wortspiel gestatten….

Wie konnte die Genossenschaft diese Durststrecke

überstehen?

Interessanterweise war es die Kunst, die

uns gerettet hat – genauer gesagt die

Kunstsammlung, welche die Kommune

zusammengetragen hatte und die wir nun

stückweise wieder verkaufen mussten,

um die Löcher in der Kasse zu stopfen.

Hervorzuheben ist hier der Verkauf eines

größeren Paketes 2001 an das MUMOK

Wien unter dem neuen Direktor Edelbert

Köb, nachdem sein Vorgänger uns noch

nicht einmal einen Gesprächstermin gewährt

hatte! Den Weg dazu freigemacht hat davor

auch unsere umfassende Einigung mit Otto

Muehl über alle schwebenden Fragen, im

Zuge derer er auch einen Querschnitt seines

Werkes aus unserer Sammlung zurück

erhielt. Obwohl unsere Meinungen über

die Kommunezeit nach wie vor divergieren,

können wir am Kunstmarkt seither wieder

gemeinsam auftreten.

Was geschah mit dem Verkaufserlös?

Neben der Abdeckung von Schulden

konnten wir einen Teilbetrag auch in den

Umbau eines seit langem leer stehenden

Gebäudes (das ehemalige Schüler- und

Studentenheim der Kommune) in ein

Seminarhotel und Gasthaus investieren

sowie Ausstellungsräume für das Museum

Sammlung Friedrichshof adaptieren.

Das brachte eine wichtige Öffnung des

Friedrichshofes nach außen mit sich.

Seither kommen viele Besucher zu den

Ausstellungen, ins Restaurant mit dem

großen Gastgarten und zu den Seminaren

im Hotel, die u.a. auch im ehemaligen

Schulhaus aus der K.u.K.-Zeit unter

Erzherzog Friedrich stattfinden.

Wenn man jetzt über den Friedrichshof geht,

bemerkt man eine rege Bautätigkeit und einige

architektonisch auffällige Häuser – der Bann der

Vergangenheit ist also gebrochen?

Ja, insbesondere seit unsere nur wenige

Kilometer entfernten Nachbarländer Slowakei

und Ungarn in die EU aufgenommen

worden sind, boomt die Region Neusiedl am

See und am Friedrichshof hat die Nachfrage

nach Wohnraum und Baugrundstücken

beträchtlich zugenommen. Da uns die

Gemeinde Zurndorf freie Hand bei der

Festlegung der Bebauungsbestimmungen

lässt, sind einige sehr interessante Häuser

von jungen Architekten entstanden, die

bereits mehrfach publiziert wurden. Im

Bereich des geförderten Wohnungsbaus

arbeiten wir mit der Oberwarter

Siedlungsgenossenschaft zusammen, die

wir von einer zeitgemäßen Architektur

mit klaren Linien und südlichem Flair

überzeugen konnten. Der erste Bauteil war

so erfolgreich, dass bereits weitere zehn

Wohnungen realisiert werden!

Wieso sind Sie so überzeugt vom Friedrichshof

– was macht das Besondere dieses Ortes aus,

wieso zieht jemand hierher?

Wir versuchen, das Beste aus zwei

Welten zu vereinigen: vom Landleben

die Natur, eine kinderfreundliche

Umgebung, Badeteich und Spielplätze,

soziale Nähe und Überschaubarkeit – das

eher urbane Lebensgefühl stammt von

flexiblen Wohnverhältnissen, weltoffenen,

multikulturellen Bewohnern mit hohen

kommunikativen und ästhetischen

Ansprüchen sowie viel Unternehmergeist.

Dazu werden auch die Wohnateliers

beitragen, die wir gerade fertig stellen und

die auch in Wien im 7. Bezirk bestehen

könnten. Es handelt sich um ehemalige

Werkstatthallen, in die Sanitärbereiche

und Wohnebenen eingebaut werden. Die

entstehenden Lofts erfüllen eine doppelte

Funktion: einerseits Wohnzimmer,

andererseits Arbeitsraum für Künstler und

Freiberufler.

Wie soll das alles weitergehen – was ist Ihre

Utopie für den Friedrichshof?

Interessanterweise weckt dieser Ort

utopische Sehnsüchte auch in Menschen,

die nichts mit der Kommune zu tun

hatten – und es ist tatsächlich auch viel

Raum für die Verwirklichung persönlicher

Vorstellungen vorhanden. Das Wachstum

geschieht organisch und in Abhängigkeit

vom Einsatz der Bewohner für ihre Projekte,

es gibt keinen vorbestimmten Masterplan.

Mein persönlicher Wunsch ist es, dass

die Kunst weiterhin eine wichtige Rolle

am Friedrichshof spielt. Ein Projekt in

dieser Richtung wäre der Bau von weiteren

Wohnlofts, z.B. in der Art, wie sie Heidulf

Gerngross zusammen mit Angelo Rowenta

entworfen hat. Idealerweise könnten dort

Menschen einziehen, die den Ort weiter

bereichern…

Zur Person: Peter Schär, geboren 1958

in Bern (Schweiz) zog 1978 in die

Kommune Friedrichshof ein und lebte

in deren Stadtgruppen in Wien, Zürich

und La Gomera. Seit 1990 ist er für die

Geschäftsführung der Friedrichshof

Wohnungsgenossenschaft zuständig.


Nr. 18/2008 Buch V - Friedrichshof

ST/A/R 35

MUSEUM SAMMLUNG FRIEDRICHSHOF

Interview mit Amalia Rausch,

Leiterin der Sammlung Friedrichshof

Im Jahr 2001 hat das MUMOK Wien einen Werkblock

vom Friedrichshof erworben – haben Sie überhaupt noch

Aktionismuswerke in Ihrer Sammlung?

Ja, glücklicherweise hat sich das MUMOK auf unser

umfangreiches Archivmaterial mit Aktionskonzepten,

handschriftlichen Partituren, Broschüren, Fotos und

dergleichen konzentriert, sodaß uns von den eigentlichen

Werken noch ein sehr schöner und repräsentativer

Querschnitt verblieb und es gibt sogar noch wichtige

Schlüsselwerke des Wiener Aktionismus in unserer

Sammlung, wie z.B. ein großes Blutbild von Hermann Nitsch

oder Aktionsmalereien von Günter Brus, Otto Muehl und

Alfons Schilling.

Wie entstand die Sammlung Friedrichshof? Wem gehört sie heute?

Die Kommune sammelte, kaufte und tauschte Kunstwerke

zu einem Zeitpunkt, als der Wiener Aktionismus auf dem

Markt noch völlig verkannt und unterbewertet war, mit der

Intention ein Museum Wiener Aktionismus am Friedrichshof

zu errichten und überhaupt, um ein Ort der Kunst und der

Kunstförderung und der künstlerischen Begegnungen zu sein.

Heute gehört die Sammlung Friedrichshof der Friedrichshof

Wohnungsgenossenschaft, die auch das Museum betreibt

und immer wieder Themenausstellungen aus dem

Sammlungsbestand zeigt.

Was hat es mit dem Kommunewerk von Otto Muehl auf sich?

Nach dem Aktionismus war für Muehl erst mal das Ende

der Malerei erreicht und seine ganze Energie ging in die

Lebensgestaltung der Kommune, für ihn ein künstlerisch

logischer Entwicklungsschritt, die Kunst ins Leben zu

transformieren. Doch bald schon, im Jahre 1974 griff er

wieder zum Pinsel und in der Folge durchforschte er die

Kunstgeschichte und setzte die Anregungen nicht nur

auf seine Weise um, sondern gab dies gleichzeitig an die

Kommunarden in beinahe täglichen Zeichen- oder Malkursen

weiter. Schon bald gab es Malateliers am Friedrichshof,

eine Siebdruckerei, eine Rahmenwerkstätte, Foto-, Videound

Filmateliers, Farben wurden hergestellt und Muehl

entwickelte mit immenser Energie und Kreativität eine Vielfalt

von Stilen, Methoden und Themen, die das sogenannte

Kommunewerk ergaben, welches zum Großteil in Form

von Bildern, Aquarellen, Zeichnungen und Siebdrucken

in die Sammlung einging. So können wir immer wieder

verschiedene Aspekte des Schaffens von Muehl aus dieser Zeit

hervorheben und ausstellen.

Zeigen Sie gegenwärtig Arbeiten von Otto Muehl aus diesem

Werkblock?

Zur Zeit ist gerade eine Ausstellung mit Werken aus den

1980er Jahren zum Thema MATERIAL / STRUKTUR in

Vorbereitung, wobei mit Material nicht nur Farbe gemeint

ist, sondern auch z.B. Schweineschmalz, Brot, Schuhcreme,

Asche oder Meerwasser. Durch den ungeheuer freien und

spielerischen Umgang mit verschiedenen Materialien

entstehen auch die unterschiedlichsten Strukturen. Kuratiert

wird die Werkschau von Hubert Klocker, Wien, es wird auch

einen kleinen Katalog dazu geben. Eröffnung ist am 16. Mai, 19

Uhr.

Was ist mit „Kunsthof Friedrichshof gemeint?“

Da sich immer mehr Künstler/innen und Freiberufler am

Friedrichshof angesiedelt haben, hat sich ganz natürlich

eine Zusammenarbeit zwischen der Sammlung und den

Kunstschaffenden ergeben, was zu einigen interessanten

Ausstellungen führte und in künstlerischen Aktivitäten bis

hin zu Festen seinen Niederschlag findet. Noch dazu ist die

Lage einiger Ateliers im Kunsthof, direkt neben dem Museum

und der Galerie für Wechselausstellungen äußerst anregend

für kreativen Austausch, Gespräche und Atelierbesuche.

Warum heißt die nächste Ausstellung „Nicht von dieser Welt?“

Die Antwort ist einfach: weil Josef Bernhardt, der

das Konzept erstellte, ihr diesen Titel gab. Der wahre

Hintergrund wird sich bei der Vernissage am 26. April, 19 Uhr

zeigen, wobei es neben Skulpturen und einer Installation vor

allem Performances zu sehen gibt. Beteiligt sind Künstler/

innen aus Frankreich, Spanien, Portugal, Ungarn und

Österreich. Was es für uns besonders spannend macht – es

gibt einen Bezug zum Aktionismus und damit zu unserer

Sammlung.

Zur Person: Amalia Rausch, geboren 1950 in Passail, Stmk.,

zog nach der Schauspielschule Graz in die Kommune in

Wien ein und lebte am Friedrichshof und verschiedenen

Stadtgruppen wie Kiel, Bremen, Nürnberg, Genf, Paris, Wien,

Düsseldorf, Berlin und El Cabrito de la Gomera. Seit 1993

für die Sammlung Friedrichshof und seit 2001 auch für die

Leitung des Museums und die Ausstellungsorganisation

zuständig.


Städteplanung / Architektur / Religion Buch V - Friedrichshof ST/A/R 37

KÜNSTLER AM FRIEDRICHSHOF: JOSEF DANNER, HÜSEYIN ISIK, TERESE SCHULMEISTER

JOSEF DANNER /

www.josef-danner.at

Ursprünglich der „abstrakten“ Linie der „Neuen Wilden“

zugeordnet, hat sich meine Arbeit als Maler , Texter und

Grafiker sowie als Gestalter von Plakatinstallationen im

öffentlichen Raum zunehmend konzeptuell entwickelt.

Kontinuierlich fließen Textelemente in die bildnerische Arbeit

ein. Anstatt „Natur“ werden gesellschaftlich produzierte

Mythen und deren mediale Darstellung in Sprache und Bild

zum Ausgangspunkt der Reflexion.

Unter Nutzung neuer technischer Medien und des „Sampelns“

von Bildmaterial entsteht ein persönliches Universum, das

durch überraschende Kombinationen von Bild und Sprache

den Betrachter intellektuell auf quasi „surrealistische“ Weise

herausfordert. „ Virtuelle Bilder “ können Ausgangspunkt für

Transformationen in Malerei und Zeichnung sein oder auch

direkt als Druckgrafik das Spektrum der „Malerei“ erweitern.

Meine ursprünglichen bildnerischen Techniken wie Malerei

und Zeichnung

werden also nicht aufgegeben, sondern kontinuierlich neu

definiert.

Kurzbio: 1955 in Amstetten , NOE geb., seit

1998 Atelier am Friedrichshof, Bgld.,

Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten

Sammlungen.

( MUMOK, Wien, NEUE GALERIE, Graz, NOE

LANDESMUSEUM, St. Pölten, LENTOS, Linz ,MUSEUM

STIFT ADMONT, etc.)

HÜSEYIN ISIK oder der kontrollierte Zufall

Vier Elemente beherrschen das Leben -

Feuer, Regen, Wind und Erde.

Jahre später habe ich sie ergänzt.

Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde ich in einem kleinen kurdischen Dorf geboren, wann genau weiß ich nicht. Die

ganze Familie emigrierte kurz darauf nach Istanbul.

1988 kam ich nach Wien – in eine andere Welt mit anderen Menschen und einer anderen Realität, in ein balkanisiertes Mitteleuropa mit

türkischem Kaffee. Ich stellte mich der Zeit zur Verfügung, zu jeglicher Verwendung.

Ab Mitte der 1990er Jahre stellte ich regelmäßig zu den Themen Identität, Rassismus, Fremdsein aus. Ich entwickelte eine Liebe zu

öffentlichen Räumlichkeiten – zu Straßen, Gassen, Plätzen, Krankenhäusern, Verkehrsmitteln, Baustellen, etc … und zu einer anderen

Art von Erzählungen. Die Stadt entdecken, dunkle Seiten zum Leuchten bringen, Frühstück als Kunst genießen – zu dieser Zeit war alles

unter meiner Kontrolle, nur ich war außer Kontrolle.

Ich war Polizist bei der Ausweiskontrolle, brachte Skulpturen mit Sprengstoff zur Explosion, ermordete Kerzen durch den Entzug von

Sauerstoff, errichtete Grenztore auf freiem Feld, brachte Bilder um für eine poetische Gerechtigkeit, ersteigerte zum Tode verurteilte

Menschenrechtsaktivisten für die Freiheit, schrieb Chatprogramme ohne Strom und Kabel,...

Seit zehn Jahren darf ich nicht in die Türkei, weil ich vergessen habe, meinen Militärdienst zu leisten J. Seit 2003 lebe ich am

Friedrichshof. Im Augenblick sitze ich unter meinem Baum, koche Kaffe für meine Nachbarn…

TERESE

SCHULMEISTER

Videofilme, Aktion, Malerei,

Zeichnung.

Ihre Themen sind

Beziehungen und Gefühle

der Menschen zueinander,

Körper, Sexualität und Erotik.

Nicht die gesellschaftlichöffentliche

Rolle, sondern

die intimen Gefühlsaspekte.

Wobei Tragik zu Komik

mutiert und Tristesse mit einer

Extraportion Humor besser

schmeckt. Eine hedonistische

Sichtweise, psychoanalytisch

tiefgeladen, die noch Energien

entfachen kann.

Lebt und arbeitet seit den

Pioniertagen der Kommune

am Friedrichshof.

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alle mit Gartenzugang oder Terrasse, verdunkelbar, W-LAN und

Seminartechnik

> Restaurant mit anspruchsvoller Küche und guter Weinauswahl

Arkadengarten und Frühstücksterrasse

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Präsentationen zeitgenössischer Kunst

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Körperarbeit, Tanz- und Kreativworkshops etc. Natürlich sind auch

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der sonnenreichen pannonischen Landschaft liegt das Seminarhotel Friedrichshof –

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38 ST/A/R

Buch V - Friedrichshof Nr. 18/2008

WELTARCHITEKTUR AM FRIEDRICHSHOF:

PPAG, POPELKA-PODUSCHKA

KRISCHANITZ

HALBRITTER


Nr. 18/2008 Buch V - Friedrichshof

ST/A/R 39

ZUKUNFT: ATELIERPROJEKT

PLANUNG: ROVENTA, GERNGROSS, WERSTATT WIEN

DIE PREISWERTESTEN ATELIERHÄUSER ÖSTERREICHS

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Visualisierung: Werner Skvara

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Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VI - Dudler ST/A/R 41

Max

Dudler

MAX DUDLER ARCHITEKT

Berlin, Zürich


42 ST/A/R

Buch VI - Dudler Nr. 18/2008

Max Dudlers Architektur ist ist von von einer prägnanten, voluminösen und und manchmal manchmal fast heftigen

Körperlichkeit. Doch trotz ihrer kräftigen, körperlichen, architektonisch aber immer

fast

heftigen Körperlichkeit. Doch trotz ihrer kräftigen, körperlichen, architektonisch aber

immer klar artikulierten Erscheinung, tritt sie auf, ohne an Eleganz einzubüßen.

Sie klar ist artikulierten zudem, auf Erscheinung, jeweils differenzierte tritt sie auf, Art ohne und an Weise, Eleganz geladen einzubüßen. mit einem Sie ist deutlich zudem,

erkennbaren auf jeweils differenzierte Bildprogramm. Art und Weise, geladen mit einem deutlich erkennbaren Bildprogramm.

Schon eine erste Konfrontation bezeugt auffällig, dass diese Architektur nicht

Schon Max Dudlers eine erste Architektur Konfrontation ist von einer bezeugt prägnanten, auffällig, voluminösen dass diese Architektur und manchmal fast heftigen

Körperlichkeit. Doch trotz ihrer kräftigen, körperlichen, architektonisch aber immer

nicht erinnerungslos ist. Sie bindet sich im Gegenteil direkt an das in der

Architekturgeschichte erinnerungslos ist. Sie bindet aufgehobene sich im Erinnerungspotential Gegenteil direkt an das und in der -vermögen. Architekturgeschichte

aufgehobene Erinnerungspotential und -vermögen. Dabei vermitteln seine architekto-

Dabei klar artikulierten vermitteln Erscheinung, seine architektonischen tritt sie auf, Projekte ohne an trotzdem Eleganz einzubüßen. umstandslos Sie ihre ist zudem,

Gegenwartsbezogenheit. (Martin Kieren)

auf jeweils differenzierte Art und Weise, geladen mit einem deutlich erkennbaren Bildprogramm.

Schon eine erste Konfrontation bezeugt auffällig, dass diese Architektur

nischen Projekte trotzdem umstandslos ihre Gegenwartsbezogenheit. (Martin Kieren)

nicht

erinnerungslos ist. Sie bindet sich im Gegenteil direkt an das in der Architekturgeschichte

aufgehobene Erinnerungspotential und -vermögen. Dabei vermitteln seine architektonischen

Projekte trotzdem umstandslos ihre Gegenwartsbezogenheit. (Martin Kieren)

Max Dudlers Architektur ist von einer prägnanten, voluminösen

und manchmal fast heftigen Körperlichkeit. Doch

trotz ihrer kräftigen, körperlichen, architektonisch aber

immer klar artikulierten Erscheinung, tritt sie auf, ohne an

Eleganz einzubüßen. Sie ist zudem, auf jeweils differenzierte

Art und Weise, geladen mit einem deutlich erkennbaren Bildprogramm.

Schon eine erste Konfrontation bezeugt auffällig,

dass diese Architektur nicht erinnerungslos ist. Sie bindet

sich im Gegenteil direkt an das in der Architekturgeschichte

aufgehobene Erinnerungspotential und -vermögen. Dabei vermitteln

seine architektonischen Projekte trotzdem umstandslos

ihre Museum Gegenwartsbezogenheit. Ritter

(Martin Kieren)

Übersetzung ins Raumalphabet – Eine Schrift – deren Buchstaben der Schatten eines

Standort Alfred-Ritter-Straße 27, 71111 Waldenbuch, D

rechten Winkels sind, der sich um seinen Schwerpunkt dreht.

Bauherr Marli Hoppe-Ritter-Stiftung zur Förderung der Kunst, Gerngross Raumalphabet

Museum 1976. Ritter

Alfred Ritter GmbH & Co.KG, Waldenbuch

MUSEUM RITTER

Bauzeit 2003-2005

Standort Alfred-Ritter-Straße 27, 71111 Waldenbuch, D

Bauvolumen BGF: 4.405 m² BRI: 28.500 m³

Bauherr Marli Hoppe-Ritter-Stiftung zur Förderung der Kunst,

Architekt Max Dudler

Alfred Ritter Ritter GmbH GmbH & Co.KG, & Waldenbuch Co.KG, Waldenbuch

Projektleitung Susanne Raupach

Bauzeit: 2003-2005 2003-2005

Mitarbeiter Gesine Gummi, Nina Barthélémy, Andreas Enge

Bauvolumen BGF: 4.405 m2 BRI: 28.500 m3

Bauvolumen BGF: 4.405 m² BRI: 28.500 m³

Architekt:

Fotos Stefan Müller

Max Dudler

Architekt Max Dudler

Standort: Alfred-Ritter-Straße 27, 71111 Waldenbuch, D

Bauherr: Marli Hoppe-Ritter-Stiftung zur Förderung der Kunst,

Projektleitung: Susanne Raupach

Projektleitung Mitarbeiter: Susanne Gesine Raupach Gummi, Nina Barthélémy, Andreas Enge

Mitarbeiter Fotos: Stefan Gesine Müller Gummi, Nina Barthélémy, Andreas Enge

Fotos Stefan Müller


Nr. 18/2008 Buch VI - Dudler

ST/A/R 43


Städteplanung / Architektur / Religion Buch VI - Dudler ST/A/R 45

DIÖZESANBIBLIOTHEK, PRIESTERSEMINAR UND

VERWALTUNGSBAUTEN BGV

Standort: Überwasserkirchplatz 3, 48143 Münster, D

Bauherr: Bischöfliches Generalvikariat

Bauzeit: 2002-2005

Bauvolumen: BGF: 14.300 m 2 BRI: 50.900 m 3

Architekt: Max Dudler

Projektleitung: Bernhard Moeller

Mitarbeiter Wettbewerb: Bernhard Möller, Anja Hassler, Phil Peterson,

Susanne Raupach

Planung: Simone Boldrin, Julia Dahlhaus, Britta Fritze, Chistian

Moeller, Sebastian von Oppen, Ines Schenke, Nicole Schottkowski

Fotos: Stefan Müller


46 ST/A/R

Buch VI - Dudler Nr. 18/2008

Max Ernst grüßt Max Dudler

WESTEND FIRST

Standort: Guiollettstraße 44-46, 60325 Frankfurt am Main, D

Bauherr: IFM Immobilien AG

Bauzeit: 2003-2005

Bauvolumen BGF: 10.085 m2 BRI: 33.285m3

Architekt: Max Dudler

Projektleitung: Georg Schönborn

Mitarbeiter: Susanne Raupach, Simone Boldrin, Christoph

Conrad, Martin Eichholz, Alain Ettlin, Jürgen Frers,

Katja Wemhöner

Fotos: Stefan Müller


Nr. 18/2008 Buch VI - Dudler

ST/A/R 47

SCHWARZES CAFÉ

Schwarzes Café

Schwarzes Cafe

Standort: Schweizerstraße 14, 60594

Frankfurt/M, Standort DSchweizerstraße 14, 60594 Frankfurt/M, D

Bauherr: Bauherr Frau Frau Hildebrandt

Bauzeit: 1986

Bauzeit 1986

Bauvolumen BGF: 4.405 m2 BRI: 28.500 m3

Bauvolumen BGF: 4.405 m² BRI: 28.500 m³

Architekt: Max Dudler mit Karl Dudler

Foto: Waltraud Architekt Max Krase Dudler mit Karl Dudler

Foto Waltraud Krase

Mit freundlicher Unterstützung von:

LOGO


48 ST/A/R

Buch VI - Dudler Nr. 18/2008

DIÖZESANBIBLIOTHEK, Priesterseminar und Verwaltungsbauten BGV, Münster. Foto: Stefan Müller


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VII - AUTO-ST/A/R ST/A/R 49

David Staretz

schreibt, redigiert

und fotografiert

den Auto-ST/A/R

David

Foto Andy Riedmann


50 ST/A/R Nr. 18/2008

Buch VII - AUTO-ST/A/R

ZIEMLICH C

Von der Drehscheibe auf die Straße: David Staretz fuhr

das Citroën-Concept-Car C-Cactus und konnte durch die

Heckleuchten schauen

TEXT UND FOTOS: DAVID STARETZ

f

Das Einzelstück steht und fährt auf der

technischen Basis des C4 und sollte, ehrgeiziger

Wunsch seiner Väter, trotz aller

Eco-Coolness in möglicher Serienproduktion

nicht mehr kosten als der Einstiegs-C4, also unter

17.000 Euro.

Denn hier wurde schon auf den vereinfachten

Fertigungsprozess hingearbeitet: Weniger Einzelteile,

pfiffige Lösungen, unlackierte Türen, Beschränkung

auf das Wesentliche. Ökologie trifft

Ökonomie, und der Chic schaut auch vorbei.

All dem nachzuhelfen, wendeten die Designer einige

Kunstgriffe an:

Ω Einsparung des Armaturenbretts. (Stattdessen

gibt es im Lenkrad ein Universalmonitor-MP3-

Device das man handymäßig mitnimmt und

einsteckt – zugleich auch Schlüssel mit Zugangscode.)

Ω Verzicht auf Lackierung. Man belässt die Türen

nacktmetallen – lediglich mit einer transparenten

Schutzschicht versehen.

Ω Verzicht auf Hebefenster – eine Schiebeklappe

á la Racing muss genügen.

Ω Der Innenraum besteht nur aus rund zweihundert

Elementen – das ist rund die Hälfte von

normal.

Ω Die Tür besteht überhaupt nur aus zwei Teilen.

Ω Hingegen findet man ein verglastes Panoramadach

und (folglich zwingend) eine Klimaanlage

an Bord.

Im Test zeigten sich schnell auch konzeptionelle

Probleme – so wird in einem Bereich zwischen

30 und 40 km/h ständig zwischen Elektro- und

Dieselantrieb hin und her gepolt, wobei der Diesel

ziemlich ruppig anspricht.)

Die Hybrid-Technik (Elektro/Diesel) ist quasi eingeschweißt,

vorn findet man nur noch eine Wartungsklappe

zum Einfüllen von Öl und Scheibenreiniger.

Was das Fahren betrifft – bei Concept Cars, die

per se unbezahlbar teuer sind, rollt man so schonungsvoll

wie möglich durch das (hochsicher

abgesperrte) Testgelände, begleitet von einer Kakophonie

des Knarzens, Quietschens, Aggregatesäuselns.

Das Deko-Lenkrad des Cactus dient

mehr der Zierde, manchmal klemmt man sich

ein bißchen ein. Die schönen weißen Pedale sind

bald nicht mehr so schön weiß und man sehnt

sich irgendwie nach dem hellblauen Mehari, den

man gerade noch auf der Straße parken sah, nach

Leichtigkeit, Fröhlichkeit, Ungezwungenheit,

nach Laissez faire und die junge Brigitte Bardot.

Aber dieser Zug ist wohl abgefahren .

Der Designer Cathal Loughnane

Grüne Stempel: Profil im Umweltlook


Nr. 18/2008 Buch VII - AUTO-ST/A/R

ST/A/R 51

Einzelstück: Audi R8 V12 TDI mit 500 Diesel-PS

MIAMI HERO

Audi Diesel Supercar: Alu, Allrad, Racingpower.

David Staretz hatte im Miami Gelegenheit,

am Rad der Geschichte zu drehen.

Ferne Erinnerung an zwei Ratschläge eines

Weltmannes: „Beware of women who can‘t

put on lipstick straight.“ Und: „Verbringen

Sie Ihr Leben dort, wo es Palmen gibt“. Zwei äußerst

nützliche Hinweise. Ich denke, der Mann ist

längst in Miami zu Hause, der Heimat der Lipstick-Artistinnen

unter Palmen.

Jüngst hat sich Audi für einige Wochen unter dem

Schatten der Palmen eingerichtet, mit einem Supercar

in Lipstick-Red, in einem Ufercamp auf

Parrot Island, Miami Beach.

Wer hätte das je gedacht, vor zwanzig Jahren noch,

als man verzweifelt damit kämpfte, die Hosenträger

abzustreifen.

Heute lauert der böse Rote ganz selbstverständlich

zwischen dem weißen Transporter und dem verkabelten

Wohnmobil. Dahinter lungern die Cops,

das Blaulicht flimmert lasziv in der frühen Nachmittagssonne.

Ruhe vor dem Sturm.

Denn nichts ist, wie es scheint.

Die Cops sind ganz friedlich und hoch bezahlt, um

den kennzeichenlosen Wagen auf den Highway

zu geleiten für kurze Ausflüge in die reale Welt.

Der freakige Hippiedriver des Transporters ist ein

freundlicher Opa, der sich gestern beim Abladen

den Daumen verrenkt hat. Seine kleine Frau, die

Haare lang bis zum Knie, sorgt sich rührend um

ihn.

Und der rote Audi R8 ist kein R8. Sondern ein unbezahlbares

Einzelstück, Showstar und Headturner

von Detroit und Genf, unerreichbar weit weg

inmitten der Besucher, die sich um den Boliden

scharen, um die verschärfte Optik zu bewundern

und den gläsernen Nacken, unter dem wie eine

Preziose das wildeste Aggregat unserer Vorstellungsmöglichkeit

lauert: Ein V12 TDI, also ein

doppelturbogeladener Direkteinspritz-Selbstzünder

mit CommonRail-Einspritztechnologie. Sechs

Liter Hubraum. Maximale Motorleistung an der

Kurbelwelle: 500 PS. Maximales Drehmoment:

1000 Newtonmeter. Das entspricht der Drehkraft

eines ein Meter langen Schraubenschlüssels, auf

dessen Ende das Gewicht von 100 kg drückt. Das

hält kein Handschaltgetriebe der Welt aus. „Deshalb

haben wir das tatsächliche Drehmoment auf

500 Nm gesenkt“, sagt Herr Fröhlich, der Motorentechniker.

„Allerdings treten die bereits bei

1800 Touren in voller Stärke an. Wir hatten aufgrund

der kurzen Entwicklungszeit von drei Monaten

keine Möglichkeit, ein derart belastbares

Getriebe zu bauen, außerdem kriegten wir Platzprobleme.

Umso bemerkenswerter, dass wir mit

einem normalen A4-Sechsgang-Getriebe das Auslangen

finden konnten“.

Das Geheure an solchen Ungeheuern wie dieser

einmaligen Studie liegt darin, wie pflegeleicht

und alltagsnah sie sind: Der Motor springt nach

kurzem Knopfdruck an und läuft fast unhörbar vor

sich hin. Allerdings ist das Menü schon sehr delikat

angerichtet: Die Nadeln der feinkalibrierten

Instrumente für Drehzahl und Geschwindigkeit

federn schon einmal hoch und wieder zurück,

wie um Bereitschaft und Elastizität anzuzeigen,

die hier herrscht. Der Startknopf in der Lenkradspeiche

des unten gekappten Sportlenkrads ist

von einem kleinen Indexregler umfangen, der

zwischen Normal, Sport und Race unterscheidet.

Natürlich wäre der Drehzahlmesser eigentlich

verzichtbar. Schon bei 4500 Touren ist sein

Job beendet. Seine vornehmere Aufgabe besteht

darin, darauf hinzuweisen,

wie wenig Gequirl notwendig

ist, um schon die volle

Macht ans Rohr zu lassen.

Das drückt sich akustisch

ganz seltsam aus. Eigentlich

unbeschreiblich, denn

der Sound wird durch die

zwölf Zylinder und die beiden

Turbolader so fein zerkleinert,

dass er nichts Dieselmotorisches

an sich hat.

Er klingt nicht einmal motorisch.

Eigentlich klingt er

im Stand fast gar nicht. Nur

ein heißes, böses Zischen

ist dann beim Beschleunigen

zu hören, ein Klang

gewordener Schweißstrahl

der Akzeleration, der den

Wagen wie einen Feuerstoß

vorantreibt. Der innen deutlich hörbare aber

angenehm rauschende Ansaug-Luftstrom führt

über eine im Dach eingelassene NACA-Düse ins

Gedärm. Fast berührungsfrei (das Gaspedal darf

nur erfühlt werden, darauf achtet Audi-Mann

Kräuter auf dem Beifahrersitz) gleiten wir über

das halbgare Pflaster von Parrot Island. naja, eher

ist es ein Rumpeln, denn der Wagen ist entsprechend

hart ausgelegt, da müsste man gar nicht

erst in den Sportmodus switchen. Schon gar nicht

auf RACE, wobei sich allerdings die Instrumentenbeleuchtung

von weiß auf rot dramatisiert und

die Anzeige des Navigationssystems eine kombinierte

Ansicht von Lap-Timer und Navigation der

zu fahrenden Rennstrecke aufzeigt. Außerdem

kann man sich Zusatzinformationen wie Fliehkraft

und Ladedruck reinspielen lassen.

Dieser V12 mit dem gefälligen Zylinderwinkel von

60 Grad ist allerdings nicht von den erfolgreichen

V12-Renntriebwerken abgeleitet, sondern bezieht

sich auf die bewährten Sechs- und Achtzylindermotoren.

Hohe Drücke sind am Werk: 2000 bar

in den beiden Rails und bis zu 2,6 bar in den Turboladern.

Eingespritzt wird per piezoelektrischer

Düsenregelung bis zu fünf Mal pro Arbeitstakt.

Dies sei nur erwähnt, um die mittlerweile weit

fortgeschrittene Dieseltechnologie zu illustrieren.

Die verschärfte Optik des TDI gegenüber der Serienanmutung

zeigt sich in den aufgerissenen

Lufteinlässen vorne und den vergrößerten Sideblades

hinter den Türen, eine begründete Maßnahme

zur verbesserten Luftzuführung. Der

Heckspoiler fährt um fünf Zentimeter hoch im

aerodynamischen Zusammenspiel mit den beiden

Diffusoren, die bei der Studie so rennmäßig

radikal ausgelegt wurden, dass sie wirklich Abtrieb

produzieren. Der gesamte Unterboden steht

im Zeichen der Aerodynamik. Die geraffte Heckgestaltung

lässt noch einiges davon ahnen.

Stilistisch sauber wirkt auch das Glasdach mit

zwei durch einen Mittelsteg getrennten Segmenten.

Ihm ist auch die Naca-Düse eingeschrieben,

deren Überkopf-Tunnelführung exklusiv der

Atemluftzuführung des Aggregates dient. Auch

die Motorabdeckung ist transparent – wie in einer

Schatulle ist der V12 hier eingebettet, nachts

durch weiße Leuchtdioden beleuchtet. Allerdings

erkennt man rein gar nichts vom eigentlichen

Triebwerk – vielmehr haben die Designer ihre

eigene Interpretation eines appetitlichen V12 als

Kunststoffhaube darübergelegt. Ansichtssache.

Auch bei der Studie verließen sich die Audi-Fahrwerkstechniker

auf die hauseigene Dämpfertechnologie

magnetic ride. Sie passt die Charakteristik

des Fahrwerks in Millisekunden dem Profil der

Straße und der Gangart des Piloten an. Das ergibt

ein Gefühl des Abtastens, des Scannens der Fahrbahn

und des Reagierens der Dämpfer in Echtzeit.

Das heißt, ein Rad fällt nicht ins Schlagloch,

sondern wird, überspitzt formuliert, regelrecht

hineingedrückt und wieder herausgeholt.

Dank Mittelmotor-Konfiguration mit dem Schwerpunkt

tief in Wagenmitte hat die Gewichtssteigerung

durch den Einbau des V12 eigentlich keine

Nachteile bei den Fahreigenschaften nach sich

gezogen, erzählen die Audi-Techniker. Ich muss

es glauben, kann aber in engen Haarnadeln feststellen,

dass es kaum Tendenzen gibt, über die

Vorderräder zu schieben. Der Wagen geht gierig,

neigungsfrei und griffig in die Kurven. Daran sind

auch zwei wesentliche Elemente der Gesamtkonfiguration

beteiligt: Extrasteife SpaceFrame-Alubauweise

sowie Allradantrieb, der nur beim Rangieren

mit starkem Einschlag gewisse Verspannungen

zeigt.

Die Sonne sinkt durch die Skyline von Miami Beach

hinab, deren höchste Türme vom Flugzeug

aus höher erscheinen als die Halbinsel breit ist.

Ein Kormoran hält Wacht, faltet auf einem Pfosten

im Wasser sitzend sein Gefieder auf, wie um

die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Die Cops

schieben ab. Schnell noch einmal eine Runde

durchgezogen, schon allein des Klanges wegen.

Steinchen prasseln gegen die inneren Radkästen,

man vermeint, sie bis durch die Sitzpolsterung zu

spüren.

Papa Hippie hat schon die Rampe bereitgelegt, unter

pumpenden Gasstößen wird der Wagen millimetergenau

in sein Gehäuse geschoben. Eine Prozedur,

als geleitete man ein gefährlich fauchendes

Raubtier nach der Show in seinen Trailer. Eine

weitere Tournee zu den Autosalons der Welt steht

dem Boliden bevor, ehe er seinen endgültigen

Platz im Audi-Museum finden wird.

Abends wird der Tag im angesagten Devito, dem

Restaurant Danny DeVitos, bei Meeresfrüchten

und Steak abgeregelt. Wir nehmen in chamoisfarbenem

Ledergestühl platz – eindrucksvolle Ohrensessel,

in die man sich gern hineingleiten lässt.

Man gleitet und gleitet, immer tiefer, bis alle rund

um den Tisch verblüfft feststellen, dass sie kaum

noch über die Platte sehen. Da hat sich der kleine

Boss einen typischen Scherz erlaubt: Betrachte die

Welt aus DeVito-Höhe. Aber wir R8-Fahrer sind

solche Perspektive gewöhnt.

Ω


Städteplanung / Architektur / Religion Buch VII - AUTO-ST/A/R ST/A/R 53

MIAMI HERO


54 ST/A/R

Buch VII - AUTO-ST/A/R Nr. 18/2008

UNTERWEGS MIT DEN BENTLEY-BOYS

David Staretz on the road mit hemdsärmeligen Millionären durch Ungarn, Siebenbürgen

und die Walachei. Den Rest des 5000-km-Weges nach Antalya fanden sie dann allein.

TEXT UND FOTOS: DAVID STARETZ

Wie Ritter, Pferd und Burgturnier scheppern, wiehern

und grölen die Bentleys durch die Siebenbürger

Dörfer, feuchte Wäsche schlappt wie bunte

Fahnen hinterher, um dann als staubgraue Lappen zu Boden

zu sinken. Kinder schneuzen sich in Kittelfalten, Großmütter

sehen düstere Prophezeiungen aufsteigen, junge Frauen

versuchen, das Weiße im Auge der Piloten zu entdecken und

mutige Köter nehmen die Verfolgung auf. Gib gassi!

Weeee-o-weeee-o heulen die schlecht justierten Alarmanlagen

in den Dacias und Oltcits am Straßenrand, ausgelöst

durch Vibrationen der pulsierenden Auspuffgase und

Schallschepperwellen. Störche klappern aus allen Nestern,

Schweinchen kugeln in Kanäle. Zerknitterte Asse rutschen

aus abgestoßenen Jackenärmeln, wenn unrasierte Männer

durch Flaschenböden die Ware taxieren. Sie sind, im Gegensatz

zu den Westlern bisher, nicht so blöd, das verdreckte,

öltriefende Altmaterial zu sichten. Ihr kennerhaftes Interesse

gilt den aktuellen Modellen GT und Arnage, die den Pulk

nach hinten absichern, vielleicht auch den Ladies, die vornehmlich

darin sitzen.

Der Hotel-Architekt Frank Solano, der diese Rally zusammen

mit Designer Eddie McGuire organisiert hat, führt hier

den Lagonda V12 von 1939 vor, dessen Maschine Mr. W. O.

Bentleys Meisterstück darstellt, nachdem er mit Bentley in

Konkurs gegangen war. Mr. Solano ist seit vierzig Jahren Architekt

und Innendesigner, rund 250 Hotels und Resorts gehen

auf seine Planung zurück und zuletzt richtete er dieses

Calista Luxury Resort in Antalya (Türkei) ein, wonach er die

Besitzer davon überzeugte, Sponsor, Namens- und zuletzt

Gastgeber dieser Fahrt zu werden, die in London begann

und zehn Tage und Länder später in Antalya enden sollte.

Die Route der sechzehn Vintage Bentleys führte von London

über Prag, Wien, Budapest, Sibiu, Bukarest, die Schwarzmeerküste

hinunter an den Bosporus, wo nebenbei der erste

Bentley-Showroom in Istanbul eröffnet wurde, um dann

im 600-Zimmer-Butlerservice-Luxusresort Belek bei Antalya

triumphal zu enden. Die Einladung zum mitfahren galt

nur für geladene Gäste, also Mitglieder des hochexklusiven

Benjafield’s Racing Clubs, benannt nach dem Bentley-Boys-

Gründungsmitglied aus den zwanziger Jahren.

Lust auf

Sieben-

Burger?


Nr. 18/2008 Buch VII - AUTO-ST/A/R

ST/A/R 55

Das Tankstellen Angebot in

Ungarn beinhaltet Zierkürbisse.

Sonst winken sie der Bahn.

Diesmal hatten wir den Vorzug.


56 ST/A/R

Buch VII - AUTO-ST/A/R Nr. 18/2008

MATERIAL FÜR SCHMUCKDESIGNER

UND SCHMUCKGENIESSER

15 APRIL 2008 – GLORIA 20

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Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VIII - Reinkarnation ST/A/R 57

Edward Fuglø, Culture Club, The Municipality of Tórshavn

MODERNE KUNST DER FÄRÖER INSELN

16. Mai bis 7. September 2008 im Leopold Museum

Die Kunst der Färöer Inseln ist außerhalb Skandinaviens weitgehend

unbekannt geblieben, was aber vor allem in der Abgelegenheit des

Ursprungslandes und sicher nicht in mangelnder Qualität begründet

ist. Diese Ausstellung bietet dem österreichischen Publikum die Gelegenheit,

Europas kleinste Nation durch ihre Kunst zu entdecken und

Künstler kennen zu lernen, die eine breitere Aufmerksamkeit absolut

verdient haben.

80 Kunstwerke aus 6 Jahrzehnten

Diese Ausstellung zeigt anhand einer Auswahl von etwa 80 Kunstwerken

aus den vergangenen sechs Jahrzehnten eine Entwicklung, die in den späten

1940er Jahren mit Landschafts- und Figurenbildern in der Tradition der europäischen

Avantgarden ihren Anfang nahm und bis heute zu einer Vielfalt

künstlerischer Ansätze und Ausdrucksformen geführt hat: Die Kunstwerke

sind frisch und innovativ und überraschen den Betrachter mit Ironie, Humor

oder einer tiefen Ehrfurcht vor der Natur, wie sie in der Kunst Kontinentaleuropas

heute selten zu finden sind. Die Auswahl der Kunstwerke entspricht

einer sehr persönlichen Entscheidung des Kurators - Dr. Michael Fuhr - und

erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt Kunstwerke

einander gegenüber, die auf die eine oder andere Weise „typisch färingisch“

erscheinen.

Die Färöer Inseln sind geprägt von ihrer pittoresken Landschaft, gekennzeichnet

durch steile, dunkle Klippen, tiefe Fjorde zwischen grünen Bergen

und abrupte Wetterwechsel, die scharfe Kontraste und oftmals sehr irritierende

Lichtverhältnisse zur Folge haben.

Ein besonderes Thema der Ausstellung ist das legendäre EM Qualifikationsspiel

Färöer – Österreich. Das Spiel, das am 12. September 1990 im

schwedischen Landskrona statt fand bildet einen Schnittpunkt von Kunst und

Sport. Die österreichische Mannschaft unter Josef Hickersberger war damals

haushoher Favorit. Es spielten u.a. Legenden wie Toni Polster, Michael

Konsel und Andreas Herzog. Dennoch gelang es der färöischen Elf ein Tor

zu verhindern. Im Gegenteil: in der 62. Minute gelang den Außenseitern

das 1:0, zugleich der Endstand. Der Torschütze Torkil Nielsen wurde zum

Nationalhelden. Ihm errichtete man ein Denkmal in Torshavn. Das Modell ist

in der Ausstellung zu sehen.

Ebenfalls gezeigt wird eine Installation, die die Höhepunkte des Fußballspiels

revue passieren lässt und den Kommentar in der färöischen Sprache und auf

Deutsch einander gegenüberstellt. Tormann Martin Knudsen, der „Keeper

mit der Zipfelmütze“ und der Goalgetter Nielsen haben Ihr Kommen zur

Ausstellungseröffnung zugesagt.

Die österreichischen Helden Toni Polster und Michael Konsel wurden ebenfalls

eingeladen.

Von der Natur beeinflusst

Die Natur beeinflusst das Leben auf eine viel direktere Weise als auf dem

Kontinent; Meer, Sturm, Nebel sind einschneidende, wenn nicht gar lebensbedrohliche

Erfahrungen. Pilotwale werden immer noch in kleinen Booten

gejagt und anschließend auch gegessen, tausende Schafe laufen weitgehend

frei auf dem Inseln herum, als Lebensgrundlage für die Landbevölkerung

und als permanente Gefahr für den Straßenverkehr. Vogelkolonien auf einigen

Felsen zählen Tiere nach Millionen und sind schon von weitem zu hören

am ohrenbetäubenden Geschrei. Die Menschen leben in kleinen Ortschaften,

jeder kennt jeden, was wenig Platz für „Außenseiter“ (wie beispielsweise

Künstler) lässt, so aber auch einen gewissen Widerstand herausfordert: Mehr

als ein Künstler macht sich in seinen Werken lustig über das bürgerliche

Leben, nicht selten dabei trotzdem auch die heimelige Qualität des Insellebens

durchaus zu schätzen wissend – ambivalent, aber faszinierend.

Hans Pauli Olsen *1957

Fußballdenkmal (verkleinerte Version), 2004/05, Sports, Originaltitel:

Fótbóltstandmyndin,

H 20 cm , Bronze, The Municipality of Tórshavn

Leopold Museum, MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.leopoldmuseum.org


58 ST/A/R

Buch VIII - Reinkarnation Nr. 18/2008

HTTP://SEDUCTION.STAR-WIEN.AT/

diese zeitungspapierseite ist ein st/a/r 100% kunst-werk aus rein

bio’logischen

anbau. ja,natuerlich!, ist’s frisch&fertig.

hauptverantwortlicher kunst-produzent: sebastian sauer,

previously a hard-working pirate of joe no-name

(cf.: http://www.joenoname.com/ )

der now+jetzt exclusiv unter der st/a/r flagge segelt.

kaj? macka ‘ma rep nazaj, oke pa naprej.

“sublety may win me, but force never will”, she said and turned

to face the sea again ..

http://seduction.star-wien.at/

(this is value added content. meaning optional ist

die gruene schrift

durch Ihren virtuellen mauspfeil ankickbar.)

--

ever tried. ever failed.

no matter.

try again. fail again.

fail better.

(Samuel Beckett)

FOTO: MIRJANA RUKAVINA

MIRIANA RUKAVINA


Nr. 18/2008 Buch VIII - Reinkarnation

ST/A/R 59

AKT FOTO VON KATZE LEA

CREDITS: PHOTO: MIRJANA RUKAVINA

MODEL: LEA, FLAIRMODELMANAGEMENT, WIEN

FLAIRMODELMANAGEMENT.COM

WWW.MIRJANARUKAVINA.NET


Städteplanung / Architektur / Religion Buch VIII - Reinkarnation ST/A/R 61

Städteplanung als intuitive Erfahrung

Das Spannungsfeld zwischen der großartigen Karlskirche,

Symbol der historischen Architektur, und dem neuen

Dreieinigkeitsbauwerk Kurt erzeugt am Karlsplatz einen

synergetischen Raum, der eine neue städtebauliche

Kommunikation eröffnet.

Für diese intuitive Erfahrung zeichnet Heidulf Gerngross

und Hofstetter Kurt

Dreieinigkeitsbauwerk Kurt

am Karlsplatz Wien

Als mich vor einem Monat Elke Krasny in meinem

Atelier besucht hat entdeckte. Sie meine Entwürfe

für den Karlsplatz und wollte diese für eine kommende

Ausstellung im Wienmuseum zeigen.

Ich bin mitten im Konstruieren, habe aber dennoch die

noch in Arbeit befindlichen Skizzen und Renderings zur

Verfügung gestellt. Die Statik löst das Ingenieurbüro

Fröhlich und Locher, bis jetzt noch in Arbeit, das Projekt

ohne Auftrag zu planen entstand aus der Großzügigkeit

der Werkstatt Wien Spiegelfeld, Architektur Management.

Als Student hatte ich direkt am Karlsplatz Nummer

4 mein Studentenzimmer. In den 80er Jahren haben

wir mit unserem Büro Richter - Gerngross und einer

Zusammenarbeit mit Coop Himmelblau versucht, eine

Lösung für den Karlsplatz zu finden. Es war aber nicht die

Lösung von heute. Durch die Spannung der großartigen

Architektur der Karlskirche und dem 70 m hohen

Dreieinigkeitsbauwerk Kurt wird der Karlsplatz zu einer

neuen innerstädtischen Aktivität gerufen.

Die äußere Form des Bauwerkes wird durch die Skulptur

„nature is cool“ von Hofstetter Kurt wesentlich bestimmt;

bestehend aus drei Kugeln und aus den Proportionsstudien

um den goldenen Schnitt entwickelt. Ein stützender,

rechteckiger Erschließungs- und Servicekern transformiert

schließlich die Skulptur zum Bauwerk. Dieser Kern wird

von der Sezession aus gesehen unsichtbar und tritt mit

Blick von der Karlskirche als dominanter Baukörper auf.

Das Projekt ist aus meiner 50jährigen Kommunikation

mit dem Ort – Karlsplatz – entstanden. Ich hoffe, dass

es hier und nicht woanders auf der Welt gebaut wird.

Baukultur ist weltweit, jedoch der Platz auf der Welt wo ein

Bauwerk steht, hängt von räumlich – geistigen - seelischen

Stimmungen ab, die eben so manchen Ort zum Besten

machen. Und der beste Ort ist der Karlsplatz in Wien,

sodass dieses Bauwerk nicht nur aus Liebe zum Bauwerk

sondern auch als Liebe zum Ort geplant wurde.

Der Karlsplatz kann in seiner städtisch – räumlichen

Aktivität verbessert werden.

Big Business Amigos! H.G.

Panoramarestaurant

Kirche

Konzertsäle

Dreieinigkeitsbauwerk Kurt

Karlsplatz

Blick von der Karlskirche

Lageplan

STATIK:

Karlskirche


62 ST/A/R

Buch VIII - Reinkarnation Nr. 18/2008


Nr. 18/2008 Buch VIII - Reinkarnation

ST/A/R 63

FOTO: BERTALAN D.

WORLDWIDE

STELLAMODELS: MODELL CAROLINE,

Abschied von, und Dank an „SPACE-DESIGNER“ Rudolf Chromy,

der das STAR-Logo durch die zwei Querstriche zum ST/A/R-Logo gemacht hat.


64 ST/A/R

Buch VIII - Reinkarnation Nr. 18/2008

DAS THEATER DER LETZTEN SEITE

MANIFEST DER PLOTMONTEURE

AUS DEM ZEITALTER DER LOSIGKEIT

In allen Lebensbereichen wird der Fortschritt

ohne Konsultation bereits existierende Systeme

forciert. Tot ist die Ersatzteilkultur, tot ist das

Zitat – die Werke der Losigkeit werden in einem

Stück gegossen. Der Konzept-, Orientierungsund

Appetitlosigkeit sind keine Grenzen

gesetzt. Wir werden mit unaufhörlichen

Wiederholungen und Parallelismen

bombardiert. Neues kann nur noch zufällig

entstehen und als solches auch nur zufällig

erkannt werden.

Kunst muß wieder nachhaltiger entwickelt

werden.

Wir bieten weder neue Formen, noch neuen

Inhalt, – wir bieten einen Strich unter

der Rechnung. Eine Jahrtausendwende-

Zwischensumme. Wir verkneten die

Weltliteraturgeschichte zu einem geschmeidigen

Teig und formen ihn zu 90minütigen

prägnanten Appetithappen, durch die sich

künftige Generationen von Theaterschaffenden

zu neuen Werken emporfressen werden.

Das bestehende literarische Material, von der

ersten bis zur letzten Seite, muß ins Bewußtsein

des 3. Jahrtausends und darüberhinaus

transportiert werden. Der Mensch aber fürchtet

das Archiv, es ist gleichbedeutend mit dem Tod,

und Genuß wird Datenbank.

WIR ERWECKEN DIE ARCHIVE ZUM LEBEN,

WIR WERDEN ARCHIV.

ERWECKUNG HEISZT DRAMATISIERUNG.

WIR ERRICHTEN EIN

GESCHICHTSKATAPULT,

UND KATAPULT HEISZT THEATER.

Wir sind die Evolutionstechniker, die

Entwicklungshelfer der Literaturgeschichte.

Wir klettern aus dem Zeitalter der Losigkeit

wieder in das Reich der Keit und Ung, der Kunft,

der Age, des Ments und der Tion empor.

Wir sind geboren, wo Antonin Artaud, Karl

Valentin und Paul Scheerbart getötet wurden

und wo Alexander Rodtschenko, Raoul

Hausmann und Johannes Baader nicht mehr

zum Drama gefunden haben.

Wir rufen den Dokumentationsfuturismus, den

Dokukubofuturismus, den Dokudadaismus, den

Agrofuturismus und den Agrokubodadaismus

als kunsthistorisch adäquate Bewegungen für

den Beginn des 21. Jahrhunderts aus.

Unsere Technik sei die Plotmontage.

DIE PLOTMONTAGE

Wir inszenieren Bibliographien. Wir

dramatisieren die letzte Seite der großartigsten

Sekundärliteratur, die je geschrieben wird.

Alleiniges Auswahlkriterium ist die dramatische

Wirkung des Materials ohne Rücksicht auf

das Ansehen von Autoren oder Stilen. Der

Schnittbogen für den Sommerrock in der

„Burda“ ist ebenso ernsthaft dramatisierbar wie

Dostojevskijs „Schuld und Sühne“. Alle Kraft

wird allein aus dem Text geschöpft.

Die Plotmontage kennt drei technische

Ausprägungen:

1. DAS FREIE ASSOZIATIVE THEATER

(FAssTheater) montiert Kleinzitate

verschiedener Autoren ohne inhaltliche

Einschränkungen. Die Szenen ordnen

sich gemäß der Assoziationskette der

Plotmonteure.

2. DIE WERKESSENZ montiert Kleinzitate eines

Autors ohne inhaltliche Einschränkungen. Sie

repräsentiert die letzte Seite der großartigsten

Biographie, die je geschrieben wird.

3. DAS PLANTHEATER montiert Kleinzitate

verschiedener Autoren mit formaler, epochaler

oder inhaltlicher Festlegung.

Das Programm muß dem Publikum jederzeit in

Form eines Quellenverzeichnisses zugänglich

sein.

DER PLOTMONTEUR

Der Plotmonteur ist Regisseur, Akteur und

Bühnenkonstrukteur. Weil Tschechov es will,

ist der Monteur die Aufmerksamkeit selbst:

Während der Konstruktion widmet er sich

niemand anderem als den Autoren, während der

Aktion gehört er ausschließlich dem Volk.

Der Plotmonteur ist Chef-Archivar des

Weltengeistes. Er revitalisiert das Alte Wort

mit der Geometrie futuristischer Künstler-

Ingenieure und der Genußlust des kosmischen

Theaters.

PLOTMONTAGE IST HANDWERK,

WISSENSCHAFT UND FETTE TORTE.

DAS LACHEN UND DIE GEFAHR

Das Lachen muß wieder dem geistigen Genusse

entspringen. Es muß Ausdruck des Staunens

sein. MAN DARF WIEDER STAUNEN! Jede

Inszenierung muß dem Publikum einen

derartigen Lacher abgewinnen können,

andernfalls ist sie gerade gut genug für den

Latrinenbalken.

Was bei Artaud schmerzhaft als Grausamkeit

gefangennimmt, heißt bei uns GEFAHR und

meint die Geistesregung. Was ist gefährlicher

für die eierköpfige Unkultur, in die wir uns

abservieren, als die Unterhaltung auf höchstem

Niveau? – In diesem Sinne werden wir nicht nur

gefährlich, sondern tödlich sein.

gewidmet

dem endlosen

Adolfo Assor

Boris Randzio und Felix Strasser. gewidmet

dem endlosen Adolfo Assor

Andrey Rostov alias Ivan

Rebroff der Zweite singt zum

Dritten Mal im RUSSISCHEN

STAR-THEATER BERLIN am

13. Mai 2008 um 19 Uhr

steinle

contemporary

zeigt / presents:

Krüger & Pardeller

Funktionale Ableitung

Pardeller

Eröffnung I Opening: 8. Mai 2008, ab 18 Uhr

Einführung Harald Krejci, um 20 Uhr

Ausstellungsdauer bis 19. Juni 2008

Die Arbeiten von Krüger & Pardeller oszillieren zwischen unterschiedlichen Raumzusammenhängen

und -interpretationen, ihre Bedeutungen variieren mit der ihnen jeweils zugedachten Funktion. Die

Einzelobjekte können unter konstruktiven (Design) oder ästhetischen (Skulptur) Gesichtspunkten

wahrgenommen werden. Sie stehen zwischen den Kategorien von Architektur, Design und bildender

Kunst und laden zu einem ständigen Wechselspiel zwischen dem Konkret-Bekannten und dem

Abstrakt-Befremdlichen im Betrachter.

Viennafair, Wien 23.-27.April 2008

Kurfürstenstrasse 29 I 80801 München I T +49 89 28 78 80 80

I galerie@steinle-contemporary.de


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch IX - LITERATUR ST/A/R 65

LITERATUR

ACHLEITNER, GERNGROSS, TOLSTOJ, SCHÖTSCHEL,

BRETTERBAUER, HOCK, HÖLDERLIN

Jeder Brief vom Achleitner ist ein Gedicht. Damals vor allem als viele andere gemeint

haben der Gerngross spinnt – was auch richtig war, weil Ich habe ja auch mein Netz

gesponnen. Aber das „Achleitner-Gedicht“ war mir lieber. Ich hoffe das ST/A/R ein

mehrseitiges Achleitnerbild senden kann - von einem der wesentlichen

Geistesträger - der/nicht nur/ Wiener Szene.

H.G.


66 ST/A/R

Buch IX - LITERATUR Nr. 18/2008

30 Jahre


Nr. 18/2008 Buch IX - LITERATUR

ST/A/R 67

Volksbuch

erschienen 1978 im Rhombus Verlag


Städteplanung / Architektur / Religion Buch IX - LITERATUR ST/A/R 69

HAUS DER GLÜCKLICHEN KÜNSTLER

„UNGEHALTENE REDE“ EIN NEUES BUCH HERAUSGEGEBEN VON CHRISTIAN SCHREIBMÜLLER UND ENRICO KUSCHER

DIE EINZIGE REDAKTIONELLE ÄNDERUNG WAR DIE FÄLSCHUNG

DES NAMENS VON X IN POSPISCHIL.

Der richtige Name des Freundes von Schreibmüller

ist der ST/A/R-Redaktion bekannt.

Zu den unten stehenden Präsentationsterminen

sind folgende AutorInnen eingetragen

(Bitte jeweils spätestens um 19 Uhr anwesend sein!):

Dienstag, 10. Juni, Festsaal 15, A - 1150, Rosinagasse 4:

Hafedh, Henisch, Schlagbauer, Mantler, Heinze, Melamar, Gendlin, Templ,

Thinschmidt, Sokop, Welich, Klein, Schreibmüller; anstelle der zu diesem

Termin verhinderten Helga Schwaiger möchte die Schauspielerin Regine Adler

Helgas Texte lesen.

Mittwoch, 11. Juni, Gasthof Suhdy, A - 1020 Schüttelstraße 5:

Plammer, Kühn, Hafedh, Welich, Sokop, Anders, Klein, Grassl,

Jaremenko-Tolstoj

Montag, 15. September, Cafe Anno, A - 1080, Lerchenfelderstraße 132:

Plammer, Templ, Gendlin, Köhle, Henisch, Kienmandl, Jaremenko-Tolstoj,

(eventuell: Eisner)

Donnerstag, 16. Oktober, Festsaal 15, A - 1150, Rosinagasse 4:

Posch, Schwaiger, Deichstetter, Köhle, Gendlin, Windisch, Pianka, Eisner,

Frittum, Kienmandl, Schreibmüller, Havlik, Anders

Unlektoriert und unredigiert von Christian Schreibmüller.

UMSCHLAG GESTALTET UNTER VERWENDUNG DER ZEICHNUNG “DIE

ERSCHEINUNG” VON REIMO WUKOUNIG. (60X50CM)

supported by

Wien

Kultur


70 ST/A/R

Buch IX - LITERATUR Nr. 18/2008










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Nr. 18/2008 Buch IX - LITERATUR

ST/A/R 71

gilbert

bretterbauer

the 5th dimension

galerie franziska kessler |

decorative design | zürich

in zusammenarbeit mit dem

museum für gestaltung zürich,

designsammlung

zürich 2008

CITYKIS.NET

ONLINE AB JULI!

Jetzt gibt es erstmal einen Blog (erreichbar unter

www.citykis.net), der aber schon einen Vorgeschmack

bietet auf CITYKIS – the moving city!

Die Idee wird ja immer absurder. Zuerst wird eine Stadt mitten im Grünen quer über die

Grenzen hinweg geplant, jetzt ist es eine Stadt, die sich bewegt . . .

CITYKIS nimmt eben den Auftrag, die schlauste Stadt der Welt zu werden, ernst.

Die schlauste Stadt der Welt bewegt sich eben dorthin, wo etwas los ist und bringt Dich dort

hin.

The moving city – bewegt sich und bewegt Dich.

So kann schon bald beispielsweise das von Heidulf Gerngros so geliebte Kötschach in Kärnten

das Zentrum von CITYKIS werden, vorausgesetzt es gibt genug Netzwerkaktivität in Kötschach.

Im System von CITYKIS wird jede Netzwerkaktivität auf der Webseite in einen Netzwerkknoten

verwandelt. So entsteht quer über dem Kerngebiet, dem Alpen-Adria Raum, ein Netzwerk,

welches in seiner Dichte, dem einer Stadt ähneln soll.

In Bündeln und Strängen wird sie im Echtzeit-Modus die Aktivitäten in der Stadt veranschaulichen

und einmal mehr aufzeigen, dass in CITYKIS alles nur einen „Steinwurf“ oder „Katzensprung“

entfernt ist.

Einmal jährlich, am 24. Oktober, dem Gründerdatum von CITYKIS, wird der schon legendäre

Archiquant vom H.Gerngros ins Zentrum der Stadt gesetzt, sozusagen als materialisierte

Zentrale des Netzes von CITYKIS.

Das Zentrum ist dort, wo die meisten Aktivitäten gesetzt worden sind, so kann jeder sein Dorf,

seinen Ort oder auch seine Stadt zum Zentrum erheben und den „Archiquant ins Dorf holen“.

Rund um die Archiquantenlegung wird es eine Unkonferenz geben in der das Projekt CITYKIS

philosophiert, bestädtebauert und diskutiert wird.

Und sie bewegt Dich doch . . . insgesamt arbeiten derzeit fünf Personen an der Umsetzung der

Idee unter anderem auch ein Studententeam von der Uni Klagenfurt. Daniela Taschwer und

Christian Blatterer, beide Wirtschaftsinformatiker, entwickeln eine revolutionäre Mobilitätslösung

für die Region, zuviel wird aber noch nicht verraten, der Überraschungseffekt bliebt

vorbehalten…

von Fritz Hock

Spittal

Villach

Udine

Triest

Wolfsberg

Klagenfurt

Celje

Ljublana

Novo Mesto


72 ST/A/R

Buch IX - LITERATUR Nr. 18/2008

Das Angenehme

dieser Welt

hab ich genossen,

Die Jugend ist mir lang,

wie lang! verflossen;

April und Mai

und Junius

sind ferne;

Ich bin nichts mehr,

ich lebe

nicht mehr

gerne.

Hölderlin

Dieses Gedicht, das noch nicht in der Sammlung aus dem Jahre 1826 erschienen war, gehört zu den spätesten, die nur mündlich oder durch Abschriften überliefert sind.

Auf einem hinteren fliegenden Vorsatzpapier ist von alter Hand ein Gedicht von Hölderlin mit Tinte eingetragen, datiert “18. 11. 1855”


Städteplanung / Architektur / Religion Buch X - PARALLEL MEDIA ST/A/R 77


74 ST/A/R

Buch X - PARALLEL MEDIA Nr. 18/2008


Nr. 18/2008 Buch X - PARALLEL MEDIA

ST/A/R 75

www.sunpendulum.at/hofstetterkurt

tiling singularities, 2008

Hofstetter Kurt


Städteplanung / Architektur / Religion Buch X - PARALLEL MEDIA ST/A/R 77


78 ST/A/R

Buch X - PARALLEL MEDIA Nr. 18/2008


Nr. 18/2008 Buch X - PARALLEL MEDIA

ST/A/R 79

www.sunpendulum.at/barbaradoser

dream‘sdreams 72 stills, 2008

Barbara Doser


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch XI - ICH ST/A/R 81


82 ST/A/R

Buch XI - ICH Nr. 18/2008


Nr. 18/2008 Buch XI - ICH

ST/A/R 83


Städteplanung / Architektur / Religion Buch XI - ICH ST/A/R 85


86 ST/A/R

Buch XI - ICH Nr. 18/2008


Nr. 18/2008 Buch XI - ICH

ST/A/R 87


88 ST/A/R

Buch XI - ICH Nr. 18/2008


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch XII - Geduld ST/A/R 89

METASTRUKTUREN

root3/2

Metastrukturen:

Strukturen sind geistige Gerüste. Als Architekturstudenten lernten wir sie

als materielle Gerüste wahrzunehmen. Wir waren beeindruckt von den

Megastrukturen Jona Friedmanns oder den Megacities von ARCHIGRAM

oder Kieslers City in Space – sie haben sich als unökonomische Monster

erwiesen und sich selbst verdrängt.

Da hat mich ein Satz von John CAGE aufmerksam gemacht als er sagte:

„Die wirksamsten Strukturen sind die, die man nicht merkt.“

Auch Wittgensteins Satz: „Die Form ist die Möglichkeit der Struktur“

habe ich materiell gesehen z. B.:

Als ein Gerüst, das verschiedene Formen zulässt.

Bei Versuchen merkte ich, dass bei einer subtilen Architektur Form und

Struktur nicht mehr zu unterscheiden sind.

Heute sehe ich Strukturen als Geistesblitze, die zum notwendigen

Zeitpunkt als Deutung einer astronomischen Ordnung erscheinen, wie

z.B.: der ST/A/R

oder die als geistige Substanz erscheinen die wesentlichen Anteile am

Messen und Proportionieren der Form hat gleichzeitig aber auch Inhalt

ist. Der Inhalt ist nachvollziehbare Ordnung für Generationen. Das ist der

Archiquant.

Eine andere Metastruktur ist das Raumalphabet, ein Zeichen, dass in

verschiedenen Positionen die gesamte Sprache aufzeichnet oder schreibt.

Diese 3 Metastrukturen habe ich geometrisch festgelegt.

2004 hat Hofstetter Kurt die einfache Konstruktion des Archiquant mit

Zirkel und Lineal entdeckt.

METASTRUKTUREN

root3/2

1.00

2.00

0.145

B A G B

A

B

1.00

0.145

A

C

12eck

1.00

root 2

root3/2

phi

1.00

1.00

1.00

0.145

2.00

1/2

1/2

A

B

0.145

1.00

A

G

B

A

B

12eck

1.00

C

root 2

root3/2

phi

1.00

1.00


90 ST/A/R

Buch XII - Geduld Nr. 18/2008

aeiou

aeiou

w hj

w

GƒmnZrbs

g ƒ m n z r b s

dqxlkpct

d q x l k p c t

h

j

abcdefghijklmnopqrstuvwxy z

a b c d e f g hij k l m n o p q r s tu v=f w xy=i z


Nr. 18/2008 Buch XII - Geduld

ST/A/R 91

Grundriss

Ansicht

Der rechte Winkel dreht sich um seinen Schwerpunkt im Raum – das ist das Raumalphabet

Die Summe aller Buchstaben

ergibt einen Sprachknödel.

Er verbindet Sprache und Architektur.


Städteplanung / Architektur / Religion Buch XII - Geduld ST/A/R 93

Archiquant

Der Archiquant ist eine neue geometrische Figur.

Seine Breite Goldener Schnitt ist der Radius. (r)

Seine Tiefe ist der Goldene Schnitt. (rφ)

Goldener Schnitt

Archiquant

Archiquant

π φ

Konstruktionen von Hofstetter Kurt

Goldener Schnitt (1–4)

Archiquant (5–8)


A

B


A

G B G’

A

B

A

G B G’


A

B

tiefe

Breite


A

G B G’

A

B

A

G B G’


A

B


A

G B G’

A

B

A

G B G’


A G B

A G B

Sein Umfang ist zwei 2⋅2rπ/6+2rφ

Die Fläche ist r 2 φ


A

A

G B G’

Hofstetter Kurt

G B G’

Als „grenzenlose“ Liebe zu dem Schriftsteller kann auch das Faktum aufgefasst werden,

dass unbekannte Dostojewski-Fans bereits zweimal die Straßenbeschilderung

des Museums entwendeten. „Nicht zufälliger Zufall“ (nach Dostojewski) war es dann,

Als „grenzenlose“ dass der Liebe bekannte zu dem österreichische Schriftsteller kann Architekt auch das Heidulf Faktum Gerngross aufgefasst seine werden, Zeitschrift ST/A/R genau zu dem schilderlosen Zeitpunkt im Theatersaal des Museums

dass unbekannte präsentierte. Dostojewski-Fans Sein erster Satz bereits beim zweimal Betreten die des Straßenbeschilderung

Museums: „Ich schenke dem Museum eine neue Tafel, wollen Sie?“ Er erklärte seine einzigartige Form, den

des Museums „Archiquanten“ entwendeten. und „Nicht bekundete zufälliger seine Zufall“ Freude, (nach einen Dostojewski) solchen auf war einem es dann, der bedeutendsten Häuser St. Peterburgs zu wissen. Für das Petersburger

dass der bekannte Dostojewski-Museum, österreichische das Architekt über weit Heidulf reichende Gerngross Verbindungen seine Zeitschrift in die unterschiedlichsten ST/A/R genau zu dem Ländern schilderlosen Welt Zeitpunkt verfügt, ist im es Theatersaal eine große des Ehre, Museums dieses geschätzte

präsentierte. Geschenk Sein erster aus Satz Österreich beim Betreten anzunehmen, des Museums: das zweifellos „Ich schenke den Beginn dem Museum für weitere eine freundschaftliche neue Tafel, wollen Beziehungen Sie?“ Er erklärte und Kooperationen seine einzigartige darstellt. Form, den

„Archiquanten“ Die Tafel und wird bekundete am 17. seine Mai 2008, Freude, an dem einen auch solchen die internationale auf einem der „Lange bedeutendsten Nacht der Häuser Museen“ St. Peterburgs stattfindet und zu wissen. alle Museum Für das bis Petersburger

1 Uhr nachts geöffnet sein werden,

Dostojewski-Museum, unter musikalischer das über und weit dramaturgischer reichende Verbindungen Begleitung in enthüllt. die unterschiedlichsten Möglicherweise Ländern zeigt der sich Welt selbst verfügt, … der ist Schriftsteller.

es eine große Ehre, dieses geschätzte

Geschenk aus Dostojewski Österreich war anzunehmen, zwei Mal in das Wien, zweifellos 1862 und den 1869, Beginn und für Wien weitere gefiel freundschaftliche ihm besser als Paris Beziehungen … und Kooperationen darstellt.

Die Tafel wird Wahrscheinlich am 17. Mai 2008, kein an Zufall! dem auch die internationale „Lange Nacht der Museen“ stattfindet und alle Museum bis 1 Uhr nachts geöffnet sein werden,

unter musikalischer Von Vera und Biron dramaturgischer (Deutsch von Valie Begleitung Airport) enthüllt. Möglicherweise zeigt er sich selbst … der Schriftsteller.

Dostojewski war zwei Mal in Wien, 1862 und 1869, und Wien gefiel ihm besser als Paris …

Wahrscheinlich Dostojewski-Museum, kein Zufall! Kusnetschnij per. 5/2, St. Petersburg

Von Vera Biron Metro: (Deutsch Wladimirskaja von Valie / Dostojewskaja

Airport)

Öffnungszeiten: Di.-So. 11.00 – 18.00 Uhr, Mo. - geschlossen

Dostojewski-Museum, Kusnetschnij per. 5/2, St. Petersburg

Metro: Wladimirskaja / Dostojewskaja

Öffnungszeiten: Di.-So. 11.00 – 18.00 Uhr, Mo. - geschlossen


94 ST/A/R

Buch XII - Geduld Nr. 18/2008

Astronomische Metastruktur


Nr. 18/2008 Buch XII - Geduld

ST/A/R 95

NOKIAHANDYFOTO: KARIN GRAUSAM

FRANZ WEST INSPIRIERT VINCENZ GRAUSAM DER DREI NEUE

GERNGROSSSÄULEN BAUT. SIEHE AUCH SEITEN 10/11


96 ST/A/R

Buch XII - Geduld Nr. 18/2008

FOTO: HEIDULF GERNGROSS, KARTONSKULPTUR VON CHRISTIAN EISENBERGER

ST/A/R bedankt sich bei Philipp Konzett als Herausgeber der

gebundenen Sonderausgabe, 5 Jahre ST/A/R 2003–2008, mit mehr als

2000 original Zeitungsseiten in einer Auflage von 50 Stück.

KONZETT

CONTEMPORARY ART | KUNSTHANDEL

GALERIE | WIEN | GRAZ

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