ST:A:R_26

geraldkofler

Printmedium Wien – Berlin

ST/A/R

Hochkultur / Mittelmaß / Schund

Nr. 26/ Winter 2010

NEU

DIE VOLLAUTOMATISCHE

ZEITUNG

04Z035665M – P.b.b. Verlagspostamt 1060 Wien • Adresse: 1060 Wien Gumpendorferstrasse 40–44 • office@star-wien.at • Europa 4,50 • Nr. 26/10

Foto : Barbara Anna Husar

KUNST

MARIA HAHNENKAMP

T-B A21

BARBARA ANNA HUSSAR

WARAN

GALERIE KLEWAN - HAUS DER BILDER

EISENBERGER

GOLDSCHEIDER

POLITIK

PETER WEIBEL

JOSEF MITTERER

ARCHITEKTUR

JOHANNES SPALT

PPAG

TREUSCH ARCHITECTURE

HEINRICH BÜCHEL

ANDREAS STERNECKER uns

ANDREAS HOLZAPFEL uns

HERMANN CZECH

WERKSTATT WIEN

CHV

LAND-ST/A/R

HORATIO – SPENDENAKTION S.13

AUTO-ST/A/R

DAVID STARETZ

LITERATUR

SCHIESSLING & HINTERTHÜR

www.neuwohnen.at

Städteplanung / Architektur / Religion 4,50 Euro


2

Buch I - Rudlof Nr. 26/2010

EDITORIAL :

Heidulf Gerngross

Die Vollautomatische Zeitung

Neben den bestehenden vollautomatischen Zeitungsentwürfen steht der vorliegende in Heidulf Gerngross’ Kontinuität

zum Lebendigen, ... auf Architektur, Kunst und Leben beziehenden ST/A/R Redaktionsprinzip und ist im Sinne der

Einbettung in die NEWS-KLOAKE als Weiterentwicklung zu sehen. Wie Mistkäfer leuchten da die Architekten, Künstler

und Akteure des Lebens rund um Heidulf Gerngross. Ganz nach Hofstetter Kurt ist es bei der digitalen Generierung der

vollautomatischen Zeitung mit dem Drücken der Taste “ENTER” die ZEIT selbst, d.h. der Zeitpunkt des Programmstartes als nie

wiederkehrende Zahl aus Datum und Uhrzeit, die als Parameter des Zufallsgenerators über Auswahl und Zusammenstellung

der Bilder und Texte entscheidet. Dabei greift der Kompilierungsprozess automatisch via Internet auf Daten von Bild- und

Textarchiven von Architekten, Künstlern und den ONLINE-NEWS Seiten, aber auch auf das Bilderdepot aus dem Lebensfluss

des ST/A/R zu.

Hofstetter Kurt

Ich bedanke mich bei Hofstetter Kurt, Prof. Dr. Georg Gottlob und bei den Informatikern

Alexander Schramm, Harald Naumann, Andreas Fink, Herbert Schwabl / Gnu, die über 2 Jahre

eine unentgeltliche geistige Arbeit geleistet haben und hoffe, dass die Weiterentwicklung der

vollautomatischen Zeitung von Kultur- und Wissenschaftsministerien wegen seiner globalen

Bedeutung entsprechend unterstützt wird.

Heidulf Gerngross

Andreas F. Lindermayr

Nietzsche und wir - Naumburg Teil 2

Nach einer halbstündigen Fahrt in einer Lokalbahn erreichte

ich das Mekka deutscher Klassik, das im Gold

der hochsommerlichen Nachmittagssonne liegende

Weimar.

Sieht man von den Sakralbauten ab, die es hier kaum

gibt, ist alles um eine Nummer größer als in Naumburg,

das fängt schon beim Bahnhof an. Dann die

breite, einem Boulevard ähnelnde Bahnhofs-Allee,

flankiert von Plakatwerbung, die neben dem überragenden

Vorhandensein von Schiller, Goethe und Co

vor allem auf das Bauhaus und seine Vertreter verweisen.

Vor den Toren der Altstadt liegt ein alles klassische

Maß weit übersteigendes Bauwerk, mit den unverkennbaren

Zeichen faschistischen Machtanspruchs.

„Übermensch - Herrenmensch?“ Nun fiel mir wieder

das Plakat ein, das mit dieser abscheulichen Gegenüberstellung

eine Ausstellung im Nietzsche Haus in

Naumburg bewirbt. Ich hielt auf den Frauenplan zu,

wo Goethes Wohnhaus steht - es war geschlossen. Die

Sammlung Weimarer Klassik ebenso. Auf dem Weg

zu Goehtes Gartenhaus, hinab zur Ilm, umfing mich

eine traumhafte Stimmung. In einer am Fußweg liegenden

Steingrotte spielte ein alter Mann auf einer

Geige eine romantische Melodie, im Fluss badeten

und plantschten junge Menschen. Goethes Gartenhaus

vor Augen, griff ich zu meiner Videokamera und

nahm auf, was mir für den Augenblick und den Zauber dieses Nachmittags signifikant schien.

Carl August von Sachsen Weimar war erst Achtzehn, als er, unterstützt von seiner Mutter, der Herzogin, die

Regierungsgeschäfte übernahm und es vorerst als seine wichtigste Aufgabe fand, Geistesmenschen, wie Goethe,

der gerade mal durch seinen Werther Furore gemacht hat, ins Land und in die Regierung zu holen. Das

Gartenhaus, das ich nun besichtigte, war für die ersten sechs Jahre in Weimar Goethes wichtigster Wohn- und

Arbeitsplatz. Schon damals beschäftigten den modernen Thales und Verehrer von Spinoza Gedanken, die

die Evolutionstheorie vorwegnehmen. Die Idee zum Faust kam dem Dichter schon mit Zwanzig, als er das

Straßburger Münster besichtigte - sie hielt ihn bis zu seinem Lebensende in Atem. Goethe beschäftigte die Alchemie,

die Mystik berührte er, ohne in sie einzutauchen. Der Tod war ihm ein Tabu. Anders der Augustiner-

Mönch Luther.

Foto: BIWI

Inhaltsangabe

Buch I - Seite 1–8

Cheeta ist auch Teil der konzeptuellen Skulptur “common denominator” von Hans BIWI

Lechner.

Mit 77 Jahren der älteste Schimpanse der Erde.

Palm Springs Kalifornien

www.getstoned.cc

Bilder von Cheeta als Maler im nächsten ST/A/R

Buch VI - Seite 41–48

Buch II - Seite 9–16

ST/A/R Printmedium Wien-Berlin

ST/A/R Printmedium Wien-Berlin

Zeitung für Hochkultur, Mittelmaß und Schund

Erscheint 4 x jährlich, Nr. 26/2010, Erscheinungsort Wien

Erscheinungsdatum: Winter 2010

Medieninhaber:

ST/A/R, Verein für Städteplanung/Architektur/Religion

A - 1060 Wien, Gumpendorferstrasse 42 – 44

Herausgeber: Heidulf Gerngross

Mitherausgeber: Dr. Christian Denker

Redaktionelle Mitarbeit:Alexander Schiessling - Literatur,

Marcus Hinterthür – Literatur / Science Fiction, Heinrich

Büchel - Architektur / Kunst, Heike Nösslböck - Kunst,

Ausarten [] – Kunst und Kommunikation, G.A.S - station

Berlin – Kunst und Kommunikation, David Staretz – AUTO

ST/A/R, Ismael Ismet Basaran - Kunst, Manfred Stangl

- Ganzheitliche Ästhetik,Horation – ST/A/R Land, Joelle

Landrichter – Kunst, Biwi Lechner – Konzeptkunst, Lena

Laßpschina – Kulturnetzwerk, Wladimir Tolstoj – Literatur,

Kunst: T-B A21, Maria Hahnenkamp, Waran, Barbara Anna

Husar,

Architektur: Andreas Sternecker uns, Andreas Holzapfel

uns, Treusch architecture, PPAG, Hermann Czech, CHV,

Werkstatt Wien, Johannes Spalt,

Buch III - Seite 17–24 Buch IV - Seite 25–32 Buch V - Seite 33–40

Buch VII - Seite 49–64 Buch VIII - Seite 65–72 Buch IV - Seite 73–80 Immer dabei

Gefördert durch: Wissenschafts- und Kulturförderung der Stadt Wien (Ma7)

NEU: Vollautomatische Zeitung: Prof. Georg Gottlieb

– Oxford, Wien. Alexander Schramm – Informatiker.

Hofstetter Kurt – Künstler. Heidulf Gerngross – Architekt.

Artdirector: Mathias Hentz

Management, Redaktion: Heike Nösslböck

Druckproduktion: Michael Rosenkranz

Druck: Süddeutscher Verlag Zeitungsdruck GmbH.

Zamdorfer Strasse 40, 81677 München

Vertrieb: Hurtig und Flink, Morawa

Aboservice: office@star-wien.at

Bezugspreis: 4.50,--

Kontakt: office@star-wien.at

Adresse: Gumpendorferstr. 42 - 44, 1060 Wien

Mobil Heidulf Gerngross: 0043 664 521 3307

Coverfoto: Rudolf Waran Gerngross fotografiert von Barbara

Anna Husar.

Foto U4: Rudolf Gerngross mit Juma Fridolin Gerngross

und Mamie Ueki fotografiert von Mirjana Rukavina.

ST/A/R wird gefördert von BMUKK und Stadt Wien.

ST/A/R ist ein Gesamtkunstwerk und unterliegt dem

Urheberrecht

ST/A/R dankt allen ST/A/R FreundInnen und

MitarbeiterInnen

Verzeihen Sie eventuelle Rchtschreibfehler, da wir keine

LektorInnen besitzen.

Tags darauf tummelte ich mich während meiner Wartezeit auf den Autobus nach Röcken auf dem malerischen

Marktplatz in Weißenfels, unterhalb der mächtigen Burg. Der bedeutendste deutsche Musiker vor Bach,

Heinrich Schütz, ist hier aufgewachsen, Novalis lebte hier.

An Ständen mit grünen Äpfeln, Birnen, Zwetschken, Kraut! vorbei, ging ich essend stadteinwärts, um ein Eck

herum, wo plötzlich eine helle, breite, stark bevölkerte Einkaufsstraße, gleichsam die Hauptstraße, vor mir lag.

Jüdenstraße, las ich auf einem blauen Schild. Das wunderte mich, denn in Naumburg gibt es bloß eine Jüdengasse,

und diese ist eng, dunkel und versteckt.

Um Mittag fuhr der Bus von Weißenfels in Richtung Lützen ab, in dem Kuhdorf Röcken stieg ich aus. Schwalben

flogen wie Pfeile, hoch über die aus verwitterten Steinen gefügte Wehrkirche hin. Immerhin hält hier der

Bus. Das ist aber auch schon alles, was hier hält. Das letzte Dorfwirtshaus sperrte vor ein paar Jahren zu, wie

mir die freundliche, kleine Frau mitteilte, die mir die Kirche, wo Nietzsches Vater Pfarrer war, bereitwillig

zeigte, obwohl offiziell an Dienstagen keine Führungen gemacht werden. Froh darüber, mein Quartier in

Naumburg zu haben, empfand ich es nun als echte Sensation, das schmucklose, steinerne Gebetshaus zu betreten

und dann noch das Taufbecken zu sehen, wo der kleine Nietzsche auf den Namen des Preußen-Königs

Friedrich Wilhelm getauft wurde.

Das Taufbecken zeigt auf seinem Grund Adam und Eva, - man könnte auch sagen, Phallus und Vagina - den

Baum der Erkenntnis und die Schlange, die sich aber nicht horizontal bewegt, sondern sich spiralförmig am

Baum, nunmehr des Lebens, der Sonne, dem Licht der göttlichen Wahrheit entgegen windet. „Tod, wo ist dein

Stachel?“, sagt Paulus, dem der von dem Toten Auferstandene erschienen ist.

Im Museum neben der Wehrkirche entdeckte ich eine Photographie des Pastors Öhler, Nietzsches Großvater

mütterlicherseits, der sich’s, selber Landwirt, sehr im Unterschied zu seinem strengen, buchstabengetreuen

Schwiegersohn, mit den Bauern seiner Pfarre nicht verscherzte. Ein lebenserfahrener Pragmatiker wohl, der

seinem Enkel, dem künftigen Philosophen, so manch eine lehrreiche Geschichte erzählt haben mag, wahrscheinlich

auch die Sage von den Nibelungen und Siegfried, dem Drachentöter.

Das 19. Jahrhundert, das sich in der Wiederentdeckung des Mittelalters, seiner Dichtung, Architektur und

edlen Ritterlegenden übte, hat so unschöne Begleiterscheinungen wie die typische Rauf- und Mordlust der

damaligen Menschen weitgehend ignoriert. Und in der Not und Orientierungslosigkeit, vor allem der ersten

Hälfte des 20. Jahrhunderts, sollte dieser unbewusste Bodensatz wieder nach oben gespült und zur anschaulichen

Realität werden.

Nach Besichtigung der Gräber von den Burckhart´s und Winckler´s und nebenan von Friedrich Nietzsche und

Elisabeth Förster-Nietzsche, die unmittelbar seitlich der Kirche liegen, bedankte ich mich bei meiner entgegenkommenden

Führerin und lief hinauf zur Straße, wo gleich darauf der Bus nach Weißenfels einfuhr.

Wieder in Naumburg, besichtigte ich endlich das Nietzsche-Haus an der Jakobsmauer, das während des Sozialismus

dem Verfall preisgegeben war. Ein führender Ideologe der längst verflossenen DDR, ein gewisser

Wolfgang Harrich, verlangte noch in den Achtzigerjahren - wenn mich nicht alles täuscht, sogar im Nachrichtenmagazin

Spiegel - dass man Nietzsche vergessen möge. Kurz und gut, es ist nichts daraus geworden. Die

Sonne stand schon im Westen, als ich auf der Holz-Veranda saß, die Nietzsches Mutter Franziska für ihren

kranken Sohn bauen ließ, der genau an dieser Stelle, in einen Lehnstuhl gedrückt, umhüllt von einer Decke,

oft ganze Tage zubrachte, mehr und mehr in die Bewusstseins-Dämmerung hinein. Und ich durfte im Stillen

dieses Ereignis bedeutender einstufen, als die in diesem Sommer vielzitierte Mondlandung der Amerikaner

vor 40 Jahren.

Wußte Franziska Nietzsche überhaupt, dass ihr Sohn sich im Endstadium einer Syphilis befindet, dass die progressive

Paralyse, die Otto Binswanger in Jena an Nietzsche diagnostizierte, sukzessive sein Gehirn zerstört?

Sie ahnte es, denn auch ihr Mann, der Pastor, starb an einer Gehirnkrankheit.

Zehn Jahre nahm dieser langsame Verfall, die Stufen der Evolution rückschreitend, in Anspruch. Nach seinem

Zusammenbruch in Turin wußte Nietzsche zunächst nicht mehr wie er heißt und wo er wohnt, wie aus den

Wahnsinnsbriefen so ergreifend hervorgeht. Er war aber noch in der Lage, zusammenhängende Sätze von

formvollendeter Schönheit zu formulieren. Nach und nach jedoch wurde sein Sprachzentrum zersetzt, was

damit zusammenhängt, dass dem scheinbar vom dionysischen Wahnsinn Geschlagenen das Sprechen immer

schwerer fiel, dann folgten sukzessive Teile des Gehirns, die die Motorik steuern, schließlich jene Partien, die

mit Kreislauf und Atmung zusammenhängen. Todesursache bildete eine Lungenentzündung. Das bekannte

Foto, das den umnachteten Nietzsche mit seiner sorgenvollen Mutter zeigt, spricht Bände.

Im Raum nebenan besichtigte ich die Ausstellung Übermensch-Herrenmensch, eine Gegenüberstellung von

Nietzsche und Darwin.

Die Evolutionstheorie bildet einen Wendepunkt in der Erkenntnis der Natur. Was aber Nietzsche betrifft, so ist

es vor allem sein Leben selbst, das, wofür er eingestanden ist und weniger seine Lehre, die einen Wendepunkt

- und zwar der Geistesgeschichte markiert.

Mit einem Gefühl der Dankbarkeit machte ich mich auf den Weg zurück zu meinem Logis. Das Leben, zumal

des Menschen, erschöpft sich nicht in biologischen Vorgängen. Dass das Ich denkt, ist gewiss, nicht aber wer

Ich bin.

Den Tag darauf fuhr ich, doch wieder ein wenig gescheiter, erfahrener geworden, mit dem Zug über Leipzig,

Dresden und Prag zurück in die alte Reichshaupt- und Residenzstadt Wien.

* Name geändert


OFROOM

@LEOPOLD MUSEUM

Nr. 26/2010 Buch I - Rudlof

3

ST/A/R

OFROOM

&

@LEOPOLD MUSEUM

Heidulf Gerngross

OFROOM

Christine Bärnthaler

Materialkunst im

MATERIALKUNST

MATERIALKUNST

OFROOM

SONDERAUSSTELL

10.-15. FEBRUAR 2011

LEOPOLD MUSEUM

MUSEUMS QUARTIER

Ein Kooperationsprojekt von:

OFROOM Innovations Agentur

Heidulf Gerngross, Archistrator

ST/A/R Wien Zeitung

Mit dabei:


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch I - Rudlof 5

ST/A/R Roadmovie

unsere Reisen durch Ost- und

Südeuropa. Mit Lena Lapschina,

Heidulf Gerngross,

Vladimir Tolstoj, Oxana Filippova,

Kleopatra Tolstoj, Patrik Chan.

Slowakei, Polen, Tschechien, Italien

Zilina, SLOWAKEI,

Stanica open cultural space / railway station,

www.stanica.sk

010 10 Zilina-Zariecie, Zavodska cesta 3

Wir haben Direktor Adamov in Stanica getroffen

und ihm 111 ST/A/R‘s

Trnava, SLOWAKEI,

Wien, ÖSTERREICH

Lena Lapschina trifft Heidorf Gerngross im

Kunstraum NÖ und sie beschließen spontan die Reise

nach Polen zu machen um unterwegs alte Freunde zu

treffen und neue Freundschaften zu schließen.

www.gjk.sk

Galéria Jána Koniarka / Kopplov kastiel

917 01 Zeleny kricek 3

Wir haben Direktor Vladimír Beskid in der Synagoge - Centre

of Contemporary Art, Halenárska 2 getroffen und haben ihm

145 ST/AR‘s dagelassen. Außerdem haben wir Vallie Exports

Enkelkind „Pattrik Chan“ in die Slovakei importiert und

für eine halbe Stunde in der Galerie ausgesetzt.

Katowice,

POLEN

Wilson Shaft Gallery / Giesche Coal Mine KWK

Wieczorek-2

Wir trafen Andrea Hilger des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische

Kunst und ließen auch hier 121 ST/A/R‘s.

Lena Lapschina hat hier eine Split-screen Medieninstallation

aufgebaut (s.u.).

Kraków,

POLEN

Bunkier Sztuki / 31-011 Plac Szczepanski 3a, www.

bunkier.com.pl

Art Agenda Nova (31-127 ul. Kochanowskiego 10)

www.nova.art.pl

Wir haben die KuratorInnen Beata Seweryn,

Wojtek Szymanski und Paulina Olszewska getroffen.

Heidulf Gerngross und

Dr. Tolstoj

Scalea

Neapel

Diamante

Venedig

Diamante die Stadt der

Murales, Oxana küsst

den Duce

Diamante - Das Grundstück für das

Kalabrienhaus

Vortrag „La marginale

del’architettura -

io sono una zuppa di

cozze” in Scalea

Europäische Kulturinitiative unterstützt vom


6

Buch I - Rudlof Nr. 26/2010

European

Urban Public

Space

Ausstellung / exhibition:

14.10.2010 – 31.01.2011

Az W

* Umfangreiches

Rahmenprogramm

zur Ausstellung

* 18. Wiener Architektur

Kongress (19. – 21.11.)

Nähere Infos auf:

www.azw.at

Illustrations: Tom Kussin

Architekturzentrum Wien Museumsplatz 1 im

1070 Wien, T+43 1 522 31 15, www.azw.at

Ausstellungen

Haegue Yang

22 | 01 | – 03 | 04 | 2011

So machen wir es.

Techniken und Ästhetik der Aneignung.

Von Ei Arakawa bis Andy Warhol

16 | 04 | – 03 | 07 | 2011

Ai Weiwei

16 | 07 | – 16 | 10 | 2011

VALIE EXPORT

29 | 10 | 2011 – 22 | 01 | 2012

KUB Arena

spike_mutations:Layout 1 17.09.2010 16:04 Seite 3

Living Archives –

Kooperation Van Abbemuseum

22 | 01 | – 03 | 04 | 2011

Eckhard Schulze-Fielitz und

Yona Friedman

16 | 04 | – 03 | 07 | 2011

Anfang gut. Alles gut.

16 | 07 | – 16 | 10 | 2011

Hate Radio

29 | 10 | 2011 – 22 | 01 | 2012

Sissi Farassat

Ohne Titel Untitled, 2009

© Roman Chalupnik

Karl-Tizian-Platz

6900 Bregenz, Austria

Phone (+43-5574) 485 94-0

www.kunsthaus-bregenz.at

Öffnungszeiten

Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr

vom 20. Juli bis 21. August 2011

täglich 10 – 20 Uhr

1. Februar bis 5. März 2011

Lieselott Beschorner: Zwischen Abstraktion und Groteske

Die Ausstellung stellt den eigenwilligen künstlerischen Kosmos früher Abstraktion und

überwuchernder Groteske erstmals in seiner Gesamtheit der Öffentlichkeit vor.

SISSI

MUSA Museum

FARASSAT.

auf Abruf

M U SA

1010 Wien, Felderstraße 6-8 (neben dem Rathaus)

Museum auf Abruf

01-4000/8400 Eintritt frei! www.musa.at

SIOSEH forever

29.10.2010–8.1.2011

Felderstraße 6–8, 1010 Wien Vienna

Di Tue –Fr Fri 11–18 Do Tue 11–20 Sa Sat 11–16

Eintritt frei Free admission www.musa.at


KUNST

BILDUNG

HILFE

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MUSIK

ARCHITEKTUR

FILM

WISSEN

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TANZ

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Das Bild muss

für sich selbst stehen,

dem Betrachter ein Statement liefern.”

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DU

Club Mindfuck meets AUSARTEN[ ]

KERAMIK meets AUSARTEN[ ]

© Club Mindfuck © AUSARTEN[ ]

Als Pre-Opening des neuen AUSARTEN[ ] Büros veranstaltete die Künstler-Gruppe

date-an-artist eine bewusstseinserweiternde Performance der besonderen Art. Ein

temporäres Künstlerbordell thematisierte die prekären Verhältnisse und die Selbstausbeutung

vieler Kulturschaffender.

Ein Date zu einem selbstbestimmten Spottpreis bot zehn Minuten mit einem/r KünstlerIn,

wobei die Besucher im Vorhinein nicht über die Art der Leistungen informiert

wurden. Das Kabinenangebot à la surprise stimulierte die Sinne der zahlenden Gäste

in unterschiedlich intensiver Weise und gestalterischer Ausdrucksform.

Thomas KERAMIK Mock gilt als einer der bekanntesten Wiener Street-Artists und Vorreiter

der Szene. In seinen Bildern thematisiert er die Wahrnehmung von Graffitti, Kunst und

visuellen Zeichen im urbanen Umfeld. Mit seinem Beitrag [ artyfucked - the walls can

speak ] brachte er auch im Rahmen von Kultursalon #01 seine persönliche Sichtweise

auf die Wiener Street-Art Szene zum Ausdruck. Ganz besonders freuen wir uns über den

erfolgreichen Kinderworkshop und die Entstehung des gesprühten Mr. Horse im WUK.

www.thomasmock.com

www.artyfucked.com

date-an-artist wählte das gesellschaftlich und politisch empfindliche Thema der Prostitution,

um auf provokante Art und Weise auf die wirtschaftliche Situation vieler Kreativer

hinzuweisen.

Die KünstlerInnen stellten den Service der entgeltlichen Verfügbarkeit von Kunst aus

Protest gegen die Ausbeutung der Kreativszene zur Verfügung. AUSARTEN[ ] setzt

sich für eine Arbeitshaltung ein, die sich gegen die Selbstausbeutung im Kultursektor

richtet, und versteht diese Aktion nicht zuletzt als kritische Selbstreflexion.

www.date-an-artist.com

© AUSARTEN[ ]

© Club Mindfuck

© AUSARTEN[ ]

www.ausarten.at


10

Buch II - HORATIO Nr. 26/2010

SCHMIEDE ERSCHBAUM 2011 wieder

KUNSTG G

GVILLGRATENTAL

www.erschbaum.at


Nr. 26/2010 Buch II - HORATIO

11

DAS NEUE BILD DES ARCHITEKTEN

DER MENSCH BRAUCHT ARCHITEKTUR, ARCHITEKTUR BRAUCHT KOMPETENZ.

Foto: Heidulf Gerngross im Atelier Kaiser

DER VIELSEITIGE

Architekt Dipl. Ing. Johann Kaiser

MBA für Facility Management,

Immobilientreuhänder

Der Spezialist rund um die Immobilie.

Die immer komplexer werdende Umwelt

braucht eine kompetente Ansprechperson. Um

meine Auftraggeber Der Mensch entsprechend braucht Architektur unterstützen

zu können habe Architektur ich mir braucht diese Kompetenzen

angeignet.

2008 gründete ich ein Netzwerk von Spezialisten

rund um die Immobilie mit dem Markenzeichen:

ARCHI Pro Begleitende Projektentwicklung und

Projektsteuerung, Ökologisierung

durch energieeffizientes

Bauen von Bauphysik bis zur

Förderungsberatung und Abwicklung

ARCHI Bau Örtliche Baukontrolle

ARCHI Plan lebenszyklusorientiertes Planen

inclusive der klassischen

Architektenleistungen

ARCHI Recht Rechtsberatung

ARCHI Wert Immobilienbewertung

ARCHI Green Gebäudezertifizierung mit

Bauphysik und Energieausweis

Dieser Bericht wurde am 18. Dezember 2010 nach einem

1stündigen konstruktiven Gespräch mit Johann Kaiser und

den ST/A/R‘s Heike Nösselböck und Heidulf Gerngross

gestaltet.

Wir danken für die kompetente Information.

Vorschlag für den Umbau des österreichischen Parlaments

private club, Bratislava

Loungebar, Budapest


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch II - HORATIO 13

UNSER FREUND HORATIO – ST/A/R-SPENDENAKTION

BAUER - HANDWERKER - KÜNSTLER

HORATZ HAT DIESEN

ARCHIQUANTWÄSCHEKORB GEFLOCHTEN

Horaz

Nr. 06/2005

Ruth

IM SOMMER 2010 HAT HORATIO BEI

Buch X - STEIERMARK ST/A/R EINEM 75 AUTOUNFALL SEINE LINKE HAND

VERLOREN.

Agnes

WIR BITTEN ALLE ST/A/R-FREUNDE IHM IN

DIESER SCHWIERIGEN ZEIT ZU HELFEN.

WIR HABEN EIN SPENDENKONTO

EINGERICHTET SPENDENKONTO:

P:S:K: 60.000 KTNR: 80310090690

ST/A/R Land

Horaz, Tel.: 033 26 52 917

HORATIO IST DER REDAKTEUR DES „ST/A/R-LAND”


14

Buch II - HORATIO

Nr. 26/2010

DER WEGWEISER JOHANNES SPALT 1920–2010

SALETTL VON JOSEF HOFFMANN

usgehend von der Überzeugung, daß diese leichten, luftigen und küh-

Bauwerksentwürfe auf die Studierenden meiner Meisterklasse eine

„Anen

positive Wirkung ausüben könnten, bekamen sie die Aufgabe, aus einem Skizzenblatt

Josef Hoffmanns, das aus den zwanziger Jahren stammt und im Wiener

Werkstättenbuch veröffentlicht ist, fünf darauf dargestellte Lusthausentwürfe zu

rekonstruieren und ein Modell im Maßstab 1:50 herzustellen.

Diese Aufgabe war insofern nicht leicht, da diese Zeichnungen nur eine Seitenansicht

zeigen und außerdem sehr klein sind. Das Original dieses Blattes

ist nicht bekannt. So mußte die Phantasie und das Können des Einzelnen [sic!]

bestimmend sein für die Qualität der Umsetzung. Die Kühnheit dieser Entwürfe

von Josef Hoffmann wird erst im Modell sichtbar. Es sind natürlich Bauten ohne

besonderen Zweck und das hebt sie in die Sphäre des Phantastischen, oft Konstruktivistischen.

Nicht unerwähnt soll die Tatsache sein, daß diese Studenten

diese Arbeiten in ihrem ersten Studienjahr durchgeführt haben.“

Text von Johannes Spalt Aus dem Katalog zur Ausstellung „MEISTERKLASSE

SPALT“ anläßlich der Emeritierung von o. Prof. Arch. Johannes Spalt

in Wien 1., Heiligenkreuzerhof, 6.—29. Juni 1990

Redaktion und Layout: Johannes Spalt, Otto Kapfinger

Herausgeber und Verleger: Hochschule für angewandte Kunst in Wien

ISBN 3-85211-008-4

Skizze Josef Hoffmann

Otto Kapfinger schreibt anlässlich des 90. Gebrutstages von Johannes Spalt unter dem

Titel

„DER WEGWEISER

Diese konstruktive und optische Leichtigkeit!

Johannes Spalt zum 90. Geburtstag.“

„Im Juli 1985 durfte ich die berühmte britische Architektin Alison Smithson vier

Stunden durch Wien führen. Ihr Wunsch: „Best examples of publicly accessible

interiors, old and new.“

Ich zeigte ihr: die Hofbibliothek (Fischer von Erlach), die Postsparkasse (Wagner),

die Z-Filiale Floridsdorf (Kurrent/Spalt) und die Salvatorkirche am Wienerberg

(Spalt). Ihr Resümee danach: „Amazing, especially the last two – and that

such seminal, relaxed modern work is, at least for me, apparently so unknown

outside Austria.“ (24.09.2010, Die Presse)

Redaktion: Heinrich Büchel

Modellanalyse nach „Aussichtssalettl“ von Josef Hoffmann undat., Semesterarbeit SS 1985, Rekonstruktion und Modell Goto Mie

STAR- ARCHTEKTEN:

STAR-ARCHTEKTEN: ANDREAS STERNECKER uns ANDREAS HOLZAPFEL uns

BAYERN

Report: Heinrich Büchel, Wien

ANDREAS STERNECKER uns ANDREAS HOLZAPFEL uns

GÄUBODENVOLKSFEST STRAUBING / OKTOBERFEST MÜNCHEN

Neustrukturierung und

Weiterentwicklung.

Messepark und

Gäubodenvolksfest Straubing.

1 Milllion Besucher in 11 Tagen.

Das eingeführte„Joseph-von-Fraunhofer-Fadenkreuz“

ist die ordnende städtebauliche Idee. Es ordnet die

fehlende Gesamtorientierung auf dem Gelände. Ein

Erschließungs- und Rettungachsensystem, das durch

Baumreihen gesäumt ist und so auch das ganze Jahr über

zusammenbindet. Ein Mangel als Chance - Wichtige, sich

gegenüberliegende Bezüge können verbunden werden.

Während die Kulturachse 1 (in Nord-Süd-Richtung) die

Stadthalle über das Stadttheater an die historische Innenstadt

anbindet, bildet die intern erschließende Grünachse

2 (in Ost-West-Richtung) den übergeordneten Grünzusammenhang

zwischen Landesgartenschaugelände (Rosengarten)

und Naherholungsraum Donau ab. Das Achsenkreuz

gliedert das Gelände funktional. Volksfest und

Ostbayernschau können eindeutig zugeordnet werden.

Eine Anmerkung zum Namensgeber der Hauptidee -

dem „Joseph-von-Fraunhofer-Fadenkreuz“ - dessen Büste

die Straubinger gerne in der Walhalla aufgestellt sähen:

Die Methode, mit der man Spinnfäden in ein Sucherfernrohr

oder Mikrometer bringt – das Fadenkreuz - wurde

von Joseph von Fraunhofer erfunden.

Volksfest Straubing II, Bildbau: Architektur und Stadtplanung Andreas Sternecker uns

Neue demontierbare WC-Häusl

mit Bierzeltdächern für das

Oktoberfest in München.

Architekt: Andreas Holzapfel uns

Foto: Andreas Holzapfel


Nr. 26/2010 Buch II - HORATIO

15

Partner des Leopold Museum:

Otto Zitko, Ohne Titel, 2008

Wiener Städtische Versicherung

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Aktuelle Positionen der Naturgestaltung

in Kunst und Landschaftsarchitektur

26. 11. 2010 – 23. 1. 2011

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Karlsplatz 5 1010 Wien Täglich 10 –18 Uhr, Donnerstag 10 –21 Uhr www.k-haus.at

Vincent Callebaut Architectures – www.vincent.callebaut.org


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch III – Haus der Bilder 17

Bürgermeister Häupl befriedet Wien mit dem grünen Archiquant anlässlich einer

Kultureinladung ins „AUX GAZELLES“ vor Franz West‘s Gerngrosssäule, Wien VI.

Fotoperformance: BIWI LECHNER (www.getstoned.at)

Häupl


18

Buch III – Haus der Bilder Nr. 26/2010

Tempelherrenstraße 22

D-10961 Berlin / Kreuzbergg

fon. 030 221 609 312

mob. 0160 995 78 158

www.2gas-station.net

info@2gas-station.net

Für die freundliche

Förderung sei gedankt:

Kunstprojektraum? Galerie?

Nein, wir sind selbst Künstler.

Also Produzentengalerie!

Aha naja, aber wollen wir produzieren? Ein Stück nach dem

anderen rausspucken in den Markt, für den Markt, für den Namen,

den man hat oder nicht hat, der einem gegeben wird? Produzieren

liegt uns fern. Wir laden Künstler und Wissenschaftler sowie kreative

Kräfte zu Projekten, für thematische geistige Auseinandersetzung,

ein. Das ist die Idee.

Wollen sie sich produzieren?

Ja, wie man's nimmt. Jedenfalls macht es viel Arbeit, die Projekte

auf die Beine zu stellen und kostet sehr viel Geld. Etwas Subvention

bekommen wir, doch dies reicht nicht aus, die ganzen Kosten zu

decken und schon gar nicht ist unsere Arbeit bezahlt. Aber Künstler

sind ja Selbstausbeutung gewohnt, was nicht sein sollte, aber

besser Selbstproduktion als Selbstbetrug.

Ihre Ausstellungen wirken fast minimuseal.

Denke, weil sie umfassender angelegt sind, weil sie Bildungsanspruch

haben, das haben eben Museen oder das ist ihr

ursprünglicher Auftrag. Bei einem Projektraum ist das eher unüblich

und neu. Dies ist nur eine unserer Intentionen, aber wir glauben,

Kunstgenuss oder die Fähigkeit Kunst zu entschlüsseln, dabei Freude

empfinden zu können, ist auch ein klassisches Klassenproblem,

welches auch von Bildungsmöglichkeit abhängt. Diese Möglichkeit

zur Bildung wollen wir gerne geben. Ich denke, man kann einen

komplizierten Sprachduktus wählen mit vielen Fremd und Fachwörtern

und dabei nicht viel aussagen, das wird sogar gern

praktiziert und fällt nicht auf. Oder man kann tiefgehende Inhalte

sprachlich verstehbar formulieren, so unser Focus. Wir bieten

geführte Rundgänge durch das Projekt an. Im Moment wird das

allgemeine Niveau immer tiefer geschraubt, und wenn die Quoten,

das Verkäufliche und leicht Konsumierbare nun das ”Maßgebende

für die Qualität" sind, also auch nachfolgend letztendlich

bestimmen, was überhaupt gezeigt wird, werden wir kulturell

verkümmern. Andererseits wird im Bildungssektor unheimlich viel in

kurzer Zeit von z.B. Studenten verlangt, sodass die meisten nur am

Punktesammeln sind und die Lust und das Interesse an der Sache

selbst verlieren. Den KünstlerInnen geht's da nicht anders, die sind

auch in ein Marktpunkteschema - wieviele Ausstellungen, wo,

Einzelausstellung = mehr Punkte - verhaftet, dabei wird der Fokus

ziemlich eng.

Wo bleibt da die Kunst und die Freiheit in der Kunst?

Ja, das ist zu hinterfragen, zwar gilt es ab der Ablösung von Kirche,

König und Adel bis zum Bürgertum, das nun als indirekter

Auftraggeber eintritt, als eine Erungenschaft von mehr Freiheit,

aber das ist doch zu kurz gedacht. Nun ist die Marktgerechtheit und

deren Gesetze die Vorgabe. Gehupft wie gesprungen. Besser

gesungen: Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur sollten einfach

mehr gefördert werden.

Aha, also gegenläufig zur heutigen Sparstrategie. Warum sind ihre

letzten 3 Projekte e-Motion, Chaos und das DING immer mit Wissenschaftsbeiträgen

durchmischt, woher kommt das Interesse? Haben

Sie auch Wissenschaftliches studiert?

Nein. Aber Kunst und Wissenschaft sind ursprünglich Schwestern,

die nun entfernt von einander hausen. Die Idee ist ein Thema

komplexer, ganzheitlicher zu beleuchten, unsere Projekte sind im

Moment thematisch angelegt. Wir versuchen Korrespondenzlinien

zwischen Kunst und Wissenschaft aufzuzeigen. Den Zeitgeist kann

man im Nachhinein oft leichter nachverfolgen. Zum Beispiel das

Zerlegen von Licht in Partikel - in der Physik die Untersuchung vom

Verhalten der Lichtteilchen (Photonen) und die Beschäftigung mit

Farbwahrnehmung -, in der Malerei 'punktuell zu sehen' im

Pointillismus vor etwas über 100 Jahren oder die Abstraktion in der

Malerei so wie in der Mathematik passierte fast zeitgleich,… da gibt

es einige Beispiele. Unsere Projekte sind auch ein Experiment, diese

Korrelationen zwischen Kunst und Wissenschaft an aktuellen

Arbeiten anzudenken und zu merken. Hierzu ein passendes Zitat

von Bettina Heinz, die mit ihrem Buch ”Die Innenwelt der

Mathematik. Zur Kultur und Praxis einer beweisenden Disziplin” in

unserem aktuellen Projekt das DING - Subjekt oder Individuum

beiträgt.

"Hilberts formalistische Auffassung der Mathematik stieß allerdings

nicht bei allen Mathematikern auf Gegenliebe. ’Die neue, Hilbert

eigentümliche Wendung ist die, dass er an den Sätzen der

Mathematik ihre inhaltliche Bedeutung fahren lässt und sie zu

einem reinen Formelspiel entleert’, monierte etwa Hermann Weyl

(Weyl 1924: 449). Weyl war mit seiner Kritik nicht allein. ’Der

Mathematiker, der die ’äußere Welt vergäße’, sei einem ’Maler’

vergleichbar, der die Farben und Formen harmonisch zusammenzustellen

verstünde, dem aber die Vorbilder fehlten. Seine

schöpferische Kraft wäre bald versiegt’, schrieb Henri Poincaré

1905, nur wenige Jahre, bevor dies in der Malerei tatsächlich

geschah (Poincaré 1905: 112). Der Verweis auf die Kunst kommt

nicht von ungefähr. Denn die Parallelen sind tatsächlich

erstaunlich. Praktisch zur gleichen Zeit, als sich in der Kunst das Bild

vom Abbild löst, macht sich auch die moderne Mathematik von

jeglichem Gegenstandsbezug frei. Das Moderne an der modernen

Mathematik ist ihr radikaler Verzicht auf Repräsentation. In der

formalistischen Auffassung der Mathematik sind die Begriffe

gewissermaßen ’autark’ geworden. Sie verweisen auf nichts mehr

außerhalb des mathematischen Systems, innerhalb dessen sie

definiert wurden.“ Aus Bettina Heintz: Die Innenwelt der Mathematik. Zur Kultur

und Praxis einer beweisenden Disziplin. Wien: Springer 2000. S 50 – 51

Das DING. Was hat Sie an dem Thema gereizt, worum geht es?

Das Ding ist etwas ganz Essentielles, wir teilen mit unserer Wahrnehmung

die Welt in Dinge ein, seien es Geistige, Materielle oder

Sprachliche. Wir konnten 65 Blickwinkel aus Wissenschaft, Kunst und

Literatur schlussendlich ins das Projekt aufnehmen. Eine breite

Fächerung war uns wichtig, doch ergeben sich automatisch in der

Vielfalt Schwerpunkte. Mehrere Arbeiten kreisen um die

Begrifflichkeit, was ein Ding ist und was der Begriff bedeutet. Dazu

gehören die Definition, die Benennung und die Abgrenzung von

anderen Begriffen. Dies wird wiederum oft durch das Aussehen, die

Eigenschaften und die Funktion bestimmt, die wir einem Ding

zuschreiben (z.B. Sessel, Wurst, Netzwerk, Stern, Meteorit, usw.). Nur

was einen Namen hat, ist auch allgemein existent, dies zeigt die

Geschichte von der ”Entdeckung” der Meteoriten von Herbert

Pietschmann sehr schön. Da musste das Phänomen erst von einem

Pariser Wissenschaftler mit eigenen Augen gesehen werden, um

nicht als eine hysterische Wunderglauberei weiter abgeurteilt zu

werden.

Um das Thema der Einordnung und Nichteinordenbarkeit oszillieren

viele künstlerische Werke in der Ausstellung. Verfremdung, Irritation

und Transformation durch Eingriffe in Form, Funktion und

Neukombination machen die Komplexität des Themas bewusst. Die

Wahrnehmung von Dingen und menschliche Wahrnehmungsmuster

greifen künstlerische wie wissenschaftliche Arbeiten auf und

zeigen verschiedene Gesichtspunkte. Ein weiterer Schwerpunkt

sind Arbeiten im Spannungsfeld und im Zusammenhang zwischen

Objekt und Individuum, objektiv und individuell betrachtet. Diese

Unterscheidung wirft Fragen in Bezug auf unser Angewiesensein auf

Dinge auf, thematisiert die Prägung durch Dinge ebenso wie die

Frage, wie und wodurch etwas erst jeweils für uns zum Ding wird.

Dem Menschen zum Beispiel schreiben wir selbstverständlich im

Allgemeinen Subjektcharakter zu, doch kann er/sie auch zum

Objekt der Begierde, der Projektion, der Reflexion oder zum

Untersuchungsobjekt werden. Und auch wenn das Individuum

stirbt, wird dann sein Körper zu einem Objekt? Verschmelzungen

von Künstlichem und Natürlichem, Totem und Lebendigem,

Organischem und Anorganischem - ein Haushaltsgerät zum Beispiel

als Person oder eine Sporthose als Fisch gesehen, zeigen Verwischungen

an den Grenzen.

Das Objekt aus quantenmechanischer oder mathematischer Sicht

beleuchten wissenschaftliche Arbeiten. Auch manche künstlerische

Arbeiten sind an dieser Schnittstelle angesiedelt. Um die

Aufladung von Dingen mit Emotionen und geistigen Werten wie

beispielsweise das Konsumgut als Fetisch oder das Kopftuch als

Konfliktträger, dingliche Symbole der Weiblichkeit und Männlichkeit,

um nur manches zu nennen, werden von mehreren Werken des

Ding- Projekts reflektiert.

Wie lang läuft das Projekt noch?

Bis Anfang Februar 2011.

Und ist schon was Neues in Planung?

Ja, keine Zeit!

Wie?

Genau das wird das Thema sein. Keine Zeit. Mit dem Untertitel

Zeitphänomene - Phänomene der Zeit.

Überaus aktuell. Auch für Sie?

Ach ich kann mich da auch nicht ausnehmen, wie Sie.

Danke für das Gespräch.

Selbst.


Nr. 26/2010 Buch III – Haus der Bilder

19

7 JAHRE KLEWAN IN WIEN

Art Brut

Surrealismus

Salonmalerei

Schriftstellerporträts

Selbstporträts

Schaulager + Straßengalerie.

Täglich 24h einsehbar, keine Öffnungszeiten.

Hinter dem Museumsquartier, Breite Gasse 10.

Sammlung

KLEWAN

1970 – 1999 Galerie Klewan in Wien und München.

seit 1972 Leihgeber für internationale Ausstellungen.

2001 “Obsession“ Gesamtschau der Sammlung Klewan in der

Kestner Gesellschaft Hannover.

seit 2003 Sammlung Klewan in Wien.

Zahlreiche Publikationen zur Kunst des 20. Jahrhunderts.

Francis Bacon

Giorgio de Chirico

Salvador Dali

Jean Dubuffet

Jean Fautrier

Alberto Giacometti

Alfred Kubin

André Masson

Henri Michaux

Pablo Picasso

Kurt Schwitters

Joseph Beuys

Louise Bourgeois

William N. Copley

Al Hansen

Michael Langer

Uwe Lausen

Piero Manzoni

Dieter Roth

C.L. Attersee

Johannis Avramidis

Günter Brus

Heinz Frank

Johanna Freise

Regina Götz

Maria Lassnig

Mara Mattuschka

Otto Mühl

Hermann Nitsch

Walter Pichler

Arnulf Rainer

Gerhard Rühm

Heinz Stangl

Hans Staudacher

Dominik Steiger

Fritz Wotruba


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch III – Ha

Peter Doig „Haus der Bilder“ Aquatintaradierung, 2001

Schaulager + Straßengalerie.

Täglich 24h einsehbar, keine Öffnungszeiten.

Hinter dem Museumsquartier, Breite Gasse 10.


us der Bilder 21

24. Oktober – 5. Dezember 2010

KunstHaus Potsdam

Maria Lassnig – Regina Götz

Bilder aus der Sammlung Klewan.

Zur Eröffnung am Sonntag 24. Oktober um 17Uhr

spricht Dr. Mechtild Rausch.

22. Oktober 2010 – 23. Januar 2011

Sammlung Falkenberg, Hamburg

Uwe Lausen

„Ende schön alles schön“.

Mit Leihgaben der Sammlung Klewan.

20. November 2010 – 6. März 2011

Kunstmuseum Wolfsburg

Alberto Giacometti

Der Ursprung des Raumes.

Retrospektive des reifen Werkes.

Mit Leihgaben der Sammlung Klewan.

21. November 2010 – 27. März 2011

Kunsthaus Zug, Schweiz

LINEA.

Vom Umriss zur Aktion.

Die Kunst der Linie zwischen Antike und Gegenwart.

Mit Leihgaben der Sammlung Klewan.

Maria Lassnig „Herzselbstporträt in grünem Zimmer“, 1968, Öl auf Leinwand, 127 x 92 cm

Regina Götz „o.T.“, (Sabine Götz und Hermann Czech), 2009/10, Öl auf Holz, 63 x 88 cm


22

Buch III – Haus der Bilder Nr. 26/2010

SCHNIFIS & SHANGHAI SCHNIFIS & SHANGHAI

Zusammengeschnallt von Barbara Anna Husar

Ausstellung „SUCHT SELBST!“ Günther Brus, Konstantin Roventa, Maria Roventa, Arnulf Rainer, Heidulf

Gerngroß, Waran, Angelo Roventa, Hofstätter Kurt, Jarek Adam Novak, Marcus Hinterthür, Franz West u.a. …

zusammengeschnallt von Barbara Anna Husar

12 C RAUM FÜR KUNST – SCHNIFIS (VLBG)

&

STAGE BACK – SHANGHAI / SOLOSHOW “CORD OF REXA”, ARTIST IN RESIDENCE


Nr. 26/2010 Buch III – Haus der Bilder

23

Christian Droste

Andreas Donhauser

Unsere

Kunstapartments

im SCHIFFAMT

„MOM & DAD“, Christian Droste , digital Print

Im Bild eine Gemeinschaftsarbeit

Christian Droste/Adam Wiener


t9

desk@schiffamt.at • www.schiffamt.at/apartments

unsere Bar

Christian Droste

und Andreas Donhauser,

zwei typische Wiener

Multikulturaktivisten gemeinsam

in einer Band

T9 ak. TEKLAOMATJAS sind:

Drums, Perc – Stephan Christandl

Base, Guit, Voice – Mario Stegmüller

Sax, Klarinette, Voice – Max Bühlmann

Synth, Guit, Voice – Andreas Donhauser

Guit, Base, Voice – Christian Droste

http://schiffamt.at/musik/t9

Foto: www.lukasschaller.at

Der gütige Betreiber der Filmbar Andreas Donhauser Mit Archiquanttasche 2002 in Venedig

im

donmartin supersets • donmartin@chello.at


24

Buch III – Haus der Bilder Nr. 26/2010

ERZEUGER: FRANZ R. WOSTRY*

KURANSTALT MONTAFON / BARBARA ANNA HUSAR

SOLOSHOW FÜR 11 PFEILGIFTFRÖSCHE UND TOTE POOLMAUERASSELN

* DAS STAR-AQUARELL DES AQUARELLKURSES MONTAFON 2010

AM STEUER: HERMANN CZECH „ÖSTERREICHS MEIST UNTERSCHÄTZTER UND WICHTIGSTER ARCHITEKT“ (ADOLF KRISCHANITZ ANLÄSSLICH EINES ÖFFENTLICHEN

GESPRÄCHES MIT MARCEL MEILI AM 6.12.2010 IM ARCHITEKTURFORUM OSTSCHWEIZ MIT TITEL „MEHR LUST ALS BESCHEIDENHEIT“)

ALS NAVIGTOR: RICHARD MANAHL / IM FOND: BETTINA GÖTZ - BEIDE SIND ARTEC ARCHITEKTEN UND HABEN MIT DEM EXPERIMENTELLEN WOHNBAUPROJEKT

„BREMER STADTMUSIKANTEN“, TOKIOSTRASSE, WIEN FÜR DEN BAUTRÄGER NEUES LEBEN DEN BAUHERRENPREIS 2010 ERHALTEN UND SIND DAMIT AUCH FÜR DEN

MIES VAN DER ROHE AWARD 2011 NOMINIERT

FOTOREPORT: HEINRICH BÜCHEL


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch IV - Die Vollautomatische

25


Nr. 26/2010

26 Buch IV - Die Vollautomatische

Zelluläre

Maschinerie der

Proteinproduktio

n

autor

Biochemie Proteine Zellulre

Maschinerie der

Proteinproduktion

Drehen

schtteln und beiseite rcken

eine ausgeklgelte

Choreografie

sorgt in

lebenden Zellen dafr dass

Aminosuren in der

vorgesehenen

Reihenfolge

verknpft werden wenn

Proteine synthetisiert werden

Marburger Pharmazeuten um

Prof Dr Roland Hartmann und

ihre

Kooperationspartner

haben jetzt mit bisher

ungekannter Genauigkeit

nachgezeichnet welch

komplizierte Bewegungen

dabei ablaufen

Sie

verffentlichen ihre

Erkenntnisse in der

Wissenschaftszeitschrift

Nature vom 2 Dezember 2010

Die Biosynthese von

Proteinen findet an groen

Moleklkomplexen statt

den

so genannten Ribosomen Sie

fungieren als

Montageplattformen an

denen Ausgangsmaterialien

und Werkzeuge

zusammengefhrt werden

Damit

funktionsfhige

Eiweiverbindungen entstehen

mssen die Aminosuren

genau so angeordnet werden

wie es genetisch vorgegeben

ist Zellulres Rderwerk hlt

Proteinproduktion in Gang

Ribosomen setzen sich aus

einer groen und einer kleinen

Untereinheit zusammen Die

schematische Darstellung

zeigt in grn die Position der

tRNA in rot das Enzym EFG

Abbildung PhilippsUniversitt

Marburg AG Hartmann

Als

Verbindungsstck zwischen der

genetischen Vorlage und dem

entsprechenden Protein

kommt die so genannte tRNA

zum Einsatz Sie

trgt jeweils

eine bestimmte Aminosure

und verfgt zugleich ber eine

Bindungssequenz die exakt zu

definierten Stellen der Vorlage

passt

Auf diese Weise

gelangt jede Aminosure

automatisch an die fr sie

vorgesehene Position Sobald

ein tRNAMolekl seine

Aminosure an die

wachsende

Kette eines Proteins

abgegeben hat wandert es

entlang des

Ribosoms weiter

um Platz fr die nchste tRNA zu

machen Dabei bildet

das

Ribosom einen Komplex mit

Blog

?Erfolgsges

chichte der

österreichis

chen

Wirtschaft?

autor

Blog

Erfolgsgeschichte der

sterreichischen

Wirtschaft

logodynamogold Die

Wiener Agentur

dynamo gold

entwickelte fr den

Wirtschaftsverlag

einen Blog der eine

Zeitreise durch die

Wirtschaftsgeschichte

der 2 Republik bietet

Darber hinaus wurde

dynamo gold vom

Verlag beauftragt

einen Corporate Blog

sowie einen internen

Blog zu kreieren

Unter

erfolgsgeschichtewirt

chaftsverlagat finden

sich Artikel aus 65

Jahren

Verlagsgeschichte

und Archivmaterial

von heimischen

TopBetrieben Die

Leistungen von

dynamo gold

umfassten die

Entwicklung des

BlogDesigns sowie die

Programmierung Der

User erkennt auf den

ersten Blick dass es

sich um Beitrge aus

65 Jahren dreht die

leicht auszuwhlen

und aufzurufen sind

Als einen weiteren

Pluspunkt hebt

Wolfgang Jastrinsky

Geschftsfhrer von

dynamo gold die

einfache und

bersichtliche

Strukturierung hervor

Der Content befindet

sich in der linken

Spalte und rechts

Osama bin Laden

autor

Osama bin Laden Usama ibn

Muhammad ibn Awad ibn Ladin

vermutlich 10 Mrz 1957 in Riad

SaudiArabien kurz als Osama bin

Laden arabisch aHsamtm bn ladn

bekannt ist ein Terrorist und

spirituelles Oberhaupt

verschiedener dschihadistischer

Gruppierungen wie beispielsweise

alQaida Als Mudschahid kmpfte

bin Laden mit Untersttzung der USA

gegen den Einmarsch der

Sowjetunion in Afghanistan Spter

begannen die USA bin Laden fr

mehrere Anschlge verantwortlich zu

machen bei denen USBrger ums

Leben kamen Dazu werden hufig

auch die Terroranschlge am 11

September 2001 gezhlt obwohl das

FBI erklrt hat in diesem Fall keine

eindeutigen Beweise fr eine

Beteiligung bin Ladens zu besitzen

Auf Hinweise zu seinem Verbleib

setzte der USSenat im Juli 2007

ein Kopfgeld in Hhe von 50

Millionen Dollar aus Seit 1994 ist

er staatenlos Inhaltsverzeichnis

1 Herkunft und Entwicklung 11

Eltern

12 Ursprnge des

Familienvermgens

13 Kindheit

und Jugend

14 Entdeckung von

Religion und Politik

15 Studium

16 Familienleben 2

Politischer Kampf

21 Das

Schlsseljahr 1979 o 211

Islamische Revolution im Iran

o 212 Die Erstrmung der Groen

Moschee in Mekka o 213

Sowjetische Besetzung

Afghanistans

22 Kampf in

Afghanistan 19791989 o 221

Stellvertreterkrieg und

DschihadBewegung

o 222 Bin

Gelnhausen: Aus Housing

Area wird Coleman-Park

autor

AktuellRheinMainZeitungRegion Gelnhausen Aus

Housing Area wird ColemanPark Binnen zwei

Jahren sollen auf dem frheren ArmeeAreal

Wohnungen und Gewerbebetriebe entstehen Die

Stadt verkauft die Flche fr sechs Millionen Euro

an einen Investor Von Holger Dell Gelnhausen

Begegnungssttte und Kinderhort Die

HousingArea in Gelnhausen wird umgestaltet

Begegnungssttte und Kinderhort Die

HousingArea in Gelnhausen wird umgestaltet

Wo die hssliche ehemalige amerikanische

Housing Area mit 16 Wohnblocks das westliche

Entree der Kernstadt von Gelnhausen prgt soll in

zwei Jahren eine attraktive von Grn durchzogene

Siedlung unter dem Namen ColemanPark

entstehen Sie soll aus gerumigen und

preisgnstigen Wohnungen fr junge Familien

aber auch fr ltere Brger und aus zahlreichen

Handels und Gewerbebetrieben bestehen Das hat

am Donnerstag in einer Pressekonferenz der

Investor Albrecht Krebs angekndigt nachdem

die Stadtverordneten am Abend zuvor den

Verkauf des 75000 Quadratmeter groen Areals

an seine AK Bautrger KG beschlossen hatten

Krebs hat mit seinem Unternehmen in der Region

schon zahlreiche Stadtentwicklungsprojekte

verwirklicht Vor allem in Hanau hat er wie kein

anderer in mehr als drei Jahrzehnten fr

Umgestaltungen und Umnutzungen in der

Innenstadt und auf Flchen ehemaliger

amerikanischer Kasernen und Wohnsiedlungen

gesorgt Den Zuschlag in Gelnhausen erhielt er

weil er von drei zuletzt im Bietverfahren

verbliebenen Investoren deren Konzepte dem

Magistrat und den Stadtverordneten

gleichermaen gefielen den hchsten Preis zu

zahlen bereit war Fr sechs Millionen Euro geht

die Housing Area in das Eigentum der AK

Bautrger KG ber 35 Millionen hatte die Stadt vor

einem Jahr an den Bund gezahlt um ber einen

Investor eine Entwicklung aus einem Guss

einzuleiten Mglichkeiten seien vertan worden

Obwohl Brgermeister Thorsten Stolz SPD in das

seit dem Herbst 2009 laufende Verfahren die

Fraktionen eingebunden hatte und so

Oberleitungsbus

autor

Oberleitungsbus Landskrona in

Schweden 1882 Elektromote der

erste Oberleitungsbus der Welt

Ein Oberleitungsbus auch

Oberleitungsomnibus Obus OBus

Trolleybus oder veraltet Gleislose

Bahn genannt ist ein nicht

spurgebundenes elektrisches

Verkehrsmittel im ffentlichen

Personennahverkehr Er ist wie ein

klassischer Stadtlinienbus

aufgebaut wird jedoch im

Gegensatz zu diesem nicht von

einem Verbrennungsmotor

sondern von einem oder mehreren

Elektromotoren angetrieben

Seinen Fahrstrom bezieht er

hnlich einer Straenbahn mittels

Stromabnehmern aus einer ber

der Fahrbahn gespannten

Oberleitung Weltweit wurden

seit 1882 insgesamt 766

ObusAnlagen errichtet Davon

sind 423 stillgelegt worden 344

bis heute in Betrieb

Oberleitungsbusse verkehren

derzeit in 48 Staaten berwiegend

sind sie in Osteuropa

Sdosteuropa den

Nachfolgestaaten der

Sowjetunion der Schweiz Italien

China und Nordkorea anzutreffen

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

und Rechtslage

2 Etymologie

21 Deutschland und sterreich

22 Weltweit 3

Funktionsprinzip

31 Fahrzeug

o 311 Aufbau o 312

Antrieb Elektrische Ausrstung und

Die Anfnge o 931

Versuchsbetrieb in Halensee bei

Berlin 1882

o 932 Frhe

USamerikanische

Versuchsbetriebe 1887

o

933 Das System LombardGurin

1899 o 934 Das System

Schiemann 1901 9341

Zweipolige Einstangensysteme

o 935 Das System Stoll 1901

o 936 Das System Nithard 1901

o 937 Das System

CantonoFrigerio 1906 o 938

Das System MercdslectriqueStoll

1907 o 939 Das System

LloydKhler 1910 o 9310

Erster Regelbetrieb in den

Vereinigten Staaten 1910

94 Zsur durch den Ersten

Weltkrieg

o 941 Stagnation

in Kontinentaleuropa o 942

Weltweiter Durchbruch im British

Empire

95 Die Jahre der grten

Verbreitung

o 951 Weltweite

Entwicklung

9511 Japan

o 952 Renaissance und

erneuter Niedergang in

Deutschland 9521

Deutsches Reich 9522

Westdeutschland 9523

DDR 10 Gegenwart 101

Weltweiter berblick 102

Europa

o 1021 Bosnien und

Herzegowina o 1022

Bulgarien o 1023

Deutschland

o 1024 Estland

o 10215 Portugal

o

10216 Rumnien o 10217

Russland o 10218

Schweden

o 10219 Schweiz

o 10220 Serbien

o

10221 Slowakei o 10222

Spanien

o 10223 Tschechien

o 10224 Ukraine

o

10225 Ungarn o 10226

Weirussland

103 Auerhalb

Europas

o 1031 Argentinien

o 1032 Armenien

o

1033 Brasilien o 1034 Chile

o 1035 China o 1036

Ecuador

o 1037 Georgien

o 1038 Iran

o 1039 Japan

o 10310 Kanada

o

10311 Kasachstan o 10312

Kirgisistan

o 10313 Mexiko

o 10314 Mongolei

o

10315 Neuseeland o 10316

Nepal

o 10317 Nordkorea

o 10318 Tadschikistan

o

10319 Turkmenistan o

10320 Usbekistan o 10321

Venezuela o 10322

Vereinigte Staaten

11 Statistik

111 Grte Betriebe 112

lteste Betriebe

113 Hufigster

Typ 12 Besonderheiten 13

Erhaltung und Betrieb

historischer Anlagen und

Fahrzeuge

131 Deutschland

132 Weltweit 14 Hersteller

Auswahl

15 Typen Auswahl

16 Siehe auch 17 Quellen

Grizzly Adams Wolfsburg

autor

Grizzly Adams Wolfsburg

Grizzly Adams Wolfsburg

Grte

Erfolge

PlayOffViertelfinale

2009 Aufstieg in die 2 Bundesliga

2001 Aufstieg in die DEL 2004

und 2007 Deutscher Pokalsieger

2009 Vereinsinfos

Geschichte

TV Jahn Wolfsburg

19751986 ESC Wolfsburg

19861994 EC Wolfsburg

19941996 Grizzly Adams

Wolfsburg seit 1996 Spitzname

Die Grizzlies Stammverein EHC

Grizzly Adams Wolfsburg eV

Vereinsfarben orange schwarz

Liga

Deutsche Eishockey Liga

Spielsttte EisArena Wolfsburg

Kapazitt 4500 Pltze davon 3050

Sitzpltze Cheftrainer Anton

Krinner Kapitn

Tim Regan

Saison 200809 Platz 7 Vorrunde

PlayOffs Viertelfinale Die Grizzly

Adams Wolfsburg sind eine

deutsche Eishockeymannschaft

aus Wolfsburg die seit der Saison

200708 in der Deutschen

Eishockey Liga spielt Der

ursprngliche Stammverein EC

Wolfsburg entstand 1992 aus

einem Fanclub und ist noch heute

fr den Spielbetrieb der Nachwuchs

und Amateurmannschaften

zustndig 2004 wurde die

Profimannschaft vom Stammverein

in den EHC Grizzly Adams

Wolfsburg eV ausgegliedert Die

Grizzly Adams tragen ihre

Heimspiele in der 2006 erffneten

EisArena Wolfsburg aus ihre

Vereinsfarben sind orange und

schwarz Den bisher grten Erfolg

feierte der Club im Jahre 2009 mit

dem Gewinn des Deutschen

EishockeyPokals

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte

11 Grndung des TV Jahn

Wolfsburg 1964 bis 1986 12

Neugrndung des ESC Wolfsburg

1986 bis 1994 o 121 Parallele

Grndung der heutigen Grizzly

Adams

13 Konkurs und

Wiederneugrndung 1994 bis 1998

14 Auf und Abstiege 1998 bis

2007 15 Zeiten in der DEL seit

2007 2 Mannschaft 21

Vorlufiger Kader zur Saison 200910

22 Bedeutende frhere

Mannschaften

o 221 Meister

2 Bundesliga und DELAufstieg

200607 o 222 Pokalsieger

2009 3 Spieler 31 Mitglieder

der Hockey Hall of Fame

Deutschland

32 Vereinsinterne

Rekorde

33 Berhmte ehemalige

Spieler

34 Teilnahmen von

Spielern am AllStarGame 4

Trainer 5 Stammverein 6

Spielsttten

7 Vereinskultur

71 Fans und Rivalitten 72

Maskottchen

73 Patenschaft

8 Quellen 9 Weblinks

Geschichte Grndung des TV Jahn

Wolfsburg 1964 bis 1986 Saison

Liga Platz 197879 RL 7 197980

RL 198081 RL 2 198182 OL 7

198384 OL 5 198485 OL 6

198586 OL 11 v in der

AufAbstiegsrunde Der Schillerteich

Geburtssttte des Wolfsburger

Eishockeys Bereits in den 1960er

Jahren war der Eissport in

Wolfsburg populr geworden Ein

erster Schritt zum organisierten

Spiel erfolgte am 25 Oktober 1964

als sich die Hobbyspieler dem

Skiclub Wolfsburg anschlossen

und dieser sich fortan SEC Ski und

EissportClub Wolfsburg nannte

Vom bisher genutzten Schillerteich

im gleichnamigen Stadtteil ging es

nun in die Bezirkssportanlage

Porschestadion bei der der

ursprnglich zum Faustball genutzte

Platz im Winter als Spielflche

diente Da trotz dieser Anlage

jedoch kein regelmiger

Spielbetrieb mglich war meldete

1967 der SEC ein Team in der

Landesliga an bei der im

benachbarten Hannover im

Eisstadion am Pferdeturm eine

Heimspielsttte gefunden wurde

Anschluss an den TV Jahn

Wolfsburg im Jahr 1971 wurden die

Punktspiele in der Eishalle von

Altenau ausgetragen und es

konnten erste Erfolge verzeichnet

werden Neben dem Aufstieg in die

Regionalliga gelang 1981 gelang

der Sprung in die Oberliga doch ein

eigenes Stadion war dem Verein

immer noch verwehrt Durch die

fehlenden Einnahmen aus den

Heimspielen und den eigenen

Reisekosten folgte 1982 der

Konkurs des TV Jahn es kam jedoch

zur sofortigen Neugrndung Am 11

November 1983 wurde der

damalige Eispalast der Stadt

Wolfsburg bergeben und am 13

November 1983 bestritten die so

genannten Roten Teufel vom TV

Jahn Wolfsburg das erste Spiel in

der Oberliga gegen den SC

Solingen Im Jahre 1986 trennte

sich die Sparte Eishockey vom TV

Jahn Wolfsburg Neugrndung des

ESC Wolfsburg 1986 bis 1994

Saison Liga Platz 198687 OL 3

198788 2 BL 6 198889 2 BL 4

198990 2 BL 4 199091 2 BL 7

199192 2 BL 6 v 199293 OL 4 v

199394 RL 1 v in der

AufAbstiegsrunde Mit dem Abstieg

in die Regionalliga wurde 1986 der

ESC Wolfsburg als eigenstndiger

EishockeyVerein mit der Kinderrztin

Dr Sybille Hartebrot als Vorsitzende

gegrndet Der ESC wurde jedoch

wieder in die Oberliga

aufgenommen weil mit Henryk

Pytel und Stanislaw Klocek zwei

TopSpieler verpflichtet wurden und

sich in Folge dessen die Vereine

der Regionalliga weigerten gegen

die vermeintlich zu starken

Wolfsburger anzutreten Nach

einem dritten Platz nach der

Vorrunde stiegen die Wolfsburger

198788 in die zweite Bundesliga

auf und hatten mit Wolfgang

Heitmann einen Mzen der spter

den VfLAufschwung mitbegrndete

Die Saison endete nach der

Vorrunde auf einem sechsten Platz

der Abstieg konnte jedoch durch

Atomarer Mechanismus einer

Virusinfektion

autor

Biochemie Medizinische Chemie

Publiziert am

22102010 Atomarer Mechanismus einer Virusinfektion

Tbinger Biochemiker haben die Beziehung zwischen

Moleklstruktur und Funktion eines Polyomavirus

entschlsselt Ein Virus lftet sein Geheimnis Wie infiziert

JCV eine Krperzelle

Ein Virus kann eine Zelle infizieren

wenn es an der Zelloberflche spezifische Andockstellen

findet Wie dieses Andocken auf atomarer Ebene

funktioniert hat nun eine internationale Forschergruppe

unter Beteiligung Tbinger Biochemiker fr das

Polyomavirus JCV beschrieben

Dazu wurde die atomare

Struktur dieses Virus erstmals entschlsselt

und das

Andocken und damit die Infektion gezielt unterbunden

Das menschliche JC Polyomavirus Das menschliche JC

Polyomavirus beim Andocken an eine Zelle der erste

Schritt fr eine erfolgreiche Infektion Neue

Forschungsergebnisse des Tbinger Biochemikers Prof

Thilo Stehle und seiner Arbeitsgruppe zeigen mit

atomarer Genauigkeit wie das Virus blau an ein

bestimmtes Zuckermotiv gelb auf der Zelloberflche bindet

Bildquelle Ursula Neu Universitt Tbingen

Wir wissen

sehr wenig darber wie Viren an Zellen binden und was sie

danach machen sagt der Tbinger Biochemiker Prof Dr Thilo

Stehle Im Prinzip ist zwar bekannt dass die Struktur des

Virus und die Eigenschaften der Zelloberflche

zusammenpassen mssen damit das Virus berhaupt erst

einmal an der Zelle andocken kann Dafr wird gerne das

Bild vom Schlssel verwendet der in ein Schloss passen

muss In Wirklichkeit so der Leiter des Interfakultren

Instituts fr Biochemie IFIB der Universitt Tbingen gengt

ein einzelner Schlssel meist nicht Auf der Virusoberflche

finden sich meist mehrere Stellen die an Zucker oder

Proteinmolekle an der Zelloberflche die sogenannten

Rezeptoren binden knnen Anhand dieser Rezeptoren

erkennt das Virus seine Wirtszellen dockt an diese an

und beginnt damit die Infektion

Stehle und seine

Mitarbeiter haben nun in einem internationalen

Forschungsverbund an einem konkreten Beispiel den

Mechanismus des Andockens mit atomarer Genauigkeit

beschrieben Sie haben die atomare Struktur des

Hllproteins des beim Menschen sehr verbreiteten JCVirus

entschlsselt das zur Familie der Polyomaviren gehrt und

damit zum ersten Mal berhaupt die atomare Struktur

eines den Menschen befallenden Polyomavirus

beschrieben

Das JCVirus ist ein weit verbreitetes Virus

mit dem schtzungsweise siebzig bis neunzig Prozent der

Weltbevlkerung infiziert sind Allerdings lst es bei der

berwiegenden Zahl der Menschen keinerlei Symptome

aus da das Immunsystem die Viren unter Kontrolle hlt

Regionaler

Flächennu

tzungsplan

: Für

Kritiker

nur

ein

?buntes

Stück

Papier?

autor

AktuellRheinMainZ

itungRegion

Regionaler

Flchennutzungspla

Fr Kritiker nur ein

buntes Stck Papier

Die Kommunen im

Ballungsraum

haben den

Regionalen

Flchennutzungspla

beschlossen Er

sieht fr Wohnen

und Gewerbe

zusammen 4400

Hektar vor Von

Mechthild Harting

Buntes Stck Papier

Michael Gllner SPD

kritisiert den

Regionalen

Flchennutzungspla

Buntes Stck

Papier Michael

Gllner SPD

kritisiert den

Regionalen

Flchennutzungspla

15 Dezember

2010 Der

Regionale

Flchennutzungspla

der die

Entwicklungsflchen

Frankfurter

Schauspiel:

Statt

Liebestod

Flucht

vor

dem

Kranken

autor

AktuellRheinMainZei

ungKultur

Frankfurter

Schauspiel Statt

Liebestod Flucht vor

dem Kranken In der

Box der kleinsten

Spielsttte des

Frankfurter

Schauspielhauses

wird aus Arthur

Schnitzlers erster

Novelle ein Stck fr

drei Personen

Sterben hatte jetzt

Premiere Von

Michael Hierholzer

Tanzend Tod und

Siechtum trotzen

Alfred Johannes Khn

Marie Henriette

Blumenau und Felix

Moritz Pliquet in

dem Stck Sterben

Tanzend Tod und

Siechtum trotzen

Alfred Johannes Khn

Marie Henriette

Blumenau und Felix

Moritz Pliquet in

dem Stck Sterben

Eine Fototapete

Motiv deutscher

Wald rahmt die Bhne

ein Kunstrasen

klebt am Boden In

der stickigen Box ist

trivialsthetisch der

Frhling

ausgebrochen

whrend es in den

Herzen der

handelnden

Personen herbstlich

zu werden beginnt

Der Frankfurter

Kloster

Eberbach:

Opposition

vermutet

Vertuschung

autor

AktuellRheinMainZeitungHessen Kloster

Eberbach Opposition vermutet Vertuschung Wer

hat etwas von den Finanzmachenschaften des

frheren Geschftsfhrers im Kloster Eberbach

gewusst und wann Das hessische

Regierungslager hlt diese Fragen fr geklrt die

Opposition vermutet politisch motivierte

Vertuschung Opfer nicht Tter Hessens

Umweltministerin Lucia Puttrich CDU wies

Vorwrfe der Opposition zurck die

Landesregierung habe finanzielle

Unregelmigkiten in der Stiftung Kloster Eberbach

vertuscht Opfer nicht Tter Hessens

Umweltministerin Lucia Puttrich CDU wies

Vorwrfe der Opposition zurck die

Landesregierung habe finanzielle

Unregelmigkiten in der Stiftung Kloster Eberbach

vertuscht Die Opposition im hessischen

Landtag hat der Landesregierung vorgeworfen

finanzielle Unregelmigkeiten in der Stiftung

Kloster Eberbach zu vertuschen Das

Regierungslager wies dies am Donnerstag in

Wiesbaden energisch zurck Die Stiftung ist nicht

Tter sie ist Opfer sagte Umweltministerin Lucia

Puttrich CDU in deren Zustndigkeit die Stiftung

fllt Bei dem Streit geht es um die finanziellen

Machenschaften von Markus Hebgen der bis

2006 Geschftsfhrer der CDUFraktion im Landtag

von RheinlandPfalz war und danach in Hessen

Geschftsfhrer der Klosterstiftung wurde Nach

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mainz

berwies Hebgen im Juli 2006 mehr als 40 000

Euro aus den Kassen des Klosters an die Klner

Beratungsfirma Allendorf Media GmbH Die Justiz

vermutet dass damit Restschulden der CDU

RheinlandPfalz beglichen wurden Verschleiert

vertuscht und gar nichts aufgeklrt Die

Stiftungsleitung und damit die hessische

Landesregierung Regierung habe seit 2008 von

dubiosen Zahlungen Hebgens gewusst und dies

zwei Jahre lang verheimlicht sagte der

SPDAbgeordnete Gnter Rudolph Sie haben

verschleiert vertuscht gar nichts haben Sie

aufgeklrt Bislang war nur bekannt gewesen

Überwach

ung

im

Anti-Dopin

g-Kampf:

Erzwungen

e

Freiwilligk

eit

autor

tazakt329367

14122010

berwachung im

AntiDopingKampf

Erzwungene

Freiwilligkeit

Nicht nur in

Deutschland gibt

es Zweifel an der

Rechtmigkeit des

AntiDopingKampfs

Professionelle

Sportler aus aller

Welt streiten fr

leichtere

Meldeauflagen

VON ANDREAS

RTTENAUER

Untersttzt kritisch

den

AntiDopingKampf

Imke Duplitzer Foto

dapd BERLIN taz

Deutsche

Datenschtzer

halten die Regeln

und

Kontrollvorschrifte

wie sie im Kodex

der Nationalen

AntiDopingAgentur

Nada festgehalten

sind fr rechtswidrig

Sie sprechen von

unzumutbaren

Eingriffen in die

Privatsphre und

fordern das

Ausscheren des

deutschen Sports

aus dem

weltweiten System

der

Dopingbekmpfung

Biochemie

der

Gewebeorganisation

autor

Biochemie Molekulare Medizin

Publiziert am

19102010 Biochemie der Gewebeorganisation

Intrazellulres Straennetz sorgt fr Ordnung

MaxPlanckForscher haben einen Mechanismus

der Gewebeorganisation in der Haut entschlsselt

Damit Gewebe fehlerfrei arbeiten und ihre

Aufgaben im Krper erfllen ist die genaue

Regulation ihrer inneren Ordnung essentiell

Ein

interdisziplinres Team aus Wissenschaftlern

verschiedener MaxPlanckInstitute hat jetzt den

Mechanismus identifiziert wie Hautzellen auf

bestimmte Signale von auen ihre innere Architektur

anpassen

Damit Zellen schnell auf Signale aus

der Umgebung reagieren knnen brauchen sie eine

Art Straennetz mit dessen Hilfe sie Nachrichten an

die richtigen Stellen in der Zelle transportieren

erlutert Sara Wickstrm Forscherin am

MaxPlanckInstitut fr Biochemie

Bei Fehlern in

dieser Maschinerie kann es zu Krankheiten wie

Krebs kommen so die Forscherin Mechanismus

der Gewebeorganisation in der Haut entschlsselt

Proteine rot werden entlang eines zellulren

Straennetzes Microtubuli grn zur Peripherie der

Zelle gesendet Foto Sara Wickstroem Copyright

MPI fr Biochemie

Alle Gewebe so auch die Haut

setzen sich aus verschiedenen Zellen zusammen

die miteinander und mit ihrer Umgebung in Kontakt

stehen Damit die Zellen effizient miteinander

kommunizieren knnen mssen Signale erzeugt und

anschlieend an die richtigen Stellen innerhalb der

Zellen verschickt werden Dafr nutzen Zellen ein

intrazellulres Straennetz die Mikrotubuli erklrt

Sara Wickstrm vom MaxPlanckInstitut fr

Biochemie Das macht es ihnen mglich ihre

Informationsbermittler Proteine effizient und

haargenau zu spezialisierten Orten in den Zellen

zu transportieren

Durch Untersuchungen an

bestimmten Rezeptoren Integrine in der Auenhlle

von Hautzellen konnte die MaxPlanckForscherin

zeigen dass die Anordnung des zellulren

Zuwanderer

können auf

die Hilfe von

Integrations

lotsen

bauen

autor

Haushalt

verabschiedet

Opposition wirft

mangelnden

Gestaltungswillen

vor Aachen Mit der

Verabschiedung des

Haushalts fr 2011

beendete der

Stdteregionstag am

Donnerstag ein laut

Stdteregionsrat

Helmut Etschenberg

ausgesprochen

arbeitsreiches Jahr

Das belegte er mit

zwei Zahlen

pfeilweiterkleinergif

Zuwanderer knnen auf

die Hilfe von

Integrationslotsen

bauen Von Daniel

Gerhards 16122010

1637

REB3spintegrajpg156

363jpg Aachen Sich in

einem fremdem Land

zurechtzufinden kann

sehr schwierig sein

Wenn man in einem

fremden Kulturkreis

auf sich allein gestellt

ist knnen schon die

Dinge des tglichen

Lebens zur

Herausforderung

werden In der

Stdteregion

bekommen

Zuwanderer knftig

Untersttzung von 18

ehrenamtlichen

Integrationslotsen

Gemeinsam

absolvierten die

Ehrenamtler einen

Kurs in dem sie

Ntzliches ber Gesetze

Bruno

Labbadia

geht

nach

Stuttgart:

"Wir

brauchen

diesen

Neuanfang"

autor

tazakt328675 12122010 1

Kommentar Bruno Labbadia geht

nach Stuttgart Wir brauchen

diesen Neuanfang Ausgerechnet

Bruno Labbadia Der Trainer dem

bislang nicht nicht viel gelungen

ist soll den taumelnden VfB

Stuttgart zum Klassenerhalt

fhren VON ELKE RUTSCHMANN

Will den Neuanfang Manager

Bobic mit seinem neuen Trainer

Labbadia Foto dapd

STUTTGART taz Es ist

mittlerweile schon ein vertrautes

Ritual in Cannstatt In mehr oder

weniger regelmigen Abstnden ldt

die Klubfhrung des VfB Stuttgart

die rtlichen Medien in den

Presseraum des Stadions um

einen neuen Trainer zu

prsentieren Gestern um die

Mittagszeit war es wieder so weit

In einem edlen dunkelblauen

Anzug und passender Krawatte sa

Bruno Labbadia auf dem Podium

flankiert von Manager Fredi Bobic

und Prsident Erwin Staudt Es ist

eine interessante Aufgabe aber

auch eine die ich mit sehr groem

Respekt angehe sagte Bruno

Labbadia Sein Vorgnger Jens

Keller war am Samstag nach nur

zwei Monaten im Amt von seinen

Aufgaben entbunden worden

Beim VfB geht die Angst um Wir

sind in der schwierigsten

Situation der letzten Jahre sagte

Erwin Staudt der jede persnliche

Verantwortung fr die Misere von

sich schiebt Fr den Erfolg auf dem

Platz ist der bungsleiter

verantwortlich Kein Wunder dass

der TrainerJob in Stuttgart noch

nie zu den Langzeitmodellen mit

dem Anspruch auf ein

entspanntes Wirken zhlte Fredi

Bobic traut Labbadia jedoch den

Kraftakt Rettung zu Wir sind

davon berzeugt dass es passt Wir

brauchen diesen Neuanfang

sagte Bobic

Neben Keller

trennte sich der VfB auch von

Konditionstrainer Christian

Kolodziej und dem langjhrigen

Zum 60.

Geburtstag:

Witwe

und

ehemalige

Weggefährt

en erinnern

mit

Podiumsver

anstaltung

an

den

Bürgerrecht

ler

Jürgen

Fuchs

autor

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Startseite Aktuelles

Pressemitteilungen

Zum 60 Geburtstag

Witwe und ehemalige

Weggefhrten erinnern

mit

Podiumsveranstaltung

an den Brgerrechtler

Jrgen Fuchs Zum 60

Geburtstag Witwe und

ehemalige

Weggefhrten erinnern

mit

Podiumsveranstaltung

an den Brgerrechtler

Jrgen Fuchs

Pressemitteilung

1252010 vom

09122010

Schriftsteller und

Brgerrechtler Jrgen

Fuchs Am 19

Dezember 2010 wre

der Schriftsteller und

Brgerrechtler Jrgen

Fuchs 1950 1999 60

Jahre alt geworden

Zur Wrdigung seines

Lebens Wirkens und

Werkes hat

Landtagsprsident Dr

Matthias Rler zu einer

Podiumsveranstaltung

eingeladen

Der

Prsident des

Schsischen Landtags

wird die Veranstaltung

die am Montag dem

13 Dezember 2010

um 1800 Uhr im

Stndehaus Groer Saal

Schlossplatz 1 01067

Dresden stattfindet

erffnen Die Vertreter

der Medien sind

herzlich eingeladen

Ihre Mitwirkung

Ein Dach über dem Kopf

autor

Ein Dach ber dem Kopf Ueberdachung01

Schutz vor Wind und Wetter bietet eine neu

errichtete Fugngerberdachung rund um

den in Bau befindlichen Hauptbahnhof

eine Serviceleistung fr Wiener Passanten

die tglich ber die Arsenalstrae vorbei an

regem Baustellentreiben zu den ffentlichen

Verkehrsmittel gelangen mssen Wien 22

April 2010 Seit Anfang des Jahres luft die

Abtragung des Wiener Sdbahnhofs auf

Hochtouren Die Herstellung von

Massenlogistikflchen

Baustelleneinrichtungen und

Aushubarbeiten sorgen fr

Verkehrsbehinderungen und erschwerte

Zugangswege Absperrungen und

Ausweichrouten rund um das

Bahnhofsgelnde stellen eine erhhte

Belastung fr Anrainer und Nutzer des

ffentlichen Verkehrs dar Im Zuge des

Groprojektes setzen die BB und die Stadt

Wien von Beginn an auf den Dialog mit

den Brgern Anliegen und Vorschlge von

Anrainern die zu einer Erleichterung der

Situation fhren werden wenn mglich

bercksichtigt Die Gewista nahm sich dem

Wunsch nach einer

Abschirmungsvorrichtung fr Fugnger

entlang der Arsenalstrae an und

veranlasste den Aufbau einer ca 150 Meter

langen beleuchteten Fugngerberdachung

Diese fhrt von der SchweizerGartenStrae bis

zur SBahnstation am Wiedner Grtel und

schirmt Wind und Wetter bestmglich von

den Passanten ab KR Karl Javurek CEO

Gewista Die Errichtung des Wiener

Hauptbahnhofs ist ein gewaltiges Projekt

bei dem die Brger stets mit eingebunden

wurden Wir sehen uns als brgernahes

Frankfurt: Junge

Gewalttäter

verletzen

drei

Männer schwer

autor

AktuellRheinMainZeitungFrankf

rt Frankfurt Junge Gewalttter

verletzen drei Mnner schwer

Von Katharina Iskandar

Frankfurt Wie mit jugendlichen

Strafttern umzugehen ist wird

bei der Polizei schon seit

lngerem diskutiert Wie mit

jugendlichen Strafttern

umzugehen ist wird bei der

Polizei schon seit lngerem

diskutiert Zwei Wochen

nachdem zwei junge Mnner

einen Radfahrer in der

Frankfurter Innenstadt berfallen

und schwer verletzt haben ist es

in der Nacht zum Donnerstag

abermals zu Gewalttaten von

Jugendlichen gekommen Wie

die Polizei mitteilte haben vier

junge Mnner aus Frankfurt im

Alter von 14 16 18 und 23

Jahren innerhalb einer Stunde

drei Passanten grundlos

angegriffen und schwer verletzt

Die mutmalichen Tter wurden

festgenommen sind inzwischen

jedoch wieder auf freiem Fu Es

gab offenbar keine Haftgrnde

Gegen 035 Uhr hatten die Tter

zunchst an der Hauptwache

einen 47 Jahre alten Mann aus

Berlin und einen 36 Jahre alten

Frankfurter angesprochen und

sie nach Zigaretten gefragt

Ohne eine Antwort abzuwarten

schlugen die vier Angreifer

unvermittelt auf ihre Opfer ein

Als der Sechsunddreiigjhrige am

Boden lag traten ihn die Tter

weiter gegen Kopf und Krper

Der Frankfurter erlitt einen

Nasenbeinbruch und Prellungen

im Gesicht Sein Begleiter erlitt

ebenfalls Prellungen und

Schrfwunden Die Angreifer lieen

die beiden Mnner schwer

verletzt liegen und flchteten in

Richtung Fregass Schon in der

2D

DNA-Kristal

le

autor

DNA

Publiziert

am 17112010 2D

DNAKristalle

DNAFlechtwerk

Zweidimensionale

Kristalle aus

DNAOrigamiBaustein

n DNA ist nicht nur

der Trger unserer

genetischen

Information DNA ist

auch ein

hervorragendes

Nanobaumaterial

wie Forscher um Ned

Seeman vor etwa

dreiig Jahren

entdeckten

Seeman und seinen

Kollegen von der

New York University

USA ist es nun

gelungen aus

kreuzfrmigen

DNAPlttchen eine

erstaunlich

groflchige

Gitterstruktur

herzustellen die an

einen gewebten

Stoff erinnert

Wie

die Forscher in der

Zeitschrift

Angewandte Chemie

berichten

erreichen diese

zweidimensionalen

Kristalle

Abmessungen von

etwa zwei mal drei

Mikrometern DNA

Flechtwerk

DNAOrigami im

groen Stil Eine

doppellagige

DNAOrigamikachel

mit zwei

orthogonalen

Domnen bildete

Darmstadt:

Magnus

Gäfgen

beantragt

neues

Verfahren

autor

AktuellGesellschaftK

iminalitt Darmstadt

Magnus Gfgen

beantragt neues

Verfahren Der zu

lebenslanger Haft

verurteilte

Kindsmrder Magnus

Gfgen hat die

Wiederaufnahme

seines

Strafverfahrens

beantragt Ein Urteil

das auf einem Versto

gegen das

Folterverbot beruhe

drfe keinen Bestand

haben sagte sein

Anwalt Magnus

Gfgen Magnus Gfgen

Der Anwalt des als

Kindsmrder zu

lebenslanger Haft

verurteilten Magnus

Gfgen hat beim

Landgericht

Darmstadt eine

Wiederaufnahme des

Strafverfahrens

beantragt Ein

Sprecher der

Justizbehrde

besttigte am

Donnerstag

entsprechende

Medienberichte

Gfgen hatte 2002

einen elf Jahre

alten Frankfurter

Bankierssohn entfhrt

und umgebracht Er

fhrte die Polizei erst

nach einer

Androhung von

Gewalt im Verhr zur

Kings

of

Leon

(Wien,

Wiener

Stadthall

e):

Tickets

noch

erhältlich

autor

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News arrow Kings

of Leon Wien

Wiener Stadthalle

Tickets noch

erhltlich Kings of

Leon Wien

Wiener Stadthalle

Tickets noch

erhltlich

Drucken

EMail Mittwoch

27 Oktober 2010

Kings of Leon

live in Wien

Wiener Stadthalle

Tickets Karten

Eintrittskarten

Am 4 Dezember

spielen die Kings

of Leon in der

Wiener

Stadthalle Das

Konzert ist

offiziell zwar

bereits

ausverkauft aber

wie gut dass es

VIAGOGO gibt

Dort sind die

begehrten Kings

of Leon

Tickets

nach wie vor

erhltlich

Kings

of Leon live in der

Wiener Stadthalle

Kings of Leon

live in Wien

Wiener Stadthalle

Die Knige sind

zurck

Kings Of

Leon live am

Spanischer Dopingring

ausgehoben: Operation

Windhund

autor

tazakt328707

12122010 Spanischer

Dopingring ausgehoben Operation

Windhund In Spanien wird ein Dopingring

ausgehoben an dem erneut der berchtigte

Arzt Eufemiano Fuentes beteiligt ist Er hat

Dopingplne fr Leichtathleten geschrieben

Weltmeisterin vor dem Haftrichter Die

spanische Leichtathletin Marta Domnguez

Foto reuters MADRIDBERLIN tazdpa Sie

nennt sich Operacin Galgo Operation

Windhund Nach monatelangen

Ermittlungen der Guardia Civil bei der auch

Telefone abgehrt wurden hat die spanische

Polizei nun zugeschlagen Sie hat in

diesem Dopingskandal anscheinend

wichtige Beweismittel konfisziert Wie

der Radiosender Cadena Ser berichtet

liegen der Guardia Civil Mitschnitte von

Telefongesprchen Fotos und sogar Videos

vor die Sportler beim Blutdoping zeigen Im

Haus des LeichtathletikTrainers Manuel

Pascua Piqueras wurden laut der

Tageszeitung El Pas vier Beutel mit

Restspuren von Blut gefunden die darauf

hinweisen dass dort erst vor kurzem ein

oder mehrere Sportler Eigenblutdoping

betrieben haben knnten Pascua soll zu

den sieben Personen gehren die den Kern

des spanischen Dopingrings bilden Neben

Pascua und dessen Ehefrau die ebenfalls

als Trainerin arbeitet gelten der Arzt

Eufemiano Fuentes der

LeichtathletikAgent Jos Alonso Valero der

Leichtathlet Alberto Garcia der ehemalige

Mountainbiker Alberto Leon und der Trainer

von HindernisWeltmeisterin Marta

Domnguez Cesar Prez als Drahtzieher

Nach einem Bericht von El Pas wurde auch

Fuentes Schwester Yolanda die ebenfalls

rztin ist verhaftet Bei Leon der bereits im

Radsportskandal Operacin Puerto ein Helfer

von Eufemiano Fuentes war wurden

mehrere Blutbeutel gefunden Garcia vor

Wechselger

üchte

um

Manuel

Neuer:

Herbeigesch

mierter

Transfer

autor

tazakt328678

12122010 1

Kommentar

Wechselgerchte um

Manuel Neuer

Herbeigeschmierter

Transfer

Hlt Manuel

Neuer so gut weil er

unbedingt zu den

Bayern will oder weil

er so an Schalke hngt

Die Mnchner Fans

mgen ihn jedenfalls

nicht VON DAVID

DIGILI

Bester

Torwart der Liga

Manuel Neuer beim

Elfmetertten Foto dpa

BERLIN taz Mit jeder

katzenhaft

eingesprungenen

Parade wird es

schlimmer Es muss

ein virtuelles Abbild

von Manuel Neuer

sein das da jeden

Spieltag zwischen den

Pfosten des FC

Schalke 04 steht und

diese 732 Meter mal

244 Meter mit

Herzblut verteidigt Die

meisten oder

zumindest die

lautesten Medien

sehen den 24Jhrigen

schon lngst im

Leibchen des FC

Bayern

Der hat im

Sommer unverhohlen

sein Interesse besttigt

Der deutsche

Nationaltorwart und

der deutsche

Rekordmeister ja da

msse einfach

zusammenkommen

was zusammengehrt

Neuers

Glanzvorstellung beim

20 gegen die

Nanorotoren

autor

Nanochemie Publiziert am 23112010

Nanorotoren Maschinenbau auf molekularer

Ebene Nanorotoren setzen sich selbst zusammen

Wissenschaftlern der Technischen Universitt

Mnchen TUM ist es gelungen stabfrmige Molekle

dazu zu bringen sich selbst zu nur wenige

Nanometer groen Rotoren zusammen zu setzen Die

winzigen Systeme dienen der Untersuchung der

Krfte denen Molekle auf Oberflchen und in Kfigen

ausgesetzt sind Ihre Ergebnisse verffentlichen sie

in der aktuellen onlineAusgabe der Proceedings of

the National Academy of Sciences der USA siehe

unten

In der Nanowelt ist vieles anders Der

Mensch steht erst am Anfang ihre

Gesetzmigkeiten zu erforschen und nutzbar zu

machen Einem Team um Professor Johannes

Barth aus dem PhysikDepartment der TU Mnchen

ist es nun gelungen stabfrmige Molekle so in einem

zweidimensionalen Netzwerk einzuschlieen dass

Sie von selbst kleine Rotoren bilden die sich in

ihren Honigwabenartigen Kfigen drehen Nanorotor

Ein Nanorotor in seinem Kfig Bild Dirk Khne TU

Mnchen

Vorbild fr solche sich selbst

organisierenden Systeme ist die Natur Proteine

bringen Reaktionspartner so in engste rumliche Nhe

dass Reaktionen ablaufen die ohne die

Zusammenfhrung nicht mglich wren Auch der

Mensch nutzt solche Effekte indem er

Katalysatoren entwickelt an deren Oberflche

Reaktionspartner zusammenfinden Doch der groe

Traum Selbstorganisationseffekte so zu nutzen dass

sich Nanomaschinen ganz von alleine

zusammenbauen steht noch in weiter Ferne

Die

in Garching entwickelten Rotoren sind ein

erfolgreicher Schritt in diese Richtung Zunchst

bauten die Physiker ein riesiges Nanonetzwerk auf

indem sie KobaltAtome und ein stbchenfrmiges

Molekl namens SexiphenylDicarbonitril auf einer

Silberoberflche miteinander reagieren lieen Dabei

Tagesordn

ungen für

die

Plenarsitz

ungen vom

14. bis 17.

Dezember

2010

beschloss

en

autor

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Aktuelles

Pressemitteilungen

Tagesordnungen

fr die

Plenarsitzungen

vom 14 bis 17

Dezember 2010

beschlossen

Tagesordnungen fr

die

Plenarsitzungen

vom 14 bis 17

Dezember 2010

beschlossen

Pressemitteilung

1242010 vom

08122010 Blick

in den Plenarsaal

desSchsische

Landtags

Das

Prsidium des

Schsischen

Landtags hat heute

die

Tagesordnungen fr

die Sitzungen des

Landtags vom 14

bis 17 Dezember

2010 beschlossen

Der Schsische

Landtag kommt am

Dienstag Mittwoch

Donnerstag und

Freitag jeweils ab

1000 Uhr zu seiner

25 26 und 27

Sitzung

zusammen

Aufgrund der

anstehenden

Verabschiedung

Elvenking:

Red Silent

Tides

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Elvenking Red

Silent Tides

Elvenking Red

Silent Tides

Drucken EMail

Geschrieben von

Oliver Jungwirth

Samstag 18

September 2010

Elvenking Red

Silent Tides Wenn

man das gemtlich

unelektrische

Vorgngeralbum

Poets nicht mitzhlt

dann hab ich das

erste und letzte

Mal bei

Heathenreel mit

ELVENKING zu tun

gehabt Da hat sich

einiges getan

seitdem Vor

allem der

Sngerwechsel ist

klarerweise auffllig

und sehr gut Auch

die

Songwritingknste

der Band haben

sich zum besseren

gewandelt und

mit Your Heros Are

Dead hat die Band

sogar einen

ziemlichen Hit am

Start Allgemein

gesprochen

pendelt die Gruppe

allerdings ein

bisschen zu oft

zwischen

Pseudohart siehe

Beginn des

Frankfurte

r

Schauspiel

: Über das

Ziel hinaus

autor

ber das Ziel hinaus

Nils Kahnwald

spielt den Peer

Gynt im Frankfurter

Schauspiel Die

Inszenierung von

Ant Romero Nunes

hat heute Premiere

Von Claudia

Schlke

Verkrperung eines

Prinzips Nils

Kahnwald

Verkrperung eines

Prinzips Nils

Kahnwald 15

Dezember 2010

Es ist sein

absolutes

Lieblingsstck Nils

Kahnwald hatte

sich mit Ibsens

Peer Gynt schon

einmal an der

Schaupielschule

versucht aber

dann die Rolle

geschmissen Das

war mir zu theatrig

sagt der

Schauspieler und

meint Das hatte

nichts mit mir zu

tun Dabei hat er

nichts gegen

Werktreue Aber er

mchte keine Bilder

nachspielen Wenn

die Inszenierung

nichts mit mir zu

tun hat kann ich

sehr schlecht sein

wei er offenbar aus

GreenLight

klärt

Rechte an ?Going On?

von Gnarls Barkley für

Puma

autor

GreenLight klrt Rechte an Going On von

Gnarls Barkley fr Puma

1023GreenlightPumat3 Weltweite

Internet und TVSpotKampagne des

Sportartikels und

SportkleidungsHerstellers Puma unter

dem Motto Love for Football Dsseldorf

5 Juni 2010 GreenLight

wwwgreenlightrightscom eine

weltweite RechteReprsentanz sowie

Medienlizenzierungs und

Knstlervermittlungsagentur gab bekannt

dass sie die Master und

Publikationsrechte an dem Titel Going

On von Gnarls Barkley erworben hat Der

Song soll fr die weltweite

Werbekampagne von Puma Liebe

Fuball als Hommage an die

FuballBegeisterung in Afrika verwendet

werden Nachdem Puma in den

vorausgehenden Werbekampagnen

bereits mehrfach lizenzfreie Titel

verwendet hatte beschloss das

Unternehmen nun dass der Song Going

On fr dieses Projekt ideal wre und

beauftragte GreenLight mit der Klrung

und Lizenzierung der Rechte deren

zahlreiche Inhaber in aller Welt verteilt

sind GreenLigh 1023GreenlightPuma t

befasst sich weltweit mit der

Verhandlung von Nutzungsrechten fr

Inhalte aus den Bereichen Musik Film

Prominente und Entertainment und

konnte die Rechte an dem Titel von

Gnarls Barkley direkt von

Musikproduzenten Plattenfirma und

Bandmanagement fr Puma erwerben Die

Kampagne luft seit Mrz und mindestens

noch bis Ende Juli weltweit im

17. Januar

autor

Der 17 Januar in sterreich und Sdtirol

17 Jnner ist der 17 Tag des

Gregorianischen Kalenders somit

bleiben 348 Tage in Schaltjahren 349

Tage bis zum Jahresende

Historische

Jahrestage Dezember Januar Februar

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27

28 29 30 31 Inhaltsverzeichnis 1

Ereignisse

11 Politik und

Weltgeschehen

12 Wirtschaft

13 Wissenschaft und Technik 14

Kultur 15 Gesellschaft 16

Religion 17 Katastrophen 18

Sport 2 Geboren 21 Vor dem 19

Jahrhundert

22 19 Jahrhundert

23 20 Jahrhundert o 231

19011950 o 232 19512000 3

Gestorben 31 Vor dem 19

Jahrhundert

32 19 Jahrhundert

33 20 Jahrhundert 34 21

Jahrhundert

4 Feier und Gedenktage

Ereignisse Politik und Weltgeschehen

395 Das rmische Reich beim Tod

Theodosius I 0395 Mit dem Tod des

Kaisers Theodosius I zerbricht das

groe Rmische Imperium Seine Shne

Honorius und Arcadius teilen das

Reich unter sich in Westrom und

Ostrom auf 1328 Krnung Ludwig des

Bayern historisierende Darst 1328

Ludwig IV der Bayer lsst sich beraten

von Marsilius von Padua wegen seines

Streits mit Johannes XXII zum ersten

Mal in der rmischdeutschen

Kaisergeschichte nicht vom Papst

sondern von Vertretern des rmischen

Volkes zum Kaiser krnen 1472 Der

portugiesische Seefahrer Joo de

Santarm erreicht die quatornahe Insel

So Anto das heutige Prncipe 1601

Im Vertrag von Lyon werden

Gebietsbereinigungen zwischen

Frankreich und dem Herzogtum Savoyen

vereinbart Zentraler Streitpunkt

zwischen den beiden Lndern war vor

allem die Markgrafschaft Saluzzo

1641 Johan Banr 1641 Weil das Eis

der zugefrorenen Donau bricht scheitert

im Dreiigjhrigen Krieg ein

berraschungscoup

schwedischfranzsischer Truppen unter

Baptiste Budes de Gubriant auf die

Stadt Regensburg in der ein Reichstag

stattfindet 1656 Schweden erzwingt

durch bis an Knigsberg herangerckte

Truppen in der Zeit des Zweiten

Nordischen Kriegs von Brandenburg

den Vertrag von Knigsberg Kurfrst

Friedrich Wilhelm I nimmt darin das

Herzogtum Preuen als schwedisches

statt bisher polnisches Lehen an 1685

Johannes Diodato erhlt als erster ein

kaiserliches Privileg fr den ffentlichen

Ausschank von Kaffee und erffnet in

der Folge das erste Wiener Kaffeehaus

1746 Die aufstndischen Jakobiten

unter Charles Edward Stuart besiegen

in der Schlacht von Falkirk in

Schottland die englischen Truppen

1757 Nach Erffnung des Dritten

Schlesischen Kriegs durch Friedrich

den Groen beschliet der Reichstag in

Regensburg die Reichsexekution gegen

Preuen sterreich versucht Frankreich

als Untersttzer eines Offensivkriegs zu

gewinnen was im spteren Vertrag von

Versailles gelingt 1852 Andries

Pretorius 1852 In der Sand River

Convention erreicht der Voortrekker

und Freiheitskmpfer Andries Pretorius

von Grobritannien die Zurcknahme des

auf ihn gesetzten Kopfgeldes und die

Anerkennung der Unabhngigkeit der

Burenrepublik Transvaal 1871 Die

Schlacht an der Lisaine in der Nhe des

belagerten Belfort sieht im

DeutschFranzsischen Krieg Preuen

und seine Verbndeten als Sieger

Minustemperaturen unzureichende

Verpflegung Widerstand des Gegners

und vorsichtiges Vorgehen erschpfen

nach zwei Tagen die starke franzsische

Armee und fhren zum Rckzug des von

General Charles Denis Bourbaki

befehligten Heeres 1885 In der

Schlacht von Abu Klea besiegt whrend

Zweiten Weltkriegs 1945 berreste

eines gesprengten Krematoriums

1945 Wegen der heranrckenden Roten

Armee im Zweiten Weltkrieg beginnen

die Nationalsozialisten mit der

Evakuierung des Vernichtungslagers

AuschwitzBirkenau 1945 Die Rote

Armee erobert im Zweiten Weltkrieg

das nahezu menschenleere Warschau

1945 Raoul Wallenberg 1945 Raoul

Wallenberg wird auf Anordnung des

sowjetischen

VizeVerteidigungsministers Nikolai

Alexandrowitsch Bulganin wegen des

Verdachts der Spionage in Budapest

verhaftet 1946 Der Sicherheitsrat der

Vereinten Nationen hlt in London

seine konstituierende Sitzung ab 1968

In Kambodscha beginnen die Roten

Khmer ihren Guerillakampf gegen die

Regierenden unter Prinz Norodom

Sihanouk 1972 Flagge Bangladeschs

1972 Bangladesch erhlt seine endgltige

Staatsflagge 1988 Eduard

Schewardnadse trifft sich mit

HansDietrich Genscher in Bonn um den

Besuch von Michael Gorbatschow

vorzubereiten 1988 In OstBerlin

werden Demonstranten die Rosa

Luxemburg mit dem Spruch zitieren

Freiheit ist immer Freiheit des

Andersdenkenden am Rande einer

offiziellen Demonstration der

SEDParteifhrung verhaftet 1991 Der

Deutsche Bundestag whlt Helmut Kohl

nach seinem Wahlsieg in der

Bundestagswahl 1990 zum dritten Mal

zum Bundeskanzler der

Bundesrepublik Deutschland zum ersten

Mal nach der Wiedervereinigung

1991 Operationen im Zweiten Golfkrieg

1991 Eine Allianz unter Fhrung der

Vereinigten Staaten von Amerika

greift den Irak in der Operation Desert

Storm mit dem Ziel an Kuwait von der

irakischen Besatzung zu befreien

1991 Knig Harald V wird nach dem Tod

seines Vaters Olav V Staatsoberhaupt

in Norwegen 1998 Die Webseite

Drudge Report spekuliert ber eine

Affre im Weien Haus in die USPrsident

Bill Clinton verwickelt sein soll Als die

Washington Post vier Tage spter das

Thema aufgreift entwickelt sich die

LewinskyAffre Wirtschaft 1978

Schneesturm:

Belgien

sperrt Grenze für Lkw

autor

Haushalt verabschiedet Opposition wirft

mangelnden Gestaltungswillen vor

Aachen Mit der Verabschiedung des

Haushalts fr 2011 beendete der

Stdteregionstag am Donnerstag ein laut

Stdteregionsrat Helmut Etschenberg

ausgesprochen arbeitsreiches Jahr Das

belegte er mit zwei Zahlen

pfeilweiterkleinergif Schneesturm Belgien

sperrt Grenze fr Lkw dpazvadapd

16122010 1825

schneechaosjpg1567759jpg AachenDren

Das Schneetief Petra hat auf den

nordrheinwestflischen Autobahnen am

Donnerstag fr Chaos gesorgt die Region

Aachen aber weitestgehend verschont Nur

am Grenzbergang Lichtenbusch in

Richtung Belgien hatten Lastwagenfahrer

das Nachsehen Fr sie war ab 1430 Uhr

aufgrund des Wetters die Weiterfahrt nach

Belgien untersagt Eine Einreise per Auto

war aber weiter mglich Durch die

Anordnung der Belgier war der Rastplatz

zeitweise mit Lastwagen berfllt weil 200

Lastwagen an der Weiterfahrt gehindert

waren Im brigen NRW sorgten liegen

gebliebene Lkw teilweise fr Stillstand wie

ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei

in Neuss sagte Insgesamt staute sich der

Verkehr im Land am spten Nachmittag auf

ber 200 Kilometern Auch Bahnfahrer

mussten zum Teil viel Geduld aufbringen

Zahlreiche Zge hatten Versptung oder fielen

ganz aus Bis zum frhen Nachmittag war

die Lage noch verhltnismig ruhig

geblieben Das Landesamt fr Zentrale

Polizeiliche Dienste LZPD in Duisburg

registrierte nur vereinzelt

witterungsbedingte Unflle Insgesamt

Termine

des

Landtags

präsident

en in der

Woche

vom 6.

bis 12.

Dezember

2010

autor

des

Landtagsprsident

n in der Woche

vom 6 bis 12

Dezember 2010

Termine des

Landtagsprsident

n in der Woche

vom 6 bis 12

Dezember 2010

Pressemitteilung

1212010 vom

03122010

Landtagspsident

Dr Matthias Rler

Montag 6

Dezember 2010

Dem Prsidenten

des Schsischen

Landtags wird

eine

Unterschriftensa

mlung mit der

sich die

Unterzeichner

gegen geplante

Krzungen im

ffentlichen

Personennahverk

hr wenden

bergeben Ort

Schsischer

Landtag Saal 2

Landtagsprsident

Dr Matthias Rler

nimmt von der

Gewerkschaft der

Polizei Karten

im Rahmen der

Letzte

Instanz:

Heilig

autor

0318Milestone468x60 Home

arrow Reviews arrow Letzte

Instanz Heilig Letzte Instanz

Heilig Drucken EMail

Geschrieben von Oliver

Jungwirth Montag 18

Oktober 2010 Letzte Instanz

Heilig Es gibt selten Alben auf

die ich mich wirklich freue

Generell stellt sich nmlich

meist Ernchterung oder

Enttuschung ein weil die

Erwartungshaltung meist ber

Monate hinweg aufgebaut

schlichtweg nicht erfllt wird

Es gibt immer auch

Ausnahmen Heilig ist eine

davon Denn die LETZTE

INSTANZ schafft es auch auf

Heilig wieder sich in mein

Herz zu spielen Dieses Mal mit

mehr Gitarren und trotzdem

viel Gefhl Die Linie von

Schuldig wird klar fortgesetzt

auch wenn die Abwechslung

ein klein wenig reduziert wird

Das mag fr manche jetzt

klingen wie Oh mein Gott jetzt

spielen die wirklich nur noch

ein einziges Lied ein ganzes

Album lang aber keine Bange

Das hier ist die LETZTE

INSTANZ und nicht Roxette

oder WASP Was ich

eigentlich meine ist dass die

stilistischen Ausreier des

letzten Albums namens Feuer

und Komm wegfallen und das

ganze Album absolut

homogen ist Vermutlich

werden manche mangelnde

Abwechslung beklagen und

ich gestehe beim ersten Mal

durchhren war auch ich

irritiert Aber dann hat es

gezndet und wie Ein Lied

geht ins nchste ber und wenn

man so richtig im Trumeland

schwelgt ist das Ding vorbei

Schon Tante Jolesch hat

gesagt Das Geheimnis ist

Molekulare

Leuchtkerne

autor

Nanochemie

Publiziert am

04122010 Molekulare Leuchtkerne

Eine Taschenlampe aus einzelnen

Moleklen entwickelt Forschende der

Universitt Basel und des Karlsruher

Instituts fr Technologie ist es erstmals

gelungen aus einzelnen Moleklen

elektronische Bauelemente herzustellen

und diese zum Leuchten anzuregen

Ihre Arbeit leistet einen wichtigen

Beitrag zur Entwicklung von neuen

optoelektronischen Bauelementen auf

der Basis von einzelnen Moleklen In

der Optoelektronik werden nach

Verfahren und Produkten geforscht die

die Umwandlung von elektronisch

erzeugten Daten und Energien in

Lichtemission und umgekehrt

ermglichen

Die Forschungsteams um

den Chemiker Prof Dr Marcel Mayor

Universitt Basel und Karlsruher Institut

fr Technologie und den Physiker Dr

Ralph Krupke Karlsruher Institut fr

Technologie haben eine molekulare

Taschenlampe gebaut indem sie

massgeschneiderte Molekle mit

Leuchtkern und winzige Elektroden aus

KohlenstoffNanorhren entwickelten

Durch ein spezielles Verfahren konnten

die Molekle zwischen die

NanorhrenElektroden platziert und

elektrisch angesteuert werden Als

Nachweis der molekularen

Elektrolumineszenz dient der

spektroskopische Fingerabdruck des

Sieg

in

Champions

League:

Bayern

gewinnen

lässig

gegen

Basel

autor

tazonlinetest62502

09122010 Sieg in

Champions League

Bayern gewinnen

lssig gegen Basel

Im letzten

Gruppenspiel der

Champions League

gewinnt der FC

Bayern klar mit 30

gegen Basel Im

Achtelfinale knnte

sich den Mnchnern

nun die Chance zu

einer Revanche

bieten Ist wieder

zurck

Doppeltorschtze

Franck Ribery Foto

dpa MNCHEN dpa

Der FC Bayern

Mnchen hat sein

letztes Gruppenspiel

in der Champions

League souvern mit

30 gegen den FC

Basel gewonnen

Gegen die vom

ExBayernprofi

Thorsten Fink

trainierten

Schweizer erzielten

Franck Ribery 35

und 50 Minute und

Anatoli

Timoschtschuk 37

Minute die Treffer

Wir haben die Tore

geschossen ich bin

sehr zufrieden

erklrte BayernCoach

van Gaal Fnf Siege

haben auch nicht

viele Clubs gemacht

Fr ihn war es das

150

EuropapokalSpiel

Mit 15 Punkten

Kronberg:

Neue

Elefantena

nlage

für

den

Opel-Zoo

autor

AktuellRheinMainZ

itungRegion

Kronberg Neue

Elefantenanlage fr

den OpelZoo Von

Timo Brcken

Kronberg Exklusiv

im Opelzoo

Elefanten Exklusiv

im Opelzoo

Elefanten 15

Dezember 2010

Die Elefanten im

OpelZoo

bekommen eine

neue Anlage und

damit mehr Platz

Im September

beginnt der Bau

Dabei will die

Zooverwaltung das

Elefantenhaus von

120 auf 820

Quadratmeter und

das Auengehege

von 3600 auf

5500

Quadratmeter

vergrern Innen und

auen will man

auerdem

Einzelboxen und

abtrennbare

Sektoren

einrichten um die

Tiere zeitweise

trennen und

Neuzugnge leichter

eingewhnen zu

knnen Die Herde

soll knftig sechs

Tiere umfassen zu

den rund

Nanograph

en

autor

Nanochemie

Oberflchenchemie

Publiziert am

08112010

Nanographen

EmpaForschende

klren Reaktionsweg

zur Herstellung

graphenartiger

Materialien

Graphen gilt als

Kandidat fr die

knftige

Nanoelektronik

Methoden mit

denen sich

graphenartige

Materialien mit

gewnschten

elektronischen

Eigenschaften

herstellen lassen

fehlen jedoch noch

EmpaForschende

haben nun mit einer

oberflchenchemisch

n Methode

graphenartige

Materialien

synthetisiert und den

entsprechenden

Reaktionsmechanis

us im Detail

aufgeklrt wie sie in

der Fachzeitschrift

Nature Chemistry

berichten siehe

unten

Die

Forschenden sttzten

sich dabei auf eine

Kombination von

experimentellen

Untersuchungen mit

Computersimulation

n Mehrere

Nanographene

Sportfördergruppen

der

Bundeswehr:

Sorgenfreiheit

für

Armisten

autor

tazakt330061 Sportfrdergruppen

der Bundeswehr Sorgenfreiheit fr

Armisten Die Umwandlung der

Bundeswehr zum Freiwilligenheer

ist beschlossen Fr die

Sportsoldaten ndert sich nichts

Sportpolitiker wollen das System

so erhalten wie es ist VON MARKUS

VLKER Die deutsche Biathletin

Andrea Henkel ist

BundeswehrSportsoldatin Sie soll

auch weiterhin gefrdert werden

Foto dpa BERLIN taz Gestern

gingen sie wieder in die Loipe

Hauptfeldwebel Michael Greis und

Andrea Henkel die den gleichen

militrischen Rang innehat Die

Biathleten starteten beim Weltcup

in Pokljuka Sie knnen ihren Sport

relativ sorgenfrei betreiben denn

sie sind Mitglied einer

Sportfrdergruppe der Bundeswehr

Der deutsche Steuerzahler bringt

ber 30 Millionen Euro fr die derzeit

824 Sportsoldaten auf Das

Bundesverteidigungsministerium

hat fr den gesamten Sportbereich

im Jahr 2010 sogar ber 79

Millionen Euro ausgegeben Mit

der Bundeswehrreform die in dieser

Woche vom Parlament

verabschiedet wurde stellt sich

natrlich auch die Frage ob die

Sportfrderung gleichermaen

reformiert wird Im Spiegel hatte es

geheien im

Verteidigungsministerium gebe es

keine Denkverbote das

Frdersystem sei nicht in Stein

gemeielt Die Vorsitzende des

Sportausschusses im Bundestag

Dagmar Freitag SPD reagierte

besorgt und erkundigte sich

umgehend ob denn auch die 15

Standorte an den die

Sportsoldaten stationiert sind

gefhrdet seien Thomas Kossendey

Staatssekretr im

Verteidigungsministerium konnte

die SPDPolitikerin am Mittwoch in

der Sitzung des Sportausschusses

beruhigen Der Umbau der

Bundeswehr zur Freiwilligenarmee

und die damit einhergehende

Reduzierung der Soldaten von

250000 auf 185000 habe keine

Auswirkungen auf den Spitzensport

Liste der Kernkraftwerke in Europa

autor

Dies ist eine Liste der Kernkraftwerke in Europa Eine bersicht

ber alle Kernkraftwerke findet sich unter Liste der

Kernkraftwerke Inhaltsverzeichnis 1 Europa 11 Belgien

12 Bulgarien 13 Deutschland 14 Finnland 15

Frankreich 16 Italien 17 Litauen 18 Niederlande

19 Rumnien 110 Russland 111 Schweden 112

Schweiz 113 Slowakei 114 Slowenien 115 Spanien

116 Tschechien 117 Ukraine 118 Ungarn 119

Vereinigtes Knigreich

2 Einzelnachweise Europa

Kernkraftwerk Dungeness In Europa sind in 18 Lndern 93

Kernkraftwerke mit 196 Reaktorblcken und einer installierten

Bruttogesamtleistung von 179384 MW am Netz 13

Reaktorblcke elf laut IAEO in fnf Lndern mit einer

Bruttogesamtleistung von 14386 MW 12246 MW sind im Bau

84 Reaktorblcke in 13 Lndern und mit einer

Bruttogesamtleistung von 26412 MW wurden bereits

stillgelegt In Europa wurde das Kernkraftwerk Obninsk in

Russland am 26 Juni 1954 als erstes weltweit in Betrieb

genommen Das Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine

ist mit seinen sechs Reaktorblcken und einer installierten

Bruttoleistung von 6000 MW das leistungsstrkste Die zwei

Reaktorblcke von Civaux in Frankreich sind mit einer

Bruttoleistung von je 1561 MW die leistungsstrksten weltweit

Kernkraftwerk Olkiluoto Finnland Kernkraftwerk Caorso

Italien Kernkraftwerk Ignalina Litauen Kernkraftwerk

Smolensk Russland Kernkraftwerk Cernavoda Rumnien

Kernkraftwerk Dukovany Tschechien Kernkraftwerk Temeln

Tschechien Belgien Kernkraftwerk Doel In Belgien sind zwei

Kernkraftwerke mit sieben Reaktorblcken und einer

installierten Bruttogesamtleistung von 6104 MW am Netz Ein

Kernkraftwerk mit einem weiteren Reaktorblock und einer

Bruttoleistung von 12 MW wurde bereits stillgelegt In Belgien

wurde der Reaktorblock BR3 am 10 Oktober 1962 als erster in

1 wurde am 28 August 1974 in Betrieb genommen und ist der

lteste der noch genutzt wird Das Kernkraftwerk Tihange ist mit

seinen drei Reaktorblcken und einer installierten

Bruttoleistung von 3129 MW ist das leistungsstrkste Der

Reaktorblock Tihange 3 ist mit einer Bruttoleistung von 1065

MW der leistungsstrkste Die Kernenergie hat in Belgien einen

Anteil von 54 Prozent an der Gesamtstromerzeugung Name

Block Reaktortyp Status Netto leistung in MW Brutto

leistung in MW Inbetrieb nahme geplant Abschal tung

geplant Einge speiste Energie in GWh BR 3

Druckwasserreaktor Stillgelegt 10 12 19621010 10101962

19870630 30061987 759 Doel 1 Druckwasserreaktor In

Betrieb 392 412 19740828 28081974 20150215 15022015

97861 Doel 2 Druckwasserreaktor In Betrieb 433 454

19750821 21081975 20151214 14122015 91997 Doel 3

Druckwasserreaktor In Betrieb 1006 1056 19820623

23061982 20221014 14102022 182637 Doel 4

Druckwasserreaktor In Betrieb 1008 1041 19850408

08041985 20250714 14072025 165566 Tihange 1

Druckwasserreaktor In Betrieb 962 1009 19750307

07031975 20150914 14092015 214254 Tihange 2

Druckwasserreaktor In Betrieb 1008 1055 19821013

13101982 20230615 15062023 179274 Tihange 3

Druckwasserreaktor In Betrieb 1015 1065 19850615

15061985 20250914 14092025 174535 Bulgarien In

Bulgarien ist ein Kernkraftwerk mit zwei Reaktorblcken und

einer installierten Bruttogesamtleistung von 2000 MW am Netz

Ein Kernkraftwerk mit zwei weiteren Reaktorblcken und einer

Bruttogesamtleistung von 2000 MW ist im Bau vier Reaktoren

mit einer Bruttogesamtleistung von 1760 MW wurden bereits

stillgelegt Die Kernenergie hat in Bulgarien 44 Prozent Anteil

an der Gesamtstromerzeugung Name Block Reaktortyp

Status Netto leistung in MW Brutto leistung in MW

Inbetrieb nahme geplant Abschal tung geplant Einge

speiste Energie in GWh Belene 1 WWER1000466 In Bau seit

1987 953 1000 20119999 2011 Belene 2 WWER1000466

In Bau seit 1987 953 1000 20139999 2013 Kosloduj 1

WWER440230 Stillgelegt 408 440 19740724 24071974

20021231 31122002 61070 Kosloduj 2 WWER440230

Stillgelegt 408 440 19750824 24081975 20021231

31122002 628189 Kosloduj 3 WWER440230 Stillgelegt 408

440 19801217 17121980 20061231 31122006 62817

Kosloduj 4 WWER440230 Stillgelegt 408 440 19820517

17051982 20061231 31122006 60991 Kosloduj 5

WWER1000320 In Betrieb 953 1000 19871129 29111987

20180814 14082018 83156 Kosloduj 6 WWER1000320 In

Betrieb 953 1000 19910802 02081991 20231214 14122023

70878 Deutschland Kernkraftwerke in Deutschland In

Deutschland sind zwlf Kernkraftwerke mit 17 Reaktorblcken

und einer installierten Bruttogesamtleistung von 21465 MW

am Netz 19 Reaktorblcke mit einer Bruttogesamtleistung von

6337 MW wurden bereits stillgelegt Das Kernkraftwerk Kahl

wurde als erstes Kernkraftwerk in Deutschland am 17 Juni

1961 in Betrieb genommen Der Reaktorblock Biblis A der am

25 August 1974 in Betrieb genommen wurde ist der lteste

noch genutzte Reaktorblock Das Kernkraftwerk

Gundremmingen ist mit seinen zwei in Betrieb befindlichen

Reaktorblcken und einer installierten Bruttoleistung von 2572

MW das leistungsstrkste Kraftwerk Deutschlands Der

Reaktorblock Brokdorf ist mit einer Bruttoleistung von 1480

MW der leistungsstrkste Deutschlands Kernkraftwerk Isar 2

Zweitstrkster Reaktorblock in Deutschland Die Kernenergie

hat in Deutschland den zweitgrten Anteil nmlich 233 Prozent

an der Stromerzeugung 2008 sie liegt damit knapp hinter der

Braunkohle Das sind mit Abwrmeverlusten 125 Prozent

beziehungsweise ohne 57 Prozent der

Gesamtenergieerzeugung Deutschland steht damit bei der

jhrlichen Stromerzeugung durch Kernenergie weltweit an

vierter Stelle Der GrundlastAnteil RundumdieUhrVerfgbarkeit

der Kernkraft liegt bei 48 Prozent Die Kernkraftwerke in

Deutschland sind die produktivsten weltweit Seit 1980 stellte

Deutschland mit zwei Ausnahmen jedes Jahr den

Kernkraftwerksweltmeister GesamtBruttostromerzeugung Das

Kernkraftwerk Grohnde belegte dabei insgesamt achtmal die

erste Position und hlt auch den absoluten Weltrekord aus dem

Jahre 1997 mit einer Bruttostromproduktion von 1253

Milliarden Kilowattstunden Das Kernkraftwerk Isar 2 belegte

siebenmal den ersten Platz davon sechsmal in Folge Seit 1985

haben sich immer fnf bis acht deutsche Kernkraftwerke unter

den weltweit ersten zehn befunden und seit 1980 war

Deutschland stets mit mindestens einem Kraftwerk unter den

Top3 vertreten In den Jahren 1985 1993 1994 1995 und 2001

stellte Deutschland sogar jeweils die ersten fnf Pltze der

Weltrangliste

Siehe auch Liste der Kernreaktoren in

Deutschland Name Block Reaktortyp Status Netto leistung in

MW Brutto leistung in MW Inbetrieb nahme geplant

Abschal tung geplant Einge speiste Energie in GWh Biblis

KWB A A Druckwasserreaktor In Betrieb 1167 1225

19740825 25081974 20090226 Anfang 2010 216665 Biblis

KWB B B Druckwasserreaktor In Betrieb 1240 1300

19760406 06041976 20090131 Anfang 2013 224193

Brokdorf KBR Druckwasserreaktor In Betrieb 1410 1480

19861014 14101986 20181222 22122018 220028

Brunsbttel KKB Siedewasserreaktor In Betrieb 771 806

19760713 13071976 20090209 09022009 120371 Emsland

Probleme

im

Anti-Doping-K

ampf:

Die

deutsche

Dopinglüge

autor

tazakt328461

10122010 5

Kommentare Probleme im

AntiDopingKampf Die

deutsche Dopinglge Auch

in Deutschland findet kein

effektiver Kampf gegen

Doping statt Woran liegt

das eigentlich Die taz

stellt die fnf Thesen auf

woran der Dopingkampf

scheitert VON MARKUS

VLKER berschattet

immer wieder den Sport

Doping Foto dpa Das

Feigenblatt bedeckt eine

Ble Metaphorisch umhllt

es einen Gegenstand um

dessen moralische

Verwerflichkeit oder

Obsznitt zu kaschieren

Jemandem ein Feigenblatt

umhngen hat also

umgangssprachlich die

Bedeutung der notdrftigen

Verdeckung einer

Zumutung Doping ist so

eine Zumutung Und der

Antidopingkampf ist das

Feigenblatt das den

Pharmabetrug bemnteln

soll Die ffentlichkeit soll

den Eindruck gewinnen

der deutsche Sport oder

sagen wir der deutsche

Staat tut alles damit

Dopingsnder erwischt

werden Diejenigen die

das Feigenblatt halb

schamhaft halb

ausgebufft vor das

Dopinggemcht halten

glauben die Argumente

Selbst

den

wilden

Kermeter

barrierefrei

gemacht

autor

Haushalt

verabschiedet

Opposition wirft

mangelnden

Gestaltungswillen

vor Aachen Mit der

Verabschiedung des

Haushalts fr 2011

beendete der

Stdteregionstag am

Donnerstag ein laut

Stdteregionsrat

Helmut Etschenberg

ausgesprochen

arbeitsreiches Jahr

Das belegte er mit

zwei Zahlen

pfeilweiterkleinergif

Selbst den wilden

Kermeter barrierefrei

gemacht 15122010

1711

AZD4spkermeterjpg1

67292jpg Nordeifel Es

ist toll wie

konsequent das

barrierefreie

Naturerleben hier

umgesetzt wird zeigte

sich der Beauftragte

der Landesregierung

fr die Belange der

Menschen mit

Behinderung in NRW

Norbert Killewald

whrend einer

Inspektion des

Barrierefreien

Naturerlebnisraumes

Wilder Kermeter im

Nationalpark Eifel

begeistert Ein

besonderes Highlight

stelle das ertastbare

Landschaftsmodell

aus Bronze dar das

den Panoramablick an

der Hirschley ber eine

Wald und

Wilhelmshaven -

Pilotanlage wäscht

CO aus Rauchgas

aus

autor

Nachrichten aus der Region

Nachrichten aus dem Ammerland

Nachrichten aus Bremen

Nachrichten aus Cloppenburg

Nachrichten aus Delmenhorst

Nachrichten aus Friesland

Nachrichten aus Oldenburg Kreis

Nachrichten aus Oldenburg Stadt

Nachrichten aus Vechta

Nachrichten aus der Wesermarsch

Nachrichten aus Wilhelmshaven

Sport im Ammerland Sport in

Friesland Sport in Oldenburg Kreis

Sport in Oldenburg Stadt Sport in

der Wesermarsch Sport im

Mnsterland VfB Oldenburg VfL

Oldenburg EWE Baskets

localnewswilhelmshavenstomslocal

ewswilhelmshavenstnielsen1sz7

28x90tile1ord614059378510

NWZonline Nordwest Zeitung

WILHELMSHAVEN 14 Dezember

2010 Pilotanlage wscht CO aus

Rauchgas aus Umwelttechnik Eon

will Emissionen aus Kraftwerken

bis 2020 halbieren Dreijhriges

Projekt Bild Seit der

vergangenen Woche laufen die

Tiefbohrungen fr das Fundament

der Pilotanlage des COAbscheiders

von Eon BILD Knothe Bild

vergrern Es geht um die

Weiterentwicklung

klimaschonender Stromerzeugung

Das Verfahren eignet sich

insbesondere fr die

Kraftwerksnachrstung von Ulrich

MllerHeinck Wilhelmshaven Am

EonKohlekraftwerk in

Wilhelmshaven hat der Bau einer

Pilotanlage zur COAbscheidung

begonnen Die Testanlage

Parapsychologie

autor

Die

Parapsychologie

von griech para

para neben und

quxologia

psychologa

Seelenkunde

versteht sich

selbst als

wissenschaftliche

Forschungszweig

der angebliche

psychische

Fhigkeiten und

ihre Ursachen

sowie ein

mgliches Leben

nach dem Tod

untersucht Die

Mehrheit der

Wissenschaftler

erkennt die

Existenz solcher

ungewhnlichen

Phnomene jedoch

nicht an und

bezeichnet daher

die

Parapsychologie

als eine

Pseudowissensch

ft Die

parapsychologisc

e Experimente

an einigen

Universitten und

privat

finanzierten

Instituten

Inhaltsverzeichni

1

Terminologie 2

Geschichte

21 Frhe

Forschung 22

Die ra JB Rhine

23 Vermehrtes

wissenschaftliche

Interesse 24

Die 1970er

Dekade

intensiver

Forschung 25

Die

Parapsychologie

in der Gegenwart

3 Forschung

31

Untersuchungsge

iet 32

Methoden 33

Feldforschung

331 Spuk o

332

Reinkarnationsfor

chung 34

Experimentelle

Forschung

o

341

Ganzfeldversuche

o 342

Fernwahrnehmun

o 343

Psychokinese mit

Zufallsgeneratore

o 344

Direkte mentale

Beeinflussung

von lebenden

Wesen

o

345

Vorausahnungen

o 346

NahtodErfahrung

n

4 Theorien

und Modelle 5

Aus in der Europa

League:

Ein

Unentschieden zu viel für

Dortmund

autor

tazonlinetest62932 Aus in der Europa League

Ein Unentschieden zu viel fr Dortmund

Borussia Dortmund kam beim FC Sevilla nicht

ber ein 22 hinaus Dadurch verpasst der

BundesligaSpitzenreiter das Weiterkommen in

der Europa League VON Ronald Reng

Dortmunds Torschtze Kagawa muss das

Gegentor ansehen Foto dapd SEVILLA taz Mit

wehendem Mantel in einem beachtlichen

Tempo fr einen Mann von 43 Jahren sprintete

Jrgen Klopp mit dem Abpfiff auf den

Fuballrasen und erfand spontan die

Schutzumarmung Zunchst schloss er seinen

Spielmacher Nuri Sahin in die Arme dann

drckte er Torwart Roman Weidenfeller an

seine Brust Es war der liebevollste Polizeigriff

Trainer Klopp hielt Borussia Dortmunds

Fuballer davon ab sich nach dem Ausscheiden

in der Europa League beim FC Sevilla mit

dem Schiedsrichter anzulegen Tatenlos hatte

der Referee zugesehen wie Sevilla mit

Zeitschinden im groen Stil das fr sie

ausreichende 22 ins Ziel rettete Doch die

verstndliche Dortmunder Emprung lenkte nur

von der tieferen Wahrheit dieses spanischen

Abends ab Die Borussia die als

davonstrmender BundesligaErster seit

Monaten mit den Tugenden der Jugend wie

Elan und Esprit entzckt zeigte am Donnerstag

erstmals dass sie bei einem

Durchschnittsalter unter 23 Jahren natrlich

auch im Negativen eine durch und durch

junge Elf ist GRUPPE J ERGEBNISSE FC

Sevilla Borussia Dortmund 22 Karpati Lwiw

Paris St Germain 11 TABELLE 1 Paris St

Germain 94 12 2 FC Sevilla 107 10 3

Borussia Dortmund 107 9 4 Karpati Lwiw

415 1 Unerfahren und entnervt lieen sie sich

von Sevilla ein ruppiges zerfahrenes Spiel

aufdrngen Der Schiri htte den Gegner schon

mal darauf hinweisen knnen dass Zeitspiel

nicht so cool ist sagte Klopp aber das

Ergebnis haben wir uns selbst eingebrockt Wir

haben uns auf die Hektik eingelassen Mit

Veteranenschlue und Muskelstrke zog der


Nr. 26/2010 Buch IV - KONZETT

27

Lebt und arbeitet in Wien

Eisenberger

Goldscheider

sponsered by Philipp Konzett


…hatten ihn recht rasch in jener Überzahl am Bordstein liegen, wo es

das ganze Blut und so, in diesem Abfluss –zum Kanal hinspült… ltg

er Suche nach noch stärkeren Frauen!

Auf der Suche nach noch stärkeren Frauen!


30 Buch IV - KONZETT

Nr. 26/2010

Dangerous/Shooting/Stars

???

I. les tardes goldscheider

I. Christian Eisenberger

I. Philipp Konzett

Mischtechnik, 150 x 205 cm


Nr. 26/2010 Buch IV - Die Vollautomatische

31


32 Buch IV - Die Vollautomatische

Nr. 26/2010


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch V - Christian le fou 33

Noëlle Simonot • Olivier Rodriguez • Oskar Hack • Pascal Hollander • Pauline Hollander • Philippe Hollander • Philippine Hollander • Pierre Ferry • Pierre Hollander • Rina Rosselson • Robert Abraham • Romane Blanchet • Roy Hack • Ruthy Ferry • Sabine Bourgeau • Sébastien Picciotto •

Frédéric Dufoor • Frédérique Schepens • Gaël Simonot • Hanna Hack • Heidulf Gerngross • Horst Reichenberg • Ingeborg Reichenberg • Inès Riano-Wood • Ingo Knopf • Irène Ferry • Isabel Riano • Ivo Flammer • Jacques Baruchel • Jean Rozenfeld • Jean Préat • Jean-Bernard Blanchet •

*ST/A/R-Gäste*: Adam Wiener • Adèle Ferry • Alphonse Ryan • André Bercoff • Andrée Ryan • Anja Denker • Ariane Ferry • Arvid Dahlke • Bénédicte Hollander • Benjamin Hollander • Brigitte Denker • Capucine Dufoor • Cécile Délétroz • Christian Schepens • Claire Délétroz •

*ST/A/R* - Hochzeit in Brüssel

Wir danken den den Photographinnen Jessica Bercoff und Natalie Weiner sowie und den Photographen Christoph Weiner, David Preat und Roy Hack.

Alle Bilder auf www.denker-bercoff.com

Clément Lévy • Clément Schepens • Corentin Schepens • Cyprien Schepens • David Fontaine • David Préat • Déborah Lévy • Diane Meur • Diane Simonot • Didier Fraisse • Elahé Homami

Jean Trebitsch • Jérémy Bercoff • Jérôme Ferry • Jessica Bercoff • José Barreiro • Josée Picciotto • Laëtitia Délétroz • Laura Masson • Léon Rosselson • Levi Hack • Linda Abraham • Lolita Bercoff • Loretta

Selma Sassoon • Sophie Hollander • Stéphane Aisember • Stéphane de Medeiros • Stéphane Nguyen • Susana Vaz Patto • Tsuniko Taniushi • Violette Rozenfeld • Wanda Wessely • Xavier Simonot • Zoé Dufoor

• Elena Lucchetti • Elie Beida • Elise Préat • Elizabeth Zéboulon • Ella Ryan • Elena Riano-Wood • Emmanuel Akaoui • Emmanuel Hollander • Ernest Denker-Bercoff • Ernst Erik Denker • Fernand Hollander • Florence Baruchel • Florence Hollander • François d‘Artemare •

Lévy • Louise Hollander • Louise Simonot • Lucie Pereira • Madeleine Hollander • Marco Sironi • Marianne Dufoor • Marie Délétroz • Marie Garraut • Maurice Bercoff • Marie-Hélène Baneth-Jakob • Mathilde Blanchet • Nathalie Solomon • Nathalie Wiener • Nicolas Riano-Wood •


34 Buch V - Christian le fou Nr. 26/2010

Carnet d‘Egypte

et de noces

17 - 23 mai 2010

Depuis l‘avion, on voit les pyramides: grandes !

Vol lisse et reposant.

A l‘arrivée, il fait doux, presque frais.

C‘est un voyage organisé juste pour nous.

Luxe.

L‘homme qui tend la pancarte « Clio, voyages culturels »,

puis qui prend un trolley pour notre unique valise à

roulettes n‘est pas le même que le chauffeur du mini-bus

où nous sommes tout seuls (on s‘asseoit sur une rangée

au milieu et il se demande pourquoi on se met si loin),

ni le même que celui qui nous accueille en français et a

pour seule fonction, tous les matins, de nous accueillir,

de donner les pourboires aux uns et aux autres et de nous

préciser l‘horaire de départ du lendemain.

Long et maigre, il s‘appelle Rami, il est très bien mis,

il connaît la Suisse et Paris, sa mère est professeur de

français, il a fait ses études au collège Delasalle.

Il est copte.

Il dit: chez nous, c‘est pas comme chez vous.

Vous allez voir les embouteillages.

Et les voitures, aussi bien dernier cri qu‘années 40.

Et il y a deux prix, le prix pour les étrangers et le prix pour

les Egyptiens. Comme sur la côte d‘Azur l‘été, je dis. Et

même en Allemagne sur la côte c‘est pareil, dit Christian.

L‘autoroute comme lieu de vie.

A 11 h du soir, trafic intense sur la rocade bordée

d‘immeubles inachevés et déjà en ruine, habités bien sûr.

La construction en ruine: raccourci saisissant. Là-dedans,

aux étages semi-finis, chacun arrange sa véranda, ses

cadres de fenêtre, une lessive au balcon, et hop.

Voitures arrêtées sur la voie de droite: des chaises, il

prennent le thé. Viennent faire prendre l‘air aux enfants.

Trimballent des sacs de provisions – et sur le pont, au

dessus du Nil, pêchent. Certains semblent s‘être arrêtés

juste pour discuter. D‘autres font du vélo à contre-sens ou

avancent dans une carriole tirée par un âne.

Des blocs déplacés de la rambarde permettent l‘accès et la

circulation. On brûle des tas d‘ordure sur le bas-côté.

Il est vrai que le trafic est un spectacle: rapide, désordonné

et fluide malgré les différences entre véhicules. C‘est une

symphonie, dit Christian: toutes sortes de klaxons, rarement

agressifs et qui signifient « attention les gars, je passe »

et non une réaction d‘outrage ou de mécontentement.

C‘est le klaxonnage préventif et non vengeur, qui retrouve

l‘usage de « l‘avertisseur ». On s‘avertit d‘autant plus qu‘il

y a rarement des files dessinées au sol et que la route peut

se rétrécir subitement.

Dans Gizeh: une avenue très animée, de nombreuses

échoppes ouvertes et un va-et-vient de camionnettes

blanches bondées qui assurent le service pour le centreville,

un terre-plein herbu où les familles prennent le

frais.

L‘hôtel Sofitel « Le Sphinx » est construit tout à plat au pied

du plateau de Gizeh. Du « Roof », le restaurant-terrasse

au-dessus de la piscine, on contemple les pyramides et on

s‘engueule longuement sur les questions de langue. Le

maître d‘hôtel s‘amuse bien. Le poisson grillé et le kabbab

sont délicieux.

Rami nous attend à 8h30 avec Mona, notre guide, une des

meilleures guides du Caire, il dit.

Elle est musulmane.

En pantalon-chemise, pas voilée, teinte, tout est large, le

visage, le nez, les pieds.

« Les amis, on va commencer par le plateau de Gizeh ».

Après être passée au guichet: « il n‘y a plus de billets pour

la grande pyramide, une agence a dû tout rafler, mais j‘en

ai pris pour la seconde pyramide, vous verrez, c‘est pareil,

de toute façon, à l‘intérieur, il n‘y a rien. Si vous avez mal

au dos, ou si vous êtes claustrophobes, n‘entrez pas: il faut

marcher à quatre pattes là-dedans. »

Elle explique les différentes hypothèses sur la construction

des pyramides, on ne comprend pas grand chose, sinon

qu‘il ne faut pas poser de questions. « Les guides ne

peuvent pas expliquer dans les pyramides, je vous laisse

une demi-heure, je vous attends au car. »

Ce sera à peu près la même chose sur tous les sites: trois

phrases et elle nous attend dehors, en bavardant avec des

guides de rencontre, ou en vitupérant sur son portable.

Nous nous mettons dans la file pour descendre dans la

pyramide: en voyant le couloir bas et sans fin et l‘état de

sueur des Américains qui remontent, je m‘éclipse et moi

aussi j‘attends dehors. C‘est un tombeau, un lieu où l‘on

entre et où l‘on reste, pas un lieu pour aller et venir...

Il fait étouffant là-dedans dit Christian en ressortant: la

Par Brigitte Denker-Bercoff

pierre garde la chaleur comme un four, et en plus c‘est

bondé.

Séance photo: devant la vallée du Nil (invisible), devant le

poste de la police du tourisme, plante verte, chaise dorée,

plateau de café, devant les pyramides (invisibles, on est

trop près, on voit juste deux ou trois blocs de pierre).

De retour au car, on trouve Mona en grande discussion avec

deux chauffeurs, le nôtre et un voisin: « l‘homme égyptien

est le pire de tous: qu‘est-ce que tu dis d‘un homme qui

laisse ses enfants à la rue ? Six millions d‘enfants sont

dans les rues ici...il ne pense à rien, il ne veut pas travailler,

enfin, maintenant allons voir la barque funéraire...on dit la

« barque solaire », mais c‘est faux: elle est solaire lorsqu‘elle

est conçue pour servir au défunt lors de son voyage vers

l‘au-delà, mais elle est funéraire lorsqu‘elle a servi à le

transporter sur le Nil. On l‘a découverte sous 41 blocs de

pierres, en 1200 pièces. Extraordinaire ! Je vous attends ici,

les amis ». Elle reste dans le hall, nous entrons.

La reconstitution de la barque est précédée d‘une exposition

de très belles photos (des années 50, date de la restauration

probablement) et de maquettes. Grâce à un autre guide,

qui a osé accompagner ses deux Anglais, on apprend que

la barque est constituée uniquement de bois de cèdre et de

cordes de lin: l‘ensemble est scellé par son trempage dans

l‘eau, qui fait à la fois gonfler le bois et serrer les cordes.

L‘eau assure paradoxalement son étanchéité.

Christian me rappelle que le jeune architecte qui travaille

au ST/A/R a récemment utilisé la même technique pour la

construction de maisons.

La barque est très belle, ses conditions d‘exposition

aussi. Hormis le couple d‘Anglais nous sommes seuls,

les touristes, pas plus que les guides, ne s‘aventurent ici.

Depuis les baies vitrées, on a les pyramides en contreplongée.

A sa façon de dire du mal des hommes, on se doutait que

Mona était séparée de son mari; on apprend qu‘elle s‘est

aussi disputée avec son fils de 19 ans, à cause du flash

de l‘ordinateur qu‘elle a « égaré » et qu‘il a filé chez ses

grands-parents avec son frère de 13 ans. « Il ne m‘a même

pas téléphoné. Plus jamais je ne le recontacte. » Voilà qui

a tenu lieu de description du Sphinx. Mais on le connaît

tellement, le Sphinx, avant de l‘avoir vu, qu‘on se demande

juste pourquoi il n‘y en a pas deux. C‘est tout l‘effet de sa

position dans le site.

Dans le temple, Mona se remet en mode « guide » avec un

« les amis, nous sommes ici... » et nous récite les étapes

de la momification, à la charge de 33 prêtres, de la toilette

mortuaire à l‘entrée du tombeau. Elle insiste bien sur les

huiles essentielles. Sur la thèse qu‘elle a écrite là-dessus, et

qu‘elle peut nous vendre, c‘est 80 lires, et sur la maison qui

les produit aujourd‘hui, les mêmes huiles, hein, la maison

Al Fayed, des gens très riches, qui ont un quasi monopole

et dont elle peut nous faire visiter la fabrique. Si on veut.

On veut bien.

Dans la fabrique, qui est un magasin de luxe, elle nous

remet entre les mains d‘un vendeur qui parle parfaitement

français et s‘en va attendre au comptoir, où elle a son

café et ses habitudes. Docilement, nous acquérons ce

qu‘il nous propose, sans essayer plus que ce qu‘il nous

présente – bien qu‘il nous ait mis entre les mains une liste

de parfums impressionnante. Nous prenons le thé offert,

faisons baisser de 50% le prix, en sus des 20% indiqués,

ce qui fait qu‘il est ravi et nous aussi. Voilà qui encourage

Mona à nous emmener à la « fabrique » de papyrus. Un

vaste sous-sol où quelques comptoirs sont aménagés

pour la démonstration, dans la langue qu‘on voudra, de la

découpe en lamelles, du battage et du trempage des fibres.

On les aplatit ensuite au rouleau, avant de les entrecroiser

et de les faire sécher. Ce qui est sur les murs est si terrible

que même notre goût du kitsch ne s‘y hausse pas: on opte

pour un papyrus vierge, sur lequel Ernest peindra. Nous

rentrons à l‘hôtel pour l‘après-midi libre: la sieste.

Nous sortons dîner tôt, à l‘allemande: un homme chauve

et rasé de près, bien mis, musclé, notre âge environ, nous

accoste aussitôt: « Bonsoir, vous ne me reconnaissez

pas? Nous nous sommes vus à l‘hôtel hier, j‘y travaille ».

Classique, mais nous sommes polis et le laissons nous

accompagner et nous guider jusqu‘à une pharmacie.

« Mon père est riche, je vous emmène dans sa boutique

de parfums », « On a déjà », « et les papyrus, vous verrez,

vous étranglerez votre guide après avoir vu les prix de là

où je vous emmène ». Par gentillesse, on le suit: il entre

dans la première boutique venue, où cinq gars perdent

leur temps. Mêmes spécimens que dans l‘autre magasin.

On demande le prix d‘un papyrus vierge: c‘est cinq fois ce

qu‘on a payé auparavant. Je repose le rouleau. Et il s‘en va,

avant qu‘on l‘étrangle, en jurant, furieux, revenir nous voir

le lendemain. Les cinq nous offrent un sirop d‘hibiscus,

nous font le prix qu‘on veut pour leur papyrus, et nous

disent bien de ne plus nous laisser harponner par ce type

d‘individu dangereux.

Nous dînons d‘une soupe de lentilles et d‘un pigeon farci

dans un restaurant du coin. On est ravi.

Nous retrouvons l‘avenue au terre-plein longée la veille. A

20h30, elle est bien moins animée qu‘à 23 h. Christian va

prendre un café dans une échoppe et revient avec un truc

mousseux: « ils arrivent à faire une boisson avec très peu

de Nescafé: de l‘eau et on agite ». Le trafic de camionnettes

blanches est intense, chacune est personnalisée par des

phares ou des loupiotes de couleur, hommes et femmes

s‘y entassent. Voilà pour le transport sur les grands axes;

pour l‘intérieur des quartiers et les ruelles, il y a ces

tricycles scooters trois places couverts, jaunes et noirs,

avec le nom du conducteur peint encaractères soignés, une

mini-banquette personnalisée, rouge, noire, léopard, et des

pendeloques diverses.

Nous entrons dans les ruelles: il ya tout ce qu‘il faut –

boucheries, magasins de vêtements, bijouteries, magasins

à pièces détachées, épiceries rienquedebonbons. On nous

regarde passer avec étonnement. Nous entrons dans une

échoppe « long distance call » pour parler à Ernest qui dit

« Papa » lorsqu‘il m‘entend et « Maman » lorsqu‘il parle à

Christian. En entendant « Allemagne », le patron demande

« Bayern ? » « No, HSV ! » et ils commentent ensemble la

dernière saison.

Nous retrouvons l‘avenue bruyante: toute traversée est un

exploit, mais tout le monde, femmes, enfants, chèvres,

s‘y engage assez tranquillement. Nous nous postons pour

prendre un taxi, mais aucun ne veut de nous ! Bien que

le Sofitel ne soit qu‘à quelques km de là, ils disent ne pas

le connaître...Jusqu‘à ce qu‘un gaillard dise à Christian

qu‘il s‘occupe de nous si on l‘emmène.: on le lâche deux

carrefours plus loin et on arrive à bon port.

Un bon moment, cette promenade du soir, parmi les gens

encore en plein commerce...

Deuxième jour; Mona nous attend, toute en bleu turquoise,

sandales cloutées, ongles ouvragés, brushing frais, l‘aprèsmidi

libre a fait son effet, avec Rami, toujours à 8h30. Pas

des vacances, ça. Nous partons pour le plateau de Saqqarah,

plus au sud, la route longe un bras du Nil qui ressemble à

un petit canal assez sale. Les berges sont des tas de détritus

qui s‘effondrent lentement, brûlés la plupart du temps.

Les déchets semblent profiter aux oiseaux, ibis, huppes

et corneilles. Beaucoup de constructions ambitieuses en

déshérance. Nous obliquons vers de belles palmeraies.

Voici la pyramide à degrés de Djoser.

Sur les photos, elle paie pas de mine, par rapports aux trois

grandes, qu‘elle précède. D‘autant qu‘elle n‘est pyramide

que par hasard: par entassement d‘étages de tombeaux,

l‘un finalement pouvant en supporter d‘autres. Donc:

1.) l‘idée de tombeau pyramidal est due au hasard (et aux

expérimentations architecturales d‘Imhotep qui essaie

d‘entasser les « mastabah »)

2.) la pyramide n‘est rien d‘autre qu‘un tumulus, un tas

quoi. Qui signale une tombe à travers les âges et plutôt

de loin. Un tas de pierre bien plein et très savamment

ordonné. Pas un bâtiment.

Tassement des siècles vus en perspective: la permanence de

la civilisation que nous voyons là nous fait contemporains

ou presque de la Renaissance ou de la Révolution. Notre

courte Histoire.

Emerveillement devant la simplicité et la précision des

bas-reliefs du tombeau de Teti. Eaux poissonneuses de

toutes les espèces : dessin qui sait figurer le particulier

sans tomber dans le détail. La netteté des traits rend leur

âge à peine croyable. Les oies, portées par trois, sont en

mouvement et volètent, le veau tête goulûment, on asseoit

un bélier, on transporte les victuailles à la main, en panier,

en chariot – tout en marchant à l‘égyptienne..

Mona ne nous explique quasi rien, as usual, et trouve

qu‘on traîne. Elle a le moral en berne: « il ne m‘a toujours

pas appelée. Mais le petit est rentré dormir à la maison.

Toute seule ils m‘ont laissée. Et ma mère, c‘est moi qu‘elle

gronde, elle prend leur parti: je dois avoir de la patience

parce que je suis la mère, elle me dit. Et mon fils prétend

que je lui ai dit de quitter la maison. J‘ai jamais dit ça (elle

ment sûrement, dans sa colère elle a dû le jeter dehors et il

l‘a pour une fois prise au mot). Elle a l‘air de s‘en vouloir,

elle est triste, mais elle fulmine: quel tempérament.

Christian lui raconte qu‘il a aussi beaucoup fait enrager

sa mère, avec l‘aide de sa grand-mère. J‘ajoute que ça finit

par donner de très bons maris. « Prépare-toi, elle me dit, tu

verras avec ton fils, ça arrivera plus vite que tu crois ».

Reprenant sa diatribe contre les hommes égyptiens qui ne

donnent aucune éducation à leurs enfants, elle vante les

« écoles » de tapisserie: « les enfants étudient le matin et

apprennent à tisser l‘après-midi, au moins, ils apprennent

un métier...il y en a une juste à côté, vous voulez voir ? ».

L‘école, comme les fabriques, est un magasin: un vaste

hangar: au sous-sol, trois métiers à tisser, devant lesquels

sont assis deux enfants, sur les six, quatre ont sûrement

moins de dix ans. « Bien sûr, ils sont payés » me dit le

« guide », qui nous laisse à l‘étage au-dessus, entre les

mains d‘un vendeur. Nous achetons trois chameaux sur

un tapis de laine blanc, pour Ernest. Les vrais ateliers sont

quelque part plus haut dans le pays...

Mona nous mène déjeûner dans une vaste cantine pour

touristes, très moyenne et très chère, mais au milieu de la

Montazah Avenue, Alexandrie

Passants et pastèques

Mona et nous

Horloges, glaces et bonbons

Une piscine? Non. la fameuse bibliothèque d‘Alexandrie.

Barque et dame suspendues Voiles et casquette Un Coca bien frais Aux portes d‘Alexandrie


Nr. 26/2010

Buch V - Christian le fou

35

La pyramide de Djoser et ses échaffaudages

Une femme qui compte? Toujours en construction, au Caire Les serpents de Djoser

Au frais dans les jardins de Montazah

« Crois-moi, prends-en, sur ma vie, ça vaut la peine »

Dans la salle de lecture de la bibliothèque d‘Alexandrie

On n‘y a pas coupé...

Sur le chantier de la pyramide de Saqqara

palmeraie: vent frais et huppes.

La suite du programme prévoit la visite du Musée du Caire

mais le car prend la route de Gizeh...sous les bretelles et les

échangeurs, un égout, bordé de monceaux de terre: on peut

le traverser en barge, contre une pièce. Un peu partout, le

long du Nil et de ses bras, des semblants de jardins très

fleuris: ce sont les marchands de plantes et de fleurs.

Nous allons partir de Gizeh, dit Mona, pour que vous

puissiez d‘abord visiter la fabrique de coton. « Ca suffit les

fabriques », dit Christian, « allons au Musée ».

Nous voilà enfin dans un embouteillage du Caire: ça dure...

Comme dans les quartiers populaires de Gizeh, mais plus

clair et plus chatoyant, toutes les femmes portent le voile.

Celles dont on ne voit que les yeux sont plutôt rares (5% au

Caire, 10% à Alexandrie à vue de nez).

Manifestation d‘ouvriers devant un édifice public.

Même sur la place centrale, vaste et belle, le grand hôtel,

« futur Ritz » annonce la pancarte, est en construction/

déconstruction.

Au Musée, Mona nous prévient: elle n‘a pas le droit d‘entrer

dans la plupart des salles. Mais elle n‘a pas songé à profiter

des embouteillages pour nous raconter l‘histoire (comme

les guides le font, à ce que j‘entends dans les couloirs).

Râle, râle...

C‘est un vaste musée du début du XXe siècle: tranquille,

frais, poussiéreux, qui conserve plus qu‘il ne met en

valeur: un musée ancien modèle, comme le Louvre avant

rénovation. Des armoires et des étiquettes.

Mona nous emmène directement au second étage, où

sont censées reposer les reliques les plus intéressantes:

les momies d‘animaux d‘abord, de pharaons ensuite, et le

trésor des sarcophages. Les couleurs et l‘or des sarcophages,

les bijoux, les masques incrustés au visage paisible, tout est

splendide. Mais les momies ! Un cadavre reste un cadavre:

rien qui demande à être vu. « Pas mal comme destin pour

un cadavre », dit Christian, « il fait plus frais au musée que

dans les pyramides. »

Le moindre sarcophage relégué dans une vitrine de couloir

et pas dépoussiéré depuis un demi-siècle, le plus petit vase

d‘albâtre, parmi les alignements de vases d‘albâtre, sont

saisissants. Ce qui m‘impressionne le plus, comme dans les

bas-reliefs du temple de Téti, c‘est l‘aspect neuf des lignes,

de la matière, des couleurs. Qualité de la conservation ? De

la restauration ? Du design et des matériaux choisis ?

Akhenaton et sa famille offrant des fleurs de lotus au dieu

Soleil: une image familière, dit Christian.

Nefertiti, si belle inachevée...

Animaux enbaumés, béliers recouverts de feuille d‘or:

voici donc ce que les Hébreux voulaient retrouver dans le

désert: des dieux animaux, une déité ayant pris une forme

naturelle et familière, honorée dans la mort (et l‘autre qui

leur impose un dieu sans visage, qui ne ressemble à rien).

De quel syncrétisme Moïse les a-t-il de force tirés ?

Je préfère les objets: les lits, hauts et larges, rectangles de

jonc tissé, supportés par deux panthères longues et fines; le

lit pliant, qui devient fauteuil carré, la vaisselle d‘albâtre.

Nous faisons la fermeture, après l‘achat de quelques cartes

postales, destinées à tous ceux de nos amis qui nous ont

offert ce voyage, et l‘acquisition de ce petit carnet sur lequel

j‘écris. Une salle est réservée à l‘explication des disparitions

et des pillages, des vols et des cas de non restitution: les

Français ne sont pas en reste ! Les Allemands, eux, se

conduisent mieux, évidemment.

Mona a bien tenté de nous laisser au bazar du centre ville

et de rentrer avec le chauffeur, mais nous sommes trop

fatigués: dommage...nous rentrons à l‘hôtel. Demain,

départ pour Alexandrie à 7 h.

Nous prenons l‘autoroute, première chaussée à avoir des

files dessinées sur le sol...du moins sur quelques portions,

car nombreux sont les segments tout neufs ou en travaux.

Nous croisons des bouts d‘échangeurs, roulons à côté de

voies en terrassement.

A la sortie de Caire, sur pas mal de km, des villes nouvelles

promettent une vie pleine, heureuse, naturelle, verte –

sinon tout à la fois: elles sont inachevées et en plein désert

pour la plupart. La ville ne s‘est pas encore décentrée.

Personne ne veut aller si loin de l‘eau, dit Mona.

Après un peu plus d‘une heure de route, nous arrivons

à Wadi Natrum, la Vallée du Sel. Les « sorties » de

l‘autoroute ne sont guère fléchées, pas d‘échangeur: il faut

aller jusqu‘au prochain demi-tour puis trouver un passage

accessible hors de la chaussée. Nous voilà sur une piste

de sable. On s‘est un peu trompé. Kheir, le chauffeur,

demande son chemin, on retombe sur la route et sur

un village avec toutes sortes de pièces de rechange pour

voiture, c‘est l‘unique commerce. Quelques scooters-taxis

virevoltent, une poste, et au loin, le monastère de St Bishoy

(qui connaît ce saint ?), que nous allons visiter.

Nous sommes accueillis par le père Joakim, qui nous

voyant Christian, Mona et moi comprend d‘emblée la

situation. Il me fait signe qu‘il est inutile que je couvre

mes épaules, nous donne la carte de visite du Saint, qui est

aussi celle du Monastère et comporte son e-mail, en nous

disant d‘y ajouter la date de la mort de Bishoy, omise dans

le texte: 417. Il nous fait ôter nos chaussures. Nous voici

dans l‘église.

Tout à l‘air en béton récent – sur l‘emplacement de la

chapelle du VIIe siècle...Mais je me trompe peut-être. Je ne

comprends pas bien les explications anglaises du père...et

je commence à être obscurément saisie du mal commun

aux touristes en ces pays.

Mona tente de nous entraîner au fond, loin des prieurs et

des volutes d’encens, pour nous réciter ses descriptions,

mais le père passe sa tête par la porte et nous tire de là en

nous sommant de le suivre. Mona râle mais se plie: il nous

fera lui-même la visite. Trois salles, petites, avec arcades,

en enfilade, des tapis et des portes, qu’on ouvre à mesure

les jours de fête...jusqu’à parvenir au réfectoire où une

immense table basse en pierre et une excellente acoustique

assurent les nourritures spirituelles et et les autres.

Au moment où, aidé par des images et de petits sachets

d’épices suspendus, le père explique la confection de l’huile

sainte selon la recette de Bishoy, je n’y tiens plus. Christian

intercède et le père nous précède pour défaire le cadenas

d’une porte à battants donnant sur six cabinets de toilette

crasseux. Du mal à choisir mais pas le temps. Il nous offre

ensuite un thé dans un salon-parloir et fait appeler le frère

médecin.

Tous ont, attenante à leur robe, une capuche noire cousue

en son sommet par une ligne blanche et brodée de six

étoiles de part et d’autre: les douze apôtres, nous dira

Mona.

Tandis que j’essaie de faire bonne figure et que nous

prenons le thé, le père, affalé dans une chauffeuse,

confesse Mona sans en avoir l’air: à ce que je peux saisir

en arabe, il obtient d’emblée l’information de son divorce

et celle de notre lune de miel. Il parle tranquillement et sa

bienveillance délie Mona. En regardant son visage et ses

façons tandis qu’il discute, je m’aperçois d’où vient notre

sympathie: c’est notre Fernand copte ! Un sosie: même

âge, même douceur, même barbe.

Le médecin, plus jeune, barbe noire et fournie, yeux vifs,

nous entraîne dans son cabinet. Il y traîne un bassinet

pas lavé depuis des lustres, des ventouses et un paravent

avec une table de consultation, un petit bureau et un frigo.

Tout est crasseux, mais c’est un vrai cabinet. Il m’interroge

dans les règles: fièvre ? Traitement en cours ? Avant de

me donner un sachet de riz-amidon goût myrtille qui me

calme assez vite. Puis il sort une boite de médicaments,

en nous demandant si par hasard on connaîtrait l’une des

trois langues des modes d’emploi (il suppose que c’est de

l’allemand) – mais ce sont des langues scandinaves que

nous n’identifions même pas.

Chacun dans une version, nous cherchons la posologie et

l’utilité du médicament...et nous finissons par recoupement

entre langues ignorées par trouver qu’il s’agit d’injections

contre le psoriasis et l’arthrite, à prendre sans danger à 12

h d’intervalle et à conserver sous 8°. Christian promet de

faire parvenir la notice en anglais dès qu’il l’aura trouvée

sur internet. Nos traductions à l’aveugle m’ont tout à fait

guérie. Nous repartons avec une boite échantillon d’antidiarrhée,

le docteur insiste.

Et nous prenons congé: Kheir nous fait savoir qu’il est

temps de reprendre la route d’Alexandrie.

Nous traversons les marécages du lac Mariotis, la

zone commerciale et industrielle commence. Sur fond

d’immense raffinerie, qui peuple l’horizon d’une dentelle

de cheminées et de fûts, les roseaux, et de rares pêcheurs.

Les péages sont des portes: portes de la ville, avec arche et

nom.

Alexandrie ressemble plus aux villes du Moyen-Orient ou

de la Grèce: à ce que nous avons l’habitude d’appeler une

ville et que le Caire déborde et bouleverse. Des avenues,

des allées, des bâtiments d’âges divers, une histoire – et

pas seulement un entassement dans la poussière et la

circulation.

Nous prenons la corniche: une douze voies. L’autoroute

est étroite en comparaison. Mais notre hôtel se trouve à

l’extrêmité, dans les jardins de Montazah, et nous avons

rendez-vous pour visiter la bibliothèque: nous rebroussons

chemin.

La bibliothèque est très belle: à juste titre une attraction

touristique, même si ça fait bizarre de voir des touristes

se faire photographier dans les salles de lecture, contre les

piliers. Très beaux les piliers: élancés et en fleur de lotus.

Il n’y aurait jamais eu telle bibliothèque s’il n’y en avait eu

une célèbre auparavant – bien que l’une soit sans rapport

avec l’autre par son contenu. L’Antiquité continue de

modeler le visage d’une ville. C’est la première fois aussi

que je vois une bibliothèque être visitée par des touristes,

ce qui malgré la beauté du bâtiment n’aurait pas lieu d’être

sans doute si elle se trouvait dans une ville européenne.

La lumière y entre par le côté, de vagues ou d’yeux au

plafond, indirecte et douce, et des vitraux bleus et verts

l’adoucissent encore le long des poutres métalliques.

Sobriété, grâce, douceur, espace, elle réunit toutes les

qualités, cette bibliothèque. Les étudiants y travaillent par

grappes, garçons et filles (voilées) côte à côte.

L’atmosphère sur le parvis est joyeuse, colorée et

virevoltante: toute la bonne société bourgeoise estudiantine

se retrouve là.

Nous prenons un sandwich au fast food hallal Momen: de

longs pains « occidentaux » remplis de chawarma ou de

foie cuisiné. Sur la terrasse, ça pépie en foulard; une dame

plus âgée, assise sans table, lit le Coran, un jeune couple,

elle splendide, atours les plus chers, chevelure noire libre,

s’asseoit à côté de nous: c’est la seule non voilée, mais aussi

la moins sympathique, trop apprêtée et capricieuse.

Parmi les étudiantes, là et dans la bibliothèque, beaucoup de

corps très maigres sous de jolis habits, mais aussi beaucoup

de très belles jeunes filles. Lorsqu’elles traversent le flux

ininterrompu du trafic de la corniche, elles marchent avec

une grâce qui arrêterait la mer.

Nous retrouvons Mona et Kheir.

Mona choisit un café sur la corniche: fauteuils de bois et de

velours, miroirs biseautés, une classe et un luxe d’antan.

Elle nous offre un sahlab tandis qu’elle se commande une

chicha qu’elle tête avidement. Elle en demande une pour

Christian. Kheir rit aux éclats: ils sont arrivés droits et

corrects, tu les débauches, dit-il.

Nous arrivons à l’hôtel El Salamlek, petit palais du roi

Farouk, somptueux et vide. Il ne comporte que des suites,

et deux petites chambres, dont la nôtre. Très belle hauteur

sous plafond, boisé, magnifique salle-de-bains hexagonale

de marbre rose. Bruit de chaufferie et de climatisation: nous

donnons à l’arrière, sur les jardins. L’hôtel, avec quelques

autres bâtiments, palais présidentiel, hôtel moderne,

casino et autres, se trouve à l’intérieur d’un immense

jardin palmeraie très fleuri. L’accès en est bizarrement

régi: très surveillé et très libre à la fois. Notre voiture est

arrêtée à l’entrée du parc chaque fois, notre destination

vérifiée et nos noms sur la liste. « Skabad » sit le chauffeur:

« Escapade, a taste of excellence » est-il écrit sur le bus.

Mona nous raconte que le sultan a construit autrefois

ces jardins pour une Autrichienne, Suzanne, dont il était

éperdûment amoureux, qu’il a épousée...mais qui est

repartie au bout de trois ans. Dépit de Mona.

Dans le jardin, les familles pique-niquent, les gardes sont

affalés sur leur chaise, quelques jardiniers reforment les

plates-bandes. L’ombre est légère et le bruit de la ville bien

loin. Le jardin se prolonge jusqu’à de petites plages, des

ponts d’où l’on pêche, et quelques restaurants. Sur ces

petites routes, les familles contemplent le coucher du soleil

et les mariés, que les jardins clos de l’hôtel accueilleront

dans la soirée, se font photographier sur fond de petites

baies.

Sifflements: ça ferme... Les promeneurs refluent. Nous

remontons nous doucher et nous habiller pour le dîner.

D’un côté du hall, le restaurant du roi Farouk: son ancien

bureau lambrissé, aux fauteuils tendus de vert, aux colonnes

de marbre; de l’autre, celui de la reine Farida (disparue

et remplacée en 1948 sans qu’on ait compris pourquoi:

morte ? Répudiée parce qu’elle n’avait pondu que des filles

?), bleu, plafond kitsch en rosaces, mobilier et toiles cirées,

jazzmen noirs en stuc, écran dans un coin: une cuisine de

luxe. Nous n’y mangeons pas mal, seuls jusqu’à l’arrivée

d’un autre couple. Avec ma petite robe noire et mon châle

de soie, je suis trop chic.

Nous dormons comme des masses et ouvrons un oeil juste

avant midi: le temps de nous faire monter un très décevant

petit-déjeûner et de retrouver Mona et Kheir pour les visites

de l’après-midi.

On est vendredi, les sites ferment tôt.

Nous voyons des catacombes, si l’on a bien compris, lieu

de visite, pique-nique et activités diverses auprès des

morts. Je montre à Mona un bas-relief avec trois femmes:

« c’est Vénus, Aphrodite et Junon, les trois déesses de la

beauté ». Elle enchaîne: « c’est mal entretenu ici, il y a des

toiles d’araignée ». Puis en route pour l’église copte.

Mais en chemin, on a trop faim. Mona nous emmène

chez Sabrina, sur la corniche, « pas un restaurant pour

touristes ». Un car de yéménites, femmes en noirs, seuls

leurs yeux sont visibles, en sort tout juste, les tables sont

jonchées de détritus de poissons. Sous l’escalier, attablée,

en fourrure synthétique et mules noires, filet brodé sur

la tête, Sabrina surveille les opérations. « Une femme

terrible », nous dit Mona.

Nous montons, dans une salle basse de plafond, entourée

de baies vitrées. Ici on mange ce que Sabrina a décidé.

Mezze et un plat de deux poissons, mais de mer, pas du Nil,

c’est plus rare, précise Mona, l’un frit (miam) l’autre grillé,

ornés de quelques crevettes (trop cuites, dit Christian) et

de calamars et accompagnés d’un riz brun comme celui du

sayyadiyé et délicieux. Entre mezze et plat, une soupe de

poisson où nagent crevettes et palourdes. On se régale.

Kheir me défend tout plat du mezze autres que pois chiche

et pomme de terre. Nous mangeons à quatre pour le prix

d’un ailleurs – et encore ils ont dû forcer les prix puisqu’ils

disent avoir « offert » le repas de Kheir.

Nous finissons par trouver l’église, après avoir beaucoup

tourné dans les ruelles: garages de toutes sortes, des

carcasses avant et arrière de voitures traînent dans les

rues. C’est l’heure de la prière: les hommes sont en rang

d’oignon sur le trottoir étroit, ou agenouillés sur des tapis

au milieu du carrefour.

On se demande bien quel est l’intérêt de cette église.

Mona n’explique rien mais prend force photos avec son

téléphone: pour sa doc, dit-elle, car c’est la première fois

qu’elle vient là, bien qu’elle ait beaucoup lu sur cette église

(on ne saura pas quoi). Nous voyons les reliques de Saint

Marc et on nous donne la carte de visite de Saint Georges

(nous les musulmans, on aime St Georges, dit Mona) et

Christian photographie les fleurs de tissu, les ventilateurs

qui scandent le chemin de croix, les mosaïques (pain et

poisson) et la préparation du mariage qui commence là,

tout à l’heure, et des tas de types vont et viennent et se

prennent les pieds dans le tulle et les fils électriques.

Dr. Brigitte Denker-Bercoff est née à Beyrouth, a grandi

à Paris, Bruxelles et Sao Paulo, et vit à Bruxelles. Elle

a épousé Christian Denker le 14 mai 2010 (voir page

précédente), ils ont un petit garçon.

Docteur en littérature française, elle enseigne à

l’Université de Bourgogne à Dijon. Ses domaines

de recherche sont la poésie des XIXe et XXe siècles,

les mythes et leurs images, la théorie littéraire. Elle

travaille actuellement avec ses étudiants sur l‘OuLiPo

(l‘Ouvroir de Litterature Potentielle) à la création de

nouvelles contraintes d‘écriture.

Elle collabore avec le ST/A/R depuis 2007.


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch V - Christian le fou

HAPPY END

Stichworte: A-A, Analschlangen, Darmwürste, Defaekationen, Fäkalien, Faeces, Exkremente,

Fekalien, Kacka, Kacke, Kacki Kot, Losung, Scheiße, Stoffwechselendprodukte, Stuhl u. a. in der

Gegenwartskunst.

Von Dr. Christian W. Denker

Eine Ausstellung in der Kunsthalle Göppingen Einblick in den Formenreichtum skatologisch inspirierter Kunst.

Gezeigt werden Arbeiten von etwa 50 internationalen Künstlern. Die kunstwissenschaftliche, geschichtliche

und philosophische Bedeutung der Veranstaltung wurde in einem einführenden Symposium thematisiert.

Spuren des Unverdaulichen

Skatologische Kunst kann zur Entdeckung von

Geheimnissen inmitten unseres Lebens und Leibes

beitragen, versichert die Ausstellungsankündigung

zu HAPPY END. Tatsächlich liefert unser Umgang mit

Kot kennzeichnende Informationen über uns Selbst

und unsere Umwelt, nicht nur in der Kunst. Gute

Verdauung allein macht noch keinen Künstler, aber

Menschen die nicht verdauen, werden es in der Welt

nicht weit bringen!

Lange vor Freud erlangte der symbolische Wert von

Kot kreative Bedeutung. Aufmerksamkeit erregt etwa

die altägyptische Hieroglyphe für das Innere des

Körpers, „peh“ ( ), die Darm- oder Wurstschlin-

gen evoziert. Dessen ungeachtet sind systematische

Erörterungen zur Erscheinung von Kot in der Kunst

ein wissenschaftliches Desiderat. Ähnliches gilt auch

für auf Kot ausgerichtete Kunstausstellungen (1) . Die

von Annett Reckert kuratierte Veranstaltung setzte

also Maßstäbe. Mit ästhetisch kennzeichnedem,

sauber präsentiertem Humor zog sie eine für

die Bestimmung von Bezügen zwischen Kunst

und Natur wegweisende Spur (2) .

Das *ST/A/R*-Verdauungsteam

freut sich gespannt auf die Erscheinung

des Ausstellungskatalogs.

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Geheimnisse,

die inmitten unseres Lebens und unseres

Leibes in beträchtlichen Mengen lagern…

...sind nicht immer leicht zu lüften. Viele

Menschen hüllen sich in Schweigen. Die Kunst

aber ist frei Geheimnisse zu lösen.

Seit 1909 sorgt das pharmazeutische Unternehmen Trenka für

harmonische Verhältnisse im Bauch und fördert dabei die künstlerische

und philosophische Aktivitäten, in Wien, Göppingen und anderswo in

der Welt. Informationen finden Sie auf www.trenka.at

Akteure der Kunst in aller Welt vertrauen auf die Wirkung von

Bitte kreuzen Sie an:

Kunst gute muss Arbeit nicht riecht duften, mitunter aber...

❑ Geruch ein reiches verfeinert Bouquet den erweitert Geschmack. übel. die Aura.

Kot selten den in Inhalt Dosen und teuer. ist sieht eine man clevere erst Erfindung, beim öffnen. aber...

❑ frischer Kot ist unersätzlich.

Kot ist ein ganz besonderer Stoff

Die Beseitigung von Kot ist eine der ersten Forderungen der

Hygiene. Kotgeruch warnt uns vor drohenden Krankheiten,

Fäulnis und Tod. Auch nach Ausschaltung medizinischer und

olfaktorischer Risiken - HAPPY END leistet das durchweg - bleibt

das Unbehagen akut.

Das zeigt sich an einem Dreh- und Angelpunkt der skatologischen

Kunst im XX. Jahrhundert, der Künstlerscheiße, die Piero

Manzoni 1961 in Dosen verpackte. HAPPY END zeigt neben der

Dose N o 0_7, Leihgabe der Staatsgalerie Stuttgart, Videoaufnahmen

aus Les Propriétaires von Bernard Bazile: Manzoni-

Dosen-Besitzer reagieren auf Fragen zum Sonderstatus der

Kotkonserven im Werk Manzonis, der seit den Widerständen

bei der Ausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam im Jahre

1962 bis heute besteht. So erklärt Gerda Wendermann, Besitzerin

der Dose N o 043: „Als wir 1994 diese Dose im Schlossmuseum

ausgestellt haben, haben wir ein Anschreiben des

persönlichen Referenten des Ministerpräsidenten des Landes

Thüringen erhalten mit dem Hinweis, daß ein Besucher der

Stadt Weimar sich beschwert, daß er mit dieser unzumutbaren

Arbeit im Schloßmuseum konfrontiert wurde [...] Ich kann

einfach nur sagen, daß unser Besucherbuch ständig voll ist mit

empörten Aussagen der Besucher“ (3) . Wer sich an Kot in Kunstsammlungen

stört, behindert die Entwicklung des Potentials

einer Materie, die schon in den ersten Tagen der Menschheit

das angeregt haben dürfte, was wir heute als „kreative Prozesse“

bezeichnen, nicht nur in ästhetischer sondern auch in

ökonomischer Hinsicht: Manzonis Dosen werden inzwischen

für mehr als 50.000 Euro gehandelt. Mit Gold sind die enthaltenen

30g Kot also schon längst nicht mehr aufzuwiegen.

Die Vielzahl der Möglichkeiten des künstlerischen Umgangs

mit Kot wurde in Göppingen durch eine Reihe vorbildlicher

Vorträge angedeutet. Florian Werner stellte das Thema auf

eine sichere begriffliche Grundlage, indem er definierte,

„Wovon wir reden, wenn wir über Scheiße reden“. Lisa Steib

sprach über Spleen und Peinlichkeit, Johannes Ullmaier über

Scheiße ohne Ende in den literarischen Serien von Dieter

Roth. Nils Büttner wies unter dem witzigen Motto „cacatum

non est pictum“ (lat., „geschissen ist nicht gemalt“) auf

Erscheinungsformen von Kot in der frühneuzeitlichen Kunst

hin. Jacques Doustin vermittelte einen Überblick der Scheiße

in der zeitgenössischen Kunst ab 1961.

Kotkunst muss nicht übel riechen...

...aber fröhlich darf sie sein! Der Titel HAPPY END ist Programm.

Eine Vielzahl der ausgestellten Arbeiten charakterisiert

ein entwaffnender Humor, mit dem schon Kinder die

Welt bereichern. Wenn es uns gut geht, so ist Defäkieren

lustvoll, lebenserhaltend und -bejahend: ein alltäglicher Grund

zur Fröhlichkeit!

So zeigt der Stuhlgang, eine Raum-Installation von Karl Valentin,

genau das, was ihr Name verspricht: einen Stuhl im Gang.

Der Frohsinn der Kotkunst ist nicht nur oberflächlicher Art.

Wenn Stéphane de Medeiros sein Gesicht mit Schokoladenmasse

oder Goldbronze bedeckt so kann uns das zwar an die

grauenvolle Maske der Erniedrigung im Gesicht des Photographen

David Nebrada erinnern, „die Grauen in uns erweckt

und Bilder aus den Höllen der Vernichtung“ (4) , aber auch an

die lächelnde Leichtigkeit, mit der Kotkunst unsere Wertmaßstäbe

relativiert. Was wir aus unserem Darm drücken ist

mit erfreulicheren Erscheinungen verknüpfbar als

üblem Gestank. Der form- und farbenfrohe Blumenarsch

(o.J.) von Justyna Koeke setzt da ein

Zeichen.

Georg Winter orientiert seine Arbeit mit

Kot an den Anforderungen des gutlaunigen

Alltags. Seine Life-Performance

Fäkaltanz unter Mithilfe einer Bordstein-

kantensimulation auf der Straße vor der Kunsthalle machte

das Publikum mit der leichtfüßigen Übung von Bewegungsmustern

zwischen selbstgewalkten Kotattrappen auf öffentlichen

Fußwegen vertraut.

An der Schnittstelle zwischen Kunst und Poesie wirkt fäkaler

Humor besonders feinsinnig: „Merdre“ lautet das erste

Wort des „Ubu Roi“ bzw. des „König Ubu“, im gleichnamigen

Theaterstück von Alfred Jarry. Die Komik dieses Ausrufes

- auf deutsch wurde er mit „Schoiße!“ oder „Schreiße!“

übersetzt - ist schlagend. Der Skandal bei der Uraufführung

1896 in Paris machte Jarry die Suche nach Verlegern

nicht leichter. Aber Frohsinn verleiht dem Kot literarische

Flügel! Als bibliophiles Schmuckstück landete eine signierte

Erstausgabe von Ubu Roi in den Ausstellungsvitrinen der

Kunsthalle Göppingen, gleich neben dem Scheiße-Zyklus

von Dieter Roth (SCHEISSE, Providence, 1966, Noch mehr

SCHEISSE, Stuttgart, 1968, Die gesammte SCHEISSE, Berlin

1968, SCHEISSE, gesammelte Werke 13, Stuttgart, London,

Reykjavik, 1972, u.a.). Eine Kostprobe:

wenn mich das wuetende abendroth

mit seinen schoenen augen anblickt

dann habe ich das schoene gefuehl

meines wuetenden selbsts

das einst einem pferde vielleicht

gleich mir als ein apfel entfallen ist

und so rollt es mit mir zusammen

heim zu wein und brot

die mir schon zuegig die lippen bemalen

mit ihrer schoene

ja da kann man ruhig alles vergessen

ja sei mir nicht boese wuetendes selbst

das war nur ein schreckschiessender pferdefurz

der uns beide hinausgejagt hat

ich bin dein und du bist mein

Roth hatte ein fabelhaftes Scheißtalent. Seine in Hasenform

gepresste Kaninchenstrohskulptur Karnickelköttelkarnickel (ab

1972) bereicherte HAPPY END um einen weiteren, frohsinnigen

Höhepunkt. Nicht weniger staunenswert: die textvollen

Wände in der von Gelitin in geduldiger Toilettenarbeit entworfenen

Kot-Typographie (Kakabet, Installation).

Vor der Verdauung ist nach der

Verdauung ist vor der Verdauung

Arnulf Rainers Übermalter Bauchraum unterstreicht die

Vorläufigkeit der anatomischen Erforschung der Verdauung.

Vieles hängt ab von gesellschaftlichen

Gewohnheiten, deren möglicher Verkehrung

das Palindromische Bankett von Daniel

Spoerri thematisiert. Es wurde in Goeppingen

in Form einer humorvollen Dokumentation

von Michael Kamler vorgestellt (www.

documaniac.com). Ein „Palindrom“, (von

BILDLEGENDE: [1a-1d] Piero Manzoni, Künstlerscheiße, (No. 0_7), Blechdose, 1961. [2] Vim Delvoye, Bild aus einem Cloaca 3-D-Viewer, o. J. [3] Bernard Bazile, Les Propriétaires, Videoinstallation,1999-2003. [4] Daniel Spoerri, Palindromisches Bankett, 2010, Still

aus dem Dokumentationsfilm von Michael Kamler. [5] Georg Winter, Fäkaltanz unter Mithilfe einer Bordsteinkantensimulation, Performance, 19.09.2010. [6] Atelier van Lieshout, Gedärme-Museum, schematisch, Tusche, Acryl auf Leinwand, 2008. [7] Stéphane

de Medeiros, Digestella, Performance. [8] Paul McCarthy, Sex mit Santa Claus, dunkle Schokolade, 2007. [9] Annett Reckert Präsentation des Begriffs „Merdre“ in einer Erstausgabe von Ubu Roi, Einführung in die Ausstellung Happy End, 2010. [10] Erwin

Wurm, Realize the piece and think about your digestion, Abbildung der Handlungsanweisung zu einer One-Minute-Skulpture, 2005. [11] Thomas Kapielski, Große und kleine Arschlöcher, Performance mit Brötchen und mehr, 18.09.2010. [12] Thomas Putze

und Heasun Kim, Wursthund, Pappe, Tusche, Stoff, 2007. [13] Karl Valentin, Stuhlgang plastisch dargestellt (geruchlos). [14] Friedensreich Hundertwasser, Anleitung zum Bau einer Humustoilette. [15] Otto Mühl, Marcel’s Nachlaß, (Ausschnitt), Siebdruck, 1994.

[16] Empfangstisch mit Ausstellungsplakat mit Eucarbon-Schachtel und Köttel, Schokolade, Marzipan, Kakaopulver, Cerealien, Gewürzen, Sonja Alhäuser, 2010. [17] Arnulf Rainer, Übermalter Bauchraum, (Ausschnitt).[18] Stéphane de Medeiros, Das Schweigen

des Piero Manzoni wird überbewertet, Performance. [19] Frederik Foert, Hell’s Bells (Festival-Kit), Toilettenhäuschen, 5 Kisten Bier, Teleskopstützen, Gummiseil, Abzugskette, 2010. [20] Justyna Koeke, Blumenarsch, c-Print, o.J.

griechisch ∏µ, palíndromos, „rückwärts laufend“)

ist eine Zeichenfolge die unterschiedslos von vorne nach

hinten und von hinten nach vorne gelesen werden kann: „aha“

ist ein simples Beispiel. Komplexer ist „David M. liftet Filmdiva

D.“ oder das finnische Wort für Seifensteinverkäufer: „Saippuakivikauppias“.

Gedanken zur Wiederkunft und zur Rückkehr

sind ein zentraler Aspekt des religiösen Denkens in Judaismus,

Buddhismus, Taoismus, Christentum und Islam. Von Platon bis

Nietzsche haben Philosophen die Wiederkehr gefeiert. „Die ewige

Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht – und

du mit ihr, Stäubchen vom Staube!“ Das Palindromische Bankett

erklärt die Vorspeise zum Dessert und umgekehrt, die zeitliche

Abfolge von essen und verdauen kommen ins Schwanken.

Verdauung kann mehr sein als eine lästige Nebenerscheinung

der Speiseaufnahme.

Luis Buñuel erklärte in seinem Film Das Phantom der Freiheit

(1974) die Abgabe von Nahrung zum gesellschaftsfähigen

Vergnügen bei Tische. Die Aufnahme von Nahrung verbannte

er dagegen als peinliche Notwendigkeit in ein stilles Kämmerlein.

Frederik Foert entwickelt diese subversive Umwertung

weiter, indem er unsere Vorstellung zu ungewohnten Bildern

zur Toilettentätigkeit anregt. In seiner Installation Hell’s Bells, ein

Festival-Kit, stellt er Bierkisten in die Toilette und die Toilette auf

den Kopf: Die Verdauungs-Feier kann beginnen! Aber Achtung!

Die Freude am Bierfest kann durchaus nach hinten losgehen,

höllische Verdauungsstörungen verursachen oder uns gar den

Hals hochkommen.

Allerdings sind der Umkehrung der Verdauungsvorgänge

Grenzen gesetzt. Aus gutem Grund unterscheiden wir „normalerweise“

peinlich zwischen Abfall und Speise. Aber ist es nicht

realistisch, wenn wir uns Bratwurstreste als Grundbestandteil

des Leberkäses vorstellen und Leberkäsereste als Grundbestandteil

der Bratwurst? Wer weis schon genau was die Köchinnen

und Köche hinter verschlossenen Türen veranstalten? Der

Wursthund von Thomas Putze und Heasun Kim (2007) legt

eine ideelle Verwandschaft zwischen Bratwurst und Kackwurst

jedenfalls nahe.

Funktionierende Verdauung ermöglicht ein ausgeglichenes

hin- und her zwischen Nahrung und Exkrement. Kot dient dem

ökologischen Aufbau neuer Nahrung, Nahrung dem Aufbau

von Kot. Was als Kot oder als Nahrung dient entscheidet das

Stoffwechselsystem. Unterschiedlichstes kann neben-, in- oder

durcheinander gehen. Anfang und Ende einer palindromischen

Nahrungskette treffen sich in kreisender Bewegung, als Symbol

der Wiederkehr, die Hoffnung auf Fortschritt weckt, weil die

Bewegung nicht nur als geschlossener Kreis sondern auch als

offene Spirale gedacht werden kann. Im Verdauungsschlauch

bewegt die Materie den Geist und der Geist bewegt die Materie.

Verdauung verbindet uns Menschen mit der Welt. wir nehmen

auf und wir geben ab, zwischendrin gestaltet sich unser Leben.

Die palindromische Wiederkehr beschreibt die Idee der Einheit

von Hin- und Rückweg, den Traum eines Perpetuum mobile in

lebendiger Entwicklung.

Höhere Werte

Die Bedeutung eines HAPPY ENDs in Hollywood steht in

Bezug zu einem vorgehenden Handlungsverlauf. Das HAPPY

END analer Ausscheidung ergibt sich nach vorhergehender

Verdauung. Die Komplexität der in der Verdauung wirkenden

„Handlungsstränge“ ist enorm, sei es in medizinischer,

religiöser und ästhetischer Hinsicht. Das verdeutlichen

die Cloaca-Maschinen, die Wim Delvoye zur Umwandlung

von Speise in Kot entworfen hat (www.wimdelvoye.be). In

Göppingen geben technisch ausgefeilte Cloaca 3-D viewers

einen Überblick verschiedener Entwicklungsformen von

2000 bis heute. Die Erhaltung des Lebens, der Zweck

der Verdauung, bleibt den Maschinen allerdings

fremd. Dafür pointieren sie ironisch das „analwerkliche“

Kunstschaffen nach Manzoni

und bezeichnen eine Grenze industrieller

Wertschöpfung. Diese Grenze inspiriert

auch die Anleitung zum Bau einer Humustoilette

von Friedensreich Hundertwasser.

Die enormen Kotmengen, die in den

urbanen Zentren alltäglich anfallen, sind Teil

kein wertloser Abfall sondern Teil ökologischer Systeme, in

die sie zurückgeführt werden müssen. Mit Realize the piece

and think about your digestion, (2005) unterstreicht Erwin

Wurm die biologische und psychologische Sensibilität der

Verdauungssysteme. Wenn wir unserem Kot mit chemischen

Keulen zurichten, so hat das Folgen für uns selbst und für die

Welt, in körperlicher und in geistiger Hinsicht. (5) Früher oder

später kehrt unserer Kot in verwandelter Form zurück auf

unsere Speisetafel. Die Form und Inhalte der Verwandlung

können wir beeinflussen.

Für achtsamen Umgang mit Kot sprechen auch die Bezüge

zwischen Kunstwelt einerseits und den Verdauungsvorgängen

andererseits, etwa in der schematischen Darstellung

eines Gedärme-Museums (2008) aus dem Atelier van Lieshout,

dem Kot den Otto Muehl in Duchamps Pissbecken-Fontaine

hineinphantasiert (Marcel’s Nachlaß, 1994) oder in der Performance

Große und kleine Arschlöcher (2010) bei der Thomas

Kapielski in Göppingen Brötchen in Popos verwandelte.

Sex und Verdauung

A propos Popos: die zahlreichen Nervenenden am Schließmuskel

und Enddarm, können uns nicht nur beim Austreten

von Kot, sondern auch beim Sex Freude bereiten. Paul Mc-

Cathys Shit plug (2002, Gemeinschaftsar- beit mit Jason

Rhoades) bringt den Kot von Kritikern, Künstlern,

Besuchern und Kuratoren (auf

einer

öffentlichen Toilette der documenta

XI von Jan Northoff und Benne

Ender gesammelt) in die Form eines

„Butt Plugs“, bzw. „Analstöpsels“.Das

ist eines Sexspielzeug zur Stimulierung

analer Lust. Direkt von der Toilette wird

Kot zum Oeuvre erhoben, als Bindeglied

zwischen Körpern der Kunstwelt

und dem „eigentlichen“ Kunstwerk,

gerichtet gegen allzu rigide Beschränkungen

von Sexualität und Ästhetik.

Das trifft vielleicht nicht jedermanns

Humor, aber jede Epoche hat die Kunst

Zeit ❑ auch Kotdiebstähle beim ist Geld Happy Kot-Notierungen und End sind entscheiden selten. ist Gold, können aber... „weiche“ schwanken. Werte.

Ich interessiere mich für Kunst, Philosophie oder Verdauung

schon immer ab heute

Name:_______________ Vorname:________________ Alter:____ E-Mail: _________________________________________________

Unter den Einsendern verlost das ST/A/R-Verdauungsteam

ein Treffen mit Verdauungskünstler Stephane de Medeiros in Kyoto, Japan.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendung an: ST/A/R-Verdauungsteam, Gumpendorfer Str. 42, A-1060 Wien.

Anmerkungen

(1) HAPPY END die vielleicht erste Kunstausstellung

überhaupt, die Kot zum zentralen Thema erklärt. Zwar

führte eine von Hans-Ulrich Obrist kuratierte Ausstellung

CLOACAMAXIMA (1994, Museum der Stadtentwässerung,

Zürich) eine Reihe von Kotkunstwerken zum Thema

Defäkation, Toiletten und Kanalisation zusammen

um „Möglichkeiten des Oszillierens vom Öffentlichen

ins Private“ zu eröffnen und „Exkremente von ihren

Negativkonnotationen“ zu befreien (www.jnwnklmnn.de/

obrist_p.htm, gesehen 15.10.2010). Dabei blieb allerdings

reinigender Beseitigung von Schmutz im Zuge der

Abwasseraufbereitung thematisch zentral. Zwar ist Kot in

der Kunst ein altes Thema, doch intitutionelle Akzeptanz

dafür wäre etwas ganz Neues. In diesem Sinne bestätigen

die „lokalen“ Widersacher der Veranstaltung HAPPY END

eine Einsicht Benjamins: „Das Konventionelle wird kritiklos

genossen, das wirklich Neue kritisiert man mit Wider

willen“. (Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner

technischen Reproduzierbarkeit, Dritte Fassung, XII.)

(2) Zu Bezügen zwischen digestiven und künstlerischen Spuren

siehe Elisabeth von Samsonow, „Spur und Abdruck: Ästhetik

der Eigentlichkeit“, in: dies. und Éric Alliez, Hg., Biographien des

organlosen Körpers, Wien, Turia + Kant, 2003, S. 202-222.

(3) Bazile_Manzoni, I Proprietari, Villerbanne, Institut d‘art

contemporain, 2004, S. 84

(4) Vgl. Jean Clair, Das Letzte der Dinge, Wien, Passagen, 2004,

S. 12ff

(5) Um einen einführenden Überblick der philosophischen

Bezüge zwischen Kopf und Bauch bemühe ich mich in „Geist

und Verdauung“, in Gastrosophical Turn: Essen zwischen

Medizin und Öffentlichkeit, C. Hoffstadt u.a., Hg., ProjektVerlag,

Freiburg, 2009.

die sie verdient. Wenn McCarthy einen

Weihnachtsmann aus Schokolade „Butt

Plugg“ an Stelle eines Tannenbaums in

den Arm legt (Sex mit Santa Claus, 2007)

so zielt er mit treffsicherer Ironie auf

Vermengungen oraler und analer Lust,

insbesondere beim Umgang mit Unmündigen.

Laut Nietzsche verdaut ein starker

Mensch seine Erlebnisse, seine Taten

und Untaten, so wie er seine Mahlzeiten

verdaue, auch harte Bissen. Eine geistige

Verstopfung sei so gut physiologisch wie jene andere – und

vielfach nur eine der Folgen jener anderen. Unser Intellekt

könne die Vielfalt des klugen Zusammenspiels der Verdauungsprozesse

nicht fassen, geschweige denn hervorbringen.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, das wir an unverdaulicher

Nahrung zu Grunde gehen können Wählen wir die

passende, im Rahmen einer maßgeblichen Form der Sorge

um uns selbst und die Welt, so erreicht unsere Verdauung ihr

HAPPY END wie von selbst.


38

Buch V - Christian le fou Nr. 26/2010


Nr. 26/2010 Buch V - Christian le fou

39

Elie Beida (29/03/1944, Alep - 15/12/2010, Paris)

Ras Beyrouth (années 50), [Ras Beirut, 50er Jahre], Buntstift auf Papier, Paris, 2009, 24x32cm; Village libanais du Chouf, [Libanesisches Dorf im Chouf], Filzstift auf Papier, Paris, 2009, 21x29,7cm. (© Collection Denker-Bercoff).


40

Buch V - Christian le fou Nr. 26/2010

Die endgültigen

*ST/A/R*

IM UHRZEIGERSINN

PREIS FÜR SCHARFE KUNST: Heidi Lichtenberger, Pack of patches; für eine Projektion

des sportlichen Brotschnitts auf solider Grundlage.

PREIS FÜR QUALITY MADE IN SWITZERLAND: Renée Levi, Ohne Titel, 2010, Acryl

auf Leinwand, 190x190cm, Bernard Jordan; für einen Rausch der Nuancen als

wahre Herausforderung an die ST/A/R-Farbdruckpalette.

PREIS FÜR FREUNDLICHES LÄCHELN: David Spiller, Girls like to have fun, 2005,

Acryl und Bundstift auf Leinwand, 86x86cm, Wild; weil‘s besser ist für später,

wenn die Kinder mal aus dem Haus sind (und wegen der schönen Gegend!)

PREIS FÜR GUTE STIMMUNG: EXP.edition, Helmut Dietz, Demian Bern, Pablo

Wendel und Kestutis Svirnelis, Brouwer-Edition, für flexible Übergange zwischen

Hobby und Arbeitsmarkt.

PREIS FÜR RICHARD KARL FREIHERR VON WEIZSÄCKER VOR REICHSTAG DOM:

Nathan Walsh, Persterer, für den ehrenwerten Kunstfreund (Kategorie Photoaufnahmen

außerhalb der Kunst 10).

PREIS FÜR GELUNGENE HÄNGUNG: Tilmann Krieg, Art Lovers, Lightbrush Painting,

100x150 cm, 2008, Passione, Lightbrush Painting, 100x100cm, 2009 und

Flowers on a rainy day, Lightbrush Painting, 122x90cm, 2010, für die nachhaltige

Forderung nach mehr mehr Raum für Bilder im ST/A/R-Printmedium.

PREIS FÜR THE MOST SEXY MESSESTAND: Patricia Strickland, Bladerunner / I

want more life fucker, 2009, Frequenzlinie auf Aluplatte, 50x180cm, Barbara

von Stechow; für heißen Ton in kühler Form.

PREIS FÜR ÖSTERREICHFREUNDLICHSTE KUNST: Milan Lyndera, Red Bull, für

durstfreie Schlittenfahrten nach sauberen Schnitten.

Die Vergabe der ST/A/R-Preise für NACHWUCHSWIRTSCHAFT, BIOKUNSTGESCHICHTE, DISTRIBUTE

SPACING, SOWEITER und SOFORT unterblieb in diesem Jahr aus Energie- und Platzmangel, leider!


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VI - AUTO-STAR 41

David Staretz

schreibt, redigiert und fotografiert den Auto-ST/A/R

David Staretz

schreibt, redigiert und fotografiert den Auto-ST/A/R


42

Buch VI - AUTO-STAR Nr. 26/2010

Alfa Romeo Classic Day in Balocco

LEKTIONEN IN DEMUT UND ZWISCHENGAS

Alfa Romeo lüftete seine Garagen und bat zum Pedale.

TEXT UND FOTOS: DAVID STARETZ

Rawazzz, rawazz, fazz, fazz, woarrrhggggrh, das fetzt

wie Sägezähne durch die morgendlichen Ruhe der

Backsteingaragenställe von Balocco, wo Fiat seine

ausgedehnten Teststrecken unterhält. Es ist die Nervosität

eines hochgezüchteten Rennmotors, die tiefe Furchen

durch die Stille fräst, woarrrggggrh, woarrrggggrh,

böse, dringlich, körperhaft geht das durch sämtliche Synapsen,

stirbt plötzlich kalt ab, so unvermittelt, dass das

Vakum der Stille Membranschmerzen bereitet. Die älteren

Herren Mechaniker in ihren aufreizend hellblauen

Overalls hantieren im Halbschatten der hochgestellten

Motorhaube. Mit gegerbten Händen manipulieren sie

die sensiblen Vergaserschräubchen. „Wenn man diesen

organischen Krach hört und fühlt, muss man sich große

Sorgen um die Zukunft der Elektroautos machen“, notiere

ich.

Hundert Jahre Alfa Romeo und kein Ende. Doch von

allen rasanten, pompösen, originellen und Traditionen

beschwörenden Veranstaltungen zu diesem Jubiläum

mag dies vielleicht die innigste, wahrhaftigste und stimmigste

sein: Alfa Romeo lüftet seine Garagen und bittet

einige vertrauenswürdige Journalisten zum Pedale.

Es sind keine zwanzig Kollegen eingeladen, entsprechend

entspannt ist der Zudrang zu den knapp zwanzig

Fahrzeugen (nämlich absoluten Raritäten), die hier

zwanglos geparkt sind unter den Arkaden, von Baujahren

zwischen 1910 und 1969. Darunter so gefeierte Schönheiten

wie der TZ 2 (Turbolare Zagato) mit Rennmotor

und Fiberglaskarosserie über dem Stahlrohrrahmen, der

unwirkliche Bertone Carabo (Showcar 1968) oder der

1900 C52 Disco Volante, mit dem Tobias Moretti und

Susanne Hofbauer die heurige Ennstal Classic bestritten

(nachzulesen im Autorevue-Premiumheft) oder der

unschlagbar selbstbewußt dastehende Gran Premio Tipo

B Grand-Prix-Wagen von 1932.

Ich suche mir für ein erstes Kennenlernen den 6C 2300

tipo „Mille Miglia“, der, wie alle massigen Ahnen-Racer,

erst matronenhaft schwer und unzugänglich wirkt, mit

zunehmender Vertrautheit aber ins Swingen und Singen

gerät, als gälte es, mit dem überdimensionalen Steuerrad

knapp vor der Brust die Straßen der Welt zum Tanz

zu bitten. Erst noch ist es aber dieser unvergleichliche

Duft alter Autos, der die Wahrnehmung bestimmt, diese

grundvertraute Mischung aus Leder, Öl, Benzin und

Gummi, aus angeschimmelten Dichtungen und sonnengegerbten

Hölzern, aus miefigen Stoffen und leckenden

Leitungen.

Denn: so sehr diese Maschinen auch gewartet und

gepflegt werden, so sind sie doch erfrischend lebensnah,

bockig, spröde, ledersteif, sie müssen immer wieder neu

zugerichtet und ins Leben gerufen werden, deshalb ist

das Fahren ihr Element und das Plötzen, Knirschen,

Krachen sind kernige Ausdrucksformen ihrer elementaren

Daseinskraft. Da steckt unbequemes Leben drinnen,

Abnützung und Verschleiß, auch das Risiko von Schäden,

aber das gehört dazu, denn nur der Stillstand, das

Museumspodest wäre ein wahrer Totpunkt.

Mein Beifahrer im hellblauen Overall entspannt sich

zusehends – schließlich hatte ich Zwischengasgeben

noch in der Fahrschule auf dem alten 380 Steyr selig,

und das war noch der letzte kunstvolle Eingriff des Menschen

in das technische Wesen eines Automobils – sich

die Zähne zwischen Haupt- und Vorgelegewelle herzurichten

auf gleiche Drehzahl, damit sich die Zahnradpakete

per Klaue über die Nuten verschieben ließen, da lässt

sich jeder Zahn spüren am langen vibrierenden Hebel,

und beim Hochschalten ließ man das Kupplungspedal

im Leergang herauffedern, um die schnellere Zahnrad-

Abteilung abzubremsen auf das erforderliche Maß.

Respektvoll bemerke ich, dass Gas- und Bremspedal

hier im Mille-Miglia-Haudegen so findig zusammengepaart

sind, dass sich „Mit-Bremsen-kombiniertes-Zwischengasgeben“

mit Ferse und Ballen des rechten Fußes

bewerkstelligen lässt, was unumgänglich war, wenn man

hart bremsend auf eine Kurve zuschoss und schon den

niedrigeren Gang benötigte. Ein nach außen hin verborgener

Tanz zwischen Kraft und Feingefühl spielte sich da

in den Renngeräten ab, hier musste brachial und zärtlich

vorgegangen werden, wenn man sein Auto beherrschen

wollte. Was wir heute tun, wenn wir in einem Lexus TFA

auf eine Kurve zurasen, entspricht der simplen Bedienung

einer modernen Digital-Automatikkamera.

Das Mittagessen fällt heute aus, ich muss mich noch

durch die restlichen Geräte durchkosten, dort steht schon

der 1900 Sport Spider bereit mit vorgewärmtem Motor,

und deshalb muss hier bitte auch der Schlusssatz fallen.

Der Alfa Romeo 6C 2300 tipo Mille Miglia ist Baujahr 1938 hat 95 PS

und wiegt 1340 kg. Ist also leichter, als er aussieht.


Nr. 26/2010 Buch VI - AUTO-STAR

43

Ja, früher fuhr man die Rennen rechtsgelenkt

Auspuff und Aerodynamik am Alfetta-

Monoposto, dem GP-Wagen von 1951

Der GTA 1300 Junior rotzt und plotzt

beim Aufwärmen

Sicherungskästen im Kompetenzbereich

des Beifahrers

Einer dieser vollmundigen, konkurrenzlos italienischen

Ausdrücke

Der 1750 Gran Sport, Ikone des GP-

Sports der 30er Jahre Zentralverschlussfelgen, Wuchtgewichte Reduktion auf Notwendigkeit der Funktion

Man beachte den Kniepolster rechts

Klassischer geht’s nicht

Der Disco Volante wirkt ausladend, hat

aber ein enges Cockpit

Im 6C 3000 CM

raste Fangio zum

Sieg im Gran

Premio Supercorte

Maggiore

in Meran, 1953.

Zuvor war er damit

bei der Mille Miglia

Zweiter geworden,

Chassisprobleme

hatten ihn aufgehalten.


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VI - AUTO-STAR

Städteplanung – AUDI will es wissen und kreiert den höchst dotierten deutschen Architekturpreis

AUDI URBAN FUTURE AWARD

Geladener Wettbewerb über urbane Mobilität

Ingolstadt/London 28.05.2010 – Mit dem Audi Urban Future Award bringt Audi sechs internationale Architekturbüros in einem Wettbewerb zusammen, um Modelle

und Visionen des künftigen Zusammenspiels von Mobilität, Architektur und Stadt zu entwickeln. Die Teilnehmer trafen sich jetzt zum Gedankenaustausch mit Audi

Experten in Ingolstadt und arbeiteten ihre Ideen dann bei einem Workshop in London aus. Finale ist im August [...]

BUILDING A VISION FOR 2030

28. MAI 2010 | KONFERENZ IN LONDON

ROYAL INSTITUTE OF BRITISH ARCHITECTS

Am Freitag, den 28. Mai 2010, trafen sich alle am Workshop Beteiligten mit Rupert Stadler, dem Vorstandsvorsitzenden von Audi, im Royal Institute for British Architects (RIBA), um die

ersten Ansätze und Vorschläge einer großen Runde von Journalisten aus aller Welt vorzustellen. Im Anschluss an die Präsentation der Ideenskizzen entwickelte sich eine rege Diskussion

über die einzelnen Ansätze, an der sich die Vertreter der Presse ebenso lebhaft beteiligten wie Vertreter einzelner Abteilungen von Audi.

THANKS TO AUDI:

ST/A/R war dabei:ST/A/R Herausgeber Heidulf

Gerngross mit dem Architekten

ZHANG KE von Standardarchitecture

CURATED BY SKYPARK

28. MAI 2010 | KONFERENZ IN VENEDIG

PREISTRÄGER

100.000 EURO FÜR JÜRGEN MAYER

Christian Gärtner ist Vorstand der

Stylepark AG.

Er studierte Volkswirtschaft in

Heidelberg und Berlin und war nach

seiner Tätigkeit als

Rupert Stadler ist Vorsitzender

des Vorstands der AUDI AG

und Vorstandsmitglied der

Volkswagen AG. Er studierte an der

Fachhochschule

Fernando de Mello Franco ist

Professor an der Universidade São

Judas Tadeu in São Paulo. Nach

seinem Diplom an der Fakultät für

Architektur

Andres Lepik ist Kurator der

Architektur- und Designabteilung

des Museum of Modern Art in New

York. Nach seinem Studium

A

U

A

U

Jun Ma ist Prodekan des Kollegs

für Fahrzeugtechnik an der

Tongji University in Shanghai.

Nach seinem Abschluss in

Fahrzeugtechnik

BERLIN

DD

Royal Institute of British Architects

Rahul Mehrotra lehrt am

Massachusetts Institute of

Technology und leitet das Büro

RMA architects Mumbai. Nach dem

Studium der

DIE HOCHKARÄTIGE

JURY

Stefan Sielaff ist Designchef

der Marke Audi. Nach dem

Industriedesign-Studium an der

Fachhochschule München erwarb er

1990 den Master

Saskia Sassen ist Professorin

für Soziologie an der Columbia

University in New York und

Vorsitzende der Jury des Audi

Urban Future

Wolfgang Egger leitet das

Audi group design. Nach dem

Studium des Industrial Design am

International College of Arts and

Sciences

I

I

Message aus dem Eingangsbereich des

Royal Institute of British Architects

Abschied aus London: Ute Woltron (links) vom

STANDARD“ und besonderen Dank an Karin Angerer

(rechts) für die freundliche und professionelle Betreuung

und Organisation!

Am Abend des 25. August 2010 fand in der Scuola Grande della Misericordia in Venedig in einem festlichen Rahmen

die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung des Audi Urban Future Award 2010 statt. Als Gewinner des ersten

Audi Urban Future Award entschied sich die internationale, hochkarätig besetzte Jury für J. MAYER H. Rupert Stadler,

Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, übergab ihm den mit 100.000 Euro höchstdotierten deutschen Architekturpreis.

Die feierliche Preisverleihung wurde von Dr. Heinrich Wefing moderiert.

1 All photos Heinrich Hülser, © AUDI AG

„Jürgen Mayer H. und sein Büro haben radikal mit unseren Sehgewohnheiten auf Städte gebrochen und daraus

Ansatzpunkte für eine völlig neue urbane Ästhetik entworfen. Durch das Verschränken und Überlagern von Realität

und Virtualität wird unsere Wahrnehmung städtischer Areale nicht nur in ungeahnte neue Formen g e l e n k t ,

sondern die Stadt selbst grundlegend verändert“, begründet Christian Gärtner, Vorstand der Stylepark AG und Kurator

des Audi Urban Future Award, die Entscheidung. Begeistert äußerte sich auch der Preisträger des Wettbewerbs: „Der

Audi Urban Future Award hat unsere Vorstellung von der Stadt der Zukunft verändert – besonders im Hinblick auf

Bewegung und Kommunikation“, so Jürgen Mayer H.

Weitere Informationen http://www.audi-urban-future-award.com • Weitere Informationen http://www.audi-urban-future-award.com • Weitere Informationen http://www.audi-urban-future-award.com •

RICARDO SCOFIDIO

konnte aus

terminlichen

Gründen nicht

teilnehmen

BIG-Bjarke Ingels Group, © AUDI AG

(DRIVER) LESS IS MORE - DRIVERLESS CITY

Kurzkonzept | BIG - Bjarke Ingels Group

Standardarchitecture, © AUDI AG

HARMONISCHES BEIJING

Kurzkonzept | Standardarchitecture

Alison Brooks Architects, © AUDI AG

KONVERGENZ UND AUSTAUSCH IN DER KALEIDOSKOPISCHEN

STADT Kurzkonzept | Alison Brooks Architects

J. MAYER. H. Architects, © AUDI AG

A.WAY

Kurzkonzept | J. MAYER. H

Cloud 9, © AUDI AG

BARCELONAS „EMPATHISCHES AUTO“

Kurzkonzept | Enric Ruiz Geli - Cloud 9


46

Buch VI - AUTO-STAR Nr. 26/2010

KROBATH BERLIN

office@galeriekrobath.at

Architektur und Körper

23. 11. 2010 – 15. 1. 2011

Katrina Daschner, Maria Hahnenkamp, Šejla Kameric,

Dorit Margreiter, Ursula Mayer, Esther Stocker

Kuratiert von Walter Seidl

GALERIE LISI HÄMMERLE

ANTON-SCHNEIDER-STR. 4A

A-6900 BREGENZ

T + F +43 (0)5574 52452

MOBIL +43 (0)664 5288239

www.galerie-lisihaemmerle.at

galerielisihaemmerle@tele2.at

Maria Hahnenkamp

13. November bis 11. Dezember 2010

verlängert bis 8. Jänner 2011


Zoo}-Zo

o}-Zoo

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ERLEBEN SIE DEN NEUEN M{ZD{ 5 SCHON AB € 22.990,–.

Der sportliche Familien-Van vereint ausdrucksstarkes Design und dynamische Fahreigenschaften mit Praktikabilität: Elektrische

Schiebetüren, Platz für bis zu sieben Personen und das neue Karakuri-Sitzsystem machen den Mazda5 zum Raumerlebnis. Neben

seiner Vielseitigkeit ist er auch sparsam: Ausgestattet mit i-stop-Technologie und 6 Gang-Schaltgetriebe, senkt er den Verbrauch auf ein

Minimum. Egal ob als 116- oder 150-PS-Benziner, wahlweise mit Automatik, erwartet Sie Fahrspaß einer neuen Generation im neuen Mazda5.

Verbrauchswerte 5,2–7,2 l/100 km, CO 2 -Emissionen 138–168 g/km. Symbolfoto.

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48

Buch VI - AUTO-STAR Nr. 26/2010

KLEINER COMMUTER

AUTOSTAR

Toyota Auris oder: Die Digitalisierung des Autofahrens nach dem Prinzip 0/1.

Dort, wo sich keiner umdreht aber alle

kaufen, also in der so genannten Golfklasse

(in der es weit und breit keinen

Golf mehr gibt, also besser gesagt in der

Polo-Klasse), jedenfalls mitten im Geschiebe

zwischen Nützlichkeit, Vernunft und

Grundkomfort, dort fährt auch der Auris,

Nachfolger des Toyota Corolla. Corolla, das

war ja bis vor kurzem noch so ein Synonym

gefälliger Grundanforderung an das Mittelmaß

der Mobilität. So langweilig, dass er

nicht einmal Pannen oder Defekte hatte.

Also beschloss man, einen pfiffigeren

Namen für den fälligen Nachfolger zu

wählen. Warum dann Auris rauskam, ist

Angelegenheit der deutschen Namen-Agentur

Nomen, die auch für Kia Picanto, VW

Touran, Mercedes Atego oder Persil Actic

Power zuständig ist. Auris. Von Gold abgeleitet.

Schön. Das hätten sie von mir billiger

haben können.

In seiner Unauffälligkeit, an der kein Vorbeikommen

ist, verkauft sich der Auris auch

ganz gut, 2400 Exemplare sollen es heuer

in Österreich sein, davon 400 in Hybridversion.

Hybrid, das kennt man inzwischen

vom Celebrity-gehypten Toyota Prius (das

waren noch Namen!), Hybrid steht also für

eine gerade nicht genützte Antriebsquelle;

entweder der Verbrennungsmotor steht still

oder der Elektromotor. Zur Ehrenrettung

des Konzeptes sei aber gesagt: Bei Vollgas

legen beide zusammen und retten so ihren

Arbeitsplatz.

Der Auris kann diese Tricks auch, wobei

er sich wie alle Hybrids darin gefällt, lautlos

aus der Parklücke zu huschen, was den

Frauen besonders imponiert, diese Lautlosigkeit

des elektrischen Schnurrens. Aber

da ist nicht einmal Schnurren, sondern

nur angewandte Lautlosigkeit. Es gibt sogar

einen Umweltzonen-Schalter, der es erlaubt,

einige hundert Meter weit elektrisch zu rollen

mit Geschwindigkeiten bis Tempo 50,

darüber springt der Benzinmotor zu.

Aber in der Praxis ist man schnell auf

Brumm, was eh vorbildhaft geschmeidig

abläuft, unterfangen von einer phantastischen

Getriebeautomatik, die, wäre der

Auris ein Fotoapparat einen idealen Autofocus

abgäbe.

Hübsche Symbole im Instrumentarium,

cool hinterleuchtet, machen den augenblicklichen

Antriebszustand grafisch klar,

mit Motor- Batterie- und Radsymbol. Wie

im Trickfilm strömende Pfeilsymbole zeigen

den Richtungsfluss an: Von der Batterie

zum Antriebsrad, vom Motor zum Antriebsrad,

von Motor und Batterie gleichzeitig

zum Antriebsrad (bei forciertem Gasgeben

werden insgesamt 136 PS frei). Auch eine

Belohnungsstufe ist eingebaut: Im Schiebebetrieb

wird die Batterie aufgeladen, was

sich am Fluss des Pfeiles und am Füllpegel

des Batteriesymbols erkennen lässt.

Man wird ja ein emsiges Eichhörnchen, was

das Stromsammeln betrifft und ich wage zu

sagen, dass der eigentliche Spareffekt im

psychologischen Momentum liegt: Man

wird durch die deterministische Umgebung

zum Sparen angestiftet, achtet peinlich darauf,

dass die Eco-Taste gedrückt, der Extra-

Lade-Booster (mit erhöhter Motorbremswirkung)

oft eingelegt und die Batterie immer

gut gefüllt ist. Dann darf man sich auch ein

„Excellent“ abholen, wenn man die Verbrauchsstatistik

im History-Modus abruft.

Der Wagen selbst ist relativ gewichtig (zwei

Antriebskonzepte schlagen halt schwerer

in der Brust), was man beim Bremsen mitbekommt

oder in Kurven, wenn die Masse

drängt. Dabei kann man aber erstaunlich

flott unterwegs sein, auch wenn man eine

Art außerkörperlicher Erfahrung hat in der

Art, wie Antriebsgeräusch und Geschwindigkeitszustand

voneinander entkoppelt

sind. Im Grunde hört man nur zwei Erregungszustände:

Absolute Stille oder hysterisiertes

Rauschen, das sich bei Tempo hundert

genauso anhört wie bei Tempo 180, der

Höchstgeschwindigkeit. Man könnte es die

Entkoppelung des Autofahrens vom Vorankommen

nennen, was jetzt esoterischer

klingt als es ist. Man kann es auch als On-/

Off-Commuten bezeichnen, und auf eine

dem Autofahren entfremdete Weise kann

man sogar Spaß daran haben. Leute, die mit

dem Brustton der Überzeugung vernehmen

lassen, dass ihnen das Autofahren egal bis

lästig ist, haben nun ihr, äh, Traumauto

gefunden. Was auch ein gewisses Commitment

verlangt: Der Aufpreis zum vergleichbaren

herkömmlichen Auris liegt doch bei

rund 3.000 Euro (allerdings abgefedert

durch tolle Grundausstattung), der Kofferraum

wird zugunsten der Batterie um 50

Liter kleiner. Immerhin ist die dadurch entstandene

Stufe ganz praktisch, um Plastiksäcke

oder Körbe anzulehnen.

Der Verbrauch, auf den alles hinzielt? Ich

las vom Bordcomputer 5,1 Liter auf hundert

MOTOR LEISTUNG 0-100 KM/H V-MAX VERBRAUCH PREIS AB

HYBRID 136 PS 11,4 S 180 KM/H 5-6 L SUPER/100 KM 22.620

Kilometer ab, errechnete aber auch Distanzverbräuche

von 6,1 Litern zwischen Tankstellen,

also immerhin. Hängt halt immer

noch das meiste von der Fahrweise ab, auch

bei den Spardosen.

Preis in Österreich: Ab 22.620 Euro, je nach

Ausstattung.

DER AUTOST/A/R VERLEIHT DEM TOYOTS AURIS 9 VON 12 STERNEN.


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VII - CHV 49

Masterplan Karl-Marx-Hof 2

Zweigeschossiger Innenraum

Hans Peter Girkinger

CHV Schnellhaus 1

WOHNEN

Angelo Roventa • Heidulf Gerngross • Werkstatt Wien

Dank an CHV-Managing Director. Mr Hans-Peter Girkinger


50

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

Schnellhaus 1 – 1992

1992 hatten die Architekten Heidulf

Gerngross und Robert Schwan mit

ihrer Firma ST/A/D-Städteplanung/

Architektur/Design das erste

ST/A/D-Schnellhaus 1 im Herzen Wiens

am Grundstück der Wiener Seccecion

mit Hilfe der großen Unterstützung von

CHV-Managing Director

Mr. Hans-Peter Girkinger gebaut.

Wir danken ihm für diese Initialzündung

zur Weiterentwicklung des modularen

Wohnbaus und glauben die Zeit ist gekommen

den Wohnbau intensiv zu ökonomisieren

und die Stunde des wirklich

sozialen Wohnbaus einzuleiten. HG 2010


Nr. 26/2010 Buch VII - CHV

51

Jugendzentrum MIHO, Mitterhofergasse – 1996

Schnellhaus 2, Eingang markiert durch

eine graue modulare Containereinheit

Palladio 1508 – 1580


52

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

Schnellhaus III, Café Pöllau – 1995


Nr. 26/2010 Buch VII - CHV

53

Schnellhaus IV, Bürohaus Stein und Gartendesign – 1997


54

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

Niedrigergiehäuser von Angelo Roventa in Dornbirn, Vorarlberg.

Der billigste soziale Wohnbau Österreichs.


Nr. 26/2010 Buch VII - CHV

55


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VII - CHV 57

Karl-Marx-Hof 2, Wirklich sozialer Wohnbau. Ein Projekt von Angelo Roventa, Heidulf Gerngross, Werkstatt Wien

Ing. Elisabeth Gruber

DI Alexander Haumer

E a.haumer@landschaftsarchitektur-gh.at


orarlberg

58

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

S

Zukunft des Wohnbaus

Typologie – Karl–Marx–Hof 2

Die Entwicklung in unserer Gesellschaft verändert unser Wohn- und

Arbeitsumfeld in den nächsten Jahrzehnten gravierend. Die Jahre,

in denen Familien über Generationen hinweg an ein und dem

selben Fleck lebten, sind vorbei. Globalisierung und wirtschaftliche Krisen

veranlassen uns, immer häufiger unseren Wohn- und Arbeitsort zu wechseln.

Bedingt durch diese Entwicklung ändern sich unsere Bedürfnisse und Wünsche,

die wir an Wohnungen aber auch an Arbeitsstätten stellen.

Verantwortlich dafür sind zum einen wesentliche Entwicklungen in die

immer tiefer um sich greifende Individualisierung in unserer Gesellschaft.

Zum anderen sind es Entwicklungen wie Lebensqualität, Globalisierung und

Mobilität. Spricht man von Individualität, so setzt diese eine Vielzahl von

Wahlmöglichkeiten voraus. Ein ebenso weiteres Merkmal einer individualisierten

Gesellschaft liegt darin, dass bestehende Kontrakte jederzeit aufgelöst werden

können. Zukunftsorientierter Wohnbau wird sich in den nächsten Jahren

in einem sich immer tiefer greifenden Maße auch mit diesen epochalen

Veränderungen unserer Gesellschaft auseinander setzen müssen, so der

Innovations- und Zukunftsforscher Klaus Kofler. Wohnbaukonzepte der Zukunft

müssen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit unserer gesellschaftlichen aber

auch wirtschaftlichen Veränderung integrieren.

Waren es in der Vergangenheit teils sture und sich immer wiederholende

Grundrisselemente, die im herkömmlichen Wohnbau als innovative

Wohnraumkonzepte angepriesen wurden, so werden es in der zukünftigen

Generation dynamische, wachsende und flexibel einsetzbare Elemente sein. Ein

Beispiel dafür, so Klaus Kofler, sind die Containerbauten des Architekten Angelo

Roventa. Er realisierte auf Basis eines Standard-20-Zoll-Containers, den wir alle

aus dem Transportwesen kennen, das erste österreichische Energiesparhaus.

Dieses Konzept verblüfft vor allem durch seine Einfachheit und Flexibilität.

Im Inneren gibt es Wände, die sich den gegebenen Bedürfnissen individuell

anpassen lassen.

Eines der gewagtesten Projekte im Wohnbau der Zukunft präsentiert die

Architektengruppe Angelo Roventa, Heidulf Gerngross und Markus

Spiegelfeld mit dem Projekt „Karl-Marx-Hof 2“. Dabei entsteht aus einer

architektonisch anspruchsvollen Anordnung von Containern ein Projekt für alle

Freunde des ST/A/R’s.

Einer der interessantesten Beweise der Gegenwart, dass Wohnbau sich

noch mehr mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Materialien aber auch

mit vordefinierten Grundelementen verbinden lässt. Die Orientierung

einer „Generation der Wahlmöglichkeiten“ wird genau bei solchen Konzepten

beginnen. Und wird in Zukunft von Modellen der jahrzehntelangen

Finanzierung eines Wohntraums verstärkt Abstand nehmen.

Karl-Marx-Hof 2 liefert damit den Beweis, dass zukünftiges Wohnen den

individuellen Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht werden kann.


T/A/R XLV

Nr. 26/2010 Buch VII - CHV

59

Capella Bianca in Kärnten

Der Standort des Gebäudes ist wie auf der Google Map ersichtlich weiter nach hinten verlegt

worden, sodass das Gebäude nicht so nahe an der Strasse liegt.

Capella Bianca –

geplant 2002 anläßlich der Architektur-Biennale

in Venedig – Das Modell

1:20 ist in der Kunstsammlung des

Museums für angewandte Kunst –

Die Capella Bianca soll im Jahr 2011

am Plöckenpass als völkerverbindendes

Kulturdenkmal, dicht an der Italienischen

Grenze gebaut werden.

Konzept


60

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

Varianten für ad hoc Bankfilialen

Ein Projekt von Werkstatt Wien –Spiegelfeld Architekturmanagement

Erweiterbare Einheiten von 1 bis 6 Modulen


Nr. 26/2010 Buch VII - CHV

61

Konzeption Gerngross für zweigeschossige Reihenhäuser mit

Infrastruktur und Tragstruktur und einem variablen Zwischenraum.

Das unsichtbare Haus, Einraummodule mit verspiegelten Fassaden von Angelo Roventa

Vier modulare Einheiten sind die Tragstruktur für eine angrenzende Halle


62

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

Der Laubengang ist die Tragstruktur für die Erweiterung durch die Wohnmodule

Hybridbauweise, modulare Einheiten ergänzen und ökonomisieren den Bau.

EG: Stiegenhaus,

Abstellraum,

WC, Kochnische

OG: Stiegenhaus,

WC, Bad, Therme

Kleingartensiedlung, Wien 22, Podhagskygasse


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VIII - Literatur 65

ROSENZOPF

Trink ma no amol auf de Leit, de irgendwo im Dreck liegen, de vahungan, während de åndan wegfliegen.

Geh ma essn und dann scheiß ma drauf, daß die Welt nimma zu ändern is.

Mit Spenden kånnst fünf Blinde retten, während tausend åndere daneben varreckn.

Klane Kinda mit große Augen schaun zum Himmel ohne Gottvertraun.

Pånza rolln über Leichn,

den Bomben kann sowoeso kana ausweichn.

Die Hoffnung, daß de si endlich schleichn vapufft gånz schnell bei da nächstn Explosion

und des nur, weil irgend a Religion statt a Hirn Gedärme im Kopf håt.

Frieden is a Illussion, da Normalzustand sollt es sein.

Oba wenn sogoa bei uns daham a Übernoa aus Eifersucht jemanden niederkråcht.

Ana ålten Frau wird ihr Tascherl graubt, klane Kinder vagewoitigt, gschlågn und eingegråben.

Paragraphen aus Gummi san, a Mörder zum Opfer wiad,

weil Psychologen si in eam selber segn,

ja dånn wiads ganz sche eng.

Daßt net amoi auszuckst, di nimma duckst, oder aus Rücksicht ollas schluckst.

Die Welln in dem Sturm wern langsam zhoch. Es kostet sehr vüll Kråft,

dast es schåffst nur mehr zu saufn und üba allas deppert låchst.

Wer denkt scho weit, Hauptsach is, heit gehts uns guat.

I glaub, vor uns ziagt sogoa no da Teifel den Huat.

Und so weiter und so fuat. I bin in da Gluat.

DAS POLYGRAMM

oder REKLAME FÜR MICH SELBER

Franz Kafka, Georg Trakl, Rainer Maria Rilke,

H.v. Doderer, Joseph Roth, Friedrich Nietzsche,

Friedrich Hölderlin, Heinrich Rombach,

Martin Heidegger, Michael Kleinbauer,

Diethard Leopold, Paul Celan, Peter Turini,

Dorothea Zeemann, Ernest Hemmingway,

Norman Mailer, Truman Capote, Tom Wolfe,

Primo Levi, Paul Auster, Issak B. Singer,

Thomas Frechberger, T.C. Boyle, J.P. Sartre,

Edmond Jabes, Flann O’Brian, Antonin Artaud,

Jacqes Derrida, Jean Baudrillard, Michel

Faucould, Simone de Beauvoir, Susan Sontag,

Eleonore Weber, Dostojewski, Bulgakov,

Solschenizyn, Tolstoi, Stanislav Lem, Karl

Marx, Bakunin, Henri Miller. Charles Bukowski,

GOTT, Eliphas Levi, Alesteir Crowly,

Michel Houellebecq, Stephen King, Karl May,

Mark Twain, Jim Tomstone, Günther Geiger,

Joseph Haslinger, Doron Rabinovici, Franz

Schuh, Sören Kierkegaard, Meister Eckehard,

u.v.a. sind mir wichtig, dennoch wurde keiner

von diesen bedeutenden Autoren zum

Vorbild für mich. Vielleicht hing diese Unabhängigkeit

mit der unbewussten Entstehung

der Idee zu einem Buch zusammen, das ich

schließlich POLYGRAMM nannte.

Wildnis – das ist das erste Wort, das mir

einfällt, wenn ich das Polygramm näher beschreiben

will. Ich bin ein Waldkind – das in

der Stadt aufwuchs. Oder ein Stadtkind, das

im Wald groß geworden ist. Wie man will.

Ein paar Jahre war der Wald um Mödling

mein einsamer Spielplatz. Aus dieser Zeit, in

der ich Tag für Tag über Felsen kletterte und

KLAPPE

NTEXTE

mich in Höhlen versteckte, datiert die äußerst

deutliche Empfindung „WILDNIS“. Das Allerseltsamste

ist aber, dass mir zugleich das

Wort MEER einfällt. Es ist so seltsam, weil ich

noch nie am Meer war. Unglaublich, nicht?

Und eben dieses Bild ist sogar das stärkere, es

erzeugte die Kraft zum Schreiben. Das alles

meint keineswegs, dass ich über Wildnis und

Meer geschrieben habe. Diese anachronen

Klischees waren die Sinnbilder der Form, sie

haben die gesamte Struktur erzeugt.

Die Welt unter Wasser ist mehr als jene darüber

– begrenzt. Wie das Buch begrenzter ist

als die Welt, die es zum „Inhalt“ hat. Diese

Grenzen des Buches und des Meeres verhindern

nun keineswegs Grenzenlosigkeit auf

einer anderen Ebene. Dafür sorgt die Koexistenz

unzähliger verschiedener Wesen, ihre

Wechselwirkungen. Ein streng begrenzter

Raum mit unendlich vielen Möglichkeiten

von Ereignissen. Ich versuchte, ein Buch zu

machen, das eine gleichwertige Vielfalt in

einem eng begrenzten Raum bieten sollte.

Obwohl die Anzahl der Textsequenzen in

dem Buch natürlich beschränkt ist, lässt die

Form des Polygramms Unendlichkeit zu, da

sie weder formale noch thematische Einheit

kennt. Man kann ein Leben lang an einem

Polygramm schreiben, ohne dass es sich verlieren

oder verfehlen könnte.

Ein Polygramm bietet allen Textsorten Raum.

Mehr noch: Es bietet ihnen jeglichen Zeit

Raum. Man kann einfach das hineinschreiben,

das einem in diesem Moment wichtig

von Alexander Schießling

ist, man kann ein philosophisches Werk, einen

Roman, Gedichte, Essais, Satzfragmente,

Interviews, Reportagen etc., in den selben

Raum stellen, da dieser per definitionem

zunächst leer ist, offen. Das Polygramm ist

nichts weiter als dieser offene Raum, diese

freie Zeit.

Oder: Chaos (Wildnis). In diesem Chaos

können durchaus Ordnungen, Muster,

Strukturen erkennbar sein, aber eben so

viele verschiedene, dass sich keine einheitliche

Über-Ordnung bilden kann. Es gibt nur

eine Einheit: Das Buch. Oder das Speichermedium

für drucktechnisch reproduzierbare

optische Elemente. Dass ich das Polygramm

übrigens als Text-Raum benützt habe, ist nur

eine Möglichkeit. Wichtig ist bei dieser Form

nur, dass die Elemente (musikalische, piktographische,

filmische, dramatische, textile)

radikal heterogen sind.

Genau genommen ist ein Polygramm also

offener Raum in technischer, physikalischer

Begrenzung. Man muss die Frage stellen:

Wozu das Ganze?

Die schlichte Antwort lautet: Diese Methode

befreit sowohl den Produzenten als auch

den Co-Produzenten (Leser, Betrachter, Hörer)

zur Spontaneität des Augenblicks und

ermöglicht, bei kontinuierlicher Übung,

zunehmend unzensurierte Sequenzen. Weder

Produzent noch Co-Produzent können

ahnen, was als Nächstes kommt. Abenteuer,

Freiheit.

Die wesentlichste Begrenzung des Polygramms

ist der Produzent. Niemand hat

alles in sich – obwohl das Polygramm alles

aufnehmen kann. Die Form ist auch hier

größer als der Schöpfer. Und aus eben dieser

Beschränktheit des Produzenten ergibt das

Polygramm Sinn. Es zeigen sich Konturen,

Grenzlinien, Spezifika, eine Gestalt – wenn

auch noch so vielschichtig und vielfältig –

eine Art Konsubstanzialität von Produkt und

Produzent, eine gewisse Unverwechselbarkeit,

Originalität. Somit grenzt sich das Polygramm

gegen Beliebigkeit ab, es trägt den

Stempel seines Produzenten. (Das gilt auch

dann, wenn man die Produktion einer oder

mehreren Maschinen überlassen würde)

In einem Buch, das sich der traditionellen

Poetik verpflichtet, in einem Monogramm, in

einem Buch, das die Einheit der Form wahrt,

bzw. die Formenvielfalt eng begrenzt, kann

sich nur ein kleiner Teil des Bewusstseins

des Produzenten manifestieren, konstituieren

oder konstruieren. Dagegen gestattet das

Polygramm hundert Prozent.

ALLES IST ERLAUBT.

Insofern kann man die literarischen Werke

der Surrealisten, deren Idee der „ecriture

automatique“ sowie das „Tagebuch als literarische

Form“ wie man es bei Doderer und

Dostojewski findet, zu den Vorläufern des

Polygramms zählen.

Das erste Exemplar dieser Gattung nennt

sich „Sonnenfinsternis“ und ist auch ziemlich

düster. Trotz aller Vielschichtigkeit und

Vielfalt kann man wohl ein Gesicht erkennen.

Gewiss: Etwas wirklich Neues wird nicht

so leicht akzeptiert werden, aber ich habe Zeit

– und schreibe am nächsten Polygramm.

PATIENTENBIBLIOTHEK

IN DEN KATA-

BRANDAUERS SCHNAPS

KOMBEN des

weltbekannten Burgtheaters

in Wien werden immer häufiger

verlassen, bis seine Flasche Schnaps mante portugisische Chauffeur, war

wieder auftaucht, die ihm zufor die auf Hilde Dalik auf Somubene? Und wieso

die bis auf die Gebeine abgenagten Überreste

seit Wochen vermisst gemeldeter

Sicherheit bedachte Inspizientin vor dem kann auch nach stundenlangem Suchen

zweiten Akt entrissen hatte.

trotz des Einsatzes einer weltbekannten

Kompaseriemitglieder gefunden.

Goodyear - nie zuvor in einer Theateraufführung

gewesen - beschliesst aus gefunden werden, in der Brandauer,

Spezialistin die Flasche Stochnagar nicht

Ein Skandal! - So fürchterlich, das die

Presse zum Schweigen verpflichtet

ermittlungstaktischen Gründen und als wie der aufmerksame Leser mittlerweile

wird und die atraktive Spezialistin Nora

Zuschauerin getarnt, aus einer Loge der vermutet, in einem Anfall von Wahn Teile

Goodyear aus Kingston zur Aufklärung

Aufführung beizuwohnen, und spielt so seines künstlichen Gebisses in Essig und

des Falles eingeflogen wird.

auch ihren eigenen Lockvogel. Was sie Öl eingelgt hat ...

Handelt es sich wirklich nur um tragische

erfährt, ist die grässliche Wahrheit des

Unfälle? Die Gebeine - von wilden Ratten

Theateralltags - schlecht einsehbahre

geschändet?

Bühne für die billigen Plätze, tödlche Auf all diese Fragen wird es wahrscheinlich

nie eine Antwort geben, dafür können

Sicher nicht! Die forensischen Ermittlungen

zeigen deutliche Spuren eines

Langeweile, halbgefüllte Ränge. Unverständniss

und Ignoranz der Zielgruppe Sie ja mal wieder ins Theater gehen oder

menschlichen Gebisses an den abgenagten

Knochen. Wie sind diese Spuren

verschlimmern diesen Zustand noch. ein Buch lesen.

Der dritte Akt bringt sie kurz vor den Rand

mit der abartigen, unmenschlichen DNA

eines Nervenzusammenbruchs - zusätzlich

macht ihr ein altes Alkoholproblem

zu erklären, welche ebenfalls an den

Knochen gefunden wird?

zu schaffen!

Der Intendant tobt: „The Show must go

Da - sie will schon aufgeben und den Fall

on!“

zu den Akten legen (dieses würde das

Und so bleibt es nicht aus, das zur dritten

sofortige schliessen des Theaters und

Spielzeit der Wiederaufnahme einer alten

anschliessende niederbrennen desselben

Zadekinszenierung die ersten Zuschauer

bedeuten) begegnet sie auf der Damentoilette

während der vierten Halbzeit

nach Spielschluss abgenagt in den kleinen

Privatlogen gefunden werden! Obendrein

den zynischen Theaterkritiker Helmut

MARCUS HINTERTHÜR

wird ein Regieassistent in der Garderobe

Schödel, welcher sie mit einer halben

BRANDAUERS SCHNAPS

erschossen.

Flasche Stochnagar vor einem schrecklichen

Ende der Vorstellung bewahrt.

Ca. 200 Seiten

Hardcover

Jetzt kann die Presse nicht mehr lange

ruhig gehallten werden. Währen unbemerkt

Kastenwagen des österreichischen

Gibt es wirklich ein „Phantom“

19.80

auf dem Schnürboden des Theaters? Was

ISBN 3-931007-98-7

Milliärs vor der Burg auffahren (so wird

hat das alles mit dem Schwächeanfall

1983

das Gebäude nämlich im Volksmund

eines verkannten fettleibigen Regisseurs

Timothy Jones Products

genannt), läuft Brandauers „Hamlet

zu tun, der bei Zadek zu seiner Schande

IV“ indessen super und es verschwindet

nur mit einer simplen Nebenrolle besetzt

auch niemand - ausser Brandauer selbst,

ist? Welche Rolle spielt Alena Baich für

der sich weigert, seine Garderobe zu

die Ermittlungen, und wer ist der char-

Thomas Frechberger

Eine Nacht

hab ich mit Natascha

verbracht

Ich hab sie (ziemlich besoffen)

im Hilton getroffen

Sie sprach mich an

und fragte:

„So alleine junger Mann?“

„Ja warum?“ stellte ich mich dumm

„Ich will nicht blöde fragen

aber sie wirken sehr angeschlagen,

was ist passiert?“

„Ich hab mich im Wald der Poesie

verirrt“

„Dann sind sie ja ein Dichter!“

„Ja Madame“ gab ich an

„Mit einem Dichter war ich noch nie im Bett“

meinte sie kokett

„Dem kann ja Mann abhelfen

Suche immer Zauberelfen,

für Inspiration,

sie wissen schon,

gehn wir zu ihnen und

verbringen eine Nacht

aber ich bin Feldherr,

also Geld her!“

„Wie viel?“

„€ 200.-“

„Okay“

„Und zahlen sie auch mein Bier?“

„Selbstvernatürlich“ (In bavouröser Manier!)

So habe ich eine geile Nacht

mit Natascha verbracht

(Nach dieser Nacht

nannte ich mich Hubert Huber

Und sie flog nach Kuba)

EINE NACHT


66

Buch VIII - Literatur Nr. 26/2010

Postdramatische Narration

Narration

über die Konkurrenz am Arbeitsplatz

1. DER POPOet

Ich esse Kresse auf der

auf der

hört her

auf der

frankenfurter

huuch!Messe

eine Messe für mich

eine Messe für dich

eine für alle und

eine für die Galle.

Mit der Leber mein Lieber

spiel dich nicht

sonst verlierst du am Ende

dein Gesicht

auf der

huuch!messe

zu frankenbein

und furt

schnurrt.

Für den Früstückstee nicht schlecht. Später

an der Soundmaschine testen. Die Digitaluhr

zeigt 20:34. FRANKFURTER BUCH-

MESSE. Was kann man da viel reimen?

Besser wäre die ARS ELECTRONICA, auf

der er voriges Jahr geladen war, ja richtig,

voll geladen. Dort hatte er das beste Gras seit

Tagen geraucht. Und da war ihm ein Reim

nach dem andern abgegangen, rein innerlich,

versteht sich, man drängt den Leuten

doch nicht den eigenen Mist auf. Selbstverständlich

alles beste teutsche Zunge, mit

Anglizismen gewürzt. Aber FRANKFUR-

TER BUCHMESSE? Wenn da die MESSE

nicht drinstecken würde, könnte man das

Ganze in den Auf..äh..Ausguss lehren.

Der geile Buchesser

mit dem Buschmesser

auf der huuch!messe

(wie krieg ich da FRANKFURT rein? Überlege

drei Sekunden und mach dir dann

einen Toast und rauch einen Joint, triff

dann deinen Verleger und den Tiefenringringteufelsfuzzi

auf ein Gspusi. Rauch

zuerst den Joint und mach dir dann den

Toast. Prost.)

gurrt

ich bin in Frankenfurrt.

(Wirf die Zettel weg du Depp denn du

brauchst keinen Buchesserrap)

Jaaaaaaa,

was soll ich

euch sagen:

ich bin der

wie hieß der

doch gleich

Scheich.

Ab in die

Dusche

(vorher den

Joint ausdämpfen!

Dann ab ins

Cafehaus)

2. DER KONKURRENT,

DIE METAPHYSIK

Westsahara..... In einem Feldlager sah man

ausgemergelte Frauen, wie sie auf Mehl

warten; Eine davon hatte zuvor einem

weißen Arzt den Leib ihres toten Babys

übergeben. Es war an Hunger gestorben.

Das Kind war nicht viel mehr als ein kleines

Skelett, das friedlich die Augen geschlossen

hatte.

Nachdem er den Fernseher ausgeschaltet

hatte und ins Bett gegangen war, stellte er

fest, dass er weinte. Er versuchte ruhig zu

atmen. Nichtsahnend lag Lisa, seine Frau,

neben ihm. Sie schlief schon längst. Das

erstaunliche an ihrem Schlaf war, dass man

sie absolut nicht hören konnte. Sie bewegte

sich die ganze Nacht keinen Millimeter.

Genausogut hätte sie tot sein können. Das

Baby lag in seinem Bettchen, gleich neben

dem seiner Eltern. Auch von ihm hörte man

keinen Laut. Er sah zu den hellen Fensterquadraten

hinüber – sie strahlten in die

Dunkelheit.

Die Fernsehbilder ließen ihn nicht los.

Dieses Kind hätte sein Kind sein können –

die Vorstellung war grauenhaft. Er verspürte

unmittelbar das Bedürfnis, etwas dagegen

zu unternehmen. Es gab die Möglichkeit –

ein gutaussehender Weißer hatte einen verzweifelten

Appell an die Zuseher gerichtet

- durch eine kleine monatliche Summe die

Patenschaft für ein Kind zu übernehmen,

das von dem Geld ausreichend mit Nahrung,

Kleidern und sogar Bildung versorgt

werden konnte. Er beschloss, das auch

sofort zu tun.

Jetzt war ihm wohler zu Mute. Schließlich

lief ein anderer Dokumentarfilm vor ihm

ab: Er hatte also die Patenschaft für ein

Baby übernommen. (Gleich morgen würde

er alles in die Wege leiten) Jahrelang wurde

das Geld pünktlich von ihm überwiesen,

bis sich plötzlich die Gelegenheit ergab,

sein Patenkind, ein Mädchen, persönlich

kennenzulernen. Als er sie das erste Mal

traf, fing sie zu weinen an. Zur Beruhigung

zeigte er ihr die Spielsachen, die er für sie

mitgebracht hatte. Darauf lief sie fröhlich

umher und zeigte allen ihren Geschwistern

die tollen Sachen, die sie bekommen

hatte. Anschließend

feierte

das ganze Dorf

seine Ankunft

und sie schlürften

afrikanische

Getränke,

hörten afrikanische

Lieder und

lauschten ihren

Geschichten.

Weiter kam er

nicht. Befriedigt

schlief

er ein. Möglicherweise,

ich

kann es nicht

mit Sicherheit

sagen, lächelte

er die ganze

Nacht. Es versteht

sich von

selbst, dass er

weder gespendet noch eine Patenschaft

übernommen hat.

Zunächst einmal wachte er am nächsten

Morgen sehr erfrischt auf. Wieder einmal

machte er die Erfahrung, dass tiefe Gefühlsbewegungen

verjüngend wirken. Er fühlte

sich stark und innerlich wie ausgeräumt.

Ein tiefer, hellrosiger, leerer Tunnel führte

in ihn hinein. Tiefer als in andere, wie er an

diesem herrlichen Morgen nicht zum ersten

Mal dachte. Wenn er sich umsah, dann war

in seiner Umgebung er der einzige, der das

Leid und den Schmerz Anderer in sich aufnahm.

Was waren diese gleichgültigen und

oberflächlichen Leute, die ihn

umgaben?

Flachgeister waren sie. In der

Küche hörte er Lisa mit dem

Geschirr scheppern – sie war

immer mit irgendetwas beschäftigt,

immer mit sich selbst, im

Grunde. Er ging, noch etwas

schläfrig, zu ihr hinaus. Sie war

bereits angezogen und zum

Ausgehen fertig. Robert, das

Baby, saß plaudernd im Kinderwagen

und zeigte fröhlich

mit seinem Fingerchen auf ihn.

Er küsste ihn auf die Stirn. Lisa

redete gleichzeitig mit beiden,

aß noch schnell ein paar Bissen

Brot und rauschte samt Kinderwagen

zur Tür hinaus. Nicht

ohne zu sagen, dass er nicht vergessen

sollte, das Geschirr abzuwaschen. Etwas an

ihrem Verhalten ärgerte ihn und er hätte

ihr am liebsten von dem toten Kind erzählt.

Er unterließ es.

Als sie sich zwei Jahre später von ihm

scheiden ließ, war er vollkommen davon

überzeugt, dass sie nichts weiter als eine

Schlampe war, die unglücklicherweise in

einem wunderschönen Körper steckte. Ein

Flachgeist, wie die Meisten. Kaum war er

aus ihrer Wohnung ausgezogen, fing sie

bereits eine neue Beziehung an und, wie

ihm ein gemeinsamer Freund erzählte, es

ging ihr ausgezeichnet.

Da war er wieder, zwei Jahre später, der

Tunnel, die Röhre, die, das sah er so deutlich

wie seine Hand, tiefer in ihn hineinreichte,

als in andere. Diesmal nicht leer und hellrosa,

sondern gestopft voll, wie die Kehle

einer Martinigans. Er kroch jeden Morgen

als kranker Mann aus dem Bett. Durch die

neue, leere Wohnung hörte er helles Kinderlachen

klingen. Lisa erschien ihm in den

schönsten Farben. Die überfallsartig hereinbrechende

Vision ihres Lachens brannte

in seiner Magengegend. Die Schlampe

hatte zwar ohne viel Aufhebens ein neues

Leben begonnen, aber in seinem Inneren

lebte sie ihr altes weiter, bis in alle Ewigkeit.

Die letzten Monate ihrer Beziehung waren

ziemlich gewalttätig verlaufen. Sie brüllten

aus Leibeskräften die hundsordinärsten

Schimpfwörter der Welt. Sie begründete

die Scheidung mit der Sorge um Robert.

Das einzig positive für ihn war, dass er kurz

nach der Trennung einen gewissen Erfolg

hatte. Es war das erste Mal und er war jetzt

zweiundvierzig. Seine Novelle „Die Bekehrung

des Teufels“ war in einem Kleinverlag

erschienen (er kannte den Verleger sehr

gut) und hatte wider Erwarten große Wellen

geschlagen. Genüsslich stellte er sich Lisa

vor, wie sie eines Morgens die Zeitung aufschlägt

und die große Besprechung seiner

Erzählung darin findet. Inbrünstig hoffte

er, dass sie vor Wut in tausende einzelne,

kleine, blutige Stücke zerfetzt würde. Nach

fünf Jahren Ehe hatte sie das Beste verpasst

– „wie immer“ sagte er sich, eine gewisse

Schadenfreude genießend.

Das war eine Genugtuung – aber sie wirkte

nicht lange. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Er schrieb in sein neuestes Notizheft,

es war in schwarzes Plastik gebunden:

„Tiefe Gefühle können verjüngen, stärken,

aber sie können auch verzehren. Das

Besondere kann schmeichelhaft sein, aber

es kann einen auch ins Out katapultieren.“

Ihre Trennung lag nun, wie er mühsam

errechnete, ein knappes Jahr zurück. Ein

Jahr, das ihm wie ein Tag vorkam. Er

notierte: „Dreihundertfündsechzig Mal

der gleiche, beschissene Tag hintereinander.

Die Zeit ist vergangen, aber ich habe

es kaum fertig gebracht, ihr zu folgen.“

Die Digitaluhr zeigt 09:03. Heute sollte er

seinen Verleger treffen, um die letzten Einzelheiten

für die Lesetour zu besprechen.

Er rappelte sich mühsam aus dem Bett und

suchte sein Notizheft.

3. DER VERLEGER

Wenn er heute wieder nicht

kommt, dann....... der Typ kann

mich so kräftig am Arsch lecken,

dass ....(?). Die Digitaluhr zeigte

10: 05. Um Zehn war ausgemacht.

Ein späterer Termin war

sich unmöglich ausgegangen,

die Verlagspräsentation auf der

Frankfurter Buchmesse stand

bevor, er musste die Leute treffen,

mit denen gemeinsam er

einen Stand auf der Messe gemietet

hatte. Einer allein konnte das

unmöglich berappen,

insbesondere

so ein Einmannverlag,

wie der

seine. Dabeisein

musste man aber,

damit man sich als

VERLAG, als RICH-

TIGER VERLAG

zeigen konnte. Wenn du

den Leuten nicht mit hundert

RICHTIGEN Leuten

kommen kannst, die alle

sagen, du bist ein RICHTI-

GER VERLAG, dann glaubt

dir das keiner. Und ein RICH-

TIGER VERLAG machte alles

richtig. Da funktionierten die

Lesungen, alle kamen pünktlich,

niemand war besoffen,

niemand tot, alle spielten ihr

Ständchen zur richtigen Zeit

und hielten dann wieder die

Goschn. Ich hau ihm eine auf die Goschn,

wenn er nicht daherkommt. Ich steck ihm

einen Besenstiel in den Arsch.....ding dong

– er wieselte zur Tür und sah erleichtert

das bleiche, unrasierte, faltige, eingefallene

Gesicht seines halben ZUGPFERDES.

Der Kaffee war heiß und stark und süß.

Durch die großen Fenster war so viel Licht

im Raum, dass es weh tat. Nur bescheiden

bleiben. Keine übermäßige Freude. Nicht

stolz sein, sich aufplustern, wichtig machen.

Nur nicht herzlich, triumphierend

lachen. Am besten

ganz sachlich sein. Punkt für

Punkt die Termine aufschreiben,

die Addresse des Hotels,

die Abfahrtszeit. Er würde

mit seinem Freund, dem Verleger

fahren. Dieser fuhr mit

einem silbermettalicegrauen

BMW durch die Stadt, dieser

geschmacksverwirrte Idiot.

Scheußliches Auto. Schrecklich

und bequem. Er tröstete

sich mit dem Gedanken, dass

er ja IM Auto saß, musste

also nicht ständig während

der Fahrt dieses unsäglich

hässliche Gefährt von außen

sehen. Du könntest dir ein

neues Auto kaufen. Wirf den

BMW in die Mülltonne. Ich

sag dir, mit so einem Auto

bist du als Verleger schneller

unten durch als wenn du dein Programm

noch ein Jahr lang so weiter machst. Du

tickst wohl nicht richtig, dieser BMW ist das

einzige, was ich besitze. Außerdem fährt er

gut. Und mein Programm geht dich einen

Scheiß an. Ich hol dich also um sieben

ab. Nüchtern. Ich muss jetzt weiter. Trink

deinen Kaffee und rauch nicht alle meine

Zigaretten. Bis dann. Weg war er.

4. DAS TREFFEN

Natürlich in einem Cafehaus. Ruhig, still.

Das rascheln von Zeitungsblättern. Meditierende

ernste Gesichter, alle angestrengt, als

würden sie gleich ein Meisterwerk herausscheißen.

Einen wichtigen Eindruck macht

da ein jeder. Der dort drüben besitzt die

Frechheit und schreibt vor allen Leuten mit

ernster Miene etwas auf ein Blatt Papier.

Diese zur Schau gestellte intellektuelle

Arbeit sollte ihm jemand in den Hintern

stopfen. Aber der Popoet bleibt ruhig. Die

zwei andern sind noch nicht da. Eine Flasche

Bier steht vor ihm. Sie kostet in diesem

Laden ungefähr zehn Mal so viel wie im

Supermarkt, schmeckt aber genauso, sieht

genau so aus, riecht auch so. Na ja, was

solls. Er hatte jetzt zum ersten Mal Erfolg in

seinem Leben, und er war immerhin schon

dreiunddreißig. Dreiunddreißig noch

immer nicht fleißig. Hoffentlich werd ich

irgendwann den Reimzwang los! Aah, da

kommt ja der Teufelsfuzzi Hoheliedgänger

Vergangenheitssänger. Hallo du schaust

aber gaar nicht gut aus!?

Du red was. Ich fühl mich, als wäre ein

Auto über mich rübergefahren, hätte kehrt

gemacht und noch einmal, ratsch, hats

mir die Eingeweide bei den Augen rausgezwängt,

siehst du sie denn gar nicht du

blinde Nuss, wie geht’s dir und mach dich

nicht wichtig, vergiss das nicht. Deine kleinen

Liedchen spielen morgen nur ferner

liefen, wenn du überhaupt weißt, was ich

meine.

Naa das überlass mal den schönen Mädchen.

Der Teufelsfuzzi bestellte sich sehr

schnell, sich nervös schon nach dem Herrn

Franzl umschauend, ein Bier. Prost allseits.

Und da kam im Eiltempo auch schon DER

VERLEGER.

Jetzt saßen sie zu dritt um den Marmortisch

und besprachen „DIE LETZTEN EIN-

ZELHEITEN“.


Nr. 26/2010 Buch VIII - Literatur

67

Brunnenmarkt Fotografiert von

E v i t a

Brunnenmarkt

Elvira Faltermeier

5. REINIGUNGS-

RITUAL

Über die Buchmesse selbst gibt es nichts,

aber auch gar nichts zu sagen. Aber der

Teufelsbekehrer hatte ein Rätsel zu lösen:

wie können so viele Leute so viel Langeweile

verursachen? War die Langeweile ein

Sekret, von dem jeder einzelne Flachgeist

ein bestimmtes Quantum absonderte, so

dass sich bei Häufung von Flachgeistern

die Quantität dieses farb und geruchlosen

Stoffes erhöhte? So muss es sein. Ihm war

in seinem Leben nur einmal so langweilig

gewesen, als er an einem Kunstprojekt teilgenommen

hatte. Millionen von Bücher,

dazwischen Hunderttausende

Leute, wie im vorkam, alle so

schrecklich BMWhaft gekleidet,

lackiert, gestylt, wichtig,

teuer, gehetzt, uninteressant.

Man wurde sich dort selbst

als der neue Goethe fad, Man

hing sich zum Hals heraus

und wollte sofort Strichjunge

werden, Junkie, Straßenkehrer,

aber bitte, um Himmels

willen, kein ‚Dichter‘. Wieso

eigentlich? Weiß nicht, muss

nachdenken. Jetzt brauchte er

dringend den Rausch seines

Lebens: also hurtig den Rapdepp

anrufen und ihn notfalls

einladen. DER VERLEGER

hatte Familientag. Neun

Kinder und zwei Frauen.

Bei der befreundeten Konkurrenz

sahs auch nicht viel besser aus. „Nie

wieder“ war hier die einfache Rätsellosung.

Ein bild popeln. Popelismus. Naseninhalt

auf die Leinwand geschleimt. Popelismus

pur. Popel um Popel, alles aus eigenen

Beständen freilich, kein Fremder soll da die

Nase reinstecken. Er saß auf der bequemen

Couch, als das Telefon leutete, der Puddingteufel

war am Parat. Also gut, gehen

wir wieder mal ins ASYL. Schon länger her.

Jetzt wo wir so viel Geld zu zweit haben, wie

diese Müllmänner da unten alle miteinander.

Der Popoet hatte einen Gedichtband mit

gerapten Bibelzitaten veröffentlicht, woraufhin

der Skandal losgegangen war. „Eines

von diesen katholischen Scheißgesichtern

in Wien mal an einen Baum nageln, damit

ihnen die Tauben in die Schnauze brunzn“

war sein Kommentar, abgedruckt in einem

Lifestyle-

Magazin.

Morddrohungen.

Auftritt in

der ZIB 3.

Er entblösst

seinen

Oberkörper

und schreit,

man solle

ihn ans

K r e u z

binden,

damit er

ihnen mal

ordentlich

auf den

Kopf scheißen

könne,

diesen katholischen Schlappschwänzen, so

von oben, wie ihre alberne kleine Scheißfigur,

dieser Heilige, den sie zu einem

Dumpfbackensabbergreis haben gemacht,

diese Kinderschändenden Wichser und

holt seinen Schwanz raus und brunzt vor

laufender Kamera den Geistlichen Hochwürden

an. Noch mehr Skandal, zweite

Auflage, dritte und sogar eine Vierte ist

sich noch ausgegangen. Seither war er

überall bekannt. Im Gefängnis interviewte

ich, der hiesige Erzähler hier, ihn dann:

Na ja, wurde auch schon Zeit, meinte er.

Muss ja auch meine Miete zahlen, nicht?

Während der andere, der Teufelsbekehrer,

eine Erzählung gemacht hatte, die so

ganz brav daherkam, aber eben vom Teufel

handelt, der beim Einmarsch Hitlers dabei

ist und sich nach einigen Versuchen, mit

denen Nazis ins Gespräch zu kommen,

wieder reuig dem Himmel zuwendet, weil

er denkt, dass solche Idioten es nie zum

wirklich Bösen bringen werden, und wenn

nicht sie, wer sonst, so eine Mühe, wie er

sich mit ihnen gegeben hat, weil sie innerlich,

so bei sich, im stillen Kämmerlein, an

das auch noch glauben, was sie tun und

es mit all diesem Triefsinn begründen

müssen, diese Flachwichser. Das schlug

Wellen. Die einen erkannten

darin eine Verharmlosung

der Hitlerzeit, die andern

eine tiefe Geschichte über

die Bedingung der Möglichkeit

des wirklich Bösen, das

sich mit biederfeiger Unaufrichtigkeit

so wenig verträgt,

wie die Heiligkeit. Sagten

die einen: was, und Hitler

war nicht wirklich böse?

Die Nazis waren nicht böse?

Antworten sie Herr Teufelsbekehrer!

Und er ließ ihnen

über eine Literaturzeitschrift

sagen, dass Hitler so wenig

böse war, wie sie gut seien.

Damit hatte man den Knochen

um den man sich

hündisch knurrend stritt.

Aber alles redete von der

neuen, wütenden Dichtergeneration,

die wieder frischen Wind in die

angestaubten Gemäuer der Altstadt bringt.

Andere winkten nur ab: kennen wir schon

alles, war alles schon da, nichts Neues auf

diesem Planeten. Und so spazierte er eines

Tages bei einem der Kritiker in die Redaktion

und forderte ihn zu einem Schreiduell

heraus. Bis dieser die Polizei rief. Und so

kam alles in die immerfeuchten Klatschspalten.

Der Verleger legte sich auf die Knie vor

den Beiden und cashte ab, soviel er konnte.

Und ließ ihnen auch ein paar Krümel

übrig. Genug, um die Miete zu bezahlen.

Aber sie alle wussten noch nichts von all

dem, was noch auf sie zukam. Weil, hätten

sies gewusst, hätten sie sich zu Hause auf

die Betten gelegt und hätten lieber geschlafen,

bis alles

gar nicht

stattgefunden

hätte. Ja, ja,

die Katastrophen

kommen

immer klammheimlich

im

Gefolge unserer

größten

Triumphe.

Und je größer

der Triumph,

desto größer

die Katastrophe.

Das

meine Herren

und Damen

können wir

hier lernen.

6. ENDLICH IM ASYL

UND DAS LETZTE

BESÄUFNIS

Der Dichter war zuerst vor Ort. Das Asyl

war ein Keller in dem laute Musik gespielt

und Bier getrunken wurde. Doch roch es

nach Moder und Haschisch. Das Gefühl

eines Alkoholikers, wenn er knapp vor der

Erlösung steht, ist ein

kribbelndes Ziehen vom

Bauch in die Kehle herauf

beim Mund heraus und

in Richtung Tränke. Ein

Wärmestrom, in dem

Lichtfunken tanzen,

beginnt im Magen langsam

zu kreisen. Er ist

innerlich so leer wie

ein Zenmönch vor dem

Satori. Der Dichter geht

mit verhaltenem Schritt

zur Theke, obwohl er am

liebsten hinüberspringen

möchte, damit es

schneller geht. Ein wunderschöner

Jüngling,

ganz schwarz gekleidet,

steht mit wissenden

Augen am Zapfhahn.

Das erste Dunkle, das

Fohrenburger, für das man weiß der Teufel

wem zu danken hat, steht jetzt vor ihm und

er macht den ersten, tiefen Schluck. Seine

Freude war auch noch auf anderes gerichtet:

alle lieben Freunde waren da, mit denen

er schon so viele schöne, tiefe Dinge erlebt

hatte. Aber da huscht ein Schatten über

seine Seele. Sie tun alle so, als hätten sie ihn

nicht gesehen. Niemand lässt ein Lächeln in

seine Richtung schwappen. Nichts anmerken

lassen. Er war schon lange nicht hier.

Ob der Rapdepp wohl kommen wird? Er

weiß natürlich, dass der hier jetzt einen größeren

Stein im Brett hat, als er. Diese Bibelstrophen

waren so flott und gewagt, wie die

Leute gerne sein möchten. Also mochten sie

lieber den Popoet,

als ihn. Seine

eigene Schreibe

war sauber, klinisch

fast. Auf die

genaue Beschreibung

des Objekts

gezielt. Auch ein

wenig kompliziert

im Satzbau. Man

musste langsam

sein, Geduld haben.

Erkenntnis suchen.

Dann fand man sie

bei ihm natürlich

auch. Seine Sprache

war der großen

Tradition entlehnt

und etwas umgebaut,

an die heutigen

Verhältnisse

etwas angepasst. Aber natürlich nicht an

IHRE Bedürfnisse. Sie wollten ständig das

gleiche Gemauschel lesen, das sie den Tag

über selbst von sich gaben, nur etwas einfallsreicher

sollte es schon sein. Sie wollten

sich selbst, aber etwas besser, in den Texten

wiedererkennen, spiegeln. Sie wollten sensibel,

aber flott sein, dynamisch, aber mit

Tiefgang, unlogisch,

aber tierlieb.

Sie wollten

verrucht sein,

die schlimmsten

Dinger

gedreht, aber

keine Vorstrafen

haben. Sie

fanden die

Schwere, die

Dunkelheit,

das Komplizierte,

das Philosophische,

das Großmäulige,

Ehrgeizige,

das

Großtuerische

Große einfach

widerlich. Sie

wollten sich

gut unterhalten,

aber das Gefühl haben, dass sie dabei

der Welt einen Gefallen machen. Warum

begrüßte ihn keiner? Sie wollten gegen den

Krieg ihre eigene Zunge rausstrecken: ätsch,

ich mach nicht mit! Ich mag keine Sätze,

die einen Anfang und ein Ende haben.

Die sich logisch wie der Katechismus entwickeln,

nachvollziehbar, bis ins kleinste

Detail. Bitte nichts Verständliches, lieber

was Persönliches, von Dir, so wie du bist

Mann, und du bist so wie alle: ein kleiner

Schas, hilflos am Meeresgrund. Nein, bin

ich nicht. Ich bin Nietzsche, Heidegger und

Sartre mit Foucault und Derrida und Franz

von Assisi zusammen. Jeden Morgen erwache

ich als Heiliger. Ich hätte nicht sollen

hierher kommen. Na, Killiman, wie geht’s

dir alte Schlachtenmutter. Aah, der schon

wieder. An diesem Punkt angelangt, kam der

Popoet. Nach außen hin kühl, ungerührt.

Zwei Meter groß. Ein in diesem Augenblick

des gesellschaftlich induzierten Selbstzweifels

besonders ungünstiger Umstand. Er

stellte sich neben den Dichter, der sofort zur

Kirchenmaus schrumpfte, und dabei innerlich

rot wurde. Sag musst du so lang sein?

Was soll die blöde Frage, glaubst du, ich

kann mich wegen dir runtermachen? Naa,

das besorg

schon ich.

Ein großes

Bier bitte,

und einen

neuen

Gast. Ha,

Schwester

Silvia, was

treibt dich

in diese

Einöde?

Einöde

sagst du

dazu? Ich

bin für

Zweiöde,

ha, ha, ha.

Also hier

hatten sie

sich gefunden

und der kleine Dichter stand im toten

Winkel. Aber es gab da was bei ihm, das

manche Leute Aufdringlichkeit nennen.

Denn er brauchte dringend intelligente

Betätigung und Freundlichkeit, also knallte

er sich bewußt schwungvoll an einen der

vollgesetzten Tische und begann mit allen

Leuten zu reden. Bier floss in Strömen,

Joints wurden Kiloweise geraucht und

schließlich wars allen wurscht, wer wen

mochte und wer wen nicht. Nur der nach

außen hin coole Popoet hatte in seinem

grauen Mantel das Verschwinden bewahrt.

Und weg war er, mit, natürlich, Caroline.

Der Dichter hatte ein Stadium erreicht,

das die meisten Leute bei ihm kannten.

Er beschimpfte jeden, der ihm in die Zick-

Zack-Kurve lief. Na ja, halt noch einer, der

glaubte, dass Dichter sowas machen, dachten

sich die einen. Andere fühlten ein gewisses

Mitleid. Aber einer fühlte sich langsam

aber sicher böse werden. Und er hatte ein

Messer in der Hand. Der Dichter stand

genau vor seiner Nase und sagte gerade:

hast du auch so eine Drüse im Nacken, die

dauernd Gestank absondert, du Müllmann?

Und rein in den Bauch mit dem Feitl und

schneller Abgang. Mich kennt hier sowieso

keiner. Der Dichter war am Boden, bevor

er noch wußte, was geschehen war. Er war

in einer Höhle, ganz allein und der Widerhall

von Stimmen war zu hören und alles

bewegte sich sehr langsam, schwebend. Ein

bekanntes Gesicht in dem sich der Mund

bewegte wackelte vor ihm auf und ab, aber

er konnte nichts hören. Er spürte jetzt aber

schon die Wunde und zugleich damit kriegte

er sich wieder ein und stand auf. Noch ein

Bier bitte und die Rettung. So war das. Man

sagte später: hätte er sich nicht so blöd aufgeführt,

recht geschieht ihm, einmal musste

das ja passieren. Im Krankenhaus beutelte

ihn die Wut. Er würde sich den Kerl holen.

So viel stand fest. Und er stellte sich alles

in den kleinsten Einzelheiten vor. Es muss

nicht erwähnt werden, dass er mit einem

befriedigten Lächeln entschlummerte und

dass er sich den Kerl nicht holte.

7. BEI DER BEFREUNDE-

TEN KONKURRENZ

Erste Szene: du legst dich auf den Bauch

und ich fick dich in den Anus.

Zweite Szene: ich lieg am Bauch und du

zertrümmerst eine Bierflasche auf meinem

Kopf.

Dritte Szene: wir gehen zusammen zu Mc

Donalds und essen Wienerschnitzel.

Das ganze lassen wir mit ein paar Geräuschen

immer wiederholen.

Vierte Szene: wir legen uns gemeinsam

in die Gehirnwaschmaschine und heraus

kommt ein kleiner Spatz. Schließlich bezahlen

wir die Ärzte und verschwinden in der

Kanalisation, was hältst du davon?

Zuerst will ich aber einen Kaffee. Ohne

Kaffee geht um die Zeit gar nichts.

8. DER VERLEGER

SO. Das hätten wir. Und jetzt rein in den

Flieger, kommt ihr Kinderlein kommet,

Marlies hast du den schwarzen Geldkoffer

dabei, ja, sehr gut. Und all diese Literaturaffen

können durch die Finger gaffen.

Wiedersehen, oder vielmehr Nimmerwiedersehen,

ihr Tiefflieger.

9. DAS GROSSE FINALE

Der Dichter schrieb an der nächsten Erzählung

mit dem Titel: „Die Rückkehr des

Satans“.

Der POPOet wurde in Amerika ein großer

Star und machte dort in Biofeedback.

Der Verleger zeugte ein zehntes Kind mit

einer dritten Frau. Die Sau.


Städteplanung / Architektur / Religion

Buch VIII - Literatur 69

www.tba21.org

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www.tba 1.org

www.tba 1.org

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Einige der vielen Projekte im öffentlichem Raum von tba 21Art Contemporary.

Your black horizon Art Pavilion in Lopud, Croatia, 2007

Foto: Michael Strasser / Thyssen-Bornemisza Art Contemporary


70

Buch VIII - Literatur Nr. 26/2010

ST/A/R HUMAN Architekturpreis

für

PPAG

Anna Popelka & Georg Poduschka

2010

Die ST/A/R HUMAN Architekturpreisträger

Pretsch - „holy space“

Frey - „Solardusche“

Sputnic - „Die vertikale Kapelle“

PPAG - „Stadtmöbel ENZI“


Nr. 26/2010 Buch VIII - Literatur

71

Biwi Lechner in den USA 2010

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Iris Berry in Malibu

Beatpoet

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Warhol film superstar Joe Dallesandro mit einem Teil der globalen

konzeptionellen Skulptur „THE COMMON DENOMINATOR“.

BIWI Lechner

http://www.getstoned.cc

Lee Butterfield/SONS OF THE LAWLESS/Palm Springs/Ace Hotel


72

Buch VIII - Literatur Nr. 26/2010

ABSCHALTEN

ASCHER & JERSMIENSIENTFR

ATWENTATWENTEINLIECHTLEIN-

BRENT

ERSTEIZ ZWEI DAN TREI UND

DANFIER

DANSTETDAS CHRIESKIEND FOR-

DERTÜR

ICHWERTENIKOL:AUS DASWERE

WUNERSCHÖN DAWÜRTEICHFON-

HAUSZUHAUSAMWIENTER

ABENTGEHEN

ATWENTATWENTEIN

ASCHER UND JASMIN IST DIE ERS-

TE FAMILIE

MONIKA UND NORBED IST DIE

ZWEITE FAMILIE

ZIPFER MÄUSE JAGD DERKULTIE-

WIERTE WOLF HUHUUH

ZIPFER MÄUSE JAGD MENTSCH

ÄRGER DICH NICHT

AMERRIEKA WIEN

BAB-

TSCHÜS

SPAR

INEINEN HOFER DEN PAPANOCH-

NICHTKENT DERWIERT GIEBUZT

EIN BÄRG

MAMAKENTINSCHON

OMAKENTINAUCHNICHT

OPA IST ALT & KENTIN AUCHNOCH-

NICHT

IM CIR CUS IST

RAUCHEN

VERBOTEN

BABY NEIN GENIECHT AUFS KLO

BABYAUS

LEJOHN

BIEN ICHEIN KLEINER NEIN DU

BIST EINGROSER

MEIN BRUDER MEIN DEDDIE UND

ICH

BASTJAN

AUS

EIN

&AUS

TRUG MIER JETZT

DASAUS

SPIELLI DERFLUS-

BIERAT

ASCHENBECHER DEM DE RKULT-

WEWIERTEWOLF

OTIS REM

STOP

OTIS

ASCHER

SESSEL

FÖNEN

BAHN STEIG

SÜT BAHN HOF

TRUG DU DAS AUS

ASCHERMACHT GANIEX UNDAN

MACHT ER DOCHETWAS

BABA

ALEXANDER

SESSEL

AUS

BAUCH

mit Bildern von

Reinhold Kirchmayr

LIECHTLEINBRENT

ERSTEIZ DANZWEI DAN TREI DAN

FIER DANSTETDASCHRISKIENTFOR-

DERTÜR

ASCHER UND JASMIN IST DIE ERS-

TE FAMILIE

MONIKA UND NORBERT IST DIE

ZWEITE FAMILIE

MATINA UND NORMEN IST DIE

VORLETZTE FAMILIE

ULIE UND TONASS IST DIE LETZTE

FAMILIE

USCHI UND LILITH IST DIE LETZTE

FAMILIE PAPA HAT

MICH LIB UND MAMA HAT MICH

LIB ABER DIE

FAMILIE DER DA JETZT AM COMPI-

UTER SCHREIBT

IST ASCHER PAPA TRINGD CAFE

MAMA ZID

SICH

NICHT PAKEN AKA UND WARUM

NIMPT

ANNE SCHNUFFEL MIT SCHNUFFEL

HAT

ANKST WEN NIMAND BEI IM IST

ODER SCHNUFFEL

MÖCHTE AUCH SCHRAIBEN LER-

NEN?

UND WASS SAKTE DER LERER DA

ZU END WIDER ER IST

KUNTERBUNTER

BENJAMIN STADT

BÖSSE UND

SCHIMPFT MIT

ANNE

ODER HERR LINDER

FRAKT ANNE OB

SCHNUFFEL

AUCH SCHEIBEN

LERNEN MÖCHTE?

UND

WARUM FELT

AM SCHLUSS DIE

SCHULE AUS

DIE KINDER GEHEN

ALE ZUSAMMEN

IN DENZOO ODER

HERR LINDER MU-

SICH

NACH DEM SCHEG

ERST EIMAL ER

HOLEN

DU WIRST DER

WEINACHDSSTERN

SONJA IN DER

KRUPE HAT EIN

WEINACHDSSTERN

BIELLT

GEMALLT

DERKULTIEWIERTE WOLF PROFIL

ASCHER & JERSMIN SIENT FREUZ-

DE HUHUUH HUHUUH

MÄUSE

JAGD KUNTERBUNTER

BENJAMIN

ATWENTKALENDA WIERHABEN 4

AUFGIMACHT

LALA

HABENSIE MEINENBIESCHÜZHUT-

GISEHEN GABEL

FELIX TOMATEN KETCHUP

//AIRE GOLL


JAHRESZEITEN SCHNEEMANN HU-

HUUH AUS BABA AUS AU

UFDERAUTOBAHN ICHFUR MIDE-

RUBAHN HUHUUH ÄUSE JAGD

DERKULTIEWIERTE WOLF

AMDIENZTDAG BIENICH INDEN

KINDERGATEN DANBINICHININDI

KIGRU GIEGANEN

ICHBIENINDEN KINDERGATEN GIE

GANEN

ICHBIENINZ KINO GIGANEN

DANWAR ICHIN DERKONDIDUREI

UND DAN BINICH NAHAUSE GIFA-

REN

ICHWAR INDER KONDUREI DAN

BIEN ICHNAHAUSE GIEFAREN

KINDERGATEN DERKULTIEWIERTE

WOLF HUHUUH AUS

KINDERGATEN

ENTE & WOLF DERKULTIEWIERTE

WOLF

IM CIR CUS IST

RAUCHEN VERBO-

TEN

ICH LACHDICHAUS

ASCHER IST

GIESTORBEN

ASCHER LEPT NOCH LANE

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ALEX KIENO DAS IST SCHON GIES-

BERT

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MONIKA DA HABEN WIR NUR EI-

NEN SBASS GIEMACHT ZU GIESEN

ASCHER RAUCH NEIN ICH LACH-

DICH AUS

BIE STECK

ASCHER DOC FREUSIECH-

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ASCHEN BECHER

EI BECHER

MEIN BRUDER MEINTEDDI

& ICH TRUXTDUMIER

WAS ICHGIESCHRIEBEN-

HAB

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DERKULTIEWIERTEWOLF

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MAMALADE IST MAMA

PFEIFEN KAMAN AUS TRUKEN BABY

BABY BABY AUS A?

APOHTEKE

DER KULTE WIR TEWOLF

KULTEWIRTEWOLD

UNTEN UND OBEN

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DER KULTEWIR TEWOLF

ASCHER

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ASCHENBECHER

ASCHER

DIEGROSE WIEPPSCHAU

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////

ASCHER DOCFREUSIECHSER ICH

LACHDICHAUS

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MAN

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SESSEL UND STEHEN

GESCHULE BEIDEN

STUFEN DAHABENWIR

NICHT REIN DÜRFEN

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SCHNEL

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UROMA FRWEUSIECH

ASCHER DOC FRICH

SER

ICHLACHDICHAUS

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ASCHER UND ASCHIE-

NE JAERSMIN SIESI-

END BIEFREUNDET

HÖRAUFZUJAMAN

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IHM CIRCUS IST RAU-

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REFÖNEN ASCHER

IST EIN SCHICHER-

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DER KLÜXBRIENER

MONIKA FON UZERE-

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DERKULTEWIERTE WOLF

TÜRR VON GIBÄCK FREI-

HALTEN AUS ANFANK

AUS AUS BASTJA 1STDER

STOK ZWEITERSTOK

DAS BABY WEIND

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ASCHENBECHER

BRILLE

ALEXANDER UND ICH

FAREN

QALM UND TRACHEN TÜRKEN-

SCHANZ PAK AUS

PAMPERS

BASTJAN

ASCHER

RÜBCHEN

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ANFANG

SCHLUS

AUS

ICH LACHDICH NICHT AUS

ASCHER DOC FREUSIECHSER JOHN

STRASSE UND GGASSE

ASCHER SIEZT AUF EINEM SESSEL

ASCHER FEUSIECH

ER GIN AUF EINE WISE DORDE UHR

OMA UND UHR OPA

ASCHEN BECHER

ASCHER IST PAPA IST

DIEGES BUCH

BAS GUAUFDAS BABY AUF DAS

BABY WEIT BABY AUS SCHLUS

ALE LEU T GEJEZT NAHAUSE

TÜRR VON GIBÄCK FREI HALTEN

ES IST SCHOHN SAUBÄR

ICH GEHE AUFS KLO

DARUM GIN ERINDE TÜRR

GEN SCHZ PARK KAFFEE

HAUS

ABSCHALTEN

Ascher Florentin Zopf

(10 Jahre)

ist unser

neuer

ST/A/R Autor

der

Literaturbeilage!

Im Alter von

5 Jahren

schrieb er

ca. drei Bücher

DEMNÄCHST

MEHR

ERTBEERE

ASCHER UND JERS MIEN SIEND

FREUDE


Nr. 26/2010 Buch VII - CHV

63

Aula Discorsiva, Venedig 2002:

Mit Ziegel beschwerte 20Fußmodule ersetzen die Funda-

Jagdhaus in Polen

Schattenhaus in Spanien

Modulare Tragstrukturen mit bunten Farben, Paraschalendach und Paraschalenwandverkleidung

Der Euroquant ein Projekt für eine Europahalle am Morzinplatz in Wien


64

Buch VII - CHV Nr. 26/2010

Der Container aus Holz, Kunststoff oder Stahl

ist der Ziegel des 21 Jahrhunderts Heidulf Gerngross

Ein- bis sechsgeschossiger Wohntempel von Roventa – Gerngross – Werkstatt Wien

Grundriss des Wohntempels

CHV in Zusammenarbeit mit den

Architekten Angelo Roventa, Heidulf

Gerngross und Markus Spiegelfeld,

Werkstatt Wien.

office@werkstattwien.at

www.chv.at

THANKS TO

MR. HANS-PETER GIRKINGER

CHV Container Handels- u. Vermietungsges.m.b.H. • A-1230 Wien, Lastenstraße 30 • office@chv.at • http://www.chv.at


73

Buch IV - Weibel

Städteplanung / Architektur / Religion DAS SPIEL DER MÄCHTIGEN

Nr. 25/2010

adam jaroslav nowak

, 1978

w

BETTLERVERBOT

WER MIT DIESER GESINNUNG UM STIMMEN

BETTELT BRAUCHT DRINGEND HILFE

WER MIT DIESER GESINNUNG UM STIMMEN

Gefördert durch:

JOSEF MITTERER UND PETER WEIBEL


74

Buch IX - BETTLERVERBOT Nr. 26/2010

Prosit 2011

by

Marcel Duchamp 1914

Treusch – Gerngross 1992


Nr. 26/2010 Buch IX - BETTLERVERBOT

75

ein anderes Sanierungsprojekt in Wien


Städteplanung / Architektur / Religion

Christian Eisenberger: Kokon, 2010, Bronzeabguss einer Klebebandfigur, H. ca. 153 cm. Copyright Galerie Konzett. Foto: Erich Tarmann.

Buch IX - BETT

Galerie Konzett | Spiegelgasse 21 | A-1010 Wien

T +43 1 513 01 03 | F +43 1 513 01 04 | gallery@artkonzett.com | www.artkonzett.com


LERVERBOT 77

Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich www.publicart.at

Alexander Petlura, Jäger und Sammler, 2010 © Wolfgang Werzowa

Star1.indd 1 30.11.10 14:28


78

Buch IX - BETTLERVERBOT Nr. 26/2010

WAS HEISST EIGENTLICH „GANZHEITLICH“? Teil 1 v. Manfred Stangl

(von der aktuellen Hassprojektion aufs Fremde übers Stöckelschuhverbot bis zu möglichen friedlichen Lösungen durchs ganzheitliche Einstellungen)

Bei vielen Bürgern unseres Kulturkreises wirkt sich die

abendländische Spaltung von Denken und Fühlen als Aspekt

des kulturellen Narzissmus dahingehend aus, dass sie meist

ihre Gefühle gar nicht kennen, stattdessen Vorstellungen,

Bilder bzw. Images davon im Kopf haben, wer sie sind und

was sie fühlen müssten.

Die schwer narzisstisch gestörte Persönlichkeit ist zwischen

dem gesellschaftlich geforderten und zunehmend allgemein

verbreiteten Narzissmus immer schwieriger zu erfassen. Die

gesamte Kultur baut auf Selbstdarstellung, aufs Aussenden von

Signalen der Großartigkeit und des Einzigartigen auf, sodass

der am schwersten Gestörte vielleicht als der Begehrteste

gilt. Als derjenige, dem die meiste Aufmerksamkeit und die

EDEL

dicksten Konten zukommen. Wobei dieser Vertreter des

seiner Umwelt und an sich selber. Bezeichnend dafür gelten

die Bank-Manager, die in ihrem Glauben an die eigene

Großartigkeit sich anmaßen, Millionen zu verdienen, auch

wenn sie die Wirtschaft an die Wand gefahren haben. Andere

Exemplare des

SEI

schwer gestörten und dennoch nicht aus unserer

Kultur wegzudenkenden Personenkreises tummeln sich in der

Kunstszene, wo die Selbstinszenierung ja mittlerweile zum

unverzichtbaren Markenzeichen des genialen, erfolgreichen,

einzigartigen Künstlers geworden ist.

Schlimm für den Einzelnen ist die innere Leere, die hinter

solchem Verhalten steht. Sind die Ohnmachtsgefühle und die

Identitätslosigkeit in unserer Hemisphäre, die jeder glaubt

mittels viel Lärms um die eigene Person, bzw. durch viel

Erhaschen von Aufmerksamkeit kompensieren zu können.

skurrilen Abendlandes den größten Schaden anrichtet an

Die Auswirkungen sind bekannt, werden aber kaum mit

den Ursachen verknüpft. Psychische Störungen nehmen

zu. Burn-Outm bzw. Depression erlangte den Stellenwert

einer Volkskrankheit. Der Hauptgrund zum Antritt der

Invaliditätspension ist in Österreich nicht mehr in körperlichen,

sondern in seelischen Gebrechen zu finden.

Das Ich, das an Gottes Stelle trat, ist ein unerbittlicher

Herrscher. Als Ich des Reichen, des Besitzenden, fordert es

Leistung von seinen Untergebenen, verbreitet die Ideologie der

Dynamischen, Flexiblen, Großartigen, Besonderen, Starken:

wer nicht mithalten kann wird auf den zweiten Arbeitsmarkt

zurückgestuft, wo er schmachvoll soziale Zuwendungen

empfängt und, ging’s nach bestimmten politischen Parteien,

selber soziale Dienste zu leisten hätte, wohlmöglich als Gratis-

Gärtner in den Parks der Villenviertel derer, die ihn zuvor aus

DER

„Optimierungsgründen“ entlassen haben.

Das Ich des wenig Begüterten mag gegen solch System

aufbegehren, wird dann allerdings von der staatlichen

Mindestsicherung ausgeschlossen, oder aber es passt

sich an, auch aus persönlich, narzisstischen Gründen,

denn das innere Ohnmachtsgefühl drängt gewaltig, die

Angstzustände des narzisstischen Gekränkten diktieren nach

Philosophenmeinung die Grundstimmung der westlichen

Welt, bzw. der nördlichen Hemisphäre, und die jüngsten

Entwicklungen geben ihnen Recht. Wohin mit der Angst,

deren eigentliche Ursache fehlendes Urvertrauen in einer

zweiteilenden Welt ist? Sie wird als Angst auf alles Fremde, auf

Roma, auf „die aus dem Osten“, auf Türken projiziert. Wobei

W. Reich wohl richtig damit liegt, dass in unserem Kulturkreis

eine Angst vor dem „Osten“ herrscht, vor den erdigeren

Menschen, vor den durch Muttergottheiten beseelten, die

MENSCH

möglicherweise auch fruchtbarer und sexueller sind als wir –

was dann in der Wut auf die Türkenfamilien und deren vielen

Kinder gipfelt, die im Hof lärmen und die uns angeblich die

besten Gemeindebauwohnungen vor der Nase wegschnappen

(denen allerdings paradoxerweise ihr angebliches Anhaften am

Patriarchat vorgehalten wird).

HILFREICH

über die zivilisiert, gepflegten Trottoirs marschieren muss,

Stöckelschuh- und Krawattenverbot

statt Selbstkritikverzicht

Abstrus mutet an, wenn ehemalig linke Feministinnen plötzlich

rechte Phrasen dreschen, vom Kopftuchzwang reden, statt ein

Stöckelschuhverbot in öffentlichen Räumen zu fordern: die

Frau, die gerne sich in unserer patriarchalen Kultur die Füße

verkrüppeln lassen will, sollte Stöckelschuhe zuhause tragen

dürfen, nicht aber als politisches Statement für die Ungleichheit

der Frau, die nicht richtig auftreten darf, die im Paradeschritt

der die Abgehobenheit unserer halben, aufs Denken und auf

männliche Werte ausgerichteten Kultur körperlich verinnerlicht

werden muss, auf ihren nach Möglichkeit himmelhohen

Absätzen – nur so haben die patriarchalen Herrscher Gewähr,

dass die prinzipiell eher körperbewusste Frau im Gleichschritt

der Zerstörung der inneren und äußeren Natur hinterher

trippelt.

Warum fordern unsere Paradefeministinnen nicht ein

Stöckelschuhverbot, warum nicht ein Krawattenverbot in

öffentlichen Gebäuden? Der Krawatte als Ausdruck westlicher

Moderne ist unumstritten, obwohl sie Ausdruck der Trennung

von Kopf und Leib ist, von Natur und Geist und somit Symbol

der Herrschaft über die Natur und die Frauen. Männer, die

Frauen zwingen, Stöckelschuhe zu tragen, sollten eingesperrt

UND

werden, jedenfalls die diversen Macher von Modelshows und

all die Popsternchenfabrikanten, die höllischen Spaß an der

gestylten Unterdrückung und Verkrüppelung der Frauen

haben, bis zu jenem Punkt gar, wo Mädchen an Bulimie

elendiglich verrecken.

Warum nehmen viele Feministinnen Teil an der Parade zur

Selbstdarstellung unserer halben Kultur, statt die Entfremdung,

die Isolation, die Zerstörung, die Pornographisierung und

Verdinglichung in ihr zu thematisieren? (Marlene Streeruwitz

bezieht hier eine differenzierte Position, wenn sie hintergründig

warnt, dass einem Kopftuch- oder Burkaverbot bald ein

Bikinizwang folgen könnte…).

Was überhaupt bedeutet das unhinterfragte Schlagwort von

der Integration in die demokratische Wertegemeinschaft?

Etwa die Anpassung an die zunehmende Selbstzerstörung,

die Integration ins Burn-Out, die Übernahme von Computer-,

GUT

Spiel- und Tablettensucht? Die Angleichung bezüglich

der Sexualstörungen in unserer angeblich so freien und

lebenslustigen Welt? Die Anpassung an den Umstand, dass

Alkoholabhängigkeit in immer jüngeren Jahren auftritt?

Warum werden die Inhalte und Folgen dieser unserer

Hochkultur / Mittelmaß / Schund

halben Kultur nicht überprüft? Nicht kritisiert von den

Ikonen des Feminismus, den Boulevard-Philosophen und

Glossenschreibern in liberalen Zeitungen? Schweigen sie

etwa deshalb und zeigen auf die angebliche Gefahr durch das

Kopftuch, weil die Herrschaft des Intellekts mittlerweile auf

so tönernen Beinen steht, dass Front gemacht werden muss

gegen alles, was nur halbwegs dazu taugt, uns die eigene Leere,

die Unsicherheit, die Untauglichkeit zu reflektieren? Ists nicht

gar etwa so, dass, je mehr nun endlich von den Gefahren

des Burn-Out schon in Familiensendungen referiert wird,

gegen Randgruppen und fremde Ethnien noch deutlicher

Stimmung gemacht werden muss, um von den eigenen

Mängeln abzulenken? Wird selbst bei noch so bemühten

Integrationsversuchen nicht eine unüberbrückbare Kluft

bleiben, diese gar verbreitert, weil unsere scheiternde ichzentrierte

Kultur Sündenböcke braucht? Dies zu erwägen sollte

jeder verantwortungsvollen Regierungskoalition am Herzen

liegen.

Klärung des Begriffs „ganzheitlich“

Den zahlreichen hervorragenden Publikationen zur

Klärung des Begriffes bzw. zu konkreten Themen der

Ganzheitlichkeit möchte ich nur aus einem einzigen Grund

eine Ergänzung hinzufügen: im Bereich der Kunst dünnt

die Veröffentlichungsdichte zu ganzheitlichen Themen stark

aus. Somit lautet mein primäres Anliegen vom Standort des

Kunstschaffenden aus Ganzheitlichkeit beleuchten zu wollen,

und damit einen Blick auf unsere Kultur und Gesellschaft

zu werfen, der den etablierten Gesellschaftskritikern,

Intellektuellenautoren und Verstandesdichtern sicherlich

sauer aufstoßen wird.

Ken Wilbers umfassende Betrachtung der Gegenwartskunst gilt

sicherlich als ein Paradewerk für die Diskussion ganzheitlicher

Kunst und Ästhetik. In „Das Wahre, das Gute und das Schöne“

erläutert er ausführlich, wie postmoderne Relativierung bei aller

bedeutender Hierarchiekritik letztlich zu nichtiger Beliebigkeit

führt, und wie die gängigen dualistischen Sprachmodelle an

der Wirklichkeit harsch vorbeischrammen. Rudolf Kaiser

wiederum prägt in „Gott schläft im Stein“ den Begriff des

„kosmischen Imperialismus“, mit dem er die Allmachtsetzung

des Menschen in der Nachfolge Francis Bacons („Wissen

ist Macht“) und René Descartes („Ich denke, also bin ich“)

bloßstellt.

Der Verweis auf die kognitive Dominanz in der Modernen-

Kultur umreißt den geräumigsten

Bereich, den ganzheitliches Wahrnehmen aufschließen und

ausbreiten möchte. Ganzheitlichkeit meint in allen Fällen

– einerlei ob unter physikalischen, psychologischen oder

philosophischen Aspekten – stets die Integration der in der

Moderne-Kultur ausgeschlossenen und verdrängten Gebiete. In

erster Linie klammerte die Moderne seit ihrem Entstehen den

Bereich des Überbewussten aus, indem sie – wissenschaftlich

und aufgeklärt argumentierend – den Himmel als entleert und

die Seele zur Chimäre erklärt. Dabei stützt sich die Moderne

auf Siegmund Freud und seine Projektionstheorie, in welcher

der sich nach überirdischer Geborgenheit Sehnende in

Wirklichkeit seine Eltern und allenfalls weltliche Institutionen

meint. Feuerbachs Religionskritik folgend verwaist der Himmel

auch in den Augen von Karl Marx, da er Gott als Drohgespenst

der herrschenden Klassen gegenüber den Unterdrückten zu

entlarven vermeint.

Bleibt der eigene Fokus aber nicht zu eng, bzw. erweitert er

sich neugierig, erkennt der ganzheitlich Wahrnehmende wohl,

dass der Anfang der Religions- und Seelenfeindlichkeit in der

Aufklärung zwischen 17oo und 18oo zu suchen ist, in der das

Denken des Menschen, die Vernunft und die Wissenschaften

über Intuition, Gefühle und spirituelle Erfahrung gestellt

wurden. Zumal Charles Darwins Thesen sich dahingehend

deuten ließen, die Arten könnten von sich aus durch Mutation

entstanden sein, was einen heftigen Kahlschlag in den

himmlischen Gefilden nach sich zog.

Nun mag kein wirklich logischer Mensch erklären können,

wie Lungen, Federn, Flügel, Milchdrüsen durch Mutationen

„spontan“ entstanden sein könnten: eine „blinde“ zufällige

Natur hätte solch Werkzeuge nie hervorzubringen vermocht -

nach dreimaligem Versuch Richtung Flugfähigkeit etwa hätte

eine zufällige Natur die fluguntüchtige Extremität wieder

eingestampft - aber das war den Denkern der Aufklärung egal.

Sie glaubten, wie Immanuel Kant in seinem Aufsatz über die

Beantwortung der Frage, was Aufklärung sei, zusammenfasst,

an die Wissenschaften und die Kunst, welche zukünftig der

Menschheit zum Wohle gereichen sollten.

Das oberste Prinzip hieß bei Kant nunmehr Vernunft, der

sich auch die Priester unterzuordnen hätten, womit der

Wahrheitsanspruch der Religion an die Wissenschaften

abzutreten wäre.

Ebenfalls übernähmen nun Künstler die Verantwortung für die

Geschicke der Welt: Wohin beides führte sehen wir mittlerweile

so deutlich in unserer Selbstdarstellungskultur gespiegelt, die

skrupellos Natur und Mitmensch ausbeutet, dass die Idee der

Aufklärung und damit die Moderne-Kultur uns bei einiger

Objektivität absolut obsolet erscheinen müsste.

Die Wissenschaften führten unsre Welt an den Rand des

Abgrundes, die Künstler in ihrer forschen Art mögen gern

einen Schritt Richtung Fortschritt wagen, da sie ja „das Neue“

zum Hauptkriterium ihres Schaffens erkoren haben, der

ganzheitlich fühlende und denkende Mensch aber hält inne,

sucht den Ausweg aus der kopfzentrierten, gefühlskalten,

narzisstischen Modernen-Welt, und wird ihn in der Integration

unbewusster, abgeschnittener, abgewürgter Seelenanteile

finden (die nicht nur ein individuell – familiengeschichtlich –

Verdrängtes darstellen, auch nicht ein straff psychoanalytisches,

sondern ein kulturell

Verdrängtes, ein kulturgeschichtlich Separiertes, Isoliertes,

das uns zu halben Menschen in einer Welt ohne Himmel und

ohne Erde macht).

Die patriarchale abendländische Kultur schnitt schon mit

dem griechischen Logos die Wurzeln zu Mutter Erde ab, die

lateinische Kultur setzte Imperialismus und Zivilisation als

hehre Ziele, die christlich, gnostischen Einflüsse trennten

Körper und Geist strikter: das Ergebnis ist unsere aktuelle

Lebensfeindlichkeit, die sich hinter gestylten Bildern, Images

und Brands versteckt, die aber mörderisch hervorpeitscht, wo

Schüler amoklaufen und Kinder ihre Eltern umbringen, wenn

diese sich den narzisstischen Bedürfnissen der Konsumwelt

entgegenstellen.

Die Leibfeindlichkeit des christlichen Mittelalters wurde

sodann von der natur- und lebensfeindlichen Haltung der

Moderne verdrängt; diese schaffte ferner alle traditionellen

Kulturtechniken ab, die ein eingebundenes Verhältnis zu

Natur und deren Geist manifestierten. Heute gaukelt die

Moderne uns vor, das Ich hätte alle Kompetenz: Freiheit,

Grenzenlosigkeit und rasche Bedürfnisbefriedigung seinen

die einzige Wahrheit des selbstbezüglichen Menschen. In

Wirklichkeit ist unser Ich schwach, liegt es vor Konzernen,

Werbepsychologen und Lifestyleformaten flach: schön soll Ich

sein, diszipliniert, leistungsfähig, lustbetont (aber nicht faul,

arbeitsscheu und selbstbestimmt, schon gar nicht glücklich).

Konkurrenzbewusst und siegeswillig soll Ich gelten, sonst

gelte ich gar nichts. Dieses Ich-Konzept der Postmoderne ist

weder hedonistisch, noch gemütlich, noch reif, sondern der

Output einer patriarchalen Kultur, die so sehr vom Denken

begeistert ist, dass die Gedanken, die Images, die Phantasie,

die Vorstellungen über das Leben das wirkliche Leben

verdrängen, ja bereits weitestgehend ersetzt haben, sodass die

meisten Menschen äußerst unglücklich sind, einige davon

aber wenigstens reich und schön und berühmt.

Der Verrat durch die Wissenschaften

9o % der Wissenschaftler „forschen“ für die Großkonzerne.

Somit ist Wissenschaft kaum objektiver, als dies das

Klerikertum zu Zeiten dessen Infragestellung durch die

Aufklärung war. Die Forschungsergebnisse sollen finanzielle

Erfolge bewirken. Die Forschung ist somit keineswegs

zweckfrei, neutral oder gar höheren Wahrheiten verpflichtet.

Im Gegenteil werden die Bürger oft angelogen, damit sie

diverse Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate,

Schlank- und Rankmacher etc. kaufen. Natürlich versucht

Wissenschaft sich gegen Kritik abzuschirmen, indem etwa

gesagt wird, es ginge ihr nicht ums Erkennen von Wahrheit

sondern das methodische Ausschließen des Falschen durchs

Prinzip der Falsifikation (weil’s eine absolute Wahrheit nicht

gäbe, stattdessen stets neue entdeckt würden: dies hebelt

aber seltsamerweise nicht die Wissenschaften aus, sondern

macht sie in ihrem Absolutheitsanspruch universell). Alle

Immunisierungsstrategien erwiesen sich jedoch als kurzfristige

(Wahn-)Träume. Die Natur hat längst die Wissenschaften

falsifiziert. Die Erde steht am Abgrund. Technik und

Wissenschaft, die Idee des unbegrenzten Fortschritts tragen

daran Schuld (die „freie“ Wissenschaft, die wild drauflosforscht

und ihre Erkenntnisse gleich in klima- und weltzerstörende

Techniken umsetzt, einerlei, ob ihre Erkenntnisse endgültig

wahr sind – welch verantwortungslose Spielerei mit der Welt).

Genlobbys, Atomkonzerne, Pharmaindustrie, Auto-, Chemieund

Lebensmittelindustrie besitzen die Welt. Die EU-

Kommissäre sind Apothekersöhne und Kleinbürgertöchter

– die kapitalistischen Eliten beherrschen Medien und

Verkaufsregale. Und die Wissenschaft wird von ihnen gelenkt.

Größtenteils. Und gibt es einmal wirklich unabhängige

Forschung, wie zum Thema Elektrosmog, Handystrahlung

usw. erfolgen 1o andere hoch dotierte Studien, welche die

Unbedenklichkeit der Gewinnmaximierung erweisen, und

unsere Medien (in der Hand des Kultur-Eliten) teilen diese

Ergebnisse quasidemokratisch mit, was heißt: jeweils zehn

Studien für die Industrie gegen eine unabhängigere. So wird

die Wahrheit einfach quasidemokratisch weggemogelt. Und

wenn gar ein Wissenschafterteam zu gänzlich unerwünschten

und folgenschweren Ergebnissen kommt, wie etwa bezüglich

der Unbedenklichkeit von Transgenen, die von britischen

Wissenschaftern nicht erwiesen werden konnte, sondern die

gegenteilig zum Ergebnis gelangten, dass Genprodukte sehr

wohl riskant für den Verbraucher seien (zu sehen in der Fernseh-

Dokumentation „Monsanto“), werden diese Wissenschafter

ganz einfach gefeuert, verlieren ihre Universitätsposten

und schlimmer noch, wird ihre Seriosität durch bezahlte

Auftragsdenunzianten umfassend diskreditiert.

Paradox auch der Umgang der Politiker mit der Wissenschaft, die

einerseits von der Wichtigkeit von Bildung und Forschung für

die Beschäftigung und das Wirtschaftswachstum schwärmen,

anderseits den Universitäten raten, ihre Forschungsstellen

durch private Auftraggeber (haupt-mit-)finanzieren zu lassen.

Doch nicht bloß der übliche Missbrauch der Wissenschaften

lässt sie fragwürdig erscheinen: ihre prinzipielle Orientierung,

die Natur zum Forschungs„objekt“ zu machen und damit

ihren erforschten Gegenstand leichtfertig zu verdinglichen,

stellt den Sinn der Wissenschaften zur Diskussion. Deutliche

Auswirkungen hinterließ postmodernes Gedankenguts, das

die sinnhafte Verbindung zwischen Welt/Natur und Sprache

abstritt und damit dem Missbrauch der Versatzstücke Tür und

Tor öffnete.

Durchschnittliche Wissenschaftsfanatiker glauben nur an

harte Fakten. Sie meinen, nur durch naturwissenschaftliche

Forschung Marke CERN und mathematische Physik Belegtes

hätte Gültigkeit. Alles andere wäre Geschwätz. Damit grenzen

sie sogar die Geistes- und Sozialwissenschaften aus ihrem

rigiden Weltbild aus. Und übersehen vor allem Eines: eine

Naturwissenschaft, deren Analysemethoden unmittelbar von

Wirtschaft und Technikindustrie zur Ausbeutung der Erde

angewendet werden kommt nicht zu richtigen Ergebnissen: die

Zerstörung der Umwelt, die Ausbeutung der Erde ist nicht richtig.

Das Faktenwissen, einerlei, ob’s um die Zusammensetzung

von Atomen, von Erkenntnissen Billionstel Sekunden nach

dem Urknall oder ums Entschlüsseln von Gensträngen geht,

ist falsch, denn es führt zur Vernichtung der Welt, in der wir

leben. Da erweist sich der geschmähte Mythos noch als wahrer,

denn er beinhaltet den Sinn, die Ganzheit, den Ursprung des

Erzählten – er integriert ethisches Verhalten und gibt oftmals

Anleitungen zum achtungsvollen Umgang mit der Natur. Die

Wissenschaften also bringen in ihrer Fokussierung auf das

von Leben und Wesen und Ethik abgespaltene Forschen keine

richtigen Erkenntnisse zustande. Das Gift zu essen, das die

Lebensmittelindustrie zur Konservierung und Verschönerung

ins Essen hineinpackt, ist nicht richtig, auch wenn ein bestimmter

Zusatzstoff rein technisch gesehen Nahrung haltbarer macht.

FCKW’s in die Atmosphäre zu blasen, war nicht richtig, die

Atomkraft wird sich bald als nicht richtig erweisen (und nicht

erst in 1ooo Jahren, wenn die nie gelöste Problematik der

Endlagerung die ersten Katastrophen verursacht). Die gesamte

Ausbeutung der Natur inklusive die Veränderung des Klimas

ist nicht richtig, die Wissenschaften an sich sind nicht richtig,

sofern sie nicht ehrlich ethisch motiviert sind. Die Natur zum

leblosen Material zu erklären, an dem rücksichtslos geforscht

werden darf, ist weniger vernünftig als zu behaupten: „Die

Erde ist keine Kugel sondern eine Schildkröte, die wir ehren

und schützen müssen, damit auch unsere Kinder noch gesund

auf ihr leben können.“

Die Wissenschaft ist also nur dann nicht abzulehnen,

wenn sie lebensfreundliche Absichten aufwartet. Etwa in

der Physik, wie im Buch Fritjof Capras „Tao der Physik“

nachzulesen ist. Oder für die Biologie, wo Rupert Sheldrake

das Bestehen morphogenetischer Felder untersucht.

Sheldrakes Evolutionstheorie des Bewusstseins (Alternative

zum Darwinismus) basiert auf diesen Feldern. Letztlich

kommt er gar zum Schluss, auch Planeten hätten Bewusstsein

– womit wir wieder bei der Weisheit der Urvölker, der Indianer

angelangt wären: die Erde ist eine Schildkröte, respektive unsere

Mutter. Die transpersonale Psychologie entwickelte sich aus

der humanistischen heraus. Sie nimmt ein Überbewusstsein

an, welches ja durch die Moderne „abgeschafft“ wurde. Heute

gilt der transrationale Raum als wieder entdeckt. Wesentlich

trug Ken Wilber zu dessen Neu-Erschließung bei. Aber auch

Stanislav Grof ist zu nennen, dessen Theorie und Praxis des

holotropen Atmens und die wissenschaftliche Auflistung und

Erläuterung von dabei möglichen transpersonalen Erfahrungen

einen Versuch darstellen, mystische Erlebnisse systematisch

zu ordnen und somit nachvollziehbarer (zumindest in der

Betrachtung) zu gestalten.

Die Künste propagieren die Sache des Ich

Die Kunst zählt neben den Wissenschaften zur zweiten Säule

der Moderne-Kultur. Die Disharmonie-Ideologie, die sich

mit der modernen Kunst durchgesetzt hat, legitimiert den

ich-zentrierten Typus, der sich nicht eingebettet im Ganzen

als über den Dingen, der Welt, der Natur, vermöge seines

genialen Geistes stehend, definiert. Das rechtfertigt auch

den Anspruch des reichen Ichs, über der Masse zu stehen.

1 Promille der Österreicher hat soviel Vermögen wie die 5o%

des Durchschnitts – dass dies zu keinem allzu empörten

Aufschrei führt und zur kämpferischen Losung: „Lasst

allein die Reichen zahlen für die Krise“, hängt auch damit

zusammen, dass die Ich-Ideologie dem Ich alle erdenklichen

Rechte zugesteht, und implizit mögliche Einschnitte bei den

Reichen als Beschränkung des Ichs generell erlebt werden. Die

Moderne als Projekt dieser Ich-Ideologie nimmt dabei in Kauf,

dass das größere Ich die kleineren beherrscht und ausbeutet

– was aktuell mit den Ichs in Afrika passiert und ebenfalls

zunehmend in unseren Breiten, sodass letztlich sich wieder

quasi-faschistoide Ideologien weltweit etablieren.

Nicht das ganzheitliche Denken führt – wie Zyniker

diffamieren – zum Faschismus, sondern die Ich-Ideologie der

Moderne ebnet diesem den Weg. Die Kunst leistet einen nicht

unwesentlichen Beitrag. Schon lange geht es ihr nicht mehr

um subjektive Darstellung bzw. Interpretation der Wirklichkeit.

Die subjektive Wahrheit in einer Ich-Kultur mutierte zum

Drang zur Selbstdarstellung, zur Behauptung, dass das

Subjekt, das Ich, dessen Befindlichkeiten und Maßlosigkeiten

die einzige gültige Tatsache manifestierten. Die Folge sind

Inszenierungsorgien des Ichs, sind Überbietungswettkämpfe

mittels Originalitätssurrogaten, Innovationsgesten,

Genialitätsbehauptungen etc. (die die Postmoderne satter

durchtränken als schon die Moderne). Dadurch reduziert

die Kunst letztlich sich auf Codes, die sie als Besonderes, als

Einzigartiges und Originäres ausweisen – damit wiederum

die Ich-Idee bedienend. Durch die Akzentsetzung auf einem

expansiven Ich verlor Kunst letztlich den Anspruch als

allgemein sinnvolle und sinnstiftende Instanz, allerdings

hat sie die Ambition eine solche zu sein ja längst von sich

aus aufgegeben. Sinnlosigkeit, Nihilismus und Ich-Wahn

sind (aufgrund obiger Umstände) Inhalt und Form heutiger

postmoderner Kunst.

Alternativen bieten ganzheitliche Ansätze wie „Die Ästhetik

der Ganzheit“, bzw. die Wiederaufnahme ethischer Normen

in die Kunst, wie sie Wolf G. Thiel (Zeitschrift fair) fordert. Die

Wiederentdeckung alter Kulturtechniken, die von der Neuzeit

und der Moderne aus unserm Leben verbannt wurden:

Ritual, traditionelle europäische Kräuterkunde, katharsische

Methoden, umfängt auch Bereiche der Kunst. Nicht zuletzt

sei die Farbenlehre W. Kandinskys in „Das Geistige in der

Kunst“ zu nennen – eine Farbenlehre, die fast haargenau mit

der süd-/ostasiatischen Chakrenlehre zusammenfällt, womit

auf eine wesentlich Methode der Ganzheitlichkeit verwiesen

werden soll: Kandinsky ordnet Farben diverse Stimmungen,

Gefühle, seelische Räume zu, was jenseits der logischen

Ordnungsprinzipien der abendländischen Kultur angesiedelt

ist. Diese betreibt seit Aristoteles die systematische Einteilung

der Welt, eine Zuordnung in Klassen und Kategorien,

wie sie unsere Wissenschaften perfektionierten, wobei

die Skeptiker zu unken belieben, dass vom Fortschritt der

kopernikanischen Wende, nach der sich nicht der Verstand

um die Dinge, sondern die Dinge sich um den Verstand

drehen (I. Kant), hin zur lacan’schen Wende zu sprechen

sei, in der sich der Verstand nun um sich selbst dreht, das

heißt die Gedanken um sich selbst sich spinnen, was zu

postmoderner Auflösung und Bedeutungsverlust führte.

Jedenfalls entspricht der abendländisch modernen Einteilung

in logische Klassen (meist Ober- und Unterordnungen) kein

innerer Zusammenhang (außer am Rande ein hierarchischer),

jedenfalls kein verbindlicher, gründender Halt. Das analoge

System ganzheitlicher Ausrichtung hingegen kennt eine

intuitive Verknüpfung, einen alogisch, analogen Bau der

Welt, in dem beispielsweise die Farbe nachthimmelblau,

Unendlichkeit, der Halbeselstein Lapislazuli, Wahrheitssuche,

Gerechtigkeitssinn, Stirnchakra, Sternbild Schütze, Eule, Feuer,

Stille zusammenhängen. Wie gesagt, schon bei Kandinsky

finden sich ausgeprägte Aspekte solch Wissens, Ken Wilber

formuliert gar gangbare Wege aus der Postmoderne heraus.

Manfred Stangl: Ästhetik der Ganzheit

www.sonneundmond.at


Nr. 26/2010 Buch IX - BETTLERVERBOT

79

ST/A/R stellt die Künstlerin und

Autorin Joelle Landrichter vor

@ Lentos Linz

Eine Stunde! Eine Stunde Kunst! Im LENTOS

Ist eine Stunde ausreichend, um jungen, teilweise noch unbekannten KünstlerInnen eine Ausstellungsplattform für ihre

Arbeiten zu bieten?

Ist eine Stunde ausreichend, zudem nicht eingefleischten Kunstkennern und -interessierten Kunst näher zu bringen und

Lust auf Kunst zu machen?

Die Onehourexhibition erhebt genau diesen Anspruch: ja, eine Stunde reicht dafür aus!

Die erste derartige Aktion dieser ungewühnlichen und gleichsam innovativen Ausstellungsserie fand erfolgreich bereits

Anfang Juni 2010 im Lentos Kunstmuseum Linz statt.

Sechs junge österreichische KünstlerInnen waren eingeladen, jeweils drei ihrer Arbeiten im Rahmen der Onehourexhibition

im für eine Stunde angemieteten Auditorium zu präsentieren.

Die etwa 100 geladenen Gäste, die erst kurz vor der Eröffnung vom Organisator über Ort und Zeit der Aktion per SMS

informiert wurden (das Datum wurde bereits im Vorfeld avisiert), konnten in gediegener Atmosphäre, bei argentinischem

Buffet und unter Freunden insgesamt 18 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Multimedia und

Performance-Kunst betrachten.

Dabei ist Onehourexhibition keine Ausstellung im herkömmlichen Sinn. Sie ist nicht konzipiert und nicht kuratiert, sie hat

kein Thema, keinen Titel, es wird nicht erklärt, nicht belehrt und auch nicht durch die Ausstellung geführt.

Nichtsdestotrotz will sie vermitteln. Sie ist eine Aktion, die sich den KünstlerInnen, ihren Arbeiten, dem Publikum sowie den

Bedingungen vor Ort künstlerisch anpasst. So entsteht beispielsweise die Ausstellungsarchitektur erst vor Ort – gemeinsam

mit den Ausstellenden, aufgrund ihrer Arbeiten und entsprechend der räumlichen Begebenheiten.

Bei diesem neuen Ausstellungsformat steht die Aktion, die Dynamik sowie die Interaktion von KünstlerInnen und

BetrachterInnen untereinander im Vordergrund.

Durch das gemeinsame Ausstellen, das Miteinander, werden die KünstlerInnen zu einem temporären Künstlerkollektiv, das

im Rahmen der Onehourexhibition nur für kurze Zeit in Aktion tritt.

Sie ist eine Aktion von Freunden für Freunde, die zudem einen Charity-Charakter beinhaltet: alle KünstlerInnen geben

jeweils eine der ausgestellten Arbeiten „on stock“, die in den kommenden Jahren entsprechend der erhofften Wertsteigerung

der Kunstschaffenden für einen guten Zweck versteigert werden soll.

Die Onehourexhibition ist in ihrem Format nicht an Ausstellungsräume gebunden; sie kann und soll an unterschiedlichsten,

für Aktionen tauglichen Orten wie Museen, öffentliche Plätze, leer stehende Immobilien oder Ähnlichem stattfinden.

Zwei weitere Onehozurexhibition-Aktionen sind noch für heuer geplant – wann und wo wird auch dann erst wieder

kurzfristig bekannt gegeben.

Man darf gespannt sein!

von Pia Leydolt

One hour stand im Lentos

Felix

Felix


80

Shakkei

Buch IX - BETTLERVERBOT Nr. 26/2010

Photo & Art Direction: Mirjana Rukavina • Anzug: Shakkei / Gabriel Baradee

Shakkei Gabriel Baradee Spittelauer Lände 9/1 A-1090 Wien tel.:+43 699 10232116 www.shakkei.de

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