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MQ Winter 2020 red

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04

DEZ 2020 | JAN | FEB 2021

Das Artland-Magazin.

2021: Bald wird’S besser!

www.artland-magazin.tv

Themen:

ALS DIE BILDER

LAUFEN LERNTEN

Wie die Filmwelt

in’s Artland fand

40 JAHRE

FIZ OBLON

Fortsetzung

des Nortruper Fiz

...und bleiben Sie gesund!

LANG, LANG

IST ES HER

Erinnerungen eines

Neu-Quakenbrückers

LICHTSICHT 4

BAD ROTHENFELDE

Kunst im

öffentlichen Raum

DAMWILD

IM ARTLAND

Unsere kleinste

Hirschart


vrbank-osnordland.de


EDITORIAL

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Es ist für eine Zeit angekommen...

... dieses Lied, liebe Leserinnen und

Leser, kennen Sie bestimmt aus der

Weihnachtszeit. Der Liedtext geht optimistisch

weiter mit: ...die bringt uns

eine große Freud‘. Das ist wunderbar,

denn diese Zeilen sagen genau das,

was sich viele von uns wünschen. Eine

Zeit, die kommt, in der wir uns alle

wieder sorgenfrei freuen dürfen. Wir

persönlich glauben fest daran, dass es

bald soweit sein wird und hoffen, dass

viele Menschen gesund bleiben und

wieder gesund werden.

In der Zwischenzeit freuen wir uns

trotz aller Widrigkeiten auf eine

schöne Advents- und Weihnachtszeit

mit vielen innigen Momenten

und interessanten Geschichten aus

unserem Magazin. Und das geht so:

Entspannen Sie mit uns im Wald beim

Beobachten von heimischem Damwild

oder folgen Sie uns in das Quakenbrück

von gestern. Erfahren Sie mehr

von Mitgliedern des Quakenbrücker

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Stadtrates oder schauen Sie Josef

Hauertmann zu, wie er in seinem

wunderbaren Hobby Damastmesser

schmiedet.

Haben Sie Lust auf weitere Folgen unserer

Serie zur Kultdisco „Fiz Oblon“?

Bitte sehr! Oder möchten Sie sich

von der Lichtinstallation an den Bad

Rothenfelder Gradierwerken inspirieren

lassen? All das bietet Ihnen dieses

Heft und vieles mehr.

Wir wünschen Ihnen eine wunderschöne,

gesunde Adventszeit, ein

einzigartig frohes Fest und einen

zuversichtlichen Rutsch in ein hoffentlich

besseres 2021!

Ihre MQ + -Redaktion

WWW.ARTLAND-MAGAZIN.TV

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Titelfoto: Detlef Bülow

ist, vieles möglich zu machen

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Frank Höfener-Esch-Str. Kottmann 6, 49626 Berge

VGH Höfener-Esch-Str. Vertretung

Tel. 05435 431 6, 49626 Berge

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Lange 05435 Str. 31, 43149610 Quakenbrück

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Tel. 05431 9003851

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IN DIESEM MAGAZIN

4/5 Pflegenotstand

6-10 Kinogeschichte im Artland

11-16 Fiz Oblon in Nortrup - Teil 2

17-19 Der „Messermacher“

20-22 Die Grünen-Ratsmitglieder

24-25 Tischlerei Holzhandwerk

26-32 Lang, lang ist‘s her

37 25 Jahre Perfect Service Roitsch

38/39 170 Jahre Rapin

40/41 Heimatverein Quakenbrück

44/45 Lichtsicht - Bad Rothenfelde

48/49 Museen im Osnabrücker Land

52/53 Damwild

54-58 Bemerkungen über den Wolf

60/61 Katzenleid

62 Buchtipps

63 Lesergrüße

64 Kochdiele

65 Rätselseite

66 Impressum


PFLEGE

EIN JOB

MIT HERZ & MUT,

ABER OHNE

ANERKENNUNG

Foto: © Adobe Stock

Gerade seit der Corona-Krise merken

viele von uns, wie wichtig die Arbeit

der Pflegekräfte für die Bevölkerung

ist. Ob im Pflegeheim, im Krankenhaus

oder als Ambulanter Pflegedienst in

den eigenen vier Wänden – unsere

Gesellschaft braucht professionelle

Pflege. Doch wie lohnen wir es den

Pflegekräften?

Seit Jahren kämpft die Pflege um

gerechte Bezahlung (gemessen an der

Verantwortung), mehr Personal (Stichwort

Personaluntergrenzen), familienund

gesundheitsfreundlichere Arbeitszeitmodelle

sowie mehr Qualität statt

Quantität in der Pflege.

Und dann kam Corona…

Um ihnen zu danken, gingen während

des ersten Lockdowns viele Menschen

in Europas Städten und auch bei uns

in Deutschland auf die Balkone und

applaudierten.

Viele Pflegekräfte hatten Angst, an

Covid-19 zu erkranken und dennoch

standen sie in den Krankenhäusern

ihren Mann, überwiegend aber ihre

Frau! In den Medien wurden uns Bilder

von Schwestern und Pflegern vor

Augen gehalten, die zeigten, wie sie auf

dem Fußboden saßen und stellenweise

vor Erschöpfung zusammengebrochen

waren. Doch man hat sie allein gelassen

und der Politik war es wichtiger die Autoindustrie

und die Lufthansa mit Steuergeldern

zu unterstützen. Ja es wurden

auch andere unter den „Rettungsschirm“

gezogen, aber das Pflegepersonal und

die Ärzte wurden vernachlässigt oder gar

nicht berücksichtigt. Wurde zu Beginn

der Krise noch medienwirksam in jeder

Talkshow von dem bald auszuschüttenden

Pflegebonus – natürlich steuerfrei

– gesprochen und versprochen, löste sich

das bald in einer hässlichen Diskussion

auf, wer für die Kosten aufkommen

sollte. So bekamen letztendlich die Alten-

printmedien, werbetechnik, design & mehr

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Hindenburgstraße 48,

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4 | mq + Ausgabe Winter 2020


pflegekräfte einen Bonus, das Krankenpflegepersonal

ging leer aus.

Nicht nur das – besonders findige Politiker

pflanzten Lavendel vor Krankenhäuser,

in Anlehnung an die „fleißigen Bienen“…

und brachten damit das Pflegepersonal

gänzlich „auf die Palme“! Letztendlich gab

es dann doch eine Prämie – aber nicht für

alle… Es wurde mitten in der Pandemie

ein Stichtag festgelegt und nur Kliniken,

die bis zu dem Tag eine festgelegte Anzahl

Covid-19-Patienten versorgt hatten, bekamen

die Mittel.

Seitdem ist mehr als ein halbes Jahr vergangen

und man hat, was das Pflegepersonal

angeht, nichts unternommen, was

eine solche Situation entlasten könnte.

Die Verantwortlichen hätten bereits vor

Monaten reagieren und über den Sommer

Konzepte erarbeiten müssen, um die

Gesundheitsversorgung auf den Stationen

auf einem ausgewogenen Niveau

gewährleisten zu können. Schließlich geht

es auch um die Gesundheit der Beschäftigten

in unseren Krankenhäusern.

Mittlerweile haben wir die zweite Welle

der Corona-Pandemie, aber ein Konzept,

welches das Pflegepersonal entlasten

könnte, gibt es noch immer nicht. So arbeiten

Pflegekräfte generell in drei Schichten,

meist über 12 Tage, sieben Stunden

am Stück und in der Nachtschicht bis zu

elf Stunden. Je nach Haus meistens – wie

in der Pflege üblich – in Wechselschicht.

Die Ansteckungszahlen und die Zahlen

der Intensivpatienten in den Krankenhäusern

steigen. Und damit auch die

Ansteckungen des Personals. Unser

Gesundheitsminister beteuert zwar

immer wieder, dass man die Situation

im Griff habe, doch das entspricht wohl

nicht der Realität, da die Beschäftigten im

Pflegebereich zum Teil an ihrem absoluten

Limit angelangt sind. Sie leisten

seit Monaten teils Unmenschliches und

stoßen an die Grenzen der Belastbarkeit.

Die zahlreichen Mehrbelastungen kosten

Zeit und Energie, die nur durch noch mehr

Überstunden aufgefangen werden können,

um den Mehrbedarf zu decken. Dazu

passt, dass bislang nur in Niedersachsen

die wöchentliche Höchstarbeitszeit von

48 auf 60 Stunden heraufgesetzt wurde

und die wenigen gesetzlich verankerten

Personaluntergrenzen wieder abgesetzt

wurden.

Die größte körperliche, anspannungstechnische

Belastung liegt im intensivmedizinischen

Bereich. Hier muss das

Pflegepersonal für jedes Zimmer erneute

Schutzkleidung anziehen.

Die Versorgung von Covid-19-Patienten

ist zudem komplex und körperlich extrem

anstrengend. Das An- und Ausziehen

der Schutzausrüstung – FFP2-Maske,

Schutzbrille, Schutzanzug, doppelte

Handschuhe, gründliche Desinfektion –

all das dauert seine Zeit und verzögert.

Um den Mehrbedarf auf den Intensivstationen

zu decken, wurde in vielen

Krankenhäusern sogar eine Personalverschiebung

nötig, was zur Folge hatte,

dass periphere Stationen schließen

mussten. Und somit andere Stationen

eine erhebliche Mehrbelastung ohne die

erforderliche Aufstockung des Personals

zu bewältigen haben.

Doch anders als im Frühjahr mehren

sich nun auch Meldungen, dass sich

zunehmend Ärztinnen und Ärzte

sowie Pflegekräfte mit dem Corona-

Virus infizieren. So dass das Personal,

das vorher schon mehr als knapp war,

jetzt gar keine Reserven mehr hat…!

Unser Bundesgesundheitsminister Jens

Spahn verkündigte im November: „Notfalls

müssten auch asymptomatische,

positiv auf das Corona-Virus getestete

Krankenhausmitarbeiter weiterarbeiten,

bevor die Versorgung zusammenbreche“.

Noch ist es nicht so weit – aber das ist

das Notfallszenario des RKI!

Wie angespannt die Lage in den Krankenhäusern

ist, lässt sich daran ablesen, dass

seit Ausbruch der zweiten Welle mehr

Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung

auf Intensivstationen behandelt

werden, als noch im Frühjahr. Und nicht

nur das, die Zahlen vermehren sich ra-

sant. So haben sich die intensivpflichtigen

Patienten zwischen dem 27. 10. und dem

12. 11. mehr als verdoppelt. Selbst wenn der

„Lockdown light“ greift, wird sich das nicht

sofort auf die Lage in den Krankenhäusern

auswirken – die Patienten kommen zeitverzögert.

Die Menschen, die sich in dieser

Woche infiziert haben, tauchen erst in circa

14 Tagen in der Klinik auf. Die Lage auf den

Intensivstationen wird sich also auf keinen

Fall schnell verbessern. Es ist lediglich zu

hoffen, dass in der Zwischenzeit selbst

erkranktes (oder in Quarantäne befindliches)

Personal wieder genesen oder aus

der Quarantäne entlassen ist und so zur

Entschärfung der Lage beitragen kann.

Dass das Virus nicht auf Verwaltungsvorgänge

wartet und die Realität schnell

Fakten schaffen kann, hat unsere Regierung

in vielen Fällen erkannt, doch dabei

hat man den Respekt, die Anerkennung

und die Wertschätzung für die Pflegekräfte

vergessen.

Pflegekräfte sind die Expertinnen und

Experten für die Pflege.

Gute Pflege muss uns etwas wert sein und

damit meinen wir mehr als ein Applaus

auf dem Balkon. In unseren Augen wäre

eine bessere Entlohnung von Pflegekräften

da ein erster Schritt und ein wichtiger Faktor

und es ist für uns auch wichtiger als ein

Hilfspaket für Karnevalsvereine. Es ist doch

im Grunde genommen nur das Mindeste

was man tun kann, um zu zeigen, wie

dankbar wir für ihre Leistungen sind.

P.S.: DANKE

für das Durchhalten!

Foto: © Adobe Stock

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Das Artland-Magazin.

6 | mq + Ausgabe Winter 2020


MQ + -PREISVERLEIHUNG 2019

ALS DIE BILDER

LAUFEN LERNTEN

In der Großen Mühlenstraße Nr. 2 befand sich das erste Quakenbrücker Kino

Fotos: Archiv Stadtmuseum

von Heiko Bockstiegel

Die Geburtsstunde des Films – in Deutschland und weltweit markiert das Jahr 1895

dieses historische Faktum. Historiker streiten sich darüber, wer denn nun eigentlich

„Geburtshelfer“ war. Für viele ist die Filmvorführung von Auguste und Louis Lumière am

28. Dezember 1895 im Pariser „Grand Café“ die Geburtsstunde des Kinos.

Foto: Alexandra Lüders

Dabei wurden einem zahlenden

Publikum einige selbstgedrehte

kurze Filme, vor

allem alltägliche Momentaufnahmen

wie die Fütterung

eines Babys, eine Straßenszene in Lyon

und die Ankunft eines Zuges, präsentiert.

Tief beeindruckt sollen jedenfalls die Besucher

im Berliner Varieté „Wintergarten“

gewesen sein, als am 1. November jenes

Jahres von den Brüdern Max und Emil

Skladanowsky mittels eines „Bioskops“ die

ersten „lebenden Bilder“, also selbstgedrehte

kurze Filmszenen, über eine deutsche

Leinwand flimmerten. Haben sie damals

geahnt, welche umwälzende Neuerung an

diesem Tag ihren Siegeszug um die Welt angetreten

hatte? Eines steht jedenfalls fest:

Seitdem haben sich die Räume, in denen wir

Filme zu sehen bekommen, beständig und

grundlegend verändert.

Aber zur Entwicklung von Kinos und

Filmpalästen, so wie wir sie heute kennen,

sollte es noch ein langer Weg sein. Als der

Film noch in den Kinderschuhen steckte,

gab es weder feste Erzählformen noch

Vorführungsorte. Vielmehr zog das Novum

der flimmernden, sich bewegenden Bilder

das Publikum in die Kleinkunstbühnen,

vor allem aber auf die Jahrmärkte. Diese

Schausteller, sich selbst „fahrende Projektionisten“

nennend, der Anziehungskraft des

neuen Mediums bewusst, waren in diesen

Gründerjahren immer auf der Suche nach

neuen Attraktionen, und nicht anders war es in

Quakenbrück. Sie erwarben schnell Apparaturen,

Filme und sonstiges Zubehör und gingen

nicht nur auf die Märkte, sondern auch in

Wirtshaussäle, um den zahlenden Besuchern

die neue Sensation buchstäblich vor Augen zu

führen – es wurde ein großartiges Geschäft.

Schausteller, die sich Apparatur und Filmstreifen

gekauft hatten, bereisten in der Folge die

ländlichen Gemeinden unseres Gebietes und

führten ihre Darbietungen eben in Wirtshaussälen

oder im Sommer in Kinozelten auf den

Jahrmärkten vor. Ab 1900 wuchs in Deutschland

die Zahl der kleinen Wanderkinos, und

ab 1904 etablierten sich infolge der zunehmenden

Produktion von längeren Filmen die

ersten Kinos und bald darauf die ersten festen

Filmtheater.

Film wurde schnell enorm populär, und es

sollten nur wenige Jahre vergehen, bis die

ersten Kinosäle entstanden. Diese waren

natürlich zunächst noch klein und in wenig

repräsentativen Gebäuden mit Bier-Ausschank

etabliert. Kein Vergleich also zu den 1912

eröffneten Kammerlichtspielen im prunkvollen

„Haus Vaterland“ am Potsdamer Platz in

Berlin mit einer Besucherkapazität von 1.200.

Die Vorführungen dauerten etwa 30 Minuten,

da die einzelnen Filme nur eine Länge von 15

bis 20 Metern hatten, und der Eintritt kostete

50 Pfennig oder eine Mark, Kinder zahlten die

Hälfte.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 7


Das Artland-Magazin.

Der Siegeszug der neuen Sensation

ging rasch weiter. Die Schausteller

zogen durch den nordwestdeutschen

Raum und gaben sich buchstäblich die

Klinke in die Hand. Der Erfolg war auch

hier so immens, dass die Vorstellungen

allerorts verlängert werden mussten.

So konnte es dann nicht ausbleiben,

dass die Tournee auch einmal den

ländlichen Raum zwischen Bremen und

Osnabrück und somit Quakenbrück

erreichen würde. Das Kino hatte Einzug

gehalten in unserer Region, so etwa bei

der Quakenbrücker Kirmes, bei welcher

der bekannte Bremer Schausteller

Hensel um 1910 mehrfach mit seinem

„Kinematographen-Etablissement“

gastierte.

Mit der Zeit wurden die Filme länger

und erhielten eine Handlung. Mehrere

dieser Werke wurden zu einem

Programm zusammengefasst, die Vorstellungen

abendfüllend und folglich

das Interesse des Publikums ständig

größer. Zu Beginn der Stummfilmzeit

ging es auch um die nicht unwichtige

Frage, wie die Filme am besten musikalisch

zu begleiten seien, und da boten

sich natürlich die Klavierspieler an, die

sowohl leichter aufzutreiben waren als

beispielsweise Akkordeonspieler als

auch entschieden „mehr hermachten“.

Überdies hatten sie einen weit größeren

Wirkungsradius, deckten einen großen

Ausdrucksbereich ab und kosteten

weitaus weniger als Ensembles. Was

gespielt wurde, war gleichgültig, ob

Salonmusik oder Gassenhauer.

Bereits in der Stummfilmzeit

kamen dann die Filmorchester auf,

sowohl um die Handlung zu untermalen

als auch das Geräusch der

Projektoren zu übertönen – natürlich

nur in den großen Städten.

Der Zuspruch wuchs noch, als

die zunehmende Produktion längerer

Spielfilme aufgrund des

Publikumsanspruchs und der

Einführung des Verleihsystems

den Bau der ersten Kinos ermöglichte.

So konnten sich diese langsam von den

Rummelplätzen entfernen und in zahlreichen

Wirtshaus- und Tanzsälen wurden

feste Spielstätten eingerichtet. Der

„Kintopp“, wie man das Kino in seinen

Anfangszeiten nannte, avancierte nun

zum Begegnungsort unterschiedlichster

sozialer Gruppen jeglichen Alters, die

Stars wie Henny Porten und Asta Nielsen,

Harry Piel und Paul Wegener, Ossi Oswalda

und Harry Liedtke anhimmelten.

Am 20. Februar 1914 war es endlich auch

in Quakenbrück soweit: Im Haus Götting

an der Großen Mühlenstraße 2 (heute

Alenconer Straße, 1975 abgebrochen)

eröffnete das erste Stummfilmkino mit

Namen „Quakenbrücker Lichtspiele“.

Inhaber waren Werner Oppermann, laut

Gewerbeeintrag „Kinematograph“, und

Carl Christensen. 1918 wird es als „Kinematographentheater“

erwähnt (Inhaber:

Eduard Curtius), von den Quakenbrückern

das „Lange Handtuch“ genannt,

weil der Gebäudekomplex weit in das

Grundstück hineinreichte. Ursprünglich

war das Gebäude ein Pferdestall, bis ein

Bremer Unternehmer diesen umbaute

und einen Vorführungsapparat installierte,

der seinen Strom aus einem

Gasmotor mit angekoppeltem Dynamo

„Die drei von der Tankstelle“

war 1930 der erste große

Tonfilm-Hit der Ufa.

Sanders Saal an der St. Annenstraße Foto: Archiv Stadtmuseum

8 | mq + Ausgabe Winter 2020


KINOGESCHICHTE

erhielt. Hier waren bis etwa 1919 kinematographische

Vorführungen möglich. Seit

dem 10. März 1924 gab es in Sanders Saal

an der St. Annenstraße 16 die „Quakenbrücker

Lichtspiele“, zunächst von Julius

Linnemann, von 1926 bis 1933 dann von

Gastwirt Wilhelm Fehrlage geführt.

Bereits am 7. Juli 1920 hatten sich

„Thöles Lichtspiele“ im großen Saal (1973

abgebrochen) etabliert. Diese wurden

1924 von Heinrich Auf der Heide und

seiner Ehefrau Luise, geb. Niemann,

übernommen: Das war sozusagen die

„Geburtsstunde“ eines ständigen Lichtspieltheaters

in Quakenbrück. Überhaupt

waren erst seit den 1920er Jahren die

Voraussetzungen für ein derartiges

Unternehmen gegeben. Der Mann, der

sie im Auftrag der Nike durchführte,

war eben jener Elektromeister Heinrich

Auf der Heide. „Auf-der-Heiden-Kino“

erfreute sich vom ersten Tag an bei den

Quakenbrückern und Artländern großer

Beliebtheit. Auch wenn die Filme noch

erheblich flimmerten und genau an der

Stelle umgespult werden mussten, wenn

Sensationsdarsteller Harry Piel gerade

den Gauner und Halunken auf dem Dach

des dahinbrausenden D-Zuges verfolgte,

die Hand ausstreckte, um ihn zu fassen

und … sense!

Die „Schauburg“

wurde 1938 der

erste repräsentative

Kinosaal

in Quakenbrück

Foto: Alexandra Lüders

Nach Gründung der Universum Film AG,

kurz Ufa, im Jahre 1917 kam es dann zum

Bau regelrechter „Lichtspiel- Schauburgen“

- und mit ihnen die neuen Stars: Lil

Dagover, Werner Krauß, Conrad Veidt,

Elisabeth Bergner, Fritz Kortner und Emil

Jannings. Von den prunkvollen Lichtspielhäusern,

in denen bereits anstelle

eines Pianisten große Orchester die

(stummen) Filme mit Musik untermalten,

leuchteten die Namen der großen Stars

in riesigen Buchstaben: Der Film sorgte,

vor allem seit der Uraufführung von

Robert Wienes legendärem „Cabinet des

Dr. Caligari“ 1919, für volle Häuser. Nach

Ende der Inflationszeit 1923 stieg die Zahl

der deutschen Kinos innerhalb von neun

Jahren von ca. 3.700 auf 5.000 an, wobei

die kleinen Kinos immer weniger und die

großen immer mehr wurden.

Und dann kam die scharfe Zäsur mit dem

Triumphzug des Tonfilms. Nach dem

unerwarteten Erfolg des Langspielfilms

„The Jazz Singer“ 1927 wurde der Stummfilm

binnen weniger Jahre fast vollständig

verdrängt, und Anfang der 1930-er-Jahre

waren Produktion und Abspiel in nahezu

allen großen Industrieländern komplett

auf Ton umgestellt. Das verlangte vom

Ehepaar Auf der Heide natürlich auch eine

Umstellung, denn die bisherigen Räumlichkeiten

bei Thöle reichten nicht mehr

aus.

Zwar gab es nach dem Erwerb eines

passenden Geländes und beim Neubau

der „Schauburg“, des ersten wirklich

repräsentativen Kinosaalbaues der Stadt,

allerhand Schwierigkeiten zu bewältigen,

doch diese waren bei der Eröffnung am

12. Oktober 1938 mit dem Zarah-Leander-

Film „Heimat“ vergessen. Die „Schauburg“

wurde zu einem Treffpunkt für Stadt und

Land – bis auf den heutigen Tag. Auf deren

lange Geschichte kommen wir deshalb in

einem weiteren Teil zurück.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 9


Das Artland-Magazin.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs

lagen viele der einst glanzvollen

Kinopaläste in Trümmern. Wie in den

Anfangsjahren des Kinos wurden daher

unterschiedlichste Räume umfunktioniert

und von den Alliierten zur

filmischen „Re-Education“, also der

Entnazifizierung und Neubildung der

deutschen Bevölkerung, genutzt. Im

Zuge des westdeutschen Wirtschaftswunders

entstanden vor allem in den

Großstädten elegante Erstaufführungshäuser,

in denen die Zuschauerinnen

und Zuschauer bei Premieren

die Stars hautnah erleben konnten.

Durch Wochenschauen und Kulturfilme

aufgewertet, wurde der gemeinsame

Kinobesuch zum zentralen Freizeitvergnügen

für die ganze Familie. Auch in

Quakenbrück.

Besonders viel Anklang fand auch die

als „moderne Stilbühne“ – so die „Bersenbrücker

Tageszeitung“ – ausgebaute

40-qm-Bühne für „theatralische Veranstaltungen“.

Das Olympia schloss 1983

mit Robert van Ackerens „Die flambierte

Frau“ seine Tore.

Am 12. September 1955 eröffnete

schließlich mit dem Heimatfilm

„Wenn die Alpenrosen blüh‘n“ und den

Publikumslieblingen Marianne Hold,

Claus Holm, Hertha Feiler und Jungstar

Christine Kaufmann das 300 Sitzplätze

inklusive Loge umfassende Filmtheater

„Bali“ im großen Saal des Bahnhofshotels

von Walter Gresbrand an der

Bahnhofstraße (heute Theaterwerk-

statt). Zunächst von dem Osnabrücker

Berthold Taake betrieben, übernahmen

1957 die Tochter des Ehepaares Auf der

Heide, Marie Luise Fischer, und ihr Ehemann

Helmuth Fischer das dann bis in

die 1960er-Jahre geführte „Bali“.

Das „Bali“ existierte von 1955 bis in die 1960er Jahre.

Warum Bali? Diese Frage beantwortete

die „Bersenbrücker Tageszeitung“ zur

Eröffnung humorvoll: „Hier ist ein Theater

von geradezu entzückender Intimität

entstanden … Man gab ihm den Namen

BALI, der das Märchenhafte von Raum

und Zweckbestimmung unterstreicht,

der der Saal hinfort dienen wird. Obwohl

dieses an die glückliche Traumwelt der

Südsee gemahnende Wort eigentlich

ganz schlicht und einfach die Abkürzung

von Bahnhofs-Lichtspiele ist. Dem einem

grauen Alltag verhafteten Realisten

sei die reale Bedeutung des exotisch

klingenden Namens verraten. Die glücklicheren

Sonntagskinder aber mögen

ruhig sich weiter sonnigen Illusionen von

blauer Südsee und ungetrübten Freuden

hingeben.“

So folgte am 5. Februar 1950 die festliche

Eröffnung des „Olympia-Film-Theater“

im Haus 29 (Haus Merschland),

Inhaber Hans Egon von Schlieben, mit

dem Elisabeth-Bergner-Erfolgsfilm

„Katharina die Große“. Der geräumige

Kinosaal war schon zu Zeiten des

Fliegerhorstes wegen seiner besonders

guten Akustik gerühmt und bot nach

dem Umbau 400 Besuchern Raum.

10 | mq + Ausgabe Winter 2020

Das „Olympia-Theater“ an der Ostlandstraße (links unten).


(Mehr als) 40 Jahre

Der kleine dicke

Ritter kommt

nach Nortrup

Teil 2

Von Gisbert Wegener M. A.

Liebe Fiz-Oblon-Fans,

heute lest Ihr den zweiten

Teil zur Geschichte

des Fiz Oblons in Nortrup.

Ehemalige Djs und Mitarbeiter

des überregional

beliebten Musikclubs

kommen zu Wort und am

Ende gibt es eine Übersicht

zu den Konzerten,

die man in dieser Kultstätte

erleben konnte. Viele

Soundtracks zum Fiz findet

man übrigens beim neuen

Internetsender

radioartland.org.

Musik hält jung und gesund.

Viel Spaß beim Lesen (und

Hören)!

Ausgabe Winter 2020 mq + | 11


Das Artland-Magazin.

Der Gasthof Theile-Rietbrock

wandelt sich

Für die Eröffnung des Fiz waren zahlreiche

Umbauten erforderlich. Der Eingang

sollte von der Rückseite des Hauptgebäudes

erfolgen. So gelangte man vom

Parkplatz, der früher für Schützenfeste

genutzt worden war, direkt ins Fiz, ähnlich

wie damals in Bippen, also von hinten

herum. Der alte Saal fasste die Disco

inklusive Cocktailbar auf der Bühne, eine

große Theke und die Tanzfläche. Die alte

Kneipe blieb zunächst noch ungenutzt.

Dort hatten sich in den Sechzigerjahren

Veteranen aus dem Weltkrieg bei Philipp

Rietbrock, dem Vater von Hans-Friedrich

Rietbrock, sonntags zum Frühschoppen

getroffen. Und hier gab es auch bei den

beliebten Kegelabenden die leckersten

frischen Koteletts südwestlich der Hase.

In den Räumen von Theile/Rietbrock, wo

ganz früher exotische Kolonialwaren zu

kaufen waren, elegant frisierte Verkäuferinnen

in feinen, weißen Schürzen

frische Milch in kleine Milchkannen abfüllten

und man mit etwas Glück sogar

ein Fix-und-Foxi-Heft erstehen konnte,

wo Hotelgäste ihr Frühstück und Abendessen

einnahmen, konnten Jugendliche

nun Kaffee, Wildkirsch-Tee oder Cocktails

trinken, chillen oder Billard, Kicker und

Flipper spielen.

Die Verwandlung: Der ehemalige Schankraum von der Gaststätte Theile/Rietbrock.

Foto: Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund. Fotograf unbekannt.

Blick in die veränderte Kneipe: Das Neonlicht strahlt.

Foto: Archiv Daniel Kiehne, Fotograf unbekannt

Typisches Ambiente: Blick in das alte Gästezimmer von „Theile/Rietbrock“.

Foto: Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund. Fotograf unbekannt.

Der ehemalige Kolonialwarenladen wird zur „Teestube“. Im hinteren Teil befand sich

noch eine Bühne für kleinere Live-Events und ein DJ-Pult. Foto: Archiv Daniel Kiehne,

Teestube mit Blickrichtung

12 | mq + zur kleinen Bühne - in der Mitte der Durchgang zum Spieleautomatenraum

mit Bar. Fotograf Ausgabe unbekannt. Winter 2020

Amüsiert: Martin Wüst (zweiter von links) beobachtet den Pinball-Wizzard am Flipper.

Foto: Archiv Cornelia Röckener, Fotograf unbekannt.


DAS FIZ OBLON IN NORTRUP

Die Zeremonienmeister*innen

Zu den DJs der frühen Jahre im Nortruper

Fiz zählten Andreas Wegener („Andy“),

Michael Hengehold („Coop“) und etwas

später auch DJane Birgit Harvard (bekannt

u. a. vom Osnabrücker Hyde Park)

sowie DJane Sabine Pohlmann, Daniel

Kiehne, Uwe Peters und Jan Wichert,

DJane Birgit erweiterte das Fiz-Repertoire

um die ersten Teccno-Sounds. Daniel

Kiehne erinnerte zuletzt als DJ auf der

Fiz-Revival-Party Weihnachten 2019 in

Bersenbrück mit einer wirklich guten

Mischung aus Fiz-Klassikern an seine

Nortruper Fiz-Oblon-Zeit.

Foto: Archiv Daniel Kiehne

Bildmitte: DJ Kiehny. Foto: Archiv Daniel Kiehne

Daniel ist Jahrgang 1974, geboren in Ankum

und aufgewachsen in Bersenbrück.

Daniel hat besonders lange das Musikprogramm

im Fiz Oblon mitbestimmt.

Kiehny, so sein Nickname, hat unzählige

Abende und viele Partys im Fiz musikalisch

gestaltet. Heute arbeitet er im

Jugendamt in Warendorf - und gelegentlich

noch als DJ.

Daniel erzählt: „Aufgelegt habe ich im

Fiz von 1996 bis 2008, bis zum bitteren

Ende. Zwischenzeitlich habe ich auch in

der Sputnikhalle in Münster aufgelegt,

immer freitags mit dem Motto Rockomania.

Auch im Hyde Park in OS war ich aktiv

... Mir war es immer wichtig, die richtige,

besondere Fiz-Mischung hinzubekommen,

d. h. wenig Charts, eher alternativ, keine

Schlager, trotzdem auch Pop, Rock und

Hip-Hop, Soul und Dance. Besonderheit

war immer mein Abschlusslied ,Wer hat an

der Uhr gedreht‘ von Paulchen Panther ...“

„Oh war das eine schöne Zeit“

Zwei weitere Zeitzeugen erinnern sich.

Dr. Veit Larmann stammt gebürtig aus

Nortrup/Suttrup. Heute arbeitet er an einer

Hamburger Universität. Im Fiz Oblon

mixte er mit Begeisterung Cocktails in

der eigens dafür eingerichteten Bar auf

der Bühne, ein Hobby, das er auch heute

noch gelegentlich pflegt.

Veit erinnert sich: „Oh, war das eine schöne

Zeit. Und wie entscheidend diese Phase

für mein Leben war. Ich kann sehr froh

sein, dass das Fiz damals nach Nortrup

kam. Martin hat ein so offenes, kreatives

und vertrauensvolles Klima geschaffen.

Ich war schon damals Vegetarier, hatte

lange Haare, fuhr ein Liegerad und entsprach

wohl nicht dem Normalbild. Aber

im Vergleich zu den Fiz-Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, die meist total bunte

Persönlichkeiten waren, konnte ich mich

als angepasster Normalo fühlen. Das tat

gut. Durch das Fiz-Personal habe ich auch

erfahren, wo und wie man

das Abitur nachmachen kann

und wie man es finanziert

bekommt.

An die Cocktailbar kamen oft

jene Gäste, die die besonderen

Momente suchten oder

gerade in einer besonderen

Stimmung waren und daher

einen Cocktail statt ein Bier

oder einen Longdrink wollten.

Die Gespräche drehten

sich dort dann oft um recht

ausgefallene Themen.

Solche Themen wurden in der Teeküche

oder an der Biertheke, wo ich auch manchmal

einspringen musste, nicht in diesem

Umfang aufgebracht.“

Geli und Veit in der Cocktailbar. Foto: Archiv Cornelia Röckener. Fotograf unbekannt

Ausgabe Winter 2020 mq + | 13


Das Artland-Magazin.

Ausgelassene Partystimmung in Nortrup. Archiv: Daniel Kiehne, Fotograf unbekannt

Ein früher, damals noch unerfahrener

DJ am Mittwochabend in den Neunzigern,

war Michael Krumbein. Michael

Krumbein war damals 22 Jahre alt. Er

stammt aus Mimmelage und arbeitet

heute als Senior Projekt Manager in der

Abteilung Events der Deutschen Welle in

Köln. Heute ist er ein gefragter DJ. Wer

denkt, dass es eine leichte Aufgabe sei,

als DJ Musik für viele Gäste aufzulegen,

wird sich schnell wundern. Auch Michael

machte anfangs nicht unbedingt die

besten Erfahrungen. Die Gäste sind nun

mal verwöhnt.

Michael erinnert sich:

„Nortrup – das war ja quasi vor der Haustür.

Für uns, die wir vom Artland-Gymnasium

kommend bislang aus Quakenbrück,

Badbergen oder Groß Mimmelage

nach Bippen oder Haneberg gefahren

waren, war das Fiz mit dem Umzug in

die neue Location fast um die Ecke. Wir

hätten sogar mit dem Rad hinfahren können,

aber drei Jahre Führerschein hatten

uns dann doch bequem gemacht. Und so

parkten wir unsere Mercedesse auf dem

holprigen Parkplatz, der hinter dem Fiz

lag. Von dort stolperten wir über die Bodenwellen

rein in den kleinen Vorraum,

wo die Kasse war. Die schöne Malerei an

den Wänden dort, die hatte mein Freund

und DJ-Kollege Diamantino Luis Paulo

Compõete mit einer Freundin gestaltet.

Und dann war man drin und stand schon

fast auf der einen Ecke der Tanzfläche.

14 | mq + Ausgabe Winter 2020

Die Location kannten wir schon von

früher – in der Disco hatten wir Ende

der 80er-Jahre schon Sek-II-Partys für

das Artland Gymnasium organisiert.

Und auch schon aufgelegt. Aber Martin

hatte den Laden dann doch umgebaut

und erweitert. Mit der DJ-Kanzel in der

einen Ecke und einer Bühne war es ein

bisschen so wie im alten Fiz in Bippen.

Und auch Coop und Andi waren wieder

da, zu deren Musik wir schon die Jahre

zuvor getanzt hatten. Musikalisch war

der Herbst 1991 ganz besonders, denn

mit Nirvana, Metallica, den Red Hot Chili

Peppers oder auch Pearl Jam war Indie

im Mainstream angekommen. Dazu

kamen wichtige Impulse aus dem Hiphop

– und Techno nahm auch Fahrt auf,

wenn auch nicht unbedingt im Fiz. Dafür

aber in kleineren Meldungen im Intro,

das Ende 1991 auf einmal im Fiz auslag.

Offenbar war Martin an dieser Musikzeitung

beteiligt, deren erste Ausgabe Hole

mit Courtney Love auf dem Titel hatte.“

Wer hätte

das gedacht?

Die Erstausgabe des Intro-Musikmagazins

entstand 1991 im Druckhaus Oelkers

in Quakenbrück. Die Musikzeitschrift

entwickelte sich zu einer bundesweit

beliebten Musikzeitschrift und erzielte

Die Band Juli spielte vor vollem Haus.

als Teil der Kölner Horstmann-Gruppe

zeitweise eine Auflage von über 100.000

Exemplare. Das Magazin erschien zum

letzten Mal 2018.

Intro - Das Musikmagazin,

Ausgabe 1, Dez. 1991 und Ausgabe 8, März/April 1993

In dieser Zeit hatte sich die Auflage schon verdreifacht

auf 22.500 Exemplare und die Seitenzahl versechsfacht.

Archiv: Frank Oelkers

Michael weiter: „Das waren die Rahmenbedingungen,

als Diamantino und

ich mit Martin zum Thema Auflegen ins

Gespräch kamen. Wir hatten beide schon

auf Abi-Parties aufgelegt und waren ja

auch Stammgäste im Fiz, hielten uns

also für mehr als geeignet. Martin plante

zu dem Zeitpunkt, zusätzlich zu den Wochenenden,

auch an Mittwochabenden

aufzumachen. In Bippen am Friedhof

hatte der Extra-Abend in den Ferien ganz


DAS FIZ OBLON IN NORTRUP

Foto: Archiv Thomas Hagemann, Fotograf Jan Wichert

Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß beim Stage-Diving im Nortruper Fiz Oblon. Foto: Jan Wichert

gut funktioniert, warum also nicht auch

in Nortrup probieren? Und genau dafür

wollte Martin uns dann einsetzen.

An unserem ersten Abend waren wir

erstmal nur von der Plattensammlung

geflasht, zu der wir jetzt Zugang haben

sollten. Wir haben Vinyl um Vinyl aus

dem Regal in der DJ-Kanzel rausgezogen

und zum Teil ehrfürchtig bestaunt. So

war unser erster Abend also weniger

geplant, als vielmehr eine Aneinanderreihung

der Regalfunde. Außerdem waren

wir beide von der Idee des nahtlosen

Mixens begeistert und hauten alles

aneinander, was irgendwie ein ähnliches

Tempo hatte – etwa Nitzer Ebb und

Suzanne Vega. Mit rotem Faden oder

Dramaturgie war da also nicht viel. Und

als wir dann noch anfingen, aktuelle elektronische

Songs in das Set zu pfropfen,

riss dem Publikum der Geduldsfaden: Ein

paar der jungen Leute, die wir anhand

von Kleidung und Frisuren eindeutig

nach Handrup zuordnen konnten, setzten

sich aus Protest zu The Shamen auf die

Tanzfläche. Kein guter Start – aber weil

wir ja wussten, was sonst so im Fiz gut

lief, haben wir die Sitzblockade mit ein

paar Hits auflösen können: Ein Song von

„Nevermind“ ging immer, auch das „Black

Album“ von Metallica oder „Blood Sugar

Sex Magik“ von den Chili Peppers waren

Garanten für Bewegung auf der Tanzfläche.

Aber schon bei Hiphop von Public

Enemy oder Urban Dance Squad ließ uns

das Publikum an dem Abend wieder im

Stich. War nicht leicht, aber für eine Premiere

in vielerlei Hinsicht noch okay.

Die nächsten Mittwoche liefen dann

irgendwie nicht so gut, auch wenn wir

mittlerweile begriffen hatten, was von uns

erwartet wurde. Offensichtlich ließ sich

nicht jedes Veranstaltungskonzept einfach

so von Location zu Location übertragen.

Und so teilte Martin uns recht bald mit,

dass es mit den mittwöchlichen DJ-Gelegenheiten

erstmal zu Ende wäre. Was aber

auch okay war – mit Alt-Schuss an der Theke

und „Bring the Noise“ von Public Enemy

und Anthrax auf der Tanzfläche fühlten wir

uns im Nortruper Fiz Oblon auch weiterhin

sehr wohl.

Jahre später war der Eingang des Fiz Oblons

an der Straßenseite.

Mike Conrad (links) und Thomas Hagemann (rechts).

Die Männer an der Kasse im Fiz Oblon der Nuller Jahre. Foto: Matthias Brands

Ausgabe Winter 2020 mq + | 15


Das Artland-Magazin.

Konzert-

Übersicht

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit -

Irrtum vorbehalten).

Leningrad Cowboys 19.10.1991

Heaven sings Xmas 23.12.1991

Roland Behrens 26.12.1991

Lassie Singers 08.01.1992

Invisible Limit 15.02.1992

Demented Are Go 14.03.1992

M. Walking On The Water 11.04.1992

Crow Jane Blue 04.07.1992

Monster Magnet 20.08.1992

„Verschwende-deine-Zeit“-Tour

+ Union Carbide Productions

- Die Hexen

Die Fantastischen Vier 14.06.1995

Rammstein 17.08.1996

Konzerte unter Uwe Peters

mit Jan Wichert als Booker und Promoter

4 Lyn (Metal/Crossover) 29.09.2001

Payola (Stoner-Rock) 10.05.2002

Feindflug (Elektro-Projekt) 15.06.2002

Fresh Rock Festival 24.10.2002

Goodwitch (Noiserock)

unbekannt

Hellpatrol (Metal)

unbekannt

Joachim Deutschland (Rock) 30.05.2003

Dietmar Wischmeyer 20.12.2003

FRÜHSTYXRADIO

„Das Schwarzbuch der

Bekloppten und Bescheuerten“

Obscenity (Death Metal)

unbekannt

Mournful (Metal)

unbekannt

Mambo Kurt 04.09.2004

Silbermond 28.10.2004

Juli 30.10.2004

The Datsuns 01.10.2004

Jennifer Rostock 29.03.2008

„Ins-offene-Messer-Tour“

und viele andere mehr.

Jan Wichert erinnert sich: „Meine Highlights waren

‚4Lyn‘‚ Jennifer Rostock‘ (Berlin), ‚The Datsuns (Neuseeland)‚Silbermond‘

und ‚Dietmar Wischmeyer‘.

JAN WICHERT, EHEMALS PROMOTER UND BOOKER IM FIZ, STAMMT GEBÜRTIG AUS QUAKENBRÜCK.

Jan erinnert sich: „Als ich mit 18 meinen Führerschein und mein erstes Auto hatte, ging es am Wochenende regelmäßig

von Quakenbrück ins Fiz nach Nortrup. Die Atmosphäre und die Musik haben mich fasziniert. Eine besondere

Faszination hatte für mich jedoch das Licht. Hier war das Fiz Oblon, im Vergleich zu den anderen alternativen Clubs

der Gegend (Hyde Park, Pleasuredome, Circus Musicus), sehr gut ausgestattet. … Zu der Zeit war Uwe Demmer

der Inhaber und der damalige Lightjockey Kostats zeigte mir den Umgang mit der Lichtsteuerung. Damit war ich Teil

des Fiz-Teams. … Meine Tätigkeiten wuchsen schnell über das Feld der Beleuchtung hinaus. Gemeinsam haben wir

in der Zeit unzählige Partys und Konzerte organisiert. Die Faszination zum Licht, die vor allem im Fiz Oblon geweckt

wurde, hat meinen persönlichen beruflichen Lebenslauf beeinflusst. Ich lebe nun seit 2007 in Berlin und arbeite als

Lichtdesigner im Bereich Architekturbeleuchtung. Die Liebe und Leidenschaft zu Musik-Clubs ging über die Jahre

nicht verloren …“

Wird es jemals wieder

ein Fiz Oblon geben?

Martin Wüst schmunzelt bei dieser Frage:

„Ich glaube: Nein! – Auf der anderen Seite: Es hat mir jemand eine

tolle Location angeboten, die sich für ein neues Fiz Oblon eignet.

Vielleicht ist jemand bereit, den Job zu übernehmen.

Auf jeden Fall möchte ich dort nach Corona meine

Fiz-Oblon-Partys Weihnachten und Ostern machen.

Das habe ich mir bereits fest vorgenommen.“

Wir sind gespannt!

Text und Fotos recherchiert in der Zeit

von Dez. 2019 bis Aug. 2020 von Gisbert

Wegener.

Vielen Dank an alle, die durch ihre aufbewahrten

Fotos und Dokumente sowie

persönlichen Erinnerungen diesen Artikel

möglich gemacht haben.

Wir lieben Euch!

Fiz Oblon Streichholzbriefchen

im typischen Dreiecks-Design.

Foto: Frank Oelkers

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ETWAS MIT

ERSCHAFFEN!

EIGENEN

HÄNDEN

Wir scheinen heute

weit mehr mit unserem

Verstand zu arbeiten,

aber kaum mit

unseren Händen. Ist

uns da etwas verloren

gegangen?

Ich glaube, dass wir dadurch

auf jeden Fall ein Stück Selbstständigkeit

und Eigenverantwortung

verloren haben. Aber

es gibt Ausnahmen.

Wir sind zu einer Gesellschaft

geworden, die alles kauft

und es wegwirft, wenn es

kaputt ist, statt mal ein Regal

selber zu zimmern, Gemüse

anzubauen oder Socken zu

stricken. Wir nehmen oft gar

nicht wahr, was uns wirklich

fehlt, weil wir kaum noch

mit unseren eigenen Händen

Dinge herstellen. Wir sind eine

Gesellschaft wohlstandsverhätschelter

Mittelstandsnachkömmlinge.

Aber manchmal

kommt diese Sehnsucht nach

dem Selbermachen durch. Seit

einigen Monaten boomt die

Baumarktbranche, Strickzeitschriften

sind wieder „in“

und der Töpferkurs ist auch

wieder stark im Kommen. Von

Hand gefertigte Objekte sind

gefragt wie schon lange nicht

mehr. Was ist der besondere

Reiz an der Arbeit mit den

eigenen Händen?

Ausgabe Winter 2020 mq + | 17


Ich habe schon immer gerne etwas

mit meinen Händen erschaffen. Es

fing bereits im Vorschulalter mit

Lego an, doch mein Vater ermöglichte

mir sehr früh das plastische

Arbeiten mit Holz. Sägen, Feilen,

Raspeln, Hammer und Nägel

gehörten zu der Grundausstattung

meines Werkzeugschranks, der über

der eigens für mich gefertigten Hobelbank

in unserem Keller hing. So

bekam ich schon sehr früh die Gelegenheit,

selbst zu überlegen, was

ich gerne bauen möchte. Auch der

Werkunterricht in der Schule zählte

immer zu meinen Lieblingsfächern.

Hier konnte ich ausprobieren und

mich mit den verschiedenen Werkstoffen

anfreunden. Dinge aus Holz

und Ton zu erschaffen haben mir

am besten gefallen. Bis heute arbeite

ich gern mit diesen Werkstoffen

und versuche hin und wieder etwas

Neues zu kreieren.

Es ist fast wie eine Meditation,

meine Gedanken werden ruhiger,

Sorgen verschwinden, ich entspanne

mich. Und so ergeht es anscheinend

nicht nur mir, denn gerade in

den letzten Monaten habe ich den

Eindruck bekommen, dass die Menschen

Sehnsucht danach haben,

etwas mit ihren eigenen Händen zu

erschaffen oder das Innenleben von

Dingen zu verstehen. Das gelingt

bei einem Smartphone wohl kaum.

Denn das, was viele von uns sonst

am Schreibtisch erarbeiten, kann

man eben heute meist nicht mehr

anfassen. Unsere Zeit ist weniger

haptisch geworden, die meisten

Oberflächen sind glatt. Die Sehnsucht,

mit den Händen etwas zu

erschaffen, etwas ganz Eigenes, das

treibt heutzutage viele Menschen

an. Selbermachen ist befriedigend,

bereichernd und schafft einen Ausgleich

zum Alltag.

Josef Hauertmann ist so ein

Mensch, der gerne etwas mit

seinen Händen erschafft. Er

ist gelernter Uhrmacher und

Ingenieur für Werkstoff- und

Schweißtechnik. Mittlerweile ist Josef

Rentner. Wir beide haben uns während

einer Ausstellung im Stadtmuseum Quakenbrück

kennengelernt, dabei erzählte

er mir, dass er neben seinem Hobby der

Jagd Damastmesser herstellt.

Damaszenerstahl erfreut sich seit Jahren

wachsender Beliebtheit. Historisch wird

das Epizentrum im indischen Raum

festgemacht. Die wachsende Verbreitung

des Damaststahls verlief dann vom

arabischen Raum aus. Die Bezeichnung

‚‚Damaszenerstahl“ wurde vom Namen

der Stadt ‚‚Damaskus“ abgeleitet. Die

besonderen Eigenschaften des Materials

und die schöne Optik machen es zu

einem begehrten Rohstoff für Messer

und sogar Schmuck. Bei der Fertigung

einer Damast-Klinge werden Stähle

unterschiedlicher Zusammensetzung

feuerverschweißt. Um die Qualität des

recht ungleichmäßigen Stahlpakets

zu verfeinern, „knetet“ der Schmied

das Material immer wieder durch, das

so genannte „Falten“. Es entsteht ein

„Blätterteig“, der die unterschiedlichen

Eigenschaften der einzelnen Stähle, wie

hohe Härte und große Elastizität vereint.

Eine Klinge aus diesem Werkstoff hat

im Fachhandel einen hohen Preis und

das zu Recht. Umso schöner also, einen

Menschen kennen zu lernen, der eine

solche Arbeit beherrscht. So erhielt ich

die Einladung, Josef Hauertmann in

seiner Werkstatt zu besuchen.

Ich konnte es kaum erwarten, meinem

neuen Freund bei seiner Arbeit zusehen

zu dürfen, denn Damastmesser haben

mich schon immer interessiert. Als ich

dann Josefs Messer in den Händen

hielt, war ich von seiner Arbeit geradezu

überwältigt. Aber in der Schmiede ging

es dann richtig zur Sache. Während Josef

18 | mq + Ausgabe Winter 2020


das Metall erhitzt, erklärt er mir, dass das

Schmieden von Eisen generell eine herausfordernde

Arbeit sei. Einerseits ist sie

körperlich sehr anstrengend, andererseits

herrschen in einer Schmiede hohe Temperaturen.

Schmied war schon immer ein

Beruf, der bis heute körperliche Fitness

und fundierte Sachkenntnisse erfordert.

Das Schmieden von Damast ist eine

schwierige Disziplin. Dabei gilt es viele

Dinge zu beachten und der Herstellungsprozess

ist insgesamt aufwendig und

langwierig. Doch die Ergebnisse sprechen

für sich und so ist dieser Stahl zu Recht

sehr begehrt.

Mittlerweile ist der Stahl rot glühend und

Josef dreht ihn durch eine Walze, die das

Material plättet. Daraufhin wird diese

Platte mittig eingeschnitten und gefaltet.

Diesen Prozess wiederholt Josef einige

Male, dabei gibt er Quarzsand auf den

Stahlblock. Die Zahl der Lagen ist letztendlich

auch ein Indiz für die Qualität des

Damaszenerstahls, ein guter Richtwert

für qualitativ hochwertigen Damast sind

200 Lagen aufwärts. Nach oben gibt es

da kaum Grenzen. Es gibt Damastmesser,

die weit über 1000 Lagen besitzen. Josef

spannt den glühenden Stahl mit einem

Ende in einen Schraubstock, ergreift ihn

am oberen Ende mit einer Zange und

fängt an den Stahl zu verdrehen. Wichtig

dabei ist, dass das Werkstück nie zu heiß

werden darf, denn dann verbrennt der im

Stahl eingeschlossene Kohlenstoff. Darüber

hinaus muss die Bearbeitung außerhalb

des Schmiedefeuers rasch ablaufen,

um die Temperatur nicht zu sehr abfallen

zu lassen. Das alles erfordert eine geübte

Hand und viel Erfahrung. Nachdem

Josef die Klinge geschmiedet hat, wird

diese gehärtet und poliert. Er erklärt mir

währenddessen, dass Damastklingen

mit Säure behandelt werden müssen.

Ansonsten ist das Muster der Klinge

nicht zu erkennen. Jede Klinge besitzt

ihr eigenes, individuelles Muster und ist

ein Unikat.

Nachdem die Klinge nun fertig ist,

verpasst Josef ihr noch einen Griff. In

seinem hauseigenen Stabilisierungsverfahren

wertet er ausgesuchte Hölzer

und andere Griffmaterialien auf. Die so

behandelten Materialien sind abriebfest,

strukturstabil, nehmen keinerlei

Flüssigkeiten auf und lassen sich leicht

reinigen.

Das fertige Messer ist ein echtes Kunstwerk.

Ich war bei der Herstellung anwesend

und habe gespürt, dass Qualität

und Sorgfalt bei Josefs Arbeit wirkliche

Herzenssache sind.

Josef Hauertmann erschafft etwas mit

seinen eigenen Händen. Er spürt das

Material beim Verarbeiten, bringt seine

Kreativität optimal mit ein und stellt

etwas Neues her. Wenn bei jemandem

diese Leidenschaft schlägt, wird er vor

dem Computer wahrscheinlich niemals

glücklich sein. Die Liste an Handwerksberufen

ist sehr lang, beispielsweise

Holzbildhauer, Drechsler oder Töpfer.

Für einen leidenschaftlichen Handwerker

gibt es oftmals nicht Schöneres,

als etwas mit den eigenen Händen zu

erschaffen und dies am Schluss zu betrachten.

Er ist ein Mann der jüngsten

Wiedergeburt der „Do-it-yourself“-

Welle.

Ich werde Josef bei Gelegenheit fragen,

ob ich unter seiner Leitung mal selber

an die Schmiede darf…

Ausgabe Winter 2020 mq + | 19


Das Artland-Magazin.

präsentiert:

Ratsmitglieder

der Stadt Quakenbrück

Seit der Ausgabe 01/2020 präsentiert die MQ + „Ratsmitglieder der Stadt Quakenbrück“

mit Hinweis darauf, dass diese viel für die Stadt leisten, um den Bürgern

einen attraktiven Lebensraum und eine lebenswerte Umgebung zu schaffen. Da

diese ehrenamtliche Tätigkeit oft im Hintergrund stattfindet, möchte die MQ +

die Ratsmitglieder vorstellen.

Heute stellt sich die Fraktion von

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vor, die

derzeit mit drei Personen im Stadtrat

vertreten ist: Dr. Eckhard Schiffer,

Dr. Maria Entrup-Henemann

und Andreas Henemann.

Warum sie sich für Politik interessieren

und was sie bewogen hat,

sich kommunalpolitisch zu engagieren,

wird von den drei Ratsmitgliedern

hier kurz beschrieben.

Dr. Eckhard Schiffer

Andreas Henemann

Dr. Maria Entrup-Henemann

20 | mq + Ausgabe Winter 2020


STADT & LAND

Dr. Eckhard Schiffer

erzählt:

„Am Ende meiner Facharztweiterbildung

erzählte mir ein Kollege von einem

bemerkenswerten Projekt. In Quakenbrück

gebe es nicht wie sonst üblich zwei

konfessionelle Krankenhäuser, sondern

ein ökumenisch ausgerichtetes Christliches

Krankenhaus. In diesem Allgemeinkrankenhaus

sei auch eine Psychiatrische

Abteilung geplant. Meine Überlegungen

dazu waren, dass eine solche Krankenhausstruktur

vielleicht auch eine

Psychosomatische Abteilung als Brücke

zwischen körperlichen und seelischen

Krankheitsprozessen – wie z. B. dem chronischen

Schmerz - ermöglichen könnte.

Ich nahm daher bald Verbindung mit

dem Krankenhausträger auf und schaute

mir auch zusammen mit meiner Frau

Quakenbrück näher an. Die Möglichkeiten

hier zu leben überzeugten uns beide.

Daraufhin brauchte es zwar noch etwas

Zeit, aber schließlich gab es am CKQ auch

eine eigenständige, mit einer umfangreichen

Ambulanz verbundene Psychosomatische

Abteilung – eine der ersten an

einem Allgemeinkrankenhaus in der BRD

überhaupt. Später kam noch eine Psychosomatische

Tagesklinik sowie ein Familientherapeutisches

Zentrum mit stationären

Behandlungsmöglichkeiten für Eltern

mit Kindern dazu. Unsere Patienten

kamen aus allen Bevölkerungsschichten.

Wichtig für die Integration der Psychosomatik

in das CKQ waren die Beziehungen

zu „Brückendisziplinen“ wie z. B. der Anästhesie.

Noch heute nehme ich gern an

deren monatlichen Schmerzkonferenzen

teil. Getragen wurde die Abteilung vom

Gesamtteam, das sich nach anfänglicher

Skepsis, mit wachsender Begeisterung

in dem „Abenteuer Psychosomatik“

engagierte. Was mich beeindruckte war

das respektvolle Zuhören in den Teambesprechungen

auch bei unterschiedlichen

Eindrücken und Schlussfolgerungen, für

die ein Handlungskonsens gefunden

werden musste. Ebenso beeindruckend

war die respektvolle und zugewandte

Umgangsweise mit den Patienten.

Zugleich erfuhren wir alle viel aus der

Alltagsrealität unserer Patienten. Wir

lernten, was sie hatte krank werden lassen

und was für ihre Gesundung besonders

hilfreich war. Zu letzterem gehörte

insbesondere das, was als Selbstwirksamkeitserfahrung

bezeichnet werden kann.

Z.B. wenn die Patienten in den schöpferischen

Therapieformen wie Kunst-, Musik-,

Tanz- Ausdruckstherapie, Bauernhof- und

Interaktionsgruppe – letztere auch mit

Hase-Abenteuern auf selbst gebauten

Flößen – entdeckten, was an Kreativität in

ihnen steckt. Dies aber nicht um der Beste

zu sein, sondern um die schöpferische

Freude z.B.in ihrer Familie teilen zu können.

Zur Gesundheit gehören aber z. B. auch

familiengerechte Wohnungen, die nicht

Tag und Nacht vom Verkehrslärm geflutet

werden und Schulwege, die kein „Taxi

Mama“ erfordern, aber eigene Bewegung

fördern. Eine grüne Umgebung – Bäume

und Buschwerk – mildert nicht nur die

zunehmende Hitze, sondern fördert nachgewiesenermaßen

die Kreativität in jedem

Lebensalter und die kindliche Hirnentwicklung.

Dieser Hintergrund insgesamt war

ausschlaggebend für meine Entscheidung

auch im Stadtrat mitzuwirken.“

Dr. Maria Entrup-Henemann

Berichtet:

„Meine politischen Wurzeln liegen in

der Friedens- und Frauenbewegung

und in dem Widerstand auch gegen die

zivile Nutzung der Atomkraft. Die damit

verbundenen Aktivitäten schienen sich

gelohnt zu haben, als die rot-grüne

Regierungskoalition 2002 nach langwierigen

Verhandlungen im Konsens (!) mit

der Atomwirtschaft den Atomausstieg

gesetzlich verankerte. Aber dann: Im

Jahre 2010 machte die schwarz-gelbe

Bundesregierung diesen Ausstieg wieder

rückgängig und beschloss ohne große

Debatten eine Laufzeitverlängerung

im Sinne der Atomwirtschaft. Dadurch

wurde meine politische Aktivität wieder

entfacht, angefangen mit der Beteiligung

an einer Menschenkette zwischen Krümmel

und Brunsbüttel im April 2010.

Danach wurde ich Mitglied der Partei

BÜNDIS 90/DIE GRÜNEN; gewählt hatte

ich sie auch vorher schon, da sie z.B. auch

die Geschlechterfrage im Gegensatz zu

anderen Parteien und Gruppierungen

nicht als „Nebenwiderspruch“ behandelt.

Mein Interesse für Kommunalpolitik

entwickelte sich erst mit meiner Rolle als

Mutter durch Erfahrungen in Kindergarten

und Schulen. Dieses Interesse erhielt

dann einen Schub im Jahre 2012 durch

die Absicht der Gas fördernden Industrie,

im Artland durch Fracking Schiefergas

gewinnen zu wollen (das dem Landesamt

für Bergbau, Energie und Geowissenschaften

eingereichte Arbeitsprogramm sah für

2012 vor: „Abteufen und Testen -Frac- der

Shale Gas Bohrung Ortland 26“). Ich hatte

mich aus anderem Anlass zuvor bereits

mit der Fracking-Problematik befasst und

mir war schlagartig klar, dass das Artland

hiervor bewahrt werden müsse und so

wurde ich zur Initiatorin des Fracking-

Widerstades im Artland.

Damals wurde mir auch bewusst, wie sehr

mir inzwischen das Artland und insbesondere

die Stadt Quakenbrück zur Heimat

geworden war, und daraus folgte dann der

Wunsch und die Bereitschaft, mich ehrenamtlich

als Kommunalpolitikerin für dieses

Gemeinwesen einzusetzen. Seit 2017 bin

ich nun Ratsfrau im Stadtrat Quakenbrück

und versuche, mit Ideen und Engagement

im politischen, sozialen und gestalterischen

Sinne positiv zur Entwicklung der

Stadt beizutragen.“

Ausgabe Winter 2020 mq + | 21


Das Artland-Magazin.

Andreas Henemann

Schildert:

„Schon in meinem Architekturstudium

galt mein Interesse der Sonnenenergienutzung.

Zu dieser Zeit war der Begriff

erneuerbare Energien kaum bekannt und

für viele Professoren meines Fachbereiches

spielte der Energieverbrauch von

Gebäuden so gut wie keine Rolle. Auch

die Nutzung der Windenergie hat mich

früh fasziniert und so gehörte ich 1985

zu den Gründungsmitgliedern des Interessenverbandes

Windkraft Binnenland,

aus dem der heutige Bundesverband

Windenergie hervorgegangen ist. Als

junger Architekt plante und baute

ich bereits 1986 das erste Solarhaus

in Emsdetten, das mit dem Umweltschutzpreis

der Stadt ausgezeichnet

und das in der Fernsehsendung „In

Zukunft“ vorgestellt wurde. Seitdem

habe ich mich intensiv den Themen

solarer Städtebau, Solararchitektur,

Plusenergiehäuser und erneuerbare

Energien gewidmet mit der Zielsetzung

eine schadstofffreie, unabhängige und

dauerhaft sichere Energieversorgung

zu erreichen. Das kann sowohl bei der

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als auch bei energetischen Sanierungen

von Altbauten gelingen. Denn um

dem Klimawandel entgegen zu wirken

müssen wir die fossilen Energieträger

in allen Sektoren so schnell wie möglich

durch Energieeffizienzmaßnahmen und

erneuerbare Energien ersetzen. Dank

der vielen Solar- und Windenergiepioniere,

zu denen ich mich auch zähle,

haben die erneuerbaren Energien auch

im Bauwesen eine breite Zustimmung

in der Öffentlichkeit erreicht. Dies ist

eines von vielen Handlungsfeldern zur

Verbesserung des Klimaschutzes, die auf

kommunaler Ebene umgesetzt werden

können. Dazu und wegen einer Vielzahl

weiterer nicht nur ökologischer Themen

engagiere ich mich als Grüner im Stadtrat

von Quakenbrück.“

Diese drei Stadtratsabgeordneten der Grünen

arbeiten in verschiedenen Ausschüssen mit:

Dr. Eckhard Schiffer im Sozialausschuss, Dr. Maria

Entrup-Henemann im nicht öffentlichen Hauptausschuss

(Verwaltungsausschuss) und Andreas Henemann

im Bauausschuss und im Finanzausschuss.

Alle drei wünschen sich, dass über die Arbeit des

Stadtrates nicht nur in den sozialen Medien diskutiert

wird, sondern dass die Bürger den direkten

Kontakt suchen und z.B. an den öffentlichen Sitzungen

der Ausschüsse und des Rates teilnehmen; denn

der erste Tagesordnungspunkt lautet in der Regel

„Einwohnerfragestunde“.

Von ganz entscheidender Bedeutung ist für die

Quakenbrücker Grünen nämlich eine umfängliche

Bürgerbeteiligung um im Dialog eine hohe Akzeptanz

zu erreichen.

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hier unerlässlich. Unser Immobilienservice

bietet Ihnen eine marktgerechte

Bewertung Ihrer Immobilie. 30 Experten

stehen für eine kompetente, ehrliche und

faire Beratung. Sie kennen die regionalen

Märkte. Durch diese Marktkenntnis

können sie den Kaufpreis in einer realistischen

Höhe einordnen und mit ihrem

Verhandlungsgeschick die Preisverhandlungen

führen.

WELCHE UNTERLAGEN

WERDEN BENÖTIGT?

Wir kümmern uns für Sie um alle

erforderlichen Unterlagen, wie z. B.

Grundbuchauszug, Flurkarte, Baupläne,

Bauakte, ggf. Teilungserklärung usw.

WAS WISSEN SIE

ÜBER DEN ENERGIEAUSWEIS?

Wer stellt den Energieausweis aus?

Welcher Energieausweis wird benötigt?

Wann und wem muss der Energieausweis

vorgelegt werden? Welche

Pflichtangaben sind für die kommerziellen

Medien erforderlich? Welche

Abkürzungen sind zulässig? Wir haben

das nötige Fachwissen.

WIE WERDEN SIE IHRE

IMMOBILIE PRÄSENTIEREN?

Bei uns erhalten Sie eine professionelle

Aufarbeitung Ihrer Immobilie mit

erstklassigen Fotos und aufgearbeiteten

Grundrissen für ein aussagekräftiges Exposé.

Außerdem bieten wir die Möglichkeit

von 360-Grad-Rundgängen.

WO WOLLEN SIE IHRE

IMMOBILIE BEWERBEN?

Unsere Experten kümmern sich um

die professionelle Vermittlung Ihrer

Immobilie. Sie verfügen über eine große

Vermarktungserfahrung. Ihre Immobilie

wird auf allen bekannten Onlineportalen

und auch in Print-Medien angeboten.

Außerdem profitieren Sie von unserer

großen Interessentendatei.

WIE FÜHREN SIE DIE BESICHTIGUNGEN

RICHTIG DURCH?

Hausbesichtigungen erfordern Vorbereitung

und know-how. Dabei geht es

darum, den Interessenten das Objekt von

der besten Seite zu präsentieren. Unsere

Experten organisieren die Besichtigungen

und führen die Interessenten professionell

unter Berücksichtigung Ihrer

persönlichen Wünsche durch die Immobilie.

WIE GENAU KENNEN SIE IHRE

INTERESSENTEN?

Wir prüfen für Sie die Bonität des potentiellen

Käufers, um eine reibungslose

Abwicklung des Kaufvertrages sicherzustellen.

WIE ORGANISIEREN SIE DEN VERKAUF?

Wir bereiten den Kaufvertrag vor,

kümmern uns um den Notartermin und

begleiten Sie bei der Beurkundung.

WIE GEHT ES NACH DER

BEURKUNDUNG WEITER?

Auch bei der Übergabe des Objektes stehen

wir Ihnen weiterhin als kompetenter

Partner zur Seite.

VOR ORT UND INDIVIDUELL – AUS DER

REGION FÜR DIE REGION

Ganz gleich, ob Sie darüber nachdenken,

Ihre Immobilie zu verkaufen oder Eigentum

erwerben

möchten und noch

auf der Suche nach

einer passenden Immobilie

sind. Wir sind eng mit der Region

verbunden, sehr gut vernetzt und

unterstützen Sie bestmöglich bei

Ihrem individuellen Anliegen.

Sparen Sie Zeit und Aufwand – von

der Organisation der Unterlagen,

der Durchführung von Besichtigungen,

Bonitätsprüfung des

potentiellen Käufers bis hin zur

Begleitung zum Notar.

Über 1.000 Kunden im Jahr

vertrauen auf die Kompetenz

des OLB-Immobiliendienstes.

Immobilienvermittlung

ist Vertrauenssache!

Ihr Ansprechpartner

der OLB-Filiale Quakenbrück:

Torsten Thorwart,

Lange Straße 25

49610 Quakenbrück

Tel. 05431 16-58

torsten.thorwartolb.de

www.olb.de

Ausgabe Winter 2020 mq + | 23


Das Artland-Magazin.

Als eines der größten Flächenländer erstreckt

sich Niedersachsen von der Nordsee

über Marsch- und Heidelandschaften

bis zum Weserbergland und zum Harz.

Die Vielfalt der Landschaften und der

Baudenkmale prägen seit Jahrhunderten

die Orte und die Region. Der Erhalt dieses

kostbaren Erbes ist eine anspruchsvolle

und vielfältige Herausforderung für Eigentümer,

Denkmalpfleger und auch für

die Handwerker.

Die Tischlerei Holzhandwerk in Groß-

Mimmelage hat durch ihren Standort im

„Kulturschatz Artland“ mit seiner europaweit

einmaligen Dichte an Fachwerkhäusern

ein spezielles Knowhow entwickelt,

das ihren Auftraggebern insbesondere im

Denkmalschutz nützt.

24 | mq + Ausgabe Winter 2020

Die 1988 gegründete Tischlerei Holzhandwerk

aus Groß-Mimmelage hat ihre

Kernkompetenz auf den Holzfensterbau

und Türenbau gelegt. Das Unternehmen

hat sich speziell mit Denkmalfenstern

auseinandergesetzt, dabei hat das Team

der Tischlerei Holzhandwerk Systeme

und eigene Werkzeuge entwickelt, die

von den Denkmalschutzbehörden anerkannt

sind. Zusammen mit Bauherr und

Architekt werden die Fenster individuell

nach Wünschen und Vorgaben gebaut.

Dabei legt der Inhaber, Dipl.-Ing. Frank

Willenborg, Wert auf die Verwendung

heimischer Hölzer wie z.B. Lärche, Douglasie

oder Eiche. Der Betrieb ist seit 1996

als Handwerkspartner des Kulturschatzes

Artland zertifiziert. Die Kompetenz

in den Bereichen Sanierung und Umbau

von historischen Gebäuden steht dabei

im Mittelpunkt.

Dabei ist die Profilierung der Fensterelemente,

Proportionen und Oberflächenbehandlungen

genauso wichtig, wie die

Energieersparnis und die ästhetischen

Gesichtspunkte, die das gesamte Erscheinungsbild

des Hauses prägen.

ABER WAS IST EIN HAUS OHNE TÜREN?

Für Frank Willenborg ist der Hauseingang

eine Visitenkarte des Hauses,

denn täglich kommen Familie, Gäste

und Freunde durch die Tür. So fertigt

die Firma Holzhandwerk auch Denkmalschutztüren

an, die den Vorgaben

entsprechen - von der „Klönschnacktür“

bis zum großzügig verglasten Dielentor.

Holzverwendung, Farbwahl, Lichtdurchlässe

und Türbeschläge

bieten vielfältige und

individuelle Möglichkeiten

der Gestaltung, die sich

harmonisch in die Hausarchitektur

einfügen und für

eine ganz persönliche Note

sorgen.

Sollte ein Haus über mehrere

Etagen verfügen und der

Bauherr wünscht eine neue

Treppe, dann ist die Tischlerei

Holzhandwerk auch

hierbei der richtige Partner.

Egal ob es eine geradläufige-, Spindel –

oder Podesttreppe ist oder ob es sich um

freitragende Treppen handelt, jede wird

auf die Raumverhältnisse abgestimmt.

Frank Willenborg sieht mit Stolz auf seine

Mitarbeiter, die er seit vielen Jahren

im Unternehmen beschäftigt. Sie tragen

die Entwicklung seines Unternehmens

aktiv mit.

Das Unternehmen Holzhandwerk hat

schon an vielen Projekten

in unserer Region mitgearbeitet

und kann dadurch etliche

Referenzen nachweisen,

die die Note „Sehr gut“

tragen. So hat das Team

von Frank Willenborg auch

an dem Haus von Michael

Abeln in der Langen Straße

40 mitgewirkt, das in

Quakenbrücks Altstadt zu

einem der schönsten Fachwerkhäuser

gehört und das

Stadtbild mit mehr als 100


FACHFIRMEN IM ARTLAND

Fachwerkhäusern aus verschiedenen

Jahrhunderten

prägt. Hier hat die Tischlerei

Holzhandwerk für das

Gebäude Fenster, Türen und

Treppen maßgeschneidert.

Die Fenster des Rathauses

im Jahr 1996, die Tischlerarbeiten

im Innenbereich am

„Bonnus-Haus“ 2020, die

Herstellung der Zimmertüren,

die Restauration der

Barocktreppe und einer historischen

Sitzbank

seien hier

ebenfalls

erwähnt.

Die Liebe

zu solchen

Objekten

hat dazu

geführt,

dass der Diplom-Ingenieur

Willenborg und seine Frau

sich eine eigene derartige Immobilie

angeschafft haben.

Sie arbeiten seit einiger Zeit

an einem Fachwerkhaus, das

sie in der Kuhstraße erworben

haben. Das denkmalgeschützte

Zweiständerhaus

aus dem Jahre 1462 war viele

Jahre ungenutzt. Es schrie

förmlich nach Hilfe, denn der

Zahn der Zeit hatte an ihm

genagt und von dem früheren Charme,

den das Gebäude einmal hatte, war nicht

mehr viel zu erkennen. Viele solcher

Gebäude wurden in der Vergangenheit

abgerissen und sind durch modernere

Bauten ersetzt worden, was dazu beigetragen

hat, dass unsere schöne Burgmannstadt

einiges von ihrer früheren

Anziehungskraft verloren hat.

Für das Ehepaar Willenborg war das

Haus genau das Richtige und für das alte

Bauernhaus sind die beiden auch zur

richtigen Zeit erschienen, da es ansonsten

eingestürzt wäre. Willenborgs entpuppten

sich als „Liebhaber“. Sie sahen

das Haus mit anderen Augen, erkannten

schnell den wahren Wert dieses Objektes

und schätzten es richtig ein. Ihre Faszination

hatte etwas Ansteckendes. Für viele

Quakenbrücker dagegen war dieses Haus

über viele Jahre nichts Besonderes und

meistens gingen sie achtlos an ihm vorbei.

Auf der Baustelle hat sich seit dem

Erwerb des Hauses mithilfe der Denkmalpflege

und kompetenter Handwerker

eine Menge getan. Vor allem aber hat das

Ehepaar selbst hier mit sehr viel Liebe

Hand angelegt und viele Stunden Arbeit

investiert. Die Sanierung ist noch nicht

abgeschlossen und der Fertigstellungstermin

steht noch immer nicht fest, aber

für die beiden ist der Weg das Ziel und so

zählt das Haus jetzt schon zu einem der

Publikumsmagneten am Tag des offenen

Denkmals.

Anne und Frank Willenborg geht es

darum, die Werte des alten Gebäudes zu

erhalten und zu bewahren.

#

Sie lassen sich bei der Sanierung Zeit und

sind auf dem besten Wege, mit ihren

fleißigen Händen wieder eine echte

Sehenswürdigkeit zu schaffen. Gehört

dieses Gebäude doch zusammen mit dem

Haus Lange Straße 40 und dem Hermann-

Bonnus-Geburtshaus vermutlich zu den

ältesten Häusern im norddeutschen Raum.

Die Sanierungsarbeiten forderten nicht

nur viel Geduld, sondern hier ist auch

Sachverstand gefragt. Aber wie schon

gesagt, das Haus in der Kuhstraße 17 ist

bei Frank Willenborg, seiner Frau Anne und

dem Team der Tischlerei Holzhandwerk in

den besten Händen.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 25


Das Artland-Magazin.

Lang, lang ist‘s her!

Erinnerungen eines ,Neu‘-Quakenbrückers

Und doch fallen einem

viele Namen wieder ein,

wenn man immer mal

neu gedanklich durch

die Stadtteile und Straßen

unserer Stadt streift. Für mich sind

es jetzt sehr viele Namen von Ärzten,

Fabriken, Familien, Geschäften, Handwerkern

oder Restaurants, die einem

wieder ins Gedächtnis kommen und

Erinnerungen wachrufen. Und alle sind

inzwischen Teil von mindestens 50 Jahren

Stadtgeschichte und damit auch

ein wesentlicher Teil meines Lebens in

Quakenbrück.

Gern erinnere ich mich daran, wenn mir

in den 1970-er Jahren schon frühmorgens

an der Ecke Lange Straße/Bahnhofstraße

der Duft des in der Rösterei

Racer frisch gerösteten Kaffees entgegenströmte.

Ich war auf dem Weg zur

Bäckerei Adelmann, wo es damals täglich

frische leckere Brötchen gab – da

wo man sich heute im Sancho&Pancho

gern mit Freunden zum Cocktail trifft.

Brot, frische Brötchen und leckeren Kuchen

gab es auch bei Willi Brüggemann

in der Gr. Kirchstraße, bei der Bäckerei

und Ausschank Fiebig am St. Antoniort

oder im Cafe

Cassellius, das

heute unter

dem Namen Heads zum Frühstück oder

Kaffee und Kuchen einlädt. In der St.

Annenstraße lockte schon frühmorgens

der Duft frisch gebackener

Brötchen

und Kuchen der

Bäckerei Krogmann.

Gleich nebenan

erfüllte über viele Jahre das Drogerieund

Fotofachgeschäft Schöwitz die

Wünsche seiner Kunden.

Und wer in der Neustadt wohnte,

versorgte sich eben mit Brötchen, Brot

und Kuchen an der Artlandstraße in der

Bäckerei Klingberg und erfuhr hier das

Neueste. Die nächsten Informationen

konnte man dann auch bei geschlossener

Bahnschranke beim Kiosk Bialek

erhalten oder auch Jahre später nach

der Fahrt durch den Tunnel hier beim

Kauf einer süßen Belohnung oder nur

Zigaretten.

Ganz in der

Nähe an der

Artlandstraße

stand der Kiosk

von Walter Kubersky,

und an

der Bahnhofstraße

direkt

an der Hase gelegen

war der

Kiosk von Heinrich Götting, während

am Schwarzen Weg direkt bei Möllers

26 | mq + Ausgabe Winter 2020


ERINNERUNGEN

Mühle das ‘Knusperhäuschen‘ von Kurt

Schubert seine Waren anbot. Gleich am

Anfang der Hasestraße war es neben

dem ehemals hier ansässigen Schuhfachgeschäft

Holterhus der Friseur

‘Bobby‘ Schrecke, wo man alle Neuigkeiten

erfahren konnte. Hier war auch

für viele Jahre die Musikalienhandlung

Lindhorst. Direkt daneben versorgte die

Drogerie Beckmann seine Kunden auch

mit den neuesten Reformprodukten.

Eine weitere Drogerie war am St. Antoniort

die Drogerie Knickmeyer.

Für den Kauf der täglichen Lebensmittel

gab es verschiedene kleine Läden

mit Kolonialwaren. In der Neustadt

versorgten die Familie Pieper in der

Ostlandstraße und die Familie Diekherbers

am Reddehals ihre Anwohner

mit frischer Milch und Kolonialwaren.

Zusätzlich fuhren zu der Zeit noch die

Familien Lohfing und Osterloh mit ihren

Verkaufswagen durch die einzelnen

Straßen und konnten so auch für die

Verbreitung der neuesten Nachrichten

sorgen. In der Altstadt waren es in

der Wilhelmstraße die Familie Müller

mit ihrem Angebot und die Bäckerei

Dockmann an der Schubertstraße und

im Ortsteil Hengelage die Gemischtwarenhandlung

Heinrich Stallkamp an der

Oldenburger Straße und Lebensmittel

Hirsch an der Schulstraße.

Für den großen Einkauf eröffnete damals

im heutigen Flash, früher Luisen-

Center, davor noch ein Edeka-Großhandel,

ein neuer großer WEZ-Markt, dem

bis heute weitere Märkte wie Edeka,

Famila, K & K, Netto und die Discountmärkte

folgten. Die Zeit der “Tante

Emma-Läden“, wo man noch Milch in

der eigenen Kanne oder eingetütete

Waren kaufte, ging langsam vorbei.

Fleisch und frische Wurstwaren boten

damals noch die Fachgeschäfte im Ort

an, wie Albutat, Hobus, Hufschmidt,

Schade, Wilkens, Witte oder Wulf, während

in der Großschlachterei

Hassert & Pelters an der Friedrichstraße

in großer Zahl Schweine für den Markt

geschlachtet wurden. Und bei Käse

Reinschmidt und Käse Hannig in der

Neustadt wurden verschiedenste

Käsesorten produziert und weit über

die Grenzen der Stadt verkauft. Bei der

‘Deutschen Frühstücksei‘ wurden an der

Friedrichstraße über viele Jahre Eiprodukte

vermarktet.

Über Jahrzehnte war in der Stadt

auch der Name Kynast ein Begriff. Hier

fanden in der damals größten europäischen

Fahrradindustrie mit zeitweise

weit über 2000 Mitarbeitern viele

Quakenbrücker Arbeit und produzierten

Fahrräder, Rasenmäher und Gartenmöbel

und in der Firma Kynast Steel Stahlrohre.

Heute erinnert noch in Teilen der

riesigen Immobilie das neuerbaute Hotel

Velo (für Fahrrad) an diese ‘Fahrradgeschichte‘.

Gleich nebenan fanden früher

auch in der Maschinenfabrik Segler

viele Quakenbrücker einen Arbeitsplatz.

Heute ist die Firma ausschließlich in

Berge angesiedelt und produziert dort

Förderanlagen. Eine weitere Fabrik, die

nicht mehr

in Quakenbrück

ansässig

ist, war früher in der Artlandstraße und

später dann an der Hindenburgstraße

die Matratzenfabrik Schlaraffia, später

NOSAG bzw. Lear Seating als Zulieferer

der Autoindustrie. Heute wird das

Gebäude von der Firma PPS genutzt. An

der Farwickerstraße war viele Jahre der

Fahrzeugbau Heinrich Bosse tätig und

gleich daneben der Viehhändler Josef

Nuxoll. Ein weiterer Viehhandel der

Familie Möller bestand an der Wilhelmstraße

und später Hindenburgstraße.

Wer arbeiten kann, der darf auch feiern,

sich belohnen und sich auf unterschiedlichste

Art Abwechslung verschaffen,

sei es beim abendlichen Klönschnack

am Stammtisch, beim Kegeln oder zu

besonderen Anlässen wie Geburtstagen,

Jubiläen oder Hochzeiten, oder

wie früher oft üblich auf Bällen zum

Karneval oder Schützenfest.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 27


Das Artland-Magazin.

Zum Feierabendbier oder auch

Stammtisch trafen sich die Quakenbrücker

gern in ihren Lieblingslokalen,

die es zum Teil heute gar nicht mehr

gibt und nur in der Erinnerung weiterleben

oder auch heute noch unter

anderem Namen weitergeführt werden.

Es waren u. a. in der Artlandstraße

am früheren Eingang zum Flugplatz

die ‘Alte Wache‘ von Hans Ludmann,

die Gaststätte von Alwin Grote

am Reddehals, die Gaststätte von

Ewald Schleid an der Badberger Straße,

die Gaststätte Ottermann an der Menslager

Straße, die Artlands Perle an der

Menslager Straße, die ‘Kleinbahngaststätte‘

am heutigen Kreisel Menslager

Straße/Friedrichstraße, die Gaststätte

‘Zur Linde‘ in der Bahnhofstraße, wo

Hildegard Cassellius viele Jahre ihre

Gäste bewirtete, gleich gegenüber die

Gaststätte Koppelmann (heute Balkanrestaurant),

an

der Ecke Pfaffenstraße/Grüne

Straße empfing

‘Hoppen Else‘

ihre Gäste, auf

dem Hakenkamp

waren

es das ‘Schneiderstübchen‘,

die Gaststätte Steinbach

an der Bremer Straße, die Gaststätte

Wiesehahn an der St. Annenstraße, die

dem Neubau der Umgehungsstraße

weichen musste, und die Gaststätte

Dwenger und der Hakenhof von Karl

Reiners, der ‘Oldenburger Hof‘ am

früheren Bahnübergang/heutigen Tunnel

zur Neustadt, die ‘Quakenbrücker

Bierstube‘ der Familie Tepe – heute ein

bayerisches Restaurant, gegenüber vom

Rathaus die ‘Ratsschänke‘ der Familie

Ponnwitz (nach der Restaurierung seit

2018 das ‘Anno 1510‘), auf der Hengelage

die Gaststätte ‘Uhlenflucht‘, wo vor

vielen Jahren ein frustrierter Gast mit

seinem Bagger bis zur Theke gelangen

wollte. Am Ortsausgang nach Bevern

schließlich war es das ‘Haus New York‘,

wo früher die Auswanderer auf dem

Weg über Bremerhaven nach Amerika

einen Zwischenstopp einlegten. Hier

hatte man Glück, wenn Schneiders

Lina ihre Teufelsgeige herausholte und

laut scheppernd auf der Klappe zum

Bierkeller darunter aufstampfte. Ein

besonderes Ambiente lieferte für einige

Jahre das Antiquitäten-Cafe Straub

an der Oldenburger Straße, wo man

auf alten Möbeln seinen Kaffee und

selbstgebackenen Kuchen genießen

konnte. Nahezu jeder Quakenbrücker

hatte seine Gaststätte, wo er nach

Feierabend seine Bekannten traf und

natürlich auch das Neueste erfuhr. In

der Erinnerung waren es früher weitaus

mehr Gaststätten als heute, wo man

eher vom ‘Kneipensterben‘ spricht.

Und Kegeln war in

Quakenbrück schon

früher ein beliebter Ausgleichssport.

Noch heute

treffen sich Kegler der

beiden schon 1897 gegründeten

‘Herrenclubs‘ (‘Meisterclub

zum Kleinen Pferd‘ und ‘Weißer Eber‘)

zum Kegeln und Klönen. Viele weitere

Kegelclubs (gemischt, nur Damen

oder Herren) treffen sich regelmäßig

zum geselligen Sport und lassen nach

gelungenem Wurf gern lauthals ihr

dreifach ‘Gut Holz!‘ erklingen, während

die Sportkegler des AKC Quakenbrück

sich in Meisterschaftsrunden messen.

Gekegelt wurde/wird auf den Bahnen

in der ‘Burgmannschänke‘, bei ‘Gösling‘,

im ‘Hakenhof‘, bei ‘Koppelmann‘ (heute

Balkanrestaurant), bei ‘Thöle‘ oder im

‘Schützenhof‘. Das „Hotel Niedersachsen“

hatte inzwischen einen Besitzerwechsel,

empfängt und betreut aber

weiterhin gern seine Gäste.

Und jedes Jahr im

Sommer feiern die

Schützen der heute

noch vier (früher

fünf) Schützenvereine

ihr Schützenfest.

Nach dem Festumzug ging es früher

zum Schützenplatz, wo ein Extra-Zelt

aufgebaut war, fieberte dem gelungenen

Schuss des neuen Königs entgegen,

um dann bei kühlem Getränk und Tanz

den Abend zu verbringen. Heute stehen

hier feste Schützenhallen mit eigener

Bewirtung zur Verfügung.

Weitere Höhepunkte der Saison waren

zur Karnevalszeit im Saal Gösling

Ähnlich geht es heute den Betreibern

von Kinos. Ein Haushalt ohne Fernseher

ist die Ausnahme. Wer die neuesten Filme

im Kino sehen wollte, dem standen

die heute noch bespielte Schauburg

und in der Neustadt das Olympia-Theater

zur Auswahl.

die Sitzungen mit Büttenreden und

Rückblick auf die Highlights des Jahres,

veranstaltet vom Kolping Karneval und

den Pielepoggen. Und im Schützenhof

28 | mq + Ausgabe Winter 2020


ERINNERUNGEN

fand jedes Jahr der festliche Ball des

Tennisvereins statt. Bälle dieser Art

gibt es heute nicht mehr. Dafür trifft

man sich zum Oktoberfest, gekleidet

mit Dirndl und Krachledernen, in der

Artland Arena oder auch teils ‘behütet‘

seit Jahren wieder beim Artländer

Pferderennen. Und die Jugend feierte

nach vielen fleißigen Trainingsstunden

im Saal bei Thöle oder bei Kuhlmann

(heute Hagspihl) oder bei Gösling ihren

Tanzstundenabschlussball, ihre Schulabschlussbälle

oder zu Weihnachten

ihren Weihnachtsball. Im Fotohaus Bodemann

an der Bahnhofstraße wurden

u.a. die schönsten Hochzeitsfotos oder

vom jüngst geborenen Nachwuchs auf

dem weichen Fell geschossen und zum

Teil im Kasten zur Werbung ausgestellt.

Vorm Fest ging‘s noch schnell zum

Friseur, hier waren es die Salons von

Elisabeth Barlage, Willi Ellermann,

Günther Pause, Willi Petersen, Fritz

Rump, Fritz Scheper und Inge Welling

und Friseur Wigger an der Oldenburger

Straße, nachdem man sich bei Deeken,

Heiber, Köhler, Pape, Penzin & Mieck,

Schmiemann und später im ‘Laden

43‘ in der alten City Passage (heute

Gästehaus des Hotels Hagspihl) neu

eingekleidet hatte, denn hier gab es

für Damen und auch Herren stets den

neuesten Chic. Für den passenden Hut

sorgte die Hutmachermeisterin Hedwig

Brengelmann in der Kleinen Mühlenstraße.

Und die neueste Schuhmode

gab‘s früher u. a. bei Willi Risto in der

Langen Straße und bei Heinz Risto in

der Bahnhofstraße, ebenfalls bei Holterhus

(damals noch an der Hasestraße),

bei Stehle in der Kl. Mühlenstraße und

bei Meiners in der Farwicker Straße.

Beim Kauf von Lederwaren und Koffern

wurde man als Kunde bei Möllmann

in der Goldstraße und bei Leder Lange,

später Ahrling bestens bedient. Nach

dem Kauf eines Koffers stand das

Reisebüro ‘Lukas Reisen‘ mit Rat und Tat

zur Seite.

Die Lange Straße, durch die bis zum Bau

der Umgehungsstraße 1973 der Verkehr

auf der B 68 führte, war schon immer

die Hauptgeschäftsstraße. Hier waren

viele Geschäfte, die es heute gar nicht

mehr gibt oder wenigstens unter anderem

Namen liefen, wie zum Beispiel an

der Ecke Gr. Kirchstraße die Gaststätte ‘

Zur Börse‘, zeitweilig auch mal ‘Darijas

Night Club‘ oder heute der beliebte

Treffpunkt ‘Im Eimer‘. Da waren der

Zigarren- und Zeitschriftenhandel Bockstiegel,

die Fleischerei Wilkens, das

Modehaus Schmiemann und ein Stück

weiter die Orthopädie Joseph Vallo,

heute Seidel und daneben das Hotel

Kuhlmann, heute Hagspihl. Und bei der

heutigen Weinhandlung Kruse wurde

nicht nur Wein abgefüllt und verkauft,

sondern damals auch noch der beliebte

Dr. Kern Klosterkräuter produziert.

Auf der anderen

Straßenseite war viele

Jahre das Bekleidungshaus

Köhler, und da, wo heute

das Gästehaus vom Hotel

Hagspihl steht, lag die neu gestaltete

City-Passage mit häufig wechselnden

Geschäften. Und im heutigen

Haus von Electronic-Partner Deters war

mitten in der Stadt ein Coop-Markt mit

seinem reichhaltigen Angebot.

Mit den sonstigen Artikeln des täglichen

Bedarfs (Knöpfe, Nadel und Faden,

Pötte und Pannen und auch Bekleidung)

versorgte man sich im Kaufhaus Hohe

Pforte. Für Handarbeitsartikel waren

die Damen Schierbaum in der Langen

Straße die richtigen Ansprechpartner.

Im gleichen Haus gab es auch in einem

kleinen Laden der Familie Lorenz Bilderrahmen

und Kruzifixe, Rosenkränze und

Heiligenfiguren, sogenannte Devotionalien.

Neben dem früheren Café Cassellius

war für viele Jahre das Fachgeschäft

Brillen-Gillen ansässig, heute Deutsches

Rotes Kreuz. Wäscheartikel und Bettwaren

gab‘s gegenüber bei Brodtmann

in der Lange Straße und bei Betten

Dieckmann am Schiphorst, ebenso bei

Glüsenkamp an der Menslager Straße.

Direkt gegenüber war die Zentrale von

Familie Töller, die stets zur Stelle war,

wenn ein Taxi benötigt wurde. Und wer

seine Wäsche gewaschen, gemangelt

oder chemisch gereinigt haben wollte,

wurde in der Wäscherei Brinkmann an

der Bremer Straße bestens bedient.

Auch die Schnellreinigung Becker an der

Kl. Mühlenstraße und der Waschsalon

Heinzelmann am St. Antoniort sorgten

stets für gereinigte Kleidung. Und wo

heute Ernsting‘s Family seine Kunden

mit Kleidung versorgt, war früher der

Seifenplatz, später ‘Ihr Platz‘, bis auch

die nachfolgende Schlecker Filiale den

Ort wieder verließ.

In der Wilhelmstraße ansässig war der

Großhandel für u.a. Drogerieprodukte

Heinrich Ostermöller, der im Hinterhof

Ausgabe Winter 2020 mq + | 29


Das Artland-Magazin.

auch eine Tankstelle betrieb und immer

wieder mit besonderen Werbesprüchen

auf sich aufmerksam machte,

wie zum Beispiel ‘Bist du des Lebens

nicht mehr froh, tank‘ bei H 2 O !‘ Am

Ende dieser Straße hatte Karl Möller

seinen Zimmereibetrieb, während

man gegenüber beim Landhandel

Knostmann u. a. Kartoffeln und Kohlen

erhielt. Und ein paar Häuser davor

hatte Hans Fangmeyer seine Werkstatt

für Heizungs- und Sanitäranlagen. Mit

dem Bau der Umgehungsstraße 1972

musste an der Ecke Wohldstraße / St.

Annenstraße der dort lange ansässige

Landhandel Götting seinen Betrieb einstellen.

Anthrazit- und Eierkohlen oder

auch Heizöl brachten die Firmen Möller

von der Kleinen Mühle und Lanfer von

der Bahnhofstraße. Hier war auch die

BMW-Werkstatt Dähnke angesiedelt.

Und wer einen VW besaß, fuhr damit

zur Werkstatt Hollermann, später

Brinker an der Badberger Straße, heute

ein Stück weiter im Autohaus B 68 der

Familie Böcker. Ford-Fahrer hatten ihre

Werkstatt bei Winter in der Hindenburgstraße.

Während Werner Nienhaus

neben der Kleinbahn-Gaststätte

seine Peugeot-Kunden betreute und

hier auch eine Tankstelle vorhielt, war

es in der Kl. Mühlenstraße Reinhard

Schulte, der sich hier vorrangig um die

eleganten italienischen Autos wie Lancia

kümmerte. Und bei Lackschäden am

Auto war die Lackiererei Bodo Kramer

an der Badberger Straße der richtige Ansprechpartner.

Direkt daneben war die

bei vielen Autofahrern beliebte Reparaturwerkstatt

Wolfgang Hentschel. Und

in der Bahnhofstraße gab‘s bei Heinz

Freese immer frischen Sprit, Zigaretten

und Süßigkeiten, und für den Reifenwechsel

und kleinere Auto-Reparaturen

stand er stets bereit.

Bei Gummi Schmidt in der Artlandstraße

fanden die Autobesitzer immer die

richtigen Reifen für ihr Fahrzeug, dazu

vom Chef den passenden Schnack. Über

viele Jahre standen an der Wohldstraße

die Renault-Werkstatt Kramer und einige

Häuser weiter die Werkstatt Gürtler

mit Rat und Tat zur Seite. Die Mercedes

-Fahrer werden weiterhin bei Böcker an

der Hindenburgstraße bedient, während

Opel-Fahrer weiterhin bei Menslage

mitten in der Stadt ihre Werkstatt

finden. Die heute am Ort vertretenen

Autowerkstätten mit Fahrzeugen aus

Fernost sind erst seit einigen Jahren

hier mit ihrem Angebot aktiv.

Neben den Fahrzeugen der verschiedenen

Autohändler und -werkstätten waren

auch immer Fahrräder ein beliebtes

Verkehrsmittel. Ein großes Angebot bot

immer mit den neuesten Modellen der

Kynast Werkshop. Weitere verschiedene

Fahrradhändler vor Ort waren in der

Menslager Straße der Fahrradhandel

mit Werkstatt Friedrich Fischer, in der

Koppelstraße der Zweiradshop von

Heinz Henemann, Friedel Gundelach in

der St. Annenstraße und Herbert Krümpelmann

in der Plückmannstraße.

Wer neue Möbel gebrauchte, ging vor

Ort zu Möbel Wank in der Neustadt

oder zu Eicher oder Möbel Rump und

fuhr nicht nach Bramsche, Osnabrück

oder Vechta. Und für Tischlerarbeiten

war in der Neustadt die Tischlerei

Loddeke zuständig, und nach der

Gebietsreform 1972 kam noch der Tischlermeister

Tewes im Stadtteil Hengelage

dazu, während in der Straße Am

Deich Wilhelm Hackmann, später Fritz

Grundmann ihre Werkstatt hatten. In

der St. Annenstraße waren die Familien

Schagemann, später Wolstermann und

Bergfeld tätig, heute Waldemar Ristok.

Hier nebenan war gleich der Malermeister

Bentlage, der sich auch wie die

Fa. Kappler an der Langen Straße und

die Fa. Heuermann am Loxterhof um

die Malerarbeiten kümmerte. Am St.

Antoniort gab es vor vielen Jahren noch

Lampen bei Hans-Dieter Meyer, während

ein paar Häuser weiter über viele

Jahre die Bahnspedition Menke-Schill

als Ansprechpartner für Kleintransporte

ihren Betrieb hatte. Ein weiteres

Transportunternehmen bot die Familie

Hoeck/Grassow an der Artlandstraße.

Und wer sich ein Radio oder gar schon

einen Fernseher kaufen wollte, ging zu

Elektro Dähnke am Loxter Hof oder ließ

sich bei Benken-Lanfer in der Alenconer

30 | mq + Ausgabe Winter 2020


ERINNERUNGEN

Straße oder bei Götzelmann & Pötter an

der Oldenburger Straße oder bei Elektro

Brockschmidt am Bahnübergang/später

Tunnel beraten, die die Geräte nicht nur

aufstellten, sondern auch gern – wenn

nötig – vor Ort zur Reparatur bereit

waren. Im Gebäude der heute sehr

beliebten italienischen Eisdiele war der

Laden von Elektro Wichert. Viele Jahre

war auch Elektro Take (heute Claas ) im

Ort vertreten. Nicht vergessen sind auch

die Elektromeister Stottmann und Wolfgang

Stieber an der Schulstraße. Wer

Nägel oder Schrauben (sogar einzeln)

oder Werkzeuge und später auch Angel-

Utensilen gebrauchte, ging zu Burke oder

bei Baumaterialien zu Preemann, später

Hollenberg am Bahnhof.

wurde bei Zaunbau Banko fündig.

Über viele Jahre war Fliesen Kramer

bekannt für gute Arbeit, auch für den

Bau von Kaminen. In den Räumen

des ehemaligen Metallbaubetriebes

Brasch sind heute Teile des DIL

(Deutsches Lebensmittelinstitut) untergebracht.

Für die Entsorgung von

Lumpen, Altpapier und Blechen sorgte

die Fa. Uhlig/Klimek zunächst an der

Deichstraße, später im Himmelreich.

An der Bremerstraße war damals

auch noch der Produktenhandel Vollmer

ansässig.

Straße bot für einige Jahre auch das

Fachgeschäft Brzoska Papier- und

Schreibwaren und Geschenkartikel an.

Im Gebäude Lange Straße 22, wo sich

heute die Geschäftsstelle der Artland

Dragons befindet, war früher das Papierfachgeschäft

und die Druckerei mit Verlag

Trute, in der auch manche Facharbeit

perfekt gedruckt und gebunden

wurde. In der Kl. Mühlenstraße

gleich neben Burke gab es für die

Raucher bei Diekhaus die große

Auswahl an Tabakwaren,

Viele Privatgebäude und auch öffentliche

Gebäude (Artland Arena und die jetzt

abgerissene ehemalige Hauptschule mit

O–Stufe) wurden vom Architekturbüro

Mack geplant. Beim Neubau waren die

Baugeschäfte Bröcker & Wielage, die

Bauunternehmen Georg Kemme und

Knaack und Koste wie auch der Architekt

und Bauunternehmer Wilhelm Magnus

entsprechende Ansprechpartner,

während Wilhelm Bosse bei Dachdeckerarbeiten

und bei Klempnerarbeiten

Adolf Stratmann an der Kreuzstraße und

Rolf Franke an der Gr. Kirchstraße helfen

konnten. Und wer einen Zaun suchte,

Wer einen Kinderwagen gebrauchte

oder Spielzeug für die Kinder suchte,

wurde im Geschäft der Fa. Georg

Nolte bestens beraten. Hier konnte

uns sogar damals noch der angestellte

Korbflechter Leo Westerkamp die

Sitzfläche eines Stuhles fachgerecht

reparieren. Ein Fachmann für Schreibwaren

und Feinmechanik war Kurt

Beholz in der heutigen Alenconer

Straße. Er konnte allen helfen, wenn

die Schreibmaschine mal wieder

streikte. Im Gebäude der ehemaligen

Schlachterei Witte an der Langen

Spielwaren und auch Porzellanartikeln.

Ebenso Porzellanwaren boten an der

Ecke Lange Straße/Kl. Mühlenstraße

(heute DER- Reisebüro) über viele

Jahre die Schwestern Lotz und Heinrich

Ortgies an der Bahnhofstraße. Später

kamen die Firma Burke und die Firma

Ratermann mit ihrem Angebot von

Porzellan dazu. Und früher gab es hier

noch die Buchhandlung Robert Kleinert,

in der u. a. auch der “Artländer Anzeiger“

gedruckt wurde. Später war hier die

Buchhandlung Janßen, später bis 2020

Buchgalerie Artland, die die Quakenbrücker

mit der neuesten Literatur und

Schreibwaren versorgte. Und gleich an

der Ecke neben den ehemaligen Grundschulen

deckte sich in der Bäckerei Vater

manch ein Kind noch vor der Schule mit

einem Negerkuss-Brötchen oder leckeren

Süßigkeiten ein. Über viele Jahre bot in

der Lange Straße die Familie Bockstiegel

den Quakenbrückern Rauchwaren, Zeitungen

und Zeitschriften jeder Art und

die Möglichkeit beim Lotto-Spiel zum

Millionär zu werden. Hier war auch der

Bierverlag Thöle zu finden, der die Gast-

Ausgabe Winter 2020 mq + | 31


Das Artland-Magazin.

stätten im Ort und in weiter Nachbarschaft,

aber auch manch‘ Privatkunden

mit Getränken versorgte, ebenso auch

der Bierverlag Tepe an der Bremerstraße

und später auch noch der Getränkehandel

Marian Kiebler. Mit Gemüse

und Obst versorgte die Familie Ulbert

die Märkte in der weiteren Umgebung.

Und für die Versorgung mit frischen

Eiern sorgte Eier Pawellek.

Und Blumen, ob als Geschenk, für

Zuhause oder den Friedhof gab‘s bei

Kanemann in der Kl. Mühlenstraße,

bei Thönebe an der Bahnhofstraße, bei

Overmeyer neben der St. Marienkirche,

bei der Gärtnerei Ephraim Jenke in der

Alenconer Straße, bei der Friedhofsgärtnerei

Landwehr am Steimelager Weg

oder später noch bei Blumen Jäger an

Das ist ja interessant...

der Oldenburger Straße. An der Badberger

Straße war für Jahrzehnte auch

der Steinmetzbetrieb Ernst und Friedel

Höhndorf ansässig.

Während man heute gern außerhalb

des eigenen Haushalts zum Essen geht,

sei es zum Bistro, zum Döner oder zu

einem der in der Stadt ansässigen ausländischen

Restaurants mit Balkanspezialitäten

oder griechischen, italienischen

oder chinesischen Speisen, war

es früher mehr die deutsche Küche, die

man sich zu besonderem Anlass gönnte.

Beliebt war die Gaststätte der Familie

Götting, die ‘Hopfenblüte‘, ein Gebäude,

das gern fotografiert, aber leider nicht

mehr als Gaststätte betrieben wird.

Beliebt war auch die ‘Kampklause‘ auf

dem Hakenkamp der Familie David.

Heute wird sie von der Familie Abeln

unter dem Namen ‘Kleines Restaurant‘

weitergeführt. In der Gr. Mühlenstraße

war früher noch die ‘Hubertusklause‘

der Familie Dietzel, heute das Restaurant

‘Heimatstube‘.

Früher war hier im Obergeschoss noch

ein kleines Museum, die Anfänge

des Quakenbrücker Stadtmuseums,

eigentlich eine gute Idee, etwas Gutes

für Körper, Geist und Seele miteinander

zu verbinden. Seit 2018 neu in der Stadt

ist das ‘Anno 1510‘ – die älteste Herberge

und Schänke (früher Ratsschänke) in

einem der ältesten Häuser der Stadt,

sehr aufwendig und gelungen restauriert

und bei gleichzeitiger Nutzung

von Teilen des alten Marktplatzes ein

beliebter Treffpunkt.

Auch viele Ärzte haben sich über die

Jahre um die Quakenbrücker gekümmert.

Sie sind heute nicht mehr tätig,

zum Teil auch schon verstorben, aber

auch nicht vergessen. Es sind die

Allgemeinmediziner von Auenmüller,

Conradt, Diekmann, Goltz, Henneke,

Herweg, Kottke, Poweleit, Schmidt,

Spangenberg, Strangmeier, Tüting

und Wallrabenstein, die Kinderärztin

Weyerbrock, der Augenarzt Löpping,

die Frauenärzte Hofmann, Partzsch und

Schöneich, die HNO-Ärzte Franke und

Poerschke , die Urologen Jantos und

Christlieb, der Heilpraktiker Mannheim

und die Zahnärzte Ewe, Hardt, Hesemann,

Kiehl, Kristen, Nobis, Sieglaff,

Sundermeyer und Woerndle. Die Stadt

verlassen hat vor einigen Jahren der

Apotheker Volker Trinks, der viele Jahre

in seiner “Mersch-Apotheke“ seine

Kunden bestens betreut hat. Vor dem

Bau des Tunnels war an der Hasestraße

noch die Apotheke “Zur Neustadt“ des

Apothekers Noack, während Dieter

Brandhoff mit der “Löwen-Apotheke“

in der Langen Straße und später Kerstin

Figura hier über viele Jahre ihre Kunden

bestens betreute.

Alle 14 Tage neu!

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Die Lokalzeitung für den nördlichen

Landkreis Osnabrück, Südoldenburg und

einen (kleinen) Teil des Emslandes

Redaktion und Anzeigenannahme:

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Fotos: Archiv Stadtmuseum, Bersenbrücker Kreisblatt, Archiv Detlef Bülow

Viele Namen, viele Geschäfte und viele

Erinnerungen, die es wert sind, noch

einmal ins Gedächtnis zurückgerufen

zu werden und vielleicht auch Dank zu

sagen.

32 | mq + Ausgabe Winter 2020


ERINNERUNGEN

- Alten- und Pflegeheim

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Ausgabe Winter 2020 mq + | 33


Das Artland-Magazin.

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34 | mq + Ausgabe Winter 2020


GESUNDHEIT

Qualifizierter Check

und perfekte Hilfe

bei Venenleiden

Berührungsfreies Vermessen per 3D-Scanner, kompetenter

Venencheck sowie ein großes Sortiment an Kompressionsstrümpfen

und Bandagen bieten optimale Lösungen

Das Schuh- und Sporthaus Holterhus ist

eine echte Institution in der Quakenbrücker

Einzelhandelslandschaft. Bekannt für

das umfangreiche Sortiment an Schuhmarken

und Sportartikeln sowie für qualifizierte

Orthopädie und Analysetechniken

haben Anke und Jürgen Holterhus ihr

Sortiment 2019 um den Bereich Kompressionsstrümpfe

und Bandagen erweitert.

Und dieser Bereich kann sich sehen lassen:

In den extra für diese Thematik geschaffenen

Räumen trifft der Kunde auf einen

hoch modernen 3D-Scanner, der berührungsfrei

und millimetergenau Füße und

Beine bis zur Hüfte vermisst. Während

der Kunde entspannt auf einer Plattform

steht, umrundet ihn ein Scanner zur detaillierten

Messung.

Venenmessgerät:

Anhand der Licht-Reflexions-

Rheographie wird die Funktion

der Oberflächenvenen in den

Beinen überprüft.

Foto: Holterhus

„Im Gegensatz zu der früheren Messung

per Hand empfinden die Kunden diese

Lösung als sehr angenehm“, berichtet

Anke Holterhus. Je nach Bedarf und

Messung erhält der Kunde den für ihn

passenden Kompressionsstrumpf - entweder

aus dem Standardsortiment oder

als Maßanfertigung. Im Nachbarraum

wird der Strumpf dann gemeinsam mit

dem geschulten Fachpersonal anprobiert.

Dabei werden alle Fragen rund um Farbe,

Strumpfvariante sowie Zuzahlung von

den freundlichen Ansprechpartner*innen

beantwortet. Übrigens: Reise- und

Stützstrümpfe sind ebenfalls ohne Rezept

vorrätig bzw. kurzfristig auf Bestellung

erhältlich.

„Neuerdings bieten wir einen weiteren Extra-Service

in Form einer Venenmessung

mithilfe der Licht-Reflexions-Rheographie

an“, freut sich Anke Holterhus. „Mit Hilfe

dieser Methode wird die Funktion der

Oberflächenvenen in den Beinen über den

Muskelpumpentest überprüft. Diese Messung

gibt Hinweise über das Fließverhalten

des Blutes und lässt auf die Funktionstüchtigkeit

der Beinvenen schließen.“

Zeigt das Resultat ein Venenleiden, bietet

Holterhus die entsprechende Therapie in

Form von passgenauen medizinischen

Kompressionsstrümpfen.

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oder weitere Informationen

erhältlich unter 05431 9070410

oder per E-Mail an ortho@holterhus.de.

Der hoch moderne 3D-

Scanner ermöglicht

ein millimetergenaues,

berührungsfreies

Vermessen von Füßen

und Beinen.

Freundlich und fachlich versiert:

Claudia Kühnel ist im Hause Holterhus

Ansprechpartnerin für Venencheck, Vermessung

und Kompressionsstrümpfe.

Foto: Holterhus

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Unsere Partner im Bereich

Kompressionsstrümpfe:

Ausgabe Winter 2020 mq + | 35


Zimmerei

Bauunternehmen

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GmbH & Co.KG

Yannik-Bernhard Bäker

Restaurator im Zimmerer-Handwerk

Zimmermeister – Dachdeckermeister

Martin Hugenberg

Energieberater

Zimmermeister

Energetische Gebäudesanierung vom Fachbetrieb

Wir wünschen allen

ein frohes Weihnachtsfest

und einen guten Rutsch

in‘s neue Jahr!

Auch in diesem Jahr:

Ab dem 10. Dezember

beginnt unser großer

Badberger Straße 18 · 49610 Quakenbrück

Telefon 0 54 31/40 21 · www.zimmerei-baeker.de

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Die Büste Sophie ist ein zauberhafter Blickfang am Ende der Rosenbögen.

Fotos: Alexandra Lüders

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36 | mq + Ausgabe Winter 2020


25 JAHRE

KOMPETENZ UND

KUNDENORIENTIERUNG

Perfect Service Roitsch feierte Jubiläum von Alexandra Lüders

Foto: Alexandra Lüders

Im Oktober feierten Marion

und Jürgen Roitsch

das silberne Jubiläum

ihres Unternehmens

„Perfect Service Roitsch

Büro- und EDV-Bedarf“

an der Langen Straße 7

in Quakenbrück.

Seit 25 Jahren bietet das

Ehepaar seinen Kunden auf

180 Quadratmetern ein breites

Dienstleistungszentrum. 1995

starteten sie mit ihrer Geschäftsidee

in ihrer Badberger

Privatwohnung. Jürgen Roitsch

absolvierte diverse Lehrgänge

und begann zunächst mit dem

Recycling von Tonerkartuschen.

Als Roitsch’s 2002 ihren ersten,

68 Quadratmeter großen Laden

an der Langen Straße 18 anmieten

konnten, war die Technik

damals noch nicht so breit

vertreten wie heute. Das kleine

Domizil beinhaltete einen reich

frequentierten Kopierer, Bürobedarf,

Tinten und Toner. „Wir

haben drei Jahre gebraucht, bis

unser Kundenstamm aufgebaut

war. Als die Bastelkiste

gegenüber geschlossen wurde,

konnten wir unser Programm

erweitern und auf 20 000 Artikel

aufstocken“, erinnert sich

Marion Roitsch.

Endlich konnte sie alle ihre

Schätze im Bereich der Schreibwaren

und Geschenkartikel

als auch Glückwunsch- und

Trauerkarten ohne räumliche

Enge präsentieren. Auch bietet

sie hier eine große Auswahl an

Stiften, Stickern, Schulbedarf,

CD-Hüllen sowie jahreszeitliche

Kalender und Weihnachts- und

Osterkarten. Es gibt sogar

Aquarellpapier, Kalligraphie-

Stifte und Acrylfarben.

Sehr gut angenommen werden

ihre Copy-Shop-Dienste

wie Laminieren, Dokumente

einscannen und in diversen Formaten

kopieren. In der Welt der

Technik kennt Jürgen Roitsch

sich bestens aus:

Er verkauft Computer, Drucker,

Notebooks und Telefone, die er

einrichtet, repariert und wartet.

In seiner Werkstatt und auch

vor Ort sorgt er dafür, dass die

Büromaschinen optimal laufen,

bei Bedarf bietet Jürgen Roitsch

Zubehör und Verbrauchsmaterialien

an.

Seit fünf Jahren gehören der

Verkauf und die Reparatur von

Registrierkassen ebenfalls in

sein Ressort. Heute ist das Geschäft

eine etablierte Adresse.

Die Kunden kommen gern in

den Laden, denn hier ist fast

alles vorrätig oder kann schnell

bestellt und geliefert werden.

Marion Roitsch engagiert

sich im Vorstand der Initiative

Quakenbrück. Bei ihr gibt es

auch die gefragten IQ-Einkaufs-

Gutscheine.

„Wir möchten vor allem die

Wünsche unserer Kunden

erfüllen und halten die Ohren

immer offen. Das gehört zur

Firmenphilosophie.“, resümiert

der Jubilar. Seine Frau und er

besuchen regelmäßig Messen,

um immer auf dem aktuellen

Stand zu sein. Denn sie hoffen,

dass alles so weiterläuft.

Foto: Alexandra Lüders

REGISTRIERKASSEN

Bürobedarf, Tinte, Toner...

Auch die aktuellen Kalender für 2021 sind hier zu finden. Foto: Alexandra Lüders

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REPARATUREN

Ausgabe Winter 2020 mq + | 37


Behagliches Ambiente für eine gute, individuelle Beratung.

170 Jahre und

kein bisschen leise...

Rapin in Quakenbrück liefert handwerkliche

Perfektion in sechster Generation

1850 gegründet, feiert Familie Rapin im

schwierigen Corona-Jahr 2020 das 170ste

Firmenjubiläum.

„Selbstverständlich leidet der Einzelhandel

unter der aktuellen Situation“,

betont Hörakustik- und Augenoptikermeisterin

Wiebke Rapin-Rohe auf unsere

Nachfrage, „aber wir machen das Beste

daraus und versuchen, unseren Kunden

mit besonders gutem Service nahe zu

sein.“

Unsere qualifizierten und erfahrenen Fachkräfte

bieten Ihnen die Hilfe, die Sie zu Hause brauchen.

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Ansprechpartner: Frau Rola-Cieslak (Pflegedienstleitung) · Frau Hoffmann (Verwaltung)

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Punkten mit hochwertiger

Beratung: (v.l.) Julian Brinkmann,

Wiebke Rapin-Rohe,

Doris Rapin, Pelle Spalthoff

Neben dem großen Sortiment an herrlichem

Schmuck, modernen Brillen und

hochwertigen Hörgeräten bietet das

Familienunternehmen eine sehr qualifizierte

und persönliche Beratung, die die

Kunden zu schätzen wissen.

Eine detaillierte Augenprüfung und

Sehberatung, individuelle Kontaktlinsenanpassung

sowie der umfassende

Reparatur-Service sind nur einige der vielen

Vorteile, mit denen Rapin im Bereich

Optik punktet.

„Ein immer größer werdender Bereich

bei uns ist die Hörakustik“, erklärt

Wiebke Rapin-Rohe. „Wir führen

Hörsysteme namhafter Hersteller und

sind Lieferant aller Krankenkassen.

Unseren Kunden bieten wir neben

kostenlosen Hörtests auch kostenloses

Probetragen.“ Alle Leistungen

werden in einem sehr persönlichen

Umfeld und – nach Möglichkeit – mit

immer den gleichen Ansprechpartnern

erbracht. Selbstverständlich

gehört die Kontrolle und Reparatur der

Hörgeräte sowie der Batterieservice zum

Angebot dazu.

„Wer für seine Liebsten schönen

Schmuck oder eine tolle Uhr gefunden

hat, kann diese sofort festlich verpackt

mitnehmen“, fügt Wiebke Rapin-Rohe

lächelnd hinzu, „und für diejenigen, die

erst nach 18:00 Uhr Zeit haben, bieten

wir auf Anfrage gerne Beratungszeit in

den Abendstunden.“

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KOSTENLOSER Hörtest

Ausgabe Winter 2020 mq + | 39


Das Artland-Magazin.

Engerer Vorstand

verjüngt – „Nicht

nur Verschönerungsverein“

Von Bernard Middendorf

Voller Tatendrang:

Der Vorstand des Heimatvereins Quakenbrück

mit Heiko Bockstiegel (Beisitzer),

Burkhard Kruse (Kassenwart), Dorothee

Felstermann (2. Vors.), Claudia Wüst (Beisitzerin),

Eva-Christin Hilgefort (Schriftführerin),

Stadtdirektor Claus Peter Poppe und Peter

Hohnhorst (TourismusMarketing Artland)

Heimatverein Quakenbrück stellt sich neu auf

Durchführung

aller Malerarbeiten

Über 100 Jahre alt ist der Heimatverein Quakenbrück. Er hat in

dieser langen Zeit wahrlich Höhen und Tiefen erlebt. Aktuell

stellt sich der Vorstand neu auf und will 2021 trotz Corona

mit einer Reihe von Ideen – mannschaftsorientiert und

kreativ – durchstarten. „Wir wollen nicht nur ein Verschönerungsverein

sein“, sagt einer. Genau das war die Bezeichnung der

Vorgängerinstitution, die bereits 1909 aus der Taufe gehoben wurde.

Obwohl es häufig schwierig war, Mitglieder für die ehrenamtliche

Arbeit zu gewinnen, gab es stets Freiwillige, die die Ärmel aufkrempelten.

Wenn es sein musste, sogar im Notfallmodus – mit viel Pragmatismus

sowie einem gerüttelt Maß an Erfahrung. „„Wir machen

jetzt erst mal gemeinsam auf Sparflamme weiter. Die Ausschüsse

werden uns schon helfen“, schlug Heinrich Böning 2015 vor, als kein

1. Vorsitzender in Sicht war. Als fachlich versiertes Urgestein hat Böning

oftmals die Geschichte in des Wortes doppelter Bedeutung am

Leben gehalten. Er wurde auf Vorschlag des Vorstandes, den Renate

Rengermann drei Jahre geleitet hatte, zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Kandidatensuche für den vakanten Posten des 1. Vorsitzenden

sollte kein Grund sein, den eigenen Tatendrang zu bremsen.„Wir sind

ein unternehmungslustiges Team“, schreibt Dorothee Felstermann

als 2. Vorsitzende und listet eine ganze Reihe von Projekten auf, die

geplant sind oder gar schon in Angriff genommen wurden. Eine Broschüre

„Denkmalgeschützte Gebäude in Quakenbrück“ gehört genauso

dazu, wie etwa eine Nistkästenaktion mit der DLRG zur Veranstaltung

‚Quakenbrück Natürlich‘, die coronabedingt verschoben wurde,

oder wie die Ideen zu einer Schilderreihe „Quakenbrück Gestern und

Heute“ oder zu einer Miniatur-Burgmannstadt als Bronzemodell.

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HEIMATVEREIN QUAKENBRÜCK

Nicht zu vergessen: Das Projekt Stadtverschönerung in

Zusammenarbeit mit der Initiative Quakenbrück (IQ) sowie

mit Politik und Verwaltung. Eine originäre Aufgabe des

Heimatvereins solle es werden, dem Rat Vorschläge zur

Verleihung der begehrten Denkmalschutzplakette einzureichen,

unterstreicht Stadtdirektor Claus Peter Poppe, der

sich 2015 – wie auch Bürgermeister Paul Gärtner – für dessen

Bedeutung stark gemacht hatte: „Wir werden das ideell und

persönlich unterstützen. Aufgaben gibt es genug, ob Pflege

des Plattdeutschen oder des Stadtbildes. Der Heimatverein

kann hier viele Akzente setzen.“ Der Verein müsse bleiben,

weil er gebraucht wird.

So sollte es in einer Kommune, die anstrebt, den Titel einer

Hansestadt zu führen, auch sein. Als Stadtführer staune er

oft, wie viele erhaltenswerte Ecken es gebe, so Gärtner. Nicht

nur Denkmalspflege, sondern den Schutz der Natur, Landschaft

sowie der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt hat

man sich auf die Fahnen geschrieben. Aufgabenfelder und

selbstgesetzte Ziele der kulturellen Arbeit sind z. B. die Pflege

des heimatlichen Brauchtums, Archivierungen, die Förderung

des Fremdenverkehrs oder Ausstellungen.

Markanter Ausgangspunkt für Wanderungen,

aber auch Impuls für eigene Projekte:

Vorstandsmitglieder und Vertreter der Stadt

inspizierten die Info-Tafel „TERRA.track:

Haseaue“ am Neuen Markt

Bereits realisiert wurden u.a. die „Quakenbrücker Umschau“,

Vorträge, Plattdeutsche Abende, Exkursionen zu Fuß oder

per Rad, Broschüre „Stolpersteine‘ - Juden in Quakenbrück“,

die auch textlich erneuerte Beschilderung des Natur- und

Gewässerlehrpfades, Autorenlesungen in Kooperation mit

der Samtgemeindebücherei und dem Förderverein des Stadtmuseums.

Zwar liegt die Burgmannstadt nicht direkt im Natur- und

Geopark TERRA.vita, aber mit großem Engagement der TMA

wurde erreicht, dass es den TERRA.track: Haseaue jetzt auch

in Quakenbrück gibt.

Jederzeit gern gesehen sind Interessenten und tatkräftige

Helfer, die sich unter 05431/9089021 oder auch per E-Mail

unter d.felstermann@t-online.de melden können.

Taxi- und

Mietwagenfahrten

bis 8 Personen, sowie:

• Kranken- und Behindertenfahrten auch für rollstuhlgebundene

Menschen mit Begleitung bis hinter die Haustüre

• Begleitservice bei Arztbesuchen

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MARTINSMARKT 2020 ABGESAGT!

Amtlich und vernünftig:

Wegen der Corona-Pandemie und den aktuell hohen Infektionszahlen

wurde der Teil-Lockdown vorerst bis zum 20.12.2020 verlängert.

„Gerade jetzt, da wir so viel an Weihnachten und an den kommenden

Jahreswechsel denken, wünsche ich mir und wünsche ich uns allen, dass

wir mehr denn je miteinander und füreinander einstehen“ Zitat unserer

Bundeskanzlerin Angela Merkel, veröffentlicht am 27.11.2020 (NOZ).

Zum Schutz von uns selbst und anderen bitten auch wir darum, dass sich

alle an die neuen Regelungen und Beschränkungen halten, nur so ist das

Virus einzudämmen.

Sobald wir das gemeinsam geschafft haben, werden wir spontan neue Ideen

umsetzen. Wir könnten uns vorstellen, einen gemütlichen Wintermarkt

mit Glühwein, Eisstockschießen, Crepes …. und natürlich Ausstellern zu

organisieren, die ebenso spontan sein können wie wir; vielleicht auch eine

„Weiße Nacht“….

Lichtblick im Corona-Dunkel:

Bitte informieren Sie sich unter www.groneick.de, um spontane Veranstaltungen

nicht zu verpassen.

Bis zum Wiedersehen bleiben Sie alle munter, vorsichtig, aufmerksam und

gesund. Haben Sie schöne Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2021.

Liebe Grüße

Das Organisationsteam Martinsmarkt


Das Artland-Magazin.

Lichtsicht7 Nao Yoshigai

Lichtsicht7 Refik Anadol

Lichtsicht7 Jeffrey Shaw

Die erste lichtsicht in Bad Rothenfelde

fand im Herbst des

Jahres 2007 statt. Westeuropas

größtes Gradierwerk wurde

hierbei als Projektionsfläche

genutzt. Die vergangenen

6 lichtsicht Projektions-Biennalen haben

Maßstäbe für die Qualität der Veranstaltung

gesetzt. Klangvolle Namen der

internationalen Kunstszene wie William

Kentridge, Robert Wilson, AES+F, Sigalit

Landau, Kanjo Také, Ryoji Ikeda, Eyal

Gever oder Rosalie waren fasziniert von

der Möglichkeit, ihre Kunst auf dieser

verästelt strukturierten, feuchtglitzernden

Projektionsfläche der Gradierwerke

zu erleben, die ihren Werken einen Zauber

verlieh, der in keinem Museum der

Welt möglich ist. Für Bad Rothenfelde

hat sich dieses einzigartige Kunstevent

zum unverzichtbaren Kulturereignis entwickelt.

Diese kulturelle Veranstaltung

ist eine magische Mischung zwischen

höchstem, intellektuellem Anspruch

und gleichzeitig beste Unterhaltung für

Groß und Klein. Es ist ein Erlebnis für alle

Sinne: Die Augen, die Ohren, der Atem

und vor allem der Geist werden beim

abendlichen bis nächtlichen Flanieren

gleichermaßen inspiriert.

Ich habe die Premiere damals leider

nicht miterlebt, auch die darauf folgenden

Veranstaltungen habe ich immer

wieder verpasst, oder es ist mir etwas

dazwischengekommen. Darum dachte

ich mit Wehmut an das zurück, was ich

verpasst hatte und das hat gerade mich

als Fotograf mächtig geärgert. 2016 hat

meine Frau in der Zeitung gelesen, dass

im Foyer des Kurmittelhauses eine Fotoausstellung

von der lichtsicht gezeigt

wird, also machten wir uns auf den Weg

und sahen uns diese Ausstellung an.

Dabei haben wir beschlossen, dass wir

uns die nächste lichtsicht auf keinen Fall

entgehen lassen werden, denn wo in

der Welt können Projektionen über eine

10.000 qm Rieselfläche der Gradierwerke

mit einer Gesamtlänge von 312 m auf 10

m Höhe Besucher begeistern? Allein ein

Werk kann bis zu 312 m lang sein. Diese

Dimension ist gigantisch und in ihrem

natürlichen wie historischen Setting

weltweit einzigartig.

Mit moderner Projektionstechnologie

startete dann in diesem Herbst die

lichtsicht 7. Es wurden neue Projektoren

angeschafft, die eine deutlich höhere

Qualität sowohl bei der Bildauflösung

als auch bei der Datenverarbeitung

garantieren und trotz eines verringerten

Budgets sind mehr Positionen denn je

zu erleben. Dies gelingt, weil neben den

etablierten, international bekannten

Künstlern erstmalig auch innovative

studentische Arbeiten präsentiert werden.

Es gibt Kooperationen mit jungen

Talenten der Hochschule für Bildende

Künste Braunschweig, der Musashino

Universität in Tokyo sowie der Staatli-

chen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

So begab sich Bad Rothenfelde mit

der Start der lichtsicht 7 am 23. Oktober

2020 auf einen neuen Weg.

Und das in diesen Zeiten!

In einer denkwürdigen Zeit voller Risiken

und Unsicherheiten schenkte das

Heilbad seinen Gästen eine Ablenkung,

einen Hoffnungsschimmer und ein

Kunsterleben, das sich als ein leuchtendes

Ereignis und einen deutlichen

Kontrapunkt zu der Jahrhundertpandemie

erweisen sollte. Die Besucher sollten

ein geradezu ideales Format vorfinden,

um hochkarätige Projektionskunst

ansteckungsfrei und angstfrei im Freien

bei bester von Quellsole angereicherter

frischer Luft erleben zu können. Doch

in den Zeiten von Corona ist so eine

Veranstaltung für jeden Organisator

ein Risiko und auch das hervorragend

ausgearbeitete Hygienekonzept, das in

ständiger Anpassung mit den Vorgaben

für die Infektionsschutzmaßnahmen abgestimmt

wurde, konnte das Schlimmste

nicht verhindern. Am 31. Oktober kam

das vorläufige Aus für die lichtsicht 7.

Auch diese Veranstaltung ist von der

Niedersächsischen Corona-Verordnung

betroffen. Der Bürgermeister hat die

vom Land verfügte Unterbrechung der

lichtsicht 7 mit dem künstlerischen

Leiter und Kurator Prof. Michael Bielicky

besprochen. Auch wenn beide nicht

glücklich über diese Entscheidung sind,

44 | mq + Ausgabe Winter 2020


KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM

23.10.2020 – 21.02.2021

Lichtsicht7 Eija-Liisa Ahtila

Bad Rothenfelde

ist ihnen bewusst, dass der Gesundheitsschutz

im Vordergrund steht. Beide hoffen

auf Fortführung der lichtsicht 7 im

Dezember. Auch soll die Veranstaltung

dann bis Ende März verlängert werden.

„Damit das möglich wird, sind Geduld

und Disziplin von uns allen erforderlich“,

so Bürgermeister Klaus Rehkämper.

Begründung für die Unterbrechung

Die lichtsicht 7 findet in einem offenen Kunstparcours

statt, der von allen Seiten ohne Eintrittssituation

oder Einlasskontrollen begehbar

ist. Das ist in normalen Zeiten hervorragend!

Doch es sind leider keine normalen Zeiten.

In dieser einen ersten und zugleich letzten

Projektions-Woche hat sich gezeigt, dass viele

der Besucher weder die Laufrichtung noch die

Abstandsregeln eingehalten wurden.

Außerdem gilt ein bundesweites Beherbergungsverbot

für touristische Reisen.

Tagesreisen sollen möglichst unterlassen

werden. Die Gastronomie darf Besucher nicht

bewirten. Das sind weitere Punkte, die gegen

eine Fortführung der lichtsicht 7 im Lockdown

sprechen. Menschen werden angehalten, sich

nicht aus mehr als zwei Haushalten treffen.

Die Gruppendynamik einer Kunstführung ist

damit außerdem aufgehoben.

Die lichtsicht 7 wird im gleichen Rhythmus auf

Fortführung oder Auflösung des Lockdowns

mit Neubeginn oder weiterem Stillstand der

Projektionen reagieren müssen.

Wir leben mit Maßnahmen, die zur

Eindämmung der Pandemie dienen. Die

lähmende Ungewissheit bestimmt den

Alltag und die Kontaktbeschränkungen

entfernen liebe Menschen voneinander.

Doch für mich und für alle anderen, die

sich auf die lichtsicht 7 gefreut haben,

besteht also noch immer eine gute

Chance, diese Veranstaltung zu einem

späteren Zeitpunkt besuchen zu können.

Aber Veranstalter und Kulturschaffende

spüren die Auswirkungen der Corona-

Krise stärker als wir. Existenzielle Sorgen,

massive berufliche Einschränkungen,

dazu das Getrenntsein von geliebten

Menschen und die Sorge um ihr Wohlergehen

zermürben, es kann sich anfühlen,

wie aus dem eigenen Leben vertrieben

worden zu sein.

Wie lange noch? Diese Frage wird mit

jedem Tag lauter.

Ich bin der Meinung, dass Menschen, die

den Mut haben, trotz dieser unsicheren

Zeiten eine solche Veranstaltung wie die

lichtsicht auf die Beine zu stellen, mehr

als nur Applaus und ein Dankeschön

verdient haben. Unsere Gesellschaft

benötigt gerade in der jetzigen Zeit

mutige Menschen, die die Künstler und

deren Arbeit unterstützen. Denn Kunst

ist nicht nur wohltuende Zerstreuung

und Ablenkung, sie ist auch wirtschaftlich

gesehen eine bedeutende Branche.

Gerade im Lockdown ist sie ein Lichtblick

und sie macht für viele Menschen die

häusliche Isolation erträglicher. Kunst

hat schon viele Krisen überstanden und

Künstler haben auf solche sogar reagiert.

So malten die Romantiker nach dem Vulkanausbruch

von Tambora in Indonesien

feuerrote Himmel und sogar der erste

Weltkrieg verhalf einer Stilrichtung zum

Durchbruch, die sich unter dem Begriff

„Dadaismus“ gegen die scheinheiligen

Ideale einer bürgerlichen Gesellschaft

richtete. Wie also wird man einmal auf

die Kunst in den Zeiten der Corona-Krise

blicken?

Ich habe jedenfalls Eines dazugelernt:

Aus einem „später“ sollte man viel

öfter ein „jetzt“ machen, bevor ein „nie“

daraus wird.

Detlef Bülow

Fotos: Angela von Brill

Lichtsicht7 Simon Weckert

Ausgabe Winter 2020 mq + | 45


Vertreibung oder Flucht - macht das einen Unterschied?

Am 13.11.2020 erreichte unsere Redaktion

ein Leserbrief aus Badbergen, in

dem Frau Helga W. meinem Artikel „Der

Glöckner von Quakenbrück“ etwas Erklärendes

hinzufügen wollte.

Ich habe im Prolog meines Artikels meine

Eltern so wie auch andere Menschen,

die ihr Heimatland verlassen mussten,

als Deutschland den 2. Weltkrieg verloren

hatte, als „Flüchtlinge“ bezeichnet.

Frau Helga W. aus Badbergen legt aber

Wert darauf, dass diese als „Vertriebene“

bezeichnet werden.

Sie schreibt: „Diese Menschen wollten

in ihrer Heimat bleiben, wurden aber

entrechtet, enteignet, verachtet und

in Viehwaggons eingesperrt, auf eine

viele Tage währende Reise ins Ungewisse

geschickt. Und an den Orten,

in denen man sie auslud, wurden sie

nicht aufgenommen, sondern verachtet,

wie zuvor von den Siegern. Aber

Sie wissen das alles ja auch von Ihren

Eltern, die Sie auch als Flüchtlinge bezeichnen.

Diese Richtigstellung ist mir

wichtig.“

Da in den letzten Jahren auch verschiedene

Abhandlungen, Debatten

und Fernsehfilme zeigen, dass die Geschichte

von Flucht und Vertreibung der

Deutschen aus den ehemals deutschen

Ostgebieten, so zum Beispiel die Sudetendeutschen,

zu einem bedeutenden

Thema der breiteren Öffentlichkeit geworden

ist, möchte ich zu dem Leserbrief

Stellung nehmen.

Flucht und Vertreibung betrafen nicht

allein Deutschland und die Deutschen

in den Jahren von 1944/45 bis 1949,

sondern haben eine weit zurückreichende

Vorgeschichte. Ein Flüchtling ist

ein Mensch, der sich aus begründeter

Furcht vor Tod und Verfolgung aufgrund

von Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit

zu einer bestimmten sozialen

Gruppe oder politischer Überzeugung

außerhalb seines Heimatlandes befindet

und nicht in seine Heimat zurückkehren

kann oder will. Flüchtlinge werden

durch Krieg, Bürgerkrieg, politische

Unruhen oder schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen

und Habgier

aus ihrer Heimat vertrieben.

Für mich gibt es keinen Unterschied

zwischen „Vertreibung und Flucht!“

All diese Menschen haben durch Kriege

ihre Heimat verloren. Die meisten

von ihnen waren der Gewalt schutzlos

ausgelieferte Menschen, deren Dörfer,

Städte und Häuser zerstört wurden.

Alles, was ihnen blieb, war in vielen

Fällen ihre Kleidung, die sie am Leib trugen.

Das war nicht nur nach den beiden

Weltkriegen so, die wir Deutschen angefangen

und verloren haben, sondern

das passiert in vielen Teilen der Welt

heute noch, ohne dass sich in letzter

Zeit daran etwas wesentlich geändert

hat.

Menschen fliehen, weil sie Angst um ihr

Leben und das ihrer Kinder haben. Sie

flüchten vor Terror und Gewalt. Meine

Mutter hat sich stets als „Flüchtling“

bezeichnet!

Doch es gibt einen Unterschied. All diese

Menschen, auch meine Eltern haben ihre

Heimat verlassen, weil sie Angst hatten

vor Verfolgung oder um ihr Leben. Während

des zweiten Weltkrieges wurden

mehr als sechs Millionen Juden entrechtet,

erniedrigt und enteignet. Nazis haben

sie in Viehwaggons eingesperrt und

in Konzentrationslagern vernichtet. Es

ist traurig, dass bis heute keine genaue

Anzahl der Opfer dieses Völkermordes

beziffert werden kann. Bis auf einige

Ausnahmen haben die Nazis den Juden

nicht einmal die Möglichkeit eingeräumt

zu fliehen. Diese Menschen wurden auch

nicht „vertrieben“, die Nazis haben ihnen

die „Flucht“ verweigert.

In der letzten Zeit bin ich schon des

Öfteren darauf angesprochen, dass

es zwischen „Flüchtlingen“ und „Vertriebenen“

einen Unterschied gibt. Die

Begründung ist immer gleich: „Vertriebene“

sind die Deutschen, die zum Ende

des 2. Weltkrieges ihre Heimat verloren

haben und Flüchtlinge sind diejenigen,

die jetzt aus aller Welt nach Deutschland

strömen.

Ich habe dann immer das Gefühl, dass

die Menschen, die als „Vertriebene“

gelten, in eine Opferrolle schlüpfen.

Aber das muss man differenziert sehen.

Deutschland hat den Krieg angefangen,

verloren und damit müssen die Bürger

wohl die Konsequenzen tragen.

Krieg ist stets ein schmutziges Geschäft

und Gewalt keine Lösung aller Probleme.

Kriege kennen keine wirklichen Sieger,

denn bei allen an ihnen beteiligten

Seiten gibt es stets schwerwiegende

Opfer und es trifft nie die Richtigen.

Diese Stellungnahme war mir persönlich

sehr wichtig. Ich wünsche allen Leserinnen

und Lesern ein friedliches und

besinnliches Weihnachtsfest sowie Gesundheit,

Glück und Zufriedenheit und

viele schöne Momente im neuen Jahr.

Bleiben Sie uns gewogen.

Detlef Bülow

46 | mq + Ausgabe Winter 2020


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Neues im Museum im Kloster:

Begleitpublikation

und Heckerausstellung

Das Museum im Kloster stellt in diesem November das

Begleitbuch zur Dauerausstellung vor. Historiker Arnold

Beuke nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine spannende

Zeitreise.

Neben zahlreichen Hintergrundinformationen und historischen

Aufnahmen beeindrucken die zahlreichen Fotos

vom Gebäude und den Exponaten des Fotografen Uwe

Lewandowski.

Das Buch ist für 17,90 Euro im Buchhandel

unter ISBN 978-3-7308-1695-0

und im Museum im Kloster erhältlich!

Ihr Experte in der

Quakenbrücker Innenstadt

Aus dem Lockdown wird sich das Museum im Kloster mit

einer neuen Sonderausstellung mit dem Thema

„FRANZ HECKER ZUM 150. GEBURTSTAG

– ORTE SEINES SCHAFFENS“ zurückmelden.

Am 15. November 1870 kam der Maler in Bersenbrück zur

Welt. Die Ausstellung eröffnet die konkrete regionale

Perspektive auf seine unterschiedlichen Schwerpunkte

in der Region. Die Ausstellung wird auch einige private

Leihgaben zeigen, die ansonsten nicht öffentlich zu sehen

sind. Bis zum 21. März wird sie im Museum im Kloster zu

sehen sein.

Zu den aktuellen Öffnungszeiten besuchen Sie bitte

unsere Webseite: www.museum-im-kloster.de


Das Artland-Magazin.

SERIE

MUSEEN

IM OSNABRÜCKER LAND

Waffel-Museum Meyer

Firmenmuseum mit Werksverkauf der Waffelfabrik Meyer zu Venne

Beim Besuch des Waffel-Museums läuft

einem das Wasser im Mund zusammen

– ein Glück, dass der Museumsrundgang

mit dem Werksverkauf der Waffelfabrik

Meyer zu Venne abschließt. So kann man

sich im Anschluss an den Museumsbesuch

süß belohnen.

Das Museum ist nämlich weit mehr als

nur ein Firmenmuseum. Hier bestaunen

die Besucherinnen und Besucher die

größte Backeisen-Sammlung der Welt:

vom spanischen Backoblateneisen aus

dem 16. Jahrhundert bis hin zum heimischen

Waffeleisen aus dem 20. Jahrhundert.

Dazu gehören selbstverständlich

auch jene frühen elektrischen Eisen, mit

denen die Familie einst im heimischen

Haus zu produzieren begann.

Und es wird auch die Frage beantwortet,

wofür man die Waffeln eigentlich weiternutzt

– die häufigste Verwendung ist

wohl als Eiswaffel.

Waffel-Museum Meyer

Hauptstraße 1, 49179 Ostercappeln-Venne

05476/920214, info@waffel-meyer.com, www.waffel-meyer.com

montags-freitags 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 14 Uhr bis 18 Uhr;

samstags 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr; sonntags 14 Uhr bis 18 Uhr

Fotos: Inga Vianden, Scriptorium

48 | mq + Ausgabe Winter 2020


MUSEUMSLANDSCHAFT

Ausflug zum Rindermuseum in Venne von Alexandra Lüders

„Der Kuhfladen ist das Fundament der

Hochkulturen“, behauptet Michael

Brackmann vom Venner Rindermuseum.

Und er muss es schließlich wissen.

Nach 40-jähriger Sammeltätigkeit hat

der promovierte Tierarzt und Biologe

einen Fundus von 3000 Exponaten

aus aller Welt zusammengestellt und

präsentiert ihn seit Oktober 2019 auf

90 Quadratmetern in der historischen

Wassermühle. Die Schau wurde von

ihm ein Jahr vorher fachkundig unter

der Schirmherrschaft der Stiftung

„Kühe-Kunst-Kulturen“ eingerichtet.

Jetzt können Besucher hautnah

nachvollziehen, wie der Mensch zum

Rind kam. Denn Brackmann zeigt keine

Folklore oder kitschige Mitbringsel, sondern

klärt über die historisch-wissenschaftliche

Bedeutung von Rindern auf.

Der Heimat- und Wanderverein Venne

hatte die Treuhandschaft für dieses

einzigartige Museum übernommen

und die Räumlichkeiten zur Verfügung

gestellt. Eine gute Entscheidung aus

Brackmanns Sicht, der schon im ersten

Jahr (trotz Corona-Pandemie) Besucher

aus ganz Deutschland zu seinen Gästen

zählte.

Auf seinen Reisen durch fünf Kontinente

hatte der Tierarzt die hochrangige

Stellung der „Kuh als nährendes

Muttersymbol“ erkannt, „der alle

Völker seit mehr als 10 000 Jahren sehr

viel verdanken.“ Rund 1,3 Milliarden

Rinder haben sich überall auf der Welt

den klimatischen, geologischen und

kulturellen Bedingungen angepasst,

woraus sich 600 verschiedene Rassen

entwickelten. In seinem Museum lenkt

Brackmann den Focus auf rund 100

Rassen.

Seine Führung lässt seine internationalen

Begegnungen und Erkenntnisse

über Rinder nachspüren. „Ich bin immer

nur dahin gefahren, wo es Kühe gab. Zusätzlich

brachten Freunde Objekte aus

Madagaskar, Indien, Indonesien, Kuba,

China und Kolumbien mit. Zusätzlich

wurde ich in Ethnoshops, bei der Expo

und auf Flohmärkten fündig“, erinnert

sich Brackmann an die Herkunft seiner

Sammelobjekte, die nun dekorativ platziert

in Vitrinen ihre Besucher faszinieren.

Sie erzählen Mythen und Legenden

aus dem antiken Griechenland sowie

Geschichten über die 30 000 Jahre alte

Höhlenmalerei, die neolithische Kultur

in Mesopotamien oder die Trinkhörner

der alten Germanen. Ob der spanische

Stierkampf, der Almabtrieb im Allgäu

oder ein Bestattungsritual in Bali – all

diese Erlebnisse waren für Brackmann

ein unbedingtes Muss auf seiner Suche

nach immer neuen Rinderwelten. Nun

ist seine Sammlung reich angefüllt

mit Hufen, Hörnern, Keramik, Malerei,

Leder, Fellen, Knochen, Schmuckdecken,

Kuhglocken, Stirnschmuck, Gespann-Zubehör

und Vielem mehr. Derzeit wird ein

Audio Guide mit Kopfhörern entwickelt.

Das Museum ist von Mai bis September,

sonntags von 14 bis 17 Uhr

und nach Absprache geöffnet.

Telefon unter 05476/ 1600 – in Ostercappeln/

Venne, Osnabrücker Straße 4

Fotos: Alexandra Lüders

Ausgabe Winter 2020 mq + | 49


Das Artland-Magazin.

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50 | mq + Ausgabe Winter 2020

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Bahnhofstr. 4 · Quakenbrück

Tel. 05431-3324


KLIMASCHUTZ

Mehr Klimaschutz

durch energetische

Gebäudesanierung

Sonnenenergienutzung auch im Altbaubestand

Der Klimawandel und die dringend

erforderliche Verbesserung des Klimaschutzes

haben trotz der medialen

Dominanz der Corona-Pandemie

nicht an Bedeutung verloren.

Nach neuesten Erkenntnissen der

Wissenschaft hat die Geschwindigkeit,

mit der sich das Klima ändert, deutlich

zugenommen. Die globale Durchschnittstemperatur

steigt von Jahr zu Jahr stetig weiter

an. Um den Anstieg der globalen Erwärmung

zu stoppen ist ein wirksamer Klimaschutz

erforderlich. Gelingen kann er nur durch eine

drastische Reduzierung der Schadstoffemissionen.

Dazu müssen die fossilen Energieträger

möglichst schnell durch erneuerbare Energien

und Energieeffizienz in allen Sektoren ersetzt

werden.

Der mit Abstand größte Sektor des bundesweiten

Jahresendenergieverbrauchs

ist die Wärmeversorgung mit den Gebäudeheizungen.

Gerade bei Altbauten bestehen

erhebliche Energieeinsparpotentiale.

Jahresprimärenergieverbräuche von 150 bis

275 kWh/m²a und darüber hinaus sind im

Altbaubestand keine Seltenheit. Im Vergleich

dazu liegen Niedrigenergiehäuser bei 35 bis 75

kWh/m²a und Passivhäuser bei 15 kWh/m²a.

Plusenergiehäuser erzielen sogar nur durch

die aktive und passive Sonnenenergienutzung

im Jahresmittel mehr Energie als sie für den

eigenen Wärme- und Strombedarf benötigen.

Energetisch sanierte Altbauten erreichen zwar

nicht immer Passiv- bzw. Plusenergiehauswerte,

wohl aber eine deutliche Reduzierung

des Wärmeverbrauchs. Gleichzeitig tragen

energetische Sanierungsmaßnahmen

zu einer Senkung der Energiekosten, zu

einer Komfortverbesserung und zu einer

Wertsteigerung der Immobilie bei.

Beginnen sollte eine energetische Sanierung

mit einer Baubestandsanalyse,

in der die energetischen Schwachstellen

von Außenwänden, Fenstern, Dächern

und Böden erfasst bzw. aufgezeichnet

werden. Anhand dieser Bestandsdaten

können zielgerichtet energetische Sanierungsmaßnahmen

sowie eventuell weitere

Umbaumaßnahmen eines Altbaus

geplant werden. Von großer Bedeutung

dabei ist die Reduzierung der Transmissionswärmeverluste

der Außenhülle

eines Gebäudes durch entsprechende Ertüchtigungsmaßnahmen.

Diese können

mit den heute zur Verfügung stehenden

Dämmstoffen, Dämmelementen,

Fenstern und Außentüren problemlos

erreicht werden. Beim Vergleich einer

alten Einfachverglasung mit einer hoch

wärmegedämmten Dreifachverglasung

wird der Unterschied deutlich; denn der

Wärmedurchgangskoeffizient lässt sich

um den Faktor 10 verbessern.

Ganz ohne Kompromisse geht es bei Altbausanierungen

allerdings nicht, denn

teilweise lassen sich Wärmebrücken

nicht oder nur mit großem Aufwand

beseitigen. Dies kann unter anderem

bei historischen Fassaden der Fall sein,

die lediglich mit einer Innendämmung

ausgerüstet werden, um die ursprüngliche

historische Form zu erhalten. Bei

Reihenhäusern oder geschlossenen

Häuserzeilen ist dies nicht so gravierend;

denn sie haben ohnehin den Vorteil, dass

nur die Straßen- und Hofseiten sowie die

Dachflächen als tatsächliche Außenhülle

fungieren, während die seitlichen

Außenwände durch die Nachbargebäude

energetisch neutral sind.

Die passive Sonnenenergienutzung

ist bei vielen Altbauten nur bedingt

möglich, da die Fenster meistens nach

allen Seiten und nur selten großflächig

nach Süden ausgerichtet sind. Hingegen

lässt sich die aktive Solarenergienutzung

häufig gut realisieren, etwa durch Kollektoren

oder Photovoltaikmodule, die auf

Dächer oder an Fassaden montiert werden.

Möglicherweise können sogar ganze

Dachflächen mit Photovoltaikmodulen

belegt und der Restwärmebedarf durch

eine mit Solarstrom betriebene Wärmepumpenanlage

gedeckt werden.

Bei entsprechender Kreativität des

Architekten können neben energetischen

Ertüchtigungen auch funktionale

und gestalterische Verbesserungen der

Gebäude erreicht werden. Energetische

Sanierungen im Altbaubestand sind

sowohl für den dringend erforderlichen

Klimaschutz als auch für eine kostengünstige

Versorgungssicherheit von

großer Bedeutung.

Architekt Dipl.-Ing.

Andreas Henemann

Quakenbrück

Ausgabe Winter 2020 mq + | 51


Das Artland-Magazin.

DIE KLEINSTE HIRSCHART UNSERER REGION:

Damwild

von Alexandra Lüders

Fotos: Michael Breuer

52 | mq + Ausgabe Winter 2020


NATUR & UMWELT

Im Nordkreis des Osnabrücker Landes

leben rund 800 bis 1000 Tiere, die zur

kleinsten Hirschart - dem Damwild gehören.

Ursprünglich stammt diese Art aus

Kleinasien, denn in Mitteleuropa war sie

seit der Eiszeit ausgestorben, bis die Römer

sie vor 2000 Jahren als Opfertiere reimportierten.

Über England und Dänemark

gelangten sie schließlich nach Deutschland.

Im Hochmittelalter (13./14.Jahrhundert) war

ein Damwildgehege rund um die Ritterburg

sehr gefragt, während Damhirsche ab

dem 16. Jahrhundert bei der Hochwildjagd

des Adels eine große Rolle spielten. Heute

ist Niedersachsen das damwildreichste,

deutsche Bundesland. Wie der Vorsitzende

der Damwild-Hegemeinschaft Bersenbrück

Bernd Haverkamp informiert, setzen sich

im Altkreis die Jäger unserer Region seit

1983 mit dem Damwild auseinander. Das

Damwild weist eine hohe räumliche Dynamik

auf, deswegen erfolgt die Bejagung

revierübergreifend auf großen Flächen

von rund 200 Tieren pro Jahr. Bei ihrer

großen Frühjahrszählung stellten die Jäger

vermehrt Wolfsrisse auch von kapitalen

Hirschen fest, was durch Wolfsberater Arndt

Eggelmeyer bestätigt wurde. Die Experten

beobachteten, dass die Schaufler (großes

Geweih) oft Schutz in der Nähe von Häusern

suchen und damit zur leichten Beute

werden. Weitere Verluste großer Hirsche beklagt

Haverkamp durch Waldbesucher, die

den Brunftbetrieb mit ihren Handykameras

stören. Doch nicht nur das: Das unachtsame,

rücksichtslose „Wildstalking“ fordere immer

wieder Todesfälle, die auf eine Leberzirrhose

zurückzuführen seien. Diese Erkrankung

werde durch Stress verursacht. Allein die

Brunft (Paarungszeit) sei schon der pure

Stress für große Hirsche, die ihr Revier

gegen Konkurrenten im frontalen Schiebekampf

verteidigen und um die Hirschkühe

kämpfen müssten. Während der Brunft im

Oktober/November verlieren die testosterongesteuerten

Männchen ab dem vierten

Lebensjahr viel Gewicht, wenn sie in kurzer

Zeit einen ganzen Harem begatten wollen.

Dabei achten sie auch weniger auf Gefahren

als im Normalfall. Die meisten Nachkommen

(90 % pro Saison) stammen übrigens

pro Population nur von einem Hirsch ab.

Da haben die jüngeren, zeugungsfähigen

Hirsche meist keine Chance auf eine Vaterschaft,

sie mischen sich stattdessen unter

das Junggesellenrudel. Während der Brunft

ist das Damwild aber nicht nach Geschlechtern

getrennt. Die Tiere verständigen sich

über Laute, Gerüche und Körpersignale

untereinander. Die Hirsche suhlen sich in

der zuvor urinierten Brunftkuhle. Denn ihr

„Duft“ und ihre eintönigen Rufe locken die

Weibchen an. Für uns Menschen riechen

und schmecken die Hirsche eher stechend

scharf, weshalb ihr Wildbret in der Brunft

als ungenießbar gilt. Die verschiedenen

Duftdrüsen der Damhirsche regeln übrigens

insgesamt das Sozialleben der Wildtiere.

Das Wild gehört zu den Rauhfaserfressern,

weshalb ihr Fleisch auch rauhfaserig und

nicht so zart ist wie das vom Rehwild. Die

Tiere verspeisen Blätter, verholzte Triebe

und Rinde sowie Gräser, Kräuter, Früchte,

Eicheln, Kastanien, Getreide, Raps, Rüben,

Kartoffeln, Mais, Bucheckern und Pilze. Je

nach Jahreszeit ist ihre Tafel in unserer Region

reich gedeckt. In einem Rudel können 30

bis 200 Tiere leben, ihre Größe ist abhängig

vom Lebensraum und Nahrungsangebot.

Nach einer Tragzeit von 33 Wochen kommt

ein Kalb mit etwa 4,4 bis 4,6 Kilogramm im

Juni zur Welt. Es wird acht bis neun Monate

gesäugt. Eine Gefahr für den Nachwuchs

sind der Verkehr, Kolkrabe, Fuchs, Wolf,

Wildschweine und wildernde Haushunde.

Charakteristisch ist das imposante Schaufelgeweih,

das bis zu 70 Zentimeter lang werden

kann und im März/April abgeworfen

wird. Hirsche können bis zu 175 Zentimeter

lang werden und 120 Kilogramm wiegen.

Ein weiblichesw Damtier wiegt zwischen 35

und 50 Kilogramm. Die Tiere in der Wildnis

erreichen in der Regel acht bis zehn Jahre,

unbejagt können sie sogar 15 bis 20 Lebensjahre

alt werden. Die einzelnen Individuen

des Damwilds faszinieren durch ihre vielen

Farbschläge von fast weiß über rotbraun, silbergrau

bis fast schwarz. Besonders typisch

sind ihr rotbraunes Fell im Sommer und das

graubraune im Winter mit dem Aalstrich

und den weißen Flecken. Damhirsche leben

dank ihres verträglichen Verhaltens und

ihrer Genügsamkeit auch in Schaugehegen,

Parks und in Gatterhaltung zur Fleischproduktion.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 53


Das Artland-Magazin.

Foto: © Adobe Stock

Bemerkungen

über den Wolf

Den Titel „Bemerkungen über...“

habe ich bewusst gewählt.

In den 1980er Jahren hat Horst

Stern im Fernsehen unter diesem

Titel einige Tierfilme gezeigt, wobei

er sich bemühte,

das Für und Wider aufzuzeigen

und die Bewertung dem Zuschauer

zu überlassen.

Auch beim Schreiben dieses Berichtes

habe ich versucht, meine

Meinung außen vor zu lassen.

Sollte er dennoch etwas zu tierschützerisch-

oder jägerlastig

ausgefallen sein, bitte ich, mir das

nachzusehen.

von Wolfgang Bergfeld

Neben den anderen großen Beutegreifern

Bär und Luchs war der Wolf

schon immer in den Urwäldern Mitteleuropas

heimisch. Mit Beginn der

Waldrodungen und dem Vordringen

des Menschen kamen diese mit den

großen Beutegreifern in Kontakt – wegen des

Fells waren sie eine begehrte Beute, aber auch

das Fleisch wurde gegessen. Noch im späten

Mittelalter und darüber hinaus wurde an

Fürstenhöfen zu besonderen Anlässen, wenn

verfügbar, Luchs auf den Tafeln gereicht.

Später wurde der Wolf als der am häufigsten

vorkommende Beutegreifer zum Konkurrenten

des Menschen, erbeutete er doch Wildtiere,

an denen der Mensch selbst ein reges

Interesse hatte. Nach dem Motto „Wir sind die

Krone der Schöpfung“ und dem Bibelspruch

„Machet euch die Erde untertan“ war der Wolf

fortan ein Schädling. Dies umso mehr, als der

Mensch gelernt hatte Vieh zu domestizieren

und zu halten, an dem sich der Wolf nur zu

gerne vergriff. Mit allen Mitteln versuchte

man, dem Wolf den Garaus zu machen.

Die Wolfsgabel

Foto: Wolfgang Bergfeld

Das Dinklager Wappen

mit der Wolfsgabel

54 | mq + Ausgabe Winter 2020


NATUR & UMWELT

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln

war man nicht gerade zimperlich.

So genannte Wolfsgruben, das waren

Fallgruben mit angespitzten Stöcken

am Grund, Gift und Schlingen waren

billige und wirksame Mittel. Auch die

Wolfsangel kam zum Einsatz. Dies war

ein Z-förmiges spitzes Eisen, das mit

einem Köder versehen in einer Höhe

aufgehängt wurde, die der Wolf nur auf

den Hinterläufen stehend oder springend

erreichen konnte. Dieses bohrte

sich in den Kiefer der armen Kreatur

und lies diese qualvoll verenden. Noch

heute zeugen adelige Wappen mit

der Wolfsangel von dieser grausamen

Jagdmethode. Auch die Stadt Dinklage

führt die Wolfsangel in ihrem Stadtwappen.

Immer wieder liest man, der Wolf wäre

in der Natur ein ausgleichender Faktor.

Er erbeute überwiegend krankes und

schwaches Wild. Dies stimmt nur bedingt.

Für den Wolf ist es ein Leichtes,

auch ein gesundes Reh zu Stande zu

hetzen und zu reißen. Es wird auch aus

anderen Erdteilen berichtet, dass der

Wolf sehr verschwenderisch jagt. Er

frisst einen Teil seiner Beute und kehrt

nur selten zu einem erneuten Fraß

zurück. Das mag auch an der Größe

seines Revieres liegen, das viele Quadratkilometer

umfasst. Außerdem frisst

der Wolf viel lieber warmes, frisch gerissenes

Fleisch, als im Winter nach einem

Marsch von vielen Kilometern an einem

gefrorenen Kadaver herumzuknabbern.

Nur in strengen Wintern mit hoher

Schneelage wurde eine Rückkehr zur

Beute öfter beobachtet.

Um die Schrecken des nordischen Winters

zu beschreiben hat irgendein Witzbold

einmal erzählt, in einem besonders

harten Winter wäre ein Fallensteller

erfroren. Zwei Wochen lang hätten ihn

die Wölfe anhauchen müssen, eh sie ihn

auffressen konnten.

In diesem Zusammenhang darf nicht

verschwiegen werden, dass sowohl

in historischen Aufzeichnungen als

auch in neuerer Zeit von Angriffen

auf Menschen berichtet wird. Dabei

spielte sowohl die Tollwut als auch die

Kreuzung mit Hunden (Bastarde) und

die Gewöhnung an den Menschen eine

gewisse, aber kleine Rolle. Im nahen

und fernen Osten, wo der Wolf immer

Standwild war, entfiel ein Großteil der

Angriffe auf Kinder.

Wie alle Beutegreifer geht auch der

Wolf den Weg des geringsten Aufwandes

– wie wir Menschen übrigens

auch. Warum soll er sich an wehrhafte

Wildschweine wagen, wenn auf einer

Schafweide dutzende Beutetiere ohne

großes Risiko auf ihn warten. Und in so

einem eingefriedeten Areal schlägt natürlich

der Beuteinstinkt gnadenlos zu. Er

reißt ein Stück nach dem anderen, wobei

die panisch umherlaufenden Tiere in ihm

sicherlich den Jagdtrieb immer wieder

neu entfachen.

Wie sehr der Wolf bei den Bauern in

früheren Jahrhunderten zu Schaden

ging, geht aus alten, amtlichen Notizen

hervor. So wurden in den Jahren 1712/13

im Amt Angerburg (Ostpreußen) von

Wölfen gerissen: 301 Pferde, 69 Fohlen,

21 Ochsen, 67 Kühe, 74 Stück Jungvieh,

324 Schafe, 150 Ziegen, 351 Schweine und

51 Gänse. Selbst noch 1831 erwähnt eine

Verfügung der Regierung in Königsberg,

dass im letzten Jahre in der Gegend um

Heilsberg 158 Stücke an Pferden, Fohlen

und Vieh, ohne Schweine Schafe und

Gänse von Wölfen gerissen wurden.

QUAKENBRÜCK

ST. ANNENSTRASSE 12

T EL.05431/3541

Ausgabe Winter 2020 mq + | 55


Das Artland-Magazin.

Auch wenn in anderen Gegenden

Deutschlands der Schaden nicht ganz

so hoch gewesen sein mag, war der

Riss eines Pferdes oder eines Stückes

Großvieh für einen Bauern zur damaligen

Zeit ein herber Verlust und konnte

ihn in existenzielle Schwierigkeiten

bringen.

Aus diesem Grunde wurden von den

Regierungen immer wieder Anweisungen

zur Bekämpfung der Wölfe

herausgegeben. Prämien für erlegte

Wölfe wurden ausgezahlt, aber auch

Strafgelder erhoben bei Nichtteilnahme

an amtlich festgelegten großen

Wolfsjagden. So heißt es in einer Amtsabrechnung

1605 in Hagen, es hätten

„...etzliche Hagener muthwillig der

Wulffejagdt nicht folgen wollen“ und

wären jeder mit einem Taler Geldstrafe

„beleget“ worden. Dagegen erhielt

am 30. Mai im gleichen Jahr einen

Taler Belohnung „der Finkenfenger,

da derselbige einen Wulff gefangen“.

Sein Gehilfe, ein „armer Soldat“ bekam

sogar zwei Taler, da er „seine Büxen auff

dem Wulff entzwei geschlagen“ hatte.

Ein Taler, das war damals der Preis für

ein fettes Schwein, ein sicherlich gern

genommenes Honorar.

Dennoch war der Dienst bei den Wolfsjagten

wohl nicht sehr beliebt. So klagte

ein Wildnisbereiter beim Landesherren,

dass „ein weit mehreres hätte tot

gemacht werden können, wenn ihnen

von denen Ämbtern nicht die benötigte

Mannschaft und Fuhren zum Öfteren

denegieret wären, dahero sie vielmal

ganze Rotten an Wölfe hätten liegenlassen

müssen“!

Die von den Regierungen angewiesenen

Wolfsjagden fanden meistens im

Winter statt. Wie diese abliefen, möchte

ich im Folgenden schildern bei einer

sogenannten Lappjagd:

Im Winter bei Neuschnee wurden

revierkundige Männer, meist Forstleute

oder Waldarbeiter, zum Kreisen

ausgeschickt. Das heißt, sie suchten

Wolfsspuren, die in ein Waldstück hinein,

aber nicht wieder hinausführten.

Dieses Waldstück wurde dann mit oft

kilometerlangen Schnüren, an denen

Lappen geknotet waren, eingelappt

(„eingezäunt“). Die Lappen waren mit

dem Wolf unangenehmer Witterung

versehen (zumeist menschlichen Fäkalien).

In einer solchen Lappstatt hielten

sich die Wölfe manchmal tagelang. Erfahrene

Leittiere allerdings, die so etwas

bereits erlebt hatten, führten ihr Rudel

aus dieser Lappstatt heraus.

Noch heute sagt man: „Die sind uns

durch die Lappen gegangen!“ Dann

wurde alles an Jägern und Treibern zusammengetrommelt,

was laufen konnte.

Zu jener Zeit, ohne Motorisierung

und Telefon, auch eine große Herausforderung.

Oft half die Geistlichkeit bei der

sonntäglichen Predigt mit. Am Jagdtag

dann wurde eine Seite der Lappstatt

mit gutem Wind geöffnet.

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NATUR & UMWELT

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Das Artland-Magazin.

Hier stellten sich die Jäger mit Schusswaffen

an, auch lange Reihen von

Netzen wurden aufgestellt. Nun wurde

das Waldstück durchgetrieben. Kam ein

Wolf vor die Jäger, wurde er beschossen

oder fing sich in einem Netz. Wenn er

noch lebte, kam die Wolfsgabel zum

Einsatz, ein zweizinkiger Spieß mit

langer Griffstange. Mit dieser wurde

die arme Kreatur durchstochen, so am

Boden gebunden und mit einem Knüppel

erschlagen.

Eine sehr kuriose Art der Wolfsbejagung

ist aus Polen überliefert. Im

Winter bei Schnee fuhr man mit einem

Pferdeschlitten durch das Revier, in

dem man Wölfe vermutete. Am Schlitten

wurde hinten an einem Seil ein

Strohbündel befestigt und hinterher

geschliffen. Hinten im Schlitten saß der

Jäger mit einem Gewehr und einem

gefesselten Schwein vor sich. Von Zeit

zu Zeit zwickte er das Schwein oder

piekste es mit einem spitzen Stock, was

daraufhin laut quiekte. Der Wolf hielt

dann das Strohbündel für das Schwein

und sprang es an. Der Jäger musste

dann rasch schießen. Mir scheint diese

Jagdart etwas für jagdliche Einfallspinsel

zu sein, vielleicht ist es ja auch nur

Jägerlatein.

Und wie ist es heute? Nach Jahrhunderten

ist der Wolf wieder da und dieselben

Probleme im Zusammenleben von

Wolf und Mensch ebenfalls. Derzeit

leben allein in Niedersachsen ca. 300 bis

350 Wölfe, mehr als in einigen skandinavischen

Ländern, deren Biotop viel

besser geeignet ist. Die Vermehrungsrate

des Wolfes wird knapp geschätzt

mit 20-25% angegeben. Gehen wir

nur von 300 Tieren und einer Vermehrungsrate

von 15% aus, sind das nach

fünf Jahren 603, nach zehn Jahren 1212

Tiere. Also eine Verdopplung alle fünf

Jahre. Es dürfte klar sein, dass dieses

das Ende einer jeglichen Weidetierhaltung

bedeuten würde, was sicherlich

niemand wünscht. Schon heute

haben die Rissschäden des Wolfes ein

unerträgliches Maß erreicht. Über die

vollmundigen Versprechen der Politiker

bezüglich Ausgleichszahlungen können

die Betroffenen nur lachen.

Was also tun? Wollen wir den Wolf

in unserem Land erhalten, muss eine

Regulierung des Bestandes her. Es

müssen Gebiete ausgewiesen werden,

in denen eine Obergrenze an Wölfen

geduldet wird (große Waldgebiete,

Truppenübungsplätze u.a.). Es müssen

aber auch wolfsfreie Gebiete ausgewiesen

werden, genauso wie es auch

rotwildfreie Gebiete gibt. Nur so lässt

sich eine breite Akzeptanz des Wolfes

in der Bevölkerung gewährleisten. Ich

möchte hier einen der wichtigsten Sätze

des Jagdgesetzes wiedergeben: Die

Erhaltung eines den landschaftlichen

und landeskulturellen Verhältnissen

angepassten, gesunden und artenreichen

Wildbestand erhalten.

Und meine Meinung? Es ist schon in

Ordnung, dass dieser vor Jahrhunderten

ausgerottete Beutegreifer in unserem

Land wieder seine Fährte zieht. Ist er

doch in gewisser Weise ein Namensvetter

von mir.

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58 | mq + Ausgabe Winter 2020


NATUR & KULTUR

Profil eines

Denkmals

von Alexandra Lüders

Lesebuch

zum Hermann-Bonnus-

Geburtshaus

Das sanierte Hermann-Bonnus-

Geburtshaus (HBGH) an der Goldstraße

9 soll im Herbst 2021

eröffnet werden.

Noch zeigt das geplante Lesebuch leere Seiten - Peter Hohnhorst vom Trägerverein

des Hermann-Bonnus-Geburtshauses hofft auf viele Beiträge. Foto: Alexandra Lüders

In diesem Gebäude, einem der

ältesten bekannten kleinstädtischen

Häuser im westlichen Niedersachsen

und sowohl konfessionsgeschichtlich

als auch bauhistorisch ein Denkmal

von überregionaler Bedeutung, ist

vermutlich im Jahre 1504 der spätere

norddeutsche Reformator – auch des

Oldenburger Münsterlandes – zur Welt

gekommen.

Viele Privatpersonen, Fachleute und

Institutionen tragen materiell und ideell

dazu bei, das Gebäude zu erhalten und

zu sanieren. Im Laufe der vergangenen

Monate ist deshalb die Idee entstanden,

ein Lesebuch zu diesem ehrgeizigen

Projekt herauszubringen. Darin sollen

viele Geschichten rund um das Haus,

seine ehemaligen Bewohner, den

Trägerverein, aber auch Historisches,

Überliefertes, Archäologisches oder Lyrisches

stehen. Sowohl Experten als auch

Laien können ihre Kindheitserinnerungen

oder Berichte über die Umbau- und

Sanierungsmaßnahmen des HBGH, die

Einordnung des Hauses in die Stadtgeschichte

sowie über die Familie von Bunnen

(Bonnus Eltern) und den einstigen

Bewohner Johann Aegidius Rosemann

genannt Klöntrup, einem der namhaften

deutschen Juristen und Sprachforscher,

einsenden. Und wer erinnert sich

noch an die Familie Proest? „Wir hoffen

auf reichhaltiges Material und freuen

uns sehr über jeden Beitrag, um das Profil

dieses einmaligen Denkmals vielseitig

darstellen zu können. Wir danken schon

jetzt für jeden eingesandten Beitrag,

das Themenspektrum ist ja unbegrenzt.

Die redaktionelle Zusammenstellung

des Buches erfolgt nach dem Abgabetermin

der Manuskripte Ende März“,

informiert der zweite Vorsitzende des

Trägervereins Peter Hohnhorst. Dabei

sei es ausdrücklich erwünscht, Personen,

Ereignisse usw. aus unterschiedlicher

Sichtweise zu betrachten. In der Ich-

Form geschrieben seien die Beiträge

noch lesenswerter, meint Hohnhorst,

dem ein DIN 5 großes Weichcover-

Format mit rund 80 Seiten vorschwebt.

Jeder einzelne Beitrag soll maximal drei

Seiten in der Schriftgröße Arial 12 mit

einem Zeilenabstand von 1,5 Zentimeter

betragen. Die Texte sollen linksbündig

ohne Blocksatz und Silbentrennung

geschrieben sein. Die technische

Bearbeitung erfolgt ausschließlich in

der Druckerei. Für Rückfragen muss der

Beitrag mit dem Vornamen und Nachnamen

des Autors/der Autorin sowie

dessen/deren kompletter Anschrift mit

Telefon und E-Mail-Adresse versehen

sein. Veröffentlicht wird später dann

aber nur der Name. Willkommen sind

auch aussagekräftige Fotos, deren Urheberrechte

geklärt sind. Eine Bebilderung

kann ebenso in Kooperation mit dem

Trägerverein erfolgen. Texte und Bilder

sind an die E-Mail-Adresse hohnhorst@

artland.de zu schicken, in besonderen

Fällen auch postalisch an Peter Hohnhorst,

Markt 1(Rathaus), 49610 Quakenbrück.

Weitere Infos telefonisch unter

05431/ 182-111 (Hohnhorst) und 05431/

5185 (Paul Gärtner). Der Verkaufserlös ist

für den Trägerverein bestimmt.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 59


Das Artland-Magazin.

Katzenleid

im Fokus

von Alexandra Lüders

Foto: Alexandra Lüders

Gemeinsam

schwere Wege gehen

Steimelager Weg 2

49610 Quakenbrück

Tel. 05431 / 35 41

Soforthilfe im Trauerfall

info@ortland-bestattungen.de

www.ortland-bestattungen.de

60 | mq + Ausgabe Winter 2020


In der Neustädter Straße in Quakenbrück

existierte seit einigen Jahren

(bis Herbst 2020) ein Problem, das

durch eine ausgesetzte, nicht sterilisierte

Katze entstanden ist. Sie

brachte zwei Mal jährlich acht Junge

zur Welt, weil sie von männlichen,

nicht kastrierten Freigänger-Katern

(die aber ein zu Hause haben) immer

wieder geschwängert wurde. Ihre Jungen

legte diese Katze jeweils in Schuppen,

unter Hühnerställen oder unter

Steinhaufen ab, wo sie sich rund acht

Wochen verkrochen. Aus Mitgefühl für

diese schutzlosen, teilweise kranken

Kreaturen haben sich die ansässigen

Gartenbesitzerinnen hilfesuchend

an verschiedene Organisationen,

Tierärzte und Ämter gewandt. Leider

weitgehend ohne Erfolg. Sie wollten,

dass ihre Fundtiere kastriert, ärztlich

versorgt und vermittelt werden. Vom

Katzenschutzbund Osnabrück gab

es dafür zwar gute Ratschläge, aber

ihr Vorhaben scheiterte schon daran,

dass die völlig verwilderte Mutterkatze

und teilweise ihre Nachkommen nicht

eingefangen werden konnten. Daisys

Tierhof in Mimmelage verwies auf die

Zuständigkeit des Ordnungsamtes

Quakenbrück, da ihr Tierhof überfüllt

sei. Wie das Ordnungsamt aber darlegte,

sei die Gemeinde für diese sogenannten

„herrenlosen Tiere“ nicht

zuständig. „(Echte) Fundtiere sind

verlorene oder entlaufene Tiere, die

nicht offensichtlich herrenlos sind und

die von einer Person aufgegriffen und

an sich genommen werden, die nicht

schon zuvor Eigentum oder Besitz an

dem Tiere hatte“, lautete die Auskunft

des Ordnungsamtes. Fundtiere seien in

erster Linie Tiere, die dem Eigentümer

entlaufen oder sonst seinem Besitz

entzogen, also verloren seien. Herrenlos

sei dagegen ein Tier, wenn kein privates

Eigentum bestehe wie eben bei

freilebenden Katzen. Doch wie sollen

Menschen, die vorher keinen Kontakt

zu Katzen hatten, diese gesetzliche Definition

kennen und die gefunden Tiere

zuordnen oder unterscheiden können?

Hier räumt das Ordnungsamt zwar ein,

dass dieses für Laien nicht möglich ist.

Doch Katzen, die keinen Halter hätten,

würden vor dem Gesetz als herrenlos

gelten. Somit sei das Ordnungsamt für

diese Tiere nicht zuständig, lautet die

Pressemitteilung am 10. Oktober 2020.

Darin werden auch die „wilden Fütterungen“

von herrenlosen Katzen als

„falsch verstandene Tierliebe“ beklagt.

Seit 2013 gebe es in der Samtgemeinde

Artland die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht

für alle Katzen, der

viele Besitzer nachkommen würden.

Leider sei die Klärung der Eigentümerstellung

von unkastrierten Freigänger-

Katzen nicht immer möglich, weil es

kein Halterverzeichnis wie bei Hunden

gebe. Wer nun diese herrenlose Sache

(Katze) in Eigenbesitz nehme, erwerbe

ihr Eigentum und sei zur Kastration

verpflichtet. Aus der Sicht des Ordnungsamtes

ist schon die Fütterung

im Außenbereich eine Form der verpflichtenden

Inbesitznahme. Demnach

avancierten die Frauen der Neustädter

Straße plötzlich zu Besitzerinnen von

rund 17 herrenlosen Katzen – rat- und

hilflos blieben sie zurück. Der Herbst

nahte und eine Lösung der Katzenschwemme

war nicht in Sicht. Mehrere

der jungen Katzen starben unter

rasenden Autos oder blieben verletzt

zurück, eine belastende Situation und

eine weitere, negative Erfahrung für

die allein gelassenen Bürgerinnen.

Die Sorge um die Tiere und die eigene

Hilflosigkeit wuchs. Schließlich würden

die im April geborenen Katzen auch

bald geschlechtsreif werden. Sie entschlossen

sich, zwei Katzen auf private

Rechnung kastrieren und behandeln zu

lassen. Alle weiteren operativen und

tierärztlichen Behandlungen konnten

sie selbst aber nicht finanzieren. Rettung

in letzter Minute kam von privaten,

erfahrenen Tierschützerinnen aus

dem benachbarten Essen. Tatkräftig

fing Ingrid Frye alle Fundtiere und ihre

Nachkommen ein und ließ sie von einer

kompetenten und einfühlsamen

Essener Tierärztin behandeln. In der

einwöchigen Pflege von Tierschützerin

Michaela Rehwald erholten sich die

Tiere und wurden zum großen Teil über

private Pflegestellen im Raum Vechta

weitervermittelt. Die beiden Essenerinnen

verfügen über eine langjährige

Erfahrung in der Betreuung von

Fundtieren in den Gemeinden Essen

und Quakenbrück. Sie freuen sich immer

sehr, wenn sie gute Plätze für ihre

Schützlinge finden, die sie fachkundig

kastrieren, chippen, entwurmen und

entflohen lassen. Manchmal werden

die Kosten bei Vermittlungen oder

durch Spenden erstattet. „Viele finden

keine Besitzer, weil sie alt, zu wild oder

hässlich sind, dann müssen wir die Kosten

selbst tragen“, berichtet Frye, die

sich nach zwanzig Jahren Tierschutz

an der Grenze ihrer Belastbarkeit befindet.

Die gelernte Bürofachkraft hat

in mehreren Ordnern sämtliche Hilfsaktionen

mit Korrespondenzen und Belegen

dokumentiert. „In Quakenbrück

besteht ein großer Handlungsbedarf,

was das Katzenelend anbetrifft. Es

wurden viele Tiere ausgesetzt oder

es mangelt an artgerechter Unterbringung.

Auch importierte Tiere sind

ohne gesetzliche Kontrolle. Das daraus

entstehende Tierleid wird einfach in

Kauf genommen. Unser Engagement

wird nicht unterstützt, das ist ein

schlimmes Gefühl. Diese Ignoranz von

öffentlicher Seite macht uns traurig.

Das alles ist einfach nicht mehr tragbar“,

bedauern Frye und Rehwald die

mangelnde Kooperation und Kommunikation

mit den Gemeinden Quakenbrück

und Essen. Das Land Niedersachsen

habe bisher mehrere, erfolgreiche

Kastrationsaktionen durchgeführt, die

aber „wie ein Tropfen auf den heißen

Stein wirkten“, meint Frye. Zurzeit profieren

jedoch auch ihre Schützlinge

von einer aktuellen Aktion

für Streunerkatzen

vom 2. November, an

der sich diverse Institutionen

und Verbände

beteiligen. Die Frauen

wünschen sich dennoch

mehr Zusammenarbeit

und Anerkennung für

ihre strukturierte, kompetente

Katzenhilfe. Der

deutsche Tierschutzbund

schätzt übrigens,

dass derzeit 50 000 verwilderte

Katzen in Niedersachsen

leben. Die

unkontrollierte Vermehrung von ausgesetzten

und verloren gegangenen

Hauskatzen und das damit verbundene

Elend stellen aus der Sicht der Landesbeauftragten

für den Tierschutz Michaela

Dämmrich ein großes Problem

dar. Auf ihrer Homepage verweist sie

auf eine amtliche Bundesdrucksache

18/6620 vom 9. November 2015, die darauf

hinweist, dass aufgefundene Tiere

grundsätzlich als Fundtiere (nicht als

herrenlos) anzusehen und zu behandeln

seien. Der Finder müsse dieses

Tier unverzüglich (schriftlich oder per

E-Mail) mit konkreten Angaben über

Fundort und Kontaktdaten als Fundtier

bei der zuständigen Gemeinde anzeigen

- ( § 965 Abs. 2 BGB). Im Notfall

(WE) sei die Polizei zu verständigen.

Wenn der Finder ein Tier außerhalb

des eigenen Grundstückes füttere,

werde er aber nicht automatisch zum

Halter. Die oftmals von den Kommunen

getätigte Aussage, scheue Katzen

seien verwilderte Katzen, treffe nicht

zu. Auch wenn Katzen herumstreunen

oder verwildern, werde ihr Status als

Haustier nicht verändert. Die Kommune

müsse die gemeldete Katze in

Obhut nehmen und die entsprechende

Versorgung im Rahmen des Tierschutzgesetzes

sicherstellen. Bei einer Ablehnung

der Zuständigkeit könne auch

eine strafrechtliche Relevanz durch

Unterlassen der Amtsträgeraufgaben

entstehen, wenn einem Tier dadurch

weiter anhaltendes Leid oder Schmerzen

im Sinne des Tierschutzgesetzes

zugeführt werde. Auch das Unterlassen

könne in dem Fall als aktives Tun

bewertet werden. Die landesweiten

Kastrationsaktionen hätten nur Erfolg,

wenn Katzenhalter in Privathaushalten

ebenfalls Verantwortung zeigten und

auch ihre geschlechtsreifen Kater vor

Katze nach der OP in der Essener Tierarztpraxis. Foto: M. Rehwald

dem Freigang kastrieren ließen. Nur so

könne die Population der Streunerkatzen

stabil auf einem niedrigen Niveau

gehalten werden, appelliert Dämmrich,

die eigene Katze auch chippen und bei

Tasso e.V. oder Findefix e.V. (Haustierregister)

registrieren zu lassen.

Wer die Tierschutzarbeit

von Ingrid Frye und

Michaela Rehwald

unterstützen möchte,

kann ihnen Sachspenden unter

Telefon 017 5 4 47 72 74

oder finanziell auf das paypal-

Konto m-rehwald@t-online.de

zukommen lassen.

Ausgabe Winter 2020 mq + | 61


Tel.: 05434 / 522 1203 | E-Mail: tierarztpraxis@nachtigall-vonberg.de

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62 | mq + Ausgabe Winter 2020


Persönliches

LESERGRÜSSE

Hallo

Quakenbrück!

Aus dem fernen Kristiansand

in Norwegen

sendet Irmhild

Biehusen Grüße

ins Artland. In den

Siebzigerjahren war

Irmhild Biehusen

(damals: Schinnenburg)

Lehrerin für

Gemeinschaftskunde

und Handarbeit

am Artland

Gymnasium. Gemeinsam mit Jürgen

Gadeberg und engagierten Jugendlichen

baute sie den Verein Jugendzentrum

Quakenbrück e. V. auf. Aus ihm ging

später das sehr beliebte Jugendzentrum

„Malefiz“ an der Kreuzstraße hervor. Das

MQ+-Magazin berichtete. Frau Biehusen

schreibt: „Nun lebe ich schon lange

in Norwegen und freue mich über die

Berge und Fjorde. Ich hatte schon immer

einen starken Bezug zu Norwegen, denn

meine Mutter war Norwegerin und nun

habe ich auch einen norwegischen Pass.

Ich stricke und nähe immer noch viel

und gerne, mir hat die Kombination gut

gefallen, etwas für den Kopf und etwas

für die Hand zu tun. Ich lese viel, auf

Deutsch und Norwegisch.“

Zum Wohl!

Jürgen Rietbrock freute sich, dass sein

Nortruper Elternhaus, der Gasthof Theile/

Rietbrock nicht in Vergessenheit geraten

ist. (Siehe Bericht in diesem und im vergangenen

Heft). In dem imposanten Gebäude

gegenüber der Fleischwarenfabrik

Kemper war mehrere Jahre lang das Fiz

Oblon untergebracht. Jürgen Rietbrock

lebt heute in Königswinter bei Bonn. In

der ehemaligen Bundeshauptstadt betrieb

er lange Zeit, bis 2015, ein beliebtes

Weinlokal („Rietbrocks Weinhaus“).

Der ehemalige Bremer Bürgermeister

Hans Koschnick war unter anderem

Stammgast und auch Michail Gorbatschow

gefiel es beim gut gewählten

Rebensaft des gebürtigen immer gut

gelaunten Nortrupers.

„Ich habe meine Gäste, darunter

viele Politiker, immer wie

ganz gewöhnliche Menschen

behandelt. Das mochten diese,

weil sie so bei mir besser von

der Politik entspannen konnten.“

Die Redaktion bedankt sich

für die übersandten Fotos und

wünscht alles Gute im Neuen Jahr!

Wir fertigen Türen und Fenster

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Öffnungszeiten: MO-SA 08:00 bis 21:00 Uhr · Tel.: 05431 906850

64

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Weihnachten

mq + Ausgabe

und Silvester

Winter

gelten andere

2020

Öffnungszeiten –

Das E Center Werle Team

möchte sich herzlich

bei allen Kunden für

das beschwerliche, aber

doch schöne Jahr 2020

bedanken und wünscht

ein frohes Weihnachtsfest

und einen guten

Rutsch in 2021.

FLEISCH-BEDIENTHEKE

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Ausgabe Winter 2020 mq + | 65


Die nächsten Spieltermine:

02. Jan. VS. PHOENIX HAGEN

16. Jan. VS. WIHA PANTHERS SCHWENNINGEN

30. Jan. VS. VFL KIRCHHEIM KNIGHTS

06. Feb. VS. KARLSRUHE LIONS

13. Feb. VS. SEHINGEN URSPRING

27. Feb. VS. GIANTS LEVERKUSEN

WE WANT

YOU!

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DER GESCHÄFTSSTELLE

(LANGE STR.22)

Wenn Sie

bauen wollen,

packen wir mit an

Informationen zu unseren

Leistungen rund ums

Eigenheim erhalten Sie bei

Ihrer:

LVM-Versicherungsagentur

Torsten Klemm

St. Antoniort 1

49610 Quakenbrück

Telefon 05431 92 89 57 2

http://t-klemm.lvm.de

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

Oelkers, Druckhaus im Artland GmbH

Hindenburgstr. 48 | 49610 Quakenbrück

GESAMTHERSTELLUNG

Oelkers, Druckhaus im Artland GmbH

REDAKTION

Hans-Wilhelm Oelkers (V.i.S.d.P.),

Ruth Keck, Alexandra Lüders, Detlef

Bülow, Heiko Bockstiegel, Bernd Middendorf,

A. Henemann und Daniel

de Oliveira Prudèncio, sowie Vereine,

Firmen, Personen, Gruppen und Institutionen,

die uns freundlicherweise

Texte und Fotos zur Verfügung stellen.

Verantwortlich für den Inhalt der

redaktionellen Texte sind die jeweiligen

Vereine, Firmen, Personen, Gruppen und

Institutionen.

ANZEIGEN- U. REDAKTION

Oelkers, Druckhaus im Artland

Hindenburgstraße 48

49610 Quakenbrück

fon 0 54 31 - 94 10 01

fax 0 54 31 - 94 10 50

hawe.oelkers@gmail.com

info@keck-kommunikation.de

Das MQ+ erscheint in einer Auflage von

15.000 Stück im Artland und punktuell in den

angrenzenden Ortschaften.

Es gelten die Anzeigenpreise gem. Mediadaten

MQ+, Stand Mai 2013.


cdVet-

Center

SPORT & FREIZEIT

Das Fachgeschäft für Tierbedarf

in Fürstenau!

Die cdVet Naturprodukte GmbH wurde

im Frühjahr 1999 mit dem Ziel gegründet,

im Bereich Tiergesundheit neue

Wege zu gehen. Vor dem Hintergrund

langjähriger Erfahrungen in Kräuterkunde

und dem Wissen über die Wirksamkeit

alter Hausmittel war dem Gründer klar:

Viele Tierkrankheiten sind die Folge

„zivilisierter“ Massenhaltung, einseitiger

Ernährung und mangelnder Beachtung

biologischer Zusammenhänge. Diese

Einsicht, verbunden mit der Kenntnis

moderner Wissenschaft, ist die Basis

für das innovative cdVet Produkt- und

Firmenkonzept. Durch die ausschließliche

Verwendung hochwertiger Zutaten und

die sanfte Verarbeitung der Produkte

wird die Gesundheit des Tieres mit der

Kraft der Natur effektiv unterstützt.

Seit 2019 verkauft die cdVet Naturprodukte

GmbH ihre Produkte für die

natürliche Tiergesundheit nicht nur im

weltweiten Onlinehandel, sondern auch

im eigenen Ladenlokal in Fürstenau in

der Industriestraße 9-11.

Dort können wochentags zwischen

08:00 und 19:00 Uhr die natürlichen

Produkte für Tiere aus erster Hand im

hauseigenen Laden der Firma gekauft

werden.

Der cdVet-Center-Shop bietet eine breite

Produktpalette für Hunde, Katzen,

Pferde, Reptilien, Vögel, landwirtschaftliche

Nutztiere und viele weitere Tierarten!

Neben Barf-Frostfleisch, Leckerlis

und Hundefutter gibt es vor allem rein

natürliche Nahrungsergänzungsmittel,

Parasitenschutz und Pflegemittel für die

Vierbeiner.

Ein kompetentes Team aus Tierärzten,

Kräuterexperten, Tierphysiotherapeuten

und Tierheilpraktikern ist nicht nur bei

der Entwicklung der Produkte mit von

der Partie – Sie stehen auch vor Ort

für Fragen zu natürlichen Pflege- und

Ernährungskonzepten zur Verfügung.

Ebenfalls können Kunden hier in Fürstenau

von einer kostenlosen individuellen

und umfassenden Ernährungsberatung

für Ihr Tier profitieren.

Besucher können sich zudem auf wechselnde

Rabatte und Aktionen freuen, die

jeden Monat passend zur Saison und

zum Bedarf der Tiere abgestimmt werden.

Jetzt Im Dezember erhalten Tierfreunde

zu jedem Einkauf ab 20,- Euro

eine tolle Weihnachtsüberraschung zu

Ihrem Einkauf gratis dazu!

Sie wollen auch Ihrer

Fellnase oder

Ihrer Samtpfote was

Schönes zu Weihnachten

schenken?

Im cdVet-Center-Shop

erhalten Sie auch liebevolle Präsente,

für ein tierisches Weihnachtsfest!

P.S Aufgrund der aktuellen Situation bietet cdVet

einen Lieferservice im Umkreis von Fürstenau an.

Melden Sie sich bei Interesse unter folgender Nummer:

05901 9796 302, um Ihre Bestellung aufzugeben.

shop

Parasitenschutz

Hundefutter

Ernährungsberatung

Pflegeprodukte

Futterergänzungen

BARF-Frostfleisch

Montag - Freitag 8.00 - 19.00 Uhr

Industriestr. 9-11 49584 Fürstenau


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