der gemeinderat Juni 2019

pVSpro360
  • Keine Tags gefunden...

Unsere Themen in der Juni-Ausgabe: Bezahlter Wohnfraum, Flächenvergabe, Bautätigkeiten, Blau-grüne Infrastruktur uvm.

Nr. 6/2019

1957–2019

8,50 Euro

62. Jahrgang

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

EXTRA

BLAU-GRÜNE

INFRASTRUKTUR

Die Stadt

klimafest planen

Zukunft bauen!

WIE STÄDTE UND GEMEINDEN DEM WOHNUNGSMARKT

WICHTIGE IMPULSE GEBEN KÖNNEN

TOURISMUS

Regionaler Bezug bringt Mehrwert

MIKROPLASTIK

Trennkanalisation als Problem

Aktuell: Die Wohnwetterkarte!

Wohnungsmärkte in Deutschland 2019

www.wohnwetterkarte.de


Editorial

Zum Vormerken!

TOP

STUDIENFÜHRER

Berufsbegleitende Masterstudienangebote und

Lehrgänge für den öffentlichen Sektor

JULI

2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Eine gute Immobilie

muss eines haben: Zukunft.

Alles aus einer Hand, von der Idee bis zum Schlüsselfertigbau.

in Deutschland gibt es zu wenig (Miet-)Wohnungen, zumal bezahlbare. Im

Koalitionsvertrag von 2018 hatten CDU, CSU und SPD für die Jahre bis 2021

das Ziel von jährlich 375 000 neuen Wohnungen ausgegeben. Tatsächlich

sind laut einer aktuellen Prognos-Studie im Durchschnitt bisher pro Jahr

lediglich 236 000 Wohnungen entstanden. Trotz der deutlichen Angebotserweiterung

deckt der Wohnungsneubau nur zu drei Vierteln den Bedarf.

Engpassfaktor Nummer eins für die Bautätigkeit ist das Bauland. Die

Grundstückspreise steigen enorm, gleichzeitig geht die Zahl der Baulandverkäufe

deutlich zurück. Dahinter liegen verschiedene Gründe: In der

anhaltenden Niedrigzinsphase stellen Eigentümer ihre Verkaufsabsichten

zurück, weil Bauland eine sichere Wertanlage darstellt, andere Besitzer von

Flächen wiederum spekulieren auf weitere Preissteigerungen am Markt.

Zudem verlängern sich als Folge von Personalengpässen in der kommunalen

Bauverwaltung und der wachsenden administrativen und baurechtlichen

Anforderungen die Entwicklungsphasen neuer Bauvorhaben.

Angesichts des akuten Wohnraummangels und steigender Baulandpreise

ist von entscheidender Bedeutung, dass die Städte und Gemeinden neue

Flächen für Wohnraum ausweisen. Welche Handlungsoptionen für mehr

Bauland existieren und wie sie in der Praxis angewendet werden, lesen Sie

in unserem Titel „Wohnungsbau“ ab S. 20. Allerdings sind die Gemeinden

auch darauf angewiesen, dass rechtliche Hürden abgebaut werden, die eine

zügige Baulandausweisung verhindern. Übergeordnete Raumordungsvorgaben

schränken die Kommunen häufig stark ein. Auch der allumfassende

Artenschutz, die direkte Demokratie in der Bauleitplanung und die Netto-

Null wirken bremsend auf die Flächenbereitstellung. Roger Kehle, Gemeindetagspräsident

in Baden-Württemberg, drückte es bei der Gründung des

Bündnisses für Wohnungsbau im Land Anfang des Jahres so aus: „Diese

Ziele sind für sich betrachtet zwar gut begründet. Wir werden es aber nicht

schaffen, knapp eine halbe Million Wohnungen zu bauen, wenn wir sie

nicht temporär in den Hintergrund rücken.“

Herzlich, Ihr

Der TOP Studienführer

in unserer Ausgabe

Juli/August 2019

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

wolfram.markus@pro-vs.de

Wolfram Markus, Chefredakteur

www.geigergruppe.de

der gemeinderat 6/19

3


Inhalt

Inhalt

In diesem Heft:

EXTRA

Blau-grüne Infrastruktur

Titel

Wohnungsbau: Stadt Landau in der Pfalz kombiniert

baulandpolitische Instrumente 20

Interview: Alexander Heinzmann, Wüstenrot

Haus- und Städtebau (WHS), setzt im Wohnungsbau

auf Dialog 22

Nachhaltiges Bauen: Innenentwicklung ist für

Kommunen das Gebot der Stunde 24

Baulückenkataster: Bad Münder macht Grundstücksangebote

transparent 26

Politik & Gesellschaft

Daseinsvorsorge: Privatisierung öffentlicher

Leistungen höhlt den Staat aus 8

Wohnungsbau braucht baureife Flächen

20

Um das Problem der Wohnraumversorgung zu lösen, muss in den Kommunen

Bauland neu ausgewiesen werden. Landau in der Pfalz beispielsweise hat dazu eine

Baulandstrategie entwickelt, die soziale, ökologische und bautechnische Maßstäbe

setzt und über Konzeptvergaben einen Beitrag zur Bodenpreisdämpfung leistet.

Foto: Normankrauss/Adobe Stock

Foto: Sanders/Adobe Stock

14

„Zinsmonitor“ macht Kreditvergabe transparent

Mehr als 60 Kommunen nehmen aktuell am Projekt „IKF Zinsmonitor“ teil. Das

Ziel ist, kommunale Kreditkonditionen transparent zu machen. Im laufenden Aktionszeitraum

kann nun auch der „marktgerechte“ Zins für einzelne Laufzeitbänder

von Geldmarktkrediten ermittelt werden.

Klimaanpassung: Regenwassermanagement

erfordert strategische Planung 42

Stadtplanung: Carsten Kühl, Deutsches Institut

für Urbanistik, im Interview 44

Starkregenvorsorge: Multifunktionale Flächennutzung

eröffnet Handlungsspielraum 46

Fassaden- und Dachgrün: Möglichkeiten in

Neubau und Bestand 50

Umwelt & Verkehr

Abwasserentsorgung: Mikroplastik bereitet

Kläranlagen Probleme 52

Wasserwirtschaft: Digital planen mit BIM 54

Parlament & Verwaltung

Wirtschaft & Finanzen

Beschaffung: Kommunen sollten Vorbild

sein in Sachen Nachhaltigkeit 10

Pforzheim: Oberbürgermeister Peter Boch über

Klimaschutz, fairen Handel und E-Mobile 12

Nachhaltigkeitssiegel: So finden Kommunen

sich in der Fülle an Kriterien zurecht 13

Finanzierung: „Zinsmonitor“ macht Kreditkonditionen

vergleichbar 14

Kommunalentwicklung: Rheinland-Pfalz entwickelt

touristische Angebote strategisch 16

Technik & Innovation

Interview: Holger Berens, Bundesverband für

den Schutz Kritischer Infrastrukturen, fordert

die Aktualisierung gesetzlicher Grundlagen 34

Brandschutz: Die Rolle der Kommunen bei

Aufstellung und Unterhalt der Feuerwehr 36

Rauchabzugsanlagen: So gehen Betreiber

öffentlicher Gebäude auf Nummer sicher 38

Rekommunalisierung öffentlicher Aufgaben 8

„Statt die öffentliche Daseinsvorsorge auf dem Altar des Marktes zu opfern, sollten

wir uns vergegenwärtigen, dass sich die Stärke einer Gesellschaft am Wohl der

Schwachen misst.“ Der Sozialwissenschaftler Tim Engartner kritisiert die Privatisierung

staatlicher Aufgaben. In seinem Beitrag zeigt er Alternativen auf.

Beschaffung nachhaltig ausrichten 10

Die öffentliche Hand entscheidet jährlich über Beschaffungsausgaben von geschätzt

350 Milliarden Euro. Das zeigt den Einfluss, den auch die Städte und Gemeinden

auf den Markt haben. Der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, sollten die Kommunen

soziale, faire und ökologische Kriterien in ihren Ausschreibungen verankern.

12

Foto: Stadt Pforzheim

Peter Boch, OB von

Pforzheim, im Interview

Die Verwaltung der Stadt Pforzheim orientiert

sich bei der Beschaffung an Kriterien

der Nachhaltigkeit. Auch im Bereich der

Mobilität will die Kommune ihren Bürgern

Vorbild geben. Oberbürgermeister Peter

Boch erläutert im Interview die Ziele im

Klima- und Umweltschutz

Foto Titelseite: Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt

Abb.: Ramboll Studio Dreiseitl

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

42

Verstärkter Regenrückhalt und die Schaffung und Vernetzung von Grünflächen sind

Möglichkeiten der Kommunen zur Anpassung der Infrastruktur an den Klimawandel.

Damit diese und weitere erprobte Maßnahmen wirken können, kommt es auf

die konsequente Umsetzung im Rahmen strategischer Pläne an.

Lebenslanges Lernen in der Verwaltung 58

Andreas Urbich ist Geschäftsführer des Kommunalen Bildungswerks Berlin. Er

weiß, welche Themen in der Weiterbildung von Fach- und Führungskräften gefragt

sind. In unserem Job-Interview spricht er über den Wissenstransfer in der

Verwaltung, die Bedeutung der Digitalisierung und den Nutzen von Webinaren.

Job-Interview: Andreas Urbich, Kommunales

Bildungswerk, über lebenslanges Lernen 58

Rubriken

Editorial 3

Panorama 6

TOP Stellenmarkt 60

Produkte & Dienstleistungen 62

Vorschau / Impressum 66

Zum Titelbild:

Visualisierung des Projekts „Stargarder Straße“

in Ingolstadt, in dessen Rahmen die Gemeinnützige

Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt

161 geförderte Mietwohnungen baut. Das vom

Architekturbüro Diezinger, Eichstätt, geplante

Vorhaben will bezahlbaren Wohnraum unter

Berücksichtigung eines effizienten Flächenmanagements

schaffen (Kurzlink zur Projekt-

Webseite: https://is.gd/zArGF0)

Der Gesamtauflage dieser Ausgabe liegen Prospekte

der BPD Immobilienentwicklung GmbH,

Frankfurt, sowie der Umweltinstitut Offenbach

GmbH, Offenbach, bei.

4 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

5


Panorama

NEUES AUS DEUTSCHLAND

Panorama

KURZ GEMELDET

Wettbewerb

Soziale Stadt

Die Bewerbungsphase zum „Preis

Soziale Stadt 2019“ ist angelaufen. Bis

zum 29. Juli 2019 können sich Projekte

bewerben, die im Sinne sozialer Quartiersentwicklung

den nachbarschaftlichen

Zusammenhalt stärken sowie

Integration und ein gutes Miteinander

fördern. Unterstützt wird der Wettbewerb

unter anderem vom Deutschen

Städtetag. – Teilnahmebedingungen

unter www.nachbarschaftspreis.de/de/

preis-soziale-stadt

Sicherer

Schulweg

Die aktualisierte Broschüre „Schulwegpläne

leichtgemacht – Der Leitfaden“

der Bundesanstalt für Straßenwesen

(BASt) enthält wichtige Informationen

und nützliche Quellen, um einen

guten Schulwegplan mit vertretbarem

Aufwand selbst erstellen zu können. Die

Broschüre richtet sich an Schulen, Kommunen,

Polizei und Eltern. – Download:

www.bast.de/schulwegplan

Bemerkenswert, vorbildlich, innovativ?

Teilen Sie der Redaktion mit,

was Ihre Kommune bewegt:

wolfram.markus@pro-vs.de

Rathaus Stuttgart: Im neuen Rat der baden-württembergischen Landeshauptstadt stellen die

Grünen die größte Fraktion. Bei der Kommunalwahl verdrängten sie die CDU von Platz eins.

Kommunalwahlen

Parteien neu sortiert

Die Kommunalwahlen in neun Bundesländern

am 26. Mai haben die

parteipolitischen Kräfteverhältnisse

vielerorts deutlich verschoben.

Parallel mit der Europawahl fanden in

Baden-Württemberg, Brandenburg,

Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern,

Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie

in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

die Kommunalwahlen statt. Während

in den westdeutschen Ländern CDU und

SPD zum Teil deutlich an Zuspruch verloren

und die Grünen zulegten, baute die

AfD im Osten ihre Position aus. Wir beleuchten

im Folgenden einige vorläufige

Ergebnisse der Kommunalwahlen.

Bei den Gemeinderatswahlen in Baden-

Württemberg (11 Mio. Einwohner, Stand

2017) erreichten die traditionell stark vertretenen

Wählervereinigungen im landesweiten

Ergebnis insgesamt 30,6 Prozent

der Stimmen. Die CDU behauptete mit

22,3 Prozent trotz Verlusten von 6,0 Prozentpunkten

ihre Position als stärkste parteipolitische

Kraft. Die Grünen erreichten

17,2 Prozent (plus 5,7), die SPD kam auf

14,2 Prozent (minus 3,5).

In Brandenburg (2,5 Mio. Einwohner)

erzielte die CDU auf Landesebene 18,3

Prozent der Stimmen. Gegenüber dem

Ergebnis von 2014 verlor die Union 6,5

Prozentpunkte. Die SPD erreichte 17,7

Prozent (minus 6,9). Die AfD errang 15,9

Prozent (plus 12,0), die Linke 14,1 Prozent

(minus 6,1) und die Grünen holten 11,1

Prozent (plus 4,8) der Stimmen.

Die CDU ist bei den Kommunalwahlen

in Rheinland-Pfalz (4,07 Mio. Einwohner)

als stärkste Kraft bestätigt worden. Die

Christdemokraten erreichten 31,0 Prozent

der Stimmen (2014: 38,6). Die SPD verlor

7,2 Prozentpunkte und kam auf 22,6

Prozent. Den dritthöchsten Stimmenanteil

erzielten die Grünen mit 16,2 Prozent

(plus 6,7). Die Wählergruppen kamen in

der Summe auf einen Stimmenanteil von

10,7 Prozent. Die AfD kam auf 8,3 Prozent

der Stimmen. Das war gegenüber 2014 ein

Plus von 5,3 Prozentpunkten.

Bei den Kreistags- und Stadtratswahlen

der kreisfreien Städte in Thüringen (2,2

Mio. Einwohner) kam die CDU auf Landesebene

22,4 Prozent. Gegenüber 2014

verlor sie 12,6 Prozentpunkte. Die Linke

erreichte 10,1 Prozent (2014: 21,9). Die

SPD halbierte ihr Ergebnis von 2014 (18,3)

auf nun 9,2 Prozent. Die AfD erreichte aus

dem Stand 7,9 Prozent, die Grünen kamen

auf 4,4 Prozent (2014: 5). Stark zugelegt

haben die unter Sonstige zusammengefassten

Wählergruppen. Sie liegen auf Landesebene

bei 42,7 Prozent (2014: 16,4).

Foto: Hunterbliss/Adobe Stock

Bürgerstiftung Lörrach

ausgezeichnet

Die Bürgerstiftung Lörrach ist im Wettbewerb

„Aktive Bürgerschaft“ der Genossenschaftlichen

Finanzgruppe Volksbanken-

Raiffeisenbanken mit einem Hauptpreis

ausgezeichnet worden. Mit dem Erwerb

und Umbau eines historischen Gebäudes

auf dem Schulcampus Rosenfels hat die

Stiftung seit 2017 das Schülercafé Kamelion

als pädagogisches Zentrum mit Schülerbetreuung

und Essensversorgung für

die Schüler im Ganztagsschulbetrieb gesichert.

Damit ist es ihr laut Jury gelungen,

in Niedrigzinszeiten ihr Stiftungskapital

ertragbringend anzulegen.

Energiewirtschaft diskutiert Elektromobilität

Kreis Pinneberg steigt

auf E-Fuhrpark um

Die Kreisverwaltung Pinneberg (Schleswig-Holstein)

will bis Ende dieses Jahres

ihren gesamten Fuhrpark elektrifizieren.

Eine Ladeinfrastruktur mit 36 Ladepunkten

am Verwaltungsstandort Elmshorn, die

mithilfe einer Fotovoltaikanlage zum Teil

autark betrieben werden soll, und ein Batteriespeichersystem

gehören zum Projekt.

Der Technologiepartner GP Joule liefert die

Hardware und übernimmt Planung, Bau

und Betrieb der Ladeinfrastruktur. Landrat

Oliver Stolz sagt: „Unser Fuhrparkkonzept

kann als Blaupause für vergleichbare kommunale

Fuhrparks dienen.“

Foto: Kissel/Stiftung Aktive Bürgerschaft

Foto: Kreisverwaltung Pinneberg

Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2019: Günter

Vogt (2. v. li.), Vorstand der Stiftung Aktive

Bürgerschaft, mit Günther Heck (li.), Ute Lusche

und Frank Hovenbitzer von der ausgezeichneten

Bürgerstiftung Lörrach.

Das KMU-Forum Nord/West des Bundesverbands

der Energie- und Wasserwirtschaft

(BDEW) findet am 3. Juli 2019 in

Aachen statt. Experten aus Politik, Stadtwerken

und Wirtschaft beleuchten aktuelle

Themen von kleinen und mittleren Unternehmen

der Branche. Das kommunale

Fachmagazin der gemeinderat begleitet die

Veranstaltung als Medienpartner.

Über Herausforderungen der Energiewirtschaft

in Nord- und Westdeutschland

wird Stefan Kapferer, Vorsitzender der

BDEW-Hauptgeschäftsführung mit Jochen

Homann, Präsident der Bundesnetzagentur

für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen, diskutieren.

Weitere Themen sind die Energieversorgung

in Stadtquartieren und die Unternehmensführung

von Stadtwerken in Zeiten

des Umbruchs.

Der Veranstalter EW-Medien hat angekündigt,

die KMU-Treffen von September

an unter der neuen Bezeichnung „Frühjahrsforum“

und „Herbstforum“ zu platzieren.

Die Foren sollen sich dann halbjährlich

in wechselnden Regionen präsentieren.

Die nächste Veranstaltung ist das

KMU-Herbstforum am 12. September in

Göppingen (Baden-Württemberg). – Anmeldung:

www.kmu-foren.de

Vertrag für Elektromobilität: Andreas Köhler

(li., Kreis Pinneberg) und Torben Jöns

(GP Joule) vereinbaren die E-Flottenlösung.

7 %

Wertsteigerung

Nachhaltige Gebäude

Die Zertifizierung von Gebäuden unter

Nachhaltigkeitsaspekten führt unter anderem

zu einer Wertsteigerung der Immobilien

um durchschnittlich sieben Prozent.

Dies geht aus einer Umfrage der Deutschen

Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen unter

den bisherigen Auftraggebern hervor,

die den DGNB-Zertifizierungsprozess abgeschlossen

haben. Etwa zwei Drittel der

Befragten gaben an, dass sie die Zertifizierung

als qualitätssicherndes Steuerungsinstrument

nutzen. Ähnlich oft wurde die

erhöhte Nachfrage von Investoren, Mietern

und Kunden als Motivation genannt.

Kooperationen im

Tourismus stärken

Der Tourismus ist als Wirtschaftsfaktor

von hoher Bedeutung für Kommunen.

Etwa drei Millionen Arbeitsplätze hängen

an dieser Branche. Der Deutsche Städteund

Gemeindebund (DStGB) sieht weiteres

Entwicklungspotenzial durch regionale

und länderübergreifende Kooperationen.

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit über

Gebietsgrenzen hinweg seien die Aktivitäten

des Tourismusverbands Vogtland,

erklärt der Vorsitzende des DStGB-Ausschusses

für Wirtschaft, Tourismus und

Verkehr, Ingo Hacker.

Der DStGB begrüßt, dass in den von der

Bundesregierung formulierten Eckpunkten

für eine Nationale Tourismusstrategie Forderungen

der Kommunen aufgegriffen werden.

Dazu zählt etwa die Stärkung der digitalen

Infrastruktur. Auch die Forderung der

Kommunen nach einer erhöhten Zugänglichkeit

von Fördermitteln für kleine und

mittlere Städte und Gemeinden wurde von

der Bundesregierung als Ziel aufgegriffen.

(Zum Thema Tourismus siehe die Seiten

16 bis 19 in dieser Ausgabe.)

6 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

7


Politik & Gesellschaft

Daseinsvorsorge

Politik & Gesellschaft

ONLINE

Die Langfassung des Beitrags finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Politik & Gesellschaft. Der

Beitrag basiert auf dem Vortrag „Staat

im Ausverkauf“, der am 27. November

2018 in der SWR-Tele-Akademie ausgestrahlt

wurde, abrufbar unter

www.ardmediathek.de

DER AUTOR

Dr. Tim Engartner ist Professor für Didaktik

der Sozialwissenschaften an der

Goethe-Universität Frankfurt am Main

(engartner@soz.uni-frankfurt.de) und

Autor des Buchs „Staat im Ausverkauf.

Privatisierung in Deutschland“

Rekommunalisierung

Rückbesinnung auf

das Bürgerwohl

Durch die Privatisierung öffentlicher Leistungen in Bereichen wie Bildung,

Verkehr und Gesundheit setzt der Staat die Gemeinwohlorientierung der

Daseinsvorsorge aufs Spiel. Der Sozialwissenschaftler Tim Engartner kritisiert in

seinem Beitrag solche Projekte und plädiert für mehr Rekommunalisierungen.

Die Privatisierung schreitet im

Schulwesen unaufhörlich voran.

So erhält zum Beispiel jeder vierte

Schüler mittlerweile Nachhilfe. Es gibt eine

Vielzahl privater Nachhilfe-Einrichtungen.

Die Schulbildung nach Schulschluss wird

immer bedeutsamer. Auch die Zahl von

privaten Kitas, Krippen, Schulen und

Hochschulen wächst. In Deutschland eröffnet

zeitweilig jede zweite Woche eine

neue Privatschule ihre Pforten. Kritisch

gewendet muss man sagen, dass damit

Bildung zur Ware zu werden droht.

Ein zentraler Grund für diese Privatisierung

von Bildung ist die chronische Unterfinanzierung

des Bildungssystems. Im

Rahmen der Pisa-Studie 2006 wurde bei

einer Befragung der Schulleiter offenkundig,

dass knapp 87 Prozent der 15-jährigen

Schüler hierzulande eine Schule be-

Unterricht: Der staatliche Bildungssektor in Deutschland ist unterfinanziert. Infolge davon wächst der Anteil privatwirtschaftlicher Angebote von der

Kita bis zur Hochschule.

Foto: Kzenon/Adobe Stock

suchen, an der Wirtschaft und Industrie

Einfluss auf die Lehre ausüben, was im

OECD-Vergleich einen Negativ-Rekord

darstellt. Diese Öffnung von Schule gegenüber

unternehmerischen Einflüssen

hat zu einer tektonischen Verschiebung

der Akteurskonstellationen im Bildungssektor

geführt. Durch das Einspeisen von

selektiven, tendenziösen und manipulativen

Unterrichtsmaterialien gelingt es

Unternehmen, die Vor- und Einstellungen

junger Menschen zu prägen.

DIE DEUTSCHE BAHN KAUFT EIN

Nicht nur auf dem Bildungs-, sondern auch

auf dem Verkehrsmarkt greifen die Kräfte

des freien Marktes. Die Privatisierung der

Deutschen Bahn (DB) beispielsweise treibt

nicht nur die Bahnpendler um, sondern

auch solche, die es einmal werden wollen.

Fast täglich hören wir von Oberleitungsschäden,

Lokschäden und Triebwerksschäden.

Dies ist der Tatsache geschuldet,

dass der DB-Vorstand das vormals personalintensive

Staatsunternehmen nach der

Privatisierung 1994 systematisch für den

Börsengang aufgehübscht hat, indem er

eine rigide Sparpolitik betrieben hat.

Zudem ist zu beobachten, dass sich die

Bahn mit Blick auf ihr Unternehmensprofil

wandelt. Sie trägt nun den Zusatz DB Mobility

Networks Logistics AG, um sich als

international agierender Mobilitäts- und

Logistikkonzern zu profilieren. So erwirtschaftet

die Bahn mittlerweile zwei Drittel

ihres Gewinns nicht mehr mit schienengebundenem

Verkehr, sondern mit Logistikdienstleistungen

im In- und Ausland. Die

Deutsche Bahn ist folglich nicht mehr an

einer Steigerung des Schienenverkehrsaufkommens

interessiert, sondern lediglich

an einer verkehrsträgerneutralen Steigerung

ihrer Marktanteile.

Kritisch daran ist, dass die Deutsche

Bahn AG, die sich nach wie vor zu 100

Prozent in Bundesbesitz befindet, mit der

Bonität der Bundesrepublik Deutschland

im Rücken auf Einkaufstour geht. Und

trotz des AG-Effekts, das heißt der größeren

Flexibilität im Personal-, Angebotsund

Vermarktungsbereich, hat sich keine

substanzielle Entlastung der Steuerzahler

ergeben.

Ein weiterer Bereich, der seit den

2000er-Jahren maßgeblicher Gegenstand

der Privatisierungspolitik ist, sind die sozialen

Sicherungssysteme und dabei zuvorderst

die Rente. Im Glauben daran, dass

nur ein schlanker Staat ein guter Staat sei,

baute die von Gerhard Schröder geführte

rot-grüne Bundesregierung den Bismarckschen

Sozialstaat systematisch um und ab.

Schließlich ist auch das Gesundheitswesen

privatisiert. Besonders interessant

ist dabei, dass im Markt für Gesundheitsdienstleistungen

das Marktprinzip versagt.

Die meisten Güter und Dienstleistungen

werden bekanntlich freiwillig in Anspruch

genommen. Gesundheitsleistungen werden

aber unabhängig davon, wie preiswert

sie sind, von niemandem ernstlich freiwillig

in Anspruch genommen.

Insofern ist der Gesundheitsmarkt ein

Markt, auf dem sich Abhängige bewegen.

Gesundheitsdienstleistungen dürfen aber

nicht nur dem Marktprinzip gehorchen.

Dies gilt auch für Krankenhäuser, die mehr

und mehr nach ökonomischen Richtwerten

ausgerichtet werden.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt – auch

die auf eine Renaissance von „Vater Staat“.

Denn einige Städte und Gemeinden haben

ihre an Private veräußerten Dienstleistungen

rekommunalisiert – und zwar vielfach

unabhängig von der parteipolitischen Zusammensetzung

der Kommunalverwaltung.

Die erste nennenswerte Stadt war

Potsdam im Jahr 2000 mit dem damaligen

Oberbürgermeister Matthias Platzeck. Die

Stadt hat, drei Jahre nachdem sie 49,9

Prozent der Anteile ihrer Wasserbetriebe

an den deutsch-französischen Konzern

Eurawasser verkauft hatte, den Kooperationsvertrag

aufgekündigt, weil eine Verdoppelung

der Wasserpreise angestanden

hätte. Das war eine Entscheidung mit bundesweiter

Signalwirkung.

STÄDTISCHE MÜLLENTSORGUNG

Ein weiteres Feld für Rekommunalisierungen

ist die Abfallwirtschaft. So hat

man in Bergkamen, Leichlingen, Aachen,

Hannover und vielen anderen Städten und

Gemeinden die Müllentsorgung wieder unter

das kommunale Dach zurückgeführt.

Teilweise konnten die Beschäftigtenzahlen

aufgestockt, die Müllgebühren gesenkt

und die Arbeitsbedingungen verbessert

werden.

Ein weiteres Beispiel, das Anlass zur

Hoffnung gibt, ist die „Katharsis“ in Freiburg

und Dortmund. Beide Städte haben

die Reinigung der öffentlichen Hochschulen,

Schulen, Kindergärten und Sportstätten

unter das kommunale Dach zurückgeführt.

Die Beispiele zeigen, dass die unheilvolle

Entwicklung in Richtung betriebswirtschaftlich

motivierter Vermarktlichung

ein Stück weit gebrochen ist. Knapp Dreiviertel

der Unions- und der SPD-Wähler

sind der Meinung, dass Bahn, Post und

Gaswerk beim Staat besser aufgehoben

sind als in privaten Händen. Das sollte

uns eine Lehre sein.

RENAISSANCE DES STAATES

Denn gerade im Schatten der Wirtschaftsund

Finanzkrise ist der Staat wieder zum

Adressaten für Schutzwünsche und Sicherheitserwartungen

geworden.

Es gilt in Erinnerung zu rufen, dass mit

jeder Privatisierung Einflussmöglichkeiten

von demokratisch legitimierten Akteuren

zu privaten verschoben werden, sodass die

Entscheidungen – jedenfalls prinzipiell –

nicht mehr von Personen und Gremien getroffen

werden, die sich öffentlich verantworten

müssen. Vor diesem Hintergrund

lassen sich Argumente für die Renaissance

des Staates anführen:

• Statt die öffentliche Daseinsvorsorge auf

dem Altar des Marktes zu opfern, sollten

wir uns vergegenwärtigen, dass sich die

Stärke einer Gesellschaft am Wohl der

Schwachen misst.

• Das Wohl des Schwachen kann nur dann

gewährleistet werden, wenn überlebenswichtige

Güter und Dienstleistungen

allen Menschen, unabhängig von ihrer

Kaufkraft, zur Verfügung stehen. Dafür

braucht es zwingend eine Neujustierung

der Steuern- und Abgabenarchitektur.

• Wir müssen mehr enttarnen, dass es einer

Volkswirtschaft nur dann gut gehen

kann, wenn es dem Volk schlecht geht.

Prosperierende Volkswirtschaften sollten

unbedingt einen Mehrwert für die

Bevölkerung haben und umgekehrt.

• Ohne die vielbeschworene Renaissance

des Staates schafft Vater Staat sich über

kurz oder lang selbst ab.

• Eine Gesellschaft, die von allem den

Preis, aber von nichts mehr den Wert

kennt, hat aufgehört zu existieren.


Tim Engartner

8 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

9


Wirtschaft & Finanzen

Beschaffung

Wirtschaft & Finanzen

Kaffeepause: Aspekte des fairen Handels und der Nachhaltigkeit finden zunehmend Eingang in die Beschaffung der öffentlichen Hand.

DER AUTOR

Prof. Dr. Günther Bachmann ist

Generalsekretär des Rat für Nachhaltige

Entwicklung (guenther.bachmann@

nachhaltigkeitsrat.de)

Nachhaltigkeit

Beim fairen Kaffee

soll’s nicht bleiben

Die Kommunen sollten Kriterien der Nachhaltigkeit in den Beschaffungsprozess

verankern. Die Praxis bleibt aber vielerorts noch hinter den rechtlichen

Möglichkeiten zurück. Günther Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung

nimmt in seinem Beitrag eine Standortbestimmung vor.

Markt- und Staatswirtschaft leben

in Deutschland gut voneinander.

Die Ausgaben von Staat

und Kommunen beeinflussen schon fast

die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes. Mit

geringen jährlichen Schwankungen bedeutet

das einen historischer Höchststand.

Transferzahlungen und Subventionen,

aber vor allem auch staatliche Investitionen

und Verbrauchsausgaben sind eine

Wirtschaftskraft.

Nachhaltige Entwicklung ist ein Gebot der

Zeit. Noch ist unsere Klimabilanz stark negativ,

noch leben wir alle auf Kosten der

Zukunft und noch verbrauchen wir mehr

Ressourcen als langfristig zur Verfügung

stehen. Ganz gewiss: Noch kann unsere

Art zu konsumieren, zu produzieren und

Einkommen zu generieren und zu verteilen

nicht für die ganze Menschheit funktionieren.

Das klingt nach allzu großer

Rhetorik, aber es ist auch im kleinsten

Foto: Traimak/Adobe Stock

Zusammenhang einfach wahr. Zunehmend

mehr Menschen erkennen dies. Das

signalisieren die Freitagsdemonstrationen.

Das signalisieren auch über 500 private

Unternehmen, die sich zum Deutschen

Nachhaltigkeitskodex erklären. An den

Finanzmärkten ist zunehmend mehr Geld

auf der Suche nach nachhaltigen Anlagemöglichkeiten.

Der Ausstieg aus nuklearer

und fossiler Energiegewinnung sind die

wichtigsten Indikatoren für die notwendige

Veränderung der Volkswirtschaft.

Es gibt in der Wirtschaft einen veritablen

Trend zum Nachhaltigkeitsmanagement.

Noch sind jedoch die Probleme größer und

wirkungsvoller als die Lösungen.

Rund 30 000 öffentliche Beschaffer beim

Bund, in den Ländern und in den Kommunen

treffen jährlich Entscheidungen im

Gesamtwert von geschätzt 350 Milliarden

Euro. Da kann man in der Tat von Einfluss

sprechen. Aufgeschlossene Gemeinden

können ihren Einkauf an Kriterien

der Nachhaltigkeit ausrichten. Rechtlich

ist das ermöglicht, praktisch geschieht es

aber zu wenig. Der Konjunktiv regiert die

Rolle der Beschaffung für die nachhaltige

Entwicklung. Von „könnte“ ist oft die

Rede, zu Recht, denn das Potenzial der

Beschaffung ist groß. Tatsächlich bleibt

der reale Fortschritt jedoch weit hinter den

Möglichkeiten.

Die rechtlichen Grundlagen zur Berücksichtigung

sozialer, fairer und ökologischer

Kriterien können allen Gemeinden,

wenn schon nicht rechtlich, dann mindestens

als Wissensbasis dienen. Erfahrene

Dienststellen haben kaum Mehrkosten bei

der Beschaffung fairer Produkte. Das unterstreicht

die Bedeutung des Wissensmanagements,

von sachlichen Anleitungen

und dem Lernen aus guten Beispielen.

Die vom Nachhaltigkeitsrat eingerichteten

Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien

(RENN) dienen hier als

Multiplikator.

Die Bundesregierung hat ein internes

Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit,

das die Staatssekretäre aller Bundesressorts

zuletzt im März 2015 erneuert haben,

um die öffentliche Beschaffung am

Leitprinzip einer nachhaltigen Entwicklung

auszurichten. Deshalb unterhält das

BMI die Kompetenzstelle für nachhaltige

Beschaffung (KNB), die wertvolle Informationsarbeit

leistet. Der Kompass Nachhaltigkeit

des BMZ bietet ebenfalls umfangreiche

Informationen zur Nachhaltigkeit

von Produktgruppen, Gütezeichen und

Anbietern.

VERGLEICH MIT DER WIRTSCHAFT

KOMMUNALWAHL 2020

zfm berät an die 500 Kommunen in ganz Deutschland bei der Besetzung von

Top-Führungspositionen und zählt zu den führenden Beratungen in diesem Umfeld.

Unser Netzwerk ist exzellent.

Wir unterstützen Sie vertraulich bei der Suche und Auswahl engagierter und

souveräner Kandidaten (m/w/d) als...

Nicht zu unterschätzen sind die praktischen

Probleme und Hindernisse vor Ort.

Unklare und unsichere Vorgaben sind oft

ein Problem. Beschaffer fühlen sich allein

gelassen und befürchten Rechtsrisiken.

Höhere Einstandspreise begründen Zweifel

an der Wirtschaftlichkeit der nachhaltigen

Alternative, sofern der Lebenszyklus

nicht verlässlich geprüft wird. Zielvorgaben

sind mitunter schwammig oder ihr

Ambitionsniveau hinkt den politischen

Aufgaben in der Klima-, Kohle- oder Ernährungspolitik

hinterher. Das sind nur

einige Binnenaspekte.

Wichtiger ist noch Folgendes: Im unmittelbaren

Vergleich zur Privatwirtschaft

kann man von einem gleichrangigen Nachhaltigkeitsmanagement

im öffentlichen

Bereich kaum sprechen. Was dort an betrieblichen

Prozessen und zielkonformem

Change Management (nicht überall, nicht

durchgängig, aber in signifikantem Umfang)

läuft, ist in öffentlichen Institutionen

schlicht noch nicht zu finden. Der Gewinn

des jährlich ausgeschriebenen Deutschen

Nachhaltigkeitspreises für das nachhaltigste

Unternehmen iet eine herausragende

Referenz. Der Wettbewerb um diesen Preis

ist hart. Die Messlatten hängen hoch. Ein

paar „grüne“ Produkte reichen für kein

Unternehmen heute mehr aus, um in die

Spitzengruppe zu kommen. Vielmehr geht

es im Sinne eines Whole-of-institution-

Ansatzes um strukturierte Prozesse zum

ganzheitlichen Verändern der Rohstoffgewinnung,

der Produktion bis hin zur

Haben Sie schon Ihren Kandidaten?

Logistik und Kundenorientierung, um die

Einhaltung von Menschenrechtsstandards

und um faire Löhne.

Aber fair und ökologisch hergestellte

Produkte gehören ins Rathaus wie in die

Küchen der kommunalen Kindertagesbetreuung.

Es hört sich so einfach an und ist

für den, der es schon seit Jahren macht,

eine Selbstverständlichkeit.

Die Anzahl von Fairtrade-Städten nimmt

zu, aber auch diesen Anspruch kann man

noch eindeutiger verwirklichen. Die konventionelle

Beschaffung von Dienstwagen

sollte in eine neuartige Beschaffung

von nachhaltiger Mobilität „umgedacht“

werden. Es sollte keine sprichwörtliche

Sonntagsfrage mehr sein, ob Nachhaltigkeitsstrategien

bei der Vergabe bereits eine

Rolle spielen.

Unter dem Vorsitz des Präsidenten des

Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, haben

die Rechnungshöfe von Bund und

Ländern 2018 die „Bonner Erklärung zur

Nachhaltigkeit“ verabschiedet. Sie rückt

die Umsetzung der Ziele der Agenda 2030

der Vereinten Nationen für eine nachhaltige

Entwicklung mit den Sustainable Development

Goals in den Blick der Rechnungsprüfer.

Für alle Beschaffungsstellen

ist das eine wichtige Botschaft.

Die Bundesregierung hat den Nachhaltigkeitsrat

zu ihrer Beratung eingesetzt.

Wir betonen bei jeder Gelegenheit den

politischen Sinn von positiven Zukunftsbildern

wie der klimaneutralen Wirtschaft,

dem Schließen von Rohstoff- und Recyclingkreisläufen

oder auch der Veränderung

von Lebensstilen und Konsummustern.

Wo, wenn nicht in der Praxis der öffentlichen

Beschaffung, sollte dies deutlich werden?

Wo, wenn nicht hier, stößt man auf

Möglichkeiten und Erfolge – im gleichen

Maße wie man auf Restriktionen stößt und

die Neugier weckt, wie diese überwunden

werden können? Nachhaltigkeit ist, so verstanden,

keine technische Sache, sondern

eine politische Kraft der Mitte, die vom

Engagement der Menschen lebt und diesem

auch immer wieder Grund und Gehalt

geben kann. Günther Bachmann

Oberbürgermeister (m/w/d)

Bürgermeister (m/w/d)

Landrat (m/w/d)

10 der gemeinderat 6/19

Vereinbaren Sie noch heute einen Gesprächstermin mit zfm-Geschäftsführer Edmund Mastiaux.

Wir beraten Sie gerne!

der gemeinderat 6/19

Weitere Informationen

finden Sie unter

www.zfm-bonn.de

11


Wirtschaft & Finanzen

Beschaffung

ONLINE

Die Langversion des Interviews finden

Sie auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Wirtschaft & Finanzen

Interview

Konsequent nachhaltig

Die Stadtverwaltung Pforzheim orientiert sich bei Beschaffungen an Regelungen

zur Nachhaltigkeit. Oberbürgermeister Peter Boch erläutert die Bedeutung

von Qualitätsnachweisen und zeigt die Ziele seiner Stadt im Klimaschutz auf.

Geprüft: Bei der nachhaltigen

Beschaffung helfen

Gütesiegel weiter. Allerdings

berücksichtigen nur

wenige Auszeichnungen

die Nachhaltigkeit in ihrer

ganzen Komplexität.

ZUR PERSON

Peter Boch (Jg. 1980) ist seit August

2017 Oberbürgermeister von Pforzheim

(125 000 Einwohner, Baden-Württemberg).

Vor seinem Amtsantritt war

der ausgebildete Balletttänzer und

Polizeibeamte im Sicherheits- und

Polizeidienst tätig sowie sechs Jahre

Bürgermeister der Gemeinde Epfendorf.

Peter Boch ist verheiratet und hat drei

Kinder (ob@stadt-pforzheim.de)

„,Fairtrade-Towns‘ sind das

Resultat einer gelungenen

Vernetzung von Akteuren

aus Zivilgesellschaft,

Politik und Wirtschaft“

Peter Boch

Foto: Stadt Pforzheim

Herr Boch, Pforzheim will bis 2030 die CO 2 -

Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990

reduzieren. Wo stehen Sie heute?

Boch: In unserer Stadt ist es uns bereits

gelungen, seit 1990 bis ins Jahr 2010 einen

Rückgang der Emissionen um über

18 Prozent zu verzeichnen. Das konnte

hauptsächlich durch die Verdrängung von

Kohle durch Biomasse und Ersatzbrennstoffe

im Heizkraftwerk erreicht werden.

Außerdem streben wir bis 2020 eine Reduzierung

der Treibhausgasemissionen um

mindestens 35 Prozent an. Gleichzeitig

wird eine kommunale Klimaanpassungsstrategie

für unsere Stadt erarbeitet, die

ebenfalls die Selbstverpflichtung der Mitgliedskommunen

des „Konvents der Bürgermeister“

umfasst.

Die Verwaltung betreibt unter Klimaschutz-

Pforzheim.de eine eigene Website zum

Thema. Wie kommt das Informationsangebot

bei den Bürgern an?

Boch: Unser Klimaschutzportal fasst alle

aktuellen Informationen, Angebote und

Veranstaltungen rund um den Klimaschutz

zusammen. Ich freue mich, dass wir diese

erste Anlaufstelle in Sachen Klimaschutz

und Klimafolgenanpassung für unsere Bürger

haben. Hier werden die verschiedenen

Themenbereiche des Klimaschutzes und

die Möglichkeiten jedes einzelnen, im Alltag

etwas zum Klimaschutz beizutragen,

näher erläutert. Unsere Mitarbeiter aus

dem Klimaschutzteam stehen im Kontakt

mit den lokalen Organisationen und Institutionen,

um die Angebote stets aktuell zu

halten und den Austausch zwischen den

Klimaschutzakteuren zu fördern.

Die Beschaffung zählt zu den zentralen

Aufgaben der nachhaltigen Stadtentwicklung.

Inwieweit ist das Thema in der Verwaltung

und in der Vergabe verankert?

Boch: Bei uns in der Verwaltung gibt es

eine Dienstanweisung zur nachhaltigen

Beschaffung. Diese gilt für alle Ortsverwaltungen,

Fachämter, Eigenbetriebe,

Stabstellen, Referate, Projektgruppen und

andere sonstige Stellen, die in die Organisationsstruktur

der Stadtverwaltung eingebunden

sind und städtische Finanzmittel

verwalten. Neben den Grundsätzen der

Rechtmäßigkeit, Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit

sind von den Dienststellen

bei allen Beschaffungen Regelungen zur

Nachhaltigkeit zu beachten.

Welche Bedeutung haben für Sie Qualitätsnachweise

wie zum Beispiel Fairtrade-

Siegel im persönlichen Einkauf – und im öffentlichen

Beschaffungsprozess Ihrer Stadt?

Boch: Die Siegel beziehungsweise Qualitätsnachweise

sind für mich wichtig und

sinnvoll. Vor allem beim Vergleich mit anderen

Kommunen. Sie dienen dem Austausch

und der Vernetzung und können

damit neue Verbesserungsprozesse innerhalb

der Stadtverwaltung anstoßen. Wir

beabsichtigen zudem, uns an der Kampagne

„Fairtrade Towns“ zu beteiligen. „Fairtrade-Towns“

fördern den fairen Handel

auf kommunaler Ebene.

Stichwort nachhaltige Mobilität: Fährt die

Stadtverwaltung schon mit E-Fahrzeugen?

Boch: Im Fahrzeugpool der Stadtverwaltung

haben wir bereits E-Fahrzeuge im Einsatz.

So zum Beispiel zwei Personenwagen im

Veterinäramt, einer bei den Technischen

Diensten in der Abfallwirtschaft und einer

auf dem Hauptfriedhof.


Interview: Jörg Benzing

Foto: Coloures-Pic/Adobe Stock

Nachhaltigkeitssiegel

Maßstab Marketing?

Das Thema Nachhaltigkeit betrifft nicht nur den Ankauf von Recyclingpapier.

Ganze Dienstleistungsketten werden kritisch betrachtet und mit einem Siegel

versehen. Doch nach welchen Kriterien richten sich die Auszeichnungen?

Es wimmelt nur so von Formulierungen,

Logos und Versprechen.

Alle eint die Rettung des Planeten.

Seitens der Kommunen ist nüchternes

Auswerten angesagt. Nicht alles, was

prämiert wurde, dient der Ressourcenschonung.

Bei der Entscheidungsfindung

kommt daher der Kompetenzstelle

für nachhaltige Beschaffung (KNB) eine

Schlüsselrolle zu. Deren Mitarbeiter – die

Kompetenzstelle ist dem Innenministerium

unterstellt – beraten die Entscheider

der öffentlichen Hand bei nachhaltigen

Beschaffungen aller Art. Unter anderem

zählt der IT-Sektor dazu, eine bekanntermaßen

milliardenschwere Branche.

Menschenwürde und Umweltschutz,

nicht erst die Nachhaltigkeitsdebatte der

letzten Jahre, haben zu einer regelrechten

Siegelschwemme geführt. Hinsichtlich

der Siegel und der Institutionen, die

diese vergeben, gilt mehr als anderswo:

Gut ist, was einen überprüfbaren Namen

hat. Selbst bei den prominenten Gütezeichen

ist Vorsicht geboten. Denn ein

Großteil folgt der Logik der Nachfrage: Je

mehr Auszeichnungen ein Produkt oder

ein Hersteller besitzt, desto stärker die

Wirkung nach außen.

Für die kommunale Beschaffung bietet

sich daher unsere „Kleine Siegelkunde“

bei der Online-Version dieses Beitrags

als Wegweiser an (www.treffpunktkommune.de

> Themen > Wirtschaft

& Finanzen). Der wichtigste Aspekt: Nur

wenige Auszeichnungen berücksichtigen

die Nachhaltigkeit in ihrer ganzen Komplexität.

Längst nicht alle Unternehmen

lassen sich in die Karten schauen. Andererseits

herrschen bei den die Siegel

vergebenden Institutionen unterschiedliche

Prioritäten vor. Beispiel Laptop:

Das Siegel „Blauer Engel“ gibt über die

Punkte Rohstoffproduktion und Handel/

Transport keine Auskunft, während das

schwedische Label TCO gerade den Abbau

beziehungsweise die Erzeugung der

Rohstoffe untersucht hat. Beim Punkt

Transport aber verzichtet es ebenfalls auf

Angaben. Komplett außen vor bleibt dieses

Sachgebiet – soziale Umstände von

der Herstellung über den Transport bis

zum Lebenszyklus – beim Anbieter TÜV

Rheinland.

Till Röcke

DER AUTOR

Till Röcke, Remagen, ist Autor und freier

Journalist (troecke@gehirntext.de)

VIELSEITIGE

ELEKTRONISCHE

ZUTRITTSLÖSUNGEN

––––

SYSTEMARCHITEKTUR je nach

Anforderung online, offline, funkvernetzt,

Cloud-basiert und mobil.

––––

SYSTEMPLATTFORM mit Türbeschlägen

und -zylindern, Wandlesern,

Spindschlössern, Software, Apps u.v.m.

––––

SYSTEMKOMPONENTEN für

Innen- und Außentüren, automatische

Türsysteme, Tore, Aufzüge, Spinde,

Möbel, Zufahrten u.v.m.

SICHERHEITSEXPO

26./27.6.2019, MÜNCHEN

HALLE 3, STAND B15

12 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

SALTO Systems GmbH

info.de@saltosystems.com

www.saltosystems.de


Wirtschaft & Finanzen

PROJEKT IKF ZINSMONITOR

PROJEKT IKF ZINSMONITOR

Wirtschaft & Finanzen

DER AUTOR

Michael Venbert ist Geschäftsführer von

Venbert Consulting in Berlin; das Unternehmen

ist auf die Beratung im Bereich

des kommunalen Schuldenmanagements

spezialisiert (venbert@venbertconsulting.de)

Marge in Basispunkten (BP)

MEHR INFORMATIONEN

Zum Projekt „IKF Zinsmonitor“ sind bisher

folgende Beiträge erschienen: In der

Ausgabe 10/2018 der Artikel „Zahlen

wir zu viel?“ sowie das Interview „Auf

Augenhöhe mit den Kreditgebern“ mit

dem Finanzwirtschaftler Professor

Friedrich Thießen von der TU Chemnitz

(S. 10), in der Ausgabe 2/2019 der

Beitrag „Weite Spanne“ mit ersten

Stimmen zum Projekt (S. 10). Die

Beiträge, weitere Informationen sowie

den Link zur Projekt-Webseite finden

Sie auch auf www.treffpunkt-kommune.

de > Online-Spezial > Projekt IKF

Zinsmonitor.

UNEINHEITLICHES BILD BEI KURZEN LAUFZEITEN

70

50

30

10

1–10 Jahre

12 BP

Kreditkonditionen-Vergleich

Die Schere geht

auseinander

Die Kommune ist bei der Aufnahme von Krediten zur Wirtschaftlichkeit

verpflichtet. Diese werden daher in der Regel öffentlich ausgeschrieben. Ist das

der einzige Weg zur günstigen Finanzierung? Schneller kommt man mit dem

„Zinsmonitor“ zu Vergleichsdaten. Dieser betrachtet nun auch Geldmarktkredite.

Bei längerfristigen Finanzierungen

(Investitionskredite) belegen die

Ergebnisse des im Oktober 2018

gestarteten Projekts „IKF Zinsmonitor“

diese Aussage: Je länger die Laufzeit der

ausgeschriebenen Kredite, desto enger liegen

die Spreads (Aufschläge der Investoren/Banken)

zusammen. Betrachtet man

aber die Abschlüsse mit einer Laufzeit

von zehn Jahren und darunter, so geht

die Schere zwischen den günstigen und

weniger günstigen Abschlüssen deutlich

auseinander.

Das Bild setzt sich fort, wenn man sich

Geldmarktabschlüsse bis maximal zwölf

Monate Laufzeit ansieht: Hier fallen die

Aufschläge in 2018/19 scheinbar willkürlich

weit auseinander, von minus sieben

bis hin zu 40 Basispunkten. Die Ursachen

Kommunalkredite: Je niedriger die Zinsbindungsfrist, desto weiter fallen die Margenaufschläge auseinander

10 Jahre

13 BP

10–20 Jahre

21 BP 20 Jahre

24 BP

dafür kann man an unterschiedlichen Stellen

suchen. So bewegen sich beispielsweise

die individuellen Kalkulationsgrundlagen

von Banken wesentlich deutlicher und mit

höheren Ausschlägen um die allgemein

anerkannte Benchmark – dem Euribor

(Eonia). Auch sind die finanziellen Konsequenzen

von Einzelgeschäftsabschlüssen

in Summe geringer als bei langen Laufzeiten,

dies einfach aufgrund der kurzen

Laufzeit.

ERWEITERUNG AUF GELDMARKTKREDITE

Um den Ursachen näher auf die Spur zu

kommen und auch in diesem Markt mehr

Transparenz zu schaffen, wird der „IKF-

Zinsmonitor“ jetzt auf die Abbildung von

20–30 Jahre

30 BP

30 Jahre

32 BP

-10

0 5 10 15 20 25 30 >30

Zinsbindung in Jahren

Kreditabschluss einer Teilnehmerkommune in 2018/2019 Durchschnitt der Margenaufschläge im jeweiligen Zinsbindungsbereich Trendkanal

Quelle: www.ikf-vergleich.de

Geldmarktkrediten erweitert (bisher nur Finanzierungen ab

einem Jahr Laufzeit). Ein Ziel ist es dabei, aus den gemeldeten

Abschlüssen einen „marktgerechten“ Zins für einzelne

Laufzeitbänder zu ermitteln, der als Orientierung und Entscheidungshilfe

für den Abschluss von Geldmarktkrediten

dienen kann.

Dieser kann im Sinne des Gebots der Wirtschaftlichkeit

und Sparsamkeit zum Beispiel dann hilfreich sein, wenn es

darum geht, auf temporäre Angebote von Banken für Geldmarktkredite

einzugehen, ohne jedes Mal eine breite, zeitaufwändige

Ausschreibung oder Marktabfrage starten zu müssen

– ansonsten könnte das Angebot schon beendet sein, wenn

der Schuldenmanager den Beleg für die Wirtschaftlichkeit

in Händen hält. Der Nachweis könnte stattdessen über den

„marktgerechten Zins“ aus dem „Zinsmonitor“ kommen.

Der bisherige Zuspruch zum „Zinsmonitor“, die erhobenen

Daten und die daraus ableitbaren Erkenntnisse machen optimistisch,

dass die Ermittlung eines marktgerechten Zinses

auch für den Geldmarkt gelingen kann. Michael Venbert

DER STAND DES PROJEKTS

Aktuell beteiligen sich bereits mehr als 60 Kommunen am Projekt

„IKF Zinsmonitor“, es wurden bisher über 240 Kreditdatensätze

analysiert. Allein die 110 betrachteten Abschlüsse (ab 2017) der

Teilnehmer aus Niedersachsen umfassen ein Volumen von rund

582 Millionen Euro. Es werden laufend weitere interessierte Städte

und Gemeinden in den Vergleich aufgenommen.

Das Verfahren ist unkompliziert: „Zinsmonitor“-Teilnehmer stellen

ihre Krediteckdaten (Kreditabschlüsse ab 2017, Geldmarktabschlüsse

ab 2018) in die Datenbank ein, anschließend wird der

Spread („Marge“) berechnet und in den Vergleich mit den Abschlüssen

der anderen Teilnehmern gestellt. Die Kommune erhält ihr

individuelles Ergebnis und kann die Vergleichsdaten für zukünftige

Ausschreibungen nutzen.

Der „Zinsmonitor“ ist ein Kooperationsprojekt der Zeitschrift

der gemeinderat mit Venbert Consulting (Berlin) und der TU Chemnitz.

Ziel ist die Schaffung von Transparenz zur Marktgerechtigkeit

von kommunalen Kreditkonditionen. Nähere Informationen zum

Projekt, Teilnahmebedingungen und Hinweise zur Anmeldung unter

www.ikf-vergleich.de

AUSTAUSCHZIRKEL

Im Rahmen von Austauschzirkeln stellt unser Projektpartner Venbert

Consulting den „Zinsmonitor“-Teilnehmern die statistische Analyse

der Daten vor und bietet eine Plattform für die Diskussion und

Detailanalyse der Ergebnisse (Unkostenbeitrag 100 Euro). Ziel ist

es, Anregungen für zukünftige Ausschreibungen und allgemein rund

um das Zins- und Schuldenmanagement mit auf den Weg zu geben.

Termine in Münster, Köln, Hannover und Hamburg im Juli, August

und September. Info-Telefon: 0 30/21 01 83 81.

„ Wir lernen jetzt für die

digitale Zukunft. Und das

soll Schule machen.“

Fördern, was NRW bewegt.

Manfred vom Sondern, Chief Digital Officer von

Gelsenkirchen, macht seine Heimatstadt zur

digitalen Vorzeigekommune. Dazu gehören

modern ausgestattete Schulen und Klassenzimmer

mit interaktiven Whiteboards. Möglich gemacht

mit dem Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020.

Die ganze Geschichte unter:

nrwbank.de/gelsenkirchen

14 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

15


Kommunalentwicklung

Wirtschaft & Finanzen

Hauptmarkt in Trier: Die Porta-Nigra-Stadt will ihr Profil als eine der ältesten Kommunen Deutschlands entfalten. Im Projekt „Unterwelten“ sollen unterirdische

Gänge in Zusammenarbeit mit Winzern der Region sowie Kulturveranstaltungen touristisch erschlossen werden.

Tourismusstrategien

Mit regionalen Bezügen punkten

Das Land Rheinland-Pfalz will gemeinsam mit Kommunen und Partnern aus

Gastronomie und weiteren Branchen touristische Angebote strategisch weiterentwickeln.

Wie damit Wertschöpfungspotenziale erschlossen werden,

beschreibt Landeswirtschaftsminister Volker Wissing in seinem Beitrag.

Rheinland-Pfalz ist ein Flächenland.

Der Tourismus hier lebt ganz entscheidend

auch von der Attraktivität

und den touristischen Angeboten im

ländlichen Raum. Es liegt auf der Hand,

dass die touristische Entwicklung nur

gemeinsam mit den Kommunen gestaltet

werden kann. Wir haben im Oktober 2018

die Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz

2025 vorgestellt, deren zentrales Anliegen

die Steigerung der touristischen Wertschöpfung

ist. Die Strategie nimmt auch

die Gemeinden und Städte in den Blick.

Ziel ist es, die Kommunen von Anfang

an stärker einzubinden und aufzuzeigen,

wie sich Tourismus wertschöpfungssteigernd

vor Ort auswirken kann. Wir haben

uns im Rahmen der neuen Strategie

darauf verständigt, Tourismus stärker

als Querschnittsbereich zu verstehen,

der durch die Kooperation verschiedener

Wirtschaftsbranchen und lokaler Partner

die Wertschöpfung in den Regionen und

Gemeinden steigert.

Die Tourismusstrategie wurde als Handlungsrahmen

für kommunale Entscheider,

Touristiker und Gastgeber entwickelt. Sie

verfolgt das Ziel, die touristischen Potenziale

gemeinsam zu entfalten und eine

übergeordnete Wirtschaftsstandortmarke

zu entwickeln. Die Strategie wurde unter

Federführung des Wirtschaftsministeriums

gemeinsam mit den Partnern im

Tourismus in Rheinland-Pfalz – der IHK-

Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz,

dem Dehoga-Verband Rheinland-Pfalz,

der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

und dem Tourismus- und Heilbäderverband

Rheinland-Pfalz – erarbeitet. Auch

die bereits laufende Umsetzung ist ein

partnerschaftlicher Prozess.

Als einen ersten Umsetzungsschritt

haben wir den Profilierungswettbewerb

„Kultur – Regionalität – Tourismus“ gestartet.

Er soll einen Impuls zur touristischen

Profilschärfung der Städte und Gemeinden

geben und Anstoß sein, regionaltypische

touristische Angebote zu entwickeln. Im

Fokus standen hierbei die Kooperationen

von Kommunen und Tourismus mit

Partnern aus Kultur, Land- und Forstwirtschaft,

Weinwirtschaft oder dem Bereich

lokaler und regionaler Produkte sowie dem

Handwerk, dem Handel, der Kreativwirt-

16 der gemeinderat 6/19

Foto: Petair/Adobe Stock

schaft, der Baukultur und auch aus dem

Bereich Natur und Landschaft.

So sollen in den Kommunen neue, gemeinsam

entwickelte touristische Projekte

mit regionalem Bezug entstehen. Niemand

kann so authentische Angebote für Gäste

und Besucher entwickeln wie die Menschen

aus der Region selbst. Und authentische

Erlebnisse werden im Tourismus immer

stärker nachgefragt. Im Februar 2019

haben 13 Städte und Gemeinden die Möglichkeit

erhalten, mit jeweils bis zu 150 000

Euro Förderung ein Projekt umzusetzen,

mit dem sie ihr touristisch einzigartiges

Profil fokussieren.

„UNTERWELTEN“ WERDEN SICHTBAR

Die Stadt Trier möchte beispielsweise ihr

Profil als eine der ältesten Städte Deutschlands

entfalten und unterirdische Gänge in

Zusammenarbeit mit Winzern der Region

sowie Kulturveranstaltungen bespielen.

Das Projekt „Unterwelten“ knüpft am

Profilkern als historische Stadt an, schärft

dieses und setzt auf die Kooperation mit

lokalen Akteuren aus Kultur und Weinwirtschaft

sowie Hotellerie und Gastronomie.

Das wirkt sich für die Stadt und die Region

insgesamt wertschöpfungssteigernd aus.

Ein anderes Beispiel ist die Ortsgemeinde

Schönborn in der Verbandsgemeinde Rockenhausen.

Mit dem Projekt „Dahääm

bei uns“ will eine ganze Dorfgemeinschaft

zum Gastgeber werden und unter Beteiligung

regionaler Betriebe „Dorfleben auf

Zeit“ anbieten. Das Alte Schulhaus soll

als Ferienhaus umgebaut werden, bei der

Inneneinrichtung wird auf Regionalität

gesetzt. Die Dorfgemeinschaft will ihren

Gästen „echten Anschluss“ bieten: Der

Gast hat die Möglichkeit, mithilfe eines

Gästetablets im Ferienhaus die wichtigsten

Giftfrei Gärtnern

tut gut ...

... Ihnen und

der Natur.

Weitere Infos unter www.NABU.de/giftfrei

Informationen zur Region, beispielsweise

zu heimischen Produkten und Angeboten

aus der Dorfgemeinschaft, zur Chorprobe

oder zum Tischtennistraining, abzurufen

und daran auch teilzunehmen.

Das sind nur zwei Beispiele, die zeigen,

wie der kooperative Gedanke im Tourismus

zu kreativen und regionaltypischen Angeboten

führt. Die Beispiele zeigen auch,

dass sich für Kommunen Engagement im

Tourismus gleich mehrfach auszahlt. Nicht

nur die touristischen Akteure in der Hotellerie

und Gastronomie profitieren. Tourismus

entfaltet Querschnittseffekte entlang

einer breiten Wertschöpfungskette verschiedenster

Branchen. Regionale Betriebe

werden eingebunden und mit Akteuren

aus Kultur, Weinwirtschaft und Vereinen

werden neue Angebote entwickelt.

Auch ein erweitertes Zielgruppenverständnis

bei der Entwicklung touristischer

Angebote wirkt sich wertschöpfungssteigernd

aus. So haben wir uns in

Rheinland-Pfalz darauf verständigt, die

Bürger stärker als Adressaten für touristische

Angebote wahrzunehmen. Von einem

neuen Radweg oder einem barrierefreien

Fußwegeleitsystem in der Stadt profitiert

nicht nur der Tourist, sondern es sind auch

die Einwohner Nutznießer. Touristische

Angebote verbessern neben den ökonomischen

Effekten auch die Infrastruktur.

Sie wirken als Motor der Kommunal- und

Regionalentwicklung, erhöhen die Attraktivität

und Standortqualität der Orte für

Gäste, Unternehmen, Investoren und die

Bürger selbst. Mit der Tourismusstrategie

Rheinland-Pfalz 2025 wurde ein gutes Instrument

geschaffen haben, um den Tourismus

gemeinsam mit den Kommunen, den

Partnern aus Hotellerie und Gastronomie,

mit weiteren Branchen und Bereichen sowie

den touristischen Akteuren erfolgreich

weiterzuentwickeln. Volker Wissing

12478

NABU/A. Wolff

www.futour.com

TOURISTISCHES SYSTEM

WIRD NEU AUSGERICHTET

Mit rund 200 Millionen Aufenthaltstagen

und einem Bruttoumsatz von über sieben

Milliarden Euro zählt der Tourismus

zu den bedeutenden Branchen in Rheinland-Pfalz.

Er sichert rund 150 000

Arbeitsplätze, die nicht exportierbar

sind. Für Rheinland-Pfalz hat der Tourismus

relativ gesehen eine höhere Bedeutung

als für viele andere Bundesländer.

Gemessen an den Übernachtungszahlen

entwickelte er sich im Land in den letzten

zehn Jahren kontinuierlich positiv.

Im Bundesvergleich fehlte es dagegen

an Dynamik. Rheinland-Pfalz verlor in

den letzten Jahren Marktanteile, die

Zahl der gastgewerblichen Unternehmen

ist rückläufig. Kleinere Unternehmen,

insbesondere in kleinen Gemeinden,

gehen überproportional häufig vom

Markt. Mit der Tourismusstrategie 2025

erfolgt daher eine strategische Neuausrichtung

des touristischen Systems des

Landes. Download der Tourismusstrategie:

www.rlp.tourismusnetzwerk.info >

Menü > Tourismusstrategie

(PDF, 6,7 MB, kostenlos)

DER AUTOR

Dr. Volker Wissing ist Minister für

Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und

Weinbau in Rheinland-Pfalz

(www.mwvlw.rlp.de)

Tourismuskonzept | Masterplan | Attraktivität | Naherholung

Moderation | Förderung | Bürgerbeteiligung | Wettbewerb

info@futour.com

FUTOUR Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung GmbH

Dr. Heike Glatzel, Kardinal-Döpfner-Str. 8, 80333 München, 089 24241844

17


Wirtschaft & Finanzen

Kommunalentwicklung

Wirtschaft & Finanzen

ENORME WIRTSCHAFTSKRAFT

Der Reisemobiltourismus hat für die

Städte und Gemeinden eine nicht

unerhebliche wirtschaftliche Bedeutung:

in Deutschland gibt es über 600 000

zugelassene Reisemobile, es kommen

über eine Million Fahrzeuge aus dem

Ausland hinzu, regelmäßig sind drei

Millionen Personen in Deutschland mit

Reisemobilen unterwegs und sorgen für

ein Umsatzvolumen von 12,6 Milliarden

Euro jährlich.

ONLINE

Die Langfassungen der Beiträge auf

diesen Seiten finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Wirtschaft & Finanzen

DIE AUTOREN

Peter Hirtschulz und Uwe Dietz sind

Partner der Arbeitsgemeinschaft

Stellplatzkonzepte.de, Schermbeck

(peter@hirtschulz.de)

Reisemobilstellplätze

Am rechten Ort

Durch Reisemobil-Stellplätze profitieren

zahlreiche Wirtschaftszweige

wie das Gastgewerbe, der

Einzelhandel, Freizeit- und Kultureinrichtungen

oder auch Tankstellen vom Mobiltourismus.

Wer nun also in den Kommunen

überlegt, einen solchen Stellplatz zu

bauen und zu betreiben, der sollte sich zunächst

folgende Fragen beantworten: Was

soll der Standort leisten? Welche kulturellen,

gastronomischen oder landschaftlichen

Highlights sind von diesem Standort

aus erreichbar? Gibt es wirtschaftliche Interessen

von bestehenden Anbietern wie

Thermen, Erlebnisbädern oder Hotels, die

berücksichtigt werden müssen und das

Projekt unterstützen würden?

Nach einer Machbarkeits- und Rentabilitätsanalyse

wird ein angemessen eingerichteter

und ausgestatteter Reisemobilstellplatz

geplant. Je nach Anspruch und

Budget reicht die Bandbreite der Ausstattungsqualität

von einer eher einfachen bis

zur Hightech-Qualität. Im ersten Schritt

sollten grundlegende räumliche Gegeben-

Urlaub auf vier Rädern: Über 1,5 Millionen Freizeitfahrzeuge sind in Europa unterwegs. Die Reisemobilisten

suchen gut ausgestattete Stellplätze mit einem attraktiven touristischen Angebot.

Der Reisemobiltourismus boomt. Für Kommunen bietet das die Chance, durch

die Schaffung von Stellplätzen Teil der erfolgreichen Branche zu werden. Die

Planung sollte gründlich erfolgen. Nicht zu vergessen: die Öffentlichkeitsarbeit.

Foto: Camperclean.de

heiten geklärt werden. „Anfängerfehler“

wie falsche Geländeeinschätzung mit

Auswirkungen auf Fahrwege und Gefällesituationen

oder nicht ausreichende oder

falsche Ausleuchtung können so verhindert

werden. Auch die Parzellierung und

die technische Ausstattung müssen richtig

konzipiert werden, damit der Platz erfolgreich

betrieben werden kann.

Nach den Grundlagen gilt es, die funktionale

Ausrüstung festzulegen. Basis ist

die Ausstattung mit einer manuellen oder

automatischen Versorgungs- und Entsorgungsanlage

sowie die Bereitstellung eines

Automaten, der die Nutzungsgebühr

„abrechnet“. Je nach Standort verfügt ein

Reisemobilstellplatz auch über ein Sanitärgebäude,

manchmal sogar mit Waschmaschinenservice.

Das wird von den Reisemobilisten

oftmals sehr geschätzt, stellt

aber keine Notwendigkeit dar, da Reisemobile

mit bordeigener Toilette und Dusche

autark ausgestattet sind.

Laut einer Umfrage unter Reisemobilisten

herrscht über alle Qualitätskategorien

hinweg Einigkeit bei den größten Wünschen

der Reisenden. Neben der nachtruhigen

Lage, einer ganzjährigen Nutzbarkeit

und einer Infotafel ist die Entsorgungsmöglichkeit

für Kassetten-WCs ebenso ein

Muss wie Frischwasser, Grauwasserentsorgung

und der Stromanschluss. Wichtig ist

auch eine gute Anbindung an den Öffentlichen

Personennahverkehr und das örtliche

Radwegenetz.

Für die erfolgreiche Vermarktung eines

Stellplatzes ist eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit

wichtig. Dafür gibt es mittlerweile

Kompendien, aber auch zahlreiche

Apps. Parallel ist die „Gemeinde“ der

Reisemobilisten durch soziale Netzwerke

und vor allem durch eine unglaubliche

Mund-Zu-Mund-Propaganda vernetzt.

Eine regelmäßige PR durch Pressearbeit

unterstützt die Präsentation.

Peter Hirtschulz / Uwe Dietz

18 der gemeinderat 6/19

Foto: Futour

„Atmosphäre-Check“ im saarländischen Marpingen: Bürgermeister Volker Weber (Mitte, vorne) im

Gespräch mit Expertin Heike Glatzel.

Ortsbild-Verbesserung

Die Details zählen

Für Städte und Gemeinden ist eine gute „Atmosphäre“ einer der wichtigsten

Faktoren, damit sich die Bürger mit ihrem Wohnort identifizieren. Ganz besonders

gilt dies für touristische Orte. Sie müssen als Ganzes attraktiv sein.

Bei der Frage, warum sich Menschen

an einem Ort wohlfühlen, ist es fast

so wie bei der, was das Glück ausmacht.

Die Glücksforscher haben erkannt,

dass positive Gefühle viel unterschwelliger

sind als negative. Wir nehmen sie weniger

oft wahr als negative Gefühle. Auch

in Bezug auf die Stimmung, die uns Orte

vermitteln, ist es so, dass uns die negativen

Eindrücke, die „Atmosphäre-Killer“,

am ehesten auffallen.

Was lässt sich unternehmen, um ein

Ortsbild „atmosphärisch“ aufzuwerten,

zumal wenn kein Geld für umfangreiche

Umgestaltungen verfügbar ist?

Es empfiehlt sich eine systematische Vorgehensweise,

bei der zunächst bestimmte

räumliche Bereiche in der Gemeinde definiert

werden, die näher zu betrachten

sind: zum Beispiel der Ortseingang oder

die Einkaufszone. Hier werden sowohl

Schwachstellen („Atmosphäre-Killer“) als

auch attraktive Situationen identifiziert,

sodass sich Vorschläge für positive Veränderungen

entwickeln lassen.

Gerade die Ortseingangsbereiche, an denen

die Touristen in Empfang genommen

werden, sind meist wenig attraktiv und mit

ihren Tankstellen, Supermärkten und Gewerbegebieten

auch recht austauschbar.

Wenn dann noch überdimensionale Werbetafeln

den Blick dominieren, fragt sich

mancher Gast: „Wo bin ich denn hier gelandet?“

Es bringt wenig, wenn die Gemeinde

dann selbst noch mit Inhalten

überfrachtete Begrüßungstafeln aufstellt.

Auch innerorts kommt den Details im

öffentlichen Raum eine große Bedeutung

zu. In welchem Zustand sind die Sitzbänke

und stehen sie an der richtigen Stelle?

Werden Verbesserungen vorgenommen,

sollten diese dann auch sofort wahrgenommen

werden können. So lässt sich

ein großer Platz mit mobilen, mit Sand

oder Wasser gefüllten Sitzmöbeln auffällig

bestücken. Ist die Beschilderung mit

Aufklebern zugeklebt oder vom Rost angefressen?

Da es ohnehin mehr als genug

Schilder gibt, gilt das Motto: Nicht erst

säubern, gleich entfernen. Und dann die

Baustellen: Warum den Bauzaun nicht mit

einer gestalteten Plane verkleiden und so

für einen Hingucker sorgen?

Ein besonders wichtiger Atmosphäre-

Träger ist das öffentliche Grün. Hier gibt

es vielfältige Ansatzstellen, einen Ort über

einen Großteil des Jahres attraktiv wirken

zu lassen. Aber was, wenn in den Pflanztrögen

vor allem Unkraut wuchert? Dann

kehrt sich die gewollte positive Wirkung

bald in einen Atmosphäre-Killer ersten

Ranges um.

Heike Glatzel

DIE AUTORIN

Dr. Heike Glatzel ist Geschäftsführerin der

Futour Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung

in München (heike.glatzel@futour.com)

S TELLPLATZKONZEPTE

DIE AUTORIN

Unser Moto lautet „ALLES AUS EINER HAND“. Dadurch

können wir Ihnen ein Dr. auf Heike alle Glatzel benötigten ist Geschäftsführerin

Gewerke

der Futour Umwelt-, Tourismus- und

abgestimmtes Konzept anbieten. Regionalberatung Wir unterstützen in München

Sie von

der Standortanalyse, über (heike.glatzel@futour.com)

Planung und Ausführungen

eines attraktiven und bedarfsgerechten Platzes, bis hin zum

optimalen Marketing. Unser Expertenteam steht Ihnen

gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Weitere Informationen unter www.stellplatzkonzepte.de


Titel

Wohnungsbau

Titel

Wohnraumversorgung

Mit Baulandstrategie zum Ziel

Wie gelingt es Kommunen, mehr Wohnbauland bereitzustellen? Landau in der

Pfalz macht es vor. Ein Mix baulandpolitischer Instrumente schöpft die

Möglichkeiten der kommunalen Einflussnahme auf den Bodenmarkt aus und

nutzt dessen Dynamik im Sinne des Gemeinwohls und der Daseinsvorsorge.

Die Stadt Landau in der Pfalz mit

ihren rund 47 500 Einwohnern liegt

im Süden von Rheinland-Pfalz

und ist Teil der Metropolregion Rhein-

Neckar. Mit den politischen Umbrüchen

zu Beginn der 1990er-Jahre rückte sie

aus einer ehemaligen Grenzregion in die

Mitte Europas und erfährt seitdem einen

regelrechten Boom, der sich in stetig wachsenden

Wirtschaftszahlen und einem fast

20-prozentigen Bevölkerungswachstum

ausdrückt. Aufgrund ihrer Vergangenheit

als Garnisonsstadt konnte Landau mit dem

Abzug des französischen Militärs Mitte der

1990er-Jahre auf umfangreiche Konversionsflächen

für die bauliche Entwicklung

zurückgreifen. Rund 100 Hektar Militärflächen

wurden einer zivilen Nutzung zugeführt.

Über 2000 Wohnungen werden bis

zum Beginn der 2020er-Jahre entstehen.

Die ausreichende Verfügbarkeit von

Wohnbauflächen war bis vor wenigen Jahren

Garant für eine im regionalen Vergleich

moderate Boden- und Immobilienpreisentwicklung

und stabile Mieten. Mit dem näher

rückenden Abschluss der Konversion

sind inzwischen aufgrund der anhaltend

hohen Nachfrage nach Wohnraum in den

letzten Jahren signifikante Preissteigerungen

zu beobachten. Eine 2015 in Auftrag

gegebene Bauland- und

Wohnraumanalyse ergab,

dass die noch verfügbaren

Baulandreserven in der

Stadt die bis 2030 prognostizierten Wohnraumbedarfe

nicht annähernd decken

können. Ein Paradigmenwechsel bei der

Wohnsiedlungsentwicklung war notwendig

und es entstand die Initiative „Landau

baut Zukunft“.

Ausgangspunkt war die Feststellung,

dass in Landau bis 2030 zur Bedarfsdeckung

2500 Wohnungen gebaut werden

müssen, die 2015 vorhandenen Baulandreserven

aber nur noch für maximal 1000

Wohnungen ausreichen und bei Fortführung

der Bautätigkeiten spätestens

2020/2021 aufgebraucht sein werden.

Aufbauend auf einem Baulandkataster und

einer bereits 2010 beschlossenen Baulandstrategie

wurde das gesamte Gemeindegebiet

nach Baulandreserven im Innen- und

Außenbereich untersucht. Neben sämtlichen

Baulandreserven und Baulücken im

Innenbereich wurden geeignete Siedlungserweiterungspotenziale

im Stadtgebiet ermittelt.

Zwei Leitlinien ergaben sich hieraus

für die neu aufzustellende Flächennutzungsplanung:

1000 Wohnungen sollen

im Innenbereich entwickelt werden, 1500

Wohnungen müssen im Außenbereich entstehen;

2000 Wohnungen entstehen in der

Kernstadt (in der gut zwei Drittel der Einwohner

Landaus leben), 500 Wohnungen

verteilen sich auf die acht Stadtdörfer um

die Kernstadt.

In der Summe ergab sich ein zusätzlicher

Baulandbedarf im Außenbereich von

rund 27 Hektar. Schnell war klar, dass

dieser Flächenwert nicht mit kleineren

Arrondierungen an den Siedlungsrändern

erreicht werden kann, sondern größere

Siedlungserweiterungen am Stadtrand

ins Auge gefasst werden müssen. Daher

beschloss der Stadtrat 2016 vorbereitende

Untersuchungen für eine städtebauliche

Entwicklungsmaßnahme nach Paragraf

165 BauGB (Baugesetzbuch) für einen

zunächst 100 Hektar, inzwischen auf 40

Hektar reduzierten Untersuchungsbereich.

Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme

wird in Landau voraussichtlich

nicht zur Anwendung kommen müssen.

Die vorbereitenden Untersuchungen

waren aber für die Stadt der Einstieg in

Verhandlungen zum Grunderwerb, die

stadtweit in potenziellen Siedlungsentwicklungsgebieten

geführt werden. Bereits

mit der Baulandstrategie 2010 war

der Grundsatzbeschluss gefasst worden,

dass Baugebiete nur dort ausgewiesen

werden, wo die Stadt zu 100 Prozent Eigentümerin

der Flächen ist oder werden

kann. Dies führte dazu, dass bis heute

die Flächennutzungsplanung die zur Verfügung

stehenden Baulandreserven nur

noch an städtebaulich geeignete Stellen

in kommunalem Eigentum lenkt und die

Stadt in den vergangenen drei Jahren rund

13 Hektar und damit etwa 50 Prozent des

prognostizierten benötigten Baulands im

Außenbereich erworben hat.

Diese aktive Baulandpolitik versetzt die

Stadt in die Lage, Einfluss zu nehmen,

wann Baugrundstücke an welche Nutzergruppen

an den Markt gegeben werden.

So ist beispielsweise sichergestellt, dass

Einheimische bevorzugt in den Genuss

Foto: Normankrauss/Adobe Stock

von Baugrundstücken kommen oder Baugemeinschaften

ihre Projekte realisieren

können. Darüber hinaus können soziale,

baukulturelle, ökologische oder bautechnische

Maßstäbe gesetzt und über Konzeptvergaben

kann ein aktiver Beitrag zur

Bodenpreisdämpfung geleistet werden.

Eine Besonderheit der Landauer Baulandinitiative

ist der „Wertsteigerungsausgleich“.

Er verknüpft Innen- und

Außenentwicklung und stellt eine Wertabgabe

für Außenentwicklungsvorhaben

zur Stärkung der Innenbereiche dar. Vom

späteren Baulandpreis werden 15 Prozent

für Maßnahmen der Innenentwicklung

und die Verbesserung der städtischen

Infrastruktur verwandt. Allerdings wird

dieser Kostenanteil nicht auf den Grundstückspreis

aufgeschlagen (und damit vom

Käufer und Endnutzer finanziert), sondern

vom Ankaufspreis abgezogen und damit

von den Grundstücks(alt)eigentümern, die

von der „Veredelung“ des Bodens profitieren,

bezahlt.

Der bauplanungsrechtlich verankerte

Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“

wird schließlich im Rahmen

der Initiative auch durch aktive Eigentümeransprache

und aktivierende Bauberatung

gelebt. So konnte seit 2011 die Anzahl

der Baulücken von 417 auf heute 180 gesenkt

werden.

HANDLUNGSOPTIONEN FÜR BAULAND

Der aufgezeigte Mix baulandpolitischer

Instrumente steht vollumfänglich in der

kommunalen Handlungshoheit und bedarf

keiner landes- oder bundesrechtlicher Initiativen.

Er schöpft die Möglichkeiten der

kommunalen Einflussnahme auf den Bodenmarkt

aus und nutzt die Dynamik dort

im Sinne des Gemeinwohls und der Daseinsvorsorge.

Das enge Ineinandergreifen

planungsrechtlicher und bodenpolitischer

Instrumente ist Markenkern der Initiative

„Landau baut Zukunft“ und erfordert ein

enges interdisziplinäres Zusammenwirken

in der Stadtverwaltung. In Zeiten, in denen

das Liegenlassen eines Grundstücks eine

sichere und lukrative Geldanlage darstellt,

darf Baulandentwicklung nur über den

kommunalen Zwischenerwerb erfolgen –

die klassische Baulandumlegung sichert

keine Baulandaktivierung, sondern schafft

nur Bauland auf dem Papier.

Die kommunalen Handlungsoptionen

für die Schaffung und Aktivierung von

Bauland sind vielfältig. Sie lassen sich wie

folgt zusammenfassen:

• Schaffung und Sicherstellung einer

fundierten Datengrundlage zum Bodenmarkt:

Wie viel Baulandreserve hat

die Stadt? Welche Wohnungsbedarfe

– quantitativ und qualitativ – gibt es?

Welche Siedlungserweiterungsflächen

existieren noch im Stadtgebiet und in

wessen Eigentum befinden sich diese?

• Sorgfältig abgestimmte und stufenweise

aufgebaute Flächennutzungsplanung:

Sie ist die Grundlage für eine nachhaltige

Stadtentwicklung und muss sicherstellen,

dass geeignete Flächen für eine

Siedlungsentwicklung in ausreichendem

Umfang zur Verfügung stehen, um bei

den Verhandlungen zum Ankauf von

Grundstücken als Stadt in einer guten

Verhandlungsposition zu stehen.

• Aktive Bodenbevorratungspolitik: Bauerwartungsland

und Bauland gehören

in kommunales Eigentum, um es wirklich

entwickeln zu können. Alternativ

können Treuhänder oder „kommunale

Dritte“ in das Eigentum der zur Entwicklung

anstehenden Flächen eintreten.

Nur dann kann die Gemeinde über zeitlich

gestufte Konzeptvergaben bodenpreisdämpfend

wirken und sicherstellen,

dass Bauland auch baulich genutzt

wird, und steuern, dass Wohnraum für

die Menschen entsteht, die ihn dringend

benötigen. Christoph Kamplade

TITELTHEMA WOHNUNGSBAU

Ohne baureife Flächen kein Wohnungsbau,

ohne günstiges Bauland kein

Wohnraum für einkommensschwache

Haushalte. Um das drängende Problem

der Wohnraumversorgung zu lösen, müssen

die betroffenen Kommunen sich

um die Aktivierung geeigneter Flächen

bemühen – durch Neuausweisung von

Bauland oder innerstädtische Nachverdichtung.

Unser 14 Seiten umfassender

Titel zum Thema „Wohnungsbau“ beleuchtet

die hiermit verbundenen Herausforderungen.

Es kommen darin auch

Praktiker zu Wort, deren Kommunen

die anstehenden Aufgaben im Rahmen

einer umfassenden Strategie angehen.

Mehr zum Thema sowie die Langfassungen

verschiedener Artikel unseres Titels

finden Sie auf treffpunkt-kommune.de >

Themen > Planen & Bauen

DER AUTOR

Christoph Kamplade ist Baudirektor

der Stadt Landau in der Pfalz und leitet

dort das Stadtbauamt (christoph.kamplade@.landau.de)

Landau in der Pfalz: Das Ineinandergreifen

planungsrechtlicher und bodenpolitischer

Instrumente kennzeichnet

das städtische Bemühen, ausreichend

Wohnbauland zur Verfügung zu stellen.


Titel

Wohnungsbau

Titel

ZUR PERSON

Alexander Heinzmann (Jg. 1975) ist seit

2012 Mitglied der Geschäftsführung

der Wüstenrot Haus- und Städtebau

(Ludwigsburg). Vorher war er dort in verschiedenen

leitenden Positionen tätig.

Seine Laufbahn begann er nach der

Ausbildung zum Kaufmann der Grundstücks-

und Wohnungswirtschaft und

einem Abschluss zum Diplom-Betriebswirt

in der Fachrichtung Immobilienwirtschaft

2001 als Immobilienberater.

DER INTERVIEWER

Tobias Matthieß, Stuttgart, ist freier

Journalist

„Quartiersentwicklung

bedeutet für mich, nicht mit

Scheuklappen zu bauen,

sondern die großen Zusammenhänge

zu denken“

Alexander Heinzmann

Interview

„Im Dialog entstehen

die besten Lösungen“

Alexander Heinzmann, Mitglied der Geschäftsführung der Wüstenrot Haus- und

Städtebau (WHS), ist überzeugt: Für den Wohnungsbau lassen sich im Dialog

die besten Lösungen finden. Im Gespräch mit unserer Zeitschrift erläutert er

seine Ziele in diesem wichtigen Feld und stellt aktuelle Projekte vor.

Herr Heinzmann, der Wohnungsbau ist

einer Ihrer zentralen Geschäftsbereiche.

Wie bewerten Sie aus dieser Perspektive

die aktuellen Diskussionen rund um die

Themen Wohnungsknappheit und bezahlbarer

Wohnraum?

Heinzmann: Wir werden in diesem Jahr 70

Jahre alt. Die WHS wurde 1949 gegründet,

um der damals herrschenden Wohnungsnot

entgegenzuwirken. Heute sehen

wir uns mit auf vielerlei Weise erschreckend

ähnlichen Zuständen

konfrontiert. In Deutschland

entsteht seit vielen Jahren

zu wenig Wohnraum, die

Bautätigkeit liegt weit hinter

dem Neubaubedarf zurück.

Das Ergebnis, fehlender

Wohnraum in den meisten größeren

Städten, ist keine

Überraschung

– und heute

leiden wir

Foto: Wüstenrot Haus- und Städtebau

unter diesen Fehlern der Vergangenheit.

Kaum Baugrundstücke, hohe Baukosten,

fehlende Kapazitäten bei Handwerksbetrieben:

Die Liste der Probleme ist lang.

Wie reagieren Sie darauf?

Heinzmann: Die direkte und vertrauensvolle

Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden

ist für uns ein zentraler Faktor, um

innerhalb dieser schwierigen Gemengelage

erfolgreich Wohnraum zu schaffen.

Seien es die Neuausweisung von Bauland,

innerstädtische Nachverdichtung, städtebauliche

Sanierungsmaßnahmen oder die

Planung von Neubauprojekten: Im Dialog

entstehen die besten Lösungen.

Was sind die „besten Lösungen“?

Heinzmann: Unser Ziel ist immer, Kompromisse

zu finden, mit denen alle Seiten gut

leben können und dabei das Maximum an

möglichem Wohnraum zu schaffen. Klar

ist: Bei Themen wie Umweltschutz oder

Stadtentwicklung muss sehr vorsichtig

abgewogen werden. Wir sind dabei völlig

offen – auch, was ganz neue Ideen angeht.

Was stellen Sie sich vor?

Heinzmann: Ganzheitliche Quartiersentwicklung

ist ein wichtiger Faktor, außerdem

haben wir uns das Ziel gesetzt, geförderten

Wohnungsbau damit wieder zu

einem attraktiven Instrument zu machen.

Was bedeutet für Sie Quartiersentwicklung?

22 der gemeinderat 6/19

Heinzmann: Im Kern, nicht mit Scheuklappen

zu bauen, sondern die großen Zusammenhänge

zu denken. Ein Quartier soll mehr

sein als die Summe seiner Einzelteile. Das

erreicht man durch funktionale Verknüpfung

von Wohnen, Arbeiten und Freizeit,

durch soziale und kulturelle Durchmischung,

durch innovative Verkehrskonzepte

und hohe Nachhaltigkeitsstandards.

Wir wollen Wohnraum und Lebensräume

für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen,

Ansprüchen und finanziellen

Mitteln schaffen.

Wie setzen Sie diese Ideen konkret um?

Heinzmann: In Landau entsteht mit dem

Wohnpark „Am Ebenberg“ auf einem

ehemaligen Kasernengelände gerade eines

der interessantesten Quartiersprojekte

Deutschlands. Eingebettet in die historischen

Bestandsgebäude errichten wir hier

einen Neubau mit 60 Wohneinheiten und

einer Gewerbeeinheit. Zwei weitere Bauherren

wandeln je ein Bestandsgebäude

auf unserem Baufeld in Wohnraum um.

Anzeige

Wenn es um Bau- und Ausstattungsmaterialien

geht, ist „Echt das neue Schön“. Beim Boden

sind auch in einem eher funktionalen Umfeld

natürliche, nachhaltige Materialien gefragt, die

eine wohnliche Atmosphäre schaffen. Das Kreiskrankenhaus

Bergstraße in Heppenheim setzte

beim Neubau seiner Wahlleistungsstation auf

Kautschukböden von nora systems. Mit ihren

attraktiven Farben passen sie bestens in das

Design-Konzept und bieten zugleich ein breites

Spektrum an funktionalen Mehrwerten wie

Langlebigkeit, hohe Wirtschaftlichkeit und Hygiene

sowie gute Akustik und Ergonomie.

Wohnliche Optik – authentische Materialien

Im Oktober 2017 wurde am Kreiskrankenhaus

Bergstraße ein zweigeschossiger Neubau mit

34 Patientenzimmern eröffnet. Als es um die

Inneneinrichtung der Wahlleistungsstation ging,

holte das Krankenhaus die auf das Gesundheitswesen

spezialisierte Innenarchitektin Sylvia

Leydecker (Dipl.-Ing. BDIA AKG) an Bord.

Sie entwickelte ein Designkonzept, das sich

am Thema Natur orientiert, und entschied sich

bei der Ausstattung für zwei Produkte von nora

systems. „Der Kautschukboden noraplan signa

schafft durch seine warmen Farben und seine

Fotos: Markus Bachmann, Samba Photography

Dieses Projekt ist ein Novum für uns, da

der Anteil an gefördertem Wohnraum mit

über 50 Prozent erheblich ist. Durch die

architektonische Gestaltung der drei Gebäude

und die gemeinsam genutzte Tiefgarage

drücken wir den Gedanken des sozialen

Miteinanders auch baulich aus. In

Bad Homburg realisieren wir aktuell das

Wohnquartier „Südcampus“, das größte

Projekt unserer Geschichte: ein neues

Quartier mit einer Fläche von rund 44 000

Quadratmetern, ganz unter der Regie der

WHS. Auf dem ehemaligen Firmensitz von

Dupont de Nemours Deutschland werden

500 moderne Wohneinheiten mit insgesamt

rund 50 000 Quadratmetern Wohnfläche

errichtet, 100 davon barrierefrei. Wir

schaffen Miet- und Eigentumswohnungen

für alle Generationen, dazu kommt eine

Kita mit rund 2000 Quadratmetern Nutzfläche.

Aus einem veralteten Bürokomplex

wird modernster Wohnraum.

Welche Rolle spielt für WHS der neue Geschäftsbereich

„Projektsteuerung für Baugemeinschaften“?

Kreiskrankenhaus Bergstraße: Die Kautschukböden

von nora systems verbinden wohnliche

Atmosphäre und funktionale Eigenschaften.

Heinzmann: Baugemeinschaften gewinnen

in Deutschland stetig an Beliebtheit, denn

sie bieten Bauherren die Chance, kostengünstig

und dennoch individuell zu bauen.

Auch Städte und Gemeinden haben private

Baugemeinschaften als Möglichkeit

erkannt, bezahlbaren und nachhaltigen

Wohnraum zu schaffen und fördern sie

vielerorts mit der gezielten Vergabe von

Baugrundstücken. Die meisten Bauträger

stehen deshalb in knallharter Konkurrenz

zum Konzept des gemeinschaftlichen Bauens.

Wir haben uns für einen anderen Weg

entschieden, denn wir sehen Baugemeinschaften

als wichtiges Instrument gegen

die Wohnungsknappheit. Leider scheitern

viele dieser voller Idealismus steckenden

Projekte an praktischen Herausforderungen.

Als WHS haben wir hier die Chance

gesehen, unsere Erfahrungen aus sieben

Jahrzehnten Bauträgertätigkeit zu teilen.

Dafür haben wir 2018 den Geschäftsbereich

„Projektsteuerung für Baugemeinschaften“

gegründet und unterstützen

bereits erste Baugemeinschaften in Baden-

Württemberg bei der Umsetzung ihrer Projekte.

Interview: Tobias Matthieß

Advertorial

„Natürliche“ Wohlfühl-Umgebung mit Kautschukböden

matte Oberfläche eine wohnliche Atmosphäre“,

so die Innenarchitektin. „Als authentisches, natürliches

Material passt der Belag ideal ins Gestaltungskonzept“.

Mit seiner richtungsfreien, an

Terrazzo erinnernden Granulatstruktur fügt sich

auch noraplan stone in das Konzept ein.

Nachhaltigkeit und Komfort verbinden

Stilvolles Design und höchste Funktionalität

müssen bei der Gestaltung von Krankenhäusern

kein Widerspruch sein. Aufgrund ihrer extrem

dichten Oberfläche sind Kautschukböden

robust und langlebig. Durch ihre Dauerelastizität

entlasten sie außerdem Rücken und Gelenke

– für Ärzte und Pflegepersonal, die stundenlang

auf den Beinen sind, ist dies eine große

Erleichterung.

nora systems GmbH

Höhnerweg 2 – 4

69469 Weinheim

Tel.: (+49) 6201 80-6040

www.nora.com


Titel

Wohnungsbau

Titel

Nachhaltiges Bauen

Vorausschauend planen

Bereits erschlossene Flächen zu managen und für die Bebauung zu aktivieren,

ist das Gebot der Stunde für Kommunen in der Innenentwicklung. Ein weiterer

Schlüssel für klima- und ressourcenschonendes Bauen liegt in bestehenden

Gebäuden: Sie müssen als „Rohstofflager der Zukunft“ betrachtet werden.

Nach wie vor wird in Deutschland

zu viel Fläche verbraucht. Das

betrifft besonders kleinere Städte

und ländliche Räume, wo unentwegt vor

allem Einfamilienhaus- oder Gewerbegebiete

neu entstehen. Gleichzeitig fallen

dort häufig die Ortskerne brach und sterben.

Geht dies ungebremst weiter, verfehlt

Deutschland nicht nur seine Flächenverbrauchs-

und Klimaziele. Es verschwinden

attraktive Ortsbilder und Kulturlandschaften;

damit geht Heimat verloren.

Mit Blick auf die aktuelle Wohnungsnot

gilt: Wir dürfen das Bauen nicht einstellen,

sondern müssen es an den richtigen

Orten und mit angemessener Gestaltung

tun. Obwohl Wohnraum insbesondere in

den boomenden Metropolregionen der

Bundesrepublik rar ist, entfallen rund 80

Prozent des neuen Flächenverbrauchs auf

kleinere Gemeinden in ländlichen Gebieten.

Dabei stehen laut Bundesinstitut für

Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

deutschlandweit noch bis zu 165 000 Hektar

Fläche in integrierten Lagen für eine

Ortsentwicklung zur Verfügung.

Eine sinnvolle und qualitätsvolle Innenentwicklung

ist ein großer Hebel zur

Umweltentlastung. Die vorhandene Infrastruktur

zu nutzen, ist günstiger und

umweltschonender, als Infrastruktur auszubauen.

Nutzungsgemischte Quartiere,

in denen zeitgemäße Grünkonzepte zur

Erholung und Stadtklimatisierung mitgedacht

werden, schaffen eine lebendige

Umgebung.

Damit vorhandene Flächen entwickelt

werden, ist ein vollständiger Überblick nötig.

Flächenkataster sind hierfür ein gutes

Instrument. Sie kartieren Baulücken, Industriebrachen

und übergroße, wenig oder

nur provisorisch bebaute Grundstücke.

Auf Grundlage solcher Verzeichnisse können

mittel- bis langfristig bestehende Flächen

systematisch ausgeschöpft werden.

Davon müssen allerdings innenliegende

Grünflächen oder gut erschlossene Lagen

mit Außengebietscharakter ausgenommen

bleiben, weil sie gerade bei einer zunehmenden

Dichte für ihre Nachbarschaften

Grünfunktionen übernehmen. Dies wird

bei den erleichterten sogenannten Paragraf-13b-Verfahren

nach dem Baugesetzbuch

(BauGB) häufig übersehen, bei denen

eine Umweltprüfung bei geringer Flächengröße

im Innenbereich unterbleiben

kann. Diese Verfahren werden in kleineren

Orten deshalb häufig missbraucht, um die

letzte Obstwiese zu bebauen.

BEISPIELGEBENDES BARNSTORF

Trotz vorhandener Entwicklungsmöglichkeiten

nutzen Eigentümer bestehende

Baurechte oft nicht, sondern warten ab

oder spekulieren auf eine Wertsteigerung

ihres Bodens. Um dem entgegenzuwirken,

können Kommunen Anreize für die Innenentwicklung

schaffen oder gar ein Baugebot

aussprechen. Beispielgebend sind in

diesem Zusammenhang Orte wie Barnstorf

in Niedersachsen, wo ein Grundsatzbeschluss

für ein nachhaltiges Flächenmanagement

gefasst wurde: Wohn- und

Gewerbeflächen sollen nur noch durch

Innenentwicklung, Flächenrecycling und

Umnutzung gewonnen werden.

Foto: Bundesstiftung Baukultur

Iphofen: Die Gestaltungssatzung der Kleinstadt in Bayern wahrt die kleinteilige Bebauungsstruktur

und gibt Neubauten einen klaren Rahmen vor, ohne interessante Architektur zu verhindern.

Die beste Möglichkeit zur Förderung der Innenentwicklung

haben Städte aber, wenn

sie selbst Grund und Boden besitzen. Sie

können mit einer aktiven Ankaufspolitik

vorausschauend planen und auf kurzfristige

Bedarfe reagieren. Damit übernehmen

sie Verantwortung für eine bessere

Flächennutzung und Ortsgestaltung. Denn

als Eigentümerin kann eine Gemeinde bei

der Bereitstellung von Grundstücken großen

Einfluss auf deren Bebauung ausüben.

Durch ihre kommunale Planungshoheit

können Gemeinden steuern, wie Gebäude,

Straßenzüge, Plätze und Viertel aussehen.

Viele Kommunen schaffen es, sich mit vorausschauenden

Ideen für das Ortsbild und

das Zusammenleben erfolgreich weiterzuentwickeln.

Iphofen (Bayern) gilt als ein

gutes Beispiel. Die 4600 Einwohner zählende

Stadt hat Regeln und Förderanreize

geschaffen, um das Zentrum attraktiv und

lebendig zu gestalten. Dazu gehört eine

Gestaltungssatzung, die die kleinteilige

Bebauungsstruktur wahrt und Neubauten

einen klaren Rahmen vorgibt, ohne interessante

Architektur zu verhindern. Gleichzeitig

werden Bauherren, die Altbauten sanieren

oder umbauen, kostenlos von der

Stadt beraten und können Fördergelder erhalten.

So haben sie nicht mehr Aufwand

als Bauherren in Neubaugebieten.

Ein weiterer Schlüssel für klima- und

ressourcenschonendes Bauen liegt in Bestandsgebäuden:

Sie müssen als „Rohstofflager

der Zukunft“ betrachtet werden.

Die hier gebundene „graue Energie“

spricht häufig gegen den Abriss. Verbaute

Materialien sollten weitergenutzt werden,

um die Menge an benötigten Primärrohstoffen

zu verringern. Reiner Nagel

TIPPS FÜR KOMMUNEN

Der „Baukulturbericht 2018/19: Erbe –

Bestand – Zukunft“ der Bundesstiftung

Baukultur enthält neben guten

Beispielen Handlungsempfehlungen

zum Umgang mit dem Gebäudebestand,

Stoffkreisläufen und Ressourcen. „Besser

Bauen in der Mitte. Ein Handbuch

zur Innenentwicklung“ informiert über

planerische Strategien und Instrumente,

mit denen Orte für Wohnen, Arbeiten,

Einkaufen und Freizeit wieder attraktiv

werden. Kostenloser Download auf

www.bundesstiftung-baukultur.de

ONLINE

Mehr zum Thema sowie die Langfassung

des Beitrags finden Sie auf

www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Planen & Bauen

DER AUTOR

Reiner Nagel ist Vorstandsvorsitzender

der Bundesstiftung Baukultur

(www.bundesstiftung-baukultur.de)

Gebaut für

Ihre Zukunft.

Kindertagesstätten und Schulen mit

Festpreis- und Termingarantie.

Modulares Bauen von KLEUSBERG bietet

ganz neue Möglichkeiten und Antworten

auf die Fragen unserer Zeit. So schaffen wir

für Ihr Bauvorhaben kurzfristig Freiräume,

individuell, nachhaltig und planungssicher.

Alles unter kleusberg.de/modulbau

DIE ZUKUNFT IST

FLEXIBEL

Unsere Systemgebäude aus standardisierten Raumcontainern

sind innerhalb kürzester Zeit verfügbar und

lassen sich Ihrem individuellen Bedarf einfach und

schnell anpassen.

www.fagsi.com

HOCHWERTIGE RAUMSYSTEME,

DIE SICH IHREM BEDARF ANPASSEN.

| Kurzfristig realisierbare Containeranlagen

mit flexibler Raumaufteilung

| Bis zu 70% kürzere Bauzeit als Betongebäude

| Fixtermine mit Festpreisgarantie für sichere Planung

| Bedarfsgerechte Grundrissplanung

| Wirtschaftliche und nachhaltige

Bauweise zum Kauf oder zur Miete

| Planung und Realisierung aus einer Hand

Eltern-Kind-Zentrum Waldshut-Tiengen | Oeldenberger & Weber Architekten


Titel

Wohnungsbau

Kleine s Feld

Baulückenkataster

Bad Münder ist aktiv

Das Baugesetzbuch sieht einen schonenden Umgang mit Grund und Boden vor.

Entsprechend treibt die Stadt Bad Münder die Innenentwicklung voran und

pflegt dazu ein Baulückenkataster. Dieses Instrument informiert Interessierte

über die Grundstücke, die Stadt vermittelt den Kontakt zu den Eigentümern.

Auszug aus dem Baulückenkataster Bad Münder, Teilblatt 2

Adolf-Schröder-Weg

Hans-Christian-Andersen-Weg

Steinhof

Auszug aus dem Baulückenkataster: Die Stadt Bad Münder informiert auf ihrer Internetseite über

baureife Grundstücke, deren Größe sowie die planungsrechtliche Situation.

Rübezahlweg

Die Stadt Bad Münder am Deister

(Niedersachsen) besteht aus 16

Ortsteilen mit rund 17 500 Einwohnern.

Der Bevölkerungsrückgang und

die Überalterung in ländlichen Räumen

machen auch vor Bad Münder nicht halt.

Der Bedarf an Baugrundstücken soll aber

Dieser Auszug ist gesetzlich geschützt (NVermG). Vervielfältigungen, Umarbeitungen, Veröffentlichungen

oder Weitergabe an Dritte nur mit Zustimmung des Herausgebers LGLN, ausgenommen Vervielfältigungen

nicht und Umarbeitungen mehr zur innerdienstlichen durch Verwendung Ausweisung und zum eigenen Gebrauch von bei Behörden. Baugebieten

in den Randzonen der Ortsteile

Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs - und Katasterverwaltung

geschaffen werden. Baulücken gewinnen

© 2019

©

Stand: daher Januar 2019 immer mehr an Bedeutung.

Der Lückenbebauung soll gegenüber

Wichtiger Hinweis:

Aus der Darstellung Inanspruchnahme eines Grundstückes als Baulücke in diesem von Plan kann kein bislang Anspruch auf tatsächliche unberührten

ist einem Einzelverfahren Flächen zu prüfen. im Außenbereich Vorrang

Bebaubarkeit abgeleitet werden!

Dies

Der Stadt Bad Münder ist nicht bekannt, ob der Eigentümer verkaufsbereit ist.

gegeben werden. Die bessere Ausnutzung

von vorhandenen Infrastruktureinrichtungen

und die Vermeidung weiterer Erschließungsmaßnahmen

dienen der Erhaltung

städtebaulicher Funktionen in den Ortsteilen.

Außerdem wird mit einem auf diese

Weise geschlossenen Ortsbild eine positivere

Wahrnehmung der bebauten Umwelt

verbunden.

Im kleinen Feld

Angerstraße - K 72

Georgstraße

1_6

Wermuthstraße

Stadt Bad Münder am Deister

Georgstraße

Wilhelm-Hauff-Allee

Astrid-Lindgren-Gasse

Wermuthstraße

Petersilienstraße

Obertorstraße

Gartenstraße

Das Baulückenkataster liefert wesentliche

Grundlagen für städtebauliche und siedlungspolitische

Entscheidungen und dient

somit als anschauliche, statistische und

räumliche Informationsgrundlage. Interessierten

Bauwilligen soll mithilfe des Baulückenkatasters

die Suche nach geeigneten

Baugrundstücken erleichtert werden.

Grundlage für die Aufstellung eines

Baulückenkatasters ist Paragraf 200

±

Absatz

3 des Baugesetzbuches (BauGB). Die

Gemeinde kann demnach Flächen oder

Maßstab

Listen ohne personenbezogene 1:3.000Daten

(anonym) veröffentlichen, in denen sofort

oder in absehbarer Zeit bebaubare Flächen

verzeichnet sind, soweit der Grundstückseigentümer

nicht widersprochen hat. Die

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

ist einzuhalten.

Für die Erstellung des Baulückenkatasters

sind in Bad Münder einzelne, unbebaute

Wohnbaugrundstücke erfasst worden.

Zum überwiegenden Teil befinden

Schulwall

Lange Straße

1_4

1_5

Wallstraße

Marktstraße

Wilhelm-Raabe-Straße

1_23

Kirchhof

Kellerstraße

Friedrich - Ebert - Allee

Echternstraße

Lange Straße

Abb.: Stadt Bad Münder

sich die erfassten Baulücken innerhalb

von Geltungsbereichen von Bebauungsplänen

gemäß Paragraf 30 BauGB. Die übrigen

Baulücken werden gemäß Paragraf

34 BauGB beurteilt.

Grundstücke, die durch Bauleitplanung

oder Teilung eine sinnvolle Nachverdichtung

erfahren könnten, sowie Gewerbegrundstücke

werden derzeit nicht im

Baulückenkataster berücksichtigt. Insgesamt

wurden im Stadtgebiet 217 Baulücken

mit einer Gesamtfläche von 20,6

Hektar festgestellt.

Die Eigentümer der Baulücken wurden

angeschrieben, um das Einverständnis

für eine Veröffentlichung im Baulückenkataster

einzuholen. Ein Widerspruch war

schriftlich vorzulegen. 75 Baulücken mit

einer Gesamtfläche von 9,1 Hektar wurden

abschließend veröffentlicht.

Mithilfe eines GIS-basierten Programms

wurden die Baulücken auf Grundlage des

Automatischen Liegenschaftsinformationssystems

(ALKIS) digitalisiert, nummeriert

und dargestellt. Aus einer separaten

Liste sind Informationen zur Größe und

planungsrechtlichen Situation zu entnehmen.

Über die Internetseite der Stadt ist

das Baulückenkataster einzusehen.

Interessenten an einem im Baulückenkataster

dargestellten Grundstück wenden

sich an die Stadt Bad Münder. Die Kontaktdaten

der Interessenten werden dann

an die Grundstückseigentümer übermittelt.

Für die Eigentümer besteht keinerlei

Verpflichtungen und kein Verkaufszwang.

Kauf- und Preisverhandlungen werden

ausschließlich von den Eigentümern und

Kaufinteressenten geführt.

Das Baulückenkataster wird von Bauwilligen

sehr gut angenommen. Die zahlreichen

Anfragen beziehen sich jedoch im

Wesentlichen auf den Hauptort Bad Münder.

Nach Ablauf eines Jahres, seit Beginn

der Veröffentlichung des Katasters, soll

eine Überprüfung stattfinden.


Ulrike Behrens

DIE AUTORIN

Ulrike Behrens ist Mitarbeiterin des Fachbereichs

Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung

der Stadt Bad Münder am Deister

(ulrike.behrens@bad-muender.de)

26 der gemeinderat 6/19


Wohnungsbau

Titel

Errichtung von Mehrfamilienhäusern: Bis geplante Wohnungen entstanden sind, vergehen bei konventionellen

Bauweisen viele Monate. Serielle und modulare Konzepte verkürzen die Bauzeit.

Projektentwicklung

Schneller ans Ziel

Kommunen und Immobilienwirtschaft suchen nach guten Ideen zur Schaffung

von Wohnraum. Hier kommt eine: Die „Rahmenvereinbarung serielles und

modulares Bauen“ soll es Wohnungsunternehmen ermöglichen, ihre Projekte

schnell, einfach, kostengünstig und in hoher Qualität zu realisieren.

Das Ausschreibungsverfahren „Rahmenvereinbarung

für serielles und

modulares Bauen“ des Bundesverbands

deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen

(GdW) ist nun rund ein

Jahr alt. Ein Bauvorhaben ist fertig, weitere

sind in Aussicht. Neun Bieter und Bietergemeinschaften

hatten im Mai 2018 den

Zuschlag erhalten und wurden durch die

Rahmenvereinbarung Vertragspartner des

GdW. Wohnungsunternehmen in Deutschland

erhalten mit dieser Vereinbarung die

Möglichkeit, ihre Neubauprojekte schnell,

einfach, kostengünstig und in hoher Quali-

Lösungen zum Schutz, zur Sanierung und

zur Bewirtschaftung von Wasser und Boden.

Grundwasser- und Bodensanierung

Bodenfunktionskarten für die kommunale Planung

Kommunale Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel

(z. B. Bodenkühlleistung für ein besseres Stadtklima)

ahu GmbH Wasser · Boden · Geomatik

Aachen · www.ahu.de

Analyse

Foto: Biebel/Adobe Stock

tät zu realisieren. Die Zeitersparnis ergibt

sich insbesondere dadurch, dass Teile der

Projektausschreibung und -vergabe sowie

der Planung durch die Rahmenvereinbarung

vorweggenommen werden sowie

durch kürzere Baustellenzeiten aufgrund

der Vorfertigung von Bauteilen.

Im hessischen Idstein (Taunus) wurde

von Dezember 2018 bis April 2019 der erste

Wohnungsbau auf Grundlage der Rahmenvereinbarung

erstellt. Die Kommunale

Wohnungsbau-GmbH Rheingau-Taunus

(KWB) errichtete in einem Wohnquartier

neun Wohneinheiten; weitere zehn sind

an anderer Stelle in Planung.

Derzeit besteht für etwa zehn Rahmenvereinbarungsprojekte

eine konkrete Realisierungsabsicht.

Das Ausschreibungsverfahren

umfasste den Teilnahmewettbewerb

und die Angebotsphase. Von 50

Teilnehmern wurden 15 aufgefordert, Angebote

einzureichen. Geprüft und bewertet

wurden die Konzepte durch ein Gremium

mit Experten der Bau- und Wohnungswirtschaft,

der Forschung und des Bundesbauministeriums.

Die endgültige Auswahl der

neun Bieter erfolgte durch den GdW als

Vergabestelle.

Die Basis für die eingereichten Entwürfe

und Konzepte bildete eine funktionale

Leistungsbeschreibung (FLB). Sie formulierte

in Anlehnung an die Kriterien des

nachhaltigen Wohnungsbaus („NaWoh“)

zentrale Anforderungen in Bezug auf die

städtebauliche, architektonische, funktionale,

ökologische und technische Qualität.

Schwierig gestaltete sich die Formulierung

hinsichtlich der Einhaltung der teils sehr

Beratung, Planung

Erfolgskontrolle

Umsetzung

unterschiedlichen Anforderungen der

Landesbauordnungen sowie in Bezug auf

die nicht deckungsgleichen Förderbedingungen

der Länder für den sozialen Wohnungsbau

und die unterschiedlichen Vorstellungen

der Wohnungsunternehmen,

was den Wohnungsgrundriss betrifft.

Die Ausschreibung war im Hinblick

auf Fertigungsverfahren und Materialien

technologieoffen ausgelegt. Die Angebote

wurden für ein Modellgebäude als Einzelgebäude

mit reiner Wohnnutzung, vier

(Voll-)Geschossen, 24 Wohneinheiten,

ohne Aufzug erstellt. Ein Wohnungsmix,

der einer heutigen Nachfrage im Durchschnitt

entspricht, war vorgegeben. Die

Angebote sollten einen Ausgleich zwischen

Qualität und Preis finden, „Schlichtbauten“

oder „Minimalbauten“ sollen

nicht entstehen.

Das Preisniveau der neun Angebote liegt

im unteren Bereich der am Markt erzielbaren

Angebote. Der mittlere Preis beträgt für

die Kostengruppen 300, 400 und 700 rund

2370 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche

(ohne Aufzug) inklusive Mehrwertsteuer

und bewegt sich in einer Spanne von 2010

Gehen Sie beim

Dach immer auf

Nummer sicher.

Die Anforderungen an ein sicheres Dach werden

oft unterschätzt: sowohl was die Qualität

des Dachsystems angeht als auch was die

sichere Planung und Ausführung betrifft.

Ihr Bauder-Fachberater weiß, auf was es beim

Dach wirklich ankommt. Nehmen Sie doch

einfach direkt Kontakt mit ihm auf:

www.bauder.de/fachberatersuche

bis 3200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Damit liegt der mittlere Preis unter

den durchschnittlichen Kosten, die die Arbeitsgemeinschaft

für zeitgemäßes Bauen

(Kiel) für 2016 ermittelte.

HÖHERE KALKULATIONSSICHERHEIT

Die Angebotspreise sind für die Dauer der

Vereinbarung fixiert, können jedoch anhand

des Preisindexes für Bauleistungen

gleiten. Das bedeutet eine deutlich höhere

Kalkulationssicherheit als sie derzeit am

Markt erreicht werden kann.

Aus der Rahmenvereinbarung können

abrufberechtigte Unternehmen (definierte

Liste, überwiegend Mitgliedsunternehmen

des GdW) Bauaufträge auslösen. Die Rahmenvereinbarung

regelt, wie vorzugehen

ist. Nicht abrufberechtigte Unternehmen

können ebenfalls Angebote einholen, sich

jedoch nicht auf die Preise berufen. Das

jeweilige Unternehmen legt zunächst fest,

wie das konkrete Bauvorhaben gestaltet

werden soll. Es muss nicht das Modellgebäude

eins zu eins beauftragt werden.

Solange der Bauherr im System bleibt,

können Anforderungen hinsichtlich Geschossigkeit,

Wohnungsmix oder Ausstattungsdetails

formuliert werden.

Der Auftraggeber fordert üblicherweise

alle Rahmenvertragspartner in einem vereinfachten

Wettbewerbsverfahren („Miniwettbewerb“)

zur Abgabe eines Angebotes

auf, wobei seitens der Anbieter

Abweichungen zum Modellgebäude und

grundstücksspezifische Leistungen separat

kalkuliert werden können. Das Wohnungsunternehmen

wählt dann den Rahmenvertragspartner

aus. Fabian Viehrig

DER AUTOR

Fabian Viehrig ist Leiter des Fachbereichs

Bauen und Technik im Referat Energie, Bauen,

Technik des Bundesverbands deutscher Wohnungs-

und Immobilienunternehmen (GdW) in

Berlin (viehrig@gdw.de)


Titel

WOHNUNGSBAU

Titel

Flächenrecycling

Brachen erfolgreich reaktivieren

Die Kontamination von Brachflächen sowie durch gewerbliche oder industrielle

Vornutzungen verunreinigte Bausubstanz von Gebäuden dürfen kein Hindernis

für die Reaktivierung sein. Denn gerade auch für die Schaffung neuen

Wohnraums stellen solche Liegenschaften interessante Objekte dar.

Aufgrund struktureller Veränderungen

sind in den vergangenen Jahren

viele Flächen in Innenstädten

brachgefallen. Ehemalige gewerblich oder

industriell genutzte Gebäude prägen oft

das Bild in Industriestädten. Vor dem Hintergrund

der wirtschaftlichen und demografischen

Entwicklung ist deren Nachnutzung,

insbesondere in kleinen und mittleren

Städten, mit neuen Herausforderungen

für die Akteure verbunden.

Unter bautechnischen Gesichtspunkten

handelt es sich um interessante Objekte.

Zumal wenn sie unter Denkmalschutz

stehen, stellen sie durch ihre Einmaligkeit

einen besonderen Anreiz für eine

Nachnutzung dar. Andererseits können

gewerbliche oder industrielle Vornutzungen

zu Kontaminationen der Gebäudesubstanz,

des Bodens und des Grundwassers

geführt haben. Diese zunächst vermuteten

sogenannten Altlasten sind ein wesentliches

Hemmnis für eine Nachnutzung.

Die wirtschaftliche Entwicklung (Wandel)

ist verbunden mit Veränderungen in

der Nutzung vorhandener Flächen und

Gebäude. In Abhängigkeit von der konkreten

Situation und der Interessenlage

des Grundstückeigentümers oder Verfügungsberechtigten

kommen verschiedene

Handlungsoptionen in Betracht. Diese erstrecken

sich vom sogenannten „Liegen

lassen“ und die Entwicklung über die Zwischennutzung

bis hin zur Renaturierung

der Brachfläche.

Mögliche Zwischennutzungen wie etwa

in Form von Stadtgärten waren Gegenstand

von bundesweiten Forschungsvorhaben.

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung

(IBA) wurden in Sachsen-Anhalt

in ausgewählten Städten Konzepte zum

Umgang mit Brachflächen entwickelt. Die

Renaturierung ehemaliger Industriestandorte

erfolgte unter anderem im Rahmen

von Bundes- und Landesgartenschauen.

Gute Beispiele sind die Nachnutzung ehemaliger

Kasernengebäude durch Landratsoder

Finanzämter, die industriekulturelle

oder Wohnungsnachnutzung früherer

Werksgebäude.

Der Prozess der In-Wertsetzung kann in

vier Stufen unterteilt werden.

• Zunächst müssen die Voraussetzungen

für eine Entwicklung vorhanden sein.

Neben einem bestehenden Interesse und

der Verfügbarkeit des Grundstücks muss

ein entsprechender Handlungsdruck bestehen.

• Für die Initiierung von Maßnahmen werden

Informationen und die Schaffung

einer Organisation sowie ein Impuls

(Ideen) benötigt.

• Management, Planung und Marketing

sind unterstützende Elemente des Prozesses

der In-Wertsetzung und bilden

gleichzeitig die Rahmenbedingungen für

• die Realisierung der verschiedenen Maßnahmen.

Vor der Ausführung von baulichen Maßnahmen

stellt sich die Frage der Finanzierbarkeit

des Vorhabens. Erforderliche

Rückbaumaßnahmen und eventuell notwendige

Altlastenbeseitigungen sind mit

Mehraufwendungen gegenüber einer Baumaßnahme

auf der „Grünen Wiese“ verbunden.

Ohne eine öffentliche Förderung

werden derartig belastete Grundstücke

selten eine Nachnutzung durch private

Investoren finden. Altlastenfreistellungen

waren in der Vergangenheit die Voraussetzung

für Investitionen auf Altstandorten.

Infolge der demografischen Entwicklung

nicht mehr benötigte Wohngebäude,

öffentliche Einrichtungen und Verkaufseinrichtungen

führen in „schrumpfenden“

Regionen zu neuen Brachflächen. Das Flächenrecycling

von brachliegenden Grundstücken

gewinnt, auch im Zusammenhang

mit dem bundesweiten Ziel der Reduzierung

der Flächeninanspruchnahme auf 30

Hektar pro Tag, an Bedeutung.

Die Berücksichtigung der verschiedenen

Interessenlagen und die frühzeitige

Beteiligung der Anwohner sind wesentliche

Faktoren eines erfolgreichen Flächenrecyclings.

Persönliches Engagement und

langfristige Kooperationen zwischen den

Akteuren bilden die Grundlage für den

Veränderungsprozess.

Die Bewältigung der Komplexität zu klärender

Problemstellungen beim Flächenrecycling

erfordert eine interdisziplinäre,

ressortübergreifende Herangehensweise.

Die Bedeutung der öffentlichen Verwaltungen

als Initiator und Moderator der

In-Wertsetzung und zur Vermeidung weiterer

Brachflächen wird weiter zunehmen.

Dies beinhaltet eine bedarfsgerechte Ausweisung

von Bauflächen und eine vorausschauende

Stadtplanung. Michael Hanke

DER AUTOR

Dr. Michael Hanke ist beim CiF Kompetenz-

Zentrum für interdisziplinäres Flächenrecycling

& erneuerbare Energien in Freiberg (Sachsen)

als Projektmanager tätig (hanke@cif-ev.de)

12556

APARTMENTS

TO GO ?

Nur temporär oder dauerhaft?

Zur Miete, zum Kauf oder im

Betreibermodell.

Werden Sie Moorund

Klimaschützer!

Gärtnern Sie torffrei!

Mobile Räume mieten.

www.container.de/dg

1/2 m

breiter

Hier wird schon überall

torffrei gegärtnert

ANGEBOT JETZT

ANFORDERN!

Weitere Infos unter www.NABU.de/moorschutz

ArcoImages/J. de Cuveland

Im öffentlichen

Raum

zu Hause

I MASCHINEN- UND GERÄTEVERMIETUNG

I TEMPORÄRE INFRASTRUKTUR

I BAULOGISTIK

30 der gemeinderat 6/19

0800 - 1805 8888 oder zeppelin-rental.de

Mobile Räume mieten.

www.container.de/dg


Titel

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Ressourcenschutz

Boden und

Wasser

Bei der Flächenentwicklung kommt

dem Schutz der natürlichen Ressourcen

zentrale Bedeutung zu. AHU

analysiert die benötigten Geodaten.

Flusslauf: Gewässermonitoring ist eines von

mehreren Fachgebieten der AHU-Experten.

Das Beratungs- und Planungsunternehmen

AHU aus Aachen ist

seit 40 Jahren international für

den Schutz von Wasser und Boden tätig.

Die Berater, Planer und Sachverständigen

bearbeiten geowissenschaftliche Aufgaben

und beraten ihre Kunden im Hinblick

auf einen nachhaltigen Umgang mit diesen

Ressourcen. Im Vordergrund steht

die Suche nach ökonomisch sinnvollen,

gesellschaftlich akzeptierten und ökologisch

verträglichen Lösungen sowie deren

Umsetzung mit Kunden und Partnern. So

wurde unter anderem AHU vom Landkreis

Osnabrück mit einer Studie beauftragt, die

die Wasserversorgung im Kreis beleuchtet,

zukünftige Rahmenbedingungen untersucht

sowie Strategien für eine Sicherstellung

der Wasserversorgung entwickelt.

www.ahu.de

Foto: AHU

Geschossbau mit Holz

Mit Ästhetik, gesundem Raumklima und

guter Akustik überzeugen die beiden

viergeschossigen Mehrfamilienhäuser im

Quartier „Riedpark“ des südbadischen

Ortes Lauchringen. Dank nahezu ausschließlicher

Konstruktion mit Bauteilen

des Holzbauspezialisten Lignotrend und

der Ausstattung mit einem ökologischen

Wärmedämmverbundsystem von Gutex

zeigen sie, was in der modernen Holzbauarchitektur

mehrgeschossig möglich ist

Neuerungen in der Landesbauordnung

Baden-Württemberg hinsichtlich des

Brandschutzes erlauben seit 2015, dass

auch im mehrgeschossigen Holzbau Decken,

tragende und aussteifende Wände

sowie Stützen aus Holz sichtbar und unverkleidet

bleiben dürfen. Mit ihren außerordentlichen

Schallschutzqualitäten

sind Decken „made of Ligno“ für den

Geschossbau prädestiniert. Der geprüfte

Aufbau verhindert die Trittschallübertragung

zwischen den einzelnen Geschossen.

www.lignotrend.de

Alles aus einer Hand

Mit Modulbau Platz schaffen am Krankenhaus

Die Geiger Unternehmensgruppe (Hauptsitz

Oberstdorf/Allgäu, rd. 3000 Mitarbeiter,

über 50 Standorte in Europa) baut,

saniert und entsorgt für Kunden aus den

Bereichen Infrastruktur, Immobilien und

Umwelt. Durch das breite Leistungsspektrum

können sämtliche Anforderungen der

Auftraggeber termingetreu, hochwertig

und kostensicher erfüllt werden. Es wird

„alles aus einer Hand“ geboten. Von der

Projektidee bis zur Verwaltung der fertigen

Liegenschaften – übernommen werden

der Rückbau bestehender Gebäude,

die Komplettsanierung kontaminierter

Grundstücke sowie die planmäßige Bebauung.

Beispielhaft für die Kompetenzen

sind neben dem Projekt „Leben am

See“ in Kressbronn und „Am Illerbogen

daheim“ in Kempten-Hegge viele weitere

Vorhaben, bei denen brachliegende Flächen

zu neuem Leben erweckt wurden.

Gemeinsam mit den Kommunen werden

durchdachte Konzepte erarbeitet.

www.geigergruppe.de

Operationssäle, Pflegestationen, Bettenhäuser

oder Bauten für die Verwaltung:

Modulgebäude von Alho erfüllen die

unterschiedlichsten Anforderungen an

Gesundheitsimmobilien. Schnell, termingerecht,

bei nur minimaler Lärm- oder

Schmutzbelästigung werden selbst an

räumlich begrenzten Standorten qualitätsvolle

Nachverdichtungsprojekte realisiert.

Das Kreisklinikum Siegen baut in diesem

Kontext seit vielen Jahren mit dem

Modulbauspezialisten. Es begann 2010 mit

dem dreistöckigen Verwaltungsgebäude,

2013 folgte der Neubau eines sechsgeschossigen

Bettenhauses, 2017 dann die

Erweiterung und Aufstockung des Erstlings.

„Mit der Modulbauweise können wir

Bauprojekte im vorgegebenen Zeitfenster,

ohne Qualitätseinbußen und mit hoher

Kostensicherheit realisieren. Konventionelle

Massivbauweise kann da nicht mithalten“,

weiß man nicht nur in Siegen.

Derzeit erweitert Alho für das Katholische

Klinikum Mainz ein massives

Bestandsgebäude um drei Modulbaugeschosse.

Die Lastabtragung erfolgt über

einen aufgesetzten Stahlträgerrost. Ein

ähnliches Prinzip wurde im Siegener Diakonie-Klinikum

Jung-Stilling angewendet,

wo ein massives vierstöckiges Klinikgebäude

um fünf Modulbaugeschosse aufgestockt

wurde. Drittes Beispiel ist das St.

Josef-Krankenhaus in Essen. Hier wurde

eine Erweiterung des Bettentraktes in Modulbauweise

fertiggestellt: Die 18 Raummodule

lagern auf einer aufgeständerten

Stahlbetonkonstruktion.

www.alho.com

Kreisklinikum Siegen: Durch Nachverdichtung

per Modulbauweise neuen Platz geschaffen.

Foto: Alho

Kein Strom?

Vertrauen Sie unseren sicheren

Unterflurverteilern aus Kunststoff.

Entscheiden Sie sich für Unterflurverteiler von Langmatz. Wir haben moderne

Verteilsysteme für Strom, Wasser und Telekommunikation zur kreativen Marktplatzgestaltung

entwickelt. Durch eine überflutungssichere Tauchhaube geschützt, jederzeit

zugänglich und trotzdem sicher vor unbefugtem Zugriff.

32 der gemeinderat 6/19

langmatz.de/unterflurverteiler

TechnicBox


Technik & Innovation

Kritische Infrastrukturen

Technik & Innovation

FÜR DEN FALL DES FALLES

Bei außergewöhnlichen Ereignissen wie

beispielsweise Großbränden, Chemieunfällen

und längerfristigem Stromausfall,

aber auch nach terroristischen Anschlägen

ist die schnelle und wirksame

Reaktion der zuständigen Behörden und

Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

unabdingbar. Zu diesem Zweck müssen

die für die Gefahrenabwehr verantwortlichen

Stellen besondere organisatorische

Vorkehrungen treffen und Alarmund

Einsatzpläne zu unterschiedlichen

Szenarien bereithalten. Dies gilt auch

für die Städte und Gemeinden als allgemeine

Gefahrenabwehrbehörden sowie

in ihrer Eigenschaft als Mitwirkende im

Katastrophenschutz und berührt ihre

Zuständigkeit als Ortspolizeibehörde.

Verantwortlich ist der Bürgermeister der

betreffenden Gemeinde.

Sich auf den Ernstfall vorzubereiten und

für den Schutz und Selbstschutz der

Bevölkerung Sorge zu tragen bedeutet

vor allem, die eigene Handlungsfähigkeit

sicherzustellen. Dazu sind die

Auswirkungen möglicher kritischer

Ereignisse zu bestimmen und Hilfeleistungsaufgaben

zu priorisieren. Zu den

Vorbereitungen im personellen Bereich

gehört zu klären und festzulegen, welche

Aufgaben zu erfüllen sind und welche

Mitarbeiter diese wahrnehmen.

Entscheidend für die Handlungsfähigkeit

der Kommunalverwaltung bei Notfällen

ist zudem, technisch gut ausgerüstet zu

sein. Verfügen die wichtigsten Gebäude

und Anlagen über eine Notstromversorgung?

Wie wird die hausinterne Wasserversorgung

und Abwasserentsorgung

sichergestellt, wenn die eigentlichen

Systeme für längere Zeit ausfallen? Wie

wird bei längerem Stromausfall geheizt

und, falls erforderlich, auch gekühlt?

Ebenso sind Vorbereitungen zu treffen,

dass die Kommunikationstechnik funktioniert.

Da die Stromversorgung das

Schlüsselelement für sämtliche kritische

Infrastrukturen ist, muss das kommunale

Krisenmanagement insbesondere

auch für den „Notbetrieb Stromausfall“

gewappnet sein.

Interview

„Faktor Mensch ist

die Schwachstelle“

Die Herausforderungen, sichere Wasser- und Stromversorgung zu gewährleisten,

sind gestiegen. Holger Berens, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands für

den Schutz Kritischer Infrastrukturen, fordert die Aktualisierung gesetzlicher

Grundlagen und regelmäßige Sensibilisierung und Schulungen von Mitarbeiten.

Herr Berens, der Schutz kritischer Infrastrukturen

wie Wasserwerke oder Kraftwerke

ist Thema in Nachrichtensendungen.

Was bedeutet die wachsende öffentliche

Aufmerksamkeit für die Fachleute in

Kommunen und Unternehmen?

Berens: Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung

und Unternehmen ist die Herausforderung

der Zukunft. Bisher hat lediglich

ein Kreis von Fachexperten über die

Problematik diskutiert und auch Lösungen

angeboten. Durch die Medienpräsenz erwarte

ich, dass sowohl die Bevölkerung,

die Unternehmen und vor allen Dingen die

Verantwortlichen innerhalb der Kommunen

sensibilisiert werden und eine breite

Diskussionsplattform geschaffen wird, um

ganzheitliche Lösungen zu generieren.

Auf allen Aufgabenfeldern der öffentlichen

Daseinsvorsorge spielt die IT-Infrastruktur

eine tragende Rolle. Welche Rolle spielen

die Mitarbeiter beim Schutz vor unbefugtem

Zugriff auf die Systeme?

Berens: Der Faktor Mensch ist die zentrale

Schwachstelle in allen IT-Infrastrukturen.

Man kann sämtliche technischen Abwehrmaßnahmen

state of the art implementieren,

sich nach den Grundschutz-Richtlinien

des Bundesamts für Sicherheit in der

Informationstechnik (BSI) oder nach ISO

27001 ff zertifizieren. All dies nützt nichts,

wenn ein Mitarbeiter einen Anhang öffnet,

der das gesamte System infiziert. Mit die

Hauptaufgabe ist es also, alle Mitarbeiter

regelmäßig zu schulen und die entsprechende

Awareness zu schaffen. Es bieten

sich hier hervorragende E-Learning-Tools

und Awareness-Spiele an.

„Beim Schutz der

kritischen Infrastrukturen

sollte der Staat von

der Wirtschaft lernen“

Holger Berens

Ohne Strom geht im Alltag nichts. Worauf

kommt es beim Netzausbau in sicherheitstechnischer

Hinsicht vor allem an?

Berens: Die voranschreitende Dezentralisierung

ist für die Gewährleistung der Netzstabilität

und die Versorgungssicherheit

eine große Herausforderung. Damit die

Netzversorgung sicher ist und zukünftig

bleibt, brauchen wir neue und intelligente

Leitungen. Darüber hinaus ist der Netzausbau

der wichtigste Faktor auf dem

Weg zu mehr Strom aus erneuerbaren

Energien. Wind- und Fotovoltaikanlagen

speisen den Strom dezentral und fluktuierend

ein, sodass Engpässe als auch

34 der gemeinderat 6/19

Foto: Privat

Energieüberschüsse entstehen können.

Ein Lösungsansatz, der zu einer stabilen

Stromversorgung führen könnte, ist die

Bündelung verschiedener Erneuerbare-

Energie-Anlagen aus der Region.

Die Klimaveränderungen bedingen längere

Trockenphasen oder auch Starkregen. Was

müssen die Kommunen aus Ihrer Sicht unternehmen,

damit solche Naturereignisse

möglichst keinen Schaden anrichten?

Berens: Zum einen wird durch das Wassersicherstellungsgesetz

der Betrieb von

Notbrunnen verpflichtend gefordert. Das

Gesetz stammt aus dem Jahr 1970 und

war für den Verteidigungsfall gedacht.

Hier muss ein auf die Klimaveränderungen

angepasstes modernes Versorgungssystem

geschaffen und die Rechtslage angepasst

werden. Das größte Problem bei Starkregen

ist die übermäßige Versiegelung unserer

Städte. In der Stadt der Zukunft sollte

Wasser natürlich versickern und verdunsten

können. Dies ist eine Aufgabe für die

Stadt- und Raumplaner.

Den Schutz kritischer Infrastrukturen auf

den drei staatlichen Ebenen Bund, Länder

und Kommunen zu koordinieren, braucht

seine Zeit. Wo sehen Sie Potenzial zur Verschlankung

der Prozesse?

Berens: Kommunen betrifft ein möglicher

Ausfall von kritischen Infrastrukturen

unmittelbar. Der Dreiklang unseres Föde-

Kee ®

Safety

Ihr Lösungsanbieter

für Absturzsicherungen

und Schutzgeländer

der Ihr gemeinderat Partner für 6/19 mehr Sicherheit

ralismus ist auf der einen Seite das bürokratische

Problem, aber auf der anderen

Seite der Garant einer einheitlichen Umsetzung.

Aus meiner Sicht wird jedoch

seitens des BSI und des Bundesamts für

Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

(BBK) die Selbstverwaltungsgarantie

der Kommunen ein wenig konterkariert.

Inwiefern?

Berens: Es handelt sich um die Daseinsvorsorge,

also eine der Kernaufgaben der

Kommunen. Gerade beim Schutz der kritischen

Infrastrukturen sollte der Staat von

der Wirtschaft lernen. Entscheidungswege

und aufsichtsrechtliche Prozesse müssen

verkürzt und verschlankt werden. Eine eigenständige

Entscheidung der Kommunen

auf der Grundlage der Schutzgesetze und

Standards muss möglich sein.

Die Bundesregierung hat 2009 die Nationale

Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen

beschlossen. Welche Aspekte

sollten bei der Fortschreibung besonders

akzentuiert werden?

Berens: Schon allein das Erscheinungsjahr

2009 zeigt, dass diese Strategie in weiten

Teilen überholt ist. Der sogenannte All-Gefahren-Ansatz

der Strategie hat die heutige

Gefahrensituation mit Cyber-Terrorismus,

Cyber-Erpressungen und Cyber-War nicht

vorhersehen können. „Die sichere und gesicherte

sowie freie Nutzung des Cyber-

• Absturzsicherungen:

KeeGuard ® , KeeLine ®

• Sichere Zugangslösungen:

Kee Gate ® , Easi-Dec ®

und Informationsraums ist elementare

Voraussetzung staatlichen und privaten

Handelns in unserer globalisierten Welt“,

so das Weißbuch zur Sicherheitspolitik

und Zukunft der Bundeswehr. Hier muss

die nationale Strategie schnellstmöglich

angepasst werden.

Sie sehen Ihren Verband als „Anlaufstelle

für Entscheider aus Kritischen Infrastrukturen,

um ganzheitliche Schutzkonzepte zu

etablieren“. Was bieten Sie den Entscheidern

neben Informationen und Kontakten?

Berens: Voneinander lernen, ist unser Motto.

So stellen wir den Mitgliedern Informationen

zu aktuellen Themen zur Verfügung,

planen eine Akademie und Veranstaltungen.

Jeder ist aufgerufen, mitzuarbeiten

und seine Expertise einzubringen. Darüber

hinaus bringen wir unser Fachwissen in

wissenschaftliche Forschungsprojekte ein.


Interview: Jörg Benzing

ZUR PERSON

Holger Berens ist Vorstandsvorsitzender des

Bundesverbands für den Schutz Kritischer

Infrastrukturen und Leiter der Studiengänge

Wirtschaftsrecht sowie Compliance und

Corporate Security an der Rheinischen Fachhochschule

Köln (holger.berens@bski.de)

• Sicherheitsgeländer:

Kee Klamp ® , Kee Lite ®

• Befestigungen für den Stahlbau:

BeamClamp ® , BoxBolt ®

Mehr auf unserer

Website:

www.keesafety.de

35


Brandschutz

Technik & Innovation

Feuerwehrleute: Die Gemeinden bestimmen

im Rahmen ihrer Verantwortungswahrnehmung

selbst, welches Sicherheitsniveau für die Leistungsfähigkeit

der Feuerwehr festgelegt wird.

Foto: Benjaminnolte/Adobe Stock

der Brandentstehung, wie in Sachsen in

den Publikationen praktiziert, ist falsch.

Es werden dabei Fristen in die Bewertung

einbezogen, die von der Feuerwehr nicht

beeinflussbar sind. Ausgangspunkt für Betrachtungen

zur Leistungsfähigkeit sollte

deshalb immer der Zeitpunkt der Alarmierung

sein. Ab hier ist die Gemeinde

in die Fristen der Brandbekämpfung und

Hilfeleistung eingebunden.

Die Erfahrungen der vergangenen

Jahre in der Brandschutzbedarfsplanung

zeigen, dass Einsatzdaten oft nur unzureichend

oder unzweckmäßig erfasst

wurden. Um aber die Leistungsfähigkeit

einer Feuerwehr umfassend bewerten zu

können, werden folgende statistische Daten

benötigt: Uhrzeit des Einsatzes, wie

viele Minuten nach der Alarmierung wird

ausgerückt? Wie viele Feuerwehrangehörige

begeben sich zum Einsatz? Wie viele

Atemschutzgeräteträger sind unter den

Kräften? Nach wie vielen Minuten treffen

die Kräfte an der Einsatzstelle ein?

Für Feuerwehren mit mehreren Standorten

muss diese Erfassung bezogen auf

den Standort erfolgen. Die Erfassung von

Daten sollte in Formaten erfolgen, die weiterverarbeitet

werden können. Softwarelösungen

für die Feuerwehr der Gemeinde

sind zu empfehlen. Bei mehreren Standorten

sollten die Systeme netzwerkfähig

sein. Die Verantwortung für die Datenerfassung

liegt bei der Gemeinde. Ein gegenseitiges

Verlassen auf andere Gemeinden

oder Feuerwehren ist nicht ausreichend.

Auch die Bewertung der Löschwasserbereitstellung

führt bei der Bearbeitung

von Brandschutzbedarfsplanungen

immer wieder zu teilweise erheblichen

Verzögerungen. Je nachdem, wie die

Aufgabe über Hydranten des öffentlichen

Trinkwassernetzes oder durch andere

Lösch wasserentnahmestellen gewährleistet

wird, ergeben sich Anforderungen für

die technische Ausstattung der Feuerwehr.

Fehlende Daten über Ausflussmengen

aus den Hydranten oder das Volumen von

Teichen führen dazu, dass eine Bewertung

der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr nicht

oder nur unzureichend erfolgen kann.

Diese Daten müssen für die Brandschutzbedarfsplanung

mit einem aktuellen Stand

vorliegen.

Rainer Walther

DER AUTOR

Rainer Walther ist Mitarbeiter der

Ingenieurgesellschaft Brandschutz

Consult in Leipzig

(r.walther@bcl-leipzig.de)

Feuerwehr

Schlagkraft sichern für den Notfall

Kein Brandschutz ohne Feuerwehr. Aufstellung, Ausrüstung und Unterhalt der

örtlichen Wehr ist Aufgabe der Gemeinden. Zur länderrechtlich geforderten

kommunalen Brandschutzplanung zählt die Bestimmung der Leistungsfähigkeit

auf der Basis von zweckmäßig erfassten Daten.

Die Aufgaben im Brandschutz sind

im Länderrecht geregelt. In der

überwiegenden Anzahl der Landesbrandschutzgesetze

wird die Anforderung

formuliert, dass die Gemeinden eine

den örtlichen Verhältnissen entsprechende

leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen,

auszurüsten, zu unterhalten und einzusetzen

haben. Eine zunehmende Anzahl

von Bundesländern, zu denen auch Sachsen

und Sachsen-Anhalt gehören, legt als

Grundlage dafür eine Brandschutzbedarfsplanung

fest.

In Sachsen-Anhalt ist seit 2010 die „Risikoanalyse

und Brandschutzbedarf“ nach

einem zu verwendenden Muster auf der

Grundlage eines Runderlasses in Umsetzung

der Feuerwehrverordnung zu erarbeiten.

Sächsische Gemeinden müssen

seit 2005 einen „Brandschutzbedarfsplan“

haben. Hier ist die Planung im Landesbrandschutzgesetz

gefordert und in der

Feuerwehrverordnung vorgeschrieben.

Für die Umsetzung der Anforderung gibt

es eine Empfehlung.

Die Gemeinde können im Rahmen ihrer

Verantwortungswahrnehmung selbst

bestimmen, welches Sicherheitsniveau

territorial für die Leistungsfähigkeit der

Feuerwehr festgelegt wird. Neben der

Funktionsstärke der Feuerwehr (Anzahl

Einsatzkräfte und Fahrzeuge) ist die Hilfsfristfestlegung

ein maßgeblicher „Sicherheitswert“.

In Sachsen-Anhalt ist die Hilfsfrist ohne

Rechtsanspruch für den Bürger bestimmt

(vgl. § 2 (2) Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz

des Landes Sachsen-Anhalt,

BrSchG). Sie definiert sich von der Alarmierung

der Feuerwehr bis zum Eintreffen

an einem Einsatzort des Zuständigkeitsbereiches,

der über öffentliche Verkehrsflächen

erreicht werden kann, und beträgt

zwölf Minuten.

Für Sachsen ist eine Hilfsfrist im Landesbrandschutzgesetz

nicht geregelt und

auch in keiner nachfolgenden Rechtsvorschrift

bestimmt. Einschlägige Publikationen

beziehen sich auf Arbeitspapiere

der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der

Berufsfeuerwehren (AGBF). Eine Eins-zueins-Übernahme

dieser Dokumente der

Berufsfeuerwehren für Feuerwehren, die

über das Ehrenamt sichergestellt werden,

ist aber nicht gerechtfertigt.

Die Betrachtung der Leistungsfähigkeit

einer Feuerwehr ab dem Zeitpunkt

Brandschutz

vorausgedacht.

INNOVATIV, GANZHEITLICH UND EFFIZIENT:

UNSERE LÖSUNGEN FÜR IHRE GEBÄUDE-

SICHERHEIT.

GfS EH-Türwächter. Einfach. Schnell. Sicher.

Basis

Seit über 40 Jahren sichern wir Ihre Notausgänge, mehr als

15 Jahre mit dem GfS EH-Türwächter. Einfach. Schnell. Sicher.

• Geprüft und zugelassen gemäß DIN EN 179/1125

• Wirksame Hemmschwelle

• Öffnung mit einem Öffungsvorgang

• Optional mit Voralarm bei Antippen

• Keine Elektroinstallation,

da batteriebetrieben

• 5 Jahre Herstellergarantie

Voralarm

Stangengriff

Wir zeigen’s Ihnen:

In München-Freimann

26.-27. Juni 2019

Halle 3, Stand F02

36 der gemeinderat 6/19

Entdecken Sie jetzt die Zukunft des

Brandschutzes unter www.sinfiro.de

der gemeinderat 6/19

www.gfs-online.com

37


Technik & Innovation

Brandschutz

Technik & Innovation

WORAUF ES ANKOMMT

Nähere Informationen zum Thema samt

Checkliste mit einem Überblick über

die zu prüfenden Elemente von Rauchabzugsanlagen

mit elektrischen Auslösesystemen

(„NRA-EA“ – Natürliche

Rauchabzugssysteme – Entrauchungsanlagen)

bietet der Bundesverband

Sicherheitstechnik (BHE). Das PDF

(630 kB) ist kostenlos erhältlich (Download-Kurzlink

https://is.gd/aKglkQ).

Grundsätzlich ist bei den Anlagen

monatlich durch den Betreiber die Kontrolle

der Betriebsbereitschaft zu überprüfen

(Sichtprüfung). Jährlich sollte

durch einen qualifizierten Fachbetrieb

die Wartung auf bestimmungsgemäße

Funktion laut Dokumentation erfolgen.

Hierbei werden unter anderem auch

Anschlüsse und Leitungen, Signalgeber,

die Rauchabzugsöffnungen samt Antrieben,

die Energieversorgung und

Ansteuereinrichtungen sowie Anlagenteile

mit begrenzter Lebensdauer

überprüft. Grundsätzlich gilt, dass bei

einem Austausch von Anlagenteilen

nur Teile mit entsprechender Anerkennung

oder Originalteile verwendet

werden (vgl. DIN 18232-2).

Lebensrettendes Bauteil: Rauchabzugsanlagen verhindern im Brandfall, dass Gebäude vollkommen

verqualmen. Sie erleichtern dadurch die (Eigen-)Rettung von Personen.

Rauchabzugsanlagen

Auf Nummer sicher

Foto: Stürmann

Landesbauordnungen verpflichtet sind,

die Anlagen in einem nach Stand der Technik

zuverlässigen und funktionsfähigen

Zustand zu halten.

Doch besonders bei der Wartung

schleicht sich gelegentlich der Schlendrian

ein. Die Folgen können gravierend sein:

Menschenleben geraten in Gefahr, wenn

Evakuierungen oder Löscharbeiten durch

defekte, nur mangelhaft instand gehaltene

Entrauchungseinrichtungen behindert

werden. „Es dauert immer länger, wenn

die Feuerwehr durch einen verrauchten

Raum vorgehen muss“, warnt Bernhard

Swierzy, stellvertretender Leiter der Abteilung

Gefahrenvorbeugung bei der Berufsfeuerwehr

der Stadt Köln. Wenn beispielsweise

eine Anlage seit Jahren auf Störung

steht, sei dies eine Ordnungswidrigkeit

nach Paragraf 9 der nordrhein-westfälischen

Prüfverordnung und Paragraf 84

der Bauordnung Nordrhein-Westfalen.

„Diese kann mit einer Geldbuße geahndet

werden“, macht Swierzy deutlich. Auch

in anderen Bundesländern sehen die Landesbauordnungen

bei Pflichtverstößen

Bußgelder vor.

Wartungen zur Gewährleistung eines zuverlässigen

und sachgemäßen Betriebs

der Entrauchungsanlagen sind gemäß verschiedener

Normen und Richtlinien sowie

nach Angaben der Hersteller in der Regel

mindestens einmal jährlich durchzuführen.

Darüber hinaus haben die Betreiber

monatlich die Betriebsbereitschaft durch

eine Sichtprüfung der Anlagenkomponenten

zu kontrollieren. BHE-Experte Geier

mahnt jedoch: „Die Sichtprüfung alleine

reicht nicht aus. Auch wenn keine Störung

angezeigt wird, heißt dies nicht, dass alle

Komponenten, etwa die Notstromversorgung,

einwandfrei funktionieren.“

GEWÄHRLEISTUNG VERLÄNGERT SICH

Bei jährlichen Überprüfungen werden die

Komponenten der Rauchabzugsanlagen

und deren ordnungsgemäßes und störungsfreies

Zusammenwirken kontrolliert.

Hierzu gehört auch die Wartung der Antriebe

und der Öffnungsaggregate.

Nebeneffekt eines Wartungsvertrags

mit Fachbetrieben ist, dass sich bei von

diesen errichteten Anlagen in der Regel

die Gewährleistung von zwei auf vier

Jahre verlängert. „Übliche Praxis ist indes

häufig“, so Hübler, „der Holzbauer oder

Dachdecker baut ein Fenster ein – oft mit

integriertem Antrieb. Dann schließt ein

Elektriker Teile wie Rauchabzugstaster,

Rauchmelder, Zentrale an.“ Am Ende fühle

sich aber keiner der Handwerker für die

Wartung der Anlage zuständig.

Werden die Arbeiten, wie von Normen

und Herstellerrichtlinien ausdrücklich gefordert,

durch qualifizierte Fachbetriebe

erbracht, erstellen diese ein Prüfprotokoll,

das bei Brandschauen vorgelegt werden

kann. Auch gegenüber Schadensregulierern

erhalten Verantwortliche so einen

Nachweis über den ordnungsgemäßen

Zustand ihrer Anlagen. Denn damit der

Versicherungsschutz greift, wird, so Marco

van Lier, Referent Schadenverhütung

Sachversicherung beim Gesamtverband

der Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV), „die Einhaltung aller gesetzlichen,

behördlichen sowie vertraglich vereinbarten

Sicherheitsvorschriften vorausgesetzt.“

Doris Porwitzki

Versagen Rauchabzüge aufgrund fehlender Wartung, kann dies die

Einsatzzeiten der Feuerwehr dramatisch verlängern. Betreiber von öffentlichen

Gebäuden sind deshalb gut beraten, zum Schutz von Menschen und

Sachwerten die Instandhaltung der Entrauchungstechnik im Blick zu haben.

DIE AUTORIN

Doris Porwitzki, Kirchheim, ist Fachjournalistin

mit Schwerpunkt Sicherheit

(dp-redaktionsbuero@gmx.de)

Wenige Minuten genügen, um

im Brandfall Räume und Treppenhäuser

mit toxischen,

schlimmstenfalls tödlich wirkenden

Rauchgasen zu füllen. Eine funktionierende

Entrauchung sorgt dagegen für eine

raucharme Schicht im unteren Raumbereich

und ist daher gerade in öffentlichen

Gebäuden wie Rathäusern, Kitas und

Schulen überlebensnotwendig. Sie erleichtert

den Nutzern des Gebäudes und vor

allem auch ortsunkundigen Besuchern die

Orientierung und sorgt für die nötige Sicht

bei Lösch- und Rettungseinsätzen.

Sicherheitsfachmann Friedhart Hübler,

Vorsitzender des Fachausschusses

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen beim

Bundesverband Sicherheitstechnik (BHE),

sieht allerdings Nachholbedarf in vielen

öffentlichen Einrichtungen. Zwar würden

Vorrichtungen zur Rauchableitung, etwa

automatisch oder mechanisch zu öffnende

Fenster, Klappen oder Dachkuppeln installiert,

doch es erfolgten dann keine regelmäßigen

Funktionsüberprüfungen mehr.

Vielfach gelte die sorglose Mentalität „bei

uns brennt es schon nicht, es ist noch nie

etwas passiert“, ergänzt sein Stellvertreter

im BHE, der Brandschutzingenieur Tobias

Geier. Nicht bedacht werde, dass Gebäudebetreiber

auch gemäß Paragraf § 3 der

Musterbauordnung und den jeweiligen

38 der gemeinderat 6/19

360° Brandschutz

Das komplette Spektrum moderner

Meldetechnik.* Mit Brandfrühesterkennung.

* Seit 1. Mai gehört unser Linienförmiger Wärmemelder SecuriSens ADW 535

zu den wenigen noch zugelassenen Geräten. Haben Sie Ihre schon überprüft?

Sicherheit. In verlässlichen Händen.

Seit über 40 Jahren.

securiton.de

DIN EN 54-22:

ÜBERGANGSFRIST

ABGELAUFEN!*


Technik & Innovation

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Anzeige

Advertorial

Digitale Archive

Geschützte

Daten

Digitale Datenbestände und

Kulturschätze brauchen sichere

Archive außerhalb der eigenen

Gebäude. Der IT-Dienstleister

Dataport hat eine Lösung parat.

Durch die Digitalisierung bieten sich

Möglichkeiten, Sammlungsobjekte

vor dem endgültigen Verlust zu bewahren.

Mit moderner Scantechnik lassen

sich schnell und kostengünstig digitale

Kopien erstellen. Diese Kopien brauchen

keine Lagerhallen, doch auch sie müssen

zugriffsgeschützt aufbewahrt werden.

Der öffentlich-rechtliche IT-Dienstleister

Dataport hat dafür ein digitales Archiv

Geprüfter Wärmemelder

Ende April 2019 endete die Übergangsfrist,

in der für den Brandschutz noch

linienförmige Wärmemelder alten Schlages

verwendet werden durften. Seit Ende

der Frist dürfen nun nur noch solche verwendet

werden, welche die VdS-Geräteanerkennung

besitzen und der Norm DIN EN

54-22 entsprechen.

Mit dem „rückstellbaren linienförmigen

Wärmemelder“ Securisens ADW 535

erfüllt Securiton als einer der wenigen

verbleibenden Anbieter diese Vorgabe in

vollem Umfang. Der Melder mit jahrelanger

Applikationserfahrung ist täuschungsalarmsicher

und eignet sich für unterschiedliche

Anwendungsbereiche. Die

kabelähnliche Installation mit einem innovativen,

wärmeleitenden Teflonschlauch

macht die Handhabung für Fachplaner

und Betreiber von Brandmeldeanlagen

einfach. Das Gerät ist aktuell sowohl für

den Protector Award 2019 als auch für den

GIT-Sicherheit-Award 2020 nominiert.

www.securiton.de

Datentransfer: Dataport bietet Kultureinrichtungen eine Lösung zur Sicherung ihrer Bestände auf

ausfallsicheren Servern in einem sicheren Rechenzentrum.

entwickelt. Ein sogenanntes Kaltarchiv

ermöglicht die zeitlich unbegrenzte Archivierung

von bis zu mehreren Petabyte großen

Datensammlungen. Bereits der Speicherplatz

von einem Petabyte entspricht

dem Bestand von rund 1000 Bibliotheken

oder 400 000 Stunden Filmmaterial in HD-

Qualität.

Durch die doppelte Speicherung der

Archivdateien in den zwei georedundanten

Rechenzentren des Twin Data Centers

bleibt das digitale Archiv selbst beim

Ausfall eines Rechenzentrums erhalten.

Die Kultureinrichtungen können die zu

archivierenden Daten über die von Dataport

betriebenen Behördennetze oder eine

VPN-Verbindung im Internet übertragen.

www.dataport.de

Transparenter Brandschutz in Begegnungsstätte

Das denkmalgeschützte Haus der Kirche

in Erlangen dient als Begegnungs- und

Versammlungsstätte für weltliche und

religiöse Veranstaltungen. Bei der jüngsten

Sanierung wurden mehrere Brandschutzelemente

von Hoba eingebaut. Im

Obergeschoss zum Beispiel integrierten

die beauftragten Unternehmen eine etwa

17 Meter breite und knapp sieben Meter

hohe Brandschutzglaswand mit mehreren

Brandschutztüren in die historische Architektur.

Der dadurch entstandene Saal

bietet rund 350 Personen Platz.

Um den Sicherheitsvorschriften für öffentliche

Gebäude zu entsprechen, musste

die Glaswand in der Feuerwiderstandsklasse

F30 ausgeführt werden. Die Baubeteiligten

legten fest, dass für die Wand

insgesamt 42 Glasscheiben und sechs

Brandschutztüren eingebaut werden sollten.

Die Hoba-8-Brandschutzverglasung

zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht

durch eine Konstruktion stumpf an die

Wand oder Decke angeschlossen, sondern

darin versenkt ist. Diese Verglasung

hat vor allem bei historischen Bauten den

Vorteil, dass sie an Transparenz nicht zu

überbieten ist und eine ungleichmäßig verlaufende

Außenkontur nicht auffällt.

Bei den Brandschutztüren entschieden

sich die Verantwortlichen für die ein- und

zweiflügeligen Typ-7- und Typ-8-Massivholzrahmentüren

des Spezialanbieters.

Beide Typen können als moderne Vollverglasungstüren

oder auch als historische

Nachbildungen ausgeführt werden. Die

Türen werden wahlweise mit verdeckt integriertem

Obertürschließer ausgestattet.

www.hoba.de

Prunkstück des Gebäudes: Der Saal im Obergeschoss

mit der Brandschutzverglasung.

Foto: Hempel/Adobe Stock

Foto: HOBA Brandschutzelemente

Foto: C.M. Heim GmbH

Mobile Brandmelder schließen eine Sicherheitslücke

Die Firma C.M. Heim ist der führende Hersteller von Mobilen Brandmeldeanlagen, die seit fast

30 Jahren in über 22 000 Projekten unter anderem zur Überwachung von historischen Gebäuden

während Renovierungs- und Umbauarbeiten eingesetzt werden.

Altes Waaghaus, Ravensburg: Müssen Rauch- und Brandmelder etwa wegen Umbauarbeiten demontiert

werden, können Mobile Brandmeldeanlagen die Sicherheitslücke schließen.

Notre-Dame brennt! Schnell verbreitete sich

diese Nachricht am Abend des 15. April. Es

kommt fast einer Ironie gleich, dass die Ursache

vielleicht in den Renovierungsarbeiten zu finden

ist, die dem in die Jahre gekommenen Objekt

wieder zu neuer Schönheit und Standfestigkeit

verhelfen sollten.

„Das ist ein Stück von Mainz, das brennt.“

Ein Feuer hat im Mainzer Veranstaltungs- und

Kongresszentrum Rheingoldhalle am 16. Mai

großen Schaden angerichtet. Ersten Ermittlungen

zufolge war ein Schwelbrand die Ursache.

Möglicherweise sei dieser bei den Bauarbeiten

an der Rheingoldhalle entstanden.

Unvorstellbar, dass ein Feuer in der heutigen

Zeit, in der wir über ausgefeilte Brandschutzmaßnahmen,

zahlreiche Frühwarnsysteme und

technische Möglichkeiten zur Brandbekämpfung

verfügen, seinen Schrecken und seine Macht

nicht verloren hat. Allein 2016 rückten die Feuerwehren

laut Statistik des Deutschen Feuerwehrverbandes

e.V. (DFV) fast 180 000 Mal zu

Bränden und Explosionen aus.

Aufgrund dessen sind stationäre Brandmeldeanlagen

unentbehrliche Begleiter im

Betriebs alltag, in öffentlichen und historischen

Gebäuden, Kaufhäusern, Tiefgaragen, Bahnhöfen

und auf Baustellen, um nur einige Beispiele

zu nennen. Doch was geschieht, wenn sie gewartet

werden müssen, ausfallen oder noch gar

nicht in Betrieb sind? Und was geschieht beim

Umbau von Bauwerken?

Der Erhalt eines identitätsstiftenden Gebäudes,

seine Relevanz für eine Stadt und eine

ganze Nation hat einen unschätzbaren Wert. Es

ist unsere Aufgabe, sie zu pflegen und instand

zu setzen – für uns und für kommende Generationen.

Das Feuer in Notre-Dame hat deutlich

gemacht, dass es nicht erst bis zum Äußersten

kommen sollte, bevor man den Wert eines historischen

Bauwerkes erkennt. Es scheint nicht

der Geldmangel zu sein, an dem es manchmal

scheitert – es fängt mit der Bereitschaft an, etwas

zu bewahren, bevor es verloren geht.

Durch den Großschaden in Paris ist die Absicherung

von historischen Gebäuden, vor allem

auch während Bau- oder Renovierungsarbeiten,

auch in Deutschland ein vieldiskutiertes Thema.

Brandwache oder mobile Brandmeldeanlage

Bei Umbaumaßnahmen in Gebäuden mit

Brandmeldeanlagen müssen in den betroffenen

Bereichen oft die Rauch- und Brandmelder

demontiert werden. Somit entfällt die automatische

Branddetektion. Diese Sicherheitslücke

kann durch Brandwachen oder durch Mobile

Brandmeldeanlagen geschlossen werden.

Kritisch sind vor allem Heißarbeiten bei Renovierungen

zum Beispiel im Dachstuhl. Es gibt

viel Brandlast und im restlichen Gebäude befinden

sich eventuell Menschen, die bei einem

Entstehungsbrand viel zu spät gewarnt werden.

Eine gefährliche Mischung! Hier entspricht es

dem Stand der Technik, als Abhilfe in derartigen

Fällen eine Mobile Brandmeldeanlage

einzusetzen.

Mobile Brandmeldeanlagen sind unkompliziert

im Aufbau und in der Instandhaltung. Eine

geringe Anzahl an Täuschungsalarmen ist für

die erfolgreiche Umsetzung und Akzeptanz einer

mobilen Brandmeldeanlage besonders bedeutsam.

Daher ist bei der Auswahl der Sensoren

besondere Erfahrung notwendig.

Da Mobile Brandmeldeanlagen kein Bauprodukt

sind, erfolgt die Projektierung in Anlehnung

an die einschlägigen Normen für festinstallierte

Brandmeldeanlagen (Normenreihe DIN EN 54,

VDE 0833, DIN 14675). Mobile Brandmeldeanlagen

gelten als Stand der Technik für die zeitweise

Überwachung. Maßgaben des Baurechts,

der technischen Überwachungsvereine, der Versicherungen

und des Arbeitsschutzes (ASR2.2)

werden abgedeckt.

Mobile Brandmeldeanlagen sind einfach

aufzubauen. Bei der Umsetzung ist es wichtig,

dass man die richtigen Sensoren wählt, einen

geschulten Anlagenbetreuer vor Ort hat und eine

tagesaktuelle Dokumentation verfügbar ist. So

können Risiken begrenzt, Täuschungsalarme

vermieden und die Schutzziele während der

Bauphase erreicht werden. Damit kann das Gebäude

auch bei laufenden Bauarbeiten genutzt

werden. Mobile Brandmeldeanlagen vermeiden

dadurch Umsatzeinbußen für den Betreiber.

C.M. Heim GmbH

Fockenbrunnen 17/1

D-72218 Wildberg

Tel.: 0 70 54/93 23-0

www.cmheim.de

40 der gemeinderat 6/19


Technik & Innovation

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Brandmelder

Fehlalarme

verhindern

Der Missbrauch von Brandmeldern ist

ein weit verbreitetes Problem. GfS hat

mit der Schutzhaube „e-Cover“ eine

Lösung entwickelt, um die Zahl der

Fehlalarme zu reduzieren.

Fehlalarme ziehen nicht nur hohe

Kosten nach sich, sondern gefährden

auch Menschenleben. Da die

Feuerwehr unverzüglich anrücken muss,

steht sie für zeitgleiche echte Notfälle, bei

denen Personen zu retten sind, nicht zur

Verfügung. Eine schlimme Erfahrung ist

zudem, dass Menschen auf wiederholte

Fehlalarme nicht mehr reagieren und sich

eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber

Alarmen einstellt. Personen flüchten

im Ernstfall nicht rechtzeitig ins Freie.

Außerdem werden Betriebsabläufe nach

einem Fehlalarm oft stundenlang unterbrochen.

Dank der „e-Cover“ des Hamburger

Fluchtwegspezialisten GfS

werden diese falschen Alarme

deutlich reduziert. Die funktionale

Schutzhaube wird über dem

Melder montiert und baut eine

hohe Hemmschwelle gegen dessen

unbefugte Nutzung auf, ohne

die Bedienbarkeit des Melders im Notfall

einzuschränken. Beim Anheben der

Abdeckung löst ein Öffnungsalarm mit

einer Lautstärke von rund 90 dB (in 1 m

Abstand) aus und sorgt wirkungsvoll für

den Abbruch des Bedienvorgangs. Sobald

die Abdeckung losgelassen wird, fällt sie

in ihre Ausgangsposition zurück und der

Alarm verstummt. Der Druckknopfmelder

ist wieder geschützt. Für sensible Einsatzorte

ist die Schutzhaube auch ohne Öffnungsalarm

erhältlich. Ein zusätzlicher

Sicherungsverschluss kann hier alternativ

gewählt werden, um die Hemmschwelle

des Missbrauchs anzuheben.

Clever gelöst: Eine Schutzhaube mit „Missbrauchsalarm“

schützt Druckknopfmelder.

Die Lösung arbeitet batteriebetrieben. Die

in verschiedenen Größen und Farben erhältliche

Schutzhaube besteht aus widerstandsfähigem

Polycarbonat und ist somit

robust in der alltäglichen Anwendung. Die

Montage bedarf nur weniger Minuten.

www.gfs-online.com

Foto: GfS

BLAU-GRÜNE

INFRASTRUKTUR

Mehr Sicherheit für öffentliche Gebäude

Rauchansaugsystem

„Grizzle“: Auch

unter schwierigen

Umgebungsbedingungen

werden Gefahrensituationen

schnell und zuverlässig

erkannt.

Foto: Telenot Alarmsysteme

Mit dem Brandmeldesystem „hifire 4000

BMT“ und dem Rauchansaugsystem

„Grizzle“ (beide VdS-anerkannt) stellt Telenot,

Hersteller von elektronischer Sicherheitstechnik

und Alarmanlagen, zwei neue

Produktgruppen für die Sicherheit in Gebäuden

vor. Modularer Aufbau und Netzwerkfähigkeit

der Brandmeldezentrale des

Meldesystems ermöglichen, Objekte unterschiedlichster

Größe abzusichern. Bis zu

30 Meldezentralen lassen sich innerhalb

des Systems vernetzen, das mit automatisch

adressierbaren, intelligenten Loop

4000-Meldern arbeitet.

In das System lässt sich das Rauchansaugsystem

„Grizzle“ zur Brandfrüherkennung

integrieren. Es berücksichtigt zur

Detektion auch Faktoren wie Luftfeuchtigkeit,

Luftströmung oder Temperatur.

www.telenot.de

EXTRA

Selhoff

KLIMAANPASSUNG

Kommunen betreiben

Starkregenvorsorge

STADTPLANUNG

Grünflächen entwickeln

und vernetzen

DACHBEGRÜNUNG

Deutschland bietet

großes Potenzial

42 der gemeinderat 6/19


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

DER AUTOR

Gerhard Hauber ist geschäftsführender

Partner des Ramboll Studio Dreiseitl in

Überlingen

(gerhard.hauber@dreiseitl.com)

Kopenhagen: Die dänische Hauptstadt betreibt ein großflächiges Niederschlagsmanagement.

Dazu zählt die Nutzung von Parks – wie im Modell zu sehen – für den Regenrückhalt.

Klimaanpassung

Wenn der Regen in

Strömen kommt

Die Kommunen stehen durch Wetterextreme in ihrer städtebaulichen Entwicklung

vor großen Herausforderungen. Klimaanpassung ist das Gebot der Zeit.

Die Maßnahmen zum Ausbau der blau-grünen Infrastruktur sind bekannt und

erprobt. Was oft noch fehlt, ist die strategische Planung und Umsetzung.

Der Klimawandel bringt Wetterextreme

wie Hitze- und Trockenperioden

oder Starkregenereignisse mit

sich, die in vielen Städten in der letzten

Dekade spürbar zugenommen haben und

nun manche Städte vor ein wiederkehrendes

Krisenmanagement stellen. Der Trend

zur Urbanisierung führt die Städte weiterhin

in die Nachverdichtung und Flächenversiegelung,

wodurch Raum für Retention

und Speicherung von Wasser verschwindet

oder nächtliche Abkühlungsprozesse

sowie Kaltluftschneisen beeinträchtigt

werden. Diese Situation erfordert es, konsequent

Klimafolgen bei städtebaulichen

Entwicklungen frühzeitig in die Planung

einzubeziehen. Zu oft fehlt es dabei aber

noch an den richtigen Planungsprozessen,

dem entsprechenden Wissen und der

Verschiebung von Finanzmitteln von der

grauen zur grünen Infrastruktur.

Warum kann das Konzept der blau-grünen

Infrastruktur eine Lösung für die auf

uns zukommenden Klimaprobleme sein?

Zuallererst steht die Erkenntnis, dass unsere

Grün- und Freiflächen nicht nur Zier

Abb.: Ramboll Studio Dreiseitl

und im Zweifelsfalle verfügbare Potenzialfläche

für alle möglichen Zwecke sind,

sondern explizit Funktionen übernehmen,

die auch nicht anderweitig ersetzt werden

können. Im Zuge der Urbanisierung und

des sich ändernden Klimas werden Freiräume,

Grünflächen, Wasserflächen und

auch Straßen immer stärker zu notwendigen,

multifunktional belegbaren Managementflächen

für zu viel Wasser oder

zu viel Hitze. Die Dimensionen, die diese

Flächen zum Umgang mit veränderten

Wetterbedingungen zur Verfügung stellen,

müssen dabei immer als Ergänzung und

Erweiterung der vorhandenen Infrastruktur

(z. B. Kanalisation) gesehen werden.

MASSNAHMEN VERNETZEN

Das impliziert, dass blau-grüne Infrastruktur

ein konsequent dezentrales System

ist, das vom Gebäude bis zum Stadtund

Landschaftsmaßstab Maßnahmen

integriert, die zum Beispiel hydraulische

Funktionen mit Begrünungsstrategien

kombinieren. Das Stärken der vorhandenen

Ökosysteme durch quasi-natürliche

Prozesse, die in allen baulichen Entwicklungen

integriert werden müssen, hilft

anpassungsfähige und resiliente Systeme

zu entwickeln. Die Maßnahmen, wie zum

Beispiel die Entwicklung und Nutzung von

Grünflächen für den Regenrückhalt oder

auch die Dachbegrünung, sind bekannt

und getestet. Schwierig bleibt das Denken

und Handeln in ganzheitlichen Strategien,

die durchgehalten werden.

Um Anwendung und Umsetzung dieser

Maßnahmen nicht mehr nur den Ambitionen

oder der gefühlten Verantwortlichkeit

der Projektbeteiligten, sprich dem Zufall,

zu überlassen, braucht es verbindliche und

quantifizierbare Zielvorgaben. Aufbauend

auf den derzeit entstehenden Starkregengefahrenkarten

muss ein Maßnahmenplan

entwickelt werden, der rechtliche Wirksamkeit

für das Bebauungsplanverfahren

erreicht. Und es müssen Verfahren angewendet

werden, die frühzeitig alle wesentlichen

Planungs- und Entscheidungsträger

einbeziehen.

Ein entsprechendes Planungsformat

wurde im Forschungsprojekt KURAS

(Konzepte für urbane Regenwasserbewirtschaftung

und Abwassersysteme) entwickelt.

Dabei werden frühzeitig blau-grüne

Planungsziele definiert und Maßnahmen

ausgewählt. Das Ziel ist ein transparenter

Entscheidungsprozess, der sehr früh die

qualitativen, quantitativen und monetären

Effekte aufzeigt und darauf gestützt informierte

Entscheidungen ermöglicht.

Im Folgenden wird der Wolkenbruchmasterplan

der dänischen Hauptstadt

Kopenhagen (rund 600 000 Einwohner)

vorgestellt. Das Hauptziel des Projektes

war, einen Starkregenmasterplan für die

von extremen Regenereignissen gebeutelte

Stadt zu entwickeln. Dazu wurde die

Idee ausgearbeitet, alle nicht zwingend

benötigten Flächen, die gefahrfrei überflutet

werden können, als Flutkorridore

(im Wesentlichen Nebenstraßen) oder

Retentionsflächen (vor allem Grün- und

Wasserflächen) temporär zu verwenden.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist es darüber

hinaus, 30 Prozent des Regenwassers aus

der unterirdischen Infrastruktur herauszuhalten

und dezentral zu bewirtschaften.

Daraus entstand ein Regenwassermasterplan

für 35 Quadratkilometer Stadtgebiet,

der genaue Vorgaben für jede Straße

und jede Freifläche macht, wie viel zurückzuhaltendes

Speichervolumen oder

abzuleitende Wassermengen (Liter pro

Sekunde) bei Umbaumaßnahmen eingeplant

werden müssen.

Kopenhagen hat diesen Wassermasterplan

als rechtlich gültige Planungsvorgabe

bereits etabliert. Sicherlich entscheidend

für die breite Akzeptanz der Strategie in

der Bevölkerung ist die Möglichkeit, den

technischen Umbau für eine Verbesserung

der Lebensqualität zu nutzen. Mehr Grün,

noch mehr Fahrradwege, Mobilitätsstationen,

Bäume oder Kühleinseln für heiße

Sommer sowie viele andere Maßnahmen

können damit umgesetzt werden.

Der Masterplan ist darauf ausgelegt,

dass der Niederschlag eines 100-jährigen

Regenereignisses schadfrei abgeleitet werden

kann. Straßen sind auf einer Länge

von etwa 30 Kilometer als „Retention-

Boulevards“ ausgewiesen, die bei Bedarf

bis zu einem Überstau von maximal zehn

Zentimeter geflutet werden. 500000 Quadratmeter

Grünflächen sind für den Regenrückhalt

vorgesehen. Durch das Regenwassermanagement

wird die Kanalisation

der Stadt jährlich um rund 1,5 Millionen

Kubikmeter Regenwasser entlastet.

Die Umsetzung des Starkregenmasterplans

erfordert Investitionen von rund

500 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt

durch die Erhöhung des Wasserpreises

sowie eine Klimasteuer. Erste Projekte

werden umgesetzt. Gerhard Hauber

EXTRA BLAU-GRÜNE

INFRASTRUKTUR

Die Klimaanpassung der Städte erfordert

den Ausbau der blau-grünen Infrastruktur.

Im Mittelpunkt stehen dabei

die Vorsorge vor lokalen Sturzfluten, die

Pufferung von Temperaturspitzen sowie

Fortschritte in der Luftreinhaltung. Was

die strategische Entwicklung und Umsetzung

des Regenwasser- und Grünflächenmanagements

für die Kommunen

konkret bedeutet, beleuchten wir in

diesem EXTRA. Wir stellen den Wassermasterplan

der dänischen Hauptstadt

Kopenhagen vor (S. 42) und sprechen

mit Carsten Kühl, dem Leiter des Deutschen

Instituts für Urbanistik, über die

Herausforderungen der Stadtplanung

(S. 44). Weitere Fachbeiträge erörtern

die multifunktionale Flächennutzung

als Beitrag zur Starkregenvorsorge

sowie das Konzept der wassersensiblen

Schwammstadt (S. 48). Außerdem

erläutert Gunter Mann, Präsident des

Bundesverbands Gebäudegrün, die

Möglichkeiten von Fassaden- und

Dachbegrünung in Neubau und Bestand

(S. 50).

ONLINE

Die Langfassung dieses Beitrags sowie

eine Bildergalerie finden Sie auf

www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Umwelt & Verkehr. Auf

unserem Serviceportal lesen Sie

zudem einen Praxisbericht über die

wassersensible Gestaltung des Hafens

in Offenbach am Main sowie des

Wohngebiets Arkadien in Winnenden:

www.treffpunkt-kommune.de/

planen-mit-wasser-in-der-stadt

44 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

45


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

LEITFÄDEN MIT TIPPS

Zu den Themen Klimaanpassung und

Überflutungsvorsorge hat das Deutsche

Institut für Urbanistik (Difu) Leitfäden

erstellt: „Kommunale Überflutungsvorsorge

– Planer im Dialog“ (Download

unter www.difu.de/11836), „Klimaschutz

in Kommunen – Praxisleitfaden“

(www.difu.de/11742) sowie

„Praxisratgeber Klimagerechtes Bauen

– Mehr Sicherheit und Wohnqualität

bei Neubau und Sanierung“ (www.difu.

de/11177).

Interview

„Politik und Planung

müssen handeln“

Der Klimawandel ist spürbar. Wie sollten die Stadtplaner darauf reagieren?

Prof. Dr. Carsten Kühl, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu),

fordert die systematische Verknüpfung von Schutzmaßnahmen etwa beim Bau

neuer Quartiere. Ein Masterplan könnte hier unterstützend wirken.

Herr Prof. Kühl, der Klimawandel setzt

neue Akzente in der Stadtentwicklung. Neben

der Schaffung von Wohnraum und der

Zurückdrängung des Pkw-Verkehrs geht es

nun auch um Regenwassermanagement

und Temperaturausgleich ...

Kühl: Der Klimawandel setzt nicht nur Akzente.

Er ist vielmehr eine äußerst gravierende

Entwicklung, die ganz erhebliche

Auswirkungen auf die Lebensqualität in

unseren Städten haben wird. Allein deshalb

sind strategische Stadtplanung und

-entwicklung essenziell. Zwar sind Fragen

zu diesem Thema nicht neu. Da der

Handlungsbedarf mittlerweile aber auch

physisch für die Menschen in den Städten

immer deutlicher spürbar wird, sind

Politik und Planung jetzt zum Handeln

gezwungen.

Vor allem in verdichteten Siedlungsbereichen

überlagern sich die Ansprüche

an die Nutzung des öffentlichen Raums.

Sind natürliche Ereignisse wie Starkregen

womöglich das stärkste Argument für die

Priorisierung etwa der Retentions- und

Grünflächenentwicklung?

teilweise auch vom Difu begleitet wurden.

Auch in europäischen Nachbarländern

gibt es hervorragende Beispiele, etwa in

Kopenhagen oder Rotterdam. Bisher wird

diese Verknüpfung beim Bau neuer Quartiere

oder der Restrukturierung von städtischen

Flächen jedoch nicht systematisch

mitbedacht. Das müssen wir ändern! Bei

Planungsbeginn muss es bereits angegangen

werden. Ein Masterplan, der auch

technische Standards setzt, beispielsweise

für Retentionsvolumina unter Bürgersteigen,

könnte dies zusätzlich unterstützen.

Können die Kommunen die damit verbundenen

Maßnahmen im Rahmen des aktuellen

Baurechts umsetzen, zum Beispiel die

verstärkte Fassaden- und Dachbegrünung?

Kühl: Kommunen haben Möglichkeiten,

Fassaden- oder Dachbegrünung bei der

Entwicklung neuer Baugebiete rechtlich

vorzuschreiben. Auch wenn ein Bebauungsplan

aufgestellt wird, sind Festsetzungen

zur Anpflanzung möglich. Und in

städtebaulichen Verträgen kann dies bei

der Errichtung von Gebäuden festgelegt

werden. Teils ergeben sich auch Satzungsbefugnisse

nach den Bestimmungen der

Landesbauordnungen.

Das Difu begleitet die Kommunen schon

lange beim Klimaschutz. Gibt es Projekte,

die Verbindungen herstellen etwa zur wassersensiblen

Stadtentwicklung?

Kühl: Aktuell nehmen wir in Berlin und

Norderstedt im Projekt „Resilient networks:

Beiträge von städtischen Versorgungssystemen

zur Klimagerechtigkeit“

die wassersensible Stadtentwicklung

in den Fokus. Das Projekt ist Teil der

Zukunftsstadt-Agenda des Bundesforschungsministeriums,

genauso wie das

Projekt „iResilience“. Hier erproben wir in

drei Pilotquartieren in Köln und Dortmund

unter anderem neue Lösungen zur Hitzevorsorge:

Eine verbesserte Verschattung

durch Stadtgrün oder bauliche Anpassungen

an Gebäuden durch helle Fassadenfarben

oder Wärmedämmungen, auch das

hilft beim Klimaschutz. Zuvor haben wir

mehrere Jahre lang eine Fördermaßnahme

zu intelligenten und multifunktionellen

Wasserinfrastrukturen begleitet.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis

die Klimaanpassung zum Standortfaktor

und Baustein des Stadtmarketings wird.

Kennen Sie Städte, die hier clevere Vorbilder

sind?

Kühl: In Köln oder Hamburg arbeiten Stadtentwässerungsbetriebe

und kommunale

Planung hervorragend zusammen und realisieren

Umsetzungskonzepte. Berlin hat

eine Regenwasseragentur gegründet. Das

Ruhrgebiet hat sich 2014 in der „Zukunftsinitiative

Wasser in der Stadt von morgen“

zusammengetan, die alle Themen der urbanen

Klimavorsorge bearbeitet. Diese Aktivitäten

sind lokal und regional bekannt.

Die „klimaangepasste und wassersensible

Stadt“ als Standortfaktor ist in Deutschland

bisher nicht so präsent. Hier gelten

Kopenhagen und Wien bisher europaweit

als Vorreiter in der Klimavorsorge.


Interview: Jörg Benzing

ZUR PERSON

Prof. Dr. Carsten Kühl (Jg. 1962) ist seit

August 2018 Geschäftsführer und Leiter

des Deutschen Instituts für Urbanistik,

Berlin/Köln (kuehl@difu.de)

ONLINE

Mehr zum Thema sowie Langversion

des Interviews finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de

„Dichte Bebauung, Retention,

Grünflächen und

Durchlüftung stehen nicht

im Widerspruch“

Carsten Kühl

Foto: Merkau

Kühl: Die Überlagerung von Ansprüchen ist

nicht neu. Neu ist, dass wir uns durch den

spürbaren Klimawandel intensiver mit diesen

Themen auseinandersetzen müssen:

mit der Verbesserung des urbanen Mikroklimas

durch mehr Stadtgrün und dem

vorsorgenden Umgang mit Extremwetterereignissen

wie im Sommer 2018. Wir

sollten uns jedoch davor hüten, etwa die

Schaffung von Wohnraum und Klimaanpassungsmaßnahmen

gegeneinander auszuspielen.

Dichte Bebauung, Retention,

Grünflächen und Durchlüftung stehen –

zumindest im Neubau – nicht im Widerspruch,

wenn es richtig angegangen wird.

Welche Bedeutung messen Sie in dieser

Situation einer Masterplanung für den

Ausbau der blau-grünen Infrastruktur bei?

Kühl: Im Vordergrund muss eine bessere

Verknüpfung mit grauer Infrastruktur stehen,

also zum städtischen Abwassersystem.

Technisch ist das kein Problem und

in vielen Modellprojekten erprobt, die

46 der gemeinderat 6/19

Die Hochleistungs-Daten

unserer Wasser-

Retentionsboxen:

WRB 80F

• 90 % Stauvolumen

• 72 l/m 2 Speicher

• Ablaufdrossel

WRB 80i

• 95 % Stauvolumen

• 80 l/m 2 Speicher

• Ablaufdrossel

STARKREGEN: 60 l/m 2 –

WER SOLL DAS AUFHALTEN?

Kein Problem für Rententionsdächer

von OPTIGRÜN!

Die Wasser-Retentionsboxen WRB 80F und WRB 85i

ermöglichen Gründächer mit besonders hohem Stauvolumen

und maximaler Speicherkapazität. Sie halten

Regenwasser zurück und geben dank optionaler Ablaufdrossel

dieses Wasser kontrolliert wieder ab.

Sprechen Sie uns an: info@optigruen.de

Optigrün international AG | www.optigruen.de


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

DIE AUTOREN

Prof. Dr. Robert Jüpner leitet das Fachgebiet

Wasserbau und Wasserwirtschaft

der TU Kaiserslautern

(robert.juepner@bauing.uni-kl.de),

Dr.-Ing. Christian Scheid leitet den

Arbeitsbereich Siedlungsentwässerung

des Fachgebiets Siedlungswasserwirtschaft

an der TU Kaiserslautern

(christian.scheid@bauing.uni-kl.de)

Regenrückhaltebecken Karlsruhe-Oberreut:

Öffentliche Grünflächen wie auch

Sport- und Spielplätze können in ein

kommunales Konzept zur Starkregenvorsorge

einbezogen werden.

Starkregenvorsorge

Multifunktionale

Flächennutzung

Die Nutzung urbaner Freiflächen als Regenrückhalt im Fall von Starkregen

leistet einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Überflutungsvorsorge.

Entscheidend für den Erfolg ist das Maß an Multifunktionalität. Hierfür braucht

es Kooperationsbereitschaft und Mut, ungewohnte Entscheidungen zu fällen.

Seit vielen Jahrzehnten bieten die

unterirdischen Kanalisationen unseren

Siedlungen und Städten einen

hohen, durch das technische Regelwerk

definierten „Entwässerungskomfort“. Die

schadensträchtigen Starkregenereignisse

der letzten Jahre belegen jedoch, dass

diesem Entwässerungsniveau funktionale

und wirtschaftliche Grenzen gesetzt sind.

Es gilt, sich verstärkt mit den Konsequenzen

wasserbezogener Naturgefahren

im urbanen Raum auseinanderzusetzen.

Dies insbesondere hinsichtlich der Anpassung

an die Folgen des Klimawandels und

den in diesem Kontext verfolgten städtebaulichen

Leitbildern (wassersensitive,

überflutungsresiliente Städte, blau-grüne

Infrastrukturen, Schwammstadtprinzip).

Doch wie lässt sich konkret auf kommunaler

Ebene eine Weichenstellung und

Handlungsperspektive hin zu mehr Resilienz

gegenüber Hochwasser und Starkregenüberflutungen

erzielen?

Es gilt zunächst, wie bereits seit 2007 für

Hochwasserereignisse mit der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

(HWRM-

RL, 2007/60/EG) praktiziert, auch für

den Starkregenfall „fernab der Gewässer“

ein ganzheitliches Risikomanagement zu

etablieren. Das Ziel ist, die jenseits des

Entwässerungsniveaus verbleibenden

und lokal erheblich variierenden Überflutungsrisiken

in den Siedlungsräumen auf

ein akzeptables Maß zu reduzieren. Die-

Foto: Kern

ser „kommunalen Gemeinschaftsaufgabe“

werden sich unsere Kommunen in den

nächsten Jahren verstärkt stellen müssen,

auf politischer Ebene, auf Verwaltungsebene,

auf fachplanerischer Ebene, bis hin

zur privaten Ebene durch Einbindung der

Bürger. Hinweise zum Starkregenrisikomanagement

wurden in den letzten Jahren

vielfach publiziert. Zahlreiche Kommunen

haben bereits, meist aufgrund eigener leidvoller

Erfahrung, diese Herausforderung

angenommen.

AUF HOCHWASSER VORBEREITET

Im Sinne einer kritischen Zwischenbilanz

ist jedoch erkennbar, dass das bisherige Risikomanagement

stark vorsorge orientiert

auf Risikominderung ausgerichtet ist und

noch zu wenig die Reduzierung der Schadenspotenziale

adressiert, das heißt die

möglichen Ausmaße und Ausprägungen

von Hochwasser- und Starkregenüberflutungen.

Denn gerade dieser Anspruch ist

mit dem Leitbild einer überflutungs- oder

hochwasserresilienten Stadt verbunden.

Resiliente Systeme zeichnet die Fähigkeit

aus, die schädlichen Einwirkungen

eines Schocks oder einer Störung abzumildern

oder gar sich anpassend zu verhalten,

indem sich das System während der

Regeneration neu ausrichtet und verbessert.

Dieses Thema wird derzeit in einer

Arbeitsgruppe der Deutschen Vereinigung

für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall

(DWA) behandelt. Im Ergebnis soll ein

Themenband erstellt werden, der einen

Beitrag zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge

leistet.

Von den möglichen Handlungsansätzen

zur Starkregenvorsorge erscheint im Hinblick

auf eine Resilienzverbesserung insbesondere

die multifunktionale Nutzung

urbaner Freiflächen vielversprechend –

öffentlicher Grünflächen, Verkehrsflächen,

Stadt-, Sport- und Spielplätzen. Sie werden

so ausgestaltet, dass sie bei Starkregen

vorübergehend Oberflächenwasser zwischenspeichern

können, das an anderer

Stelle Überflutungsschäden hervorrufen

könnte. In diesem Sinne lassen sich auch

bestehende Regenwasserbewirtschaftungsanlagen

funktional erweitern. Damit

kann ein wirkungsvoller Beitrag sowohl

zur kommunalen Überflutungsvorsorge

als auch zur wassersensitiven, resilienten

Ausrichtung des Siedlungsraums und seiner

Infrastruktur erreicht werden.

Die Idee solcher City Polder oder Pocket

Parks ist nicht neu und sie ist zudem konzeptionell

naheliegend. Denn es erscheint

unumgänglich, den nicht unterirdisch beherrschbaren

Starkregenabflüssen an solchen

Stellen urbanen Ausbreitungsraum

„anzubieten“, wo Schäden vergleichsweise

gering ausfallen oder gar vermieden werden

können. Die Vorteile und Synergien

einer multifunktionalen Flächennutzung

sind offensichtlich: Durch die Mehrfachbelegung

werden öffentliche Freiflächen

flächenschonend genutzt, insbesondere

bei Neuerschließungen. Daneben können

verschiedene Synergieeffekte wie lokale

Hitzeminderung, Verbesserung der Luftqualität,

städtebauliche oder ökologische

Flächenaufwertung genutzt werden.

Im Gegensatz beispielsweise zu den in

den Niederlanden seit Jahren bestehenden

Wasserplätzen (Water Pleins) mangelt es in

Deutschland bislang in der Breite noch an

Umsetzungsbeispielen. Die Gründe hierfür

liegen einerseits in der Komplexität der

Planungsmaßnahme, die interdisziplinär

von verschiedenen Kommunalressorts zu

tragen ist. Andererseits sind diverse offene

Fragen, Konflikte und Hemmnisse gesondert

zu prüfen. Das sind etwa Nutzungskonkurrenzen,

Anlagensicherheit, Zuständigkeiten

für Finanzierung, Unterhaltung

und Betrieb, stoffliche Flächenbelastung,

Barrierefreiheit und Betreiberhaftung.

UNGEWOHNTE ENTSCHEIDUNGEN

Das mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung

Umwelt (DBU) geförderte Forschungsvorhaben

MURIEL (Multifunktionale

Urbane Retentionsflächen) hat dazu

methodische Ansätze und Handlungsleitlinien

zur Planung und Gestaltung multifunktionaler

urbaner Retentionsräume erarbeitet

und als Arbeitshilfe zusammengefasst

(Download: https://bibliothek.dbu.

de > Suche: Muriel). Es konnte aufgezeigt

werden, dass sich die Hemmnisse in vielen

Fällen überwinden lassen, auch wenn

Detailfragen fallspezifisch zu klären sind.

Entscheidend für den Maßnahmenerfolg

ist das realisierte Maß an Multifunktionalität.

Hierfür braucht es jedoch Kooperationsbereitschaft,

eines gleichberechtigten

interdisziplinären Planungs- und Entscheidungsdialogs

und eines gewissen Mutes,

ungewohnte Entscheidungen zu fällen und

„sektorale Denkweisen“ aufzugeben.

Robert Jüpner / Christian Scheid

FACHLITERATUR

• Muriel: Multifunktionale urbane

Retentionsräume – von der Idee

zur Realisierung, Jan Benden u. a.,

Projektdokumentation Teil 1–3, (DBU-

Projekt, AZ 32223/01, 2015–2017)

• Starkregen und urbane Sturzfluten

– Praxisleitfaden zur Überflutungsvorsorge.

BWK-Fachinformation 1/2013,

Juli 2013, Stuttgart bzw. DWA-Themen

T1/2013, 2013, Hennef

• DWA-Merkblatt 553 „Hochwasserangepasstes

Planen und Bauen“, DWA,

Hennef, 2016

• Starkregen. Was können Kommunen

tun? Informations- und Beratungszentrum

Hochwasservorsorge Rheinland-

Pfalz, WBW Fortbildungsgesellschaft

für Gewässerentwicklung.

• Kommunal Agentur NRW (2015):

Praxis Leitfaden Hochwasser- und

Überflutungsschutz. Ansätze für eine

fachübergreifende Zusammenarbeit

innerhalb der Kommunalverwaltung

zum Hochwasserrisikomanagement,

Kommunal Agentur NRW., 2015,

online unter www.kommunalagenturnrw.de

• LAWA-Strategie für ein effektives

Starkregenrisikomanagement. Bund-

Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser

Kleingruppe Starkregen (LAWA-AH).

Erfurt, 2018

• Zukunftsaufgabe Multicodierung:

urbane Stadträume und Flächen für

die Regenwasserbewirtschaftung –

Herausforderungen, Stolpersteine und

Strategien. Vortrag von C. Becker beim

Symposium Storm Water Management

auf der Wasser Berlin am 26. April

2013

• Ökologischer Stadtumbau – planerische

Möglichkeiten und Perspektiven

einer naturnahen Gestaltung des

Wasserkreislaufes. In: Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung,

Friedhelm

Sieker (Hrsg.), Berlin, 1998 (Reihe

Stadtökologie Band 1)

der gemeinderat 6/19

49


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

DACHBEGRÜNUNG

Gründächer können in den Städten

der Zukunft eine Schlüsselrolle bei

der Schaffung neuer Lebensräume für

Mensch und Natur übernehmen. Begrünte

Dachflächen verwandeln brachliegende

Bereiche auf Bürogebäuden,

Tiefgaragen, Krankenhäusern oder auch

Schulen in qualitativ hochwertigen und

nicht selten dringend benötigten Raum

für Spiel, Sport, Gemeinschaft sowie

Freizeit und Erholung. Zudem beeinflussen

Dachbegrünungen die Temperaturen

und das Mikroklima in Städten positiv.

Denn die Pflanzen auf den Dächern

verdunsten große Teile des Wassers, das

sie aufnehmen, und kühlen ihr Umfeld

ab. Gründächer sind also natürliche

Klimaanlagen und zugleich Luftfilter der

Städte, indem sie Feinstaubpartikel aus

der Luft ziehen, Sauerstoff produzieren

und CO 2 speichern.

Auch das kommunale Regen- und

Abflusswassermanagement kann durch

die Begrünung von Dächern entlastet

werden. Ein Gründach kann große Mengen

an Regen zurückhalten und Wasser

nach und nach an die Kanalisation

abgeben.

Aber auch auf Ebene des Gebäudes

selbst kann Dachbegrünung viel

Positives leisten. So verbessert der aus

unterschiedlichen Schichten wie Drainageelementen,

Substraten und Vegetation

bestehende Aufbau eines Gründaches

sowohl die Wärmedämmung im Winter

als auch den Hitzeschutz im Sommer.

Im Pflegeaufwand unterscheidet sich

eine extensive Begrünung mit Moosen

oder Sedumgewächsen nur unwesentlich

von einem unbegrünten Dach.

Die Hersteller und Anbieter von Dachund

Bauwerksbegrünungssystemen

arbeiten stetig an der Weiterentwicklung

von Produkten, die eine ideale Wasserund

Nährstoffversorgung unterschiedlichster

Bepflanzungen ermöglichen. Der

Systemanbieter Optigrün zum Beispiel

begrünt gemeinsam mit rund 120 Partnerunternehmen

jährlich weltweit über

2,7 Millionen Quadratmeter Dachfläche.

Den ganzen Beitrag finden Sie auf

www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Umwelt & Verkehr

Hermann-Meyer-Siedlung in Solingen: Über oberflächliche Rinnen und Mulden wird das von den

Dächern abgeleitete Regenwasser versickert.

Schwammstadt

Natürlicher Kreislauf

Der Umgang mit Regenwasser spielt in der kommunalen Klimaanpassung eine

zentrale Rolle. Das Konzept der Schwammstadt orientiert sich am natürlichen

Wasserhaushalt und zielt darauf ab, Niederschläge möglichst vor Ort zu versickern.

Bereits kleine Maßnahmen können zur Starkregenvorsorge beitragen.

Das häufigere Auftreten extremer

Regenfälle und Trockenperioden

ist laut Experten eine Folge des

Klimawandels. Weltweit gibt es vermehrt

Ansätze einer sogenannten Schwammstadt,

die einen nachhaltigen Umgang

mit Niederschlagswasser aufzeigen. Eine

Rückbesinnung zu einem natürlicheren

Wasserhaushalt in der Stadt bedeutet,

dass vermehrt Wasser in der Fläche oder in

Speichern zurückgehalten wird, um es zu

nutzen, zu versickern oder zu verdunsten.

Das Konzept der Schwammstadt ist

vornehmlich für eine langfristige und

übergeordnete Stadtplanung relevant, da

die Maßnahmen in der Regel öffentliche

Flächen betreffen. Doch auch im kleineren

Rahmen sind entsprechende Maßnahmen

sinnvoll. Besonders im Hinblick auf die

Klimafolgenanpassung wird dieses Prinzip

immer wichtiger werden.

Der Begriff Schwammstadt bezieht

sich meist auf Quartiere, die Regenwasser

nach dem Vorbild des natürlichen Wasserhaushalts

bewirtschaften. Statt Wasser

wie konventionell üblich auf schnellstem

Wege abzuleiten, gilt es hier das Wasser

im Quartier zu halten und zu nutzen.

Während bei unversiegelten Flächen der

größte Anteil verdunstet oder versickert,

überwiegt bei versiegelten Flächen der

oberflächliche Abfluss.

Um das Wasser wie in einem Schwamm

zurückzuhalten, sind verschiedene Maßnahmen

und -kombinationen zu nutzen:

• Retention: Wasserrückhaltung in Mulden,

Gräben, Speicherbecken (bei an-

50 der gemeinderat 6/19

Foto: Beck

schließender Nutzung) oder auf dem

Dach (Grün- und Blaudächer)

• Verdunstung: Schaffung von Grünflächen

und Bewuchs (Flächenentsiegelung,

Dach- und Fassadenbegrünung)

• Versickerung: Schaffung von Sickerflächen

oder flächigen Sickeranlagen

Der weitergehende Rückhalt von größeren

Wassermengen bei Starkregen zum

Beispiel auf multifunktional genutzten

Flächen oder in Retentionsboxen unter

Gründächern trägt zusätzlich zum Überflutungsschutz

zur Reduzierung des Spitzenabflusses

im öffentlichen Kanal bei.

Besonders in der Anpassung bestehender

Quartiere kommt es nicht auf eine

100-prozentige Lösung an. Jeder Schritt

zur Verdunstungs- und Versickerungssteigerung

und der Vermeidung von Flächenversiegelung

trägt zur Klimaanpassung

bei. Klare wirtschaftliche Unterschiede

herrschen sicherlich in der Umsetzung im

Neubau und im Bestand. Dazu werden im

Folgenden zwei Beispiele vorgestellt.

MOBILE

Bleiben Sie agil,

arbeiten Sie mobil.

MOBILE DOKUMENTATION

Navigieren, selektieren und editieren: Einfacher gehtʼs nicht.

Mit BaSYS MOBILE dokumentieren Sie den aktuellen Status

Ihrer Infrastrukturobjekte – angefangen bei der Bestands- und

Zustandsdokumentation über die Betriebsführung bis hin zu

durchgeführten Sanierungsmaßnahmen. Die reibungslose Synchronisierung

mit Ihrem Arbeitsplatz im Büro gewährleistet

einen lückenlosen Datenfluss.

www.barthauer.de

DUISBURG

Die neu geplante Quartierentwicklung

„Sechs-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“

auf einer ehemaligen Bahnbrache im

Südosten von Duisburg grenzt an das Naherholungsgebiet

Sechs Seen. Die Regenentwässerung

soll Wasser wieder erlebbar

machen und trägt mit Abflussreduzierungen

und Versickerungsanlagen zu einem

ausgeglichenen Wasserhaushalt bei. Umgesetzt

werden offene Wasserführungen in

Mulden und auf der Straße, Wasserplätze

als Retention und zur Versickerung sowie

Grün- und Retentionsdächer. Dennoch

abzuleitendes Regenwasser wird in die

angrenzenden Seen geführt. Das System

funktioniert abgestuft von der Ableitung in

Rinnen bei häufigen Regen bis hin zur Nutzung

des kompletten Straßenquerschnittes

bei Starkregen.

SOLINGEN

Die Hermann-Meyer-Siedlung in Solingen

wurde in den 1930er-Jahren im Quellbereich

eines Gewässers erbaut. Die Bebauung

besteht aus meist zweigeschossigen,

freistehenden Häusern, umgeben von gro-

ßen Grünflächen. Die komplette Siedung

ist von der Regenwasserkanalisation abgekoppelt.

Das anfallende Dachwasser wird durch

offene Gräben über die Grünflächen und

einen zentralen Graben im Straßenbegleitgrün

Richtung Gewässer geleitet. Insgesamt

verfügt die Siedlung aufgrund der

Grünflächen und Mulden über eine gute

Rückhaltewirkung. Die Maßnahme soll

das Wasser zurück an die Oberfläche holen

und dient zum einen der Entlastung

des Mischwasserkanals, zum anderen der

Niedrigwasseraufhöhung und der Qualitätsverbesserung

des Gewässers.


Maren Hellmig

DIE AUTORIN

Maren Hellmig ist Projektleiterin im Ingenieurbüro

Reinhard Beck in

Wuppertal (hellmig@ibbeck.de)

Grüne

Grüne

Lärmschutzwand

Lärmschutzwand

mit hoher Aufenthaltsqualitiät

mit hoher Aufenthaltsqualitiät

Die Bepflanzung der hochabsorbierenden LSW ‘Helix ®

Die Elementa’ Bepflanzung wirkt positiv der hochabsorbierenden gegen Feinstaub, COLSW ‘Helix ®

2

und Hitzeinseln.

Elementa’ So entstehen wirkt wertige positiv Quartiere gegen Feinstaub, mit hoher COAufenthaltsqualität.

2

und Hitzeinseln.

So entstehen wertige Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität.

Kreative Ideen zu Regenwassermanagement

Kreative und Finanzierung Ideen zu haben Regenwassermanagement

wir auch.

und Finanzierung haben wir auch.

Helix Pflanzensysteme GmbH

Helix Martin Pflanzensysteme Bahsitta | 07154 GmbH 8016-241

Martin m.bahsitta@helix-pflanzen.de

Bahsitta | 07154 8016-241

m.bahsitta@helix-pflanzen.de

www.helix-pflanzensysteme.de

www.helix-pflanzensysteme.de


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

GRÜNFLÄCHEN AKTIVIEREN

Die Städte in vielen Regionen Deutschlands

werden dichter. Sie wachsen nicht

nur nach innen, sondern auch wieder

an den Rändern. Für die Randzonen

liegen meist keine Konzepte vor, wie

Stadt und Landschaft gleichzeitig

entwickelt werden sollen. Neue Flächen

für die Bebauung werden daher selten

aus Sicht der Landschaftsentwicklung

ausgewählt, sondern eher aus pragmatischen

Gründen wie Flächenverfügbarkeit

und Erschließung. Eine auch

an naturräumlichen Strukturen, an

langfristigen Freiraumsystemen und

Wegenetzen orientierte Entwicklung von

Stadt und Landschaft bleibt da häufig

auf der Strecke. Wenn die Städte an

den Rändern wieder wachsen, dann

sollten Freiflächenkonzepte eine Grundlage

sein.

Das Grün der Stadt ist vergleichbar einer

„eierlegenden Wollmilchsau“, einem

Multitalent, in dem Soziales, Gesundheit,

Ökologie, Klimaanpassung und

Baukultur zusammenkommen. Die Grünflächen

müssen als mehrdimensionaler

und multicodierter Raum verstanden

werden, der die vielfältigen Interessenlagen

und Ansprüche aufnimmt und überlagert.

Hierfür bedarf es guter Konzepte

und vor allem auch einer Verständigung

über die Vorgehensweisen.

Lesen Sie den ganzen Beitrag „Grünflächen

aktivieren“ von Landschaftsarchitekt

Carlo W. Becker auf unserem

Portal www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Planen & Bauen.

52

Interview

„Riesiges Potenzial“

Fassaden- und Dachbegrünungen tragen zur Entwicklung lebenswerter Städte

bei. Die Pflanzen wirken temperaturausgleichend und halten Regenwasser

zurück. Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands Gebäudegrün (BuGG),

erläutert die Möglichkeiten der Kommunen in Neubau und Bestand.

Herr Mann, blühende Fassaden und Dachgärten

sind gewiss schön anzusehen. Worin

besteht darüber hinaus ihre ökologische

Funktion in verdichteten Innenstädten?

Mann: Gebäudebegrünungen vereinen

eine Vielzahl an positiven Wirkungen.

Sie schützen die Dachabdichtung und Fassade

vor Extremtemperaturen, UV-Strahlung,

Sturm und Hagel. Dachbegrünung

dient der Überflutungsvorsorge durch

Regenwasserrückhalt und Minderung der

Abflussspitzen. Das entlastet die Kanalisation.

Die Verdunstung des zurückgehaltenen

Wassers kühlt und befeuchtet die

Umgebung und verbessert somit das Stadtklima.

Weitere Wirkungen sind die Minderung

von Feinstaub und Lärm. Durch

begehbare Dachgärten entstehen zusätzliche

Flächen im Grünen, eventuell sogar

mit Sport- und Spieleinrichtungen. Zudem

schaffen Gebäudebegrünungen neue

Lebensräume für Tiere.

Welches Potenzial zur Begrünung

von Dächern und Fassaden

sehen Sie in den Städten?

„Durch begehbare

Dachgärten entstehen

zusätzliche Flächen

im Grünen“

Gunter Mann

Mann: Das Potenzial ist riesig! Und es sind

vor allem Flächen, die schon vorhanden

sind. Nachverdichtung und Versiegelung

und dennoch lebenswerte Städte lassen

sich nur mit Stadtgrün umsetzen. Und

beim Stadtgrün stehen Dach-, Fassadenund

auch Innenraumbegrünungen an

oberer Stelle. Zudem weitere Bauwerksbegrünungen

wie zum Beispiel Lärmschutzwände

und Gleisbettbegrünungen.

Verschiedene Städte haben sogenannte

Inventarisierungen und Potenzialanalysen

ihrer Dachflächen hinsichtlich Dachbegrünungen

durchgeführt. Dabei hat sich unter

anderem gezeigt, dass es enorm viele

potenziell begrünbare Dachflächen gibt.

Derzeit werden nur etwa zehn bis 20 Prozent

der jährlich neu hinzukommenden

Flachdächer auch begrünt.

Welche Möglichkeiten haben die

Kommunen, den Zuwachs von

Grün an Wänden und auf

Dächern zu fördern?

Mann: Über direkte und indirekte

Förderungen. Bei

den direkten Förderungen

gibt es finanzielle

Foto: BuGG

Zuschüsse an den Bauherren, wenn er

bestimmte, von der Stadt festgelegte Kriterien,

erfüllt. Indirekt gefördert werden

Dachbegrünungen bei gesplitteten Abwassersatzungen,

bei denen es bei der Niederschlagswassergebühr

einen Nachlass

gibt, wenn das Dach begrünt ist. Eine Art

von Förderung liegt auch vor, wenn Dachbegrünungen

etwa in Bebauungsplänen

oder Gründachsatzungen festgelegt und

gefordert werden. Der Bundesverband Gebäudegrün

führt momentan eine Umfrage

durch, ob und wie die Städte begrünte Dächer

und Fassaden fördern.

Eignen sich vorzugsweise Neubauten zur

Begrünung oder gibt es auch Lösungen für

Bestandsgebäude?

Mann: Neubauten sind einfacher zu begrünen,

weil schon in der Planungsphase auf

die Knackpunkte geachtet werden kann.

Das sind Statik, Wurzelschutz, Attikahöhe,

Zugang, Absturzsicherung, Wasseranschluss.

Bei Fassadenbegrünungen sind

Wandkonstruktion und -beschaffenheit,

Zugang und Wasseranschluss zu beachten.

Doch es lassen sich auch Bestandsgebäude

begrünen, wenn die vorgenannten

Punkte aufgearbeitet werden. Es ist also

meist ein gewisser Mehraufwand zu betreiben.

Die Begrünungssysteme sind in

der Regel gleichermaßen für Neubau und

Bestandsbau geeignet.

Geeignete Pflanzen auszusuchen, erfordert

Fachwissen. Ist dieses in den kommunalen

Gartenbauämtern vorhanden?

Mann: Wenn es noch ein Gartenbauamt

gibt, ist das Wissen oft vorhanden. Allgemein

aber fehlt Fachpersonal und die

Lebendige Seen?

Die Seen der Welt

brauchen eine

Zukunft –

unsere Projekte

helfen dabei.

Helfen Sie mit!

zuständigen städtischen Ämter sind in der

Regel überfordert. Wir als Bundesverband

versuchen zu unterstützen und bieten eine

große Palette an Dienst- und Serviceleistungen

für Städte an, um diese zu entlasten.

Zudem führen wir in Kooperation mit

Städten jährlich zwei Veranstaltungsreihen

durch, das Gründachforum und das Fassadengrünforum

für Planer und Bauherren.

Bei diesen Halbtagesseminaren zeigen

Fachleute der Gründach- und Fassadengrünbranche

den Stand der Technik. Am

11. und 12. September findet erstmals und

nur für Kommunalvertreter der „Städtedialog

Gebäudegrün“ in Berlin statt.

Der Bund unterstützt eine Reihe von kommunalen

Entwicklungsmaßnahmen. Zählt

die Begrünung von Fassaden und Dächern

öffentlicher Gebäude im Rahmen der Klimafolgenanpassung

dazu?

Mann: Mit dem „Weißbuch Stadtgrün“, das

im Mai 2017 veröffentlicht wurde, und in

dem es das Kapitel „Bauwerksbegrünung“

gibt, hat der Bund verdeutlicht, dass ihm

Stadtgrün wichtig ist. Das Bundesbauministerium

startete 2017 das neue Bund-

Länder-Programm der Städtebauförderung

„Zukunft Stadtgrün“ und stellt dafür 50

Millionen Euro (Verpflichtungsrahmen)

zur Verfügung. Die Bundesfinanzhilfen

werden den Ländern und Kommunen für

Maßnahmen zur Verbesserung der urbanen

grünen Infrastruktur bereitgestellt. Sie

können für städtebauliche Maßnahmen

eingesetzt werden, die der Anlage, Sanierung

beziehungsweise Qualifizierung und

Vernetzung öffentlich zugänglicher Grünund

Freiflächen im Rahmen der baulichen

Erhaltung und Entwicklung von Quartieren

als lebenswerte und gesunde Orte dienen.

Interview: Jörg Benzing

Ihre Spende für

Living Lakes.

www.globalnature.org • info@globalnature.org • Tel. 07732-9995-85

Freely/fotolia.com

Beratung

Planung

Projektsteuerung

Gewässerbiologie

Siedlungswasserwirtschaft

GEBÄUDEGRÜN

Der Bundesverband Gebäudegrün

(www.gebaeudegruen.info) beginnt in

diesem Jahr den „BuGG-Städtedialog

Gebäudegrün“. Die Auftaktveranstaltung

am 11. und 12. September in Berlin

soll Basisinformation vermitteln. Zudem

will der Verband die Interessenlage für

die weiteren derartigen Veranstaltungen

und den geplanten Gebäudegrün-

Weltkongress 2020 erkunden. Im Mittelpunkt

der Veranstaltungsreihe steht der

Erfahrungsaustausch von Fachleuten

der Fassaden- und Dachbegrünung

mit Städten. Das Programm ist eine

Mischung aus Vorträgen und Workshops.

ZUR PERSON

Dr. Gunter Mann ist Präsident des Bundesverbands

Gebäudegrün (BuGG) mit

Sitz in Berlin (gunter.mann@bugg.de)

Kocherstraße 27

42369 Wuppertal

Tel.: 0202 24678-0

Fax: 0202 24678-44

info@ibbeck.de

www.ibbeck.de

Hydrologie

Hochwasserschutz

Gewässerentwicklung

Fließwegmodelle

Risiko- & Gefährdungsanalysen


Umwelt & Verkehr

Abwasserentsorgung

Umwelt & Verkehr

Mikrokunststoff

Plastikpartikel bereiten Probleme

Mikroplastik aus Kosmetik und Haushalt gelangt auch über das Abwasser in

die Fließgewässer. Die kommunalen Kläranlagen können einen Großteil der

Kunststoffpartikel zurückhalten. Gleichwohl sind weitere Anstrengungen erforderlich,

um den Umweltschutz zu verbessern.

Ziel der Abwasserbehandlung ist die

Reduzierung der Schmutzfrachten

im Abwasser mittels mechanischen,

biologischen und chemischen

Behandlungsverfahren. Negative ökologische

Auswirkungen auf die als Vorfluter

genutzten Binnengewässer zum Beispiel

durch Eutrophierung (Anreicherung von

Nährstoffen) werden mit der Abwasserbehandlung

vermieden beziehungsweise

deutlich reduziert.

Seit einigen Jahren sind über die konventionelle

Abwasserbehandlung hinaus

weitergehende Anforderungen hinzugekommen,

wie beispielsweise die Reduzierung

von Mikroschadstoffen im Abwasser

mittels vierter Reinigungsstufe. Oft im

Rahmen der Mikroschadstoffe diskutiert,

aber eigentlich ein ganz eigenständiges

Thema, ist die Rolle der Siedlungsentwässerung

und der Abwasserbehandlung für

den Eintrag von Kunststoffen in die aquatischen

Ökosysteme. Zunehmend richtet

sich der politische und wissenschaftliche

Fokus auf den Eintrag in Fließgewässer

und auf die immer kleineren Partikel, die

als sekundäre Mikrokunststoffe aus der

Fragmentierung der Kunststoffprodukte

entstehen oder zum Teil als primäre Mikrokunststoffe

direkt in dieser Größenordnung

produziert und eingesetzt werden.

Unter Mikrokunststoffen (Mikroplastik)

versteht man hierbei in der Regel Partikel

kleiner fünf Millimeter.

Bei der Betrachtung der Relevanz der

Entwässerungssysteme für den Eintrag von

Kunststoffen in Fließgewässer und letztlich

in die Meere und Ozeane sind zwei

wesentliche Aspekte zu beachten. Zum

einen werden kunststoffhaltige Produkte

und Verpackungen über verschiedenste

Anwendungen im Haushalt mit dem

Schmutzwasser entsorgt und bilden damit

eine eigenständige, direkt abwasserbezogene

Quelle. Hierzu zählen Einträge über

das Grauwasser (fäkalienfreies Abwasser),

zum Beispiel Fragmente von Obstnetzen,

Kleidungsfasern und -applikationen, primäre

Mikrokunststoffe in Reinigungs- und

Kosmetikprodukten sowie Einträge über

das Schwarzwasser (Abwasser aus Toilet-

Nachklärbecken: Kommunale Kläranlagen

halten Mikro- und Makrokunststoffe

im Regelfall zwar weitgehend zurück,

sind aber zum Beispiel bei Extremniederschlägen

mitunter überlastet.

Foto: Werner/Adobe Stock

ten), zum Beispiel Damen-Hygieneartikel,

Feuchttücher oder Wattestäbchen.

Zum anderen gelangt Kunststoff meist

landbasiert in die Umwelt, also etwa in

Form von Littering an Stränden, auf Straßen,

Plätzen oder sonstigen Flächen. Das

Einzugsgebiet für den Eintrag in die aquatischen

Ökosysteme ist hier der entscheidende

Faktor.

Bei den Fließgewässern ist zunächst das

Einzugsgebiet in der Regel auf einen engen

Raum der Gewässerrandstreifen um die

Uferbereiche begrenzt. Der Eintrag erfolgt

hier über Verwehungen und Einschwemmungen.

Flächenbezogen wird dieses jedoch

deutlich erweitert, betrachtet man die

Einleitungen aus Entwässerungssystemen

in die Fließgewässer als Vorfluter. Die Siedlungsstrukturen

in den deutschen Städten

und Gemeinden sind weitestgehend an

Trenn- oder Mischkanalisationen angeschlossen.

Verdeutlicht man sich dieses

Bild hinsichtlich der Flächenabdeckung

für das gesamte Bundesgebiet, zeigt sich

das Potenzial von Entwässerungssystemen

für den Eintrag von landbasierten Kunststoffen

über die Niederschlagserfassung.

Was passiert mit Makro- und Mikrokunststoffen

in den kommunalen Kläranlagen?

Erste Untersuchungen in den Abläufen

zeigen sehr hohe Rückhaltegrade von

meist über 97 Prozent für Kunststoffpartikel

größer ein Millimeter sowohl massenals

auch stückzahlbezogen. Der Großteil

der Kunststoffe gelangt allerdings in den

Klärschlamm (Mikrokunststoffe 1–5 mm)

oder in das Rechengut (Makrokunststoffe).

Werden diese Stoffströme landwirtschaftlich

verwertet oder deponiert, ergeben

sich damit dennoch Expositionen in die

Umwelt. Ausschließlich die thermische

Verwertung der Stoffströme garantiert eine

sichere Entsorgung der Kunststofffrachten.

MISCH- UND TRENNKANALISATION

Für Mikrokunststoffe kleiner ein Millimeter

sind ebenfalls erste Daten über den

Rückhalt in kommunalen Kläranlagen

aus dem Projekt „MiKaMi“ bekannt. Hier

zeigten sich massenbezogene Reduktionen

von 99 Prozent im Ablauf der Nachklärung

und 99,99 Prozent im Ablauf der Schlussfiltration

mit einem Sandfilter gegenüber

dem Zulauf bei einer unteren Partikelgrenze

von 20 Mikrometer.

Im Förderschwerpunkt „Plastik in der

Umwelt“ des Bundesforschungsminsietriums

(BMBF) werden hierzu in zahlreichen

Projekten umfangreiche Untersuchungen

durchgeführt. Mit ersten Ergebnissen ist

in diesem Jahr zu rechnen. Es ist sehr

wahrscheinlich, dass mit den laufenden

Forschungsvorhaben ein weitgehender

Rückhalt von Makro- und Mikrokunststoffen

in kommunalen Kläranlagen bestätigt

wird. Sie stellen damit eine wichtige Senke

in den Entwässerungssystemen dar.

Aber ist damit das Problem keinesfalls

gelöst. Zwar wird der Großteil des Abwassers

den kommunalen Kläranlagen

zugeführt, dennoch wird insbesondere

bei Mischkanalisationen ein Teil der Kunststofffrachten

über Entlastungen der Entlastungsbauwerke

in die Vorfluter eingeleitet.

Besonders bei den Niederschlagseinleitungen

gehen sowohl der Eintrag als auch die

Entlastung mit Starkniederschlägen einher

und werden so einer Behandlung in den

Kläranlagen entzogen.

Bei Trennkanalisationen existieren in

den meisten Fällen keinerlei (für Kunststoffe

wirksame) Rückhaltemaßnahmen

in den Niederschlagskanälen. In beiden

Fällen bedarf es künftiger Anstrengungen

zur Entwicklung technischer Rückhaltemaßnahmen.

Marco Breitbarth

INNOVATIVE KLÄRVERFAHREN

Kommunalen Kläranlagen gelingt es mit

den derzeitigen drei Reinigungsstufen

nicht oder nur teilweise, Spurenstoffe

und Mikroplastikpartikel aus dem

Abwasser zu entfernen. Auf Kläranlagen

mit der vierten Reinigungsstufe ist der

Reinigungsprozess bis dato mit hohen

technischen, energetischen und finanziellen

Aufwänden verbunden. Im Projekt

„Wasser 3.0“ (www.wasserdreinull.

de) forschen Wissenschaftler und Unternehmen

aus den Bereichen Chemie

und Anlagenbau an „Lösungen mit dem

Ziel, null Schadstoffe im Wasser zu

hinterlassen“. Kern des Konzepts sind

anorganisch-organische Hybridkieselgele

auf der Basis von Siliziumdioxid.

DER AUTOR

Dr.-Ing. Marco Breitbarth ist wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Forschungsinstitut

für Wasser- und Abfallwirtschaft

an der RWTH Aachen (FiW)

(breitbarth@fiw.rwth-aachen.de)

55


Abwasserentsorgung

Umwelt & Verkehr

Ingenieur: Die BIM-gestützte Arbeitsweise ändert die Abläufe in Planung und Bau grundlegend. Dies gilt auch für Wasserwirtschaft und Kanalbau.

ONLINE

Den kompletten Beitrag finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Umwelt & Verkehr

DER AUTOR

Michael Hippe ist Geschäftsführer des

Franz Fischer Ingenieurbüros in Erftstadt

(michael.hippe@fischer-teamplan.de)

Planung

Digitale Instrumente

Die Einführung des Building Information Modeling ist mit hohen Erwartungen an

mehr Transparenz und Effizienz verbunden. Dieser zweiteilige Beitrag schildert

die sich durch die BIM-Methode ergebenden Veränderungen und beleuchtet den

Stand der Entwicklung in der Wasserwirtschaft und der Kanalsanierung.

Die Bauwirtschaft räumt derzeit der

Digitalisierung das größte wirtschaftliche

Potenzial ein. Dies

reicht von der integrierten Modellierung

über unbemannte Baumaschinen bis hin

zum ferngesteuerten Betrieb. Auch bei der

vertraglichen Abwicklung werden die Weichen

für die Digitalisierung gestellt. Nach

dem digitalen Vergabeverfahren kommt

nun auch die elektronische Rechnung.

Hierfür werden derzeit in Bund und Ländern

die rechtlichen Voraussetzungen auf

der Grundlage der Europäischen Richtlinie

2014/55/EU (16.4.2014) über die elektronische

Rechnungsstellung bei öffentlichen

Aufträgen (E-Rechnungs-RL) geschaffen.

In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel

müssen nach dem E-Government-Gesetz

ab 1. April 2020 öffentliche Auftraggeber

grundsätzlich elektronische Rechnungen

empfangen und verarbeiten. In Deutschland

stehen mit „XRechnung“ und „ZUG-

FeRD“ (Zentraler User Guide des Forums

elektronischer Rechnung) zwei erprobte

Formate zur Verfügung.

Vor allem steht die neue Methode des

Building Information Modeling (BIM) im

Blickpunkt, mit der nach Darstellung des

Bundesministeriums für Verkehr und digitale

Infrastruktur (BMVI) „auf der Grundlage

digitaler Modelle eines Bauwerks die

für seinen Lebenszyklus relevanten Informationen

und Daten konsistent erfasst,

verwaltet und in einer transparenten Kom-

Foto: Goodluz/Adobe Stock

munikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht

oder für die weitere Bearbeitung

übergeben werden“. Für den Infrastrukturbau

sieht ein Dreistufenplan des BMVI die

verbindliche Einführung von BIM für alle

neuen Projekte im Zuständigkeitsbereich

bis 2020 vor.

In Deutschland beschäftigen sich verschiedene

Fachgremien mit der Einführung

und Weiterentwicklung des Building

Information Modeling. Die Regelwerksarbeit

wird derzeit insbesondere vom VDI

vorangetrieben. In der Wasserwirtschaft

sind derzeit drei Gremien aktiv: VSB-

Fachausschuss BIM in der Kanalsanierung,

RBV/GSTT-Arbeitsgruppe BIM, DWA-Arbeitsgruppe

BIM (in Gründung als Nachfolge

der Ad-hoc-AG WI 00.5).

Die BIM-gestützte Arbeitsweise ändert

die Abläufe in Planung und Bau grundlegend.

Eine wesentliche Änderung besteht

darin, dass bereits in den frühen

Leistungsphasen wesentliche Grundlagen

und Arbeiten wie zum Beispiel der Modellaufbau

erforderlich sind. Dies ist in

den derzeitigen Honorierungsregelungen

nicht abgebildet. Darüber hinaus ist die

Verzahnung zwischen den am Bau Beteiligten

sehr hoch und führt zu starken

zeitlichen Abhängigkeiten. Der frühzeitigen

Definition der Informationsanforderungen

einschließlich Umfang, Detaillierungsgrad

und Zeitpunkt kommt auch

vor diesem Hintergrund eine besondere

Bedeutung zu.

Die Arbeitsweise nach BIM ist auch mit

technologischen Anforderungen verbunden.

Das betrifft vor allem die Informationsstrukturen,

den verlustfreien Datenaustausch,

Spezialsoftware, leistungsfähige

Hardware (Rechenleistung, Breitband)

und Cybersicherheit. Hier besteht erheblicher

Entwicklungsbedarf. So werden

selbst in den führenden Programmen und

in der Schnittstellendefinition besondere

wasserwirtschaftliche Anforderungen wie

gekrümmte Rohre nicht oder nur rudimentär

abgedeckt. Ebenso sind Konstruktionselemente

bisher kaum verfügbar und auch

nicht definiert. Ein gutes Vorbild könnte

der Objektkatalog Straßenwesen (OKS-

TRA) sein.

Umfangreiche Änderungen ergeben sich

auch für Akteure im Bauprozess: Umstellung

auf 3D-Planung, datenbankbasierte

Bearbeitung, Verschiebung der Tätigkeitsbereiche,

neue Rollen und Berufsbilder (z.

B. BIM-Koordinator). Die integrale Arbeitsweise

bedingt ein hohes Maß an Kooperation

zwischen allen am Bau Beteiligten.

Durch die hohe Transparenz ist außerdem

ein sachgerechter und nicht stigmatisierender

Umgang mit Fehlern erforderlich.

Im Bereich der Kanalsanierung ist die

Grundlagenarbeit bereits weit fortgeschritten.

Grund hierfür ist, dass die Voraussetzungen

vergleichsweise günstig sind: Seit

Langem schon kommen Kanalinformationssysteme

zum Einsatz, die das Kanalnetz

dreidimensional abbilden und in bidirektionaler

Kopplung mit den Sachdaten

verwalten. Darüber hinaus erfolgt die Planung

und Umsetzung der Kanalsanierung

zumindest in den Hauptpositionen schon

heute objektbezogen.

ANBINDUNG AN DAS XML-FORMAT

Das wesentliche Handlungsfeld liegt in

der Herstellung von Durchgängigkeit und

Konsistenz, von der Planung über die

Ausführung bis zum Betrieb. Mit diesem

Thema hat sich eingehend der Fachausschuss

BIM in der Kanalsanierung im Verband

Zertifizierter Sanierungsberater für

Entwässerungssysteme (VSB) beschäftigt.

Drei wesentliche Aspekte waren zu bearbeiten:

Datenmodell, Schnittstellen und

Informationsanforderung/Ablaufplanung.

Das herausgearbeitete Datenmodell

und die Schnittstelle bauen auf dem derzeit

im Einsatz befindlichen XML-Format

auf. Durch die Anbindung an das in der

Kanalsanierung gängige XML-Format kann

der Einsatz bereits heute ohne maßgeblichen

Entwicklungsaufwand erfolgen. Darüber

hinaus werden die im Fachausschuss

beteiligten Programmentwickler entsprechende

Hilfsmittel zur Verfügung stellen.

Die notwendigen Informationen, Anforderungen

und Abläufe sind in einem Muster-BIM-Ablaufplan

(BAP) dargestellt. Dieses

Muster kann gleichzeitig als Grundlage

für die Auftraggeber-Informationsanforderungen

(AIA) verwendet werden. Hier

werden unter anderem Umfang, Zeitpunkt

und Detaillierungsgrad der Informationen

für die Kanalsanierung festgelegt. Der Detaillierungsgrad

wird in Bezug auf die fünf

Level of Detail (LOD) ausgewiesen.

Die Organisationsstruktur gestaltet sich

bei der Kanalsanierung vergleichsweise

einfach. Aufgrund der geringen Projektgröße

wird der BIM-Koordinator dabei

voraussichtlich regelmäßig durch einen

Projektbeteiligten, wie zum Beispiel das

Ingenieurbüro, gestellt. Michael Hippe

KANALBAU

Bei Bau und Sanierung der Abwassernetze

hat das Thema Qualität herausragende

Bedeutung, da entsprechende

Investitionen üblicherweise auf eine

sehr lange Nutzungsdauer ausgelegt

sind. Auftraggebern und Netzbetreibern

ist bewusst, dass von einer fachgerechten

Ausführung nicht nur die Umwelt,

sondern auch Stadtkasse und Bürger

profitieren. Dies gilt insbesondere bei

mittel- bis langfristiger Betrachtung der

Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsaspekte.

Was dieses Qualitätsmanagement in

der Praxis bedeutet, zeigt eine Kanalsanierungsmaßnahme

im bayerischen

Markt Türkheim. Bei der Ausschreibung

von Kanalbaumaßnahmen werden

dort ausschließlich Unternehmen berücksichtigt,

die über die notwendigen

Qualifikationsnachweise verfügen. Den

Auftrag für die Ausführung des sechsten

Bauabschnittes (BA) der Kanalsanierungsmaßnahme

2019 hat die Diringer

& Scheidel Rohrsanierung (Niederlassung

München) erhalten.

Zur Qualitätskontrolle nutzen die für das

Kanalnetz Verantwortlichen in Türkheim

die Instrumente der Gütesicherung

Kanalbau RAL-GZ 961 (www.kanalbau.

com). Dabei handelt es sich um ein

von Auftraggebern und Auftragnehmern

eingeführtes System zur Prüfung der

fachlichen Eignung von ausführenden

Unternehmen und ausschreibenden und

bauüberwachenden Stellen.

Im Rahmen des sechsten Bauabschnitts

der Kanalsanierung in Türkheim werden

insgesamt 31 Haltungen (Kanalabschnitte)

mit einer Länge von rund

1200 Metern und Nennweiten von DN

250, DN 300, DN 350 und DN 400 mit

einem Schlauchliner ausgekleidet. Hierbei

kommt das „CityLiner“-Verfahren des

Unternehmens zum Einsatz, bei dem

ein beschichteter flexibler Nadelfilzschlauch

vor Ort in einer automatischen

Dosier- und Mischanlage mit Epoxidharz

getränkt, kontrolliert kalibriert und dann

mit Wasserdruck im Inversionsverfahren

in die vorbereitete Haltung eingebracht

und mit Warmwasser ausgehärtet wird.

56 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

57


TOP Stellenmarkt

TOP Stellenmarkt

Job

Interview

Referentin: In beruflichen Fortbildungsseminaren können Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sich mit Fachkollegen austauschen und neue Ideen

für die tägliche Arbeit entwickeln.

Foto: Fizkes/Adobe Stock

Effizienzsteigerung bei wahrscheinlich

schrumpfendem Personalschlüssel werden

die Folge sein. Gleichzeitig verlangt

die Digitalisierung eine höhere Flexibilität

aller Beteiligten. Dies erfordert auch ein

Umdenken in Bezug auf die Organisationskultur,

traditionelle Führungsrollen, die

Personalorganisation und die Kommunikationsstruktur.

Hier werden Teams gefragt

sein, die kreativ denken und auch ungewöhnliche

Lösungswege suchen. Ich bin

überzeugt davon, dass dadurch die Verwaltung

gerade auch für die sogenannte

Generation Z attraktiv wird. Das sind die

zwischen 1994 und 2010 Geborenen, die

die Digitalisierung des Alltags bereits komplett

in ihr Leben integriert hat.

Resultiert aus diesem Wandel heraus eine

verstärkte Nachfrage nach Ihren Weiterbildungen

mit IT-Schwerpunkt?

Urbich: Natürlich haben wir uns dem E-

Trend in unseren Angeboten gestellt.

Erstmals bieten wir zum Beispiel in diesem

Jahr im August einen E-Fachtag in

Berlin an. Aber von einer Sache sind wir

doch selbst überrascht. Wir haben damit

gerechnet, dass das Interesse an traditionellen

Themen der IT-Fortbildung, den

klassischen Office-Seminaren, abflacht.

Aber das Gegenteil ist der Fall.

Die Kommunen stehen vor einem Generationenwechsel.

Können fehlende Ressourcen

durch zusätzliche Qualifizierungen des

Stammpersonals aufgefangen werden?

Urbich: Sicherlich ist die Qualifizierung

des Stammpersonals eines von mehreren

Mitteln, um den demografischen Wandel

zu meistern. Wir sehen schon, dass unsere

Kunden verstärkt solche Seminare

buchen, die den Teilnehmern in kompakter

Form das notwendige Fachwissen vermitteln.

Aus vielen Gesprächen weiß ich,

dass qualitativ hochwertige Fortbildung

zunehmend als ein Standortvorteil angesehen

wird. Wer seinen Fachkräften gute

Fortbildungsmöglichkeiten bietet, der wird

sie auch halten können.


Interview: Jörg Benzing

ZUR PERSON

ONLINE

Dr. Andreas Urbich

(Jg. 1953) ist Geschäftsführer

und

Vorstandsmitglied

des Kommunalen

Bildungswerks

in Berlin e. V.

(urbich@kbw.de)

Die Langfassung des Interviews:

www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Parlament & Verwaltung

Im offenen Dialog mit den Bürgern

Die Aufgabenvielfalt der Verwaltung verlangt von den Mitarbeitern lebenslanges

Lernen. Dr. Andreas Urbich, Geschäftsführer des Kommunalen Bildungswerks

in Berlin, kennt die aktuell gefragten Themen und sagt: „Wer seinen Fachkräften

gute Fortbildungsmöglichkeiten bietet, wird sie auch halten können.“

Herr Urbich, der Name Ihres Vereins ist Programm:

Kommunales Bildungswerk. Wo

genau sehen Sie Ihre Aufgabe im Wissensmanagement

und -transfer der Verwaltung

von Städten und Gemeinden?

Urbich: Lebenslanges Lernen ist heutzutage

weniger ein Ideal als eine essentielle

Notwendigkeit, um die Aufgabenvielfalt

im Job zu bewältigen. Unser Ziel ist es,

Mitarbeiter und Führungskräfte im öffentlichen

Dienst auf die Herausforderungen

der Berufswelt von morgen vorzubereiten

und sie auf diesem Weg zu begleiten.

Vielerorts ist noch nicht angekommen –

zumindest sind das unsere Erfahrungen –

dass wir uns inmitten eines grundlegenden

demografischen Veränderungsprozesses

befinden. Wir wollen als Bildungseinrichtung

dazu beitragen, dass die Fachkräfte

agil bleiben, ihre Tätigkeiten souverän

innerhalb geltender rechtlicher Rahmenbedingungen

ausüben können und sie

befähigt werden, den zunehmend offenen

Dialog mit ihrem Gegenüber – dem Bürger

– zu führen. Moderne Arbeitsmethoden,

sichere Rechtskenntnisse und fundierte

Fachkompetenzen können wir mit dem

gesamten Spektrum unserer Fortbildungen

vermitteln.

Welche Bildungsformate pflegen Sie?

Urbich: Unser Bildungsangebot besteht aus

vier Segmenten: Die offenen Seminarangebote

sind für jedermann zugänglich und

machen den größten Anteil unserer Fortbildungen

aus. Zudem sind es Inhouse-

Schulungen, die von Kunden nach individuellen

Vorgaben gebucht und gemeinsam

mit diesen auf die Bedürfnisse vor

Ort zugeschnitten werden. Drittens haben

sich unsere jährlich etwa 20 Tagungen und

Fachtage etabliert. Und dann bieten wir

seit über einem Jahr gemeinsam mit unserem

Bildungspartner GIBT Colleg Webinare

zu verschiedenen Themen an.

Wie wirkt die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen

sich Ihrer Ansicht nach auf

die Organisation der Verwaltung aus?

Urbich: Die Digitalisierung treibt den Wandel

in der öffentlichen Verwaltung rasant

voran. Die elektronische Akte in der Behörde

konnte sich vor Jahren kaum einer

so richtig vorstellen. Die Beschleunigung

des Verwaltungshandelns und eine

58 der gemeinderat 6/19

So werden Sie zum Wahlsieger!

Für nur 44,90 Euro.

(zzgl. Porto, inkl. Download-Code für Arbeitshilfen)

empfiehlt

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

die teuerste Wahl ist eine verlorene Wahl. „WAHLEN gewinnen“,

das Handbuch von Achim Moeller und Gwendolin Jungblut, ist

Ihr unverzichtbares Werkzeug für einen erfolgreichen Wahlkampf.

In sechs Kapiteln erfahren Sie,

wie die unsichtbaren Muster von Wahlsiegen aussehen,

wie die persönlichen Wahlchancen verbessert werden,

wie wichtig die Persönlichkeit des Kandidaten ist,

Bestellungen unter info@pro-vs.de

wie man Themen aufgreift, die Menschen wirklich interessieren,

welche Aktionen in der Öffentlichkeit ankommen.

(Betreff: WAHLEN gewinnen) oder

www.treffpunkt-kommune.de möglich.

Die Autoren und Wahlsiegberater Achim Moeller und Gwendolin Jungblut wissen, worüber sie schreiben. Sie sind seit 30 Jahren

erfolgreich in der politischen Beratung tätig und haben u.a. über 750 Bürgermeisterkandidaten und 450 Fraktionen europaweit im

Wahlkampf begleitet. Auf ca. 100 Arbeitsblättern online geben sie zusätzlich zu ihrem Handbuch ihre Arbeitshilfen und Werkzeuge

weiter.

Kontakt: pVS – pro Verlag & Service GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 0791/95061-0


In Kooperation mit

TOP Stellenmarkt für kommunale

Das Karriereportal für den öffentlichen Dienst

Fach- und Führungskräfte

Als umsichtige Führungskraft managen Sie unser

Bauprojektmanagement optimal!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung Bauprojektmanagement (m/w/d)

Lassen Sie uns gemeinsam neue Impulse zur Weiterentwicklung

der sozialen Stadt Bochum setzen!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung des Sozialamtes (m/w/d)

Ihr Team schafft die Infrastruktur, die uns weiterbringt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung Technisches und Infrastrukturelles

Gebäudemanagement (m/w/d)

Als Fachexperte managen Sie herausfordernde Querschnittsaufgaben und

eine Vielzahl an interessanten Projekten!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung Tiefbau, Grünflächenmanagement und

Betriebshof (m/w/d)

Wir suchen Sie mit Ihrer Expertise im Hochbau und Gebäude-

management!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Amtsleitung Bautechnik und Bauverwaltung (m/w/d)

Ihr Herz schlägt für Gebäude? Bauen Sie das Fundament

unserer Stadt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Fachbereichsleitung Hochbau und Gebäudemanagement (m/w/d)

Mit Umsicht und Weitblick steuern Sie die Belange unserer

Feuerwehr!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein

Hauptamtlicher Kommandant der Feuerwehr (m/w/d)

Das Kind im Mittelpunkt – Mit Ihrer pädagogischen Expertise und

wirtschaftlichen Denkweise gestalten Sie die Zukunft unserer Kinder.

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein

Hauptamtlicher Vorstand (m/w/d)

Mit Ihrer Erfahrung und Souveränität steuern Sie diesen

sensiblen Aufgabenbereich.

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Fachbereichsleitung Sicherheit und Ordnung (m/w/d)

Wir stellen uns neuen Herausforderungen professionell

und engagiert – Sie auch?

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung kaufmännischer Service (m/w/d)

Interessiert?

Bewerben Sie sich direkt bei der Beratungsgesellschaft zfm. Für einen ersten vertraulichen

Kontakt stehen Ihnen dort unter der Rufnummer 0228/265004 unsere Beraterinnen

Rebecca Engels und Barbara Morschhaeuser gerne zur Verfügung.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.treffpunkt-kommune.de/top-stellenmarkt

Human Kapital

als Erfolgsfaktor

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.zfm-bonn.de


Produkte & Dienstleistungen

Markt

Produkte & Dienstleistungen

Tourismusförderung

Geprüfte Atmosphäre

Großkehrfahrzeuge

Der Cityfant putzt

KURZ GEMELDET

Weniger

Granulat

Die neue Kunstrasengeneration „Liga-

Grass Synergy“ von Polytan benötigt

50 Prozent weniger Einstreugranulat als

der bereits Infill-reduzierte Vorgänger

„LigaGrass Pro CoolPlus“. Auf besten

Schutz der Spieler vor Verletzungen und

gute Spieleigenschaften des Rasens

muss dabei nicht verzichtet werden.

Der Infill-Bedarf von 2 kg/m² bedeutet

gegenüber dem internationalen Durchschnittswert

eine Reduzierung um 80

Prozent. – www.polytan.de

Mehr Parkraum

Hectronic, Spezialist für Systemlösungen

im Bereich Parkraummanagement,

bietet mit „HecSpot“ ein

Überwachungssystem an, das die

Auslastung von Parkflächen in Echtzeit

detektiert und identifiziert und so die

Wirtschaftlichkeit steigert. Die Datenbasis

generieren Überwachungskameras

oder Sensoren, Algorithmen verarbeiten

die Informationen und geben sie an die

Managementsoftware „CityLine“ aus. –

www.hectronic.com

Gegen Unkraut

Empas bringt mit dem MCB-E eine

innovative und zugleich praxistaugliche

Lösung für die umweltfreundliche

Unkrautentfernung auf Basis der

Heißwasser-Technologie auf den Markt.

Das Gerät ist auf der Pritsche eines E-

Transporters aufgebaut, was leisen und

emissionsarmen Transport bedeutet.

Der Brenner wird mit Diesel oder Gas

betrieben. – www.unkrautkochen.de

Fußgänger- und Radfahrersteg „Birkelspitze“ in Weinstadt: Innovative Holzbrücken passen sich

mit filigraner Optik harmonisch in die Umgebung ein und sind robust und dauerhaft.

Fußgängerbrücken

Für die Zukunft gebaut

Die „Stuttgarter Holzbrücke“ ist eine

der innovativsten Brücken aus Holz.

Sie überzeugt in ökologischer, technischer

und wirtschaftlicher Hinsicht. Im

Remstal wurden jüngst gleich drei

dieser Konstruktionen errichtet.

Das Remstal in Baden-Württemberg

hat seit Mai 2019 drei weitere

innovative Fußgänger- und Radwegbrücken

in filigraner Holzbauweise.

Die Gemeinden Weinstadt und Urbach erhielten

sie anlässlich der Remstal Gartenschau

2019, geplant wurden sie basierend

auf dem Konzept der „Stuttgarter Holzbrücke“,

einem EFRE-Forschungsprojekt.

Die Konstruktion überzeugt durch Robustheit,

Dauerhaftigkeit, Wirtschaftlichkeit

und eine filigrane Optik.

Diese Brücke hat ein blockverklebtes

Haupttragwerk aus Fichtenbrettschichtholz

als getreppten Querschnitt, die Widerlager

sind durch Betonrippenstähle integral

und fugenlos angeschlossen. Dadurch

kommen die Brücken ohne Dehnfugen aus

und haben eine höhere Lebensdauer. Ein

weiteres Highlight ist das integrierte Monitoringsystem,

das Feuchteveränderungen

an der Brücke überwacht.

Die Brücke „Urbacher Mitte“ überspannt

das Flüsschen Urbach als einfeldrige, integrale

Holzbrücke mit einer Gesamtlänge

von rund 38 Metern (einschließlich Widerlager).

Sie ist damit die längste integrale

Holzbrücke weltweit. Der Brückenbelag

aus karbonbewehrten Betonplatten ragt

über den Holzquerschnitt hinaus und

schafft eine dauerhafte Überdachung des

Holztragwerks als Teil des konstruktiven

Holzschutzes. Für solche Holzbauwerke

wird eine theoretische Lebensdauer von

60 bis 80 Jahren angesetzt.

www.schaffitzel.de

Foto: Schaffitzel Holzindustrie

Foto: M2 Europe Limited

Die Atmosphäre ist einer der wichtigsten

Faktoren, weshalb sich Bürger und

Touristen an einem Ort wohlfühlen. Für

die Aufwertung von Ortsbildern hat das

Münchner Beratungsunternehmen Futour

den „Atmosphäre-Check“ entwickelt. Er

zeigt, wie mit begrenzten finanziellen

Mitteln und unter Einbeziehung der lokalen

Akteure eine Attraktivitätssteigerung

des Ortes erreicht werden kann. Nach einer

Ortsbegehung zur Identifizierung von

„Atmosphäreträgern“ und „Atmosphärekillern“

werden Ideen erarbeitet. Diese

fließen in einen auf den jeweiligen Ort

zugeschnittenen Maßnahmenkatalog ein.

www.futour.com

Blühende Oasen: Mit den Pyra Pflanzenpyramiden

lässt sich bei vertretbarem Kostenaufwand

ein maximaler Nutzen erzielen.

Pflanzenpyramiden

Hingucker in der Stadt

Schöne Blumen bieten die wohl mit Abstand

attraktivste Möglichkeit, den Frühling

in der Stadt einzuläuten. Für die perfekte

Präsentation gibt es die Pyra-Pflanzenpyramiden,

die bei Vorkultur sogar ohne

Wartezeiten für opulente Blütenpracht sorgen.

Ob freistehend, als Blütenwand oder

im Miniformat: Die Pflanzengestelle sind

in verschiedenen Varianten und Größen erhältlich

und durch Erweiterungen an alle

Gegebenheiten anpassbar.

www.pyra.info

Foto: Barthauer

In Zukunft nur noch mobil: Digitalisierung mit

der Lösung „BaSYS“ macht die Sanierungsdokumentation

im Kanalbereich hoch effizient.

Kanalsanierung

Digital dokumentiert

Barthauer entwickelt seit über 25 Jahren

spezielle IT-Lösungen mit weitreichender

fachlicher Tiefe für das Infrastrukturmanagement

und die Wasserwirtschaft. Die

Implementierung einer effektiven Sanierungsplanung

und -dokumentation spielt

eine tragende Rolle.

Bei der mobilen Lösung „BaSYS“ für

die Dokumentation von Kanalsanierungen

werden alle Maßnahmen von der Planung

bis zur Dokumentation effizient vollkommen

papierlos durchgeführt. Die Aufträge

werden im Büro an die mobilen Endgeräte

übertragen. Am Einsatzort können alle

Inspektionen und Maßnahmen, auch mit

Fotos, schnell und einfach dokumentiert

werden. Die mobil erfassten Daten werden

sicher und konsistent mit der Datenbank

synchronisiert. Dieser Workflow spart allen

Beteiligten Zeit, Material und Geld.

Mit der Software können auch die Betriebsführung

und das Wartungsmanagement

flexibel gemeistert werden. Sie dient

Betreibern, Dienstleistern und Sanierungsfirmen

zur Bestandsdatenerfassung und

unterstützt bei der Dokumentation oder

Schadensfeststellung.

Darüber hinaus bietet Barthauer ein

Werkzeug für die strategische Sanierungsplanung,

das langfristige Vorhersagen unter

Berücksichtigung der heute getroffenen

Entscheidungen und verfügbaren finanziellen

Mittel liefert. Prognosen ermöglichen,

die optimale Entscheidung für die

Auswahl der Ersatz-, Wartungs- und Instandsetzungsstrategien

zu treffen.

www.barthauer.de

Foto: Bucher Municipal

Im Rahmen einer Produktpräsentation

kam beim Frühjahrsputz 2019 in der Erzgebirgsgemeinde

Rechenberg-Bienenmühle

ein Großkehrfahrzeug Bucher Cityfant

6000 zum Einsatz. Im Bauhof der knapp

2000 Einwohner zählenden Verbundgemeinde

arbeiten lediglich drei Angestellte,

die neben der Pflege von rund 30 Straßenkilometern

auch noch zahlreiche andere

Aufgaben zu erfüllen haben. Da ist es laut

Bauhofleiter Matthias Worm schon eine

große Unterstützung, wenn man die Reinigungsarbeiten

durch den Einsatz eines

Großkehrfahrzeugs beschleunigen kann.

Der Cityfant 6000 (6 m³ Behältervolumen)

sowie der Optifant 8000 (8 m³)

garantieren eine noch umweltgerechtere

Straßenreinigung als bisher. Ihre Fahrgestellmotoren

mit Adblue-Zusatz erfüllen

die strenge Abgasnorm Euro 6c für Straßenfahrzeuge;

die Aufbaumotoren laufen

emissionsarm gemäß der Abgasnorm EU

Stufe V für Offroad-Maschinen. Um die

beste Kombination aus Leistungsverfügbarkeit

und Energieeffizienz darzustellen,

kann der Cityfant 6000 mit verschiedenen

Antriebsversionen gewählt werden.

In allen Fällen erfüllen die Großkehrfahrzeuge

im Kehreinsatz auch

die strengen Emissionsvorgaben, um

das Label PM 2.5/10 mit vier Sternen

von „EUnited Municipal Equipment“

für einen besonders feinstaubarmen

Betrieb tragen zu dürfen.

www.buchermunicipal.com/sweepers

Bucher Cityfant 6000: „Überzeugungsarbeit“ in

Rechenberg-Bienenmühle mit sauberem Kehrergebnis

und geringen Emissionen.

62 der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

63


Firmenname für Schriftverkehr (Schriftart Arial) :

Produkte & Dienstleistungen

BELEUCHTUNG

zum Preis von 65,--..

Motiv bitte ab sofort einsetzen.

Bitte Auftragsbestätigung.

EINRICHTUNG

KOMMUNALTECHNIK

ÖFFENTLICHER RAUM

ANBIETER

Top-

Anbieter

Gewerbliche Leitsysteme

Wartehallen

Produkte & Dienstleistungen

SPORT UND SPIEL

Prüfung und Messung von

Masten

Wir prüfen für Ihre Sicherheit!

Standsicherheitsprüfungen

an Beleuchtungsmasten aller Art

Nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert

und DIN ISO 9001:2015 TÜV-zertifiziert

REI – LUX Prüf-, Mess-,

Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG

Bernhard-Hahn-Straße 30a, 41812 Erkelenz

www.rei-lux.de, Tel. 02431 8051-85, Fax -89

BREITBANDAUSBAU

Glasfasernetze

INGENIEUR-DIENSTLEISTUNGEN

Hallenboden-Schutzbeläge

Tel. 09232 - 991546

ENERGIEVERSORGUNG

Solarenergie

SOLARPARK AUF IHRER FLÄCHE

Wir bieten attraktive Pachteinnahmen

für zusammenhängende

Acker- & Wiesenflächen von min.

fünf Hektar.

juwi AG

www.juwi.de

GARTENBAU

Baumschulen

Hallenboden-Schutzbeläge

Eisstadienbeläge

Sportbeläge

Absprungbalken

www.schutzbelag.de

Für Rückfragen:

Ihr Kontakt zu uns:

Markus Morgenroth

Meike Zolitschka, 06732/9657-2371,

Tel. energieprojekte@juwi.de

09232-991546

Fax 09232-991523

markus@morgenroth.eu

88499 Riedlingen

Tel. (07371) 9318-0

Fax (07371) 9318-10

84094 Elsendorf

Tel. (08753) 1516

Fax (08753) 776

www.karl-schlegel.de

Grünflächenpflege

Grünflächenpflege mit System

Mäh- und Absaugtechnik

Vertikutieren, Mähen, Absaugen

– leistungsstark

– verschiedene Größen und Typen

Infos anfordern!

STOLL GmbH

Maschinenbau

Raiffeisenstr. 29

74592 Kirchberg

Tel. 07954 9880-0

Fax 07954 9880-30

info@stoll-landschaftspflege.de

Kehrfahrzeuge

Vogelabwehr/-schutz

www.vogelabwehr.de

Nachhaltige Vogelabwehr

Bundesweit tätig

Tel. 0800 866 4000

PERSONAL

Zeitwirtschaft,

Zutrittsberechtigung

AIDA ORGA GmbH

Gültlinger Hauptstraße Straße 11 3/1

75391 Gechingen

Telefon 07056 9295-0

Fax 07056 9295-29

www.aida-orga.de

info@aida-orga.de

AIDA bietet

umfangreiches Know-how

aus über

35 Jahren Erfahrung

und über

7.500 Anwendungen.

PUBLIC DESIGN

Absperrpoller/-pfosten

www.knoedler.de

stadtmoebel.de

Nusser Stadtmöbel GmbH & Co. KG · 07195/693-111

Fahnenmasten

Hugo

Knödler GmbH

Weinstadt

Heinkelstrasse 44

71384 Weinstadt

Tel. 07151 / 99 51 60

Fax. 07151/ 99 51 66

www.fahnenmast.com

www.knoedler.de

Fahnenmasten, Absperrpfosten,

Fahrradständer, Alu-Leitern,

Reparatur von Fahnenmasten

Aluminium-Fahnenmasten

zu Sonderpreisen jetzt im

Fahnenmasten-

Shop.de

24 h Online-Bestellung

möglich

Fahnenmasten-Shop

Höfelbeetstr. 20, 91719 Heidenheim/Mfr.

Tel. 09833 98894-0

verkauf@fahnenmasten-shop.de

Fahrradständer

„WER DEN WEG NICHT KENNT,

KANN DAS ZIEL NICHT FINDEN.”

Informations- &

Leitsysteme für Kommunen

besuchen Sie uns auf

INTERWERBUNG.com

+49 89 30 75 60

RAUMSYSTEME

Container

Mobile Räume mieten.

Flexible Raumlösungen

für jede Branche.

www.container.de

Spielplatzgeräte

Spielplatzgeräte

der besonderen Art

SPOGG Sport-Güter GmbH

Schulstraße 27 · D-35614 Asslar-Berghausen

Tel. 06 44 3/81 12 62 · Fax 0 64 43/81 12 69

www.hally-gally-spielplatzgeraete.de

VERKEHRSWESEN

Beratung und Gutachten

Unsere Fachbereiche:

• Verkehrsplanung

• Verkehrstechnik

• Verkehrsanlagen

• Immissionsschutz

• Statik und Konstruktion

• Wasserbau und Wasserkraft

• Tunnelbau

www.brenner-bernard.com

®

brenner BERNARD Ingenieure GmbH

brenner BERNARD ingenieure GmbH

Rathausplatz 2-8

73432 Aalen

T +49(0)7361 5707-0, F -77

info@brenner-bernard.com

Tiefbauplanung

www.knoedler.de

Außenmöblierung

Unsere Kompetenz für Ihre

kommunalen Pflichtaufgaben

www.lindschulte.de

KOSTEN-

NUTZEN-

ANALYSEN

WERT-

ERMITTLUNGEN

(DOPPIK)

BRÜCKENPRÜFUNGEN

STÄDTEBAULICHE

ENTWICKLUNGS-

KONZEPTE

ENEV-NACHWEISE/ENERGIEAUSWEISE

NIEDERSCHLAGSWASSERBEWIRTSCHAFTUNG

FÖRDERMITTELANTRÄGE

AUFBRUCHRICHTLINIEN

BWK-M 3/7 BETRACHTUNGEN

BRANDSCHUTZERTÜCHTIGUNGEN

NATURSCHUTZ UND

STRASSEN- LANDSCHAFTSPFLEGE

KANALSANIERUNG

UND KANALKATASTER

FREMDWASSERBESEITIGUNGSKONZEPTE

INFRASTRUKTUR- UND TIEFBAUPLANUNGEN

GENERALENTWÄSSERUNGSPLANUNG

ENERGIEKONZEPTE/WÄRMECONTRACTING

(GEP)

GEWÄSSER-

REINHALTUNG

STARKREGEN-

VORSORGE

KOMMUNALER STRASSENBAU

ENERGETISCHE

GEBÄUDESANIERUNG

HOCH-

WASSER-

PASS

BAULEITPLANUNGEN

KOMMUNALER HOCHWASSERSCHUTZ

ABWASSERGEBÜHRENMANAGEMENT

DROHNEN-BEFLIEGUNGEN

Planungskompetenz seit 1969 400 Mitarbeitende 12 Standorte ISO/SCC-zertifiziert

Winterdienstgeräte und -technik

Sicher durch den

Winter mit AXEO

www.rauch.de

E. ZIEGLER Metallbearbeitung AG · Free Call 0800 100 49 01

www.ziegler-metall.de

Fahrradständer

Stadtmobiliar

Überdachungen

Johannes Teeken GmbH

Postfach 1307 • 29447 Dannenberg

T 05861 8440 • www.teeken.de

Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne:

Michael Wilhelm Blaser

Leitung Sales Management

Telefon: 0791 95061-8337

michael.blaser@pro-vs.de

Kai-Christian Gaaz

Sales Manager

Telefon: 0791 95061-8322

kai-christian.gaaz@pro-vs.de

64

der gemeinderat 6/19

der gemeinderat 6/19

65


Vorschau der gemeinderat 7-8/2019

Die nächste

Ausgabe

erscheint am

15. Juli

Kommunen zukunftsfest gestalten

Deutschland verfolgt die Entwicklungsziele der UN-Agenda 2030. Demnach sind Städte

inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu machen. Was leitet sich daraus

für die Entwicklung der Kommunen ab? Überlegungen dazu von Wolfgang Schuster,

früherer Oberbürgermeister von Stuttgart, in der nächsten Ausgabe unseres Magazins.

Im Zeichen des „E“

Als Folge politischer E-Government-Initiativen

müssen die Rathäuser ihre Geschäftsprozesse

digitalisieren und in Software-Lösungen

zum Beispiel für die E-Akte, die

E-Rechnung und die E-Beschaffung investieren.

Wo liegen die aktuellen Herausforderungen

der Digitalisierung und wie kann

sinnvoll darauf reagiert werden? Lesen Sie

dazu mehr in unserem IT-Schwerpunkt.

Foto: Sebra/Adobe Stock

Top am Arbeitsplatz

Die Sicherung der Zukunft des kommunalen

Sektors in Deutschland hängt entscheidend

von der Qualifikation seiner

Mitarbeiter ab. Dies ist nicht nur Aufgabe

einer guten Berufsausbildung, sondern

auch einer lebenslangen beruflichen Weiterbildung.

Über Qualifizierungsangebote

informiert die Sommer-Ausgabe unseres

TOP Studienführers.

Foto: Peterschreibermedia/Adobe Stock

Foto: Horz/Adobe Stock

IMPRESSUM

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für

die kommunale Praxis

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Tilmann Distelbarth, Bernd Herzberger

Leitung Produkt- und Projektmanagement

Beate Semmler

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktion Jörg Benzing,

Alexander Liedtke, Louisa Holz (Volo.)

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management Kai-Christian Gaaz

Vertrieb Natalie Toth

(natalie.toth@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Erscheinungsweise monatlich

Bezugsbedingungen

Der Einzelpreis beträgt 8,50 Euro

zzgl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Jah res abonnement: 95,50 Euro

inkl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Es gelten die Mediadaten Nr. 42

vom 1. Januar 2019

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG

Stauffenbergstraße 18

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300

info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch Hall–Crailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

Möller Druck und Verlag GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung –

auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem

UltraMag Plus Silk-Recyclingpapier

aus 100% Altpapier, zertifiziert mit den

Umweltsiegeln „Der Blaue Engel“, „EU-

Ecolabel“ sowie FSC- und PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

präsentiert

TOP Stellenmarkt

für kommunale Fach- und Führungskräfte

Unser Angebot für Sie * :

Veröffentlichung Ihrer Stellenanzeige

im Magazin „der gemeinderat“

sowie online auf

www.treffpunkt-kommune.de

1/4 Seite + Online: 490 Euro

1/2 Seite + Online: 690 Euro

1/1 Seite + Online: 990 Euro

Sprechen Sie uns an!

Ihr Erfolg mit unserem

Wir beraten Sie gerne:

TOP Stellenmarkt:

Michael Blaser

Leitung Sales Management

Telefon: 0791 95061-8337

michael.blaser@pro-vs.de

Kai-Christian Gaaz

Sales Manager

Telefon: 0791 95061-8322

kai-christian.gaaz@pro-vs.de

Erreichen Sie mit Ihrer

Stellenanzeige über

40.000 **

Fach- und Führungskräfte

66 der gemeinderat 6/19

* Dieses Angebot ist nur gültig bei einer Buchung bis zum 31.12.2019. Alle Preise zzgl. MwSt. ** Verlagsangabe, bezogen auf Print und Online


Lösungen.

Wir schaffen Lösungen in den Bereichen Immobilien,

Stadt entwicklung und Flächenmangement.

Nachhaltig. Verantwortungsbewusst.

www.nh-projektstadt.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine