blu Januar/Februar 2021

blumediengruppe

JANUAR / FEBRUAR 2021 | AUSGABE 133 | WWW.MÄNNER.MEDIA

BERLIN

MUSIK

Vincent Gross

will glücklich

machen

SPECIAL

GESUNDHEIT!

Interviews und News zu

Wellness und HIV

FILM

Weltstar

Kate Winslet

im exklusiven

Gespräch

NACHTLEBEN

Nachgefragt

beim SO36

INTERVIEWS: GEENA TEQUILA, KELVIN JONES, RENÉ WÜST, FÉLIX LEMENS


INFORMIERT.

FICKEN.

WEISST DU,

dass jede der drei Safer-

Sex-Methoden wirksam

vor HIV schützt?

Verschiedene Menschen –

verschiedene Methoden.

Schutz verdient Respekt!

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INTRO 3

Inhalt

STADTGESPRÄCH

Aufgewachsen in einem besetzten

Haus in Berlin, jetzt in einer schwulen

Rolle in Berlin und Potsdam-

Babelsberg (bei der UFA) vor der

Kamera, man kann ihn schon als

queer bezeichnen. Wir sprachen mit

Lennart Borchert.

Kostenlos

epaper.männer.media

Alle Magazine online!

STYLE

Da, wo sonst der Markenname dominiert,

kann hier ein „SUCK MY DICK“

stehen. Klingt platt, schaut aber gut

aus und ist – so in Szene gesetzt – ja

schon wieder Pop-Art, oder? Das

noch ganz junge Modelabel Party

in Paradise richtet sich an „aufgeschlossene,

offene, humorvolle,

extrovertierte, modische Menschen“.

Liebe Queers,

KLUBWELT

Thomas Lemmer und Christoph

Sebastian Pabst vertonten ihre

Impressionen des über 4.400

Meter hohen Massivs in den Alpen.

Herausgekommen ist ein atmosphärisch

dichter und irgendwie

pathetischer Deep-House-Track.

MUSIK

76 Jahre jung, glückliche Mutter und

Oma und vor allem immer noch eine

Sängerin, die liebt, was sie tut. So

überließ es Diana Ross auch keinem

Promoter oder Label, allein zu entscheiden,

von wem und wie Hand an

einige ihrer Klassiker gelegt wird.

2021 wird hoffentlich besser als

2020, oder?! Eigentlich die gesamte

Szene, die Bars, die Klubs, die Shows

und die Saunen kamen im vergangenen

Jahr zum Stillstand, viele Existenzen

zerbrachen. Andere sattelten

um, aus manchem DJ wurde nun

hauptberuflich ein Producer, andere

mussten leider ihre Passion erst mal

auf Eis legen und sind nun etwa im

Service oder in der Pflege tätig. 2021

hat aber zumindest die Chance, dass

vieles sich zum Guten wendet! Und

was wir für die ersten zwei Monate

des Jahres versammelt haben, wird

dich garantiert besser fühlen lassen:

Musik, Style, Gesundheit und auch

die Community – wir haben die

Themen!

Viel Spaß beim Lesen,

deine blu Redaktion

www.männer.media

www.facebook.com/blumag


4 STADT

Community

HAGIOGRAPHIE

BIOROBOTICA

Ungewöhnliche Kunst,

präsentiert von der

Kulturstiftung der Evangelischen

Kirche Berlin-

Brandenburg-schlesische

Oberlausitz. Der Berliner

Fotograf Andreas Mühe

stellt seit Oktober in drei

Akten seine Kunst in

der St. Matthäus-Kirche

aus. „HAGIOGRAPHIE

BIOROBOTICA“ eröffnete

mit Beiträgen von Dr.

Klaus Lederer, Senator für

Kultur und Europa, und Dr.

Kristina Schrei, Hamburger

Bahnhof – Museum für

Gegenwart. Der 2. Akt

der Ausstellung ging vom

26. November bis zum 3.

Januar, der dritte Akt läuft

dann vom 6. Januar bis

zum 14. Februar (Valentinstag!).

*rä

www.stiftungstmatthaeus.de

So weitermachen wie bisher, das

geht nicht. Durch die Corona-Pandemie,

den Lockdown, wurde uns gezeigt,

wie gut es unserer Erde mal tut, wenn wir

weniger Abgase in die Atmosphäre pusten,

wenn wir (notgedrungen) zu Hause bleiben.

Und jetzt einfach wieder so loslegen, als

hätten wir uns nicht über begehbare Straßen

und saubere Luft, Delfine in Venedig

und Städte ohne Smog gefreut? Das wäre

idiotisch.

„Wer im Treibhaus sitzt, sollte nicht mit

dem Auto“ fahren und „Fleischgenuss ist

ein Klimakiller“ – beides Sätze, die man bei

Demonstrationen für Mutter Natur und

ESSEN

Das „Vegan Rainbow Project“

gegen den Klimawandel lesen konnte (und

kann). Und es stimmt: Beides schadet

unserem Planeten. Hier steht das „Vegan

Rainbow Project – Equality for All Beings“

an. Hier wird wenig dogmatisch, dafür aber

umso verständlicher, für eine Ernährung

geworben, die keinem Lebewesen schadet,

aber allen Lebewesen und dem Klima

nutzt. Und schmecken tut veganes Essen

auch!

Auf der Homepage sorgen viele Interviews

für Anregungen und informieren ohne

Zeigefinger. *rä

www.the-vegan-rainbow-project.org/

deutscher-blog

FOTO: M. RÄDEL

BUNTE BÄREN

Er sei ein „Supermarktverkäufer,

der davon

träumte, zu malen, ein

paar Stifte kaufte, nach

London zog und jetzt

seine Kunst auf T-Shirts

an den Mann bringt“, so

Roberto „Bobo“ Nisi auf

Instagram. Das waren die

richtigen Entscheidungen.

Seine Pop-Art-Mode ist

auf 100 % Baumwolle

verarbeitet und über die

unten genannte Homepage

(und auch über amazon) zu

bekommen. *rä

bobo-bear.com

LESUNG

Erinnern in Auschwitz

Der Historiker Lutz van Dijk liest aus seinem

Sammelband „Erinnern in Auschwitz – auch an

sexuelle Minderheiten“. Ein Buch, das zur rechten

Zeit kommt: Die Debatte um die Gedenkkugel für

lesbische Opfer in der Gedenkstätte Ravensbrück

hat gerade erst misogynes Verdrängen und Verleugnen

offenbart. Das Buch drängt sich ob seiner vielschichtigen

Perspektiven und Herangehensweisen

zwischen trockener Dokumentation und flammendem

Appell geradezu auf: als Informationsquelle, als

Grundlage und als Mahnung. *ck

24.1., Zoom-Lesung: Erinnern in Auschwitz

– auch an sexuelle Minderheiten, Anmeldung

unter post@zentrum-weissenburg.de, Stichwort

„Auschwitz“, 16 – 17:30 Uhr


HILFE

Aua! Rückenschmerzen!

Das Team im Body Health Center von Physiotherapeut und

Chiropraktiker Konstantinos Georgilakis hat Therapie und

Beratung parat, wenn der Rücken Probleme macht.

STADT 5

Immer nur Schmerztabletten nehmen und sonst den Schongang

einlegen, das bringt nichts. Das ist aber kein Grund zu verzweifeln.

Helfen können und werden dir womöglich die Angebote des

Body Health Center am Wittenbergplatz. Denn hier gibt es

unterschiedlichste Ansätze, die Schmerzen zu besiegen. Zum

Beispiel die Sportphysiotherapie (für Sportler), die klassische

Krankengymnastik oder auch medizinische Massagen. Es geht

dabei aber um mehr als nur um den Rücken. „In unserem

heutigen hektischen Alltag wird es immer schwieriger,

eine ausgewogene Balance zwischen Körper und Geist

zu finden“, so das Team des Body Health Center. „Wir haben

mit Physiotherapie und Rehabilitation hier angesetzt und eine

Praxis geschaffen, die nicht nur neue Wege zur Schmerzfreiheit

geht, sondern sowohl Körper als auch Geist in Einklang bringt.“

Welche frohe Kunde für alle Schmerzgebeutelten. Die Termine

kann man bequem online vereinbaren. *rä

Body Health Center, Kleiststr. 23 – 26, U Wittenbergplatz,

www.bodyhealthcenter.de

FOTO: D. DRUBIG

PSYCHOLOGIE

Wir brauchen Männer wie ihn

Günther Krabbenhöft ging in Zeiten

von Social Media als „Hipster Opa“

in die noch junge virtuelle Geschichte ein.

Er ist aber mehr als das. So amüsant dieser

Titel für den „unfreiwilligen Influencer“

auch ist.

Geboren 1945 in der Provinz bei Hannover,

zog es den gelernten Koch Günter Krabbenhöft

1968 nach Berlin, er heiratete,

wurde Vater und war schon Anfang der

FOTO: M. RÄDEL

1980er einer der ersten Mitglieder des

Vereins „Schwule Väter“. 1994 hatte

Günther Krabbenhöft dann bei Alfred

Biolek sein bundesweites Coming-out – an

der Seite seiner Tochter und Ex-Frau.

Seine Liebe zu Techno, Rave

und Elektro entdeckte er erst

mit ca. 70, im selben Jahr,

2015, ging es auch so richtig

los mit dem Kult um den

liebenswerten und immer

höflichen Queer.

Ein Schnappschuss in

Kreuzberg, das Bild ging viral,

man beachtete ihn, er selbst

wurde zum Thema, seine

Person zum Star. Schwule,

queere Sichtbarkeit und

Lebensfreude, gepaart

mit entspannter Weisheit.

Seinen über 100.000

Followern auf Instagram bietet

Günther Krabbenhöft mehr als bloße

Angeberei, das überlässt er anderen.

Günther sorgt für lebenbejahende Impulse

und er nimmt einem die Angst vorm

Alter. Denn es gibt sie kaum, die schwulen

und queeren Vorbilder. Wenn man die

40 erreicht hat, denkt man schon mal

drüber nach, was sein wird, wenn man

45, 50 oder auch 60 und 70 Jahre alt

sein wird. Günther entspannt – und das

einfach durch sein Sein. Danke. 2016

etwa wurde er von einem Magazin zu

den „100 bestangezogenen Männern in

Deutschland“ gewählt. Mit 71. „Ich habe

einen eigenen Stil, den ich gerne trage, da

ist Mode, also sind die aktuellen Modeströmungen,

nie so das Thema“, verriet er

uns einmal im Interview. „Wer

mich sieht, lächelte

meist oder zeigt mir

‚Daumen rauf‘ ...“

Unlängst erschien sein

Buch „Sei einfach du!

Zum Jungsein bist du nie

zu alt“, das auf über 170

Seiten erfreut, informiert

und erhellt. „Nie hätte ich

gedacht, dass ich eines

Tages ein Buch schreiben

würde. Früher hätte ich

nicht für möglich gehalten,

dass sich jemand dafür

interessiert, was mich

antreibt und bewegt. Genau

das passiert mir mittlerweile täglich“, so

Günther in seinem Buch. „Dein Leben ist

kompliziert, der Alltag strengt dich an,

noch dazu willst du es allen recht machen.

Da bleibt die Lebenslust wie von selbst

auf der Strecke? Glaubst du das? Dann

vergiss alles Negative, was du über dein

Leben denkst. Hör nicht hin, wenn man

dir einredet, dass du auf der großen Party

des Lebens immer nur ein Mauerblümchen

sein wirst. Glaub an deine ganz persönlichen

Wünsche und Träume.“ *rä


6 STADTGESPRÄCH

INTERVIEW

GZSZ: LENNART BORCHERT

FOTOS: TVNOW / ROLF BAUMGARTNER

Aufgewachsen in einem besetzten

Haus in Berlin, jetzt

in einer schwulen Rolle in Berlin

und Potsdam-Babelsberg (bei der

UFA) vor der Kamera, man kann ihn

schon als queer bezeichnen. Wir

sprachen mit dem „Gute Zeiten,

schlechte Zeiten“-Schauspieler.

Unlängst legten Aktivist_innen

die Berliner S-Bahn lahm, weil ein

besetztes Haus geräumt wurde.

Bist du auch so revolutionär

aufgewachsen?

Ja, ich bin tatsächlich in einem besetzten

Haus aufgewachsen. Das war in Mitte, so

zur Jahrtausendwende. Ich habe da nicht

so viele Erinnerungen mehr dran, außer

dass bei uns im Haus alles sehr friedlich

war.

Wie kamst du zur Schauspielerei?

Mein erster Job war eine TUI-Werbung, da

war ich vier Jahre alt, kurz darauf folgte ein

Spot für McDonald’s. Dann hatte ich einen

Job bei „Elementarteilchen“ und merkte,

dass das genau mein Ding ist.

Wie kamst du dann zu GZSZ?

Durch einen krassen Zufall, ich hatte

gerade mein Abitur gemacht und war

eigentlich bei einem Casting für eine

andere tägliche Serie, die aber nicht so

gut lief, aber so wurde man auf mich

aufmerksam.

Was verbindet dich mit der Rolle des

Moritz?

Moritz ist wie ich ein kleiner Filou und

weiß, was er tut. (grinst)

Und was, außer deiner Sexualität,

unterscheidet dich von Moritz?

Er rutscht in die Kriminalität ab. Und sein

Verhältnis zur Familie, bei mir privat ist

alles friedlich, ich habe ein gutes Verhältnis

zu meinen Geschwistern. Aber ich spiele

ihn gerne ... Moritz ist zudem naiver als ich.

Worauf freust du dich gerade?

Auf alles, was da noch kommt! Auf meine

Kollegen und zukünftige Drehtage. Und

darauf, was Moritz noch alles erlebt.

Hat Corona denn das Drehen

verändert?

Ich habe bei GZSZ angefangen, als es mit

der Pandemie losging. Wir müssen immer

Sicherheitsabstand halten und es darf nur

jeweils ein Schauspieler in der Garderobe

sein. Ich kenne es gar nicht anders.

*Interview: Michael Rädel

www.gzsz.de


MODE

FASHION WEEK

weiter in Berlin

STADTGESPRÄCH 7

Wie, doch nicht Frankfurt? Doch. Also auch. Und überhaupt.

Wir haben Neuigkeiten.

Vom 18. bis 20. Januar 2021 wird das physisch und digital

stattfindende Schauenformat Mercedes-Benz Fashion

Week (MBFW) im und aus dem legendären Kraftwerk,

Heimat des Technoklubs Tresor, in Berlin inspirieren.

Berlin ist und bleibt also DIE Modestadt in Sachen

Trends – verkauft wird natürlich woanders ... Aber erst

mal von vorne. Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft,

Energie und Betriebe verrät: „Die Berlin Fashion Week wird

weiterhin – und somit auch im Sommer 2021 – in Berlin

stattfinden. Vergleichbar mit der Mailänder Fashion Week

und den Messen in Florenz, die zu unterschiedlichen

Terminen an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen

Zielgruppen stattfinden, kann sich Berlin künftig

nach dem internationalen Schauenkalender richten.

Hierzu sind wir bereits in zahlreichen Gesprächen mit

Organisatoren bekannter und neuer Formate sowie mit

den Verbänden der Modeindustrie. Der genaue Termin

für den Sommer wird im Januar 2021 bekannt gegeben.“

Warum das Kraftwerk? „Es bietet durch seine Größe

und unterschiedlichen Räume und Ebenen eine gute

Voraussetzung, um unser Hygienekonzept in Bezug

Infektiologie

Ärzteforum Seestrasse

Medizinisches Versorgungszentrum

Schwerpunktpraxis für HIV/AIDS,

Infektiologie, Hepatologie, Suchtmedizin,

Hausärztliche Versorgung

Infektiologie Ärzteforum Seestrasse

Seestraße 64

(Eingang: Oudenarder Straße)

13347 Berlin

Tel.: 030 . 455 095 - 0

Fax: 030 . 455 095 - 22

praxis@infektiologie-seestrasse.de

FOCUS Siegel für:

Priv. Doz. Dr. med.

Wolfgang Schmidt

Unser Team

Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Schmidt

Priv. Doz. Dr. med. Walter Heise

Dr. med. Anja-Sophie Krauss

Dr. med. Marcos Rust

Dr. med. Luca Schifignano

Dr. med. Luca Stein

Dr. med. Christian Träder

Iris Wunsch Teruel

www.infektiologie-seestrasse.de

the

men expert

in berlin

FOTOS: M. RÄDEL

PENISverdickung

ohne OP

auf die Personenanzahl umzusetzen“, so Marcus Kurz,

Geschäftsführer des mitveranstaltenden Unternehmens

Nowadays. „Geplant sind Schauen und Präsentationen

unter höchsten und neuesten Sicherheitsstandards sowie

mit begrenzter Personenanzahl. Wir empfinden es als

wichtig, einen physischen Veranstaltungsort zu inszenieren,

egal ob mit 300 oder nur 50 Gästen – wenn dies zum

Zeitpunkt behördlich möglich sein sollte –, und nutzen

die Location mit vielfältigen Bühnen und Setdesigns, die

selbstverständlich – wie schon in der Vergangenheit – live

gestreamt werden.“

Das dicke B ist also weiterhin einer der Standorte der

Modenschauen, des bunten Treibens, des inspirierenden

Treibens. Ende gut, Mode sehr gut. *rä

18. – 20.1.2021, Mercedes-Benz Fashion Week / MBFW

staged by NOWADAYS, www.mbfw.berlin

Guido Koschel

Facharzt für Allgemeinmedizin

und Ästhetischer Chirurg

Botox- und Hyaluronbehandlung

Schweißfreie Achseln

Eigenbluttherapie u.v.m.

www.beauty-facharztpraxis.de

Privatpraxis für

Ästhetische Medizin

Tel.: 030 3393 0000

0160 417 5595

Pestalozzistr. 10

10625 Berlin-Charlottenburg


8 STADTGESPRÄCH

FOTOS: M. RÄDEL

INDIE

Ölmalerei von PATRICK BARTSCH

Der Maler ist in der deutschen Hauptstadt – und nicht nur

da – bekannt wie ein bunter Hund. Geboren ist der Künstler

aber im schönen Baden, in der grünen Stadt Freiburg. Gerade

erschien ein Buch von dem Maler: „10 Jahre Patrick Bartsch

in Öl auf Leinwand“, ein kostenloser Bildband mit einem Vorwort von

Community-Stern Romy Haag. „Seit 2003 halte ich das Geschehen in

Berlin mit der Kamera fest, und seit 2011 interpretiere ich eigene Fotovorlagen

in Öl auf Leinwand“, verriet uns der Wahlberliner via E-Mail. Wir

fragten nach.

Warum erscheint das Buch

kostenlos, willst du kein Geld

mehr verdienen?

Menschen einen einfachen Zugang

zu meiner Kunst verschaffen!

Darum geht es mir in erster Linie.

Heutzutage mit Tablets, Laptops

usw. lässt sich ein 186-Seiten-Buch

wundervoll interaktiv betrachten.

Wo kann man dein Buch

bekommen?

Ganz einfach kostenlos über meine

Website www.patrickbartsch.com/

buch10jahre.

Wie geht es dir gerade während

der Pandemie?

Ich will das Beste aus der momentanen

Situation machen! Wie schreibt

die großartige Romy Haag so schön

in ihrem wunderschönen Vorwort

im Buch: „Künstler*innen sind

systemrelevant!“ Solche Aussagen

motivieren mich noch intensiver an

neuer Kunst zu arbeiten.

*Interview: Michael Rädel

www.patrickbartsch.com/

buch10jahre

Savignyplatz 07-08 | 10623 Berlin

030-318.64.711 | www.habitare.de

Mo. bis Fr. 11 - 19 Uhr | Sa. 10 - 18 Uhr

Während des Lockdowns sind wir telefonisch

oder per Mail Montag bis Freitag

zwischen 10:00 – 16:00 Uhr erreichbar.

Stuhl „Loop“ 198,-

in sechs Farben oder transparent mit

verchromtem Vierfußuntergestell


STADTGESPRÄCH

9

KONDITOREI

Einfach mal genießen

Das Leben pulsiert im Hackeschen-

Markt-Kiez, die Agentur-Queens rasen

von links nach rechts, die Models tratschen

und warten, die Touristen nerven,

Pardon: flanieren.

Trotz Corona ist hier alles hektisch,

hektisch, hektisch. Schön, dass es

solche kleinen Oasen der Ruhe und

des Genusses gibt wie „Samy’s Berliner

Pfannkuchen Café“. Das

Café befindet sich in der

schmucken Sophienstraße

und erfreut mit ausgefallenen

Latte-Macchiato-Kreationen,

besten Berliner Pfannkuchen und anderen

süßen Gebäck- und Teigträumen.

Das Interieur und auch die Fassade

erinnern an die (angeblich) gute alte Zeit,

das Publikum ist bunt gemischt: Sowohl

alteingesessene

Omis als auch

Hipster, queere Handwerker

und aufgedrehte

Influencer lassen es sich hier

hochkalorisch schmecken. Sollte

man sich gönnen, die Erfahrung. *rä

Samy’s Berliner Pfannkuchen Café,

Sophienstr. 30, U Weinmeisterstraße

GENUSS

Sven Marquardt +

Berliner Brandstifter

Die prämierte Berliner Gin-Marke tat sich mit Fotograf und

Berghain-Star Sven Marquardt zusammen, um eine „Berlin

Dry Gin“-Kunstedition an den Start zu bringen. Vor einigen Wochen

wurde das leckere Gesöff präsentiert.

FOTOS: M. RÄDEL

Seit 2009 führt der gebürtige Berliner Vincent Honrodt eine Familientradition

fort, die ihren Ursprung Anfang des 20. Jahrhunderts hat. Die

gute alte hochprozentige Zeit ...

Damals brannte der Urgroßvater Spirituosen aus regionalen und hochwertigen

Ingredienzen für Freunde und Familie. Nachhaltigkeit und

Tradition, darauf wird Wert gelegt, so werden die pflanzlichen Zutaten

für den Gin auf einem eigens für Berliner Brandstifter angelegten

Garten angebaut und per Hand geerntet.

2020 tat man sich nun mit dem Künstler Sven Marquardt zusammen

und entwickelte eine eigne Kunstedition, die von uns probiert werden

konnte. An den Wänden sah man ausgewählte Abzüge seiner Fotografien,

auch im Friedrichstadt-Palast wurde seine Kunst ausgestellt. Zum

Getränk: „Die Edition widmet sich dem Thema Liebe, welches in Farbe

und Geschmack des Berlin Dry Gins aufgegriffen wird. Die Zugabe von

Rosen, Brombeeren und Schwarzen Johannisbeeren verleiht ihm seine

besonders milde, fruchtige und beerige Note.“ Die Edition sei auf 6.666

Flaschen limitiert, ist per Hand abgefüllt und auch nummeriert. *rä

www.berlinerbrandstifter.com

W O H N E N + W O H N E N G M B H


10 STADTGESPRÄCH

KLUBMUSIK

HORSE MEAT DISCO

„Love And Dancing“ heißt die aktuelle LP

der Queers der „Horse Meat Disco“-Partyreihe,

die es auf pinkem Vinyl gibt.

Yey! Musste auch die letzte Party

aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt

werden, so muss man trotzdem nicht

auf Beats und Streicher der HMD-Truppe

verzichten. Die LP bringt dir NEUE

Musik, keine Coverversionen („und keine

Samples“, wie sie gegenüber der Presse

anmerkten), zusammengearbeitet haben

die Producer und DJs für „Love And

Dancing“ mit Stars wie Kathy Sledge von

Sister Sledge. Klasse! *rä

EROTIK

Rick und sein Griff

Diese zwei Influencer lassen die Szene teilhaben an ihren Abenteuern,

zeigen gerne ihre Hintern und bieten jetzt noch ihre Penisse als Dildos

an. Huch!

Eine sicherlich sehr ungewöhnliche

Beziehung, aber sie zeigen

sich eben gerne ... und unterhalten

damit viele Hunderttausend

Follower auf Instagram. Zusammen

betreiben sie das Label Two

Kings Unlimited, wo der Fan alles

bekommen kann, was zeigefreudige

Männer nur anbieten können.

Wir fragten kurz mal nach bei Griff.

Warum Instagram?

Nun, unsere Freunde forderten

es ... Aufgrund seines Theater-

Backgrounds erkannte Rick das

Potenzial, eine virtuelle Bühne zur

Unterhaltung von Menschen zu

schaffen, und wollte loslegen.

Beeinflusst Instagram denn

eure Beziehung?

Diese kreative Zusammenarbeit

war für uns eine großartige

Möglichkeit, enger zusammenzuwachsen,

zu lernen, wie man als

Team arbeitet, und zu verstehen,

wie wichtig Kompromisse und

Kommunikation für eine erfolgreiche

Beziehung sind. Wir würden

also sagen, dass gemeinsames

Social Media unsere Beziehung

gestärkt hat. Es gibt definitiv

Zeiten, in denen wir uns nicht einig

sind, aber normalerweise denken

wir ähnlich.

Wirklich nie Streit?

Wir streiten uns vielmehr um

Dinge wie Wäsche waschen und

Geschirr spülen!

*Interview: Michael Rädel

www.instagram.com/

rick_and_the_griffopotamus

twokingsunlimited.com


MÖBEL

Fatih Alasalvaroglu bei Welcome Interiors

STADTGESPRÄCH 11

Der Wahlberliner Künstler Fatih Alasalvaroglu

erfreut in der aktuellen Corona-

Krise.

Gerade müssen wir Rücksicht aufeinander

nehmen, Infektionsketten verhindern

und mehr zu Hause bleiben. Und da

beschäftigt man sich dann noch mehr

mit dem WIE man lebt. Ganz wunderbar,

dass der Künstler Fatih Alasalvaroglu nun

mit dem queeren Team von Welcome

Interiors gemeinsame Sache macht und

seine außergewöhnliche und edle Kunst

dort zum Kauf anbietet. „Ich begeistere

mich tatsächlich für unterschiedlichste

Ausdrucksformen, -arten und Materialien.

Wichtig ist mir immer, dass ich mich im

Akt bzw. Prozess der Arbeit in den Farben

und Formen wiederfinde“, verriet uns der

in Hanau Geborene einmal im Interview.

Man holt sich also echte Kunst, mit Herz

und Können erstellt, in die Wohnung. Gut

zu wissen. Und schön. *rä

Bis 21.2.2021, Fatih Alasalvaroglu bei

Welcome Interiors, Yorckstr. 26,

www.welcome-interiors.com


12 STADTGESPRÄCH

Der zweite Lockdown traf einmal

mehr unsere Safe Places, und auch

das Schwule Museum ist geschlossen.

Diese notwendigen Maßnahmen zur

Eindämmung der Corona-Pandemie werden

aber nicht ewig sein, einer der mächtigsten

Schwulen in der Politik,

Jens Spahn, stimmt ja

ab und an durchaus

optimistisch. Ähem. Und

die aktuellen Nachrichten

aus dem Schwulen

Museum lassen zumindest

ETWAS Hoffnung zu: „Die

Eröffnungen der Ausstellungen

Intimacy: New

Queer Art From Berlin and

Beyond und Rosarot in Ost-

Berlin werden verschoben“,

so das Team. Verschoben,

nicht abgesagt. „Intimacy: New Queer Art

from Berlin and Beyond“ sei eine der aufwendigsten

Ausstellungen in der Geschichte

des Schwulen Museums und „versammelt

über 30 zeitgenössische Künstler*innen,

die mit Fotografien, Gemälden, Skulpturen,

Video-Arbeiten und Installationen einen

Blick auf queere Intimität wagen.“

Das große Thema dieser Gruppenausstellung,

unter anderem mit Werken von Slava

Mogutin und Roey Victoria

Heifetz, ist also genau das,

was man so schmerzlich

vermisst: Intimitäten. Gerade

kann man nicht mit den

Freunden im Klub festen,

unbeschwert die Oma

knuddeln oder auch die

liebste Dragqueen busserln.

Zu gefährlich. Die Ausstellung

geht aber noch einen Schritt

weiter.

„Der Austausch von Blicken,

die Berührungen von

Körpern, Sex oder auch nur ein Gespräch

– all dies wird im öffentlichen Raum schnell

zum Anlass für homo- und transfeindliche

O. T., Emerson Ricard, 2018

AUSSTELLUNG

Berührungen oder

auch nur ein Bussi

Doron-Langberg_Zach-and-Craig-2019

Gewalt. Gleichzeitig boten die letzten Jahre

für viele eine neue Kultur der Intimität und

sexuellen Freiheit. Seit diesem Jahr ist es

Covid-19, das uns herausfordert. Kontakte,

die wir vermeiden, Partys, die wir nicht mehr

feiern. Intimität ist etwas, das wir gerade

verlieren könnten.“

Eine spannende und wichtige Ausstellung

mit großen queeren Künstler*innen, die den

Horizont erweitert, sensibilisiert, aber auch

beglückt. *rä

www.schwulesmuseum.de

www.welcome-interiors.com

WELCOME interiors

Yorckstraße 26 | 10965 Berlin

Telefon 030 - 39 91 93 65 | Mo - Fr 10 - 19 Uhr | Sa 11 - 18 Uhr


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Nick Jue, Vorstand

ING Deutschland

Charity: Die

RainbowLions helfen

NACHGEFRAGT

ING Deutschland &

Nick Jue, Vorstandschef der

ING Deutschland und Alexander

Piur, Mitglied des Diversity-Netzwerkes

der ING „RainbowLions“, im

Interview.

Seit wann besteht die Gruppe?

Und wie viele Mitglieder seid ihr?

Alexander Piur: Wir sind 2017 mit einer

kleinen Gruppe motivierter Kollegen/innen

gestartet und haben im Oktober 2018 unser

Coming-out in der Bank gefeiert. Aktuell

sind wir ein Kernteam von neun Rainbow-

Lions, verteilt über die Standorte Frankfurt,

Hannover und Nürnberg, die sich um die

Aktionen vor Ort kümmern, dazu kommen

ca. 100 Kollegen/innen, die sich in unserer

Community registriert haben.

Du bist aus den Niederlanden. Wann

und wie hast du das erste Mal von der

Gruppe gehört, nachdem du im Juli

2017 den Posten des CEO der ING

Deutschland übernommen hast?

Nick Jue: Ich war vorher elf Jahre CEO

der ING Niederlande, dort gab es bereits

ein LGBTIQ*-Netzwerk neben anderen

Diversity-Netzwerken wie zum Beispiel für

Young Professionals, Frauen oder Ü55. Nach

ca. einem Jahr in Deutschland kamen die

RainbowLions auf mich zu und fragten, ob

ich ihr Sponsor werden möchte. Ich habe

nicht eine Sekunde gezögert und zugesagt.

Welche Rolle spielt das Netzwerk für

dich im Unternehmen?

Nick Jue: Wir sind eine Bank für jeden Menschen

in Deutschland, egal wie er sich fühlt

oder wen er liebt. Dazu gehört auch, dass wir

das in unserer Kommunikation – auch für die

LGBTIQ*-Community – deutlich machen.

Wie ist die Akzeptanz für eure

Diversity-Arbeit bei euren Kunden,

RainbowLions

es gibt ja keine Filialen? Welche

Reaktionen bekommt ihr von außen?

Nick Jue: In den Niederlanden haben wir

zum Gay Pride zum Beispiel unsere Filialen

und Geldautomaten im Regenbogen-Look

gestaltet. Darauf gab es fast nur positives

Feedback. Auf unsere erste Teilnahme beim

CSD in Frankfurt hatten wir ebenfalls fast

ausschließlich positive Rückmeldungen.

Alexander Piur: Das kann ich bestätigen.

Die Reaktionen auf Social-Media-Postings

waren durchweg positiv. Kunden und

Mitarbeiter freuen sich zu sehen, dass die

ING solche Zeichen setzt.

Wie ist eure Rolle in der internationalen

Kooperation mit den anderen ING

Einheiten?

Alexander Piur: Das Netzwerk

in den Niederlanden heißt

seit Kurzem auch

RainbowLions (worauf

wir hier in Deutschland

ein kleines bisschen

stolz sind). Somit

haben wir international

einen einheitlichen

Auftritt nach innen

und außen. Wir stimmen

uns mit den Netzwerken

aus den anderen ING Ländern,

zum Beispiel den Niederlanden, Belgien,

aber auch Australien und den Philippinen,

regelmäßig ab. Wir besprechen Aktionen

zu bestimmten Events wie PrideMonth

oder IDAHOT und geben uns gegenseitig

Tipps. Wir diskutieren auch, inwiefern wir

politische Themen aufgreifen können. Als

RainbowLions haben wir natürlich keinen

Einfluss auf die politische Situation der

LGBTIQ*-Community in anderen Ländern.

Aber wir können zumindest versuchen,

dort, wo Homosexualität verboten oder

Die RainbowLions

beim CSD

diskriminiert wird, LGBTIQ*-Kollegen/innen

ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen, das

sich durch Akzeptanz auszeichnet.

Welche Ziele verfolgt das Netzwerk

nach innen und nach außen?

Alexander Piur: Eine Welt ohne Labels.

Labels sind wohl eher für Klamotten, aber

bitte nicht für Menschen. Jeder soll so sein,

wie er ist. Die LGBTIQ*-Community ist in

sich sehr divers. Wir als Netzwerk wollen

zusammen mit der ING Deutschland

die Community stärken, indem wir ganz

verschiedene Projekte unterstützen.

Nick Jue: Für mich ist das wichtigste Ziel,

dass die Menschen, die bei uns arbeiten, sich

wirklich frei und akzeptiert fühlen. Wir sind

ein offenes Unternehmen und wir wollen

„the coolest place to work“ sein.

Was sind die zukünftigen

Bemühungen des

Netzwerkes? Welche

Aktionen plant ihr

auch nach Corona?

Alexander Piur: Wir

arbeiten an digitalen Formaten

für interne Trainings

zum Thema LGBTIQ* für

die ING Kollegen/innen und

Führungskräfte. Darüber hinaus

erhöhen wir unsere Kommunikation im

Intranet zu aktuellen Themen der LGBTIQ*-

Community, um weiter auf uns aufmerksam

zu machen. Wir planen eine Bärchen-Aktion

zum Welt-AIDS-Tag, um die Aids-Hilfen

zu unterstützen. Natürlich hoffen wir, in

2021 auch wieder einen CSD feiern zu

können oder Veranstaltungen mit anderen

Unternehmensnetzwerken gemeinsam

organisieren zu können.

*Interview: Ulli Pridat


14 KULTUR

INTERVIEW

FOTO: M. RÄDEL

TOBIAS ECKE:

Wir chatteten mit dem Wahlberliner

Künstler Tobias Ecke

über Corona und Rassismus.

Alltagsrassismus ist dieses Jahr stärker

in den Fokus der Öffentlichkeit

gerückt. Wie verhältst du dich, wenn

du Rassismus etwa auf Social Media

bemerkst?

Social Media bieten ihren Nutzern

Plattformen, um mit verschiedensten

Meinungen und Weltanschauungen hausieren

zu gehen. Diese Möglichkeit bleibt

von der Mehrzahl der User auch nicht

ungenutzt. Durch die Unmittelbarkeit

von Social Media lassen die Nutzer ihre

Hemmschwelle, menschenfeindliche

Äußerungen von sich zu geben, hinter sich.

Einem echten Diskurs können sie sich

dabei jederzeit entziehen. Ich glaube, dass

es sich hierbei um ein Grundproblem von

Social Media handelt. Die Möglichkeit ist

nicht gegeben, Nutzer durch Vernunft zur

Überdenkung ihrer Ansichten zu bewegen.

Leider überträgt sich dieses Problem

auch in das echte Leben. Zunehmend

verlernen die Menschen, eine gehaltvolle

Unterhaltung zu führen. Ich selbst verleihe

„… frei von Illusionen“

in meinen Bildern immer wieder gerne

meinen Beobachtungen zu einseitigen

Kommunikationen Ausdruck. Abschreckend

und faszinierend zugleich, wie ich

finde.

Wurdest du aufgrund deiner Sexualität

schon Zielscheibe homophober

Häme? Verletzt dich das?

In Berlin ist mir so etwas noch nicht passiert.

Als ich noch in Merseburg gewohnt

habe, gehörte es fast zum Alltag, von

Leuten auf der Straße schief angeschaut

zu werden. Damit bin ich jedoch immer

ganz gut klargekommen. Nach wie vor hat

sich auch nichts daran geändert, dass ich

einen Großteil der Dorf- und Kleinstadtmenschen

mindestens als genauso schräg

empfinde, wie sie möglicherweise mich

wahrnehmen.

Inwiefern trifft dich die Corona-

Pandemie, hast du Angst?

In erster Linie hat mich die Pandemie in

der Art, wie ich Entscheidungen, sei es in

beruflicher oder privater Hinsicht, treffe,

beeinflusst. Dabei habe ich festgestellt,

dass mir das Agieren aus dem Bauch

heraus mittlerweile wesentlich leichter

fällt und deutlich mehr Einsatz findet,

als es noch vor Corona der Fall war.

Wahrscheinlich die für mich beste Lösung,

um in einer Zeit, die frei von Illusionen

wie Gewissheit und Planungssicherheit

ist, nicht von ständiger Sorge und Angst

begleitet zu sein.

Wie trifft die Pandemie den

Geschäftsmann Tobias Ecke?

Es gibt so gut wie keine Aufträge mehr. Da

geht es mir nicht anders als den meisten

Solo-Selbstständigen. Das führte mit

dazu, dass die Rolle des Geschäftsmanns

eher in den Hintergrund gerückt ist.

Im Vordergrund steht stattdessen der

Künstler, meiner Auffassung nach konnte

Kunst in krisenbehafteten Zeiten schon

immer besonders gut gedeihen. Nach wie

vor bleibt sie jedoch als Einnahmequelle

sehr unsicher. Nichtsdestotrotz sagt mir

aber mein Bauchgefühl, dass ich mich auf

dem richtigen Weg befinde.

*Interview: Michael Rädel


AUSSTELLUNG

Befreiung

durch Fotografie

KULTUR 15

Im Martin-Gropius-Bau in der Niederkirchnerstraße in

Berlin eröffnete schon im Herbst die bis 2021 andauernde

schwule Ausstellung „Masculinities: Liberation

through Photography“. Die Ausstellung ist momentan

nur digital zu besuchen.

Das „starke Geschlecht“ wird in dieser spannenden Gruppenausstellung

auf verschiedenste Weise angegangen.

Alte Stereotypen, das Übel des Patriarchats, queere Identitäten,

Rassismus, Militär, sexuelle Reize – kaum ein Thema,

das durch die Ausstellung nicht angeschnitten wird.

Gezeigt werden Fotografien so unterschiedlicher Künstler

wie Richard Avedon, Robert Mapplethorpe, Annette

Messager sowie Wolfgang Tillmans und Rotimi

Fani-Kayode. Ihnen allen gemeinsam ist, dass der Mann

im Fokus der Kunst steht. „Masculinities: Liberation

through Photography“ ist in sechs Abschnitte unterteilt:

1) Die Erschütterung des Archetyps, 2) Männliche

Ordnung: Macht, Patriarchat und Raum, 3) Zu nah an

Zuhause: Familie und Vaterschaft, 4) Männlichkeit, 5) Die

Rückeroberung des schwarzen Körpers und 6) Frauen

über Männer: Die Revidierung des männlichen Blicks.

Spannende künstlerische Positionen durch die letzten

sechs Jahrzehnte, ein Muss (nicht nur) für Männer. *rä

„Masculinities: Liberation through Photography“,

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, Berlin,

www.gropiusbau.de

Hal Fischer, Street Fashion: Jock, Aus der Serie „Gay Semiotics“, 1977/2016, Carbonprint,

Originalmaße des Bildes: ca. 76,2 x 61 cm; gerahmt: 79 x 63,6 x 3 cm, Courtesy: der Künstler;

Project Native Informant London

Sunil Gupta, Untitled 22, Aus der Serie „Christopher Street“, 1976, Silbergelatineabzug, Originalmaße des Bildes: 60,96 x 91,44 cm; gerahmt: 63 x 94 x 3,8 cm, Courtesy: der

Künstler und Hales Gallery, Sunil Gupta & VG Bild-Kunst, Bonn 2020; all rights reserved, DACS 2019


16 KULTUR

KALENDER

Worldwide Roar 2021

Der neue Kalender der „Warwick

Rowers“ ist da, jetzt heißen sie

allerdings Worldwide Roar. Oben

siehst du eins von 17 Bildern aus

dem Kalender für 2021: Patrick,

einer der neuen Kerle, war mit

seinem Fahrrad in den Bergen

Andalusiens unterwegs.

Sie zeigen sich gerne hüllenlos, doch

die queeren Sportler haben aber

auch etwas im Kopf: „Wir fördern

eine gesündere Männlichkeit, die

Gleichstellung der Geschlechter und

LGBTIQ*-Rechte durch eine Reihe

von Produkten mit männlichen

Athleten. Und wir finanzieren auch

die eingetragene Wohltätigkeitsorganisation

Sport Allies, die die Kraft

des Mannschaftssports nutzen will,

um Inklusivität zu fördern.“ Sowohl

die Jungs als auch Sport Allies

„glauben, dass wir alle einzeln und

gemeinsam von einer integrativeren

Gesellschaft profitieren. Sport kann

und sollte eine wichtige Rolle bei

der Förderung dieses Ziels spielen.“

Dem schließen wir uns an. *rä

EROTIK

100 % meat

Adrian Lourie präsentiert nicht ohne berechtigten

Stolz seinen „meat the naked calendar

2021“, der dich sicherlich gut durchs Jahr

2021 begleiten wird. Das Besondere daran

ist, dass diesmal auch nicht binäre Modelle

und Transmänner als Kalender-Hingucker

dabei sind. Zudem ist es der letzte Kalender,

den der Londoner Künstler veröffentlichen

will. Sein Body-Positivity-Projekt ist (erstmal)

an seinem Ende angekommen. Mastermind

und Fotograf Adrian Lourie, der schon seit

2010 die Szene mit seiner erotischen Fotokunst

beglückt, verriet uns einmal über die

Beweggründe, so ein Projekt zu machen: „Wir

sind nicht alle muskulös und wir sind nicht

alle 19 Jahre alt. meat ist eine tolle Sache,

Körper echter Menschen zu feiern.“ Body

Positivity statt Bodyshaming, da ist es nur

vollkommen richtig, dass auch Nichtbinäre

und Trans* mit dabei sind. Wir sind Fan. *rä

www.meatzine.com

Den Kalender in DIN A3 kannst du hier bekommen:

www.worldwideroar.org/product/wr21-calendar, www.sportallies.org

FOTO: TIMTALES.COM

EROTIK

Alles Gute zum Wiegenfest,

lieber Tim!

Ohne Zweifel ist Tim Kruger einer

der weltweit bekanntesten deutschen

Pornosterne der Szene.

Über seine Anfänge (unter

anderem bei CAZZO) verriet

er uns einmal: „Das war alles

ziemlich spontan und ich war mir

auch nicht bewusst, dass sich

daraus eine Profession entwickelt.

Angefangen habe ich weniger

wegen des Geldes, sondern eher

aus Neugier, wie genau so ein

Pornodreh abläuft. Ich habe mir die

Pornoszene unglaublich glamourös

vorgestellt und wollte einfach mal

dabei sein. Also habe ich mich

beworben, und bevor ich mir

darüber richtig Gedanken machen

konnte, saß ich auch schon im

Flieger in die USA auf Einladung

einer großen Pornofirma, um

meinen ersten Film zu drehen. Ab

dem Zeitpunkt wurde es quasi ein

Selbstläufer und ich bin einfach

dabeigeblieben.“

Der am 25. Januar 1981 geborene

Trainierte ist ein guter Freund von

Barbie Breakout und Gloria Viagra,

kam aber durch Nina Queer zu

ersten Bewegtbild-Ehren: Tim

machte 2006 mit bei „Frauentausch“

mit Nina Queer ... Das ist

natürlich längst Geschichte, jetzt

steht er bei timtales.com seinen

Mann. *rä


TOUR

Tom Gregory

KULTUR 17

Im Herbst 2020 erschien „Heaven in a World So Cold“,

das Debütalbum des extrem sympathischen und

talentierten Singer-Songwriters Tom Gregory, der mit

rock-pop-souligen Hits wie „Never Let Me Down“ und

„Fingertips“ auch schon deftig abräumte.

sfb_2021_blu2_jan_Layout 1 16.12.20 13:14 Seite 1

FOTO: P. NÜRNBERGER

Im Frühling 2021 wollte

der Brite eigentlich auf

Tour kommen und unter

anderem in Hamburg, Dresden,

Hannover, Osnabrück,

Bremen, Kiel, Heidelberg,

Stuttgart, Nürnberg, München,

Köln, Frankfurt und

Berlin musikalisch Station

machen, das wird wohl eher

digital passieren ...

Unsere Anspieltipps auf

„Heaven in a World So Cold“

sind „Small Steps“, „Never

Let Me Down“ sowie „By

Your Side“ und der aktuelle

Charthit „Rather Be You“.

Überall hört man seine

fundierte und gewachsene

Liebe zur Musik heraus,

nicht ohne Grund: „Ich

habe viel Gitarrenmusik

gehört und wurde außerdem

sehr von meinem Vater

inspiriert“, verrät der 1995

geborene Tom. „Er hat

mir Bands wie Kool & The

Gang und James Taylor

nähergebracht. Ich habe

mich wenig für moderne

Musik interessiert und

lieber solche Bands gehört,

während meine Freunde

Acts wie Eminem gefeiert

haben.“ Und das merkt

man seinem Debütalbum

an. Sehr stimmig, zeitlos,

erwachsen. Groß! *rä

tomgregoryofficial.com


18

KULTUR

VIP

Startipps mit

seersucker.stud

Das hört der Erotikstar gerne: Unsere Startipps

mit dem schwulen Instagram-Phänomen.

1) „Little Red Corvette“ von Prince. Es ist einfach

so eingängig und lustig und die Anspielungen sind

unglaublich. Ich verehre Prince so sehr!

2) „It’s Raining Men“ der Weather Girls – ein

kluges Lied. Der Text ist genial. Und schon der

Gedanke darin ist so lustig und sexy.

3) „Daniel“ von Elton John, das ist mein Lied

– und von meinem Mann. Wir haben bei unserer

Hochzeit dazu getanzt.

www.instagram.com/seersucker.stud

FOTO: TATE TULLIER

BILDBAND

Der Zeitgeist an der Wand

Street-Art, egal ob Paste-ups oder Graffitis, Tags

oder Aufkleber, ist immer das schnellste Medium

der Kunstszene, um auf gesellschaftliche Veränderungen,

Bedrohungen und Umstände zu reagieren.

Ohne sich mit Galeristen oder

Verlegern auseinandersetzen zu

müssen, kann der Künstler seine

Beobachtungen, Ängste und

Gedanken direkt an die Wand, an

die Öffentlichkeit bringen. Xavier

Tapies nimmt sich dieser Kunstformen

in seinem neuen Buch an.

„Street Art in Zeiten von Corona“

ist eine äußerst umfangreiche

Einordnung aktueller Kunst der

Straße: Bestens eingefangene

Fotos der Kunstwerke werden

mit Orts- und Künstlerangabe

abgebildet, zudem kommentiert

und erklärt. Zum Beispiel „VIRUS“ von ARMX und

Sweetsnini, das klarmacht: Gemeinsam werden wir

Corona besiegen. Masken auf, „US“ statt „VIRUS“.

Ein Buch, das beweist, dass Street-Art eben nicht nur

eine Provokation an die Hausbesitzer ist, nein, es geht

hierbei um Kunst und Gedanken, um verbildlichte

gesellschaftliche Stimmungen. Und ja, das passiert meist

auf dem Rücken der Haus- und Wandbesitzer. Aber nur

so funktioniert diese oft flüchtige Kunst. *rä

midasverlag.mysupr.de


STYLE 19

OFFICE VISIONEN VON COR

Ein ungestörtes Meeting abhalten oder sich einfach

mal zurückziehen, sich ausklinken. Das Sofasystem

mit hohem oder niedrigem Rücken, das vom

1-Sitzer bis zum 3-Sitzer wachsen kann, wird zur

Wohlfühloase und zum Rückzugsort im Büro. Mit

den frei wählbaren Modulen aus Esche oder Eiche

wird Floater zu einem vollwertigen Arbeitsplatz. Die

zusätzlichen Ablagen schaffen Platz für Notebooks

und Pads, für die es einen eigenen Stromanschluss

gibt. Floater ist eben mehr als ein Sofa, es ist ein

frei konfigurierbares Werkzeug für das (gemütliche)

Arbeiten im modernen Büro.

Schon als Solist überzeugt der neue Schreibtisch, in

räumlichen Abwicklungen aber tritt er gemeinsam mit

einem neuen Arbeitspanel außerdem als Teamplayer

auf. Loungemodule lassen sich jetzt mit Arbeitszonen

durchgängig verbinden. Die Grundkonfigurationen dieser

Konzeptlösung haben S- oder U-Form. Unterschiedliche

Panels funktionieren als „Links“, um mehrere Module

aneinander zu reihen. Neben der individuellen Ausstattung

der Innenbereiche mit Tischplatten oder Hockern können

auch die Außenflächen mit diversen Funktionen belegt

werden. Tische, Flatscreens oder Garderobenhaken lassen

sich leicht „andocken“.

www.cor.de

Let’s work

together.

COR Studio

Grolmanstr. 36

10623 Berlin

Mo.– fr. 10–19 Uhr,

sa. 10–18 Uhr

T. (030) 8892 0 888

info@corberlin.de

cor.de/berlin


20

STYLE

UNTERWÄSCHE

PARADIESISCHE

MODE

Das noch ganz junge Modelabel richtet sich an „aufgeschlossene,

offene, humorvolle, extrovertierte, modische Menschen“,

die kein Problem damit haben, auch in Sachen Unterwäsche

ein Stachel im konservativen Mainstream zu sein.

Da, wo sonst der Markenname dominiert, kann hier ein „SUCK MY

DICK“ oder auch „FUCK YOU“ stehen. Klingt platt, schaut aber gut

aus und ist – so in Szene gesetzt – ja schon wieder Pop-Art, oder?

Die trendigen Teile des Labels aus Wiesbaden bestehen aus 47 %

Viskose, 47 % Baumwolle und 6 % Elastan

„um beste Qualität und ein superbequemes

Tragegefühl zu garantieren“, so Gregor

Garkisch, der Mann hinter den Kulissen. *rä

partyinparadise.eu


PUNK

Die Tödliche Doris

1980 gründete der Buchautor, Musiker, bildender Künstler und Schauspieler Wolfgang

Müller zusammen mit Nikolaus Untermöhlen die legendäre Band „Die Tödliche Doris“.

Berliner Kult! Und jetzt kommt die Mode dazu.

STYLE 21

Über die Band verriet uns Wolfgang

Müller einmal im Interview: „Da die

Westberliner Galerieszene ultraspießig

war und – genau wie

in Ostberlin – die Kulturfunktionäre

nur figürliche

Malerei akzeptierten,

entschieden wir,

unsere künstlerischen

Konzepte mit Musik

umzusetzen. Die

subkulturelle Punkszene

fanden wir sowieso viel

interessanter und lebendiger.

Statt Farbe, Papier oder

Holz zu formen, setzen wir Klang,

Töne, Rhythmus, Bewegung und Zeit

als künstlerisches Material ein. Geräusche

und Töne sind außerdem preiswert und viel

einfacher zu transportieren als Leinwände,

Rahmen und Bronzeskulpturen.“

Ungewöhnliche, von Punk, Berlin und

Street-Art beeinflusste Mode für alle queeren

Freidenker und Kunstliebhaber.

„Kostüme und Klamotten waren

extrem wichtig für Die Tödliche Doris.

Denn ohne Kleidung wäre Doris

überhaupt nicht wahrgenommen

worden. Man kann

sogar sagen: Allein ihren

Klamotten verdankte

sie ihre Existenz.

Denn Doris besaß

weder einen Körper,

geschweige denn eine

Identität. Also weniger

als gar nichts. Einzig

durch ihre Klamotten

konnte ihre Anwesenheit

festgestellt werden“, so Wolfgang

Müller in seinem Buch „Die Tödliche

Doris – Kostüme“, Hybriden-Verlag Berlin

2017.

Via 032c.com gibt es jetzt eine ganze

Kollektion zu Ehren dieser Avantgarde-Punk-

Kunst-Truppe. Wir lieben! *rä

032c.com

SAFER HOME

SHOPPING

brunos.de

/brunos.de

/brunos_de


22 STYLE

TREND

Warm verpackt

An grauen und nasskalten Tagen muss man sich gut einmummeln,

um sich nicht beim Mund-Nasenschutz-Wechseln oder Anstehen zu

verkühlen.

FOTO: A. JANSEN

Zum Beispiel in die Mode von BRACHMANN aus Berlin. Deren

Kollektion für den Herbst und Winter ist dank Materialien wie Schurund

Kaschmir-Wolle, Baumwolle sowie Mohair-Wolle-Gemische eine

sichere Bank in Sachen Wärme. Die modischen Visionen für die kalte

Jahreszeit spielen mit „Räumen, Ebenen und Oberflächen“, verraten

die Designer. „Die Schnitte sind klar und folgen strengen architektonischen

Linien, geometrischen Formen und klaren Achsen, Layerings

durchdringen sich wechselseitig, integrierte Faltungen geben Weite.“

Inszeniert wurden die trendigen Mäntel, Hemden und Jacken, Blazer

und Anzüge von Axl Jansen. Aber auch ohne das Können eines

Fotografen macht die in Grün- und Blautönen, Grau und wärmeren

Brauntönen sowie Terrakotta und warmem Fuchsrot gehaltene

Kollektion extrem viel her. *rä

brachmannofficial.com

TIPP

Comeback: Kapuzenpullover

An manchen Tagen sind neben der

Werbung die einzigen Farbkleckse die

bunten Mund-Nasen-Bedeckungen,

wenn man sich in der Stadt bewegt.

Klar, dass es einen da in die Natur zieht,

wir haben ein paar Tipps für dich, um

gut gewärmt und farbenfroh durch die

Pandemie zu traben. Egal, ob man in

der Innenstadt seine Einkäufe macht

oder mit dem besten Freund eine

Pizza holt, Farben erhellen die dunklen

Wintertage. Ein fettes Comeback feierte

in den vergangenen Monaten der

Kapuzenpullover – und das Sweatshirt

allgemein. s.Oliver hat gleich eine ganze

Kollektion – immer mit bestem Tragegefühl

– der coolen Teile im Angebot,

unseren Liebling siehst du hier. *rä

www.soliver.de

FOTO: PIXXPOWER.PHOTOGRAPHY

TREND

Volle Beweglichkeit

Die hautengen Beinkleider aus dem Hause Kapow Meggings

machen dich garantiert zum Hingucker beim Sport oder Yoga.

Angst, dass man darin albern aussieht, braucht man nicht zu

haben. Wenn du dich gut fühlst, dann kannst du eigentlich alles

tragen. Wer definiert denn Schönheit? Als queerer Mann sollte

man es auch mal wagen, anders auszusehen. Unbequem wird es

jedenfalls nicht, denn ihre Mode „sei für Männer jeder Körpergröße

entworfen“, so das queere Team von Kapow Meggings. Auch

Influencer und Model Mitch Bo trägt gerne Kapow Meggings. Denn

dass Männern enge Beinkleider extremst gut stehen, das weiß man

auch am Bodensee. *rä

kapowmeggings.co.uk


DESIGN

100 % KURT JOSEF ZALTO

Die kalte Jahreszeit und Corona

sorgen bei uns allen dafür, dass

man mehr zu Hause bleibt. Und dann will

man es schön haben – auch am Esstisch.

Ganz passend hat der österreichische

Glasdesigner Kurt Josef Zalto einen

Klassiker des 19. Jahrhunderts neu

aufgelegt: die Glaskunst im Stil des

Grafen Leopold von Schaffgotsch aus

Schlesien. Die Glas-Kollektion „Josephine“

soll herausragenden Weingenuss

garantieren, der Knick ist der Kniff!

Die behutsam geformte Kante soll

dafür sorgen, „dass ein Teil des Weines,

der durch Bewegung am Rand des

Glases aufsteigt, gebrochen wird und

anschließend in einer Spiralbewegung

ins Glas zurückfließt“, wird verraten.

„Auf diesem Weg nimmt der Wein

sehr viel Sauerstoff auf und kann sich

perfekt entfalten.“ Wie zu Biedermeiers

Zeiten kann man nun (fast) so genießen,

nur womöglich besser. „Geschmacklich

eine völlig neue Dimension. Gleichzeitig

ist das Glas so fein, dass man fast das

Gefühl hat, den Wein in der Hand zu

halten. Ein sinnliches Erlebnis ...“, freut

sich Kurt Josef Zalto, der zusammen

mit seinem Team diese handgefertigte

Kunst produziert. Ein Statement! *rä

josephinen.com

KOSMETIK

Ganz natürlich, ganz schön

Die Zeiten sind vorbei, als man sich von Influencern einreden ließ, wie dünn, wie

duftend und wie gepudert Mann sein muss.

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/4X6

Das große Umdenken begann für

manchen so nach und nach mit den

ersten Stromausfällen (dann waren die

mit Geld unterfütterten Internet-Beiträge

weg), ganz allgemein durch die Corona-

Pandemie und ihre Folgen. Immer mehr

Queers wurde klar, was wirklich zählt:

Familie, Freunde, Community und Natur.

Auch in Sachen Körperpflege merkte man,

dass es nicht egal ist, was wie verpackt,

was wo produziert wurde. Und spätestens

beim dritten Dürre-Hitze-Sommer in

Folge wachte der Letzte auf: Es muss sich

etwas ändern. Ein guter Anfang sind da

Naturkosmetika wie die von alverde. Zum

Beispiel die „All-In-One Feste Dusche“,

die spart Plastik und lässt dich sexy nach

Zedernholz duften. Hergestellt wurden

die Zutaten in kontrolliert-biologischem

Anbau. Mögen wir. *rä

www.dm.de/alverde


24 KLUBWELT

FOTO: XAMAX

GEBURTSTAG

ROMY HAAGs Wiegenfest

Als Schauspielerin in vielen Filmen

und als Regisseurin von Show- und

Varietéprogrammen feiert die am 1. Januar

1951 (oder auch 1948) geborene Transsexuelle

bis heute Erfolge. Romy Haags

Revue-Disco Chez Romy Haag (heute:

Connection) hat das Nachtleben Berlins im

letzten Jahrhundert verändert. Die Shows,

die sie für ihre Disconächte kreierte, ließen

sich weder mit Glamour noch mit Trash

beschreiben. Es war ideenreich illustrierte

Musik, die auch David Bowie und Freddie

Mercury anlockte. Alles Gute! *rä

Sven Rebel: „Liebe Romy Haag, Du bist für

mich das, was Berlin ausmacht, was Berlin

groß macht. Kaum jemand hat Berlin so

geprägt wie Du. Du bist mein großes Vorbild

vor allem, was Authentizität angeht.

Ich bin Dir sehr dankbar und schicke Dir

aus ganzem, tiefsten Herzen und voller

Liebe: Alles, alles Gute zum Geburtstag!“

Amanda Cox: „Alles Gute einer der

größten und atemberaubendsten Diven

der Welt. Keine ist wie Romy – und das ist

auch gut so!“

Maria Psycho: „Lebe bunt. Daran

muss ich denken, wenn ich an Dich

denke! Alles Gute und bitte lebe noch

lange bunt.“

Amy Strong: „Eine Ikone. Ich gratuliere

von ganzem Herzen zu deinem

Ehrentag. Heute werde ich ein Glas

Sekt auf Dich trinken und ganz

besonders an Dich denken. Happy

Birthday!“

www.romyhaag.de

KLUBMUSIK

Matterhornmassiv Goes Deep House

Thomas Lemmer und Christoph Sebastian

Pabst vertonten ihre Impressionen

des über 4.400 Meter hohen Massivs

in den Alpen. Herausgekommen ist ein

atmosphärisch dichter und irgendwie

pathetischer Deep-House-Track, der

dem Hörer schmeichelt und – vor allem

über Kopfhörer gehört – dem Alltag

entfliehen lässt.

Der unaufdringliche House-Beat hält die

Hintergrundchöre, das Piano und die eingesprengten

Trance- und Acid-Hooklines

bestens zusammen, das Lied klingt nach

Größe, nach Stärke und ein bisschen nach

Ehrfurcht. „Das Matterhorn! Erhaben,

massiv, manchmal in Nebel gehüllt, doch

immer majestätisch steht es da für alle

Ewigkeit“, so die Musiker und Producer

Thomas Lemmer und Christoph Sebastian

Pabst, deren Album „Bergblick“ in

den letzten Wochen erschienen ist, über

ihre Inspiration. Das Stück sei „eine Deep-

House-Produktion mit neo-klassischen

Einflüssen und treibenden analogen

Synthesizer-Sequenzen. Erhaben,

vertraut und doch andersartig.“ Perfekte

Musik, um abzuschalten vom Stress, von

der Enge und Hetze, von all dem Trubel

und nervenden Sorgen. *rä

www.sine-music.com


KLUBMUSIK

Steve Bug: „Never Ending

Winding Roads“

KLUBWELT 25

Gestartet in Bremen, jetzt weltweit ein Begriff: Steve

Bug. Der Mann, der seit 1991 für beste Minimal- und

Techno-Beats sorgt, hat ein neues Album am Start: „Never

Ending Winding Roads“ – und das kickt so richtig!

Schon das Cover des Werks gefällt: ein alter VW-Käfer auf

einer regennassen Waldstraße. Da kommen Erinnerungen

an Fahrten mit den Eltern hoch, als das Radio das Tor

zu Welt raus aus der gemütlichen Heimeligkeit war.

Enttäuscht wird der Hörer nicht. Jeder Track hat seinen

ganz eigenen Charme, alles ist liebevoll und perfekt komponiert,

produziert und mit einem ordentlichen Wumms

abgemischt. Unsere Anspieltipps sind „Raindance 101“, „A

Conscious Machine“, „Hijacked Minds“ (erinnert etwas an

Kraftwerk) sowie „Ludic Loops“ und das dubbige „Yellow

Snake“. *rä

www.stevebug.com

FOTO: M. STAGGAT


26 KLUBWELT

KALENDER

JETZT WIRD ES EROTISCH!

Die SchwuZ-Finken ziehen

blank: kunstvoll, bunt und für

eine sehr gute Sache.

Denn das Team des 1977 an

den Start gegangenen SchwulenZentrums,

jetzt ein queerer

Veranstaltungsort, will kämpfen.

Kämpfen statt aufgeben. Daher

durfte SchwuZ-Mitarbeiter Matthias

Hamann das Team queer-erotisch

ablichten. Der Kalender namens

„SchwuZ Pralinen“ ist bei Eisenherz

und beim Schwulen Museum

erhältlich, zudem ist er über www.

schwuz.de/shop erhältlich und bietet

dir queere Fotografie und Sterne

wie Kaey und auch Barkeeper

Cristian mal ganz anders ... Gut zu

wissen: Salzgeber unterstützte das

Projekt. *rä

FOTO: M. HAMANN

KLUBMUSIK

Hol dir die Party nach Hause

Der Regen peitscht ins Gesicht, der Wind

dröhnt im Ohr und die Klubs sind zu. Alles

nicht gerade das, was einem gute Laune

verschafft. Diese vier CDs aber schon.

Vor einigen Wochen erschien „KONTOR Top

of the Clubs Vol. 87“, hierauf mischten unter

anderem die DJs Markus Gardeweg – der

Musiker legte schon im Hamburger Klub

136° auf, remixte einst Lisa Stansfields Hit

„If I Hadn’t Got You“ und landete Kracher

wie „Why Don't You Let Me Know“ – und

DJ Jerome (er bekam gerade eine Goldene

Schallplatte für seinen Erfolg „Light“).

FOTO: KONTOR RECORDS

Die ersten drei CDs sind ein durchgängiger

DJ-Mix, die vierte CD bringt dir dann

ausgesuchte Lieder ungemischt. Unsere

Anspieltipps sind „Hallucinate (Tensnake

Remix)“ von Dua Lipa sowie „Lovefool“ von

twocolors und „Aliens“ von Mike Candys

– der Schweizer DJ und Producer remixte

schon erfolgreich „Move on Baby“ von dem

legendären italienischen Eurodance-Projekt

Cappella. Ein housiger Eurodance-Spaß,

der dich fröhlich durch den Winter kommen

lassen wird. *rä

www.kontorrecords.de


NACHGEFRAGT

GEENA TEQUILA

im Interview

FOTO: M. RÄDEL

Die schillernde Dragqueen ließ ihr Publikum den Alltag vergessen und

erfreute mit ihrer Bühnenkunst. Der Lockdown machte das unmöglich.

Wir fragten nach bei Hamburgs Schrillster.

Wie wirkt sich die Pandemie

beruflich auf dich aus?

Der zweite Lockdown führte dazu, dass

der Hamburger Kiez sich wieder zu

einer Geisterstadt gewandelt hat. Somit

ist die Möglichkeit, Geld zu verdienen,

wieder auf null gesunken. Neben der

Travestie hatte ich auch endlich nach

dem ersten Lockdown eine Arbeit in

der Gastronomie gefunden – dieser ist

natürlich auch wieder weg und das Gerenne

zum Arbeitsamt geht wieder los.

Wer gibt dir in dieser Zeit Halt?

Den größten Halt gibt mir Amanda, aber

auch der Verein #werwennnichtwir.

Bei diesem bin ich aktuell ehrenamtlich

tätig. In dem Verein sammeln wir

Lebensmittel ein und geben diese

an Bedürftige aus, welche durch die

Pandemie – so wie ich – nicht mehr

die Einnahmen haben, die sie gewohnt

sind, und schlagartig von Hartz IV leben

sollen.

Wovor hast du Angst?

Meine größte Angst ist es, dass der Kiez

ausstirbt. Dass Kultur verschwindet.

Dass Vielfalt bald nicht mehr existent

sein könnte.

Was ist dir gerade eine große

Stütze?

Eine große Stütze ist aktuell die Mahnwache

für den Kiez, die wir auf dem

Spielbudenplatz ins Leben gerufen haben.

Dort halten wir einen stillen Protest

ab, bei dem jeder gerne eingeladen ist.

Gerne auch Hamburger Prominente ...

*Interview: Michael Rädel

Alle 11 Minuten

1)

verliebt sich ein

Single über

Jetzt parshippen

1) Hochrechnung aus Nutzerbefragung 2016, Deutschland


28 KLUBWELT

SO36:

NACHGEFRAGT

„Schon ein Scheißgefühl ...“

Die Corona-Fälle werden

immer mehr, das Nachtleben

wurde wieder – und das total –

heruntergefahren. Höchste Zeit, mit

denen zu sprechen, die in der Klubund

Konzertwelt arbeiten: Steff und

Pasqual vom SO36 in der Oranienstraße

in Kreuzberg. Das ganze

Interview gibt es auf männer.media

Eigentlich wolltet ihr im Herbst eure

Trinkhalle öffnen.

Pasqual: Genau, den Sommer über haben

wir die Füße still gehalten, weil wir es nicht

so sexy fanden, in unsere Halle einzuladen,

wenn draußen super Wetter ist. Wir

dachten, das macht keinen Sinn. Und jetzt,

wo es kälter wird, wollten wir zumindest

an den Wochenenden eine „große Kneipe“

anbieten, die an manchen Abenden von

unseren Partyformaten wie „Gayhane“

inspiriert ist. Daran wollen wir auch festhalten

– mit Hygienekonzept und

Mindestabstand. Wir haben eine

super Lüftungsanlage, das zahlt

sich in der aktuellen Situation

noch einmal mehr aus. Eine

Voranmeldung wird nicht nötig

sein.

Wie hat sich der

Arbeitsalltag verändert?

Pasqual: Es ist schon wichtig,

sowohl für den Laden als

auch für das eigene Gefühl,

hierherzukommen. Wir haben

E-Mail-Verkehr, Bookings ... Man

muss schon kommen, man hat nicht mehr

dieselbe Stundenzahl, aber wir versuchen,

Montag bis Freitag das Büro offen zu

halten. Was guttut, sind die lieben E-Mails,

die man bekommt.

Steff: Was aber gerade so richtig nervt,

ist, dass wir für die letzten vier Jahre eine

Steuerprüfung bekommen haben. Alle sind

in Kurzarbeit und niemand hat Zeit, dann

kommt das Finanzamt ... Dieser Zeitpunkt ...

Pasqual: Wir sind hier intern echt bestrebt,

das Arbeitsvolumen zu reduzieren, dann

kommt so was.

Rückte das Team enger zusammen?

Pasqual: Man sieht viele gar nicht mehr!

Wir arbeiten in vielen Gewerken an vielen

Orten. Wenn ich an meine Kolleg*innen vom

Tresen und der Technik denke, die sehe

ich nicht mehr. Das fehlt mir persönlich

total. Und im Büro versuchen wir, darauf zu

achten, dass nicht zu viele gleichzeitig im

SO36 sind. Manches dauert jetzt dadurch

auch einfach länger.

Habt Ihr einen Plan B für 2021?

Steff: Was es gibt, ist der „Neustart

Kultur“-Antrag, den wir stellen werden

für das erste halbe Jahr. Also Konzerte,

interaktive Formen des Streamings. Selbst

wenn ein Impfstoff im Januar käme, dauert

ja alles, ich rechne nicht vor Sommer mit

Normalbetrieb. Wir haben Türsteher*innen,

die kontrollieren, wir haben eine tolle

Lüftung.

Eure Merchandising-Produkte haben

euch schon geholfen, oder?

Pasqual: Es fühlt sich allgemein etwas

komisch an, sich von diesem Staat retten

zu lassen. (lacht) Im März und April, als

es losging mit den Spenden, da legte

auch der Merch-Verkauf los. Das hat uns

über den Sommer gerettet. Ohne diesen

Verkauf wäre es eng geworden. Gerade

hat es etwas nachgelassen, bei vielen ist

unsere Lage nicht mehr im Bewusstsein,

weil manche Adressen große finanzielle

Unterstützung bekommen haben. Aber

wir nicht! Zwar haben wir ein

gutes Standing in der Szene

und unsere Gäste ließen und

lassen uns nicht hängen,

aber bisher kam staatlich

nichts an. Gerade die

kleinen queeren Orte gehen

momentan drauf. Deswegen

gehen wir damit so raus, um

unsere Stimme für alle zu

erheben.

FOTOS: M. RÄDEL

*Interview: Michael Rädel

www.so36.de


BILDBAND

Magnus Hastings: Bilder der Community

Vor einigen Monaten erschien

„Rainbow Revolution“ mit Bildern

unter anderem von Boy George, Nico

Tortorella und Bethany Meyers. Ein

Buch, das zeigt, wie vielfältig unsere

weltweite Community ist!

SZENE

29

Durch die Corona-Pandemie ist das Szeneleben

eingefroren, manch einer denkt

sogar schon an Zustände wie in den

1980ern, als Aids ungehemmt wütete

und die Community erstarrt war in Angst

und Trauer. Aber damals wie heute gibt

es Aktivist_innen, Kämpfer_innen und

Künstler_innen, die einem Mut machen.

Sei es durch ihr Sein, etwa auf Instagram,

Facebook, YouTube sowie in Büchern

und im TV, durch ihre Musik wie etwa bei

Sam Smith und Boy George oder durch

ihre Kunst wie bei Magnus Hastings. Auf

176 Seiten sorgt der englische Fotograf,

der in London aufwuchs, für queere

Sichtbarkeit und beim Leser für pure

Lebensfreude. „Stolz, verspielt, trotzig

und vielfältig, die kraftvollen Bilder und

Individuen in diesem schönen Band

repräsentieren die Stärke, die man

bekommt, wenn man weiß, wer man ist,

und das auch ausdrückt“, so Magnus

Hastings. Gut zu wissen: Elton John ist

Fan und Kunde. *rä

www.magnushastings.com

SHOPPING

Ein grooooßes Geschenk

Wolltest du schon immer deinen

favorisierten Pornostern promoten und

zudem einen schmucken Rucksack

haben? Oder in der Clique der sein, der

den „ungewöhnlichen“ Kapuzenpullover

trägt? Danny D ermöglicht es dir. Der im

August 1987 geborene Brite mit dem

großen Glied (ca. 27 cm) ist seit 2008

ein Stern der Szene und bereichert die

Pornowelt mit seinem Können. „Ich bin

eigentlich nur ein dünner Mann, der

seinen Traum lebt“, verrät der Star aus

FOTOS: TWITTER.COM/DANNYDXXX

Filmen wie „Rudeboiz“ und „StraightBoy“

dazu. Auf seiner Verkaufs-Homepage

kannst du Unterwäsche, Shirts und

Taschen kaufen. Der – einst auch in

schwulen Filmen aktive – Vollerotikdarsteller

bietet auf www.dannydstore.

com neben den oben erwähnten

Geschenk- und Style-Tipps aber natürlich

auch Dildos an, die seinem Penis

nachempfunden wurden. *rä

www.dannydstore.com


30 SZENE

TERMINE

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

SO 10.1.

15:00 AHA, AHA-Sonntagscafé,

Kaffee &

Kuchen. Bei fortgesetzten

Corona-

Einschränkungen: Die

AHA zum Mitnehmen

- SOLI & TO GO von

14 – 17 Uhr, Monumentenstraße

13

MO 11.1.

10:00 Buchhandlung Eisenherz,

Ausstellung: Stefan

Thiel - FANSHOP,

bis zum 23.01.2021,

Mo - Sa 10 bis 19 Uhr.,

Motzstr. 23

19:00 AHA, Queerer Vernetzungsabend

- Virtuell,

Zoom-Meeting.

Projektvorstelllungen

& Anliegen vorab, per

Mail, an Sebastian@

aha-berlin.de. Einwahl

ab 18:45 Uhr, Monumentenstraße

13

DI 12.1.

19:30 Renaissance Theater,

Noch einen Augenblick,

Knesebeckstr.

100

MI 13.1.

10:00 Buchhandlung Eisenherz,

Ausstellung: Stefan

Thiel - FANSHOP,

bis zum 23.01.2021,

Mo - Sa 10 bis 19 Uhr.,

Motzstr. 23

DO 14.1.

18:30 Mann-O-Meter,

MANEO-Teestube,

für schwule und

bisexuelle geflüchtete

Männer. Bis 20 Uhr.

Entfällt bei Verlängerung

des Lockdown!,

Bülowstr. 106

20:00 Berliner Kriminal

Theater, Passagier 23,

Umspannwerk Ost

Palisadenstr. 48

FR 15.1.

20:00 AHA, Kings +

Queens in the TV

Box - Livestream, 2

TV Shows von 1997

mit Drag Kings + Drag

Queens. Livestream

über die AHA YouTube

und Facebook Profile,

Monumentenstraße

13

SA 16.1.

16:00 Berliner Kriminal

Theater, Der Tatortreiniger,

weitere Vorstellung

um: 20 Uhr,

Umspannwerk Ost

Palisadenstr. 48

SO 17.1.

16:00 Schlosspark Theater,

Ein deutsches Leben,

Schlossstr. 48

MO 18.1.

19:00 AHA, Qyouth, Treffen

queerer junger

Erwachsener für

18-30-jährige. Bei

anhaltenden Coronabeschränkungen

bitte auf aha-berlin.de

informieren., Monumentenstraße

13

DO 21.1.

18:30 Mann-O-Meter,

MANEO-Teestube,

für schwule und

bisexuelle geflüchtete

Männer. Bis 20 Uhr.

Entfällt bei Verlängerung

des Lockdown!,

Bülowstr. 106

19:00 AHA, QUEERonaut

- Queere, offene

Aktivitäten- und Freizeitgruppe,

Aktuelle

Infos: https://www.

facebook.com/QueeronautUnterstrichSternchen/

Bei fortgesetzten

Corona-

Einschränkungen nur

Virtuell!, Monumentenstraße

13

FR 22.1.

20:00 Bar Jeder Vernunft,

Andreas Rebers:

Rumpelkinder -

Schmuddelstilzchen,

Schaperstraße 24

SO 24.1.

20:00 Schlosspark Theater,

Gayle Tufts: American

Woman, Schlossstr.

48

MO 25.1.

18:00 Mann-O-Meter,

Die Montagsspieler,

Spielegruppe. Entfällt

bei Verlängerung des

Lockdown!, Bülowstr.

106

19:00 AHA, Öffentliches

AHA-Plenum - virtuell

Mitreden, Mitgestalten,

Mitentscheiden,

Zoom Meeting.

Einwahldaten per

E-Mail: virtuell@ahaberlin.de,

Monumentenstraße

13

DI 26.1.

16:00 Mann-O-Meter,

Café Doppelherz,

bis 18 Uhr. Schwuler

Kieztreff für Männer

ab 50. Entfällt bei Verlängerung

des Lockdown!,

Bülowstr. 106

MI 27.1.

20:00 Bar Jeder Vernunft,

Vladimir Korneev &

Band - Youkali, Schaperstraße

24

SO 31.1.

16:00 Schlosspark Theater,

Ich bin nicht Mercury,

Schlossstr. 48

MO 1.2.

20:00 Bar Jeder Vernunft,

Erik Leuthäuser &

Gäste: Wünschen,

Schaperstraße 24

SA 6.2.

20:00 Tipi, Lisa Eckhart: Die

Vorteile des Lasters,

Große Querallee

DI 9.2.

20:00 Neuköllner Oper, ist

die welt auch noch so

schön, Karl-Marx-Str.

131 – 133

MI 10.2.

20:00 Ufa-Fabrik, Markus

Barth: Haha...

Moment, was?, Viktoriastr.

10/18/2016

SA 13.2.

19:30 Komische Oper, Pierrot

Lunaire, von Arnold

Schönberg & Samuel

Beckett, Behrenstr.

55-57

SA 27.2.

12:00 Galerie Deschler,

Jörn Grothkopp x

Breuninger Stuttgart,

bis Mitte März 2021,

Mi - Sa: 12 - 18 Uhr

geöffnet, Auguststraße

61

Wöchentlich

MONTAG

18:00 Mann-O-Meter,

Tests auf HIV und

andere STIs, bis

21:30 Uhr, anonym

und ohne Voranmeldung,

Bülowstr. 106

MITTWOCH

2. 3. 4. 5. Mi 18:00 Mann-

O-Meter, Jungschwuppen

Mittwochsclub

(14–29 Jahre),

schwule Jugendgruppe.

Entfällt bei

Verlängerung des

Lockdown!, Bülowstr.

106

DONNERSTAG

1. 3. Do 19:00 AHA,

QUEERonaut -

Queere, offene

Aktivitäten- und

Freizeitgruppe, Aktuelle

Infos: https://

www.facebook.com/

QueeronautUnterstrichSternchen/,

Monumentenstraße

13

FREITAG

17:00 Mann-O-Meter,

Psychologische

Beratung & Infos zu

HIV & Aids, bis 21

Uhr, Bülowstr. 106

FOTO: M. RÄDEL

WIEGENFEST

Alles Gute zum Geburtstag, Milan (links im Bild)! Der Wahlberliner mit tschechischen

Wurzeln hat in Prag unter anderem Werbedesign studiert. Begonnen

hat Milan Brinker (geboren am 25.2.1991) aber schon als Kind mit der Malerei.

Größere mediale Aufmerksamkeit wurde dem Künstler mit seinen blauen

Bildern zuteil, die sich mit dem Anschlag in Orlando auseinandersetzen.

Bekannt wurde seine Kunst auch im Rahmen der Spice-Girls-Ausstellung in

der queeren Galerie The Ballery. *rä

www.milan-brinker.de


PLASTISCHE CHIRURGIE

IM KIEZ

Unverbindliche und individuelle Beratung

vom Facharzt für Plastische und Ästhetische

Chirurgie direkt am Nollendorfplatz.

© photo Diago Mariotta Mendez

Beratung, Gesichtsverjüngung und

ästhetische Operationen.

Behandlung mit Botox, Hyaluronsäure,

PRP-Plasmatherapie und Fadenlifting.

Dr. Steffen Schirmer · Plastischer und Ästhetischer Chirurg · In der Praxis Dr. Goldstein · Maaßenstraße 14 · 10777 Berlin

Termine nach Vereinbarung · Telefon 030 - 215 20 05 · mail@drsteffenschirmer.com · www. drsteffenschirmer.com

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www.mutschmann.de

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#HIVERSITY: Weil wir

Rund 88.000 HIV-positive Menschen leben aktuell in Deutschland. Das sind 88.000 unterschiedliche

Schicksale und 88.000 individuelle Lebensträume. Dennoch werden Menschen mit HIV viel zu häufig alle

in die gleiche Schublade gesteckt, die als einzige Aufschrift „HIV-positiv“ trägt. Dabei sind sie doch so viel

mehr als ihre positive Diagnose.

Sarah beispielsweise reist leidenschaftlich

gerne. Die stolze Mutter liebt es

nicht nur, lässig auf ihrem Motorroller die

Gegend zu erkunden, sondern engagiert

sich privat auch mit Herz und Seele

in sozialen Ehrenämtern. Seit über 26

Jahren ist sie HIV-positiv.

Denis lebt seit 2009 mit HIV. Der hauptberufliche

Sozialarbeiter bezeichnet sich

selbst als echtes „Schoko-Monster“. Das

sieht man dem ambitionierten Ju-Jutsu

Athlet allerdings nicht an. Er ist ein großer

Fan der Band Rosenstolz und trinkt auch

gerne mal einen guten Gin.

Das Leben – auch mit HIV – ist bunt,

vielfältig und schön! Genau das zeigen

die Gesichter der neuen Kampagne

#HIVersity. Diese macht Schluss mit

dem Schubladendenken und stellt die

Diversität von Menschen mit HIV in den

Mittelpunkt. Neben Sarah und Denis

unterstützen noch zahlreiche weitere

positive Menschen aus der Community

die deutschlandweite Kampagne. Ihr

Ziel ist es, die noch immer bestehende

Stigmatisierung abzubauen und das Bild

vom Leben mit HIV zurechtzurücken. Sie

und ihre Persönlichkeiten sind vielfältig

und besonders, das ist auf den Plakaten

ganz deutlich zu sehen.

Trotz der Schönheit ihrer individuellen

Persönlichkeiten gibt es aber nach wie

vor Situationen, in denen HIV-positive

Menschen allein auf ihre Diagnose

reduziert und stigmatisiert werden.

Denn HIV ist leider immer noch ein

Tabu-Thema in der Öffentlichkeit und

nur wenigen ist bekannt, dass mit HIV

heutzutage ein ganz normales Leben

möglich ist. Die Vorurteile über HIVpositive

Menschen sind völlig veraltet.

Genau hier setzt die Kampagne

#HIVersity an und trägt dazu bei, dass

sowohl innerhalb der Community als

auch in der gesamten Gesellschaft

offener über HIV gesprochen und

mehr aufgeklärt wird. Denn wenn alle

Menschen sehen und verstehen, wie ein

modernes Leben mit HIV heute wirklich

aussieht, dann können Vorurteile, Ängste

und die daraus resultierende Stigmatisierung

abgebaut werden.

# HIVersity

NP-DE-HVU-ADVT-200009-11/2020


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mehr sind als nur HIV-positiv

33

DOCH WIE SIEHT EIN MODERNES

LEBEN MIT HIV EIGENTLICH AUS?

Auch wenn eine HIV-Diagnose ein

einschneidendes Erlebnis sein kann,

macht sie langfristig im Alltag nur

einen kleinen Teil aus. Dank moderner

Medikamente kann HIV unter einer

erfolgreichen Therapie nicht mehr

übertragen werden - selbst bei

ungeschütztem Geschlechtsverkehr

nicht. 1,2,3 Es gilt dabei das Prinzip n=n

(nicht nachweisbar = nicht übertragbar)

und das macht damit die Angst vor

einer Ansteckung unbegründet. Auch

für HIV-positive Menschen selbst ist

dieses Wissen unglaublich befreiend

und hat einen großen Einfluss auf die

eigene Lebensqualität: Sie können ihren

Alltag ganz normal gestalten und alles

tun, worauf sie Lust haben. Sie können

gesunde Kinder zeugen oder bekommen

und haben eine vergleichbare Lebenserwartung

wie HIV-negative Menschen.

„Früher hatte ich selbst

viele alte Bilder über HIV

im Kopf. Mittlerweile

weiß ich, dass ich das

Virus dank moderner

Medikamente nicht mehr

übertragen kann. Das

ist ein sehr befreiendes

Gefühl!”

Denis,

lebt seit 2009 mit HIV

So vielfältig die Persönlichkeiten

sind, so unterschiedlich sind auch

die individuellen Bedürfnisse. Als

HIV-positiver Mensch ist das Wissen

um diese besonders wichtig, denn

auch das hat einen Einfluss auf die

eigene Lebensqualität: Mittlerweile

gibt es eine Vielzahl an verschiedenen

Medikamenten und Therapien. Wenn

man als positiver Mensch seine eigenen

Bedürfnisse gut kennt und regelmäßig

offen mit der/m Ärzt*in darüber spricht,

dann ist es leichter gemeinsam zu

entscheiden, welche Therapie aktuell

am besten zum eigenen Leben passt.

Weitere Informationen zum Leben

mit HIV unter www.livlife.de.

Unterstützt von ViiV Healthcare

1 Eisinger et al., JAMA February 5,

2019 Volume 321, Number 5

2 LeMessurier et al. CMAJ. 2018;190(46)

3 European AIDS Clinical Society Guidelines,

Version 10.1, Stand Oktober 2020

Weil wir mehr sind als nur HIV-positiv: LiVLife.de


34 GESUNDHEIT

KOSMETIK

Kein Firlefanz.

Nur das Wesentliche.

Aus dem lediglich 19.000 Einwohner zählenden Weil der Stadt in Baden-

Württemberg kommen Produkte, die auch städtische Hipsterherzen

schneller pochen lassen werden – und den Bart glänzen und duften ...

Das Team von BLACKFOREST

BEARD CO. legt Wert darauf, dass

alles mit Herz und ohne Firlefanz

gemacht wird. Und das im schönen

Schwarzwald, jener dicht bewaldeten

Ski- und Bergregion (höchstes

und größtes zusammenhängendes

Mittelgebirge Deutschlands). „Wir

verwenden ausschließlich das, was

Dein Bart auch wirklich braucht.“

Für Produkte wie Bartöl und

Bartwachse werden nur natürliche

Inhaltsstoffe verwendet, etwa

Jojobaöl und Pfefferminze, für die

Duftnoten Fichtennadeln („Der

Geruch des tiefsten Waldes erdet

Dich und gibt Dir einen standfesten

Boden. Stell Dir vor, Du erblickst

plötzlich einen mächtigen Hirsch

mitten im Wald – Du spürst Anmut

und Dich im Gleichgewicht mit der

Natur.“) und Latschenkiefer („Ihr

angenehmer Waldgeruch belebt

und befreit Deine Atemwege.“). Die

super duftenden und pflegenden

Produkte kann man über die unten

genannte Homepage oder via

Amazon beziehen. Wir sind Fan.

Funfact: Aus der Region kommen

Künstler wie Til Schweiger, Andreas

Schwarz, Michelle, Tim Lienhard

und Rinaldo Hopf. *rä

blackforestbeard.co

ERNÄHRUNG

Gesundes Frisches

Der Winter ist da, draußen wächst wenig(er), trotzdem

kannst du deine Küche mit frischem Grün aufpeppen. Denn

zum Glück gibt es ja Gemüsekeimlinge, die nach wenigen

Tagen geerntet und frisch verzehrt werden. Zum Beispiel

von „Radies Rambo“ und Kohlrabi von Heimgart. Wahrlich

nachhaltiges und regionales Superfood, Geschmacks- und

Vitaminbomben, von deiner Fensterbank! Man muss nur

die Keimschale mit Wasser befüllen und anschließend zwei

Saatpads auf den dazugehörigen Edelstahleinsatz legen. Den

frühlingshaften Rest machen die Microgreens dann von ganz

alleine. Essen und ernten musst wieder du. *rä

heimgart.com

IMPRESSUM

Herausgeber:

Christian Fischer (cf) & Michael Rädel (rä)

Chefredakteur: Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)

Stellv. Chefredakteur: Christian Knuth (ck)

BESUCHERADRESSE:

Köln: T: 0221 29497538,

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Berlin: Degnerstr. 9b, 13053 Berlin,

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Hamburg: T: 040 280081-76 /-77,

F: 040 28008178, redaktion@hinnerk.de

Frankfurt: Kaiserstr. 72, 60329 Frankfurt,

T: 069 83044510, F: 069 83040990

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München: T: 089 5529716-11,

redaktion@leo-magazin.de

MITARBEITER:

Thomas Wassermann, Jonathan Fink,

Leander Milbrecht (lm), Felix Just (fj),

Christian Knuth (ck)

Lektorat (ausgewählte Texte):

Tomas M. Mielke, www.sprachdesign.de

Grafik: Extern

Cover: Foto: istockphoto.com/gilaxia

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laufenden Monats abgebucht.

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blu/gab/leo unterliegt der IVW-

Auflagenkontrolle


GESUNDHEIT

FOTO: ASHKAN FOROUZANI / UNSPLASH /CC0

HIV/AIDS

Mehr HIV-Neuinfektionen!

Keine gute Nachricht. Aber auch kein Grund zur Besorgnis. Jedenfalls nicht so sehr für schwule und bisexuelle

Männer*, die Sex mit Männern* haben, beziehungsweise für die, die HIV-Prävention für diese Zielgruppe betreiben.

Warum das so ist und welche dann doch äußerst besorgniserregenden Wechselwirkungen die HIV-Pandemie mit der

SARS-CoV-2-Pandemie hat, hat die Deutsche Aidshilfe (DAH) herausgearbeitet.

DEUTSCHLAND VERFEHLT

UNAIDS-ZIEL

Laut Stufenplan „Aids beenden“ von

UNAIDS, der vorsieht, Aids-Erkrankungen

bis 2030 auf null zu reduzieren, sollten

in Deutschland mindestens 90 Prozent

aller HIV-Infektionen diagnostiziert sein.

Die Zahlen des RKI lassen aber auf nur

88 Prozent schließen. Besser sieht es

bei den beiden anderen Kennzahlen

aus: 90 Prozent der HIV-Positiven

sollen nach Möglichkeit eine Therapie

erhalten – hier kann Deutschland mit

96 Prozent glänzen. Und auch beim für

die Übertragungskette so wichtigen Ziel,

90 Prozent der Behandelten unter die

Nachweisgrenze zu bringen, erreicht

Deutschland 96 Prozent.

DIE NEUINFEKTIONSZAHLEN

Laut aktuellem Epidemiologischen

Bulletin des Robert Koch-Institutes RKI

vom 26. November 2020, ist die Zahl der

HIV-Neuinfektionen in Deutschland im

Jahr 2019 nicht weiter gesunken, sondern

leicht angestiegen. Sie lag 2019 bei

2.600, das sind 100 mehr als im Vorjahr.

Bei den schwulen und bisexuellen Männern

ist die Zahl mit 1.600 Fällen konstant

geblieben, der deutliche Rückgang

der letzten Jahre hat sich allerdings nicht

fortgesetzt. Einen Anstieg auf niedrigem

Niveau gab es 2019 außerdem durch

heterosexuellen Geschlechtsverkehr bei

Männern (insgesamt 650 Neuinfektionen

in durch heterosexuelle Kontakte).

PROBLEM SPÄTE DIAGNOSE

Kaum verändert hat sich die hohe Zahl der

Menschen, die nichts von ihrer Infektion

wissen und die Zahl derer, die deswegen

an Aids oder einem schweren Immundefekt

erkranken: 10.800 Menschen lebten

Ende 2019 in Deutschland mit HIV, ohne

davon zu wissen, viele bereits seit Jahren.


GESUNDHEIT

Etwa ein Drittel der HIV-Diagnosen

erfolgt erst, wenn bereits eine schwere

Erkrankung auftritt. Leicht zugängliche

Testangebote und Testkampagnen

haben in den letzten Jahren bereits dafür

gesorgt, dass in Großstädten die Zahl der

schwulen und bisexuellen Männer, die

frühzeitig von ihrer Infektion erfahren,

gestiegen ist. Die Zahl der Spätdiagnosen

ist in dieser Gruppe gesunken. Dennoch

haben 1.100 Menschen pro Jahr Aids

bekommen oder erleiden einen schweren

Immundefekt, obwohl es vermeidbar

gewesen wäre. Denn: Je früher aber eine

HIV-Infektion erkannt wird, desto weniger

bleibende Schäden verursacht sie. Und:

Weil behandelte HIV-Positive das Virus

unmöglich weiter geben können, wird

sozusagen als Nebeneffekt die Übertragungskette

unterbrochen. Testangebote

sind ein immer wichtiger werdendes

Standbein der HIV-Prävention. Und dieses

Standbein wackelt. Wegen Corona.

„Es wäre möglich, deutlich mehr

HIV-Infektionen und schwere

Erkrankungen zu verhindern. Nun

drohen stattdessen Rückschritte und

Schäden, weil die Corona-Pandemie

Lücken bei den Testangeboten reißt.“

Sven Warminsky

vom Vorstand der DAH

CORONA VERHINDERT HIV-TESTS

Durch die Maßnahmen gegen Covid-19

sind vor allem die anonymen Testangebote

stark eingeschränkt. Die vielerorts

einzigen Testmöglichkeiten in den

Gesundheitsämtern haben aufgrund von

Überlastung zurzeit Tests auf HIV und

Geschlechtskrankheiten ausgesetzt.

Aidshilfen und die Checkpoints gleichen

diesen Mangel normalerweise teilweise

aus, aber auch ihre Testangebote sind

stark beeinträchtigt. Zusätzlich stehen

sie unter teilweise enormem finanziellen

Druck, weil ausfallende CSDs

und Fundraising-Aktivitäten

die Spendeneinnahmen

einbrechen lassen. Und

nicht nur das: Laut DAH

ist die Finanzierung

der Testangebote in

Aidshilfen in vielen

Städten gefährdet: Die

Kommunen wollen sie

im nächsten Jahr nicht

wieder zur Verfügung stellen oder

kürzen. Sven Warminsky:

„Um Aids-Erkrankungen und HIV-

Neuinfektionen weiter zu reduzieren,

dürfen keine Testangebote wegfallen,

sie müssen vielmehr weiter ausgebaut

werden. Hier stehen Länder und

Kommunen in der Verantwortung.“

HIV-NEUINFEKTIONEN VON 1975 BIS 2019

4000

3000

2000

1000

SYPHILIS-INFEKTIONEN VON 1970 BIS 2019

10000

7500

5000

2500

QUELLE: RKI

1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2019

MSM IVD Hetero

1971 1976 1981 1986 1991 1996 2001 2006

MEHR SELBSTTESTS WAGEN!

Wie Leser*innen dieses Magazins

vielleicht wahrgenommen haben, ist

eine Maßnahme, die das RKI empfiehlt,

Selbsttests stärker zu bewerben

und Angebote von Einsendetests

auszuweiten. Das Kooperationsprojekt

s.a.m health von Deutscher Aidshilfe,

Münchner Aids-Hilfe, Labor Lademannbogen

und ViiV Healthcare ist

inzwischen deutschlandweit

verfügbar und ermöglicht es

erstmals jedem in einem

selbstgewähltem Rhythmus

einen Test auf HIV,

Syphilis, Chlamydien und

Gonorrhö (Tripper) bequem

zuhause durchzuführen. Die

Ergebnisse gibt’s per Telefon/

SMS und das ganze ist ab 32

Euro unschlagbar günstig zu haben.

www.samhealth.de

FOTO: FREEPIK

PREP FÜR ALLE!

Die medikamentöse HIV-Prophylaxe

PrEP muss nach Ansicht der DAH noch

bekannter und vor allem allen Menschen

zugänglich gemacht werden, für die sie

in Frage kommt. Rund 17.500 Menschen

Gesamt Männer Frauen

QUELLE: RKI

2011 2016 2019

Die Steigerungen bei den Syphiliszahlen lassen viel Platz für Interpretation.

Mehr dazu unter männer.media/gesundheit!

nutzen nach DAH-Schätzungen bisher

diese Schutzmethode. Das ist ein Erfolg,

doch es könnten noch deutlich mehr sein.

In kleineren Städten und ländlichen Regionen

gibt es teilweise keine Möglichkeit, sich

die PrEP verschreiben zu lassen. Und so

vermerkt auch das RKI in seinem Bulletin,

dass ein Effekt der PrEP auf die Neuinfektionszahlen

bisher nicht nachzuweisen ist.

Deshalb kommentiert die DAH:

„Wir haben auf einen weiteren

Rückgang der Zahlen gehofft.

Immerhin zahlen seit letztem Jahr die

Gesetzlichen Krankenkassen für die

HIV-Prophylaxe PrEP und immer mehr

Menschen mit HIV erhalten früh eine

Therapie. Doch die Möglichkeiten der

Prävention in Deutschland werden

bisher nicht voll ausgeschöpft. Es ist

dringend an der Zeit, alle wirksamen

Methoden auch allen Menschen mit

HIV-Risiken anzubieten.“

2021 wird zeigen, ob und wie der

erfolgreiche deutsche Weg in der HIV-

Prävention fortgesetzt wird. Gefordert

sind alle, denn HIV ist und bleibt eine

gesamtgesellschaftliche Aufgabe. *ck


GESUNDHEIT

INTERVIEW

FOTO: JANDRO SAAYMAN / UNSPLASH / CC0

Kongress:

Pandemie gestern und heute

Der 10. Deutsch-Österreichische Aids-Kongress wird zwischen dem 25. und 27. März 2021 #ausGründen

erstmals auch digital stattfinden. Das verstärkt die Öffnung des Kongressprogramms Richtung Community

selbstverständlich noch einmal. Wir fragten bei Kongresspräsident Professor Christian Hoffmann und Silke

Klumb (Geschäftsführerin Deutsche Aidshilfe) nach, was interessierte Leser*innen erwartet.

Warum ist der DÖAK aus Ihrer

Sicht auch für die Leser*innen

dieses Magazins einen (digitalen)

Besuch wert?

Prof. Hoffmann: Das Programm des

DÖAKs wird ja mittlerweile nicht nur

von Wissenschaftler*innen konzipiert.

Traditionell sind die Deutsche Aidshilfe

sowie Mitglieder der Community in die

Organisation eingebunden. Da liegt es

auf der Hand, dass auch viele Themen,

die über rein medizinische und reine

HIV-Themen hinausgehen, zur Sprache

kommen werden.

Welchen Stellenwert hat der Kongress

aus Sicht der DAH in Sachen

Prävention? Passt ein Fachkongress

zum Konzept niedrigschwelliger

Ansprache?

Silke Klumb: Auch ein Kongress

wie der DÖAK kann niedrigschwellig

werden, wenn Community auf allen

Ebenen beteiligt wird – das ist ein

wichtiges Grundprinzip, das auf dem

DÖAK umgesetzt wird. Für gelingende

Prävention ist die Kommunikation zwischen

Ärzt*innen, Präventionist*innen,

Selbsthilfeaktivist*innen und

Sozialwissenschaftler*innen unerlässlich:

der Abbau von Diskriminierung insbesondere

im Gesundheitswesen ist eine

zentrale gemeinsame Aufgabe, an der


GESUNDHEIT

Wie beteiligt sich die HIV-Community am Kongress?

„Durch das Community-Board

(CB), das den Kongress mit vorbereitet

und in allen wichtigen

Gremien vertreten ist, wird die

Beteiligung der HIV-Community

vorangetrieben. Dabei wird

versucht im CB möglichst

viele Aspekte und Seiten der

Community zu vertreten und

sichtbar zu machen und sie

gegebenenfalls mitzudenken.

Die entsprechenden Anliegen

werden dann in die Gremien

gebracht und es wird versucht,

sie im Kongressprogramm zu

platzieren. So bringen wir die

Perspektive der HIV-Community

nicht nur in den Community-

Board-Workshops, sondern

möglichst durchgehend im

gesamten Programm unter. Wir

sind bestrebt, Vertreter*innen

der Community an möglichst

vielen Stellen, wie Chairs, bei

Vorträgen und so weiter zu

besetzen.“

HIV-Aktivist Christoph Schaal-

Breite sitzt auch 2021 im

Community-Board des DÖAK

wir dringend zusammen weiterarbeiten

müssen. Und am Beispiel der PrEP zeigt

sich, wie wichtig eine enge interdisziplinäre

Zusammenarbeit zwischen allen

Beteiligten ist, um einen niedrigschwelligen

Zugang zu ermöglichen. Darüber

müssen wir reden!

Auf welche Schwerpunkte freuen

Sie sich besonders?

Prof. Hoffmann: Ich freue mich auf

die sicherlich zahlreichen Beiträge zu

HIV und COVID-19 – ein Thema, das

uns sicher derzeit alle in Beschlag hält

und wo noch viele Fragen offen sind.

Persönlich freue ich mich aber vor allem

über den Eröffnungsvortrag durch Hans

Jäger aus München, einem Pionier in

Deutschland. Ende März 2021 werden

die ersten Berichte zu HIV fast genau 40

Jahre zurückliegen. Sicher eine

gute Gelegenheit, zurück

zu schauen. Andererseits

wird Hans Jäger, so wie

ich ihn kenne, sicher

auch visionär nach

vorne blicken.

Silke Klumb:

Neben den sicherlich

spannenden

Plenarvorträgen ist

der Schwerpunkt zu

Sexualität besonders

spannend – von ChemSex

über Sexualität leben mit der

aktuellen großen Studie „Gesundheit

und Sexualität in Deutschland“ bis zu

einem Community-Workshop „Positive

Sexualität“. Dann werden die ersten

Ergebnisse der Studie „positive stimmen

2.0“ zu Diskriminierung von Menschen

mit HIV präsentiert werden, die aktuell

durchgeführt wird. Auf diese neuen

Daten – nach der ersten Erhebung 2021

– sind wir sehr gespannt. Wir werden

diskutieren, wie wir alle gemeinsam

weiter gegen Diskriminierung vorgehen

und diskriminierungsarme Verhältnisse

schaffen können. Dazu wird auch die

Vorstellung der Kampagne „selbstverständlich

positiv“ einen wichtigen

Beitrag leisten.

Corona und HIV wird zwangsläufig

ein Querschnittsthema des DÖAK

2021. Wo sehen Sie hier den größten

Diskussionsbedarf?

Prof. Hoffmann: Wir wissen immer

noch nicht genug über die Koinfektion

HIV/COVID-19 und mögliche schwere

Verläufe. Welche Rollen spielen die

Helferzellen? Und vor allem: Wie sicher

sind die Impfungen? Die meisten

Großen Impf-Studien haben HIV-

Patienten zunächst von der

Teilnahme ausgeschlossen.

Mittlerweile hat sich

das auf Druck einiger

Patientengruppen in

den USA zum Glück

geändert, allerdings

sind weiterhin fast

immer ausgerechnet

die schwer immunsupprimierten

Patienten

ausgeschlossen

– ich fürchte, mit diesen

Patienten, die die Impfung

vermutlich am dringendsten

benötigen, wird das ein großer Feldversuch

im nächsten Jahr. Darüber muss

geredet werden! Mit Frau Marylyn Addo

aus Hamburg haben wir außerdem eine

der führenden Impfforscherinnen für

einen Plenarvortrag gewinnen können.

Silke Klumb: Für mich ist die zentrale

Frage: Was kann aus der HIV-Epidemie

gelernt werden für die Bewältigung der

OTO: JOHANNES BERGER

Covid-19-Pandemie, insbesondere aus

Präventionssicht? Wie kann verständlich

und glaubwürdig kommuniziert werden?

Wie können verschiedene Gruppen,

insbesondere die, die aktuell als „Risikogruppen“

bezeichnet werden, beteiligt

werden an Entscheidungen, die ihr

Leben elementar betreffen?

Schafft Deutschland die UNAIDS-

Ziele?

Silke Klumb: Deutschland hat das

zweite und dritte der UNAIDS-Ziele

bereits erreicht, das ist sehr gut. Auch

das erste Ziel kann erreicht werden,

wenn es gelingt, weiterhin niedrigschwellig

Zugang zu Beratung und

Testangeboten zu schaffen. Dazu gehört

insbesondere, Menschen die Angst vor

dem Leben mit HIV zu nehmen, Diskriminierung

und Stigma abzubauen. Es

lohnt sich, den eigenen HIV-Status zu

kennen – ein langes und gutes Leben mit

HIV ist möglich. Mit großer Sorge sehen

wir aktuell den Rückgang von HIV-Beratungs-

und Testangeboten angesichts

der COVID-19-Pandemie, sei es aufgrund

der Überlastung der Gesundheitsämter,

sei es aufgrund von eingeschränkten

Angeboten aufgrund der Hygieneanforderungen,

sei es mangels Finanzierung.

Gleichzeitig beobachten wir eine moralische

Verurteilung von Sexualität jenseits

heteronormativ gelebter monogamer

Beziehungen. Sexualität wird verdrängt,

Community-Strukturen sind in Gefahr,

für immer zerstört zu werden. Das kann

nicht zuletzt auch negative Folgen für

die Erreichung der UNAIDS-Ziele haben.

*Interview: Christian Knuth

25. – 27.3., 10. Deutsch-Österreichischer

Aids-Kongress, www.sv-veranstaltungen.de


GESUNDHEIT

MASTURBATION

Spaß für Dich!

Männer masturbieren. Nicht nur die, klar,

aber eben alle, der Rest lügt. Und hier gibt

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eine völlig neue Art der Masturbation, mit

intensiveren und abwechslungsreicheren

Höhepunkten. 2017 entstand in einem Berliner

Sex-Tech-Labor die Idee zu Arcwave,

einer Marke für die sexuellen Bedürfnisse

des Mannes. Die Mission: Die männliche

Masturbation auf ein neues Level zu heben

und die Sextoy-Industrie zu revolutionieren.

Die Arcwave-Entwickler*innen haben die

schon bei Produkten für Frauen erfolgreiche

patentierte Pleasure Air Technologie für

das männliche Geschlecht optimiert.

Dazu brauchte es unter anderem über ein

Dutzend Prototypen, stärkere Luftwellen

und eine größere Oberflächenstruktur. Das

Ergebnis: aufregendere, abwechslungsreichere

und intensivere Orgasmen.

Wie das geht? Arcwave stimuliert das Frenulum

mit pulsierenden Luftwellen und startet

die Stimulation dank der Smart Silence

Technologie erst bei Hautkontakt. Das softe

und flexible Silikon in Kombination mit

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welche Größe und ob beschnitten oder nicht.

Die edle Storage Base lädt und trocknet das

Produkt nach der Reinigung gleichzeitig dank

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www.arcwave.com


GESUNDHEIT

INTERVIEW

Nichts ist für

die Ewigkeit

Dr. Steffen Schirmer ist Chefarzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive

Mikrochirurgie am St. Marien-Krankenhaus in Berlin. Seit Juni 2020 berät und

behandelt er auch Patienten in der PRAXIS GOLDSTEIN am Winterfeldtplatz. Wir

sprachen über Schönheit, Verjüngungskuren und darüber, wann zu viel zu viel ist.

FOTO: DIAGO MARIOTTA MENDEZ

Sind Männer eitler als Frauen?

Ich denke nicht, dass Männer grundsätzlich

eitler sind als Frauen, aber es gibt Männer,

die sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen oder

mehr perfektionistisch veranlagt sind. Mit

den Eitelkeiten hält es sich aber eher die

Waage und es ist immer sehr individuell.

Mit was für Wünschen und Vorstellungen

kommen Männer zu dir?

Viele Männer wissen schon sehr genau,

was sie an sich verändern lassen wollen.

Ein frischer Look und erholtes Aussehen

sind für sie wichtig im Alltag. Man möchte

nicht verbraucht erscheinen oder die

Müdigkeit angesehen bekommen. Viele

lassen sich mit einer Plasmabehandlung

die Haut etwas verjüngen, gerade um die

Augen herum. Es kommt sehr auf die

Altersstruktur und die Beschaffenheit der

Haut an. Bei ersten Falten kann man super

mit Botox arbeiten. Andere haben einen

zunehmenden Verlust des Unterhaut-

Fettgewebes. Das Gesicht wirkt dann wie

eingefallen, wobei es sich aber um einen

natürlichen Alterungsprozess handelt. Es

kommen Patienten von Mitte 20 bis 60

Jahren zu mir.

Mit Mitte 20? Ist das nicht ein wenig

jung?

Man kann auch mit Mitte 20 bereits etwas

machen, ob man das allerdings sollte, ist

von Patient zu Patient unterschiedlich.

Die Erbanlagen spielen eine große Rolle.

Manche haben mit Mitte 20 mehr Falten als

jemand mit 40 Jahren. Aus dem Grund sind

Botox-Behandlungen, Therapie mit Plasma

oder eine Vergrößerung von als zu klein

empfundenen Lippen auch bei jüngeren

Männern keine Seltenheit.

Was ist die Plasma-Therapie?

Die Plasma-Therapie, auch PRP genannt, ist

etwas sehr Natürliches, weil der Wirkstoff

aus dem eigenen Körper gewonnen wird.

Es ist Plasma, welches mit Thrombozyten

(Blutplättchen) angereichert ist. Diese Blutbestandteile

werden durch Zentrifugieren

getrennt und dann in die betroffenen

Stellen injiziert. Man regt damit auch die

Kollagen-Produktion der Haut an. Die

Behandlung mit PRP ist schmerzarm und

eignet sich auch bei Haarausfall, solange

noch Haarfollikel vorhanden sind. Die PRP

unterstützt die Haar-Regeneration, wenn

es also dünner wird, kann man es in einem

bestimmten Rhythmus (ca. sechs Wochen)

behandeln, um das Haarwachstum

anzuregen. Ich empfehle, es jedes halbe

Jahr auszuprobieren und zu sehen, ob der

gewünschte Effekt eintritt.

Botox hingegen ist ein hervorragendes

Medikament, welches zur Faltenbehandlung

genutzt wird. Hyaluronsäure wird als

Filler verwendet, da es ein Fremdmaterial

ist, welches in den Körper injiziert wird.

Diese Art von Filler wird angewandt, wo

Volumen ersetzt werden soll, etwa in den

Lippen.

Wie lange halten die Anwendungen?

Nichts ist für die Ewigkeit, der Alterungsprozess

wird ja nicht gestoppt. Die

Schwerkraft ist nach wie vor da und alles

wird nach unten gezogen. Bei Botox geht

man von vier bis sechs Monaten aus, je

nach Beschaffenheit der Haut und wie

stark die Muskulatur ist. Die Wirksamkeit

von PRP tritt nach etwa zwei Wochen ein.

Nach der Anwendung ist man aber nicht

sofort gesellschaftsfähig. Bei Botox ist das

anders, denn man sieht die Einstiche nicht.

PRP, Botox und Filler bietest du

auch in der Praxis Goldstein an,

größere Operationen im St. Marien-

Krankenhaus, richtig?

In der Praxis berate ich kostenlos und

unverbindlich. Wenn wir dann beim Befund

eher eine operative Indikation feststellen,

würden wir den Eingriff im Krankenhaus

vornehmen, inklusive der Narkosebesprechung.

Zu operativen Eingriffen gehören die

Augenlid- sowie Bauchdecken-Straffung,

Facelifts, Fettabsaugung und auch Lipofilling,

wo Fett von einer Stelle an die andere

transferiert wird.

Wann sagst du als Arzt Stopp, weil

du Eingriffe nicht mehr vertreten

kannst?

Es gibt Befunde, die man nicht deutlich

optomieren kann. Man muss also realistisch

einschätzen können, was zu verbessern ist,

und mit dem Angebot dieser Verbesserungen

auch mitteilen, welche Komplikationen

auftreten können. Wenn ich einschätze,

dass keine Optimierung möglich ist, mache

ich es auch nicht. Patient und Arzt müssen

sich unterhalten, wie und ob was machbar

ist, und sich dann auch einig sein.

*Interview: Ernesto Klews

Dr. Steffen Schirmer in der PRAXIS GOLD-

STEIN, Maaßenstr. 14, Berlin

www.drsteffenschirmer.com

info

PRP-Plasma-Therapie: PRP steht für

„platelet-rich plasma“ oder „plättchenreiches

Plasma“, welches reich an

Blutplättchen (Thrombozyten) ist und

unter die Haut injiziert wird.

Botox: Botulinumtoxin ist ein

Nervengift bzw. Protein. Es wird von

verschiedenen Stämmen der Bakterienspezies

Clostridium botulinum

gebildet. Die Substanz wird in die

Gesichtsmuskeln injiziert, um Falten so

zu glätten. Botulinumtoxin verhindert

den Austausch von Signalen zwischen

Nervenendung und Muskel. Dies

verhindert Muskelkontraktionen, die für

die Faltenbildung verantwortlich sind.

Hyaluronsäure: Hyaluronsäure kommt

natürlich im Körper vor. Sie ist ein

wichtiger Bestandteil verschiedener

Bindegewebsarten. Besonders zeichnet

sich die Hyaluronsäure dadurch

aus, dass sie sehr große Mengen

Wasser an sich binden kann.


GESELLSCHAFT

INTERVIEW

FOTOS: BEIERSDORF

AUSGEZEICHNET:

Du selbst sein bei Beiersdorf

Unser Interview mit dem

„Vice President, Global NIVEA

Brand & Design“ über das von ihm

gegründete und durch PROUT AT

WORK mit dem „Rising Star Award

2020“ ausgezeichnete queere

Mitarbeiter*innennetzwerk „Be You

@ Beiersdorf“.

Diversity wird auch in deutschen

Unternehmen immer häufiger als integrale

Bestandteil der Firmenphilosophie begriffen

und sogar als Wachstumsfaktor wahrgenommen.

Zurecht: Ende 2020 konnten

Analysten der Investmentbank Credit Suisse

in der Studie „The LGBT 350“ belegen,

dass Betrieben, die proaktiv für Diversity

eintreten und einen LGBTIQ*-Gleichstellungsansatz

verfolgen, gemessen an ihrer

Aktienkursentwicklung, überdurchschnittlich

erfolgreich sind. Anleger, die darauf

achteten, haben demnach in den vergangenen

zehn Jahren jährlich vier Prozent mehr

Rendite im Vergleich zum Gesamtmarkt

erzielt. Die Vorteile einer queerinklusiven

Unternehmensphilosophie liegen laut Credit

Suisse einerseits darin, Talente anzuziehen

und als Mitarbeiter*innen zu halten sowie

queere Kunden zu gewinnen. Die weltweite

jährliche Kaufkraft der LGBTIQ*-Community

wird von den Studienmachern auf bis zu

5,6 Billionen US-Dollar geschätzt.

Als Szenemagazin begleiten wir diesen

Prozess bereits seit Jahren proaktiv und

stellen immer wieder Macher*innen vor, die

die Regenbogenfarben in die Unternehmen

der Republik bringen. Im Falle von Ralph

Zimmerer ist dies sogar auf einem der

bekanntesten Pflegeprodukte der Welt

sichtbar geworden.

„Be You @ Beiersdorf“ bedeutet,

jede*r kann sich als Mitarbeiter*in bei

euch so verwirklichen, wie er selbst

ist?

Die Idee dahinter ist wirklich, dass wir

wollen, dass jede*r, also er, sie, sier, zur Arbeit

kommt und sich verwirklichen kann und das

wahre Ich auch zeigen kann. Der Gedanke

dahinter ist natürlich bis zu einem gewissen

Grad auch ein geschäftlicher. Es gibt sehr

viele Untersuchungen, dass diverse Teams

und auch Firmen, die das fördern, erfolgreicher

sind. Von daher ist es beides: ein

genereller Anspruch an den Menschen, sich

selbst wirklich einbringen zu können, um

sich auch weiterzuentwickeln, aber auch,

um dem Geschäftserfolg zu helfen.

Ihr habt die Charta der Vielfalt

unterzeichnet. Wann und was wollt

ihr damit signalisieren?

Dass wir uns für Vielfalt einsetzen und

dass wir das als Unternehmen vorantreiben

wollen.

Und manchmal kommt es ja auch auf

die Verpackung an. Ihr habt dieses

Jahr diese Regenbogendose gehabt.

Wie kam das an?

Das kam super an. Es war ein ganz großer

Erfolg. Es wurde auch sehr, sehr breit in den

Markt gebracht. Auch digital unterstützt.

Und wir hatten wirklich sehr positives

Feedback der Leute. Und interessant in

zwei-, dreierlei Hinsicht: Es gab Leute, die

fanden es super, weil sie verstehen was

das heißt. ‚Ach, so eine Regenbogendose

von NIVEA. Das heißt, NIVEA kümmert

sich wirklich um Vielfältigkeit um LGBTIQ*‘.

Manche Leute haben es sich erklären

lassen. Wir haben so einige Anekdoten,

von einer älteren Dame beispielsweise,

die dann über die Tochter oder Enkelin

herausgefunden hat, um was es da geht.

Die fand das eigentlich gar nicht so toll, das

Thema. Hat sich aber dann gesagt, ‚wenn

NIVEA das propagiert, wird das schon okay

sein‘. (lacht)

Die dritte Gruppe sind die, die gar nicht

wissen, worum es geht. Die fragen dann:

‚Was ist denn diese Regenbogen Sache?

Das sehe ich immer und überall. Ich weiß

gar nicht, was das ist.’ Und da ist das dann

einfach Aufklärungsarbeit.

*Interview: Ulli Pridat I Transkription/

Redaktion: Christian Knuth

Auf männer.media erzählt Ralph Zimmerer,

ob es die Regenbogen-NIVEA in

Zukunft auch in Polen gibt und wie das

Netzwerk „Be You“ entstanden ist.


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GESELLSCHAFT

RELIGION

Bremer Pastor wegen

Volksverhetzung verurteilt

FOTO: M. RÄTZ

8.100 Euro Strafe verhängte

die vorsitzende Richterin Ellen

Best am Bremer Amtsgericht gegen

den Pastor der örtlichen evangelischen

St.-Martini-Gemeinde.

Olaf Latzel hatte Homosexualität

bei einer Kirchenveranstaltung als

„Degenerationsform der Gesellschaft“ und

CSD-Besucher*innen als „Verbrecher“ und

„todeswürdig“ bezeichnet.

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe

von drei Monaten, umgewandelt zu einer

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 90

Euro, was insgesamt 8.100 Euro macht.

Damit blieb es unter der Forderung der

Staatsanwaltschaft, die eine Strafe von vier

Monaten verlangt hatte. Die Verteidigung

hatte auf Freispruch plädiert. (AZ: 96 Ds

225 Js 26577/20) Erleichterung beim CSD

und in Kirchenkreisen: Für die Bremische

Evangelischen Kirche (BEK) äußerste sich

Schriftführer Pastor Bernd Kuschnerus

gegenüber buten un binnen „zutiefst

betroffen“ darüber, dass „ein Pastor unserer

Kirche wegen Volksverhetzung verurteilt

worden ist“. Das lesbische Pastorinnenehepaar

von Anders Amen ** unterbrach

sogar seinen Mutterschaftsurlaub. Ellen

Radtke sendete uns einen überraschten

Kommentar, denn mit einer Verurteilung

hatte sie nicht gerechnet. „Es ist gut, dass

Pastor Olaf Latzel für die Aussagen, die

er getätigt hat, auch tatsächlich verurteilt

worden ist. {...} Wir freuen uns darüber!

Denn: Die Aussagen die er getätigt hat,

sind nicht ‚einfach biblische’ Aussagen.“

Der Bremer CSD Verein war einer der

ersten, der nach Bekanntwerden der

Hetzrede Strafanzeige bei der Polizei

gegen Latzel stellte. Er begrüßt in einer

Stellungnahme das Urteil.

„Auch wenn die Verteidigung bereits

Rechtsmittel bis zum Bundesverfassungsgericht

angekündigt hat, so

beweist das Urteil ganz eindeutig, dass

es sich nicht einfach um die Befindlichkeiten

von queeren Menschen handelt,

sondern um Volksverhetzung und ein

vergiftetes Klima.“

Robert Dadanski,

Pressesprecher und Vorstand

WIE GEHT ES WEITER?

Olaf Latzel hat legte umgehend

Rechtsmittel gegen das Urteil ein. Der

Kirchenausschuss der BEK entschied

dementsprechend, dass das Disziplinarverfahren

weiterhin ausgesetzt wird.

Allerdings wurde auch beschlossen, Latzel

vorläufig des Dienstes zu entheben, bzw.

mit ihm eine Einigung zu erzielen:

„Es ist nach unserer Überzeugung

nicht möglich, dass ein Pastor, der von

einem Gericht der Bundesrepublik

Deutschland wegen Volksverhetzung

verurteilt worden ist, während der

Dauer des Disziplinarverfahrens weiter

seinen Dienst tut. {...} Eine Ausübung des

Dienstes während dieser Zeit würde die

Glaubwürdigkeit der Wahrnehmung des

kirchlichen Dienstes und das Ansehen

der Bremischen Evangelischen Kirche in

der Öffentlichkeit schwer beschädigen.

Der Kirchenausschuss bittet die

Menschen, denen durch die Äußerungen

von Pastor Latzel Leid und Unrecht

zugefügt wurde, um Verzeihung.“

Wir berichten fortlaufend auf

männer.media! *ck

BEK-Schriftführer,

Pastor Dr. Bernd Kuschnerus

** Anders Amen, das ist ein lesbisches

Pastorinnenpaar, Steffi und Ellen Radtke,

welches mit intelligenten YouTube-

Beiträgen, queerem Witz und viel Charme

für queere Sichtbarkeit und auch für die

Verbreitung christlicher Gedanken sorgt.


FILM

INTERVIEW

KATE WINSLET:

„Wunderschöne Romanze“

Dreißig Jahre ist es her, dass

Kate Winslet ihre Karriere als

Teenager im britischen Fernsehen

begann. Der Durchbruch kam 1994

mit „Heavenly Creature“, gefolgt

von „Sinn und Sinnlichkeit“ und

natürlich „Titanic“. Später war die

Engländerin in Filmen wie „Iris“,

„Vergiss mein nicht!“, „Little Children“

oder „Contagion“ zu sehen, für „Der

Vorleser“ wurde sie mit dem Oscar

ausgezeichnet. Nun spielt sie eine der

beiden Hauptrollen im Historienfilm

„Ammonite“ (voraussichtlich ab dem

21. Januar in deutschen Kinos), dem

neuen Werk des schwulen Regisseurs

Francis Lee („God’s Own Country“).

Wir konnten die 45-Jährige anlässlich

dieser im 19. Jahrhundert spielenden

lesbischen Liebesgeschichte via

Zoom interviewen.

Miss Winslet, Sie spielen in

„Ammonite“ die Fossiliensammlerin

Mary Anning, die es wirklich

gegeben hat. Wie viel wussten Sie

über diese Frau?

Den Namen Mary Anning hatte ich zwar

schon gehört, aber eigentlich wusste ich

kaum etwas über sie. Vor allem hatte

ich keine Ahnung, was sie letztlich aus

wissenschaftlicher Sicht alles geleistet hat.

Ich musste ordentlich recherchieren, was

natürlich dadurch erschwert wurde, dass

über sie längst nicht so viel geschrieben

wurde wie über ihre männlichen

Zeitgenossen.

Wie haben Sie sich denn auf die

Rolle vorbereitet?

Sie meinen, außer dass ich wochenlang

an den Stränden Südwestenglands nach

Fossilien gesucht und Steine aufgeklopft

habe? Ich hatte glücklicherweise Zugang

zu ein paar ihrer echten Tagebücher.

Das fand ich enorm hilfreich, schon

weil ich mir größte Mühe geben wollte,

ihre Handschrift so gut wie möglich zu

kopieren. Vor allem aber fand ich es wichtig

zu sehen, welch enge Beziehungen Mary

zu den Frauen in ihrem Leben pflegte. Sie

hat nie aufbegehrt gegen das patriarchale

Gesellschaftssystem, in dem sie gefangen

war, und hat immer akzeptiert, dass ihre

wissenschaftliche Brillanz nie so anerkannt

wurde wie die von Männern. Da war sie

bemerkenswert geduldig und klaglos. Aber

gleichzeitig waren immer andere Frauen

ihre engsten Vertrauten und Verbündeten.

Im Film entwickelt sich eine

Liebesbeziehung zwischen Anning

und der jüngeren Charlotte

Murchison. Die ist aber nicht

verbürgt, oder?

Nein, sicher ist nur, dass Mary mit

Charlotte und ihrem Mann befreundet

war. Vieles spricht auch dafür, dass sie die


FILM

beiden in London besucht und eine Weile

bei ihnen gewohnt hat. Wobei sie wohl

in ihrem ganzen Leben ihren Küstenort

nur zweimal verlassen hat und nach

London gefahren ist. Auch in „Ammonite“

ist der Aufbruch in die Großstadt für sie

eigentlich eine viel größere Sache als die

intime Beziehung zu Charlotte. Letztere

ist viel eher eine Selbstverständlichkeit.

Angeblich haben Sie die Rolle

sofort angenommen, nachdem

Sie das Drehbuch gelesen hatten.

Entscheiden Sie sich immer so

impulsiv?

Kann man so nicht unbedingt sagen.

Obwohl ich viele meiner beruflichen

Entscheidungen schon recht instinktiv

treffe, aus dem Bauch heraus. Im Fall von

„Ammonite“ merkte ich einfach gleich,

dass ich es schwer aushalten würde,

jemand anderen in dieser Rolle zu sehen.

Ich fühlte sofort Besitzansprüche dieser

Mary Anning gegenüber. Und ich hatte

einfach noch nie so ein Drehbuch gelesen.

Sie meinen die Liebesgeschichte

dieser beiden Frauen?

Ja, auch. Ich finde es sehr wichtig, LGBTQ-

Geschichten stärker in den Mainstream

zu holen, und die zarte, wunderschöne

Romanze zwischen Mary und Charlotte ist

wirklich etwas Besonderes. Nicht zuletzt,

weil sie ohne Zögern, Geheimhaltung oder

Angst auskommt. Es wäre doch toll, wenn

das Publikum häufiger Geschichten über

Menschen aus der LGBTQ-Community

und ihre Beziehungen im Kino zu sehen

bekommt. Und vor allem möglichst

verschiedene. Unserem Regisseur Francis

Lee ist da wirklich etwas sehr Spezielles

gelungen, und mir war es eine große Ehre,

ein Teil dieser tollen Geschichte zu sein.

Die Sexszenen haben Sie und Ihre

Kollegin Saoirse Ronan selbst

choreografiert. Was war Ihnen dabei

wichtig?

Wir sind nun einmal beide Frauen,

deswegen lag es nahe, dass wir die

intimen Momente zwischen zwei

Frauen in die eigenen Hände nehmen.

Wir wollten, dass diese Szenen

wirklich authentisch aussehen und

diesen Frauen und ihrer Geschichte

wirklich gerecht werden. Uns ging

es um Leidenschaft auf Augenhöhe,

zwischen zwei Menschen, die eine

echte Verbindung zueinander spüren.

Vor allem wollten wir nicht, dass diese

Sexszenen irgendwie reißerisch oder

plakativ wirken. Viel zu oft fehlt solchen

Szenen zwischen zwei Frauen oder zwei

Männern die Selbstverständlichkeit

und Normalität, mit der heterosexuelle

Sexszenen gedreht werden. Da wollten

wir gegensteuern. Nicht dass unser

wunderbarer Regisseur Francis Lee, der

uns immer unglaublich viel Vertrauen

entgegenbrachte und ein Gefühl von

Sicherheit schuf, das irgendwie auf

fragwürdige Weise gemacht hätte. Aber

es war wirklich eine schöne Erfahrung,

gemeinsam mit Saoirse in diesem Fall

selbst die Zügel in der Hand zu haben.

Mit etwas Glück gehen Sie mit

„Ammonite“ mal wieder ins Rennen

um den Oscar. Gewonnen haben Sie

den wichtigsten Filmpreis der Welt

ja schon 2009. Sind Ihnen solche

Ehrungen also überhaupt noch

wichtig?

Oh, glauben Sie mir, solche Preise sind

für uns Künstler immer wichtig. Und

etwas ganz Wundervolles. Davon träumt

man natürlich. Selbst wenn man schon

so lange dabei ist wie ich und bei vielen

solcher Veranstaltungen dabei war, hat

man das nie über. Ich habe natürlich

keine Ahnung, wie die Oscar-Verleihung

und all die anderen Events dieser Art

in den Wochen davor 2021 stattfinden

und aussehen werden. Aber gerade im

Moment ist es doch wichtiger denn je,

künstlerische Leistungen zu feiern und

stolz auf unsere Branche zu sein. Wenn

wir mit „Ammonite“ ein kleiner Teil davon

sein können, würde mich das sehr freuen.

*Interview: Jonathan Fink


FILM

STREAMING

FOTO: SALZGEBER

„MOFFIE“ in der Queerfilmnacht

Bundesweit ist ab dem 1. Januar der neue

Salzgeber-Film „Moffie“ als VoD zu sehen.

Er spielt Anfang der 1980er in Südafrika,

ein Land, geteilt durch Rassismus, Apartheid

und den Grenzkrieg zu Angola.

Der junge weiße und schwule Nicholas

van der Swart muss seinem Land dienen,

gegen den Kommunismus und die

„schwarze Bedrohung“ kämpfen. Niemand

weiß, dass er schwul ist, käme dies raus,

hätte er als Moffie ein hartes Leben. Das

damalige Regime war nicht nur gegen

Schwarze, es war auch ganz klar gegen

Schwule. Doch gegen seine Gefühle

für den Kameraden Dylan kann er nicht

ankämpfen ...

„In den vergangenen zwanzig Jahren sind

viele Geschichten über das Apartheidsystem

erzählt worden und über die Leben,

die es ruinierte, die Helden, die es hervorbrachte,

und den Zoll, den es dem Erbe des

südafrikanischen Volkes abverlangte. Doch

hier geht es um einen komplexeren Aspekt

– die verborgene Geschichte der weißen

Männer, die die Propagandamaschinerie

der Apartheid ertragen mussten“, so der

Regisseur Oliver Hermanus über seinen

Film. Lohnt sich! *rä

„queerfilmnacht goes online“: Ab 1.1.21

als Video on Demand im Salzgeber Club,

www.salzgeber.de

DVD

Ich bin Anastasia

FOTOS: WWW.MISSINGFILMS.DE

Bei missingFILMS erschien vor einigen

Wochen ein ungewöhnlicher

Film über einen ungewöhnlichen

Menschen: „Ich bin Anastasia“

über Frau Oberstleutnant

Anastasia Biefang. Der

Film von Thomas Ladenburger

über die ersteTrans*

in der Geschichte der

Bundeswehr ist ein höchst

wichtiges und informatives,

intimes und sympathisches

Porträt geworden, das

keine der 95 Minuten

Dauer langweilt. Er begleitet

Anastasia bei ihrem

Transitionsprozess zur Frau

und verfolgt ihren Dienstantritt als

Kommandeurin. „Meine Transsexualität

trieb mich schon seit den

späten Teenagerjahren um, auch

wenn ich es damals nicht mit diesem

Begriff bezeichnete. [...] Meine

sexuelle Orientierung als bisexueller

Mensch, also die Bestimmung

meiner geschlechtlich-sexuellen

Orientierung, war mein erstes

geschlechtliches Thema. Bis ich

kapierte, dass ich Frauen und

Männer gleichermaßen sexuell

attraktiv und begehrenswert

empfinde, dauerte es schon einige

Zeit. Die Frau in mir rauszulassen

war schwierig. Ich empfand es

zunächst als falsch und schämte

mich“, verriet uns das mutige Role

Model einmal im Interview über

ihren Weg. *rä

www.missingfilms.de


ody & beauty /// katie melua

Europas. Fünf Alben und zahlreiche Auszeichnungen später erscheint in diesem Jahr ihr achter Longplayer.

048 ///

Interview: Felix Just

GLÜCKWUNSCH ZU DEINEM ACHTEN STUDIO-

ALBUM! OBWOHL DU SCHON IN DER VERGAN-

GENHEIT DEINE EIGENEN TEXTE GESCHRIEBEN

HAST, IST DAS DEIN ERSTES ALBUM, AUF DEM

ALLE SONGS DEINE HANDSCHRIFT TRAGEN.

BIST DU EXTRA STOLZ?

Es ist auch mein allererstes Album ohne Coversongs!

Meine Co-Autoren und ich haben zehn völlig neue

Songs geschrieben. Es hat wahnsinnig viel Spaß

gemacht. Was mich schon immer interessiert hat, ist

das Ungleichgewicht von Musik und Zeile. Wer hat

eigentlich entschieden, dass Musiktexte simpel sein

müssen? Als ich mal mit einem absolut genialen Autor

zusammensaß und an einem Song schrieb, meinte er

zu mir, dass die Worte keine Bedeutung hätten. Und

ich fragte ihn: „Wie kann es sein, dass die Worte keine

Bedeutung haben? Sie sind das Wichtigste an einem

Lied.“ Er erinnerte mich an die Songtexte der Beatles

und welchen Erfolg die Band mit sehr einfachen

Reimen hatte. In diesem besonderen Fall hatte er natürlich

recht, grundsätzlich stimme ich ihm aber nicht

zu. Wenn ich singe, geht es mir darum, eine Geschichte

zu erzählen. Überhaupt habe ich das Gefühl, die

Musikindustrie steckt jede Menge Geld und Know-how

in den Producer-Part der Produktion, aber scheint den

Prozess des Liederschreibens zu ignorieren.

ICH KANN DIR DA ALS AUTOR NUR ZUSTIMMEN.

Klar, du als Redakteur verstehst natürlich,

was ich meine.

ABSOLUT! ABGESEHEN VON DEN TEXTEN,

DIE DU FÜR „ALBUM NO. 8“ VERFASST HAST:

WAS WAR DIE IDEE HINTER DEINEM JÜNGSTEN

LONGPLAYER? ES KLINGT BEIM ERSTEN HÖREN

EIN BISSCHEN WIE EIN ROMAN.

Ursprünglich war das zwar nicht die Idee,

aber es macht Sinn, dass du das sagst. Geschichten

zu erzählen und meine Worte buchstäblich weise

zu wählen, sind ein großer Teil meines kreativen

Prozesses.

SEIT „CALL OFF THE SEARCH“ SIND 17 JAHRE

VERGANGEN. WAS HAT SICH SEIT DEINEM

ERSTEN ALBUM FÜR DICH ALS KÜNSTLERIN

VERÄNDERT?

Als ich damals anfing, Musik zu machen, arbeitete ich

mit Mike Batt zusammen, der mir mehr als dreißig

Jahre Erfahrung voraushatte Es war also Mikes Vision

und Mikes Musik und ich war die Stimme. Als Kind

georgischer Eltern, die vom Kommunismus geprägt

wurden, war für mich von Anfang an klar, dass du

nur als Team das beste Produkt abliefern kannst. Das

hat sechs Alben lang auch sehr gut funktioniert. Er

war mein Mentor. Und dann war es an der Zeit, dass

ich mich als Künstlerin weiterentwickle und wachse.

Meine ersten Erfolge waren sehr unschuldige Lieder.

Jetzt bin ich 35 und meine Musik soll das auf ehrliche

Weise widerspiegeln.

DEIN DEBÜTALBUM ERSCHIEN IM SELBEN

JAHR WIE CHRISTINA AGUILERAS „STRIPPED“

ALBUM, DAS SIE WEG VOM TEENIE-IMAGE

UND HIN ZUR JUNGEN ERWACHSENEN

TRANSPORTIEREN SOLLTE. ETWAS, DAS IHR

BEIDE AUSSERDEM GEMEINSAM HABT, IST

LEO ABRAHAMS, DER ALS PRODUZENT FÜR

AGUILERA AN „BIONIC“ ARBEITETE. JETZT

HAT ER „ALBUM NO. 8“ MIT DIR ENTWICKELT.

WOHER WUSSTEST DU, DASS ER DER

RICHTIGE FÜR DICH WAR?

Mein letztes Album war fokussiert auf meinen Gesang

und hatte einen starken A-capella-Charakter. Für

„Album No. 8.“ wollte ich aber eine ganze Reihe

namhafter Musiker. Einer von ihnen hatte mir Leo als

Produzent empfohlen. Zur gleichen Zeit hatte Leo

mein Management kontaktiert. Wir haben uns also getroffen

und ich habe ihm erklärt, was ich mir vorstellte.

Darauf sagte er: „Klingt gut.“ (lacht) Es hilft auch,

dass Leo ein brillanter Gitarrenspieler ist.

WÜRDEST DU AUCH MAL IN VÖLLIG ANDERE

GENRES EINTAUCHEN? ROCKMUSIK ODER

BUBBLEGUM-POP À LA CHRISTINA AGUILERA?

Auf der Bühne probiere ich mich schon immer in

verschiedenen Genres aus – ich habe schon Künstler

wie Janis Joplin gecovert und singe auch Jazz-,

Blues- und Folk-Songs. Auf meinen Alben zeige ich

diese Seite von mir noch nicht. Wer weiß, vielleicht

kommt das noch.

DAS BILD AUF DEM COVER ZEIGT DICH MIT

EINER RETRO-KAMERA IN DEN HÄNDEN.

HAST DU DAS FOTO SELBST GESCHOSSEN?

WAR DAS AUFGRUND VON CORONA?

Ja. Das Label hatte die Idee, mir diese Kamera zu

schicken, damit ich das Cover selbst aufnehme. Es ist

wirklich cool. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass

ich mal mein eigenes Coverfoto schieße.

WIRD ES EINE TOUR ZUM ALBUM GEBEN,

WENN ES DIE UMSTÄNDE WIEDER ZULASSEN?

Wir hatten eine große Tour geplant, die leider gecancelt

wurde. Aber wir stehen in den Startlöchern und

können jederzeit loslegen.

Mehr Informationen zum neuen Album und möglichen

Tourdaten unter www.katiemelua.com

/// 049

t r a v e l /// jump in here!

Das Kayon Jungle Resort inmitten von

Balis grünen Regenwäldern verfügt über

38 Suiten und Villen und könnte ungestörter

nicht sein. Unweit der kleinen Stadt Ubud

hat sich der Designer des Hotels – ein

junger Balinese – von den Reisfeldern der

Umgebung inspirieren lassen. Der Pool mit

Blick ins unendliche Grün erinnert an die

Terrassen des traditionellen Reisanbaus.

www.thekayonjungleresort.com

Eine „Best of Pools“-Doppelseite wäre nicht komplett

ohne den Infinity Pool des Marina Bay Sands in

Singapur. Er wurde auf der 57. Etage des Hotels

errichtet und ist nicht nur der am höchsten gelegene

Infinity Pool der Welt, sondern hat auch das längste

Becken, das nicht am Boden gebaut wurde. Entlang

der 150 Meter Badespaß dürfen Gäste und Besucher

bis in die späten Abendstunden die Aussicht auf die

Skyline, Drinks und ausgewählte Snacks genießen.

Eine Nacht im Marina Bay Sands kostet in der günstigsten

Zimmerkategorie rund 400 Euro.

www.marinabaysands.com

Sogenannte Rockpools haben in Australien eine lange Tradition. Die

ersten Freiluftbäder dieser Art wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts

errichtet, als Australien noch eine Strafkolonie war. Der Bronte

Rockpool befindet sich am Bronte Beach, circa zwei Kilometer entfernt

vom bekannteren Bondi Beach in Sydney, und ist dreißig Meter lang.

Das geniale an dieser Art von Pool: Schwimmer müssen auf das Wieim-Meer-Gefühl

nicht verzichten und sind gleichzeitig vor Strömungen

und gefährlichen Meerestieren geschützt.

Was als Abflussgewässer eines riesigen

Wärmekraftwerks entstand, ist heute

eines der bekanntesten Wellnessbäder

der Welt. Die Blaue Lagune in Island ist

etwa 45 Autominuten von der Hauptstadt

Reykjavík entfernt und war einst

ein reines Nebenprodukt des benachbarten

Kraftwerks, das aus Geothermik

Strom und Fernwärme produziert.

Aufgrund der hohen Konzentration von

Kieselalgen versickerten die Wassermengen

nicht im Vulkangestein der

Die schönsten, höchsten und blausten Pools der Welt findest du hier,

auf dieser Doppelseite.

Insel, sondern bildeten ein Reservoir,

das in den 1990ern zu einer Therme

umgebaut wurde. Die Algen und Mineralien,

die im Wasser enthalten sind,

lassen es nicht nur wunderbar blau

leuchten, sondern haben außerdem eine

heilende Wirkung für die Haut.

Noch mehr Infos zur Lagune und dem

angeschlossenen Hotel erfährst du auf

Seite 082 dieser Ausgabe.

www.bluelagoon.com

Text: Felix Just

Das Wellenbad im japanischen Hoshino Resort Risonare

Tomamu ist das größte des Landes. Alle halbe Stunde wird der

Wellengang für zehn Minuten gestartet. Am Abend verwandelt

sich der Poolbereich in eine romantische Lounge-Area. Keine

Lust auf Badespaß? In den umliegenden Bergen darf nach Herzenslust

Wintersport betrieben werden.

www.risonare.com/tomamu

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ALBUM NO. 8

KATIE MELUA

Katie Melua ist eine Ausnahmekünstlerin. Nur wenige Sänger und Sängerinnen schaffen es, sich so lange auf der Welle

des Erfolgs zu bewegen wie die Britin mit georgischen Wurzeln. 2003 feierte sie ihr Debüt mit „Call Off the Search“. 2005

erschien ihr zweites Album „Piece by Piece“ und die Single „Nine Million Bicycles“. „Piece by Piece“ erreichte in mehreren

europäischen Ländern die Nummer eins der Albumcharts. 2006 war Katie Melua die kommerziell erfolgreichste Sängerin

Foto: Rosie Matheson

#62

aesthetic

Edition

JUMP

IN HERE!

DAS SIND DIE SCHÖNSTEN

POOLS DER WELT

Marina Bay Sands, Singapur

JÜMP

IN HERE!

KATIE MELUA,

„Album No. 8“

YOU LOOK GREAT!

NOCH BESSER AUSSEHEN MIT DIESEN

SIMPLEN FASHION-TRICKS

MUSIK

FASO & KATIE MELUA

PLUS: EINE REISE AUF DEN MOND, INSELHOPPING IN GRIECHENLAND UND

GESICHTSMASKEN ZUM SELBERMACHEN

62

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Kayon Jungle Resort, Bali

Bronte Rockpool, Australien

Foto: Adobe Stock/Alexandra Daryl

Blaue Lagune, Island

Hoshino Resort Risonare Tomamu,

Japan

Foto: Visit Iceland

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FILM

NEWCOMER

Mark Wartenberg startet durch

Und posiert nicht ohne Grund so

freizügig. Der Wahlberliner mit

französischen Wurzeln schlägt die Werbetrommel

für eine am Freitag startende

Crowdfunding-Kampagne für einen

queeren Film von Max Thillaye.

Über das anstehende Projekt namens

„Ubiquitous“ verrät Mark Wartenberg

uns: „Die Geschichte dreht sich um

eine Figur namens Camille, die in einer

postkapitalistischen Gesellschaft lebt.

Er gehört zu einer Gruppe von Außenseitern,

die ihr Leben damit verbringen,

sich als andere Menschen auszugeben

– sie beobachten sie, brechen in deren

Zuhause ein und leben mehrere Stunden

wie sie“, so der trainierte Schauspieler.

„Camille macht dies glücklich, bis er

spürt, dass sich etwas in ihm verändert

– über mehrere Erfahrungen und Tage

hinweg entfernt er sich allmählich von

seinem alten Lebensstil und beginnt,

sich selbst zu akzeptieren“, so der Newcomer.

Hier geht es zum Crowdfunding:

www.ubiquitous.movie. *rä

FOTO: R. WILHELM

DVD

Die Liebe ist ein seltsames Ding

Der kanadische Film „Akrobaten“ erzählt von

einem mitunter manipulativen Beziehungsgeflecht

eines aus Russland kommenden

Akrobaten und seinem erfolgreichen Partner.

Wer dominiert hier wen?

Michas Karriere als Hochseilartist ist vorbei,

Christophes Karriere hingegen voll im Gange,

als die beiden sich in einer unfertigen Wohnung

in Montréal im tiefen Winter treffen. Die beiden

Männer verlieben sich ineinander, sie begehren

sich, sie streiten, sie zeigen, wie komplex

und leidenschaftlich, wie abhängig machend

Liebesbeziehungen sein können. Über zwei

Stunden lang nimmt uns der Regisseur

Rodrigue Jean mit auf einen aufgeladenen Ritt

zweier sich liebender und doch auch oft bekriegender

Kerle. Der Film ist in der Originalversion

(englisch, französisch, russisch) mit deutschen

oder englischen Untertiteln zu sehen. *rä

www.gmfilms.de

FOTO: WWW.GMFILMS.DE


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MUSIK

INTERVIEW

VINCENT GROSS

will glücklich machen

Der 1996 geborene Schweizer

Sänger veröffentlicht Anfang

2021 sein neues Album „Hautnah“,

die erste Single davon „Über

uns die Sonne“ war sofort ein Spitzenreiter

in den Deutschen AirPlay-Charts,

weitere Hits wie „Chill Out Time“ folgten.

Wir sprachen mit dem jungen Musiker.

Wie erlebst du die Pandemie?

Konzerte kannst du ja gerade

nicht geben.

Ja, das ist das Schwierigste an der

ganzen Zeit. Mir fallen ungefähr

eineinhalb Jahre Tour aus, das ist

finanziell ein herber Verlust, denn

als Künstler lebst du vor allem

von Liveauftritten. Aber ich

will immer an jeder Situation

etwas Positives entdecken ...

Ich nütze daher die Zeit, um

neue Instrumente zu lernen.

Das ist auch eine Chance,

sich weiterzuentwickeln

und sich zu bilden. Und

ich habe ein Interview-

Format auf YouTube

entwickelt, „Stars

um 10 – Hautnah“,

Thomas

Anders und

Elton waren

zum Beispiel

schon da.

FOTO: JÖRG KRESSIG

Wie pflegst du den Kontakt zu

deinen Fans?

Natürlich über Social Media: Facebook,

YouTube und Instagram. Mit meinen

Postings halte ich Kontakt, ich bin jetzt

aktiver als vor Corona. Dabei habe ich

ursprünglich mal auf YouTube angefangen,

das habe ich jetzt eben wieder reaktiviert.

Deine Musik soll die Leute glücklich

machen. Wie schaffst du das?

Vor allem durch die Texte! Aber auch

durch die Melodien und die Komposition.

Sorgen haben wir alle genug, ich will, dass

die Leute einfach mal abschalten und

ihre Sorgen vergessen. Ich habe das

Privileg, andere glücklich zu

machen, das ist doch

der schönste Job

der Welt.


MUSIK

exquisite gay matchmaking

Der Weg ins große Glück zu zweit

Ist das dein persönliches Glücksrezept,

die Musik?

Ja. Natürlich ist es Arbeit, aber es ist auch meine

Leidenschaft, mein Hobby.

Wie ist das neue Album denn entstanden?

Das erste Lied habe ich vor zweieinhalb Jahren

geschrieben – in Berlin übrigens. Es folgten einige

Songwriting-Sessions. Kurz vorm ersten Lockdown bin

ich Anfang 2020 nach Schweden geflogen und habe

dort den Großteil des Albums produziert, das war ein

tolles Abenteuer. Und dann ging es zurück und der

Lockdown war da, alle Grenzen dicht, man konnte das

Album nicht promoten.

individuell | persönlich | seriös | diskret | einfühlsam

München | Berlin | Köln/Düsseldorf | Frankfurt | Hamburg

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Die Single „Über uns die Sonne“ war ein Radio-

Erfolg, welche Lieder sollte man sich noch

anhören?

Das ist ja fast eine Fangfrage! (lacht) Natürlich soll man

jeden Song anhören. Aber stolz bin ich auf „Baby bitte

bleib“, das ist ein ganz anderes Lied, auch mit einer

untypischen Produktion.

Wie trifft dich die Pandemie privat?

Ich vermisse riesig das Reisen, das Ausgehen und

Freunde zu treffen. Es ist schwierig, neue Leute

kennenzulernen, wenn man nicht ausgehen darf. Aber

so weit geht es allen gut und man ist sogar noch näher

zusammengekommen. Die Freundschaften, die ich

habe, wurden intensiver. Man weiß jetzt noch mehr, was

man aneinander hat.

Worauf freust du dich im Frühling?

Auf meine Album-Veröffentlichung! Und auf die Zeit,

wenn man wieder Open-Air-Konzerte geben und

gemeinsam feiern kann.

*Interview: Michael Rädel

www.vincentgross.ch,

www.youtube.com/c/VincentGrossMusic,

www.facebook.com/VincentGrossMusic,

www.instagram.com/vincentgross

Als CD, limitierte Fanbox

und digital erhältlich

www.telamo.de


MUSIK

NACHGEFRAGT

FOTO: P. HÜTTEMANN

KELVIN JONES

Er sang schon für ALLE

FARBEN, Lost Frequencies,

YOUNOTUS und auch zusammen

mit Glasperlenspiel, Ilira, Alexa

Feser und Stefanie Heinzmann. Wir

chatteten mit dem Wahlberliner aus

Simbabwe.

Du arbeitest gerne mit Dance-

Producern zusammen, oder?

Liebend gerne! Ich höre ja immer Dance-

Pop, es macht viel Spaß, wenn ich mein

Schreiben mit einem Dance-Producer

kombinieren kann und wir einen Song

machen können, der alle in gute Stimmung

versetzt.

Tanzt du gerne?

Als ich in Simbabwe aufwuchs, gab es

alle paar Monate einen neuen Tanzevent,

sodass man ein oder zwei Dinge über

Rhythmus lernen konnte. Diese Freude

„... besser als je zuvor“

durchs Tanzen und fröhliche Musik teilen

zu können, hat mir wirklich die Augen

geöffnet.

Wie trafen dich als Künstler die

Lockdowns?

Die Hauptsache ist natürlich das Fehlen

von Shows. Mein Sommer sah 2020 ganz

anders aus als in den letzten Jahren.

Einerseits ist es total beschissen, nicht in

der Lage zu sein, meine Lieblingssache auf

der Welt zu machen, live zu spielen und so

unmittelbar mit Menschen in Kontakt zu

treten, andererseits hat es mir ermöglicht,

mich auf meine Produktionen zu konzentrieren,

die sind jetzt besser als je zuvor.

Worüber freust du dich gerade?

Neue Dinge zu entdecken. Weil ich jeden

Tag daran arbeite, ein besserer Produzent

und ein besserer Songwriter zu werden,

fühle ich mich wie ein Schwamm. Ich

nehme sooo viele Informationen auf. Das

ist eine wirklich aufregende Zeit in Sachen

Lernkurve.

*Interview: Michael Rädel

www.facebook.com/kelvinjones


RETRO

Zum 20-Jährigen auf Vinyl

Gleich drei UK-Nummer-eins-Hits finden

sich auf dem dritten Album der Spice Girls:

„Holler“, „Goodbye“ und „Let Love Lead the

Way“. Trotzdem war es das letzte Werk der

damals zum Quartett geschrumpften Band

bis zum 2007er-„Greatest Hits“-Album.

Ende November erschien „Forever“ nun

erstmals als LP, ein kleines Fest für Popmusikliebhaber

und Vinyl-Fetischisten, oder?

Unsere Anspieltipps sind neben den oben

genannten Singles die Ballade „Weekend

Love“ und das funkige „If You Wanna Have

Some Fun“. Die Girlgroup The Spice Girls

wurde 1994 gegründet, zwei Jahre später

gingen Emma Bunton, Melanie C, Victoria,

Mel B und Geri mit der Single „Wannabe“

erfolgreich an den Start, bis 2001 folgten

Hits wie „Too Much“ und „Who Do You Think

You Are“. Im Jahr 2000 kam das dritte

Album „Forever“ bis auf Platz zwei der

Charts. *rä

MUSIK

KLUBMUSIK

Winterblues? Sommer-House

Neben Pop und Eurodance ist House die dominierende Musikart auf

queeren Partys (Klub-Streaming-Events) in der ganzen Welt. Bekannte

Interpreten und DJs sind Inner City, Ultra Naté, DJ Hell, Todd Terry,

Black Box, Hans-Peter Lindstrøm, Fritz Kalkbrenner, (oft) Robin Schulz,

Boris Dlugosch und eben auch Milk & Sugar. Und die beiden haben eine

neue Doppel-CD am Start: „HOUSE NATION IBIZA 2020“.

Ja, das Jahr war in Sachen Party

und Klub eine Katastrophe:

Menschen bangen um ihre

Arbeitsplätze, ausgehen war

nicht drin – oder mit schlechtem

Gewissen dabei und danach.

Aber immerhin, die Klubmusik

konnte sich weiterentwickeln, es

ging nicht mehr um den schnellen

Klopper, der die Tanzfläche

füllt, es ging bei vielen Tracks

(wieder) mehr um eine stimmige

FOTO: S. MEESE

und hörbare Komposition. So ist

diese neue CD auch zu Hause

extrem hörbar. Unsere Anspieltipps

sind „German Winter

(Original Mix)“ von Andhim, „Dia

En El Mar (Original Mix)“ von

Mollono.Bass, Jörg Schwenzer

sowie „Remember Me (David

Penn Extended Remix)“ von Blue

Boy und „Has Your Man Got Soul

(Earth N Days Extended Remix)“

von Milk & Sugar. *rä

HOUSE

Eric Kupper & Diana Ross:

Klubmusik

76 Jahre jung, glückliche Mutter und Oma und vor allem

immer noch eine Sängerin, die liebt, was sie tut. So

überließ es Diana auch keinem Promoter oder Label,

allein zu entscheiden, von wem und wie Hand an einige

ihrer Klassiker gelegt wird.

Sie entschied sich für Eric Kupper, einem DER DJs und

Remixer der USA (mit französischen Wurzeln). Seit

1986 ist der Klubmusiker schon erfolgreich im Geschäft,

versorgte Größen wie Cher, Alicia Keys, Depeche Mode,

Kylie Minogue und Donna Summer mit den Sounds

der Nacht. Das auf Vinyl und CD erschienene Album

„SUPERTONIC mixes“ von Diana Ross enttäuscht dann

auch keine Minute lang. Nummer-eins-Hits wie „Touch

Me in the Morning“ (1973) oder „Upside Down“ (1980)

und „Love Hangover“ (1976) wurden behutsam auseinandergenommen

und kreativ neu zusammengesetzt.

Unsere Anspieltipps

sind die eben

genannten Lieder und

„It’s My House“ (Platz

1 der US Dance Club

Songs 1979). Damals

wie heute erlauben

House und Disco dem

Hörer, der mitunter

anstrengenden Welt zu

entfliehen. Eskapismus

muss manchmal sein –

Disco hilft. *rä

KLUBMUSIK

Donna Summer 1980/2020

Mitte Oktober kam eine aufgemotzte und

liebevoll erweiterte Version ihres 1980er

Top-10-Albums „The Wanderer“ auf den

Markt. Besonders gut ist der Remix von

„Nightlife“.

Das Lied war ursprünglich ein Rock-Disco-

Pop-Spaß vom – zusammen mit Giorgio

Moroder komponierten und produzierten –

Album „The Wanderer“. Der gleichnamige

Titeltack des Albums schoss vor vierzig

Jahren in den USA auf Platz 3, das Album

selbst erreichte dort Platz 13.

2020 nahm sich Le Flex aus Südfrankreich

der Lieder an, verpasste ihnen sphärische

Elektro-Disco-Kosmen, durch die man

beim Hören wabern kann, inszenierte

die Stücke vollkommen neu. Aber immer

im Sinne der ebenfalls beteiligten (noch

lebenden) Musiker. *rä


MUSIK

POP

Küchendisco

statt Lebensfrust

Sophie Ellis-Bextor macht es richtig: Sie verliert sich nicht in

Verschwörungstheorien, sie macht Musik, die aufbaut.

Die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen zu ihrer

Bekämpfung, um Menschenleben zu schützen, stellt vor allem die

Zunft der Kunst auf eine harte Probe – auch weltweit populäre

Musikerinnen wie Sophie Ellis-Bextor, die eben nicht mit Tourneen und

Auftritten Geld verdienen konnte. Die scheinbar immer fröhliche und

in sich ruhende Mutter nutzte die Zeit aber und versorgte ihre Fans

regelmäßig mit Livemusik aus ihrer Küche – mit fröhlicher Beteiligung

ihrer Familie via Social Media. So entstand die Idee, ein ganzes Album

mit Disco und Pop herauszubringen, das ihre zahlreichen Hits und

ausgewählte Lieblingsstücke vereint.

Unsere Anspieltipps auf dem grandiosen Album „Songs from the

Kitchen Disco“ sind ihre Klassiker wie „Murder on the Dancefloor“,

„Groovejet (If This Ain’t Love)“ und „Mixed Up World“ sowie „Crying at

the Discoteque“ (im Original von Alcazar, die wiederum Sheilas „Spacer“

sampelten) und die Hits „Me and My Imagination“ und „Get Over You“.

Das Album erschien auf Vinyl, CD, Kassette (!) und natürlich digital. *rä

KULT

Miley und Dua ehren Divine

Dua Lipa und Miley Cyrus featuren in

ihrem aktuellen Musikvideo zu „Prisoner“

die legendäre Dragqueen Divine. Das Lied

ist durchaus gewöhnungsbedürftig, wenn

man auf Dance-Pop gehofft hat, überzeugt

aber schon beim an „Physical“ von

Olivia Newton-John erinnernden Refrain

und gräbt sich dann langsam in dein Ohr

und Hirn. Rockig, emanzipiert und queer,

genau richtig für dieses schnöde Zeit. Die

in den 1980ern verstorbene Dragqueen

und John-Waters-Muse Divine ist ganz

am Ende in voller Fülle zu sehen, als

Dawn Davenport

mit dem Satz „I’m

a free woman now

and my life is just

ready to begin“.

Divine machte sich

stark für queere

Rechte als es

noch gefährlich(er) war. Schon in den

1960er-Jahren provozierte die Dralle

aus Maryland ihre konservative Umwelt.

Unvergessen und wegweisend: ihre

Kunst. Und auch ihre Filme mit Regisseur

John Waters! Divines Privatleben war

nicht weniger interessant, so war die

punkige Bunte zum Beispiel mit dem

US-Pornostar Leo Ford (1957 – 1991)

zusammen. *rä

KLUBMUSIK

Smoothes Disco-House

„Let Me Go“ von Lori Glori & Melchior Sultana

ist die perfekte Nummer für den Winter,

weckt sie doch Erinnerungen an einen

heißen Sommer.

Loris kräftige Soulstimme fordert Respekt

und Freiheit ein, die smoothen House-Beats

und funkigen Effekte machen dieses

brandneue Lied zu einem entspannten –

klubbigen – Ohrwurm.

Produziert hat Melchior Sultana, Jahrgang

1986, ein auf Malta lebender Musiker, der

auch schon im Berghain, im nicht weniger

legendären Café del Mar auf Ibiza, dem

Tresor und dem Underground-Klub IPSE

auflegte und auftrat. Die Stimme von Lori

Glori wirst du schon kennen, wenn du

House und Eurodance magst. Sie war es, die

den Refrain sang bei Charthits von Intermission

(„Six Days“, ...), Centory („The Point

of No Return“, ...), Loft („Wake the World“, ...),

DJ Bobo („Pray“, „Let the Dream Come True“,

„There’s a Party“, ...) und auch vom Captain

Hollywood Project („Flying High“, ...). *rä


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KUNST

NACHGEFRAGT

MISS

In Städten wie Berlin schmücken

ihre Kunstwerke die

großen und ohne Kunst mitunter

bedrohlichen Mauern. Es scheint, als

ob ihre Welt bunt, poppig, queer und

fröhlich ist. Für uns hatte die Künstlerin

Zeit für einen Chat. *rä

Erkläre dem Laien mal deine Kunst:

StreetartEgg und Sticker-Paste-ups.

Ich habe vor zwei Jahren damit begonnen,

meine handgemachten Collagen auf

Instagram zu zeigen. Seitdem hat sich viel

getan in meinem Leben. Für Streetart habe

ich mich schon immer interessiert und

so lag es nahe, meine Kreationen auch in

GLUENIVERSE

Gl

e

macht das Leben bunter

das Straßenbild Berlins zu integrieren. Der

erste Sticker ist in Zusammenarbeit mit

der Kölner Künstlertruppe „Levveunlevvelosse

– Streetart against hate“ entstanden

und es folgten weitere. Aufkleber sind

einfach, schnell und unauffällig in der

Stadt zu verteilen. Ein Paste-up ist

ein Kunstwerk auf Papier gemalt oder

ausgedruckt, welches mithilfe von Kleister

an Oberflächen wie Häuserwände, Mauern,

Glascontainer usw. geklebt wird. Das ist

etwas aufwendiger, als einen Sticker zu

kleben, und auf jeden Fall auch aufregender.

Die Absicht dahinter ist, die Straßen

bunter zu machen, Kunst im alltäglichen

Leben zu zeigen und für alle zugänglich zu

machen.

Wie kamst du auf die Idee mit dem Ei?

Mein erster Impuls war es, Bilder zu

machen, die Menschen aufmuntern. Etwas

Fröhliches, das zum Schmunzeln anregt

und bestenfalls die Stimmung aufhellt.

Deshalb war mein erster Künstlername

„Das Frohlein Moodmacher“. Die Idee für

das Ei steckt sozusagen im FrohlEin. Das

Ei wird mit Augen und Mund aus Papier

beklebt, manchmal mit Mützen bestückt,

und den Rest des Körpers gestalte ich

mit Papierausschnitten aus Magazinen.


KUNST

So entstanden schon einige Charaktere.

Mittlerweile gestalte ich auch Bilder ohne

Eier. Den Namen musste ich leider ändern,

da eine Firma mich auf ihre Markenrechte

hingewiesen hat.

Wie entsteht ein Bild bei dir?

Meistens entstehen die Bilder ganz

spontan aus dem Bauch heraus. Sie entspringen

meinen aktuellen Stimmungen

und Erlebnissen und spiegeln Themen,

mit denen ich mich beschäftige. Wenn ich

Zeit und Muße habe, wühle ich mich durch

die unendliche Fülle von Zeitschriften,

Fotos und Schnipsel, schneide aus und

füge zusammen. Manche Bilder entstehen

innerhalb von zehn Minuten, bei anderen

muss die Idee erst reifen.

Was inspiriert dich?

Knallige Farben, Wortspiele, Musik, Ruhe,

der Austausch mit Menschen allgemein

und insbesondere mit anderen Künstlern.

Durch die Streetart habe ich sehr wertvolle

Verbindungen knüpfen können, aus

denen auch schon einige Kollaborationen

entstanden sind.

Du lebst in Berlin, kommst aber aus

Österreich. Vermisst du die Ruhe

mitunter im Großstadttrubel?

Ich lebe nun schon über die Hälfte meines

Lebens in Berlin und liebe diese Stadt.

Damals trieb mich die Abenteuerlust aus

einem kleinen Dorf nach Berlin. Trotzdem

genieße ich die Zeit in meiner Heimat,

wann immer ich kann. Meine Familie, die

Berge, die Ruhe, den Wald, die Luft!

Welche Künstler beeinflussen dich

aus deiner Heimat?

Kein konkreter Künstler, aber ich habe

einige kreative Köpfe in meiner Verwandtschaft

und hatte den Vorteil, mich schon

früh ausprobieren zu können. Durch eine

nah gelegene Künstlerstadt war ich immer

schon umgeben von kreativen Vibes und

Inspiration.

Und aus Berlin?

Auch zu dieser Frage möchte ich keinen

Namen nennen. Es gibt hier zahlreiche

Künstler, die mir mit ihren Arbeiten

visuellen Input geben, aber viel wichtiger

sind mir der Austausch untereinander und

die gegenseitige Inspiration, die daraus

entsteht.

Worauf freust du dich im Frühling?

Auf Ostern! Kleiner Scherz. Was ich am

Frühling liebe, ist das langsame Erwachen

der Natur, und auch die Berliner werden

mit den ersten Sonnenstrahlen und

warmen Tagen wieder etwas freundlicher.

Auf jeden Fall hoffe ich darauf, dass wir

uns im Frühling wieder ohne Masken

bewegen können, und freue ich mich

darauf, Freunde wieder spontan und

unbefangen umarmen zu können. Das

vermisse ich sehr!

www.instagram.com/miss_glueniverse


KUNST

TOM OF

KALENDER


KUNST

FINLAND 2021

13 Männerbilder, darunter seine berühmten Cowboys,

Polizisten und Motorradfahrer, werden dich

2021 durchs Jahr begleiten. 13 Mal schwule Erotik,

die man aber (gerade noch) „ohne Probleme“

aufhängen kann ... Kunst darf das!

Tom of Finland sorgte für schwule Sichtbarkeit, als dies noch

mit gesellschaftlicher Ächtung und sogar Strafverfolgung

einherging. Doch der Künstler wollte sich nicht dem Diktat der

heterosexuellen und stockkonservativen Mehrheit beugen,

er inszenierte ab den 1950er-Jahren den schwulen Mann als

Sexobjekt. Er wollte sich nicht damit zufriedengeben, dass

Schwule ab und an als hübsche Jünglinge oder Dragqueens in

der Kunstwelt (und im Nachtleben) auftauchten.

Touko Valio Laaksonen wollte einen

anderen Teil der schon damals

vielfältigen Subkultur zeigen: die des

Ledermanns, des Cowboys, des „ganz

normalen Machos“.

Er wagte es, den Mann erotisch und in

„verfänglichen“ Situationen zu zeichnen

in einer Zeit, als Busenwunder im

Abendkleid oder ein Hüften schwingender

Elvis schon ein Höchstmaß an

Erotik waren. Tom of Finland war mit dem

Zeichenstift in der Hand ein Vorkämpfer

der Schwulenbewegung.

Angeboten wird dieser hochwertige und

exklusive Kalender zu Ehren des finnischen

Künstlers, zu deiner Erbauung, vom queeren

Team des US-Shops Peachy Kings. *rä

www.peachykings.com


BUCH

INTERVIEW

RENÉ WÜST:

„Ich habe sehr

viel Glück ...“

Haustiere entspannen, aber auch Tierfilme und die Natur

allgemein. Entspannung ist genau das, was der gestresste

Großstädter zwingend braucht. Und was wäre ein Tag ohne spaßige

GIFs, in denen unsere gefiederten Genossen Blödes tun oder

Weises verkünden? Wir sprachen mit René Wüst, seines Zeichens

Verleger und Verlagsleiter sowie der Herausgeber des Magazins

„Gefiederte Welt“.

Wie kamst du zu deiner Arbeit? Es ist ja

kein Allerweltsjob.

Die Leidenschaft für Vögel hat mich bereits

im Kindesalter ergriffen. Auf der Wiege saß

der zahme Wellensittich. Das ist als Bild in der

Familie festgehalten. Mit 14 Jahren absolvierte

ich die damals noch notwendige Prüfung

für eine amtlich anerkannte Vogelzucht. Ich

begann dann bald, erste Artikel zur Vogelhaltung

zu veröffentlichen und mich im internationalen

Artenschutz zu engagieren. Das Interesse

an Freilandbeobachtung und Naturfotografie

kam hinzu und dabei lernte ich den vorherigen

Inhaber des Verlages kennen. Jahrzehnte später

bot mir dieser den Kauf seines Verlages und

des zugehörigen Fachbuchhandels an. Ich

habe Ja gesagt, denn es hat alles gepasst: Mein

persönliches Interesse, langjährige Erfahrung im

Fachgebiet und mein kaufmännischer Hintergrund,

um das Unternehmen zu führen.

FOTO: KRISTIJAN MATIĆ

Viel reisen gehört zu deiner Position

dazu, oder?

Ja, zum einen sind das die Reisen in die

Herkunftsgebiete der Vögel, um sie im Freiland

zu beobachten und zu fotografieren. Bei über

fünfzig außereuropäischen Expeditionen war

ich schon dabei. Zum anderen sind es nicht

weniger geschäftliche Reisen zu Geschäftspartnern,

Kongressen oder auch unseren selbst

veranstalteten Seminaren. Die Vogelhaltung

ist ein internationales Phänomen und gerade

professionelle Halter und Züchter sind weltweit

miteinander vernetzt. Zu Corona-Zeiten haben

wir das natürlich stärker digitalisiert und es sind

weniger Reisen gefragt.

Wie sieht eine normale Arbeitswoche für

dich aus?


BUCH

Das ist im Vergleich zu den Expeditionen

die bodenständige kaufmännische oder

organisatorische Arbeit eines Verlagsleiters.

Zum Beispiel Controlling, Personalthemen,

Arbeitsprozesse und nicht zu

vergessen der Austausch

mit unseren Redaktionen

und Kunden. Besondere

Freude bereitet mir die

Fortentwicklung unserer

Neuheiten. Darunter

druckfrische Bücher

oder Sonderhefte

und die verlagseigene

Akademie.

Bleibt da noch Zeit

für deinen Mann?

Ich habe sehr viel

Glück, dass mein

Mann sich ebenfalls

für Tiere und Pflanzen

interessiert und

er mir immer den Rücken

stärkt – immerhin bereits seit 15 Jahren.

Mir macht meine Arbeit Spaß und er

muss mich des Öfteren daran erinnern,

dass es nicht nur Arbeit gibt. Da er aber

selbst mit seiner Goldschmiede ein

„Macher“ ist, bringt er mir viel Verständnis

entgegen. Ich denke, wir sind ein gutes

Team und ergänzen uns in vielen Lebensbereichen

prima.

Welches Land bereist du besonders

gerne?

Kolumbien ist eines meiner Lieblingsländer.

Bereits seit 2005, also

noch zur aktiven Zeit der F.A.R.C.

(Guerillabewegung) begann ich in nahezu

alle Teile des Landes zu reisen und lernte

neben den Problemen die Biodiversität

und die atemberaubenden vielfältigen

Landschaften von der Karibikküste, mit

den bedrohten Trockenwäldern, über das

Anden-Hochland mit

dem höchsten

Küstengebirge

der Welt (5.775

Meter) bis zum

Tieflandregenwald

im Amazonas

kennen. Ich bin

zwar kein Fan von

Maisspeisen, aber

kulinarisch wird viel

mehr geboten. Da

sich in der Neuzeit

die Sicherheitslage

in weiten Teilen

des Landes enorm

entspannt hat, kann

ich Kolumbien, wenn

wieder einigermaßen

normal gereist werden kann, sehr

empfehlen.

Hast du denn einen

Lieblingspapagei?

Oh ja, natürlich, wobei es bei der

Artenvielfalt der Papageienfamilie recht

schwerfällt, mich auf eine Art zu begrenzen.

Die gesamte Familie der Kakadus,

hier vor allem den Orangehaubenkakadu

oder den Palmkakadu, mag ich sehr

gerne. Außerdem die Gattung der Unzertrennlichen,

die umgangssprachlich auch

als Liebesvögel bekannt sind.

Denkst du, dass die Community

ungewöhnliche Haustiere besonders

schätzt und womöglich auch

besitzt?

Das denke ich nicht nur, sondern das

zeigt mir meine langjährige Erfahrung in

diesem Bereich. Den Anteil an Haustierbesitzern

würde ich in der Community

als überdurchschnittlich einschätzen.

Dabei begegnet mir vielfach eine

einfühlsame Pflege der Tiere und eine

liebevolle Integration in die Familie.

Welchen Papagei würdest du

Anfängern empfehlen? Oder gleich

zwei?

Bei haltungsrelevanten Papageienarten

sind es, aufgrund des Tierwohls, immer

zwei! Bitte keine Einzelhaltung, denn das

tut dem Vogel nicht gut. Mit kleineren

Sitticharten wie z. B. Wellen- oder Nymphensittichen

kann man sehr gut erste

Erfahrungen sammeln. Es kommt eben

auf die Motivation der Vogelhaltung an:

Möchte man lediglich Vögel halten oder

ggf. sogar auch mal vermehren? Vor jeder

Anschaffung sollte man sich gründlich

informieren. Da ist sicher das Schwarmwissen

in den Foren des Internets. Viele

engagierte Menschen sind da unterwegs,

aber nicht jeder ist ein echter „Experte“.

Daher empfehle ich immer geprüfte

Fachbücher oder aktuelle Zeitschriften,

um sich ein eigenes, fundiertes Wissen

anzueignen.

*Interview: Michael Rädel

www.arndt-verlag.de


KUNST BUCH

NACHGEFRAGT

FÉLIX LEMENS’

Kriminalromane

Seine Bücher wie „Das

Carnet – Wie viele Leben hat

ein Mensch“ und „Beste Bestien

– ein Berlinkrimi“ sind spannende

Unterhaltung schwulen Ursprungs,

aber ohne schwule Handlung.

Wir chatteten mit dem Münchner

Berlinfan, Autor Félix LeMens.

Warum schreibt ein Münchner

Berliner Krimis?

Das ist relativ einfach erklärt. Meine Mutter

ist in Charlottenburg geboren und meine

Omi kam aus dem Wedding. Insofern

habe ich mehr als einen Koffer in Berlin

stehen. Abgesehen von meinen familiären

Wurzeln, kam für mich keine andere Stadt

in Frage, die über so viele interessante und

zugleich spannende Orte verfügt als Berlin.

Ist es für dich in der Pandemie

schwerer oder leichter geworden

als Buchautor? Lesen die Leute nun

mehr?

Ich habe 2020 den Krimi und den Thriller

veröffentlicht, geschrieben wurden sie

2018/2019. Was in jedem Fall sichtbar

ist, dass Buchhandlungen es einem

momentan nicht leicht machen, das

Buch im Verkaufsraum zu platzieren. Hier

wird Corona gerne als Grund genannt.

Verlage und Handel sind sicherlich durch

Kurzarbeit in Rückstand gekommen und

überlastet.

Verzichtest du bewusst auf schwule

Handlungsstränge oder kann das

noch kommen?

Jein. Es gibt in Das Carnet durchaus auch

„schwule Themen“. Einen Protagonisten

lasse ich bewusst frei leben, sodass ihn

der Leser nicht gleich in Schubladen

packen kann. Im Folgeroman erfährt man

mehr über ihn und es kommt auch eine

schwule Nebenfigur ins Spiel.

Welche Pläne hast du für 2021?

2021 werde ich Cauria, ein weiterführender

Roman von Das Carnet, herausbringen.

Derzeit schreibe ich am dritten

Buch aus der Reihe. Alle drei Bände sind

aber in sich abgeschlossene Werke. Dann

wird auch noch ein weiterer Krimi aus der

Reihe Ein Berlinkrimi erscheinen.

Was liebst du an München?

Die Isar und der Flaucher, das sind die

Bade- und Liegewiesen am Fluss, der

durch die Stadt fließt. Die Architektur

des alten Münchens und natürlich das

Umland mit der Nähe zu den Bergen und

dem Süden, den man hier schon erahnen

kann.

Und an Berlin?

Den Esprit Berlins, die Berliner Schnauze

und die enorme Weitläufigkeit der Stadt.

Klar, auch die Klubszene – aber wer

liebt die nicht! Für mich als neugierigen

Menschen gibt es in Berlin immer noch

viel zu entdecken.

*Interview: Michael Rädel

www.lesalon.net


immer aktuell

informiert

www.männer.media


BUCH

GESCHICHTE

Postkarte, circa 1900, 140 x 89 mm, Herkunft: USA, © Courtesy of the Nini-Treadwell

Collection © „Loving“ by 5 Continents Editions/Elisabeth Sandmann Verlag

SCHWULE LIEBE

1850 – 1950

Ein fürwahr bewegendes, spannendes und

außergewöhnliches Buch, das im Oktober

erschienen ist: „Loving – Männer, die sich lieben,

Fotografien aus den Jahren 1850 – 1950“ von

Hugh Nini und Neal Treadwell.

„Unsere Sammlung begann vor zwanzig Jahren, als wir auf

ein altes Foto stießen, das wir für einzigartig hielten. Das

Motiv auf diesem Vintage-Foto waren zwei junge Männer,

die sich umarmten und anstarrten – eindeutig verliebt“, so

die beiden Autoren über den Beginn dieser fotografischen

Reise. Rund 2.800 Bilder sind inzwischen zusammengekommen,

über 300 sind jetzt vereint in einem Buch.

Die Bilder entstanden, als homosexuelle Liebe gesellschaftlich

geächtet war, Schwule lebten versteckt,

mussten ihre Liebe unterdrücken und konnten Sex nur

auf Klappen oder im Geheimen erleben. Dieses Buch ist

ein wichtiges Zeitdokument, das uns vor Augen führt, was

war. Die Männer, die sich in romantischen Posen ablichten

ließen, riskierten viel – Häme und Diskriminierung waren

da noch das Harmloseste, das drohte. Womöglich das

berührendste Buch der letzten Monate. Ein schwules

Muss! *rä

Kabinettformat, circa 1880, 167 x 109 mm, Herkunft: USA, Notiz: „McInturff, Steve Book,

Delaware O.“, © Courtesy of the Nini-Treadwell Collection © „Loving“ by 5 Continents

Editions/Elisabeth Sandmann Verlag

„Loving – Männer, die sich lieben, Fotografien aus den

Jahren 1850 – 1950“, www.loving1000.org, esverlag.de


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BEI DIESER MATERIALSTÄRKE

KANN MAN NUR EINS SAGEN:

FEIN GEMACHT!

it´s a tree story.

TEAM 7 Berlin, www.team7-berlin.de

TEAM 7 Hamburg City, www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Hamburg, www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Frankfurt, www.team7-frankfurt.de

TEAM 7 Düsseldorf, www.team7-duesseldorf.de

TEAM 7 Münster, www.team7-muenster.com

TEAM 7 Stuttgart, www.team7-stuttgart.de

TEAM 7 München, www.team7-muenchen.de


Motzstrasse 11

10777 Berlin

Fon 030-23 62 64 85

Fax 030-23 62 64 86

www.apomagnus.de

mail@apomagnus.de

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10777 Berlin

Fon 030-21 96 72 26

Fax 030-21 96 72 27

www.apoviktoria.de

mail@apoviktoria.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag

8.30–20.00 Uhr

Sonnabend

9.00–16.00 Uhr

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