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MAGNIFICAT Januar 2021

Thema des Monats Januar: „Aufbruch der Völker“ Inhalt (neben Morgen- und Abendgebet sowie Texten der Eucharistiefeier): · Das Bild im Blick Es dienen ihm alle Völker · Thema des Monats Aufbruch der Völker · Unter die Lupe genommen Ich hoffe, dass ich ein Christ bin · Singt dem Herrn ein neues Lied Du Morgenstern, du Licht vom Licht · Engagiertes Christsein Architekt der Ökumene: Willem Visser ’t Hooft · Die Mitte erschließen Vom Machen liturgischer Bücher · Themen und Termine Gebetsanliegen des Papstes Seliger des Monats: Petrus Donders Gebetswoche: Texte kommen aus der Schweiz Sonntag des Wortes Gottes Gottesdienste im ZDF DOMRADIO · Gebete und Gesänge Confiteor Erbarme dich, Herr, unser Gott Marianische Antiphon „Alma redemptoris mater“ Marianische Antiphon „Salve Regina“ Namenstagskalender

Thema des Monats Januar: „Aufbruch der Völker“

Inhalt (neben Morgen- und Abendgebet sowie Texten der Eucharistiefeier):

· Das Bild im Blick
Es dienen ihm alle Völker

· Thema des Monats
Aufbruch der Völker

· Unter die Lupe genommen
Ich hoffe, dass ich ein Christ bin

· Singt dem Herrn ein neues Lied
Du Morgenstern, du Licht vom Licht

· Engagiertes Christsein
Architekt der Ökumene: Willem Visser ’t Hooft

· Die Mitte erschließen
Vom Machen liturgischer Bücher

· Themen und Termine
Gebetsanliegen des Papstes
Seliger des Monats: Petrus Donders
Gebetswoche: Texte kommen aus der Schweiz
Sonntag des Wortes Gottes
Gottesdienste im ZDF
DOMRADIO

· Gebete und Gesänge
Confiteor
Erbarme dich, Herr, unser Gott
Marianische Antiphon „Alma redemptoris mater“
Marianische Antiphon „Salve Regina“

Namenstagskalender

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JANUAR <strong>2021</strong>


Zum Titelbild<br />

Geburt Christi und Anbetung der Weisen<br />

Sogenanntes Kostbares Evangeliar des heiligen Bernward,<br />

Hildesheim, um 1015,<br />

Domschatz Hildesheim, Inventar-Nr. DS 18, fol. 18r,<br />

© Bildarchiv Foto Marburg / Dom-Museum Hildesheim<br />

Das „Kostbare Evangeliar des heiligen Bernward“ trägt seinen Namen aufgrund<br />

der reichen Ausstattung der Handschrift. Auf 234 Pergamentblättern im Format<br />

28 x 20 cm finden sich 16 Bild- und fünf Zierseiten. Besonders aber der Einband<br />

des Codex, der mit Perlen, Edelsteinen und einem byzantinischen Elfenbeinrelief<br />

besetzt ist, rechtfertigt diese Bezeichnung. Die Handschrift ist nicht die<br />

einzige, die uns aus dem Skriptorium, das Bischof Bernward (reg. 999–1022) in<br />

Hildesheim unterhielt, überkommen ist, aber sie ist die reichste.<br />

Sie enthält den lateinischen Text der vier Evangelien, doch zu Beginn zeigt<br />

ein doppelseitiges Widmungsbild (fol. 16v und 17r) Bischof Bernward, der das<br />

kostbare Buch auf den Altar des Michaelsklosters in Hildesheim legt (es gibt<br />

einen eigenhändigen Eintrag des Bischofs dazu) und es damit der Gottesmutter<br />

mit dem Jesuskind darbringt. 1015 wurde der Marienaltar dort geweiht, was<br />

den Zeitpunkt der Stiftung bestimmt. Vor dem jeweiligen Evangelientext ist ein<br />

künstlerischer Prolog von vier Seiten zu finden, in dem die Berufung des Evangelisten<br />

und/oder wichtige Szenen aus dem Evangelium dargestellt werden, der<br />

Evangelist abgebildet wird und eine Initialzierseite den Text einleitet.<br />

Dieses anspruchsvolle künstlerische und theologische Konzept ist sicher unter<br />

Mitwirkung von Bischof Bernward selbst entstanden. Dies zeigt sich auch<br />

in der Miniatur zum Beginn des Matthäusevangeliums auf dem Titelbild. Das<br />

wehrlose Kind in der Krippe wird verehrt von den Tieren, von den Engeln und<br />

von den Völkern der Erde.<br />

Heinz Detlef Stäps


aufschauen<br />

aus dem Muster<br />

des Alltags<br />

aufbrechen<br />

aus eingefahrenen<br />

Wegen<br />

anpeilen<br />

das Ziel<br />

ist ein Anfang<br />

Heinz Detlef Stäps<br />

Geburt Christi und Anbetung der Weisen<br />

Sogenanntes Kostbares Evangeliar des heiligen Bernward,<br />

Hildesheim, um 1015,<br />

Domschatz Hildesheim, Inventar-Nr. DS 18, fol. 18r,<br />

© Bildarchiv Foto Marburg / Dom-Museum Hildesheim<br />

Karte aus: <strong>MAGNIFICAT</strong>. Das Stundenbuch, Ausgabe: <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

© Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.magnificat.de


Benedictus<br />

epriesen sei der Herr, der Gott Israels! *<br />

Denn er hat sein Volk besucht und ihm<br />

Erlösung geschaffen;<br />

er hat uns einen starken Retter erweckt *<br />

im Hause seines Knechtes David.<br />

So hat er verheißen von alters her *<br />

durch den Mund seiner heiligen Propheten.<br />

Er hat uns errettet vor unsern Feinden *<br />

und aus der Hand aller, die uns hassen;<br />

er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /<br />

und an seinen heiligen Bund gedacht, *<br />

an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;<br />

er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /<br />

ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *<br />

vor seinem Angesicht all unsre Tage.<br />

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /<br />

denn du wirst dem Herrn vorangehn *<br />

und ihm den Weg bereiten.<br />

Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *<br />

in der Vergebung der Sünden.<br />

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *<br />

wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,<br />

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen<br />

und im Schatten des Todes, *<br />

und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.<br />

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *<br />

und dem Heiligen Geist.<br />

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *<br />

und in Ewigkeit. Amen.<br />

Lk 1, 68–79 – VIII. Ton, vgl. GL 1975 681 · KG 267,<br />

alternative Melodie im V. Ton: vgl. GL 617, 2


Magnificat<br />

eine Seele preist die Größe des Herrn, *<br />

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.<br />

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd<br />

hat er geschaut. *<br />

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.<br />

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *<br />

und sein Name ist heilig.<br />

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *<br />

über alle, die ihn fürchten.<br />

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *<br />

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;<br />

er stürzt die Mächtigen vom Thron *<br />

und erhöht die Niedrigen.<br />

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *<br />

und lässt die Reichen leer ausgehn.<br />

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *<br />

und denkt an sein Erbarmen,<br />

das er unsern Vätern verheißen hat, *<br />

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lk 1, 46–55 – IX. Ton, vgl. GL 631, 4 · GL 1975 689 · KG 274<br />

Nunc dimittis<br />

un lässt du, Herr, deinen Knecht, *<br />

wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.<br />

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, *<br />

das du vor allen Völkern bereitet hast,<br />

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, *<br />

und Herrlichkeit für dein Volk Israel.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lk 2, 29–32 – III. Ton, vgl. GL 665, 3 · GL 1975 700, 3 · KG 290


<strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Versöhnung und Aufbruch<br />

Aufbruch der Völker<br />

Viele Völker gehen und sagen:<br />

Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des HERRN<br />

und zum Haus des Gottes Jakobs.<br />

Buch Jesaja – Kapitel 2, Vers 3<br />

VerlAG Butzon & Bercker Kevelaer


Jahresthema 2<br />

Versöhnung und Aufbruch<br />

Dezember 2020<br />

<strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Februar <strong>2021</strong><br />

März <strong>2021</strong><br />

Die Heilige Woche <strong>2021</strong><br />

April <strong>2021</strong><br />

Mai <strong>2021</strong><br />

Juni <strong>2021</strong><br />

Juli <strong>2021</strong><br />

August <strong>2021</strong><br />

September <strong>2021</strong><br />

Oktober <strong>2021</strong><br />

November <strong>2021</strong><br />

Aufbruch Gottes<br />

Aufbruch der Völker<br />

Aufbruch durch Versöhnung<br />

Aufbruch aus Schuld und Sünde<br />

Aufbruch durch Erlösung<br />

Aufbruch in die Freiheit<br />

Aufbruch in versöhnte Verschiedenheit<br />

Aufbruch zu mir selbst<br />

Auf-brechen<br />

Kompromiss als Aufbruch<br />

Konziliarer Aufbruch<br />

Aufbruch Schöpfung<br />

Aufbrechen – Ankommen<br />

<strong>MAGNIFICAT</strong> in Corona-Zeiten<br />

Aktuelle Informationen und Hinweise finden Sie<br />

im Internet unter https://www.magnificat-das-stundenbuch.de/de/corona.html


3<br />

Inhalt<br />

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5<br />

Das Bild im Blick<br />

Es dienen ihm alle Völker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6<br />

Morgengebet, Texte zur Eucharistiefeier, Abendgebet 10<br />

Thema des Monats<br />

Aufbruch der Völker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 340<br />

Unter die Lupe genommen<br />

Ich hoffe, dass ich ein Christ bin . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343<br />

Singt dem Herrn ein neues Lied<br />

Du Morgenstern, du Licht vom Licht . . . . . . . . . . . . . . 346<br />

Engagiertes Christsein<br />

Architekt der Ökumene: Willem Visser ’t Hooft . . . . . . . 349<br />

Die Mitte erschließen<br />

Vom Machen liturgischer Bücher . . . . . . . . . . . . . . . . . 352<br />

Themen und Termine<br />

Gebetsanliegen des Papstes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55<br />

Seliger des Monats: Petrus Donders . . . . . . . . . . . . . . . 355<br />

Gebetswoche: Texte kommen aus der Schweiz . . . . . . . . 357<br />

Sonntag des Wortes Gottes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 358<br />

Gottesdienste im ZDF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360<br />

DOMRADIO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360


Inhalt 4<br />

Gebete und Gesänge<br />

Confiteor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19<br />

Erbarme dich, Herr, unser Gott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53<br />

Eröffnung von Morgen- und Abendgebet . . . . . . . . . . . 361<br />

Marianische Antiphon Alma Redemptoris Mater . . . . . . 362<br />

Marianische Antiphon Salve Regina . . . . . . . . . . . . . . . 363<br />

Namenstagskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 364<br />

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 366<br />

Leserservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367<br />

Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368<br />

Abkürzungen:<br />

GL: Gotteslob 2013<br />

GL 1975: Gotteslob 1975<br />

KG: Kath. Gebet- und Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz<br />

EG: Evangelisches Gesangbuch<br />

<strong>MAGNIFICAT</strong> wird aus reinem Dünndruckpapier hergestellt und verbraucht<br />

daher 50 % weniger Nutzholz und Energie als herkömmliches<br />

Papier. Dünndruckpapier ist ein idealer Recycling-Rohstoff und leistet<br />

somit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt.<br />

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5Editorial<br />

Liebe Leserinnen und Leser!<br />

Wenn ich auf das Weltgeschehen der letzten Jahren blicke:<br />

rückwärtsgewandte Tendenzen, so scheint es, gewinnen<br />

die Oberhand, visionäre Projekte geraten ins Stocken. Autokraten<br />

und Nationalisten übernehmen das Ruder, Demokratien<br />

werden ausgehöhlt. Drängende Aufgaben werden zusehends<br />

beiseitegeschoben, obwohl es jetzt gerade wichtig wäre, zu handeln<br />

und konkrete Schritte zu tun. Etwa, um eine bislang hauptsächlich<br />

ökonomische Globalisierung auf Basis der Menschenrechte<br />

zu korrigieren oder die globale Erwärmung zu bremsen.<br />

Ich frage mich: Wo ist die Kraft des Aufbruchs geblieben, die<br />

meine Generation 1989 so inspirierend erlebt hat?<br />

Nach 1918 waren mit deutsch-französischer Annäherung und<br />

Gründung des Völkerbundes Weichen gestellt worden, die nach<br />

1945 mit ansehnlicher Dynamik zur Gründung der UN und zur<br />

europäischen Einigung geführt haben. Die Generation der heute<br />

über 80-Jährigen hat daran entscheidenden Anteil. Sie haben<br />

die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir „Babyboomer“<br />

uns in zuvor unbekanntem Ausmaß nicht nur mit europäischen<br />

und amerikanischen Altersgenossen austauschen, sondern auch<br />

mit jungen Leuten aus den aufstrebenden Kontinenten Afrika,<br />

Asien und Lateinamerika solidarisieren konnten. Für viele, die<br />

heute jung sind, ist es dank Internet selbstverständlich, sich als<br />

Weltbürger zu fühlen – und als Erasmus-Familien ein zusammenwachsendes<br />

Europa zu verkörpern.<br />

Was hat all dies mit einem Aufbruch der Völker zu tun, wie<br />

er biblisch vorgezeichnet ist? Ja, richtig: Die bloße Möglichkeit,<br />

nach Jerusalem zu reisen, besteht seit der Gründung Israels in<br />

nie gekanntem Ausmaß. Aber noch viel stärker haben z. B. die<br />

Friedensvisionen eines Jesaja dazu beigetragen, Menschen der<br />

verschiedenen Kulturen zusammenzubringen. Besinnen wir<br />

uns dieser Potenziale, halten wir sie hoch. Es geht um unser<br />

aller Zukunft.<br />

Ihr Johannes Bernhard Uphus


Das Bild im Blick 6<br />

Es dienen ihm alle Völker<br />

Mt 2, 1–12<br />

Im Kostbaren Evangeliar des heiligen Bernward eröffnet ein<br />

Bildprolog den Text eines jeden Evangeliums; beim Matthäusevangelium<br />

beginnt dieser mit unserem Titelbild und endet mit<br />

einer doppelten Textzierseite, dem Beginn des lateinischen<br />

Textes des Matthäusevangeliums. In diesem wenig bekannten<br />

Text wird Jesus eingebunden in die Geschichte des Volkes Gottes,<br />

in die Verwandtschaft mit Abraham, Isaak und Jakob, den<br />

Erzvätern des Judentums und des Glaubens an JHWH, in die<br />

Verwandtschaft mit David und Salomo, den ersten Königen und<br />

Gründern des Tempelkults (vgl. Mt 1, 1–17). Dies ist sozusagen<br />

die erste Botschaft des Matthäus: Jesus gehört mitten hinein<br />

in das Volk Gottes, auf ihn läuft alles zu, er ist der Christus,<br />

der König der Juden. Aber dann gibt es den zweiten Teil der<br />

Botschaft, der uns in unserer Miniatur vor Augen geführt wird:<br />

Jesus ist nicht nur der König der Juden, er hat nicht nur für das<br />

alttestamentliche Volk Gottes Bedeutung, sondern er ist für die<br />

ganze Welt von Interesse. So kommen sogar Männer aus dem<br />

fernen Osten, um ihn zu sehen und ihm zu huldigen (vgl. Mt<br />

2, 2).<br />

Das Kind auf dem Altar<br />

Unser Titelbild zeigt eine reich mit Gold belegte Miniatur, die<br />

in zwei Bildregister unterteilt ist. Beide Teile sind von einem<br />

Streifen mit goldenen Halbkreisen voneinander getrennt (die<br />

Miniatur auf dem Titelbild im letzten Monat, Dezember 2020,<br />

aus derselben Handschrift, die aber den Beginn des Johannesevangeliums<br />

ins Bild übersetzt, zeigt einen ähnlichen Aufbau).<br />

Oben ist der gewickelte Jesusknabe mit goldenem Kreuznimbus<br />

in einem Futtertrog gezeigt. Dieser hat aber mit Arkaden an


7<br />

Das Bild im Blick<br />

der Front die Form eines Altars, auch liegt das Kind nicht darin,<br />

sondern darauf. Auf diese Weise wird schon bei der Geburt<br />

Jesu der Bogen geschlagen zu seinem Opfertod auf dem Altar<br />

des Kreuzes und zu dessen Vergegenwärtigung bei der Feier der<br />

Eucharistie. Rechts und links schauen Ochs und Esel aus bogenförmigen<br />

Öffnungen in orange gemusterten Flächen.<br />

Judentum und Heidentum<br />

Maria und Josef fehlen bei dieser Darstellung, wie es auch<br />

schon bei den ältesten Weihnachtsdarstellungen auf frühchristlichen<br />

Sarkophagen aus dem 4. Jahrhundert der Fall ist. Dabei<br />

sind Ochs und Esel weder in der Geburtsgeschichte bei Matthäus<br />

noch bei Lukas erwähnt. Der Grund dafür, dass man trotzdem<br />

so viel Wert auf zwei Tiere legte, war, dass man mit Ochs<br />

und Esel eine theologische Aussage verband, die auf das Alte<br />

Testament zurückgeht. In Jes 1, 3 heißt es nämlich: „Der Ochse<br />

kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn;<br />

Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“<br />

Man verband deshalb mit Ochs und Esel die Vorstellung, dass<br />

die besondere Nähe Gottes zu seinem Volk auf die ganze Welt<br />

übergegangen sei, weil Israel seinen Herrn (Jesus Christus)<br />

nicht erkannt habe. Insofern weitet schon alleine die Darstellung<br />

von Ochs und Esel den Wirkungsradius des Kindes von<br />

einem kleinen Volk auf die gesamte Welt.<br />

Dazu tragen auch die beiden Türen bei, die rechts und links<br />

zu sehen sind, wenn sie auch verschlossen sind, und die zu<br />

kleinen goldenen Türmen gehören, die mit Kreuzen bekrönt<br />

sind (s. Innenkarte; die Wellenformen zeigen kein Wasser an,<br />

sondern sind typische Ornamente der Malwerkstatt). In der<br />

frühchristlichen Kunst sieht man sie häufig in Zusammenhang<br />

mit zwei Städten, Betlehem und Jerusalem, aus denen Lämmer<br />

herauskommen und sich in der Mitte beim Lamm Gottes auf<br />

dem Zionsberg treffen (sogenannter Lämmerfries). Die nach in-


Das Bild im Blick 8<br />

nen gerichteten Köpfe von Ochs und Esel erinnern ebenfalls daran.<br />

Damit sollte wohl auch im 11. Jahrhundert noch ausgesagt<br />

werden, dass die Kirche aus dem Judentum (Jerusalem) und aus<br />

dem Heidentum (Betlehem, eben wegen der Huldigung durch<br />

die Weisen aus dem Morgenland) hervorging. Beide Teile sind<br />

in neuer Weise vereint in Jesus Christus (vgl. Eph 2, 13–16).<br />

Oben (s. Innenkarte) sind in einer mehrschichtigen Kreisstruktur<br />

drei Engel mit goldenen Nimben, ornamentierten Flügeln<br />

und goldenen Gewändern zu sehen, die in einem Himmelssegment<br />

mit Sternen erscheinen. Im Zenit der Kreise ist ein<br />

großer Stern auf Goldgrund zu sehen: der Stern der Weisen, der<br />

sie zur Krippe führte (vgl. Mt 2, 9). Die Darstellung der Engel<br />

erinnert an die Hirtenverkündigung (vgl. Lk 2, 8–14), doch es<br />

sind keine Hirten zu sehen. Hier geht es um die Huldigung des<br />

Kindes durch die Engel im Himmel, die ihn aus seiner himmlischen<br />

Heimat heraus bezeugen, wie das goldene Strahlenbündel<br />

verdeutlicht, das sie verbindet.<br />

Die Weisen aus dem Osten<br />

Im unteren Bildregister, das von einer ornamental gestalteten<br />

Fläche hinterfangen wird, stehen die drei Weisen, zum Kind<br />

aufschauend. Ihre Gewänder sind mit dicken goldenen Linien<br />

konturiert, damit deren ebenfalls ornamental gefüllte Flächen<br />

vor dem Hintergrund nicht untergehen. Sie stehen auf einem<br />

goldenen wellenförmigen Erdstreifen und halten halbkreisförmige<br />

Schalen mit ihren Gaben (Gold, Weihrauch und Myrrhe,<br />

vgl. Mt 2, 11) empor. Die Dreizahl der Gaben führte zur Darstellung<br />

von drei Männern, deren Zahl die Bibel aber nicht<br />

nennt. Dabei haben sie die Hände zum Teil verhüllt, ein Gestus<br />

der Ehrerbietung, der aus dem orientalischen Raum stammte;<br />

auch dem byzantinischen Kaiser reichte man Geschenke nur<br />

mit verhüllten Händen. Sie tragen spitze, goldene Mützen, die<br />

auf den ersten Blick wie Bischofsmitren aussehen. Aber es sind


9<br />

Das Bild im Blick<br />

sogenannte phrygische Mützen, die aus dem persischen Raum<br />

stammten und mit denen man Menschen aus dem Osten charakterisierte.<br />

Erst im zehnten Jahrhundert gibt es erste Beispiele für die<br />

Darstellung von Königen, nicht von Weisen (der griechische Bibeltext<br />

spricht von „Magoi“). Der Grund dafür ist, dass man das<br />

Fest Erscheinung des Herrn sehr stark mit Ps 72 verband, wo es<br />

heißt: „Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen<br />

Gaben, mit Tribut nahen die Könige von Scheba und Saba. Alle<br />

Könige werfen sich vor ihm nieder, es dienen ihm alle Völker“<br />

(Ps 72, 10 f.). Und genau das wollte man ja ausdrücken.<br />

Heinz Detlef Stäps


Hochfest der<br />

Gottesmutter Maria<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

A<br />

m Oktavtag von Weihnachten, dem Beginn eines neuen Jahres,<br />

feiert die Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria. Das Fest<br />

entstand in Rom im siebenten Jahrhundert. Später feierte man den<br />

achten Tag nach Weihnachten (wobei man den 25.12. als ersten<br />

Tag mitzählt) als Tag der Beschneidung und zugleich Namensgebung<br />

Jesu, wie es im Lukasevangelium (2, 21) heißt: „Als acht Tage<br />

vergangen waren und das Kind beschnitten werden sollte, erhielt<br />

das Kind den Namen Jesus.“ Erst bei der Liturgiereform von 1969<br />

übernahm man wieder die ursprüngliche Bedeutung des Tages als<br />

Marienfest. Das Fest der Namensgebung Jesu wird am 3. <strong>Januar</strong><br />

gefeiert. Maria hat der Welt den Urheber des Heils, Jesus Christus,<br />

geschenkt. In ihr verehren wir die Glaubende, an der wir uns


11<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

ausrichten können in unserem Glauben. Als Urbild der Kirche ist<br />

Maria unsere Fürsprecherin bei Gott. Zugleich aber ist sie unsere<br />

Wegbegleiterin durch das neue Jahr.<br />

1967 hat Papst Paul VI. den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt.<br />

Die Erfahrung vieler Kriege oder kriegerischer Auseinandersetzungen<br />

an manchen Orten der Erde macht deutlich, wie wichtig<br />

dieses Thema ist, und dass es deshalb auch zum Beginn eines neuen<br />

Jahres passt. Heute erinnert uns der Weltfriedenstag daran, dass der<br />

Friede in der Welt in uns selbst beginnen muss, wenn er gelingen<br />

soll. Dass wir zu Friedensboten werden in Wort und Tat, dabei mag<br />

Maria, die Königin des Friedens, uns helfend zur Seite stehen.<br />

Namenstag: hl. Fulgentius von Ruspe (nordafrikan. Theologe und Bischof,<br />

Freund des Mönchtums, † 532) · hl. Wilhelm von Dijon (Abt,<br />

Anhänger der Reform von Cluny, ließ Schulen einrichten und unterstützte<br />

fahrende Leute, † 1031) · hl. Odilo von Cluny (Abt, führte die<br />

Klöster der Reform von Cluny in einem Klosterverband zusammen,<br />

propagierte die Idee des „Gottesfriedens“, führte den Allerseelentag<br />

ein, † 1048)<br />

Heute ist Weltfriedenstag.<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Gott sei uns gnädig und segne uns.<br />

Er lasse über uns sein Angesicht leuchten,<br />

damit auf Erden sein Weg erkannt wird<br />

und unter allen Völkern sein Heil.<br />

Die Völker sollen dir danken, o Gott,<br />

danken sollen dir die Völker alle.<br />

Ps 67, 2–4<br />

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.<br />

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.<br />

Amen. Halleluja.


Morgen · Freitag, 1. <strong>Januar</strong> 12<br />

Hymnus<br />

Zu diesem Lied finden Sie eine Auslegung auf den Seiten 346–<br />

348.<br />

Du Morgenstern, du Licht vom Licht,<br />

das durch die Finsternisse bricht,<br />

du gingst vor aller Zeiten Lauf<br />

in unerschaffner Klarheit auf.<br />

Du Lebensquell, wir danken dir,<br />

auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;<br />

denn du durchdrangst des Todes Nacht,<br />

hast Sieg und Leben uns gebracht.<br />

Du ewge Wahrheit, Gottes Bild,<br />

der du den Vater uns enthüllt,<br />

du kamst herab ins Erdental<br />

mit deiner Gotterkenntnis Strahl.<br />

Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht,<br />

führ uns durch Finsternis zum Licht,<br />

bleib auch am Abend dieser Welt<br />

als Hilf und Hort uns zugesellt.<br />

Johann Gottfried Herder (vor 1800), nach 1817 bearbeitet<br />

EG 74 · Melodie: GL 222 · GL 1975 112<br />

Psalm 97<br />

Der Herr ist König. Die Erde frohlocke! *<br />

Freuen sollen sich die vielen Inseln.<br />

Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, *<br />

Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.<br />

Verzehrendes Feuer läuft vor ihm her *<br />

und frisst seine Gegner ringsum.<br />

Seine Blitze erhellen den Erdkreis; *<br />

die Erde sieht es und bebt.


13<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, *<br />

vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.<br />

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, *<br />

seine Herrlichkeit schauen alle Völker.<br />

Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /<br />

alle, die sich der Götzen rühmen. *<br />

Vor ihm werfen sich alle Götter nieder.<br />

Zion hört es und freut sich, *<br />

Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Gerichte.<br />

Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde, *<br />

hoch erhaben über alle Götter.<br />

Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse! /<br />

Er behütet das Leben seiner Frommen, *<br />

er entreißt sie der Hand der Frevler.<br />

Ein Licht erstrahlt den Gerechten *<br />

und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.<br />

Ihr Gerechten, freut euch am Herrn *<br />

und lobt seinen heiligen Namen!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Vor deinem Antlitz schmelzen die Berge, deine Gerechtigkeit<br />

verkünden die Himmel. Du unser Gott, gehe auf in unseren<br />

Herzen; du bist unsere Freude.<br />

Lesung Mich 5, 2–3a<br />

Gott, der Herr, gibt Israel preis, bis die Gebärende einen<br />

Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren<br />

zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt<br />

sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines<br />

Gottes.


Morgen · Freitag, 1. <strong>Januar</strong> 14<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Benedictus, Magnificat und Nunc dimittis finden Sie auf einem heraustrennbaren<br />

Gebetsblatt am Anfang des Heftes. Die dazugehörigen Antiphonen werden<br />

jeweils vor und nach diesen Gesängen aus dem Evangelium gebetet.<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Ein wunderbares Geheimnis tritt heute ans Licht: Gott wurde<br />

Mensch, er blieb, was er war, und nahm an, was er nicht war,<br />

ohne Vermischung und ohne Teilung. So wurde Gottes Schöpfung<br />

neu.<br />

Bitten<br />

Mit unseren Erwartungen, Hoffnungen und Vorsätzen treten<br />

wir vor Gott und rufen:<br />

V: Gütiger Vater, A: nimm uns bei der Hand.<br />

– Wenn unsere Pläne uns den Blick für deinen Weg verstellen.<br />

– Wenn uns nichts gelingen will und wir aufgeben möchten.<br />

– Wenn wir zerstritten sind und nicht mehr zueinanderfinden.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der<br />

Jungfrau Maria hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt.<br />

Lass uns auch im neuen Jahr immer und überall die<br />

Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren, die uns den Urheber<br />

des Lebens geboren hat, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren<br />

Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit<br />

dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Der Herr des Himmels möge uns glücklich geleiten<br />

und uns in Frieden auf unseren Wegen führen.<br />

Mögen wir alle zusammen glücklich werden<br />

alle Tage unseres Lebens!<br />

Nach Tob 10, 11.13


15<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 243, 258, 364, 430, 530 · KG 305, 334, 345,<br />

350, 355, 356, 601, 766<br />

Gloria<br />

Ein Licht strahlt heute über uns auf,<br />

denn geboren ist uns der Herr.<br />

Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst,<br />

Vater der kommenden Welt.<br />

Seine Herrschaft wird kein Ende haben.<br />

Vgl. Jes 9, 1.5; Lk 1, 33<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Numeri Num 6, 22–27<br />

Der HERR sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen:<br />

So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:<br />

Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein<br />

Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende<br />

sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.<br />

So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich<br />

werde sie segnen.<br />

Antwortpsalm Ps 67, 2–3.5–8<br />

Kehrvers: Gott sei uns gnädig und segne uns.<br />

Gott sei uns gnädig und segne uns. *<br />

Er lasse sein Angesicht über uns leuchten,<br />

damit man auf Erden deinen Weg erkenne, *<br />

deine Rettung unter allen Völkern. – Kehrvers<br />

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln, /<br />

denn du richtest die Völker nach Recht *<br />

und leitest die Nationen auf Erden.


Eucharistie · Freitag, 1. <strong>Januar</strong> 16<br />

Die Völker sollen dir danken, o Gott, *<br />

danken sollen dir die Völker alle.<br />

Kehrvers: Gott sei uns gnädig und segne uns.<br />

Die Erde gab ihren Ertrag. *<br />

Gott, unser Gott, er segne uns!<br />

Es segne uns Gott! *<br />

Fürchten sollen ihn alle Enden der Erde. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 2a, ferner GL 45, 1 (VI. Ton) oder GL 1975 149, 4<br />

oder GL 55, 1 · KG 367 (VIII. Ton)<br />

Lesung aus dem Galaterbrief Gal 4, 4–7<br />

Schwestern und Brüder! Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott<br />

seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,<br />

damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und<br />

damit wir die Sohnschaft erlangen.<br />

Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes<br />

in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater.<br />

Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber<br />

Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.<br />

Impuls zur Lesung<br />

„Als die Zeit erfüllt war …“ Gott sendet seinen Sohn, da erfüllt<br />

sich Weltzeit, und darum leben wir jetzt in der Welt in der<br />

Fülle der Zeit. Doch wie kann diese erlösende Zusage unser zugedröhntes<br />

Ohr treffen – und zugleich sanft öffnen, wie kann<br />

sie in unserem von Zeitnot geplagten, vom ewigen Zuviel verstopften<br />

Alltag ankommen, wie bei mir und in meinem durchgetakteten,<br />

durchgeplanten, gar verplanten Leben landen? Gott<br />

hat nicht bloß geplant, Gott hat getan, heilsam getan. Heil hat<br />

er getan. Versuchen wir dem nachzuspüren, vorzufühlen, am<br />

ersten Tag des neuen Jahres – Gottes Advent.


17<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Hebr 1, 1–2<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Einst hat Gott zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;<br />

heute aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 2, 16–21<br />

In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria<br />

und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es<br />

sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind<br />

gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das,<br />

was ihnen von den Hirten erzählt wurde.<br />

Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem<br />

Herzen.<br />

Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für<br />

alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt<br />

worden war.<br />

Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden<br />

sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt<br />

hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Barmherziger Gott, von dir kommt alles Gute, und du führst es<br />

zum Ziel. Wir danken dir für den Anfang des Heiles, das du uns<br />

in der Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria eröffnet<br />

hast. Höre auf ihre Fürsprache und führe uns in diesem Jahr<br />

näher zu dir. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


Eucharistie · Freitag, 1. <strong>Januar</strong> 18<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

immer und überall zu danken, weil du Großes getan hast an<br />

der seligen Jungfrau Maria. Vom Heiligen Geist überschattet,<br />

hat sie deinen eingeborenen Sohn empfangen und im Glanz<br />

unversehrter Jungfräulichkeit der Welt das ewige Licht geboren,<br />

unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine<br />

Herrlichkeit, beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten.<br />

Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim<br />

feiern dich jubelnd im Chore. Mit ihrem Lobgesang lass<br />

auch unsere Stimmen sich vereinen und voll Ehrfurcht rufen.<br />

Kommunionvers Hebr 13, 8<br />

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.<br />

Schlussgebet<br />

Herr, unser Gott, am Fest der seligen Jungfrau Maria, die wir als<br />

Mutter deines Sohnes und Mutter der Kirche bekennen, haben<br />

wir voll Freude das heilige Sakrament empfangen. Lass es uns<br />

eine Hilfe sein, die uns zum ewigen Leben führt. Darum bitten<br />

wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Gott, unser Vater, der Quell und Ursprung alles Guten, gewähre<br />

euch seinen Segen und erhalte euch im neuen Jahr unversehrt<br />

an Leib und Seele.<br />

Er bewahre euch im rechten Glauben, in unerschütterlicher<br />

Hoffnung und in der Geduld unbeirrbarer Liebe.<br />

Eure Tage ordne er in seinem Frieden, eure Bitten erhöre er<br />

heute und immerdar; am Ende eurer Jahre schenke er euch das<br />

ewige Leben.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.


19<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Die vollständige Fassung der Eröffnungen von Morgen- und Abendgebet finden<br />

Sie mit Noten auf Seite 361.<br />

Innehalten am Abend<br />

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.<br />

Aristoteles (griechischer Philosoph, 384–322 v. Chr.)<br />

• Wo habe ich diese ermutigende Erfahrung machen können?<br />

• Welchen meiner Anfänge möchte ich im neuen Jahr fortführen?<br />

Confiteor – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und<br />

Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –<br />

ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken – durch<br />

meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.<br />

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen<br />

und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei<br />

Gott, unserem Herrn.<br />

Hymnus<br />

Aus des Vaters Herz geboren,<br />

ehe Welt und Zeit begann,<br />

Christus, A und O der Schöpfung,<br />

Ziel und Ursprung aller Welt,<br />

allen Seins, das je gewesen,<br />

das jetzt ist und kommen wird,<br />

immer und in Ewigkeit.


Abend · Freitag, 1. <strong>Januar</strong> 20<br />

Die Gestalt des schwachen Fleisches<br />

und des Leibes Totenkleid<br />

zogst du an, dass wir nicht sterben<br />

an dem ersten Todeskeim<br />

und im Abgrund des Gesetzes<br />

ohne Rettung untergehn,<br />

immer und in Ewigkeit.<br />

Seht, nun strahlt ein neuer Morgen:<br />

Christus, unser Heil, erscheint,<br />

den die Kraft des Geistes zeugte,<br />

den die Jungfrau uns gebar.<br />

Und im Kinde offenbart sich<br />

der Erlöser aller Welt,<br />

immer und in Ewigkeit.<br />

Den der Seher dunkle Rede<br />

uns als Retter angesagt,<br />

den in langer Zeit des Harrens<br />

der Propheten Glaube sah:<br />

Er ist da, den sie verheißen.<br />

Grüßt ihn jubelnd mit Gesang,<br />

immer und in Ewigkeit.<br />

Gott dem Vater sei die Ehre,<br />

der uns seinen Sohn gesandt,<br />

Ehre Christus, unserm Retter,<br />

den die Jungfrau uns gebar,<br />

Ehre auch dem Heil’gen Geiste,<br />

Ruhm und Preis und Lobgesang,<br />

immer und in Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Corde natus ex Parentis; Prudentius, † nach 405<br />

Melodie: GL 455 · GL 1975 615 (letzte Zeile wird wiederholt)


21<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Psalm 46 Verse 2–12<br />

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, *<br />

ein bewährter Helfer in allen Nöten.<br />

Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, *<br />

wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres,<br />

wenn seine Wasserwogen tosen und schäumen *<br />

und vor seinem Ungestüm die Berge erzittern.<br />

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *<br />

der Gott Jakobs ist unsre Burg.<br />

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt, *<br />

des Höchsten heilige Wohnung.<br />

Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken; *<br />

Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.<br />

Völker toben, Reiche wanken, *<br />

es dröhnt sein Donner, da zerschmilzt die Erde.<br />

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *<br />

der Gott Jakobs ist unsre Burg.<br />

Kommt und schaut die Taten des Herrn, *<br />

der Furchtbares vollbringt auf der Erde.<br />

Er setzt den Kriegen ein Ende *<br />

bis an die Grenzen der Erde;<br />

er zerbricht die Bogen, zerschlägt die Lanzen, *<br />

im Feuer verbrennt er die Schilde.<br />

„Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, *<br />

erhaben über die Völker, erhaben auf Erden.“<br />

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *<br />

der Gott Jakobs ist unsre Burg.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott, unsere Hoffnung und unsere Zuflucht, angesichts der Umbrüche<br />

in unserer Welt wird uns angst. Sei in unserer Mitte,<br />

damit wir nicht wanken.


Abend · Freitag, 1. <strong>Januar</strong> 22<br />

Lesung Gal 4, 4–5<br />

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren<br />

von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die<br />

freikaufte, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die<br />

Sohnschaft erlangten.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Selig der Leib, der dich getragen, und die Brust, die dich genährt<br />

hat, dich, den Herrn und Retter der Welt. Halleluja.<br />

Fürbitten<br />

Ein neues Jahr beginnt mit all seinen Möglichkeiten, Sorgen<br />

und Hoffnungen. Bitten wir, vereint mit Maria, um Gottes Segen:<br />

V: Du Gott des Lebens, A: spende deinen Segen.<br />

– Hilf deiner Kirche, die Anforderungen der Zeit anzunehmen<br />

und den Menschen nahe zu sein.<br />

– Stärke die vielen, die durch die Corona-Pandemie aus der<br />

Bahn geworfen wurden, deren Existenz bedroht ist oder in<br />

Trümmern liegt.<br />

– tröste die Menschen, die im vergangenen Jahr einen nahen<br />

Menschen verloren haben.<br />

– Sei bei all denen, deren Alltag in Kriegs- und Krisengebieten<br />

von Angst und Not geprägt ist.<br />

– Hilf uns, das neue Jahr als Chance zu begreifen, in Glaube,<br />

Liebe und Hoffnung zu wachsen.<br />

Vaterunser


23<br />

Freitag, 1. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der<br />

Jungfrau Maria hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt.<br />

Lass uns auch im neuen Jahr immer und überall die<br />

Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren, die uns den Urheber<br />

des Lebens geboren hat, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren<br />

Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit<br />

dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Unsere Namen seien eingeschrieben<br />

ins Buch des Lebens.<br />

Möge Gott uns zu dem Ziel führen,<br />

das er uns zugedacht hat.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Samstag, 2. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Basilius der Große<br />

und heiliger Gregor von Nazianz<br />

B<br />

asilius der Große (um 330–379) war eine der herausragenden<br />

christlichen Persönlichkeiten des vierten Jahrhunderts. Er, sein<br />

Bruder Gregor von Nyssa und sein Freund Gregor von Nazianz sind<br />

die „drei Kappadozier“, die die Trinitätslehre verteidigten und zum<br />

Abschluss brachten. Zunächst wollte Basilius wie sein Vater Redner<br />

und Anwalt werden, entschied sich dann aber für das Mönchsleben.<br />

355 gründete er ein Kloster in einer einsamen Gegend in Kappadozien.<br />

Gemeinsam mit Gregor von Nazianz verfasste er dort zukunftweisende<br />

Mönchsregeln, die zusätzlich zu Gehorsam, Gebet<br />

und körperlicher Arbeit ein intensives Bibelstudium vorsahen. 364<br />

wurde er Priester, 370 Erzbischof von Cäsarea. Er setzte sein ganzes<br />

Vermögen für die Armen ein und rief verschiedene Sozialwerke<br />

ins Leben (Spitäler, Altenheime, Armenspeisung). Sein hartnäckiger<br />

Kampf gegen den Arianismus war schließlich erfolgreich, sodass sich<br />

seine an den Grundsätzen des Konzils von Nicäa orientierte Dreifaltigkeitslehre<br />

durchsetzte.<br />

Gregor (329–390) war ein hervorragender Redner, Schriftsteller<br />

und Dichter und zählt zu den großen Theologen der frühen Kirche.<br />

Als einer der „drei Kappadozier“ bekämpfte er erfolgreich den Arianismus.<br />

Er war der Sohn des Bischofs Gregor (des Älteren) von Nazianz,<br />

der ihn 361 zum Priester weihte. Obwohl Gregor die Verantwortung<br />

hoher Ämter scheute, übergab ihm Basilius 372 die Leitung<br />

der Diözese Sasima. Die Ausübung dieses Amtes scheiterte jedoch<br />

am Widerstand der anderen Bischöfe. Nach dem Tod seines Vaters<br />

(374) verwaltete Gregor dessen Bischofsamt in seiner Heimatstadt.<br />

379 übernahm er die Leitung der kleinen nicänischen Gemeinde<br />

von Konstantinopel. Von einer späteren Ernennung zum Bischof<br />

von Konstantinopel trat er zurück, nachdem diese Wahl angefochten<br />

wurde. Er kehrte in seine Heimatstadt zurück, wo er sich bis zu seinem<br />

Tode seiner literarischen Tätigkeit und der Auseinandersetzung<br />

mit den theologischen Fragen seiner Zeit widmete.


25<br />

Samstag, 2. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Schrifttexte: Lesung: Eph 4, 1–7.11–13; Evangelium: Mt 23, 8–12<br />

Namenstag: hl. Adalhard von Corbie (Abt, Vetter Karls des Großen,<br />

Mitgründer von Corvey und Herford, Vertreter der karolingischen Renaissance,<br />

† 826) · Dietmar (erster Bischof von Prag, † 983) · Odino<br />

(Prämonstratenser, erster Abt von Rot an der Rot, † 1182)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Du bist erhaben über die ganze Schöpfung.<br />

Wie kann ich dich loben?<br />

Wie können Worte dich rühmen?<br />

Wie kann ein Verstand dich begreifen?<br />

Du allein bist unaussprechlich.<br />

Und doch ist alles, was sprechen kann,<br />

das Werk deiner Schöpfung.<br />

Du allein bist unerkennbar.<br />

Und doch ist alles, was erkannt werden kann,<br />

das Werk deiner Schöpfung.<br />

Alle Geschöpfe lobpreisen dich mit lauter Stimme,<br />

jene, welche sprechen können,<br />

und jene, welche nicht sprechen können.<br />

Alle Geschöpfe rühmen dich,<br />

jene, welche denken können,<br />

und jene, welche nicht denken können.<br />

Ja, vor dir vereinen sich alle Wünsche<br />

sowie die Leiden aller Menschen.<br />

Alle Geschöpfe beten zu dir,<br />

jedes Wesen, das deine Zeichen


Morgen · Samstag, 2. <strong>Januar</strong> 26<br />

zu erkennen vermag,<br />

stimmt ein Loblied an.<br />

Gregor von Nazianz (um 329–390)<br />

Übertragung aus: Rüdiger von Voss/Ellen und Gerhard Ringshausen (Hg.),<br />

Kleines Stundenbuch für wache Zeitgenossen, Freiburg 1998, S. 128,<br />

© bei den Herausgebern<br />

Psalm 34 Verse 2–11<br />

Ich will den Herrn allezeit preisen; *<br />

immer sei sein Lob in meinem Mund.<br />

Meine Seele rühme sich des Herrn; *<br />

die Armen sollen es hören und sich freuen.<br />

Verherrlicht mit mir den Herrn, *<br />

lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.<br />

Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, *<br />

er hat mich all meinen Ängsten entrissen.<br />

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, *<br />

und ihr braucht nicht zu erröten.<br />

Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. *<br />

Er half ihm aus all seinen Nöten.<br />

Der Engel des Herrn umschirmt alle,<br />

die ihn fürchten und ehren, *<br />

und er befreit sie.<br />

Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; *<br />

wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!<br />

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; *<br />

denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.<br />

Reiche müssen darben und hungern; *<br />

wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du bist unser Leben! Erfülle uns mit deiner Güte, öffne unsere<br />

Hände, liebender Gott. In den Armen lass uns dich finden.


27<br />

Samstag, 2. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Lesung Röm 13, 8.10<br />

Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander<br />

immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.<br />

Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die<br />

Erfüllung des Gesetzes.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Von Natur aus verlangen die Menschen nach dem Schönen.<br />

Doch das wirklich Schöne und Liebenswürdige ist das Gute.<br />

Gut aber ist Gott. Alles verlangt nach dem Guten, also verlangt<br />

alles nach Gott.<br />

Redaktion Magnificat nach Basilius von Caesarea<br />

Bitten<br />

Lasst uns beten zum Heiligen Geist, der uns die Tiefen Gottes<br />

erschließt:<br />

V: Komm, Schöpfer Geist, A: kehr bei uns ein.<br />

Wenn unser Leben uns entgleitet und wir uns selbst zur Frage<br />

werden,<br />

– lass uns spüren, dass wir gerade dann dem unbegreiflichen<br />

Geheimnis besonders nahe sind.<br />

Wenn wir uns in lichten Augenblicken vom Vater angesprochen<br />

fühlen,<br />

– befähige uns, dass wir seine Güte in unsere Welt hinein ausstrahlen.<br />

Wenn wir in der Begegnung mit unseren Schwestern und Brüdern<br />

echte Gemeinschaft erleben,<br />

– lass die Freude der Kinder Gottes dauerhaftem Frieden dienen.<br />

Vaterunser


Eucharistie · Samstag, 2. <strong>Januar</strong> 28<br />

Oration<br />

Gott, unser Vater, du hast deiner Kirche in den Bischöfen Basilius<br />

und Gregor heilige Hirten gegeben, die uns durch ihre Lehre<br />

und ihr Leben den Weg der Wahrheit zeigen. Hilf uns auf ihre<br />

Fürsprache, dein Wort in Demut aufzunehmen und in Werken<br />

der Liebe zu bezeugen. Darum bitten wir durch Jesus Christus,<br />

deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des<br />

Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Bei d e n Orationen, die mit „Darum bitten wir durch Jesus Christus“ enden,<br />

soll die oben angegebene abschließende Formel gebetet werden.<br />

Der ewigreiche Gott segne uns<br />

und schenke uns Kraft, seine Werke zu tun.<br />

Er gebe uns ein fröhliches Herz, dass unsere Freude überspringt<br />

und wir mit unseren Mitmenschen in seiner Fülle leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Ein heiliger Tag strahlt über uns auf.<br />

Kommt, betet an den Herrn,<br />

denn ein großes Licht ist auf die Erde herabgekommen.<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 2, 22–28<br />

Liebe Schwestern und Brüder! Wer ist der Lügner – wenn<br />

nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der<br />

Antichrist: wer den Vater und den Sohn leugnet. Wer leugnet,<br />

dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht; wer bekennt,<br />

dass er der Sohn ist, hat auch den Vater.<br />

Für euch gilt: Was ihr von Anfang an gehört habt, soll in euch<br />

bleiben; wenn das, was ihr von Anfang an gehört habt, in euch<br />

bleibt, dann bleibt ihr im Sohn und im Vater. Und seine Verheißung<br />

an uns ist das ewige Leben.


29<br />

Samstag, 2. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Dies habe ich euch über die geschrieben, die euch in die Irre<br />

führen. Für euch aber gilt: Die Salbung, die ihr von ihm empfangen<br />

habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand<br />

belehren zu lassen. Alles, was seine Salbung euch lehrt, ist<br />

wahr und keine Lüge. Bleibt in ihm, wie es euch seine Salbung<br />

gelehrt hat.<br />

Und jetzt, meine Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er<br />

erscheint, die Zuversicht haben und bei seinem Kommen nicht<br />

zu unserer Schande von ihm gerichtet werden.<br />

Antwortpsalm Ps 98, 1–4<br />

Kehrvers:<br />

Alle Enden der Erde sehen das Heil unsres Gottes.<br />

Singet dem Herrn ein neues Lied; *<br />

denn er hat wunderbare Taten vollbracht.<br />

Er hat mit seiner Rechten geholfen *<br />

und mit seinem heiligen Arm. – Kehrvers<br />

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht *<br />

und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.<br />

Er dachte an seine Huld *<br />

und an seine Treue zum Hause Israel. – Kehrvers<br />

Alle Enden der Erde *<br />

sahen das Heil unsres Gottes.<br />

Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, *<br />

freut euch, jubelt und singt! – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 3cd, ferner GL 55, 1<br />

oder GL 1975 149, 1 · KG 363 (VIII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Hebr 1, 1–2<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Einst hat Gott zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;<br />

heute aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.<br />

Halleluja.


Eucharistie · Samstag, 2. <strong>Januar</strong> 30<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 19–28<br />

Dies ist das Zeugnis Johannes’ des Täufers: Als die Juden von<br />

Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der<br />

Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte:<br />

Ich bin nicht der Messias.<br />

Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte:<br />

Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.<br />

Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns<br />

gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?<br />

Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den<br />

Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.<br />

Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten<br />

Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias<br />

bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen:<br />

Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht<br />

kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die<br />

Schuhe aufzuschnüren.<br />

Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan,<br />

wo Johannes taufte.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Eherne, bronzene, steinerne Standbilder in unseren Städten.<br />

Verdiente Männer der Wissenschaften, Geistesgrößen wie<br />

Goethe und Schiller, Machthaber, Fürsten, Helden und Herrscher<br />

aller Zeiten. Tauben setzen sich auf ihre Schulter, spähen<br />

zutraulich herab von ihrem Kopf. Wir alle kennen diese<br />

Bilder. Im vergangenen Jahr blieben sie weltweit nicht unbefragt.<br />

Wem geben wir da die Ehre? „Er ist der Sohn Gottes.“<br />

Gottes Geist kam „wie eine Taube“ auf ihn herab, und Gottes<br />

Geist blieb auf ihm. Gottes Sohn vor aller Zeit – gekommen in<br />

unsere Zeit. Jesus, Träger des Gottesgeistes. Wie kann Gottes<br />

Geist, den Jesus bleibend trägt, zu uns kommen, zu uns, die<br />

wir heute leben, so viel später und ganz anders als er? Jesus ist<br />

keine träge, unbewegliche Statue, kein starres Standbild. Kein


31<br />

Samstag, 2. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

gewalttätig überwältigender, kein unwidersprochener Held.<br />

Seine Sendung, sein Leben und Leiden, sein Geist wirken in<br />

uns. Lebendig, lebhaft, lebendig machend. Durchkreuztes Leben.<br />

Auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen<br />

Geistes sind wir getauft.<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,<br />

in seinem höchsten Thron,<br />

der heut schließt auf sein Himmelreich<br />

und schenkt uns seinen Sohn.<br />

Er kommt aus seines Vaters Schoß<br />

und wird ein Kindlein klein;<br />

er liegt dort elend, nackt und bloß<br />

in einem Krippelein,<br />

entäußert sich all seiner Gwalt,<br />

wird niedrig und gering<br />

und nimmt an eines Knechts Gestalt,<br />

der Schöpfer aller Ding.<br />

Heut schließt er wieder auf die Tür<br />

zum schönen Paradeis;<br />

der Kerub steht nicht mehr dafür.<br />

Gott sei Lob, Ehr und Preis.<br />

Nikolaus Herman 1560/54<br />

GL 247 · GL 1975 134 · KG 336 · EG 27


Abend · Samstag, 2. <strong>Januar</strong> 32<br />

Psalm 16<br />

Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. /<br />

Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr; *<br />

mein ganzes Glück bist du allein.“<br />

An den Heiligen im Lande, den Herrlichen, *<br />

an ihnen nur hab ich mein Gefallen.<br />

Viele Schmerzen leidet, wer fremden Göttern folgt. /<br />

Ich will ihnen nicht opfern, *<br />

ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen.<br />

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; *<br />

du hältst mein Los in deinen Händen.<br />

Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. *<br />

Ja, mein Erbe gefällt mir gut.<br />

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. *<br />

Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.<br />

Ich habe den Herrn beständig vor Augen. *<br />

Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.<br />

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; *<br />

auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.<br />

Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; *<br />

du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.<br />

Du zeigst mir den Pfad zum Leben. /<br />

Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, *<br />

zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott, unser Glück, du hältst unser Geschick in deinen Händen.<br />

Weise uns den Weg zum Leben, dass wir uns an dir freuen.<br />

Lesung 1 Joh 5, 20<br />

Wir wissen: Der Sohn Gottes ist gekommen, und er hat uns<br />

Einsicht geschenkt, damit wir Gott, den Wahren, erken-


33<br />

Samstag, 2. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

nen. Und wir sind in diesem Wahren, in seinem Sohn Jesus<br />

Christus. Er ist der wahre Gott und das ewige Leben.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Voll der Gnade bist du, Jungfrau Maria, denn ein großes Geheimnis<br />

hat dein Schoß getragen. Halleluja.<br />

Fürbitten<br />

Christus Jesus, du König des Friedens, die Menschen, die dir<br />

folgen, salbst du mit deinem Geist. Zu dir rufen wir:<br />

A: Dein Reich komme.<br />

Führe alle Menschen guten Willens zusammen,<br />

– damit deine Gerechtigkeit sich in unserer Welt Bahn bricht.<br />

Öffne uns Tauben die Ohren,<br />

– dass wir die Klagen der Armen bemerken.<br />

Heile die Blindheit des Herzens,<br />

– damit die Teilnahmslosigkeit aus unserer Gesellschaft verschwindet.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du erleuchtest alle, die an dich glauben.<br />

Offenbare dich den Völkern der Erde, damit alle Menschen<br />

das Licht deiner Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Von Woche zu Woche · Samstag, 2. <strong>Januar</strong> 34<br />

Von Woche zu Woche<br />

Im Anfang<br />

(zu Joh 1, 1–18)<br />

Von Anfang an<br />

ist der Mensch<br />

angewiesen, bedürftig, verletzlich.<br />

Von Anfang an<br />

ist der Mensch<br />

begrenzt, schwach, sterblich.<br />

Von Anfang an war das Wort,<br />

das Mensch gewordene Gotteswort,<br />

mitten unter den Menschen.<br />

Vor allem Anfang<br />

ist allen Menschen aufgegangen<br />

das Licht<br />

der Gnade und der Wahrheit.<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


3. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Zweiter Sonntag nach Weihnachten<br />

Namenstag: hl. Genovefa von Paris (Büßerin, Stifterin von St-Denis,<br />

† um 502) · hl. Adela von Pfalzel (Attala, Tochter Irminas von Oeren,<br />

Klostergründerin, † um 734)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Jerusalem, preise den Herrn,<br />

lobsinge, Zion, deinem Gott!<br />

Ps 147, 12<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

O du fröhliche, o du selige,<br />

gnadenbringende Weihnachtszeit!<br />

Welt ging verloren, Christ ist geboren:<br />

Freue, freue dich, o Christenheit.<br />

O du fröhliche, o du selige,<br />

gnadenbringende Weihnachtszeit!<br />

Christ ist erschienen, uns zu versühnen:<br />

Freue, freue dich, o Christenheit.


Morgen · Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> 36<br />

O du fröhliche, o du selige,<br />

gnadenbringende Weihnachtszeit!<br />

Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:<br />

Freue, freue dich, o Christenheit.<br />

Johann Falk 1816<br />

GL 238 · GL 1975 (verschiedene Anhänge)<br />

Psalm 118 Verse 1–9<br />

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *<br />

denn seine Huld währt ewig!<br />

So soll Israel sagen: *<br />

Denn seine Huld währt ewig.<br />

So soll das Haus Aaron sagen: *<br />

Denn seine Huld währt ewig.<br />

So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren: *<br />

Denn seine Huld währt ewig.<br />

In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; *<br />

der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.<br />

Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. *<br />

Was können Menschen mir antun?<br />

Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; *<br />

ich aber schaue auf meine Hasser herab.<br />

Besser, sich zu bergen beim Herrn, *<br />

als auf Menschen zu bauen.<br />

Besser, sich zu bergen beim Herrn, *<br />

als auf Fürsten zu bauen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Immer bist du bei uns, treuer Gott; in dir sind wir geborgen.<br />

Befreie uns von allem, was uns lähmt und belastet, damit wir<br />

froh vor deinem Angesicht leben.


37<br />

Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Lesung Hebr 1, 1–2<br />

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den<br />

Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit<br />

aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum<br />

Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen<br />

hat.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Gebenedeit bist du unter den Frauen, allzeit jungfräuliche Mutter<br />

Maria; denn du hast der Welt das ewige Wort geboren.<br />

Bitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der unser Friede ist:<br />

A: Christe, eleison.<br />

– Lehre uns deine Gerechtigkeit.<br />

– Teile mit uns deine Freude an der Schöpfung.<br />

– Öffne unsere Hände für die, die uns brauchen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du erleuchtest alle, die an dich glauben.<br />

Offenbare dich den Völkern der Erde, damit alle Menschen<br />

das Licht deiner Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Gott, die Quelle des Lebens,<br />

gebe uns Kraft und Mut,<br />

dass wir voll Freude mitbauen an seinem Reich.


Eucharistie · Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> 38<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 238, 239, 247, 252, 256 · KG 331, 334, 335,<br />

347, 352, 355, 531, 544<br />

Gloria<br />

Als tiefes Schweigen das All umfing<br />

und die Nacht bis zur Mitte gelangt war,<br />

da stieg dein allmächtiges Wort, o Herr,<br />

vom Himmel herab, vom königlichen Thron.<br />

Weish 18, 14–15<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach<br />

Sir 24, 1–2.8–12 (1–4.12–16)<br />

Die Weisheit lobt sich selbst und inmitten ihres Volkes rühmt<br />

sie sich. In der Versammlung des Höchsten öffnet sie ihren<br />

Mund und in Gegenwart seiner Macht rühmt sie sich:<br />

Der Schöpfer des Alls gebot mir, der mich schuf, ließ mein<br />

Zelt einen Ruheplatz finden. Er sagte: In Jakob schlag dein Zelt<br />

auf und in Israel sei dein Erbteil!<br />

Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich erschaffen und<br />

bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Im heiligen Zelt diente ich vor<br />

ihm, so wurde ich auf dem Zion fest eingesetzt.<br />

In der Stadt, die er ebenso geliebt hat, ließ er mich Ruhe finden,<br />

in Jerusalem ist mein Machtbereich, ich schlug Wurzeln in<br />

einem ruhmreichen Volk, im Anteil des Herrn, seines Erbteils.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Wohlgewählte Worte, und eine Rede, die überrascht. Eine<br />

Rede, die unter die Haut geht. Die ewige Weisheit, die teilhat<br />

an Gottes eigener Ewigkeit, die über Höhen und Tiefen, Völker<br />

und Länder gebietet, die nichts und niemand für sich verein-


39<br />

Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

nahmen kann, weil sie göttlich ist, weil sie von Gott ist und<br />

bei Gott ist – gerade sie wird vom Schöpfer zu Israel gesandt.<br />

Israel, ein kleines Volk, ein Land, das auf der machtpolitischen<br />

Landkarte kaum zu finden ist. Und doch, ein Volk, ein Land,<br />

das der Urheber aller Welt liebt, so sehr, dass er seine schöpferische<br />

Weisheit dort wohnen lässt. Nicht bloß übernachten –<br />

da ist mein Klappsofa, passt schon – sondern wohnen. Wohnen<br />

heißt bleiben, sich einlassen, Anteil nehmen, miteinander<br />

leben. Das ist Gottes bleibende Weisheit.<br />

Antwortpsalm Ps 147, 12–15.19–20<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.<br />

Jerusalem, rühme den HERRN! *<br />

Zion, lobe deinen Gott!<br />

Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, *<br />

die Kinder in deiner Mitte gesegnet. – Kehrvers<br />

Er verschafft deinen Grenzen Frieden, *<br />

er sättigt dich mit bestem Weizen.<br />

Er sendet seinen Spruch zur Erde, *<br />

in Eile läuft sein Wort dahin. – Kehrvers<br />

Er verkündet Jakob sein Wort, *<br />

Israel seine Gesetze und seine Entscheide.<br />

An keinem anderen Volk hat er so gehandelt, *<br />

sie kennen sein Recht nicht. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Joh 1, 14, ferner GL 255 (VIII. Ton)<br />

oder GL 1975 149, 6 (IX. Ton) oder KG 359 (VII. Ton)<br />

Lesung aus dem Epheserbrief Eph 1, 3–6.15–18<br />

Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus<br />

Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet<br />

durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn<br />

in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit


Eucharistie · Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> 40<br />

wir heilig und untadelig leben vor ihm. Er hat uns aus Liebe<br />

im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus<br />

Christus und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen,<br />

zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in<br />

seinem geliebten Sohn.<br />

Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich<br />

in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem<br />

Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen<br />

gehört. Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater<br />

der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,<br />

damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures<br />

Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn<br />

berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes<br />

den Heiligen schenkt.<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. 1 Tim 3, 16<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Christus, offenbart im Fleisch, verkündet unter den Völkern,<br />

Christus, geglaubt in der Welt: Ehre sei dir!<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 1–18<br />

Kurzfassung: Joh 1, 1–5.9–14<br />

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das<br />

Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch<br />

das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden<br />

ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.<br />

Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis<br />

hat es nicht erfasst.<br />

Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes.<br />

Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht,<br />

damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst<br />

das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.


41<br />

Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die<br />

Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden,<br />

aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber<br />

die Seinen nahmen ihn nicht auf.<br />

Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes<br />

zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus<br />

dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem<br />

Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.<br />

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt<br />

und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des<br />

einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.<br />

Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über<br />

den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus,<br />

weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen,<br />

Gnade über Gnade.<br />

Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und<br />

die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je<br />

gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters<br />

ruht, er hat Kunde gebracht.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Herr, unser Gott, heilige unsere Gaben durch die Menschwerdung<br />

deines Sohnes. Durch seine Geburt hast du allen Menschen<br />

den Weg der Wahrheit gewiesen und ihnen dein Reich<br />

verheißen. Lass uns in dieser Feier verkosten, was du denen<br />

bereitet hast, die dich lieben. Darum bitten wir durch Christus,<br />

unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

Fleisch geworden ist das Wort, und in diesem Geheimnis er-


Eucharistie · Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> 42<br />

strahlt dem Auge unseres Geistes das neue Licht deiner Herrlichkeit.<br />

In der sichtbaren Gestalt des Erlösers lässt du uns den<br />

unsichtbaren Gott erkennen, um in uns die Liebe zu entflammen<br />

zu dem, was kein Auge geschaut hat. Darum singen wir<br />

mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und<br />

mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang<br />

von deiner göttlichen Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Joh 1, 12<br />

Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.<br />

Schlussgebet<br />

Herr, unser Gott, befreie uns durch die Wirkung dieses Sakramentes<br />

von unseren Fehlern und Sünden. Erfülle unser Verlangen<br />

und schenke uns alles, was wir zum Heil nötig haben.<br />

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der barmherzige Gott hat durch die Geburt seines Sohnes die<br />

Finsternis vertrieben und diesen Tag erleuchtet mit dem Glanz<br />

seines Lichtes; er mache eure Herzen hell mit dem Licht seiner<br />

Gnade.<br />

Den Hirten ließ er durch den Engel die große Freude verkünden;<br />

mit dieser Freude erfülle er euer ganzes Leben.<br />

In Christus hat Gott Himmel und Erde verbunden; durch<br />

ihn schenke er allen Menschen guten Willens seinen Frieden,<br />

durch ihn vereine er euch mit der Kirche des Himmels.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.


43<br />

Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> · Auslegung<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Ludger Schenke<br />

Mit 1, 1 beginnt wohl der Text, nicht aber die Handlung des<br />

Johannesevangeliums. Die Handlung ist das Wirken des<br />

Menschen Jesus von Nazaret, seine Taten und Worte. Die Sätze<br />

1, 1–5 greifen dem weit voraus: „Im Anfang ...“, d. h. noch vor<br />

dem Werden der Welt (vgl. 1, 3). Von Ursprünglichem wird hier<br />

geraunt, vom Urgeschehen, das allem voraus liegt. Die Handlung<br />

hat darin ihren tiefsten Grund und ihr Urbild. Der Text des<br />

Johannesevangeliums bietet also zuerst den Mythos, bevor er<br />

die Geschichte des Menschen Jesus von Nazaret darstellt.<br />

Ist dann 1, 6 f. der Beginn der Handlung: „Es ward ein Mensch,<br />

gesandt von Gott, sein Name: Johannes ...“? Ohne Zweifel ist<br />

der Text damit an die Stelle der Weltgeschichte gesprungen, wo<br />

die Handlung des Johannesevangeliums spielt, aber 1, 6 f. ist<br />

gleichwohl nicht der Beginn ihrer Darstellung. Zwar kommt die<br />

Geschichte Jesu in den Blick, umfassend und als ein Ganzes,<br />

angefangen bei Johannes dem Täufer über die Ablehnung des<br />

Lichtes durch die Eigenen bis hin zur Vermittlung der Gotteskindschaft<br />

durch ihn an die Glaubenden (1, 6–13). Die ganze<br />

Handlung wird in diese wenigen Sätze zusammengepresst. Sie<br />

sind ihr Extrakt in symbolischer Rätselsprache, der Anfang ihrer<br />

Darstellung sind sie nicht.<br />

Schon gar nicht fängt diese in 1, 14 an. Perspektive und Stimmung<br />

wechseln abermals. Der Ton ist jetzt bekennend und<br />

preisend, und es wird nun von einem neuen Standpunkt der<br />

Geschichte aus zurückgeblickt: „Wir haben seine Herrlichkeit<br />

geschaut ... und aus seiner Fülle nahmen wir alle ...“ (1, 14.16).<br />

Das in den Blick genommene Ereignis liegt in der Vergangenheit<br />

und bestimmt doch eine Gegenwart: „Niemand hat Gott<br />

je gesehen! Der einziggeborene Gott, der im Schoß des Vaters<br />

ist, Er hat vermittelt“ (1, 18). Es ist die Gegenwart der Leser, die


Abend · Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> 44<br />

erst jetzt – ab 1, 19! – damit beginnen, das im Johannesevangelium<br />

dargestellte Wirken Jesu lesend wahrzunehmen.<br />

Wie also verhält sich der Text 1, 1–18 zum übrigen Johannesevangelium?<br />

Er umfasst alles: das Urgeschehen als Vorgeschichte,<br />

das geschichtliche Kommen des Lichtes und seines Zeugen<br />

und die darauf bezogene Nachgeschichte der Glaubenden. Er<br />

bietet mithin eine umfassende Schau. Er beleuchtet Jesu Wirken<br />

in Wort und Tat aus allen Perspektiven und sagt an, was sich<br />

darin wirklich ereignet hat.<br />

Wir haben uns daran gewöhnt, diesen Text Prolog zu nennen,<br />

und bezeichnen damit seine Funktion. In der Tat ist er ein Vorwort,<br />

ein wirklich vorgeordnetes Wort: der Brennpunkt aller<br />

Linien, die zentrale Perspektive. Im Gegensatz zu nichtssagenden<br />

Vorworten ist dieses unverzichtbar. Es ist der Schlüssel zum<br />

Ganzen, das Portal, durch das die Leser eintreten sollen in die<br />

Welt des Johannesevangeliums.<br />

Ludger Schenke (* 1940),<br />

Johannes-Kommentar, elektronische Neuauflage 2014<br />

(http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:77-36345), 15,<br />

© beim Autor<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

„Vom Himmel hoch, da komm ich her,<br />

ich bring euch gute neue Mär,<br />

der guten Mär bring ich so viel,<br />

davon ich singn und sagen will.


45<br />

Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Euch ist ein Kindlein heut geborn<br />

von einer Jungfrau auserkorn,<br />

ein Kindelein so zart und fein;<br />

das soll eur Freud und Wonne sein.<br />

Es ist der Herr Christ, unser Gott,<br />

der will euch führn aus aller Not;<br />

er will eur Heiland selber sein,<br />

von allen Sünden machen rein.<br />

Er bringt euch alle Seligkeit,<br />

die Gott der Vater hat bereit,<br />

dass ihr mit uns im Himmelreich<br />

sollt leben nun und ewiglich.<br />

So merket nun das Zeichen recht:<br />

die Krippe, Windelein so schlecht;<br />

da findet ihr das Kind gelegt,<br />

das alle Welt erhält und trägt.“<br />

Des lasst uns alle fröhlich sein<br />

und mit den Hirten gehn hinein,<br />

zu sehn, was Gott uns hat beschert,<br />

mit seinem lieben Sohn verehrt.<br />

Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,<br />

der uns schenkt seinen eingen Sohn.<br />

Des freuet sich der Engel Schar<br />

und singet uns solch neues Jahr.<br />

Martin Luther 1535<br />

GL 237 · KG 332 · EG 24 – andere Fassung: GL 1975 138<br />

Psalm 110 Verse 1–5.7<br />

So spricht der Herr zu meinem Herrn: /<br />

Setze dich mir zur Rechten, *<br />

und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.


Abend · Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> 46<br />

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: *<br />

„Herrsche inmitten deiner Feinde!“<br />

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, *<br />

wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;<br />

ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, *<br />

wie den Tau in der Frühe.<br />

Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen: *<br />

„Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.“<br />

Der Herr steht dir zur Seite; *<br />

er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.<br />

Er trinkt aus dem Bach am Weg; *<br />

so kann er von Neuem das Haupt erheben.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du ewiger Sohn des Vaters, wirke dein Heil in unserer Mitte.<br />

Hilf uns, dir auf dem Weg der Liebe und des Friedens zu folgen.<br />

Lesung 1 Joh 1, 1–3<br />

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir<br />

mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was<br />

unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort<br />

des Lebens. Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen<br />

und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das<br />

beim Vater war und uns offenbart wurde. Was wir gesehen und<br />

gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr<br />

Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit<br />

dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Selig der Leib, der den Sohn des ewigen Vaters getragen, selig<br />

die Brust, die Christus den Herrn genährt hat.


47<br />

Sonntag, 3. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Fürbitten<br />

Als tiefes Schweigen das All umfing, hast du, erbarmender Gott,<br />

deinen Sohn gesandt. Wir rufen zu ihm, der uns brüderlich<br />

nahe ist:<br />

V: Jesus Christus, du unser Bruder, A: leite uns und führe uns.<br />

500 Jahre nach dem Kirchenbann gegen Martin Luther bitten<br />

wir für alle, die dein Wort verkünden:<br />

– lass sie glaubwürdige Zeugen bleiben und immer mehr werden.<br />

Wir beten für diejenigen, die sich in unserem reichen Land<br />

durch Armut ausgeschlossen fühlen:<br />

– Hilf uns, sie wahrzunehmen und ihnen zu helfen.<br />

Wir bitten für die Familien, in denen ein Kind schwer erkrankt ist:<br />

– Schenke ihnen medizinischen Beistand und die Hilfe, die sie<br />

brauchen, um als Familie weiterleben zu können.<br />

Wir beten für alle, die sich schwach und einsam fühlen:<br />

– Lass sie Gemeinschaft und Stärkung erfahren.<br />

Wir beten für die christlichen Gemeinden:<br />

– dass sie einladend leben und so deine Güte erfahrbar machen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du erleuchtest alle, die an dich glauben.<br />

Offenbare dich den Völkern der Erde, damit alle Menschen<br />

das Licht deiner Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Gnade sei mit uns und Friede<br />

von Gott, unserem Vater,<br />

und dem Herrn Jesus Christus.<br />

Vgl. 1 Kor 1, 3<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Montag, 4. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Rigobert von Reims (Bischof, † um 740) · sel. Roger<br />

von Ellant (Zisterzienser, † nach 1162) · hl. Angela von Foligno (Franziskaner-Terziarin,<br />

† 1309) · hl. Elisabeth Anna Bayley Seton (Gründerin<br />

der Sisters of Charity, † 1821)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Friedrich von Bodelschwingh d. J. (ev.<br />

Theologe, 1877–1946)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Erwacht und singt in der Nacht;<br />

es kommt das göttliche Wort,<br />

der Sohn, der Himmel und Erde gemacht,<br />

vom Thron in unsre Zeit und Niedrigkeit.<br />

Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,<br />

der über das All ward gesetzt,<br />

dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt<br />

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.<br />

Zeitgenössisch (Urheberin: Silja Walter)<br />

Psalm 31 Verse 2–9<br />

Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /<br />

Lass mich doch niemals scheitern; *<br />

rette mich in deiner Gerechtigkeit!


49<br />

Montag, 4. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Wende dein Ohr mir zu, *<br />

erlöse mich bald!<br />

Sei mir ein schützender Fels, *<br />

eine feste Burg, die mich rettet.<br />

Denn du bist mein Fels und meine Burg; *<br />

um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.<br />

Du wirst mich befreien aus dem Netz, *<br />

das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht.<br />

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; *<br />

du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.<br />

Dir sind alle verhasst, die nichtige Götzen verehren; *<br />

ich aber verlasse mich auf den Herrn.<br />

Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen; /<br />

denn du hast mein Elend angesehn, *<br />

du bist mit meiner Not vertraut.<br />

Du hast mich nicht preisgegeben<br />

der Gewalt meines Feindes, *<br />

hast meinen Füßen freien Raum geschenkt.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Um deines Namens willen führst du uns, treuer Gott. Auf dich<br />

verlassen wir uns; denn du bist mit unserer Not vertraut.<br />

Lesung Jes 45, 22–24<br />

Wendet euch mir zu und lasst euch erretten, ihr Menschen<br />

aus den fernsten Ländern der Erde; denn ich bin Gott,<br />

und sonst niemand. Ich habe bei mir selbst geschworen, und<br />

mein Mund hat die Wahrheit gesprochen, es ist ein unwiderrufliches<br />

Wort: Vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede<br />

Zunge wird bei mir schwören: Nur beim Herrn – sagt man von<br />

mir – gibt es Rettung und Schutz. Beschämt kommen alle zu<br />

ihm, die sich ihm widersetzten.


Eucharistie · Montag, 4. <strong>Januar</strong> 50<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Christus, unser Herr, in dem die Fülle der Gottheit wohnt, du<br />

hast die Schwachheit unseres Fleisches angenommen und wurdest<br />

geboren als der neue Mensch.<br />

Bitten<br />

Gott, unser Schöpfer, du gibst uns Kraft, du richtest uns auf. Wir<br />

rufen zu dir:<br />

A: Gib uns die Gnade, deine Stimme zu vernehmen.<br />

– In unserer Sehnsucht nach erfülltem Leben.<br />

– Im Ein und Aus unseres Atmens.<br />

– Im Pulsschlag unseres Herzens.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, zu unserem Heil ist dein Sohn als Licht der<br />

Welt erschienen. Lass dieses Licht in unseren Herzen aufstrahlen,<br />

damit sich unser Leben von Tag zu Tag erneuert. Darum<br />

bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht;<br />

über denen, die im Land der Finsternis wohnen,<br />

leuchtet ein Licht auf.<br />

Jes 9, 1


51<br />

Montag, 4. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 3, 7–10<br />

Meine Kinder, lasst euch von niemand in die Irre führen!<br />

Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie Er gerecht ist.<br />

Wer die Sünde tut, stammt vom Teufel; denn der Teufel sündigt<br />

von Anfang an. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um<br />

die Werke des Teufels zu zerstören.<br />

Jeder, der von Gott stammt, tut keine Sünde, weil Gottes<br />

Same in ihm bleibt. Er kann nicht sündigen, weil er von Gott<br />

stammt. Daran kann man die Kinder Gottes und die Kinder des<br />

Teufels erkennen: Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut und seinen<br />

Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott.<br />

Antwortpsalm Ps 98, 1.7–9<br />

Kehrvers:<br />

Alle Enden der Erde sehen das Heil unsres Gottes.<br />

Singet dem Herrn ein neues Lied; *<br />

denn er hat wunderbare Taten vollbracht.<br />

Er hat mit seiner Rechten geholfen *<br />

und mit seinem heiligen Arm. – Kehrvers<br />

Es brause das Meer und alles, was es erfüllt, *<br />

der Erdkreis und seine Bewohner.<br />

In die Hände klatschen sollen die Ströme, *<br />

die Berge sollen jubeln im Chor. – Kehrvers<br />

Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt, *<br />

um die Erde zu richten.<br />

Er richtet den Erdkreis gerecht, *<br />

die Nationen so, wie es recht ist. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 3cd, ferner GL 55, 1<br />

oder GL 1975 149, 1 · KG 363 (VIII. Ton)


Eucharistie · Montag, 4. <strong>Januar</strong> 52<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Hebr 1, 1–2<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Einst hat Gott zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;<br />

heute aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 35–42<br />

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei<br />

seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete<br />

Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!<br />

Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.<br />

Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten,<br />

fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi –<br />

das heißt übersetzt: Meister –, wo wohnst du? Er antwortete:<br />

Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte,<br />

und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.<br />

Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden,<br />

die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.<br />

Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm:<br />

Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der<br />

Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn<br />

an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst<br />

Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Meine Schüler – deine Schüler. Andreas und ein namenloser<br />

Jünger – ist es Simon Petrus, der Bruder des Andreas? – werden<br />

hier als Schüler bzw. Jünger des Johannes eingeführt.<br />

Doch dieser, der Täufer selbst, führt sie zu Jesus. Andreas,<br />

treuer Täufer-Schüler, wird vom Täufer zu Jesus geführt. Und<br />

er führt seinen Bruder zu ihm. Und Jesus, der Menschenkenner,<br />

der Menschenfreund, er nennt diesen Simon „Kephas“,<br />

Edelstein.


53<br />

Montag, 4. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Das Menschenleben ist eine ständige Schule.<br />

Gottfried Keller (Schweizer Dichter und Romanautor, 1819–1890)<br />

• Wo lerne ich hinzu?<br />

• Welche Fähigkeiten möchte ich erwerben oder verbessern?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder:<br />

V: Erbarme dich, Herr, unser Gott, erbarme dich.<br />

A: Denn wir haben vor dir gesündigt.<br />

V: Erweise, Herr, uns deine Huld.<br />

A: Und schenke uns dein Heil.<br />

Hymnus<br />

In dulci jubilo nun singet und seid froh:<br />

Unsers Herzens Wonne liegt in praesepio<br />

und leuchtet wie die Sonne matris in gremio.<br />

Alpha es et O, Alpha es et O.<br />

O Jesu parvule, nach dir ist mir so weh.<br />

Tröst mir mein Gemüte, o puer optime,<br />

durch alle deine Güte, o princeps gloriae.<br />

Trahe me post te, trahe me post te.<br />

O Patris caritas, o nati lenitas!<br />

Wir warn all verdorben per nostra crimina,<br />

da hat er uns erworben caelorum gaudia.<br />

Quanta gratia, quanta gratia.


Abend · Montag, 4. <strong>Januar</strong> 54<br />

Ubi sunt gaudia? Nirgends mehr denn da,<br />

wo die Engel singen nova cantica<br />

und die Zimbeln klingen in regis curia.<br />

Eja qualia, eja qualia!<br />

15. Jh./3. Str. Leipzig 1545 – GL 253 · GL 1975 142 · EG 35 · KG 346<br />

Psalm 45 Verse 2–10<br />

Mein Herz fließt über von froher Kunde, /<br />

ich weihe mein Lied dem König. *<br />

Meine Zunge gleicht dem Griffel des flinken Schreibers.<br />

Du bist der Schönste von allen Menschen, /<br />

Anmut ist ausgegossen über deine Lippen; *<br />

darum hat Gott dich für immer gesegnet.<br />

Gürte, du Held, dein Schwert um die Hüfte, *<br />

kleide dich in Hoheit und Herrlichkeit!<br />

Zieh aus mit Glück, kämpfe für Wahrheit und Recht! *<br />

Furchtgebietende Taten soll dein rechter Arm dich lehren.<br />

Deine Pfeile sind scharf, dir unterliegen die Völker, *<br />

die Feinde des Königs verlieren den Mut.<br />

Dein Thron, du Göttlicher, steht für immer und ewig; *<br />

das Zepter deiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter.<br />

Du liebst das Recht und hasst das Unrecht, /<br />

darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Öl der Freude *<br />

wie keinen deiner Gefährten.<br />

Von Myrrhe, Aloë und Kassia duften all deine Gewänder, *<br />

aus Elfenbeinhallen erfreut dich Saitenspiel.<br />

Königstöchter gehen dir entgegen, *<br />

die Braut steht dir zur Rechten im Schmuck von Ofirgold.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du hast uns deinen Sohn gesandt, Gott des Lebens. Segne uns,<br />

die wir uns über sein Kommen freuen, und lass uns nicht von<br />

seiner Seite weichen.


55<br />

Montag, 4. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Lesung Röm 8, 3b–4<br />

Gott sandte seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches, das unter<br />

der Macht der Sünde steht, zur Sühne für die Sünde,<br />

um an diesem Fleisch die Sünde zu verurteilen; dies tat er, damit<br />

die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir<br />

nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Ich bin von Gott ausgegangen und in die Welt gekommen. Nicht<br />

von mir aus bin ich gekommen: Mein Vater hat mich gesandt.<br />

Fürbitten (Gebetsanliegen des Papstes)<br />

Beten wir um das Miteinander mit allen Menschen:<br />

– Der Herr gebe uns die Gnade, mit unseren Schwestern und<br />

Brüdern aus anderen Religionen geschwisterlich zu leben, offen<br />

und im Gebet füreinander.<br />

Näheres zu diesem Gebetsanliegen erfahren Sie auf www.magnificat.de/aktuelles.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, zu unserem Heil ist dein Sohn als Licht der<br />

Welt erschienen. Lass dieses Licht in unseren Herzen aufstrahlen,<br />

damit sich unser Leben von Tag zu Tag erneuert. Darum<br />

bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Ämiliana (Emilie, Nonne, 6. Jh.) · hl. Eduard der Bekenner<br />

(König von England, † 1066) · hl. Gerlach von Houthem (Einsiedler,<br />

Pilger, † um 1172/77) · sel. Roger von Todi (Franziskaner, † 1273) · hl.<br />

Karel Houben (nl. Ordenspriester, Seelsorger in Irland, † 1893)<br />

Hymnus<br />

Spurensuche<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Seit der ersten Dämmerahnung vom Tod<br />

beginnt des Menschen rastlose Suche<br />

nach dem Namen des Lebens<br />

In tausend Götterbildern<br />

Spiegelschatten und Widerglanz<br />

des Unerschaubaren<br />

Tempel Feste Kunst<br />

wie freigehalten für das Erscheinen<br />

des Unerdenkbaren<br />

Das große Schweigen der Meister<br />

hingebungsvolles Erlauschen<br />

des Unerrufbaren<br />

In den heiligen Schriften aller Zeiten<br />

zwischen den Zeilen verborgen<br />

das allbergende Wort


57<br />

Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Und das Wort ist Name geworden<br />

menschlich im Du gesichtet<br />

einer von uns<br />

Andreas Knapp<br />

aus: Ders., Weiter als der Horizont. Gedichte über alles hinaus,<br />

© Echter Verlag, Würzburg, 9. Auflage 2019, S. 33<br />

Psalm 43<br />

Verschaff mir Recht, o Gott, /<br />

und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk! *<br />

Rette mich vor bösen und tückischen Menschen!<br />

Denn du bist mein starker Gott. *<br />

Warum hast du mich verstoßen?<br />

Warum muss ich trauernd umhergehen, *<br />

von meinem Feind bedrängt?<br />

Sende dein Licht und deine Wahrheit, *<br />

damit sie mich leiten;<br />

sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg *<br />

und zu deiner Wohnung.<br />

So will ich zum Altar Gottes treten,<br />

zum Gott meiner Freude. *<br />

Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott.<br />

Meine Seele, warum bist du betrübt *<br />

und bist so unruhig in mir?<br />

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, *<br />

meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott unserer Hoffnung, wie grau ist unser Alltag, wie herzlos<br />

oft die Welt, die uns umgibt. Blick auf unser Elend und sende<br />

uns dein Licht; denn bei dir ist die Fülle des Lebens.


Morgen · Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> 58<br />

Lesung Weish 7, 26–27<br />

Die Weisheit ist der Widerschein des ewigen Lichts, der ungetrübte<br />

Spiegel von Gottes Kraft, das Bild seiner Vollkommenheit.<br />

Sie ist nur eine und vermag doch alles; ohne sich zu<br />

ändern, erneuert sie alles. Von Geschlecht zu Geschlecht tritt<br />

sie in heilige Seelen ein und schafft Freunde Gottes und Propheten.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.<br />

Bitten<br />

Heute vor 100 Jahren wurde Friedrich Dürrenmatt geboren,<br />

der skeptische Schweizer Dramatiker, der in seinem vielfältigen<br />

Werk die Abgründe der modernen Welt lebhaft vor Augen<br />

führt. Bitten wir um Halt und Orientierung:<br />

A: Gott, unser Ziel, bleib uns nah.<br />

Die „Physiker“ stellen die Frage, wer die wahren Verrückten<br />

sind: die Insassen der Anstalt oder die Welt draußen;<br />

– kläre unseren Blick und hilf uns erkennen, was menschenwürdig<br />

und was unmenschlich ist.<br />

Der „Besuch der alten Dame“ führt uns vor Augen, was Habgier<br />

mit Menschen macht;<br />

– stärke unsere Unabhängigkeit von materiellen Gütern.<br />

Die „Panne“ stellt das Publikum vor die Frage nach der eigenen<br />

persönlichen Schuld;<br />

– mach uns Mut, unseren Schatten klar zu sehen und dennoch<br />

stets neu anzufangen.<br />

Vaterunser


59<br />

Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Oration<br />

Getreuer Gott, in der Geburt deines Sohnes hast du uns auf<br />

wunderbare Weise den Anfang des Heiles geschenkt. Stärke in<br />

uns den Glauben, dass Christus dein Volk durch die Mühen<br />

dieser Zeit zum Land der Verheißung hinführt. Er, der in der<br />

Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle<br />

Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Am Anfang und vor aller Zeit war Gott, das Wort.<br />

Er ist uns heute geboren als Heiland der Welt.<br />

Vgl. Joh 1, 1<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 3, 11–21<br />

Meine Schwestern und Brüder! Das ist die Botschaft, die<br />

ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben<br />

und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte<br />

und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil<br />

seine Taten böse, die Taten seines Bruders aber gerecht waren.<br />

Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch hasst.<br />

Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen<br />

sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt<br />

im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr<br />

wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.<br />

Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für<br />

uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das


Eucharistie · Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> 60<br />

Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz<br />

vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die<br />

Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit<br />

Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.<br />

Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind,<br />

und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn<br />

wenn das Herz uns auch verurteilt – Gott ist größer als unser<br />

Herz, und er weiß alles. Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber<br />

nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht.<br />

Antwortpsalm Ps 100, 2–5<br />

Kehrvers:<br />

Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!<br />

Dient dem Herrn mit Freude! *<br />

Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!<br />

Erkennt: Der Herr allein ist Gott. /<br />

Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, *<br />

sein Volk und die Herde seiner Weide. – Kehrvers<br />

Tretet mit Dank durch seine Tore ein! /<br />

Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels! *<br />

Dankt ihm, preist seinen Namen!<br />

Denn der Herr ist gütig, /<br />

ewig währt seine Huld, *<br />

von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 1, ferner GL 56, 1 · GL 1975 646, 1 · KG 623 (V. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Aufgeleuchtet ist uns aufs Neue der Tag der Erlösung: Ein großes<br />

Licht ist heute auf Erden erschienen. Kommt, ihr Völker,<br />

und betet an den Herrn, unseren Gott!<br />

Halleluja.


61<br />

Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 43–51<br />

In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er<br />

Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus<br />

war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus.<br />

Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den<br />

gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten<br />

geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte<br />

Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes<br />

kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!<br />

Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da<br />

kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël<br />

fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon<br />

bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum<br />

gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes,<br />

du bist der König von Israel!<br />

Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich<br />

dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.<br />

Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr<br />

werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen<br />

sehen über dem Menschensohn.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Woher kennst du mich? In uns ist beides, die Furcht, durchschaut<br />

zu werden: in unserer Kleinheit und in unserer Größenfantasie,<br />

in unserer Ängstlichkeit und in unserer Überheblichkeit.<br />

In uns ist aber auch die Hoffnung, dass uns einer wirklich<br />

wahrnimmt und annimmt, in unseren Stärken und Schwächen,<br />

in unseren Grenzen und in unserer Sehnsucht, über diese<br />

Grenzen hinauszukommen. In uns ist die Sehnsucht, dass uns<br />

jemand sieht, wie wir sind, und den Blick nicht abwende; dass<br />

ein Mensch uns im Tiefsten erkennt und dennoch anerkennt,<br />

dass jemand uns sieht und ansieht und Ansehen schenkt. Jesus<br />

ist ein solcher Mensch. Sein Blick fixiert nicht, verführt<br />

nicht, hypnotisiert nicht – ganz anders, als es der Blick der


Abend · Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> 62<br />

Hitlers und Stalins und Mussolinis aller Zeiten will. Der Jesus-<br />

Augen-Blick umfängt liebevoll, bejaht unbedingt – und lässt<br />

frei: „Du wirst noch Größeres sehen.“<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Ideologie ist Ordnung auf Kosten des Weiterdenkens.<br />

Heute ist der 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt.<br />

• Gibt es Menschen, Vorbilder, die mich zum „Weiterdenken“<br />

ermutigt haben?<br />

• Welchen Stellenwert hatte hierbei die Schule für mich?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Die Weisen schauen auf zum Stern<br />

und folgen gläubig seiner Spur,<br />

sie finden durch das Licht zum Licht,<br />

mit Gaben ehren sie das Kind.<br />

Erkenne in den Gaben, Kind,<br />

die Königszeichen deiner Macht<br />

und was des Vaters ew’ge Huld<br />

dir dreifach hat vorherbestimmt:<br />

Den König kündet an das Gold,<br />

dem Gott steigt auf des Weihrauchs Duft,


63<br />

Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

doch weist voraus auf Tod und Grab<br />

der Myrrhenkörner Bitterkeit.<br />

Der Vorzeit Väter schauten dich,<br />

dich kündet der Propheten Mund;<br />

doch heut bezeugt der Vater selbst:<br />

Du bist der Erbe meines Reichs.<br />

In dir, o Kind, wird alles eins,<br />

du bist das A und O der Zeit,<br />

du bist das Haupt der neuen Welt,<br />

in der die Schöpfung sich erfüllt.<br />

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,<br />

der du uns heut erschienen bist,<br />

dem Vater und dem Geist zugleich<br />

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Magi videntes parvulum; Prudentius, † nach 405<br />

Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72<br />

Psalm 72 Verse 12–19<br />

Der Herr rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, *<br />

den Armen und den, der keinen Helfer hat.<br />

Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, *<br />

er rettet das Leben der Armen.<br />

Von Unterdrückung und Gewalttat befreit er sie, *<br />

ihr Blut ist in seinen Augen kostbar.<br />

Er lebe, und Gold von Saba soll man ihm geben! /<br />

Man soll für ihn allezeit beten, *<br />

stets für ihn Segen erflehen.<br />

Im Land gebe es Korn in Fülle. *<br />

Es rausche auf dem Gipfel der Berge.<br />

Seine Frucht wird sein wie die Bäume des Libanon. *<br />

Menschen blühn in der Stadt wie das Gras der Erde.


Abend · Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> 64<br />

Sein Name soll ewig bestehen; *<br />

solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name.<br />

Glücklich preisen sollen ihn alle Völker *<br />

und in ihm sich segnen.<br />

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *<br />

Er allein tut Wunder.<br />

Gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit! *<br />

Seine Herrlichkeit erfülle die ganze Erde.<br />

Amen, ja amen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Herrscher des Alls, wir bekennen das Kind in der Krippe als<br />

unseren König und Herrn. Gib uns Anteil an seiner Gerechtigkeit<br />

und Güte, und hilf uns eintreten für die Gebeugten und<br />

Schwachen.<br />

Lesung 2 Tim 1, 9–10<br />

Gott hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen,<br />

nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem<br />

Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in<br />

Christus Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das<br />

Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat dem<br />

Tod die Macht genommen und uns das Licht des unvergänglichen<br />

Lebens gebracht durch das Evangelium.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Die Weisen sahen den Stern und sprachen zueinander: Das ist<br />

das Zeichen des großen Königs. Kommt, lasst uns hingehen,<br />

ihm zu huldigen.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der alle Menschen zu sich<br />

ruft:


65<br />

Dienstag, 5. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

A: Kyrie, eleison.<br />

– Für alle, die nach Sinn in ihrem Leben suchen.<br />

– Für alle, die sich auf einer Pilgerfahrt befinden.<br />

– Für alle, die für ihren Glauben weite Wege auf sich nehmen.<br />

– Für alle, die ihrer Überzeugungen wegen verfolgt und umgebracht<br />

werden.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Weisen gefolgt<br />

sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn<br />

geoffenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt.<br />

Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner<br />

Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Gnade sei mit uns und Friede in Fülle<br />

durch die Erkenntnis Gottes<br />

und Jesu, unseres Herrn.<br />

Vgl. 2 Petr 1, 2<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Erscheinung des Herrn<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

D<br />

ie Antiphon zum Benedictus des Festtages weist auf die vielfältige<br />

Bedeutung des Festes Epiphanie, Erscheinung des Herrn,<br />

hin: „Heute ward dem himmlischen Bräutigam die Kirche vermählt,<br />

da Christus sie im Jordan rein von Sünden wusch; Weise<br />

eilen mit Geschenken zur königlichen Hochzeit; Wasser wird in<br />

Wein gewandelt und erfreut die Hochzeitsgäste.“ Die Kirche feiert<br />

das Offenbarwerden des Retters Christus Jesus in der Anbetung<br />

der Magier, der Taufe Jesu und dem Wunder zu Kana. Die genaue<br />

Herkunft der Magier, die den König der Juden suchen, ist für den<br />

Evangelisten Matthäus weniger wichtig, als dass sie die Welt der<br />

Heiden repräsentieren (vgl. Mt 2, 2).<br />

Seit dem Mittelalter treten in der Volksfrömmigkeit die „Heiligen<br />

Drei Könige“ in den Mittelpunkt, besonders seit der Überführung<br />

ihrer Gebeine 1164 nach Köln. Biblisch ist von Magiern, nicht aber<br />

von Königen die Rede, wobei man auf die Zahl Drei schloss, weil<br />

von drei Geschenken die Rede ist: Gold, Weihrauch und Myrrhe.


67<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Diese Gaben beziehen sich wohl auf alttestamentliche Stellen wie<br />

Ps 72, 10–15, Jes 60, 6 oder Hld 3, 6 und sollen zugleich die Würde<br />

des Messias verdeutlichen: Gold steht für den König, Weihrauch<br />

für den Hohenpriester und Myrrhe (eine Heilpflanze) für den Arzt<br />

Jesus. Heiliggesprochen wurden die drei Könige nie, und viele Geschichten<br />

um ihre Herkunft, Zahl und Namen sind dem Bereich<br />

der Legenden zuzuordnen.<br />

Mancherorts ist es üblich, am Epiphanietag nach dem Evangelium<br />

den Termin des Osterfestes zu verkünden. Aus dem vielfältigen<br />

Brauchtum ist besonders die Segnung der Häuser bekannt: C +<br />

M + B – „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne das<br />

Haus) –, im Volksmund als Namen der Könige gedeutet: Caspar,<br />

Melchior und Balthasar. Junge Menschen ziehen an diesem Tag<br />

als Sternsingerinnen und Sternsinger von Haus zu Haus, zeichnen<br />

den Segen auf die Türen und sammeln für die Aufgaben der Weltmission.<br />

Namenstag: hl. Julian und hl. Basilissa (Eheleute in Ägypten, widmeten<br />

sich der Krankenpflege, † um 304) · sel. Wiltrud von Bergen<br />

(Äbtissin, † um 990) · Gertrud von Traunkirchen (Äbtissin, 11. Jh.) ·<br />

sel. Erminold von Hirsau (erster Abt von Prüfening, † 1121) · Pia von<br />

Huysburg (Klausnerin, Nonne, 12. Jh.)<br />

Heute Abend beginnt für die altkalendarischen Orthodoxen Kirchen<br />

Weihnachten.<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Seht, gekommen ist der Herrscher, der Herr.<br />

In seiner Hand ist die Macht und das Reich.<br />

Vgl. Mal 3, 1; 1 Chr 19, 12<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> 68<br />

Hymnus<br />

Ihr alle, die ihr Christus sucht,<br />

erhebt zum Himmel euren Blick,<br />

da geht vor euren Augen auf<br />

das Zeichen ew’ger Herrlichkeit:<br />

Ein Stern, der selbst den Sonnenball<br />

an Glanz und Feuer überstrahlt,<br />

verkündet heute aller Welt,<br />

dass Gott im Fleisch erschienen ist.<br />

Und Weise, fern im Orient,<br />

erkennen deutend diesen Stern<br />

als Zeichen, dass ein Königskind<br />

der Welt zum Heil geboren ist.<br />

„Wer ist es“, fragen sie bestürzt,<br />

„dem Licht und Sterne dienstbar sind,<br />

dem sich der Himmel unterwirft,<br />

der über die Gestirne herrscht?<br />

Ein großes Leuchten schauen wir,<br />

erhaben, weit und grenzenlos,<br />

ein Leuchten, das kein Ende kennt,<br />

das älter als der Himmel ist.“<br />

Er ist es, aller Völker Herr,<br />

der König über Judas Haus,<br />

der Abraham verheißen ward<br />

und allen, die ihm Söhne sind.<br />

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,<br />

der du uns heut erschienen bist,<br />

dem Vater und dem Geist zugleich<br />

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Quicumque Christum quaeritis; Prudentius, † nach 405<br />

Melodie: GL 147 · GL 1975 516 · KG 199 · EG 155


69<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Psalm 150<br />

Lobet Gott in seinem Heiligtum, *<br />

lobt ihn in seiner mächtigen Feste!<br />

Lobt ihn für seine großen Taten, *<br />

lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!<br />

Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, *<br />

lobt ihn mit Harfe und Zither!<br />

Lobt ihn mit Pauken und Tanz, *<br />

lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!<br />

Lobt ihn mit hellen Zimbeln, *<br />

lobt ihn mit klingenden Zimbeln!<br />

Alles, was atmet, *<br />

lobe den Herrn!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wir loben dich für deine großen Taten, heiliger Gott. Wunderbar<br />

hast du uns geschaffen und wunderbar erlöst. Die ganze<br />

Schöpfung soll dir singen.<br />

Lesung Jes 52, 7–10<br />

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des<br />

Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe<br />

Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein<br />

Gott ist König! Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie<br />

beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie<br />

der Herr nach Zion zurückkehrt. Brecht in Jubel aus, jauchzt<br />

alle zusammen, ihr Trümmer Israels! Denn der Herr tröstet sein<br />

Volk, er erlöst Jerusalem. Der Herr macht seinen heiligen Arm<br />

frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das<br />

Heil unseres Gottes.


Morgen · Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> 70<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Heute wurde die Kirche dem himmlischen Bräutigam vermählt:<br />

Im Jordan wusch Christus sie rein von ihren Sünden. Die Weisen<br />

eilen mit Geschenken zur königlichen Hochzeit. Wasser<br />

wird in Wein gewandelt und erfreut die Gäste. Halleluja.<br />

Bitten<br />

In den Gaben der Weisen werden seit alters Zeichen deiner Sendung<br />

gesehen. Christus Jesus, wir bitten dich:<br />

A: Hilf uns dein Werk weiterführen.<br />

Du bist unser König, weil du den Willen des Vaters erfüllt hast;<br />

– wecke unsere Sinne, dass wir wahrnehmen, wo seine Herrschaft<br />

durch uns Wirklichkeit werden will.<br />

Du bist unser Hoherpriester, weil du den Vater in allem geehrt<br />

hast;<br />

– hilf uns, seinen Namen zu heiligen, indem wir einander beistehen<br />

und für die Schwachen eintreten.<br />

Du bist unser Erlöser, weil du dein Leben zum Zeugnis für die<br />

Güte des Vaters gegeben hast;<br />

– gib uns die Kraft, um der Liebe willen zurückzustehen und<br />

niemand aufzugeben, der uns anvertraut ist.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Weisen gefolgt<br />

sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn<br />

geoffenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt.<br />

Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner<br />

Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Gott unserer Väter,<br />

der heute den Völkern erschienen ist,


71<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

lasse sein Angesicht über uns leuchten<br />

und schenke uns seinen Frieden.<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 240, 241, 259, 261, 262, 357 · KG 192, 194, 333,<br />

335, 345, 347, 353, 356, 358, 522<br />

Seht, gekommen ist der Herrscher, der Herr.<br />

In seiner Hand ist die Macht und das Reich.<br />

Vgl. Mal 3, 1; 1 Chr 19, 12<br />

Gloria<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 60, 1–6<br />

Steh auf, werde licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht<br />

und die Herrlichkeit des HERRN geht strahlend auf über dir.<br />

Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker,<br />

doch über dir geht strahlend der HERR auf, seine Herrlichkeit<br />

erscheint über dir. Nationen wandern zu deinem Licht und<br />

Könige zu deinem strahlenden Glanz.<br />

Erhebe deine Augen ringsum und sieh: Sie alle versammeln<br />

sich, kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine<br />

Töchter werden auf der Hüfte sicher getragen. Da wirst du<br />

schauen und strahlen, dein Herz wird erbeben und sich weiten.<br />

Denn die Fülle des Meeres wendet sich dir zu, der Reichtum<br />

der Nationen kommt zu dir. Eine Menge von Kamelen bedeckt<br />

dich, Hengste aus Midian und Efa. Aus Saba kommen sie alle,<br />

Gold und Weihrauch bringen sie und verkünden die Ruhmestaten<br />

des HERRN.


Eucharistie · Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> 72<br />

Impuls zur Lesung<br />

Leuchtende Verse auf dem Hintergrund einer bitteren Enttäuschung.<br />

Gewiss, die Mauer ist gefallen, die Eingesperrten sind<br />

frei. Doch in der Fremde ist ihnen die Heimat fremd, ja Feind<br />

geworden. Der Neuanfang nach dem langen Exil ist mühsam<br />

und entbehrungsreich. Die Beziehungen zwischen Heimkehrern<br />

und Zu-Hause-Gebliebenen sind vergiftet, Misswirtschaft<br />

und Verteilungskämpfe bestimmen den Alltag, Ernteausfälle<br />

verschärfen die Misere. Doch in der Tradition des Jesaja erheben<br />

einige Mutige ihre Stimme und verkünden die Ankunft des<br />

Herrn: Der HERR kommt nicht als Kriegsherr und nicht zum<br />

Gericht. Er erscheint als strahlendes Licht in der Nacht. Zion<br />

hebt den gesenkten Blick, glanzlose Augen beginnen zu strahlen,<br />

weil sie Gottes Stern gesehen haben. Sie leuchten von Gottes<br />

Licht. Dieses Licht zieht alle an: Ein endloser Zug fremder<br />

Völker bewegt sich von weit her zum Zionsberg. Dieses Licht<br />

steckt alle an: Fremde bringen Zions größten Schatz zurück –<br />

die verlorenen Kinder des Landes. Exotische Gaben führen die<br />

Heiden mit sich: Kamele und Dromedare, Weihrauch und Gold.<br />

Ein Triumphzug ohne Krieg, ohne Sieger und Besiegte. Ein Sieg<br />

des Gottes Israels. Der Evangelist Matthäus feiert ihn: heute.<br />

Antwortpsalm Ps 72, 1–2.7–8.10–13<br />

Kehrvers:<br />

Alle Könige werfen sich vor ihm nieder, es dienen ihm alle Völker.<br />

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, *<br />

dem Königssohn gib dein gerechtes Walten.<br />

Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit *<br />

und deine Elenden durch rechtes Urteil. – Kehrvers<br />

In seinen Tagen sprosse der Gerechte *<br />

und Fülle des Friedens, bis der Mond nicht mehr da ist.<br />

Er herrsche von Meer zu Meer, *<br />

vom Strom bis an die Enden der Erde. – Kehrvers


73<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Die Könige von Tarschisch und von den Inseln<br />

bringen Gaben, *<br />

mit Tribut nahen die Könige von Scheba und Saba.<br />

Alle Könige werfen sich vor ihm nieder, *<br />

es dienen ihm alle Völker. – Kehrvers<br />

Ja, er befreie den Armen, der um Hilfe schreit, *<br />

den Elenden und den, der keinen Helfer hat.<br />

Er habe Mitleid mit dem Geringen und Armen, *<br />

er rette das Leben der Armen. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 11, ferner GL 260 · GL 1975 153, 1 · KG 365 (VI. Ton)<br />

Lesung aus dem Epheserbrief Eph 3, 2–3a.5–6<br />

Schwestern und Brüder! Ihr habt gehört, welches Amt die<br />

Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung<br />

wurde mir das Geheimnis kundgetan. Den Menschen<br />

früherer Generationen wurde es nicht kundgetan, jetzt aber<br />

ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist<br />

offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu<br />

demselben Leib gehören und mit teilhaben an der Verheißung<br />

in Christus Jesus durch das Evangelium.<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 2, 2<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, dem<br />

Herrn zu huldigen.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 2, 1–12<br />

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa<br />

geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem<br />

Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König<br />

der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind<br />

gekommen, um ihm zu huldigen.


Eucharistie · Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> 74<br />

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz<br />

Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des<br />

Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo<br />

der Christus geboren werden solle.<br />

Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es<br />

geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von<br />

Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden<br />

Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der<br />

Hirt meines Volkes Israel.<br />

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und<br />

ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen<br />

war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und<br />

forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden<br />

habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige!<br />

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den<br />

Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog<br />

vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er<br />

stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer<br />

Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und<br />

Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm.<br />

Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold,<br />

Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.<br />

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes<br />

zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr<br />

Land.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Allmächtiger Gott, nimm die Gaben deiner Kirche an. Sie bringt<br />

nicht mehr Gold, Weihrauch und Myrrhe dar, sondern er, den<br />

diese Gaben bezeichnen, wird für uns geopfert und uns zur<br />

Speise gegeben, unser Herr Jesus Christus, der mit dir lebt und<br />

herrscht in alle Ewigkeit.


75<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

heute enthüllst du das Geheimnis unseres Heiles, heute offenbarst<br />

du das Licht der Völker, deinen Sohn Jesus Christus. Er ist<br />

als sterblicher Mensch auf Erden erschienen und hat uns neu<br />

geschaffen im Glanz seines göttlichen Lebens. Darum singen<br />

wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten<br />

und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang<br />

von deiner göttlichen Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers vgl. Mt 2, 2<br />

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen,<br />

dem Herrn mit Geschenken zu huldigen.<br />

Schlussgebet<br />

Wir danken dir, allmächtiger Gott, für die heiligen Gaben und<br />

bitten dich: Erhelle unsere Wege mit dem Licht deiner Gnade,<br />

damit wir in Glauben und Liebe erfassen, was du uns im<br />

Geheimnis der Eucharistie geschenkt hast. Darum bitten wir<br />

durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Gott, unser Vater, hat uns aus der Finsternis in sein wunderbares<br />

Licht gerufen; er segne euch und stärke euch im Glauben, in<br />

der Hoffnung und in der Liebe.<br />

Und Christus, der heute der Welt erschienen ist als Licht in<br />

der Finsternis, leuchte auf in euren Herzen und mache euer<br />

Leben zum Licht für eure Brüder.<br />

Die Weisen sind dem Stern gefolgt und haben Christus gefunden;<br />

Gott führe auch euch auf dem Weg der irdischen Pilgerschaft<br />

zur Anschauung seiner Herrlichkeit.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.


Abend · Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> 76<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Die verstehen nur sehr wenig, die nur das verstehen, was sich<br />

erklären lässt.<br />

Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin, 1830–1916)<br />

• Wie steht es um mein „Verstehen“?<br />

• Kann ich immer wieder mein Herz vorauswerfen, um manche<br />

Hürde des Unverständnisses zu überspringen?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Singet, preiset Gott mit Freuden,<br />

seht die Güte unsers Herrn,<br />

sendet in die Welt der Heiden<br />

einen hellen Morgenstern!<br />

Diesen sahen die drei Weisen,<br />

sie bemerkten seinen Lauf:<br />

„Lasset“, sprachen sie, „uns reisen!<br />

Jakobs Stern geht leuchtend auf.“<br />

Lang und mühsam war ihr Reisen<br />

hin zur Stadt Jerusalem.<br />

Durch die Schrift ließ Gott sie weisen<br />

auf den Weg nach Betlehem.<br />

Da der Stern nun wiederkehrte,<br />

war die Freude übergroß;<br />

gläubig ihre Lieb verehrte<br />

Jesus auf Mariens Schoß.


77<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Eilends öffnen sie und breiten<br />

vor dem Kind die Schätze aus:<br />

Myrrhe, Gold und Kostbarkeiten;<br />

Duft des Weihrauchs füllt das Haus.<br />

Lasst auch uns die Gaben bringen<br />

dem, der heut erschienen ist!<br />

Lasset uns das Loblied singen<br />

unserm König Jesus Christ!<br />

Trier 1871 nach Salzburg 1783, 3. Str. Trier 1955 (Balthasar Fischer),<br />

© Rechtsnachfolge Balthasar Fischer<br />

GL 764 (Anhang Trier)<br />

Canticum vgl. 1 Tim 3, 16<br />

Lobet den Herrn, alle Völker.<br />

Er wurde offenbart im Fleisch, *<br />

gerechtfertigt durch den Geist.<br />

Lobet den Herrn, alle Völker.<br />

Geschaut von den Engeln, *<br />

verkündet unter den Heiden.<br />

Lobet den Herrn, alle Völker.<br />

Geglaubt in der Welt, *<br />

aufgenommen in die Herrlichkeit.<br />

Lobet den Herrn, alle Völker.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lesung Tit 3, 4–5<br />

Als die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters,<br />

erschien, hat er uns gerettet – nicht weil wir Werke vollbracht<br />

hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund<br />

seines Erbarmens – durch das Bad der Wiedergeburt und<br />

der Erneuerung im Heiligen Geist.


Abend · Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> 78<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Drei Wunder heiligen diesen Tag: Heute führte der Stern die<br />

Weisen zum Kind in der Krippe. Heute wurde Wasser zu Wein<br />

bei der Hochzeit. Heute wurde Christus im Jordan getauft, uns<br />

zum Heil. Halleluja.<br />

Fürbitten<br />

Heute hat Gott den Völkern seinen Sohn geoffenbart. Wir tragen<br />

ihm unsere Bitten vor für Kirche und Welt:<br />

V/A: Kyrie, eleison.<br />

Für die Gemeinschaft der Völker;<br />

– lass alle Enden der Erde dein Heil schauen.<br />

Für die Mächtigen der Erde;<br />

– dass sie sich orientieren an dem hilflosen Kind in der Krippe<br />

und Wege zu Frieden und Versöhnung suchen.<br />

Für die Menschen in Afrika;<br />

– dass sie trotz Krieg, Hunger und Krankheiten ihre Freude<br />

nicht verlieren und Wege zur Besserung ihrer Lebensbedingungen<br />

finden.<br />

Für die Sternsinger;<br />

– dass sie freundliche Aufnahme finden und dass ihr Einsatz für<br />

notleidende Menschen gewürdigt wird.<br />

Für alle Glaubenden, die heute den Heiligen Abend begehen;<br />

– erfülle sie mit Frieden und Freude.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Weisen gefolgt<br />

sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn<br />

geoffenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt.


79<br />

Mittwoch, 6. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner<br />

Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Gott, der die Sterne geschaffen<br />

und die Weisen zu Jesus geführt hat,<br />

öffne uns die Augen für seine Zeichen<br />

und leite uns sicher auf seinen Wegen.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Valentin<br />

Heiliger Raimund von Peñafort<br />

Valentin, der Patron des Bistums Passau, lebte im fünften Jahrhundert.<br />

Er missionierte die Gegend um Passau und war einer<br />

der ersten Bischöfe von Passau. Allerdings hatte er wenig Erfolg. So<br />

musste er schließlich Passau verlassen und wirkte dann als Wanderbischof<br />

in Rätien und Südtirol. Seine Gebeine kamen zuerst nach<br />

Meran, später nach Trient und wurden schließlich von Herzog Tassilo<br />

III. nach Passau übertragen.<br />

Schrifttexte: Lesung: Jes 52, 7–10; Evangelium: Mt 28, 16–20<br />

Raimund (um 1175–1275) war einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten<br />

des Mittelalters. Er trat 1222 in den Dominikanerorden<br />

ein. Im gleichen Jahr verfasste er die Statuten des neu gegründeten<br />

Mercedarierordens, der sich die Befreiung christlicher<br />

Sklaven aus muslimischer Gefangenschaft zur Hauptaufgabe machte.<br />

1230 rief ihn Papst Gregor IX. als Rechtsberater und Pönitenziar<br />

nach Rom. In dieser Zeit verfasste Raimund eine Sammlung päpstlicher<br />

Rechtsentscheidungen und eine Sammlung von Richtlinien<br />

für Beichtväter, die das Bußwesen des Hochmittelalters maßgeblich<br />

beeinflusste. 1238–1240 war er dritter Ordensgeneral des Dominikanerordens<br />

und überarbeitete die Statuten des Ordens. Er wurde<br />

1601 von Papst Clemens VIII. heiliggesprochen.<br />

Schrifttexte: Lesung: 2 Kor 5, 14–20; Evangelium: Lk 12, 35–40<br />

Namenstag: Sigrid (Hirtin bei Poitiers, 5. Jh.) · sel. Widukind (Sachsenfürst,<br />

Gegner Karls des Großen, † um 795) · hl. Reinhold von Köln<br />

(Mönch in St. Pantaleon, Aufseher der Steinmetze, 10. Jh.)


81<br />

Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Nun sei uns willkommen, Herre Christ,<br />

der du unser aller Herre bist!<br />

Willkommen uns auf Erden, du lieber Heiland!<br />

Zieh ein in unsre Herzen in alle Land.<br />

Ehre sei Gott.<br />

Nun ist uns geboren unser Trost,<br />

der mit seinem Kreuz die Höll einstoßt.<br />

Willkommen uns auf Erden, du lieber Heiland!<br />

Zieh ein in unsre Herzen in alle Land.<br />

Ehre sei Gott.<br />

Aachener Schöffenlied 14. Jh.<br />

GL 755 (Anhang Aachen/Lüttich)<br />

Psalm 80 Verse 2–20<br />

Du Hirte Israels, höre, *<br />

der du Josef weidest wie eine Herde!<br />

Der du auf den Kerubim thronst, erscheine *<br />

vor Efraim, Benjamin und Manasse!<br />

Biete deine gewaltige Macht auf *<br />

und komm uns zu Hilfe!<br />

Gott, richte uns wieder auf! *<br />

Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.<br />

Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch zürnst du, *<br />

während dein Volk zu dir betet?


Morgen · Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> 82<br />

Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, *<br />

sie überreich getränkt mit Tränen.<br />

Du machst uns zum Spielball der Nachbarn, *<br />

und unsere Feinde verspotten uns.<br />

Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! *<br />

Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.<br />

Du hobst in Ägypten einen Weinstock aus, *<br />

du hast Völker vertrieben, ihn aber eingepflanzt.<br />

Du schufst ihm weiten Raum; *<br />

er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.<br />

Sein Schatten bedeckte die Berge, *<br />

seine Zweige die Zedern Gottes.<br />

Seine Ranken trieb er hin bis zum Meer *<br />

und seine Schösslinge bis zum Eufrat.<br />

Warum rissest du seine Mauern ein? *<br />

Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus.<br />

Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um, *<br />

die Tiere des Feldes fressen ihn ab.<br />

Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! *<br />

Blick vom Himmel herab und sieh auf uns!<br />

Sorge für diesen Weinstock *<br />

und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.<br />

Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, *<br />

sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.<br />

Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten, *<br />

den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.<br />

Erhalt uns am Leben! *<br />

Dann wollen wir deinen Namen anrufen<br />

und nicht von dir weichen.<br />

Herr, Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! *<br />

Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.<br />

Ehre sei dem Vater ...


83<br />

Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Du, Israels Hirte, kommst uns zu Hilfe. Du lässt uns nicht im<br />

Stich, wenn wir verirrt sind und Angst uns bedrückt. Richte uns<br />

auf und schaffe uns Raum.<br />

Lesung Jes 9, 5<br />

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die<br />

Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn Wunderbarer<br />

Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des<br />

Friedens.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Die Weisen aus dem Morgenland kamen nach Betlehem, um<br />

dem Herrn zu huldigen. Halleluja. Sie taten ihre Schätze auf<br />

und brachten ihm ihre Gaben dar: Gold dem König, Weihrauch<br />

dem wahren Gott und Myrrhe für sein Begräbnis. Halleluja.<br />

Bitten<br />

Gepriesen sei Jesus, das Kind von Betlehem, das Licht vom unvergänglichen<br />

Licht. Zu ihm lasst uns rufen:<br />

A: Sei uns willkommen, Herre Christ.<br />

– Mache unsere Herzen hell durch deine Ankunft.<br />

– lass uns heute deine Nähe besonders in den Kindern spüren.<br />

– Gib, dass dein Licht von uns ausstrahlt in unsere Welt.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast uns durch deinen Sohn neu<br />

geschaffen zum Lob deiner Herrlichkeit. Mache uns durch die<br />

Gnade deinem Sohn gleichförmig, in dem unsere menschliche<br />

Natur mit deinem göttlichen Wesen vereint ist, der in der Einheit<br />

des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.


Eucharistie · Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> 84<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Gott sandte seinen Sohn, geboren von einer Frau,<br />

damit wir das Recht der Sohnschaft erlangten.<br />

Vgl. Gal 4, 4–5<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 3, 22 – 4, 6<br />

Liebe Schwestern und Brüder! Alles, was wir erbitten, empfangen<br />

wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun,<br />

was ihm gefällt. Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen<br />

seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben,<br />

wie es seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt<br />

in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen<br />

wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.<br />

Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister,<br />

ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in<br />

die Welt hinausgezogen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder<br />

Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen,<br />

ist aus Gott. Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht<br />

aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört<br />

habt, dass er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt.<br />

Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott und habt sie besiegt;<br />

denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt<br />

ist. Sie sind aus der Welt; deshalb sprechen sie, wie die Welt<br />

spricht, und die Welt hört auf sie. Wir aber sind aus Gott. Wer<br />

Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf<br />

uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist<br />

des Irrtums.


85<br />

Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Antwortpsalm Ps 2, 7–8.10–11<br />

Kehrvers:<br />

Ich gebe dir die Völker zum Erbe.<br />

Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. /<br />

Er sprach zu mir: „Mein Sohn bist du. *<br />

Heute habe ich dich gezeugt.<br />

Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, *<br />

die Enden der Erde zum Eigentum.“ – Kehrvers<br />

Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, *<br />

lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!<br />

Dient dem Herrn in Furcht, *<br />

und küsst ihm mit Beben die Füße. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 8a, ferner GL 32, 1 (I. Ton) oder GL 1975 149, 5 (VI. Ton)<br />

oder KG 359 (VII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Mt 4, 23b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Jesus verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk<br />

alle Krankheiten und Leiden.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus<br />

Mt 4, 12–17.23–25<br />

In jener Zeit, als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis<br />

geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ<br />

Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im<br />

Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen,<br />

was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land<br />

Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet<br />

jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: Das Volk, das im<br />

Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich<br />

des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.


Eucharistie · Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> 86<br />

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das<br />

Himmelreich ist nahe.<br />

Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete<br />

das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle<br />

Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz<br />

Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen<br />

und Leiden zu ihm, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte,<br />

und er heilte sie alle. Scharen von Menschen aus Galiläa,<br />

der Dekapolis, aus Jerusalem und Judäa und aus dem Gebiet<br />

jenseits des Jordan folgten ihm.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Herodes Antipas hatte Johannes aus dem Weg geräumt, er war<br />

ihm gefährlich, jedenfalls lästig geworden. Was für eine Katastrophe<br />

für die Anhänger und Schüler, für alle Männer und<br />

Frauen, für die der Täufer die Hoffnung auf eine Lebenswende<br />

und auf einen neuen Zugang zu Gott verkörpert hatte! Jesus<br />

gehört zu ihnen, doch er vergräbt sich nicht in Groll und Resignation,<br />

sondern tritt in die Fußstapfen des anderen. Und<br />

er zieht um, von Nazaret nach Kafarnaum am See Gennesaret,<br />

in ein Gebiet also, das fremdem Einfluss ganz besonders<br />

ausgesetzt ist. Gerade den von religiöser Gleichgültigkeit und<br />

der Mentalität des „anything goes“ bedrohten Menschen dieser<br />

Region sagt Jesus Gottes Heil zu, mit ihnen sucht er die<br />

Verständigung, nimmt er das Gespräch auf. Ist das nicht auch<br />

heute ein Signal – gegen die Versuchungen unserer als Sorge<br />

um Korrektheit getarnten Furchtsamkeit und Selbstgenügsamkeit<br />

– für eine Freiheit aus Gottvertrauen? Merken wir, wenn<br />

es Zeit ist für einen Umzug nach Kafarnaum?


87<br />

Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Man sorgt um ein Brot und hat genug an einer Schnitte.<br />

Aus Holland<br />

• Wie sehr bestimmen Sorgen mein Leben?<br />

• Was würde ich gerne ändern?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Seht, am Himmel erglänzt<br />

leuchtend ein neuer Stern,<br />

kündet: Christus, der Herr,<br />

wurde als Mensch geborn,<br />

der Geringes geformt,<br />

der auch das Größte schuf,<br />

dessen Zepter mit Macht<br />

ewig das Reich regiert.<br />

Weise folgen dem Stern,<br />

finden das kleine Kind,<br />

Judas heiligen Spross,<br />

arm und gering im Stall.<br />

Weihrauch, Myrrhe und Gold<br />

bringen sie kniend dar:<br />

Sie verehren in ihm<br />

König und Mensch und Gott.


Abend · Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> 88<br />

Lasst uns jubelnd im Lied<br />

heute das Fest begehn,<br />

da der gütige Herr<br />

gnädig im Fleisch erschien.<br />

Jetzt ist Gott unter uns:<br />

Christus, das Licht vom Licht,<br />

ew’ger Vater des Alls,<br />

Richter und Herr der Welt.<br />

Christus Ehre und Preis,<br />

den uns die Magd gebar,<br />

den der Stern offenbart,<br />

strahlend in großem Licht;<br />

auch dem Vater sei Lob,<br />

der ihn als Sohn bezeugt,<br />

Preis und Ehre dem Geist,<br />

jetzt und für alle Zeit. Amen.<br />

Nach: En caeli rutilant lumine splendida; Hrabanus Maurus, † 856<br />

Canticum <br />

Offb 11, 17–18; 12, 10b–12a<br />

Antiphon:<br />

Die Antiphon wird zu Beginn und am Ende eines Canticums gebetet.<br />

Jetzt ist gekommen die Rettung und die Macht und die Herrschaft<br />

unseres Gottes.<br />

Wir danken dir, Herr und Gott, /<br />

du Herrscher über die ganze Schöpfung, *<br />

der du bist und der du warst;<br />

denn du nahmst deine große Macht in Anspruch *<br />

und tratst deine Herrschaft an.<br />

Die Völker gerieten in Zorn. *<br />

Da kam dein Zorn: die Zeit, die Toten zu richten,<br />

die Zeit, deine Knechte zu belohnen, *<br />

die Propheten und die Heiligen


89<br />

Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

und alle, die deinen Namen fürchten, *<br />

die Großen und die Kleinen,<br />

die Zeit, alle zu verderben, *<br />

die die Erde verderben.<br />

Jetzt ist er da, der rettende Sieg, /<br />

die Macht und die Herrschaft unsres Gottes *<br />

und die Vollmacht seines Gesalbten;<br />

denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, *<br />

der sie bei Tag und bei Nacht vor unsrem Gott verklagte.<br />

Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes *<br />

und durch ihr Wort und Zeugnis.<br />

Sie hielten ihr Leben nicht fest, *<br />

bis hinein in den Tod.<br />

Darum jubelt, ihr Himmel *<br />

und alle, die darin wohnen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lesung 2 Petr 1, 3–4<br />

Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist,<br />

hat Gottes Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen<br />

lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat.<br />

Durch sie wurden uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen<br />

geschenkt, damit ihr der verderblichen Begierde, die<br />

in der Welt herrscht, entflieht und an der göttlichen Natur Anteil<br />

erhaltet.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Mit großer Freude schauten die Weisen den Stern. Sie traten<br />

in das Haus und taten ihre Schätze auf: Gold, Weihrauch und<br />

Myrrhe. Halleluja.


Abend · Donnerstag, 7. <strong>Januar</strong> 90<br />

Fürbitten<br />

Den Schatz des göttlichen Glanzes tragen wir in zerbrechlichen<br />

Gefäßen. Von Gott kommt unsere Kraft, seinen Willen zu tun.<br />

Darum lasst uns bitten:<br />

V: Du unser Vater, A: stärke uns durch deine Gnade.<br />

– Dass deine Glaubenden lernen, sich selbst anzunehmen und<br />

mit allen Fehlern und Schwächen in deinen Dienst zu stellen.<br />

– Dass die Eheleute einander in Liebe ertragen und in dir stets<br />

neu zueinanderfinden.<br />

– Dass alle, die ihr Leben ganz deiner Sache widmen, den Menschen<br />

deine Liebe bringen.<br />

– Dass die Kranken und Gebrechlichen von dir künden durch<br />

die Art, wie sie ihr Leiden tragen.<br />

– Dass die Sterbenden beim Aufbruch aus diesem Leben das<br />

Licht deiner Güte schauen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast uns durch deinen Sohn neu<br />

geschaffen zum Lob deiner Herrlichkeit. Mache uns durch die<br />

Gnade deinem Sohn gleichförmig, in dem unsere menschliche<br />

Natur mit deinem göttlichen Wesen vereint ist, der in der Einheit<br />

des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Freitag, 8. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Severin<br />

Severin (um 410–482) war ein Mann des Ausgleichs und der<br />

praktischen Nächstenliebe. Er lebte arm und anspruchslos und<br />

kam zur Zeit der Völkerwanderung als Laienmönch in die römische<br />

Provinz Noricum (Gebiet zwischen Passau und Wien). Dort bemühte<br />

er sich um Vermittlung zwischen der ansässigen römischen<br />

Bevölkerung und den aus dem Norden und Osten andrängenden<br />

Germanen. Tatkräftig half er den unter den Kriegswirren leidenden<br />

Menschen und bemühte sich um die Integration der Germanen.<br />

Die Klöster, die er gründete (z. B. in Passau, Lorch an der Enns und<br />

Mautern), sollten Menschen und Land neuen Halt geben.<br />

Schrifttexte: Lesung: Jak 2, 14–17; Evangelium: Mt 25, 31–46<br />

(oder 25, 31–40)<br />

Namenstag: hl. Gudula von Brüssel († 712) · hl. Erhard von Regensburg<br />

(Bischof, 8. Jh.) · Heinrich von Arnsberg (Prämonstratenser, Klostergründer,<br />

† 1200)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Gelobet seist du, Jesu Christ,<br />

dass du Mensch geboren bist<br />

von einer Jungfrau, das ist wahr;<br />

des freuet sich der Engel Schar.<br />

Kyrieleis.


Morgen · Freitag, 8. <strong>Januar</strong> 92<br />

Des ewgen Vaters einig Kind<br />

jetzt man in der Krippe findt;<br />

in unser armes Fleisch und Blut<br />

verkleidet sich das ewig Gut.<br />

Kyrieleis.<br />

Den aller Welt Kreis nie beschloss,<br />

der liegt in Marien Schoß;<br />

er ist ein Kindlein worden klein,<br />

der alle Ding erhält allein.<br />

Kyrieleis.<br />

1. Strophe: 14. Jahrhundert; 2. und 3. Strophe: Martin Luther 1524<br />

GL 252 · GL 1975 130 · KG 331 · EG 23<br />

Psalm 147 Verse 12–20<br />

Jerusalem, preise den Herrn, *<br />

lobsinge, Zion, deinem Gott!<br />

Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, *<br />

die Kinder in deiner Mitte gesegnet;<br />

er verschafft deinen Grenzen Frieden *<br />

und sättigt dich mit bestem Weizen.<br />

Er sendet sein Wort zur Erde, *<br />

rasch eilt sein Befehl dahin.<br />

Er spendet Schnee wie Wolle, *<br />

streut den Reif aus wie Asche.<br />

Eis wirft er herab in Brocken, *<br />

vor seiner Kälte erstarren die Wasser.<br />

Er sendet sein Wort aus, und sie schmelzen, *<br />

er lässt den Wind wehen, dann rieseln die Wasser.<br />

Er verkündet Jakob sein Wort, *<br />

Israel seine Gesetze und Rechte.<br />

An keinem anderen Volk hat er so gehandelt, *<br />

keinem sonst seine Rechte verkündet.<br />

Ehre sei dem Vater ...


93<br />

Freitag, 8. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Unendlich liebender Gott, segne die Kinder in unserer Mitte.<br />

Bring das Eis in uns zum Schmelzen und gib, dass wir ihnen<br />

ähnlich werden.<br />

Lesung Jes 4, 2–3<br />

An jenem Tag wird der Spross des Herrn für alle Israeliten,<br />

die entronnen sind, eine Zierde und Ehre sein; die Früchte<br />

des Landes sind ihr Stolz und Ruhm. Dann wird der Rest von<br />

Zion, und wer in Jerusalem noch übrig ist, heilig genannt werden,<br />

jeder, der in Jerusalem in das Verzeichnis derer, die am<br />

Leben bleiben sollen, eingetragen ist.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Drei Geschenke brachten die Weisen dem Herrn, dem Sohne<br />

Gottes, dem großen König: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Halleluja.<br />

Bitten<br />

Sohn Gottes, du hast dich erniedrigt und bist uns Menschen<br />

gleich geworden. Dich bitten wir:<br />

A: Nimm uns bei der Hand.<br />

In unserer Welt ist der „soziale Abstieg“ negativ besetzt;<br />

– lehre du uns, diesen Ausdruck mit anderem Sinn zu füllen.<br />

Der du am Herzen des Vaters ruhst, bist dorthin gegangen, wo<br />

wir Gott nicht suchen;<br />

– hilf uns, die Oberfläche zu verlassen und die Tiefe deiner Liebe<br />

zu ergründen.<br />

Wenn wir wahrhaftig sind, können wir oft vor uns selbst nicht<br />

bestehen;<br />

– nimm uns an und lass uns deine Großmut spüren, wenn unser<br />

Herz uns verurteilt.<br />

Vaterunser


Eucharistie · Freitag, 8. <strong>Januar</strong> 94<br />

Oration<br />

Gütiger Gott, wir gehen durch eine Welt voll Zwielicht und<br />

Schatten. Lass dein Licht in unseren Herzen aufstrahlen und<br />

führe uns durch das Dunkel dieses Lebens in deine unvergängliche<br />

Klarheit. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Ein heiliger Tag strahlt über uns auf.<br />

Kommt, betet an den Herrn,<br />

denn ein großes Licht ist auf die Erde herabgekommen.<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 4, 7–10<br />

Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist<br />

aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt<br />

Gott.<br />

Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.<br />

Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass<br />

Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir<br />

durch ihn leben.<br />

Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben,<br />

sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere<br />

Sünden gesandt hat.<br />

Impuls zur Lesung<br />

„Gott ist die Liebe.“ Der berühmte Satz des Briefes begegnet<br />

hier zum ersten Mal. Gottes eigenes, innerstes Wesen ist Liebe


95<br />

Freitag, 8. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

– tatkräftige, aufhelfende, rettende Hingabe an den anderen.<br />

Die Philosophin Simone Weil (1909–1943) notierte einmal in<br />

der ihr eigenen Kühnheit und Klarheit: „In einem gewissen<br />

Sinn ist das Geschöpf mächtiger als Gott. Es kann Gott hassen,<br />

und Gott kann seinerseits nicht hassen. (…) Er liebt nicht, wie<br />

ich liebe, sondern wie ein Smaragd grün ist. Er ist ‚Ich liebe‘.“<br />

– Wollen auch wir „Ich liebe“ werden? Gehen auch wir sein<br />

Wagnis ein?<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 72, 1–4b.7–8<br />

Kehrvers:<br />

Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen.<br />

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, *<br />

dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!<br />

Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit *<br />

und deine Armen durch rechtes Urteil. – Kehrvers<br />

Dann tragen die Berge Frieden für das Volk *<br />

und die Höhen Gerechtigkeit.<br />

Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, *<br />

Hilfe bringen den Kindern der Armen. – Kehrvers<br />

Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen *<br />

und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.<br />

Er herrsche von Meer zu Meer, *<br />

vom Strom bis an die Enden der Erde. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 11, ferner GL 263 · GL 1975 152, 1 · KG 364<br />

oder GL 260 · GL 1975 153, 1 · KG 365 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Jes 61, 1 (Lk 4, 18)<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Der Herr hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu<br />

bringen und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.<br />

Halleluja.


Abend · Freitag, 8. <strong>Januar</strong> 96<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 34–44<br />

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid<br />

mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten<br />

haben. Und er lehrte sie lange.<br />

Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort<br />

ist abgelegen, und es ist schon spät. Schick sie weg, damit sie in<br />

die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu<br />

essen kaufen können.<br />

Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen<br />

wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es<br />

ihnen geben, damit sie zu essen haben? Er sagte zu ihnen: Wie<br />

viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und<br />

berichteten: Fünf Brote, und außerdem zwei Fische.<br />

Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in<br />

Gruppen ins grüne Gras setzen. Und sie setzten sich in Gruppen<br />

zu hundert und zu fünfzig.<br />

Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte<br />

zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und<br />

gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch<br />

die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. Und alle aßen und<br />

wurden satt.<br />

Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten,<br />

wurden zwölf Körbe voll. Es waren fünftausend<br />

Männer, die von den Broten gegessen hatten.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


97<br />

Freitag, 8. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Innehalten am Abend<br />

Den lieb ich, der Unmögliches begehrt.<br />

Johann Wolfgang von Goethe (deutscher Dichter, 1749–1832)<br />

• „Unmögliches“ begehren heißt nicht, gierig sein, sondern<br />

groß denken. Wen kenne ich, der groß denkt, scheinbar Unmögliches<br />

möglich machen will?<br />

• Was wurde mir als Kind nahegelegt?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Das ewig Licht geht da herein,<br />

gibt der Welt ein’ neuen Schein;<br />

es leucht wohl mitten in der Nacht<br />

und uns zu Lichtes Kindern macht.<br />

Kyrieleis.<br />

Der Sohn des Vaters, Gott von Art,<br />

ein Gast in der Welt hie ward<br />

und führt uns aus dem Jammertal,<br />

macht uns zu Erben in sei’m Saal.<br />

Kyrieleis.<br />

Er ist auf Erden kommen arm,<br />

dass er unser sich erbarm<br />

und in dem Himmel mache reich<br />

und seinen lieben Engeln gleich.<br />

Kyrieleis.<br />

Das hat er alles uns getan,<br />

sein groß Lieb zu zeigen an.<br />

Des freu sich alle Christenheit<br />

und dank ihm des in Ewigkeit.<br />

Kyrieleis.<br />

4.–7. Strophe: Martin Luther 1524<br />

GL 252 · GL 1975 130 · KG 331 · EG 23


Abend · Freitag, 8. <strong>Januar</strong> 98<br />

Psalm 121<br />

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: *<br />

Woher kommt mir Hilfe?<br />

Meine Hilfe kommt vom Herrn, *<br />

der Himmel und Erde gemacht hat.<br />

Er lässt deinen Fuß nicht wanken; *<br />

er, der dich behütet, schläft nicht.<br />

Nein, der Hüter Israels *<br />

schläft und schlummert nicht.<br />

Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten: *<br />

er steht dir zur Seite.<br />

Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden *<br />

noch der Mond in der Nacht.<br />

Der Herr behüte dich vor allem Bösen, *<br />

er behüte dein Leben.<br />

Der Herr behüte dich,<br />

wenn du fortgehst und wiederkommst, *<br />

von nun an bis in Ewigkeit.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du Hüter Israels, unsere Hilfe kommt allein von dir. Lass den<br />

Morgenstern über uns wachen, dass wir den Heimweg finden.<br />

Lesung Eph 2, 3b–5<br />

Wir waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen.<br />

Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir<br />

infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit<br />

der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig<br />

gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet.


99<br />

Freitag, 8. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Erschienen bist du, Licht vom Lichte, Christus, Gottes Sohn; die<br />

Weisen bringen dir ihre Gaben. Halleluja.<br />

Fürbitten<br />

Du unser Vater, lange bevor wir von dir wissen, kennst du uns.<br />

Wir rufen zu dir:<br />

A: Dein Reich komme.<br />

– lass uns Menschen deine Stimme hören und mach uns bereit,<br />

ihr zu folgen.<br />

– Öffne unsere Ohren für die Klage der Armen.<br />

– Mach uns Mut, uns für Gerechtigkeit einzusetzen.<br />

– Hilf den Verzweifelten auf und gib ihnen neue Hoffnung.<br />

– Gedenke aller Verstorbenen und schenke ihnen neues Leben.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gütiger Gott, wir gehen durch eine Welt voll Zwielicht und<br />

Schatten. Lass dein Licht in unseren Herzen aufstrahlen und<br />

führe uns durch das Dunkel dieses Lebens in deine unvergängliche<br />

Klarheit. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Samstag, 9. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Hadrian von Canterbury (Abt, † 709) · Eberhard von<br />

Schäftlarn (Prämonstratenser, † 1160) · sel. Alix le Clerc (Ordensgründerin,<br />

† 1622)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Jan Laski (poln. Reformator, 1499–1560)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Dies ist der Tag, den Gott gemacht,<br />

sein werd in aller Welt gedacht;<br />

ihn preise, was durch Jesus Christ<br />

im Himmel und auf Erden ist.<br />

Die Völker haben dein geharrt,<br />

bis dass die Zeit erfüllet ward;<br />

da sandte Gott von seinem Thron<br />

das Heil der Welt, dich, seinen Sohn.<br />

Wenn ich dies Wunder fassen will,<br />

so steht mein Geist vor Ehrfurcht still;<br />

er betet an und er ermisst,<br />

dass Gottes Lieb unendlich ist.<br />

Damit der Sünder Gnad erhält,<br />

erniedrigst du dich, Herr der Welt,<br />

nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,<br />

erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil.


101<br />

Samstag, 9. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Herr, der du Mensch geboren wirst,<br />

Immanuel und Friedefürst,<br />

auf den die Väter hoffend sahn,<br />

dich, Gott, Messias, bet ich an.<br />

Du unser Heil und höchstes Gut,<br />

vereinest dich mit Fleisch und Blut,<br />

wirst unser Freund und Bruder hier,<br />

und Gottes Kinder werden wir.<br />

Christian Fürchtegott Gellert 1757<br />

EG 42, Strophen 1–6 – Melodie: GL 237 · KG 332 oder GL 329 · KG 455<br />

Psalm 8 Verse 2–10<br />

Herr, unser Herrscher, /<br />

wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; *<br />

über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.<br />

Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge<br />

schaffst du dir Lob, /<br />

deinen Gegnern zum Trotz; *<br />

deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.<br />

Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, *<br />

Mond und Sterne, die du befestigt:<br />

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, *<br />

des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?<br />

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, *<br />

hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.<br />

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt<br />

über das Werk deiner Hände, *<br />

hast ihm alles zu Füßen gelegt:<br />

all die Schafe, Ziegen und Rinder *<br />

und auch die wilden Tiere,<br />

die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, *<br />

alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.


Morgen · Samstag, 9. <strong>Januar</strong> 102<br />

Herr, unser Herrscher, *<br />

wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Heiliger Gott, du nimmst dich unser an, du krönst uns mit Ehre<br />

und Herrlichkeit. Lass uns die Zeichen verstehen, die du uns<br />

gibst, und hilf uns, deinem Auftrag zu folgen.<br />

Lesung Jes 49, 8b–9<br />

Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund zu sein<br />

für das Volk, aufzuhelfen dem Land und das verödete Erbe<br />

neu zu verteilen, den Gefangenen zu sagen: Kommt heraus!,<br />

und denen, die in der Finsternis sind: Kommt ans Licht!<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Wo ist der neugeborene König? Wir haben seinen Stern gesehen<br />

und sind gekommen, ihm zu huldigen.<br />

Bitten<br />

Jesus, du Künder des Reiches, auf dich schauen wir, zu dir rufen<br />

wir:<br />

A: Lehre uns, den Willen des Vaters zu tun.<br />

Lass das Senfkorn auf fruchtbaren Boden fallen;<br />

– halte uns offen für jeden unserer Mitmenschen.<br />

Lass deinen Sauerteig unsere Welt durchdringen;<br />

– entfalte in uns die Kraft deiner Liebe.<br />

Lass den Bund unter uns wachsen;<br />

– hilf uns, füreinander einzustehen.<br />

Vaterunser


103<br />

Samstag, 9. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren,<br />

ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen. Wie er uns<br />

gleichgeworden ist in der menschlichen Gestalt, so werde unser<br />

Inneres neu geschaffen nach seinem Bild. Darum bitten wir<br />

durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt<br />

und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.<br />

Gott, der Herr, ist als Licht über uns aufgestrahlt.<br />

Vgl. Ps 118, 26–27<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 4, 11–18<br />

Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir<br />

einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir<br />

einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns<br />

vollendet.<br />

Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns<br />

bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben gesehen<br />

und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter<br />

der Welt.<br />

Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt<br />

Gott, und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns<br />

hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und<br />

wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.<br />

Darin ist unter uns die Liebe vollendet, dass wir am Tag des<br />

Gerichts Zuversicht haben. Denn wie er, so sind auch wir in die-


Eucharistie · Samstag, 9. <strong>Januar</strong> 104<br />

ser Welt. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene<br />

Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit<br />

Strafe, und wer sich fürchtet, dessen Liebe ist nicht vollendet.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Bei der Liebe geht es nicht um Leistung. Denn unsere Liebe<br />

ist immer nur Antwort auf Liebe, die Gott gibt. Liebe wird hier<br />

geschildert als die Bewegung eines Kraftfeldes, das von Gott<br />

ausgeht, um den Menschen zu ergreifen und ihm Anteil an seinem<br />

Wesen zu schenken. Sie ist zunächst göttliche Liebe zwischen<br />

Vater und Sohn, in die die Menschen hineingenommen<br />

werden. Deshalb ist hier nicht von Ergreifen, sondern von Annehmen,<br />

nicht von Erreichen, sondern von Bleiben die Rede.<br />

Die Furcht vor Strafe, letztlich die Angst vor Liebesentzug, ist<br />

alles, aber gewiss kein göttliches Erziehungsmittel zur Liebe,<br />

so deutlich sagt es der Brief hier. Und unter Menschen sollte es<br />

dies auch nicht sein. Denn Liebe erzeugt nicht, sondern „Liebe<br />

vertreibt die Furcht“! Gott ist ausgezogen, uns das Lieben,<br />

nicht das Fürchten zu lehren. Wer in Angst lebt, dessen Liebe<br />

wird nicht vollendet, sondern vernichtet. Fürchtet euch nicht.<br />

Antwortpsalm Ps 72, 1–2.10–13<br />

Kehrvers:<br />

Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen.<br />

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, *<br />

dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!<br />

Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit *<br />

und deine Armen durch rechtes Urteil. – Kehrvers<br />

Die Könige von Tarschisch und von den Inseln<br />

bringen Geschenke, *<br />

die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben.<br />

Alle Könige müssen ihm huldigen, *<br />

alle Völker ihm dienen. – Kehrvers


105<br />

Samstag, 9. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, *<br />

den Armen und den, der keinen Helfer hat.<br />

Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, *<br />

er rettet das Leben der Armen. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 11, ferner GL 263 · GL 1975 152, 1 · KG 364<br />

oder GL 260 · GL 1975 153, 1 · KG 365 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. 1 Tim 3, 16<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Christus, offenbart im Fleisch, verkündet unter den Heiden,<br />

Christus, geglaubt in der Welt: Ehre sei dir!<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 45–52<br />

Nachdem Jesus die Fünftausend gespeist hatte, forderte er<br />

seine Jünger auf, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer<br />

nach Betsaida vorauszufahren. Er selbst wollte inzwischen die<br />

Leute nach Hause schicken. Nachdem er sich von ihnen verabschiedet<br />

hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten.<br />

Spät am Abend war das Boot mitten auf dem See, er aber war<br />

allein an Land. Und er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten,<br />

denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache ging er<br />

auf dem See zu ihnen hin, wollte aber an ihnen vorübergehen.<br />

Als sie ihn über den See gehen sahen, meinten sie, es sei<br />

ein Gespenst, und schrien auf. Alle sahen ihn und erschraken.<br />

Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen,<br />

ich bin es; fürchtet euch nicht! Dann stieg er zu ihnen ins Boot,<br />

und der Wind legte sich.<br />

Sie aber waren bestürzt und außer sich. Denn sie waren nicht<br />

zur Einsicht gekommen, als das mit den Broten geschah; ihr<br />

Herz war verstockt.


Abend · Samstag, 9. <strong>Januar</strong> 106<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Des Vaters eingebor’ner Sohn<br />

kommt aus der Jungfrau in die Welt,<br />

im Bad der Taufe heiligt er,<br />

die sich ihm gläubig anvertraun.<br />

Vom Himmel kommt der Höchste selbst,<br />

erscheint in menschlicher Gestalt;<br />

dem Tode liefert der sich aus,<br />

der uns das ew’ge Leben schenkt.<br />

Der alle Sünde auf sich nimmt,<br />

ihn taucht Johannes in die Flut.<br />

Der ohne allen Makel ist,<br />

der Reinste, teilt der Sünder Los.<br />

Des Vaters Stimme offenbart<br />

im Knecht den vielgeliebten Sohn.<br />

Der Geist bezeugt ihm Macht und Amt,<br />

als Christus Gottes Werk zu tun.<br />

Erlöser, Herr, wir bitten dich:<br />

Vertreib das Dunkel, tilg die Schuld,<br />

mach gnädig unsre Herzen hell<br />

mit deiner Gottheit klarem Licht.<br />

Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,<br />

der heute uns erschienen ist,


107<br />

Samstag, 9. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

dem Vater, der den Sohn bezeugt<br />

und ihn mit seinem Geiste salbt. Amen.<br />

Nach: A Patre Unigenite; spätestens 10. Jahrhundert,<br />

Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72<br />

Psalm 113<br />

Lobet, ihr Knechte des Herrn, *<br />

lobt den Namen des Herrn!<br />

Der Name des Herrn sei gepriesen *<br />

von nun an bis in Ewigkeit.<br />

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang *<br />

sei der Name des Herrn gelobt.<br />

Der Herr ist erhaben über alle Völker, *<br />

seine Herrlichkeit überragt die Himmel.<br />

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, *<br />

im Himmel und auf Erden,<br />

ihm, der in der Höhe thront, *<br />

der hinabschaut in die Tiefe,<br />

der den Schwachen aus dem Staub emporhebt *<br />

und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?<br />

Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, *<br />

bei den Edlen seines Volkes.<br />

Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen; *<br />

sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Barmherziger Vater, du erweist deine Größe, indem du dich<br />

den Erniedrigten zuneigst. Unsere Schuld belastet uns; nimm<br />

sie hinweg, und lass uns dich preisen.


Abend · Samstag, 9. <strong>Januar</strong> 108<br />

Lesung Apg 10, 37–38<br />

Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen<br />

in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet<br />

hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen<br />

Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle<br />

heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit<br />

ihm.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Der uns im Wasser der Taufe von der alten Verderbnis reinigt,<br />

uns neu schafft und mit Unvergänglichkeit bekleidet, er, unser<br />

Heiland, kommt heute zum Jordan und erbittet von Johannes<br />

die Taufe.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der seine Getreuen nicht verlässt:<br />

A: Sende uns deinen Geist.<br />

– Gib allen Getauften die Gnade, deine Gebote zu halten.<br />

– lass Judenheit und Christenheit zu einem neuen, geschwisterlichen<br />

Miteinander finden.<br />

– lass uns dich in der Gemeinschaft unserer Schwestern und<br />

Brüder erkennen.<br />

– Schenke unseren Verstorbenen die Vollendung jenes Lebens,<br />

dessen Keim sie in der Taufe empfangen haben.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige<br />

Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab, und du hast


109<br />

Samstag, 9. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart. Gib, dass auch wir,<br />

die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wieder geboren<br />

sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus<br />

der Fülle dieses Geistes leben. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der Gott Israels,<br />

der uns in der Feuersäule<br />

durch die Fluten des Meeres geführt hat,<br />

beschütze uns in dieser Nacht<br />

und lasse uns am Morgen sein Heil schauen.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Von Woche zu Woche · Samstag, 9. <strong>Januar</strong> 110<br />

Von Woche zu Woche<br />

Gottes Gegenentwurf<br />

(zu Jes 42, 5a.1–4.6–7)<br />

„Was fällt, das sollst du stoßen“:<br />

ein böses Wort,<br />

zugleich gängige Praxis,<br />

ohne allzu böse Absicht.<br />

Wer Schwäche zeigt,<br />

wer nicht mithalten kann,<br />

wessen Stern im Sinkflug ist,<br />

gehört nicht mehr dazu,<br />

hat ausgespielt.<br />

Gottes Gegenentwurf<br />

hat Hand und Fuß.<br />

Gott erklärt seine Liebe zu ihm,<br />

dem „Gottesknecht“,<br />

der Gottes Geist trägt.<br />

An ihm findet er Gefallen.<br />

Der Gottesknecht schont<br />

das schon Geschädigte,<br />

und auch ein schwaches Licht<br />

lässt er leuchten!<br />

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht,<br />

und den glimmenden Docht<br />

löscht er nicht aus.<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


aufe des Herrn<br />

Sonntag<br />

10. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Die drei synoptischen Evangelien (Markus 1, 9–11; Matthäus<br />

3, 13–17 und Lukas 3, 21–22) berichten am Beginn des öffentlichen<br />

Wirkens Jesu von seiner Taufe am Jordan, der Evangelist Johannes<br />

kommt nur indirekt darauf zu sprechen (vgl. 1, 29–34). Johannes<br />

der Täufer hatte zur Umkehr aufgerufen und zur Bußtaufe.<br />

Jesus reiht sich in die Schar der Sünder ein, macht sich mit ihnen<br />

solidarisch, um von Johannes dem Täufer getauft zu werden. Als er<br />

aus dem Wasser steigt, öffnet sich über ihm der Himmel, und der<br />

Vater bezeugt ihn vor der Öffentlichkeit als seinen geliebten Sohn,<br />

den er der Welt sendet. Hier wird deutlich, dass die Taufe Jesu zur<br />

Epiphanie gehört, die wir am 6. <strong>Januar</strong> feiern. Der Geist Gottes<br />

ruht bleibend auf Jesus, und in der Kraft dieses Geistes Gottes geht<br />

Jesus seinen Weg zu den Menschen, lehrt sie, sich für Gottes Gerechtigkeit<br />

zu öffnen.<br />

Im Tagesgebet heißt es: „Gib, dass auch wir, die wir aus dem<br />

Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind, in deinem<br />

Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes<br />

leben.“ Auch uns hat Gott in der Taufe als seine geliebten Söhne<br />

und Töchter angenommen und uns seinen Geist geschenkt. In der<br />

Kraft dieses Geistes sollen wir unser Leben gestalten und uns als<br />

Brüder und Schwestern Jesu erweisen in Wort und Tat.<br />

Namenstag: hl. Paulus (Einsiedler in Oberägypten, † um 341) · hl.<br />

Wilhelm von Donjeon (Zisterzienser, Bischof von Bourges, † 1209) ·<br />

sel. Gregor X. (Papst, † 1276)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Theophan Goworow (russ.-orth. Bischof<br />

und Theologe, 1815–1894)


Morgen · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 112<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Gott ist meine Rettung;<br />

ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.<br />

Jes 12, 2<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Jordan, sing!<br />

Schwing deine Wasser<br />

über die Wüste hin.<br />

Trunken bist du vom Glanz darin:<br />

Jesus, der Christus, steht als Lamm in den Fluten.<br />

Menschheit, auf!<br />

Lauf ihm entgegen,<br />

deine Geburt ist nah!<br />

Sieh, der Geliebte, die Hochzeit ist da:<br />

Trink seinen Wein, den neuen, glühenden, guten!<br />

Herrliches All!<br />

Fall vor ihm nieder,<br />

bring dich als Gabe dar!<br />

Christus verwandelt dich wunderbar.<br />

Ewiges Leben wird dich im Tode durchbluten!<br />

Zeitgenössisch (Urheberin: Silja Walter)<br />

Psalm 51 Verse 3–21<br />

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *<br />

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!


113<br />

Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Wasch meine Schuld von mir ab *<br />

und mach mich rein von meiner Sünde!<br />

Denn ich erkenne meine bösen Taten, *<br />

meine Sünde steht mir immer vor Augen.<br />

Gegen dich allein habe ich gesündigt, *<br />

ich habe getan, was dir missfällt.<br />

So behältst du recht mit deinem Urteil, *<br />

rein stehst du da als Richter.<br />

Denn ich bin in Schuld geboren; *<br />

in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.<br />

Lauterer Sinn im Verborgenen gefällt dir, *<br />

im Geheimen lehrst du mich Weisheit.<br />

Entsündige mich mit Ysop, dann werde ich rein; *<br />

wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee.<br />

Sättige mich mit Entzücken und Freude! *<br />

Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.<br />

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden, *<br />

tilge all meine Frevel!<br />

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *<br />

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!<br />

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht *<br />

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!<br />

Mach mich wieder froh mit deinem Heil; *<br />

mit einem willigen Geist rüste mich aus!<br />

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege, *<br />

und die Sünder kehren um zu dir.<br />

Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles, *<br />

dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.<br />

Herr, öffne mir die Lippen, *<br />

und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.<br />

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *<br />

an Brandopfern hast du kein Gefallen.


Morgen · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 114<br />

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *<br />

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz<br />

wirst du, Gott, nicht verschmähen.<br />

In deiner Huld tu Gutes an Zion; *<br />

bau die Mauern Jerusalems wieder auf!<br />

Dann hast du Freude an rechten Opfern, /<br />

an Brandopfern und Ganzopfern, *<br />

dann opfert man Stiere auf deinem Altar.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du richtest, treuer Gott, um das Unrecht zu tilgen. Reinige uns<br />

durch deine Güte, und lass uns in deiner Gerechtigkeit leben.<br />

Lesung vgl. Jes 61, 1–2a<br />

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir, denn der Herr hat<br />

mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen<br />

eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen<br />

ist, damit ich die Entlassung der Gefangenen verkünde<br />

und die Befreiung der Gefesselten, damit ich ein Jahr der Gnade<br />

des Herrn ausrufe.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Christus wird getauft, und die Welt wird geheiligt. Er schenkt<br />

uns Nachlass der Sünden; wir werden gereinigt durch Wasser<br />

und Geist.<br />

Bitten<br />

Jesus von Nazaret, in deinen Tod sind wir getauft. Wir bitten<br />

dich:<br />

A: Gib uns Anteil an deinem Leben.<br />

– Hilf uns, täglich neu nach dem Willen des Vaters zu forschen.<br />

– Öffne uns Augen und Ohren für die Wegweisung, die du uns<br />

gibst.


115<br />

Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

– Gib, dass wir unsere Herzen und Hände für die Not unserer<br />

Mitmenschen öffnen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige<br />

Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab, und du hast ihn<br />

als deinen geliebten Sohn geoffenbart. Gib, dass auch wir, die<br />

aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wieder geboren sind, in<br />

deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle<br />

dieses Geistes leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Gott aller Gnade,<br />

der uns in Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat,<br />

stärke, erhalte und vollende uns.<br />

Sein ist die Herrschaft in Ewigkeit.<br />

Gloria<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 357, 362, 481, 485, 489, 491 · KG 41,<br />

194, 356, 534<br />

Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel,<br />

und er sah den Geist Gottes wie eine Taube<br />

auf sich herabkommen.<br />

Und die Stimme des Vaters aus dem Himmel sprach:<br />

Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.<br />

Vgl. Mt 3, 16–17<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes) – oder:<br />

Allmächtiger Gott, dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren,<br />

ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen. Wie er uns


Eucharistie · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 116<br />

gleichgeworden ist in der menschlichen Gestalt, so werde unser<br />

Inneres neu geschaffen nach seinem Bild. Darum bitten wir<br />

durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt<br />

und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 55, 1–11<br />

So spricht der Herr: Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!<br />

Die ihr kein Geld habt, kommt, kauft Getreide und esst,<br />

kommt und kauft ohne Geld und ohne Bezahlung Wein und<br />

Milch! Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und<br />

mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört<br />

auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch<br />

laben an fetten Speisen! Neigt euer Ohr und kommt zu mir,<br />

hört und ihr werdet aufleben! Ich schließe mit euch einen ewigen<br />

Bund: Die Erweise der Huld für David sind beständig.<br />

Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht, zum<br />

Fürsten und Gebieter der Nationen. Siehe, eine Nation, die du<br />

nicht kennst, wirst du rufen und eine Nation, die dich nicht<br />

kannte, eilt zu dir, um des HERRN, deines Gottes, des Heiligen<br />

Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.<br />

Sucht den HERRN, er lässt sich finden, ruft ihn an, er ist nah!<br />

Der Frevler soll seinen Weg verlassen, der Übeltäter seine Pläne.<br />

Er kehre um zum HERRN, damit er Erbarmen hat mit ihm,<br />

und zu unserem Gott; denn er ist groß im Verzeihen. Meine<br />

Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht<br />

meine Wege – Spruch des HERRN. So hoch der Himmel über<br />

der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege<br />

und meine Gedanken über eure Gedanken.<br />

Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und<br />

nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie<br />

zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann<br />

Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort,<br />

das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück,<br />

ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich<br />

es ausgesandt habe.


117<br />

Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Impuls zur Lesung<br />

Im Lateinischen gibt es nur ein Wort für Preis und für Wert:<br />

pretium. Preis und Wert liegen im Idealfall ja auch dicht beieinander.<br />

Jesaja beschreibt hingegen einen Zustand, wo Preis und<br />

Wert fast unendlich auseinandergehen. Und zwar zulasten der<br />

Bedürftigen, oder im Jargon der Wirtschaft, der Verbraucher. Für<br />

den Propheten steht fest: Sie zahlen für Wertloses – und schätzen<br />

gering, was wertvoll ist, ihnen aber gratis zur Verfügung<br />

steht. Gratis, aus Freundlichkeit. Aus Entgegenkommen. Aus<br />

Gnade. Die Gottesrede versucht werbend, durch Werbung (!),<br />

diesen Missstand aufzubrechen. Werbung, in ihrer ersten Bedeutung:<br />

dass die Umworbenen sich doch zuwenden mögen mit<br />

Augen und Ohren. Wo doch Gottes Bundestreue zu Israel um<br />

Davids willen so groß ist, dass sie überfließt und heilvoll wird<br />

– sogar für die fremden Völker der Welt. Als „Sohn Davids“ ist<br />

uns, der Kirche aus den Völkern der Welt, Jesus zum Zeugen,<br />

zum Umwerber geworden, der uns einlädt, an den Gott Israels,<br />

dank seines Volkes Israel, heranzutreten. Und in solcher gnädig<br />

geschenkten Nähe zu kosten von Gottes guten Gedanken, die<br />

alle Welt führen und leiten zu Frieden und Heil (Jes 55, 12–13).<br />

Antwortpsalm <br />

Jes 12, 2–3.4bcd–6<br />

Kehrvers:<br />

Ihr werdet Wasser freudig schöpfen aus den Quellen des Heils.<br />

Siehe, Gott ist mein Heil; *<br />

ich vertraue und erschrecke nicht.<br />

Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR. *<br />

Er wurde mir zum Heil. – Kehrvers<br />

Ihr werdet Wasser freudig schöpfen *<br />

aus den Quellen des Heiles.<br />

Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an! /<br />

Macht unter den Völkern seine Taten bekannt, *<br />

verkündet: Sein Name ist erhaben! – Kehrvers


Eucharistie · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 118<br />

Singet dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht; *<br />

bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.<br />

Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions; *<br />

denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels.<br />

Kehrvers:<br />

Ihr werdet Wasser freudig schöpfen aus den Quellen des Heils.<br />

Kehrvers siehe Vers 3, ferner GL 312, 6 (V. Ton)<br />

oder GL 1975 209, 2 (VII. Ton)<br />

Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 5, 1–9<br />

Schwestern und Brüder! Jeder, der glaubt, dass Jesus der<br />

Christus ist, ist aus Gott gezeugt und jeder, der den Vater<br />

liebt, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist. Daran erkennen<br />

wir, dass wir die Kinder Gottes lieben: wenn wir Gott lieben<br />

und seine Gebote erfüllen.<br />

Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote<br />

halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was<br />

aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der<br />

die Welt besiegt hat: unser Glaube. Wer sonst besiegt die Welt,<br />

außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?<br />

Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus<br />

Christus. Er ist nicht nur im Wasser gekommen, sondern im Wasser<br />

und im Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt; denn der<br />

Geist ist die Wahrheit. Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen: der<br />

Geist, das Wasser und das Blut; und diese drei sind eins.<br />

Wenn wir von Menschen ein Zeugnis annehmen, so ist das<br />

Zeugnis Gottes größer; denn das ist das Zeugnis Gottes: Er hat<br />

Zeugnis abgelegt von seinem Sohn.<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 1, 29<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Johannes sah Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das<br />

Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.<br />

Halleluja.


119<br />

Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 1, 7–11<br />

In jener Zeit trat Johannes in der Wüste auf und verkündete:<br />

Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht<br />

wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu<br />

lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit<br />

dem Heiligen Geist taufen.<br />

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich<br />

von Johannes im Jordan taufen. Und sogleich, als er aus dem<br />

Wasser stieg, sah er, dass der Himmel aufriss und der Geist wie<br />

eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel<br />

sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen<br />

gefunden.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Gott, unser Vater, wir feiern den Tag, an dem du Jesus als deinen<br />

geliebten Sohn geoffenbart hast. Nimm unsere Gaben an<br />

und mache sie zum Opfer Christi, der die Sünden der ganzen<br />

Welt abgewaschen hat. Er, der mit dir lebt und herrscht in alle<br />

Ewigkeit.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu<br />

danken und deine Größe zu preisen. Denn bei der Taufe im Jordan<br />

offenbarst du das Geheimnis deines Sohnes durch wunderbare<br />

Zeichen: Die Stimme vom Himmel verkündet ihn als deinen<br />

geliebten Sohn, der auf Erden erschienen ist, als dein ewiges<br />

Wort, das unter uns Menschen wohnt. Der Geist schwebt über<br />

ihm in Gestalt einer Taube und bezeugt ihn als deinen Knecht,<br />

den du gesalbt hast, den Armen die Botschaft der Freude zu<br />

bringen. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den<br />

Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen<br />

Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.


Auslegung · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 120<br />

Kommunionvers Joh 1, 30.34<br />

Dieser ist es, über den Johannes gesagt hat: Ich habe es gesehen<br />

und lege Zeugnis ab: Dieser ist der Sohn Gottes.<br />

Schlussgebet<br />

Gütiger Gott, du hast uns mit deinem Wort und dem Brot des<br />

Lebens genährt. Gib, dass wir gläubig auf deinen Sohn hören,<br />

damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind. Darum<br />

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der allmächtige Gott gewähre euch Segen und Heil; er offenbare<br />

euch die Wege seiner Weisheit.<br />

Er stärke euren Glauben durch sein Wort und schenke euch<br />

die Gnade, nach seinen Geboten zu leben, damit in allem sein<br />

Wille geschehe.<br />

Er lenke eure Schritte auf den Weg des Friedens; er mache<br />

euch beharrlich im Guten und vollende euch in der Liebe.<br />

Das gewähre euch der allmächtige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Peter Köster<br />

Johannes weiß sich als Vorläufer eines Stärkeren. In seiner Verkündigung<br />

… beginnt eine neue Art der Heimführung Israels.<br />

Der endgültige Aufbruch aus der Gefangenschaft von allen pharaonischen<br />

Mächten verlangt jedoch einen Stärkeren. Das Bild vom<br />

Lösen der Sandalen, das Markus noch mit dem Wort „bücken“<br />

verstärkt, veranschaulicht den gewaltigen Unterschied zu dem,<br />

der nach ihm kommt. Nach rabbinischer Regel soll der Schüler


121<br />

Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

seinem Lehrer alle Dienste eines Sklaven tun, nur nicht das Lösen<br />

der Schuhe.<br />

Es fällt auf, dass die Verkündigung des Täufers bei Markus<br />

ohne Mahnungen, Drohungen und Forderungen auskommt. Offenbar<br />

steht Johannes hier schon ganz im Licht des Kommenden.<br />

Der Anfang, den das Evangelium mit dem Täufer genommen hat,<br />

ist mit den Augen derer zu sehen, die schon getauft sind „in heiligem<br />

Geist“. Der Anfang der Heilsbotschaft ist dort, wo die Sehnsucht<br />

nach Gott in unseren Herzen neu geweckt wird.<br />

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936),<br />

aus: Ders., Lebensorientierung am Markus-Evangelium.<br />

Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage,<br />

© EOS Verlag, St. Ottilien 2010, 33–34<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Im Wasser der Taufe hat Gott uns erwählt,<br />

so sind wir zu seiner Gemeinde gezählt,<br />

das Heil Gottes zu wirken, das Heil Gottes für alle.<br />

Es war ein Tag, da hat mich Gott gerufen,<br />

es war ein Tag, da wurde ich getauft.<br />

Du bist ein Christ, so nennt mich Gott beim Namen.<br />

Du bist ein Christ und sollst es immer sein.<br />

Im Wasser der Taufe …<br />

Heut ist der Tag, da kann ich das erkennen,<br />

heut ist der Tag, da sag ich Ja dazu.<br />

Ich bin ein Christ, so nenn ich meinen Namen.


Abend · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 122<br />

Ich bin ein Christ und will es immer sein.<br />

Im Wasser der Taufe …<br />

Es kommt ein Tag, da wird mich Gott vollenden,<br />

es kommt ein Tag, da nimmt er meine Hand.<br />

Du bist ein Christ, so nennt er mich beim Namen.<br />

Du bist ein Christ und wirst es immer sein.<br />

Im Wasser der Taufe …<br />

Lothar Zenetti 1970/2011, © Strube-Verlag, München<br />

GL 860 (Anhang Limburg)<br />

Psalm 68 Verse 2–11<br />

Gott steht auf, seine Feinde zerstieben; *<br />

die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht.<br />

Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt; /<br />

wie Wachs am Feuer zerfließt, *<br />

so vergehen die Frevler vor Gottes Angesicht.<br />

Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott; *<br />

sie jauchzen in heller Freude.<br />

Singt für Gott, spielt seinem Namen; *<br />

jubelt ihm zu, ihm, der auf den Wolken einherfährt!<br />

Preist seinen Namen! *<br />

Freut euch vor seinem Angesicht!<br />

Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen *<br />

ist Gott in seiner heiligen Wohnung.<br />

Gott bringt die Verlassenen heim, /<br />

führt die Gefangenen hinaus in das Glück; *<br />

doch die Empörer müssen wohnen im dürren Land.<br />

Gott, als du deinem Volk voranzogst, /<br />

als du die Wüste durchschrittest, *<br />

da bebte die Erde,<br />

da ergossen sich die Himmel vor Gott, *<br />

vor Gott, dem Herrn vom Sinai, vor Israels Gott.


123<br />

Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Gott, du ließest Regen strömen in Fülle *<br />

und erquicktest dein verschmachtendes Erbland.<br />

Deine Geschöpfe finden dort Wohnung; *<br />

Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

In dein Reich hast du uns heimgeführt, gütiger Vater. Lass deinen<br />

Sohn Jesus Christus immer mit uns sein, damit wir alle<br />

unsere Tage vor deinem Angesicht leben.<br />

Lesung Jes 42, 1<br />

Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter,<br />

an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn<br />

gelegt, er bringt den Völkern das Recht.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Christus hat uns geliebt und durch sein Blut von unseren Sünden<br />

erlöst. Er machte uns zu Königen und zu Priestern für Gott,<br />

seinen Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle<br />

Ewigkeit. Amen.<br />

Fürbitten<br />

Das Fest der Taufe Jesu erinnert uns an unsere eigene Taufe<br />

auf den Namen des dreifaltigen Gottes. Ihm tragen wir unsere<br />

Anliegen vor:<br />

V: Heiliger dreifaltiger Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.<br />

– lass alle, die deinen Namen tragen, zur Einheit finden im<br />

Glauben, Hoffen und Lieben.<br />

– Gib allen Getauften Mut und Kraft zum Zeugnis für ihren<br />

Glauben.<br />

– Steh denen bei, die wegen ihres Glaubens Nachteile oder Verfolgung<br />

erdulden müssen.


Abend · Sonntag, 10. <strong>Januar</strong> 124<br />

– Schenke Heilung und Heil allen Kranken und erfülle die Verstorbenen<br />

mit dem Glück deiner Nähe.<br />

V: Heiliger dreifaltiger Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren,<br />

ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen. Wie er uns<br />

gleich geworden ist in der menschlichen Gestalt, so werde unser<br />

Inneres neu geschaffen nach seinem Bild. Darum bitten wir<br />

durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt<br />

und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Der ewige Gott erweise uns seine Gnade,<br />

er erfülle uns mit seinem Geist<br />

und schenke uns sein Leben.<br />

Alma Redemptoris Mater (Seite 362)


Montag, 11. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Theodosius (Oberabt in Palästina, † 529) · hl. Paulin<br />

von Aquileja (Sprachgelehrter, Patriarch, † 802) · Johannes Cochlaeus<br />

(Humanist, Gegner Martin Luthers, † 1552)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Die Zeit zu beginnen ist jetzt,<br />

Der Ort für den Anfang ist hier,<br />

Hier und jetzt: will die Verheißung sprechen,<br />

Hier und jetzt: den Teufelskreis durchbrechen,<br />

Hier und jetzt, hier und jetzt, hier und jetzt!<br />

Lernen die offenen Hände<br />

den waffenlosen Blick.<br />

Roden die Wurzeln der Habgier,<br />

pflanzen den Friedensbaum.<br />

Die Zeit uns zu wandeln ist jetzt,<br />

Der Ort für den Anfang ist hier,<br />

Hier und jetzt: will die Verheißung singen,<br />

Hier und jetzt: durch die Verhärtung dringen,<br />

Hier und jetzt, hier und jetzt, hier und jetzt!<br />

Sprechen die fremden Namen<br />

geschwisterlichen Gruß!<br />

Schmelzen die Waffen und Gitter,<br />

rüsten das Leben auf!


Morgen · Montag, 11. <strong>Januar</strong> 126<br />

Die Zeit für die Umkehr ist jetzt,<br />

Der Ort für den Anfang ist hier,<br />

Hier und jetzt: will die Verheißung erden,<br />

Hier und jetzt: zur Lebensbrücke werden,<br />

Hier und jetzt, hier und jetzt, hier und jetzt!<br />

Achten die gebende Erde,<br />

danken und teilen ihr Brot!<br />

Decken den Tisch der Versöhnung,<br />

feiern das Friedensfest!<br />

Die Zeit zu vertrauen ist jetzt,<br />

Der Ort für den Anfang ist hier,<br />

Hier und jetzt: will die Verheißung tragen,<br />

Hier und jetzt: die Treue Gottes sagen,<br />

Hier und jetzt, hier und jetzt, hier und jetzt!<br />

Christa Peikert-Flaspöhler<br />

Canticum 1 Chr 29, 10b–13<br />

Antiphon:<br />

Herr, unser Gott, wir rühmen deinen herrlichen Namen.<br />

Gepriesen bist du, Herr, Gott unseres Vaters Israel, *<br />

von Ewigkeit zu Ewigkeit.<br />

Dein, Herr, sind Größe und Kraft, /<br />

Ruhm und Glanz und Hoheit; *<br />

dein ist alles im Himmel und auf Erden.<br />

Herr, dein ist das Königtum. *<br />

Du erhebst dich als Haupt über alles.<br />

Reichtum und Ehre kommen von dir; *<br />

du bist der Herrscher über die ganze Schöpfung.<br />

In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; *<br />

von deiner Hand kommt alle Größe und Macht.<br />

Darum danken wir dir, Herr, unser Gott, *<br />

und rühmen deinen herrlichen Namen.<br />

Ehre sei dem Vater ...


127<br />

Montag, 11. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Lesung Jes 30, 15.18<br />

So spricht der Herr, der Heilige Israels: Nur in Umkehr und<br />

Ruhe liegt eure Rettung, nur Stille und Vertrauen verleihen<br />

euch Kraft. Der Herr wartet darauf, euch seine Gnade zu zeigen,<br />

er erhebt sich, um euch sein Erbarmen zu schenken. Denn der<br />

Herr ist ein Gott des Rechtes; wohl denen, die auf ihn warten.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Gepriesen sei der Herr, unser Gott.<br />

Bitten<br />

Gott, unser Heil, von deinen Dienerinnen und Dienern erwartest<br />

du Treue zu deinem Wort. Wir bitten dich:<br />

A: Bewahre uns in deiner Gnade.<br />

– Lass uns eintreten für dein Recht, wo Unrecht geschieht.<br />

– Gib uns Mut, das Evangelium zu leben, wo man sich über den<br />

Glauben lustig macht.<br />

– Wecke unseren Sinn und lass uns erkennen, wann eine helfende<br />

Tat mehr von dir sagt als ein Wort.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, komm unserem Beten und Arbeiten mit deiner<br />

Gnade zuvor und begleite es, damit alles, was wir beginnen,<br />

bei dir seinen Anfang nehme und durch dich vollendet<br />

werde. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Montag, 11. <strong>Januar</strong> 128<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, unser Heil, in deiner wunderbaren Vorsehung hast du bestimmt,<br />

dass das Reich Christi sich über die ganze Erde ausbreiten<br />

soll. Du willst, dass alle Menschen von ihrer Schuld erlöst<br />

und gerettet werden. Lass deine Kirche leuchten als Zeichen<br />

des allumfassenden Heiles. Hilf ihr, das Geheimnis deiner Liebe<br />

zu verkünden und es an den Menschen wirksam zu machen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Einführung zur Bahnlesung aus dem Hebräerbrief<br />

Heute beginnt die Kirche die Bahnlesung aus dem Hebräerbrief, dessen<br />

uns namentlich nicht bekannter Verfasser wohl aus Alexandria stammt,<br />

der Hochburg hellenistisch-jüdischer Theologie. Vermutlich verfasste der<br />

Autor seinen Lehrbrief an eine stadtrömische Gemeinde in den frühen<br />

Achtziger- oder Neunzigerjahren des ersten Jahrhunderts. Der christliche<br />

Lehrer ist in griechischer Philosophie bewandert und ein herausragender<br />

Kenner der Heiligen Schrift. Mehr als 30 wörtliche Zitate und um<br />

die 80 Anspielungen auf die Bibel führt der frühchristliche Theologe ins<br />

Feld, um seiner Botschaft Gewicht und Sinn zu geben. Von Beginn an<br />

stehen Schrift und Propheten als Autorität im Hintergrund: „Viele Male<br />

und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch<br />

die Propheten.“ Bereits in der Eröffnung des Briefes finden sich im Blick<br />

auf Jesus drei Bibelzitate. Die göttliche Sohnschaft wird aus einer Verbindung<br />

von Psalm 2, 7 („Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt“)<br />

und 2 Sam 7, 14 („Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn<br />

sein“) plausibel gemacht. Selbst die Engel, wie es mit Psalm 97, 7 heißt,<br />

werfen sich vor Jesus nieder. Jesus als Sohn und Erbe des Alls, durch den<br />

Gott die Welt geschaffen hat, wird durch diese Einbindung in die jüdische<br />

Tradition als derjenige erwiesen, der das Schöpferwort erneuert und mit<br />

Vollmacht bestätigt. Gerade darum kann er „Anführer und Vollender des<br />

Glaubens“ (Hebr 12, 2) genannt werden. Alle sind darum gerufen, ihm zu<br />

folgen, der lebendigen Gottesspur.


129<br />

Montag, 11. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 1, 1–6<br />

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den<br />

Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit<br />

aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben<br />

des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen<br />

hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild<br />

seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat<br />

die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten<br />

der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist um so viel erhabener<br />

geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren<br />

Namen überragt. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt:<br />

Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt,<br />

und weiter: Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich<br />

Sohn sein?<br />

Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt,<br />

sagt er:<br />

Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Mit wenigen Sätzen umreißt der Hebräerbrief die Vollmacht<br />

des Gottessohnes und sein Wirken für die Schöpfung und ihre<br />

Erlösung. Es kostet Mühe, das alles schon im Kind in der Krippe<br />

zu sehen – oder wenigstens zu erahnen. Zwei Denkanstöße<br />

aus dem Weihnachtsfest und noch über Weihnachten hinaus<br />

können helfen, aus dieser Spannung Energie zu gewinnen,<br />

und sie können uns für den kleinen großen Jesus einnehmen.<br />

Der eine: Alles muss klein beginnen. Der andere: Das Schwache<br />

in der Welt hat Gott erwählt, um das – ohne Gottes kraftvolle<br />

Hilfe – unüberwindbar Starke zuschanden zu machen<br />

(1 Kor 1, 27).


Eucharistie · Montag, 11. <strong>Januar</strong> 130<br />

Antwortpsalm Ps 97, 1–2.6–7.9.12<br />

Kehrvers:<br />

Alle Engel sollen sich niederwerfen vor ihm.<br />

Der Herr ist König. Die Erde frohlocke. *<br />

Freuen sollen sich die vielen Inseln.<br />

Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, *<br />

Gerechtigkeit und Recht<br />

sind die Stützen seines Throns. – Kehrvers<br />

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, *<br />

seine Herrlichkeit schauen alle Völker.<br />

Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /<br />

alle, die sich der Götzen rühmen. *<br />

Vor ihm werfen sich alle Götter nieder: – Kehrvers<br />

Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde, *<br />

hoch erhaben über alle Götter.<br />

Ihr Gerechten, freut euch am Herrn *<br />

und lobt seinen heiligen Namen! – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Hebr 1, 6, ferner GL 32, 1 oder GL 1975 149, 5 (I. Ton)<br />

oder GL 52, 1 · GL 1975 529, 8 · KG 622 (VIII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

1 Sam 3, 9; Joh 6, 68c<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Rede, Herr, dein Diener hört. Du hast Worte des ewigen Lebens.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 1, 14–20<br />

Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging<br />

Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium<br />

Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.<br />

Kehrt um und glaubt an das Evangelium!<br />

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und<br />

Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz aus-


131<br />

Montag, 11. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

warfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt<br />

her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.<br />

Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.<br />

Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des<br />

Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und<br />

richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren<br />

Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und<br />

folgten Jesus nach.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen<br />

wehe zu tun.<br />

Friedrich Nietzsche (deutscher Philosoph, 1844–1900)<br />

• Kann ich Freude als eine Art Tugend, in jedem Fall aber als<br />

Geschenk begreifen?<br />

• Wie viel Freude durchzieht mein Leben?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Des Himmels Schöpfer, großer Gott.<br />

Du hast das Firmament gebaut<br />

und so geschieden Flut von Flut,<br />

dass sie nicht wirr zusammenströmt.<br />

Den Wolken wiesest du die Bahn,<br />

den Flüssen zeigtest du ihr Bett;


Abend · Montag, 11. <strong>Januar</strong> 132<br />

nun hemmt die Flut des Feuers Macht,<br />

damit die Erde nicht verbrennt.<br />

So gieße denn, o guter Gott,<br />

der Gnaden Ströme in uns ein,<br />

damit uns nicht mit neuem Trug<br />

die alte Schwachheit bringt zu Fall.<br />

Der Glaube, den die Nacht bedrängt,<br />

den Kleinmut zu verwirren droht,<br />

er überwinde Trug und Wahn:<br />

Er finde Licht und spende Licht.<br />

Dies schenk uns, Vater voller Macht,<br />

und du, sein Sohn und Ebenbild,<br />

die ihr in Einheit mit dem Geist<br />

die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.<br />

Nach: Immense caeli conditor; 7.–8. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 539 · GL 1975 605 · KG 781 · EG 142<br />

Psalm 19 Verse 8–15<br />

Die Weisung des Herrn ist vollkommen, *<br />

sie erquickt den Menschen.<br />

Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, *<br />

den Unwissenden macht es weise.<br />

Die Befehle des Herrn sind richtig, *<br />

sie erfreuen das Herz;<br />

das Gebot des Herrn ist lauter, *<br />

es erleuchtet die Augen.<br />

Die Furcht des Herrn ist rein, *<br />

sie besteht für immer.<br />

Die Urteile des Herrn sind wahr, *<br />

gerecht sind sie alle.<br />

Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge. *<br />

Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.


133<br />

Montag, 11. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen; *<br />

wer sie beachtet, hat reichen Lohn.<br />

Wer bemerkt seine eigenen Fehler? *<br />

Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist!<br />

Behüte deinen Knecht auch vor vermessenen Menschen; *<br />

sie sollen nicht über mich herrschen.<br />

Dann bin ich ohne Makel *<br />

und rein von schwerer Schuld.<br />

Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen; /<br />

was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen, *<br />

Herr, mein Fels und mein Erlöser.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Deine Wegweisungen zu erkennen, wahrer Gott, öffnet den<br />

Zugang zu einem erfüllten Leben. Lass uns diese kostbaren Momente<br />

wahrnehmen, erleuchte unsere Augen.<br />

Lesung Kol 1, 9b–11<br />

Wir hören nicht auf, inständig für euch zu beten, dass ihr<br />

in aller Weisheit und Einsicht, die der Geist schenkt, den<br />

Willen des Herrn ganz erkennt. Denn ihr sollt ein Leben führen,<br />

das des Herrn würdig ist und in allem sein Gefallen findet.<br />

Ihr sollt Frucht bringen in jeder Art von guten Werken und<br />

wachsen in der Erkenntnis Gottes. Er gebe euch in der Macht<br />

seiner Herrlichkeit viel Kraft, damit ihr in allem Geduld und<br />

Ausdauer habt.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Meine Seele preist die Größe des Herrn; denn auf die Niedrigkeit<br />

seiner Magd hat er geschaut.


Abend · Montag, 11. <strong>Januar</strong> 134<br />

Fürbitten<br />

„Kommt her, folgt mir nach!“, so ruft Jesus die Menschen seiner<br />

Zeit. Wir bitten ihn um seine Nähe und seinen Beistand für die<br />

Menschen unserer Zeit:<br />

V: Jesus, Menschenbruder, Menschenfreund,<br />

A: höre und erhöre uns.<br />

– Schenke allen, die im Dienst der Verkündigung stehen, Zeiten<br />

der inneren Einkehr und der stillen Nähe zu dir.<br />

– Stehe denen bei, die von ihren eigenen Ansprüchen erdrückt<br />

werden, und hilf ihnen, Maß und Mitte zu finden.<br />

– Begleite du die Menschen, die sich trotz aller Widerstände<br />

um den Frieden mühen, und führe ihre mutigen Schritte zum<br />

Erfolg.<br />

– Schenke den Schwerkranken und Sterbenden die Zuversicht,<br />

dass du sie nicht alleine und nicht im Tode lässt.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr über Zeit und Ewigkeit, Gott Israels, du bist Ursprung und<br />

Ziel unseres Lebens. Erhalte in uns die Glut der Sehnsucht nach<br />

dir, dass wir den Spuren Jesu folgen und voll Freude deinen<br />

Willen tun. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Redaktion Magnificat<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Tatiana (Märtyrerin, † um 200) · hl. Cäsaria (Äbtissin,<br />

† 524) · Hilda von Salzburg (Benediktinerin, 11./12. Jh.) · hl. Aelred<br />

von Rievaulx (engl. Zisterzienser, geistl. Schriftsteller, † 1167) · Johann<br />

Kaspar Kratz (Missionar in Indochina, Märtyrer, † 1737)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Menschenkind, im Stall geboren,<br />

in die Ängste einer Nacht,<br />

ausgeliefert, angewiesen,<br />

mach uns frei von Stolz und Macht.<br />

Höre, die Geschöpfe seufzen,<br />

Bäume, Flüsse, Mensch und Tier<br />

beugen sich und werden Opfer<br />

einer ungestillten Gier.<br />

Jesus Christus, arm geboren,<br />

arm geblieben bis zum Tod,<br />

wecke in uns deine Liebe,<br />

teile mit und durch uns Brot.<br />

Wenn wir uns’re Erde wiegen<br />

wie dich, Menschenkind im Stall,<br />

werden die Geschöpfe jauchzen,<br />

Freiheit atmen Welt und All.<br />

Eugen Eckert


Morgen · Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> 136<br />

Psalm 10 Verse 12–18<br />

Herr, steh auf, Gott, erheb deine Hand, *<br />

vergiss die Gebeugten nicht!<br />

Warum darf der Frevler Gott verachten *<br />

und in seinem Herzen sagen: „Du strafst nicht“?<br />

Du siehst es ja selbst, *<br />

denn du schaust auf Unheil und Kummer.<br />

Der Schwache vertraut sich dir an; *<br />

du bist den Verwaisten ein Helfer.<br />

Zerbrich den Arm des Frevlers und des Bösen,<br />

bestraf seine Frevel, *<br />

sodass man von ihm nichts mehr findet.<br />

Der Herr ist König für immer und ewig, *<br />

in seinem Land gehen die Heiden zugrunde.<br />

Herr, du hast die Sehnsucht der Armen gestillt, *<br />

du stärkst ihr Herz, du hörst auf sie:<br />

Du verschaffst den Verwaisten und Bedrückten ihr Recht. *<br />

Kein Mensch mehr verbreite Schrecken im Land!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du, unser Gott, stillst die Sehnsucht der Armen. Nimm unsere<br />

Hände, dass wir ihnen helfen, und gib uns dein tröstendes<br />

Wort, dass wir ihre Herzen stärken.<br />

Lesung <br />

Röm 13, 11b–13a<br />

Die Stunde ist gekommen, sich vom Schlaf zu erheben. Denn<br />

jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig<br />

wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst<br />

uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen<br />

des Lichts! Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag.


137<br />

Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Einen starken Retter hat der Herr uns erweckt, wie er verheißen<br />

hat durch den Mund seiner Propheten.<br />

Bitten<br />

Du, treuer Gott, gedenkst der Menschen, die dich fürchten und<br />

deinem Wort folgen. Wir bitten dich:<br />

A: Lass uns treu bei dir bleiben.<br />

– Mit unseren Gedanken und dem, was wir sinnen.<br />

– Mit unserem Herzen und dem, was wir fühlen.<br />

– Mit unseren Händen und dem, was wir tun.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, neige dein Ohr und vernimm das Morgengebet deiner<br />

Gläubigen. Erhelle und heile, was in der Tiefe unseres Herzens<br />

krank ist, damit kein Begehren uns in seinem Bann gefangen<br />

hält, die wir erleuchtet wurden durch das Licht der himmlischen<br />

Gnade. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, unser Vater. Wir sind als deine Gemeinde versammelt und<br />

rufen dich an: Öffne unser Ohr, damit wir hören und verstehen,<br />

was du uns heute sagen willst. Gib uns ein gläubiges Herz,<br />

damit unser Beten dir gefällt und unser Leben vor dir bestehen<br />

kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Eucharistie · Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> 138<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 2, 5–12<br />

Nicht Engeln hat er die zukünftige Welt unterworfen, von der<br />

wir reden, vielmehr heißt es an einer Stelle ausdrücklich:<br />

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, oder der Menschensohn,<br />

dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur für<br />

kurze Zeit unter die Engel erniedrigt. Du hast ihn mit Herrlichkeit<br />

und Ehre gekrönt, alles hast du ihm zu Füßen gelegt.<br />

Denn als er ihm alles zu Füßen legte, hat er nichts von der<br />

Unterwerfung ausgenommen. Jetzt sehen wir noch nicht alles<br />

ihm zu Füßen gelegt; aber den, der nur für kurze Zeit unter die<br />

Engel erniedrigt war, Jesus, ihn sehen wir um seines Todesleidens<br />

willen mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; es war nämlich<br />

Gottes gnädiger Wille, dass er für alle den Tod erlitt.<br />

Denn es war angemessen, dass Gott, für den und durch den<br />

das All ist und der viele Söhne zur Herrlichkeit führen wollte,<br />

den Urheber ihres Heils durch Leiden vollendete.<br />

Denn er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen<br />

alle von Einem ab; darum scheut er sich nicht, sie Brüder zu<br />

nennen und zu sagen:<br />

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten<br />

der Gemeinde dich preisen.<br />

Antwortpsalm Ps 8, 2.5–9<br />

Kehrvers:<br />

Deinen Sohn hast du als Herrscher eingesetzt über das Werk<br />

deiner Hände.<br />

Herr, unser Herrscher, /<br />

wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; *<br />

über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.<br />

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, *<br />

des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? – Kehrvers<br />

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, *<br />

hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.


139<br />

Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt<br />

über das Werk deiner Hände, *<br />

hast ihm alles zu Füßen gelegt: – Kehrvers<br />

All die Schafe, Ziegen und Rinder *<br />

und auch die wilden Tiere,<br />

die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, *<br />

alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 7, ferner GL 33, 1 · GL 1975 710, 1 · KG 793 (VII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. 1 Thess 2, 13<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Nehmt das Wort Gottes an, nicht als Menschenwort, sondern –<br />

was es in Wahrheit ist – als Gottes Wort.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 1, 21–28<br />

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte.<br />

Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre;<br />

denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht<br />

wie die Schriftgelehrten.<br />

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen<br />

Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit<br />

dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins<br />

Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.<br />

Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine<br />

Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem<br />

Geschrei.<br />

Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das<br />

zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre<br />

verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.<br />

Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von<br />

Galiläa.


Abend · Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> 140<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Jesus lehrt in der Synagoge. Die Menschen staunen und bestaunen<br />

seine Lehre. Doch ein „unreiner Geist“, ein Un-Geist,<br />

ein unbarmherziger Hasser und Hausbesetzer, geht ebenso<br />

klar in den Konflikt. Er fordert den heraus, von dem er sich<br />

herausgefordert fühlt. Und unterliegt. Die Zuschauer erfahren,<br />

dass sie Zeugen sind, Zeugen einer Lehre, und eines Lehrers,<br />

mit Vollmacht. Das hier gebrauchte griechische Wort für Befehlsgewalt<br />

oder Vollmacht, exousía, heißt im Lateinischen<br />

„imperium“. Zur Zeit der Abfassung des Markus-Evangeliums<br />

gibt es ein gewaltiges Imperium, das Römische Reich. Und in<br />

diesem Reich gibt es einen Ersten, der absolute Befehlsgewalt<br />

hat, Kaiser Vespasian. Er lässt sich, wie römische Herrscher vor<br />

und nach ihm, als Sohn Gottes verehren. Doch das in Jesus,<br />

dem Christus und Gottessohn, nahende Welt-Reich ist Gottes<br />

eigenes, anderes Reich. Es ist nicht von dieser Welt – und es<br />

wirkt und heilt doch in der Welt, und diese Welt.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Ach, der Zorn verderbt die Besten.<br />

Johann Christoph Friedrich von Schiller (deutscher Dichter und Dramatiker,<br />

1759–1805)<br />

• Wer oder was macht mich zornig?<br />

• Wohin führt mich mein Zorn?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)


141<br />

Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Hymnus<br />

Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht,<br />

die Weisheit deiner Wege,<br />

die Liebe, die für alle wacht,<br />

anbetend überlege:<br />

So weiß ich, von Bewundrung voll,<br />

nicht, wie ich dich erheben soll,<br />

mein Gott, mein Herr und Vater!<br />

Dich predigt Sonnenschein und Sturm,<br />

dich preist der Sand am Meere.<br />

Bringt, ruft auch der geringste Wurm,<br />

bringt meinem Schöpfer Ehre!<br />

Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,<br />

mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht:<br />

Bringt unserm Schöpfer Ehre!<br />

Der Mensch, ein Leib, den deine Hand<br />

so wunderbar bereitet,<br />

der Mensch, ein Geist, den sein Verstand<br />

dich zu erkennen leitet:<br />

Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,<br />

ist sich ein täglicher Beweis<br />

von deiner Güt und Größe.<br />

Erheb ihn ewig, o mein Geist,<br />

erhebe seinen Namen;<br />

Gott, unser Vater, sei gepreist,<br />

und alle Welt sag Amen,<br />

und alle Welt fürcht ihren Herrn<br />

und hoff auf ihn und dien ihm gern.<br />

Wer wollte Gott nicht dienen?<br />

Christian Fürchtegott Gellert 1757<br />

GL 463 · EG 506, Strophen 1 und 4–6


Abend · Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> 142<br />

Psalm 119 <br />

Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, *<br />

die leben nach der Weisung des Herrn.<br />

Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen *<br />

und ihn suchen von ganzem Herzen,<br />

die kein Unrecht tun *<br />

und auf seinen Wegen gehen.<br />

Du hast deine Befehle gegeben, *<br />

damit man sie genau beachtet.<br />

Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, *<br />

deinen Gesetzen zu folgen!<br />

Dann werde ich niemals scheitern, *<br />

wenn ich auf all deine Gebote schaue.<br />

Mit lauterem Herzen will ich dir danken, *<br />

wenn ich deine gerechten Urteile lerne.<br />

Deinen Gesetzen will ich immer folgen. *<br />

Lass mich niemals im Stich!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Verse 1–8 Alef<br />

Wer auf deine Stimme hört, barmherziger Gott, den lässt du<br />

nicht fallen. Wir danken dir, dass du zu uns sprichst, und bitten<br />

dich: Schärfe unsere Sinne, dass deine Weisung uns erreicht.<br />

Lesung 1 Joh 3, 1a.2<br />

Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat:<br />

Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder,<br />

jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch<br />

nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein<br />

werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen,<br />

wie er ist.


143<br />

Dienstag, 12. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Mein Geist jubelt über Gott, meinen Herrn und meinen Retter.<br />

Fürbitten<br />

Gott Israels, du willst, dass alle Menschen einander Geschwister<br />

werden. Wir rufen zu dir:<br />

A: Höre die Bitten deines Volkes.<br />

Du hast Israel aus Ägypten befreit;<br />

– blicke auf alle, die unter Terror und Unterdrückung leiden.<br />

Du gedenkst deines Bundes auf ewig;<br />

– schenke den Menschen im Heiligen Land deinen Frieden.<br />

Du bist die Quelle der Weisheit;<br />

– führe alle, die sich den Fragen der Welt und des Lebens widmen,<br />

auf dem Weg deiner Erkenntnis.<br />

Kostbar ist dir das Sterben deiner Frommen;<br />

– belebe in uns die Hoffnung, einst mit unseren Verstorbenen<br />

bei dir vereint zu sein.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Wir danken dir, allmächtiger Vater, für diesen Abend. Voll Vertrauen<br />

heben wir unsere Hände zu dir empor; nimm unser Beten<br />

an als ein Opfer, das dir gefällt. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Hilarius<br />

Hilarius (um 315–367) war im Westen einer der herausragenden<br />

Gegner des Arianismus, der die Gottheit Jesu leugnete.<br />

Hilarius war zunächst Heide. Durch eingehendes Studium der Heiligen<br />

Schrift fand er zum Glauben und ließ sich mit seiner ganzen<br />

Familie taufen. Bald darauf wurde er Priester. 350 wählte man ihn<br />

zum Bischof seiner Heimatstadt Poitiers. Aus dem Zusammenleben<br />

des Bischofs mit seinem Klerus entwickelten sich die ersten klösterlichen<br />

Gemeinschaften in Gallien. 356 wurde Hilarius als Gegner<br />

des Arianismus von Kaiser Konstantius verbannt, durfte aber später<br />

wieder zurückkehren. Er verfasste eine Gesamtdarstellung der<br />

Lehre der Dreieinigkeit, verband östliche und westliche Theologie<br />

und lehrte die Vereinbarkeit des Glaubens mit der Vernunft. Er gilt<br />

als erster Hymnendichter der lateinischen Kirche. Papst Pius IX.<br />

ernannte ihn 1851 zum Kirchenlehrer.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Joh 2, 18–25; Evangelium: Mt 5, 13–19<br />

Namenstag: Agritius von Trier (Bischof, † 329) · hl. Remigius (Bischof<br />

von Reims, taufte den Frankenkönig Chlodwig, † um 533) ·<br />

hl. Berno von Cluny (Klostergründer, erster Abt von Cluny, † 927) ·<br />

sel. Gottfried von Cappenberg (Gründer des ersten Prämonstratenserstifts<br />

im deutschsprachigen Raum, † 1127) · sel. Hildemar (Hofkaplan<br />

Wilhelms des Eroberers, Klostergründer, † 1197) · sel. Jutta von Huy<br />

(Ivette, Krankenpflegerin, Reklusin, Seelsorgerin, † 1228)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


145<br />

Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Hymnus<br />

Nacht und Gewölk und Finsternis,<br />

verworr’nes Chaos dieser Welt,<br />

entweicht und flieht! Das Licht erscheint,<br />

der Tag erhebt sich: Christus naht.<br />

Jäh reißt der Erde Dunkel auf,<br />

durchstoßen von der Sonne Strahl,<br />

der Farben Fülle kehrt zurück<br />

im hellen Glanz des Taggestirns.<br />

So soll, was in uns dunkel ist,<br />

was schwer uns auf dem Herzen liegt,<br />

aufbrechen unter deinem Licht<br />

und dir sich öffnen, Herr und Gott.<br />

Dich, Christus, suchen wir allein<br />

mit reinem, ungeteiltem Sinn,<br />

dir beugen willig wir das Knie<br />

mit Bitten und mit Lobgesang.<br />

Blick tief in unser Herz hinein,<br />

sieh unser ganzes Leben an:<br />

Noch manches Arge liegt in uns,<br />

was nur dein Licht erhellen kann.<br />

Dir, Christus, guter Herr und Gott,<br />

dem ew’gen Vater, der uns liebt,<br />

dem Heil’gen Geist, der bei uns ist,<br />

sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Nox et tenebrae et nubila; Prudentius, † nach 405<br />

Melodie: GL 297 · GL 1975 178 · KG 395 · EG 79<br />

Psalm 36 Verse 2–13<br />

Der Frevler spricht: „Ich bin entschlossen zum Bösen.“ *<br />

In seinen Augen gibt es kein Erschrecken vor Gott.


Morgen · Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> 146<br />

Er gefällt sich darin, *<br />

sich schuldig zu machen und zu hassen.<br />

Die Worte seines Mundes sind Trug und Unheil; *<br />

er hat es aufgegeben, weise und gut zu handeln.<br />

Unheil plant er auf seinem Lager, /<br />

er betritt schlimme Wege *<br />

und scheut nicht das Böse.<br />

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *<br />

deine Treue, so weit die Wolken ziehn.<br />

Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, *<br />

deine Urteile sind tief wie das Meer.<br />

Herr, du hilfst Menschen und Tieren. *<br />

Gott, wie köstlich ist deine Huld!<br />

Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, /<br />

sie laben sich am Reichtum deines Hauses; *<br />

du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.<br />

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, *<br />

in deinem Licht schauen wir das Licht.<br />

Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld *<br />

und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!<br />

Lass mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen; *<br />

die Hand der Frevler soll mich nicht vertreiben.<br />

Dann brechen die Bösen zusammen, *<br />

sie werden niedergestoßen und können nie wieder aufstehn.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Bei dir ist die Quelle des Lebens, guter Schöpfer. Öffne uns für<br />

dein Wort, damit wir diesen Tag in deiner Freude verbringen.<br />

Lesung 1 Joh 1, 5<br />

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch<br />

verkünden: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.


147<br />

Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Nicht ihr werdet reden, sondern der Geist eures Vaters redet<br />

durch euch.<br />

Bitten<br />

Gott, unser Schöpfer, du hast uns Menschen hohe Würde gegeben.<br />

Wir bitten dich:<br />

A: In deiner Freiheit lass uns leben.<br />

– Dass wir frohen Herzens unsere Möglichkeiten ergreifen, die<br />

Welt in deinem Sinn zu gestalten.<br />

– Dass wir dir danken, für all das, was du uns täglich gibst.<br />

– Dass wir ein waches Gespür dafür entwickeln, wo unser Handeln<br />

gefragt ist.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, erhöre unser Gebet am Gedenktag des heiligen<br />

Bischofs Hilarius, der unermüdlich die Lehre von der Gottheit<br />

deines Sohnes verteidigt hat. Gib uns Weisheit und Kraft,<br />

damit wir die Größe dieses Geheimnisses erkennen und deinen<br />

Sohn glaubwürdig bezeugen, der in der Einheit des Heiligen<br />

Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.<br />

Gott, der Quell unserer Freude,<br />

schenke uns ein fröhliches Herz,<br />

einen aufrichtigen Blick<br />

und ein befreiendes Lachen.


Eucharistie · Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> 148<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt,<br />

um die Menschen aus der alten Knechtschaft zu erlösen. Schenke<br />

allen, die auf deine Hilfe warten, die Freiheit des neuen Lebens.<br />

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 2, 11–12.13c–18<br />

Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle<br />

von Einem ab; darum scheut er sich nicht, sie Brüder zu<br />

nennen und zu sagen:<br />

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten<br />

der Gemeinde dich preisen; und ferner: Seht, ich und die Kinder,<br />

die Gott mir geschenkt hat.<br />

Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat<br />

auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen, um<br />

durch seinen Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den<br />

Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch<br />

die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen<br />

waren. Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an,<br />

sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an.<br />

Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein<br />

barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die<br />

Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung<br />

geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in<br />

Versuchung geführt werden.<br />

Antwortpsalm Ps 105, 1–4.6–9<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Der Herr ist unser Gott; ewig denkt er an seinen Bund.<br />

Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! *<br />

Macht unter den Völkern seine Taten bekannt!


149<br />

Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Singt ihm und spielt ihm, *<br />

sinnt nach über all seine Wunder! – Kehrvers<br />

Rühmt euch seines heiligen Namens! *<br />

Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen.<br />

Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; *<br />

sucht sein Antlitz allezeit! – Kehrvers<br />

Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, *<br />

ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.<br />

Er, der Herr, ist unser Gott. *<br />

Seine Herrschaft umgreift die Erde. – Kehrvers<br />

Ewig denkt er an seinen Bund, *<br />

an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,<br />

an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, *<br />

an den Eid, den er Isaak geschworen hat. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Verse 7a.8a,<br />

ferner GL 60, 1 · GL 1975 233, 7 · KG 271 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium Joh 10, 27<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich<br />

kenne sie, und sie folgen mir.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 1, 29–39<br />

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes<br />

in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des<br />

Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,<br />

und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.<br />

Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.<br />

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man<br />

alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor<br />

der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen mögli-


Abend · Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> 150<br />

chen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er<br />

verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.<br />

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging<br />

an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter<br />

eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:<br />

Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen,<br />

in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn<br />

dazu bin ich gekommen.<br />

Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen<br />

und trieb die Dämonen aus.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Nach dem öffentlichen Raum, der Synagoge, betritt Jesus nun<br />

den privaten Raum des Hauses. Bei Markus ist das Haus stets<br />

der Ort der Schülerschaft. Hier beherbergt es eine Heilungsgeschichte<br />

– und eine Nachfolgegeschichte. Simons Schwiegermutter<br />

liegt mit Fieber danieder. Die Freunde wenden sich an<br />

Jesus, und er wendet sich der kranken Frau zu „und richtete<br />

sie auf“. Die Folge dieser Heilung? „Und sie sorgte für sie.“<br />

Aufgerichtet und geheilt, bedient die Schwiegermutter des Petrus<br />

beim Mahl, das sie Jesus und seinen Begleitern bereitet<br />

hat. So nimmt sie vorweg, was die anderen Schüler Jesu noch<br />

lernen müssen: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,<br />

um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“<br />

(Mk 10, 45) Jesu Weg – unser Weg. (Josef Wohlmuth)<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


151<br />

Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Innehalten am Abend<br />

Mit meinen ungeschickten Worten versuchte ich, die unaussprechlichen<br />

Mysterien zu erklären. An die Zufälligkeiten der<br />

menschlichen Sprache lieferte ich die Geheimnisse aus, die<br />

eigentlich in der gläubigen und ehrfürchtigen Seele verwahrt<br />

bleiben müssten.<br />

Hilarius (Heiliger des Tages)<br />

• Wie schwer oder wie leicht fällt es mir, von meinem Glauben<br />

zu sprechen?<br />

• Wer hat mir gezeigt, dass es gut sein kann, den eigenen<br />

Glauben, die eigene Hoffnung in Worte zu fassen?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Ehre Gott in der Höhe.<br />

Ehre dem Vater, der der Ursprung ist.<br />

Ehre dem Sohn, der in die Welt kommt.<br />

Ehre dem Geist: Er macht uns frei.<br />

Ehre Gott in der Höhe<br />

und Friede auf Erden:<br />

Die Sünder finden Gnade.<br />

Die Kranken werden geheilt.<br />

Die Mächtigen werden beschämt.<br />

Die Armen hören die frohe Botschaft.<br />

Ehre Gott in der Höhe,<br />

Frieden auf Erden<br />

und unter den Menschen Liebe,<br />

die den Tod überwindet,<br />

die Tränen wegwischt aus unseren Augen;<br />

und siehe: Sie macht alles neu!<br />

Neues Stundenbuch


Abend · Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> 152<br />

Psalm 130<br />

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: *<br />

Herr, höre meine Stimme!<br />

Wende dein Ohr mir zu, *<br />

achte auf mein lautes Flehen!<br />

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, *<br />

Herr, wer könnte bestehen?<br />

Doch bei dir ist Vergebung, *<br />

damit man in Ehrfurcht dir dient.<br />

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *<br />

ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.<br />

Meine Seele wartet auf den Herrn *<br />

mehr als die Wächter auf den Morgen.<br />

Mehr als die Wächter auf den Morgen *<br />

soll Israel harren auf den Herrn.<br />

Denn beim Herrn ist die Huld, *<br />

bei ihm ist Erlösung in Fülle.<br />

Ja, er wird Israel erlösen *<br />

von all seinen Sünden.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Vater des Erbarmens, unsere Welt ist von Krankheit und Not<br />

gezeichnet. Höre unser Rufen und tröste uns durch dein Wort.<br />

Führe deinen Morgen herauf!<br />

Lesung Jer 29, 11.13.14<br />

Ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch<br />

des Herrn –, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn<br />

ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Sucht ihr<br />

mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach<br />

mir fragt, lasse ich mich von euch finden – Spruch des Herrn.


153<br />

Mittwoch, 13. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon<br />

Antiphon zum Nunc dimittis:<br />

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,<br />

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen<br />

in seinem Frieden.<br />

Fürbitten<br />

Jesus wurde von Gott befähigt, den Menschen nahezusein und<br />

sie zu heilen, wie die Schwiegermutter des Petrus. Wir bitten<br />

um die Nähe und das Erbarmen unseres Bruders und Heilands:<br />

V: Kyrie, eleison. A: Christe, eleison.<br />

– Für alle, die Kranken beistehen.<br />

– Für alle, die Hoffnung schenken.<br />

– Für alle, die verlässlich sorgen.<br />

– Für alle, die zur Versöhnung beitragen.<br />

– Für alle, die Trauernde trösten.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr Jesus Christus, du bist gütig und von Herzen demütig. Das<br />

Joch, das du denen auflegst, die dir nachfolgen, ist nicht drückend,<br />

und deine Last ist leicht. Nimm gnädig an, was wir uns<br />

heute vorgenommen und was wir vollbracht haben. Erneuere<br />

uns durch die Ruhe der Nacht und mache uns morgen eifriger<br />

in deinem Dienst. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Christiana von Georgien (Nina, Glaubensbotin, 4.<br />

Jh.) · sel. Engelmar (Einsiedler im bayer. Wald, † 1096) · Reiner von<br />

Arnsberg (Prämonstratenser, † 1184) · sel. Berno von Schwerin (Zisterzienser,<br />

Bischof, † 1191) · sel. Petrus Donders (nl. Missionar, Redemptorist,<br />

†1887; siehe auch den Beitrag auf den Seiten 355–356)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Sava von Serbien (serb.-orth. Bischof, um<br />

1175–1235) · George Fox (Mitbegründer der Quäker, 1624–1691)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Öffne meine Augen, Herr,<br />

für die Wunder deiner Liebe.<br />

Mit dem Blinden rufe ich:<br />

Heiland, mache, dass ich sehe.<br />

Öffne meine Ohren, Herr,<br />

für den Anruf meiner Brüder.<br />

Lass nicht zu, dass sich mein Herz<br />

ihrer großen Not verschließe.<br />

Öffne meine Hände, Herr,<br />

Bettler stehn vor meiner Türe<br />

und erwarten ihren Teil.<br />

Christus, mache, dass ich teile.<br />

P. Vinzenz Stebler OSB, † 1997


155<br />

Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Psalm 95<br />

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn *<br />

und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!<br />

Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, *<br />

vor ihm jauchzen mit Liedern!<br />

Denn der Herr ist ein großer Gott, *<br />

ein großer König über allen Göttern.<br />

In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, *<br />

sein sind die Gipfel der Berge.<br />

Sein ist das Meer, das er gemacht hat, *<br />

das trockene Land, das seine Hände gebildet.<br />

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, *<br />

lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!<br />

Denn er ist unser Gott, /<br />

wir sind das Volk seiner Weide, *<br />

die Herde, von seiner Hand geführt.<br />

Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /<br />

„Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, *<br />

wie in der Wüste am Tag von Massa!<br />

Dort haben eure Väter mich versucht, *<br />

sie haben mich auf die Probe gestellt<br />

und hatten doch mein Tun gesehen.<br />

Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider, /<br />

und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; *<br />

denn meine Wege kennen sie nicht.<br />

Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: *<br />

Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe.“<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wenn du heute zu uns sprichst, lass uns dich hören. Wo es auf<br />

uns ankommt, gib uns Mut zu handeln.


Morgen · Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> 156<br />

Lesung Jer 31, 33<br />

Das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem<br />

Haus Israel schließe – Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz<br />

in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr<br />

Gott sein, und sie werden mein Volk sein.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Vollende an uns dein Erbarmen, o Herr, und denk an deinen<br />

heiligen Bund.<br />

Bitten<br />

Einfach leben: Wie schwer ist das! Sich an Gott ausrichten,<br />

Christus Jesus nachfolgen: darum geht es. Doch was bedeutet<br />

das konkret? Was heißt das für mein Leben? Bitten wir Gott um<br />

innere Stille und Klarheit:<br />

A: Hilf uns, wesentlich zu leben.<br />

– Dass wir uns nicht über andere erheben.<br />

– Dass wir auf deine Stimme hören.<br />

– Dass wir spüren, wie Jesus in unserer Lage handeln würde.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Erhöre uns, Gott, unser Heiland, und gib, dass wir in deinem<br />

Lichte leben und die Wahrheit tun; denn als Kinder des Lichtes<br />

sind wir aus dir geboren. Mache uns zu deinen Zeugen unter<br />

den Menschen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.


157<br />

Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Allmächtiger Gott, erhöre unser Gebet und beschütze uns, denn<br />

wir setzen unsere ganze Hoffnung auf dich. Reinige uns von<br />

aller Sünde und hilf uns, in deiner Gnade zu leben, damit wir<br />

Erben deiner Verheißung werden. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 3, 7–14<br />

Schwestern und Brüder! Beherzigt, was der Heilige Geist sagt:<br />

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz<br />

nicht wie beim Aufruhr, wie in der Wüste am Tag der Versuchung.<br />

Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich<br />

auf die Probe gestellt und hatten doch meine Taten gesehen,<br />

vierzig Jahre lang. Darum war mir diese Generation zuwider,<br />

und ich sagte: Immer geht ihr Herz in die Irre. Sie erkannten<br />

meine Wege nicht. Darum habe ich in meinem Zorn geschworen:<br />

Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen.<br />

Gebt acht, Brüder, dass keiner von euch ein böses, ungläubiges<br />

Herz hat, dass keiner vom lebendigen Gott abfällt, sondern<br />

ermahnt einander jeden Tag, solange es noch heißt: Heute, damit<br />

niemand von euch durch den Betrug der Sünde verhärtet<br />

wird; denn an Christus haben wir nur Anteil, wenn wir bis zum<br />

Ende an der Zuversicht festhalten, die wir am Anfang hatten.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Glauben ist eine Langstrecke und nicht nur ein Sprint oder ein<br />

einmaliger Sprung. Davon erzählt die Bibel Alten und Neuen<br />

Testaments. Das klingt herausfordernd, und das ist es auch.<br />

Doch der Hebräerbrief hat gute Gründe, Mut zu machen zum<br />

langen Atem des Vertrauens. Der ermutigende Ur-Grund ist Gott<br />

selbst, dessen unerschütterliche Treue machtvoll in der Treue<br />

seines Dieners Mose, der großen Mittlergestalt des Sinaibundes,<br />

und schließlich in aller Herrlichkeit in der Treue des Sohnes,


Eucharistie · Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> 158<br />

Christus, aufschien. Nun ist das herausfordernde „Heute“ von<br />

Gottes Treue in der Gemeinde angekommen. Geht uns die Luft<br />

aus nach den ersten Freuden-Sprüngen und der ersten Begeisterung<br />

über unseren Elan? Oder leben wir „bis zum Ende“ aus der<br />

uns geschenkten Zuversicht? Ohne Verhärtung; im Heute treu.<br />

Antwortpsalm Ps 95, 6–11<br />

Kehrvers:<br />

Hört auf die Stimme des Herrn, verhärtet nicht euer Herz!<br />

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, *<br />

lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!<br />

Denn er ist unser Gott, /<br />

wir sind das Volk seiner Weide, *<br />

die Herde, von seiner Hand geführt. – Kehrvers<br />

Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /<br />

„Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, *<br />

wie in der Wüste am Tag von Massa!<br />

Dort haben eure Väter mich versucht, /<br />

sie haben mich auf die Probe gestellt *<br />

und hatten doch mein Tun gesehen. – Kehrvers<br />

Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider, /<br />

und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; *<br />

denn meine Wege kennen sie nicht.<br />

Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: *<br />

Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe.“ – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Verse 7c.8a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)<br />

oder GL 1975 529, 5 (IV. Ton) oder KG 645 (VII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Mt 4, 23b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Jesus verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk<br />

alle Krankheiten und Leiden.<br />

Halleluja.


159<br />

Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 1, 40–45<br />

In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um<br />

Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst,<br />

kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit<br />

ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will<br />

es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz,<br />

und der Mann war rein.<br />

Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in<br />

Acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem<br />

Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet<br />

hat. Das soll für sie ein Beweis meiner Gesetzestreue sein.<br />

Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit,<br />

was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, sodass<br />

sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur<br />

noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch<br />

kamen die Leute von überallher zu ihm.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Es gibt eine Höflichkeit des Herzens; sie ist der Liebe verwandt.<br />

Aus ihr entspringt die bequemste Höflichkeit des äußeren Betragens.<br />

Johann Wolfgang von Goethe (deutscher Dichter, 1749–1832)<br />

• Bei wem spüre ich diese „Höflichkeit des Herzens“?<br />

• Welchen Stellenwert hat Höflichkeit für mich?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)


Abend · Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> 160<br />

Hymnus<br />

Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh,<br />

Führer, dem ich traue, Stab, an dem ich geh,<br />

Brot, von dem ich lebe, Quell, an dem ich ruh,<br />

Ziel, das ich erstrebe, alles, Herr, bist du.<br />

Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her?<br />

Ohne dich, wer nähme meine Bürde, wer?<br />

Ohne dich, zerstieben würden mir im Nu<br />

Glauben, Hoffen, Lieben, alles, Herr, bist du.<br />

Drum so will ich wallen meinen Pfad dahin,<br />

bis die Glocken schallen und daheim ich bin.<br />

Dann mit neuem Klingen jauchz ich froh dir zu:<br />

nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist du!<br />

Cornelius Friedrich Adolf Krummacher 1857<br />

EG 407<br />

Psalm 30 Verse 2–13<br />

Ich will dich rühmen, Herr, /<br />

denn du hast mich aus der Tiefe gezogen *<br />

und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.<br />

Herr, mein Gott, ich habe zu dir geschrien, *<br />

und du hast mich geheilt.<br />

Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, *<br />

aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.<br />

Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, *<br />

preist seinen heiligen Namen!<br />

Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, *<br />

doch seine Güte ein Leben lang.<br />

Wenn man am Abend auch weint, *<br />

am Morgen herrscht wieder Jubel.<br />

Im sicheren Glück dachte ich einst: *<br />

Ich werde niemals wanken.


161<br />

Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Herr, in deiner Güte *<br />

stelltest du mich auf den schützenden Berg.<br />

Doch dann hast du dein Gesicht verborgen. *<br />

Da bin ich erschrocken.<br />

Zu dir, Herr, rief ich um Hilfe, *<br />

ich flehte meinen Herrn um Gnade an.<br />

Ich sagte: /<br />

Was nützt dir mein Blut, wenn ich begraben bin? *<br />

Kann der Staub dich preisen, deine Treue verkünden?<br />

Höre mich, Herr, sei mir gnädig! *<br />

Herr, sei du mein Helfer!<br />

Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, *<br />

hast mir das Trauergewand ausgezogen<br />

und mich mit Freude umgürtet.<br />

Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. *<br />

Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott, unsere Hoffnung, wenn uns mitten im Leben der Tod umgibt,<br />

lass unser Rufen zu dir dringen. Belebe uns neu, dass wir<br />

dir singen und spielen.<br />

Lesung Bar 5, 3–4<br />

Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel<br />

zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der<br />

Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Gott stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.<br />

Fürbitten<br />

Heilender Gott, wir empfehlen dir heute die Kranken und rufen<br />

zu dir:


Abend · Donnerstag, 14. <strong>Januar</strong> 162<br />

A: Lindere ihre Leiden.<br />

Noch heute ist Aussatz vor allem in den armen Ländern der<br />

Erde verbreitet;<br />

– steh den Leprakranken bei und schick ihnen Menschen, die<br />

ihnen helfen.<br />

Viele Menschen erblinden, weil sie mangelhaft ernährt sind<br />

oder sich Medikamente nicht leisten können;<br />

– hilf, dass sie nicht alleingelassen werden und dass ihre Lage<br />

sich bessert.<br />

Von der Corona-Pandemie sind weltweit besonders die sozial<br />

Schwachen betroffen;<br />

– hilf allen, die an Covid-19 erkrankt sind, den Ausbruch gut<br />

zu überstehen.<br />

Erbarme dich aller, die heute ihrer Krankheit erlegen sind;<br />

– nimm sie auf in deine Herrlichkeit, die keine Krankheit mehr<br />

kennt.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott Israels, in deinem Sohn Jesus Christus hast du dich uns<br />

zugewendet und uns dein Erbarmen erwiesen. Heile, was an<br />

uns krank ist, und belebe, was erlahmt ist, damit unsere Freude<br />

an deiner Güte hineinwirkt in unsere Welt. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Redaktion Magnificat<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Freitag, 15. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl.·Romedius (Pilger, Einsiedler in Südtirol, 5. Jh.) · hl.<br />

Maurus (Schüler und Gehilfe Benedikts, 6. Jh.) · sel. Konrad von Mondsee<br />

(Abt, † 1145) · Anton von Ilbenstadt (Prämonstratenser, † um 1149) ·<br />

hl. Arnold Janssen (Gründer der Steyler Missionare, † 1909)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

1. Im Osten tritt die Sonne<br />

auf ihre gold’ne Bahn.<br />

Mit ihrem frohen Aufgang<br />

hebt unser Tagwerk an.<br />

3. Er gibt uns flinke Hände<br />

zu jedem Dienst bereit.<br />

Er öffnet Herz und Hände<br />

für alles Menschenleid.<br />

2. Vom Morgen bis zum Abend<br />

dehnt sich das Ackerfeld,<br />

das wir bebauen sollen,<br />

solang es Gott gefällt.<br />

4. Ihm gelten unsere Mühen,<br />

der alles überschaut.<br />

Was wir mit Ihm beginnen,<br />

das ist auf Fels gebaut.<br />

Neues Stundenbuch<br />

Canticum Jes 45, 15–25<br />

Antiphon:<br />

Alle Nachkommen Israels bekommen ihr Recht und erlangen<br />

Ruhm durch den Herrn.<br />

Wahrhaftig, du bist ein verborgener Gott. *<br />

Israels Gott ist der Retter.<br />

Schmach und Schande kommt über all seine Gegner, *<br />

die Götzenschmiede geraten in Schande.


Morgen · Freitag, 15. <strong>Januar</strong> 164<br />

Israel aber wird vom Herrn gerettet, *<br />

wird für immer errettet.<br />

Über euch kommt keine Schande und Schmach mehr *<br />

für immer und ewig.<br />

Denn so spricht der Herr, der den Himmel erschuf: *<br />

Ich bin der Herr, und sonst niemand.<br />

Ich bin der Herr, der die Wahrheit spricht *<br />

und der verkündet, was recht ist.<br />

Wer hölzerne Götzen umherträgt, hat keine Erkenntnis, *<br />

wer einen Gott anbetet, der niemanden rettet.<br />

Es gibt keinen Gott außer mir; *<br />

außer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott.<br />

Wendet euch mir zu und lasst euch erretten, /<br />

ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde; *<br />

denn ich bin Gott, und sonst niemand.<br />

Ich habe bei mir selbst geschworen, /<br />

und mein Mund hat die Wahrheit gesprochen, *<br />

es ist ein unwiderrufliches Wort:<br />

Vor mir wird jedes Knie sich beugen, /<br />

und jede Zunge wird bei mir schwören: *<br />

Nur beim Herrn gibt es Rettung und Schutz.<br />

Beschämt kommen alle zu ihm, die sich ihm widersetzten. /<br />

Alle Nachkommen Israels bekommen ihr Recht *<br />

und erlangen Ruhm durch den Herrn.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Antiphon:<br />

Alle Nachkommen Israels bekommen ihr Recht und erlangen<br />

Ruhm durch den Herrn.<br />

Lesung Eph 4, 29–32<br />

Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein<br />

gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört,


165<br />

Freitag, 15. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Nutzen bringt. Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen<br />

Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung! Jede Art von Bitterkeit,<br />

Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus<br />

eurer Mitte! Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt<br />

einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat!<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.<br />

Bitten<br />

Gepriesen sei Jesus Christus, der uns Gottes bedingungslose Liebe<br />

bezeugt hat. Wir rufen zu ihm:<br />

A: Schenke uns deinen Frieden.<br />

– lass uns trotz aller Rückschläge immer neu auf die Menschen<br />

zugehen, denen wir in Liebe verbunden sind.<br />

– Hilf uns, über den Sorgen und Lasten des Alltags nicht zu<br />

vergessen, wie viel Glück uns geschenkt ist.<br />

– lass uns dort, wo wir stehen, unseren Mitmenschen deine<br />

Nähe bezeugen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, durch das Licht deines Wortes vertreibst du das Dunkel<br />

der Unwissenheit. Mehre in unserem Herzen die Kraft des<br />

Glaubens, damit das Feuer, das deine Gnade in uns entfacht<br />

hat, durch keine Anfechtung ausgelöscht wird. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Freitag, 15. <strong>Januar</strong> 166<br />

Tagesgebet<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Unser Herr Jesus Christus hat gesagt: „Nicht Gesunde brauchen<br />

den Arzt, sondern Kranke. Nicht Gerechte zu rufen bin ich gekommen,<br />

sondern die Sünder.“ Darum beten wir: Barmherziger<br />

Gott. Zu Unrecht halten wir uns oft für gut und glauben,<br />

gerecht vor dir zu sein. Wecke uns aus unserer falschen Sicherheit,<br />

befreie uns von unserer Selbstgerechtigkeit und heile uns<br />

durch Jesus Christus, den Arzt der Kranken, den Heiland der<br />

Sünder, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und<br />

herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 4, 1–5.11<br />

Schwestern und Brüder! Lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass<br />

keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das<br />

Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt. Denn uns ist die gleiche<br />

Freudenbotschaft verkündet worden wie jenen; doch hat ihnen<br />

das Wort, das sie hörten, nichts genützt, weil es sich nicht durch<br />

den Glauben mit den Hörern verband.<br />

Denn wir, die wir gläubig geworden sind, kommen in das Land<br />

der Ruhe, wie er gesagt hat:<br />

Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht<br />

in das Land meiner Ruhe kommen.<br />

Zwar waren die Werke seit der Erschaffung der Welt vollendet;<br />

denn vom siebten Tag heißt es an einer Stelle: Und Gott ruhte am<br />

siebten Tag aus von all seinen Werken; hier aber heißt es:<br />

Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen.<br />

Bemühen wir uns also, in jenes Land der Ruhe zu kommen, damit<br />

niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fall kommt.<br />

Antwortpsalm <br />

Kehrvers:<br />

Vergesst die Taten Gottes nicht!<br />

Ps 78, 3.4cd.6c–8


167<br />

Freitag, 15. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Was wir hörten und erfuhren, *<br />

was uns die Väter erzählten:<br />

die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn, *<br />

die Wunder, die er getan hat. – Kehrvers<br />

Sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder, *<br />

damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen,<br />

die Taten Gottes nicht vergessen *<br />

und seine Gebote bewahren. – Kehrvers<br />

Sie sollten nicht werden wie ihre Väter, *<br />

jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung,<br />

das wankelmütige Geschlecht, *<br />

dessen Geist nicht treu zu Gott hielt. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 7b, ferner GL 69, 1 (IX. Ton)<br />

oder GL 1975 753, 1 · KG 632 (II. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 7, 16<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Ein großer Prophet trat unter uns auf: Gott nahm sich seines<br />

Volkes an.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 2, 1–12<br />

Als Jesus nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass<br />

er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele<br />

Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und<br />

er verkündete ihnen das Wort.<br />

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier<br />

Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute<br />

nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus<br />

war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen<br />

den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.<br />

Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein<br />

Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!


Eucharistie · Freitag, 15. <strong>Januar</strong> 168<br />

Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen:<br />

Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann<br />

Sünden vergeben außer dem einen Gott?<br />

Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen:<br />

Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem<br />

Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu<br />

sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh umher?<br />

Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht<br />

hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte<br />

zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre<br />

und geh nach Hause!<br />

Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging<br />

vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen<br />

Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Als Grundschulkinder haben wir im Religionsunterricht diese<br />

Szene gemalt. In den schönsten Farben. Mit Wachsmalstiften.<br />

Begeistert! Das von den Kumpeln abgedeckte Flachdach, die<br />

Liege mit dem Gelähmten, die zu Jesus hinabgelassen wird.<br />

Die lassen sich ja wohl durch gar nichts abschrecken. Ganz<br />

schön gewagt. Und der Kommentar des Evangeliums, dessen<br />

Kühnheit mir erst jetzt deutlich wird: „Als Jesus ihren Glauben<br />

sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden<br />

sind dir vergeben!“ Bitte noch mal, zum Mitglauben. Euer<br />

Glaube an die Gottesherrschaft, und das bedeutet, euer aktiver,<br />

solidarischer Einsatz für einen, der sich nicht selbst helfen<br />

kann, auf Jesu Wort hin, bewegt, sogar einen nachweislich Unbeweglichen,<br />

Bewegungsunfähigen – beim lebendigen Gott.<br />

Euer tatkräftiger Glaube wirkt Lösung, wirkt Heilung, von Gott<br />

her: für den gelähmten Freund. Wer das gehört hat, hat recht<br />

gehört. Und wird gehört. Unerhört!


169<br />

Freitag, 15. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie<br />

vergeht.<br />

Christian Friedrich Hebbel (deutscher Dramatiker und Lyriker, 1813–1863)<br />

• Wo habe ich erst im Verlust den Wert erfahren?<br />

• Wie kann ich noch aufmerksamer auf das schauen, was gut<br />

ist in meinem Leben?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Aufrührer zurechtweisen.<br />

Mutlose trösten.<br />

Schwache auffangen.<br />

Widersacher widerlegen.<br />

Hinterhältige meiden.<br />

Unerfahrene lehren.<br />

Träge motivieren.<br />

Widerspenstige bändigen.<br />

Hochmütige bremsen.<br />

Verzweifelnde aufrichten.<br />

Streitende befrieden.<br />

Mittellose unterstützen.<br />

Bedrängte befreien.<br />

Gute bestärken.<br />

Schlechte ertragen.<br />

Alle lieben.<br />

Aurelius Augustinus (Bischof von Hippo, Kirchenlehrer, 354–430),<br />

sermo 340, 3 (in die ordinationis suae, am Tag seiner Bischofsweihe)<br />

Psalm 28 Verse 1–3.6–9<br />

Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels. *<br />

Wende dich nicht schweigend ab von mir!<br />

Denn wolltest du schweigen, *<br />

würde ich denen gleich, die längst begraben sind.


Abend · Freitag, 15. <strong>Januar</strong> 170<br />

Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie, *<br />

wenn ich die Hände zu deinem Allerheiligsten erhebe.<br />

Raff mich nicht weg mit den Übeltätern und Frevlern, /<br />

die ihren Nächsten freundlich grüßen, *<br />

doch Böses hegen in ihrem Herzen.<br />

Der Herr sei gepriesen! *<br />

Denn er hat mein lautes Flehen erhört.<br />

Der Herr ist meine Kraft und mein Schild, *<br />

mein Herz vertraut ihm.<br />

Mir wurde geholfen. Da jubelte mein Herz; *<br />

ich will ihm danken mit meinem Lied.<br />

Der Herr ist die Stärke seines Volkes, *<br />

er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.<br />

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe, *<br />

führe und trage es in Ewigkeit!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gepriesen bist du, unser Fels; du hörst unser Rufen und schenkst<br />

uns deine Hilfe. Gib, dass wir unseren Mitmenschen Anteil geben<br />

an deiner Güte.<br />

Lesung Röm 15, 1–3<br />

Wir müssen als die Starken die Schwäche derer tragen, die<br />

schwach sind, und dürfen nicht für uns selbst leben. Jeder<br />

von uns soll Rücksicht auf den Nächsten nehmen, um Gutes<br />

zu tun und die Gemeinde aufzubauen. Denn auch Christus hat<br />

nicht für sich selbst gelebt; in der Schrift heißt es vielmehr: Die<br />

Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Der Herr nimmt sich seiner Kinder an und denkt an sein Erbarmen.


171<br />

Freitag, 15. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, dem Freund der Armen:<br />

A: Komm und mach uns reich.<br />

Du hast deine Kirche berufen, den Armen die frohe Botschaft<br />

zu verkünden;<br />

– hilf, dass alle Glaubenden den Notleidenden gütig begegnen.<br />

In unserer Zeit richten viele ihr Streben hauptsächlich auf die<br />

Mehrung ihres Vermögens;<br />

– sende uns Frauen und Männer, die den anderen Menschen in<br />

den Mittelpunkt stellen.<br />

Du hast Lahme geheilt und ihnen eine eigenständige Zukunft<br />

ermöglicht;<br />

– wecke in den Gläubigen deine heilenden Kräfte, dass sie ihre<br />

Mitmenschen aufrichten.<br />

Du hast Trauernde getröstet und Tote zum Leben erweckt;<br />

– schenke uns und unseren Verstorbenen die Fülle deines Lebens.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, wir schauen hin auf das Kreuz deines Sohnes. Gib, dass<br />

wir sein Leiden und Sterben besser verstehen und fähig werden,<br />

sein Joch auf uns zu nehmen. Darum bitten wir durch ihn,<br />

Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Samstag, 16. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Marzellus I. (Papst, † um 308) · hl. Honorat (Gründer<br />

des Klosters Lérins, Bischof von Arles, † 429) · hl. Tillo von Solignac<br />

(Tilmann, Goldschmied, Mönch, Einsiedler, † um 702) · Ulrich von<br />

Blücher (Prämonstratenser, Bischof von Ratzeburg, † 1284) · Theobald<br />

von Geisling (Franziskaner, „Apostel Österreichs“, † 1520)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Georg Burkhardt Spalatin (deutscher Humanist,<br />

Theologe und Reformator, 1484–1545)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf<br />

im Urbeginn die Welt erschuf.<br />

Du bist der Anfang und das Ende.<br />

Der Himmel und die ganze Welt<br />

sind deiner Hoheit unterstellt.<br />

Du bist der Zeiten Lot und Wende.<br />

Die Weisheit baute sich ein Haus,<br />

darin spricht Gott sich selber aus,<br />

und dieses Wort hat uns getroffen.<br />

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,<br />

nicht mehr die Last so drückend schwer:<br />

Der Weg zum Vater steht uns offen.<br />

Zeitgenössisch<br />

Melodie: GL 393 · GL 1975 265 · KG 534 (letzte Textzeile wird wiederholt).


173<br />

Samstag, 16. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Canticum <br />

Ex 15, 1b–4a.8–13.17–18<br />

Antiphon:<br />

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist mein Retter.<br />

Ich singe dem Herrn ein Lied, /<br />

denn er ist hoch und erhaben. *<br />

Rosse und Wagen warf er ins Meer.<br />

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, *<br />

er ist für mich zum Retter geworden.<br />

Er ist mein Gott, ihn will ich preisen; *<br />

den Gott meines Vaters will ich rühmen.<br />

Der Herr ist ein Krieger, /<br />

Jahwe ist sein Name. *<br />

Pharaos Wagen und seine Streitmacht warf er ins Meer.<br />

Du schnaubtest vor Zorn, da türmte sich Wasser, /<br />

da standen Wogen als Wall, *<br />

Fluten erstarrten im Herzen des Meeres.<br />

Da sagte der Feind: Ich jage nach, hole ein. /<br />

Ich teile die Beute, ich stille die Gier. *<br />

Ich zücke mein Schwert, meine Hand jagt sie davon.<br />

Da schnaubtest du Sturm. Das Meer deckte sie zu. *<br />

Sie sanken wie Blei ins tosende Wasser.<br />

Wer ist wie du unter den Göttern, o Herr? /<br />

Wer ist wie du gewaltig und heilig, *<br />

gepriesen als furchtbar, Wunder vollbringend?<br />

Du strecktest deine Rechte aus, *<br />

da verschlang sie die Erde.<br />

Du lenktest in deiner Güte das Volk, das du erlöst hast, *<br />

du führtest sie machtvoll zu deiner heiligen Wohnung.<br />

Du brachtest sie hin und pflanztest sie ein *<br />

auf dem Berg deines Erbes.<br />

Einen Ort, wo du thronst, Herr, hast du gemacht; *<br />

ein Heiligtum, Herr, haben deine Hände gegründet.


Morgen · Samstag, 16. <strong>Januar</strong> 174<br />

Der Herr ist König *<br />

für immer und ewig.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Antiphon:<br />

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist mein Retter.<br />

Lesung Dtn 30, 11.14<br />

Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht<br />

über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Nein, das Wort<br />

ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen,<br />

du kannst es halten.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Licht aus der Höhe, leuchte allen, die in Finsternis sind und im<br />

Schatten des Todes.<br />

Bitten<br />

Lasst uns beten zu unserem Schöpfer, dessen Wort niemand<br />

widerstehen kann:<br />

A: Sende uns deinen Geist.<br />

– Lass uns heute deine Stimme hören.<br />

– Bereite unser Herz, damit es deinem Wort fruchtbaren Boden<br />

bietet.<br />

– Hilf uns, deine Güte in unserer Welt zu bezeugen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Heiliger Gott, mache unser Herz hell durch den Glanz der Auferstehung<br />

deines Sohnes, damit das Dunkel des Todes uns nicht<br />

befalle und wir zum ewigen Licht gelangen. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.


175<br />

Samstag, 16. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott. Du kennst uns besser, als wir uns selber kennen. Du<br />

weißt, wie sehr wir der Änderung und Umkehr bedürfen.<br />

Aber du trittst nicht mit Gewalt an uns heran oder mit List. Du<br />

kommst zu uns mit deinem Wort – deinem offenen und guten,<br />

deinem fordernden und heilenden Wort. Gib, dass wir dir heute<br />

nicht ausweichen, dass wir uns öffnen und dein Wort annehmen:<br />

Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der<br />

in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in<br />

alle Ewigkeit.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 4, 12–16<br />

Lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes<br />

zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung<br />

von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die<br />

Regungen und Gedanken des Herzens; vor ihm bleibt kein Geschöpf<br />

verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den<br />

Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden.<br />

Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die<br />

Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns<br />

an dem Bekenntnis festhalten. Wir haben ja nicht einen Hohenpriester,<br />

der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern<br />

einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden<br />

ist, aber nicht gesündigt hat.<br />

Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade,<br />

damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen<br />

zur rechten Zeit.


Eucharistie · Samstag, 16. <strong>Januar</strong> 176<br />

Impuls zur Lesung<br />

Der irdische Jesus scheint vielen Menschen heute näher als ein<br />

himmlischer Christus, der zur Rechten des Vaters sitzt. Der frühchristliche<br />

Lehrer, der den Hebräerbrief verfasste, fand in seiner<br />

Gemeinde eine bei allen Unterschieden doch verwandte Lage vor.<br />

Man könnte sie etwa so zusammenfassen: Wenn Christus, der<br />

Hohepriester, in den Himmel entrückt ist, was hat er dann noch<br />

mit uns zu schaffen? Was haben wir hier unten von einem Jesus<br />

zu erwarten, der den Sprung nach oben geschafft hat? Oder der<br />

ohnehin einer von denen da oben war? Im Unterschied zu uns?<br />

Ist der Erhöhte nicht sehr weit entfernt von den Niederungen<br />

des Daseins, wie wir es kennen, von unseren Schwächen und<br />

Ängsten, unseren Schmerzen und Schwankungen, unseren Verunsicherungen<br />

und Versuchungen? Der Hebräerbrief reagiert<br />

auf diese Bedenken, indem er an das radikal solidarische Leben<br />

und Todesleiden Jesu erinnert. Es ist nicht einfach ein Geschehen,<br />

das nun abgetan, abgehakt und zu den Akten gelegt wäre.<br />

Die himmlische Hoheit dieses Hohepriesters nimmt nichts fort<br />

von seiner Menschlichkeit. Auch der Hohepriester Jesus, der die<br />

Himmel durchschritten hat, leidet mit uns, bangt und hofft mit<br />

uns, fühlt mit uns, reicht uns, geschwisterlich nahe und aus der<br />

Höhe, hilfreich, rettend, aus Himmelshöhen und doch nicht von<br />

oben herab, die Hand.<br />

Antwortpsalm Ps 19, 8–11.15<br />

Kehrvers: Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben.<br />

Die Weisung des Herrn ist vollkommen, *<br />

sie erquickt den Menschen.<br />

Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, *<br />

den Unwissenden macht es weise. – Kehrvers<br />

Die Befehle des Herrn sind richtig, *<br />

sie erfreuen das Herz;<br />

das Gebot des Herrn ist lauter, *<br />

es erleuchtet die Augen. – Kehrvers


177<br />

Samstag, 16. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Die Furcht des Herrn ist rein, *<br />

sie besteht für immer.<br />

Die Urteile des Herrn sind wahr, *<br />

gerecht sind sie alle. – Kehrvers<br />

Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge. *<br />

Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.<br />

Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen; /<br />

was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen, *<br />

Herr, mein Fels und mein Erlöser. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Joh 6, 63b, ferner GL 312, 7 · GL 1975 465 · KG 629 (II. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Jes 61, 1 (Lk 4, 18)<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Der Herr hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu<br />

bringen und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 2, 13–17<br />

In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen<br />

Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging,<br />

sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und<br />

sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm.<br />

Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner<br />

und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern; denn<br />

es folgten ihm schon viele.<br />

Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten,<br />

sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie<br />

zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und<br />

Sündern essen?<br />

Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen<br />

den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um<br />

die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Abend · Samstag, 16. <strong>Januar</strong> 178<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Herr, füll mich neu,<br />

füll mich neu mit deinem Geiste,<br />

der mich belebt<br />

und zu dir, mein Gott, hinziehet!<br />

Hier bin ich vor dir.<br />

Leer sind meine Hände.<br />

Herr, füll mich ganz mit dir!<br />

Herr, füll mich neu,<br />

füll mich neu mit deiner Liebe,<br />

die bei dir bleibt<br />

und mit Freuden Lasten traget!<br />

Hier bin ich vor dir ...<br />

Herr, füll mich neu,<br />

füll mich neu mit deinem Glauben,<br />

der auf dich schaut<br />

und in andern Glauben weckt!<br />

Hier bin ich vor dir ...<br />

Herr, füll mich neu,<br />

füll mich neu mit deiner Freude,<br />

die überströmt<br />

und in Lob und Preis dich rühmet!<br />

Hier bin ich vor dir ...<br />

Jesus-Bruderschaft, Gnadenthal,<br />

© Jesus-Bruderschaft e. V., Gnadenthal,<br />

GL 898 (Anhang Bozen-Brixen)


179<br />

Samstag, 16. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Psalm 40 Verse 2–9<br />

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. *<br />

Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.<br />

Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, *<br />

aus Schlamm und Morast.<br />

Er stellte meine Füße auf den Fels, *<br />

machte fest meine Schritte.<br />

Er legte mir ein neues Lied in den Mund, *<br />

einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.<br />

Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen *<br />

und auf den Herrn vertrauen.<br />

Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt, *<br />

sich nicht zu den Stolzen hält noch zu treulosen Lügnern.<br />

Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, /<br />

und deine Pläne mit uns; *<br />

Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich.<br />

Wollte ich von ihnen künden und reden, *<br />

es wären mehr, als man zählen kann.<br />

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, *<br />

Brand- und Sündopfer forderst du nicht.<br />

Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; /<br />

darum sage ich: Ja, ich komme. *<br />

In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.<br />

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, *<br />

deine Weisung trag ich im Herzen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Zahlreich sind deine Wunder, unvergleichlicher Gott. Öffne unsere<br />

Sinne, damit wir deine Zeichen vernehmen, und mach uns<br />

bereit, deinen Willen zu tun.


Abend · Samstag, 16. <strong>Januar</strong> 180<br />

Lesung Dtn 4, 29b–31<br />

Du wirst den Herrn, deinen Gott, finden, wenn du dich mit<br />

ganzem Herzen und mit ganzer Seele um ihn bemühst.<br />

Wenn du in Not bist, werden alle diese Worte dich finden. In<br />

späteren Tagen wirst du zum Herrn, deinem Gott, zurückkehren<br />

und auf seine Stimme hören. Denn der Herr, dein Gott, ist<br />

ein barmherziger Gott. Er lässt dich nicht fallen und gibt dich<br />

nicht dem Verderben preis und vergisst nicht den Bund mit den<br />

Vätern, den er ihnen beschworen hat.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Hier bin ich, Herr, du hast mich gerufen.<br />

Fürbitten<br />

In unserer Welt kommt es darauf an, dass jede, jeder einzelne<br />

Glaubende bereit ist, sich von Gott senden zu lassen. Darum<br />

lasst uns bitten:<br />

V: Du unser Gott, A: mach uns zu Zeugen deiner Güte.<br />

– lass die jungen Menschen ihre Begabungen entdecken und in<br />

deinem Sinn entfalten.<br />

– lass uns Glaubende Wege finden, unser geistliches Leben zu<br />

vertiefen.<br />

– lass alle, die sich deine Kinder nennen, mutig für deine Gerechtigkeit<br />

und Liebe einstehen.<br />

– lass die Angehörigen der Weltreligionen Hand in Hand für<br />

den Frieden arbeiten.<br />

– lass alle, die in ihrem Leben für dich dagewesen sind, bei dir<br />

Erfüllung finden.<br />

Vaterunser


181<br />

Samstag, 16. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, du gebietest über Himmel und Erde, du hast<br />

Macht über die Herzen der Menschen. Darum kommen wir<br />

voll Vertrauen zu dir; stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit<br />

mühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Gott lasse uns wachsen in der Gnade und Erkenntnis<br />

unseres Herrn Jesus Christus, der uns erlöst hat.<br />

Ihm sei Ehre jetzt und in Ewigkeit.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Von Woche zu Woche · Samstag, 16. <strong>Januar</strong> 182<br />

Von Woche zu Woche<br />

Vom Glauben und vom Hören<br />

(zu 1 Sam 3, 3b–10.19)<br />

Wer ruft?<br />

Wer hört?<br />

Wer sucht?<br />

Wer findet?<br />

Wer glaubt?<br />

Wer antwortet: „Hier bin ich“?<br />

Wer ruft,<br />

wer hört,<br />

wer sucht,<br />

wer findet,<br />

wer glaubt,<br />

kann antworten: „Hier bin ich!“<br />

Da kam der Herr, trat zu ihm heran<br />

und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel!<br />

Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


17. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

2. Sonntag im Jahreskreis<br />

Namenstag: hl. Antonius der Große (Mönchsvater in Ägypten, † um<br />

356) · sel. Gamelbert (Gründer des Klosters Metten, 8. Jh.) · Beatrix<br />

von Cappenberg (Prämonstratenserin, Schwester Gottfrieds, 12. Jh.) ·<br />

hl. Rosalina von Celle-Roubaud (Kartäuserin, Mystikerin, † 1329)<br />

Heute ist Tag des Judentums (in Österreich, Italien, den Niederlanden<br />

und Polen).<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Lasst uns ein Loblied singen<br />

dem Herrn, unserm Gott. Halleluja.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Bei dir, Jesu, will ich bleiben,<br />

stets in deinem Dienste stehn;<br />

nichts soll mich von dir vertreiben,<br />

will auf deinen Wegen gehn.<br />

Du bist meines Lebens Leben,<br />

meiner Seele Trieb und Kraft,<br />

wie der Weinstock seinen Reben<br />

zuströmt Kraft und Lebenssaft.


Morgen · Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> 184<br />

Könnt ich’s irgend besser haben<br />

als bei dir, der allezeit<br />

so viel tausend Gnadengaben<br />

für mich Armen hat bereit?<br />

Könnt ich je getroster werden<br />

als bei dir, Herr Jesu Christ,<br />

dem im Himmel und auf Erden<br />

alle Macht gegeben ist?<br />

Wo ist solch ein Herr zu finden,<br />

der, was Jesus tat, mir tut:<br />

mich erkauft von Tod und Sünden<br />

mit dem eignen teuren Blut?<br />

Sollt ich dem nicht angehören,<br />

der sein Leben für mich gab,<br />

sollt ich ihm nicht Treue schwören,<br />

Treue bis in Tod und Grab?<br />

Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich<br />

so in Freude wie in Leid;<br />

bei dir bleib ich, dir verschreib ich<br />

mich für Zeit und Ewigkeit.<br />

Deines Winks bin ich gewärtig,<br />

auch des Rufs aus dieser Welt;<br />

denn der ist zum Sterben fertig,<br />

der sich lebend zu dir hält.<br />

Philipp Spitta (1829) 1833, EG 406 – Strophe 1–4<br />

Psalm 118 Verse 19–29<br />

Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, *<br />

damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.<br />

Das ist das Tor zum Herrn, *<br />

nur Gerechte treten hier ein.<br />

Ich danke dir, dass du mich erhört hast; *<br />

du bist für mich zum Retter geworden.


185<br />

Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Der Stein, den die Bauleute verwarfen, *<br />

er ist zum Eckstein geworden.<br />

Das hat der Herr vollbracht, *<br />

vor unseren Augen geschah dieses Wunder.<br />

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; *<br />

wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.<br />

Ach, Herr, bring doch Hilfe! *<br />

Ach, Herr, gib doch Gelingen!<br />

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! /<br />

Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her. *<br />

Gott, der Herr, erleuchte uns.<br />

Mit Zweigen in den Händen ‚<br />

schließt euch zusammen zum Reigen, *<br />

bis zu den Hörnern des Altars!<br />

Du bist mein Gott, dir will ich danken; *<br />

mein Gott, dich will ich rühmen.<br />

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *<br />

denn seine Huld währt ewig.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Deinen Willen zu tun, barmherziger Gott, ist das Tor zur Gerechtigkeit.<br />

Erleuchte uns, dass wir deinen Auftrag erkennen,<br />

und lass uns voll Vertrauen deine Wege gehen.<br />

Lesung Ez 36, 25–27<br />

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein.<br />

Ich reinige euch von aller Unreinheit, von all euren Götzen.<br />

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in<br />

euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe<br />

euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und<br />

bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote<br />

achtet und sie erfüllt.


Morgen · Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> 186<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Die beiden Jünger gingen mit Jesus und sahen, wo er wohnte,<br />

und sie blieben jenen Tag bei ihm.<br />

Bitten<br />

Jesus, du rufst uns in deine Nähe. Du willst, dass wir mitarbeiten<br />

an deinem Reich. Wir bitten dich:<br />

A: Du unsre Hoffnung, hilf uns.<br />

– Gib uns Beharrlichkeit, damit wir entfalten, was du in uns<br />

angelegt hast.<br />

– Weise uns einen Ort, an dem unser Tun zum Segen werden<br />

kann.<br />

– Mach uns stark, gib uns Mut, dass wir eintreten für Freiheit,<br />

Gerechtigkeit und Frieden.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, du gebietest über Himmel und Erde, du hast<br />

Macht über die Herzen der Menschen. Darum kommen wir<br />

voll Vertrauen zu dir; stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit<br />

mühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Unser Heiland Jesus Christus<br />

öffne uns Augen, Ohren und Herz,<br />

damit wir die Zeichen der Zeit erkennen<br />

und in seinem Sinne handeln.


187<br />

Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 144, 275, 362, 425, 456, 461, 481 · KG 149, 185,<br />

520, 511, 533<br />

Gloria<br />

Alle Welt bete dich an, o Gott, und singe dein Lob,<br />

sie lobsinge deinem Namen, du Allerhöchster.<br />

Ps 66, 4<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Buch Samuel 1 Sam 3, 3b–10.19<br />

In jenen Tagen schlief der junge Samuel im Tempel des HERRN,<br />

wo die Lade Gottes stand. Da rief der HERR den Samuel und<br />

Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte:<br />

Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich<br />

nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich<br />

wieder schlafen.<br />

Der HERR rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und<br />

ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli<br />

erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder<br />

schlafen! Samuel kannte den HERRN noch nicht und das Wort<br />

des HERRN war ihm noch nicht offenbart worden.<br />

Da rief der HERR den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er<br />

stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich<br />

gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.<br />

Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich<br />

ruft, dann antworte: Rede, HERR; denn dein Diener hört. Samuel<br />

ging und legte sich an seinem Platz nieder.<br />

Da kam der HERR, trat heran und rief wie die vorigen Male:<br />

Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener<br />

hört. Samuel wuchs heran und der HERR war mit ihm und<br />

ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.


Eucharistie · Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> 188<br />

Impuls zur Lesung<br />

Im Schlaf. Das erinnert mich an die letzten Nächte unseres<br />

Vaters. Einer meiner Brüder und ich hatten schließlich Urlaub<br />

genommen. In den dramatischen Krankheitszeiten war ich<br />

nicht in der Nähe gewesen, doch nun wechselten wir uns mit<br />

der Nachtwache ab. Unser Vater aber schlief stets recht ruhig,<br />

bis zu der ebenfalls ruhigen Nacht, in der mein Bruder sein<br />

Sterben erlebte und wohl auch ein wenig begleiten konnte. Eli<br />

schläft, Samuel schläft. Alles schläft. Einsam wacht? Denn da,<br />

ein Ruf! Samuel kann sich nichts anderes vorstellen und läuft<br />

hin zu seinem väterlichen Mentor, dem betagten Propheten.<br />

Und so geschieht es noch einmal und noch einmal und noch<br />

einmal. Schließlich dämmert es dem erfahrenen Eli: Es ist der<br />

HERR. Übel für Eli und sein Haus, was der HERR dann Samuel<br />

zu sagen hat. Danke, Eli, dass du dem Samuel so selbstverständlich,<br />

so selbstlos, das Ohr für Gottes Wort geöffnet hast.<br />

Im Schlaf.<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 40, 2.4ab.7–10<br />

Kehrvers:<br />

Mein Gott, ich komme; deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen.<br />

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. *<br />

Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.<br />

Er gab mir ein neues Lied in den Mund, *<br />

einen Lobgesang auf unseren Gott. – Kehrvers<br />

An Schlacht- und Speiseopfern hattest du kein Gefallen, /<br />

doch Ohren hast du mir gegraben, *<br />

Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.<br />

Da habe ich gesagt: Siehe, ich komme. *<br />

In der Buchrolle steht es über mich geschrieben. – Kehrvers<br />

Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Gefallen *<br />

und deine Weisung ist in meinem Innern.


189<br />

Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Gerechtigkeit habe ich in großer Versammlung verkündet, *<br />

meine Lippen verschließe ich nicht;<br />

HERR, du weißt es. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Verse 8a.9a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)<br />

oder GL 1975 170, 1 (III. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)<br />

Lesung aus dem ersten Korintherbrief<br />

<br />

1 Kor 6, 13c–15a.17–20<br />

Schwestern und Brüder! Der Leib ist nicht für die Unzucht<br />

da, sondern für den Herrn und der Herr für den Leib. Gott<br />

hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns<br />

auferwecken.<br />

Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Wer<br />

sich an den Herrn bindet, ist e i n Geist mit ihm. Meidet die<br />

Unzucht! Jede Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des<br />

Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen<br />

Leib.<br />

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen<br />

Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr<br />

gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr<br />

erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 1, 41.17b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des Herrn.<br />

Die Gnade und die Wahrheit sind durch ihn gekommen.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 35–42<br />

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei<br />

seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete<br />

Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!<br />

Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.


Eucharistie · Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> 190<br />

Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten,<br />

sagte er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi<br />

– das heißt übersetzt: Meister –, wo wohnst du? Er sagte zu<br />

ihnen: Kommt und seht! Da kamen sie mit und sahen, wo er<br />

wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte<br />

Stunde.<br />

Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden,<br />

die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.<br />

Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm:<br />

Wir haben den Messias gefunden – das heißt übersetzt: Christus<br />

– der Gesalbte. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn<br />

an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst<br />

Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Herr, gib, dass wir das Geheimnis des Altares ehrfürchtig feiern;<br />

denn sooft wir die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen,<br />

vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung. Durch Christus,<br />

unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu<br />

danken und das Werk deiner Gnade zu rühmen durch unseren<br />

Herrn Jesus Christus. Denn aus Erbarmen mit uns sündigen<br />

Menschen ist er Mensch geworden aus Maria, der Jungfrau.<br />

Durch sein Leiden am Kreuz hat er uns vom ewigen Tod befreit<br />

und durch seine Auferstehung uns das unvergängliche Leben<br />

erworben. Darum preisen dich deine Erlösten und singen mit<br />

den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.


191<br />

Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> · Auslegung<br />

Kommunionvers 1 Joh 4, 16<br />

Wir haben die Liebe erkannt und an die Liebe geglaubt, die<br />

Gott zu uns hat.<br />

Schlussgebet<br />

Barmherziger Gott, du hast uns alle mit dem einen Brot des<br />

Himmels gestärkt. Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe, damit<br />

wir ein Herz und eine Seele werden. Darum bitten wir<br />

durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre eure<br />

Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus<br />

Jesus.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Ludger Schenke<br />

Johannes steht erneut an seinem Ort (vgl. 1, 28), diesmal in<br />

Gesellschaft von zwei Jüngern. Wieder sieht er Jesus vorbeigehen<br />

und weist seine Jünger mit dem bekannten Rätselwort<br />

auf ihn hin. Die beiden lassen sich auf das ein, was sie von<br />

Johannes hören, und folgen Jesus. Zum ersten Mal wird das<br />

Zeugnis des Täufers aufgenommen von zweien, die zu Israel<br />

gehören. Es kommt auch sofort Bewegung in die Szene. Jetzt<br />

wird der Ort des Johannes verlassen, und Jesus übernimmt die<br />

Initiative: Er lädt die beiden Johannesjünger ein, an seinen Ort,<br />

wo er zu Hause ist, zu kommen und zu sehen. Sie sollen Augenzeugen<br />

werden!


Abend · Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> 192<br />

Sie nehmen Jesu Einladung an und bleiben an jenem Tag bei<br />

ihm. Der Leser ahnt, dass hier mehr dargestellt werden soll als<br />

eine Episode. Das Wirken Jesu kommt nun in Gang. Die ersten<br />

der Seinen (vgl. 1, 11 f.) haben ihn angenommen, indem sie sich<br />

von ihm aufnehmen ließen. Werden sie bei ihm bleiben? Eines<br />

der gefülltesten Leitworte des Johannesevangeliums, mit dem<br />

die Jüngerexistenz gültig umschrieben wird, ist hier – ganz unauffällig<br />

– erstmals genannt (vgl. 6, 56; 8, 31; 15, 4 ff.; 21, 22).<br />

Der Autor, der sonst mit genauen Ortsangaben nicht spart,<br />

sagt dem Leser nicht, wo Jesus wohnt. Auch diese Leerstelle<br />

deutet auf einen symbolischen Hintersinn hin: Jede Ortsangabe<br />

wäre vordergründig, denn Jesus ist ja nicht von dieser Welt.<br />

Ludger Schenke (* 1940),<br />

Johannes-Kommentar, elektronische Neuauflage 2014<br />

(http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:77-36345), 38,<br />

© beim Autor<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Heiteres Licht vom herrlichen Glanze<br />

deines unsterblichen, heiligen, sel’gen,<br />

himmlischen Vaters: Jesus Christus.<br />

Dich verherrlichen alle Geschöpfe.<br />

Siehe, wir kommen beim Sinken der Sonne,<br />

grüßen das freundliche Licht des Abends,<br />

singen in Hymnen Gott, dem Vater,<br />

singen dem Sohn und dem Heiligen Geist.


193<br />

Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Würdig bist du, dass wir dich feiern<br />

zu allen Zeiten mit heiligen Liedern,<br />

Christus, Sohn Gottes, Bringer des Lebens:<br />

Dich lobpreise die ganze Erde. Amen.<br />

Nach: Phos hilaron (Hymnus zum Lucernarium); frühchristlich<br />

Melodie: GL 660<br />

Psalm 23<br />

Der Herr ist mein Hirte, *<br />

nichts wird mir fehlen.<br />

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *<br />

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.<br />

Er stillt mein Verlangen; *<br />

er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.<br />

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, *<br />

ich fürchte kein Unheil;<br />

denn du bist bei mir, *<br />

dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.<br />

Du deckst mir den Tisch *<br />

vor den Augen meiner Feinde.<br />

Du salbst mein Haupt mit Öl, *<br />

du füllst mir reichlich den Becher.<br />

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, *<br />

und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lebendiger Gott, nach deiner Gegenwart haben wir Verlangen.<br />

Du lässt uns zur Ruhe kommen. Leite uns auf deinen Wegen,<br />

lass uns ganz aus dir leben.<br />

Lesung Dtn 30, 2–3a<br />

Wenn du zum Herrn, deinem Gott, zurückkehrst und auf<br />

seine Stimme hörst in allem, wozu ich dich heute ver-


Abend · Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> 194<br />

pflichte, du und deine Kinder, mit ganzem Herzen und mit ganzer<br />

Seele: dann wird der Herr, dein Gott, dein Schicksal wenden,<br />

er wird sich deiner erbarmen, sich dir zukehren und dich<br />

aus allen Völkern zusammenführen, unter die der Herr, dein<br />

Gott, dich verstreut hat.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des Herrn.<br />

Fürbitten<br />

„Kommt und seht“, so lädt Jesus die Menschen ein, die seine<br />

Nähe suchen. Auch wir kommen voll Hoffnung zu ihm und<br />

bitten ihn:<br />

V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.<br />

Für uns alle, die wir feststecken in Gewohnheiten und verfestigten<br />

Erwartungen:<br />

– Wecke unsere Neugier und unser Verlangen nach deiner<br />

Wirklichkeit.<br />

Für unsere Kirche, wenn sie sich in allzu eingefahrenen Bahnen<br />

bewegt:<br />

– Stärke alle, die Umkehr und Neubeginn suchen und den Geist<br />

des Aufbruchs zulassen im Vertrauen auf deine belebende<br />

Nähe.<br />

Für die Menschen, die in den Slums der Megastädte unter für<br />

uns unvorstellbaren Bedingungen leben müssen:<br />

– Hilf ihnen, ihre Würde zu bewahren, und lass sie Hilfe erfahren.<br />

„Meister, wo wohnst du?“, so fragen die Jünger:<br />

– Hilf, dass wir uns nicht einigeln in der eigenen Konfession,<br />

sondern die Türen zur Ökumene öffnen, zum gemeinsamen<br />

Haus aller, die auf deinen Namen getauft sind.


195<br />

Sonntag, 17. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, du gebietest über Himmel und Erde, du hast<br />

Macht über die Herzen der Menschen. Darum kommen wir<br />

voll Vertrauen zu dir; stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit<br />

mühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Der Gott aller Gnade, der uns in Christus<br />

zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat,<br />

wird uns aufrichten, stärken, kräftigen<br />

und auf festen Grund stellen.<br />

Sein ist die Macht in Ewigkeit.<br />

Vgl. 1 Petr 5, 10 f.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Montag, 18. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Priska (Märtyrerin, 1. Jh.) · Odilo von Bayern (Bayernherzog,<br />

Stifter des Klosters Niederaltaich, † 748) · sel. Regina Protmann<br />

(Ordensgründerin, † 1613)<br />

Heute beginnt unter dem Leitwort „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet<br />

reiche Frucht bringen“ (Joh 15, 8–9) die Gebetswoche für die Einheit<br />

der Christen (siehe auch den Beitrag auf den Seiten 357–358).<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Geist des Vaters und des Sohnes<br />

Jesu Christ,<br />

der das All erhält.<br />

Gieß dich aus, und als ein Zeichen,<br />

dass du bist,<br />

überkomm die Welt.<br />

Deine Ankunft wird die Wirren<br />

wieder klär’n,<br />

wenn sie uns befällt.<br />

Geist der Wahrheit, wandle uns in<br />

unsres Herrn<br />

Offenbarungszelt.<br />

Zeitgenössisch (Urheberin: Silja Walter)


197<br />

Montag, 18. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Psalm 42 Verse 7–12<br />

Betrübt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich *<br />

im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg.<br />

Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser, *<br />

all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin.<br />

Bei Tag schenke der Herr seine Huld; *<br />

ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens.<br />

Ich sage zu Gott, meinem Fels: *<br />

„Warum hast du mich vergessen?<br />

Warum muss ich trauernd umhergehen, *<br />

von meinem Feind bedrängt?“<br />

Wie ein Stechen in meinen Gliedern *<br />

ist für mich der Hohn der Bedränger;<br />

denn sie rufen mir ständig zu: *<br />

„Wo ist nun dein Gott?“<br />

Meine Seele, warum bist du betrübt *<br />

und bist so unruhig in mir?<br />

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, *<br />

meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Vertreibe, Vater, die Betrübnis aus unseren Herzen. Zeig uns<br />

dein Antlitz; denn wir schauen aus nach dir.<br />

Lesung Kol 3, 14–15<br />

Liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält<br />

und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche<br />

der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen<br />

Leibes. Seid dankbar!


Morgen · Montag, 18. <strong>Januar</strong> 198<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels. Er hat uns besucht und<br />

befreit.<br />

Bitten<br />

Heute vor 150 Jahren wurde im Spiegelsaal des Schlosses Versailles<br />

Wilhelm I. von Preußen zum Deutschen Kaiser ausgerufen.<br />

Der Reichsgründung war der Sieg über Frankreich vorausgegangen.<br />

Nach zwei weiteren, verheerenden Kriegen stehen<br />

die früheren Kriegsgegner im Zentrum eines Bündnisses europäischer<br />

Völker. Bitten wir Gott im Blick auf unsere Heimat<br />

Europa und die Welt:<br />

A: Hilf uns tun, was an uns ist.<br />

– Dass wir zuallererst Frieden in unserem Herzen suchen und<br />

dir innerlich nahe sind.<br />

– Dass wir mit den Menschen, die uns wichtig sind, in deiner<br />

Liebe verbunden bleiben.<br />

– Dass wir auf andere zugehen und Wege des Ausgleichs und<br />

des Miteinanders suchen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast uns im Sakrament der Taufe<br />

neues Leben geschenkt. Festige unsere Verbundenheit mit<br />

Christus, damit wir Früchte bringen, die bleiben, und die Freude<br />

des ewigen Lebens erlangen. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.


199<br />

Montag, 18. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Herr, unser Gott, durch den Tod und die Auferstehung deines<br />

Sohnes sind wir dein Volk geworden. Lass die Freude über die<br />

Erlösung in uns mächtig werden, damit sie unser ganzes Leben<br />

bestimmt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 5, 1–10<br />

Schwestern und Brüder! Jeder Hohepriester wird aus den<br />

Menschen ausgewählt und für die Menschen eingesetzt zum<br />

Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.<br />

Er ist fähig, für die Unwissenden und Irrenden Verständnis<br />

aufzubringen, da auch er der Schwachheit unterworfen ist; deshalb<br />

muss er für sich selbst ebenso wie für das Volk Sündopfer<br />

darbringen. Und keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde,<br />

sondern er wird von Gott berufen, so wie Aaron.<br />

So hat auch Christus sich nicht selbst die Würde eines Hohenpriesters<br />

verliehen, sondern der, der zu ihm gesprochen hat:<br />

Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt, wie er auch<br />

an anderer Stelle sagt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung<br />

Melchisedeks.<br />

Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter<br />

Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem<br />

Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit<br />

worden. Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam<br />

gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm<br />

gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden und wurde<br />

von Gott angeredet als „Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks“.


Eucharistie · Montag, 18. <strong>Januar</strong> 200<br />

Antwortpsalm Ps 110, 1–5<br />

Kehrvers:<br />

Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.<br />

So spricht der Herr zu meinem Herrn: /<br />

Setze dich mir zur Rechten, *<br />

und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.<br />

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: *<br />

„Herrsche inmitten deiner Feinde!“ – Kehrvers<br />

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, *<br />

wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;<br />

ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, *<br />

wie den Tau in der Frühe. – Kehrvers<br />

Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen: *<br />

„Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.“<br />

Der Herr steht dir zur Seite; *<br />

er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 4b, ferner GL 59, 1 (I. Ton)<br />

oder GL 1975 684, 1 · KG 270 (II. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Hebr 4, 12<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Lebendig ist das Wort Gottes und kraftvoll. Es richtet über die<br />

Regungen und Gedanken der Herzen.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 2, 18–22<br />

Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten,<br />

kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine<br />

Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger<br />

der Pharisäer fasten?<br />

Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten,<br />

solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam<br />

bei ihnen ist, können sie nicht fasten.


201<br />

Montag, 18. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam<br />

genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.<br />

Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn<br />

der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht<br />

ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte<br />

Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist<br />

verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört<br />

in neue Schläuche.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Und ihr, was fällt euch eigentlich ein? Wie ordnet ihr euch<br />

ein? In unser Koordinatensystem? Jesus lehnt diese Frage ab.<br />

Darauf zu antworten, wäre das Ende vom Anfang, den Gott<br />

jetzt schenkt. Niemand, sagt Jesus, setzt festen, neuen Stoff<br />

auf das mürbe Gewebe eines abgetragenen Gewandes, und<br />

keiner schüttet gärenden Wein in schwache, dünnwandige<br />

Weinschläuche. Materialermüdung. Keiner von euch würde<br />

das tun; die Erfahrung lehrt, dass das nicht gut gehen kann.<br />

Die männlichen Zuhörer, für die das Abfüllen von Wein eine<br />

vertraute Tätigkeit ist, die Frauen, die einige Lebenszeit auf<br />

das Herstellen und Instandsetzen von Kleidung verwenden,<br />

können da nur zustimmen. Vielleicht haben sie ein bisschen<br />

gelacht – wer wüsste das denn nicht! Und doch, wie schwer<br />

ist es, dies zu beherzigen. Schüler und Schülerin Jesu werden,<br />

sehenden Auges und mit ganzem Herzen. Den neuen Wein<br />

des Lebens von Gott her nicht aus Halbherzigkeit verschütten,<br />

sich gegen das mutlose Flickwerk der Gewohnheiten entscheiden,<br />

sich von Jesus vielmehr ermutigen lassen zu Gottes gutem<br />

Gewebe, zum neuen Gewand.


Abend · Montag, 18. <strong>Januar</strong> 202<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Der höchste Stolz und der höchste Kleinmut ist die höchste<br />

Unkenntnis seiner selbst.<br />

Baruch de Spinoza (niederländischer Philosoph, 1632–1677)<br />

• Neige ich dazu, mich klein zu fühlen und kleinzumachen<br />

oder eher zu ausgeprägtem Selbstbewusstsein?<br />

• Wo mögen die Gründe dafür liegen?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Bleib in unsrer Mitte in der schweren Zeit.<br />

Bleib bei uns, sei bei uns, in unsrer Mitte bleib.<br />

Öffne unsere Augen, das Leben ist bedroht,<br />

öffne unsere Ohren, für jeden Ton der Not.<br />

Stärke unsern Glauben an dich und deine Welt,<br />

nähre unsere Hoffnung, die uns zusammenhält.<br />

Höre unsre Bitte, schenk du uns deinen Geist,<br />

lenke unsre Schritte zum Weg, der Frieden heißt.<br />

Bleib in unsrer Mitte in der schweren Zeit.<br />

Bleib bei uns, sei bei uns, in unsrer Mitte bleib.<br />

Text: Hans-Jürgen Netz, Musik: Christoph Lehmann,<br />

aus: Solange die Erde noch steht, 1985,<br />

alle Rechte im tvd-Verlag Düsseldorf


203<br />

Montag, 18. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Canticum <br />

Röm 8, 31b–35.37–38a.39b<br />

Antiphon:<br />

All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.<br />

Ist Gott für uns, *<br />

wer ist dann gegen uns?<br />

Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, /<br />

sondern ihn für uns alle hingegeben – *<br />

wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?<br />

Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? /<br />

Gott ist es, der gerecht macht. *<br />

Wer kann sie verurteilen?<br />

Christus Jesus, der gestorben ist,<br />

mehr noch: der auferweckt worden ist, *<br />

sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.<br />

Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? /<br />

Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, *<br />

Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?<br />

Doch all das überwinden wir durch den, *<br />

der uns geliebt hat.<br />

Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben<br />

noch irgendeine [andere] Kreatur /<br />

können uns scheiden von der Liebe Gottes, *<br />

die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lesung 1 Thess 2, 13<br />

Wir danken Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes,<br />

das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt,<br />

nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als<br />

Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den<br />

Gläubigen, wirksam.


Abend · Montag, 18. <strong>Januar</strong> 204<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Meine Seele preise dich allezeit, Gott, du mein Retter.<br />

Fürbitten<br />

Du unser Gott, dein Reich bricht sich Bahn, wo wir dein Wort<br />

in uns wirken lassen: Jesus Christus, der jedem Menschen nahekommen<br />

will. Wir rufen zu dir:<br />

A: Wirke dein Heil unter uns.<br />

Viele Menschen haben von Jesus gehört, und doch kennen sie<br />

ihn nicht;<br />

– lass alle ihm begegnen, die sich nach Gemeinschaft mit dir<br />

sehnen.<br />

Schreibe deinen Glaubenden Jesu Namen in ihr Herz;<br />

– gib, dass sie aus seiner Güte leben.<br />

Stärke deine Glaubenden im Dienst an der Welt;<br />

– lass sie in Gemeinschaft miteinander Jesu Weg zu den Menschen<br />

finden.<br />

Jesus bleibt die Hoffnung unserer Verstorbenen;<br />

– gestalte sie neu nach seinem verherrlichten Bilde.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, wir danken dir für alles, was wir heute empfangen<br />

haben, denn du hast uns unnützen Knechten die Kraft<br />

für unser Tagewerk gegeben. Nimm unser Abendgebet als Opfer<br />

des Lobes an. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Namenstag: hl. Marius und hl. Marta (Eheleute, Märtyrer, † um 300) ·<br />

hl. Makarios der Große (ägypt. Mönch, † 390)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Johann Michael Hahn (schwäbischer Pietist,<br />

1758–1819)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Mit Segen lass mich heut aufstehn,<br />

Herr Gott in deinem Schutze gehn<br />

und reiten, wohinaus mein Weg sich kehre.<br />

Herr Christ, durch mich gib an den Tag,<br />

was deiner Güte Kraft vermag,<br />

und steh mir bei zu deiner Mutter Ehre.<br />

Wie ihr der Engel half, der gute,<br />

und dir, der in der Krippe ruhte,<br />

jung als Mensch, als Gott so alt,<br />

demütig vor dem Esel und dem Rinde;<br />

und doch mit himmlisch treuem Sorgen<br />

hielt dich Gabriel geborgen,<br />

ganz in Reue ohne Spott.<br />

So schütz auch mich,<br />

dass man nicht falsch mich finde<br />

noch lässig gegen dein Gebot.<br />

Walther von der Vogelweide, hier nach: Rüdiger von Voss/Ellen und<br />

Gerhard Ringshausen (Hg.), Kleines Stundenbuch für wache Zeitgenossen,<br />

Freiburg 1998, S. 41, © bei den Herausgebern


Morgen · Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> 206<br />

Psalm 37 Verse 12–29<br />

Der Frevler sinnt auf Ränke gegen den Gerechten *<br />

und knirscht gegen ihn mit den Zähnen.<br />

Der Herr verlacht ihn, *<br />

denn er sieht, dass sein Tag kommt.<br />

Die Frevler zücken das Schwert *<br />

und spannen ihren Bogen;<br />

sie wollen den Schwachen und Armen fällen *<br />

und alle hinschlachten, die den rechten Weg gehn.<br />

Ihr Schwert dringe in ihr eigenes Herz, *<br />

und ihre Bogen sollen zerbrechen.<br />

Besser das Wenige, das der Gerechte besitzt, *<br />

als der Überfluss vieler Frevler.<br />

Denn die Arme der Frevler werden zerschmettert, *<br />

doch die Gerechten stützt der Herr.<br />

Der Herr kennt die Tage der Bewährten, *<br />

ihr Erbe hat ewig Bestand.<br />

In bösen Zeiten werden sie nicht zuschanden, *<br />

sie werden satt in den Tagen des Hungers.<br />

Doch die Frevler gehen zugrunde, /<br />

die Feinde des Herrn sind wie die Pracht der Auen: *<br />

sie schwinden dahin, wie Rauch schwinden sie hin.<br />

Der Frevler muss borgen und kann nicht bezahlen, *<br />

doch freigebig schenkt der Gerechte.<br />

Denn wen der Herr segnet, der wird das Land besitzen, *<br />

aber wen er verflucht, der wird ausgetilgt.<br />

Der Herr festigt die Schritte des Mannes, *<br />

er hat Gefallen an seinem Weg.<br />

Auch wenn er strauchelt, stürzt er nicht hin; *<br />

denn der Herr hält ihn fest an der Hand.


207<br />

Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Einst war ich jung, nun bin ich alt, /<br />

nie sah ich einen Gerechten verlassen *<br />

noch seine Kinder betteln um Brot.<br />

Allzeit ist er mildtätig, gern leiht er aus, *<br />

seine Kinder werden zum Segen.<br />

Meide das Böse und tu das Gute, *<br />

so bleibst du wohnen für immer.<br />

Denn der Herr liebt das Recht *<br />

und verlässt seine Frommen nicht.<br />

Doch das Geschlecht der Frevler wird ausgetilgt, *<br />

sie werden für immer vernichtet.<br />

Die Gerechten werden das Land besitzen *<br />

und darin wohnen für alle Zeiten.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott, unsere Hoffnung, nicht zuletzt durch menschliches Tun<br />

leidet deine Schöpfung bis heute. Festige unsere Schritte auf<br />

deinem Weg, damit zum Segen wird, was wir heute beginnen.<br />

Lesung 1 Thess 5, 4–5<br />

Brüder, ihr lebt nicht im Finstern, sodass euch der Tag nicht<br />

wie ein Dieb überraschen kann. Ihr alle seid Söhne des<br />

Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und<br />

nicht der Finsternis.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Aus den Händen aller, die uns hassen, errette uns, o Herr.<br />

Bitten<br />

Wir beten zu Christus, der uns heute nahe sein will:<br />

A: Erhöre uns, Christus.


Eucharistie · Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> 208<br />

– Lass uns ein Segen sein für alle, denen wir heute begegnen.<br />

A: Erhöre uns, Christus.<br />

– Erfülle uns mit Freude und Dank für dein Weggeleit.<br />

– Lenke unsere Schritte auf dem Weg des Friedens.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr Jesus Christus, du wahres Licht, das alle Menschen erleuchtet,<br />

damit sie das Heil finden, gib uns die Kraft, deinem<br />

Frieden und deiner Gerechtigkeit den Weg zu bereiten. Der du<br />

in der Einheit des Heiligen Geistes mit Gott dem Vater lebst und<br />

herrschest in alle Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott. Du bist uns nahe, noch bevor wir zu dir kommen. Du bist<br />

bei uns, noch bevor wir uns aufmachen zu dir. Sieh deine Gemeinde,<br />

die auf dich schaut: Sieh unsere Sehnsucht nach Glück,<br />

unseren Willen zum Guten und unser Versagen. Erbarme dich<br />

unserer Armut und Leere. Fülle sie mit deinem Leben, mit deinem<br />

Glück, mit deiner Liebe. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 6, 10–20<br />

Schwestern und Brüder! Gott ist nicht so ungerecht, euer Tun<br />

zu vergessen und die Liebe, die ihr seinem Namen bewiesen<br />

habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und noch dient. Wir


209<br />

Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

wünschen aber, dass jeder von euch im Blick auf den Reichtum<br />

unserer Hoffnung bis zum Ende den gleichen Eifer zeigt,<br />

damit ihr nicht müde werdet, sondern Nachahmer derer seid,<br />

die aufgrund ihres Glaubens und ihrer Ausdauer Erben der Verheißungen<br />

sind.<br />

Als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei<br />

sich selbst, da er bei keinem Höheren schwören konnte, und<br />

sprach: Fürwahr, ich will dir Segen schenken in Fülle und deine<br />

Nachkommen überaus zahlreich machen. So erlangte Abraham<br />

durch seine Ausdauer das Verheißene.<br />

Menschen nämlich schwören bei dem Höheren; der Eid dient<br />

ihnen zur Bekräftigung und schließt jeden weiteren Einwand<br />

aus; deshalb hat Gott, weil er den Erben der Verheißung ausdrücklich<br />

zeigen wollte, wie unabänderlich sein Entschluss ist,<br />

sich mit einem Eid verbürgt.<br />

So sollten wir durch zwei unwiderrufliche Taten, bei denen<br />

Gott unmöglich täuschen konnte, einen kräftigen Ansporn haben,<br />

wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die<br />

dargebotene Hoffnung zu ergreifen.<br />

In ihr haben wir einen sicheren und festen Anker der Seele,<br />

der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang; dorthin ist<br />

Jesus für uns als unser Vorläufer hineingegangen, er, der nach<br />

der Ordnung Melchisedeks Hoherpriester ist auf ewig.<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 111, 1–2.4–5.9.10c<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Der Herr ist unser Gott; ewig denkt er an seinen Bund.<br />

Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen*<br />

im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.<br />

Groß sind die Werke des Herrn, *<br />

kostbar allen, die sich an ihnen freuen. – Kehrvers<br />

Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet, *<br />

der Herr ist gnädig und barmherzig.


Eucharistie · Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> 210<br />

Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, *<br />

an seinen Bund denkt er auf ewig.<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Der Herr ist unser Gott; ewig denkt er an seinen Bund.<br />

Er gewährte seinem Volk Erlösung *<br />

und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten.<br />

Furchtgebietend ist sein Name und heilig, *<br />

sein Ruhm hat Bestand für immer. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Ps 105, 7a.8a,<br />

ferner GL 60, 1 · GL 1975 233, 7 · KG 271 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Eph 1, 17–18<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Der Vater unseres Herrn Jesus Christus erleuchte die Augen unseres<br />

Herzens, damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir<br />

berufen sind.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 2, 23–28<br />

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs<br />

rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer<br />

zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.<br />

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als<br />

er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten<br />

– wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus<br />

Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern<br />

niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?<br />

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da,<br />

nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn<br />

Herr auch über den Sabbat.


211<br />

Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Impuls zum Evangelium<br />

„Der Sabbat ist für den Menschen da.“ Der Sabbat, ein Gottestag<br />

für den Menschen, ein Tag der Erleichterung, ein Tag<br />

zum Durchatmen. Unsere Atmung ist nicht irgendeine körperliche<br />

Funktion. Wie wir atmen, sagt etwas aus über unsere<br />

seelische Befindlichkeit. Druck, Hetze und Aufregung machen<br />

uns kurzatmig. Rechtes Atmen kann Verspannungen lösen und<br />

Entspannung unterstützen. Tiefes Ausatmen nimmt Enge und<br />

Bedrückung weg und öffnet unsere Lungen für einen frischen<br />

Luftstrom, einen Lebensstrom. Der Sabbat ist der Tag des befreiten<br />

Aufatmens. Öffnen wir die Lungen unseres Lebens für<br />

Gottes eigenen Atem-Hauch: Heiliger Geist.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Wer über gewisse Dinge den Verstand verliert, der hat keinen<br />

zu verlieren.<br />

Gotthold Ephraim Lessing (deutscher Dichter und Philosoph, 1729–1781)<br />

• Was beunruhigt mich in besonderem Maß – und warum?<br />

• Wie schaffe ich es, wieder ruhiger und zuversichtlicher zu<br />

werden?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)


Abend · Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> 212<br />

Hymnus<br />

Ihr Diener Gottes alle,<br />

preist ihn mit Freudenschalle,<br />

und singt in Fröhlichkeit!<br />

Die ihr im Haus des Herren<br />

da stehet, ihn zu ehren,<br />

seid allezeit bereit!<br />

Gott wolle uns bescheren<br />

und immerdar vermehren<br />

den milden Segen sein! –<br />

Der Himmel schuf und Erden,<br />

er soll gepriesen werden,<br />

er, unser Gott, allein!<br />

Kaspar Ulenberg (1549–1617)<br />

Psalm 49 Verse 2–13<br />

Hört dies an, ihr Völker alle, *<br />

vernehmt es, alle Bewohner der Erde!<br />

Ihr Leute aus dem Volk und vom Adel, *<br />

Reiche und Arme zusammen!<br />

Mein Mund spreche weise Worte, *<br />

was mein Herz ersinnt, sei voller Einsicht.<br />

Ich wende mein Ohr einem Weisheitsspruch zu, *<br />

ich enthülle mein Geheimnis beim Harfenspiel.<br />

Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten, *<br />

wenn mich der Frevel tückischer Feinde umgibt?<br />

Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz *<br />

und rühmen sich ihres großen Reichtums.<br />

Loskaufen kann doch keiner den andern *<br />

noch an Gott für ihn ein Sühnegeld zahlen<br />

– für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch; *<br />

für immer muss man davon abstehn –,


213<br />

Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

damit er auf ewig weiterlebt *<br />

und niemals das Grab schaut.<br />

Denn man sieht: Weise sterben, /<br />

genauso gehen Tor und Narr zugrunde, *<br />

sie müssen andern ihren Reichtum lassen.<br />

Das Grab ist ihr Haus auf ewig, /<br />

ist ihre Wohnung für immer, *<br />

ob sie auch Länder nach ihren Namen benannten.<br />

Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht, *<br />

er gleicht dem Vieh, das verstummt.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, du bist der Reichtum derer,<br />

die glauben. Leite uns auf deinem Weg und belebe uns durch<br />

dein Wort, lass uns dein Angesicht schauen.<br />

Lesung <br />

Röm 3, 23–25ab<br />

Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.<br />

Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner<br />

Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott<br />

dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam<br />

durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch<br />

die Vergebung der Sünden.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Großes hat an mir getan der Mächtige, sein Name ist heilig.<br />

Fürbitten<br />

Jesus, du stellst uns den Sabbat als Geschenk an uns Menschen<br />

vor Augen. Wir bitten dich für alle, die unter Stress und Hektik<br />

leiden:<br />

V: Du unser Friede, A: lass uns zur Ruhe kommen.


Abend · Dienstag, 19. <strong>Januar</strong> 214<br />

– Für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Angestellten und die<br />

im Management Tätigen.<br />

V: Du unser Friede, A: lass uns zur Ruhe kommen.<br />

– Für die Kraftfahrer und Bahnbediensteten, das Flugpersonal<br />

und die Seeleute.<br />

– Für die in pflegerischen oder ärztlichen Berufen Tätigen.<br />

– Für die Lehrerinnen und Lehrer.<br />

– Für alle, die im Einzelhandel arbeiten.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, dein ist der Tag, und dein ist die Nacht. Lass<br />

Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, in unseren Herzen nicht<br />

untergehen, damit wir aus dem Dunkel dieser Zeit in das Licht<br />

gelangen, in dem du wohnst. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Fabian<br />

Heiliger Sebastian<br />

Fabian war 236–250 Bischof von Rom und baute die römische<br />

Kirche organisatorisch aus. Er unterteilte Rom in sieben Bezirke,<br />

die jeweils von einem Diakon geleitet und verwaltet wurden.<br />

Mit der jungen Kirche war der Bedarf an Klerikern gewachsen,<br />

deren Aufgaben stärker differenziert werden mussten. Neben den<br />

höheren Ämtern (Bischof, Presbyter, Diakon) sollen unter seinem<br />

Pontifikat auch fünf Ämter niederen Ranges (darunter Subdiakon<br />

und Lektor) entstanden sein. Fabian starb 250 als Märtyrer während<br />

der Christenverfolgung unter Kaiser Decius.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Petr 5, 1–4; Evangelium: Joh 21, 1.15–17<br />

Sebastian ist ein Märtyrer der frühen Christenheit, der weitgehend<br />

in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts lebte und<br />

um 300 getötet wurde. Der Legende nach war er ein Offizier der<br />

kaiserlichen Garde, der sich zu seinem christlichen Glauben bekannte<br />

und deshalb auf Befehl des Kaisers Diokletian an einen<br />

Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt wurde. Als seine<br />

Wunden wider Erwarten heilten, soll er vor den Kaiser getreten<br />

sein und diesen mutig des Verbrechens der Christenverfolgung beschuldigt<br />

haben. Daraufhin habe ihn der erzürnte Kaiser mit Keulen<br />

erschlagen lassen.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Petr 3, 14–17; Evangelium: Mt 10, 28–33<br />

Namenstag: hl. Fabian (Papst, † 250) · hl. Sebastian (Märtyrer, † 288) ·<br />

hl. Heinrich von Uppsala (Glaubensbote in Finnland, Märtyrer, 12.<br />

Jh.) · Ursula Haider von Leutkirch (Klarissin, Äbtissin, Förderin der<br />

Passions- und Herz-Jesu-Verehrung, † 1498) · Jakob Potfliet (Franziskaner,<br />

† 1628)


Morgen · Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> 216<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Sonne der Gerechtigkeit,<br />

gehe auf zu unsrer Zeit;<br />

brich in deiner Kirche an,<br />

dass die Welt es sehen kann.<br />

Erbarm dich, Herr.<br />

Weck die tote Christenheit<br />

aus dem Schlaf der Sicherheit,<br />

dass sie deine Stimme hört,<br />

sich zu deinem Wort bekehrt.<br />

Erbarm dich, Herr.<br />

Schaue die Zertrennung an,<br />

der sonst niemand wehren kann;<br />

sammle, großer Menschenhirt,<br />

alles, was sich hat verirrt.<br />

Erbarm dich, Herr.<br />

Otto Riethmüller (1889–1938) 1932,<br />

nach einem älteren Lied,<br />

GL 481 · GL 1975 644 · KG 509 · EG 262 – Strophen 1–3<br />

Psalm 77 Verse 2–21<br />

Ich rufe zu Gott, ich schreie, *<br />

ich rufe zu Gott, bis er mich hört.<br />

Am Tag meiner Not suche ich den Herrn; /<br />

unablässig erhebe ich nachts meine Hände, *<br />

meine Seele lässt sich nicht trösten.


217<br />

Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Denke ich an Gott, muss ich seufzen; *<br />

sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen.<br />

Du lässt mich nicht mehr schlafen; *<br />

ich bin voll Unruhe und kann nicht reden.<br />

Ich sinne nach über die Tage von einst, *<br />

ich will denken an längst vergangene Jahre.<br />

Mein Herz grübelt bei Nacht, *<br />

ich sinne nach, es forscht mein Geist.<br />

Wird der Herr mich denn auf ewig verstoßen *<br />

und mir niemals mehr gnädig sein?<br />

Hat seine Huld für immer ein Ende, *<br />

ist seine Verheißung aufgehoben für alle Zeiten?<br />

Hat Gott seine Gnade vergessen, *<br />

im Zorn sein Erbarmen verschlossen?<br />

Da sagte ich mir: „Das ist mein Schmerz, *<br />

dass die Rechte des Höchsten so anders handelt.“<br />

Ich denke an die Taten des Herrn, *<br />

ich will denken an deine früheren Wunder.<br />

Ich erwäge all deine Werke *<br />

und will nachsinnen über deine Taten.<br />

Gott, dein Weg ist heilig. *<br />

Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott?<br />

Du allein bist der Gott, der Wunder tut, *<br />

du hast deine Macht den Völkern kundgetan.<br />

Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst, *<br />

die Kinder Jakobs und Josefs.<br />

Die Wasser sahen dich, Gott, /<br />

die Wasser sahen dich und bebten. *<br />

Die Tiefen des Meeres tobten.<br />

Die Wolken gossen ihr Wasser aus, /<br />

das Gewölk ließ die Stimme dröhnen, *<br />

auch deine Pfeile flogen dahin.


Morgen · Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> 218<br />

Dröhnend rollte dein Donner, /<br />

Blitze erhellten den Erdkreis, *<br />

die Erde bebte und wankte.<br />

Durch das Meer ging dein Weg, /<br />

dein Pfad durch gewaltige Wasser, *<br />

doch niemand sah deine Spuren.<br />

Du führtest dein Volk wie eine Herde *<br />

durch die Hand von Mose und Aaron.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wo ist ein Gott, so groß wie du? Wenn wir dein Wirken in unserem<br />

Leben nicht zu sehen vermögen, rettender Gott, erweise<br />

uns deine Treue.<br />

Lesung Röm 8, 35.37<br />

Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis<br />

oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr<br />

oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt<br />

hat.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der<br />

Hand unserer Feinde.<br />

Bitten<br />

Du, Christus Jesus, hast uns Glaubende zu Königen und Priestern<br />

gemacht vor unserem Gott. Wir bitten dich:<br />

A: Stärke uns im heiligen Dienst.<br />

– Wenn wir Gefahr laufen, an unserer Berufung vorbeizuleben.<br />

– Wenn wir uns durch die öffentliche Meinung einschüchtern<br />

oder von deinem Weg abbringen lassen.


219<br />

Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

– Wenn es uns im beruflichen Umfeld schwerfällt, nach der<br />

Weisung des Vaters zu handeln.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gütiger Gott, lass es hellen Tag werden in unserem Herzen,<br />

damit wir nicht in die Irre gehen, sondern auf dem Weg deiner<br />

Gebote bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, unser Vater, alles Gute kommt allein von dir. Schenke uns<br />

deinen Geist, damit wir erkennen, was recht ist, und es mit<br />

deiner Hilfe auch tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 7, 1–3.15–17<br />

Schwestern und Brüder! Melchisedek, König von Salem und<br />

Priester des höchsten Gottes; er, der dem Abraham, als dieser<br />

nach dem Sieg über die Könige zurückkam, entgegenging<br />

und ihn segnete und welchem Abraham den Zehnten von allem<br />

gab; er, dessen Name „König der Gerechtigkeit“ bedeutet<br />

und der auch König von Salem ist, das heißt „König des Friedens“;<br />

er, der ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum<br />

ist, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein<br />

Abbild des Sohnes Gottes: dieser Melchisedek bleibt Priester<br />

für immer.<br />

Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks<br />

ein anderer Priester eingesetzt wird, der nicht, wie


Eucharistie · Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> 220<br />

das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester<br />

geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens.<br />

Denn es wird bezeugt:<br />

Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Wer ist dieser König des Friedens und der Gerechtigkeit, wer ist<br />

Melchisedek? Der Dreiklang der Opfer aus Menschheit (Abel),<br />

Gottesvolk (Abraham) und Heidentum (Melchisedek), die der<br />

Römische Messkanon einer Nennung würdigt, kann auf einen<br />

religionsverbindenden, religionsversöhnenden Zug dieser eigenartigen<br />

biblischen Gestalt aufmerksam machen. Melchisedek ist<br />

ein Gastfreund jenseits aller Trennungen und Parteiungen, der<br />

bereits in der Genesis-Erzählung (Gen 14, 17–24) die Integration<br />

der Religionen Kanaans und Israels verkörpert, im Zeichen<br />

wechselseitigen Gebens und Nehmens und unter dem Segen<br />

des Höchsten Gottes, der Himmel und Erde erschaffen hat (Gen<br />

14, 19). Der jüdische Gelehrte Jakob Petuchowski (1925–1999)<br />

hat angeregt, Melchisedek als eine Urgestalt der Ökumene der<br />

Religionen zu erkennen. Diese gleichsam aus dem Nichts auftretende<br />

Gestalt in der Bibel, so sagt es der Neutestamentler Knut<br />

Backhaus, „erinnert uns daran, dass das Gute und Wahre sich<br />

nicht auf die je eigene Religionsgemeinschaft beschränkt und<br />

dass es bereits biblisch Deutungswege gibt, es zu entdecken und<br />

für die eigenen Lernprozesse fruchtbar zu machen“. Dem Hebräerbrief,<br />

so der katholische Theologe weiter, gehe es „um die<br />

Aufdeckung einer ursprünglichen und universalen Mittlerschaft<br />

auf Gott hin, die letztlich nur Gott selbst setzen kann. Melchisedek<br />

steht für die humane Weite, die wir Gott dabei zutrauen<br />

dürfen.“ Seine Weite – wagen wir sie?<br />

Antwortpsalm Ps 110, 1–5<br />

Kehrvers:<br />

Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.


221<br />

Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

So spricht der Herr zu meinem Herrn: /<br />

Setze dich mir zur Rechten, *<br />

und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.<br />

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: *<br />

„Herrsche inmitten deiner Feinde!“ – Kehrvers<br />

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, *<br />

wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;<br />

ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, *<br />

wie den Tau in der Frühe. – Kehrvers<br />

Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen: *<br />

„Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.“<br />

Der Herr steht dir zur Seite; *<br />

er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 4b, ferner GL 59, 1 (I. Ton)<br />

oder GL 1975 684, 1 · KG 270 (II. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Mt 4, 23b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Jesus verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk<br />

alle Krankheiten und Leiden.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 3, 1–6<br />

In jener Zeit, als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein<br />

Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob<br />

Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen<br />

Grund zur Anklage gegen ihn.<br />

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf<br />

und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist<br />

am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten<br />

oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.<br />

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über<br />

ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine


Abend · Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> 222<br />

Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.<br />

Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit<br />

den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Viel Übles hab’ an Menschen ich bemerkt. / Das Schlimmste<br />

ist ein unversöhnlich Herz.<br />

Franz Grillparzer (österreichischer Dichter, 1791–1872)<br />

• Wo begegnen mir Unversöhnlichkeit und Erstarrung?<br />

• Bei wem fällt mir Versöhnlichkeit besonders schwer?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Du Gott des Himmels, heil’ger Herr,<br />

du hast das hohe Firmament<br />

durch der Gestirne lichte Zier<br />

mit feuerfarbnem Glanz geschmückt.<br />

Du schufst am vierten Schöpfungstag<br />

der Sonne goldnes Flammenrad,<br />

du gabst dem Monde sein Gesetz,<br />

den Sternen wiesest du die Bahn.<br />

Und wie die Sonne steigt und sinkt,<br />

so wird es Tag, so wird es Nacht;


223<br />

Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

und Mond und Sterne machen kund<br />

den Wechsel und das Maß der Zeit.<br />

Erleuchte, Herr, auch unser Herz.<br />

Wir sind befleckt; mach du uns rein.<br />

Zerbrich die Ketten unsrer Schuld<br />

und nimm von uns des Bösen Last.<br />

Dies schenk uns, Vater voller Macht,<br />

und du, sein Sohn und Ebenbild,<br />

die ihr in Einheit mit dem Geist<br />

die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.<br />

Nach: Caeli Deus sanctissime; 7.–8. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469<br />

Psalm 67 Verse 2–8<br />

Gott sei uns gnädig und segne uns! *<br />

Er lasse über uns sein Angesicht leuchten,<br />

damit auf Erden sein Weg erkannt wird *<br />

und unter allen Völkern sein Heil.<br />

Die Völker sollen dir danken, o Gott, *<br />

danken sollen dir die Völker alle.<br />

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. *<br />

Denn du richtest den Erdkreis gerecht.<br />

Du richtest die Völker nach Recht *<br />

und regierst die Nationen auf Erden.<br />

Die Völker sollen dir danken, o Gott, *<br />

danken sollen dir die Völker alle.<br />

Das Land gab seinen Ertrag. *<br />

Es segne uns Gott, unser Gott.<br />

Es segne uns Gott. *<br />

Alle Welt fürchte und ehre ihn.<br />

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> 224<br />

Ewiger Gott, in Güte lenkst du deine Schöpfung. Erfülle uns mit<br />

deinem Geist, damit wir dein Wort zu den Völkern tragen. Lass<br />

alle Menschen dir für deine Gaben danken.<br />

Lesung 1 Petr 5, 5b–7<br />

Begegnet einander in Demut. Denn Gott tritt den Stolzen entgegen,<br />

den Demütigen aber schenkt er seine Gnade. Beugt<br />

euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er<br />

euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft alle eure Sorge<br />

auf ihn, denn er kümmert sich um euch.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Machtvolle Taten vollbringt der Herr, er zerstreut, die im Herzen<br />

voll Hochmut sind.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der gekommen ist, um uns<br />

zu heilen:<br />

V: Du Helfer der Kranken, A: erhöre unser Gebet.<br />

Stehe den Ärztinnen und Ärzten bei<br />

– und lass sie den ganzen Menschen im Blick behalten.<br />

Sei den psychisch Kranken nahe<br />

– und führe uns zu denen, die unsere Hilfe brauchen.<br />

Gedenke der vielen, die unheilbar krank sind;<br />

– lindere ihre Not und gib ihnen neue Hoffnung.<br />

Gedenke der vielen, die unter den Folgen der Corona-Pandemie<br />

leiden;<br />

– lindere ihre Not und hilf, die Krankheit einzudämmen.<br />

Du bist die Auferstehung und das Leben;<br />

– hilf uns die Furcht vor dem Tod überwinden und lass die<br />

Verstorbenen deine Fülle genießen.


225<br />

Mittwoch, 20. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, dein Name ist heilig, und deine Barmherzigkeit wird gerühmt<br />

von Geschlecht zu Geschlecht. Nimm das Abendgebet<br />

deiner Kirche an und gib, dass in ihr dein Lobpreis niemals<br />

verstumme. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Meinrad<br />

Heilige Agnes<br />

Meinrad (um 800–861) stammte aus der Nähe von Rottenburg.<br />

Im Benediktinerkloster auf der Bodenseeinsel Reichenau erzogen,<br />

empfing er dort mit fünfundzwanzig Jahren die Priesterweihe<br />

und wurde Benediktinermönch. Er suchte die Einsamkeit und<br />

zog sich 835 in eine Einsiedelei im „Finsteren Walde“ zurück, wo<br />

heute das Benediktinerkloster Einsiedeln steht. Freundliche Menschen<br />

brachten ihm Geschenke, die er sogleich an die Armen der<br />

Umgebung weitergab. Mit jedem Wanderer teilte er das wenige,<br />

das ihm blieb. 861 wurde er von zwei Räubern erschlagen, die er<br />

zuvor bewirtet hatte.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Petr 4, 12–19; Evangelium: Mt 16, 24–27<br />

Agnes ist eine Märtyrerin der frühen Kirche. Sie lebte im dritten<br />

Jahrhundert. Ihr Kult bestand schon im vierten Jahrhundert<br />

in Rom und breitete sich bald in der abendländischen Kirche aus.<br />

Dennoch gibt es über ihr Leben und Sterben keine sicheren Nachrichten.<br />

Ungewiss ist, ob sie enthauptet oder verbrannt wurde. Der<br />

Legende nach soll das junge Mädchen sich geweigert haben, den<br />

Sohn des Stadtpräfekten zu heiraten, da sie sich Christus versprochen<br />

habe. Trotz Drohungen und Demütigungen sei sie standhaft<br />

geblieben und schließlich getötet worden.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Kor 1, 26–31; Evangelium: Mt 13, 44–46<br />

Namenstag: hl. Patroklus (Märtyrer, † um 259) · Agnes Aislinger (Reklusin<br />

beim Kloster Rebdorf in Eichstätt, † 1504)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Matthias Claudius (Dichter, 1740–1815)


227<br />

Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Meine Hoffnung und meine Freude,<br />

meine Stärke, mein Licht.<br />

Christus, meine Zuversicht,<br />

auf dich vertrau ich<br />

und fürcht mich nicht,<br />

auf dich vertrau ich<br />

und fürcht mich nicht.<br />

Taizé nach Jes 12, 2 – GL 365 · EG 697<br />

Psalm 81 Verse 2–17<br />

Jubelt Gott zu, er ist unsre Zuflucht; *<br />

jauchzt dem Gott Jakobs zu!<br />

Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke, *<br />

die liebliche Laute, dazu die Harfe!<br />

Stoßt in die Posaune am Neumond *<br />

und zum Vollmond, am Tag unsres Festes!<br />

Denn das ist Satzung für Israel, *<br />

Entscheid des Gottes Jakobs.<br />

Das hat er als Gesetz für Josef erlassen, *<br />

als Gott gegen Ägypten auszog.<br />

Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm: /<br />

Seine Schulter hab ich von der Bürde befreit, *<br />

seine Hände kamen los vom Lastkorb.<br />

Du riefst in der Not, *<br />

und ich riss dich heraus;


Morgen · Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> 228<br />

ich habe dich aus dem Gewölk des Donners erhört, *<br />

an den Wassern von Meríba geprüft.<br />

Höre, mein Volk, ich will dich mahnen! *<br />

Israel, wolltest du doch auf mich hören!<br />

Für dich gibt es keinen andern Gott. *<br />

Du sollst keinen fremden Gott anbeten.<br />

Ich bin der Herr, dein Gott,<br />

der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. *<br />

Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.<br />

Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört; *<br />

Israel hat mich nicht gewollt.<br />

Da überließ ich sie ihrem verstockten Herzen, *<br />

und sie handelten nach ihren eigenen Plänen.<br />

Ach, dass doch mein Volk auf mich hörte, *<br />

dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen!<br />

Wie bald würde ich seine Feinde beugen, *<br />

meine Hand gegen seine Bedränger wenden.<br />

Alle, die den Herrn hassen, müssten Israel schmeicheln, *<br />

und das sollte für immer so bleiben.<br />

Ich würde es nähren mit bestem Weizen *<br />

und mit Honig aus dem Felsen sättigen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wenn wir Lasten gemeinsam tragen, Gott Israels, sind wir<br />

wahrhaft dein Volk. Nicht unsere Pläne führen uns zur Einheit,<br />

sondern deine Stimme: Gib, dass wir sie in der Bitte unserer<br />

Nächsten vernehmen.<br />

Lesung <br />

Kol 2, 9.10a.12<br />

In Christus allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes. Durch<br />

ihn seid auch ihr davon erfüllt. Mit Christus wurdet ihr in der<br />

Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben<br />

an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckte.


229<br />

Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Lass uns, Herr, dein Heil erfahren und vergib uns unsere Sünden.<br />

Bitten<br />

Gott, unser Schöpfer, groß ist unsere Sehnsucht nach Leben.<br />

Wir bitten dich:<br />

A: Nähre uns durch dein Wort.<br />

– Damit wir uns getragen fühlen, auch wenn es uns schwer<br />

wird.<br />

– Damit unsere Verletzungen heilen und wir neue Hoffnung<br />

schöpfen.<br />

– Dass wir den Menschen Mut und Halt geben, die mit uns<br />

verbunden sind.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr und Gott, du wahres Licht, gib, dass wir in der Tiefe unseres<br />

Herzens gläubig erfassen, was heilig ist, und in der Klarheit<br />

deines Lichtes diesen Tag verbringen. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott. In Jesus von Nazaret hast du der Welt den neuen Menschen<br />

gegeben. Wir danken dir, dass wir ihn kennen dürfen;


Eucharistie · Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> 230<br />

dass sein Wort und Beispiel in dieser Stunde unter uns lebendig<br />

wird. Öffne uns für seine Gegenwart. Rühre uns an mit seinem<br />

Geist. Mach durch ihn auch uns zu neuen Menschen. Darum<br />

bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 7, 25 – 8, 6<br />

Schwestern und Brüder! Jesus kann die, die durch ihn vor<br />

Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um<br />

für sie einzutreten.<br />

Ein solcher Hoherpriester war für uns in der Tat notwendig:<br />

einer, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den<br />

Sündern und erhöht über die Himmel; einer, der es nicht Tag<br />

für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester zuerst für die eigenen<br />

Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn<br />

das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst dargebracht<br />

hat.<br />

Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohenpriestern, die<br />

der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber,<br />

der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig<br />

vollendet ist.<br />

Die Hauptsache dessen aber, was wir sagen wollen, ist: Wir<br />

haben einen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones<br />

der Majestät im Himmel gesetzt hat, als Diener des Heiligtums<br />

und des wahren Zeltes, das der Herr selbst aufgeschlagen hat,<br />

nicht etwa ein Mensch.<br />

Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer<br />

darzubringen; deshalb muss auch unser Hoherpriester etwas<br />

haben, was er darbringen kann. Wäre er nun auf Erden, so<br />

wäre er nicht einmal Priester, da es hier schon Priester gibt, die<br />

nach dem Gesetz die Gaben darbringen. Sie dienen einem Abbild<br />

und Schatten der himmlischen Dinge, nach der Anweisung,<br />

die Mose erhielt, als er daranging, das Zelt zu errichten: Sieh<br />

zu, heißt es, dass du alles nach dem Urbild ausführst, das dir auf<br />

dem Berg gezeigt wurde.


231<br />

Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Jetzt aber ist ihm ein umso erhabenerer Priesterdienst übertragen<br />

worden, weil er auch Mittler eines besseren Bundes ist,<br />

der auf bessere Verheißungen gegründet ist.<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 40, 2.4ab.7–10<br />

Kehrvers:<br />

Mein Gott, ich komme; deinen Willen zu tun macht mir Freude.<br />

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. *<br />

Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.<br />

Er legte mir ein neues Lied in den Mund, *<br />

einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. – Kehrvers<br />

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, *<br />

Brand- und Sündopfer forderst du nicht.<br />

Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; /<br />

darum sage ich: Ja, ich komme. *<br />

In dieser Schriftrolle steht,<br />

was an mir geschehen ist. – Kehrvers<br />

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, *<br />

deine Weisung trag’ ich im Herzen.<br />

Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, *<br />

meine Lippen verschließe ich nicht;<br />

Herr, du weißt es. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Verse 8a.9a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)<br />

oder GL 1975 170, 1 (II. Ton) oder KG 649 (IX. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. 2 Tim 1, 10<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen<br />

und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium.<br />

Halleluja.


Eucharistie · Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> 232<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 3, 7–12<br />

In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See<br />

zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch<br />

aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits<br />

des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen<br />

Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was<br />

er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für<br />

ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.<br />

Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an<br />

ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen<br />

Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder<br />

und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen<br />

streng, bekannt zu machen, wer er sei.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Vielen von uns sind noch die furchtbaren Ereignisse rund um<br />

die Duisburger „Loveparade“ im Sinn, die sich letzten Sommer<br />

zum zehnten Mal jährten. Junge Menschen, die von der Masse<br />

der begeisterten Menschen an gefährlichen Engstellen des<br />

Festgeländes zu Tode gedrückt wurden, Hunderte Verletzte.<br />

Wer war schuld? Planungsfehler, Gier, Größenwahn der Veranstalter?<br />

Schlamperei der Ermittler? Organisierte Verantwortungslosigkeit?<br />

Niemand wurde gerichtlich belangt. Verjährt!<br />

Die jungen Toten und ihre untröstlichen Eltern, ihre Geschwister,<br />

Freunde und Freundinnen, die vielen Traumatisierten –<br />

was für ein Schmerz. Jesus zieht mehr Menschen an als der<br />

große Täufer. Das Boot, das für ihn bereitgehalten wird, soll<br />

die Katastrophe vermeiden. Es birgt und rettet und steht zugleich<br />

für die Weite des Evangeliums. Zuhause ist ein Schiff<br />

nur unterwegs.


233<br />

Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Ein jeder hat einen geschickten Zensor nötig, der treu ist und<br />

es versteht, uns von unserem Unrecht und unseren Verkehrtheiten<br />

zu überzeugen.<br />

Friedrich der Große (Friedrich II., preußischer König, 1712–1786)<br />

• Wer oder was macht mich auf mögliche Irrungen aufmerksam?<br />

• Wo könnte ich noch wachsamer und beweglicher werden?<br />

Confiteor (Seite 19), Erbarme dich (Seite 53) – oder:<br />

V: Du unser Richter und Retter,<br />

A: wir erkennen unsere bösen Taten.<br />

V: Unsere Sünde steht uns vor Augen.<br />

A: Wir haben getan, was dir missfällt.<br />

V: Verbirg dein Gesicht vor unseren Sünden.<br />

A: Tilge all unsere Frevel.<br />

V: Erschaffe uns, Gott, ein reines Herz.<br />

A: Mach uns wieder froh mit deinem Heil.<br />

Nach Ps 51<br />

Hymnus<br />

Nimm gnädig, guter Herr und Gott,<br />

uns diese Nacht in deine Hut;<br />

lass uns in dir geborgen sein:<br />

In deinem Frieden ruht sich’s gut.


Abend · Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> 234<br />

Dieweil die müden Glieder ruhn,<br />

bleib unser Herz dir zugewandt.<br />

Wir sind dein Volk, das dir vertraut:<br />

Beschütze uns mit starker Hand.<br />

Dir sei, Gott Vater, Sohn und Geist,<br />

die Ruhe dieser Nacht geweiht.<br />

Umfängt uns einst des Todes Nacht,<br />

führ uns ins Licht der Herrlichkeit. Amen.<br />

Nach: Christe, qui lux es et dies (Christe, qui splendor et dies);<br />

5.–6. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 663 · GL 1975 696 · KG 284 – alternative Melodie: EG 469<br />

Psalm 91<br />

Wer im Schutz des Höchsten wohnt *<br />

und ruht im Schatten des Allmächtigen,<br />

der sagt zum Herrn: /<br />

„Du bist für mich Zuflucht und Burg, *<br />

mein Gott, dem ich vertraue.“<br />

Er rettet dich aus der Schlinge des Jägers *<br />

und aus allem Verderben.<br />

Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, /<br />

unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, *<br />

Schild und Schutz ist dir seine Treue.<br />

Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht<br />

nicht zu fürchten, *<br />

noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,<br />

nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, *<br />

vor der Seuche, die wütet am Mittag.<br />

Fallen auch tausend zu deiner Seite, /<br />

dir zur Rechten zehnmal tausend, *<br />

so wird es doch dich nicht treffen.<br />

Ja, du wirst es sehen mit eigenen Augen, *<br />

wirst zuschauen, wie den Frevlern vergolten wird.


235<br />

Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Denn der Herr ist deine Zuflucht, *<br />

du hast dir den Höchsten als Schutz erwählt.<br />

Dir begegnet kein Unheil, *<br />

kein Unglück naht deinem Zelt.<br />

Denn er befiehlt seinen Engeln, *<br />

dich zu behüten auf all deinen Wegen.<br />

Sie tragen dich auf ihren Händen, *<br />

damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;<br />

du schreitest über Löwen und Nattern, *<br />

trittst auf Löwen und Drachen.<br />

„Weil er an mir hängt, will ich ihn retten; *<br />

ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.<br />

Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören. /<br />

Ich bin bei ihm in der Not, *<br />

befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.<br />

Ich sättige ihn mit langem Leben *<br />

und lasse ihn schauen mein Heil.“<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Weder bei Tag noch bei Nacht müssen wir uns fürchten, Gott,<br />

unser Schutz. Wir danken dir, dass du immer um uns bist.<br />

Lesung 1 Thess 5, 23<br />

Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre<br />

euern Geist, eure Seele und euern Leib unversehrt,<br />

damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr,<br />

kommt.<br />

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon<br />

Antiphon zum Nunc dimittis:<br />

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,<br />

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen<br />

in seinem Frieden.


Abend · Donnerstag, 21. <strong>Januar</strong> 236<br />

Fürbitten<br />

„Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber<br />

sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“, so<br />

hören wir im heutigen Evangelium. Wir rufen zu Jesus Christus,<br />

der Leiden auf sich genommen und Leben für uns alle gewonnen<br />

hat, und bitten um seinen Beistand:<br />

V/A: Höre und erhöre uns.<br />

– Für alle, die in der Schule, in der Ausbildung oder im Beruf<br />

zu denen stehen, die von anderen abgewertet und lächerlich<br />

gemacht werden.<br />

– Für alle Eltern, die ein schwerkrankes oder schwerbehindertes<br />

Kind über Jahre liebevoll und geduldig begleiten.<br />

– Für alle, die sich für Gerechtigkeit und Gleichheit einsetzen,<br />

auch wenn es unerwünscht ist.<br />

– Für alle, die Brücken zum Frieden schlagen, indem sie ihre<br />

eigenen Vorurteile überwinden.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, sende uns in dieser Nacht einen ruhigen<br />

Schlaf, damit wir uns von der Mühe des Tages erholen und morgen<br />

mit neuer Kraft dir dienen können. Darum bitten wir durch<br />

Christus, unseren Herrn.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Freitag, 22. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Heiliger Vinzenz<br />

Vinzenz ist ein Märtyrer der frühen Kirche. Er lebte Ende des<br />

dritten Jahrhunderts in Spanien. Als Diakon des greisen Bischofs<br />

Valerius von Saragossa (auch „Valerius von Valencia“) wurde<br />

er mit diesem während der Christenverfolgung des Diokletian<br />

von Dacian, dem grausamen Statthalter Valencias, verhaftet. Nach<br />

einer glänzenden Verteidigung seines Glaubens wurde Vinzenz<br />

grausam zu Tode gemartert.<br />

Schrifttexte: Lesung: 2 Kor 4, 7–15; Evangelium: Mt 10, 17–22<br />

Namenstag: hl. Gaudenz (Glaubensbote in Graubünden, Märtyrer,<br />

4. Jh.) · sel. Theodelind von Monza (Dietlind, Langobardenkönigin,<br />

† 628) · sel. Walter von Bierbeek (Zisterzienser, † 1206/22) · Elisabeth<br />

von Österreich (Königinwitwe in Frankreich, Wohltäterin, † 1592) ·<br />

hl. Vinzenz Pallotti (Seelsorger, Ordensgründer, † 1850) · sel. Ladislaus<br />

Bathyány-Strattmann (Familienvater und Arzt, † 1931)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Hymnus<br />

Der Geist bringt gute Früchte.<br />

Sie wachsen, wo er weht.<br />

Die Freude wächst, der Friede<br />

und Liebe, die versteht,<br />

Geduld, sich zu ertragen,<br />

Güte, die freundlich lacht –<br />

und Glaube, viel zu fragen,<br />

wo niemand sonst mehr fragt.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Freitag, 22. <strong>Januar</strong> 238<br />

Glaube, um viel zu geben,<br />

wo jeder sonst nur nimmt:<br />

Staunen lehrt freier leben,<br />

gleich, ob die Rechnung stimmt.<br />

Denn alles Atemholen<br />

und jedes Stückchen Zeit<br />

kommt her aus Gottes Langmut<br />

und ist Barmherzigkeit.<br />

Und wer sich selbst nicht preisgibt,<br />

kämpft bis zum letzten Stein,<br />

das Ich nicht an das Kreuz gibt,<br />

mag noch so tapfer sein –<br />

es geht ihm doch verloren<br />

das Leben, das er sucht.<br />

Er ist umsonst geboren<br />

und endet ohne Frucht.<br />

Doch wer sich durch den Himmel<br />

aus seinem Traum lässt ziehn,<br />

erblickt den Baum des Lebens –<br />

messianisch groß und grün!<br />

Und lässt er sich einpfropfen<br />

dem Stamm als neues Reis,<br />

dann reift im Wind des Sommers<br />

mehr Frucht ihm, als er weiß.<br />

Jürgen Henkys, nach Willem Barnard „Wat zijn de goede vruchten“ (1963),<br />

© Deutscher Text: Strube Verlag, München<br />

Psalm 60 Verse 3–14<br />

Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen. *<br />

Du hast uns gezürnt. Richte uns wieder auf!<br />

Erschüttert hast du das Land und gespalten. *<br />

Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken.<br />

Du hast dein Volk hart geprüft, *<br />

du gabst uns betäubenden Wein zu trinken.


239<br />

Freitag, 22. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Für alle, die dich fürchten, hast du ein Zeichen aufgestellt, *<br />

zu dem sie fliehen können vor dem Bogen.<br />

Hilf mit deiner Rechten, erhöre uns, *<br />

damit die gerettet werden, die du so sehr liebst.<br />

Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: /<br />

„Ich will triumphieren, will Sichem verteilen *<br />

und das Tal von Sukkot vermessen.<br />

Mein ist Gilead, mein auch Manasse, /<br />

Efraim ist der Helm auf meinem Haupt, *<br />

Juda mein Herrscherstab.<br />

Doch Moab ist mein Waschbecken, /<br />

auf Edom werfe ich meinen Schuh, *<br />

ich triumphiere über das Land der Philister.“<br />

Wer führt mich hin zu der befestigten Stadt, *<br />

wer wird mich nach Edom geleiten?<br />

Gott, hast denn du uns verworfen? *<br />

Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren.<br />

Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! *<br />

Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.<br />

Mit Gott werden wir Großes vollbringen; *<br />

er selbst wird unsere Feinde zertreten.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wir bitten dich, treuer Gott: Heile die Risse, die uns trennen.<br />

Richte dein Volk wieder auf. Denn du bist unsere Hoffnung.<br />

Lesung Eph 2, 13–16<br />

Jetzt seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus<br />

Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn<br />

er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und<br />

Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der<br />

Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und<br />

Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen


Morgen · Freitag, 22. <strong>Januar</strong> 240<br />

neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte<br />

die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er<br />

hat in seiner Person die Feindschaft getötet.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht<br />

das aufstrahlende Licht aus der Höhe.<br />

Bitten<br />

Zu Gott, der seinen Bund niemals kündigt, rufen wir voll Vertrauen:<br />

A: Erhalte uns am Leben.<br />

– Schreibe deine Weisung in unser Herz.<br />

– Erquicke uns mit deinem Geist, wenn wir müde werden.<br />

– Gib, dass wir unsere Mauern überspringen und danach streben,<br />

bei unseren Mitmenschen zu sein.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, wir bringen dir unser Morgenlob dar. Gib,<br />

dass unser Lied einst sich vollende im Chor deiner Heiligen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der treue und barmherzige Gott wohne in unserer Mitte,<br />

er lasse uns seine Gegenwart spüren<br />

und schenke uns Ruhe und Sicherheit.


241<br />

Freitag, 22. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur<br />

Erkenntnis der Wahrheit kommen. Sende Arbeiter in deine Ernte,<br />

damit sie der ganzen Schöpfung das Evangelium verkünden.<br />

Sammle dein Volk durch das Wort des Lebens und stärke es<br />

durch die Kraft des Sakramentes, damit es auf dem Weg des<br />

Heiles voranschreitet. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 8, 6–13<br />

Schwestern und Brüder! Jetzt ist unserem Hohenpriester ein<br />

umso erhabenerer Priesterdienst übertragen worden, weil er<br />

auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen<br />

gegründet ist. Wäre nämlich jener erste Bund ohne Tadel,<br />

so würde man nicht einen zweiten an seine Stelle zu setzen<br />

suchen. Denn er tadelt sie, wenn er sagt:<br />

Seht, es werden Tage kommen – spricht der Herr –, in denen<br />

ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund<br />

schließen werde, nicht wie der Bund war, den ich mit ihren<br />

Vätern geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um sie<br />

aus Ägypten herauszuführen. Sie sind nicht bei meinem Bund<br />

geblieben, und darum habe ich mich auch nicht mehr um sie<br />

gekümmert – spricht der Herr.<br />

Das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem<br />

Haus Israel schließe – spricht der Herr: Ich lege meine Gesetze<br />

in ihr Inneres hinein und schreibe sie ihnen in ihr Herz. Ich<br />

werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Keiner<br />

wird mehr seinen Mitbürger und keiner seinen Bruder belehren<br />

und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie alle, klein und<br />

groß, werden mich erkennen. Denn ich verzeihe ihnen ihre<br />

Schuld, und an ihre Sünden denke ich nicht mehr.


Eucharistie · Freitag, 22. <strong>Januar</strong> 242<br />

Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten<br />

für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist<br />

dem Untergang nahe.<br />

Antwortpsalm Ps 85, 8.10–14<br />

Kehrvers: Frieden verkündet der Herr seinem Volk.<br />

Erweise uns, Herr, deine Huld, *<br />

und gewähre uns dein Heil!<br />

Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. *<br />

Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. – Kehrvers<br />

Es begegnen einander Huld und Treue; *<br />

Gerechtigkeit und Friede küssen sich.<br />

Treue sprosst aus der Erde hervor; *<br />

Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. – Kehrvers<br />

Auch spendet der Herr dann Segen, *<br />

und unser Land gibt seinen Ertrag.<br />

Gerechtigkeit geht vor ihm her, *<br />

und Heil folgt der Spur seiner Schritte. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 9b, ferner GL 60, 1 · GL 1975 233, 7 · KG 271 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. 2 Kor 5, 19<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt und uns das<br />

Wort von der Versöhnung anvertraut.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 3, 13–19<br />

In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich,<br />

die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte<br />

zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden<br />

wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen<br />

austrieben.


243<br />

Freitag, 22. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus – diesen Beinamen<br />

gab er dem Simon –, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes,<br />

der Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Beinamen<br />

Boanerges, das heißt Donnersöhne –, dazu Andreas, Philippus,<br />

Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des<br />

Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn<br />

dann verraten hat.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Jesus ist der Freudenbote, der die baldige Ankunft Gottes bei<br />

seinem Volk bekannt machen wird. Die Zeit drängt. Hilfe<br />

kommt ihm von Freunden, deren Zahl auf die Söhne Jakobs<br />

und auf die entsprechenden Stämme des Volkes Israel verweist.<br />

Die Zwölf. Heilige? Helden wie wir? Geistliche Elitetruppe?<br />

Übermenschen? Ein Dutzend glatt geschliffener Funktionäre?<br />

Nein, zwölf Menschen, liebend, lebendig, lautstark und<br />

leise, leidenschaftlich und lau, Stärken und Schwächen, weiße<br />

und bunte Weste, Vorzeigebiografie oder Lücke im Lebenslauf,<br />

Ängste, Verletzungen, Heilungen, Hindernisse, Vertrauen und<br />

Mut. Mit Gottes Hilfe werden sie wachsen – nicht geradewegs<br />

in den Himmel, aber unterwegs mit Jesus und auf ihn zu.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Verurteile niemanden, bevor du in seiner Lage warst.<br />

Aus dem Talmud


Abend · Freitag, 22. <strong>Januar</strong> 244<br />

• Was hat mein Verständnis für andere Lebensweisen und andere<br />

Lebensumstände geweckt?<br />

• Wer war mir hier Vorbild?<br />

Confiteor (Seite 19) – oder – Erbarme dich (Seite 53)<br />

Hymnus<br />

Eine große Stadt ersteht,<br />

die vom Himmel niedergeht<br />

in die Erdenzeit.<br />

Mond und Sonne braucht sie nicht;<br />

Jesus Christus ist ihr Licht,<br />

ihre Herrlichkeit.<br />

Durch dein Tor lass uns herein<br />

und in dir geboren sein,<br />

dass uns Gott erkennt.<br />

Lass herein, die draußen sind;<br />

Gott heißt jeden Sohn und Kind<br />

der dich Mutter nennt.<br />

Dank dem Vater, der uns zieht<br />

durch den Geist, der in dir glüht;<br />

Dank sei Jesus Christ,<br />

der durch seines Kreuzes Kraft<br />

uns zum Gottesvolk erschafft,<br />

das unsterblich ist. Amen.<br />

Zeitgenössisch (Verfasserin: Silja Walter)<br />

Melodie: GL 479 · GL 1975 642 · KG 505<br />

Canticum Mt 5, 3–10<br />

Antiphon:<br />

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt<br />

werden.<br />

Redaktion Magnificat nach Mt 5, 9


245<br />

Freitag, 22. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Selig, die arm sind vor Gott; *<br />

denn ihnen gehört das Himmelreich.<br />

Selig die Trauernden; *<br />

denn sie werden getröstet werden.<br />

Selig, die keine Gewalt anwenden; *<br />

denn sie werden das Land erben.<br />

Selig, die hungern und dürsten<br />

nach der Gerechtigkeit; *<br />

denn sie werden satt werden.<br />

Selig die Barmherzigen; *<br />

denn sie werden Erbarmen finden.<br />

Selig, die ein reines Herz haben; *<br />

denn sie werden Gott schauen.<br />

Selig, die Frieden stiften; *<br />

denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.<br />

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; *<br />

denn ihnen gehört das Himmelreich.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lesung 1 Kor 2, 7–10a<br />

Wir verkündigen das Geheimnis der verborgenen Weisheit<br />

Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu<br />

unserer Verherrlichung. Keiner der Machthaber dieser Welt<br />

hat sie erkannt; denn hätte einer sie erkannt, so hätten sie den<br />

Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Nein, wir verkündigen,<br />

wie in der Schrift steht, was kein Auge gesehen und kein Ohr<br />

gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist:<br />

das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Denn<br />

uns hat es Gott enthüllt durch den Geist.


Abend · Freitag, 22. <strong>Januar</strong> 246<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Denke, Herr, an dein Erbarmen, das du unseren Vätern verheißen<br />

hast.<br />

Fürbitten<br />

„Denn er ist unser Friede“: Dieses Wort der heutigen Lesung ist<br />

Verheißung für uns. Deshalb bitten wir Jesus, unseren Bruder<br />

und Lehrer:<br />

V: Jesus, unser Friede, A: leite und geleite uns.<br />

– Wenn Sorgen uns den Atem nehmen, dann rufen wir:<br />

– Wenn Zweifel unseren Glauben durchlöchern, dann rufen<br />

wir:<br />

– Wenn Spannungen in der Familie, am Arbeitsplatz, in der<br />

Gemeinde schwer erträglich werden, dann rufen wir:<br />

– Wenn Krankheiten und das Alter uns niederdrücken, dann<br />

rufen wir:<br />

– Wenn Trauer um einen lieben Menschen sich um uns legt wie<br />

ein graues Kleid, dann rufen wir:<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, im Ärgernis des Kreuzes hast du deine unerforschliche<br />

Weisheit kundgetan. Lass uns die verborgene<br />

Herrlichkeit des Leidens Christi erkennen, damit wir niemals<br />

an seinem Kreuz irrewerden, sondern allezeit uns im Kreuze<br />

rühmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 363)


Samstag, 23. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Seliger Heinrich Seuse<br />

Heinrich Seuse (1295–1366) war ein begnadeter Mystiker und<br />

Dichter. Er wurde am Bodensee geboren und trat als Dreizehnjähriger<br />

in den Dominikanerorden ein. Nach fünf Jahren hatte<br />

er ein erstes visionäres Erlebnis, das sein ganzes Leben änderte.<br />

Von nun an unterwarf er sich strenger Askese. Nach Studien in<br />

Konstanz und Straßburg wurde er 1322 zum „Studium generale“<br />

der Dominikaner nach Köln geschickt, wo er Meister Ekkehard<br />

kennenlernte, dessen Denken ihn stark beeinflusste. Predigtreisen<br />

führten den unermüdlichen Seelsorger später durch Schwaben, die<br />

Schweiz, das Rheinland bis zu den Niederlanden. Die zahlreichen<br />

Verleumdungen und Anfeindungen, die er ertragen musste, trug<br />

er mit großer innerer Gelassenheit. Seine Schriften „Büchlein der<br />

ewigen Wahrheiten“ und „Büchlein der Weisheit“ gehören zu den<br />

Standardwerken der Mystik.<br />

Schrifttexte: Lesung: Weish 6, 12–19; Evangelium: Mt 5, 13–19<br />

Namenstag: hl. Ildefons von Toledo (Abt, Bischof, † 667) · Otfrid von<br />

Weißenburg (Benediktiner, erster namentlich bekannter althochdeutscher<br />

Dichter, † 864/867) · Hartmut von St. Gallen (Abt, † nach 905) ·<br />

sel. Wido (Abt, 13. Jh.) · hl. Maria Anna Cope (Ordensfrau, Pflegerin<br />

der Leprakranken auf Molokai, † 1918) · sel. Nikolaus Groß (christl.<br />

Gewerkschafter, Publizist, † 1945) · Eugen Bolz (Politiker, † 1945)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Menno Simons (fries. Theologe, 1496–<br />

1561)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Samstag, 23. <strong>Januar</strong> 248<br />

Hymnus<br />

Morgenglanz der Ewigkeit,<br />

Licht vom unerschaffnen Lichte,<br />

schick uns diese Morgenzeit<br />

deine Strahlen zu Gesichte<br />

und vertreib durch deine Macht<br />

unsre Nacht.<br />

Deiner Güte Morgentau<br />

fall auf unser matt Gewissen;<br />

lass die dürre Lebens-Au<br />

lauter süßen Trost genießen<br />

und erquick uns, deine Schar,<br />

immerdar.<br />

Gib, dass deiner Liebe Glut<br />

unsre kalten Werke töte,<br />

und erweck uns Herz und Mut<br />

bei entstandner Morgenröte,<br />

dass wir, eh wir gar vergehn,<br />

recht aufstehn.<br />

Christian Knorr von Rosenroth 1684;<br />

teilweise nach Martin Opitz 1634<br />

EG 450, Strophen 1–3 · mit anderem Text: GL 84 · GL 1975 668 · KG 671<br />

Psalm 92 Verse 2–6<br />

Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, *<br />

deinem Namen, du Höchster, zu singen,<br />

am Morgen deine Huld zu verkünden *<br />

und in den Nächten deine Treue<br />

zur zehnsaitigen Laute, zur Harfe, *<br />

zum Klang der Zither.<br />

Denn du hast mich durch deine Taten froh gemacht; *<br />

Herr, ich will jubeln über die Werke deiner Hände.


249<br />

Samstag, 23. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Wie groß sind deine Werke, o Herr, *<br />

wie tief deine Gedanken!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gepriesen bist du, Gott aller Weisheit und Einsicht. Durch die<br />

Freude, die du uns schenkst, holst du uns immer wieder in deine<br />

Nähe. Lass uns nicht abirren von deinem Weg, damit unser<br />

Leben gelingt.<br />

Lesung <br />

Dan 6, 27b–28a<br />

Der Gott Israels ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit.<br />

Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein<br />

Ende. Er rettet und befreit; er wirkt Zeichen und Wunder am<br />

Himmel und auf der Erde.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Herr, lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens.<br />

Bitten<br />

Gepriesen sei Jesus Christus, der uns in seinen Dienst beruft. Zu<br />

ihm lasst uns beten:<br />

A: Sei mit deiner Gnade bei uns.<br />

Lass uns deine Botschaft besser verstehen<br />

– und intensiver daraus leben.<br />

Mach uns bereit, in anderen Menschen unsere Geschwister zu<br />

sehen<br />

– und, wo nötig, beherzt für ihr Recht einzustehen.<br />

Steh uns bei, wenn wir mit Widerständen fertigwerden müssen,<br />

– und gib uns Vertrauen in die rettende Macht deines Vaters.<br />

Vaterunser


Eucharistie · Samstag, 23. <strong>Januar</strong> 250<br />

Oration<br />

Dich lobe, Herr, unser Mund, dich lobe unser Leben. Von dir<br />

kommt alles, was wir sind und haben. Sei gepriesen durch Jesus<br />

Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der<br />

Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle<br />

Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott. Du suchst Menschen, die von dir sprechen und der Welt<br />

deine gute Botschaft weitersagen. Hilf uns, Trägheit und Menschenfurcht<br />

zu überwinden und deine Zeugen zu werden – mit<br />

unserem ganzen Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 9, 2–3.11–14<br />

Schwestern und Brüder! Es wurde ein erstes Zelt errichtet,<br />

in dem sich der Leuchter, der Tisch und die heiligen Brote<br />

befanden; dieses Zelt wurde das Heilige genannt. Hinter dem<br />

zweiten Vorhang aber war ein Zelt, das sogenannte Allerheiligste.<br />

Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der künftigen<br />

Güter; und durch das erhabenere und vollkommenere Zelt, das<br />

nicht von Menschenhand gemacht, das heißt nicht von dieser<br />

Welt ist, ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen,<br />

nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern<br />

mit seinem eigenen Blut, und so hat er eine ewige Erlösung<br />

bewirkt.<br />

Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die<br />

Asche einer Kuh die Unreinen, die damit besprengt werden, so


251<br />

Samstag, 23. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

heiligt, dass sie leiblich rein werden, wie viel mehr wird das<br />

Blut Christi, der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als makelloses<br />

Opfer dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken<br />

reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen.<br />

Antwortpsalm Ps 47, 2–3.6–9<br />

Kehrvers:<br />

Gott stieg empor unter Jubel, der Herr beim Schall der Posaunen.<br />

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *<br />

jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!<br />

Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, *<br />

ein großer König über die ganze Erde. – Kehrvers<br />

Gott stieg empor unter Jubel, *<br />

der Herr beim Schall der Hörner.<br />

Singt unserm Gott, ja singt ihm! *<br />

Spielt unserm König, spielt ihm! – Kehrvers<br />

Denn Gott ist König der ganzen Erde. *<br />

Spielt ihm ein Psalmenlied!<br />

Gott wurde König über alle Völker, *<br />

Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 6, ferner GL 340 · GL 1975 232, 5 · KG 458, 4 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

vgl. Apg 16, 14b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Herr, öffne uns das Herz, dass wir auf die Worte deines Sohnes<br />

hören.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 3, 20–21<br />

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so<br />

viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht ein-


Abend · Samstag, 23. <strong>Januar</strong> 252<br />

mal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten,<br />

machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen;<br />

denn sie sagten: Er ist von Sinnen.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Da sind sie, besorgt, empört, entschlossen; erschöpft von der<br />

Reise und doch in Fahrt, gerade noch draußen vor der Tür.<br />

Ende der Vorstellung. Schluss mit der Kugelfuhr. Was für eine<br />

Posse. Das Spiel ist aus. „Er ist außer sich“, so wörtlich die<br />

einhellige Diagnose der Verwandtschaft. Außer sich sein, sich<br />

selbst – und seine Angehörigen! – zum Narren machen (lassen).<br />

Mal aus dem Häuschen sein, das geht ja noch. Aber zielstrebig<br />

den Hausverstand verlieren. Das geht gar nicht. Den<br />

muss man ja vor sich selber schützen. Der Schmerz, die Scham<br />

der Familie über den entglittenen, entgleisten Sohn, dieser Irrsinn,<br />

diese Schande; wer wollte da urteilen. Du kommst jetzt<br />

mit! „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.“ Jesus ist<br />

unterwegs.<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Herr, Gott, du Ursprung aller Ding,<br />

als du die ganze Welt erschufst,<br />

hast du das weite All erfüllt<br />

mit deiner Gaben Überfluss.<br />

Und da das große Werk vollbracht,<br />

hast du geruht am siebten Tag,


253<br />

Samstag, 23. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

damit auch wir von unsern Mühn<br />

ausruhen und erleichtert sind.<br />

Uns, die dem Tod entgegengehen,<br />

gewähr den Geist der Buße, Herr,<br />

gib uns den Eifer für dein Reich,<br />

beschenke uns mit deinem Heil.<br />

Und wenn uns vor dem Endgericht<br />

die große Todesangst befällt,<br />

dann hol uns in die Freude heim;<br />

lass uns in deinem Frieden ruhn.<br />

Neues Stundenbuch<br />

Melodie: GL 144 · GL 1975 474 · KG 40 · EG 288<br />

Psalm 25 Verse 1–11<br />

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. *<br />

Mein Gott, auf dich vertraue ich.<br />

Lass mich nicht scheitern, *<br />

lass meine Feinde nicht triumphieren!<br />

Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden; *<br />

zuschanden wird, wer dir schnöde die Treue bricht.<br />

Zeige mir, Herr, deine Wege, *<br />

lehre mich deine Pfade!<br />

Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /<br />

denn du bist der Gott meines Heiles. *<br />

Auf dich hoffe ich allezeit.<br />

Denk an dein Erbarmen, Herr, /<br />

und an die Taten deiner Huld; *<br />

denn sie bestehen seit Ewigkeit.<br />

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! *<br />

In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.<br />

Gut und gerecht ist der Herr, *<br />

darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.


Abend · Samstag, 23. <strong>Januar</strong> 254<br />

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, *<br />

die Gebeugten lehrt er seinen Weg.<br />

Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue *<br />

denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren.<br />

Um deines Namens willen, Herr, verzeih mir; *<br />

denn meine Schuld ist groß.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Führe uns, treuer Gott, lehre uns deine Wege. Du bist der Gott<br />

unsres Heiles! Auf dich hoffen wir allezeit.<br />

Lesung Hebr 13, 20–21<br />

Der Gott des Friedens, der Jesus, unseren Herrn, den erhabenen<br />

Hirten seiner Schafe, von den Toten heraufgeführt<br />

hat durch das Blut eines ewigen Bundes, er mache euch tüchtig<br />

in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut. Er bewirke in uns,<br />

was ihm gefällt, durch Jesus Christus, dem die Ehre sei in alle<br />

Ewigkeit! Amen.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Das Wort des Herrn erging an Jona. Und Jona machte sich auf<br />

den Weg, wie der Herr ihm befahl.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten für alle, die Gottes Segen in unsere Welt tragen:<br />

V: Du unser Vater, A: öffne ihnen Türen und Herzen.<br />

– Für alle, die ihr ganzes Leben in deinen Dienst gestellt haben.<br />

– Für alle, die in der Verkündigung tätig sind und uns auf den<br />

Weg Jesu rufen.<br />

– Für alle, die sich in Caritas und Diakonie engagieren und<br />

Bedürftigen helfen.


255<br />

Samstag, 23. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

– Für alle, die sich um Einsame, Kranke und Sterbende kümmern.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, lenke unser Tun nach deinem Willen<br />

und gib, dass wir im Namen deines geliebten Sohnes reich<br />

werden an guten Werken. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.<br />

Gnade, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater,<br />

und Christus Jesus, unserem Herrn.<br />

1 Tim 1, 2<br />

Salve Regina (Seite 363)


Von Woche zu Woche · Samstag, 23. <strong>Januar</strong> 256<br />

Von Woche zu Woche<br />

Niemanden abschreiben<br />

(zu Jona 3, 1–5.10)<br />

Eine gewaltige Aufgabe<br />

für Jona, den Propheten:<br />

die gewalttätige Metropole<br />

soll er zur Gewaltlosigkeit bekehren,<br />

zu Abkehr von Gier und Herzenshärte.<br />

Doch obwohl er erst einen Tag gepredigt<br />

und nur ein Drittel der Metropole<br />

durchwandert hat, wird Ninive,<br />

die gottlose Großstadt,<br />

groß im Glauben an Gott!<br />

Der Prediger des glühenden Gotteszorns<br />

scheint fast enttäuscht<br />

über die hellhörigen,<br />

bußfertigen Menschen<br />

in der verrufenen Stadt.<br />

Niemanden abschreiben!<br />

Das ist die Botschaft,<br />

deren unwilliger Überbringer<br />

der Gerichtsprophet ist.<br />

Auf krummen Zeilen<br />

schreibt Gott ganz gerade!<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


24. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

3. Sonntag im Jahreskreis<br />

Namenstag: hl. Vera von Clermont († um 400) · sel. Arno von Salzburg<br />

(Bischof, † 821) · hl. Franz von Sales (Seelsorger, Bischof, geistl. Schriftsteller,<br />

Ordensgründer, † 1622) · Bernhard Lehner (Schüler, † 1944)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Xenia von Petersburg (Närrin in Christus,<br />

um 1725–um 1803)<br />

Heute wird in Österreich und der Schweiz der Sonntag des Wortes<br />

Gottes begangen (siehe auch den Beitrag auf den Seiten 358–360).<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Singet dem Herrn ein neues Lied,<br />

singt dem Herrn, alle Lande!<br />

Ps 96, 1<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Wie schön leuchtet der Morgenstern,<br />

voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn<br />

uns herrlich aufgegangen.<br />

Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm,<br />

mein König und mein Bräutigam,


Morgen · Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> 258<br />

du hältst mein Herz gefangen.<br />

Lieblich, freundlich, schön und prächtig,<br />

groß und mächtig, reich an Gaben,<br />

hoch und wunderbar erhaben.<br />

Du meine Perl, du werte Kron,<br />

wahr’ Gottes und Marien Sohn,<br />

ein König hochgeboren!<br />

Mein Kleinod du, mein Preis und Ruhm,<br />

dein ewig Evangelium,<br />

das hab ich mir erkoren.<br />

Herr, dich such ich. Hosianna.<br />

Himmlisch Manna, das wir essen,<br />

deiner kann ich nicht vergessen.<br />

Gieß sehr tief in mein Herz hinein,<br />

du leuchtend Kleinod, edler Stein,<br />

die Flamme deiner Liebe<br />

und gib, dass ich an deinem Leib,<br />

dem auserwählten Weinstock, bleib<br />

ein Zweig in frischem Triebe.<br />

Nach dir steht mir mein Gemüte,<br />

ewge Güte, bis es findet<br />

dich, des Liebe mich entzündet.<br />

Philipp Nicolai 1599/AÖL 1973<br />

GL 357 · GL 1975 554 · KG 194 · EG 70<br />

Strophen 1–3<br />

Psalm 145 Verse 13c–21<br />

Der Herr ist treu in all seinen Worten, *<br />

voll Huld in all seinen Taten.<br />

Der Herr stützt alle, die fallen, *<br />

und richtet alle Gebeugten auf.<br />

Aller Augen warten auf dich, *<br />

und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.


259<br />

Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Du öffnest deine Hand *<br />

und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.<br />

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *<br />

voll Huld in all seinen Werken.<br />

Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *<br />

allen, die zu ihm aufrichtig rufen.<br />

Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, *<br />

er hört ihr Schreien und rettet sie.<br />

Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, *<br />

doch alle Frevler vernichtet er.<br />

Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. *<br />

Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du gibst uns zur rechten Zeit, was uns nottut. Öffne uns die<br />

Augen, Gott, damit wir sehen, wo du uns die Hand reichst. Tritt<br />

ein in unser Leben; denn wir warten auf dich.<br />

Lesung Ez 37, 12b–14<br />

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole<br />

euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch<br />

zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und<br />

euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet<br />

ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen<br />

Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder<br />

in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.<br />

Ich habe gesprochen, und ich führe es aus – Spruch des Herrn.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Bekehrt euch und<br />

glaubt an das Evangelium.


Eucharistie · Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> 260<br />

Bitten<br />

Den Menschen seiner Zeit hat Jesus Unerhörtes zugesagt. Darum<br />

lasst uns ihn bitten:<br />

A: Öffne uns für dein Wort.<br />

– Dass wir das Neue deiner Verkündigung wieder wahrnehmen<br />

lernen.<br />

– Dass wir dein Anliegen in unserer Sprache weiterzusagen vermögen.<br />

– Dass wir aus diesem Morgengebet einen Zuspruch mitnehmen<br />

in den heutigen Tag.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, lenke unser Tun nach deinem Willen<br />

und gib, dass wir im Namen deines geliebten Sohnes reich<br />

werden an guten Werken. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.<br />

Christus Jesus gebe uns<br />

einen wachen Sinn für die Menschen um uns her<br />

und komme uns mit seiner Liebe entgegen.<br />

Gloria<br />

Eucharistiefeier<br />

Singet dem Herrn ein neues Lied,<br />

singt dem Herrn, alle Lande!<br />

Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,<br />

Macht und Glanz in seinem Heiligtum!<br />

Ps 96, 1.6<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


261<br />

Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Lesung aus dem Buch Jona Jona 3, 1–5.10<br />

Das Wort des HERRN erging an Jona: Mach dich auf den Weg<br />

und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das<br />

zu, was ich dir sagen werde! Jona machte sich auf den Weg und<br />

ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte.<br />

Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei<br />

Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen;<br />

er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und<br />

Ninive ist zerstört!<br />

Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten<br />

aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.<br />

Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und<br />

sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil,<br />

das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Ach, Jona. Ach, Ninive. Ninive, die gottlose Großstadt, zeigt<br />

sich märchenhaft groß im Glauben. Zuerst alles verdorben, verrückt<br />

und verkehrt, nun einhellige Einkehr und Umkehr? Passt<br />

das zusammen? Hat sich der Herr getäuscht? Sieht sich Jona,<br />

Prediger des glühenden Gotteszorns, getäuscht? Niemanden<br />

abschreiben! Das ist die Botschaft, deren unwilliger Überbringer<br />

der Gerichtsprophet ist. Niemanden abschreiben. Auf krummen<br />

Zeilen schreibt Gott gerade. Wort des lebendigen Gottes.<br />

Antwortpsalm Ps 25, 4–9<br />

Kehrvers:<br />

Zeige mir, HERR, deine Wege, lehre mich deine Pfade!<br />

Zeige mir, HERR, deine Wege, *<br />

lehre mich deine Pfade!<br />

Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /<br />

denn du bist der Gott meines Heiles. *<br />

Auf dich hoffe ich den ganzen Tag. – Kehrvers


Eucharistie · Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> 262<br />

Gedenke deines Erbarmens, HERR, /<br />

und der Taten deiner Gnade; *<br />

denn sie bestehen seit Ewigkeit!<br />

Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! *<br />

Nach deiner Huld gedenke meiner, HERR, denn du bist gütig!<br />

Kehrvers:<br />

Zeige mir, HERR, deine Wege, lehre mich deine Pfade!<br />

Der HERR ist gut und redlich, *<br />

darum weist er Sünder auf den rechten Weg.<br />

Die Armen leitet er nach seinem Recht, *<br />

die Armen lehrt er seinen Weg. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 4, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton)<br />

oder GL 1975 170, 1 (III. Ton) oder GL 1975 528, 1 · KG 794 (I. Ton)<br />

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 7, 29–31<br />

Ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine<br />

Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer<br />

weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht,<br />

wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt<br />

zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser<br />

Welt vergeht.<br />

Ruf vor dem Evangelium Mk 1, 15<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 1, 14–20<br />

Nachdem Johannes der Täufer ausgeliefert worden war, ging<br />

Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes<br />

und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt<br />

um und glaubt an das Evangelium!


263<br />

Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und<br />

Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze<br />

auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen:<br />

Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern<br />

machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten<br />

ihm nach.<br />

Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des<br />

Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und<br />

richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren<br />

Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und<br />

folgten Jesus nach.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Herr, nimm unsere Gaben an und heilige sie, damit sie zum<br />

Sakrament der Erlösung werden, das uns Heil und Segen bringt.<br />

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

wir erkennen deine Herrlichkeit in dem, was du an uns getan<br />

hast: Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit zu Hilfe gekommen<br />

und hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn Rettung<br />

und Heil gebracht aus unserer menschlichen Sterblichkeit.<br />

So kam uns aus unserer Vergänglichkeit das unvergängliche<br />

Leben durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn preisen<br />

wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen und singen mit den<br />

Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Ps 34, 6<br />

Blickt auf zum Herrn, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr<br />

braucht nicht zu erröten.


Auslegung · Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> 264<br />

Schlussgebet<br />

Allmächtiger Gott, in deinem Mahl schenkst du uns göttliches<br />

Leben. Gib, dass wir dieses Sakrament immer neu als dein großes<br />

Geschenk empfangen und aus seiner Kraft leben. Darum<br />

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der allmächtige Gott gewähre euch Segen und Heil; er offenbare<br />

euch die Wege seiner Weisheit.<br />

Er stärke euren Glauben durch sein Wort und schenke euch<br />

die Gnade, nach seinen Geboten zu leben, damit in allem sein<br />

Wille geschehe.<br />

Er lenke eure Schritte auf den Weg des Friedens; er mache<br />

euch beharrlich im Guten und vollende euch in der Liebe.<br />

Das gewähre euch der allmächtige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Remigius von Auxerre<br />

ie Apostel] zogen mit dem Netz der heiligen Predigt die<br />

[DFische, das heißt die Menschen aus der Tiefe des Meeres,<br />

das heißt des Unglaubens, zum Licht des Glaubens. Wunderbar<br />

aber ist dieser Fischfang. Wenn nämlich Fische gefangen werden,<br />

sterben sie bald darauf. Die Menschen dagegen werden<br />

erst lebendig gemacht, wenn sie durch das Wort der Predigt<br />

gefangen werden.<br />

Remigius von Auxerre (Benediktiner, Gelehrter, nach 841–908?), hier nach:<br />

Thomas von Aquin, Catena Aurea. Kommentar zu den Evangelien<br />

im Jahreskreis, hg. v. Marianne Schlosser und Florian Kolbinger,<br />

© EOS Verlag, St. Ottilien, 2. Auflage 2012, 434


265<br />

Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren,<br />

der seiner Menschen Jammer wehrt<br />

und sammelt draus zu seinen Ehren<br />

sich eine ewge Kirch auf Erd,<br />

die er von Anfang schön erbauet<br />

als seine auserwählte Stadt,<br />

die allezeit auf ihn vertrauet<br />

und tröst’ sich solcher großen Gnad.<br />

Der Heilig Geist darin regieret,<br />

hat seine Hüter eingesetzt;<br />

die wachen stets, wie sich’s gebühret,<br />

dass Gottes Haus sei unverletzt;<br />

die führn das Predigtamt darinnen<br />

und zeigen an das ewig Licht;<br />

darin wir Bürgerrecht gewinnen<br />

durch Glauben, Lieb und Zuversicht.<br />

Die recht in dieser Kirche wohnen,<br />

die werden in Gott selig sein;<br />

des Todes Flut wird sie verschonen,<br />

denn Gottes Arche schließt sie ein.<br />

Für sie ist Christi Blut vergossen,<br />

das sie im Glauben nehmen an,<br />

und werden Gottes Hausgenossen,<br />

sind ihm auch willig untertan.<br />

Petrus Herbert 1566<br />

EG 245, Strophen 1–3 – Melodie: GL 551 · GL 1975 262 · KG 522


Abend · Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> 266<br />

Psalm 118 Verse 10–18<br />

Alle Völker umringen mich; *<br />

ich wehre sie ab im Namen des Herrn.<br />

Sie umringen, ja, sie umringen mich; *<br />

ich wehre sie ab im Namen des Herrn.<br />

Sie umschwirren mich wie Bienen, /<br />

wie ein Strohfeuer verlöschen sie; *<br />

ich wehre sie ab im Namen des Herrn.<br />

Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen; *<br />

der Herr aber hat mir geholfen.<br />

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; *<br />

er ist für mich zum Retter geworden.<br />

Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten: *<br />

„Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!<br />

Die Rechte des Herrn ist erhoben, *<br />

die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!“<br />

Ich werde nicht sterben, sondern leben, *<br />

um die Taten des Herrn zu verkünden.<br />

Der Herr hat mich hart gezüchtigt, *<br />

doch er hat mich nicht dem Tod übergeben.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Sich zu dir zu bekennen, Gott Israels, fällt zu keiner Zeit leicht.<br />

Komm uns zu Hilfe mit deiner Rechten, lass uns ganz auf deine<br />

Treue bauen.<br />

Lesung Ez 20, 41–42a<br />

Beim Aufsteigen des Dufts eurer Opfer will ich euch gnädig<br />

annehmen. Wenn ich euch aus den Völkern herausführe<br />

und aus den Ländern sammle, in die ihr zerstreut seid, werde<br />

ich mich vor den Augen der Völker an euch als heilig erweisen.<br />

Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin.


267<br />

Sonntag, 24. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Kommt und folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern<br />

machen.<br />

Fürbitten<br />

Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Voll Vertrauen folgen<br />

wir dem Ruf Jesu und bitten:<br />

V/A: Herr, erbarme dich.<br />

– Inmitten einer unheilen Welt bitten wir um deinen Beistand<br />

für die Menschen, die besonders von Krankheit und Armut<br />

bedroht sind.<br />

– Inmitten unseres alltäglichen Wohlstandes leben viele so, als<br />

stünde ihnen all dies zu. Wir bitten für alle, die teilen wollen.<br />

– Inmitten einer gewalttätigen Welt bitten wir für die Opfer von<br />

Bürgerkriegen, ethnischen Konflikten und religiös motivierten<br />

Auseinandersetzungen.<br />

– Inmitten unserer Familien und Freundschaften bitten wir für<br />

alle, die die Last der Einsamkeit tragen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, lenke unser Tun nach deinem Willen<br />

und gib, dass wir im Namen deines geliebten Sohnes reich<br />

werden an guten Werken. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.<br />

Gott wird uns durch Jesus Christus alles, was wir nötig haben,<br />

aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken.<br />

Unserem Gott und Vater sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.<br />

Vgl. Phil 4, 19–20<br />

Salve Regina (Seite 363)


ekehrung des heiligen<br />

Apostels Paulus<br />

Montag, 25. <strong>Januar</strong> <strong>2021</strong><br />

Zeugnisse für die Bekehrung des Saulus-Paulus – der eine sein<br />

jüdischer, der andere sein römischer Name – finden sich in<br />

der Apostelgeschichte (9, 1–31; 22, 1–21; 26, 4–23) und auch in<br />

seinen Briefen (z. B.: Phil 3, 6; Gal 1, 12–17). Saulus-Paulus legte<br />

Wert darauf, dass er, der Sohn eines Pharisäers, auch selbst als<br />

Pharisäer ganz nach dem Gesetz lebte. Er wollte die jüdische Lehre<br />

rein und von allen Verfälschungen frei halten. Wie die Christen<br />

an einen gekreuzigten Messias zu glauben, war für ihn unvorstellbar.<br />

Voll Eifer verfolgte er deshalb die Kirche Jesu Christi, wie er<br />

selbst schreibt (vgl. Phil 3, 5 f.). Dass gerade ihn der Ruf Gottes<br />

traf, diesen Jesus zu bekennen, war für ihn selbst unbegreiflich.<br />

Ihm, der mit offiziellen Papieren unterwegs nach Damaskus war,<br />

um die dortigen Christen zu verfolgen, begegnete dieser Christus<br />

in einer Vision – und aus dem glühenden Christenverfolger wurde<br />

ein ebenso glühender Eiferer für Jesus Christus und sein Evangelium.<br />

Während Petrus von Jesus zum Felsen der Kirche bestimmt<br />

wurde (Mt 16, 18), wurde Paulus berufen, als „Lehrer der Heidenvölker“<br />

(1 Tim 2, 7) zu wirken. Paulus hat sich aufgrund dieses<br />

Damaskuserlebnisses immer wieder darauf berufen, ein Apostel zu<br />

sein wie die anderen Apostel. In seinem unermüdlichen Einsatz<br />

für den Glauben wurde er zum Völkerapostel und gründete viele<br />

Christengemeinden.<br />

Frühestens seit dem achten Jahrhundert ist ein Fest der Bekehrung<br />

des Paulus in Gallien bezeugt.<br />

Schrifttexte: Lesungen zur Auswahl: Apg 22, 1.3–16 oder Apg 9,<br />

1–22; Evangelium: Mk 16, 15–18<br />

Namenstag: Susanna (biblische Gestalt) · Wolfram von Wadgassen<br />

(Abt, † 1158) · Titus Maria Horten (Dominikaner, Seelsorger, † 1936)


269<br />

Montag, 25. <strong>Januar</strong> · Morgen<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Lasst uns Gott loben am Fest der Bekehrung des heiligen<br />

Paulus!<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

1. Staunend sehen wir<br />

deines Lebens Wandlung:<br />

Saulus hießest du<br />

und ein Feind der Christen,<br />

Paulus bist du jetzt,<br />

und als Christi Zeuge<br />

wird dir die Krone.<br />

3. Auserwählt vom Herrn,<br />

um das Wort zu künden,<br />

streust du seine Saat,<br />

wirst der Heiden Lehrer,<br />

hast am eignen Leib,<br />

hast durch Tod und Leben<br />

Christus verherrlicht.<br />

2. Da sein Licht dich trifft,<br />

fällst du blind zu Boden,<br />

stehst verwandelt auf,<br />

seinem Ruf zu folgen.<br />

Eingetaucht in ihn,<br />

bist du neu geworden,<br />

Glied seines Leibes.<br />

4. Bringe unser Lob<br />

vor den höchsten Vater,<br />

bring es vor den Sohn,<br />

der dich rief in Gnade,<br />

bring es vor den Geist,<br />

dessen Kraft dich drängte,<br />

Christus zu künden. Amen.<br />

Zeitgenössisch<br />

Psalm 50 Verse 1–6<br />

Der Gott der Götter, der Herr, spricht, /<br />

er ruft der Erde zu *<br />

vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.<br />

Vom Zion her, der Krone der Schönheit, *<br />

geht Gott strahlend auf.<br />

Unser Gott kommt und schweigt nicht; *<br />

Feuer frisst vor ihm her; um ihn stürmt es gewaltig.


Morgen · Montag, 25. <strong>Januar</strong> 270<br />

Dem Himmel droben und der Erde ruft er zu, *<br />

er werde sein Volk nun richten:<br />

„Versammelt mir all meine Frommen, *<br />

die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.“<br />

Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden; *<br />

Gott selbst wird Richter sein.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du Sonne der Gerechtigkeit, entzünde dein Feuer in uns. Lass<br />

uns erkennen, was recht ist vor dir, und dich loben in allem,<br />

was wir tun.<br />

Lesung 1 Tim 1, 12–13<br />

Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem<br />

Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen<br />

Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und<br />

verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste<br />

in meinem Unglauben nicht, was ich tat.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Voll Freude feiern wir die Bekehrung des heiligen Paulus. Denn<br />

seinen Verfolger hat der Herr zu seinem Werkzeug erwählt.<br />

Bitten<br />

Jesus, du hast dein Leben für uns gegeben. Wir bitten dich:<br />

A: Bleibe bei uns, Herr.<br />

– Damit wir für unsere Mitmenschen da sein können.<br />

– Damit wir trotz aller Rückschläge weiter auf das Kommen<br />

deines Reiches hoffen.<br />

– Damit wir allen Mut machen können, die nicht wissen, wie<br />

es weitergehen soll.<br />

Vaterunser


271<br />

Montag, 25. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

Oration<br />

Gott, du Heil aller Völker, du hast den Apostel Paulus auserwählt,<br />

den Heiden die Frohe Botschaft zu verkünden. Gib uns,<br />

die wir das Fest seiner Bekehrung feiern, die Gnade, uns deinem<br />

Anruf zu stellen und vor der Welt deine Wahrheit zu bezeugen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr lasse uns wachsen und reich werden<br />

in der Liebe zueinander und zu allen,<br />

damit unser Herz gestärkt wird und wir ohne Tadel sind<br />

und geheiligt, wenn er mit allen seinen Heiligen kommt.<br />

Vgl. 1 Thess 3, 12–13<br />

Eucharistiefeier<br />

Ich weiß, auf wen ich mein Vertrauen gesetzt habe,<br />

und bin überzeugt, dass er die Macht hat,<br />

das mir anvertraute Gut bis zu seinem Tag zu bewahren,<br />

er, der Herr, der gerechte Richter.<br />

2 Tim 1, 12; 4, 8<br />

Gloria<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 22, 1a.3–16<br />

In jenen Tagen sagte Paulus zum Volk: Brüder und Väter! Ich<br />

bin ein Jude, geboren in Tarsus in Zilizien, hier in dieser Stadt<br />

erzogen, zu Füßen Gamaliëls genau nach dem Gesetz der Väter<br />

ausgebildet, ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid. Ich<br />

habe den neuen Weg bis auf den Tod verfolgt, habe Männer<br />

und Frauen gefesselt und in die Gefängnisse eingeliefert. Das<br />

bezeugen mir der Hohepriester und der ganze Rat der Ältesten.<br />

Von ihnen erhielt ich auch Briefe an die Brüder und zog nach


Eucharistie · Montag, 25. <strong>Januar</strong> 272<br />

Damaskus, um dort ebenfalls die Anhänger der neuen Lehre zu<br />

fesseln und zur Bestrafung nach Jerusalem zu bringen.<br />

Als ich nun unterwegs war und mich Damaskus näherte, da<br />

geschah es, dass mich um die Mittagszeit plötzlich vom Himmel<br />

her ein helles Licht umstrahlte. Ich stürzte zu Boden und hörte<br />

eine Stimme zu mir sagen: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?<br />

Ich antwortete: Wer bist du, Herr? Er sagte zu mir: Ich bin Jesus,<br />

der Nazoräer, den du verfolgst.<br />

Meine Begleiter sahen zwar das Licht, die Stimme dessen<br />

aber, der zu mir sprach, hörten sie nicht.<br />

Ich sagte: Herr, was soll ich tun? Der Herr antwortete: Steh<br />

auf und geh nach Damaskus, dort wird dir alles gesagt werden,<br />

was du nach Gottes Willen tun sollst. Da ich aber vom Glanz<br />

jenes Lichtes geblendet war, sodass ich nicht mehr sehen konnte,<br />

wurde ich von meinen Begleitern an der Hand geführt und<br />

gelangte so nach Damaskus.<br />

Ein gewisser Hananias, ein frommer und gesetzestreuer<br />

Mann, der bei allen Juden dort in gutem Ruf stand, kam zu mir,<br />

trat vor mich und sagte: Bruder Saul, du sollst wieder sehen!<br />

Und im gleichen Augenblick konnte ich ihn sehen. Er sagte:<br />

Der Gott unserer Väter hat dich dazu erwählt, seinen Willen<br />

zu erkennen, den Gerechten zu sehen und die Stimme seines<br />

Mundes zu hören; denn du sollst vor allen Menschen sein Zeuge<br />

werden für das, was du gesehen und gehört hast. Was zögerst<br />

du noch? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen<br />

und rufe seinen Namen an!<br />

Impuls zur Lesung<br />

„Vom Saulus zum Paulus“, das klingt für uns wie „von schwarz<br />

zu weiß“. Oft sehen wir nur die Kluft, die den entschiedenen<br />

Gegner der jungen Christus-Bewegung von dem Mann trennt,<br />

der sich zum Apostel Christi berufen weiß. Doch Paulus ist keine<br />

gespaltene Persönlichkeit. Die heutige Lesung lenkt unsere<br />

Aufmerksamkeit vielmehr auf das, was „Saulus“ und „Paulus“<br />

verbindet. In der damaligen Welt war es verbreitet, dass Juden


273<br />

Montag, 25. <strong>Januar</strong> · Eucharistie<br />

sowohl einen hebräischen als auch einen griechischen Namen<br />

trugen. Und ist es nicht zudem ein frommer und gesetzestreuer<br />

Jude, der dem vom Lichtglanz des Herrn Geblendeten die<br />

Augen öffnet und ihm zu verstehen gibt, dass ihn der „Gott unserer<br />

Väter“ zum Christuszeugen, zum Zeugen des Gerechten,<br />

auserwählt hat? Wer ist Saulus? Als Pharisäer-Schüler glaubt<br />

Saul an die Auferstehung, er hofft auf ein baldiges Kommen<br />

des Messias und ist von der Überzeugung durchdrungen, dass<br />

der Wille Gottes im ganzen Leben zum Ausdruck gebracht werden<br />

müsse. All dies bereitet ihn, wenn auch von ihm lange Zeit<br />

unbemerkt, für die Begegnung mit Jesus, dem Christus vor. Zunächst<br />

jedoch bekämpft er die Anhänger des neuen Weges vehement.<br />

Nach seiner lebenserneuernden Christusbegegnung<br />

wirkt er als Missionar, Gemeindegründer und einflussreicher<br />

Theologe. In Treue zu den Verheißungen Gottes an Israel trägt<br />

und überträgt der Apostel die Botschaft vom Gott und Vater<br />

Jesu Christi in die griechisch-römische Lebenswelt.<br />

Antwortpsalm Ps 117<br />

Kehrvers:<br />

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen das Evangelium!<br />

Lobet den Herrn, alle Völker, *<br />

preist ihn, alle Nationen! – Kehrvers<br />

Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *<br />

die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Mk 16, 15, ferner GL 454 · GL 1975 646, 5 oder KG 36 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 15, 16<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt,<br />

dass ihr Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.<br />

Halleluja.


Eucharistie · Montag, 25. <strong>Januar</strong> 274<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 16, 15–18<br />

In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht<br />

hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen<br />

Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet;<br />

wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.<br />

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden<br />

folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie<br />

Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;<br />

wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird<br />

es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände<br />

auflegen, werden gesund werden.<br />

Gabengebet<br />

Gott und Vater aller Menschen, erhelle unsere Herzen mit dem<br />

Licht des Glaubens und erfülle sie in dieser Opferfeier mit dem<br />

Heiligen Geist, der den Apostel Paulus gedrängt hat, deine Herrlichkeit<br />

unter den Völkern zu verkünden. Darum bitten wir<br />

durch Christus, unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

du bist der ewige Hirt, der seine Herde nicht verlässt, du hütest<br />

sie allezeit durch deine heiligen Apostel. Du hast sie der<br />

Kirche als Hirten gegeben, damit sie ihr vorstehen als Stellvertreter<br />

deines Sohnes. Darum singen wir mit den Engeln und<br />

Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen<br />

des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen<br />

Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Gal 2, 20<br />

Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und<br />

sich für mich hingegeben hat.


275<br />

Montag, 25. <strong>Januar</strong> · Abend<br />

Schlussgebet<br />

Herr, unser Gott, das Sakrament, das wir empfangen haben,<br />

erwecke in uns den apostolischen Eifer, der den heiligen Paulus<br />

dazu bereit gemacht hat, unermüdlich für alle Gemeinden zu<br />

sorgen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der allmächtige Gott segne euch durch unseren Herrn Jesus<br />

Christus, der seine Kirche auf das Fundament der Apo