FÜNFZIG+ life Winter 2020

skyllsmedia

Winterausgabe 2020 des regionalen Printmagazins FÜNFZIG+ life - Gut leben in Südniedersachsen
- Für alle im besten Alter -
Folgende Themen finden Sie im Inhalt:
Coaching für den Unruhestand - über (Vor-)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele
Spezialthema "Gedächtnis, Demenz & Alzheimer"
Hinter den Kulissen beim DT Göttingen (Corona-Edition)
Das Stockholm-Syndrom - FÜNFZIG+ life Crime Story Teil 3
u. v. m.

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GUT LEBEN IN SÜDNIEDERSACHSEN

Auf ein

besseres

2021

Wir hoffen auf

das Beste

Coaching

für den

Unruhestand

Tschüss Arbeitsleben:

Was man im Rentenalter

noch alles tun kann

Spezialthema:

Gedächtnis,

Demenz &

Alzheimer

TEIL III DER

CRIME

STORY

AUSGABE

Winter 2020


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ICH WOLLT'

EINFACH MAL

Danke

SAGEN ...

EDITORIAL

Wir haben es bald geschafft.

Nein, leider

noch nicht die Pandemie

als solches, aber

doch wohl eines der schwierigsten Jahre

unserer Generation. Der Gedanke an

Feierlichkeiten in Funk und Fernsehen,

wie sie als Jahresausklang schon fast

Tradition sind, mutet irgendwie merkwürdig

an.

Und doch haben wir etwas zu feiern: ein

Zeichen. Mit dieser Winter-Ausgabe

FÜNFZIG+ life wollen wir ein Zeichen

für thematische Vielfalt setzen, in einer

Zeit, in der sich alles nur um ein Thema

zu drehen scheint. Aber selbst ein derart

eingeschränktes Leben bietet so viel

mehr, über das man nachdenken, diskutieren

und lachen kann. An Corona

kommen wir trotzdem nicht vorbei. Sie

werden sehen.

Ich sage DANKE all jenen, die uns in

2020 unterstützt haben: die Interviewpartner

mit ihrer Expertise, die Leser mit

ihrem wertvollen Feedback, der zuverlässige

Verteildienst und nicht zuletzt

die Werbepartner, ohne die ein für Leser

kostenloses Magazin wie dieses nicht

realisierbar wäre. DANKE!

Frohe Weihnachten, einen guten Rutsch

ins neue Jahr und bleiben Sie gesund!

WINTER

2020


Bilder des Jahres

Herbst

AHA, LOCKDOWN LIGHT und DONALD TRUMP

Der Herbst war geprägt von Einschränkungen

und Absagen. Zunächst blieb das

hierzulande immer beliebter werdende

Halloween auf der Strecke. All die Hexen

und Monster, Vampire und Geister

mit ihren auswendig gelernten Grusel-Gedichten

sollten daheimbleiben.

Dann traf der Lockdown light die Gastronomie

und die Stühle in Restaurants,

Cafés und in Bars wurden (erneut) in die

Zwangsferien geschickt.

Dagegen hat im November die Mehrheit

der US-Amerikaner entschieden, ihren

amtierenden Präsidenten Donald J.

Trump nach vier Jahren in die Wüste zu

schicken.

Fotos: iStock , BigStock

4 FÜNFZIG+ LIFE


10

12

TITEL

02

Tschüss Arbeitsleben – hallo Unruhestand!

Ruhestandscoach Wolfgang Schiele gewährt Einblicke in seine Arbeit

Inhalt

12

18

26

08

10

18

22

26

32

38

40

16

36

REGION

Sogar Weihnachtsbäume halten Abstand

Weihnachtsbaumverkauf unter Corona-Bedingungen

Für das Plesseland

Werbegemeinschaft Wir im Plesseland hält zusammen

SPEZIALTHEMA: GEDÄCHTNIS, DEMENZ & ALZHEIMER

Wenn die Lücken immer größer werden

Wie unser Gedächtnis aufgebaut ist und was im Alter damit passiert

„Man hat viel über die Alzheimer-Pathologie gelernt”

Interview mit Dr. Katrin Radenbach von der Psychiatrischen Klinik der UMG

CRIME

Der Tresorraum wird zur Falle

Das Stockholm-Syndrom – Teil 3 der Serie

LEBEN

Tiere als letzte Weggefährten

Worauf man bei der Anschaffung von Hund oder Katze achten sollte

KULTUR

Alles Lüge ... und immer wieder wächst das Gras

Vorschau auf die DT-Premiere des Stücks nach einer Idee von Roman Majewski

Hinter den Kulissen

Drei Abteilungen des Deutschen Theaters Göttingen im Corona-Interview

HUMOR

Wenn der Weihnachtsmann nicht klingelt

Kolumne von Torsten Gostschegk

Der beste Freund des Menschen

von Marion Schupfner

32

06 Regionales

17 Weihnachtsgrüße aus der Wirtschaft

30 Gewinnspiel

dazu:

03

Editorial | 42 Serviceseiten | 46 Impressum

WINTER 2020

38

WINTER 2020

5


Immobilienpreissturz

bleibt in der Region aus

Immobilien-Käufer wurden als mögliche Gewinner der Corona-Krise gehandelt.

Doch die Preise für Wohnungen und Häuser haben sich schnell erholt. Der unveränderte

Wohnraummangel lässt Verkäufer trotz Pandemie gut dastehen.

Wer darauf spekuliert hatte, dass finanzielle

Schieflagen im privaten und gewerblichen

Sektor, ausgelöst durch den coronainduzierten

Lockdown, einen dauerhaften

Preisverfall auf dem Immobilienmarkt bewirken

würden, sah sich bisher getäuscht.

„Der erwartete Absturz blieb aus“, erklärt

Robert Fisse, Immobilienmakler aus

Bovenden. Gerade in guten Lagen sei der

Preis seiner Einschätzung nach gleichgeblieben.

Einer Analyse von on-geo zufolge

sanken im März und April die Preise für

Eigentumswohnung um 7,5 Prozent, bei

Ein- und Zweifamilienhäusern lediglich

um 1,8 Prozent. Durch die Lockerungen

im Frühsommer habe sich der Markt aber

schnell wieder erholt.

„Eine unheimliche Nachfrage besteht

im Moment allerdings bei speziellen Immobilien

mit viel Platz wie beispielsweise auf

Resthöfen“, erklärt der Makler.

Drastische Änderungen bewirkte der ausgerufene

Lockdown jedoch im operativen

Geschäft der Immobilienmakler. Die Kontaktbeschränkungen

ließen keine Gruppenbesichtigungen

mehr zu. Außerdem: „Bei

bereits bewohnten Immobilien musste der

Besitzer für Zeit der Besichtigungen außer

Haus sein“, sagt Fisse. „Insgesamt waren

wir immer nur mit maximal drei Personen

im Haus. Alle natürlich mit Maske.“

Die Zahl der Eigentumswohnungen und

Häuser, die auf den Markt kamen, sank

im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Wer

nicht verkaufen musste, ließ angesichts der

coronabedingten Ungewissheit für die Zukunft

erst einmal alles beim Alten. Sicherheit

statt Spekulation.

Doch dieses scheinbar lotrechte Bild,

wackelt im Hintergrund trotzdem bereits

ein wenig. Haben sich Banken bisher gerade

bei der Stundung von Kreditraten kulant

gezeigt, wird irgendwann in naher Zukunft

auch hier wieder Geld fließen müssen. Dies

könnte bald kurzfristig zu mehr Angeboten

auf dem Markt führen. Insgesamt sieht Fisse

aber mittelfristig keine großen Veränderungen

in der Region: „Das niedrige Zinsniveau

wird die Preise zumindest in den nächsten

drei bis fünf Jahren weiter stabil halten.“

6 FÜNFZIG+ LIFE


Der schönste Blick aufs

Kloster Walkenried

Ein kleiner Ausflugtipp zur Advents- und Weihnachtszeit

„Herztöne“

sieht man

jetzt zuhause

Von Göttingen aus dauert die Fahrt mit

dem Auto nach Walkenried eine Stunde.

Von Bad Sachsa nach Walkenried sind es

nur 10 Minuten bis zum Parkplatz des

ZisterzienserMuseums Kloster Walkenried.

Der Südharzer Klosterort lässt sich

von Bad Sachsa aus zudem gut zu Fuß

oder mit dem Rad erreichen, dann aber

am besten durch die zu allen Jahreszeiten

wunderbar zu durchwandernde

historische Teichlandschaft, die sich zwischen

beiden Orten erstreckt.

In Walkenried liegen mittelalterliche

Klosteranlage und Parkplatz direkt am

Bauchlauf der Wieda. Von hier aus führt

ein Rundweg um die hoch aufragenden

Kirchenruinen und die Klausur, die das

ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried

beherbergt.

Auf der Ostseite der Anlage, in der

einst zu besten Zeiten rund 100 Mönche

lebten, beteten und arbeiteten, führt eine

Brücke über die idyllisch plätschernde

Wieda. An dieser entlang schlängelt sich

ein kleiner Waldweg und schon nach

wenigen Schritten ist der Romantikblick

auf die gotische Klosteranlage erreicht.

Eine Bank steht bereit und ein wirklich

romantisches Fotomotiv wartet auf seine

Fotografen. Keine Frage, hier direkt an

der Wieda lässt sich der schönste Blick

aufs Kloster und die Kirchenruine erhaschen

– mit und ohne Schnee.

Wer mag, kann noch weiter entlang

der Wieda und der ehemaligen Klostermauer

spazieren und nach einigen

hundert Metern führt der Weg über die

nächste Brücke Richtung Ortsmitte und

zurück zu Klosteranlage und Parkplatz.

Vortragsreihe der Universitätsmedizin

seit Juni digital verfügbar

Patienten, Angehörige und an medizinischen

Themen interessierte Menschen

zu informieren, ist in diesem chaotischen

Jahr zu einer rein digitalen Angelegenheit

geworden.

Das hat auch das Herzzentrum Göttingen

dazu gebracht, ihre Vortragsreihe

„Herztöne“ in ein digitales Format zu verwandeln.

Im Juni 2020 begann die Online-Vortragsreihe

mit einem Video von

Prof. Dr. Michael Koziolek zum Thema

Bluthochdruck. Ab 5. Dezember kommt

mit dem Vortrag „Mit Herz und Hirn erfolgreich

altern“ von Prof. Dr. Christine

von Arnim ein weiteres Video hinzu.

Einbeck plant Winterzauber

Statt Weihnachten soll Ende Januar der Winter gefeiert werden

Schon Mitte November stand fest: Das

traditionelle Weihnachtsdorf auf dem

Einbecker Marktplatz musste abgesagt

werden. Nur eine Woche später musste

Einbeck Marketing auch das Konzept der

Weihnachtsstadt aufgeben, das rund 15

Hütten und Buden in der gesamten Altstadt

vorgesehen hatte. Anja Barlen-Herbig,

Geschäftsführerin der Einbeck Marketing

GmbH erklärt: „Alternativ planen

wir jetzt einen Winterzauber in der

Einbecker Altstadt, der Ende Januar bis

Ende Februar stattfinden soll. Uns bleibt

die Hoffnung, dass sich die Infektionsentwicklung

bis dahin ein wenig entspannt

hat.“

Einbeck präsentiert sich dennoch weihnachtlich.

Die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung

erstrahlt seit dem ersten

Advent. Ein großer Weihnachtsbaum

schmückt den Marktplatz und auch die

vielen hundert Lichter der ebenso traditionellen

Schwibbögen leuchten in den

Fenstern. Darüber hinaus hat Einbeck

Marketing 50 weitere geschmückte Tannenbäume

in der gesamten Innenstadt

verteilt. „Weihnachten ist das Fest der

Besinnlichkeit und Einbeck wird sich mit

einer festlichen Atmosphäre präsentieren

– mit stimmungsvoller Beleuchtung und

Weihnachtsbäumen für Adventsstimmung

sorgen“, sagt Barlen-Herbig.

Online verfügbar sind folgenden Vorträge:

Risikofaktor Bluthochdruck –

Prof. Dr. Michael Koziolek

Sichere Diagnose: Das Herz im Blick

– Prof. Dr. Christian Ritter

Stress lass nach –

Prof. Dr. Michael Koziolek

Hilfe bei Herzklappenfehlern –

Prof. Dr. med. Tim Seidler

Rehachancen nutzen –

Dr. med. Jeannette Hamadeh

Herzchirurgie im Wandel –

Prof. Dr. med. Hassina Baraki

Im Web: herzzentrum.umg.eu/herztoene

WINTER 2020

7


REGION

Weihnachten

Sogar Weihnachtsbäume halten Abstand

Er gehört genauso zu Weihnachten wie Gans, Lebkuchen und Adventskränze: der Weihnachtsbaum. In 2020

ist aber alles anders. Während einige Traditionen wie etwa die Weihnachtsmärkte ausfallen, erwartet man im

Weihnachtsbaumgeschäft tatsächlich einen Zuwachs.

Die Corona-Krise scheint sich in jedes kleine

Detail unseres gesellschaftlichen Lebens

auf die eine oder andere Weise einzuschleichen.

Nach der Absage aller größeren

Weihnachtsmärkte in der Region machen

die Verordnungen auch vor dem traditionellen

Weihnachtsbaumverkauf nicht Halt.

Probleme bereitet den regionalen Betrieben

auch der Rückgang von Helfern,

ähnlich wie es im Frühjahr schon bei den

Erntehelfern der Fall war.

Dennoch erwartet die Branche einen

deutlichen Zuwachs an verkauften Bäumen.

Denn die Zahlen jener, die über die

Weihnachtsfeiertage in die Ferien fahren,

schrumpft. Schuld sind Reisewarnungen,

Kontaktbeschränkungen und die in Aussicht

gestellten Quarantänemaßnahmen bei

Rückkehr aus Risikogebieten. Familien feiern

im kleineren Kreis, was die Nachfrage

nach einem eigenen Baum, unter den sich

Geschenke für die Lieben platzieren lassen,

steigen lässt.

Einer der regionalen Anbieter für Nordmanntannen,

Edeltannen und Blaufichten,

Honig, Eier, Kartoffeln und Wildbret – im Verkaufshäuschen

der Betreiber Dr. Stella Bodenburg (li.)

und Robert Fisse (re.) ist alles frisch und regional.

Auch das Tannengrün und die Weihnachtsbäume.

Foto: Hof Bodenburg

der davon profitieren könnte, ist Hof Bodenburg

in Bovenden. Dort werden alljährlich

neben frischem Tannengrün für Kränze

und Dekorationen Weihnachtsbäume aus

eigenem kontrollierten Anbau angeboten.

Von klein bis groß ist für jeden zur Verfügung

stehenden Platz etwas dabei.

In diesem Jahr haben aber sogar die Bäume

Abstand voneinander zu halten. Laut Aussage

von Anbieter Robert Fisse, der zusammen

mit seiner Frau den Hofladen betreibt,

habe man zunächst mit den üblichen Abständen

von 1,5 Metern geplant, jetzt aber

Durchgänge von drei Metern vorgesehen.

Da der Hof selbst für die Einhaltung der Abstandsregelungen

nicht ausreichend Raum

bieten würde, weicht man auf den Vorplatz

des Hofladens im Schinderkuhlenweg in

Bovendens Altdorf aus.

Die Bäume werden dann auch nur vom

dortigen Personal berührt und an den Käufer

übergeben. Fisse verspricht aber trotz

aller Einschränkungen am Hofladen für die

richtige vorweihnachtliche Stimmung zu

sorgen. Vom 11. bis 23. Dezember, täglich

von 10 bis 19 Uhr, kann man sich in Bovenden

den Wunschweihnachtsbaum aussuchen.

Licht an in den Innenstädten

Nach Absage aller großen Weihnachtsmärkte kommt trotzdem etwas

vorweihnachtliche Stimmung auf

Bis zuletzt wurde versucht, Konzepte zur

Durchführung von Weihnachtsmarkt-Alternativen

unter Corona-Bedinungen zu

erstellen wie etwa in Einbeck (s. Artikel auf

der letzten Seite). Vergeblich.

Auf etwas Weihnachtsfeeling muss man

beim hektischen Geschenkekaufen aber

dennoch nicht verzichten. Sowohl in Einbeck

wie auch in Northeim und Göttingen

können sich Besucher wieder von besinnlicher

Innenstadtbeleuchtung verzaubern

lassen.

Gerade in Göttingen ist das in diesem

Jahr keine Selbstverständlichkeit. Denn dort

werden die Kosten von den Ladenbesitzern

in den Straßen der Innenstadt getragen.

Und die sind seit dem Frühjahr bekanntlich

finanziell stark unter Druck geraten.

ZAHLENSPIELE

29,8 Mio.

Weihnachtsbäume wurden

2019 in Deutschlands

Haushalte aufgestellt

(Quelle: statista.com)

8 FÜNFZIG+ LIFE


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Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit,

frohe Weihnachtsfeiertage,

alles Gute für 2021 und – bleiben Sie gesund!

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REGION

Wir im Plessland

Für das Plesseland

Wir im Plesseland – Interessengemeinschaft Bovender Wirtschaft

und Bürger des Flecken Bovenden halten zusammen

Stadtgebiet. Für die Bewohnerinnen und Bewohner

des Flecken veröffentlicht die Werbegemeinschaft

alle drei Jahre eine entsprechende

Broschüre mit allen Informationen als Wegweiser

zu den angeschlossenen Firmen, aber auch

zu Bovendens umfangreicher Sport- und Kulturlandschaft,

zur Verwaltung und zur medizinischen

Versorgung.

01

Präsentieren stolz

den Bovender

Adventskalender:

Vertreter der

Bürgerstiftung

Bovenden und des

WIP e. V. sowie

Bürgermeister

Thomas Brandes

(2. v. r.); Foto:

Meike Herting.

Die Interessengemeinschaft WIP der Bovender

Wirtschaft musste ihre für 2020

geplanten Aktionen absagen. Den Bovender

Adventskalender in Kooperation mit

der Bürgerstiftung ließen sie sich aber

nicht nehmen. Ein Zeichen für den guten

Zusammenhalt im Flecken Bovenden.

Die 2007 gegründete Werbegemeinschaft

„Wir im Plesseland“ e. V. umfasst derzeit über

70 Mitglieder aus Handel, Dienstleistung und

Handwerk. Der Großteil davon ist direkt im

Bovender Wirtschaftsraum ansässig, weitere

Unternehmen haben ihren Sitz im Göttinger

Bovenden ist stolz auf seine vielfältige Einkaufslandschaft.

Deutlich wird dies vor allem an den

verkaufsoffenen Sonntagen, die von WIP-Mitgliedern

bisher organisiert und bunt gestaltet

wurden. Mit vielen Mitmachaktionen, zum

Beispiel auf den Parkplatzflächen am Feldtor,

wurden immer viele Besucher von jung bis alt

aus Bovenden und dem Umland angelockt.

„Mit vielen originellen und abwechslungsreichen

Angeboten bereichert die WIP [...] den

Veranstaltungskalender des Flecken und verbessert

damit die Lebensqualität der Bürger“,

heißt es im Grußwort der WIP-Mitglieder in

der diesjährigen Broschüre. Doch in diesem

Jahr kam es coronabedingt zu keinem weiteren

derartigen Event.

„Im Zeichen des Gesundheitsschutzes haben

wir alle geplanten verkaufsoffenen Sonntage

abgesagt“, erklärt Harm Adam, 1. Vorsitzender

des Vereins. Der Rechtsanwalt verweist darauf,

in Bovenden keine Superspreader-Events

riskieren zu wollen. Nichtsdestotrotz sei man

sehr stolz auf die treue Stammkundschaft im

Flecken, die den Unternehmen auch in diesem

Rechtsanwalts- und Notarkanzlei in Göttingen

Rechtsanwälte

Dr. reinhard Bodenburg, Notar a. D.

Michael Zillian, Notar

Hasso Werk

anneke Fasterding

Dr. Stefan Haeder

Claudia Hüstebeck

Manuela orlob

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10 FÜNFZIG+ LIFE


schweren Jahr zu jeder Zeit beigestanden haben.

Auf den alljährlichen Mitgliederausflug habe

man in diesem Jahr aber ebenfalls verzichten

müssen, so Harm Adam. In der Vergangenheit

seien WIP-Mitglieder zum Beispiel gemeinsam

zur Burg Plesse gewandert, man habe zusammen

Golf gespielt oder die Gräflich von Hardenberg´sche

Kornbrennerei besucht. Dieses

Zusammentreffen sei immer eine gute Möglichkeit

des gegenseitigen Austauschens gewesen,

betont der 1. Vorsitzende.

Auch aus der Verwaltung, in Person von Bovendens

Bürgermeister Thomas Brandes, gibt

es in der aktuellen WIP-Broschüre lobende

Worte für die Arbeit der Werbegemeinschaft:

„Unternehmen sowie Gemeinderat und

Verwaltung verfolgen ein gemeinsames Ziel:

das Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger

im Flecken Bovenden stetig attraktiver zu gestalten.

Die Unternehmen aus Handel. Handwerk,

Dienstleistungen und dem medizinischen

Bereich bilden eine starke Gemeinschaft,

die wesentlich zur Attraktivität des Flecken

Bovendens beiträgt.“

Dazu trägt auch der neue Adventskalender

bei, den die Bürgerstiftung Bovenden in Kooperation

mit dem Wir im Plesseland e. V. nun

schon zum sechsten Mal anbietet. Hinter jedem

Türchen versteckt sich ein von WIP-Mitgliedern

gestifteter Preis, der über eine Losnummer

ausgelobt wird. Insgesamt sind in diesem Jahr

71 Preise im Gesamtwert von über 3.600 Euro

zusammengekommen. Ein weiterer Beweis für

den starken Zusammenhalt zwischen Bovender

Unternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern

des Flecken.

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Die Mitglieder des

Wir im Plesseland e. V.

wünschen

Frohe Weihnachten!

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WINTER 2020

11


TITELTHEMA

Tschüss Arbeitsleben –

hallo Unruhestand!

01

| TEXT

Michael Seiler

| FOTOS

iStock, Bigstock,

Wolfgang Schiele,

Springer Verlag

| GRAFIK

vectorstock

UND DANN GEHT ES PLÖTZLICH DOCH GANZ SCHNELL: Vom einen auf den anderen Tag ist man nicht

mehr berufstätig, sondern Rentner. Selbst im mittlerweile gängigen Blockmodell der Altersteilzeit kommt

irgendwann der harte Bruch zwischen Arbeitsphase und Freistellungsphase. Mit einem Mal erhält man

keine fachliche Wertschätzung mehr, die äußeren Zwänge fallen als Antrieb weg und auch die Struktur des

Alltags ändert sich drastisch. Für Vorruhestandscoach Wolfgang Schiele öffnen sich mit dem Eintritt ins

Rentenalter für die Menschen allerdings eher ganz neue Türen.

+

Auf die Frage, ab wann man sich

konkret über den eigenen Ruhestand

Gedanken machen sollte,

hat der 66-jährige Wolfgang

Schiele eine klare Antwort: „Wenn man ungefähr

weiß, dass es in zwei bis drei Jahren in

den Ruhestand gehen wird, sollte man sich mit

dem Thema auseinandersetzen und zum Beispiel

ein Seminar besuchen.“

Der „hauptberufliche Rentner“ – wie er sich

selbst bezeichnet – aus Bad Saarow in Brandenburg

weiß, wovon er redet. Schließlich

wurde er nach über 40 Jahren im Beruf 2009

ungewollt von seinem Arbeitgeber in die Altersteilzeit

geschickt. Statt sich mit der schier

endlosen Freizeit abzufinden, ließ er sich unter

anderem an der Göttinger Resilienz Akademie

zum Coach ausbilden und fand als Be-

12 FÜNFZIG+ LIFE


01

Man kann sich im

Alter auf dem ausruhen,

was man

im Arbeitsleben

erreicht hat. Das

birgt aber auch

Gefahren.

02

Der Ruhestand

bietet viele neue

Möglichkeiten: In

der Gartenarbeit,

der Malerei oder

beim Erlernen

eines Musikinstruments

blühen

Rentner auf.

rufstrennungsmanager und Resilienz-Trainer

für Vorruheständler seine neue Berufung. Mit

„Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand?“ hat

er 2018 im Springer-Verlag sogar ein Fachbuch

zu diesem Thema veröffentlicht. Authentizität

ist ihm in seinem neuen Beruf sehr wichtig.

Und das fängt beim Alter an: „Es nimmt ihnen

niemand ab, wenn sie als jüngerer Mensch Älteren

erzählen wollen, wie der Ruhestand aussieht.”

Jeder geht mit seinem Ruhestand anders um.

Das hat auch Wolfgang Schiele vielfach erfahren.

Da gibt es jene, die die dritte Lebensphase

nach einem intensiven und vielleicht auch

ertragreichen Arbeitsleben genießen. Manche

davon sind Entdecker und leben ihre Freiheiten

aus, andere verhalten sich als „Couch-Potatoes“

eher phlegmatisch. Gerade fehlender

Aktionismus im Alter kann aber depressive Zustände

begünstigen, die nicht zuletzt auch negativen

Einfluss auf Gedächtnisleistungen bis

hin zu Demenzerkrankungen haben können.

Ein Faktor ist dabei auch das persönliche soziale

Netzwerk. Mitten im Berufsleben ist dies

noch durch Familie, Freunde und Kollegen

sehr stark. Je älter wir werden, desto mehr

dünnt das familiäre Netzwerk aus. Fällt dann

auch noch das berufliche weg, sollte man sich

schleunigst neue Kontakte schaffen. Quellen

Kindheit und

Jugend sind

eine Schatzkiste

an Ideen für

den Ruhestand.

gibt es diverse: Clubs und Vereine, die Nachbarschaft

sowie Bildungsangebote wie etwa

die Volkshochschule oder auch eine Gasthörerschaft

an einer Hochschule. Gerade in diesem

Fall schlägt man sogar zwei Fliegen mit

einer Klappe. Denn auch die geistige Fitness

ist mit zunehmendem Alter ein immer wichtigeres

Gut. Geistige aber auch körperliche

Herausforderungen sind deshalb integraler

Bestandteil von Wolfgang Schieles Workshops

und Seminaren, um in der Zukunft nicht unter

einem Rentner-Boreout-Syndrom [von engl.

boredom: Langeweile, Anm. d. R.] zu leiden.

Ein weiterer Baustein des Trainings hat dagegen

nichts mit der Zukunft, sondern mit früheren

Tagen zu tun: „In meinen Seminaren

machen wir eine Retrospektive, eine kleine

Heldenreise in die Vergangenheit“, erklärt der

Coach. „Wir schauen mal, was alles so in Kindheit

und Jugend an Interessen liegengeblieben

ist. Diese Zeit ist für mich eine Schatzkiste an

Ideen, die man im Alter möglicherweise noch

umsetzen kann.“ Das kann eine zweite Karriere

sein. Aber auch das Erlernen von neuen

Fähigkeiten, das Ausleben von Hobbys oder die

Erfüllung von Wünschen haben ihre Wurzeln

oft schon in früheren Zeiten.

U

02

22,5

Jahre befindet sich laut einer

OECD-Statistik von 2018 eine

deutsche Frau durchschnittlich

im Ruhestand, bei den Männern

sind es 19,1 Jahre.

Im Jahr 2019 lag das durchschnittliche

Alter bei Renteneintritt

laut einer Statistik der

Deutschen Rentenversicherung

bei 62,5 Jahren (Frauen) bzw.

62,2 Jahren (Männer).

WINTER 2020

13


TITELTHEMA

Ruhestand

U

Einen einfacheren Start in den dritten Lebensabschnitt

haben jene, die finanziell abgesichert

sind. In diesen Reihen findet Wolfgang Schiele

dann vereinzelt auch Seminarteilnehmer, die

nochmal richtig durchstarten und beispielsweise

ein Hobby zur zweiten Profession machen

wollen. Gewinnorientierung scheint dabei

zweitrangig zu sein. Der Spaß an der Arbeit

steht bei diesen Selbstverwirklichern im Vordergrund.

Mitunter sind dies auch Menschen,

die sich während ihres Berufslebens unterfordert

oder unglücklich gefühlt haben. Ist diese

Gruppe eher durch innere Reize motiviert, gibt

es noch die Nicht-Alternden, die es den Jungen

einfach noch einmal zeigen wollen, also zum

Teil auch auf äußere Reize reagieren.

Die Anforderungen für den neuen Job „Rentner“

fallen verschwindend gering aus. Außer

dem passenden Alter muss man nichts weiter

mitbringen. Es gibt keine fachliche Zulassungsbeschränkung,

kein Numerus clausus, nicht

einmal ein Zeugnis muss nachgewiesen werden.

Darin steckt aber auch die Krux: Ruhestand

kann man nicht erlernen. Vorerfahrungen

bringt für gewöhnlich niemand mit. Es sei

denn, er hat sich zum Beispiel mit einem Vorruhestandscoach

rechtzeitig darauf vorbereitet,

nicht in die Ruhestandsfallen zu tappen.

Welche das sind, wollen wir wissen. Schieles

Antwort: „Dazu muss man eigentlich nur Papa

ante portas von Loriot anschauen.”

„Es ist

nie zu spät,

sich mit dem

Ruhestand zu

beschäftigen.“

Wolfgang Schiele sieht sich in seinen Seminaren

und Workshops stets als Lotse, nicht als Kapitän

des Karriere- und Lebensschiffes. Der Coach

will mit seiner Arbeit Impulse, Hinweise und

Anregungen geben, damit Menschen gefährliche

Klippen im Ruhestand schadlos umschiffen

können. Die Verantwortung für sein Handeln

verbleibt aber beim Gecoachten, beim Schiffsführer

selbst. Und vielleicht die wichtigste

Botschaft von Wolfgang Schiele überhaupt: „Es

ist nie zu spät, sich mit dem Ruhestand zu beschäftigen“,

sagt er. „Selbst wenn man bereits

Rentner ist.”

+

WOLFGANG SCHIELE hat sich nach 40

Jahren als Angestellter intensiv mit dem

Thema Ruhestand auseinandergesetzt,

u. a. in seinem Fachbuch „Rastlos im Beruf,

ratlos im Ruhestand?“; erhältlich im

Springer Verlag.

03

03

Wenn man nichts

im Ruhestand mit

sich anzufangen

weiß, hilft womöglich

ein Coaching

weiter.

14 FÜNFZIG+ LIFE


Nächste Ausgabe:

MÄRZ 2021

Das Online-Journal von FÜNFZIG+ life

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HUMOR

Weihnachten

WENN DER

Weihnachtsmann

NICHT KLINGELT

Es ist schon eine verrückte Zeit, in der wir

uns gerade befinden. Niemand kommt zu

Besuch, und man selbst benötigt auch keine

Ausreden mehr, selbst Besuche bei Verwandten

zu umgehen.

Es ist ruhig, es ist besinnlich und es ist

... mit der Zeit ein wenig langweilig. Wird

es an diesem Weihnachtsfest etwa nicht die

obligatorische Zankerei mit den Geschwistern

geben, wer der Mutti im letzten Jahr

beim Kochen geholfen hat? Wird man nicht

gemeinsam am Tisch sitzen und feststellen,

dass die Mama immer noch die beste Köchin

ist?

Nun gut, es hat auch Vorteile. Man spart

unheimlich, weil man eben auch an Weihnachten

das essen kann, was man am liebsten

mag, und nicht das, was man erwartet,

zu Weihnachten auf den Tisch zu stellen.

Und wenn es Pommes rot/weiß mit püriertem

Hering ist. Es merkt ja niemand.

Man spart auch an den Geschenken. „Was?

Mein Geschenk ist nicht angekommen?

Dabei hab ich das doch extra so früh losgeschickt.

Da wird das wohl auf dem Wege

verloren gegangen sein.“ Kann man machen

– ist aber nicht nett. Vor allem gegenüber

dem Boten nicht. Der ist zwar früher daheim,

bekommt aber weniger Trinkgeld

vom Empfänger.

VON

TORSTEN GOSTSCHEGK

Vielleicht sollte man aber auch einfach

einmal versuchen, die augenblickliche

„Zwangspause des Normalen“ zu genießen.

Die alten Werte von Weihnachten verinnerlichen

und sich an der Stille erfreuen. Hektisch

wird es schon früh genug wieder.

In Ermangelung der diesjährigen Festlichkeiten,

vom Schützenfest bis zur Gemeindefeier,

von der Konfirmation bis zum

Herbstmarkt, prophezeie ich nach einem

03

Blick in meine Glaskugel (Kristall musste

weichen – alle müssen den Gürtel enger

schnallen), dass sich sofort nach dem

Startschuss zur neuen Saison, ein Event an

den nächsten reiht. Vom Frühlingsfest zum

Ostermarkt, welcher in die Sommerkirmes

übergeht, um dann übergangslos zum

Weihnachtsmarkt zu werden. Freilich mit

einer kurzen „Oktoberfest-Unterbrechung“.

Aber zurück zum Hier und jetzt.

TORSTEN GOSTSCHEGK

lebt in Niedersachsen und

ist Autor u. a. des Buches

„Suizid für Anfänger“

voller schwarzem Humor,

Ironie und Sarkasmus.

Es weihnachtet allerorten. Die Straßen sind

geschmückt, die Läden dekoriert, und aus

allen Lautsprechern säuselt „Last Christmas“.

Vielleicht haben wir ja sogar verschneite

Wälder. (Hier versagt meine Kugel,

denn während ich dies hier schreibe, befinde

ich mich noch im Herbst.)

Genießen Sie die kleinen Freuden des

Winters. Wie heißt es so schön im Lied von

„Frankie und die Schneeengel“? „Die Flockenwirbel

sind so schön – zur Schneeballschlacht

nach draußen geh’n.“ (Oh Weihnachtszeit)

Ich selber habe keine Kinder, aber ich

weiß, dass ich mich damals mehr über gemeinsame

Zeit mit meinen Eltern gefreut

habe, als über das hundertste Spielzeugauto.

Heutigen Kindern geht es vielleicht auch so.

Nehmen Sie sich die Zeit, denn die haben

Sie ja eingespart, weil Sie niemanden besuchen

müssen. Gehen Sie in den Wald, bauen

Sie einen Schneemann. Sie haben auch

keine Kinder oder die sind schon groß? Na

und? Bauen Sie trotzdem einen. Was soll‘s?

Schreiben Sie Weihnachtskarten – oder

Briefe. Ja, so richtige Sachen von Hand geschrieben.

Mit einem Umschlag drum und

einer Briefmarke drauf. Auch wenn es erst

einmal etwas ungewohnt ist, mehr als 140

Zeichen aufs Papier zu bringen, so werden

Sie sehen, dass es irgendwann von ganz

alleine fließt. Die Überraschung beim Empfänger

wird Ihnen mit Sicherheit gelingen.

Wer bekommt heutzutage schon anderes als

Rechnungen und Werbung in seinen Briefkasten?

Telefonieren Sie doch mal wieder. Rufen Sie

Menschen an, mit denen Sie schon lange

mal wieder sprechen wollten, aber es immer

vor sich her geschoben haben. Auch hier

werden nach anfänglicher „Schüchternheit“

die Worte sprudeln. Möglicherweise

wünscht sich diese Person seit langem ein

Gespräch mit Ihnen und freut sich über Ihren

Anruf.

Normalerweise blicke ich ironisch auf die

Dinge, oftmals auch sarkastisch. Heute will

mir dies nicht gelingen. Vielleicht ist ja auch

das der „Geist der Weihnacht“.

+

| FOTO

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16 FÜNFZIG+ LIFE


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WINTER 2020

17


SPEZIALTHEMA

Gedächtnis, Demenz & Alzheimer:

Wenn die Lücken immer

größer werden

| TEXT

Michael Seiler

| FOTOS

iStock, Prof. Konrad

Maurer, Alzheimer

Forschung Initiative

e. V.

01

+

WIR ALLE VERGESSEN ETWAS: Den Hausschlüssel, den wir auf dem Tisch liegen gelassen haben. Den

Namen des Gegenüber, mit dem wir uns sogar schon mal länger unterhalten haben. Den Termin, den wir

nicht in den Kalender eingetragen hatten, weil wir ihn sowieso nicht vergessen würden. Das alles scheint

mit zunehmendem Alter häufiger vorzukommen. Aber ist das zwangsläufig so?

Wie der US-amerikanische Molekularbiologe

und Autor John

Medina in seinem Werk „Brain

Rules fürs Älterwerden“ klarstellt, muss man

zuallererst bedenken, dass die Forschung rund

dreißig differenzierbare Gedächtnissysteme

im menschlichen Gehirn ausgemacht hat, die

wiederum ganz unterschiedlich schnell altern.

Eines davon ist das motorische Gedächtnis.

Das ist die „Festplatte“, auf der erlernte Bewegungen

abgespeichert sind – von verhältnismäßig

leichten wie Fahrradfahren bis hin

zu komplexen handwerklichen Bewegungsabläufen.

Die motorische Abteilung gehört zum

prozeduralen Gedächtnis, das im Allgemeinen

Fertigkeiten beinhaltet, die ohne Nachdenken,

also automatisch eingesetzt werden.

Im Gegensatz dazu steht das deklarative

Gedächtnis. Darin vereinen sich das semantische

Gedächtnis mit all den gesammelten Fakten

und dem angehäuften Wissen sowie das

episodische Gedächtnis, in dem sich Ereignisse

und Tatsachen aus dem eigenen Leben befinden.

Diese Dinge sind willkürlich abrufbar und

darüber hinaus auch manipulierbar. Gerade

darin liegt ein besonderer Unterschied zum

prozeduralen Gedächtnis.

Altersweisheit und Altersschwäche

Was geschieht nun im Alter? Eine gute Nachricht

gibt es: Unser semantisches Gedächtnis

speichert im Laufe unseres Lebens immer mehr

Informationen. Dieses Phänomen bezeichnen

wir umgangssprachlich als Altersweisheit.

Medina schreibt dazu in seinem Buch: „Wir

Älteren haben Zugriff auf einen größeren Wis-

01

Das Gedächtnis ist

ein Zusammenspiel

aus vielen Systemen.

Ausfälle einzelner

Teile können

irgendwann nicht

mehr kompensiert

werden.

18 FÜNFZIG+ LIFE


sensfundus, und der stellt uns bei der Entscheidungsfindung

eine breitere Optionspalette zur

Verfügung. […] Wir treffen Entscheidungen

nicht mehr so impulsiv, sondern überdenken

sie vorher.“

Auch motorisch ist bei uns im Alter – jedenfalls

was die Schemata angeht – alles weitestgehend

im Lot. Hier sind eher die körperlichen

Gebrechen für einen subjektiven Abbau der

Leistungsfähigkeit verantwortlich.

In den anderen Bereichen unseres Gedächtnisses

sieht es mit zunehmendem Alter

allerdings nicht mehr so rosig aus.

Ein Teil unseres Gehirns, der von „Altersschwäche“

nachweislich betroffen ist, ist das

Arbeitsgedächtnis, das früher unter seinem

mittlerweile abgelösten Namen Kurzzeitgedächtnis

bekannt war. Habe ich abgeschlossen?

Ist der Herd noch an? Dies sind Zweifel, die

durch fehlende Informationen im Arbeitsgedächtnis

ausgelöst werden. Diese Gedächtnislücken

werden im Alter häufiger.

Die zunehmende Lebensdauer macht auch

vor dem episodischen Gedächtnis nicht Halt.

Es wird immer schwieriger, sich an Ereignisse

und deren Einzelheiten zu erinnern. Vor allem

der als Quellengedächtnis bezeichnete Teil

baut mit fortschreitendem Alter nachweislich

ab. So kann man sich vielleicht noch an den

Inhalt eines Gesprächs erinnern, bei arg eingeschränktem

Quellengedächtnis weiß man

aber dann nicht mehr, mit wem man dieses

Gespräch überhaupt geführt hat.

Gehen Sie wieder zur Schule

Was nach einer ausweglosen Situation klingt,

kommt aber dennoch mit ein paar vielversprechenden

Möglichkeiten daher. Denn Forscher

haben vielfach nachgewiesen, dass durch

das Erlernen neuer Dinge wieder Schwung

in abbauende Gehirnregionen kommt. Das

kann eine handwerkliche Fertigkeit sein, eine

Fremdsprache oder das Spielen eines Musikinstruments.

Auch Interaktionen mit Freunden

– am liebsten in kontroversen Diskussionen –

fördern die Gedächtnisleistung. In der Wissenschaft

wird dies als produktives Engagement

bezeichnet.

Und wenn man schon sein Leben lang Wissen

angesammelt hat, so sollte man es im Alter

tunlichst an andere weitergeben. Auch das hat

02

Forschungsergebnissen zufolge sehr positive

Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung.

Weitere „Hausmittelchen“ gegen kognitiven

Abbau sind Bewegung, Meditation, ausreichend

Schlaf und eine gesunde Ernährung.

Demenz

Das Wichtigste vorweg: Bei sporadischem

Auftreten von Gedächtnislücken sollte man

– wie oben bereits angedeutet – nicht gleich

von einer heraufziehenden Demenz ausgehen.

US-Experte John Medina sagt dazu: „Aktuellen

Schätzungen zufolge haben 10 bis 20 Prozent

aller Menschen über fünfundsechzig Jahre eine

leichte kognitive Störung.“

Regelmäßigkeit und Häufigkeit der geistigen

Aussetzer sind dagegen mögliche Indizien, die

ab einem gewissen Grad eine Abklärung sinnvoll

machen. Das eigene subjektive Empfinden

ist dabei ebenso wichtig wie Beobachtungen

aufmerksamer Mitmenschen wie der Familie

oder Nachbarn. Je früher man kognitive Störungen

erkennt, desto eher kann man etwas

dagegen unternehmen. Und wenn es auch nur

der Ausschluss einer demenziellen Erkrankung

ist. Gut geeignet sind dazu im Übrigen Gedächtnisambulanzen,

wie sie in der Region die

Universitätsklinik Göttingen unterhält.

Auch die Forschung hat in den letzten Jahren

einen Wandel durchgemacht und konzentriert

sich mittlerweile verstärkt auf die Früherkennung

von Demenzerkrankungen. Einen

entscheidenden Hinweis liefert der Alltag. Ist

man noch in der Lage, seinen Alltag gut alleine

zu bewältigen, deuten Aussetzer im Gedächt-

U

02

Es ist wichtig, sich

bei zunehmenden

kognitiven Problemen

in ärztliche

Hände zu begeben.

WARNZEICHEN

Gedächtnis

1. Gedächtnisverlust, der den

Alltag beeinträchtigt

2. Schwierigkeiten, gewohnte

Aufgaben zu erledigen

3. Ungewohnte Probleme mit

Wörtern beim Sprechen und

Schreiben

4. Verlegen von Gegenständen

und Verlust der Fähigkeit,

Handlungsschritte zurückzuverfolgen

Exekutivfunktionen

5. Schwierigkeiten beim Planen

und Problemlösen

6. Vermindertes oder schlechtes

Urteilsvermögen

Emotionale Verarbeitung

7. Sozialer Rückzug

8. Veränderungen von Stimmung

und Persönlichkeit

Allgemeine Verarbeitung

9. Probleme mit der visuellen und

räumlichen Wahrnehmung

10. Desorientiertheit zu Zeit und

Ort

Quelle:

American Alzheimer Association

WINTER 2020

19


SPEZIALTHEMA

Gedächtnis, Demenz & Alzheimer

DR. ALOIS ALZHEIMER beschrieb 1906

zum ersten Mal die „eigenartige Krankheit

der Gehirnrinde“. Der Neurologe hatte bei

seiner verstorbenen Patientin Auguste

Deter Eiweißablagerungen, sogenannte

„Plaques“, im Gehirn gefunden. Sie war

vor ihrem Tod auffallend verwirrt und vergesslich.

Seitdem trägt die „Krankheit des

Vergessens“ den Namen des deutschen

Mediziners.

Foto: Prof. Konrad Maurer

U

nis eher auf einen normalen Alterungsprozess

der kognitiven Leistungsfähigkeit hin. Bedenklich

wird es dann allerdings, wenn man

gewohnte Alltagsaufgaben mit immer größerer

Mühe oder gar nicht mehr bewältigen kann.

Dann sollte man als ersten Schritt den

Hausarzt konsultieren.

Demenzerkrankungen sind aber keinesfalls

ausschließlich bei Menschen ab 65 Jahren zu

finden. In Deutschland sind rund 2 Prozent der

45- bis 65-Jährigen an einer Demenz erkrankt.

„Demenz“ ist aber eigentlich nur der Oberbegriff

für eine Reihe an Symptomen, die allesamt

den kognitiven Teil unseres Wesens betreffen.

Alzheimer

Die Alzheimer-Demenzerkrankung ist die am

häufigsten vorkommende Demenzerkrankung,

aber nicht die einzige.

Die genaue Ursache für Alzheimer ist noch

nicht gefunden worden, jedoch werden die mit

„Plaques“ bezeichnet Ablagerungen im Gehirn

für das Absterben von Nervenzellen in Verbindung

gebracht.

Nach der Diagnose leben Alzheimer-Patienten

im Schnitt zwischen vier und zehn

Jahren. Doch die Alzheimer-Demenz ist als

Krankheit selbst nicht tödlich. Jedoch steigt

mit dem Schweregrad der Erkrankung auch

die Anfälligkeit für Infektionen, die laut der

Deutschen Alzheimer Gesellschaft die häufigste

Todesursache darstellen.

Wie die Gesellschaft auf Ihrer Internetseite

feststellt: „Die Alzheimer-Krankheit ist

bis heute nicht heilbar, das Fortschreiten der

Symptome lässt sich jedoch vorübergehend

hinauszögern.“ Damit ist die Behandlung mit

Antidementiva gemeint, die gegen die Hauptsymptome

eingesetzt werden. Erinnerungsund

Denkvermögen können so aber nur eine

kurze Zeit stabilisiert werden.

Wie sehr der Medizin daran gelegen ist,

dieser Krankheit medikamentös endlich Herr

zu werden, belegt folgende Statistik: Von 1998

bis 2017 sind laut statista.com insgesamt 146

Entwicklungsprojekte für Alzheimer-Medikamente

weltweit gescheitert. Das letzte zugelassene

Medikament stammt aus dem Jahr

2002.

Für 2021 bahnt sich jedoch womöglich

ein vorläufiges Ende der Durststrecke an. Ein

Medikament mit dem Namen Aducanumab

ist in den USA zur Zulassung bei der dortigen

Kontrollbehörde FDA eingereicht worden. Es

ist aber noch fraglich, ob die Testergebnisse der

Phase-III-Studie ausreichen, um auf den Markt

zu kommen. Denn die festgestellten kognitiven

Verbesserungen sind nur gering und auch

nur über eine hohe Dosierung zu erreichen.

+

03

Die von Dr.

Alois Alzheimer

beschrieben

„Plaques“ –

Eiweißablagerungen,

die das Gehirn

beeinträchtigen.

03

20 FÜNFZIG+ LIFE


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SPEZIALTHEMA

Interview Dr. Katrin Radenbach

„Man hat viel über die

Alzheimer-Pathologie gelernt“

Frau Dr. Radenbach, jeder vergisst doch mal

das eine oder andere. Also sind Aussetzer

im Gedächtnis doch eigentlich ganz normal.

Oder trügt der Eindruck?

KR | Die Frage ist immer: Wo ist die

Schwelle, wo es auffällig wird? Der Übergang

von der Gesundheit zur Krankheit ist wie bei

vielen anderen Erkrankungen auch sehr fließend.

Gedächtnisstörungen sind etwas ganz

Normales, die hat jeder von uns. Ein nachlassendes

Gedächtnis gehört sogar zum Älterwerden

dazu. Deshalb ist das auch etwas, das in

unseren Tests auch immer mitberücksichtigt

wird. Jemand mit 70 oder 80 muss in unseren

Tests nicht so „performen“, wie jemand der 30

oder 50 ist. Die Ergebnisse werden beispielsweise

an die Bildung und das Alter angepasst.

Aufhorchen sollte man, wenn eine relevante

Alltagsbeeinträchtigung hinzukommt, die

nicht durch eine andere Ursache erklärbar ist.

Die allgemeine Lebenserwartung der Bevölkerung

nimmt zu. Wie wirkt sich das auf die

Zahl an Demenzerkrankungen aus?

KR | Das stimmt, die Lebenserwartung

nimmt zu. Deshalb geht man im Moment von

900 Neuerkrankungen in Deutschland pro Tag

aus, also über 320.000 im Jahr.

Es gibt aber derzeit einen Trend – der noch

nicht ganz sicher belegbar ist – dass die Zahl

der Neuerkrankungen sich etwas abzuschwächen

scheint. Man geht davon aus, dass das

daran liegt, dass die Menschen insgesamt eine

bessere Bildung haben, gesünder leben, sich

| INTERVIEW & FOTO

Michael Seiler

Im Interview mit

DR. KATRIN RADENBACH

Dr. Katrin Radenbach ist Oberärztin

an der Psychiatrischen Klinik der

Universitätsmedizin Göttingen und

ab Januar 2021 wieder Leiterin der

Station 4193, der Tagesklinik für

ältere Menschen. Mit ihr sprachen

wir über die Formen von Demenz

und was der Standort Göttingen an

diagnostischen und therapeutischen

Möglichkeiten zu bieten hat.

„Das ist eigentlich

eine ganz

ermutigende

Perspektive.“

besser ernähren und körperlich aktiver sind.

Das ist eigentlich eine ganz ermutigende Perspektive.

Das ändert aber nichts daran, dass es

in den kommenden Jahren viele, viele an einer

Alzheimer-Demenz erkrankte Personen geben

wird: Einfach, weil die Menschen älter werden

als früher.

Welche Formen von Demenz gibt es und welche

sind am häufigsten?

KR | Die häufigste Demenz ist die Alzheimer-Demenz.

Das macht über 60 Prozent der

Demenzpatienten aus. [s. Grafik auf der rechten

Seite, Anm. d. Red.]

Recht häufig ist die sogenannte Misch-Demenz.

Das ist eine Kombination aus einer

Demenz vom Alzheimer-Typ und einer Gefäß-Demenz,

bei der Blutgefäße im Gehirn

ähnlich betroffen sind, wie es im Körper bei

Herzerkrankungen der Fall ist. Für eine Alzheimer-Pathologie

gibt es typische Zeichen in

den neuropsychologischen Tests und in der

Begleitdiagnostik, zum Beispiel im Nervenwasser.

Dort kann man eine Alzheimer-Pathologie

durch bestimmte Proteine recht zuverlässig

nachweisen. Auch in nuklearmedizinischen

Untersuchungen kann man das sehen.

Im Alter nehmen aber auch kardiovaskuläre

Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle,

Bluthochdruck oder Diabetes zu. Daher geht

man häufig davon aus, dass eine Misch-Demenz

vorliegt; also eine Alzheimer-Pathologie,

in die vaskulären Faktoren mit hineinspielen.

Die Gruppe der Frontotemporalen Demenzen

ist dagegen deutlich seltener. Sie betreffen

das Frontalhirn und äußern sich klinisch ganz

anders. Bei diesen Patienten stehen häufig

Verhaltensauffälligkeiten im Vordergrund. Das

kann eine totale Apathie sein, aber auch so

etwas wie eine Enthemmung und Euphorie.

Häufig sind auch Veränderungen der Sprache

zu beobachten, wobei es die bei der Alzhei-

22 FÜNFZIG+ LIFE


mer-Demenz auch gibt, aber eher in Form von

Wortfindungsstörungen. Bei der Frontotemporalen

Demenz gibt es diverse andere Sprachveränderungen.

Im späten Stadium der Parkinson-Krankheit

kann die Parkinson-Demenz auftreten.

Bei der Lewy-Körperchen-Demenz findet man

klinische Aspekte einer Parkinson-Erkrankung

und einer Alzheimer-Demenz. Noch seltener

sind dann zum Beispiel Demenzen bei Vitamin-B12-Mangel,

die allerdings gut behandelbar

sind.

Demenzen sind als solches nicht tödlich.

Was führt dazu, dass Menschen mit manchen

Demenzarten dann trotzdem eine kürzere

Lebenserwartung haben?

Frontotemporale

Degeneration

Stoffwechsel-

Krankheiten

5%

Infektionen

je 2%

Behebbare

Ursachen

30%

Alzheimer-

Krankheit Alzheimer-Krankheit +

Gefäßkrankheit

URSACHEN der DEMENZEN

Quelle: Schneider et al. Neurology 69: 2197-2204, 2007.

Lewy-Körperchen-

Krankheit

Alzheimer-Krankheit +

Lewy-Körperchen-Krankheit

5%

10%

34%

10%

Gefäßkrankheiten

KR | Die Todesursachen unterscheiden sich

gar nicht so sehr von allgemeinen Todesursachen.

Wenn an jemandem eine Alzheimer-Demenz

diagnostiziert wird, lebt er im Durchschnitt

noch zwischen vier und zehn Jahren.

Es sind aber durchaus auch Verläufe beschrieben,

wo jemand noch zwanzig Jahren damit

gelebt hat. Das hängt tatsächlich davon ab, wie

gesund die Menschen ansonsten sind. Ist eine

Demenz sehr weit fortgeschritten, kommen

Begleitkomplikationen dazu, meist von der Immobilität,

zum Beispiel in Form von Lungenentzündungen.

Oder Patienten hören einfach

auf zu essen. Da steht man dann letztlich auch

vor ethischen Fragen.

In den vergangenen Jahren sind unzählige

Versuche gescheitert, ein wirksames Mittel

im Kampf gegen Demenzen und speziell

Alzheimer zu finden. Wie ist der derzeitige

Stand der Forschung?

KR | Man forscht seit einigen Jahren an immunologischen

Therapieansätzen, das heißt,

man möchte an der Ursache der Erkrankung

angreifen. Die Medikamente, die wir haben,

ändern an der Ursache nicht. Sie modulieren

sozusagen die Neurotransmitter. Davon erhofft

man sich, dass sich kognitive Fähigkeiten langsamer

verschlechtern.

Man weiß mittlerweile, dass Studien zu immunologischen

Therapien, um erfolgreich zu

sein, sehr früh ansetzen müssen. Die Alzheimer-Pathologie

beginnt Jahre bis Jahrzehnte

vor den ersten Krankheitssymptomen. Wenn

man eine Chance haben will, muss man früh

anfangen, idealerweise bevor erste kognitive

Symptome auftreten.

Bei den ersten Immunisierungsstudien hat

man wahrscheinlich eher etwa zu spät angesetzt.

Da waren die Leute schon zu weit fortgeschritten

in diesem Abbauprozess. Mit diesem

Ansatz sind in den letzten Jahren mehrere

Studien gescheitert. Es gibt aber andere vielversprechende

Studien mit neuen immunologischen

Wirkstoffen, die gerade laufen.

Man hat in den letzten zehn Jahren viel

über die komplexe Alzheimer-Pathologie gelernt.

Zum Beispiel, dass sie deutlich früher

startet, als man das vorher wusste. Was therapeutisch

immer mehr in den Vordergrund

rückt, sind die anderen Faktoren, die durch

jeden einzelnen beeinflussbar sind. So etwas

wie gesunde Ernährung, körperliche Aktivität,

soziale Aktivität, Bildung im Allgemeinen oder

auch die Hörgeräteversorgung, die verstärkt in

den Fokus geraten ist. Das sind die Punkte, an

denen man im Moment ansetzt, vor allem bei

der Prävention.

Welche Möglichkeiten bietet die Psychiatrische

Klinik in Göttingen?

KR | Menschen mit Gedächtnisstörungen

jeder Schwere können sich an die Gedächtnisambulanz

der psychiatrischen Klinik wenden.

Hier werden Menschen mit kognitiven

U

WINTER 2020

23


„Das ist gar nicht

so selten und sehr

beeindruckend.

Das sind geradezu

altruistische

Motive.“

Dr. Katrin Radenbach über

die große Bereitschaft

von Patienten, an Studien

teilzunehmen.

U

Einschränkungen aller Art diagnostiziert und

behandelt. Es werden zudem klinische Studien,

aber auch Beobachtungsstudien durchgeführt.

Ab dem kommenden Jahr werden wir in

diesem Rahmen zweimal pro Woche auch ein

Beratungstelefon anbieten, bei dem sich Menschen

mit beginnenden Gedächtnisproblemen

beraten lassen können. Das läuft im Rahmen

eines Forschungsprojekts mit den Kollegen der

Medizinethik der UMG, gefördert durch die

Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

In der Tagesklinik für ältere Menschen –

das bedeutet bei uns ab Rentenalter bzw. ab 60

Jahren – behandeln wir einen Teil der Menschen

mit kognitiven Störungen und können

dort Demenzen diagnostizieren, aber auch

Verhaltensauffälligkeiten bei schon diagnostizierter

Demenz behandeln.

Die zugehende Seniorenheimversorgung

besucht Patienten, die einer regelmäßigen

psychiatrischen Behandlung bedürfen, aber

sich selbst nicht mehr gut in die Ambulanzen

bewegen können. Wir unterhalten Kooperationen

mit einigen Heimen in Göttingen und im

Umland.

Außerdem haben wir die Station 4094, in

der die psychiatrische Klinik und die neurologische

Klinik zusammenarbeiten. Dort werden

in der Regel Patienten mit Gedächtnisstörungen

und Demenzen behandelt, die schwerere

Verhaltenssymptome zeigen oder andere

schwerere Begleiterkrankungen haben.

Wie wichtig sind die Angehörigen der Erkrankten

und wie können sie unterstützt

werden?

KR | Es hat sich gezeigt, dass die Angehörigen

eine unheimlich wichtige Rolle haben und

man sich um sie fast genauso gut kümmern

sollte wie um die Patienten. Daher betreiben

wir eine intensive Angehörigenarbeit, etwa

mit einem Seminar einmal im Jahr, in dem wir

Faktenwissen zu Gedächtnisstörungen und

Demenz vermitteln. Es geht darin aber auch

um die Beziehung zu Demenzpatienten und

die Kommunikation mit ihnen.

Regelmäßige Treffen einmal im Monat bietet

die Angehörigengruppe, bei der auch ein

Psychologe unserer Klinik dabei ist, die dann

eher einen geleiteten Selbsthilfecharakter hat.

Welche therapeutischen Maßnahmen setzen

Sie zum Verlangsamen des kognitiven

Verfalls ein?

KR | Da muss man zwischen medikamentöser

und psychosozialer Therapie unterscheiden.

Medikamentös verabreichen wir die

zugelassenen Medikamente bei kognitiven

Störungen gern und breit, da sie gut vertragen

werden. Bei Verhaltensstörungen medikamentös

zu behandeln, ist hingegen wegen der Nebenwirkungen

deutlich schwieriger.

Wenn begleitend zur Demenz eine Depression

vorliegt, kann man dagegen medikamentös

relativ viel Gutes bewirken. Wenn man

bei der Depression ansetzt und die Stimmung

hebt, wird sekundär das Gedächtnis vielleicht

auch ein bisschen besser. Und insgesamt

nimmt die Lebensqualität des Betroffenen zu.

Ergotherapie wird vor allem in der Tagesklinik

viel durchgeführt, aber auch gerne von der

Gedächtnisambulanz verordnet. Da geht es

unter anderem auch um den Erhalt und die

Förderung der Alltagskompetenzen.

Entspannungsgruppen bis hin zu Walking

oder Hockergymnastik sind Teil unseres physiotherapeutischen

Angebots. Auch das verordnen

wir gerne ambulant, um den Leuten

zu helfen, in Bewegung zu bleiben. Denn mit

zunehmender Krankheitsdauer kommen häufig

auch motorische Einschränkungen dazu.

Sehr beliebt ist bei uns auch die entspannende

Tiertherapie.

Das klingt, als sei Entspannung ein wichtiger

Baustein einer Therapie.

KR | Eine Demenz ist nicht nur eine Gedächtnis-

und Denkstörung. Die komplette

Wahrnehmung ändert sich. Viele Situationen,

die für uns normal bis anstrengend sind, denen

sind diese Menschen ja stellenweise auch

ausgesetzt. Etwa im Straßenverkehr, auf dem

Bahnhof oder im Umgang mit digitalen Geräten.

Viele Situationen werden ungleich komplexer

für die Menschen, unüberschaubarer

und überfordernder. Das muss man sich immer

wieder klarmachen und das berücksichtigen im

Kontakt mit diesen Menschen.

+

24 FÜNFZIG+ LIFE


Gerontopsychiatrischer Schwerpunkt der

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der

Universitätsmedizin Göttingen

Als Teil des „Klinischen Demenz Zentrums“ bietet die Universitätspsychiatrie älteren Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen

ein umfassendes Versorgungsangebot an. Zu unserem gerontopsychiatrischen Schwerpunkt zählen u.a. die die interdisziplinär psychiatrisch-neurologische

Station 4094, die Tagesklinik für ältere Menschen, die Gedächtnisambulanz sowie die aufsuchende psychia-

psychiatrische

Senioren- Alten- und und Pflegeheimversorgung Rahmen im Rahmen der der psychiatrischen Institutsambulanz (PIA). (PIA).

GEDÄCHTNISAMBULANZ

Die Gedächtnisambulanz ist eine

Spezialsprechstunde zur Früherkennung

und Differenzialdiagnose demenzieller

Erkrankungen und ihren Vorstufen.

Wann ist eine Vorstellung sinnvoll?

Für Betroffene ab 45 Jahren, oder wenn:

beimmer Vorerkrankungen, wieder Termine wenn: und

Gesprächsinhalte immer wieder Termine vergessen und oder

Gegenstände Gesprächsinhalte verlegt vergessen werdenoder

Personen Gegenstände oder verlegt Dinge werden nicht mehr

benannt Personenwerden oder Dinge können, nicht „die mehr

richtigen benannt werden Worte fehlen“ können, „die

richtigen Worte fehlen“

Alltagsfertigkeiten zunehmend

verloren gehen

Ziele der Behandlung

Nach der medizinischen Abklärung und

Diagnosestellung wird eine geeignete,

individuell abgestimmte Therapie

eingeleitet. Dazu gehört

eine etablierte medikamentöse

Behandlung

psychotherapeutisch orientierte

Behandlungsverfahren (u.a. Gruppen

für Betroffene und Angehörige)

eine Vermittlung Sozialberatung zurund Sozialberatung Vermittlung

und notwendiger Hilfs- undHilfen

Unterstützungsangeboten

zusätzliche medikamentöse

Behandlungsoptionen durch klinisch

kontrollierte Studien von neuartigen

Wirkstoffen

Terminvereinbarung

Termine können Sie unter Telefon

0551 /39-4777 (zentr. Terminvergabe)

Montag bis Freitag Donnerstag 9:008:00 bis 12:00 bis 16:00 Uhr

Uhr, vereinbaren. Freitag 8:00 bis 14:00 Uhr

vereinbaren.

Standort:

Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen

Bild: Ronald Schmidt

TAGESKLINIK FÜR ÄLTERE

MENSCHEN

Das Angebot richtet sich an Patient*innendem

ab dem 50. Lebensjahr, 55. Lebensjahr, die die akut akut oder

Patienten

ab

chronisch oder chronisch an seelischen an seelischen Erkrankungen Erkrankungendie

leiden, keine dievollstationäre keine vollstationäre Therapie

leiden,

erfordern, Therapie erfordern, bei denenbei aber denen eineaber eine

ambulante Behandlung nicht (mehr)

ausreicht. Den Abend, die Nacht und die

Wochenenden verbringen die Patient*innenHause

zu Hause in ihrer inihrer vertrauten vertrauten Umgebung. Umge-

Patienten

zu

Ein bung. Ein multiprofessionelles Team Team

bestehend aus Ärzten, Psychologen,

Fachpflegern, Sozialpädagogen,

Ergotherapeuten, Physio- und

Bewegungstherapeuten (alle bietet m/w/d)

bietet umfassende umfassende und und individualisierte

Behandlungsmöglichkeiten.

Ziele der Behandlung sind

▶ Diagnose und Therapie seelischer und

körperlicher Erkrankungen

▶ Hilfestellungen zum Wiedererlangen

einer möglichst selbstständigen Le-

Lebensführung mit mit verbesserter Lebens-

Lebensqualität und sozialer und sozialer Einbindung

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Montag Freitagbis 7:30-13:00 Donnerstag Uhr7:30–15:00 Uhr,

Freitag 7:30–13:00 Uhr

Standort:

Von-Siebold-Str. 5, 5, 37075 37075 Göttingen Göttingen

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen, Von-Siebold-Str. 5, 37075 Göttingen, Telefon 0551 /39-66610, www.psychiatrie.med.uni-goettingen.de


CRIME STORY

DER TRESOR-

RAUM WIRD

ZUR FALLE

Die Geiselnahme Tag für Tag

von INGRID RAAGAARD

DIE GEISELNAHME BEGANN AM 23. AUGUST

1973. Fünf Tage lang waren drei Frauen und ein

Mann in der Gewalt der beiden Täter Clark Olofsson

und Janne Olsson. Dabei verschlechterte sich

die Situation für die Geiselnehmer und die Geiseln

von Tag zu Tag. Die Befreiung war traumatisch,

aber unblutig. Die Polizei ließ sich

während der gesamten Geiselnahme von

dem Psychologen Nils Bejerot beraten.

Er beschäftigte sich später ausführlich mit

dem Verhalten der Geiseln und verwendete

erstmals den Begriff „Stockholm-Syndrom“.

FOTOS | Adobe Stock, Scanpix Sweden

FÜNFZIG+

CRIME

SERIE

26 FÜNFZIG+ LIFE


Teil 3 der Serie

Das Stockholm-Syndrom

Eine Geiselnahme mit Spätfolgen

23. August 1973

Janne Olsson betritt um 10 Uhr morgens am

Stockholmer Platz Norrmalmstorget die Zentrale

der „Svenska Kreditbanken“. Er schießt in

die Decke und ruft: „Jetzt beginnt die Party!“

Dann stellt er ein Transistorradio auf einen

Tisch und spielt laute Rockmusik. Zu diesen

Tönen fesselt er mehrere Frauen oder lässt sie

fesseln. Als zwei Polizisten einschreiten wollen,

schießt er – ein Polizist wird verletzt.

Die Geiseln sind Birgitta Lundblad (31),

Elisbeth Oldren (21), Kristin Enmark (23) und

Sven Säfström (24). Sven konnte sich anfangs

verstecken. Er wird erst viele Stunden nach

dem Überfall gefunden und zur vierten Geisel.

Der Geiselnehmer fordert drei Millionen

schwedische Kronen, ein schnelles Auto, Helme

und Waffen. Außerdem soll der verurteilte

Bankräuber Clark Olofsson aus dem Gefängnis

freigelassen und in die Bank gebracht werden.

Olofsson ist in ganz Schweden bekannt. Er ist

Bankräuber und Fluchtkönig, charismatisch

mit einem guten Draht zur Presse. Aber als

Krimineller kann er nicht einfach zum Schauplatz

eines Verbrechens gebracht werden. Der

Polizei und der Staatsanwaltschaft sind die

Hände gebunden. Juristen werden befragt,

denn es fehlt die rechtliche Grundlage. Der

Justizminister entscheidet schließlich, dass Polizisten

Clark Olofsson zur Bank fahren sollen.

Allerdings will man ihn nicht als freien Mann

in die Bank lassen. Er soll nur in der Nähe sein,

falls sich die Situation verschlimmert.

Wer der Geiselnehmer ist, weiß die Polizei

nicht. Janne Olsson hat seinen Namen nicht

genannt.

U

WINTER 2020

27


CRIME

Das Stockholm-Syndrom

01

Polizisten haben

hinter einer Parkbank

Stellung

bezogen und

harren aus.

„Wenn wir die Bank

nicht verlassen

können, werden die

Geiseln sterben.“

U

Am späten Nachmittag klingelt erstmals im

Büro von Ministerpräsident Olof Palme das Telefon.

Der Geiselnehmer hat sich über die Telefonzentrale

verbinden lassen und ist durchgekommen.

Er ruft laut ins Telefon: „Wenn wir

die Bank nicht verlassen können, werden die

Geiseln sterben!“ Eine der Geiseln schreit im

Hintergrund.

Clark Olofsson darf nun hinein in die Bank.

Ist er Täter oder Opfer? Juristen werden sich

über diese Frage noch lange den Kopf zerbrechen.

Carl Olofsson bietet sogar an, die

drei Frauen freizulassen, wenn er hinein darf.

Aber Janne Olsson lehnt diesen Handel ab. So

geht Clark ohne einen Austausch hinein in die

Bank.

24. August 1973

Die Geiseln und die Täter haben gegessen und

eine ruhige Nacht verbracht. Clark Olofsson

hat die Bank durchsucht und den Bankmitarbeiter

Sven Säfström hinter einem Vorhang

gefunden. Er macht ihn zu seiner „persönlichen

Geisel“. Clark Olofsson ist bei Frauen

sehr beliebt, und er beweist nun auch in dieser

angespannten Lage, dass er Frauen versteht. Er

tröstet die drei weiblichen Geiseln, spricht mit

ihnen, hört ihnen zu. Polizisten und ein Psychologe

verhandeln mit Janne Olsson.

Um 17 Uhr klingelt erneut das Telefon bei

Ministerpräsident Olof Palme. Dieses Mal ist

die Geisel Kristin Enmark am Telefon.

„Palme, du enttäuscht mich wirklich sehr!

Mein ganzes Leben war ich Sozialdemokratin,

und jetzt schacherst du mit unserem Leben.

Könnt ihr uns nicht einfach mit Clark und

dem Räuber wegfahren lassen? Ich habe keine

Angst vor den beiden, nicht die geringste

Angst!“

Außerhalb der Bank wartet die Presse. Es ist

der erste Bankraub der Geschichte, über den

minutiös berichtet wird.

Manchmal entstehen kurze panische Momente.

Ein junger Mann taucht beispielsweise

plötzlich auf. Seine Schwester Elisabeth Oldgren

ist eine der Geiseln. Er will sich selbst

gegen seine Schwester eintauschen. Aber der

Bankräuber geht auf den Vorschlag nicht ein.

25. August 1973

In Laufe der Nacht hat sich etwas Grundlegendes

geändert. Janne Olsson hat sich mit den

Geiseln und mit Clark Olofsson in den Tresorraum

der Bank zurückgezogen. Sie haben

Essen und Wasser mitgenommen, sich selbst

aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen in

eine Falle gebracht. Denn der Polizei gelingt

es problemlos, den Tresorraum von außen zu

verschließen. Dadurch verschlimmert sich die

Situation der Geiseln dramatisch. Das Wasser

geht bald zu Ende, sie kämpfen nun nicht nur

mit ihrer Angst, sondern auch gegen Klaustrophobie

und gegen unerträglichen Durst. Die

Polizei will ein Loch in den Tresorraum bohren

und Gas einströmen lassen, damit Geiseln und

Geiselnehmer bewusstlos werden.

Allerdings berichtet der Rundfunk über diesen

Plan. Im Tresorraum wissen Täter und Opfer

dank des kleinen Transistorradios deshalb

Bescheid. Janne Olsson fesselt die Geiseln nun

so, dass sie sich selbst erhängen würden, wenn

sie das Bewusstsein verlieren würden.

Die Geiseln spüren nun massive Todesangst.

Sie haben vor allem Angst davor, dass

die Polizei wirklich Gas einsetzen würde.

28

FÜNFZIG+ LIFE


von INGRID RAAGAARD

24 FÜNFZIG+ LIFE

FRÜHJAHR 2020

WENN GEISELN DEM TÄTER GEGENÜBER PO-

SITIVE GEFÜHLE ENTWICKELN, ihn verstehen

und am Ende sogar eher zu ihm als zu ihren Rettern

halten, reden die Psychologen vom Stockholm-Syndrom.

Der Begriff entstand nach einer

Geiselnahme in Stockholm im August 1973.

Besonders zum Ende der Geiselnahme hatten

die vier Geiseln mehr Angst vor der Polizei als

vor den Tätern. Sie setzten sich nach der Befreiung

sogar für eine milde Strafe der Täter ein. Die

Geiselnahme von Stockholm war ungewöhnlich,

denn einer der Täter war bereits vorab für seinen

Charme bekannt. Die Polizei wirkte zeitweise

hilflos und der Regierungschef gab sich sarkastisch.

All das kann in diesem Fall zur Entwicklung

des Syndroms beigetragen haben.

FOTOS | Pexels, Scanpix Sweden

25

U

26. August 1973

Die Polizei bohrt weiter an dem Loch, und

über eine Mini-Kamera kann die Polizei erstmals

sehen, wie es in dem Tresorraum aussieht.

Es entsteht ein Foto, das um die Welt

geht, ein Bild mit gefesselten Geiseln und einem

erstaunten Clark Olofsson, der rein zufällig

um die Ecke direkt in die Kamera schaut.

27. August 1973

Ein langer qualvoller und langer Tag für die

Geiseln. Es scheint, als würde diese Geiselnahme

nie zu Ende gehen. Durch die gebohrten

Löcher in der Decke bekommen sie Essen und

Getränke. Sogar Bier wird hinuntergehisst.

28. August 1973

Die Polizei bohrt den ganzen Tag über weitere

Löcher. Einer der beiden Männer schießt

durch eines der Löcher und verletzt einen Polizisten

an der Hand. Inzwischen glauben nur

noch wenige Schweden an ein gutes Ende der

Geiselnahme. Die Regierung hat der Polizei sogar

ganz offiziell die Genehmigung erteilt, den

Geiselnehmer gegebenenfalls zu töten. Auch

der Tod der Geiseln und der Tod von Clark

Olofsson werden in Betracht gezogen.

Um 21 Uhr geht der Plan der Polizei auf.

Es strömt Gas in den Tresorraum und Clark

Olofsson schreit durch eines der Löcher nach

draußen: „Zum Teufel mit dem Gas! Wir ergeben

uns!“ Der Tresorraum wird geöffnet, die

Geiseln sind frei. Geisel Kristin Enmark will

den Tresorraum allerdings nicht verlassen. Sie

hat Angst, dass die Polizei den Geiselnehmer

und Clark Olofsson erschießen könnte. Aber

schließlich lässt sie sich in die Freiheit überreden.

Kristin Enmark ruft auf der Trage, auf

der man sie zum Krankenwagen bringt, Clark

Olofsson laut zu: „Wir sehen uns wieder!“

„Zum Teufel mit

dem Gas, wir

ergeben uns!“

Wenige Minuten später tritt Sven Thorander,

der leitende Polizeibeamte, vor die Bank und

sagt den einen befreienden Satz: „Es gibt keine

Verletzten!“ Die zahlreichen Neugierigen, die

sich um den Platz versammelt haben, jubeln

und klatschen. Fünf dramatische Tage sind zu

Ende.

+

Lesen Sie das nächste Mal, was aus den Opfern

und Tätern wurde. Wie haben die Geiseln

sich von den fünf Tagen erholt? Wie entstand

der Begriff „Stockholm-Syndrom“?

INGRID RAAGAARD – in vier Teilen schildert die

Skandinavien-Spezialistin und Crime-Autorin Ingrid

Raagaard den Verlauf und die Hintergründe der Geiselnahme,

die als „Überfall am Norrmalmstorget“ in

die schwedische Kriminalgeschichte einging.

CRIME STORY

DAS

STOCKHOLM-

SYNDROM

Eine Geiselnahme

mit Spätfolgen

02

Das Ende des

Geiseldramas:

Birgitta Lundblad

wird aus der Bank

getragen.

NEUE

SERIE

TEIL 1 VON 4

1973

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WINTER 2020 29


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LEBEN

TIERE ALS

LETZTE

WEGGEFÄHRTEN

von MICHAELA HÖVERMANN

VIELE ALLEINSTEHENDE SENIORINNEN UND SENIOREN leiden unter

Einsamkeit. Der Ehepartner ist verstorben. Kinder und andere Familienangehörige

leben häufig weit entfernt und kommen nur selten zu

Besuch. Die wenigen Freunde leben im Seniorenheim. Wegen der

Corona-Krise sind soziale Kontakte zusätzlich erschwert. Hunde und

Katzen sind dankbare und treue Mitbewohner. Sie bringen das Leben

zurück ins Haus. Aber nicht jeder ältere Mensch ist dieser Herausforderung

gewachsen.

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Bigstock

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vectorstock

+

Gerade zur Weihnachtszeit haben viele

Seniorinnen und Senioren den Wunsch,

nicht länger allein in ihren eigenen vier

Wänden zu sein. Da liegt der Gedanke an

Haustiere nahe.

Was eignet sich besser als vierbeiniger Gefährte,

Hund oder Katze? Pauschal lässt sich

das nicht beantworten. Beide haben so ihre

Vor- und Nachteile. Die Anschaffung von

Haustieren will allerdings – in jedem Alter –

gut überlegt sein. Denn Tiere bedeuten Verantwortung.

Und darum sollten auch nicht „einfach

so“ Tiere an ältere Menschen verschenkt

werden. Erst muss gewährleistet sein, dass die

Seniorinnen und Senioren die Versorgung von

Hunden oder Katzen übernehmen können und

möchten.

Tierhaltung macht glücklich

Eigene Haustiere zu haben, ist für viele Seniorinnen

und Senioren ein Traum. Mit einem

Tier im Haus ist immer ein Ansprechpartner

vor Ort. Streicheln und Kuscheln baut Stress

ab und kann sich sogar vorteilhaft auf den

Blutdruck auswirken. Ein Grund dafür ist das

Kuschelhormon Oxytocin: Es wird bei Berührungen

ausgeschüttet – und zwar auf beiden

Seiten!

Haustiere schenken Menschen Zuwendung,

Geborgenheit und Trost. Ihre Anwesenheit

erfüllt wichtige menschliche Grundbedürfnisse

und gibt älteren Menschen eine

verantwortungsvolle Aufgabe.

„Man ist nicht mehr allein der Wohnung.“

Die 79-jährige Elfriede M. aus einer Kleinstadt

im Harz hat immer Hunde gehabt. Trotzdem

hat sie lange überlegt, bevor sie sich wieder für

einen Hund entschieden hat. Ihre Wahl fiel auf

die damals 8-jährige Mischlingshündin Emma:

„Wir zwei Omis gehen täglich spazieren“,

erklärt sie stolz.

Sie bekommt täglich Besuch vom ambulanten

Pflegedienst. Der Altenpflegerin Heike D.

ist die Veränderung an Elfriede M. aufgefallen.

Seit sie ihren Vierbeiner bei sich hat, ist die Seniorin

regelrecht aufgeblüht: „Emma ist ihr Ein

und Alles. Sie hat wieder etwas, wofür sich das

Leben lohnt.“

32 FÜNFZIG+ LIFE


Vor allem die Berührungen seien sehr wichtig,

erklärt die 49-Jährige: „Das machen sich viele

Leute nicht klar. Aber alte einsame Menschen

werden kaum noch zärtlich oder liebevoll berührt.“

Dass der Schnauzer-Pudel-Mix nach Strich

und Faden verwöhnt wird, sieht man: Sie hat

ein bisschen Übergewicht und weiß genau,

wie sie Frauchen die begehrten Leckerlis abluchsen

kann. Ein Blick auf ihren Kulleraugen

lässt die Rentnerin dahinschmelzen.

Elfriede M. kann stundenlang von ihrem

Hund erzählen. Wie es ohne ihre „Hunde-Omi“

war? Daran mag sie gar nicht mehr

denken.

Verantwortung für Haustiere übernehmen

Das Tierwohl darf bei all den positiven Auswirkungen

auf den Menschen nicht vernachlässigt

werden. In bestimmten Situationen, bei

Krankheit oder finanziellen Schwierigkeiten,

kann das zu Überforderung führen.

Eine verantwortungsbewusste Tierhaltung

verlangt eine intensive Auseinandersetzung

mit den Bedürfnissen von Hunden und Katzen.

Elfriede M. macht es zwar glücklich, ihrem

Vierbeiner Leckerchen zuzustecken. Für

die inzwischen 10-jährige Senior-Hündin

Emma ist Übergewicht allerdings gesundheitlich

nachteilig. Die Rentnerin wiegelt ab: „So

schlimm ist das nicht.“ Ein Tierarzt sähe das

eventuell anders.

Ein oder zwei Haustiere adoptieren? –

Rudeltier Hund vs. Gesellschaftstier Katze

Ein Hund eignet sich prinzipiell zwar zur Einzelhaltung.

Besser ist es allerdings, mindestens

zwei Vierbeiner aufzunehmen. Elfriede M.

hat mit Emma eine Hündin gefunden, die mit

anderen Hunden eher nicht verträglich ist. In

ihrem Fall ideal. Andere Hunde brauchen dagegen

Artgenossen.

Katzen sind – entgegen der landläufigen

Meinung – keine Einzelgänger. Sie sollten

generell zu zweit oder sogar in einer kleinen

Gruppe gehalten werden. Sie brauchen den

Kontakt zu ihren Artgenossen, um ein gesundes

und glückliches Leben führen zu können.

Das gilt besonders für Wohnungskatzen, die –

anders als Freigänger – keine Außenkontakte

zu anderen Katzen haben.

Das war für die beiden rüstigen Endsiebziger

Jutta und Willi E. der Grund, ein Katzenpärchen

aus dem Tierheim zu adoptieren. Ihre

Wahl fiel auf zwei erwachsene Hauskatzen im

Alter von fünf und sieben Jahren. Die beiden

waren als Abgabetiere im Tierheim gelandet –

und fanden bei dem Ehepaar ein neues Zuhause.

„Wir hätten es nicht übers Herz gebracht,

die beiden zu trennen.“

Mehrere Tiere aufzunehmen, hat noch einen

anderen Vorteil: Die Katzen beschäftigen

sich miteinander. Dadurch langweilen sie sich

nicht so schnell, und es kommt seltener zu

Verhaltensauffälligkeiten.

Einzelhaltung nur im Ausnahmefall

Kleine Wohnungen schränken die Möglichkeit

zur Tierhaltung allerdings ein. Die Versorgung

mehrerer Tiere bedeutet außerdem eine größere

finanzielle Belastung. Nicht alle können

diese Kosten mit ihrer monatlichen Rente

stemmen.

In Tierheimen finden sich aber immer wieder

Fellnasen, die aufgrund ihrer Vorerfahrung

sowieso keine Artgenossen in ihrer Nähe dulden.

Sie wollen „ihren Menschen“ ganz für

sich allein haben. Das Tierheim-Personal berät

bei der Auswahl und prüft bei einer Vorkontrolle,

ob die Voraussetzungen prinzipiell stimmen.

Kosten der Haustierhaltung

Tierhaltung kostet Geld. Neben den Anschaffungskosten

kommen auf Hundehalter die

Hundesteuer und eine gesonderte Tierhalter-Haftpflichtversicherung

zu. Dazu kommt

die Investition in die Grundausstattung wie

Futter- und Wassernäpfe, Schlafbettchen, Decken,

eine stabile Box für Tierarztbesuche und

unterschiedliches Spielzeug zur Beschäftigung.

Für Hunde sind Geschirr und Leine, für Katzen

Kratzbäume, Kratzmöbel und Katzentoiletten

Pflicht. Sonst nutzen die Stubentiger als Alternative

zur Krallenpflege schlimmstenfalls Möbel,

Tapeten und Gardinen.

Auch Tierfutter, Katzenstreu und Tierarztbesuche

machen sich im Portemonnaie

bemerkbar. Bei einem Hund fallen – je nach

Größe – monatlich zwischen 100 und 200

Euro an. Für eine Katze sollten rund 90 Euro

im Monat einkalkuliert werden.

U

Zu einer verantwortungsvollen

Haltung gehören:

• Artgerechte Fütterung

• Bewegung (bei Hunden Gassigehen

und Training, bei Katzen

Spielen)

• Tierarztbesuche (zu Routine-

Checks, Impfungen und im

Krankheitsfall)

• Eventuell Medikamentengabe,

falls der Vierbeiner chronisch oder

akut erkrankt ist

• Sauberes Umfeld

HUNDE

Regelmäßige Spaziergänge

fördern die Gesundheit

Soziale Kontakte mit anderen

Hundebesitzern

Treuer Freund, gut für das

seelische Wohlbefinden

Gassigehen bei Wind und

Wetter, viel Auslauf

Zu wenig Erziehung kann zu

vielerlei Problemen führen

Hunde bringen Eigengeruch

mit, z. B. bei nassem Fell

WINTER 2020

33


LEBEN

Haustiere

KATZEN

Reine Wohnungshaltung ist bei

Katzen kein Problem

Zwei oder mehr Tiere beschäftigen

sich problemlos allein

Bauen enge Beziehung zu ihren

Menschen auf

Regelmäßige Reinigung von

Katzentoiletten

Verschluckte Haare werden

als Ballen herausgewürgt

Bisse und Kratzer gehört

bei Katzen zum Spiel dazu

U

Vorsorge für den vierbeinigen Liebling treffen

Die Lebenserwartung von Katzen und Hunden

steigt kontinuierlich. Das liegt an der besseren

tierärztlichen Versorgung. Auch die Ernährung

von Haustieren verbessert sich stetig. Immer

mehr Tierhalter lehnen minderwertiges Futter

mit Getreide, Kohlenhydraten und Zucker für

Katzen und Hunde ab. Auch das macht sich

bemerkbar. Abhängig von ihrer Größe werden

Hunde bis zu fünfzehn Jahre alt.

Katzen erreichen ein noch höheres Alter. Es

gibt Stubentiger, die weit über zwanzig Jahre

alt werden. Das kann als Vor-, aber ebenso als

Nachteil empfunden werden. In jedem Fall bedeutet

die Anschaffung eines Haustieres eine

langfristige Verantwortung.

Im Krankheits- oder Pflegefall

Wenn der ältere Mensch schwer erkrankt,

pflegebedürftig wird und notgedrungen in ein

Pflege- oder Seniorenheim umziehen muss,

braucht der vierbeinige Gefährte ebenfalls eine

neue Unterkunft. Wer nimmt die Tiere in diesen

Fällen auf? Gibt es Verwandte, Freunde

oder Bekannte, die sich liebevoll um die Katzen

und Hunde kümmern?

Falls nicht, ist ihre nächste – und häufig

letzte – Station das Tierheim. Tierschützerin

Jana M. erklärt: „Die Angehörigen nehmen

zwar gern das Erbe. Aber für die tierischen

Weggefährten gibt es keinen Platz. Nicht alle

können weitervermittelt werden.“ Manche

Vierbeiner seien einfach zu alt. Dann will sie

niemand mehr.

Im Tierheim in Bad Lauterberg im Harz gibt

es ein Domizil, in dem Stubentiger im Seniorenalter

ihren Lebensabend verbringen können.

Dort werden sie liebevoll versorgt. Aber

ein richtiges Zuhause kann das nicht ersetzen.

Ein Schicksal, das Tierliebhaberinnen und

Tierliebhaber ihren vierbeinigen Weggefährten

sicher ersparen möchten. Darum gilt es, für

den Ernstfall vorzusorgen und den Verbleib

der geliebten Haustiere rechtzeitig zu regeln.

Fazit

Haustiere sind wahre Jungbrunnen für Seniorinnen

und Senioren. Sie schenken älteren

Menschen neuen Lebensmut, vertreiben die

Einsamkeit und geben ihnen wieder eine Aufgabe.

Die Bindung zwischen älteren Menschen

und ihren Hunden oder Katzen kann sehr innig

und intensiv sein, wenn die Charaktere

zusammenpassen.

Erwachsene Tiere sind für Rentnerinnen

und Rentner besser geeignet als Welpen oder

Kitten, weil ältere Fellnasen bereits erzogen

und charakterlich gefestigt sind.

Allerdings dürfen mögliche Tierarztkosten

nicht vergessen werden: Tiere leiden häufig

im Alter – genau wie ältere Menschen – unter

Krankheiten und brauchen Medikamente oder

eine engmaschigere tierärztliche Betreuung.

Die liebevolle, artgerechte Versorgung der

Tiere sollte im Alltag jederzeit sichergestellt

sein. Selbst körperlich eingeschränkte Seniorinnen

und Senioren können hervorragende

Tierhalter sein – wenn sie Hilfe und Unterstützung

bei den anstehenden Aufgaben haben.

Das schließt sich also nicht aus.

Dafür ist ein entsprechendes finanzielles

Polster nötig. Stimmen die Voraussetzungen?

Dann spricht nichts gegen die Tierhaltung.

+

KURZ & KNAPP:

Voraussetzungen für Haustierhaltung

Platz

In der Wohnung oder im Haus sollte genug Platz

vorhanden sein, um diesen katzen- bzw. hundegerecht

einzurichten. Dazu gehören Kratzbäume,

Katzentoiletten, eine Hundebox sowie Schlaf- und

Rückzugsmöglichkeiten.

Geld

Für eine Katze sollten 90 Euro, für einen Hund 100

bis 200 Euro pro Monat zur Verfügung stehen.

Ein finanzielles Polster ist sinnvoll, falls teure Tierarztbehandlungen

oder Operationen anstehen.

Sollte eine Reinigungskraft oder Tierbetreuung

gebraucht werden, entstehen weitere Kosten, die

abgedeckt sein sollten.

Gesundheit

Mit Hunden sind regelmäßige Spaziergänge nötig.

Katzentoiletten müssen mehrfach täglich gesäubert

werden. Dazu kommt ein erhöhter Reinigungsaufwand

in der Wohnung.

Tierarztbesuche erfordern ebenfalls Mobilität.

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ADVERTORIAL

Es sind schon längst nicht mehr nur Jugendliche und junge Erwachsene,

die ein Smartphone benutzen. Im digitalen Zeitalter lassen sich

auch immer mehr Senioren und Seniorinnen von den Möglichkeiten

des Smartphones begeistern. Kein Wunder – denn spezielle Apps

können den Alltag der sogenannten „Silver-Surfer“, ein Begriff für ältere

Menschen, die das Internet und digitale Medien nutzen, deutlich

erleichtern und so wird das Smartphone zum perfekten Begleiter bis

ins hohe Alter. Die Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten erstreckt

sich über Kommunikation, Alltagshilfe, Mobilität und Gesundheit.

Kommunikation

Für die psychische Gesundheit älterer Menschen ist es wichtig, mit

Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Virtuelle Kommunikation

macht dies möglich, auch wenn die Liebsten weit entfernt leben.

Skype, Apple-Facetime und die aktuell vielfach genutzten Videokonferenztools

wie Zoom ermöglichen eine Unterhalten über die Entfernung

hinweg.

Alltagshilfen

Es gibt zahlreiche Apps, um den Alltag zu erleichtern. Ältere Menschen

können zum Beispiel Organisationshilfen nutzen, um an alltägliche Erledigungen

erinnert zu werden. Für Menschen mit Sehschwäche wurden

Apps entwickelt, die den Betroffenen E-Mails oder ganze Bücher

vorlesen. Für den Ernstfall gibt es Anwendungen, mit denen schnell

Hilfe gerufen werden kann.

Mobilität

Senioren und Seniorinnen schätzen eine uneingeschränkte Mobilität

– doch mit zunehmendem Alter gestaltet sich dies immer schwieriger.

Das Autofahren kommt für viele alte Menschen nicht mehr in Frage,

sodass sie auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind. Entsprechende

nützliche Apps helfen ihnen dabei, sich in diesem zurechtzufinden

oder eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren.

soll durch fünf Spiele mit therapeutischem Ansatz gewährleistet werden. Bei

den Bilder-Spielen gibt es die Möglichkeit, eigene Fotos zu verwenden, zum

Beispiel von den Enkelkindern oder aus der Kindheit des Betroffenen. Die Anwendung

wurde durch die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen initiiert und

wird durch die Techniker Krankenkasse Niedersachsen gefördert.

Ada - Deine Gesundheitshelferin

Die App für einen schnellen und unkomplizierten Gesundheitscheck wurde von

Ärzten und Wissenschaftlern entwickelt und ist in der Europäischen Union ein

Medizinprodukt der Klasse I. Die Anwendung hat Antworten auf medizinische

Fragen jeder Art und verspricht eine vertrauenswürdige Symptomanalyse.

Die Umstände der Corona-Pandemie haben deutlich werden lassen, wie

wichtig die Digitalisierung – vor allem im Gesundheitsbereich – für jeden

von uns ist. Schützen Sie sich und die Anderen mit der Corona-Warn-App.

Kontakt

Dr. Corinna Morys-Wortmann

Leiterin der Geschäftsstelle

Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen

GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH

Bahnhofsallee 1b

37081 Göttingen

Fon: +49 (0)551 – 54743 - 291

Fax: +49 (0)551 – 54743 – 20

info@gesundheitsregiongoettingen.de

www.gesundheitsregiongoettingen.de

Gesundheit

In den App-Stores findet man zahlreiche Anwendungen, die Geist und

Körper fit halten. Außerdem gibt es nützliche Apps, die während einer

Therapie oder alltäglichen Gesundheitsanliegen unterstützen. Eine

Auswahl kostenloser, deutscher Anwendungen der Kategorie Gesundheit

haben wir für Sie zusammengestellt:

MyTherapy

Die TÜV-geprüfte App zur Therapiebegleitung dient der Erstellung eines

Therapieplans, der Dokumentation von Messwerten, dem Erkennen von

Medikamenten per Strichcode sowie Erinnerungen zu deren Einnahme

oder Informationen aus dem Beipackzettel. Sie wurde mit Ärzten entwickelt

und hält für psychisch Erkrankte zudem ein Stimmungstagebuch

bereit.

Apothekenfinder

Neben dem einfachen Abrufen der nächstgelegenen Apotheken findet

man mit dieser App rund um die Uhr geöffnete Notdienst-Apotheken. Die

von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. initiierte

Anwendung hält außerdem alle wichtigen Details der jeweiligen Apotheke

für Sie bereit und berechnet auf Wunsch auch die Anfahrtsroute.

Auguste

Eine App für Demenzerkrankte, die entwickelt wurde um gemeinsam mit

den Angehörigen ein effektives Hirnleistungstraining ermöglichen. Dieses

connect Healthcare

STADT

LANDKREIS

GÖTTINGEN NORTHEIM

BEWEGUNG KINDER ÄLTERE

BERUFSTÄTIGE AUSBILDUNG JUGENDLICHE KINDERGARTEN

STUDIERENDE FAHRRADHELM DIGITALISIERUNG

GESUNDHEITSFÖRDERUNG WOHNEN IM ALTER

HEBAMMEN SCHWANGERSCHAFT PRÄVENTION BGM

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Telefon (05 51) 5 47 43-292

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KULTUR

AlleS Lüge

+

Zwei Brüder, zwei Welten. Thommy

und Sandro haben sich mit der Zeit

auseinandergelebt. Während der jüngere

Sandro – gespielt von Roman Majewski – in

den Westen geht und sich dort ein Leben als

Musiker aufbaut, fällt der ältere Thommy (Volker

Muthmann) in einen Sumpf aus Arbeitslosigkeit,

Alkohol, Einsamkeit und Tristesse.

Konzipiert wurde das Stück „Alles Lüge

und immer wieder wächst das Gras“ als

Ost-West-Liederabend mit Songs der beiden

bereits verstorbenen deutschen Musiker Gerhard

Gundermann und Rio Reiser. Eine Zeile

aus Gundermanns „Gras“ findet sich sogar

im Stücknamen wieder. Die Geschichte von

Thommy erinnert dann auch nicht zufällig

an den Werdegang des ostdeutschen Liedermachers

Gerhard „Gundi“ Gundermann.

Thommy arbeitet ebenfalls als Baggerfahrer

im Tagebau, muss aber dann den Verlust seines

Jobs verkraften. Doch er bleibt dem Osten

treu.

... UND IMMER WIEDER

WÄCHST DAS GRAS: Der Liederabend

des Deutschen Theaters

Göttingen anlässlich von 30 Jahre

Wiedervereinigung von Roman

Majewski und Niklas Ritter sollte

ursprünglich am 7. November im

DT-1 vor Publikum uraufgeführt

werden. Die neuerlichen Kontaktbeschränkungen

und das Veranstaltungsverbot

ließen eine Premiere

jedoch nicht zu. Diese soll

nun am 5. Dezember nachgeholt

werden. Uraufgeführt wurde dennoch:

per Livestream auf YouTube.

TEXT

Michael Seiler

FOTOS

Michael Seiler,

Axel J. Scherer

Dagegen ist die Frage nach der Zugehörigkeit

für dessen Bruder Sandro ein zentrales Thema.

Dem geouteten Homosexuellen fällt es schwer,

sich mit Dingen aus der ehemaligen DDR zu

identifizieren. Er zieht nach dem Mauerfall in

den Westen, gänzlich abschütteln kann er Ostdeutschland

aber auch nicht. Hier wird zum

Leben von Rio Reiser eine Parallele gezogen,

dem angeblich durch die vielen Umzüge seiner

Eltern ein echtes Heimatgefühl versagt blieb.

Der Tod der Großmutter (Gaia Vogel) bringt

die beiden Brüder zumindest räumlich wieder

zueinander. Vogel schlüpft nicht nur in die

Rolle der Großmutter – inklusive herrlichem

Dialekt -, sondern spielt auch Thommys Ex-

Frau Paula, die für die Geschichte ein wichtiges

Element darstellt, ist sie doch der Auslöser

für Thommys Absturz, andererseits macht sie

Sandro später bei einer Milleniums-Feier im

Westen ein schlechtes Gewissen, dass er sich

womöglich nicht genug um seinen großen Bruder

gekümmert habe.

01

38 FÜNFZIG+ LIFE


02

Mit spürbarer Energie spielt der Vierte im

Bunde, Moritz Schulze. Vor allem an den

Gesangseinlagen ist dies eindrucksvoll zu bemerken.

Seine Figur beginnt als „Wessi“, der

im Osten im Cowboy-Dress Zigaretten an den

Mann oder die Frau bringt.

Die in das Stück eingebauten Lieder von Gerhard

Gundermann und Rio Reiser decken ein

breites Spektrum von provokanten hin zu

melancholischen Tönen ab, darunter auch der

Reiser-Klassiker „König von Deutschland“ oder

das mehrfach gecoverte „Junimond“. Regie

führt der in Göttingen nicht unbekannte Niklas

Ritter, der in diesem Jahr bereits „Die Hauptstadt“

auf die DT-1-Bühne gebracht hat.

Die initiale Idee eines, zunächst als einmalige

Veranstaltung geplanten Liederabends hatte

der aus Halle an der Saale stammende Roman

Majewski bereits im vergangenen Jahr. „Ich bin

1986 geboren und habe die DDR bewusst nicht

mehr erlebt“, sagt Majewski. „Ich bin ost-sozialisert,

aber nicht DDR-sozialisiert. Mein Bruder

dagegen ist 16 Jahre älter und in der DDR

groß geworden. Und ich merke, dass ich seine

andere Weltsicht nicht immer teile. Dieses Ost-

West-Thema beschäftigt mich daher schon sehr

lange.“

DT-Intendant Erich Sidler schlug aus organisatorischen

Gründen dann aber einen wiederholbaren

Abend vor und holte Regisseur

Niklas Ritter mit ins Boot. Zusammen mit dem

gebürtigen Westberliner Ritter entwickelte Majeswki

aus der Idee schließlich eine Geschichte

rund um die Texte der beiden deutschen Liedermacher.

„Sie haben beide mit ihrer Musik

Menschen bewegt“, erklärt Majewski. „Von

01

Roman Majewski

(re.) hatte die

Idee zu diesem

Liederabend. Mit

dabei Gaia Vogel

(Mitte) und Moritz

Schulze (li.)

02

Die Perücken

mussten wegen

der Hygieneregeln

so konzipiert

werden, dass sie

die Schauspieler

möglichst selbst

anziehen konnten.

03

Kostümbildnerin

Karoline Bierner

muste Umzüge

so einfach und

schnell wie

möglich gestalten.

Ein solcher

Kittel kommt dann

durchaus gelegen.

03

Herzschmerz-Musik bis politischen Anklängen

deckten sie für mich eine gewisse Bandbreite

ab.“

„Wir wollen eine Geschichte erzählen, die

1990 mit den Träumen zweier Brüder beginnt,

um dann zu schauen, was daraus geworden

ist“, fügt Niklas Ritter hinzu. „Und dabei ist

die Geschichte von Roman thematisch mitgeschwungen,

ohne dass es eine Biografie geworden

ist.“

An manchen Stellen merkt man dem Stück, das

am 7. November per Livestream bei YouTube

uraufgeführt wurde, an, dass es unter strengen

Hygieneauflagen entstanden ist. Unabdingbar

für einen Liederabend ist beispielsweise die

Nutzung von Mikrofonen. Jedem Schauspieler

wurde eine klare Position zugeordnet. Engen

Kontakt gibt es nicht. Garderobenständer an

beiden Seiten der Kulisse zeugen von weiteren

Umstellungen, die die Corona-Krise mit auf die

Bühne gebracht hat.

Für Kostümbildnerin Karoline Bierner war

die Arbeit an dem Werk eine Herausforderung:

„Das war schon ein spezieller Prozess. Normalerweise

zeichnet man vorher Figurinen, hat

dann Probenkostüme und arbeitet parallel am

originalen Kostümbild. Hier haben wir während

der Proben das Stück geschrieben.“ Für

die Ausstattung des Stücks hat Bierner dennoch

das eine oder andere Highlight organisieren

können, wie etwa den „schmucken“ Kittel der

Oma oder auch die Kostüme der drei Tänzerinnen

bei der 2000er-Party.

+

WINTER 2020

39


KULTUR Hinter den Kulissen

HINTER DEN KULISSEN beim:

Corona-Edition

DT Göttingen

Niklas Ritter

Regisseur

Roman Majewski

Schauspieler

Als das erste Veranstaltungsverbot

im Frühjahr verhängt wurde,

welche direkten Auswirkungen

gab es für Ihre Arbeit?

Wir waren beim Shutdown

gerade am Proben für „Die

Hauptstadt“. Wir haben dann

die große Pause mitgemacht

und sind anschließend als

eine der ersten Premieren hier

wieder eingestiegen. Wir haben

dann zusammen mit den

Schauspielern ein System entwickelt.

Für mich hatte es auf der

Bühne gar keine so schlimmen

Effekte. Es ist oft sogar interessanter,

wenn die Schauspieler

eine gewisse Distanz haben

und zum Beispiel über Haltung

arbeiten. Jeder Schauspieler

hat dann einen privaten Bereich

und der Eingriff in diese

Nähe bringt dann Spannung.

An eine gewisse Technik gewöhnt

man sich auf der Bühne

schnell.

Aber man musste erstmal

sehr formal an die Sache rangehen.

Es gibt auf der Bühne

plötzlich andere Gesetze als

sonst, aber Gesetze gab es

schon immer. Schwierig wurde

es dann nur, wenn mehrere

Gruppen zusammenkamen.

Und was bedeutete die vorübergehende

Schließung des Theaters

für Sie persönlich?

Für mich als Freischaffenden

war es nicht klar, wann es

weitergeht. Man hat sich an

den Virologen entlang durch

die Wartezeit gehangelt. Von

Woche zu Woche. Für mich

war das eine unkreative Zeit.

In drei Monaten hätte man eigentlich

viel machen können.

Was hat sich Theater seit dem

ersten Lockdown am stärksten

verändert?

Was für mich jetzt am

schlimmsten ist, sind die leeren

Zuschauerräume. Erich

Sidler hat es mal gesagt: Man

schaut wie in ein Gebiss ohne

Zähne. Wenn man Stücke man

mit viel Reaktion und Interaktion,

wie z. B. Komödien, spielt,

dann ist das schon brutal.

Was wog nach Ausbruch der

Pandemie am schwersten?

Die Ungewissheit, wie es

weitergeht, auch mit Veranstaltungen

allgemein, war das

Schlimmste. Finanziell hatte

das keinen großen Effekt. Wir

sind nach wie vor auf Kurzarbeit,

d. h. das Arbeitsamt

übernimmt einen bestimmten

Prozentsatz vom Lohn und das

Theater gleicht das aus.

Die Abstands- und Hygieneregeln

auf der Bühne waren sicher

gewöhnungsbedürftig.

Ja, die Nähe hat gefehlt. Am

Anfang war auch der Umgang

mit Requisiten noch nicht ganz

klar. Aber der Mensch ist ein

Gewohnheitstier und man gewöhnt

sich einfach daran. Es

entsteht eine Barriere, damit

man den Abstand hält. Und

manchmal ist es für das Spielen

auch ganz gut, weil dadurch

eine Spannung entstehen

kann, die ich durch Nähe nicht

erzeugen könnte.

Vor dem zweiten Lockdown waren

nur wenige Zuschauer zugelassen.

Macht das wehmütig?

Ich sehe das gar nicht so

dramatisch, weil ich es

akzeptiere. Ich tröste mich

damit, dass es nicht so um

die Menge an Leuten geht.

Die, die im Theater sitzen, die

wollen und haben Lust und

auch Sehnsucht nach diesem

gemeinsamen Moment.

Ich kann mich damit für

den Moment anfreunden, weil

ich den Menschen, die da sind,

auch einen schönen Abend bereiten

möchte.

Zwischenzeitlich wurde in der

Tiefgarage gespielt. Was war anders

als auf der Bühne?

Es war interessant. Man hat

von einem privaten Raum in

einen anderen privaten Raum

geschaut. Die Leute waren am

Essen und Trinken. Das war

eine ganz private Situation,

als würde ich bei denen im

Wohnzimmer sitzen.

40 FÜNFZIG+ LIFE


| INTERVIEWS Michael Seiler

| FOTOS Inge Mathes, Frank Stefan Kimmel, Michael Seiler

Karoline Bierner

Kostüm- und Bühnenbilderin

Was hat Corona in den von Ihnen

betreuten Abteilungen verändert?

Corona merkt man daran, dass

die Abteilungen Einschränkungen

haben. Die Ankleider dürfen

beim Umziehen nicht mehr

helfen, das müssen die Schauspieler

selbst machen. Die

Maske darf noch helfen, aber

nur mit einem entsprechenden

Hygienekonzept. Es darf nur

noch ein Maskenbildner einen

Schauspieler schminken. Oder:

Haben sie einem geholfen,

müssen sie danach eine Pause

machen, sich neu anziehen

und reinigen.

Die Probenkostüme dürfen

auch nur von einem Schauspieler

angezogen werden und

Requisiten dürfen nicht von

Hand zu Hand gehen, es sei

denn mit Handschuhen.

Wie macht sich das in den konkreten

Planungen für ein Stück

bemerkbar?

Wir planen es jetzt wenn möglich

so, dass man sich selber

umziehen kann, oder man

auch offene Umzüge macht,

also für den Zuschauer sichtbar.

So können wir das für die

Art, wie wir die Geschichte

erzählen, nutzen. Aber: Man

kann jetzt nicht in jeder zweiten

Szene einen Komplettumzug

machen. Ohne die ganze

Infrastruktur und Hilfe im Hintergrund

ist das nicht möglich.

Man muss einfacher denken.

Wenn Leute sich selber

schminken müssen, hat das

natürlich Konsequenzen, was

den Maskenaufwand betrifft.

Aber Not macht erfinderisch.

Man kommt eigentlich immer

zu einer Lösung.

Was erwarten Sie für die Zeit

nach Corona?

Ich glaube, dass es Auswirkungen

auf danach geben wird.

Dass gespart werden muss und

dass es eher im Kulturbetrieb

sein wird als woanders.

Ich finde, dass es auf Dauer

eine komische Art wäre, Theater

zu machen.

DAS familiäre

GYMNASIUM in Bad Sachsa

Das Pädagogium Bad Sachsa ist für 350 Jugendliche sowohl Gymnasium

vor Ort als auch Internat. Schüler, Eltern und Lehrer kennen sich

und arbeiten eng zusammen. Das schafft Vertrauen und eine gute

Lernatmosphäre, so dass auf persönliche Stärken und Schwächen

der Schüler sinnvoll reagiert werden kann. Die Qualifikationsphase

bietet drei Profile mit vielfältigen kleinen Kursen. Langjährige

Erfahrung führt zu konstant guten Abiturergebnissen.

Leistungsstarke Schüler können sich auf Stipendien bewerben.

Ihre Fragen beantworten gern: Herr Kruse (0 55 23 / 30 01-20)

und Herr Schwark (0 55 23 / 30 01-15 – speziell zum

Internat). Anmeldungen sind jederzeit möglich.

Staatlich anerkanntes Gymnasium mit Internat

Ostertal 1-5 · 37441 Bad Sachsa ·Telefon: 05523/30 01-0

kontakt@internats-gymnasium.de

www.internats-gymnasium.de

WINTER 2020

41


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42 FÜNFZIG+ LIFE


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jeweils der 15. des Vormonats (nächste Ausgabe März 2021)

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(20); Michael Seiler (22, 39, 41); Scanpix Sweden: SvD / TT (28-29); Axel J.

Scherer (38); Inge Mathes (40), Frank Stefan Kimmel (40).

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Zur besseren Lesbarkeit werden personenbezogene Bezeichnungen, die sich zugleich auf

männlich, weiblich oder divers beziehen, generell nur in der gemäß der deutschen Rechtschreibung

üblichen männlichen Form angeführt, also z.B. "Besucher " statt "BesucherInnen"

oder "Besucherinnen und Besucher". Dies ist ohne Wertung zu verstehen und soll

keinesfalls eine Geschlechterdiskriminierung oder eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes

zum Ausdruck bringen.

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