mensch joseph! | Magazin 3-2018
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<strong>mensch</strong> <strong>joseph</strong>! JHW HILFT<br />
Schritt für<br />
Schritt<br />
zum<br />
Ziel<br />
setzten die Chirurgen Mohammad einen<br />
sogenannten „Fixateur externe“ ein: Diese<br />
Haltevorrichtung wird speziell bei schweren<br />
offenen Knochenbrüchen genutzt,<br />
um die Fragmente zu stabilisieren und<br />
Infektionen zu vermeiden. Über mehrere<br />
kleine Hautschnitte erhielten Dr. Schlummer<br />
und seine Kollegen Zugang zum Knochen.<br />
Durch eine OP wurde der Fixateur<br />
mit dem Knochen verbunden, um ihn zu<br />
stützen. Die OP verlief erfolgreich – trotzdem<br />
saß Mohammad erst einmal im Rollstuhl.<br />
Das Bein durfte in der ersten Zeit<br />
nicht belastet werden. Dr. Schlummer führte<br />
regelmäßige Röntgenkontrollen durch,<br />
um zu sehen, ob alles richtig verheilt. Einige<br />
Zeit nach der OP konnte der Achtjährige<br />
beginnen, sich an die ersten Physiotherapieübungen<br />
heranzutasten. Die ersten<br />
Erfolge stellten sich schnell ein und seine<br />
Beinmuskulatur wurde immer kräftiger.<br />
Bald schon ging er Schritt für Schritt über<br />
die Station. Zuerst mit Krücken, dann mit<br />
tatkräftiger Unterstützung – am Ende war<br />
er sogar stark genug, um an der Beinpresse<br />
zu trainieren. Mohammad ist gesund.<br />
Mohammad lehnt seinen<br />
Rücken ans Polster der<br />
Beinpresse. Seine Füße<br />
positioniert er in Hüftbreite.<br />
Er löst die Sicherung, atmet<br />
aus – und drückt die Fußplatte<br />
über die Fersen<br />
nach oben. „Super, toll<br />
gemacht!“, ruft ihm Physiotherapeutin<br />
Anja Liddell zu.<br />
Vor wenigen Monaten noch<br />
wären solche Übungen für<br />
Mohammad nicht<br />
zu schaffen gewesen.<br />
„Mohammad kam mit einer Osteomyelitis,<br />
einer Knochenentzündung in der Oberschenkel-<br />
und Beckenregion, ins Josephs-<br />
Hospital“, erzählt Dr. Timm Schlummer,<br />
Chefarzt der Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie<br />
im JHW. Die Verletzungen hatte<br />
sich der achtjährige Junge in Afghanistan<br />
zugezogen. Im Februar kam er über die<br />
Oberhausener Kinderhilfsorganisation Friedensdorf<br />
International nach Deutschland –<br />
und zur Behandlung ins Josephs-Hospital<br />
nach Warendorf. Seit vielen Jahren bereits<br />
arbeiten das Friedensdorf und das JHW<br />
eng zusammen, um Kindern in Not zu helfen.<br />
„Mohammads Frakturen waren sehr<br />
kompliziert. Wäre er in Afghanistan geblieben,<br />
hätte sein Bein wahrscheinlich amputiert<br />
werden müssen“, erklärt Dr. Schlummer.<br />
Um die Knochen wiederherzustellen,<br />
Seit Ende Juli ist Mohammad wieder<br />
zurück im Friedensdorf in Oberhausen.<br />
Seine fröhliche und unbeschwerte<br />
Art ist dem Personal in positiver<br />
Erinnerung geblieben: „Als er zu uns<br />
in die Klinik kam, war an diese Erfolge<br />
nicht zu denken. Das ist einfach toll!<br />
Wir wünschen Mohammad nur das<br />
Beste für seine Zukunft“, freut sich<br />
Dr. Timm Schlummer.<br />
Das Friedensdorf<br />
Oberhausen<br />
Seit 1967 finden kranke und kriegsverletzte<br />
Kinder aus Krisengebieten<br />
im Friedensdorf Hilfe – und die<br />
Hoffnung auf ein besseres Leben.<br />
Der Verein aus Oberhausen organisiert<br />
Flüge, freiwillige Helfer und<br />
Krankenhäuser, die Verletzungen<br />
operieren und versorgen. Finanziert<br />
wird das Friedensdorf durch<br />
Spenden.<br />
Homepage: www.friedensdorf.de