Taxi Times München - 4. Quartal 2020

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4. QUARTAL 2020 3,50 €

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MÜNCHEN

LET’S

TALK

T

XI

GESPRÄCHE MIT DER POLITIK

ANTRAG AUF TARIFREFORM

Der Taxitarif wird

kundenfreundlicher

TVM INFORMIERT

Die Insolvenzwelle

rollt an

ISARFUNK INFORMIERT

Die Digitalisierung

schreitet voran


Zu jedem Einsatz bereit.

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Was haben Sabine Bär, Alexandra Gassmann, Nikolaus Gradl,

Katrin Habenschaden, Dr. Jörg Hoffmann, Stefan Jagel, Bernhard

Loos, Jens Luther, Dr. Evelyne Menges, Cumali Naz, Lena Odell,

Florian Oßner, Richard Progl, Fritz Roth, Sebastian Schall, Andreas

Schuster, Matthias Stadler, Christian Vorländer und Micky

Wenngatz gemeinsam?

Diese 19 Politiker haben sich in den letzten Wochen Zeit für

Gespräche mit dem Taxigewerbe genommen. Sie haben sich mit

den Vertretern des Taxiverbands München und der beiden Münchner

Taxizentralen persönlich oder virtuell getroffen und Informationen

ausgetauscht.

Florian Bachmann, Gregor Beiner, Christian Hess, Thomas

Kroker, Horst Wiegand und Jörg Wohlfahrt vertraten jeweils

gemeinsam oder abwechselnd die Taxiseite. Sie trugen in allen

Gesprächen die für das Taxigewerbe überlebensnotwendigen Themen

vor, mit denen sich die (Münchner) Politik aktuell beschäftigen

sollte.

Alle Politiker nahmen sich mindestens eine Stunde Zeit und

weil die Themen sehr vielschichtig sind, wurden daraus oft zwei

oder mehr Stunden. Es ging um die geplante Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

und um die illegalen Aktivitäten der

Uber-Partner, ermöglicht durch Kontrolldefizit der Verwaltung. Es

ging aber auch um die Berücksichtigung des Taxigewerbes beim

Mobilitätswandel und bei den künftigen Verkehrsplanungen.

Diese Komplexität veranlasste manche Fraktionen, gleich mehrere

Personen ins Gespräch zu schicken, die wiederum den unterschiedlichsten

Ausschüssen innerhalb des Münchner Stadtrats

angehören. Das Thema Taxi wird demnächst in vielen Sitzungen

auf der Tagesordnung stehen und die Rückmeldungen der

Politiker aus den Gesprächen machen Hoffnung, dass die Politik

fraktionsübergreifend die Taxibranche nicht im Stich lässt.

Das politische Feedback macht aber auch deutlich, dass sich

die Taxibranche bewegen muss. Elektrotaxis und Fahrzeuge für

die Rollstuhlbeförderung sind trotz finanzieller städtischer Förderung

nach wie vor nur eine Randerscheinung. Die bei einer

Fahrgast umfrage ermittelten Gründe für Kundenbeschwerden

ließen sich ohne Aufwand abstellen (siehe Seite 15).

Überhaupt tut es der Branche gut, wenn bei allen Überlegungen

und Verhaltensweisen der Blickwinkel mehr auf die Kunden

gerichtet wird. Die kürzlich beim KVR beantragte Tarifreform hat

genau das zum Ziel. Der nächste Münchner Taxitarif soll deutlich

einfacher werden und sogar Festpreise ermöglichen. Im Doppelinterview

(Seite 12) erläutern die Chefs der beiden Münchner

Taxizentralen, was genau dahintersteckt.

Übrigens: Fast alle Politiker betonten – meist zu Beginn der

Gespräche –, dass sie regelmäßig und gerne Taxi fahren. Münchens

Taxifahrer*Innen können somit bei jeder Tour ihren Beitrag

dazu leisten, dass es so bleibt.

– die Redaktion –

TITEL: GESPRÄCHE MIT DER POLITIK

4 Brief an die Stadtratsfraktionen

6 Gespräch mit Katrin Habenschaden

7 Videokonferenz mit der SPD

8 Die Position der Opposition

MEDIEN

10 Gute und schlechte Presse

TARIFREFORM

11 Antrag für einen einfacheren Tarif

12 Doppelinterview mit den Chefs der

beiden Taxizentralen zum Tarifantrag

KUNDENSERVICE

15 Ergebnisse der KVR-Kundenbefragung

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

16 Die Insolvenrwelle kommt ins Rollen

ISARFUNK-TAXIZENTRALE

18 Festpreise im Taxi

19 Münchens erste Rollstuhltaxis

20 Taxi-Digitalisierung am Flughafen

ELEKTROMOBILITÄT

22 Volvos E-Marke heißt Polestar

CORONA

24 Darf das Vorne-Sitzen verboten werden?

26 Impressum

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TAXI 4. QUARTAL 2020

3


GEWERBEPOLITIK

4. QUARTAL 2020 3,50 €

GEWERBEPOLITIK

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An die

Stadtratsfraktion der Münchner Parteien

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München im August 2020

Das Münchner Taxigewerbe sieht sich durch die Politik des Bundesministers für Verkehr und Infrastruktur

Andreas Scheuer in seiner Existenz bedroht

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Situation für unser Gewerbe wird ständig problematischer, da vermehrt unkontrollierte und ungesetzliche

taxiähnliche Verkehre durch Mietwagen in München stattfinden. Deshalb hat mich die Geschäftsführung der IsarFunk

Taxizentrale damit beauftragt, den Taxiverband München in seinem Bemühen, Kontakte zur Stadtpolitik herzustellen,

zu unterstützen.

Unser Gewerbe kann nicht mit Mietwagenverkehren konkurrieren, die Dumping betreiben und deren Verluste im Falle

von Uber aus Risikokapital oder bei Free Now durch Automobilkonzerne wie Daimler Benz und BMW getragen

werden. Nach den Meldungen der letzten Woche verzeichnen die Bayerischen Motorenwerke erneut einen Verlust,

bereits das sechste Jahr in Folge. Uber wiederum muss alleine für das 2.Quartal 2020 ein negatives Ergebnis von

1,8 Millarden Dollar ausweisen. Trotzdem wird beider verlustbringender, als auch unlauterer Wettbewerb gegen die

Taxiunternehmen sogar noch ausgebaut. Das Taxi ist ein unersetzlicher Bestandteil des ÖPNV. Wir fahren zu festen

und für unsere Bürger verlässlichen Tarifen. Wir erfüllen unsere Betriebspflicht auch zu auftragsschwachen Zeiten

und sind dazu verpflichtet, jede Fahrt im Pflichtfahrgebiet auszuführen. Wir erfüllen den Auftrag der kommunalen

Daseinsvorsorge und stehen zu unserer sozialen Verantwortung. Mietwagen entscheiden, ob sich eine Tour lohnt oder

nicht. Sie berechnen bei besonderen Anlässen, sei es das Oktoberfest, eine Messe oder ein Witterungsumschwung

ein Vielfaches des Taxitarifs, entscheiden sich dementsprechend bevorzugt für lohnendere Aufträge und entziehen

dem Taxigewerbe diese wichtigen Fahrten. Diese jedoch benötigen wir im Ergebnis dringend, um Kurzstrecken nach

möglicherweise langen Wartzeiten im Ergebnis auszugleichen. Die vermeintliche „Liberalisierung des

Taxigewerbes“ führt bereits, wie in den Niederlanden und anderswo, zum Niedergang unseres Gewerbes. Es fördert

lediglich prekäre Beschäftigung in der Plattformökonomie. Die Verbraucher haben dabei das Nachsehen, weil sie

in nachfrageschwachen Zeiten kein Taxi mehr finden. Diese sind verschwunden. Zu anderen Zeiten zahlen sie

Höchstpreise und sind der „Marktmacht“ von Uber & Co ausgeliefert.

Sozial schwächere Gesellschaftsschichten, wie Senioren mit „kleinen“ Renten haben das Nachsehen. Auch in München

können die Taxen schnell verschwunden sein, wenn sich die Politik des Verkehrsministers in Berlin durchsetzen sollte.

Deshalb möchten wir Ihre Positionen kennenlernen, um möglicherweise gemeinsame Ziele festzustellen und zu

verfolgen. Wichtig wäre uns deshalb ein Austausch über das

Aktuelle Eckpunktepapier der Findungskommission vom 19.6. im Auftrag des Bundesministers

für Verkehr und Infrastruktur und seines Ministers MdB Andreas Scheuer und seine möglichen

Auswirkungen auf das Münchner Taxigewerbe.

Die Situation auf der Straße wird zunehmend angespannter. Kein Wunder. Das Positionspapier stellt im Ergebnis

einen Angriff auf das Bestehen des Münchner Taxigewerbes dar. Dabei ständig Mietwagen in Sichtweite, die sich wild

aufstellen und ihrer Rückkehrpflicht nicht nachkommen. Es gibt gegenwärtig keinen fairen Wettbewerb zwischen

Taxen und Mietwagen. Deshalb müssen wir wissen, wo die Parteien im Stadtrat in dieser Frage stehen und wie sie

diesen fairen Wettbewerb in unserer Landeshauptstadt wiederherstellen möchten?

Für welche Politik steht die Stadtratsfraktion Ihrer Fraktion in München?

Wir laden Sie zu uns ein oder besuchen Sie in den Räumen Ihrer Stadtratsfraktion.

Für Rücksprachen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Wiegand

Inklusion und Öffentlichkeitsarbeit

IsarFunk München

FOTO: Privat

ANTRAG AUF TARIFREFORM

Der Taxitarif wird

kundenfreundlicher

MÜNCHEN

LET’S

TALK

T XI

GESPRÄCHE MIT DER POLITIK

TVM INFORMIERT

Die Insolvenzwelle

rollt an

ISARFUNK INFORMIERT

Die Digitalisierung

schreitet voran

LET’S

TALK TAXI

Münchens Taxivertreter haben die letzten

Wochen intensiv genutzt, um zahlreiche

Münchner Politiker über die Situation der

Branche zu informieren. Sie ziehen ein

positives Fazit.

Horst Wiegand, Kontaktperson

für die Münchner

Politik und Medien

Das Taxigewerbe steht vor wegweisenden Entscheidungen.

Die Bundesregierung plant eine Novelle, die neuen Anbietern

den Markteintritt erleichtert und gleichzeitig den

Kommunen entsprechende Rechte zur individuellen Regulierung

einräumt. Den lokalen Genehmigungsbehörden – in München dem

KVR – kommt also in Zukunft eine stärkere Rolle zu. Mussten sie

bisher „nur“ die Einhaltung des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) kontrollieren, stehen sie demnächst auch in

der Pflicht, regionale Rechtsverordnungen zu definieren.

Somit stehen die lokalen Politiker in der Verantwortung,

hier im Sinne des so gerne zitierten „Level-

Playing-Field“ zu entscheiden. Das Taxi rückt damit

deutlich mehr in den Fokus politischer Entscheidungen,

was für Münchner Stadträte bedeutet, dass sie

sich mit der komplexen Materie Taxi intensiver als

bisher befassen müssen.

Das Münchner Taxigewerbe hat deshalb innerhalb

der letzten Wochen entsprechende Gesprächsangebote

an die Fraktionen der Münchner Parteien

gerichtet, die nahezu alle angenommen wurden. So

traf man sich bereits im August mit der zweiten

Bürgermeisterin Katrin Habenschaden von den Grünen, setzte

sich im Oktober mit den Vertretern der CSU-Stadtratsfraktionen

an einen Tisch, organisierte (coronabedingt) eine Videokonferenz

mit Abgeordneten der Münchner SPD oder tauschte sich mit einem

politischen Vertreter der Linken sowie der parteiübergreifenden

FDP-Bayernpartei aus. Auch der Münchner CSU-Bundestagsabgeordnete

Bernhard Loos nahm sich eine Stunde Zeit für eine

Telefonkonferenz. Über alle Gespräche wird Taxi Times nachfolgend

berichten, basierend auf den Gedächtnisprotokollen der Teilnehmer.

Mindestens jeweils ein Vertreter der beiden Münchner Taxizentralen

sowie des TVM nahmen an diesen Gesprächen teil.

Thematisiert wurden schwerpunktmäßig das gemeinsame Positionspapier

des Münchner Taxigewerbes, das man

bereits im Frühjahr dem Oberbürgermeister Dieter

Reiter vorgelegt hatte (Taxi Times berichtete), die

Eckpunkte zur Novellierung der PBefG-Novelle (der

Referentenentwurf aus dem Bundesverkehrsministerium

lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor), die

wirtschaftliche Situation aufgrund der Corona-Pandemie

sowie die aktuelle Wettbewerbssituation mit

Anbietern wie Uber und Free Now.

„Es geht jetzt darum, für das Münchner Taxigewerbe

die für die Zukunft überlebenswichtigen Kontakte

zu den Stadtratsfraktionen herzustellen und

aufrechtzuerhalten. Denn eines steht fest: Nach den

Vorstellungen des BMVI werden den Kommunen alle

Möglichkeiten der Kontrolle überlassen. Sie können

diese wahrnehmen oder auch nicht“, begründet Horst Wiegand

sein Engagement. Er hatte die Gespräche größtenteils in enger

Abstimmung mit dem Taxiverband München (TVM) und den beiden

Zentralen initiiert. Wiegand, im Hauptberuf Taxiunternehmer,

fungiert mittlerweile auch als Politik- und Inklusionsbeauftragter

und Kontaktperson für die Medien.

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TAXI 4. QUARTAL 2020

5


GEWERBEPOLITIK

GEWERBEPOLITIK

RÜCKENDECKUNG

VON DER

BÜRGERMEISTERIN

FÜNF KERNPUNKTE

AN DIE SPD

Coronabedingt wurde der Austausch mit der

Münchner SPD als Videokonferenz abgehalten.

Seit der für die Grünen so erfolgreichen Stadtratswahl im Frühjahr ist deren

Spitzenkandidatin Katrin Habenschaden die zweite Bürgermeisterin von München.

Sie traf sich Anfang August zum Gespräch mit drei Taxivertretern.

Gregor Beiner vom Taxiverband

München (TVM),

Christian Hess von Isar-

Funk und Jörg Wohlfahrt von der

Taxi München eG wurden von Frau

Habenschaden und ihren MitarbeiterInnen

in ihrem Büro empfangen.

Gleich zu Beginn bekannte sich

die Grünen-Bürgermeisterin dazu,

selbst regelmäßige Taxi-Nutzerin

zu sein, und beruhigte die Taxivertreter

hinsichtlich der Pläne,

die Altstadt zur verkehrsarmen

Zone zu machen. Das Taxi sei Teil

des „Umweltverbundes“ und somit

selbstverständlich berechtigt, auch

zukünftig in die Altstadt fahren zu

können, damit auch weiterhin Arztpraxen,

Geschäfte etc. bedient werden

können.

TAXI IST IMMER DA

In Bezug auf die wirtschaftliche

Situation des Taxigewerbes

machten Beiner, Hess und Wohlfahrt

deutlich, dass der Corona-

Lockdown und die nach wie vor

massiven Einschränkungen zu

drastischen Umsatzeinbußen in

der Branche geführt haben, das Taxi aber

trotzdem stets und trotz gesundheitlicher

Risiken für das Fahrpersonal verfügbar sei.

Frau Habenschaden bestätigte, dies ebenso

wie auch die kostenlosen Arztfahrten in der

Hochphase des Lockdowns zur Kenntnis

genommen zu haben.

Allerdings sei auch schon vor Corona der

Taxiumsatz um jährlich rund acht Prozent

gesunken, was eine Folge der teils illegal

agierenden zusätzlichen Wettbewerber sei.

Damit war man mittendrin im Themenkomplex

„Uber“ und beim Kontrolldefizit der

Aufsichtsbehörden. In diesem Zusammenhang

wurde seitens des Taxigewerbes auch

die personelle Unterbesetzung des Taxibüros

innerhalb des KVR angesprochen.

Frau Habenschaden bestätigte, dass auch

die Lobbyisten von Uber & Co. das Gespräch

im Münchner Rathaus suchen würden, sie

selbst erkenne bei Uber aber weder eine

Nachhaltigkeit noch eine Wirtschaftlichkeit

für deren Partner.

Die Münchner Gewerbevertreter begrüßten

diese Einschätzung, wiesen aber darauf

hin, dass das Taxigewerbe hier den Rückhalt

der Politik benötige und dass sich die

Stadt auch offiziell zum Taxi bekennen

solle.

Wer Forderungen an die Stadt stellt,

muss im Gegenzug natürlich auch Wünsche

der Stadt an das Taxigewerbe

berücksichtigen. Im Gespräch mit der

Grünen-Bürgermeisterin entwickelte sich

demzufolge die E-Mobilität zum

Schwerpunkt-Thema. Taxiverband

wie Zentralen signalisierten

die Bereitschaft der Branche,

den neuen Weg einzuschlagen,

machten dabei aber klar, dass

dafür die Rahmenbedingungen

stimmen müssen.

PROBLEM: LADESÄULE

Dazu gehöre neben der Preisstabilität

bei den Stromtarifen auch

die Anbindung an eine praxisgerechte

Ladeinfrastruktur. Die

Taxi München eG konnte hier

deutlich machen, dass geplante

Ladesäulen auf deren Gelände

nicht realisierbar sind, solange

die Stadtwerke die Zuleitungen

nicht legen. Von zwischenzeitlichen

Problemen mit der Stadt

konnte auch Gregor Beiner

berichten, diesmal in seiner

Funktion als Mehrwagenunternehmer,

der bereits 10 Elektro-

Taxis samt eigener Lade

infrastruktur einsetzt.

Um das gemeinsame Ziel, die

Münchner Taxiflotte auf E-Mobilität

umzustellen, wurden einige Punkte

definiert, mit denen die Stadt den Umstieg

unterstützen könne. Frau Habenschaden

konnte sich in diesem Zusammenhang

eine Mitbenutzung der Busspuren oder

die Einfuhrberechtigung in Sperrzonen für

E-Taxis vorstellen. Christian Hess von Isar-

Funk informierte ergänzend über die angedachte

E-Taxi-Priorisierung am Münchner

Flughafen.

Das Gespräch endete mit der eindeutig

formulierten Bitte von Katrin Habenschaden

an die Gewerbevertreter, sie

über die weiteren Entwicklungen auf dem

Laufenden zu halten und einen engen

Kontakt zu ihrem Bürgermeisterbüro zu

pflegen.

jh

FOTO: Andreas Gregor

FOTOS: Wiegand

Es darf als große Wertschätzung der

SPD angesehen werden, dass acht

Personen am Taxi-Gespräch teilgenommen

haben: Nikolaus Gradl, Cumali

Naz, Lena Odel, Nadine Rothmaier, Ediz

Rehberg, Andreas Schuster, Christian Vorländer

und Micky Wenngatz.

Sie wollten unter anderem wissen, wie

hoch die Umsatzeinbußen während des

ersten Corona-Lockdowns waren (90 Prozent,

danach noch über 60 Prozent).

Anschließend wurden fünf Kernpunkte

angesprochen, unter anderem die Mietwagen-Situation.

Das Taxigewerbe regte hier

an, bereits bei der Anmeldung klare Vorgaben

zu definieren (Sozialräume, Businessplan

etc.). Zudem solle die Stadtverwaltung

auch Druck auf die umliegenden Landratsämter

ausüben, damit diese ähnlich streng

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

mit Mietwagen umgehen. Man dürfe sich

nicht darauf berufen, dass im Landkreis

zugelassene Mietwagen nicht in städtisches

Aufgabengebiet gehören. Damit mache es

sich die Stadtverwaltung zu leicht.

Die SPD hat zugesagt, bei der Kontaktaufname

zum Kreisverwaltungsreferenten

Dr. Thomas Böhle ebenso zu unterstützen

wie bei der Kontaktaufnahme zum Leiter

des neu gegründeten Mobilitätsreferats. Bei

dessen Entscheidungen hinsichtlich neuer

verkehrsbaulicher Maßnahmen soll zwingend

auch das Taxigewerbe stärker einbezogen

werden (2. Kernpunkt).

Als dritten Kernpunkt wünsche man

sich von der SPD als langjährige Münchner

Regierungspartei ein klares und öffentliches

Bekenntnis zum Taxi und viertens

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Videokonferenz mit der SPD.

in neue Antriebstechnologien (Verlängerung

der monetären Förderung für E-Taxis

über das Jahr 2021 hinaus), beim Bestreben,

den Taxis auch die Nutzung von Busspuren

zu erlauben und die Gestattung des

Poolingverkehrs für Taxis als Kooperationsmodell

mit der MVG zu ermöglichen.

Last, but not least appellierten die

Taxivertreter, dass man die kommunalen

Regelungskompetenzen konsequent wahrnehmen

müsse, sollten diese in der geplanten

PBefG-Novelle festgelegt werden. jh

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6 4. QUARTAL 2020 TAXI


GEWERBEPOLITIK

GEWERBEPOLITIK

DIE POSITION

DER OPPOSITION

Bei den politischen Gesprächen des Taxigewerbes kam es auch

zum Austausch mit den Vertretern der Oppositionsparteien. Dabei stand

die grün-rote Verkehrspolitik im Vordergrund – und in der Kritik.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Evelyne Menges (links) führte die sechsköpfige Delegation an, die sich im Oktober zum Gespräch

mit dem Taxigewerbe traf, von links: Sebastian Schall, Sabine Bär, Matthias Stadler, Alexandra Gassmannm, Jens Luther.

Wer politisch wahrgenommen

werden will, muss mit allen

sprechen – auch mit den

Abgeordneten, die aktuell nicht an der

Regierung sind. Horst Wiegand, Koordinator

der Herbstgespräche zwischen dem

Münchner Taxigewerbe und der Münchner

(Kommunal-)Politik, hat daher ein Treffen

mit Vertretern der CSU sowie gesondert mit

der FDP/Bayernpartei-Fraktion organisiert.

Auch mit einem Stadtrat der Fraktion Die

Linke gab es einen Austausch.

Die Münchner CSU zählt personell zur

größten Fraktion innerhalb der Opposition.

Alleine sechs der 20 Stadtratsmitglieder

nahmen am Gespräch mit dem Taxigewerbe

teil, darunter mit Dr. Evelyne Menges auch

die stellvertretende Fraktionsvorsitzende

der Partei. Ihnen gegenüber saßen Florian

Bachmann und Gregor Beiner vom Taxiverband

München (TVM), Christian Hess

und Jörg Wohlfahrt von den Taxizentralen

IsarFunk und Taxi München eG sowie Horst

Wiegand. Wiegand leitete die Gespräche

mit einer Aufzählung der kritischen Punkte

aus den aktuellen Planungen eines neuen

Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) ein

und verwies auf die augenblicklichen Sorgen

wegen Corona und des fortlaufenden

Rechtsbruchs durch illegale Mietwagen.

Beiner machte zudem noch mal das Positionspapier

deutlich, welches man bereits im

Frühjahr dem Oberbürgermeister Dieter

Reiter überreicht hatte (Taxi Times berichtete).

Er betonte die generelle Leistungsfähigkeit

und Möglichkeiten des Taxis für

GESPRÄCHE MIT DEN BUNDESTAGSABGEORDNETEN

heute und für die Zukunft. Die Vertreter

der Zentralen brachten deren Leistungsfähigkeit

zur Sprache. Man verfüge beispielsweise

über 200 Kundenmerkmale und alle

Möglichkeiten einer hochmodernen digitalen

Vermittlungstechnik.

THEMA FAHRRADSTRASSEN

Vonseiten der CSU-Stadtratsmitglieder

wurde im Gespräch die Haltung des Taxisgewerbes

zu den aktuellen verkehrspolitischen

Plänen abgefragt. Als CSU sei man

gegen eine Erweiterung der Fußgängerzone.

Der TVM betonte in diesem Zusammenhang

die Forderung, dass Taxis auch in eine

autofreie Altstadt einfahren dürften.

Auch die geplanten Fahrradstreifen in

der Fraunhofer- und Rosenheimer Straße

finden bei der CSU keine Zustimmung. Sie

hätte diese lieber in die parallel verlaufende

Ickstatt- bzw. Balanstraße gelegt. Die

Nutzung der Busspuren für das Taxi befürwortet

die Münchner CSU.

Viele der grün-roten Verkehrspläne

werden im neu geschaffenen Mobilitätsausschuss

geplant und vorbereitet. Diesem

Ausschuss gehören von CSU-Seite unter

anderem Sabine Bär und Sebastian Schall

an. Die CSU-Vertreter versprachen, sich

dafür einzusetzen, dass das Taxigewerbe

mit in die Planungen des Mobilitätsreferats

einbezogen würde. Dieses Versprechen

wurde am 6. Oktober mit einem offiziellen

Antrag beim Oberbürgermeister Dieter Reiter

eingelöst: „Wenn jetzt ganze Straßenzüge,

z. B. im Rahmen der Umsetzung des

Radentscheids oder der Errichtung von Busspuren,

umgebaut oder dem motorisierten

Individualverkehr entzogen werden, bedarf

es einer Beteiligung der Taxiverbände und

-unternehmen“, fordert die CSU. Wenig einverstanden

mit den Verkehrsplänen der

aktuellen Stadtratsmehrheit zeigten sich

auch die gemeinsame Fraktion der FDP und

der Bayernpartei. Für sie sitzt Fritz Roth im

Mobilitätsauschuss, der am Gespräch mit

dem Münchner Taxigewerbe ebenso teilgenommen

hatte wie dessen Parteikollege Dr.

Jörg Hoffmann und Richard Progl von der

Bayernpartei, der wiederum der Taxikommission

angehört. Sie sprechen sich strikt

gegen eine Beschränkung der individuellen

Mobilität aus. 70 Prozent des städtischen

Verkehrs hätten ihrer Meinung nach einen

gewerblichen Hintergrund.

FDP WILL TAXI UNTERSTÜTZEN

Beide Parteien wollen das Taxi unterstützen.

Sie plädieren für Sonderrechte, damit

deren Fahrer nicht im Individualstau festhängen,

was zwangsläufig zu teureren

Fahrtpreisen bzw. zu einer Verknappung

der Verfügbarkeit führt. In Bezug auf das

Wirken der App-Anbieter gab es seitens der

FDP-Vertreter keine klare Positionierung

gegen Uber & Co., schließlich steht die Partei

für einen marktgeregelten Wettbewerb.

Für Dr. Hoffmann ist allerdings klar, dass

dieser stets auf einer fairen Ebene ablaufen

muss. Hier wurden die drei Stadträte

vom Taxigewerbe darüber aufgeklärt, dass

gerade dies aktuell nicht der Fall ist. Dazu

kommt, dass Dumpingpreise letztendlich

nur unter prekären Arbeitsverhältnissen

Mit Dr. Jörg Hoffmann (2. von rechts) und Fritz Roth (nicht im Bild) von der FDP sowie mit

Richard Progl (rechts) von der Bayernpartei sprachen Gregor Beiner (hinten), Thomas Kroker,

Christian Hess und Horst Wiegand (nicht im Bild).

möglich sind. Letzteres ist natürlich das

richtige Thema für einen Vertreter der Partei

Die Linke und wurde dementsprechend

von Horst Wiegand und Jörg Wohlfahrt bei

deren persönlichem Gespräch mit Stefan

Jagel angesprochen. Jagel sitzt als Stadtrat

im Wirtschaftsausschuss und war zu Beginn

des Gesprächstermins noch nicht mit den

taxispezifischen Besonderheiten vertraut.

Rund 75 Minuten später wusste er dann

allerdings über die Forderungen des

Taxigewerbes Bescheid und konnte

nachvollziehen,

warum die Branche

die Verpflichtung

des Wegstreckenzählers

für Mietwagen

fordert, die

Vorlage eines Business-Plans

bei der

Anmeldung einer

Stefan Jagel sitzt

für die Partei Die

Linke im Münchner

Stadtrat.

Mietwagenkonzession

sinnvoll ist und

warum Taxis von

der neuen Verkehrsart

Pooling auf keinen

Fall ausgeschlossen werden dürfen.

Herr Jagel versprach, sich im Stadtrat bzw.

im Wirtschaftsausschuss für das Taxigewerbe

einsetzen. Wenn nötig, wolle er

auch entsprechende Anträge an den

Bürgermeister stellen oder sich denen

anderer Parteien anschließen.

FAZIT: Mit Ausnahme der Parteivertreter

der Freien Wähler und der ÖDP,

die bisher auf Schreiben und andere Bitten

um Gesprächstermine nicht reagiert

haben, konnten mit allen Vertretern

der Oppositionsparteien des Münchner

Stadtrats gute und sachliche Aufklärungsgespräche

geführt werden. Parteiübergreifend

wurde dem Taxi gewerbe Unterstützung

signalisiert. Ein Versprechen, dass die

Branche in den nächsten Wochen, wenn

es ernst wird, einfordern kann und wird.


jh

Neben den Gesprächen mit den Kommunalpolitikern

stellte Horst Wiegand

auch den Kontakt zu Abgeordneten

des Deutschen Bundestags (MdB) her,

deren Wahlkreis in München bzw. Umfeld

liegt. Dies führte im Oktober zu einem

Gespräch mit Bernhard Loos von der

CSU. Er kennt das Taxi auch aus der

Position vorne links, weil er vor 25 Jahren

MdB Bernhard

Loos, CSU

sein BWL-Studium mit Taxifahren finanziert hatte. Loos setzt

sich für das Gewerbe ein, indem er bereits schon mit dem

Verkehrsminister Andreas Scheuer gesprochen und dabei

versucht hat, ihn positiv für die Taxibranche zu beeinflussen.

Wenige Tage nach dem Telefonat mit Loos waren die Taxi

MdB Florian Oßner,

CSU

vertreter dann per Videokonferenz mit

MdB Florian Oßner verbunden. Sein

Heimatwahlkreis ist Landshut/Kehlheim

und er ist Mitglied des Verkehrsausschusses

des Deutschen Bundestags. Oßner

sprach sich dafür aus, dass die Experimentierklausel

(§ 2.7) aus dem PBefG

rausgenommen werden müsste, damit

Pooling-Lösungen auch nachhaltig wirken

könnten. Bachmann und Beiner konnten hierbei klarmachen,

dass die neue Verkehrsart Pooling auch für das Taxigewerbe

geöffnet werden soll. Im Hinblick auf Uber und dessen

Geschäftsmodell äußerte sich Oßner, dass man kein Interesse

habe, Illegalität in den Markt zu holen.

jh

FOTOS: Inga Haar, Achim Melde, CSU (6)

FOTOS: Bayernpartei, Die Linke

8 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

9


MEDIEN

TARIFREFORM

SCHLECHTE PRESSE FÜR DIE

MÜNCHNER TAXIFAHRER

Anfang Oktober berichtete die Presse über eine Vergewaltigung in einem Taxi.

Doch in Wahrheit war es eine Fahrt in einem Mietwagen. Die Empörung aus dem

Taxigewerbe war groß und führte zu einer schnellen Richtigstellung.

TAXITARIFE MIT

FESTPREISEN

Das Münchner Taxigewerbe hat eine umfassende Tarifreform beantragt. Wenn

die Stadt zustimmt, wird vieles einfacher und kundenfreundlicher.

Was war genau geschehen?

Diverse Tageszeitungen

veröffentlichen

eine Meldung zu einem Vorfall vom

vergangenen Wochenende. Ein weiblicher

Fahrgast wurde während der

Fahrt vom Fahrer eines angeblichen

Taxis unsittlich berührt. Die Polizei

wurde von einem befreundeten Pärchen,

das ebenfalls mit im Fahrzeug

saß, gerufen.

Bevor die Polizei am Montag im

Laufe des Tages die entsprechende

Pressemitteilung veröffentlicht hatte,

wurde bereits in einer turnusmäßigen

Telefonkonferenz mit den Medien

über den Vorfall berichtet. Dabei,

so hat es die Pressestelle der Münchner

Polizei bestätigt, wurde offenbar

durch Unkenntnis der genauen Sachlage

die Beteiligung eines Taxis erwähnt.

Die Taxi München eG hatte diesbezüglich

nachgeforscht.

In der Lokalpresse gipfelte dies unter

anderem in der unschönen Schlagzeile

„Vergewaltigung im Taxi: Fahrer vergeht

sich an Münchnerin“, untermauert mit dem

Foto eines beleuchteten Taxi-Dachzeichens.

Eine andere große Münchner Boulevardzeitung

titelte: „Während der Fahrt: Taxler vergewaltigt

betrunkene Passagierin“.

FAHRER FESTGENOMMEN

Fakt ist jedoch, wie auch die Polizei bestätigte,

dass es sich um kein Taxi gehandelt

hat, sondern wie dann wenig später auch in

der Pressemitteilung zu lesen war, um einen

„Pkw, der zur Personenbeförderung eingesetzt

war“. Der Fahrer, ein 39 Jahre alter

Mann, der in München lebt, wurde daraufhin

von der Polizei vorläufig festgenommen

ES GEHT AUCH ANDERS

Taxi, ade“ – unter diesem Titel sendete der Bayerische Rundfunk

eine 25-minütige Radio-Reportage über das Münchner

Taxigewerbe und dessen Kampf gegen Corona und gegen

Uber. Nachzuhören als Podcast auf der Homepage des BR.

und nach Durchführung der erforderlichen

polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Die Ermittlungen laufen.

Solche rufschädigenden Schlagzeilen

sind natürlich dem Taxigewerbe nicht entgangen

und wohl leider auch bei dem einen

oder anderen Fahrgast hängen geblieben.

Damit entsprechende Meldungen schnell

korrigiert werden, ist unter anderem die

Taxi München eG aktiv auf die Lokalpresse

zugegangen. Besonders bemerkenswert

ist aber auch, dass einzelne Unternehmer

selbst Initiative ergriffen haben, indem sie

ebenfalls die verschiedenen Redaktionen

kontaktierten. Ihnen ist es zu verdanken,

dass die Meldungen entsprechend angepasst

und, zumindest teilweise, mit einer Richtigstellung

versehen wurden. In der „Süddeutschen

Zeitung“ wird von einem Uber-Fahrer

berichtet, in dessen schwarzem Toyota das

Verbrechen verübt worden sein soll, aber

auch diese Annahme wurde von der Polizei

nicht bestätigt und ist deshalb mit Vorsicht

zu genießen. Fest steht bislang nur, dass die

Tat in einem „Pkw, der zur Personenbeförderung“

eingesetzt wird, verübt wurde.

Kennt man die Hintergründe, dann muss

man seinen Unmut gegenüber den Medien

im Zaum halten. Aber es belegt eine

zunehmende Tendenz, dass Taxis mit per

App vermittelten Mietwagen in einen Topf

geworfen werden. Das Beispiel aus München

zeigt, dass man ohne Unterlass –

offenbar auch an Stellen, die eigentlich den

Unterschied zwischen einem Taxi und Mietwagen

kennen sollten – Aufklärungsarbeit

leisten muss. Auch die Medienvertreter tun

gut daran, lieber einmal eine Frage zu viel

zu stellen, denn Taxi ist nicht gleich Mietwagen.


sg

FOTO: Adobe Stock / sdecoret

FOTO: Wiegand

Antragsteller waren die beiden

Gewerbevertretungen Taxiverband

München (TVM) und der Landesverband

Bayern sowie die beiden Münchner

Taxizentralen IsarFunk und Taxi München

eG. „München soll eine echte Tarifreform

bekommen“, meint dazu Florian Bachmann

vom TVM.“ „Primär geht es diesmal weniger

um eine Verteuerung der Taxifahrten als

vielmehr um eine deutliche Vereinfachung

der bisherigen Tarifstruktur“, ergänzt Christian

Hess von IsarFunk und nennt das große

Ziel dieser gemeinsamen eingereichten Vorschläge:

„Wir wollen den Kunden einen einfachen

und gut kalkulierbaren Taxitarif

anbieten und damit gegenüber externen

App-Plattformen wettbewerbsfähig sein“

(siehe dazu auch das Doppel-Interview auf

den nachfolgenden Seiten).

Im neu beantragten Taxitarif entfällt

deshalb die bisherige degressive Kilometerstaffelung.

Jeder gefahrene Kilometer

soll künftig unabhängig von der Streckenlänge

zwei Euro kosten. Auch die bisher

berechneten Zuschläge für Fahrten in

einem Kombi, bei Abholungen nach Bestellungen

sowie für Gepäckstücke bzw. Tiere

sollen künftig entfallen. Im Gegenzug dazu

steigt der Grundpreis von bisher 3,70 Euro

auf nun 4,70 Euro. Bei Abholungen in den

an das Münchner Stadtgebiet angrenzenden

Umlandgemeinden soll zudem keine

Anfahrt mehr berechnet werden.

Speziell auf Geschäftskunden zielt die

Einführung einer dritten Festpreis-Zone.

Neben dem Bereich des Flughafens und

eines geringfügig erweiterten Gebiets rund

um das Münchner Messegelände wird im

Antrag auch eine „Zone Hauptbahnhof definiert,

die sich nördlich von der Marsstraße

über die Hackerbrücke (westlich) und dem

Beginn der Theresienwiese (südlich) bis

zum Karlsplatz (östlich) erstreckt.

FESTPREIS-ZONE HBF

Fahrten auf direktem Weg von einer der

drei Zonen in eine andere sollen dann zum

Festpreis durchgeführt werden (siehe

nebenstehende Tabelle). Da die neue Zone

Hauptbahnhof ebenso wie der erweiterte

DIE FAKTEN

Der Taxiverband München (TVM), der

Landesverband Bayern sowie die Taxizentralen

IsarFunk und Taxi München

eG haben am 30. September 2020 bei

der Stadt München (KVR) eine Änderung

der Taxitarifordnung beantragt.

Das sind die Eckpunkte:

Tarif

Einschaltpreis: 4,70 € (bisher 3,70 €)

Kilometerpreis: 2 € (künftig ohne

degressive Staffelung)

Wartezeit: 0,50 € pro Minute (unverändert)

Zuschlag für Großraumtaxi (ab 5 Fahrgästen)

bzw. Fahrradmitnahme: 7,50 €

(bisher 7 €)

Zuschlag für Anfahrt nach Bestellung,

Gepäckstücke, Tiere und Kombi:

entfällt

Für mehr Kundenfreundlichkeit

soll

künftig der Zuschlag

für die Anfahrt wegfallen.

Messe-Bereich viele Hotels umfasst, erhoffen

sich die Gewerbevertreter, damit einen

Wettbewerbsnachteil gegenüber Uber und

Free Now auszugleichen.

Teurer wird die Taxifahrt durch diese

Tarifreform erst bei längeren Strecken, betonen

die Gewerbevertreter. Bei einer Fahrtstrecke

von einem Kilometer auf Bestellung,

drei Minuten Wartezeit und einem Gepäckstück

bei jeder 2. Fahrt wird der Preis um

0,62 Prozent billiger, bei fünf Kilometern

um 0,29 Prozent. Ein wenig teurer wird es

bei acht (2,3 Prozent) und zehn Kilometern

(3,33 Prozent). Selbst bei 20 Kilometern

liegt die Teuerungsquote noch im einstelligen

Bereich (8,67 Prozent). Erst ab einer

Fahrtstrecke von mehr als 30 Kilometern

fallen elf Prozent höhere Preise an.

Sofern die Stadt und die angrenzenden

Landkreise Erding, Freising und München

keine Einwände erheben, die Taxikommission

den neuen Tarif empfiehlt und der

Münchner Stadtrat auf Basis dieser Empfehlung

zustimmt, könnte er zum 1. März

2021 in Kraft treten. jh

Festpreise

Anzuwenden bei Fahrten „auf direktem

Weg“ zwischen drei definierten Zonen:

Zone Flughafen München – Zone Messe

München (und umgekehrt): 71 €;

Zone Flughafen München – Zone Hauptbahnhof

(und umgekehrt): 79 €;

Zone Hauptbahnhof – Zone Messe

München (und umgekehrt): 35 €

Anfahrtsfreie Umlandgemeinden

21 Gemeinden im Münchner Umland

werden in die Tarifzone 1 aufgenommen.

Damit entfällt bei Abholungen

aus diesen Gemeinden die Anfahrtsgebühr.

Verkleinerung des Pflichtfahrgebiets

Bad Tölz, Bad Heilbrunn, Markt Indersdorf,

Altomünster und Petershausen

werden herausgenommen.

jh

10 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

11


TARIFREFORM

TARIFREFORM

CHRISTIAN HESS UND THOMAS KROKER

»EINE ZUSTIMMUNG

ZUR TARIFREFORM IST

REALISTISCH «

Christian Hess (l.) und

Thomas Kroker (r.) von den

beiden Taxizentralen Isar-

Funk und Taxi München eG.

Gemeinsam mit dem Taxiverband München (TVM) und dem

Landesverband Bayern haben die Taxi München eG und die

IsarFunk Taxizentrale beim KVR und bei den angrenzenden

Landratsämtern einen Antrag auf Änderung des Taxitarifs

eingereicht. Christian Hess, Geschäftsführer der IsarFunk-

Taxizentrale, und Thomas Kroker, Vorstand der Taxi München

eG, erläutern das Zustandekommen, die Besonderheiten

und die Neuerungen dieses Antrags.

TAXI TIMES: Wenn das Taxigewerbe einen Antrag auf

Tarifänderung stellt, ist das üblicherweise die Bitte um eine

Tariferhöhung. Das ist diesmal anders …

CHRISTIAN HESS: Ja. Der Anlass für diesen Tarifantrag

beinhaltet weniger eine Tariferhöhung, sondern ist eine echte

Reform der Tarifstruktur.

THOMAS KROKER: Um als Taxi zur Verkehrswende beizutragen,

braucht man ein modernes Tarifsystem, das Kunden anlockt und

nicht abschreckt. Mit diesem Antrag haben wir eine Vorreiterrolle

eingenommen. Bisher hat es niemand gewagt, so viele Änderungen

vorzunehmen. Aus dem kompliziertesten Taxitarif Deutschlands

wird nun der einfachste. Damit bezwecken wir unter anderem eine

Verbesserung der Plausibilität gegenüber dem Kunden sowie eine

einfachere Anwendung für den Taxi fahrer.

HESS: Und wir gleichen bisherige Nachteile in der Wettbewerbssituation

mit anderen Anbietern aus.

Was konkret wurde reformiert?

HESS: Das bisherige Zuschlagsgeflecht wurde weggenommen

und wir wollen weitere Festpreise einführen.

KROKER: Außerdem wird es nur noch einen einzigen Wegstreckentarif

geben sowie ein reduziertes Pflichtfahrgebiet. Und dann

kehren wir zur Regelung zurück, dass bestimmte Gemeinden

rund um München wieder zuschlagsfrei bedient werden.

Das sind viele Punkte, über die wir sprechen müssen. Beginnen

wir mit dem Zuschlag: Künftig soll weder eine Gebühr bei Bestellungen

(1,40 Euro) noch für Gepäckstücke (70 Cent) anfallen?

KROKER: Ja, dafür wird es einen höheren Grundpreis geben.

Statt bisher bei 3,70 Euro beginnt dann jede Taxifahrt bei

4,70 Euro. Das ist das Ergebnis unserer Berechnungen eines kalkulatorischen

Mittelwerts. Fahrten mit Bestellung werden künftig

billiger, Einsteigertouren dafür teurer.

HESS: Der Wegfall des Gepäckzuschlags macht den Tarif wieder ein

Stück transparenter. Das Beschwerdepotenzial vom Kunden war sehr

hoch, weil „Handgepäck“ ja bisher nicht zuschlagspflichtig

war und Taxifahrer das sehr unterschiedlich

ausgelegt hatten. Auch bei diesem Punkt sind wir

gegenüber der Konkurrenz nun wieder auf Augenhöhe.

KROKER: Man muss an dieser Stelle an die „historische“

Argumentation für den Gepäckzuschlag erinnern. Er wurde

eingeführt, damit der Taxifahrer auch gewillt ist, auszusteigen

und beim Einladen in den Kofferraum zu helfen. Das ist in der

heutigen Zeit keine gute Argumentation mehr.

Die Servicequalität lässt sich sicherlich nicht über einen Zuschlag

regeln. Vom Gepäckzuschlag haben sicherlich die Fahrer von

Großraumtaxis am meisten profitiert. Die werden sich benachteiligt

fühlen.

HESS: Es lässt sich nicht vermeiden, dass sich der eine oder

andere benachteiligt sieht. Einzelfallhärten werden auftreten.

Der Tarif kann nicht jeden einzelnen Taxifahrer zufriedenstellen.

Der Buszuschlag erhöht sich immerhin um 50 Cent auf künftig

7,50 Euro. Wichtig ist auch hier, dass es sich um eine deutlich

kundenfreundlichere Lösung handelt.

KROKER: Bisher waren drei Gepäckstücke inklusive, auch das war

eine unnötige Verkomplizierung. Dazu kommt: Es ist kundenseitig

nicht vermittelbar, dass bei einer kurzen Taxifahrt in einem Großraum

mit viel Gepäck der Grundpreis und die Zuschläge 80 Prozent

des Fahrpreises ausmachen und die Wegstrecke nur mehr ein Fünftel.

Die entscheidende Neuerung an der Tarifordnung ist die

Erweiterung des bisherigen Festpreismodells. Bisher hatte

die Fahrt vom Flughafen zur Messe und umgekehrt einen

Festpreis. Jetzt kam noch eine dritte Zone hinzu?

KROKER: Ja, wir stellen einen Dreiecksbezug zwischen Flughafen,

Messe und Hauptbahnhof her.

HESS: Künftig haben Fahrten vom Bereich des Hauptbahnhofs

zur Messe bzw. zum Flughafen ebenfalls einen Festpreis. Umgekehrt

natürlich auch.

Wie sind die Zonen definiert?

HESS: Am Flughafen gibt es keine Änderung. Alle An- bzw.

Abfahrtspunkte am MUC-Gelände gehören zur Festpreisregelung,

Also nicht nur die Terminals, sondern auch die Hotels.

KROKER: Die Messezone wurde modifiziert. Die Definition

betrifft künftig nicht mehr nur das reine Messegelände, sondern

alle Adressen, die am oder in den Straßen liegen, die an

das Messe gelände angrenzen. Somit auch die Hotels Motel One,

Novotel, H2 und H4, die sich auf der anderen Straßenseite der

FOTO: Taxi Times

Willy-Brandt-Allee oder der Olof-Palme-

Straße befinden. Es war bisher das Riesenproblem, dass eine

Fahrt vom Flughafen ins H2-Hotel mit Taxameter gefahren wurde,

während der Fahrgast, der auf der anderen Seite der gleichen

Straße ausgestiegen ist, zum Festpreis befördert wurde. Die

Wohnbebauung rund um die Messe wird übrigens von der Festpreisregelung

ausgenommen sein.

Zu all dem kommt nun als dritte Zone noch ein ziemlich

umfangreiches Gebiet rund um den Hauptbahnhof …

KROKER: Diese Zone haben wir sehr großzügig definiert, weil

wir eine möglichst große Zahl von Hotelleriebetrieben abdecken

wollten.

HESS: Sie reicht nördlich bis zur Marsstraße, westlich bis zur

Hackerbrücke, womit sie auch den Zentralen Omnibusbahnhof

einschließt, und grenzt südwestlich bis zur Theresienwiese an,

wobei das Wiesn-Gelände nicht mehr eingeschlossen ist.

Dr. J. Cichon

Dr. Cichon & Partner*

Rechtsanwaltskanzlei in München Neuhausen seit 1962

M. Werther*

Fachanwältin: Verkehrsrecht

Zivilrecht / Unfallschadenregulierung

N. Nöker*

Fachanwältin: Arbeitsrecht

Verwaltungsrecht / Fahrerlaubnisrecht

Tätigkeitsschwerpunkte

Was kostet dann künftig eine Fahrt vom Bereich Hauptbahnhof

zum Flughafen bzw. zur Messe?

HESS: Zum Flughafen 79 Euro, zur Messe 35 Euro. Der Festpreis

Flughafen–Messe steigt um vier Euro auf 71 Euro. Auch die

Zuschlagsregelung wird analog zu Taxameterfahrten angewandt.

KROKER: Dazu von mir noch drei Anmerkungen: In den 30 Euro

vom Bahnhof zur Messe ist auch der obligatorische Stau auf der

A 94 einkalkuliert. Von den Verantwortlichen der Messe ist diese

Festpreis-Idee schon sehr positiv aufgenommen worden. Geändert

wurde übrigens auch die Formulierung: Bisher hieß es „kürzester

Weg“, jetzt soll „direkter Weg“ in der Taxitarifordnung

stehen.

Wo ist da der entscheidende Unterschied?

KROKER: „Direkter Weg“ heißt von A nach B ohne Unterbrechung,

egal wie gefahren wird. Genau genommen hätte jede Festpreisfahrt

immer über die Dörfer gefahren werden müssen. Jetzt kann man

auch bei diesen Touren die Kundenwünsche berücksichtigen.

HESS: Und die wollen eben meistens über die Autobahn fahren.

Kommen wir noch zum Punkt „anfahrtsfreie Zonen in den

Umlandgemeinden“. Warum sollen die wieder eingeführt werden?

KROKER: Das Motto ist: „Ein Ballungsraum, ein Taxitarif“. Und

natürlich sorgt auch das wieder für mehr Kundentransparenz:

Ein fremder Taxinutzer, der nicht unterscheiden kann, ob Ottobrunn

noch München ist oder schon Vorortgemeinde, hat nie u

S. v. Kummer*

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12 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

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TARIFREFORM

KUNDENSERVICE

In diesem Bereich rund um

den Münchner Hauptbahnhof

soll künftig zum Festpreis

zum Flughafen oder zur

Messe gefahren werden.

ZUFRIEDENE

VIELFAHRER

Eine vom KVR durchgeführte Kundenbefragung zur

Taxinutzung brachte ein positives Ergebnis. Die Stadt

will darauf aufbauen und die Zusammenarbeit mit

dem Taxigewerbe intensivieren.

verstanden, warum er bisher eine Anfahrtsgebühr bezahlen musste.

Wir gehen mit dieser Regelung wieder auf den Stand zurück,

den wir bereits von 1996 bis 2013 hatten, nehmen nun aber noch

zwei weitere Gemeinden dazu, unter anderem Garching, um dort

das Gewerbegebiet Hochbrück bedienen zu können.

Innerhalb der Stadt vermitteln beide Zentralen ja nach

dem Standplatzprinzip. Ist das auch bei den anfahrtfreien

Umlandgemeinden vorgesehen oder gehen diese Aufträge im

Sinne einer schnelleren Bedienung und der Umwelt zuliebe an

diejenigen Taxis, die sich bereits in diesem Gebiet befinden?

HESS: Bei uns gibt es in diesen Zonen eine Raumvermittlung,

keine Standplatzvermittlung mehr.

KROKER: Prinzipiell ist die Schnelligkeit das Kriterium. Ein

Sofortauftrag wird von unserer Seite an das nächstgelegene Taxi

gehen. Bei lukrativen Vorbestellungen werden wir weiterhin den

Standplatz vorziehen.

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

Wie kam diese Tarifreform zustande?

KROKER: Es war ein Teamwork von vier Personen: Florian Bachmann

und Gregor Beiner als Vertreter des Taxiverbands München,

Christian Hess für die IsarFunk Taxizentrale und meine

Person in Doppelfunktion für den Landesverband Bayern und die

Taxi München eG. Seit Januar 2020 haben wir monatliche Workshops

und wöchentliche Telefonkonferenzen abgehalten, in denen

die jeweiligen Aufgaben verteilt wurden.

HESS: Dazu haben wir eine Informationsveranstaltung mit den

Behörden der Stadt und den Landkreisen München, Erding und

Freising durchgeführt und hatten zudem einen Einzeltermin bei

Herrn Wenzl im KVR. Somit war keine Behörde überrascht, als

sie Anfang Oktober unseren gemeinsamen Antrag auf Tarifänderung

erhalten haben.

Seit 1992 gibt es ja immer einen einheitlichen Taxitarif für

die Stadt und dem Landkreis München sowie für die Landkreise

Erding und Freising. Also müssen auch alle vier

zustimmen. Welche Signale haben die Genehmigungsbehörden

in diesen Gesprächen ausgesendet?

HESS: Im Großen und Ganzen waren sie davon durchaus angetan.

Wir gehen davon aus, dass eine Zustimmung realistisch ist.

KROKER: Manche Punkte konnten auch schon im Vorfeld korrigiert

werden. Wir hatten zum Beispiel vorgesehen, das Pflichtfahrgebiet

nordöstlich des Flughafens zu verkleinern. Das hätte

für den Landkreis Erding aber bedeutet, dass die Erdinger Taxiunternehmer

einen Teil ihres Landkreises außerhalb des Pflichtfahrgebiets

gehabt hätten. Also haben wir diese Idee wieder

verworfen.

Wann soll der neue Taxitarif in Kraft treten?

KROKER: Ziel ist der 1. März 2021. Noch in diesem Jahr soll die

Taxikommission des Stadtrats zustimmen, im Januar dann der

gesamte Stadtrat.

HESS: Wenn alles glattgeht, können im Februar die Umprogrammierungen

der Taxameter durchgeführt werden.

Hinweis: Das Interview führte Jürgen Hartmann. Da es sich um einen

gemeinsamen Tarifantrag aller Münchner Taxizentralen und -Verbände

handelt, erscheint es sowohl im „Taxikurier“ als auch in Taxi

Times München.

FOTOS: Adobe Stock / BRN-Pixel, Pixabay

Schon die Erstellung des Online-

Fragebogens wurde vom Kreisverwaltungsreferat

(KVR) in enger

Abstimmung mit dem Münchner Taxigewerbe

vorgenommen. Die Befragung wurde

online durchgeführt, teilgenommen haben

über 3.000 Münchner Bürgerinnen und

Bürger, was von Reinhard Wenzl, dem

Leiter des KVR-Taxibüros, als überdurchschnittlich

hohe Zahl gewertet wurde.

Knapp die Hälfte aller Befragten gaben

an, das Taxi nur einmal oder weniger pro

Jahr zu nutzen. Deren Bewertung wurde

entsprechend separat vorgenommen. Unter

den Vielnutzern lässt sich anhand der

Ergebnisse zusammenfassen, dass mehr

als 90 Prozent mit dem Service der Münchner

Taxis zufrieden sind – sei es nun mit

den angebotenen Zahlungsmöglichkeiten,

ISARFUNK STARTET LIEFERSERVICE »TEN«

Als Nachfolger des im März gelaunchten Essensservice

„MyWirt“ hat IsarFunk jetzt den Lieferdienst „TEN“ ins

Leben gerufen. Die Zahl „Zehn“ (englisch: „ten“) bestimmt

dabei sowohl die maximale Abholzeit vom Restaurant als

auch den Fixpreis für die (Kurz-)Fahrt zum Kunden.

„Das Konzept ist ganz einfach“, so Christian Hess, Geschäftsführer

der Taxizentrale IsarFunk 450 540, „Egal ob Pizza oder

Vier-Gänge-Menü – wir holen es innerhalb von zehn Minuten

im Lokal ab und liefern direkt zum Kunden.“

Sowohl Fahrer als auch die Wirte rechnen direkt mit IsarFunk

ab. Auch der Zahlungsverkehr mit dem Bestellkunden läuft

bargeldlos. Ein Kassieren an der Haustür entfällt somit ebenso

wie eine „Auslage“ beim Gastronomiebetrieb.

Für eine Essenslieferung mit einer Fahrtstrecke von bis zu

drei Kilometern innerhalb des Stadtgebiets und inklusive einer

kurzen Wartezeit werden dem Wirt pauschal zehn Euro netto in

Rechnung gestellt. Die Erfahrung mit „MyWirt“ hat gezeigt, dass

die meisten Lieferungen sich im direkten Umfeld der Wirtschaft

abspielen. Ab dem 4. bzw. 14. Kilometer wird jeder gefahrene

Kilometer zusätzlich mit 1,50 Euro bzw. 2 Euro netto berechnet.

bei der Hilfsbereitschaft (z. B. beim Einladen

des Gepäcks) oder auch im Hinblick

auf die Sauberkeit der Fahrzeuge innen wie

außen. 92,4 Prozent empfinden Münchens

Taxifahrer als freundlich.

IsarFunk-Dispoleiter Levent Yerdekalmaz zog bereits kurz

nach dem Start eine erste positive Bilanz:

WENIG BESCHWERDEN

Die wenigen Beschwerden bezogen sich

hauptsächlich auf die Servicebereitschaft

der Fahrer. Kunden wollen keine nach

Rauch riechenden Fahrer, keine Telefonate

während der Fahrt, keinen rasanten

Fahrstil und keine zu laut eingestellten

Radiosender.

Reinhard Wenzl bot an, bei Aus- und

Fortbildungsmaßnahmen die Taxizentralen

mit Kurzvorträgen zu unterstützen,

damit den Taxifahrer*Innen vermittelt

wird, wie wichtig auch dem KVR ein einheitlicher

und hoher Qualitätsstandard

ist. Diesen wolle man gemeinsam mit dem

Münchner Taxigewerbe entwickeln. Wenzl

regte zudem an, die aus anderen Branchen

bekannten Aufkleber „Fahrstil okay?“ (mit

Angabe einer Beschwerde-Telefonnummer)

auch auf Taxis zu kleben.

Selbst am großen Ziel der Stadtregierung,

München zur Radlhauptstadt zu

machen, kann sich das Taxigewerbe beteiligen:

Am Taxi könnten Fahrradträger

montiert werden, sodass Radler jederzeit

mit Drahtesel auch bei schlechtem Wetter

– bzw. wenn der Reifen platt ist – nach

Hause kommen, oder wenn der Alkoholgenuss

nicht nur das Auto-, sondern auch das

Radfahren verbietet. Jener Alkoholgenuss

wurde übrigens sehr häufig als Begründung

für eine Taxinutzung angegeben. jh

Als Ersatz für den (wieder mal) verbotenen Restaurant-Besuch

liefern IsarFunk-Taxis das Essen nach Hause.

„Viele Unter nehmer sind schon bei ,TEN‘ eingestiegen.

Sie unterstützen das Programm, weil sie in dem Lieferservice

eine Chance für eine neue Verdienstquelle sehen.

Mit einer durch schnittlichen Fahrtstrecke von zwei

Kilometern liegt der Umsatz sogar über dem Taxitarif.“ sg

14 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

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TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

DIE INSOLVENZWELLE

BEGINNT ZU ROLLEN

Die erneuten erheblichen Corona-Einschränkungen werden viele Taxiunternehmen

nicht überleben, denn die Hilfsprogramme erreichen die wenigsten Unternehmen.

Ich werde morgen Insolvenz anmelden,

was muss ich ganz besonders beachten?“

Dieser Anruf schreckte vor gut

einem Monat den Taxiverband München

auf. Es blieb leider nicht der einzige Hilferuf.

Immer öfter kommen kleine Unternehmen,

selbst fahrende Einzelunternehmer

oder Unternehmen mit wenigen Konzessionen

mit den fälligen Zahlungen nicht

mehr hinterher – speziell am Monatsende,

wenn die Fahrerlöhne und die Sozialversicherungsbeiträge

zu bezahlen sind, gefolgt

von den Versicherungsbeiträgen für die

Fahrzeuge am Monatsanfang und – bei den

meisten Unternehmen – die Ratenzahlungen

für die finanzierten Fahrzeuge.

Gut geht es derzeit keinem Unternehmer,

egal welche Größe der Betrieb hat.

Nach wie vor sind die Umsätze in den Taxibetrieben

zwischen 40 und 60 Prozent

unter dem normalen Niveau. Oft schaffen

die Fahrer gerade so viel Umsatz, dass sie

ihren Lohn auf Mindestlohnbasis erwirtschaften,

dem Unternehmer aber für die

Fahrzeugkosten nichts mehr übrig bleibt.

Es fehlen die Geschäftsleute, die Fluggäste,

die Messen und das Nachtleben. Alle diese

Branchen haben einzeln sehr stark mit den

Folgen der Pandemie zu kämpfen, das Taxi

ist jedoch im Schnittpunkt mit allen verbunden.

Speziell deshalb sollte das Taxi eigentlich

zu den Branchen zählen, die bei

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

www.taxiverband-muenchen.de

Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb)

Überbrückungshilfen ganz besonders

berücksichtigt werden sollten, doch leider

ist genau das Gegenteil der Fall. Die Überbrückungshilfen,

die von den Regierungen

angeboten werden, greifen bei den Taxiunternehmen

nicht, weil zu viele Förder-

Voraussetzungen bei Taxibetrieben nicht

gegeben sind.

LÖHNE NICHT FÖRDERFÄHIG

Löhne und Sozialversicherungsbeiträge

gelten beispielsweise als nicht förderwürdig,

man müsse die Fahrer dann schon in

Kurzarbeit schicken oder sie entlassen, lautet

die Argumentation. Ebenso wenig förderwürdig

sind die Ratenzahlungen für die

Fahrzeugfinanzierungen, weil sie betriebswirtschaftlich

als Kapitalanlage betrachtet

werden. Leasingkosten könnten gefördert

werden, aber Leasing im Taxi- oder auch

Mietwagenbereich macht wegen der hohen

Kilometerleistung überhaupt keinen Sinn,

denn Leasingverträge sind meist so gestaltet,

dass nach 30.000 Kilometer jährlicher

Laufleistung jeder weitere Kilometer

zusätzlich kostet. Das wird bei der üblichen

DER SCHLIMME FAUXPAS

DER FAHRZEUGHERSTELLER

Als im März und April beim ersten

Corona-Lockdown zahlreiche

Fahrzeughersteller (bzw. deren

Banken) großzügig einer Ratenaussetzung

für zwei oder drei

Monate zustimmten, schien das

eine unbürokratische und wirkungsvolle

Soforthilfe zu sein. Mittlerweile

entpuppt es sich aber als übler

Bumerang, denn dadurch wurden

die Unternehmen von den Banken

der Fahrzeughersteller als nicht

mehr kreditwürdig eingestuft.

Die Neuanschaffung von Fahrzeugen

wird also zusätzlich erheblich

erschwert. Der Taxiverband München

hält diese Vorgehensweise für

völlig unangemessen, schließlich

haben die Unternehmen die Aussetzung

der Ratenzahlung ja nicht

selbst verschuldet.

fb

FOTO: Pixabay, Freepik / Starline

NACHFRAGE NACH ORTSKUNDEUNTERLAGEN STEIGT

Nach der Reduzierung des Ortskundestoffes steigt die Nachfrage

nach den Lernunterlagen, nicht aber nach Schulungen.

Zum Beginn des Septembers wurden die vom Taxigewerbe

erarbeiteten „neuen“ Ortskundeprüfungen mit dem erheblich

reduzierten Prüfungsstoff behördlich umgesetzt

(der Verband berichtete in der letzten

Ausgabe der Taxi Times). Das hatte sich bei

Interessierten schnell herumgesprochen, denn

die neuen Lernunterlagen werden seitdem

stark angefragt. Allerdings scheinen viele

dieser Interessenten der Ansicht zu sein, dass

man jetzt, wo die Prüfung leichter geworden

sei, keine Schulungen mehr benötige, sondern

den reduzierten Stoff ganz locker mal so

nebenher selbst lernen könne. Dem muss

natürlich deutlich widersprochen werden, denn

die Prüfung hat denselben Schwierigkeitsgrad

wie eh und je, der einzige Unterschied ist, dass

Laufleistung unserer Fahrzeuge unbezahlbar.

Also finanzieren die Unternehmen ihre

Fahrzeuge mit dem Wissen, dass diese

„Kapitalanlage“ in der Regel nach fünf Jahren

noch einen Restwert von wenigen Tausend

Euro hat. Im Fahrzeugbereich geht

diese betriebswirtschaftliche Ansicht also

nicht auf. Hilferufe an die Politik verhallen

bislang weitgehend ungehört.

Somit bleibt als einzig förderungswürdiger

Kostenfaktor die Kfz-Versicherung,

sofern sie monatlich bezahlt wird. Wurde

der Jahresbetrag im Januar schon in einer

Summe bezahlt, erhält man keine Förderung.

Die Steuerberater, die den Antrag auf

Überbrückungshilfe stellen müssen, erklären

ihren Mandanten dann also ganz

die Masse des Lernstoffes sich erheblich reduziert hat. Wir sind

gespannt auf die künftigen Prüfungsergebnisse.

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die der Taxiverband München zur Vorbereitung

auf die IHK-Prüfung anbietet. Aktuell

kann ja keiner voraussagen, wie sich die

Geschäftslage entwickelt, hinzu kommen

die Pläne der Regierung zur Novellierung

des Personenbeförderungsgesetzes. Noch

immer ist nicht bekannt, wohin die Reise

gehen wird und ob es sich künftig überhaupt

lohnen kann, ein Taxiunternehmen zu

gründen oder zu übernehmen. Sollten die

Änderungen noch vor den nächsten Wahlen

umgesetzt werden, dann müssen immerhin

auch diese Lernunterlagen mal gründlich

überarbeitet werden.

freundlich, dass eine Antragstellung völlig

sinnlos ist und man nicht mit staatlichen

Hilfen rechnen kann.

Dass ein selbst fahrender Unternehmer

von irgendetwas seine Miete und seine

Unterhaltskosten bezahlen muss, er also

auch, so wie viele andere Betroffene, zu

den sogenannten Klein- oder Soloselbstständigen

gehört, hat die Politik bislang übersehen.

Erst jetzt fängt man an, über einen

„fiktiven Unternehmerlohn“ nachzudenken.

Für viele Unternehmer wird diese Hilfe

deshalb – so sie denn überhaupt kommt –

zu spät kommen. Taxitarife sind von den

Gemeinden festgelegt und in ihrer Struktur

von jeher so angelegt, dass die Gewinnerwartungen

bei nicht mehr als vier Prozent

liegen. Rücklagen kann ein Taxiunternehmer

also nicht bilden. Und das bisschen, das

vielleicht für neue Fahrzeuge zurückgelegt

wurde, ist längst aufgebraucht.

In vielen Familien ist es derzeit so, dass

die Ehepartner/innen die Verdiener sind

und der Taxiunternehmer mit Mühen und

sehr viel Fleiß seine Kosten decken kann,

aber zum gemeinsamen Leben nichts beizutragen

hat. Wenn ein Verdiener quasi

wegfällt, dann ist das in der teuersten Stadt

Deutschlands schon sehr bitter und kann

nicht lange gut gehen.

Wir können also nur hoffen, dass die

aktuell kommenden Einschränkungen

nicht wieder zu einem völligen Umsatzeinbruch

führen und die Unternehmen zumindest

ansatzweise ihr Überleben sichern

können.

fb

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16 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

17


ISARFUNK TAXIZENTRALE

ISARFUNK

JEDE FAHRT ZUM

FESTPREIS –

UNVORSTELLBAR?

Die beiden Taxiunternehmer

Florian

Bachmann und Max

Jung-Grundmann

stellten gemeinsam

mit dem Behindertenbeauftragten

der

Landeshauptstadt

München, Oswald

Utz, und der Bürgermeisterin

Verena Dietl

ihre Inklusionstaxis

vor (v. l. n. r.).

Der Antrag auf zonendefinierte Festpreise in München könnte der Beginn einer

interessanten Reise sein. Wohin die noch gehen könnte, kommentiert Jürgen

Dinter, Vertriebsleiter bei der IsarFunk Taxizentrale.

Im Eckpunkteentwurf zur PBefG-Novelle fand sich neben

anderen kontrovers diskutierten Reformvorschlägen auch

ein kurzer Bereich, der die Freigabe der Taxitarife bei

bestellten Fahrten vorsah. Naturgemäß sorgte diese Passage

für Aufregung. Viele Taxifahrer und Unternehmer fürchteten

den Wegfall des Zeittarifs und damit, den Unwägbarkeiten

der Verkehrslage ausgeliefert zu sein. Aber: Lässt man

dabei die Wünsche der Fahrgäste nicht zu sehr außer Acht?

Betrachtet man den Taxitarif (nicht nur) in München und

hört sich unter den Kunden um, gewinnt man den Eindruck,

dass sich das Taxigewerbe schon länger das Leben selbst

schwer macht. Wie transparent kann der Preis einer Dienstleistung

sein, wenn er von undurchschaubaren Variablen

abhängt? Für die meisten Kunden dürfte zum Beispiel die

geschwindigkeitsabhängige Tarifumschaltung zwar verständlich

sein, nachvollziehbar ist sie aber für die wenigsten.

FAHRGAST MIT UNGUTEM GEFÜHL

Viele Taxinutzer haben sich damit abgefunden, dass sie jedes Mal

für die gleiche Strecke einen anderen Preis zahlen. Trotzdem –

immer wieder einmal bleibt das ungute Gefühl zurück, dass der

Fahrer eben nicht den kürzesten Weg gewählt hat.

Unter den Reklamationen, die eine Taxizentrale abarbeitet,

nehmen die Beanstandungen wegen Umweg bzw. Fahrpreisüberforderung

einen nicht geringen Anteil ein. Immer wieder – aber

sicher meist zu Unrecht – wird dabei dem Fahrer kriminelle Energie

unterstellt. Von Abzocke ist die Rede und im gleichen Atemzug

fällt die Drohung, künftig mit Uber zu fahren. Insgesamt eine Problematik,

die dem Taxigewerbe seit Jahren schadet und die eben

ISARFUNK TAXIZENTRALE GMBH & CO. KG

Rosenheimer Straße 139, 81671 München

Telefon / Taxiruf: 089 / 450 540

Telefon / Verwaltung: 089 / 450 54-100

E-Mail: verwaltung@isarfunk.de

www.isarfunk.de,

www.facebook.com/isarfunk450540

Redaktion: Jürgen Dinter

presserechtlich verant wortlich für die

IsarFunk-Seiten: Christian Hess

Uber & Co. in

die Hände spielt.

Ist es wirklich unumgänglich,

erst bei Fahrtende einen Fahrpreis zu

erfahren, der dann auch noch je nach Leistung des

Fahrers und Verkehrssituation differiert? Muss ein Tarif das Kostenrisiko

beim Kunden verorten?

Nein, wie der Antrag zur Tarifanpassung für München 2021

aufzeigt. Mit der Schaffung von Festpreiskorridoren für bestimmte

Fahrstrecken kann ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz

erfolgen.

Wie könnte der nächste Schritt aussehen? GPS-Satelliten

bestimmen den Standort eines Objektes bis auf 20 Meter genau

in einer digitalisierten Kartenumgebung, in der alle Straßen und

Hausnummern erfasst sind. Messprotokolle bilden dazu die Bewegungsgeschwindigkeiten

ab – eine Studie der Bundesvereinigung

Logistik (BVL) und HERE Technologies ergab 2019 für München

eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,4 km/h.

Also: Wir kennen die Entfernungen und die Soll -/Ist -Fahrzeiten.

Dazu kommen Lohn- und Betriebskosten. Genug, um einen

Pauschalpreis zu kalkulieren, der die Grundlage für eine verbindliche

Tarifordnung darstellt und damit etwas möglich macht, was

längst überfällig ist: eine Strecke , ein Preis. Transparent für den

Kunden und einträglich für den Fahrer.

Im aktualisierten Entwurf zur PBefG-Novelle ist die Passage

zur Freigabe der Tarife nicht mehr enthalten. Gut so. Gleichwohl

darf dieser Weckruf für die Tarifpartner ein Ansporn sein. Der

Tarif muss bleiben. Aber er muss mit der Zeit gehen. jd

FOTO: Taxi Times

FOTO: Taxi Times

ROLLSTUHLTAXIS

NEHMEN FAHRT AUF

Seit April 2020 unterstützt die Stadt München den Umbau von Rollstuhltaxis.

Parallel zur Vorstellung der ersten geförderten Umbauten startet IsarFunk mit der

Vermittlung von Rollstuhltaxis.

Ende Oktober luden Bürgermeisterin Verena Dietl und Sozialreferentin

Dorothee Schiwy die Presse zu einem Termin

auf dem Marienplatz ein. Der Anlass war die Vorstellung

der ersten beiden im Rahmen des Förderprogramms „Rollstuhltaxis“

behindertengerecht umgerüsteten Fahrzeuge.

Für Dietl ist die Inklusion eine Herzensangelegenheit: „Insbesondere

für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind,

sind Personenbeförderungen bisweilen immer noch sehr schwierig.

Im Rahmen des Förderprogramms „Rollstuhltaxis“ haben

erste Taxiunternehmen ihre Fahrzeuge mit einem städtischen

Zuschuss rollstuhlgerecht umrüsten lassen. Damit können sich

nun Rollstuhlfahrer*innen flexibel und unabhängig im Taxi befördern

lassen, ohne den Rollstuhl verlassen zu müssen.“

Bei dem Vor-Ort-Termin waren die ersten beiden umgerüsteten

Rollitaxis zu sehen. Die städtische Förderung unterstützt den aufwendigen

Umbau zum Rollitaxi mit bis zu 10.000 Euro. Max Jung-

Grundmann, der mit seinem Kompagnon Horst Wiegand bereits

zwei Inklusionstaxis einsetzt, war mit einem Toyota Proace vor Ort.

Florian Bachmann zeigte mit seinem Nissan e-NV200 Münchens

erstes offiziell gefördertes Elektro-Inklusionstaxi.

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

Der Behindertenbeauftragte der LH München, Oswald Utz, zeigte

sich beeindruckt. Für ihn bedeuten Inklusionstaxis eine deutliche

Steigerung der selbstbestimmten Lebensführung von Rollstuhlfahrern.

Wichtig ist, dass in Zukunft eine Beförderung möglich ist,

ohne dass zwei Wochen Vorlauf notwendig sind.

Um den Regelbetrieb bei der Rollstuhlbeförderung voranzutreiben

und weil in München mittlerweile sechs Fahrzeuge auf der

Straße sind, vermittelt IsarFunk ab sofort auch Inklusionstaxis.

Allerdings ist eine Vermittlung um die Uhr noch nicht möglich.

Zwischen 8 und 20 Uhr nimmt die Dispo eingeschränkt Anfragen

entgegen. Ein Inklusionstaxi muss spätestens eine Stunde vorher

vorbestellt werden. Zusätzlich muss der Fahrgast mit bis zu

40 Minuten Karenz rechnen. Sobald mehr Fahrzeuge existieren,

soll die Vermittlung von Fahrten mit dem Vermerk „Beförderung

im Rollstuhl“ weiter ausgebaut werden. Der Bedarf ist sicherlich

jetzt schon da. Wer sich mit einem Inklusionstaxi in München in

den Arbeitsalltag stürzt, hat gute Chancen, seinen Umsatz zu erhöhen,

weil er eine neue Kundengruppe für sich gewinnt.

Die Stadt München hat versprochen, jeden neuen Antrag zu

unterstützen, und auch IsarFunk hilft gerne weiter. sg

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

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ISARFUNK TAXIZENTRALE

NEWS

DIGITALISIERUNG

SCHAFFT MEHR

PLANBARKEIT

Mit der digitalen Erfassung der Taxis am Münchner Flughafen

schafft IsarFunk den »direkten Draht« zum Taxifahrer. Mittels

einer Fahrer-App soll auch das Nachrücken geregelt werden.

In Zukunft – so das große Ziel von IsarFunk – sollen die Standzeiten

am Münchner Flughafen besser organisiert werden. Ab

dem 1. Dezember wird – zunächst in einer Testphase – das

Nachrücken im Zentralbereich durch die IsarFunk-„DriverApp“

geregelt. Das Ziel ist es, eine direkte Kommunikation zwischen

IsarFunk und den Fahrern zu ermöglichen sowie den Verkehrsfluss

am Flughafen zu optimieren.

INFOS FÜR ALLE

Die App kann beispielsweise alle Fahrer zeitgleich über den aktuellen

Status quo am Flughafen informieren. Sie erlaubt einen

Zugriff auf verschiedene Webcams und ermöglicht einen direkten

Flexibel mit HALE

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Blick darauf, was in den einzelnen

Modulen los ist. Auch Informationen

zu stornierten Flügen können direkt an

die Fahrer weitergeleitet werden. Im

Gegenzug liefert die App auch die

Daten, um das Nachrücken an den einzelnen

Modulen zu regeln.

Seit rund 18 Monaten sind circa

30 Fahrzeuge bzw. Fahrer an einer

Pilotphase im Zentralbereich beteiligt.

Bevor die „DriverApp“ auf das gesamte

Flughafengebiet ausgerollt wird, soll

sie jetzt ab Dezember in einer weiteren

IsarFunk „DriverApp“:

Ab Android 10 bitte

die aktuellste Version

installieren.

Testphase für den Zentralbereich obligatorisch werden. Weiterhin

soll die App langfristig gesehen eine Kurzfahrtregelung ermöglichen,

denn der Kurzstreckenbereich könnte sich dann nach Zonen

und nicht mehr in erster Linie nach der Zeit richten. Letztere kann

auf bis zu 90 Minuten ausgeweitet werden. Dies unterstützt die

Fahrer, trägt aber auch nachhaltig zur Verkehrssicherheit bei.

EINE APP FÜR ALLE

In der Praxis ist auch vorgesehen, dass die App bei Bedarf den

Fahrer auffordert, ein bestimmtes Ziel anzusteuern. Was bislang

noch über Funk organisiert wurde, gelangt dann über das Smartphone

zum jeweiligen Taxi.

Die App ist derzeit nur für Android-Geräte verfügbar und kann

unter www.isarfunk.de/fahrerapp heruntergeladen werden. Die

Details zum Registrierungsprozess werden demnächst bekannt

gegeben. Wichtig jedoch ist, dass IsarFunk die App nicht nur den

Vertragspartnern zur Verfügung stellt, die sich auch von der Zentrale

vermitteln lassen, sondern dass sie auch von den Fahrern

genutzt werden kann, die beispielsweise aus Freising oder Erding

kommen und den Flughafen ansteuern.

sg

ISARFUNK-FLUGHAFEN-SERVICEPOINT

Die App zeigt alle

Module in der Übersicht.

Der Taxi-Service-Point (TSP) im Zentralbereich des Flughafens

ist – bedingt durch den Lockdown – voraussichtlich

bis Ende November geschlossen. Voucher etc. können in

den Briefkasten eingeworfen werden. Das Aufladen der

Karten wird sporadisch möglich sein. IsarFunk als Betreiber

des TSP bittet darum, die Aushänge zu beachten.

FOTO: „DriverApp“-Screenshot

FOTOS: Taxi Times, LEVC

NUMMER 100.000

GEHT NACH

MÜNCHEN

Taxi Nummer 100.000 geht an das Taxi Center Ostbahnhof zu Ünal Kücüksahin

und Deniz Köse.

Das Oldenburger Unternehmen INTAX rüstet seit 1996 Taxis um. Jetzt hat

das 100.000. Taxi – ein Toyota Prius+ – die Hallen des Umrüsters verlassen.

Bei der Toyota DIT München GmbH wurde das Jubiläums fahrzeug an

seine neuen Besitzer Ünal Kücüksahin und Deniz Köse ausgeliefert.

Die im kleinen Rahmen abgehaltene Feier musste ohne offizielle Vertreter

von INTAX und Toyota Deutschland auskommen. Sie hatten coronabedingt

auf die Anreise verzichtet. Florian Korherr, Geschäftsführer der DIT

München GmbH, und Werner Gaschler, Verkaufsleiter Geschäftskunden,

würdigten das Engagement von INTAX und zeigten sich geehrt, das Jubiläumstaxi

ausliefern zu dürfen. Das DIT-Team komplettierte Atilla Döger, der

als Taxi-Ansprechpartner bei DIT für viele Taxiunternehmer das Münchner

Toyota-Taxi-Gesicht ist.

sg

APPELL

AN AIWANGER

Zeitgleich mit dem Beginn des zweiten Lockdowns Anfang November

haben die Vertreter der beiden Verbände TVM und Taxi Bayern sowie der

beiden Münchner Zentralen IsarFunk und Taxi München eG einen gemeinsamen

Brandbrief an den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

geschrieben. Sie forderten dringende Hilfen für das Taxigewerbe. „Das

Taxi sichert eine verlässliche Mobilität der Bevölkerung […] und hat dies

bereits während des ersten Lockdowns eindrucksvoll bewiesen“, schreiben

die Gewerbevertreter.

Neben der Beteiligung der Taxibranche an außerordentlichen Wirtschaftshilfen

als direkte Unterstützung regte man zudem an, die Beförderung

zum halben Preis für die Inhaber von ÖPNV-Zeitkarten zu ermöglichen.

Zudem schlägt man für die Weihnachtstage die Ausgabe von Taxi-Gutscheinen

für Risikogruppen im Alter von 65 plus vor. „Das Taxi steht allen Bürgerinnen

und Bürgern jederzeit zur Verfügung […] und ermöglicht vor allem

Risikogruppen eine sichere Mobilität“, begründeten die Verfasser Florian

Bachmann, Gregor Beiner, Christian Hess und Thomas Kroker.

Ein inhaltsgleiches Schreiben wurde an die bayerische Verkehrsministerin

Kerstin Schreyer versandt. Ob und inwiefern der Appell gehört

wurde, stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest.

Taxi Times wird darüber auf seiner München-Website unter

www.taxi-times.com/muenchen berichten.

sg

NEWSTICKER

LEVC JETZT AUCH IN MÜNCHEN

Der Hersteller des elektrischen London

Taxis weitet das Händlernetz in Deutschland

aus. Letzter Neuzugang im Vertriebsnetzwerk

ist das Autohaus München, eine

Zweigniederlassung der scanAutomobile

GmbH. Harald Krist, Geschäftsführer des

Autohauses München, begrüßte die neue

Marke im Haus: „Wir freuen uns sehr, als

erstes Autohaus in der Region München die

nachhaltigen Elektrofahrzeuge von LEVC

anbieten zu können. Die Kundennachfrage

nach Elektromobilitätslösungen für Nutzfahrzeuge

nimmt zu und LEVC ergänzt

unser Modellportfolio auf ideale Weise.“

Mit dem Autohaus München gibt es jetzt

sieben LEVC-Vertriebs- und Servicepartner

in Deutschland.

sg

Harald Krist, Geschäftsführer des Autohauses

München, mit Thomas Goldboom, Head of

Operations Western Europe, LEVC

TAXISTAND VERKÜRZT

Der für sieben Taxis eingerichtete Standplatz

in der Plettstraße in München-Neuperlach

wird um drei Fahrzeuglängen

verkleinert. Der bisherige Bedarf sei nicht

mehr gegeben. Diese Entscheidung hat laut

einer Meldung der „Abendzeitung“ das

Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR)

dem zuständigen Bezirksausschuss mitgeteilt.

Das KVR folgt damit einem Antrag der

CSU, die seit dem Wegzug der Jugendkultureinrichtung

FestSpielHaus keinen Bedarf

mehr für sieben Stellplätze gesehen hat. Der

damit frei werdende Parkraum sollte der Allgemeinheit

zur Verfügung gestellt werden.

Laut „Abendzeitung“ hat die Taxi München

eG einer Verkürzung zugestimmt. jh

20 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

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E-MOBILITÄT

E-MOBILITÄT

Das Cockpit des

Polestar 2 ist erfreulich

übersichtlich und

aufgeräumt.

Das Panoramadach ist Teil des Plus-Pakets, mit dem derzeit jeder

neue Polestar 2 ausgestattet ist.

POLESTAR 2:

DER ELEKTRISCHE

VOLVO-ABLEGER

Schade! Der knappe

Platz im Fußraum

wird noch zusätzlich

durch einen Kardantunnel

eingeschränkt.

Trotz der Corona-Krise werden in München viele neue Taxis in den Dienst

gestellt. Bislang sind E-Fahrzeuge dabei allerdings deutlich in der Minderheit.

Wäre der neue Polestar 2 vielleicht die Alternative zum Verbrenner? Eine

erste Probefahrt gab Aufschluss.

In die Nähe des Taxigewerbes rückte

Polestar zum ersten Mal im Rahmen der

Webinar-Reihe „Taxi Driving Innovation

2020“, welche vom Bundesverband Taxi und

Mietwagen e. V. ausgerichtet wurde. Dort

kam ausgiebig ein Vertreter des schwedischen

Unternehmens zu Wort.

Ursprünglich als Performance-Marke

von Volvo ins Leben gerufen, hat sich für

Polestar neben dem Aspekt Leistung mittlerweile

der Fokus auch auf alternative

Antriebe ausgerichtet. War noch das erste

eigenständige Fahrzeug, der Polestar 1, ein

Hybrid mit über 600 PS Leistung, ist

Polestar bei der zweiten Entwicklung bereits

einen Schritt weiter gegangen und hat gänzlich

auf den Verbrennungsmotor verzichtet. Das Ergebnis ist der

in China produzierte Polestar 2, welcher, wenn es nach dem Unternehmen

geht, auch im Taxigewerbe Fuß fassen könnte. Mittels

eines neuen Vertriebskonzeptes wird der Polestar aber nicht im

Autohaus verkauft, sondern digital im Netz. In Showrooms, die

man bei Polestar „Spaces“ nennt, kann man derzeit den Wagen

genauer unter die Lupe nehmen und sogar Slots für eine Probefahrt

buchen. Wo so ein Space zu finden ist, verrät die Polestar-

Website.

So kam es dann auch, dass wir schon recht früh die Gelegenheit

wahrnehmen konnten, um einen ersten Fahreindruck des

Polestar 2 zu bekommen. Der Wagen, den wir 60 Minuten lang

35 Liter Kofferraum unter der

„Motorhaube“ bieten Platz für Ladekabel

und persönliche Gegenstände.

auf Herz und Nieren testen durften, war

zudem mit dem über 5.000 Euro netto teuren

„Performance Paket“ ausgestattet, was im

ersten Moment irreführend klingt, denn die

Leistung bleibt gleich. Das Paket umfasst

eine andere Rad-/Reifen-Kombination,

Öhlins-Stoßdämpfer, eine verbesserte Bremsanlage

und Details wie gelbe Sicherheitsgurte

und, quasi als i-Tüpfelchen, goldene

Ventilkappen. Alles Dinge, auf die man im

Taxibetrieb locker verzichten kann. Der

Innenraum ist allgemein sehr aufgeräumt

und wirkt dank des optionalen Panoramadaches

auch nach oben hin sehr luftig.

Die Sitzposition und das allgemeine

Ambiente auf den Vordersitzen lässt kaum

Wünsche offen, auf der Rücksitzbank der Fließheck-Limousine

ergeben sich dann doch ein paar Fragen. Warum beispielsweise

muss man in einem Elektroauto mit einem Kardantunnel (hier

sollen Batterien untergebracht sein) leben, der den ohnehin engen

Fußraum nachhaltig einschränkt? Und wenn der Fahrer seinen Sitz

bevorzugt auf Tiefstellung bringt, dann hat ein Fahrgast mit großen

Füßen keine Chance, dieselben unter dem Fahrersitz zu „parken“.

Der über eine große Klappe zugängliche Kofferraum des als

Fließheck-Limousine beworbenen Polestar 2 fällt dann auch nicht

so üppig aus, wie man es erhoffen könnte. Bei 405 Liter Volumen

kommt man schnell an die Grenzen. Allerdings gibt es auch einen

zweiten Kofferraum. Der sogenannte Frunk ist unter der vorderen

FOTOS: Taxi Times

Motorhaube zu finden und fasst 35 Liter Volumen, genug für das

Ladekabel oder auch die persönlichen Habseligkeiten des Fahrers.

Trotz der zwei Kofferräume sind der Zuladung beim Polestar 2

Grenzen gesetzt. Bei einem Leergewicht von 2.123 Kilogramm,

die auf 4,60 Meter verteilt werden, können im Polestar 2 bis maximal

2.600 Kilogramm zugeladen werden.

Will man mit dem Polestar die ersten Meter zurücklegen, dann

fällt nach einer kurzen Orientierungsphase auf, dass das Cockpit

mit ganz wenig Knöpfen und Schaltern auskommt. Einen Startknopf

sucht man beispielsweise vergeblich. Dieser Trend zu weniger

wird umso überraschender im großen Display fortgesetzt.

Muss man bei anderen Fahrzeugen in diversen Untermenüs

suchen, um Einstellungen vorzunehmen, wird beim Polestar 2 die

Bedienebene sehr flach gehalten. Als erstes Fahrzeug überhaupt,

in dem serienmäßig auf Google gesetzt wird, kann man per Sprachkommando

„Hey Google“ beispielsweise Routen eingeben oder das

Wetter am Zielort abfragen.

POLESTAR IST GLEICH PERFORMANCE

Der Polestar 2 lässt gemütliches Gleiten ebenso zu wie brutale

Beschleunigungsorgien. Beim Cruisen wird der Fahrer durch die

One-Pedal-Funktion unterstützt. Sie erlaubt ein Heranrollen an

die rote Ampel, ohne die Bremse betätigen zu müssen. Wenn der

Fahrer mag, dann bleibt das Fahrzeug stehen, wenn der Fuß vom

Gas genommen wird. Aber der Polestar 2 kann auch anders. Wer

es nicht vorher wusste, der muss dann ungläubig feststellen, dass

er über 400 PS Leistung verfügt, was, auch dank des Allradantriebs,

zu einer Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer

in unter fünf Sekunden führt.

Mit Blick auf die Leistungsdaten dürfte das Drehmoment am

beeindruckendsten sein. Beide E-Maschinen liefern kombiniert

660 Newtonmeter. Das Top Speed des Schweden ist mit 205 km/h

angegeben. Zur Erinnerung: Damit ist der Polestar 2 schneller als

jeder neue Volvo unterwegs, denn das Unternehmen hat sich eine

selbst verpflichtete Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h auferlegt.

Greift man im gemäßigten Maß auf die Kraftreserven zurück,

dann sind mit der Energie, die der 78-kWh-Akku bereitstellt, nach

Werksangaben und WLTP maximal 470 Kilometer kombinierte

Reichweite möglich. Im reinen Stadtverkehr sollen sogar bis zu

560 Kilometer erreicht werden. An Wechselstrom-Ladesäulen kann

der Polestar 2 mit maximal 11 kW geladen werden. Steht ein entsprechendes

Gleichstrom-Pendant zur Verfügung, dann sind maximal

150 kW möglich. Im Idealfall wäre der Polestar 2 dann

innerhalb von 40 Minuten von 0 bis 80 Prozent geladen.

In der Basisversion wird der Polestar 2 inklusive derzeit geltender

Mehrwertsteuer für 56.440 Euro angeboten. Diesen Kaufpreis

kann man sich dank des Umweltbonus inklusive

Herstelleranteil mit insgesamt 7.500 Euro fördern lassen, sodass

der Polestar 2 deutlich unter 50.000 Euro brutto rutscht. Bestellen

kann man den Wagen nur online. Jetzt Anfang Oktober verspricht

die Website eine Auslieferung im Dezember 2020. Ein Taxipaket

ist derzeit bei der Münchner ADLER Taxameter & Funktechnik

GmbH in Entwicklung. Dort werden auch für Volvo die Taxi-Umrüstungen

vorgenommen. Preise liegen aktuell noch nicht vor. sg

22 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

23


CORONA-SCHUTZ

CORONA-SCHUTZ

BAYERNS TAXIFAHRER

IN DER CORONA-FALLE?

Fast alle (IsarFunk-)Taxis haben einen Trennschutz eingebaut – kombiniert mit der

Bitte an die Fahrgäste, nur noch hinten Platz zu nehmen. Doch nicht alle Fahrgäste

halten sich daran. Das bringt die Fahrer in eine echte Zwickmühle.

Auf dem Taxigewerbe lastet in Pandemiezeiten eine große

Verantwortung. Schließlich kommen die Fahrerinnen und

Fahrer ihren Kunden sehr nahe. Erschwerend kommt

hinzu, dass man sich die wenige Luft im Fahrzeug teilt. Nach allem,

was man heute über die Verbreitung von Aerosolen weiß, erhöht sich

die Ansteckungsgefahr schon nach wenigen Minuten drastisch – vor

allem, wenn der Fahrgast direkt neben dem Fahrer sitzt.

Dabei tun Taxiunternehmer und -fahrer alles, um das Infektionsrisiko

zu minimieren. Die meisten Fahrzeuge sind inzwischen

mit Trennscheiben ausgestattet, es wird nach jeder Fahrt gelüftet

und benutzte Plätze sowie Griffe werden desinfiziert. Fahrerinnen

und Fahrer tragen während einer Besetztfahrt Maske. Außerdem

halten sie – eigentlich unumgänglich, wenn das Fahrzeug

eine Trennscheibe hat – den Beifahrersitz frei. Die meisten Fahrgäste

dürfte das freuen. Trotzdem gibt es immer noch Kunden,

die auf den Beifahrersitz bestehen. Unverständlich, wenn es aus

Bequemlichkeit passiert, ein echter Interessenkonflikt, wenn sie

tatsächlich große Schwierigkeiten haben, sich auf die Rückbank

zu setzen oder andere gesundheitliche Gründe gelten (siehe dazu

den Beitrag unten).

DER WIRTSCHAFTLICHE KONFLIKT

Der Fahrer ist in der Zwickmühle. Oft hat er lange auf einen Auftrag

gewartet und kann es sich wirtschaftlich kaum leisten, auf

Während sich Busfahrer eindeutig von den Fahrgästen abgrenzen

können …

eine Fahrt zu verzichten. Viele befürchten außerdem juristische

Konsequenzen, wenn sie einen Fahrgast ablehnen. Was uns zu der

Frage führt: Haben sie überhaupt ein Recht darauf, die Mitnahme

auf dem Beifahrersitz zu verweigern?

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

erklärte im Juli: „Das Taxi ist ein Teil des öffentlichen Per-

FOTOS: Tom Buntrock (2)

ILLUSTRATION: Adobe Stock / fotohansel

sonennahverkehrs (…), somit gelten dort die gleichen Regeln

wie auch in Bussen oder Bahnen. Die aus Infektionsschutzgründen

gebotenen Abstände sind in der 6. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

geregelt. Der Mindestabstand von

1,50 Metern soll dort eingehalten werden, wo dies möglich ist. Da

im ÖPNV die Einhaltung nicht durchgehend möglich ist, wird es

hier insgesamt für zulässig erachtet, von der zwingenden Einhaltung

der Abstandsregelung abzusehen.“

… sind Taxifahrer darauf angewiesen, zu bitten.

Und weiter: „Möchte ein Taxifahrer einen Fahrgast zum Schutz

der eigenen Gesundheit auf die hinteren Plätze verweisen, kann

er dies als Bitte formulieren und sich dabei auch auf das Gebot

berufen, wo immer möglich, einen Mindestabstand von 1,50

Metern zwischen zwei Personen einzuhalten.“ Für die Fahrerinnen

und Fahrer, die zum Beispiel zu einer Risikogruppe gehören und

die sich deshalb so umfassend wie möglich vor einer Infektion

schützen wollen, ist diese Erklärung unbefriedigend.

Florian Schelmer, Abteilungsleiter der Hauptabteilung III im

Münchner KVR, ergänzt: „Tatsächlich gibt es bayernweit keine

Regelung, die den Beifahrersitzplatz generell sperrt. Allerdings

ergibt sich aus den Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen,

dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern generell

einzuhalten ist bzw. ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. (…)

Allerdings ergibt sich auch bereits aus § 22 Nr. 3 PBefG, dass eine

Beförderungspflicht nicht besteht, wenn eine Beförderung durch

Umstände verhindert wird, die der Unternehmer nicht abwenden

und denen er auch nicht abhelfen kann. § 8 der Münchner

Taxitarifordnung konkretisiert dies insoweit, als Personen von

der Beförderung ausgeschlossen werden können, die unter einer

ansteckenden Krankheit leiden.“

KVR IST SENSIBEL BEI BESCHWERDEN

Außerdem würde man von Behördenseite besonders sensibel mit

etwaigen Beschwerden von Fahrgästen umgehen. „Aus Sicht des

Kreisverwaltungsreferats handelt es sich nicht um einen Verstoß

gegen die Beförderungspflicht, wenn die Taxifahrer*innen in der

derzeitigen Pandemie-Situation darauf bestehen, dass die Fahrgäste

im Fahrzeug hinten einsteigen, und diese den Hinweis als

generelle Weigerung zur Beförderung empfinden.“ Außerdem sei

bisher kein entsprechender Fall bekannt. Die Notwendigkeit, eine

Allgemeinverfügung zu erlassen, sehe man nicht.

Die würde – wie man in anderen Bundesländern sieht – für

Klarheit sorgen und Diskussionen mit den Fahrgästen im Keim

ersticken. So bleibt es an den Fahrerinnen und Fahrern hängen,

sich und andere zu schützen, indem sie die Mitnahme auf dem

Beifahrersitz konsequent verhindern. Für manche Kunden mag

das unbequem sein, aber bei Weitem nicht so unbequem wie eine

Infektion mit Covid-19.

tb

ABER BITTE VORNE SITZEN!

Dr. M. Schaumberger ist fast täglich

mit dem Taxi unterwegs. Wenn er über

IsarFunk einen Wagen ruft, dann wissen

die Disponenten bereits, dass er auf den

Beifahrersitzplatz angewiesen ist. Auch

in Corona-Zeiten.

Der Naturwissenschaftler gehört nicht zu

den Fahrgästen, die zum Spaß auf dem

Beifahrersitz sitzen wollen, sondern er ist

darauf angewiesen. Krankheitsbedingt

kann Schaumberger nur unter größten

Bemühungen auf der Rücksitzbank Platz

nehmen. Einerseits, weil der Einstieg zu

schmal ist, und andererseits, weil die

Beine nicht ausreichend Platz finden.

„Wenn ich in der Zentrale anrufe, dann

waren vor Corona bereits die Bestellmerkmale

‚starker Fahrer und mittlerer

Einstieg‘ vorgemerkt, damit sichergestellt

ist, dass ein Fahrer die Fahrt übernimmt,

der körperlich dazu in der Lage

ist, mir beim Ein- und Aussteigen zu

helfen“, so Schaumberger im Gespräch

mit Taxi Times.

Mit dem Bestellmerkmal „mittlerer

Einstieg“ soll des Weiteren sichergestellt

werden, dass das Fahrzeug über eine

für ihn optimale Einstiegshöhe verfügt.

Denn ein Bus oder ein SUV sind zu hoch

und stellen ebenso eine große Hürde dar,

genau wie eine niedrige Limousine. „Im

Laufe der Jahre hat sich beispielsweise

der Toyota Prius+ als optimal für mich

herausgestellt“, so der Vielfahrer.

Seit Beginn der Corona Pandemie hat

Schaumberger, wie viele andere auch,

seinen Bewegungsradius, beispielsweise

durch die Arbeit

im Homeoffice, zunächst

stark eingeschränkt.

Auf Dauer gesehen

ist das aber

keine Option für

den Münchner.

Gemeinsam mit

der IsarFunk-

Kundenbetreuung

ist deshalb ein

weiteres Bestellmerkmal

hinzugefügt

worden,

welches die Fahrer

im Vorfeld darauf

hinweist, dass der

Die Beförderung

ist derzeit

Fahrgast vorne sitzen muss.

Für den Naturwissenschaftler

ist klar,

dass ein besetzter

Beifahrersitz für

manchen Fahrer

eine Zwickmühle

darstellt, denn

es gibt durchaus

Taxifahrer, die zu

der oft zitierten

Risikogruppe

gehören. Aus

diesem Grund ist

für Schaumberger

der Mundschutz

auf dem Beifahrersitz

eine Selbstverständlichkeit,

die die Ausnahme.

er

allerdings im Gegenzug auch von den

Taxifahrern erwartet.

Darauf angesprochen, ob der auf

den Vordersitzen nicht einzuhaltende

Mindestabstand von 1,5 Metern ihn

beunruhigt, zeigt Schaumberger, dass

er mit seiner Mobilitätseinschränkung

pragmatisch umgeht. „Sicherlich kann

ich nicht behaupten, dass ich mich auf

dem Vordersitz wohlfühle, andererseits

kommt mir der Fahrer aber sowieso

schon beim Ein- und Aussteigen sehr

nahe, weil er mit ja behilflich ist.“ Trotzdem

fährt immer ein diffuses ungutes

Gefühl mit. „Das aber“, so Schaumberger,

„ist nicht auf das Taxi beschränkt,

sondern schwingt genauso beim Arztbesuch

oder in der Arbeit mit.“ sg

Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite

Verkehrsmedizinische

Untersuchungen in Schwabing

Dr. Josef Venczel

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Betriebsärzte

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80798 München

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Handy: 0172/8916575

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Verlängerung des P-Scheins

24 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

25


IN EIGENER SACHE

ALLES NEU UND DIGITAL

Rund vier Jahre nachdem die Taxi Times-Website veröffentlicht wurde, ist jetzt

der Online-Auftritt komplett überarbeitet und technisch auf den aktuellen Stand

gebracht worden. Speziell für die Münchner Leser gibt es eine große Neuerung.

JETZT NEU IM WEB:

TAXI-TIMES.COM/MUENCHEN

Die wichtigsten

Infos sind auf

der Startseite

zu finden.

REGIONALTHEMEN:

MÜNCHEN

Auch wenn die Times Times-Website

(www.taxi-times.com) auf den

ersten Blick weiterhin den Fokus

auf alle wichtigen Infos und News rund um

das Personenbeförderungsgewerbe setzt,

hat sich hinter den Kulissen viel getan.

Wie sich bislang bewährt hat, sind

bereits auf der Startseite die wichtigsten

News zu sehen. Zudem erlaubt der neue

Aufbau der Website auch eine übersichtliche

Darstellung von verschiedenen Themenbereichen.

Das neue Design ermöglicht

es, Beiträge wahlweise chronologisch oder

ganz einfach per Mausklick nach verschiedenen

Themenbereichen gezielt abzurufen.

Will man ein ganz spezielles Thema

recherchieren, so steht eine umfangreiche

Suchfunktion zur Verfügung.

Neben der übersichtlicheren Darstellung

der Inhalte auf mobilen Endgeräten

ermöglicht ein Nachtmodus das augenschonende

Stöbern auf der Website. Wer die

Taxi Times-Beiträge in den sozialen Medien

und in Messenger-Diensten teilen möchte,

der kann das jetzt mit nur einem Mausklick

erledigen. Direkt im Beitrag sind die

verschiedenen Icons für Twitter, Facebook,

WhatsApp und Telegram zu finden.

BEITRÄGE AUCH AUF TÜRKISCH

Für die Münchner Taxi Times-Leser dürfte

die größte Neuerung die jetzt erstmalig

verfügbare eigenständige Taxi Times München-Seite

sein. Unter www.taxi-times.com/

muenchen sind ab sofort taxirelevante, lokale

News und Neuigkeiten rund um die Landeshauptstadt

und den Landkreis zu finden.

Weiterhin sind nun auch ausgesuchte

Beiträge in türkischer Sprache, welche bislang

den App-Nutzern vorbehalten waren,

zu lesen. Möglich wird das durch einen

Klick auf die türkische Landesfahne in der

obersten Leiste der Website. sg

NEUE WERBE-

MÖGLICHKEITEN

Mit dem Relaunch bieten sich jetzt

auch den Werbekunden viele zusätzliche

Möglichkeiten an, ihre Produkte

und Dienstleistungen auf der Taxi

Times-Website zu präsentieren. Infos

zu den möglichen Bannerformen und

Platzierungen finden sich unter

www.taxi-times.com/mediadaten.

Eine persönliche Beratung ist unter

0151 / 27 08 29 76 möglich.

FOTOS: Adobe Stock / Manuel Adorf (2)

MÜNCHEN

LOCKDOWN-GEGENMASSNAHME:

ISARFUNK STARTET

LIEFERSERVICE TEN

VO N SIMON GÜNNEWIG 8.N OVEM BER 2020

MÜNCHEN

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH

Persiusstr. 7

10245 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

E-Mail: info@taxi-times.com

Internet: www.taxi-times.com

Geschäftsführer und V. i. S. d. P.

Jürgen Hartmann (jh)

Bankverbindung

Stadtsparkasse München

IBAN: DE89701500001003173828

BIC: SSKMDEMM

UST-ID: DE293535109

Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

Jürgen Hartmann (jh), Simon Günnewig (sg)

E-Mail: tt-muenchen@taxi-times.com

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Tom Buntrock (tb)

Grafik & Layout

Katja Stellert (Artdirektion),

Ivan Cottrell, Martina Jacob

Raufeld Medien GmbH

Paul-Lincke-Ufer 42-43

10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 69 56 65-936

Anzeigen + Vertrieb

anzeigen@taxi-times.com

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

Druck

Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25,

D-34253 Lohfelden

Erscheinungsweise 4 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, Jahres-Abo 26 €

(inkl. MwSt. und Versand) ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

Taxi Times Berlin

Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM) bekommen

in Taxi Times München eigens gekennzeichnete

Mitteilungsseiten, für deren Inhalte die beiden

Genannten im Sinne des Presserechtes selbst

verantwortlich sind.

BRANDBRIEF DES MÜNCHNER

TAXIGEWERBES AN DEN BAYERISCHEN

WIRTSCHAFTSMINISTER

VO N JÜRGEN HARTMANN 6.N OVEM BER 2020

Neu: Alle Münchner Taxi-News auch in der WhatsApp-Gruppe

Anmeldung unter

wamuenchen@taxi-times.com

26 4. QUARTAL 2020 TAXI


Lexus ES 300h Hybrid

Benzinmotor mit 131 kW (178 PS) und Elektromotor mit 88 kW (120 PS), Systemgesamtleistung

160 kW (218 PS) , Stufenlose Automatik, Comfort Taxi, 5-türig

Ausstattungs-Highlights:

Pre-Collision System, Vinyl-Ledersitze, Reifendruckwarnsystem, Privacy-Glas,

Regensensor, lenkradintegirerte Bedienelemente für Audiosystem, Bluetooth Freisprecheinrichtung,

USB/AUX Anschlüsse mit iPod-Steuerung, Rückfahrkamera, el.

Fensterheber vorn, und hinten, Tempomat, Start-Stop-Knopf, Smart-Key, Klimaautomatik,

Leichtmetallfelgen mit Bereifung 205/60 R 1 6 u.v.m.

Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/komb. 5,0/4,4/4,5 l/100 km.

CO2-Emission kombiniert 103 g/km. Energieeffizienzklasse A+.

Unverbindliche Preisempfehlung 1 49.363,00 €

Hauspreis 41.272,70 €

Monatliche

Finanzierungsrate 2 499


Anzahlung 8.821.81 €

einmalige Schlussrate 7.841,81 €

Nettodarlehensbetrag 33.430,89 €

Gesamtbetrag 44.799,84 €

Frachtkosten 980,00 €

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Atilla Döger

Telefon: 089 / 54 71 77 211

atilla.doeger@toyota-dit.de

Die Taxi-Spezialisten für München

www.lexusforum-muenchen.de

Landsberger Straße 222

80687 München

Telefon: 089/547 177-95

info.lbs@toyota-dit.de

Frankfurter Ring 166

80807 München

Telefon: 089/3509667-30

info.ffr@toyota-dit.de

Neumarkter Straße 80

81673 München

Telefon: 089/437370-25

info.nms@toyota-dit.de

1) Unverb. Preisempf. des Herstellers/Importeurs. 2) Ein Angebot der Lexus Financial Services (ein Geschäftsbezeichnung der Toyota Kreditbank GmbH) Toyota Allee 5, 50858 Köln, Laufzeit 60 Monate, Laufleistung 40.000km/Jahr, Sollzins geb. p.a. 2,95%, eff.

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