eBook José L. Piedra - Eine kubanische Zigarrenmarke
Man schreibt etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. In Asturien, Spanien, strömen die Menschen nach Cuba. Sie hoffen dort ein neues und erfolgreiches Leben zu führen. Viele Menschen aus der Tabakindustrie sind auch unter ihnen. „ Es ist genug!“ sagte José zu seiner Familie. „Lasst uns unsere Siebensachen packen und nach Cuba fahren. Dort bauen wir Tabak für Zigarren an und etablieren die bekannteste Zigarrenmarke der Welt.“
Man schreibt etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. In Asturien, Spanien, strömen die Menschen nach Cuba. Sie hoffen dort ein neues und erfolgreiches Leben zu führen. Viele Menschen aus der Tabakindustrie sind auch unter ihnen. „ Es ist genug!“ sagte José zu seiner Familie. „Lasst uns unsere Siebensachen packen und nach Cuba fahren. Dort bauen wir Tabak für Zigarren an und etablieren die bekannteste Zigarrenmarke der Welt.“
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<strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong><br />
Die bekannteste<br />
Zigarre aus Cuba<br />
Das war sie gegen<br />
Ende des 19. Jahrhunderts<br />
<strong>eBook</strong> Edition Zigarren.Zone Social Network<br />
Ausgabe Januar 2021
Inhalt<br />
Was für eine Zigarre!<br />
Kapitel 1: Die bekannteste <strong>Zigarrenmarke</strong><br />
Kapitel 2: Wie gut die Zigarren schmecken<br />
Kapitel 3: Retronasal, Umami und R+ Technik<br />
Kapitel 4: Reifelagerung <strong>kubanische</strong>r Zigarren<br />
Kapitel 5: Neues der Marke<br />
Was für eine Zigarre!<br />
Diese Zigarre hatte ich<br />
nie auf dem Radar. Im<br />
Jahr 2020 hatte ich die<br />
Gelegenheit, ein Tasting<br />
über die Marke zu<br />
verfassen. Während des<br />
Tests wurde ich rasch<br />
Feuer und Flamme! „Ich<br />
muss ein <strong>eBook</strong> zur<br />
Marke produzieren“,<br />
wusste ich.<br />
Schnell waren die beiden<br />
Importeuere mit an Bord<br />
und gaben grünes Licht:<br />
Die Intertabak AG,<br />
Schweiz und die 5 TH<br />
Avenue Trading-Products<br />
GmbH, Deutschland.<br />
2<br />
3
Der Genuss beginnt.<br />
<strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong> ist ein<br />
von Hand gefertigter<br />
Shortfiller. <strong>Eine</strong> sehr<br />
aromatische und<br />
preiswerte <strong>kubanische</strong><br />
Zigarre für jeden Tag.<br />
4<br />
5
Dank der Importeure ist es für dich kostenlos<br />
Dieses <strong>eBook</strong> ist dank den beiden Importeueren<br />
kostenlos. Sie haben die Produktion unterstützt mit<br />
Informationen, Zigarren für die Fotos und die Tastings,<br />
sowie einem Sponsorbeitrag. An dieser Stelle bedanke<br />
ich mich herzlich für die Grosszügigkeit der beiden<br />
Unternehmen. Ich darf schon einige Jahre mit ihnen<br />
zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit hat sich<br />
immer als sehr freundschaftlich und professionell<br />
gestaltet. Wir können schnell und unkompliziert Themen<br />
für Zigarren.Zone Social Network entscheiden und für<br />
dich bereitstellen. Die Fotos der Zigarren und von mir<br />
hat Christian Schmid gemacht, wie immer exzellent.<br />
Andere Fotos wurden von mir gemacht oder stammen<br />
von Dritten. Ich wünsche euch allen viel Freude und<br />
Genuss mit diesem <strong>eBook</strong>. Wer <strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong> noch nicht<br />
kennt: Unbedingte Kaufempfehlung!<br />
HAVE A GOOD SMOKE, Vasilij Ratej - Herausgeber<br />
6<br />
7
Kapitel 1: Historie<br />
Kapitel 1<br />
Die bekannteste<br />
<strong>Zigarrenmarke</strong> gegen<br />
Ende des 19. Jh.<br />
Quelle: Wikipedia<br />
Etwas Grosses fängt immer klein an<br />
Man schreibt etwa Mitte des 19.<br />
Jahrhunderts. In Asturien, Spanien,<br />
strömen die Menschen nach Cuba. Sie<br />
hoffen, dort ein neues und erfolgreiches<br />
Leben zu führen. Viele Menschen aus der<br />
Tabakindustrie sind auch unter ihnen. „ Es ist genug!“<br />
sagte <strong>José</strong> zu seiner Familie. „Lasst uns unsere Siebensachen<br />
packen und nach Cuba fahren. Dort bauen wir<br />
Tabak für Zigarren an und etablieren die bekannteste<br />
<strong>Zigarrenmarke</strong> der Welt.“ Ob sich das genau so zugetragen<br />
hat, ist natürlich reine Fiktion. Sicher jedoch ist,<br />
dass die Familie <strong>Piedra</strong> Asturien verliess. Sie liessen sich<br />
in Remedios, Cuba nieder. Die Region liegt im<br />
Nordosten der Insel. Sie galt damals als wichtiges Anbaugebiet<br />
für Tabak ausserhalb Pinar del Rio, Vuelta<br />
Abajo. Im Jahr 1880 wurde die Marke „<strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong>“<br />
gegründet. Das „L“ steht für den Vornamen Lamadrid.<br />
Wie üblich war der Sitz der Gesellschaft in Havanna,<br />
Cuba. Die Zigarren wurden maschinell mit Shortfillern<br />
gerollt und von Hand wurde das Deckblatt angebracht.<br />
8<br />
9
Kapitel 1: Historie<br />
Träume und Ziele<br />
Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts avancierte <strong>José</strong><br />
L. <strong>Piedra</strong> zur bekanntesten <strong>Zigarrenmarke</strong> ausserhalb<br />
Cubas. Das war sozusagen ein <strong>kubanische</strong>r Traum,<br />
abgeleitet vom Inbegriff des amerikanischen Traums.<br />
Ob sich die Familie das je erträumt hat? Welche Ziele<br />
hatten sie? Welche Träume hatten sie? Wie war der<br />
Anfang auf Cuba der Familie? Darüber ist nichts<br />
öffentlich bekannt. Vielleicht findet man auf Cuba in<br />
einem uralten Archiv Aufzeichnungen darüber.<br />
Der Stoff der Träume:<br />
Die Tabakblüte mit<br />
ihrem kostbaren Samen.<br />
Was wäre, wenn sich ein Tagebuch finden liesse? Von<br />
der Frau oder ihrem Mann? Oder von ihren Kindern und<br />
Neffen? Wäre dort ein solcher Eintrag zu finden:<br />
„01.03.1885 / Heute brannte die Sonne noch<br />
erbarmungsloser auf unsere Tabakfelder hinab. Es<br />
regnet zu wenig. Mühsam bewässern wir einen Teil der<br />
Plantage, aber wir schaffen nicht alles, es ist zu wenig<br />
Wasser vorhanden. Die Ernte wird vielleicht nicht gut<br />
werden. Noch weiss ich keinen Ausweg.“<br />
„03.03.1885 / REGEN! ENDLICH! Unser Herrgott hat<br />
REGEN geschickt! Alle unsere Gebete wurden erhört.<br />
Jetzt ist genügend Wasser für die kostbaren<br />
Tabakpflanzen vorhanden. Sie saugen das kostbare<br />
Nass in sich auf und erstrahlen in nie dagewesenem,<br />
wunderschönstem Grün der Welt. Wir können Zigarren<br />
produzieren!“<br />
10<br />
11
Kapitel 1: Historie<br />
Als der Gründer <strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong> starb, übernahm sein<br />
Neffe <strong>José</strong> Lamadrid <strong>Piedra</strong> II die Geschicke als<br />
Inhaber und der Unternehmensführung. Im Buch von<br />
Min Ron Nee ist zu lesen, dass im Jahr 1940 auch zwei<br />
weitere Marken zur Firma gehörten: Ovalo Rojo und<br />
<strong>Piedra</strong>. Das Buch von Min Ron Nee war das erste Werk,<br />
das über die Reifelagerung <strong>kubanische</strong>r Zigarren<br />
berichtete.<br />
Das Buch heisst:<br />
<strong>Eine</strong> illustrierte Enzyklopädie<br />
der postrevolutionären Havanna-Cigarren<br />
Der Link führt dich zu Amazon. Beim Kauf<br />
des Buches bekommt Zigarren.Zone eine<br />
kleine Provision. Für dich entstehen<br />
natürlich keine zusätzlichen Kosten.<br />
Nach der Castro Revolution<br />
Die Produktion wurde nach der Castro Revolution<br />
weitergeführt. In den USA waren diese Zigarren vor der<br />
Revolution äusserst beliebt. Waren zuvor 11 Formate in<br />
den USA vertreten, brach der Absatz auf 3 Formate<br />
nach dem Embargo ein. Weltweit gab es in den späten<br />
1980er Jahren nur noch eine Linie dieser Marke zu<br />
kaufen. Die Marke wurde schliesslich in den 1990er<br />
Jahren eingestellt.<br />
1996 erlebte die Marke ihren erneuten Aufstieg. Zur<br />
Erinnerung: Alle Zigarren dieser Marke wurden früher<br />
maschinell aus Shortfillern gerollt. Das Deckblatt wurde<br />
jedoch stets von Hand übergerollt. Diese Produktionsart<br />
führte man nach der Wiederbelebung 1996 wieder ein.<br />
Es wurden 6 Formate eingeführt und sie waren auf einen<br />
Schlag weltweit ein grosser Erfolg. Das wundert mich<br />
überhaupt nicht. Denn es sind in der Tat sehr<br />
aromatische und teils auch kräftige Zigarren. Sie sind<br />
sehr preiswert und es sind Zigarren für jeden Tag. Sie<br />
kosten pro Stück zwischen EUR 1.90 bis EUR 2.90 (Stand<br />
Januar 2021). Sie haben ein hohes Reifepotenzial. Schon<br />
im Alter von 3 Jahren haben sich die Zigarren top<br />
weiterentwickelt. Zigarren jüngeren Alters können<br />
bisweilen etwas harsch schmecken. Das ist kein Fehler<br />
der Zigarre. Das Thema Reifelagerung <strong>kubanische</strong>r<br />
Zigarren wird in einem separaten Kapitel behandelt.<br />
12<br />
13
14<br />
15
Kapitel 2: Tasting Notizen<br />
Kapitel 2<br />
Wie gut die<br />
Zigarren schmecken.<br />
Wie <strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong> Zigarren schmecken<br />
Die Mischung für diese Zigarren stammen aus Remedios.<br />
Diese Region nennt sich Vuelta Arriba. Auf den<br />
Packungen und dem Zigarrenring<br />
(Anilla) ist es aufgedruckt. Bei der<br />
Produktion dieses <strong>eBook</strong>s im<br />
Januar 2021 ist kein Format<br />
dieser <strong>Zigarrenmarke</strong> komplett<br />
maschinell gefertigt. Es<br />
handelt sich um maschinell<br />
gerollte Shortfiller. Das<br />
Deckblatt wird von Hand<br />
übergerollt. Wenn du diese<br />
Zigarren zum ersten Mal verkostest,<br />
und sie sind weniger als ein Jahr alt, kann es sein, dass<br />
sie dir etwas zickig vorkommen: Bitter, adstringierend,<br />
harrsch. Das ist kein Fehler der Zigarre. Sie muss bloss<br />
noch etwas reifelagern. Dazu später<br />
mehr. Den Cubanern und Spaniern<br />
hingegen schmecken solche<br />
Zigarren sehr gut. Wild,<br />
temperamentvoll und ein<br />
volles WUMMS! -Haha- ich<br />
mag auch ein volles WUMMS,<br />
aber erst nach der Lagerung.<br />
Dann ist der WUMMS nämlich<br />
elegant ;) Anmerkung: In ihrer<br />
Gründungszeit war der Tabak<br />
gemischt aus Remedios und Pinar del Rio.<br />
16<br />
17
Kapitel 2: Tasting Notizen<br />
Tasting Notizen<br />
Aus meinem Beitrag vom<br />
15.08.2020 schrieb ich:<br />
fruchtig, süsslich, leicht<br />
würzig, Kakao, Holz,<br />
leicht salzig, etwas<br />
Tannin (=adstringierend =<br />
die Zunge zieht sich<br />
zusammen und der Mund<br />
wird trocken). Das ist<br />
kein Fehler der Zigarre!<br />
Sie braucht Reifezeit und<br />
sie hat ein hohes<br />
Reifepotenzial.<br />
Dies zur Petit Caballeros.<br />
18<br />
19
Kapitel 2: Tasting Notizen<br />
Und weiter notierte ich: Retronasal fruchtig, süsslich,<br />
leicht würzig, extrem viel Kaffeebohnen, sehr viel Holz<br />
R+ ZiZo-Vakuum-Technik: nussig, extrem viel<br />
Kaffeebohnen, sehr viel Holz<br />
Umami: würzig, fleischig, saftig<br />
Stärke 3/5; ab der zweiten Hälfte Stärke 4/5.<br />
Ich verwendete das Tasting Tool von Zigarren.Zone<br />
Social Network. Du kannst es kostenlos herunterladen<br />
und deine Zigarren professionell bewerten. Erklärt wird<br />
das einfache Tool hier im Blog. Des weiteren habe ich<br />
mit Sam Reuter, Oettinger Davidoff Basel, darüber<br />
gesprochen, wie man Zigarren professionell bewertet.<br />
Diesen Beitrag lege ich dir ebenfalls sehr ans Herz.<br />
Super aromatisch und super preiswert<br />
<strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong> Zigarren schmecken in ihrer Jugend -<br />
haha- tanninhaltig. Das bedeutet, dass sie<br />
adstringierend sind. Das wiederum bedeutet, dass sich<br />
die Zunge und der Gaumen zusammenziehen. Sie<br />
können auch recht bitter schmecken, auch einer der<br />
Effekte von Tannin. Meine jüngsten Verkostungen<br />
führten mich zum Format „Brevas“ der Marke. Sie<br />
stammten aus dem Jahr 2017. Erstaunlicherweise war<br />
nichts mehr von Tannin zu schmecken. Die Zigarren<br />
waren schon sehr gut ausbalanciert. Sehr viele<br />
Holznoten, Kakao (zartbitter), etwas Säure und sogar<br />
leicht süsslich schmeckten sie auf der Zunge und am<br />
Gaumen.<br />
Geradezu explodiert der Geschmack retronasal und bei<br />
der R+ ZiZo-Vakuum-Technik. Extrem viel Holz und<br />
extrem viel Nuss gepaart mit Duft und Geschmack nach<br />
starken Espressobohnen. Ein absoluter Hochgenuss! Und<br />
so etwas jeden Tag zu haben, zu diesem super niedrigen<br />
Preis! Meine Empfehlung an dich: Kaufe dir diese<br />
Zigarrenbündel, gleich viele davon. Lagere sie<br />
fachgerecht bei etwas niedrigerer Luftfeuchte in einem<br />
separaten „Cuba“-Humidor. Schon nach drei Jahren sind<br />
diese Zigarren absolut TOP! Verkoste aber schon nach<br />
dem Kauf eine, damit du den Unterschied später<br />
erkennen kannst. Verwende dazu das ZiZo Tasting Tool.<br />
20<br />
21
Kapitel 3: Retronasal, Umami und R+ ZiZo-Vakuum-Technik<br />
Kapitel 3<br />
Retronasal, Umami und die<br />
R+ ZiZo-Vakuum-Technik<br />
Die Spezial Genuss-Techniken<br />
Die 4 Fakten zum retronasalen Rauchen<br />
In der Nase ganz oben sitzen links und rechts die<br />
Riechkolben. Die Riechkolben sind ausgestattet mit<br />
Riechnerven. Diese Riechnerven sind es, die uns<br />
Zigarrengeniessern den Genuss erheblich steigern –<br />
wüssten wir denn, wie wir diese Riechnerven zu<br />
stimulieren haben.<br />
Fakt #1: Der Geruchssinn ist für alle übrigen<br />
Geschmackseindrücke verantwortlich. Wenn du schwer<br />
erkältet bist und eine verstopfte Nase hast, kannst du<br />
kaum Geschmack wahrnehmen. Das Essen wirkt fade<br />
und geschmacklos. Das kennst du bestimmt, richtig?<br />
Fakt #2: Wenn du etwas isst, zerkaust du die Nahrung.<br />
Das Zerkauen setzt flüchtige Aromastoffe frei, die durch<br />
den Rachen in die Nase und zu den Riechnerven am<br />
Riechkolben gelangen. Also schmeckst du dein Essen<br />
nicht bloss, sondern gleichzeitig riechst du es auch.<br />
Diese beiden Faktoren beeinflussen deinen<br />
Sinneseindruck vom Essen. Also, warum lassen dann so<br />
viele Zigarrengeniesser ihren Rauch zum grössten Teil in<br />
der Mundhöhle, anstatt eine gute Portion davon auch<br />
durch die Nase zirkulieren zu lassen?<br />
22<br />
23
Kapitel 3: Retronasal, Umami und R+ ZiZo-Vakuum-Technik<br />
Fakt #3: Noch einen Beweis gefällig? Hast du schon<br />
mal richtig schönen, scharfen Whisky verkostet? Was ist<br />
dann passiert? Die Nase hat gekitzelt und du hast<br />
Tränchen in den Augen gehabt?<br />
Fakt #4: Noch einen Beweis gefällig? Magst du Sushi?<br />
Da gibt’s doch dieses Wasabi. Wenn du zu viel mit der<br />
Sojasosse vermengst, oder es zu viel auf dem Reis gibt,<br />
was passiert dann? In deiner Nase brennt es mächtig<br />
und deine Augen tränen. Das ist ein weiterer Beweis:<br />
Die flüchtigen Aromastoffe gelangen über den Rachen<br />
in deine Nase und das bringt deine Riechnerven so<br />
richtig in Stimmung.<br />
Die Skizze auf der vorderen Seite verdeutlicht es: Du<br />
stösst den Rauch im Mundraum durch die Nase aus. Im<br />
Innern oberhalb der Nase sitzen also der Riechkolben<br />
mit seinen Riechnerven. Wenn der Rauch dort entlang<br />
„streichelt“, nimmst du viel mehr Geschmack wahr, als<br />
bloss mit der Zunge.<br />
Eigentlich dürfte ich gar nicht von Geschmack sprechen,<br />
sondern richtigerweise vom Geruch. Die Riechnerven<br />
werden durch den Rauch stimuliert und senden Signale<br />
ins Gehirn. Das Gehirn interpretiert den Geruch.<br />
Je nach dem, was bei dir abgespeichert ist, erinnert dich<br />
der Rauch zum Beispiel an: Röstaromen nach Holz /<br />
Kaffeebohnen / Stroh / Blumen / Süsse / Ammoniak /<br />
Erde / Leder / Stall / Gras / und so weiter.<br />
Der Trick dabei ist, dass du den Rauch im Mund<br />
zunächst etwas abkühlen lässt und ihn danach langsam<br />
durch die Nase bläst.<br />
Der kühlere und langsame Rauch stimuliert die<br />
Riechnerven am Riechkolben optimal.<br />
24<br />
25
Kapitel 3: Retronasal, Umami und R+ ZiZo-Vakuum-Technik<br />
R+ ZiZo-Vakuum-Technik<br />
Ich habe diese Technik nicht erfunden. Roli, ein Leser<br />
von ZigarrenZone, besucht seit Jahrzehnten mehrmals<br />
pro Jahr Cuba. <strong>Eine</strong>s Tages sah er einen Tabakbauern<br />
wie er an seiner Zigarre „nuckelte“. Der Tabakbauer<br />
erklärte ihm die Technik.<br />
Das ist der vollendete Genuss einer Zigarre. Schwer zu<br />
beschreiben. Ich versuche es. Hier ein Beispiel: Ein Baby<br />
nuckelt am Schnuller. Probiere diese Technik mit einer<br />
Zigarre aus. Es gelangt sehr wenig Rauch in den Mund.<br />
Aber dieser streicht über die Zunge und geht direkt<br />
durch die Nase durch. Ich habe es bei etwa 10 Zigarren<br />
probiert, bevor ich es beherrschte. Sei bitte sehr<br />
vorsichtig mit dieser Technik beim Üben: Mir ist der<br />
Rauch dabei mehrmals hinten an den Kehlkopf gelangt.<br />
Das war echt übel. Aber jetzt, da ich es kann, ist das<br />
eine vollendete Technik um eine Zigarre zu geniessen.<br />
Was ist Umami?<br />
Das bedeutet „Schmackhaftigkeit“, „würzig“, „Essenz“,<br />
„fleischig“. Diese Vermischung der Geschmacksempfindungen<br />
wird auf der Mitte der Zunge<br />
wahrgenommen.<br />
<strong>Eine</strong>n guten Artikel darüber findest du auf Wikipedia.<br />
26<br />
27
Kapitel 4: Reifelagerung <strong>kubanische</strong>r Zigarren<br />
Kubanische Zigarren und die wichtige Reifephase<br />
Kubanische Zigarren sind nach dem Rollen in den ersten<br />
1 – 3 Monaten superlecker. Danach beginnt die Zigarre<br />
zu reifen. Der verwendete Tabak ist noch nicht bereit<br />
für die Verkostung. Cuba hat zu wenig Ressourcen. Der<br />
Tabak kann nicht so lange reifen, wie er sollte. Die<br />
Zigarren werden gerollt und haben kaum eine<br />
Ruhephase. Je nach Marke und Format dauert die<br />
Reifephase im heimischen Humidor zwischen 2 bis über<br />
8 Jahre (oder noch länger). Ganz wichtig: Das ist kein<br />
Fehler der Zigarre. Kubanische Zigarren lagern lieber<br />
etwas trockener. Gib dir bitte Mühe, dass die Feuchte im<br />
Humidor bei maximal 69% liegt.<br />
Falls du Einzelexemplare kaufst<br />
Lege die Zigarre mit dem Cellophan in den Humidor.<br />
Falls deine Zigarre kein Cellophan hat: Lege sie in Tubos<br />
und dann in den Humidor. Oder du packst die<br />
Einzelexemplare in einen Druckverschlussbeutel und<br />
machst ein kleines Boveda hinein. Das legst du dann<br />
verschlossen in den Humidor. Zigarren, die offen ohne<br />
Cellophan oder Kiste gelagert werden, verlieren sehr<br />
rasch an Geschmack.<br />
28<br />
29
Kapitel 4: Reifelagerung <strong>kubanische</strong>r Zigarren<br />
Welches Boxing Date hat die Zigarre (BD)?<br />
Auf der Rückseite der Kiste ist ein Stempel angebracht.<br />
Dort sieht man, wann die Zigarren in die Kiste gelegt<br />
wurden. Ab diesem Zeitpunkt sind <strong>kubanische</strong> Zigarren<br />
exzellent zum Verkosten innert 1 – 3 Monaten. Hast du<br />
nicht eine ganze Kiste gekauft, dann frage bitte deinen<br />
Händler nach dem Boxing Date.<br />
Bei der <strong>José</strong> L. <strong>Piedra</strong> steht das Boxing Date auf der<br />
Schachtel.<br />
30<br />
31
Kapitel 5: Neues der Marke<br />
Kapitel 5<br />
Neues der Marke<br />
Was ändert sich?<br />
Jose L. <strong>Piedra</strong> wird mit einem neuen und moderneren<br />
Image präsentiert. Das Logo wird vereinfacht und mit<br />
dem Design der Zigarrenringe und historischen<br />
Garnituren kombiniert. Dadurch erhält es ein besseres<br />
Aussehen und ein frischeres Image. Im Moment<br />
konzentriert sich das neue Image hauptsächlich auf die<br />
Verpackung. Zusammen mit der Neugestaltung der<br />
Marke werden auch die Bündel von 25 auf 12 Einheiten<br />
geändert, wodurch diese Zigarre an die Bedürfnisse der<br />
Märkte angepasst wird. Neu seit 26.08.20 in der Schweiz<br />
sind die Petit Caballeros erhältlich.<br />
32<br />
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34<br />
35
Die Tabakanbaugebiete auf Cuba<br />
36<br />
37
IMPRESSUM<br />
ZigarrenZone GmbH<br />
Vasilij Ratej<br />
Spinnlerstrasse 2<br />
4410 Liestal - Schweiz<br />
genuss@zigarren.zone<br />
+41 79 305 21 45<br />
BRANDED ENTERTAINMENT<br />
Dank der beiden Importeure<br />
5 TH Avenue Trading Products-GmbH<br />
aus Deutschland und der Intertabak<br />
aus der Schweiz ist dieses <strong>eBook</strong> für<br />
dich kostenlos. Herzlichen Dank für<br />
diese Grosszügigkeit!