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2021/02 - FRIZZ Magazin

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FEBRUAR <strong>2<strong>02</strong>1</strong> · NR. 339 · UNBEZAHLBAR<br />

LEVEL UP<br />

Der innere Schweinehund,<br />

die Moral beim Essen und<br />

virtuelle Rote Karten. S. 14<br />

STADTGESPRÄCH<br />

„Look up“ im Lockdown mit<br />

Coach Karin Probst. S. 10<br />

AZUBI-SPECIAL<br />

Bewerbung am Bildschirm<br />

und die Sache mit der<br />

Kohle nebenher. S. 20


MOTORÖLE<br />

ADDITIVE<br />

FAHRZEUGPFLEGE<br />

LIQUI MOLY SCHAFFT DIE<br />

ZEHNSATION<br />

Liebe Kunden, seit Jahren wählen uns die Leser der führenden Autozeitschriften zu Deutschlands<br />

bester Schmierstoffmarke. Bei Auto Zeitung sowie auto motor und sport bereits zum 10. Mal in Folge * .<br />

Ein besonderer Erfolg in einer besonders schweren Situation. Denn angesichts der weltweiten<br />

Corona-Katastrophe ist jetzt nicht die Zeit für Freudentänze, sondern für verantwortungsvolles<br />

Handeln. Miteinander und füreinander. Menschlich und voller Nächstenliebe. Mit Herz, Hirn<br />

und Ausdauer. Bei dieser Herausforderung stehen meine 1.000 Kolleginnen und Kollegen<br />

geschlossen zusammen, um mehr denn je ihr Bestes zu geben. Für unsere Partner,<br />

für unsere Kunden, für Sie! Denn nur gemeinsam schaffen wir das!<br />

Bleiben Sie gesund!<br />

Ihr Ernst Prost<br />

Seit einem<br />

Jahrzehnt<br />

die Nr. 1<br />

in der Kategorie<br />

Motorenöle! *<br />

10 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern<br />

von auto motor und sport. (Ausgabe 7/2<strong>02</strong>0)<br />

10 Jahre in Folge die Nr. 1<br />

bei den Lesern der Auto Zeitung.<br />

(Ausgabe 5/2<strong>02</strong>0)<br />

2 Jahre in Folge Platz 2<br />

in der Kategorie Pflegemittel.<br />

(Ausgabe 5/2<strong>02</strong>0)<br />

9 Jahre in Folge die Nr. 1<br />

bei den Lesern von Motor<br />

Klassik. (Ausgabe 6/2<strong>02</strong>0)<br />

9 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern der Auto Bild.<br />

(Ausgabe 13/2<strong>02</strong>0)<br />

3 Jahre in Folge die Nr. 1<br />

bei Motorsport Aktuell in<br />

der Kategorie Automobil.<br />

(Ausgabe 16/2<strong>02</strong>0)<br />

2 Jahre in Folge die Nr. 1<br />

bei Motorsport Aktuell in<br />

der Kategorie Motorrad.<br />

(Ausgabe 16/2<strong>02</strong>0)<br />

2 Jahre in Folge die Nr. 1 bei den Lesern von Motorrad.<br />

(Ausgabe 9/2<strong>02</strong>0)<br />

*Seit 10 Jahren BEST BRAND in der Kategorie Schmierstoffe<br />

bei auto motor und sport sowie TOP MARKE bei Auto Zeitung.<br />

www.my-liqui-moly.de


INHALT<br />

IM FEBRUAR<br />

DIE NÄCHSTE STUFE<br />

Neues Jahr, neues Glück … oder so<br />

ähnlich. Ich hoffe, ihr hattet einen<br />

guten Rutsch und die Neujahrsvorsätze<br />

sind noch nicht alle über Bord<br />

geworfen. Wir haben durchgehalten<br />

und direkt mal etwas abgenommen.<br />

Rank und schlank kommt das <strong>FRIZZ</strong><br />

daher. Spaß beiseite. Das liegt natürlich<br />

hauptsächlich an … ach, ihr wisst<br />

schon.<br />

Aber wie dem auch sei. Unsere gute<br />

Laune lassen wir uns nicht verderben,<br />

denn bald geht’s wieder<br />

aufwärts. Und das passt ganz hervorragend<br />

zu unserem Titelthema<br />

„Level Up“, wo es generell um Verbesserungen<br />

und Aufstiege geht. Die<br />

Stadtgeschichten beschäftigen sich<br />

mit der spirituellen Seite des Themas<br />

und im Stadtgespräch beantwortet<br />

Coach Karin Probst unter anderem,<br />

wann ein guter Zeitpunkt für einen<br />

Neustart ist. Selbstverständlich<br />

kommen auch <strong>2<strong>02</strong>1</strong> wieder viele andere<br />

Menschen aus der Region zu<br />

Wort und erzählen uns, worin sie<br />

sich unbedingt verbessern möchten.<br />

Einer ganz anderen Art des „Stufenaufstiegs“<br />

widmen wir uns im<br />

Special zum Thema Studium und<br />

Ausbildung. Natürlich war das noch<br />

nicht alles. Felix Kozlik verkauft<br />

Backwaren im Internet, das Theater<br />

Neu-Ulm stellt Rätsel im Lockdown<br />

und im Hip-Twist macht man Fitness<br />

mit Babys.<br />

Trotz etwas kleinerem Umfang ist<br />

das <strong>FRIZZ</strong> also mal wieder proppenvoll.<br />

Wahnsinn!<br />

Macht’s gut und bis demnächst,<br />

Dominik Schele<br />

Foto: Ulrike Hoche<br />

14<br />

20<br />

Foto: privat<br />

Foto: Heike Viefhaus<br />

10<br />

04<br />

33<br />

04 STADTLEBEN<br />

Alles rund um die Doppelstadt<br />

10 STADTGESPRÄCH<br />

Business Coach Karin Probst im<br />

Interview<br />

14 LEVEL UP –<br />

ALLES WIRD BESSER<br />

„Stufenaufstiege durch Ernährung,<br />

Sport und mehr“<br />

20 STADTGESCHICHTEN<br />

Sri Durgamayi Ma Ashram –<br />

bewusstes Leben und Spiritualtiät<br />

24 SPECIAL<br />

Ausbildung, Studium und duales<br />

Studium<br />

30 <strong>FRIZZ</strong>-KIDS<br />

Lesestoff für Kids und Tipps für<br />

den Lockdown<br />

32 NACHGEFRAGT!<br />

„Level Up – Worin willst du besser<br />

werden?“<br />

34 LETZTE SEITE<br />

Das Letzte kommt zum Schluss |<br />

Impressum<br />

3<br />

Foto: Marc Hörger<br />

Foto: privat


STADTLEBEN<br />

ULM/NEU-ULM<br />

LECKERE BREZELN –<br />

NUR EINEN KLICK ENTFERNT<br />

Felix Kozlik versorgt die Kunden trotz Großbaustelle mit allerlei Backwaren. Dem<br />

Online-Service der Bäckerei Adelbert sei Dank. | Foto: Ulrike Hoche<br />

Wie ist die perfekte Brezel?<br />

Knusprig oder weich? Grobes<br />

Salz oder feines? Die Geschmäcker<br />

sind verschieden!<br />

Einen ganz besonderen Brezel-Service<br />

gibt auf jeden Fall<br />

im Café Adelbert in der Ulmer<br />

Weststadt.<br />

Vor der Bäckerei Adelbert stehen<br />

die Kunden oft in langer<br />

Schlange an. Kein Wunder,<br />

hier gibt’s große und leckere<br />

Brezeln, kernige Brote und<br />

auch auf die Kuchen lässt die<br />

Stammkundschaft nichts<br />

kommen. Der junge Bäcker<br />

und Betriebswirt Felix Kozlik<br />

hat den Betrieb erst im<br />

letzten August übernommen.<br />

Er kennt den guten Ruf und<br />

hat nicht viel geändert in der<br />

Handwerksbäckerei. Wichtig<br />

war dem findigen Bäcker aber<br />

ein guter Online-Service. Brezeln<br />

online? Wie soll das gehen?<br />

„Unsere Kunden können<br />

die gewünschten Backwaren<br />

für den Folgetag online bestel-<br />

len und auch gleich bezahlen.<br />

Die Abholung erfolgt dann<br />

zügig über ein separates Ausgabefenster<br />

und man kann<br />

sich das Anstehen sparen“, so<br />

Kozlik.<br />

Kaffee mit<br />

Baustellenrabatt<br />

Dafür kann man sich eine Minute<br />

mehr Zeit für die kleine<br />

Umleitung nehmen, denn eine<br />

Vollsperrung der Gneisenaustraße<br />

und eine Großbaustelle<br />

machen der Bäckerei gerade<br />

zu schaffen. Also einfach weiterfahren<br />

zur Wagnerstraße,<br />

zwei Mal rechts und schon<br />

steht man vor dem Café Adelbert.<br />

Solange sich die Baustelle<br />

breitmacht, locken auch<br />

Kaffee mit Baustellenrabatt<br />

und Baustellen-Tüten zu tollen<br />

Preisen. Dafür lohnt es<br />

sich unbedingt, ein paar kleine<br />

Hürden zu überwinden.<br />

Text: Ulrike Hoche<br />

cafe-adelbert.shop<br />

ZUM CORONATEST<br />

IN DEN THEATRO-CLUB<br />

4<br />

Wo früher gefeiert wurde,<br />

geht es jetzt um etwas ganz<br />

anderes. Der Theatro-Club<br />

in der Ulmer Innenstadt<br />

fungiert aktuell als Corona-<br />

Schnelltestzentrum. „Dass<br />

hier im Theatro nicht aufgegeben<br />

wird, haben bereits die<br />

letzten Wochen und Monate<br />

gezeigt“, sagt Club-Betreiber<br />

Mario Schneider. Zunächst<br />

war aus der Disco das Bar-<br />

Kollektiv „Zirkel 854“ geworden.<br />

Als auch das durch die<br />

gesetzlichen Corona-Bestimmungen<br />

unmöglich wurde,<br />

eröffnete Schneider dort den<br />

„Super Markt! Warenhaus<br />

Mitte“. Auch der musste mittlerweile<br />

schließen. Und so<br />

„mussten wir uns wieder neu<br />

erfinden“, sagt Schneider.<br />

Über die Homepage lässt sich<br />

ein Termin vereinbaren, zu<br />

dem man pünktlich erscheinen<br />

muss, um lange Warteschlangen<br />

zu vermeiden. Man<br />

werde in Empfang genommen,<br />

die Reservierungsbestätigung<br />

kontaktlos gescannt.<br />

„Medizinisch ausgebildetes<br />

Fachpersonal mit Erfahrung<br />

entnimmt einen Nasen- und<br />

Rachenabstrich und Sie können<br />

im Anschluss die Teststation<br />

wieder verlassen“, erläutert<br />

Mario Schneider. Unter<br />

ärztlicher Aufsicht werden<br />

die Testergebnisse dann ausgewertet,<br />

die man dann per<br />

E-Mail erhalte. Ein Antigen-<br />

Schnelltest kostet 35 Euro,<br />

ein Antikörper-Schnelltest/<br />

Fingerbluttest ebenso 35 Euro.<br />

Ein richtiger RT-PCR-Test<br />

beläuft sich auf 61,36 Euro.<br />

Text: swp<br />

covid-schnelltestzentrum.de<br />

Auch ein Logo gibt es für das Corona-Schnelltestzentrum im Theatro | Bild: Mario<br />

Schneider


-Anzeige-<br />

3 FRAGEN AN ... LUKAS PATSCHEIDER<br />

Vegan-Blogger kocht für und mit Promis<br />

Der gebürtige Ulmer Lukas Patscheider erreicht mit seinem veganen Blog Tausende.<br />

Er kommt aus Jungingen, lebt mit seiner Familie im Kleinwalsertal<br />

und begeistert in den sozialen Medien Tausende für<br />

veganes Essen: Lukas Patscheider. Nachhaltigkeit spielt im Leben<br />

von Lu – wie ihn seine Freunde nennen – eine große Rolle.<br />

Zusammen mit seiner Frau Tamara und den beiden Töchtern<br />

lebt der 31-Jährige im Kleinwalsertal. Er leitet dort das Hotel<br />

„Walserhof“, das er vor eineinhalb Jahren von seiner Schwiegermutter<br />

übernommen hatte. Eins seiner Herzensprojekte ist<br />

aber das Projekt „Lu! kocht … Family“. Dabei steht der gelernte<br />

Hotelfachmann vor der Kamera und verrät seinen Zuschauern<br />

leckere vegane Rezepte. An seiner Seite auch immer wieder<br />

Promis.<br />

Was steht als nächstes an?<br />

Im Hotel ist es jetzt logischerweise ruhiger als sonst. Langweilig<br />

wird es uns trotzdem nicht, es gibt immer was zu tun. Und<br />

ich nutze die Zeit natürlich auch für den Blog. Zuletzt haben<br />

wir eine eigene Kleidungskollektion auf den Markt gebracht,<br />

bei der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht. Und selbstverständlich<br />

wird es weitere Videos geben, ich habe schon neue<br />

Termine mit spannenden Gästen – aber mehr verrate ich an der<br />

Stelle noch nicht!<br />

lukocht.com<br />

youtube.com/lukochtfamily<br />

instagram.com/lu_kocht_official<br />

Lu, mit wem hast du zuletzt gekocht?<br />

Lukas Patscheider: Das war Florian Weiß, Moderator bei<br />

Antenne Bayern und Reporter beim ZDF. Er stammt auch aus<br />

Ulm, wie man am schwäbischen Einschlag unserer Unterhaltung<br />

hören kann (lacht). Das war wirklich cool, Florian ernährt<br />

sich schon seit 15 Jahren vegetarisch, seit zwei Jahren vegan.<br />

Für ihn war es eine Premiere: Er hat noch nie veganen Kaiserschmarren<br />

gemacht. Hat ihm aber geschmeckt, wie man sieht.<br />

Wen hattest du noch vor deiner Kamera?<br />

Schauspieler Steffen Groth, den man aus vielen ZDF-Filmen<br />

kennt, der aber auch schon in mehreren Kinofilmen mitgespielt<br />

hat. Mit Gold-Biathletin Maren Hammerschmidt habe ich vegane<br />

Burger gezaubert. Dann Timo Hildebrand, der frühere<br />

Torwart des VfB bzw. des Nationalteams. Meistgeklickte Folge<br />

auf meinem Youtube-Channel ist aber die Folge mit Daniela<br />

Katzenberger und Lucas Cordalis. Für die habe ich eine vegane<br />

Carbonarasauce gemacht. Daniela war total überrascht, weil<br />

der Speckersatz aus Erbsenprotein geschmeckt hat wie normaler<br />

Speck. Sie hat glaub‘ ich dreimal nachgefragt, ob das wirklich<br />

kein Fleisch ist. (lacht)<br />

5


STADTLEBEN<br />

ULM/NEU-ULM<br />

FIT WIE EIN TURNSCHUH<br />

DANK NACHWUCHS<br />

Ines Merath freut sich, „FitDankBaby“ im Hip-Twist<br />

anbieten zu können.| Foto: privat<br />

Fitness, egal ob körperlich oder geistig,<br />

ist ein Thema, das seit Jahren einen immer<br />

größeren Stellenwert einnimmt. Da<br />

verwundert es kaum, dass auch frischgebackene<br />

Mamas schnell nach der Geburt<br />

wieder in Form kommen wollen. Allerdings<br />

sind herkömmliche Workouts und<br />

Fitnessangebote dafür eher ungeeignet.<br />

Falsche Übungen können zu Problemen<br />

führen. Hebammen empfehlen aus diesem<br />

Grund spezielle Fitnessprogramme,<br />

welche auf die Bedürfnisse der Mütter,<br />

gerade nach der Schwangerschaft, angepasst<br />

sind.<br />

In Ulm wird ein solches Programm nun<br />

von der Tanzschule Hip-Twist angeboten.<br />

Das Ganze nennt sich „FitDankBaby“<br />

und ist im Endeffekt ein Fitnessangebot,<br />

das die Babys aktiv in die Stunde<br />

integriert. Sogenannte „Mamafitnessübungen“<br />

wechseln sich mit „Babyfitnessübungen“,<br />

bei welchen die kognitiven<br />

Fähigkeiten und die Koordination der<br />

Kleinen geschult wird, ab.<br />

Es wichtig, als Mutter fit zu sein<br />

Ines Merath, Inhaberin des Hip-Twist,<br />

freut sich über das Fitnessprogramm für<br />

frischgebackene Mütter. „Ich bin froh,<br />

endlich auch ein so tolles Konzept in Ulm<br />

anbieten zu können“, so die zweifache<br />

Mama. „Seit ich eigene Kinder habe, bin<br />

ich immer auf der Suche nach Ideen, wie<br />

man seine Zeit sinnvoll mit den Kids nutzen<br />

kann. Ein FitDankBaby-Kurs ist ein<br />

guter Einstieg. Zwar bin ich schon seit<br />

zehn Jahren Zumba-Fitness-Trainerin,<br />

aber dieses Mamaworkout hat auch mir<br />

selbst nochmals gezeigt, wie wichtig es<br />

heutzutage ist, als Mama fit zu sein!“<br />

Text: Dominik Schele<br />

tanzschule-ulm.de<br />

ES WIRD NICHT<br />

MEHR GENASCHT<br />

Ende März schließt Marc Ender die Naschkatze. | Foto: Matthias Kessler<br />

Das Café Naschkatze, von Stammgästen meist einfach<br />

nur „Katze“ genannt, ist eines dieser ganz besonderen,<br />

kleinen Lokale. Klein, gemütlich und atmosphärisch.<br />

Das Café in der Neu-Ulmer Marienstraße ist bekannt<br />

für das besondere Angebot, wie die leckeren veganen<br />

Kuchen oder den „Cold Brew Coffee“. Ende März wird<br />

die „Katze“ nun ihre Pforten schließen. Ob Restaurants<br />

und Cafés davor wieder öffnen dürfen, ist fraglich. Falls<br />

ja, wollen Pächter Marc Ender und sein Team sich aber<br />

auf jeden Fall noch gebührend verabschieden.<br />

6<br />

Text: Dominik Schele<br />

facebook.com/CafeNaschkatze


KLEIDER MACHEN LEUTE<br />

3 FRAGEN AN ANTONIA WALTER<br />

beschäftigen. Außerdem haben auch viele Freunde und Bekannte<br />

nach meiner modischen Meinung gefragt. Vor zwei<br />

Jahren habe ich mich dann entschieden, eine Zweitausbildung<br />

zur Farb- und Stilberaterin zu machen.<br />

Warum ist es für dich wichtig, sich gut zu kleiden?<br />

Weil der erste Eindruck zählt und Spuren bei unserem Gegenüber<br />

hinterlässt. Bei meinen Beratungen geht es aber weniger<br />

darum, mit modischen Trends zu gehen, oder dass ich aus dem<br />

stillen Mauerblümchen ein Modepüppchen mache, sondern<br />

eher darum, herauszufinden, was zur Person passt, was man<br />

auf Grund der Proportionen oder des Körperbaus tragen kann.<br />

Wir sind selbstbewusster, wenn wir uns in unserer Kleidung<br />

wohlfühlen und wissen, was uns steht. Und das spielt einem<br />

oft in die Karten, ob nun im Job oder auch bei der Partnersuche.<br />

Farb- und Stilberaterin Antonia Walter möchte herausfinden welche Kleidung zu<br />

welcher Person passt. | Foto: ?privat<br />

Was zieh‘ ich bloß an …? Die Antwort darauf hat Antonia Walter.<br />

Die 26-jährige Ulmerin ist Farb- und Stilberaterin und<br />

guckt gerne in fremde Kleiderschränke. Weil Antonia Walter<br />

von Freunden immer wieder um Modetipps gebeten wurde,<br />

machte sie ein zweites berufliches Standbein daraus. Im Interview<br />

erzählt sie von Mauerblümchen und Modepüppchen und<br />

verrät, worauf es bei der richtigen Kleidung ankommt.<br />

<strong>FRIZZ</strong>: Antonia, du bist nebenberuflich zertifizierte<br />

Farb- und Stilberaterin. Wie kommt man denn dazu?<br />

Antonia Walter: Die Idee kam während meiner Arbeit im<br />

Vertrieb. Ich war immer schon die jüngste bei uns und musste<br />

mich auch bei Kunden als junge Frau behaupten. Deshalb habe<br />

ich früh angefangen, mich mit Schnitten und Farbwirkung zu<br />

Was ist das Schönste bei den Beratungen?<br />

Interessant ist immer der „Aha-Moment“ beim Ausmessen<br />

während der Stilberatung. Da man sich selbst immer nur von<br />

vorn oder hinten im Spiegel sieht, nimmt man sich selbst oft<br />

ganz anders wahr. Oft bekomme ich dann zu hören: das ist ja<br />

spannend, ich dachte immer, dass meine Beine zu kurz sind –<br />

oder: Stimmt, das sollte ich viel mehr betonen!<br />

Text: Stefanie Müller<br />

Das Mineralwasser<br />

deiner Heimat!<br />

antonia-walter.de<br />

Geschützt und ursprünglich rein - in mehreren 1000 Jahren<br />

wurde das Wasser durch verschiedene Erd- und Gesteinsschichten<br />

ganz natürlich gefi ltert und mineralisiert<br />

Zwischen Alb und Allgäu<br />

im Herzen Oberschwabens<br />

Heidenheim<br />

DAS<br />

GEHEIMNIS<br />

IST DIE<br />

FLASCHEN-<br />

GÄRUNG<br />

guenzburger-weizen.de<br />

FRISCHE HEFE<br />

- FLASCHENGÄRUNG<br />

ALB<br />

Ehingen<br />

Sigmaringen<br />

Ulm<br />

Biberach<br />

Ravensburg<br />

Dietenbronn<br />

Günzburg<br />

Augsburg<br />

Memmingen<br />

Krumbach<br />

Landsberg<br />

Mindelheim<br />

Kempten<br />

ALLGÄU<br />

Was Dietenbronner auszeichnet:<br />

• frei von schädlichen Umwelteinfl üssen<br />

• sehr wenig Natrium, kein Nitrat<br />

• ausgewogene Mineralisation<br />

• guter Geschmack<br />

• für Säuglingsnahrung geeignet<br />

• CO 2 freundlich / kurze Transportwege<br />

www.dietenbronner.de<br />

7


STADTLEBEN<br />

ULM/NEU-ULM<br />

CIAO MYER‘S<br />

HALLO M CLUB<br />

Im September wurde das „Myer’s“ ausgeräumt. Nun<br />

steht der Nachfolger fest. | Foto: Lars Schwerdtfeger<br />

Die Nachricht schlug im Spätsommer ein<br />

wie eine Bombe: das Myer’s, beliebte Disko<br />

am Ulmer Lautenberg, macht dicht. Seit<br />

der Insolvenz des langjährigen „Myer’s“-<br />

Betreibers Thomas Hartmann im Sommer<br />

wird der Club umgebaut. Mit anhaltenden<br />

Renovierungsarbeiten häuften<br />

sich zuletzt auch die Spekulationen über<br />

potenzielle Nachfolger. Es kursierten Namen<br />

verschiedener Ulmer Gastronomen,<br />

Bestätigungen gab es allerdings nie. Nach<br />

Recherchen der Südwest Presse steht der<br />

neue Pächter der Location nun fest: Es ist<br />

Marc Wölfle, Inhaber des gleichnamigen<br />

Ulmer Immobilienbüros.<br />

Myers wird zum „M Club“<br />

„Der Vertrag ist unterschrieben“, berichtet<br />

der 43-Jährige. Wölfle nennt das Tanzlokal<br />

künftig „M Club“ und setzt auf ein<br />

anderes Konzept. Die Hip-Hop-Partys, die<br />

unter Hartmanns Leitung über die Bühne<br />

gingen und eher die jungen Nachtschwärmer<br />

an lockten, sind passé. Wölfle möchte<br />

künftig vor allem die Ü-30-Zielgruppe<br />

ansprechen: „Wir spielen 80er- und 90er-<br />

Hits sowie Schlager.“ Wölfle betont, dass<br />

er sich mit der Übernahme des Clubs einen<br />

Traum erfüllt habe. Mit 16 Jahren<br />

gründete er die Veranstaltungsfirma<br />

„Nightmotion“ und war Ende der 90er<br />

immer wieder als Licht- und Tontechniker<br />

im Myer’s tätig. Das Konzept des<br />

damaligen Betreibers Thomas Heyne<br />

habe ihn begeistert. Diese Ansätze wolle<br />

er nun wieder aufgreifen: „Für das ältere<br />

Publikum gibt es in Ulm ja gerade nichts.“<br />

Der „M Club“ wird übrigens künftig<br />

auch tagsüber geöffnet haben. Im Café-<br />

Bereich werden unter anderem Espresso<br />

und Latte Macchiato ausgeschenkt, am<br />

frühen Abend verwandelt sich der Raum<br />

in eine Cocktail-Bar und zu später Stunde<br />

wird dann die Tanzfläche geöffnet.<br />

Text: Alexander Kern<br />

RÄTSELRATEN<br />

IM LOCKDOWN<br />

BOTANIK VON<br />

ZUHAUSE AUS<br />

Theater Neu-Ulm unterhält mit Lockdown-Rätsel. | Foto: Theater Neu-Ulm<br />

Ulms Botanischer Garten im Winterschlaf. | Foto: Edith Haidt<br />

Kultur läuft gerade auf Sparflamme. Kinos, Konzerthallen<br />

und Eventlocations sind dicht. Auch an Theater<br />

– außerhalb der eigenen vier Wände – ist aktuell nicht<br />

zu denken. Mit seiner neuesten Idee möchte das Theater<br />

Neu-Ulm nun zumindest an vergangene Stücke erinnern<br />

und dabei auch etwas Unterhaltung bieten. Unter<br />

dem Motto „Wer weiß denn DAS noch?“ finden in unregelmäßigen<br />

Abständen auf der Theater-Website kleine<br />

Ratespiele statt. Damit nicht genug, denn zu gewinnen<br />

gibt es auch etwas: eine Flasche Prosecco beim nächsten<br />

Theaterbesuch.<br />

Auch der Botanische Garten hat gemäß den aktuellen<br />

Corona-Verordnungen geschlossen. Das bedeutet aber<br />

nicht, dass man im Hintergrund nicht fleißig ist. Das<br />

Jahresprogramm für <strong>2<strong>02</strong>1</strong> steht unter dem Motto „Alles<br />

neu hier!“ Dabei wird auf einen Mix aus virtuellen Angeboten<br />

und Vor-Ort-Veranstaltungen gesetzt. „Wir versuchen,<br />

wann immer möglich, unsere Veranstaltungen<br />

auch online anzubieten. So soll der Botanische Garten<br />

auch vom heimischen Sofa aus erlebbar bleiben“, erklärt<br />

Stefan Brändel, wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter<br />

des Botanischen Gartens.<br />

Text: Dominik Schele<br />

theater-neu-ulm.de<br />

Text: Dominik Schele<br />

uni-ulm.de/einrichtungen/garten<br />

8


Spenden Sie und unterstützen Sie damit die Uuulmer Jugend:<br />

Suchen Sie sich einen Sitzplatz aus und verewigen Sie sich mit<br />

Ihrem Namen im OrangeCampus.<br />

Mehr Infos unter bbu01.com/unterstuetzen/nimm-platz


STADT<br />

GESPRÄCH<br />

LOOK UP<br />

IM LOCKDOWN<br />

Jede Herausforderung ermöglicht<br />

einen Neuanfang. Der Ulmer Coach<br />

Karin Probst unterstützt dabei.<br />

<strong>FRIZZ</strong>: „<strong>2<strong>02</strong>1</strong> kann nur<br />

besser werden“, so hoffen<br />

viele in Coronazeiten, auch<br />

was persönliche Vorsätze<br />

fürs neue Jahr angeht. Ziel:<br />

Sich auf ein höheres Niveau<br />

schrauben – in Sachen gesunder<br />

Lebensstil, Beruf sowie<br />

im Privaten. Inwiefern<br />

ist jetzt ein guter Zeitpunkt<br />

für einen Neustart?<br />

Karin Probst: Die Zeit um<br />

den Jahreswechsel war sicher<br />

gut, um das vergangenen<br />

Jahr zu reflektieren. Erfahrungsgemäß<br />

überfordern sich<br />

manche schon in den ersten<br />

Monaten des neuen Jahres mit<br />

ihren Vorsätzen. Das erleben<br />

sie als Stress, sie werden unzufrieden.<br />

Zusätzlich bringt<br />

die Pandemie aktuell für viele<br />

große Herausforderungen, ob<br />

Konflikte in der Familie, Einsamkeit<br />

oder wirtschaftliche<br />

Nöte. Von daher: Ein kleiner<br />

wohldosierter Neustart, der<br />

an jedem Tag im Jahr möglich<br />

ist, wäre besser ... als Coach<br />

kann ich dabei helfen.<br />

„Level up“ bedeutet nicht<br />

nur, mehr Leistung zu bringen,<br />

sondern auch Ausgleich<br />

zu finden. Oder auch fähig<br />

zu sein, sich anzugleichen.<br />

Ja, und die meisten Menschen<br />

wissen intuitiv, dass bei ihnen<br />

etwas anders laufen müsste.<br />

Zum Beispiel, dass einem die<br />

Disziplin fehlt, um mit dem<br />

Rauchen aufzuhören. Oder<br />

dass man seinen Partner umkrempeln<br />

möchte, wohlwisssend,<br />

dass das nicht geht. Den<br />

Leuten ist eigentlich klar, wie<br />

sie ihr Anliegen gelöst bekommen.<br />

Aber sie erinnern sich<br />

zu selten daran. Oder haben<br />

Bedenken, es durchzuziehen<br />

oder fühlen sich ohnmächtig.<br />

Dabei sind es manchmal<br />

gar nicht die Dinge selbst, die<br />

man ändern sollte, sondern<br />

lediglich die Einstellung dazu.<br />

Ganz gleich um welches<br />

Anliegen es sich handelt, in<br />

meinen Coachings erfahre<br />

ich meistens: Eine Einstellungsänderung<br />

führt dazu,<br />

dass man einer Angelegenheit<br />

nicht mehr in Kampfhaltung<br />

und mit Widerstand begegnet.<br />

Man spart sich wertvolle<br />

Energie. Man wird gütiger zu<br />

sich und anderen.<br />

Um sich eine andere Sichtweise<br />

zuzulegen, muss man<br />

sich selbst beobachten, hinterfragen<br />

und ehrlich zu<br />

sich sein. Disziplin gehört<br />

auch dazu. Mitunter nicht<br />

einfach, ganz alleine da die<br />

Kurve zu kriegen.<br />

Stimmt. Ein Coaching ist<br />

auch nicht zu vergleichen<br />

mit Rat und Trost von Kollegen,<br />

Freunden oder Familie<br />

– man erhält mit Sicherheit<br />

keine Ratschläge. Manchmal<br />

braucht es das Ohr und den<br />

Impuls einer Außenstehenden,<br />

die die gewohnten Muster<br />

auf Dienlichkeit untersucht<br />

und zu neuen Sichtweisen und<br />

Copying-Strategien inspiriert.<br />

Im systemischen Coaching<br />

gilt jedes Verhalten innerhalb<br />

eines Systems zunächst einmal<br />

als sinnvoll. Es ist also ein<br />

heiterer, wertschätzender und<br />

lösungsorientierter Ansatz.<br />

Woran merkt man denn:<br />

„Es ist fünf vor zwölf, für<br />

eine Wende in meinem Leben<br />

brauche ich Unterstützung“?<br />

Eigentlich ganz einfach: Fühlt<br />

man sich wohl, ist alles gut.<br />

Fühlt man sich nicht wohl, ist<br />

es nicht gut. Körperliche Reaktionen<br />

können darauf hindeuten,<br />

dass etwas im Argen<br />

ist: Kopf- oder Bauchschmerzen<br />

oder ein lästiges Zucken<br />

im Augenwinkel zum Beispiel;<br />

Unkonzentriertheit, gereizt<br />

sein, eine steigende Unfallhäufigkeit<br />

– das ist individuell<br />

verschieden. Was jedoch immer<br />

ein Alarmzeichen ist und<br />

worunter leider schon jeder<br />

dritte Bundesbürger leidet, ist,<br />

dass man keinen erholsamen<br />

Schlaf mehr findet: Man<br />

kann nicht einschlafen, weil<br />

man Gedanken wälzt. Nachts<br />

wacht man auf und grübelt.<br />

10


Ein Wandercoaching mit Businesscoach<br />

Karin Probst kann in Krisensituationen<br />

oder beim Wunsch zu einem Neustart<br />

ein Lichtblick sein .<br />

Zur Person<br />

Bevor Karin Probst als<br />

Coach andere dabei unterstützte,<br />

individuelle<br />

Lösungswege für Konflikte<br />

zu beschreiten,<br />

stand sie nach einem<br />

Schauspielstudium in<br />

Berlin auf den Brettern,<br />

die die Welt bedeuten:<br />

Erste Station waren die<br />

Berliner Kammerspiele,<br />

dann folgte ein Engagement<br />

am Schauspielhaus<br />

Hamburg und<br />

schließlich folgte sie<br />

dem Ruf an die Bremer<br />

Shakespeare Company.<br />

Seit dem Teenageralter<br />

war beziehungsweise<br />

ist sie in vielerlei Weise<br />

unterrichtend tätig, so<br />

zum Beispiel im Bereich<br />

Atemtechnik oder Theaterpädagogik.<br />

Als zertifizierter<br />

systemischer<br />

Coach, Beraterin und<br />

Trainerin arbeitet Karin<br />

Probst seit 1998 mit<br />

Privatpersonen sowie<br />

Unternehmen vor allem<br />

in Deutschland, Österreich<br />

und der Schweiz.<br />

Foto: privat<br />

11


STADT<br />

GESPRÄCH<br />

Als zertifizierter Businesscoach weiß Karin Probst, wie man seine Ziele findet und erreichen kann. | Foto: Heike Viefhaus<br />

Arzt oder Psychologe sind<br />

dann nicht unbedingt die<br />

erste Adresse – Coaching<br />

kann auch helfen.<br />

Klar. Und als guter Coach<br />

kennt man seine Grenzen. Ich<br />

weiß, wann meine Kompetenz<br />

überschritten ist und ich<br />

Coachees an andere Adressen<br />

verweisen muss. Damit meine<br />

ich nicht nur an Therapeuten<br />

oder Mediziner. Auch Experten<br />

in Beratungsstellen zu Familienangelegenheiten,<br />

Beruf,<br />

Finanzen etc. gehören zum<br />

Netzwerk.<br />

Wie muss man sich ein Coaching<br />

vorstellen? Und in<br />

welchen Belangen kann es<br />

zielführend sein?<br />

Grundsätzlich hat Coaching<br />

den Anspruch, eine einmalige,<br />

situative Sache zu sein. 90 Minuten<br />

sind dafür veranschlagt.<br />

Der Coachee steuert den Prozess<br />

allein. Er kann jederzeit<br />

vorher abbrechen und auch<br />

entscheiden, ob er mich wieder<br />

konsultiert. Vorkenntnisse<br />

braucht er keine. Er sollte<br />

sich nur über sein Anliegen<br />

im Klaren sein, das kommt<br />

meist schon im Vorgespräch<br />

zur Sprache. Und wenn nicht,<br />

könnte das Gegenstand des<br />

Coachings werden: Herauszufinden,<br />

was ich eigentlich will.<br />

Die Absichten meiner Coachees<br />

sind grundverschieden:<br />

Leidvolle Schlafstörungen,<br />

Mobbing und Konfliktsituationen<br />

am Arbeitsplatz. Jemand<br />

anderes fühlt sich nicht wahrgenommen<br />

– bis man im Coaching<br />

auf den Trichter kommt,<br />

dass es buchstäblich nur einer<br />

anderen Blickrichtung bedarf,<br />

indem man den eigenen Kopf<br />

hebt, um von anderen Leuten<br />

gesehen und grüßend angelächelt<br />

zu werden … ganz simpel<br />

also. Oder ich bekomme den<br />

Auftrag: „Stellen sie unsere<br />

Firma systemisch um.“ Das ist<br />

ein harter Prozess, der einige<br />

Dinge ans Tageslicht befördern<br />

kann, die man nicht sehen<br />

will. „Ja, aber da können<br />

wir nicht ran. Coachen sie da<br />

mal drum rum“, heißt es dann.<br />

In einem solchen Fall muss<br />

man als Coach auch den Mut<br />

habe, hinzustehen und zu sagen:<br />

„Stop! Sie können nicht<br />

auf der eine Seite ein selbstorganisiertes<br />

Unternehmen<br />

wollen und auf der anderen<br />

Seite mit Druck und Abwertung<br />

agieren.“ Mein Job ist es,<br />

Coachees da durch zum ausgemachten<br />

Ziel zu führen.<br />

Wie muss man sich das „Geführtwerden“<br />

konkret vorstellen?<br />

Das geschieht, indem ich Fragen<br />

stelle. Ich weiß genauso<br />

wenig, wie der Mensch, den<br />

ich gerade coache. Durch das<br />

Fragen helfe ich, Gedanken<br />

zu sortieren. Dadurch tun sich<br />

neue Möglichkeitsräume auf<br />

in denen der Coachee selbst<br />

die Lösung findet. Ich arbeite<br />

unter anderem nach dem<br />

hypnosystemischen Ansatz<br />

von Milton H. Erickson, dem<br />

Gründer der Selbsthypnose<br />

und auf Basis der „Gewaltfreien<br />

Kommunikation“ nach<br />

Marshall B. Rosenberg. In Beratung<br />

und im Training läuft<br />

es nochmal etwas anders. Da<br />

habe ich mich vorinformiert.<br />

Ich weiß, wie mein auftraggebendes<br />

Unternehmen funktioniert,<br />

kenne die arbeitsrechtlichen<br />

Gesetze. Dort spiele<br />

ich auch theoretisches Wissen<br />

ein, gebe eine Haltungsänderung<br />

vor, zum Beispiel „Agilität“<br />

im Management. Es gibt<br />

Karin Probst<br />

Zert. Business Coach (FU Berlin)<br />

Stress- und Burnoutpräventionsberaterin<br />

Internet: www.2-change.de<br />

E-Mail: probst@2-change.de<br />

Aufgaben und Reflektionen,<br />

bis die neue Denkweise und<br />

die damit verbundenen Fähigkeiten<br />

zu einer Änderung im<br />

Verhalten führen.<br />

Anhand Ihrer über 22-jährigen<br />

Erfahrung, wie offen<br />

sind die Menschen gegenüber<br />

Coaching und vor<br />

allem jetzt in Pandemiezeiten?<br />

Sehr offen. Es werden täglich<br />

mehr Anfragen. Die schicksalhaften<br />

Herausforderungen<br />

und konkreten Probleme, die<br />

gelöst werden möchten, werden<br />

mehr. Und hier ist Coaching<br />

eine gute Anlaufstelle,<br />

auch zur Überbrückung bis<br />

man vielleicht einen Therapieplatz<br />

gefunden hat. Vor<br />

allem bei Personen aus dem<br />

Pflegebereich macht sich eine<br />

tiefe Erschöpfung breit. Ganz<br />

allgemein sind viele Leute gestresst,<br />

es häufen sich Fehler,<br />

Machtkonflikte und schlechte<br />

Kommunikation. Leider gibt<br />

es auch sehr viel mehr Selbstmordgefährdungen.<br />

Nicht nur Pflegende, auch<br />

Gastronomen, Künstler,<br />

Selbstständige und viele<br />

mehr hat die Corona-Krise<br />

hart getroffen. Sie möchten<br />

diesen Personen helfen?<br />

Ja, ich biete einmalig ein kostenloses<br />

Wandercoaching<br />

oder Online-Coaching als<br />

meinen kleinen solidarischen<br />

Beitrag in der Krise. Man kann<br />

mit mir seine Anliegen zum<br />

Beispiel auf dem Ulmer Hochsträß<br />

im wahrsten Sinne des<br />

Wortes ,durchgehen‘ – oder<br />

auch gerne in einem Online-<br />

Meeting, oder per Telefon, um<br />

wieder etwas Kraft zu tanken.<br />

Text: Heike Viefhaus<br />

12


LEVEL<br />

UP<br />

ALLES WIRD<br />

BESSER<br />

14<br />

Foto: Marc Hörger


Mit dem Begriff<br />

„Level Up“ wird in<br />

Videospielen der<br />

Aufstieg auf eine<br />

höhere Stufe<br />

bezeichnet.<br />

Durch das Absolvieren von Aufgaben verbessert<br />

sich der Charakter und steigt auf<br />

das nächsthöhere Level. Das Ganze lässt<br />

sich aber auch auf viele Gebiete außerhalb<br />

der virtuellen Welt anwenden. Die meisten<br />

haben einen oder mehrere Bereiche im<br />

Leben, in welchen sie gerne Fortschritte<br />

erzielen möchten oder eben ein neues Level,<br />

eine neue Stufe, erreichen möchten.<br />

Gerade am Jahresanfang merkt man dieses<br />

Bestreben besonders. Das neue Jahr hat<br />

gerade erst begonnen und die Motivation<br />

ist groß, „etwas zu verbessern“.<br />

15


LEVEL<br />

UP<br />

Oftmals fehlt die nötige Motivation, Sport zuhause zu<br />

machen. | Fotos: Tamara Saß<br />

Der eSport ist nicht aufzuhalten und sorgt für zahlreiche<br />

„Level Ups“. | Foto: Adela Sznajder, ESL<br />

Bessere oder gesündere Ernährung ist auch <strong>2<strong>02</strong>1</strong> ein<br />

großes Thema. | Foto: N. Crowley<br />

ZIELE UND<br />

VORSÄTZE<br />

Das Verlangen, sich in einem oder mehreren<br />

Bereichen zu verbessern, kennt<br />

wahrscheinlich jeder. Dass dieses Verlangen<br />

gerade zu Beginn eines Jahres groß<br />

ist, macht Sinn. Zum einen steht man mit<br />

einem neuen Jahr auch selbst wieder an<br />

einem Anfang und zum anderen gibt es die<br />

guten alten Neujahrsvorsätze. Natürlich<br />

werden diese oftmals bereits in der ersten<br />

Januarwoche wieder gebrochen, doch als<br />

eine Initialzündung eignen sie sich dennoch.<br />

Der Wunsch nach Verbesserung,<br />

Umgestaltung oder Erneuerung ist dabei<br />

so unterschiedlich wie die Menschen<br />

selbst. Das können ganz banale Dinge sein<br />

wie das Erlernen einer neuen Fertigkeit<br />

oder aber die Verschönerung der eigenen<br />

vier Wände. Bau- und Supermärkte haben<br />

(normalerweise) nicht umsonst gerade zu<br />

Jahresbeginn Wandfarbe, Tapeten und<br />

Werkzeuge zur Renovierung im Angebot.<br />

Ein „Aufleveln“ ist aber auch in vielen<br />

anderen Bereichen möglich, egal ob im<br />

Beruf oder in der Freizeit. Das Meinungsforschungsinstitut<br />

„YouGov“ hat hierzu<br />

deutschlandweit 2000 Personen hinsichtlich<br />

ihrer Ziele für <strong>2<strong>02</strong>1</strong> befragt. So möchte<br />

beispielsweise jeder Sechste umweltbewusster<br />

leben. Die ersten beiden Plätze<br />

haben sich zu den Vorjahren allerdings<br />

nicht verändert. 31 Prozent gaben an, sich<br />

künftig besser ernähren zu wollen. Beinahe<br />

genau so beliebt ist das Thema Sport.<br />

30 Prozent der Befragten haben vor, mehr<br />

Sport zu treiben bzw. mit sportlichen Aktivitäten<br />

zu beginnen und ihre Fitness zu<br />

verbessern.<br />

BEWEGUNG, SPORT<br />

UND APPS<br />

Gerade was Sport angeht, bleibt es oftmals<br />

bei den Vorsätzen, denn einen Entschluss<br />

dann auch in die Tat umzuset-<br />

zen, ist gar nicht so einfach. Mangelnde<br />

Disziplin, ein zu hoch gestecktes Ziel<br />

oder die falsche Sportart können dazu<br />

führen, dass das Thema Sport schnell<br />

wieder ad acta gelegt wird. Fabian Weile<br />

aus Laupheim ist seit Jahren sportlich<br />

aktiv, mal mehr mal weniger. Insbesondere<br />

im vergangenen Jahr nahm er es<br />

mit dem Workout nicht immer genau.<br />

Schuld daran war unter anderem Corona<br />

und die Schließung der Fitnessstudios.<br />

„Ich bin normalerweise dreimal<br />

die Woche im Fitnessstudio. Das war in<br />

den letzten Monaten natürlich unmöglich“,<br />

erzählt Fabian. Anfangs versuchte<br />

er sein Workout zuhause weitestgehend<br />

umzusetzen. „Ich habe mir selbst einen<br />

Trainingsplan zurechtgelegt. Das Naheliegendste<br />

war das Training mit dem eigenen<br />

Körpergewicht, also Liegestütze,<br />

Kniebeugen und so weiter. Außerdem<br />

habe ich viel mit elastischen Fitnessbändern<br />

gearbeitet“, erklärt er und fügt<br />

anschließend hinzu: „Lange hat das<br />

Apfel und Hantel designed by Freepik<br />

16


SPORT IST<br />

SEIN LEBEN!<br />

Auf dem <strong>FRIZZ</strong>-Titel macht Heiko Tran Fredrich eine gute Figur.<br />

Als Personal Trainer hilft er auch anderen dabei.<br />

Das Cover-Shooting steht an. Fotograf Marc und Grafikerin<br />

Tamara richten alles ein und klären letzte Unklarheiten,<br />

da steht auch schon Heiko auf der Matte. Heiko<br />

Tran Fredrich ist studierter Sportökonom und Personal<br />

Trainer. Damit passt er wie die Faust aufs Auge, was unser<br />

Titelthema angeht. Nicht nur versucht er sich stetig selbst<br />

zu verbessern, er hilft auch anderen beim „Level Up“.<br />

Ein Leben voller Sport<br />

Bevor Heiko sich dazu entschied, Personal Trainer zu<br />

werden, war sein Leben bereits von Sport geprägt. So<br />

spielte er erfolgreich in der Fußball-Bezirksliga, hatte einen<br />

Amateurvertrag und sogar ein Angebot, in der vietnamesischen<br />

Nationalmannschaft zu spielen. Auf die Frage,<br />

welchen Stellenwert Sport in seinem Leben, abseits des<br />

Berufs einnimmt, gibt es für Heiko daher auch nur eine<br />

Antwort: „Sport ist mein Leben. Schon immer!“ Um andere<br />

in diesem Bereich zu unterstützen, hat der 30-Jährige<br />

ein eigenes ganzheitliches Trainingskonzept entwickelt,<br />

welches sich individuell anpassen lässt. Es geht bei ihm<br />

jedoch nicht nur um das Abarbeiten eines Workouts, sondern<br />

um mehr. Er will bei seinen Kunden ein Bewusstsein<br />

schaffen. Trainiert werden soll nicht nur, um ein Programm<br />

abzuspulen. Heiko nimmt sich für jeden Kunden<br />

entsprechend Zeit und spricht Dinge auch offen an. „Ich<br />

bin sehr direkt in meinen Trainings und sage dir Dinge<br />

nicht so, wie du sie hören möchtest, sondern so, wie sie<br />

sind. Das ist aber auch einer der Gründe, warum meine<br />

Kunden erfolgreich werden“, sagt er und fügt hinzu:<br />

„Ich möchte nicht sehen, wie jemand angemeldet ist, viel<br />

Geld zahlt und nicht ins Training kommt. So jemanden<br />

schmeiß ich raus.“<br />

„Ich bin sehr direkt in<br />

meinen Trainings”<br />

Neben den eigentlichen Trainings spielt auch Ernährung<br />

eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund hat er sich<br />

mit seiner Schwiegermutter, Inhaberin von Di Natale<br />

Catering, zusammengetan, die vor einiger Zeit das Konzept<br />

„Restaurant im Glas“ in Neu-Ulm entwickelt hat.<br />

Ursprünglich war das „Restaurant im Glas“ als Unterstützung<br />

für Senioren in der Coronazeit gedacht. Gesunde<br />

Ernährung ist selbstverständlich auch im Alter wichtig.<br />

Allerdings können viele ältere Menschen nicht mehr<br />

so oft einkaufen gehen bzw. ihre Kinder haben oftmals<br />

nicht die Zeit, für ihre Eltern die Einkäufe zu erledigen.<br />

Da kann es schnell vorkommen, dass eine ausgewogene<br />

Ernährung auf der Strecke bleibt. Heiko wurde hellhörig.<br />

Das ließ sich abgewandelt auf ihn selbst, aber auch<br />

seine Klienten anwenden, welche nun vom „Restaurant<br />

im Glas“ versorgt werden. Tatsächlich ist das Konzept eigentlich<br />

recht simpel, aber gerade dadurch perfekt. Vollwertige,<br />

gesunde Mahlzeiten ohne Konservierungsstoffe<br />

werden im Glas angeboten. Für Sportler, Menschen mit<br />

wenig Zeit oder „Kochfaule“ ist das Gold wert.<br />

Auch abseits von körperlicher Ertüchtigung und Ernährung<br />

will Heiko sein Trainingsangebot weiter perfektionieren.<br />

So arbeitet er mit der Firma Jetlite zusammen,<br />

welche Lampen herstellt, die die Vitamin D3-Produktion<br />

stimulieren. Das ist insbesondere für Menschen interessant,<br />

die lange im Büro sitzen bzw. sich selten im Freien<br />

aufhalten.<br />

Der Weg war der richtige<br />

Während des Titel-Shootings und des anschließenden<br />

Gesprächs bemerkt man, dass Heiko vollkommen in seinem<br />

Beruf aufgeht. Und auch wenn es mit der Fußballkarriere<br />

nicht geklappt hat, könnte der Ulmer heute nicht<br />

zufriedener sein. „Der Weg war vielleicht manchmal<br />

etwas steinig, aber es war der richtige. Wahrscheinlich<br />

würde ich heute alles nochmal genauso machen. Denn ich<br />

lebe meinen Traum, bin unabhängig und frei.“<br />

Personal Trainer Heiko Tran Fredrich verhilft Menschen mit seinen Trainings<br />

zum „Level Up“. | Foto: Marc Hörger<br />

Text:<br />

Tamara Saß & Dominik Schele<br />

17


LEVEL<br />

UP<br />

Training zuhause aber nicht angehalten.<br />

Irgendwann habe ich es sehr schleifen<br />

lassen.“ So wie Fabian geht<br />

es vielen. Ohne den Ansporn,<br />

den der Besuch im<br />

Fitnessstudio liefert, geht<br />

die Motivation schnell flöten.<br />

Viele der Studios haben<br />

reagiert und bieten ihr<br />

Angebot mittlerweile per<br />

Video „on demand“ oder<br />

im Livestream an. Fabian<br />

meint dazu: „Tatsächlich<br />

haben mich Youtube und Instagram<br />

wieder motiviert. Da gibt es unglaublich<br />

viele Videos und Streams, die sich mit<br />

Sport auseinandersetzen. Vor allem die<br />

Livestreams, wo du auch etwas Interaktion<br />

hast, funktionieren für mich. Mittlerweile<br />

nutze ich außerdem noch eine<br />

App, um mich mit anderen zu messen.<br />

Das sorgt für noch mehr Motivation.“<br />

Gerade in Zeiten, in welchen Fitnessstudios<br />

geschlossen haben und Vereinssport<br />

nur von Profis ausgeführt werden<br />

darf, sind alternative Angebote Gold<br />

wert. Das Schöne an den Angeboten im<br />

Netz ist, dass jeder für sich das Richtige<br />

finden und theoretisch direkt loslegen<br />

kann.<br />

BESSER ERNÄHREN,<br />

BESSER LEBEN?<br />

FUN FACT:<br />

Fitnessstudios haben<br />

im Januar durchschnittlich<br />

46 Prozent<br />

Mal mehr Neuanmeldungen.<br />

Neben Sport ist die Ernährung ein<br />

wichtiges Thema. Viele möchten sich in<br />

diesem Bereich „verbessern“. Vom einfachen<br />

Abnehmen über gesündere Ernährung<br />

bis zum Verzicht auf tierische<br />

Produkte, kann das ganz unterschiedlich<br />

aussehen. Gerade das<br />

bewusste Auseinandersetzen<br />

mit der Ernährung<br />

steht bei immer mehr Menschen<br />

im Vordergrund. Dabei<br />

sind tierische Produkte<br />

oftmals ein Streitthema.<br />

Nina Mack ernährt sich<br />

seit sechs Jahren vegan<br />

und fühlt sich damit besser.<br />

„Ich habe früher gerne<br />

Fleisch, Wurst und Käse gegessen.<br />

Irgendwann konnte ich das aber nicht<br />

mehr mit mir vereinbaren. Wie die Tiere<br />

teilweise leben, ist echt abartig. Da will<br />

ich kein Teil davon sein“, sagt die Ulmerin<br />

und fügt hinzu: „Das hört sich vielleicht<br />

bescheuert an und ich weiß auch<br />

nicht, ob ich mich deswegen ‚auf einem<br />

höheren Level‘ befinde,<br />

aber ich fühle mich schon<br />

ein bisschen überlegen,<br />

moralisch gesehen.“ Eine<br />

Ernährungsumstellung<br />

oder -anpassung kann auch<br />

ganz andere Gründe haben,<br />

etwa um es einfach mal<br />

„auszuprobieren“.<br />

Veronika Buchele aus Donaustetten<br />

hat ihre Ernährung zunächst testweise<br />

umgestellt. Ihre Schwester leidet an<br />

Zöliakie, einer Unverträglichkeit des<br />

Dünndarms gegenüber Gluten. „Bei uns<br />

zuhause gibt es sehr viele glutenfreie<br />

Lebensmittel, aber ich habe eigentlich<br />

immer gegessen, worauf ich Lust hatte.<br />

Seit ungefähr drei Monaten verzichte<br />

FUN FACT:<br />

Professionelle FIFA-<br />

Spieler verdienen bis zu<br />

10.000 Euro im Monat.<br />

ich aber ebenfalls auf alles mit Gluten.<br />

Am Anfang wollte ich einfach wissen, ob<br />

mir was fehlt“, berichtet die junge Frau.<br />

„Ich vermisse nichts, aber hab‘ schon<br />

nach kurzer Zeit bemerkt, dass ich fitter<br />

bin. Keine Ahnung, ob das Einbildung<br />

ist, aber ich fühle mich besser. Schade<br />

ist nur, dass glutenfreie Lebensmittel<br />

vergleichsweise teuer sind“, erzählt sie<br />

weiter.<br />

DER ETWAS<br />

ANDERE SPORT<br />

Abseits von regulärem Sport und Ernährung<br />

finden sich zahlreiche Felder,<br />

in welchen man sich verbessern kann.<br />

Keines ist aber so sehr mit dem Begriff<br />

„Level Up“ verbunden wie Videospiele,<br />

vor allem, was den kompetitiven Bereich<br />

angeht. Seit Jahren befindet<br />

sich der eSport im Aufschwung.<br />

Das ist kaum verwunderlich,<br />

gibt es allein in<br />

Deutschland rund 35 Millionen<br />

Menschen, die sich<br />

bisweilen mit Videospielen<br />

auseinandersetzen. Auch in<br />

Ulm passiert hinsichtlich<br />

des virtuellen Sports einiges. Seit 2019<br />

gibt es sogar den ersten eingetragenen<br />

Verein, den eSport Ulm e.V. Gegründet<br />

wurde er von Salvatore Moscatello und<br />

Giovanni Isoni. Salvatore hat beim VFB<br />

Stuttgart sein Zertifikat zum Vereinsmanager<br />

gemacht und kam hier mit dem<br />

Thema eSport in Kontakt. Der VFB Stuttgart<br />

betreibt eSport bereits sehr erfolg-<br />

SPIELERISCHE SELBSTMOTIVATION<br />

Apps wie „Pokemon Go“ können dazu motivieren, sich auch bei Wind und<br />

Wetter etwas zu bewegen. | Foto: Dominik Schele<br />

Eine ganz andere Art der Selbstmotivation liegt in der<br />

„Gamification“. Durch die spielerische Herangehensweise<br />

an Sport und Bewegung, lässt sich der innere<br />

Schweinehund oftmals etwas leichter überwinden. Prominentestes<br />

Beispiel hierfür ist die App „Pokemon Go“.<br />

Die Spielfigur ist auf der virtuellen Landkarte des Spiels<br />

stets abhängig vom realen Standort des Spielers platziert.<br />

Um sich in der Spielwelt zu bewegen, muss der<br />

Spieler die entsprechende Bewegung in der realen Welt<br />

ausführen. Läuft man nun herum, bewegt man sich dadurch<br />

auch in der Spielwelt und kann Pokemon fangen,<br />

an Pokestops haltmachen, Aufgaben erledigen oder<br />

Kämpfe starten. Außerdem können durch das Laufen<br />

Eier ausgebrütet werden, wodurch man ebenfalls neue<br />

Pokemon erhält. Durch die verschiedenen Tätigkeiten im<br />

Spiel erhält man Erfahrungspunkte, steigt im Level auf<br />

und erhält Errungenschaften. Die Kombination daraus<br />

kann als Motivation dafür dienen, sich mehr zu bewegen,<br />

mehr an der frischen Luft zu sein und letztlich fitter<br />

zu werden.<br />

18


Der Ulmer eSport Verein hat zahlreiche Erfolge vorzuweisen.<br />

| Foto: eSport Ulm e.V.<br />

reich. Da das Thema, gerade in Deutschland,<br />

noch recht jung ist, will Salvatore<br />

mit seinem Verein den virtuellen Sport<br />

auch in Ulm und der Umgebung auf das<br />

nächste Level bringen.<br />

Hierzu betreut und berät der Verein die<br />

Spieler, um sie in ihrer Entwicklung sowie<br />

ihrer Entfaltung voranzutreiben und<br />

zu Top-Spielern auf ihrem Gebiet auszubilden.<br />

Dabei wird auch versucht, den<br />

Spielern, im Rahmen der Möglichkeiten,<br />

finanziell unter die Arme zu greifen. Das<br />

Ziel ist es, ein optimales Umfeld für den<br />

Weg zum Profi im Bereich eSport zu bieten.<br />

Mit diversen ersten und zweiten Plätzen<br />

kann der Ulmer Verein auch einige<br />

Erfolge vorweisen. Jüngst holte sich Vereinsmitglied<br />

Robin Koppenhöhl den ersten<br />

Platz in der Fupa FIFA-Liga. Das soll<br />

natürlich nicht alles sein.<br />

Neben dem Ausbau des Vereins<br />

und der Förderung des<br />

Themas eSport in der Region,<br />

steht weiterhin die Verbesserung<br />

der Spieler im<br />

Vordergrund. „Unser Ziel<br />

ist es, dass sich unsere Spieler<br />

weiterentwickeln und<br />

selbst zu den Top-Spielern<br />

gehören. In Zukunft sollen sie den Sprung<br />

zu Vereinen in der virtuellen Bundesliga<br />

schaffen“, so die Vereinsvorstände.<br />

KLEINE TIPPS<br />

ZUM LEVEL UP<br />

Wenn man sich etwas vornimmt, ist es<br />

oft hilfreich, die eigenen Ziele genau zu<br />

formulieren. Idealerweise schreibt man<br />

sie sich auf und platziert sie an einem Ort,<br />

an dem man mindestens einmal am Tag<br />

mit ihnen konfrontiert wird. Man sollte<br />

immer daran denken, dass sich Dinge<br />

FUN FACT:<br />

Beim eSport-Turnier<br />

„The International“ lag<br />

der Preispool 2<strong>02</strong>0 bei<br />

40.000.000 US-Dollar.<br />

nur Stück für Stück ändern lassen. Daher<br />

ist es meist besser, sich kleine Ziele zu<br />

stecken. Auch Teilerfolge sind Erfolge.<br />

Statt des groß angelegten Workouts fünfmal<br />

die Woche, kann es für den Beginn<br />

schon ausreichen, täglich<br />

fünf Minuten Gymnastik<br />

zu machen, die Treppe statt<br />

des Aufzugs zu nehmen<br />

oder für Kurzstrecken das<br />

Fahrrad zu nehmen. Wer<br />

sich weiterbilden möchte,<br />

kann zum Beispiel die App<br />

„Blinkist“ nutzen. Hier<br />

wird Fachliteratur in Kurztexten<br />

zusammengefasst, welche man in<br />

rund 15 Minuten durchlesen kann. Die<br />

Ernährung muss nicht radikal umgestellt<br />

werden. Es reicht für den Anfang schon<br />

aus, nicht jeden Tag Fleisch zu essen, ab<br />

und zu auf Zucker zu verzichten und sich<br />

mit dem Thema Ernährung bewusster<br />

auseinanderzusetzen. Das sind alles<br />

Kleinigkeiten, die dazu führen können,<br />

dass man sich wohler fühlt, die sich aber<br />

bequem in den Alltag integrieren lassen.<br />

Frei nach dem Motto: „Marathon statt<br />

Sprint.“<br />

Text: Dominik Schele<br />

DAS TISCHTENNIS<br />

1. BUNDESLIGA TTC NEU-ULM<br />

© Uli Schlieper #LETSPLAYtt<br />

19


STADT<br />

GESCHICHTEN<br />

BESUCH IM ASHRAM<br />

BEWUSST LEBEN<br />

Um sich selbst oder das eigene Leben zu „verbessern“, gibt es viele Möglichkeiten.<br />

Neben Sport, Ernährung oder Weiterbildung kann für viele auch ein „Level Up“ im<br />

spirituellen Bereich von Interesse sein. Eine Anlaufstelle können Ashrams sein – wie der<br />

Sri Durgamayi Ma Ashram in Ulm. Zu Besuch bei Ramrani Mans und Hari Har Wolfer.<br />

Der Affengott Hanuman spielt im Ulmer Ashramhaus eine wichtige Rolle.<br />

Das „orangene Haus“ in der Ulmer Oststadt beherbergt den Ashram.<br />

<strong>FRIZZ</strong>: Was ist ein Ashram<br />

und was sind die Aufgaben<br />

eines Ashram?<br />

Ein Ashram ist in Indien<br />

traditionell ein Ort, an dem<br />

Menschen einem spirituellen<br />

Meister begegnen<br />

können und er bietet allen<br />

Menschen auch einen geschützten<br />

Raum der Besinnung,<br />

um sich innerlich mit<br />

einem höheren Sein zu verbinden.<br />

Damit können diese<br />

menschlichen Fähigkeiten<br />

in uns wieder wachgerufen<br />

werden, die in unserer heutigen<br />

Welt scheinbar so wenig<br />

Beachtung finden und<br />

doch so sehr benötigt werden<br />

– zum Beispiel die Geduld,<br />

die Hingabe, die Vergebung<br />

und die größte Fähigkeit des<br />

Menschen: Bedingungslos<br />

lieben zu können. 1997 gründeten<br />

Schüler von Sri Durgamayi<br />

Ma den Ashram e.V. und<br />

konnten zwei Jahre später<br />

den Ashram Brindavon, das<br />

„orangene Haus” am Ulmer<br />

Ostplatz, eröffnen.<br />

Was sind die Hauptpraktiken<br />

im Bhakti Yoga?<br />

Zunächst einmal bedeutet<br />

„Bhakti Yoga” die liebende<br />

Hingabe an ein Höheres Sein,<br />

das sich für einen spirituellen<br />

Schüler auch in der Form<br />

seines Guru manifestieren<br />

kann. Um in dieses höhere<br />

Bewusstsein – das jenseits<br />

unseres Alltags-Bewusstseins<br />

liegt – zu gelangen, vermittelt<br />

der spirituelle Lehrer<br />

seinen Schülerinnen und<br />

Schülern eine Praxis, die es<br />

zu üben gilt und die sich seit<br />

tausenden von Jahren beson-<br />

ders auf dem indischen Subkontinent<br />

entwickelt hat. Die<br />

wesentliche Praxis im Bhakti<br />

Yoga besteht aus Meditation<br />

und dem Singen von Kirtan.<br />

Darüber hinaus können sich<br />

die Schüler aber auch darum<br />

bemühen, im Alltag eine<br />

Achtsamkeit zu entwickeln,<br />

welche es ermöglicht, jedwede<br />

Tätigkeit als Übung zu<br />

verwenden und sich an das<br />

Höhere Bewusstsein zu erinnern.<br />

Diese spirituelle Praxis<br />

ist das sogenannte „Karma<br />

Yoga”, in der ein spiritueller<br />

Schüler lernt, den Früchten<br />

des eigenen Handelns zu entsagen.<br />

Wer besucht denn den<br />

Ulmer Ashram?<br />

Wir haben im Moment natürlich<br />

aufgrund der Corona-<br />

Pandemie noch geschlossen.<br />

Sonst ist der Ashram für alle<br />

Menschen geöffnet, die kommen<br />

möchten, aus welchen<br />

Gründen auch immer. Viele<br />

Menschen, die Sri Durgamayi<br />

Ma um Schülerschaft<br />

gebeten haben, kommen regelmäßig<br />

in den Ashram, um<br />

ihr dort zu begegnen und<br />

bilden eine Art Fundament,<br />

denn sie sind es, die den Ashram<br />

auch durch Spenden<br />

und viel Freiwilligenarbeit<br />

aufgebaut haben und am Leben<br />

erhalten. Immer wieder<br />

kommen auch Besucher aus<br />

Indien in die Tempel des Ashram<br />

und ebenso Menschen,<br />

die Sri Neem Karoli Baba<br />

– Mataji’s Guru – verehren.<br />

Er ist sehr vielen durch den<br />

erfolgreichen Kirtan-Sänger<br />

„Krishna Das“ und den erst<br />

20


„Die Liebe ist die einzige Kraft,<br />

die die Welt in uns und um uns<br />

herum überdauert. Und alles<br />

Handeln, das aus ihr entspringt,<br />

ist für die Ewigkeit, das heißt<br />

für alle Menschen.” Sri Durgamayi Ma<br />

Vor Corona gab es regelmäßige Meditationstreffen im Ashram Brindavon.<br />

Zum Hanuman-Jayanti-Fest wird mit Blumen festlich geschmückt. | Fotos: privat<br />

kürzlich verstorbenen spirituellen<br />

Lehrer Ram Dass bekannt.<br />

Wie können wir zu einem<br />

bewussteren Sein finden?<br />

Sri Durgamayi Ma sagt: „Das<br />

Handeln bestimmt das Sein“.<br />

Das bedeutet: „So, wie wir<br />

handeln, so sind wir – es ist<br />

also wichtig, wie wir etwas<br />

tun und nicht so sehr, was<br />

wir tun.“ Diese innere Achtsamkeit<br />

zu entwickeln ist<br />

mitten im Alltag möglich.<br />

Wir können das, was gerade<br />

zu tun ist, herzlos und<br />

unachtsam erledigen, oder<br />

eben liebevoll und mit ganzer<br />

Achtsamkeit. Diese Art<br />

des Handelns bringt inneren<br />

Frieden. Übrigens liegt deshalb<br />

der Ashram selbst auch<br />

mitten in der Stadt und ist<br />

für alle gut erreichbar. Denn<br />

ein spiritueller Weg kann so<br />

mitten im Alltag, mitten im<br />

Leben geübt werden.<br />

Welche Möglichkeiten der<br />

Zusammenkunft gibt es?<br />

Zuallererst ist der Ashram<br />

Brindavon ein Ort, an dem Sri<br />

Durgamayi Ma lehrt, an dem<br />

Menschen ihr begegnen und<br />

ihren Darshan empfangen<br />

können. Jetzt, während der<br />

Corona-Pandemie, ist es natürlich<br />

nicht möglich zusammenzukommen.<br />

Der Ashram<br />

überträgt deshalb seit<br />

dem Frühjahr regelmäßig<br />

Livestreams der Aarti (traditionelle<br />

indische Lichtzeremonie),<br />

des Kirtansingens<br />

(Singen der vielfältigen Namen<br />

Gottes, bei dem ein Vorsänger<br />

singt und die Gruppe<br />

antwortet), des Hanuman-<br />

Chalisa-Singens und der<br />

Herzchakra-Meditation – auf<br />

diese Weise kann der Ashram<br />

zumindest virtuell geöffnet<br />

bleiben.<br />

Wie kann man sich mit dem<br />

Ashram Brindavon verbinden?<br />

Wer mehr über den Ashram<br />

wissen möchte, findet<br />

auf der Webseite ashram.de<br />

Informationen und Neuigkeiten.<br />

Dort gibt es auch einen<br />

Blog, in dem regelmäßig<br />

neue Posts erscheinen. Eine<br />

weitere Möglichkeit ist, dem<br />

Ashram auf Facebook zu folgen,<br />

ebenso gibt es einen You-<br />

Tube-Kanal. Im vergangenen<br />

Jahr konnte der Ashram ein<br />

neues, sehr schönes und größeres<br />

Gebäude in Neu-Ulm<br />

erwerben, da das Ashramhaus<br />

Brindavon für die vielen<br />

Besucher zu klein geworden<br />

ist. Der neue Ashram – das<br />

Sri Neem Karoli Baba Mandir<br />

– befindet sich noch im Umbau.<br />

Mit seiner Eröffnung in<br />

einigen Monaten werden hoffentlich<br />

auch öffentliche Veranstaltungen<br />

wieder möglich<br />

sein.<br />

Warum ist Meditation so<br />

wichtig?<br />

Je rastloser wir uns fühlen,<br />

desto wichtiger kann Meditation<br />

für uns werden, um einmal<br />

innezuhalten. Meditation<br />

ist ein Weg, den Moment,<br />

so wie er ist, wahrzunehmen.<br />

Zur Zeit gibt es immer donnerstagabends<br />

im Ashram<br />

eine angeleitete Online-Meditation<br />

per Livestream.<br />

21


STADT<br />

GESCHICHTEN<br />

auf die Insel Lanka. Dort<br />

findet er einen Weg, um Sita<br />

wieder mit Ram zu vereinen.<br />

Die ganze Geschichte und ihr<br />

tiefer Hintergrund ist nachzulesen<br />

in dem Buch „Hanuman<br />

Sohn des Windes”, das<br />

im MaSutra Verlag des Ashram<br />

2018 mit einem Vorwort<br />

von Sri Durgamayi Ma neu<br />

herausgegeben wurde.<br />

Was ist das Besondere an<br />

den Göttern?<br />

Wenn auch manchmal abweichend<br />

von der allgemeinen<br />

Vorstellung hinduistisch<br />

gläubiger Menschen, erinnert<br />

uns Sri Durgamayi Ma<br />

immer wieder daran, dass<br />

die Gottheiten des indischen<br />

Pantheon niemals irgendwelche<br />

Instanzen außerhalb<br />

unserer Selbst sind. Sie stehen<br />

für Kräfte und Fähigkeiten,<br />

die bereits in uns Menschen<br />

liegen – jede Gottheit<br />

für eine andere Kraft. Diese<br />

Kräfte können auch nur von<br />

jedem Menschen selbst in<br />

sich wachgerufen werden.<br />

Wie kann man in der derzeitigen<br />

Situation mit<br />

Lockdown und persönlichen<br />

Ängsten einen Weg<br />

zurück zum Ich finden?<br />

Sri Durgamayi Ma erinnert<br />

uns immer wieder an<br />

die Tatsache, dass niemand<br />

weiß, was morgen sein wird.<br />

Die derzeitige Situation in<br />

unserer Welt zeigt dies in<br />

einem für viele noch nie dagewesenen<br />

Ausmaß und<br />

konfrontiert uns mit dem eigenen<br />

– letztlich ganz natürlichen<br />

„Nicht-Wissen“. Wir<br />

wissen nicht, was auch nur<br />

der nächste Tag bringen mag.<br />

Ein spirituell suchender<br />

Mensch kann jedoch lernen,<br />

eine solch dunkle Zeit – wie<br />

sie jetzt in der Corona-Pandemie<br />

herrscht – als Möglichkeit<br />

wahrzunehmen,<br />

sich verstärkt dem inneren<br />

Wachstum zuzuwenden und<br />

dabei auch entdecken, dass<br />

eine schwierige äußere Situation<br />

einen direkteren Zugang<br />

zu sich selbst ermöglichen<br />

kann.<br />

Der bekannte Yogameister Sri Neem Karoli Baba ist der Guru der Gründerin des<br />

U lmer Ashrams, Sri Durgamayi Ma. | Foto: privat<br />

Was ist das Hanuman-<br />

Singen, das Sie im Ashram<br />

Brindavon veranstalten?<br />

Die Hanuman Chalisa ist<br />

ein Lobgesang in 40 Versen<br />

auf Hanuman, eine göttliche<br />

Manifestation in Form eines<br />

Affen – eine tragende Figur<br />

im indischen Epos „Ramayana”.<br />

Sri Durgamayi Ma<br />

sagt: Hanuman steht für eine<br />

Kraft, die im Herzen der<br />

Menschen lebt – die Kraft<br />

der bedingungslosen Liebe<br />

und Hingabe. Wenn wir zu<br />

Hanuman singen, wenden<br />

wir uns dieser Kraft zu und<br />

können sie so in uns wachrufen.<br />

Hanuman wird in Indien<br />

auch als das Gewissen<br />

verehrt und als Mittler zwischen<br />

Mensch und dem Göttlichen.<br />

Lässt sich die Geschichte<br />

von Hanuman in ein paar<br />

Sätzen erzählen?<br />

Die Geschichte über Hanuman<br />

entstammt dem Ramayana,<br />

einer alten, heiligen<br />

Erzählung Indiens über den<br />

Weg des Menschen zurück<br />

zu seinem Wahren Selbst.<br />

Hanuman steht für die Kraft<br />

des Menschen, über sich<br />

selbst hinauszuwachsen –<br />

um in das Höhere Sein zu<br />

gelangen. Sita verkörpert die<br />

individuelle Seele. Sie wird<br />

entführt und von Ram – ihrem<br />

göttlichen Ursprung –<br />

getrennt. Gefangen in einer<br />

Welt der Gier, verkörpert<br />

durch den Dämonenkönig<br />

Ravana, gerät Sita in große<br />

Verzweiflung. Hanuman<br />

kommt Sita im Auftrag Rams<br />

im letzten Augenblick zu Hilfe.<br />

Durch seine bedingungslose<br />

Hingabe und Furchtlosigkeit<br />

schafft Hanuman das<br />

unvorstellbare und springt<br />

in einem großen Sprung über<br />

das Meer (der Unwissenheit)<br />

Text: Julia Haaga<br />

„Ich kenne wenige spirituelle<br />

Übungen, die uns so direkt<br />

mit dem Herzen verbinden<br />

wie das Singen.” Sri Durgamayi Ma<br />

Auch einen Buddha-Tempel gibt es im Ulmer Ashram Brindavon. | Foto: privat<br />

22


FASNETZEIT<br />

IST<br />

MASKENZEIT<br />

BLEIBT GESUND!<br />

frizz-ulm.de | swp.de/thema/frizz<br />

facebook.com/frizzulm<br />

instagram.com/frizzulm<br />

23


AUSBILDUNGS-<br />

SPECIAL<br />

AUSBILDUNG<br />

DUALES STUDIUM<br />

Wer mit einer Ausbildung beginnt, legt auch direkt los mit dem Geldverdienen.<br />

Foto: Archiv<br />

Im Studium lernt man meist zahlreiche unterschiedliche Menschen kennen.<br />

Foto: Hochschule Neu-Ulm<br />

24<br />

Das Ende der Schullaufbahn ist in Sicht<br />

und viele fragen sich: „Was jetzt? Ausbildung,<br />

Studium oder eine Kombination<br />

aus beidem?“ Diese Frage sollte man sich<br />

zeitnah stellen, sich direkt informieren<br />

und sich mit Vor- und Nachteilen auseinandersetzen.<br />

Wichtig ist, dass man<br />

hinter seiner Entscheidung steht, da ansonsten<br />

unnötig Zeit vergeudet wird.<br />

Was für eine Ausbildung spricht<br />

Die Vorteile einer betrieblichen Ausbildung<br />

sind vielfältig. Entscheidet man<br />

sich dafür, sich ausbilden zu lassen, liegen<br />

buchstäblich zwei bis dreieinhalb<br />

lehrreiche Jahre vor einem. Man steigt<br />

direkt ins Berufsleben ein und verdient<br />

auch sofort Geld. Außerdem sammelt<br />

man früh Erfahrung und die Perspektiven<br />

sind gut. Fachkräfte werden auch<br />

künftig händeringend gesucht. Ein<br />

Punkt, der auch beachtet werden sollte,<br />

ist die Möglichkeit direkt vom Lehrbetrieb<br />

übernommen zu werden oder ein<br />

Studium zu beginnen. Ferner kann man<br />

sich nach der Ausbildung auch selbstständig<br />

machen.<br />

Eine Ausbildung ist sehr praxisnah. In<br />

vielen Betrieben ist es zudem Usus verschiedene<br />

Abteilungen zu durchlaufen<br />

und dadurch das gesamte Unternehmen<br />

kennenzulernen. Mit einer guten<br />

und fundierten Ausbildung hat man<br />

sowohl am deutschen als auch am in-<br />

ternationalen Arbeitsmarkt gute Chancen.<br />

Man muss zudem bedenken, dass<br />

mit dem Ende einer Ausbildung noch<br />

nicht Schluss sein muss. Fortbildungen,<br />

Techniker- oder Meisterschule, aber<br />

auch ein Studium sind Möglichkeiten<br />

auch nach der Ausbildung noch „weiterzumachen.“<br />

Was für ein Studium spricht<br />

Natürlich gibt es auch für ein Studium<br />

viele gute Argumente. Bei einem Studium<br />

steigt man nicht direkt ins Berufsleben<br />

ein, sondern kann sich gezielt auf<br />

die berufliche Karriere vorbereiten.<br />

Hierfür ist die passende und durchdachte<br />

Auswahl des Studienfachs uner-


lässlich. Rechtzeitiges Informieren ist<br />

dafür Pflicht. Ein „falsches“ Studium,<br />

welches nicht beendet wird oder keinen<br />

Spaß macht, ist alles andere als zielführend.<br />

Studenten haben tendenziell mehr Freizeit<br />

als Azubis. Oftmals ist allerdings ein<br />

Nebenjob von Nöten, um das Studium<br />

zu finanzieren. Hierbei gilt es zu beachten,<br />

dass durch die Nebentätigkeit das<br />

Studium nicht leidet. Während eines<br />

Studiums lernt man im Normalfall viele<br />

unterschiedliche Menschen kennen.<br />

Dadurch ist es möglich, bereits erste<br />

Netzwerke und Kontakte für das spätere<br />

Berufsleben zu knüpfen. Ein Studium<br />

bietet immer die Möglichkeit, ein<br />

oder mehrere Semester im Ausland zu<br />

verbringen. In den meisten Fällen kann<br />

ein Studium mit der langfristig „besseren“<br />

beruflichen Perspektive punkten.<br />

Akademiker haben in Deutschland häufig<br />

die besseren Aussichten auf gute bis<br />

sehr gute Verdienstmöglichkeiten.<br />

Was für ein duales Studium spricht<br />

Das duale Studium verbindet das Studium<br />

an einer Hochschule mit Ausbildungselementen<br />

in einem Unternehmen.<br />

Diese Variante erfreut sich in den<br />

letzten Jahren deutschlandweit immer<br />

Frühzeitig bewerben ist Pflicht. | Bild: Dominik Schele<br />

größerer Beliebtheit, da hier Theorie<br />

und Praxis wirkungsvoll ineinandergreifen.<br />

Man hat sozusagen das Beste<br />

aus beiden Welten.<br />

In der Praxisphase lernt man im Betrieb<br />

die Arbeit in den unterschiedlichen Abteilungen<br />

kennen – wie ein Azubi. Während<br />

in der Hochschule theoretische<br />

Kenntnisse und Fähigkeiten gelehrt<br />

werden.<br />

Für viele mag die Frage: „Ausbildung<br />

oder Studium“ nicht so leicht zu beant-<br />

worten sein. Doch mittlerweile gibt es<br />

sehr viele junge Menschen, die selbstbewusst:<br />

„beides“ antworten. Doch auch<br />

wenn man sich für ein duales Studium<br />

entscheidet, gilt: Sich vorab zu informieren<br />

ist elementar! Es darf dabei nicht<br />

vergessen werden, dass man sich nun an<br />

zwei Stellen wenden muss. Zum einen<br />

an die Hochschule und zum anderen<br />

an ein Unternehmen. Da duale Studienplätze<br />

beliebt und auch nur begrenzt<br />

vorhanden sind, heißt es schnell sein.<br />

Schule,<br />

fertig, los?<br />

Hier bist du richtig.<br />

Jetzt bewerben:<br />

Bankkaufmann/-frau<br />

Finanzassistent/-in*<br />

Bachelor of Arts (B.A.)*<br />

* Voraussetzung hierfür ist Fachhochschulreife oder Abitur<br />

spkulm.de/ausbildung<br />

25


AUSBILDUNGS-<br />

SPECIAL<br />

INFORMIEREN!<br />

ABER WIE?<br />

Wer absolut keine Ahnung hat, was er oder sie beruflich machen<br />

möchte oder mit der Bewerbung einfach nicht vorankommt,<br />

muss nicht verzagen – geeignete Unterstützung ist<br />

nicht weit. Klar, das Internet ist voll mit Tipps, Tricks und<br />

Anleitungen für die Jobsuche und die Bewerbung. Allerdings<br />

kann man da schnell den Überblick verlieren und viel hilft<br />

auch nicht immer viel. Wie wäre es stattdessen mit einer richtigen<br />

und vor allem persönlichen Beratung?<br />

IHK Ulm<br />

Die Industrie- und Handelskammer steht für Hunderte Firmen<br />

in der Region. Und viele von ihnen suchen Nachwuchs.<br />

Die IHK weiß genau, welche Ausbildungsberufe die Firmen<br />

anbieten. Dazu berät sie auf Wunsch auch ganz individuell,<br />

zum Beispiel mit einem Persönlichkeitstest. Den kann man<br />

ganz in Ruhe online machen. Die Auswertung erfolgt dann<br />

aber im persönlichen Gespräch. Wer sich also für einen kaufmännischen,<br />

technischen oder Dienstleistungsberuf oder eine<br />

Lehrstelle in einem Industriebetrieb interessiert, sollte bei der<br />

IHK Ulm vorbeischauen.<br />

400chancen.de<br />

Handwerkskammer/Kreishandwerkerschaft<br />

Handwerk hat goldenen Boden. Ein Beispiel: Der aktuelle<br />

Bauboom führt zu einem Personalengpass. Viele Handwerksbetriebe<br />

suchen händeringend nach Auszubildenden. Egal, ob<br />

Maurer, Zimmerer oder Dachdecker – auch nach der Ausbildung<br />

ist man mit diesen Berufen gefragt. Sowohl die Handwerkskammer<br />

als auch die Kreishandwerkerschaft haben also<br />

ein großes Interesse daran, Jugendliche und Betriebe zueinander<br />

zu bringen.<br />

Kreishandwerkerschaft Ulm<br />

Schillerstr. 18<br />

89077 Ulm<br />

Tel: 0731 140 300<br />

Handwerkskammer Ulm<br />

Olgastraße 72<br />

89073 Ulm<br />

Tel 0731 142 50<br />

Agentur für Arbeit<br />

Die Agentur für Arbeit hat eine eigene Task Force für Jugendliche,<br />

die in die Ausbildung wechseln. Cornelia Meindl-Schäfer<br />

macht diesen Job schon viele Jahre: „Bei einem persönlichen<br />

Gespräch stellt sich meist schnell heraus, wo man ansetzen<br />

kann. Oft reicht es, die Bewerbung zu überarbeiten. Manchmal<br />

helfen wir auch mit unseren Kontakten weiter.“ Die Berufsberater<br />

arbeiten oft mit der IHK und der Handwerkskammer<br />

Hand in Hand, um Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen.<br />

Kostenlose Beratung unter<br />

0800 4 5555 00<br />

arbeitsagentur.de<br />

Berufsinformationszentrum<br />

Wichernstr. 5<br />

89073 Ulm<br />

Wir suchen Dich!<br />

Bewirb Dich jetzt auf unsere<br />

offenen Ausbildungsstellen:<br />

Fachkraft für Lagerlogistik<br />

Verfahrenstechnologe /-in<br />

Mühlen- und Getreidewirtschaft<br />

Fachkraft für Lebensmitteltechnik<br />

Kaufmann / Kauffrau für<br />

Marketingkommunikation<br />

Weitere Informationen erhältst<br />

Du auf unserer Homepage.<br />

Mach dich vom Acker und komm in die Mühle.<br />

26<br />

SchapfenMühle GmbH & Co. KG | 89081 Ulm-Jungingen | Tel.: 0731 96746 - 40 | personal@schapfenmuehle.de<br />

www.schapfenmuehle.de


ALLES DREHT SICH<br />

NUR UMS GELD…<br />

Das Azubi-Gehalt reicht hinten und vorne nicht? In der Mensa gibt’s täglich nur ein trockenes Brötchen? Ein<br />

neuer Laptop für‘s Zoom-Meeting muss her? So geht es vielen, doch das muss nicht sein. Hier sind einige<br />

Tipps für den Azubi- bzw. Studi-Geldbeutel.<br />

€<br />

€<br />

€<br />

BAföG oder BAB<br />

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) regelt, welche<br />

Auszubildenden, Schüler und Studenten vom Staat gefördert<br />

werden. An das Geld sind teilweise Auflagen geknüpft. Es<br />

kommt zum Beispiel darauf an, wie viel deine Eltern verdienen<br />

und wie viele Geschwister du hast. Außerdem wird berücksichtigt,<br />

ob du noch zu Hause wohnen bleiben kannst oder ob<br />

du für Studium und Lehre in eine andere Stadt ziehen musst.<br />

Bis zu 670 Euro gibt es monatlich. Studenten müssen vor ihrem<br />

30. Geburtstag mit dem Studium begonnen haben und die<br />

Regelstudienzeit einhalten. Außerdem müssen sie regelmäßig<br />

Nachweise über ihre Leistungen erbringen. Das Geld gibt es<br />

übrigens nicht komplett „umsonst“. Denn nur die Hälfte der<br />

Förderung ist ein Zuschuss, die andere Hälfte ist ein zinsloses<br />

Darlehen und muss später zurückbezahlt werden. Übrigens<br />

kann man auch als BAföG-Empfänger einen Minijob mit bis<br />

zu 450 Euro monatlich ausüben. Auszubildende können BAB<br />

beantragen – vor allem, wenn sie für ihre Ausbildung von zu<br />

Hause ausziehen müssen.<br />

Nebenjob<br />

Auch wenn das Studium viel Zeit kostet, ein paar Stunden in<br />

der Woche fürs Jobben aufzubringen, dürfte bei den meisten<br />

durchaus drin sein. Gerade Uni-Städte bieten eine Vielzahl<br />

an Möglichkeiten: Studentische Hilfskräfte an Unis werden<br />

immer wieder gesucht. Auch wenn die aktuelle Lage Jobs in<br />

Kneipen und Lokalen nicht wirklich zulässt, sollte man sie im<br />

Hinterkopf behalten. Eine Alternative kann das Jobben an der<br />

Supermarktkasse sein. Insbesondere abends und am Wochenende<br />

findet man hier so manchen Studenten. Wer in einem<br />

Fach besonders gut ist, kann Nachhilfe geben. Wer sich während<br />

des Studiums nicht von einem Nebenjob ablenken lassen<br />

will, kann sich auch einen befristeten Vollzeit-Job in den Semesterferien<br />

suchen. Auch Azubis können sich einen Nebenjob<br />

suchen. Allerdings gelten für Minderjährige strenge Regeln<br />

zum Arbeitsschutz. Am besten klärt man einen Nebenjob mit<br />

dem Arbeitgeber ab.<br />

Stipendien<br />

In Deutschland gibt es verschiedene Stiftungen, bei denen<br />

man sich für ein Stipendium bewerben kann. Rund 14.000 Studenten<br />

in Deutschland haben derzeit ein solches Stipendium.<br />

Meist ist es ein sehr hoher Bewerbungsaufwand, bis man in<br />

eins der Programme kommt. Dafür müssen Stipendien nicht<br />

zurückgezahlt werden. Und im Gegensatz zur landläufigen<br />

Meinung muss man auch nicht hochbegabt sein. Teilweise ist<br />

gesellschaftliches Engagement gern gesehen, es kommt jeweils<br />

auf den Stiftungszweck an. Online gibt es mehrere Datenbanken,<br />

empfehlenswert ist die offizielle des Bildungsministerums:<br />

stipendienlotse.de<br />

Kindergeld<br />

Auszubildenden und Studenten unter 26 Jahren steht Kindergeld<br />

zu, 219 Euro bzw. etwas mehr, wenn man zwei oder mehr<br />

Geschwister hat. Wer nicht mehr zu Hause wohnt, sollte seine<br />

Eltern bitten, das Geld weiterzuleiten. Weigern sich die Eltern,<br />

kann man bei der Familienkasse auch beantragen, das Geld direkt<br />

aufs eigene Konto zu überweisen.<br />

Studienkredit<br />

„Normale“ Kredite sind für Studenten und Azubis nicht zu<br />

empfehlen. Ihnen fehlen schlicht die Sicherheiten, die Banken<br />

verlangen. Viele Kreditinstitute bieten aber spezielle „Studienkredite“<br />

mit verhältnismäßig günstigen Zinsen an, so auch die<br />

staatlichen Förderbanken wie die KfW. Die Auszahlung erfolgt<br />

im Gegensatz zu anderen Krediten meist monatlich. Der Haken<br />

an der Sache ist natürlich, dass du den Kredit über kurz<br />

oder lang zurückzahlen musst. Auch wenn du nach dem Studium<br />

nicht gleich einen Job findest oder länger fürs Studium<br />

brauchst.<br />

Illustrationen: pch.vector/Freepik<br />

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27


AUSBILDUNGS-<br />

SPECIAL<br />

ONLINE BEWERBEN,<br />

ABER WIE?<br />

Die gute alte Bewerbungsmappe gibt es zwar noch, aber Online-Bewerbungen sind<br />

heute bei den meisten Unternehmen die Regel. Im ersten Moment mag sich das Bewerben<br />

via Internet einfacher anhören, doch auch hier gibt es Fehlerquellen.<br />

Sorgfalt walten lassen<br />

In Mails, Foren oder auf Social Media nimmt man es mit der<br />

Rechtschreibung und Grammatik oft nicht ganz so genau. Bei<br />

einer Bewerbung kann dies ganz schnell das Aus bedeuten. Es<br />

führt kein Weg drum rum: Eine Online-Bewerbung sollte ebenso<br />

sorgfältig angelegt werden wie die gedruckte Bewerbungsmappe.<br />

Ein aktiviertes Korrekturprogramm hilft bei der Rechtschreibung<br />

und oft auch bei der Grammatik. Die Bewerbung<br />

sollte zum Schluss auch nochmal von jemandem gegengelesen<br />

werden – das ist Gold wert!<br />

Die richtige E-Mail-Adresse<br />

Fortnite.Rul0r@xy.de ist keine seriöse E-Mail-Adresse und<br />

sollte unter keinen Umständen in einer Bewerbung auftauchen.<br />

Man sollte sich immer die Mühe machen eine seriöse<br />

Kontaktadresse mit Vorname.Nachname@xy.de oder auch<br />

Nachname.Vorname@xy.de anzulegen. Übrigens gilt das nicht<br />

nur für Bewerbungen.<br />

Was kommt in die Betreffzeile?<br />

„Ich bewerbe mich“ oder „Meine Bewerbung“ … wenn dies alles<br />

ist, was in der Betreffzeile steht, kann davon ausgegangen<br />

werden, dass der Personaler beim Lesen die Augen verdreht<br />

und im schlimmsten Falle direkt abschaltet. Aus dem Betreff<br />

soll immer auf den ersten Blick direkt ersichtlich sein, worum<br />

es in der Mail konkret geht.<br />

Also zum Beispiel „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als<br />

medizinisch-technische Assistentin“, „Meine Bewerbung auf<br />

Ihre Stellenausschreibung mit der Nummer xy“ oder „… auf<br />

dem Portal xy“.<br />

Anhang oder Anhänge?<br />

Personaler bekommen in der Regel zahlreiche Bewerbungen<br />

und haben kaum Zeit sich durch einzelne Dokumente zu wühlen.<br />

Daher sollten alle Unterlagen zu einem PDF mit einer<br />

Größe von maximal 3 MB zusammengefasst werden.<br />

Wohin mit dem Anschreiben?<br />

Auch zu einer Online-Bewerbung gehört selbstverständlich<br />

ein Anschreiben. Es sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite<br />

sein. Wichtig: Das Anschreiben gehört nicht in den Anhang<br />

der Bewerbungsmail,<br />

sondern direkt in<br />

das Textfenster der<br />

E-Mail. So kann sich<br />

der Personaler, ohne<br />

den Anhang öffnen zu<br />

müssen, gleich einen<br />

ersten Eindruck von<br />

euch verschaffen.<br />

Immer der Reihe nach<br />

Die Reihenfolge der Unterlagen unterscheidet sich bei der<br />

Online-Bewerbung nicht von der in einer klassischen Bewerbungsmappe.<br />

Anschreiben, Deckblatt, Lebenslauf und am Ende<br />

Anlagen, wie Zeugnisse und Zertifikate.<br />

28<br />

Welches Zeugnis<br />

Nicht nur aufgrund der Dateigröße sollte man überlegen, welche<br />

Anlagen man an die Bewerbung anfügt. Wichtig ist das<br />

Zeugnis des höchsten Schulabschlusses. Falls man bereits ein<br />

Arbeitszeugnis vorlegen kann, sollte man das tun, sofern es<br />

nicht älter als zehn Jahre ist. Bei Zertifikaten sollte darauf geachtet<br />

werden, dass diese nur was in der Bewerbung zu suchen<br />

haben, wenn sie für den neuen Job relevant sind.<br />

Illustrationen: pch.vector/Freepik


EIN BISSCHEN ANDERS<br />

DURCH CORONA ...<br />

Die Coronakrise macht auch vor Themen wie der Ausbildung nicht halt. Natürlich kann man sich trotzdem<br />

für eine Ausbildung bewerben und sollte das auch tun. Es gibt aber ein paar Kleinigkeiten, die man<br />

im Hinterkopf behalten sollte, wenn man sich aktuell um eine Ausbildung bemüht.<br />

Face-to-Face mal anders<br />

Viele Stellenanzeigen sind immer noch<br />

nicht an die gegenwärtige Situation<br />

angepasst, aber die klassischen Bewerbungsgespräche<br />

entfallen aktuell in den<br />

meisten Fällen. Das ist nur richtig, denn<br />

in Zeiten von Online-Bewerbungen,<br />

voranschreitender Digitalisierung und<br />

Videointerviews, sind sie nicht mehr<br />

erforderlich. Auch wenn Vorstellunggespräche<br />

per Skype und Co. relativ<br />

selbsterklärend sind, gibt es ein paar<br />

Dinge, die beachtet werden sollten.<br />

Auch in der digitalen Welt ist Zuspätkommen<br />

ein No-Go, daher sollte man<br />

sich immer – sofern möglich – einige<br />

Minuten vor dem Gespräch in den Videocall<br />

einwählen. Natürlich kann immer<br />

mal was passieren, aber man sollte<br />

dennoch darauf achten, dass der Empfang<br />

gut ist bzw. die Internetleitung<br />

ausreichend Power für den Call hat.<br />

Zur Not muss das Videogespräch per<br />

Smartphone und mobile Daten geführt<br />

werden. Ebenfalls wichtig ist, einen<br />

Puffer von mindestens einer halben<br />

Stunde für den Termin einzuplanen.<br />

Nicht, dass jemand kurz vor Ende ins<br />

Zimmer platzt. Ein kleiner Tipp zum<br />

Schluss: Ebenso wie bei einem klassischen<br />

Bewerbungsgespräch sollte<br />

man sich auch hier vernünftig und dem<br />

Job entsprechend kleiden. Auch wenn<br />

die Person auf der anderen Seite des<br />

Bildschirms meist nur den Oberkörper<br />

und Kopf sieht, macht es psychologisch<br />

betrachtet Sinn, ein „komplettes Outfit“<br />

zu tragen.<br />

Bei Online-Bewerbungsgesprächen gibt es viel zu beachten.<br />

Foto: Anna Shvets<br />

MEHR BANDBREITE ALS DEIN INTERNET!<br />

Wirtschaftswissenschaften<br />

Betriebswirtschaft (B.A.), Wirtschaftsingenieurwesen (B.Eng.),<br />

Wirtschaftsingenieurwesen/Logistik (B.Eng.), Wirtschaftspsychologie (B.Sc.)<br />

Informationsmanagement<br />

Game-Produktion und Management (B.A.), Information Management Automotive (B.Sc.),<br />

Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (B.A.),<br />

Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)<br />

Gesundheitsmanagement<br />

Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen (B.A.), Physician Assistant (B.Sc.),<br />

Informationsmanagement im Gesundheitswesen (B.Sc.)<br />

Finde dein Studium unter: hnu.de<br />

29


<strong>FRIZZ</strong><br />

KIDS<br />

30<br />

MACH MIT!<br />

Du möchtest auch dabei sein? Dann schreib eine E-Mail<br />

an mag@swp.de mit dem Betreff „Kids Fragebogen“.<br />

X<br />

X<br />

X<br />

X<br />

...ICH HABE GESCHWISTER<br />

...ICH MALE GERNE<br />

...ICH MACHE GERNE SPORT<br />

...ICH LESE GERNE<br />

...ICH TEILE GERNE<br />

...ICH HÖRE GERNE MUSIK<br />

...ICH PUZZLE GERNE<br />

...ICH MAG AUSFLÜGE<br />

...ICH PUTZE GERNE ZÄHNE<br />

...ICH VERKLEIDE MICH GERNE<br />

X X<br />

X<br />

X<br />

Illustrationen S. 30-31: rawpixel.com / Freepik


Von Anfang an glücklich<br />

KINDER<br />

SCHMÖKERN<br />

Kinder-Yoga zum<br />

Aufwachen<br />

Lorena Pajalunga | Anna Láng<br />

ISBN: 978-3-7432-0885-8<br />

ab 3 Jahren<br />

14,00 Euro<br />

Manchmal ist es schwierig, verschlafene Kinder morgens zu<br />

motivieren. Guten-Morgen-Yoga unterstützt sie mit einfachen<br />

Übungen dabei, aufzuwachen und ihre Energien zu bündeln.<br />

Gleichzeitig wird das kindliche Selbstbewusstsein für die Herausforderungen<br />

des Tages gestärkt. Ein schönes und inniges<br />

Morgenritual für Eltern und Kinder!<br />

In diesem Buch helfen 16 kinderleichte Übungen den Kleinen,<br />

ein positives und entspanntes Körpergefühl zu entwickeln.<br />

Einfache Posen mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie begleitende<br />

Illustrationen sind ein lustiger Anreiz zum Mitmachen<br />

und Ausprobieren für die ganze Familie.<br />

DU HAST<br />

LANGEWEILE?<br />

Wir haben hier ein paar Tipps, wie du die<br />

Zeit im Lockdown verbringen kannst:<br />

Bastelvideos im Internet suchen und nachbasteln<br />

ein Vogelhäuschen bauen<br />

alte Familienfotos anschauen<br />

vom Fenster aus Spaziergängern winken<br />

Zimmer aufräumen (haha!)<br />

Kartoffelstempel schnitzen und Bilder stempeln<br />

Kostüme anziehen und Party machen<br />

Kleidung im Batik-Stil selbst herstellen<br />

Fotopuzzle gestalten, bestellen und puzzeln<br />

Vögel beobachten und die Art bestimmen<br />

Pudding kochen (und essen!)<br />

Zaubertricks einstudieren<br />

fürs Frühjahr ein Insektenhotel basteln<br />

Handpuppen aus alten Socken basteln<br />

Wissen für clevere Kids –<br />

Lexikon<br />

ISBN: 978-3-8310-3465-9<br />

ab 8 Jahren<br />

24,95 Euro<br />

Theaterstück mit den Handpuppen aufführen<br />

Bitte nichts davon ohne Einverständnis<br />

eurer Eltern machen!<br />

In diesem Lexikon findet man brandaktuelle Inhalte aus dem<br />

Zeitgeschehen, ausführliche Texte und mehr als 2500 großformatige<br />

Fotos zu allen schulrelevanten Themen. Ob Erdkunde,<br />

Geschichte oder Naturwissenschaften – auf diesen 300<br />

Seiten ist Wissen für Kinder mit Infokästen, Karten, Zeitleisten<br />

und Statistiken kompetent und interessant aufbereitet.<br />

Hallo! Das Buch der<br />

zehn Freundlichkeiten<br />

Hollis Kurman | Barroux<br />

ISBN:978-3-579-07168-8<br />

ab 3 Jahren<br />

14,00 Euro<br />

Freuen Sie sich auf:<br />

- Individuelle Kundenbetreuung<br />

- Babybekleidung ab Größe 44<br />

- Kindermode bis Größe 104<br />

- Große Spielwarenabteilung<br />

- Vom Schnuller bis zum Kinderbett<br />

- Autositze, Möbel, Reisebetten, Kinderwagen uvm.<br />

H O P P A L A<br />

Zähl von 1 bis 10 – es wird schon gehen!<br />

Eine Familie muss vor Krieg und Elend fliehen, doch aus<br />

größter Not wächst neue Hoffnung. Wie das geschieht, davon<br />

erzählt dieses Kinderbuch. Es vermittelt schon den Kleinsten,<br />

was möglich wird, wenn Menschen einander freundlich<br />

begegnen. Und ganz nebenbei lernen sie noch bis 10 zu zählen!<br />

Das Buch enthält außerdem vielen Zusatzhinweise zur<br />

Flüchtlingsarbeit.<br />

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10.00 - 18.00 Uhr I Sa: 10.00 - 16.00 Uhr<br />

Wegenerstr. 2 | 89231 Neu-Ulm | Tel. 0731 87400 | info@neher-hoppala.de | www.neher-hoppala.de<br />

31


FRAGE?<br />

ANTWORT!<br />

LEVEL UP –<br />

WORIN WILLST DU<br />

BESSER WERDEN?<br />

Es gibt zwei Sachen, die ich unbedingt<br />

verbessern möchte. Die<br />

erste ist vielleicht ein bisschen<br />

langweilig, aber ich will meine<br />

Wohnung entrümpeln und im<br />

Zuge dessen verschönern. Das<br />

gehe ich jetzt im Frühjahr an.<br />

Mein großes Ziel ist aber ein anderes.<br />

Ich bin riesiger Japan-Fan<br />

und hab immer mal wieder damit<br />

angefangen, japanisch zu lernen.<br />

Mal mit einer App, mal mit einem<br />

darauf ausgelegten Videospiel. Es<br />

ist aber immer nur bei dem Versuch<br />

geblieben. Für dieses Jahr<br />

habe ich mir fest vorgenommen,<br />

das Ganze richtig anzupacken.<br />

Tatsächlich bin ich sogar schon<br />

für einen Sprachkurs angemeldet.<br />

Los geht’s im Februar. Es ist zwar<br />

schade, dass es vorläufig nur online<br />

mit Videokonferenzen möglich<br />

ist, aber vielleicht ändert sich<br />

das ja Richtung Sommer. Aktuell<br />

bin total motiviert und kann’s<br />

kaum erwarten, bis es losgeht und<br />

ich mein Umfeld verrückt mache,<br />

weil ich nur noch „Konichiwa“<br />

zur Begrüßung sage.<br />

Hintergründe S. 28-31: mons.design / Freepik<br />

Martina, 41<br />

aus Blaustein<br />

„NUR NOCH<br />

KONICHIWA ZUR<br />

BEGRÜSSUNG.“<br />

32<br />

Foto: I. Radic


Mutiger sein! Das bedeutet auch,<br />

häufiger den Kopf ausschalten<br />

und auf das Herz hören. Gerade<br />

was das Fliegen angeht, bin ich<br />

ein richtiger Angsthase. Doch die<br />

schönsten Flecken der Erde lassen<br />

sich leider in den seltensten Fällen<br />

mal eben schnell mit dem Auto,<br />

Zug oder Schiff bereisen. Deshalb<br />

meine Challenge: jedes Jahr eine<br />

Flugstunde mehr! Die Rein-inden-Flieger-und-los-Schocktherapie<br />

funktioniert dabei immer<br />

besser. Ok, eine kurze Meditation,<br />

gutes Zureden der Reisepartner<br />

oder ein Sektchen vor dem Start<br />

tun ihr Übriges. Neben ersten<br />

Annäherungsversuchen per Kurzstrecke<br />

von Stuttgart nach Berlin<br />

oder dem Klassiker Mallorca,<br />

gehört ein Dubai-Städtetrip zu<br />

meinen bisherigen Highlights.<br />

Sechseinhalb Stunden über den<br />

Wolken! Aber es gibt noch viel<br />

Luft nach oben, schließlich sind<br />

die nächsten Ziele wie New York<br />

oder Kuba schon gesteckt, sobald<br />

ein Urlaub wieder unkompliziert<br />

möglich ist. Auch wenn mir jedes<br />

Mal beim Einsteigen ins Flugzeug<br />

das Herz bis zum Hals schlägt, ist<br />

das Reisen für mich die schönste<br />

Art, den Horizont zu erweitern.<br />

Das ist jeden Angstschweiß wert.<br />

Und an alle Piloten da draußen:<br />

Ja, ich bin die, die bei der Landung<br />

aus vollem Herzen klatscht, weil<br />

sie wieder sicheren Boden unter<br />

den Füßen hat!<br />

Anna, 33<br />

aus Neu-Ulm<br />

Foto: privat<br />

„JEDES JAHR<br />

EINE FLUGSTUNDE<br />

MEHR“<br />

MACH MIT!<br />

Du möchtest auch dabei<br />

sein? Dann schreib uns deine<br />

Antwort mit Bild bis zum<br />

10.<strong>02</strong>.<strong>2<strong>02</strong>1</strong> an mag@swp.de<br />

mit dem Betreff<br />

„NACHGEFRAGT“.<br />

Die nächste Frage:<br />

Was musst du im Frühjahr<br />

unbedingt tun?<br />

33


LETZTE<br />

SEITE<br />

Es ist das letzte große „Level Up“ im Leben<br />

eines jeden Menschen. Na gut, das<br />

stimmt so nicht ganz. Das letzte große<br />

Level Up ist vermutlich der Tod und nicht<br />

jeder Mensch hat Bock auf das, was nun<br />

folgt: Kinder. Man mag es sich vielleicht<br />

schon denken. Ja, ich bin kein großer<br />

Freund von Kindern. Kinder sind anstrengend.<br />

Kinder sind schmutzig. Kinder<br />

machen eklige Sachen. Kinder sind<br />

ziemlich dumm. Kinder sind denkbar<br />

schlechte Gesprächspartner. Kinder sind<br />

langweilig. Kinder sind nervig. Kurzgesagt:<br />

Kinder sind komplett unnötig. Da<br />

mag der ein oder andere dagegenhalten<br />

und Dinge sagen wie: Kinder sind unsere<br />

Zukunft, Kinder gehören zum Leben<br />

dazu oder mit Kindern ist Leben im Haus<br />

(mit Schimmel übrigens auch!). Von mir<br />

aus. Kein Problem. Ich hab da aber etwa<br />

Null Prozent Interesse dran.<br />

Kind im Herzen<br />

Vermutlich rührt das daher, dass ich<br />

selbst ein Kind bin. Ein Kind im Körper<br />

eines etwas älteren Kindes. Zugegeben,<br />

am Körper des älteren Kindes sind die<br />

Zeichen der Zeit nicht spurlos vorbeigegangen.<br />

Aber egal. Hier kommt nämlich<br />

der Plot-Twist: Ich komme ganz hervorragend<br />

mit Kindern klar. Kids lieben mich.<br />

Warum? Ich rede mit Kindern und verhalte<br />

mich ihnen gegenüber so, als wären<br />

es normale Menschen. Ohne Duzi-Duzi-<br />

Blödsinn und Konsorten. Anscheinend<br />

kommt das bei den kleinen Ghulen ganz<br />

gut an. Lasst es mich mal so formulieren:<br />

Wäre mein Leben Fallout, dann wäre ich<br />

der einzige, der die Special-Edition besäße,<br />

in welcher man bereits von Anfang<br />

an den Perk „Kind im Herzen“ hat.<br />

Aber hast du nicht gerade gesagt, du<br />

magst keine Kinder? Nicht ganz. Manchmal<br />

sind sie ja ganz witzig. Ich bin einfach<br />

insgesamt nicht der größte Fan von<br />

Kindern, was hauptsächlich auf eigene<br />

zutrifft. Sie würden mich dazu zwingen,<br />

das Kindsein weitestgehend aufzugeben.<br />

Jaja, Peter Pan lässt grüßen. Erzählt mir<br />

was Neues. Aber mal ehrlich: Schau dir<br />

„Hook“ an – was ist da aus dem guten Peter<br />

geworden? Eben! Fremde Kinder bzw.<br />

KLEINE<br />

UNANSEHLICHE<br />

MENSCHEN<br />

Kinder von Freunden, Bekannten und<br />

Verwandten. Ja, von mir aus. Die gehen<br />

oftmals schon klar. Das Schöne an ihnen<br />

ist nämlich, dass ich einfach gehen kann,<br />

wenn sie mir zu sehr auf den Sack gehen.<br />

Laissez-fairer Bullshit<br />

Was mich generell an Kindern stört, sind<br />

in sehr vielen Fällen nicht nur die Kinder<br />

als solche, sondern ihre Eltern und das<br />

Umfeld, welches sie für ihren Nachwuchs<br />

schaffen. Helikopter-Eltern hier, laissezfairer<br />

Bullshit bis zum Abwinken da. Ich<br />

gehe raus und was seh‘ ich? Viel zu viele<br />

kleine, verwöhnte Bengel, die mit drei<br />

Jahren selbst entscheiden dürfen, ob das<br />

nun in Ordnung war Djoveed-Pasquale<br />

mit dem Eimer ins Gesicht zu schlagen,<br />

während sie ihre Schutzhelme und wattierten<br />

Ellbogenschoner zurechtrücken.<br />

Kleine Rotzgören, die eine halbe Stunde<br />

auf dem Supermarktboden liegen und<br />

sich die Seele aus dem Leib brüllen, während<br />

die – in Jack-Wolfskin-Vollmontur<br />

dastehende – Mutter ruhig und ohne<br />

erhobenen Zeigefinger erklärt, dass die<br />

kleine Ciara-Perdita heute nur vier Überraschungseier<br />

bekommt. Was ist da los?<br />

Kleine unförmige Mutanten<br />

Es gibt natürlich auch das ein oder andere,<br />

was ich ganz okay an Kindern finde. Die<br />

meisten, die sich in meinem Umfeld tummeln,<br />

haben überraschend coole Spielsachen<br />

und kein Problem damit, wenn ich<br />

diese ausgiebig teste. Find‘ ich nett. Hinzu<br />

kommt: Einige Kids sind in ihrer Unvollkommenheit<br />

auch manchmal durchaus<br />

witzig. Nicht im Sinne von „Mensch, das<br />

war aber ein lustiger Gag“, sondern eher<br />

im Sinne von „Haha, schau mal, der kann<br />

nicht richtig laufen und jetzt ist der Idiot<br />

komplett bescheuert aufs Maul gefallen.“<br />

Das erheitert mich und ist dementsprechend<br />

als positiv einzustufen.<br />

Eine Sache fehlt noch: die Optik. Und<br />

da sind wir uns hoffentlich alle einig.<br />

Die meisten Babys – und ich lehne mich<br />

hier nicht aus dem Fenster, wenn ich<br />

sage: etwa 90 Prozent – sind unfassbar<br />

hässlich. Es gibt Ausnahmen, bei denen<br />

selbst ich sage, die sind wirklich süß. Aber<br />

im Großen und Ganzen sind Neugeborene<br />

(meist sogar bis zum Kindergartenalter)<br />

sehr, sehr unansehnlich und haben relativ<br />

wenig mit Menschen gemein. Sie wirken<br />

eher wie kleine unförmige Mutanten, die<br />

nur eine Mutter lieben kann. Aber darauf<br />

kommt es ja auch an. Die Eltern sollen ihr<br />

Kind lieben, normal mit ihm umgehen<br />

und das wichtigste: mir damit nicht auf<br />

die Nüsse gehen.<br />

Dominik Schele<br />

50<br />

IMPRESSUM<br />

<strong>FRIZZ</strong>, das monatliche Stadtmagazin,<br />

Herausgeber:<br />

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG<br />

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm<br />

Tel: 0731 156-529<br />

E-Mail: info@frizz-ulm.de<br />

Internet: frizz-ulm.de<br />

Verlagsleitung:<br />

Stefan Schaumburg (verantwortlich),<br />

Anschrift wie Verlag,<br />

Yasmin Tan (Objektleitung)<br />

Redaktionsleitung:<br />

Stefanie Müller (verantwortlich),<br />

Dominik Schele<br />

SVH GmbH & Co. KG<br />

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm<br />

Gestaltung:<br />

Tamara Saß<br />

mediaservie ulm<br />

Titelbild:<br />

Marc Hörger<br />

Datenschutz:<br />

datenschutz@swp.de<br />

Druck:<br />

fec - druck+medien GmbH & Co. KG<br />

Zeissstraße 8 • 89264 Weißenhorn<br />

Redaktionsschluss: 10.<strong>02</strong>.<strong>2<strong>02</strong>1</strong><br />

Anzeigenschluss: 05.<strong>02</strong>.<strong>2<strong>02</strong>1</strong><br />

Erscheinung: 01.03.<strong>2<strong>02</strong>1</strong><br />

Sie wollen mit einer<br />

Anzeige dabei sein?<br />

Wenden Sie sich an:<br />

Yasmin Tan<br />

Tel: 0731 156-529<br />

Mobil: 0151 24091787<br />

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INFOS UND<br />

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0731 156 – 619<br />

sonderthemen<br />

@swp.de<br />

AZUBI-<br />

WALK <strong>2<strong>02</strong>1</strong><br />

DIE MIT ABSTAND<br />

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Mit unserem corona-konformen Messekonzept können Sie mit Abstand,<br />

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Telefon: 0731 156 – 619<br />

Samstag, 24.4.<strong>2<strong>02</strong>1</strong><br />

ratiopharm arena, Neu-Ulm<br />

Aus der Reihe „Next Step“

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