2021/02 - FRIZZ Magazin

suedwest.presse

FEBRUAR 2021 · NR. 339 · UNBEZAHLBAR

LEVEL UP

Der innere Schweinehund,

die Moral beim Essen und

virtuelle Rote Karten. S. 14

STADTGESPRÄCH

„Look up“ im Lockdown mit

Coach Karin Probst. S. 10

AZUBI-SPECIAL

Bewerbung am Bildschirm

und die Sache mit der

Kohle nebenher. S. 20


MOTORÖLE

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FAHRZEUGPFLEGE

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ZEHNSATION

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Ein besonderer Erfolg in einer besonders schweren Situation. Denn angesichts der weltweiten

Corona-Katastrophe ist jetzt nicht die Zeit für Freudentänze, sondern für verantwortungsvolles

Handeln. Miteinander und füreinander. Menschlich und voller Nächstenliebe. Mit Herz, Hirn

und Ausdauer. Bei dieser Herausforderung stehen meine 1.000 Kolleginnen und Kollegen

geschlossen zusammen, um mehr denn je ihr Bestes zu geben. Für unsere Partner,

für unsere Kunden, für Sie! Denn nur gemeinsam schaffen wir das!

Bleiben Sie gesund!

Ihr Ernst Prost

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Jahrzehnt

die Nr. 1

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(Ausgabe 5/2020)

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Klassik. (Ausgabe 6/2020)

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(Ausgabe 13/2020)

3 Jahre in Folge die Nr. 1

bei Motorsport Aktuell in

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(Ausgabe 16/2020)

2 Jahre in Folge die Nr. 1

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INHALT

IM FEBRUAR

DIE NÄCHSTE STUFE

Neues Jahr, neues Glück … oder so

ähnlich. Ich hoffe, ihr hattet einen

guten Rutsch und die Neujahrsvorsätze

sind noch nicht alle über Bord

geworfen. Wir haben durchgehalten

und direkt mal etwas abgenommen.

Rank und schlank kommt das FRIZZ

daher. Spaß beiseite. Das liegt natürlich

hauptsächlich an … ach, ihr wisst

schon.

Aber wie dem auch sei. Unsere gute

Laune lassen wir uns nicht verderben,

denn bald geht’s wieder

aufwärts. Und das passt ganz hervorragend

zu unserem Titelthema

„Level Up“, wo es generell um Verbesserungen

und Aufstiege geht. Die

Stadtgeschichten beschäftigen sich

mit der spirituellen Seite des Themas

und im Stadtgespräch beantwortet

Coach Karin Probst unter anderem,

wann ein guter Zeitpunkt für einen

Neustart ist. Selbstverständlich

kommen auch 2021 wieder viele andere

Menschen aus der Region zu

Wort und erzählen uns, worin sie

sich unbedingt verbessern möchten.

Einer ganz anderen Art des „Stufenaufstiegs“

widmen wir uns im

Special zum Thema Studium und

Ausbildung. Natürlich war das noch

nicht alles. Felix Kozlik verkauft

Backwaren im Internet, das Theater

Neu-Ulm stellt Rätsel im Lockdown

und im Hip-Twist macht man Fitness

mit Babys.

Trotz etwas kleinerem Umfang ist

das FRIZZ also mal wieder proppenvoll.

Wahnsinn!

Macht’s gut und bis demnächst,

Dominik Schele

Foto: Ulrike Hoche

14

20

Foto: privat

Foto: Heike Viefhaus

10

04

33

04 STADTLEBEN

Alles rund um die Doppelstadt

10 STADTGESPRÄCH

Business Coach Karin Probst im

Interview

14 LEVEL UP –

ALLES WIRD BESSER

„Stufenaufstiege durch Ernährung,

Sport und mehr“

20 STADTGESCHICHTEN

Sri Durgamayi Ma Ashram –

bewusstes Leben und Spiritualtiät

24 SPECIAL

Ausbildung, Studium und duales

Studium

30 FRIZZ-KIDS

Lesestoff für Kids und Tipps für

den Lockdown

32 NACHGEFRAGT!

„Level Up – Worin willst du besser

werden?“

34 LETZTE SEITE

Das Letzte kommt zum Schluss |

Impressum

3

Foto: Marc Hörger

Foto: privat


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

LECKERE BREZELN –

NUR EINEN KLICK ENTFERNT

Felix Kozlik versorgt die Kunden trotz Großbaustelle mit allerlei Backwaren. Dem

Online-Service der Bäckerei Adelbert sei Dank. | Foto: Ulrike Hoche

Wie ist die perfekte Brezel?

Knusprig oder weich? Grobes

Salz oder feines? Die Geschmäcker

sind verschieden!

Einen ganz besonderen Brezel-Service

gibt auf jeden Fall

im Café Adelbert in der Ulmer

Weststadt.

Vor der Bäckerei Adelbert stehen

die Kunden oft in langer

Schlange an. Kein Wunder,

hier gibt’s große und leckere

Brezeln, kernige Brote und

auch auf die Kuchen lässt die

Stammkundschaft nichts

kommen. Der junge Bäcker

und Betriebswirt Felix Kozlik

hat den Betrieb erst im

letzten August übernommen.

Er kennt den guten Ruf und

hat nicht viel geändert in der

Handwerksbäckerei. Wichtig

war dem findigen Bäcker aber

ein guter Online-Service. Brezeln

online? Wie soll das gehen?

„Unsere Kunden können

die gewünschten Backwaren

für den Folgetag online bestel-

len und auch gleich bezahlen.

Die Abholung erfolgt dann

zügig über ein separates Ausgabefenster

und man kann

sich das Anstehen sparen“, so

Kozlik.

Kaffee mit

Baustellenrabatt

Dafür kann man sich eine Minute

mehr Zeit für die kleine

Umleitung nehmen, denn eine

Vollsperrung der Gneisenaustraße

und eine Großbaustelle

machen der Bäckerei gerade

zu schaffen. Also einfach weiterfahren

zur Wagnerstraße,

zwei Mal rechts und schon

steht man vor dem Café Adelbert.

Solange sich die Baustelle

breitmacht, locken auch

Kaffee mit Baustellenrabatt

und Baustellen-Tüten zu tollen

Preisen. Dafür lohnt es

sich unbedingt, ein paar kleine

Hürden zu überwinden.

Text: Ulrike Hoche

cafe-adelbert.shop

ZUM CORONATEST

IN DEN THEATRO-CLUB

4

Wo früher gefeiert wurde,

geht es jetzt um etwas ganz

anderes. Der Theatro-Club

in der Ulmer Innenstadt

fungiert aktuell als Corona-

Schnelltestzentrum. „Dass

hier im Theatro nicht aufgegeben

wird, haben bereits die

letzten Wochen und Monate

gezeigt“, sagt Club-Betreiber

Mario Schneider. Zunächst

war aus der Disco das Bar-

Kollektiv „Zirkel 854“ geworden.

Als auch das durch die

gesetzlichen Corona-Bestimmungen

unmöglich wurde,

eröffnete Schneider dort den

„Super Markt! Warenhaus

Mitte“. Auch der musste mittlerweile

schließen. Und so

„mussten wir uns wieder neu

erfinden“, sagt Schneider.

Über die Homepage lässt sich

ein Termin vereinbaren, zu

dem man pünktlich erscheinen

muss, um lange Warteschlangen

zu vermeiden. Man

werde in Empfang genommen,

die Reservierungsbestätigung

kontaktlos gescannt.

„Medizinisch ausgebildetes

Fachpersonal mit Erfahrung

entnimmt einen Nasen- und

Rachenabstrich und Sie können

im Anschluss die Teststation

wieder verlassen“, erläutert

Mario Schneider. Unter

ärztlicher Aufsicht werden

die Testergebnisse dann ausgewertet,

die man dann per

E-Mail erhalte. Ein Antigen-

Schnelltest kostet 35 Euro,

ein Antikörper-Schnelltest/

Fingerbluttest ebenso 35 Euro.

Ein richtiger RT-PCR-Test

beläuft sich auf 61,36 Euro.

Text: swp

covid-schnelltestzentrum.de

Auch ein Logo gibt es für das Corona-Schnelltestzentrum im Theatro | Bild: Mario

Schneider


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3 FRAGEN AN ... LUKAS PATSCHEIDER

Vegan-Blogger kocht für und mit Promis

Der gebürtige Ulmer Lukas Patscheider erreicht mit seinem veganen Blog Tausende.

Er kommt aus Jungingen, lebt mit seiner Familie im Kleinwalsertal

und begeistert in den sozialen Medien Tausende für

veganes Essen: Lukas Patscheider. Nachhaltigkeit spielt im Leben

von Lu – wie ihn seine Freunde nennen – eine große Rolle.

Zusammen mit seiner Frau Tamara und den beiden Töchtern

lebt der 31-Jährige im Kleinwalsertal. Er leitet dort das Hotel

„Walserhof“, das er vor eineinhalb Jahren von seiner Schwiegermutter

übernommen hatte. Eins seiner Herzensprojekte ist

aber das Projekt „Lu! kocht … Family“. Dabei steht der gelernte

Hotelfachmann vor der Kamera und verrät seinen Zuschauern

leckere vegane Rezepte. An seiner Seite auch immer wieder

Promis.

Was steht als nächstes an?

Im Hotel ist es jetzt logischerweise ruhiger als sonst. Langweilig

wird es uns trotzdem nicht, es gibt immer was zu tun. Und

ich nutze die Zeit natürlich auch für den Blog. Zuletzt haben

wir eine eigene Kleidungskollektion auf den Markt gebracht,

bei der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht. Und selbstverständlich

wird es weitere Videos geben, ich habe schon neue

Termine mit spannenden Gästen – aber mehr verrate ich an der

Stelle noch nicht!

lukocht.com

youtube.com/lukochtfamily

instagram.com/lu_kocht_official

Lu, mit wem hast du zuletzt gekocht?

Lukas Patscheider: Das war Florian Weiß, Moderator bei

Antenne Bayern und Reporter beim ZDF. Er stammt auch aus

Ulm, wie man am schwäbischen Einschlag unserer Unterhaltung

hören kann (lacht). Das war wirklich cool, Florian ernährt

sich schon seit 15 Jahren vegetarisch, seit zwei Jahren vegan.

Für ihn war es eine Premiere: Er hat noch nie veganen Kaiserschmarren

gemacht. Hat ihm aber geschmeckt, wie man sieht.

Wen hattest du noch vor deiner Kamera?

Schauspieler Steffen Groth, den man aus vielen ZDF-Filmen

kennt, der aber auch schon in mehreren Kinofilmen mitgespielt

hat. Mit Gold-Biathletin Maren Hammerschmidt habe ich vegane

Burger gezaubert. Dann Timo Hildebrand, der frühere

Torwart des VfB bzw. des Nationalteams. Meistgeklickte Folge

auf meinem Youtube-Channel ist aber die Folge mit Daniela

Katzenberger und Lucas Cordalis. Für die habe ich eine vegane

Carbonarasauce gemacht. Daniela war total überrascht, weil

der Speckersatz aus Erbsenprotein geschmeckt hat wie normaler

Speck. Sie hat glaub‘ ich dreimal nachgefragt, ob das wirklich

kein Fleisch ist. (lacht)

5


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

FIT WIE EIN TURNSCHUH

DANK NACHWUCHS

Ines Merath freut sich, „FitDankBaby“ im Hip-Twist

anbieten zu können.| Foto: privat

Fitness, egal ob körperlich oder geistig,

ist ein Thema, das seit Jahren einen immer

größeren Stellenwert einnimmt. Da

verwundert es kaum, dass auch frischgebackene

Mamas schnell nach der Geburt

wieder in Form kommen wollen. Allerdings

sind herkömmliche Workouts und

Fitnessangebote dafür eher ungeeignet.

Falsche Übungen können zu Problemen

führen. Hebammen empfehlen aus diesem

Grund spezielle Fitnessprogramme,

welche auf die Bedürfnisse der Mütter,

gerade nach der Schwangerschaft, angepasst

sind.

In Ulm wird ein solches Programm nun

von der Tanzschule Hip-Twist angeboten.

Das Ganze nennt sich „FitDankBaby“

und ist im Endeffekt ein Fitnessangebot,

das die Babys aktiv in die Stunde

integriert. Sogenannte „Mamafitnessübungen“

wechseln sich mit „Babyfitnessübungen“,

bei welchen die kognitiven

Fähigkeiten und die Koordination der

Kleinen geschult wird, ab.

Es wichtig, als Mutter fit zu sein

Ines Merath, Inhaberin des Hip-Twist,

freut sich über das Fitnessprogramm für

frischgebackene Mütter. „Ich bin froh,

endlich auch ein so tolles Konzept in Ulm

anbieten zu können“, so die zweifache

Mama. „Seit ich eigene Kinder habe, bin

ich immer auf der Suche nach Ideen, wie

man seine Zeit sinnvoll mit den Kids nutzen

kann. Ein FitDankBaby-Kurs ist ein

guter Einstieg. Zwar bin ich schon seit

zehn Jahren Zumba-Fitness-Trainerin,

aber dieses Mamaworkout hat auch mir

selbst nochmals gezeigt, wie wichtig es

heutzutage ist, als Mama fit zu sein!“

Text: Dominik Schele

tanzschule-ulm.de

ES WIRD NICHT

MEHR GENASCHT

Ende März schließt Marc Ender die Naschkatze. | Foto: Matthias Kessler

Das Café Naschkatze, von Stammgästen meist einfach

nur „Katze“ genannt, ist eines dieser ganz besonderen,

kleinen Lokale. Klein, gemütlich und atmosphärisch.

Das Café in der Neu-Ulmer Marienstraße ist bekannt

für das besondere Angebot, wie die leckeren veganen

Kuchen oder den „Cold Brew Coffee“. Ende März wird

die „Katze“ nun ihre Pforten schließen. Ob Restaurants

und Cafés davor wieder öffnen dürfen, ist fraglich. Falls

ja, wollen Pächter Marc Ender und sein Team sich aber

auf jeden Fall noch gebührend verabschieden.

6

Text: Dominik Schele

facebook.com/CafeNaschkatze


KLEIDER MACHEN LEUTE

3 FRAGEN AN ANTONIA WALTER

beschäftigen. Außerdem haben auch viele Freunde und Bekannte

nach meiner modischen Meinung gefragt. Vor zwei

Jahren habe ich mich dann entschieden, eine Zweitausbildung

zur Farb- und Stilberaterin zu machen.

Warum ist es für dich wichtig, sich gut zu kleiden?

Weil der erste Eindruck zählt und Spuren bei unserem Gegenüber

hinterlässt. Bei meinen Beratungen geht es aber weniger

darum, mit modischen Trends zu gehen, oder dass ich aus dem

stillen Mauerblümchen ein Modepüppchen mache, sondern

eher darum, herauszufinden, was zur Person passt, was man

auf Grund der Proportionen oder des Körperbaus tragen kann.

Wir sind selbstbewusster, wenn wir uns in unserer Kleidung

wohlfühlen und wissen, was uns steht. Und das spielt einem

oft in die Karten, ob nun im Job oder auch bei der Partnersuche.

Farb- und Stilberaterin Antonia Walter möchte herausfinden welche Kleidung zu

welcher Person passt. | Foto: ?privat

Was zieh‘ ich bloß an …? Die Antwort darauf hat Antonia Walter.

Die 26-jährige Ulmerin ist Farb- und Stilberaterin und

guckt gerne in fremde Kleiderschränke. Weil Antonia Walter

von Freunden immer wieder um Modetipps gebeten wurde,

machte sie ein zweites berufliches Standbein daraus. Im Interview

erzählt sie von Mauerblümchen und Modepüppchen und

verrät, worauf es bei der richtigen Kleidung ankommt.

FRIZZ: Antonia, du bist nebenberuflich zertifizierte

Farb- und Stilberaterin. Wie kommt man denn dazu?

Antonia Walter: Die Idee kam während meiner Arbeit im

Vertrieb. Ich war immer schon die jüngste bei uns und musste

mich auch bei Kunden als junge Frau behaupten. Deshalb habe

ich früh angefangen, mich mit Schnitten und Farbwirkung zu

Was ist das Schönste bei den Beratungen?

Interessant ist immer der „Aha-Moment“ beim Ausmessen

während der Stilberatung. Da man sich selbst immer nur von

vorn oder hinten im Spiegel sieht, nimmt man sich selbst oft

ganz anders wahr. Oft bekomme ich dann zu hören: das ist ja

spannend, ich dachte immer, dass meine Beine zu kurz sind –

oder: Stimmt, das sollte ich viel mehr betonen!

Text: Stefanie Müller

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7


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

CIAO MYER‘S

HALLO M CLUB

Im September wurde das „Myer’s“ ausgeräumt. Nun

steht der Nachfolger fest. | Foto: Lars Schwerdtfeger

Die Nachricht schlug im Spätsommer ein

wie eine Bombe: das Myer’s, beliebte Disko

am Ulmer Lautenberg, macht dicht. Seit

der Insolvenz des langjährigen „Myer’s“-

Betreibers Thomas Hartmann im Sommer

wird der Club umgebaut. Mit anhaltenden

Renovierungsarbeiten häuften

sich zuletzt auch die Spekulationen über

potenzielle Nachfolger. Es kursierten Namen

verschiedener Ulmer Gastronomen,

Bestätigungen gab es allerdings nie. Nach

Recherchen der Südwest Presse steht der

neue Pächter der Location nun fest: Es ist

Marc Wölfle, Inhaber des gleichnamigen

Ulmer Immobilienbüros.

Myers wird zum „M Club“

„Der Vertrag ist unterschrieben“, berichtet

der 43-Jährige. Wölfle nennt das Tanzlokal

künftig „M Club“ und setzt auf ein

anderes Konzept. Die Hip-Hop-Partys, die

unter Hartmanns Leitung über die Bühne

gingen und eher die jungen Nachtschwärmer

an lockten, sind passé. Wölfle möchte

künftig vor allem die Ü-30-Zielgruppe

ansprechen: „Wir spielen 80er- und 90er-

Hits sowie Schlager.“ Wölfle betont, dass

er sich mit der Übernahme des Clubs einen

Traum erfüllt habe. Mit 16 Jahren

gründete er die Veranstaltungsfirma

„Nightmotion“ und war Ende der 90er

immer wieder als Licht- und Tontechniker

im Myer’s tätig. Das Konzept des

damaligen Betreibers Thomas Heyne

habe ihn begeistert. Diese Ansätze wolle

er nun wieder aufgreifen: „Für das ältere

Publikum gibt es in Ulm ja gerade nichts.“

Der „M Club“ wird übrigens künftig

auch tagsüber geöffnet haben. Im Café-

Bereich werden unter anderem Espresso

und Latte Macchiato ausgeschenkt, am

frühen Abend verwandelt sich der Raum

in eine Cocktail-Bar und zu später Stunde

wird dann die Tanzfläche geöffnet.

Text: Alexander Kern

RÄTSELRATEN

IM LOCKDOWN

BOTANIK VON

ZUHAUSE AUS

Theater Neu-Ulm unterhält mit Lockdown-Rätsel. | Foto: Theater Neu-Ulm

Ulms Botanischer Garten im Winterschlaf. | Foto: Edith Haidt

Kultur läuft gerade auf Sparflamme. Kinos, Konzerthallen

und Eventlocations sind dicht. Auch an Theater

– außerhalb der eigenen vier Wände – ist aktuell nicht

zu denken. Mit seiner neuesten Idee möchte das Theater

Neu-Ulm nun zumindest an vergangene Stücke erinnern

und dabei auch etwas Unterhaltung bieten. Unter

dem Motto „Wer weiß denn DAS noch?“ finden in unregelmäßigen

Abständen auf der Theater-Website kleine

Ratespiele statt. Damit nicht genug, denn zu gewinnen

gibt es auch etwas: eine Flasche Prosecco beim nächsten

Theaterbesuch.

Auch der Botanische Garten hat gemäß den aktuellen

Corona-Verordnungen geschlossen. Das bedeutet aber

nicht, dass man im Hintergrund nicht fleißig ist. Das

Jahresprogramm für 2021 steht unter dem Motto „Alles

neu hier!“ Dabei wird auf einen Mix aus virtuellen Angeboten

und Vor-Ort-Veranstaltungen gesetzt. „Wir versuchen,

wann immer möglich, unsere Veranstaltungen

auch online anzubieten. So soll der Botanische Garten

auch vom heimischen Sofa aus erlebbar bleiben“, erklärt

Stefan Brändel, wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter

des Botanischen Gartens.

Text: Dominik Schele

theater-neu-ulm.de

Text: Dominik Schele

uni-ulm.de/einrichtungen/garten

8


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STADT

GESPRÄCH

LOOK UP

IM LOCKDOWN

Jede Herausforderung ermöglicht

einen Neuanfang. Der Ulmer Coach

Karin Probst unterstützt dabei.

FRIZZ: „2021 kann nur

besser werden“, so hoffen

viele in Coronazeiten, auch

was persönliche Vorsätze

fürs neue Jahr angeht. Ziel:

Sich auf ein höheres Niveau

schrauben – in Sachen gesunder

Lebensstil, Beruf sowie

im Privaten. Inwiefern

ist jetzt ein guter Zeitpunkt

für einen Neustart?

Karin Probst: Die Zeit um

den Jahreswechsel war sicher

gut, um das vergangenen

Jahr zu reflektieren. Erfahrungsgemäß

überfordern sich

manche schon in den ersten

Monaten des neuen Jahres mit

ihren Vorsätzen. Das erleben

sie als Stress, sie werden unzufrieden.

Zusätzlich bringt

die Pandemie aktuell für viele

große Herausforderungen, ob

Konflikte in der Familie, Einsamkeit

oder wirtschaftliche

Nöte. Von daher: Ein kleiner

wohldosierter Neustart, der

an jedem Tag im Jahr möglich

ist, wäre besser ... als Coach

kann ich dabei helfen.

„Level up“ bedeutet nicht

nur, mehr Leistung zu bringen,

sondern auch Ausgleich

zu finden. Oder auch fähig

zu sein, sich anzugleichen.

Ja, und die meisten Menschen

wissen intuitiv, dass bei ihnen

etwas anders laufen müsste.

Zum Beispiel, dass einem die

Disziplin fehlt, um mit dem

Rauchen aufzuhören. Oder

dass man seinen Partner umkrempeln

möchte, wohlwisssend,

dass das nicht geht. Den

Leuten ist eigentlich klar, wie

sie ihr Anliegen gelöst bekommen.

Aber sie erinnern sich

zu selten daran. Oder haben

Bedenken, es durchzuziehen

oder fühlen sich ohnmächtig.

Dabei sind es manchmal

gar nicht die Dinge selbst, die

man ändern sollte, sondern

lediglich die Einstellung dazu.

Ganz gleich um welches

Anliegen es sich handelt, in

meinen Coachings erfahre

ich meistens: Eine Einstellungsänderung

führt dazu,

dass man einer Angelegenheit

nicht mehr in Kampfhaltung

und mit Widerstand begegnet.

Man spart sich wertvolle

Energie. Man wird gütiger zu

sich und anderen.

Um sich eine andere Sichtweise

zuzulegen, muss man

sich selbst beobachten, hinterfragen

und ehrlich zu

sich sein. Disziplin gehört

auch dazu. Mitunter nicht

einfach, ganz alleine da die

Kurve zu kriegen.

Stimmt. Ein Coaching ist

auch nicht zu vergleichen

mit Rat und Trost von Kollegen,

Freunden oder Familie

– man erhält mit Sicherheit

keine Ratschläge. Manchmal

braucht es das Ohr und den

Impuls einer Außenstehenden,

die die gewohnten Muster

auf Dienlichkeit untersucht

und zu neuen Sichtweisen und

Copying-Strategien inspiriert.

Im systemischen Coaching

gilt jedes Verhalten innerhalb

eines Systems zunächst einmal

als sinnvoll. Es ist also ein

heiterer, wertschätzender und

lösungsorientierter Ansatz.

Woran merkt man denn:

„Es ist fünf vor zwölf, für

eine Wende in meinem Leben

brauche ich Unterstützung“?

Eigentlich ganz einfach: Fühlt

man sich wohl, ist alles gut.

Fühlt man sich nicht wohl, ist

es nicht gut. Körperliche Reaktionen

können darauf hindeuten,

dass etwas im Argen

ist: Kopf- oder Bauchschmerzen

oder ein lästiges Zucken

im Augenwinkel zum Beispiel;

Unkonzentriertheit, gereizt

sein, eine steigende Unfallhäufigkeit

– das ist individuell

verschieden. Was jedoch immer

ein Alarmzeichen ist und

worunter leider schon jeder

dritte Bundesbürger leidet, ist,

dass man keinen erholsamen

Schlaf mehr findet: Man

kann nicht einschlafen, weil

man Gedanken wälzt. Nachts

wacht man auf und grübelt.

10


Ein Wandercoaching mit Businesscoach

Karin Probst kann in Krisensituationen

oder beim Wunsch zu einem Neustart

ein Lichtblick sein .

Zur Person

Bevor Karin Probst als

Coach andere dabei unterstützte,

individuelle

Lösungswege für Konflikte

zu beschreiten,

stand sie nach einem

Schauspielstudium in

Berlin auf den Brettern,

die die Welt bedeuten:

Erste Station waren die

Berliner Kammerspiele,

dann folgte ein Engagement

am Schauspielhaus

Hamburg und

schließlich folgte sie

dem Ruf an die Bremer

Shakespeare Company.

Seit dem Teenageralter

war beziehungsweise

ist sie in vielerlei Weise

unterrichtend tätig, so

zum Beispiel im Bereich

Atemtechnik oder Theaterpädagogik.

Als zertifizierter

systemischer

Coach, Beraterin und

Trainerin arbeitet Karin

Probst seit 1998 mit

Privatpersonen sowie

Unternehmen vor allem

in Deutschland, Österreich

und der Schweiz.

Foto: privat

11


STADT

GESPRÄCH

Als zertifizierter Businesscoach weiß Karin Probst, wie man seine Ziele findet und erreichen kann. | Foto: Heike Viefhaus

Arzt oder Psychologe sind

dann nicht unbedingt die

erste Adresse – Coaching

kann auch helfen.

Klar. Und als guter Coach

kennt man seine Grenzen. Ich

weiß, wann meine Kompetenz

überschritten ist und ich

Coachees an andere Adressen

verweisen muss. Damit meine

ich nicht nur an Therapeuten

oder Mediziner. Auch Experten

in Beratungsstellen zu Familienangelegenheiten,

Beruf,

Finanzen etc. gehören zum

Netzwerk.

Wie muss man sich ein Coaching

vorstellen? Und in

welchen Belangen kann es

zielführend sein?

Grundsätzlich hat Coaching

den Anspruch, eine einmalige,

situative Sache zu sein. 90 Minuten

sind dafür veranschlagt.

Der Coachee steuert den Prozess

allein. Er kann jederzeit

vorher abbrechen und auch

entscheiden, ob er mich wieder

konsultiert. Vorkenntnisse

braucht er keine. Er sollte

sich nur über sein Anliegen

im Klaren sein, das kommt

meist schon im Vorgespräch

zur Sprache. Und wenn nicht,

könnte das Gegenstand des

Coachings werden: Herauszufinden,

was ich eigentlich will.

Die Absichten meiner Coachees

sind grundverschieden:

Leidvolle Schlafstörungen,

Mobbing und Konfliktsituationen

am Arbeitsplatz. Jemand

anderes fühlt sich nicht wahrgenommen

– bis man im Coaching

auf den Trichter kommt,

dass es buchstäblich nur einer

anderen Blickrichtung bedarf,

indem man den eigenen Kopf

hebt, um von anderen Leuten

gesehen und grüßend angelächelt

zu werden … ganz simpel

also. Oder ich bekomme den

Auftrag: „Stellen sie unsere

Firma systemisch um.“ Das ist

ein harter Prozess, der einige

Dinge ans Tageslicht befördern

kann, die man nicht sehen

will. „Ja, aber da können

wir nicht ran. Coachen sie da

mal drum rum“, heißt es dann.

In einem solchen Fall muss

man als Coach auch den Mut

habe, hinzustehen und zu sagen:

„Stop! Sie können nicht

auf der eine Seite ein selbstorganisiertes

Unternehmen

wollen und auf der anderen

Seite mit Druck und Abwertung

agieren.“ Mein Job ist es,

Coachees da durch zum ausgemachten

Ziel zu führen.

Wie muss man sich das „Geführtwerden“

konkret vorstellen?

Das geschieht, indem ich Fragen

stelle. Ich weiß genauso

wenig, wie der Mensch, den

ich gerade coache. Durch das

Fragen helfe ich, Gedanken

zu sortieren. Dadurch tun sich

neue Möglichkeitsräume auf

in denen der Coachee selbst

die Lösung findet. Ich arbeite

unter anderem nach dem

hypnosystemischen Ansatz

von Milton H. Erickson, dem

Gründer der Selbsthypnose

und auf Basis der „Gewaltfreien

Kommunikation“ nach

Marshall B. Rosenberg. In Beratung

und im Training läuft

es nochmal etwas anders. Da

habe ich mich vorinformiert.

Ich weiß, wie mein auftraggebendes

Unternehmen funktioniert,

kenne die arbeitsrechtlichen

Gesetze. Dort spiele

ich auch theoretisches Wissen

ein, gebe eine Haltungsänderung

vor, zum Beispiel „Agilität“

im Management. Es gibt

Karin Probst

Zert. Business Coach (FU Berlin)

Stress- und Burnoutpräventionsberaterin

Internet: www.2-change.de

E-Mail: probst@2-change.de

Aufgaben und Reflektionen,

bis die neue Denkweise und

die damit verbundenen Fähigkeiten

zu einer Änderung im

Verhalten führen.

Anhand Ihrer über 22-jährigen

Erfahrung, wie offen

sind die Menschen gegenüber

Coaching und vor

allem jetzt in Pandemiezeiten?

Sehr offen. Es werden täglich

mehr Anfragen. Die schicksalhaften

Herausforderungen

und konkreten Probleme, die

gelöst werden möchten, werden

mehr. Und hier ist Coaching

eine gute Anlaufstelle,

auch zur Überbrückung bis

man vielleicht einen Therapieplatz

gefunden hat. Vor

allem bei Personen aus dem

Pflegebereich macht sich eine

tiefe Erschöpfung breit. Ganz

allgemein sind viele Leute gestresst,

es häufen sich Fehler,

Machtkonflikte und schlechte

Kommunikation. Leider gibt

es auch sehr viel mehr Selbstmordgefährdungen.

Nicht nur Pflegende, auch

Gastronomen, Künstler,

Selbstständige und viele

mehr hat die Corona-Krise

hart getroffen. Sie möchten

diesen Personen helfen?

Ja, ich biete einmalig ein kostenloses

Wandercoaching

oder Online-Coaching als

meinen kleinen solidarischen

Beitrag in der Krise. Man kann

mit mir seine Anliegen zum

Beispiel auf dem Ulmer Hochsträß

im wahrsten Sinne des

Wortes ,durchgehen‘ – oder

auch gerne in einem Online-

Meeting, oder per Telefon, um

wieder etwas Kraft zu tanken.

Text: Heike Viefhaus

12


LEVEL

UP

ALLES WIRD

BESSER

14

Foto: Marc Hörger


Mit dem Begriff

„Level Up“ wird in

Videospielen der

Aufstieg auf eine

höhere Stufe

bezeichnet.

Durch das Absolvieren von Aufgaben verbessert

sich der Charakter und steigt auf

das nächsthöhere Level. Das Ganze lässt

sich aber auch auf viele Gebiete außerhalb

der virtuellen Welt anwenden. Die meisten

haben einen oder mehrere Bereiche im

Leben, in welchen sie gerne Fortschritte

erzielen möchten oder eben ein neues Level,

eine neue Stufe, erreichen möchten.

Gerade am Jahresanfang merkt man dieses

Bestreben besonders. Das neue Jahr hat

gerade erst begonnen und die Motivation

ist groß, „etwas zu verbessern“.

15


LEVEL

UP

Oftmals fehlt die nötige Motivation, Sport zuhause zu

machen. | Fotos: Tamara Saß

Der eSport ist nicht aufzuhalten und sorgt für zahlreiche

„Level Ups“. | Foto: Adela Sznajder, ESL

Bessere oder gesündere Ernährung ist auch 2021 ein

großes Thema. | Foto: N. Crowley

ZIELE UND

VORSÄTZE

Das Verlangen, sich in einem oder mehreren

Bereichen zu verbessern, kennt

wahrscheinlich jeder. Dass dieses Verlangen

gerade zu Beginn eines Jahres groß

ist, macht Sinn. Zum einen steht man mit

einem neuen Jahr auch selbst wieder an

einem Anfang und zum anderen gibt es die

guten alten Neujahrsvorsätze. Natürlich

werden diese oftmals bereits in der ersten

Januarwoche wieder gebrochen, doch als

eine Initialzündung eignen sie sich dennoch.

Der Wunsch nach Verbesserung,

Umgestaltung oder Erneuerung ist dabei

so unterschiedlich wie die Menschen

selbst. Das können ganz banale Dinge sein

wie das Erlernen einer neuen Fertigkeit

oder aber die Verschönerung der eigenen

vier Wände. Bau- und Supermärkte haben

(normalerweise) nicht umsonst gerade zu

Jahresbeginn Wandfarbe, Tapeten und

Werkzeuge zur Renovierung im Angebot.

Ein „Aufleveln“ ist aber auch in vielen

anderen Bereichen möglich, egal ob im

Beruf oder in der Freizeit. Das Meinungsforschungsinstitut

„YouGov“ hat hierzu

deutschlandweit 2000 Personen hinsichtlich

ihrer Ziele für 2021 befragt. So möchte

beispielsweise jeder Sechste umweltbewusster

leben. Die ersten beiden Plätze

haben sich zu den Vorjahren allerdings

nicht verändert. 31 Prozent gaben an, sich

künftig besser ernähren zu wollen. Beinahe

genau so beliebt ist das Thema Sport.

30 Prozent der Befragten haben vor, mehr

Sport zu treiben bzw. mit sportlichen Aktivitäten

zu beginnen und ihre Fitness zu

verbessern.

BEWEGUNG, SPORT

UND APPS

Gerade was Sport angeht, bleibt es oftmals

bei den Vorsätzen, denn einen Entschluss

dann auch in die Tat umzuset-

zen, ist gar nicht so einfach. Mangelnde

Disziplin, ein zu hoch gestecktes Ziel

oder die falsche Sportart können dazu

führen, dass das Thema Sport schnell

wieder ad acta gelegt wird. Fabian Weile

aus Laupheim ist seit Jahren sportlich

aktiv, mal mehr mal weniger. Insbesondere

im vergangenen Jahr nahm er es

mit dem Workout nicht immer genau.

Schuld daran war unter anderem Corona

und die Schließung der Fitnessstudios.

„Ich bin normalerweise dreimal

die Woche im Fitnessstudio. Das war in

den letzten Monaten natürlich unmöglich“,

erzählt Fabian. Anfangs versuchte

er sein Workout zuhause weitestgehend

umzusetzen. „Ich habe mir selbst einen

Trainingsplan zurechtgelegt. Das Naheliegendste

war das Training mit dem eigenen

Körpergewicht, also Liegestütze,

Kniebeugen und so weiter. Außerdem

habe ich viel mit elastischen Fitnessbändern

gearbeitet“, erklärt er und fügt

anschließend hinzu: „Lange hat das

Apfel und Hantel designed by Freepik

16


SPORT IST

SEIN LEBEN!

Auf dem FRIZZ-Titel macht Heiko Tran Fredrich eine gute Figur.

Als Personal Trainer hilft er auch anderen dabei.

Das Cover-Shooting steht an. Fotograf Marc und Grafikerin

Tamara richten alles ein und klären letzte Unklarheiten,

da steht auch schon Heiko auf der Matte. Heiko

Tran Fredrich ist studierter Sportökonom und Personal

Trainer. Damit passt er wie die Faust aufs Auge, was unser

Titelthema angeht. Nicht nur versucht er sich stetig selbst

zu verbessern, er hilft auch anderen beim „Level Up“.

Ein Leben voller Sport

Bevor Heiko sich dazu entschied, Personal Trainer zu

werden, war sein Leben bereits von Sport geprägt. So

spielte er erfolgreich in der Fußball-Bezirksliga, hatte einen

Amateurvertrag und sogar ein Angebot, in der vietnamesischen

Nationalmannschaft zu spielen. Auf die Frage,

welchen Stellenwert Sport in seinem Leben, abseits des

Berufs einnimmt, gibt es für Heiko daher auch nur eine

Antwort: „Sport ist mein Leben. Schon immer!“ Um andere

in diesem Bereich zu unterstützen, hat der 30-Jährige

ein eigenes ganzheitliches Trainingskonzept entwickelt,

welches sich individuell anpassen lässt. Es geht bei ihm

jedoch nicht nur um das Abarbeiten eines Workouts, sondern

um mehr. Er will bei seinen Kunden ein Bewusstsein

schaffen. Trainiert werden soll nicht nur, um ein Programm

abzuspulen. Heiko nimmt sich für jeden Kunden

entsprechend Zeit und spricht Dinge auch offen an. „Ich

bin sehr direkt in meinen Trainings und sage dir Dinge

nicht so, wie du sie hören möchtest, sondern so, wie sie

sind. Das ist aber auch einer der Gründe, warum meine

Kunden erfolgreich werden“, sagt er und fügt hinzu:

„Ich möchte nicht sehen, wie jemand angemeldet ist, viel

Geld zahlt und nicht ins Training kommt. So jemanden

schmeiß ich raus.“

„Ich bin sehr direkt in

meinen Trainings”

Neben den eigentlichen Trainings spielt auch Ernährung

eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund hat er sich

mit seiner Schwiegermutter, Inhaberin von Di Natale

Catering, zusammengetan, die vor einiger Zeit das Konzept

„Restaurant im Glas“ in Neu-Ulm entwickelt hat.

Ursprünglich war das „Restaurant im Glas“ als Unterstützung

für Senioren in der Coronazeit gedacht. Gesunde

Ernährung ist selbstverständlich auch im Alter wichtig.

Allerdings können viele ältere Menschen nicht mehr

so oft einkaufen gehen bzw. ihre Kinder haben oftmals

nicht die Zeit, für ihre Eltern die Einkäufe zu erledigen.

Da kann es schnell vorkommen, dass eine ausgewogene

Ernährung auf der Strecke bleibt. Heiko wurde hellhörig.

Das ließ sich abgewandelt auf ihn selbst, aber auch

seine Klienten anwenden, welche nun vom „Restaurant

im Glas“ versorgt werden. Tatsächlich ist das Konzept eigentlich

recht simpel, aber gerade dadurch perfekt. Vollwertige,

gesunde Mahlzeiten ohne Konservierungsstoffe

werden im Glas angeboten. Für Sportler, Menschen mit

wenig Zeit oder „Kochfaule“ ist das Gold wert.

Auch abseits von körperlicher Ertüchtigung und Ernährung

will Heiko sein Trainingsangebot weiter perfektionieren.

So arbeitet er mit der Firma Jetlite zusammen,

welche Lampen herstellt, die die Vitamin D3-Produktion

stimulieren. Das ist insbesondere für Menschen interessant,

die lange im Büro sitzen bzw. sich selten im Freien

aufhalten.

Der Weg war der richtige

Während des Titel-Shootings und des anschließenden

Gesprächs bemerkt man, dass Heiko vollkommen in seinem

Beruf aufgeht. Und auch wenn es mit der Fußballkarriere

nicht geklappt hat, könnte der Ulmer heute nicht

zufriedener sein. „Der Weg war vielleicht manchmal

etwas steinig, aber es war der richtige. Wahrscheinlich

würde ich heute alles nochmal genauso machen. Denn ich

lebe meinen Traum, bin unabhängig und frei.“

Personal Trainer Heiko Tran Fredrich verhilft Menschen mit seinen Trainings

zum „Level Up“. | Foto: Marc Hörger

Text:

Tamara Saß & Dominik Schele

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LEVEL

UP

Training zuhause aber nicht angehalten.

Irgendwann habe ich es sehr schleifen

lassen.“ So wie Fabian geht

es vielen. Ohne den Ansporn,

den der Besuch im

Fitnessstudio liefert, geht

die Motivation schnell flöten.

Viele der Studios haben

reagiert und bieten ihr

Angebot mittlerweile per

Video „on demand“ oder

im Livestream an. Fabian

meint dazu: „Tatsächlich

haben mich Youtube und Instagram

wieder motiviert. Da gibt es unglaublich

viele Videos und Streams, die sich mit

Sport auseinandersetzen. Vor allem die

Livestreams, wo du auch etwas Interaktion

hast, funktionieren für mich. Mittlerweile

nutze ich außerdem noch eine

App, um mich mit anderen zu messen.

Das sorgt für noch mehr Motivation.“

Gerade in Zeiten, in welchen Fitnessstudios

geschlossen haben und Vereinssport

nur von Profis ausgeführt werden

darf, sind alternative Angebote Gold

wert. Das Schöne an den Angeboten im

Netz ist, dass jeder für sich das Richtige

finden und theoretisch direkt loslegen

kann.

BESSER ERNÄHREN,

BESSER LEBEN?

FUN FACT:

Fitnessstudios haben

im Januar durchschnittlich

46 Prozent

Mal mehr Neuanmeldungen.

Neben Sport ist die Ernährung ein

wichtiges Thema. Viele möchten sich in

diesem Bereich „verbessern“. Vom einfachen

Abnehmen über gesündere Ernährung

bis zum Verzicht auf tierische

Produkte, kann das ganz unterschiedlich

aussehen. Gerade das

bewusste Auseinandersetzen

mit der Ernährung

steht bei immer mehr Menschen

im Vordergrund. Dabei

sind tierische Produkte

oftmals ein Streitthema.

Nina Mack ernährt sich

seit sechs Jahren vegan

und fühlt sich damit besser.

„Ich habe früher gerne

Fleisch, Wurst und Käse gegessen.

Irgendwann konnte ich das aber nicht

mehr mit mir vereinbaren. Wie die Tiere

teilweise leben, ist echt abartig. Da will

ich kein Teil davon sein“, sagt die Ulmerin

und fügt hinzu: „Das hört sich vielleicht

bescheuert an und ich weiß auch

nicht, ob ich mich deswegen ‚auf einem

höheren Level‘ befinde,

aber ich fühle mich schon

ein bisschen überlegen,

moralisch gesehen.“ Eine

Ernährungsumstellung

oder -anpassung kann auch

ganz andere Gründe haben,

etwa um es einfach mal

„auszuprobieren“.

Veronika Buchele aus Donaustetten

hat ihre Ernährung zunächst testweise

umgestellt. Ihre Schwester leidet an

Zöliakie, einer Unverträglichkeit des

Dünndarms gegenüber Gluten. „Bei uns

zuhause gibt es sehr viele glutenfreie

Lebensmittel, aber ich habe eigentlich

immer gegessen, worauf ich Lust hatte.

Seit ungefähr drei Monaten verzichte

FUN FACT:

Professionelle FIFA-

Spieler verdienen bis zu

10.000 Euro im Monat.

ich aber ebenfalls auf alles mit Gluten.

Am Anfang wollte ich einfach wissen, ob

mir was fehlt“, berichtet die junge Frau.

„Ich vermisse nichts, aber hab‘ schon

nach kurzer Zeit bemerkt, dass ich fitter

bin. Keine Ahnung, ob das Einbildung

ist, aber ich fühle mich besser. Schade

ist nur, dass glutenfreie Lebensmittel

vergleichsweise teuer sind“, erzählt sie

weiter.

DER ETWAS

ANDERE SPORT

Abseits von regulärem Sport und Ernährung

finden sich zahlreiche Felder,

in welchen man sich verbessern kann.

Keines ist aber so sehr mit dem Begriff

„Level Up“ verbunden wie Videospiele,

vor allem, was den kompetitiven Bereich

angeht. Seit Jahren befindet

sich der eSport im Aufschwung.

Das ist kaum verwunderlich,

gibt es allein in

Deutschland rund 35 Millionen

Menschen, die sich

bisweilen mit Videospielen

auseinandersetzen. Auch in

Ulm passiert hinsichtlich

des virtuellen Sports einiges. Seit 2019

gibt es sogar den ersten eingetragenen

Verein, den eSport Ulm e.V. Gegründet

wurde er von Salvatore Moscatello und

Giovanni Isoni. Salvatore hat beim VFB

Stuttgart sein Zertifikat zum Vereinsmanager

gemacht und kam hier mit dem

Thema eSport in Kontakt. Der VFB Stuttgart

betreibt eSport bereits sehr erfolg-

SPIELERISCHE SELBSTMOTIVATION

Apps wie „Pokemon Go“ können dazu motivieren, sich auch bei Wind und

Wetter etwas zu bewegen. | Foto: Dominik Schele

Eine ganz andere Art der Selbstmotivation liegt in der

„Gamification“. Durch die spielerische Herangehensweise

an Sport und Bewegung, lässt sich der innere

Schweinehund oftmals etwas leichter überwinden. Prominentestes

Beispiel hierfür ist die App „Pokemon Go“.

Die Spielfigur ist auf der virtuellen Landkarte des Spiels

stets abhängig vom realen Standort des Spielers platziert.

Um sich in der Spielwelt zu bewegen, muss der

Spieler die entsprechende Bewegung in der realen Welt

ausführen. Läuft man nun herum, bewegt man sich dadurch

auch in der Spielwelt und kann Pokemon fangen,

an Pokestops haltmachen, Aufgaben erledigen oder

Kämpfe starten. Außerdem können durch das Laufen

Eier ausgebrütet werden, wodurch man ebenfalls neue

Pokemon erhält. Durch die verschiedenen Tätigkeiten im

Spiel erhält man Erfahrungspunkte, steigt im Level auf

und erhält Errungenschaften. Die Kombination daraus

kann als Motivation dafür dienen, sich mehr zu bewegen,

mehr an der frischen Luft zu sein und letztlich fitter

zu werden.

18


Der Ulmer eSport Verein hat zahlreiche Erfolge vorzuweisen.

| Foto: eSport Ulm e.V.

reich. Da das Thema, gerade in Deutschland,

noch recht jung ist, will Salvatore

mit seinem Verein den virtuellen Sport

auch in Ulm und der Umgebung auf das

nächste Level bringen.

Hierzu betreut und berät der Verein die

Spieler, um sie in ihrer Entwicklung sowie

ihrer Entfaltung voranzutreiben und

zu Top-Spielern auf ihrem Gebiet auszubilden.

Dabei wird auch versucht, den

Spielern, im Rahmen der Möglichkeiten,

finanziell unter die Arme zu greifen. Das

Ziel ist es, ein optimales Umfeld für den

Weg zum Profi im Bereich eSport zu bieten.

Mit diversen ersten und zweiten Plätzen

kann der Ulmer Verein auch einige

Erfolge vorweisen. Jüngst holte sich Vereinsmitglied

Robin Koppenhöhl den ersten

Platz in der Fupa FIFA-Liga. Das soll

natürlich nicht alles sein.

Neben dem Ausbau des Vereins

und der Förderung des

Themas eSport in der Region,

steht weiterhin die Verbesserung

der Spieler im

Vordergrund. „Unser Ziel

ist es, dass sich unsere Spieler

weiterentwickeln und

selbst zu den Top-Spielern

gehören. In Zukunft sollen sie den Sprung

zu Vereinen in der virtuellen Bundesliga

schaffen“, so die Vereinsvorstände.

KLEINE TIPPS

ZUM LEVEL UP

Wenn man sich etwas vornimmt, ist es

oft hilfreich, die eigenen Ziele genau zu

formulieren. Idealerweise schreibt man

sie sich auf und platziert sie an einem Ort,

an dem man mindestens einmal am Tag

mit ihnen konfrontiert wird. Man sollte

immer daran denken, dass sich Dinge

FUN FACT:

Beim eSport-Turnier

„The International“ lag

der Preispool 2020 bei

40.000.000 US-Dollar.

nur Stück für Stück ändern lassen. Daher

ist es meist besser, sich kleine Ziele zu

stecken. Auch Teilerfolge sind Erfolge.

Statt des groß angelegten Workouts fünfmal

die Woche, kann es für den Beginn

schon ausreichen, täglich

fünf Minuten Gymnastik

zu machen, die Treppe statt

des Aufzugs zu nehmen

oder für Kurzstrecken das

Fahrrad zu nehmen. Wer

sich weiterbilden möchte,

kann zum Beispiel die App

„Blinkist“ nutzen. Hier

wird Fachliteratur in Kurztexten

zusammengefasst, welche man in

rund 15 Minuten durchlesen kann. Die

Ernährung muss nicht radikal umgestellt

werden. Es reicht für den Anfang schon

aus, nicht jeden Tag Fleisch zu essen, ab

und zu auf Zucker zu verzichten und sich

mit dem Thema Ernährung bewusster

auseinanderzusetzen. Das sind alles

Kleinigkeiten, die dazu führen können,

dass man sich wohler fühlt, die sich aber

bequem in den Alltag integrieren lassen.

Frei nach dem Motto: „Marathon statt

Sprint.“

Text: Dominik Schele

DAS TISCHTENNIS

1. BUNDESLIGA TTC NEU-ULM

© Uli Schlieper #LETSPLAYtt

19


STADT

GESCHICHTEN

BESUCH IM ASHRAM

BEWUSST LEBEN

Um sich selbst oder das eigene Leben zu „verbessern“, gibt es viele Möglichkeiten.

Neben Sport, Ernährung oder Weiterbildung kann für viele auch ein „Level Up“ im

spirituellen Bereich von Interesse sein. Eine Anlaufstelle können Ashrams sein – wie der

Sri Durgamayi Ma Ashram in Ulm. Zu Besuch bei Ramrani Mans und Hari Har Wolfer.

Der Affengott Hanuman spielt im Ulmer Ashramhaus eine wichtige Rolle.

Das „orangene Haus“ in der Ulmer Oststadt beherbergt den Ashram.

FRIZZ: Was ist ein Ashram

und was sind die Aufgaben

eines Ashram?

Ein Ashram ist in Indien

traditionell ein Ort, an dem

Menschen einem spirituellen

Meister begegnen

können und er bietet allen

Menschen auch einen geschützten

Raum der Besinnung,

um sich innerlich mit

einem höheren Sein zu verbinden.

Damit können diese

menschlichen Fähigkeiten

in uns wieder wachgerufen

werden, die in unserer heutigen

Welt scheinbar so wenig

Beachtung finden und

doch so sehr benötigt werden

– zum Beispiel die Geduld,

die Hingabe, die Vergebung

und die größte Fähigkeit des

Menschen: Bedingungslos

lieben zu können. 1997 gründeten

Schüler von Sri Durgamayi

Ma den Ashram e.V. und

konnten zwei Jahre später

den Ashram Brindavon, das

„orangene Haus” am Ulmer

Ostplatz, eröffnen.

Was sind die Hauptpraktiken

im Bhakti Yoga?

Zunächst einmal bedeutet

„Bhakti Yoga” die liebende

Hingabe an ein Höheres Sein,

das sich für einen spirituellen

Schüler auch in der Form

seines Guru manifestieren

kann. Um in dieses höhere

Bewusstsein – das jenseits

unseres Alltags-Bewusstseins

liegt – zu gelangen, vermittelt

der spirituelle Lehrer

seinen Schülerinnen und

Schülern eine Praxis, die es

zu üben gilt und die sich seit

tausenden von Jahren beson-

ders auf dem indischen Subkontinent

entwickelt hat. Die

wesentliche Praxis im Bhakti

Yoga besteht aus Meditation

und dem Singen von Kirtan.

Darüber hinaus können sich

die Schüler aber auch darum

bemühen, im Alltag eine

Achtsamkeit zu entwickeln,

welche es ermöglicht, jedwede

Tätigkeit als Übung zu

verwenden und sich an das

Höhere Bewusstsein zu erinnern.

Diese spirituelle Praxis

ist das sogenannte „Karma

Yoga”, in der ein spiritueller

Schüler lernt, den Früchten

des eigenen Handelns zu entsagen.

Wer besucht denn den

Ulmer Ashram?

Wir haben im Moment natürlich

aufgrund der Corona-

Pandemie noch geschlossen.

Sonst ist der Ashram für alle

Menschen geöffnet, die kommen

möchten, aus welchen

Gründen auch immer. Viele

Menschen, die Sri Durgamayi

Ma um Schülerschaft

gebeten haben, kommen regelmäßig

in den Ashram, um

ihr dort zu begegnen und

bilden eine Art Fundament,

denn sie sind es, die den Ashram

auch durch Spenden

und viel Freiwilligenarbeit

aufgebaut haben und am Leben

erhalten. Immer wieder

kommen auch Besucher aus

Indien in die Tempel des Ashram

und ebenso Menschen,

die Sri Neem Karoli Baba

– Mataji’s Guru – verehren.

Er ist sehr vielen durch den

erfolgreichen Kirtan-Sänger

„Krishna Das“ und den erst

20


„Die Liebe ist die einzige Kraft,

die die Welt in uns und um uns

herum überdauert. Und alles

Handeln, das aus ihr entspringt,

ist für die Ewigkeit, das heißt

für alle Menschen.” Sri Durgamayi Ma

Vor Corona gab es regelmäßige Meditationstreffen im Ashram Brindavon.

Zum Hanuman-Jayanti-Fest wird mit Blumen festlich geschmückt. | Fotos: privat

kürzlich verstorbenen spirituellen

Lehrer Ram Dass bekannt.

Wie können wir zu einem

bewussteren Sein finden?

Sri Durgamayi Ma sagt: „Das

Handeln bestimmt das Sein“.

Das bedeutet: „So, wie wir

handeln, so sind wir – es ist

also wichtig, wie wir etwas

tun und nicht so sehr, was

wir tun.“ Diese innere Achtsamkeit

zu entwickeln ist

mitten im Alltag möglich.

Wir können das, was gerade

zu tun ist, herzlos und

unachtsam erledigen, oder

eben liebevoll und mit ganzer

Achtsamkeit. Diese Art

des Handelns bringt inneren

Frieden. Übrigens liegt deshalb

der Ashram selbst auch

mitten in der Stadt und ist

für alle gut erreichbar. Denn

ein spiritueller Weg kann so

mitten im Alltag, mitten im

Leben geübt werden.

Welche Möglichkeiten der

Zusammenkunft gibt es?

Zuallererst ist der Ashram

Brindavon ein Ort, an dem Sri

Durgamayi Ma lehrt, an dem

Menschen ihr begegnen und

ihren Darshan empfangen

können. Jetzt, während der

Corona-Pandemie, ist es natürlich

nicht möglich zusammenzukommen.

Der Ashram

überträgt deshalb seit

dem Frühjahr regelmäßig

Livestreams der Aarti (traditionelle

indische Lichtzeremonie),

des Kirtansingens

(Singen der vielfältigen Namen

Gottes, bei dem ein Vorsänger

singt und die Gruppe

antwortet), des Hanuman-

Chalisa-Singens und der

Herzchakra-Meditation – auf

diese Weise kann der Ashram

zumindest virtuell geöffnet

bleiben.

Wie kann man sich mit dem

Ashram Brindavon verbinden?

Wer mehr über den Ashram

wissen möchte, findet

auf der Webseite ashram.de

Informationen und Neuigkeiten.

Dort gibt es auch einen

Blog, in dem regelmäßig

neue Posts erscheinen. Eine

weitere Möglichkeit ist, dem

Ashram auf Facebook zu folgen,

ebenso gibt es einen You-

Tube-Kanal. Im vergangenen

Jahr konnte der Ashram ein

neues, sehr schönes und größeres

Gebäude in Neu-Ulm

erwerben, da das Ashramhaus

Brindavon für die vielen

Besucher zu klein geworden

ist. Der neue Ashram – das

Sri Neem Karoli Baba Mandir

– befindet sich noch im Umbau.

Mit seiner Eröffnung in

einigen Monaten werden hoffentlich

auch öffentliche Veranstaltungen

wieder möglich

sein.

Warum ist Meditation so

wichtig?

Je rastloser wir uns fühlen,

desto wichtiger kann Meditation

für uns werden, um einmal

innezuhalten. Meditation

ist ein Weg, den Moment,

so wie er ist, wahrzunehmen.

Zur Zeit gibt es immer donnerstagabends

im Ashram

eine angeleitete Online-Meditation

per Livestream.

21


STADT

GESCHICHTEN

auf die Insel Lanka. Dort

findet er einen Weg, um Sita

wieder mit Ram zu vereinen.

Die ganze Geschichte und ihr

tiefer Hintergrund ist nachzulesen

in dem Buch „Hanuman

Sohn des Windes”, das

im MaSutra Verlag des Ashram

2018 mit einem Vorwort

von Sri Durgamayi Ma neu

herausgegeben wurde.

Was ist das Besondere an

den Göttern?

Wenn auch manchmal abweichend

von der allgemeinen

Vorstellung hinduistisch

gläubiger Menschen, erinnert

uns Sri Durgamayi Ma

immer wieder daran, dass

die Gottheiten des indischen

Pantheon niemals irgendwelche

Instanzen außerhalb

unserer Selbst sind. Sie stehen

für Kräfte und Fähigkeiten,

die bereits in uns Menschen

liegen – jede Gottheit

für eine andere Kraft. Diese

Kräfte können auch nur von

jedem Menschen selbst in

sich wachgerufen werden.

Wie kann man in der derzeitigen

Situation mit

Lockdown und persönlichen

Ängsten einen Weg

zurück zum Ich finden?

Sri Durgamayi Ma erinnert

uns immer wieder an

die Tatsache, dass niemand

weiß, was morgen sein wird.

Die derzeitige Situation in

unserer Welt zeigt dies in

einem für viele noch nie dagewesenen

Ausmaß und

konfrontiert uns mit dem eigenen

– letztlich ganz natürlichen

„Nicht-Wissen“. Wir

wissen nicht, was auch nur

der nächste Tag bringen mag.

Ein spirituell suchender

Mensch kann jedoch lernen,

eine solch dunkle Zeit – wie

sie jetzt in der Corona-Pandemie

herrscht – als Möglichkeit

wahrzunehmen,

sich verstärkt dem inneren

Wachstum zuzuwenden und

dabei auch entdecken, dass

eine schwierige äußere Situation

einen direkteren Zugang

zu sich selbst ermöglichen

kann.

Der bekannte Yogameister Sri Neem Karoli Baba ist der Guru der Gründerin des

U lmer Ashrams, Sri Durgamayi Ma. | Foto: privat

Was ist das Hanuman-

Singen, das Sie im Ashram

Brindavon veranstalten?

Die Hanuman Chalisa ist

ein Lobgesang in 40 Versen

auf Hanuman, eine göttliche

Manifestation in Form eines

Affen – eine tragende Figur

im indischen Epos „Ramayana”.

Sri Durgamayi Ma

sagt: Hanuman steht für eine

Kraft, die im Herzen der

Menschen lebt – die Kraft

der bedingungslosen Liebe

und Hingabe. Wenn wir zu

Hanuman singen, wenden

wir uns dieser Kraft zu und

können sie so in uns wachrufen.

Hanuman wird in Indien

auch als das Gewissen

verehrt und als Mittler zwischen

Mensch und dem Göttlichen.

Lässt sich die Geschichte

von Hanuman in ein paar

Sätzen erzählen?

Die Geschichte über Hanuman

entstammt dem Ramayana,

einer alten, heiligen

Erzählung Indiens über den

Weg des Menschen zurück

zu seinem Wahren Selbst.

Hanuman steht für die Kraft

des Menschen, über sich

selbst hinauszuwachsen –

um in das Höhere Sein zu

gelangen. Sita verkörpert die

individuelle Seele. Sie wird

entführt und von Ram – ihrem

göttlichen Ursprung –

getrennt. Gefangen in einer

Welt der Gier, verkörpert

durch den Dämonenkönig

Ravana, gerät Sita in große

Verzweiflung. Hanuman

kommt Sita im Auftrag Rams

im letzten Augenblick zu Hilfe.

Durch seine bedingungslose

Hingabe und Furchtlosigkeit

schafft Hanuman das

unvorstellbare und springt

in einem großen Sprung über

das Meer (der Unwissenheit)

Text: Julia Haaga

„Ich kenne wenige spirituelle

Übungen, die uns so direkt

mit dem Herzen verbinden

wie das Singen.” Sri Durgamayi Ma

Auch einen Buddha-Tempel gibt es im Ulmer Ashram Brindavon. | Foto: privat

22


FASNETZEIT

IST

MASKENZEIT

BLEIBT GESUND!

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23


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

AUSBILDUNG

DUALES STUDIUM

Wer mit einer Ausbildung beginnt, legt auch direkt los mit dem Geldverdienen.

Foto: Archiv

Im Studium lernt man meist zahlreiche unterschiedliche Menschen kennen.

Foto: Hochschule Neu-Ulm

24

Das Ende der Schullaufbahn ist in Sicht

und viele fragen sich: „Was jetzt? Ausbildung,

Studium oder eine Kombination

aus beidem?“ Diese Frage sollte man sich

zeitnah stellen, sich direkt informieren

und sich mit Vor- und Nachteilen auseinandersetzen.

Wichtig ist, dass man

hinter seiner Entscheidung steht, da ansonsten

unnötig Zeit vergeudet wird.

Was für eine Ausbildung spricht

Die Vorteile einer betrieblichen Ausbildung

sind vielfältig. Entscheidet man

sich dafür, sich ausbilden zu lassen, liegen

buchstäblich zwei bis dreieinhalb

lehrreiche Jahre vor einem. Man steigt

direkt ins Berufsleben ein und verdient

auch sofort Geld. Außerdem sammelt

man früh Erfahrung und die Perspektiven

sind gut. Fachkräfte werden auch

künftig händeringend gesucht. Ein

Punkt, der auch beachtet werden sollte,

ist die Möglichkeit direkt vom Lehrbetrieb

übernommen zu werden oder ein

Studium zu beginnen. Ferner kann man

sich nach der Ausbildung auch selbstständig

machen.

Eine Ausbildung ist sehr praxisnah. In

vielen Betrieben ist es zudem Usus verschiedene

Abteilungen zu durchlaufen

und dadurch das gesamte Unternehmen

kennenzulernen. Mit einer guten

und fundierten Ausbildung hat man

sowohl am deutschen als auch am in-

ternationalen Arbeitsmarkt gute Chancen.

Man muss zudem bedenken, dass

mit dem Ende einer Ausbildung noch

nicht Schluss sein muss. Fortbildungen,

Techniker- oder Meisterschule, aber

auch ein Studium sind Möglichkeiten

auch nach der Ausbildung noch „weiterzumachen.“

Was für ein Studium spricht

Natürlich gibt es auch für ein Studium

viele gute Argumente. Bei einem Studium

steigt man nicht direkt ins Berufsleben

ein, sondern kann sich gezielt auf

die berufliche Karriere vorbereiten.

Hierfür ist die passende und durchdachte

Auswahl des Studienfachs uner-


lässlich. Rechtzeitiges Informieren ist

dafür Pflicht. Ein „falsches“ Studium,

welches nicht beendet wird oder keinen

Spaß macht, ist alles andere als zielführend.

Studenten haben tendenziell mehr Freizeit

als Azubis. Oftmals ist allerdings ein

Nebenjob von Nöten, um das Studium

zu finanzieren. Hierbei gilt es zu beachten,

dass durch die Nebentätigkeit das

Studium nicht leidet. Während eines

Studiums lernt man im Normalfall viele

unterschiedliche Menschen kennen.

Dadurch ist es möglich, bereits erste

Netzwerke und Kontakte für das spätere

Berufsleben zu knüpfen. Ein Studium

bietet immer die Möglichkeit, ein

oder mehrere Semester im Ausland zu

verbringen. In den meisten Fällen kann

ein Studium mit der langfristig „besseren“

beruflichen Perspektive punkten.

Akademiker haben in Deutschland häufig

die besseren Aussichten auf gute bis

sehr gute Verdienstmöglichkeiten.

Was für ein duales Studium spricht

Das duale Studium verbindet das Studium

an einer Hochschule mit Ausbildungselementen

in einem Unternehmen.

Diese Variante erfreut sich in den

letzten Jahren deutschlandweit immer

Frühzeitig bewerben ist Pflicht. | Bild: Dominik Schele

größerer Beliebtheit, da hier Theorie

und Praxis wirkungsvoll ineinandergreifen.

Man hat sozusagen das Beste

aus beiden Welten.

In der Praxisphase lernt man im Betrieb

die Arbeit in den unterschiedlichen Abteilungen

kennen – wie ein Azubi. Während

in der Hochschule theoretische

Kenntnisse und Fähigkeiten gelehrt

werden.

Für viele mag die Frage: „Ausbildung

oder Studium“ nicht so leicht zu beant-

worten sein. Doch mittlerweile gibt es

sehr viele junge Menschen, die selbstbewusst:

„beides“ antworten. Doch auch

wenn man sich für ein duales Studium

entscheidet, gilt: Sich vorab zu informieren

ist elementar! Es darf dabei nicht

vergessen werden, dass man sich nun an

zwei Stellen wenden muss. Zum einen

an die Hochschule und zum anderen

an ein Unternehmen. Da duale Studienplätze

beliebt und auch nur begrenzt

vorhanden sind, heißt es schnell sein.

Schule,

fertig, los?

Hier bist du richtig.

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Bachelor of Arts (B.A.)*

* Voraussetzung hierfür ist Fachhochschulreife oder Abitur

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25


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

INFORMIEREN!

ABER WIE?

Wer absolut keine Ahnung hat, was er oder sie beruflich machen

möchte oder mit der Bewerbung einfach nicht vorankommt,

muss nicht verzagen – geeignete Unterstützung ist

nicht weit. Klar, das Internet ist voll mit Tipps, Tricks und

Anleitungen für die Jobsuche und die Bewerbung. Allerdings

kann man da schnell den Überblick verlieren und viel hilft

auch nicht immer viel. Wie wäre es stattdessen mit einer richtigen

und vor allem persönlichen Beratung?

IHK Ulm

Die Industrie- und Handelskammer steht für Hunderte Firmen

in der Region. Und viele von ihnen suchen Nachwuchs.

Die IHK weiß genau, welche Ausbildungsberufe die Firmen

anbieten. Dazu berät sie auf Wunsch auch ganz individuell,

zum Beispiel mit einem Persönlichkeitstest. Den kann man

ganz in Ruhe online machen. Die Auswertung erfolgt dann

aber im persönlichen Gespräch. Wer sich also für einen kaufmännischen,

technischen oder Dienstleistungsberuf oder eine

Lehrstelle in einem Industriebetrieb interessiert, sollte bei der

IHK Ulm vorbeischauen.

400chancen.de

Handwerkskammer/Kreishandwerkerschaft

Handwerk hat goldenen Boden. Ein Beispiel: Der aktuelle

Bauboom führt zu einem Personalengpass. Viele Handwerksbetriebe

suchen händeringend nach Auszubildenden. Egal, ob

Maurer, Zimmerer oder Dachdecker – auch nach der Ausbildung

ist man mit diesen Berufen gefragt. Sowohl die Handwerkskammer

als auch die Kreishandwerkerschaft haben also

ein großes Interesse daran, Jugendliche und Betriebe zueinander

zu bringen.

Kreishandwerkerschaft Ulm

Schillerstr. 18

89077 Ulm

Tel: 0731 140 300

Handwerkskammer Ulm

Olgastraße 72

89073 Ulm

Tel 0731 142 50

Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit hat eine eigene Task Force für Jugendliche,

die in die Ausbildung wechseln. Cornelia Meindl-Schäfer

macht diesen Job schon viele Jahre: „Bei einem persönlichen

Gespräch stellt sich meist schnell heraus, wo man ansetzen

kann. Oft reicht es, die Bewerbung zu überarbeiten. Manchmal

helfen wir auch mit unseren Kontakten weiter.“ Die Berufsberater

arbeiten oft mit der IHK und der Handwerkskammer

Hand in Hand, um Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen.

Kostenlose Beratung unter

0800 4 5555 00

arbeitsagentur.de

Berufsinformationszentrum

Wichernstr. 5

89073 Ulm

Wir suchen Dich!

Bewirb Dich jetzt auf unsere

offenen Ausbildungsstellen:

Fachkraft für Lagerlogistik

Verfahrenstechnologe /-in

Mühlen- und Getreidewirtschaft

Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Kaufmann / Kauffrau für

Marketingkommunikation

Weitere Informationen erhältst

Du auf unserer Homepage.

Mach dich vom Acker und komm in die Mühle.

26

SchapfenMühle GmbH & Co. KG | 89081 Ulm-Jungingen | Tel.: 0731 96746 - 40 | personal@schapfenmuehle.de

www.schapfenmuehle.de


ALLES DREHT SICH

NUR UMS GELD…

Das Azubi-Gehalt reicht hinten und vorne nicht? In der Mensa gibt’s täglich nur ein trockenes Brötchen? Ein

neuer Laptop für‘s Zoom-Meeting muss her? So geht es vielen, doch das muss nicht sein. Hier sind einige

Tipps für den Azubi- bzw. Studi-Geldbeutel.




BAföG oder BAB

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) regelt, welche

Auszubildenden, Schüler und Studenten vom Staat gefördert

werden. An das Geld sind teilweise Auflagen geknüpft. Es

kommt zum Beispiel darauf an, wie viel deine Eltern verdienen

und wie viele Geschwister du hast. Außerdem wird berücksichtigt,

ob du noch zu Hause wohnen bleiben kannst oder ob

du für Studium und Lehre in eine andere Stadt ziehen musst.

Bis zu 670 Euro gibt es monatlich. Studenten müssen vor ihrem

30. Geburtstag mit dem Studium begonnen haben und die

Regelstudienzeit einhalten. Außerdem müssen sie regelmäßig

Nachweise über ihre Leistungen erbringen. Das Geld gibt es

übrigens nicht komplett „umsonst“. Denn nur die Hälfte der

Förderung ist ein Zuschuss, die andere Hälfte ist ein zinsloses

Darlehen und muss später zurückbezahlt werden. Übrigens

kann man auch als BAföG-Empfänger einen Minijob mit bis

zu 450 Euro monatlich ausüben. Auszubildende können BAB

beantragen – vor allem, wenn sie für ihre Ausbildung von zu

Hause ausziehen müssen.

Nebenjob

Auch wenn das Studium viel Zeit kostet, ein paar Stunden in

der Woche fürs Jobben aufzubringen, dürfte bei den meisten

durchaus drin sein. Gerade Uni-Städte bieten eine Vielzahl

an Möglichkeiten: Studentische Hilfskräfte an Unis werden

immer wieder gesucht. Auch wenn die aktuelle Lage Jobs in

Kneipen und Lokalen nicht wirklich zulässt, sollte man sie im

Hinterkopf behalten. Eine Alternative kann das Jobben an der

Supermarktkasse sein. Insbesondere abends und am Wochenende

findet man hier so manchen Studenten. Wer in einem

Fach besonders gut ist, kann Nachhilfe geben. Wer sich während

des Studiums nicht von einem Nebenjob ablenken lassen

will, kann sich auch einen befristeten Vollzeit-Job in den Semesterferien

suchen. Auch Azubis können sich einen Nebenjob

suchen. Allerdings gelten für Minderjährige strenge Regeln

zum Arbeitsschutz. Am besten klärt man einen Nebenjob mit

dem Arbeitgeber ab.

Stipendien

In Deutschland gibt es verschiedene Stiftungen, bei denen

man sich für ein Stipendium bewerben kann. Rund 14.000 Studenten

in Deutschland haben derzeit ein solches Stipendium.

Meist ist es ein sehr hoher Bewerbungsaufwand, bis man in

eins der Programme kommt. Dafür müssen Stipendien nicht

zurückgezahlt werden. Und im Gegensatz zur landläufigen

Meinung muss man auch nicht hochbegabt sein. Teilweise ist

gesellschaftliches Engagement gern gesehen, es kommt jeweils

auf den Stiftungszweck an. Online gibt es mehrere Datenbanken,

empfehlenswert ist die offizielle des Bildungsministerums:

stipendienlotse.de

Kindergeld

Auszubildenden und Studenten unter 26 Jahren steht Kindergeld

zu, 219 Euro bzw. etwas mehr, wenn man zwei oder mehr

Geschwister hat. Wer nicht mehr zu Hause wohnt, sollte seine

Eltern bitten, das Geld weiterzuleiten. Weigern sich die Eltern,

kann man bei der Familienkasse auch beantragen, das Geld direkt

aufs eigene Konto zu überweisen.

Studienkredit

„Normale“ Kredite sind für Studenten und Azubis nicht zu

empfehlen. Ihnen fehlen schlicht die Sicherheiten, die Banken

verlangen. Viele Kreditinstitute bieten aber spezielle „Studienkredite“

mit verhältnismäßig günstigen Zinsen an, so auch die

staatlichen Förderbanken wie die KfW. Die Auszahlung erfolgt

im Gegensatz zu anderen Krediten meist monatlich. Der Haken

an der Sache ist natürlich, dass du den Kredit über kurz

oder lang zurückzahlen musst. Auch wenn du nach dem Studium

nicht gleich einen Job findest oder länger fürs Studium

brauchst.

Illustrationen: pch.vector/Freepik






27


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

ONLINE BEWERBEN,

ABER WIE?

Die gute alte Bewerbungsmappe gibt es zwar noch, aber Online-Bewerbungen sind

heute bei den meisten Unternehmen die Regel. Im ersten Moment mag sich das Bewerben

via Internet einfacher anhören, doch auch hier gibt es Fehlerquellen.

Sorgfalt walten lassen

In Mails, Foren oder auf Social Media nimmt man es mit der

Rechtschreibung und Grammatik oft nicht ganz so genau. Bei

einer Bewerbung kann dies ganz schnell das Aus bedeuten. Es

führt kein Weg drum rum: Eine Online-Bewerbung sollte ebenso

sorgfältig angelegt werden wie die gedruckte Bewerbungsmappe.

Ein aktiviertes Korrekturprogramm hilft bei der Rechtschreibung

und oft auch bei der Grammatik. Die Bewerbung

sollte zum Schluss auch nochmal von jemandem gegengelesen

werden – das ist Gold wert!

Die richtige E-Mail-Adresse

Fortnite.Rul0r@xy.de ist keine seriöse E-Mail-Adresse und

sollte unter keinen Umständen in einer Bewerbung auftauchen.

Man sollte sich immer die Mühe machen eine seriöse

Kontaktadresse mit Vorname.Nachname@xy.de oder auch

Nachname.Vorname@xy.de anzulegen. Übrigens gilt das nicht

nur für Bewerbungen.

Was kommt in die Betreffzeile?

„Ich bewerbe mich“ oder „Meine Bewerbung“ … wenn dies alles

ist, was in der Betreffzeile steht, kann davon ausgegangen

werden, dass der Personaler beim Lesen die Augen verdreht

und im schlimmsten Falle direkt abschaltet. Aus dem Betreff

soll immer auf den ersten Blick direkt ersichtlich sein, worum

es in der Mail konkret geht.

Also zum Beispiel „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als

medizinisch-technische Assistentin“, „Meine Bewerbung auf

Ihre Stellenausschreibung mit der Nummer xy“ oder „… auf

dem Portal xy“.

Anhang oder Anhänge?

Personaler bekommen in der Regel zahlreiche Bewerbungen

und haben kaum Zeit sich durch einzelne Dokumente zu wühlen.

Daher sollten alle Unterlagen zu einem PDF mit einer

Größe von maximal 3 MB zusammengefasst werden.

Wohin mit dem Anschreiben?

Auch zu einer Online-Bewerbung gehört selbstverständlich

ein Anschreiben. Es sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite

sein. Wichtig: Das Anschreiben gehört nicht in den Anhang

der Bewerbungsmail,

sondern direkt in

das Textfenster der

E-Mail. So kann sich

der Personaler, ohne

den Anhang öffnen zu

müssen, gleich einen

ersten Eindruck von

euch verschaffen.

Immer der Reihe nach

Die Reihenfolge der Unterlagen unterscheidet sich bei der

Online-Bewerbung nicht von der in einer klassischen Bewerbungsmappe.

Anschreiben, Deckblatt, Lebenslauf und am Ende

Anlagen, wie Zeugnisse und Zertifikate.

28

Welches Zeugnis

Nicht nur aufgrund der Dateigröße sollte man überlegen, welche

Anlagen man an die Bewerbung anfügt. Wichtig ist das

Zeugnis des höchsten Schulabschlusses. Falls man bereits ein

Arbeitszeugnis vorlegen kann, sollte man das tun, sofern es

nicht älter als zehn Jahre ist. Bei Zertifikaten sollte darauf geachtet

werden, dass diese nur was in der Bewerbung zu suchen

haben, wenn sie für den neuen Job relevant sind.

Illustrationen: pch.vector/Freepik


EIN BISSCHEN ANDERS

DURCH CORONA ...

Die Coronakrise macht auch vor Themen wie der Ausbildung nicht halt. Natürlich kann man sich trotzdem

für eine Ausbildung bewerben und sollte das auch tun. Es gibt aber ein paar Kleinigkeiten, die man

im Hinterkopf behalten sollte, wenn man sich aktuell um eine Ausbildung bemüht.

Face-to-Face mal anders

Viele Stellenanzeigen sind immer noch

nicht an die gegenwärtige Situation

angepasst, aber die klassischen Bewerbungsgespräche

entfallen aktuell in den

meisten Fällen. Das ist nur richtig, denn

in Zeiten von Online-Bewerbungen,

voranschreitender Digitalisierung und

Videointerviews, sind sie nicht mehr

erforderlich. Auch wenn Vorstellunggespräche

per Skype und Co. relativ

selbsterklärend sind, gibt es ein paar

Dinge, die beachtet werden sollten.

Auch in der digitalen Welt ist Zuspätkommen

ein No-Go, daher sollte man

sich immer – sofern möglich – einige

Minuten vor dem Gespräch in den Videocall

einwählen. Natürlich kann immer

mal was passieren, aber man sollte

dennoch darauf achten, dass der Empfang

gut ist bzw. die Internetleitung

ausreichend Power für den Call hat.

Zur Not muss das Videogespräch per

Smartphone und mobile Daten geführt

werden. Ebenfalls wichtig ist, einen

Puffer von mindestens einer halben

Stunde für den Termin einzuplanen.

Nicht, dass jemand kurz vor Ende ins

Zimmer platzt. Ein kleiner Tipp zum

Schluss: Ebenso wie bei einem klassischen

Bewerbungsgespräch sollte

man sich auch hier vernünftig und dem

Job entsprechend kleiden. Auch wenn

die Person auf der anderen Seite des

Bildschirms meist nur den Oberkörper

und Kopf sieht, macht es psychologisch

betrachtet Sinn, ein „komplettes Outfit“

zu tragen.

Bei Online-Bewerbungsgesprächen gibt es viel zu beachten.

Foto: Anna Shvets

MEHR BANDBREITE ALS DEIN INTERNET!

Wirtschaftswissenschaften

Betriebswirtschaft (B.A.), Wirtschaftsingenieurwesen (B.Eng.),

Wirtschaftsingenieurwesen/Logistik (B.Eng.), Wirtschaftspsychologie (B.Sc.)

Informationsmanagement

Game-Produktion und Management (B.A.), Information Management Automotive (B.Sc.),

Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (B.A.),

Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)

Gesundheitsmanagement

Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen (B.A.), Physician Assistant (B.Sc.),

Informationsmanagement im Gesundheitswesen (B.Sc.)

Finde dein Studium unter: hnu.de

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FRIZZ

KIDS

30

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei sein? Dann schreib eine E-Mail

an mag@swp.de mit dem Betreff „Kids Fragebogen“.

X

X

X

X

...ICH HABE GESCHWISTER

...ICH MALE GERNE

...ICH MACHE GERNE SPORT

...ICH LESE GERNE

...ICH TEILE GERNE

...ICH HÖRE GERNE MUSIK

...ICH PUZZLE GERNE

...ICH MAG AUSFLÜGE

...ICH PUTZE GERNE ZÄHNE

...ICH VERKLEIDE MICH GERNE

X X

X

X

Illustrationen S. 30-31: rawpixel.com / Freepik


Von Anfang an glücklich

KINDER

SCHMÖKERN

Kinder-Yoga zum

Aufwachen

Lorena Pajalunga | Anna Láng

ISBN: 978-3-7432-0885-8

ab 3 Jahren

14,00 Euro

Manchmal ist es schwierig, verschlafene Kinder morgens zu

motivieren. Guten-Morgen-Yoga unterstützt sie mit einfachen

Übungen dabei, aufzuwachen und ihre Energien zu bündeln.

Gleichzeitig wird das kindliche Selbstbewusstsein für die Herausforderungen

des Tages gestärkt. Ein schönes und inniges

Morgenritual für Eltern und Kinder!

In diesem Buch helfen 16 kinderleichte Übungen den Kleinen,

ein positives und entspanntes Körpergefühl zu entwickeln.

Einfache Posen mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie begleitende

Illustrationen sind ein lustiger Anreiz zum Mitmachen

und Ausprobieren für die ganze Familie.

DU HAST

LANGEWEILE?

Wir haben hier ein paar Tipps, wie du die

Zeit im Lockdown verbringen kannst:

Bastelvideos im Internet suchen und nachbasteln

ein Vogelhäuschen bauen

alte Familienfotos anschauen

vom Fenster aus Spaziergängern winken

Zimmer aufräumen (haha!)

Kartoffelstempel schnitzen und Bilder stempeln

Kostüme anziehen und Party machen

Kleidung im Batik-Stil selbst herstellen

Fotopuzzle gestalten, bestellen und puzzeln

Vögel beobachten und die Art bestimmen

Pudding kochen (und essen!)

Zaubertricks einstudieren

fürs Frühjahr ein Insektenhotel basteln

Handpuppen aus alten Socken basteln

Wissen für clevere Kids –

Lexikon

ISBN: 978-3-8310-3465-9

ab 8 Jahren

24,95 Euro

Theaterstück mit den Handpuppen aufführen

Bitte nichts davon ohne Einverständnis

eurer Eltern machen!

In diesem Lexikon findet man brandaktuelle Inhalte aus dem

Zeitgeschehen, ausführliche Texte und mehr als 2500 großformatige

Fotos zu allen schulrelevanten Themen. Ob Erdkunde,

Geschichte oder Naturwissenschaften – auf diesen 300

Seiten ist Wissen für Kinder mit Infokästen, Karten, Zeitleisten

und Statistiken kompetent und interessant aufbereitet.

Hallo! Das Buch der

zehn Freundlichkeiten

Hollis Kurman | Barroux

ISBN:978-3-579-07168-8

ab 3 Jahren

14,00 Euro

Freuen Sie sich auf:

- Individuelle Kundenbetreuung

- Babybekleidung ab Größe 44

- Kindermode bis Größe 104

- Große Spielwarenabteilung

- Vom Schnuller bis zum Kinderbett

- Autositze, Möbel, Reisebetten, Kinderwagen uvm.

H O P P A L A

Zähl von 1 bis 10 – es wird schon gehen!

Eine Familie muss vor Krieg und Elend fliehen, doch aus

größter Not wächst neue Hoffnung. Wie das geschieht, davon

erzählt dieses Kinderbuch. Es vermittelt schon den Kleinsten,

was möglich wird, wenn Menschen einander freundlich

begegnen. Und ganz nebenbei lernen sie noch bis 10 zu zählen!

Das Buch enthält außerdem vielen Zusatzhinweise zur

Flüchtlingsarbeit.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10.00 - 18.00 Uhr I Sa: 10.00 - 16.00 Uhr

Wegenerstr. 2 | 89231 Neu-Ulm | Tel. 0731 87400 | info@neher-hoppala.de | www.neher-hoppala.de

31


FRAGE?

ANTWORT!

LEVEL UP –

WORIN WILLST DU

BESSER WERDEN?

Es gibt zwei Sachen, die ich unbedingt

verbessern möchte. Die

erste ist vielleicht ein bisschen

langweilig, aber ich will meine

Wohnung entrümpeln und im

Zuge dessen verschönern. Das

gehe ich jetzt im Frühjahr an.

Mein großes Ziel ist aber ein anderes.

Ich bin riesiger Japan-Fan

und hab immer mal wieder damit

angefangen, japanisch zu lernen.

Mal mit einer App, mal mit einem

darauf ausgelegten Videospiel. Es

ist aber immer nur bei dem Versuch

geblieben. Für dieses Jahr

habe ich mir fest vorgenommen,

das Ganze richtig anzupacken.

Tatsächlich bin ich sogar schon

für einen Sprachkurs angemeldet.

Los geht’s im Februar. Es ist zwar

schade, dass es vorläufig nur online

mit Videokonferenzen möglich

ist, aber vielleicht ändert sich

das ja Richtung Sommer. Aktuell

bin total motiviert und kann’s

kaum erwarten, bis es losgeht und

ich mein Umfeld verrückt mache,

weil ich nur noch „Konichiwa“

zur Begrüßung sage.

Hintergründe S. 28-31: mons.design / Freepik

Martina, 41

aus Blaustein

„NUR NOCH

KONICHIWA ZUR

BEGRÜSSUNG.“

32

Foto: I. Radic


Mutiger sein! Das bedeutet auch,

häufiger den Kopf ausschalten

und auf das Herz hören. Gerade

was das Fliegen angeht, bin ich

ein richtiger Angsthase. Doch die

schönsten Flecken der Erde lassen

sich leider in den seltensten Fällen

mal eben schnell mit dem Auto,

Zug oder Schiff bereisen. Deshalb

meine Challenge: jedes Jahr eine

Flugstunde mehr! Die Rein-inden-Flieger-und-los-Schocktherapie

funktioniert dabei immer

besser. Ok, eine kurze Meditation,

gutes Zureden der Reisepartner

oder ein Sektchen vor dem Start

tun ihr Übriges. Neben ersten

Annäherungsversuchen per Kurzstrecke

von Stuttgart nach Berlin

oder dem Klassiker Mallorca,

gehört ein Dubai-Städtetrip zu

meinen bisherigen Highlights.

Sechseinhalb Stunden über den

Wolken! Aber es gibt noch viel

Luft nach oben, schließlich sind

die nächsten Ziele wie New York

oder Kuba schon gesteckt, sobald

ein Urlaub wieder unkompliziert

möglich ist. Auch wenn mir jedes

Mal beim Einsteigen ins Flugzeug

das Herz bis zum Hals schlägt, ist

das Reisen für mich die schönste

Art, den Horizont zu erweitern.

Das ist jeden Angstschweiß wert.

Und an alle Piloten da draußen:

Ja, ich bin die, die bei der Landung

aus vollem Herzen klatscht, weil

sie wieder sicheren Boden unter

den Füßen hat!

Anna, 33

aus Neu-Ulm

Foto: privat

„JEDES JAHR

EINE FLUGSTUNDE

MEHR“

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei

sein? Dann schreib uns deine

Antwort mit Bild bis zum

10.02.2021 an mag@swp.de

mit dem Betreff

„NACHGEFRAGT“.

Die nächste Frage:

Was musst du im Frühjahr

unbedingt tun?

33


LETZTE

SEITE

Es ist das letzte große „Level Up“ im Leben

eines jeden Menschen. Na gut, das

stimmt so nicht ganz. Das letzte große

Level Up ist vermutlich der Tod und nicht

jeder Mensch hat Bock auf das, was nun

folgt: Kinder. Man mag es sich vielleicht

schon denken. Ja, ich bin kein großer

Freund von Kindern. Kinder sind anstrengend.

Kinder sind schmutzig. Kinder

machen eklige Sachen. Kinder sind

ziemlich dumm. Kinder sind denkbar

schlechte Gesprächspartner. Kinder sind

langweilig. Kinder sind nervig. Kurzgesagt:

Kinder sind komplett unnötig. Da

mag der ein oder andere dagegenhalten

und Dinge sagen wie: Kinder sind unsere

Zukunft, Kinder gehören zum Leben

dazu oder mit Kindern ist Leben im Haus

(mit Schimmel übrigens auch!). Von mir

aus. Kein Problem. Ich hab da aber etwa

Null Prozent Interesse dran.

Kind im Herzen

Vermutlich rührt das daher, dass ich

selbst ein Kind bin. Ein Kind im Körper

eines etwas älteren Kindes. Zugegeben,

am Körper des älteren Kindes sind die

Zeichen der Zeit nicht spurlos vorbeigegangen.

Aber egal. Hier kommt nämlich

der Plot-Twist: Ich komme ganz hervorragend

mit Kindern klar. Kids lieben mich.

Warum? Ich rede mit Kindern und verhalte

mich ihnen gegenüber so, als wären

es normale Menschen. Ohne Duzi-Duzi-

Blödsinn und Konsorten. Anscheinend

kommt das bei den kleinen Ghulen ganz

gut an. Lasst es mich mal so formulieren:

Wäre mein Leben Fallout, dann wäre ich

der einzige, der die Special-Edition besäße,

in welcher man bereits von Anfang

an den Perk „Kind im Herzen“ hat.

Aber hast du nicht gerade gesagt, du

magst keine Kinder? Nicht ganz. Manchmal

sind sie ja ganz witzig. Ich bin einfach

insgesamt nicht der größte Fan von

Kindern, was hauptsächlich auf eigene

zutrifft. Sie würden mich dazu zwingen,

das Kindsein weitestgehend aufzugeben.

Jaja, Peter Pan lässt grüßen. Erzählt mir

was Neues. Aber mal ehrlich: Schau dir

„Hook“ an – was ist da aus dem guten Peter

geworden? Eben! Fremde Kinder bzw.

KLEINE

UNANSEHLICHE

MENSCHEN

Kinder von Freunden, Bekannten und

Verwandten. Ja, von mir aus. Die gehen

oftmals schon klar. Das Schöne an ihnen

ist nämlich, dass ich einfach gehen kann,

wenn sie mir zu sehr auf den Sack gehen.

Laissez-fairer Bullshit

Was mich generell an Kindern stört, sind

in sehr vielen Fällen nicht nur die Kinder

als solche, sondern ihre Eltern und das

Umfeld, welches sie für ihren Nachwuchs

schaffen. Helikopter-Eltern hier, laissezfairer

Bullshit bis zum Abwinken da. Ich

gehe raus und was seh‘ ich? Viel zu viele

kleine, verwöhnte Bengel, die mit drei

Jahren selbst entscheiden dürfen, ob das

nun in Ordnung war Djoveed-Pasquale

mit dem Eimer ins Gesicht zu schlagen,

während sie ihre Schutzhelme und wattierten

Ellbogenschoner zurechtrücken.

Kleine Rotzgören, die eine halbe Stunde

auf dem Supermarktboden liegen und

sich die Seele aus dem Leib brüllen, während

die – in Jack-Wolfskin-Vollmontur

dastehende – Mutter ruhig und ohne

erhobenen Zeigefinger erklärt, dass die

kleine Ciara-Perdita heute nur vier Überraschungseier

bekommt. Was ist da los?

Kleine unförmige Mutanten

Es gibt natürlich auch das ein oder andere,

was ich ganz okay an Kindern finde. Die

meisten, die sich in meinem Umfeld tummeln,

haben überraschend coole Spielsachen

und kein Problem damit, wenn ich

diese ausgiebig teste. Find‘ ich nett. Hinzu

kommt: Einige Kids sind in ihrer Unvollkommenheit

auch manchmal durchaus

witzig. Nicht im Sinne von „Mensch, das

war aber ein lustiger Gag“, sondern eher

im Sinne von „Haha, schau mal, der kann

nicht richtig laufen und jetzt ist der Idiot

komplett bescheuert aufs Maul gefallen.“

Das erheitert mich und ist dementsprechend

als positiv einzustufen.

Eine Sache fehlt noch: die Optik. Und

da sind wir uns hoffentlich alle einig.

Die meisten Babys – und ich lehne mich

hier nicht aus dem Fenster, wenn ich

sage: etwa 90 Prozent – sind unfassbar

hässlich. Es gibt Ausnahmen, bei denen

selbst ich sage, die sind wirklich süß. Aber

im Großen und Ganzen sind Neugeborene

(meist sogar bis zum Kindergartenalter)

sehr, sehr unansehnlich und haben relativ

wenig mit Menschen gemein. Sie wirken

eher wie kleine unförmige Mutanten, die

nur eine Mutter lieben kann. Aber darauf

kommt es ja auch an. Die Eltern sollen ihr

Kind lieben, normal mit ihm umgehen

und das wichtigste: mir damit nicht auf

die Nüsse gehen.

Dominik Schele

50

IMPRESSUM

FRIZZ, das monatliche Stadtmagazin,

Herausgeber:

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Tel: 0731 156-529

E-Mail: info@frizz-ulm.de

Internet: frizz-ulm.de

Verlagsleitung:

Stefan Schaumburg (verantwortlich),

Anschrift wie Verlag,

Yasmin Tan (Objektleitung)

Redaktionsleitung:

Stefanie Müller (verantwortlich),

Dominik Schele

SVH GmbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Gestaltung:

Tamara Saß

mediaservie ulm

Titelbild:

Marc Hörger

Datenschutz:

datenschutz@swp.de

Druck:

fec - druck+medien GmbH & Co. KG

Zeissstraße 8 • 89264 Weißenhorn

Redaktionsschluss: 10.02.2021

Anzeigenschluss: 05.02.2021

Erscheinung: 01.03.2021

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Mit unserem corona-konformen Messekonzept können Sie mit Abstand,

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Telefon: 0731 156 – 619

Samstag, 24.4.2021

ratiopharm arena, Neu-Ulm

Aus der Reihe „Next Step“

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