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Wohnbach im Festjahr 2021

Zahlen & Fakten

- Lage am nördlichen Rand der Wetterau

- seit Dezember 1970 Ortsteil von Wölfersheim

- 158 m über NN

- Gemarkungsfläche 891 ha

- davon 230 Wald

- Einwohnerzahl 1023

- davon 524 männlich

- und 499 weiblich

- Altersdurchschnitt 44,9 Jahre

- Deutsche Staatsbürgerschaft 959

- Ausländische Staatsbürgerschaft 64

- davon 34 EU-Bürger

1023

1023 Einwohner hat Wohnbach im Festjahr 2021

- evangelische Christen 559

- katholische Christen 126

- sonstigen Glaubens 338

- landwirtschaftliche Betriebe 15

- davon 3 hauptberuflich ansonsten nebenberuflich

- Betriebsgröße zwischen 5 und 150 ha

- fast ausschließlich Ackerbau

- nur 1 Betrieb mit Schafhaltung

230

230 ha Wald hat die Wohnbacher Gemarkung

- ansonsten keine nennenswerte Viehhaltung

(Quellen: Wikipedia, Gemeindeverwaltung Wölfersheim (07/2020), Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises (11/2020))


Vorwort

Vor über 3 Jahren wurde im Wohnbacher AKDE (Arbeitskreis Dorferneuerung) darüber diskutiert, dass Wohnbach bald 1250

Jahre alt wird. Es wurde bewusst, dass solch ein Fest früh vorbereitet werden muss und ein Verein „Wohnbacher Festjahr

2021 e.V.“ gegründet.

Diesem Verein traten viele Wohnbacher Bürger bei und es bildeten sich verschiedene Arbeitsgruppen zur Vorbereitung des

Festes. Innerhalb des Vorstandes des Vereins wurde diskutiert, ob wir eine Festschrift brauchen. Die Mehrheit der Mitglieder

des Vorstandes stimmte für die Herausgabe einer Festschrift. Es wurde eine „Arbeitsgruppe Festschrift“ ins Leben gerufen,

die auch während der Krise kontinuierlich an der Herausgabe der Festschrift gearbeitet hat.

Das vorliegende Ergebnis ist nicht nur der Arbeit eines Einzigen oder einiger Weniger zu verdanken, sondern vielen

Bewohnern unseres Dorfes, die sich durch Verfassen der Artikel, sei es zur Historie unseres Ortes oder zum Vereinsleben,

engagiert haben. So wie im gesamten Verein viele Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen sich regelmäßig getroffen

haben, tagte auch die AG Festschrift seit Anfang Mai 2019 in regelmäßigen Abständen und bereitete diese Schrift vor.

So sind wir heute, da viele Veranstaltungen wegen der Corona-Krise verschoben werden müssen, froh, dass wir zu Beginn

des Festjahres 2021 eine Festschrift herausbringen können.

1250 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passiert ist, in der die Menschen viel erlebt haben. Was ist davon wichtig, was ist

unwichtig?

In unserer Redaktionsgruppe zu dieser Festschrift gab es verschiedene Meinungen darüber und

letztlich mussten auch Kompromisse eingegangen werden. Wir einigten uns auf verschiedene

Themen, die während der oft emotional geführten Diskussionen immer wieder aufkamen.

Unter Berücksichtigung der Materialien der vorliegenden Festbücher zu vergangenen Jubiläums-Veranstaltungen der

Dorfvereine oder der 1200-Jahrfeier 1970 sollte eine sowohl informative, als auch emotionale und unterhaltsame Mischung

entstehen, die an die derzeitige Gedankenwelt und Lebenskultur angepasst ist und Momente der 1250-jährigen Wohnbacher

Geschichte beleuchtet.

Sicher hätte manch anderer ein anderes Thema beschrieben, sicher ist manches Datum in den Texten nicht eindeutig

wissenschaftlich untermauert. Aber das können wir akzeptieren, denn unsere Festschrift soll zwar Informationen vermitteln,

aber natürlich auch einen unterhaltsamen Anteil bieten und zur Diskussion anregen.

Schön wäre, wenn die Festschrift Ideengeber sein könnte für zukünftige Feste im schönsten Dorf der Welt – Wohnbach in

der Wetterau.

Wir wünschen viel Spaß beim Schmökern!

Das Redaktionsteam

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Corona und Jetzt?

Mit dem Ausbruch von Corona im Frühjahr 2020 wurde es notwendig, über das weitere Vorgehen bezüglich der Planung

und Durchführung unserer 1250-Jahrfeier grundlegend zu entscheiden. Der Vorstand war sich in einer Vorstandssitzung

einig, dass man eine Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Besucher der Veranstaltungen hat. So lange es keinen

Impfstoff oder kein wirksames Medikament gibt, sollte keine Veranstaltung stattfinden, bei der eine größere Anzahl von

Gästen in körperlicher Nähe beisammen sein würde. Auch wenn sich die Planung erst auf das Jahr 2021 bezieht, kann man

im Moment noch nicht wissen, wie sich die allgemeine Situation bis dahin entwickelt haben wird.

Deshalb beschloss der Vorstand, dass zwar weiterhin alles wie bisher durchgeplant wird, aber zum Beispiel Veranstaltungen

wie die „Akademische Feier“, das „Festwochenende“ oder der „Brunch im Kuhweg“ erst dann durchgeführt werden können,

wenn es die allgemeine Situation wieder zulässt. Der bisher festgeschriebene Zeitplan muss so leider einem nach hinten

offenem Kalender weichen. Andere Projekte wie z.B. die „Festschrift“, der geplante „Kalender“ oder die „Fotoausstellung“

können aber bei Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen planmäßig durchgeführt werden.

Die derzeitige Situation erfordert von uns allen Geduld. Aber gemeinsam werden wir auch das durchstehen, so wie Wohnbach

in seiner langen Geschichte schon so vieles durchgestanden hat.

Die Festbuch-Gruppe v.l.n.r.: Wolfgang Harmert, Christoph Rack, Norbert Mathes, Christel Eiser, Theo Bauer, Karina Stöckel,

Christiane Kammer, Timo Probst, Winfried Gramatte, Mareen Frömbgen, Renate Ludwig.

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Inhaltsverzeichnis

Grußworte Seite 7

Festprogramm 2021 Seite 16

Die Lebenslinie Wohnbachs Seite 18

Historisches in und um Wohnbach Seite 24

400 Jahre Wohnbacher Kirche Seite 60

Wohnbacher Vereine Seite 70

Literaturverzeichnis Seite 107

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Grußwort

Grußwort des Hessischen Ministerpräsidenten

Volker Bouffier zum 1250-jährigen Jubiläum des

Wölfersheimer Ortsteils Wohnbach

Allen Einwohnerinnen und Einwohnern von Wohnbach sende ich meine herzliche Gratulation anlässlich des Jubiläums

der ersten urkundlichen Erwähnung vor 1250 Jahren. Ich freue mich, dass die Menschen die Geschichte dieses heutigen

Ortsteils von Wölfersheim in einem Festbuch würdigen. Gedenktage wie dieser bieten dafür einen guten Anlass, denn wer

die Gegenwart verstehen und Verantwortung für die Zukunft übernehmen will, muss die Vergangenheit kennen.

Die 1250 Jahre, an die in Wohnbach erinnert werden können, waren voller historischer und gesellschaftlicher Umbrüche, die

erlebt oder auch erlitten wurden. Daher zeigt ein solcher Rückblick einmal mehr, wie unverzichtbar ein von gegenseitiger

Achtung und Mitmenschlichkeit geprägtes Zusammenleben ist und wie es in unserem Land seit nunmehr über sieben

Jahrzehnten besteht. Es ist auch die Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit, stabile Demokratie und

den Frieden in Europa.

Die Beschäftigung mit der Geschichte kann daher auch dazu beitragen, ein gutes Zusammenleben zu fördern und die

Verbundenheit mit der eigenen Heimat zu stärken. Mein Dank gilt allen, die dazu mit hohem persönlichen Einsatz in

Wohnbach, namentlich den Verein Wohnbacher Festjahr 2021, wie auch in anderen Gemeinden Hessens durch ihr

Engagement beitragen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Menschen auch weiterhin für ihre Gemeinde einsetzen und

füreinander da sind. Für die Zukunft sende ich dazu meine besten Wünsche.

Volker Bouffier,

Hessischer Ministerpräsident

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Grußwort

Grußwort von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid

für das Festbuch zur 1250-Jahrfeier von Wohnbach

Sehr geehrte Damen und Herren,

2017 habe ich in Berstadt die Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde zum 1200-jährigen Bestehen übergeben. Diese Marke haben

Sie schon vor geraumer Zeit erreicht und sind damit noch ein klein wenig älter als die anderen Wölfersheimer Ortsteile. Sie

sind hier gewissermaßen der Dienstälteste. Denn Wohnbach wurde ja bereits am 12. Juni 771 im Lorscher Codex – unweit

von Darmstadt – erstmals erwähnt.

Bei aller Unterschiedlichkeit, jährt sich Ihr Zusammenschluss zur Gemeinde Wölfersheim nun auch schon zum 50. Mal und

gerade in Zeiten der vielerorts stattfindenden Landflucht und des anhaltenden Wachstums des Rhein-Main-Gebiets spricht

vieles dafür, dass die damalige Entscheidung nicht ganz falsch war.

In unserem Regierungsbezirk, in Südhessen, leben heute über vier Millionen Menschen – Tendenz steigend. Die brauchen

nicht nur Arbeit, sondern auch Wohnraum und eine gute Infrastruktur – egal ob in der Stadt oder am Rande des Ballungsraums.

Ich kann Sie daher nur ermutigen, mit Ihren Nachbarn weiter aktiv zusammenzuarbeiten und Ihre Kommune attraktiv für

Menschen jeden Alters zu halten.

Sie können auf diese gewachsene Ortschaft und ihre Geschichte stolz sein. Was in Großstädten Mangelware ist, haben

Sie hier in Hülle und Fülle: viel Natur und eine attraktive Landschaft. Natürlich findet auch bei Ihnen eine stete Entwicklung

statt, aber letzten Endes entscheiden natürlich Sie hier souverän darüber, welchen Weg Ihre Kommune gehen soll. Hierbei

begleiten wir Sie gerne.

Zwischen dem Regierungspräsidium und der Gemeinde Wölfersheim gibt es zahlreiche Berührungspunkte. Ich erinnere

nur an die Gewässer-Renaturierung. Auch die Bürgerstiftung Wölfersheim wurde von meiner Behörde genehmigt und wird

seitdem von Darmstadt aus begleitet. Auch wenn wir als Land bzw. Kommune naturgemäß nicht immer einer Meinung sind,

haben wir doch – so denke ich – eine gute, konstruktive und insgesamt gute Zusammenarbeit.

Für die Zukunft wünsche ich dem Ortsteil Wohnbach alles nur erdenklich Gute! Zunächst aber wünsche ich Ihnen ein

erlebnisreiches Jahr und möglichst unbeschwerte Festtage mit einem vielseitigen Programm. Ich bin mir sicher, dass Ihr

Jubiläum – trotz Corona – dank der engagierten ehrenamtlichen Arbeit hier vor Ort ein voller Erfolg werden wird.

In diesem Sinne, herzlichst Ihre

Brigitte Lindscheid, Regierungspräsidentin

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Besuchen Sie uns auf Facebook und Homepage!


Grußwort

Grußwort von Landrat Jan Weckler

zur 1250-Jahrfeier von Wohnbach in der Wetterau

Liebe Wohnbacherinnen und Wohnbacher, liebe Leserinnen und Leser dieses Festbuches,

zum 1250. Jahrestag der ersten Erwähnung Wohnbachs möchte ich Ihnen meine herzlichen Grüße und besten Wünsche

übersenden.

Ich freue mich, dass so viele Menschen in Wohnbach an den Planungen, den Vorbereitungen und den Durchführungen der

1250-Jahrfeier mitmachen. Das ist ein echtes Zeichen der Verbundenheit und Identifikation mit dem Heimatdorf.

Wenn wir heute in einem Zeitraffer die Bilder der vergangenen 12 ½ Jahrhunderte an uns vorbeiziehen lassen, gäbe es viele

bewegende und tragische, herausragende und niederschmetternde Stationen. Von den Kriegen Karls des Großen über die

Kreuzzüge zur großen Pest, von der Blütezeit der Städte im Hochmittelalter, über den Dreißigjährigen Krieg bis zum Zeitalter

des Absolutismus, von den Napoleonischen Kriegen über die Reichsgründung bis hin zu zwei blutigen Weltkriegen. Stets

hat sich die große Politik auch im Leben der Menschen hier in Wohnbach niedergeschlagen. Es galt, Herausforderungen

anzunehmen, Widrigkeiten zu überstehen, sich den Problemen der Zeit zu stellen.

Eine 1250-Jahrfeier ist für eine Dorfgemeinschaft eine gute Gelegenheit, innezuhalten, den Blick zurückzuwerfen und sich

mit der eigenen Geschichte auseinan- derzusetzen. Gerade das Bewusstsein der eigenen Heimat kann uns auch die Kraft

geben, mit den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft fertig zu werden. Das Gefühl der Heimatverbundenheit

ist deshalb auch kein altmodischer Be- griff, sondern ein wichtiger Bezugspunkt in unserem Leben.

Seit der Gebietsreform 1972 gehört Wohnbach zur Großgemeinde Wölfersheim. Ihre Identität haben sich die Wohnbacher

aber in den letzten 1250 Jahren stets erhalten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten der 1250-Jahrfeier gutes Gelingen und den Festgästen schöne Festtage.

Herzlichst

Ihr

Jan Weckler,

Landrat

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Roland VOLP

Baumfällung

Heckenschnitt

61200 Wölfersheim 06036/ 51 44

Mobil: 0151 / 22 88 96 04

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Herzlichen Glückwunsch Wohnbach

zum 1250-jährigen Jubiläum!


Grußwort

Bürgermeister Eike See

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Wohnbacherinnen und Wohnbacher,

im Jahr 2021 feiert Wohnbach sein 1250-jähriges Jubiläum und das in einer ganz besonderen Zeit. Dieses Grußwort entstand

im September 2020. Aktuell steht sicher noch nicht fest, ob alle Veranstaltungen wie geplant realisiert werden können. Erste

Großveranstaltungen für das kommende Jahr wurden bereits abgesagt oder verlegt. Die meisten lokalen Feste können

derzeit nicht stattfinden. Die Corona-Pandemie hat unser gesellschaftliches Leben fest im Griff. Zum Beginn des Jahres 2020

hätte man sich etwas in dieser Art kaum vorstellen können. Wir leben in einer sich stetig wandelnden Zeit, die uns alle vor

Herausforderungen stellt.

Vor den verschiedensten Herausforderungen standen auch unsere Vorfahren. In den letzten 1250 Jahren gab es zahlreiche

Probleme und Schwierigkeiten, die die Menschen beschäftigten. Wenn die Geschichte uns eines lehrt, dann ist es, dass es

auch in und nach dieser schwierigen und dynamischen Zeit weitergeht. Die Wohnbacherinnen und Wohnbacher haben in

der Vergangenheit stets alle Herausforderungen angenommen, und ich bin mir sicher, dass sie dies auch künftig machen

werden. Dieses Buch wird Ihnen einen Einblick in die Wohnbacher Geschichte ermöglichen, und vielleicht finden sich darin

auch Beispiele für die Herausforderungen der Vergangenheit.

Gemeinsam arbeitet das Organisationsteam derzeit an den Planungen für das Festjahr und macht sich Gedanken, wie

man, trotz der schwierigen Umstände, ein würdiges Jubiläum feiern kann. Allen Verantwortlichen des Vereins „Wohnbacher

Festjahr 2021 e.V.“ möchte ich an dieser Stelle ein großes Lob und vor allem einen Dank aussprechen. Ein Ortsjubiläum kann

nur gelingen, wenn viele Menschen ehrenamtlich und über Vereinsgrenzen hinweg miteinander arbeiten. Die Vorbereitungen

verschlingen unzählige Stunden an Zeit, und niemand kann im Voraus sagen, wie die einzelnen Veranstaltungen

angenommen werden. Auch ohne Pandemie ist ein solches Festjahr schon eine Mammutaufgabe. Aus diesem Grund kann

man den Einsatz aller Verantwortlichen gar nicht hoch genug bewerten. Ganz ausdrücklich möchte ich mich auch für die

gute Zusammenarbeit zwischen dem Verein „Wohnbacher Festjahr 2021 e.V.“ und der Gemeinde Wölfersheim bedanken.

Ich wünsche Ihnen eine informative und spannende Lektüre und bin zuversichtlich, Ihnen auch viel Spaß beim Besuch der

Veranstaltungen zu wünschen.

Eike See,

Ihr Bürgermeister

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Grußwort

Liebe Wohnbacherinnen und Wohnbacher,

liebe Gäste!

Als gebürtiger und bekennender Wohnbacher – Wohnbach

am nördlichen Rand der Wetterau liegend ist mit eines der

ältesten Dörfer der Gegend – freue ich mich sehr, dass

es der Dorfgemeinschaft gelungen ist, die 1250-jährige

Erstnennung im Lorscher Codex gebührend zu feiern.

Genauso freut es mich, dieses Dorfjubiläum verknüpft zu

sehen mit dem 400-jährigen Bestehen unserer heutigen

Kirche, die nach nur einjähriger Bauzeit am Sonntag vor

Allerheiligen 1621 eingeweiht wurde. Das Feiern besonderer

Anlässe, hauptsächlich Jubiläen von kulturtragenden

Vereinen, ist den Wohnbachern schon immer geglückt

und erweckt in gemeinsamer Runde immer wieder schöne

Erinnerungen. Es wird beispielsweise gerne zurückgeblickt

auf das 100-jährige Bestehen von Gesangverein oder

Feuerwehr sowie der 1200-Jahrfeier vor 50 Jahren.

Gemeinsam haben wir es in vielen kleinen Schritten geschafft,

im Jubiläumsjahr ein für ein kleines Dorf wie Wohnbach

bemerkenswertes und anspruchsvolles Programm auf

die Beine zu stellen. Viele Veranstaltungen haben einen

bestimmten Bezug zu unserem Heimatort, wie zum Beispiel

das geplante Ballonglühen, das in Verbindung mit dem

Ballonstartplatz auf dem alten Sportplatz zu sehen ist, oder

der geplante Brunch im Kuhweg, ein in der Vergangenheit

wichtiger Weg vom Dorf in die südwestliche Gemarkung.

Wohnbach hat, wie alle anderen Orte hier in der Wetterau,

eine lange Geschichte durchlebt und seine dörfliche Kultur

wurde geprägt von seinen steinzeitlichen Ursprüngen, über

die Römer, die Reformation, den 30-jährigen Krieg, die Zeit

der absolutistischen Herrschaften, dem Ersten Weltkrieg,

dem Nationalsozialismus bis hin zur Aufnahme von mehr

als ein Viertel der Einwohnerzahl von Vertriebenen und

Heimatlosen nach dem letzten Weltkrieg.

Auch nach 75 Jahren erlebtem Frieden muss sich ein Ort

wie Wohnbach den stetigen Aufgaben des Wandels immer

wieder neu stellen, um seine Zukunft adäquat zu gestalten:

als Teil des politischen Gefüges einer Großgemeinde, als

Teil der Globalisierung, als Teil einer sich schnell ändernden

Bevölkerungsstruktur, als

Teil eines sich noch nicht

richtig gefundenen Europas,

als Teil einer sich merklich

veränderten Weltordnung.

Wir merken es täglich, die

Gegenwart ist kein stabiles

Gebilde, in dem man sich

selbstgefällig zurücklehnen

kann. Wir sehen das jedoch

als Herausforderung, so

wie das unsere Vorfahren

auch gesehen haben. Denn

nur durch einen gesunden

Optimismus und den Glauben,

die Gegenwart richtig zu

gestalten, lässt sich unsere Existenz nachhaltig festigen.

Die jahrhundertalte familiär geprägte Dorfstruktur ist

unwiederbringlich aufgebrochen. Da ist es manchmal doch

recht mühsam, lokale Eigenarten zu erhalten oder sogar zu

fördern und zu stärken. Umso wichtiger ist es, ein Fest zu

feiern, wie diese 1250-Jahrfeier, um den kleinen Geschichten

des Alltags in ungezwungener Atmosphäre ihren notwendig

wichtigen Platz zu geben und das Leben für einige Stunden

richtig zu genießen.

Waren es nach dem Krieg die Landwirtschaft, der Bergbau

und die ortseigene Forstwirtschaft, so ist es heute die

Vielfältigkeit und Verwobenheit von ländlich geprägtem

Leben, handwerklichem Gewerbe und aufstrebender

Industrie, die die Existenz der Wohnbacher Bürger in unserem

Wetterauer Umfeld, das stark mit der Rhein-Main-Region

verwoben ist, sichern. Da, wo Menschen sich wohlfühlen,

ist Heimat, wird gesagt. Ich fühle mich in Wohnbach wohl,

Wohnbach ist meine Heimat und ich bin immer wieder froh,

wenn ich den Wohnbacher Kirchturm sehe. Mit diesem

Gefühl im Herzen wünsche ich allen Wohnbachern und

unseren Gästen zur 1250-Jahrfeier ein wunderschönes und

unvergessliches Festjahr 2021.

Winfried Gramatte,

1. Vorsitzender Wohnbacher Festjahr 2021 e.V.

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Ursprünglich geplantes Festprogramm

Großer Chorabend mit der über den

Grenzen Hessens hinaus bekannten

A-Capella Formation „Barberpapas“

Alles rund um den Erdapfel auf dem

Wohnbacher Kartoffelfest

Wohnbacher Sommernacht mit

Ballonglühen!

Seifenkistenrennen im Wohnbacher

Ortskern

Tradition erleben bei dem Tag des

Handwerks in den historischen

Wohnbacher Höfen

Brunch im Kuhweg. Essen und Genießen

im Freien in idyllischer Atmosphäre

16

Festprogramm im Zeichen von COVID-19

Das Festprogramm wurde von Anfang an durch unsere Festprogramm-

Gruppe bestens geplant und tolle Veranstaltungen entwickelt. Jetzt,

Ende des Jahres 2020, müssen aufgrund der unsicheren Pandemie-Lage

größere Veranstaltungen, welche eine längere Vorlaufzeit benötigen

und während der Pandemie nicht wie geplant durchzuführen wären,

auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Aktuelle Infos rund um

das Festprogramm und das Wohnbacher Festjahr gibt es unter

www.1250-wohnbach.de oder Facebook/WohnbacherFestjahr2021.


2021

Festprogrammpunkte

-vorläufig-

• Startveranstaltung

• Festgottesdienst

• Akademische Feier

• Chorabend mit A-Capella

Großes Festwochende

• Grenzgang

• Fotoausstellung

Das Wohnbacher Festwochenende im und um das Festzelt: Große Zeltdisco

am Freitag, Die Heimatländer Partyband am Samstag, am Sonntag

traditioneller Festzug mit anschießender Feier mit der Band Sunbow im

Festzelt. Montags-Frühschoppen und Dorfolympiade mit den Wölfersheimer

Musikanten.

• Tag der Wohnbacher

• Festwochenede im Festzelt

mit Festzug

• Internationaler Kindertag

• Seifenkistenrennen

• Brunch im Kuhweg

• Ballon Glühen

• Handwerk in den Höfen

• Kartoffelfest

• Tag des offenen Denkmals

• Erntedank-/ Kürbisfest

• Lesungen mit Musik

• Tannenbaum Aufstellen

• Abschlussveranstaltung

17


Die Lebenslinie Wohnbachs

(1200 v.Chr. - 1772)

ca. 1200 Jahre v. Chr.

Bronzezeit

Ab ca. dem 12. Jahrhundert

gehört Wohnbach zu Solms

-Lich

1247 erste urkundliche

Erwähnung des „Arnsburger

Hofes“, damals

im Besitz derer von Glauburg,

ab 1310 Eigentum

des Klosters Arnsburg

791, Erstnennung von Bergheim

Villa Rustica, Römerzeit

ca. 80 n. Chr. bis 280 n. Chr.

Lorcher Kodex

12. Juli 771; Erstnennung von

Wohnbach-„Wanabach“.

Ab ca. 1534 ist Wohnbach

evangelisch

18

Christianisierung durch Bonifatius;

In Wohnbach wahrscheinlich hölzerne Kapelle


1630/1631

Einquartierung von durchziehenden

Truppen

1665 Erbauung des „Alten

Rathauses“

28. Juni 1772 schweres

Hagelunwetter sucht Wohnbach

heim; Geburtsstunde

des „Wohnbacher Hagelfeiertages“

Ab 1679 wechselt Wohnbach

mehrmals in kurzer

Zeit seine Besitzer z.B.

auch an den Landgrafen

von Hessen-Homburg

Am 26. April 1620 Grundsteinlegung

und zu Allerheiligen

1621 Einweihung

unserer heutigen Kirche

1738, Bau einer Wasserleitung

aus Buchenstämmen

von den

Münchgärten bis zum

Rathaus, um die Röhrenbrunnen

im Ort zu

speisen

ca. ab 1570 erster Schulunterricht

als Folge der

Reformation

Ab 1702 gehört Wohnbach

den Grafen zu Solms-Laubach

1735 Aufstand der

Wohnbacher gegen

den Grafen von

Solms-Laubach mit

Inhaftierung des

Wohnbacher Bürgermeisters

19


Die Lebenslinie Wohnbachs (1772 - Jetzt)

1749 bis 1806 Pferdehalterei

der Thurn und Taxis Postlinie

Fulda – Wetzlar

Seit 01. Oktober 1897 ist

Wohnbach an die Eisenbahnstrecke

Friedberg –

Hungen angebunden

1898 bis 2002 eigene

Posthalterei in Wohnbach

1837, Bau des derzeitigen

evangelischen Pfarrhauses.

1874 Gründung des Vorschußund

Kreditvereins

1915 erhält das

Pfarrhaus den

ersten elektrischen

Anschluss

im Ort

1892 Einweihung der neuen

zweiklassigen Schule

20

1857 Abbruch des Obertores

Seit 1912 hat Wohnbach eine eigene Wasserversorgung

mit eigener Brunnenanlage in den

Münchgärten


Von 1959 bis 1975 Braunkohletagebau

östlich von

Wohnbach

1963 Bau des neuen Rathauses

Gemeinde

Wölfersheim

2021 Wohnbach feiert 1250

Jahre Erstnennung im

Lorscher Codex

Ab 01. Januar 1971 verliert

Wohnbach im Rahmen der

Gebietsreform seine Selbstständigkeit

und wird Teil der

Großgemeinde Wölfersheim

1946 kommen ca. 250

Heimatvertriebene nach

Wohnbach

28. Mai 2018 letztes

schweres Unwetter entlädt

sich über Wohnbach

Besuch Hans Bär

06. Mai 2018

(siehe Seite 45)

Seit 1978 ist die Autobahn

A 45 in der Gemarkung

Wohnbach in Betrieb

1942 Deportation der

Wohnbacher Juden

29. März 2005 Wohnbach

als „Dolles Dorf“ des HR

(damals „AIDA – Aufbruch

in den Alltag“) im Fernsehen

21


100

95

75

25

5

0

22

Zur Krone 2020


Rechtsanwalt und Notar

§Matthias Rieß

KANZLEI AM RATHAUS

Hauptstraße 71 • 61200 Wölfersheim

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23


Die Römer in Wohnbach

In unserer Gegend gibt es viele Spuren, die an die Römer erinnern

Im Jahre 83 n. Chr. nahmen die Römer den größten Teil

der nördlichen Wetterau in Besitz und legten unter ihrem

damaligen Kaiser Domitian den durch Kastelle gesicherten

Limes an, zuerst als Grenzschneise, später bauten sie

ihn durch einen Wall, Graben und einen Palisadenzaun

als Grenzwall und Zollsperre aus. Da die Römer den

hervorragenden fruchtbaren Boden der Wetterau erkannten,

wurde sie eingegliedert und diente fortan dem Imperium

als Kornkammer. Es entwickelte sich eine römische

Kulturlandschaft.

In unserer Gegend gibt es viele Spuren, die noch an diese

Zeiten erinnern:

1. Die alten Römerstraßen

Eine der alten Römerstraßen kommt von Friedberg und zieht

durch das Wölfersheimer und Wohnbacher Feld in Richtung

Kastell Arnsburg bei Lich. Eine andere verläuft vom Kastell

Echzell kommend fast unmittelbar an der Westseite des

Dorfes vorbei und vereinigt sich zwischen Wohnbach und

Münzenberg mit der ersten. Durch die Flurbereinigung sind

Teile dieser Straße über die Jahrhunderte eingegangen.

Die Landstraße von Wohnbach nach Münzenberg bis zum

Waldeingang ist ein Rest dieser Römerstraße. Sie geht weiter

durch den Wald bis zur Gabelung mit der ersten. Es lässt

sich noch gut römischer Straßenbelag im Wald erkennen.

bisher keine archäologischen Ausgrabungen statt.

b) Villa Rustica „Auf dem Wolfsberg rechts“

Sie wurde bei Feldarbeiten im Jahre 1974 entdeckt und

im Zuge des Baus der Autobahn A 45 in den Jahren 1975-

1976 durch die Interessengemeinschaft Steinfurther

Bodendenkmalpfleger ergraben und untersucht. Es wurden

die Reste eines Gebäudes, eines Erdkellers und einer

Abfallgrube ausgegraben. Das römische Hofgut befand sich

hinter dem Birkenhof an der Straße in Richtung Wölfersheim.

c) Villa Rustica „Wahleburg“

Ein weiteres imposantes Hofgut wurde ebenfalls beim

Bau der A 45 1976 am Waldrand entdeckt. Nach der

Ausgrabung durch die Interessengemeinschaft Steinfurther

Bodendenkmalpfleger sollte sie sich als die besterhaltene

Villa Rustica aus der Römerzeit in der Wetterau herausstellen.

Die Mauern standen am Hang noch in einer Höhe bis 1,20

Metern. Ein Raum war mit einer Wandheizung ausgestattet.

Der Boden bestand aus einer intakten Betonplatte. Im

Nebenraum war noch eine Feuerstelle zu sehen. Vor dem

beheizten Raum wurde ein Keller entdeckt. Der Wandputz

des Kellers war noch immer erhalten. Dieser war durchzogen

von senkrechten und waagrechten Linien, die rot ausgemalt

waren und Quaderwerk imitieren sollten.

2. Die Römischen Gutshöfe (Villae Rusticae)

a) Villa Rustica „Wohnbacher Hinterwald“

Hier findet man ungefähr 700 m der Römerstraße Friedberg-

Arnsburg und die noch sichtbaren Reste eines Anwesens mit

Herrenhaus, Hofmauer und der Römerstraße zugewandtem

Torbau. Leider wurde die beeindruckende Ruine des

Herrenhauses durch unsachgemäße Wühlereien stark

beeinträchtigt. Bis auf flüchtige Untersuchungen fanden

24

Villa Rustica Wahleburg bei ihrer Ausgrabung 1976


Die Grabungsstelle lockte große Besucherscharen an, so

dass Führungen veranstaltet wurden.

Die Grabung fand ein nachhaltiges Echo in der Presse und

auch im Fernsehen. Bei einer früheren Entdeckung wäre

es möglich gewesen, die Ruine zu erhalten. So fiel das

Bodendenkmal aber leider den Planierraupen zum Opfer

und ist heute völlig von der Autobahn überbaut.

d) Villa Rustica „Auf dem Gleichen“

Das Römische Anwesen befand sich unterhalb des

Bergheimer Waldes (Komthurberg) in der Nähe der

Römerstraße Friedberg-Arnsburg. Es wurde 1976 erstmals

durch eine Überfliegung entdeckt und anschließend

durch anfangs kleinere und später größere Ausgrabungen

untersucht. Anhand des Luftbildes des Geländes lässt sich an

den Umrissen der Gebäude, die im Getreide zum Vorschein

kommen, erkennen, dass es sich um eines der größeren

römischen Anwesen zu dieser Zeit gehandelt haben

muss. Bei einer späteren Ausgrabung des dazugehörigen

Gräberfeldes an der Römerstraße wurden die Reste dreier

kreisrunder Grabbauten (sogenannte Tumuli) und mehrere

einzelne Gräber freigelegt. Das gut erhaltene Grabinventar

3. Die Ruine eines römischen Wachturms

Im Wohnbacher Wald findet man an der Römerstraße die

Ruine eines Wach- bzw. Signalturms. Der Turm diente

aufgrund seiner hohen Lage wahrscheinlich als Signalturm

des Limessystems. Zu römischen Zeiten war sein Standort

sicher noch waldfrei gewesen, so dass von ihm aus die zwei

Römerstraßen bewacht werden konnten. 1897 wurde die

Ruine von der Reichslimeskommission ausgegraben und

es kamen die Reste eines Turmes von rund 5,75 Metern

in der Seitenlänge zum Vorschein. Er hatte mächtige

Fundamente, die auf eine große Höhe schließen lassen. Der

Turm besaß ein begehbares Erdgeschoss, dessen Fußboden

mit Steinplatten ausgelegt war, und ein Ziegeldach. Auch

sieht man noch einen Ringgraben um den Turm herum.

Leider sind seit der Ausgrabung viele Mauersteine an der

Ruine herausgebrochen worden. Eine Hinweistafel an der

Römerstraße weist ebenfalls auf diesen hin.

Grabinventar einer römischen

Frau aus der Villa Rustica Auf

dem Gleichen

4. Schanzwerk im Bergheimer Wäldchen

Villa Rustica Auf dem Gleichen

einer wohlhabenden römischen Frau aus dieser Wohnbacher

Villa Rustica kann man im Wetterau Museum in Friedberg

bewundern. Eine Informationstafel an der Römerstraße weist

auf das Gelände der Villa Rustica mit ihrem Gräberfeld hin.

Im Bergheimer Wäldchen findet man die Reste eines

Schanzwerkes, das in alten Karten als römisches Kleinkastell

eingezeichnet ist. Diese Reste sollen aber jüngeren

Ursprungs sein und wahrscheinlich aus dem Siebenjährigen

Krieg stammen.

(Quellen: Siehe S.107)

25


1250 Jahre Wohnbach

Zu diesem Ereignis wünschen wir alles

erdenklich Gute und Gottes Segen.

Gabriele von Bechtolsheim, Agenturleiterin

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Dies ist der Tag, den der

Herr macht; lasst uns freuen

und fröhlich an ihm sein.

Psalm 118, Vers 24

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26


Die Geburt eines Ortes

Erstmalige urkundliche Erwähnung von Wohnbach im „Lorscher Codex“

Im weiteren Umfeld unseres Dorfes Wohnbach zeugen

Funde schon aus sehr früher Zeit auf eine Besiedlung unserer

Gegend; so bronzezeitliche Grabfunde in Wölfersheim

oder der „Haag“ in Melbach, der als keltischer Grabhügel

angesehen wird. Diese Ansiedlungen lagen in einem

fruchtbaren Umfeld, das Acker- und Feldbau ermöglichte und

Anbindung an Wasser hatte. Dieses fruchtbare Land, unsere

heutige Wetterau, wurde von den Römern zur Versorgung

ihrer Truppen benötigt und im Jahre 83 nach Christi in

das Römische Reich eingebunden. Zur Sicherung dieses

wichtigen Territoriums diente der Limes, und innerhalb des

Limes machte sich römisches Leben breit. In der heutigen

Wohnbacher Gemarkung gibt es eine ganze Menge von

Zeugnissen aus dieser Epoche, einige Beispiele sind:

• zwei Römerstraßen

• ein Wachturm im Wald

• das sogenannte Steinerne Haus am Waldrand zur

Münzenberger Gemarkung

• die Gräber in Bergheim

• die Villa Rustica im Bereich der Autobahn vor der

Kielwiese

Unsere germanischen Vorfahren und die ansässigen Römer

standen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis, es

entstand ein reger Handel und man kam sich so sicher auch

näher.

Als die Römer um ca. 290 ihr rechtsrheinisches Territorium

aufgaben, übernahmen erst die Alemannen und dann

die Franken die Vorherrschaft in der Wetterau. Die Zeit ab

dem Abzug der Römer bis zur Christianisierung wird in den

Geschichtsbüchern auch als die „dunklen Jahrhunderte“

bezeichnet, da diese aufgrund äußerst spärlicher Quellen

nicht sehr gut erforscht sind.

Ausmaß und Form der menschlichen Besiedlung

haben schon immer stark gewechselt. Die Römer

haben wahrscheinlich die Wetterau planmäßig mit

landwirtschaftlichen Gehöften, Straßen und Kastellen

überzogen. Die Siedlungen lagen – vergleichbar heutigen

Aussiedlerhöfen – auf den Höhen oder an Talrändern. Die

Franken legten dann Gutshöfe an Wasserläufen an, die zu

Ortskernen der zukünftigen Dörfer wurden. So muss man

sich auch die Entstehung unseres heutigen Wohnbachs

vorstellen. Erst gab es eine relativ offene Besiedlung, um

dann an entsprechend exponierter Stelle, wahrscheinlich

aus einem gewachsenen Sicherheitsbedürfnis heraus,

erste kleine Ansiedlungen zu gründen. Die Gemeinschaft

nutzte eine sichere Wasserversorgung, umgab sich mit

einem Schutzwall und baute nach christlicher Manier,

meist aus Holz, eine kleine Kapelle. Die sich entwickelnde

gesellschaftliche Struktur bestand aus Besitzenden und

Befehlenden auf der einen Seite und dem gemeinen Volk,

das zu gehorchen und zu arbeiten hatte, auf der anderen

Seite. Dieses Herrschaftsgefüge, Patriarchalismus genannt,

wurde durch das erstarkende Christentum noch unterstützt.

Erstmalig wird Wohnbach urkundlich erwähnt im

„Lorscher Codex“ in den Akten des Kloster Lorsch. Eine

Schenkungsurkunde (Reg. Nr. 644) vom 12. Juni Anno

Domini 771 besagt zusammengefasst: Morico schenkt 1

Hube, 50 Morgen Land und 1 Wiese enthaltend, im Pago

Wetdereiba in Villa Wanabach dem Kloster Lorsch. Bis

ins Jahr 1461 sind noch weitere 27 artgleiche Urkunden

bekannt. So bekunden im Lorscher Codex außerdem sieben

Urkunden, dass sich in Wohnbach ansässige ihr Seelenheil

durch Schenkungen an die Lorscher Mönche erkaufen

wollten. In sechs Urkunden aus dem Kloster Arnsburg wird

der Ort Wohnbach genannt. Weiterhin sind Besitzungen

in Wohnbach Grund dafür, dass in weiteren Urkunden die

Klöster Mainz, Schiffenberg, Fulda, Engelthal und Friedberg

genannt werden.

(Quellen: Siehe S.107 Nr. 7,8)

27


Wohnbach - der Name

Namensgebung im Wandel der Zeit

Bei seiner Erstnennung im Lorscher Codex im Jahre 771 wird

Wohnbach – villa Wanabach – im – Gau Wetdereiba – der

Wetterau genannt. In einer anderen Schenkungsurkunde

aus dem Jahre 774 erscheint der Name bereits in veränderter

Form und heißt – Wanalbach, im Jahre 1020 findet man die

Schreibweise - Vuanebach.

Die Vorsilbe „wan“ ist germanischen Ursprungs und

bedeutet „leer“. So lässt sich der ursprüngliche Name wie

folgt deuten: Ort am leeren, wasserlosen Bach. Dies ist eine

Erklärung, die aus heutiger Sicht nicht ganz den Tatsachen

entsprechen kann. Es ist augenscheinlich, dass Wohnbach

in einer in West-Ostrichtung verlaufenden Talmulde

liegt und die erste „Straße“, die heutige Münzenberger

Straße, früher Wassergasse, laut Überlieferung von einem

wasserführenden Graben bzw. Bach durchzogen war,

der erst von 1856 bis 1859 mit Steinen eingefasst und mit

Steinplatten abgedeckt wurde.

Die Namensgebung des Ortes wandelt sich in den weiterhin

bekannten Urkunden noch einige Male. Jedoch lediglich

die Vorsilbe ist dieser Wandlung unterworfen, während die

Endsilbe „bach“ stets gleichbleibt.

Ordnet man die einzelnen Schreibweisen bis zum heutigen

offiziellen Ortsnamen, so ergibt sich folgende Reihenfolge:

Wana

- bach

Wanal

- bach

Wanel

- bach

Vuanel

- bach

Wannen

- bach

Wannens - bach

Wanes

- bach

Wam

- bach

Wohm

- bach

Wom

- bach

Wone

- bach

Wohn

- bach

Die in der Umgangssprache derzeit gebräuchlichste Form

ist „Wommbach“ und der Ortsbürger wird üblicherweise als

„Wommbächer“ bezeichnet.

Obwohl einige Wommbächer der Meinung sind, dass

Wohnbach der Nabel der Welt ist, ist Wohnbach nicht

einmalig. Denn es gibt in Deutschland noch ein zweites

Wohnbach. Dieses Wohnbach liegt am Wohnbach und ist

Stadtteil von Schillingsfürst, einer Stadt im mittelfränkischen

Landkreis Ansbach.

(Quellen: Siehe S.107 Nr. 3,4,5,6)

28


Wohnbach - Spielball der Mächtigen

Wechselnde Herrschaftszugehörigkeiten

Wer im frühen Mittelalter die Herrschaft über Wohnbach

ausgeübt hat, dürfte nur schwer zu ermitteln sein. Am

wahrscheinlichsten ist es, dass Wohnbach seit dem 13.

Jahrhundert dem Hause Falkenstein bzw. Münzenberg

zugehörig ist. Von hier aus ist es dann wohl als Falkensteinsche

Erbschaft an das Haus Solms übergegangen.

Bis ins 17. Jahrhundert findet man immer wieder Urkunden,

in denen Eigentum in Wohnbach belehnt, vererbt und

verkauft wurde. Erst ab 1679 findet man Bekundungen, dass

das ganze Dorf und damit seine Bewohner als Eigentum

und somit als Handelsware der damals Mächtigen genutzt

wurde. Ab diesem Jahr wechselte Wohnbach innerhalb

weniger Jahre mehrmals seine Herrschaft und damit auch

teilweise die Religionszugehörigkeit:

• 1848 wird Wohnbach in die Regierungskommission

Friedberg eingegliedert.

• 1853 wird das Kreisamt Friedberg für Wohnbach

zuständig.

• 1971 wird die bis dahin eigenständige Gemeinde in die

Großgemeinde Wölfersheim eingegliedert.

• 1972 wird Wohnbach aufgrund der Gebietsreform als Teil

der Großgemeinde Wölfersheim in den Wetteraukreis,

der aus den vorherigen Kreisen Friedberg und Büdingen

gebildet wird, eingebunden.

(Quellen: Siehe S.107 Nr. 4)

• 1679 überlässt Graf Herman Moritz zu Solms-Lich

Wohnbach für 15 000 Reichstaler wiederverkäuflich an

den Reichsfürsten Hans Volprecht Riedesel zu Eisenach.

• 1683 geht Wohnbach laut Vertrag zu Homburg v.d.H.

vom 9. Mai in den Besitz von Landgraf Friedrich von

Hessen-Homburg über.

• 1685 verkauft Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg

Wohnbach wieder, und zwar an den Freiherrn Ernst von

Erlenkamp für 18 000 Reichstaler.

• 1702 kommt Wohnbach für 15 000 Reichstaler samt der

Wüstung Bergheim an den Grafen zu Solms-Laubach mit

aller Hoheit und allem Feld, Wald, Untertanen, Diensten,

Zinsen, Lehnschaften, Zehnten usw.

• 1731 übernimmt ein Solmser Beamter, dessen Wohnsitz

nach Utphe verlegt wurde, die Verwaltung von

Wohnbach; Wohnbach gehörte fortan zum Amt Utphe.

• 1823 wird Wohnbach dem Landratsamt Hungen

zugeteilt.

• 1837 wird Wohnbach Bestandteil des Kreises Grünberg.

• 1841 wird Wohnbach Teil des Kreises Hungen.

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29


Gedichte von Frieda Wolf

Frieda Wolf (geb.: 26.09.1923 in Windhausen, gest.: 04.05.2015 in Wohnbach) bewirtschaftete mit ihrem Mann Gustav Wolf im

Dorfzentrum gegenüber dem alten Rathaus einen landwirtschaftlichen Betrieb. Ihre zahlreichen orts-, personen- oder kirchenbezogenen

Gedichte waren bekannt und beliebt. Frieda Wolf schrieb ihre Gedichte in Sütterlin zumeist mit Bleistift und Schreibpapier oder auch nur

auf einen gerade verfügbaren Zettel. Die Gedichte sind bisher nicht veröffentlicht.

Ein Kater spielt Klavier

von Frieda Wolf

Der Schwalbenschiss

von Frieda Wolf

Jetzt haben wir zum Singen

noch einen Dirigent.

Es tut zwar furchtbar klingen,

wenn er spielt mit vier Händ!

Zuerst die hohen Tön,

danach der tiefe Bass.

Es war ihm selbst nicht angenehm,

drum tat er einen Satz.

Denn Paul, der rote Kater,

der hat das Werk vollbracht.

Das war das ganz Theater,

worüber wir gelacht.

Doch er kommt immer wieder,

ist pünktlich kurz vor acht.

Er stört dann bei den Liedern

und keiner gibt mehr acht.

Wir wollten zu dem Grillfest gehen,

der Gustav schloss noch zu.

Mein Rad hatt´ich auf der Straße stehen,

da sagt er noch: „Nanu?“

Es war ein dicker Schwalbenschiss,

der da vom Himmel kam.

Die Schwalb im Flug ihn fallen ließ,

kam auf dem Ärmel an.

Was sollten wir da machen?

Wir mussten wieder zurück,

den Ärmel sauber machen,

wir hatten aber noch Glück:

Er trug ja noch den Kuchen!

Wenn er darauf wär geland´,

auf dem schönen Zwetschekuchen,

ja das wär allerhand.

30


Die Dame mit dem roten und dem

schwarzen Schuh

von Frieda Wolf

Einmal in meinem Leben

wollt ich ne feine Dame sein.

Hab für Garderobe ausgegeben,

um mal beim Moik zu sein.

Was zieh ich denn für Schuhe an?

Ich kann mal anprobieren.

Zieh ich die schwarzen Schuhe an

oder soll ich in den roten kokettieren?

Ich muss mich auch noch schminken,

es ist schon gleich sechs Uhr.

Ich sah den Bus schon blinken,

„was machst so lang du nur?“

Dann ging es fort zum Stadl

und alles war sehr nett.

Was wir erlebt dann haben,

war alles sehr adrett.

Bis auf dem kleinen Örtchen,

die Damen ham gelacht.

Denn keine sprach ein Wörtchen,

nur blöd ham sie gelacht.

Da hatt ich einen schwarzen Schuh

und einen roten an.

„Marianne, was sagst du dazu?“-

„Ich dir nicht helfen kann.“

Da stand ich mit dem roten

und mit dem schwarzen Schuh.

Versink ich in den Boden,

dann hat die Seele Ruh!

31


Schulen in Wohnbach

1570 - 2005 (Quellen: Siehe S.101 Nr. 1,2)

• Aus der Zeit der Reformation von ca. 1570 stammt die

Gründung einer Schule in Wohnbach.

• Das damalige Schulhaus stand in der Obergasse und

ist seit der Eröffnung der zweiklassigen Schule in

1892 eine Bauernhofreit, deren dörfliche Bezeichnung

„Schuleisers“ noch an ihren Verwendungszweck

erinnert.

• Von 1626 stammt die erstmalige Nennung eines

Schullehrers: Johann Kautz.

• Ab 1677 gibt es eine vollständige Liste der in Wohnbach

tätigen Lehrer.

• In den 1680 Jahren unterrichteten zeitweise zwei Lehrer.

• Die Solms-Laubacher Herrschaft führte 1702 die

allgemeine Schulpflicht ein.

• 1832 wurde ein Schulvorstand eingesetzt.

• Zwischen 1832 und 1858 wurde das Schulgebäude

mehrmals baulich verändert.

• 1860 wurde eine Industrieschule für Mädchen

eingerichtet, in der bis zu 50 Mädchen unterrichtet

wurden.

• 1871 wurde dem Schulvorstand die unmittelbare Aufsicht

über die Industrieschule zuerkannt, wogegen eine

Einmischung des Gemeinderates in die Aufsicht der

Schule als unzulässig erklärt wurde.

• 1874 musste wegen Platzmangels die Industrieschule

ins Rathaus verlegt werden.

• 1872 beschloss der Gemeinderat die Schaffung

einer Fortbildungsschule für Knaben in Form einer

Abendschule in der Zeit von November bis März.

• 1881 wurde für alle verbindlich der Turnunterricht

eingeführt.

Ab 1874 bahnte sich eine Posse bezüglich der Situation in

der Wohnbacher Schulszene an. Ab diesem Jahr gab es

gesetzliche Vorschriften, dass die Klassenstärke in einer

einklassigen Schule maximal 80 Schüler haben dürfe, um

auch die Belastung des Lehrers in Grenzen zu halten. Der

Schulsaal im Schulhaus in der Obergasse war aber nur

für maximal 35 Kinder auslastbar. In einer Verfügung der

Großherzoglichen Schulkommission in Friedberg vom 6.

August 1879 wurde deshalb die Errichtung einer zweiten

Schulstelle bis spätestens Anfang Mai 1881 sowie die Erstellung

eines weiteren Schulsaales und einer Lehrerwohnung bis

dahin gefordert. Ab diesem Datum begann ein hartnäckiges

Gezanke zwischen der Schulkommission und dem Kreisamt

einerseits und dem zähen Gemeinderat Wohnbachs

andererseits. Die Verhandlungen zogen sich unter ständiger

Ablehnung durch den Gemeinderat hin bis zum 7. Juni 1889.

An diesem Tage fand in Gegenwart einer hochkarätigen

Kommission des Kreises eine von der Kreisverwaltung

befohlene Gemeinderatssitzung statt, in der mit 5:5

Stimmen erstmalig die Errichtung einer zweiten Lehrerstelle

und der Bau eines neuen Schulhauses mit zwei Sälen und

zwei Lehrerwohnungen auf Grund des von der Kreisbehörde

vorgelegten Planes beschlossen wurde. Der Beschluss

beinhaltete auch den Verkauf der alten Schulhofreite und

den Erwerb eines Bauplatzes westlich neben der Kirche.

Trotz dieses Beschlusses gab es im Gemeinderat

weiterhin energische Gegner bezüglich des Neubaus

einer zweiklassigen Schule, obwohl man in einer Sitzung

am 15. März 1890 die zweite Schulstelle besetzt hatte. Der

Arbeitsplatz des zweiten Lehrers war der Rathaussaal,

den er sich mit der jüdischen Gemeinde teilen musste, die

hier seit dem 30. November 1888 ihren Religionsunterricht

montags und donnerstags von 15:00 bis 17:00 Uhr abhielt.

Bevor jedoch der erste Spatenstich für den Neubau erfolgte,

versuchte die Gegenpartei im Gemeinderat diesen noch

mit allen Mitteln zum Scheitern zu bringen. Zunächst

erkannten sie den Beschluss vom 7. Juni 1889 nicht an, da sie

während der Beratung den Sitzungssaal verlassen und das

32


Sitzungsprotokoll nicht unterschrieben hatten. Dann erklärten

sie den Kauf des Baulandes für den Schulhausneubau

für ungültig. Das Kreisamt lehnte die Einwände ab und

beauftragte den Bürgermeister, die Bauarbeiten zu vergeben.

Nun ließen die Gegner durch einen Gießener Rechtsanwalt

Berufung beim Kreis- und Provinzialausschuss einlegen.

Als die Bauarbeiten dann trotzdem vergeben werden

sollten, sammelten die „Neinsager“ des Gemeinderats 81

Unterschriften, die sich gegen den Neubau aussprachen und

stattdessen wünschten, „dass der Schulbau für eine Schule

und einen Lehrer ausgeführt wird, und zwar auf dem freien

Gemeindeplatz neben der alten Schule“. Der Bürgermeister,

der zu den Befürwortern des Neubaus der zweiklassigen

Schule gehörte, wies jedoch bei höherer Stelle darauf hin,

dass die Unterschriften teilweise erpresst worden seien,

indem man mit Entzug des Losholzes gedroht hätte, und dass

die meisten der geringeren Leute ihre Unterschrift unter das

Schreiben gesetzt hätten, ohne es vorher gelesen zu haben.

Die Berufung der Widerständler wurde abgewiesen und so

wurde im Juli 1891 mit den Bauarbeiten endlich begonnen.

Im nächsten Jahr fand schließlich am 31. Oktober 1892 nach

einem 13-jährigen Kampf die feierliche Einweihung des neu

erbauten Schulhauses bei herrlichem Herbstwetter und unter

reger Teilnahme der Gemeinde statt. Nur der gegnerische

Teil des Gemeinderates nahm an der Einweihungsfeier nicht

teil. Am Mittag gab es ein großes Festessen im Gasthaus

„Berliner Hof“.

• 1907 im Oktober wurde eine Haushaltsschule eröffnet.

• 1913 erfolgte am 7. Mai erstmalig eine Nutzung des

elektrischen Lichtes.

• 1933 schloss die Fortbildungsschule für Knaben.

• 1945 war sie einige Tage Lager für Kriegsgefangene.

Klassenraum, einem Mehrzweckraum, einer Pausenhalle

und einer WC-Anlage.

• Schließlich wurde die Volksschule peu à peu zur

zweiklassigen Grundschule umgewidmet.

2005 war schließlich die Auflösung der Schule.

Die Wohnbacher Kinder besuchen heute die Jim-

Knopf-Grundschule in Södel. Der letzte Schulleiter

war Oberlehrer Dietmar Kirchner aus Wölfersheim.

Der Kampf mit dem Schirm von Frieda Wolf

Der Schirm, das war ihr guter Freund.

Er begleitet sie bei Leid und Freud.

Doch gibt es heut der Leute viel,

die treiben dann ein teuflisch Spiel.

• 1945 nach Kriegsende am 6. November gab es eine

Wiedereröffnung der Volksschule.

• 1946 gab es zeitweise Einquartierung von

Heimatvertriebenen. Unter den beengten

Wohnverhältnissen wurde sogar eine Hühnerzucht

betrieben.

• 1957 am 7. September wurde ein Erweiterungsbau

eingeweiht, die „Neue Schule“ mit einem weiteren

Der Dieb war längst an seinem Ziel,

als Regen von dem Himmel fiel.

Die Lina war dem Weinen nah,

weil sie den guten Freund nicht sah.

Dies bei der Kaffeefehrt geschah,

da ließ sie noch nen zweiten da.

Doch hatte sie ein wenig Glück:

Ihr blieb die Hülle noch zurück.

33


Der Fußabdruck im

Zwetschgenkuchen

von Frieda Wolf

Den Zwetchenkuchen sehr, sehr fein

hat die Ingeborg in der Röhre.

Die Zeit ist da, es könnte sein,

dass er gebacken wäre.

Und als die Türe offen stand,

da kam ein gut Geruch,

o nein, er ist ihr nicht verbrannt,

einen Anfasser hat sie gesucht.

Der Kuchen, ja, der musste raus,

das Blech war schrecklich heiß.

Sie legt ihn auf die Fußmatt´ drauf,

weiter hat´s nicht gereicht.

Es war ja alles schön und gut,

doch Hartwig kam gerannt:

Die Türe auf, mit einem Fuß

Er in dem Zwetschenkuchen stand.

Da sagte er: „Was liegt der hier,

der hat da nichts zu suchen,

auf der Matte vor der Tür

der schöne Zwetschenkuchen.“

Das Unglück war nun mal passiert

und war nicht mehr zu ändern.

Da hat sie ihn zurecht frisiert

und konnt ihn noch verwenden.

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Der Wohnbacher Hagelfeiertag

In der Wetterauer Zeitung vom 20. Juni 1972 schreibt der Wohnbacher Chronist und Zeitungsredakteur

Richard Mühl* folgenden Artikel:

(Quelle siehe S.10 Nr.3)

„Anno Domini 1772, den 28. im Juni: Am Nachmittag um drei Uhr zog ein schweres Hagelwetter über den Ort. Der

Hagel fiel wie Taubeneier vom Himmel und es regnete in Strömen. Die Dachziegel flogen auf die Gassen. Der gesamte

Getreidestand war kurz und klein vernichtet. So steht es in der alten vergilbten Dorfchronik. Die Gemeinde- und

Kirchenältesten sowie seine Durchlaucht Graf zu Solms-Laubach beschlossen daraufhin: Der 28. Juni wird hiermit zum

Gedenken an den schweren Hagelschlag 1772 als Ortsfeiertag erklärt und trägt den Namen Hagelfeiertag. Jegliche

Arbeit ruht. Es finden zwei Gottesdienste statt.

Bis 1914 wurde der dörfliche Feiertag in dieser Weise begangen. Im 1. Weltkrieg, 1915, beschlossen die Gemeindevertreter

und die Kirchenvorsteher: Der Hagelfeiertag wird auf den Sonntag vor oder auf den Sonntag nach dem 28. Juni verlegt,

so wie dieser Tag in die Vor- oder Nachwoche fällt; weiterhin werden zwei Gottesdienste gehalten. Ab 1944 entfiel auch

der zweite Gottesdienst. Der Hagelfeiertag wurde nur noch im Kirchengebet am Rande erwähnt. Auch im bürgerlichen

Leben ist dieser einst so hohe Feiertag vergessen, lediglich die alten Einwohner sprechen gelegentlich vom „Wohnbacher

Hagelfeiertag“.

Auf der Ausgabenseite des Gemeindehaushaltsplanes und auf der Einnahmeseite des Etats der örtlichen Kirchengemeinde

hatte der Hagelfeiertag seinen festen Platz, zumal die bürgerliche Gemeinde „für die Bußpredigt am Hagelfeiertag“ ein

Entgelt zu entrichten hatte, seit der Währungsreform 1,80 Mark.

Vor einiger Zeit nun nahm die Gemeindevertretung von Wohnbach über die örtliche Kirchengemeinde mit der Landeskirche

Verbindung auf, um diese alte „Hagelfeiertags-Verpflichtung“ durch eine einmalige größere Zahlung abzulösen. Nach

mehrmaligem Schriftwechsel wurde nun dieses Ziel erreicht, und „die Bußpredigt zum Hagelfeiertag“ sowie alle anderen

Verpflichtungen der bürgerlichen Gemeinde gegenüber der evangelischen Kirchengemeinde Wohnbach (Weidlos,

Glöcknerbesoldung, Losholz, Kirchenplatzreinigung, Kirchturm, Glocken, Orgel und Organistenentlohnung) sind laut

Vertrag durch eine größere Zahlung in fünf Jahresraten abgelöst worden.

Der Hagelfeiertag von Wohnbach, den man einst im Dorf beging und der 200 Jahre in den Gemeinde- und

Kirchenrechnungen genannt wurde, ist damit in das Archiv eingezogen und zu den Akten gelegt.“

Die evangelische Kirchengemeinde Wohnbach hat 1998 die verlorengegangene Tradition wieder aufleben lassen und

begeht seither dieses Dorffest im Rahmen eines Festgottesdienstes, der, wenn es das Wetter zulässt, im Freien vor der

Kirche abgehalten wird, mit anschließendem Beisammensein bei Brezeln und Wein.

Dieses schwere Unwetter von 1772 ist jedoch nicht das einzige verheerende Naturereignis, das Wohnbach getroffen hat.

Hier eine Aufzählung der ereignisreichsten:

• 1737 am 29. Juni

• 1772 am 28 .Juni

• 1818 am 28. Juni

• 1871 am 19. Juli

• 2008 am 30. Mai

• 2015 am 10. August

38


*Richard Mühl (*1917 - †1981)

Nach dem zweiten Weltkrieg Gemeinderechner von Wohnbach, Zeitungsredakteur der Wetterauer Zeitung und des Kasseler

Sonntagsblattes, Chronist, Totengräber in Wohnbach, Berater vieler Wohnbacher Familien zu allen Fragen des Lebens und

nicht zuletzt Dichter vieler heimatverbundener, meist unveröffentlichter Gedichte und Verse.

Aufstand in Wohnbach

1735 kommt es zum Aufstand gegen die Laubacher Herrschaft

Nach dem 30-jährigen Krieg 1648 war Deutschland total

ausgebrannt. Auf dem Land trieben sich marodierende

Soldaten aller Couleur herum und machten der sich mühsam

ernährenden Landbevölkerung das Leben durch ihre

Raubzüge schwer. Die Mächtigen im Land, für Wohnbach

war es ab 1702 der Graf zu Solms-Laubach, finanzierten

ihren Prunk durch Steuern jeglicher Art von ihren Untertanen

und frönten der Jagdleidenschaft. So hatte das allgemeine,

eigentlich rechtslose Volk die meist nicht tragbare Last

der damaligen Zeit zu erdulden: Steuern, Kriegsbeiträge,

Fronarbeit für die Herrschaft, Jagdschäden, Missernten

durch Hagelschlag und Gewitterregen. Diese rechtlich und

wirtschaftlich gedrückte Lage des Bauernstandes führte

dann dazu, dass überall offene Empörung aufflammte.

So auch in Wohnbach 1735 gegen den Grafen Solms-

Laubach. Ein weiterer Grund zu diesem Aufruhr war die

Spannung zwischen den Häusern Solms-Lich und Solms-

Laubach bezüglich Erbstreitigkeiten und Geldgeschäften

um Wohnbach, welche nicht ohne Einwirkungen für den Ort

blieben.

Die Wohnbacher waren eher dem Hause Solms-Lich

zugetan. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der Kirchenneubau

1620/1621 hauptsächlich durch den Grafen aus Lich finanziert

wurde. Deshalb wollte die Gemeinde die aufgebürdeten

Kriegsbeiträge und Steuern nach Lich und nicht nach

Laubach zahlen. Ebenso verwies Rat Schneider aus Utphe,

warum auch immer, die Bauern an, das Monatsgeld nach Lich

und nicht nach Laubach zu tragen. So wurde 1735 auf Montag

vor Pfingsten der Bürgermeister Johann Konrad Rohn und

Paul Lanzenberger nebst Heinrich Pfeiffer, Johann Herget

und Heinrich Raab in dieser Angelegenheit nach Laubach

zur Verantwortung vorgeladen. Nach der Verhandlung

wurden die Herren Rohn und Lanzenberger einige Tage

in Arrest zurückbehalten; ersterer an den Schubkarren

geschlossen, letzterer in den Turm gesteckt. Weil in den

folgenden Wochen von den Wohnbachern Geld in Friedberg

abgeholt und für die eigene Gemeinde abgezweigt wurde,

rückten am 6. Juli 26 Mann Soldaten von Laubach und eine

Kompanie von Hungen kommend im Ort ein und belagerten

den Ort für 18 Tage. Jetzt war es die ganze Gemeinde, die

sich gegen Solms-Laubach erhob. An ihrer Spitze stand Paul

Lanzenberger. Als verschiedene Leute arretiert und nach

Laubach transportiert werden sollten, entstand ein Aufruhr

der Bauern vor dem Rathaus, die Gefangenen wurden befreit

und die Soldaten der Herrschaft wurden fortgetrieben.

Die Unruhen nahmen auch über die Jahreswende nicht

ab. Als Folge davon requirierte die Laubacher Herrschaft

200 Soldaten von Gießen, welchen 50 Mann von Laubach

beigestellt wurden. Diese verhafteten am 5. März 1736 die

8 Rädelsführer des Wohnbacher Aufstandes und führten

sie gebunden nach Laubach. Hier wurden sie 9 Monate

in Arrest genommen und mussten zusätzlich 800 Gulden

Strafe zahlen. Darüber hinaus musste der Haupträdelsführer,

der Meister Paul Lanzenberger, innerhalb von einem halben

Jahr das Land verlassen.

(Quelle: Siehe Seite 107, Nr.4)

39


Wohnbach - Das Drei-Linden-Dorf

Die Linde verkündet den Frieden,

Sie erzählt aus der Väter Zeit,

Von Heldentum, Glauben und Treue,

Von Ehre und Heiligkeit.

Nach Überlieferungen gab es schon um das Jahr

1900 drei Linden in Wohnbach. Die älteste hat man

1816 gepflanzt, im Gedenken an die Befreiungskriege

von 1813-1815. Sie wuchs ungefähr dort, wo der

Kuhweg in die Umgehungsstraße in Richtung

Münzenberg mündet. Über 150 Jahre hat sie dort

gestanden. Im Schatten ihrer ausladenden Krone

fand das fahrende Volk, das über einen langen

Zeitraum von den Wohnbachern geachtet wurde,

einen Rast- und Lagerplatz. Wegen Dürreschäden

hat man sie 1969 gefällt.

Im Jahr 1867 fand die zweite Linde am Dorfausgang

in Richtung Obbornhofen ihren Platz. Wieder im

Gedenken an eine kriegerische Handlung und

(Alte Linde, am Dorfausgang Richtung Obbornhofen, Foto privat)

zwar an die deutsch/dänischen und die deutsch/

österreichischen Kriege von 1864-1866. An ihrer

Seite wurde ein Gasthaus erbaut, welches den Namen „Zur Linde“ trägt. Das Gasthaus steht noch heute, später kam noch

eine Metzgerei hinzu. Die alte Linde fiel einem Unwetter zum Opfer und wurde durch eine neue ersetzt. Diese ziert auch

2020 noch die Einfahrt zur Lindenstraße.

Die dritte Linde wurde nach den deutsch/französischen Kriegen von 1870/71

am 2. September 1872, dem Sedanstag, am Ortsausgang in Richtung

Wölfersheim gepflanzt. Über viele Jahre hat man an diesem Sedanstag ein

Freudenfeuer in der Nähe der Linde entzündet und zünftig gefeiert. Auch

diese Linde hielt im Alter von über 130 Jahren einem Sturm nicht stand. Noch

heute ist die große Baumscheibe zu sehen. Neue Triebe aus den Wurzeln

der alten Linde versuchen den neugepflanzten Linden in der näheren

Umgebung zu trotzen.

Sedanslinde, am Ortsausgang Richtung Wölfersheim,

Opfer eines Sturms 2008, Foto privat

40


Damit Wohnbach seinem Namen als „Drei-Linden-Dorf“ weiterhin gerecht werden kann, ist auf

Initiative des „Arbeitskreises Dorferneuerung Wohnbach“ am 18. Oktober 2009 eine dritte Linde

an der Turn- und Sporthalle vor dem Eingang zur Kegelbahn und dem Landfrauenheim gepflanzt

worden. Diese Linde soll ein Mahnmal des Friedens, der Toleranz und der Erinnerung sein. Auf

einer Hinweistafel kann man lesen, woran erinnert werden soll.

• 1909 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wohnbach

• 1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland

• 1989 Fall der Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland

Friedenslinde an der Turn- und

Sporthalle, gepflanzt am

18. Oktober 1989, Foto privat

Auch diese jüngste Linde wird, wie auch die anderen zwei Linden im Dorf, zu einem Naturmerkmal

heranwachsen.

Quellen:

1. Auszüge Kassler Sonntagsblatt von Richard Mühl

2. Auszüge Historischer Rundgang von Eugen Rieß

3. Auszüge Ansprache Pflanzung von Theo Bauer

4. Bilder privat von Frank Eiser

* Möbelgestaltung

* Upcycling

* Wohnraumberatung

Peggy Pflug-Lebrecht

✉ info@lilleo.de ☎ 0160-96737560

lilleo__redesign

41


Brauchtum in Wohnbach - Die Maje

Bei Paul Zywitzki findet man in seinem Manuskript „Wohnbach, eines der ältesten Dörfer in der Wetterau“ den folgenden

Absatz:

„Wer mit dem Brauchtum und den Sitten der engeren Heimat vertraut ist, dem wird aufgefallen sein, dass sich in Wohnbach ein uralter

Osterbrauch, wie sonst nirgends in der Umgebung bis in unsere Zeit herübergerettet hat. Es ist „die Maje“. Die Maje, der immergrüne

Tannenbaum, geschmückt als Symbol des Lebens und der Auferstehung der Natur zu Ostern“

Eine betagte gebürtige Wohnbacherin, Hanna Spieß, kann sich an diesen Brauch noch erinnern:

„Die Maje war ein Tanzvergnügen für Jung und Alt. Am 1. Mai wurde der

Maibaum am Turnplatz aufgestellt. Geschmückt wurde der Maibaum von den

jeweiligen Konfirmanden, die zu diesem Zweck Papierrosen gebastelt hatten.

Der Turnplatz war bis ca. 1945 der freie Platz zwischen „Lausters“ (früherer

Ortsname, heute Berstädter Straße 48) und der damaligen Wirtschaft

„Hennichs“ (früherer Ortsname, heute Berstädter Straße 44). Ab ca. 14:00 Uhr

haben sich Kinder und Jugendliche dort eingefunden. Der damalige Schuster

Adolf Alt, Vater von Hildegard und Helmut, spielte mit seiner Ziehharmonika

zum Tanz auf. Ein zweiter Baum wurde so an den Maibaum etwa zwei Meter

hoch schräg angelegt und an einem Gerüst befestigt, so dass die Kinder und

Jugendlichen an dem schräg liegenden Stamm zum Gerüst hochkriechen

konnten. An dem Gerüst waren Fleischwürste angebracht, die man bei

erfolgreichem Aufstieg als Gewinn abreißen konnte. Außer dem Erstürmen

des Maibaums wurden auch andere Spiele wie Sackhüpfen und Seilspringen

gemacht, bei denen man weiter kleine Preise ergattern konnte. Am Abend

kamen dann die Erwachsenen, die dann feucht fröhlich in den Mai feierten.

Als dann nach dem zweiten Weltkrieg die „Flüchtlinge“ kamen und der

Turnplatz mit zu Bauplätzen genutzt wurde, wurde die Maje in den Jahren

1946 und 1947 in die Münchgärten zu der damaligen Wohnbacher

Brunnenanlage verlegt. Danach ist der Brauch eingeschlafen.“

(Quellen: Siehe S.107 Nr. 6 und Erinnerungen von Hanna Spieß)

42


Wohnbach zur Zeit des Nationalsozialismus

In der Festschrift zur 1200-Jahrfeier im Jahre 1971 findet man

auf S. 21:

„Die Entwicklung der Gemeinde Wohnbach während des zweiten

Weltkriegs soll an dieser Stelle nicht beleuchtet werden. Diese

Erklärung dient nicht etwa zur Geheimhaltung oder Verschleierung

gewisser Tatsachen, sondern zur Orientierung des Lesers, dass

diese Aufgabe noch nicht erledigt worden ist, bzw. bis zu diesem

Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen worden ist.“

Dies war ca. 25 Jahre nach dem Ende der

nationalsozialistischen Herrschaft. Wie sieht es heute aus,

75 Jahre später? Ist diese Aufgabe erledigt?

Zu dieser Frage fiel mir ein Text auf der Rückseite des

Buches: „Sagen Sie, Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS?“ auf, der

es 1982 so ausdrückte, wie es heute immer noch ist: ​

„ … während die einen diese Frage nicht stellen können, weil

sie zu wenig über unsere jüngste Vergangenheit wissen, wollen

die anderen sie vielleicht nicht stellen. Sie möchten „davon“

nichts mehr hören, sie möchten endlich und endgültig aus ihrem

Bewusstsein verdrängen, was damals geschehen ist.“

Feuerwehr Wohnbach 2009 wird auf S. 41 über diese Zeit

berichtet: „Von den politischen Veränderungen, die sich durch

die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland

ergaben, blieb auch die Feuerwehr nicht verschont. Von nun an

wurden alle Mitglieder per Handschlag vereidigt. Dies geschah

zum ersten Mal auf einer außerordentlichen Versammlung im

August 1936, bei der den Mitgliedern außerdem Achselstücke und

Spiegel ausgehändigt wurden. An diesem Tag wurde der damalige

Kommandant Hermann Philippi auf Vorschlag des Bürgermeisters

Fatum zum Wehrführer ernannt, der bei seiner Amtsausübung vom

Führerrat unterstützt wurde. Der folgende Zweite Weltkrieg ließ das

geordnete Vereinsleben erneut ruhen, da immer mehr Kameraden

an die Front abgezogen wurden. Dies führte so weit, dass zeitweise

Frauen und Jugendliche den Brandschutz sicherstellen mussten.

Mit Ende des Krieges, aus dem elf Kameraden nicht zurückkamen,

löste die Militärregierung alle bestehenden Vereine auf. Somit gab

es de facto die Freiwillige Feuerwehr Wohnbach nicht mehr.“

So viel Zeit bleibt aber nicht mehr, es leben immer weniger

Zeitzeugen und neuere politische Bewegungen stellen die

Zeit falsch dar oder versuchen sie sogar zu verherrlichen.

In Wohnbach sind so gut wie alle offiziellen Dokumente aus

dieser Zeit am Ende dieser Zeit einem Schwelbrand im alten

Rathaus zum Opfer gefallen. Von daher ist es schwierig, eine

Dokumentation zu verfassen. Was bleibt, sind Zahlen, die an

die Toten des zweiten Weltkriegs erinnern: „30 Wohnbacher

sind gefallen und 16 wurden vermisst, ein ungeheurer

Blutzoll für einen kleinen Ort.“ So drückt es Eugen Rieß in

der Broschüre zum Historischen Rundgang auf S. 27 aus.

Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 waren es vier

Gefallene, im ersten Weltkrieg 16 Gefallene und 2 Vermisste.

Denkmäler auf dem Friedhof und vor der Kirche erinnern

daran. Ansonsten gibt es leider nur noch wenige Einwohner,

die diese Zeit erlebt haben und berichten könnten.

In der Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der Freiwilligen

1930, Kutsche in der Hintergasse in Wohnbach und Junge in HJ-Uniform

Eine Person, die eine Sonderstellung in Wohnbach einnahm,

gab Anlass über Aufzeichnungen in der achtbändigen

Kirchenkampfdokumentation der EKHN (Evangelische

Kirche in Hessen und Nassau).

Es war Pfarrer Paul Lenz, der 1928-1943 Pfarrer in Wohnbach

war. Er gründete nicht nur 1930 den Posaunenchor, der

43


nach dieser Zeit von Pfarrer Heinrich Schäfer bis zu seinem

Ruhestand 1981 geleitet wurde, sondern setzte sich als

Mitglied der Bekennenden Kirche (wie Niemöller und

Bonhoeffer) mit den „Nationalsozialistischen Autoritäten“

auseinander, wie es Karl Heinrich Schäfer in seiner Schrift

„Die Kirche im Dorf – 400 Jahre Wohnbacher Kirche“ auf S. 34

beschreibt. Auf den folgenden Seiten dieser Schrift (S. 34-

40) stellt Schäfer die Auseinandersetzungen des Pfarrers

Paul Lenz mit den Nationalsozialisten und die Haltung der

damaligen Kirchenvorstände ausführlich dar.

Karl Otto Lenz, Sohn des Pfarrers Paul Lenz, erinnert sich

in „Dem Pfarrer sein Bester – Karl Otto Lenz erzählt aus seinen

frühen Jahren 1928-1943“ an diese Zeit, die er als Kind in

Wohnbach verbrachte. Auf S. 4 schreibt er: „Politisch war es

die Zeit, da die Nationalsozialisten ihr Parteinetz flächendeckend

über die Lande spannten. Noch entsinne ich mich, daß wir

Kinder bei irgendwelchen Gelegenheiten teils schwarz-weiß-rote

und teils Hakenkreuzfähnchen schwenkten. Hindenburg war

Reichspräsident, Hitler Kanzler. Einstellung und Haltung unseres

Vaters schärften sich wahrscheinlich erst später, nachdem die

„antichristliche“ Richtung der Nazis deutlich geworden war.

Bekanntlich ging auch ein Riß durch die evangelische Kirche,

hier „Deutsche Christen“ (dem Regime ergeben, Reichsbischof

Müller) – hier „Bekennende Kirche“ (Niemöller, Bonhoeffer u.a.).

Natürlich gehörte Vater zur „BK“. Im Dorf fanden die Nazis reichlich

Nährboden und Zulauf, unser Vater hingegen erntete zusehends

Argwohn und latente Ablehnung.“

An anderer Stelle, S. 6, beschreibt Karl Otto Lenz seine

Kindheit in Wohnbach weiter: „Wir Kinder hatten in Wohnbach

eine dörflich geprägte Kindheit ohne Schwernisse und mit

vielen prallen Erinnerungen, jedenfalls was mich anbetrifft. Mit

zunehmender Präsenz der Nazi-Ideologie - auch in unserem kleinen

Dorf - nahm auch psychologischer Druck auf Vater und Mutter zu.

Ich erwähnte bereits seinen Beitritt zur Bekennenden Kirche. Auf uns

Kinder wirkte sich das insofern aus, als uns Vater davon abhielt, in

die Hitlerjugend einzutreten, weil in ihr als Jugendorganisation der

NSDAP ein unchristlicher Geist herrsche, den er aus Überzeugung

ablehnte. Wenn wir sonntags am Nachmittag in der Feldmark oder

im nahen Wald spazieren gingen und uns Leute mit „Heil Hitler“

grüßten, erwiderte Vater immer nur mit „Heil“. Als ich ihn deswegen

einmal ansprach, sagte er: „Das Heil kann nicht von Hitler kommen,

es kann nur von Gott kommen!“

Hans-Friedrich Lenz war ein Neffe von Paul Lenz und

zunächst Pfarrer im benachbarten Münzenberg. In seinem

1982 veröffentlichten und oben schon erwähnten Buch:

„Sagen Sie Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS?“ erwähnt er

mehrmals seinen Onkel Paul Lenz.

Er schreibt hier auf S. 54: „Große Unruhe unter Pfarrern und

Gemeinden löste das Kirchengesetz der Nationalsynode über den

Diensteid der Geistlichen aus; befürchtete man dadurch doch eine

politische Bindung der Pfarrer. … Nur drei Brüder, darunter mein

Onkel, Pfarrer Paul Lenz aus Wohnbach, verweigerten diesen

Eid.“ An anderer Stelle schreibt er weiter über seinen Onkel

aus Wohnbach, S. 59: „Mein Onkel Paul Lenz, BK-Pfarrer im

benachbarten Wohnbach, nahm in seiner Predigt am Sonntag

nach der Kristallnacht Stellung zu den Ereignissen. Er bezeichnete

die Verbrennung der Synagogen und die Ausschreitungen gegen

die jüdischen Mitbürger als ´dumm, feige und sündig`.

Paul Lenz wurde deshalb einige Tage später von der Geheimen

Staatspolizei abgeholt und in das Gefängnis des Landgerichts

Gießen gebracht. Dort hielt man ihn 15 Tage lang fest. Bei den

Verhören drohte man mehrmals, ihn in ein Konzentrationslager zu

bringen. Die Unsicherheit der Nazis nach dem 9. November 1938

zeigte sich aber auch u.a. darin, daß meinem Onkel kein Prozeß

gemacht wurde und man ihn schließlich nachhause zurückkehren

ließ.“

44


Karl Otto Lenz beschreibt die Situation zuhause wie folgt, S. 7:

„Wochenlang lag auf dem Sofa im Wohnzimmer ein Päckchen mit

Wäsche für den Fall, Vater würde von der Gestapo abgeholt. Zum

Koffer packen ließen die Männer in Schlapphut und Ledermantel

keine Zeit.“

Weiter beschreibt Karl Otto Lenz, was der Verhaftung seines

Vaters vorausging: „Seiner Verhaftung ging eine Art Volksaufstand

der Dorfjugend voraus, von den Dorfnazis oder auch von höherer

Stelle angezettelt. Ich beobachtete es vom oberen Stockwerk aus,

denn ich kannte doch die Dorfjugend. In Sprechchören schallte

es: „Schuft – Lump – Vaterlandsverräter. Beklommen saßen wir

im Wohnzimmer, nicht wissend, was noch alles geschehen würde.

Im oberen Stock hing die Hakenkreuzfahne aus dem Fenster.

Jemand begehrte Einlaß. Vater öffnete die Haustür, und es wurde

verlangt, die Fahne einzuziehen. Die Aufforderung wurde befolgt,

und danach zerstreute sich der Haufen. Es muß ein enormer Druck

auf den Eltern gelastet haben, den wir Kinder wahrscheinlich

kaum ermessen konnten. Danach also erfolgte die Verhaftung, als

Schutzhaft vor dem Volkszorn deklariert. So laufen die Dinge im

absoluten Staatssystem!“

Jude war, sondern einfach so, wenn er mit seinem Schubkarren

daher kam. Auch dieser harmlose Mensch wurde abtransportiert,

verschwand für immer.“ Auch das Haus, in dem er mit seiner

Frau und Schwester lebte, wurde abgerissen.

Die älteren Bürger, die diese Zeit miterlebt haben, erinnern

sich noch an den „Schott“, der niemandem etwas zu leide

getan haben soll. Im Jahr 2012 wurde gegenüber dem

Pfarrhaus an der Mauer des Kastaniengartens eine Tafel

zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen

Gewaltherrschaft auf Initiative des AKDE und des

evangelischen Kirchenvorstandes angebracht.

2018 kam ein vergessener Sohn des 1933 geflüchteten Emil

Bär, Hans Bär, zurück in seinen Geburtsort. Auf den nächsten

Seiten finden Sie mehr über ihn.

Danach beschreibt Karl Otto Lenz die Juden im Dorf. Nach

Eugen Rieß (S. 19, Broschüre zum Historischen Rundgang)

besaß Wohnbach bis zum Holocaust eine blühende jüdische

Gemeinde, die bis zu ca. 40 Personen betrug. Bis 1945 wurde

diese Gemeinde völlig ausgelöscht. Entweder konnten sie

fliehen und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen oder sie

wurden im KZ Buchenwald oder Theresienstadt umgebracht.

E. Rieß schreibt auf dieser Seite, dass mindestens 21

Personen in KZs umgebracht wurden.

Karl Otto Lenz beschreibt seine Erinnerungen an die

Wohnbacher Juden folgendermaßen, S. 7:

„Welche Juden gab es im Dorf? Geschäftsinhaber Bär hatte sich

noch rechtzeitig absetzen können (Anm.: Er meint damit wohl Emil

Bär, Vater von Hans Bär, über den auf den nächsten Seiten berichtet

wird.). Dann gab es noch den „Schott“, einen armen Kerl mit einer

Behausung am Rande des Dorfes. Er besaß einige Ziegen, für die

er Abfälle sammelte. Vater hatte ihm freien Zugang zu unserem

großen Komposthaufen gestattet, den Schott von Zeit zu Zeit nach

Küchenabfällen, Kartoffelschalen, Salat- und Gemüseblättern

absuchte. Brauchbares steckte er in einen Sack und zog davon.

Manchmal bewarfen wir ihn scherzhaft mit trockenen Pferdeäpfeln,

ein nicht ungewöhnliches Wurfgeschoß im Dorf. Nicht weil er

45


Wohnbach in den Medien

Kakerlaken-Dorf?

Am 24.06.2004 wurde Wohnbach durch eine eher unschöne

Angelegenheit ins Licht der Medien gerückt.

Auf ntv.de konnte man z.B. lesen: „Kakerlaken-Invasion in

Hessen -Schaben in der Wetterau”

Heerscharen von Kakerlaken bevölkern derzeit

einen kleinen Ortsteil in der hessischen Wetterau:

In Wölfersheim-Wohnbach wandern die dunklen

Krabbeltiere über Terrassen, klettern aus dem

Kanalsystem und laufen an Hauswänden entlang.

“Dass die Schaben auf einer so großen Fläche in so vielen

Häusern auftauchen, ist schon ungewöhnlich”, sagte Jörg

Bremer vom Gesundheitsamt Friedberg. Ein Kammerjäger

soll in der kommenden Woche herausfinden, wie viele

Kakerlaken sich in dem Ortsteil tummeln. Wie die Plage

bekämpft werden kann steht derzeit noch nicht fest.“

(Quelle: https://www.n-tv.de/archiv/Schaben-in-der-Wetterauarticle86865.html)

Die Medien haben diese Angelegenheit sehr reißerisch und

übertrieben dargestellt. Dennoch war es ein ungewöhnliches

Ereignis, das das Dorf monatelang in Atem hielt. Die Plage

erstreckte sich nicht über das ganze Dorf, sondern nur über

einen Teil. Nach einer Informationsveranstaltung in der Turnund

Sporthalle fanden von professionellen Kammerjägern

geleitete Maßnahmen statt und die Plage wurde erfolgreich

bekämpft. So findet man in der Kommunalen Bilanz 2004 auf

Seite 3 den Absatz:

„Öffentliche Sicherheit und Ordnung”

Das Thema „Kakerlaken“ überfiel uns im Sommer im

wahrsten Sinne des Wortes. In Teilbereichen des OT

Wohnbachs trat die „Orientalische Küchenschabe“

in größeren Populationen auf. Nach einer

Informationsveranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger

in der Turn- und Sporthalle erfolgte eine Befallsermittlung,

die die Grundlage für unsere Anordnungen auf Vornahme

einer gezielten Bekämpfung bzw. eines weiteren speziellen

46

Monitorings (Maßnahme zur Überwachung) darstellte.

Alle betroffenen Grundstückseigentümer wirkten gemäß

den von uns erteilten Weisungen bei der Bekämpfung

mit, so dass bisher kein weiterer Befall mehr festgestellt

werden konnte. Negativ zu erwähnen wäre in diesem

Zusammenhang der nicht immer sachgerechte

und teilweise reißerisch wirkende Umgang der

Presse und einzelner Fernsehanstalten

mit der Thematik.“ (http://www.

woelfersheim.de/leseobjekte.

html?id=661o )

Dolles Dorf (AIDA)

Im folgenden Jahr 2005 bekam Wohnbach von einem

Fernsehteam des Hessischen Rundfunks Besuch, als am

Gründonnerstag, 24.03.2005, abends in der Hessenschau

unser Dorf in der Lostrommel im Rahmen der Sendereihe

„AIDA“= Aufbruch in den Alltag (heute =“Dolles Dorf“)

gezogen wurde. Das Dorf, das sich in dem üblichen

Ruhezustand am Abend vor dem Karfreitag befand, wurde

aus dem Schlaf gerissen. Wie reagiert ein Dorf, wenn

plötzlich ein Filmteam vor den Toren steht und am nächsten

Tag einen ca. 5-minütigen Bericht über das Dorf drehen will.

Es gab einige Aufregung, aber zuguterletzt versammelte

der damalige Bürgermeister Joachim Arnold das Team des

HR und die gesamte Gemeinde in der Turn- und Sporthalle

Wohnbach. Hier wurde besprochen, was am nächsten Tag

gedreht werden kann.

Am Karfreitag begann das Filmteam bei Schäfer Heinrich

Schmolke, in dessen Stall in der Nacht 2 Lämmer geboren

worden waren (Heinrich Schmolke war in den 1970er Jahren

je zweimal Deutscher und Europameister im Schafscheren).

In der evangelischen Kirche drehte das Filmteam im

Karfreitagsgottesdienst, der wie jedes Jahr vom Chor

Laudate cum musica mitgestaltet wurde. Neben der Kirche

auf dem alten Schulhof tanzten dann die Wohnbacher

Tanzgruppen und die Landfrauen, alles schnell über Nacht

einstudiert. Der Gesangverein holte außerplanmäßig seinen


Dirigenten und bot ein Ständchen dar. Als besonderen

Bewohner stellte das Hessenfernsehen noch den Affen

Charly von Adolf Purper sowie Purpers 54 Jahre alten Opel

Olympia vor, mit dem Purper durch das Dorf fuhr.

der Mutter nach Griedel und wanderten von dort dann nach

Argentinien per Schiff aus.

Nach 80 Jahren wollte Hans Bär nun im Alter von 95 Jahren

die Reise zurück an seinen Geburtsort wagen.

Sein ganzes Leben hat er an Wohnbach gedacht und immer

darauf gehofft, einmal zurückkehren zu können. Geholfen

hat ihm dabei ein Deutscher, der in Argentinien lebt und

seine Enkelin kennengelernt hat. Sie starteten eine Aktion

im Internet, bei der ca. 10000 € für die Reise aus der ganzen

Welt gespendet wurden.

Frieda Wolf, die viele Gedichte im Dialekt verfasste, trug eine

Geschichte in lokalem Platt auf der Bank neben dem alten

Rathaus vor. Leider konnten nicht alle Vorträge in der nur

5-minütigen Sendung gezeigt werden. Das ganze Dorf war

aber an dem sonst eher ruhigen Karfreitag in Bewegung

und das Filmteam drehte bis zum Abend im ganzen Dorf.

Am Karsamstag, 26.03.2005, wurde der Bericht über unser

Dorf in der Hessenschau gesendet.

Der Jude und sein Dorf

Im Jahre 2017 bekamen einige Wohnbacher über Facebook

Anfragen von einem Hans Bär aus Argentinien. Es stellte

sich heraus, dass der in Wohnbach am 1.3.1923 geborene

Hans Bär Kontakt zu eventuell noch lebenden Freunden

aus seiner Kindheit und seinem Geburtsort suchte. Er ist

schon 1938 aus seiner Heimat geflohen, da er jüdischer

Abstammung war. Sein Vater, Emil Bär, der in Wohnbach

Fruchthändler war und eine kleine Landwirtschaft hatte,

wanderte schon im Jahr 1933 nach Argentinien aus, da er

nicht nur Jude, sondern auch in der SPD war und nach der

Machtübernahme der Nazis nichts Gutes befürchtete. Seine

Frau Pauline und sein Sohn Hans Bär mussten aber zunächst

noch in Wohnbach bleiben, zogen 1935 – 1938 zu den Eltern

Gleichzeitig wurden alle möglichen Medien über die

bevorstehende Reise informiert. In der lokalen und

überregionalen Presse wurde auf die Reise aufmerksam

gemacht. Unter https://hansinwohnbach.wordpress.

com kann man sich noch heute über Hans Bär und seine

Reise informieren. Neben den Printmedien berichtete

der Radiosender hrinfo bereits am 30.01.2018 über die

bevorstehende Reise und interviewte einige Wohnbacher

Bürger mit der Frage: Ist Hans willkommen oder wie gehen

die Wohnbacher heute damit um, dass nach 80 Jahren

jemand in das Dorf zurückkommt, der damals fliehen musste,

sonst wäre er wahrscheinlich wie seine noch gebliebenen

Verwandten ermordet worden. Die Wohnbacher gründeten

schnell eine Gruppe, die den Empfang von Hans Bär

vorbereiten wollte.

Neben Radio, Zeitungen und Internet meldete sich auch

47


bald ein Regisseur des Hessischen Rundfunks, der die Reise

in einem Film für den Sender arte festhalten wollte. Dieses

Filmteam begleitete Hans auf seiner Reise von Argentinien

aus und drehte zunächst einen Film mit dem Titel: „Der Jude

und sein Dorf - Besuch in Deutschland.“ für den Sender

arte, der am 13.8.2018 ausgestrahlt wurde und heute noch

auf youtube.com zu sehen ist. Auch dieser Film wurde

mehrmals im Fernsehen und in der Presse angekündigt

und brachte Wohnbach in die Schlagzeilen. Der Empfang

am 6.5.2018 von Hans Bär in der Wohnbacher Turn- und

Sporthalle wurde wieder von der Presse begleitet. In dem

arte-Film wurde gezeigt wie die Wohnbacher sich auf diesen

Empfang vorbereiteten und daraus ein Fest mit Kaffee und

selbstgebackenem Kuchen machten, wie es in Wohnbach bei

den meisten Festlichkeiten üblich ist. Hans war überrascht

mit welchem Aufwand und mit welcher Freundlichkeit

er empfangen wurde. Den meisten Wohnbachern war

48

klar, dass diese Reise nicht

eine ganz normale Reise

war. Hans wollte zwar nur

seinen Geburtsort einmal

wiedersehen. Aber durch

die mediale Aufmerksamkeit

in fast der ganzen Welt

schaute man genau hin,

wie empfängt ein Dorf so

jemanden? Insgesamt haben

sich die Wohnbacher nichts

vorzuwerfen. Hans fühlte

sich immer willkommen und

freundlich aufgenommen. In

einem Artikel der Wetterauer

Zeitung vom 12. Mai 2018

mit der Überschrift: „Der

lange Weg nach Hause“

bemerkt Hans, dass sich

Vieles verändert habe: „Am

meisten jedoch haben sich

die Menschen verändert. Sie

sind offen, sehr freundlich.

Er gestikuliert, setzt ein

mürrisches Gesicht auf.

Den deutschen Stil, den ich

von damals kenne, gibt es

nicht mehr.“ Er selbst zeigte

auch keinen Hass oder Verbitterung, obwohl doch seine

zurückgebliebene Familie von den Deutschen umgebracht

wurde. In dem Artikel vom 12.5.2018 steht weiter:“ Ob er Wut

empfindet, weil er als Junge sein Zuhause verlassen musste?

- Nein, viele Menschen sind den Politikern wie Schafe gefolgt.

Aber ich mache den einfachen Leuten keinen Vorwurf. Sie

sind keine schlechten Menschen gewesen.“ Hans wäre gern

noch länger in seinem Heimatdorf Wohnbach geblieben,

aber seine jungen Begleiter mussten wieder zurück und

arbeiten.

Nach dem arte-Film, der ca. 30 Minuten dauerte, und

heute noch auf youtube.com zu sehen ist, sendete der

Hessische Rundfunk am 26.01.2019 eine 45-Minuten-Version

des selbigen Films, der vom Grundaufbau dem arte-Film

entsprach, aber einige Szenen mehr enthielt oder die Szenen

verlängerte.


Diese Version trug den Titel „Der Jude und sein Dorf -Die

große Reise des Hans Bär.“ Das Filmteam des HR war

mehrere Tage in Wohnbach und sammelte ca. 30 Stunden-

Filmmaterial, aus dem dann 30 bzw. 45 Minuten wurden.

Hans Bärs Enkelin Marlene Bär-Lamas drehte als seine

Begleiterin auch einen Film mit dem Titel „Sicher, dass du

zurückwillst, Opa? - Das Reisefilmtagebuch-“. Dieser Film ist

auch auf youtube.com zu sehen.

Anika Nesheim, Enkelin von Kurt Bommersheim (1924-

2019), der sich in dem arte-Film als Zeitgenosse mit Hans

Bär in Wohnbach trifft, hat auch einen Film unter dem Titel

„Auftauchen“ gedreht, in dem sie die Leben der beiden

(Hans Bär, Kurt Bommersheim) vergleicht.

Die Reise des Hans Bär an seinen Geburtsort hat dazu

geführt, dass Wohnbach in den Medien besonders im Jahr

2018 bekannt wurde.

Alter Kaffeesatz von Frieda Wolf

Es stand einmal ne Kaffeekann

mit grauem Kaffeesatz.

Sie stand im Schrank schon jahrelang

an ihrem alten Platz.

Von Hochzeit bis zur Kindestauf´,

wo man sie hat benutzt.

Da machte man den Deckel auf,

sah, sie war nicht geputzt.

O wei, die schöne Kaffeekann, wie sieht die innen aus.

Wenn sie zu uns reden könnt´,

was käm´da alles raus.

Sonstiges

(Quellen: Siehe S.108)

Ebenso sind natürlich heutzutage über das Internet fast alle

Vereine des Ortes vertreten.

Der Verein „Wohnbacher Festjahr 2021“ hat eine eigene

Internetseite: 1250-wohnbach.de und ist auf Facebook und

auf Instagram vertreten.

Auf youtube kann man privat gedrehte Filme über die

Unwetter, die über Wohnbach in den Jahren 2012 und 2016

herfielen, anschauen und noch weitere Beiträge von Sport-,

Kultur- oder Musikveranstaltungen finden.

Youtube-Links über Wohnbach:

• https://www.youtube.com/watch?v=IrQGsiA2Yu4

(Überschwemmung,5.6.2016)

• https://www.youtube.com/watch?v=TiMJJRBYcrc

(Hochwasser im Wiesengrund, 19.06.2012)

• https://www.youtube.com/watch?v=VVxVFGP6qCM

(Unwetter in Wölfersheim,19.06.2012)

Das Schwein in der Freiheit von Frieda Wolf

Ein Schwein, das sprang vom Wagen ab

und setzte sich geschwind in Trab.

Der Fahrer hat es nicht bemerkt.

Es saß am Ortsausgang am Berg.

Und als er es wollt´schlachten dann.

Sah er sich die Bescherung an.

Die Autos blieben schon all´steh´n,

um mal ein richtiges Schwein zu seh´n.

Auch Kinder hatten es so lieb,

weil es da einfach sitzen blieb.

Sie wollten ihm nen Mantel holen,

die arme Sau, die hat gefroren.

• https://www.youtube.com/watch?v=HRO07u4k95U

(Muhlo)

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50

PV-Anlage für Ihr Haus.

www.ovag.de /pv-anlage


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53


Zeltkirmes in Wohnbach

Aus der Dorfchronik

machten sich sofort daran, die

vielen Vorbereitungen zu einer

ersten Zeltkirmes, die vom 31.

August bis 2. September 1974 auf

dem Festplatz neben dem neuen

Sportplatz stattfand, in Angriff zu

nehmen. Diese Aufgaben wurden

durch eine breite Mithilfe der

anderen Vereinsmitglieder und

anderer Helfer sehr gut unterstützt.

Auch die Gemeinde beteiligte

sich an dem Zustandekommen

der ersten Zeltkirmes durch

die Installation von Strom- und

Wasseranschluss.

Bis anfang der 70er Jahre fand die Kirmes in den

Wohnbacher Gaststätten statt. Im Laufe der Zeit entwickelte

sich in der Einwohnerschaft von Wohnbach immer mehr

der Wunsch, doch wieder eine gemeinsame zentrale Kirmes

zu veranstalten. Diese Entwicklung haben Mitglieder von

„Männergesangverein Eintracht, Freiwillige Feuerwehr,

Deutsches Rotes Kreuz und Fußballclub“ erkannt und

im Frühjahr 1974 eine „Vereinsgemeinschaft Zeltkirmes“

gegründet. Jeder dieser Vereine entsandte eine bestimmte

Anzahl von Mitgliedern in diese Vereinsgemeinschaft, um

die organisatorischen Aufgaben zu übernehmen.

In einer gut besuchten Bürgerversammlung wurde diese

Bereitschaft der Ortsvereine, eine Zeltkirmes zu veranstalten,

von allen Seiten begrüßt. Alle Einwohner wollten nun wieder

unter einem Dach sitzen, während vorher in den drei Sälen

der Gaststätten die Gemeinschaft auseinander gerissen war.

Die Mitglieder der „Vereinsgemeinschaft Zeltkirmes“

54

Den Mitgliedern der

„Vereinsgemeinschaft Zeltkirmes“

lag besonders am Herzen, die

Kirmes in Wohnbach auch als

bürgerverbindende Einrichtung zu

installieren.

Neben dem regelmäßigen ökumenischen Gottesdienst

am Sonntagvormittag, fanden auch andere kulturelle

Veranstaltungen statt. Dabei sei nur an die Auftritte des

Divisionsmusikkorps der 3. US Pz.Div. und des Hessischen

Polizeiorchesters erinnert. Die Darbietungen rissen die

vielen Besucher des voll besetzten großen Zeltes zu wahren

Begeisterungsstürmen hin. Die Reinerlöse wurden den

sozialen Einrichtungen wie Aktion Sorgenkind oder der

Behindertenhilfe des Wetteraukreises zur Verfügung gestellt.

Ebenso nutzten örtliche Vereine gerne die Gelegenheit, das

große Zelt zu eigenen Veranstaltungen wie Sängertreffen

oder Musikzugtreffen und vieles mehr zu benutzen, um sich

so der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Hier sei nur an die gemeinsame Feier des 15-jährigen

Bestehens des 1. FC Wohnbach und des 10-jährigen Jubiläums

des Kegelclubs „Alle Neune“ mit dem Jugendblasorchester


Herborn-Seelbach erinnert, das auch im Zelt gefeiert wurde.

Neben der Versorgung mit Essen und Trinken bekamen die

Gäste an den Tagen von Freitag bis Montag auch ein breites

kulturelles Programm geboten, z.B. Showtanz, Schlager

-Disco, Unterhaltungsmusik bei Kaffee und Kuchen (alles

Spenden) und ansprechende Kapellen zum Kirmestanz.

Nach dem heutigen Sprachgebrauch entwickelte sich die

Wohnbacher Zeltkirmes zu einem Event für Gäste aus nah

und fern.

In der Erinnerung ist besonders der Kirmesmontag geblieben.

Wer in den besten Tagen nicht frühzeitig zum Frühschoppen

kam, musste sich mit den wenigen freien Plätzen begnügen.

Es gab in der ersten Zeit Jahre, in denen an diesem Tag den

vielen Freibierspendern Einhalt geboten werden musste,

um den Andrang zu bewältigen. In manchen Jahren wurden

insgesamt zwischen 50 und 55 hL Bier ausgeschenkt. Davon

am Kirmes-Montag zwischen 16 und 20 hL.

Alle diese Aktivitäten waren wie die Veranstaltungen ohne

die Akzeptanz und die Mithilfe der Wohnbacher Bürger

nicht zu bewerkstelligen. Aus diesem Grund wurde auch

ein jährlicher Helferabend (Nachkirmes) durchgeführt, um

hier allen Beteiligten für das gute Gelingen der Wohnbacher

Kirmes zu danken. Der Restgewinn wurde an die vier Vereine

verteilt, was der Kasse auch wohlgetan hat.

Obwohl auch eine solche örtliche Großveranstaltung

den Schwankungen des Zeitgeistes unterliegt, hat es

die Vereinsgemeinschaft Zeltkirmes mit ihren Helfern

verstanden, die

Wohnbacher

Zeltkirmes jahrelang

als lebendig und

attraktiv zu bewahren.

Diese Zeiten sind

leider schon lange

vorbei.

Rückblickend kann

heute nicht mehr

genau gesagt werden,

was zum Niedergang

der Zeltkirmes

geführt hat. Neben

Veränderungen in den

beteiligten Vereinen,

dem Älterwerden der

Helfer, öffentlichen

Auflagen, eigenen

Toiletten, Lärmschutz

usw. waren die

Änderungen schleichend.

Die Kosten blieben, aber die Einnahmen wurden durch

verkleinerte Festzelte und dadurch weniger Besucher

geringer. Als wegen der geringer werdenden Einnahmen

auch die Zuwendungen an die Vereine nachließen und durch

den Wegfall der Nachkirmes die Akzeptanz der Zeltkirmes

nachließ, war das Ende absehbar.

In den Jahren 2009, 2010 und letzmals im Jahre 2011 wurde

nochmals versucht, eine Neuauflage der gemeinsamen

Kirmes in der Turn- und Sporthalle zu veranstalten. Als

auch dies nicht zum Erfolg führte, fiel der Vorhang und die

Wohnbacher Zeltkirmes war Geschichte.

Aber auch heute noch wird sich in gemeinsamen Gesprächen

der damals Dabeigewesenen gerne an diese großen Tage

erinnert.

Nach Erinnerungen von Theo Bauer

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Shopping anno dazumal

Einkaufsmöglichkeiten in Wohnbach in früheren Zeiten

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Gedichte von Richard Mühl

(*1917 - †1981)

Du hast den Erdenlauf vollendet

und Heimaterde deckt dich zu

du hast getreu die Pflicht erfüllt

Gott gebe dir die ewge Ruh.

Schlaf wohl im stillen Erdenschoße

befreit von allem Ungemach

es geht ja nur dem Ziel entgegen

zum großen Auferstehungstag.

Einst werden wir vereint zusammen

verklärt in lichtem Glanze stehen

und Engelschöre werden klingen

Hab Dank! Schlaf wohl! Aufwiedersehn!

Zu beherzigen!

Du mußt mehr singen und weniger schelten,

so wird man dir auch mehr Liebe vergelten:

Denn Gesang und Lied ist Freude und Glück,

doch Schreien und Schimpfen ist Teufelsmusik.

Heimkehr!

In meine Heimat kam ich wieder,

es war die alte Heimat noch,

dieselbe Luft, dieselben frohen Lieder,

und alles war ein andres doch.

Die Wellen rauschten wie vor Jahren

am Waldrand sprang wie einst das Reh,

von ferne hört‘ ich Heimatglocken läuten,

die Berge glänzten aus dem See.

Doch vor dem Haus, wo einst vor Jahren

die liebe Mutter uns empfing, dort sah ich

fremde Menschen fremd gebaren,

wie weh, wie weh mir da geschah!

Mir war, als rief es aus den Wogen:

„Flieh, flieh und kehr nicht mehr zurück.

Die du geliebt, sind alle längst gestorben

und kehren nimmermehr zurück.“

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Die Kirche im Dorf

Evangelisch Lutherische Kirchengemeinde Wohnbach

Seit 400 Jahren steht das

Kirchengebäude im Dorf und als

Teil des Dorfes versteht sich auch

die evangelische Kirchengemeinde.

Schon vor dem jetzigen Gebäude

stand an dieser Stelle, oberhalb des

Kastaniengartens, eine Kirche. Die

Menschen kamen zur Kirche, um

entscheidende Wendungen Ihres

Lebens dort zu feiern, in Gottesdiensten

Stärkung zu erfahren und ihrem

Glauben Ausdruck zu verleihen. Der

Bau beeindruckt vor allem mit seiner

außergewöhnlichen Stuckdecke. Zur

Geschichte der Kirche erschien 2020

das Buch „Die Kirche im Dorf, 400 Jahre

Wohnbacher Kirche“ von Karl Heinrich

Schäfer, dem Sohn des früheren

Wohnbacher Pfarrers Heinrich Schäfer.

Gerade in Krisensituationen ist die Kirche

für die Menschen da. Daran hält die Gemeinde fest, sie will

für die Menschen da sein. Selbst in Zeiten von Corona wurde

hier gebetet und um Gottes Beistand gebeten. Nach dem

radikalen Lockdown feierten stellvertretend Küsterin Bettina

Winkel, die Organistinnen Anita Kammer und Daniela Müller

und Pfarrerin Martina Belzer sonntägliche Gottesdienste,

sogenannte Winkelmessen, also Gottesdienste ohne

weitere Teilnehmende. Die Texte und Audioaufnahmen der

Gottesdienste wurden veröffentlicht, so dass die Menschen

von zuhause aus mitbeten konnten. Das Angebot wurde

dankbar angenommen.

Das Gemeindeleben ist nicht isoliert vom Dorfleben zu

sehen. Besonders der Nikolausmarkt, den Kirchengemeinde

und Vereine zusammen organisieren, ist ein gelungenes

Beispiel des Miteinanders im Ort.

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Feste feiern:

Ostern, Hagelsonntag und Erntedank wird nicht nur mit

den Gottesdiensten begangen, sondern auch mit geselligen

Beisammensein im Anschluss.

Am Hagelsonntag (letzter Sonntag im Juni), der an die

Tradition der Bußtage zur Bewahrung vor Unwetter erinnert,

wird nach dem Abend-Gottesdienst bei Saft, Wein und

Brezeln zusammen unter der Eiche vor der Kirche gesessen.

Die Gemeindegruppen:

Die Gruppen sind offen und heißen neue Mitglieder gerne

willkommen. Der Chor „Laudate cum Musica“ unter der

Leitung von Anita Kammer probt wöchentlich und bereichert

bei besonderen Anlässen den Gottesdienst.

Der Flötenkreis trifft sich nach Absprache und wird ebenfalls


von Anita Kammer geleitet.

Das „Offene Singen“ (auch unter Leitung von Anita Kammer)

ist monatlich und lädt ohne weitere Verpflichtung jede und

jeden ein, einfach mal eine Stunde mitzusingen.

Im Frauenkreis, der aus der Frauenhilfe hervorgegangen

ist, treffen sich Seniorinnen im Winterhalbjahr wöchentlich

und im Sommer einmal im Monat zur Andacht, Kaffee und

Unterhaltung. Mal wieder raus kommen, einander treffen,

das ist das Ziel dieser Gruppe. Die Leitung liegt bei Renate

Ludwig, der Vorsitzenden des Kirchenvorstandes.

Monatlich findet samstags Kindergottesdienst statt, den

Renate Ludwig, Anita Kammer und Pfarrerin Martina Belzer

abhalten. Zwei Stunden mit kindgerechtem Gottesdienst,

Vorlesen, Singen, Toben und Basteln, lassen die Zeit wie im

Fluge vergehen.

Leitendes Gremium der Kirchengemeinde ist der

Kirchenvorstand. Ob Baumaßnahmen, Verwaltung,

Personalfragen oder Fragen der Gottesdienstgestaltung,

die Arbeit ist vielfältig. Oft genug legt der Kirchenvorstand

auch selbst Hand an, so zum Beispiel bei der Pflege der

Außenanlagen im Herbst oder den Festvorbereitungen.

Seit 2008 ist Martina Belzer Pfarrerin der Wohnbacher

Kirchengemeinde. Die gebürtige Mainzerin genießt das

Leben im Dorf und will nicht vor ihrer Pensionierung im Jahr

2025 die Gemeinde verlassen.

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Wohnbach aus nördlicher Richtung

Wohnbach von oben

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Wohnbach aus südlicher Richtung


Wohnbach aus westlicher Richtung

Wohnbach von oben

Wohnbach aus östlicher Richtung

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Arbeitskreis Dorferneuerung

(AKDE) Wohnbach

„Die Mitglieder des Arbeitskreises

leisten eine hervorragende Arbeit und

sorgen als Motor der Dorferneuerung

für den notwendigen Schwung bei

den anstehenden Projekten.“ So

lobte Bürgermeister Rouven Kötter

das Engagement der Wohnbacher,

die sich auch in die Planungen der

öffentlichen Vorhaben einbringen

(Gemeindespiegel Wölfersheim, Fr.,

29.10.2010). Gegründet wurde der

AKDE Wohnbach am 07.12.2006,

nachdem im Frühjahr 2006

Wohnbach, der kleinste Ortsteil der

Großgemeinde Wölfersheim, als

damals einziges Dorf im Wetteraukreis

für den Zeitraum 2006 bis 2014 ins

Dorferneuerungsprogramm des

Landes Hessen aufgenommen worden

war. In einer Auftaktveranstaltung

waren am 18.05.2006 Arbeitsgruppen

gebildet worden, die sich im

Rahmen einer moderierten Konzeptentwicklungsphase mit

verschiedenen Themen wie Soziales, Kultur und Versorgung,

Geschichte oder Ortsbild und Verkehr beschäftigten. Das

gemeinsam erarbeitete und am 23.11.2006 präsentierte

Dorfentwicklungskonzept nennt zahlreiche Projekte, die

von der Gemeinde mit Hilfe der Fördermittel umgesetzt

werden sollten. Da das Dorferneuerungsprogramm des

Landes Hessen verlangt, dass das Mitsprache- und

Mitentscheidungsrecht der Bürger gewahrt bleibt, schlossen

sich die Arbeitsgruppen am 28.10.2006 zum AKDE Wohnbach

zusammen. Die am 07.12.2006 gewählten Mitglieder des

Vorstandes 1. Christel Eiser, 2. Winfried Gramatte, 3. Dr.

Monika Gramatte übernahmen auch die Aufgabe als feste

Ansprechpartner für die Gemeindeverwaltung.

Aus den am 23.11.2006 präsentierten Projekten wurden in

Abstimmung mit den Trägern des Dorferneuerungsprogramms

folgende förderfähige ausgewählt und umgesetzt:

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• Sanierung des Historischen Rathauses. Hierfür waren

Nutzungsideen zu entwickeln, ein Betreiber- und

Nutzungskonzept zu erstellen und nach Festschreibung

einer dauerhaften und nachhaltigen Nutzung wurde

das Gebäude saniert. Nachdem die Innenräume

samt Bestuhlung im November eingerichtet worden

waren, konnte am Vormittag des 26.11.2016 die vom

AKDE organisierte, offizielle Eröffnung stattfinden.

Am Nachmittag, während der Zeit des Tannenbaum

Aufstellens, nutzten viele interessierte Bürger die

Möglichkeit der Besichtigung.

• Dorfgeschichtspfad und Erstellung eines Dorfbuches.

In Abstimmung mit Herrn Eugen Rieß wurde ein

Historischer Rundgang ausgearbeitet und beschildert.

Hinweistafeln mit Zeichnungen sowie Daten zur Historie

und Funktion informieren kurz über die jeweilige Station.

Am Startpunkt zeigen zwei Übersichtstafeln die Lage der

28 Stationen auf einer historischen Karte von 1845 und


einem Luftbild von 2009. Erläuternde Texte von Herrn

Eugen Rieß zu den einzelnen Stationen, die zugehörigen

Schilder sowie die Kartendarstellungen wurden in einer

Broschüre zusammengestellt, die nach den Führungen

ausgegeben wird, aber auch erworben werden kann. Die

Einweihung und die erste öffentliche Führung fanden an

Pfingstmontag 20.05.2013 statt (Bild 1). Das Angebot der

geführten Rundgänge und auch ein virtueller Rundgang

wurde sowohl von Einheimischen als auch Auswärtigen

sehr gut angenommen. Das Dorfbuch wurde von Herrn

Eugen Rieß erarbeitet und erscheint im Festjahr 2021.

• Nachbarschaftshilfe. Mit Unterstützung des

Förderprogramms und durch Eigeninitiative aus dem

Arbeitskreis hat sich die Nachbarschaftshilfe Wohnbach

und Umgebung e.V. am 14.01.2009 gegründet.

• Barrierefreier Verbindungsweg zwischen Ortskern

und Kindergarten bis zur Kultur- und Sporthalle mit

Neuanlage einer öffentlichen Mehrgenerationen-

Spielanlage. Dieses Projekt wurde von März 2012 bis

Nov. 2014 realisiert.

• Neugestaltung Dorfplatz „Weed“. Unter dem Motto

„vom Parkplatz zum Dorfplatz“ und in Zusammenarbeit

mit sieben Wohnbacher Vereinen fand eine sehr

gut besuchte Eröffnungsveranstaltung am Samstag,

11.06.2016 statt.

• Historische Kelleranlage. Im Jahr 2009 wurde die

Förderung auch auf die historische Kelleranlage in der

Berstädter Straße ausgeweitet, nachdem bis Herbst

2008 ein Konzept entwickelt und der Zustand der

einzelnen Keller durch ein Gutachterbüro erhoben

worden war.

Seit seiner Gründung trifft sich der Arbeitskreis regelmäßig.

Nach den ersten Sitzungen charakterisierte der AKDE seine

Arbeit wie folgt: Wir arbeiten ehrenamtlich, sind politisch

unabhängig und engagieren uns bei der Begleitung des

Dorferneuerungsprogramms, bei der Dokumentation

und Aufarbeitung der Dorfgeschichte, durch Einbindung

in das örtliche Kulturleben und bei der Mitgestaltung

des dörflichen Erscheinungsbildes. Mit Ablauf des

Dorferneuerungsprogramms endete die Arbeit des AKDE

Wohnbach offiziell. Die Aktiven beschlossen aber bei ihrer

Sitzung im Frühjahr 2014 den Arbeitskreis bestehen zu

lassen, um die angestoßenen kulturellen Aktionen weiterhin

durchzuführen.

• Unsere erste große, vorbereitungsintensive,

öffentlichkeitswirksame Veranstaltung war die Bildund

Fotoausstellung, die wir zusammen mit der

Wölfersheimer Künstlerpalette e. V. auf die Beine

gestellt hatten. Die an zwei Tagen sehr gut besuchte

Veranstaltung, die auch durch Diaschauen vom aktuellen

Ortsbild und durch Vorträge zur Geschichte bereichert

wurde, fand unter dem Titel „Historisches Wohnbach –

photografiert und gemalt“ am Sa. 8. u. So. 9.12.2007 statt

und war ein voller Erfolg.

• Seit dem Jahr 2007 kümmern wir uns um einen

Tannenbaum für Wohnbach sowie das Aufstellen

und Schmücken, verbunden mit einem kleinen

vorweihnachtlichen Fest am Historischen Rathaus am

Samstag vor dem 1. Advent.

(Bild 1) (Bild 2)

71


• Das Kartoffelfest wurde am Tag des offenen Denkmals

am Sonntag 14.09.2008 geboren (Bild 2). Unser offenes

Denkmal waren die Kelleranlagen in der Berstädter

Straße. Beim Rahmenprogramm standen nicht nur

die Keller sondern auch die Kartoffel im Mittelpunkt.

Dazu passend gab es Kartoffelgerichte und vieles

mehr. Das Fest fand vor den Felsenkellern statt. Da

es so gut ankam, haben wir beschlossen jährlich ein

Kartoffelfest mit wechselndem Rahmenprogramm

zu veranstalten. Wir verlegten den Termin auf den 2.

Sonntag im Oktober und den Veranstaltungsort an /

in die Kultur- und Sporthalle. So wurde am 18.10.2009

als Auftaktveranstaltung des Kartoffelfestes am neu

festgelegten Ort eine Linde gepflanzt und dazu eine

Urkundenrolle eingegraben. Diese Friedenslinde ist seit

2013 auch Startpunkt bzw. erste Station des Historischen

Rundganges. Insgesamt haben wir seit 2008 zwölf sehr

gut besuchte Kartoffelfeste bestritten. Unser Dank

gilt allen Helfern/innen, die uns auf vielfältige Weise

unterstützen, insbesondere der Nachbarschaftshilfe

Wohnbach und Umgebung e. V., die seit 2009 auch die

Kinderbetreuung während des Festes übernimmt.

• Auf unsere Anregung hin, sollte ein Verbindungsweg

von den Mönchsgärten zum Kuhweg geschaffen

werden. Dieses Projekt war auch 2019 im Haushaltsplan

der Gemeinde enthalten, wurde aber leider wegen des

Widerspruchs einiger Bürger nicht umgesetzt.

• Aktionen zur Mitgestaltung des dörflichen

Erscheinungsbildes sind z. B. das Aufräumen des

Kastaniengartens, das Betreuen von Blumenkübeln

und vor einigen Jahren auch das Pflanzen von

Frühlingsblumen an den Ortseingängen und auf dem

Friedhof durch einige Aktive des AKDE.

• Nicht zuletzt ging die Initiative zur Ausrichtung einer

1250-Jahrfeier in 2021 bereits Anfang 2016 vom AKDE

aus. So führte im April 2018 unser bisher größter Ausflug

nach Lorsch, dem Ort der Ersterwähnung Wohnbachs

im Jahr 771. Das große Bild auf S.70 zeigt fast alle AKDE-

Mitglieder, tw. mit Partnern sowie Herrn Eugen Rieß und

Ehefrau vor der weltberühmten Lorscher Königshalle

(UNESCO Welterbe Kloster Lorsch), 15.04.2018.

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Die Landung in der Hecke

von Frieda Wolf

Herr Pfarrer war mal in der Not.

Er lieh ein Krad und fuhr mit fort.

Doch was er nicht begriffen hat:

Wie stellt sich ein Motorrad ab?

„Du liebe Zeit, was soll gescheh´n?

Ich bring das Ding ja nicht zum Steh´n.

Ich kann doch nicht so lange fahr´n.

Bis kein Benzin ich nicht mehr han.“

Da fuhr er dann zum eig´nen Schreck

vorm Haus in eine dicke Heck´.

Da war es dann von selber still.

Herr Pfarrer sprach: „So Gott es will.“

Die Geburtstagsfeier

von Frieda Wolf

Die Emma zum Geburtstag ging

nicht weit von ihrem Haus.

Und gleich sie an zu saufen fing,

fünf Flaschen soff sie aus.

Fleisch und Wurst hat sie versucht

und Kuchen noch dazu.

„Von Allem hab ich ja genug,

langt ihr nur kräftig zu!“

Es war ja alles schön gemacht,

die Party war ganz toll,

bis man dann auch ans Gehen dacht:

Da war die Emma voll.

Da hat sie alles durchgeseicht,

wie´s schöne Sprichwort heißt:

Licher Bier ist unerreicht,

fünf gesoffen, zehn geseicht!“

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Alten-Club Wohnbach

Im Jubiläumsjahr 2021 wird der Wohnbacher Alten-Club 43 Jahre alt.

Alt macht nicht das Grau der Haare,

alt macht nicht die Zahl der Jahre,

alt ist, wer den Mut verliert

und sich für nichts mehr interessiert.

Nach 20-jähriger ehrenamtlicher Arbeit übergab Anna

Bommersheim die Leitung an Helga Kammer.

Jetzt fanden die Nachmittage im Kolleg der Sporthalle statt.

Helga Kammer führte die Arbeit ihrer Vorgängerin in deren

Sinne weiter.

Am 13. Dezember 2013 feierte der Senioren-Club sein

35-jähriges Bestehen im evangelischen Gemeindesaal. Zu

diesem Anlass übergab Helga Kammer aus Altersgründen

die Leitung an Renate Ludwig.

Wegen der Beschwerlichkeit des Weges und des

fortgeschrittenen Alters der Senioren verlegte Renate

Ludwig das Treffen wieder in den Gemeindesaal.

Im Januar 2017 bezog der Alten-Club als erster Verein die

Räumlichkeiten im renovierten historischen Rathaus. Dieser

besondere Tag wurde mit einem Gläschen Sekt gefeiert.

Am 9. November 1978 gründeten Karl Zinsheimer und Anna

Bommersheim den Alten-Club Wohnbach. 50 Seniorinnen

und Senioren fanden sich am Gründungstag im Gasthaus

zur Krone ein. Anna Bommersheim übernahm die Leitung

und jeden 3. Mittwoch im Monat traf man sich im Gasthaus

zur Krone und später im evangelischen Gemeindesaal.

Anna Bommersheim organisierte unzählige Ausflüge, z. B.

nach Würzburg, Tripsdrill oder an den Frankfurter Flughafen,

auf die sich die Senioren das ganze Jahr freuten.

Auch die Nachmittage wurden abwechslungsreich gestaltet.

Es fand ein reger Austausch über die Geschehnisse im

Dorf und auch über das Weltgeschehen statt. Geschichten

wurden vorgelesen und auch so manche Dichterin zeigte

ihr Können. Nicht zu vergessen, das alte Liedgut wurde

gepflegt. Kein Nachmittag war ohne Kaffee und Gesang.

Bis heute finden die Nachmittage jeden 3. Mittwoch im

Monat statt. Die Ausflüge beschränken sich jedoch auf die

Eisdiele und das Antik-Café in Wölfersheim. Passend zur

Jahreszeit wird auch gebastelt. An den Fenstern des alten

Rathauses kann man anschließend die Werke bewundern. Es

werden Geschichten vorgelesen, Erlebnisse ausgetauscht,

geschwätzt, die alten Volkslieder gesungen und ganz viel

gelacht.

Besondere Highlights sind die Adventsfeiern, die früher in

der Linde waren, und heute wegen der nötigen Barriere-

Freiheit im historischen Rathaus stattfinden.

Die Damen freuen sich dabei ganz besonders auf den Besuch

des Bürgermeisters und der Pfarrerin, die immer eine kleine

Weihnachtsgeschichte vorlesen. Bei einem gemeinsamen

Essen halten wir Rückschau auf das vergangene Jahr und

singen Weihnachtslieder.

Jedes Treffen endet mit dem gleichen Satz: „Es woar en

schiene Noachmittoag!“

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„Berschdbacher“

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder...

für unsere Gruppe abzugeben. In den

darauffolgenden Singstunden wurde dann

entschieden. Da Sänger aus Berstadt und

Wohnbach Mitglieder der Gruppe waren,

machte Erich Storck den Vorschlag, den Namen

der Gruppe von den beiden Heimatorten der

Sänger abzuleiten und sich „Berschdbacher“

zu nennen. Dieser Vorschlag wurde von

allen Anwesenden für gut befunden und

angenommen. Heute gehören auch Mitglieder

aus Wölfersheim, Melbach und Echzell der

Gesangsgruppe an. Sprecher der Gruppe ist

Karl Heinz Siefert. Die Auftritte der Gruppe

sind so vielfältig wie ihre Liederauswahl.

Ihre Seemanns-, Heimat- und Volkslieder

sowie Schlager werden vom Publikum immer

wieder gerne angenommen und gehört.

In einer Monatsversammlung des Kleintierzuchtverein H 365

Berstadt im September 2000 im Vereinslokal „ Berstädter

Hof“ regte Arnold Storck an, eine kleine Sängergruppe

zu bilden und beim nächsten vom Verein ausgerichteten

Hähnewettkrähen zur Unterhaltung der Gäste ein paar

Lieder vorzutragen. Gedacht war an leicht zu singende Lieder,

wie z.B. Seemanns - oder Volkslieder. Die Übungsstunden

sollten im Aufenthaltsraum der Fa. Fensterbau Storck, bei

der Arnold Storck Seniorchef war, stattfinden. Zur ersten

Singstunde im Februar 2001 hatten sich schon 14 Sänger

zusammengefunden. Horst Schmidt

unterstützte von Anfang an den

Gesang mit seinem Akkordeon und

Ernst Ludwig Größer mit seiner Gitarre

. Der erste Auftritt der Gruppe beim

Hähnewettkrähen in den Werksräumen

der Fa. Storck am 13. Mai 2001 (Muttertag)

war ein voller Erfolg. Das Publikum

wurde aufgefordert Namensvorschläge

Auftritte finden zu runden Geburtstagen, bei

Jubiläumsveranstaltungen, beim Brunnen an- bzw. -abstellen

in Berstadt, bei Brunnen- und Weinfesten allgemein sowie

in Seniorenheimen statt. Auch wurden Festwagen für

Feuerwehrfeste und für das Steinfurther Rosenfest gestaltet.

Ihre Übungsstunden, in denen die Geselligkeit nicht so kurz

kommt, finden seit Januar 2018 jeden Dienstagabend im

Historischen Rathaus In Wohnbach statt.

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1. FC 1963 Wohnbach e. V.

Für den Fußball, das Vereinsleben und das Miteinander

Der 1. FC 1963 Wohnbach

e.V. wurde am 19. Februar

1963 im Gasthaus „Zur

Linde“ gegründet. Die

Gründungsmitglieder

Bürgermeister

Gerhard Ortmann, die

Sportskameraden Walter

Ludwig, Alfred Löffler

und Adolf Keil sowie

weitere 70 Personen

verfolgten den Plan, für

die Jugend in Wohnbach

einen Ort zu schaffen,

um Fußball zu spielen

und die Kameradschaft zu fördern. Wichtig war Ihnen

auch den Sportgeist zu stärken. Im Juli 1963 fand die erste

Jahreshauptversammlung zur Annahme der Club-Satzung

und Wahl des ersten Vorstandes statt. Alfred Löffler wurde

der erste Vorsitzende. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals

etwa 60 Pfennig. Ab diesem Zeitpunkt waren alle Weichen

für das Vereinsleben des Wohnbacher Fußballs gestellt.

Die entfachte Fußballbegeisterung schlug sich auch

schnell auf die Anzahl der aktiven Spieler nieder. Bereits

im Jahre 1965 konnte man auf drei Senioren- und drei

Jugendmannschaften zurückgreifen. Gespielt wurde damals

auf dem alten Sportplatz an der Münzenbergerstraße.

1969-1970 kooperierte man im Jugendbereich mit dem SKV

Obbornhofen. Anschließend erfolgt die Kooperation im

Jahre 1977 mit dem KSV Berstadt und seit 2012 spielen die

Jungtalente unter dem Zusammenschluss des JFV Wetterau.

Da aufgrund der guten Vereinsarbeit die Erfolge der

Seniorenmannschaften nicht lange auf sich warten ließen,

bekam der Verein 1971 ein neues Sportgelände. Dies wurde

feierlich im Rahmen der 1200-Jahrfeier von Wohnbach

eingeweiht. Die engagierten Mitglieder ermöglichten

1976 eine Flutlichtanlage um zukünftig auch Abendspiele

ausrichten zu können. Der Verein wuchs stetig in der

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Anzahl seiner Mitglieder weiter an und wurde eine feste

Komponente im Wohnbacher Vereinsleben. So war es auch

kein Wunder, dass bereits 1979 der erste große sportliche

Erfolg der 1. Mannschaft mit dem Aufstieg in die A-Klasse

Friedberg/Hochtaunus folgte.

Nach fünfjähriger Zugehörigkeit in der Liga folgte leider 1984

der Abstieg wieder in die B-Klasse. Hier verweilte man weitere

zehn Jahre. In dieser Zeit wurde aber stetig am Ausbau des

sportlichen Angebots gearbeitet. 1984 konnte mit dem Bau

der Turn- und Sportanlage eine Damengymnastikgruppe in

Wohnbach etabliert werden. Die Gruppe „Frech en Nett“ ist bis

heute ein wichtiger und erfolgreicher Bestandteil des Vereins.

Weiter bot der 1.FC 1963 Wohnbach e.V. ein Kinderturnen

(1987-2005), die Jazz-Tanzgruppe „Excalibur (1993-2008)

sowie das Sportkegeln „Alle Neune 88 e.V.“ (11 Jahre lang) an.

Im Jahre 1994 erfolgte das nächste Highlight für den

Fußballclub. In Eigenregie der Mitglieder und mit viel Fleiß

wurde das bis heute bestehende Sportheim errichtet.

Es beschert noch heute den Bürgern und Mitgliedern einen

Ort für gesellige Stunden, erfolgreichen Fußball und schöne

Feste.

Apropos Feste, auch in diesem Bereich war und ist der 1. FC


Wohnbach eine feste Konstante im Ortsleben. Angefangen

bei Winterwanderungen, Karnevalssitzungen, spanischen

Nächten, 1. Mai im Wald, Partner bei der Kirmes oder

spannenden Fußballspielen für Jung und Alt lud der Verein

gerne alle Gönner und Mitglieder zur Geselligkeit ein. Auch

sportlich blickte man 1998 auf den oberen Teil der Tabelle.

Der Aufstieg gelang erneut in die A-Klasse für weitere zwei

Jahre.

2008 konnte aber bereits ein erneuter Wideraufstieg und

der B-Liga Meistertitel gefeiert werden. In der Saison

2012/2013 erfolgte der Zusammenschluss der Abteilung

„Fußball“ mit dem KSV Berstadt. Noch heute besteht

die Spielgemeinschaft Wohnbach/Berstadt. Nach dem

Zusammenschluss erfolgte auch der direkte Aufstieg in

die A-Klasse, in der die 1. Mannschaft bis heute spielt.

Seit 2020 besteht auch eine neue Homepage unter

„www.FC-Wohnbach.de“. Hier können alle wichtigen

Infos rund um den Verein nachgelesen werden. Der 1.

FC 1963 Wohnbach e.V. ist tiefverwurzelt und nicht mehr

aus der Ortsgemeinschaft weg zu denken. Dies ist auch

den acht 1. Vorsitzenden, über 130 Vorstandsmitgliedern,

31 Seniorentrainer, etlichen Jugendtrainern und allen

ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern zu verdanken.

Jeder erinnert sich gerne an die schönen Stunden, Feiern,

Veranstaltungen sowie die sportlichen Erfolge auf dem

Sportplatz zurück.

Der 1. FC Wohnbach 1963 e.V. wünscht der 1250-Jahrfeier

einen reibungslosen und schönen Verlauf.

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Freiwillige Feuerwehr Wohnbach

Über die Sicherstellung des Brandschutzes in Wohnbach

vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ist relativ wenig

bekannt. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass

dieser von der örtlichen Pflichtfeuerwehr wahrgenommen

wurde. Die Forderung nach einer Freiwilligen Feuerwehr

wurde schließlich immer lauter. So kam es am 15.11.1909 zur

Gründungsversammlung im Gasthaus „Zur Krone“ unter

Vorsitz von Julius Philippi. An diesem Abend schlossen sich

31 Männer zur Freiwilligen Feuerwehr Wohnbach zusammen

und wählten Julius Philippi zu ihrem 1. Kommandanten. Als

Spritzenhaus diente das umgebaute Untergeschoss des

damaligen Rathauses.

1930 wurde vom ersten Brand im Ort seit Bestehen der

Freiwilligen Feuerwehr berichtet. An diesem Tag brach in

der Scheune von Gustav Eiser II. ein Feuer aus, bei dessen

Bekämpfung die Wehr gute Arbeit leistete, was durch die

Feuerversicherung im Nachhinein bestätigt wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg dauerte es etwa ein Jahr, bis mit

dem Neuaufbau der Wehr begonnen wurde. In diesen

schweren Zeiten zeigte sich vor allem der damals gewählte

Ortsbrandmeister Rudolf Zinsheimer als federführend. So

kam es am 11.05.1946, also ziemlich genau ein Jahr nach

Kriegsende, zur 1. Generalversammlung nach dem Krieg.

Hier konnte mit einigen Mühen ein neuer Vorstand gebildet

werden.

Die Lage im Nachkriegsdeutschland fing an sich

zu normalisieren. Als Zeichen dafür kann der erste

Kreisfeuerwehrtag nach dem Krieg angesehen werden,

welcher vom 10.-11.07.1948 in Wohnbach stattfand. Das

nächste größere Ereignis datiert auf den 22.11.1957, als

die Wehr zu einem Kaminbrand bei Wilhelm Ferdinand

Schlottner gerufen wurde.

Schon zehn Jahre später, vom 20.-22.06.1959, wurde mit dem

Kreisverbandsfest das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Hierbei

wurde das bis heute existierende Banner der Wehr geweiht.

Damals verfügte die Wehr über eine Motorspritze, zwei

Hydrantenwagen, eine Leiter, eine Handsirene und 480 m

Schlauchleitung. Der Verein zählte 139 Mitglieder, davon 55

Aktive.

Waren in den vergangenen über 50 Jahren die

Brandgeschehen in Wohnbach relativ überschaubar –

Scheunenbrand 1930, Kaminbrand 1957, Scheunenbrand

1968 – wurde die Wehr am 11.12.1969 vor ihre bis dato größte

Bewährungsprobe gestellt. Nach einem Kurzschluss brach

in der Scheune von Eugen Klein ein Brand im Ortskern aus.

Dieses Feuer griff nach kurzer Zeit auf die benachbarte

Scheune von Alfred Spieß über. Bei diesem Großbrand

waren neben der Wohnbacher Wehr samt Jugendfeuerwehr

die Wehren aus Wölfersheim, Berstadt, Södel, Obbornhofen

und Friedberg sowie das DRK Wohnbach über mehrere

Stunden im Einsatz. Glücklicherweise konnte ein Übergreifen

80


der Flammen auf weitere Gebäude im Ortskern verhindert

werden.

Dies war auch der erste Praxiseinsatz des 1962 erhaltenen

Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF), das den Spitznamen

„Jumbo“ zu Ehren des damaligen Ortsbrandmeisters erhielt.

Heute fährt die Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit

Wasser (TSF-W) sowie ein Mannschafts-transportfahrzeug

(MTF) aus dem Jahr 2005. Die Fahrzeuge haben ihren

Platz im Feuerwehrhaus, das neben Mannschaftsräumen,

einen Schulungsraum und eine kleine Küche beherbergt.

Das Feuerwehrhaus ist Teil des 1965 eingeweihten

neuen Rathauses, das 1994 um eine neue Toilettenanlage

sowie 2005 im Zuge des Kindergartenneubaus um einen

Umkleideraum erweitert wurde.

Die Einführung des Brandschutzhilfeleistungsgesetzes

1971 kann als eine Zäsur in der Geschichte der Feuerwehr

angesehen werden. Aus dem zuvor privatrechtlich

organisierten Feuerwehrverein wurden die Aufgaben des

Brandschutzes und der Allgemeinen Hilfe herausgelöst

und in eine öffentlich-rechtliche Feuerwehr als

kommunale Einrichtung überführt, die man von nun an als

Einsatzabteilung bezeichnete. Auch die Jugendfeuerwehr,

die in Wohnbach 1968 gegründet wurde, bildeten ab diesem

Zeitpunkt einen Teil der öffentlich-rechtlichen Feuerwehren.

Der Feuerwehrverein bleibt weiterhin bestehen, hat aber

von nun an nur noch den Charakter eines Fördervereins.

Diese gesetzliche Neustrukturierung des Brandschutzes

bedingt auch eine Neugliederung der Führungsstrukturen.

Die Mitglieder des Fördervereins wählen wie bisher ihren 1.

Vorsitzenden. Die öffentlich-rechtliche Feuerwehr hat einen

Wehrführer, der nur von den Mitgliedern der Einsatzabteilung

gewählt wird.

Ab 1974 bis zu deren letztmaligen Ausrichtung 2011 beteiligte

sich der Förderverein der Wohnbacher Wehr regelmäßig an

der Ausrichtung der (Zelt)-Kirmes. Ende der 70er / Anfang

der 80er begann der Förderverein mit der Ausrichtung eines

jährlichen Sommernachtsfests, das bis heute Bestand hat.

1984 feierte die Wohnbacher Feuerwehr an Pfingsten ihr

75-jähriges Bestehen zusammen mit dem DRK, das auf 50

Jahre zurückblicken konnte. Als Belohnung für das gelungene

Fest wurde zum ersten Mal ein Mehrtagesausflug organisiert.

Diese Tradition sollte in den folgenden Jahren beibehalten

werden. So besuchte man z.B. nach der Grenzöffnung Bad

Nauheims Partnerstadt Bad Langensalza.

1993 feierte man das 25-jährige Jubiläum der

Jugendfeuerwehr Wohnbach. In den Folgejahren war

man mit der Jugendfeuerwehr auch auf Gemeindeebene

erfolgreich und konnte mehrmals den Gemeindepokal sowie

die Olympiade der Ortsteile gewinnen.

1998 wurde das erste Mal die Tanzgruppe Blue Angels als

weitere Sparte des Fördervereins erwähnt. Hervorgegangen

war diese aus einem Auftritt beim 25-jährigen Jubiläum

der Jugendfeuerwehr. Die „Blue Angels“ verabschiedeten

sich 2009, als sie im Festzelt zum 100-jährigen Jubiläum

mit einem Can Can ihren letzten Auftritt hatten. Aus den

Festdamen zum Jubiläum ging die Tanzgruppe „Dancing

Flames“ hervor, die derzeit weit über die Ortsgrenzen hinaus

81


mit ihren Auftritten präsent ist.

Am 19.03.2005 kam es zu einem erneuten Großeinsatz

beim Brand der Chemiesammlung der Singbergschule

Wölfersheim. Die Gefahr hierbei bestand vor allem in den

dort gelagerten Gasflaschen.

Einen der größten Einsätze in ihrer Geschichte erlebte die

Einsatzabteilung in der Nacht vom 13.01.2007. Um 0:13 Uhr

waren die Wölfersheimer und Södeler Kameraden zu einem

Brand im Büro einer Södeler Schreinerei gerufen worden.

Der Brand stellte sich jedoch nicht als „kleiner Bürobrand“

heraus, sodass die restlichen Ortsteile nachalarmiert

wurden. Im Laufe des Einsatzes breitete sich der Brand auf

das Lager aus und es kam zur Durchzündung, sodass der

Turm des ehemaligen Raiffeisengebäudes abbrannte.

In den Abendstunden des 30.05.2008 zog ein schweres

Unwetter über Hessen, von dem auch Wohnbach nicht

verschont blieb. Zahlreiche Bäume waren umgestürzt und

viele Keller vollgelaufen, sodass mehrere Einsatzstellen zu

bewältigen waren.

2009 feierte man über Pfingsten das 100-jährige Jubiläum

der Wohnbacher Wehr sowie 40 Jahre Jugendfeuerwehr.

Höhepunkt des Festes war der große Festumzug durch die

Wohnbacher Straßen am Pfingstsonntag.

Um den Ausbildungsstand der Wehr weiter zu erhöhen,

nimmt man seit 2012 an der vom Land Hessen ins Leben

gerufenen Hessischen Feuerwehrleistungs-übung teil. Hier

konnte man sich 2017 erstmals für den Bezirksentscheid

qualifizieren, wo man auf Anhieb den 8. Platz belegte und

damit die Qualifikation zum Landesentscheid nur knapp

verpasste.

Im Mai und Juni 2012 kam es aufgrund starker Regenfälle

innerhalb weniger Wochen zu zwei Schlammlawinen durch

den Ort. Diese Unwettereinsätze sollten in den folgenden

Jahren zunehmen und die Einsatzabteilung immer wieder

auf Trab halten. Der letzte Unwettereinsatz datiert derzeit

auf Mai 2018, als mehrere Keller im Bereich Kappesgärten

vollliefen.

2013 entschloss sich die Einsatzabteilung zur Gründung

einer Alters- und Ehrenabteilung, in der sich aus dem

Einsatzdienst ausgeschiedene Kameraden weiterhin

regelmäßig treffen, um auf alte Zeiten zurückzublicken.

Auch begann in diesem Jahr die Umstellung der analogen

Funktechnik auf den sogenannten digitalen Behördenfunk.

2016 entschied man sich, zur Mitgliedergewinnung und im

Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Präsenz im Internet

weiter auszubauen.

Im Juni 2017 nahm man erstmals mit einer Abordnung an der

Internationalen Feuerwehrsternfahrt teil, die im dänischen

Sønderborg stattfand. Zu dieser kommen seit Ende der 1970er

Jahre Feuerwehren aus ganz Europa zusammen, um den

gegenseitigen Wissensaustausch sowie die Kameradschaft

untereinander zu fördern. Eine weitere Fahrt führte 2019 ins

82


Die Führung der Wehr Die Vereinsführung seit 1974

Kommandant Stellvertreter 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender

1909 – 1913 Julius Philippi Christian Fatum 1974 – 1997 Wolfgang Emmel Willi Hildebrand

1909 – 1913 Christian Fatum Otto Stoll ab 1979 Norbert Mathes

Wehrführer Stellvertreter seit 1997 Norbert Mathes Lothar Scheid

1935 – 1945 Hermann Philippi Otto Müller ab 2010 Hans-Jörg Gramatte

ab 1939

Rudolf Zinsheimer

Ortsbrandmeister Stellvertreter

1945 – 1952 Rudolf Zinsheimer Gustav Müller Die Jugendwarte und ihre Stellvertreter

1952 – 1957 Robert Wolf Gustav Müller Jugendwart/in Stellvertreter/in

1957 – 1962 Alfred Spieß Robert Wolf 1968 – 1974 Willi Hildebrand Klaus Kötter

ab 1959 Werner Fatum 1974 – 1984 Lothar Scheid Otfried Eichelmann

1962 – 1972 Erwin Zinsheimer Alfred Spieß ab 1979 Roland Volp

1962 – 1972 Wolfgang Emmel Erwin Zinsheimer 1984 – 1991 Karl-Heinz Volp Andreas Emmel

Wehrführer Stellvertreter 1991 – 1994 Andreas Emmel Jörg Rieß

1974 – 1981 Wolfgang Emmel Willi Hildebrand 1994 – 2004 Heinz-Jürgen Schock Andreas Emmel

ab 1979 Norbert Mathes ab 1997 Julia Mathes

1981 – 2009 Norbert Mathes Lothar Scheid 2004 – 2010 Julia Mathes Heinz-Jürgen Schock

ab 1997 Jörg Rieß 2010 – 2014 Heiko Rieß Jörn Hassels

ab 2007 Oliver Hejl seit 2014 Sascha Spahn nicht besetzt

2009 - 2014 Oliver Hejl Daniel Mathes ab 2019 Chantal Kaul

seit 2014 Daniel Mathes Heiko Rieß

ab 2017

Maximilian Meiss

österreichische Dorfgastein. Die nächste Teilnahme ist für

2021 im italienischen Bruneck geplant.

Im August 2018 richtete man zum 50-jährigen Bestehen

der Jugendfeuerwehr den Günter-Vogt-Pokal der

Kreisjugendfeuerwehren des Wetteraukreises aus.

Aktuell zählt die Einsatzabteilung 22 Mitglieder, die

Jugendfeuerwehr 10 Mitglieder und der Förderverein 150

Mitglieder.

Zum 1250-jährigen Jubiläum grüßt die Freiwillige Feuerwehr

Wohnbach alle Einwohner und Gäste des Ortes und wünscht

dem Fest einen harmonischen Verlauf.

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Jagdgenossenschaft Wohnbach

deren Berufsjäger, sondern die

Jagd wurde bürgerlich. Das war

die Stunde der Jagdaufseher.

Denn zahlreiche neue Jagdherren

sahen sich nicht in der Lage, ihr

Revier zu betreuen. Sie benötigten

jemanden, der vor Ort nach

dem Rechten sah, sich um die

Reviereinrichtungen kümmerte.

Dies alles kostete natürlich

eine Stange Geld, sodass die

Jagdherren nebenberufliche Kräfte

wie Gärtner, Kleinlandwirte oder

Handwerker meist unentgeltlich

mit der Jagdaufsicht betraute; Wild

war auch ein Teil der Entlohnung.

Aufgrund der März-Revolution von 1848 kam es dazu, dass

das Jagdrecht auf fremdem Grund und Boden aufgehoben

und ans Grundeigentum gebunden wurde. Dies führte dazu,

dass eine Vielzahl von Landwirten Jagdrechte erhielten,

gleichgültig wie groß deren Grundbesitz war. Daraufhin

zogen zahlreiche Bauern in den Jahren 1848/1849 wie wilde

Horden in die Feldmark und erlegten jedes Tier, das ihnen

nicht entkam.

Die Folge war ein katastrophaler Niedergang des

Wildbestandes bzw. eine beklagenswerte Wildarmut.

Deswegen änderten die Gesetzgeber in den Jahren 1850 bis

1852 in nahezu allen deutschen Ländern das Jagdgesetz.

Das Jagdrecht wurde von einer Mindestgröße – in der Regel

75 Hektar – abhängig gemacht.

Die entscheidende Veränderung, welche die Revolution

von 1848 bewirkte, zeigte sich in einer neuen sozialen

Struktur der Jägerschaft. Weidmann zu sein war nicht mehr

ein Vorrecht einiger weniger, sprich der Landesherren und

86

Eine weitere Bestimmung der

bisher offenen Jagdgrenzen

begann mit dem Beginn der

Feldbereinigung ab dem Jahre 1896

in der Gemarkung Wölfersheim.

Sie umfasste die Regulierung der Gemarkungsgrenzen

von Södel, Melbach, Berstadt, Wohnbach, Rockenberg und

Oppershofen. Ab da waren die Jagdbezirke weitgehend mit

den Gemeindegrenzen identisch.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden zunächst

alle deutschen Gesetze außer Kraft gesetzt, so auch das

Reichsjagdgesetz. Die deutschen Jäger hatten auf Anordnung

der Alliierten sämtliche Waffen, Munition, Zielfernrohre,

Ferngläser und anderes „Kriegsgerät“ abzuliefern. Auf

unerlaubten Waffenbeitz standen harte Strafen, bis hin zur

Todesstrafe. Damit war jegliche Jagdausübung deutscher

Jäger unterbunden. Den Angehörigen der alliierten

Streitkräfte dagegen war die Jagd ohne Einschränkung

erlaubt. Entsprechend waren die Folgen. Von den

Wildbeständen, die ohnehin durch die Kriegsabläufe stark

gelitten hatten, wurde das Rot- und Rehwild sehr dezimiert.

In den Folgejahren wurden durch entsprechende Gesetze,


besonders durch die Einführung einer neuen Jagd- und

Fischereiordnung im Jahre 1947, die Möglichkeiten der

Besatzungsmächte neu geregelt. In den Jahren 1949/1950

konnten auch überprüfte und ausgewählte deutsche Jäger

aus dem Forst- und Privatbereich wieder die Jagd ausüben.

Da in der Folgezeit die Gründung einer Jagdgenossenschaft

noch nicht erfolgte, nahm der örtliche Gemeindevorstand

die Geschäfte wahr.

Der erste Jagdpachtvertrag über den Jagdbezirk Wohnbach-

Feld datiert vom 15.Juli 1980. Der damalige Bürgermeister

Hugo Fröhlich fungierte bisher als Jagdvorstand und

hatte alle Grundeigentümer zwecks Gründung einer

Jagdgenossenschaft eingeladen. Es folgten die Wahlen.

Alle Vorgeschlagenen nahmen die Wahl an und wurden

auf vier Jahre gewählt. Bgm. Hugo Fröhlich wurde

Jagdgenossenschaftsvorsteher, Stellvertreter Kurt Wolf und

Wilhelm Schlottner, Genossenschaftsausschuss Helmut

Mühl, Erhard Ruppel und Klaus Kötter.

Nach dem Tode des langjaährigen Vorsitzenden Ralf Dubrow

wurde am 5. April 2019 eine außerordentliche Versammlung

der Jagdgenossenschaft Wohnbach erforderlich. Es folgten

die Wahlen. Alle Vorgeschlagenen nahmen die Wahl an und

wurden auf fünf Jahre gewählt.

Jagdgenossenschaftsvorsteher und verantwortlich für

die Kasse wurde der bisherige 2. Vorsitzende Ulrich Mühl,

Stellvertreter Karl Otto Lind, Schriftführer Karl Heinz Volp,

Genossenschaftsausschuss Sebastian Scheid, Holger

Dubrow und Frank Steins.

Die Jagdgenossenschaft Wohnbach wünscht allen

Mitwirkenden und Gästen des Jubiläums 1250 Jahre

Wohnbach gutes Gelingen der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Die Jagdggenossenschaften nehmen wichtige Aufgaben

im ländlichen Raum und vor allem hinsichtlich dessen

nachhaltiger Pflege wahr. Sie leisten einen erheblichen

Beitrag für die Artenvielfalt und den Erhalt unserer

Kulturlandschaft. Sie gestalten aktiv die Lebensräume für

Mensch und Tier und stellen den Jagdertrag anteilig für

Gemeindeaufgaben zur Verfügung.

Hatte es früher ausgereicht, gründliche Jägerausbildung zu

betreiben und naheliegende Hegemaßnahmen in unserem

ländlichen Raum durchzuführen, so wurde ab den 1980er

und 90er Jahren bis heute zunehmend in die Bereiche

Naturschutz, Biotopschutz, Biotopverbesserung und

Wildhege in einer immer mehr belasteten Umwelt investiert.

In der 2. Versammlung der Jagdgenossenschaft

Wohnbach am 23. Juli 1984 wurde Helmut Mühl als

Jagdgenossenschaftsvorsteher gewählt. Er hatte dieses

verantwortungsvolle Amt fast 24 Jahre als Vorsitzender

inne und gab es in der Jahreshauptversammlung am 23.

Mai 2008 ab. Der anwesende Bürgermeister Arnold dankte

Helmut Mühl – unter dem Beifall der Anwesenden – für seine

Tätigkeit in dieser langen Zeit.

Als Nachfolger wurde Ralf Dubrow als Vorsitzender der

Jagdgenossenschaft Wohnbach gewählt.

87


Landfrauenverein Wohnbach

„Mut steht am Anfang des Handels, Glück am Ende“

Nachdem einzelne Landfrauen schon Mitglied im damaligen

Kreisverband waren, entschlossen sich 21 Frauen am 05.

Januar 1957 einen eigenen LandFrauenverein in Wohnbach

zu gründen. Sie trafen sich im Gasthaus Koch, heute Gramatte.

Den ersten Vorsitz übernahm Lina Huber. Danach folgten bis

heute: Toni Eiser, Liesel Philippi, Magda Schweimer, Marga

Wolf, Martha Harmert und Bruni Kötter.

Heutzutage sind Frauen verschiedener Alters- und

Berufsgruppen in unserem Verein vertreten. Die

LandFrauen setzen sich für die Interessen der Frauen in

den ländlichen Bereichen ein. Hessenweit gibt es 38000

LandFrauen, die in 700 Ortsvereinen organisiert sind.

Damit ist der LandFrauenverband Hessen nicht nur der

größte Frauenverband unseres Bundeslandes , sondern

gehört auch bundesweit zu den mitgliederstärksten

LandFrauen Landesverbänden. Unter dem Motto „ Mitreden

,Mitmachen,Miteinander mehr erreichen“ steht der

Landfrauenverband im ständigen Dialog mit der Politik, um

als Interessenvertretung der Frauen im ländlichen Raum

deren soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation stetig

zu verbessern.

Unser Verein bietet seinen Mitgliedern die

unterschiedlichsten Veranstaltungen an: Weiterbildung in

Gesundheits- und Garten- wissen. Kochkurse, kreatives

Gestalten von Schmuck- und Dekorationsmaterial,

Eine Spende von dem Landfrauenverein Wohnbach für das Haus „Atemzeit“ in

Wohnbach

Informationen über Verbraucherfragen, Computerlehrgänge,

Fachvorträge von Ärzten und Rechtsanwälten. Reiseberichte,

Betriebsbesichtigungen, Grillabende und Weihnachtsfeiern

festigen den Zusammenhalt. Auch unterstützen wir die

Kinder der Großgemeinde bei ihren Sommerspielen.

Großes Interesse besteht immer wieder an unseren

jährlichen Tagesausflügen. Besonders gut besucht sind

die Handarbeitsnachmittage in den Wintermonaten. Zur

88


alljährlichen Tradition ist das Sommerfest an Fronleichnam

geworden. Angefangen hat es vor 35 Jahren als Straßenfest

im Wiesengrund, später im Kuhweg, dann auf dem

Parkplatz der Turnhalle und danach in der Turnhalle. Hier

wird nicht nur ein abwechslungsreiches Programm mit

Show und Volkstänzen geboten, sondern auch ein großes

Kuchenbuffet mit selbstgebackenen Kuchen der Landfrauen.

Regelmäßig mittwochabends übte die Tanzgruppe „die

guten Jahrgänge“. Inzwischen ist daraus eine Yogagruppe

entstanden. Donnerstagsabends ist Gymnastik angesagt.

Bilder linke Seite unten:

links: Ehemaliger Vorstand mit Gründungsmitgliedern,

rechts: Großes Interesse besteht immer wieder an unseren jährlichen Tagesausflügen.

Bild rechts:

Regelmäßig mittwochabends übte die Tanzgruppe „die guten Jahrgänge“. Inzwischen

ist daraus eine Yogagruppe entstanden.

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Maschinenverband Wohnbach

Der Maschinenverband Wohnbach ist eine

Selbsthilfeeinrichtung von landwirtschaftlichen Betrieben

die in Wohnbach ihren Betriebssitz haben. Er hat die Aufgabe,

die Ausnutzung seiner im Besitz stehenden Maschinen

und Geräte zu verbessern und die überbetriebliche

Zusammenarbeit einschließlich der Nachbarschaftshilfe zu

organisieren.

Der Maschinenverband Wohnbach wurde am 20.05.1994 im

Cafe Klein als Maschinenring

von den Wohnbacher Landwirten gegründet. Die

Versammlung wählte Klaus Kötter als Vorsitzenden, Peter

Steins als Stellvertreter und Schriftführer und Lothar

Scheid als Beisitzer. Im Zuge einer Satzungsänderung am

30.01.1998 wurde der Maschinenring zum Maschinenverband

Wohnbach umbenannt.

Der Agrarministerrat einigte sich am 21.05.1992 auf

eine Neuaufrichtung der EG-Agrarpolitik. An Stelle der

Marktpreisstützungen traten direkte Beihilfen, Tierprämien

zum Ausgleich der Preissenkungen. Die Ausgleichzahlungen

für Getreide, Eiweißpflanzen und Ölsaaten wurden nur dann

gewährt wenn sich der Landwirt an der obligatorischen

Flächenstilllegung beteiligt. ( 15% Rotationsbrache, 20%

Dauerbrache )

Daher wurde am 04.06.1993 beschlossen ein Mulchgerät

anzuschaffen, welcher eine Lebensleistung von 705 ha

erreichte.

Da die Reparaturkosten immer höher stiegen wurde die

Anschaffung eines neuen Mulchers beschlossen, welcher

im April 2013 geliefert wurde.

Ein Feuchtigkeitsmesser für Getreide wurde 1996 angeschafft

und ist bis heute im Betrieb.

Am 02.10.1996 wurde die Anschaffung einer Anhängewalze

beschlossen, die bis zu ihrem Verkauf im Mai 2019 5634 ha

gewalzt hat.

Eine neue Walze wurde am 22.05.2019 beim Händler

abgeholt und steht für kommende Aufgaben bereit.

Das Jubiläum 20 Jahre Maschinenverband wurde im Mai

2014 in geselliger Runde gefeiert.

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92


Nachbarschaftshilfe Wohnbach und Umgebung e.V.

Im Rahmen der Dorferneuerung in Wohnbach gründete

sich 2009 der Verein Nachbarschaftshilfe Wohnbach

und Umgebung. Als gemeinnütziger Verein ist unsere

Zielsetzung in erster Linie die Jugend- und Altenhilfe.

Unsere Vereinsräume befinden sich im Alten Rathaus, in der

Obbornhofener Straße 2.

zwischen 10 und 11 Uhr im Alten Rathaus in Wohnbach.

Besuchen Sie uns doch mal. Wir freuen uns über Ihr

Interesse!

Ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitgliedern helfen wir

dort, wo Hilfe benötigt wird und durch Freunde oder Familie

nicht unmittelbar gegeben werden kann. So war unser

erster und auch spektakulärster Auftrag der Abriss einer

abgebrannten Gartenhütte bei einem älteren Ehepaar. Im

Vereinsalltag gehen wir einkaufen, helfen im Garten und

Haushalt, besuchen Senioren. Auch Fahrten zum Arzt im

näheren Umkreis sind möglich.

Im Rahmen der Verwaltung des Alten Rathauses vermitteln

wir die Nutzung der Räumlichkeiten in der unteren Etage.

Jeden letzten Samstag im Monat veranstalten wir

unseren Begegnungsnachmittag. Bei Kaffee und

Kuchen wird geredet und gelacht, anschließend spielen

wir Karten, Mensch ärgere dich nicht und andere

Gesellschaftsspiele. Jeder kann Spielideen einbringen,

alles ist kostenfrei. Musikveranstaltungen, Gedichtlesungen

und besinnliche Stunden in der Adventszeit lockern den

Begegnungsnachmittag auf. So versuchen wir zusammen

mit den Wohnbachern dem Alten Rathaus einen Nutzen zu

geben.

Im Rahmen unseres 10-jährigen Jubiläums feierten wir

in Wohnbach mit unseren Mitgliedern und befreundeten

Vereinen. Im Juni 2019 besuchten wir in Steinfurth einen

Rosenhof, genossen bei schönstem Sonnenschein eine

Führung durch den wunderschönen Garten und stärkten

uns bei Kaffee und Kuchen. Eine rundum gelungene

Veranstaltung, welche noch lange nachwirkt.

Unser Verein lebt von der Freiwilligkeit, alle Mitglieder

können als Aktive für ihre Einsätze Punkte sammeln und

diese als Passive wieder einlösen.

Nähere Informationen zum Verein finden Sie in der

Wölfersheim-App. Persönlich finden Sie uns jeden Samstag

93


Landwirtschaft und Ortsbauernverband Wohnbach

Vor 50 Jahren gab es in Wohnbach noch

etwa 30 landwirtschaftliche Betriebe, die im

Haupt- und Nebenerwerb und mit Viehhaltung

geführt wurden. Auf den meisten Höfen wurden

noch einige Milchkühe sowie Zucht- und

Mastschweine gehalten. Auch gab es einen

Schäfereibetrieb in Wohnbach. Mit den Jahren

wurde die Viehhaltung immer weniger, bis 2008

die letzten Milchkühe aus dem Dorf weggingen.

In den darauffolgenden Jahren wurden noch im

kleineren Rahmen Masttiere gehalten. Im Jahr

2020 gibt es nur noch elf Betriebe, die alle im

Nebenerwerb ohne nennenswerte Tierhaltung

bewirtschaftet werden. Es gibt noch ein paar

Hobbytierhalter mit Pferden, Schafen und

Rindern.

Wegen dem Bau der Autobahn A45 wurde eine Flurbereinigung

durchgeführt, die 1984 abgeschlossen wurde. Hierbei wurden

Flächen neu „geordnet“, d.h. zusammengelegt und teilweise

vergrößert. Durch die im Laufe der Jahrzehnte zunehmende

Mechanisierung der Landwirtschaft konnten größere Felder

bewirtschaftet werden. In Wohnbach fuhren die ersten

Mähdrescher Ende der 50er bzw. Anfang der 60er Jahre,

die bis dahin überbetrieblich von Berstadt aus eingesetzte

Dreschmaschine hatte 1966 endgültig ausgedient.

1959 wurde ein Getreidelagerhaus gebaut (die

„Genossenschaft“), es wurde jedoch Anfang der 90er

Jahre zu Wohnungen umgebaut. Die Getreidelagerung

erfolgte von da an in den Betrieben selbst oder in größeren

Getreidelagerstätten in anderen Orten in der Wetterau.

Aufgrund der sehr guten, tiefgründigen Löß-Lehmböden

stellen neben dem Getreide die Zuckerrüben eine wichtige

Kulturart dar. Bis 1981, nahezu 100 Jahre, wurden in der

Zuckerfabrik in Friedberg-Fauerbach die Rüben zu Zucker

verarbeitet. Die Wohnbacher Zuckerrüben wurden mit

94


organisiert. Ebenso wurden zu diesem Zeitpunkt größere

Erntemaschinen gemeinschaftlich genutzt, anstatt der bis

dahin betriebseigenen, kleinen Rübenrodern.

Die Landwirtschaft hat im vergangenen Jahrhundert einem

großen Wandel unterlegen, neben der Mechanisierung

in der Branche selbst hat in der Umgebung Industrie

und Gewerbe Einzug gehalten und bietet alternative

Beschäftigungsmöglichkeiten, so dass auch die Zahl der

Landwirte und die der Betriebe zurückgegangen ist.

Traktoren zum Berstädter Bahnhof und von dort aus

mit dem Zug nach Friedberg gebracht. Wenn es mal zu

Wartezeiten beim Umladen kam, konnten diese in der

seinerzeit gegenüber dem Bahnhof liegenden Gaststätte

gut überbrückt werden. Nachdem die Zuckerfabrik in

Friedberg 1981 stillgelegt wurde, gingen die Rüben dann

von Friedberg aus mit der Bahn in die Fabrik Groß-Gerau,

die heute ebenfalls Geschichte ist. Nach Einstellung der

Bahnbeförderung der Zuckerrüben wurde der Transport

per LKW überbetrieblich durch die ZAAG Wetterau Nord

Der Ortsbauernverband zählte Ende der 60er Jahre

35 Mitglieder, diese Zahl ist heute auf zwölf Mitglieder

zurückgegangen, davon sechs aktive Landwirte sowie

sechs Altenteiler. Bei der Generalversammlung im Februar

2020 wurde deshalb beschlossen, die Ortsbauernverbände

Wohnbach und Wölfersheim zusammenzulegen.

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Schützengesellschaft Wohnbach 1983 e.V.

Ehrung hessischer Schützenbund

Der Verein wurde Ende 1983 anlässlich der Planung der

Sporthalle in Wohnbach von einigen am Sport-schießen

interessierten Personen gegründet. Der erste Schießbetrieb

fand 1984 – 1988 auf dem Schießstand in Butzbach statt.

Ab Mai 1988 konnten wir unseren eigenen Stand mit 10 und

15 Metern (Luftgewehr und Zimmerstutzen) im Erdgeschoss

der Mehrzweckhalle nutzen. Der Wunsch nach einem

Großkaliberstand mit 25 und 50 Metern war jedoch weiterhin

vorhanden.

Durch Unterstützung des damaligen Bürgermeisters

Arnold wurde mit dem Bau des heutigen Schießstandes

im Jahr 2001 begonnen. Nach 4-jähriger Bauzeit in reiner

Eigenleistung durch die Mitglieder konnte im August 2005

der 25 Meter Pistolenstand eröffnet werden. Im April 2006

folgte im 2. Abschnitt die Eröffnung des 50 m Großkaliber-

Gewehrstandes.

Die Fertigstellung der Außenanlagen erforderte weitere 2

Jahre.

Heute hat der Verein ca. 90-95 Mitglieder sowie einige

Jugendliche.

Das jährliche Vereinsgeschehen beginnt mit dem

Neujahrsschießen und setzt sich mit einem Sommerfest,

teilweise mit Preisschießen, fort.

Im Herbst finden die Vereinsmeisterschaften und das

Königsschießen statt – den Jahresabschluss bildet dann das

Nikolausschießen.

Auf unserem 15 m Schießstand finden jährlich die

Bezirksmeisterschaften Zimmerstutzen statt. Unsere

Mitglieder nehmen an Meisterschaften in diversen

Disziplinen teil.

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Der letzte bemerkenswerte Erfolg war der Gewinn der Großkaliberrunde 9mm Pistole – Grundklasse,

die unsere Mannschaft souverän, ohne Punktverlust gewinnen konnte.

Unsere Stände werden auch von einigen externen Vereinen in der Woche genutzt.

Wir trainieren freitags von 20:00 – 22:00 Uhr sowie sonntags von 10:00-12:00 Uhr.

Die Jugend wird mittwochs von 16:00 – 18:00 Uhr von unserem eigenen Übungsleiter trainiert.

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Seit über 70 Jahren besteht der

VdK Ortsverband Wohnbach

Seit 2010 ist Ursula Schwarzer die 1. Vorsitzende des

Ortsverbands Wohnbach.

Im Jahre 1948 wurde der VdK Ortverband Wohnbach mit 3 Mitgliedern gegründet.

Der VdK war ursprünglich eine Selbsthilfeorganisation der Kriegsopfer, die erste

große Organisation und Bürgerinitiative Nachkriegsdeutschlands. Im Laufe der

Jahre ist es dem VdK gelungen, den Wandel vom einstigen Kriegsopferverband

zum größten Sozialverband behinderter, chronisch kranker, älterer und sozial

benachteiligter Menschen, ob Jung oder Alt, voranzutreiben.

Unter dem Leitbild: Wir lassen keinen allein! Für uns ist jeder wichtig! unterstützt

der Verband durch ein breites Spektrum an sozialen Diensten. Wie zum Beispiel in

allen Fragen rund um Alter, Krankheit und Behinderung.

Das Angebot reicht von der Altersvorsorge über Lohnsteuerhilfe bis zur

Wohnraumberatung.

Oder in besonders schwierigen Lebenslagen Hilfen mit Betreuungsvereinen,

mobilen Hilfsdiensten, Beschäftigungsbetrieben, Selbsthilfegruppen und

Pflegediensten.

Versierte Sozialanwälte verhelfen den Mitgliedern zu ihrem Recht in allen

sozialrechtlichen Streitigkeiten.

Längst ist der VdK zum modernen Sozialverband geworden.

Nicht nur die Sozialrechtsberatung des VdK wird hochgeschätzt, ebenso wichtig

ist ein reges Verbandsleben vor Ort. Dazu trägt der VdK Ortsverband Wohnbach

maßgeblich bei.

Mehrmals jährlich finden Veranstaltungen für die VdK-Mitglieder statt.

Ob Kräppelkaffee, Grillfest oder Neujahrsempfang, die Mitglieder nehmen die

Einladungen gerne an.

Zu dem Vorstand zählen noch 7 weitere Personen.

Inzwischen gehören dem VdK Ortsverband Wohnbach mehr als 90 Mitglieder an.

98


Vereine, die nach 1945 in

Wohnbach existierten

nach: “Wohnbacher Erinnerungen”; Karl-Heinrich Schäfer

In den Zeitungsausschnitten in “Wohnbacher Erinnerungen; Karl-Heinrich Schäfer” finden sich bei genauerem Studium die

folgend aufgeführten Vereine und Gruppierungen, die auch noch in Wohnbach nach dem Zweiten Weltkrieg existierten, sich

aber im Laufe der Jahre aufgelöst haben.

• Gesangverein Eintracht, gegründet 1894

• Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft, gegründet 1903

• Posaunenchor, gegründet 1930

• Vorschuß- und Kreditverein, gegründet 1873

• Turnverein Gut Heil, gegründet 1904

• Ziegenzuchtverein

• Schäfereigenossenschaft, gegründet 1953

• Ortsgruppe des Verbandes der Körperbeschädigten; heute VDK

• Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen

• Rotes Kreuz; gegründet 1934

• Ortsgruppe Gewerkschaft Bergbau

• Kleintierzuchtverein

• Reiterverein

• Pferdversicherungsverein, gegründet 1913

• Ortsverein der SPD

• NSU-Club

• DKW-Club

• Kriegerverein

• Kleinkaliber-Schützenverein

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100


101


• Anbaubalkone

• Geländer

• Carports

• Hoftore

• Treppen

Im Wiesengrund 6

61200 Wölfersheim-Wohnbach

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Wir sagen Danke!

Der Vorstand von „Wohnbacher Festjahr 2021 e.V.“ dankt den inserierenden

Firmen, die wesentlich zur Herausgabe beigetragen haben.

Weiter sei allen gedankt, die in anerkennenswerter Weise an dieser Festschrift

mitgeholfen haben.

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Literaturnachweise

Literatur zu „Die Römer in Wohnbach“ (Seite 24-25)

• Ludwig Wamser- Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer Reiche Villengräber in der Wetterau Seite 171 - 175

• Dietwulf Baatz - Fritz-Rudolf Herrmann- Die Römer in Hessen Seite 495 -497

• Jörg Lindenthal - Die ländliche Besiedelung der nördlichen Wetterau in römischer Zeit Seite 370 - 398

• Bröschüre Bodendenkmal- Pflege in der Wetterau 1968-1980 durch die Interessengemeinschaft Stenifurther Bodendenkmalpfleger

• Festschrift 60 Jahre Männergesangverein Eintracht 1894 Wohnbach

• Festschrift 1200 Jahre Wohnbach 1971

Literatur zu der historischen Geschichte Wohnbachs (Seite 27-40)

1. Gedenkschrift zur Weihe des Schulhauserweiterungsbaues; Wohnbach 1957

2. Historischer Rundgang; Arbeitskreis Dorferneuerung Wohnbach; 2012

3. Wohnbacher Erinnerungen; Karl-Heinrich Schäfer; 1994 Selbstverlag

4. Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum; Männergesangverein Eintracht 1894 Wohnbach; 1954

5. Festschrift zur 1200-Jahr-Feier Wohnbach; 1971

6. Wohnbach, eines der ältesten Dörfer der Wetterau; Manuskript von Paul Zywitzki; Lehrer in Wohnbach

von 1946 bis 1950

7. Archäologie der Wetterau; Vera Rupp; Friedberg 1991

8. Die Wetterau; Herausgegeben von Michael Keller und Herfried Münker im Auftrag der Sparkasse Wetterau; Friedberg

(Hessen) 1990

Literatur zu Wohnbach zur Zeit des Nationalsozialismus (Seite 43-45)

• 1200 Jahre Wohnbach – Festschrift zur 1200-Jahrfeier Wohnbach am 23. bis 28.Juni 1971

• Festschrift 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr – 50 Jahre Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Wohnbach, 1984

• Festschrift 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wohnbach 2009

• „Dem Pfarrer sein Bester“ - Karl Otto Lenz erzählt aus seinen frühen Jahren 1928-1943

• Karl Heinrich Schäfer: Die Kirche im Dorf – 400 Jahre Wohnbacher Kirche, 2020

• ISBN 978-3-87390-435-4

• Broschüre Historischer Rundgang Wohnbach – Arbeitskreis Dorferneuerung Wohnbach, 2012

• Hans Friedrich Lenz: „Sagen Sie, Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS?“ Brunnen Verlag Gießen, 1982, ISBN:

3-7655-2276-7

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Literaturnachweise (Seite 2)

Literatur/Medien zu Wohnbach in den Medien (Seite 46-49)

• „Der Jude und sein Dorf“ - arte, hr, youtube.com

• „Sicher, dass du zurückwillst, Opa? - Das Reisefilmtagebuch – Marlene Bär, youtube.com

• https://hansinwohnbach.wordpress.com

• Wetterauer Zeitung:

– 05.04.2018 - Die letzten Reisevorbereitungen

– 11.04.2018 - Differenzierte Berichterstattung wünschenswert

– 12.05.2018 – Der lange Weg nach Hause

– 26.05.2018 – Die zwei Seiten einer Reise

– 13.08.2018 - Hans Bär im Fernsehen

Gemeindespiegel Wölfersheim:

- 11.05.2028: Hans Bär zu Besuch in Wohnbach

- 18.05.2018: „Deutschland wird immer meine Heimat sein“

Butzbacher Zeitung:

12.05.2018: „80 Jahre nicht mehr Deutsch gesprochen“

Wetterauer Wochen-Bote: 23.05.2018: „Nach 80 Jahren zurück in die Heimat – Hans Bär reist von Argentinien in die

Wetterau und besucht Wohnbach“

Evangelische Sonntags-Zeitung: 28.10.2018: „Wo der junge Hans immer Bonbons bekam- Ein vor den Nazis geflohener

Jude kehrt nach Jahrzehnten für einen Besuch zurück nach Wohnbach“

Sonstiges:

http://www.woelfersheim.de/leseobjekte.html?id=661o

https://www.youtube.com/watch?v=IrQGsiA2Yu4 (Überschwemmung,5.6.2016)

https://www.youtube.com/watch?v=TiMJJRBYcrc (Hochwasser im Wiesengrund, 19.06.2012)

https://www.youtube.com/watch?v=VVxVFGP6qCM (Unwetter in Wölfersheim,19.06.2012)

https://www.youtube.com/watch?v=HRO07u4k95U (Muhlo)

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