rik Februar/März 2021

blumediengruppe

Raus in Köln!

03.2021 І FEBRUAR MÄRZ І HEFT 412

KÖLN

MUSIK

Vincent Gross

will glücklich

machen

GESELLSCHAFT

Die Geschichte des §175

SPECIAL

GESUNDHEIT!

Interviews und News zu

Wellness und HIV

FILM

Weltstar

Kate Winslet

im exklusiven

Gespräch

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INTERVIEWS: KILIAN KERNER, KELVIN JONES, RENÉ WÜST, FÉLIX LEMENS


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INTRO 3

Inhalt

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§175

2022 jährt sich die Einführung des

Paragrafen 175 im gesamten Deutschen

Reich zum 150. Mal. Erst 1994 wurde er

endgültig gestrichen, erst 2017 wurden

die bundesdeutschen Opfer des § 175

rehabilitiert, erst 2018 bat Bundespräsident

Frank Walter Steinmeier sie um

Vergebung.

Kostenlos

MUSIK

76 Jahre jung, glückliche Mutter und

Oma und vor allem immer noch eine

Sängerin, die liebt, was sie tut. So

überließ es Diana Ross auch keinem

Promoter oder Label, allein zu entscheiden,

von wem und wie Hand an einige

ihrer Klassiker gelegt wird.

GESUNDHEIT

Laut Robert-Koch-Institut ist die

Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr

2019 nicht weiter gesunken, sondern

leicht angestiegen. Allerdings ist sie bei

schwulen und bi-sexuellen Männern

konstant. Den möglichen Ursachen

gehen wir in unserem Spezial nach.

Editorial

Von Herzen wünschen wir uns, dass dies

die letzte Lockdown Ausgabe ist, die

unser Team für euch produziert. Nach

fast einem Jahr ständiger Einschränkungen

wird es Zeit, für unbeschwerte

Begegnungen an den Orten unserer

Community. Bitte denkt daran, wenn

ihr ausgeht, dass diese Cafes, Bars,

Restaurants und Geschäfte eure Unterstützung

brauchen, um die schwierige

Phase hinter sich zu lassen. Wir können

es kaum erwarten, euch wieder über

neue Kunst- und Kulturangebote zu

informieren und werden natürlich auf

unseren Social Media Kanälen auch

regelmäßig über den neusten Stand von

Clubs und Cruising Locations berichten.

Auf in den Frühling!

Euer rik-Team!

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IMPRESSUM

Herausgeber:

Christian Fischer (cf) &

Michael Rädel (rä)

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Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)

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MITARBEITER:

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Jonathan Fink, Leander Milbrecht (LM),

Lektorat: (ausgewählte Texte):

Tomas M. Mielke www.sprachdesign.de

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Cover: Foto: istockphoto.com/

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4 SZENE

Brosche

funkelt weiter

Das funkelnde Dankeschön

„Die Brosche“ feiert ein Comeback.

Nachdem der Checkpoint und die

Aidshilfe Köln im Sommer 2020

diverse Menschen und Organisationen

für deren Engagement

während des ersten Lockdowns

ausgezeichnet hatten, startet nun

die zweiten Runde, in der weitere

Broschen verteilt werden.

Das „Vegan Rainbow Project“

Ausgezeichnet werden Menschen

oder Organisationen/Gruppen,

die sich während der Pandemie

durch eine hohe Arbeitsbelastung

auszeichnen, den Laden am

Laufen halten oder sich für andere

Menschen einsetzen. Zum Beispiel

Menschen, die andere Menschen

versorgen, die in Quarantäne sind

oder zur Risikogruppe gehören und

am Rande der Gesellschaft stehen.

Oder beispielsweise der Szene-Wirt,

der um seine Existenz kämpft und

dennoch versucht, ein offenes Ohr

für seine bisherigen Gäste zu haben.

Oder sei es ein Künstler, der sich

darum kümmert, dass den Leuten

nicht die Decke auf den Kopf fällt

und Beiträge ins Netz stellt, die

Freude bereiten.

So weitermachen wie bisher, das geht

nicht. Durch die Corona-Pandemie, den

Lockdown, wurde uns gezeigt, wie gut es

unserer Erde mal tut, wenn wir weniger

Abgase in die Atmosphäre pusten, wenn

wir (notgedrungen) zu Hause bleiben.

Und jetzt einfach wieder so loslegen, als

hätten wir uns nicht über begehbare Straßen

und saubere Luft, Delfine in Venedig

und Städte ohne Smog gefreut? Das wäre

idiotisch. „Wer im Treibhaus sitzt, sollte nicht

mit dem Auto“ fahren und „Fleischgenuss

ist ein Klimakiller“ – beides Sätze, die man

bei Demonstrationen für Mutter Natur

und gegen den Klimawandel lesen konnte

(und kann). Und es stimmt: Beides schadet

unserem Planeten. Hier steht das „Vegan

Rainbow Project – Equality for All Beings“

an. Hier wird wenig dogmatisch, dafür aber

umso verständlicher, für eine Ernährung

geworben, die keinem Lebewesen schadet,

aber allen Lebewesen und dem Klima nutzt.

Und schmecken tut veganes Essen auch!

Auf der Homepage sorgen viele Interviews

für Anregungen und informieren ohne

Zeigefinger. *rä

www.the-vegan-rainbow-project.org/

deutscher-blog

Neben dem Vorstand der Aidshilfe

Köln ist auch die Community wieder

bei der Ernennung zur Mithilfe

aufgerufen. Jede:r kann Menschen

vorschlagen, die ausgezeichnet

werden sollten. Einfach eine Mail

mit einer kleinen Begründung

an wirfuercommunity@

aidshilfe-koeln.de schicken.

FOTO: SASCHA SWIERCZ

Erik Tenberken spendet EUR 35.000

Der Kölner Apotheker und Beirats- und

Ehrenmitglied der Aidshilfe Köln, Erik Tenberken,

spendete anlässlich des Welt-Aids-

Tages 35.000 Euro. Das Geld wird für die

Ausstattung der neuen Räumlichkeiten des

Checkpoints in der Pipinstraße verwendet.

Im Sommer nächsten Jahres zieht nicht

nur der Checkpoint zurück an den alten

Standort, sondern das komplette Haus

wechselt in die neue barrierefreie Zentrale

direkt am Heumarkt.

„Aktuell wird ein Ausstattungs-Antrag für

die Stiftung Wohlfahrtspflege vorbereitet,

für den wir aber einen Eigenmittelanteil

vorweisen müssen. Da hilft es ungemein,

dass uns Erik Tenberken mit seiner großzügigen

Spende unterstützt. Denn durch die

Auswirkungen der Corona-Pandemie fehlen

uns Gelder, die wir für den Eigenmittelanteil

vorgesehen hatten“, so Oliver Schubert,

Geschäftsführer der Aidshilfe Köln.

„Seit vielen Jahren unterstütze ich die

Arbeit der Aidshilfe Köln, weil sie mir sehr

am Herzen liegt. Was unter anderem der

Checkpoint leistet, ist unheimlich wichtig

für die Menschen in Köln, die sich zum

Thema sexuelle Gesundheit beraten und

auf sexuell übertragbare Infektionen testen

lassen wollen“, so Erik Tenberken, Besitzer

der Birken- und Westgate-Apotheke.


CSD Köln - Verschiebung auf September

Aufgrund der derzeitig nur sehr schwer einzuschätzenden Lage bezüglich

der zukünftigen Einschränkungen im Zusammenhang mit der anhaltenden

Corona-Pandemie, wird der diesjährige CSD auf den 5. September verschoben.

Das Straßenfest findet parallel vom 3. bis 5.9. statt. Mit der Verschiebung um

zwei Monate soll ein wichtiger Schritt in Richtung einer sicheren Planbarkeit der

Veranstaltung unternommen werden. Der Termin wurde auch mit anderen CSD-

Vereinen abgestimmt, so dass es nicht zu Überscheidungen kommt.

SZENE

5

Die Entwicklungen der nächsten

Monate werden für die letztendliche

Planung des ColognePride ausschlaggebend

sein. Im Moment werden nur

pauschale Genehmigungen erteilt.

Für eine gültige Genehmigung des

Straßenfestes bräuchte es eine nach

gegenwärtigen Bestimmungen unter

50 liegende Inzidenz. Von der Größe

der Bühnen hängt am Ende auch die

Zahl der auftretenden Künstler ab. Falls

nicht anders durchführbar ist auch eine

Gala wie „Pride Now“ im letzten Herbst

denkbar.

Bevorzugt wird bei der Planung die

Route der vergangenen Jahre inklusive

der Trucks und Fußgruppen. Ein

Sternmarsch wie in 2020 könnte im

schlimmsten Fall eine Alternative sein.

Einen rein digitalen CSD schließen

die Veranstalter aus, da man mit

einem Digitalpride ausschließlich die

Community und nicht Bevorzugt wird

bei der Planung die Route der vergangenen

Jahre inklusive der Trucks und

Fußgruppen. Ein Sternmarsch wie in

2020 könnte im schlimmsten Fall eine

Alternative sein. Einen reinen digitalen

CSD schließen die Veranstalter aus, da

man mit einem Digitalpride ausschließlich

die Community, nicht über die

Allgemeinbevölkerung erreicht.

die Allgemeinbevölkerung erreicht.

Damit wäre der Sinn der Parade

als Symbol der Sichtbarkeit aber

verfehlt. Die hoffentlich eindrucksvolle

Demonstration soll unter dem Motto:

„FÜR MENSCHENRECHTE – Viele.

Gemeinsam. Stark!“ durchgeführt

werden.

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6 SZENE

SEXY CARNIVAL 2019

Das Bootshaus ist Kölns Vorzeige-Club und das Wohnzimmer der SEXY Party. An jedem

Karnevalssamstag gibt es hier die heißesten Kerle in Kostüm von nah und fern, dazu hochkarätige

Musik von den weltbesten DJs und DJanes.

KARNEVAL

Bilder letzter Jahre

Fotos: Stefan Kraushaar

SCHAAFENSTRASSE 2017

Blau, gelb, rot - bunt geht's immer in der Schaafenstrasse zu, insbesondere in der

Karnevalswoche, wo in den Kneipen die Gäste die Stimmung zum Kochen bringen. Umso

trostloser ist es dort momentan, solange die Bars die Türen nicht öffnen dürfen.


SZENE 7

JECK OP DECK 2020

Bunt und stimmungsvoll geht es seit Jahren auf der MS Rheinenergie auf dem immer ausverkauften

Kostümball "Jeck op Deck" der Stattgarde Colonia Ahoi zu. Die hochkarätige Show mit

dem Besuch des Kölner Dreigestirns als Höhepunkt werden alle Matrosen, Meerjungåmänner und

Cowboys dieses Jahr schmerzlich vermissen.


8 KULTUR

KILIAN

KERNER:

„Ich verstehe

den Egoismus

nicht“

2021 hat der in Köln geborene

Modedesigner allen Grund zu

feiern: Auf der Mercedes-Benz

Fashion Week präsentierte

Kilian Kerner seine 20. Modenschau in

Berlin. Und die VOGUE übertrug live. Wir

sprachen mit ihm.

Wofür steht der Kollektionsname

Traumwelt für dich?

Isoliert und single zu sein, ist wirklich

belastend während Corona. Ich brauchte

einen Ort, an den ich flüchten konnte,

meine Traumwelt. Die Kollektion ist „sehr

hübsch“, sehr fließend, einfach schön

anzusehen, es gibt aber natürlich auch

Brüche. Es ist eine Realitätsflucht.

Seit einem Jahr ist die Realität alles

andere als eine Traumwelt. Wie hat

dich die Pandemie als Geschäftsmann

getroffen?

Komplett. Es hat mit dem, was vor einem

Jahr war, nichts mehr zu tun. 2020 fing

eigentlich extrem erfolgreich an, es gab

eine Kooperationsanfrage nach der nächsten.

Innerhalb von zehn Tagen wurde dann

alles abgesagt. Zuerst dachte ich noch: „Bis

zum Sommer ist das vorbei“, und habe an

meiner Kollektion weitergearbeitet. Alles

wurde auf Online-Meetings umgestellt.

Insgesamt war ich zehn Wochen alleine in

meiner Wohnung und habe nur zwei Leute

für jeweils eine Stunde getroffen. Irgendwann

bin ich dann fast durchgedreht und

bin für vier Wochen zu meiner Mutter

gefahren. Ich wusste nicht, wie es weitergeht.

Nach einem kurzen Berlinaufenthalt

war ich dann erneut sechs Wochen bei

meiner Mutter.

Wie ging es weiter?

Dann veränderte sich plötzlich alles, eine

Anfrage führte ein großes Glück herbei.

Ich bin Teil von zwei Fernsehprojekten und

einer YouTube-Talkshow, die über mehrere

Monate geht. 2022 soll auch eine Kollektion

für TUI herauskommen. Ich kann

wieder arbeiten, aber komplett anders. Ich

habe ein neues Büro und fahre dahin nur

mit dem Taxi. Ich darf nicht krank werden

und lebe weiterhin extrem isoliert. Wenn

ich krank werde, kippt alles.

Wie ist es nun bei den Vorbereitungen

zur kommenden Schau?

Es wurde alles neu strukturiert, weil es

jetzt so sein muss. Ich bin da sehr pedantisch.

Es gibt z. B. kein Casting, Hunderte

neue Vorschriften, wir werden regelmäßig

getestet, wir arbeiten alle mit großem

Abstand zueinander.

Und privat?

Einige Freundschaften wurden viel

intensiver, auch wenn man sich nicht

gesehen hat. Mit meinem langjährigen

Stylisten Ingo etwa telefoniere ich

jetzt fast täglich und immer sehr lange,

das wurde sehr viel enger. Es gab auch

Freundschaften, die durch die Pandemie

in die Brüche gingen, weil ich merkte, wie

egoistisch diese Leute eigentlich sind.

Weiter Party machen, etwa auf der Spree,

Leute treffen, die Regeln nicht beachten.

Ich halte mich von Anfang an an alles,

weil ich an andere denke und auch

wieder arbeiten will. Manche benahmen

sich wie egoistische Flachw*chser,

das verstehe ich einfach nicht. Manch

einer hat sich eine eigene Wahrheit

zurechtgebogen. Diesen Aufstand um

Weihnachten und Silvester habe ich

auch nicht verstanden. Es ging um ein

Weihnachten und ein Silvester. Ich verstehe

den Egoismus nicht. Wieso muss

man überhaupt dieses Zeug in die Luft

jagen? Das habe ich noch nie verstanden.

Einer hat sich den Kopf weggesprengt ...

Dann noch die Umweltverschmutzung.

Kann man nicht für immer aufs Böllern

verzichten? Weg mit dem Dreck!

*Interview: Michael Rädel


LICHTWERK X RAPHI:

„Flieg mit mir“

Der Musical-Stern aus „Tanz

der Vampire“ lädt ein abzuheben.

Unterstützt wird der 24 Jahre

alte Sänger dabei von Thomas Porzig

und Sebastian Rätzel (The Baseballs),

die schon mit Helene Fischer und

Wincent Weiss zusammenarbeiteten.

Für einen Chat mit uns nahm sich der

Songwriter etwas Zeit.

„Flieg mit mir“ klingt durchaus

positiv in einer Zeit, wo

schlechte News die Nachrichten

bestimmen. Willst du denn Mut

machen?

Auf jeden Fall! Ich glaube, in dieser Zeit,

wo es gefühlt nur schlechte Nachrichten

gibt, können wir alle ein paar gute

Vibes echt gebrauchen. Ich bekomme

jedes Mal selbst richtig gute Laune,

wenn ich den Song höre, und ich hoffe,

so geht es allen anderen auch.

Wie ist das Lied entstanden?

Zusammen mit dem Songwriter- und

Produzentenduo von lichtwerk

haben wir uns im letzten Sommer

zusammengesetzt und überlegt, wie

es sich wohl anfühlen wird, wenn die

ganze Pandemie mal überstanden

ist. Da war natürlich vor allem das

Gefühl von „Leichtigkeit“ – deshalb

auch der Titel „Flieg mit mir“. Leider

dauert das Ganze ja jetzt wohl noch

eine Weile, deshalb wollen wir mit

dem Song etwas von dem Gefühl

vorwegnehmen.

Pop-Schlager ist das große Ding,

aber eigentlich kommst du ja

vom Musical. Oder siehst du da

Parallelen?

Schon, das Musicalpublikum ist bereit

zuzuhören, vor allem auch auf den

Text zu achten. Das wird im modernen

Popschlager auch immer wichtiger.

Deshalb ist der Inhalt für mich

beim Schreiben auch immer oberste

Prio. Insofern ist der Weg vom Musical

zum Schlager sicher nicht so weit.

Außerdem geht es beim Musical und

Popschlager immer darum, Menschen

mit einer Geschichte zu berühren, nur

dass man beim Popschlager nur gut

drei Minuten dafür Zeit hat.

Wie beeinflusst dich die Pandemie

als Künstler?

Mir fehlt die Bühne natürlich! Mein

letzter Auftritt war im März 2020,

und wann es weitergeht, kann aktuell

keiner sagen. Auf der anderen Seite

hatte ich aber auch die Möglichkeit,

mich auf andere Dinge zu konzentrieren,

für die ich keine Zeit hätte, wenn

ich acht Mal die Woche auf der Bühne

stehen würde. Die Chance habe ich

gerne genutzt.

Und privat?

Wie alle versuche ich, die Anzahl

meiner sozialen Kontakte auf ein

Minimum zu reduzieren. Viele meiner

Freunde sind im ganzen Land verteilt,

deshalb besteht der meiste Kontakt

hier aus WhatsApp-Gruppen. Da bin

ich also safe. Ansonsten versuche

ich weiter gesund zu leben und mir

auch mal Zeit für mich selbst zu

gönnen, was ich vorher im Alltag oft

vernachlässigt habe.

*Interview: Michael Rädel

Alle 11 Minuten

1)

verliebt sich ein

Single über

Jetzt parshippen

1) Hochrechnung aus Nutzerbefragung 2016, Deutschland


10 KULTUR

DER ZEITGEIST

AN DER WAND

Street-Art, egal, ob Paste-ups

oder Graffitis, Tags oder Aufkleber,

ist immer das schnellste Medium der

Kunstszene, um auf gesellschaftliche

Veränderungen, Bedrohungen und Umstände

zu reagieren.

Ohne sich mit Galeristen oder Verlegern

auseinandersetzen zu müssen, kann der

Künstler seine Beobachtungen, Ängste

und Gedanken direkt an die Wand,

an die Öffentlichkeit bringen. Xavier

Tapies nimmt sich diesen Kunstformen

in seinem neuen Buch an. „Street Art

in Zeiten von Corona“ ist eine äußerst

umfangreiche Einordnung aktueller

Kunst der Straße, bestens eingefangene

Fotos der Kunstwerke werden mit Ortund

Künstlerangabe abgebildet, zudem

kommentiert und erklärt. Zum Beispiel

„VIRUS“ von ARMX und Sweetsnini, das

klar macht: Gemeinsam werden wir

Corona besiegen. Masken auf, „US“ statt

„VIRUS“.

Ein Buch, das beweist, dass Street-Art

eben nicht nur eine Provokation an die

Hausbesitzer ist, nein, es geht hierbei um

Kunst und Gedanken, um verbildlichte

gesellschaftliche Stimmungen. Und ja,

das passiert meist auf dem Rücken der

Haus- und Wandbesitzer. Aber nur so

funktioniert diese oft flüchtige Kunst. *rä

midasverlag.mysupr.de


2020 I 2021

Das Unplanbare Planen

JA

NEIN

VIELLEICHT

DOCH

PODCAST

NEWSLETTER

SPIELPLAN

Foto: designecologist

Foto: Oleg Laptev

Foto: Luis Ruesing

Im Podcast der Kölner

Philharmonie können Sie

musikalische Einführungen,

Geschichten rund ums Podium

oder Interviews und Gespräche

hören.

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erhalten Sie regelmäßig

aktuelle Informationen rund um

unser Haus, den Spielbetrieb,

zu Konzerten und zu

exklusiven Angeboten.

Informieren Sie sich über das,

was stattfindet, was wir Ihnen

anbieten können und was Sie

bei uns live erleben können.

Damit das, was wir lieben, auch morgen noch da ist – planen wir unsere Konzerte mit Hoffnung.

Das Unplanbare planen – ein Prozess der ständigen Veränderung. Schauen Sie auf unserer Webseite vorbei.

Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden – wir probieren es. Für das, was uns verbindet.

Für uns, für Sie, für die Künstlerinnen und Künstler, für die Musik, die Begegnung.

Auf das Leben. Auf das Jetzt. Vielleicht. Doch!

koelner-philharmonie.de

0221 280 280


12 STYLE

KLATSCH

&STERNE

FOTO: WWW.WORLDWIDEROAR.ORG

PO-PROJEKT GEGEN

BODYSHAMING

Bekannt wurden sie 2010 als

unbekleidete Ruderer, als die „Warwick

Rowers“. Mittlerweile nennen sie sich

„Worldwide Roar“ – nackig machen sie

sich immer noch gerne. „Nach zehn

Jahren als Warwick Rowers sind wir zum

Worldwide Roar geworden“, verraten die

fotogenen Burschen auf Social Media.

Was das bedeutet? „Mehr Männer, mehr

Sport, mehr Spaß!“ Aber trotzdem

gilt: „Wir sind immer noch Sportler, die

Spenden für registrierte gemeinnützige

Sportvereine sammeln, um mit Sport

gegen Homophobie und für die Gleichbehandlung

der Geschlechter zu kämpfen.“

www.facebook.com/worldwideroar


BUNTE BÄREN

Und ein bisschen sexy sind sie (oft) auch, die starken Typen, die der Künstler

Roberto „Bobo“ Nisi gekonnt inszeniert und auch zu modischen Prints

werden lässt. Er sei ein „Supermarktverkäufer, der davon träumte, zu malen, ein paar

Stifte kaufte, nach London zog und jetzt seine Kunst auf T-Shirts an den Mann

bringt“, so Roberto „Bobo“ Nisi auf Instagram. Das waren die richtigen Entscheidungen.

Seine Pop-Art-Mode ist auf 100 % Baumwolle verarbeitet und über die unten

genannte Homepage (und auch über amazon) zu bekommen. Für die „Bear Pride

Cologne 2020“ war der bärenliebhabende Künstler auch schon tätig (leider wurde sie

abgesagt) ... *rä bobo-bear.com

BÄHM! KATY UNTER

PALMEN?!

Aufgepasst, liebe Trash-

TV-Fans. Wenn die Gerüchteküche

stimmt, dann ist Dragqueen Katy

Bähm bei der kommenden Staffel

„Promis unter Palmen“ dabei ...

2021 sollen Dreh und dann auch die

Ausstrahlung sein, wir sind SEHR

gespannt! Du verstehst nur Bahnhof?

„Promis unter Palmen“ war jene

Show, bei der Désirée Nick sich so

zeigte, dass Oliver Kalkofe an einer

Parodie einfach nicht vorbeikam. Und

ja, Bastian Yotta, der jetzt Vollerotik

auf onlyfans macht, war 2020 der

Gewinner ... Über Katy: Die Dragqueen

ist eine DJane. Zudem macht Katy

Bähm (der Facebook-Name ist

übrigens Katy Böhm) sehr erfolgreich

Perücken für andere Diven – und sie

hat ein eigenes Parfüm am Start. Die

Hundeliebhaberin ist eben ein echtes

Multitalent. 2019 war sie bei der TV-

Show „Queen of Drags“ dabei, 2020

bei „Promi Big Brother“. *rä

OHNE KUNST WIRD ES

GRAU

Kunst von Größen wie Gerhard

Richter, Max Diel, Christo oder

auch Axel Anklam wird in Wiesbaden

ausgestellt. Die Gruppenausstellung

„Meisterwerke VIII“ ist mit einer kurzen

Unterbrechung bis Mitte Februar

in der Galerie Rother Winter zu sehen.

Gezeigt werden unterschiedlichste

künstlerische Positionen zu

verschiedenen Themen, doch allen ist

gemeinsam, dass sie klarmachen, dass

es ohne Kunst farbloser wäre in dieser

Welt. Gerade in Zeiten von Corona

darf die Kunstwelt nicht vergessen

werden und auf der Strecke bleiben.

„Aufgrund der zurzeit geltenden

Vorschriften dürfen wir leider keine

Vernissage abhalten, aber es können

in unserem großen Galerieraum maximal

fünf Personen unter Tragen eines

Mund-Nase-Schutzes gleichzeitig die

Ausstellung besuchen“, so die Galerie

schriftlich. *rä

www.rother-winter.de


14 GESELLSCHAFT

150 JAHRE

UNRECHTSPARAGRAF 175

STRAFGESETZBUCH

2022 jährt sich die Einführung

des Paragrafen 175 im

gesamten Deutschen Reich zum

150. Mal. Dieser Paragraf – von den

Nazis verschärft und dann bis 1969

in der Bundesrepublik unverändert

weiter gültig –, war für das Leid

zigtausender Männer und Frauen

verantwortlich. Erst 1994 wurde

er endgültig gestrichen, erst 2017

wurden die bundesdeutschen Opfer

des § 175 rehabilitiert, erst 2018 bat

Bundespräsident Frank Walter

Steinmeier sie um Vergebung.

Diese Ausgabe der blu will nichts anderes

als aufklären, Folgen benennen und

endlich eine Reaktion des Bundestagspräsidiums

hervorrufen, um ein würdevolles

und angemessenes Gedenken im für die

Verfolgung verantwortlichen deutschen

Parlament zu erreichen.

GEDENKEN UND DER LANGE

ATEM DES § 175

Seit 1997 ist der 27. Januar als „Tag des

Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“

ein gesetzlich verankerter,

bundesweiter Gedenktag. 2005 erklärten

die Vereinten Nationen den 27. Januar

FOTO: MANFRED BRUECKELS / CC BY-SA 3.0 / WIKIMEDIA

zusätzlich zum „Internationalen Tag des

Gedenkens an die Opfer des Holocaust“.

Seit 22 Jahren sind dort Angehörige und

Opfer des Nationalsozialismus zu Wort

gekommen, dreimal wurde thematisch an

einzelne Opfergruppen erinnert: 2011 an

Roma und Sinti, 2016 an Zwangsarbeiter

sowie 2017 an Behinderte und Euthanasieopfer.

Der homosexuellen Opfer des §

175 ist bisher nicht gesondert gedacht

worden, kein Redner erzählte von seiner

schwulen Verfolgungsgeschichte.

Das verwundert nicht und erschreckt

dennoch: Die staatliche Verfolgung

Homosexueller unter dem von den Nationalsozialisten

verschärften § 175, ging in

der Bundesrepublik bis 1969 unverändert

weiter. Bis 2017 waren Bürger, die bis 1994

nach $175 des Strafgesetzbuches, also

wegen homosexueller Handlungen, angeklagt

und verurteilt wurden, vorbestraft,

und eventuell geoutet, ihren Job und die

Karriere los. Der Rosa Winkel sah in der

BRD nur nicht mehr wie einer aus.


GESELLSCHAFT 15

GEDENKEN

Homosexuelle Opfer der NS-Ideologie

wären im Zweifel, so sie das KZ überlebt

haben sollten, gleich wieder in den Knast

gegangen, wenn sie nur Zärtlichkeit

ausgetauscht hätten. Erst am 10. März

1994 wurde Homosexualität

endgültig aus

dem Strafgesetzbuch

gestrichen. Und

bis die Opfer für

das an ihnen, in

direkter Tradition des

Unrechtsstaates der

Nazis, von der Justiz

und Gesetzgebung

der Bundesrepublik

begangene Unrecht

freigesprochen und

entschädigt wurden,

dauerte es noch einmal

bis zum 22. Juli

2017. An diesem Tag

trat das „Gesetz zur

strafrechtlichen Rehabilitierung der nach

dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher

homosexueller Handlungen verurteilten

Personen (StrRehaHomG)“ in Kraft.

VERGEBLICHE VERSUCHE

Vielleicht ist diese jahrzehntelange

Geschichte staatlicher Ächtung Homose-

lax2020_rik_maetzqxd_Layout 1 17.02.21 17:02 Seite 1

xueller und das ihr folgende, verinnerlichte,

gesellschaftlich ausgrenzende Klima mit

ausschlaggebend für die auffällig ausweichende

Haltung von Bundestagspräsident

Wolfgang Schäuble, der sich nun bereits

im dritten Jahr weigert, die homosexuelle

Opfergruppe in den Fokus zu rücken.

Dr. Lutz van Dijk ist deutsch-niederländischer

Schriftsteller, Historiker und

Pädagoge, geboren in Berlin. Er hatte im

Jahr 2018 eine diesbezügliche Initiative ins

Rollen gebracht, die unter anderem von

Holocaustüberlebenden, dem Internati-

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / ACHIM MELDE


16 GESELLSCHAFT

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / ACHIM MELDE

onalen Auschwitz-Komitee, dem Lesbenund

Schwulenverband Deutschland sowie

Historiker*innen aus dem In- und Ausland

und von vier der fünf Bundestagsvizepräsidenten

(die Vertreter von SPD, Grünen,

FDP und DIE LINKE) unterstützt wird.

Hieß es aus dem Bundestagspräsidium

2018 noch, die von der Initiative

angedachte Umsetzung 2019 sei nicht

realisierbar, weil die Planungen schon

fortgeschritten seien, ist zum neuen

Vorschlag, 2021 tätig zu werden, von Wolfgang

Schäuble Folgendes an die Initiative

von van Dijk übermittelt worden: Er sehe

zum gegenwärtigen Zeitpunkt „keine

Veranlassung“, sich bereits jetzt mit den

Planungen der Gedenkfeier für das Jahr

2021 zu befassen. Lutz van Dijk versprach,

nicht lockerzulassen.

175ER – AUCH 2021

TOTGESCHWIEGEN!

Es war ein weiterer Tiefschlag. In nur drei

Zeilen und zugestellt nicht mal persönlich,

sondern durch den Protokollchef

des Bundestages, ließ

man die Petition von

Historiker Lutz von

Dijk und inzwischen

170 prominenten

Unterzeichner*innen

für ein Erinnern an die

homosexuellen NS-

Opfer im Bundestag ein

weiteres Mal abblitzen.

Entsprechend enttäuscht die

Reaktion des Petitionsteams:

„Gleichwohl bedauern wir sehr, dass

Sie sich (wie Herr Dr. Brissa formuliert)

als ‚Präsidium des Deutschen Bundestages

nach reiflicher Abwägung‘ dafür

entschieden haben ‚ein Jubiläumsjahr...

ins Licht zu stellen‘, das das ganze Jahr

Aufmerksamkeit erhalten sollte – und

damit gegen die anerkennende Wahrnehmung

einer Verfolgtengruppe,

die immer wieder Diskriminierungen

auch bei uns in Europa ausgesetzt

ist und in den meisten Teilen der Welt

selbst Folter, Haft und Todesstrafe

erleiden müssen. Wie mutig wäre ein

Zeichen von Ihnen hier gewesen! Wir

werden nicht aufgeben, so u. a. auch

gemeinsam mit unseren polnischen

Nachbarn, wo erst vor kurzem ein

Drittel des Landes zu LGBT-freien

Zonen erklärt wurde, so selbst auch im

Staatlichen Museum Auschwitz, unser

Bemühen um aufrichtige Erinnerung

fortzusetzen.“

150 JAHRE UNRECHTSPARAGRAF 175 –

WANN, WENN NICHT DANN?

Die Lesben und Schwulen in der

Union (LSU) machten neben ihrer

Enttäuschung und ihrem Unmut

über die nun auch 2021 fortgeschriebene

Unsichtbarmachung

von queeren Opfern des Nationalsozialismus

auf einen historischen

Tatbestand aufmerksam, der nun

zum Lackmustest für die Ernsthaftigkeit

des Bedauerns der Bundesrepublik

werden wird:

2022 jährt sich die Einführung des Paragrafen

175 im Strafgesetzbuch das 150. Mal.

2022 muss dieses Parlament einen endgültigen

Schlusspunkt unter das Totschweigen

der Gruppe sexueller Minderheiten unter

den Opfern des Nationalsozialismus

und unter seine eigene diesbezügliche

Geschichte und Verdrängungsmechanik

setzen.

„Ich persönlich lege meine Hoffnung

nun auf das Jahr 2022. [...] Allen Menschen,

die unter diesem Paragraphen –

und besonders seit seiner Verschärfung

unter den Nationalsozialisten – leiden

mussten, und allen, denen als Angehörige

einer sexuellen Minderheit in diesen

Jahren großes Unrecht geschehen

ist, ist das Parlament eine Antwort

durch bewusstes Erinnern schuldig. Ich

appelliere daher an das Bundestagspräsidium,

sich bewusst zu machen,

dass das Herz nicht schweigen kann.

‚Es gibt kein Ende des Erinnerns‘ hat der

Bundespräsident dieses Jahr betont.

Bei den homosexuellen Opfern hätte

dagegen zum ersten Mal ein Anfang des

bewussten Erinnerns gemacht werden

können. Ein längst überfälliger Anfang

und für die Überlebenden ein Anfang

vom Ende ihrer im Erinnern nach wie vor

antastbar gebliebenen Würde.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Alexander Vogt,

Bundesvorsitzender der LSU


HISTORISCHES GEDENKEN AUSSERHALB DES BUNDESTAGES

Beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Denkmals für die im

Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten

am 3. Juni 2018 hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine

historische Rede gehalten und die Opfer der Homosexuellenverfolgung

im Namen der Bundesrepublik erstmals um Vergebung gebeten:

„Mehr als 20 Jahre lang wurden zehntausende Männer in der

Bundesrepublik noch nach dem Paragraphen 175 verhaftet, verurteilt

und eingesperrt. [...] Die Würde von Homosexuellen, sie blieb antastbar.

Zu lange hat es gedauert, bis auch ihre Würde etwas gezählt hat

in Deutschland. [...] Als Bundespräsident ist mir heute

eines wichtig: Ihr Land hat Sie zu lange warten lassen.

Wir sind spät dran. Was gegenüber anderen

Opfergruppen gesagt wurde, ist Ihnen bisher

versagt geblieben. Deshalb bitte ich heute um

Vergebung – für all das geschehene Leid und

Unrecht, und für das lange Schweigen, das

darauf folgte.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / ACHIM MELDE

GESELLSCHAFT 17

KOMMENTAR:

DAS REICHT NICHT!

Der Bitte des Bundespräsidenten um Vergebung zu entsprechen,

fällt Opfern, deren Existenzen vernichtet wurden,

und deren Angehörigen und Erben sicher nicht einfacher,

wenn jedem gesetzgeberischen Fortschritt in Richtung

Würde und Gleichberechtigung ein langer zäher Kampf

gegen die Schäubles und Seehofers dieser Republik vorangeht.

Man denke nur an die jüngst unsägliche Weigerung im

Rahmen der Schaffung eines dritten Geschlechtseintrages,

gleich das verfassungswidrige Transsexuellengesetz zu

streichen und durch ein selbstbestimmtes Personenstandsrecht

zu ersetzen. Oder an den mühsamen und

langen Weg zur Aufhebung des gesetzlichen Eheverbots

für Homosexuelle, mit ihren Einschränkungen für lesbische

Mütter hierzulande, in Österreich mit einem Ausschluss

binationaler Paare. Die Liste ist lang.

Von der katholischen Kirche über die CDU/CSU bis hin zur

AfD gibt es nach wie vor Kräfte, die Menschenrechte nur so

lange hochhalten, wie sie ihnen Vorteile bringen und Privilegien

nicht einschränken. Wenn doch, haben sie offenbar

diebische Freude daran, ihre traditionellen und/oder durch

die Mehrheitsgesellschaft automatisch zugebilligten

Privilegien bis aufs Messer zu verteidigen.

Ein Blick auf die Homosexuellenverfolgung und ihre

Überwindung könnte den Geist öffnen: Gleiche

Rechte und Gleichberechtigung schaffen letztere

Privilegien gar nicht ab, sie billigen sie nur auch

anderen zu.

*Christian Knuth


18 STADTPLAN

DÜSSELDORF

Bars

Rheinkniebrücke

SZENE

1. Bistro Levent,

Grupellostr. 32

2. Café Piranha,

Bilker Allee 11

3. Comeback,

Charlottenstr. 60

4. K1, Bismarckstr. 93

5. Ludwigs Bier & Brot,

Mertensgasse 11

6. Musk,

Charlottenstr. 47

7. Nähkörbchen,

Hafenstr. 11

8. Queenz,

Charlottenstr. 62

9. Sternschnuppe,

Sternstr. 2

10. Studio 1, Jahnstr. 2a

Oberkasseler Brücke

14

Reichsstraße

Hafenstr.

7

2

11. Zum goldenen Einhorn,

Ratinger Str. 18

Cafés / Bistros

12. ARTCafé, Im Dahlacker

70 (Ecke Aachener

Str.)

13. Wilma,

Charlottenstr. 60

Party-Locations

14. Nachtresidenz,

Bahnstr. 13

15. Stahlwerk,

Ronsdorfer Str. 134

16. Ufer 8, Rathausufer 8

17. Zakk, Fichtenstr. 40

5

11

Restaurants

18. Hirschchen,

Alt-Pempelfort 2

Bahnstr.

12

Graf-Adolf-Straße

Herzogstraße

9

Berliner Allee

10

Corneliusstraße

19. Laurens Restaurant,

Bismarckstr. 62

20. Nooij Restaurant,

Hoffeldstr. 37

Saunen

21. Phoenix Sauna

Düsseldorf,

Platanenstr. 11a

Ärzte

17

BUSINESS

22. Dr. med Martin &

Anselm K. Gottstein,

Werdener

Straße 8

23. Tim Oliver Flettner,

Kaiserswertherstr. 55

3

8

6

4

1

Kölner Straße

Karlstraße

24. Zahnarztpraxis

Dr. Stolley, Berliner

Allee 56

Autohäuser

16

15

13

25. Auto-Park Rath,

Oberhausener Str. 2

26. smart Vertriebs

GmbH, Mercedesstr. 11

Dienstleistungen

27. CJ-Sieben, Postfach

24 02 30

28. Düsseldorf Tourismus,

Marktstr./

Ecke Rheinstr. bzw.

Immermannstr. 65b

29. Stadtwerke Düsseldorf

AG, Höherweg

100

Finanzen & Recht

• Laureus AG Privat

Finanz, Ludwig-

Erhard-Allee 15

• Parilis, Hansaallee

249

Fitness

• Bodystreet Berliner

Allee, Berliner

Allee 56

• Bodystreet Düsseldorf

Münsterplatz,

Ulmenstr. 270

• EisenhauerTraining,

Münsterstr.

334-336

• Fit IN Düsseldorf,

Ringelsweide 14

• Olymp-Fitness-

Center,

Pempelforther Str. 47

Möbel &

Einrichtung

• Maßlos, Steinstr.

32Habitat Düsseldorf,

z.Hd. Jan Kutterolf

Schadow Arkaden |

Martin-Luther-Platz

22, 40212 Düsseldorf

Optiker

30. Hesse und Holländer

Augenoptik,

Ackerstraße 158,

Tel. 0211 63962200,

hesseundhollaender.de

Rechtsanwälte

• Rechtsanwalt

Gelbke,

Königsallee 61

• Semra Sanliünal,

Kaiser-Friedrich-

Ring 45

Sexshops

• book&xxx,

Bismarckstr. 86

Schulen

• Sprachcaffe,

Grafenberger Allee

78-80

Sport

• My Beauty Fit,

Rethelstr. 98

Bühne

KULTUR

• Capitol Theater,

Erkrather Str. 30

• Jazz Schmiede,

Himmelgeister Str.

107g

• Komödie Steinstr,

Steinstr 23

• Takelgarn, Philipp-

Reis-Str. 10

Galerie

• Fonis Galerie, Lindenstraße

90, 40233

Düsseldorf

RAT & TAT

Gesundheit

31. AIDS-Beratung des

Gesundheitsamts,

Kölner Str. 180

32. AIDS-Hilfe Düsseldorf

e.V., Johannes-

Weyer-Str. 1

Beratung

33. Schwules Überfalltelefon,

Tel.

0211-19228

34. PULS - Treff für junge

Lesben, Schwule

& Bisexuelle,

Corneliusstr. 28

35. SchLAu Düsseldorf

c/o Aidshilfe

Düsseldorf

Wirtschaft

• TARGOBANK,

Nordstr. 14

ESSEN

SZENE

Bars

1. Barbados, Steeler

Str. 83

2. Briefkasten,

Hachestr. 21

3. C4-Klub, Hindenburgstr.

82-86

4. Colors, Lindenallee 89

5. Dampflock, Viehofer

Platz 14

6. Wilder Karl-Heinz,

Kettwigerstr. 60

7. Zum Pümpchen,

Kopstadtplatz 23

Party-Locations

• Studio, Schützenbahn

31

• Zeche Carl,

Wilhelm-Nieswandt-

Allee 100

Saunen

8. Pluto Sauna Essen,

Viehoferstr. 49

9. Metropol Sauna

Essen, Maxstr. 62

Sexshops und

-Kinos

10. Eros Boutique Gay

Shop, Klarastr. 19

11. Man Moviethek,

Vereinstr. 22

12. Wiscot, Friedrich-

Ebert-Str. 70

BUSINESS

Fitness

• CityFitness Essen,

Altendorfer Str. 97-101

Mode

• Blue Point Underwear,

Vereinstr. 18

• Rechtsanwälte

Anwaltskanzlei

Titze & Rodriguez,

Alfredstr. 108

KULTUR

Bühne

• Aalto-Theater,

Opernplatz 10

• GOP Varieté,

Rottstr. 30

• Grillo Theater,

Theaterplatz 11

• Philharmonie

Essen,

Huyssenallee 53

• Theater im

Rathaus, Porscheplatz

1

RAT & TAT

Gesundheit

• AIDS-Beratung

des Caritasverbandes

für die

Stadt Essen e.V.,

Niederstr. 12-16

• AIDS-Hilfe Essen

e.V., Varnhorststr. 17

Community

• Café Vielfalt,

Kleine Stoppenberger

Str. 13-15

• Essen X-Point,

Varnhorststr. 17

Segerothstraße

9

Maxstr.

Gladbecker Straße

Friedrich-Ebert-Straße

7

4

6

11

3

Hindenburgstraße

10

12

Vereinstr.

Kettwiger Str.

Hachestraße

2

5

8

Schützenbahn

Gerlingstraße

1

Herzogstraße

Steeler Straße


WO DIE

NATUR

NOCH

IN ORDNUNG

IST?

In Ihrem Schlafzimmer.

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TEAM 7 Hamburg City, www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Hamburg, www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Berlin, www.team7-berlin.de

TEAM 7 München, www.team7-muenchen.de


Moltkestraße

20 STADTPLAN

KÖLN

Bars

SZENE

1. Altstadt-Pub,

Unter Käster 5-7

2. Barcelon,

Vor St. Martin 10

3. Baustelle 4U,

Vor St. Martin 12

• Cafe Familich,

Im Stavenhof 5-7

8. Casino Eck,

Kasinostr. 1a

9. Coco Schmitz,

Aachener Str. 28

10. Era Bar,

Friesenwall 26

11. Ex-Corner,

Schaafenstr. 57-59

12. Exile on Mainstreet,

Schaafenstr.

61a

13. Gentle-Bears,

Mühlenbach 53,

gentlebearscologne.de

17. Hühnerfranz,

Hühnergasse 5-7

18. Iron, Schaafenstr. 45

20. Mariechen,

Am Rinkenpfuhl 51

21. Marsil, Marsilstein 27

22. Die Mumu,

Schaafenstr. 51

23. My Lord,

Mühlenbach 57

24. Phönix Sauna,

Richard-Wagner-

Str. 12

26. Ruhrpott,

Balduinstraße 20/

Ecke Schaafenstraße

27. Schampanja,

Mauritiuswall 43

31. Zum Pitter,

Alter Markt 58-60

Cafés/Bistros

33. Café Rico,

Mittelstr. 31

34. inSide Cafe,

Am Rinkenpfuhl 46,

www.inside-cafe.com

35. Zentral Garderobe,

Schaafenstr. 49

36. Regenbogen-Café,

Beethovenstr. 1

• Saint Louis,

Deutzer Freiheit 89

37. Diner‘s,

Neumarkt 16

Party-Locations

44. Rich Club

Cologne,

Brabanter Str. 15 am

Rudolphplatz

45. Sartory Säle,

Friesenstr. 44

• Wartesaal im

Zollhafen,

Im Zollhafen 2

Cruising-Bars

49. Pullerman,

Mathiasstr. 22

50. Deck 5,

Mathiasstr. 5

51. Station 2b,

Pipinstr. 2

Saunen

52. Sauna Babylon

Cologne,

Friesenstr. 23-25

53. Sauna Vulcano,

Marienplatz 3-5

Einkaufen

58. Brunos,

Kettengasse 20

59. COLOGNE DOME

House of Fetish,

Händelstraße 27

60. Gay Sex Messe,

Mathiasstr. 13

61. MGW.Cologne,

Händelstr. 53

62. Sex- & Gay Center,

Mathiasstr. 23

BUSINESS

Apotheken

63. Birken-Apotheke,

Hohenstaufenring 59,

Tel. 2402242

• Flora-Apotheke,

Neusser Str. 192,

Tel. 0221 733535

• Paradies Apotheke,

Severinstr. 162a,

Tel. 329215,

www.paradies-apo.de

64. Westgate-

Apotheke,

Habsburgerring 2,

Tel. 2402243

Ärzte

65. Dr. med.

Jochem Hay,

Allgemeinmedizin,

Hohenstaufenring

55,Tel. 2717870

• Dr. Jochen May,

Zahnarzt, Sülzburgstr.

21-23, Tel. 9411222,

www.praxis-may.com

69. mereaPraxis,

Michael Henderson

& Partner,

Hohenzollernring 48,

Tel. 443872,

www.merea.de

• Praxis am

Eberplatz,

Dres. med. Kümmerle,

Theisen, Wyen, Voigt,

Ebertplatz 1,

Tel. 7604648,

www.praxis-ebertplatz.de

70. Dr. Stefan-

Scholten, HIV-

Schwerpunktpraxis,

Richard-Wagner-

Str. 9-11, Tel.

35505450

• Zahnarzt Tobias

Fuchte,

Kirchstraße 1-3,

Tel. 0221 – 392 580,

www.zahnarztfuchte.de

Beauty

• Mister Attractive,

Hansaring 19,

0221 95816471,

www.mrattractive.net

71. Duftkunsthandlung,

Brabanter Str. 27,

0221 - 97 76 59 85,

duftkunsthandlung.de

Handwerker

• Dirk Eßer,

Malermeister,

Niehler Str. 93,

50733 Köln,

Tel. 0173 3792233,

www.maler-esser.de

• Felix Forsbeck,

Tischlermeister,

Bachstraße 27,

50354 Hürth,

Tel. 0176/40301844,

www.felix-forsbeck.de

Optiker

• Hesse &

Holländer,

Venloer Str. 363,

Tel. 0221-50608780,

hesseundhollaender.de

Rechtsanwälte

• Ralf Bergmann,

Braugasse 12,

Tel. 02234-405769,

bergmann-anwalt.de

KULTUR

Bühne

• Atelier Theater,

Roonstr. 78,

Tel. 0221 24 24 85,

www.ateliertheater.de

• Horizont Theater,

Thürmchenswall 25.

• Opernhaus,

Rheinparkweg 1,

Tel. 0221 22128400

72. Philharmonie,

Bischofsgartenstr. 1

73. Scala,

Hohenzollernring 48

• Schauspielhaus:

Depot 1, Depot 2,

Grotte,

Schanzenstraße 6-20

107. Theater am Dom,

Glockengasse 11,

Opern Passagen

Museen

108. Museum für

Ange-wandte

Kunst Köln, An

der Rechtschule, Tel.

22123860,

www.makk.de

109. Museum Ludwig,

Bischofsgartenstr. 1,

Tel. 22122370

• Rosa Archiv,

Salierring 4,

Tel. 78 98 60 19,

Mo-Fr nach Vereinbarung,

rosa-archiv.de

RAT & TAT

Gesundheit

110. Aids- und STD-

Beratung,

Gesundheitsamt,

Neumarkt 15-21,

Tel. 22124602

111. Lebenshaus-

Stiftung,

Beethovenstr. 1,

Tel. 202030,

www.lebenshausstiftung.de

112. Aidshilfe Köln,

Beethovenstr. 1

113. Looks e.V.,

Beratung und

Unterstützung

für Jungs, die

anschaffen,

Pipinstr. 7,

Tel. 2405650,

www.looks-ev.de

114. Checkpoint der

Aidshilfe Köln, HIV

Schnelltest sowie

Syphilis, Tripper,

Chlamydien und

Hep-C. Wir sind für

euch da: Montag

bis Donnerstag von

19 Uhr bis 22 Uhr,

Pipinstr. 7,

Tel. 0221 99 57 12-17,

www.schnell-test.de

Info

115. Anyway,

Jugendzentrum,

Kamekestr. 14,

Tel. 5777760,

anyway-koeln.de

116. Rubicon, Beratungszentrum

für Lesben &

Schwule (Sozialwerk

e.V.), Rubensstr. 8-10,

Tel. 27669990,

www.rubicon-koeln.de

117. Schwules

Netzwerk NRW,

Lindenstr. 20, Tel.

2572847,

www.schwul-nrw.de

Christophstraße Gereonstraße

Marzellenstraße

HbF

U

Breslauer Platz/

Hauptbahnhof

Venloer Straße

Kamekestraße

115

U

Appellhofplatz/

Zeughaus

Komödienstraße

U

Dom/

Hauptbahnhof

Kölner Dom

U

Lütticher Straße

Roonstraße

Aachener Straße

24

Richard-Wagner-Straße

64

10

55

59

61

Lindenstraße

44

71

Brabantner Straße

70

117

Mozartstraße

U

Moltkestraße

Friesenplatz

Beethovenstraße

64

66

Hohenstaufenring Habsburgerring Hohenzollernring

111

36 112

69

105

65

U

14

Zülpicher

Platz

U

Friesenwall

Schaafenstraße

27

Mauritiuswall

68

Rudolfplatz

12

60

Friesenstraße

Magnusstraße

Ehrenstraße Breite Straße

Kettengasse

45

Pfeilstraße

Mittelstraße

18 26

22 35

13

19

33

63

Rubensstraße

Hahnenstraße

116

20

52

34

Marsilstein

21

U

Mauritiuskirche

Mauritiussteinweg

37

dem Berlich

Auf

Neumarkt

Thieboldsgasse

Zeughausstraße

U

Neumarkt

110

Krebsgasse

Cäcilienstraße

Poststraße

U

Appellhofplatz/

Breite Straße

107

Glockengasse

Schildergasse

U

Poststraße

Tunisstraße

Blaubach

Neuköllner Straße

108

Große Budengasse

Hohe Pforte

Hohe Straße

Gürzenichstraße

51

Obenmarspforten

Pipinstraße

8

53

Am Hof

Stephanstr. Marienplatz

11

Alter Markt

31

Heumarkt

Augustinerstraße

Mathiasstraße

17 1

15 2 3 4

114

23

62

113

60

An der Malzmühle

49

Mühlenbach Filzengraben

50

48

U

Rathaus

U

Heumarkt

104 109

Hohenzollernbrücke

Deutzer Brücke

Am Leystapel

Severinsbrücke

Perlengraben

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Severinstraße

Severinstraße

icher Straße

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21

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22 STYLE

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Beim Stichwort Mode denkt man nicht

unbedingt sofort an Köln, aber genau hierher

kommen diese trendigen Teile und die

Macher dahinter: Daniel, Johannes und Sam.

Und auf die Umwelt wird hier auch geachtet.

„Es reichte uns nicht aus, uns darauf zu

konzentrieren, unseren unmittelbaren

Betrieb nachhaltiger zu gestalten, also

beschlossen wir, einen Schritt weiter zu

gehen“, verrät das 2019 gegründete Kölner

Modelabel WILHELM auf seiner Homepage.

„Um unsere positive Wirkung zu verstärken,

unterstützen wir zwei Organisationen, die

für unser Geschäft und unsere Lieferkette

relevant sind. Wir spenden 2 % unserer Verkäufe

an Canopy Planet. Wir spenden weitere

1 % unseres Umsatzes an die Hodenkrebs

Stiftung e. V.“ Und woraus besteht die

Mode? „Wir verwenden Lyocell-Fasern aus

Eukalyptusholz wegen ihrer vielen Vorteile.

Sie sind weich auf der Haut, atmungsaktiv

und sorgen für einen bequemen Sitz. Dazu

sind sie schnell trocknend, knitterfrei und

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WILHELM Essential. Unser Ziel ist es,

dieses tägliche Kleidungsobjekt zu einem

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machen.“ Eingekauft werden kann direkt

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für das Arbeiten und Relaxen. Das Gebäude in der Breiten Straße 27 war seit 1909 ein

Hafen für gewichtige Wirtschaftskapitäne. Und noch heute strahlt das Rheinische

Palais den Stolz vergangener Jahre aus – was ihn zum perfekten Aushängeschild

für dein Unternehmen macht. Die großen Fensterfronten und der loftartige

Architekturstil der Gründerzeit versorgen die modernen Büros, Meetingräume und

Gemeinschaftsflächen mit guten Aussichten und wohltuendem Tageslicht.

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FORD MUSTANG MACH-E

Mit dem neuen Mustang Mach-E, einem

5-türigen Crossover-SUV, präsentiert der

Konzern eine rein elektrisch angetriebene

Modellvariante.

Der Mustang mit den Abmessungen 4,71

Meter Länge, 1,88 Meter Breite und 1,62

Meter Höhe ermöglicht fünf Erwachsenen

einen bequemen Aufenthalt an Bord.

Die zehn Lautsprecher des B&O Sound

Systems mit 560 Watt Ausgangsleistung

fügen sich wie eine Soundbar nahtlos

in den Armaturenträger. Ein besonders

praktisches Feature stellt die Funktion

„Intelligent Range“ dar. Sie ist mit dem

bordeigenen Navigationssystem vernetzt

und ermöglicht eine präzise Berechnung

des aktuellen Aktionsradius. Unterwegs

weist das Navigationssystem des Mustang

Mach-E auf aktuelle Lademöglichkeiten

entlang des Reisewegs hin. Dank der Partnerschaft

mit NewMotion können die Kunden

von Ford über nur ein Kundenkonto

sehr einfach eine der mittlerweile über

175.000 Ladestationen in 21 europäischen

Ländern finden. Neu und praktisch ist

auch die Technologie „Digitaler Schlüssel.

Erkennt das Auto via Bluetooth, dass sich

das entsprechend legitimierte Mobilgerät

des Fahrers nähert, entriegelt es die Türen.

Der Aktive Park-Assistent mit Ein- und

Ausparkfunktion und teilautomatisierter

Fahrzeugführung findet ausreichend große

Parklücken in Längs- und Querrichtung und

manövriert das Auto hinein – der Fahrer

muss dazu lediglich einen Knopf gedrückt

halten. Die Markteinführung des Mustang

Mach-E ist für Anfang 2021 geplant, die

Preisliste startet bei 46.900 Euro.


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24 MODE

PARADIESISCHE MODE


MODE

25

Das noch ganz junge Modelabel richtet sich an „aufgeschlossene,

offene, humorvolle, extrovertierte, modische

Menschen“, die kein Problem damit haben, auch

in Sachen Unterwäsche ein Stachel im konservativen

Mainstream zu sein.

Da, wo sonst der Markenname dominiert, kann hier ein „SUCK MY

DICK“ oder auch „FUCK YOU“ stehen. Klingt platt, schaut aber

gut aus und ist – so in Szene gesetzt – ja schon wieder Pop-Art,

oder? Die trendigen Teile des Labels aus Wiesbaden bestehen

aus 47 % Viskose, 47 % Baumwolle und 6 % Elastan „um beste

Qualität und ein superbequemes Tragegefühl zu garantieren“, so

Gregor Garkisch, der Mann hinter den Kulissen. *rä

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26 GESUNDHEIT

FITNESS

Fitness Ü40 –

Training dem Alter anpassen

Ist mit über vierzig ist der Zug für einen tollen Körper abgefahren? Die meisten Männer

sind in diesem Alter beruflich arriviert und haben sich einen guten Lebensstandard

aufgebaut. Alles wunderbar könnte man(n) meinen.

Doch der gute Lebensstil hat über die

Jahre auch ein paar zusätzliche Pfunde

mit sich gebracht. Und oft kann der

Körper mit dem noch vorhandenen

jugendlichen Geist nicht länger mithalten.

Vor zehn Jahren bist du noch ins Fitnessstudio

gerannt und hat die Trainingsflächen

unsicher gemacht. Doch davon bist

du jetzt meilenweit entfernt. Das Laufen

in den dritten Stock fällt immer schwerer

und den Weg zur Arbeit fährst du schon

lange nicht mehr mit dem Rad. Kurz

gesagt: Dein Fitnesszustand ist miserabel.

Doch wo ist das Problem? Dann fange ich

halt wieder an mit dem Training!

NACH DEN WILDEN JAHREN

Hier gibt es einiges, was du beim

Training mit Vierzig beachten solltest. Die

jungen, „wilden“ Jahre haben ihre Spuren

hinterlassen und nichts funktioniert noch

so wie mit dreißig. Deshalb solltest du auf

dem Weg zu deinem Traumkörper altersentsprechend

trainieren. Was heißt das

nun für deinen Trainingsalltag? Was muss

du beachten, was oder wie kannst du

ohne Probleme anfangen zu trainieren?

REGELMÄSSIGES

EJAKULIEREN UND

SPORT TREIBEN

Vor dem ersten Training

solltest du den Arzt deines Vertrauens

konsultieren, und einen Gesundheitscheck

vornehmen lassen. Dieser

beinhaltet etwa eine Untersuchung

deines Herz-Kreislaufsystems sowie

die Funktionalität deiner Gelenke.

Auch dein Testosteronspiegels sollte

überprüft werden. Das Hormon ist nicht

nur wichtig für deine Potenz, es ist auch

wichtig in Bezug auf deine psychische

Gesundheit und körperliche Vitalität.

Besonders zwischen dem vierzigsten und

fünfzigsten Lebensjahr entwickelt sich

hier häufig ein Mangel. Sollte bei einem

Test ein Mangel festgestellt werden, kann

der Arzt dir etwas verordnen, um deinen

Spiegel wieder anzuheben. Aber es gibt

auch natürliche Wege, den Testosteronspiegel

wieder zu erhöhen. Regelmäßiges

Ejakulieren, und Sport treiben sind hier

nur zwei Beispiele.

VITAMINE UND DIE

SCHILDDRÜSE

Auch ist es wichtig seinen Vitamin-

und Mineralstoffspiegel

und die Schilddrüse überprüfen zu lassen.

Ein Mangel an B-Vitaminen und Eisen kann,

wie auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse,

zu einem Leistungsabfall führen. Deshalb

ist zu empfehlen, Mikronährstoffe im Blut

testen zu lassen, um eventuelle Defizite

auszuschließen. Die Ernährung ist eine

weitere, sehr wichtige Komponente, um zu

deinem Trainingsziel zu gelangen. Häufig

wird gesagt, dass der Stoffwechsel mit

Vierzig nicht mehr so gut funktioniert.

Doch das stimmt nur bedingt. Durch eine

ausgewogene Ernährung kannst du einen

guten Stoffwechsel erlangen. Zu einer

ausgewogenen Ernährung gehören magere

Proteinquellen, komplexe Kohlenhydrate und

gesunde Fette. Wenn du dann noch deinen

Konsum von Zucker, Alkohol, Zigaretten

und Fertigprodukten reduzierst, bist du auf

einem guten Weg.

KRAFTSPORT,

AUSDAUER UND HIT

Wenn aus ärztlicher Sicht alles

ok ist, solltest Du anfänglich

moderat trainieren. Für welches Training du

auch immer dich entscheidest, führe deinen

Körper langsam an die neue Belastung

heran. Wer gerne Joggen gehen möchte,

sollte anfänglich ein paar hundert Meter

laufen und dann gerne ein bisschen schneller

gehen, um danach wieder ins Laufen zu

wechseln. Nimm Dir ruhig erst einmal eine

kurze Strecke von ein bis zwei Kilometer vor.

Fange auch beim Schwimmen oder Kraftsport

moderat an und steigere die Intensität

langsam. Vielleicht nimmst du dir am Anfang

einen Freund, der schon länger Sport treibt

oder einen Personaltrainer als Unterstützung

hinzu. Beim Kraftsport ist es wichtig auf die

korrekten Bewegungsabläufe zu achten.

Fange mit wenig Gewichten an und achte

dafür mehr auf die Ausführung der Übung.

Ein vierzigjähriger Körper kompensiert nicht

wie der eines Zwanzigjährigen. Und bei Verletzungen

dauert die Rekonvaleszenz länger.

Nach ein paar Wochen kannst du versuchen,

dein Training zu variieren. Abwechslung

aus einer Kombination unterschiedlicher

Trainingsarten wie etwa einmal pro Woche

Laufen, einmal pro Woche Schwimmen, einmal

pro Woche High-Intensity-Training (HIT)

oder Muskelaufbautraining im Fitnessstudio,

setzt immer wieder neue Reize und hält

deine Motivation hoch.

DURCHHALTEN UND

SPASS HABEN

Die guten Vorsätze durchzuhalten

ist ein Dauerthema. Am

Anfang steht der Wille zur Veränderung und

am Ende steht die Selbstmotivation. Nach

einem anstrengenden Arbeitstag wünscht

man sich oft nur Ruhe und Entspannung.

Und das ist manchmal auch nötig. Viele

entdecken zum Glück schon nach kurzer

Zeit, dass Sport ein hervorragendes Ventil

gegen Stress und Ärger ist. Je häufiger du

Sport treibst, desto mehr Kalorien werden

verbrannt und Stress wird abgebaut. Ein

gesunder, agiler Körper verleiht dir Gelassenheit

und Selbstbewusstsein. Davon profitiert

das private Umfeld und letztlich steigert

sich dadurch auch die Leistungsfähigkeit in

allen Bereichen. Bei allem Eifer und Willen

wieder fit zu werden, vergiss auf keinen Fall

deine Familie und Freunde. Versuche sie in

dein „neues“, aktiveres Leben zu integrieren.

Häufig geht es Menschen in deinem

persönlichen Umfeld ähnlich wie dir, nimm

sie einfach mit.

Zum Schluss noch etwas ganz Wichtiges.

Erwarte nicht zu viel von dir! Es wird etwas

dauern, bis du die ersten Ergebnisse im Spiegel

sehen kannst. Es wird Tage geben, wo

es dir schwer fällt, dich zu motivieren. Doch

du wirst es schaffen. Und eines ist sicher, ab

dem ersten Trainingstag, auch wenn dieser

sehr anstrengend und hart sein kann, wird es

dir dein Körper danken, dass du dich wieder

um ihn kümmerst und den ersten Schritt

zum gesunden älter werden gemacht hast.

*Michael Dolfen


ADVERTORIAL 27

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Schon seit 2006 ist EIS Vorreiter, was Toys und anderes

Praktisches und Hilfreiches beim Sex betrifft. Das

Motto „Entdecke Deine Sinnlichkeit“ ist Leitgedanke

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Produkten, sowie ständig neue Innovationen machen

bereits das Stöbern und Entdecken auf EIS.de zum

Erlebnis, zusätzlich ist EIS auch in Sachen Kundenservice

ein Primus: Als einziger Anbieter der Branche bietet der

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sowie ein 365-Tage-Geld-Zurück-Versprechen – und das auch

noch mit einer Tiefpreisgarantie. Und weil Sex leider immer noch

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mit jedem Android oder iOS-Gerät und wird monatlich

mit neuen Funktionen und Updates versorgt. Sie dient

nicht nur als Fernbedienung für dein Lieblings-Toy von

Satisfyer, sondern auch – und wenn so abgemacht – für die

deines/r Mitspielers im gleichen Bett oder den Betten auf

der ganzen Welt per Videochat. Haben wir schon erwähnt,

dass sie sogar Umgebungsgeräusche wie Stöhnen oder

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Abschluss des Bestellvorgangs eingelöst werden. Eine nachträgliche Verrechnung ist nicht möglich. Der Gutschein wird nicht erstattet, wenn der Kunde die mit dem Gutschein

ganz oder teilweise bezahlte Ware im Rahmen seines gesetzlichen Widerrufsrechts zurückgibt. Gültigkeit vom 1.2.2021 bis 15.4.2021.


28 GESUNDHEIT

SEXUALITÄT

Brauchen wir noch

schwule Sexorte?

Wir alle, unabhängig von Geschlecht und Orientierung, sind durch die Pandemie mit Fragen der Sexualität konfrontiert, die wir uns im

Vor-Corona-Alltag nicht so oft, weniger intensiv oder gar nicht stellten. Unsere Sexualität – und hier beginnen die Differenzierungen

in Sachen Identität und Orientierung, es geht im Nachfolgenden um die mann-männliche (MSM), die schwule oder bisexuelle Sexualität

– ist seit den sich nun jährenden ersten Kontaktbeschränkungsmaßnahmen Teil des öffentlichen Diskurses geworden.

Von Saunaverboten bis Razzien in Cruising-

Bars und –Gebieten reicht die Bandbreite

staatlicher Repression von Sex zwischen

Männern*. Noch härter traf es die, die Sex

und Zärtlichkeit als Wirtschaftsgut veräußern:

die Sexarbeiter*innen. Auch in den

sozialen Medien und im privaten Rahmen

wurde Sexualität nach der trügerischoptimistischen

Euphorie der PrEP wieder

moralisch gebrandmarkt.

Vielfach wurde die Regulierung der

Sexualität im wahrnehmbaren Teil der

homonormativen Mehrheitscommunity als

sinnvolle Anti-Corona-Maßnahmen hingenommen

und selbstverständlich in Teilen

auch berechtigt, unterstützend verteidigt.

Dennoch ist auffällig, wie schnell das hart

erkämpfte Gut der freien Sexualität, mit

seinen Konzepten von Partnerschaft jenseits

von Ehebett und Wohnzimmer-Couch,

nicht einmal mehr erwähnenswert schienen,

ja sogar von seinen eigenen Nutznießern

in Frage gestellt wurde. Die Deutsche

Aidshilfe (DAH) hat sich nach anfänglicher

Orientierungsphase zu einem der stärksten

Sprachrohre jener gemacht, die sich ganz

leise resignierend oder laut weinend ihrer

Sexualität und der dazugehörigen Räume

beraubt sahen und sehen. Ende 2020

organsierte der Verband im Berliner SchwuZ

daher auch eine ganz besondere Sonderversion

seines traditionellen Wirtetreffens der

LGBTIQ*Szene.

Es kamen – unter Einhaltung strenger

Corona-Vorschriften – Betreiber*innen und

Inhaber*innen von Orten der homosexuellen

(und teilweise queeren) Sexualität aus der

ganzen Bundesrepublik zusammen, um

darüber zu diskutieren, ob und wie ein Morgen

danach aussehen könnte. Und man*

holte sich Rat bzw. wissenschaftlichen Input

bei und von dem deutschen Fachmann für

mann-männliche Sexualität, Professor Dr.

Martin Dannecker. Sein Vortrag war wie folgt

überschrieben:

„Der eine braucht es mehr, der andere

braucht es weniger – wie viel Promiskuität

braucht es für eine zufrieden

Sexualität?“

Was sagen Studien über „den promisken

Schwulen“? Ist an dem Vorurteil des omnipotenten

und ständig nach Sex suchenden

Schwulen etwas dran? Allen Klischees liege

ein wahrer Kern zugrunde, sonst würde die

Lust an der Aufrechterhaltung der Klischees

vergehen, sagt der Professor. Das Klischee

des promiskuitiven Schwulen findet sich

allerdings sogar in der Wissenschaft wieder,

beispielhaft zitiert Dannecker aus einer

Schweizer Arbeit im Fach Psychologie:

„Homosexuelle sind bekannt für

ihre Untreue, Homosexualität und

Promiskuität sind fast schon Synonyme.

Homosexuelle selbst lieben es, sich mit

wechselnden Partner zu zeigen. Die

Darkrooms und die Parkszenen sind ohne

ständigen Objektwechsel nicht denkbar.“

Süffisant und mit einem Anflug von Altherrenwitz,

weißt Dannecker darauf hin, dass

die Autorin des Textes keine empirische

Datenbasis angibt und sich ihre Erfahrung

demnach vielleicht aus ihrer klinischen

Beobachtung, also der Behandlung schwuler

Patienten nährt: „Das könnte ja eine

besondere Perspektive sein.“ Allerdings

könnten zunächst auch die empirischen

Studien der Sexualwissenschaft über die

möglicherweise konkreten psychischen

Gründe für Partnerwechsel unter Schwulen

nichts aussagen. Das gleiche gelte für

die Beantwortung der Frage wie viel an

Promiskuität notwendig ist, um individuell

ausreichend für Befriedigung oder zumindest

Beruhigung zu sein.


WIE OFT MACHT SCHWULER

MANN* ES?

Über die Verbreitung von Promiskuität

unter schwulen Männern gibt es nach

Ansicht von Dannecker mehrere und in

ihren Ergebnissen vergleichbare Studien.

Seine mit Richard Lemke 2010 durchgeführte

Onlinebefragung ergab:




Fast 30 Prozent hatten in den sechs

Monaten vor der Befragung nur einen

oder keinen Sexualpartner

41 Prozent gaben zwischen zwei bis

fünf Sexualpartner an

15 Prozent zwischen sechs und zehn

Sexualpartner

Der Anteil mit mehr als zehn verschiedenen

Partnern, was etwa zwei pro

Monat ergibt, lag bei 15 Prozent. Die

überwiegende Mehrheit der schwulen

Männer scheint, so Dannecker, also

„weit entfernt von einem promisken

Verhalten zu sein.“ Diese ungefähre

Verteilung habe sich in den vorhandenen

Querschnittsstudien über die Jahre

nicht signifikant geändert. Trotz mehr

Möglichkeiten des Partnerwechsels

durch Saunen und Darkroom-Bars. Im

Gegenteil geht Dannecker sogar davon

aus, dass die Befragungen wegen der

über Datingseiten und Chatportale

erreichten Teilnehmer, eher einen

überhöhten Anteil aufweisen.

Es könne aber auch sein, dass die

digitalen Kontaktanbahnungen, das

Austauschen von sexuellen Vorlieben

und Beschreiben von Wünschen in Chats

und Foren bereits eine Erfüllung des psychischen

Wunsches nach Promiskuität

bedeutet. Die Zahl der tatsächlichen,

also realen Sexualkontakte, könnten

dann zurückgegangen sein. Dies müsse

weiter erforscht werden.

ANYTHING GOES? AB 30 WIRD ES

SPEZIELL!

Seit 1987 wird in Deutschland im Abstand

von rund drei Jahren eine große Befragung

von MSM durchgeführt. Der schwule

Soziologe und Aktivist Michael Bochow

hatte sie bis 2013 geleitet, 2012 machte

vor allem eine Erkenntnis Professor

Dannecker stutzig:

Zwar steigt der Anteil der Männer, die

mit mehr als zehn anderen Sex hatten,

bis zum Alter von 30 Jahren an, bleibt

dann aber relativ konstant. Dannecker

mutmaßt – und hier beigebt er sich dann

doch auf ähnlich dünnes Eis, wie die

von ihm Eingangs zitierte Psychologin

–, dass es mit zunehmendem Alter zur

Entwicklung von Mustern, also sexuellen

Vorlieben kommt. Diese Muster seien

so fest, dass sie selbst nach einer in der

Verliebtheitsphase durchbrechenden Flexibilität

häufig dominant bleiben und einer

der möglichen Antriebe für den Wunsch

nach Partnerwechsel sein könnten. Dieser

wiederum würde aber weniger wahllos

als selektiv und den sexuellen Vorlieben

entsprechend organisiert.

„Die reale Nähe zu jenen

Bezirken der Szene, die

durch promiskes Treiben

gekennzeichnet sind, scheint

jedenfalls sehr viel geringer zu

sein, als es mir meine eigene

Lebenserfahrung vorgaukelt.“

GESUNDHEIT 29

In einer 2013 durchgeführten Studie

im Auftrag der DAH wurde die Nutzung

queerer Infrastruktur untersucht. Das

für Dannecker erstaunlichste Ergebnis

hinsichtlich der Fragestellung, ob der

schwule Mann per se promiskuitiv sei,

war: 70 Prozent der Befragten haben

in den zwölf Monaten vor Studienteilnahme

weder einen Ort queerer

Geselligkeit (Bars, Cafés) noch schwule

Sexorte (Saunen, Parks) aufgesucht.

Der Anteil derer, die eindeutig nur oder

fast immer Sexorte aufsuchten und

somit einer promisken Lebensführung

nachgehen könnten, lag bei nur rund

fünf bis sieben Prozent.

Dannecker wollte diese Zahlen kaum

glauben. Er meinte, seine eigene

Erfahrung spreche eine so deutlich

andere Sprache, dass etwas an den

Zahlen nicht stimmen könne. Nach

eingängiger Selbstprüfung musste er

sich mit einer Erkenntnis anfreunden,

die vielen bekannt sein dürfte: Das

Beziehungsnetzwerk wird stark durch die

Fokussierung auf Vorlieben geprägt. Die

digitalen Werkzeuge der Selektion verstärken

diesen ganz natürlichen Vorgang

so stark, dass die eigene Empfindung der

Realität die tatsächliche überstrahlt.

Zusammenfassend gibt es laut Dannecker

also nur eine kleine Gruppe unter

Schwulen, die über lange Zeit mit vielen

wechselnden Partnern Sex hat und die

diesbezügliche Angebote der Szene so

nutzt, dass Promiskuität angenommen

werden kann. Aber was heißt das

eigentlich?

Fortsetzung auf männer.media!

INFO

Martin Dannecker

Der „Oswalt Kolle“ der schwulen Sexualität wird Martin Dannecker auch

genannt. Der 1942 in Oberndorf am Neckar geborene außerplanmäßige

Professor am Institut für Sexualwissenschaft in Frankfurt, verhalf dem

Thema Homosexualität durch die Veröffentlichung der großen Studie „Der

gewöhnliche Homosexuelle“ 1974 erstmals seit der Zerschlagung von Magnus

Hirschfelds „Institut für Sexualwissenschaften“ durch die Nationalsozialisten

wieder zu einem festen Platz in Wissenschaft und Lehre. Schon 1971 war

als Co-Autor bei Rosa von Praunheims erstem Filmerfolg „Nicht der Homosexuelle

ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ maßgeblich daran

beteiligt, auch die öffentliche Wahrnehmung der Themen Homosexualität

und Geschlechtsidenditäten maßgeblich zu verbessern. Besonders in Zeiten

der AIDS-Kriese in den 1980er und 1990er Jahren war er gefragter Fachmann.

Inzwischen genießt er seinen Ruhestand in Berlin. Außer er wird gerufen! Sein

aktuelles Buch ist ein dringender Lesetipp!

Fortwährende Eingriffe“ von Martin Dannecker, Buch / Broschur, 232 Seiten,

ISBN 9783863002718, www.maennerschwarm.de


30 GESUNDHEIT

INTERVIEW

FOTOS: ANNA-LENA EHLERS

Peter macht dich fit

für den Frühling

Mit Peter Goebel arbeiten wir in der Redaktion schon seit Jahren zusammen. Allerdings ging es dabei immer

um Musik, denn Peter ist in der PR-Branche für die Großen wie Kim Wilde und Kylie unterwegs. Dass er seit

vielen Jahren auch als Personal Trainer für Fitness sorgt, nahmen wir zum Anlass, ihn auszufragen. *ck

Für Sportmuffel wie mich klingen

„Kettlebells, TRX Schlingentrainer,

Foamroller ...“ etwas nach Folter ...

Es sind definitiv keine Folterinstrumente

(lacht), sondern unterstützen uns hervorragend

beim Sporteln! Natürlich kann man

auch ohne diese Tools viel erreichen, aber

bei reinen Körpergewichtsübungen fehlt

nach einer gewissen Zeit der entsprechende

Reiz, um den Muskel weiter zu fordern.

Daher setze ich gerne Tools wie Kettlebells,

Medizinbälle oder Widerstandsbänder ein; je

nachdem was der Kunde erreichen möchte.

Und keine Sorge, es macht richtig viel Spaß

damit zu trainieren. Mein Lieblingstool ist der

TRX Schlingentrainer; mit diesem Gerät kann

man prima den ganzen Körper trainieren und

bearbeitet damit auch die tieferliegenden

Muskeln, die oft vernachlässigt werden.

Zudem muss die Coremuskulatur (Körpermitte)

die ganze Zeit kräftig mitarbeiten.

Brauch ich denn einen Personal

Trainer dafür?

Sicher kannst du viel in Eigenregie machen,

wenn du dich auskennst.

Allerdings hilft dir ein Personal Trainer

insbesondere dadurch, dass er einen individuell

auf deine Ziele abgestimmten Plan

für dich erarbeitet, dich laufend motiviert

und auch den Plan immer wieder an deine

aktuelle Situation anpasst.

Außerdem trainieren viele leider nicht richtig

und schaden sich dabei, indem sie Übungen

falsch ausführen. Eine richtige Bewegungsausführung

ist super wichtig. Man merkt oft

selbst gar nicht was für Fehlhaltungen man

sich „antrainiert“ hat.

Du bist auf funktionales Training

spezialisiert. Was meint der Begriff?

Beim Functional Training geht es nicht nur

darum wie der Körper aussehen soll, sondern

mehr um das Körpergefühl und was der

Körper alles kann. Zum Functional Training

gehören viele Elemente; sei es Kraft oder

mehr Mobilität oder Agilität. Die Übungen

unterstützen uns im Alltag – sei es eine

Kiste richtig vom Boden aufzuheben oder

etwas über Kopf ins Regal zu stellen. Sprich

Functional Training kann jedem bei seinen

alltäglichen Bewegungen helfen; vom

Bürohengst bis zum Feuerwehrmann hilft es

im Grunde dabei, dass der Körper seinen Job

erfüllen kann. Du wirst nicht nur fit, sondern

es verfolgt somit auch noch seinen Zweck.

Und wenn sich nebenbei auch noch deine

Figur verbessert, ist das ja auch ein schöner

Nebeneffekt.

Peters Top 5 Tipps für einen fitten

Nach-Lock-Down-Frühling

1.

RAUS AN DIE LUFT

Grade im Winter und im Frühling ist

es für unser Immunsystem prima, wenn

wir draußen an der frischen Luft trainieren.

Wenn man erstmal losgelaufen ist, ist es

doch auch gar nicht mehr schlimm, da es

einem schnell warm wird. Am besten schon

die Laufklamotten abends rauslegen, so dass

man morgens gar nicht an ihnen vorbei kann.

Wenn du Joggen nicht magst, dann suche dir

eine andere Aktivität, die du an der frischen

Luft ausüben kannst. Oder mache einen

ausgiebigen Spaziergang; das bringt schon

mehr als viele denken. Am besten mit dem

besten Freund verabreden und gemeinsam

gehen, dann kann man gleich Neuigkeiten

austauschen oder gemeinsame Pläne

schmieden.


2.

KALT DUSCHEN

Eine kalte Dusche am Morgen weckt

die Lebensgeister, erfrischt und stärkt auch

unser Immunsystem. Erstmal langsam

rantasten; fang mit warmem Wasser an

und langsam immer kälter duschen. Fang

bei den Füßen an und dann weiter nach

oben. Steigere mit der Zeit die Dauer des

Kaltduschens, bis du eine Minute oder länger

durchhältst. Gerne kannst du auch Wechselduschen,

sprich wechsle öfter zwischen

heißem und kaltem Wasser hin und her. Du

bist danach so richtig schön wach und voller

Tatendrang. Nach dem Laufen draußen

empfehle ich aber eher eine heiße Dusche

oder ein heißes Bad zur Belohnung.

3.

ZIELE SETZEN

Setze dir ein Ziel, das du dieses Jahr

erreichen möchtest. Was liegt dir wirklich

am Herzen, für was brennst du? Bei der

Umsetzung empfehle ich dir die bewährte

WOOP Methode, die steht für Wish

(Wunsch), Outcome (Ergebnis), Obstacle

(Hindernis) und Plan (Plan). Hierbei geht

es darum sich der Hindernisse, die uns am

meisten vom Erfüllen unseres Wunsches

abhalten, zu Nutze zu machen, indem man

sich zunächst die Hindernisse vorstellt und

sich dann überlegt, wie man diese effektiv

überwinden kann, wenn sie auftauchen. Das

Prinzip wirkt in vielen Bereichen. Ob beim

Wunsch Gewicht zu reduzieren oder Stress

abzubauen, egal was für einen Wunsch

du hast, probiere die Methode mal aus.

(woopmylife.org)

4.

ESSGEWOHNHEITEN SCHRITT

FÜR SCHRITT ÄNDERN

Schreib mal eine Woche detailliert auf, was

du alles in der Zeit gegessen und getrunken

hast. Schau dir einmal an, wann du was

gegessen hast. Warst du wirklich hungrig

oder hast du aus irgendeinem Frust heraus

z.B. Süßigkeiten gegessen oder aus

Langweile genascht? Werde

dir bewusster, was hinter

deinem Essverhalten

steckt. Nimm dir nicht

vor, von heute auf

morgen alle schlechten

Essgewohnheiten auf

einmal zu verändern,

das funktioniert meist

auf Dauer nicht. Nimm dir

Zeit und versuche Schritt

für Schritt Gewohnheiten zu

ändern und dich gesünder zu

ernähren. Sei es, dass du Softdrinks

weglässt und gegen Wasser austauschst

oder die Vollmilchschokolade gegen dunkle

Schokolade (ab 70 % Kakaogehalt). Von

reinen Verboten halte ich wenig, dadurch

wird deine Lust auf die Lebensmittel erst

recht angeheizt.

5.

SEI DANKBAR FÜR DAS

ERREICHTE

Zum Schluss noch ein Tipp. Wie oft

vergleichen wir uns mit anderen Menschen,

die vermeintlich besser ausschauen, mehr

Muskeln haben, mehr Erfolg oder Glück im

Leben haben. Lass es einfach mal sein, dich

ständig mit Anderen zu vergleichen, sondern

arbeite kontinuierlich daran, zur besten

Version deiner selbst zu werden.

Kümmere dich um deinen

Körper und deinen Geist;

sei dankbar dafür was

du schon erreicht

hast und gehe

deinen Weg weiter,

um täglich besser

zu werden in deiner

Entwicklung. Du

wirst merken, dass

es sehr befreiend ist,

wenn du dich von dem

Vergleichen mit Anderen

lossagst und wirst dadurch viel

entspannter durchs Leben gehen.

www.getfit-stayfit.de

GESUNDHEIT

31


32 ANZEIGE

WARUM N = N JEDEN BETRIFFT

WAS BEDEUTET EIGENTLICH N=N?

Wenn Menschen mit HIV eine Therapie erhalten und dadurch

erfolgreich „unter der Nachweisgrenze“ sind, können sie das

Virus nicht mehr übertragen. In diesem Zusammenhang begegnet

man häufig der Abkürzung n=n (“nicht nachweisbar =

nicht übertragbar“) - oder Englisch U=U („Undetectable =

Untransmittable). 1,2

Der Begriff der Nachweisgrenze - also der Wert, unter dem das

HI-Virus im Blut nicht mehr nachgewiesen werden kann - ist allerdings

nicht einheitlich definiert. Das liegt daran, dass sowohl

die Messmethoden immer genauer werden als auch unterschiedliche

Messgeräte in Verwendung sind. Die Zuverlässigkeit

der Messung ist jedoch immer gleich.


Auch mit HIV kann ich ein

schönes und normales Leben

führen. Über n=n Bescheid zu

wissen ist für mich dabei eine

große Erleichterung!


Lilian, lebt seit 2000 mit HIV

Zwei große wissenschaftliche Studien, die sich mit dem Thema

n=n beschäftigen (die sog. PARTNER-Studien), haben das

genauer untersucht. Dabei wurden insgesamt mehr als 135.000

Sexualkontakte ohne Kondom ausgewertet, bei denen ein*e

Partner*in HIV-positiv und der/die andere HIV-negativ war. Hier

wurde bei einer Viruslast (das ist die Menge der HI-Viren im

Blut) von < 200 Viruskopien pro Milliliter Blut von einer Nicht-

Nachweisbarkeit gesprochen. 3 Die Ergebnisse dieser Studien

zeigten, dass es dabei in keinem Fall zu einer Übertragung von

HIV kam, wenn der/die HIV-positive Partner*in durch Therapie

erfolgreich unter der Nachweisgrenze war. Als HIV-positiver

Mensch kann man also unter einer erfolgreichen Therapie

selbst durch Sex ohne Kondom niemanden mit HIV infizieren.

Dieses Wissen ist für alle Menschen wichtig - ganz unabhängig

vom eigenen HIV-Status.

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WENN WISSEN ZUNIMMT,

NIMMT STIGMATISIERUNG AB.

Als HIV-negativer Mensch zu wissen, dass HIV unter erfolgreicher

Therapie nicht mehr übertragbar ist und ein Bewusstsein

dafür zu haben, wie das Leben von Menschen mit HIV

heutzutage aussieht, kann die unbegründeten Ängste im

Umgang mit HIV-positiven Menschen nehmen. Diese beruhen

vor allem auf der Furcht, sich im Alltag und beim Sex mit

HIV-Positiven anstecken zu können.

Aktuelles Wissen und die kontinuierliche Aufklärung der

Gesellschaft – beispielsweise durch Kampagnen wie #HIVER-

SITY, welche die Vielfalt von HIV-positiven Menschen und

deren Leben zeigt - sind essenziell, um überholte Vorstellungen

und Stigmatisierung abzubauen.

Für Menschen mit HIV führt das Wissen um n=n zu einem

gelasseneren Umgang mit der eigenen Sexualität. Denn es

verschwinden Zweifel und Ängste, Sexualpartner*innen anstecken

zu können, was sich auch vorteilhaft auf die persönliche

mentale Gesundheit auswirkt. Und wenn man sexuell

und mental gesund ist, steigt auch die eigene Lebensqualität

und Zufriedenheit.

Als Mensch mit HIV trägt auch der offene Austausch mit

seiner/m Ärzt*in zu mehr Lebensqualität bei. Denn wenn man

als HIV-positiver Mensch selbst die eigenen Bedürfnisse und

auch deren Veränderung im Arztgespräch thematisiert, kann

diese*r die beste Unterstützung leisten. So kann man zum

Beispiel gemeinsam die Therapie auswählen, die am besten

zum aktuellen Lebenstil passt.

Weitere Informationen zu n=n und persönliche

Geschichten zum Leben mit HIV unter www.livlife.de.

Unterstützt von ViiV Healthcare

Foto: istockphoto.com/vladorlov

1

Eisinger et al., HIV Viral Load and Transmissibility of HIV Infection - Undetectable Equals

Untransmittable, JAMA February 5, 2019 Volume 321, Number 5 (Reprinted).

2

European AIDS Clinical Society Guidelines, Version 10.1, Stand Oktober 2020.

Last accessed: November 2020

3

Rodger AJ, Cambiano V, Bruun T et al. Sexual Activity Without Condoms and Risk of

HIV Transmission in Serodifferent Couples When the HIV-Positive Partner Is Using

Suppressive Antiretroviral Therapy. JAMA 2016, 316(2).

Seit 20 Jahren in der Community

bekannt unter ebab


34 GESUNDHEIT

SCHLAU ZU HIV

Zwei oder drei Wirkstoffe?

Wirklich nachhaltig ließ sich die Vermehrung des HI-Virus im

Körper erst eindämmen, als man begann, dieses an mehreren

Stellen in seinem Replikationszyklus anzugreifen. Über

Jahrzehnte galt daher, die Therapie mit drei antiretroviralen

Wirkstoffen aus mindestens zwei verschiedenen Wirkstoffklassen

zusammenzustellen. Dieses Vorgehen stützen auch

Leitlinien zur Behandlung einer HIV-Infektion. Heute sind auch

Regime mit weniger Substanzen im Einsatz. Dazu befragten

wir Dr. Ansgar Rieke vom Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein

(www.gk.de).

Die sogenannte Dreifachtherapie hat

sich mit jahrzehntelanger Evidenz

bewährt. Was ist der Grund, eine

HIV-Infektion mit weniger als drei

Substanzen zu therapieren?

Es ist ein Stück weit eine Generationenfrage

unter den HIV-Behandlern,

wie wir auf die neuen Therapien gucken.

Jahrzehntelange Erfahrung mit der

Dreifachtherapie zeigt uns, dass wir mit

ihr eine robuste Behandlungsoption

mit wenigen Resistenzen haben. Die

Patienten werden aber auch immer

älter und das zunehmende Lebensalter

bringt klassische Zusatzerkrankungen,

fachlich Komorbiditäten genannt. Deren

Behandlung und der Trend mit Hinblick

auf die Belastung des Organismus und

zur Verringerung von Langzeitnebenwirkungen

Wirkstoffmengen zu verringern,

führte zu den Überlegungen, Therapien zu

verschlanken.

Das Ganze ist allerdings auch erst mit

den modernen Integrasehemmern

überhaupt denkbar geworden. Das sind

hochpotente Substanzen, die sehr schnell

und wirkungsvoll die Viruslast senken. So

wirksam, dass man in Studien den Versuch

wagte, sie nur noch mit einem weiteren

Wirkstoff zu kombinieren und den dritten

einzusparen. Diese Studien ergaben

keine Unterlegenheit gegenüber der

Dreierkombination. Zu ergänzen ist, dass

auch moderne Dreifachtherapien heute

bezüglich Komorbitäten gut kombinierbar

sind, da sie ohne die sogenannten Booster**

auskommen.

Welche Vorteile der Zweifachtherapie

haben sich im Vergleich zur

Dreifachtherapie gezeigt und wo

liegen ihre Limitationen?

Ein Vorteil sowohl der Zweifach- wie der

Dreifachtherapie ist die Tatsache, dass

beide als Ein-Tabletten-Regime eingesetzt

werden und somit die Adhärenz steigern

können. Für den Patienten ist es einfacher

nur eine, statt zwei oder mehr Tabletten

einzunehmen. Grenzen einer Zweifachtherapie

gibt es insbesondere bei einer gleichzeitigen

viralen Hepatitis-B-Infektion. Die

Wirkstoffe, die wir bisher haben, bieten

hier keine ausreichende Wirksamkeit.

Auch bei einer spät festgestellten HIV-

Infektion, bei der die Helferzellenzahl des

Immunsystems sehr gering ist, würde

ich persönlich eher zu einer der sehr

robusten und breit wirkenden Dreifach-

Kombinationstherapien tendieren. Die

diesbezüglich positiven Studien werden

weiter kontrovers diskutiert.

Ein letzter Punkt ist noch die gegenteilige

Situation für den Beginn einer HIV-

Therapie: der sehr frühe Beginn. Wenn wir

vor dem Eintreffen der Ergebnisse einer

Resistenztestung mit einer schnell wirkenden

Therapie beginnen, um möglichst

zeitnah unter die Nachweisgrenze zu

kommen, setzen wir aus meiner Sicht auch

noch eher auf die eben genannte robuste

Dreierkombi.

Für wen eignet sich eine Umstellung

und für wen nicht?

Wen jemand sehr stabil und lange auf

seine Therapie eingestellt ist und auf

eine Substanz verzichten möchte, ist das

ein Grund, die Therapie zu verschlanken.

Weitere Gründe können zusätzliche

Begleiterkrankungen wie eine Niereninsuffizienz

oder eine Fettstoffwechselstörung

oder andere Wechselwirkungen sein. Und

selbstverständlich Unverträglichkeiten

jeglicher Art. Das können aber umgekehrt

genauso Gründe für eine Umstellung von

einer Zweier- auf eine Dreierkombination

sein. So etwas muss aber individuell

zwischen Patient und betreuendem

Behandler besprochen werden.

*Interview: Christian Knuth

** siehe männer.media/topics/schlau-zu-hiv

Apotheker Oliver Dubben

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GESUNDHEIT

FOTO: ASHKAN FOROUZANI / UNSPLASH /CC0

HIV/AIDS

Mehr HIV-Neuinfektionen!

Keine gute Nachricht. Aber auch kein Grund zur Besorgnis. Jedenfalls nicht so sehr für schwule und bisexuelle

Männer*, die Sex mit Männern* haben, beziehungsweise für die, die HIV-Prävention für diese Zielgruppe betreiben.

Warum das so ist und welche dann doch äußerst besorgniserregenden Wechselwirkungen die HIV-Pandemie mit der

SARS-CoV-2-Pandemie hat, hat die Deutsche Aidshilfe (DAH) herausgearbeitet.

DEUTSCHLAND VERFEHLT

UNAIDS-ZIEL

Laut Stufenplan „Aids beenden“ von

UNAIDS, der vorsieht, Aids-Erkrankungen

bis 2030 auf null zu reduzieren, sollten

in Deutschland mindestens 90 Prozent

aller HIV-Infektionen diagnostiziert sein.

Die Zahlen des RKI lassen aber auf nur

88 Prozent schließen. Besser sieht es

bei den beiden anderen Kennzahlen

aus: 90 Prozent der HIV-Positiven

sollen nach Möglichkeit eine Therapie

erhalten – hier kann Deutschland mit

96 Prozent glänzen. Und auch beim für

die Übertragungskette so wichtigen Ziel,

90 Prozent der Behandelten unter die

Nachweisgrenze zu bringen, erreicht

Deutschland 96 Prozent.

DIE NEUINFEKTIONSZAHLEN

Laut aktuellem Epidemiologischen

Bulletin des Robert Koch-Institutes RKI

vom 26. November 2020, ist die Zahl der

HIV-Neuinfektionen in Deutschland im

Jahr 2019 nicht weiter gesunken, sondern

leicht angestiegen. Sie lag 2019 bei

2.600, das sind 100 mehr als im Vorjahr.

Bei den schwulen und bisexuellen Männern

ist die Zahl mit 1.600 Fällen konstant

geblieben, der deutliche Rückgang

der letzten Jahre hat sich allerdings nicht

fortgesetzt. Einen Anstieg auf niedrigem

Niveau gab es 2019 außerdem durch

heterosexuellen Geschlechtsverkehr bei

Männern (insgesamt 650 Neuinfektionen

in durch heterosexuelle Kontakte).

PROBLEM SPÄTE DIAGNOSE

Kaum verändert hat sich die hohe Zahl der

Menschen, die nichts von ihrer Infektion

wissen und die Zahl derer, die deswegen

an Aids oder einem schweren Immundefekt

erkranken: 10.800 Menschen lebten

Ende 2019 in Deutschland mit HIV, ohne

davon zu wissen, viele bereits seit Jahren.


GESUNDHEIT

Etwa ein Drittel der HIV-Diagnosen

erfolgt erst, wenn bereits eine schwere

Erkrankung auftritt. Leicht zugängliche

Testangebote und Testkampagnen

haben in den letzten Jahren bereits dafür

gesorgt, dass in Großstädten die Zahl der

schwulen und bisexuellen Männer, die

frühzeitig von ihrer Infektion erfahren,

gestiegen ist. Die Zahl der Spätdiagnosen

ist in dieser Gruppe gesunken. Dennoch

haben 1.100 Menschen pro Jahr Aids

bekommen oder erleiden einen schweren

Immundefekt, obwohl es vermeidbar

gewesen wäre. Denn: Je früher aber eine

HIV-Infektion erkannt wird, desto weniger

bleibende Schäden verursacht sie. Und:

Weil behandelte HIV-Positive das Virus

unmöglich weiter geben können, wird

sozusagen als Nebeneffekt die Übertragungskette

unterbrochen. Testangebote

sind ein immer wichtiger werdendes

Standbein der HIV-Prävention. Und dieses

Standbein wackelt. Wegen Corona.

„Es wäre möglich, deutlich mehr

HIV-Infektionen und schwere

Erkrankungen zu verhindern. Nun

drohen stattdessen Rückschritte und

Schäden, weil die Corona-Pandemie

Lücken bei den Testangeboten reißt.“

Sven Warminsky

vom Vorstand der DAH

CORONA VERHINDERT HIV-TESTS

Durch die Maßnahmen gegen Covid-19

sind vor allem die anonymen Testangebote

stark eingeschränkt. Die vielerorts

einzigen Testmöglichkeiten in den

Gesundheitsämtern haben aufgrund von

Überlastung zurzeit Tests auf HIV und

Geschlechtskrankheiten ausgesetzt.

Aidshilfen und die Checkpoints gleichen

diesen Mangel normalerweise teilweise

aus, aber auch ihre Testangebote sind

stark beeinträchtigt. Zusätzlich stehen

sie unter teilweise enormem finanziellen

Druck, weil ausfallende CSDs

und Fundraising-Aktivitäten

die Spendeneinnahmen

einbrechen lassen. Und

nicht nur das: Laut DAH

ist die Finanzierung

der Testangebote in

Aidshilfen in vielen

Städten gefährdet: Die

Kommunen wollen sie

im nächsten Jahr nicht

wieder zur Verfügung stellen oder

kürzen. Sven Warminsky:

„Um Aids-Erkrankungen und HIV-

Neuinfektionen weiter zu reduzieren,

dürfen keine Testangebote wegfallen,

sie müssen vielmehr weiter ausgebaut

werden. Hier stehen Länder und

Kommunen in der Verantwortung.“

HIV-NEUINFEKTIONEN VON 1975 BIS 2019

4000

3000

2000

1000

SYPHILIS-INFEKTIONEN VON 1970 BIS 2019

10000

7500

5000

2500

QUELLE: RKI

1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2019

MSM IVD Hetero

1971 1976 1981 1986 1991 1996 2001 2006

MEHR SELBSTTESTS WAGEN!

Wie Leser*innen dieses Magazins

vielleicht wahrgenommen haben, ist

eine Maßnahme, die das RKI empfiehlt,

Selbsttests stärker zu bewerben

und Angebote von Einsendetests

auszuweiten. Das Kooperationsprojekt

s.a.m health von Deutscher Aidshilfe,

Münchner Aids-Hilfe, Labor Lademannbogen

und ViiV Healthcare ist

inzwischen deutschlandweit

verfügbar und ermöglicht es

erstmals jedem in einem

selbstgewähltem Rhythmus

einen Test auf HIV,

Syphilis, Chlamydien und

Gonorrhö (Tripper) bequem

zuhause durchzuführen. Die

Ergebnisse gibt’s per Telefon/

SMS und das ganze ist ab 32

Euro unschlagbar günstig zu haben.

www.samhealth.de

FOTO: FREEPIK

PREP FÜR ALLE!

Die medikamentöse HIV-Prophylaxe

PrEP muss nach Ansicht der DAH noch

bekannter und vor allem allen Menschen

zugänglich gemacht werden, für die sie

in Frage kommt. Rund 17.500 Menschen

Gesamt Männer Frauen

QUELLE: RKI

2011 2016 2019

Die Steigerungen bei den Syphiliszahlen lassen viel Platz für Interpretation.

Mehr dazu unter männer.media/gesundheit!

nutzen nach DAH-Schätzungen bisher

diese Schutzmethode. Das ist ein Erfolg,

doch es könnten noch deutlich mehr sein.

In kleineren Städten und ländlichen Regionen

gibt es teilweise keine Möglichkeit, sich

die PrEP verschreiben zu lassen. Und so

vermerkt auch das RKI in seinem Bulletin,

dass ein Effekt der PrEP auf die Neuinfektionszahlen

bisher nicht nachzuweisen ist.

Deshalb kommentiert die DAH:

„Wir haben auf einen weiteren

Rückgang der Zahlen gehofft.

Immerhin zahlen seit letztem Jahr die

Gesetzlichen Krankenkassen für die

HIV-Prophylaxe PrEP und immer mehr

Menschen mit HIV erhalten früh eine

Therapie. Doch die Möglichkeiten der

Prävention in Deutschland werden

bisher nicht voll ausgeschöpft. Es ist

dringend an der Zeit, alle wirksamen

Methoden auch allen Menschen mit

HIV-Risiken anzubieten.“

2021 wird zeigen, ob und wie der

erfolgreiche deutsche Weg in der HIV-

Prävention fortgesetzt wird. Gefordert

sind alle, denn HIV ist und bleibt eine

gesamtgesellschaftliche Aufgabe. *ck


GESUNDHEIT

INTERVIEW

FOTO: JANDRO SAAYMAN / UNSPLASH / CC0

Kongress:

Pandemie gestern und heute

Der 10. Deutsch-Österreichische Aids-Kongress wird zwischen dem 25. und 27. März 2021 #ausGründen

erstmals auch digital stattfinden. Das verstärkt die Öffnung des Kongressprogramms Richtung Community

selbstverständlich noch einmal. Wir fragten bei Kongresspräsident Professor Christian Hoffmann und Silke

Klumb (Geschäftsführerin Deutsche Aidshilfe) nach, was interessierte Leser*innen erwartet.

Warum ist der DÖAK aus Ihrer

Sicht auch für die Leser*innen

dieses Magazins einen (digitalen)

Besuch wert?

Prof. Hoffmann: Das Programm des

DÖAKs wird ja mittlerweile nicht nur

von Wissenschaftler*innen konzipiert.

Traditionell sind die Deutsche Aidshilfe

sowie Mitglieder der Community in die

Organisation eingebunden. Da liegt es

auf der Hand, dass auch viele Themen,

die über rein medizinische und reine

HIV-Themen hinausgehen, zur Sprache

kommen werden.

Welchen Stellenwert hat der Kongress

aus Sicht der DAH in Sachen

Prävention? Passt ein Fachkongress

zum Konzept niedrigschwelliger

Ansprache?

Silke Klumb: Auch ein Kongress

wie der DÖAK kann niedrigschwellig

werden, wenn Community auf allen

Ebenen beteiligt wird – das ist ein

wichtiges Grundprinzip, das auf dem

DÖAK umgesetzt wird. Für gelingende

Prävention ist die Kommunikation zwischen

Ärzt*innen, Präventionist*innen,

Selbsthilfeaktivist*innen und

Sozialwissenschaftler*innen unerlässlich:

der Abbau von Diskriminierung insbesondere

im Gesundheitswesen ist eine

zentrale gemeinsame Aufgabe, an der


GESUNDHEIT

Wie beteiligt sich die HIV-Community am Kongress?

„Durch das Community-Board

(CB), das den Kongress mit vorbereitet

und in allen wichtigen

Gremien vertreten ist, wird die

Beteiligung der HIV-Community

vorangetrieben. Dabei wird

versucht im CB möglichst

viele Aspekte und Seiten der

Community zu vertreten und

sichtbar zu machen und sie

gegebenenfalls mitzudenken.

Die entsprechenden Anliegen

werden dann in die Gremien

gebracht und es wird versucht,

sie im Kongressprogramm zu

platzieren. So bringen wir die

Perspektive der HIV-Community

nicht nur in den Community-

Board-Workshops, sondern

möglichst durchgehend im

gesamten Programm unter. Wir

sind bestrebt, Vertreter*innen

der Community an möglichst

vielen Stellen, wie Chairs, bei

Vorträgen und so weiter zu

besetzen.“

HIV-Aktivist Christoph Schaal-

Breite sitzt auch 2021 im

Community-Board des DÖAK

wir dringend zusammen weiterarbeiten

müssen. Und am Beispiel der PrEP zeigt

sich, wie wichtig eine enge interdisziplinäre

Zusammenarbeit zwischen allen

Beteiligten ist, um einen niedrigschwelligen

Zugang zu ermöglichen. Darüber

müssen wir reden!

Auf welche Schwerpunkte freuen

Sie sich besonders?

Prof. Hoffmann: Ich freue mich auf

die sicherlich zahlreichen Beiträge zu

HIV und COVID-19 – ein Thema, das

uns sicher derzeit alle in Beschlag hält

und wo noch viele Fragen offen sind.

Persönlich freue ich mich aber vor allem

über den Eröffnungsvortrag durch Hans

Jäger aus München, einem Pionier in

Deutschland. Ende März 2021 werden

die ersten Berichte zu HIV fast genau 40

Jahre zurückliegen. Sicher eine

gute Gelegenheit, zurück

zu schauen. Andererseits

wird Hans Jäger, so wie

ich ihn kenne, sicher

auch visionär nach

vorne blicken.

Silke Klumb:

Neben den sicherlich

spannenden

Plenarvorträgen ist

der Schwerpunkt zu

Sexualität besonders

spannend – von ChemSex

über Sexualität leben mit der

aktuellen großen Studie „Gesundheit

und Sexualität in Deutschland“ bis zu

einem Community-Workshop „Positive

Sexualität“. Dann werden die ersten

Ergebnisse der Studie „positive stimmen

2.0“ zu Diskriminierung von Menschen

mit HIV präsentiert werden, die aktuell

durchgeführt wird. Auf diese neuen

Daten – nach der ersten Erhebung 2021

– sind wir sehr gespannt. Wir werden

diskutieren, wie wir alle gemeinsam

weiter gegen Diskriminierung vorgehen

und diskriminierungsarme Verhältnisse

schaffen können. Dazu wird auch die

Vorstellung der Kampagne „selbstverständlich

positiv“ einen wichtigen

Beitrag leisten.

Corona und HIV wird zwangsläufig

ein Querschnittsthema des DÖAK

2021. Wo sehen Sie hier den größten

Diskussionsbedarf?

Prof. Hoffmann: Wir wissen immer

noch nicht genug über die Koinfektion

HIV/COVID-19 und mögliche schwere

Verläufe. Welche Rollen spielen die

Helferzellen? Und vor allem: Wie sicher

sind die Impfungen? Die meisten

Großen Impf-Studien haben HIV-

Patienten zunächst von der

Teilnahme ausgeschlossen.

Mittlerweile hat sich

das auf Druck einiger

Patientengruppen in

den USA zum Glück

geändert, allerdings

sind weiterhin fast

immer ausgerechnet

die schwer immunsupprimierten

Patienten

ausgeschlossen

– ich fürchte, mit diesen

Patienten, die die Impfung

vermutlich am dringendsten

benötigen, wird das ein großer Feldversuch

im nächsten Jahr. Darüber muss

geredet werden! Mit Frau Marylyn Addo

aus Hamburg haben wir außerdem eine

der führenden Impfforscherinnen für

einen Plenarvortrag gewinnen können.

Silke Klumb: Für mich ist die zentrale

Frage: Was kann aus der HIV-Epidemie

gelernt werden für die Bewältigung der

OTO: JOHANNES BERGER

Covid-19-Pandemie, insbesondere aus

Präventionssicht? Wie kann verständlich

und glaubwürdig kommuniziert werden?

Wie können verschiedene Gruppen,

insbesondere die, die aktuell als „Risikogruppen“

bezeichnet werden, beteiligt

werden an Entscheidungen, die ihr

Leben elementar betreffen?

Schafft Deutschland die UNAIDS-

Ziele?

Silke Klumb: Deutschland hat das

zweite und dritte der UNAIDS-Ziele

bereits erreicht, das ist sehr gut. Auch

das erste Ziel kann erreicht werden,

wenn es gelingt, weiterhin niedrigschwellig

Zugang zu Beratung und

Testangeboten zu schaffen. Dazu gehört

insbesondere, Menschen die Angst vor

dem Leben mit HIV zu nehmen, Diskriminierung

und Stigma abzubauen. Es

lohnt sich, den eigenen HIV-Status zu

kennen – ein langes und gutes Leben mit

HIV ist möglich. Mit großer Sorge sehen

wir aktuell den Rückgang von HIV-Beratungs-

und Testangeboten angesichts

der COVID-19-Pandemie, sei es aufgrund

der Überlastung der Gesundheitsämter,

sei es aufgrund von eingeschränkten

Angeboten aufgrund der Hygieneanforderungen,

sei es mangels Finanzierung.

Gleichzeitig beobachten wir eine moralische

Verurteilung von Sexualität jenseits

heteronormativ gelebter monogamer

Beziehungen. Sexualität wird verdrängt,

Community-Strukturen sind in Gefahr,

für immer zerstört zu werden. Das kann

nicht zuletzt auch negative Folgen für

die Erreichung der UNAIDS-Ziele haben.

*Interview: Christian Knuth

25. – 27.3., 10. Deutsch-Österreichischer

Aids-Kongress, www.sv-veranstaltungen.de


GESUNDHEIT

MASTURBATION

Spaß für Dich!

Männer masturbieren. Nicht nur die, klar,

aber eben alle, der Rest lügt. Und hier gibt

es etwas für den Mann, der Lust verspürt,

das auch chic aussieht.

„Arcwave Ion“ sei der weltweit erste

„Pleasure Air Stroker“ und verspricht so

eine völlig neue Art der Masturbation, mit

intensiveren und abwechslungsreicheren

Höhepunkten. 2017 entstand in einem Berliner

Sex-Tech-Labor die Idee zu Arcwave,

einer Marke für die sexuellen Bedürfnisse

des Mannes. Die Mission: Die männliche

Masturbation auf ein neues Level zu heben

und die Sextoy-Industrie zu revolutionieren.

Die Arcwave-Entwickler*innen haben die

schon bei Produkten für Frauen erfolgreiche

patentierte Pleasure Air Technologie für

das männliche Geschlecht optimiert.

Dazu brauchte es unter anderem über ein

Dutzend Prototypen, stärkere Luftwellen

und eine größere Oberflächenstruktur. Das

Ergebnis: aufregendere, abwechslungsreichere

und intensivere Orgasmen.

Wie das geht? Arcwave stimuliert das Frenulum

mit pulsierenden Luftwellen und startet

die Stimulation dank der Smart Silence

Technologie erst bei Hautkontakt. Das softe

und flexible Silikon in Kombination mit

Pleasure Air passt sich jedem Penis an – egal

welche Größe und ob beschnitten oder nicht.

Die edle Storage Base lädt und trocknet das

Produkt nach der Reinigung gleichzeitig dank

des integrierten DryTech Stick.

www.arcwave.com


GESUNDHEIT

INTERVIEW

Nichts ist für

die Ewigkeit

Dr. Steffen Schirmer ist Chefarzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive

Mikrochirurgie am St. Marien-Krankenhaus in Berlin. Seit Juni 2020 berät und

behandelt er auch Patienten in der PRAXIS GOLDSTEIN am Winterfeldtplatz. Wir

sprachen über Schönheit, Verjüngungskuren und darüber, wann zu viel zu viel ist.

FOTO: DIAGO MARIOTTA MENDEZ

Sind Männer eitler als Frauen?

Ich denke nicht, dass Männer grundsätzlich

eitler sind als Frauen, aber es gibt Männer,

die sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen oder

mehr perfektionistisch veranlagt sind. Mit

den Eitelkeiten hält es sich aber eher die

Waage und es ist immer sehr individuell.

Mit was für Wünschen und Vorstellungen

kommen Männer zu dir?

Viele Männer wissen schon sehr genau,

was sie an sich verändern lassen wollen.

Ein frischer Look und erholtes Aussehen

sind für sie wichtig im Alltag. Man möchte

nicht verbraucht erscheinen oder die

Müdigkeit angesehen bekommen. Viele

lassen sich mit einer Plasmabehandlung

die Haut etwas verjüngen, gerade um die

Augen herum. Es kommt sehr auf die

Altersstruktur und die Beschaffenheit der

Haut an. Bei ersten Falten kann man super

mit Botox arbeiten. Andere haben einen

zunehmenden Verlust des Unterhaut-

Fettgewebes. Das Gesicht wirkt dann wie

eingefallen, wobei es sich aber um einen

natürlichen Alterungsprozess handelt. Es

kommen Patienten von Mitte 20 bis 60

Jahren zu mir.

Mit Mitte 20? Ist das nicht ein wenig

jung?

Man kann auch mit Mitte 20 bereits etwas

machen, ob man das allerdings sollte, ist

von Patient zu Patient unterschiedlich.

Die Erbanlagen spielen eine große Rolle.

Manche haben mit Mitte 20 mehr Falten als

jemand mit 40 Jahren. Aus dem Grund sind

Botox-Behandlungen, Therapie mit Plasma

oder eine Vergrößerung von als zu klein

empfundenen Lippen auch bei jüngeren

Männern keine Seltenheit.

Was ist die Plasma-Therapie?

Die Plasma-Therapie, auch PRP genannt, ist

etwas sehr Natürliches, weil der Wirkstoff

aus dem eigenen Körper gewonnen wird.

Es ist Plasma, welches mit Thrombozyten

(Blutplättchen) angereichert ist. Diese Blutbestandteile

werden durch Zentrifugieren

getrennt und dann in die betroffenen

Stellen injiziert. Man regt damit auch die

Kollagen-Produktion der Haut an. Die

Behandlung mit PRP ist schmerzarm und

eignet sich auch bei Haarausfall, solange

noch Haarfollikel vorhanden sind. Die PRP

unterstützt die Haar-Regeneration, wenn

es also dünner wird, kann man es in einem

bestimmten Rhythmus (ca. sechs Wochen)

behandeln, um das Haarwachstum

anzuregen. Ich empfehle, es jedes halbe

Jahr auszuprobieren und zu sehen, ob der

gewünschte Effekt eintritt.

Botox hingegen ist ein hervorragendes

Medikament, welches zur Faltenbehandlung

genutzt wird. Hyaluronsäure wird als

Filler verwendet, da es ein Fremdmaterial

ist, welches in den Körper injiziert wird.

Diese Art von Filler wird angewandt, wo

Volumen ersetzt werden soll, etwa in den

Lippen.

Wie lange halten die Anwendungen?

Nichts ist für die Ewigkeit, der Alterungsprozess

wird ja nicht gestoppt. Die

Schwerkraft ist nach wie vor da und alles

wird nach unten gezogen. Bei Botox geht

man von vier bis sechs Monaten aus, je

nach Beschaffenheit der Haut und wie

stark die Muskulatur ist. Die Wirksamkeit

von PRP tritt nach etwa zwei Wochen ein.

Nach der Anwendung ist man aber nicht

sofort gesellschaftsfähig. Bei Botox ist das

anders, denn man sieht die Einstiche nicht.

PRP, Botox und Filler bietest du

auch in der Praxis Goldstein an,

größere Operationen im St. Marien-

Krankenhaus, richtig?

In der Praxis berate ich kostenlos und

unverbindlich. Wenn wir dann beim Befund

eher eine operative Indikation feststellen,

würden wir den Eingriff im Krankenhaus

vornehmen, inklusive der Narkosebesprechung.

Zu operativen Eingriffen gehören die

Augenlid- sowie Bauchdecken-Straffung,

Facelifts, Fettabsaugung und auch Lipofilling,

wo Fett von einer Stelle an die andere

transferiert wird.

Wann sagst du als Arzt Stopp, weil

du Eingriffe nicht mehr vertreten

kannst?

Es gibt Befunde, die man nicht deutlich

optomieren kann. Man muss also realistisch

einschätzen können, was zu verbessern ist,

und mit dem Angebot dieser Verbesserungen

auch mitteilen, welche Komplikationen

auftreten können. Wenn ich einschätze,

dass keine Optimierung möglich ist, mache

ich es auch nicht. Patient und Arzt müssen

sich unterhalten, wie und ob was machbar

ist, und sich dann auch einig sein.

*Interview: Ernesto Klews

Dr. Steffen Schirmer in der PRAXIS GOLD-

STEIN, Maaßenstr. 14, Berlin

www.drsteffenschirmer.com

info

PRP-Plasma-Therapie: PRP steht für

„platelet-rich plasma“ oder „plättchenreiches

Plasma“, welches reich an

Blutplättchen (Thrombozyten) ist und

unter die Haut injiziert wird.

Botox: Botulinumtoxin ist ein

Nervengift bzw. Protein. Es wird von

verschiedenen Stämmen der Bakterienspezies

Clostridium botulinum

gebildet. Die Substanz wird in die

Gesichtsmuskeln injiziert, um Falten so

zu glätten. Botulinumtoxin verhindert

den Austausch von Signalen zwischen

Nervenendung und Muskel. Dies

verhindert Muskelkontraktionen, die für

die Faltenbildung verantwortlich sind.

Hyaluronsäure: Hyaluronsäure kommt

natürlich im Körper vor. Sie ist ein

wichtiger Bestandteil verschiedener

Bindegewebsarten. Besonders zeichnet

sich die Hyaluronsäure dadurch

aus, dass sie sehr große Mengen

Wasser an sich binden kann.


GESELLSCHAFT

INTERVIEW

FOTOS: BEIERSDORF

AUSGEZEICHNET:

Du selbst sein bei Beiersdorf

Unser Interview mit dem

„Vice President, Global NIVEA

Brand & Design“ über das von ihm

gegründete und durch PROUT AT

WORK mit dem „Rising Star Award

2020“ ausgezeichnete queere

Mitarbeiter*innennetzwerk „Be You

@ Beiersdorf“.

Diversity wird auch in deutschen

Unternehmen immer häufiger als integrale

Bestandteil der Firmenphilosophie begriffen

und sogar als Wachstumsfaktor wahrgenommen.

Zurecht: Ende 2020 konnten

Analysten der Investmentbank Credit Suisse

in der Studie „The LGBT 350“ belegen,

dass Betrieben, die proaktiv für Diversity

eintreten und einen LGBTIQ*-Gleichstellungsansatz

verfolgen, gemessen an ihrer

Aktienkursentwicklung, überdurchschnittlich

erfolgreich sind. Anleger, die darauf

achteten, haben demnach in den vergangenen

zehn Jahren jährlich vier Prozent mehr

Rendite im Vergleich zum Gesamtmarkt

erzielt. Die Vorteile einer queerinklusiven

Unternehmensphilosophie liegen laut Credit

Suisse einerseits darin, Talente anzuziehen

und als Mitarbeiter*innen zu halten sowie

queere Kunden zu gewinnen. Die weltweite

jährliche Kaufkraft der LGBTIQ*-Community

wird von den Studienmachern auf bis zu

5,6 Billionen US-Dollar geschätzt.

Als Szenemagazin begleiten wir diesen

Prozess bereits seit Jahren proaktiv und

stellen immer wieder Macher*innen vor, die

die Regenbogenfarben in die Unternehmen

der Republik bringen. Im Falle von Ralph

Zimmerer ist dies sogar auf einem der

bekanntesten Pflegeprodukte der Welt

sichtbar geworden.

„Be You @ Beiersdorf“ bedeutet,

jede*r kann sich als Mitarbeiter*in bei

euch so verwirklichen, wie er selbst

ist?

Die Idee dahinter ist wirklich, dass wir

wollen, dass jede*r, also er, sie, sier, zur Arbeit

kommt und sich verwirklichen kann und das

wahre Ich auch zeigen kann. Der Gedanke

dahinter ist natürlich bis zu einem gewissen

Grad auch ein geschäftlicher. Es gibt sehr

viele Untersuchungen, dass diverse Teams

und auch Firmen, die das fördern, erfolgreicher

sind. Von daher ist es beides: ein

genereller Anspruch an den Menschen, sich

selbst wirklich einbringen zu können, um

sich auch weiterzuentwickeln, aber auch,

um dem Geschäftserfolg zu helfen.

Ihr habt die Charta der Vielfalt

unterzeichnet. Wann und was wollt

ihr damit signalisieren?

Dass wir uns für Vielfalt einsetzen und

dass wir das als Unternehmen vorantreiben

wollen.

Und manchmal kommt es ja auch auf

die Verpackung an. Ihr habt dieses

Jahr diese Regenbogendose gehabt.

Wie kam das an?

Das kam super an. Es war ein ganz großer

Erfolg. Es wurde auch sehr, sehr breit in den

Markt gebracht. Auch digital unterstützt.

Und wir hatten wirklich sehr positives

Feedback der Leute. Und interessant in

zwei-, dreierlei Hinsicht: Es gab Leute, die

fanden es super, weil sie verstehen was

das heißt. ‚Ach, so eine Regenbogendose

von NIVEA. Das heißt, NIVEA kümmert

sich wirklich um Vielfältigkeit um LGBTIQ*‘.

Manche Leute haben es sich erklären

lassen. Wir haben so einige Anekdoten,

von einer älteren Dame beispielsweise,

die dann über die Tochter oder Enkelin

herausgefunden hat, um was es da geht.

Die fand das eigentlich gar nicht so toll, das

Thema. Hat sich aber dann gesagt, ‚wenn

NIVEA das propagiert, wird das schon okay

sein‘. (lacht)

Die dritte Gruppe sind die, die gar nicht

wissen, worum es geht. Die fragen dann:

‚Was ist denn diese Regenbogen Sache?

Das sehe ich immer und überall. Ich weiß

gar nicht, was das ist.’ Und da ist das dann

einfach Aufklärungsarbeit.

*Interview: Ulli Pridat I Transkription/

Redaktion: Christian Knuth

Auf männer.media erzählt Ralph Zimmerer,

ob es die Regenbogen-NIVEA in

Zukunft auch in Polen gibt und wie das

Netzwerk „Be You“ entstanden ist.


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GESELLSCHAFT

RELIGION

Bremer Pastor wegen

Volksverhetzung verurteilt

FOTO: M. RÄTZ

8.100 Euro Strafe verhängte

die vorsitzende Richterin Ellen

Best am Bremer Amtsgericht gegen

den Pastor der örtlichen evangelischen

St.-Martini-Gemeinde.

Olaf Latzel hatte Homosexualität

bei einer Kirchenveranstaltung als

„Degenerationsform der Gesellschaft“ und

CSD-Besucher*innen als „Verbrecher“ und

„todeswürdig“ bezeichnet.

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe

von drei Monaten, umgewandelt zu einer

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 90

Euro, was insgesamt 8.100 Euro macht.

Damit blieb es unter der Forderung der

Staatsanwaltschaft, die eine Strafe von vier

Monaten verlangt hatte. Die Verteidigung

hatte auf Freispruch plädiert. (AZ: 96 Ds

225 Js 26577/20) Erleichterung beim CSD

und in Kirchenkreisen: Für die Bremische

Evangelischen Kirche (BEK) äußerste sich

Schriftführer Pastor Bernd Kuschnerus

gegenüber buten un binnen „zutiefst

betroffen“ darüber, dass „ein Pastor unserer

Kirche wegen Volksverhetzung verurteilt

worden ist“. Das lesbische Pastorinnenehepaar

von Anders Amen ** unterbrach

sogar seinen Mutterschaftsurlaub. Ellen

Radtke sendete uns einen überraschten

Kommentar, denn mit einer Verurteilung

hatte sie nicht gerechnet. „Es ist gut, dass

Pastor Olaf Latzel für die Aussagen, die

er getätigt hat, auch tatsächlich verurteilt

worden ist. {...} Wir freuen uns darüber!

Denn: Die Aussagen die er getätigt hat,

sind nicht ‚einfach biblische’ Aussagen.“

Der Bremer CSD Verein war einer der

ersten, der nach Bekanntwerden der

Hetzrede Strafanzeige bei der Polizei

gegen Latzel stellte. Er begrüßt in einer

Stellungnahme das Urteil.

„Auch wenn die Verteidigung bereits

Rechtsmittel bis zum Bundesverfassungsgericht

angekündigt hat, so

beweist das Urteil ganz eindeutig, dass

es sich nicht einfach um die Befindlichkeiten

von queeren Menschen handelt,

sondern um Volksverhetzung und ein

vergiftetes Klima.“

Robert Dadanski,

Pressesprecher und Vorstand

WIE GEHT ES WEITER?

Olaf Latzel hat legte umgehend

Rechtsmittel gegen das Urteil ein. Der

Kirchenausschuss der BEK entschied

dementsprechend, dass das Disziplinarverfahren

weiterhin ausgesetzt wird.

Allerdings wurde auch beschlossen, Latzel

vorläufig des Dienstes zu entheben, bzw.

mit ihm eine Einigung zu erzielen:

„Es ist nach unserer Überzeugung

nicht möglich, dass ein Pastor, der von

einem Gericht der Bundesrepublik

Deutschland wegen Volksverhetzung

verurteilt worden ist, während der

Dauer des Disziplinarverfahrens weiter

seinen Dienst tut. {...} Eine Ausübung des

Dienstes während dieser Zeit würde die

Glaubwürdigkeit der Wahrnehmung des

kirchlichen Dienstes und das Ansehen

der Bremischen Evangelischen Kirche in

der Öffentlichkeit schwer beschädigen.

Der Kirchenausschuss bittet die

Menschen, denen durch die Äußerungen

von Pastor Latzel Leid und Unrecht

zugefügt wurde, um Verzeihung.“

Wir berichten fortlaufend auf

männer.media! *ck

BEK-Schriftführer,

Pastor Dr. Bernd Kuschnerus

** Anders Amen, das ist ein lesbisches

Pastorinnenpaar, Steffi und Ellen Radtke,

welches mit intelligenten YouTube-

Beiträgen, queerem Witz und viel Charme

für queere Sichtbarkeit und auch für die

Verbreitung christlicher Gedanken sorgt.


FILM

INTERVIEW

KATE WINSLET:

„Wunderschöne Romanze“

Dreißig Jahre ist es her, dass

Kate Winslet ihre Karriere als

Teenager im britischen Fernsehen

begann. Der Durchbruch kam 1994

mit „Heavenly Creature“, gefolgt

von „Sinn und Sinnlichkeit“ und

natürlich „Titanic“. Später war die

Engländerin in Filmen wie „Iris“,

„Vergiss mein nicht!“, „Little Children“

oder „Contagion“ zu sehen, für „Der

Vorleser“ wurde sie mit dem Oscar

ausgezeichnet. Nun spielt sie eine der

beiden Hauptrollen im Historienfilm

„Ammonite“ (voraussichtlich ab dem

21. Januar in deutschen Kinos), dem

neuen Werk des schwulen Regisseurs

Francis Lee („God’s Own Country“).

Wir konnten die 45-Jährige anlässlich

dieser im 19. Jahrhundert spielenden

lesbischen Liebesgeschichte via

Zoom interviewen.

Miss Winslet, Sie spielen in

„Ammonite“ die Fossiliensammlerin

Mary Anning, die es wirklich

gegeben hat. Wie viel wussten Sie

über diese Frau?

Den Namen Mary Anning hatte ich zwar

schon gehört, aber eigentlich wusste ich

kaum etwas über sie. Vor allem hatte

ich keine Ahnung, was sie letztlich aus

wissenschaftlicher Sicht alles geleistet hat.

Ich musste ordentlich recherchieren, was

natürlich dadurch erschwert wurde, dass

über sie längst nicht so viel geschrieben

wurde wie über ihre männlichen

Zeitgenossen.

Wie haben Sie sich denn auf die

Rolle vorbereitet?

Sie meinen, außer dass ich wochenlang

an den Stränden Südwestenglands nach

Fossilien gesucht und Steine aufgeklopft

habe? Ich hatte glücklicherweise Zugang

zu ein paar ihrer echten Tagebücher.

Das fand ich enorm hilfreich, schon

weil ich mir größte Mühe geben wollte,

ihre Handschrift so gut wie möglich zu

kopieren. Vor allem aber fand ich es wichtig

zu sehen, welch enge Beziehungen Mary

zu den Frauen in ihrem Leben pflegte. Sie

hat nie aufbegehrt gegen das patriarchale

Gesellschaftssystem, in dem sie gefangen

war, und hat immer akzeptiert, dass ihre

wissenschaftliche Brillanz nie so anerkannt

wurde wie die von Männern. Da war sie

bemerkenswert geduldig und klaglos. Aber

gleichzeitig waren immer andere Frauen

ihre engsten Vertrauten und Verbündeten.

Im Film entwickelt sich eine

Liebesbeziehung zwischen Anning

und der jüngeren Charlotte

Murchison. Die ist aber nicht

verbürgt, oder?

Nein, sicher ist nur, dass Mary mit

Charlotte und ihrem Mann befreundet

war. Vieles spricht auch dafür, dass sie die


FILM

beiden in London besucht und eine Weile

bei ihnen gewohnt hat. Wobei sie wohl

in ihrem ganzen Leben ihren Küstenort

nur zweimal verlassen hat und nach

London gefahren ist. Auch in „Ammonite“

ist der Aufbruch in die Großstadt für sie

eigentlich eine viel größere Sache als die

intime Beziehung zu Charlotte. Letztere

ist viel eher eine Selbstverständlichkeit.

Angeblich haben Sie die Rolle

sofort angenommen, nachdem

Sie das Drehbuch gelesen hatten.

Entscheiden Sie sich immer so

impulsiv?

Kann man so nicht unbedingt sagen.

Obwohl ich viele meiner beruflichen

Entscheidungen schon recht instinktiv

treffe, aus dem Bauch heraus. Im Fall von

„Ammonite“ merkte ich einfach gleich,

dass ich es schwer aushalten würde,

jemand anderen in dieser Rolle zu sehen.

Ich fühlte sofort Besitzansprüche dieser

Mary Anning gegenüber. Und ich hatte

einfach noch nie so ein Drehbuch gelesen.

Sie meinen die Liebesgeschichte

dieser beiden Frauen?

Ja, auch. Ich finde es sehr wichtig, LGBTQ-

Geschichten stärker in den Mainstream

zu holen, und die zarte, wunderschöne

Romanze zwischen Mary und Charlotte ist

wirklich etwas Besonderes. Nicht zuletzt,

weil sie ohne Zögern, Geheimhaltung oder

Angst auskommt. Es wäre doch toll, wenn

das Publikum häufiger Geschichten über

Menschen aus der LGBTQ-Community

und ihre Beziehungen im Kino zu sehen

bekommt. Und vor allem möglichst

verschiedene. Unserem Regisseur Francis

Lee ist da wirklich etwas sehr Spezielles

gelungen, und mir war es eine große Ehre,

ein Teil dieser tollen Geschichte zu sein.

Die Sexszenen haben Sie und Ihre

Kollegin Saoirse Ronan selbst

choreografiert. Was war Ihnen dabei

wichtig?

Wir sind nun einmal beide Frauen,

deswegen lag es nahe, dass wir die

intimen Momente zwischen zwei

Frauen in die eigenen Hände nehmen.

Wir wollten, dass diese Szenen

wirklich authentisch aussehen und

diesen Frauen und ihrer Geschichte

wirklich gerecht werden. Uns ging

es um Leidenschaft auf Augenhöhe,

zwischen zwei Menschen, die eine

echte Verbindung zueinander spüren.

Vor allem wollten wir nicht, dass diese

Sexszenen irgendwie reißerisch oder

plakativ wirken. Viel zu oft fehlt solchen

Szenen zwischen zwei Frauen oder zwei

Männern die Selbstverständlichkeit

und Normalität, mit der heterosexuelle

Sexszenen gedreht werden. Da wollten

wir gegensteuern. Nicht dass unser

wunderbarer Regisseur Francis Lee, der

uns immer unglaublich viel Vertrauen

entgegenbrachte und ein Gefühl von

Sicherheit schuf, das irgendwie auf

fragwürdige Weise gemacht hätte. Aber

es war wirklich eine schöne Erfahrung,

gemeinsam mit Saoirse in diesem Fall

selbst die Zügel in der Hand zu haben.

Mit etwas Glück gehen Sie mit

„Ammonite“ mal wieder ins Rennen

um den Oscar. Gewonnen haben Sie

den wichtigsten Filmpreis der Welt

ja schon 2009. Sind Ihnen solche

Ehrungen also überhaupt noch

wichtig?

Oh, glauben Sie mir, solche Preise sind

für uns Künstler immer wichtig. Und

etwas ganz Wundervolles. Davon träumt

man natürlich. Selbst wenn man schon

so lange dabei ist wie ich und bei vielen

solcher Veranstaltungen dabei war, hat

man das nie über. Ich habe natürlich

keine Ahnung, wie die Oscar-Verleihung

und all die anderen Events dieser Art

in den Wochen davor 2021 stattfinden

und aussehen werden. Aber gerade im

Moment ist es doch wichtiger denn je,

künstlerische Leistungen zu feiern und

stolz auf unsere Branche zu sein. Wenn

wir mit „Ammonite“ ein kleiner Teil davon

sein können, würde mich das sehr freuen.

*Interview: Jonathan Fink


FILM

STREAMING

FOTO: SALZGEBER

„MOFFIE“ in der Queerfilmnacht

Bundesweit ist ab dem 1. Januar der neue

Salzgeber-Film „Moffie“ als VoD zu sehen.

Er spielt Anfang der 1980er in Südafrika,

ein Land, geteilt durch Rassismus, Apartheid

und den Grenzkrieg zu Angola.

Der junge weiße und schwule Nicholas

van der Swart muss seinem Land dienen,

gegen den Kommunismus und die

„schwarze Bedrohung“ kämpfen. Niemand

weiß, dass er schwul ist, käme dies raus,

hätte er als Moffie ein hartes Leben. Das

damalige Regime war nicht nur gegen

Schwarze, es war auch ganz klar gegen

Schwule. Doch gegen seine Gefühle

für den Kameraden Dylan kann er nicht

ankämpfen ...

„In den vergangenen zwanzig Jahren sind

viele Geschichten über das Apartheidsystem

erzählt worden und über die Leben,

die es ruinierte, die Helden, die es hervorbrachte,

und den Zoll, den es dem Erbe des

südafrikanischen Volkes abverlangte. Doch

hier geht es um einen komplexeren Aspekt

– die verborgene Geschichte der weißen

Männer, die die Propagandamaschinerie

der Apartheid ertragen mussten“, so der

Regisseur Oliver Hermanus über seinen

Film. Lohnt sich! *rä

„queerfilmnacht goes online“: Ab 1.1.21

als Video on Demand im Salzgeber Club,

www.salzgeber.de

DVD

Ich bin Anastasia

FOTOS: WWW.MISSINGFILMS.DE

Bei missingFILMS erschien vor einigen

Wochen ein ungewöhnlicher

Film über einen ungewöhnlichen

Menschen: „Ich bin Anastasia“

über Frau Oberstleutnant

Anastasia Biefang. Der

Film von Thomas Ladenburger

über die ersteTrans*

in der Geschichte der

Bundeswehr ist ein höchst

wichtiges und informatives,

intimes und sympathisches

Porträt geworden, das

keine der 95 Minuten

Dauer langweilt. Er begleitet

Anastasia bei ihrem

Transitionsprozess zur Frau

und verfolgt ihren Dienstantritt als

Kommandeurin. „Meine Transsexualität

trieb mich schon seit den

späten Teenagerjahren um, auch

wenn ich es damals nicht mit diesem

Begriff bezeichnete. [...] Meine

sexuelle Orientierung als bisexueller

Mensch, also die Bestimmung

meiner geschlechtlich-sexuellen

Orientierung, war mein erstes

geschlechtliches Thema. Bis ich

kapierte, dass ich Frauen und

Männer gleichermaßen sexuell

attraktiv und begehrenswert

empfinde, dauerte es schon einige

Zeit. Die Frau in mir rauszulassen

war schwierig. Ich empfand es

zunächst als falsch und schämte

mich“, verriet uns das mutige Role

Model einmal im Interview über

ihren Weg. *rä

www.missingfilms.de


ody & beauty /// katie melua

Europas. Fünf Alben und zahlreiche Auszeichnungen später erscheint in diesem Jahr ihr achter Longplayer.

048 ///

Interview: Felix Just

GLÜCKWUNSCH ZU DEINEM ACHTEN STUDIO-

ALBUM! OBWOHL DU SCHON IN DER VERGAN-

GENHEIT DEINE EIGENEN TEXTE GESCHRIEBEN

HAST, IST DAS DEIN ERSTES ALBUM, AUF DEM

ALLE SONGS DEINE HANDSCHRIFT TRAGEN.

BIST DU EXTRA STOLZ?

Es ist auch mein allererstes Album ohne Coversongs!

Meine Co-Autoren und ich haben zehn völlig neue

Songs geschrieben. Es hat wahnsinnig viel Spaß

gemacht. Was mich schon immer interessiert hat, ist

das Ungleichgewicht von Musik und Zeile. Wer hat

eigentlich entschieden, dass Musiktexte simpel sein

müssen? Als ich mal mit einem absolut genialen Autor

zusammensaß und an einem Song schrieb, meinte er

zu mir, dass die Worte keine Bedeutung hätten. Und

ich fragte ihn: „Wie kann es sein, dass die Worte keine

Bedeutung haben? Sie sind das Wichtigste an einem

Lied.“ Er erinnerte mich an die Songtexte der Beatles

und welchen Erfolg die Band mit sehr einfachen

Reimen hatte. In diesem besonderen Fall hatte er natürlich

recht, grundsätzlich stimme ich ihm aber nicht

zu. Wenn ich singe, geht es mir darum, eine Geschichte

zu erzählen. Überhaupt habe ich das Gefühl, die

Musikindustrie steckt jede Menge Geld und Know-how

in den Producer-Part der Produktion, aber scheint den

Prozess des Liederschreibens zu ignorieren.

ICH KANN DIR DA ALS AUTOR NUR ZUSTIMMEN.

Klar, du als Redakteur verstehst natürlich,

was ich meine.

ABSOLUT! ABGESEHEN VON DEN TEXTEN,

DIE DU FÜR „ALBUM NO. 8“ VERFASST HAST:

WAS WAR DIE IDEE HINTER DEINEM JÜNGSTEN

LONGPLAYER? ES KLINGT BEIM ERSTEN HÖREN

EIN BISSCHEN WIE EIN ROMAN.

Ursprünglich war das zwar nicht die Idee,

aber es macht Sinn, dass du das sagst. Geschichten

zu erzählen und meine Worte buchstäblich weise

zu wählen, sind ein großer Teil meines kreativen

Prozesses.

SEIT „CALL OFF THE SEARCH“ SIND 17 JAHRE

VERGANGEN. WAS HAT SICH SEIT DEINEM

ERSTEN ALBUM FÜR DICH ALS KÜNSTLERIN

VERÄNDERT?

Als ich damals anfing, Musik zu machen, arbeitete ich

mit Mike Batt zusammen, der mir mehr als dreißig

Jahre Erfahrung voraushatte Es war also Mikes Vision

und Mikes Musik und ich war die Stimme. Als Kind

georgischer Eltern, die vom Kommunismus geprägt

wurden, war für mich von Anfang an klar, dass du

nur als Team das beste Produkt abliefern kannst. Das

hat sechs Alben lang auch sehr gut funktioniert. Er

war mein Mentor. Und dann war es an der Zeit, dass

ich mich als Künstlerin weiterentwickle und wachse.

Meine ersten Erfolge waren sehr unschuldige Lieder.

Jetzt bin ich 35 und meine Musik soll das auf ehrliche

Weise widerspiegeln.

DEIN DEBÜTALBUM ERSCHIEN IM SELBEN

JAHR WIE CHRISTINA AGUILERAS „STRIPPED“

ALBUM, DAS SIE WEG VOM TEENIE-IMAGE

UND HIN ZUR JUNGEN ERWACHSENEN

TRANSPORTIEREN SOLLTE. ETWAS, DAS IHR

BEIDE AUSSERDEM GEMEINSAM HABT, IST

LEO ABRAHAMS, DER ALS PRODUZENT FÜR

AGUILERA AN „BIONIC“ ARBEITETE. JETZT

HAT ER „ALBUM NO. 8“ MIT DIR ENTWICKELT.

WOHER WUSSTEST DU, DASS ER DER

RICHTIGE FÜR DICH WAR?

Mein letztes Album war fokussiert auf meinen Gesang

und hatte einen starken A-capella-Charakter. Für

„Album No. 8.“ wollte ich aber eine ganze Reihe

namhafter Musiker. Einer von ihnen hatte mir Leo als

Produzent empfohlen. Zur gleichen Zeit hatte Leo

mein Management kontaktiert. Wir haben uns also getroffen

und ich habe ihm erklärt, was ich mir vorstellte.

Darauf sagte er: „Klingt gut.“ (lacht) Es hilft auch,

dass Leo ein brillanter Gitarrenspieler ist.

WÜRDEST DU AUCH MAL IN VÖLLIG ANDERE

GENRES EINTAUCHEN? ROCKMUSIK ODER

BUBBLEGUM-POP À LA CHRISTINA AGUILERA?

Auf der Bühne probiere ich mich schon immer in

verschiedenen Genres aus – ich habe schon Künstler

wie Janis Joplin gecovert und singe auch Jazz-,

Blues- und Folk-Songs. Auf meinen Alben zeige ich

diese Seite von mir noch nicht. Wer weiß, vielleicht

kommt das noch.

DAS BILD AUF DEM COVER ZEIGT DICH MIT

EINER RETRO-KAMERA IN DEN HÄNDEN.

HAST DU DAS FOTO SELBST GESCHOSSEN?

WAR DAS AUFGRUND VON CORONA?

Ja. Das Label hatte die Idee, mir diese Kamera zu

schicken, damit ich das Cover selbst aufnehme. Es ist

wirklich cool. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass

ich mal mein eigenes Coverfoto schieße.

WIRD ES EINE TOUR ZUM ALBUM GEBEN,

WENN ES DIE UMSTÄNDE WIEDER ZULASSEN?

Wir hatten eine große Tour geplant, die leider gecancelt

wurde. Aber wir stehen in den Startlöchern und

können jederzeit loslegen.

Mehr Informationen zum neuen Album und möglichen

Tourdaten unter www.katiemelua.com

/// 049

t r a v e l /// jump in here!

Das Kayon Jungle Resort inmitten von

Balis grünen Regenwäldern verfügt über

38 Suiten und Villen und könnte ungestörter

nicht sein. Unweit der kleinen Stadt Ubud

hat sich der Designer des Hotels – ein

junger Balinese – von den Reisfeldern der

Umgebung inspirieren lassen. Der Pool mit

Blick ins unendliche Grün erinnert an die

Terrassen des traditionellen Reisanbaus.

www.thekayonjungleresort.com

Eine „Best of Pools“-Doppelseite wäre nicht komplett

ohne den Infinity Pool des Marina Bay Sands in

Singapur. Er wurde auf der 57. Etage des Hotels

errichtet und ist nicht nur der am höchsten gelegene

Infinity Pool der Welt, sondern hat auch das längste

Becken, das nicht am Boden gebaut wurde. Entlang

der 150 Meter Badespaß dürfen Gäste und Besucher

bis in die späten Abendstunden die Aussicht auf die

Skyline, Drinks und ausgewählte Snacks genießen.

Eine Nacht im Marina Bay Sands kostet in der günstigsten

Zimmerkategorie rund 400 Euro.

www.marinabaysands.com

Sogenannte Rockpools haben in Australien eine lange Tradition. Die

ersten Freiluftbäder dieser Art wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts

errichtet, als Australien noch eine Strafkolonie war. Der Bronte

Rockpool befindet sich am Bronte Beach, circa zwei Kilometer entfernt

vom bekannteren Bondi Beach in Sydney, und ist dreißig Meter lang.

Das geniale an dieser Art von Pool: Schwimmer müssen auf das Wieim-Meer-Gefühl

nicht verzichten und sind gleichzeitig vor Strömungen

und gefährlichen Meerestieren geschützt.

Was als Abflussgewässer eines riesigen

Wärmekraftwerks entstand, ist heute

eines der bekanntesten Wellnessbäder

der Welt. Die Blaue Lagune in Island ist

etwa 45 Autominuten von der Hauptstadt

Reykjavík entfernt und war einst

ein reines Nebenprodukt des benachbarten

Kraftwerks, das aus Geothermik

Strom und Fernwärme produziert.

Aufgrund der hohen Konzentration von

Kieselalgen versickerten die Wassermengen

nicht im Vulkangestein der

Die schönsten, höchsten und blausten Pools der Welt findest du hier,

auf dieser Doppelseite.

Insel, sondern bildeten ein Reservoir,

das in den 1990ern zu einer Therme

umgebaut wurde. Die Algen und Mineralien,

die im Wasser enthalten sind,

lassen es nicht nur wunderbar blau

leuchten, sondern haben außerdem eine

heilende Wirkung für die Haut.

Noch mehr Infos zur Lagune und dem

angeschlossenen Hotel erfährst du auf

Seite 082 dieser Ausgabe.

www.bluelagoon.com

Text: Felix Just

Das Wellenbad im japanischen Hoshino Resort Risonare

Tomamu ist das größte des Landes. Alle halbe Stunde wird der

Wellengang für zehn Minuten gestartet. Am Abend verwandelt

sich der Poolbereich in eine romantische Lounge-Area. Keine

Lust auf Badespaß? In den umliegenden Bergen darf nach Herzenslust

Wintersport betrieben werden.

www.risonare.com/tomamu

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ALBUM NO. 8

KATIE MELUA

Katie Melua ist eine Ausnahmekünstlerin. Nur wenige Sänger und Sängerinnen schaffen es, sich so lange auf der Welle

des Erfolgs zu bewegen wie die Britin mit georgischen Wurzeln. 2003 feierte sie ihr Debüt mit „Call Off the Search“. 2005

erschien ihr zweites Album „Piece by Piece“ und die Single „Nine Million Bicycles“. „Piece by Piece“ erreichte in mehreren

europäischen Ländern die Nummer eins der Albumcharts. 2006 war Katie Melua die kommerziell erfolgreichste Sängerin

Foto: Rosie Matheson

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Foto: Adobe Stock/Alexandra Daryl

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FILM

NEWCOMER

Mark Wartenberg startet durch

Und posiert nicht ohne Grund so

freizügig. Der Wahlberliner mit

französischen Wurzeln schlägt die Werbetrommel

für eine am Freitag startende

Crowdfunding-Kampagne für einen

queeren Film von Max Thillaye.

Über das anstehende Projekt namens

„Ubiquitous“ verrät Mark Wartenberg

uns: „Die Geschichte dreht sich um

eine Figur namens Camille, die in einer

postkapitalistischen Gesellschaft lebt.

Er gehört zu einer Gruppe von Außenseitern,

die ihr Leben damit verbringen,

sich als andere Menschen auszugeben

– sie beobachten sie, brechen in deren

Zuhause ein und leben mehrere Stunden

wie sie“, so der trainierte Schauspieler.

„Camille macht dies glücklich, bis er

spürt, dass sich etwas in ihm verändert

– über mehrere Erfahrungen und Tage

hinweg entfernt er sich allmählich von

seinem alten Lebensstil und beginnt,

sich selbst zu akzeptieren“, so der Newcomer.

Hier geht es zum Crowdfunding:

www.ubiquitous.movie. *rä

FOTO: R. WILHELM

DVD

Die Liebe ist ein seltsames Ding

Der kanadische Film „Akrobaten“ erzählt von

einem mitunter manipulativen Beziehungsgeflecht

eines aus Russland kommenden

Akrobaten und seinem erfolgreichen Partner.

Wer dominiert hier wen?

Michas Karriere als Hochseilartist ist vorbei,

Christophes Karriere hingegen voll im Gange,

als die beiden sich in einer unfertigen Wohnung

in Montréal im tiefen Winter treffen. Die beiden

Männer verlieben sich ineinander, sie begehren

sich, sie streiten, sie zeigen, wie komplex

und leidenschaftlich, wie abhängig machend

Liebesbeziehungen sein können. Über zwei

Stunden lang nimmt uns der Regisseur

Rodrigue Jean mit auf einen aufgeladenen Ritt

zweier sich liebender und doch auch oft bekriegender

Kerle. Der Film ist in der Originalversion

(englisch, französisch, russisch) mit deutschen

oder englischen Untertiteln zu sehen. *rä

www.gmfilms.de

FOTO: WWW.GMFILMS.DE


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MUSIK

INTERVIEW

VINCENT GROSS

will glücklich machen

Der 1996 geborene Schweizer

Sänger veröffentlicht Anfang

2021 sein neues Album „Hautnah“,

die erste Single davon „Über

uns die Sonne“ war sofort ein Spitzenreiter

in den Deutschen AirPlay-Charts,

weitere Hits wie „Chill Out Time“ folgten.

Wir sprachen mit dem jungen Musiker.

Wie erlebst du die Pandemie?

Konzerte kannst du ja gerade

nicht geben.

Ja, das ist das Schwierigste an der

ganzen Zeit. Mir fallen ungefähr

eineinhalb Jahre Tour aus, das ist

finanziell ein herber Verlust, denn

als Künstler lebst du vor allem

von Liveauftritten. Aber ich

will immer an jeder Situation

etwas Positives entdecken ...

Ich nütze daher die Zeit, um

neue Instrumente zu lernen.

Das ist auch eine Chance,

sich weiterzuentwickeln

und sich zu bilden. Und

ich habe ein Interview-

Format auf YouTube

entwickelt, „Stars

um 10 – Hautnah“,

Thomas

Anders und

Elton waren

zum Beispiel

schon da.

FOTO: JÖRG KRESSIG

Wie pflegst du den Kontakt zu

deinen Fans?

Natürlich über Social Media: Facebook,

YouTube und Instagram. Mit meinen

Postings halte ich Kontakt, ich bin jetzt

aktiver als vor Corona. Dabei habe ich

ursprünglich mal auf YouTube angefangen,

das habe ich jetzt eben wieder reaktiviert.

Deine Musik soll die Leute glücklich

machen. Wie schaffst du das?

Vor allem durch die Texte! Aber auch

durch die Melodien und die Komposition.

Sorgen haben wir alle genug, ich will, dass

die Leute einfach mal abschalten und

ihre Sorgen vergessen. Ich habe das

Privileg, andere glücklich zu

machen, das ist doch

der schönste Job

der Welt.


MUSIK

exquisite gay matchmaking

Der Weg ins große Glück zu zweit

Ist das dein persönliches Glücksrezept,

die Musik?

Ja. Natürlich ist es Arbeit, aber es ist auch meine

Leidenschaft, mein Hobby.

Wie ist das neue Album denn entstanden?

Das erste Lied habe ich vor zweieinhalb Jahren

geschrieben – in Berlin übrigens. Es folgten einige

Songwriting-Sessions. Kurz vorm ersten Lockdown bin

ich Anfang 2020 nach Schweden geflogen und habe

dort den Großteil des Albums produziert, das war ein

tolles Abenteuer. Und dann ging es zurück und der

Lockdown war da, alle Grenzen dicht, man konnte das

Album nicht promoten.

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Die Single „Über uns die Sonne“ war ein Radio-

Erfolg, welche Lieder sollte man sich noch

anhören?

Das ist ja fast eine Fangfrage! (lacht) Natürlich soll man

jeden Song anhören. Aber stolz bin ich auf „Baby bitte

bleib“, das ist ein ganz anderes Lied, auch mit einer

untypischen Produktion.

Wie trifft dich die Pandemie privat?

Ich vermisse riesig das Reisen, das Ausgehen und

Freunde zu treffen. Es ist schwierig, neue Leute

kennenzulernen, wenn man nicht ausgehen darf. Aber

so weit geht es allen gut und man ist sogar noch näher

zusammengekommen. Die Freundschaften, die ich

habe, wurden intensiver. Man weiß jetzt noch mehr, was

man aneinander hat.

Worauf freust du dich im Frühling?

Auf meine Album-Veröffentlichung! Und auf die Zeit,

wenn man wieder Open-Air-Konzerte geben und

gemeinsam feiern kann.

*Interview: Michael Rädel

www.vincentgross.ch,

www.youtube.com/c/VincentGrossMusic,

www.facebook.com/VincentGrossMusic,

www.instagram.com/vincentgross

Als CD, limitierte Fanbox

und digital erhältlich

www.telamo.de


MUSIK

NACHGEFRAGT

FOTO: P. HÜTTEMANN

KELVIN JONES

Er sang schon für ALLE

FARBEN, Lost Frequencies,

YOUNOTUS und auch zusammen

mit Glasperlenspiel, Ilira, Alexa

Feser und Stefanie Heinzmann. Wir

chatteten mit dem Wahlberliner aus

Simbabwe.

Du arbeitest gerne mit Dance-

Producern zusammen, oder?

Liebend gerne! Ich höre ja immer Dance-

Pop, es macht viel Spaß, wenn ich mein

Schreiben mit einem Dance-Producer

kombinieren kann und wir einen Song

machen können, der alle in gute Stimmung

versetzt.

Tanzt du gerne?

Als ich in Simbabwe aufwuchs, gab es

alle paar Monate einen neuen Tanzevent,

sodass man ein oder zwei Dinge über

Rhythmus lernen konnte. Diese Freude

„... besser als je zuvor“

durchs Tanzen und fröhliche Musik teilen

zu können, hat mir wirklich die Augen

geöffnet.

Wie trafen dich als Künstler die

Lockdowns?

Die Hauptsache ist natürlich das Fehlen

von Shows. Mein Sommer sah 2020 ganz

anders aus als in den letzten Jahren.

Einerseits ist es total beschissen, nicht in

der Lage zu sein, meine Lieblingssache auf

der Welt zu machen, live zu spielen und so

unmittelbar mit Menschen in Kontakt zu

treten, andererseits hat es mir ermöglicht,

mich auf meine Produktionen zu konzentrieren,

die sind jetzt besser als je zuvor.

Worüber freust du dich gerade?

Neue Dinge zu entdecken. Weil ich jeden

Tag daran arbeite, ein besserer Produzent

und ein besserer Songwriter zu werden,

fühle ich mich wie ein Schwamm. Ich

nehme sooo viele Informationen auf. Das

ist eine wirklich aufregende Zeit in Sachen

Lernkurve.

*Interview: Michael Rädel

www.facebook.com/kelvinjones


RETRO

Zum 20-Jährigen auf Vinyl

Gleich drei UK-Nummer-eins-Hits finden

sich auf dem dritten Album der Spice Girls:

„Holler“, „Goodbye“ und „Let Love Lead the

Way“. Trotzdem war es das letzte Werk der

damals zum Quartett geschrumpften Band

bis zum 2007er-„Greatest Hits“-Album.

Ende November erschien „Forever“ nun

erstmals als LP, ein kleines Fest für Popmusikliebhaber

und Vinyl-Fetischisten, oder?

Unsere Anspieltipps sind neben den oben

genannten Singles die Ballade „Weekend

Love“ und das funkige „If You Wanna Have

Some Fun“. Die Girlgroup The Spice Girls

wurde 1994 gegründet, zwei Jahre später

gingen Emma Bunton, Melanie C, Victoria,

Mel B und Geri mit der Single „Wannabe“

erfolgreich an den Start, bis 2001 folgten

Hits wie „Too Much“ und „Who Do You Think

You Are“. Im Jahr 2000 kam das dritte

Album „Forever“ bis auf Platz zwei der

Charts. *rä

MUSIK

KLUBMUSIK

Winterblues? Sommer-House

Neben Pop und Eurodance ist House die dominierende Musikart auf

queeren Partys (Klub-Streaming-Events) in der ganzen Welt. Bekannte

Interpreten und DJs sind Inner City, Ultra Naté, DJ Hell, Todd Terry,

Black Box, Hans-Peter Lindstrøm, Fritz Kalkbrenner, (oft) Robin Schulz,

Boris Dlugosch und eben auch Milk & Sugar. Und die beiden haben eine

neue Doppel-CD am Start: „HOUSE NATION IBIZA 2020“.

Ja, das Jahr war in Sachen Party

und Klub eine Katastrophe:

Menschen bangen um ihre

Arbeitsplätze, ausgehen war

nicht drin – oder mit schlechtem

Gewissen dabei und danach.

Aber immerhin, die Klubmusik

konnte sich weiterentwickeln, es

ging nicht mehr um den schnellen

Klopper, der die Tanzfläche

füllt, es ging bei vielen Tracks

(wieder) mehr um eine stimmige

FOTO: S. MEESE

und hörbare Komposition. So ist

diese neue CD auch zu Hause

extrem hörbar. Unsere Anspieltipps

sind „German Winter

(Original Mix)“ von Andhim, „Dia

En El Mar (Original Mix)“ von

Mollono.Bass, Jörg Schwenzer

sowie „Remember Me (David

Penn Extended Remix)“ von Blue

Boy und „Has Your Man Got Soul

(Earth N Days Extended Remix)“

von Milk & Sugar. *rä

HOUSE

Eric Kupper & Diana Ross:

Klubmusik

76 Jahre jung, glückliche Mutter und Oma und vor allem

immer noch eine Sängerin, die liebt, was sie tut. So

überließ es Diana auch keinem Promoter oder Label,

allein zu entscheiden, von wem und wie Hand an einige

ihrer Klassiker gelegt wird.

Sie entschied sich für Eric Kupper, einem DER DJs und

Remixer der USA (mit französischen Wurzeln). Seit

1986 ist der Klubmusiker schon erfolgreich im Geschäft,

versorgte Größen wie Cher, Alicia Keys, Depeche Mode,

Kylie Minogue und Donna Summer mit den Sounds

der Nacht. Das auf Vinyl und CD erschienene Album

„SUPERTONIC mixes“ von Diana Ross enttäuscht dann

auch keine Minute lang. Nummer-eins-Hits wie „Touch

Me in the Morning“ (1973) oder „Upside Down“ (1980)

und „Love Hangover“ (1976) wurden behutsam auseinandergenommen

und kreativ neu zusammengesetzt.

Unsere Anspieltipps

sind die eben

genannten Lieder und

„It’s My House“ (Platz

1 der US Dance Club

Songs 1979). Damals

wie heute erlauben

House und Disco dem

Hörer, der mitunter

anstrengenden Welt zu

entfliehen. Eskapismus

muss manchmal sein –

Disco hilft. *rä

KLUBMUSIK

Donna Summer 1980/2020

Mitte Oktober kam eine aufgemotzte und

liebevoll erweiterte Version ihres 1980er

Top-10-Albums „The Wanderer“ auf den

Markt. Besonders gut ist der Remix von

„Nightlife“.

Das Lied war ursprünglich ein Rock-Disco-

Pop-Spaß vom – zusammen mit Giorgio

Moroder komponierten und produzierten –

Album „The Wanderer“. Der gleichnamige

Titeltack des Albums schoss vor vierzig

Jahren in den USA auf Platz 3, das Album

selbst erreichte dort Platz 13.

2020 nahm sich Le Flex aus Südfrankreich

der Lieder an, verpasste ihnen sphärische

Elektro-Disco-Kosmen, durch die man

beim Hören wabern kann, inszenierte

die Stücke vollkommen neu. Aber immer

im Sinne der ebenfalls beteiligten (noch

lebenden) Musiker. *rä


MUSIK

POP

Küchendisco

statt Lebensfrust

Sophie Ellis-Bextor macht es richtig: Sie verliert sich nicht in

Verschwörungstheorien, sie macht Musik, die aufbaut.

Die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen zu ihrer

Bekämpfung, um Menschenleben zu schützen, stellt vor allem die

Zunft der Kunst auf eine harte Probe – auch weltweit populäre

Musikerinnen wie Sophie Ellis-Bextor, die eben nicht mit Tourneen und

Auftritten Geld verdienen konnte. Die scheinbar immer fröhliche und

in sich ruhende Mutter nutzte die Zeit aber und versorgte ihre Fans

regelmäßig mit Livemusik aus ihrer Küche – mit fröhlicher Beteiligung

ihrer Familie via Social Media. So entstand die Idee, ein ganzes Album

mit Disco und Pop herauszubringen, das ihre zahlreichen Hits und

ausgewählte Lieblingsstücke vereint.

Unsere Anspieltipps auf dem grandiosen Album „Songs from the

Kitchen Disco“ sind ihre Klassiker wie „Murder on the Dancefloor“,

„Groovejet (If This Ain’t Love)“ und „Mixed Up World“ sowie „Crying at

the Discoteque“ (im Original von Alcazar, die wiederum Sheilas „Spacer“

sampelten) und die Hits „Me and My Imagination“ und „Get Over You“.

Das Album erschien auf Vinyl, CD, Kassette (!) und natürlich digital. *rä

KULT

Miley und Dua ehren Divine

Dua Lipa und Miley Cyrus featuren in

ihrem aktuellen Musikvideo zu „Prisoner“

die legendäre Dragqueen Divine. Das Lied

ist durchaus gewöhnungsbedürftig, wenn

man auf Dance-Pop gehofft hat, überzeugt

aber schon beim an „Physical“ von

Olivia Newton-John erinnernden Refrain

und gräbt sich dann langsam in dein Ohr

und Hirn. Rockig, emanzipiert und queer,

genau richtig für dieses schnöde Zeit. Die

in den 1980ern verstorbene Dragqueen

und John-Waters-Muse Divine ist ganz

am Ende in voller Fülle zu sehen, als

Dawn Davenport

mit dem Satz „I’m

a free woman now

and my life is just

ready to begin“.

Divine machte sich

stark für queere

Rechte als es

noch gefährlich(er) war. Schon in den

1960er-Jahren provozierte die Dralle

aus Maryland ihre konservative Umwelt.

Unvergessen und wegweisend: ihre

Kunst. Und auch ihre Filme mit Regisseur

John Waters! Divines Privatleben war

nicht weniger interessant, so war die

punkige Bunte zum Beispiel mit dem

US-Pornostar Leo Ford (1957 – 1991)

zusammen. *rä

KLUBMUSIK

Smoothes Disco-House

„Let Me Go“ von Lori Glori & Melchior Sultana

ist die perfekte Nummer für den Winter,

weckt sie doch Erinnerungen an einen

heißen Sommer.

Loris kräftige Soulstimme fordert Respekt

und Freiheit ein, die smoothen House-Beats

und funkigen Effekte machen dieses

brandneue Lied zu einem entspannten –

klubbigen – Ohrwurm.

Produziert hat Melchior Sultana, Jahrgang

1986, ein auf Malta lebender Musiker, der

auch schon im Berghain, im nicht weniger

legendären Café del Mar auf Ibiza, dem

Tresor und dem Underground-Klub IPSE

auflegte und auftrat. Die Stimme von Lori

Glori wirst du schon kennen, wenn du

House und Eurodance magst. Sie war es, die

den Refrain sang bei Charthits von Intermission

(„Six Days“, ...), Centory („The Point

of No Return“, ...), Loft („Wake the World“, ...),

DJ Bobo („Pray“, „Let the Dream Come True“,

„There’s a Party“, ...) und auch vom Captain

Hollywood Project („Flying High“, ...). *rä


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KUNST

NACHGEFRAGT

MISS

In Städten wie Berlin schmücken

ihre Kunstwerke die

großen und ohne Kunst mitunter

bedrohlichen Mauern. Es scheint, als

ob ihre Welt bunt, poppig, queer und

fröhlich ist. Für uns hatte die Künstlerin

Zeit für einen Chat. *rä

Erkläre dem Laien mal deine Kunst:

StreetartEgg und Sticker-Paste-ups.

Ich habe vor zwei Jahren damit begonnen,

meine handgemachten Collagen auf

Instagram zu zeigen. Seitdem hat sich viel

getan in meinem Leben. Für Streetart habe

ich mich schon immer interessiert und

so lag es nahe, meine Kreationen auch in

GLUENIVERSE

Gl

e

macht das Leben bunter

das Straßenbild Berlins zu integrieren. Der

erste Sticker ist in Zusammenarbeit mit

der Kölner Künstlertruppe „Levveunlevvelosse

– Streetart against hate“ entstanden

und es folgten weitere. Aufkleber sind

einfach, schnell und unauffällig in der

Stadt zu verteilen. Ein Paste-up ist

ein Kunstwerk auf Papier gemalt oder

ausgedruckt, welches mithilfe von Kleister

an Oberflächen wie Häuserwände, Mauern,

Glascontainer usw. geklebt wird. Das ist

etwas aufwendiger, als einen Sticker zu

kleben, und auf jeden Fall auch aufregender.

Die Absicht dahinter ist, die Straßen

bunter zu machen, Kunst im alltäglichen

Leben zu zeigen und für alle zugänglich zu

machen.

Wie kamst du auf die Idee mit dem Ei?

Mein erster Impuls war es, Bilder zu

machen, die Menschen aufmuntern. Etwas

Fröhliches, das zum Schmunzeln anregt

und bestenfalls die Stimmung aufhellt.

Deshalb war mein erster Künstlername

„Das Frohlein Moodmacher“. Die Idee für

das Ei steckt sozusagen im FrohlEin. Das

Ei wird mit Augen und Mund aus Papier

beklebt, manchmal mit Mützen bestückt,

und den Rest des Körpers gestalte ich

mit Papierausschnitten aus Magazinen.


KUNST

So entstanden schon einige Charaktere.

Mittlerweile gestalte ich auch Bilder ohne

Eier. Den Namen musste ich leider ändern,

da eine Firma mich auf ihre Markenrechte

hingewiesen hat.

Wie entsteht ein Bild bei dir?

Meistens entstehen die Bilder ganz

spontan aus dem Bauch heraus. Sie entspringen

meinen aktuellen Stimmungen

und Erlebnissen und spiegeln Themen,

mit denen ich mich beschäftige. Wenn ich

Zeit und Muße habe, wühle ich mich durch

die unendliche Fülle von Zeitschriften,

Fotos und Schnipsel, schneide aus und

füge zusammen. Manche Bilder entstehen

innerhalb von zehn Minuten, bei anderen

muss die Idee erst reifen.

Was inspiriert dich?

Knallige Farben, Wortspiele, Musik, Ruhe,

der Austausch mit Menschen allgemein

und insbesondere mit anderen Künstlern.

Durch die Streetart habe ich sehr wertvolle

Verbindungen knüpfen können, aus

denen auch schon einige Kollaborationen

entstanden sind.

Du lebst in Berlin, kommst aber aus

Österreich. Vermisst du die Ruhe

mitunter im Großstadttrubel?

Ich lebe nun schon über die Hälfte meines

Lebens in Berlin und liebe diese Stadt.

Damals trieb mich die Abenteuerlust aus

einem kleinen Dorf nach Berlin. Trotzdem

genieße ich die Zeit in meiner Heimat,

wann immer ich kann. Meine Familie, die

Berge, die Ruhe, den Wald, die Luft!

Welche Künstler beeinflussen dich

aus deiner Heimat?

Kein konkreter Künstler, aber ich habe

einige kreative Köpfe in meiner Verwandtschaft

und hatte den Vorteil, mich schon

früh ausprobieren zu können. Durch eine

nah gelegene Künstlerstadt war ich immer

schon umgeben von kreativen Vibes und

Inspiration.

Und aus Berlin?

Auch zu dieser Frage möchte ich keinen

Namen nennen. Es gibt hier zahlreiche

Künstler, die mir mit ihren Arbeiten

visuellen Input geben, aber viel wichtiger

sind mir der Austausch untereinander und

die gegenseitige Inspiration, die daraus

entsteht.

Worauf freust du dich im Frühling?

Auf Ostern! Kleiner Scherz. Was ich am

Frühling liebe, ist das langsame Erwachen

der Natur, und auch die Berliner werden

mit den ersten Sonnenstrahlen und

warmen Tagen wieder etwas freundlicher.

Auf jeden Fall hoffe ich darauf, dass wir

uns im Frühling wieder ohne Masken

bewegen können, und freue ich mich

darauf, Freunde wieder spontan und

unbefangen umarmen zu können. Das

vermisse ich sehr!

www.instagram.com/miss_glueniverse


KUNST

TOM OF

KALENDER


KUNST

FINLAND 2021

13 Männerbilder, darunter seine berühmten Cowboys,

Polizisten und Motorradfahrer, werden dich

2021 durchs Jahr begleiten. 13 Mal schwule Erotik,

die man aber (gerade noch) „ohne Probleme“

aufhängen kann ... Kunst darf das!

Tom of Finland sorgte für schwule Sichtbarkeit, als dies noch

mit gesellschaftlicher Ächtung und sogar Strafverfolgung

einherging. Doch der Künstler wollte sich nicht dem Diktat der

heterosexuellen und stockkonservativen Mehrheit beugen,

er inszenierte ab den 1950er-Jahren den schwulen Mann als

Sexobjekt. Er wollte sich nicht damit zufriedengeben, dass

Schwule ab und an als hübsche Jünglinge oder Dragqueens in

der Kunstwelt (und im Nachtleben) auftauchten.

Touko Valio Laaksonen wollte einen

anderen Teil der schon damals

vielfältigen Subkultur zeigen: die des

Ledermanns, des Cowboys, des „ganz

normalen Machos“.

Er wagte es, den Mann erotisch und in

„verfänglichen“ Situationen zu zeichnen

in einer Zeit, als Busenwunder im

Abendkleid oder ein Hüften schwingender

Elvis schon ein Höchstmaß an

Erotik waren. Tom of Finland war mit dem

Zeichenstift in der Hand ein Vorkämpfer

der Schwulenbewegung.

Angeboten wird dieser hochwertige und

exklusive Kalender zu Ehren des finnischen

Künstlers, zu deiner Erbauung, vom queeren

Team des US-Shops Peachy Kings. *rä

www.peachykings.com


BUCH

INTERVIEW

RENÉ WÜST:

„Ich habe sehr

viel Glück ...“

Haustiere entspannen, aber auch Tierfilme und die Natur

allgemein. Entspannung ist genau das, was der gestresste

Großstädter zwingend braucht. Und was wäre ein Tag ohne spaßige

GIFs, in denen unsere gefiederten Genossen Blödes tun oder

Weises verkünden? Wir sprachen mit René Wüst, seines Zeichens

Verleger und Verlagsleiter sowie der Herausgeber des Magazins

„Gefiederte Welt“.

Wie kamst du zu deiner Arbeit? Es ist ja

kein Allerweltsjob.

Die Leidenschaft für Vögel hat mich bereits

im Kindesalter ergriffen. Auf der Wiege saß

der zahme Wellensittich. Das ist als Bild in der

Familie festgehalten. Mit 14 Jahren absolvierte

ich die damals noch notwendige Prüfung

für eine amtlich anerkannte Vogelzucht. Ich

begann dann bald, erste Artikel zur Vogelhaltung

zu veröffentlichen und mich im internationalen

Artenschutz zu engagieren. Das Interesse

an Freilandbeobachtung und Naturfotografie

kam hinzu und dabei lernte ich den vorherigen

Inhaber des Verlages kennen. Jahrzehnte später

bot mir dieser den Kauf seines Verlages und

des zugehörigen Fachbuchhandels an. Ich

habe Ja gesagt, denn es hat alles gepasst: Mein

persönliches Interesse, langjährige Erfahrung im

Fachgebiet und mein kaufmännischer Hintergrund,

um das Unternehmen zu führen.

FOTO: KRISTIJAN MATIĆ

Viel reisen gehört zu deiner Position

dazu, oder?

Ja, zum einen sind das die Reisen in die

Herkunftsgebiete der Vögel, um sie im Freiland

zu beobachten und zu fotografieren. Bei über

fünfzig außereuropäischen Expeditionen war

ich schon dabei. Zum anderen sind es nicht

weniger geschäftliche Reisen zu Geschäftspartnern,

Kongressen oder auch unseren selbst

veranstalteten Seminaren. Die Vogelhaltung

ist ein internationales Phänomen und gerade

professionelle Halter und Züchter sind weltweit

miteinander vernetzt. Zu Corona-Zeiten haben

wir das natürlich stärker digitalisiert und es sind

weniger Reisen gefragt.

Wie sieht eine normale Arbeitswoche für

dich aus?


BUCH

Das ist im Vergleich zu den Expeditionen

die bodenständige kaufmännische oder

organisatorische Arbeit eines Verlagsleiters.

Zum Beispiel Controlling, Personalthemen,

Arbeitsprozesse und nicht zu

vergessen der Austausch

mit unseren Redaktionen

und Kunden. Besondere

Freude bereitet mir die

Fortentwicklung unserer

Neuheiten. Darunter

druckfrische Bücher

oder Sonderhefte

und die verlagseigene

Akademie.

Bleibt da noch Zeit

für deinen Mann?

Ich habe sehr viel

Glück, dass mein

Mann sich ebenfalls

für Tiere und Pflanzen

interessiert und

er mir immer den Rücken

stärkt – immerhin bereits seit 15 Jahren.

Mir macht meine Arbeit Spaß und er

muss mich des Öfteren daran erinnern,

dass es nicht nur Arbeit gibt. Da er aber

selbst mit seiner Goldschmiede ein

„Macher“ ist, bringt er mir viel Verständnis

entgegen. Ich denke, wir sind ein gutes

Team und ergänzen uns in vielen Lebensbereichen

prima.

Welches Land bereist du besonders

gerne?

Kolumbien ist eines meiner Lieblingsländer.

Bereits seit 2005, also

noch zur aktiven Zeit der F.A.R.C.

(Guerillabewegung) begann ich in nahezu

alle Teile des Landes zu reisen und lernte

neben den Problemen die Biodiversität

und die atemberaubenden vielfältigen

Landschaften von der Karibikküste, mit

den bedrohten Trockenwäldern, über das

Anden-Hochland mit

dem höchsten

Küstengebirge

der Welt (5.775

Meter) bis zum

Tieflandregenwald

im Amazonas

kennen. Ich bin

zwar kein Fan von

Maisspeisen, aber

kulinarisch wird viel

mehr geboten. Da

sich in der Neuzeit

die Sicherheitslage

in weiten Teilen

des Landes enorm

entspannt hat, kann

ich Kolumbien, wenn

wieder einigermaßen

normal gereist werden kann, sehr

empfehlen.

Hast du denn einen

Lieblingspapagei?

Oh ja, natürlich, wobei es bei der

Artenvielfalt der Papageienfamilie recht

schwerfällt, mich auf eine Art zu begrenzen.

Die gesamte Familie der Kakadus,

hier vor allem den Orangehaubenkakadu

oder den Palmkakadu, mag ich sehr

gerne. Außerdem die Gattung der Unzertrennlichen,

die umgangssprachlich auch

als Liebesvögel bekannt sind.

Denkst du, dass die Community

ungewöhnliche Haustiere besonders

schätzt und womöglich auch

besitzt?

Das denke ich nicht nur, sondern das

zeigt mir meine langjährige Erfahrung in

diesem Bereich. Den Anteil an Haustierbesitzern

würde ich in der Community

als überdurchschnittlich einschätzen.

Dabei begegnet mir vielfach eine

einfühlsame Pflege der Tiere und eine

liebevolle Integration in die Familie.

Welchen Papagei würdest du

Anfängern empfehlen? Oder gleich

zwei?

Bei haltungsrelevanten Papageienarten

sind es, aufgrund des Tierwohls, immer

zwei! Bitte keine Einzelhaltung, denn das

tut dem Vogel nicht gut. Mit kleineren

Sitticharten wie z. B. Wellen- oder Nymphensittichen

kann man sehr gut erste

Erfahrungen sammeln. Es kommt eben

auf die Motivation der Vogelhaltung an:

Möchte man lediglich Vögel halten oder

ggf. sogar auch mal vermehren? Vor jeder

Anschaffung sollte man sich gründlich

informieren. Da ist sicher das Schwarmwissen

in den Foren des Internets. Viele

engagierte Menschen sind da unterwegs,

aber nicht jeder ist ein echter „Experte“.

Daher empfehle ich immer geprüfte

Fachbücher oder aktuelle Zeitschriften,

um sich ein eigenes, fundiertes Wissen

anzueignen.

*Interview: Michael Rädel

www.arndt-verlag.de


KUNST BUCH

NACHGEFRAGT

FÉLIX LEMENS’

Kriminalromane

Seine Bücher wie „Das

Carnet – Wie viele Leben hat

ein Mensch“ und „Beste Bestien

– ein Berlinkrimi“ sind spannende

Unterhaltung schwulen Ursprungs,

aber ohne schwule Handlung.

Wir chatteten mit dem Münchner

Berlinfan, Autor Félix LeMens.

Warum schreibt ein Münchner

Berliner Krimis?

Das ist relativ einfach erklärt. Meine Mutter

ist in Charlottenburg geboren und meine

Omi kam aus dem Wedding. Insofern

habe ich mehr als einen Koffer in Berlin

stehen. Abgesehen von meinen familiären

Wurzeln, kam für mich keine andere Stadt

in Frage, die über so viele interessante und

zugleich spannende Orte verfügt als Berlin.

Ist es für dich in der Pandemie

schwerer oder leichter geworden

als Buchautor? Lesen die Leute nun

mehr?

Ich habe 2020 den Krimi und den Thriller

veröffentlicht, geschrieben wurden sie

2018/2019. Was in jedem Fall sichtbar

ist, dass Buchhandlungen es einem

momentan nicht leicht machen, das

Buch im Verkaufsraum zu platzieren. Hier

wird Corona gerne als Grund genannt.

Verlage und Handel sind sicherlich durch

Kurzarbeit in Rückstand gekommen und

überlastet.

Verzichtest du bewusst auf schwule

Handlungsstränge oder kann das

noch kommen?

Jein. Es gibt in Das Carnet durchaus auch

„schwule Themen“. Einen Protagonisten

lasse ich bewusst frei leben, sodass ihn

der Leser nicht gleich in Schubladen

packen kann. Im Folgeroman erfährt man

mehr über ihn und es kommt auch eine

schwule Nebenfigur ins Spiel.

Welche Pläne hast du für 2021?

2021 werde ich Cauria, ein weiterführender

Roman von Das Carnet, herausbringen.

Derzeit schreibe ich am dritten

Buch aus der Reihe. Alle drei Bände sind

aber in sich abgeschlossene Werke. Dann

wird auch noch ein weiterer Krimi aus der

Reihe Ein Berlinkrimi erscheinen.

Was liebst du an München?

Die Isar und der Flaucher, das sind die

Bade- und Liegewiesen am Fluss, der

durch die Stadt fließt. Die Architektur

des alten Münchens und natürlich das

Umland mit der Nähe zu den Bergen und

dem Süden, den man hier schon erahnen

kann.

Und an Berlin?

Den Esprit Berlins, die Berliner Schnauze

und die enorme Weitläufigkeit der Stadt.

Klar, auch die Klubszene – aber wer

liebt die nicht! Für mich als neugierigen

Menschen gibt es in Berlin immer noch

viel zu entdecken.

*Interview: Michael Rädel

www.lesalon.net


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informiert

www.männer.media


BUCH

GESCHICHTE

Postkarte, circa 1900, 140 x 89 mm, Herkunft: USA, © Courtesy of the Nini-Treadwell

Collection © „Loving“ by 5 Continents Editions/Elisabeth Sandmann Verlag

SCHWULE LIEBE

1850 – 1950

Ein fürwahr bewegendes, spannendes und

außergewöhnliches Buch, das im Oktober

erschienen ist: „Loving – Männer, die sich lieben,

Fotografien aus den Jahren 1850 – 1950“ von

Hugh Nini und Neal Treadwell.

„Unsere Sammlung begann vor zwanzig Jahren, als wir auf

ein altes Foto stießen, das wir für einzigartig hielten. Das

Motiv auf diesem Vintage-Foto waren zwei junge Männer,

die sich umarmten und anstarrten – eindeutig verliebt“, so

die beiden Autoren über den Beginn dieser fotografischen

Reise. Rund 2.800 Bilder sind inzwischen zusammengekommen,

über 300 sind jetzt vereint in einem Buch.

Die Bilder entstanden, als homosexuelle Liebe gesellschaftlich

geächtet war, Schwule lebten versteckt,

mussten ihre Liebe unterdrücken und konnten Sex nur

auf Klappen oder im Geheimen erleben. Dieses Buch ist

ein wichtiges Zeitdokument, das uns vor Augen führt, was

war. Die Männer, die sich in romantischen Posen ablichten

ließen, riskierten viel – Häme und Diskriminierung waren

da noch das Harmloseste, das drohte. Womöglich das

berührendste Buch der letzten Monate. Ein schwules

Muss! *rä

Kabinettformat, circa 1880, 167 x 109 mm, Herkunft: USA, Notiz: „McInturff, Steve Book,

Delaware O.“, © Courtesy of the Nini-Treadwell Collection © „Loving“ by 5 Continents

Editions/Elisabeth Sandmann Verlag

„Loving – Männer, die sich lieben, Fotografien aus den

Jahren 1850 – 1950“, www.loving1000.org, esverlag.de


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oder auf den Bandbreitenaufpreis entfallen.

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