Verfahrenstechnik 1/2021
Verfahrenstechnik 1/2021
Verfahrenstechnik 1/2021
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
19098<br />
1-2<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
Februar <strong>2021</strong><br />
NORM-KONFORM<br />
Dichtungen für Hygienic-Design-Anwendungen
ZETRIX ® & ZEDOX ®<br />
Exzentrisch – Für höchste Ansprüche!<br />
IHR STARKES KLAPPEN-PORTFOLIO<br />
Neu bei ARI !<br />
Metallisch dichtend mit System<br />
ZETRIX ®<br />
Die tri-exzentrische Prozessarmatur – für<br />
anspruchsvollste Einsatzbedingungen, für<br />
Temperaturen von -60°C bis max. +427°C.<br />
Mit Schweißenden (bis DN 600), Doppelflansch<br />
(bis DN 1200) oder Gewindeflansch (bis DN 600).<br />
ZEDOX ®<br />
Neu bei ARI: Die doppelt-exzentrische High<br />
Performance-Armatur – die wirtschaftliche<br />
Alternative, für Temperaturen von -40°C bis<br />
+260°C (max. +400°C). Mit Schweißenden<br />
(bis DN 1600), Doppelflansch (bis DN 1200)<br />
oder Zwischenflansch (bis DN 800).<br />
Fordern Sie weitere Informationen auch über<br />
das breite Portfolio von weichdichtenden<br />
zentrischen Standard-Klappen ZESA ® , GESA ®<br />
und ZIVA ® !<br />
www.ari-armaturen.com
EDITORIAL<br />
BUNGARTZ<br />
MEISTERWERKE<br />
Mut zur Veränderung<br />
Der Jahresanfang ist die Zeit der Pläne und Ideen: Bestehendes wird<br />
hinterfragt, Neues auf die Agenda genommen. Wir kalkulieren<br />
Budgets, stecken uns Ziele, tragen Termine in den Kalender ein und<br />
sind voller Tatendrang. Nach ein paar Wochen stellen wir dann fest,<br />
dass wir weniger umgesetzt haben als geplant. Wir sind wieder im<br />
Alltag abgetaucht, weil uns die Zeit und vielleicht auch der Mut<br />
gefehlt haben, um unkonventionelle Entscheidungen zu treffen oder<br />
gewagte Ideen umzusetzen.<br />
Am Zeitproblem lässt sich meistens nicht viel ändern, aber Mut kann<br />
man angeblich trainieren wie einen Muskel, indem man positiv,<br />
offen und neugierig Dinge tut, die man vorher nicht getan hat. Und<br />
sich dann auf das fokussiert, was gut geklappt hat. Dass das funktioniert,<br />
beweisen die Unternehmen, mit denen wir auf den Seiten 10<br />
und 11 gesprochen haben. Sie haben in der Corona-Krise Mut zur<br />
Veränderung gezeigt und sind damit auch erfolgreich. Da wurden<br />
mobile Arbeitsplätze geschaffen, virtuelle Formate getestet und<br />
komplette Projekte online realisiert und abgewickelt. Auch die<br />
Dechema hat eine mutige Entscheidung getroffen, und<br />
die Achema auf den April 2022 verschoben. Mehr<br />
dazu erfahren Sie im Interview auf Seite 6.<br />
Viele Anregungen, wie Sie in Ihrem<br />
Unternehmen oder an Ihrer Anlage etwas<br />
verändern können, erhalten Sie in unseren<br />
Beiträgen in der vorliegenden Ausgabe. Und<br />
wenn Sie etwas für Klimaschutz und Nachhaltigkeit<br />
tun wollen, sollten Sie unser Special auf den<br />
Seiten 40 und 41 nicht verpassen.<br />
Bleiben Sie mutig.<br />
Eva Linder<br />
Chefredakteurin<br />
e.linder@vfmz.de<br />
DIE MACHT<br />
DES REGELNS<br />
Vertreter der wegweisenden<br />
Spezialkreiselpumpen<br />
aus der Sammlung Bungartz,<br />
Fertigung in Serie<br />
Das hochkarätige Werk greift<br />
auf meisterhafte Weise<br />
die aktuelle Bewegung rein<br />
autonomen Handelns auf.<br />
Denn die trockenlaufsichere<br />
Kreiselpumpe VAN regelt sich<br />
selbst, ohne fremdes Zutun.<br />
Sie arbeitet kavitationsfrei,<br />
was ihre Faszination erhöht.<br />
Beim Kontakt mit toxischen<br />
Medien entfaltet sie ihr ganzes<br />
Potential.<br />
Eine Zierde für so manche<br />
Firma!<br />
Mehr unter +49 211 577905 - 0<br />
und im Internet:<br />
www.bungartz.de/meisterwerke5
INHALT<br />
12 24 40<br />
Foto: Sotrm/stock.adobe.com<br />
Konstant: Luftkonditionierung spielt bei<br />
der Verarbeitung von sensiblen Schüttgütern<br />
eine zentrale Rolle<br />
Mobil: Wartung und Inspektion von<br />
Anlagen profitieren von der zunehmenden<br />
Digitalisierung<br />
Nachhaltig: Das Ziel, klimaneutral zu<br />
produzieren, schreiben sich immer mehr<br />
Unternehmen auf die Fahnen<br />
AKTUELLES<br />
6 INTERVIEW Die Achema ist verschoben – trotzdem gibt<br />
es Impulse für die Branche<br />
7 Personen, Märkte, Unternehmen<br />
8 Seminare, Tagungen, Kurse<br />
10 MEINUNGEN Was nehmen wir mit ins neue Jahr?<br />
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
12 Additive Fertigung braucht trockene Prozessluft<br />
14 Kesseltechnik reduziert CO 2<br />
-Emissionen um 15 Prozent<br />
15 Produktinformationen<br />
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
18 TITEL Dichtungen für Hygienic-Design-Anwendungen<br />
20 Produktinformationen<br />
BETRIEBSTECHNIK<br />
32 Smarte Wägesteuerungen ermöglichen präzises Abfüllen<br />
34 Hebehilfen verbessern Ergonomie und Effizienz<br />
36 Produktinformationen<br />
SPECIAL<br />
KLIMASCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT<br />
40 Trends und Perspektiven<br />
RUBRIKEN<br />
3 Editorial<br />
8 Impressum<br />
42 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />
43 Vorschau<br />
TOP-THEMA PUMPEN<br />
22 Highlights für die Prozessindustrie<br />
ANZEIGE<br />
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
24 Digitalisierung in Service und Wartung: Mobile Devices für<br />
Industrie 4.0<br />
26 Umsatzsteigerung dank digitaler Transformation<br />
28 Betriebliche Optimierung mit neuer Analyse- und<br />
KI-Software<br />
29 Produktinformationen<br />
TITELBILD<br />
C. Otto Gehrckens GmbH &<br />
Co. KG, Pinneberg<br />
4 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
MIT SICHERHEIT<br />
EDELSTAHL<br />
VERBINDUNGSTECHNIK<br />
VON PH.<br />
Edelstahl 1.4571 Maximale Präzision Zulassungen & Normen Hohe Verfügbarkeit<br />
PH Katalog<br />
als App für<br />
Android<br />
oder Ipad<br />
PH Industrie-Hydraulik GmbH & Co. KG<br />
Wuppermannshof 8, 58256 Ennepetal, Germany<br />
Tel. +49 (0) 2339 6021, Fax +49 (0) 2339 4501<br />
info@ph-hydraulik.de, www.ph-hydraulik.de
AKTUELLES I INTERVIEW<br />
Das Herz der Prozessindustrie<br />
schlägt weiter<br />
Die Achema ist verschoben – trotzdem gibt es Impulse für die Branche<br />
Wie schön wäre es gewesen, sich im Juni in Frankfurt<br />
auf der Achema persönlich auszutauschen. Jetzt<br />
müssen wir uns gedulden bis zum 4. April 2022. Wie<br />
die Zeit bis dahin überbrückt werden kann, erfahren<br />
wir von Dr.-Ing. Thomas Scheuring (Bild links) und<br />
Dr. Björn Mathes, den beiden Geschäftsführern der<br />
Dechema Ausstellungs-GmbH.<br />
Herr Scheuring, wie geht es Ihnen nach diesem<br />
ungewöhnlichen Jahr 2020?<br />
Ich will nicht verschweigen, dass ich mir das zurückliegende<br />
Jahr – wie sicherlich wir alle – etwas anders vorgestellt hatte.<br />
Andererseits: Wenn man die Augen offen hält, ist dennoch viel<br />
Positives zu entdecken. Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt<br />
fallen mir ein. Ein gewaltiger Schub in Richtung Digitalisierung<br />
und großartige Fortschritte bei der Verwirklichung einer<br />
agilen Arbeitswelt sind weitere Punkte.<br />
Herr Mathes, wie hat sich die Corona-Krise bisher auf die<br />
Dechema ausgewirkt?<br />
Als wir im März 2020 die ersten Veranstaltungen verschoben bzw.<br />
abgesagt haben, waren wir zuversichtlich, dass wir bis zum Herbst<br />
mehr oder weniger zu einem „normaleren“ Zustand zurückkehren<br />
würden. Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Umso froher<br />
sind wir im Rückblick, dass wir direkt im Frühjahr damit begonnen<br />
haben, digitale Möglichkeiten zu eruieren und ganz neue, angepasste<br />
Formate zu entwickeln. Manches hat von der Digitalisierung<br />
sogar profitiert, anderes vermissen wir aber natürlich<br />
schmerzlich – nicht alles, was ein persönliches Treffen und Gespräch<br />
ausmacht, lässt sich in den virtuellen Raum übertragen.<br />
Wie schwer war die Entscheidung, die Achema auf 2022 zu<br />
verschieben?<br />
Einfach war der Schritt natürlich nicht, aber die eigentliche Entscheidung<br />
fiel im November dann doch sehr schnell und eindeutig.<br />
Ausschlaggebend war das Treffen des Achema-Ausschusses, der<br />
unsere Aussteller vertritt. Wir waren uns alle einig: Unter den<br />
aktuellen Voraussetzungen wird eine Achema im Juni <strong>2021</strong> nicht<br />
den Anspruch erfüllen können, den unsere Kunden, die Besucher<br />
und wir selbst an sie haben. Angesichts des Planungshorizonts<br />
und der notwendigen Investitionen auch für die Aussteller wollten<br />
wir die Entscheidung auch nicht hinauszögern, sondern allen<br />
Planungssicherheit geben.<br />
Wie füllen Sie die Lücke für Aussteller und Besucher?<br />
Die Achema Pulse am 15. und 16. Juni <strong>2021</strong> wird ein ganz neues,<br />
sehr interaktives und vielfältiges Format sein, das die aktuellen<br />
Trends unserer Branchen auf zwei Tage konzentriert – mit hochkarätigen<br />
Sprechern, neuen Möglichkeiten der digitalen Begegnung<br />
und der Chance, als Aussteller eigene Impulse zu setzen.<br />
Damit ist die Achema Pulse als eigenes Event ein echter Höhepunkt<br />
des Jahres und bietet den Branchen gleichzeitig Impulse,<br />
die wir auf der Achema im April 2022 wieder aufgreifen können.<br />
Welche Bedeutung werden Messen nach der Corona-Krise haben?<br />
Ich glaube, wir haben in den letzten Monaten festgestellt, was<br />
digital alles möglich ist – was aber auch nicht. Die Atmosphäre<br />
einer Weltleitmesse wie der Achema, das multisensorische Erlebnis,<br />
die Technik zum Anfassen und das vertrauensvolle Gespräch,<br />
das die Grundlage für tragfähige Geschäftsbeziehungen ist – das<br />
alles lässt sich digital nicht abbilden. Deshalb ist die Achema Pulse<br />
bewusst keine „virtuelle Messe“, sondern ein eigenständiges Format.<br />
Wir waren schon vor der Pandemie überzeugt, dass die digitale<br />
Welt und die Messe-Welt sich hervorragend ergänzen können.<br />
Die Zukunft liegt eindeutig im „Sowohl als auch“.<br />
Wie dürfen wir uns eine Großveranstaltung wie die Achema im<br />
April 2022 vorstellen?<br />
Genauso vielfältig, fundiert und inspirierend, wie Sie es von der<br />
Achema gewohnt sind. Wir haben sehr tragfähige Hygienekonzepte,<br />
die flexibel genug sind, um sie nahezu beliebig an die dann<br />
geltenden Rahmenbedingungen anzupassen. Wir spüren, wie<br />
viele unserer Kunden und Aussteller der nächsten Messe förmlich<br />
entgegenfiebern. Zusätzlich zu den Angeboten vor Ort wird es<br />
auch digitale Angebote geben, um das Beste aus beiden Welten zu<br />
verknüpfen. So gehen wir davon aus, dass die Achema 2022 ein<br />
Technik-Fest für alle Sinne wird und das Herz der Prozessindustrie<br />
dann wieder für eine Woche in Frankfurt schlägt.<br />
Fotos: Dechema, bluebay2014/stock.adobe.com<br />
www.achema.de<br />
6 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
AKTUELLES<br />
Zeppelin übernimmt MTI Mischtechnik<br />
Zum Jahreswechsel hat Zeppelin Systems die inhabergeführte MTI<br />
Mischtechnik übernommen. Neben dem Portfolio soll das Knowhow<br />
der MTI-Mitarbeiter<br />
für Zeppelin<br />
eine große<br />
Rolle spielen. Daher<br />
führt das ehemalige<br />
MTI-Team<br />
am Standort Detmold<br />
die Geschäfte<br />
von MTI unter<br />
neuer Leitung fort.<br />
Dazu Rochus Hofmann,<br />
Geschäftsführer von Zeppelin Systems: „MTI hat großartige<br />
Produkte und ein hervorragendes Servicekonzept, das uns und unseren<br />
Kunden zugutekommt.“<br />
www.zeppelin-systems.com<br />
Watson-Marlow vertreibt<br />
Bredel-Hochdruckschlauchpumpen<br />
Ab sofort übernimmt die Watson-Marlow GmbH mit Sitz in Rommerskirchen<br />
Vertrieb, Service und Support zu den Bredel-Hochdruckschlauchpumpen,<br />
Schlauchelementen, Zubehör und Ersatzteilen<br />
in Deutschland. Hans-Peter Jacob, Geschäftsführer der Watson-Marlow<br />
GmbH kommentiert:<br />
„Durch den Start<br />
des direkten Vertriebs der<br />
Bredel-Produkte können<br />
wir unseren Kunden in<br />
Deutschland nun ein noch<br />
umfassenderes End-to-<br />
End-Lösungsspektrum für<br />
praktisch alle Bedürfnisse<br />
rund um die Verarbeitung<br />
von Flüssigkeiten anbieten.<br />
Vor allem die Kunden, die abrasive Medien verarbeiten, profitieren<br />
von der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Bredel-Pumpen.<br />
Außerdem stärken wir durch das Bredel Sortiment unsere Position<br />
als Marktführer für Schlauchpumpen in Deutschland.“<br />
www.wmftg.de<br />
Denios investiert in langfristigen Erfolg<br />
Zu Beginn des Jahres fand bei der Denios AG in Bad Oeynhausen<br />
der erste Spatenstich zum Hallenneubau an der Südspitze des Unternehmenshauptsitzes<br />
an der Dehmer Straße statt. Da die bisherige<br />
Produktionsfläche von rund 13 000 Quadratmetern nicht mehr<br />
ausreicht, wird die Fertigung um eine neue 4 200 Quadratmeter große<br />
Montage- und<br />
Lagerhalle erweitert.<br />
Der Neubau<br />
soll auch einen<br />
weiteren Schub für<br />
die Digitalisierungsstrategie<br />
bedeuten.<br />
„Gerade in<br />
der aktuellen Krise<br />
hat sich gezeigt,<br />
wie wichtig innovative<br />
Produkte sind.<br />
Deren Bedeutung wird zukünftig noch wachsen, und so investieren<br />
wir mit unserer neuen Halle in den weiteren, langfristigen Erfolg<br />
des Unternehmens“, betont Firmengründer und Vorstandsvorsitzender<br />
Helmut Dennig.<br />
www.denios.de<br />
Joachim Dittrich ist CEO bei Fette Compacting<br />
Die LMT Group hat Joachim Dittrich zum 1. Januar <strong>2021</strong> zum Chief<br />
Executive Officer (CEO) von Fette Compacting und zum Mitglied<br />
der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe<br />
berufen. Die Tablettenpressen<br />
und Kapselfüllanlagen von Fette<br />
Compacting sind weltweit in der pharmazeutischen<br />
Industrie und bei der Herstellung<br />
von Nahrungsergänzungsmitteln im<br />
Einsatz. „Sichere Versorgung mit Medikamenten,<br />
zunehmende Digitalisierung<br />
und Nachhaltigkeit sind Herausforderungen<br />
und Chancen für ein mittelständisches<br />
Unternehmen wie Fette Compacting“,<br />
erklärt Dittrich. „Ich freue mich darauf, mit dem erfahrenen<br />
und engagierten Team bei Fette Compacting erfolgreich zusammenzuarbeiten.“<br />
www.fette-compacting.com<br />
Temperatur Profil Systeme<br />
+<br />
Optische Kontroll Systeme<br />
... weil Erfahrung zählt !<br />
PhoenixTM GmbH www.phoenixtm.de info@phoenixtm.de Tel:+49 5731 300280
AKTUELLES<br />
SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />
Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />
FORTBILDUNG Verantwortliche Personen<br />
für Brandmeldeanlagen nach DIN 14675<br />
SEMINAR Moderne und bewährte<br />
Schüttgut-Förderkonzepte<br />
22./23.02.21,<br />
Berlin<br />
23.02.21,<br />
Altdorf b. Nürnberg<br />
TAGUNG 21. Göttinger Abwassertage 23./24.02.21,<br />
online<br />
KURS Pumpenanlagen auslegen, betreiben,<br />
optimieren<br />
WEITERBILDUNG Betriebsbeauftragter für<br />
Abfall/Abfallbeauftragter<br />
01./02.03.21,<br />
Wuppertal<br />
01.–04.03.21,<br />
Offenbach<br />
BRANCHENSEMINAR Wasser und Abwasser 02./03.03.21,<br />
Schiltach<br />
FORTBILDUNG Vermittlung der Sachkunde<br />
nach § 11 ChemVerbotsV<br />
FACHSCHULUNG Strahlenschutz zur<br />
Erlangung der Fachkundegruppe 2.1<br />
08.–10.03.21,<br />
Essen<br />
09./10.03.21,<br />
online<br />
KONFERENZ 7. PI-Konferenz 15.–18.03.21,<br />
online<br />
SEMINAR Grundlagen des Explosionsschutzes<br />
17.03.21,<br />
Essen<br />
SCHULUNG Industrial Ethernet 17./18.03.21,<br />
Schmölln/Thür.<br />
Tüv Nord, Tel. 0800/8888020,<br />
www.tuevnordakademie.de<br />
Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />
www.taw.de<br />
Technische Akademie Hannover, Tel. 0511/3943330,<br />
www.ta-hannover.de<br />
Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />
www.taw.de<br />
Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />
www.umweltinstitut.de<br />
Vega, Tel. 07836/50-0,<br />
www.vega.com<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Endress + Hauser, Tel. 07621/975-610,<br />
www.de.endress.com<br />
Profibus Nutzerorganisation, Tel. 0721/9658590,<br />
www.profibus.com<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Indu-Sol GmbH, Tel. 034491/5818-0,<br />
www.indu-sol.com<br />
Seminare zum<br />
Gefahrstoff-Handling<br />
Ob Einsteiger, neue Mitarbeiter,<br />
fortgeschrittene Anwender<br />
oder Profis – wer sich zu einem<br />
Seminar in der Denios-Academy<br />
anmeldet, soll mit frischen<br />
Impulsen und wertvollen Informationen<br />
für den sicheren<br />
Umgang mit Gefahrstoffen an<br />
seinen Arbeitsplatz zurückkehren.<br />
Pünktlich zum Jahresbeginn<br />
präsentiert der Anbieter<br />
von Lösungen für den betrieblichen<br />
Umwelt- und Arbeitsschutz<br />
sein aktuelles und<br />
vielfältiges Fortbildungsangebot<br />
für <strong>2021</strong> mit über 400 Veranstaltungen<br />
im Online- oder<br />
Präsenzmodus.<br />
www.denios.de/academy<br />
Process Insights bietet Lösungen für Gas- und Wasseranalytik<br />
Die amerikanische Unternehmensgruppe Process Insights ist ein<br />
Zusammenschluss von Technologieunternehmen, die sich auf innovative<br />
und differenzierte Lösungen im Bereich der Gas- und Wasseranalytik<br />
fokussieren. Das Regionalbüro in Frankfurt steuert seit<br />
kurzem alle operativen Vertriebs-, Marketing- und Serviceprozesse<br />
der Unternehmensgruppe in Europa, dem Nahen Osten und Afrika<br />
(EMEA). Wichtige Kundensegmente wie Chemie, Petrochemie,<br />
Pharmazie, Halbleiter sowie Lebensmittel & Getränke Industrie sollen<br />
fortan schneller und umfassender bedient werden. Der neue<br />
Standort wird zukünftig ein Schulungszentrum für Theorie und Praxis,<br />
wo Kunden zusammen mit den Applikationsspezialisten von<br />
Process Insights Lösungen mit betriebsbewährten Produkten der<br />
weltweit etablierten Marken spezifizieren können, um gemeinsam<br />
komplexe Prozessanforderungen zu erfüllen.<br />
www.process-insights.com<br />
IMPRESSUM<br />
vereinigt mit BioTec<br />
erscheint <strong>2021</strong> im 55. Jahrgang, ISSN: 0175-5315<br />
REDAKTION<br />
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)<br />
Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de<br />
(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />
Redakteurin: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf),<br />
Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de<br />
Redaktionsassistenz:<br />
Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />
Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />
Ulla Winter, Tel.: 06131/992-347,<br />
E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />
(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />
GESTALTUNG<br />
Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />
SALES<br />
Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />
E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />
Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />
E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />
Anzeigendisposition: Heike Rauschkolb,<br />
Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />
Anzeigenpreisliste Nr. 33: gültig ab 1. Oktober 2020<br />
LESERSERVICE<br />
vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />
Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />
Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige<br />
Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />
(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />
Preise und Lieferbedingungen:<br />
Einzelheftpreis: € 12,50 (zzgl. Versandkosten)<br />
Jahresabonnement Inland: € 96,- (inkl. Versandkosten)<br />
Jahresabonnement Ausland: € 111,- (inkl. Versandkosten)<br />
Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />
weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />
Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />
VERLAG<br />
Vereinigte Fachverlage GmbH<br />
Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />
Postfach 100465, 55135 Mainz<br />
Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100<br />
E-Mail: info@vfmz.de<br />
www.vereinigte-fachverlage.de<br />
Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />
Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />
Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />
Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />
Gesellschafter: P.P. Cahensly GmbH & Co. KG,<br />
Karl-Härle-Straße 2, 56075 Koblenz<br />
Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />
Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />
Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />
Head of Sales: Carmen Nawrath<br />
Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />
(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />
Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />
E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />
DRUCK UND VERARBEITUNG<br />
Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />
Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />
DATENSPEICHERUNG<br />
Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />
gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />
zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />
ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />
Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />
Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />
beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />
Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />
Ab bildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />
An nahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />
Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />
Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />
zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />
auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />
zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />
entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />
Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />
das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />
Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />
und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />
zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />
jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen<br />
von Internet- und Online-Dienstleist ungen, CD-ROM, CD<br />
und DVD und der Datenbank nutzung und das Recht, die<br />
vorgenannten Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen,<br />
d. h. Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die<br />
Richtigkeit des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />
Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen<br />
werden. Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht<br />
der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte<br />
Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden.<br />
Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt werden, über<br />
deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt, und die<br />
nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur Veröffentlichung<br />
eingereicht oder bereits veröffentlicht wurden.<br />
Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />
Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />
zur Feststellung der Verbreitung von<br />
Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />
8 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
AKTUELLES<br />
Labvolution erst im September<br />
Die Planungen für die Labvolution <strong>2021</strong> sind schon weit fortgeschritten,<br />
trotzdem geht die Messe für das smarte Labor auf Nummer<br />
sicher. Mit Blick auf die Corona-Pandemie verlegen die Veranstalter<br />
das Event von Anfang Mai auf 7. bis 9. September <strong>2021</strong>. „Wir<br />
haben uns intensiv mit dem Markt abgestimmt und sind sehr froh,<br />
dass die Entscheidung für<br />
den September-Termin auf<br />
große Zustimmung trifft“,<br />
sagt Dr. Andreas Gruchow,<br />
Mitglied des Vorstands der<br />
Deutschen Messe AG. „Der<br />
spätere Termin verschafft<br />
den Unternehmen eine bessere<br />
Planungssicherheit<br />
und erlaubt uns, eine wirklich<br />
hybride Veranstaltung<br />
zu organisieren, also ein physisches Treffen mit Ausstellung und<br />
Konferenz – wie Seminarelementen in Hannover – angereichert um<br />
digitale Beteiligungsmöglichkeiten für Aussteller, Sponsoren und<br />
Besucher.“<br />
www.labvolution.de<br />
Alfa Laval eröffnet Testzentrum<br />
Alfa Laval hat am Standort Kolding in Dänemark ein Application &<br />
Innovation Centre für Fluid-Handling-Technologien in Betrieb genommen.<br />
Damit will das Unternehmen seine Position als weltweiter<br />
Zulieferer der Lebensmittel-<br />
und Pharmaindustrie<br />
stärken,<br />
die wichtige Wachstumsbereiche<br />
darstellen.<br />
In dem neuen<br />
Testzentrum mit<br />
1 600 m² Fläche können<br />
Lebensmittelund<br />
Pharmahersteller<br />
ihre eigenen Produkte<br />
unter realen Betriebsbedingungen mit den Alfa-Laval-Systemen<br />
verarbeiten, bevor sie Investitionen tätigen.<br />
Boge für <strong>2021</strong> gut aufgestellt<br />
Nach einem für die gesamte Weltwirtschaft turbulenten Jahr blickt<br />
der Druckluftspezialist Boge zufrieden zurück und optimistisch voraus.<br />
Trotz der Herausforderung, die die anhaltende Pandemie<br />
stellt, entwickelte sich das Bielefelder Familienunternehmen im<br />
Jahr 2020 positiv weiter und startet das Jahr <strong>2021</strong> auf stabilen Beinen<br />
und mit wachsendem Team. Wolf D. Meier-Scheuven (Bild<br />
mitte) schied zum Jahreswechsel als Geschäftsführer aus. Neben<br />
Olaf Hoppe (links) vertritt seit Januar Michael Rommelmann als<br />
Geschäftsführer das Handlungsfeld Technik. Zur Seite stehen den<br />
Beiden die Prokuristinnen Nadine Komvos und Mareike Heinrich.<br />
Wolf D. Meier-Scheuven begleitet die strategische Unternehmensplanung<br />
als Vorsitzender des Beirats weiter.<br />
www.boge.de<br />
www.alfalaval.de<br />
Müller Quadax kooperiert mit AVA<br />
Der Armaturenhersteller Müller Quadax aus Forchtenberg bietet ab<br />
sofort seine Expertise einem deutlich breiteren Kundenkreis an, indem<br />
er mit dem globalen Vertriebspartner AVA Armaturen Vertrieb<br />
Alms in Ratingen kooperiert. AVA beliefert seine Kunden mit einem<br />
umfangreichen Sortiment an Industriearmaturen und bietet umfassende<br />
Serviceleistungen wie Umbau, Modifikation, Reparatur<br />
und Aufarbeitung von Armaturen sowie den Aufbau von Getrieben<br />
und Antrieben an. Um die ständige und schnelle Verfügbarkeit zu<br />
gewährleisten, sind an vier europäischen Lagerstandorten über<br />
140 000 Industriearmaturen und Ersatzteile dauerhaft eingelagert.<br />
Müller Quadax verfügt über 60 Jahre Erfahrung in der Herstellung<br />
von Industriearmaturen. Hier wurden unter anderem die 4-fach exzentrischen<br />
Absperrklappen Quadax entwickelt, die eine neue Dimension<br />
der Sicherheit etabliert haben.<br />
www.quadax.de<br />
www.ruwac.de<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 9
AKTUELLES<br />
Die Stunde der<br />
Kreativen und Mutigen<br />
Was nehmen wir mit ins neue Jahr?<br />
Frank Hils<br />
Geschäftsführer DACH-Region, Bürkert<br />
Fluid Control Systems, Ingelfingen<br />
„Früher“ war ein nicht persönlicher<br />
Kundenbesuch undenkbar, heute<br />
funktionieren viele Formate mit<br />
Erfolg virtuell. In der Krise schlägt<br />
die Stunde der Kreativen, Mutigen,<br />
Ausprobierer und Flexiblen. Diese<br />
Talente werden später in der „Normalität“ vorwärtskommen –<br />
wir möchten dazugehören. Die Absage der Achema ist für uns<br />
keine Überraschung. Messen, Seminare und Tagungen leben<br />
von der physischen Nähe. Eine unter den notwendigen<br />
Hygienebedingungen durchgeführte Messe ist wirkungslos,<br />
denn sie verliert ihre Kerncharakteristik. Wir transportieren<br />
unsere Botschaften nun über andere Kanäle (z. B. Showtruck,<br />
Inhouse-Veranstaltungen, Webinare) und testen virtuelle<br />
Formate, die bis dato eher „Neuland“ für uns waren. Und wir<br />
lernen, Ziele für diese Formate zu definieren: Wie wertvoll ist<br />
eine 30-minütige Webinarteilnahme? Wie sieht ein angemessenes<br />
Follow-up aus? Für die Veranstalter und die Teilnehmer<br />
ist es anders, neu und vielleicht auch irgendwie schwierig.<br />
Joachim Dittrich<br />
CEO, Fette Compacting, Schwarzenbek<br />
Schon vor Corona war uns klar, dass<br />
die Digitalisierung ein wichtiger<br />
Faktor ist, um schnell auf veränderte<br />
Bedingungen zu reagieren. Die<br />
Pandemie hat dies im Zeitraffer<br />
noch verstärkt und stellt uns alle<br />
vor besondere Herausforderungen.<br />
Dank des umfangreichen digitalen Serviceangebots unserer<br />
OSDi Unit können wir mit unseren Kunden in engem Kontakt<br />
bleiben und Bedürfnisse passgenau bedienen – sei es der per<br />
App hinzugeschaltete Servicetechniker oder das ortsunabhängige<br />
Virtual-Reality-Training. In der aktuellen Ausnahmesituation<br />
haben sich digitale Lösungen etabliert, daher<br />
werden wir die Digitalisierung in <strong>2021</strong> noch stärker vorantreiben.<br />
Neben neuen Digitaltools können sich unsere Kunden<br />
auf eine exklusive Online-Eventreihe sowie einige Produktinnovationen<br />
freuen. Natürlich sind persönlicher Kontakt und<br />
haptisches Produkterlebnis virtuell nur schwer zu ersetzen,<br />
aber wir werden auch diese temporäre Herausforderung<br />
gemeinsam meistern.<br />
Dr. Thomas Brendecke<br />
Geschäftsführer, Gather Industrie GmbH, Wülfrath<br />
Fotos: Bürkert, Buschjost, Fette Compacting ,<br />
Gather, Hecht, Vega, Yokogawa<br />
Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen, weil die<br />
Kommunikation nach innen und außen gut funktioniert<br />
und weil wir großen Wert auf eine vertrauensvolle und<br />
langfristige Zusammenarbeit mit unseren Kunden und<br />
Lieferanten legen. Diese verlässlichen Beziehungen sind<br />
auch ohne persönliche Treffen und unter Nutzung der<br />
digitalen Möglichkeiten weiterhin stabil. Unsere<br />
Belegschaft stellte sich sehr schnell um, und sicherlich<br />
werden wir nach der Pandemie digitaler kommunizieren als zuvor. Trotzdem<br />
bleibt für uns ein persönlicher Austausch unabdingbar. Neben der Möglichkeit<br />
des Networkings sind gerade Messen wichtige Impulsgeber für unsere Technologieentwicklung.<br />
Wir haben als Aussteller auf internationalen und nationalen<br />
Maschinenbaumessen stets von diesem Angebot profitiert und werden auch<br />
künftig aktive Präsenz zeigen. Dass dies bald wieder möglich sein wird, sehen<br />
wir mit Zuversicht und gehen positiv in das neue Jahr <strong>2021</strong>.<br />
10 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
AKTUELLES<br />
Matthias Hänsel<br />
Leitung Marketing, Hecht Technologie GmbH, Pfaffenhofen<br />
Ein positiver Aspekt der Corona-Krise ist der kräftige Schub bei der Digitalisierung<br />
unserer Prozesse. Es wurden mehr als 100 Arbeitsplätze in unter zwei<br />
Wochen „mobilisiert“, neue Konzepte wurden entwickelt, um weiterhin mit<br />
Partnern zu interagieren. Für <strong>2021</strong> erhoffen wir uns im zweiten Halbjahr<br />
wieder die Möglichkeit von Präsenz-Treffen und Veranstaltungen. Die<br />
Menschen sehnen sich trotz Digitalisierung und Automatisierung nach einer<br />
physischen Nähe. Ich glaube, das ist uns allen sehr bewusst geworden. Das<br />
Hinterfragen von globalen Leitmessen und deren Kosten-Nutzen hat sich aus unserer Sicht noch weiter<br />
verstärkt. Der Trend wird zu kleineren, spezifischen und lokalen Messen und sicher in diesem Jahr auch<br />
zu hybriden Veranstaltungen gehen. Rein virtuelle Veranstaltungen sehe ich auf Dauer gerade im<br />
Maschinen- und Anlagenbau nicht als erfolgsversprechend an. In Zukunft wird es verschiedene<br />
Mischformen von Präsenz- und Online-Veranstaltungen geben.<br />
Raymond Kamp<br />
Managing Director Process Control EMEA,<br />
Buschjost GmbH, Bad Oeynhausen<br />
In schwierigen Zeiten zeigt sich,<br />
wie gut ein Unternehmen wirklich<br />
aufgestellt ist. Trotz aller Herausforderungen<br />
können wir dem<br />
vergangenen Jahr viel Gutes<br />
abgewinnen: Unsere Neuausrichtung<br />
auf bestimmte Zielsegmente<br />
konnten wir erfolgreich fortführen, unsere Kunden noch<br />
stärker in den Fokus rücken und die Zusammenarbeit weiter<br />
intensivieren – ein Schritt, der sich wirklich bezahlt gemacht<br />
hat. Weil ein enger Austausch untereinander nur digital<br />
realisiert werden konnte, zählen Social Media, Webinare und<br />
virtuelle Events plötzlich zu den wichtigsten Instrumenten im<br />
beruflichen Alltag. Was gestern noch ungewohnt war, ist<br />
heute bereits unentbehrlich, sodass wir inzwischen bereits<br />
komplette Projekte online realisiert und abgewickelt haben.<br />
Für <strong>2021</strong> bedeutet das: Wer die Best Practices vor und<br />
während Corona miteinander vereint und die Krise weiterhin<br />
als Chance betrachtet, ist schon heute auf Erfolgskurs.<br />
Tim-Peter Henrichs<br />
Manager Marketing D-A-CH,<br />
Yokogawa Deutschland GmbH, Ratingen<br />
Die Krise zeigt, dass es für ein<br />
Unternehmen wichtig ist, agil zu<br />
sein. Wir haben davon profitiert,<br />
dass die modernen Tools ad hoc<br />
funktionierten, sowohl intern<br />
als auch im Projektgeschäft. Wir<br />
haben aber auch gelernt, mehr auf<br />
Remote-Lösungen zu setzen. Wir machen jetzt Abnahmen<br />
mit Videokameras, und die Verantwortlichen sitzen irgendwo<br />
über den Globus verstreut. Das alles funktioniert tadellos,<br />
und die Akzeptanz ist groß. Für <strong>2021</strong> erhoffe ich mir natürlich<br />
wieder mehr Normalität. Trotz des digitalen Höhenflugs, den<br />
wir hatten, ist ein gesunder Mittelweg gefragt: Denn ohne<br />
den persönlichen Kontakt bleiben die kollegiale Seele und die<br />
Kreativität auf der Strecke. Wir sollten die durch das digitale<br />
Know-how gewonnene Flexibilität in Form eines mobile<br />
office mit den bisherigen Arbeitsformen kombinieren. Das passt<br />
auch besser zum heutigen Lebensstil: Freizeit und Beruf sinnvoll<br />
übereinander zu bringen – quasi „on demand“ arbeiten.<br />
Matthias Veith<br />
Leitung Marketing, Vega Grieshaber KG, Schiltach<br />
Viele Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr abgesagt und sind auch für<br />
<strong>2021</strong> bereits verschoben. Messen sind für uns nach wie vor eine wichtige Plattform,<br />
um Kunden über unsere Lösungen zu informieren. Ein wichtiger Baustein unserer<br />
Kommunikation liegt also aktuell „auf Eis“. Die Herausforderung besteht nun darin,<br />
alternative digitale Formate zum Einsatz zu bringen. Wer hätte noch vor einem Jahr<br />
gedacht, dass die Digitalisierung eine solche Geschwindigkeit aufnimmt? Bei der<br />
Planung virtueller Veranstaltungen befinden wir uns alle noch in einer Lernkurve. Man sollte Neuem<br />
gegenüber jedoch grundsätzlich offen sein, um zu lernen, was funktioniert und was nicht. Wenn wir diese<br />
Herausforderung als Chance verstehen, können wir gemeinsam mit unseren Kunden neue Kommunikationswege<br />
entwickeln, die zukunftsfähig und nutzbringend sind.<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 11
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Entscheidender Faktor<br />
Additive Fertigung braucht trockene Prozessluft<br />
Die additive Fertigung im<br />
Metallbereich erfordert eine<br />
trockene Atmosphäre, um die<br />
Festigkeit und Integrität des<br />
Bauteils zu gewährleisten. Daher ist<br />
die Sicherstellung der optimalen<br />
Luftkonditionen ein entscheidender<br />
Faktor für den Gesamtprozess. Als<br />
besonders wirkungsvoll erweist sich<br />
hier die Verwendung von<br />
Rotationsentfeuchtern.<br />
Die schnelle Reaktion auf komplexe Kundenwünsche<br />
erfordert bei produzierenden<br />
Unternehmen eine hohe Flexibilität bei<br />
gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit und entsprechender<br />
Produktqualität. Die zunehmende<br />
geometrische Vielfalt erhöht den<br />
Aufwand für die Hersteller in der Fertigung.<br />
Durch die Möglichkeit, schnell und kostengünstig<br />
Muster bzw. Modellobjekte, Prototypen<br />
und Endprodukte herstellen zu können,<br />
ist die additive Fertigung (Additive Manufacturing<br />
– AM) für viele Unternehmen<br />
Autor: Dipl.-Ing. Florian Matthieu, Projekt- und<br />
Produktmanagement, ULT AG, Löbau<br />
eine mögliche Antwort auf diese Anforderungen,<br />
da auf Basis von CAD-Daten direkt<br />
gefertigt werden kann. Dies bringt sehr viele<br />
Vorteile für den Produktentwicklungsund<br />
Herstellungsprozess mit sich.<br />
Es gibt eine ganze Reihe an Verfahren zur<br />
additiven Fertigung, die allesamt landläufig<br />
als 3-D-Druck bezeichnet werden. Der Fokus<br />
soll im Folgenden auf dem Prozess unter<br />
Verwendung von Metall liegen. Bei diesem<br />
Fertigungsprozess auf Pulverbasis wird<br />
sehr feines Metallpulver per selektivem Laserschmelzen<br />
(Selective Laser Melting –<br />
SLM) schichtweise aufgetragen, um teils<br />
hochkomplexe 3-D-Formen und Bauteile<br />
zu fertigen. Durch den schichtweisen Aufbau<br />
lassen sich funktionsoptimierte Geometrien<br />
umsetzen, die aus CAD-Daten gewonnen<br />
werden. Dieser Prozess ermöglicht<br />
die Herstellung teils komplexer Objektstrukturen.<br />
Feuchtekonzentration effektiv<br />
sicherstellen<br />
Um die hohen Qualitätsanforderungen zu<br />
gewährleisten, müssen verschiedene Herausforderungen<br />
in den Bereichen Pulver-<br />
Handling und Prozessluftumgebung im<br />
Fertigungsbereich vom Betreiber der AM-<br />
Anlagen bewältigt werden. Dazu gehören<br />
die Beherrschung der Luftsituation und die<br />
ständige Überwachung und Sicherstellung<br />
der genauen Feuchtekonzentration in der<br />
Umgebung. Denn die ungewollte Oxidation<br />
des Metallpulvers durch eine zu hohe Luft-<br />
feuchtigkeit stellt ein potenzielles Risiko für<br />
die Qualität des Endprodukts und die Prozessstabilität<br />
dar, da die physikalischen<br />
Eigenschaften gelagerter Werkstoffpulver<br />
beeinträchtigt werden.<br />
Um beispielsweise den SLM-Prozess effizient<br />
und nachhaltig zu gestalten, ist eine<br />
ganzheitliche Betrachtung des Prozesses<br />
vom sicheren Entpulvern additiv gefertigter<br />
Bauteile zu einer qualifizierten Aufbereitung<br />
überschüssiger Pulver bis zur Rückführung<br />
in den Prozess notwendig. Ein<br />
wichtiger Baustein dieser Aufbereitung ist<br />
die Trocknung des Pulvers. Außerdem muss<br />
eine möglichst trockene Prozessatmosphäre<br />
im Prozessraum zuverlässig einstellbar<br />
und ebenso konstant gewährleistet werden.<br />
01 Einsatz eines Sorptionstrockners<br />
bei der Pulverlagerung<br />
12 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
02 Schematische Darstellung des<br />
Lufttrocknungsprozesses basierend<br />
auf Sorptionsverfahren<br />
Einer hocheffizienten Prozesslufttrocknung<br />
kommt eine Schlüsselfunktion für den stabilen<br />
AM-Prozess zu. Denn wenn die feinen<br />
metallischen Pulvermaterialien mit Partikelgrößenverteilung<br />
im Bereich von 20 bis<br />
40 µm Luftfeuchte aufnehmen, werden sie<br />
für die sensiblen SLM-Prozesse unbrauchbar,<br />
da sie dann zum Verklumpen und Oxidieren,<br />
je nach Pulver-Werkstoffmaterial,<br />
neigen. Erst eine zuverlässig hohe Pulverqualität<br />
ermöglicht eine reproduzierbare<br />
Bauteilqualität unter gleichbleibenden Produktionsbedingungen.<br />
Tocknung als Teil des<br />
Lüftungskonzepts<br />
1 Prozessluftvorfilter<br />
2 Vorkühler<br />
3 Sorptionsrotor mit Antrieben<br />
4 Nachkühler<br />
5 Prozessluftventilator<br />
6 Prozessluftnachfilter<br />
7 Regenerationsluftfilter<br />
8 Wärmeübertrager<br />
9 Elektrische Heizung<br />
10 Regenerationsluftventilator<br />
Die Anforderungen an die Prozesslufttrocknung<br />
für Produktionsraumumgebungen<br />
liegen dabei im Bereich von 19 bis 22 °C bei<br />
10 bis 40 % regelbarer relativer Luftfeuchte,<br />
die je nach Auswahl der pulverförmigen<br />
Metallmaterialien konstant gehalten werden<br />
sollte. Das entspricht einem Taupunkt<br />
bis zu – 10 °C (Tp). Um trockene Prozessluft<br />
mit diesen Bedingungen zu erzeugen, reichen<br />
konventionelle Methoden wie die einfache<br />
Kondensation des Wasserdampfes an<br />
Kühlregistern nicht mehr aus. Um den Restfeuchtegehalt<br />
der Luft so weit zu reduzieren,<br />
sind sorptive Prozesse somit sinnvoll<br />
und hierfür notwendig.<br />
Fast alle im 3-D-Druckverfahren verarbeitete<br />
Metallpulver, die nicht von der Umgebungsatmosphäre<br />
abgeschirmt sind, neigen<br />
sehr stark zur Feuchtigkeitsaufnahme. Dies<br />
führt insgesamt zu einer Materialverschlechterung,<br />
die innerhalb der AM/3-D-<br />
Druckverfahren kaum zu korrigieren ist,<br />
und somit eine langwierige und kostspie lige<br />
Nachbearbeitung bzw. -produktion erfordert.<br />
Daher ist der Feuchtigkeitsgehalt der<br />
Luft in der Umgebung des Metallpulvers an<br />
jeder Stelle des Prozesses sicherzustellen.<br />
Ein Hauptaspekt bei erfolgreich installierten<br />
Konzepten in der AM-Industrie war und<br />
ist auch die Klimatisierung und Trocknung<br />
des Aufstellungsraumes der 3-D-Druckanlage<br />
bzw. des gesamten 3-D-Druck Prozesses.<br />
So kann sichergestellt werden, dass das Metallpulver<br />
auch beim Umfüllen, Abfüllen,<br />
Absaugen und sonstigen Handling-Arbeiten<br />
an der Maschine nicht mit zu hoher und<br />
nicht kontrollierterLuftfeuchtigkeit in Kontakt<br />
kommt und somit jederzeit wiederverwendet<br />
werden kann. Zudem kann der<br />
Hohe Pulverqualität ermöglicht reproduzierbare Bauteilqualität<br />
unter konstanten Produktionsbedingungen<br />
Druckjob auch nach Öffnung des Prozessraums<br />
in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit und<br />
die Pulverqualität fortgesetzt werden.<br />
Sorptionstechnik bietet entscheidende<br />
Vorteile<br />
Als besonders wirkungsvoll erweist sich<br />
hier die Verwendung von Rotationsentfeuchtern.<br />
Dabei wird der vorentfeuchtete<br />
Luftstrom durch ein rotierendes, mit Adsorptionsmittel<br />
beschichtetes Sorptionsrad<br />
geleitet und weiter auf einen einstellbaren<br />
tiefen Taupunkt herunter getrocknet. Auf<br />
der Gegenseite wird das Rad regeneriert<br />
(Desorption), um das kontinuierliche Aufbereiten<br />
der zu trocknenden Luft effektiv<br />
und konstant zu gewährleisten. Die Wassermoleküle<br />
in der angesaugten Luft werden<br />
gleichzeitig mittels Desorption kontinuierlich<br />
durch Wärme aus dem Adsorptionsmittel<br />
herausgetrieben und als Adsorbat in einem<br />
separaten Luftstrom aus der Anlage in<br />
die Außenatmosphäre geführt.<br />
Durch Erweiterung des Sorptionsmoduls<br />
ULT Dry-Tec beispielsweise mit Vor- und<br />
Nachkühlern ULT Cool-Tec V und ULT<br />
Cool-Tec N bzw. einem Nachheizer ULT<br />
Warm-Tec, können sogar Taupunkte von bis<br />
zu – 65 °C (Tp) und eine beliebige Temperatur<br />
erreicht werden. Die Vor- und Nachkühlermodule<br />
können optional mit unterschied<br />
lichen Filterelementen entsprechender<br />
Filterklassen ausgerüstet werden. Derart<br />
niedrige Taupunkte (< – 10 °C Tp) sind<br />
für die Lagerung des Metallpulvers allerdings<br />
kaum notwendig.<br />
Die Prozessluft-Trocknungsanlage ULT<br />
Dry-Tec ist eine anschlussfertige, kompakte<br />
und modulare Anlagenkonzeption mit einer<br />
sehr hohen Entfeuchtungsleistung bei gleichzeitig<br />
niedrigem Energiebedarf. Dazu gehören<br />
regelbare Ventilatoren für den Prozessluftstrom<br />
und den Regenerationsluftstrom<br />
sowie eine integrierte Wärmerückgewinnung.<br />
Durch das effektive Wärmerückgewinnungssystem<br />
können bis zu 35 % der notwendigen<br />
Leistung zur Erhitzung des Luftstromes<br />
im Desorptionskreislauf eingespart<br />
werden. Die Wärme wird dabei aus dem<br />
Abluftstrom und einem Teil der darin enthaltenen<br />
Kondensationswärme gewonnen.<br />
Diese ansonsten ungenutzte Energie erwärmt<br />
direkt den angesaugten Regenerationsluftstrom<br />
und trägt so zur Energieeinsparung<br />
bei der Regeneration des Sorptionsrades<br />
bei.<br />
Fotos: ULT, Solukon, Ampplus<br />
www.ult.de<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 13
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Nachhaltige Kartoffelverarbeitung<br />
Kesseltechnik reduziert CO 2<br />
-Emissionen um 15 Prozent<br />
Kundenspezifische Dampf-,<br />
Heißwasser- und Heizkesselanlagen<br />
stellen Prozesswärme effizient für<br />
alle Anwendungsgebiete zur<br />
Verfügung. Ein Hersteller von<br />
Kartoffelprodukten spart durch ein<br />
neues Dampfkesselsystem Kosten<br />
und erhört die Wirtschaftlichkeit<br />
seiner Anlage.<br />
Die Hans Henglein und Sohn GmbH aus<br />
dem fränkischen Wassermungenau hat<br />
ein neues Bosch-Dampfkesselsystem in Betrieb<br />
genommen, das eine nachhaltigere<br />
und umweltfreundlichere Verarbeitung von<br />
Kartoffeln und Teigwaren unterstützt. Dafür<br />
erhielt das Unternehmen KfW-Förderungen<br />
in Höhe von 30 % auf die Investition in die<br />
effizienzsteigernden und damit CO 2<br />
-reduzierenden<br />
Komponenten.<br />
Autorin: Annemarie Wittmann, Thermotechnology,<br />
Marketing, Bosch Industriekessel GmbH,<br />
Gunzenhausen<br />
„Mit unserer technischen Dokumentation,<br />
kundenindividuellen Auslegung und 3-D-<br />
Symbolen gelang es, Planungsaufwand und<br />
Schnittstellen zu reduzieren und die spezifizierte<br />
Effizienz zu erzielen“, sagt Dr. Alexander<br />
Vollet, der das Projekt bei Bosch als Vertriebsingenieur<br />
leitete. Letzteres war auch die Basis<br />
für die Zusage der Fördermittel. Besonders<br />
positive Effekte mit Einsparungen von Brennstoff<br />
und CO 2<br />
-Emissionen in Höhe von 15 %<br />
erzielen die eingesetzten Effizienzkomponenten<br />
wie zwei Abgaswärmetauscher.<br />
Lag der Wirkungsgrad der alten Kessel<br />
ohne Economiser bei rund 85 %, erreicht<br />
der neue Bosch-Dampfkessel nun über<br />
100 %. Das gesamte Design des eingesetzten<br />
Dampfkessels vom Typ UL-S ist auf<br />
hohe Energieeffizienz ausgelegt. Der große<br />
Feuerraum sowie die durchdachte Kesselund<br />
Brennerkombination ermöglichen zudem<br />
besonders niedrige NO x<br />
-Werte. Hier<br />
unterschreitet der Kessel die geltende und<br />
zukünftige Gesetzgebung deutlich und reduziert<br />
gegenüber seinen Vorgängern die<br />
NO x<br />
-Emissionen um etwa 35 %.<br />
Optimierung durch digitalen<br />
Assistenten<br />
Bei der Verbesserung der Energieeffizienz im<br />
Betrieb leisten Industrie-4.0-Anwendungen<br />
einen wichtigen Beitrag, so auch bei Henglein.<br />
Die Integration des digitalen Assistenten<br />
MEC Optimize von Bosch war Teil des<br />
Effizienzprojekts und erleichtert es künftig,<br />
Wartungen rechtzeitig zu planen, Fehler zu<br />
beheben oder die Betriebsweise hinsichtlich<br />
Effizienz zu optimieren. Intelligente<br />
Algorithmen sammeln und interpretieren<br />
die Betriebsdaten, werten die Lebensdauer<br />
von Komponenten anhand der Schaltspiele<br />
aus und analysieren Wasserwerte. Energieverluste<br />
und damit höhere Emissionen<br />
sowie kritische Zustände erkennt der digitale<br />
Assistent unmittelbar und spielt dem<br />
Bediener proaktive Handlungsempfehlungen<br />
zu.<br />
Mit Effizienz und Intelligenz optimiert das<br />
neue Kesselsystem die Prozesse und hilft dabei,<br />
den CO 2<br />
-Fußabdruck deutlich zu reduzieren.<br />
„Für uns spielt das Thema Umweltfreundlichkeit<br />
eine Schlüsselrolle, die wir mit energieeffizienten<br />
Anlagen und Transparenz aller<br />
Energieströme kontinuierlich verbessern“, so<br />
Geschäftsführer Norbert Henglein. In Sachen<br />
Prozesswärme steht Bosch Industriekessel<br />
Henglein zur Seite und machte die CO 2<br />
-<br />
Reduktion technisch möglich.<br />
Foto: Bosch Industriekessel<br />
www.bosch-industrial.com<br />
14 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Hohe Durchflussraten bei der<br />
Tiefenfiltration<br />
Die neuen Tiefenfilterkerzen eignen sich für Filtrationsprozesse,<br />
in denen eine hohe Durchflussleistung und Partikelaufnahmekapazität<br />
gefragt sind. Daher kommen Becoc Protect HF HighFlowund<br />
CL Coreless-Tiefenfilterkerzen vorwiegend in der Vor- und<br />
Feinfiltration von Wasser zum Einsatz.<br />
Die HighFlow-Tiefenfilterkerzen bieten absolute Abscheideraten<br />
von 1, 3, 5 oder 10 µm und eignen sich damit für die Feinfiltration.<br />
Sie bestehen aus plissiertem, mehrlagigem und thermisch<br />
gebundenem Polypropylen-Filtermaterial (PP), das durch seine<br />
maximierte Filterfläche von 4,9 m 2 pro 40"-Element hohe<br />
Durchflussraten bei außerordentlicher Effizienz ermöglicht.<br />
Die Tiefenfilterkerzen Coreless ermöglichen eine Vorfiltration mit<br />
absoluten Abscheideraten von 5, 10, 20 oder 40 µm. Diese Tiefenfilterkerzen<br />
sind gewickelt und für eine hohe Partikelaufnahmekapazität<br />
von grob nach fein abgestuft.<br />
Die Filterkerzen werden in 40" ohne<br />
Außenstützkörper und Endkappen mit<br />
großen Durchmessern gefertigt, wodurch<br />
sich hohe Durchflussraten bei niedrigem<br />
Differenzdruck erzielen lassen.<br />
Beco Integra Cart KHF-Kerzengehäuse<br />
stellen eine Ergänzung zur neuen<br />
HighFlow-Filterkerzenreihe dar. Sie<br />
werden aus Edelstahl AISI 316L gefertigt<br />
und sind Atex-zertifiziert.<br />
www.eaton.de/filtration<br />
Bis zu 600 °C heiße Abgase nutzen<br />
Alfa Laval hat einen kompakten Wärmetauscher für die Abwärmerückgewinnung<br />
in einer Vielzahl industrieller Anwendungen entwickelt.<br />
Das neue System Alfa Laval Micro kann die Energie aus Verbrennungsprozessen<br />
nahezu jeder Quelle mit warmen Abgasen<br />
wieder nutzbar machen. Eine typische Anwendung sind Kraftwerke<br />
mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen,<br />
die gleichzeitig Strom und<br />
Wärme produzieren. Der äußerst<br />
kompakte Wärmetauscher<br />
eignet sich speziell für die Abwärmerückgewinnung<br />
aus kleineren<br />
Gasturbinen und Motoren.<br />
Das System nutzt die Abwärme<br />
zur Erwärmung von Medien<br />
wie Wasser, Triethylenglykol (TEG) und Thermoöl (TFO). Das<br />
eröffnet Möglichkeiten für viele Industrieanwendungen von der<br />
Dampferzeugung über die Erhitzung thermischer Flüssigkeiten bis<br />
zur Erwärmung von Kesselspeisewasser.<br />
Alfa Laval Micro hat eine Heizfläche aus koaxialen Röhren gebündelt<br />
in einer vertikalen oder horizontalen zylindrischen Platte. Der<br />
robuste Wärmetauscher erreicht eine Leistung von 250 bis 5 000 kW<br />
und ist geeignet für bis zu 600 °C heiße Abgase. Der Ausstoß kann<br />
den Anforderungen entsprechend angepasst werden. Besonders<br />
vorteilhaft sind laut Hersteller die kleine Aufstellfläche und der geringe<br />
Wartungsaufwand. Die Reinigung kann bei laufender Maschine<br />
oder Turbine erfolgen durch Pyrolyseprozess im Trockenlauf<br />
oder durch Einsatz von Druckluft, Wasser und Dampf.<br />
www.alfalaval.de<br />
Digitale Plattformen in der Pharmaindustrie<br />
Gea hat sein Portfolio für Remote Services für die Pharmaindustrie<br />
überarbeitet und optimiert. Die Remote Services umfassen<br />
Prozesssimulationen, der Einsatz sogenannter digitaler Zwillinge,<br />
Augmented/Virtual Reality (VR) Systeme und Remote-Support-<br />
Lösungen. Auch wichtige Meilensteine wie zum Beispiel Werkabnahmeprüfungen<br />
(FATs) können jetzt online<br />
abgeschlossen werden. Der Vorteil von<br />
Remote-Tools und der Möglichkeit, Online-<br />
Support anzubieten, erstreckt sich auch auf<br />
das Arbeiten vor Ort beim Kunden,<br />
einschließlich Installation und IQ/OQ-Tests.<br />
Das Schulungsprogramm wurde ebenfalls<br />
teilweise digitalisiert. Eine Schulung mit<br />
Ausrüstung vor Ort ist nicht mehr unbedingt<br />
nötig. Es können nun Virtual-Reality-Tools eingesetzt werden, die<br />
den Bedienern zeigen, wie sie Maschinen montieren,<br />
demontieren, umrüsten und bedienen können. Digitale Zwillinge<br />
bieten eine realistische Erfahrung bezüglich Betrieb, Reinigung<br />
und Wartung der Anlagen. Darüber hinaus haben finite Elemente<br />
und Strömungssimulationen die Entwicklung<br />
hochgenauer virtueller Modelle der<br />
Forschungs- und Fertigungsanlagen von Gea<br />
erleichtert. Dies stellt eine schnelle und<br />
kostengünstige Alternative zu den traditionellen<br />
Forschungsprogrammen dar, die auf<br />
realen Prüfungen an den Anlagen basieren.<br />
www.gea.com
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Statische Mischer<br />
Statische Kenics-Mischer ermöglichen ein präzises Mischen und<br />
Dispergieren aller fließfähigen Produkte ohne die Verwendung<br />
beweglicher Teile. Dies wird durch das Umlenken der Fließmuster<br />
erzielt. Diese Mischer werden derzeit in zahlreichen Verarbeitungsanwendungen<br />
eingesetzt. Sie senken laut Hersteller die Prozesskosten<br />
und verbessern Effizienz,<br />
Geschwindigkeit und Steuerbarkeit<br />
des Mischvorganges.<br />
Die Mischer sind in einer Vielzahl<br />
von Märkten zu finden und<br />
eignen sich auch für kritische<br />
Prozesse wie zum Beispiel:<br />
besserer Wärmeaustausch im Produkt (Wendelmischer Typ KM),<br />
Mischen von hochviskosen Medien (Gittermischer Typ KMX-V),<br />
Einmischen von geringen Dosiermengen in große Hauptströme<br />
(Typen HEV, UTS), Flüssig-Flüssig-Dispersion (Typ KM),<br />
Gasförmig-Flüssig-Dispersion (Typen KMX-V, KM).<br />
www.axflow.de<br />
s 100 JAHRE s<br />
1 9 1 9<br />
-<br />
2 0 1 9<br />
Will & Hahnenstein GmbH<br />
Spezialisten in Sachen Beheizung !<br />
WÄRMEKAMMER<br />
Material<br />
Edelstahl, Stahl, lackiert oder<br />
verzinkt, Aluminium<br />
EX-Schutz<br />
Zubehör<br />
WHG-Auffangwannen,<br />
Rollenbahnen, Wetterschutz,<br />
Beschickungsgeräte<br />
Standardisierte Coater-Baureihe<br />
Mit der LC light series präsentiert Lödige Process Technology eine<br />
komplett neue Baureihe. Diese zeichnet sich durch ihre standardisierte<br />
Bauweise aus. Den geringeren Aufwand für Konstruktion,<br />
Engineering und Programmierung – gegenüber einer Customized-<br />
Lösung – gibt Lödige in Form eines um rund<br />
40 % reduzierten Preises an seine Kunden<br />
weiter. Als weiterer Vorteil sind die Lieferzeiten<br />
für die Baureihe LC light series im<br />
Vergleich zu einer individuell konstruierten<br />
Sondermaschine spürbar kürzer.<br />
Die Maschinen sind in drei Größen<br />
verfügbar und auf einen klar definierten<br />
Funktionsumfang ausgelegt: Sie sind für alle<br />
Standard-Filmcoatingprozesse einsetzbar, d. h. sowohl für<br />
wässrige als auch für organische. Die rundum isolierten Coater<br />
erlauben dabei eine vollautomatische Produktion inklusive<br />
Rezepturverwaltung. Die Flüssigkeitszugabe erfolgt mit einem<br />
Manifold-System.<br />
www.loedige.de<br />
Kältemaschinen mit Low-GWP<br />
Kältemittel R454B<br />
FASSHEIZER<br />
Für stehende und<br />
liegende Fässer<br />
L Bahnhofsweg 22, D-57562 Herdorf<br />
0 Tel. +49 (0) 2744 9317-0 - Fax +49 (0) 2744 9317-17<br />
1 E-Mail: info@will-hahnenstein.de<br />
E www.will-hahnenstein.de<br />
s 100 JAHRE s<br />
1 9 1 9<br />
-<br />
2 0 1 9<br />
Als luftgekühlte Kaltwassersätze mit hermetischen Scroll-Verdichtern<br />
decken die Taurus G Modelle Kälteleistungen von 73–145 kW<br />
ab. Sie verbinden saisonale Effizienz mit verringerter Umweltbelastung<br />
durch den Einsatz des Kältemittels R454B. Niedriges Global<br />
Warming Potential (GWP=466), leise SSN Versionen, hohe Zuverlässigkeit<br />
und geringe Betriebskosten sprechen laut Hersteller für die<br />
Kältemaschinen Taurus G als Kaltwassererzeuger in Klimasystemen<br />
und zur Kühlung in der Produktion. Im<br />
Standard liefert MTA die Kältemaschinen<br />
dieser Baureihe mit Plattenverdampfer,<br />
Kurbelwannenheizung, elektronischen<br />
Expansionsventilen, Phasenüberwachung<br />
und Mikroprozessor-Regler.<br />
www.mta.de<br />
16 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Variable Schneidmühlen<br />
Beide Modelle der Universal-Schneidmühlen Pulverisette 19<br />
eignen sich zur Zerkleinerung verschiedener Materialien durch<br />
variable Einstellung der Rotor-Drehzahl, unterschiedliche Rotoren<br />
mit verschiedenen Messer-Geometrien und austauschbare<br />
Schneiden. Neu sind verschleißfreie Edelstahl-Labyrinthdichtungen<br />
auf beiden Seiten des Rotors sowohl auf der Welle als auch<br />
im Deckel. Sie bieten laut Hersteller einen effektiven Kontaminationsschutz<br />
und keinen zusätzlichen Wärmeeintrag für die Proben.<br />
Sie sind zur schnellen, rückstandfreien<br />
Reinigung entnehmbar.<br />
Bei einer Durchsatzmenge von bis zu<br />
60 l/h zerkleinert die schnell laufende<br />
Universal-Schneidmühle mit einem<br />
Drehmoment bis zu 30 Nm trockenes<br />
weiches bis mittelhartes Mahlgut<br />
sowie faserige Materialien und<br />
Kunststoffe mit sicher reproduzierbaren<br />
Ergebnissen. Durch die<br />
variable Einstellung der Drehzahl in<br />
Hunderterschritten zwischen 300 und 3000 U/min kann der<br />
Zerkleinerungsvorgang in einem sehr breiten Anwendungsspektrum<br />
auf jede einzelne Probe abgestimmt werden.<br />
Die langsam laufende Schneidmühle mit variabler Drehzahl-<br />
Einstellung zwischen 50 und 700 U/min in Zehnerschritten und<br />
einem Drehmoment von bis zu 67 Nm bietet durch die Kombination<br />
aus niedriger Schnittgeschwindigkeit und extremen Schneidkräften<br />
eine kraftvolle Zerkleinerung harter, zäh-elastischer<br />
Proben oder kleiner Probenmengen.<br />
www.fritsch.de<br />
Wasserstoff aus dem Erdgasnetz<br />
abtrennen<br />
Die vorhandene Infrastruktur von<br />
Erdgas-Pipelines stärker für den<br />
Transport von Wasserstoff,<br />
insbesondere grünem Wasserstoff,<br />
zu nutzen, wird derzeit viel<br />
diskutiert. Dafür muss der Wasserstoff<br />
allerdings effizient vom<br />
Erdgasstrom wieder abgetrennt<br />
werden. Um das zu leisten, kann Linde gemeinsam mit Evonik<br />
Industries bereits heute eine voll integrierte Gesamtlösung aus<br />
verschiedenen Technologien anbieten. Die Druckwechseladsorptionsanlagen,<br />
die Linde bereits seit mehreren Jahrzehnten im<br />
Portfolio hat, können im kombinierten Prozess mit den Hochleistungs-Membranen<br />
„Hiselect powered by Evonik“ Wasserstoff<br />
separieren und bis zu einer Reinheit von 99,9999 % herstellen.<br />
Eine Demonstrationsanlage am deutschen Standort von Linde in<br />
Dormagen dient als Showcase für die Wirtschaftlichkeit und<br />
Effizienz der Technologie. Aus der Zusammenarbeit von Linde<br />
und Evonik im Bereich der membranbasierten Gasseparation ging<br />
zuerst eine Referenzanlage zur Heliumaufbereitung in Mankota<br />
(Kanada) hervor, die 2016 in Betrieb gegangen ist. Hier werden<br />
ebenfalls beide Trennverfahren kombiniert, also die Membranund<br />
die Druckwechseladsorptions-Technologie. Die weltweit<br />
erste Heliumaufbereitungsanlage dieser Art verarbeitet mehr als<br />
250 000 Normkubikmeter Rohgas pro Tag und produziert Helium<br />
in Industriequalität (99,999 %).<br />
www.linde-engineering<br />
Ab sofort<br />
erhältlich!<br />
Das Handbuch zur Schwingungs-<br />
Zustandsüberwachung<br />
von Maschinen und Anlagen<br />
Condition<br />
Monitoring Praxis<br />
Das ultimative Know-How für die Instandhaltung.<br />
Aus der Praxis – für die Praxis!<br />
Bestellen Sie Condition Monitoring Praxis in unserem Shop<br />
für nur 46 Euro unter: shop.engineering-news.net
KOMPONENTEN UND SYSTEME I TITEL<br />
Norm-konform<br />
Dichtungen für Hygienic-Design-Anwendungen<br />
Wer Dichtungen in Hygienic-Design-<br />
Anwendungen einsetzen will, sollte<br />
im Kontext des Verbraucherschutzes<br />
darauf achten, dass die Vorgaben<br />
der EU-Verordnung 1935/2004 und<br />
der Hygienic Design DIN 11864/<br />
DIN 11853 eingehalten werden.<br />
Ein Spagat, der nicht mit allen<br />
Dichtungslösungen gelingt.<br />
Für die Anwender in der Lebensmittelund<br />
Pharmaindustrie sind Zulassungen<br />
nach FDA, 3-A Sanitary Standard oder USP<br />
als internationale Standards fest etabliert.<br />
Empfehlungen nach der Elastomerleitlinie<br />
(ehemals KTW), DVGW oder BfR gelten als<br />
„alte Bekannte“. Schwieriger wird es allerdings,<br />
wenn die EU-Verordnung 1935/2004<br />
(Rahmenverordnung) verlangt wird. Hier<br />
gibt es einige Irritationen in der Anwendbarkeit<br />
auf Elastomerdichtungen, oder aber<br />
die konkreten Inhalte dieser Verordnung<br />
sind vielen Anwender nicht ausreichend bekannt.<br />
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger, Leiter<br />
Anwendungstechnik, C. Otto Gehrckens GmbH<br />
& Co. KG, Pinneberg<br />
Welche Auswirkungen hat die EU-Verordnung<br />
1935/2004 auf die Elastomerdichtungen<br />
bzw. für den Anwender? Diese Verordnung<br />
legt einen allgemeinen Rahmen für<br />
Materialien und Gegenstände fest, die dazu<br />
bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung<br />
zu kommen. Sämtliche Materialien<br />
und Gegenstände, die für die Verpackung<br />
von Lebensmitteln verwendet werden, müssen<br />
den Anforderungen dieser Verordnung<br />
entsprechen. Neben dieser Verordnung sind<br />
auch die Normen nach Hygienic Design für<br />
den Anwender relevant (Normen DIN 11864<br />
und 11853). Hierbei handelt es sich um Normen<br />
für Armaturen aus nichtrostendem<br />
Stahl für Lebensmittel und Chemie. Sie gelten<br />
für die in der Lebensmittel- als auch<br />
Pharmaindustrie eingesetzten Aseptik-<br />
Rohrverschraubungen. Diese Normen und<br />
Verordnungen dienen letztendlich nur einem<br />
Ziel, den Verbraucher zu schützen.<br />
Anforderungen an Elastomere<br />
In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />
sind die Anforderungen an die hier eingesetzten<br />
Maschinenkomponenten generell<br />
sehr hoch. Für Elastomerdichtungen, wie<br />
beispielsweise den häufig verbauten O-Ringen,<br />
ist der Einsatz geradezu herausfordernd.<br />
Die Basis einer guten Dichtung stellt<br />
die generelle Medienbeständigkeit dar, wie<br />
z. B. der Einsatz in fetthaltigen Medien oder<br />
auch in den für elastomere Dichtungswerk-<br />
stoffe kritischen Aromastoffen und ätherischen<br />
Ölen. Darüber hinaus müssen die<br />
Dichtungen auch im heutzutage angewandten<br />
CIP- oder SIP-Verfahren einsetzbar<br />
sein. Die Wechselwirkungen zwischen<br />
den abzudichtenden Medien und den teilweise<br />
sehr aggressiven Desinfektions-/Reinigungsmitteln<br />
oder dem im Sterilisationsprozess<br />
eingesetzten Heißwasserdampf mit<br />
einer Einsatztemperatur von bis zu 149 °C<br />
stellen eine enorme Materialbelastung dar.<br />
Deshalb versagen hier auf Dauer viele Elastomerdichtungen.<br />
Die Anforderungen in der Pharmaindustrie<br />
und Biotechnologie sind noch höher anzusetzen,<br />
denn vollentsalztes Wasser (VE-<br />
Wasser), Highly Purified Water oder gar<br />
WFI (Water-for-Injection) werden zunehmend<br />
zur Standardanforderung. Der Kontakt<br />
mit Reinstwasser stellt für Elastomerdichtungen<br />
– insbesondere mit der reinsten<br />
Form, dem WFI – eine Extremsituation dar.<br />
WFI beansprucht und beschädigt Materialien,<br />
indem es versucht, von den Kontaktwerkstoffen<br />
die Mineralien zu entziehen<br />
und diese dadurch stark schädigt. Nur wenige<br />
Dichtungswerkstoffe sind im langfristigen<br />
Einsatz mit diesen Medien beständig<br />
und verfügen gleichzeitig über die in diesen<br />
Anlagen notwendigen Freigaben nach FDA<br />
und USP Class VI. Deshalb verlangen die<br />
Anwender oder Konstrukteure zunehmend<br />
Nachweise über die Eignung in den eingesetzten<br />
Anwendungen sowie Bescheinigun-<br />
18 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
TITEL I KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
gen oder konkrete Aussagen über bestimmte<br />
Beständigkeiten der von ihnen eingesetzten<br />
Dichtungswerkstoffe.<br />
EU-Verordnung 1935/2004<br />
Verlangt wird darüber hinaus auch die Eignung<br />
nach der EU-Verordnung 1935/2004.<br />
Es handelt sich hierbei um eine Rahmenverordnung,<br />
in der verschiedene Einzelmaßnahmen<br />
erlassen worden sind, so u. a.<br />
die Einzelmaßnahmen EU-Verordnung<br />
2023/2006 und EU-Verordnung 10/2011.<br />
Die erste Maßnahme verlangt „Gute Herstellregeln“.<br />
Diese sind mit Qualitätsmanagement<br />
nach DIN EN ISO 9001 abgedeckt,<br />
was die meisten deutschen Hersteller<br />
erfüllen. Die zweite Maßnahme EU-Verordnung<br />
10/2011 definiert Anforderungen für<br />
Kunststoffe im Einsatz der Lebensmittel-/<br />
Pharmabranche, nicht aber für Elastomere.<br />
Wenn keine Einzelmaßnahme erlassen<br />
worden ist, schreibt die Verordnung vor,<br />
dass in diesem Fall nationales Recht gilt.<br />
Für Deutschland gilt dann die BfR-Empfehlung.<br />
Bei dieser handelt es sich aber lediglich<br />
um eine Empfehlung und nicht um einen<br />
Rechtsstatus. Zudem sind in der BfR-<br />
Empfehlung nicht alle gängigen Werkstoffe<br />
gelistet, die in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />
Verwendung finden. In der<br />
BfR-Empfehlung XV sind Silikone und in<br />
der BfR-Empfehlung XXI bestimmte Naturund<br />
Synthesekautschuke gelistet. Der FKM<br />
(Fluorkautschuk) fehlt jedoch. In diesem<br />
Fall empfiehlt sich die Zulassung nach FDA.<br />
Hygienic Design DIN-Normen<br />
Mit der Konstruktionsbauweise des Hygienic<br />
Designs, einer reinigungsgerechten<br />
Gestaltung von Bauteilen, soll die Kontamination<br />
durch totraumfreie Einbauräume<br />
vermieden werden. Hygienic<br />
Design ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung<br />
der Lebensmittelqualität, der zunehmend<br />
an Bedeutung gewinnt. Die<br />
Norm DIN 11864 mit dem Titel „Armaturen<br />
aus nichtrostendem Stahl für Lebensmittel<br />
und Chemie“ ist in drei Teile untergliedert:<br />
Aseptik-Rohrverschraubung,<br />
Aseptik-Flanschverbindung und Aseptik-<br />
Klemmverbindung. Die Norm erhält den<br />
Zusatz „Aseptik“ als Hinweis darauf, dass<br />
die hier eingesetzten Werkstoffe nicht nur<br />
für den Lebensmittelbereich einsetzbar<br />
sind, sondern auch für die Pharmazie. Allerdings<br />
sind mit dem Begriff „Werkstoff“<br />
in dieser Norm ausschließlich nur die<br />
Edelstähle gemeint und keine Elastomere.<br />
Der Hochleistungs-FKM-Werkstoff Vi 780 kann in Steril-/Aseptikverschraubungen (links)<br />
oder in Einspritzdüsen (rechts) in der pharmazeutischen Produktion eingebaut werden<br />
Darüber hinaus findet die Norm DIN 11853<br />
für „Hygienische Verbindungen“ ebenfalls<br />
unter dem Thema Hygienic Design Bedeutung.<br />
Empfohlene Dichtungen, die im modernen<br />
Hygienic Design zum Einsatz kommen,<br />
sind überwiegend O-Ringe. Wichtig<br />
für den Konstrukteur von Hygienic-Design-<br />
Komponenten ist die Berücksichtigung der<br />
passenden Einbauräume von O-Ringen.<br />
Die O-Ringe müssen zwingend auf diese<br />
abgestimmt sein. Für eine korrekte Auslegung<br />
der Einbauräume muss auch das jeweilige<br />
Werkstoffverhalten – insbesondere<br />
die Volumenquellung – bekannt sein.<br />
Vielseitig einsetzbare Lösungen<br />
Der Hersteller C. Otto Gehrckens (COG) hat<br />
für diese besonderen Anforderungen im Lebensmittel-<br />
und Pharmabereich die Produktlinie<br />
Hygienic Seal etabliert. In dieser<br />
sind ausschließlich spezielle Hochleistungswerkstoffe<br />
zu finden, die den technischen<br />
und rechtlichen Anforderungen entsprechen.<br />
Hierfür wurden über zehn Spezial-Compounds<br />
aus den ASTM-Werkstoffklassen<br />
EPDM, FKM, FEPM und FFKM<br />
entwickelt. Alle verfügen über die Freigaben<br />
nach FDA und USP Class VI. Darüber<br />
hinaus erfüllen die EPDM-Werkstoffe auch<br />
die Kriterien nach 3-A Sanitary Standard<br />
Class II und der FKM namens „Vi 780“ sogar<br />
nach Class I. Die Werkstoffe sind WFI-Wasser<br />
geeignet und absolut verlässlich im Einsatz<br />
mit SIP- und CIP-Prozessen. Mit dieser<br />
Werkstoffkombination können die meisten<br />
Anwendungen in diesen Branchen abgedeckt<br />
werden.<br />
Der EPDM-Compound „AP 302“ ist speziell<br />
für den Einsatz mit flüssigen oder<br />
schwach fetthaltigen Medien konzipiert<br />
worden. Der Einsatztemperaturbereich<br />
reicht von – 40 bis + 150 °C. Sollte der Fettanteil<br />
der eingesetzten Medien über 30 %<br />
liegen, so empfiehlt sich der Einsatz des<br />
FKM-Dichtungswerkstoffs Vi 780. Dieser<br />
weist neben einer sehr guten Beständigkeit<br />
gegenüber Aromastoffen und ätherischen<br />
Ölen, auch eine hervorragende<br />
Heißwasserdampf- und Heißwasserbeständigkeit<br />
auf. Die Volumenquellung ist<br />
dabei so gering, dass dieser Compound<br />
hervorragend in die engen Einbauräume<br />
der Sterilverschraubungen eingebaut<br />
werden kann, die dem Hygienic Design<br />
entsprechen. Damit setzt dieser FKM<br />
Maßstäbe.<br />
In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />
muss der Einsatz von modernen Elastomer-Dichtungswerkstoffen<br />
professionell<br />
begleitet werden. Herstellerkompetenz,<br />
Spezialwerkstoffe mit entsprechenden Zulassungen<br />
und vor allem eine erfahrene Anwendungsberatung<br />
sind essenziell wichtig.<br />
Nur so bieten sich dem Anwender optimale<br />
Voraussetzungen für ein sicheres und zufriedenstellendes<br />
Dichtergebnis entsprechend<br />
den rechtlichen Rahmenbedingungen.<br />
Als neues Gütezeichen bietet die Produktlinie<br />
Hygienic Seal den Anwendern<br />
und Konstrukteuren jetzt größtmögliche<br />
Sicherheit.<br />
Fotos: COG, jmsilva/www.istockphoto.com<br />
www.cog.de<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 19
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Hochtemperatur-Kugelhahn<br />
Die neuen Kugelhähne der Serie HSO decken laut Hersteller eine<br />
Vielzahl von Applikationen der chemischen Industrie ab. In der<br />
Standardversion sind die medienberührten Kugelsitze aus RTFE<br />
oder Edelstahl ausgeführt. Sie zeichnen sich durch eine hohe<br />
Materialbeständigkeit bei wechselnden Medien aus und bieten<br />
daher ein breites Einsatzspektrum und hohe Sicherheit, bei der<br />
Arbeit mit gefährlichen Medien.<br />
In der metallischen Ausführung aus<br />
Edelstahl sind die Kugelhähne für<br />
den Einsatz in Anwendungen sowohl<br />
mit niedrigen Temperaturen bis<br />
–46 °C als auch mit hohen Temperaturen<br />
bis 454 °C geeignet. Das<br />
besondere Merkmal ist die Montageschnittstelle<br />
nach ISO 5211. Diese<br />
erlaubt einen modularen Aufbau von<br />
optionalen Handhebeln, Spindelverlängerungen<br />
und Steuerköpfen. Mit der genormten Schnittstelle<br />
besteht zudem die Möglichkeit, die Kugelhähne auch mit<br />
Komponenten anderer Hersteller zu kombinieren.<br />
Passend zur Hochtemperatureignung kann eine Spindelverlängerung<br />
von 100 mm mit angeboten werden, sodass der Kugelhahn<br />
auch in isolierten Rohrsystemen eingesetzt und bedient werden<br />
kann. Für den Einsatz in kritischen Anwendungen oder in Verbindung<br />
mit toxischen oder gefährlichen Medien bietet Hy-Lok D<br />
federkraftschließende Totmannhebel und pneumatische<br />
Schwenk antriebe für automatisierte Prozesse an.<br />
www.hy-lok.de<br />
Hygienische Prozessanschlüsse in der<br />
Pharmabranche<br />
Labom hat sich auf hygienische Prozessanschlüsse spezialisiert,<br />
die die strengen Regeln und Vorgaben der Branche erfüllen. Dazu<br />
gehört unter anderem eine gute Reinigbarkeit der Anlagen: Das<br />
Design des Prozessanschlusses muss frei von Toträumen wie<br />
beispielsweise Ecken, Kanten und Spalten sein, damit keine<br />
Produktreste<br />
zurückbleiben<br />
können. Auch die<br />
Oberfläche muss<br />
makellos sein; durch<br />
Elektropolieren<br />
werden bei Labom<br />
selbst kleinste<br />
Spitzen und Täler<br />
entfernt, sodass eine besonders glatte Oberfläche entsteht. Risse,<br />
Kerben oder Unregelmäßigkeiten dürfen bei hygienischen<br />
Anschlüssen ebenfalls nicht vorkommen. Schweißnähte können<br />
gelasert werden und sind damit besonders gleichmäßig und<br />
ebener als bei anderen Verfahren. Die Wahl der genauen<br />
Legierung hängt unter anderem auch vom jeweiligen Prozess<br />
und den Reinigungsschritten ab, sodass für jede Anlage das<br />
passende Material ausgewählt wird. Gängige Anschlusstypen von<br />
Labom für die Pharmabranche sind z. B. die Prozessanschlüsse<br />
Typ DL3 mit Clamp-Anschluss und Typ DL8080, ein Varivent-<br />
Anschluss für den Einbau in ein Varinline-Gehäuse.<br />
www.labom.com<br />
Werbeanzeige.pdf 1 12.01.<strong>2021</strong> 12:59:28<br />
Leckagearme<br />
Schnellverschlusskupplungen<br />
www.pneumax.de<br />
Schwer Fittings hat sein Programm an Schnellverschlusskupplungen<br />
weiterentwickelt. Ein spezielles Augenmerk lag dabei auf<br />
der Entwicklung von Kupplungssystemen für die Übertragung<br />
von Lacken und Lösungsmitteln. Auch im Bereich der Niederdruckkupplungen<br />
(bis 35 bar), die bisher ausschließlich in den<br />
Nenngrößen DN5, DN7,4 und DN10 verfügbar waren, konnte das<br />
Produktportfolio<br />
deutlich erweitert<br />
werden. Neben<br />
der Aufnahme<br />
einer weiteren<br />
Nennweite in das<br />
Lieferprogramm<br />
(DN19), wurde die<br />
Auswahl der Anschlussgrößen der zum Euro-Profil kompatiblen<br />
Schnellverschlusskupplungen vergrößert, sodass nun der<br />
komplette Gewindebereich von G⅛" bis G1" (Innen- und<br />
Außengewinde) abgedeckt werden kann. Für die bessere<br />
Unterscheidbarkeit mehrerer nebeneinander verbauter Niederdruckkupplungen<br />
wurde die Option einer farblichen Markierung<br />
in das Lieferprogramm aufgenommen.<br />
Die jedoch wichtigste Neuerung stellt die Erweiterung des Lieferprogramms<br />
um eine flachdichtende und somit leckagearme<br />
Variante auf Grundlage der bisherigen Ausführung dar. Während<br />
die Standard-Ausführung aus konstruktiven Gründen bei jedem<br />
Entkupplungsvorgang eine zwar geringe, aber dennoch messbare<br />
Menge an Medium verliert, zeichnet sich die neue Variante durch<br />
einen beinahe leckagefreien Entkupplungsvorgang aus.<br />
www.schwer.com<br />
Druckluftaufbereitung, Ventiltechnik, Proportionaldruckregler,<br />
Pneumatikzylinder, pneumatische Verbindungstechnik, E-Achsen, E-Zylinder
KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />
Rückschlagventile für Hoch- und<br />
Tieftemperaturen<br />
Motoren halten über 1 100 Reinigungszyklen<br />
stand<br />
Der Ventilspezialist Gemü<br />
erweitert sein Produktsortiment<br />
um das Tellerrückschlagventil<br />
R90 und das Doppelflügelrückschlagventil<br />
R91. Die<br />
Rückschlagventile halten<br />
Medientemperaturen in einem<br />
Bereich von –200 bis 400 °C<br />
stand und sind somit für einen Einsatz bei sehr hohen oder sehr<br />
niedrigen Temperaturen geeignet. Beide Rückschlagventile können<br />
für Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe verwendet werden. Neben der<br />
Hauptfunktion als Rückflusssperre kann das Ventil R90 als Schwerkraftumlaufsperre<br />
in Kühl- und Heizkreisläufen verwendet werden.<br />
Für Pumpensysteme kann es als Kurzschlusssperre genutzt werden<br />
oder zum Schutz von Behältern und Rohrleitungen als Vakuumbrecher.<br />
Eine spezielle Tellerführung vermeidet das Verkanten des<br />
Ventiltellers. Es ist in den Nennweiten DN15–300 als Zwischenflanschlösung<br />
nach den Normen ANSI, ASME und EN erhältlich.<br />
Zudem stehen Atex-, FDA- oder KTW-konforme Ausführungen zur<br />
Verfügung. Das Doppelflügelrückschlagventil R91 verfügt über<br />
zwei halbkreisförmige Flügel und zeichnet sich durch einen<br />
geringen Strömungswiderstand aus.<br />
www.gemu-group.com<br />
Um die Produktsicherheit in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />
zu gewährleisten, sind strenge Hygienestandards<br />
erforderlich. Die Motoren müssen häufig gereinigt werden, damit<br />
es nicht zu Kontaminationen kommt. Elektromotoren, die in<br />
diesem Bereich eingesetzt werden, können bei aggressiven<br />
Reinigungsprozessen jedoch Schäden erleiden. Speziell für solche<br />
Anwendungen entwickelte Motoren erhöhen die Lebensmittelsicherheit<br />
und Zuverlässigkeit und verringern gleichzeitig das<br />
Risiko ungeplanter<br />
Ausfallzeiten.<br />
Die Food-Safe-Motoren von<br />
ABB werden rauen<br />
Washdown-Umgebungen<br />
gerecht. Das Gehäuse aus<br />
Edelstahl verhindert<br />
Korrosion. Darüber hinaus<br />
wird die Schutzart IP69<br />
erreicht, die dafür sorgt, dass<br />
bei einer Hochdruckreinigung mit hohen Temperaturen kein<br />
Schaden entsteht. Zudem sind die Motoren leicht zu reinigen und<br />
verfügen über eine glatte Oberfläche ohne Rillen, in denen sich<br />
Verunreinigungen festsetzen könnten.<br />
www.abb.de<br />
Instrumentierungsventil mit redundanter Dichtung<br />
Für vielfältige Einsätze in der Prozessindustrie ist das neue Rückschlagventil Typ CV von Wika<br />
ausgelegt. Sein Verschlusssystem mit selbstzentrierendem Kolben verhindert sicher den Rückfluss<br />
von flüssigen und gasförmigen Medien. Die Zuverlässigkeit des neuen Instrumentierungsventils<br />
beruht laut Hersteller in erster Linie auf der redundanten Dichtung aus O-Ring und Metallkonus.<br />
Seine Dichtheit ist nach BS6755/ISO 5208 Leckrate A geprüft. Die einteilige und robuste Konstruktion<br />
des Typs CV ermöglicht eine hohe Wiederholbarkeit und eine lange Lebensdauer, auch im Fall<br />
von Heavy-Duty-Anwendungen. Die druckführenden Teile entsprechen dem Sicherheitsfaktor 4:1.<br />
www.wika.de<br />
MEIN ANTRIEB IST VON NORD!<br />
DAS NEUE MAXXDRIVE ® XT<br />
Thermisch hochbelastbar ohne externe Kühlung<br />
Zuverlässiger Betrieb bei hoher Lebensdauer<br />
und geringer Wartung<br />
Maßgeschneidertes Antriebssystem dank des<br />
NORD Baukastens<br />
GETRIEBE + MOTOR + UMRICHTER = DER ANTRIEB.<br />
Getriebebau NORD GmbH & Co. KG | Fon +49 4532 289-0 | info@nord.com | www.nord.com
Dosier-Management mit App<br />
NEWSLETTER<br />
Der E-Mail-Service<br />
für Verfahrens ingenieure<br />
in der Prozessindustrie.<br />
Aktuelle und<br />
branchenüber greifende<br />
technische Informationen<br />
über Anlagen,<br />
Komponenten und<br />
Systeme.<br />
Dosieren ist in der Produktion und den Hilfskreisläufen<br />
der Prozessindustrie eine Kernaufgabe.<br />
Grundfos offeriert dazu nicht nur bewährte Technik<br />
(Dosierpumpen der Baureihe Smart Digital DDA mit<br />
Schrittmotorantrieb), sondern darüber hinaus mit<br />
der App Chempairing Suite auch ein umfassendes<br />
Remote-Access-Tool. Optional lässt sich an der<br />
Dosierpumpe einstellen, ob nur Daten aus der<br />
Pumpe gelesen oder auch die Pumpe über die Cloud fernbedient werden soll.<br />
Technische Basis dafür ist die in der Dosierpumpe integrierte Dosierüberwachung<br />
FlowControl, die klassische Dosierfehler identifiziert (defekte Ventile, Luftblasen,<br />
Kavitation, Überdruck) und zudem den realen Dosiervolumenstrom erfasst und<br />
überwacht. Mit diesen Daten ermittelt die App den externen Prozessvolumenstrom<br />
und präsentiert den Durchfluss oder die Massenkonzentration.<br />
www.grundfos.de<br />
Tauchmotorpumpen individuell konfigurierbar<br />
Über eine rundum angeordnete Schlitzgeometrie im Gehäusesockel zieht die mehrstufige<br />
elektronische 7“-Tauchpumpe sauberes Wasser aus Brunnen oder Tanks. Vertikal<br />
oder horizontal eingebaut, auch nur teilweise eingetaucht, kann sie zur Druckerhöhung,<br />
Regenwassernutzung und Bewässerung eingesetzt werden.<br />
Hierbei steht die Dtron3 mit ihren Leistungsparametern in den Maximalbereichen von<br />
Durchflussmenge 7,2 m³/h, Förderhöhe 45 m, Eintauchtiefe 15 m an der Spitze der<br />
neuen Pumpenserie. Alle Komponenten sind im Pumpenkörper<br />
modular verbaut und vereinfachen Wartung und<br />
mögliche Reparaturen. Das im mittleren Bereich angeordnete<br />
Entlüftungsventil ermöglicht bereits bei der Erstinstallation<br />
die sofortige Ansaugung und gewährleistet ebenfalls<br />
kontinuierlichen Betrieb in Folge.<br />
Die Pumpenvarianten erfüllen individuelle Bedürfnisse, ob<br />
mit 35/90, 35 m Förderhöhe mit 90 l/min, 45/90 gleiches,<br />
jedoch mit 45 m Förderhöhe oder die Erweiterung des<br />
Volumenstroms an Wasser mit 120 l/min mit Modell<br />
35/120. Standardmäßig beinhaltet der Lieferumfang der Dtron3 auch ein Bedienpanel,<br />
die ComBox. Hiermit lassen sich ohne Eingriff in die Pumpe über PLC von außen auf<br />
einfache und intuitive Weise der Einschaltdruck anpassen sowie ausgelöste Alarme<br />
überprüfen.<br />
www.dabpumps.de<br />
Robuste Kreiselpumpen<br />
Jetzt<br />
kostenlos<br />
anmelden!<br />
IMMER<br />
AKTUELL<br />
INFORMIERT<br />
http://bit.ly/VFV_Newsletter<br />
Tapflo stellt die CTX vor, eine neue Serie von Hochleistungskreiselpumpen,<br />
die sich laut Hersteller durch ihre<br />
robuste Bauweise sowie durch ihre Betriebssicherheit<br />
und Anwendungsflexibilität auszeichnet. Ein zentrales<br />
Merkmal ist das facettenreiche, offene Laufrad, das für<br />
jedes Medium und jede Anwendung optimiert werden<br />
kann und gleichzeitig die Fähigkeit behält, viskose<br />
Produkte und insbesondere solche mit einem erhöhten<br />
Feststoffgehalt zu fördern. Ein weiteres Hauptmerkmal ist die Option einer doppelten<br />
Gleitringdichtung, die keinen Kontakt mit der gepumpten Flüssigkeit hat und durch<br />
eine Sperrflüssigkeit geschmiert wird. Dank der Sperrflüssigkeit besteht keine Gefahr<br />
von Trockenlauf oder Leckage des gepumpten Mediums in die Atmosphäre. Die<br />
Pumpen sind in Hygieneausführung (CTX H) und in Industrieausführung (CTX I)<br />
erhältlich. Die Pumpen sind für hocheffiziente Leistung über einen weiten Bereich von<br />
Betriebsbedingungen für verschiedene Branchen optimiert. Die Tapflo CTX eignet sich<br />
z. B. für die typischen Anwendungen Molkereien (Förderung von Milch und Joghurt).<br />
www.tapflo.at
PUMPEN I TOP-THEMA<br />
Variable Schlauchpumpen<br />
Bei den neuen Schlauchpumpen RealAx IP und RealAx ISI wird<br />
die Schlauchkompression durch Rollen erzielt, die bei Niederdruckanwendungen<br />
besonders wenig Reibung erzeugen.<br />
Dadurch beanspruchen sie weniger Motorleistung und ermöglichen<br />
hohe Standzeiten. Weiterhin im Programm sind Schlauchpumpen<br />
mit Gleitschuh-Kompression, die insbesondere bei<br />
Hochdruckanwendungen für eine<br />
gleichmäßige Lastverteilung sorgen<br />
und dadurch bei Druckstufen bis 15 bar<br />
schlauchschonender arbeiten. Für<br />
diese Heavy-duty-Anwendungen bietet<br />
Axflow die leistungsstarken Schlauchpumpen<br />
RealAx RP an.<br />
Außerdem stellt Axflow weiterhin die<br />
Versorgung mit widerstandsfähigen<br />
Pumpenschläuchen sicher. Diese<br />
Schläuche sind mehrfach gewebeverstärkt und in unterschiedlichen<br />
Materialien für verschiedene chemische Eigenschaften und mit<br />
Lebensmittel-Zertifikaten ab Lager erhältlich. Sie sind mit so engen<br />
Toleranzen gefertigt, dass sie ohne Nachbearbeiten der Oberflächen<br />
eingesetzt werden. Darüber hinaus erweitert Axflow das Produktangebot<br />
um Dosierpumpen mit Schlauch- und Membrantechnologie.<br />
Für ein breites Spektrum der chemischen<br />
Dosierung bietet Axflow die Produkte<br />
des bekannten Herstellers Blue-White.<br />
Die hochpräzisen Pumpen sind mit<br />
vielfältigen Programmieroptionen, einer<br />
übersichtlichen Menüführung und<br />
verschiedenen Sicherheitsfunktionen<br />
ausgestattet.<br />
www.axflow.de<br />
Mobile Abfüllstation<br />
Der neue B1 & B2 Battery Trolley eignet sich für die mobile<br />
Chemikalien-Betankung von bis zu 100 l. Der sichere Transport<br />
sorgt dafür, dass selbst kleinere Mengen nicht mehr verschüttet<br />
werden. Mit einem Deckel ist das Gebinde komplett verschließbar.<br />
Pumpe und Zubehörteile sind sicher am Behälter verbaut.<br />
Ausgestattet sind die Trolleys mit Akkupumpen, die sowohl mit dem<br />
Motor B1 Battery 10,8 V, inkl. Ladegerät, als auch mit dem Motor B2<br />
Battery 21,6 V, inkl. Ladegerät kombinierbar sind. Die Akkupumpen<br />
stehen laut Hersteller für hohe Akkulaufzeit, niedriges Gewicht und<br />
geringe Lautstärke.<br />
Zur genauen Mengenmessung<br />
steht optional der Durchflusszähler<br />
TR3-PP zur Verfügung. Mit<br />
dem verwendeten PVC-Schlauch<br />
können eine Vielzahl von aggressiven,<br />
nicht brennbaren Flüssigkeiten<br />
gefördert werden.<br />
www.lutz-pumpen.de<br />
Kompakte Vakuumpumpe<br />
Leybold erweitert seine<br />
Produktfamilie der trocken<br />
verdichtenden Wälzkolbenvakuumpumpen<br />
Ecodry plus für die<br />
Bereiche Labor, Forschung und<br />
Entwicklung sowie Analytik. Zu<br />
den bereits eingeführten Ecodry<br />
40 und 65 plus kommen jetzt die<br />
neuen, kleineren Pumpengrößen 25 und 35 plus.<br />
Die neuen Modelle sind mit einem Geräuschpegel von 52 dB(A)<br />
laut Hersteller besonders leise. Ein weiteres Plus: Sie emittieren<br />
weder Öl, Schmutz noch Partikel. Bei der ölfreien Ecodry plus<br />
treten keinerlei Kontaminationen auf. Somit entfällt bei der<br />
trocken verdichtenden Wälzkolbenvakuumpumpe auch das<br />
Hantieren mit Ölbehältern. Die ölfreien Wälzkolbenpumpen<br />
verfügen außerdem über ein Wartungsintervall von fünf Jahren<br />
und laufen in dieser Zeit ohne jeglichen Serviceaufwand.<br />
www.leybold.com
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Neue Wege im Feld<br />
Digitalisierung in Service und Wartung: Mobile Devices für Industrie 4.0<br />
Die Digitalisierung bietet<br />
Unternehmen immer bessere<br />
Möglichkeiten, Prozesse zu<br />
optimieren. Besonders die Wartung<br />
und Inspektion von Anlagen lässt<br />
sich dank moderner Technologie<br />
effizienter gestalten. Und auch<br />
die Sicherheit des Arbeiters ist<br />
dadurch gewährleistet.<br />
Autor: Christian Uhl, Head of Communication,<br />
Pepperl+Fuchs SE, Mannheim<br />
Die Einbindung mobiler Endgeräte und<br />
Tools hilft dabei, dem Ziel einer digitalen<br />
Produktion einen Schritt näher zu kommen<br />
– vorausgesetzt die Geräte sind auf die<br />
Bedürfnisse des modernen Mobile Workers<br />
angepasst. Sie müssen den Mitarbeiter<br />
sinnvoll bei seiner täglichen Arbeit unterstützen<br />
und gleichzeitig den Bedingungen<br />
einer rauen Industrieumgebung standhalten.<br />
Zudem sollten Geräte weltweit einsetzbar<br />
sein. An erster Stelle steht immer die Sicherheit<br />
des Arbeiters, daher ist die Einhaltung<br />
höchster Sicherheitsstandards und<br />
Vorkehrungen zur schnellen Notfallalarmierung<br />
im Ernstfall ausschlaggebend.<br />
Doch mobile Geräte sind mehr als nur<br />
Kommunikationswerkzeuge. Als Teil einer<br />
Gesamtlösung unterstützen sie mobile Mitarbeiter<br />
auch dabei, Daten zu erfassen, auszuwerten<br />
und autark schnell auf jegliche<br />
Eventualitäten zu reagieren.<br />
Vorausschauende Wartung<br />
Die optimale Planung von Wartungsvorgängen<br />
sowie Minimierung von Ausfallzeiten<br />
durch vorausschauende Wartungen<br />
und den rechtzeitigen Austausch von Bauteilen<br />
sind entscheidende Schritte für eine<br />
effektive Betriebsführung. Durch die Digitalisierung<br />
des Betriebs und die Nutzung von<br />
Echtzeitdaten, etwa mittels Sensorik und<br />
digitalen Anwendungen, wird das Personal<br />
im Falle einer Abweichung schnell alarmiert.<br />
So können sowohl geplante als auch<br />
ungeplante Ausfallzeiten drastisch reduziert<br />
werden. Kürzere Ausfallzeiten und geringere<br />
Kosten für Neuanschaffungen sind<br />
die positiven Effekte.<br />
Um die erhobenen Daten im Backend<br />
entsprechend auswerten zu können, bedarf<br />
es einer Software, die in der Lage ist, die<br />
richtigen Schlüsse aus den vorhandenen<br />
Daten, sowohl historischen als auch aktuellen,<br />
zu ziehen und daraus eine bessere Planung<br />
für die eigene Anlage zu entwickeln.<br />
Ein bedienerfreundliches Interface in Kombination<br />
mit praktischen Endgeräten sorgt<br />
schlussendlich für eine hohe Akzeptanz<br />
und Nutzung der Vorteile, die die digitale<br />
Transformation mit sich bringt.<br />
Das neue Tablet für den Ex-Bereich Tab-<br />
Ex Pro von Ecom mit 10-Zoll-Bildschirm<br />
vereint zum Beispiel den Industrieeinsatz<br />
im Feld und im Büro dank eines integrierten<br />
Desktop-Modus, der das Tablet mit einem<br />
Schritt als Desktop-Variante nutzbar macht.<br />
Pogo-Pin-Aufladung und ein leistungsstarker<br />
und austauschbarer Akku mit einer<br />
Kapazität von 7 400 mAh für eine Laufzeit<br />
von bis zu 15 Stunden sorgen zusätzlich für<br />
einen einwandfreien Betrieb und eine lange<br />
Einsatzzeit des Tab-Ex Pro im Gelände. Der<br />
hochauflösende Bildschirm garantiert zudem<br />
ein einwandfreies Bild bei Unterstützung<br />
durch Fernwartung oder Video-<br />
Tutorials.<br />
Unternehmen aus der Industrie können<br />
dank der Implementierung entsprechender<br />
Systeme mit der Unterstützung von Ecom hier<br />
schon einige Erfolge verzeichnen: Durchgeführte<br />
Projekte zeigen, dass die vorausschauende<br />
Wartung auf Grundlage intelligenter<br />
Datenauswertung schnell sowohl die<br />
Anzahl an Inspektionen und Wartungsvorgängen,<br />
als auch Kosten für Neuanschaffungen<br />
und Ausfallzeiten reduziert.<br />
Fernunterstützung möglich<br />
Ein großer Vorteil des Einsatzes intelligenter<br />
Endgeräte in der Industrie ist die Möglichkeit<br />
der Fernunterstützung von Technikern bei<br />
der Durchführung komplexer Inspektionsvorgänge.<br />
Hierzu können Videoanrufe oder<br />
Augmented-Reality-Anwendungen auch im<br />
Ex-Bereich über intelligente Geräte genutzt<br />
werden. Entsprechende Peripherie wie Headsets<br />
und Halterungen sorgen dabei für freie<br />
24 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Beim Aufbau der Infrastruktur einer digitalisierten Anlage spielen intelligente Endgeräte<br />
wie Smartphones, Smartwatches, Tablets und Smart Glasses eine große Rolle, weil sie dafür sorgen,<br />
dass Mitarbeiter, Daten und Systeme untereinander vernetzt sind<br />
Hände zur ungehinderten Durchführung der<br />
Aufgaben. Die Echtzeitanalyse von Daten<br />
zeigt sofort den Erfolg der Wartung an. Diese<br />
Möglichkeiten in Kombination mit der vorausschauenden<br />
Wartung zur Bestimmung<br />
des Zustands in Betrieb befindlicher Bauteile<br />
garantiert eine optimale Planung der Arbeitsabläufe<br />
und schnelle Behebung von Problemquellen<br />
durch die Mitarbeiter.<br />
Die Fernwartung schließt besonders in Zeiten<br />
einer Pandemie und Fachkräftemangel<br />
entstehende Lücken beim Personal vor Ort.<br />
Techniker im Feld haben so jederzeit Zugang<br />
zu allen notwendigen Informationen und Experten<br />
können ortsunabhängig bei speziellen<br />
Problemstellungen oder Fragen unterstützen.<br />
Die Tab-Ex-Serie verfügt zusätzlich über<br />
unterschiedliche Funktionalitäten, einschließlich<br />
eines Beschleunigungsmessers, eines<br />
elektromagnetischen Gyroskops und GPS.<br />
Das Zusammenspiel eröffnet auch die Anwendung<br />
von AR-Programmen im Remote-<br />
Support, digitalen Schulungen und kundenspezifischen<br />
Tools, die für alle Aufgabenbereiche<br />
von der Anlagenverwaltung bis zur<br />
Anlageninspektion eingesetzt werden können.<br />
Damit erhalten Mitarbeiter sofortigen<br />
Zugang zu Wissen, das sie benötigen, um<br />
schneller und besser arbeiten zu können,<br />
eine direkte Verbindung mit dem richtigen<br />
Support-Experten sowie einen Überblick<br />
über alle offenen, in Bearbeitung befindlichen<br />
und abgeschlossenen Vorgänge.<br />
Dies sorgt für eine Verkürzung der Inspektionszeiten,<br />
Reduzierung der Kosten für<br />
Ausfallzeiten dank Expertenunterstützung<br />
in Echtzeit, sofortige Verbindung mit dem<br />
richtigen Experten und den richtigen Informationen<br />
sowie Eliminierung der Reisekosten<br />
von Experten. Zudem ist es möglich,<br />
eine zentrale Wissensdatenbank mit Vorfallmanagement<br />
und Berichterstattung aufzubauen,<br />
die Mitarbeitern jederzeit und<br />
überall zur Verfügung steht.<br />
Konzept Smart Glasses<br />
Um die Fernunterstützung auf ein neues<br />
Level zu heben, arbeitet Ecom derzeit mit<br />
einem Partner an der Entwicklung weiterer<br />
digitaler Produkte, die in Kombination mit<br />
den Smartphones eingesetzt werden können.<br />
Für eine optimale Hands-free-Bedienung<br />
auch mittels Sprachsteuerung durch<br />
den Mitarbeiter vor Ort und eine optimale<br />
Mit intelligenten mobilen Geräten verändern sich die<br />
Planung der Arbeitsabläufe und die Zusammenarbeit<br />
Sicht auf die Vorgänge durch den Remote-<br />
Experten stehen besonders Smart Glasses<br />
im Fokus der Entwicklung. Ein Experte<br />
kann so Unterstützung oder Anweisungen<br />
geben, während Informationen und Anweisungen<br />
live und direkt in das Sichtfeld des<br />
Arbeiters gespielt werden.<br />
Ecom legt dabei ein besonderes Augenmerk<br />
darauf, dass die Glasses und ihre<br />
Funktionalitäten perfekt an den Industriealltag<br />
und auch den Einsatz in explosionsgefährdeten<br />
Bereichen angepasst werden.<br />
Besonders die kombinierte Lösung aus<br />
Smartphone und Glasses eröffnet neue<br />
Möglichkeiten und Vorteile und merzt<br />
Schwachpunkte der bisher verfügbaren<br />
Modelle aus. Die Herausforderung liegt<br />
darin, sich von bisherigen Merkmalen zu<br />
lösen und das Konzept Smart Glasses neu<br />
zu denken.<br />
Bilder: Pepperl+Fuchs<br />
www.pepperl-fuchs.com<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 25
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Neues wagen<br />
Umsatzsteigerung dank digitaler Transformation<br />
Erdölraffinerien stehen unter dem<br />
Druck, ihre Rentabilität und<br />
Leistung ständig zu optimieren.<br />
Vor allem mit Blick auf die während<br />
der Corona-Krise eingebrochenen<br />
Ölpreise wird effiziente<br />
Verarbeitung immer wichtiger.<br />
Technologien machen es auf<br />
verschiedene Arten möglich, die<br />
Wertschöpfung zu optimieren – die<br />
Digitalisierung spielt hier eine<br />
wesentliche Rolle. Hier gilt BP als<br />
einer der Vorreiter.<br />
Besonders im Kontext nachgeschalteter<br />
Geschäftsprozesse stehen Erdölraffinerien<br />
unter extremem Druck, sich selbst sowie<br />
ihre Wettbewerber in der Leistung zu<br />
überbieten. Und besonders in der aktuellen<br />
Situation ist keine Entlastung des Margendrucks<br />
in Sicht. Um das Raffineriegeschäft<br />
unter diesem „neuen Normalzustand“<br />
aufrechtzuerhalten, ist eine Änderung der<br />
operativen Denkweise notwendig. Die Unternehmen<br />
brauchen einen signifikanten<br />
Leistungssprung und dementsprechend eine<br />
smarte Art der Ertragsgenerierung, um<br />
langfristig bestehen zu können. Durch dieses<br />
Streben nach möglichst hoher Wertschöpfung<br />
erleben die Raffinerien eine<br />
neue Welle von technologiegestütztem Produktivitätswachstum.<br />
Digitale Lösungen ermöglichen es, umfassende<br />
betriebliche Informationen in<br />
Echtzeit einzusehen und bieten Unternehmen<br />
so drei wichtige Handlungsmaß<br />
nahmen, um ihre Leistung zu<br />
optimieren:<br />
n Versteckte oder blockierte<br />
Potenziale nutzen<br />
Anwender von digitalen Raffinerie-<br />
Managementlösungen können einen<br />
Zuwachs in Leistung und Ertrag verzeichnen.<br />
Dieser lässt sich zu signifikanten<br />
Teilen auf die Nutzung digitaler Managementsoftware,<br />
wie beispielsweise Avevas<br />
Cloud-Lösung Unified Supply Chain, zurückführen.<br />
n Lücken zwischen digitalen Prozessen<br />
schließen<br />
Es ist essenziell, verschiedene Schritte in einer<br />
Raffinerie-Wertschöpfungskette als integriertes<br />
Ganzes zu betrachten, um die<br />
Autor: Andrew McCloskey, Head of Research and<br />
Development, Aveva GmbH, Sulzbach<br />
26 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
nächste Stufe der Produktivität in der Erdölraffination<br />
zu erreichen. Obwohl sie unterschiedliche<br />
Namen trägt (Digital, Internet<br />
der Dinge, Industrie 4.0), spiegelt sie das gemeinsame<br />
Thema der Digitalisierung von<br />
Geschäftsprozessen wider. Darin steckt insbesondere<br />
für Bereiche des Betriebsmanagements<br />
ein enormes Potenzial.<br />
n Änderungen an Prozessen schrittweise<br />
vornehmen<br />
Um zukünftige Wertschöpfungspotenziale<br />
zu erschließen, müssen zunächst die bestehenden<br />
Probleme gelöst werden. Dabei<br />
können insbesondere die vielen kleinen<br />
Leistungsabweichungen, oder „Wertlecks“,<br />
die täglich in einer Anlage auftreten, hinderlich<br />
sein. Unentdeckt erodieren sie langsam,<br />
aber stetig die Rentabilität einer Anlage.<br />
Verborgene Potenziale<br />
Ein Beispiel aus der Praxis für die Umsetzung<br />
dieser drei Kernmaßnahmen ist der<br />
Konzern BP, dessen zehn Raffinerien weltweit<br />
über 1,9 Millionen Barrel täglich verarbeiten.<br />
Im Rahmen der Neuausrichtung der<br />
BP-Unternehmensstrategie entlang des<br />
„Digital Innovation Programs“ wurde die<br />
komplette Wertschöpfungskette des Unternehmens<br />
neu aufgestellt. Durch intensive<br />
Evaluation, unter anderem durch Interviews<br />
mit zentralen Stakeholdern, konnten verschiedene<br />
Potenziale zur Leistungssteigerung<br />
aufgedeckt und ausgeschöpft werden.<br />
Es stellte sich heraus, dass die zuvor von<br />
BP genutzte Technologie die Optimierung<br />
des Betriebs am meisten behinderte: Alle<br />
Standorte nutzten teils veraltete und intransparente<br />
Insellösungen, die keine Unternehmensstandards<br />
erfüllten. Als Konsequenz<br />
daraus ergaben sich hohe Instandhaltungskosten<br />
und ein signifikanter Mehraufwand<br />
für Teams auf lokaler und globaler Ebene.<br />
Im Falle von BP konnten die nötigen Optimierungsmaßnahmen<br />
auf drei Kernziele<br />
heruntergebrochen werden:<br />
n Die Vereinfachung und Standardisierung<br />
des Managements der nachgelagerten<br />
Die Digitalisierung spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, die Wertschöpfung zu<br />
optimieren und den Lebenszyklus einer Anlage zu überwachen<br />
Lieferkette für höhere Agilität im Betrieb,<br />
n die Einführung eines verbesserten und<br />
transparenten Datenmanagementsystems<br />
für schnellere Entscheidungsfindung<br />
aller Teams,<br />
n die Senkung der IT-Kosten durch die Bereitstellung<br />
eines zentralisierten Managementsystems.<br />
Durch diese Maßnahmen, die mithilfe der<br />
Cloud-Lösung Aveva Unified Supply Chain<br />
umgesetzt wurden, konnte BP seine Margen<br />
drastisch verbessern, Entscheidungswege<br />
verkürzen, regelmäßig<br />
ausführliche Analysen einführen<br />
und dadurch die Risiken<br />
senken.<br />
Unabhängig vom jeweiligen<br />
Unternehmen können<br />
durch verbesserte Verfügbarkeit<br />
und Effektivität der<br />
Anlagen, gesteigerte Energieeffizienz<br />
und logistische<br />
Verbesserungen Einsparungen<br />
in Millionenhöhe<br />
erreicht werden. Auch in<br />
qualitativer Hinsicht lassen<br />
durch den Einsatz von digitalen Management-Technologien<br />
weitere Verbesserungen<br />
erzielen: Die Planung ist genauer, ein<br />
optimierter, sicherer Betrieb der Anlage ist<br />
unter Einhaltung der Zielvorgaben möglich,<br />
Leistungen lassen sich genau messen und<br />
mit kollaborativen Tools analysieren, durch<br />
agile Entscheidungsfindung ist eine kontinuierliche<br />
Verbesserung möglich.<br />
Fallstricke und Chancen<br />
Als Early Adopter sowohl von Unternehmens-<br />
als auch von Echtzeit-Steuerungssystemen<br />
ist die Erdölraffineriebranche bereits<br />
ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Die<br />
meisten betrieblichen Anwendungen wurden<br />
jedoch für die Berichterstattung und<br />
Mithilfe unserer Cloud-Lösung<br />
konnte BP seine Margen<br />
drastisch verbessern, Entscheidungswege<br />
verkürzen, regelmäßig<br />
ausführliche Analysen einführen<br />
und dadurch die Risiken senken.<br />
Andrew McCloskey<br />
nicht für die Entscheidungsfindung in Echtzeit<br />
konzipiert. Infolgedessen ist die Verknüpfung<br />
von Strategie und Ausführung<br />
noch ausbaufähig. Das schränkt wiederum<br />
die Erkennung von Potenzialen in Echtzeit<br />
und die Agilität im Betrieb ein.<br />
Angestellte und Betreiber haben oft keine<br />
Zeit, sich eng abzustimmen oder vorliegende<br />
Daten auszuwerten – in Raffineriebetrieben<br />
ist das ein Alltagsproblem. Insbesondere<br />
Daten, die einen Einblick in das zukünftige<br />
Verhalten der Raffinerie geben könnten, gehen<br />
schnell unter. Entscheidungszyklen<br />
dauern zu lang – und manchmal werden<br />
Entscheidungen auch ohne relevante<br />
Grundlagen getroffen. Auf lange Sicht ist<br />
dies für Unternehmen wenig förderlich.<br />
Neben dem Implementieren von Management-Software,<br />
wie der Unified Supply<br />
Chain, ist es also auch von zentraler Bedeutung,<br />
eine Unternehmenskultur mit kurzen<br />
Entscheidungswegen und unternehmensweiten<br />
Standards zu fördern. Erst so können<br />
die eingeführten Tools auch eingesetzt<br />
werden. Denn Technik allein macht noch<br />
keine digitale Transformation.<br />
Fotos: Aveva<br />
www.aveva.com<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 27
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Mehrdimensionale<br />
Entscheidungen<br />
Betriebliche Optimierung mit neuer Analyse- und KI-Software<br />
Analyse-Software und Services<br />
kombinieren Betriebsdaten,<br />
Engineering- sowie IT-Daten und<br />
stellen umsetzbare Informationen<br />
bereit.<br />
Die ABB Ability Genix Industrial Analytics<br />
und AI Suite ist eine skalierbare<br />
Analyseplattform mit vorgefertigten, benutzerfreundlichen<br />
Anwendungen und Services.<br />
Damit werden Betriebs-, Engineeringund<br />
IT-Daten erfasst, kontextualisiert und<br />
in umsetzbare Informationen umgewandelt.<br />
So können industrielle Prozesse verbessert<br />
und das Management der Anlagen<br />
optimiert werden. Darüber hinaus können<br />
Geschäftsprozesse sicher und nachhaltig<br />
rationalisiert werden.<br />
Studien von Analysten zufolge können<br />
Industrieunternehmen in der Regel nur<br />
20 % der erzeugten Daten nutzen. Deshalb<br />
können Datenanalysen nur eingeschränkt<br />
Anwendung finden. Die neue Lösung von<br />
ABB dient als Anlaufstelle für digitale Daten<br />
aller Art. Hier laufen die Informationsflüsse<br />
Autor: Gero Lustig, ABB Industrial Automation<br />
Energy Industries, Digital Lead Central Southern<br />
Europe, Mannheim<br />
aus unterschiedlichen Quellen im Werk<br />
und Unternehmen zusammen und werden<br />
anhand eines einheitlichen Analysemodells<br />
kontextualisiert. Dank künstlicher Intelligenz<br />
(KI) werden diese Daten in aussagekräftige<br />
Informationen umgewandelt, die<br />
für Prognosen und zur Optimierung der<br />
Unternehmensleistung dienen.<br />
„Wir sind überzeugt, dass wir auf die bestehende<br />
Digitaltechnologie setzen sollten<br />
– also auf die Automatisierung, mit der die<br />
Produktionsprozesse gesteuert werden – um<br />
in den Prozess-, Energie- und Hybridindustrien<br />
Datenanalysen voranzutreiben“, sagt<br />
Peter Terwiesch, Leiter des Geschäftsbereichs<br />
Industrieautomation von ABB. „Für<br />
unsere Kunden bietet sich die große Chance,<br />
ihre Betriebsdaten besser auszuschöpfen,<br />
indem diese mit Engineering- und IT-<br />
Daten kombiniert werden und somit eine<br />
mehrdimensionale Entscheidungsfindung<br />
ermöglichen. Mit diesem neuen Ansatz können<br />
unsere Kunden buchstäblich Milliarden<br />
besserer Entscheidungen treffen.“<br />
Skalierbare Lösung<br />
ABB Ability Genix besteht aus einer Plattform<br />
und Anwendungen für die Datenanalyse<br />
und wird mit ABB-Services ergänzt. Die<br />
Lösung hilft Kunden dabei zu bestimmen,<br />
welche Anlagen, Prozesse und Risikoprofile<br />
verbessert werden können und unterstützt<br />
sie bei der Erstellung und Anwendung dieser<br />
Analysen. In der Lösung ist eine Anwen-<br />
dungsbibliothek enthalten, sodass Kunden<br />
auf Abruf und je nach Geschäftsbedarf vielfältige<br />
Analysen abonnieren können. Auf<br />
diese Weise werden Support-Leistungen<br />
von Lieferanten schneller angefordert und<br />
geplant, als dies üblicherweise der Fall wäre.<br />
ABB Ability Genix ist vom Werk bis zum<br />
Unternehmen skalierbar und kann auf verschiedene<br />
Weise implementiert werden.<br />
Dies beinhaltet unter anderem Cloud-Installationen,<br />
die hybride Anwendung und<br />
die Bereitstellung vor Ort. Im Rahmen einer<br />
strategischen Partnerschaft mit Microsoft<br />
nutzt ABB Ability Genix Microsoft Azure für<br />
die integrierte Anbindung an die Cloud und<br />
Cloud-Dienste.<br />
Eine wichtige Komponente ist der Edgenius<br />
Operations Data Manager, der am Ort<br />
der Produktion technische Betriebsdaten<br />
miteinander vernetzt, erfasst und analysiert.<br />
Er verwendet betriebliche Daten, die<br />
von Technologien wie DCS (Distributed<br />
Control Systems) und anderen Geräten erzeugt<br />
wurden, und erstellt damit Analysen,<br />
mit denen die Produktionsprozesse und<br />
die Kapazitätsauslastung verbessert werden.<br />
Edgenius kann eigenständig eingesetzt<br />
oder in Ability Genix integriert werden, sodass<br />
betriebliche Daten mit anderen Daten<br />
kombiniert und strategische Geschäftsanalysen<br />
erstellt werden können.<br />
Foto: ABB<br />
www.abb.com<br />
28 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
CO 2<br />
-Sensor zur Raumluftkontrolle<br />
Eine Studie des Hermann-Rietschel-Instituts (TU Berlin) belegt<br />
CO 2<br />
als idealen Indikator für die Aerosolkonzentration im Raum,<br />
da Menschen permanent CO 2<br />
wie auch Aerosole in die Luft<br />
abgeben. Ein erhöhter und gut geplanter Luftaustausch mit<br />
unbelasteter Frischluft vor dem Überschreiten gefährlicher<br />
Schwellenwerte kann die CO 2<br />
- und Aerosolkonzentration auf<br />
Dauer niedrig halten.<br />
Beim Afriso CO 2<br />
-Sensor wird die Konzentration in einer einfach<br />
verständlichen Ampel direkt am Gehäuse angezeigt. Mit dieser<br />
LED-Anzeige haben Nutzer die Lüftungsempfehlungen immer im<br />
Blick, ohne dass die Arbeit mit akustischen Hinweisen beeinträchtigt<br />
wird. Steigt der Wert auf Gelb, ist die<br />
Schwelle von 1000 ppm CO 2<br />
überschritten. Spätestens bei roter LED<br />
und einer Konzentration von über 1500<br />
ppm ist es höchste Zeit zum Lüften.<br />
Sobald die LED wieder grün leuchtet, ist<br />
der Wert unter 1000 ppm und die<br />
Fenster können geschlossen werden.<br />
www.afriso.de<br />
Feuchte- und Temperaturmessungen<br />
Die neue Humicap-Feuchte- und<br />
Temperatursonde HMP1 zeichnet<br />
sich laut Hersteller durch ihre<br />
Genauigkeit und Sensorreinigungsfunktion<br />
aus, die eine<br />
langfristige zuverlässige Stabilität<br />
gewährleistet. Sie eignet sich für<br />
anspruchsvolle Feuchtemessungen<br />
in Umgebungen, z. B. in pharmazeutischen Einrichtungen.<br />
Die Sonde ist mit allen Messwertgebern der Serie Vaisala<br />
Indigo kompatibel. Die Möglichkeit, die Sonde aus dem<br />
Messwertgeber auszubauen, sorgt für effiziente Wartung und<br />
Kalibrierung. Sie kann zudem über die serielle Modbus-RTU-<br />
Schnittstelle als eigenständiger wandmontierter Messwertgeber<br />
genutzt werden. Unabhängig davon, ob die Sonde als eigenständige<br />
Einheit oder mit einem Messwertgeber verwenden wird,<br />
kann sie zur einfachen Vor-Ort-Kalibrierung, Sondenkonfiguration<br />
und Geräteanalyse an die kostenlose PC-Software Vaisala<br />
Insight angeschlossen werden.<br />
www.vaisala.com<br />
Hohe Performance von IO-System<br />
Das IO-System Advanced bietet durch das Gateway zum universellen<br />
Wago IO-System der Serie 750 die bewährten Vorteile und<br />
Funktionalitäten dieser Serie und kombiniert<br />
diese mit einer komfortablen, fehlervermeidenden<br />
Mechanik sowie einer hohen Performance:<br />
Kurze Reaktionszeiten, eine hohe<br />
Synchronität der Signalübertragung und die<br />
Möglichkeit, schnelle Ethernet-Feldbusse wie<br />
Profinet, Ethercat und Ethernet/IP zu nutzen,<br />
zeichnen dieses IO-System laut Hersteller aus.<br />
Mit dem IO-System Advanced führt Wago auch<br />
den Controller PFC200 in passender Bauform<br />
neu ein, der auf der bewährten PFC-Technologie fußt. Der neue<br />
Controller bildet durch das Linux-Betriebssystem und die<br />
Docker-Virtualisierung die Brücke zu vielfältigen<br />
IT- und dank IEC-61131-Laufzeitsystem<br />
auch zu OT-Technologien. Daten in die Cloud<br />
zu senden und alle Vorteile des Cloud-<br />
Computing zu nutzen – das sei aufgrund einer<br />
Vielzahl an Schnittstellen und höchster Cyber-<br />
Security-Standards laut Hersteller<br />
selbstverständlich.<br />
www.wago.com<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 29
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Kontinuierliche<br />
Quecksilber-Emissionsmessung<br />
Der neue Gesamt-Quecksilber-Analysator SM-5 wurde für die<br />
genaue und zuverlässige Messung sehr niedriger Quecksilberkonzentrationen<br />
in Rauchgasen mit komplexen Matrizes (SO₂, NO x ,<br />
HCl usw.) entwickelt. Der angestrebte kleinste zertifizierte<br />
Messbereich beträgt 0–5 µg/Nm³. Der<br />
Analysator misst kontinuierlich Gesamt-Hg.<br />
Eine Spezifizierungsmessung (Hg elementar<br />
und ionisch) ist möglich. Der Hochtemperatur-Konverter<br />
ist wartungsfrei, d. h. es ist<br />
kein Katalysatormaterial erforderlich. Das<br />
System wird in Abfallverbrennungsanlagen,<br />
Kohlekraftwerken, Zementöfen, metallurgischen<br />
Anlagen u.v.m. zum Einsatz kommen<br />
und ist im Frühjahr erhältlich.<br />
www.envea.global/de<br />
Druckmessumformer für Wasserstoff und technische Gase<br />
Mit dem Druckmessumformer DMP 336 erweitert BD Sensors<br />
seine Familie an Industrie-Druckmessumformern um eine<br />
Variante, die bei der Druckmessung von Wasserstoff und technischen<br />
Gasen zum Einsatz kommt. Das Gerät wurde für Wasserstoff<br />
sowie technische Gase konzipiert. Die Verwendung eines Sonder-<br />
Edelstahls für die medienberührten Teile macht das<br />
Produkt unempfindlich gegenüber dem Medium<br />
Wasserstoff und sorgt dafür, dass die typischen<br />
Versprödungen weitestgehend reduziert werden.<br />
Aufgrund seiner fett- und ölfreien Ausführung gemäß<br />
ISO 15001 ist der DMP 336 außerdem zur Druckerfassung<br />
von Sauerstoff geeignet.<br />
Der Druckmessumformer deckt den Messbereich 16 bis 1000 bar<br />
bei Medientemperaturen von –40 bis 125 °C ab und erfasst den<br />
Druck mit einer Genauigkeit von 0,5% FSO. Er überzeugt laut<br />
Hersteller durch seine Unempfindlichkeit gegenüber<br />
Druckspitzen sowie durch eine hohe Überlastfähigkeit, mit denen<br />
sich der DMP 336 beispielsweise bei der Zuschaltung<br />
eines weiteren Gasdepots zum Leitungssystem<br />
konfrontiert sieht. Optional steht das Gerät mit<br />
Atex-Zulassung in ex-eigensicherer Ausführung für<br />
Zone 0 zur Verfügung.<br />
www.bdsensors.de<br />
Robuste Schaltschränke<br />
Bei der Gehäuse- und Kühlttechnik wartet Rittal mit Neuentwicklungen<br />
auf. Dazu zählen der neue Einzelschrank VX SE, der<br />
Kunststoff-Schaltschrank AX und die neuen energieeffizienten<br />
Blue e+ Outdoor-Kühlgeräte. Mit seinen neuen Kunststoff-Schaltschränken<br />
AX hat Rittal jetzt sein<br />
Kompaktgehäuse-Programm<br />
komplettiert. Damit verbindet der<br />
Hersteller das Beste aus zwei<br />
Welten: die Vorteile ausgefeilter<br />
Systemtechnik und die eines extrem<br />
robusten Werkstoffes. Der AX<br />
Kunststoff schützt Elektrotechnik<br />
selbst in rauesten Umgebungen, wie<br />
z. B. im Outdoor-Bereich, sorgt mit<br />
neuen Montagefunktionen für einen schnellen Ausbau und<br />
schafft mit cleverer Systemtechnik mehr Spielraum bei der Installation.<br />
Zu den weiteren Produkt-Highlights gehören Neuentwicklungen<br />
im Bereich IT-Infrastruktur. Im Zentrum stehen das neue<br />
VX IT Rack sowie Rimatrix Next Generation (NG), mit der Rittal<br />
ein neues Modulsystem für den flexiblen, sicheren und schnellen<br />
Aufbau von Rechenzentren entwickelt hat. Auf Basis einer offenen<br />
Plattformarchitektur lassen sich laut Hersteller weltweit investitionssichere,<br />
individuelle Lösungen für alle zukünftigen<br />
IT-Szenarien realisieren.<br />
www.rittal.de<br />
Unternehmensweite Verfügbarkeit der<br />
Engineering-Daten<br />
Enterprise Resource Planning (ERP) und Product Lifecycle<br />
Management (PLM) sind ein wesentlicher Kern moderner<br />
Unternehmenssteuerung und -administration. Für optimale<br />
Prozesssicherheit und Datenkonsistenz müssen ERP und<br />
Engineering nahtlos ineinandergreifen. Ob Materialstamm-,<br />
Stücklisten-, Dokumenten- oder Projektverwaltung: Immer sind<br />
beide Bereiche involviert und müssen sich auf aktuelle Daten<br />
verlassen können. Doch Datenübertragungen, doppelte<br />
Datenpflege und das oft erforderliche Spezialwissen zum jeweils<br />
fachfremden System sind hohe Hürden.<br />
Um den Wissensaustausch bei optimaler Datenqualität deutlich<br />
zu vereinfachen, hat Aucotec für EB die ERP/PLM Integration<br />
Platform entwickelt. Sie erfordert vom Engineering-Anwender<br />
kein spezielles ERP/PLM-Know-how. Einerseits lässt sich die<br />
Plattform an jede unternehmenseigene Middleware „andocken“,<br />
bietet aber in Zusammenarbeit mit den ERP-Experten des<br />
Aucotec-Partnersit-motive und deren Datendrehscheibe Imap<br />
auch eine rundum standardisierte Integration für SAP, Windchill<br />
und TeamCenter. Das Interface bleibt auf EB-Seite immer gleich,<br />
egal welches ERP-System angebunden wird. Von Einrichtung über<br />
Implementierung bis Konfiguration lässt sich laut Hersteller rund<br />
die Hälfte der üblichen Zeit für ERP-Integrationen sparen.<br />
www.aucotec.com<br />
30 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Sicherheitszellen schützen vor<br />
Cyberbedrohungen<br />
Die Vernetzung von Produktions- und Automatisierungsebenen<br />
mit dem Internet nimmt in der Prozessindustrie beständig zu. Um<br />
Anlagen sicher vor Cyberattacken zu schützen, hat B&R das<br />
Benutzermanagement des<br />
Prozessleitsystems Aprol<br />
weiterentwickelt. Verteilte<br />
autonome Sicherheitszellen<br />
schützen Anlagen<br />
einfach und effizient vor<br />
Schadsoftware und<br />
Hackerangriffen.<br />
Um dies zu erreichen, wird<br />
die Anlage zuerst in<br />
autonom funktionierende Automatisierungszellen (process cells)<br />
unterteilt. Diese bestehen aus produktionsrelevanten Zonen oder<br />
Teilanlagen. Anschließend werden eine oder mehrere Automatisierungszellen<br />
wiederum in Sicherheitszellen (security cells)<br />
zusammengefasst. Insgesamt ermöglicht die flexible Client-/Server-<br />
Architektur bis zu 64 Sicherheitszellen. Mit seiner Multi-<br />
Runtime-Server-Architektur stellt Aprol den unabhängigen Betrieb<br />
aller erforderlichen Systeme sicher. Auf jedem Multi-Runtime-Server<br />
steht ein eigener LDAP-Server (389 Directory Server) zur Verfügung.<br />
Damit können (Teil-)Anlagen innerhalb einer Sicherheitszelle auch<br />
ohne Netzwerkverbindung nach außen betrieben werden.<br />
www.br-automation.com<br />
IO-Link-fähiger Temperatursensor<br />
Hydraulik- und Schmieröle verändern ihre Viskosität abhängig<br />
von der Temperatur. Deshalb ist die genaue Überwachung des<br />
gewählten Temperaturfensters für den Betrieb fluidtechnischer<br />
Systeme eine wichtige Funktion. In zeitgemäßen, kommunikativen<br />
Steuerungsabläufen reicht deshalb die binäre Setzung einer<br />
Maximaltemperatur nicht mehr aus. Gefragt ist die kontinuierlich<br />
zur Verfügung stehende „Ist-Temperatur“ im<br />
Ölbehälter als Mittelwert und evtl. an weiteren<br />
kritischen Punkten des Systems.<br />
Mit dem IO-Link-fähigen Temperatursensor der<br />
Baureihe TF wird diese anspruchsvolle Aufgabe<br />
gelöst. Die offene Parametrierungsmöglichkeit<br />
via IO-Link eröffnet Planern und Betreibern die<br />
Standardisierung der Sensoreintauchlängen<br />
und unterstützt so die Werksnormung mit<br />
positiven Folgen für Beschaffung und<br />
Ersatzteilversorgung.<br />
Der TF-Sensor eignet sich für alle fluidtechnischen<br />
Anwendungen, die keine Anzeige der<br />
„Ist-Temperatur“ vor Ort erfordern und/oder sich mit anderen<br />
Funktionen wie z. B. dem Füllstand kombinieren lassen. Der<br />
Sensorkopf besteht aus einem Sechskant mit Schlüsselweite SW36<br />
und hat ein G ½ BSP Anschlussgewinde mit gekammertem, elastischem<br />
Dichtring. Erhältlich ist der Temperatursensor TF in<br />
Ausführung aus Messing oder Edelstahl. Der elektrische<br />
Anschluss erfolgt über einen Steckersockel M12.<br />
www.buehler-technologies.com<br />
TECHNIKWISSEN FÜR INGENIEURE<br />
gegnen<br />
Maschine<br />
. Die Drucklement<br />
ist<br />
ektierung<br />
lagen in der<br />
ngsfähigkeit<br />
sdauer von<br />
ssigkeit und<br />
len Verwen-<br />
Hydraulik-Fluide als Konstruktionselement Wolfgang Bock<br />
EDITION<br />
FACHWISSEN ENTSCHEIDET<br />
Wolfgang Bock<br />
Hydraulik-Fluide als<br />
Konstruktionselement<br />
Das Hydraulik-Fluid als ein wichtiges Konstruktionselement ist in<br />
Planung, Projektierung und Inbetriebnahme von hydraulischen<br />
Anlagen immer mit einzubeziehen. Die Leistungsfähigkeit von<br />
Druckflüssigkeiten bezüglich der Lebensdauer von Anlagen und<br />
Komponenten, deren Zuverlässigkeit und Funktionalität ist<br />
unbe stritten, aber bei vielen Verwendern in Vergessenheit geraten.<br />
Das vorliegende Werk bringt Klarheit.<br />
Hydraulik-Fluide als Konstruktionselement<br />
von Wolfgang Bock<br />
144 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-7830-0362-8<br />
nur 15,- € (zzgl. Versandkosten)<br />
13.03.2007, 07:44<br />
Bitte bestellen Sie bei:<br />
Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz<br />
Telefon: 06131/992-0 . Telefax: 06131/992-100 . E-Mail: vertrieb@vfmz.de<br />
Oder besuchen Sie unseren Shop im Internet: vereinigte-fachverlage.de<br />
Im Online-Shop:<br />
vereinigte-fachverlage.de<br />
OUP_Hydraulik_Fluide_185x130_2019_12.indd 1 www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 05.12.2019 01-02/<strong>2021</strong> 14:25:54 31
BETRIEBSTECHNIK<br />
Jedes Gramm zählt<br />
Smarte Wägesteuerungen ermöglichen präzises Abfüllen<br />
Wer zum Wiegen und Dosieren Wägesteuerungen einsetzt, erwartet<br />
Präzision, Wiederholgenauigkeit, Funktionalität, Flexibilität,<br />
Bedienfreundlichkeit und Verfügbarkeit. Warum Anlagenbetreiber auf die<br />
nachfolgend vorgestellten Steuerungen mit Feldbus-Schnittstelle und<br />
integriertem Webserver setzen, erfahren Sie im Beitrag.<br />
Präzises Abfüllen – am besten auf das<br />
Gramm genau – und damit die Vermeidung<br />
von Reklamationen durch unterfüllte<br />
Gebinde und von Produktverlusten durch<br />
Überfüllung sowie die End-of-Line-Kontrolle<br />
sind die klassischen Einsatzgebiete<br />
von Wägesteuerungen in Verpackungsprozessen<br />
für feste und flüssige Produkte. Dabei<br />
stellen die Anwender nicht nur besondere<br />
Anforderungen an die eigentliche Aufgabe<br />
des Wiegens und daraus abgeleiteter<br />
Steuerungs- und Überwachungsfunktionen,<br />
sondern auch an die Robustheit und<br />
Verfügbarkeit der Systeme sowie an ihre<br />
Kommunikationsfähigkeit.<br />
Autor: Marcus Graf, Geschäftsführer, B+L<br />
Industrial Measurements GmbH, Heidelberg<br />
Innovative Technik ist gefragt, aber ebenso<br />
langjährige Erfahrung des Herstellers, um<br />
auch unter ungünstigen Randbedingungen<br />
jederzeit zuverlässige Abfüllergebnisse zu<br />
erzielen.<br />
Eine Reihe namhafter Unternehmen setzt<br />
aus verschiedenen Gründen auf die Wägesteuerungen<br />
von B+L Industrial Measurements.<br />
Im Mittelpunkt stehen dabei die<br />
eichfähigen Abfüllsteuerungen MiniPond<br />
3F und DataPond 3F, das einen erweiterten<br />
Funktionsumfang speziell für sehr schnelle<br />
Abfüllautomaten bietet. Die Steuerungen<br />
sind sowohl autark als auch vernetzt einsetzbar<br />
und ermöglichen eine schnelle Umstellung<br />
auch bei häufigen Produktwechseln<br />
durch bis zu 220 Parametersätze für<br />
Voreinstellungen für Füllgewichte und Produkteigenschaften.<br />
Beide Wägesteuerungen basieren auf der<br />
Erfahrung, die das Unternehmen seit der<br />
Gründung im Jahr 1968 in der Pulver- und<br />
Schüttgut-Wägetechnik gesammelt hat. Die<br />
Steuerungstechnik mit bewährten Wägeund<br />
Dosieralgorithmen, gepaart mit integriertem<br />
Webserver und Feldbus sind für die<br />
Kunden zentrale Argumente.<br />
Zuverlässiger Allrounder<br />
Die Wägesteuerung MiniPond 3F ist auf<br />
mittlere bis hohe Durchsatzleistungen ausgelegt.<br />
Beim italienischen Maschinenbauer<br />
PKT wird sie zum präzisen und wiederholgenauen<br />
Abwägen beispielsweise von Holzrinde,<br />
Mulch oder Katzenstreu eingesetzt.<br />
Wie viele Endanwender schätzt auch PKT<br />
neben der Genauigkeit die intuitive Bedienung<br />
und die Vielseitigkeit dieser Wägesteuerung.<br />
„Das MiniPond 3F bietet erprobte<br />
Zuverlässigkeit und ist mit allen wichtigen<br />
Funktionen ausgestattet. Einstellungen<br />
lassen sich auf einfache Weise vornehmen;<br />
die Anbindung an die SPS unserer Anlagen<br />
passt perfekt“, erklärt Claudio Pivato, Firmengründer<br />
und Inhaber des italienischen<br />
Verpackungsmaschinenherstellers PKT.<br />
„Im Betrieb ist das MiniPond 3F in der Lage,<br />
sich während des Abfüllprozesses flexibel<br />
an Änderungen der Produkteigenschaften<br />
wie die Materialdichte oder das Fließverhalten<br />
anzupassen.“<br />
Digitale Filter zur optimalen Verarbeitung<br />
der Wägesignale und bewährte, leistungsfähige<br />
Auswertealgorithmen sorgen<br />
32 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
BETRIEBSTECHNIK<br />
01 In der Verpackungsmaschine der Firma<br />
Essegi sind zwei Dosierwaagen integriert, die<br />
jeweils mit einer Wägesteuerung DataPond 3F<br />
ausgerüstet sind<br />
02 Die Wägesteuerung MiniPond 3F<br />
kommuniziert via Ethernet mit dem übergeordneten<br />
Automatisierungssystem der Maschine<br />
hierbei für höchste Messgenauigkeit – auch<br />
unter schwierigen Bedingungen. Zudem<br />
lobt Claudio Pivato die Geschwindigkeit<br />
des MiniPond 3F: „Es ist schneller als andere,<br />
vergleichbare Steuerungen und verbessert<br />
so die Produktivität der Maschinen.“<br />
Für höchste Geschwindigkeiten<br />
Die Wägesteuerung DataPond 3F wurde für<br />
Verpackungsprozesse mit hohen und sehr<br />
hohen Durchsatzleistungen sowie mit besonderen<br />
Anforderungen an die Dosierund<br />
Wiederholgenauigkeit entwickelt. Der<br />
italienische Maschinenhersteller Essegi<br />
nutzt die Steuerung in seinen doppelbahnigen<br />
Abfüll- und Absackanlagen zum Verpacken<br />
rieselfähiger Feststoffe. „Mit unseren<br />
Verpackungsmaschinen der Baureihen<br />
F1000 und F1200 füllen wir unterschiedlichste<br />
granulatartige Produkte wie Tierfutter,<br />
Nahrungsmittel, Pellets oder Kieselsteine<br />
ab“, erklärt Vertriebsberater Marco Pivato.<br />
„Das DataPond 3F steuert den vollständigen<br />
Dosierablauf und kann über die<br />
gespeicherten Voreinstellungen schnell auf<br />
andere Füllgewichte oder Produktqualitäten<br />
umgeschaltet werden. Dabei ist es jederzeit<br />
sehr genau, denn die digitale Filtertechnik<br />
und die Nachstromautomatik gewährleisten<br />
auch bei Waagenschwingungen<br />
oder Füllgütern mit schwankenden<br />
Materialeigenschaften hochgradig präzise<br />
Abfüllergebnisse.“<br />
Der spanische Spezialist für Verpackungsmaschinen<br />
Metral setzt ebenfalls<br />
auf die ausgereifte Technik der B+L-Produkte.<br />
„Uns überzeugen die Geschwindigkeit<br />
und die Genauigkeit der Wägesteuerung,<br />
gerade auch bei schwankendem<br />
Materialstrom“, sagt Isaac Colomer i Xena,<br />
Verkaufsleiter beim spanischen Maschinenbauer<br />
Metral. „Zudem lässt sie sich<br />
schnell in Betrieb nehmen. Es müssen nur<br />
wenige Daten, in der Regel nur das Gewicht,<br />
eingegeben werden – die Steuerung,<br />
die wir über das HMI der Maschine visualisieren<br />
und bedienen, macht den Rest.“<br />
Die praxisbewährte Präzision der Data-<br />
Pond 3F – auch unter widrigen Bedingungen<br />
– wird ergänzt durch moderne<br />
Datenkommunikation. „Webserver und<br />
Feldbusschnittstellen unterstützen eine<br />
reibungslose Integration der Steuerung in<br />
das Anlagenumfeld“, erklärt Isaac Colomer<br />
01 02<br />
i Xena. Darüber hinaus erlauben bei Bedarf<br />
individuelle Einstellmöglichkeiten,<br />
zusätzliche Regelalgorithmen sowie Sonderfunktionen<br />
der Steuerung, den Dosierprozess<br />
optimal an die Abfüllanlage und<br />
die jeweiligen Materialeigenschaften anzupassen.<br />
„Dies alles zeigt das große Dosier-Know-how,<br />
auf dem diese Steuerung<br />
basiert“, bringt es der Spanier auf den Punkt.<br />
Schnelle Inbetriebnahme<br />
Sowohl das MiniPond 3F als auch das DataPond<br />
3F lassen sich flexibel in nahezu jedes<br />
Maschinenumfeld und jede Kommunikationstopologie<br />
integrieren.<br />
Hierzu bieten die Wägesteuerungen<br />
digitale I/Os,<br />
COM-Port, Ethernet-Schnittstelle,<br />
Modbus-Protokoll sowie<br />
optionale Feldbusschnittstellen<br />
wie Profibus, Profinet<br />
oder Ethernet/IP. Der integrierte<br />
Webserver ermöglicht<br />
den Zugang per Browser zur<br />
Einstellung und Archivierung<br />
von Parametern, zur Justage<br />
sowie zur Funktionsprüfung<br />
und Fehlerdiagnose. Dies unterstützt<br />
eine schnelle Inbetriebnahme,<br />
vereinfacht die Datensicherung<br />
wie auch das Firmware-Update und<br />
erlaubt eine gezielte Prozessdiagnose direkt<br />
aus dem Gerät. Gleichzeitig können<br />
die Wägesteuerungen über den Feldbus<br />
auch in Industrie-4.0-gerechte Strukturen<br />
und Anwendungen eingebunden werden,<br />
beispielsweise in Condition Monitoring-<br />
Applikationen auf übergeordneter Leitebene<br />
oder in der Cloud.<br />
Im Betrieb überwachen die beiden Wägesteuerungen<br />
in Eigenregie eine Vielzahl<br />
von Prozessparametern, die bei der Optimierung<br />
der Anlage unterstützen. Erfasst<br />
und ausgewertet werden unter anderem<br />
Füllgewicht, Toleranzen und Prozessfehler.<br />
Zusätzlich werden Daten wie Anzahl und<br />
Gesamtsumme sowie Diagnosedaten protokolliert<br />
und dokumentiert. „Generell, so<br />
unsere Erfahrung bei Metral, ist der Wartungs-<br />
und Serviceaufwand mit diesen<br />
Wägesteuerungen sehr gering“, so Isaac<br />
Im Betrieb ist die Wägesteuerung<br />
in der Lage, sich<br />
während des Abfüllprozesses<br />
flexibel an Änderungen der<br />
Produkteigenschaften wie<br />
die Materialdichte oder das<br />
Fließverhalten anzupassen.<br />
Claudio Pivato, Inhaber der Firma PKT<br />
Colomer i Xena. „Und wenn ein Problem<br />
auftritt, funktioniert der Support durch<br />
den Hersteller schnell und reibungslos.“<br />
Fotos: B+L, Sashkin/stock.adobe.com<br />
www.bl-im.de<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 33
BETRIEBSTECHNIK<br />
Um die Ecke gedacht<br />
Hebehilfen verbessern Ergonomie und Effizienz<br />
Vakuumheber werden eingesetzt,<br />
wenn es beim Hantieren mit<br />
schweren Lasten neben Sicherheit<br />
und Ergonomie auf die<br />
Geschwindigkeit ankommt. Ein<br />
Lebensmittelhersteller nutzt das<br />
Hubgerät in der Verwiegung von<br />
Zutaten.<br />
Autorin: Sabrina Burk, Marketing Manager,<br />
Best Handling Technology, Heuchelheim<br />
Wenn spezialisierte Unternehmen mit<br />
hohen Ansprüchen an ihre Produkte<br />
in den eigenen Maschinenpark investieren,<br />
findet das in der Regel ebenfalls auf<br />
dem höchsten qualitativen Level statt.<br />
Denn nur mithilfe der besten marktverfügbaren<br />
Systeme lässt sich auf Dauer eine<br />
Qualität etablieren und sicherstellen, die<br />
sich gegen den Wettbewerb durchsetzt.<br />
Der Lebensmittelhersteller Dr. Schär aus<br />
Südtirol legt seit beinahe 40 Jahren bei der<br />
Produktion glutenfreier und ernährungstherapeutischer<br />
Lebensmittel strenge Qualitätsrichtlinien<br />
an, um das Leben von<br />
Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen<br />
zu verbessern. Aus diesem<br />
Grund macht man hier bei der Anschaffung<br />
neuer Maschinen und Komponenten<br />
keinerlei Kompromisse.<br />
So war es für das Unternehmen nur konsequent,<br />
sich auf der Suche nach einer neuen<br />
Handling-Lösung für einen Anbieter zu entscheiden,<br />
der sich nicht nur der Erleichterung<br />
der Arbeitswelt möglichst vieler Menschen,<br />
sondern insbesondere auch der Qualität der<br />
eigenen Produkte verpflichtet hat. Für die<br />
Lieferung eines modernen Vakuumhebers<br />
für den Standort Ebsdorfergrund wurde daher<br />
das hessische Unternehmen Best Handling<br />
Technology ausgewählt.<br />
Anspruchsvolle Wende<br />
Das gelieferte Vakuum-Hubgerät vom Typ<br />
EzzFast ist für Lasten bis 35 kg ausgelegt<br />
und wurde über einen Wand-Schwenkkran<br />
EzzLink eco fest an einem T-Träger im Bereich<br />
Komposition der Backwaren instal-<br />
34 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
BETRIEBSTECHNIK<br />
01 02<br />
01 Der Sackgreifer wurde mit einem Gelenk<br />
versehen, damit die Säcke um 90° gedreht<br />
und aufgerichtet werden können<br />
02 Zur Bewegung von Kartons verfügt das<br />
System über eine Schnellwechselkupplung<br />
liert. Mittels eines Aluminiumauslegers ist<br />
das System in der Lage, Säcke mit Backmischungen<br />
im Radius von 400 cm aufzunehmen<br />
und anschließend neben einer Waage<br />
abzusetzen. Von der konstruktiven Warte<br />
aus betrachtet war diese scheinbar einfache<br />
Aufgabe jedoch anspruchsvoll, denn die<br />
Säcke müssen liegend aufgenommen werden,<br />
am Kranarm hängend gedreht und<br />
aufrechtstehend zur Verwiegung abgesetzt<br />
werden. Dann werden die Säcke geöffnet<br />
und ein Teil der pulverförmigen Backmischung<br />
wird entnommen, bevor der teilentleerte<br />
Sack erneut angehoben und auf einer<br />
Palette zur Zwischenlagerung abgesetzt<br />
wird. Das wiederum bedeutete, dass eine<br />
technisch aufwändige Lösung gefunden<br />
werden musste.<br />
Die Ingenieure konnten die Kundenforderung<br />
schließlich erfüllen, indem sie den<br />
Sackgreifer mit einem Gelenk versehen haben,<br />
mit dem die Säcke um 90° gedreht und<br />
aufgerichtet werden können. Zur Bewegung<br />
von Kartons verfügt das System außerdem<br />
über eine Schnellwechselkupplung,<br />
die den Austausch der passenden Endeffektoren<br />
innerhalb kürzester Zeit und mit minimalem<br />
personellem Aufwand ermöglicht.<br />
Präzise Maßanfertigung<br />
„Wir freuen uns, dass wir Dr. Schär mit der<br />
angebotenen Kombination das ideale System<br />
zur ergonomischen Handhabung der<br />
unterschiedlichen Gebinde für den Kompositionsbereich<br />
anbieten konnten und<br />
sind zuversichtlich, unseren Marktanteil in<br />
diesem Segment mittelfristig weiter auszubauen“,<br />
kommentierte auch Best Handling-<br />
Geschäftsführer Winfried Kaiser angesichts<br />
der Inbetriebnahme im Herbst 2020.<br />
Die eigentliche Herausforderung für die<br />
Spezialisten der Best Handling Technology<br />
bestand jedoch nicht in der Handling-Aufgabe<br />
an sich, sondern in den Gegebenheiten<br />
vor Ort, am vorgesehenen Arbeitsplatz beim<br />
Kunden. Denn hier war für die Installation<br />
der Säule eines ursprünglich geplanten Säulenschwenkkrans<br />
kein Platz, daher musste<br />
das Trägersystem neu überdacht und angepasst<br />
werden. Letztendlich wurde die Halterung<br />
des Wandschwenkkrans an einen<br />
schräg verlaufenden Doppel-T-Träger montiert.<br />
Mit einer entsprechenden Unterkonstruktion,<br />
deren Auslegung und Herstellung<br />
ebenfalls Teil des Lieferumfangs war, konnte<br />
so die nötige Begradigung erreicht werden.<br />
Uwe Brandt, Fachkraft für Arbeitssicherheit<br />
am Standort Ebsdorfergrund, zeigte<br />
sich mit der Lösung zufrieden: „Für uns<br />
sind unsere Mitarbeiter das wertvollste<br />
Kapital. Um zwei gleichgestellten Mitarbeitern<br />
den Arbeitsplatz auch für die<br />
nächsten Jahre erhalten zu können, waren<br />
wir auf der Suche nach einer Hebehilfe,<br />
die auch die Grundpfeiler unserer Firmenphilosophie<br />
– Verantwortung, Fortschritt<br />
Durch ein Gelenk am Greifer lassen sich<br />
die Säcke um 90° drehen und aufrichten<br />
und Nähe – widerspiegelt. Um unserer<br />
Verantwortung für die Mitarbeiter nachkommen<br />
zu können, waren wir daher an<br />
einer an die Gegebenheiten vor Ort angepassten<br />
Konstruktion interessiert. Best<br />
Handling Technology konnte uns eine<br />
solche maßgeschneiderte Lösung präsentieren,<br />
die allen Ansprüchen gerecht wird.<br />
Vorab konnten unsere Mitarbeiter all ihre<br />
Wünsche an die neue Anlage einbringen<br />
und vor Ort beim Anbieter testen. So entstand<br />
in einem dynamischen Prozess eine<br />
Lösung, die auch im Arbeitsalltag angenommen<br />
wird.“<br />
Fotos: Best Handling Technologies<br />
www.besthandlingtechnology.com<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 35
BETRIEBSTECHNIK<br />
Präzise Temperaturmessung mit<br />
Wärmebildkameras<br />
Die neuen Kamerasysteme A400 und A700 von Flir können<br />
präzise und genaue Wärmebilddaten für das Überprüfen von<br />
Elektronikbauteilen, die Produktentwicklung, Fehleranalyse und<br />
zahlreiche Anforderungen im<br />
Bereich der wissenschaftlichen<br />
Forschung zur Verfügung<br />
stellen. Die Sets sind als<br />
Standard- oder Professional-<br />
Version erhältlich. Das<br />
24°-Objektiv, das zum Lieferumfang<br />
der A400/A700<br />
Standard-Sets gehört, bietet<br />
ein universelles Sichtfeld<br />
(FOV), das die meisten Forschungs- und Entwicklungsanwendungen<br />
erfordern. Das Professional-Set erweitert diese Fähigkeit<br />
um ein zusätzliches zweifaches Makroobjektiv. Damit können<br />
Forschungsexperten die größtmögliche Anzahl von Wärmebild-<br />
Pixeln über das Prüfobjekt legen und noch präzisere Temperaturmessungen<br />
von kleinen Objekten gewährleisten. Dank einer<br />
integrierten Wlan-Funktion bieten diese Sets außerdem die<br />
Möglichkeit, Wärmebilder mit Temperaturdaten zu streamen<br />
sowie eine Konfiguration, um sie mit Flir Research Studio<br />
Software zu verbinden und per Fernzugriff darüber anzusteuern.<br />
www.flir.com<br />
Vereinfachtes Korrosionsschutzverfahren<br />
Mit dem Betenio-Verfahren steht der Industrie ein weiteres<br />
Verfahren für die Korrosionsschutzbehandlung zur Verfügung. Es<br />
basiert auf den Wirkprinzipien des Phosphatierens bzw. Entzunderns:<br />
Zunder und Oxidhaut des Bauteils werden vollständig<br />
entfernt. Im Unterschied zu den bisherigen Verfahren kommen<br />
die Anlagen aber mit einem einzigen Bad aus: Entfetten, Beizen<br />
und Phosphatieren erfolgen in einem Arbeitsschritt. Dabei wird<br />
die korrosionsanfällige Oberfläche in eine schützende Eisenphosphatschicht<br />
umgewandelt. Das erlaubt den Aufbau von sehr<br />
kompakten Anlagen, und die Investitionen reduzieren sich laut<br />
Hersteller auf 25 bis 30 % im Vergleich zu konventionellen<br />
Säureanlagen. Außerdem würden Energie und Kosten für die<br />
Spülwasseraufbereitung gespart.<br />
Auch im Vergleich zum Strahlen seien sowohl die Investitions- als<br />
auch die Betriebskosten niedriger. Gründe dafür seien der geringe<br />
Personalaufwand und der minimale Bedarf an Verbrauchsmaterialien:<br />
Die Badflüssigkeit muss im Normalfall nur ein- bis zweimal<br />
pro Jahr gewechselt werden. Der Anwender profitiert darüber<br />
hinaus von kurzen Behandlungszeiten<br />
(1–60 min). Das<br />
gewährleistet eine hohe<br />
Anlagenproduktivität und<br />
eine gute Integration in<br />
bestehende Produktionsbzw.<br />
Behandlungsprozesse.<br />
www.betenio.de<br />
Anzeige<br />
Exakte Volumendurchfluss-Messung auch bei<br />
schwierigsten Bedingungen mit V-Konus<br />
Kontakt<br />
Schwing <strong>Verfahrenstechnik</strong> GmbH<br />
Oderstraße 7<br />
47506 Neukirchen-Vluyn<br />
Tel. +49 2845 930-0<br />
mail@schwing-pmt.de<br />
www.schwing-pmt.de<br />
Vielseitig einsetzbar<br />
Ob Gase, Dampf oder Flüssigkeiten:<br />
Für nahezu jede Messaufgabe und alle<br />
gängigen Prozessanschlüsse erweist sich<br />
der V-Konus nachweislich als optimale<br />
Lösung.<br />
Hohe Genauigkeit<br />
Selbst bei verschmutzten Medien,<br />
hohen Temperaturen und unterschiedlichen<br />
Drücken sind Messwerte von<br />
±0,25% Genauigkeit (bei kalibrierten<br />
Geräten) garantiert.<br />
Große Messspannen<br />
Die Messspannen liegen bei 10:1<br />
und größer - die Reproduzierbarkeit<br />
bei ±0,1%.<br />
Minimale Einlaufstrecken<br />
Hinzu kommen minimale Ein- bzw.<br />
Auslaufstrecken bei der Installation<br />
(0-3x Ø Einlauf, 0-1x Ø Auslauf).<br />
Große Nennweiten<br />
Mögliche Nennweiten liegen<br />
bei 50-3000 mm.<br />
Flexibler Einbau<br />
Der V- Konus ist in allen üblichen<br />
Materialien erhältlich und flexibel<br />
einzubauen.<br />
Selbstreinigend<br />
Aufgrund seiner besonderen Geometrie<br />
setzen sich im Inneren keinerlei<br />
Verschmutzungen fest. Somit ist der<br />
V-Konus sehr wartungsarm und<br />
verursacht äußerst geringe<br />
Betriebskosten.<br />
Problemlose Auswertung<br />
Mit dem aufgesetzten Differenzdrucktransmitter<br />
lassen sich Messergebnisse<br />
problemlos an jede Steuerung (SPS)<br />
oder andere Auswerteeinheit<br />
weiterleiten.<br />
36 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
IBC mit Stahlhülle<br />
Extra ausgestattet mit einer Stahlhülle sorgt der Ecobulk SX-D für<br />
umfangreichen Feuerschutz und trotzt somit auch extremen<br />
Bedingungen. Im Falle eines Brandes verhindert die Auffangwanne<br />
aus Stahl das Auslaufen des oftmals brennbaren Füllguts und<br />
reduziert ein Ausbreiten des Feuers signifikant. Der IBC von Schütz<br />
trägt somit zur Risikominimierung durch doppelten Auslaufschutz<br />
bei. Als Erweiterung des klassischen Gitterkorbs verfügt der IBC<br />
über eine geschlossene, feuerfeste<br />
Außenhülle aus Stahl. Verschweißt<br />
mit der integrierten Auffangwanne<br />
bildet dieser Mantel einen eigenen<br />
dichten Behälter um die Innenblase<br />
des Containers. Diese Doppelwand-<br />
Konstruktion erweist sich als<br />
effektiver zusätzlicher Auslaufschutz,<br />
auch in Extremsituationen wie beispielsweise im Falle<br />
eines Brandes mit extrem hohen Temperaturen. Des Weiteren<br />
befinden sich alle drei Öffnungen des Containers zur Befüllung<br />
oder Entnahme am Oberboden – darunter eine Öffnung mit<br />
Nennweite DN150, ein G2- sowie ein S56-Spund.<br />
www.schuetz.net<br />
Keramik schützt vor Verschleiß<br />
Der Hochleistungswerkstoff Alotec<br />
wird für keramische Auskleidungen<br />
von Maschinen und Anlagen überall<br />
dort eingesetzt, wo hoch abrasive<br />
Stoffe genutzt werden. Das umfasst<br />
vielfältige industrielle Prozesse, die<br />
in Stahlwerken oder Gießereien,<br />
aber auch bei der Gewinnung,<br />
Verarbeitung und Aufbereitung von Werkstoffen vorkommen.<br />
Alotec von CeramTec-Etec basiert auf Aluminiumoxid (Al₂O₃).<br />
Keramik bietet im Vergleich zu Metall, das alternativ gegen Abrieb<br />
eingesetzt wird, gerade in anspruchsvollen Umgebungen einen<br />
besseren Schutz. Bei der Verarbeitung von Quarzsand beispielsweise<br />
haben verschiedene Komponenten wie Mühlen und Sichter<br />
mit einer Keramikauskleidung laut Hersteller eine viel längere<br />
Lebensdauer. Bei Verarbeitungsprozessen wie Mahlen und<br />
Zerkleinern, bei denen das Endprodukt von extremer Reinheit<br />
sein muss, ist die maximale Härte von Hochleistungskeramik der<br />
entscheidende Vorteil. Sie kann der Abrasivität von beispielsweise<br />
Sand und anderen Materialien standhalten.<br />
www.ceramtec.de<br />
Alarme per SMS übermitteln<br />
Asecos bringt zwei Module zur Alarmweiterleitung für seine Ion-Line Sicherheitsschrankmodelle auf den<br />
Markt. Sie geben im Ernstfall verschiedene Warn- und Alarmzustände an eine Rufnummer bzw. eine<br />
Leitstelle weiter. Das Fernmeldemodul bietet Nutzern die Möglichkeit, einen Alarm über das Mobilfunknetz<br />
per SMS mit frei konfigurierbaren Nachrichtentexten oder per Anruf an bis zu fünf programmierbare<br />
Rufnummern weiterzuleiten.<br />
www.asecos.com<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 37
BETRIEBSTECHNIK<br />
Schlauchbeutel aus reinem Papier<br />
Neuartiges Fleischverpackungsmaterial<br />
Getrieben von einer gemeinsamen Vision der Nachhaltigkeit und<br />
starken Kooperation haben DSM, Sabic, Cepsa, Fibrant und<br />
Viscofan zusammen eine Mehrschicht-Darmfolie für Fleischprodukte<br />
entwickelt, die mit recycelten Kunststoffen aus Verbrauchsquellen<br />
gefertigt wird. Die Umstellung auf recyclat-basierte<br />
Mehrschichtfolien ermöglicht<br />
der Verpackungsindustrie die<br />
Umsetzung einer nachhaltigeren<br />
Lösung ohne Kompromisse an<br />
Funktion und Leistungsfähigkeit.<br />
Die von Viscofan gefertigte,<br />
neuentwickelte nachhaltige<br />
Darmfolie besteht aus sieben<br />
Schichten unterschiedlicher Polymere. DSM Engineering<br />
Materials liefert dafür das hochleistungsfähige zertifizierte<br />
Kreislaufpolyamid (PA) Akulon CRC-MB und Sabic ein hochleistungsfähiges<br />
zertifiziertes Kreislaufpolyethylen (PE) aus dem<br />
Portfolio seiner Trucircle-Lösungen. Beide Produkte basieren auf<br />
Altkunststoffen aus Verbrauchsquellen, die sonst auf Deponien<br />
oder in Verbrennungsanlagen entsorgt würden. Das unter Einsatz<br />
fortschrittlicher Recyclingtechnologie zurückgewonnene Material<br />
fließt als Rohstoff wieder in die Produktionskette zurück, um<br />
daraus neuwertige Kunststoffe zu produzieren.<br />
www.dsm.com<br />
Kunststoff-Folien lassen sich wegen ihrer günstigen Eigenschaften<br />
als Verpackungsmaterial kaum ersetzen. Dennoch besteht im<br />
Hinblick auf die Entsorgungsproblematik ein zunehmendes<br />
Interesse an Alternativen. Papiere verbrauchen zwar ebenfalls<br />
Ressourcen bei der Herstellung, sie eignen sich aber besser zum<br />
Recycling. Falls doch einmal in die<br />
Umwelt geraten, verrotten sie schnell.<br />
Toss Verpackungssysteme aus Alten-<br />
Buseck hat eine intermittierende<br />
Schlauchbeutelmaschine entwickelt,<br />
die unbeschichtete Papiere zu Kissenbeuteln<br />
formt. Der Heißkleberauftrag<br />
für die Versiegelung erfolgt mit dem<br />
neuen Torocoll-System. Das Verfahren<br />
arbeitet effizient mit minimalem<br />
Kleber- und Energieeinsatz. Diese<br />
Verpackungsart eignet sich für trockene Lebensmittel, für die nur<br />
Portionierung und Handhabungsschutz benötigt werden. Auch<br />
als Beipack-Beutel mit Schrauben, Dübeln oder ähnlichen Teilen<br />
eignet sich Papier. Der Beutelinhalt bleibt mit transparenten<br />
Papierqualitäten erkennbar; eine Bedruckung des Papiers ist<br />
ebenso möglich.<br />
www.toss-gmbh.de<br />
Energieeffizienz von Lüftungsanlagen<br />
Für das gewünschte Raumklima sorgen bei einem Mineralwasserbrunnen<br />
besonders energieeffiziente Motorenpakete von<br />
Yaskawa. Um die Raumluft besonders rein zu halten, herrscht in<br />
der Halle darum stets ein leichter Überdruck. Auf dem Dach der<br />
gigantischen, rund 25 000 m 3 umfassenden Halle wurden bereits<br />
2007, beim Neubau der Blashalle, Lüfter platziert, die Luft über<br />
Filter kontrolliert die Halle einbringen und so den Überdruck<br />
erzeugen. Bei einer Modernisierung wurde zunächst als Test ein<br />
alter IE2-Antrieb gegen das Paket, das neben dem Antrieb auch<br />
den passenden Frequenzumrichter beinhaltet, ausgetauscht. Alle<br />
anderen Komponenten der Lüftungsanlage konnten erhalten<br />
bleiben, sodass das Investitionsvolumen und der Installationsaufwand<br />
überschaubar waren.<br />
Nach positiven Erfahrungen wurden auch die anderen Lüftungsanlagen<br />
mit neuen Yaskawa-Motorenpaketen versehen. Ihre<br />
Steuerung erfolgt derzeit manuell über Potentiometer. Die<br />
Gesamtleistung aller vier neuen Motoren beträgt jetzt nur noch<br />
45 kW, während die alte Lösung noch 87 kW aufgenommen hatte.<br />
www.yaskawa.eu.com<br />
Gläser und Dosen depalettieren<br />
www.roteg.de<br />
Der Depalettierer Dero II nimmt Gläser und Dosen von Paletten ab und vereinzelt sie für die Weiterverarbeitung.<br />
Dabei ist er laut Hersteller schnell, effizient und zuverlässig. Die Maschine greift die<br />
Produkte auf der Palette lagenweise und stellt sie auf der unternehmenseigenen Fördertechnik ab.<br />
Dabei kann sie sich dank des flexiblen Multifunktionsgreifers an verschiedene Packstück- und<br />
Palettenmaße anpassen. Auch Zwischenlagen nimmt sie problemlos auf und legt sie am gewünschten<br />
Ort ab. Die Klemmbacken des Greifers sind mit produktschonendem Kunststoff beschichtet. So sind<br />
die Produkte auf der Palette zu jeder Zeit sicher und können weder beschädigt noch zerstört werden.<br />
Sie gliedern sich für die Weiterverarbeitung einwandfrei in die Produktionskette der Kunden ein.<br />
Dank seiner kompakten Bauweise kann der Depalettierer auch in kleinen Fertigungshallen zum<br />
Einsatz kommen. Zudem seien seine einzelnen Komponenten wartungsarm.<br />
38 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
Schutzschild gegen<br />
Hochdruck-Wasserstrahlen<br />
Im Umgang mit Hochdruck-Wasserstrahlen bei Reinigungsarbeiten<br />
hat der Personenschutz oberste Priorität. Neben der<br />
Arbeitssicherheit soll die PSA (persönliche Schutzausrüstung)<br />
angenehm zu tragen sein, damit<br />
der Anwenderin der Benutzung<br />
keine Einschränkung spürt.<br />
Die Schutzkleidung Dehncare WJP<br />
erfüllt beide Anforderungen –<br />
Arbeitsschutz und Tragekomfort.<br />
Nach dem Prüfgrundsatz getestet,<br />
schützen die Anzüge nicht nur<br />
zuverlässig vor den Auswirkungen<br />
von Wasserstrahlen. Mit dem<br />
Material bieten sie zudem einen<br />
hohen Tragekomfort, da die<br />
Beweglichkeit durch das geringe<br />
Gewicht erhalten bleibt. Jetzt kommen der leichtere und<br />
kostenoptimierte Schutzoverall WJP Basic, ein neuer Fußschutz,<br />
Handschuhe und ein Kopfschutz-Set dazu.<br />
Der Schutzanzug Advanced bietet zusammen mit Handschuhen,<br />
Helm, Visier, Strümpfen und Kapselgehörschutz umfassende<br />
Arbeitssicherheit für den Anwender. Bereiche, die dem Strahlwasser<br />
besonders ausgesetzt sind – vor allem die Arme und unteren Beine,<br />
werden durch zusätzliche Protektoren verstärkt geschützt. Entsprechend<br />
dem Prüfgrundsatz des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV<br />
ist der Anzug mit 1000 bar (Flachstrahldüse) zertifiziert.<br />
Vollständig<br />
überarbeitet!<br />
Die Berechnung und<br />
Gestaltung von Wälzlagern<br />
erreicht eine neue Ära<br />
Wälzlagerpraxis<br />
www.dehn.de<br />
Reinraum-Förderzeuge mit hoher<br />
Tragkraft<br />
Sichelschmidt Material Handling hat zwei weitere Fahrzeuge für<br />
eine hohe Tragkraft von 2 600 kg ausgerüstet, die sich heute<br />
bereits bei einem großen deutschen Chemieunternehmen im<br />
Einsatz befinden. Die<br />
beiden Systeme vom<br />
Typ d526 RR wurden in<br />
reinraumgerechter<br />
Edelstahlausführung<br />
aus dem Werkstoff<br />
1.4301 hergestellt,<br />
aufgrund der kundenseitig<br />
gewünschten<br />
erhöhten Tragkraft<br />
jedoch mit einem TFFM-Standardhubgerüst ausgerüstet, da für<br />
Tragfähigkeiten von über 1 250 kg Edelstahlprofile weder<br />
technisch noch wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können.<br />
Auch für den routinierten Hersteller stellte diese Anforderung an<br />
die Tragkraft ein Novum dar. Tatsächlich ist bei Reinraumfahrzeugen<br />
die Ausrüstung mit isopropanolbeständiger Lackierung,<br />
lebensmittelechten Schmierstoffen oder auch umlaufenden<br />
Stoßleisten viel üblicher – worauf der Kunde in diesem Fall jedoch<br />
verzichtete. Bei bestimmungsgemäßer Verwendung der Systeme<br />
bestehe laut Hersteller keine Gefahr, dass durch Beschädigung<br />
am Hubgerüst Farbsplitter die Umwelt kontaminieren könnten.<br />
Denn beim Transport von VA-Behältern zu den Dockingstationen<br />
der Tablettierungsanlagen des Kunden seien Beschädigungen des<br />
Hubgerüsts in diesem speziellen Fall nahezu ausgeschlossen.<br />
www.sichelschmidt.de<br />
Das Standardwerk für<br />
Konstrukteure<br />
und Studenten in der 5. Auflage.<br />
Wälzlagerpraxis jetzt bestellen unter<br />
shop.engineering-news.net
Über den<br />
Tellerrand<br />
Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit<br />
den Klimawandel zumindest teilweise<br />
aus den Schlagzeilen verdrängt hat –<br />
Klimaschutz und nachhaltige Lösungen<br />
sind weiterhin gefragt und wichtiger<br />
denn je. VERFAHRENSTECHNIK stellt Ihnen<br />
neue Ideen für die Prozessindustrie vor.<br />
Klimaschutz durch die Nutzung von<br />
Wasserstoff<br />
Biodampfkraftwerk reduziert Abhängigkeit<br />
von fossilen Brennstoffen<br />
Die Energiewende ist in Bewegung: Bis zum Jahr 2050 soll Energie in<br />
Deutschland vorwiegend aus regenerativen Quellen stammen. Im<br />
Fokus: die CO 2<br />
-Reduktion, z. B. durch den Umstieg auf klimafreundlich<br />
hergestellte Energien wie Wasserstoff. Wasserstoff ist in der<br />
Lage, CO 2<br />
-Emissionen vor allem in Industrie und Verkehr deutlich<br />
zu senken. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, hat das<br />
Bundeskabinett im Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie<br />
beschlossen. Der Plan: die Realisierung eines Wasserstoff-Fernleitungsnetzes<br />
auf europäischer Ebene auf einer Länge von 23 000 km<br />
bis zum Jahr 2040. Im ersten Schritt<br />
steht die Umrüstung des Erdgasnetzes<br />
für eine Beimischung von<br />
20 % Wasserstoff auf dem Plan, dann<br />
die Umstellung auf 100 % Wasserstoff<br />
bei neu geplanten Netzen.<br />
Aktuell bereiten sich zahlreiche<br />
Dienstleister, Anbieter und<br />
Entwickler auf die neuen Herausforderungen<br />
zum Thema Wasserstoff<br />
vor. Einer davon ist Aliaxis Deutschland.<br />
Der Hersteller von Kunststoff-Rohrleitungssystemen für<br />
Infrastruktur und die Industrie hat seine frialen Produkte für die<br />
Nutzung von Wasserstoff am DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH<br />
in Leipzig prüfen lassen – mit Erfolg: Das Heizwendelschweiß-<br />
Portfolio ist bis zu einem Wasserstoffanteil von 100 % H 2<br />
-ready-<br />
100-klassifiziert und damit für eine erwartete Nutzungsdauer der<br />
Gasnetze von 100 Jahren bereit.<br />
www.aliaxis.de<br />
Biostoom ist ein neues<br />
Abfallkraftwerk, das<br />
von Bionerga in<br />
Beringen, Belgien,<br />
errichtet wurde und<br />
betrieben wird. Dank<br />
der langfristigen<br />
Vereinbarung zwischen<br />
Borealis und Bionerga,<br />
einem in Belgien<br />
ansässigen Spezialisten für die Rückgewinnung von Energie aus<br />
Abfall, nähert sich Borealis weiter seinem Ziel, bis zum Jahr 2030<br />
die Hälfte des gesamten betrieblichen Strombedarfs seiner<br />
wichtigsten Geschäftsbereiche aus erneuerbaren Quellen zu<br />
beziehen. Durch die Verarbeitung von nicht recycelbaren Abfällen<br />
umliegender Gemeinden wird Dampf und Strom gewonnen,<br />
womit Biostoom Beringen Borealis beliefert. Dadurch kann<br />
Borealis den Ergasverbrauch seiner Betriebe maßgeblich senken.<br />
Die erste Stromlieferung erfolgte im August, die erste Dampflieferung<br />
im Oktober 2020.<br />
Das neu errichtete Kraftwerk liefert Dampf und Strom, die aus<br />
ungefährlichen, nicht recycelbaren Abfällen regionaler Haushalte<br />
aus dem nahgelegenen Limburg gewonnen werden. Indem<br />
Borealis seine Abhängigkeit von fossilen Energiequellen<br />
reduziert, kann das Unternehmen auch die direkten und<br />
indirekten Kohlendioxidemissionen seiner Betriebe in Beringen<br />
um 20 % senken.<br />
www.borealisgroup.com<br />
40 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
KLIMASCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT I SPECIAL<br />
Chemische Energiespeicher<br />
Wissenschaftler der TU Darmstadt sind überzeugt, dass Wasserstoff als Energiespeicher ein entscheidender<br />
Baustein für das Gelingen der Energiewende ist. Wasserstoff und Eisen seien für die Speicherung<br />
regenerativ erzeugter Energie aus Wind und Sonne und den zeitlich flexiblen und effizienten<br />
Transport zum Stromverbraucher bestens geeignet. So<br />
könnte auch der Rohstoff Eisen für einen CO 2<br />
-freien<br />
Energiekreislauf eingesetzt werden. Würden vorhandene<br />
Kohlekraftwerke umgerüstet und künftig mit<br />
Eisen betrieben, fiele bei der Verbrennung kein<br />
klimaschädliches Kohlendioxid an. Zurück blieben<br />
lediglich Eisenoxide (Rost), die sich mit regenerativer<br />
Energie wieder zu Eisen reduzieren lassen.<br />
www.tu-darmstadt.de<br />
Nachhaltiger Umgang mit Wasser<br />
Dassault Systèmes präsentierte mit „Water for Life“, den nächsten Teil der Initiative „The Only<br />
Progress is Human“. Damit soll mehr Bewusstsein für die heutigen gesellschaftlichen und ökologischen<br />
Herausforderungen geschaffen werden. „Water for Life“ verbindet die Themen Wasser und<br />
Verbrauch und geht der Frage nach, wie die Industrie Wasser besser nutzen und somit diese<br />
wertvolle Ressource durch übermäßige Verwendung nachhaltiger schützen kann.<br />
Mit „Water for Life“ wird Dassault Systèmes Unternehmen darin bestärken, diese Herausforderung<br />
anzugehen. Hierzu wird die 3D-Experience-Plattform als Katalysator für die Messung und Optimierung<br />
des Wasserverbrauchs von Unternehmen weiterentwickelt. Unternehmen werden integrierte<br />
Branchenlösungen nutzen können, die Daten über die Wassernutzung im Zusammenhang mit den<br />
entwickelten Produkten liefern und Auswirkungen verschiedener Konstruktionsoptionen aufzeigen.<br />
www.3ds.com<br />
Kompostierbares Display<br />
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher<br />
Instituts für Technologie (KIT) ist es erstmalig gelungen, Displays<br />
zu produzieren, deren Bioabbaubarkeit von unabhängiger Seite<br />
geprüft und bestätigt wurde. „Mit unserer Entwicklung konnten<br />
wir zeigen, dass es möglich ist, nachhaltige Displays aus überwiegend<br />
natürlichen Materialien mithilfe industriell relevanter<br />
Fertigungsmethoden herzustellen. Sie tragen nach Gebrauch<br />
daher nicht zum Elektroschrott bei, sondern können kompostiert<br />
werden. Dies könnte in Kombination mit Recycling und Wiederverwendbarkeit<br />
dazu<br />
beitragen, einige der<br />
Umweltauswirkungen von<br />
Elektroschrott zu<br />
minimieren oder ganz zu<br />
verhindern“, beschreibt<br />
Manuel Pietsch, Erstautor<br />
der Publikation und<br />
Forscher des Lichttechnischen Instituts (LTI) des KIT am InnovationLab<br />
in Heidelberg, die Vorteile der neuen Entwicklung.<br />
Die Funktion des Displays basiert auf dem sogenannten elektrochromen<br />
Effekt des verwendeten organischen Ausgangsmaterials.<br />
Legt man daran eine Spannung an, führt das zu einer veränderten<br />
Aufnahme von Licht und damit zu einer Farbänderung im<br />
Material. Elektrochrome Displays zeichnen sich gegenüber<br />
kommerziell erhältlichen Displays durch einen geringen Energieverbrauch<br />
und eine simple Bauteilarchitektur aus. Ein weiterer<br />
Vorteil: Diese Displays lassen sich im Tintenstrahldruckverfahren<br />
herstellen und ermöglichen dadurch eine maßgeschneiderte,<br />
kostengünstige und materialeffiziente Produktion.<br />
www.kit.edu<br />
Mikrobe des Jahres <strong>2021</strong>:<br />
Methanothermobacter<br />
Die Mikrobe des Jahres <strong>2021</strong> produziert Biogas – und könnte damit<br />
einen Beitrag zur Energiewende leisten. Methanothermobacter und<br />
Co. tragen zudem zur Abwasserwasserreinigung bei. Ihre<br />
zunehmende Aktivität in Böden, Gewässern und Nutztieren ist<br />
gleichzeitig eine Warnung vor<br />
menschengemachten Einflüssen<br />
auf das Klima. Diesen für die<br />
Umwelt und unser Klima so<br />
bedeutenden Mikroorganismus<br />
wählte die Vereinigung für<br />
Allgemeine und Angewandte<br />
Mikrobiologie (VAAM) zur<br />
Mikrobe des Jahres <strong>2021</strong>. Methanothermobacter lebt nur von<br />
Wasserstoff, CO 2 und wenigen Spurenelementen. Mithilfe von<br />
200 Genen und nur in sauerstofffreier Umgebung gewinnt er die für<br />
sein Wachstum nötige Energie und bildet dabei Methan. Der<br />
Organismus wird bereits genutzt, um „grünes“ Methan im industriellen<br />
Maßstab herzustellen. Grundlage sind dabei Wasserstoff, der<br />
bei der elektrolytischen Spaltung von Wasser gewonnen wird, und<br />
im Überfluss vorhandenes CO 2 aus Verbrennungsprozessen.<br />
www.vaam.de<br />
Wenn Ihr Unternehmen etwas Besonderes in puncto Klimaschutz<br />
plant oder umsetzt, freuen wir uns auf Ihre Nachricht an<br />
redaktion@verfahrenstechnik.de<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 41
VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG<br />
Aus Biomasse wird Anilin<br />
Pflanzen als Rohstoff für Grundchemikalien<br />
Mit einem neuen Verfahren lässt<br />
sich der Kunststoffbaustein<br />
Anilin komplett aus pflanzlicher<br />
Biomasse gewinnen – ein Beitrag<br />
zur Nachhaltigkeit und<br />
Kreislaufwirtschaft. Nach dem<br />
Durchbruch im Labor wird nun an<br />
der Überführung in größere<br />
technische Dimensionen gearbeitet.<br />
Anilin spielt als Grundchemikalie in der<br />
chemischen Industrie eine wichtige<br />
Rolle. Es ist Ausgangsstoff für eine Vielzahl<br />
an Produkten, darunter Medikamente, Farben<br />
und Kunststoffe. Bislang wird Anilin<br />
aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt.<br />
Doch dessen Vorräte sind begrenzt,<br />
und die Nutzung setzt klimaschädliches<br />
Kohlendioxid frei. Bei der Suche nach einer<br />
Alternative hat der Kunststoffhersteller<br />
Covestro mit Partnern nun einen bedeutenden<br />
Forschungserfolg erzielt: Anilin kann<br />
komplett aus Biomasse statt Erdöl gewonnen<br />
werden – ein Beitrag zur Ressourcenschonung<br />
und zur Kreislaufwirtschaft.<br />
Dazu hat Covestro gemeinsam mit Partnern<br />
ein neues Verfahren entwickelt. Nach<br />
dem Durchbruch im Labor wird es derzeit<br />
in größere technische Dimensionen überführt.<br />
Ziel ist die Herstellung von biobasiertem<br />
Anilin im Industriemaßstab, was ein<br />
absolutes Novum in der Kunststoffindustrie<br />
wäre.<br />
Derzeit werden weltweit rund fünf Millionen<br />
Tonnen Anilin produziert, wobei das<br />
Volumen im Schnitt um drei bis fünf Prozent<br />
pro Jahr wächst. Covestro zählt mit<br />
einer Produktionskapazität von etwa einer<br />
Million Tonnen zu den führenden Herstellern.<br />
Das Unternehmen benötigt Anilin als<br />
Vorstufe für Polyurethan-Hartschaum, der<br />
als hocheffizienter Dämmstoff für Gebäude<br />
und Kühlgeräte zum Einsatz kommt.<br />
Zweistufiges Verfahren<br />
In dem zweistufigen neuen Herstellungsverfahren<br />
wird zunächst ein industrieller<br />
Zucker aus pflanzlicher Biomasse mithilfe<br />
eines neu entwickelten Mikroorganismus<br />
als Katalysator in ein Zwischenprodukt umgewandelt.<br />
Im zweiten Schritt wird dieses<br />
Zwischenprodukt dann mit sehr hoher Effizienz<br />
zu Anilin weiterverarbeitet.<br />
Das neue Verfahren führt ersten Berechnungen<br />
zufolge zu einem deutlich besseren<br />
CO 2<br />
-Fußabdruck des fertigen Anilins als die<br />
konventionelle Technik. Außerdem finden<br />
die Reaktionen unter milderen Bedingungen<br />
statt. Die ökologischen Vorteile werden<br />
ganzheitlich auch durch externe Institute<br />
bewertet.<br />
Foto: Covestro<br />
www.covestro.com<br />
42 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de
VORSCHAU<br />
IM NÄCHSTEN HEFT: 3/<strong>2021</strong><br />
ERSCHEINUNGSTERMIN: 02. 03. <strong>2021</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 11. 02. <strong>2021</strong><br />
01<br />
02 03<br />
01 Separatoren beschleunigen Impfstoff-Produktion (Foto: Gea)<br />
04<br />
02 Optimierung von Beschichtungsprozessen über ein optisches<br />
Messverfahren (Foto: AOM)<br />
03 Chemische Industriereinigung für einen überdimensionalen<br />
„Tauchsieder“ (Foto: Lobbe)<br />
04 Dynamische Crossflow-Filtration in der Chemie (Foto: Bokela)<br />
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />
Der direkte Weg<br />
Internet:<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
E-Paper:<br />
digital.verfahrenstechnik.de<br />
Redaktion:<br />
redaktion@verfahrenstechnik.de<br />
www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 43
IHR KOMPASS ZUR HANNOVER MESSE <strong>2021</strong><br />
Reichweiten-<br />
Plus<br />
200.000<br />
Empfänger<br />
EIN KOSTENLOSES ZUSATZANGEBOT<br />
DER VEREINIGTEN FACHVERLAGE<br />
ZUR HANNOVER MESSE <strong>2021</strong><br />
Anzeige oder Contentmarketing im Trägerheft buchen und<br />
kostenfreien Reichweiten-Bonus im Kompendium erhalten.<br />
Weitere Informationen: www.vereinigte-fachverlage.de/digital-scout<br />
FÖRDERTECHNIK<br />
MATERIALFLUSS<br />
LOGISTIK<br />
FLUIDTECHNIK