04.02.2021 Aufrufe

Verfahrenstechnik 1/2021

Verfahrenstechnik 1/2021

Verfahrenstechnik 1/2021

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

19098<br />

1-2<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

Februar <strong>2021</strong><br />

NORM-KONFORM<br />

Dichtungen für Hygienic-Design-Anwendungen


ZETRIX ® & ZEDOX ®<br />

Exzentrisch – Für höchste Ansprüche!<br />

IHR STARKES KLAPPEN-PORTFOLIO<br />

Neu bei ARI !<br />

Metallisch dichtend mit System<br />

ZETRIX ®<br />

Die tri-exzentrische Prozessarmatur – für<br />

anspruchsvollste Einsatzbedingungen, für<br />

Temperaturen von -60°C bis max. +427°C.<br />

Mit Schweißenden (bis DN 600), Doppelflansch<br />

(bis DN 1200) oder Gewindeflansch (bis DN 600).<br />

ZEDOX ®<br />

Neu bei ARI: Die doppelt-exzentrische High<br />

Performance-Armatur – die wirtschaftliche<br />

Alternative, für Temperaturen von -40°C bis<br />

+260°C (max. +400°C). Mit Schweißenden<br />

(bis DN 1600), Doppelflansch (bis DN 1200)<br />

oder Zwischenflansch (bis DN 800).<br />

Fordern Sie weitere Informationen auch über<br />

das breite Portfolio von weichdichtenden<br />

zentrischen Standard-Klappen ZESA ® , GESA ®<br />

und ZIVA ® !<br />

www.ari-armaturen.com


EDITORIAL<br />

BUNGARTZ<br />

MEISTERWERKE<br />

Mut zur Veränderung<br />

Der Jahresanfang ist die Zeit der Pläne und Ideen: Bestehendes wird<br />

hinterfragt, Neues auf die Agenda genommen. Wir kalkulieren<br />

Budgets, stecken uns Ziele, tragen Termine in den Kalender ein und<br />

sind voller Tatendrang. Nach ein paar Wochen stellen wir dann fest,<br />

dass wir weniger umgesetzt haben als geplant. Wir sind wieder im<br />

Alltag abgetaucht, weil uns die Zeit und vielleicht auch der Mut<br />

gefehlt haben, um unkonventionelle Entscheidungen zu treffen oder<br />

gewagte Ideen umzusetzen.<br />

Am Zeitproblem lässt sich meistens nicht viel ändern, aber Mut kann<br />

man angeblich trainieren wie einen Muskel, indem man positiv,<br />

offen und neugierig Dinge tut, die man vorher nicht getan hat. Und<br />

sich dann auf das fokussiert, was gut geklappt hat. Dass das funktioniert,<br />

beweisen die Unternehmen, mit denen wir auf den Seiten 10<br />

und 11 gesprochen haben. Sie haben in der Corona-Krise Mut zur<br />

Veränderung gezeigt und sind damit auch erfolgreich. Da wurden<br />

mobile Arbeitsplätze geschaffen, virtuelle Formate getestet und<br />

komplette Projekte online realisiert und abgewickelt. Auch die<br />

Dechema hat eine mutige Entscheidung getroffen, und<br />

die Achema auf den April 2022 verschoben. Mehr<br />

dazu erfahren Sie im Interview auf Seite 6.<br />

Viele Anregungen, wie Sie in Ihrem<br />

Unternehmen oder an Ihrer Anlage etwas<br />

verändern können, erhalten Sie in unseren<br />

Beiträgen in der vorliegenden Ausgabe. Und<br />

wenn Sie etwas für Klimaschutz und Nachhaltigkeit<br />

tun wollen, sollten Sie unser Special auf den<br />

Seiten 40 und 41 nicht verpassen.<br />

Bleiben Sie mutig.<br />

Eva Linder<br />

Chefredakteurin<br />

e.linder@vfmz.de<br />

DIE MACHT<br />

DES REGELNS<br />

Vertreter der wegweisenden<br />

Spezialkreiselpumpen<br />

aus der Sammlung Bungartz,<br />

Fertigung in Serie<br />

Das hochkarätige Werk greift<br />

auf meisterhafte Weise<br />

die aktuelle Bewegung rein<br />

autonomen Handelns auf.<br />

Denn die trockenlaufsichere<br />

Kreiselpumpe VAN regelt sich<br />

selbst, ohne fremdes Zutun.<br />

Sie arbeitet kavitationsfrei,<br />

was ihre Faszination erhöht.<br />

Beim Kontakt mit toxischen<br />

Medien entfaltet sie ihr ganzes<br />

Potential.<br />

Eine Zierde für so manche<br />

Firma!<br />

Mehr unter +49 211 577905 - 0<br />

und im Internet:<br />

www.bungartz.de/meisterwerke5


INHALT<br />

12 24 40<br />

Foto: Sotrm/stock.adobe.com<br />

Konstant: Luftkonditionierung spielt bei<br />

der Verarbeitung von sensiblen Schüttgütern<br />

eine zentrale Rolle<br />

Mobil: Wartung und Inspektion von<br />

Anlagen profitieren von der zunehmenden<br />

Digitalisierung<br />

Nachhaltig: Das Ziel, klimaneutral zu<br />

produzieren, schreiben sich immer mehr<br />

Unternehmen auf die Fahnen<br />

AKTUELLES<br />

6 INTERVIEW Die Achema ist verschoben – trotzdem gibt<br />

es Impulse für die Branche<br />

7 Personen, Märkte, Unternehmen<br />

8 Seminare, Tagungen, Kurse<br />

10 MEINUNGEN Was nehmen wir mit ins neue Jahr?<br />

VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

12 Additive Fertigung braucht trockene Prozessluft<br />

14 Kesseltechnik reduziert CO 2<br />

-Emissionen um 15 Prozent<br />

15 Produktinformationen<br />

KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

18 TITEL Dichtungen für Hygienic-Design-Anwendungen<br />

20 Produktinformationen<br />

BETRIEBSTECHNIK<br />

32 Smarte Wägesteuerungen ermöglichen präzises Abfüllen<br />

34 Hebehilfen verbessern Ergonomie und Effizienz<br />

36 Produktinformationen<br />

SPECIAL<br />

KLIMASCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT<br />

40 Trends und Perspektiven<br />

RUBRIKEN<br />

3 Editorial<br />

8 Impressum<br />

42 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />

43 Vorschau<br />

TOP-THEMA PUMPEN<br />

22 Highlights für die Prozessindustrie<br />

ANZEIGE<br />

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

24 Digitalisierung in Service und Wartung: Mobile Devices für<br />

Industrie 4.0<br />

26 Umsatzsteigerung dank digitaler Transformation<br />

28 Betriebliche Optimierung mit neuer Analyse- und<br />

KI-Software<br />

29 Produktinformationen<br />

TITELBILD<br />

C. Otto Gehrckens GmbH &<br />

Co. KG, Pinneberg<br />

4 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


MIT SICHERHEIT<br />

EDELSTAHL<br />

VERBINDUNGSTECHNIK<br />

VON PH.<br />

Edelstahl 1.4571 Maximale Präzision Zulassungen & Normen Hohe Verfügbarkeit<br />

PH Katalog<br />

als App für<br />

Android<br />

oder Ipad<br />

PH Industrie-Hydraulik GmbH & Co. KG<br />

Wuppermannshof 8, 58256 Ennepetal, Germany<br />

Tel. +49 (0) 2339 6021, Fax +49 (0) 2339 4501<br />

info@ph-hydraulik.de, www.ph-hydraulik.de


AKTUELLES I INTERVIEW<br />

Das Herz der Prozessindustrie<br />

schlägt weiter<br />

Die Achema ist verschoben – trotzdem gibt es Impulse für die Branche<br />

Wie schön wäre es gewesen, sich im Juni in Frankfurt<br />

auf der Achema persönlich auszutauschen. Jetzt<br />

müssen wir uns gedulden bis zum 4. April 2022. Wie<br />

die Zeit bis dahin überbrückt werden kann, erfahren<br />

wir von Dr.-Ing. Thomas Scheuring (Bild links) und<br />

Dr. Björn Mathes, den beiden Geschäftsführern der<br />

Dechema Ausstellungs-GmbH.<br />

Herr Scheuring, wie geht es Ihnen nach diesem<br />

ungewöhnlichen Jahr 2020?<br />

Ich will nicht verschweigen, dass ich mir das zurückliegende<br />

Jahr – wie sicherlich wir alle – etwas anders vorgestellt hatte.<br />

Andererseits: Wenn man die Augen offen hält, ist dennoch viel<br />

Positives zu entdecken. Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt<br />

fallen mir ein. Ein gewaltiger Schub in Richtung Digitalisierung<br />

und großartige Fortschritte bei der Verwirklichung einer<br />

agilen Arbeitswelt sind weitere Punkte.<br />

Herr Mathes, wie hat sich die Corona-Krise bisher auf die<br />

Dechema ausgewirkt?<br />

Als wir im März 2020 die ersten Veranstaltungen verschoben bzw.<br />

abgesagt haben, waren wir zuversichtlich, dass wir bis zum Herbst<br />

mehr oder weniger zu einem „normaleren“ Zustand zurückkehren<br />

würden. Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Umso froher<br />

sind wir im Rückblick, dass wir direkt im Frühjahr damit begonnen<br />

haben, digitale Möglichkeiten zu eruieren und ganz neue, angepasste<br />

Formate zu entwickeln. Manches hat von der Digitalisierung<br />

sogar profitiert, anderes vermissen wir aber natürlich<br />

schmerzlich – nicht alles, was ein persönliches Treffen und Gespräch<br />

ausmacht, lässt sich in den virtuellen Raum übertragen.<br />

Wie schwer war die Entscheidung, die Achema auf 2022 zu<br />

verschieben?<br />

Einfach war der Schritt natürlich nicht, aber die eigentliche Entscheidung<br />

fiel im November dann doch sehr schnell und eindeutig.<br />

Ausschlaggebend war das Treffen des Achema-Ausschusses, der<br />

unsere Aussteller vertritt. Wir waren uns alle einig: Unter den<br />

aktuellen Voraussetzungen wird eine Achema im Juni <strong>2021</strong> nicht<br />

den Anspruch erfüllen können, den unsere Kunden, die Besucher<br />

und wir selbst an sie haben. Angesichts des Planungshorizonts<br />

und der notwendigen Investitionen auch für die Aussteller wollten<br />

wir die Entscheidung auch nicht hinauszögern, sondern allen<br />

Planungssicherheit geben.<br />

Wie füllen Sie die Lücke für Aussteller und Besucher?<br />

Die Achema Pulse am 15. und 16. Juni <strong>2021</strong> wird ein ganz neues,<br />

sehr interaktives und vielfältiges Format sein, das die aktuellen<br />

Trends unserer Branchen auf zwei Tage konzentriert – mit hochkarätigen<br />

Sprechern, neuen Möglichkeiten der digitalen Begegnung<br />

und der Chance, als Aussteller eigene Impulse zu setzen.<br />

Damit ist die Achema Pulse als eigenes Event ein echter Höhepunkt<br />

des Jahres und bietet den Branchen gleichzeitig Impulse,<br />

die wir auf der Achema im April 2022 wieder aufgreifen können.<br />

Welche Bedeutung werden Messen nach der Corona-Krise haben?<br />

Ich glaube, wir haben in den letzten Monaten festgestellt, was<br />

digital alles möglich ist – was aber auch nicht. Die Atmosphäre<br />

einer Weltleitmesse wie der Achema, das multisensorische Erlebnis,<br />

die Technik zum Anfassen und das vertrauensvolle Gespräch,<br />

das die Grundlage für tragfähige Geschäftsbeziehungen ist – das<br />

alles lässt sich digital nicht abbilden. Deshalb ist die Achema Pulse<br />

bewusst keine „virtuelle Messe“, sondern ein eigenständiges Format.<br />

Wir waren schon vor der Pandemie überzeugt, dass die digitale<br />

Welt und die Messe-Welt sich hervorragend ergänzen können.<br />

Die Zukunft liegt eindeutig im „Sowohl als auch“.<br />

Wie dürfen wir uns eine Großveranstaltung wie die Achema im<br />

April 2022 vorstellen?<br />

Genauso vielfältig, fundiert und inspirierend, wie Sie es von der<br />

Achema gewohnt sind. Wir haben sehr tragfähige Hygienekonzepte,<br />

die flexibel genug sind, um sie nahezu beliebig an die dann<br />

geltenden Rahmenbedingungen anzupassen. Wir spüren, wie<br />

viele unserer Kunden und Aussteller der nächsten Messe förmlich<br />

entgegenfiebern. Zusätzlich zu den Angeboten vor Ort wird es<br />

auch digitale Angebote geben, um das Beste aus beiden Welten zu<br />

verknüpfen. So gehen wir davon aus, dass die Achema 2022 ein<br />

Technik-Fest für alle Sinne wird und das Herz der Prozessindustrie<br />

dann wieder für eine Woche in Frankfurt schlägt.<br />

Fotos: Dechema, bluebay2014/stock.adobe.com<br />

www.achema.de<br />

6 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


AKTUELLES<br />

Zeppelin übernimmt MTI Mischtechnik<br />

Zum Jahreswechsel hat Zeppelin Systems die inhabergeführte MTI<br />

Mischtechnik übernommen. Neben dem Portfolio soll das Knowhow<br />

der MTI-Mitarbeiter<br />

für Zeppelin<br />

eine große<br />

Rolle spielen. Daher<br />

führt das ehemalige<br />

MTI-Team<br />

am Standort Detmold<br />

die Geschäfte<br />

von MTI unter<br />

neuer Leitung fort.<br />

Dazu Rochus Hofmann,<br />

Geschäftsführer von Zeppelin Systems: „MTI hat großartige<br />

Produkte und ein hervorragendes Servicekonzept, das uns und unseren<br />

Kunden zugutekommt.“<br />

www.zeppelin-systems.com<br />

Watson-Marlow vertreibt<br />

Bredel-Hochdruckschlauchpumpen<br />

Ab sofort übernimmt die Watson-Marlow GmbH mit Sitz in Rommerskirchen<br />

Vertrieb, Service und Support zu den Bredel-Hochdruckschlauchpumpen,<br />

Schlauchelementen, Zubehör und Ersatzteilen<br />

in Deutschland. Hans-Peter Jacob, Geschäftsführer der Watson-Marlow<br />

GmbH kommentiert:<br />

„Durch den Start<br />

des direkten Vertriebs der<br />

Bredel-Produkte können<br />

wir unseren Kunden in<br />

Deutschland nun ein noch<br />

umfassenderes End-to-<br />

End-Lösungsspektrum für<br />

praktisch alle Bedürfnisse<br />

rund um die Verarbeitung<br />

von Flüssigkeiten anbieten.<br />

Vor allem die Kunden, die abrasive Medien verarbeiten, profitieren<br />

von der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Bredel-Pumpen.<br />

Außerdem stärken wir durch das Bredel Sortiment unsere Position<br />

als Marktführer für Schlauchpumpen in Deutschland.“<br />

www.wmftg.de<br />

Denios investiert in langfristigen Erfolg<br />

Zu Beginn des Jahres fand bei der Denios AG in Bad Oeynhausen<br />

der erste Spatenstich zum Hallenneubau an der Südspitze des Unternehmenshauptsitzes<br />

an der Dehmer Straße statt. Da die bisherige<br />

Produktionsfläche von rund 13 000 Quadratmetern nicht mehr<br />

ausreicht, wird die Fertigung um eine neue 4 200 Quadratmeter große<br />

Montage- und<br />

Lagerhalle erweitert.<br />

Der Neubau<br />

soll auch einen<br />

weiteren Schub für<br />

die Digitalisierungsstrategie<br />

bedeuten.<br />

„Gerade in<br />

der aktuellen Krise<br />

hat sich gezeigt,<br />

wie wichtig innovative<br />

Produkte sind.<br />

Deren Bedeutung wird zukünftig noch wachsen, und so investieren<br />

wir mit unserer neuen Halle in den weiteren, langfristigen Erfolg<br />

des Unternehmens“, betont Firmengründer und Vorstandsvorsitzender<br />

Helmut Dennig.<br />

www.denios.de<br />

Joachim Dittrich ist CEO bei Fette Compacting<br />

Die LMT Group hat Joachim Dittrich zum 1. Januar <strong>2021</strong> zum Chief<br />

Executive Officer (CEO) von Fette Compacting und zum Mitglied<br />

der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe<br />

berufen. Die Tablettenpressen<br />

und Kapselfüllanlagen von Fette<br />

Compacting sind weltweit in der pharmazeutischen<br />

Industrie und bei der Herstellung<br />

von Nahrungsergänzungsmitteln im<br />

Einsatz. „Sichere Versorgung mit Medikamenten,<br />

zunehmende Digitalisierung<br />

und Nachhaltigkeit sind Herausforderungen<br />

und Chancen für ein mittelständisches<br />

Unternehmen wie Fette Compacting“,<br />

erklärt Dittrich. „Ich freue mich darauf, mit dem erfahrenen<br />

und engagierten Team bei Fette Compacting erfolgreich zusammenzuarbeiten.“<br />

www.fette-compacting.com<br />

Temperatur Profil Systeme<br />

+<br />

Optische Kontroll Systeme<br />

... weil Erfahrung zählt !<br />

PhoenixTM GmbH www.phoenixtm.de info@phoenixtm.de Tel:+49 5731 300280


AKTUELLES<br />

SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />

Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />

FORTBILDUNG Verantwortliche Personen<br />

für Brandmeldeanlagen nach DIN 14675<br />

SEMINAR Moderne und bewährte<br />

Schüttgut-Förderkonzepte<br />

22./23.02.21,<br />

Berlin<br />

23.02.21,<br />

Altdorf b. Nürnberg<br />

TAGUNG 21. Göttinger Abwassertage 23./24.02.21,<br />

online<br />

KURS Pumpenanlagen auslegen, betreiben,<br />

optimieren<br />

WEITERBILDUNG Betriebsbeauftragter für<br />

Abfall/Abfallbeauftragter<br />

01./02.03.21,<br />

Wuppertal<br />

01.–04.03.21,<br />

Offenbach<br />

BRANCHENSEMINAR Wasser und Abwasser 02./03.03.21,<br />

Schiltach<br />

FORTBILDUNG Vermittlung der Sachkunde<br />

nach § 11 ChemVerbotsV<br />

FACHSCHULUNG Strahlenschutz zur<br />

Erlangung der Fachkundegruppe 2.1<br />

08.–10.03.21,<br />

Essen<br />

09./10.03.21,<br />

online<br />

KONFERENZ 7. PI-Konferenz 15.–18.03.21,<br />

online<br />

SEMINAR Grundlagen des Explosionsschutzes<br />

17.03.21,<br />

Essen<br />

SCHULUNG Industrial Ethernet 17./18.03.21,<br />

Schmölln/Thür.<br />

Tüv Nord, Tel. 0800/8888020,<br />

www.tuevnordakademie.de<br />

Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />

www.taw.de<br />

Technische Akademie Hannover, Tel. 0511/3943330,<br />

www.ta-hannover.de<br />

Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />

www.taw.de<br />

Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />

www.umweltinstitut.de<br />

Vega, Tel. 07836/50-0,<br />

www.vega.com<br />

Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Endress + Hauser, Tel. 07621/975-610,<br />

www.de.endress.com<br />

Profibus Nutzerorganisation, Tel. 0721/9658590,<br />

www.profibus.com<br />

Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Indu-Sol GmbH, Tel. 034491/5818-0,<br />

www.indu-sol.com<br />

Seminare zum<br />

Gefahrstoff-Handling<br />

Ob Einsteiger, neue Mitarbeiter,<br />

fortgeschrittene Anwender<br />

oder Profis – wer sich zu einem<br />

Seminar in der Denios-Academy<br />

anmeldet, soll mit frischen<br />

Impulsen und wertvollen Informationen<br />

für den sicheren<br />

Umgang mit Gefahrstoffen an<br />

seinen Arbeitsplatz zurückkehren.<br />

Pünktlich zum Jahresbeginn<br />

präsentiert der Anbieter<br />

von Lösungen für den betrieblichen<br />

Umwelt- und Arbeitsschutz<br />

sein aktuelles und<br />

vielfältiges Fortbildungsangebot<br />

für <strong>2021</strong> mit über 400 Veranstaltungen<br />

im Online- oder<br />

Präsenzmodus.<br />

www.denios.de/academy<br />

Process Insights bietet Lösungen für Gas- und Wasseranalytik<br />

Die amerikanische Unternehmensgruppe Process Insights ist ein<br />

Zusammenschluss von Technologieunternehmen, die sich auf innovative<br />

und differenzierte Lösungen im Bereich der Gas- und Wasseranalytik<br />

fokussieren. Das Regionalbüro in Frankfurt steuert seit<br />

kurzem alle operativen Vertriebs-, Marketing- und Serviceprozesse<br />

der Unternehmensgruppe in Europa, dem Nahen Osten und Afrika<br />

(EMEA). Wichtige Kundensegmente wie Chemie, Petrochemie,<br />

Pharmazie, Halbleiter sowie Lebensmittel & Getränke Industrie sollen<br />

fortan schneller und umfassender bedient werden. Der neue<br />

Standort wird zukünftig ein Schulungszentrum für Theorie und Praxis,<br />

wo Kunden zusammen mit den Applikationsspezialisten von<br />

Process Insights Lösungen mit betriebsbewährten Produkten der<br />

weltweit etablierten Marken spezifizieren können, um gemeinsam<br />

komplexe Prozessanforderungen zu erfüllen.<br />

www.process-insights.com<br />

IMPRESSUM<br />

vereinigt mit BioTec<br />

erscheint <strong>2021</strong> im 55. Jahrgang, ISSN: 0175-5315<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)<br />

Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteurin: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf),<br />

Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

Ulla Winter, Tel.: 06131/992-347,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />

SALES<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Anzeigendisposition: Heike Rauschkolb,<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 33: gültig ab 1. Oktober 2020<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige<br />

Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 12,50 (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 96,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 111,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100<br />

E-Mail: info@vfmz.de<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Gesellschafter: P.P. Cahensly GmbH & Co. KG,<br />

Karl-Härle-Straße 2, 56075 Koblenz<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />

ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Ab bildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

An nahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen<br />

von Internet- und Online-Dienstleist ungen, CD-ROM, CD<br />

und DVD und der Datenbank nutzung und das Recht, die<br />

vorgenannten Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen,<br />

d. h. Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die<br />

Richtigkeit des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen<br />

werden. Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht<br />

der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden.<br />

Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt werden, über<br />

deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt, und die<br />

nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur Veröffentlichung<br />

eingereicht oder bereits veröffentlicht wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

8 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


AKTUELLES<br />

Labvolution erst im September<br />

Die Planungen für die Labvolution <strong>2021</strong> sind schon weit fortgeschritten,<br />

trotzdem geht die Messe für das smarte Labor auf Nummer<br />

sicher. Mit Blick auf die Corona-Pandemie verlegen die Veranstalter<br />

das Event von Anfang Mai auf 7. bis 9. September <strong>2021</strong>. „Wir<br />

haben uns intensiv mit dem Markt abgestimmt und sind sehr froh,<br />

dass die Entscheidung für<br />

den September-Termin auf<br />

große Zustimmung trifft“,<br />

sagt Dr. Andreas Gruchow,<br />

Mitglied des Vorstands der<br />

Deutschen Messe AG. „Der<br />

spätere Termin verschafft<br />

den Unternehmen eine bessere<br />

Planungssicherheit<br />

und erlaubt uns, eine wirklich<br />

hybride Veranstaltung<br />

zu organisieren, also ein physisches Treffen mit Ausstellung und<br />

Konferenz – wie Seminarelementen in Hannover – angereichert um<br />

digitale Beteiligungsmöglichkeiten für Aussteller, Sponsoren und<br />

Besucher.“<br />

www.labvolution.de<br />

Alfa Laval eröffnet Testzentrum<br />

Alfa Laval hat am Standort Kolding in Dänemark ein Application &<br />

Innovation Centre für Fluid-Handling-Technologien in Betrieb genommen.<br />

Damit will das Unternehmen seine Position als weltweiter<br />

Zulieferer der Lebensmittel-<br />

und Pharmaindustrie<br />

stärken,<br />

die wichtige Wachstumsbereiche<br />

darstellen.<br />

In dem neuen<br />

Testzentrum mit<br />

1 600 m² Fläche können<br />

Lebensmittelund<br />

Pharmahersteller<br />

ihre eigenen Produkte<br />

unter realen Betriebsbedingungen mit den Alfa-Laval-Systemen<br />

verarbeiten, bevor sie Investitionen tätigen.<br />

Boge für <strong>2021</strong> gut aufgestellt<br />

Nach einem für die gesamte Weltwirtschaft turbulenten Jahr blickt<br />

der Druckluftspezialist Boge zufrieden zurück und optimistisch voraus.<br />

Trotz der Herausforderung, die die anhaltende Pandemie<br />

stellt, entwickelte sich das Bielefelder Familienunternehmen im<br />

Jahr 2020 positiv weiter und startet das Jahr <strong>2021</strong> auf stabilen Beinen<br />

und mit wachsendem Team. Wolf D. Meier-Scheuven (Bild<br />

mitte) schied zum Jahreswechsel als Geschäftsführer aus. Neben<br />

Olaf Hoppe (links) vertritt seit Januar Michael Rommelmann als<br />

Geschäftsführer das Handlungsfeld Technik. Zur Seite stehen den<br />

Beiden die Prokuristinnen Nadine Komvos und Mareike Heinrich.<br />

Wolf D. Meier-Scheuven begleitet die strategische Unternehmensplanung<br />

als Vorsitzender des Beirats weiter.<br />

www.boge.de<br />

www.alfalaval.de<br />

Müller Quadax kooperiert mit AVA<br />

Der Armaturenhersteller Müller Quadax aus Forchtenberg bietet ab<br />

sofort seine Expertise einem deutlich breiteren Kundenkreis an, indem<br />

er mit dem globalen Vertriebspartner AVA Armaturen Vertrieb<br />

Alms in Ratingen kooperiert. AVA beliefert seine Kunden mit einem<br />

umfangreichen Sortiment an Industriearmaturen und bietet umfassende<br />

Serviceleistungen wie Umbau, Modifikation, Reparatur<br />

und Aufarbeitung von Armaturen sowie den Aufbau von Getrieben<br />

und Antrieben an. Um die ständige und schnelle Verfügbarkeit zu<br />

gewährleisten, sind an vier europäischen Lagerstandorten über<br />

140 000 Industriearmaturen und Ersatzteile dauerhaft eingelagert.<br />

Müller Quadax verfügt über 60 Jahre Erfahrung in der Herstellung<br />

von Industriearmaturen. Hier wurden unter anderem die 4-fach exzentrischen<br />

Absperrklappen Quadax entwickelt, die eine neue Dimension<br />

der Sicherheit etabliert haben.<br />

www.quadax.de<br />

www.ruwac.de<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 9


AKTUELLES<br />

Die Stunde der<br />

Kreativen und Mutigen<br />

Was nehmen wir mit ins neue Jahr?<br />

Frank Hils<br />

Geschäftsführer DACH-Region, Bürkert<br />

Fluid Control Systems, Ingelfingen<br />

„Früher“ war ein nicht persönlicher<br />

Kundenbesuch undenkbar, heute<br />

funktionieren viele Formate mit<br />

Erfolg virtuell. In der Krise schlägt<br />

die Stunde der Kreativen, Mutigen,<br />

Ausprobierer und Flexiblen. Diese<br />

Talente werden später in der „Normalität“ vorwärtskommen –<br />

wir möchten dazugehören. Die Absage der Achema ist für uns<br />

keine Überraschung. Messen, Seminare und Tagungen leben<br />

von der physischen Nähe. Eine unter den notwendigen<br />

Hygienebedingungen durchgeführte Messe ist wirkungslos,<br />

denn sie verliert ihre Kerncharakteristik. Wir transportieren<br />

unsere Botschaften nun über andere Kanäle (z. B. Showtruck,<br />

Inhouse-Veranstaltungen, Webinare) und testen virtuelle<br />

Formate, die bis dato eher „Neuland“ für uns waren. Und wir<br />

lernen, Ziele für diese Formate zu definieren: Wie wertvoll ist<br />

eine 30-minütige Webinarteilnahme? Wie sieht ein angemessenes<br />

Follow-up aus? Für die Veranstalter und die Teilnehmer<br />

ist es anders, neu und vielleicht auch irgendwie schwierig.<br />

Joachim Dittrich<br />

CEO, Fette Compacting, Schwarzenbek<br />

Schon vor Corona war uns klar, dass<br />

die Digitalisierung ein wichtiger<br />

Faktor ist, um schnell auf veränderte<br />

Bedingungen zu reagieren. Die<br />

Pandemie hat dies im Zeitraffer<br />

noch verstärkt und stellt uns alle<br />

vor besondere Herausforderungen.<br />

Dank des umfangreichen digitalen Serviceangebots unserer<br />

OSDi Unit können wir mit unseren Kunden in engem Kontakt<br />

bleiben und Bedürfnisse passgenau bedienen – sei es der per<br />

App hinzugeschaltete Servicetechniker oder das ortsunabhängige<br />

Virtual-Reality-Training. In der aktuellen Ausnahmesituation<br />

haben sich digitale Lösungen etabliert, daher<br />

werden wir die Digitalisierung in <strong>2021</strong> noch stärker vorantreiben.<br />

Neben neuen Digitaltools können sich unsere Kunden<br />

auf eine exklusive Online-Eventreihe sowie einige Produktinnovationen<br />

freuen. Natürlich sind persönlicher Kontakt und<br />

haptisches Produkterlebnis virtuell nur schwer zu ersetzen,<br />

aber wir werden auch diese temporäre Herausforderung<br />

gemeinsam meistern.<br />

Dr. Thomas Brendecke<br />

Geschäftsführer, Gather Industrie GmbH, Wülfrath<br />

Fotos: Bürkert, Buschjost, Fette Compacting ,<br />

Gather, Hecht, Vega, Yokogawa<br />

Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen, weil die<br />

Kommunikation nach innen und außen gut funktioniert<br />

und weil wir großen Wert auf eine vertrauensvolle und<br />

langfristige Zusammenarbeit mit unseren Kunden und<br />

Lieferanten legen. Diese verlässlichen Beziehungen sind<br />

auch ohne persönliche Treffen und unter Nutzung der<br />

digitalen Möglichkeiten weiterhin stabil. Unsere<br />

Belegschaft stellte sich sehr schnell um, und sicherlich<br />

werden wir nach der Pandemie digitaler kommunizieren als zuvor. Trotzdem<br />

bleibt für uns ein persönlicher Austausch unabdingbar. Neben der Möglichkeit<br />

des Networkings sind gerade Messen wichtige Impulsgeber für unsere Technologieentwicklung.<br />

Wir haben als Aussteller auf internationalen und nationalen<br />

Maschinenbaumessen stets von diesem Angebot profitiert und werden auch<br />

künftig aktive Präsenz zeigen. Dass dies bald wieder möglich sein wird, sehen<br />

wir mit Zuversicht und gehen positiv in das neue Jahr <strong>2021</strong>.<br />

10 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


AKTUELLES<br />

Matthias Hänsel<br />

Leitung Marketing, Hecht Technologie GmbH, Pfaffenhofen<br />

Ein positiver Aspekt der Corona-Krise ist der kräftige Schub bei der Digitalisierung<br />

unserer Prozesse. Es wurden mehr als 100 Arbeitsplätze in unter zwei<br />

Wochen „mobilisiert“, neue Konzepte wurden entwickelt, um weiterhin mit<br />

Partnern zu interagieren. Für <strong>2021</strong> erhoffen wir uns im zweiten Halbjahr<br />

wieder die Möglichkeit von Präsenz-Treffen und Veranstaltungen. Die<br />

Menschen sehnen sich trotz Digitalisierung und Automatisierung nach einer<br />

physischen Nähe. Ich glaube, das ist uns allen sehr bewusst geworden. Das<br />

Hinterfragen von globalen Leitmessen und deren Kosten-Nutzen hat sich aus unserer Sicht noch weiter<br />

verstärkt. Der Trend wird zu kleineren, spezifischen und lokalen Messen und sicher in diesem Jahr auch<br />

zu hybriden Veranstaltungen gehen. Rein virtuelle Veranstaltungen sehe ich auf Dauer gerade im<br />

Maschinen- und Anlagenbau nicht als erfolgsversprechend an. In Zukunft wird es verschiedene<br />

Mischformen von Präsenz- und Online-Veranstaltungen geben.<br />

Raymond Kamp<br />

Managing Director Process Control EMEA,<br />

Buschjost GmbH, Bad Oeynhausen<br />

In schwierigen Zeiten zeigt sich,<br />

wie gut ein Unternehmen wirklich<br />

aufgestellt ist. Trotz aller Herausforderungen<br />

können wir dem<br />

vergangenen Jahr viel Gutes<br />

abgewinnen: Unsere Neuausrichtung<br />

auf bestimmte Zielsegmente<br />

konnten wir erfolgreich fortführen, unsere Kunden noch<br />

stärker in den Fokus rücken und die Zusammenarbeit weiter<br />

intensivieren – ein Schritt, der sich wirklich bezahlt gemacht<br />

hat. Weil ein enger Austausch untereinander nur digital<br />

realisiert werden konnte, zählen Social Media, Webinare und<br />

virtuelle Events plötzlich zu den wichtigsten Instrumenten im<br />

beruflichen Alltag. Was gestern noch ungewohnt war, ist<br />

heute bereits unentbehrlich, sodass wir inzwischen bereits<br />

komplette Projekte online realisiert und abgewickelt haben.<br />

Für <strong>2021</strong> bedeutet das: Wer die Best Practices vor und<br />

während Corona miteinander vereint und die Krise weiterhin<br />

als Chance betrachtet, ist schon heute auf Erfolgskurs.<br />

Tim-Peter Henrichs<br />

Manager Marketing D-A-CH,<br />

Yokogawa Deutschland GmbH, Ratingen<br />

Die Krise zeigt, dass es für ein<br />

Unternehmen wichtig ist, agil zu<br />

sein. Wir haben davon profitiert,<br />

dass die modernen Tools ad hoc<br />

funktionierten, sowohl intern<br />

als auch im Projektgeschäft. Wir<br />

haben aber auch gelernt, mehr auf<br />

Remote-Lösungen zu setzen. Wir machen jetzt Abnahmen<br />

mit Videokameras, und die Verantwortlichen sitzen irgendwo<br />

über den Globus verstreut. Das alles funktioniert tadellos,<br />

und die Akzeptanz ist groß. Für <strong>2021</strong> erhoffe ich mir natürlich<br />

wieder mehr Normalität. Trotz des digitalen Höhenflugs, den<br />

wir hatten, ist ein gesunder Mittelweg gefragt: Denn ohne<br />

den persönlichen Kontakt bleiben die kollegiale Seele und die<br />

Kreativität auf der Strecke. Wir sollten die durch das digitale<br />

Know-how gewonnene Flexibilität in Form eines mobile<br />

office mit den bisherigen Arbeitsformen kombinieren. Das passt<br />

auch besser zum heutigen Lebensstil: Freizeit und Beruf sinnvoll<br />

übereinander zu bringen – quasi „on demand“ arbeiten.<br />

Matthias Veith<br />

Leitung Marketing, Vega Grieshaber KG, Schiltach<br />

Viele Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr abgesagt und sind auch für<br />

<strong>2021</strong> bereits verschoben. Messen sind für uns nach wie vor eine wichtige Plattform,<br />

um Kunden über unsere Lösungen zu informieren. Ein wichtiger Baustein unserer<br />

Kommunikation liegt also aktuell „auf Eis“. Die Herausforderung besteht nun darin,<br />

alternative digitale Formate zum Einsatz zu bringen. Wer hätte noch vor einem Jahr<br />

gedacht, dass die Digitalisierung eine solche Geschwindigkeit aufnimmt? Bei der<br />

Planung virtueller Veranstaltungen befinden wir uns alle noch in einer Lernkurve. Man sollte Neuem<br />

gegenüber jedoch grundsätzlich offen sein, um zu lernen, was funktioniert und was nicht. Wenn wir diese<br />

Herausforderung als Chance verstehen, können wir gemeinsam mit unseren Kunden neue Kommunikationswege<br />

entwickeln, die zukunftsfähig und nutzbringend sind.<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 11


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Entscheidender Faktor<br />

Additive Fertigung braucht trockene Prozessluft<br />

Die additive Fertigung im<br />

Metallbereich erfordert eine<br />

trockene Atmosphäre, um die<br />

Festigkeit und Integrität des<br />

Bauteils zu gewährleisten. Daher ist<br />

die Sicherstellung der optimalen<br />

Luftkonditionen ein entscheidender<br />

Faktor für den Gesamtprozess. Als<br />

besonders wirkungsvoll erweist sich<br />

hier die Verwendung von<br />

Rotationsentfeuchtern.<br />

Die schnelle Reaktion auf komplexe Kundenwünsche<br />

erfordert bei produzierenden<br />

Unternehmen eine hohe Flexibilität bei<br />

gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit und entsprechender<br />

Produktqualität. Die zunehmende<br />

geometrische Vielfalt erhöht den<br />

Aufwand für die Hersteller in der Fertigung.<br />

Durch die Möglichkeit, schnell und kostengünstig<br />

Muster bzw. Modellobjekte, Prototypen<br />

und Endprodukte herstellen zu können,<br />

ist die additive Fertigung (Additive Manufacturing<br />

– AM) für viele Unternehmen<br />

Autor: Dipl.-Ing. Florian Matthieu, Projekt- und<br />

Produktmanagement, ULT AG, Löbau<br />

eine mögliche Antwort auf diese Anforderungen,<br />

da auf Basis von CAD-Daten direkt<br />

gefertigt werden kann. Dies bringt sehr viele<br />

Vorteile für den Produktentwicklungsund<br />

Herstellungsprozess mit sich.<br />

Es gibt eine ganze Reihe an Verfahren zur<br />

additiven Fertigung, die allesamt landläufig<br />

als 3-D-Druck bezeichnet werden. Der Fokus<br />

soll im Folgenden auf dem Prozess unter<br />

Verwendung von Metall liegen. Bei diesem<br />

Fertigungsprozess auf Pulverbasis wird<br />

sehr feines Metallpulver per selektivem Laserschmelzen<br />

(Selective Laser Melting –<br />

SLM) schichtweise aufgetragen, um teils<br />

hochkomplexe 3-D-Formen und Bauteile<br />

zu fertigen. Durch den schichtweisen Aufbau<br />

lassen sich funktionsoptimierte Geometrien<br />

umsetzen, die aus CAD-Daten gewonnen<br />

werden. Dieser Prozess ermöglicht<br />

die Herstellung teils komplexer Objektstrukturen.<br />

Feuchtekonzentration effektiv<br />

sicherstellen<br />

Um die hohen Qualitätsanforderungen zu<br />

gewährleisten, müssen verschiedene Herausforderungen<br />

in den Bereichen Pulver-<br />

Handling und Prozessluftumgebung im<br />

Fertigungsbereich vom Betreiber der AM-<br />

Anlagen bewältigt werden. Dazu gehören<br />

die Beherrschung der Luftsituation und die<br />

ständige Überwachung und Sicherstellung<br />

der genauen Feuchtekonzentration in der<br />

Umgebung. Denn die ungewollte Oxidation<br />

des Metallpulvers durch eine zu hohe Luft-<br />

feuchtigkeit stellt ein potenzielles Risiko für<br />

die Qualität des Endprodukts und die Prozessstabilität<br />

dar, da die physikalischen<br />

Eigenschaften gelagerter Werkstoffpulver<br />

beeinträchtigt werden.<br />

Um beispielsweise den SLM-Prozess effizient<br />

und nachhaltig zu gestalten, ist eine<br />

ganzheitliche Betrachtung des Prozesses<br />

vom sicheren Entpulvern additiv gefertigter<br />

Bauteile zu einer qualifizierten Aufbereitung<br />

überschüssiger Pulver bis zur Rückführung<br />

in den Prozess notwendig. Ein<br />

wichtiger Baustein dieser Aufbereitung ist<br />

die Trocknung des Pulvers. Außerdem muss<br />

eine möglichst trockene Prozessatmosphäre<br />

im Prozessraum zuverlässig einstellbar<br />

und ebenso konstant gewährleistet werden.<br />

01 Einsatz eines Sorptionstrockners<br />

bei der Pulverlagerung<br />

12 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

02 Schematische Darstellung des<br />

Lufttrocknungsprozesses basierend<br />

auf Sorptionsverfahren<br />

Einer hocheffizienten Prozesslufttrocknung<br />

kommt eine Schlüsselfunktion für den stabilen<br />

AM-Prozess zu. Denn wenn die feinen<br />

metallischen Pulvermaterialien mit Partikelgrößenverteilung<br />

im Bereich von 20 bis<br />

40 µm Luftfeuchte aufnehmen, werden sie<br />

für die sensiblen SLM-Prozesse unbrauchbar,<br />

da sie dann zum Verklumpen und Oxidieren,<br />

je nach Pulver-Werkstoffmaterial,<br />

neigen. Erst eine zuverlässig hohe Pulverqualität<br />

ermöglicht eine reproduzierbare<br />

Bauteilqualität unter gleichbleibenden Produktionsbedingungen.<br />

Tocknung als Teil des<br />

Lüftungskonzepts<br />

1 Prozessluftvorfilter<br />

2 Vorkühler<br />

3 Sorptionsrotor mit Antrieben<br />

4 Nachkühler<br />

5 Prozessluftventilator<br />

6 Prozessluftnachfilter<br />

7 Regenerationsluftfilter<br />

8 Wärmeübertrager<br />

9 Elektrische Heizung<br />

10 Regenerationsluftventilator<br />

Die Anforderungen an die Prozesslufttrocknung<br />

für Produktionsraumumgebungen<br />

liegen dabei im Bereich von 19 bis 22 °C bei<br />

10 bis 40 % regelbarer relativer Luftfeuchte,<br />

die je nach Auswahl der pulverförmigen<br />

Metallmaterialien konstant gehalten werden<br />

sollte. Das entspricht einem Taupunkt<br />

bis zu – 10 °C (Tp). Um trockene Prozessluft<br />

mit diesen Bedingungen zu erzeugen, reichen<br />

konventionelle Methoden wie die einfache<br />

Kondensation des Wasserdampfes an<br />

Kühlregistern nicht mehr aus. Um den Restfeuchtegehalt<br />

der Luft so weit zu reduzieren,<br />

sind sorptive Prozesse somit sinnvoll<br />

und hierfür notwendig.<br />

Fast alle im 3-D-Druckverfahren verarbeitete<br />

Metallpulver, die nicht von der Umgebungsatmosphäre<br />

abgeschirmt sind, neigen<br />

sehr stark zur Feuchtigkeitsaufnahme. Dies<br />

führt insgesamt zu einer Materialverschlechterung,<br />

die innerhalb der AM/3-D-<br />

Druckverfahren kaum zu korrigieren ist,<br />

und somit eine langwierige und kostspie lige<br />

Nachbearbeitung bzw. -produktion erfordert.<br />

Daher ist der Feuchtigkeitsgehalt der<br />

Luft in der Umgebung des Metallpulvers an<br />

jeder Stelle des Prozesses sicherzustellen.<br />

Ein Hauptaspekt bei erfolgreich installierten<br />

Konzepten in der AM-Industrie war und<br />

ist auch die Klimatisierung und Trocknung<br />

des Aufstellungsraumes der 3-D-Druckanlage<br />

bzw. des gesamten 3-D-Druck Prozesses.<br />

So kann sichergestellt werden, dass das Metallpulver<br />

auch beim Umfüllen, Abfüllen,<br />

Absaugen und sonstigen Handling-Arbeiten<br />

an der Maschine nicht mit zu hoher und<br />

nicht kontrollierterLuftfeuchtigkeit in Kontakt<br />

kommt und somit jederzeit wiederverwendet<br />

werden kann. Zudem kann der<br />

Hohe Pulverqualität ermöglicht reproduzierbare Bauteilqualität<br />

unter konstanten Produktionsbedingungen<br />

Druckjob auch nach Öffnung des Prozessraums<br />

in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit und<br />

die Pulverqualität fortgesetzt werden.<br />

Sorptionstechnik bietet entscheidende<br />

Vorteile<br />

Als besonders wirkungsvoll erweist sich<br />

hier die Verwendung von Rotationsentfeuchtern.<br />

Dabei wird der vorentfeuchtete<br />

Luftstrom durch ein rotierendes, mit Adsorptionsmittel<br />

beschichtetes Sorptionsrad<br />

geleitet und weiter auf einen einstellbaren<br />

tiefen Taupunkt herunter getrocknet. Auf<br />

der Gegenseite wird das Rad regeneriert<br />

(Desorption), um das kontinuierliche Aufbereiten<br />

der zu trocknenden Luft effektiv<br />

und konstant zu gewährleisten. Die Wassermoleküle<br />

in der angesaugten Luft werden<br />

gleichzeitig mittels Desorption kontinuierlich<br />

durch Wärme aus dem Adsorptionsmittel<br />

herausgetrieben und als Adsorbat in einem<br />

separaten Luftstrom aus der Anlage in<br />

die Außenatmosphäre geführt.<br />

Durch Erweiterung des Sorptionsmoduls<br />

ULT Dry-Tec beispielsweise mit Vor- und<br />

Nachkühlern ULT Cool-Tec V und ULT<br />

Cool-Tec N bzw. einem Nachheizer ULT<br />

Warm-Tec, können sogar Taupunkte von bis<br />

zu – 65 °C (Tp) und eine beliebige Temperatur<br />

erreicht werden. Die Vor- und Nachkühlermodule<br />

können optional mit unterschied<br />

lichen Filterelementen entsprechender<br />

Filterklassen ausgerüstet werden. Derart<br />

niedrige Taupunkte (< – 10 °C Tp) sind<br />

für die Lagerung des Metallpulvers allerdings<br />

kaum notwendig.<br />

Die Prozessluft-Trocknungsanlage ULT<br />

Dry-Tec ist eine anschlussfertige, kompakte<br />

und modulare Anlagenkonzeption mit einer<br />

sehr hohen Entfeuchtungsleistung bei gleichzeitig<br />

niedrigem Energiebedarf. Dazu gehören<br />

regelbare Ventilatoren für den Prozessluftstrom<br />

und den Regenerationsluftstrom<br />

sowie eine integrierte Wärmerückgewinnung.<br />

Durch das effektive Wärmerückgewinnungssystem<br />

können bis zu 35 % der notwendigen<br />

Leistung zur Erhitzung des Luftstromes<br />

im Desorptionskreislauf eingespart<br />

werden. Die Wärme wird dabei aus dem<br />

Abluftstrom und einem Teil der darin enthaltenen<br />

Kondensationswärme gewonnen.<br />

Diese ansonsten ungenutzte Energie erwärmt<br />

direkt den angesaugten Regenerationsluftstrom<br />

und trägt so zur Energieeinsparung<br />

bei der Regeneration des Sorptionsrades<br />

bei.<br />

Fotos: ULT, Solukon, Ampplus<br />

www.ult.de<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 13


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Nachhaltige Kartoffelverarbeitung<br />

Kesseltechnik reduziert CO 2<br />

-Emissionen um 15 Prozent<br />

Kundenspezifische Dampf-,<br />

Heißwasser- und Heizkesselanlagen<br />

stellen Prozesswärme effizient für<br />

alle Anwendungsgebiete zur<br />

Verfügung. Ein Hersteller von<br />

Kartoffelprodukten spart durch ein<br />

neues Dampfkesselsystem Kosten<br />

und erhört die Wirtschaftlichkeit<br />

seiner Anlage.<br />

Die Hans Henglein und Sohn GmbH aus<br />

dem fränkischen Wassermungenau hat<br />

ein neues Bosch-Dampfkesselsystem in Betrieb<br />

genommen, das eine nachhaltigere<br />

und umweltfreundlichere Verarbeitung von<br />

Kartoffeln und Teigwaren unterstützt. Dafür<br />

erhielt das Unternehmen KfW-Förderungen<br />

in Höhe von 30 % auf die Investition in die<br />

effizienzsteigernden und damit CO 2<br />

-reduzierenden<br />

Komponenten.<br />

Autorin: Annemarie Wittmann, Thermotechnology,<br />

Marketing, Bosch Industriekessel GmbH,<br />

Gunzenhausen<br />

„Mit unserer technischen Dokumentation,<br />

kundenindividuellen Auslegung und 3-D-<br />

Symbolen gelang es, Planungsaufwand und<br />

Schnittstellen zu reduzieren und die spezifizierte<br />

Effizienz zu erzielen“, sagt Dr. Alexander<br />

Vollet, der das Projekt bei Bosch als Vertriebsingenieur<br />

leitete. Letzteres war auch die Basis<br />

für die Zusage der Fördermittel. Besonders<br />

positive Effekte mit Einsparungen von Brennstoff<br />

und CO 2<br />

-Emissionen in Höhe von 15 %<br />

erzielen die eingesetzten Effizienzkomponenten<br />

wie zwei Abgaswärmetauscher.<br />

Lag der Wirkungsgrad der alten Kessel<br />

ohne Economiser bei rund 85 %, erreicht<br />

der neue Bosch-Dampfkessel nun über<br />

100 %. Das gesamte Design des eingesetzten<br />

Dampfkessels vom Typ UL-S ist auf<br />

hohe Energieeffizienz ausgelegt. Der große<br />

Feuerraum sowie die durchdachte Kesselund<br />

Brennerkombination ermöglichen zudem<br />

besonders niedrige NO x<br />

-Werte. Hier<br />

unterschreitet der Kessel die geltende und<br />

zukünftige Gesetzgebung deutlich und reduziert<br />

gegenüber seinen Vorgängern die<br />

NO x<br />

-Emissionen um etwa 35 %.<br />

Optimierung durch digitalen<br />

Assistenten<br />

Bei der Verbesserung der Energieeffizienz im<br />

Betrieb leisten Industrie-4.0-Anwendungen<br />

einen wichtigen Beitrag, so auch bei Henglein.<br />

Die Integration des digitalen Assistenten<br />

MEC Optimize von Bosch war Teil des<br />

Effizienzprojekts und erleichtert es künftig,<br />

Wartungen rechtzeitig zu planen, Fehler zu<br />

beheben oder die Betriebsweise hinsichtlich<br />

Effizienz zu optimieren. Intelligente<br />

Algorithmen sammeln und interpretieren<br />

die Betriebsdaten, werten die Lebensdauer<br />

von Komponenten anhand der Schaltspiele<br />

aus und analysieren Wasserwerte. Energieverluste<br />

und damit höhere Emissionen<br />

sowie kritische Zustände erkennt der digitale<br />

Assistent unmittelbar und spielt dem<br />

Bediener proaktive Handlungsempfehlungen<br />

zu.<br />

Mit Effizienz und Intelligenz optimiert das<br />

neue Kesselsystem die Prozesse und hilft dabei,<br />

den CO 2<br />

-Fußabdruck deutlich zu reduzieren.<br />

„Für uns spielt das Thema Umweltfreundlichkeit<br />

eine Schlüsselrolle, die wir mit energieeffizienten<br />

Anlagen und Transparenz aller<br />

Energieströme kontinuierlich verbessern“, so<br />

Geschäftsführer Norbert Henglein. In Sachen<br />

Prozesswärme steht Bosch Industriekessel<br />

Henglein zur Seite und machte die CO 2<br />

-<br />

Reduktion technisch möglich.<br />

Foto: Bosch Industriekessel<br />

www.bosch-industrial.com<br />

14 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Hohe Durchflussraten bei der<br />

Tiefenfiltration<br />

Die neuen Tiefenfilterkerzen eignen sich für Filtrationsprozesse,<br />

in denen eine hohe Durchflussleistung und Partikelaufnahmekapazität<br />

gefragt sind. Daher kommen Becoc Protect HF HighFlowund<br />

CL Coreless-Tiefenfilterkerzen vorwiegend in der Vor- und<br />

Feinfiltration von Wasser zum Einsatz.<br />

Die HighFlow-Tiefenfilterkerzen bieten absolute Abscheideraten<br />

von 1, 3, 5 oder 10 µm und eignen sich damit für die Feinfiltration.<br />

Sie bestehen aus plissiertem, mehrlagigem und thermisch<br />

gebundenem Polypropylen-Filtermaterial (PP), das durch seine<br />

maximierte Filterfläche von 4,9 m 2 pro 40"-Element hohe<br />

Durchflussraten bei außerordentlicher Effizienz ermöglicht.<br />

Die Tiefenfilterkerzen Coreless ermöglichen eine Vorfiltration mit<br />

absoluten Abscheideraten von 5, 10, 20 oder 40 µm. Diese Tiefenfilterkerzen<br />

sind gewickelt und für eine hohe Partikelaufnahmekapazität<br />

von grob nach fein abgestuft.<br />

Die Filterkerzen werden in 40" ohne<br />

Außenstützkörper und Endkappen mit<br />

großen Durchmessern gefertigt, wodurch<br />

sich hohe Durchflussraten bei niedrigem<br />

Differenzdruck erzielen lassen.<br />

Beco Integra Cart KHF-Kerzengehäuse<br />

stellen eine Ergänzung zur neuen<br />

HighFlow-Filterkerzenreihe dar. Sie<br />

werden aus Edelstahl AISI 316L gefertigt<br />

und sind Atex-zertifiziert.<br />

www.eaton.de/filtration<br />

Bis zu 600 °C heiße Abgase nutzen<br />

Alfa Laval hat einen kompakten Wärmetauscher für die Abwärmerückgewinnung<br />

in einer Vielzahl industrieller Anwendungen entwickelt.<br />

Das neue System Alfa Laval Micro kann die Energie aus Verbrennungsprozessen<br />

nahezu jeder Quelle mit warmen Abgasen<br />

wieder nutzbar machen. Eine typische Anwendung sind Kraftwerke<br />

mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen,<br />

die gleichzeitig Strom und<br />

Wärme produzieren. Der äußerst<br />

kompakte Wärmetauscher<br />

eignet sich speziell für die Abwärmerückgewinnung<br />

aus kleineren<br />

Gasturbinen und Motoren.<br />

Das System nutzt die Abwärme<br />

zur Erwärmung von Medien<br />

wie Wasser, Triethylenglykol (TEG) und Thermoöl (TFO). Das<br />

eröffnet Möglichkeiten für viele Industrieanwendungen von der<br />

Dampferzeugung über die Erhitzung thermischer Flüssigkeiten bis<br />

zur Erwärmung von Kesselspeisewasser.<br />

Alfa Laval Micro hat eine Heizfläche aus koaxialen Röhren gebündelt<br />

in einer vertikalen oder horizontalen zylindrischen Platte. Der<br />

robuste Wärmetauscher erreicht eine Leistung von 250 bis 5 000 kW<br />

und ist geeignet für bis zu 600 °C heiße Abgase. Der Ausstoß kann<br />

den Anforderungen entsprechend angepasst werden. Besonders<br />

vorteilhaft sind laut Hersteller die kleine Aufstellfläche und der geringe<br />

Wartungsaufwand. Die Reinigung kann bei laufender Maschine<br />

oder Turbine erfolgen durch Pyrolyseprozess im Trockenlauf<br />

oder durch Einsatz von Druckluft, Wasser und Dampf.<br />

www.alfalaval.de<br />

Digitale Plattformen in der Pharmaindustrie<br />

Gea hat sein Portfolio für Remote Services für die Pharmaindustrie<br />

überarbeitet und optimiert. Die Remote Services umfassen<br />

Prozesssimulationen, der Einsatz sogenannter digitaler Zwillinge,<br />

Augmented/Virtual Reality (VR) Systeme und Remote-Support-<br />

Lösungen. Auch wichtige Meilensteine wie zum Beispiel Werkabnahmeprüfungen<br />

(FATs) können jetzt online<br />

abgeschlossen werden. Der Vorteil von<br />

Remote-Tools und der Möglichkeit, Online-<br />

Support anzubieten, erstreckt sich auch auf<br />

das Arbeiten vor Ort beim Kunden,<br />

einschließlich Installation und IQ/OQ-Tests.<br />

Das Schulungsprogramm wurde ebenfalls<br />

teilweise digitalisiert. Eine Schulung mit<br />

Ausrüstung vor Ort ist nicht mehr unbedingt<br />

nötig. Es können nun Virtual-Reality-Tools eingesetzt werden, die<br />

den Bedienern zeigen, wie sie Maschinen montieren,<br />

demontieren, umrüsten und bedienen können. Digitale Zwillinge<br />

bieten eine realistische Erfahrung bezüglich Betrieb, Reinigung<br />

und Wartung der Anlagen. Darüber hinaus haben finite Elemente<br />

und Strömungssimulationen die Entwicklung<br />

hochgenauer virtueller Modelle der<br />

Forschungs- und Fertigungsanlagen von Gea<br />

erleichtert. Dies stellt eine schnelle und<br />

kostengünstige Alternative zu den traditionellen<br />

Forschungsprogrammen dar, die auf<br />

realen Prüfungen an den Anlagen basieren.<br />

www.gea.com


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Statische Mischer<br />

Statische Kenics-Mischer ermöglichen ein präzises Mischen und<br />

Dispergieren aller fließfähigen Produkte ohne die Verwendung<br />

beweglicher Teile. Dies wird durch das Umlenken der Fließmuster<br />

erzielt. Diese Mischer werden derzeit in zahlreichen Verarbeitungsanwendungen<br />

eingesetzt. Sie senken laut Hersteller die Prozesskosten<br />

und verbessern Effizienz,<br />

Geschwindigkeit und Steuerbarkeit<br />

des Mischvorganges.<br />

Die Mischer sind in einer Vielzahl<br />

von Märkten zu finden und<br />

eignen sich auch für kritische<br />

Prozesse wie zum Beispiel:<br />

besserer Wärmeaustausch im Produkt (Wendelmischer Typ KM),<br />

Mischen von hochviskosen Medien (Gittermischer Typ KMX-V),<br />

Einmischen von geringen Dosiermengen in große Hauptströme<br />

(Typen HEV, UTS), Flüssig-Flüssig-Dispersion (Typ KM),<br />

Gasförmig-Flüssig-Dispersion (Typen KMX-V, KM).<br />

www.axflow.de<br />

s 100 JAHRE s<br />

1 9 1 9<br />

-<br />

2 0 1 9<br />

Will & Hahnenstein GmbH<br />

Spezialisten in Sachen Beheizung !<br />

WÄRMEKAMMER<br />

Material<br />

Edelstahl, Stahl, lackiert oder<br />

verzinkt, Aluminium<br />

EX-Schutz<br />

Zubehör<br />

WHG-Auffangwannen,<br />

Rollenbahnen, Wetterschutz,<br />

Beschickungsgeräte<br />

Standardisierte Coater-Baureihe<br />

Mit der LC light series präsentiert Lödige Process Technology eine<br />

komplett neue Baureihe. Diese zeichnet sich durch ihre standardisierte<br />

Bauweise aus. Den geringeren Aufwand für Konstruktion,<br />

Engineering und Programmierung – gegenüber einer Customized-<br />

Lösung – gibt Lödige in Form eines um rund<br />

40 % reduzierten Preises an seine Kunden<br />

weiter. Als weiterer Vorteil sind die Lieferzeiten<br />

für die Baureihe LC light series im<br />

Vergleich zu einer individuell konstruierten<br />

Sondermaschine spürbar kürzer.<br />

Die Maschinen sind in drei Größen<br />

verfügbar und auf einen klar definierten<br />

Funktionsumfang ausgelegt: Sie sind für alle<br />

Standard-Filmcoatingprozesse einsetzbar, d. h. sowohl für<br />

wässrige als auch für organische. Die rundum isolierten Coater<br />

erlauben dabei eine vollautomatische Produktion inklusive<br />

Rezepturverwaltung. Die Flüssigkeitszugabe erfolgt mit einem<br />

Manifold-System.<br />

www.loedige.de<br />

Kältemaschinen mit Low-GWP<br />

Kältemittel R454B<br />

FASSHEIZER<br />

Für stehende und<br />

liegende Fässer<br />

L Bahnhofsweg 22, D-57562 Herdorf<br />

0 Tel. +49 (0) 2744 9317-0 - Fax +49 (0) 2744 9317-17<br />

1 E-Mail: info@will-hahnenstein.de<br />

E www.will-hahnenstein.de<br />

s 100 JAHRE s<br />

1 9 1 9<br />

-<br />

2 0 1 9<br />

Als luftgekühlte Kaltwassersätze mit hermetischen Scroll-Verdichtern<br />

decken die Taurus G Modelle Kälteleistungen von 73–145 kW<br />

ab. Sie verbinden saisonale Effizienz mit verringerter Umweltbelastung<br />

durch den Einsatz des Kältemittels R454B. Niedriges Global<br />

Warming Potential (GWP=466), leise SSN Versionen, hohe Zuverlässigkeit<br />

und geringe Betriebskosten sprechen laut Hersteller für die<br />

Kältemaschinen Taurus G als Kaltwassererzeuger in Klimasystemen<br />

und zur Kühlung in der Produktion. Im<br />

Standard liefert MTA die Kältemaschinen<br />

dieser Baureihe mit Plattenverdampfer,<br />

Kurbelwannenheizung, elektronischen<br />

Expansionsventilen, Phasenüberwachung<br />

und Mikroprozessor-Regler.<br />

www.mta.de<br />

16 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN<br />

Variable Schneidmühlen<br />

Beide Modelle der Universal-Schneidmühlen Pulverisette 19<br />

eignen sich zur Zerkleinerung verschiedener Materialien durch<br />

variable Einstellung der Rotor-Drehzahl, unterschiedliche Rotoren<br />

mit verschiedenen Messer-Geometrien und austauschbare<br />

Schneiden. Neu sind verschleißfreie Edelstahl-Labyrinthdichtungen<br />

auf beiden Seiten des Rotors sowohl auf der Welle als auch<br />

im Deckel. Sie bieten laut Hersteller einen effektiven Kontaminationsschutz<br />

und keinen zusätzlichen Wärmeeintrag für die Proben.<br />

Sie sind zur schnellen, rückstandfreien<br />

Reinigung entnehmbar.<br />

Bei einer Durchsatzmenge von bis zu<br />

60 l/h zerkleinert die schnell laufende<br />

Universal-Schneidmühle mit einem<br />

Drehmoment bis zu 30 Nm trockenes<br />

weiches bis mittelhartes Mahlgut<br />

sowie faserige Materialien und<br />

Kunststoffe mit sicher reproduzierbaren<br />

Ergebnissen. Durch die<br />

variable Einstellung der Drehzahl in<br />

Hunderterschritten zwischen 300 und 3000 U/min kann der<br />

Zerkleinerungsvorgang in einem sehr breiten Anwendungsspektrum<br />

auf jede einzelne Probe abgestimmt werden.<br />

Die langsam laufende Schneidmühle mit variabler Drehzahl-<br />

Einstellung zwischen 50 und 700 U/min in Zehnerschritten und<br />

einem Drehmoment von bis zu 67 Nm bietet durch die Kombination<br />

aus niedriger Schnittgeschwindigkeit und extremen Schneidkräften<br />

eine kraftvolle Zerkleinerung harter, zäh-elastischer<br />

Proben oder kleiner Probenmengen.<br />

www.fritsch.de<br />

Wasserstoff aus dem Erdgasnetz<br />

abtrennen<br />

Die vorhandene Infrastruktur von<br />

Erdgas-Pipelines stärker für den<br />

Transport von Wasserstoff,<br />

insbesondere grünem Wasserstoff,<br />

zu nutzen, wird derzeit viel<br />

diskutiert. Dafür muss der Wasserstoff<br />

allerdings effizient vom<br />

Erdgasstrom wieder abgetrennt<br />

werden. Um das zu leisten, kann Linde gemeinsam mit Evonik<br />

Industries bereits heute eine voll integrierte Gesamtlösung aus<br />

verschiedenen Technologien anbieten. Die Druckwechseladsorptionsanlagen,<br />

die Linde bereits seit mehreren Jahrzehnten im<br />

Portfolio hat, können im kombinierten Prozess mit den Hochleistungs-Membranen<br />

„Hiselect powered by Evonik“ Wasserstoff<br />

separieren und bis zu einer Reinheit von 99,9999 % herstellen.<br />

Eine Demonstrationsanlage am deutschen Standort von Linde in<br />

Dormagen dient als Showcase für die Wirtschaftlichkeit und<br />

Effizienz der Technologie. Aus der Zusammenarbeit von Linde<br />

und Evonik im Bereich der membranbasierten Gasseparation ging<br />

zuerst eine Referenzanlage zur Heliumaufbereitung in Mankota<br />

(Kanada) hervor, die 2016 in Betrieb gegangen ist. Hier werden<br />

ebenfalls beide Trennverfahren kombiniert, also die Membranund<br />

die Druckwechseladsorptions-Technologie. Die weltweit<br />

erste Heliumaufbereitungsanlage dieser Art verarbeitet mehr als<br />

250 000 Normkubikmeter Rohgas pro Tag und produziert Helium<br />

in Industriequalität (99,999 %).<br />

www.linde-engineering<br />

Ab sofort<br />

erhältlich!<br />

Das Handbuch zur Schwingungs-<br />

Zustandsüberwachung<br />

von Maschinen und Anlagen<br />

Condition<br />

Monitoring Praxis<br />

Das ultimative Know-How für die Instandhaltung.<br />

Aus der Praxis – für die Praxis!<br />

Bestellen Sie Condition Monitoring Praxis in unserem Shop<br />

für nur 46 Euro unter: shop.engineering-news.net


KOMPONENTEN UND SYSTEME I TITEL<br />

Norm-konform<br />

Dichtungen für Hygienic-Design-Anwendungen<br />

Wer Dichtungen in Hygienic-Design-<br />

Anwendungen einsetzen will, sollte<br />

im Kontext des Verbraucherschutzes<br />

darauf achten, dass die Vorgaben<br />

der EU-Verordnung 1935/2004 und<br />

der Hygienic Design DIN 11864/​<br />

DIN 11853 eingehalten werden.<br />

Ein Spagat, der nicht mit allen<br />

Dichtungslösungen gelingt.<br />

Für die Anwender in der Lebensmittelund<br />

Pharmaindustrie sind Zulassungen<br />

nach FDA, 3-A Sanitary Standard oder USP<br />

als internationale Standards fest etabliert.<br />

Empfehlungen nach der Elastomerleitlinie<br />

(ehemals KTW), DVGW oder BfR gelten als<br />

„alte Bekannte“. Schwieriger wird es allerdings,<br />

wenn die EU-Verordnung 1935/2004<br />

(Rahmenverordnung) verlangt wird. Hier<br />

gibt es einige Irritationen in der Anwendbarkeit<br />

auf Elastomerdichtungen, oder aber<br />

die konkreten Inhalte dieser Verordnung<br />

sind vielen Anwender nicht ausreichend bekannt.<br />

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger, Leiter<br />

Anwendungstechnik, C. Otto Gehrckens GmbH<br />

& Co. KG, Pinneberg<br />

Welche Auswirkungen hat die EU-Verordnung<br />

1935/2004 auf die Elastomerdichtungen<br />

bzw. für den Anwender? Diese Verordnung<br />

legt einen allgemeinen Rahmen für<br />

Materialien und Gegenstände fest, die dazu<br />

bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung<br />

zu kommen. Sämtliche Materialien<br />

und Gegenstände, die für die Verpackung<br />

von Lebensmitteln verwendet werden, müssen<br />

den Anforderungen dieser Verordnung<br />

entsprechen. Neben dieser Verordnung sind<br />

auch die Normen nach Hygienic Design für<br />

den Anwender relevant (Normen DIN 11864<br />

und 11853). Hierbei handelt es sich um Normen<br />

für Armaturen aus nichtrostendem<br />

Stahl für Lebensmittel und Chemie. Sie gelten<br />

für die in der Lebensmittel- als auch<br />

Pharmaindustrie eingesetzten Aseptik-<br />

Rohrverschraubungen. Diese Normen und<br />

Verordnungen dienen letztendlich nur einem<br />

Ziel, den Verbraucher zu schützen.<br />

Anforderungen an Elastomere<br />

In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />

sind die Anforderungen an die hier eingesetzten<br />

Maschinenkomponenten generell<br />

sehr hoch. Für Elastomerdichtungen, wie<br />

beispielsweise den häufig verbauten O-Ringen,<br />

ist der Einsatz geradezu herausfordernd.<br />

Die Basis einer guten Dichtung stellt<br />

die generelle Medienbeständigkeit dar, wie<br />

z. B. der Einsatz in fetthaltigen Medien oder<br />

auch in den für elastomere Dichtungswerk-<br />

stoffe kritischen Aromastoffen und ätherischen<br />

Ölen. Darüber hinaus müssen die<br />

Dichtungen auch im heutzutage angewandten<br />

CIP- oder SIP-Verfahren einsetzbar<br />

sein. Die Wechselwirkungen zwischen<br />

den abzudichtenden Medien und den teilweise<br />

sehr aggressiven Desinfektions-/Reinigungsmitteln<br />

oder dem im Sterilisationsprozess<br />

eingesetzten Heißwasserdampf mit<br />

einer Einsatztemperatur von bis zu 149 °C<br />

stellen eine enorme Materialbelastung dar.<br />

Deshalb versagen hier auf Dauer viele Elastomerdichtungen.<br />

Die Anforderungen in der Pharmaindustrie<br />

und Biotechnologie sind noch höher anzusetzen,<br />

denn vollentsalztes Wasser (VE-<br />

Wasser), Highly Purified Water oder gar<br />

WFI (Water-for-Injection) werden zunehmend<br />

zur Standardanforderung. Der Kontakt<br />

mit Reinstwasser stellt für Elastomerdichtungen<br />

– insbesondere mit der reinsten<br />

Form, dem WFI – eine Extremsituation dar.<br />

WFI beansprucht und beschädigt Materialien,<br />

indem es versucht, von den Kontaktwerkstoffen<br />

die Mineralien zu entziehen<br />

und diese dadurch stark schädigt. Nur wenige<br />

Dichtungswerkstoffe sind im langfristigen<br />

Einsatz mit diesen Medien beständig<br />

und verfügen gleichzeitig über die in diesen<br />

Anlagen notwendigen Freigaben nach FDA<br />

und USP Class VI. Deshalb verlangen die<br />

Anwender oder Konstrukteure zunehmend<br />

Nachweise über die Eignung in den eingesetzten<br />

Anwendungen sowie Bescheinigun-<br />

18 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


TITEL I KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

gen oder konkrete Aussagen über bestimmte<br />

Beständigkeiten der von ihnen eingesetzten<br />

Dichtungswerkstoffe.<br />

EU-Verordnung 1935/2004<br />

Verlangt wird darüber hinaus auch die Eignung<br />

nach der EU-Verordnung 1935/2004.<br />

Es handelt sich hierbei um eine Rahmenverordnung,<br />

in der verschiedene Einzelmaßnahmen<br />

erlassen worden sind, so u. a.<br />

die Einzelmaßnahmen EU-Verordnung<br />

2023/2006 und EU-Verordnung 10/2011.<br />

Die erste Maßnahme verlangt „Gute Herstellregeln“.<br />

Diese sind mit Qualitätsmanagement<br />

nach DIN EN ISO 9001 abgedeckt,<br />

was die meisten deutschen Hersteller<br />

erfüllen. Die zweite Maßnahme EU-Verordnung<br />

10/2011 definiert Anforderungen für<br />

Kunststoffe im Einsatz der Lebensmittel-/<br />

Pharmabranche, nicht aber für Elastomere.<br />

Wenn keine Einzelmaßnahme erlassen<br />

worden ist, schreibt die Verordnung vor,<br />

dass in diesem Fall nationales Recht gilt.<br />

Für Deutschland gilt dann die BfR-Empfehlung.<br />

Bei dieser handelt es sich aber lediglich<br />

um eine Empfehlung und nicht um einen<br />

Rechtsstatus. Zudem sind in der BfR-<br />

Empfehlung nicht alle gängigen Werkstoffe<br />

gelistet, die in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />

Verwendung finden. In der<br />

BfR-Empfehlung XV sind Silikone und in<br />

der BfR-Empfehlung XXI bestimmte Naturund<br />

Synthesekautschuke gelistet. Der FKM<br />

(Fluorkautschuk) fehlt jedoch. In diesem<br />

Fall empfiehlt sich die Zulassung nach FDA.<br />

Hygienic Design DIN-Normen<br />

Mit der Konstruktionsbauweise des Hygienic<br />

Designs, einer reinigungsgerechten<br />

Gestaltung von Bauteilen, soll die Kontamination<br />

durch totraumfreie Einbauräume<br />

vermieden werden. Hygienic<br />

Design ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung<br />

der Lebensmittelqualität, der zunehmend<br />

an Bedeutung gewinnt. Die<br />

Norm DIN 11864 mit dem Titel „Armaturen<br />

aus nichtrostendem Stahl für Lebensmittel<br />

und Chemie“ ist in drei Teile untergliedert:<br />

Aseptik-Rohrverschraubung,<br />

Aseptik-Flanschverbindung und Aseptik-<br />

Klemmverbindung. Die Norm erhält den<br />

Zusatz „Aseptik“ als Hinweis darauf, dass<br />

die hier eingesetzten Werkstoffe nicht nur<br />

für den Lebensmittelbereich einsetzbar<br />

sind, sondern auch für die Pharmazie. Allerdings<br />

sind mit dem Begriff „Werkstoff“<br />

in dieser Norm ausschließlich nur die<br />

Edelstähle gemeint und keine Elastomere.<br />

Der Hochleistungs-FKM-Werkstoff Vi 780 kann in Steril-/Aseptikverschraubungen (links)<br />

oder in Einspritzdüsen (rechts) in der pharmazeutischen Produktion eingebaut werden<br />

Darüber hinaus findet die Norm DIN 11853<br />

für „Hygienische Verbindungen“ ebenfalls<br />

unter dem Thema Hygienic Design Bedeutung.<br />

Empfohlene Dichtungen, die im modernen<br />

Hygienic Design zum Einsatz kommen,<br />

sind überwiegend O-Ringe. Wichtig<br />

für den Konstrukteur von Hygienic-Design-<br />

Komponenten ist die Berücksichtigung der<br />

passenden Einbauräume von O-Ringen.<br />

Die O-Ringe müssen zwingend auf diese<br />

abgestimmt sein. Für eine korrekte Auslegung<br />

der Einbauräume muss auch das jeweilige<br />

Werkstoffverhalten – insbesondere<br />

die Volumenquellung – bekannt sein.<br />

Vielseitig einsetzbare Lösungen<br />

Der Hersteller C. Otto Gehrckens (COG) hat<br />

für diese besonderen Anforderungen im Lebensmittel-<br />

und Pharmabereich die Produktlinie<br />

Hygienic Seal etabliert. In dieser<br />

sind ausschließlich spezielle Hochleistungswerkstoffe<br />

zu finden, die den technischen<br />

und rechtlichen Anforderungen entsprechen.<br />

Hierfür wurden über zehn Spezial-Compounds<br />

aus den ASTM-Werkstoffklassen<br />

EPDM, FKM, FEPM und FFKM<br />

entwickelt. Alle verfügen über die Freigaben<br />

nach FDA und USP Class VI. Darüber<br />

hinaus erfüllen die EPDM-Werkstoffe auch<br />

die Kriterien nach 3-A Sanitary Standard<br />

Class II und der FKM namens „Vi 780“ sogar<br />

nach Class I. Die Werkstoffe sind WFI-Wasser<br />

geeignet und absolut verlässlich im Einsatz<br />

mit SIP- und CIP-Prozessen. Mit dieser<br />

Werkstoffkombination können die meisten<br />

Anwendungen in diesen Branchen abgedeckt<br />

werden.<br />

Der EPDM-Compound „AP 302“ ist speziell<br />

für den Einsatz mit flüssigen oder<br />

schwach fetthaltigen Medien konzipiert<br />

worden. Der Einsatztemperaturbereich<br />

reicht von – 40 bis + 150 °C. Sollte der Fettanteil<br />

der eingesetzten Medien über 30 %<br />

liegen, so empfiehlt sich der Einsatz des<br />

FKM-Dichtungswerkstoffs Vi 780. Dieser<br />

weist neben einer sehr guten Beständigkeit<br />

gegenüber Aromastoffen und ätherischen<br />

Ölen, auch eine hervorragende<br />

Heißwasserdampf- und Heißwasserbeständigkeit<br />

auf. Die Volumenquellung ist<br />

dabei so gering, dass dieser Compound<br />

hervorragend in die engen Einbauräume<br />

der Sterilverschraubungen eingebaut<br />

werden kann, die dem Hygienic Design<br />

entsprechen. Damit setzt dieser FKM<br />

Maßstäbe.<br />

In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />

muss der Einsatz von modernen Elastomer-Dichtungswerkstoffen<br />

professionell<br />

begleitet werden. Herstellerkompetenz,<br />

Spezialwerkstoffe mit entsprechenden Zulassungen<br />

und vor allem eine erfahrene Anwendungsberatung<br />

sind essenziell wichtig.<br />

Nur so bieten sich dem Anwender optimale<br />

Voraussetzungen für ein sicheres und zufriedenstellendes<br />

Dichtergebnis entsprechend<br />

den rechtlichen Rahmenbedingungen.<br />

Als neues Gütezeichen bietet die Produktlinie<br />

Hygienic Seal den Anwendern<br />

und Konstrukteuren jetzt größtmögliche<br />

Sicherheit.<br />

Fotos: COG, jmsilva/www.istockphoto.com<br />

www.cog.de<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 19


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Hochtemperatur-Kugelhahn<br />

Die neuen Kugelhähne der Serie HSO decken laut Hersteller eine<br />

Vielzahl von Applikationen der chemischen Industrie ab. In der<br />

Standardversion sind die medienberührten Kugelsitze aus RTFE<br />

oder Edelstahl ausgeführt. Sie zeichnen sich durch eine hohe<br />

Materialbeständigkeit bei wechselnden Medien aus und bieten<br />

daher ein breites Einsatzspektrum und hohe Sicherheit, bei der<br />

Arbeit mit gefährlichen Medien.<br />

In der metallischen Ausführung aus<br />

Edelstahl sind die Kugelhähne für<br />

den Einsatz in Anwendungen sowohl<br />

mit niedrigen Temperaturen bis<br />

–46 °C als auch mit hohen Temperaturen<br />

bis 454 °C geeignet. Das<br />

besondere Merkmal ist die Montageschnittstelle<br />

nach ISO 5211. Diese<br />

erlaubt einen modularen Aufbau von<br />

optionalen Handhebeln, Spindelverlängerungen<br />

und Steuerköpfen. Mit der genormten Schnittstelle<br />

besteht zudem die Möglichkeit, die Kugelhähne auch mit<br />

Komponenten anderer Hersteller zu kombinieren.<br />

Passend zur Hochtemperatureignung kann eine Spindelverlängerung<br />

von 100 mm mit angeboten werden, sodass der Kugelhahn<br />

auch in isolierten Rohrsystemen eingesetzt und bedient werden<br />

kann. Für den Einsatz in kritischen Anwendungen oder in Verbindung<br />

mit toxischen oder gefährlichen Medien bietet Hy-Lok D<br />

federkraftschließende Totmannhebel und pneumatische<br />

Schwenk antriebe für automatisierte Prozesse an.<br />

www.hy-lok.de<br />

Hygienische Prozessanschlüsse in der<br />

Pharmabranche<br />

Labom hat sich auf hygienische Prozessanschlüsse spezialisiert,<br />

die die strengen Regeln und Vorgaben der Branche erfüllen. Dazu<br />

gehört unter anderem eine gute Reinigbarkeit der Anlagen: Das<br />

Design des Prozessanschlusses muss frei von Toträumen wie<br />

beispielsweise Ecken, Kanten und Spalten sein, damit keine<br />

Produktreste<br />

zurückbleiben<br />

können. Auch die<br />

Oberfläche muss<br />

makellos sein; durch<br />

Elektropolieren<br />

werden bei Labom<br />

selbst kleinste<br />

Spitzen und Täler<br />

entfernt, sodass eine besonders glatte Oberfläche entsteht. Risse,<br />

Kerben oder Unregelmäßigkeiten dürfen bei hygienischen<br />

Anschlüssen ebenfalls nicht vorkommen. Schweißnähte können<br />

gelasert werden und sind damit besonders gleichmäßig und<br />

ebener als bei anderen Verfahren. Die Wahl der genauen<br />

Legierung hängt unter anderem auch vom jeweiligen Prozess<br />

und den Reinigungsschritten ab, sodass für jede Anlage das<br />

passende Material ausgewählt wird. Gängige Anschlusstypen von<br />

Labom für die Pharmabranche sind z. B. die Prozessanschlüsse<br />

Typ DL3 mit Clamp-Anschluss und Typ DL8080, ein Varivent-<br />

Anschluss für den Einbau in ein Varinline-Gehäuse.<br />

www.labom.com<br />

Werbeanzeige.pdf 1 12.01.<strong>2021</strong> 12:59:28<br />

Leckagearme<br />

Schnellverschlusskupplungen<br />

www.pneumax.de<br />

Schwer Fittings hat sein Programm an Schnellverschlusskupplungen<br />

weiterentwickelt. Ein spezielles Augenmerk lag dabei auf<br />

der Entwicklung von Kupplungssystemen für die Übertragung<br />

von Lacken und Lösungsmitteln. Auch im Bereich der Niederdruckkupplungen<br />

(bis 35 bar), die bisher ausschließlich in den<br />

Nenngrößen DN5, DN7,4 und DN10 verfügbar waren, konnte das<br />

Produktportfolio<br />

deutlich erweitert<br />

werden. Neben<br />

der Aufnahme<br />

einer weiteren<br />

Nennweite in das<br />

Lieferprogramm<br />

(DN19), wurde die<br />

Auswahl der Anschlussgrößen der zum Euro-Profil kompatiblen<br />

Schnellverschlusskupplungen vergrößert, sodass nun der<br />

komplette Gewindebereich von G⅛" bis G1" (Innen- und<br />

Außengewinde) abgedeckt werden kann. Für die bessere<br />

Unterscheidbarkeit mehrerer nebeneinander verbauter Niederdruckkupplungen<br />

wurde die Option einer farblichen Markierung<br />

in das Lieferprogramm aufgenommen.<br />

Die jedoch wichtigste Neuerung stellt die Erweiterung des Lieferprogramms<br />

um eine flachdichtende und somit leckagearme<br />

Variante auf Grundlage der bisherigen Ausführung dar. Während<br />

die Standard-Ausführung aus konstruktiven Gründen bei jedem<br />

Entkupplungsvorgang eine zwar geringe, aber dennoch messbare<br />

Menge an Medium verliert, zeichnet sich die neue Variante durch<br />

einen beinahe leckagefreien Entkupplungsvorgang aus.<br />

www.schwer.com<br />

Druckluftaufbereitung, Ventiltechnik, Proportionaldruckregler,<br />

Pneumatikzylinder, pneumatische Verbindungstechnik, E-Achsen, E-Zylinder


KOMPONENTEN UND SYSTEME<br />

Rückschlagventile für Hoch- und<br />

Tieftemperaturen<br />

Motoren halten über 1 100 Reinigungszyklen<br />

stand<br />

Der Ventilspezialist Gemü<br />

erweitert sein Produktsortiment<br />

um das Tellerrückschlagventil<br />

R90 und das Doppelflügelrückschlagventil<br />

R91. Die<br />

Rückschlagventile halten<br />

Medientemperaturen in einem<br />

Bereich von –200 bis 400 °C<br />

stand und sind somit für einen Einsatz bei sehr hohen oder sehr<br />

niedrigen Temperaturen geeignet. Beide Rückschlagventile können<br />

für Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe verwendet werden. Neben der<br />

Hauptfunktion als Rückflusssperre kann das Ventil R90 als Schwerkraftumlaufsperre<br />

in Kühl- und Heizkreisläufen verwendet werden.<br />

Für Pumpensysteme kann es als Kurzschlusssperre genutzt werden<br />

oder zum Schutz von Behältern und Rohrleitungen als Vakuumbrecher.<br />

Eine spezielle Tellerführung vermeidet das Verkanten des<br />

Ventiltellers. Es ist in den Nennweiten DN15–300 als Zwischenflanschlösung<br />

nach den Normen ANSI, ASME und EN erhältlich.<br />

Zudem stehen Atex-, FDA- oder KTW-konforme Ausführungen zur<br />

Verfügung. Das Doppelflügelrückschlagventil R91 verfügt über<br />

zwei halbkreisförmige Flügel und zeichnet sich durch einen<br />

geringen Strömungswiderstand aus.<br />

www.gemu-group.com<br />

Um die Produktsicherheit in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

zu gewährleisten, sind strenge Hygienestandards<br />

erforderlich. Die Motoren müssen häufig gereinigt werden, damit<br />

es nicht zu Kontaminationen kommt. Elektromotoren, die in<br />

diesem Bereich eingesetzt werden, können bei aggressiven<br />

Reinigungsprozessen jedoch Schäden erleiden. Speziell für solche<br />

Anwendungen entwickelte Motoren erhöhen die Lebensmittelsicherheit<br />

und Zuverlässigkeit und verringern gleichzeitig das<br />

Risiko ungeplanter<br />

Ausfallzeiten.<br />

Die Food-Safe-Motoren von<br />

ABB werden rauen<br />

Washdown-Umgebungen<br />

gerecht. Das Gehäuse aus<br />

Edelstahl verhindert<br />

Korrosion. Darüber hinaus<br />

wird die Schutzart IP69<br />

erreicht, die dafür sorgt, dass<br />

bei einer Hochdruckreinigung mit hohen Temperaturen kein<br />

Schaden entsteht. Zudem sind die Motoren leicht zu reinigen und<br />

verfügen über eine glatte Oberfläche ohne Rillen, in denen sich<br />

Verunreinigungen festsetzen könnten.<br />

www.abb.de<br />

Instrumentierungsventil mit redundanter Dichtung<br />

Für vielfältige Einsätze in der Prozessindustrie ist das neue Rückschlagventil Typ CV von Wika<br />

ausgelegt. Sein Verschlusssystem mit selbstzentrierendem Kolben verhindert sicher den Rückfluss<br />

von flüssigen und gasförmigen Medien. Die Zuverlässigkeit des neuen Instrumentierungsventils<br />

beruht laut Hersteller in erster Linie auf der redundanten Dichtung aus O-Ring und Metallkonus.<br />

Seine Dichtheit ist nach BS6755/ISO 5208 Leckrate A geprüft. Die einteilige und robuste Konstruktion<br />

des Typs CV ermöglicht eine hohe Wiederholbarkeit und eine lange Lebensdauer, auch im Fall<br />

von Heavy-Duty-Anwendungen. Die druckführenden Teile entsprechen dem Sicherheitsfaktor 4:1.<br />

www.wika.de<br />

MEIN ANTRIEB IST VON NORD!<br />

DAS NEUE MAXXDRIVE ® XT<br />

Thermisch hochbelastbar ohne externe Kühlung<br />

Zuverlässiger Betrieb bei hoher Lebensdauer<br />

und geringer Wartung<br />

Maßgeschneidertes Antriebssystem dank des<br />

NORD Baukastens<br />

GETRIEBE + MOTOR + UMRICHTER = DER ANTRIEB.<br />

Getriebebau NORD GmbH & Co. KG | Fon +49 4532 289-0 | info@nord.com | www.nord.com


Dosier-Management mit App<br />

NEWSLETTER<br />

Der E-Mail-Service<br />

für Verfahrens ingenieure<br />

in der Prozessindustrie.<br />

Aktuelle und<br />

branchenüber greifende<br />

technische Informationen<br />

über Anlagen,<br />

Komponenten und<br />

Systeme.<br />

Dosieren ist in der Produktion und den Hilfskreisläufen<br />

der Prozessindustrie eine Kernaufgabe.<br />

Grundfos offeriert dazu nicht nur bewährte Technik<br />

(Dosierpumpen der Baureihe Smart Digital DDA mit<br />

Schrittmotorantrieb), sondern darüber hinaus mit<br />

der App Chempairing Suite auch ein umfassendes<br />

Remote-Access-Tool. Optional lässt sich an der<br />

Dosierpumpe einstellen, ob nur Daten aus der<br />

Pumpe gelesen oder auch die Pumpe über die Cloud fernbedient werden soll.<br />

Technische Basis dafür ist die in der Dosierpumpe integrierte Dosierüberwachung<br />

FlowControl, die klassische Dosierfehler identifiziert (defekte Ventile, Luftblasen,<br />

Kavitation, Überdruck) und zudem den realen Dosiervolumenstrom erfasst und<br />

überwacht. Mit diesen Daten ermittelt die App den externen Prozessvolumenstrom<br />

und präsentiert den Durchfluss oder die Massenkonzentration.<br />

www.grundfos.de<br />

Tauchmotorpumpen individuell konfigurierbar<br />

Über eine rundum angeordnete Schlitzgeometrie im Gehäusesockel zieht die mehrstufige<br />

elektronische 7“-Tauchpumpe sauberes Wasser aus Brunnen oder Tanks. Vertikal<br />

oder horizontal eingebaut, auch nur teilweise eingetaucht, kann sie zur Druckerhöhung,<br />

Regenwassernutzung und Bewässerung eingesetzt werden.<br />

Hierbei steht die Dtron3 mit ihren Leistungsparametern in den Maximalbereichen von<br />

Durchflussmenge 7,2 m³/h, Förderhöhe 45 m, Eintauchtiefe 15 m an der Spitze der<br />

neuen Pumpenserie. Alle Komponenten sind im Pumpenkörper<br />

modular verbaut und vereinfachen Wartung und<br />

mögliche Reparaturen. Das im mittleren Bereich angeordnete<br />

Entlüftungsventil ermöglicht bereits bei der Erstinstallation<br />

die sofortige Ansaugung und gewährleistet ebenfalls<br />

kontinuierlichen Betrieb in Folge.<br />

Die Pumpenvarianten erfüllen individuelle Bedürfnisse, ob<br />

mit 35/90, 35 m Förderhöhe mit 90 l/min, 45/90 gleiches,<br />

jedoch mit 45 m Förderhöhe oder die Erweiterung des<br />

Volumenstroms an Wasser mit 120 l/min mit Modell<br />

35/120. Standardmäßig beinhaltet der Lieferumfang der Dtron3 auch ein Bedienpanel,<br />

die ComBox. Hiermit lassen sich ohne Eingriff in die Pumpe über PLC von außen auf<br />

einfache und intuitive Weise der Einschaltdruck anpassen sowie ausgelöste Alarme<br />

überprüfen.<br />

www.dabpumps.de<br />

Robuste Kreiselpumpen<br />

Jetzt<br />

kostenlos<br />

anmelden!<br />

IMMER<br />

AKTUELL<br />

INFORMIERT<br />

http://bit.ly/VFV_Newsletter<br />

Tapflo stellt die CTX vor, eine neue Serie von Hochleistungskreiselpumpen,<br />

die sich laut Hersteller durch ihre<br />

robuste Bauweise sowie durch ihre Betriebssicherheit<br />

und Anwendungsflexibilität auszeichnet. Ein zentrales<br />

Merkmal ist das facettenreiche, offene Laufrad, das für<br />

jedes Medium und jede Anwendung optimiert werden<br />

kann und gleichzeitig die Fähigkeit behält, viskose<br />

Produkte und insbesondere solche mit einem erhöhten<br />

Feststoffgehalt zu fördern. Ein weiteres Hauptmerkmal ist die Option einer doppelten<br />

Gleitringdichtung, die keinen Kontakt mit der gepumpten Flüssigkeit hat und durch<br />

eine Sperrflüssigkeit geschmiert wird. Dank der Sperrflüssigkeit besteht keine Gefahr<br />

von Trockenlauf oder Leckage des gepumpten Mediums in die Atmosphäre. Die<br />

Pumpen sind in Hygieneausführung (CTX H) und in Industrieausführung (CTX I)<br />

erhältlich. Die Pumpen sind für hocheffiziente Leistung über einen weiten Bereich von<br />

Betriebsbedingungen für verschiedene Branchen optimiert. Die Tapflo CTX eignet sich<br />

z. B. für die typischen Anwendungen Molkereien (Förderung von Milch und Joghurt).<br />

www.tapflo.at


PUMPEN I TOP-THEMA<br />

Variable Schlauchpumpen<br />

Bei den neuen Schlauchpumpen RealAx IP und RealAx ISI wird<br />

die Schlauchkompression durch Rollen erzielt, die bei Niederdruckanwendungen<br />

besonders wenig Reibung erzeugen.<br />

Dadurch beanspruchen sie weniger Motorleistung und ermöglichen<br />

hohe Standzeiten. Weiterhin im Programm sind Schlauchpumpen<br />

mit Gleitschuh-Kompression, die insbesondere bei<br />

Hochdruckanwendungen für eine<br />

gleichmäßige Lastverteilung sorgen<br />

und dadurch bei Druckstufen bis 15 bar<br />

schlauchschonender arbeiten. Für<br />

diese Heavy-duty-Anwendungen bietet<br />

Axflow die leistungsstarken Schlauchpumpen<br />

RealAx RP an.<br />

Außerdem stellt Axflow weiterhin die<br />

Versorgung mit widerstandsfähigen<br />

Pumpenschläuchen sicher. Diese<br />

Schläuche sind mehrfach gewebeverstärkt und in unterschiedlichen<br />

Materialien für verschiedene chemische Eigenschaften und mit<br />

Lebensmittel-Zertifikaten ab Lager erhältlich. Sie sind mit so engen<br />

Toleranzen gefertigt, dass sie ohne Nachbearbeiten der Oberflächen<br />

eingesetzt werden. Darüber hinaus erweitert Axflow das Produktangebot<br />

um Dosierpumpen mit Schlauch- und Membrantechnologie.<br />

Für ein breites Spektrum der chemischen<br />

Dosierung bietet Axflow die Produkte<br />

des bekannten Herstellers Blue-White.<br />

Die hochpräzisen Pumpen sind mit<br />

vielfältigen Programmieroptionen, einer<br />

übersichtlichen Menüführung und<br />

verschiedenen Sicherheitsfunktionen<br />

ausgestattet.<br />

www.axflow.de<br />

Mobile Abfüllstation<br />

Der neue B1 & B2 Battery Trolley eignet sich für die mobile<br />

Chemikalien-Betankung von bis zu 100 l. Der sichere Transport<br />

sorgt dafür, dass selbst kleinere Mengen nicht mehr verschüttet<br />

werden. Mit einem Deckel ist das Gebinde komplett verschließbar.<br />

Pumpe und Zubehörteile sind sicher am Behälter verbaut.<br />

Ausgestattet sind die Trolleys mit Akkupumpen, die sowohl mit dem<br />

Motor B1 Battery 10,8 V, inkl. Ladegerät, als auch mit dem Motor B2<br />

Battery 21,6 V, inkl. Ladegerät kombinierbar sind. Die Akkupumpen<br />

stehen laut Hersteller für hohe Akkulaufzeit, niedriges Gewicht und<br />

geringe Lautstärke.<br />

Zur genauen Mengenmessung<br />

steht optional der Durchflusszähler<br />

TR3-PP zur Verfügung. Mit<br />

dem verwendeten PVC-Schlauch<br />

können eine Vielzahl von aggressiven,<br />

nicht brennbaren Flüssigkeiten<br />

gefördert werden.<br />

www.lutz-pumpen.de<br />

Kompakte Vakuumpumpe<br />

Leybold erweitert seine<br />

Produktfamilie der trocken<br />

verdichtenden Wälzkolbenvakuumpumpen<br />

Ecodry plus für die<br />

Bereiche Labor, Forschung und<br />

Entwicklung sowie Analytik. Zu<br />

den bereits eingeführten Ecodry<br />

40 und 65 plus kommen jetzt die<br />

neuen, kleineren Pumpengrößen 25 und 35 plus.<br />

Die neuen Modelle sind mit einem Geräuschpegel von 52 dB(A)<br />

laut Hersteller besonders leise. Ein weiteres Plus: Sie emittieren<br />

weder Öl, Schmutz noch Partikel. Bei der ölfreien Ecodry plus<br />

treten keinerlei Kontaminationen auf. Somit entfällt bei der<br />

trocken verdichtenden Wälzkolbenvakuumpumpe auch das<br />

Hantieren mit Ölbehältern. Die ölfreien Wälzkolbenpumpen<br />

verfügen außerdem über ein Wartungsintervall von fünf Jahren<br />

und laufen in dieser Zeit ohne jeglichen Serviceaufwand.<br />

www.leybold.com


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Neue Wege im Feld<br />

Digitalisierung in Service und Wartung: Mobile Devices für Industrie 4.0<br />

Die Digitalisierung bietet<br />

Unternehmen immer bessere<br />

Möglichkeiten, Prozesse zu<br />

optimieren. Besonders die Wartung<br />

und Inspektion von Anlagen lässt<br />

sich dank moderner Technologie<br />

effizienter gestalten. Und auch<br />

die Sicherheit des Arbeiters ist<br />

dadurch gewährleistet.<br />

Autor: Christian Uhl, Head of Communication,<br />

Pepperl+Fuchs SE, Mannheim<br />

Die Einbindung mobiler Endgeräte und<br />

Tools hilft dabei, dem Ziel einer digitalen<br />

Produktion einen Schritt näher zu kommen<br />

– vorausgesetzt die Geräte sind auf die<br />

Bedürfnisse des modernen Mobile Workers<br />

angepasst. Sie müssen den Mitarbeiter<br />

sinnvoll bei seiner täglichen Arbeit unterstützen<br />

und gleichzeitig den Bedingungen<br />

einer rauen Industrieumgebung standhalten.<br />

Zudem sollten Geräte weltweit einsetzbar<br />

sein. An erster Stelle steht immer die Sicherheit<br />

des Arbeiters, daher ist die Einhaltung<br />

höchster Sicherheitsstandards und<br />

Vorkehrungen zur schnellen Notfallalarmierung<br />

im Ernstfall ausschlaggebend.<br />

Doch mobile Geräte sind mehr als nur<br />

Kommunikationswerkzeuge. Als Teil einer<br />

Gesamtlösung unterstützen sie mobile Mitarbeiter<br />

auch dabei, Daten zu erfassen, auszuwerten<br />

und autark schnell auf jegliche<br />

Eventualitäten zu reagieren.<br />

Vorausschauende Wartung<br />

Die optimale Planung von Wartungsvorgängen<br />

sowie Minimierung von Ausfallzeiten<br />

durch vorausschauende Wartungen<br />

und den rechtzeitigen Austausch von Bauteilen<br />

sind entscheidende Schritte für eine<br />

effektive Betriebsführung. Durch die Digitalisierung<br />

des Betriebs und die Nutzung von<br />

Echtzeitdaten, etwa mittels Sensorik und<br />

digitalen Anwendungen, wird das Personal<br />

im Falle einer Abweichung schnell alarmiert.<br />

So können sowohl geplante als auch<br />

ungeplante Ausfallzeiten drastisch reduziert<br />

werden. Kürzere Ausfallzeiten und geringere<br />

Kosten für Neuanschaffungen sind<br />

die positiven Effekte.<br />

Um die erhobenen Daten im Backend<br />

entsprechend auswerten zu können, bedarf<br />

es einer Software, die in der Lage ist, die<br />

richtigen Schlüsse aus den vorhandenen<br />

Daten, sowohl historischen als auch aktuellen,<br />

zu ziehen und daraus eine bessere Planung<br />

für die eigene Anlage zu entwickeln.<br />

Ein bedienerfreundliches Interface in Kombination<br />

mit praktischen Endgeräten sorgt<br />

schlussendlich für eine hohe Akzeptanz<br />

und Nutzung der Vorteile, die die digitale<br />

Transformation mit sich bringt.<br />

Das neue Tablet für den Ex-Bereich Tab-<br />

Ex Pro von Ecom mit 10-Zoll-Bildschirm<br />

vereint zum Beispiel den Industrieeinsatz<br />

im Feld und im Büro dank eines integrierten<br />

Desktop-Modus, der das Tablet mit einem<br />

Schritt als Desktop-Variante nutzbar macht.<br />

Pogo-Pin-Aufladung und ein leistungsstarker<br />

und austauschbarer Akku mit einer<br />

Kapazität von 7 400 mAh für eine Laufzeit<br />

von bis zu 15 Stunden sorgen zusätzlich für<br />

einen einwandfreien Betrieb und eine lange<br />

Einsatzzeit des Tab-Ex Pro im Gelände. Der<br />

hochauflösende Bildschirm garantiert zudem<br />

ein einwandfreies Bild bei Unterstützung<br />

durch Fernwartung oder Video-<br />

Tutorials.<br />

Unternehmen aus der Industrie können<br />

dank der Implementierung entsprechender<br />

Systeme mit der Unterstützung von Ecom hier<br />

schon einige Erfolge verzeichnen: Durchgeführte<br />

Projekte zeigen, dass die vorausschauende<br />

Wartung auf Grundlage intelligenter<br />

Datenauswertung schnell sowohl die<br />

Anzahl an Inspektionen und Wartungsvorgängen,<br />

als auch Kosten für Neuanschaffungen<br />

und Ausfallzeiten reduziert.<br />

Fernunterstützung möglich<br />

Ein großer Vorteil des Einsatzes intelligenter<br />

Endgeräte in der Industrie ist die Möglichkeit<br />

der Fernunterstützung von Technikern bei<br />

der Durchführung komplexer Inspektionsvorgänge.<br />

Hierzu können Videoanrufe oder<br />

Augmented-Reality-Anwendungen auch im<br />

Ex-Bereich über intelligente Geräte genutzt<br />

werden. Entsprechende Peripherie wie Headsets<br />

und Halterungen sorgen dabei für freie<br />

24 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Beim Aufbau der Infrastruktur einer digitalisierten Anlage spielen intelligente Endgeräte<br />

wie Smartphones, Smartwatches, Tablets und Smart Glasses eine große Rolle, weil sie dafür sorgen,<br />

dass Mitarbeiter, Daten und Systeme untereinander vernetzt sind<br />

Hände zur ungehinderten Durchführung der<br />

Aufgaben. Die Echtzeitanalyse von Daten<br />

zeigt sofort den Erfolg der Wartung an. Diese<br />

Möglichkeiten in Kombination mit der vorausschauenden<br />

Wartung zur Bestimmung<br />

des Zustands in Betrieb befindlicher Bauteile<br />

garantiert eine optimale Planung der Arbeitsabläufe<br />

und schnelle Behebung von Problemquellen<br />

durch die Mitarbeiter.<br />

Die Fernwartung schließt besonders in Zeiten<br />

einer Pandemie und Fachkräftemangel<br />

entstehende Lücken beim Personal vor Ort.<br />

Techniker im Feld haben so jederzeit Zugang<br />

zu allen notwendigen Informationen und Experten<br />

können ortsunabhängig bei speziellen<br />

Problemstellungen oder Fragen unterstützen.<br />

Die Tab-Ex-Serie verfügt zusätzlich über<br />

unterschiedliche Funktionalitäten, einschließlich<br />

eines Beschleunigungsmessers, eines<br />

elektromagnetischen Gyroskops und GPS.<br />

Das Zusammenspiel eröffnet auch die Anwendung<br />

von AR-Programmen im Remote-<br />

Support, digitalen Schulungen und kundenspezifischen<br />

Tools, die für alle Aufgabenbereiche<br />

von der Anlagenverwaltung bis zur<br />

Anlageninspektion eingesetzt werden können.<br />

Damit erhalten Mitarbeiter sofortigen<br />

Zugang zu Wissen, das sie benötigen, um<br />

schneller und besser arbeiten zu können,<br />

eine direkte Verbindung mit dem richtigen<br />

Support-Experten sowie einen Überblick<br />

über alle offenen, in Bearbeitung befindlichen<br />

und abgeschlossenen Vorgänge.<br />

Dies sorgt für eine Verkürzung der Inspektionszeiten,<br />

Reduzierung der Kosten für<br />

Ausfallzeiten dank Expertenunterstützung<br />

in Echtzeit, sofortige Verbindung mit dem<br />

richtigen Experten und den richtigen Informationen<br />

sowie Eliminierung der Reisekosten<br />

von Experten. Zudem ist es möglich,<br />

eine zentrale Wissensdatenbank mit Vorfallmanagement<br />

und Berichterstattung aufzubauen,<br />

die Mitarbeitern jederzeit und<br />

überall zur Verfügung steht.<br />

Konzept Smart Glasses<br />

Um die Fernunterstützung auf ein neues<br />

Level zu heben, arbeitet Ecom derzeit mit<br />

einem Partner an der Entwicklung weiterer<br />

digitaler Produkte, die in Kombination mit<br />

den Smartphones eingesetzt werden können.<br />

Für eine optimale Hands-free-Bedienung<br />

auch mittels Sprachsteuerung durch<br />

den Mitarbeiter vor Ort und eine optimale<br />

Mit intelligenten mobilen Geräten verändern sich die<br />

Planung der Arbeitsabläufe und die Zusammenarbeit<br />

Sicht auf die Vorgänge durch den Remote-<br />

Experten stehen besonders Smart Glasses<br />

im Fokus der Entwicklung. Ein Experte<br />

kann so Unterstützung oder Anweisungen<br />

geben, während Informationen und Anweisungen<br />

live und direkt in das Sichtfeld des<br />

Arbeiters gespielt werden.<br />

Ecom legt dabei ein besonderes Augenmerk<br />

darauf, dass die Glasses und ihre<br />

Funktionalitäten perfekt an den Industriealltag<br />

und auch den Einsatz in explosionsgefährdeten<br />

Bereichen angepasst werden.<br />

Besonders die kombinierte Lösung aus<br />

Smartphone und Glasses eröffnet neue<br />

Möglichkeiten und Vorteile und merzt<br />

Schwachpunkte der bisher verfügbaren<br />

Modelle aus. Die Herausforderung liegt<br />

darin, sich von bisherigen Merkmalen zu<br />

lösen und das Konzept Smart Glasses neu<br />

zu denken.<br />

Bilder: Pepperl+Fuchs<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 25


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Neues wagen<br />

Umsatzsteigerung dank digitaler Transformation<br />

Erdölraffinerien stehen unter dem<br />

Druck, ihre Rentabilität und<br />

Leistung ständig zu optimieren.<br />

Vor allem mit Blick auf die während<br />

der Corona-Krise eingebrochenen<br />

Ölpreise wird effiziente<br />

Verarbeitung immer wichtiger.<br />

Technologien machen es auf<br />

verschiedene Arten möglich, die<br />

Wertschöpfung zu optimieren – die<br />

Digitalisierung spielt hier eine<br />

wesentliche Rolle. Hier gilt BP als<br />

einer der Vorreiter.<br />

Besonders im Kontext nachgeschalteter<br />

Geschäftsprozesse stehen Erdölraffinerien<br />

unter extremem Druck, sich selbst sowie<br />

ihre Wettbewerber in der Leistung zu<br />

überbieten. Und besonders in der aktuellen<br />

Situation ist keine Entlastung des Margendrucks<br />

in Sicht. Um das Raffineriegeschäft<br />

unter diesem „neuen Normalzustand“<br />

aufrechtzuerhalten, ist eine Änderung der<br />

operativen Denkweise notwendig. Die Unternehmen<br />

brauchen einen signifikanten<br />

Leistungssprung und dementsprechend eine<br />

smarte Art der Ertragsgenerierung, um<br />

langfristig bestehen zu können. Durch dieses<br />

Streben nach möglichst hoher Wertschöpfung<br />

erleben die Raffinerien eine<br />

neue Welle von technologiegestütztem Produktivitätswachstum.<br />

Digitale Lösungen ermöglichen es, umfassende<br />

betriebliche Informationen in<br />

Echtzeit einzusehen und bieten Unternehmen<br />

so drei wichtige Handlungsmaß­<br />

nahmen, um ihre Leistung zu<br />

optimieren:<br />

n Versteckte oder blockierte<br />

Potenziale nutzen<br />

Anwender von digitalen Raffinerie-<br />

Managementlösungen können einen<br />

Zuwachs in Leistung und Ertrag verzeichnen.<br />

Dieser lässt sich zu signifikanten<br />

Teilen auf die Nutzung digitaler Managementsoftware,<br />

wie beispielsweise Avevas<br />

Cloud-Lösung Unified Supply Chain, zurückführen.<br />

n Lücken zwischen digitalen Prozessen<br />

schließen<br />

Es ist essenziell, verschiedene Schritte in einer<br />

Raffinerie-Wertschöpfungskette als integriertes<br />

Ganzes zu betrachten, um die<br />

Autor: Andrew McCloskey, Head of Research and<br />

Development, Aveva GmbH, Sulzbach<br />

26 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

nächste Stufe der Produktivität in der Erdölraffination<br />

zu erreichen. Obwohl sie unterschiedliche<br />

Namen trägt (Digital, Internet<br />

der Dinge, Industrie 4.0), spiegelt sie das gemeinsame<br />

Thema der Digitalisierung von<br />

Geschäftsprozessen wider. Darin steckt insbesondere<br />

für Bereiche des Betriebsmanagements<br />

ein enormes Potenzial.<br />

n Änderungen an Prozessen schrittweise<br />

vornehmen<br />

Um zukünftige Wertschöpfungspotenziale<br />

zu erschließen, müssen zunächst die bestehenden<br />

Probleme gelöst werden. Dabei<br />

können insbesondere die vielen kleinen<br />

Leistungsabweichungen, oder „Wertlecks“,<br />

die täglich in einer Anlage auftreten, hinderlich<br />

sein. Unentdeckt erodieren sie langsam,<br />

aber stetig die Rentabilität einer Anlage.<br />

Verborgene Potenziale<br />

Ein Beispiel aus der Praxis für die Umsetzung<br />

dieser drei Kernmaßnahmen ist der<br />

Konzern BP, dessen zehn Raffinerien weltweit<br />

über 1,9 Millionen Barrel täglich verarbeiten.<br />

Im Rahmen der Neuausrichtung der<br />

BP-Unternehmensstrategie entlang des<br />

„Digital Innovation Programs“ wurde die<br />

komplette Wertschöpfungskette des Unternehmens<br />

neu aufgestellt. Durch intensive<br />

Evaluation, unter anderem durch Interviews<br />

mit zentralen Stakeholdern, konnten verschiedene<br />

Potenziale zur Leistungssteigerung<br />

aufgedeckt und ausgeschöpft werden.<br />

Es stellte sich heraus, dass die zuvor von<br />

BP genutzte Technologie die Optimierung<br />

des Betriebs am meisten behinderte: Alle<br />

Standorte nutzten teils veraltete und intransparente<br />

Insellösungen, die keine Unternehmensstandards<br />

erfüllten. Als Konsequenz<br />

daraus ergaben sich hohe Instandhaltungskosten<br />

und ein signifikanter Mehraufwand<br />

für Teams auf lokaler und globaler Ebene.<br />

Im Falle von BP konnten die nötigen Optimierungsmaßnahmen<br />

auf drei Kernziele<br />

heruntergebrochen werden:<br />

n Die Vereinfachung und Standardisierung<br />

des Managements der nachgelagerten<br />

Die Digitalisierung spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, die Wertschöpfung zu<br />

optimieren und den Lebenszyklus einer Anlage zu überwachen<br />

Lieferkette für höhere Agilität im Betrieb,<br />

n die Einführung eines verbesserten und<br />

transparenten Datenmanagementsystems<br />

für schnellere Entscheidungsfindung<br />

aller Teams,<br />

n die Senkung der IT-Kosten durch die Bereitstellung<br />

eines zentralisierten Managementsystems.<br />

Durch diese Maßnahmen, die mithilfe der<br />

Cloud-Lösung Aveva Unified Supply Chain<br />

umgesetzt wurden, konnte BP seine Margen<br />

drastisch verbessern, Entscheidungswege<br />

verkürzen, regelmäßig<br />

ausführliche Analysen einführen<br />

und dadurch die Risiken<br />

senken.<br />

Unabhängig vom jeweiligen<br />

Unternehmen können<br />

durch verbesserte Verfügbarkeit<br />

und Effektivität der<br />

Anlagen, gesteigerte Energieeffizienz<br />

und logistische<br />

Verbesserungen Einsparungen<br />

in Millionenhöhe<br />

erreicht werden. Auch in<br />

qualitativer Hinsicht lassen<br />

durch den Einsatz von digitalen Management-Technologien<br />

weitere Verbesserungen<br />

erzielen: Die Planung ist genauer, ein<br />

optimierter, sicherer Betrieb der Anlage ist<br />

unter Einhaltung der Zielvorgaben möglich,<br />

Leistungen lassen sich genau messen und<br />

mit kollaborativen Tools analysieren, durch<br />

agile Entscheidungsfindung ist eine kontinuierliche<br />

Verbesserung möglich.<br />

Fallstricke und Chancen<br />

Als Early Adopter sowohl von Unternehmens-<br />

als auch von Echtzeit-Steuerungssystemen<br />

ist die Erdölraffineriebranche bereits<br />

ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Die<br />

meisten betrieblichen Anwendungen wurden<br />

jedoch für die Berichterstattung und<br />

Mithilfe unserer Cloud-Lösung<br />

konnte BP seine Margen<br />

drastisch verbessern, Entscheidungswege<br />

verkürzen, regelmäßig<br />

ausführliche Analysen einführen<br />

und dadurch die Risiken senken.<br />

Andrew McCloskey<br />

nicht für die Entscheidungsfindung in Echtzeit<br />

konzipiert. Infolgedessen ist die Verknüpfung<br />

von Strategie und Ausführung<br />

noch ausbaufähig. Das schränkt wiederum<br />

die Erkennung von Potenzialen in Echtzeit<br />

und die Agilität im Betrieb ein.<br />

Angestellte und Betreiber haben oft keine<br />

Zeit, sich eng abzustimmen oder vorliegende<br />

Daten auszuwerten – in Raffineriebetrieben<br />

ist das ein Alltagsproblem. Insbesondere<br />

Daten, die einen Einblick in das zukünftige<br />

Verhalten der Raffinerie geben könnten, gehen<br />

schnell unter. Entscheidungszyklen<br />

dauern zu lang – und manchmal werden<br />

Entscheidungen auch ohne relevante<br />

Grundlagen getroffen. Auf lange Sicht ist<br />

dies für Unternehmen wenig förderlich.<br />

Neben dem Implementieren von Management-Software,<br />

wie der Unified Supply<br />

Chain, ist es also auch von zentraler Bedeutung,<br />

eine Unternehmenskultur mit kurzen<br />

Entscheidungswegen und unternehmensweiten<br />

Standards zu fördern. Erst so können<br />

die eingeführten Tools auch eingesetzt<br />

werden. Denn Technik allein macht noch<br />

keine digitale Transformation.<br />

Fotos: Aveva<br />

www.aveva.com<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 27


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Mehrdimensionale<br />

Entscheidungen<br />

Betriebliche Optimierung mit neuer Analyse- und KI-Software<br />

Analyse-Software und Services<br />

kombinieren Betriebsdaten,<br />

Engineering- sowie IT-Daten und<br />

stellen umsetzbare Informationen<br />

bereit.<br />

Die ABB Ability Genix Industrial Analytics<br />

und AI Suite ist eine skalierbare<br />

Analyseplattform mit vorgefertigten, benutzerfreundlichen<br />

Anwendungen und Services.<br />

Damit werden Betriebs-, Engineeringund<br />

IT-Daten erfasst, kontextualisiert und<br />

in umsetzbare Informationen umgewandelt.<br />

So können industrielle Prozesse verbessert<br />

und das Management der Anlagen<br />

optimiert werden. Darüber hinaus können<br />

Geschäftsprozesse sicher und nachhaltig<br />

rationalisiert werden.<br />

Studien von Analysten zufolge können<br />

Industrieunternehmen in der Regel nur<br />

20 % der erzeugten Daten nutzen. Deshalb<br />

können Datenanalysen nur eingeschränkt<br />

Anwendung finden. Die neue Lösung von<br />

ABB dient als Anlaufstelle für digitale Daten<br />

aller Art. Hier laufen die Informationsflüsse<br />

Autor: Gero Lustig, ABB Industrial Automation<br />

Energy Industries, Digital Lead Central Southern<br />

Europe, Mannheim<br />

aus unterschiedlichen Quellen im Werk<br />

und Unternehmen zusammen und werden<br />

anhand eines einheitlichen Analysemodells<br />

kontextualisiert. Dank künstlicher Intelligenz<br />

(KI) werden diese Daten in aussagekräftige<br />

Informationen umgewandelt, die<br />

für Prognosen und zur Optimierung der<br />

Unternehmensleistung dienen.<br />

„Wir sind überzeugt, dass wir auf die bestehende<br />

Digitaltechnologie setzen sollten<br />

– also auf die Automatisierung, mit der die<br />

Produktionsprozesse gesteuert werden – um<br />

in den Prozess-, Energie- und Hybridindustrien<br />

Datenanalysen voranzutreiben“, sagt<br />

Peter Terwiesch, Leiter des Geschäftsbereichs<br />

Industrieautomation von ABB. „Für<br />

unsere Kunden bietet sich die große Chance,<br />

ihre Betriebsdaten besser auszuschöpfen,<br />

indem diese mit Engineering- und IT-<br />

Daten kombiniert werden und somit eine<br />

mehrdimensionale Entscheidungsfindung<br />

ermöglichen. Mit diesem neuen Ansatz können<br />

unsere Kunden buchstäblich Milliarden<br />

besserer Entscheidungen treffen.“<br />

Skalierbare Lösung<br />

ABB Ability Genix besteht aus einer Plattform<br />

und Anwendungen für die Datenanalyse<br />

und wird mit ABB-Services ergänzt. Die<br />

Lösung hilft Kunden dabei zu bestimmen,<br />

welche Anlagen, Prozesse und Risikoprofile<br />

verbessert werden können und unterstützt<br />

sie bei der Erstellung und Anwendung dieser<br />

Analysen. In der Lösung ist eine Anwen-<br />

dungsbibliothek enthalten, sodass Kunden<br />

auf Abruf und je nach Geschäftsbedarf vielfältige<br />

Analysen abonnieren können. Auf<br />

diese Weise werden Support-Leistungen<br />

von Lieferanten schneller angefordert und<br />

geplant, als dies üblicherweise der Fall wäre.<br />

ABB Ability Genix ist vom Werk bis zum<br />

Unternehmen skalierbar und kann auf verschiedene<br />

Weise implementiert werden.<br />

Dies beinhaltet unter anderem Cloud-Installationen,<br />

die hybride Anwendung und<br />

die Bereitstellung vor Ort. Im Rahmen einer<br />

strategischen Partnerschaft mit Microsoft<br />

nutzt ABB Ability Genix Microsoft Azure für<br />

die integrierte Anbindung an die Cloud und<br />

Cloud-Dienste.<br />

Eine wichtige Komponente ist der Edgenius<br />

Operations Data Manager, der am Ort<br />

der Produktion technische Betriebsdaten<br />

miteinander vernetzt, erfasst und analysiert.<br />

Er verwendet betriebliche Daten, die<br />

von Technologien wie DCS (Distributed<br />

Control Systems) und anderen Geräten erzeugt<br />

wurden, und erstellt damit Analysen,<br />

mit denen die Produktionsprozesse und<br />

die Kapazitätsauslastung verbessert werden.<br />

Edgenius kann eigenständig eingesetzt<br />

oder in Ability Genix integriert werden, sodass<br />

betriebliche Daten mit anderen Daten<br />

kombiniert und strategische Geschäftsanalysen<br />

erstellt werden können.<br />

Foto: ABB<br />

www.abb.com<br />

28 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

CO 2<br />

-Sensor zur Raumluftkontrolle<br />

Eine Studie des Hermann-Rietschel-Instituts (TU Berlin) belegt<br />

CO 2<br />

als idealen Indikator für die Aerosolkonzentration im Raum,<br />

da Menschen permanent CO 2<br />

wie auch Aerosole in die Luft<br />

abgeben. Ein erhöhter und gut geplanter Luftaustausch mit<br />

unbelasteter Frischluft vor dem Überschreiten gefährlicher<br />

Schwellenwerte kann die CO 2<br />

- und Aerosolkonzentration auf<br />

Dauer niedrig halten.<br />

Beim Afriso CO 2<br />

-Sensor wird die Konzentration in einer einfach<br />

verständlichen Ampel direkt am Gehäuse angezeigt. Mit dieser<br />

LED-Anzeige haben Nutzer die Lüftungsempfehlungen immer im<br />

Blick, ohne dass die Arbeit mit akustischen Hinweisen beeinträchtigt<br />

wird. Steigt der Wert auf Gelb, ist die<br />

Schwelle von 1000 ppm CO 2<br />

überschritten. Spätestens bei roter LED<br />

und einer Konzentration von über 1500<br />

ppm ist es höchste Zeit zum Lüften.<br />

Sobald die LED wieder grün leuchtet, ist<br />

der Wert unter 1000 ppm und die<br />

Fenster können geschlossen werden.<br />

www.afriso.de<br />

Feuchte- und Temperaturmessungen<br />

Die neue Humicap-Feuchte- und<br />

Temperatursonde HMP1 zeichnet<br />

sich laut Hersteller durch ihre<br />

Genauigkeit und Sensorreinigungsfunktion<br />

aus, die eine<br />

langfristige zuverlässige Stabilität<br />

gewährleistet. Sie eignet sich für<br />

anspruchsvolle Feuchtemessungen<br />

in Umgebungen, z. B. in pharmazeutischen Einrichtungen.<br />

Die Sonde ist mit allen Messwertgebern der Serie Vaisala<br />

Indigo kompatibel. Die Möglichkeit, die Sonde aus dem<br />

Messwertgeber auszubauen, sorgt für effiziente Wartung und<br />

Kalibrierung. Sie kann zudem über die serielle Modbus-RTU-<br />

Schnittstelle als eigenständiger wandmontierter Messwertgeber<br />

genutzt werden. Unabhängig davon, ob die Sonde als eigenständige<br />

Einheit oder mit einem Messwertgeber verwenden wird,<br />

kann sie zur einfachen Vor-Ort-Kalibrierung, Sondenkonfiguration<br />

und Geräteanalyse an die kostenlose PC-Software Vaisala<br />

Insight angeschlossen werden.<br />

www.vaisala.com<br />

Hohe Performance von IO-System<br />

Das IO-System Advanced bietet durch das Gateway zum universellen<br />

Wago IO-System der Serie 750 die bewährten Vorteile und<br />

Funktionalitäten dieser Serie und kombiniert<br />

diese mit einer komfortablen, fehlervermeidenden<br />

Mechanik sowie einer hohen Performance:<br />

Kurze Reaktionszeiten, eine hohe<br />

Synchronität der Signalübertragung und die<br />

Möglichkeit, schnelle Ethernet-Feldbusse wie<br />

Profinet, Ethercat und Ethernet/IP zu nutzen,<br />

zeichnen dieses IO-System laut Hersteller aus.<br />

Mit dem IO-System Advanced führt Wago auch<br />

den Controller PFC200 in passender Bauform<br />

neu ein, der auf der bewährten PFC-Technologie fußt. Der neue<br />

Controller bildet durch das Linux-Betriebssystem und die<br />

Docker-Virtualisierung die Brücke zu vielfältigen<br />

IT- und dank IEC-61131-Laufzeitsystem<br />

auch zu OT-Technologien. Daten in die Cloud<br />

zu senden und alle Vorteile des Cloud-<br />

Computing zu nutzen – das sei aufgrund einer<br />

Vielzahl an Schnittstellen und höchster Cyber-<br />

Security-Standards laut Hersteller<br />

selbstverständlich.<br />

www.wago.com<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 29


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Kontinuierliche<br />

Quecksilber-Emissionsmessung<br />

Der neue Gesamt-Quecksilber-Analysator SM-5 wurde für die<br />

genaue und zuverlässige Messung sehr niedriger Quecksilberkonzentrationen<br />

in Rauchgasen mit komplexen Matrizes (SO₂, NO x ,<br />

HCl usw.) entwickelt. Der angestrebte kleinste zertifizierte<br />

Messbereich beträgt 0–5 µg/Nm³. Der<br />

Analysator misst kontinuierlich Gesamt-Hg.<br />

Eine Spezifizierungsmessung (Hg elementar<br />

und ionisch) ist möglich. Der Hochtemperatur-Konverter<br />

ist wartungsfrei, d. h. es ist<br />

kein Katalysatormaterial erforderlich. Das<br />

System wird in Abfallverbrennungsanlagen,<br />

Kohlekraftwerken, Zementöfen, metallurgischen<br />

Anlagen u.v.m. zum Einsatz kommen<br />

und ist im Frühjahr erhältlich.<br />

www.envea.global/de<br />

Druckmessumformer für Wasserstoff und technische Gase<br />

Mit dem Druckmessumformer DMP 336 erweitert BD Sensors<br />

seine Familie an Industrie-Druckmessumformern um eine<br />

Variante, die bei der Druckmessung von Wasserstoff und technischen<br />

Gasen zum Einsatz kommt. Das Gerät wurde für Wasserstoff<br />

sowie technische Gase konzipiert. Die Verwendung eines Sonder-<br />

Edelstahls für die medienberührten Teile macht das<br />

Produkt unempfindlich gegenüber dem Medium<br />

Wasserstoff und sorgt dafür, dass die typischen<br />

Versprödungen weitestgehend reduziert werden.<br />

Aufgrund seiner fett- und ölfreien Ausführung gemäß<br />

ISO 15001 ist der DMP 336 außerdem zur Druckerfassung<br />

von Sauerstoff geeignet.<br />

Der Druckmessumformer deckt den Messbereich 16 bis 1000 bar<br />

bei Medientemperaturen von –40 bis 125 °C ab und erfasst den<br />

Druck mit einer Genauigkeit von 0,5% FSO. Er überzeugt laut<br />

Hersteller durch seine Unempfindlichkeit gegenüber<br />

Druckspitzen sowie durch eine hohe Überlastfähigkeit, mit denen<br />

sich der DMP 336 beispielsweise bei der Zuschaltung<br />

eines weiteren Gasdepots zum Leitungssystem<br />

konfrontiert sieht. Optional steht das Gerät mit<br />

Atex-Zulassung in ex-eigensicherer Ausführung für<br />

Zone 0 zur Verfügung.<br />

www.bdsensors.de<br />

Robuste Schaltschränke<br />

Bei der Gehäuse- und Kühlttechnik wartet Rittal mit Neuentwicklungen<br />

auf. Dazu zählen der neue Einzelschrank VX SE, der<br />

Kunststoff-Schaltschrank AX und die neuen energieeffizienten<br />

Blue e+ Outdoor-Kühlgeräte. Mit seinen neuen Kunststoff-Schaltschränken<br />

AX hat Rittal jetzt sein<br />

Kompaktgehäuse-Programm<br />

komplettiert. Damit verbindet der<br />

Hersteller das Beste aus zwei<br />

Welten: die Vorteile ausgefeilter<br />

Systemtechnik und die eines extrem<br />

robusten Werkstoffes. Der AX<br />

Kunststoff schützt Elektrotechnik<br />

selbst in rauesten Umgebungen, wie<br />

z. B. im Outdoor-Bereich, sorgt mit<br />

neuen Montagefunktionen für einen schnellen Ausbau und<br />

schafft mit cleverer Systemtechnik mehr Spielraum bei der Installation.<br />

Zu den weiteren Produkt-Highlights gehören Neuentwicklungen<br />

im Bereich IT-Infrastruktur. Im Zentrum stehen das neue<br />

VX IT Rack sowie Rimatrix Next Generation (NG), mit der Rittal<br />

ein neues Modulsystem für den flexiblen, sicheren und schnellen<br />

Aufbau von Rechenzentren entwickelt hat. Auf Basis einer offenen<br />

Plattformarchitektur lassen sich laut Hersteller weltweit investitionssichere,<br />

individuelle Lösungen für alle zukünftigen<br />

IT-Szenarien realisieren.<br />

www.rittal.de<br />

Unternehmensweite Verfügbarkeit der<br />

Engineering-Daten<br />

Enterprise Resource Planning (ERP) und Product Lifecycle<br />

Management (PLM) sind ein wesentlicher Kern moderner<br />

Unternehmenssteuerung und -administration. Für optimale<br />

Prozesssicherheit und Datenkonsistenz müssen ERP und<br />

Engineering nahtlos ineinandergreifen. Ob Materialstamm-,<br />

Stücklisten-, Dokumenten- oder Projektverwaltung: Immer sind<br />

beide Bereiche involviert und müssen sich auf aktuelle Daten<br />

verlassen können. Doch Datenübertragungen, doppelte<br />

Datenpflege und das oft erforderliche Spezialwissen zum jeweils<br />

fachfremden System sind hohe Hürden.<br />

Um den Wissensaustausch bei optimaler Datenqualität deutlich<br />

zu vereinfachen, hat Aucotec für EB die ERP/PLM Integration<br />

Platform entwickelt. Sie erfordert vom Engineering-Anwender<br />

kein spezielles ERP/PLM-Know-how. Einerseits lässt sich die<br />

Plattform an jede unternehmenseigene Middleware „andocken“,<br />

bietet aber in Zusammenarbeit mit den ERP-Experten des<br />

Aucotec-Partnersit-motive und deren Datendrehscheibe Imap<br />

auch eine rundum standardisierte Integration für SAP, Windchill<br />

und TeamCenter. Das Interface bleibt auf EB-Seite immer gleich,<br />

egal welches ERP-System angebunden wird. Von Einrichtung über<br />

Implementierung bis Konfiguration lässt sich laut Hersteller rund<br />

die Hälfte der üblichen Zeit für ERP-Integrationen sparen.<br />

www.aucotec.com<br />

30 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />

Sicherheitszellen schützen vor<br />

Cyberbedrohungen<br />

Die Vernetzung von Produktions- und Automatisierungsebenen<br />

mit dem Internet nimmt in der Prozessindustrie beständig zu. Um<br />

Anlagen sicher vor Cyberattacken zu schützen, hat B&R das<br />

Benutzermanagement des<br />

Prozessleitsystems Aprol<br />

weiterentwickelt. Verteilte<br />

autonome Sicherheitszellen<br />

schützen Anlagen<br />

einfach und effizient vor<br />

Schadsoftware und<br />

Hackerangriffen.<br />

Um dies zu erreichen, wird<br />

die Anlage zuerst in<br />

autonom funktionierende Automatisierungszellen (process cells)<br />

unterteilt. Diese bestehen aus produktionsrelevanten Zonen oder<br />

Teilanlagen. Anschließend werden eine oder mehrere Automatisierungszellen<br />

wiederum in Sicherheitszellen (security cells)<br />

zusammengefasst. Insgesamt ermöglicht die flexible Client-/Server-<br />

Architektur bis zu 64 Sicherheitszellen. Mit seiner Multi-<br />

Runtime-Server-Architektur stellt Aprol den unabhängigen Betrieb<br />

aller erforderlichen Systeme sicher. Auf jedem Multi-Runtime-Server<br />

steht ein eigener LDAP-Server (389 Directory Server) zur Verfügung.<br />

Damit können (Teil-)Anlagen innerhalb einer Sicherheitszelle auch<br />

ohne Netzwerkverbindung nach außen betrieben werden.<br />

www.br-automation.com<br />

IO-Link-fähiger Temperatursensor<br />

Hydraulik- und Schmieröle verändern ihre Viskosität abhängig<br />

von der Temperatur. Deshalb ist die genaue Überwachung des<br />

gewählten Temperaturfensters für den Betrieb fluidtechnischer<br />

Systeme eine wichtige Funktion. In zeitgemäßen, kommunikativen<br />

Steuerungsabläufen reicht deshalb die binäre Setzung einer<br />

Maximaltemperatur nicht mehr aus. Gefragt ist die kontinuierlich<br />

zur Verfügung stehende „Ist-Temperatur“ im<br />

Ölbehälter als Mittelwert und evtl. an weiteren<br />

kritischen Punkten des Systems.<br />

Mit dem IO-Link-fähigen Temperatursensor der<br />

Baureihe TF wird diese anspruchsvolle Aufgabe<br />

gelöst. Die offene Parametrierungsmöglichkeit<br />

via IO-Link eröffnet Planern und Betreibern die<br />

Standardisierung der Sensoreintauchlängen<br />

und unterstützt so die Werksnormung mit<br />

positiven Folgen für Beschaffung und<br />

Ersatzteilversorgung.<br />

Der TF-Sensor eignet sich für alle fluidtechnischen<br />

Anwendungen, die keine Anzeige der<br />

„Ist-Temperatur“ vor Ort erfordern und/oder sich mit anderen<br />

Funktionen wie z. B. dem Füllstand kombinieren lassen. Der<br />

Sensorkopf besteht aus einem Sechskant mit Schlüsselweite SW36<br />

und hat ein G ½ BSP Anschlussgewinde mit gekammertem, elastischem<br />

Dichtring. Erhältlich ist der Temperatursensor TF in<br />

Ausführung aus Messing oder Edelstahl. Der elektrische<br />

Anschluss erfolgt über einen Steckersockel M12.<br />

www.buehler-technologies.com<br />

TECHNIKWISSEN FÜR INGENIEURE<br />

gegnen<br />

Maschine<br />

. Die Drucklement<br />

ist<br />

ektierung<br />

lagen in der<br />

ngsfähigkeit<br />

sdauer von<br />

ssigkeit und<br />

len Verwen-<br />

Hydraulik-Fluide als Konstruktionselement Wolfgang Bock<br />

EDITION<br />

FACHWISSEN ENTSCHEIDET<br />

Wolfgang Bock<br />

Hydraulik-Fluide als<br />

Konstruktionselement<br />

Das Hydraulik-Fluid als ein wichtiges Konstruktionselement ist in<br />

Planung, Projektierung und Inbetriebnahme von hydraulischen<br />

Anlagen immer mit einzubeziehen. Die Leistungsfähigkeit von<br />

Druckflüssigkeiten bezüglich der Lebensdauer von Anlagen und<br />

Komponenten, deren Zuverlässigkeit und Funktionalität ist<br />

unbe stritten, aber bei vielen Verwendern in Vergessenheit geraten.<br />

Das vorliegende Werk bringt Klarheit.<br />

Hydraulik-Fluide als Konstruktionselement<br />

von Wolfgang Bock<br />

144 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-7830-0362-8<br />

nur 15,- € (zzgl. Versandkosten)<br />

13.03.2007, 07:44<br />

Bitte bestellen Sie bei:<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz<br />

Telefon: 06131/992-0 . Telefax: 06131/992-100 . E-Mail: vertrieb@vfmz.de<br />

Oder besuchen Sie unseren Shop im Internet: vereinigte-fachverlage.de<br />

Im Online-Shop:<br />

vereinigte-fachverlage.de<br />

OUP_Hydraulik_Fluide_185x130_2019_12.indd 1 www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 05.12.2019 01-02/<strong>2021</strong> 14:25:54 31


BETRIEBSTECHNIK<br />

Jedes Gramm zählt<br />

Smarte Wägesteuerungen ermöglichen präzises Abfüllen<br />

Wer zum Wiegen und Dosieren Wägesteuerungen einsetzt, erwartet<br />

Präzision, Wiederholgenauigkeit, Funktionalität, Flexibilität,<br />

Bedienfreundlichkeit und Verfügbarkeit. Warum Anlagenbetreiber auf die<br />

nachfolgend vorgestellten Steuerungen mit Feldbus-Schnittstelle und<br />

integriertem Webserver setzen, erfahren Sie im Beitrag.<br />

Präzises Abfüllen – am besten auf das<br />

Gramm genau – und damit die Vermeidung<br />

von Reklamationen durch unterfüllte<br />

Gebinde und von Produktverlusten durch<br />

Überfüllung sowie die End-of-Line-Kontrolle<br />

sind die klassischen Einsatzgebiete<br />

von Wägesteuerungen in Verpackungsprozessen<br />

für feste und flüssige Produkte. Dabei<br />

stellen die Anwender nicht nur besondere<br />

Anforderungen an die eigentliche Aufgabe<br />

des Wiegens und daraus abgeleiteter<br />

Steuerungs- und Überwachungsfunktionen,<br />

sondern auch an die Robustheit und<br />

Verfügbarkeit der Systeme sowie an ihre<br />

Kommunikationsfähigkeit.<br />

Autor: Marcus Graf, Geschäftsführer, B+L<br />

Industrial Measurements GmbH, Heidelberg<br />

Innovative Technik ist gefragt, aber ebenso<br />

langjährige Erfahrung des Herstellers, um<br />

auch unter ungünstigen Randbedingungen<br />

jederzeit zuverlässige Abfüllergebnisse zu<br />

erzielen.<br />

Eine Reihe namhafter Unternehmen setzt<br />

aus verschiedenen Gründen auf die Wägesteuerungen<br />

von B+L Industrial Measurements.<br />

Im Mittelpunkt stehen dabei die<br />

eichfähigen Abfüllsteuerungen MiniPond<br />

3F und DataPond 3F, das einen erweiterten<br />

Funktionsumfang speziell für sehr schnelle<br />

Abfüllautomaten bietet. Die Steuerungen<br />

sind sowohl autark als auch vernetzt einsetzbar<br />

und ermöglichen eine schnelle Umstellung<br />

auch bei häufigen Produktwechseln<br />

durch bis zu 220 Parametersätze für<br />

Voreinstellungen für Füllgewichte und Produkteigenschaften.<br />

Beide Wägesteuerungen basieren auf der<br />

Erfahrung, die das Unternehmen seit der<br />

Gründung im Jahr 1968 in der Pulver- und<br />

Schüttgut-Wägetechnik gesammelt hat. Die<br />

Steuerungstechnik mit bewährten Wägeund<br />

Dosieralgorithmen, gepaart mit integriertem<br />

Webserver und Feldbus sind für die<br />

Kunden zentrale Argumente.<br />

Zuverlässiger Allrounder<br />

Die Wägesteuerung MiniPond 3F ist auf<br />

mittlere bis hohe Durchsatzleistungen ausgelegt.<br />

Beim italienischen Maschinenbauer<br />

PKT wird sie zum präzisen und wiederholgenauen<br />

Abwägen beispielsweise von Holzrinde,<br />

Mulch oder Katzenstreu eingesetzt.<br />

Wie viele Endanwender schätzt auch PKT<br />

neben der Genauigkeit die intuitive Bedienung<br />

und die Vielseitigkeit dieser Wägesteuerung.<br />

„Das MiniPond 3F bietet erprobte<br />

Zuverlässigkeit und ist mit allen wichtigen<br />

Funktionen ausgestattet. Einstellungen<br />

lassen sich auf einfache Weise vornehmen;<br />

die Anbindung an die SPS unserer Anlagen<br />

passt perfekt“, erklärt Claudio Pivato, Firmengründer<br />

und Inhaber des italienischen<br />

Verpackungsmaschinenherstellers PKT.<br />

„Im Betrieb ist das MiniPond 3F in der Lage,<br />

sich während des Abfüllprozesses flexibel<br />

an Änderungen der Produkteigenschaften<br />

wie die Materialdichte oder das Fließverhalten<br />

anzupassen.“<br />

Digitale Filter zur optimalen Verarbeitung<br />

der Wägesignale und bewährte, leistungsfähige<br />

Auswertealgorithmen sorgen<br />

32 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


BETRIEBSTECHNIK<br />

01 In der Verpackungsmaschine der Firma<br />

Essegi sind zwei Dosierwaagen integriert, die<br />

jeweils mit einer Wägesteuerung DataPond 3F<br />

ausgerüstet sind<br />

02 Die Wägesteuerung MiniPond 3F<br />

kommuniziert via Ethernet mit dem übergeordneten<br />

Automatisierungssystem der Maschine<br />

hierbei für höchste Messgenauigkeit – auch<br />

unter schwierigen Bedingungen. Zudem<br />

lobt Claudio Pivato die Geschwindigkeit<br />

des MiniPond 3F: „Es ist schneller als andere,<br />

vergleichbare Steuerungen und verbessert<br />

so die Produktivität der Maschinen.“<br />

Für höchste Geschwindigkeiten<br />

Die Wägesteuerung DataPond 3F wurde für<br />

Verpackungsprozesse mit hohen und sehr<br />

hohen Durchsatzleistungen sowie mit besonderen<br />

Anforderungen an die Dosierund<br />

Wiederholgenauigkeit entwickelt. Der<br />

italienische Maschinenhersteller Essegi<br />

nutzt die Steuerung in seinen doppelbahnigen<br />

Abfüll- und Absackanlagen zum Verpacken<br />

rieselfähiger Feststoffe. „Mit unseren<br />

Verpackungsmaschinen der Baureihen<br />

F1000 und F1200 füllen wir unterschiedlichste<br />

granulatartige Produkte wie Tierfutter,<br />

Nahrungsmittel, Pellets oder Kieselsteine<br />

ab“, erklärt Vertriebsberater Marco Pivato.<br />

„Das DataPond 3F steuert den vollständigen<br />

Dosierablauf und kann über die<br />

gespeicherten Voreinstellungen schnell auf<br />

andere Füllgewichte oder Produktqualitäten<br />

umgeschaltet werden. Dabei ist es jederzeit<br />

sehr genau, denn die digitale Filtertechnik<br />

und die Nachstromautomatik gewährleisten<br />

auch bei Waagenschwingungen<br />

oder Füllgütern mit schwankenden<br />

Materialeigenschaften hochgradig präzise<br />

Abfüllergebnisse.“<br />

Der spanische Spezialist für Verpackungsmaschinen<br />

Metral setzt ebenfalls<br />

auf die ausgereifte Technik der B+L-Produkte.<br />

„Uns überzeugen die Geschwindigkeit<br />

und die Genauigkeit der Wägesteuerung,<br />

gerade auch bei schwankendem<br />

Materialstrom“, sagt Isaac Colomer i Xena,<br />

Verkaufsleiter beim spanischen Maschinenbauer<br />

Metral. „Zudem lässt sie sich<br />

schnell in Betrieb nehmen. Es müssen nur<br />

wenige Daten, in der Regel nur das Gewicht,<br />

eingegeben werden – die Steuerung,<br />

die wir über das HMI der Maschine visualisieren<br />

und bedienen, macht den Rest.“<br />

Die praxisbewährte Präzision der Data-<br />

Pond 3F – auch unter widrigen Bedingungen<br />

– wird ergänzt durch moderne<br />

Datenkommunikation. „Webserver und<br />

Feldbusschnittstellen unterstützen eine<br />

reibungslose Integration der Steuerung in<br />

das Anlagenumfeld“, erklärt Isaac Colomer<br />

01 02<br />

i Xena. Darüber hinaus erlauben bei Bedarf<br />

individuelle Einstellmöglichkeiten,<br />

zusätzliche Regelalgorithmen sowie Sonderfunktionen<br />

der Steuerung, den Dosierprozess<br />

optimal an die Abfüllanlage und<br />

die jeweiligen Materialeigenschaften anzupassen.<br />

„Dies alles zeigt das große Dosier-Know-how,<br />

auf dem diese Steuerung<br />

basiert“, bringt es der Spanier auf den Punkt.<br />

Schnelle Inbetriebnahme<br />

Sowohl das MiniPond 3F als auch das DataPond<br />

3F lassen sich flexibel in nahezu jedes<br />

Maschinenumfeld und jede Kommunikationstopologie<br />

integrieren.<br />

Hierzu bieten die Wägesteuerungen<br />

digitale I/Os,<br />

COM-Port, Ethernet-Schnittstelle,<br />

Modbus-Protokoll sowie<br />

optionale Feldbusschnittstellen<br />

wie Profibus, Profinet<br />

oder Ethernet/IP. Der integrierte<br />

Webserver ermöglicht<br />

den Zugang per Browser zur<br />

Einstellung und Archivierung<br />

von Parametern, zur Justage<br />

sowie zur Funktionsprüfung<br />

und Fehlerdiagnose. Dies unterstützt<br />

eine schnelle Inbetriebnahme,<br />

vereinfacht die Datensicherung<br />

wie auch das Firmware-Update und<br />

erlaubt eine gezielte Prozessdiagnose direkt<br />

aus dem Gerät. Gleichzeitig können<br />

die Wägesteuerungen über den Feldbus<br />

auch in Industrie-4.0-gerechte Strukturen<br />

und Anwendungen eingebunden werden,<br />

beispielsweise in Condition Monitoring-<br />

Applikationen auf übergeordneter Leitebene<br />

oder in der Cloud.<br />

Im Betrieb überwachen die beiden Wägesteuerungen<br />

in Eigenregie eine Vielzahl<br />

von Prozessparametern, die bei der Optimierung<br />

der Anlage unterstützen. Erfasst<br />

und ausgewertet werden unter anderem<br />

Füllgewicht, Toleranzen und Prozessfehler.<br />

Zusätzlich werden Daten wie Anzahl und<br />

Gesamtsumme sowie Diagnosedaten protokolliert<br />

und dokumentiert. „Generell, so<br />

unsere Erfahrung bei Metral, ist der Wartungs-<br />

und Serviceaufwand mit diesen<br />

Wägesteuerungen sehr gering“, so Isaac<br />

Im Betrieb ist die Wägesteuerung<br />

in der Lage, sich<br />

während des Abfüllprozesses<br />

flexibel an Änderungen der<br />

Produkteigenschaften wie<br />

die Materialdichte oder das<br />

Fließverhalten anzupassen.<br />

Claudio Pivato, Inhaber der Firma PKT<br />

Colomer i Xena. „Und wenn ein Problem<br />

auftritt, funktioniert der Support durch<br />

den Hersteller schnell und reibungslos.“<br />

Fotos: B+L, Sashkin/stock.adobe.com<br />

www.bl-im.de<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 33


BETRIEBSTECHNIK<br />

Um die Ecke gedacht<br />

Hebehilfen verbessern Ergonomie und Effizienz<br />

Vakuumheber werden eingesetzt,<br />

wenn es beim Hantieren mit<br />

schweren Lasten neben Sicherheit<br />

und Ergonomie auf die<br />

Geschwindigkeit ankommt. Ein<br />

Lebensmittelhersteller nutzt das<br />

Hubgerät in der Verwiegung von<br />

Zutaten.<br />

Autorin: Sabrina Burk, Marketing Manager,<br />

Best Handling Technology, Heuchelheim<br />

Wenn spezialisierte Unternehmen mit<br />

hohen Ansprüchen an ihre Produkte<br />

in den eigenen Maschinenpark investieren,<br />

findet das in der Regel ebenfalls auf<br />

dem höchsten qualitativen Level statt.<br />

Denn nur mithilfe der besten marktverfügbaren<br />

Systeme lässt sich auf Dauer eine<br />

Qualität etablieren und sicherstellen, die<br />

sich gegen den Wettbewerb durchsetzt.<br />

Der Lebensmittelhersteller Dr. Schär aus<br />

Südtirol legt seit beinahe 40 Jahren bei der<br />

Produktion glutenfreier und ernährungstherapeutischer<br />

Lebensmittel strenge Qualitätsrichtlinien<br />

an, um das Leben von<br />

Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen<br />

zu verbessern. Aus diesem<br />

Grund macht man hier bei der Anschaffung<br />

neuer Maschinen und Komponenten<br />

keinerlei Kompromisse.<br />

So war es für das Unternehmen nur konsequent,<br />

sich auf der Suche nach einer neuen<br />

Handling-Lösung für einen Anbieter zu entscheiden,<br />

der sich nicht nur der Erleichterung<br />

der Arbeitswelt möglichst vieler Menschen,<br />

sondern insbesondere auch der Qualität der<br />

eigenen Produkte verpflichtet hat. Für die<br />

Lieferung eines modernen Vakuumhebers<br />

für den Standort Ebsdorfergrund wurde daher<br />

das hessische Unternehmen Best Handling<br />

Technology ausgewählt.<br />

Anspruchsvolle Wende<br />

Das gelieferte Vakuum-Hubgerät vom Typ<br />

EzzFast ist für Lasten bis 35 kg ausgelegt<br />

und wurde über einen Wand-Schwenkkran<br />

EzzLink eco fest an einem T-Träger im Bereich<br />

Komposition der Backwaren instal-<br />

34 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


BETRIEBSTECHNIK<br />

01 02<br />

01 Der Sackgreifer wurde mit einem Gelenk<br />

versehen, damit die Säcke um 90° gedreht<br />

und aufgerichtet werden können<br />

02 Zur Bewegung von Kartons verfügt das<br />

System über eine Schnellwechselkupplung<br />

liert. Mittels eines Aluminiumauslegers ist<br />

das System in der Lage, Säcke mit Backmischungen<br />

im Radius von 400 cm aufzunehmen<br />

und anschließend neben einer Waage<br />

abzusetzen. Von der konstruktiven Warte<br />

aus betrachtet war diese scheinbar einfache<br />

Aufgabe jedoch anspruchsvoll, denn die<br />

Säcke müssen liegend aufgenommen werden,<br />

am Kranarm hängend gedreht und<br />

aufrechtstehend zur Verwiegung abgesetzt<br />

werden. Dann werden die Säcke geöffnet<br />

und ein Teil der pulverförmigen Backmischung<br />

wird entnommen, bevor der teilentleerte<br />

Sack erneut angehoben und auf einer<br />

Palette zur Zwischenlagerung abgesetzt<br />

wird. Das wiederum bedeutete, dass eine<br />

technisch aufwändige Lösung gefunden<br />

werden musste.<br />

Die Ingenieure konnten die Kundenforderung<br />

schließlich erfüllen, indem sie den<br />

Sackgreifer mit einem Gelenk versehen haben,<br />

mit dem die Säcke um 90° gedreht und<br />

aufgerichtet werden können. Zur Bewegung<br />

von Kartons verfügt das System außerdem<br />

über eine Schnellwechselkupplung,<br />

die den Austausch der passenden Endeffektoren<br />

innerhalb kürzester Zeit und mit minimalem<br />

personellem Aufwand ermöglicht.<br />

Präzise Maßanfertigung<br />

„Wir freuen uns, dass wir Dr. Schär mit der<br />

angebotenen Kombination das ideale System<br />

zur ergonomischen Handhabung der<br />

unterschiedlichen Gebinde für den Kompositionsbereich<br />

anbieten konnten und<br />

sind zuversichtlich, unseren Marktanteil in<br />

diesem Segment mittelfristig weiter auszubauen“,<br />

kommentierte auch Best Handling-<br />

Geschäftsführer Winfried Kaiser angesichts<br />

der Inbetriebnahme im Herbst 2020.<br />

Die eigentliche Herausforderung für die<br />

Spezialisten der Best Handling Technology<br />

bestand jedoch nicht in der Handling-Aufgabe<br />

an sich, sondern in den Gegebenheiten<br />

vor Ort, am vorgesehenen Arbeitsplatz beim<br />

Kunden. Denn hier war für die Installation<br />

der Säule eines ursprünglich geplanten Säulenschwenkkrans<br />

kein Platz, daher musste<br />

das Trägersystem neu überdacht und angepasst<br />

werden. Letztendlich wurde die Halterung<br />

des Wandschwenkkrans an einen<br />

schräg verlaufenden Doppel-T-Träger montiert.<br />

Mit einer entsprechenden Unterkonstruktion,<br />

deren Auslegung und Herstellung<br />

ebenfalls Teil des Lieferumfangs war, konnte<br />

so die nötige Begradigung erreicht werden.<br />

Uwe Brandt, Fachkraft für Arbeitssicherheit<br />

am Standort Ebsdorfergrund, zeigte<br />

sich mit der Lösung zufrieden: „Für uns<br />

sind unsere Mitarbeiter das wertvollste<br />

Kapital. Um zwei gleichgestellten Mitarbeitern<br />

den Arbeitsplatz auch für die<br />

nächsten Jahre erhalten zu können, waren<br />

wir auf der Suche nach einer Hebehilfe,<br />

die auch die Grundpfeiler unserer Firmenphilosophie<br />

– Verantwortung, Fortschritt<br />

Durch ein Gelenk am Greifer lassen sich<br />

die Säcke um 90° drehen und aufrichten<br />

und Nähe – widerspiegelt. Um unserer<br />

Verantwortung für die Mitarbeiter nachkommen<br />

zu können, waren wir daher an<br />

einer an die Gegebenheiten vor Ort angepassten<br />

Konstruktion interessiert. Best<br />

Handling Technology konnte uns eine<br />

solche maßgeschneiderte Lösung präsentieren,<br />

die allen Ansprüchen gerecht wird.<br />

Vorab konnten unsere Mitarbeiter all ihre<br />

Wünsche an die neue Anlage einbringen<br />

und vor Ort beim Anbieter testen. So entstand<br />

in einem dynamischen Prozess eine<br />

Lösung, die auch im Arbeitsalltag angenommen<br />

wird.“<br />

Fotos: Best Handling Technologies<br />

www.besthandlingtechnology.com<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 35


BETRIEBSTECHNIK<br />

Präzise Temperaturmessung mit<br />

Wärmebildkameras<br />

Die neuen Kamerasysteme A400 und A700 von Flir können<br />

präzise und genaue Wärmebilddaten für das Überprüfen von<br />

Elektronikbauteilen, die Produktentwicklung, Fehleranalyse und<br />

zahlreiche Anforderungen im<br />

Bereich der wissenschaftlichen<br />

Forschung zur Verfügung<br />

stellen. Die Sets sind als<br />

Standard- oder Professional-<br />

Version erhältlich. Das<br />

24°-Objektiv, das zum Lieferumfang<br />

der A400/A700<br />

Standard-Sets gehört, bietet<br />

ein universelles Sichtfeld<br />

(FOV), das die meisten Forschungs- und Entwicklungsanwendungen<br />

erfordern. Das Professional-Set erweitert diese Fähigkeit<br />

um ein zusätzliches zweifaches Makroobjektiv. Damit können<br />

Forschungsexperten die größtmögliche Anzahl von Wärmebild-<br />

Pixeln über das Prüfobjekt legen und noch präzisere Temperaturmessungen<br />

von kleinen Objekten gewährleisten. Dank einer<br />

integrierten Wlan-Funktion bieten diese Sets außerdem die<br />

Möglichkeit, Wärmebilder mit Temperaturdaten zu streamen<br />

sowie eine Konfiguration, um sie mit Flir Research Studio<br />

Software zu verbinden und per Fernzugriff darüber anzusteuern.<br />

www.flir.com<br />

Vereinfachtes Korrosionsschutzverfahren<br />

Mit dem Betenio-Verfahren steht der Industrie ein weiteres<br />

Verfahren für die Korrosionsschutzbehandlung zur Verfügung. Es<br />

basiert auf den Wirkprinzipien des Phosphatierens bzw. Entzunderns:<br />

Zunder und Oxidhaut des Bauteils werden vollständig<br />

entfernt. Im Unterschied zu den bisherigen Verfahren kommen<br />

die Anlagen aber mit einem einzigen Bad aus: Entfetten, Beizen<br />

und Phosphatieren erfolgen in einem Arbeitsschritt. Dabei wird<br />

die korrosionsanfällige Oberfläche in eine schützende Eisenphosphatschicht<br />

umgewandelt. Das erlaubt den Aufbau von sehr<br />

kompakten Anlagen, und die Investitionen reduzieren sich laut<br />

Hersteller auf 25 bis 30 % im Vergleich zu konventionellen<br />

Säureanlagen. Außerdem würden Energie und Kosten für die<br />

Spülwasseraufbereitung gespart.<br />

Auch im Vergleich zum Strahlen seien sowohl die Investitions- als<br />

auch die Betriebskosten niedriger. Gründe dafür seien der geringe<br />

Personalaufwand und der minimale Bedarf an Verbrauchsmaterialien:<br />

Die Badflüssigkeit muss im Normalfall nur ein- bis zweimal<br />

pro Jahr gewechselt werden. Der Anwender profitiert darüber<br />

hinaus von kurzen Behandlungszeiten<br />

(1–60 min). Das<br />

gewährleistet eine hohe<br />

Anlagenproduktivität und<br />

eine gute Integration in<br />

bestehende Produktionsbzw.<br />

Behandlungsprozesse.<br />

www.betenio.de<br />

Anzeige<br />

Exakte Volumendurchfluss-Messung auch bei<br />

schwierigsten Bedingungen mit V-Konus<br />

Kontakt<br />

Schwing <strong>Verfahrenstechnik</strong> GmbH<br />

Oderstraße 7<br />

47506 Neukirchen-Vluyn<br />

Tel. +49 2845 930-0<br />

mail@schwing-pmt.de<br />

www.schwing-pmt.de<br />

Vielseitig einsetzbar<br />

Ob Gase, Dampf oder Flüssigkeiten:<br />

Für nahezu jede Messaufgabe und alle<br />

gängigen Prozessanschlüsse erweist sich<br />

der V-Konus nachweislich als optimale<br />

Lösung.<br />

Hohe Genauigkeit<br />

Selbst bei verschmutzten Medien,<br />

hohen Temperaturen und unterschiedlichen<br />

Drücken sind Messwerte von<br />

±0,25% Genauigkeit (bei kalibrierten<br />

Geräten) garantiert.<br />

Große Messspannen<br />

Die Messspannen liegen bei 10:1<br />

und größer - die Reproduzierbarkeit<br />

bei ±0,1%.<br />

Minimale Einlaufstrecken<br />

Hinzu kommen minimale Ein- bzw.<br />

Auslaufstrecken bei der Installation<br />

(0-3x Ø Einlauf, 0-1x Ø Auslauf).<br />

Große Nennweiten<br />

Mögliche Nennweiten liegen<br />

bei 50-3000 mm.<br />

Flexibler Einbau<br />

Der V- Konus ist in allen üblichen<br />

Materialien erhältlich und flexibel<br />

einzubauen.<br />

Selbstreinigend<br />

Aufgrund seiner besonderen Geometrie<br />

setzen sich im Inneren keinerlei<br />

Verschmutzungen fest. Somit ist der<br />

V-Konus sehr wartungsarm und<br />

verursacht äußerst geringe<br />

Betriebskosten.<br />

Problemlose Auswertung<br />

Mit dem aufgesetzten Differenzdrucktransmitter<br />

lassen sich Messergebnisse<br />

problemlos an jede Steuerung (SPS)<br />

oder andere Auswerteeinheit<br />

weiterleiten.<br />

36 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


IBC mit Stahlhülle<br />

Extra ausgestattet mit einer Stahlhülle sorgt der Ecobulk SX-D für<br />

umfangreichen Feuerschutz und trotzt somit auch extremen<br />

Bedingungen. Im Falle eines Brandes verhindert die Auffangwanne<br />

aus Stahl das Auslaufen des oftmals brennbaren Füllguts und<br />

reduziert ein Ausbreiten des Feuers signifikant. Der IBC von Schütz<br />

trägt somit zur Risikominimierung durch doppelten Auslaufschutz<br />

bei. Als Erweiterung des klassischen Gitterkorbs verfügt der IBC<br />

über eine geschlossene, feuerfeste<br />

Außenhülle aus Stahl. Verschweißt<br />

mit der integrierten Auffangwanne<br />

bildet dieser Mantel einen eigenen<br />

dichten Behälter um die Innenblase<br />

des Containers. Diese Doppelwand-<br />

Konstruktion erweist sich als<br />

effektiver zusätzlicher Auslaufschutz,<br />

auch in Extremsituationen wie beispielsweise im Falle<br />

eines Brandes mit extrem hohen Temperaturen. Des Weiteren<br />

befinden sich alle drei Öffnungen des Containers zur Befüllung<br />

oder Entnahme am Oberboden – darunter eine Öffnung mit<br />

Nennweite DN150, ein G2- sowie ein S56-Spund.<br />

www.schuetz.net<br />

Keramik schützt vor Verschleiß<br />

Der Hochleistungswerkstoff Alotec<br />

wird für keramische Auskleidungen<br />

von Maschinen und Anlagen überall<br />

dort eingesetzt, wo hoch abrasive<br />

Stoffe genutzt werden. Das umfasst<br />

vielfältige industrielle Prozesse, die<br />

in Stahlwerken oder Gießereien,<br />

aber auch bei der Gewinnung,<br />

Verarbeitung und Aufbereitung von Werkstoffen vorkommen.<br />

Alotec von CeramTec-Etec basiert auf Aluminiumoxid (Al₂O₃).<br />

Keramik bietet im Vergleich zu Metall, das alternativ gegen Abrieb<br />

eingesetzt wird, gerade in anspruchsvollen Umgebungen einen<br />

besseren Schutz. Bei der Verarbeitung von Quarzsand beispielsweise<br />

haben verschiedene Komponenten wie Mühlen und Sichter<br />

mit einer Keramikauskleidung laut Hersteller eine viel längere<br />

Lebensdauer. Bei Verarbeitungsprozessen wie Mahlen und<br />

Zerkleinern, bei denen das Endprodukt von extremer Reinheit<br />

sein muss, ist die maximale Härte von Hochleistungskeramik der<br />

entscheidende Vorteil. Sie kann der Abrasivität von beispielsweise<br />

Sand und anderen Materialien standhalten.<br />

www.ceramtec.de<br />

Alarme per SMS übermitteln<br />

Asecos bringt zwei Module zur Alarmweiterleitung für seine Ion-Line Sicherheitsschrankmodelle auf den<br />

Markt. Sie geben im Ernstfall verschiedene Warn- und Alarmzustände an eine Rufnummer bzw. eine<br />

Leitstelle weiter. Das Fernmeldemodul bietet Nutzern die Möglichkeit, einen Alarm über das Mobilfunknetz<br />

per SMS mit frei konfigurierbaren Nachrichtentexten oder per Anruf an bis zu fünf programmierbare<br />

Rufnummern weiterzuleiten.<br />

www.asecos.com<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 37


BETRIEBSTECHNIK<br />

Schlauchbeutel aus reinem Papier<br />

Neuartiges Fleischverpackungsmaterial<br />

Getrieben von einer gemeinsamen Vision der Nachhaltigkeit und<br />

starken Kooperation haben DSM, Sabic, Cepsa, Fibrant und<br />

Viscofan zusammen eine Mehrschicht-Darmfolie für Fleischprodukte<br />

entwickelt, die mit recycelten Kunststoffen aus Verbrauchsquellen<br />

gefertigt wird. Die Umstellung auf recyclat-basierte<br />

Mehrschichtfolien ermöglicht<br />

der Verpackungsindustrie die<br />

Umsetzung einer nachhaltigeren<br />

Lösung ohne Kompromisse an<br />

Funktion und Leistungsfähigkeit.<br />

Die von Viscofan gefertigte,<br />

neuentwickelte nachhaltige<br />

Darmfolie besteht aus sieben<br />

Schichten unterschiedlicher Polymere. DSM Engineering<br />

Materials liefert dafür das hochleistungsfähige zertifizierte<br />

Kreislaufpolyamid (PA) Akulon CRC-MB und Sabic ein hochleistungsfähiges<br />

zertifiziertes Kreislaufpolyethylen (PE) aus dem<br />

Portfolio seiner Trucircle-Lösungen. Beide Produkte basieren auf<br />

Altkunststoffen aus Verbrauchsquellen, die sonst auf Deponien<br />

oder in Verbrennungsanlagen entsorgt würden. Das unter Einsatz<br />

fortschrittlicher Recyclingtechnologie zurückgewonnene Material<br />

fließt als Rohstoff wieder in die Produktionskette zurück, um<br />

daraus neuwertige Kunststoffe zu produzieren.<br />

www.dsm.com<br />

Kunststoff-Folien lassen sich wegen ihrer günstigen Eigenschaften<br />

als Verpackungsmaterial kaum ersetzen. Dennoch besteht im<br />

Hinblick auf die Entsorgungsproblematik ein zunehmendes<br />

Interesse an Alternativen. Papiere verbrauchen zwar ebenfalls<br />

Ressourcen bei der Herstellung, sie eignen sich aber besser zum<br />

Recycling. Falls doch einmal in die<br />

Umwelt geraten, verrotten sie schnell.<br />

Toss Verpackungssysteme aus Alten-<br />

Buseck hat eine intermittierende<br />

Schlauchbeutelmaschine entwickelt,<br />

die unbeschichtete Papiere zu Kissenbeuteln<br />

formt. Der Heißkleberauftrag<br />

für die Versiegelung erfolgt mit dem<br />

neuen Torocoll-System. Das Verfahren<br />

arbeitet effizient mit minimalem<br />

Kleber- und Energieeinsatz. Diese<br />

Verpackungsart eignet sich für trockene Lebensmittel, für die nur<br />

Portionierung und Handhabungsschutz benötigt werden. Auch<br />

als Beipack-Beutel mit Schrauben, Dübeln oder ähnlichen Teilen<br />

eignet sich Papier. Der Beutelinhalt bleibt mit transparenten<br />

Papierqualitäten erkennbar; eine Bedruckung des Papiers ist<br />

ebenso möglich.<br />

www.toss-gmbh.de<br />

Energieeffizienz von Lüftungsanlagen<br />

Für das gewünschte Raumklima sorgen bei einem Mineralwasserbrunnen<br />

besonders energieeffiziente Motorenpakete von<br />

Yaskawa. Um die Raumluft besonders rein zu halten, herrscht in<br />

der Halle darum stets ein leichter Überdruck. Auf dem Dach der<br />

gigantischen, rund 25 000 m 3 umfassenden Halle wurden bereits<br />

2007, beim Neubau der Blashalle, Lüfter platziert, die Luft über<br />

Filter kontrolliert die Halle einbringen und so den Überdruck<br />

erzeugen. Bei einer Modernisierung wurde zunächst als Test ein<br />

alter IE2-Antrieb gegen das Paket, das neben dem Antrieb auch<br />

den passenden Frequenzumrichter beinhaltet, ausgetauscht. Alle<br />

anderen Komponenten der Lüftungsanlage konnten erhalten<br />

bleiben, sodass das Investitionsvolumen und der Installationsaufwand<br />

überschaubar waren.<br />

Nach positiven Erfahrungen wurden auch die anderen Lüftungsanlagen<br />

mit neuen Yaskawa-Motorenpaketen versehen. Ihre<br />

Steuerung erfolgt derzeit manuell über Potentiometer. Die<br />

Gesamtleistung aller vier neuen Motoren beträgt jetzt nur noch<br />

45 kW, während die alte Lösung noch 87 kW aufgenommen hatte.<br />

www.yaskawa.eu.com<br />

Gläser und Dosen depalettieren<br />

www.roteg.de<br />

Der Depalettierer Dero II nimmt Gläser und Dosen von Paletten ab und vereinzelt sie für die Weiterverarbeitung.<br />

Dabei ist er laut Hersteller schnell, effizient und zuverlässig. Die Maschine greift die<br />

Produkte auf der Palette lagenweise und stellt sie auf der unternehmenseigenen Fördertechnik ab.<br />

Dabei kann sie sich dank des flexiblen Multifunktionsgreifers an verschiedene Packstück- und<br />

Palettenmaße anpassen. Auch Zwischenlagen nimmt sie problemlos auf und legt sie am gewünschten<br />

Ort ab. Die Klemmbacken des Greifers sind mit produktschonendem Kunststoff beschichtet. So sind<br />

die Produkte auf der Palette zu jeder Zeit sicher und können weder beschädigt noch zerstört werden.<br />

Sie gliedern sich für die Weiterverarbeitung einwandfrei in die Produktionskette der Kunden ein.<br />

Dank seiner kompakten Bauweise kann der Depalettierer auch in kleinen Fertigungshallen zum<br />

Einsatz kommen. Zudem seien seine einzelnen Komponenten wartungsarm.<br />

38 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


Schutzschild gegen<br />

Hochdruck-Wasserstrahlen<br />

Im Umgang mit Hochdruck-Wasserstrahlen bei Reinigungsarbeiten<br />

hat der Personenschutz oberste Priorität. Neben der<br />

Arbeitssicherheit soll die PSA (persönliche Schutzausrüstung)<br />

angenehm zu tragen sein, damit<br />

der Anwenderin der Benutzung<br />

keine Einschränkung spürt.<br />

Die Schutzkleidung Dehncare WJP<br />

erfüllt beide Anforderungen –<br />

Arbeitsschutz und Tragekomfort.<br />

Nach dem Prüfgrundsatz getestet,<br />

schützen die Anzüge nicht nur<br />

zuverlässig vor den Auswirkungen<br />

von Wasserstrahlen. Mit dem<br />

Material bieten sie zudem einen<br />

hohen Tragekomfort, da die<br />

Beweglichkeit durch das geringe<br />

Gewicht erhalten bleibt. Jetzt kommen der leichtere und<br />

kostenoptimierte Schutzoverall WJP Basic, ein neuer Fußschutz,<br />

Handschuhe und ein Kopfschutz-Set dazu.<br />

Der Schutzanzug Advanced bietet zusammen mit Handschuhen,<br />

Helm, Visier, Strümpfen und Kapselgehörschutz umfassende<br />

Arbeitssicherheit für den Anwender. Bereiche, die dem Strahlwasser<br />

besonders ausgesetzt sind – vor allem die Arme und unteren Beine,<br />

werden durch zusätzliche Protektoren verstärkt geschützt. Entsprechend<br />

dem Prüfgrundsatz des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV<br />

ist der Anzug mit 1000 bar (Flachstrahldüse) zertifiziert.<br />

Vollständig<br />

überarbeitet!<br />

Die Berechnung und<br />

Gestaltung von Wälzlagern<br />

erreicht eine neue Ära<br />

Wälzlagerpraxis<br />

www.dehn.de<br />

Reinraum-Förderzeuge mit hoher<br />

Tragkraft<br />

Sichelschmidt Material Handling hat zwei weitere Fahrzeuge für<br />

eine hohe Tragkraft von 2 600 kg ausgerüstet, die sich heute<br />

bereits bei einem großen deutschen Chemieunternehmen im<br />

Einsatz befinden. Die<br />

beiden Systeme vom<br />

Typ d526 RR wurden in<br />

reinraumgerechter<br />

Edelstahlausführung<br />

aus dem Werkstoff<br />

1.4301 hergestellt,<br />

aufgrund der kundenseitig<br />

gewünschten<br />

erhöhten Tragkraft<br />

jedoch mit einem TFFM-Standardhubgerüst ausgerüstet, da für<br />

Tragfähigkeiten von über 1 250 kg Edelstahlprofile weder<br />

technisch noch wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können.<br />

Auch für den routinierten Hersteller stellte diese Anforderung an<br />

die Tragkraft ein Novum dar. Tatsächlich ist bei Reinraumfahrzeugen<br />

die Ausrüstung mit isopropanolbeständiger Lackierung,<br />

lebensmittelechten Schmierstoffen oder auch umlaufenden<br />

Stoßleisten viel üblicher – worauf der Kunde in diesem Fall jedoch<br />

verzichtete. Bei bestimmungsgemäßer Verwendung der Systeme<br />

bestehe laut Hersteller keine Gefahr, dass durch Beschädigung<br />

am Hubgerüst Farbsplitter die Umwelt kontaminieren könnten.<br />

Denn beim Transport von VA-Behältern zu den Dockingstationen<br />

der Tablettierungsanlagen des Kunden seien Beschädigungen des<br />

Hubgerüsts in diesem speziellen Fall nahezu ausgeschlossen.<br />

www.sichelschmidt.de<br />

Das Standardwerk für<br />

Konstrukteure<br />

und Studenten in der 5. Auflage.<br />

Wälzlagerpraxis jetzt bestellen unter<br />

shop.engineering-news.net


Über den<br />

Tellerrand<br />

Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit<br />

den Klimawandel zumindest teilweise<br />

aus den Schlagzeilen verdrängt hat –<br />

Klimaschutz und nachhaltige Lösungen<br />

sind weiterhin gefragt und wichtiger<br />

denn je. VERFAHRENSTECHNIK stellt Ihnen<br />

neue Ideen für die Prozessindustrie vor.<br />

Klimaschutz durch die Nutzung von<br />

Wasserstoff<br />

Biodampfkraftwerk reduziert Abhängigkeit<br />

von fossilen Brennstoffen<br />

Die Energiewende ist in Bewegung: Bis zum Jahr 2050 soll Energie in<br />

Deutschland vorwiegend aus regenerativen Quellen stammen. Im<br />

Fokus: die CO 2<br />

-Reduktion, z. B. durch den Umstieg auf klimafreundlich<br />

hergestellte Energien wie Wasserstoff. Wasserstoff ist in der<br />

Lage, CO 2<br />

-Emissionen vor allem in Industrie und Verkehr deutlich<br />

zu senken. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, hat das<br />

Bundeskabinett im Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie<br />

beschlossen. Der Plan: die Realisierung eines Wasserstoff-Fernleitungsnetzes<br />

auf europäischer Ebene auf einer Länge von 23 000 km<br />

bis zum Jahr 2040. Im ersten Schritt<br />

steht die Umrüstung des Erdgasnetzes<br />

für eine Beimischung von<br />

20 % Wasserstoff auf dem Plan, dann<br />

die Umstellung auf 100 % Wasserstoff<br />

bei neu geplanten Netzen.<br />

Aktuell bereiten sich zahlreiche<br />

Dienstleister, Anbieter und<br />

Entwickler auf die neuen Herausforderungen<br />

zum Thema Wasserstoff<br />

vor. Einer davon ist Aliaxis Deutschland.<br />

Der Hersteller von Kunststoff-Rohrleitungssystemen für<br />

Infrastruktur und die Industrie hat seine frialen Produkte für die<br />

Nutzung von Wasserstoff am DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH<br />

in Leipzig prüfen lassen – mit Erfolg: Das Heizwendelschweiß-<br />

Portfolio ist bis zu einem Wasserstoffanteil von 100 % H 2<br />

-ready-<br />

100-klassifiziert und damit für eine erwartete Nutzungsdauer der<br />

Gasnetze von 100 Jahren bereit.<br />

www.aliaxis.de<br />

Biostoom ist ein neues<br />

Abfallkraftwerk, das<br />

von Bionerga in<br />

Beringen, Belgien,<br />

errichtet wurde und<br />

betrieben wird. Dank<br />

der langfristigen<br />

Vereinbarung zwischen<br />

Borealis und Bionerga,<br />

einem in Belgien<br />

ansässigen Spezialisten für die Rückgewinnung von Energie aus<br />

Abfall, nähert sich Borealis weiter seinem Ziel, bis zum Jahr 2030<br />

die Hälfte des gesamten betrieblichen Strombedarfs seiner<br />

wichtigsten Geschäftsbereiche aus erneuerbaren Quellen zu<br />

beziehen. Durch die Verarbeitung von nicht recycelbaren Abfällen<br />

umliegender Gemeinden wird Dampf und Strom gewonnen,<br />

womit Biostoom Beringen Borealis beliefert. Dadurch kann<br />

Borealis den Ergasverbrauch seiner Betriebe maßgeblich senken.<br />

Die erste Stromlieferung erfolgte im August, die erste Dampflieferung<br />

im Oktober 2020.<br />

Das neu errichtete Kraftwerk liefert Dampf und Strom, die aus<br />

ungefährlichen, nicht recycelbaren Abfällen regionaler Haushalte<br />

aus dem nahgelegenen Limburg gewonnen werden. Indem<br />

Borealis seine Abhängigkeit von fossilen Energiequellen<br />

reduziert, kann das Unternehmen auch die direkten und<br />

indirekten Kohlendioxidemissionen seiner Betriebe in Beringen<br />

um 20 % senken.<br />

www.borealisgroup.com<br />

40 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


KLIMASCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT I SPECIAL<br />

Chemische Energiespeicher<br />

Wissenschaftler der TU Darmstadt sind überzeugt, dass Wasserstoff als Energiespeicher ein entscheidender<br />

Baustein für das Gelingen der Energiewende ist. Wasserstoff und Eisen seien für die Speicherung<br />

regenerativ erzeugter Energie aus Wind und Sonne und den zeitlich flexiblen und effizienten<br />

Transport zum Stromverbraucher bestens geeignet. So<br />

könnte auch der Rohstoff Eisen für einen CO 2<br />

-freien<br />

Energiekreislauf eingesetzt werden. Würden vorhandene<br />

Kohlekraftwerke umgerüstet und künftig mit<br />

Eisen betrieben, fiele bei der Verbrennung kein<br />

klimaschädliches Kohlendioxid an. Zurück blieben<br />

lediglich Eisenoxide (Rost), die sich mit regenerativer<br />

Energie wieder zu Eisen reduzieren lassen.<br />

www.tu-darmstadt.de<br />

Nachhaltiger Umgang mit Wasser<br />

Dassault Systèmes präsentierte mit „Water for Life“, den nächsten Teil der Initiative „The Only<br />

Progress is Human“. Damit soll mehr Bewusstsein für die heutigen gesellschaftlichen und ökologischen<br />

Herausforderungen geschaffen werden. „Water for Life“ verbindet die Themen Wasser und<br />

Verbrauch und geht der Frage nach, wie die Industrie Wasser besser nutzen und somit diese<br />

wertvolle Ressource durch übermäßige Verwendung nachhaltiger schützen kann.<br />

Mit „Water for Life“ wird Dassault Systèmes Unternehmen darin bestärken, diese Herausforderung<br />

anzugehen. Hierzu wird die 3D-Experience-Plattform als Katalysator für die Messung und Optimierung<br />

des Wasserverbrauchs von Unternehmen weiterentwickelt. Unternehmen werden integrierte<br />

Branchenlösungen nutzen können, die Daten über die Wassernutzung im Zusammenhang mit den<br />

entwickelten Produkten liefern und Auswirkungen verschiedener Konstruktionsoptionen aufzeigen.<br />

www.3ds.com<br />

Kompostierbares Display<br />

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher<br />

Instituts für Technologie (KIT) ist es erstmalig gelungen, Displays<br />

zu produzieren, deren Bioabbaubarkeit von unabhängiger Seite<br />

geprüft und bestätigt wurde. „Mit unserer Entwicklung konnten<br />

wir zeigen, dass es möglich ist, nachhaltige Displays aus überwiegend<br />

natürlichen Materialien mithilfe industriell relevanter<br />

Fertigungsmethoden herzustellen. Sie tragen nach Gebrauch<br />

daher nicht zum Elektroschrott bei, sondern können kompostiert<br />

werden. Dies könnte in Kombination mit Recycling und Wiederverwendbarkeit<br />

dazu<br />

beitragen, einige der<br />

Umweltauswirkungen von<br />

Elektroschrott zu<br />

minimieren oder ganz zu<br />

verhindern“, beschreibt<br />

Manuel Pietsch, Erstautor<br />

der Publikation und<br />

Forscher des Lichttechnischen Instituts (LTI) des KIT am InnovationLab<br />

in Heidelberg, die Vorteile der neuen Entwicklung.<br />

Die Funktion des Displays basiert auf dem sogenannten elektrochromen<br />

Effekt des verwendeten organischen Ausgangsmaterials.<br />

Legt man daran eine Spannung an, führt das zu einer veränderten<br />

Aufnahme von Licht und damit zu einer Farbänderung im<br />

Material. Elektrochrome Displays zeichnen sich gegenüber<br />

kommerziell erhältlichen Displays durch einen geringen Energieverbrauch<br />

und eine simple Bauteilarchitektur aus. Ein weiterer<br />

Vorteil: Diese Displays lassen sich im Tintenstrahldruckverfahren<br />

herstellen und ermöglichen dadurch eine maßgeschneiderte,<br />

kostengünstige und materialeffiziente Produktion.<br />

www.kit.edu<br />

Mikrobe des Jahres <strong>2021</strong>:<br />

Methanothermobacter<br />

Die Mikrobe des Jahres <strong>2021</strong> produziert Biogas – und könnte damit<br />

einen Beitrag zur Energiewende leisten. Methanothermobacter und<br />

Co. tragen zudem zur Abwasserwasserreinigung bei. Ihre<br />

zunehmende Aktivität in Böden, Gewässern und Nutztieren ist<br />

gleichzeitig eine Warnung vor<br />

menschengemachten Einflüssen<br />

auf das Klima. Diesen für die<br />

Umwelt und unser Klima so<br />

bedeutenden Mikroorganismus<br />

wählte die Vereinigung für<br />

Allgemeine und Angewandte<br />

Mikrobiologie (VAAM) zur<br />

Mikrobe des Jahres <strong>2021</strong>. Methanothermobacter lebt nur von<br />

Wasserstoff, CO 2 und wenigen Spurenelementen. Mithilfe von<br />

200 Genen und nur in sauerstofffreier Umgebung gewinnt er die für<br />

sein Wachstum nötige Energie und bildet dabei Methan. Der<br />

Organismus wird bereits genutzt, um „grünes“ Methan im industriellen<br />

Maßstab herzustellen. Grundlage sind dabei Wasserstoff, der<br />

bei der elektrolytischen Spaltung von Wasser gewonnen wird, und<br />

im Überfluss vorhandenes CO 2 aus Verbrennungsprozessen.<br />

www.vaam.de<br />

Wenn Ihr Unternehmen etwas Besonderes in puncto Klimaschutz<br />

plant oder umsetzt, freuen wir uns auf Ihre Nachricht an<br />

redaktion@verfahrenstechnik.de<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 41


VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG<br />

Aus Biomasse wird Anilin<br />

Pflanzen als Rohstoff für Grundchemikalien<br />

Mit einem neuen Verfahren lässt<br />

sich der Kunststoffbaustein<br />

Anilin komplett aus pflanzlicher<br />

Biomasse gewinnen – ein Beitrag<br />

zur Nachhaltigkeit und<br />

Kreislaufwirtschaft. Nach dem<br />

Durchbruch im Labor wird nun an<br />

der Überführung in größere<br />

technische Dimensionen gearbeitet.<br />

Anilin spielt als Grundchemikalie in der<br />

chemischen Industrie eine wichtige<br />

Rolle. Es ist Ausgangsstoff für eine Vielzahl<br />

an Produkten, darunter Medikamente, Farben<br />

und Kunststoffe. Bislang wird Anilin<br />

aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt.<br />

Doch dessen Vorräte sind begrenzt,<br />

und die Nutzung setzt klimaschädliches<br />

Kohlendioxid frei. Bei der Suche nach einer<br />

Alternative hat der Kunststoffhersteller<br />

Covestro mit Partnern nun einen bedeutenden<br />

Forschungserfolg erzielt: Anilin kann<br />

komplett aus Biomasse statt Erdöl gewonnen<br />

werden – ein Beitrag zur Ressourcenschonung<br />

und zur Kreislaufwirtschaft.<br />

Dazu hat Covestro gemeinsam mit Partnern<br />

ein neues Verfahren entwickelt. Nach<br />

dem Durchbruch im Labor wird es derzeit<br />

in größere technische Dimensionen überführt.<br />

Ziel ist die Herstellung von biobasiertem<br />

Anilin im Industriemaßstab, was ein<br />

absolutes Novum in der Kunststoffindustrie<br />

wäre.<br />

Derzeit werden weltweit rund fünf Millionen<br />

Tonnen Anilin produziert, wobei das<br />

Volumen im Schnitt um drei bis fünf Prozent<br />

pro Jahr wächst. Covestro zählt mit<br />

einer Produktionskapazität von etwa einer<br />

Million Tonnen zu den führenden Herstellern.<br />

Das Unternehmen benötigt Anilin als<br />

Vorstufe für Polyurethan-Hartschaum, der<br />

als hocheffizienter Dämmstoff für Gebäude<br />

und Kühlgeräte zum Einsatz kommt.<br />

Zweistufiges Verfahren<br />

In dem zweistufigen neuen Herstellungsverfahren<br />

wird zunächst ein industrieller<br />

Zucker aus pflanzlicher Biomasse mithilfe<br />

eines neu entwickelten Mikroorganismus<br />

als Katalysator in ein Zwischenprodukt umgewandelt.<br />

Im zweiten Schritt wird dieses<br />

Zwischenprodukt dann mit sehr hoher Effizienz<br />

zu Anilin weiterverarbeitet.<br />

Das neue Verfahren führt ersten Berechnungen<br />

zufolge zu einem deutlich besseren<br />

CO 2<br />

-Fußabdruck des fertigen Anilins als die<br />

konventionelle Technik. Außerdem finden<br />

die Reaktionen unter milderen Bedingungen<br />

statt. Die ökologischen Vorteile werden<br />

ganzheitlich auch durch externe Institute<br />

bewertet.<br />

Foto: Covestro<br />

www.covestro.com<br />

42 VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> www.verfahrenstechnik.de


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 3/<strong>2021</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 02. 03. <strong>2021</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 11. 02. <strong>2021</strong><br />

01<br />

02 03<br />

01 Separatoren beschleunigen Impfstoff-Produktion (Foto: Gea)<br />

04<br />

02 Optimierung von Beschichtungsprozessen über ein optisches<br />

Messverfahren (Foto: AOM)<br />

03 Chemische Industriereinigung für einen überdimensionalen<br />

„Tauchsieder“ (Foto: Lobbe)<br />

04 Dynamische Crossflow-Filtration in der Chemie (Foto: Bokela)<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

Der direkte Weg<br />

Internet:<br />

www.verfahrenstechnik.de<br />

E-Paper:<br />

digital.verfahrenstechnik.de<br />

Redaktion:<br />

redaktion@verfahrenstechnik.de<br />

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 01-02/<strong>2021</strong> 43


IHR KOMPASS ZUR HANNOVER MESSE <strong>2021</strong><br />

Reichweiten-<br />

Plus<br />

200.000<br />

Empfänger<br />

EIN KOSTENLOSES ZUSATZANGEBOT<br />

DER VEREINIGTEN FACHVERLAGE<br />

ZUR HANNOVER MESSE <strong>2021</strong><br />

Anzeige oder Contentmarketing im Trägerheft buchen und<br />

kostenfreien Reichweiten-Bonus im Kompendium erhalten.<br />

Weitere Informationen: www.vereinigte-fachverlage.de/digital-scout<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

LOGISTIK<br />

FLUIDTECHNIK

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!